Ztr. 103. Bbonntnwnti'lkdiDinns«: Abonnements• Preis pränumerando» LIerteljährl. S�0 M', monatl. t.t0 Mk, wöchentlich 28 Pfg. frei in« Haus. Einzelne Nummer b Pfg. EonnlagS. nmmner mil illustrierter EonnlagS» Beilage.Die Neue Welt' lv Psg. Post» Abonnement: l.l0 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. ZcitungS» VieiZliste. Unter Kreuzband fbr Teutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für daS übrige Ausland 3 Marl pro Monat. BostabonncmentS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweig. 23. Jahrg. ClMxlat ltgllch suStr lrioougt. Vevlinev Volksbl�tk. Die InkrtlonS'GebQbr beträgt für die scchsgespallene Kolone!» geile oder deren Raum 50 Psg., für politische und gewerkschaftliche Verein?- und Versammlungs-Anzeigen 30 Psg. „Aleine Snreigen", da? erste(fett- gedruckte) Wort 20 Psg.. jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf» stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg.» jedes weitere Wort S Psg. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Z Uhr nachmittags in der Expedition »bgegcben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: ..ZuilUcliisIikZt ssttiili". Zentralorgan der rozialdemokratircben partei Deutfchlands. Redaktion: 8 AI. 68, Ltndcnstrasee 69. Fernsprecher: lllmt IT. Nr. 1983. Der Bleltfeiertag. Wieder ist gestern überall, wo der Kapitalismus seinen Siegeszug entfaltet hat, das Fest des Sozialismus gefeiert worden, dieses Fest, in dem alles lebt, was das Proletariat heute will und was es einst vollenden wird. Wo sonst das Proletariat kämpft, da zwingt es die Notwendigkeit des Tages, um einzelne Forderungen zu kämpfen, mühselig Schritt vor Schritt vorzudringen und sich im Tageskampfc bessere Bedingungen für die kommenden Kämpfe zu er ringen. Aber stets lebt in dem Bewußtsein der Kämpfer der Gedanke, daß all diese Sorgen und Mühen, all dieses Ringen und Streben, die unvermeidlichen Rückschläge wie die notwendigen Siege, daß dies alles nur geadelt ist durch den Siegespreis, der den Kämpfern endlich werden muß: die Eroberung des Reiches der Freiheit, indem die Menschheit, erlöst von den hindernden Fesseln der Klassenunterschiede, mit starker Hand und vollem Bewußtsein ihre Wirtschaft regelt, das Reich, in dem die Entfesselung der Produktions- kräfte nicht mehr die Schrecken der Krise, sondern die höchste Befriedigung aller Kulturbedürfnisse der gleichen und freien Menschheit bedeutet. Aber am 1. Mai gelten alle Gedanken der arbeitenden Massen dem Ziele allein. Vergessen sind für einen Augenblick die Sorgen des Tages, und, indem sie in die Zukunft schauen, genießen die polittsch Entrechteten und ökonomisch Unter drückten von heute einen kurzen Moment lang das Glück jener Zukunft. So ist der Maitag aufs innigste verflochten mit allem, was in dem modernen Proletarier nach vorwärts strebt, mit allem, was an Hoffnungen und Kampfesmut in seinem Herzen wohnt. Und so ist dem Arbeiter sein Mar fest zu einem Bedürfnis geworden, das ihm niemand mehr rauben kann. Gerade das aber ist eS. was die bürgerliche Welt nicht versteht und nicht verstehen kann. Der Kapitalismus begreift überhaupt nur, was er errechnen kann. Jinnier wieder fragen selbst die Wohlnieinenden, warum denn die Arbeitcrklaffc mit solcher Hartnäckigkeit an dem Gedanken ihrer Maidemonstration festhält, die ja doch so wenig greisbare Vorteile bringe. Die Bürgerlichen verstehen noch zur Not einen Streik um Ver- kürzung der Arbeitszeit oder Erhöhung des Lohnes, ob- wohl sie schon da nur das rein Rechnungsmäßige begreifen und meist vergessen, daß der Streik für den Proletarier nicht nur mehr Nahrung und mehr Schlaf, sondern vor allem erhöhte Teilnahme an allen Gütern der Kultur bedeutet. Aber sie verstehen diesen Eintagsstreik nicht, an den sich keine Forderungen knüpfen, weil sie von dem Glücksgefühl und der Glückssehnsucht des Proletariers keine Ahnung haben können, obwohl es doch dasselbe Gefiihl ist, das Gocthc-Faust als höchstes pries: Mit freiem Volk auf freiem Grunde stehn! Was wissen, was können denn jene davon wissen, daß am l. Mai und durch den 1. Mai in Millionen von Proletariern jenes befreiende Belvußtsein erwacht, in dem sich die Sklaven der alten Welt als die Schöpfer der neuen Gesellschaft fühlen und erkennen lernen. Aber wenn das Bürgertum die Maifeier nicht versteht, so hat doch sein Instinkt es diesen Taa hassen gelehrt. Und mit Recht. Denn ihm müssen jene Leute unheimlich scheinen, die gegen den Widerstand seiner ungeheuren Macht kein Öpser scheuen, um für die Idee des Sozialismus Zeugnis ablegen zu können, für diesen Sozialismus, der die Aufhebung der bürgerlichen Herrschast bedeutet. Und so suchen sie alles daranzusetzen, um gerade an diesem Tage die Arbeiterschaft niederzuhalten, ihr gerade diesen Tag zu nehmen. Allein. wie immer ist auch diesmal der Versuch vergeblich gewesen, obwohl gerade diesmal es für die Arbeiterklasse besonders schwer war, die würdige Feier des Tages durchzusetzen. Herrscht doch im Reiche des Kapitalismus wiederum die Krise niit allen Schrecken der Arbeitslosigkeit, die Krise, die die Macht der Unternchmerorganisationen aufs neue stärtt. Besonders in Deutschland haben die Unternehmer wieder all ihre Machtmittel gegen die Arbeiter in Bewegung gesetzt. Die Arbeiterklasse hatte keinen Grund, gerade in diesem Jahre eine besondere Machtprobe herbeizuführen. Trotzdem darf gesagt werden, daß auch das Ktiscnjahr 1908 der Maifeier keinen Schaden zugefügt hat. Sie ist in keinem geringerem Umfange gefeiert worden als je zuvor, und das läßt er- warten, daß ihre Fortschritte in künftigen. günstigeren Jahren um so größer sein werden. Gerade in Deutsch» land wird es besonders deutlich, wie der Gedanke der Maifeier nicht etwa von außen an die Massen heran- gebracht wurde, sondern von den Massen selbst mit be- wundcrnswerter Ausdauer festgehalten wird. Die Führer unserer Organisationen tragen eine große Vcrantivortung und sind sich dessen bewußt, immer und besonders zu Zeiten einer Krise. Sie haben sicherlich nicht in übereiltem Eifer vorwärts gedrängt. Die Massen selbst sind eS, die die Feier des Tages wollen und nicht von ihr lassen werden. Wie in Deutschland, so hat das Proletariat überall den Maitag festlich begangen. Vielleicht am beivundernswcrtesten ist die Feier in Warschau, wo sämtliche Fabriken gc- schloffen waren und der ganze Verkehr ruhte. Nach den entsetzlichen Verfolgungen und Unterdrückungen des polnischen Proletariates bedeutet diese Feier das Unterpfand seiner Unüberwindbarkeit. Ucberall war die Feier imposant. Es gibt mit Ausnahme der Türkei kein Land mehr in Europa, in dem am 1. Mai nicht der Gedanke des Sozialismus, der Gedanke der internationalen Solidarität verkündet wird. Und wie in Europa, so ist der 1. Mai gefeiert worden in den Ver einigten Staaten und überall in der Welt, wo Kapital und Arbeit sich in unversöhnlichem Gegensatz gegenüberstehen. Der Maigedanke, der Gedanke des Sozialismus marschiert. Und wie der Gedanke des Sozialismus heute die Welt um faßt, so wird der Sozialismus einst die Welt erobern. HeiT Uenbiel und fferr Garden. Die preußische Strafjustiz ist die leistungsfähigste der Welt Sie übertrifft an Gründlichkeit und Schnelligkeit selbst die Strafrechtspflege Sr. Majestät des Schahs Mohammed Ali von Persien. Erst 12 Tage sind seit jener Sitzung des Münchener Schöffengerichts vorüber, in der die Zeugen Ernst und Riedel unter Eid aussagten, daß Fürst Phili Eulenburg mit ihnen gewisse sexuelle Experimente bc- gangen habe, und doch hat dieser kurze Zeitraum genügt, nicht nur in der Berliner Staatsamvaltschaft den Verdacht zu wecken, daß vielleicht Fürst Phili einen Meineid geleistet haben könnte, sondern sie sogar auf diesen Verdacht hin dazu zu bewegen, eine Voruntersuchung zu beantragen. Ja noch mehr, das Gericht hat diesem An trag sofort stattgegeben und schon am Donnerstag eine Gerichtskommission unter Führung des Untersuchungsrichters LandgerichtSrat Schmidt nach Schloß Liebenberg entsandt. Als die Kommission auf Schloß Liebenberg eintraf, lag Fürst Eulenbürg im Bett— und war krank. Medizinalrat Dr. Hoffmann untersuchte den Fürsten und stellte fest, daß er schon seit längerer Zeit an Neuritts(Nerveneutzündung) und einer schmerzhaften gichttschen Krankheit leide und nicht ttansport- fähig sei. Dgin Fürsten wurde in aller Form mitgeteilt, daß gegen ihn die gerichtliche Voruntersuchung wegen Verdachts des wissentlichen Meineids eröffnet sei. LandgerichtSrat Schmidt vernahm darauf den Fürsten über die ihn zur Last gelegten strafbaren Handlungen. Die Vernehmung dauerte etwa eine halbe Stunde. Nach der verantwottlichen Ver- nehniüng des Fürsten nahm die Gcttchtskommission eine Durchsuchung in den Zimmern des Fürsten vor, die jedoch ergebnislos verlief und nichts Belastendes ergab. Darauf wurde über die Amtshandlungen der Gerichtskommission ein Protokoll aufgenommen und die Koinrnission kehrte nach Berlin zurück. In der Voruntersuchung befindet sich also die Sache schon; und es ist deshalb nach den bisherigen Untersuchungen mit ziemlicher Sicherhcft darauf zu rechnen, daß sie auch noch mal aus der Voruntersuchung herauskommen wird. Vielleicht kann nian sogar dem Herrn Oberstaatsanwalt Jsenbiel den Vorwurf machen, daß er seinen Entschluß, die Voruntersuchung zu beanttagen, ein wenig übereilt hat; denn wie über die Vorgänge genau unterrichtete Blätter behaupten, hat Herr Jsenbiel nicht mal die Akten des Münchener Schöffengerichts abgewartet, die— wahrscheinlich infolge der Langsamkeit der Münchcncr Justtz, die bekanntlich an Fixigkeit an die Berliner lange nicht heranreicht— noch immer nicht in Berlin eingettosien sind. Nörgler, die die Vorzüge der preußischen Sttafrechtspflege nicht einzusehen vermögen, bc» haupten zwar, daß die Berliner Staatsanwaltschaft die Atten(d. h. das Sitzungsprotokoll und daL Urteil, weitere Akten sind nicht da) gar nicht zur Einleitung der Vonintersuchung braucht; sie hätte ja nur tclephonisch in München bezüglich des Wortlauts und der Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen anfragen können. Aber die, die so sprechen, begreifen erstens nicht, wie sehr die bedächttge Gründlichkeit zur Maxime der preußischen Sttaffusttz gehört, und zweitens nehmen sie fälschlich an, ein Berliner Oberstaatsanwalt hätte nöttg, sich moderner Verkehrsmittel zu bedienen. Selbst die Mitteilungen, die Harden im letzten Heft der„Zukunft" über die Bcdächttgkeit des Herrn Oberstaatsanwalts Jsenbiel macht, vermögen keinen richtigen Preußen von der Ansicht abzubringen, daß die preußische Strafjustiz der des Mohammed Ali von Pörsten an Pfiffigkeit und Schnelligkeit noch immer um einige Nasenlängen voraus ist. Harden erzählt nämlich: Als Justizrat Bernstein die Zumutung, dem edlen Fürsten zu Eulenburg„Abbitte zu leisten', lächelnd abgelehnt hatte. wurde ich von dem Herrn Oberstaatsanwalt ersucht. Seiner Durchlaucht eine Ehrenerklärung zu geben. DaS konnte ich nicht; versprach aber, nach bester Kraft an der Aufhellung des Tatbestandes mitzuwirken; und fügte hinzu:„Ich rechne dabei aus energische Unterstützung durch die Königliche Staatsanwaltschaft.'(Herr Dr. Jsenbiel nickte eifrig) Deutlicher konnte ich an dieser Stelle die Absicht, die Eide deS Fürsten anzufechten, nicht ausdrücken. Fast zehn Wochen mußte ich untätig in der Krankenstube hocken. Die seit dem November immer wieder angekündigte Klage Eulen- burgS kam nicht. Am 12. März, als die PleurittS endlich gemildert schien, fuhr ich nach Moabit und ließ mich bei dem Herrn Ober- staatsanwalt melden.„Ich komme, um Sie, Herr Geheimrat. zu ftagen, ob Sie die Absicht haben, meinen Verteidiger und mich anzuklagen. Diese Anklage würde uns die erwünschte Gelegenheit geben, die homosexuelle Betätigung und die Meineide des Fürsten zu Eulen- bürg nachzuweisen. Kommt eS nicht dazu, so muß ich auf anderem Wege die Wahrheit feststellen. Nur dieser Zweifel hat 6xpedittom SQQ. 68» Lindenstraaee 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. mich bisher gehindett, mein Versprechen vom zweiten Januartag einzulösen.' Antwort: Die Entscheidung sei noch nicht gefallen. tveil der Wortlaut der von uns vor dem Schöffengericht ge- sprochenen Sätze nicht zu ermitteln gewesen sei; sie würde beschleunigt werden, wenn ich mich entschlösse, den in meinem Auftrag von Reichsstenographen hergestellten VerhandlungS- bericht für ein paar Tage der Anklagebehürde zu leihen. Natürlich sei ich dazu nicht verpflichtet; denn das Stenogramm könne ja Waffen gegen mich oder gegen Bernstein liefern.„Ich bin nicht gewohnt, mich den Konsequenzen meines Tuns zu entziehen, und werde Ihnen deshalb sehr gern das unkorrigiette Stenogramm senden; ich weiß, daß ich damit auch im Sinn meines Ver- teidigers handele.' Am vierzehnten März lagen die fünfhundert Folioseiten im Amtszimmer des Herrn Oberstaatsanwaltes. Mit höflichem Dank für die Bereitwilligkeit kamen sie mir zurück. Noch keine Anklage.' Daraus scheint Herr Maximilian Harden zu folgern, daß Jsenbiel gegen den Eulenburger nicht„ran" wollte. Wir vermögen ihm darin nicht„beizutreten". Er weiß immer noch nicht. wie das Pflichtbewußtsein, der kategorische Imperativ Kants unseren Staatsanwälten ins Blut übergegailgen ist und sie ohne Unterschied der Persoll zu ihren Anklagen treibt. Nur Geduld, Fürst Phili entrinnt seinem Richter nicht— vorausgesetzt natürlich, daß nicht etwa das Gericht zu der Ueberzeugung kommt, bei Fürst Eulenburg wären zeitweilig seine freien Willenskräfte ausgeschaltet— natürlich immer nur dann, wenn er sich Ver- gehen gegen§ 175 gestattete. ** 0 DaS„Verl. Tagebl." veröffentlicht in seiner letzten Nummer den Urteilsinhalt des Münchener Schöffengerichts im Harden- Prozeß. Von Interesse sind darin die Feststellungen über die Glaubwürdigkeit der Zeugen Riedel und Ernst: Die Aussagen der Zeugen Georg Riedel und Jakob Ernst er- schienen dem Gericht vollkommen glaubwürdig. Georg Riedel ist ein Mensch mit einer sehr rauhen Außenseite. Er hat eine große Anzahl von Vorstrafen wegen Körperverletzung, groben Nu- fuges, unter anderem auch wegcii Beleidigung erlitten, weil er seinem Temperament imd seinem jähzornigen Naturell offenbar niemals Zügel anzulegen gelernt hat und gegen jede vermeintliche� oder wirkliche Unbill, die ihm widerfähtt,' in rücksichtsloser Weise aufbraust und vorgeht.... Riedels ganze'Erzählung mit einer Unmenge von Einzelheiten, wie sie der raffinierteste Lügner kaum erfiimen und der gewandteste Betrüger nicht mit solcher Fertigkeit,' Sicherheit und Widerspruchslosigkeit zum Vortrag bringen könnte, machte den Eindruck unbedingter Glaub- Würdigkeit. Rücksichtslos gegen sich und andere schilderte Riedel sein ganzes Vorleben und alle die Vorgänge mit Eulen- bürg. Keine an ihn gestellte Frage ließ ein Zögern, Schwanken oder Suchen nach Ausflüchten erkennen. Mit der urwüchsigen Naivität, die den Grundzug seines Charakters bildet, gab er über alles, auch das für ihn selbst Peinlichste unumwunden Auskunft, und dieser Eindruck der unbedingten Glaub« Würdigkeit seiner Angaben wurde noch dadurch bc- stärtt, daß für ihn jede» Motiv zu einer unwahren Angabe — wie etwa Geldgier, Haß, Rachsucht, Streben nach Anerkcnnimg-- fehlte. Zudem fand die Aussage Riedels eine mächtige Stütze und Bestätigung in den Angaben ErnstS. Die Art und Weise, wie die Bekundungen des Zeugen Ernst zustande kamen, schließt jeden Zlveifel an ihre Glaubwürdigkeit auS. Der Zeuge, der sich als junger Bursche zu den von ihm bekundeten Unsittlich- leiten verleiten ließ, ist seitdem zu einem vermöglichen und hoch- angesehenen Bürger Starnbergs geworden. cibersl-ulti'zmoiitznel' Llocß. Daß zwischen Liberalen und Zentrumsleuten, die sich sonst wie Wässer und Feuer zu hassen pflegen, ein mindestens ebenso gutes Einverständnis herrscht wie zwischen Liberalen und Konservativen, sofern cS um die Knechtung der Arbeiter geht, das beweist u. a. folgendes Erlebnis aus dem vorigen Jahre, das wir zu Nutz und Frommen aller Landtagswählcr hier in Erinnerung bringen wollen. Mitte Juni 1907 erzählte unser Solinger Partei- organ, die„Bcrgischc Arbeitcrstimme", daß seit etwa Jahres- frist in W i e s d 0 r f im unteren Kreise Solingeu ein junger Kaplan namens Esser tätig war, dem das Elend der dortigen, in den Bayerschen Farbwerken fronenden Ar- beiter zu Herzen ging. Er fing an, in dem stockkatholischcn Orte die Scharen zu sammeln. Den Gewinn hatte zunächst das Zentrum: ein katholischer Arbeiterverein entstand, der katholische VoltZvereine nahmen an Mitgliedern zu und die Zentrumspresse gewann an Abonnenten. Bei der Reichstags- wähl gingEfsermitEifergegen das(liberale) Unternehmertum vor. die Arbeiter kamen in Er- regung, wovon auch die Sozialdemokratie profitierte, deren Flugblätter eifrig gelesen wurden. Da wandte» sich die Unternehmer an dcu 5lölner Erzbischof, Kardinal Fischer, mit dem Ersuchen, den Kaplan Esser„im Interesse des Friedens" aus Wiesdorf zu entfernen. Esser wurde auch vernommen. Aber weil die Nachricht die größte Aufregung in der Gemeinde hervorgerufen hatte und der Erzbischof mit Bittgesuchen bestürmt wurde, so durfte der Kaplan vorläufig noch bleiben. Er setzte seine Agitation fort. die. nach seiner eigenen Absicht, sich nur gegen die Sozig.!- Demokratie richtete. Die Folge tva? eine abermalige Be- schwerde der liberalen Herren von den Bayerschen Färb- werken beim Erzbischof. Und nun muhte der Kaplan aus Wirsdorf scheiden. Er wurde nach Euskirchen versetzt, wo er keine Gelegen!, eit hat. dem liberalen Großkapital un> bequem zu werden. Man sieht, der Haß zwischen Zentrum und Liberalismus ist nicht so groß, daß sie sich nicht gegen die Arbeiter zu einem Block zusammenschweißen könnten l Die Semelnckmshlea In FranWcI). Parts, 29. April.(Eig. Ber.) Am 8. Mai finden in ganz Frankreich die Gemeindewahlen statt. Diese Wahlen haben immer einen ausgesprochen politischen Charalter. wenn auch der tlainbürgerliche Geist in ihnen einen Spielraum fiir Bezirksmeierei findet. Das rührt nicht nur daher, daß ihr Resultat die Zusammensetzung des Senats beherrscht, sondern wird sicher auch durch ihre Gleichzeitigkeit gefördert, die die groszen politischen Parteien zu einheitlichen Aktionen im Lande auffordert. Auch diesmal sind die vier Gruppen, die sich in den letzten Kammerwahlen gemefien haben, ziemlich scharf gesondert aus den Kampfplatz getreten: die Progressisten. dte RechtSdemo» traten, die Radikalen und Radikalsozialisten und die geeinigten Sozialisten. Daneben haben die kleineren Formationen wie Monarchisten, Nationali st en und»unabhängige Soziali st en� eine mehr lokale ve- deutung. da sie im ganzen nur ihren besonderen Besitzstand ver- teidigen und selbst dabei vielfach den Anschlutz an die ihnen zunächst stehende grohe Partei vollzogen haben. Natürlich gibt eS in den Wahlanschlägen und Programmen der Kandidaten auch diesmal die abenteuerlichsten Zusammensetzungen politischer und sozialer Eharakterbezeichnungen— besonders da» Wort .Sozialist" kommt in allen erdenkbaren Kombinationen bei der Empfehlung»patriotischer',»republikanischer",»anti- kollektivistischer' usw. Sozialisten zur Anwendung und daneben agieren noch Komitee» mit wirtschaftSpolitischer Firma, wie»Kon- föderation des Handels, des Gewerbes und der Industrie', aber daS sind immer nur sehr durchsichtige Decknamen für die Klüngel, die den Apparat der groben bürgerlichen Parteien zur gleichzeitigen Förderung der Klasseninteressen und der persönlichen Profit- macherei ausnützen. Die materielle Seite der Herrschaft über die Gemeinden aber bedeutet für die Regierung eine starke Karte. Sie hat eS in der Hand, Parteien und Kandidaten durch ihre Unterstützung zu verpflichten. Das Ministerium Clemenceau nützt diesen Borteil ohne die geringste Zurückhaltung auS, und die einst bei den Republikanern so berüchtigten offiziellen Kandidaturen deS zweiten Kaiserreichs feiern ihre Wiederauferftehung in der radikalen Republik. Und da die Regierung in der Kammer keine eigentliche durch ein politisches Programm zusammengehaltene. und im Vertrauen zu ihr geeinigte Majorität hat, arbeitel sie. indem sie ihre Einflüsse spielen läßt, im eigentlichen Sinne für sich und uicht für die parlamentarische Demokratie. Ueber die Aussichten der Parteien Prophezeiungen z« vagen. wäre ein müßiges Beginnen. Bei der Anlage der Pariser Presse, die nur für lokale Angelegenheiten Interesse hat, ist eS— wenigstens für die Provinz— überhaupt unmöglich, wofern man nicht Ge- legenheit und Lust hat, die Lokalpresse aller Parteien zu lesen und daS Talent, auS ihren widersprechenden Berichten die Wirk- lichkeit herauSzuspüren. Aus eben diesem Grund lassen sich auch die WahlauSstchten der geeinigten Sozialisten nicht beurteilen. Die Partei hat diesmal in einem früher nicht gekannten Umfang in die Agitation eingegriffen und überall, wo eS nach den Organisationsverhältnissen möglich war. eigene Kandidaten aufgestellt. Die Agitation ist mit prinzipieller Schärfe betrieben und erfreulicherweise sind auch die ehedem so häufigen Störungen der Parteidisziplin mit ganz geringen Ausnahmen vermieden worden. Der propagandistische Erfolg ist zweifellos, aber ob er sich schon diesmal in Wahlsiegen kund- geben wird, läßt sich vorher nicht sagen. Man darf nicht übersehen, daß sich diesmal fast die ganze Aktion der bürgerlichen Parteien gegen die geeinigten Sozialisten gewendet hat. Die Gegensätze zwischen den bourgeoisen Gruppen verschwimmen immer mehr und in der bornierten Bekämpfung der Sozialreform und der Arbeiterkoalitionen sind die»radikalsozialistischen' Klein- bürger von den nationalistischen kaum zu unterscheiden. Und die Schlagworte vom AntiparriotiSmuS, von»Sabotage" usw. gebrauchen die Krämerdemokraten genau so wie die groß- kapitalistische Presse sie ihnen liefert. Man darf auch uicht übersehen, daß bei den Gemeindcwahlen die Spießbürger- interesscn besonders stark zur Gellung kommen, also der private Aerger über die Sonntagsruhe, die GewerkschafiSagitation usw. leicht sNachdruik verboten.) Korfn. 1. Und als S. M. nach Korfu kam. Rief er vergnügt:„ES w e r d e l'-- Da schoß, kaum daß eS dies Wort vemahm, Ein Denkmal auS der Erde. Zwölf Meter hoch schoß empor enorm Ein Recke preußischen Drilles, Gepreßt in die plastisch gemodelte Form DeS Griechenhelden AchilleS. Doch nackt nicht, wie aus karrarlschem Block Man griechische Helden schneidet, Nein, züchtig mit deS Königs Rock War dieser Recke bekleidet. Er trug zur Linken daS Seltengewehr, Nicht fehlte am Kragen die Litze. Es drückte den Schädel, inwendig leer, Ein Helm mit blinkender Spitze. Stramm stand der Kerl, die Hand an der Naht. Den Busen schneidig gebreitet. Gleich einem Sergeanten, den am Draht Der flotte Herr Leutnant leitet. Ein Schnauzbart schmückte den reisigen Mann, Nicht streng a la Haby gedrechselt,' Weil diese Modetracht dann und wann, Wie die Farbe der Mäntel, wechselt. wirksam werden kann. Besonders heftig dürfte der Kampf in den Hafenstädten werden, die bisher sozialistische Majorilären hatten. Die bekannte Kampagne gegen die Genossen von Vre st gibt ein Beispiel von den Methoden, deren fich die kapita- listischcn Parteien bedienen, um diese Orte zurückzuerobern. In Toulouse, der größten Gemeinde, die die Sozialisten zuletzt verwalteten, ist die Situation der Partei leider durch die Unter- schleife, die sich ein Stadirat hat zuschulden kommen lassen, einiger- maßen verschlechtert worden, und die Genossen haben gegen eine rücksichtslose moralheuchlerische Demagogie zu kämpfen. Interessant ist die Lage im Norden. wo die Partei große Anstrengungen macht, die ihr einst entrissenen Positionen von Lille und Roubai; zurückzugewinnen. Im vorwiegend lleinbürgerlicheu Paris sind große Veränderungen kaum zu erwarten. Die ge- einigte Partei hat in drei Vierteln aller Bezirke Kandidaten und belänipft besonders auch einige.Unabhängige'.— Politifcbc Clcberficbt. Berlin, den 2. Mai 1908. Kleingeld und kleiner Befähigungsnachweis. Zur Feter des l. Mai hatte die Reichstaasmehrheit eine besonders ausgedehnte Sitzung veranstaltet, in der zunächst die Komntissionsbeschlüsse über Beränderuilgen im Münzwesen sanktioniert wurden. Danach sollen künftig 20 M. Silber- münze statt bisher 1b M. aus den Kops der Be- völkerung ausgeprägt werden. Außerdem ist die AuS- Prägung eines 25 Pfennig-StückeS vorgesehen. Es fand auch ein Antrag Anklang, daS Dreimarkstück wieder einzuführen. Dafür stimmte die Rechte und das Zentrum zum Teil. Die Abstimmung ergab ein so zweifelhaftes Bild, daß die Entscheidung des Bureaus, die Mehrheit sei für das Dreimarkstück lebhafte Proteste bei der Minderheit hervorrief. Auch der NachtragSetat betreffs die Einführung deS Post- scheckverkehrS wurde in zweiter Lesung den Regierungsivünschen gemäß erledigt. Von unserer Seite machte Genosse Singer vergeblich daraus aufmerksam, daß das engherzige Festhalten an der Erhebung hoher Gebühren der Einbürgerung des Scheck- Wesens hinderlich sein würde. Der Geist des Fiskalismus, der unsere Postverwaltung beherrscht, war für solche Er- wägungen nicht zugänglich. Der Gesetzentwurf über den VerstcherungSder- trag, der gleichfalls zur zweiten Lesung stand, gab dem Genossen S e v e r i n g Anlaß, die sogenannten WohlsahrtS- einrichtnngen gebührend zu beleuchten, die von manchen Unter- nehmern zur Schädigung der Arbeitcrinterefsen ausgenutzt werden. Selbst der Staatssekretär Dr. Nteberding gab bis zu einem gewissen Grade die Berechtigung dieser Kritik zu, glaubte aber doch, den Kruppschen Werken das bei solchen Anlässen übliche ministerielle Lob nicht vorenthalten zu dürfen. FnderSonnabendsttzung wurde bereit» um 11 Uhr diese Beratung über den Versicherungsvertrag fortgeführt. Ein sozialdemokratischer Antrag will bestimmen, daß Arbeitern, die zu einer Betricbskaffe mehr als 200 Wochenbetlräge gezahlt haben, beim Austritt auS dem Betrieb, womit sie ja ihre Ansprüche an die Kasse verlieren, die Betträge zurückgezahtt werden müssen. Hiergegen wenden sich verschiedene Redner der bürger- lichen Parteien, darunter auch der fteistnnige Abg. T u n o- Hagen, während Genosse Hengsbach- Duisburg lebhaft den sozialdemokratischen Antrag verteidigte, da sonst die Zugehörigkeit zu einer Betriebskasse sich wie ein Bleigewicht an den Arbeiter hänge und auf die Herabdrückung der Löhne wirke. Diese Hinweise halfen natürlich nichts. Die sozialdemo- krattschen Anträge wurden abgelehnt und das Gesetz in der Kommissionsfassung angenommen. Dann krönte der reaktionäre Reichstag sein Wochenwerk durch die Annahme des kleinen Befähigungsnachweises, nachdem in der Debatte unsere Genossen A l b r e ch t und Lehmann einen amüsanten Strauß mit den Vorkämpfern des Zünftlcrtums ausfochten. Besonders zeichnete sich da durch unfreiwillige Komik, der Bäckermeister Ricseberg-Wanzleben aus. der sich allen amtlich er- wiesenen Tatsachen zum Trotz für die idealen Zustände im Bäckergewerbe begeisterte und feierlich verkündete, daß die »leistertreuen Gesellen sich mit Backofenhitze für Kost und Logis in Meisterhäusern erwärmten. Diese Prophetenstimme aus Wanzleben fand stürmischen Widerhall bei allen mit der Mittelstandsrettung kokettierenden Parteien. Das Handwerk wird ja sehen, welcher Segen ihm auL der obrigkeitlich ab- gestempelten Lehrlingszüchteret erblühen wird. Starr stierte gradauS die Soldatenfigur, Mit steif erhobenem Racken; Doch zog man hinten an einer Schnur, So schlug sie zusammen die Hacken. So hob sie grüßend zum Helm die Hand (Wie staunten die stillen Phäaken l) Und schtte:»Zu Befehl I"— daß ring» im Lanfij Die ruhigen Bürger erschraken. Sie flohen entsetzt:„Der Preuß', der Preuß'. Der schreckliche, will uns morden!' Und jammerten laut:»Was ist. o ZeuV, Aus unserm Achilles geworden?' Da lachte S. M. und schlug sich crnfS Knie Und sprach:„Ihr dumnien Korfioten l Solch ein Spektakel, bei allem Genie, Hat euch kein Heine geboten... 2. Und als S. M. zum Tempel kam, Rief er verstimmt:„E s f ch w i n d e I"— Da stob, kaum daß es dies Wort vernahm, Ein Denkmal in alle vier Winde. Ein Denkmal. daS eine deutsche Frau Einem deutschen Dichter errichtet. Sie war eine Fürstin; doch hatte sie schlau Auf fürstliche Ehren verzichtet. Das HöflingSgehudel verscheuchte bald Die frei Gesinnte zur Ferne. Viel lieber saß sie im Pinienwald Und las und träumte da gerne. Deplacierte Entrüstung. In gewohnter Weise sucht die»Freisinnige Zeitung' ihr nicht genehme Feststellungen unter einem großen Wortschwall zu bc- graben. Wir haben die eigenartige Haltung deS Abg. G e r s ch e l bei der beantragten Aendcrung des§ 23 des Einkommensteuergesetzes abermals der Vergessenheit entrissen und dabei bemerkt, daß die Arbeiter eS dem Freisinn verdanken, wenn sie schärfer zur Steuer herangezogen werden. Die»Freisinnige Zeitung' wendet nun den Kniff an, das Kampffcld zu perschieben, indem sie erklärt, daß der Antrag Gerschel, der die Auskunftspflicht der Hau Sbesitzer herbeiführte, erst gestellt wurde, nachdem die Auskunftspflicht der Arbeitgeber längst bestanden hat. Wir haben die Behauptung, deren Widerlegung daS fteistnnige Blatt sich angelegen sein läßt, in dieser Form gar nicht auf» gestellt. Vielmehr haben wir lediglich die Tatsache konstatiert, daß der Abg. Gerschel den Antrag gestellt hat, daß die Hausbesitzer auch verpflichtet sind, der Behörde über den Arbeitgeber und die Arbeitsstätte der auf ihrem Grundstück wohnen» den Arbeiter, Dienstboten und Gewerbsgehülfen Auskunft zu erteilen. Dieser Antrag war eine Ber- schärfung deS seitherigen ZustandeS. und es kann wohl im Ernst nicht bestritten werden, daß eS auf diese Art möglich war. die Arbeiter schärfer zu der Steuer heranzuziehen. Wir stehen grundsätzlich auf dem Standpunlt. daß jeder Steuerzahler sein Einkommen zum Zwecke der Besteuerung unverkürzt anzugeben hat. Das muh aber für alle gelten, und was dem Freisinn angestrichen werden sollte. daS war der Umstand, daß der Lbg Gerschel, der die Verschärfung in der EinkommenSermittelung herbei- gefühtt hatte, in derselben Sitzung in einer Rede folgendes sagte: .In der Kommission.... ist ein Antrag gestellt worden, der nichts weniger als folgendes verlangt:: daß Bant- geschäfte, Depositenkassen und ähnliche Geld- institute. Sparkassen, sowie die Verwaltung de? Staat» schuldbuches über die Höhe des Guthaben» und der hinterlegten Vermögensobjekte aller mit ihnen in Geschäfts» Verbindung stehenden Personen Auskunft zu erteilen haben...« Er ist in der Kommission abgelehnt� worden, aber die Konsequenz, die eine Aendcrung der Grundsätze der AuSkunftspslicht im staatlichen Interesse nach fich ziehen kann und vielleicht wird, sehen Sie an diesem Antrag, der in der Kommission gestellt worden ist. Ich wiederhole: priacipüs od»tal(Hüte Dich vor dem Anfang!)' Derselbe Herr Gerschel also, der eine Verschärfung der Ein- kommenSermittelung für Arbeiter. Dienstboten und Gewerbe. gehülfen herbeiführte, warnte ausdrücklich davor, Geldinstitute zu zwingen, über die bei ihnen hinterlegten Summen der Behörde Auskunft zu erteilen. Darin liegt geradezu eine Be. günstigung der Steuerhinterzieherl TaS sollte festgenagelt werden! Diese zarte Rücksichtnahme auf die reichen Leute und das forsche Vorgehen gegen die Armen. Will die.Freisinnige Zeitung' etwa auch diese Tatsachen abstreiten? DaS kann sie nicht gut, deshalb' hilft sie sich mit folgendem Verlegenheitsgestammel: »Vollends lächerlich ist eS. dem Abg. Gerschel einen Vorwurf daraus zu machen, daß er sich in der gleichen Sitzung ganz«nt- schieden dagegen wandte, daß Bankgeschäste. Depositenkassen und ähnliche Geldinstitute gezwungen werden sollten, über die hinterlegten Vermögensobjekie Auskunft zu erteilen. Wie kann ein vernünftiger Mensch diese Stellungnahme so deuten, als ob der Freisinn damit»die reichen Steuerhinterzicher� schützen" wolle? Sparlassen beispielsweise pflegen nicht die Stellen zu sein, an denen die reichen Leute ihr Vermögen unterbringen, sie werden im Gegenteil fast ausschließlich von kleinen Leuten und vom Mittelstand benutzt, und darum ist die Anregung Dr. Gcrschels nicht im Interesse einer einzelnen Klasse, sondern im Interesse sämtlicher Zensitcn erfolgt.' ES lann völlig dahingestellt bleiben, ob eine Auskunftspflicht der Sparkassen ein wesentliche» Ergebnis hätte, aber da« kann doch kein Mensch leugnen, daß daS Geldinstitut der reichen Leute nicht die Sparkasse mit ihrem niedrigen Zinsfuß, sondern eben die Großbank ist mit ihren Depositen- r a s s e n. Daß dort große Summen liegen, die dem Auge der Steuerbehörde verborgen bleiben, ist ganz klar. Der Frei- sinn hatte mit dieser Stellungnahme also nicht das Interesse der kleinen Leute, das Interesse de» Mittelstandes im Auge, sondern die Interessen der reichen Lente, die bei der Steuercinschätzung eine rührende Bescheidenheit an den Tag legen. Da» Wiemer- Blatt mag sich noch so eifrig drehen und wenden, über diese ihm begreiflicherweise recht unangenehmen Tatsachen kommt eS bei aller Rabulistil nicht hinweg I— Die„WahlrechtSaktion" de» Freist««». Man erinnert sich, daß tmFrühjahr 1907 der Freisinn daS dringende Bedürfnis verspürte, seinen Wählern am Schluß der parlamentarischen Sessionen irgend eine„Blockfrucht' mit nach Hause zu bringen, und daß er zu diesem Ztveck unter es=gag!........ n um i i i i'■-- Ii Sie saß und blickte aufs blaue Meer Und laS die Heineschen Lieder. „Thalatta I Thalatta l'— Zum Schöße schwer Fiel manche Träne hernieder.' Sie baute dem Dichter in brünstigem Dank Weißleuchtende Tempelhallen. Zu seinem Bilde, marmorblank. Sah man sie täglich wallen. Und nach dem Tode die Seele noch kreist Wo die Fürstin geträumt und gelesen. O weh! Wie liegt die Stätte verwais Die der Lebenden teuer gewesen. ES flattert ihr Geist um den Trümmerhauf Und geht in unendlichem Weh um. Schon steigt hier in forschem Gewimmel herauf Ein Hohenzollernmuseum. Der alte Fritz und der junge Fritz Und Otto sogar, der Faule. Damtt man gründlich vom Musensitz Den göttlichen Heine graule I Sie flieht voll Schauder den nüchternen Ort Und fühlt sich so einsam-alleine, Und traurig seufzt durch die Lüste ihr Wort: „Wo bist du, mein Heinrich Heine?' Da rauscht es fernher vom Seine-Bett Und lockend kichern die Wogen: „Bin definitiv, oböro Elisabeth, Nach dem schönen Paris verzogen l' Michel anderem Im preußischen Abgeordnetenhaus einen recht energisch klingeuden Antrag aus Aenderung des preußischen Wahlrechts eingebracht hat- Es lohnt sich, heute, nachdem man den ganzen Verlaus der.Aktion" überblicken kann, sie sich noch einmal kurz vor Augen zu führen, weil sie auf die Zuver- lässigkeit des Freisinns im künftigen Landtag das hellste Licht wirft. Wenige Tage vor Schluß des Landtags im Juni 1307 faßte der„entschiedene" Liberalismus den Beschluß, von der Beratung des Antrages vorläufig bis zum Herb st Ab- stand zu nehmen. Damals wurde die Sache sogar von den Konservativen noch ernst genommen. Der freikonservative Freiherr v. Zedlitz— bekanntlich ein Reaktionär reinsten WasserS— veröffentlichte im„Tag" einen Artikel, worin er die größte Besorgnis vor der Beratung des Antrages äußerte, weil er seinerseits für selbstverständlich ansah, daß Regierung und Konservative jedes Entgegenkommen in Sachen dcS Wahlrechts verweigern würden, und andererseits befürchtete, die Liberalen könnten das krumm nehmen und das wettere Mitarbeiten an der Blockpolitik im Reichstage aufgeben.— Der gute Octavto I Er hätte sich seine Schmerzen sparen können I Indessen hatte Herr v. Zedlitz zwischen den Zeilen merken lassen, daß es die Angst vor dem konserva- tiven Widerstand gewesen sei, die die vorläufige Zuriick- ziehung des liberalen Antrages veranlaßt habe. Sofort beeilte sich die.Liberale Korrespondenz" zu erklären: davon könne gar keine Rede sein, die Konservativen hätten gar nichts gegen die Verhandlung gehabt, vielmehr hätten die Freisinnigen selbst Wert daraus gelegt, daß es nicht zu einer„überhasteten Beratung unmittelbar vor Sessionsschluß" käme. Da fuhr ihr abe� unser Rürnberjjer Parteiorgan in die Parade, indem es feststellte:.Die preußische Regierung hat die freisinnigen Fraktionen deS Abgeordnetenhauses jur Zurückstellung ihres Antrages der» anlaßt, indem ste ihnen Aulaß zu der Vermutung gab. daß sie selbst im kommenden Herbst mit einer Reform des Dreiklassenwahlrechts hervortreten werde." Heute weiß man, wie die Sache abgelaufen ist. Der Freisinn hat sich von der Regierung bis zum Januar hinziehen lassen, um dann mit einem Fußtritt nach Hause geschickt zu werden. Er ist also von Herrn Bülow aus daS gründ- lichste eingeseift worden. Nur halten wir die Herren um Wiemer für zu klug, als daß sie nicht dieses Spiel von vornherein durchschaut haben sollten. Wonach nur der Schluß übrig bleibt, daß ihnen daS Einseifen im Grunde gar oicht unlieb gewesen ist! Herr Behrens als Handlanger der Scharfmacher. Die Christlichsozialen sind an Anhang zu schwach, um aus eigener Kraft namhafte Wahlerfolge zu erzielen; infolgedessen ver» legen sie sich aus den politischen Schacher; ste verkaufen ihr« Stimm«» an den Meistbietenden, d. h. sie stellen ihre Stimmen in umstrittenen Wahlkreisen demjenigen zur Verfügung, der ihnen anderswo ein Mandätchen, und fei es auch nur einen Stadtverord- uetenfitz, verschafft. So erinnert die„Essener Volks» z e i t u n g die sich gegenwärtig mit den Christlichsozialen wegen des Falles Behrens in den Haaren liegt, an folgendes Vorkommnis bei den letzten Stadtverordnetenwahlen in Essen-Altstadt und Essen-Rüdenscheid:'*t*".> v .DaS Sonderabkommen des Zentrum» und der Nationalliberalen in Effen-Altstadt wurde von den Christlichsozialen dadurch zu durchkreuzen versucht, daß im Segerothviertel dem christlichen Gewerkschafter katholischer Konfession, den die Kompromißparteien benannt hatten, ein christlichsozialer Gcwerk- schgfter evangelischer Konfession gegenüber. gestellt wurde. In Rüttenscheid ließ sich Herr Behrens von dem nationalliberalen Wahlkomitee, dem die ausgeprägtesten Scharfmacher angehören, selbst als Kandidat für die dritte Abteilung auf. stellen, um dadurch für die zweite Abteilung die Wohl eines nationalliberalen Ober s ch a r f m a ch e rs zu ermöglichen. DaS geschah, obgleich Herr Behren» un» mittelbar vorher, als die Zentrumspartei in Alten» essen unbesonnenerweise ein Wahlkompromiß mit der Zechenpartei abgeschlosien hatte, nicht Tön« genug der Entrüstung finden konnte, um diese» Vorgehen vom gewerkschaftlichen Standpunkte aus zu kritisieren." Bei dielen intimen Beziehungen zu dem Scharfmachertum be. greift man e». daß Herr Behren» für würdig befunden wird, im Vorstand«ine» bergbaulichen Unternehmerverbande» zu sitzen. Im übrigen aber kann er sich seinen Gegnern im ultramontanen Lager gegenüber darauf berufen, daß daS Zentrum, wie die Mitteilungen der„Essener Volkszeitung" beweisen, den politischen Schacher nicht pünder gut versteht.—_' DaS Zentrum als Volkspartet. Der ProvinzialauSschuß der rheinischen Ze n t r u m s p a r t e i. der soeben einen Aufruf zu den preußischen LandtagSwahlen erläßt, besteht au» 7d Personen, und zwar sind darunter L0 Fabrikanten, Kaufleute. Rentner und Handwerks- meister, 17 Juristen iRichter und Anwälte). 12 Lanfcvirte. 9 Geist. liche 0 Beamte. Aerzte. Lehrer usw. und— acht Arbeiter. Auf 67 Vertreter der besitzenden Klaffe acht Arbeiter. Und da» in der industriell so hoch entwickelten Rheinprovinz. Die Land» arbeiter sind überhaupt nicht vertreten; wahrscheinlich glaubt man deren Fntereffen bei den zwölf Agrariern für genügend ge- wahrt. Die Arbeiter spielen eben auch beim Zentrum nur die Rolle des Aschenbrödels. Eine Stühe des Antisemitismus. Di« Zeitung des Verband«« der.Deutschnationalen Hand. kungsgehülfen", die..Deutsche HandeUwacht". bringt unterm l. Mai einen von dem antisemitischen Reichstagsabgeordneten Dchack ge» zeichneten Artikel, der mit folgenden Worten schließt: „Ein Vergleich unserer Lehrlingsabteilung mit den sozialdemokratischen Jugendabteilungen ist so wenig zulässig, wie ein solcher zwischen einer Stätte edler Geselligkett und einem ver- W�d"mü M« Oeffentlichkeit diesen Anwurf richtig taxiert, drucken Wir im nachstehenden einige Auszüge au» einem im Jahre 1962 gegen den D-utschnationalen Handlungsgehülfenverband und seinen VcrbandSvorsteher Schock ergangenen Urteile de» Landgerichts zu Hamburg ab. Damals hatte Schock gegen den Verein für Hand. lungslommis von lS53 den Vorwurf der falschen Buchführung usw. erhoben. Der Verein für HandlungSkommis klagte gegen den Dcutschnationalen Handlungsgehülfenverband und gegen den Ver» bandsvorsteher Schock. Vor Gericht sucht« Schock seinen Vorwürfen «ine harmloser« Deutung zu geben, da» Landgericht zu Hamburg schenkte ihm aber keinen Glauben, sondern erkannte: (16. Mai) wörtlich: „Da sonach die Einwendungen des Beklagten Schack gegen die tatsächlich festgestellten Behauptungen hinfällig sind, der Be- klagte Schack aber selbst nicht die Wahrheit dieser Aufstellungen zu behaupten vermag, so ergab sich ohne weiteres, daß der» selbe wider besseres Wissen gehandelt hat.... Mit Rücksicht auf die GeschäftSgewandhelt de» Beklagten Schock hatte das Gericht keinen Zweifel, daß derselbe sich über diese tat» fachlichen Verhältnisse klar tvar und daß ev sehr wohl die Unwahrheit fleiner Behauptungen gekannt hat.... Da der Beklagte die Jahresberichte gekannt hat, welche bis Sommer v. I. erschienen waren, so ist ein Zweifel an der Kenntnis der Unwahrheit seiner Behauptungen ausgeschlossen. — Das Verhalten der Beklagten verstieß unzweifelhaft gegen dieguten Sitten." Demnach können sich die sozialdemokratischen Jugendorgani- sationen die Beschimpfung durch den ehrsamen Herrn Schack gefallen lassen; ein Lob aus seinem Munde müßten sie sich hingegen ent- schieden verbitten._ Wertzutvachssteuer. Die Einführung der Wertzuwachssteuer beschloß die Stadt- verordnetenversammlung zu M a g d eb u r g. Die Steuer, die schon in allernächster Zeit in Kraft treten soll, läßt in allen Fällen einen Wertzuwachs bis zu 16 Proz. von der Besteuerung frei. Der darüber hinausgehende Wertzuwachs wird mit 16 Proz. bei einer Wertsteigerung von 16—15 Proz. besteuert. Die Steuer steigt mit jeden weiteren 5 Proz. Wertsteigerung um � Proz. bis zu 2b Proz. bei einer Äertfteigerung von über 166 Proz. Zur Berechnung der Wertzuwachssteuer wird als Erwerbswert des Grundstücks der Wert angenommen, den daS Grundstück am 1. April 1964 hatte. Abgelehnt wurde ein Antrag, der den Hau». besitzern die Steuer schmackhafter machen sollte. Durch den Antrag sollte festgelegt werden, wofür die Steuererträgnisse verwendet werden sollten, wenn sie mehr als 256 666 M. betragen würden. In diesem Falle sollten sie u. a. verwandt werden„zur Hebung der Notlage von Hausbesitzern in weniger begünstigten Stadtteilen durch Erbauung öffentlicher Gebäude daselbst und dcrgl." Die Wertzuwachssteuer war für Magdeburg ein dringendes Erfordernis. Die Stadt befindet sich mehr denn andere Städte in finanziellen Nöten. Der Magistrat betonte schon wiederholt, daß die Steuerzuschläge in Magdeburg, wenn man von den nicht zum Vergleich heranzuziehenden Städten des weltlichen Deutsch- landS absteht, bereits erheblich hoch sind. Die Zuschläge zur Ein- kommensteuer betragen für daS laufende Jahr nicht weniger als 167 Prozent._ Die Freiheit deS ArbeiterverrateS. Die Thristlichsozialen triumphieren, daß die Absicht der Zentrums» presse, den Abgeordneten Behrens aus seinen leitenden Stellungen in der christlichen Gewerkschaftsbewegung zu drängen, sich nicht erfüllt hat.„Der Angriff auf die politische Neulralilät der christlichen Gewerkschaften hat mit einer Niederlage der unbesonnenen Angreifer geschloffen"— schreibt im„Reich" Herr Lizentiat Mumm voll Genugtuung über die Rettung seines Schützlings Behrens, wobei er die folgenden zur Kenntnis der christlichen Gewerk- schasten sehr intereffanten Anschauungen entwickelt: „E? handelt sich nicht um Einzelheiten der Abstimmung von Herrn Behren«, darüber kann man verschiedener Meinung sein. E» handelt sich zunächst darum, daß politische Tagesfragen, in denen die Führer tatsächlich politisch auseinandergehen, nie zum Schibboleth der Bewegung gemacht werden. Die Schwierigkeit politischer Neutralität muß ruhiger gewürdigt und die Konsequenz darau« gezogen werden. Sonst kommen wir au» den inneren Kämpfen gar nicht mehr heraus, sondern immer mehr hinein, wenn endlich Konservativ« und Liberal« ihre Pflicht erkennen, christ- liche Gewerkichaftler in ihre parlamentarischen Frakuonen aufzunehmen. Und der Tag wird schon kommen. Die verfassungS» mäßige Freiheit der Abgeordneten bei ihrer Abstimmung muß von jedermann, auch von den Gewerkschaften geachtet werden. Die politische Neutralität schließt nicht auS. daß man über die Grundfragen der Arbeiterbewegung Beschlüsse faßt, di« Abstimmung im Reichstage aber, bei der taktische sowie parteipolitische F r a g e n mitsprechen, muß frei sein." Mit anderen Worten: der christliche Gewerkschafter darf Mit» glted auch der arbeiterfeindlichsten Partei und darf in deren Dienste auch den arbeiterfeindlichsten Be» strebungen nachgehen. Und was von jedem Mitgliede, das gilt auch für jeden Beamten der christlichen Gewerkschaften, auch wenn er sich in so hervorragender Stellung befindet wie Herr Behrens. Der christliche Gewerkschaflsbeamte darf auch Fraktionsmitglied der arbeiterfeindlichsten Partei sein und mit seinen konservativen FraktionSgenossen gegen da» Wahlrecht, mit seinen nationalliberalen Kollegen gegen da» Koalition«- recht stimmen. Kurz gesagt: ein christlicher Gewerkschafter darf al» Politiker soviel Arbeiterverrat treiben, darf seiner Klaffe und seiner Organisation soviel politische Knüppel zwischen die Beine werfen, wie er will— denn so verlangt eS die politische Neutralität der christlichen Gewerkschaften. Herr Mumm ist der Meinung, der Fall Behren» habe sich nur entwickeln können, weil die christlichen Gewerkschaften noch zu wenig Programmatische« hätten. Herr Mumm ist ohne Zweifel der berufene Mann, diesem Mangel abzuhelfen und an der Spitze seines christ- lichen Gewerkschaftsprogramms werden wir die Worte finden: Die Freiheit des llrbeiterverrat» in politischen Dingen ist jedem Mitgliede gewährleisteti—> Eine StaatSattion in Breslau. Breslau, 2. Mai. Heute morgen erschien in der Redaktion deS hiesigen sozialdemokratischen PorteiblatteS, der.Volk». wacht", ein Kriminal- Inspektor mit zwei Kriminal- Kommiffaren, um Haussuchung vorzunehmen, die zwei Stunden dauerte und sich aus alle in der Redaktion befindlichen Gegenständ« erstreckt«. Die Schubfächer der abwesenden Redakteure Albert und Radloff wurden erbrochen, da Schlüffel nicht ge» funden wurden. CS handelte sich um ein verfahren gegen Un» bekannt wegen Diebstahls von Akten au» der Fürstlich Pleßschen Grubenverwaltung, die Enthüllungen über den Reichstreuenverband enthalten. Nach zweistündiger Haussuchung wurde dieselbe als er- gebnißlo» aufgegeben.— Der eifrige Staatsanwalt zu Rostock. Rostock, 2. Mai.(Prtvatdepesche deS. Vorwärts".) Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat abermals eine Anklage gegen die„Mecklenburgische Volkszeitung" eingeleitet. Der Genosse Franke hatte vor dem Untersuchungsrichter Vernehmung. Er ist beschuldigt, kirschlich« Einrichtungen beschimpft zuhaben; die„Mecklenburgische VolUzeitung' hatte«in Gedicht de».Ham» burger Echo' unter Ouellenangab« nachgedruckt. In diesem Gedicht beschäftigt sich der Dichter mit den Leuten, die, obwohl sie sich Frei» geister nennen, au» RcchnungStrSgerei od« sonstigen Gründen ihre Kinder konfirmieren lasten- In diesem Gedicht soll die Straftat begangen worden sein.— Das ReichsvereinSgesetz In den Einzelstaaten. Der Lübecker Bürgerschaft ging von den sozialdemokratischen Mitgliedern ein Antrag zu. in welchem gefordert wird, daß die der Regelung durch die Bundcsgescvgcbung vorbehaltenen Ausnahmen von den Bestimmungen de« Reick, sver.inSgesetzeS im Sinne größtmöglichster Freiheit für Lübeck sichergestellt werden. Lübeck gehört zu denjenigen Staaten, deren bestehende« Vereinsgesetz durch das ReichsvereinSgesetz nicht unwesentl ich verschlechtert wird. Ob dieselben Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften der kleinen Republik, die mit Hurra für eine Wahlentrechtung der minder- bemittelten Bevölkerungsschichten stimmten, für freiheitliche Be- stimmimgen km VcrcinSgesetz zu haben find, muß abgewartet werden. Sehr wahrscheinlich Ist es gerade nicht; die Lübecker Bürgerschafls- Mitglieder sind eben in ihrer Mehrheit„liberal", was ja heutzutage gleichbedeutend mit volksfeindlich ist.— Auch in Baden brachte die sozialdemokratische Frakttou am Donnerstag folgenden Antrag in der Zweiten Kammer ein: „Die hohe Zweite Kammer wolle beschließen, an großherzogk. Regierung das Ersuchen zu richten: A. Zu dem am l5. Mai 1968 in Kraft tretenden ReichsvereinSgesetz folgende AussührungS- bestimmungcn zu erlassen: 1. Zu§ 6: Als öffentlich bekannt gemachte Versammlungen gelten diejenigen, zu welchen in ortsüblicher Weise durch Aus- schellen, durch Handzettel oder durch Anschlagen an die Gemeinde» tafel oder durch ein Inserat einer an dem Versammlungsort verbreiteten Zeitung eingeladen wird. 2. Zu§ 9: Oeffentlich« Versammlungen unter freiem Himmel und Auszüge auf öffentliche» Straßen oder Plätzen be- dürfen keiner Genehmigung der Polizeibehörde, falls 24 Stunden vor der Beranstaliung eine Anzeige an die Polizeibehörde oder eine öffentliche Bekanntmachung erfolgt. Die Erfordernisse der Bekanntmachung sind die gleichen, wie w den Bestimmungen zu§ 6. B. Im Wege der Landesgesetzgebung zu Z 12 des VeremS- gesetzeS folgendes zu bestimmen: Die Borschrist des§ 12. Abs. 1 findet keine Anwendung auf Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen zu den aus Gesetz oder Anordnung von Behörden be» ruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Be- kanmmachung de« Wahlrages bis zur Beendigung der Wahlhand- lung. Dieie Ausnahme gilt auch für Versammlungen der Ge- werbelretbenden. gewerblichen Gehülfen, Gesellen, Fabrikarbeiter, Besitzer und Arbeiter von Bergwerken. Salinen, Aufbereilungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben, zur Erörterung von Verabredungen und Vereinigungen zum BeHufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeirsbedingungen, insbesondere mittels Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter. Neue �uthülluugen über Phili Eulcnbnrg? München, 2. Mai. Ein Mitarbeiter des„Bayrischen Kurier" hat den Fischer Ernst in Starnberg aufgesucht. Dieser erklärte, daß er in den letzten Tagen einen sehr wichtigen Bries aus Berlin erhalten habe, der große Sensation erregen werde. Er wolle diesen Brief dem Staatsanwalt übergeben und da werde sich wieder einmal etwas Großes abspielen. In Starnberg ist man der Ansicht, daß es sich hierbei um einen neuen Prozeß Harden gegen Moltte handele, so daß man aus große Enthüllungen gefaßt sein kann. In Starn- berg sind noch mehrere Personen, die neben Ernst dem Fürsten Eulenburg nähergestanden haben. Drucksehlerberichtigung. In die politische Notiz„Kreuzzeitungs- Talente" der Mainummer(erste Beilage, zweite Seite) habe» sich mehrere Druckfehler eingeschlichen. Soweit diese sofort beim Lesen von unseren Lesern selbst korrigiert werden können, halten wir eine Berichtigung nicht für nötig; nur die Anfangszeile müssen wir richtig stellen. Es muß dort heißen:„Wenn einst zu der Zeit", nicht: „Wenn nicht zu d« Zeit"._ Steine Einmischung! ES hat allen Anschein, als würde die unselige Marokko- affäre wieder den Gegensatz zwischen Deutschland und Frankreich verschärfen, wobei allerding» die deutsche Regierung die Verantwortung zu tragen hätte. Der Gegensultan Mulai Hafid hat nämlich eine Gesandtschast nach Berlin geschickt, die über die Franzosen natürlich Klage sichren soll. Die Franzosen sind aber von der Aussicht, daß in Berlin über ihr Vorgehen verhandelt werden soll, nicht erbaut und im.,Temps"wird erklärt, daß der Empfang der maryttanifchen Gesandtschaft als„un- freundlicher Akt" betrachtet würde. Es scheint aber, daß man in Berlin wieder einmal Tatendrang verspürt und die Gesandt- schast anhören will. Allerdings wird glcichzcittg erklärt, daß dieS keinen offiziellen Empfang, sondern nur eine informative Besprechung bedeuten würde. Wie dem aber auch sein mag, wir denken, daß die deutsche Regierung allen Grund hat, ihre zuwartende und neutrale Haltung beizubehalten. Die Marokko- angelegenheit ist keine deutsche Angelegenheit und die Erfahrungen der Franzosen zeigen, daß es die einzig vernünftige Politik ist. sich nicht in Gefahren zu begeben, deren Folgen ganz un- absehbar sein können. Für„dekorative Politik" ist die Marokko- gefchichte denn doch zu ernst. Oeftemfeh. Der Bauernminister gestorben. Wien» t. Mai. Der deutsche LandSmamt-Minisier Peschka ist heute nacht infolge ctiic» SchlaganfalleS plötzlich gestorben. Peschlas Ministerschast hatte weniger politische al» soziale Be- deutnng. Er war keine bedeutende Persönlichkeit; ans einem bornierten altösterreichischcn Liberalen hat sich der reiche Großbauer zu einem Vollblutagrarier entwickelt, der die Anschauungen und Methoden der deutschen Agrarier nach Oesterreich zu verpflanzen wußte. Aber daß dieser Bauer in Oesterreich Minister wurde, wo früher der hohe Adel allein die Mtnisterposten zu besetzen Pflegte, ist auch ein Zeichen der starken Demokratisierung de» Lande«, und eS ist nicht ohne Pikanterie, daß der Feind des gleichen Wahlrcchis, der Peschka immer gewesen ist, zuletzt der Nutznießer dieses Wahl- rechts wurde, da» seine Miiristerschaft erst möglich und nötia ge- macht hat. Frankreich. Die Fraueokandidatnr. Für die GemeinderatSwahlen hat jetzt auch eine ffrau ihre Kandldatur aufgestellt. Fräulein Lalvs. dicS die Kandidatin, hielt ge,l«rn in Paris ihre erste Versammlung, die überfüllt war. Viele Hunderte fanden keinen Einlaß. Italien. Ei« Agrarstreik. Rom, 2. Mai.(Privatdepcschc dos„Vorwärts".) In der Provinz Parma hat der Verband der Landarbeiter den landwirtschaftlichen Generalstreik proklamiert. Da die agrarischen Arbeitgeber trotz aller Verhandlungen die vereinbarten Bedingungen nicht einhalten wollten, blieb kein anderes Mittel zur Verteidigung der ArbeitStarife übrig. Snglancl. Eine Konferenz über Heimarbeit. London, 23. April. Gestern tagt« hier eine Konferenz, die fich mit der Frage de« MnimollohneS für Heimarbeiter beschäftigte. An der Konferenz nahmen auch ein stanzöstswer und ein belgischer Dele- gierte« teil: V. Fontaine und Genosse Vandervelde. Letzterer machte etwa folgende vemcrlungen: Nach der gewerblichen Statistik vom 81. Dezember 1806 gab es in Belgien über 182600 Heimarbeiter, wovon 52 666 männliche und über 86 066 weibliche. Die Gesamtzahl der gewerblichen Arbeiter, ausschließlich der an öffentlichen Arbeiten und Eisenbahnen beschäftigte», belief sich auf 828600. Die Heimarbeit umfaßt hauptsächlich die Herstellung von Spitzen und Bekleidungsgegenständen. Da» größte Uebel der Heimarbeit besteht tu den niedrigen Lohnsätzen. DaS einzige Mittel, das dieses Uedel lindern könnte, ist staatliche Regulierung, die sich noch am nnrlsamsten äutzern könnte in der Errichtung von Lohnämtern, wie sie die eng- lische Sweatcd Industries Bill vorsieht. Leicht durchsührbar ist auch diese Maßregel keineswegs, aber das Uebel der Heimarbeit ver- langt Abhülfe. Hoffentlich wird die englische Bill angenommen, die den anderen Ländern als Muster dienen wird. Die anderen Redner sprachen sich in ähnlichem Sinne auS, nur Fontaine schien gegenüber der Festsetzung von Mindestlöhnen eine skeptische Haltung einzunehmen.— Eine Programiurede NsquithS. London, 30. April. Im Refonnclub fand heute zur Be- grützung des neuen Prenrier Ministers Asquith eine Sitzung von Vertretern der liberalen Partei statt. Asquith erklärte, das Geheimnis der Lebensfähigkeit der liberalen Partei sei in ihrer unaufhörlichen Rührigkeit zu suchen. Der Premier- minister machte keine Vorschläge bezüglich eines neuen Programm» oder eines Wechsels in der Politik und in den Zielen der Partei. Sie solle den Grundsatz des Freihandels verteidigen und ihre Aufmerksamkeit der Erziehungssrage und dem S ch a n k, stättengesetz zuwenden. Asquith deutete an, daß bei Gelegen- heit der Budgctverhandlungen als erster wichtiger Gegenstand die Frage der A l t e r s p e n s i o n e n zur Beratung kommen werde. Die Home-Rule-Frage blieb unerwähnt. finnland. Die russische Unterdruckuns. Man schreibt uns aus Helsingfors, 26. April: Die russische„Landesverteidigungskommission der Duma" hat bekanntlich für Recht gefunden, zu fordern, daß auch in Finnland das russische Wehrpflichtgesetz durchgeführt werde, wie ja der„selige" Bobrikow das auch versuchte. Dieses bedeutet aber in Finnland nichts weniger, als den endgültigen Bruch mit der Konstitution. Sind die Parteien in Finnkrnd auch noch so feindlich gegeneinander, in dieser Frage herrscht eine Einigkeit, selbst die Suometarianer, die Helfershelfer der russischen Reaktion, wagen das kaum zu empfehlen. Laut Konstitution kann das finn- ländische Militärwesen nur mit Zustimmung der Volks- Vertretung in grundgesetzlicher Weise geordnet werden. Zu einer solchen„Ordnung" wird aber die Volksver- trctung nie zu haben sein, bleibt also nichts als Gewalt übrig.— Diese Nachricht hat im Lande außerordentlich aufregend gewirkt und die Zeitungen bringen dagegen geharnischte Artikel. So weist der„Thömics" in einer seiner letzten Artikel darguf hin, daß das finnische Volk jetzt deswegen nicht etwa eine größere Nachgiebigkeit zeigen soll, weil die Reaktion in Rußland so mächtig fortzuschreiten scheint. Das Volk müsse mit größter Anstrengung die Gefahr ab- zuwenden suchen, und, wenn es dennoch der Gewalt unterliegt, so lvcrden die Nachkommen zum weiteren Kampfe mehr Mut und Ur- fache haben, wenn das jetzige Geschlecht sich nicht freiwillig ergibt. Große Aufregung verursachte auch die Forderung von 2'/h Millionen Rubel als eine Beisteuer zur Erbauung einer Eisen- lahnbrücke über die Newa seitens der russischen Regierung. Diese Brücke sei zur Vereinigung der finnischen Bahnen mit dem Bahn- netz Nutzlands erforderlich. Die Newa befindet sich aber außerhalb der Grenzen Finnlands und die Finnen finden es durchaus nicht als richtig, die finnischen Staatsmittel außerhalb Finnlands zu verwenden. Daher ist auch diese Forderung als eine gewaltsame Erpressung anzusehen. Die Wahlagitation ist bereits im vollen Gange und die Sozial- demokratie hofft daraus stärker hervorzugehen als aus den letzten Wahlen. 5>erfien. Die Grenzkämpfe. Petersburg, l. Mai. Aus U r m i a wird vom 27. April ge- meldet, daß die Ueberfällc der Kurden auf die Dörfer im D o l a g e b i e t fortdauern. Eine persische Post blieb bei Salmas liegen, nachdem die Schutzwache von 400 Mann bis auf wenige ent- flohen war. Die Umgegend von Urmia ist verödet, die Land- bewohner siedeln in die überfüllte Stadt über. Der Handels- verkehr mit Rußland ist eingestellt; die Preise der Lebensmittel sind auf das Doppelte gestiegen. Den türkischen Vorsitzenden der Grenzkommission, Tahir Pascha, der in vierzehn Tagen in Urmia eintreffen soll, begleiten, wie verlautet, zwei Jnfanterie-Bataillone. China. Revolutionäre Bewegung i« Südchiua. Saigon, 2. Mai. Einer Meldung der Agence HabaZ zufolge bemächtigten sich die Reformisten von D u n n a n am 30. April des Ortes Hokou, der gegenüber von dem französischen Laokay auf chinesischem Gebiete gelegen ist. Ein Teil der Besatzung schloß sich ihnen an. Der den Ort befehligende Mandarin wurde hingerichtet. Die Europäer scheinen in Sicherheit zu sein. Ehctseng, der Oberrichter von Aunnan, ist in Hanoi eingetroffen. Indien. Die Unruhe». Peschawar, 2. Mai. General Willcocks befindek sich auf dem Vormarsch, um die Leitung der Operationen beim Khaibarpaß zu übernehmen. Die bei Landik-khota siebenden Vorposten haben be- rcits vom Feinde Feuer bekommen. JMarohho. Ei« verlustreiches Gefecht. Paris, 2. Mai. Aus Tanger wird einzelnen Blättern gemeldet, daß General d'Amade am 20. April bei Sokra cl Djaja, etwa 30 Kilometer von der Kasbah El Achmed, von der Mahalla Mnlay Hafids angegriffen worden sei. Die französischen Truppen hatten an 30 Verwundete._ Mulay Hafid. Paris, 2. Mai. Admiral Philibert übermittelt eine Depesche oeS französischen Konsuls in Casablanca mit der Meldung, daß nach den Mitteilungen der Eingeborenen Mulay Hafid von den Bern Skaren überfallen worden sei und mit etwa 30 Reitern in der Richtung nach Mekines geflohen sei. GeiverkfcbaMicbey- Maifeier- Opfer! Noch läßt sich nicht übersehen, wie groß die Ziffer der Maiausgesperrten sein wird, da für eine ganze Reihe von Gewerkschaften noch eine Uebersicht über die Zahl derselben fehlt. Aber es ist auch in dieser Zeit der Krise nicht viel anders als in anderen Jahren: Die Unternehmer haben den Mund vor der Maifeier recht voll genommen, die angedrohte Aussperrung aber anscheinend bei weitem nicht in dem Maße durchgeführt, wie es die Arbeiterschaft gerade dies Jahr er- wartet hatte. Genaue Ziffern liegen uns zurzeit nur von zwei Berufen vor, von den Metallarbeitern und den Holzarbeitern. Bei den Metallarbeitern sind infolge der Arbeitsruhe in 21 Betrieben 478 Personen ausgesperrt worden._ Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw,: Sehr viel umfangreicher gestaltete sich die Aussperrung in der Holzindustrie. In dieser sind in 331 Betrieben mit 5048 Beschäftigten 3749 Mann ausgesperrt. Von diesen Ausgesperrten wurden die übergroße Zahl, nämlich 2998, auf drei Tage ausgesperrt, die anderen für längere Zeit, oder sie wurden gar ganz entlassen. Einer Erörterung der Aus sperrungsfrage vor der Schlichtungs- kommission gingen die Unternehmer in der Holzindustrie aus dem Wege. Die„Fachzcitnng" der Holzindustriellcn be- gründet dies damit, daß die Arbeitgeber bereit seien, alle Be- stimmungen des Vertrages zu erfüllen, daß aber in diesem von der Maifeier mit keinem Worte die Rede sei. Man Ivird sich das merken müssen für den Fall, daß es den Unter- nehmeni wieder einmal paßt, die Maifeier als einen Verstoß gegen den Tarif auszulegen. Im übrigen werden sich die Berliner Holzarbeiter ihre Maifeier durch keinerlei Schikanen mehr nehmen lassen. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Dem Vernehmen nach sucht eine ungarische elektrotechnische Werkstatt in Berlin Arbeitskräfte. Da es sich um eine bestreikte Firma handelt, ersuchen wir dringend, jedes Arbeitsangebot nach Ungarn abzulehnen. Notwendig ist es auch, uns sofort nach unserem Bureau, Charitestr. 3, Mitteilung zu machen, wenn ein Agent oder sonst ein Vertreter Arbeitsangebote nach Ungarn macht. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsvcrwaltung Berlin. Achwng, Bäcker! Die Dclegiertenwahlen zur Krankenkasse finden morgen, am 4. Mai, nachmittags 4 Uhr im JnnungShause. Chaussee« straße 110 statt. ES ist ein Zirkular der Innung an die Meister er- gangen, in dem diese aufgefordert werden, alle Kranken bis zum 11. Mai zu entlassen. Gleichzeitig fordert die Innung auf. die Gelben zu wählen. Die Gelben selbst haben ein Flugblatt im ReichSverbandsstil herausgegeben. Kollegen! Macht allerorts Propaganda dafür, daß die Delegierten- Wahlen in unserem Sinne ausfallen I Die Verbandsleitung. Ächtung! Rabitzputzer! Die Sperre über das Gips- und Beton- baugefchäft von Wilhelm Soll Wedel, Behmftratze, ist hiermit aufgehoben. Die Differenzen find zugunsten der im� Streik befindlichen Kollegen beigelegt. Der Inhaber der Firma, Herr Soll- wedel, hat sich unterschriftlich verpflichtet, die im Tarifvertrage festgesetzten Löhne für alle bei ihm beschäftigten Arbeiter zu zahlen. Alle noch im Streik befindlichen Rabitzputzcr, Spanner, Träger, Zementiercr, Einschaler und Hülfsarbeiter werden vom Montag, den 4. Mai ab wieder eingestellt. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Der Vorstand der Sektion der Gips- und Zementbranche. Zentralverband der Maurer. ''Zur Lohnbewegung der Koffermacher. Am Donnerstag fand bei Graumann in der Naunhnstraße eine Branchcnversammlung der Koffermacher, Täschner und Galanteriesattler statt, in der über den Stand der Tarif- bewegung der Koffermacher berichtet wurde, deren Tarifvertrag be- kanntlich mit dem 30. April abgelaufen ist. Wie der Referent Schulze mitteilte, hatten noch am selben Tage Verhandlungen mit der Arbeitgebervcreinigung stattgefunden, aber zu keinem Er- gcbnis geführt. Zu den beantragten Verhandlungen vor dem Eini- gungsamt des Gewerbegcrichts ist es noch nicht gekommen, da das Einigungsamt in den letzten Wochen allzusehr in Anspruch ge- nommen war. Da diese Verhandlungen noch im Laufe der jetzt beginnenden Woche stattfinden sollen, erklärten sich die versammelten Koffevmacher damit einverstanden, vorläufig von der Arbeitsnieder. legung Abstand zu nehmen. Bei den nicht organisierten Arbeit. gcbern hat die Bewegung guten Erfolg gehabt. Bis zum Donners- tag hatten 6 Firmen, unter ihnen Loh Söhne, Lange, Märkcr u. Co.. sowie Kersten u. Zeman, die Forderungen — doli- stündige Arbeitszeit. 8 Prozent Lohnerhöhung usw.— ohne Einschränkung bewilligt.— Unter dem zweiten Punkt der Tagesordnung berichtete der Verbandsvorsitzende Blum über die Verhandlungen zum Abschluß eines allgemeinen Vertrages für dieLederwaren- i n d u st r i e Deutschlands, der den Tarifverträgen für die einzelnen Orte und Bezirke zur Grundlage dienen soll. Die Fabri- kanten hatten dazu einen Entwurf ausgearbeitet, der so, wie er ab- gefaßt war, nicht die Znstmmung der Arbeiter finden konnte. Die Verhandlungen, an denen auf Seite der Arbeiter Vertreter des Portefeniller- wie'des Sattlerverbandes teilnahmen, führten zu einem Vertrag, der, wenn auch nicht für die großen Industrie- zentren, doch für manche kleineren Orte eine schätzenswerte Grund- läge zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse bietet. Die Fabrikanten wollen freilich in dem Einheitsvertrag auch einer ihrer Meinung nach zu weit gehenden Verbesserung vorbeugen. Sie wollten z. B. festlegen, daß die Arbeitszeit wöchentlich S4 Stunden betragen„>mu ß", und daß der Zuschlag für Ueberstunden 25 Pro- zent„nicht übersteigen! darf". Durch die Verhandlungen gelang es jedoch, festzusetzen, daß die Arbeitszeit 54 nicht übersteigen darf, und daß für Ueberstunden 25 Prozent Zuschlag gewährt werden muß, so daß also einer darüber hinaus- gehenden Perbcsserung an den einzelnen Orten nichts im Wege steht.— Für die Portefeniller- und Ledergalanterieindustrie in Stuttgart ist denn auch schon die 53f4ftündige Arbeitszeit verein- bart worden.— Wichtig ist auch der Beschluß, daß die auf Grund des Einheitsvertrages abzuschließenden Tarifverträge ausdrücklich auch für die Hausindustriellen und Heimarbeiter gelten sollen.— Die Versammlung erklärte sich in einer Resolution im allge- meinen mit der Sckmffung eine Einheitstarifes einverstanden, je- doch nicht mit der Bestimmung, die besagt, daß alle Tarife an ein und demselben Datum ablaufen sollen, und wünscht, daß in dieser Hinsicht eine Aendcrung getroffen werde. Achtung! Friseurgehlilfen! Die Differenzen find beigelegt bei Brandenburg, Gubener Straße 4. Für Mitglieder gesperrt: Rosemann, Emdener Straße 4. Verband der Friseurgehülfen. I. A.: Paul Liere. Oeutkehes Reich. Die Dresdener Schofstchuhmacher sind am 1. Mai in den Streik eingetreten. In einer sehr gut besuchten Versammlung am Donners- tag abend nahmen sie Stellung zur Lohnbewegung. Es wurde mit- geteilt, daß Einigungsverhandlungen vor dem Gewerbegericht statt- finden sollen, da man aber davon nichts erhoffe, daß diese onnehm- bare Zugeständnisse den Unternehmern abringen, so wurde be- schlosien, am 1. Mai die Arbeit niederzulegen und nicht erst die Eini- gungsverhandlungcn abzuwarten. In geheimer Abstimmung wurde mit 406 gegen 36 Stimmen demgemäß beschlossen. Heute finden nun die Einigungsverhandlungen vor dem Gewerbcgericht statt. Ausland. Die Aussperrung der englischen Werstarbeitet hat mst der der H o l z a r b e it e r der verschiedenen Schiffsbau- Wersten in Großbritannien begonnen. Die Gesamtzahl der Ausgc- sperrten beträgt 15 000. Wenn die Ausständigen an der Nordostküste sich nicht den Arbeitgebern fügen, werden die anderen Arbeiter- katcgorien, deren Gesamtzahl sich auf 80 000 oder mehr bcläuft, ebenfalls zu arbeiten aushören müssen, falls kein Vergleich zu- stände kommt._ Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt > Die Arlicitsloscnfrage in Kopenhagen und Dänemark. Dem Gesetz über Staats- und Gemcindezufchüsse zur Arbeits« loscnunterstützung haben sich bis jetzt 37 Gewerkschaften mit ihren Arbcitslosenkassen angepaßt. Sie zählen rund 75 000 Mitglieder, das sind ungefähr drei Viertel der gesamten Mitgliederzahl des Verbandes der dänischen Gewerkschaften. Der Arbeitslosigkeits» inspektor Th. Sörensen, der Staatsbeamte, der über die Durch» führung jenes Gesetzes zu wachen hat, erklärte kürzlich, daß die 250 000 Kronen, die als Maximum des jährlichen Staatszuschusses festgesetzt sind, für das nächste Jahr wohl nicht mehr ausreichen' würden und daß man im nächsten Etat für diesen Zweck 400 000 Kronen aufführen müsse. Die Kommunen, die ja neben dem Drittel, das der Staat von den Ausgaben der Arbcitslosenkassen trägt, noch ein Sechstel zuschießen können, haben sich zum größten Teile noch nicht entschlossen, von diesem Recht Gebrauch zu machen. In Kopenhagen und Frederiksborg sowie in 5 oder 6 Provinzstädten, wo die Sozialdemokratie starken Einfluß hat. ist der Ge» meindezuschuß allerdings gefichert. Für die jetzt besonders in Kopenhagen und im Baugewerbe herrschende furchtbare Arbeitslosigkeit hat das Gesetz noch� wenig Bedeutung, da es eine Bestimmung enthält, wonach die Kassen erst mindestens ein Jahr bestehen müssen, ehe sie zuschußberechtigt werden. Danach kann z. B. die Arbeitslosenkasse des Maurer- wie die des Klempnerverbandes erst vom Dezember d. J. ab Zuschuß erhalten. Nun hat die sozialdemokratische FolkethingSfraktion einen Gesetzentwurf eingebracht, wonach für dieses Jahr jene Bestimmung des Arbeitslosengesetzes außer Kraft gesetzt und allen anerkannten Arbeitslosenkassen schon jetzt die Zuschüsse zuteil werden sollen. Außerdem aber sollen für dieses Jahr die Zuschüsse bedeutend erhöht werden, sowohl für jene Kassen wie für die kommunalen Hülfskassen, die ja auch in Not geratenen Leuten ohne Beeinträchtigung ihrer Bürgerrechte Unterstützung gewähren. Der Staat soll den Kom- munen die für diese Zlveck.» ausgegebenen Gelder zur Hälfte und bis zu einer Summe von 50 Oere pro Einwohner ersetzen. Wird dieses Notgesctz angknommcn und von den Kommunen völlig aus- genutzt, so wird der Staat dceses Jahr für die Arbeitslosen- und die Hülfskassen fast 1 300 000 Kronen aufwenden, und die Kom- inunen ebensoviel, so daß also aus öffentlichen Mitteln 2600000 Kronen zur Linderung des Notstandes ausgegeben werden. Unsere FolkethingSfraktion hat aber noch einen zweiten Ent» wurf zu einem Notgesetz eingebracht. Der besagt, daß aus der Staatskasse eine Sumine von bis zu 10 Millionen Kronen zur Verfügung gestellt werden soll, um Stadtgemeindcn, die ungesunde, übervölkerte Stadtteile abreißen und umbauen oder bessere Verkehrsstratzcn schaffen wollen, Darlehen für 3 Proz. Zinsen und 1 Proz. Abzahlung zu gewähren. Dadurch sollen die Städte um so besser in den Stand gesetzt werden, den Arbeitslosen Arbeit zu verschaffen. Gleichzeitig mit diesen Gesetzentwürfen haben die sozialdemo» kratischen Stadwerordneten in Kopenhagen gemeinsam mit den Radikalen einen Antrag eingebracht, wonach die Stadtverordneten- Versammlung sich mit jenen Entwürfen einverstanden erklären soll und unter Voraussetzung des Staatsdarlehens der Abriß und Umbau bestimmter Straßenzüge in Aussicht genommen wird. Die Forderung, daß die dänische Staatskasse, die über einen Barbestand von 43 Millionen Kronen verfügt, kräftig zur Linde» rung der Arbeitsnot eingreift, ist um so mehr berechtigt, als erst vor kurzem 10 Millionen Staatsgelder zur Be- kämpfung der Bankkrise flüssig gemacht wurden. DaS vom Kopenhagener Gewerkschaftskartell eingesetzte Ar« bcitslosenkomitee hat sich in den letzten Wochen an die Minister und an die Bürgermeister von Kopenhagen und Frederiksborg gewandt, um einer größeren Zahl Arbeitsloser bei den Staats- und Ge- meindcbauten und ähnlichen Unternehmungen Arbeit zu ver« schassen. Man hat das Komitee überall mit größtem Entgegen- kommen empfangen, wie das ja in einem einigermaßen demo- kratisch verwalteten Staats- und Gemeindewcsen als selbstverstäiid- lich erscheint. Praktisch ist dabei allerdings noch nicht viel erreicht worden. Jedoch bat das energische Vorgehen des Komitees der All- genieinheit zun, Bewußtsein gebracht, daß außerordentliche Matz- nahmen zur Linderung der Arbeitsnot erforderlich sind, und das zeigt sich auch darin, daß sogar in konservativen Blättern die sozial- demokratischen Notstandsanträge mit Wohlwollen besprochen werden, was ja auch daraus zu erklären ist, daß nicht nur die Arbeiter selbst, sondern auch alle, die von ihrer Kaufkraft abhängig sind, unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Die Anträge unserer Genossen in der Stadtverordnetenber« sammlung von Kopenhagen sind nun beide angenommen worden; der eine, der die Staatsdarlehcn zum Umbau ungesunder Stadtviertel, und für Kopenhagen den Umbau des Brönsträde- und Vognmayergade-Viertels betrifft, einstimmig, der andere, für außerordentliche Unterstützung der Arbcitslosenkassen wie der kommunalen Hülfskassen, mit 24 gegen 10 Stimmen. Auch in Frederiksberg, das ja seiner Lage und Be« bauung nach zu Kopenhagen gehört, gab es in der Gemeinde- Vertretung eine große Arbeitslosendebatte, die zu dem Ergebnis führte, daß mit verschiedenen städtischen Bau- und Straßen- arbeiten sofort begonnen wird. Die Arbeitslosenkassen sollen auch in dieser Stadt Gemcindezuschuß erhalten, Letzte JVadmcbten und Depefcbciv. Revolution i» Peru. Rio de Janeiro, 2. Mai.(W. T. B.) Einem Telegramm von der Westküste Südamerikas zufolge ist in Peru eine Revolution ausgebrochen. Die Belvegung nahm ihren Aus- gang in der Umgegend von Lima. Die Anfständischen durch- schnitten die Drähte der elektrischen Leitung in Lima und be- mächttgten sich eines Eisenbahnzuges. Es wurden unverzüglich Truppen gegen sie aufgeboten; mit welchem Erfolge, ist noch nicht bekannt._ Schiffsuntergang. Montevideo, 2. Mai.(W. T. B.) DaS schwedische Segelschisf „Swanhild" ist auf der sogenannten englischen Bank gescheitert. Der Kapitän und die Mannschaft sind mit Ausnahme eines Matrosen ertrunken._ Der Aetna. Catania, 2. Mai.(W. T. B.) Der Aetna, der sich einige Zeit ruhig verhalten hatte, beginnt wieder zu arbeiten. Die Lava rückt langsam vor. Die von Zeit zu Zeit erfolgenden Erdstöße sind von sehr verschiedener Stärke. Ein starker Stoß wurde in vergangener Nacht in Lubiana gespürt. Hochwasser. Bromberg, 2. Mai.(Amtliche Meldung.) Wegen Hochwassers sind Güter für die Strecke Gusino bis Smolcnsk der Moskau-Brester Bahn und über diese Strecke hinaus bis auf weiteres nicht an» zunehmen, rollende anzuhalten und dem Versender zur Verfügung zu stellen. Blattern. Worms, 2. Mai.(V. H.) Auf einem im hiesigen Rheinhafen vor Anker liegenden Schiff wurde ein Fall von Blattern festgestellt. Es wurden sofort umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen und daS Schiff desinfiziert und isoliert. Paul Singer Li Co., Berlin SW, Hierzu 7, Beilageg» *•'03. 25 wt,.* t Ktilllge des Dmiirls" Kerlilltt Nslllslillltt.-..°W3 WIM �.eickstag. 147. Titzanz. Freitag, de» I.Mai Ivos. I llhr. Am BundeSratStische: S y d o w. Auf der Tagesordnung steht die Zwelte Beratung des BefetzeS detreffend Aenderungen im Münzwesen. Die Kommission hat die Einführung des 25»Ps..©tü(feS und die Erhöhung die Sitbertopsquote von tb aus 20 M. angenommen. ?erner beantragt die Kommission folgende Resolution an« men:„Den Herrn Reichstanzier zu ersuchen, daraus hin- zuwicten, dah den ReichSinünzen künftighin eine den Anjorde» rungen in künstlerischer Hinstch! mehr wie bisher entsprechende Ausstattung gegeben und zur Erlangung künstlerischer Entwürfe ein allgemeines Preisausschreiben vcranlaht werde. Hierbei wäre insbesondere eine handlichere Form der günfmarkstücke an» zustreben." Abg. Raab(Antif.) beantragt die Wiedereinführung der Drei- marlsi äcke. Abg. Dr. Weber(natl.) beantragt, den Reichskanzler zu er» suchen, für die Folge eine anderweite Ausprägung der Fünfmark- stücke in einer gegenüber der jetzigen handlicheren Form eintreten zu lassen. Abg. Mayer-Kaufbeuren(F.): Meine Freunde Verden in ihrer Mehrzahl für die Kommissionsbcschlüsse stimmen. Abg. Dr. Arendt-Ps.-Stücke neu einzuführen. Ich habe die Ucbcrzeugung, dost die? zu einer Bertcurrung der verschiedensten Artikel gerade für die breiten Massen führen wird, indem, was heute l, 2 und 3 Pf. über 20 Pf. kostet, auf 2d Pf. abgerundet werden wird. Dem An- trage Raab können wir nicht zustimmen. Ich kann kein Be- dürfniS anerlennen, dast das Dreimarkstück bei Lohnzahlungen not- toendig wäre. Wenn darauf hingewiesen worden ist, dast mein Parteigenosse Sindermann einmal den Wunsch ausgesprochen hat, dast die Arbeite« recht viele Taler haben mögen, so hat sich daS natürlich auf den Geldeswert und nicht auf das Geldstück selbst bezogen. DaS könnte höchsten? in dem einen Falle richtig sein, wo ein Arbeiter gerade drei Mark zu bekommen hat. Bei jeder Lohnzahlung über drei Mark müstte er ja doch mehrere Geldstücke bekommen. Ich sehe also keinen Grund ein, weswegen Volkswirt. schaftlich die Wiedereinführung der Taler notwendig wäre.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Kaempf(frs. Bp.): Die Frage der Ausprägung eine? Dreimarkstückes ist nur von untergeordneter Bedeutung; ein Be- dürfniS dafür liegt nicht vor. Ueber die Notwendigkeit eines 2S-Ps.-StückeK sind die Ansichten geteilt; eine Verteuerung kann eS jedenfalls nicht herbeiführen, solange wir das 20- und V-Ps.» Stück haben. Die wichtigste Bestimmung ist die Erhöhung der Silberkopfguote von IS auf 20 M. Abg. Raab(Antif.): Die Talersrage ist keine Währung». frage, sondern eine ZweckmästigkeitSfrage. Herrn Singer bemerke ich, dast Herr Sindermann sich seinerzeit in der Tat für die Bcl. beHaltung der Taler ausgesprochen hat. Staatssekretär Sydow: Bei der Ausprägung von Silber- münzen wird auf keinen Fall über das VerkchrSbedürfni», wozu allerdings auch daS Bedürfnis der Reichsbank gehört, hinausgegangen werden.— DaS 25-Pf.-Stück soll aus reinem Nickel her- gestellt werden, weil reineS Nickel härter ist als Nickellegierungen. und das neue Geldstück dabei auch dünner hergestellt werden kann.— DaS für die vermehrte Silberausprägung notwendige Silber soll, soweit eS möglich ist, aus dem Inland bezogen werden — Dem Wunsch in der Kommlssion nach einem handlicheren Fünf- maristück und nach einer künstlerifchcn Ansprüchen mehr em- sprechenden Ausstattung der Reichsmunzen und der Veranstaltung eine« Preisausschreiben? für diesen Zweck soll Rechnung getragen werden. Abg. V. Strombeck(Z.) begründet einen von ihm eingebrachten Antrag, bei den 2b-Pf.-Stücken den Reichsadler durch eine andere Torstellung zu ersetzen. Staatssekretär Sydow wendet sich gegen den Antrag Strombeck. kleines feuilleton. Tdeater. Neue» Theater:.Raiuon der Abenteurer�, eine Groteske in vier Katastrophen von Ernst Prange und Willi Rath..Ramon' sollte wohl ein« Parodie aus da» Genre der Kriminal- und Shcrlock HolmeSstücke werden, jedoch die Verspottung stand aus keinem höheren geistigen Niveau ol« ihr Gegenstand Sie halte sich die Aufgabe gesetzt, die Unmöglichteiien, mit denen dort die Zuschauer regaliert werden, durch potenzierte Steigerung noch zu überbieten. Ader um einen stunden- langen Wettlouf aus solcher Rennbahn amüsant zu machen. dazu gebrach eS am notwendigsten. an dem erfinderischen Witz, der mit der Freiheit in dem Reiche des UnsinnS etwa« an- zusangen weist. Unverbunden. wähl- und ziellos solgien die Bilder. und der«benteurer selbst blieb mitten in den Uiigedeuerlichkeiien ein langweilig sorblose» Drahlgestell. Sogar der Gröstenwahn de» Spitzbuben, die» dankbor» Thema, dem stch so leicht deziehungsreiche und akurlle Pointen hätten abgewinnen lassen, fand— ein paar grobe Luge»blick»effekte abgerechnet— keine humoristische Verwertung. Die Karriere de» talentvollen Jüngling» beginn« mit der Entführung einer Präsektcngattin. in der zweiten Katastrophe stiehlt er beim Rendezvous mit einer Königin die Kronjuwelen, er- schiestl in der Garderobe einer Tchauipielerin deren muskulösen Beschützer, der ihn, den Raub entwenden will und taucht im letzte» Bilde al» neugebackener Präsident einer südamerikanischen Republik auf. Die Szenen de» Schlustakte», in denen e» von betrogene» rachsüchtigen Frauen, Verschwörer», Intriganten nur so wiinmelt, sind noch die relativ gelimgensten. Die trockene Aneinanderreihung von Schrecknissen bringt r» hier, an einzelnen Stell«» wenigsten», zu drolliger Wirkung. Als Glanznummer figuriert ein« unter Blumeuspenden verborgene Höllcnmaschure, die von dem allzeit Ichlouen Helden im Handumdreden entdeckt und durch»die Wasserstrahlen eine» Giestkänuchen» unschädlich gemacht wird. Herr E h r t st i a n t, dem da» wenig neidruswerle Lo» gefallen, die Hauptrolle zu spielen, zog stch mtt leidlichem Geschick aus der Affäre. DaS Publikum applaudierte nach Premierenbrauch. dt. Mustt. Emil Nicolaus von Reznicek hat sich vor einiger Zeit in Berlin durch seine Oper„Till Eulenspiegel" günstig beknnnt- gemacht. Seine bisher beliebteste Oper,.Donna Diana", wurde nicht hier, sondern zu Prag(l8v4) herausgebracht und erst Donnerstag in unserem königl. Opernhause vorgeführt. Der Text ist einem der Weltliteratur angehörenden Lustspiel von M o r e t o, einem spanischen Dichter au» den, l7. Jahrhundert, nach- gebildet. E« zeig» uns erne stolze Prinzessin, die ihr Liebhaber aus Rat des Hofnarren durch eine gut geheuchelte Kälte niürbe macht. Wer sich je der Bühnenwirkung dieses feingesponnenen KanverfalionS- stücke» ersreut hat. geht mit Baugen einer»rosten, abeudsülleuden, « eine«»veliräumigen Hause gespielien Oper des gleichen Abg. Mommfen(frs. Vg.) hält ebenfalls die Ersetzung deS Reichsadlers durch eine andere Darstellung für unangebracht. Redner wendet sich dann gegen die Entführung von Dretmarl- stücken. Abg. Kirsch(g.): Au» dem Stillschweigen de» Herrn Staat». sekretärs kann ich wohl schlirtzen, dost die Vorlage mit dem Dreimarkstück für die Regierung nicht unaunehncbor wäre. Redner polemisiert des weiteren gegen den Abg. v. Stronibeck und be- antragt über die Bestimmung betreffend du» 2b.Pf�Siück gelrennte Abstimmung. Damit schlietzt die Diskusston. In der Abstimmung wird die Vorlage mit dem Antrage Raab auf Wiedereinsührung der Dreimarkstücke angenommen; ebenso die Rejolutwnen. Ter Antrag Strombeck wird abgelehnt. ES folgt die zweite Beratung de» ErgänzungSciaiS, der die Mittel zur Einführung de» Postscheckverkehrs vorsieht. Danach wird der Reichskanzler ermächtigt, den Postüber- weffungS. und Scheckverkehr durch eine Verordnung einzuführen, welche die Vesttminungen über die Benutzung des Verkehrs ent- hält und dem Reichstag zur Kccmtniönahme vorzulegen ist. Die grundsätzlichen Vorschriften über den Verkehr sind bis zum 1. April lSIL auf dem Weg« der Gesetzgebung zu regeln. Di« Kommission hat ferner eine Resolution beschlossen, wonach die Gebühren folgendermasten geregelt werden sollen: I. bei Barzahlungen für je düv M. oder einen Teil diese« Summe................. b Pf. II. für jede Barrückzahlung a) V» vom Tausend der auszuzahlenden Beträge, d) ausserdem eine feste Gebühr von...... v Pf. III. für jede Uedcriragung von einem Konto aus ein andere» Postscheckkonto................ 8 Pf. IV. wenn der Kontoverkehr eine» Kontoinhaber» jährlich mehr als 6 Buchungen erheischt, ausser den unter I bis III aufgeführten Gebühren, für jede weitere Buchung ein« Zuschlaggebühr von........ 7 Pf. Ferner soll die Einführung der Gebühren, sowie der für For- mulare zu zahlenden Preise durch Abschreilbung von den zur Zahlung verpflichteten Konto geschehen. Die Abgg. Ablas) und Genossen beantragen die Streichung der Ziffer IV in der Resolution. Abg. Nacken Die Befürchtungen deS Herrn Kreth entspringen der Furcht, durch Verzinsung der Einlagen könnt« den Genossenschaften Geld entzogen werden. Aber die Befürchtungen sind unbegründet, die Genossenschaften haben sich selbst.jahrelang vergeblich bemüht, den Scheckverkehr einzuführen. Noch unbegründeter sind die Befürch- tungcn des Abg. Kaempf. Bei einem neuen Geschäftszweig wäre es nicht klug, die Taxen so niedrig zu setzen, dass sie sehr bald er- Köhl werden müssen. Wir sind gebrannt« Kinder; die Erhöhung de» OrtSpoctoS macht man stet» geltend dafür, daß wir rückständig und »rrkrhrefeindlich seien.(Zurus linkS: Sehr mit Recht!) Nein, sehr Jnbalt» entgegen. In der Tat half über diese Schwierig- keit auch die ebenfalls fein spinnende Musik Reznicek» nicht ganz hinweg. Sie Hai etwnS im besten Sinne Leichlfühiges. trifft durch die Klangfarbe ihre« Orchrster»(gestopfte Trompete, alte Viola usw.) aul die Stimmungen fürstlicher, durch LiedeSaffären be- schwingte, Festlichkritrn. wcch sie durch gleichförmig wiederholte (.obstinate") Bässe dringend festzuhakten und durch zögernd« Unter- brechungen ihres Schwunges die Liebeslast der beiden zu kennzeichnen. Die nachgerade seh, undramattsch retardieren- den Episoden lyrischer Art sollen etwa» monoio»• au»; so namentlich die eingestreuten deutschen Gedichte und auch eine typische Balletteinlage. Alle» in allem eine vornehme Musik, die denn auch dem an Sensationellere» gewöhnten Publikum anscheinend nicht nachhaltig gefiel. Drei von den Mitwirkenden verdienen al» neuere Zuwüchse zur alten Garde Erwähnung. Der sonore Heldentenor de« Herrn K i r«b h o s s hob stch von dem lyrischen Tenor de« Herrn Philipp charakler istisch ab. Die Sängerin der Titelrolle. Fräulein Rose und die einer Nebenrolle. Fräulein Easton(als Gast), zeigten Ihmpaihische Stimmen. Dass Orchester. Regie und Szenerie aus Grund der vorhandenen reichen Mittel viel Gute» leisteten, verlangt leine erneute Hervor- Hebung. Dass aber ein Theatern, stitul derartig reich« und lostipielige Mittel fruchi barer verwetten könnte, als es hier dauernd geschieht. bedars eine« kräftigen Worte». n»d zwar jetzt noch dringender als sonst. Nicht mehr lang« kann mtt der Erbauung eine« neuen Hause«. und überhaupt gar nicht sollte mit der Erneuerung de» kirnstle- rische» Geistes gezögert werben. Längst schon lömite die Königliche Oper in der selbständigen Pflege aller und neuer Musik vorangehen — und tu» e» nicht. Längst schon könnte sie ihr zweites Gebäude zu volkstümlichen Vorstellungen benutzen— und tut es nicht. Längst schon bedarf e» eine« tüustleriich kräftigen, persönlich un- abhängigen, einheitlich wirkenden Oberhauptes und leidet gerade unter dessen Mangel vielleicht am meisten. bz. Kunst. Die Grosse Berliner Kunstausstellung ist gestern eröffnet. So fürchterlich, wie diesmal, ist mir die Ausstellung lange nicht vorgekommen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob die» der endgülrige Eindruck sein wird. Hoffentlich nicht, aber ich fürchte. Der Ehren» iaal ist so fürchte» lich wie je. Schlachten. Schlachten. Schlachten. Soldaten und llniforinen. Dann schleppt man sich durch die Säle hindurch und weiss nicht, wohin man blicken soll. Man ärgert sich, dass die Leute hier von der Sezession ein bessere» Hängen gelernt haben; denn diese Ber- bessenmg ist nutzlos, da sie äusserlich bleibt und die Werke diese Mühe nicht rechlfertige». Gewiss mögen manche gute und tüchtige Arbeiten sich unter der Masse befinden. Aber waS nützt da»? Sie gehen unter, sie werden erstickt. Und die Sinne slumpteil allmählich ab und verlieren bei so viel GleichgiUligeui die Lust und hie Fähigkeit zu reagieren. Natur, Natur, schreien die Sinne. ES ist sürchterllch, die Schablone mit Unrecht. Aber gerade deswegen müssen wir uns auch hier hüten, später die Gebühren heraufzusetzen. Deshalb ist die Res!» lutian A b l a ss ganz unannehmbar. Es handelt sich ja auch nur um einen Versuch, nach drei Jahren soll ja die ganze Materie durch Gesetz neu geregelt werden.— Die nationalliberale Resolution ist weniger gefährlich, weil sie die Herabsetzung der Ge- bühren nur fordert,„sofern und sobald die Einnahmen die Be- triebStostcn voraussichtlich dauernd übersteigen".(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Aber die Resolution Ablaß bitte ich Sie, abzulchuen. Abg. Singer(Soz.): Der Herr Staatssekretär sagt, er ist bei der Bearbeitung der Vorlage von grossen Gesichtspunkten ausgegangen. Das mag sein; jedensolls hat er aber dann diese grossen Gesichtspunkte wäh« rend der Arbeit vollständig verloren. Denn die Borlage selbst zeigt keine Spur von den großen Gesichtspunkten.(Sehr richtig! links.) Nach meiner Ueberzeugung sollte und könnte die Einrichtung des Postscheckverkehrs allerdings die grossen Vorteile bringen, welche der Abg. Kaempf dargelegt Hai. Dazu würde aber eine andere Vorlage gehören. Wie der Postscheckverkehr hier geplant ist, ist er ein totgeborenes Kind. Denn da? Publikum wird eben der Post seine Gelder nicht geben, wenn es an anderen sicheren Stellen eine Verzinsung bekommt. Wenn dagegen die Post- Verwaltung auch nur eine massige Verzinsung geben würde— nur eine mässige, denn man muss ja anerkennen, dass durch die Ver- Mittelung der Post Porto erspart wird— so würde doch der ganze Verlehr auf eine viel breitere Basis gestellt werden; gerade daS ist aber die Absicht des Postscheckverkehrs, dass die an den verschiedenen Orten liegenden Gelder in den Verkehr gebracht werden, dass da- durch der Geldumlauf gefördert und billigeres Geld geschaffen wird.(Sehr richtig l links.) Wir haben schon bei der ersten Be- ratung diesen Gesichtspunkt vertreten, und ich kann nur bedauern, dass bei der Postverwaltung ein Verständnis hierfür nicht zu finden ist. Di« Ansicht, al» ob die ländlichen Sparkassen durch die Ein- fuhrung des Postscheckverkehrs Schaden haben könnten, halte ich nicht für richtig, zumal von einer Verzinsung der Einlagen beim Poslscheckverlehr abgesehen werden soll. Wenn eS unS nicht ge- lungen ist, die Vorlage so zu gestalten, wie wir eS für richtig halten, werden wir ihr doch zustimmen, weil wir den Wunsch haben, dass endlich einmal dieser Postscheckverkehr eingeführt wird. Wir hoffen, dass durch die Entwickelung desselben der Reichspost- Verwaltung darüber die Augen geöffnet werden, wo sie weiter ein- setzen soll. Die Herabsetzung der Gebühren, wie sie die Kommission vorsieht halten wir für durchaus richtig und werden dafür stimmen. Wenn die Regierungen den Postscheckverkehr noch nicht endgültig einführen wollen, sondern erst ein Versuch nach dieser Richtung gc- macht werden soll, so spielen hierbei offenbar auch wieder agrarische Interessen mit. ES wird ja alles, waS i« Deutschland an Gesetzen gemacht wird, danach geprüft, wie eS hie Agrarier, dir Landwirt- schas«, ausfäßt, und wenn auch der Verkehr darunter leidet. Den Standpunkt, den die ReichSposiverwaltung gegenüber dem Antrag Ablaß eingenommen hat� verstehe ich gar nicht. ES ist doch ein ganz eigentümlicher geschäftlicher Standpunkt, dass man denjenigen, der einen recht viel beschäftigt, noch dafür bestraft, indem man ihm höhere Gebühren auferlegt. DaS ist ein ganz vorsintflut- licher Standpunkt, den man bei einem modernen Ver- kehrsinstitut nicht verstehen kann.(Sehr wahr! links.)� Wenn Herr Naaen sagte, der Antrag Ablaß käme nur den grossen Benutzern zugute, so verstehe ich diesen Einwand an dieser Stelle gar nicht. Derjenige, der nur zehnmal den Postschcckverkehr benutzt, wird doch nicht dadurch geschädigt, dass ein anderer, der ihn zweitausendmal benutzt, etwas geringere Gebühren zahlt..(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Resolution Beck hätte in die Vorlage hineingearbeitet werden müssen, so hat sie wenig Bc- deutung. AuS den angrsührten Gründen werden wir der Vorlage zustimmen.(Bravol bei den Sozialdemokraten.) Abg. Mommfen(frs. Vgg.): In der Vorlage, wie sie jetzt gc- staltet ist, sehen wir geradezu eine Gefahr. Deshalb haben Wir unseren Antrag wieder eingebrdcht. Der Herr Kollege Singer hat die Uebcrgebühr für starke Benutzung deS Postscheckverkehrs treffend gekennzeichnet; Sie sagen freilich, eS handelt sich nur um einen Versuch nach drei Jahren kann es abgeändert werden. DaS kann richtig sein für die Höhe der gewöhnlichen Gebühren, aber kaum für dce prinzipielle Einrichtung der Ucbergebühr für jede einzelne Buchung. Mit dieser Einrichtung wird auS dem ganzen Postscheck- Wesen nichts werden. Staatssekretär Kraetke: ES bleibt doch richtig, dass wir auf diesem Gebiet keine Erfahrungen haben. Wir halten die borge- dieser Salonkunst zu sehen. Wo olle persönliche Eigenart, jeder frische Eindruck, alle technische Kühnheit verloren gegangen sind, um dem breiigen, trotteligen Salomdeal der Familienzcttschriftcn Platz zu machen. Natur, Natur man begreift, dass daö der Schlachtruf der Gegner werden musste, alz sie Front gegen dies« Scheinkunst machten. Und eS ist gut, wenn dlese» Fcldgrlcbrei angesichts dieser Impotenz noch lange bleibt, denn wi, müssen erst gesunden von dieser ilnkunst. Vom NaruraliSmuS hinweg zu einer neuen Phantasie- und Raumkunst, das hat angesichts diele» Stadiums, das chronisch zu sein scheint, noch lange Weile. Diese Künstler, die die Kunst als eine Ar! Altenteil betrachten, sind noch nicht einmal zur Natur hingelangt. Sie haben «in Klüchee, eine Schablone, die sie immer wieder benutzen, mtt denen stt sich weiterhelfen. Die Plastik— die Räume sind besser geworden oder liegt da« nur daran, dass die wüsten Riesengruppen weniger geworden sind— ist schlechter als je vertreten. Elsäisische Künstler, die Illustratoren, Düsseldorf, Schwarz- Weisskunst, einige Kolleklivausitellungen(Ende, Kuhnert, Psann- schmidt, Engelhordt, Dammeier, Kallmorgen), München, Karlsruhe, Nordwestdeulsche Künstler, die Elbier— da» sind die Gruppen, die scheinbar Abwechselung geben, die aber im wesentlichen daö Niveau nicht heben. Doch je» zugegeben, daß hier das Ganze mehr Eharakter hat. Man wird also von diesen Gruppen am ehesten reden können. Eme inleressant« Sammlung japanischer Kunst ist vielleicht das beste. Die Galerie eines Kunstsreunde« ist höchst überflüssig. Die Abteilung Wohnräume zeigt viel Schlimmes. Die Architellur-Adceilung schliessl sich wie üblich an. Angesichts dieser Trostlosigkeit wird sich die weitere Besprechung daraus beschränken, daS Wenige. Gute hervorzuheben und sich im weseittlichcn auf die Gruppendarbiemngen konzentrieren. ».«. Notlzea. --- Theaterchronik.„Der Raub der Sabine- r l n n e n Schönlhan« Schwank, der im L e s s i n g- T h e a t e r bei einer Separaivorsiellung sebr gefiel, wird Sonntag. Montag und DlenSiag in öffentlicher Aufführung wiederholt. — Emil Neide, der durch seine Sensationsbilder„Dle Lebensmüden",.Am Ort der Tat",.Vitiiol' in den achtziger Jahren bekannt wurde, ist in K ö n> g S b e r g i. P., wo er als Lehrer an der Akademie wirkte, gestorben. — Emil von Schönaich-Earolath ist in Haseldorf bei Uetersen(Holstein) 56 Jahre alt gestorben. Talent und Neigung hatten ihn von der üblichen Karriere deS Junkers abgeführt. Er hielt es nicht aus beim Militär, studierte, reiste und dichtete. Schwer- blütig und gedankenvoll sind mmrche seiner Verse geraten, der Rot de« Lebens hat er in einigen seiner Novellen ins Herz geschaut uud mit warmen Herzen sich der unterdriickien und siunune» Welt der Tiere angenonunen in der Erzählung(.Der Heiland der Tiere")» schlagen N» TebShrkN ffft flrderlich, Tie(nach Rnfl) find W» Gegenteil überzeugt. Die Zukunft allein wird entscheiden, wer recht hat. Abg. Haußmann(deutsche Vp.): Die Fahrkartensteuer hat ge> zeigt, wie enipfindlich der Verkehr sogar gegen Pfennige ist. Mit den vorgeschlagenen Gebühren wird die Einrichtung des Postscheck- Verkehrs nicht der Gesamtheit, sondern nur einem Bruchteil der Bevölkerung zugute kommen. Am richtigsten wäre eS, weder Zinsen noch Gebühren festzusetzen. Da man von diesem Grundsatz abge- gangen ist, so ist der Antrag Ablaß zweckmäßig und wir werden für ihn stimmen. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Kreth und Nacken schließt die Diskussion. Der Gesetzentwurf wird nach den Beschlüssen der Kommisston angenommen; desgleichen wird die Resolution der Kommission unter Ablehnung des Antrages Ablaß angenommen. An« genommen wird ferner die von den Nationalliberalen bean» tragte Resolution. Es folgt die zweite Beratung der Gesetzentwürfe über den Versicherungsvertrag und Aendcrung der Vorschriften de» Handelsgesetzbuche» über die Seeversiche. tu no. Die ersten 186 Paragraphen werden en bloc angenommen. Zu den Schlußvorschriften beantragen die Sozialdemo- kraten einen neuen Paragraphen wie folgt einzufügen: Für Versicherungskassen, denen die Angestellten und Arbeiter eines Betriebes während ihres Dienstvertrages angehören müssen, gelten folgende Bestimmungen: a) die Arbeitgeber haben Beiträge zu leisten, die mindesten? die Hälft« der Beiträge der Arbeiter und Angestellten betragen. d) Nach Lösung des Arbeitsvertrages haben die Versicherten den Anspruch, das Versicherungsverhältnis unter Zahlung ihrer früheren Beiträge fortzusetzen. Mitglieder, die mehr al» All Wochenbeiträge bezahlt haben, haben das Recht auf Zurück- erstattung der geleisteten Beiträge. c) Unfall- oder Invalidenrenten oder Militärpensionen dürfen nur insoweit auf die Versicherungsleistungen angerechnet werden. als sie zusammen mit diesen den Durchschnittsverdienst übersteigen, den der Versicherte in den letzten zehn Jahren erzielt hat. d) Die Versicherungsleistungen dürfen nicht au» Gründen ent- zogen werden, die nicht aus dem Wesen de» Versicherungsvertrage» selber folgen. e) Es darf den Mitgliedern die Verpflichtung zu Handlungen «der Unterlassungen, welche mit dem Kassenzweck in keiner Ver- bindung stehen, nicht auferlegt werden. Insbesondere darf den Mitgliedern nicht verwehrt werden, Mitglieder einer Arbeiter- organisation zu werden, die auch in außerhalb der Firma stehenden Betrieben beschäftigte Arbeiter umfaßt, oder eine solche Organi- sation. in irgendeiner Form zu unterstützen. f) Abweichende Bestimmungen sind nichtig. Ferner beantragen die Abgeordneten A I b r e ch t(Soz.) und Genossen, dem§ 191. der davon handelt, daß gewisse landesgesetzliche Borschriften von dem Gesetz unberührt bleiben, hinzuzufügen: „Diese Aufrechterhaltung der landesgesetzlichen Vorschriften trifft jedoch nur auf diejenigen Knappschaftskassen zu, bei denen die Vertreter der Versicherten in der Generalversammlung, im Vor- stand und in den Ausschüssen in geheimer Wahl gewählt werden. und das aktive Wahlrecht mindestens allen volljährigen, das passive mindestens allem über 25 Jahre alten Versicherten, die sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, zusteht." Abg. GiesbrrtS(Z.) wendet sich gegen die Berquickung von Ver- stcherungS- und Zeitungsgeschäft; die Versicherung wird dabei geradezu zum Hausknecht der Presse gemacht im Interesse des Abonnentenfanges. In das Gesetz sollte ein Paragraph auf. genommen werden, der diese Verquickung direkt verbietet.— Die Werkspensionskassen verdanken ihr« Entstehung dem schönen Ge> danken der Fürsorge für die Arbeiter in einem bestimmten Be- triebe, in welchem sie als Kollegen behandelt werden, für die später gesorgt werden soll. In der Praxis hat sich das aber so gestaltet. daß Arbeiter vielfach entlassen werden, bevor sie in den Genuß der Pensionen komwren, und daß sie ihrer Einzahlungen verlustig gehen. Das hat unter den Arbeitern mit Recht große Erregung hervor. gerufen. Besonders kraß hat sich die? Unrecht in jüngster Zeit bei dem Prozeß gegen die PenfionSkasse der Firma Krupp gezeigt. Hoffentlich' werden derartige Mißstände für die Zukunft unmöglich. Abg. Severins(Soz.): ES ist sehr erfteulich, daß jetzt auch da» Zentrum einsieht, was es mit Pensionskassen wie der Kruppschen auf sich hat. Noch 1993 hat ein Mitglied der Zentrumspartei hier ein hohes Lied auf die sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen ge- sungen. Jetzt ist ein Umschwung eingetreten, über den gerade wir Sozialdemokraten uns freuen können. Auch die Arbeitgeberzeitung hat zugestanden, daß die Wohlfahrtseinrichtungen vor allem den Arbeitgebern nützen.(Hört! hprt! bei den Sozialdemokraten.) Der Zweck dieser Wohlfahrtseinrichtungen ist lediglich, die Freizügig. keit der Arbeiter zu beschränken und die Bestrebungen der Arbeiter auf Besserstellung niederzuhalten. Das ist auch von bürgerlichen Sozialpolitikern anerkannt.— wenn ich nicht irre, kürzlich auch von einem Nationalliberalen— die Herren sind ja übrigens gar nicht mehr im Haufe, wahrscheinlich, weil sie dieser Frage besondere Wichtigkeit beilegen. Heute haben sich auch die christlichen und hirsch-dunckerschen Arbeiter von dem wahren Werte dieser so- genannten Wohlfahrtseinrichtungen überzeugt.(Unruhe rechts.) In der willkürlichsten Weise werden bei diesen Kassen Ardeiter um ihre langjährigen Beiträge geprellt. Vizepräsident Paasch«: Von den WohlfahrtSemnchtungen steht in Ihrem Antrage nichts, ich bitte Sie, darüber nicht ausführlich zu sprechen.(Bravo! rechts.) Abg. Severins(Soz.): Ich wollte gerade von den Pensions. kassen sprechen. Bei Krupp wurde ein Mann entlassen, der 29 Jahre bei der Firma beschäftigt war und verlor dadurch seinen Pensions» anspruch.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein anderer, der 19 Jahre bei Krupp tätig war, wurde entlassen, dadurch wurde die Zahlung-zur Pensionskasse unterbrochen und als der Mann nach 8 Tagen wieder eingestellt wurde, mutzte er von neuem an. fangen zu zahlen.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemo. kraten.) Dabei ist die Pensionskasse bei Krupp noch vorbildlich (hört! hört! rechts.)— wir sind gar nicht so einseitig,(sehr gut! bei den Sozialdemokraten) es gibt andere Pensionskaffen, die noch viel schlimmere Mißstände aufweisen. Beim Härder Berg. Werksverein wurde ein Arbeiter ohne Pensionsanspruch ent- lassen, der 24 Jahre mit Unterbrechungen 900 M. gezahlt hatte. (Hört! hört!) Er hat auch keinen Pfennig von dem Gelde zurück. bekommen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Arbeiter baben wiederholt versucht, die Hülfe der Gewerbegerichte gegen diese Pensionskaffen in Anspruch zu nehmen. Redner geht auf die Ver- Hältnisse der Kruppschen Krankenlasse und auf das die Arbeiter abweisende Urteil ein. Vizepräsident Dr. Paasche bittet den Redner, auf diese Dinge nicht so ausführlich einzugehen. Abg. Severing(Soz.): Es ist mir selbst peinlich, in der vor» gerückten Stunde vor so leerem Hause zu reden; die Sache ist aber für hunderttausende von Arbeitern so wichtig, daß ich auf die Dinge eingehen mutz.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsis mt Dr. Paasche: Ueber die Verwaltung der Kassen dürfen Sic bei diesem Antrage nicht reden.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Seväring(Soz.): Wir beantragen unter a) daß die Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zu zahlen habe«. Heute zahlen sie vielfach nur ein Drittel, und haben trotzdem die ge- samt« Verwaltung in den Händen. Unser Antrag sui> b) will den Arbeitern das Recht geben, auch nach der Lösung des Arbeits- Verhältnisses das Vcrsicherungsverhältnis fortzusetzen. Heute ist diese Möglichkeit bei sehr vielen Kassen nicht gegeben. Die Teil- Pensionen, welche manche Kassen kennen, werden zum Nutzen der Firma berechnet, nicht im Interesse der Arbeiter. Unter c) fordern wir, daß die Unfall- und Invalidenrenten oder Militär- Pensionen nur soweit angerechnet werden dürfen, als sie mit den Verflcheningvleistungnt ßUs«nmen v» Durchschnitttterdienfi V« letzten 10 Jahre übertrifft. Heute wird mit der Anrechnung der Renten auf die Leistungen der Kasse ein ungeheurer Mißbrauch getrieben. Unter d) verlangen wir, daß die Vcrsicherungs- leistungen nicht aus Gründen entzogen werden dürfen, die nicht aus dem Wesen des Versicherungsvertrages selbst folgen. Heute gehen sie bei manchen Kassen den weiblichen Mitgliedern verloren, z. Ä. wegen unsittlichen Lebenswandels, z. B. bei außerehelichem Ge- schlechtsverkehr. Der Begrift des unsittlichen Lebenswandels wird natürlich immer im Interesse der Firma ausgelegt. Bei unserem Antrage unter e) komme ich auf die gelben Gewerk. s ch a f t e n. Vizepräsident Dr. Paasche: Die gelben Gewerkschaften hängen mit den Pensionskaffen nicht zusammen. Abg. Severing: Sie werden sofort sehen, daß da» doch der Fall ist. In den Satzungen der UnterstützungSkasse der SiemenS-Schuckert» Werke wird jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin verboten, einer Organisation anzugehören, oder sie auch nur zu unterstützen, welch» auch außerhalb der Firma stehende Arbeiter umfaßt. In anderen Statuten heißt eS sogar: Wer seine Zugehörigkeit zu einer solchen Organisation verschweigt, macht sich de« versuchten Betruges schuldig. Abg. v. Dirksen(Rpt.): Sehr gut! Abg. Severing: Herr v. Dirksen scheint zu meinen, daß solche Bestimmung zu Recht besteht. Ein Berliner Gericht hat aber das Gegenteil erkannt. Aber e» genügt nicht, daß die Gerichte sich aus diesen Standpunkt stellen; es muß auch an irgendeiner Stelle eine? Gesetzes ausgesprochen werden, daß die Arbeitgeber kein Recht zur Ausübung solches Gewissenszwanges haben. De». halb muß unser Antrag angenommen werden.(Sehr richtig! b. d. Soz.) ES sollen ja jetzt die Fabrilkassen mit Hülfe der Pensionskaffen zentralisiert und den gelben Gewerkschaften dienst. bar gemacht werden. ES ist erfreulich, daß bei der Etatsberatung der Abg Fuhrmann so energisch von den gelben Gewerkschaften abgerückt ist. Aber die Herren sollten sich dem LiebeSwerben der Gelben in Zukunft noch stärker entziehen. Ich ersuche alle Parteien, unseren Anträgen zuzustimmen, weil die Gewerb«. ordnung nicht der geeignete Ort zur Aufnahme dieser Bestimmung ist und weil die bloße Annahme einer Resolution, wie sie die Kommission vorschlägt, uns nicht dahin bringt, daß wir dem ver- langten Gesetzentwurf in absehbarer Zeit auch bekommen.(Lebh. Bravo! bei den Sozialdemokralen.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Di« Rechtsprechung des Reichsgerichts wird die Verquickung von Presse und Versicherung wohl etwas beschränken. Sollte eS nicht geschehen, so werden wir wohl den Weg der Gesetzgebung betreten müssen. Die Ver. Hältnisse in den Betriebskassen haben in neuerer Zeit viel. fach Mißstimmung bei den Arbeitern hervor- gerufen. Wenn sie auch nicht immer berechtigt war, so hat die Regierung doch Veranlassung genommen, sich mit dieser Frage zu befassen. Die Schwierigkeiten ergeben sich daraus, daß sie zum Teil Wohlfahrtseinrichtungen, zum Teil Versicherungseinrichtungen sind. Wenn z. B. das Kruppsche Unternehmen in den letzten 22 Jahren der Kasse 16 Millionen Mark zugewendet hat, so ist das offenbar eine wohltätige Zuwendung.(Sehr richtig! rechts.) Bei der Regelung der Verhältnisse dieser Kassen muß in erster Linie darauf geachtet werden, daß sie den versicherungstechnischen Anforderungen genügen; die sozialdemokratischen Anträge aber entsprechen diesen Anforderungen nicht, sondern gehen weit dar. über hinaus. Auf Antrag de? Abg. Singer vertagt da» Hau» die weitere Beratung auf Sonnabend. 11 Uhr. Außerdem Rechnungssachen, Gesetze über Erleichterung de? Wechselprotests und Hastung deS Tierhalters. Schluß nach S Uhr. "■" (14 8. Sitzung. Sonnabend, den 2. MailSv 8. IlUhr.) Am Bundes ratstffch: Sydo«, Dr. Nieberding. � V i" Nach Erledigung einiger Rechnungsjachen wird die zweite Be. ratung dies Gesetzentwurfs über den VerficherungSver. trag mit dem gestern im Wortlaut gegebenen Antrag A l b r e ch t über die BetriebSunterstützungS. und Pension». kassen festgesetzt. Die Kommission schlägt ferner folgende Resolution vor: 1. Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die lande»- gesetzlichen Strafbestimmungen wegen Ueberversicherung einer Prüfung zu unterziehen und die Frage, ob und in welcher Weise eine Bestrafung wegen Ueberversicherung eintreten soll, reich». gesetzlich zu regeln. 2. Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Rechtsverhältnisse der PensionS», Witwen, und Waisenkassen, welche von in- dustriellen Arbestgebern für die Arbeiter ihrer Betriebe einge- richtet sind, insbesondere die Ansprüche der aus dem Betriebe ausscheidenden Arbeiter an die Leistungen der Kasse resp. auf Rückzahlung eines entsprechenden Teiles der Beträge geregeft werden.— Abg. Div«(frs. Vg.): Die linksliberale FraktionSgemeinschast wird auch dem Rest des Gesetzes in der Kommissionsfassung und den Resolutionen zustimmen, dagegen nicht dem Antrag Albrecht. Wir verlangen die Regelung der Rechtsverhältnisse der Betriebs- pensionskaffen eben in einem besonderen Gesetz. Abg. Cun»(fts. Vp.): Auch bürgerliche Sozialpolstiker lassen sich durch die großen Zahlen der Wohlfahrtseinrichtungen der Be. triebspensionskassen nicht blenden, aber sie sehen nicht nur die Schattenseiten, sondern auch die günstigen Seiten dieser Einrich. tungen, die keineswegs aus bloßem Egoismus der Unternehmer ins Leben gerufen find.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Wir timmen nicht dem Antrage Albrecht zu, sondern der Resolution der Kommission, zumal auch die materielle Regelung, welche der Antrag Albrecht enthält, völlig ungenügend ist. Die Kassen müssen zu einem allgemeinen Verband verschmolzen werden; dann können ie nickst zur Fesselung des Arbeiters benutzt werden. Hierzu sollten die Unternehmer nicht den Weg der Gesetzgebung abwarten.(Bravo! bei den Freisinnigen.) Abg. Hengsbach(Soz): Severing h>rt gestern bereit? dargetan. daß diese sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen nur ewe Wohl. fahrtSplage für die Arbeiter sind.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Wenn Sie meinen, daß unsere Anträge den Ar- beitern nicht genügend nützen, so hindert Sie gar nichts, Ihrem sozial- politischen Gemüt Folge zu geben und über unsere Anträge hinaus- zugehen. Dr. Nieberding meinte, unsere Anträge stehen im Wider. pruch mit dem Wesen des Versicherungsvertrages, weil wir Bei- träge der Unternehmer verlangen. Aber die Arbeiter verlangen kein Geschenk von den Arbeitgebern, sondern tatsächlich find die Summen, welche die Unternehmer zahlen, zurückbehaltener und zu wenig bezahlter Lohn der Arbeiter. Die Arbeitgeberzeitung gibt das in einer Entgleisung selbst zu, indem sie bei Besprechung der Wohlfahrtseinrichtungen schreibt, eS ist möglich, die Kosten der Wohlfahrtseinrichtungen auf die Empfänger selbst abzuwälzen, indem man sie ihnen vom Lohne abzieht.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär rühmte die Lei- tungen der Unternehmer und sprach von Millionen, die sie be. tragen. Diese Summen werden einerseits den Arbeitern zu wenig bezahlt, und andererseits dadurch aufgebracht, daß man die Ein- zahlung der Entlassenen zurückbehält, und dann singt man hier >aS hohe Lied von dem Wohlfahrtssinn der Unternehmer. Deshalb haben wir unter a) die Festlegung der Beiträge der Unternehmer verlangt. Unter b) verlangen wir, daß den Mitgliedern, welche mehr als 290 Aschen Beiträge geleistet haben, die geleisteten Iah- lungen bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses zurückerstattet wer- den. Herr Cuno meinte, dann bekämen viele Arbeiter ja gar nichts, die schon vor 200 Wochen entlassen werden. Nun, würden wir ver- langen, daß alle Beiträge zurückgezahlt werden, dann möchte ich mal sehen, was für ein Geschrei Sie erheben würden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weiter vermißte Herr Cuno in den gestrigen Ausführungen Severings Beweise für die Miß- sirSuch«. Sie ffnS fa alle Fewg? Wwesen. tt«dlcher Wttse« VB» hindert wurde, die Beweise anzuführen. Vizepräsident Paasche: Hierin muß ich eine Kritik der Ge- schäftsführung des Präsidenten erblicken, die unzulässig ist. Abg. Hengsbach(Soz): Die Erkenntnis über das Wesen der sogenannten Wvhlfahrtseinrichtungen und die Empörung über die bei ihnen herrschenden Mitzbräuche greift in der Bevölkerung immer weiter um sich. Selbst ein Landgerichtsurteil gibt dem Bedauern Ausdruck, daß dem klagenden Arbeiter sein Recht aus die Rück- zahlung der Beiträge nicht zugesprochen werden könne, und ver- schiedene Gewerbegerichte haben ihm dieses Recht zugesprochen, in- dem sie die entgegenstehende Bestimmung des Vertrages als gegen die guten Sitten verstoßend bezeichneten. Daß die Unfall- und Invalidenrenten sowie die Militärpensionen auf die erworbenen Pensionsansprüche voll angerechnet werden, ist geradezu ein Skandal.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb haben wir unseren Antrag zu c) gestellt. Unter d) verlangen wir, daß die Versicherungsleistungen nicht aus Gründen entzogen wer- den, die nicht aus dem Wesen des Versicherungsvertrages selber folgen. Herr Dooe schien zu meinen, daß diese Bestimmung nicht nötig sei. Nun, vor kurzem wurde ein Fall konstatiert, in welchcni der Unternehmer systematisch Zufälligkeiten herbeigeführt hat, um die Arbeiter vor Erreichung der Pensionsfähigkeit, vor Erreichung des zehnten Jahres, aus die Straße zu setzen. ES zirkulierte eine Liste aller Arbeiter bei den Betriebsleitern, die mit entsprechenden Vermerken versehen wurde, zum Beispiel:„ist nvch jung und kräftig; ist aus einen Tag zu entlaffen".(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Di« eintägige Entlassung unterbricht eben die zehnjährige Beschäftigung und der Pensionsanspruch ist erloschen. Herr Dove wollte auch von einem besonderen LiebeSwerben für die gelben Ge- werkschaften nichts gemerkt haben.(Zuruf rechts: Schluß!) Das mache ich, wie ich will.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Wir verlangen natürlich nicht, daß die Arbeiter von den Unter- nehmern den fteien Gewerkschaften überwiesen werden. Wohl aber müssen wir verlangen, daß kein Zwon» auf den Arbeiter ausgeübt wird, der ihn aus Not zum Heudster werden läßt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär hat gestern von einer reichsgesetzlichen Regelung unserer Wünsche gesprochen. Schon 1906 hat dr Reichstag beschlossen, S sollen Erhebungen angestellt werden, und 1907 hat er den Beschluß wiederholt. Erfolgt ist aber nichts, und es wird wohl auch noch lange nichts e r so l g e n, wenn der Reichstag sich nicht dazu aufrafft, derartigen Manipulationen deS Unternehmertums einen Riegel vorzuschieben. Deshalb bitten wir um Annahme unserer Anträge. Zum Schluß noch eine Bemerkung zu Herrn GteSbertS, der über die Verquickung der Versicherung mit Pretzunternehmungen gesprochen hat. In der Verurteilung derartiger Unternehmungen find wir mit ihm einig. Ich möchte ihn aber bitten, doch in seinom engsten Kreise dafür zu sorgen, daß derarttge faule Sachen nicht gemacht werden. Gerade bei der„Gelsenkirchener Zeitung" ist eS vorgekommen, daß bei einem Unfall, den selbst die Knappschaftsberufsgenossenschaft als Unfall anerkannt hat, die Zeitung sich nachher geiveigert hat, die Prämie zu zahlen. Gleichzeitig will ich hierbei konstatieren, daß die sozialdemokratische Presse sich von diese nr Unfug frei weiß, und also jedenfalls zu den anständigen Preßunternchmungen gehört. Wir haben unseren Antrag einge- bracht, weil wir glauben, daß Sie gerade nach den letz- ten ReichStagSwahlen den Arbeitern so lleel Wohlwollen entgegenbringe«, daß Sie dazu beitragen werden, daß in Zukunft nicht mehr von einer Wohlfahrtsplage ge. fprochen werden kann, sondern daß dem Arbeitet sein Recht wird, (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Sachse(Soz.): Der Herr Staatssekretär hat gestern technische Gründe gegen unseren Antrag vorgebracht. Solche Schwierigkeiten bestehen aber in der Tat nicht; die Zurückzahlung eines Teiles der Beiträge ist z. B. in sächsischen und oberbayerischen Knappschastskassen bereits durchgeführt. Auch die Schwic- rigkeft, die entsteht, wenn der Arbeiter aus der Kasse ausscheidet, ist in verschiedenen Kassen dadurch gehoben, daß die Anrechnung seiner freiwillig geleisteten weiteren Beiträge nur zur Hälfte er- folgt. Wir wären auch damit einverstanden, wenn die sogenannte AnerkenmmgSgcbühr eingeführt würde, wodurch erreicht wird, daß die bis zum Ausscheiden erworbenen Rechte de» Arbeiters ancr- karmt werden.— Herr Cuno hat sich darüber beschwert, daß mein Parteigenosse Severing gestern nur einzeln« Fäll« vorgebracht hat' Er hätte gewiß noch viel mehr Fälle angeführt, wenn ihm nich das Wort abgeschnitten worden wäre. Im übriger hat Severing aus Sachsen, Oberschlesien, von Krupp ustv. ein» Reih« von Fällen vorgebracht, die beweisen, welch geradezu grauen hafte Mißstände auf diesem Gebiete bestehen. Muh e» nicht vor den Arbeitern als schreiendes Unrecht empfunden werden, wenn ei, 58 Jahre alter Arbeiter entlassen wird und alle Anrechte an di> bis dahin gezahlten Beiträge verliert?(Sehr wahr! bei den Sozial demokraten.) Auf dies« Weise werden die Arbeiter doch tatsächlick um ihr Eigentum und um ihr Recht gebracht.(Sehr wahr! bei der Sozialdemokraten, Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Wen« Sie(zu den Nationalliberalen) zu einer Kasse 20 oder 30 Jahr» gezahlt hätten und die Verwaltung würde Sie dann unter irgend einem Vorwande um Ihr Recht bringen, so würden Sie sicher auck über schreiendes Unrecht klagen.(Sehr gut! bei den Sozialdemo' kraten.) Die Möglichkeit, die Arbeiter um einen solchen Ehren. sold, den sie sich durch langjährige Beiträge verdient haben, zu bringen, müssen wir den Arbeitgebern nehmen. Herrn Cuno möcht» ich darauf hinweisen, daß sich in neuerer Zeit auch die Steiger de» Ruhrreviers gegen eine solche Wohlfahriseinrichtung, die eine Bin- dung enthält, gewandt haben. Wenn Sie auch diesen Antrag heut» ablehnen, so werden Sie ihn doch nicht loS.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Früher hat sich das Zentrum zum Teil gegen ihn gewandt; heute hat es diesen Widerstand aufgegeben, wei! die christlichen Gewerkschaften eingesehen haben, welch große Miß- stände auf diesem Gebiet vorliegen, Severing hat schon daraus hlngewiesen, daß solche Kassen von den Arbeitgebern vor allem in ihrem eigenen Interesse gegründet werden. Ein Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung habe ich in einem Briefe vor mir, den der Generaldirektor des Verein? für bergbauliche Interessen als Antwort auf ein Schreiben an den Vertreter der Wenzeslausgrube in Schlesien gerichtet hat, der die Einführung der auf dieser Grube bestehenden Lebensversicherung der Arbeiter mit dem Hinweis darauf empfahl, daß sie sich für den Fall einer Streikbewegung im Revier als sehr wertvoll erweisen würde. Danach bekommen die Arbeiter nach 25jähriger ununterbrochener Dienstzeit ein Kapital von 500 M. und nach 50jähriger ununterbrochener Dienstzeit ein Kapital von 1000 M. Der Generaldirektor antwortete darauf: „Borläufig muß der Erfolg unserer Wohlfahrtseinrichtungen bei den bevorstehenden Wahlen abgewartet werden.(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Hier also ist der Zweck der Kasse äffen zu» gestanden.— Ferner haben wir zu dem Paragraphen, wonach die landesgesetzlichen Vorschriften über Versicherungsverhältnisse, die bei den Knappschaftskassen begründet werden, durch dies Gesetz u«berührt bleiben, einen Zusatz beantragt, wonacb darunter tili, diejenigen Knappschaftskassen fallen si'llen, bei denen„ie geheime Wahl zu den Knappschaftsältestenwahlen besteht. Bei vielen Kassen ift dies ja schon heute der Fall. Bei der öffentlichen Wahl werden als sogenannt« Arbeitervertreter häufig Beamte gewählt, aber eS ist klar, daß ein Dergbeamter nicht sein Avancement im Interesse der Arboitcr in Gefahr bringen will. Daß Beamte nicht wirkliche Vertreter der JSrbeiterinteressen sein können, bat auch Herr Pro- feffor Hitze früher betont. Die Resolution der Kommission will ja die Materie auch cegeln, wir halten eS aber für besser, daß dies im Gesetze selbst gesihicht, und bitten Sie nochmals, unseren An. trägen zuzustimmen.(Bravo? bei den Sozialdemokraten.) Abg. GicSbertS(Z.): Der Staatssekretär sowohl wie Herr Cuno haiben auf die Schwächen des sozialdemokratischen Antrages hin- gewiesen; ich habe das schon in der Kommission getan. Mit der Tendenz des sozialdemokratischen Antrages sind wir einverstanden, aber wir können bei diesem Gesetze nicht eine Materie regeln. bei welcher Versicherungs- und Arbeitsverhältnis so eng miteinander verquickt sind.— Auf den Hinweis des Abg. Hengsbach auf dl« WÄsmKrchmrr Mtmq ientetft«h. Ikfl nkemmi sich mchr freu», würde, wie ich, wenn die Abonnentenvsrficherung ihr wie allen anderen Zeitungen unmöglich gemacht wird. Abg. Schultz(Rp.): Als der Abg. Sachse davon sprach, daß der Verlust der Pensionsansprüche Raub am Eigentum des Arbeiters sei, Hab« ich eine verneinende Bewegung gemacht; ich habe aber damit nicht ausdrücken wollen, daß ich solche Bestimmungen billige, viel- mehr meine ich, daß sie nicht der sozialpolitischen Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechen.— Gegenüber den Angriffen auf die Firma Krupp will ich doch hervorheben, daß diese Firma enorme Leistungen zu den Pensionskassen der Arbeiter macht, Leistungen, mit denen stch sozialdemokratische Betriebe nicht messen können.(Bravo I rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Di« Anträge A I b r e ch t und Genossen(Soz.) werden gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt, der Schluß des Gesetzes wird in der Fassung der Kommission angenommen, desgleichen die Resolutionen der Kommissionen. ES folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Erleichterung des Wechselprotestes. Neben anderen Erleichterungen bringt der Entwurf auch den Wechselprotest durch die Post, für welchen der Reichskanzler die näheren Bestimmungen festsetzen soll, für Bayern und Württemberg die zuständigen Be- Hörden dieser Staaten. Hierzu beantragen die Abgg. Albrecht und Genossen(Soz.), die Gebühren der Post für Erhebung des Wechselprotestes gesetzlich festzulegen und zwar mit O.bv M., 1 M.. 1,50 M. bei Wechseln bis 200 M. bis 500 M. und darüber. Abg. Dr. Brunstermann(Rp.) erklärt die Zustimmung seiner Partei zu dem Gesetzentwurf: den sozialdemokratischen Antrag lehnen wir ab. Abg. Dr. Belzer(Z.) erklärt für das Zentrum. Abg. Quarck(natl.) für die natwnalliberale Partei die Zu- pimmung zu dem Gesetzentwurf. Abg. Lehmann-WieSbaden(Soz.): Auch meine Partei ist mit dem Gesetzentwurf im allgemeinen einverstanden, aber wir wollen mit unserem Antrag der Tendenz der Poswerwaltung, Gebühren zu erhöhen, einen Riegel vorschieben. Das Reservatrecht der Bayern wird dadurch nicht beeinträchtigt. Bei diesen kleinen Ge« bühren kommt dies wohl auch kaum in Betracht. Ich bitte Sie um Annahme des Antrags.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär des Reichspostamts Kraetke erklärt, daß bei An- nähme des sozialdemokratischen Antrages aus verfassungs- und finanzrechtlichen Gründen das Gesetz für die Regierung unan- nchmbar würde. Unter Ablehnung des Antrags Albrecht wird der Ge- fetzentwurf in der Fassung der Kommissionsbeschlüsse ange» n o m m e n. Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Gesetzent- Wurfs betr. Aenderung des Z 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Haftung deS Tierhalters) wird auf Antrag des Abg. v. Treuen- f e l s(k.) von der Tagesordnung abgesetzt. Das Gesetz betr. den Unter st ützungswohnsitz wird in dritter Lesung debattelos angenommen, ebenso in der Gesamt. abstimmung. Es folgt die zweite Lesung deS Gesetzentwurfs betr. AbSnde- rung der Gewerbeordnung(kleiner Befähigungsnachweis). Nach den Kommissionsbeschlüssen soll der ß 126b Absatz 3 folgende Fassung erhalten: „Auf Lehrlinge in staatlich anerkannten Lehrwerkstätten finden diese Bestimmungen keine Anwendung. Das Gleiche gilt für Lehr- Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern mit der Maßgabe, daß daS Bestehen eines Lehrverhältnisses durch eine schriftliche Willens- crklärung der Eltern zu erweisen ist, die den Tag des Beginns und die Dauer der Lehrzeit enthalten muß und bei der Ortspolizei» behörde zu hinterlegen ist." Di« Abgg. Albrecht und Genossen(Soz.) beantragen statt dessen folgende Fassung;.. „Die Bestimmungen, welche von der'Handwerkskammer fur vie Ausbildung der Lehrlinge erlassen sind, finden auch Anwendung auf daS zwischen Eltern und Kindern ohne Lehrvertrag begründete Lebrverhältnis. Im Falle des Fehlens derartiger Borschriften gelten die in dem betreffenden Gewerbe bei dem Abschluß von Lehrverträgen allgemein üblichen Bedingungen. DaS Lehrver- hältniS ist bei Begmn vom Lehrhcrrn der Handwerkskammer anzu- zeigen. Abg. Irl(Z.) befürwortet einen Antrag, wonach bei Lehrver- Hältnissen zwischen Eltern und Kindern der Bater oder dessen ge- setzlicher Stellvertreter den Beginn und die Dauer der Lehrzeit innerhalb der ersten vier Wochen der zuständigen Handwerks- kammer schriftlich anzuzeigen hat. Abg. Albrecht(Soz.): Der Antrag Irl entspricht ungefähr dem von uns gestellten Antrag, wir halten aber die Anmeldung des Lehrverhöltnisses bei der Handwerkskammer für besser als bei der Ortspolizeibehörde. WaS die Vorlage im allgemeinen anbetrifft, so werden wir da- gegen stimmen, zumal sie aus der Kommission nicht besser, sondern schlechter hervorgegangen ist. Wir lehnen sie selbst auf die Gefahr hin ab, daß man uns wieder wie vor zwei Jahren Feind- seligkeit gegen das Handwerk vorwirft. Herr Gamp führte da- mals aus, uns sei es nur erwünscht, wenn die Handwerker durch den Weg, den die Gesetzgebung einschlägt, um ihre Selbständigkeit kommen, und»der Sozialdemokratie in die Arme getrieben werden. Es ist ganz falsch, denn wir wären durchaus bereit, für Gesetze zu stimmen, die dem Handwerk wirklich helfen können. Wenn die Re- gierung z. B. die Ausdehnung der Versicherungsgesetze auf die kleinen Gewerbetreibenden und die kleinen Landwirte beantragen würde, so würden sie uns aus ihrer Seite finden, oder auch wenn sie statt indirekter Steuern eine direkte Reichseinkom m e n- und Vermögenssteuer einführen würde. Dadurch würde wirklich den kleinen Gewerbetreibenden geholfen. Der Vorwurf, den Herr Gamp gegen uns erhoben hat, ist so alt wie unsere Partei selbst aber er ist dadurch nicht wahrer geworden, daß er so oft wiederholt wurde.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Sozialdemokratie hat trotz all dieser Vorwürfe zugenommen und hat auch immer mehr die Stimmen des Handwerks bekommen. DaS Privilegium für bestimmte Handwerker, Lehrlinge auszubilden, halten wir für ziinftlerifch und werden daher dagegen stimmen. Daß die jungen Leute gut ausgebildet werden, wünschen wir na- türlich auch. Denn wenn sie das wirklich erreichen wollen, dann sorgen Sie nur dafür, daß in den Einzelstaaten gute Volksschulen eingerichtet und das Fortbildungsschulwesen obligatorisch gemacht wird. AuS den Erhebungen aber über das Handwerk geht hervor, daß von den Innungen noch nicht einmal 7 Proz. volle Fachschulen und Fortbildungsschulen eingerichtet haben. Wenn es den Herren wirklich so ernst mit der Ausbildung der Lehrlinge wäre, dann wäre dieser Prozentsatz wieder größer. Wo es sich darum handelt, Vorteile zu erzielen, sind ja die Herren stets dabei. So haben Sie z. B. beantragt, die Gesellenprüfung obligawrisch einzuführen, obgleich, bereits 95 Proz. der Lehrlinge sich ohnehin prüfen lassen. Vor zwei Jahren hatten wir noch die bürgerliche Linke in dieser Frag« des Befähigungsnachweises auf unserer Seite, früher sogar die Nationalliberalen. Aber die bürgerlichen Parteien sind in dieser Beziehung immer mehr zurückgewichen und halten c6 für notwendig, mit dem Handwerk zu liebäugeln, um seine S-inim«» bei den Wahlen z u bekommen. Vor zwei Jahren haben die Herren Gothein und Hoffmeister noch gegen den Befähigungsnachweis gesprochen, heute aber schluckt der Block alles. Dabei ist die Freundschaft der Herren, die angeblich so warm für den Handwerkerstand eintreten, in der Praxis gar nicht so groß. Ist es doch Tatsache, daß die Herren Großgrundbesitzer sich den Teufel Imrum kümmern, ob der kleine Handwerker in der Kreisstadt zugrunde geht, und wenn er zehnmal den Befähigungsnachweis erbracht hat, sie bestellen ihre Garderobe, ihr Schuhwerk usw. in der Großstadt bei den großen Spezialgeschäften, wo sie die Sachen praktischer und ebenso billig beziehen können. Man geht auf dem Lande sogar so weit, daß, während man früher beim Dorfschmied arbeiten ließ, man heute einen eigenen Hofschmied hält, d er V i e l schlechter bezahlt wird. Also die Liebe zum Handwerk ist bei den Herren nur sehr platonisch. Das Handwerk ist gegenüber dem Großkapital nicht konkurrenzfähig, daran wird auch der Be- fähigungsnachweis nichts ändern, und aus diesem Grunde stimmen wir gegen das Gesetz.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Görcke(natl.) begründet den Antrag, Lehrlinge in staatlich anerkannten Lehrwerkstätten von den Vorschriften des § 126 Abs. 3 auszunehmen: dasselbe soll auch für Lehrverhältnisse zwischen Eltern und Kindern gelten, doch soll sein Bestehen, der Tag seines Beginns und die Dauer der Lehrzeit binnen vier Wochen nach Beginn der Lehre schriftlich bei der OrtSpolizeibchörde angezeigt werden. Abg. Euno(frs. Vp.) tritt für eine etwa? andere Fassung deS Antrages Görcke ein: die Anzeige soll auch den Zweig der gewerb- lichen Tätigkeit enthalten, in welchem die Ausbildung erfolgt. Abg. Rieseberg(wirtsch. Vg.) tritt für den Antrag Euler» Irl ein. Vizepräsident Kaempf teilt mit, daß der Antrag Euler-Jrl zurückgezogen ist.(Heiterkeit.) Damit schließt die Diskussion. , Der Antrag Görcke wird mit der von Cuno beantragten Aende- rung angenommen. Es folgt die Diskussion über 8 129. Danach soll die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen nur denen erteilt werden, welche die Meisterprüfung bestanden haben oder fünf Jahr« hindurch per- sönlich das Handwerk selbständig ausgeübt haben oder als Werk- meifter oder in ähnlicher Stellung tätig gewesen find. Die Abgg. Albrecht und Genossen beantragen, die Befugnis jedem zu verleihen, welcher die von der Handwerkskammer vor- geschriebene Lehrzeit zurückgelegt und die Gesellenprüfung be- standen hat. Nach kurzer Debatte wird der Antrag Albrecht abgelehnt, der 8 129 in der Fassung der Kommission angenommen. § 129a bestimmt, daß dem Unternehmer eines Betriebes, in welchem mehrere Gewerbe vereinigt find, die untere Verwaltungs- behörde, und zwar in der Regel nach Anhörung der Handwerks- kammer, die Befugnis erteilen kann, in allen zu dem Betriebe vereinigten Gewerben Lehrlinge anzuleiten. Abg. Llbrecht(Soz.) befürwortet einen Antrag, die Befugnis ur Lehrlingshaltung von der unteren Verwaltungsbehörde unab- länaig zu machen, da daS zu mannigfachen Schikanen führen würde. Der Antrag Albrecht wird abgelehnt.§ 129» in der Fassung der Kommission angenommen. Bei 8 131c behauptet Abg. Rirseberg(wirtsch. Vg.), daß die Angaben des Abg. Lehmann-WieSbaden über die LehrlingSverhält- nisse in den Bäckereien, die er bei der ersten Lesung gemacht, un- richtig seien. Abg. Lehmann-WieSbaden(Soz.) hält seine Angaben in vollem Umfange aufrecht; das vom Bäckerverband heraus- gegebene Material ist einwandsfrei und gibt ein zutreffendes Bild der Verhältnisse. Abg. Irl(Z.): Wir verzichten bei der Geschäftslage des Hauses darauf, die Angriffe der Herren Sozialdemokraten, durch die sie sich im Lande nur lächerlich machen, zu widerlegen.(Bravo! rechts, Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Stolbcrg: Sie dürfen einer Partei dieses Hauses nicht vorwerfen, daß sie sich lächerlich mache. 8 131c wird darauf in der Fassung der Kommisston ange- nommen, ebenso der Rest deS Gesetzes. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Montag 11 Uhr.(Erste Lesung der Ost- marlenzulage. zweite Lesung der Maß- und Gewichtsordnung. zweite Lesung der Teuerungszulagen.) Schluß 4% Uhr. Aoemann fiontra„Simplkissimas". Am 6. April 1907 wurde vom Schöffengericht II zu Hamburg der Redakteur Hans Kaspar G u l l b r a n s s.o n vom„Simplicissi- muö" wegen verleumderischer Beleidigung des Schiffsreeder» Woermann zu drei Monaten Ge- fängnis verurteilt. In der Nr. 89 deS genannten Witz- blattcs vom 22. Dezember 1906 war in Bild und Text eins Satire auf die großen Profite der Woermann-Linie enthalten. Die Ueber- fchrift des BildcS lautete:„Die Witwe des Afrika- kriegers", die Unterschrift hmßt:„Wir können Vätern nicht begraben. Woermann gibt die Leiche nicht raus, bis das Lagergeld bezahlt ist." Das Bild zeigt eine jung« Witwe, die mit ihrem Kinde auf einer Kiste im Hafen sitzt und traurig auf einen Woermann-Dampfer blickt, auf dem sich der Sarg mit der Leiche ihre» in Wüst-West gefallenen Mannes befindet. Wie der Angeklagte damals ausführte, sollte durch Bild und Text satirisch angedeutet werden, daß die Woermann-Linic bei dem Afrikaunternehmen nicht ganz so unglücklich sei, wie die ihr«? ManneS beraubte junge Mutter, daß die Woermann-Linie vielmehr aus ihren Liegegeldern usw. große Vorteile ziehe, wie ja auch Staatssekretär Dcrnburg im Reichstage als Sanierungsmaßregel die Tatosche der Kündigung der Verträge mit der Woermann-Linie mitgeteilt habe, was nach Ausweis des stenographischen Reichs- tagsberichts von allen Parteien mit Freuden begrüßt worden sei. Die Anträge der Verteidiger, Konrad Haußmann- Stuttgart und Dr. Braband- Hamburg, auf Vernehmung des früheren Kolonialdirektors Prinz Hohenlohe-Langenburg und des jetzigen Staatssekretärs Dernburg über die hohen Woermannprofite hatte das Schöffengericht abgelehnt, ebenso den Antrag auf Ladung des Schriftstellers Otto Ernst als Sachverständigen dafür, daß in der bildlichen nüe textlichen Darstellung das Maß einer erlaubten Satire nicht überschritten sei,„weil weder im Bilde noch im Texte von den Lieferungsverträgen und den hohen Gewinnen der Woermann-Linie die Rede sei". Bild und Text bezeichnete der Vorsitzende, Amtsrichter von Lößl, als eine Gemeinheit. Neben dieser komme als straferschwerend auch der Umstand in Betracht, daß sich durch den Ausfall gegen die Woermann-Linie auch die Hamburger Kaufleute und Reeder beunruhigt und getroffen fühlen könnten. Als Norweger habe Gullbransson keine deutschen Jnter- essen wahrzunehmen, folglich könne ihm auch der Schutz des§ 193 nicht zugebilligt werden. In der schriftlichen Urteilsbegründung wurde sogar behauptet, durch Bild und Text würde eine Verhetzung deS Volkes beabsichtigt und dessen heiligste Gefühle verletzt. Gullbransson legte gegen dieses aufsehenerregende Urteil Be- rufung ein, die schon im vorigen Herbst vor der Strafkammer II zu Hamburg verhandelt werden sollte, aber ausgesetzt wurde, weil daS Gericht den in erster Instanz abgelehnten Bcweisanträgcn statt- gab. Da Dernburg inzwischen nach Ostafrika gegondelt war. konnte seine Vernehmung erst nach seiner Rückkehr erfolgen. Durch die Vernehmung deS Prinzen Hohenlohe und DernburgS soll festgestellt werden: 1. daß die Woermann-Linie mit dem Reiche vorteilhafte Ver- träge abgeschlossen hat, durch welche ihr hohe Frachtsätze, Eni- ladungskosten. Lagergebühren, sogenannte Liegegelder, für Liefe- rung von Waren nach Südwestafrika zugestanden wurden, zumal jede Konkurrenz ausgeschlossen tvar; 2. daß die Woermann-Linie dem Reiche Liegegelder für in Swakopmund und Lüderitzbucht auf den Schiffen der Woermann- Linie lagernde Waren verrechnet hat, daß diese Gelder die Höhe von 1% Millionen Mark deshalb erreichten, weil die Woermann- Linie entgegen in ihrer in einem besonderen Vertrage über- nommenen Verpflichtung die nötigen Einrichtungen, Personal und Inventar, insbesondere an Leichterschiffen nicht in genügendem Umfange beschafft und deshalb die rasche Entladung unmöglich ge- »nacht hat; 3. daß die Kolonialvcrwaltung der auswärtigen Angelegen- heiten die zu viel verrechneten Liegegelder von der Woermann- Linie im Prozeßwege, und zioar von einem neperdings vereinbarten Schiedsgericht, zurückverlangt� 9. baß Me NeichSberwaltung Me bestehenden Verträge als Ulf» vorteilhaft für das Reich und Private gekündigt hat. daß die in den Verträgen bewilligten Gebühren, Liegegelder, Entladungsgebühren, Frachtsätze usw. außerordentlich hoch sind, und daß der Abschluß dieser Verträge nur deshalb glückte, weil Reichsbeamte dabei mit- wirkten, die keine Kenntnis und Erfahrung auf dem einschlägigen Gebiete hatten; 5. daß die hohen Frachtsätze zu der außerordentlichen Steige« rung der Preise aller Waren und Lebensmittel beigetragen haben, die in den letzten Jahren in Südwestafrika eingetreten sind, und dadurch Zivil- und Militärverwaltung zu leiden hatten. In der erneuten Verhandlung, die gestern, am Sonnabend, unter Vorsitz des Landrichters Dr. Lamprecht stattsand. ist Woermann wieder durch seinen Schwiegersohn, Rechtsanloalt Dr. Hauers, vertreten, während dem Beklagten wieder die beiden genannten Verteidiger zur Seite stehen. Rechtsanwalt Haußmann bemerkt zunächst, daß der Angeklagte eine Woche vor Erscheinen der inkriminierten Nummex in die Re» daktion des„Simplicissimus" eingetreten sei, aber er übernehme die volle Verantwortung für Bild und Text. Es wird sodann die Aussage des kommissarisch vernommenen Erbprinzen von Holiciilohe-Langenburg verlesen. Die Verträge seien vor seinem Amtsantritt abgeschlossen worden zu einer Zeit, als der südwestafrikanischc Krieg bereits ausgebrochen war. Andere Gesellschaften hatten ebenfalls keine günstigeren Angebote gemacht. Man hatte damit gerechnet, daß der Krieg nur von kurzer Dauer sein würde. Die Woermann-Linie habe mithin mit einem großen Risiko gerechnet. Durch die Länge des Ausstandes entstanden der Woermann-Linie größere Gewinne und eine gewisse Monopol- stellung. Ueber die Höhe und Sachgemäßheit der Liegegelder ver« möge er keine Auskunft zu erteilen. Vom Kolonialamt sind die Räte Nachtigall» Gerstmeier und von Jakobs als Zeugen erschienen. Geheimer Regierungsrat Nachtigall vom Kolonial- amt bekundet, man habe ursprünglich mit einer AusstandSdauer von einem Monat gerechnet. Wenn Woermann ein gutes Geschäft gemacht habe, so liege das an der Länge des Krieges. Die Höhe der Liegegelder sei zum Teil durch den Mangel an rollendem Material zur Wegschaffung der Waren usw. entstanden. Unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse könne nicht behauptet werden, daß der Vertrag mit der Woermann-Linie ein uiworteil» hafter gewesen sei, wie auch nicht gesagt werden könne, daß Woer- mann in rigoroser Weise auf die Teuerungsverhälwisse in Afrika eingewirkt habe. Die Herabsetzung der Frachtsätze sei vielleicht durch die Konkurrenz der Hamburg-Bremer Afrikalmie erfolgt, es seien aber auch einige Tarifpositionen erhöht Ivorden. D i e Truppen mußten Liegegelder zahlen. Private nicht. Der LegationSrat Gerstmeier bejaht die oben angegebenen Punkte 1 bis 3 und erläutert in längeren Ausführungen den Schiedsspruch bezüglich der Liegegelder, wonach die Woermann-Linie verurteilt wurde zur Rückzahlung von 710 000 M. In bezug auf die Liegegelder müsse er auf den Schiedsspruch verweisen, daß— aber nicht in unfairer Absicht— zu viel erhoben worden sei. In der Kolonialverwaltung habe gegen die Woermann-Linie eine gewisse Animosität geherrscht, die er aber aus eigener Erfahrung mit der Woermann-Linie nicht teile. Woermann sei kein engherziger, sondern ein großzügiger Kaufmann, der allerdings die gute Kon- junkwr möglichst ausgenutzt habe. Woermann habe aus seinen Gewinnen Neuanschaffungen gemacht. Wirklicher Geheimer LegationSrat Dr. von Jakobs schildert,»vie hoch die Wassertransporte dem Reiche zu stehen gekommen sind. Der Woermann-Linie könne er keine Vorwürfe machen; sie habe vor anderen Linien keinen Vorzug gehabt. In Kapstadt seien keine Liegegelder bezahlt worden; von dort seien über 75 000 Stück Vieh von der Woermann-Linie nach Südwest- afrika transportiert»vorden. Die Mißstände, die sich beim An- stauen der Güter bemerkbar machten, seien zurückzuführen auf das mangelhafte TranZportmaterial nach dem Innern, was man aber der Woermann-Linie nicht zum Vorwurf machen könne. Das Gericht lehnt einen tveiteren Beweisantrag auf Ver- nehmung früherer Truppcnführer in Afrika ab. die bekunden sollten, daß durch die Woetnianntranspörte die Preise der wichtigsten Bedarfsartikel enorm verteuert worden seien.' Es wird noch die Aussage eines Redakteurs Schmidt- S t u t t- gart verlesen, der eine Zuschrift veröffentlicht hat, wonach für den Rücktransport des Koffers eines Offiziers an Frachtspesen 53 M. an die Woermann-Linie gezahlt werden mußten. Der Vertreter des Klägers bemerkt hierzu, daß in diesen Spesen auch die am Land« erwachsenen Ausgaben enthalten seien. In längerer Rede begründet Rechtsanwalt Haußmann bis Berufung. Die Vorinstanz habe die Satire völlig verkannt. Dem Angeklagten sei vom Unterrichter unterstellt»borden, daß ein großen Teil der Leser den Text wörtlich genommen habe. Der Vorder« richtcr habe in der Urteilsbegründung ganz neue Momente hinzu« gefügt:„Die Verhetzung des Volkes, die Beleidigung der ganzeir Reederwelt von Hamburg und die Freude an der Gemeinheit, die der Tendenz des Blattes entspreche." Daß der„Simplicissimus'' eine große künstlerische Bedeutung habe, dafür könne er sich auf; eine Zuschrift des in Hamburg wirkenden Künstlers Gras v. Kalk« rcuth berufen, der eventuell als Sachverständiger geladen werden könne. Als die inkriminierte Nummer erschien, seien eben die Woer- mann-Verträgc im Reichskage behandelt und von Dernburg scharf, kritisiert worden. Durch die Verträge sei das Reich ganz bedeuten!» geschädigt worden. Sie seien unter der Voraussetzung friedlichev Verhältnisse zum Abschluß gelangt. In dieser Verhandlung sei festgestellt, daß ein altes Schiff der Woermann-Linie(„General")! an sieben Vichtransporten beinahe eine Viertelmillion verdient Hab«. Daher müsse auf Freisprechung erkannt werden, eventuell beantrage er eine geringe Geldstrase wegen einfacher Beleidigung. Dr. Hauers meint, das erste Urteil spreche zutreffend aus, daß es sich um eine gemeine Schmähung handle, die scharf geahndet werden müsse. Das Strafmaß sei durchaus nicht zu hoch. Es sei der Vorwurf erhoben, Woermann behalie Leichen zurück, wenn die Transportkosten nicht bezahlt würden. Ueber dies« Feststellunz könne man sich nicht hinwegsetzen. Die Strafe aus 8 187 fei ganz richtig. Unter Aufhebung des fchöffengcrichtlichen Urteils wird der Angeklagte wegen einfacher Beleidigung(Z 185) zu 500 M. Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis ver- urteilt. Dieses Gericht sei der Meinung, daß nicht ein tatsächlicher Vorgang geschildert werden sollte, sondern daß es sich um eine ernste Satire handle. Daß in den Leserkreisen eine andere Auffassung über Bild und Text hervorgerufen sein könnte, habe das Gericht nicht angenommen; daher komme der Eventualdolus nicht in Frage. Der Wahrheitsbeweis für die Uebervorteilung de? Reiches durch die Woermann-Linic sei im wesentlichen nicht er» bracht. Als strafmildernd komme in Betracht, daß man Ende 1903 in parlamentarischen wie in gebildeten Kreisen der Meinung ge, wesen sei, daß die Verträge für das Reich nicht günstig waren. WitternngSüberslcht vom 2. Mai 1908, morgen» 8 llhr. filltURtn Swinembe Hamburg Sellin jjvanff.a M München ttzttn «3 a ©ä 764 SD 766 StM 764 Still 766 ND 764 SB 765 Still StÜR «- s c 5, » 11 I« 2 heiter bedeckt Nebel 1 bedeckt 5 bedeckt Regen Skitworo 8 S taparnnba 760N etcrSburg 76031 Scill» 762 O Merdeen Paris 767 D 765 Still I Wetterprognose für Sonntag, den 3. Mai 1903, EtivaS kühler, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten?! schauern und schwachen nordwestlichen Winden. VertloerliSetterburkg� PTO. W A. WERTHEIM KLEIDERSTOFFE Reinwoll. Phantasie-Kleiderstoffe 1,55 abgesetzte Streifen und Karos, ca. HO cm breit Preiswerte Posten: Reinwoll. Grenadine-Stoffe 165 Gestreifter Woll-Batist 1.75 Einfarbiger Wolltaffet � m». I.55 Lyoner-Seidenfoulard b.arok. m. 1.45, 1.90 Bedruckter W ollmusselin � 55«. WASCHSTOFFE BaumwolL Musseline mit mu. 48, 65 n Gestreifter Blusen-Zephir mu. 35, 45 pi. Bedruckter Voile-Chiffon SoSJSS'Mtr. 75 n SEIDENSTOFFE Gestreifte Blusenseide � � l.to. I.45 Gestreifte Seidenstoffe a jour mu. 2.10, 2.65 •iaganta Qualität, h aHan 2 10 Echte Schantungseide»0�«.» �. Bedruckt. Wollmusselin 7 5 1.05 Mb. mit Bordüre Abgepasste Schweizer Batist-Blusen Abgepasste gestickte Zephir-Blusen � 1.20 1.45 Serie I Serie II Serie M 1.90 2.25 I6Ö 2.25 2.75 SONNENSCHIRME Crepon- Schirme wein, mit farbigen Allaaatreifei» 3.75 Mk, RdnSeidene Schirme moderne Farben m. Atlaekante 4.50 Mk, ReinSeidene Schirme Chinimuatei mit Atlasborte 6.25 Mk. Reinseidene Schirme T.«*cb«wer«.streuen 8.75 ml Entoutcas Seid« mit Futteral, neue Farben 6.25, 3.90 Mk. Reinseidene Entoutcas spS�7.25,"�»9.75 Ein grosser Posten: Plissierte Batistjabots mit Valenciennespitzen A 1 OP und Einsatzen von Pf. bis 1.ÖX Mk. Grosse Vorsteckschleifen 95« bia 1.75 Mk, aus Tüll und Chiffon von 3 Posten TASCHENTÜCHER Schweizer Batist-Taschentücher 40, 70«. weiss gestickt Englische Batist-Taschentücher d* 1.40, 2.80 mit Hohlsaum Reinlein. Batist-T aschentücher d*. 3.20, 5 Mk mit Hohlsaum Damen-Staubmäntel PQ§fQf]' Covert coating, imprägniert, grau und mode, mit karierter Innenseite Damen- u. Backfisch-Paletots:,th 9.25. 13.75 Bcrantworilicher Jlcboflcur: Ql�rs tavibfoßn, Berlin. yuTTen�iifcrntcntcil �r-intw.: Tb.ailvcke.Bcrlin�ZVuck u. PorlagiVorwärlsBitchdrniköksi u. Perlagjgnstalt PattlHiMV St ho. Berlin ZV, Nr. 103. 25. Jahrgang. 3. KrilM iles Jonnärtü" Sttlintt llolliotlntt. Zonntllg, 3. Mai 1908. Oie frier in Groß- Die Arbeiter sind das Frühaufstehen gewöhnt. Aber nicht nur, trenn die Arbeit sie ruft, wenn der schrille Klang der Fabrikglocke oder die Dampfpfeife sie wie alltäglich ins alte Joch zwingt, auch am Maientag zum Fest der Arbeiterschaft sind sie früh auf dem Plan. Da ruft sie eine andere Arbeit, da ruft sie die Arbeit zur Befreiung der Menschheit aus wirtschaftlicher, politischer und geistiger Knechtschaft. Da strömen sie nach den Versammlungs- ftätten, um zu Tausenden und Abertausenden zu zeugen dafür, daß der Arbeiterschaft und ihren Idealen die Zunkunst gehört. So war cS auch diesmal trotz der Ungunst der Konjunktur, trotz aller Scharf- macherdrohungen. Es hieße unsere Augen absichtlich den Tatsachen verschließen, wenn wir nicht zugestehen wollten, daß die Maifeier dieses Jahres in Berlin nicht d i e Fortschritte gemacht hat, die wir ihr wünschen. Ein ganze Reihe von Berufen stehen im Kampfe oder— was ungünstiger für die Maifeier— in Unterhandlungen mit dem Unternehmertum, von denen beide Teile im wohl. verstandenen Gemeininteresse einen friedlichen Ausgang erhoffen Da galt es zweifellos, vorsichtig zu sein, Konfliktsstoff zu vermeiden und nicht Oel ins Feuer zu gießen, das zu dämpfen man bemüht ist. Fortschritte hat also unter diesen Umständen nun die Maifeier des Jahres 1908 in einer ganzen Reihe von Berufen nicht gebracht Bon einem Rückgang der Maifeier kann man aber nicht reden. Denn vielfach haben Arbeiter solcher Berufe sich die Arbeitsruhe erkämpft, die bisher an eine solche nicht denken konnten. Auch die Versammlungen waren gut gefüllt, die der Nahrungsmittelbranche in der Weberstraße, die der Schuhmacher im Friedrichshain, die der Buchbinder in.Sanssouci" und die der Metallarbeiter im Riesen. saal des.Prater-Theaters" mutzten sogar abgesperrt werden. Ab. gesehen von der Riesenversammlung, welche die Holzarbeiter all. jährlich immer in gewohnter Stärke nach der„Neuen Welt" zieht und deren Zustrom und Abstrom das Strahenbild in den ent. ferntestcn Teilen der Riesenstadt beeinflußt. Im Zentrum schrägüber dem Dom und dem Kaiserschloß hielten die Metall. arbciter eine ihrer drei großen Maiversammlungen ab. Von allen Richtungen kamen sie herbei. Aber auch die Proletarier mit dem Helm auf dem Kopfe, mit den blanken Knöpfen am Rock kennen die Maifeier. Doch ruft sie nicht ein Ideal auf den Plan. Sie zwingt das harte Gebot ihrer Vorgesetzten, deren höhere Weisheit sie nicht anzweifeln dürfen, die Maifeier ihrer Klasscngenossen so zu„regeln" und zu überwachen, daß der be- rühmte preußische Staat in seinen Grundfesten der Ungerechtigkeit nicht erschüttert, der brave Bürger in seiner Ruhe, seinen Genüssen, seinem Hasten nach dem roten Golde nicht gestört werden. Die Gegend beim Schloß hielt die Polizei auch diesmal wieder für besonders gefährdet. In königlichen, öffentlichen und Privat- gebäudcn hatte man große Mengen Bewaffneter untergebracht. Der„heilige" Dom muhte auch wiederum dazu herhalten, den Feinden der Maifeier, der Schutztruppe des Drei- klassenunrechts Unterkunft zu bieten. Ebenso die Mauern des alten Akadcmiegebäudes. Der Marstall natürlich auch. Wer da durch das offene Tor hineinblickte, mochte er nun Freund oder Feind der Maiseier sein, müßte unwillkürlich lächeln ob der vielen Pferde, die da ihren feisten Hintern zeigtey und bereit standen, mit ihren eisenschweren Hufen in die Scharen Gerechtigkeit for» dernder Proletarier hineinzutrampeln, nicht dem eigenen Triebe folgend— denn die Tiere sind gutmütig— sondern den„Vernunft- begabten Wesen", die über sie gebieten. Aber die maifeicrnden Arbeiter zeigten keine Lust, sich den Hufen der Pferde, den Mordwaffen der Polizei auszusetzen. Ruhig zogen sie ihres Weges, kamen aber in so großen Massen, daß die Polizei es schon bald nach 9 Uhr für nötig erachtete, den Feen- Palast und die Heiligegeiststraße abzusperren. Vielleicht hättdn auf den geräumigen Galerien dieses großen Saales noch einige hundert Personen mehr Platz finden können. Aber man ließ keinen mehr hinein. Die ausgesperrten Massen konnten sich ziemlich frei in der Burgstraße und den anderen Strahenzügen bewegen, soweit sie nicht abgesperrt waren, und den Schluß der Versammlung ab- warten. Der stürmische Beifall, die begeisterten Hochrufe auf den völkerbefrcicndcn Kampf der Arbeiterklasse schallten am Schluß der Versammlung weit hinaus und hallten an den Mauern des Domes, des königlichen Schlosses jenseits des Wassers wieder. Sofort kanien auch die Massen der Polizisten aus ihren Verstecken. Zu Dutzenden sperrten sie für die Maifeicrnden rechts und links die beiden Brücken, um die Schloßgegend vor dem Marsch der Arbeiter- bataillone zu schützen. Hier und da eine Aufforderung, den anderen Weg zu wählen und weiterzugehen, sonst fanden sie keine Arbeit. Die Massen fügten sich ruhig und gingen ihres Weges, der kommenden besseren Zeit gedenkend, wo leine Polizei sie hindern tvird, in jeder Weise als freie Bürger den großen Kulturgedanken der Menschheit zu dienen. In den nördlichen Stadtteilen gab die Maifeier, obgleich der vorletzte Wochentag sich wohl am wenigsten eignet, zum freiwilligen Festtag auserkoren zu werden, dem Straßenbild dennoch ein verändertes Aussehen. Es wäre falsch und unserer Partei unwürdig die Dinge zu übertreiben. Unsere Partei aber kann jedenfalls mit Stolz konstatieren, unter den ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnissen eine Maifeier ver- anstaltct zu haben, wie für ihre Ziele keine der bürgerlichen Parteien eine Feier zustande, Massen auf die Beine bringen kann. Mit dem Herannahen der neunten Vormittagsstunde be- völkerten sich die Straßen immer mehr mit sonntäglich gekleideten Arbeitern. Selbst in den verkehrsreichsten Straßenzügen, w,e Schönhauser Allee, Brunnen-, Müller- und Chouffecstraße ließen sich die Maidemonstranten von dem übrigen Publikum mühelos unterscheiden. Die„gewöhnlichen" Hand- und Lohnarbeiter freilich bilden fast allein jene Scharen, die hinweg über die klein- lichen Sorgen des täglichen Daseinskampfes und ungeachtet der drohenden Maßnahmen eines brutalen Unternehmertums den Maicntag festlich begehen. Ein Blick in die vollbesetzten Wagen der Straßenbahnen macht uns klar, daß für das Personal der Bureaus, der Amtsstuben usw. der 1. Mai keine andere Bedeutung hat und haben darf wie jeder andere erste im Kalendcrmonat. Die Techniker, Kauflcute und sonstigen Angestellten auf dem Schreibsessel oder hinter dem Ladentische, sie haben zu wenige Standesgenossen aufzuweisen, die mit den Arbeitern, wenn schon nicht mit demonstrieren, so doch den internationalen Weltfeiertag im Geiste mit feiern. Erstaunt beneiden sie auf ihrer eiligen Fahrt nach dem Stadtinnern den feiernden Arbeitsmann, der sich zum Klassenbewußtsein und vermöge seines gewerkschaftlichen Zusammenschlusses mit Gleichgesinnten aus eigener Kraft und Ueberzeugung einen Tag von dem sausenden Räderwerk der Fabrik fernzuhalten vermag. Die Versammlungen, soweit wir sie in der kurzen Zeit ihrer Tagung im weitläufigen Norden zu besuchen vermochten, waren uusnahmslos gut besucht. Die Lederarbeiter und Handschuhmacher fanden im Schmidtschcn Saale in der Prinzcnallce nicht genügend Sitzgelegenheit; Genosse Dr. Wehl, der bei Wilke vor den Schmieden und Kupferschmieden referierte, hatte ein volles Haus. Die PharuSsäle waren gut, noch besser aber der große Saal der Gcrmaniafestsäle in der Ehausseestraße besetzt. l Wir warteten dort den Versammlungsschluß ab, und was schon vorher wahrzunehmen, wiederholte sich hier: Nichts zündete mehr bei den Massen, als der Hinweis auf das preußische Wahl unrecht und der Aufruf, die Dreiklassenschmach zu stürzen. Die Polizei verhielt sich ruhig, es machten keine berittenen Schutzleute den Bürgcrsteig zum lebensgefährlichen Aufenthalt, daher war es wenige Minuten nach Schluß der Versammlungen vor den bei treffenden Lokalitäten wie sonst auch; die Schutzleute brauchten den Staat nicht zum 2. Mai hinüberzuretten. Im Osten Berlins in den Massenguartieren der Arbeiterschaft, die den 4. Reichs- tagswahlkreis zu einer Hochburg unserer Partei machen, war die Beteiligung an der Maifeier eine Ehrensache für jeden klassem bewußten Arbeiter. Es herrschte Feststimmung! In Sonntagskleidern und froh gestimmt zogen die Arbeiter am frühen Vormittag nach ihren Versammlungslokalen. In der breit angelegten Frankfurter Straße sah man überall größere und kleinere Trupps von Leuten, die sich in den bekannten Lokalen getroffen hatten, wo sie sonst die Werkstattbcsprechungen und kleine Branchenversammlungen abhalten, und die nun auf dem Wege nach den größeren Ver- sammlungshallen waren.— Hier ging ein Trupp nach dem Friedrichshain zu; dort war das Ziel„Kellers" in der Koppen st raße. In der Frankfurter Straße selbst, in der A n d re a s st r a ß e und Umgegend lagen eine ganze Reihe von Versammlungslokalen, welche sich die Gewerkschaften für den Maitag gesichert hatten. Und mit den Männern zogen die Frauen aus! Waren doch die Arbeiter aufgefordert worden, ihre Frauen mitzubringen. Wer sein Lokal nicht sogleich finden konnte, der brauchte sich nur nach den Schutzmannsposten um zusehen, die mit ihren blinkenden Helmen schon von ferne winkten. In der Umgegend der Koppenstraße wurden verschiedene Straßen- ecken noch besonders bewacht, denn man wußte, daß Kellers Lokal wieder von einigen Tausenden besucht werden würde. Um 19 Uhr waren dort schon Saal und Galerien gefüllt. Vor einer Ver- sammlung von Putzern sprach Genosse Heine. Die Bauarbeiter waren überhaupt wieder zahlreich zur Maifeier ausgezogen und inanche Baustelle lag still und verlassen da, trotz der vielen Drohungen der Bauherren, daß die Feiernden ausgesperrt würden, Freilich gewahrte man auch hier und da Tätigkeit auf einer Bau. stelle, aber die am Maitag Arbeitenden wurden von den Feiernden mit gemischten Gefühlen des Mitleids und einer gewissen Gering- schätzung angesehen. Im Südosten sah man es, daß der Morgen eines Feiertages angebrochen ist: des Wcltfeiertages der Arbeit. In den Straßen der südöstlichen Pro- letarierviertel tauchten bald kleinere Gruppen von Arbeitern in Fciertagsklcidung auf. Hier und da treffen mehrere Gruppen zu- sammen. Gemeinsam setzen sie in zwanglosem Zuge ihren Weg fort. Haben sie doch alle dasselbe Ziel. Alle sind sie beseelt von dem einen Gedanken: ihrem proletarischen Klassenempfinden Aus- druck zu geben und für die Forderungen des klassenbewußten Pro- letariats zu demonstrieren. Die Züge der Feiernden heben sich auffallend ab von dem tristen Alltagsgc triebe in den Straßen und doch erregen sie kein Aufsehen, denn hier, in den Arbeitervierteln weiß jeder, daß es feiernde Arbeiter sind, die sich heute nicht in de» kapitalistischen Frondienst begaben, und nun den. Versamm lungslokalen zustreben, wo die Gewerkschaften'ihre Maidemonsträ- tionen abhalten.- Branchen weise finden sich die Holzarbeiter' in verschiedenen Lokalen im Osten, im Südosten und auch in entfernteren Stadt teilen zusammen. In ansehnlicher Zahl sind sie überall erschienen. Nun geht es in losen Zügen durch die Straßen nach der Hasen Heide. In der„Neuen Welt" hält der Holzarbciterverband seine Maiversammlung ab.— Am Kottbuser Tor treffen gegen 9 Uhr die Scharen der Feiernden, aus verschiedenen Richtungen kommend, zu einem imposanten Zuge zusammen. Eine nach Tausenden zäh lende Menge zieht die Kottbuserstratze hinaus. Vorbei geht es am „Konzerthaus Sanssouci". Einige Schutzleute, vor dem Lokal postiert, lassen erkennen, daß auch hier eine Versammlung statt findet.— Der große Zug der Holzarbeiter setzt seinen Weg fort. An der Kottbuser Brücke wird er durch neue Massen verstärkt, die aus der Admiralstraße kommen. Taufende und Taufende ver- mcbren hier den Strom der Feiernden. Alles schaut auf den impo- santen Zug, der dem Stratzenbilde für eine Stunde ein besonderes Gepräge gibt. Zwei Schutzleute stehen auf der Brücke. Auch sie wenden dem Zuge der Feiernden ihre Aufmerksamkeit zu. Der eine der Ordnungshüter entfernt sich. Bald darauf erscheinen drei Polizeioffiziere. Ein Wachtmeister gesellt sich zu ihnen. Etwas abseits stehend konferieren die vier Chargierten miteinander. Es scheint, daß sie einsichtig genug sind, um keine Gefahr für die preußische Ordnung zu sehen. Bald entfernen sie sich wieder nach verschiedenen Richtungen und— man denke!— angesichts eines nach vielen Tausenden zählenden Zuges von Maidemonstranten bleibt nur ein einziger Schutzmann auf der Brücke zurück. Unter diesen Umständen war natürlich eine Störung der Ordnung, Ruhe und Sicherheit nicht zu erwarten! In fast endlosem Zuge geht es den Kottbuser Damm entlang, über den Hermannsplatz nach der„Neuen Welt".— Hier ist die Polizei zahlreich vertreten, hat jedoch keinen Anlaß zum«Ein- schreiten". Der große Saal ist bald gefüllt. Nur ein kleiner Bruch- teil der Feiernden hat in ihm Platz gefunden. Die Mehrzahl hält sich in dem riesig großen Garten auf. Wenn inan von der Terrasse den weiten Raum des Gartens überschaut, wenn man sieht, wie er von vorn bis hinten von einer dichten Menge gefüllt ist und wenn man bedenkt, daß viele nach kurzem Verweilen das Lokal wieder verlassen und immer neue Fcjtteilnehmer hereinströmen, dann muß man sagen: Die Maidemonstration der Berliner Holz- arbeiter war auch diesmal eine imposante. Mag die schlechte Kon- jnnktur, mögen die Drohungen der Unternehmer in manchem Einzelfalle die Arbeitsrnhe verhindert haben, so ist doch die De- monstration der Holzarbeiter in ihrer Gesamtheit dadurch kaum beeinträchtigt worden. Der Gedanke der Blaifeier hat in den Herzen der Arbeiter so fest Wurzel geschlagen, daß er nicht mehr ausgerottet werden kann. Uever die Demoustratiottsversammlungen der Gewerkschaften lassen wir folgende Einzclberichte folgen: Die Metallarbeiter hatten dieses Jahr drei Versammlungen für die Vormittagsfeier angesetzt. Alle drei Versammlungen waren überfüllt, das Palast-Theater bereits eine Stunde vor Beginn der Versammlung polizeilich abgesperrt. In den Andreas-Festsälen sprach der Genosse Handle in 1'/) stündigen Ausführungen über die Bedeutung des Tages. Neichen Beifall zollte die Versammlung den treffenden LuSfiihrmigen. Im Palast-Theater sprach der Genosse Eduard B e r n st e i n. Lang- anhaltender Beifall lohnte am Schluß den Redner für seine Darlegungen. In der Norddeutschen Brauerei sprach der Genosse Eberl zwei Stunden, dabei besonders betonend, wie gerade in diesem Jahre die Maifeier besondere Bedeutung habe. Die Versammlung gab durch häufigen Beifall während der Rede und besonders am Schluß ihr Einverständnis mit den Ausführungen I des Redners zu erkennen.--- Angemeldet war die Maifeier in der Metallindustrie für 214 Betriebe mit 6482 Arbeitern uud Arbeiterinnen. Der Verlauf und die Beteiligung an der diesjährigen Maifeier in der Holzindustrie hat bewiesen, daß die Bedeutung des 1. Mai in diesem Berufe von den Arbeitern in vollem Maße gewürdigt wird, und selbst die schwierigsten Verhältnisse werden die Holz- arbeiter nicht veranlassen, eine andere Stellung einzunehmen als die, daß die würdigste Feier des 1. Mai die ArbeUSrube ist.— Während sich Tausende von Holzarbeitern in dem ausgedehnten Konzerigarten der„Neuen Welt" drängten, referierte im großen Saale der Genosse Koblenzer über die Bedeutung des Tages. Dicht zusammengedrängt folgten die Zuhörer in lautloser Stille den Aus» führungen des Referenten, der in einstündiger wohldurchdachter Rede die Forderungen des Proletariats erörterte und das Verhalten der sogenannten Arbeiterfreunde, des Vlockfreisinns, einer scharfen Kritik unterzog. Trotz ungeheuerlicher Gesetzesbestimmungen, trotz drako- nischer Strafen ist die Arbeiterbewegung rüstig vorwärts geichritten. Gerade in diesem Jahre gilt eS, eine machtvolle Agitation zu ent- falten, um auch endlich in das elendeste aller Wahlsysteme Bresche zu legen und Arbeitervertreter dorthin zu senden, wo sie am not» wendigsten sind, in den preußischen Landtag. Hieran niitzuarbeiten muß die heiligste Aufgabe aller organisierten Holzarbeiter sein. (Stürmischer Beifall.) Unter Hochrufen auf den weiteren Ausbau des Verbandes gingen die Versammelten auseinander. Die Ver- sammlung wurde durch stimmungsvolle Lieder des Arbeiter-Sänger- bundes eröffnet und geschlossen. Imposant gestaltete sich die Maiversammlung der Maurer. Auch in diesem Jahre, trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Depression, trotz des Tobens und Wütcns der gesamten Gegnerschaft auf ae- werkschaftlichem und politischem Gebiet war der große Saal der Berliner Bockbrauerei von klassenbewußten Maurern dicht besetzt und überfüllt. Auch der große Garten mußte zur Aufnahme der Er- schienenen mit herbalten. Eröffnet wurde die Feier durch eine aus- gezeichnete Leistung des Gesangvereins der Berliner Maurer. Im Saale lauschte die Masse den gediegenen Ausführungen des Verbandskollegen S i l b e r s ch m i d t, der mit den Herrschenden und Ausbeutern scharf ins Gericht ging. Wiederholt von Beifallskundgebungen unterbrochen, wies der Referent zum Schlüsse die Anwensenden darauf hin, sich nur auf sich selbst zu verlassen in dem Bewußtsein, daß nichts anderes die Arbeiterklasse aus der gegenwärtigen Schmach und dem Elend befreien kann, als ihr Klassenbewußtsein, ihr Zusammengehörigkeits- und Solidaritätsgefühl. Zum Schluß trug der genannte Gesangverein die Arbeitermarseillaise vor. Die Versammlung der Putzer, die im Zentralverbande der Maurer organisiert sind, tagte in Frehers Festsälen in der Koppen- straße. Saal und Galerien waren überfüllt. Das Referat des Genossen Heine wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der Gesangverein der Putzer leitete die Feier würdig ein. Die Zimmerer waren in der Brauerei Friedrichshain in einer Anzahl von 2009 Personen versammelt. Davon waren 1676 durch Stenipelinig im Mitgliedsbuch festgestellte Mitglieder des Zentral- Verbandes. Genosse D u p o n t referierte. Die Stimmung war eine dem Weltfeiertage entsprechende, die Resolution der Gewerkschafts- kon, Mission wurde mit Begeisterung angenommen und die Versammlung mit einem brausenden Hoch auf die völlerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. Dje Persgsflinluyg der Bauhülfsarbeiter bei Kliems in der Häfenheids war von annähernd 1M9 Personen besucht.' Referent war Genosse Drunfel. Derselbe erntete reichen Beifall für seine Ausführungen. Die Versammlung der Maler- nr Dräsels Festsälen war über- füllt. Etwa 899 Personen folgten den ausgezeichneten Ausführungen des Genossen Patloch mit Spannung und lohnten dieselben mit reichem Beifall. Die Stukkateure Berlins waren in großer Zahl bei Elsner, Kaiser-Wilheln'.straße versammelt und hörten begeistert einen Fest- Vortrag des Genossen Robert Bahn an. Nach Aimahme der Maireiolution wurden einige Verhaltungsregeln für alle diejenigen erteilt, welche zum erstenmal in diesem Jahr auf Grund allgemeiner Scharfmacheranweisung sechs Tage aussetzen müssen. Sie haben sich unverzüglich am 2. Mai im Arbeitsnachweis, Rückerstr. 9 IV, zu melden. Im großen Saale des GewerkschastshanseS hielten die Töpfer Berlins ihre Maiversammlung ab. Referent toar der Genosse S t r ö b e l. Nach seinem mit reichem Beifall aufgenommenen Vor- trage fand die vom Ausschuß der Gewerkschaflskommission vor- geschlagene Resolution einstimmige Annahme. Besucht war die Ver- sammlung von zirka 1509 Personen, darunter vielen Frauen. Die Maiversammlung der Dachdecker nahm einen prächtigen Verlauf. Nach einem vorzüglichen Referat des Genossen B a r tz ge- langte die Resolution der Berliner Gewerkschaftskommisfion ein- stimmig zur Annahme. Anwesend waren 176 Kollegen mit sehr vielen Frauen. In Anbetracht der Verhältnisse im Gewerbe war die Beteiligung eine gute. Die Unternehmer hatten nämlich beschlossen, sieben Tage auszusperren. Auch sind die Arbeitsverhältnisse keine guten. Die Versammlung der Steinarbeiter war von zirka 799 Per- sonen besucht. Es referierte Genosse S i l l i e r. Die vom Ausschuß der Berliner Gewerlschaftskommisston empfohlene Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung der im Steinsctzbenif beschäftigten Arbeiter betrug schätzungsweise 6—799. Das Referat de» Genossen Wuschik wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Versammlung der Glasschleifer» Glaser und Glasbläser bei Litfin in der Meinelersiraße war gut besucht. Jedoch feierten nicht so viele in Arbeit stehende Berussgenossen als in früheren Jahren. Die große Arbeitslosigkeit im Glascrgcwerbe wirkte auch auf die diesjährige Feier. Es waren fast so viel Arbeitslose an- wesend, als in Arbeit stehende. Das Referat hatte. Dr. Zadel übernommen. Die Versanimlung der im Handels- und TranSportgcwerbr be- chäftiglen Personen fand im„Deutschen Hof" in der Luckauerstraße statt. Der große Saal und die Galerie desselben waren überfüllt. Vor etwa 1599 Personen hielt Genosse Dr. Herzfeld das Referat, das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die Sänger- abteilniig des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes verschönte die Feier noch durch gut vorgetragene Freiheitslieder. Nahezu 899 Schmiede und Kupferschmiede waren in der Maifest- Versammlung bei Wille in der Brunnenstr. 188 anwesend. Referent war der Genosse Dr. Wehl, welcher in seinem IVg stündigen, vor- züglichcn Referat den Anwesenden die Bedeutung der diesmaligen Maifeier unter Beziehung auf die wirtschaftliche Krise und die be- vorstehende Landtagswahl klarlegte. Genosse Wehl schloß seine Ausführungen mit einem Hoch auf den 1. Mai. In seinem Schluß- wort ermahnte der Vorsitzende Sie ring die Anivesenden zu reger Teilnahme an den bevorstehenden Wahlkampf. Aeußerst stattlich war die Versammlung der Sattler besucht. Rund 1999 Personen füllten den große» Saal der.Arminhallen". Die trefflichen Ausführungen des Genossen Emil K l o t h, der daS Referat übernommen hatte, wurde sehr häufig von dem Beifall der Zuhörer unterbrochen. In der von 899 Mitgliedern besuchten Versammlung der Tapezierer bei Mendt in der Veuthstraße sprach Spliedt. Der Vor- trag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Nachdem ein drei- aches Hoch auf die Internationale aufgebracht war. verließen die Versammelten das Lokal unter Absingen der Marseillaise. Sine imposante Versammlung hielten die Rabitzer und Nementierer(Sektion des ZentralderbandeS der Maurer) in dcn Germaniasälen. Lhausseestr. 110. ab. Annähernd 1500 Männer und Frauen hatten im großen Saale Platz gefunden. Genosse oh n hielt das Referat. In tiberzeugenben Worten schilderte derselbe in einstündiger Rede unter lebhaftem Beifall der Ver- sammelten, wie gerade zurzeit der gegenwärtigen wirtschaftlichen tiri,e. unter welcher die Arbeiter durch lange Arbeitslosigkeit am schwerßen betroffen werden, der Gedanke der Arbeitszeitverkürzung orUi � stunden, für welche wir am 1. Mai demonstrieren, in jedem Arbeiter wachgerufen werden muß. Ferner wies er auf die Be- deutung der politischen Rechte für die Arbeiterschaft hin. und darauf, wie dringend notwendig es ist. im preußischen Landtag ebenfalls eine Vertretung für die Arbeiterschaft zu oekommen. Der Vorsitzende sprach im Anschluß daran seine Genugtuung über die Tatsache aus, daß trotz der AuSsperrungSdrohungen der Untcr- mchmer die Kollegen so zahlreich zur Maiseier erschienen seien. Er ermahnte die anwesenden Kollegen sowohl als auch deren Frauen, sich der politischen Partei anzuschlkcßen und die Wabl- berechtigten, am 8. Juni der einzigen Arbeiterpartei, der Sozial- dcmokratie, ihre Stimme zu geben. Nachdem gab der Vorsitzende noch bekannt, daß ein Telegramm der in Oldesloe beschäftigten Kollegen eingetroffen ist. worin dieselben die anwesenden Kollegen zur Maifeier beglückwünschen. Trotz der Androhung der Fliesengeschäfte, diejenigen Fliesen- leger, welche den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, in diesem Jahre b,s zum 7. Mai auszusperren, war die Beteiligung besser als in den Vorjahren. Von 127 Mitgliedern der Sektion, welche in Arbeit stehen, meldeten sich 103 Mann zur Kontrolle und nahmen an der Vormittagsvcrsammlung teil. Die Porlefeuillcr waren in den Srminhallen. Kommandanten- straße. in der Anzahl von zirka 400 versammelt. Die fein pointierten Ausführungen des Genossen Heilmann fanden den lebhasten Bei- fall der Versammelten. Die Versammlung der BootSbaner war im Gegensatz zu der vom vorigen Jahre nur schwach besucht. Referent war Genosse Slnrichsen. Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen, ebenso die Mairesolution. Die Buchdind« waren im Lokale„Sanssouci' in derKottbuser- Straße versammelt. Um 10 Uhr war das Lokal polizeilich geschlossen. Das Referat hielt der Genosse Mar Grunwald, dessen Aus- stihrungcn oft von stürmischen Beifallsbezeugungen begleitet waren. Nach etilem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung trennten sich die Teilnehmer der Versammlung. Die Versammlung der Bildhauer in der„Alhambra', Wallner- Theater-Straße, war gut besucht. In ihrem Referat brachte Frau Klara Wehl den Demonstrationsgedanken zur Erringung des freien gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts sowie den Gedanken der Maifeier vorzüglich zum Ausdruck. Der Verband der Hnfe.iardeiter hatte eine gut besuchte Mai- ver.animlung. Die Besucher derselben»ahmen den Bortrag des Genossen Hartmann mit großem Beifall entgegen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Schühindustrle waren im „Schiveizergarten" stärker denn je in einer Anzahl von SWX) Per- 1 v" en vertreten, trotz der zum ersten Wlal angclündigte» etntägigen Aussperrung seitens des orgauisterten Unternehmertums. Die Ardeils- ruhe war eine fast vollständige und die» zugleich die beste Antworl auf da« Aussperrungssteber der Fabrikanten. Dicht gedrängt lauschte die Menge dem lehrreichen und mit Begeisterung aufgenommenen Vortrage des Genossen Emil D i t t m e r. Durck GesangSvorträge der GesangSabtetiung des gcntralverbandes der Schuhmacher wurde die Feier eröffnet und geschloffen. Gegen 10 Uhr erfolgte die polizeiliche Absperrung de« Lokals. Die Schneider uiid Schneideriiinen hatten sich in einer Anzahl von zirka 2500 in Keller»„Neuer Philharmonie' eingefunden. Der Geiaiigverein der Sckmeider trug zu Beginn und am Schluß der Leriaiiunluiig eindrucksvolle Gesangsvorträge vor. Genosse Pötzsch hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Die Vcrsamililung der Wiischeardeiter und-Arbeitcr'mnr» und Hutmachcr fand wie alljährlich in den„Patriu-Festsälen", Gr. Frank- furterstr. 23, statt. Die Textilarbeiter hatten dlcfes Jahr gesonderte Versaniiiilung. Die Lcriammlung wurde durch das Lied„Der Lenz", vorgetragen von Mitgliedern des Gesangvereins„Gleichheit" und„Einigkeit' von der Gewerkschaft der Hutmacher, eingeleitet. Genosse Borgmann referierte rn einstündigem Vortrag. Der reiche Beifall, welcher ihm zu teil wurde bewies, daß er zu Herzen der Aiiivesenden sprach. Nach einer kurzen Aufforderung der Ge- nossen Merkel und Eue. kräftig in die Agitation für die Gciverk« schaften und Partei einzutreten, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. Die Versammlnng der Textilarbeiter fand in der„KönigSbank' statt. ES war das erste Mal, daß diese sprichwörtlich schlecht gestellte Gruppe der Arbeiterschaft eine eigene Versammlung abhielt. In Anbetracht der Umstände und in Anbetracht namentlich der gegen- wältigen Krise war der Besuch der Versammlung ein guter zu nennen. Genosse Kunze konnte vor 600 Personen sprechen. Die Versammlung der nun geetnigten Kürschner war von über 660 Personen besucht. Nach einem mit Beifall aufgenommenen Referat der Genossin Ida A l t m a« n richtete der Vorsitzende Kollege R e g g e zündeiide Worte mit Beziehung auf die am 1. Mai stattgefuudene Verschmelzung der beiden Organisationen an die Bersammelten. Der Gesangverein tat zur Verherrlichung der Feier sein möglichstes. Die Versammlung der Gmieinde- und Staatsarbeiter im Köyia- stadt-Kasino war gut besucht, besser sogar alö im Vorjahre. Genosse Haß referierte, oft vom Beifall der Anwesenden unterbrochen. Die Versammlung wurde stimmungsvoll eingeleitet und beendet durch Vorträge des Gesangvereins der Putzer. In der V-rsamnilung der Arbeiter und Arbeiterinnen aus den Nahriinzö»«»d Geiuißmtttclgcwerdr» waren weit über 1000 Personen anwesend. Obgleich der große Saal von Bocker in der Weberslraße schon eine volle Stunde vor Beginn der Versammlung polizeilich abgesperrt wurde, mußten viele Hunderte von Personen zurück« gewiesen werden. Die LederbearbeitungSindusttir hatte ihre Maiversammlung bei Schmidt in der Prinzenallce. Zirka 400 Demonstranten füllten den Saal. Referent war Karl Schneider. Die Festveranstaltungen der Partei in den Nachmittags- und Abendstunden trugen das übliche Gepräge. Der erste Wahlkreis beging diesmal das Maifcst in den Gesamträmnen v. Happoldts Brauerei in der Hasenhei.de. Im Garten erfreute ein gutes Orchester durch seine Weisen. Für den vokalen Teil war die „Typographia" gewonnen. Mustergültig, wie iminer, brachte der Chor die Gesänge zu Gehör. Viel Anerkennung erwarb sich auch der Turnverein„Fichte". Nicht' nur durch das, waS er tureneri» h bot, sondern auch dadurch, daß er sich der Kinder annahm. Junge Mädchen auS dem Verein sammelten die Kleinen in Scharen um sich und leiteten sie zu allerlei Spielen an. Ein lieblicher Anblick. Im neuen großen Saal sprach RcichStagSabgeordncier E m m e l- Mülhausen vor einer dicht gedrängten Zuhörerschaft über unsere Forderungen auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet, unter be- sondercr Berücksichtigung dessen, was mit der Maifeier eng zu- sammenhängt. Lebhafter Beifall wurde dem Redner zuteil. Zu erwähnen ist noch, daß Albert Maffini mit der Rezitation, der dem Tage angepaßten Dichtung.Auferstehung' parken Eindruck machte. Zweiter Wahlkreis. Die Genossen des zlveiten Wahlkreises beschränkten sich nicht. wie früher, auf die V o ck b r a u e r e i, sondern hatten in K l i e m S F e st s ä l c ii und Garten nocb ein zweites Festlokal gewonnen.„Auf dem Bock" konzertierte das Berliner Sinfonieorchester des Musik- direktors Maximilian Fischer. Abtvechselnd mit der Liedertafel West, deren Gesänge Herz und Kopf vom Druck des Alltags be- freiten, und der Frühlingsstimmung, der Hoffnung auf em großes Werden in Natur und menschlicher Gemeinschaft Ausdruck gaben. Mitglieder des ArbeiterturncrbundeS zeigten ihre Kraft und Ge- schicklichkeit. Den Höhepunkt bildete die Festrede des Reichstags- abgeordneten Richard Fischer im großen Saal, der garnicht alle die fassen konnte, die zur festgesetzten Zeit aus dem weiten Garten hinzuströmtcn.„Frühlingsstürme", der Sang Schulkens, durchbrauste den Saal.—„Und sie bewegt sich doch!" Diesen trotzigen Kampfruf Galileis stellte Fischer an die Spitze seiner Rede.-- Bei Kliems, wo der Besuch in den Abendstunden ein recht guter wurde, trug viel zur Verschönerung der Feier die „Kreuzberger Harmonie" bei. deren gesangliche Leistungen allge- mein anerkannt sind. Die Gedanken der Maifeier legte Reichtags- abgeordneter E h r h a r t-LudwigShafen dar.— Dritter Wahlkreis. In der„Neuen Welt" in der Hascnheide hatte wieder der dritte Wahlkreis sein Hauptquartier ckufgeschlagcn. Der Niesengarten, den schon nachmittags einige tausend Personen be- suchten, war stimmungsvoll dekoriert. In den Abendstunden war der Andrang ein ganz außerordentlicher. Die dem Frühling und dem Drängen nach Befreiung gewidmeten Lieder der Arbeiter- sänger wurden mit Dank entgegengenommen, ebenso die Produt- tionen der turnenden Jugend. Gegen acht strömte eine fest- freudige Menge nach dem Riesensaal, der bald bis zum lehren Platz gefüllt war. Wolfgang Hein«, der Abgeordnete des Kreises, feiert« in beredten Worten die Bedeutung des TageS.— Im Garten gab cS zum Schluß noch ein großes Feuerwerk, das mit Recht ein brillantes genannt wurde. Im Gewerkschaftshause wurde den Festgenossen und Genossinnen eine Fülle von Anregung und Genuß geboten. Musik- stücke in reicher Auswahl wechselten mit Liedervorträgen der Konzertsängerin M i l l y W a g e n c r, die, wie die Chorgesänge des MännerchorS„Union" und des Sängervereins„Südost", leb- hasten Beifall fanden. Das Auftreten des Humoristen Herrn S ch ä f f e r, der übrigens auch ernste Töne anzuschlagen verstau?, fanden ebenfalls großen Anklang. Den Höhepunkt der Feier bildete auch hier die kurze, kraftvolle Festrede des Reichstagsabgeord- neten Wolfgang Heine.— Das Hoch auf die völkerbefreiende Arbeitevbewegung, womit der Redner' schloß, weckte brausenden Widerhall. Vierter Wahlkreis In K e l l e r S F e st s ä l e n in der Koppenstraße hatte sich eine zahlreiche Teilne�merschaft eingefunden. Der Abend sah ein voll- ständig gefülltes.yaus. Der kleine Saal gehörte den Tanzlustigen. Im großen Saale wurden den Gästen Musik- und Gesangauf- führungcn geboten. Lebhaften Beifall fanden die Leistungen der Turner vom Verein„Fichte", die an Reck und Barren ihre tadel- losen, von den Behörden als staatSgcfährlich gestempelten Turnkünste vorführten.— Die Festrede hielt Paul Hirsch. In der Brauerei Friedrichshain waren die Säle trotz fortwährenden Kommens und Gehens der Festteilnehmer ge- drängt voll. Verhältnismäßig wenige waren geneigt, sich im Garten aufzuhalten, so daß hier nicht der sonst gewohnte Andrang herrschte. Im großen Saale wurde das Konzert, ivelchcs am Nachmittag im Garten begonnen hatte, am Abend fortgesetzt. Dem ernsten Teil der Feier wurde Genosse B ö h l c- Straßvurg durch seine mit leb» haftcm Beifall aufgenommene Festrede gerecht. MenteS Volksgarten zu Lichtenberg war das Festlokal für den äußersten Osten deS vierten Wahlkreises. Der nicht sehr große Saal war nur für den Tanz bestimmt, so daß die'ioeitauS größte Zahl der Fcsttcilnehmer hier nur auf den Garten angewiesen waren. DaS muß natürlich bei ztveifclhaftem Wetter auch auf den Besuch deS Festes ungünstig einwirte». Aber trotzdem hatten sich Tausende von Arbeiterfamilien cingesunden, um das Maifcst zu feiern und sich zu erfreuen an Musik und Gesang, turnerischen und athletischen Aufführungen und einem Feuerwerk, welches namentlich bei der Jugend ungeteilte Bewunderung fand. In Sanssouci war besonders in den Abendstunden der Besuch außerordentlich zahlreich. Auch hier fehlte e» nicht an reichen Musikgenüsscn und auch hier erfreut« und begeisterte der Arbeiter. sängerbuiid die Festgenossen mit Liedern des Kampfes für eine bessere Zukunft. Lebende Photographien und turnerische Aus- führungcn brachten Abwechselung und größere Fülle in daS Pro- gramm. Ernste und zu Herzen gehende Worte sprach der Genosse Waldeck Manasfe, der, obtvohl er anderentags als Kranker eine Heilanstalt auf,uchcn mußte, als Festredner dem Rufe der Genossen gefolgt war. In Ludwigs Viltoriagartcn wie in BeylerS Gartenlokal, beide an der Köpenicker Landstraße gelegen. konnte man ebenfalls nicht über schlechten Besuch klagen. Man saß bei dem ziemlich milden Wetter im Garten, lauschte der guten Musik und mit besonderer Andacht den trefflichen Chorgesängen unserer Arbeitersänger. Mit größter Begeisterung und brausendem Beifall wurde vor allem das alte Kampflied, die«Marseillaise", begrüßt. Fünfter Wahlkreis. Im„SchweizerGarte n", dem seit Jahren von ihnen be- nutzten Festlokal, fanden sich auch diesmal die Genossen des fünften Wahlkreises zusammen. Das zweifelhafte Wetter in den Nach- Mittagsstunden, der dicht bewölkte Himmel, der ab und zu leichte Niederschläge zur Erde sandte, veranlaßte manchen, mit dem Belach deS Festes noch zu zögern. Gegen Abend jedoch füllten sich Saal und Garten. In stattlicher Zahl kamen die Genossen mit Weib und Kind, um sich an den Darbietungen des Festkomitees zu er. freuen. Ein reichhaltiges Konzertprogramm bot mancherlei Ab- wechselung durch Solovorträge, Auftreten von Spezialitäten und turnerischen Aufführungen des Vereins„Fichte".— Die Maikühle ließ einen dauernden Aufenthalt im Freien nicht zu. Die einen gingen, andere kamen. So herrschte natürlich keine drückende Fülle, wenn auch die Gesamtzahl der Festteilnehmer hinter der gewohnten Höhe nicht zurückgestanden haben wird. Am ausdauerndsten, weil durch die Ungunst des Wetters nicht beeinflußt, waren die Tanz- lustigen, die im Saale auf ihre Weise ihrer Festfreude Ausdruck gaben. Sechster Wahlkreis. Der Garten der Kronenbrauerei zeigte einen reichen Schmuck roter Flaggen, die manches kernige Wort als Inschrift trugen. Ein Polizeileutnant kam schon vormittags und musterte den Garten mit kritischen Blicken. Er hatte Bedenken, ob diese gar zu rote Ausschmückung für einen Garten zulässig sei. Nachmittags kam er nochmals, als gerade ein lustiges Theaterstückchen aufgeführt wurde; er betrachtete den Garten und wollte genau wissen, wann die Festrede beginne. Eine Maifestrede ohne Polizei würde auch entschieden an Wirkung verlieren, denn die Anwesenheit der Polizei bietet die beste Illustration der Unfreiheit deS Proletariats. Die Festansprache hielt Genosse S t r ö b e l. der es verstand, die Mai- forderungen des internationalen und die Wahlrechtsforderungen des preußischen Proletariats den Anwesenden vor Augen zu führen. Die Gesangvereine„Vereinte SangcLbrüder" und„Unverzagt" fanden reichen Beifall, ebenso die Turner und die Athleten vom Ver- ein„Germania 1887". In der Patzenhofer Brauerei waren viele Familien schon am frühen Nachmittag gekommen, aber erst der Abend brachte den stärksten Zustrom. Die Gesangverdine„Liederlust II" und „Vereinigter Sängerchor Nordwest" trugen ihre Weisen unter stür- mischem Beifall vor. Die Augen der Zuhörer leuchteten, als die „Marseillaise" ertönte oder die„Frühlingsstürme" von Schulken oder«Nicht verzagt!" von Seidel, worin es heißt: Nicht verzagt, du junger Streiter, Hängen Kutten auch vorm Licht; Mit den Kutten deckt man Blößen, Aber Sonnen deckt man nicht. Nicht verzagt, du Mann der Arbeit, Dräut Altar auch, Thron und Geld, Gegen Freiheit, Recht und Wahrheit Gibt es keine Macht der Welt! Freudig begrüßt wurden die Turner. Immer neue Abwechse- lung gab es im Programm. Mit Aufmerksamkeit und großem Bei- fall wurde die Festrede des Genossen Dorgmann aufgenommen. Die Bockbrauerci in der Chaussccstrasg: war von den Ge- nossen der 6. Abteilung für das Maifest erwählt, das unter Mit- Wirkung der Gesangvereine„Sangcssreude 1005",„Humanität", „Freies Lied",„Nordwocht" und dem„Gesangverein der Zimmerer" einen der Würde des Tages entsprechenden Verlauf nahm. Leb- haften Beifall fanden die turnerischen Aufführungen von Mit- gliedern des Turnvereins„Fichte". Die Festrede hielt Genosse Lehmann- Mannheim, der in seinen Ausführungen noch be- sonders hinwies auf den Kampf, den wir in Preußen um die stärkste Feste der Reaktion, das preußische Abgeordnetenhaus, führen. In den Pharus-Sälen, weit draußen in der Müller- straße, hatten die Genossen die Gesamträume zur Verfügung. Ueberall ein reichhaltiges Extraprogramm, im großen Saal, im Gartenlokal und im Busch-Rcstaurant. Von 4 Uhr nachmittags ab begannen sich die Räume zu füllen, nach 7 Uhr kamen die Gäste in Scharen herbei. Aus irgendeinem Teile des Etablissements tönten fast immer die Klänge der Musik. Humoristen traten auf. Sänger, Turner und Athleten wirkten mit, eine frohe Stimmung herrschte in der zahlreichen, sich drängenden Menge. Der F-stredller, Genosse Bauer, verstand die Aufmerksamkeit der Hörer durch eine mariige Ansprache zu fessein Freudige Aufnahme bei den Bsr- sammelten fand eine telegraphisch übermittelte Sympathietund- gebung der zurzeit in der Heilstätte Beelitz weilenden Arbeits- brüder. Die Genossen des Gesundbrunnens hatten vier große Letfale gemietet, um dem Ansturm der dort überaus zahlreichen Arbeiter- bevölkerung genügen zu können. Alle Lokale waren entspeechend der Bedeutung des Tages dekoriert und schon früh-eitig flutete eine festliche Menge in den Gärten. Verschönt wurden die Ver- anstaltungen durch die Mitwirkung von Gesangvereinen. Turnern und Kraftspo'-tklubs. Das Hauptinteresse des Abends konzentriert« sich jedoch auf die Festreden. In Ba l l sch m ie d e r s Salon sprach Genosse Ed. Bernstein, im Bernhard- Rose-Theat er der Abgeordnete deS Kreises, Genosse Lebe- bour. im Volks garten Genosse Dr. Wehl und im Marienbad Genosse Tbeod. Fischer, die mit ihren AuS- führungen den lebhaftesten Beifall der Anwesenden auslösten. In der Schönhauser Vorstadt waren der B e r l i n e r P r a t e r und Fröbels Allerlei. Theater schon am frühe« Stach- mittag das Ziel der den Weltfeiertag festlich begehenden Prole- tarier. Der manchmal recht bedenklich ausschauende, rcgenschwangere Himmel hielt Mann und Frau nicht ab. ihren Feiert� m Ge- meinschaft mit Gleichgesinnten zu begehen. Andächtig lauschte man den brausenden Klängen der Arbeiterlieder, die rn Text und Melodie eine bessere, freiere Zukunft künden, aber auch mit nicht geringerer Aufmerksamkeit wurden die Vorführungen der Arbeiter- turner und Krastsportvereine verfolgt. In ihren Festreden ver- standen es die Genossen Davidsohn und U ck o, wiederholt von Beifall unterbrochen, den WahlrechtZkampf und die Mmfeier- gedanken zu verbinden. m In der„Neuen Welt" ist am 1. Mai bei der vom 3. Kreis ver- anstalteten Festlichkeit ein Damenportemonnaie verloren worden. Der Finder wird um Abgabe an Pohl, Naunynstraße üO, gebeten. Die Maifeier in den Bororten. Die uns aus den Vororten zugegangenen Bericht« über den Verlauf de? 1. Mai sprechen durchweg von einer erfreulichen zahl. reichen Beteiligung an der Protestkundgebung d«S Proletarier- tt)i �rtaaö» Die Versammlung der Gewerkschaften SchönebergS war von 1000 Personen besucht. Der Referent. Genosse Dr.«ilber. stein, behandelte in seinem Vortrage die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen, gedachte der sozialpolitischen Gesetzgebung und kennzeichnete treffend die politische Situation. In Rixdors fanden drei Versammlungen statt, die sich alle eines guten Besuchs erfreuten. Di« Genossen S a f f e n b a ch. Rehbein und Wücke verbreiteten sich injhren Referaten in eingehender Weife über die Bedeutung des Tages. Charlottenburg. Die hiesigen Maiversammlungen, arrangiert von der Gcwerkschaftökommission, standen diesmal unter dem Zeichen der wirtschaftlichen Krise. Im großen Saale des Volks- Hauses sprach der Genosse Stadtverordneter Paul Hirsch dor un- gcfähr 700 Personen. Im kleinen Saale des VolkShauseS, wo der Genosse Jacob referierte, waren ungefähr 150 Personen an- wesend. Die bei Schulz im unteren Saale angesetzte Versammlung der Fabritarbeiter. Metallarbeiter und einiger kleineren Aewerl- schaften, wo der Genosse Flemming sprechen sollte, wurde wegen geringer Beteiligung mit der im oberen Saale tagenden Ver» sammlung der Holzarbeiter usw. vereinigt. Vor dieser Versamm- lung, die nun 700 Teilnehmer zählte, hielt der Genosse Karl Giebel. Berlin das Referat. In allen drei Versammlungen gelangte die Resolution der Berliner Gewcrkschaftskommission zur einstimmigen Annahme. Wilmersdorf. 300 Maidemonstranten lauschten im Luiscnpar! den Ausführungen des Genossen G a i d a. In fesselnder Weise verstand cS der Referent, den Versammelten ein Bild der Klassen- kämpfe aus dem grauen Altertum bis in die Neuzeit vor Augen zu führen. Uebergehend auf das Elend der preußischen Dreiklassen- schmach. wies er auf die bevorstehenden Landtagswahlen hin und forderte die Zuhörer auf, sich sehr rege daran zu beteiligen. In Britz hatten sich im Lokal von Schöneverg in der Rudower Straße etwa 200 Personen eingefunden, um das Referat des Genossen Richard Leopold zu hören. Stimmungsvolle Lieder des Arbeitergesangvcrcins erhöhten die Stimmung der Versammelten. In Groß-Lichterfelde fand die Vormittagsversammlung im „Kaiserhos" statt. Ueber die Bedeutung der Maifeier hielt die Genossin Simon einen zündenden Vortrag, der in einen kräftigen Appell an die Versammlung bezüglich der bevorstehenden Landtags- wählen auSllang und mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. In Lankwitz referierte vor etwa 100 Personen Genosse Katzen st ein. Grünau. Die gleiche Zahl von Teilnehmern hatten sich am hiesigen Orte versammelt, um dcn Vortrag des Ge- nossen Liesegang entgegenzunehmen. Für hiesige Verhältnisse war der Besuch ein sehr guter. DaS Gewerkschaftskartell von AdlerShof hatte zu vormittag eine Versammlung einberufen, zu welcher etwa 400 Besucher ge» kommen waren. Genosse W e r m u t h hielt das Referat. Für die Orte Nieder-, Oberschöneweide und JahanniStal fand gemeinschaftlich vormittags eine Versammlung statt, in der Genosse Artur H i e b e l an Stelle deS Genossen Mutz!» sprach. 300 Teilnehmer. NowaweS. Die Vormiitagsverfammlung, in der Genosse Zubeil sprach, war von 750 Personen besucht. In Schmargendorf war in der zu vormittag anberaumten Der- sammlung infolge irgendeines Versehens kein Referent anwesend. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Abends sprach Genosse Dr. Cohn. Potsdam. Bei Ladenthin waren 90 Personen zusammen» gekommen, die den Darlegungen des Genossen U ck o über die Be- deutung der Maifeier aufmerksam folgten. ES wurde eine Snm- pathiekundgebung für den Kandidaten des Kreises, Genossen Dr. Karl Liebknecht, beschlossen. In Caputh wurde der 1. Mai wie alle Jahre durch Arbeits- ruhe begangen. Genosse Sailer aus Luckenwalde sprach am Vor- mittag vor 175 Feiernden. Nachmittags fand Konzert statt. Alt-Glienicke. Es fand nur eine Abendversammlung statt. Dieselbe war von zirta 400 Personen, darunter viel Frauen, be- sucht. Nach einem Referat des Genossen Hildebrnndt-Rixdorf fand die Resolution der Gcwerkschaftökommission einftlmmige Annahme. Die Versammlung wurde durch Vortrag von Liedern durch dcn Glicnickcr Gesangverein eingeleitet und geschlossen. Wcißcnsee. Gegen 1500 Personen waren im Schloß Weißensce beisammen, um die Ausführungen des Referenten, Genossen Ha» macher über die Notwendigleit der gewerkschaftlichen und po» Mischen Organisation zu hören. Der Arbettergesangverein„Freie Sänger" trug durch Absingen einiger Kampflieder zur Wer- schönerung des Tages bei. Lichtenberg. Der„Schwarze Adler" beherbergte am Vor. mittag gegen 1— aus den Bauten und Zimmerplätzen, in den Fabriken und Werkstätten, fast überall, m allen Betrieben, mit nur wenigen Ausnahmen, herrscht völlige Arbeitsruhe." Kiel. Trotz der daniederliegenden Konjunktur, infolge deren zurzeit allein im Baugewerbe mindestens 1500 organisierte Arbeiter weniger hierorts gezählt werden, als in sonstigen Jahren um diese Zeit, hat sich die Maifeier auf der Höhe der Vorjahre behauptet. 17 Gewerkschaften, darunter sämtliche Kategorien der auf Bauten beschäftigten Arbeiter, hatten die allgemeine Arbeitsruhe beschlossen, und wo ein solcher ausdrücklicher Beschlutz nicht vorlag, ließen es sich überall zahlreiche Berufskollegen nicht nehmen, auf eigenes Risiko sich den Scharen ihrer feiernden Klassengenossen an- zuschließen. Besonders erfreulich war es, daß die Holzarbeiter, deren Organisation mit Rücksicht auf die Flaue der Konjunktur und die Aussperrungsdrohung ihrer Arbeitgeber sich zlvar mit grosser absoluter, aber nicht mit der durch daS Statut erforderten �-Majorität für die Arbeitsruhe erklärt hatte, genau wie in den Vorjahren ihren Arbeitsplätzen fern blieben. So ruhte auf den Bauten die Arbeit vollständig, desgleichen in der Bekleidungs- iirdustrie. und auch in der Metallbranche, wo gleichfalls ein Aus. spcrrungSbcschlutz der Scharfmacher bekannt gegeben war, standen zahlreiche Werlstätten leer. Vormittags waren in Kiel und den Vororten fünf Ver- sammlungen arrangiert, von denen besonders die beiden in den größten Lokale» Kiels, dem.Gewerkschaftshause" und dem„Eng- lijchen Garten" anberaumten, sowie die in Gaarden überfüllt Ed. Fuchs, verstand eS in vorzüglicher Weise, den Genossen die Bedeutung der Feier des 1. Mai klar zu machen, wobei er zu gleicher Zeit die ganze Gesellschaftsordnung einer herben Kritik unterzog. Am Schluß seiner Rede wies er auf die Landtags- wählen hin und forderte auf, den letzten Mann an die Urne zu bringen, um den Protest gegen die Dreiilassenwahl zu einem recht nachhaltigen zu gestalten. Der Nachmittag vereinigte die Feiernden in fröhlicher Weise bei Tanz- und Kinderbelustigungen, verbunden mit Vorträgen des Gesangvereins„Echo" bis in die späten Abend- stunden. Für den Bezirk des Wahlvereins Eichwalde fand eine gut be» suchte Vormittagsversammlung in Wiersdorf statt. Genosse Langhammer referierte und erntete für seine trefflichen Aus- führungen stürmischen Beifall.— Die Abendveranstaltung im „Seglerschlotz" in Hankels Ablage zählte etwa 200 Teil- nehmer. Hier hielt die Festrede Genosse Mohs, besonders von den zahlreich anwesenden Frauen reichsten Beifall erntend. Hohen-Neuendorf c. d. Nordbahn. Die bei Bergemann in Stolpe tagende Maiversammlung war gut besucht. Die Festrede des Genossen Neumann wurde mit grossem Beifall aufgenommen. Brandenburg. Brandenburg a. H. Trotz der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse, die es den Arbeitermassen der grossen Industriebetriebe verwehrte, am Weltfeiertag der Arbeit dem Fabrikgctricbe zu ent- fliehen, fand am Vormittag eine gut besuchte Versammlung statt. Zeitig am Nachmittag sammelte sich dann schon eine beträchtlich grössere Zahl von feiernden Genossen und Genossinnen vor dem altertümlichen Eteintorturm, nnd-nun ging's in losem Zuge, mit einer Musikkapelle an der Spitze, die allerdings erst„draußen, wo die letzten Häuser steh'n", ihre Weisen erschallen lassen durfte, durch das Arbeiterwohnviertel, an der grossen Exzelsior-Fahrrad- sabrtk vorbei, hinter deren Fenstern sich sehnsüchtig nachschauende Gesichter drängten, hinaus in- Freie. Das dicht am Waldesranv im idyllischen Wilhelmsdorf gelegene Kurhaus war das Ziel des einstündigen Marsches. Der Zug nach der Stadt zurück gestaltete sich zu einer grossartigen Demonstration. Die breite Landstraße völlig einnehmend, marschierte mit Musik und unter dem brausen. den Gesang der Arbeitermarseillaise der jetzt vieltausendköpfige Zug. von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. In den drei Ver- sammlungssälen, in denen inzwischen die festlichen Abendveranstaltungen ihren Anfang genommen hatten, fanden diese Tausende von Heimkehrenden keinen Einlaß mehr. Hier war alles schon von den endlich aus der Fabrikfron Erlösten besetzt. Die Feier verlief würdig und begeistetnd. Cottbus. Trotz der schlechten Geschäftslage, die sich besonders in der Textilindustrie bemerkbar macht und gewöhnlich nieder» drückend auf die Arbeiterschaft einwirkt, war die Beteiligung an der Maifeier in diesem Jahre eine grössere als in den Bor- jähren während der guten Konjunktur. Allerdings stellten den größten Teil der den Weltfeiertag durch Arbeitsruhe Feiernden nicht die Textilarbeiter, sondern die Holzarbeiter, die in den drei größten Betrieben ihrer Branche für 200 von den in Cottbus ins- gesamt Organisierten t300) durch gütliche Vereinbarung die Frei- gäbe des 1. Mai erzielt haben. Allerdings ist bedauerlich, datz viele der Feiernden nicht die Morgenversammlung besuchten, noch sich am NachmittagSspaziergang beteiligten. vi« fctev im Rcfcbc. waren. Insgesamt betrug die Zahl der Feiernden 7000 bis 8000. Nachmittags fanden wahre Volkswanderungen der Genossen mit ihren Familien nach den in der Nähe gelegenen Ausflugsorten statt. Für die Abendfeiern, an denen sich besonders die Arbeiter- fchaft der grossen Werften in gewaltigen Massen beteiligte, waren nicht weniger als' neun Etablissements belegt. Itzehoe. Die Maifeier ist glänzend verlaufen, trotz des Ge- heulS der„Jtzehoer Nachrichten". Am MorgenauSflug nahmen über SOO Personen teil, am Nachmittag waren 4S0 Teilnehmer versammelt, zur Abenddersammlung hatten sich 800 Personen ein- gefunden. Rostock. Trotz deS AnSsperrungSfieberS der Unternehmer war die Beteiligung an der Maifeier wider Erwarten zahl» reich. Schon morgens um 8 Uhr bewegte sich ein Zug von weit über 1000 Personen nach den BornSdorser Anlagen, woselbst sich alsbald ein frisch-froheS Maileben entfaltete. Die Mmversammlungen am Nachmittag waren überfüllt. Abends fanden Versammlungen statt in Warnemünoe, Bützow, H a g e n o w und Schwerin. Die Redner berührten besonders die mecklenburgische Verfassungsfrage, für die die Zuhörer allerorten regstes Interesse zeigten. Lübeck. Die Feier nahm trotz der angedrohten Aussperrungen in der Metall- und Holzindustrie einen äusserst grohartigen Ver- lauf. Morgens fand im großen Saal des„Vereinshauses" eine überfüllte Versammlung, verbunden mit Konzert, Gesangs- vortragen, Aufführungen der Arbeiter-Turner und-Radfahrer statt. Teilnehmcrzahl etwa 3000. Nachmittags nahmen am Demonstrationszuge, der aus S Abteilungen bestand, 8000 Genossinnen und Genossen teil. Der Zug bewegte sich durch einen Teil der Stadt nach dem in einer Vorstadt belegenen„Tier- garten". Hier waren Volksbelustigungen aller Art arrangiert. Die Feier bewies, daß alle Aussperrungsandrohungen, alle Brems- erlasse die Lübecker Arbeiter nicht von dem Gedanken der Arbeits- rube am 1. Mai abbringen können.— Auch in Moisling und Schlutup, zwei im Lübecker Wahlkreise gelegenen Industrie- orten, nahm die Feier einen prächtigen Verlauf. In Eutin, Stackelsdorf.und Schwartau, drei Lübeck benachbarten, zum 1. oldenburgischen Wahlkreis gehörenden-Orten, fanden gleich- falls imposante Festlichkeiten statt. Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Bremen. Hannover-Linden. Die Frühversammlungen erfreuten sich eines sehr starken Besuchs. Die Ballhofssäle waren bis auf den letzten Platz gefüllt, und nicht minder der geräumige Saal des Lindenhofeö. In beiden Versammlungen waren gegen 3000 Per- sonen anwesend, mehr als in irgendeinem Jahre zuvor. Von nachmittags 8 Uhr an fanden in den Riesenlokalitäten deS VahrenwalderturmS, des Schlossgartens zu Herrenhausen, des Wülfeler BiergartcnS und im Lindenhofe Instrumental- und Volks- konzerte statt. Tausende und abertausende, Männer und Frauen. strömten in die Festlokale. Das Menschengewoge war heuer noch gewaltiger als im Vorjahre, und überall herrschte eine frohe Festes- und begeisterte Äampfcsstimmuug. Ein Kommers hielt die Fest- teilnehmcr bis gegen Mitternacht beisammen. Selbstverständlich hatte auch eine hohe Polizei ihre Vor- bereitungen getroffen, um cvent. den Staat zu retten. Seit den Tagen des Januar, wo sie von der Wahlrechtsdcmonstraiion ärger überrascht worden als hie bekannten törichten biblischen Jung- frauen wittert sie überall Umsturz. Sie fand indes keine Gelegen- heit, ihren staatsretterischen Eifer zu betätigen. Osnabrück. Die Abendvsrsammlung war von zirka 700 Per- oncn— darunter viele Genossinnen— besucht. Viele mußten um- ehren, da sich das Lokal als zu klein erwies. In Bramsche bei Osnabrück wohnten 2S0 Personen der Abendversammlung bei. Musikvorträge, Massengesang und dem Tage entsprechende Aufführungen trugen zur Verschönerung der Feier bei. In Melle und Quakenbrück fanden imposante Abend- Versammlungen statt. Braunschweig. In der Stadt Braunschweig beteiligten sich am Morgenspaziergang an 3000 Personen, darunter sehr viele Frauen. Im Baugewerbe, das sich allerdings in einer schweren Krise befindet, herrschte fast vollständige ArbeitSruhe. Auch in einer Reihe von industriellen Werken mittleren Umfanges, den Die Morgenbersammlung im Lokal«Kolkwitz" tvar von über 300 Genossen besucht.— Wenn der Himmel auch zeitweilig sehr bedrohlich aussah, so fanden sich doch nachmittags gegen 2 Uhr über SOO Genossen und Genossinnen nebst einer grossen Schar Kinder auf dem Wege nach Branitz zusammen, um einen Spazier- gang nach Madlow zu machen. Zur Abendfeier in Kolkwitz' Lokal war ein solcher Andrang zu verzeichnen, dah nicht einmal sämtliche Anwesende Sitzgelegenheit fanden. Ueber 1SOO Personen hatten sich eingefunden. Forst i. L. Hier, wo die Arbeiterschaft der Tuchindustrie augenblicklich am meisten in der Lausitz unter den Wirkungen der Krise zu leiden hat, war trotzdem eine lebhafte Beteiligung an der Maifeier zu verzeichnen. Schon bei der Morgenversammlung im„Lindengarten" war das Lokal überfüllt; eS wurden 400 Personen gezählt.— Am Nachmittagsspaziergang nahmen über 500 Personen teil. Die Demonstranten zogen durch einen Teil der Stadt nach Straffes Lokal in N o ß d o r f. Abends fanden zwei große Kommerse im„Feldschlößchen" und in der„Hasen- Heide" statt. In Gassen fand eine Abendfeier statt, die gut besucht war. Sprembergs Arbeiterschaft leitete die dlesjährige Mai- feier mit einem AuSfluge nach Heinrichsfeld ein, der eine gute Beteiligung sah. Am Abend fand eine gut besuchte öffentliche Versammlung im„Gesellschaftshause" statt. In Sarau nahmen an einer gut besuchten Abendfeier etwi. 700 Personen, darunter viele Frauen, teil. Fürstenwalde a. d. Spree. Die VormittagSversammlung war von über 300 Teilnehmern besucht. Rathenow. Durch Arbeisruhe begingen 400 Arbeiter du ei er; die Mehrzahl davon gehörten dem Baugewerbe an. Am bend fanden zwei stark besuchte Versammlungen statt. Die Teil- nehmerzahl beider Versammlungen betrug 1200. Schwedt a. O. Tie VormittagSversammlung war von 300 Per sonen besucht. In SchwiebuS und P renzlau-fanden gut besuchte Fcstversammlungen statt. In den Heilstätten Beelitz und WilhelmShagen haben die Genossen die Maifeier nicht vergessen. In Beelitz wurde von den Feiernden ein von einem Patienten gedichtetes MailieS gesungen; in Wilhelmshagen veranstalteten sie einen Umzug. Triefen.(ArnSwalde-Friedeberg.) Die Feier war in diesem Jahre etwas weniger hesucht als im Vorjahre. Schuld daran trägt die schlechte wirtschaftliche Lage, von der insbesondere auch die Arbeiterschaft Driescns betroffen wird; arbeiten doch in der größten Fabrik der Siadt, der Porzcllanfabrik. die Arbeiter seit dem 1. Januar nur halbe Tage. Dort sowie in anderen Fabriken haben zahlreiche Entlassungen stattgefunden. Da in Dricsen andere Arbeit nicht zu erhalten, sind die Arbeiter zur Abreise gezwungen. Hinzu kam weiter, dah die Maurer, ob- wohl vorher in einer Versammlung der Beschluß gefaßt wurde, die Feier durch Arbeitsruhe zu begeben, gearbeitet haben. Vor- mittags fand ein Ausflug nach Liependorf statt, wo der Kandidat des Kreises, Genosse Eugen Brückner, sprach. Abends war Versammlung in Triefen selbst. Gut besuchte Verfamnilungen sind ferner zu verzeichnen in: Herzfelde. Jüterbog. Kirch Hain N.-L» T r c p e n» brietzen, Velten und Vetschau, Fahrradwerken, verschiedenen Eisengießereien usw., wurde die Arbcitsruhe strikte durchgeführt: in den Brauereien von 10 Uhr an. In den größten Betrieben konnte dagegen leider auch diesmal eine Mehrheit für die Arbeitsruhe am 1. Mai nicht gewonnen werden. Als der Zug der Ausflügler, den zwei Musik- iapellen begleitet hatten, wieder das Stadtgebiet berührte, suchte ihm ein starkes Aufgebot von Gendarmen und Polizeisergeanten, die fast alle mit Brownings ausgerüstet waren, den Weg in die Stadt abzuschneiden. Indessen gelang eS, den FeldzugSplan der Polizeistrategen zunichte zu machen. Auf einem kleinen Umwege gelangte der Zug, wenn auch nicht gerade aufgeschlossen marschiert wurde, ins Innere der von Polizei fast ganz entblößten Altstadt. Selbstverständlich erregte das rote Aufgebot überall Aufsehen. Um die Mittagsstunde fanden zwei, teilweise überfüllte Versammlungen statt. Nachmittags und abends fanden in 7 Lokalen unter Mit- Wirkung der dem Harzer Nrbeiter-Sängcrbund angeschlossenen Ec- sangvereinc sowie von Mitgliedern der Freien Turnerschaft grosse Volköfciern statt, die durchweg sehr gut besucht waren. Sämtliche Wirtschaften der Stadt muhten um 1'2 Uhr schließen. Harburg-WilhelmSburg. Vormittags tagten in beiden Orlen je eine überfüllte Versammlung. Nachmittags vereinigten sich die einzelnen Gewerkschaften zu Ausflügen in die waldreiche Um- gebuna. Am Abend fanden 7 massenhaft besuchte Ver- sammlungen statt, deren Besucher nach den Festreden bei Gesang und Tanz beisammen blieben. Die Zahl der von der Arbeit Fern- gebliebenen war trotz der schlechten Konjunktur annähernd dieselbe wie im letzten Jahre. Oldenburg. An Rüstingen-WilhelmShaven fand die Feier unter stärkerer Teilnahme als im Vorjahre statt. An der Vormittagsversamml'ung nahmen über 1000 Personen teil, unter denen sich diesmal viele Frauen befanden. Das ungünstige Wetter verhinderte die Abhaltung des Konzerts am Nachmittage ausserhalb, so daß es nebst den Kinderbelustigungen im Saale ab- gehalten werden mußte. Abends fanden in Heppens und Bant allgemeine Feiern statt, die einen würdigen Verlauf nahmen.— Soweit bereits Mitteilungen auS dem übrigen Lande vorliegen, nahm überall die Maifeier einen guten Verlauf, so in Oldenburg, wo vormittags und abends eine Versammlung abgehalten wurde, in D e l m e n h o r st. V a r c l. N o r d c n h a m- Blexen usw. Bremen. Die Zahl der durch Arbcitsruhe Demonstrierenden war erheblich kleiner als in vorigen Jahren. Die Taufende von Ar- beitern der Aktiengesellschaft„Weser" und des„Nordd. Lloyd" (Armaturenfabrik) arbeiteten. Nahe an 3000 Personen feierlcn durch ArbeitSruhe. Es fanden morgens mehrere Versammlungen und abends in mehreren Lokalen Abendfeiern statt, die sämtlich stark besucht— zum Teil überfüllt waren. In einer sprach Genosse Wendel-Dresden über„Revolution und Kunst", darauf folgten Chorgcsänge, Musikvorträge zweier Künstlerinnen und Rezitationen. Diese sogenannte„stille Feier", die alljährlich neben den anderen Festlichkeiten am 1. Mai in Bremen veranstaltet wird, nahm einen vorzüglichen Verlauf. In Verden feierten die Zigarrcnarbeiter. Bremerhaven. Die Morgenversammlung war stark be- sucht. Die Beteiligung am Spaziergang war trotz des schlechten Wetterö eine ausserordentlich starke. Prnvinz Sachsen und Anhalt. Halle a. S. Der Maigcdanke wurzelt fest in vcn Massen, das bewiesen die Abendversammlungen, die in Halle und Uiiigegend, soweit man bis zu später Nachtstunde in Erfahrung bringen konnte. stark besucht, ja überfüllt waren. Jedoch ist die Arbeitsruhe unter dem Zeichen der Krise und der damit verbundenen Bremserci und Aengstlichkeit nicht so stark wie in ftüheren Jahren in Erscheinung etrete». Immerhin nahiiien an der Frühdemonstration rund 000 Personen teil. Die Arbeit ruhte in mehreren kleinen Fa- briken, Brauereien und auch teilweise aus Bauten. Obwohl man diesmal beim Spaziergange nach der Frühvcrsammlung im Volks- park Rücksicht auf die Nervosität der Polizei genommen hatte, gmg die Hcrmandad scharf vor. Auf Befehl eines Kommissars wurden urplötzlich 4 0 Männer und Frauen fest» g c ii o m m e n. Als das starke Polizeiaufgebot immer schärfer vorging und eine allgemeine Empörung Platz griff, rief der „Mann des Gesetzes":„Jetzt haltl Vorläufig sindö genug!" D»e harmlosen Spaziergänger wurden nach der Wache gebracht. Nur der Besonnenheit der Arbeiterschaft ist eS zuzuschreiben, daß eS zu keinem gewalttätigen Auftritt kam. In Magdeburg hat die Maifeier den Umständen angemessen einen befriedigenden Verlauf genommen. Das kann nicht ge- leugnet werden, daß die Zahl der Arbeiter, die den 1. Mai durch Arbcitsruhe begingen, geringer war als in früheren Jahren. Bei ungeachtet war die am Vormittag veranstaltete Versamm- lung im Riesensaale des„Luisenpark", in der Genosse Psannkuch- Berlin referierte, gut besucht. Nach der Versammlung fand im Garten des Lokals ein Konzert statt, das die Maifeicrnden bis in den späten Nachmittag hinein zu- sammenhielt. Am Abend wurden in den einzelnen Stadtteilen fünf Versammlungen abgehalten, die sich alle eines guten Besuchs erfreuten. Vorträge von Arbeitersängern leiteten die Feiern am Morgen wie am Abend stimmungsvoll ein. Die Polizei hatte sich allem Anscheine nach auf Riesendemonstrationcn vorbereitet. Sie hatte umfangreiche Vorkehrungen getroffen und zahlreiche Beamte auf die Beine gebracht. In einem Auto sausten am Vormittag ein Polizeioffizier und ein Schutzmann kreuz und quer durch die Stadt, offenbar, um den Ort zu entdecken, an dem die Arbeiterbataillone aus der Erde gestampft würden. Die Arbeiter waren aber be- fcnnen genug, um sich dem Polizeisäbel nicht preiszugeben. Sie beschränkten sich darauf, in kleinen Trupps in die Versammlung zu gehen. Daß das unglaubliche Verbot des Anschlags des Mai- Plakats reichen Gesprächsstoff bot und von den Rednern des Tages weidlich ausgenutzt wurde, versteht sich am Rande. Die Magde- burger Polizei hat mit diesem Verbot wieder einmal reiche Lor» beeren gecrntct. Delitzsch. Die Vormittagsversammlung war von 4M Personen besucht. Genosse WeickerS-Halle referierte. Fast alle Betriebe feierten. Besonders die Bauberufe waren stark vertreten. Die Nachmittags- und Abendveranstaltungen waren überfüllt. Dessau. Morgens%9 Uhr fand ein Spaziergang nach Klein- kühnau statt, an dem sich etwa 120 Personen beteiligten. Die Abendveranstaltung im„Dessauer Gesellschaftshaus" war außer- ordentlich stark besucht. Bernburg. An der Morgenversammlung und dem Ausflug nahmen 2S0 Personen, eine größere Zahl als in den Vorjahren, teil, an» Abendkommers 8M Personen. Schlesien. Breslau. Angesichts der hier schon recht scharf einsetzenden Krisis erwartete man kaum eine einigermaßen nennenswerte Be- tciligung an der Arbcitsruhe. Der Morgen des 1. Mai aber hat eine erfreuliche Enttäuschung gebracht. Die Beteiligung war stärker als im vorigen Jahre. In der um g Uhr vormittags un Gcwerkschaftshause abgehaltenen Versammlung waren der große Saal und die Galerien vollständig überfüllt. Außer den Stein- setzern und Rammern beteiligten sich gemäß einem Zahlstellen- beschlusse die organisierten Holzarbeiter geschlossen an der völligen Arbeitsruhe, trotzdem die Unternehmer ebenfalls die Aussperrung bis zum(3. Mai angekündigt haben. Wie am 12. Januar waren wiederum die Zugänge zur inneren Stadt gesperrt, berittene Doppelpatrouillen und solche zu Fuß durchzogen die Straßen, auch Militär soll einem on dit zufolge wieder in Bereitschaft gehalten worden sein. Unsere Genossen taten der Polizei nicht den Ge- fallen, durch die innere Stadt zu ziehen; hier demonstrierten ja die Schutzleute hinreichend. So zog man in losem Zuge durch die Vorstädte.— In neun gewaltigen Versammlungen kamen am Abend die Breslaucr Arbeiter wieder zusammen. In allen Ver- sammlungen, zu denen noch sieben im Breslauer Landkreise kamen, stellten die Redner die preußische Wahlrcchtsfrage in den Vordergrund ihrer Ausführungen. Im schlesischen Eulengcbirge, wo die 51rise gegenwärtig die Arbeiter zwingt, den Schmachtriemen noch enger als sonst zu schnallen, fanden gut besuchte Versammlungen in Oberlangen- bielau, Langenbrelau, Reiche nbach und Peters- Waldau statt. Die Genossen Kühn, Schönwälder, Breiter und Schiller referierten. Im Stcinarbeiterbezirk Striegau ruhte die Arbeit fast vollständig; die Beteiligung an der Nachmittagsfeier war sehr stark. Abends sprach Genosse Fcldmann in außcrordent- lich stark besuchter Versammlung über die Maiforderungen. In Niederschlesien hatte die Arbeitsruhe nicht ganz den Um- fang wie im Vorjahre. In Görlitz feierten die Arbeiter aus der Steinindustrie und einer Pappenfabrik. In P r i e b u s hatten die Tischler zum großen Teil die Arbeit ruhen lassen. Hier wurde auch eine Vormittagsoersammlung abgehalten. Auch in einer Reihe anderer Jndustrieorte feierten die Arbeiter zum Teil durch Ar- beitsruhe. Die Abendversammlungen wiesen aber durchweg einen viel stärkeren Besuch auf wie im Vorjahre. Es tagten Abendver- sammlungen in Görlitz, Penzig, Langenöls, Lauban, Marklissa, Rauscha, Leschwitz Priebus, Sagan, Weißwasser, Muskau und Keula. In allen Versamm- lungen wurde u. a. die Ungerechtigkeit des preußischen Dreiklassen- tvahlrechts scharf kritisiert und.�u starker Beteiligung an den Land- tagswahlcn aufgefordert. Ostpreußen. Trübes, kaltes Nobemberwetter, nasser Erdboden, kein Strauch, kein Baum ist grün, alles andere, nur keine Mailuft weht hier im Osten. Dazu die noch nicht überstandcne Arbeitslosigkeit des Winters. Alles das wirkte in diesem Jahr nicht gerade erhebend auf die Maifcststimmung. Immerhin war in Königsberg die Vormittagsversammlung der Feiernden gut besucht. Stehend hörten die Versammelten, unter denen sich viele Frauen befanden, den Vortrag an. Aehnlich verlief auch eine in Tilsit abgehaltene Vormittagsversammlung. Am nachmittag zeigte wenigstens die Sonne ein freundlicheres Gesicht und lockte die feiernden Genossen mit ihren Familien aus Königsberg hinaus vor die Wälle der Stadt, wo sie dann im Parteilokal bei Konzert, belustigenden Spielen und sonstigen Unter- Haltungen das Maifcst begingen. Am Abend fanden gutbesuchte Versammlungen statt: in Königsberg, Tilsit, M e m e l. Jnsterburg, Lyck und Gumbinnen. Ueberall erweckten die Ausführungen der Redner begeisterte Zustimmung der Massen. Der Gedanke der Maidemonstration wurzelt auch hier im Osten bei einem großen Stamm aufgeklärter Proletarier zu fest, um durch irgendwelche äußerlichen Einwirkungen abgeschwächt zu werden. Nicht vergessen zu erwähnen wollen wir, daß wie all- jährlich, auch in diesem Jahre auf den Gütern unserer Partei- genossen im Ragniter und Lycker Kreise der 1. Mai würdig gefeiert wurde durch Ansprachen der Gutsherren und darauffolgender Festlichkeit. Pommern. Die Feier wies in diesem Jahre in Stettin selbst eine wesentlich bessere Beteiligung auf als früher, während in den Vor- orten ein Fortschritt nicht zu bemerken war. Die beiden Vormittags. Versammlungen waren recht gut besucht, da einige Berufe ziemlich stark unter den Feiernden vertreten waren. Die Arbeit im Hafen r u h t e f a st g ä n z I i ch. Nach den Morgenversammlungen fanden Ausfluge in die Umgebung statt, während nachmittags und abends die üblichen Festlichkeiten veranstaltet wurden. Auch aus der Provinz wird gemeldet, daß in diesem Jahre vre Arbeitsruhe an einzelnen Orten allgemeiner durchgeführt wurde. In K ö s l i n war die Vormittagsversammlung von etwa 500— 600 Personen besucht. Die Maurer und Zimmerer feierten hier vollständig, die Fabrikarbeiter fast zur Hälfte. In P o d e j u ch und Tor e l o w hatten die Feiernden Morgenausflüge ver- anstaltet, wahrend in Greifswald, Wolgast und Star- g a r d gutbesuchte Abendversammlungen stattfanden Westfalen. Die Beteiligung an den Morgender sammlungen für Bochum, Witten, Laer, Wanne, Röhlinghausen und Weitmar war Verantwortlicher Redakteur: Georg Tavidsohn, Berlin. Für der eine gute, litt aber offenbar an dem Darniederliegen des Bau» gewerbes und auch unter dem schlechten Wetter. Die Abend- Versammlungen waren sehr stark besucht. Bielefeld. Früh 7 Uhr fanden sich 4S0— SOO Genossen und Genossinnen zu einem Ausflug zusammen. Der Zug bewegte sich durch einige Straßen der Stadt und gelangte um 9 Uhr ans Ziel. Leider regnete es unaufhörlich, was den Aufenthalt im Freien sehr beeinträchtigte. Abends fanden in Bielefeld und den Vororten neun gutbesuchte Versammlungen, verbunden mit Abend- Unterhaltungen, statt. Die Teilnehmerzahl wird auf 3S00— 4000 geschätzt. Wahlkreis Dortmund-Hörde. Von einer Eünrnriung der Krise war hier nichts zu merken. Im Gegenteil: Die Zahl der durch Arbeitsruhe Feiernden hat wiederum erheblich zuge- nommen. Wohl an IVs Stunden dauerte der Vorbeimarsch des Hauptzuges der Demonstrierenden. Es ist schwer, die Gesamt- zahl der Feiernden festzustellen, doch beträgt sie sicher an 2 5 0 0 0. Der Gedanke der Maifeier hat im Wahlkreise Dortmund-Hördel gleichviel ob in Stadt oder Land, unausrottbar Wurzel gefaßt. Hier wird die Idee vom festen Willen der Arbeiter getragen. Zu bemerken ist namentlich die immer größere Beteiligung der Bergarbeiterschaft: vsele Zechen im Kreise konnten ihren Betrieb nur in sehr beschränktem Maße aufrecht erhalten. Die Demonstration im Kreise gestaltet sich besonders wuchtig durch die Z e n t r a l is a t io n derselben. Dies- mal fand die Feier statt in den eng zusammenliegenden Ort- schaften Barop, Hombruch und E i ch l i ng Hofen, wo in den fünf größten Lokalen Vokal- und Jnstrumentalkonzerte veranstaltet waren. Ntatürlich konnten diese Lokale die Massen nicht fassen und eine größere Zahl kleinerer Lokale mutzte zu Hülfe genommen werden. In den fünf Hauptlokalen wurden nach- mittags Festreden gehalten. Abends fand noch in der Stadt Dortmund eine große Festversammlung statt. Die Dort- m u n d e r Polizei, die in früheren Jahren den Demonstrations- zug zu hindern oder zu sprengen versuchte— natürlich stets erfolglos— scheint Lehre angenommen zu haben; sie ver- ursachte diesmal nicht die geringste Störung, kaum daß sich mal hin und wieder ein Polizist blicken ließ. Hoffentlich sieht man nun ein, daß nicht die Demonstration den Verkehr und die Sicherheit gefährdet, sondern die Gefahr erst ent- steht, wenn die Polizei die Demonstration zu stören versucht. Wahlkreis Hamm-Doeft. An der Morgenvcrsammlung in der Stadt Hamm nahmen 300 Personen, an der Nachmittagsfeier in H e e r en 2000 Personen teil. Die Arbeitsruhe war doppelt so stark wie im Vorjahr. Hagen. Infolge der schlechten Konjunktur war die Beteiligung an der Nachmittagsfeier etwas schwächer als im vorigen Jahre. Die Abendversammlung war dagegen stärker besucht denn sonst. Rheinland. Essen. Am Vormittag fanden 23 Versammlungen statt, die lediglich deshalb in solcher Anzahl arrangiert waren, um der Polizei nicht wiederum Gelegenheit zur Konstruierung eines öffent- lichen Aufzuges und zum Ausstellen von Strafmandaten zu geben. Da die Versammlungen um OM- Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr arrangiert waren, so entwickelte sich ein l e b h a st e S Straßenbild, denn die Maifeierteilnehmer gingen von einer Versammlung zur anderen. Das Lokal Maas kante nicht alle Ankommenden fassen. Am Abend fanden Kommerse statt, drei in der Stadt Essen, die übrigen im Landkreise in Borbeck, Caternberg, Kray, S ch o n ne beck und Werden statt. Der Besuch dieser Veran- staltungen, die alle in geräumigen Sälen abgehalten worden waren, gestalteten sich durchweg zu Massenbeteiligungen. Köln. Die Versammlung am Vormittag hatte einen erheblich stärkeren Besuch als die Morgcnversammlungen aller voraus- gegangenen Jahre. Saal und Galerien des Volkshauses waren überfüllt. Es waren weit über 2000 Genossen und Genossinnen erschienen. Die Hauvtrede hielt Parteisekretär B. Müller. Im zweiten Teile seines Bortrages befaßte er sich vorwiegend mit dem Wahlrechtskamps, wobei er besonders den verwesenden Liberalismus gebührend würdigte. Im preußischen Wahlrechts- kämpf werde das Proletariat ganz auf sich angewiesen sein, und darum müsse jeder einzelne Mitkämpfer seinen ganzen Mann in den Dienst der Bewegung stellen, die nur mit der Niederringung der Reaktion enden könne. Es hätte wahrlich nicht der Anfcuerung der Parteigenossen durch die Kölner Polizei bedurft. Aber die Kölner Reprä- scntanten der preußischen Gewalthaber haben ein Uebriges getan: sie haben der Kölner Arbeiterschaft demonstriert, daß wir uns in kaum noch von den Zuständen Rußlands unterscheiden. Die Kölner Polizei hat in früheren Jahren stets die Genehmigung zu einem Maiumzuge verweigert; vor zwei Jahren verbot sie sogar die öffentliche Ankündigung eines zwanglosen Spazierganges. Ohne jede Aufforderung hatten sich im vorigen Jahre nachmittags anderhalb Tausend Genossinnen und Genossen im Volkshause zu- sammengefunden, um aus sich heraus einen Spaziergang nach Deutz zu unternehmen. Auch dies hatte gestern die Polizei ber- hindert: Sie ließ dem Mailomitee mitteilen, daß sie entschlossen sei, mit allen Mitteln, nötigenfalls mit der Waffe, jede Art von gemeinschaftlichem Spaziergang zu verhindern. So trafen sich die Genossinnen und Genossen nachmittags in der„Harmonie" in dem Vororte Ehrenfeld, ohne daß die Polizei Gelegenheit zum „Einschreiten" fand. Abends fanden in Köln und Vororten die üblichen Feiern in zehn Lokalen statt. Alle Säle waren überfüllt. Wie ein Lauf- feuer hatte sich die Kunde von den Drohungen der Polizei ver- breitet. Es herrschte eine unbeschreibliche Erbitterung. Elberfeld-Barmen. Hier wie in der Umgegend ist die Feier von jeher ungünstig beeinflußt worden durch den am 1. Mai statt- findenden allgemeinen Wohnungswechsel. Vormittags um 10 Uhr fanden zwei Versammlungen statt, die zusammen 800 Teilnehmer aufwiesen und nicht so stark besucht Ivarcn, wie im Vorjahre. In der hier vorherrschenden Textilindustrie hat in letzter Zeit die Krise sehr stark eingesetzt; die Folgen sind nicht in erster Linie Arbeiterentlassungen, sondern Arbeitscin- schränkung bis aus zwei Stunden täglich. Das erklärt, daß die Zahl der den ganzen Tag durch Arbeitsruhe Feiernden dies- mal wesentlich geringer als im vorigen Jahre war. Die außer- halb stattfindenden Nachmittagsfeiern litten auch unter der sehr ungünstigen Witterung. Die Abendfestlichkeiten dagegen wiesen einen sehr starken Besuch auf. Die drei Lokale waren überfüllt. Die Stimmung war eine begeisterte und zeigte, daß die Genossen des Wuppertals treu zur Maifeier stehen.— In Velbert bei Elberfeld waren zur Abendfestlichkeit 600 Per- sonen erschienen. Krefeld. Durch Arbeitsruhe feierten in der Hauptsache� nur die Bauarbeiter. Die Textilarbeiter, deren Arbeitszeit auf täglich 6 Stunden reduziert ist, mußten die Entlassung befürchten, wenn sie der Arbeit fernblieben. Besucht war die Vormittagsversammlung, in welcher der Kandidat des Kreises, Genosse Wilh. Reimes, refe- rierte, von zirka 200 Personen. Für die Abhaltung der Abendfestlichkeiten waren zwei große Lokale gewonnen worden, die sich als zu klein erwiesen. Ein Fortschritt gegen das Vorjahr war nicht zu verkennen. Im Solinger Jndustriebezirk fand die Maifeier unter reger Beteiligung statt. Die Arbeit ließen Tausende ruhen. Die Morgen. Versammlung war trotz strömenden Regens von gegen 1000 Personen besucht. Es referierte Frau Äähler-Düsseldorf. Ueberall war die bewaffnete Macht aufgestellt, um„Demonstrationen" zu„der- hindern". Die Abendfeiern in Solingen, Wald, Glips, Gräfrath, H ö h s ch e i d, R i e r t h und Küpper st eeg waren sämtlich gut besucht. Eine Störung ist nirgends vor- gekommen: die Polizei verhielt sich reserviert. Gegen 0000 Per- sonen haben den ganzen Tag gefeiert; ebenso viele nahmen an den Abendfeiern teil.__ Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Wahlkreis Duisburg. Die Feier hatte unter der Ungunst de« Witterung zu leiden, teilweise mag auch wohl die wirtschaftliche Krise eingewirkt haben, so daß die Beteiligung gegen das Vor» jähr etwas zurückblieb. Immerhin waren die Frühvcrsammlungen noch derart besucht, daß von einer Abflachung der Maifeier selbst keine Rede sein kann. In Duisburg waren in der Vor- mittagsversammlung etwa 300 Personen anwesend, an dem Nach- mittagsausfluge beteiligten sich wohl 000 Personen. In M ü l- heim kamen zur Vormittagsversammlung 100 Personen, am Ausfluge waren zirka 200 Personen beteiligt. In der Thyssen- schen Hochburg, dem Mülheimer Vororte Styrum, war die Früh- versanunlung sehr gut besucht. Ueber 300 Personen waren an- wesend. Auch in Stockum und Heißen waren die Per- sammlungen in ähnlicher Weise besucht. Die Abendveranstaltungen waren überall stark besucht. Hat somit auch unter der Ungunst äußerer Verhältnisse die Beteiligung gegen das Vorjahr etwas nachgelassen, so ließ sie im allgemeinen doch erkennen, daß die Arbeiterschaft sich ihre Maifeier nicht mehr nehmen läßt. Remscheid. Bei regnerisch-trübem Wetter nahmen an dem Nachmittagsausflug 000 Personen teil. Gegen 7 Uhr abends de- wegten sich 1800 Straßendemonstranten nach dem Versammlungs- lokal. Trotz geradezu miserablen Wetters ist eine bedeutend stärkere Beteiligung als in den Vorjahren zu verzeichnen. Düsseldorf. Vormittags fanden drei Volksversammlungen statt, von denen zwei überfüllt waren. Die Beteiligung am Nachmittagsausslug war in Anbetracht des schlechten Wetters und des ungünstigen Tages gut. Abends fanden in vier Lokalen in der Stadt und in sechs Lokalen im Landkreis Festlichkeiten stalk, die alle außerordentlich stark besucht waren. Die Zahl der am Tage Feiernden betrug etwa 3000; an den Abendfejtlich, ketten werden zirka 7000 Personen teilgenommen haben. Hessen-Rassa«. In Frankfurt am Main fanden wie in den Vorjahren morgens um 10 Uhr sieben Versammlungen statt; außerdem wurden noch zwei Abcndversammlungen abgehalten. In einigen der Morgenversammlungen war der Besuch ettvas schwächer als in den Vorjahren; das Gewerkschaftshaus als Zentrallokal war überfüllt. Das größte Kontingent der Feiernden stellten wieder die Holzarbeiter und die Metallarbeiter. Im allegemeinen wirkte die rückläufige Konjunktur auf die Arbeitsruhe ungünstig ein. Immerhin waren an 4000—0000 Personen in den sieben Morgen- Versammlungen anwesend. In allen Versammlungen gelangte eine Resolution zur Annahme, in der neben den Maiforderungen des Wahlrechtskampfcs auch der Landtagswahlen in Preußen gedacht wurde. Auch die Referate bewegten sich in demselben Sinne. Einzelne Gewerkschaften, die von Mittag ab feierten, wie die Brauer und die Schuhmacher der Großbetriebe, veranstalteten Mittagsversammlungen für ihre Berufsgenossen. Die Stimmung in allen Versammlungen war eine kampfesfteudige. Cassel. Die Versammlung am Vormittag in der Stadt Cassel war von zirka 1000 Personen besucht; zur Abendfeier hatten sich mehr als 1000 Personen eingesunden. Weitere Ver- sammlungen fanden im Bezirk statt in Nieder-Zwehsen (200 Teilnehmer), Melsungen(200 Besucher), Immen- hausen(100 Besucher) und Holzhausen bei Pyrmont (200 Besucher) statt. Ununterbrochener Reaenfall hat die Ver- anstaltungen erheblich beeinflußt. Sach,cn. Dresden. Die Maifeier verlief unter starker Beteiligung ebenso imposant wie in den früheren Jahren. Am Vormittag fanden acht Versammlungen in großen Sälen statt, die gut besucht waren. Nach 1 Uhr mittags sammelten sich die feiernden Arbeiter auf dem Schützenplatze' vor dem Volkshause. Mehrere Tausend füllten den großen Platz. Nach und nach stellten sich die Massen unter der Leitung der mit weißen Binden kenntlich gemachten Ordner zum Zuge nach dem Lü�eschcn Bade, dem größten Garten- etablissement der sächsischen Hauptstadt. Nach den polizeilichen Anordnungen mußten sich die feiernden Genossen in Abteilungen von 100—200 Mann ausstellen, zwischen denen 100 Meter Zwischenraum eingehalten werden sollte. Jede Abteilung wurde von einigen Ordnern angeführt. Den Zug eröffneten gegen 100 Ar- beiterradsahrer aus zum Teil blumengcschmückten Rädern. Die demonstrierenden Massen bewegten sich den polizeilichen An- Ordnungen gemäß über die Marienbrückc, die Hauptstraße und Lautzener Straße entlang dem Festplatze zu, der nicht alle Fest- teilnehmer fassen konnte. Der Vorbeimarsch des Festzuges daueric über eine Stunde. Es mögen sich 8000— 10 000 Personen daran beteiligt haben.— Am Abend fand in Dresden und der näheren Umgebung in 29 großen Sälen Kommers statt; der Andrang war allenthalben ein sehr starker. Die Auftechterhaltung der Ordnung Überließ die Polizei unseren Genossen. Die Genossen des Dresdener Landkreises unternahmen am Nachmittag einen Maispaziergang mit Musikbegleitung, der unter starker Beteiligung aufs beste verlief. Leipzig. Die Feier ist im Leipziger A g i t a t i o n s- bezirk würdevoll verlaufen. In Leipzig selbst, dem 12. und 13. Reichstagswahlkreis, wurden am Vormittag zunächst fünf all- gemeine, überfüllte Versammlungen abgehalten. Dann zogen die Versammelten in losen Zügen ms Innere der Stadt den: Königsplatz zu, den das Polizeiamt diesmal als Sammelpunkt für den Demonstrationszug nach Stötteritz freigegeben hatte. Waren die Versammlungen von mehr als 80 0 0 Per- sonen besucht, so sammelten sich zum Zuge noch 0000— 6000 Personen an. Um Vsl Uhr ging es vom Königsplatz nach den: Fest- platz in Stötteritz, wo sich schon Hunderte von Demonstranten zuvor ciiigcfunden hatten, um einen Platz in der Halle zu bekommen. Die Zahl der Maidemonstranten mag die in früheren Jahren nicht ganz erreicht haben, aber die Demonstration selbst war eme wuchtige Kundgebung. In den Ortschaften der weiteren Umgebung von Leipzig wurde am Abend eine größere Zahl Versammlungen abgehalten, die sämtlich gut besucht waren. Im 11. und im 14. Kreis tagten 12 Versammlungen am Abend, die zum Teil über- füllt waren. In einigen Orten dieser Kreise wurde der 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert. Chemnitz. Zum ersten Male hatte die Polizei den Nordplatz als Sammelpunkt freigsgeben. Außerdem hatte sie noch genehmigt. im losen Zuge nach dem Volkshause zu ziehen. Neugierig lugten die Spießer aus den Fenstern, um die Maidemonstranten vorbei- defilieren zu sehen, insgeheim hoffend, es möchten ihrer nicht zu viele sein. Doch sie wurden enttäuscht. Von Jahr zu Jahr mchn sich die Zahl der Feiernden. Diesmal mögen zirka �00 Männer und Frauen an der Demonstration teilgenommen haben. Der große Saal des Volkshauses füllte sich im Nu. doch er konnte die Menge nicht aufnehmen. Zu Hunderten hielten sich die Genossen im Garten und in anderen Räumen auf. Am Abend füllten die Chemnitzer Arbeiter zehn Lokale. Zirka 10 000 Personen waren versammelt. Zwickau. Die Maifeier im Bezirke Zwickau ver- lief in bester Weise. Versammlungen fanden statt in Zwickau. Heinrickisort. Werdau, Crimmitschau, Reichen- bach, Mylau. Treuen, Kirchberg, Plauen, S ch ö n e ck und Klingenthal-Brunndöbra. Sämtliche Versammlungen, namentlich die Vormittagsversammlungen in Zwickau und in Plauen, waren ausgezeichnet besucht und von der besten Stimmung beseelt. Das BormittagLkonzert im „Schillergarten"-Plauen wies einen Massenbesuch auf. Abends fanden in den vorbezcichnetcn Orten und in einer Reihe anderer Orte Kommerse statt, die ebenfalls stark besucht waren. GerSdorf. Die Vormittagsversammlung in GerSdorf war von 300 Personen, meistens Bergarbeitern, besucht. Festredner war Bartels- Chemnitz. (Fortsetzung in der 8. Beilage.)' Buchdruckerei u. Vcrlagsanstalt Paul Singer& Co* Berlin SW. Kr. 103. 25. Zahrgavg. 3. KeilU des„Botaiärte" gttliiiw Bollislilall. ZoNtag. 3. Mai 1908. fflaifcier'Bcrkbte. (Fortsetzung auS der 2. Beilage.) Thüringen. Eisenach. Die NachmittagSfeier hatte unter dem Einfluß des sehr schichten Wetters zu leiden. Trotzdem hatten sich gegen 2 Personen zum Spaziergang eingefunden. Abends fand die Feier «n zwei Lokalen statt, die beide voll besetzt waren. Genosie Leber» Jena hielt die Festrede, der mit großer Spannung gefolgt wurde. Beide Versammlungen tauschten die herzlichsten Grütze und der- sicherten die unverbrüchliche Wahrung der Interessen der Arbeiter» schast in politischer und wirtschaftlicher Beziehung. Suhl. Die Feier hatte unter der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse etwas zu leiden, so daß die Tagesveranstaltungen nicht die starte Beteiligung aufzuweisen hatten, wie in den früheren Jahren. Trotzdem fanden sich nachmittags auf dem„Fröhlichen Mann'bei Suhl mehrer« hundert Genossen von Goldlauter, Hertels» dach, Albrechts, Heinrichs und Suhl zu einem gemütlichen DisturS zusammen. Die Adendfeier in„Domburgs Ansicht" in Suhl war sehr zahlreich besucht.— In den Orten Heldersbach und Goldlauter war die Beteiligung an der Maifeier den ganzen Tag über eine recht gute. Jena. Der Maiseiergedank« hat in Jena nichts an Bedeutung verloren. An der Vormittagsversammlung, die auf dem„Forst" stattfand, beteiligten sich 70V Parteigenossen gegen 600 im Vorjahre. Redakteur Genosse Daum ig aus. Halle hrelt das Referat. An dem seit langer Zeit in diesem Jahr« zum eichen Male wieder genehmigten Demonstrationszug durch die Straßen der Stadt beteiligten sich neben einem Musikchor ohne Ausnahme die Arbeiter-, Turn-, Radfahrer» und Gesangvereine, zum Teil mit Fahnen. Der Umzug selbst fand ohne Störung statt und nahm einen großartigen Verlaus. Die Arbeitergesangvereine sangen im Festzug Freiheitslieder. Bei Auslösung des Festzuges wurde ein Hoch auf die internationale, revolutionäre Sozialdemo» kratie ausgebracht. Die Teilnehmerzahl betrug etwa 1000— 1200. Die Adendfeier fand im„Volkshaus" statt und war überfüllt. Die Polizei verhielt sich reserviert. � Die Maifeier in Reuh ö. L. hielt sich trotz der ungünstigen Geschäftslage auf derselben Höhe wie im Vorjahre. Eine große Zahl von Genossinnen und Genossen von Greiz unternahm einen Morgenspazierganz nach dem nahen Gommla. In der Mittags- stunde fand eine Versammlung in Grimms Lokal statt, in welcher Stadtverordneter Genosie Hermann K r e n z e l- Leipzig über die Bedeutung des 1. Mai referierte.— In Zeulenroda referierte Genosse W. Leven»Gera in einer Versammlung im Gewerk- schaftShause. Ter Versammlung schloß sich ein Umzug durch d l e Stadt nach dem Schießhause an, woselbst Konzert stattfand. — In den ländlichen Ortsgruppen Pohlitz-Raasdorf, Jrchwitz-Aubachthal, C a f e l w i h- G r o ch l i tz. Herr- mannsgrün. Reudnitz, Rothenthal. Dölau. Sachs- Witz, Kurtschau-Zozhaus- Naitschau fanden Abend» feiern statt, während Gommla und Fraureuty ein geselliges Beisammensein veranstaltet hatten. Gotha. Auch die diesmalige Maifeier kann als wohlgelungen bezeichnet werden, trotzdem die bürgerliche Presse und sonstigen frohen und kleinen Scharsmacher öffentlich und auch im geheimen ehr dagegen agitiert hatten. Sckson früh feierten einige' hundert Genossen und Genossinnen. Um 10 Uhr fand in den Sälen des „VolkshauS zum Mohren" Frühkonzert statt, daS ziemlich gut bc- sucht war und bis 1 Uhr dauerte. Das Nachmittagskonzert. das um 4 Uhr begann, war noch besser besucht. Gegen Abend waren beide Säle und Vorräume überfüllt, und auch die unteren Räum« im Vollshaus waren dicht besetzt. Ueberall herrschte große Be- geisterung. Die zündende Festred« des Genossen Bock wurde von den Anwesenden, die nunmehr einige Tausend betrugen, mit nicht endenwollendem Beifall aufgenommen. In den unteren Räumen, Wo Genosse L e u b e sprach, herrschte dieselbe Stimmung. Erfurt. Die Ersurter Parteigenossen leiteten die Maifeier mit einem Ausflug in die Umgebung ein, an dem sich über 600 Personen beteiligten. Die Nachmittags- und Abcudbetciligung war überaus stark. Vor übersülltem Saale sprach abends im „Tivoli" der ReichstagSkandidat Heinrich Schulz- Berlin. Treffend konnte darauf hingewiesen werden, daß der außerordent- lich starke Besuch der Veranstaltungen daS Gerede der Gegner von einem Abslauen der Maifeier widerlege. Dann betonte der Re» ferent, daß die diesjährige Maifeier zum ersten Male im Zeichen eines Wahl r e ch t Skampses stehe, nämlich dem Kampfe des preu. ßischen Proletariats zum Sturze des Junkcrregimcnts. Seine Rede klang aus in der Aufforderung, den Wahlrechtskampf, der ein Stück des Klassenkampfes des Proletariats ist, kraftvoll durchzuführen. Die vereinigten Erfurter Arbeiteriänger trugen zur Verschönerung der Feier bei.— Di« Polizei ließ diesmal die Maifeier�pazier- gänger unbehelligt. Zweierlei Recht zur Maifeier wurde im Großherzogtum Sachsen wieder einmal ausgespielt. In Apolda war der Maifestzug erlaubt, in Weimar war er verboten. In Apolda fand nachmittags eine von gegen ISO Personen besuchte Versamm- tung statt, in der Genosse Ba udert sprach. Abends hielt in überfülltem Saale Genosse Schräder- Stuttgart die Festrede. — In Wehiift» waren nachmittag? schon über SOO Personen im „Voitshaufe" versammelt, wo Genosse Beck eine kurze Ansprache hielt. Abends sprach vor über 700 Teilnehmern Genosse Bau oe rt. Ncuh). L. Die Vormitlagsvcrsammlung in Gera war er. heblich stärker besucht als in den Vorfahren. Unser Genosse Emanucl Wurm- Berlin hielt die' Festrede. Nachmittags fand Konzert l'att, das ebenfalls stärker besucht, war als in den Vor- jähren. Ruch die elf Abendversammlungen in Gera und Umgegend wiesen durchweg eine viel stärkere Beteiligung als in früheren Jahre» aus. Menh n. L. In Zeulenroda war bei größerer Betetkigung als früher Morgcnst'aziergang, mittags sehr gut besuchte Versamm- liing, wo Genosse Leven- Gera sprach, dann Umzug durch die Stadt und abends bei s�hr starker Beteiligung Konzert, Theater und Tanz. Ssnneberg. Im Gegensatz zu der seit elnlzen Jahren in einigen mcininger Orten gebräuchlichen Praxis— den Festzug zu verbieten — gestattete der Sonneberger Magistrat auch diesmal den Fcstzug. An ihm nahmen etwa 400 Personen teil. Ebenso viel Personen hatten sich bcreilS am Mocgen zu einem AuSflua zusammen- gesunden.? Nachmittags, und Abendfeier im Schießhaus war von etwa?b0 Personen besucht. Genosse Paul R ei ßhauS-Erfurt htelr unter jubelndem Beifall die Festred«. In Köppelsdorf zählt« der Festzug 4S0, in Neuhau» 150, in Dudenbach 450 Personen. Saatfeld a. S. 1200 Personen nahmen an der Mai. Veranstaltung teil. Der Maifestzug wurde wieder verboten. Altenburg. Die Zahl der Arbeiter, die durch Arbeitsruhe feierten, war unter dem Einfluß der ungünstigen wirtschaftlichen Lage geringer als in den vorhergehenden Jahren. Dazu kamen noch die Drohungen zahlreicher Industrieller, die Matfeierndcn auf ein« Woche auszusperren. Am stärksten war die Beteiligung an der Arbeitsruhe in den Städten Altenburg und Eisenberg. In Altenburg nahmen an der Vormittngsversammlung einige 400 Mann teil. Die Abendveranstaltungen waren in allen Orten sehr stark besucht; zum Teil waren die Lokale überfüllt. Hessen. D»r«ftadi. Am Moraenspaziergang, der sich durch die Straßen ocr Stadt nach den die Stadt umsäumenden Laubwäldern bewegte, beteiligten sich über*00 Genossen. Set der Abendversammlung im Schützenhos zeigte sich ein noch nie dagewesener Andrang. Auch für Darmstadt läßt sich die Tatsache konstatieren, daß die Maiseier von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt. Ebenso ist in allen Orten des Wahlkreises die Teilnahme an der Feier gegen die vorjährige bedeutend gestiegen. Offeubach-Dieburg. Im Kreise fanden allein 83 Versamm- l u n g e n statt, davon vier vormittags. Die Veranstaltungen waren allerorts gut besucht. Nachmittags fanden in den Städten Fest- z ü g e, abends Konzerte mit Festreden und Tanz statt. Die Arbeiter des platten Landes find meist Bauhandwerker, die in den benach- borten Städten arbeiten, oder eS find Heimarbeiter der Portefeuille- industrie. Die Arbeitsruhe ist darum ziemlich allgemein, und ihrer Durchführung stehen besondere Schwierigkeiten nicht im Wege. Die Schreiner in Isenburg beschlossen die Arbeitsruhe, trotz an- gedrohter Aussperrung. In Offenbach feierten am Nachmittag sogar alle städtischen Betriebe. Auf Anfrage war dem ArbetterauS schütz von der Bürgermeisterei mitgeteilt worden, daß dort, wo eS der Betrieb ge- statte, gefeiert werden könne. Die Arbeiter der Schuhindustrie haben zum Teil den 1. Mai als Feiertag in der Arbeits- ordnung festgelegt. Die Krise benutzend, versuchten die Unter- nehmer, tue Abmachungen zu durchbrechen. Laut einstimmig gefaßtem Beschlutz feierten die Schuhmacher, 1000 an der Zahl, sämtlich. Die Schuhfabrik Wallerstein, die etwa 540 Personen beschäftigt, hatte den Arbeitern das Feiern bei Strafe der Ent- lallung verboten. Dessenungeachtet feierten bis aus 21 alle männ- lichen Arbeiter, trotzdem am Morgen des 1. Mai 12 Schutzleute in der Nähe der Fabrik postiert waren. Auch herrschte aus vielen Bauten Ruhe. In der Portefeuillesindustrie war die Arbeitsruhe so gut wie allgemein. Nur die Metallarbeiter, an 2500, mußten der Not gehorchend, sronden. Uebermächtiger kapitalistischer Druck lastet aus ihnen. Für sie fand am Abend erne besondere Versammlung statt, die überfüllt war. Mainz. Die Feier wurde hier durch eine besser als in den Vorjahren besuchte Demonstrationsversammlung eingeleitet. Am NachmittagSspaztergang nahmen mehrere Hundert Genossen mit Frauen und Kindern teil. Wegen RegenS mußte der Zug sich später auslösen. Am Abend aber war die eigentliche Festversaminlung im „Pflug" überfüllt. In Bretzenheim, Kost heim, Gonsenheim fanden gutbesuchte Abendveriammlungen statt. Gießen. Die Abendvcrlammlung war sehr stark besucht. Die Versammlungen in den Orlen der Umgebung, Wieseck, Lollar, Heuchelheim ulw. sowie auch in dem benachbarten Wetzlar wiesen stärkere Beteiligung als in den Vorjahren auf. Rheinpfalz. In LndwigShafen am Rhein fand am Bormittag eine von zirka 600 Personen besuchte Versammlung statt. Ganz erheblich stärker besucht war noch die Abendfeier, an der dir beiden Arbettergesang- vereine und die freie Turnerschast teilnahmen. Mehrere Fabrilen feierten am Tage vollständig. In anderen war es den Arbeitern freigestellt, den Tag zu feiern. Die Firma S a h s i g, deren Arbeiter vollständige ArbeitSruhe eintreten ließen, sperrte sämtliche Tischler und Glaser für sechs Tage aus. Baden. Karlsruhe. Die Vormittagsversammlung der Feiernden im „Auerhahn" war von zirla 180 Personen besucht. Am Nachmittags- ausilug nach der Hedwigsquelle nahmen 450 Genossen teil. Die Feiern am Abend fanden in zwei großen Sälen statt, von denen jeder 1000 Besucher aufwies. Ntlninheim. Zu der Versammlung die vormittags um 10 Uhr im Saalbau statlfand, waren etwa 2500 Personen erschienen. Die Zahl wäre noch größer gewesen, wenn nicht ein Teil der in den großen Fabriken von Brown. Boveri u. Co. und von Benz u. Co. fast vollständig feiernden Arbeiterschaft einen Ausflug nach Franken» thal(Pfalz) unternommen hätte, um dort ihre Kollegen zu besuchen; sie halten leider ihren Entschluß nicht geändert, wiewohl ein in der „Volksstimme" erschienener Aufruf des Gewerkschaflskartell« und der Parteileitung ihnen dringend nahegelegt hatte, sich an der Demonstrationsversammlung im„Saalbau" zu beteiligen. Nach Schluß der Versammlung verließen die Feiernden unter dem Gesang der Marseillaise den Saal und begaben sich in losem, aber die Zusammengehörigkeit doch erkennen lassenden Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Gewerkschaflshause. In den zum Stadtgebiet Mannheim gehörigen Vororten Wetterau, Gräfenthal und Waldhof fanden abends Versammlungen statt, die sehr gut besucht waren. Ferner hatten 17 verschiedene Orte de« ReichStagSwahlkrcise« Abendveriammlungen veranstaltet, die fast alle gut. zum Teil sehr stark besucht waren. Pforzheim. Da bei der gegenwärtig in der hiesigen Haupt- industrie(Bijouterie) herrschenden Krise viele Hunderte Arbeiter MontagS und Dienstags aussetzen müssen, betrug die Zahl der Teil- nehmer an der Morgenversammlung nur 150. Dagegen war die Abend Versammlung überaus zahlreich besucht. Ueber 500 Genossen waren dazu erschienen. Bayern. München. An d t e H ä l s t c der Münchener Arbeiterschaft hat den 1. Mai durch ArbeitSruhe begangen. Mit der rühmlichen Ausnahme des v. Mafteischen Eisenwerks Hirschau, wo dir Arbeiter- schast schon seit Jahren den 1. Mai durch ArbeitSruhe begeht, halten nur noch die Unternehmer der Maschinenindustrie ihre Sllaven am 1. Mai in den Fabriken fest, Morgens machten die roten Radler eine Spazierfahrt durch die Stadt; sie hatten durch die Speichen ihrer Räder rote Bänder gezogen und radelten, auch die Lentstange mit roten Blumen geschmückt, die Brienncrstraße entlang, als gerade der Prinzregent eine Ausfahrt unternahm. Ein Schutzmann machte nun den Versuch, die rote Rotte am Weiterfahren zu hindern. Der Regent winkle ab, ließ anhalten und folgte mit Interesse dem un- gewohnten Schauspiel. Der Staat ist nicht aus den Fugen ge- gangen.— Um 10 Uhr vormittags fanden in der ganzen Stadl ll Versammlungen stakt. Die Säle, darunter die größten bis 5000 Personen fassenden, waren bis in die letzten Winkel besetzt. Die Arbeiter und Arbeilerinnen der Nahrungsmittel» i n d u st r i e fanden sich nachmittags in zwei weiteren Versammlungen zusan»! n. Abends tagten dann noch zwei Versnmlungen. In ihren Ausführungen gedachten die Referenten auch der Kämpf« unserer norddeutschen Brüder zur Niederringung des Dreiklassenwahlrechts und versicherte» sie der Sympathie des bayerischen Proletariats. Nachmittags zogen die Maifejtdemonslranten nach dem Wald» restauranl H o I z a p f e l t r e u t h, wo Konzert stattfand. Auch in Pasing und Retchenhall feierten viel« Arbeiter durch ArbeitSruhe. Im ersteren Ort sand ein Morgenspazier» gang, im letzteren eine Morgenverjammlung statt, die gute Beteiii» gung auswies. Nürnberg. Die Feiernden versammelten sich vormittags im Sächsischen Hof". Ter geräumige Saal war schon vor der an- gesetzten Zeit derart überfüllt, daß die Polizei den Saal ab- sperrte und viele Hunderte keinen Einlaß fanden. NachmitlagS zogen die Feiernden in losen Gruppen nach der Vorstadt Möaels- oorf, wo im.Voltsgarten" eine Arbctter-Maifeier mit Konzert statt- fand. Ein Hauptkontingent zu den Feiernden stellten die Holzarbeiter. Trotz der Ankündigung des Unternehmervereins des Holzgewerbes. alle Arbeiter, die am 1. Mai nicht zur Arbeit erscheinen oder die Arbeit vorzeitig verlassen, zu entlassen und vor dem 4. Mai keine Neueiiistellungen vorznnehinen, feierten eine ganze Anzahl größerer Möbelfabriken vollständig, ebenso viele Kleinbetriebe, andere teilweise. In der Melallindnstrie feierten nur einige kleinere Betriebe. Im Baugewerbe ließ der kleinere Teil die Arbelt ruhen. Abends fanden vier große Versammlungen statt, die sämtlich massenhaft besucht wäre». In Fürth tagte vormittags ebenialls eine Versammlung der Feiernden, die vollständig überfüllt war. Um 2 Uhr wurde zu dem zum ersten Male vom Bezirksamte genehmigten Festzug angetreten, der stch nach dem nahegelegenen Forsthause bewegte. Die Mit- führung roter Fahnen war verboten, deshalb wurde die alte Partei« sahne verhüllt im Zuge mitgetragen. So weit bis jetzt Nachrichten vorliegen, ist auch in den übrigen Städten NordoahernS die Feier in eindrucks« voller Weise verlaufen. In Bayreuth, Marktredwitz. Arzberg, Wunsiedel und Marltleuthen fanden stark besuchte Abenddersammlungen statt. Württemberg. Stuttgart. Die Feier wurde durch drei stark besuchte Vor- mittagsversammlungen eingeleitet. Die Abendveranstaltungen waren überfüllt. In.Alt-Stuttgart" waren 5000 Arbeiter versammelt. Die Möbelfabrikanten hatten den Arbeitern, die seit etwa einem Jahrzehnt die Maifeier durch ArbeitSruhe begangen hatten, diesmal tue Aussperrung angedroht. Die Drohung hatte zur Folge, daß eine am Abend vor der Feier stattgesundene Ber- sanunlung derselben Arbeiter mit großer Majorität beschloß, dieses Jahr die vollständige Arbeltsruhe durchzuführen. Dieser Beschluß wurde auch streng eingehalten. Infolgedessen wurden etwa 900 Möbelarbeiter bis zum 6. Mal aus« gesperrt. Auch im Tapezierberufe haben einige Unternehmer zur Aussperrung gegriffen. Rund 100 Arbeiter dieser Branche dürsten von der Aussperrung betroffen worden sein. Im ganzen find etwas über 1000 Arbeiter ausgesperrt. Metallarbeiter find nicht darunter. Elsah-Lothringe«. Straßvurg k. S. Die Beteiligung der Straßburg« Arbeiterschaft an der Feier war schwächer al« in den Borjahren. Verschiedene lokale Berhältnisse mögen dazu beigetragen haben. Es fanden eine Vormittagsversammiung. ein NachmittagsauSflug und etne Abend- Versammlung statt, die besser besucht war. Die Maifeier im obcrclsäsfischen AgitationSbezir?(Wahlkreise Mülhausen, Gebweiler und Altkirch-TbannS) zeigte Heuer eine kräftige AufwärtSbewcgung. In Mülhausen i. E. selbst waren die beiden VormittaaSversammlungen überfüllt; an oem NachmittagSauSfluge nach den Nachbarorlen Habsheim und Rixheim beteiligten stch 15—1800 Personen. Die Zahl der Feiernden war erheblich größer, zum ersten Male stand eines der größten Etablissements der Textilindustrie am Platze, die Baumwollspinnerei Frey u. Co.. zu fünf«echsteln still. Ohne die Quertreibereien der geringen christlichen Minderheit in diesem Betriebe wäre die Arbeits- ruhe dort vollkommen gewesen. Immerhin ist ja der Anfang mit der ArbeitSruhe tn der einheimischen Großindustrie gemacht. waS nicht hoch genug angeschlagen werden kann. In der überfüllten Abendversaunnlung waren 1000 Personen anwesend--» ein mehr Teilnehmer fassendes Lokal war leider nicht zu haben. ZlZuolanck. Die Maifeier iu Oesterreich. Witt», 1. Mai.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die Mai- feier ist in Oesterreich in dem schon gewohnten großen Ausmatz und in den herkömmlichen Formen gefeiert worden. Insbesondere in Wien hat sich der Arbeiterfeiertag im Lause der Jahre so sieg» reich durchgesetzt, daß die A r b e i t S r u h e tn den gewerblichen und industriellen Betrieben stä st allgemein ist. Auch heute boten alle Arbeiterbezirke daS festlich schöne Bild: Am Vormittag Volks- und Branchenversammlungen und Nachmittags die For- mieruna der Züge, die sich auf der prunkvollen Ringstraße zu dem gewaltigen Umzüge oereinizen und im Prater münden. Ueberall leuchtete das schöne Maisestzeichen am roten Bande, und überall freudige Augen, in denen das Bewußtsein deS einzigartigen TageS schimmerte. In Wien fanden am Vormittag 48 deutsche, l2 tschechische, zwei polnische und zwei ungarische Versammlungen statt! im übrigen Niederösterreich 36 deutsche und 10 tschechische, in ihrer Fülle ein Beweis, wie stark und machtvoll die ArbeitSruhe sich durchgerungen hat. Wie nun seit Jahren, erscheinen heute nach- mittag und morgen früh in allen großen Städten, insbesondere in Wien keine Zeitungen: wodurch die Feier, da„alle Räder stillstehen", auch dem stumpfsinnigsten Spießbürger fühlbar wird. Auch im übrigen Oesterreich war, soweit uns Berichte vor- liegen, die Arbeitsruhe nirgends geringer als in früheren Jahren; nur in einzelnen Zentren der Textilbranche in Böhmen scheint der Druck der Scharfmacher den Tag beeinträchtigt zu haben. Eine stimmungsvolle Festfeier hielten die Wiener Buchdrucker: unter gcwaltiacr Beteiligung der Arbeitsgenossen wurde am Hernalscx, Friedhof das Denkmal für E m i l K r a l i k enthüllt, dem Humor- vollen Schilderer deS Wiener proletarischen Lebens, der als Ver- treter der Setzer am Internationalen Kongreß in Paris vor neun- zehn Jahren an der Beschließung der Maifeierresolution mitgewirkt hat. Schwei,. Zürich, 1. Mai.(Privatdepesche d«S„Vorwärts".) Die A r b e i t S r u h e ist in diesem Jahre fast allgemein. Kein Fabrikschornstein verpestet die herrliche Maienluft. Die Staats» und Stadtbetriebe feiern. Die Straßen sind im Festschmuck. Die Aufstellung deS FestzugeS verspricht eine Beteiligung von 8— 10 000 Teilnehmern. Das sind die Wirkungen deS reaktionären Streikgesetzes, das das verblendete Kleinbürger- und Bauerntum den Scharfmachern am letzten Sonntag apportiert hat. Zürich, 2. Mai.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die Maifeier ist bei günstigstem Frühlingswettcr in der ganzen Schweiz großartig verlaufen. In Zürich..Winterthur, St. Gallen, Basel, Bern, Luzern nahmen viele tauiende Männer, Frauen und Kinder an dem Festzuge teil. Die Festreden wurden in deutscher, italienischer und französischer Sprache gehalten. Frankreich. Paris, 1. Mai.(Gig. Ber.) Die Maifeier ist, soweit die Berichte vorliegen, diesmal recht befriedigend verlaufen. In Paris war die ArbeitSruhe nicht in allen Berufen gleichmäßig. Vollständig war sie im Bau» ge werbe, wo die Unternehmer den Tag freigegeben hatten. Demgemäß waren die Versammlungen dieser Branche, die zugleich al« Kontrollversammlungen der Gewerkschaft dienten, glänzend besucht. Bon den Holzarbeitern hatte ein beträcht- lich» Teil die Arbeit eingestellt, ebenso feierten viele Schneider. Weniger Günstige« ist von der unter der Krise stark leidenden Metallindustrie zu berichten. In manchen Betrieben, wo nicht gearbeitet wurde, waren e« die Unternehmer selbst, die infolge der mangelnden Arbeit die Freigabe angeordnet hatten. Von den unzähligen Branchenversammlungen, die so ziemlich alle Berufe, z. B. auch die Köche und die Gärtner umfaßten, hatten viele einen weit besseren Besuch aufzuweisen, als die des vorigen JahreS. Die größten Kundgebungen waren die vom Gewerkschaftsverband deS Seine- Departements in die verschiedenen Säle der Arbeits- börfe einberufenen allgemeinen Gewerkschaftsversammlungen. Gegen 10000 Menschen drängten sich hier zusammen. Im großen Saal sprach u. a. der VerbandSsekretär Aulagnier, Mitglied der geeinigien Partei, sowie der gcniaßregelte anarchistische Beamte Janrion, ehedem Mitarbeiter ClemenceauS an der„Aurore" In bitler Versammlung wie in allm übrigen wurde eine Resolution «ngenomm«. die die«chtstundenforderung erhebt und den inter» nationalen Bund des Proletariats zur Bekämpfung des Kapitalismus feiert. Die Regierung hatte ungeheuere, lächerliche„Vorsichtsmaßregeln� getroffen. Die ganze Garnison war konfigniert. Gegenüber der Arbousbörfe standen zwei Bataillone Infanterie, eine Kürassier« fchwadron und Mafien republikanischer Garden zu Fuß und zu Pferde. Die Versammlungsbesucher gingen aber ruhig lächelnd auseinander. Luch auf den inneren Boulevards und in den Champs ElysäeS bis zum Sternplatz war Militär aufgeboten. Im Grand Palais, der großen Lusstellungshalle, waren Dragoner, Infanterie und Jäger untergebracht. An mehreren Stellen sah man Zellen« wagen und Smbulanzenl Der Straßenasphalt war mit Sand bestreut, um das Ausgleiten der Dragonerrosse zu verhindern. Und diese ganz» schöne Ausstellung der kapitalistisch-militaristischen Staatsherrlichkeil war umsonst. Leider fehlt heute der I o u r- nalist Elemenceau. der ehedem seinen ätzenden Hohn über solche Entkleidungsszenen des Bourgeoisstaates ausgegossen hat. Den Anlaß zu dieser Bewachung der vornehmen Straßenzüge hatte die vom Gewerkschaftsverband erlassene Aufsorderung zu Kundgebungen in diesen Ouanieren des Luxus und Müßiggangs gegeben. ES ist nicht zu leugnen, daß die Srbeiterzüg« in dem Strom de» Spaziergänger nicht gerade besonders merklich waren Die Takttk der Etraßendemonstration ist anscheinend den Pariser Arbeitern ziemlich abhanden gekommen. Die deutschen Partetgenossea und Eewerk- sch asten in Paris feierten den Maitag wie gewöhnlich mit den anderen Ausländer«. Tschechen, Ungarn, Skandinaviern usw. Ueber 600 Personen waren aus dem Festplatz in Eharenton am Marne- Ufer bei Reden und Gesängen vereinigt. In der Provinz ist der Tag gleichfalls ohne gewaltsame Konflikte vorübergegangen. In den B e r g w e r k» b e z i r k e n des Nordens und im Pas de Calais feiert« die übergroßeMehr» hett der«rbeiter, in Montceau les MineS mehr als die Hälfte. Im Becken von Saint Sttenn« ruht« die ganz« Bergarbeiterschaft und auch in den anderen Gewerben, die Metallindustrie ausgenommen, waren die Betriebe zu- meist geschloffen. Bemerkenswert war im ganzen Lande die Teil- nahm« der StaatSarbetter an der Feier. Di« Tabak- arbeiter von Lille, von Ranch wie von Bordeaux hatten den Tag frei bekommen. In Nancg feierten auch die Tele graphen- und Telephonbediensteten. In den Hafenstädten waren die Kundgebungen sehr an- sehnlich. Die Arbeiter der Arsenale waren zum größten Teil den Werkstätten ferngeblieben. In T o ulon, wo die Arsenalarbeiter und eine Anzahl anderer Gruppen aus der Arbeitsbörse auSgetteten sind, fanden zwei Umzüge unter Vorantragung roter Fahnen und unter den Klängen der.Internationale' statt. Eine ebensolche Kund gebung wird aus La R o ch e l l e gemeldet. Versammlungen wurden in allen größeren Orten deS Landes abgehalten. Die Arbeitskonföderation hatte zahlreich« Redner für sie delegiert. Italien. Rom. 2. Mai.(Privatdepesche deS.Vorwärts'.) Die Maifeier hat in diesem Jahre weitere Fortschritte gemacht. Ueberall herrschte feierliche Festesstimmung. Da die Behörden sich diesmal zurückhielten, wurde die Ruhe nirgends gestört. Die Arbeitsruhe war allgemein. Die Maifeier verlieh dem Stratzenbild ein charakteristisches Gepräge, da der Trambahnvertehr gleichfalls ruhte. Ueberall feierten die Buchdrucker, so daß gestern nachmittag und heute früh keine Zeitungen erschienen. Die römische Stadtverwaltung ge- währte ihren Beamten Arbeitsruhe. Ebenso die zahlreichen sozial. demokratischen Stadtverwaltungen der Provinz. Belgien. Brüssel, 2. Mai. Die Maifeier wurde überall durch Arbeits- ruhe, Versammlungen und Straßenumzüge gefeiert. Es ereignete sich kein Zwischenfall. Die Arbeitsruhe war besonders in den Kohlen- revieren umfassend. Spanien. Madrid, 2. Mai.(Privatdepesche des.Vorwärts'.) Der Umfang der Maifeier war größer als im Vorjahre. In Madrid und in der Provinz ereignete fich kein Zwischenfall. Die Maifeier in London. London, 2. Mai.(Privatdepesche deS„Vorwärts.) Der 1. Mai wurde in London gefeiert durch eine Prozession, die sich am Themseufer bei der Temvlestation sammelte und von da durch den Strand. Kingsway, Holborn und Oxford-Street nach dem Hydepark marschierte. Der Prozession schloffen sich etwa SV Wagen mit Zöglingen der sozialistlschen Sonntagsschulen sowie die Arbeitslosen an. Von Gewerkschaftan waren vertreten: die Eisenbahner, die Möbeltischler, Schriftsetzer, Buchbinder, Geschäfts- diener und Schneider. Die Prozession kam ungefähr um SVi Uhr im Hydepark an. wo sieben Wagen als Tribünen dienten und von welchen verschiedene Genoffen und Genossinnen sprachen. Die siebente Tribüne war international. Um S Uhr wurde folgende Rsolütion angenommen: „Dieses Arbeitermeeting sendet brüderliche Grüße an die sozialistischen Genoffen, die sich in allen Ländern der Welt an diesem Tage versammeln, um ihrer Solidarität Ausdruck zu geben um ihren Entschluß kund zu tun, sich von der Lohnarbeit zu be° freien und ein genoffenschaftliches Gemeinwesen zu schaffen, das auf Gemeineigentum an den Produktionsmitteln begründet ist. „Als Mittel zu diesem Zweck und um der körperlichen Eni- artung unserer Klasse vorzubeugen, verlangen wir: die Unter- Haltung der Schulkinder auf Staatskosten, die Organisierung und Beschäftigung der Arbeitslosen mit nützlicher und produktiver Ar- beit, Achtstundentag, Alterspensioncn. Um die Eroberung der Wirt- schaftlichen Einheit zu erleichtern, verlangen wir allgemeines Wahl- recht für Männer und Frauen, Zahlung von Diäten und Wahl- kosten sowie Verhältniswahlen.' An der Prozession nahmen etwa 5000 Personen teil. Abends findet in Holborn Tower Hall Maifest statt. Die Maifeier war von herrlichem Wetter begünstigt. In der Prozession schritten S 0 0 0 Personen. Die Polizei verbot den Anarchisten die Errichtung von Tribünen und die beab- sichtigten Reden. Holland. Amsterdam, 1. Mai 1S08. Das Mai fest wird in Holland dieses Jahr in der üblichen Weise gefeiert und zwar mit Straßenumzügen am Mittag und am Abend, sowie mit Meetings. Die Arbcitsruhe ist noch immer keine große, aber doch zunehmend. Die Stadtmagistrate verschiedener Plätze ge- statteten den Gemeindearbcitern, falls sie dies frugen und soweit der Dienst es zuläßt, heute frei zu nehmen. Zu Amsterdam fand um 1 Uhr ein Straßenumzug statt, der vom Amsterdamer Vorständc-Verbandc organisiert war und an welchem 43 Organisationen und, nach Schätzung, 4000 Personen teilnahmen, worunter viele Frauen. Der Umzug machte auch dieses Jahr wieder einen imposanten Eindruck durch die Fahnen, Banner und mit Inschriften beschriebenen Tücher, dessen erstes dem Zuge vorangetragenes die Forderung, worunter in Solland das Fest gefeiert wird, trug:„Für den Achtstundentag und das allge- meine Wahlrecht". Der von mehreren Musikkorps begleitete Dc- monstrationszug begab sich schließlich nach dem..Palais von Volks- vlyt", dessen 3000 Personen fassender Saal bis auf den letzten Platz mfülU war uvt voch 1000 Personen ia dessen Garte« sich begebe« mußtett. Die Genossen PothuiS, Hrtm Polak, Jos. Looffuik und Wibaut waren die Festredner.— Am heutigen Abend findet wie alljährlich noch ein Abendumzug mit Fackeln und Transparenten statt. Die Freien Sozialisten und Anarchisten veranstalteten Mee- tings in den Säle«„Plane' und.Bellevue'. Norwegen. Kristiania, 2. Mai.(Privatdepesche deS„Vorwärts'.) In ganz Norwegen wurde der L Mai durch Arbeitsruhe und Umzüge glänzend gefeiert. In den Städten und den Bergwerks- bezirken ruhte die Arbeit vollständig. Auf Beschluß der Stadt« verordneten hatten einige Städte geflaggt und den Schülern den Tag freigegeben. In Kristtania selbst nahmen neunzig Vereine mit gl>00 Mitgliedern an dem Zuge teil i stark über 2000 Teilnehmer zählende Festzüge wiesen Bergen. Drontheim und Drammen auf. Im ganzen Lairde zählte man über 30 000 De- monsttanten. Pole«. Warscha«, L. Mas. Die Stadt glich gestern einem großen Militärlager. Die Straßenbahnen waren militärisch besetzt. Die Nahrungsmittelgeschäfte waren ge öffnet, dagegen sämtliche Fabriken geschlossen. Bulgarien. Safia, 2. Mai. Anläßlich der Maifeier»eranstalteten die Sozial- demokraten Sttaßenumzüge, welche ohne besonderen Zwischenfall ver liefen. Serbie«. Belgrad, 2. Mai. Mehrere tausend Arveiter durch- zogen gestern mit roten Fahnen die Straßen der Stadt und ver« sammelten sich im Toplschider Park. Di« Polizei brauchte nicht ein- zugreifen. Abends herrschte vollständige Ruh« in der Stadt. parlamentarisches. Die WahlprüfungSk»«»Isfi»n setzte tn ihrer letzten Sitzung die rüfung der Wahl des Abg. H« n n i n g(kons.), Wahlkreis Kala« u ck a u, fort. Wie der Protest durch ein beigelegtes Wahlflugblatt beweist, haben fünf Amtsvorsteher des Kreises Luckau den Wahlaufruf für Henning unterzeichnet unter Beifügung ihres Amtscharakters. Die Kommission beschloß, zunächst genaue amtliche Feststellung über den Amtsbezirk der in Frage kommenden Amtsvorsteher bei ver Regierung tn Frankfurt a. O. einzuholen, zugleich aber zu beantragen. Erhebungen über die für erheblich b sundenen Behauptungen deS Protestes anstellen zu lassen. Von konservativer Seite wurde bezüglich der amtlichen Wahlbeeinfluffungen durch die Amtsvorsteher auf die Wc E n d e r s, Wahlkreis Sonneberg- Saalfeld hingewiesen, die bekanntlich von der Blockmehrheit ttotz der Unterzeichnung eines für Enders ausgegebenen Flugblattes durch Bürger- meister des Kreises für gültig erklärt worden ist. Sie bestreiten den amtlichen Einfluß dieser Beamten. Die freisinnigen Mit- glieder der Kommission hielten sich aber an den bekannten Ausspruch des Abgeordneten K o p s ch, daß Smtsvorsteher und Bürgermeister in Ostelbien einen bedeutend größeren Einfluß besäßen, als in Süd- deutichland, daher erklärten sie die angeführte Unterzeichnung deS Aufrufs für amtliche Beeinflussung. Jnjolgedeffen beschloß die Mehrheit der Kommission, die WahlHenning» zu bean- standen und Beweiserhebungen zu veranstalten. Damit schließt die Kommission ihre Tätigkeit für die laufende Session._ Einlauf. Im Reichstage gingen ein: Drei internationale Abkommen über das Privat- recht, und zwar: 1. über die Wirkungen der Ehe aus die Rechte und Pflichten der Ehegatten in ihren persönlichen Beziehungen und aus das Vermögen der Ehegatten. 2. über Entmündigung und 3. über den Zivilprozeß. Entwurf eines Gesetze» zur Ausführung de» Abkommens über den Zivilprozeß. Entwurf eines Ergänzungsgesetzes betreffend Postdampf- schiffverbindungen mit überseeischen Ländern. Entwurf eines Gesetzes betreffend Abänderung d e S Wechsel st empel st euergesetzes. 115., 110., 118., 123., 125., 128., 129., 181., 130.— 133.. 1«0. und 141. Bericht der P e t i t i o n S k o m m i s s i o n. Entwurf eines zweiten Nachtrags zum RetchShau»- haltSetat für 1908. Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl deS Abg. S ch w a r tz- Lübeck. Bericht der Kommission über den Entwurf eines Gesetze? betr. Abänderung der Gewerbeordnu n g. Zwölftes Verzeichnis der eingegangenen Petitionen. öcrichtQ- Zeitung. Der Prozeß Trofimoff vor dem Reichsgericht. Das Reichsgericht beschäftigte sich am 14. April mit der Revision des sind. med. Nikolaus Trofimoff und des Schriftstellers Strelzow. Sie sind bekanntlich am 23. Dezember v. I. vom Land- gericht I, Berlin, wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz, der erstere auch wegen Geheimbündelei, verurteilt worden. Die Urteils- verkündung wurde aus Freitag vertagt. Sie lautete auf Ber. werfung der Revision. In der Begründung wurde angeführt, daß die öffentlichen Angelegenheiten keineswegs immer deutsche zu sein brauchen; das Gesetz finde auch Anwendung, wenn es sich um öffentliche Angelegenheiten anderer Länder handle. Wegen Beleidigung der Spandauer Polizei hatte sich der Arbeiter August Arendt vor dem hiesigen Schöffen- gericht zu verantworten. In einer am 4. Februar d. I. im Lokal von Ulrich abgehaltenen öffentlichen Versammlung, in welcher der Genosse Pieser über das Vorgehen der Spandauer Polizeibeamten am 12. Januar referierte und bei Schilderung der Vorgänge den Ausspruch tat, daß angesichts solcher Vorkommnisse, und solcher Handlungen der Beamtci-. etwas mehr Schulbildung am Platze wäre,-nachte der Angeklagte'einen Zwischenruf, durch den sich die Spandauer Polizei beleidigt fühlte, und stellte der Oberbürgermeister, als Chef der Polizeioerwaltung. Strafantrag. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach dem Antrag des Amtsanwalts zu 50 Mark Geldstrafe, im Unver- mögcnsfalle zu 10 Tage Gefängnis. Dem Chef der Polizeiverwal- tung wurde die Publikationsbefugnis durch Aushang im Rathause zugesprochen._ Schiebungen znunguasten Angestellter. Ein« Schiebung zuungunstern der Handlungsgehülfen unter- lag am Freitag der Entscheidung der zweiten Kammer des Kauf- mannsgerichtS. Die Klägerin Alice B. war von einem Kaufmann G. als Verkäuferin für ein Konfitürengeschäft engagiert worden, als dessen Geschäftsführer G. sich ausgab, während nach G.'s An- gäbe der Inhaber des Geschäfts sein Schwiegervater Georg H. sein sollte. Diese Besitzverhältnisse wurden auch der Klägerin im Bei- sein ihres Vaters vom Schwiegervater bestätigt, wie auch letzterer die vereinbarte Kaution von 100 M. in Empfang nahm. Das Firmenschild am Laden lautete auf den Namen Georg H. Erst während der Tätigkeit der Verkäuferin wurde es durch ein anderes mit dem Namen des Sckwicgersohnes ersetzt. Bei Austritt aus dem Geschäft hatte die Klägerin noch eine Forderung für Gehalt und unrechtmäßig einbehallcne Kaution in Höhe von 83 M. und machte diesen Anspruch gegen den SäWiegervater H. vor dem Kaufmanns- gericht geltM. Siejer bestritt, öaß die Ktägerio w eitlem Arbeits- Verhältnis zu ih« gestanden habe. SBfernt ste eine Forderung«O ihrer Tätigkeit im Konfitürengeschäft habe, so müsse sie sich an seinen Schwiegersohn halten, der der eigentliche Inhaber d«S Ge» schästs sei. Denn er Beklagter, sei Sutmacher und habe sein eigenes Geschäft. Nur einmal, habe er aus Gefälligkeit für seinen Schwieger. söhn, darin gewilligt, daß er als Inhaber gelte, wie er auch die Kaution der Klägerin nur für G. in Verwahrung nahm, weil dieser nicht mit Geld umzugehen verstände. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten, der Klägerin die beanspruchten 83 M. zu zahlen. Nach den beim Engagement gemachten eigenen Angaben des Beklagten, war er der Geschäfts- inhaber, nicht sein Schwiegersohn, was auch durch d e Kautions» Übernahme und Firmierung bestätigt werde. Die Klägerin behält demnach ihren Anspruch gegen den Beklagten in voller Höhe. Die Entscheidung entspricht durchaus dem Rechtssatze, daß der» artige Schiebungen rechtliche Gültigkeit zuungunsten der Gläubiger nicht haben._ Aus einem Warenhause. Vom Schwurgericht Essen ist. wie wir seinerzeit meldeten, am 20. März d. I. der Kaufmann Moritz Nathan wegen Meineides in zwei Fällen zu einem Jahre zwei Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Eine seiner Verkäuferinnen hatte sich aus dem Geschäft« Sachen angeeignet und war deshalb von Nathan wegen Diebstahls angezeigt worden. Das Mädchen behauptete vor Gericht, sie hätte nicht anderes getan als ihre Kolleginnen, mit denen Nathan ge- schlechttichen Verkehr gehabt habe; sie hätten alle die Erlaubnis gehabt, Gegenstände ohne Bezahlung mitzunehmen. Nathan aber beschloor sowohl vor dem Schöffengericht als der Strafkammer, daß er weder mit der betr. Verkäuferin, noch mit ihren Kolleginnen geschlechtlichen Verkehr gepflogen habe. DaS Gegenteil wurde ihm aber nachgewiesen.— Auf die Revisien deS Lngehlagten beb arn Feitag das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Schwurgericht zurück. Es wurde Beschränkung der Verteidigung als vorliegend angenommen, da dem Verteidiger nicht gestattet worden war, in seinem Plaidoyer auf den Inhalt der Anklageschrift einzugehen._ Ein Lmtssekretär aus Zeuthen. Eine Anklage wegen Bestechung führte am Freitag den Amts» sekretär Richard Golz vor die 2. Strafkammer deS Landgerichts II, die im Juni v. I. schon einmal damit beschäftigt war. Der Ange- klagte war bei dem AmtSvorsteher deS Amtsbezirks Zeuthen in Eich- walde als Amtssekretär beschäftigt und von dem Landrat dcS Kreises Teltow vereidigt. Mit seinem Amtsvorsteher, Herrn Beschorner, stand er aus sehr gespanntem Fuß«, und dieser gab im Termin dem Angeklagten ein sehr schlechtes Zeugnis, indem er behauptete, der Angeklagte sei. wie durch andere Fälle erwiesen sei. Geldzuwendungen zugänglich gewesen. Hier in diesem Falle handelt es sich um folgendes: Der Molkereibesitzer Müller erhielt in den Jahren 1904— 1906 wiederholt Strafverfügungen des Amts- Vorstehers in Eichwalde. Er ging, wie er unter seinem Eide be» kündete, deshalb auf das Amtsbureau und sagte zu dem Ange- klagten: er habe immerfort mit der Polizei zu tun. was er denn nur machen solle, um dieS zu verhindern. Daraus soll der Angr« klagte gesagt haben: „Tun Sie nur etwa» und feie» Sie nicht immer s» ei« Kuicker!* Dabei soll er mit den Fingern die Bewegung de» Geldzahlen» ge* macht haben. Müller will darauf, als er mit dem Angeklagteo allein war diesem 5 Mark in die Hand gedrückt haben in der Er- Wartung, der Angeklagte werde sich in Zukunft freundlicher gegen ihn verhalten und seinen Einfluß dazu benutzen, den AmtSdiener Häusler zu veranlassen, nicht so häufig wie bisher Anzeigen gegen ihn zu erstatten, auch bei dem Amtsvorsteher zu seinen Gunsten tätig zu sein. Als dann Müller trotzdem wieder«in Strafmandat erhielt, erstattete er über das Vorgefallene Anzeige beim Laudrat, und die Eröffnung deS Strafverfahrens gegen den AmtSsekretär war die Folge davon. Die Strafkammer sprach seinerzeit den Angeklagten frei, weil dem Angeklagten gar kein Einfluß auf die Vor» nähme oder Unterlassung einer Amtshandlung zustand. Die Eni» schließungen deS Amtsvorsteher» seien selbständig zu fassen und nur in gewissen Fällen durch die Mitwirkung des AmtSauSschusse» bedingt. Danach sei die Tätigkeit deS AmtSsekretär» keine be- ratende, den AmtSvorsteher bei seinen Entschließungen beeinflussende. Auf die gegen daS freisprechende Urteil seitens der Staatsanwaltschaft eingelegte Rcviste» hat das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache an die erste Instanz zurück- verwiesen. Das Reichsgericht führte au«: Der AmtSvorsteher fei bei Verwaltung der Polizei und den sonstigen Angelegenheiten des Amtes nach näherer Vorschrift der KrriSordnung vielfach darauf angewiesen, Vorgänge zu berücksichtigen, die fich au< den Akten deS Amts ersehen lassen. Er kann unter Umständen fich mit der Aus- kunft begnügen, die der AmtSsekretär ihm über das Vorhandensein und den Inhalt von Akten erteilt. Wenn beispielsweise nach Ein- gang einer Strafanzeige ein Amtssekretär seinem vielleicht neu- ernannten Borgesetzten schriftlich oder mündlich erklärt, Akte» über frühere Strafverfügungen seien nicht erlassen oder vorhanden, so ist diese Erklärung, mag ste wahr oder unwahr sein, eine in sein Amt einschlagende Handlung. Sobald er Stoff zur Beurteilung einer Angelegenheit beibringt oder beizubringen unterläßt oder eine bestimmte Anordnung empfiehlt, übt er ein« zu seinem Bureaudienst gehörige Tätigkeit aus. Dabei kann er seine Amts- Pflicht verletzen. In der Verhandlung am Freitag bestritt der Angeklagte entschieden die Angaben des Zeugen Müller. Er sei an dem Tage, als dieser im Bureau erschienen, krank gewesen und habe ihm auf dessen Beschwerde lediglich den Rat erteilt, die Ueber- ttetungen zu unterlassen, dann würden die Polizeistrafen von selbst aufhören. Beim Weggange habe ihm plötzlich MüllA: 5 Mark zugc. schoben und habe sich eiligst entfernt. Er selbst sei über dies Ber- halten ganz perplex gewesen, habe unmittelbar darauf wegen seiner Erkrankung den Dienst verlassen und sich nach Hause begeben müssen und dort seiner Frau sofort erklärt, daß Müller die 5 Mark wieder erhallen müsse. Richtig sei es. daß er das Geld erst nach einiger Zeit an Müller zurückgeschickt habe. Zwei Zeugen, die im Amtsbureau die Unterredung des Müller mit dem Angeklagten mit angehört hätten, bestritten ebenso wie der Angeklagte selbst, daß dieser die von Müller behauptete Aeutzerung getan und die be- zeichnende Fingerbewegung dazu gemacht habe. Der Zeuge Müller blieb aber bei seiner Behauptung. Der Staatsanwalt hielt für er- wiesen, daß der Angeklagte im Sinne des Z 332 St.-G-B. für eine pflichtwidrige Handlung ein Geschenk angenommen habe und beantragte unter Annahme mildernder Umstände 9 Monate Ge- fängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof hielt nicht den § 332� sondern den§ 331 für vorliegend, da nicht recht erkennbar sei, für welche bestimmte Handlung der Zeuge Müller das Geld geopfert habe. Es sei aber Wohl denkbar, daß Müller durch die Hingabe des Geldes«ine Einwirkung zu seinen Gunsten erreichen wollte in solchen Fällen, wo der Amtssekretär von dem Amts- Vorsteher zugezogen würde und in nicht pflichtwidriger Weise seinen Einfluß geltend machen könnte. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu 3 Moaaten Gefängnis. Sozialdemokratischer Wahlverein für de« Reichstags- Wahlkreis Brieg-?kamslau.(Orlsoerein BcrliriO Heute abend ö Ubr bei A. Grimm. Sprceftr. 8(an der FriednchSgracht, Nähe Spittcl- Marli). Gäste willkommen. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter nnd Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Slbtciluiig IV. Heute 5 l bei Lilfin, Mcmelerstr. 07: OessenUiche Versammlung. Vortrag des Hrn. i Hirsch. leid über:.Geschlechtslrankheiten, Alkohol und Nikotin.' Dislussion. Gäste willlommen.__ Amtlicher Marktbericht der städtischen Marttballen-Dlrektion über den Großhandel in den Zenttal-Marktballen. Marktlage: Fleisch: Zufudr schlvach, CMdjäft still, Preise unverändert. Wild: Znsubr sehr biapp, Gcschäjt lebhaft. Preis« sest. G e s l ü g e l: Zusnhr knapp, Geschäft lebhast, Preise gilt. Fische: Zuinhr genügend, Geschäft schleppend, Preis« wenig wenig verändclt. Butter und K a l e: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, O b ft und S n d j r ü ch te: Zufuhr reichlich, ia holläudische» Eoiaal über Ledars, Geschält lebhaft. Preise weilt gedrückt. Bilanz ler GeseDseHall iBr eleltrisene Boen- ml UnterirundliiluieD in Berlin am 81. Dezember 1907. Aktiva. 1. Noeh nicht eingefordert» Einzahlung tob 76 H, auf ü» Aktien Kr. 30001-40000.................... 2. Kasse........................... 3. Bau- und Grunderwerbs-Konto der Bahnanlage......... 4. Bau- und Grunderwerbs-Konto der Erweiterungen........ 5. Konto Kraftwerk und Betriebsstätten............. 6. Konto Betriebsmittel.................... 7. Vorrätige Betriebsmaterialien................, 8. Grundstücks- und Gebäude-Konto............... 9. Wertpapiere........................ lO. Bareauinventar.............. U. Verschiedene Debitoren................... M, 1 6. 6. 7. 8. 9. 10. 11 12 U Passiva. AktteukaaMsd..... GesetsJiebei Rsserysfonds.................. 4'/, SchoJdverschreibungon Ausgebe 1999........... 3'/»*/o Schoidverschreibungen Ausgab« 1906........... 4*/, ochuid verschreib engen Ausgabe 1907........... Hypotheken aul erworbenen Grundstücken........... Saldo der Konten bei der Deutschen Bank........... Bahnanlage-Tilgungslonds.................. ErntnerongsfoBda..................... Fonds für außeisswOhnKeka Ausgaben im Befriebe....... Zinses der Schuldverschreibungen für die Zeit vom 1. 10 besv. L IL bis 31.(2. 07(fällig am 1. 1 beaw. 1 6. 08)........... Noeh nicht vorgelegte ausgeloste Sehuidverschreibnngen..... Noch nicht erhobene Dividenden und SchuldversohreiDongs-Zinsen. Verschiedene Kreditoren................... Reingewinn de» Jahie« 1907...... azuüglioä Oaurlanvortrag aas den Jahr» 1901........ fiswhm- und Vertostreehnmi«. 7 799 500 7 181 900 10 000 000 1602 619 13« 897 .7 609 000 35 367 33 166 596 16 185 650 6 687 793 8 897 403 201 621 6 158 499 108 070 I 9 211 776 76 402 769 M 40 000 000 1 641999 24 973 600 386 650 678 666 603 700 1 766 032 891 Ml 907 425 2 100 18 423 4 890 706 1739 617 76 402 769 1« Debet. Zinsen der 4*L Schal dvarachreihuugea Ausgab a 1899...... »••■■ lwi<...... davon auf Bau- und Grunderwerbs-Konto der im Bau beflndL Erweiterung übertr................... Bücklage kür den Bahnanlage-Tilgungsfonds.......... Rücklage für den Ernenerungsfonds......_........ Rücklage für außergewöhnliche Ausgaben im Betriebe...... Vertragsmäßige Abgaben an die Stadtgemeinden........ Abschreibungen auf Gebäude- und Bureau- Inventar....... Saldo zur Verteilung verbleibender Uebersohuß......... 1. Vortrag ans 1904.. 2. Betriebseinnahmen.... abzügL Betriebskosten 8. Verschiedene Einnahmen., Kredit. Di»»uf i t,(»stgesetete Dividende Dividendenscheins Nr 11 zur Auszahlung der MitieldeuUolieB Kreditbank, Berlia. Berlin, den 30. April 1908. gelangt mit M. 60.— für die Akti» gegen Einreichung des »ei der Oautscktn Buk, der Berlintr HudeliBttslUehalt und Dar Varatand. Möbel!' Spezialität; SBrgerllohe«fohnnaj«- Einrichtungen von 800— 10000 Mark. Einzelne Ersatzmöbel in großer Auswahl apottbllllA. Umsonst und ohne Kaufzwang ist die Besichtigung meiner Läger jedem Interessenten gern gestattet. liancJAhrlire Garantie. ■- Kulante Zahlweisa.'" Kennann fiehl Schieilterstr. 10. ixfi" eher: 5684. Hf. Hermann Müller, Berlin, Magazinttr. 14. No. 5927. i906er Märker, lolt Blätter, a 73 P>. No. 604 9. Mexiko-Einlage, MT würzig, leicht, a 1,25 Mk.' Billige Rohtabake. Ha» Jacoby, StreliUerttr. M. Heinrieb Franck Berlin, Brannenatr. 185 Neue Sumatras Hmblbtter und Decken 1,55, 2,90, 3,10, 3,20. 3.90 Mk. Holle, schneew brenn Tabak». Rohtabak! Neuer O fTn u ng. Niederlage sämtlicher überseeischer Zigarrontabake. Detaüvorkauf zu Engrospreisen. A. Plonsk& Co. ♦ Bronne natraBe Na.<5. Nathan Wand 129 Skalitzer®»r. 129.■ Die lchönften' Üeslen-8WM-�Ie!lii8 und Anzüge.ow" Monats-Carderobe vonZkaoalieren geltagene Lachen. saft neu, sür jede Figur passend. speziell Bauch onzüge sind in grober Auswahl suis zu staunend■ billigen Pleisen zu haben. W Nathan W a n BOeise«In und ist gleichsam' t eio Filter sür den ganzen inneren Menschen. RiemalS lose, garantiert echt nur tu Flaschen mtl Marke .„Sledlco" 4 0.75, 1.50.«.50 M. zu beziehen durch Abdd�a U?nz.>naIag»H Berlind», F..AnIchiaffe UIllO"-U�Eisenbahnstr.«. IV 4751, 4752, 4753. No In den Drogerien u Apotheken nicht erhältlich, hier frei tzauS I Man verlange auS« und nehme keinesfalls drücklich Marke DZa»4«4H4K,E» andere Fällungen. Böhmisches Brauhans Berlin_ NO. 18. 8chte »Böhmisches Brauhaus" Liers. FaB- Abteilung: Flaschen-„ fjandaberger Allee 11/18. T. VII. 2088. Friedenstraße 03. T. VII. 1670. Unsere Origlnal-Abzng-Flaschenbiere iu fast allen Kolonial tvaren-Handl unsen. 1566L* Mlsrls ■�Vornehm I PrmküichJ Eleganter Sacco-Anzug für Harren tadsllo« sitzend, neueste Formon 1650 Mark hi den neuesten, hei 00. dunkel gemusterten Dessins vorrfttig. Vareinigtt Special-eesch&fta Carl Zobel 121 Köpenicker Strasse 121 Hermiinn UunMer Fried richstr.7. Turmstr.SOa. 99--4----- ml. ms as»---- a«-_» f- TKUSfti ZU smnnsw piui s nm. Bolero ist nach dam* Urteil aller SachTersiänillgen di» feinste Pt-Zigarette. Oaranfiert Handarbeit I Feuersteins �cstsälo, Euipfchle meine Säle ßu jeder Art FelUtchkeltnt und Versammlungen. Mir Sommersiste prachlvollei Garten mit Bühne und Kafteeküch« noch an einigen Sonnlagen ohne Bedingungen zu vergeben. Fernspr. Amt I Nr. 867 L» in Rosa, Kalb, Box-Call, Cbevroaox In schwarz, braun, wie sämtlloho Herren-Stiefel modernen Farban von 4.90 6.80, 6.30, 7.40 q, s w Damen-Stiefel wl» Promonadon-Soht ro staunend billig _ Brolaon. nho en Knaben-u. flMcIdien-Stiefel In kolossaler Answahl zn sahr soliden Prelson. ZM" Sonntag von 8—10 und 12—2 Uhr geöffnet. 29841,* Jlnsnahmepreis! Vofldenoll gesiiekle �portieren IDr Fsn*tsr\ und Türen./ Dekoration (bestehend ans 2 Flügeln oud 1 Qnerbehang) t» Vlktorialüch. 4" M schwer. Wollserge 4M N i» iBinenplüsch 875 W .�tmplre««M Eine Partie Wallportirren mit allerliebster Blomenkante per Schal 8 Bark. Gardinen, Store», Zu«- vorhhnge, TUllbett- decken unter Prela i Teppich-Spezialbans Emil Lefevre Berlin Süd, Seit 1 882 OranlenstraBs 158. aar DntertaltB nirgends Flialenü Wach auiwirts per Nachnsbni». fraeht- Katalog eti 600 Abbildnogen In hfinatl. Aasutattung Wunsch gratis n. franko. Wn- Stoff- hat fertige A»»«g»»ach Matz ZO 92t. Tadelloser Sitz, Halltore Futtersach«». Bei Etsytieleruna billigste Breis«. Praakv, Aderstratz« 148, 25692* Ecke gnvalidenftrotze. direkt»». dM Fabrik. Kein Laden I Nach beendeter Engrot- daisan Uebergangs- Paletots Capea JackaHs SlaobmiDt«! Kostüme Kostüm-RSckr Mädcben- Paletots Robert Baumgarten Haasvogtel-Platz II. I. Etage (an der JeruiilemerstraBe). Bei Vorzeigung dieses Inserates an der Kasse werden 5 Pro». Rabatt vergütet. Auch Sonntags geSffnaL Kerren- Anzöge = Paletots= s-rttgen aus elngeswnbten Stoffen nach Maß unter Garantie I Preis mit Tulslen 25 M. Aus Wunsch liefern leibst Stoffe, senden Vertreter mit Kollektion I Anzüge n. Haß v. 86 M an. Bekloldnnga- Industrie, Gruner Weg 8 1 links. Kein Laden, daher höchste LeistungSsähigkeit. Gesellältszeit: 8—1 Ulirvorm. 3—7„ nachm. Sonntag: 12—2„ 3532' LerantworÜtcher Nedalteur: Georg Davidsohn, Berlin. Liu verantw.! Th. Glocke, Berlin. Drmt u. V er lag: Vorwärts Buchdruckece» 5. VeUagsanstalt Paul Singer üc Co«' Berlin SA. Für diese Woche haben wir infolge die Riesen- Vorräte aller Abteilungen im Preise g noch weiter herabgesetzt» s Es bietet sich eine nie wiederkehrende Gelegenheit, da jeder Gegenstand für die Hälfte des regulären Wertes zum Verkauf gelangt Damen»Konfektion. 1 Posten HocMooter Kostüme au» prima reinwollenen Tuchen, Diagonalen und englischen Stoffen, bester Verarbeitung, modernste Liftboy- und Frackfaseons, Serie 1 M. 2$.85 1 P.OStCB MMN Metok Serie n M. 30.7Ö Regulärer Wert bis M. 90.00. aus verschiedenen prima englischen Stoffen in allen modernen Längen Serie Z 1 Posten Seiden-Batist-Blusen m.».95 reich mit Stickerei und Valenciennes garniert Serie I Serie IX M.».45 M.».95 Serie II JL«.85 Regulärer Wert bis 20.00, _ Serie XU M. 4.45 I Posten Eiesonter tnft- Liftboys Rogullrer Wert bis M. 10.00. reine Seide, zum Teil mit Seide gefuttert, bleu, braun, schwarz, mit aparten Garnierungen, Serie I Serie H Serie HZ M.»9.75 Serie HI M. 11.85 ZV M. 5.95 Serie HI M. 19.75 M.»».50 Regulärer Wert bia M. 41.00. ». 29.75 KIeidersto£Ee. Seinwollcne Covert-Coats 2.45, 1.95 Reinwollene Voiles». Etamines w« 8.«,rb" 110mi"TS 0.75 Organdys in entzückenden neuen Mustern, Wert 1.10,... letzt 0.58 Mousseiine,-mit............... Mtr. jetzt 0.32 Zephirs lär Blusen u. weisse a-jour-Stoffe...... Mtr. jetzt 0,25 Ein Posten Halbfertiger Roben* 6.75 3.95 Futtorstolfe. Seiden-Glona, pa. Qualltit, 120»m br«l, In allen Farben, Wert 2.48, jetzt 1,95 kleider-Satm, seidenglXnzend.....)«trt 6 58 Faiüe, 100 cm breit, In allen Farben.........•••«. jetzt 0.52 Stoss- u. Fntter- Alpakas, farbig 0.4». schwarz 6.23 Ra. Jacouet, grau, schwarz, weias, creme 0.30, feinfarbig 6.35 JaCkettfutter in mereeresirten Satins, Cloths oder Halbseide 1.95) 1,4), 1,16 Seidenstolfe f»r Binsen n. Kleider in Streifen oder Karos, neueste Dessins Serie I; 0.93. Serie H; 1.38. Serie Hl: 1,93. Herren-Konfektion. ca. 650 Herren Jackett Anzihge.qa« elegante Ffiihjahrs-Neuheit, jetzt 25,00, 22.50, 20.00, iö.Uv ca. 450 Knaben-Tennis-Wasch- Anzüge lür dM Alter TOn 1.95 Herren-Stofi-Beinkleider 9 q? sehr dauerhaft jetat fci.ö) ca. 500 Weisse Knaben-Wasch- A nvuira m't altknöpfbarem Kragen und O QC AllAUgc Manschetten, 8—9 Jahren 4.96, W.üw Schuhwaren. ca. 1500 Herren-Wasch-Joppen ftQj. letzt 2.45, 1.76, Ü.«f3 ca. 200 Knaben-Pyjaks m. Abzeichen, ganz gefüttert, für 3— 9 Jahre C QC 4.66, U.OJ Ein grosser Posten Kinder-Schnfir- Stiefel 2 95 Ein grosser Posten brauner Kinder- Stiefel z��'ed« e jc Grösse 27-30 4.95, Grösse 31-35 W.D Ein grosser Posten Damen• Stiefel SchnBt'FaLe7er Dongo!s' 2.95 Ein grosser Posten Herren- Stiefel P8 � 6.95 Tennis-Schuhe n. Stiefel für Damen n. Herren in Wild-, Kalbleder u. Segeltuch. Barle 1: Serie H: Serie HZ: Serie IV: Wert V.50, jetzt S.OS. Wert 8.60, j e t a t 8.»«. Wert 10.60, jetat 4.05. Wert 1160, jetat 6.96. Warenhaus Fr.Pfingst&C 0. Eönigstrasse 33, Ecke Nene Friedrichstrasse. i Nr. 103. 25. Jahrgang. 4. KilM des Jotuätls" Kerüm NcksM Zowtliz, Z. Mai lM. Sie vsmpferludvention vor cker kuSget- kommliiion. Sitzung vom 1. Mai. Die Zulage von einer halben Million, welche die Regierung dem Norddeutschen Lloyd zu der bisherigen Subvention geben will, gestaltet sich zu einer Staatsaktion. Bülow wird noch einmal im Block sehr energisch zum Sammeln blasen müssen, um die Regie» rungsvorlage durchzudrücken; sie wäre heute schon in der Budget- kommission mit Stimmengleichheit abgelehnt worden, wenn die Vertreter der Polen nicht gefehlt hätten. Bei den wichtigsten Anlässen war die Regierung kaum so stark in der Budgetkommission vertreten wie heute, Dernburg wurde extra telegraphisch nach Berlin berufen und muhte die ganze Nacht fahren, um heute rechtzeitig am Platz« zu sein. Neben D e r n. bürg fochten um die 500 000 M. K r ae t k e und das Reichsschatz» amt, von dem zeitweilig der nominelle Chef Sydow und der wirkliche Chef Twele neben anderen Räten erschienen, außerdem aber eine ganze Anzahl Kommissare, von denen Herr v. Jonquieres besonder? das Wort führte. Um 0 Uhr begann die Sitzung, um Wi Uhr hatte erst ein ein» ziger Abgeordneter gesprochen, die ganze Zeit wurde mit der„Be- gründung" durch die Regierungsvertreter hingebracht. Indessen die offiziellen Verteidiger der Vorlage redeten, arbeitete v. Lobe ll als diplomatischer Hausierer bei den Blockparteien, um so viel wirksamer ihre Stimmen zu gewinnen. Er verhandelte mit Eick. hoff, Lattmann, v. Richthofen und O r i o l a und be» richtete später ziemlich befriedigt den Staatssekretären über die Erfolge seiner Ueberredungskünste. ES machte ganz den Eindruck, als habe der Generaldirektor des Lloyd weit höhere Kreise für die Zulage zu gewinnen gewußt, sonst wäre kaum der gewaltige Eifer der„Handlangerschaft" zu erklären. In der umfangreichen Begründung der Vorlage verweist Dernburg hauptsächlich auf die Bedeutung der Dampfer» Verbindung für das Schutzgebiet Neuguinea. Die Neuguinea- Compagnie käme in die größt: Verlegenheit, wenn die Verbindung nicht verbessert oder gar verschlechtert würde, v. Jonquieres schildert den Vertrag mit dem Lloyd und teilt mit, daß dessen Generaldirektor auf das bestimmteste erklärt habe, ohne die Zulage nur noch bis zum April die Verbindung mit Neuguinea aufrecht erhalten zu wollen. Die Bewilligung soll deshalb auch rückwirkend vom t. April ab gelten. Kraetke zitiert sogar Genossen Dietz, der bei früheren Gelegenheiten für die Dampfersubventionen ge- Wesen sei. Erz berger läßt sich nicht überzeugen; man mache eine total falsche Berechnung auf, um die Forderung zu stützen. Außerdem wird kein Wort über die Deckung gesagt. Geheimrat Krüger vom Reichsschatzamt ersucht um Annahme der Vorlage, wegen der Deckung möge man sich keine Kopfschmerzen machen. Der Etat balanciere mit 100 Millionen Defizit, da komme eS auf die halbe Million auch nicht an. L i e b e r t ist natürlich für die Vorlage. Vom Genossen N o S k e wird sie dagegen scharf bekämpft. Die AuS- und Einfuhr in Neuguinea fei ganz minimal, daß dort jemals die gebrachten Opfer der Allgemeinheit Gewinn bringen, fei ganz ausgeschlossen, nur die Neuguinea-Compagnie hat Vor- teile. Redner polemisiert gegen Kraetke und Krüger und meint, es sei höchste Zeit, daß der Reichstag auseinander gehe, sonst würde das Defizit ins Ungemessene anwachsen. v. R i ch t h o f e n ist für seine Person für die Vorlage, ob die ganze konservative Fraktion mitmache, könne er nicht sagen. Zwischen Dernburg und den sozialdemokratischen Vertretern kommt eS zu einer Auseinandersetzung über die Handelsstatistik; nach Dernburg hat die Kolonie einen viermal größeren Handel, als ihn die amtliche Statistik aufweist. H o r m a n n erklärt namens der liberalen Fraktionsgemein- schaft, daß sie schon vor der vortrefflichen Begründung in der Vor- läge überzeugt gewesen seien, die mündlichen Bekundungen der Regierungsvertreter aber haben sie völlig überwunden. Im Namen des Blocks erklärt er. daß das Geldinteresse über die Ehrenpflicht gehe, eine Verbindung mit der Kolonie aufrecht zu erhalten. Er sucht sich ferner am Zentrum zu reiben, wird aber von Erzberger scharf zurecht gewiesen, der ihn daran erinnert, wie Richter, HermeS und Bamberger über Dampfersubventionen geurteilt haben. Schließlich wird die Vorlage mit 14gegen 13Stimmen angenommen. Dagegen stimmen Sozialdemokraten, Zentrum und der Anti- semit Lattmann, dafür der Block. Von der sozialdemokratischen Fraktion werden noch folgende Resolutionen eingebracht: 1. Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, eine Revision des Vertrages mit dem Norddeutschen Lloyd vom Jahre 1808 dahin- gehend vorzunehmen, daß es im Artikel 31 Absatz 2 heißt: „Farbige Mannschaften dürfen nicht verwendet werden." Absatz 3 zu streichen. 2. Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, eine Revision des Vertrages mit dem Norddeutschen Lloyd vom Jahre 1893 dahin vor- zunehmen, daß Artikel 26 gestrichen wird. N o s k e begründet die Resolutionen, deren erste die den See- leuten erwachsene Konkurrenz der billigen farbigen Arbeiter be- kämpfe, während die zweite das agrarische Einfuhrverbot von Lebensmitteln aufgehoben wissen will. Die Regierung wendet sich gegen die Anträge; farbige Ar- beiter seien notwendig, um die Weißen zu schonen; allerdings wird auch zuzugeben, daß sie billiger sind. Das Verbot, konkurrierende Lebensmittel auf Subventionsdampfern einzuführen, sei seinerzeit von der Reichstagsmehrheit verlangt worden, die Re- gierung halte sich nur an diesen Beschluß. Arendt unterstützt die Regierung. Beide Anträge werden abgelehnt, gegen den ersten stimmen alle bürgerlichen Parteien, einschließlich Freisinn und Demokraten, gegen den zweiten der agrarische Block. Sie ftuerungszulagen vor der Budget- Kommission. (Sitzung vom 2. Mai.) Die Budgetkommission hielt heute ihre letzte Sitzung in der Session ab und beschäftigte sich darin ausschließlich mit den Teue- rungszulagen an die Beamten. Bekanntlich geht die RegierungS- Vorlage dahin, daß 23(4 Millionen Mark aufgewendet werden sollen für die Zulagen, welche sich für etatsmäßig oder diätarisch beschäf- tigte mittlere Beamte auf löv M., für Unterbeamte auf 100 M. belaufen. ES entfallen von diesen 23(4 Millionen Mark über 20 Millionen auf die Postverwaltung, auf die Heeresverwaltung und Reichseisenbahnverwaltung je 1 Million und der Rest verteilt sich auf die übrigen Ressorts. Die im gewöhnlichen Arbeitsverhältnis beim Reich stehenden Angestellten gehen leer aus, wie im vorigen Jahre. In der ersten Beratung im Plenum erklärte Sydow für die Regierung, daß einer Erweiterung der Zulagen nach oben oder unten von der Regierung nicht zugestimmt werde. Zu Beginn der heutigen Sitzung der Budgetkommission wiederholte er diese Er- klärung in schärfster Form; jede Aenderung der Vorlage gefährde dieselbe. Weiter fügte er die Drohung hinzu, wenn im Herbst nichts aus der Finanzreform werde, komme weder die Gehaltsaufbesse- rung zustande, noch gebe es eine weitere Teuerungszulage. Abg. S e m l e r stellte angesichts der Sydowschen Erklärung die Frage, ob es sich überhaupt lohne, in eine Beratung der Vor- läge einzutreten. In einer ziemlich erregten Geschäftsordnungs- debatte wandte sich Gröber scharf gegen Shdows Auftreten; er protestierte gegen solche Erklärungen, die zu dem Sprachenverbot jetzt für den Reichstag auch noch ein Beratungsverbot fügen. In der sachlichen Beratung werden vom Zentrum mehrere Anträge gestellt, sie bezwecken, einmal bei der Berechnung der oberen Grenze das Wohnungsgeld mit in Anrechnung zu bringen und andererseits sollen gewisse Militärbeamten mit in den Kreis der Zulagenberechtigten einbezogen werden. In stundenlanger Debatte wechselt das Für und Wider; die Regierung bekämpft sehr energisch die Anträge und schließlich wenden sich auch die anderen Parteien nach und nach gegen dieselben. Die Genossen N o s k e und Singer vertreten dabei den Standpunkt, der schon im Plenum von sozial- demokratischer Seite zum Ausdruck gebracht wurde.— Unter Ablehnung der Zentrumsanträge wird schließlich dir RegierungS- Vorlage einstimmig angenommen. Ebenso findet die folgende, vom Zentrum gestellte Resolution Annahme: „Der Reichstag spricht bei Annahme des Nachtragsetats über die Gewährung außerordentlicher einmaliger Beihülfen die Er- Wartung aus, daß für die in den Reichsbetrieben beschäftigten Arbeiter, Handwerker und Hülfsarbeiter im Laufe des Rech- nungsjahreS eine angemessene Erhöhung ihrer Bezüge eintreten wird. Die Nachweisung hierüber ist dem Reichstage mit dem Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1000 zur Kenntnisnahme vorzulegen." Damit ist auch die Frage der Teuerungszulagen erledigt und die Petitionen sind durch die gefaßten Beschlüsse hinfällig geworden. Die Arbeiten der Budgetkommission sind erschöpft bis auf die Vorlag über die Veteranenbeihülfen. Dieser Gegenstand soll die erste Sitzung der Kommission im kommenden Herbst beschäftigen. eingegangene Druchrcbriftoi. 1007. Geschäftsbericht der Allgemeinen Orts-Krankenkaffe zu verltn. 73 Selten. Geschäftsbericht der OrtS-Krankenkasse für Fabrikbetriebe in Krefeld. 1907. 34 Seiten. Kaben Sie schon Katbreincrö JVIalzhaffec probiert? Hat er Ihnen geschmeckt? Wenn nicht � dann haben Sie ihn nicht richtig zubereitet! Probieren Sie mal eine der neuen Kochvorschriften: Linfsob« Zubereitttiig(überbrühen,: 8 Lot(60 Gramm) KatbreinerS Malzkassee ziemlich grob mahlen und viit 1 Liter kochendem Wasser langsam überbrühen oder auj einer Kasseemaschine herstellen, genau wie Bohnenkaffee.— Sparsame Zubereitung(kochen): 2 Lot(40 Gramm) KathremerS Malzkaffe« ziemlich grob mahlen, mit 1 Liter kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringe» und einige Minuten kochen lassen.— Voll uuü aremattsetz(M««nd überbrühen): 1 Lot(20 Gramm) KathreinerS Malzkassee ziemlich grob mahlen, mit 1 Liter kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringen, ewige Minuten kochen lassen und mit dem kochenden Malzkassee dann noch 1'/, Lot(30 Gramm) KathrewerS Malzkassee langsam überbrühen.— SKischnng von Kaihteiners SKalzbaffee mit Bohnenkaffee oder mit Kakao: 1 Lot(20 Gramm) ziemlich grob gemahlenen KathreinerS Malz. kaflee mit 1 Liter kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringen, einige Minuten kochen lassen und mit dem kochenden Malzkassee> Lot Bohnen- kassee langsam überbrühen oder mit dem durchgeseihten kochenden Malzkassee 3 gehäuste Kasseelöffel(12 Gramm) Kakao anrühren.— l Gute Milch, möglichst Sahne verwenden, s Hussro fertige Herren- und Knaben-Kleidung zeichnet sich aus durch vollendet schöne Auswahl neuzeitige Stoffe n. Fassons bestsitzende Passfortnen In einer Auswahl i. vielen Tausend Eiemplaren. Nur eigene Erzeugnisse. Frühjahrs- Anzüge 60, 55, 50, 45, 40, 36,"l£ � 33, 30. 27, 24, 21, 18, 13 Mt Paletots und Ulster 50, 45, 40, 36, 30, i C 27, 24, 21, 18, 10 Mk. Frühjahrs-Hosen 18, 16, 14. 12, 10, Q 20 9, 8, 6, 5, 4, O Mir. Pikee-Westen Die neuesten Fassons u. f\ 25 Muster der Oegenwart von£ an Feine Massarbelt Bitte ausschneiden! 3 BÄER SOHN Spezial- Haus grössten Massstabes Chausseestrasse 29-30 □ 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurter Str. 20. Der HauptkatalegNo«34 mit neuesten Moden auf Wunsch kostenlos u. portofrei« „Segler-Schloß"- flankeis Ablage. Bahnstation Zeuthen. Besitzer: W. Heinrich. Zur bevorstehenden Sommersalson halte ich mich werten Vereinen, Fabriken, Schulen usw. bei Zusicherung ausmerksamster Bedienung bestens empsohlen.— 3 neue Tale und Hallen.— Tchöue Spielplätze.— Badeanstalt.— Boote und Belustigungen aller Art. LS30L' Hochachtungsvoll W. Heinrich. O.Heinze, 6. zubehdr besonders biilig. Reparatur., Emaillirung., Vernickel UMMl 6e,Sl?"' Olga Jacobson,"«z. Unbemittelte Kewkranke werden zu Lehrzwecken unentgeltlich behandelt. Meldungen Montag, 4. Mai, Zimmerstr. 78, S— 12 und L— S. Or. fackelmann. o gftti»ea Jnvali der Jaierare üderntmmi die Redakn»» dem Publttum gegeiiiider ke:ne?Iei «eraniworriin«. Hdeater. (Siehe Wochen» Spielplan.) Sonntag, den 3. Rat. Areir Volksbit line. NachmMagS 3 Uhr: tK.ll?. Abteilung: im Neuen Schaulpielhanje: Die Kralle. 7.18. Abteilung, nachmittags 3 Übe: im Berliner Thealer: Der ledig- Hai. Neue Freie NolksbShne. Nachmittags 2'/, Uhr: Extraoov slellung in den Kammersplelen: Frühlings Eilvachen. Nachmittags 2'/, Uhr: 17. Slbtei- lang im Deulichev Theater: Was ihr wollt. Nachmittags 3 Uhr: Sl>. Abteilung im Reuen Theater: DIe Hemiöer. Nachmittags 3 Uhr: 1. Äblcilung im Schiller-Theater 0.! Das Glück im Winkel. Nachmittags 3 Uhr: 6. Abteilung Im Fliedrich> Wilhelmslndtiichen SchautpielhauS: Die Nibelungen. Nachmittags 3 Uhr: 9. u. 19. AS- tellung(8701 bU 9000 voll) im Schiller-Theater Eharlvllcilburg: DaS vierte Gebot. Nachm. 8 Uhr: Srlravorfiellung im Hebbel-Theat.: Maria Magdalena. Montag, abds. 8 Uhr: 14. Abteilung imLortz lng-Zheater: Fra T tavolo. Lsrlinei''kkeater. Abend« 8 libr: Bcrtlms Hochzeit. Heues Theater. Abends 8 Uhr, Ramon, der Abenteurer Morgen U. folgende Tage: Ramon, der Abenteurer. Hteilies Theater. Nachm. 3 Uhr: Mandrugola. Abends 8 Uhr> 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Dienstag: 2 mal 2= 5. �Mittwoch: 2 mal 2= 5._ Tliealer des Westens. 8 Uhr: Ein Walzcrli-aum. Sonntag nachm. 3>/. Uhr, Halde Preife: I»lc institrc Witwe. Friedriclt-Wiliielmstädtischss Schsüspislfiaos. Nachm. 3 Uhr: Der gohörnte Sieg- stied. Siegfrieds Tod. Abends 8 Uhr: Die Grillier m Sl. GsM'i!. Montag: Die Brüder von St. Bernhard._ Heues CpereUen-Tlieaier Schissbauerdaaim 2ö, an der 2ui|cll(lr. Nachm. 3 Uhr zu halb?:: Preisen: liec Opern ha 11. Abends 8 Uhr: Ter Mann mit den drei Frauen. ?edd-i-7dstteuS!'S.' Abends 3 Uhr: Frau Warrenö Gewerbe. Drama in 4 Alten v. Bernard Shaw. Residenz'-Thealer. — Direllion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwant in drei Alten von Georges Fcyveau. Deutsch von Aolsl-Faeoby. Sonntag nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? LusispieShaies. Nachm. 3 Uhr: l'auuc. Abends 3 Uhr: Der Brandstifter. Vorherl Sei« Alibi. "Luissn-Theater. Reichenberger Strasse 34. Nachmittags 3 Uhr zum erstenmal: Im Halisk drr Süude. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Uerderbm Montag: Der Weg ins Verderben. Dienstag: Der Weg ins Verderben Mittwoch: Der Weg ins Berderbem Donnerstag! Der Weg ins Ver- derben. Freitag: Der Weg ins Verderben. YkMDMII« Ii Gr. irriiiittiii'ier Str. 132.| Abends 8 Ubr: II D 1 e Li o r e I c y.! «J Boltstümliche Preise.«— Nachmittags 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Wilhelm Ted. Täglich: Die Lorelei)._ Brunnen-Theater Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Heute Sonntag, den Z. Mai 1908, nachmittags 3 Uhr: Der Herrgottschnitzer von Amlnergau. Abends 7 Uhr: i der Vorstellung: Grosser BaN lcttvorverkaus Sonntags vorm. DrirnKs. Wissengchaftliches Theater. Taubenstr, 48/49. Nachmittags 4 Uhi: lieber den Brenner nach Venedig. Abetids 8 IThr: Eine Nüfahrf bis zum zweiten Katarakt. Montag 8 Uhr: Eine Itiliriuirt bis znna snriten Katnraht. | Heute, am I. Sonntag im Monat I ::: Eintritt:s Sb X. p| ckis Person ä"*''■ x=a Ab nachm. 4 ühx:==! Gf. Militär- Konzert.i (3 Kapellen.) Metropol-Theater Abend» 8 Uhr- Revue In 12 Bildern m Ges. und Tanz. VAU' Rauchen gestallcl. HtdF*1 Bierfachcr Erfolg! Hnllctt: Die Tiichter der Terpfichore. AM- Gpezlalltttteu:-UM Franpols Rälhig. X Beete Gallus. Karl Bretschneider. X D'Osta-Trio. Enrico Caruso durch das Auxotophon d. deutschen Gramniophon-Gesellschast. gsgr vnerette--UW Die HiilSon Orluctten. Bon H. Reinhardt. ~'itr. sch. Tingel-Tauaet, auSaesührt von Bert. DernardS. Vriglval-paMemimsn-Kompagnlo Irenes Programm. Otto Reutter# Oi-focd'i» Elephanten. l'ulace Girls, Englische Qe- satigs- und Tanztrttppo. lVlardw, Akrobaten. Hitiretiorni« Wundcrigrotte. Uli Sehreibep, Soubrette. L'erfy Coruey, Musik. Clown. Quycp uiul Crispl, Amerikanische Excentrics. Perezoff-Trtippe, Jongleure. Toqub, der Hund als Keiter, Equilibrist und Jongleur. Tambo und Tambo, Banjo- Jongleure. ßl»jc;rapii. 5 Passage-Hiuater. s Beule iew«ti Vorstellungen.« 3 Nachm. 8—7 Uhr(kleine Preise).} Abends 8— tt Uhr. 1 Das grBBte Rechengenie und J Gedächtnisphänomen aller Zeiten � j Dr. RÜCKLE 4 und | das groSnrtlge ' Mai- \ Programm. 4 3 2 6 8 9 4 8 2 5 7 0 8 4 3 9 0 2 0 0 5 8 3 7 6 1 4 3 9 7 4 12 4 1 Ganz Berlin spricht heute------- von Dr. ItCiCKL.E!, t«wxwwwwww-»-»«,-»»»-»»»»»»»<»» schon> I Passaga-Panoptikum. Zum ersten Male in Berlin l Das größte Riesenkind Gesamtlänge 2 Meter 19, :: Kunsttaucher:: "Änmn1 �LSItlZattll,. NeapolltanischeBriganten-Kapolle Alles ohne Extra-Entree l EinlrillSOPl., Kinder, Soldaten25PI. Selilllep- Sohlller-TIiaater 0.(!ö5aflner«Xbeaitt). Sonntag, nadim 3Uhci Du» Glück im Winkel. Schousp. In 3 Sitten o. tz. Sudermann. Sonntag, abend» 8 Uhr: Stein unter Steinen. Schauspiel in 4 All. h. H. Sude. mann. Montag, abends« u h e I Hnn» Hnekebel». Dienstag, abend» 8 Uhr: lHarl« Stnnrt. Theater. Böhmer. Theater Charlottenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Dn» vierte Gebot. Vollsstück tn 4 Sitten v. L. Slnzengruber. Sa»» lag. abends« Ubr: An? der Sonnenaelte. Lustspiel in drei Stusz. von OStar Blumenlhat a Gustav Kadelburg. Montag, abends 8 Uhr: 0er iVIderspensllgen Zähmung. Dienstag, abend» 8 Uhr: Hnn» Hnckebein. C€9 � 1 fU'c Panoptikum £1 9 l<1 Ifl O 1Ö5 Friedrichs tr. 165 Ken! 850 Seal Moioss&l- iteptllieftn. Keriiner Originale. X Kiese Andrics.* Baumblüte in Herder bat begonnen! StOndtidif bequeme Verbindung per lQalTer u. Gifenbabn. Plötzensee. Haberinanns SeestraBe 8i' Jnsel- Restaurant Seestfaß6 81' Jnh.! Glosholt. Baumblüte. Heute: Eröffnung der Sommer-Saison. Qr. KcnzeH u. SpezIaUtälett-Theater. W Auftreten nur erstklalftger Kräfte. Im Saal mid Bat champütre: Tanz. Kaffeeküche von 2 Uhr an gebsfnet. 2 vrrdedie Ltegelbahne». X Volksbelustigungen._ Achtung! Werder. Achtung EkUaurant Scljwarzer Udler. Inhaber 5!ax Koch, Fischerstraßr 98. Parteilokal.— Dampsersteg. 1851b» Allen Parteigenossen, Kewerkschaflen und Vereinen empsehle bei Ausflügen nach Werder meine Lokalitäten zur freundlichen Berücksichtigung. Räch UernZdortör � Gosener Schleuse, Berge. Qpoße Daiii|sfer>-£xtrafahpten Heute wie lebe« Sonntag vormittag»«k Cnhilünnthrflpta 9',. Uhr.- Einfache Fahr» 50 Pf. 0» OCniliinBbDIUGRB. Hierzu labet ein Piehl, Nestauran» zum Oder Spree-Kaual. Sonntag nachm. von S Uhr ab«> ,,«aaa«bb h a l b sl ü n d I i ch nach Restanrant• Breuers Fest-Säle und KonzertaQarteo %ur üötisgsbank Inhaber: Cnrt'treuer Große Frankfurter Straße 117. 28682» Embsehle den geehrten Vereinen meine bis zn 1000 Personen lassenden Sale zu Aersammlnugen n. Berelnsfestlichkeiten, sowie mein. lOOu Personen fassenden Nainrgarten nnriitgeltlich mit Sänger-Gesellschaften zu Sommerfellen zur Verfügung. t Sonnabende im August, September, �tUpilmj. Okiober und November noch frei« (»nt TO1®" Curt Breuer. YerhanfisteKS der lasteirtsphiilfen. Oefonom: Pailfl ÜO�SSS» ISerliß s. 24, Gr. Hamburger Straße 18,19. Telephon: Amt III, 1813. Restaurant» harten« Versmszimmer. Kleiner Saal zu Aersammlnugen«nd Festlichkeiten b!S zn t50, Garten bis zu 800 Personen noch einige Tage in der Woche, auch Sonn- abend und SonnlagS frei. kilntic-pianino.— 2 JVcuhuren- BUlarda. W.Koacks Theater Onefttuii Rott. Oill. BrunneiiM. in. iluui Thron M Srfiflfott oder: KiebeSrache. Ans. 8 Ubr. Entree»0 Ps. Nach der Borstellung: Vani!. Montag: Dlesclbe Vorstellung. Dienstag bis Areitag: Geschlossen. Lenns»!» frscht-Züls Kurl Ikiehtcr. ll. Ghsusscostr. 110 Heute Sonntag: Otto Steidl's Hamburger Sänger. Ans. 7 Uhr. Eintr. 5« Ps. Nachdem: ::: Pomiiion. s; Kränzchen. Im weihen Saale von 5 Uhr ab: blvoiior Uiill. Aus viellachen Wunsch werden die Vo> lelluiigen Im Monal Mal durchgesührl. r«?.«»„Markgrafen-Säle" VSh7: « Inh. Hermann 8choltx. Markgrafendamm 34, a.d. Stralauer Allee � jeden Sonntag Theater und Spezialitäten sowie groSer Ball Jeden Mittwoch Theaicr-Abend der Berliner Volksbühne und Freitanz;; Säle, von ICO bis 1000 Personen zu Festlichkeiten und Versammlungen N 1 Vereinszimmer:: Zwei Kegelbahnen noch einige Tage frei. I lax Hoefers Restaurant Siehtenberg, Irankfurter Shaussee 99 Koke HnbertuHntraBc. Empsehle mein Lokal nebst vereiiiszimmer sür Dereine und Gewerk. schasten. Mr gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 1874b Anw« Zoskers FestsSls Wederstraöe 17. □ LH □ Weberstraße 17. Empfehl« den geehrten Vereinen meine 8lile an Versammlungen and Vereinsfeetlichkeiten; große Theater- bühne; sowie meinen schönen Xatnrgarten mit großer, feststehender Thealerbühne. Sonnabende«»i Sonnlage"ergeben!1;:"ü Um geneigten Zuspruch ersucht 2897 E* Tel.: Amt VII 13 414. Anton Hoeker, Weberatr. 17. BBÖETO Köpenicker Straße 68. Sondervorstellungen d. N. Deutschen Bollsbübn«: 3 Uhr: Dlntbocbaielt D. Adaml. 8 Uhr: Anugorviesen v Böttcher. Weinbergsweg 19)20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr. :: 019 N9llen großartigen:: Mai-Spezialitäten. iisnies Frsgrn Im Tunnel: Konzerte. KasinooTheater. Lothrwger Straße 37 Täglich 8 Uhr: Neu! HtUuer. der Urkomische Rur noch bis giettag. den 8. Mal: Ein Dorf-Roman. Ab Sonnabend, den 9. Mal: Der Brandstifter. Sonntag 4 Uhr: Btederlente._ Polksgarten-Theater — am Bahnhol Gesundbrunnen.— Sonnlag. den 3. Mal 1908: Konzert, Theater u. Spfjifllittttfn-JJorßfUinig. Nächste Vorstellung Sonnt.. lO. Mal Bestellungen aus Dauerkarten wer- den schon jetzt im Bureau entgegen- genommen.__ Berliner Prater• Theater. Kastanten-Allee 7—9. Wflbreud der Vorsaison J MF" Jeden Sonntag,-«SJ Konzerta, Theater* u.j Spozialitaien-Vorstellung. Ansang 4'/, Uhr ffntree 30 Ps. Im«aale: Draller 11 all. Trianon-Tbeater. Gastsvlel Charlotte Wiche. Seine erste Frau. Die Hand(hn maln). Ansang 3 Uhr._ Sanssouci Kottbuser >» StraSe S. Direllion: Wilhelm Reimer. Heule Sonnlag t Progr. �Ütö�üjl'öR KrSnzöd. von RoMzosiZ Ranlil. Sängern Käthe. Posse in 1 AN Morg.So»ce,Tanzkränzch. Big Sonnt.5, wochenl.8 U. Dienst, i Dheaterabend: Zum erstenmal: Jung Heidelberg. ketebsbattön-rbealek. Ww WllMs. Anfang Wochenlags 8 Uhr. Ansang SonnlagS 7 Uhr. Gißtor Behrens- Theater. Berlin W., ____. Goltzstr. 9. DeS großen Erfolges wegen prolonglerl Die schone Miß BelvcrhS mst Ihren IW dressierten Baren."948 Neu! LrnNere Jtartne. Neu! Lebensbild mit Gelang und Tanz. Neu! Grat Zäppelln mit seinem lenkbaren Luftballon Modell 1909. Außerdem DnskeS Bitograph mtd 2V Spezialitäten. Ansang 3 Uhr SonnlagS 6 Uhr. Atckerstr. 6/7 Ecke der Eliasser Strafte. Säle mil modernen Bühnen für Feslstchkellen und Versammlungen zu dergeben.* O eorg WoHTgramm. Koeincrs Blnepleii Oder-Schöneweide o. d. Oberspree Jnh.: Alb. Koerner (Neues Konzerlhaus). 25733*] Heute: Extra-Beunion (Leitung: Tanzlehrer Snch«). Für vereine und Gewerk. schasten im Sommer noch Senn- •henda zu vergeben. vebtngnt'gen in bekannter kulanter Weise. »I* Jtestanran? iewerkscha|ls- � haas.% Engelnfer 15. IHenu 73 Pf. Heute Sonntag: Tomatensuppe. Hecht grün »der Spinat Mit Schnitzel. Schinken in Burgund» oder Hammelkeule. Uompott oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Wochenlägllch: Großer bürgerlicher Mittagstisch com. 60 n. 09" � stanz Billard».'Bm Neu eristnel: Ä Kegelbahnen mehrere Abende w der Woche sreil k. �.UAUStiN. Uarisgarlan Riiiiort. Sonnt?«: ßk. PfßlüßOailgO-RöIlIErt Im großen Saale: ISaii» Äog. Äpollo- Sänger. Jede» Mittwoch a. Sonnabend: MatST-ii.8MisIi!il.-w!!e!!iii!Z gnSommerfeften empsehle meinen herrlichen Natu» garten. L27gL, _ Wojclecliow»kl. Alhambra Wallner-Thealerstraße 16. GroOer Ball Jeden Scnatag: Große» Orchester. Ansang SomitagA 5 Uhr. A. Aecnisltnt. GezeüzedastzIiM Lss'�nvp. Inh M. Degebrodt. Habe noch Sonaadenbe«nd Sonntage frei, welche den geehrte» Fabriken und Berelnen empsehle. Zwei Säle und Platz sür 5000 Personen._ 17913» Berlinerl Slk-Trio. Felix Scheuer u Stnlniitnti.l. Lichtenberg, afÄK bring! sich zu der am Sonntag, den 3. Mai, stattfindenden Einweihung deS AuerdenlmalS in Erinnerung. Um güttgen Zuspruch ersucht 1345b lümll Hcnnlg. Reste Damentuche, schwarz u farbig, KosIHrn Statte, neueste Muster. Seide, Sammele, Besätze, Futter- »tolle, Cheviot- Kammgarne -, zu Knaben-Anzügen.=■ Konfektion: Paletots, Jacketts, Staubmäntel, Kostüme, Kostümräcke. Stets GelestenheUSkäufe! Paul Karle, Warschancrftr. 18. tcilzatziung monatlich 10 M. liejere Herren-Gar. derobe nach Maß(billigste Preise). I lampopawsSd Röhe Belleallianceplatz. _ Kasje 10°l. billiger.* S teppSecken gröftte Answahl. sehr pretswen. direkt w d. Aabrtt »«ruU.ra StrotunAna.I, .ll°-sv7S2�ülftr.7S.� (»wifihea«oft- n. Jaselfer.), wo auch alt« Stevodecken auigearb werd. r Heu erschlossen 5 Minuten ab Bahnhot Kaulsdorf 1 beginnend. An der Hönower � Straße. Bester Garte uboden. � Hohe Lage. Gas- und Wasser- . leilung vorhanden. Stadt- und Borortvertehr, Güterbahnhos. SB Pfennig-Tour ab Friedrichstraße. von lö lÄnrll an. , Äerkäiiser iägllch, auch SonnlagS! i im Restauraitt Vkilb. Bode,, direkt i am Bahnhof» � ENlescbalke& Nilsehe Berlin. Reue Königstraß« lll| hSWllllllOHchSCAC— ♦ « PS Hdlcr _ V Frankfurter Chaassee S rrieancnsDerg\�6r(rruker»so». Stedlbahtmation Frank). Allee. Inh.! CtstlT« JlmllOlä» Fbrnspr. Friedrichsberg No 8 Jeden Sonntag: Solree der Apollo=Sänger. Nach der Vorstellnng; Großer Ball anter Leitung des Herrn 0. BQrger. ' Anfang 6 Ohr.------ jeden Mittwoch: Soiree der Hpollo-Sätiger. ------- Anfang 8 Ohr.===== Nach der VorsteUnng: PamillensKränzchen. =1*E= Hoppes Festsäle, Hermannstr. 48-49 Bonntag. den ä. Mai 1908: Großes Früh jahrsaFcst des S par-Vereins„Gemütlichkeit" unter gütiger Mitwirkung des Musikvereins„Crsscenfle" Konzert— Vortrüge— OymnastlU. Anfang 6 Uhr. Billett 20 PI. Tanz: Herren 30 Pi. extra. 120 SO Wer Stoff hat!* Anzug nach Mag.. Mar! 1k.— MI meinem Stoff» 80.— A. Kelmann, Schneidermeister, Marienburgerstratze 24. Moderne Anzüge nach Maß von 3S Mark an und Anprobe W. Flacher, Rittorsttaffe 97, erste Etage. 1821b -g fritz Kapphahtt Berlin NW., Waidsir. 19, Ecke WlelefstraBe. Erste Bezugsquelle für Kolonialwaren, □ □ □ □ Konserven u. Fleischwaren!! □ □ □ □ Billiges Konserven-Angebot: 2 PIl-Oos. Karotten 32 PI. 2SiÄe!tÄ) 185 2Pli.-vllZ.WMge 0,48 Kotilralii Sellerie 40. 2P!l-Dos.p.(ieo]iise 0,53 Braunschvvelger Schlack wurw't Pfd. 1,85. 5 Prozent Rabatt auf alle Waren« ePzner BERLIN Andreasstr. 23— Brunnenstr 95 Leiptiflerrtr-St 55-Beus»el»tr 67- R xdort. aeri|«tr.133 Kinderwagen Eisen-Bettstellen Kindermöbel Korbwaren 1000 Mk. Belohnung er Branche al> dae melnlge naehwelit.- KATALOG gratis. Toial-Ausverkauf 1 Wegen dafgabc meines feit über 40 Jahren bestehenden Geschäftes muß da» eueren grove I.ager aller bis Ende Mai ______ Arten geräumt sein, 00 bas Lokal anderweitig vcrmielet ist. Aelter« Muster bssonders billig. Verhant an jedem nur annehmbaren Preis. .. r- A. Mustroph, Friedrichstr. 39. Gegründet 1 800. 2S81L* Cod undteufel allem Ungeziefer: Relchel's»erstärkt. Wanzenfluld 81. 60 P»., M. Liierst. 8,-. Spezial-Schwabenpulver „Poudre Martiil" Paket 50 Pf., M. 1.— u. 2.—, Pfund 4.—. Mortal gegen Fiths, Fl. 78 PI. und M. 1.50. Anerkennungen aue aller Willi Sprühapparate von 50 Ps. an. Man nehme t. d. Drogerien nur die echten Orizlnalpevkungen m. meiner Firma u. Marie„Tod und Teutol", die einzige Garantie für»rlolg. Otto Beiebel, Beriw 43. Eisenbahnstr. 4. Garbwenhan» Bernhard Schwartz. Kallstrade 29 sFwr.Stngang.» Gros und Detail. SS SS S/s Harnleiden ldee Oelobren, Verbfltung anb Beseitigung von J>r. med. üchnper, BERLIN- Preis 1 Mark. > ttes tousenb> Enaaz Boh- Tabak■■■■ ENonon Templiner Str. 3, . RdUCIl, an der Schwedter Str. lln. LinZmol Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PriuzenstF. 41X�1, 10—2. 5— 7. Sonntags 10— 12, 2— i. Empfehlen den Genossen und j Kollegen unier Beerdigunosinstiluf „Solfdi" H. Fischer& Kreutzberger,! Iltxdorf, Pfliigerstraste 70,) Ecke Friedeistraste. ülmt RIhdors 946 1 Billige Landparzellen in der Billenkolonie Kiekcuial- 18 ah Indorf Bahnstation Köpeniü 20 Pf. vom Alexanderplatz. Elellrische Bahn, Schule, Gas, Wasser am Orl, ll, Anz.— Pläne gratis. 1991L� F. li»ppe, Eharwttendurg. Schtllerstr. 81. «leine (ZpavZeZ'-�nstalt nahe der Ritlerstrage, TodeZjalles halber billig z« verkaufen. Näheres bei lS4«b HeiapvR, Rixdorf, Jonasftrafie 66, Hnztigc a i' Paletots> Matz aus la Stoffreste». Monats- o. nicht abgeholte Sachen staunend billig. MsksckneiäereZ Voß, nur Brunnenstr. 3. 1(Rofenthal. Tor) Die billigsten u. besten Fntirriidcr u. Nälnuasch. liefert Keholn, Fahrrad«. bitelaa» a./Od. 2. Schläuche 2.20, 2.75, 3,25, Decken 2.50 2.90, 8,75. Viele Dankschreiben. Preisliste gratis. HongrePsteffe, Stores, Gardinen, Stickerei, Tüll- beltdecken verkauft unter Preis, wegen Crbschastsreguiierung und Auslösung* Grüner Weg 80,»«tem. „Pietät" insstellung für Sarg-Fabrikation und Beerdigungswesen. 1-28. Juni IM. Veranstaltet v. V erein d. BerL Sargtischlermeistex nnd Inhabern von Beerdigungs-Kontoren. Aasstellungslokal: Alexanderplatz-Passage. Hol»- und Metallsärge. 9 Trauerdekorationen. Beschläge.• Wäsche.® Farben und Lacke. Holzheurbeitnngsmnschinen.® Tischler- handwerkzeuge. 9 Feuerbestattung eto. Anmeldungen nimmt bis 6. Mai entgegen; 1. Wüstenberg, Berlin 0. 25, llnienstr. 23. Trauen brauchen nicht mehr waschen ---- denn Or. LOHIVIAWW'S------ fertig" ,,7lX und wäscht selber fix und fertig | ohne Aelben, ohne Maschine, ohne Chlor, ohne Einweichen, _____; nur dtirch einmalists Kochsn ssitneeweiB Zu& Elmern 60 Pf, vedera» TU haben! Zu 2 Eimern 25 P». | Fahrihanlen; HÖPPENEB& Ce., e.m.b.H,, Sehinebefts, Haiiptstr. 1S9. In» II, 2118 1 Bitte dsräul zu achten, nur chemlscbe Eüelselle FIX u. FERTIG zu verlau�i� I» an 4 D Visites... 1,80 M Kabinetts. 4,80 Hl.. MW In guter �.ostlibrauL liefert NsVKP pdotoxrapk. I» Geschäft: Paul=Straße 26, 275/3* 2. Dresdener Straße 135, 3.„ Charlottenburg, Nehringstr* I. Spezialit; SrotnsiDisr-VergröJienmg bis febensgröjie. CJetiffnct von uiorgena 8 Uhr bis abends 6 Uhr. DHU" Sonn- und Festtage den ganzen Tag geöllnet.-WS Seichte, lohtiewie Hausarbeit ccitelcn Sie durch Nniei ilsmig von Sirtckwaren aller «rt auf nutuer Etrtdinafchtiie.«eräuichtose» Ar. Selten de! leichtem Gang. Allerdesle» stadrltai. Alarnung»or lalndirwertlgeti Angeboten. Näheret.(370/ B. Wolü,«llf elhöiihliiistt Str. ZW. II.•Sgf.fSS Mastsr»»(edcrauuia(raakol Braut- und Hochzeit- Seide. In keinem Laden sondern nur Leipzigers tr. 79, 1 Treppe, befindet sich nach wie vor da» Seiden-Engros-Haus Herinnnu Berlin. Diese Woche: Verkauf direct an Private: Viele UerAOg, Berlind Diese Woche: Verkauf direct an Private: Viele hundert Reste und ßest- Coupon* ohne Rücksicht auf die früheren Preise jetzt duiohaohnittlicb 1.35, 1.50 M p. Meter. Wundervolle Er ut-, Hoi hseits- und Ball-t-eiden 1.25, 1.50. ü.üO, 2.50 M. eto. Viele einzelne schw. Dam- st Roben 15, zO, 25, 30 M. p. Robe. Elegante Blustn- und Jupon-Seidon. Streifen, Bchot ten, Chines 1.50, 1.75, 2.25 M. eto. Schwere Damast- und Futter- Seiden für Jackett« uad Abend- tr.&ntel 150, 1.75 M. eto. Aparte Biueeo-Samte lüher bis zirka 4.00 M.. jetzt duroiischnittlioh 1.25. Krawatten-Beste durohsoknittlich 76 Pf.«um Autzuohen. Beginn des Verkaufs Montag 9 Uhr. Adresse genau beachteu! Seiden-Herzog nur Leipziger Strasse 79,«.jAw Die dauerhaftesten Sohlen und Absätze der Welt für Erwachsene und Kinder sind anerkannt die_ „Jerro-yanzer-Sohlen und Absätze"."MJ tlaurantlcrt: 8 bis-1 fache Haltbarkeit, langsames Schieflaufen der Absätze I Bedoutende Ersparnis.* Sohlen u. AbsBtze für Herren 3,60 M.. Damen 2,75 M.. Kinder von f,S0 M. an. Verkauf von Sohlen u. AbHiltzcn znm Seibtifbctsohlen. Jeder Versuch führt zur dauernden Kundschaft. Neuanfertigungen nach Maß zu FabriVpreisen und Reparaturen . werden schnell und billigst ausgeführt.�«,. I\eu 1 Auf Reparaturen kann gewartet werden. WCU« Ferro- Panzer-Sohieo-Kompagnie Berlin m.b.H. Tel. lila 8513. Meae Schönhauser Str. 11. Tel. lila. 8613. Jenen siasRäderUoai 10 Jahre Garantie! □ Tcllzahiang! Adler- Räder I===== 2428L* Phänomen- Räder S Groskurths Social-Räder von M. 56.— an! Ansvvnhl in jKcbranchten Rüdem!- HSotorzweirllder! Fahrrndxubehör spottbillig! R. Groskurth, Berlin C., Miiuzstraße 23. Ubens-Versicherungsbestand: über t Milliarde u. 395 Mill. Mk. Gesamt-Vermögen; rund 690 Millionen Mk. Prämien- und Zinsen-Einnahme in 1906: 123 777 088 Mk. Pro 1906 erhalten die Versicherten 24 366 296 Mark Uebersohuß als Dividende. u Volks- Versicherung. VICTORIA. 1619L* PBUERrVERSIOHERU NOS- ACT1EN-GESELLSOHAFT. Ganz neue liberalste Bedingungen. Feuer- Versicherung, !. Koliskl, Langschiff A 76,00, B, versenkbar, 105,00 in Finna„Baby* Klelststraisse 81, am Wittenbergplatz. BeUcallinnccnt. 107 Hallesches Tor. Chansseestrasse 80, o, vcaboua.uc>x,*w,w 2N der Boyenstrasse. Bobbiu, Adler eto. Frankfnr.terstr. U5, an der Andreasstrasse. Oranienstrasse 31, an der Adalbertstrasse. Bensseistrasse 18, an der Turnistrasse. Inv&lidenstr. 160, an der Brunnenstrasse. Brnnnenstrasse 98, an der RQgeneretrasse. Schönhanser Allee IIb, am ßingbahnhol Spandau, Havelstrasse«. >•> nn 1 1 nn IflitfiMa Aal*""«<> r8B. Rttemtlilengn 13,00, 15,00, 18,00 DU be| ,uttn Kassa-Preisen für 90,00. NSh-Maschlnen man. v. 4,00 an. Feinste Marken, Bpecialrad, von 56,00 an. Sporiwagesi 3,50, 6,23—50,00. für Kinder 7—80,00, Kr Erwachsen# ____________________ 8-100,00. Licierant 4. Post, Spar- und Vorschussvereins, Bezlrkv. Norden etc. BLITZ. Nur diese Woclie Total-Husverlsau} wegen Aufgabe der Geschäfte am 31. 12. Brie 2. Serie 4. (Serie 8. (Serie 10. zu streng festen Preisen 3, wunderbare Dessins, Stck. eisenfest, prima Buckskin, lj, 80 verschied. Mustor, Stck. Ersatz für Maß, die aller- neueston Muster.. Stck. 980 M. IBf M, E l feiner Kammgarn, Maß-Ver- OQ 69 ff, arbeitung..... Stck. 40ü. Sommer-Paletots veit unter Preis. 8750 Stück Herren-Hosen von 1!? WHtöilmg. S Seriell. stet 37'5m M. 47s® ! SeHe I. Wanderbare Modestoffo, Serie Ii. Extra prlwa Backsktn.. Stck. SeHe Iii. laKammgarn, extra prima Stck. OT Garantie für prima Sitz. Beste ¥erarfee!tiing. 10 Sclittncbcr�, 10 85 taeesfraßs 85 Gr. FranMer Strafe 187_ 9 Rgselltli&Ier Straße 9, Ecke iiptstraße. Spittelmarkf Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnensfrasse Kottbuscr Damm Garten- Triumpfstühle........................ 2.10 Triumpfstühle mit.................. 2.90 Montag Dienstag Mittwoch 1.95 Eisen-Möbel Stuhl mit Holzbelag........ 1.95, 2.45 Tisch ÄÄ3.75,«,--4.50 Tisch 2or«xeÄ 5.50 58c�85 6.75 Bank ca' �an" 4.75, HO cm lang 5.75 Fussbank....................... 70 pr. Triumpfstühle SK'SS""" 3.75 Feldstühle.................. 48, 75, 95 pr. Korb-Möbel F eidstuhle mit Rückenlehne....... 95j t»45 Rollschutzwande..... Quadratmeter 6.00 rot oder grün lackiert Stuhl............ 4.50, 6.25 Armlehnsessel 6.85,7.85 Hocker................... 3.50 Bank........... 13.25, 16.00 rot oder grün lackiert Tisch ca. 60X90.......... 10.25 Fussbank................ 1.65 Weidensessel* � gepolstert.m.Cretonne-Bezng O»"" Peddigrohrsessel 12.50 Kongo-Möbel mit schöner Matte belegt Tisch ca. 40X55.................... 4.50 Tisch ca. 41X75.................... 6.00 Stuhl............................. 2.90 Hocker.................. 2.25, 2.85 Fussbank...................... 95«. Markisen- Stoffe Segelleinen vorzügliche Qualität................. Meter 90, 1.20, 1.75 Markisen-Köper gestreift ca. 100 Meter 1.20 110 140 em 1.50 1.80 moderne Muster, gesäumt oder mit Frenzen Klötzelleinen gemangelt........ ,,,. Meter 55, 65, 75, 90, 1.25 Drell T.ob l.lo 1�5 1.55 L76 2. 15 1.00, 1.25, 1.45, 1.75, 2.25 Jandorfs Schürzen-Tage mit Volant, mode Köper mit Tändelschürze buntem Bordüren-Besatz....................'................ TTcl.fi.ClGlSd'l.UFjZG mit Volant, modefarbig. Satin mit Spitzen und buntem Borden-Bcsatz.......................... Kinder- Reform■ Schürzen schwarz,(Hänger) mit Volant und buntem Bordenbesatz.......... ca. 60 65 70 75 75P, 1.25 80 cm 1.85 2.00 2.15 2.30 2.45 Schwarze Geschäftsschürze für Damen 3 75 Mieder-Wirtschaftsschürze 1 35 mit Trägern, Volant und Tasche, blau meliert.................... Mieder-Wirtschaftsschürze 2 75 mit Trägern, Volant und Tasche, gemusterte oder einfarbige Stoffe* Weisse Servierschürze 2 25 mit Trägern und Stickerei- Volant................................ Schwarze HatlSSChÜrze 1 45 1 95 mit Volant und Tasche............................ (Rockfasson) zum Knöpfen, Panama oder Cheviot, verschiedetxe Weiten, Damen-Handschuhe Z Wimhandschuhe farbig, wein, durchbrochen........................ 28 Pk Zwirnhandschuhe farbig, weis», schwarz, mit S Druckknöpfen.. 48, 70pf. Zwimhandschuhe farbig, mit J Drnckknöpfen........................ 95 Pf. Z WimhandSChuhe farbig, schwarz, weiss, mit] Druckknöpfen........ 1.10 Zwirnhandschuhe haiwang, farbig............................ 95, 1,75 ZWimhandSChuhe halblang, weiss, durchbrochen..................... 1»25 Halbleinen in schönen bellen Strassenfarben, mit 1 Druckknöpfen 1»25, 1.45 Reine Seide halblang, weiss, schwarz, farbig, durchbrochen................ 2.70 Jacquard halblang, reine Seide, weiss............................. 3.45, 4.65 Schuhwaren Damen-Schnürstiefel Boxcau................. 6.75, 8.75, 10.50 Damen-Schnür-oderKnopfstiefel chevreanx 7.50, 10.50, 12.50 Damen-SchnÜr- oder KnOpfstiefel braun Ziegenleder.......... 6.50 Damen-SchnÜr- oder Knopfstiefel braun Chevreanx.. 8.50, 11.50 Herren-Schnür-, Zug-oder Schnallenstiefel uoxcau 8.50, 10.50 Herren-Schnür- oder Zugstiefel chevreanx.......... 10.50, 12.50 Braune Herren-Schnürstiefel chevreanx 12.50, 14.50 Kinder- Schnür- oder Knopfstiefel Boxcau............................... 3.50, 4.50, 5.50, 6.50 Kinder-Sclinür- oder Knopfstiefel- oe E OE ß OE___ braun Chevreanx..........!.......... 4.25, 5.25, 6.25, 7.25 Ein Posten Halbfertiger Blusen reich bestickt, in vielen Farben Zephir weiss, in sehr aparter OdlaSl Ausführung................ 1.75 2.50 - Verkaafsstelle für �bonnemenfs-f/lerksn der ßrossea Berliner Strassenbahn- Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn. Berkin� Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer 6c Co., Berlin LW, |i. 103. 25. ZahiMz. 5. Knltzk Ks Lsmärls" Knlim AllisdlR z«>ull«s> z. Uli IM. vom Kampf gegen Sit KilSung Ser Arbeiter. bekanntlich hatte das Provinzialschulkollegium dem Genossen K a tz e n st e i n die Abholwng össenllicher Vorträge im Oltober vergangenen JahreS umersagt, die dieser in Potsdam über Staats- recht in öfsentlicher Veriammtung halten wollte, und ihm lOO Marl Strafe für etwaige Zuwiderhandlungen angedroht. Als der Bortrag dennoch begonnen wurde, wurden die Versammlungen wiederholt auf- gelöst. Wir hatten die Rechtswidriglei« der Verfügung des Pro- vinzialschullollegiumS wie deS Einschreitens der Polizei gegen dir Versammlungsfreiheit feinerzeit ausführlich besprochen. Der Be> nosse Kayenstein halte gegen daS Vorgeben des Provinzialschul- kollegiumS bei dem jhiluismimster vergeblich Beschwerde geführt. Ferner hatte er gegen die P o l i z e i Verfügungen das Verwaltung«- ftreitversahren eingeschlagen; gegen Anordnung deS Schul« kollegiumS gibt es lediglich da« Beichwerdeversahren. Daraus hotte die Potsdamer Regierung eS abgelehnt, materiell zu entscheiden, weil sie lediglich als ausführendes Organ deS SchullollegiumS in Betracht läme. Gegen diese Verweigerung deS Rechtsweges hatte Genosse Katzenstein durch seinen Anwalt Dr. Heinemann Be- schwerde einlegen lassen. Diese hatte endlich anfangs vorigen MonatS den Erfolg, dah der Minister des Jnnem den Regierung«- Präsidenten anwies, eine materielle Entscheidung zu treffen; diese Entscheidung ist nunmehr unter dem 21. April ergangen. Beinahe ein halbes Jahr hat ei also gedauert, bis der Regierungspräsident die staatsrechtlichen Grundsätze befolgte, deren Richtigkeit darzulegen dem Genossen Katzenstein durch das Polizei- liche Einschreiten unmöglich gemacht war. Der materielle In- halt der Antwort deS Regierungspräsidenten lautet ablebnend. .Das polizeiliche Vorgehen� heißt es in dem Bescheid..rechtfertigt sich auS der Verfügung der hiesigen Abteilung für Kirchen- und Schulwesen vom 17. Oltober töl)7— II 2139/10,— durch welche die Abhaltung der Vorträge als UnterrichlSerteilung angesehen und mangels Genehmigung der Regierung untersagt wird. Einer weiteren Prüfung der Rechlmäßigkeit dieser Verfügung bedarf eS im vor- liegenden Verfahren nicht. zumal die Verfügung, im Rechtsniittelwege angegriffen, die Bestätigung de« Herrn Kultus- Ministers als oberste RechtSmitlelinstanz gefunden hat'. Der Bescheid ist irrig, denn er übersieht, daß die Polizei kein Recht hat. in die Versammlungsfreiheit einzugreisen, daß serner das Provinzialschulkollegium die UnterrichtSerieilung an Erwachsene ganz und gar nichts angeht und daß endlich die Polizei weder berechtigt noch verpflichtet ist, ein rechtswidriges Ersuchen eines Provinzial- schulkollegiumS zu befolgen. Hat der Kultusminister die Versassungs- und Gesetzwidrigkeit der Verfügung deS Provinzialschulkollegiums nicht zu erkennen vermocht, so wird dadurch dennoch die rechtswidrige Verfügung nicht zu einer rechtmäßigen. Der Erlaß der Ber- fügung deS Regierungspräsidenten ermöglich» eS endlich, im Wege de« Ber- waltungsstreitverfahrenS durch daSOberverwaltungSgericht feststellen zu lasien, daß das Proviiizialschillkollrgium. derKrilluSminister, die Polizei und>er Regierungspräsident durch ihre Eingriff« in die VersammlungS- freiheit die Lerfasiung und daS Gesetz verletzten. Nachdem der Staatssekretär v. Beihmann-Hollweg im Reichstage erklärt hatte, daß die Versammlungsfreiheit auch in Preußen leiaglich den Schranken des Vereinsgesetzes unterliege, hät.e man erwarten sollen, daß be- reit« die Regierung die Berechtigung der Beschwerden deS Genossen Katzenstein anerkannt hätte. Indes Recht und Gesetz ist nun einmal in Preußen nicht dasselbe. Sollt es sich für den Minister nicht empfehlen. Polizeibeamten den Besuch öffentlicher Kurse über Staats- recht statt deren Behinderung zu empfehlen? Sonntag: Lhsiftrata. Lystilrala. MiUivoch: Freitag: Frühlings Er- ltoulag! Frühlings Er- Mocken- Spielplan der Berliner Cheatcr. Könlgl. OpernbauS. Sonnlag! Montag: Donna Diana. Dienstag: Tamihäuier. Mittwoch: Samson und Dalila. Donnerstag: Die HugenoNen. Freitag: Donna Diana. Sonnabend: Der flieMud« Holländer. Sonntag: l.a Traviat». Montag: Der Freischütz. Konigi. Schauspielhaus. Sonntag: Die Rabeiifleinerin. Montag: Die OuitzvwS. Dienstag; Klein Dorrit Mittwoch: Muiia Stuart.(Ans. 7 Uhr.) Donnerstag: Biel värm um Nichts. Freitag; Ein Ersoig. Sonn- abend: Die Draut von Messtna. Sonntag: Ein Ersoig. Montag: Die Rabensteinerin. Neues tön tgl. Opern- Theater. Sonntag: Faust, I. Teil(Anfang 1 Uhr.) Sonntag. 10. Mai: Der Wildschütz.(Ansang 7>/, Uhr) Tenisches Theater. Sonntag: Was ihr wollt. Montag: Robert und Bertram. DienSIag: Die Räuber. Mittwoch und Donnerstag: WaS ihr wollt. Freitag: Die Räuber. Somiabeud und Sonniag: Was ihr wollt. Montag: Robert und Bertram. Drutsches Theater(Kammerspiel e). Montag: Der Tor und der Tod. Nju. DienSIag Myges und sein Ring. DonnerSIag: Lysistraia waqcn. Sonnabend und Sonuiag: Lysistraia. Z wachen. Berliner Theater. Sonntag: Hertha» Hochzeit. Montag: All- Heidelberg.(Ansang 71/, Uhr.) Dienstag: Herthas Hochzeit. Mittwoch: HopsenraiS Erben. Donnerstag und Freitag: Alt- Heidelberg.(Ansang VI, Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Hopfemaths Erben. Montag: Unbestimmt., Lessing-Theater. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Die versunkene Glocke. Abends. Moulag und Dienstag; Der Raub der Sabinerinncn. Mittwoch: Die versunlene Glocke. Donnerstag: Der Biberpelz. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend: Der Raub der Sabinerinnen. Sonnlagnachmitiag 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Abends uird Moniag: Der Raub der Sabinevimieu. Neues Theater. Sonntag und solgende Tage: Ratnon der Abenteurer. NeurS Schausplelhous. Sonntag bis DienSIag: Der Dummkops. Mittwoch: Judith. Donnerstag bis Sonnlag: Der Dummkops. Montag: Unbestimmt. Kleines Theater. Sonntagnachmiilag 3 Uhr: Mandragola Abends und folgende Tage: 2X2— 5. Svnntagiiachmillag 3 Uhr: Mandragola Moulag; 2 X 2-- 5. Komische Oper. Sonnlaanachmittag 3 Uhr: Hostmann« Erzählungen. Abend«: Tiesland. Montag; HostmannS Erzählungen. DienSIag: Ties- land. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Ttestand. Freitag: Roialba. Sonnabend: HostmannS Erzählungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. AbendS: Tiesland. Moniag: Rosalba. Theater des Westens. Sonntag. 3. Mai. nachmiitagS 5'/, Uhr: Die lustige Witwe. Abend« und solgende Tage: Ei» Walzeriraum. Sonntag- nachmittag 3'/« Uhr: Die lustige Witwe. Abend« und Montag t Ein Walzeriraum. LujitpielbnuS. Sonntag, den 3. Mal. nachmittag« 3 Uhr: Panne. Abends und solgende Tage: Der Biandstlsier. Vorher: itin Alibi Sonnlagnachmiimg 8 Uhr; Panne. Abend« und Montag: Der Brand- flisler. Vother: Sein Alibi. Schiller- Theater O. Sonntag nachmittag 3 Uhr: DaS Glück lm Winkel. AbendS: Stein unter Steinen Montag: Hau« Huckebein. Diensiag: Maria Stuart. Mittwoch: Siein unter Steinen DonnerSIag: HanS Huckebetn. Freitag: Stein unter Steinen. Sonnabend: Der zum Herzen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Da« Glück im Winkel. Mends": Hans Hnckebein. Montag: Stein unter Stewen. Schiller- Theater Charlotienburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: DaS vierte Gebot. Abends: Aus der Sonnenseite. Montag: Der Wider- speniitgen Zähmung. Dienstag: Hans Hucke dein. Mittwoch: Der Wider- jpensligen Zähmung. DonnerSIag und Freilag: Ohne Geläut. Sonn- abend: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnlagnachmstlag 3 Uhr; DaS vierte Gebot. AbendS und Moniag: Ohne Geläut. Hcbbel-Thoater. Jonmag und Montag: Frau Marrens Gewerbe. DienSiag: Liebe. Mittwoch Frau WorrcnS Gewerbe. DotincrStag Gläubig. Stärk. Mii Feuer spielen. Freilag bis Sonntag: grau Warrens Gewerbe. Montäa: Unbestimmt. Friedrich-WU he l», städtisch es Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der gehörnte Siegsried. SicgjriedS Tod. Abends und Montag Die Brüder von St Bernbard. DienSiag bis Donnerstag: Frei ist der Bursch Freitag: Di« vi über von St Bernhard. Sonnabend: Madame San« Käne, Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der gehörnte Sieasried. Sieg- fviedS Tod. Abend«: HascmannS Töchter Moniag: Frei ist der Bursch Residenz-Theaeer. Sonniag, 3. Mai, nachmittag 3 Uhr: Haben Sie nicht« zu verzollen? Abends und solgende Tage: Der Floh im Ohr. Sonn- tag. 10. Mal, nachmitag 3 Uhr: Die SO) Tage. Montag: Der Floh im Obr. Thalia. Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dr. Klapperstorch Abends und solgende Tager Die Brunnen- Nymphe. Sonnlag, den 10. Mai, nachmittag 3 Uhr; Ehrenschuld. Abends und Moniag: DU Brunnen-Nymphe. Neues Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Opern. ball. Abends und solgende Tage: Der Mann mit den drei Frauen sonniag, den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends und Moniag: Der Mann mit den drei Frauen. Luisen, Theater. Soiuttagnachmiitag 3 Uhr: Im Hause der Sünde AbendS und joigend« Tage: Der Weg in« Verderben, somitag, 10. Mai, nachmittag 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends und Moulag: Der Weg in« Verderben. Lorying- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Figaro» Hochzeit AbendS und Montag: Fra Diavolo DienSiag: Undlne. Mittwoch: Der Wildschütz. DonnerSiag: Der Freischütz. Freitag: Der Troubadour. Sonn- abend: Die lustigen Weiber von Wintäor. Soniiiag. 10. Mai, nachmittags 3 Uhr: Zar und Zinuuerniann. Abends: Don Juan. Montag: Un- bestimmt. Bernhard Rose-Theater. Sowntagnachmillag 3 Uhr- Wilhelm Tell Abends und folgende Tage: Die Lcweleh. Trianon-Zbeatrr. Allabendlich: Seine erste Frau. Die Hand. Theater an der Spree. Slumtagnachmittag 3 Uhr: Blulhochzelt Abend«: Ausgewiesen. Metropol> Theater. Allabendlich: Da? muß man seh'n l Casino- Theater. Sonnlagnachmitiag 4 Uhr: Biederleute. Abends bis Freiiag: Ein Dors-Roman. Ab Sonnabend: Der Brandstifter. Sonn» tag, 10. Mai, nachmittags 4 Uhr: Ein Dors-Roman. Gustav Behrens< Theater. Goltzstraße 9. Spezialitäten. Ansang 3 Uhr. Stpollo.Tbeater. Allabendlich: Dt« süßen Srlsetlen. Ein Abend in einem amerilaniichen Tingel-Zangvi. Walhalla-Theaier. Speziastläten. Pastage-Ttiealer. SonittaWiachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Abends sowle allabendlich: Dr. Bllckie. Spezialitäten. Nächsten Somttagnachmitlag 3 Uhr: Spezialttälen. Wiut.rgartru. Allabendlich: Spezialttälen. Rkichshallen- Theater. Allabendlich: Steltlner Sänger. Folies Enprlee. Allabendlich: Nachtarbeit. Ein unheimlicher Besuch. Der ganze Papa Carl Haverload�heate?-. Spezialiläten. Ansang 3 Uhr. Urania-Tveaier. Taubeaftraße 43/49. Sonniag, Montag. Sonnabend undxSonniag. den l0. Mai: Eine Nistahr! bis zum zwetten Katarakt. Dienstag, Mittwoch. Donnerstag und Freitag: Natur und Kultur in Schweden.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag, Mittwoch. Sonnabend und Sonntag,»0. Mai, nachmittags 4 Uhr: Ueder den Brenner nach Venedig. Sternwarte. Jnvalidenstr 57—52. Die Geschichte der Menschheit. ihre Entlvicklung in Staat und Gesellschaft, in Kultur und —sss» Geistesleben,«lch«* Reith»Uufmtrt. hrmiMgkbri, pon jlrof, Dr.% o. Wilgli-Hlirltm« in Vcrbinckung mit 25 Univcrlitäts prokekloren. Ullsteins Weltgeschichte führt den Leser durch alle Zeiten und Völker auf die Schauplätze, auf denen die Menschen um ihr Land und ihren Gott, um Recht und Freiheit gerungen haben. Sie führt durch die Hexenküchen der Alchimisten, die stillen Klausen der grotzen Denker. Sie weift die stolze Bahn, die der Genius auf seiner Suche nach Wahrheit und Schönheit durchzogen hat, und zeigt das Streben nach sittlicher, wissenschaftlicher und religiöser Weltanschauung. Kaiser, Könige und Fürsten der Vergangenheit und Gegenwart werden dem Leser ver- traut. Er sieht die Lenker der Schlachten von Alexander und Cäsar bis auf Napoleon und Moltke. Er lernt die berühmten Dichter von Homer und Dante bis zu Shakespeare und Goethe kennen, die großen Denker von Plato und Aristoteles bis zu Kant und Darlvin. Er sieht die großen Vau- und Kunstdenkmäler der Vergangenheit erstehen, die noch heute in grandiosen Ruinen als ehrwürdige Zeugen einer längst entschwundenen Zeit ihre stille und doch so beredte Sprache zu uns Zio« der gklanckn presse ins In- und Aosilllldrs gliillttnd btfprochkn. Ullsteins CCUltgerchichte««scheint in zwei Gruppen 1„Heitere Zeit",„fSeuere Zeit" und umfaßt 6 Bände a xo FI. in dem von Prof. franz Btuch entworfenen Orlginaletnband. Von der„fSeueren Zeit", die zuerst zur Husgabe gelangt, ist der er t« Band hOrzlich erschienen. Die weiteren Bände erscheinen in fcthsmonatUchen Zwischenräumen. sprechen. Vom alten Orient wandert er den Weg Ser Jahrtausende über Hellas und Rom durchs dunkle Mittelalter. Er sreut sich am Ringen erleuchteter Geister der Renaissance und dos Humanismus, erlebt die Kämpfe der Reformation, die Schrecken des 30 jährigen Krieges. daS blutige Wüten der französischen Revolution und lernt die sozialen und politischen Gegensätze begreifen, die der Gegenwart ihr Gepräge geben. Ullsteins Weltgeschichte verbindet mit ihrem gediegenen textlichen Inhalt eine vornehme künstlerische Ausstattung, wie sie in ähnlichen Werken noch niemals geboten ist. �aufencSe von lUunratfouem eln- und mehrfarbige Cafein, Beilagen, Karten, Autogramme, jVIcdaülen, JMünzen, Porträts, flugfchrlften, Stiche und Dolz- lchnitte bewirken, daß die ganze Geschichte der Menschheit in Wort und Vild sich vor dem Auge des Lesers abrollt. Zu beziehen gegen monatliche Hbonnements- Zahlungen von 3 Mark. Karl Block Breslau I CeU 1509. Buchhandlung Bohrauer Str. 5(»m n*uptbahnbof). VERLANG-ZETTEL: Bitte ausschneiden I Kuvert S-Pfg.-Marke. 6� Die Buchbandlung Karl Bloek, Breslau t, Bohraner Str. 8, ersuche ich unter Bezugnahrae auf den„Vorwärts" ura sofortige portofreie Zusendung dos 1. Bandes der„Neueron Zeil," van ULLSTEIN3 WELTGESCHICHTE aaf einige Tage zur Änsicbl, ohne Kaufzwang Ort und Datum: Name und Stand: Genossinnen! Genossen!! Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, im Sohle„Südost", Waldemarstr. 75: Volks- Versammlung. TageS-Ordnungi 1.»Welche» JntereFe haben die proletarische« Frauen an de»«usgaben de» Landtages t" Sielerentt»! chenosfin ZUni-td» Vletu. 2. DiSlusfion. 3a"rclihm Besuch, besonders der Frauen, erwartet prenßifch Die BertranenSperfo». Leukelier jloksrlieiter-VerbMck. . I— Ort»vviirnItiu»n Berlin.—• Montag, den 4. Mai 1908, abendS 8'/, Uhr: NeltrWtNgMllkr-Nkrsamniliiiig Mlichn KeKke°«d Krlmihtll ln der QmnereZ W>tearl«I»«I»nIn am Friedrichtdat». Tag«».Ordnung! Ste!!unK«skme zur Maiaussperrung. Mitgliedsbuch und LertrauenSmSnuerkarte legitimiert!— Jede Werkstatt muß vertreten fein! Montag vormittags von S vi» IL Uhr melden ftch die vertrauenslente der Ausgesperrten im(Sc lverllchastShaul«, Saal 1. 83/18_ Die Ortnrerwnltnng. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. AclMno! PutZGP I Adityngl Mittwoch, den 6. Mai, abends 6 Uhr, m den„Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59: Mitgiieder-Uersamminng. TageS-Ordnung: 1.«brechnung vom 1. Quartal 1908. S. VerewSangelegmheitm.»elchllchlaffung über die Regelung der MaiauSgesperrlen Kollegen. 3. Verschiedenes. 133/18 Btp- ES Ist Pflicht eine» jeden Mitgliedes plinMich zu«rschewen."99 — Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt.—— I. A.: klrn.t Sednl»«. Allgemeine Orts- Krankenkasse ItarUn. Mit dem 1. Juni 1908 tritt die in der Generawersammlung vom IS. Dezember 190? beschlossene und vom Bezirks auSschuh genehml IV. Abänderung zum Statut in Krast. 274, S Mit dieser iilbänderung wird eine neue Lohutlafle eingeführt, für welche der durchschnittliche Dagr lohn auf 6,00 M. seftgesetzt ist. Dieser Klaffe gehdren alle diejenigen Kaffenmitglieder an, deren ArbeilS« verdienst sür den Arbeitstag 4,20 M. und mehr oder deren wöchentlicher Arbeitsverdienst 26,20 M. und mehr oder deren Monatsgehalt 105,00 M. und mehr beträgt. Der wöchentliche Kassenbeitrag ist für die Mitglieder dieser Klaff« aus 1,14 M. festgesetzt. DaS Krankengeld beträgt im Fall» der ArbettSunsähigkeil pro Wochentag 2,50 M.. da» Sterbegeld 150 M. Die durchschnittlichen Tagelöhne der bisherigen Klaffen, ebenso die Unter- stützungS- und Beitragssätze derselben bleiben unberührt, bis auf das Sterbegeld der IV. Klaffe, welches von 45 M. ans SO M. erhöht wird. Berlin, den 3. Mai 1908. Der Borftand. W. P i e h l, Vorsitzender. 870/3* Verband der Schneider nnd Sehneiderinnen. Mittwoch, den 6. Mai. abends 8'/, Uhr: Mererdenffiche Jditgiiedemersannnlnng in den Arminhallen, Kommandantenstr. 57/58. Tage». Ordnung! I. Di« Bedeutung der HetmarbetterauSstellimg w Franlsurt a. M. sür dt» Heimarbeiter. die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberbund. Sieserent- Kollege Kunze. 8. Bericht ltder Montag, den 4. Mai, abendS 8'/- Uhr, im GewerkschaftShanS, Engelnfer 15: MglisäervsrssmmlunL»» FsgSLknsiÄsr. TageS-Ordnung: dem Arbeitgeberverdand wegen Bericht über bi« Verhandlungen mit Feiertage. Referent: Kollege Knnze. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit — Da die Tagesordnung eine lehr wichtige ist, erwartet zahlreichen Besuch der Bezahlung der 162/14 mehr al» 18 reAerenben Wochenbetträgeo kein Zutritt. Ole Ortsverwaltang._ Pradtthlndtnoagen eoei fqant zum Fabrikpreise. 10 Qroz. Rabatt direkt von b. AinderwagenfabrÄ verdecke fich selbsttütlg auf, n. niederbewegend, erhalt. Sie elegant zum Fabrikpreise. 10 3uLCreibar in erirnrna 134 Ausnahrnepreise für Lieserungen im Mai. Juut. Juli. X A. ö. Koch X Koblen-Groß-Handlung gogrUndot 1803. Haupt-Kontor und 1. Geschäft: Berlin 0. 84. Brombergerftr. IS. 11. Geschäft: 0. 17. Fruchtstt. 13. Preis«, für nur l» Marken ab Platz von 10 Ztr. an:* Prima In Halbfteiue(bekannte Marlen).. pr. Ztr. 87 Ps. » Ferdtnaiid-Brikctts pr. Ztr. 87 Pj. „ Anno od. WaidmannsheU pr. Ztr. 89 Ps , Pfäunerschaft„„ 91 Ps , In Diamant pr. Ztr.(ltl) bis 120 Stck.)... 95 Pf. . la Ilse o. Atw. pr. Ztr. 90 Ps . Ia Anthrazit Eadtp.Z. 2.2aM. Koks. Steinkohlen usw. zu den dilligaten läge»» uns Konvention». preisen. Anlieserung frei Keller je nach Quantum pr. Ztr. 10—16 Ps. mebr.— Bei OrtgtnalwaggonS und größeren Abschlüssen verlange» St« meine Spezial-Offerte._ Ii Mittwoch, den ß. Mai, abendS 8:/a Uhr: Geueral-Bersammlimg in den Bcnldenz-Snien, Landsberger Stt. 31. TageS-Ordnung: t. Geschäfts, und Kassenbericht Pro 1. Quartal. 2. DlSkussion. 3. Wahl eine» Delegierten zum Gewerkschasts-Kongreiz. l»le Qrtsverrrnltnirg:. verband der Dpezierer. ICIeber! Mittwoch, den 6. Dtai, abends o Uhr, bei Mejrer, Oranien• Straße 103: SÄF V e r s a rn rn I u n g"WL Tages. Ordnung: 1. Vortrag:.Ausbau der Arbeitslosenversicherung*. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pflicht eine» jeden Kollegen� ist e», zu erscheinen. lenMeritölllU ümmera* Deutschlands (Zahlsteile Berlin und Umgegend). Heute, den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr. im«ewerlschaftshause, Eugelufer 15(Saal I); Zahisteiieii-Nersamminng. TageS-Ordnung: 1. Beschlußfasinng über den neuen VerlragSenttvurs. 2. Wahl eineS Ausschußmitgliedes. 2S4/7 3. Bericht der Schtedslommtsston. Die gewählten Delegierten sowie die gahlstellensunkttonäre ersuchen wir, pünktlich zu erscheinen.__ Der Borstand. 177/10 Die VerbanditleUnnc. Umsonst Wirtshaus Schloß Woltersdorf (vis-a-vis der Schieule), direkt an vbaueeee und am flakeneee, empfiehlt sich den Vereinen, Fabrilcn, Gesellschaften sür Dampscrausflüge usw., auch steht mein Lokal SonntagS, Himniclsahrt, die Pfingslsetcrtage den Gewerkschaften usw. zur Verfügung. OMF" Ferner empfehle ich meine Dampfer biä 300 Per- fönen fassend. Cafö Aluen, Schlesische Brücke. Ami 4, 8302.* s lb'rled. Snewert. Tel.: Amt Erkner Nr. 49. lioderi Schmidt. Defonom. erhält jedermann diesen Phonographen gen von 1- echten Goldgußwnlzen k 75 Pf.; , enan wie Abbildung, bei echten Qoldgußwnlzen" a 75 Pt.; die Spreohmaschino bei von 12 großen Platten(25 cm) a 2 M. Für gutgehendes Spielen übernehme Garantie und wird jeder Apparat bei Umtausch gegen einen größeren(Phonograph mit 8,75 M., Spreohmaschine mit 20 M. und jede abgespielte Platte bei Neubestellung mit 50 Pf.) in Zahlung genommen. Keine Abonnements-Verpflichtung. Tausende von Anerkennungsschreiben verbürgen für die Güte meiner Apparate, Platten und Walze Bestellung Entnahme zen. AnuicasslraSe Ecke Blumenstraße flionographen-Katz, Berlin 75, ilexanilerplatz ge�enüb. aem Bahnhof. Magerkeil; schwindet durch Haufe» NShr- pnlver„Thiloelia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 3 bis 4 Wochen bis 18 Pfd. Zunahme. Gar, unschädl. Viele Änerk. Karton 2 Uk., bei Postversand Porto u. Nachnahme- Spesen extra. Fr. H. Haufe, Berlin N., Greifenhagonorstr. 70. Depots in Berlin: Luisenstädtische Apotheke, Köpenickerstr. 119.— As- kanische Apotheke, Bernburgerstr.S beim Anhalter Bahnhof.— Ostend- Apotheke, Frankfurter Allee 74. In Charlottenburg: Minerva-Apotheke, Bismarckstr. 81. 0., Steinapotheke, Rosentbolerstr. 61. Bestandteile: Pflanz. Eiw. Haemogl. Lecith. Banm. Natronclh. Cao. Zucker.• Verein gewerbt« fSflrjer JliiXIIUF|« grauen und Ittädchen. nutwoch, den 6. Mal, bei Thiel, Bergflr. 151—152: flußcrordentliclje General-UeHammluna. 1. Bortrag. 2. Diskussion. 8. Stellungnahme zur Auflösung ieZ verein». 4. verschiedenes. Mitgliedsbücher find mttznbrtngen.___ 55/14 Der Borflan». jlchtuwg! portefeuiller*omnv Berlins und Umgegendr DienStag, den 5. Mal, abends 8'/, Uhr. im GewerlschaftShanf«, Engeluser IS(großer Saal): Geffentliche Versammlung aller Portefeuiller und Ledcrgalanterie-Arbeiter und Arbeiterinnen. TageS-Ordnung: Welche Lohnforderunge» gedenke« wir den Fabrikanten zu unterbreiten? Kollegen und Kolleginnen I Erscheint in Mafien I Fehle niemand in en l dieser so hochwichtigen Versammlung Die Scbllehtangnbomialanlaii. I. A.: Paul Hauptmann. 109/5 I i Sonntag, den&■ Jnll 1808« hrovinzial- Sängerfest = in Luckenwalde. Gesängen werden die Lieder:„FpUhllncwnlUrmo'*, „X'ntpcne",„Sturm",„MarnelUaUe". Vorlluflge* Programm: Sonnabend, den 4 Juli, abends: Kommer* im„BDrgerhof; Sonntag, den 5. Jnb, vor- j mittags 10 Uhr: Generalprobe in„Tivoli"; nachmittags j 2'/i Ünr: Festnng nach dem Festlokal„FeldschlöBchea". Die Vereine, welche eioh daran beteiligen, wollen«m- gehende Änroeldnng an Sangesbruder Härtel, Berit» N. 81,] Brunnenstr. 95, bewirten, mit gleichzeitiger Angrab« der Peraonennahl, sowie ob der Verein Sonaabead* abend* oder Sonntag* morgen* su fahren gewül» ml Fahrpreis wird nach Eingang des Bescheide»»etteno der] Eisenbaha-Dixektion bekannt gegeben. 17/4 Der Vorstand. Arbeiter* Samariter+Kolonne. In dies» Woche beginnt der Kmsu» am Montag tu der 1. Abteilung: Dresdener«». 45) ,«n DonnerSt-g für SebSasberg NN» Umgegend »- n bel W i e l o ch. Siiwewalvstr. ll0 z» * für Lichtenberg und Umgegend bd CtdinsBD, n Gamarilerilr 10; e für Kisdorf und Umgegend bei Tht»t, Berg. " ftraße 161/152. Da» Thema de» ersten Mend» tn jeder«dtellnng lautet:.lieber Anatomie'(Bau deS menschlichen Körper») mit Demonstrationen an Wand- tajeln und Präparaten. 237/3 Da» Einlchreibegeld beträgt 50 Ps.. der MonatSbettrag 25 Pj. Dt» Bibliothek steht den Teilnehmern unentgeltlich zur Verfügung. Um rege Betelligung ersucht Der Vorntand. ••••essssovseeeees®#® I„Hoffnung" I ? Berliner Schneiderei- Genossenschaft � w B. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler OmMMnnMfit IOC Zwischen Rosenthaler I Tor u. Invalidenstr. St UllllöllSir. UtS Tor u. Invalidenstr., Gegr. i. Februar 1906 v. organisiert Schneidergehülf en Berlins. SX Hrbeitero, Parteigenossen Ifiltbürgern zur Anfertigung elegante, HerreikKnabenpriMe Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u.Kinder-Anzßge. Große Answahl in Sommer-Paletots, Ulster. RadlabranzQgen e. Fant-Westen, in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufskleidung. Die Herstellung unsere! Fabrikate erfolg» in' eigenen BetHebSWerkStätten unter den von. unserer Organisation festgelegten Bedingungen- Lieferanten der Konsum-OenosBcuNciiart Uerlin* u. Cmgegcnd, des Berliner und Charlottenburger Konwiu- Verein* und des Arbeitcr-UudruhrcrbundJV*. Am I. Mai bleibt unser Geschäft geschlossen. s—t Künstliche Zähne tn naturgetreuer, fünfthtisdjcc Aussuhrung von 2 Mark an. Streng reelle Besienung. Schonendste Behandlung! 272/17 AVV urv Atelier für Zahnersatz * Reinickendorfer Str. 47 I. Fernspr. ll. 5205. LvnKnal-I.vllKKsUS KSDlin, HUI' ISgsnsti'svs 71, H- Jetzt nnr allein im ncagebaaten Vcrkaulshaasc.------------------ ===== Täglicher Verkauf von eleganten Frühjahr s-Paletots und Anzügen von Mark 9, 10, 12, 15, 20-25 Prima.===== Kammgarn-Anzüge, Jünglings- und Knaben-Anzüge, Hochzeits-Anzüge, x Schuhwaren, X Teppiche. X Alles fabelhaft billig. Tausende eleg. Herren-Garderoben sind jetzt zur Frühjahr-Saison zum Verkauf gestellt, und sind Bauchsachen, selbst für die korpulentesten Herren passend, in großer Auswahl vorhanden. Bitte genau anf HauMnammcr 71 zu achten."VCI Pollz. konz. I-clhbaas.* ■ e e o w z e £ S 4l b B S b s & 4- r s s 4, U 3 ja B «« Kopfsehmerzett werden meist als Folge von Neuralgie, Ueberarbeifeung, Leberleiden oder Nervosität angesehen. Unstunmen werden für ärztliche Behandlung ausgegeben, ohne den gewünschten Erfolg. Tatsächlich sind 80 Prozent aller Kopfschmerzen aal Aageaschwäohe oder Belraktionsfehler zurüokzuiühren Sind die Augen durch passende Optal-Gsäsec, die den Fehler richtig ausgleichen, gestärkt, so sind alle Kopfschmerzen und viele andere Leiden verschwunden. Wenn Sie im Zweifel sind, ob Ihre Augen als Qnelle Ihrer Beschwerden anzusehen sind, kommen Sie vertrauensvoll zu mir, ich werde Ihre Augen sorgfältig prüfen und Ihre Sehkraft feststellen. Mir stehen die neuesten und besten Apparate zur Verfügung. Die Untersuchung ist völlig kostenlos. Sollten Sie einer Brille bedürfen, so werden Ihnen meine OpUl- Gläser die allerbesten Dienste leisten. Meine Kiesenauswahl ermöglicht Ihnen eine Anschaffung nach Ihrem Geschmack in jeder Preislage: Brillen und Kneifer In Nickel von t,— n., in elektr. Gold von 2,50 Sl., in Gold doublt von 4.50.11., in echt Gold von IO,— M. an. Weine unübertrefflichen Spezialitäten sind Aluminium-Silber von 6,— M.» Gold-Ersatz(das beste Doublö) von 12,— ffl. an. Opial- Gläser setze ich auch in vorhandene Fassungen ein und berechne 1,60 flf, pro Paar. Alle Reparaturen sofort in eigenen Werkstätten mit elektrischen Botrieben. Rat und Auskunft erteile ich kostenlos und bin stolz, um Rat zu erteilen, der nicht in jeder Beziehung zuverlässig ist. Ja, auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen und umfassender Kenntnisse leiste ich sogar volle Garantie für passende Gläser und verpflichte mich, event. den dafür gezahlten Betrag zurückzuerstatten. Optiker Ruhnke Oranienstr* 47. BERLIN Priedrlchsir. 190. welcher Wert darauf legt, einen eleganten Ansne oder Paletat fertig oder nach Maß zn tragen, versäume nicht, seinen Bedarf zu decken bei der Finna LE�KE<£ LEHRER Spezialhaus eleganter Herren- II. Knabenbekleidung ■ fertig nnd nach Zlav■- —= Bekleidung für sämtliche Berufe,=5— 78 Kottbuser Damm 78 Unsere Grundsätze: ir verarbeifen nur gute, reelle, ausgeprobfe Stoffe. ir haben in sämtlichen Abteilungen enorme AnswabI, ir acbteo-auf tadellose Verarbeitung und guten Sitz. ir werden stets das Neueste zum Verkaol bringen. ir verkaufen zu billigen, aber streng festen Preisen. ir haben auf jedem Gegenstand den festen Verkaufspreis mit Zablcn vermerkt Wir bringen eine anerreichte Aaawahl In» Friihjahrs-ilnzUgen K Frlikjahrs-Paletots. Unerreicht groß ist unser Lager in Stoffen zur Anfertlgnng feiner Herren- Hoden nach rfuß. Sämtliche Sachen werden in eigenen der Neuzeit entsprechend eingerichteten BetrlcbswerüiitÄtten unter Leitung erster Meister angefertigt. Unsere Abteilung„Anfertigung nach Maß" ist einzig destehend. Wir richten an unsere Kunden Originalinserat! Nachdruck verboten. KWM'M«i ¥ i' Dametn Kleiderstoffe. Wollstoffe Schwarze und farbige Alpakas, glatt und gemustert.. Schwarze und farbige Eoliennes und Qrcnadines.. Schwarze und farbige Bareges u. Alpaka h jour.. Blusenstoffe, gestreift und kariert, modernste Dessins.. Englische Flanelle in Streifen und Karos für Binsen,. Bordfirenstoffe in glatt, gestreift Und kariert, heehmodernl. Meter Meter Meter Meter Mater Meter 4.75 bis 5.50 bis 5.50 bis 2.50 bis 2.40 bis 4.50 bis 1.20 1.00 2.00 0.75 1.20 1.60 Composd-Kostu mstoff e, gestreift oder kariert fttz Bock, glatt für Jackett oder Bluse. Saison-Neuheit I......... Meter 3.50 bis 1.60 Seidenstoffe Reinseidene Blusenstoffe, aparte Muster........ Meter 5.00 u* 1.50 Tussah- und Roh Seide, ani und gemustert....... Meter 5.50 bis 1.50 Bordfirenstoffe in Shantung für Blusen a Kleider, Saison-Neuheit! Meter 5.50 bis 4.75 Reinseidene Chinds auf glatten und Moird-Fond..... Meter 4.75 bis 2.25 Waschstoffe (mit. Wollmusseline mit und ohne Bordüre, Meter 0.78 bis Wollmusseline, aparte Muster Meter 2.28 bis Baumwoll. Tennisstoffe in ge- sckmaokv. Streif., Mtr. 1.20 bis Batiste o. Organdys u weiß und bunt.. Meter 1.76 bis 0.35 0.60 0.60 0.60 Zephirs in kariert u. gestr, mod. Farbstellnngen, Mtr. 0.98 bis Bedr. Kleidersatins m. Seiden- glänz.... Meter 1.80 bis fmit. Leinen, farbig, 1 Kleider und Blusen. Meter 0.78 bis WeiQe Rips-Pikees, 80 cm breit. Meter I.W bis 0.40 0.60 0.50 0.50 Julius Haack Manufakturwaren und Konfektion BERLIN N., Brunnenstr« 198 Boaenthaler Tor. Sonntags geöffnet 8—10 und 12—2 Uhr. Dr. Schunemann ®pejim.«rgt für afcWW» Haut- nnd Harnleiden, Kranen krank hellen. Frledrlcbstr. 203, Ecke Schützenstr 10-2. 5-7. Scmtl 10—12 Uhr Probieren ,ehl Iber Studiere». Wirkliche Krmur Netmro zur SeldstdorvItHnx von Cognact Rum und allen echte» Likören MN Me aitbemäbctr» Original■ Reichel> Essenzen und lasse» sich durch keine Nachahmung täusche». Nur die Harke„Liotithen* bOrgl fOr Echtheit und GDtal „Die Deetllllerang Im UnuMhnlt" Lrkcl»nfvz*H wertvoller flluetrlertee Rezeptbuoh KUSlcnircli Otto Reichel, Berlin SO., Elsenbabnstr. 4. ffernsprech.Nnschiüsse Amt I V, 4751. 4752. 4753« W o nicht erhältlich, Verlan» ab Fabrtl. Kekhd-spwlu». lAt;, nur in OrlglnalfOllungen mil unversehrtem VerechluBstreitan s Fori mit den Hosenträgern! Trage den Heunndheltospfpal. Hoaenhalter t Vequem, stets passend, gesunde Haltung, keine Atemnot, kein Trud. kein Zchweist, kein Knopf. Preis M. lLb, S Swck 3 M. per Nachnahme.» Hngo Seelig, HerUn MO. 70, Woldenb erger Strafe» 18. Jfe Gratis® erhäu jeder Säulet keim Eintiuf eine» neava gatmM eine Anher- Remontolr-Dhr als EröffnangSaefcheilk trotz der nüchjtehend«norm 6UagtM Otdft: HencFnlirrllfler 35, 45 M., aÄi Oenddrzsdrems, 50 M., ra ÖOO Blüd peiro Uchte Fahrräder, oll« Morten S. lO,'>5. N t!onh»anlet 1�. Suill-niSu-!!- I VO.«Zofe» voften Fahrrad- Konkursmasse Kommend, sodelhost billig! die srgohsnst.o Bitte,"clic Bestellung rochtzoillg zu übergeben, damit wir in die Lage gesetzt werden, die bei uns bestellten Maßsachon auf das sorgfältigste vorarbeiten zu können. großer Auswohl. SMIieb Zubehörteile tum Teil au» Torpedo-?seeilaus-RSd»r 1 Tlourcdonabeu.....] Arttlaiifnabtn..... eiKfratiflcu... 0,50 lebnte........ . arbiblafernau..... ftertlac tSabelu..... KuKvuwpen...... «ndfärfe....... S amatche»...... Vvigia Earbid Per kg I0Ü S|� NfB. 1.00 1.0« .00 l.OO «70 l.OO 1.00 0.50 1.00 o.eo A S:»8 0.50 cnspange» iä! ifltie'S .»Paar «uotche» le!decke» noela.. Biodte««» 'I, Seiten..... -roppelrollrukette». Engl-iiider..... EriaiAe Lack • Dtzd. O.IO 1.50 O SO «.5« «.OS «.OO I.SS I.ss o IS o.to Reparaturen«Lira billig. Ständer........ O.SO «SstUru........«.»0 eWkntwn.......««5 asten. 2 6«4 0.15 Iii mm i......«.«S ».Hinterachse» ew.«I« Cel ft Pe! Äori «!». Rahmen emaillieren 3,50, Lenkstange» vernttkela 1.00, Kataloge gratis ani franko. Ernst Kaehnow, WiMideiÄk.ii LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ Dies« Woche— soweit Vorrat; FRANKFURTER ALLEE 109-111 ca. «. 6000 Wiener Original- Blusen nur erstklassige Fabrikate in gediegener und hochaparter Ausführung zu bisher nicht gekannten Preisen Zephyr farbig................ I10|85 275 450 585 765 a. O90 075 C25-TöO Q50|O50 OclilOC Und Leinen(wef» und farbig), mit Stickerei und Einsitzen... 4mm SJ| y/ I 4mm 12000 Wasch Knabenanzüge«. Mädchenkleider vorzügliche Ausführung, aus modernen Stoffen, neueste Fassons. SERIE I Kleine Mädchenkleider Hänger, Kittel und Ueber5aiI bekannten Sattlergesellen, dem Organisator und Agitator der kleinen vielverhöhnten und bielverfolgten Sekte erwuchs der an» gesehene Parteiführer, der geachtete Parlamentarier, von dem ein bürgerlicher Journalist sagen durfte, daß er jedem staatsmännischen Posten zur Ehre gereichen würde. Und dies Wort galt nicht nur dem„Staatsmann" und„Diplomaten" Auer, den sich national- soziale Politiker zu ihren Zwecken zurechtgemacht hatten, sondern es entsprang jenem Respekt, den seine markige, überlegene Persön- lichkcit auch dem Gegner einflößte. Als die deutsche, als die internationale Sozialdemokratie am 10, April die erschütternde Kunde von dem Tode des durch tragisches Die durch Plakate kenntlich gemachten Lokale nehmen für die- jenigen, die nicht selber Einsicht nehmen können, Aufträge dazu entgegen. Heute Sonntag findet eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen treffen sich in den bekannten Lokalen. Der Borstand. Obcr-Schönewcide. Dienstag, den 6. Mai, abends 8'/z Uhr. findet im Wilhelminenhof eine Volksversammlung statt. Genossin Emma Ihrer referiert über das Interesse der proletarischen Frauen an den Aufgaben des preußischen Landtages. Zahlreiches Erscheinen der Genossen und deren Frauen erwartet Der Vorstand. Am Montag, den 4. Mai, abends 7 Uhr, findet zu dieser Ver« sammlnng Handzettelverbreitung statt. Es ist Pflicht der Genossen, sich zahlreich daran zu beteiligen. Der Borstand. Karlshorst. Parteigenossen I Am Dienstag, den 3. Mai, Wahl- Vereinsversammlung bei Bartels Zum Fürstenbad. Zahlreiches Er- scheinen erwartet Der Vorstand. In Biesdorf fN.-B.) steht uns jetzt das Lokal von Gustav Berlin, Biesdorf-Nord, Marzahner Straße, zu den be- kannten Bedingungen zur Verfügung und empfehlen wir dasselbe als Verkehrslokal. In Schönwalde i. M. ist das dortige Lokal„Jnternatio- nales Sporthaus am Gorinsee" von Herrn H. B a r a- n o w s k i übernommen und ist nach wie vor f r e i. Die Lokalkommission. NowaweS. Mittwoch, den S. Mai, abends 8'/z Uhr, findet im Lokale des Herrn Ernst Schmidt lDeulsche Festsäle). Wilhelmstr. 41/43, eine Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Genosse Eduard Bernstein spricht über die bevorstehende Landiagswahl. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Spandau. Am Mittwoch, den 6. Mai, abends 8'/, Uhr, findet bei Bohle(früher Ulrich), Havelstr. 20, eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung:„Die bevorstehende Landtagswahl". Es ist Pflicht aller Genossen und Genossinnen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Der Einberufer. Die Genossen werden dringend ersucht, die noch in ihren Händen befindlichen Sammellisten möglichst sofort bei Genossen Schuster abzuliefern.__ Der Vorstand. Berliner JNfoebriebten. Stadt Berlsn und Große Berliner. Am 23. d. M. tritt das Schiedsgericht w Sachen des bekannten Streites zwischen der Stadt Berlin und der Großen Berliner Straßenbahttgesellschaft wegen des Baues der städtischen Niveaubahnen im Süden der Stadt zusammen. Es handelt sich um die Linien von Rixdorf und dem Kreuzberg nach dem Dönhoffs- platz usw. Die„Große Berliner Straßenbahn" macht der Stadt Berlin das Mitbenutzungsrecht, das im Vertrage aus- drücklich vorgesehen ist, streitig und erhebt außerdem noch den Konkurrenzeinwand. Das Mitbenutzungsrecht erstreckt sich auf die Benutzung der Gleise der„Großen Berliner Straßenbahn" in einer Länge von 1000 Metern. Vom Heim der Ledigen. Im hellen Sonnenlichte lag der schmucke, graue Bau da. als wir dem Eingang zustrebten, um einmal diese modernste aller Einrichtungen Groß-Berlins,„errichtet, um den mit giftigen Miasmen erfüllten Sumpf des Schkafftellen-Unwcfens' ausrotten zu helfen", wie der Oberbürgermeister von Char lottenburg, Herr Schustehrus, in seiner Ansprache sich aus drückte, in Augenschein zu nehnien. Vielversprechend leuchtet dem Eintretenden die Inschrift entgegen:„Dies Haus Euer Heim,.das Heim der Behaglichkeit und Eintracht". Wir treffen es gerade, daß ein älterer Mann, dessen Frau verstorben ist und der seinen Haushalt infolgedessen aufgelöst hat, in Begleitung einiger Freunde sich die Zimmer ansehen will, um eventuell eines davon zu mieten. Wir durchwandern die Korridore, die mit ihren langen Reihen von numerierten Türe» im ersten Moment an ein Gefängnis erinnern. Doch ändert sich dieser Eindruck sofort beim Einblick tn die Stäbchen, deren Mobiliar zwar nur auf das Notwendigste beschränkt ist, aber immerhin für genügsame Leute aus- reicht und je nach Belieben ergänzt werdeil kann. Denn es steht jedem frei, die kleinen Zimmer, die mit ihrer Ausstattung zwar freundlich, aber für anspruchsvollere Naturen etwa nüchtern wirken, durch hübsche, eigene Sächelchen, Andenken. Bilder, selbst mit den Kindern Floras, je nachdem Geschmack und Geldmittel vorhanden sind, nach Belieben auszuschmücken. Die meisten Zimmer sind schon ver- Geschick bereits vorher gebrochenen Mannes erhielt, ehrte sie den auf der Wahlstatt gebliebenen Veteranen gerade durch die liebevollste aber nach strengster Wahrheit suchende Analyse seines Wesens. Unumwunden wurde zugegeben, daß Auer sich selbst richtig beurteilt hatte, wenn er erklärte, daß er kein Theoretiker sei, daß alles Spekulative seiner Art fernliege. Auer war in der Tat kein theoretischer, spekulativer Kopf, wenn er natürlich auch mehr gelesen und gelernt hatte, als mancher andere, der über schwierige Probleme des wissenschaftlichen Sozialismus mitreden zu können glaubt. Auer war ein Mann der Praxis im wahrsten und besten Sinne: aus der Partcigeschichte, aus dem reichen Schatze seines politischen Erleben» schöpfte er seine Weltanschauung. Seine politische Erfahrung und sein psychologischer Scharfsinn machten ihn skeptisch nach der einen Seite, tolerant nach der anderen Seite. Er erblickte in manchem hitzigen Meinungsstreit nur die Neuauf- läge schon früher ausgctragener, bereits vergessener Konflikte. Er war sich der Tatsache so sicher, daß die Partei trotz aller momentaner Abirrungen den richtigen Weg einhalten werde, daß er gelassen blieb, wo andere, Jüngere, oder auch anders geartete Acltere von heißer Leidenschaft gepackt wurden. Manches kühle Spottwort, manche ungenierte Offenherzigkeit wurde ihm dann bitter verdacht. Aber Auer war gleichwohl kein„Revisionist". Er hielt sich nicht für«inen„bewußten", einen theoretisch durch- gebildeten Marxisten. Jedoch erklärte er auf dem Parteitag zu Hannover: „Aber was ich bin: ich bin ein begeisterter Au- Hänger der Marx'-Engelsschen Lehre, soweit ich sie in meinem Verstand aufzunehmen vermocht habe. DaS erkläre ich ganz offen, und ich bin nicht der Meinung, daß wir mit den Lehren, die uns die beiden Alten hinterlassen haben, fertig sind, sondern ich bin der Meinung, daß wir alle, und die Marxisten eingeschlossen, noch recht viel daraus zu lernen vermögen." Auer war ein Sozialist. Ein Sozialist mit der ganzen, wie Lava unter dem Schlackenpanzcr aufgespeicherten Glut seiner Ueberzeugung. Für das Wohl der Partei kämpfte, lebte er. Und mit wieviel Liebe und Dank das Proletariat trotz der oft herben, rauhen Außenseite seines Wesens an ihm hing, das bewies die imponierende Leichenfeier, die ihm das Berliner Proletariat am 14. April deö vorigen Jahres bereitete! Kein Fürst, lein Staats« geben und die nach der günstigsten Seite gelegenen wurden begreiflicherweise von den einziehenden Mietern bevorzugt. Für Leute, die bis dahin in Schlafstelle gewohnt hatten, muß es ein angenehmes Gefühl sein, an kalten Tagen in dem durch Zentralheizung mollig erwärmten Stübchen sitzen zu können, beim Lichte der elektrischen Glühbirne, die bis abends 11 Uhr unentgeltlich benutzt werden kann. Auf unsere diesbezügliche Frage erklärt uns der Verwalter des Hauses, daß es jedem Mieter freisteht, sich den ganzen Tag in seinem Heim ungestört aufzuhalten. Ein langer Raum mit hübschen Bildern und bequemen Korbsesseln vor den mit Blumen geschmückten Tischen dient zum geselligen Aufenthalt, und wer eine musikalische Natur besitzt, kann dem zur Seite stehenden Klavier mehr oder weniger herrliche Weisen entlocken. Im Dachgeschoß befindet sich eine Dampfwaschanstalt, in der die Hauswäsche gewaschen wird und auf dem darüber errichteten Dachgarten eröffnen sich dem Spaziergänger ungeahnte Perspektiven. Warme Fuß- bäder werden im Keller unentgeltlich verabreicht, während sich die Volksbadeanstalt im Hause selbst befindet. Desgleichen hat die Volksbücherei ihr Heim daselbst aufgeschlagen und cS ist ein erhebender Anblick. all die ernsten Gesichter, über die Bücher gebeugt, ganz in den Lesestoff versunken und dieser Welt entrückt, dasitzen zu sehen, lieber jedem Tisch hängt eine elektrische Lampe, die, je nach den Lichtverhältnissen, an- und ausgedreht wird. In dem geräumigen Restaurationssaal herrscht keinerlei Trinkzwang und einige der Mieter trinken ihren Nachmittagskaffee, der nebst zwei Schnecken oder Brötchen bare„sechs Dreier" kostet. Alles in allem kann man die Einrichtung des Hauses als eine mustergültige bezeichnen, als einen Fortschritt, der soivohl für das Familienleben als auch für die Schlafstellen- inhaber in jeder Hinsicht von Nutzen sein kann. Nur muß man sich fragen, wie die ärmeren Leute nun die teure Miete aufbringen sollen, oder sollte dies gerade der Anfang sein. um dem unersättlichen Hauswucher die Zügel anzulegen? Die städtische Kunstbeputation trat gestern mittag unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner zusammen. Zunächst wurde ihr die Entscheidung des Kuisers über das geplante Virchow-Denkmal zur Kenntnise gebracht, deren Inhalt sich mit unseren Mitteilungen über di« Gründe der kaiserlichen Ablehnung deckt. Die Deputation hat sich darauf beschränkt, diese Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen, ohne sich damit weiter zu beschäftigen, da die Angelegen- heit außer ihrer Kompetenz liegt. Weiter beschäftigte sich die Deputation mit einer Reihe von Kunsttoerken, deren Erwerbung der Stadt tn Vorschlag gebracht worden ist. Von Interesse hiebet ist ein Gesuch des deutschen und österreichischen Alpenverems, Sektion Hohenzollern, auf dem Aska- nischen Platz Gruppen aufzustellen, die den Alpensport verherrlichen sollen. Die Deputation lehnte den Vorschlag ab. Auch andere An- kaufsangebote, so eine Büste Virchows und eine Bronzegruppe mythologischen Inhalts, wurden abgelehnt.— Von Adolf v. Menzel besitzt die Stadt ein im Rathaus« befindliches Originalwerk, das den Kreuzberg und dessen Umgebung aus dem Jahre 1847 darstellt. Dieses Bild soll dem Märkischen Provinzialmuseum überwiese:, werden. Für einen Wetibeiwerb unter den Malern Berlins soll die Stadt, wie die.Künstlerschaft angeregt hat, eine größere Summe zur Verfügung stellen. Für die plastischen Künste hatte Berlin das gleiche schon vor einiger Zeit getan. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die diese Anregung der Berliner Künstlerschaft in Er- tvägung ziehen unb weiteres in Vorschlag bringen soll. Die neue Verhandlung gegen Frau Dr. Bergmann, die so empörender Ueberschreitung ihres Züchtigungsrcchtes gegenüber ihrer kleinen Tochter beschuldigt und deshalb von der Strafkammer des Landgerichts II zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden ist, wird am 23. d. Mts. vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichts-Direktors Dr. Goebel stattfinden. Das Reichsgericht hatte die Strafsache an das Landgericht I ver- wiesen. Noch etwas von de„NotstandSarbritrn". Wir hatten kürzlich gezeigt, wie wenig die Abräumung deS MüllbergeS an der Stralauer Allee den Namen einer„Notstandöarbeit" verdient. Mt dem Unternehmer Gramen?, der diese Arbeit zu er- gattern sich bemüht hat. um auS ihr feinen nicht zu knappen Profit einsacken zu können, haben inzwischen die dort beschäftigten Leute noch weitere unerfreuliche Erfahrungen gemacht. Herr GramenS meint, daß für die Abräumungsarbeiter eine Arbeitszeit von elf Stunden das Mindeste sein müsse. Darüber hinaus erwartet er aber noch Ueber stunden. Hunderte von Arbeitern wären jederzeit bereit gewesen, bei der Ab- räumung des Müllberges Arbeit anzunehmen, aber sie wurden nicht eingestellt. Für den Unternehmer ist eS eben vorteilhafter, Ueberstundenwirtschast zu treiben. In dem Häuflein von mann, kein Feldherr kann mit soviel innerlicher Anteilnahme zu Grabe geleitet werden, wie Jgnaz Auer von den unzähligen Proletariermassen, die an jenem Tage seiner Leiche folgten! Auf Vater und Mutter schießen.... In den Motiven wird gesagt, es machten sich Anzeichen geltend, daß destruktive Tendenzen in die Armee eingreifen. Mir ist davon nichts bekannt, aber es mag sein. Indessen, ctwaS anderes ist mir bekannt: das ist das immer mehr und mehr zutage tretende Bestreben, aus dem Soldaten etwas ganz besonderes zu machen. den Gegensatz zwischen Armee und Nation immer schärfer heraus- zukehren.(Sehr richtig!) Ihr Soldaten tragt einen besonderen Rock, ihr seid etwas Besonderes— dieser Gedanke kehrt immer und immer wieder. Und wenn dieser Gedanke noch weiter und in anderen Formen wiederkehrt, wenn cS sogar möglich gewesen, daß eine ganze Reihe von Prcßorganen die Auffassung, daß der Soldat eventuell unter Umständen bereit sein müsse, auf Vater und Mutter zu schießen, als selbstverständlich hinstellt, ja, dann braucht man sich nicht zu Wundern, wenn schließlich in der bürger» lichen Welt ein gewisses Grauen dagegen auflommt. Die Vor- stellung, auf Vater und Mutter zu schießen, ist so ungeheuerlich, widerspricht so sehr allen unseren Vorstellungen, widerspricht alle- dem, was uns mit der Muttermilch eingeimpft worden ist..... Meine Herren, ich erinnere Sie an die Verzweislnngsszene in Schillers„Räubern", wo Franz Moor an Pastor Moser heran- tritt und von ihm verlangt, er solle ihm ein Verbrechen nennen, ein Verbrechen so ungeheuerlich, daß der Weltenschöpfer denjenigen, der dieses Verbrechen begeht, vernichtet, aus der Welt schafft, einfach in Atome auflöst. Darauf antwortet Pastor Moser: ein solche» Verbrechen gibt eS, aber das begehen Menschen nicht. Und als Franz Moor ihm darauf sagt: ich begehe es aber, ich will es wissen— da sagt ihm der Pastor: es ,st der Eltern», eS ist der Eeschtvistermord. Das ungeheuerliche Verbrechen, von dem Pastor Moser in den„Räubern" sagt: solche Verbrechen begehen Menschen nicht— nun, es gibt bei uns eine Presse, die schließlich darin nichts findet, wenn auf Vater und Mutter geschossen werden so! (Lebhafte Zurufe bei den Sozialdemokraten.) (Aus Auers Rede gegen die Umsturzvorla�'' Leuten. 5fc er beschäftigt, fanbcn eines TageS fich sechzehn Mann zusammen und lehnten es ab, länger als zehn Stunden zu arbeiten. Ein paar Tage setzten sie das auch durch: um ü Uhr machten sie Feierabend. Die anderen aber lieben sich nötigen, länger zu arbeiten. Einzelne Leute sollen bis abends Vzb und 9 Uhr gearbeitet haben, weil sie fürchteten, andernfalls entlassen zu werden. Einer derjenigen, die nicht länger als 10 Stunden arbeiteten, wurde gefragt— man sagt von Herrn GramenS selber— weShalb die 16 Mann sich weigerten, länger zu arbeiten. Der Arbeiter ant- wartete, we: bei dieser Arbeit nach 10 Stunden noch nicht müde geworden sei, der habe wahrscheinlich nicht fleiszig gearbeitet. Im übrigen scheue er sich vor den dielen Arbeitslosen, die drauszen stehen und vergeblich auf Beschäftigung warten, während hier bis in die Nacht hinein gearbeitet werden solle. Daraus versprach Herr GrainenS— oder war'S einer seiner Antreiber?— er werde dafür sorgen, daß nach Schluß der Arbeit polizeilicher Schutz zur Stelle sei. Also polizeilicher Schutz bor-- Arbeitsuchenden! DaS war sehr.freund- lich' von dem.wohlmeinenden' Herrn Arbeitgeber, aber die Arbeiter lehnten sein Anerbieten dankend ab. Am anderen Bor- mittag ließ dieser Herr alle Arbeiter antreten und erklärte ihnen, wer nicht länger als zehn Stunden arbeiten wolle, der möge sich melden, er solle dann notiert werden und solle abends um 6 Uhr seine Papiere kriegen. Daraufhin meldete sich niemand; denn niemand hatte Lust, sich kurzerhand auf die Straße setzen zu lassen. Einer aber schlug vor. die Arbeiter selber sollten darüber abstimmen, ob länger als zehn Stunden zu arbeiten sei.»Wer für mehr als für zehn Stunden ist, der hebe die Hand hoch I' Es meldete sich niemand..Wer für nur zehn Stunden ist, der hebe die Hand hoch!' Und, stehe, eS meldeten sich alle.„ES herrscht Einstimmigkeit', berichtete der Arbeiter, „keiner will eine längere Arbeitszeit". Aber der Schachtmeister schnauzte:„Sie haben gar nichts abstimmen zu lasten, das werde ich selber besorgen". Er tar'S, und die wieder- holte Abstimmung ergab dasselbe Resultat: wieder wurde einstimmig die zehnstündige Arbeitszeit gefordert. Darauf wurde an den folgenden Tagen allgemein nur zehn Stunden gearbeitet, und keiner kriegte seine Entlastung. Dann kam der Lohntag— da wurden die 16 Mann, die wohl dem Herrn GramenS als die„Rädelsführer" galten, entlassen. Sie fragten nach dem Grund, aber eine Auskunft gab'S nicht. Herr GramenS, der auf seinem Dllillbcrg den Arbeitern eine Arbeits- zeit zumutet, die über die ortsübliche hinausgeht, wird nun wohl bald erklären, mit den Berlinern könne er die Sache nicht machen, er müsse auswärtige Arbeiter haben, die seien.ergibiger". Leicht ist die Arbeit, die da draußen geleistet werden muß, wirklich nicht. Die LoriS, in die der Müll hineingcladen werden muß, sind ihre zwei Meter hoch, da erfordert eS große Anstrengung, sie voll zu kriegen. Wer nicht rasch genug fertig wird, so daß um seinetwillen die Abfahrt des ganzen ZugeS sich verzögert, dem wird gesagt:.Sie sind der letzte; wenn das nicht anders wird, müssen Sie aufhören." Und bei Wieder- holung gibt eS dann tatsächlich die Entlassung. Infolgedessen sucht bei der Arbeit jeder den anderen zu über- bieten, um nur ja nicht der letzte zu sein. Auch als angenehm kann man diese Arbeit nicht bezeichnen. DaS Verrottetete Müll ist wahrlich nicht appetitlich, unh Scharen von Ungeziefer steigen aus ihm auf. Wafchgelegcnheit keimt man übrigens' auf diesem Müllbcrg nicht. Auf ihm müsten die Arbeiter m i t schmutzigen Händen ihr Brot verzehren, und schmutzstarrend müssen sie abends den Heimweg antreten. Geklagt wird auch über den Ton, in dem die Antreiber mit den Arbeitern Verkehren. Ein alter sechzigjähriger Mann, der fleißig arbeitete, soll aus geringfügigem Anlaß angeschrien worden sein:»Sie plter Hund, ich schmeiße Sie sofort r a u s I" Ferner wird nach wie bor darüber geklagt, daß für die Lohnzahlung nicht bre Grundsätze befolgt werden, nach denen die Stadt Berlin ini Winter die Schneescbipper entlohnt. Bei.NotstaudSarbeiten" ist eS wirklich ein starkes Stück, daß man ni'cht Tag für Tag den Lohn sofort auszahlt. Eine schwere Gasexplosion hat sich in der vergangenen Nacht auf dem Grundstück Hasenheide 69 ereignet. Dort befindet sich aus dem Hofe der Backraum der Konditorei von Polähne. In der letzten Nacht waren die Bäckergesellen bei der Arbeit, alL plötzlich eine heftige Explosion erfolgte. Die Geloalt der Explosion war eine so starke, daß die schwere Eichentür bollständig zertrümmert wurde. Den 52 Jahre alte Werkmeister August Seerampf aus der Bopp- stratze 3 wurde durch den Luftdruck zur Seite geschleudert und auf den Erdboden niedergeworfen. Durch Stichflammen, die ihn am Kopf und im Gesicht trafen, wurden ihm ganz erheblicte Brandwunden beigefügt, so daß er nach dem Krankenhaus am Urban ge- bracht werden mußte. Die auderen Leute kamen mit dem Schrecken davon. Die Eiistehungsursache der Explosion ist darauf zurückzu- führen, daß aus dem Gasbehälter unbemerkt Gase herausströmten, diese kamen mit dem Feuer des Backofens in Berührung und ent- zündeten sich dadurch TodeSsturz beim Fcnstcrputzen. Bei einem verhängnisvollen Unglücksfall hat gestern abend ein junges Mädchen den Tod ge- funden. Im vierten Stockwerke des HauseS Großgörschenstraße 88 war das bei dem Kaufmann G. bedienstet gewesene, 18zährige Haus- rnädchen Antonie Kanteck mit dem Reinigen der Fensterscheiben und Gardinen beschäftigt. Das junge Mädchen war, um bester an die Gardinen gelangen zu können, auf eine Leiter geklettert. Bei einer heftigen Bewegung kam diese ins Schwanken und die St. stürzte mitsamt der Leiter aus dem Fenster hinaus. Mit zerschmetterten Gliedern blieb die Unglückliche auf dem Hofe liegein Sie hatte bei dem Aufschlagen auf den asphaltierten Boden so schwer« innere und äußere Verletzungen erlitten, daß sie auf dem Transport nach dem Krankenhause starb. Der Storch im Straßenbahnwagen. Während einer Fahrt im Straßenbahnwagen hat gestern abend die Ehefrau St. aus der Birkenstraße 23 einem Knaben das Leben geschonkt. Frau St. war durch die Jnvalidcnstraße gefahren und in der Nähe des Stettincr Bahnhofes wurde sie plötzlich voin Storch überrascht. Mutter und Kind wurden nach dem Kcantonhause Moabit gebracht. AuS der Unglückschrsnik. Ein tödlicher Unglücksfall hat fich gestern mittag in der Jerufalcmer Stratze zugetragen. Der 48 Jahre alte Steindruckereibcfitzer Otto tzollmann, Forststraße 7 in Erkner wohnhaft, hatte nach seiner in der Sckalitzer Straße 27 belegenen Stoiiidruckcrci fahren wollen. In der Nähe des Dönhoffplatzes wollte er auf einen in der Fahrt bc- kindlichen OiunibuS hinaufspringen, wobei er einein entgegen- kommenden Straßenbahnwagen ausweichen mußte. Er geriet da- durch an einen nebenher fahrenden Omnibus heran, wurde um- gerissen und die Räder des schweren Omnibusses gingen ihm über die Brust und beide Arme hinweg. Der Brustkasten wurde dem Verunglückten vollständig eingedrückt, so daß der Tod fast auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.— Ein schrecklicher Unfall ereignete sich gestern in der Müllerstraße. Das Töchterchen Ella des StraßenoahnführerS Brest. Müller- stratze 59, l'tte mit anderen Kindern auf der Straße gespielt. Jin Eifer de. üpiels beachtete die Kleine nicht das Herannahen des Str"''bahnwagens Nr. 1784 der Linie 26. Sie rannte blindlings.'gen den Waggon, wurde niedergerissen und unter dem Vor. derpcv.sn eingeklemmt. Uck das Kind zu befreien, mußte man den vorderen Teil des Waggons emporheben. Man eilte dann mit der Kloinen nach dem Paul-Gerhard-Sttft, wo die Aerzte aber nur nech den Tod feststellen konnten. Die Leiche wurde durch die Polizei be- schlagnahmt.— Von verhängnisvollen Folgen sollte für den 56 Jahre alten Arbeiter Paul Mobitz ein Fehltritt auf der Treppe sein. M. war gestern nachmittag im Begriff gewesen, zu einer in der Hertzbergstraße 15-16, im dritten Stockwerk belegenen Wohnung hinaufzusteigen. Er tat auf der letzten Stufe einen Fehltritt, stürzte ab und blieb bewußtlos unten liegen. Auf dem Transport nach dem städtischen Krankenhause starb der Verunglückte an den Folgen schwerer innerer Verletzungen, die er sich bei dem Sturz zu- gezogen hatte.— Ein betrübender Vorfall ereignete sich gestern nachmittag Vi3 Uhr am Heckmann-Ufer. Dort war der 7ihjährige Sohn des Görlitzer Ufer 28 wohnhaften Grünkramhändlers Zelle mit Ballspielen beschäftigt. Hierbei geriet der Ball in unmittel» bare Nähe des Kanalufers. Als der Knabe demselben nachrannte, um ihn zurückzuhalten, fiel er ins Wasser und ertrank nach einigen Minuten noch ehe eine Rettung möglich war. Nach etwa fünf Minuten wurde das Kind von Schiffern aus dem Wasser gezogen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein« neue Brandstiftung wurde am Freitagabend in der Schützen- straße 44/45 ganz nahe der Hauptfeuerwache in der Lindenstraße entdeckt. Brandstifter hatte dort auf dem ausgedehnten Dachboden eine Menge Papier zusammengetragen und dann angezündet. Der Brand hatte aber sofort einen solchen enormen Qualm entwickelt, daß der Brand sofort bemerkt wurde. Der 17. Zug war schnell zur Stelle und eS gelang, die Flammen bald zu löschen. Die Boden- verschlage und Bodenräume waren, wie die Nachsuchungen ergaben, mit einer solchen Menge von Kisten und Kasten, B renn m a ter i a li en usw. angefüllt, die auch zum Teil ganz in der Nähe des Brandherdes lagerten. Wäre die Feuerwehr auch nur einige Minuten später gekommen, dann war der mächtige Dach- stuhl wohl nicht mehr zu retten gewesen. Von dem Täter fehlt jede Spur. Berliner Adreßbuch. Der zweite Nachtrag zum Jahrgang 1908 ist soeben erschienen und gelangt von morgen ab zur Ausgabe. Der- selbe enthält alle seit Erscheinen der Hauptausgabe angemeldeten WohnungSveränderungen, Geschäftseröffnungen und Geschäftsver- legungen, Zuzüge, Berichtigungen usw. Außer dem vollständigen Inhalt de» ersten Nachtrages sind insbesondere die Ergebnisse des April-Umzuges und die jetzt schon feststehenden, im Laufe des Jahres stattfindenden Wohnungs- und sonstigen Veränderungen eingehend berücksichtigt. Auch dieser zweite Nachtrag wird allen Abnehmern d«S diesjährigen Adreßbuches in der Haupt-Expedition deS„Berliner Lokal-Anzeiger", gW, Zimmerstraße 37-41, und in dessen sämtlichen Filial-Expeditionen bis Ende Mai d. I. unentgeltlich verabfolgt. DaS Apollo- Theater brachte am Freitagabend eine einaktige Operette:„DiesllßenGrisetten" von Julius Wilhelm zum erstenmal in Berlin zur Aufführung. Der Stoff ist dem Künstler- leben entlehnt. In einem armseligen Dachstübchen auf dem Moni- martte in Paris hausen die Künstler einträchtiglich beisammen, ein Dichter, ein Maler und ein Musiker. Joder ist stolz auf seine Kunst, aber der Dalles ist ständiger Gast. Während der Dichter und der Musiker so ouiT eS geht sich durchschlagen und im Verein mit ihren Liebsten den Humor nicht sinken lassen, ist der Maler an ein Gelübde gebunden, nach welchem er Keuschheit üben will und soll im Hinblick auf die von einer alten Tante gegebene Unterstützung. Eine reiche Marqnise und Lebedame will den sonder- baren Kauz begünstigen, und eS hält uicht schwer, daß der junge Maler Gelübde Gelübde sein läßt und sich in sein erstes Abenteuer stürzt. Leben bekommt die kleine Operette durch eine hübsche Musik, die Herr H. Reinhard dazu geschrieben hat. und der auch neben der guten Darstellung der Erfolg des Abends zu danken ist. Von den Darstellern verdienen Herr Bachmann und Valeska Krause in erster Reih« genannt zu werden; beide wurden wirksam ergänzt durch den unverwüstlichen Martin Ketwer in seiner Rolle als Musiker und die Damen Boje und Wiedel« als lustige Grifetten. Der VariötSteil enthält einige gute Nummern, von denen das akrobatische Osta-Trio und der Humorist Bretschneid» besonders hervorgehoben feien. Die studentischen llnterrichtSkursr für Arbeiter und Arbeitertmien wollen besonders älteren Arbeitern zu einer gründlichen Ausbildung in den elementaren Unterrichtsfächern Rechnen, Deutsch, Geometrie, Naturwissenschast und Schönschreiben Gelegen- heit bieten. Unterrichtsbeittag pro Semester 50 Pf. Die Kurse finden statt im Gebäude des Zentral-ArbeitSnachwetfes Rückerstr. 9, in der 69. Gemeindeschule GipSstr. 23». in der Friedrich-Werderfchen Oberrealschule, Niederwallstr. 12 und in der VII. Realschule. Mariannenstr. 47. Letzter Anmeldetermin am DienStag, den 5, Mai, abends 8— g>/, Uhr, Rückerstr. 9 Part.(Kantine des Zentral- Arbeitsnachweises). Lei der Maifeier im Marienvad wurde ein Damenschirm ge« funden; derselbe ,st abzuholen bei Fritsch, Dronthelmerstr. 4. Zu rekognoszieren. Am 29. April d. I. ist in Rixdorf im Schiff- fahrtskanal die Leiche eines unbekannten Mannes gelandet. Der Tote ist 1.62 bis 1,66 Meter groß, hat dunkles Haar, kleine Glatze, kleinen dunklen Schnurrbart. Das rechte Bein ist 15 Zentimeter kürzer als das linke nnd im Kniegelenk steif, er trägt am rechten Ringfinger Siegelring und war bekleidet mit grauschwarzem Cheviot. Jackett und Weste, schwarzer Kcrmmgarnhose. Halbstiefel mit Spangen, schwarzen Frauenstrümpfen und blauweiß gestreiftem Hemd und hatte Taschentuch gezeichnet A. H. oder A. R. bei sich. Etwaige Mitteilungen werden in jedem Polizeirevier oder im Polizeipräsidium, Zimmer 332 II entgegengenommen, eventuell wird um Nachricht zur Tagebuchnumincr 2938 IV 47. 08 ersucht. Gesperrt ist die St. Wolfgangstraße von der Burgstraße bis zur Heiligegeiststraße(einschließlich des Kreuzdamin-S an letzterer Straße) behufs Asphaltierung vom 4. Mai ad.— Di- Köpenicker Straße von der Manteuffelstraße bis zur Eiscnbahnstraße wird behufs Asphaltierung vom 4. Mai ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Nester gesperrt. Arbciter-Samariter Kolonne. Neber den Beginn des Kursus in der 1., 3-, 4. und 5. Abteilung in dieser Woche" ersuchen wir das Inserat in der heutigen Nummer zu beachten. Am Montag beginnt die 1. Abteilung, am Donnerstag die 3.. 4. nnd 5. Abteilung, jedes- mal S Uhr abends. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Vorort- ftodmedtLK. Wie eine arme Frau ohne ärztliche Hülfe blieb. Die Beschaffung ärztlicher Hülfe ist in Landgemeinden sehr erschwert. Selbst in geringer Entfernung von Berlin hat man in den Vororten, wenigstens in kleineren, manchmal die zeit. raubcndsten Schwierigkeiten zu überwinden, che eS gelingt, von irgendwoher einen Arzt herbeizuholen. In der Kolonie R ö n t g e n t a l, die an der Vorortstrccke der Stcttiner Bahn vor dem Dorf Zepernick liegt, ist kürzlich ein ganz besonders schlimmer Fall vorgekommen. Er hat dort großes Aufsehen erregt und wird viel besprochen. In Röntgental wohnt im Hause Humboldistr. 4 ein Arbeiter Papra, der bei Erdarbeiten auf dem benachbarten Rieselgut Buch beschäftigt wird. Als seine Frau ihrer Entbin» dung entgegensah und heftige Blutungen sich einstellten. holte er aus dem Dorf Buch die Hebamme herbei. Sie kam, aber sie konnte ihm nur raten, einen Arzt zu konsultieren. P. begab sich zu dem nächsten ihm bekannten Arzt, zn Dr. Reuter, dem Srzk- lichen Leiter der Heimstätte Buch. Diesem Herrn mußte auch P. bekannt sein, denn P. selber sowie ein Kind von ihm war früher mal bei Reuter in Behandlung gewesen. Dr. Reuter ant- wartete dem P., er solle sich an den Arzt wenden, der die Frau sonst behandelt habe. Das war ein Dr. Schröder, der in dem von Röntgental sehr viel weiter entfernten Bernau wohnt. Dieser Herr hatte, nebenbei bemerkt, für eine frühere Behandlung der Frau noch Geld von P. zu bekommen. P. fuhr nach Bernau, aber Dr. Schröder schien ihm wenig Neigung zu haben, die Frau wiederum zu behandeln. Da der Zustand gerade jetzt sich etwas besserte, so wurde zunächst noch nichts weiter zur Beschaffung ärzt- licher Hülfe getan. Bald aber trat wieder eine Verschlimmerung ein. Einmal, als die Frau die Knie zum Gebet senkte, um den Beistand des Gottes zu erflehen, an den sie glaubte, entfielen ihr große Mengen Blut. Wieder lief der Mann zu Dr. Reuter, aber der erklärte jetzt, P. sollte die Frau nach Berlin in die Eharitt bringen. P. wollte das nicht, und so blieb die Frau zunächst immer noch ohne Arzt. Am anderen Tage mußte P. in später Abendstunde aufs neue die Hebamme aus Buch herbeirufen. Sie kam sofort nach Röntgental, und nachts um%2 Uhr wurde dann Frau P. von einem Knaben entbunden. Da der Zustand der Wöchnerin die Hinzuziehung eines ArzteS erforderlich machte, so schickte die Heb- amme den Mann noch in der Nacht schleunigst zum nächsten Arzt, der in Frage kam, also wieder zu Dr. Reuter. Papra eilte nach Buch, klingelte vor der Heimstätte den Portier heraus und ließ durch diesen dem Dr. Reuter melden, daß seine Hülfe drin- gend nötig sei. Der Portier benachrichtigte den Herrn Doktor per Telephon. DaS Ergebnis war, daß P. die Antwort kriegte, er solle den Dr. Schröder aus Bernau holen. Inzwischen war in Röntgental die entkräftete Wöchnerin aus einer Ohnmacht in die andere gefallen, so daß die um sie beschäf- tigten Frauen— die Hebamme und einige hülfreiche HauSbewohne- rinnen— Schlimmes befürchteten. Da langte der Mann, abgehetzt und schweißtriefend, in Röntgental an und brachte den nieder- schmetternden Bescheid, daß er sich nach Bernau wenden solle. Ein- Hausbewohnerin lief zur Bahnstation, um durch einen Beamten nach Bernau telephonieren zu lassen, und zu gleichem Zweck klopfte sie im Ort einen Kaufmann heraus. Da aus Bernau zunächst auf den telephonischen Anruf niemand antwortete, so kehrte sie nach der Wchnung zurück, und nun wurde P. selber nach Bernau ge- schickt. Er bestieg sein Rad und fuhr davon. Als er um 5 Uhr morgens, völlig erschöpft, nach Röntgental zurückkehrte, berichtete er, er habe in Bernau drei Aerzte herausgeklingelt, bei zweien fei er abgewiesen worden, der dritte wolle mit dem nächsten Frühzug kommen. P. erzählte, er sei zunächst zu Dr. Schröder gegangen, aber dort sei ihm geantwortet worden, er komme nicht. Dann habe er einen Dr. M i l b r a n d t aufgesucht, der früher mal ihn selber behandelt habe. Der aber habe ihm achselzuckend gesagt, er kenne den P. nicht. Erst ein Dr. Münster- mann, dem er noch unbekannt war, habe sich bereit erklärt, zu kommen. FürS erste Hab« der ihm sofort ein Rezept geschrieben und habe ihn angewiesen, die Arznei schleunigst in Bernau an- fertigen zu lassen. Mit dem Frühzug um 5i6 Uhr traf dann Dr. Münstermann in Röntgental ein. Als er in der Wohnung Papras anlangte, mußte ihm mitgeteilt werden, daß die hülfloS gebliebene Wöchnerin inzwischen ausgelitten hatte. Der Arzt konnte nur noch feststellen, daß soeben der Tod eingetreten war. Als Todesursache soll er angegeben haben: Verblutung. Wir haben hier die Einzelheiten dieser traurigen Affäre ruhig und leidenschaftslos so vorgetragen, wie sie in Röntgental erzählt werden. So hat auch Herr Papra selber, den wir befragt haben, sie uns als zutreffend bezeichnet. Ueber die Aerzte, die erfolglos um Hülfe gebeten wurden, herrscht bei den beteiligten Personen tiefgehende Entrüstung. Unbegreiflich erscheint uns vor allem das Verhalten des Heimstättenarztes Dr. Reuter. Papra konnte füglich erwarten, daß er bei ihm am ehesten aus Hülfe rechnen dürfe. Dem Herrn Dr. Reuter kann es, ebenso wie den Herren Dr. Schröder und Dr. Milbrandt, nicht erspart werden, sich öffentlich darüber zu äußern, warum P. bei ihnen dieerbetene Hülfe nicht gefunden hat. Unseres Erachtens muß die ganze Kolonie Röntgental ein Interesse daran haben, daß die Angelegenheit weiter verfolgt wird. Die Röntgentaler werden sich der Besorgnis nicht erwehren können. daß in Krankheitsfällen jedem von ihnen ähnliches widerfahren kann. Oder will einer glauben, daß Frau P. nur deshalb ohne ärztliche Hülfe habe zugrunde gehen müssen, weil ihr Mann„nur ein Arbeiter' ist?_ Rixdorf. Die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag abend wurde eingeleitet durch eine Reihe der nach Weise und Text bekannten Reden. Es galt die Einführung mehrerer Stadträle. Zunächst bandelte es sich um die wiedergewählten Herren Fischer, Leyke, Thiemann, Ziegra und den ncugcwählten Herrn Dr. Vogel, die sämtlich als unbesoldete Mitglieder dcL MagistratSkollegiums vom Ersten Bürgermeister Kaiser begrüßt bezw. vereidet wurden. Dann führte der letztere den zum besoldeten Stadtrat gewählten MagistrmS- asjessor Dr. Mann ans Charlottenburg in sein Amr ein, indem er ihn auf das seiner Tatkraft und Umsicht harrende Armendezernat be- sonders hinwies, das bisher recht stiefmütterlich behandelt worden sei und daher vielfach im Argen liege. Ein interessantes Ein- geständnis des Herrn> Bürgermeisters I Wieweit der neue Dezernent hier Wandel schaffen wird, bleibt abzuwarten. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen de» Vorsteher-Stell- Vertreters, der die Sitzung leitete, kam die erneute Beratung der vielumstrittenen Erweiterung des städtischen OnmibuSbetriebeS an die Reihe. Mit einen, außerordentlichen Aufwand rednerischer Kosten gingen die Sladtvv. Abraham m,d Gröpler dem Magistrat zu Leibe, um die Vorlage zu Falle zu bringen; sie warfen dabei dem letzteren in aller Deutlichkeit vor. daß seine dem Ausschuß vorgelegten und auch jetzt in der neuen Vorlage enthaltenen Ziffern falsche sind. B-sonderS der Erstgenannte ging heftig ins Zeug. Der Magistrat will nämlich den Betrieb dahin ausbauen, daß eine Linie vom Hermannplatz nach dem Bahnhof Bergstraße verkehren soll, an die sich dann die Linie Rathaus— Treptow anschließt� von der einen Linie zur anderen ist Umstcigemöglich- keit borgesehen, so daß man vom Bahnhos soivohl gsz auch vom Hermonnplatz aus durch Wagcnwechsel am Nathans nach Treptow gelangen kann. Dieser Plan gefällt Herrn Abraham gar- nicht, und zwar sind eS„moralische" Bedenken bei ihm, die Rücksicht auf die Einnahmen der privaten Oinnibusgesellichaft gebieten sollen. Die Stadt habe erst die Gesellschaft um Einrichtung ihres B-triebcZ gebeten und wollte dieser nun selbst Konkurrenz machen I Welch eine Moral— im Interesse der Aktionäre der OmnibuS- gesellschaft. Die Rentabilät des städtischen Betriebe«, den man am liebsten wieder beseitigte— wie Herr Gröpler bei der ersten Beratimg gestand—, kümmert die Herren offenbar nicht so arg. Interessant war auch bei dem heißen Be- mühen deS Stadtv. Abraham, die Magisiratszahlcn über die voraus- sichtliche Rentabilität zu erschüttern, daS BekeimtniS, daß der Groß- stadt Rixdorf ein statlstischeö Amt sehr not tut. Ob diese Einsicht vorhält, wird die Zukunft lehren. Bis jetzt hat der Block unter Führung desselben Herrn diesbezügliche Aureguilgen der sozial« demokratischen Stadtverordneten stets verworfen.— Ten Magistrat vertrat der Erste Bürgermeister, indem er die Angriffe ftfßen dt« Vorlage energisch znrückwie». KS seien w erster Reihe zwei Hauptgesichtspunkte maßgebend gewesen, die nämlich, den unrentablen Betrieb iu einen rentablen umzuwandeln und die Zuschüsse einzudämmen bezw. zu beseitigen und vor allem den be- rechtigten Ansprüchen der Bürgerschaft gerecht zu werden.— Die Stadtdv. Niemetz, Rochlitz und Conrad(Soz.) plädieren für Annahme der Lorlage. Letzterer stellt besonder» die Anerkennung der Not- wendigkcit eines statistischen Amtes fest und beleuchtet treffend die merkwürdigen„moralischen� Bedenken gegen die Ausdehnung des städtischen OmmbusbetricbeS.— Mit schwacher Mehrheit wird die Lorlage nach langer Debatte angenommen. Debattelos werden hierauf noch nachstehende Anträge des Magistrats genehmigt. Infolge güttstiger BersetzungSergebnisse und Neuaufnahmen wird die Ouarla 0. des Realgymnasiums geteilt und ein HülfSlehrer dafür angestellt. 66 Schüler sind da, 56 Schüler sind aber in einer Klasse nur zulässig— in der Volksschule ist man bekanntermaßen nicht so genau darin! Die Versicherung der städtischen Gebäude und Mobilien gegen Feucrsgefahr soll mit der Elberfelder, der Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschast sowie mit der Städte-Feuer-Sozietät der Provinz Brandenburg abgeschlossen werden. In Aussicht ge> nommen wird aber, nach Ablauf der Verträge die Selbstversicherung durchzuführen; zu diesem Zwecke ist ein Deckungsfonds zu bilden, für den jährlich im Etat 5006 M. auszuwerfen sind. Zur Verbandsversammlung deutscher Gewerbe» und Kaufmann«- gerichte am 28. und 29. August d. I. werden die erforderlichen Reisekosten für zwei Arbeitgeber- und zwei Arbeitnehmerbeisitzer bewilligt. In der Saalestraße soll von der Bergstraße ab bis zur Grenze de? Hauses Skr. 5/S das Basaltzementpflaster durch Stampfasphalt ersetzt werden. Die im Jahre 1907 eingenommene Warenhaussteuer im Betrage von 5768,22 M. sowie ein Bestand von 169,76 M. aus 1966 wird zur Ermäßigung der Steuerzuschläge bei den Gewerbesteuerllassen HI und IV um 7 Proz. Verwendung finden. In der sich anschließenden geheimen Sitzung beschließt die Ver- sammlung u. a. die Anschaffung einer neuen mechanischen Leiter für die Feuerwehr nach modernstem System(MagieuS-Drehleiter) und dm Umbau der alten Leiter in der gleichen Weise. Parteigenossen seht die Wählerlisten ei»! Die Listen liegen nur nach aus am Sonntag, den 3. Mai von 12 bis 6 Uhr und am Montag, den 4. Mai von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Und zwar: Für die Urioahlbezirke 1—21 in der Turnhalle, Weserstr. 12—13. Für die Urwahlbezirke 22—42 in der Turnhalle deZ Schulhauses am Hertzberg-Platz. Für die Urwahlbezirke 42—63 in der Tumhalle der Ober-Neal- schule, Emserstraße. Für die Urwahlbezirke 64—83 in der Turnhalle Lesfingstr. 39. Für die Urwahlbezirke 84—103 in der Turnhalle Erkstr. 19—35. Zu welchem UrWahlbezirk jeder gehört, ist in den von uns im Flugblatt bezeichneten Geschälten und bei den Funktionären zu erfahren. In den Listen fehlen eine Anzahl der erst im April bezogenen Häuser. Die in solchen Häusern wohnenden Wähler haben also alle Ursache, sich um die Wählerlisten zu bekümmern. Bon einem Beamten ist versucht worden, unsere Protestzettel zurückzuweisen. Vorkommnisse dieser Art sind sofort dem Obmann des WahlkomiteeL, A. Pag-ls, Neckarstr. 2, zu melden. Die Genossen des 7. und 10. Bezirks haben zum Teil ihren diesjährigen Steuersatz nicht au- gegeben; dieselben werden hierdurch aufmerksam gemacht, daß Reklamationen gegen den Steuersatz bei Auslegung der AbleilungL- listen nicht mehr möglich sind._ Bei der Maifeier in Thiels Festsälen ist ein schlvarzer steifer Hut vertauscht worden. Zeichnung: 0. L., Kopfweite 59. Um Rück- gäbe bittet Dirigent O. Suchsdorf, W. 62, Nettelbeckstr. 18. Tt<;öueberg. SluS Gram über den Tod ihres MauneS hat sich gestern die 33jährige Banlbeamtenwilwe N a g e u g a st aus der RubenSstr. 14 nul ihren beiden Söhnen im Alter von l'/a und 7 Jahren durch Gas vergiftet. Die Frau hatte schon wiederholt Hausbewohnern gegen- über geäußert, daß sie sich das Leben nehmen werde. Gestern fiel e» auß daß Sie Wohnung nicht geöffnet wurde. Ma» ließ daher die Korridortür gewaltsam ausbrechen und fand nun Mutter und Kinder rot im Bett. Mehrere Gashähne an der Gaslrone standen offen, die ganze Wohnung war mit Gas angefüllt. Boxhagen-Nummelsburg. In der am Dienstag bei Witwe Weigel tagenden Wiiglieder- Versammlung referierte Genosse Borgmann-Berlin über:„Die bevor st ehcnden Landtags wählen." Redner unterzog das bestehende Wahlrecht einer heftigen Kritik. An trefflichen Ski- spielen wieS derselbe nach, daß die eigentliche Regierung in Preußen das Junkertum ist. Zum Schluß seines mit Beifall ausgcudmmcncii Referats forderte Redner die Genossen auf, am.Tage der Wahl ihre Schuldigkeit zu tun, um dadurch flammenden Protest gegen das elendeste aller Wahlsysteme einzulegen.— Die hierauf statt- findende Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats. Genosse O. John zeigte die Unsinnigkeit des jetzigen Wahlrechts an fol- gendeni Beispiel: Während in unserem Ort ein UrWahlbezirk mit zirka 700 Wählern 4 Wahlmänncr zu wählen hat, steht demselben ein anderer mit 77 Wählern, welcher 6 Wahlmänner ernennen kann, gegenüber.— Von einigen Rednern wurde Klage darüber geführt, daß der Raum resp. die Anzahl der Beamten zur Einsicht der Wählerlisten den Verhältnissen bei weitem nicht entspricht. Unsere Gemeindebertreter wurden beauftragt, beim Gemeinde- vorstand darüber Beschwerde zu erheben, damit dem Mißstand un- vorzüglich abgeholfen wird.— Hierauf gab Genosse Wartig den Kassenbericht vom 1. Quartal sowie Monat April. Einer Ein- nähme von 1923,94 M. resp. 074,28 M. stehen Ausgaben von 1207,16 resp. 361,95 M. gegenüber. Der Bestand ist demnach 716,78 resp. 612,43 M. am 28. April 1908.— Zum 1. Kassierer wurde hieraus Genosse Nob. Lenzner gewählt. Als AbteilungS- führer wurden folgende Genossen bestätigt: Trinks, Jünemann, Eugen Kassier, Ulbnch und Rod. Müller I. Als Revisoren wurden die Genossen Günther und Gust. Richter gewählt.— Zum Schluß wies Genosse Brüschke auf die am 1. Mai, vormittags, bei Schauert stattfindende Maiversammlung hin. Kctieuick. Ucber„Dir Blockpolitik und die bevorstehenden Landtagswahlen" referierte in der Wahlvereinsversammlung am Dienstag im „Stadtthcater" Genosse Fritz Zubcil. Redner machte es sich besonders zur Aufgabe, die Vcrrätsreien des Freisinns in scharfer Weise zu kennzeichnen. Gelegenheit hierzu gab ihm das am 15. Mai d. I. in Kraft tretende, von den frcisimiiae» Blockbrüdcrn mituuterzeichnetc Reichvereinsgesetz. Zum Schluß seines mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages sprach Redner den Wunsch aus, daß am 3. Juni auch hier die Tritte der Arbeiter- Bataillone mit verstärkter Wucht, wie bisher, vernehmbar sein werden.— Zur Generalversammlung Groß-Verlins wurden die Genosse»: Hermann Damm, Otto Liegner, Rich. Schulz, Heidbeck, Götze und Neuendorf delegiert. Neuaufnahmen wurden 12 voll» zogen. Ndlevshof. In der Generalversammlung des WahlvereinS erstattete der Borsitzende Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im ersten Quartal. Danach haben stattgefunden: zwei kombinierte Vor- ftandchitzungen, eine Lczirkökonferenz, eine Mitgliederversammlung. Krei VolkSversammlm geu. z-oci BezirkSführcrsitz'.mgev, fünf, erweiterte und sieben engere Vorstandssitzungen, drei Flug- blattverbreitungen, eine Landagitation und eine„Vorwärts"agita- tivn, desgleichen fand die Gemeindevertreterwahl statt. Ter Mit- gliederstand beträgt 442. Der Kassenbericht des Genossen Hitze er- gab eine Einnahme von 447,75 M. und eine Ausgabe von 461,10 M. Den Speditionsbericht, gab Genosse Steuer. Der Abonnenten- stand des„Vorwärts" ist 575. Hieraus referierte Genosse Horlitz über„Die bevorstehende Landtagswahl". Der Referent schilderte in ziemlich Vh stündiger Rede die Skschaffenheit des preußischen Dreiklassenparlaments. Zum Schluß erläuterte er noch kurz die Technik bei den diesjährigen LandtagSwahlen. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Schwarzlose, Hildebrandt, Büttner und Jagenow. Ein Antrag gegen den Genossen Wurzel, beim Zentral- vorstand, das Ausschlußverfahren zu beantragen, wurde ein» stimmig angenommen. Zur Generalversammlung Groß-Aerlm» wurden die Genossen Poppe, Horlitz und Schwarzlose delegiert. Als Deputation zur Enthüllung des Denkmals für Jgnaz Auer wurden die Genossen Klinger, Poppe, Göpel und Lehmann gewählt. Der Vorsitzende verwies noch auf die am 1. Mai stattfindende Vor- mittagsversammlung bei Beyer; desgleichen ersuchte er die Nach- mittagsfeier, die von 4 Uhr ab stattfindet, zahlreich zu besuchen. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung daL Andenken des verstorbenen Genossen Panzeram in der üblichen Weise. Aufgenommen wurden 1? Genossen. Alt-Glienicke. Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer letzten Sitzung wieder einmal mit der OmnibuS-Verbindung Adlershof— Glienicke zu beschäftigen. Der Fuhrunternehmer hat zum 1. Juli dieses Jahres seinen mit der Gemeinde abgeschlossenen Bertrag gekündigt. Der Gemeindevorsteher schlug vor. mit dem Besitzer nochmals zu ver- handeln und den Berlehr bis zur Fertigstellung der eleltrischen Straßenbahn von Adlershof nach Glienicke zu übernehmen. Unsere Genossen beantragten, auf keinen Fall mehr Zuschuß zu gewähren, da für diese elende Beförderung gerade genug bezahlt würde. Bei der Frage der Regelung des Feuerlöschwesens wurde von unseren Genossen hervorgehoben, daß die Pflichtfeuerwehr nicht so sehr einem Drillsystem unterstellt werden solle, einfache Vorschriften dürften schon genügen, um die Leute auf ihre Aufgabe hinzuweisen. Die Ausführungen unserer Genossen fanden allseitige Zustimmung. Des weiteren wurde beschlossen, die Pflichlfeuerwehr gegen Unfall zu versichern. Da Alt-Glienicke vom Teltowkanal keinerlei Vorteile hat, wurde beschlossen, beim Kreisausschuß um die Ver- setzung in die zweite Steuerklasse vorstellig zu werden. Die Straßen- Herstellung für das Terrain von Schirner und Rose(Falkenberg) wurde den hiesigen Steinsetzmeistern Dürre und Schulz übergeben. Uniere Genossen stellten hierbei den Antrag, diese Unternehmer zu verpflichten, soweit wie möglich nur hiesige Arbeiter zu beschäftigen und den Arbeitern die tarifmäßigen Löhne zu zahlen. Dem Antrage wurde insofern stattgegeben, als in Zukunft bei Submissionen gleich eine diesbezügliche Bestimmung mit einbegriffen wird. Noivawes.. Daß unsere Gegner keine Mittel scheuen— und seien sie noch so ungesetzlich— um unsere Genossen aus den Gemeindeparla- m entcn fernzuhalten, zeigt sich jetzt wieder in unserem Nachbarorte Drewitz. Bekanntlich war eL unseren dortigen Genossen bei der im März stattaefundenen Gemeindevertreterwahl gelungen, für die Sozialdemokratie in der dritten Klasse das Mandat zu erobern, indem sich die Mehrzahl der Stimmen auf den Genossen Sieks ver- einigte. Darob natürlich großes Entsetzen bei den Dorfaewaltigen, welche fürchteten, aus ihrer idyllischen Ruhe durch die Teilnahme eines Sozialdemokraten an der Gemeindeverwaltung gestört zu werden. Da kam die Gemeindeverwaltung auf einen lchlauen Ein- fall; sie erklärte einfach die Wahl des Genossen Sieke für ungültig, warum?— darum. Selbstverständlich beruhigte sich der Gewählte nicht bei diesem ihm vom Gemeindevorsteher zugestellten Beschluß der Gemeindevertretung, sondern reichte Klage beim KreiSausschuß ein. Von hier auS wurde aber dem Kläger der Bescheid, daß die Klage nur angenommen werden könne, lvenn derselben eine Be- gründung beigefügt würde. Das war leichter gesagt als getan; denn da Genosse Sieke trotz wiederholten Ersuchens vom Gemeinde» Vorsteher nicht die Gründe erfahren konnte, die zur UngültigkeitS- erkiärung seiner Wahl geführt hatten, war er auch nicht in der Lage, eine Begründung seiner Klage zu geben. Erst nach längerem persönlichen Verhandeln mit dem Landcat konnte es unser Ge- nasse durchsetzen, daß die Sache protokolliert und ihm das Ver- sprechen gegeben wurde, daß die Klage weiter verfolgt wird. Auf den Ausgang der Sache darf man um so gespannter sein, als der Wahlvorstand selbst bei Verkündigung dcS Resultats am Schlüsse der Wahlhandlung leine Einwendungen gegen die Art dxr Wahl zu machen hatte. Spnudau. Stadtvererdiicteiwersaiilmlung. Von den Grundstücksbesitzern der Adamstraße, in welcher sich das Siechenhaus befindet, ist ein Gesuch an die Stadtverordnetenversammlung dahingehend gerichtet worden, von einer Erweiterung dcS Siechenhauses Abstand zu nehmen und dasselbe in eine weniger belebte und bewohnte Gegend zu verlege». Die Hausbesitzer erlitten großen Schaden durch das SiechcuhauS, indem sie ihre Wohnungen nur schwer vermieten können. ES sei kein angenehmer Anblick, wenn man alle Tage die im Siechenhans untergebrachten Leute sehe. Das ist denn doch wirklich der Gipfel der Herzlosigkeit. Me kranke Leute, die dem Kapitalismus ihre Kräfte und ihre Gesundheit zum Opfer gebracht, gehören nach der Ansicht dieser Hauspaschas in eine» Winkel, wo sie niemand sieht. Unsere Genossen im Stadthause nahnien denn auch diese Petition mit großer Ent- rüstnng und Pfuirufen auf. Die Stadtverordnetenversammlung erteilte dcnu auch die einzig richtige Antwort und ging zur Tagesordmuig über. Diese Herzlosigkeit schien selbst den bürgerlichen Stadtverordneten zu weit zu gehen. An der Spitze der Petitionen glänzten die Namen Kurt und Höpfner. — Unsere bürgerlichen Stadtverordneten und der Magistrat sind jetzt mit vollen Segeln dabei, die soziale Frage zu lösen. Die Leser des„Vorwärts" werden erstaunt sein, mit welcher Weisheit dieser erste Schritt eingeleitet werden soll. Der Magistrat fordert nämlich 100 M. zur Anschaffung von Geräten für Beschäftigung der Obdachlosen. Wie der Referent Stadtv. Grunow mitteilt, sollen die Obdachlosen mit dem Zcr- lleinern des Devotholzes(Stubben) beschäftigt werden. Für das Geld sollen Aexte, Sägen usw. angeschafft werden. ES solle auf diesem Wege der Versuch gemacht werden, die soziale Frage zu lösen. Unsere Genossen waren über diese Weisheit zunächst ganz verblüfft. Der Genosse Pieck fragte an, ob denn die Obdachlosen gezwungen würden, die ihnen zugewendeie Wohltat ab- zuarbeiten. Als diele Frage bejaht wurde, ersuchte Stadtverordneter Genosse Pieck die Vorlage abzulehnen. Stadtverordneter Justizrat Dr. Baumert, eine konservative Leuchte, ist erfreut über diesen Ansang der Lösung der sozialen Frage. Ein ArbeitSzwang bestehe in Deutschland nicht, hier soll aber den Obdachlosen ein„Recht auf Arbeit" gegeben werden. Die soziale Frage lasse sich durch Wohl- taten nicht lösen, dadurch werden nur Tagediebe gezüchtet, wie man das früher an den Klöstern habe sehen können. Stadtv. Grunow meint, die Obdachlosen haben diese Arbeit bisher willig übernommen, sie sind ganz zufrieden, ivenn sie ein paar Tage arbeiten können; sie bekommen ja auch dafür bezahlt. Die Arbeit solle nach dem Vor- schlage des Oberförsters in Akkord verrichtet werden und da könnten die Leute bis zu(man höre und staune) 1.50 Mark pro Tag verdienen. Oberbürgermeister K ö l tz e erkärt, den Obdachlosen werde zweimal Obdach gewährt. Sie kämen aber weit öfter und immer mit dem Hinweis, sie fänden kein Obdach, weil sie keine Arbeit fänden. Diese Leute könne man jetzt aus die Arbeit im Forst verweisen. Wenn sie die nicht machen wollen, dann können sie allerding» dem Gericht zugeführt iverden und haben dann Aussicht, wegen Arbeitsscheu ins Arbeitshaus geschickt zu werden. Es kommen aber auch verschiedene andere Arbeitslose. die auf diese Art vorübergehend Arbeit nachgewiesen erhalten können. ES ist wirklich erstaunlich, waS diese Sozial- Politiker alles auszuhecken vermögen. Die Stadt macht sogar noch ein seines Geschäft dabei, denn die Atlordsätze werden verdammt niedrig bemessen sein, und um den Höchstlohn von 1,50 M. zu ver- dienen, werden eine ganz bedeutende Anzahl von Stubben zerkleinert werden müssen. Welch eine Arbeitsleistung dies für einen aus- gehnngerten und ausgemergelten Körper ist, scheinen sich die sozial- politischen Stadtväter noch gar nicht klar gemacht zu haben, und es wäre ihnen dringend anzuraten, einen vierwöcheutlichen Kursus im Akkord-Stubbenzerkteinern bei einem Höchstlohn von 1,50 M. pro Tag durchzumachen. Die Vorlage wurde natürlich angenommen. — Zur Gewährung von Prämien an fleißige ForibildmigSschlller werden 150 M. bewilligt. Die Tagesordnung der diesmaligen Sitzung war nicht sehr umfangreich und bestand meist auS kleineren Vorlagen._ Vermischtes. MS neunfacher Mörder wird der in voriger Woche in einem Dörfchen in der Nähe von Apolda verhaftete Korbmacher Koch jetzt angesehen. Den Mord seiner dritten Frau sowie den der Vermieterin Zeise aus Apolda hat er bereits eingestanden. In den von ihm ftüher be- wohnten Grundstücken sind in den letzten Tagen noch eine ganze Anzahl Anhaltspunkte dafür aufgefunden, die eS unzweifelhaft erscheinen lassen, daß Koch außer den bereit? zugestandenen Mord- taten auch seine zweite Frau und einen blinden Sohn, zwei Handelsfrauen und drei Frauen, die als Haushälterinnen zu ihm gekommen waren, umgebracht hat. ES erweckt den Anschein, als wenn der Mörder auS sexuellen Motiven gehandelt hat. Auffällig muß es erscheinen, daß ein Mensch, der wegen einer solchen Hand- lung bereits viele Jahre im Zuchthaus zugebracht hat, während vieler Jahre unentdeckt solche Verbrechen ausüben konnte und jetzt nur durch einen Zufall, den er selbst durch seine Dreistigkeit ver- schuldete, entdeckt worden ist.— Von den politisch anrüchigen Per- sonen führt man aus den Bezirlsdirektionen gewissenhaft eingehende Personalakten. Bei den bekannten Verbrechernaturen scheint dies aber nicht der Fall zu sein._ In der Grube verbrüht. Schöningen, 1. Mai. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich, wie eine Meldung aus Schöningen besagt, vorgestern abend in der neunten Stunde während einer Arbeitspause im kleinen Schachte der Grube„Treue". Infolge Abspringcns eines Ventils wurden drei dort beschäftigte Arbeiter durch den auL- strömenden Dampf schwer verbrüht. Alle drei wurden nach dem Helmstedter Krankenhause überführt, wo zwei ihren Verletzungen erlegen sind. Em neuer Rekord. Alle bisher von Linienschiffen und Kreuzern erreichten Geschwindigkeiten sind neuerdings von dem neuen Kreuzer „Jndomitable" übertroffen worden, der nach Meldungen aus Glasgow bei den jetzt stattfindenden Probefahrten an der gemessenen Meile eine Geschwindigkeit von 28 Knoten erzielt und bei einer Dauerfahrt 26'/« Knoten mühelos gehalten hat. Eisenbahnunfälle. Nancy, 2. Mai. In der Nähe von Valleroy, 5 Kilometer von Nancy, entgleiste ein Eisenbahnzug, wobei zwölf Wagen zertrümmert wurden. Zwei Personen wurden getötet, viele verletzt. T o r t o s a, 2. Mai. Ein Eilzug stieß gestern zwischen Alcala und Peni-Carlo mit einem Sonderzuge zusammen. Fünf Bahnbeamte wurden verletzt; die Passagiere erlitten keinen Schaden. Siebe» Personen getötet. AuS Bournemouth wird vom 2. Mai gemeldet: Ein elektrischer Straßenbahnwagen kam gestern hier an abschüssiger Stelle ins Rollen und stürzte einen bewaldeten Abhang 20 Fuß tief hinab, wobei sieben Personen getötet und acht verletzt wurden. Mit Staatsgeldcrn im Spielklub verunglückt. Der Pariser „Matin" meldet: Der japanische Major Jdeka Giro, der im Austrage seiner Regierung bedeutende Bestellungen in Frankreich mackien sollte, jedoch das dafür bestimmte Geld in einem hiesigen Spielklub ver- loren hatte, ertränkte sich bei AsniöreS in der Seine. Bon Eisenbahnräubern überfallen. Der New Jork— St. Louis- Expreßzug der Pennsylvania-Bahn, einer der wichtigsten und schnellsten Züge, der gewöhnlich einen großen Geldbetrag von New jisorl nach den westlich gelegenen Punkten befördert, ist, wie aus Pittsburg gemeldet wird, von Eisenbahnräubern überfallen worden. Die Räuber überwältigten, banden und knebelten den Postbeamte» deS ExpreßzngeS, zogen die Notbremse, brachten den Zug 11 Meilen von Pittsburg zum Stehen und verließen ihn mit vier Geldsäcken. Die Höhe der geraubten Summe ist noch nicht bekannt. Eingegangene Druckfcdritten. Ich bekenne. Die Geschichte einer Frau von Klara Müller-Jahnke. Wach aus l Lieder.— Wintersaat. Letzt» Lieder. Von Klara Müller- Jahnte. Verlag F. 31. Lattmann, Goßlar. Tie Verwaltung de« VolksveruiögenS durch die Banken von A. Lansburgh. 50 Ps. Bankverlag, Charlottenburg, Wiclandstr. l3. Strrifzuge durch Wald und Flur. Eine Anleitung zur Beobachtung der heimischen Nalur in Monatsbildern. Von Prof. Bernhard Lands bcrg, Originalzclchnungen von Fra» H. Landsberg. Gebd. 5 M.— Reigen- saniullung. Von Minna Radczwill. Geb. 2,10 M. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Zille, dlindcr der Straße. 100 Berliner Bilder. In farbigem Original- Umschlag Preis 2 M. Verlag der„Luiligen Blätter" in Berlin LVV. 68. „iiultur und Fortschritt.« Heft 152. Deutsches Bereinswefcu. Von F. Winterstein.— lK3. Die historische Gutwilkeluiig der Friedens- idce und de« Antimilitarismus. Von P. Rainus.— 154/158. Kernsprüche und Kernstücke aus Fr. Lifts Schriften. Von G. Mollat.— tSS. Die Frau und die Sozialpolitik. Von Sl. Schaplre.— 160. Jntcrnatto» »alismuS und Patriotismus. Bon A. H. Fried.— 161. Das Recht ans Arbeit. Von PH. A. Staust.— 162. Romane aus dem Leben. Von Adele Schreiber.— 168. Die Anti-Alkoiwlbewegung in den Stiedcrlandeii. Von A. KellenaerS.— 164/67. Die Frau im heutigen deutschen Recht. Von Schcrling.— 168. Allgemeine Einführung des voUswirischastlicheu und staatsbürgerliche!! Unterricht». Von O. Sieurath. — 169. Ginlogiererwese». Von W. v. Kalckstcin.— 170. Die Gartenkunst im Dienste kommunal- sozialer und volkShyglenischer Be- strebungen. Bon E. Kienapp.— Einzelheit 25 Ps. Verlag: F. Dietrich in Leipzig. Verzeichnis der w deutscher Sprache vorhandenen gewerkschaftlichen Literatur. 40 Ps.— Verlag: Gcneralkommijjion der Gewerkschasten, Berlin, Engel-Uscr 12. Der Spiegel. Münchener Halbmonalslchrist für Literatur usw. Herausgegeben von L. Feuchiwangcr. Verlag Müucheu. llleltmetitr. 19/20. WaflerstandS-Nachrichte« der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrbureau. ')-ff bedeutet wuchs.— Fall.—•) Unterpegel. H. Greifenhagen Nachf. Brunnen-Strasse 17-18. Veter anen-Strasse 1-2. 1000 Mädchen-Waschkleider weit unter Preis i= aus allerbesten Stoffen und in erstklassiger Verarbeitung.■ Kinderkleider für 1—7 Jahre iSdWlllild dCI* für Mädchen von 7— 14 Jahren Ein grosser Gelegenheitsposten Englische Paletots Serie I Wert bis 14.00 8 jetzt 0.75 Serie II Wert bis 19,00 jetzt 11 .75 Serie III Wert bis 25.00 jetzt 14 .75 Ein grosser Gelegenheitsposten tStaubmäntel Serie I Wert bis 12.50 8 jetzt 0.75 Serie II Wert bis 14.00 9 jetzt W.75 Serie III Wert bis 18.00 jetzt 12 .76 Grosse Posten Waschblusen SERIE I SERIE I SERIE« aus Mousseline, Leinen, Satin In aOemeuesten u. s. w. Macharten 1.95 1.95 2,95 3 .95 J. Baer Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung, Paletots u. Havelocks I TnllSis Großes Lager LI Hl�Mkin- und auslandischer V«UW��3toffe zur Anfertigung nach Maß. Allerbilligste, streng fette Preise. 1 B-jIm Vorzeigen dieses J Ina.rsts 4% Rabatt. Ml m Ansverkant I nach beendeter Sngros-Saifo». flSW-hlM mnt b,s 40 M jetzt: 10— 20M. StanlnDäntel wert bis 20 an. Jetzt: 4—12 M, HoibelegJoiiell ItaDbmäfltei in(Slorio, Alpaka, neueste ssarben Ai jeiisiu nnnahnihnW«» RwJ** mmmn™sp. AparteMmäntel schwor� bleu, braun, Wen bis 66 TO. jetzt: 15-25 M Hochelegante WM iütlt: 10-40 Iii.. Wert 618 100 an. ——- SpeMatttat:■ Extraweiten f. starke Damefl, Paletots, faeketts u Capes üeleseDlieitikaDf: t Posten hocheleganter Modelle Seifleno FraDenmODtel, Tadi-Paletots. braun, bleu, cch� Tattt-uToch-Jackefö unter tierstellDoospreis. Frack-Tuch-Jackelte Vi—-ZU tt.oklisch- und KlnOar-Pslelots 3-10 M,| Max Momvlll Hein Lauen. I ugqr°r* I LandsbBrger Sir. 59, am RIerandervtae.< Trevv«. Achten Die Im eigenen Antereste i auf die Hausnummer| j&P "■* «S and tehea Sie eich traeere Offerte genau an! Wir offerieren mit beispielloser Blfflgkeft Damen- u. Hmren-Konfektion sowohl gegen bar wie auch zu iusserat niedrigen Teilzahlungen Damen- KostOma in Liftboy- and Bolero• Fassoni, Damen- Paletots, Jacketts, Taffetjäckchen, Pariser and Wiener Modell- Blusen, KostOm- RBcko, J Upens, niedliehe Kiadergarderobe etc. etc. etc. Herren• Jackett- and Rook-AnxOge, Paletots etc. flnziililiiMuoii 3H.Qn.llolewnlM.nn Man achte strf unser neues System s An jedem Stück 2 feste Preise Die erste GrossmacM n. Glasau LMsmannACo. PaiUemtoitii JUti JaoO-nrai» 73 BelnickeiulDrler 1tia»e IS ttarrnttenlinni. staj*"*'* Preis/ WHeMrsSeHer Streue 81 251/3 cm große, doppelseitige bbeiuig»te Sehallplatten dor Welt. aMmmamammiaam Mark 1,25. 10 Stück 15 Mark. ♦ C. Arendt, Charlottenburg, Potsdamer Str. 8 a. Verzeichnis gratis. En gros. En detail. Export. Versand, Damentuche schwarz nnd farbig, Costumes- Stoffe, neueste Muster, Seiden-PIDsch, Samt, Seide, Futterstoffe etc. Cbitäcticn. Paletots, Jacketts, Staubmäntel, Costumes, Costumes-R5cke in größter Auswahl. C. Pelz, Kottbuserstr. 5. CentralhaDsmoäErnerBemnkJelijiJn Mene Frledrichetr. 35, neben der Zentral-Marfthalle, liefert an jedermann elegante fertige Herren-Garderoben sowie nach Maß unter Garantie für tadellosen Sitz gegen«Scheel! DOWTeilzahlung von I M. an-MU Zuschneideret und Werfstätten im Hause. Lagerbesuch lohnend.— Aus Wunsch besucht Sie unser Stadtreisender mit den neuesten Stoffmustern. SunntagS geöffnet. kein Warea-kredlthans, Erfindungen kauft und verwertet ISlSb* Jnventicn BerwertungS-G. m. b. H., Berlin, Französische Straße 8. AeltesteS Teilzahl.-Befchäft � örennabor-KSder! zn a»ei» Loben! J&tiriA j&SHS Günstigste WMeWD Bedingungen. Siläi Berlin(SO., Louis Barth,Briiekenstr.l8a,pt Eine Mark wöchoulböe XöüclüMt UOett dcgantc fertige 15923 Heiren-üniiierolien tttta« Wt«oot- Amlea-tl(-a<, Macb Mg«— Xahcilofe HsSfufinom. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Franktoterslr. 37," Singans KnmlSderaer Platz. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für de» Inseratenteil verantw.: TH.Giode, Berlin. Druck u. Verlag:VorwärtSBuchdrullerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dr. 105. 25. Ifttirgng. 7. AcilU Ks.Awsrls" Kerlim MsM SmnlW, i. Mal 1908. Huo Induftric und ßandeL Einfahre«. Wenn auch düstere Solken den WirtschastShimmel noch um« lagern, die SstlonSre können doch fich freuen, denn reich« Ernte brachte ihnen im allgemeinen bat letzte Geschäft»jahr. Und der Segen mehrerer Jahre, der nun ihr« Scheunen füllt, kann ihnen wohl über«ine spätere Minderernte hinweghelfen. Wie reichlich teilweise eingefahren werden konnte, dafür einige Betspiele: Die Franz Seiffert u. Ko. A.-G. in Berlin schüttet 10 Prozent Dividende aus. Eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen, veschlotz der Auf fichtSrat der Slralauer Glashütte A.-G. sti Prozent fließen den Sktionären der.Teutonia' Misburg« Portland-Zementwerke zu. Für die Papierinhaber der Kammgarnspinnerei Stöhr u. Co. (Leipzig) stellt sich die letztjährige Rente auf 14 Prozent. Die Elektrische Straßenbahn in Breslau wirst S Prozent ab. Nur 6 Prozent erhalten die Aktionäre da Elektrischen Straßen bahn Barmen- Elberfeld. 25 Prozent Dividende stößt die Metallwarenfabrik A.-G. Baer u. Stein(Berlin) ab. Die Norddeutschen EiSwerke können nur 3 Prozent verteilen. Lindes EiSmaschinenfabrik in Wiesbaden bringt 11 Prozent h«aus. Für die AnteilShaber der ElektrizitStSlieferungSgesellschast beträgt die Dividende 10 Prozent. Die A.-G. Ripperbusch u. Söhne in GelseNkitchen bringt 14 Prozent zur Berteiluug. 33 Prozent wirst die Petroleumrafflnerie vorm. Aug. Korff ab. Die Weißthaler Aktienspinnerei bringt 8 Prozent zur Verteilung. 30 Prozent Dividende und außerdem 1 830 878 M. Tantiemen und Gratistkationen illustrieren das Ergebnis der Farbwerke vorm. Meister, LuciuS u. Brüning in Höchst. Soziales. Landwirtschaft gegen Industrie. An in industriellen Betrieben beschästigte Ausländer ist. tvietvohl diese Ausländer im Besitz einer LegitimationSkarte sind, von der Polizei die Weisung ergangen, ihr Arbeits- Verhältnis aufzugeben und in landwirt- schastliche Beschäftigung zu gehen, widrigen- falls Ausweisung erfolgen würde. U. a. ist auch dem Borsigschen Betriebe in Tegel mitgeteilt, er müsse die ausländischen Arbeiter entlassen, Ausländer in industriellen Betrieben könnten nicht geduldet werden. Das ist ein klarer Eingriff in die mit Oesterreich und Rußland geschlossenen Handelsverträge. Die nach der Mitteilung des österreichischen Ministers insbesondere Oesterreich gegebene Zusage, die Legitimationskarten würden keineswegs zum Nachteil der Ausländer angewendet werden, sondern im Gegenteil zur Sicherung der Rechte der Ausländer, ist dadurch gebrochen. Preußen verletzt die elementarsten völkerrechtlichen Pflichten, wenn es in dieser Weise entgegen dem Völkerrecht und entgegen ausdrücklichen Staatsverträgen Arbeiter ohne jeden Grund mit der Ausweisung bedroht. Derartige Ausweisungen sind, wie seinerzeit Kaiser Wilhelm I. während des französischen Krieges erklärte, selbst während eines Krieges ein Bruch der von allen zivilisierten Völkern anerkannten Grundsätze. Den: Reichskanzler und Ministerpräsidenten kann die» polizeiliche Vorgehen nicht unbekannt sein. Ist er mit demselben einverstanden, weil mit der Ausweisung nur Arbeiter und nicht Besitzende bedroht sind? Sind die Jndustriebarone mit diesem Terrorismus gegen die von ihnen beschäftigten Arbeiter einverstanden? Unzulässtg« Beschränkvna der Einsicht in die Wählerlisten. Bei der Einsichtnahme in die öffentlich ausgelegte Kommunal. Wählerliste der Stadt Neustadt bei Pinne wollte ein Bürger nicht bloß seinen Namen sehen, sondern weitrrblättern und feststellen, ob Bekannte ebenfalls verzeichnet seien. Der aufsichtführende Beamte im MagistratSbureau verhinderte daS Writerblättcrn und die Beachtung der hinter den einzelnen Namen aufgeführten Steuerbeträgc. Angeblich sollte eS der Bürgermeister untersagt haben.— Die auf Grund dieser Wählerliste zustande gekommenen Wahlen der Stadtverordneten Meier und Spiro wurden vom Kaufmann Rcitzmann angefochten. Der Bezirksausschuß in Posen gab der Klage statt und erklärte die beiden Wahlen für ungültig. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte am Dienstag das Urteil mit folgender Begründung: Die Entscheidung hänge hier davon ab, ob die Liste in der gesetzlich dafür vorgeschriebenen Zeit ordnungSmiifzig ausgelegt gewesen sei. Unerheblich sei. wo die Liste lay. Es komme nur darauf an, ob jedem Wahlberechtigten, der es in jener Zeit verlangte, die Einsicht in der notwendigen Weise gestattet worden sei. Der fragliche Bureaubeamte habe selber bekundet,« habe dem Bürger nur seinen Namen gezeigt und als R. andere Seiten einschen wollt«, dies verhindert. Das sei nicht ordnungsmäßig. Auf verlangen mußte eS ist. gestattet werden, auch andere Seiten einzusehen zur Feststellung, ob nicht Wähler zu Unrecht fehlten oder andere Leute zu Unrecht darin ständen. Das Recht auf Kenntnisnahme von dem Inhalt der Liste habe durch die auf Geheimhaltung der Verhältnisse der Steuer- Pflichtigen gerichteten Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes keine Beschränkung«fahren._ Wie man Arbeiter um ihren Lahn betrügt. Maurerpolier Sterner und die Kolonnensührer Otto und Nordmann ersuchen uns durch ihre Anwälte um Ergänzung unseres in der Nuinmer vom l. Mai über eine Gewerbegcrichtsveryandiung gebrachten Berichts. Es heißt in der Zuschrift:..ES ist unrichtig, daß seitens unserer Auftraggeber oder eines derselben eine Ur- kundensälschung vorgenommen und den Arbeitern ein Vertrag vor» gelegt ist. über den der verantwortliche Bauleiter der Firma Hiller und Kuhlmann nicht orientiert gewesen sei. Der veranwortliche Bauleiter der Firma Hiller u. Kuhlmann, Herr Sieg, hat btelniehr gemeinsam mit den oben erwähnten drei Herren und dem Polier Mclzer den den Arbeitern vorgelegten Vertrag vereinbart. Der Zweck der Vereinbarung war, bis zur Vollendung des Baues den Arbeitern ein möglichst gleiches Einkommen zu garantieren. Es muß hervorgehoben werden, daß die Arbeiter mit Arbeits- einstellung drohten. Den Bauunternehmern und den für die Ar- beitcrschast veranwortlichen Kolonnenführern mußte daher beson. derS daran liegen, dafür zu sorgen, daß nicht durch Verschlechterung der Lohnverhältnisse das Jntereffe der Arbeiter an der Fertig- stcllung, auch der oberen Stockwerke, bei denen in der Stunde weniger Arbeit geleistet werden kann, �gemindert werde. Ein näheres Eingehen verbietet sich an dies« Stelle und in diesem Sta- dium des Rechtsstreits. Betont fei aber, daß die Genannten keinen wie immer gearteten Vorteil au« der Aenderung der Bedingungen gezogen haben. Die Abrechnungen und Zahlungen seitens der Firma sind noch nicht erfolgt. Von ein« Schädigung der Arbeiter kann nicht die Rede sein. ES ist danach völlig unverständlich, wie in dem Berichte von raffinierten Betrügereien, von einem Ur- kundenfäischer-Konsortium und vom Kippemachen die Rede sein kann. Im übrigen wird die eingeleitete Untersuchung, der vorzu- greisen gewiß nicht am Platze ist, zur Evidenz ergeben, daß keinerlei unredliche Absichten oder auch nur Gewinnsucht aus feiten der im Artikel der Nummer vom 1. Mai so scharf angegriffenen Männer vorlag." Mit dem Wunsch der Genannten stimmen wir völlig überein, daß die weiteren Zivil- und Strafgerichtstermine eine völlige Klärung des Sachverhalt? bringen werden, der bislang nicht zu ihren Gunsten spricht. Auch StandeShem» find f-rensalsteuerpflichtig. Der Fürst von Jsenburg-Birstein war wegen feines Grund- besttzeS in Langenselbold zur Gemeindeeinkommensteuer vom dor- tigen Bürgermeister herangezogen worden. Das heißt, sein Ein- kommen aus seinem Langenselbolder Forensalbesitz wurde besteuert. Zur genannten Gemeinde steht er nur als auswärts wohnend« Grundbesitzer in Beziehung. Der Fürst klagte gegen den Bürger- meister auf gänzliche Freistellung von der Forensaieintommen- steuer aus Grundbesitz. Er berief sich aus ein kurkeffenscheS Edikt (Gesetz) vom 22. Mai 1833. Dayach stehe ihm alS früheren Standesherrn völlige Steunfreiheit zu. Der Kreisausschuß wies die Klage ab. Der Bezirksausschuß hielt die? Urteil aufrecht. v. Jsenburg-Birstein legte noch beim Ober-VerwaltungSgericht Revision ein. Das Ob«-Perwaltungsgericht bestätigte dieser Tage dir Vorentscheidung. Es führte aus: Die Steuerfteibeit. wenn sie in den Gemeinden deS ehemaligen Landesgebietes bestanden haben sollte, sei doch den Forensalgemeinden gegenüber durch das Kom- munalsteuer-Notgesetz vom 27. Juli 1885 aufgehoben worden, wo- bei es nach Erlaß des Kommunalabgabengesetzes von 1833 ge« blieben sei. Durch diese Gesetze sei die Foren salbesteuerung ringe- führt für alle, die Forensalbesitz hätten. Der Senat nahm an, daß die Privilegien der Standesherren, wie sie früh« bestanden hätten, dadurch beseitigt seien. Selbst wenn Kläger recht hätte, daß das kurhesienfche Edikt von 1833 solche Beseitigung nicht gestatten wollte, so würde der Richter doch nicht von der Anwendung des Kommunal- abgabengesetzeS entbunden. Mit Recht sei demnach Kläger von der Gemeinde Langenselbold zur Forensaleinkommensteuer auf Grund- besitz herangezogen worden._ Sozialpolitisches aus Hamburg. DaS hamburgische Privilegierten- mW Klajsenparlament steht in sozialpolitischer Hinsicht noch unter dem Niveau deS preußischen Dreiklassenparlaments. In den letzten Jahren sind in Hamburg im Sanierungsgebiete ganze Straßenzüge mit hauptsächlich kleinen Wohnungen abgebrochen wurden, wie auch gegenwärtig ein ganzer Stadtteil zu Zwecken der Stadt- und Vorortbahn niedergelegt wird. Aber an Ersatz für dies« kleinen Wohnung» ist nicht gedacht worden. Solange noch eine Wohnung zum Preise von 1000 M. freisteht, ist kein« Wohnungsnot vorhanden, und auf.sozialdemo- kratische" Experimente lasten wir unS nicht ein, so argumentieren die Führer der Hausagrarier gegen den Antrag unserer Genosten. betreffend staatsseitige Errichtung von Wohnungen und Vermietung derselben zum Telbstkostrnpreise, der am Mittwochabend im ham- bnraiichen Parlament erneut zur Verhandlung gelangte. In vor- züglicher Weise hatte Genosse Paeplow in einer früheren Sitzung den Antrag begründet. Die Hausagrarierhäuptlinge wollen nicht einmal die Pflicht des Staates anerkennen, für sein« Beamten und Arbeiter die Wohnungsmisece zu beseitigen. Nur ein einziger bürgerlicher Abgeordneter, der Jurist Dr. Wollfson, erkannte die Pflicht des Staates an, eine positive Wohnungspflicht zu inaugu- rieren..Bricht der Staat Wohnungen ab, so muß« auch Ersatz für die davon betroffenen Arbeiter besorgen. Der Antrag Paeplow wurde abgelehnt. Dagegen wurde«in Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses angenommen, der untersuchen soll, ob eine Wohnungs- not vorhanden ist und in welcher Weise einem solchen Uebelstande abzuhelfen sein würde. Aus Antrag deS Dr. Wollfson soll der Ausschuh auch die Frage prüfen, ob es sich empfiehlt, daß der Staat in der Hafengegend Häuser erbaut oder erwirbt, um an in den Hafenbetrieben beschäftigte Beamte oder Arbeiter Wohnungen zu angemessenen Preisen zu vermieten. WaS dabei hcrauSspringen wird, läßt sich jetzt schon sagen: Der Ausschuß„prüft" und empfiehlt nach einigen Jahren— so- lange dauert das in Hamburg— die Ablehnung der.„umstürzte- rischen" Ideen.__ Zur Feuerbestattungsfrage. Zurzeit bestehen in Deutschland Krematorien in Bremen, Chemnitz, Coburg, Eisenach, Gotha Hamburg, Heidelberg. Jena, Karlsruhe, Mainz, Mannheim, Offenbach a. M., Stuttgart und Ulm. In Gera wird in absehbarer Zeit ein Krematorium errichtet werden, nachdem kürzlich Reuß j. L. die fakultative Feuerbestattung für zulässig erklärt hat. Darüber, ob in Preußen die Benutzung eines Krematoriums durch die Polizei verboten werden darf, wird am 15. Mai vom Obervcrwaltungsgericht entschieden werden. Das polizeiliche Verbot der Benutzung des Hagener Krematoriums ist bekanntlich bereits in der Vorinstanz für ungesetzlich erklärt. In Vorbereitung soll in Preußen ein Gesetz lein, das die Feuerbestat- tung unter folgenden Einschränkungen für zulässig erklärt: Das Krematorium darf nur von Behörden, Gemeinden, Kirchen usw.. nicht von privaten Vereinen errichtet werden, die Todesursache muß ärztlich festgestellt sein, der Wunsch des Verstorbenen, fcuerbestattet zu werden, muß nachgewiesen, die Asche darf nicht zerstreut, son- dern muß in würdiger Form aufbewahrt, eine beerdigte Leiche darf nicht zum Zwecke der Einäscherung wieder ausgegraben werden. Die Entscheidung deS OberverwalwngSgerichtS wird hoffentlich endlich die behördlichen Behinderungen al» gesetzwidrige erklären. Die Dresdener OrtSkrankenkasse dürfte zurzeit die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands sein. Sie zählte am Jahresschlüsse 104 882(30 233 männliche, 44 350 Weib- lichei Mitglieder. Die Zahl der weiblichen Mitglieder ist besonders rapid gestiegen ein Zeichen, daß in immer größerem Maße die Unternehmer die Frauen in die Betriebe ziehen. An Arzthonoraren sind im verflossenen Jahre 347 4SI M.. für Arznei und sonstige Heilmittel 472 408 M. gezahlt worden. An Kranlengeld an Mit- glieder wurden 1 031 534 M. aufgewendet. Besonders der Ver- brauch an Arznei ist ganz unverhältnismäßig gestiegen. Ein- nahmen und Ausgaben der Kasse schließen mit 3373733 M., daS Vermögen betrug 3 733 333 M. In der Generalversammlung am Donnerstag wies d« Bor- sitzende, Genosse Fräßdorf, darauf hin, daß der Ansturm der „Nationalen Beamten" auf den Vorstand auS Anlaß der Durch- führung des Tarifs für die Ortskrankenkassen im vergangenen Jahre vollständig abgeschlagen sei und lediglich den Beamten selbst geschadet habe. Das Verhältnis zwischen den Unternehmer- und Arbeitervcrtretern sei ein durchaus erfreuliches und habe sich auch in den Stürmen des Vorjahres durchaus bewährt. Der Vorsitzende hob auch besonders die Vorzüge des Bezirksarztsystems hervor, das die Kasse vor den schweren finanziellen Schäden bewahrt habe, die andere Kassen mit freiem Arztwahlsystem gerade im letzten Monat anläßlich der Jnfluenzaepidemie durchzumachen hatten. Die Keankenziffer sei nicht über 4 Proz. gestiegen, während andere Kassen zum Teil 10 und 12 Proz. gehabt' hätten. Genosse Fräßdorf weist auf die bevorstehende Rcjonu des Versicherungswesens hin. Es sei noch kein fest« Plan ersichtlich, nach dem verfahren werden soll. Am meisten scheine die Halbierung der Beiträge und die ent- sprechende Zahl der Vertreter Aussicht zu haben, ES gäbe aber auch in Unternehmerkreisen darüber sehr geteilte Meinungen, zumal gewisse Kreise ja so schon über die Lasten der Versich«ungen klagten._ Wirkung der Grenz-ZwangSpcisse. Außerordentlich groß ist in diesem Frühjahr der Nebergang polnischer Arbeiter über die russische Grenze. Täglich kommen vollbesetzte Fuhrwerke mit männlichen und weiblichen Arbeitern sowie ganze Kolonnen Fußgänger durch die Grenzotte und werden sofort von den herumlungernden Agenten zum Bahnbau, zur Dünen» arbeit und zu landwirtschaftlichen Arbeiten für Güter angeworben. Auffallend viele jugendliche Arbeiter befinden sich besonders in den Trupps, die für die Landwirtschaft angeworben werden. Freilich allen diesen Leuten steht es auf den Gesichtern geschrieben, daß ihnen Menschenrechte vollständig unbekannte Eigenschaften find. Sie ertrügen alles mit stoischer Ruhe und Gleichgültigkeit. Dia Strapazen und Entbehrungen der Reise empfinden sie als eine Er- leichterung im Hinblick auf das viel größere Elend, das sie in ihr« Heimat im Winter durchzumachen hatten. Aus ihren Arbeits, stellen liegen sie nun in den elenden, für sie hergerichteten Ba» rocken, in Scheunen oder in den von heimischen Lanoarbeitern ver» lassenen, menschenunwürdigen Wohnungen, dicht aneinander ge» preßt zu acht bis zchn in einer Reihe auf elendem Strohlag« in Kleidern mit einer abgeschabten Wolldecke bedeckt. Von Jugend auf gewohnt an unzureichende schlechte Nahrung, schwerer Arbeit ohne jede Abwechselung— von früh bis spät angetrieben durch schimpfende und sogar tzrügelnde Aufseher und Inspektoren, besitzen diese Leute auch nicht mehr ein Fünkchen Menschenwürde, um dieses Leben als unerträglich zu empfinden. Sie denken trotz der schimpf« lichsteu Behandlung nicht an Kontraltbruch. Für diese auf niedrigst« Kulturstufe stehenden Heloten, die kein«»anderen Bedürfnisse kennen, als sich, ganz gleich woran, zur Not satt zu essen, alle Woche wenigstens einmal sich an gewöhnlichen Fusel vollzusaufcn und am Sonntag, früher als sonst schlafen zu gehen, gibt es keine Knecht- schaft und Unfreiheit. Sie fühlen die Ketten nicht, die fie in'S unerträgliche Sklavenjoch spannen. Daher erübrigt sich für diese armen Geschöpfe auch die kulturfeindliche Zwangspaßmaßregel zur Verhütung des KontraktbruchS. Dagegen werden die ausländischen Arbeiter, die noch nickst auf solch tiefem Niveau stehen und noch nicht aller Menschenwürde bar sind, nach wie vor Kontraktbruch begehen, wenn sie unmenschlich behandelt, ausgebeutet und betrogen werden. Freilich, diese besseren, tüchtigeren ausländischen Arbeit« kommen spärlicher als früher nach den preußischen Junker- und Industrie. ToradoS. Für sie werden die elenden Zustände ihrer Heimat nicht mehr derartig abstoßend, um ins Ausland zu flüchten, nach- dem sie am eigenen Leibe erfahren haben, daß der Proletarier in Deutschland, und besonder» in Preußen auch nur als Arbeitstier betrachtet und nur wenn er ganz besonder» willig ist, ge, duldet wird. Kurz und gut, die ausländischen Arbeiter, die trotz der Grenz- Paßkontrolle jetzt nach Deutschland kommen, sind entweder größten- teils stark degeneriert und wenig leistungsfähig, oder eS sind Neu- linge, die die preußische Knute noch nicht kennen gelernt haben oder aber so abgestumpft find, daß sie diese nicht mehr fühlen. ES ist fast durchweg minderwertiges Menschcnmaierial. welches auch nicht im entferntesten imstande ist. die heimischen Arbeiter zu er- setzen. Davon kann fich jeder überftlhren, der gelegentlich die aus- ländischen Streckenardeiter bei der Eisenbahn- arbeit betrachtet, oder Wer die ausländischen Landarbeiter auf den Gütern früher und jetzt bei der Arbeit beobachtet Hai. Früher konnte man auch mal einen Trupp Arbeiter sich allein bei der Arbeit überlassen. Jetzt sieht man sehr oft hinter 10 ab- gerackerten Gestalten einen fluchenden Aufseh« oder Inspektor stehen. Unsere städtischen und ländlichen Ausbeuter können beruhigt sein. ES wird bald keine Kontraktbrüche ausländischer Arbeiter mehr geben. Aber eS werden auch bald keine halbwegs brauch- baren AusbeutungSobjekte mehr zu haben sein. Gerickts-�elrung. Flugblattvcrteilung und Sonntagsruhe. Wegen Störung der Sonntagsruhe waren die Genossen Tönne« böhm und Schäfer vom Schöffengericht in Necklinghaufen zu je 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Sie hatten am Sonntag, den 1. Dezember, Flugblätter verteilt. Das Schoftenaericht erblickte hierin ein« öffentlich bemerkbare Arbeit! Durch die Beweis- aufnahm? vor der Bochumer Strafkamm« wurde festgestellt, daß die Angeklagten die Flugblätter in der Rocktasche verborgen ge- halten hatten. Der Staatsanwalt beantragte die Freisprechung der Angeklagien. Nicht jede Arbeit an Sonntagen sei strafbar, sondern nur die öffentlich bemerkbare, geräuschvoll«. Eine solche liege hier nicht vor. Wolle man der Auslegung des Recklinghäuser Schöffengerichts folgen, dann müsse das Tragen der Akten an Sonntagen zu den Wohnungen der Richter als ebenfalls strafbar angesehen werden. Die Strafkammer schloß sich den Aus- führungen an und sprach die Angeklagten frei. Liegt es im Interesse der Rechtspflege, fortdauernd derartig haltlose Anklagen zu erheben? Wenn ja— weshalb werden nicht Verbreiter salbungsvoller Traktätchen od« konservativer Flug- blätter auf die Anklagebank gez«rt? Der Zensor gegen polnische Theaterstücke. In Dritschmin wollte ein Verein eine öffentliche Auf- führung mehrerer polnischer Theaterstücke veranstalten. Der Amtsvorsteher verbot die Aufführung der drei Stücke, weil dadurch die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet würde. Der Vorsteher des Vereins, Probst Ehra, klagte nach vergeblichen Be- schwerden im Verwaltungsstreitverfahren und«zielte, daß da» Oberverwaltungegericht am Mittwoch das Verbot des Stückes:„Der Jude vor Gericht" wegen völliger Harmlosigkeit dieses Einakters außer Kraft setzte. Dagegen wies das Gericht die Klag? al» unbegründet zurück, soweit sie sich gegen das Verbot der Stücke:„Die Bernsteinkette der Katharina" und:„Auf diesen Wechsel weine ich" richtete. Dazu wurde ausgeführt: Zwar sei die„Bernsteinkette" an sich auch harmlos. Eine Episode des Stückes richte sich jedoch gegen den deutschen Nachbarn und sei nach Fassung und Tendenz zu beanstanden. Sie schüre den Gegensatz zwischen Polen und Deutschen. Deshalb sei von der öffentlichen Aufführung dieses Stückes in der gemischtsprachlichcn Gegend eine Störung der össeutlichen Ruhe und Ordnung zu besorgen. Noch mehr sei es der Fall bei dem Stück:„Auf diesen Wechsel weine ich." Mißstände in bezug auf das Unterschreiben von Wechseln usw., wie sie in dem Stück geschildert würden, kämen ja wohl vor, und in der Beziehung möge ja daS Stück eine gewisse Berchtigung haben. Bedenklich wäre aber die Art und Weife, wie im Stück die jüdische Bevölkerung der gcmischtsprachlichcn Landesteile der Kritik unterzogen werde. Es sei ein Tendenzstück, dessen öffentliche Aufführung unter den be- sonderen tatsächlichen Verhältnissen eine Störung der öffentlichen Ordnung herbeizuführen geeignet sei. Versammlungen. Die Sektion der Gips- und Zementbre.nchr vom Zentral, verband der Maurer hielt am Mittwochabend im Gewerkschafts- hause ihre Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die TageS« ordnung machte der Vorsitzende bekannt, daß sich der Vorstand nach den letzten Wahlen folgendermaßen konstituiert habe: 1. Bor, sitzender Otto H aese, 2. Borsitzender Otto PlagemanN, 1. Kassierer Emil Derfel. 2. Kassierer Fr. Ouade, 1. Schrift. fiihrer Gustav Scherbarth, 2. Schriftführer Hermann Tiegs. Beisitzer Gietzel. Gerlach, Fr. Ntüller und G o h I k e. Die Stellungnahme zur Maifeier stand zuerst zur Beratung und brachte eine längere Diskussion wegen der Unter» stützungsftage. Datz der 1. Mai durch allgemeine Arbeits. ruhe gefeiert werden sollte, darüber waren sich alle Redner einig, aber eine Unterstützung der Ausgesperrten hielten oie meisten für sehr wünschenswert. Die Erklärung der Organi- sationsleitung, die sich diesmal gegen eine Unterstützung wendet, fand manche Mißbilligung. Verschiedene Redner hoben aber hervor, daß bei der Maifeier die Unterstützungsfrage nicht so in den Vordergrund gerückt werden dürfe, da Oer ideale Charakter der Feier darunter leidet. Der Vorsitzende trat einem Antrage entgegen, der dahin ging, daß aus der Sektionskasse die Unter- stützungen bewilligt werden sollten; er machte darauf aufmerk- sam, daß die Kasse für wirtschaftliche Kämpfe vielleicht noch stark in Anspruch genommen werden könnte. Der Antrag wurde trotz- dem angenommen. Die Unterstützung soll demnach den Aus- gesperrten vom S. Mai ab aus der Lokalkasse gezahlt werden. Der Kassierer Derfel erstattete Bericht vom 1. Quartal 1808. nach welchem die Einnahmen(mit dem Bestand« vom letzten Quartal) mit 18 493,44 M. und die Ausgaben mit 6382,05 M. gebucht wurden. Der Bestand beträgt am Ende des 1. Quartals 1S114.3S M. Die Frage der Akkordarbeft soll in einer späteren Bersamm» lung eingehend besprochen werden, da die Regelung der Akkord- arbeit dringend notwendig geworden sei. SflrfKasten der Redaktton. XU inviftlfdti•vtedifRinb« fnbrt 8f nfcenftraftt Sie. 8, zweiter Hof, dritter(gingang, vier Trevpea, WWM Fahrftuh l-MG n>i»den»aglich abend» von?>/, bis O'l, Übt Natt. Geöffnet? Uhr Sonnabend» beginn» die Sprechstunde am K Uhr. Jeder Eintrag» ist ei» Buchstabe und eine tjahl al» Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Enige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Fällen' w der juristilchcn Sprechstunde mündliche Auslunft Nack gesucht werden soll, steh! an der Spitze des DriestaftcnS.— St. X. IOC Die Klage kann noch jetzt angeswengf t O. K. St. Verjährung tritt in süns Jahre» ein, wird aber durch jede richterliche Handlung, die gegen den Täter gerichtet ist, unterbrochen.— ®. M. 1878 und M. H. 871.. Wenden Sie sich an einen Arzt.— M. 57. Eine Klage aus Schadenersatz hätte leider wenig Nusficht aus Erfolg. — F. B. 31. SIerztlicheS Ehrengerecht, Spandauer Brücke 6.— E. B. Ondenarderstratze. Ein Autrag aus Abfindung ist nur zulässig. wenn die Rente unter IS Proz. beträgt.— E. 1806. Ohne Einwilligung der VersicherungSgesellschasl ist der Versicherte zur Einstellung der Prämien- Zahlung nicht befugt.— 76? D. 1. Für den Fall der Klage würden Sie zur Zahlung verurteilt werden. 2. Wenden Sie sich an Genossen Simanowski, Engel-User 16.—>A. R. 14S. Das Kalenderjahr ist maß. gebend.— W. dt. Ein einseitiges Recht zum Zurücktritt steht Ihnen über- Haupt nicht zu; willigt die Vermieterin nicht in Aushebung des Vertrages, so bleiben sie an denselben gebunden.— H. 1875. 1. Der gesamte Nachlatz gehört zur ErbschastSmasse. Die Ehesrau erhält als voraus die zum Haushalt gehörenden Gegenstände und die Hochzeilsgeschenke. 2. Keines- wegs, wegen der Bedingungen wenden Sie sich an die Waisendirettion. — A. T. 17. Rem.— I. K. 166. Verlangen Sie Rückzahlung und klagen Sie eventuell beim Gewerbegericht. Zl, W. 17. Teilen sie dem Amtsgericht schriftlich die Kleinigkeiten mit, die Sie vergessen hatten.— O. R. 1. Nicht die vereinbarte, sondern die gesetzlich bestimmte Gebühr wäre mitzuzahlen. Diese kann 12 bis 20 M. betragen.— Brusirlstr. 46. Ein Recht aus Nücksordcnmg stebt Ihnen leider nicht zu.— O. St, 86. 1. Nein. 2. Das Geld ist ohne Kündigung nach Erweis der Krotzjährigkett auszuzahlen.— S. 314, Sie könnten aus Herstellung der ehelichen Ge> meinschast klagen. Der Klag« mützte ein Sühnetermin vorangehen. — St. 3. 56. Ja.— M. 2. 1. Der Wirt hätte zunächst zu klagen. 2. Rem.— B. B. 1. Es mutz ew Examen abgelegt werden. 2. Ja, aber auch hier ist ein Examen erjorderlich. Die Bedingungen erhallen Sie bei der Eisenbahndircklion.— E. L. 888. 1. Nach der bestehenden Recht. sprechung ist die Krankenkaste zur Lieferung von Gebisse» nur dann oer- pflichtet, wenn dieselben keine hohen Kosten verursachen Die Invaliden- Versicherungsanstalt lKöllnischer Park) ist berechttgl, aber nicht verpflichtet. Gebisse zur Verhütung gänzlicher ErwerbSunjähigkeit zu gewähren. Stellen Sie dort einen entsprechenden Antrag. 2. Uns nicht bekannt.— C. D. 2. Wenn der Inhalt dcS MictSvcrtrageS dem nicht etwa entgegenstehen sollte, würden Sie vom Hauswirt vollen Schadenersatz verlangen können.— R. G. 1. 20 M. 2. Rathaus.— Rbg. 866. Nein. — A. G. 166. Die Betreffende wäre zur Koftenzahtung verpflichtet, wo aber nichts ist, da hat auch der Kaiser sein Recht verloren.— Rtxdors St. 161. Beschweren sie sich beim Kirchenrat, eventuell über denselben. Unseres Erachlens steht Ihnen frei, den Kirchhos zu betreten. In dem Prozctz, über den wir am 24. Februar 1907 berichtet haben, hat das Gericht sich aus denselben Standpunkt gestellt.— R. F. 166. Die Kaste ist zur Zurückzahlung leider nichl verpflichtet.— P. Sch. 27. Uns nicht bekannt.— H. B. 54. Sie hätten nicht unterschreiben sollen; im übrigen warten Sie ruhig ab, waZ daraus kommt— A. E. 16. Eine Anzeige wegen Betruges würde durchaus am Platze sein. Dieselbe können Sie ohne Hülse eines Anwalts einreichen. Bestimmte Anwälte zu empsehlen, lehnen wir grundsätzlich ab.— Kuglerstr. 2. 1. Eine Warte- zeit bciteh! sür die geschiedene Ehestau(10 Monate), nicht aber sür den geschiedenen Ehemann. 2. Ja.— W. M. 9687. Nein. —®. 3. 18. Auskunst über AuswanderungSangelegcnheiten erhalten Sie w der amtliche» Nuskunstzstelle, Sch-lllngfst. 4.—®. 3. Moabit. 1. Nachzahlungspsticht besteht; Verjährung tritt erst In drei Jahren«in. 2. Die Uebcrgabe der Wirtschaft wäre wirkungslos, so weil es sich um vor. handene Gläubiger handelt.— L. 28. Sin das Polizeipräsidium.— K. R. Pankow, t. Es muß Rekurs an das Reichsverficherungsamt eingelegt werden. 2. Nein, das letzte Kalenderjahr»st maßgebend. 3. Die Reklamation kann mündlich oder schrijttich erjolgen.— O. Sch. 31. Ja. — P. P. 158. Soweit ersichtlich, steht der geschiedenen Ehestau keinerlei Recht zu. Ob dem Vermieter aus die Dauer von acht Monalen ein Recht aus Miete zusteht, ist aus Ihren Darlegungen nicht zu ersehen. � 8t. E. 47. Strnfbarkeit liegt in beiden Fällen vor.— M. S 16. Ein bestimmter- Betrag ist in dem Gesetz nicht ausgeworjeii. Dem Schuldner und seiner Fainilie mutz so viel gelassen werden, als zu ihrem standeS. geinätzen Unterhalt erforderlich ist. Der Betrag ist von Fall zu Fall durch das Gericht sestzusetzen. Das Eigentum der Ehestau hastet nicht für die Schulden des Mannes.— H. 8. 10. 1. New. Es dürfte aber doch in Ihrem Interesse liegen, weiter zu kleben. Wenn Sie wnerhalb zweier Jahre mindestens 20 Marken gleichviel welcher Klasse kleden, so bleibt Ihr Anspruch ausrecht, während Sie sonst aller Slnrechte oerlustig gehen. 2. Aus direkte Anstage bei der Hamburg-Amerika-Linie würden Sie genaue Auskunft erhalten.— R. 166. l. Nein. 2. Wir haben wiederholt vor der sog. Kasse„Polkswohl", Lintstratze 13, gewarnt. Kommen Sie gelegentlich mit den Papieren zwischen 6 und 7 Uhr abends w die Redaktion. — R. R 81. 26. Wenden sie sich an die Obcrposldtrellion, spandauer. stratze.— Arnold. München. I 23t 000 Hektoliter.— H. I. Sl. In dem Fall würde eventuell nur der Armenverband eintreten. Eine Berufs. genossenschast besteht sür den Fall nicht.— Priester. Wiederholl haben wir dargeleg». daß der ewgesübrte Lcgitimationskartenzwang sich sowohl aus industrielle wie aus ländliche Arbeiter bezieht.— F. M. 41. Leider find Sie zur Zahlung verpflichret.— H. B. 11. Eine Klage wäre nicht völlig ohne Aussicht aus Erfolg— 38. G. 66. 1. Dagegen können Sie im Rechlswege nichts machen. 2. Ihr Bruder würde gut tun, zur Beseitigung aller Schwierigkeiten mit setner Frau ein wechselseittges Testament zu er- richten. Beispiele sür ein solches und Anleitung zur Anserligung finden Sie auj den letzten Seiten deS dem.Arbeilerrechl' bergesügten Führers. Das Buch liegt w den öffentlichen Bibliotheken aus. Swffe�angcm Druckrcbrfftct». . Erstes Machest. Preis 1,20 M. Verlag» Albert Langen -März W München. Stcuerpflicht und Bodenrecht. der.Neckar-Zkitung' in Heilbronn. Hie Europa: Hie Amerika k keit Von Jul. H. West, Ingenieur. 1 Mark. Marcel Prevost, Herr and Frau Moloch, Roman. Preis 4 M., geb. SM.— Ludwig Xhovra, Andreas Vöst, Bauernroman, Volksausgabe. Preis 3 M., geb. 4 M. Verlag von Albert Langen w München. Deutsche Mystiker, von Wich. v. Scholz. Berlin W. 60, Marquardt U. Co.. 1,50 M. Von Paul Feucht. 48 S. Druck Ans dem Lande der krassen Nützlich» Berlin, Kart HehmamiS Verlag.— J mm*: m' Sunficht Seife wird hcrgcstelll' bei Mannhelm(Baden) in einer imposanten Fabrik. welche mil' allen modernen Einrichfungen auf slreng wissenscbafhichem und technischem Gebiete ausgesfaftefish Diese isfeinMustererablissenwif Die O.ualil'ät' der Sunlicht Seife ist garanh'erf rein and unveränderlich! federn ZJferm btea möglich üQr wenig Q*td«idt«tot» elegant r» Maiden, wann«r Modelle und zurOckgebfiebene feine Mass• Garderobe zo Spottpreisen lactt Sdbstangefaiigte Herren-Anzüge und-Paktotx...... für 18 Mk. Anzüge und Paleiota muh Mosa, tadelloser Situ...... für 33 Mk, Beinkleider nach Maas, garantiert haltbar, ekganter SdmiU, fär 9 Mk. Daahaft) liegt m M thrwa Interaaae, Sww Dnkflafaiwr m I Schneider- Meister A. Bingel Trinkt ihn aus den wSl'-Sl* LnbetrunH**, der durch KOstliehaten Wohlgeschmactl Im Verein mit nicht unerheblloh�ün Nährwert diesem unTerglelchilchen FebriKat der Deutschen Si'�Sl' Werhe Hamburg Generalvertrleb Berlin» SO, Rudolfstrasse 4. eine vorherrschende Stellung unter scheinbar verwandten Erzeugnissen der alhoholfreien Getrftnlle> Industrie sichert.„Sl'-Si* LabetrunK" entstammt dem Si�Si' Element. seinem vornehmsten Bestandteil, der nach unserem alleinigen, vollkommen neuen Verfahren aus frischen, edelsten, aromareichsten Früchten gewonnen ist, belebt die Geruchsnerven durch sein unübertrefflich vollendetes FruchtoAroma, entzückt durch seinen tünigen, weinartigen, prickelnde moussierenden, würzigen, herben und süssen Geschmack und ist ausgezeichnet durch hohe BekAmmlichkeit und den überhaupt billigsten Verkaufspreis:'/s LitersFlasche ohne Glas 10 Pfennig (Pfand 10 Pfennig).— SPsSi' als«Extrakt" kann mit kaltem oder heissem Wasser vermischt und als durststillende feine Limonade(1 Liter einschliesslich Glas Mk. 1.75--- 60 Gläser) bezw. als wohl» tätiger heisser Punsch genossen werden. Auf der Reise mitgeführt, ist„Si'-Si" Extrakt" der treue Freund aller Liebhaber des Kraftsports, der Radfahrer, Ruderer, Alpinisten, Turner, Wanderer. Der Hausfrau dient„Si'-Li' Extrakt" auch trefflich zur Bereitung köstlicher PuddingoSaucen, süsser Suppen und erhöht, mit Äpfeln. Backobst u. s. w. zusammengekocht, die Schmackhaftigkelt des Kompotts, In jedem Laden, Restaurant. Cafö und Privatmittagstisch erhältlich und jedermann als« bald unentbehrlich, bedeuten«Si'«Sl'Labetrunk" und„Si'aSi' Extrakt" in des Wortes wahrster Bedeutung den Trank der Labe! jSoziaiiiEniokraiisebEr WaWmin für den {6. Btrl. Reiebstap-Mb'eis. TodeH-Aneelge. Am 80. April oerftarb unser Mit- j glieb, der Schankwirt August Arlt Brunnen str. 30. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Elisabeth- Ktrchhoses, Prinzen-Allec, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht v?!- Vol-BtllBd. ifeM der treieo Gast- und! Seiiankwirte öeutseiilaaös. Zahlstelle Berlin. De» Mitgliedem zur Nachricht, | daß bei Kollege August Arlt Srunnenstratz» 80 verstorben ist. Ehre feine««»denke»! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 4 llhr, von der Leichenhalle des ElisabethtirchhoseS in der Prinzen- allce SO aus statt. Um zahlreiche Betelligung er- sucht 75/1 Die Orti»erwiHun|. Totleaanse ige. Hierdurch die traurige Nachricht.! ! dast mein lieber Mtmn, unser j ! guter Schwiegersohn und Schlva- > ger, der Gastwirt August Arlt nach kurzem Leiden im 43. Lebens- jähre am Donnerstag, 30. April,| morgens 8 Uhr, sanst ent- jchluien ist. Dies zeigt, am stilles Beileid i bMend, tiesbetrllb! an li'raiiniali» Arlt 2S70L geb. Berling, Brunnenstrahe 30. Die Beerdigung findet heute! Sonntag, den 3. Mai, nachmittags I 4 Uhr. von der Leichenhalle der! Elisabcth-Gememde, Prwzenallee, I aus statt. Heute entschlies nach schwerem Leiden mein guter Rann, der Steinmetz Karl Lubach. Die« zeigt bn Namen der Hinterbliebenen an Wilwe Lubach* Bertw, den 2. Rai 1008. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Mai, nach- mittag» 3 Uhr. von der Leichenhalle des Augusia-Hospitals, Scharn- horststrahe aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tellnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters (justsv Hahn ,age» wir allen Freunden und Be- kannten, dem sozialdemotratilchen Lahweretn Rixdors, dem Berew der Figarrenladen-Jnhaber Rtxdorss, be- sonders aber dem Gesangverein Rix- dorser Männerchor sür den erhebenden Gesang am Grabe unseren herzlichen Dank. Witwe MIbim Hahn und Seh». | Todes» Anzeige. Am Donnerstag, 3*/, Uhr, ent- schlies nach kurzem Lkrankenlagei mew lieber Maim, unser Vater. der Tischler »llgo Lkllllämium im SS. Lebensjahr. Dies zeigen riesbetrübt a» Hedwig Grnndmann und Kwder. Die Beerdigung findet am Ron- tag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der L-ichenhalle deS ErnmauS- KirchhoscS. Rixdors, aus statt. Todes-Anzeige. Am 1. Rat starb unser Kollege Hugo Grundmann. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 4. d. MIS., nachm 4 Uhr, von der Leichenball« des Emmaus-Kirchtzoses au» statt. Die Kollegen der Pianofabrii von K- OSris& Kallmann. ßeolseher TransportarliEiler-lferlianil. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Geschästskutscher 08/17 Althvi'tJBülow 1 am 29. April im Alter von 34 Jahren an der Proletarier- I krankbeit gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am ! Sonntag, den 3. Mai, nach- lnittugS 5'/. Uhr, von der Leichen- halle des ZionskirchhofeS in Nord- I end aus statt. Die Vcrwoltnng O. Deutscher | Transportarbeiter-Verband.! Nach ruf. Hiermit diene den Mitgliedern I | zur Kenntnis, daß die Kollegen Gustav Vams Proskauerstraß« s und Lrast Wodde Prtnzenstr.»8 verstorben find. Ehre ihrem«»denke»! | 68/18 Die Verwaltung I. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Barila. Todes-Anzeige. Dm Kollegen zur Nachrtchl, daß unser Mitglied, der Klempner Aldert Kraus 1 am 30. Slpril an Rückenmark. | schwindsuchl gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am I 3. Mal, nachuuttagS 5 Uhr, von der Leichenhalle des AuferstchungS- Kirchhofes in Weihensee aus stall | Ein Geistlicher geht nrcht mit. Rege Beteiligung erwartet 115/1 Die Ortsverwaltung. "�rmndeT'm��etomte�n� traurige Nachricht, daß«ewe lieb- Krau 290 SL Jobanna Graf** Tr.be greitag früh verstord» ist. Um stille Teilnahm« bitte» die ttesbeti übten Hinterbliebenen Karl Graf nebst FamM« Petersburgerftr. 14. Die Beerdigung findet am Man- tag, den 4. Mal. nachmittags 4 Uhi, oon der Leichenhalle der Markus- gemeinde In WUHettnSberg aus statt. TsMebrerterbiuid Älidintiil. Tode»- Anselge. Am Freitag, den l. Mai, der- starb die Frau beS Kolleg« Karl Graf Johanna Graf im Aller oon 63 Jabren. Sit werde» derselben ei» ehrendes Andenke» bewahr« Die Beerdigung find«! am Montag, dm 4. Mai, von bei Leichenhalle be« Markus-Ktrck In Wilhelmsberg, oachmi 4 Uhr. au» statt. 200/8 Tresspunktt 8'/. Uhr, Restaurant Schneid er, Halteftell»«m Mrchhos. Der Vorwtand. JA.: Richard Heinrich. Am 1. Mal verschied nach laug«, schwer« Leid« mew lieber, guter Mann, der Tischler Heinrich Grau im 70. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Montag, den 4. Mai, na:' 5 Uhr, vom Heilig Kreuz- Mariendorj, aus statt. 1: Die trauernde Witwe liiilse Grao, Fürbrwgerstr. 10 am Allen Freund« und Bekannt«!»- wie dem Gesangverein.Freie Sänger' danke ich herzlich sür die Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau. A. Prenß, Weißensee, Charlotlenburgerstr. 59. Verbaud bet Water, Mikrtr,Allßrklchtl ufm. »tltale Berlt». Nachruf! Am 24. April verstarb unser Kollege 132/ l ttnÄnlf KZInse im 40. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken k vle Ortsverwaliuag.| Kkibaud der Maler, Miem, AnKikichtt asa. Ktiiale Berit». Unser« Kolleg« zur Nachrscht, daß unser Mitglied, der Kollege Max Müller am 30. April o erstorben ist. Ehre seinem«»»enke«! vi» Beerdigung findet Montag, d« 4 Mai, nachmittags 6 Uhr, von bei Leichenhalle des Zentral- sriedhoss in FriedrdchSseld« aus statt. A>1» QrtSverw»l«ng. !eiileäi-Iti'an!ieii- 1 Sterfaekasse der deutsebeo Wagenbauer E.fl. Filiale Berlin XII. Dm Mitgliedern zur Nachrtchl, daß unser Mitglied, der Schlosser Kinzel am 29. April verstorben ist. Ehre seinem«»denke»! Di« Beerdigung findet am Sonntag, d« 3. Mai.»ach- ll« de« mittags 3 Uhr, von der HeiiandS-Kirchhose» ta aus statt. 25; Die Orts Verwaltung tzensee "3/3 ÜWKilbldKI'««d?Kö�nickeAw00 Allen Verwandt« und Bekannten die traurige Nachricht,] daß meine liebt Frau Elise Schwensow am Sonnabend verstorben ist. Die Beerdigung findet am I Dienstag, den 5. Mai, nach- 1 mittag« 4 llhr, oon der Leichen- halle des Gethscmane-Kirchhoses l (Nordend) aus statt. 1878b s Der trauernde Gatte nebst Kindern. Iliülliden-IIlllei'MlWiigzliM� passe rapfei ISteiDdrückeru-Lithopitei, Die Beerdigung des am 30. AprU verstarb«« Stein- druckerS 1841b tlderl Äettderg findet statt am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhoses�LandSbergerAllee 21/23 Das Komitee. Danksagung. Für die Teilnahme bei der Vt* erdigung meiner lieben Frau Olga Kauf s-v. Enigk sage ich dem Verein der Flauen und Mädchen der Arbeiterklasse HU Wetßensee meinen besten Dank. Gagtar Kauf. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine? lieben Mannes Emil Marsch sage allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Wahl- verein, den Bezirken 70/77 und dem Verein selbständiger Handelstreibender des Westens sür die liebevolle Kranz» spende meinen innigst« Dank 1350b Witwe nargch, Danksagung. Jtermit sag« wir all« Bekannten Freunden sowie der Direktion bei Auer-Gesellschaft, dm Kolleginnen der Auer« sowie SiemenS-Schuckert- Werte, dem Deutsch« Metallarbeiter- Verbände und dem Gesangverein .Rosalie» sür die rege Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer gut« Tochter, meiner lieben Braut 1840b Agnes Thiele unser« besten Dank. Paul Thiele«vft sr»». Willy Tietz«» vrsungam. Danksagung. Für die rege Betelligung bei der Beerdigung mewes lieb« ManneS Fritz Urban sage ich all« verwandt«, Be. kannten und sämtlich« Brauerei« sowie dem Verbände mein« her,- lichsten Dank. 1858b Die tieftranerude Witwe, Eltern und Geschwister. t Bitte genau zu beachten I Westmanns ICraucrmagazin! Eckhaus Kolonade» Mohltustraße 37 z. a. d. Jerusalemerstraß«. Fili ale: Gr. Frankfurter Str. US,{ 2. Haus an der AndreaSstr.| «usführung und Preise konkurrenzlos I Bei Borzeiaung dieser Anzeige vergüte ich 10'/, in bar. ~ Eckerts" Sars'ffiagazlD Keerdigllugs-Institllt Zionskirchplatz 8 nia, 8189. 23128* Lieferung nach allen Kranken- Häusern sowie nach außerhalb. Ob dünn, ob dich, Samen, sehen Sie sich bitte meine Susstellung an! BC« It«0t*f3on e4ob(rmttgatb«l(Bl(ingadrtt. Biebtilcgt»roh« Ftnntimirrntakc 9. parierte kein Laden. Mauerbofi. Worwärisleser S Prozent Rabatt.(f2? Gardine»dar.« Große iriaiilmrier. straz« 9, parterre. Kein Laden. Mauer bost__ f27 - Siel'pbrrtrzi billigst Fabrik Groz« Frantiurierstraß, 9. pariert« 427 PfaudleiHHaus, Küstrinerplatz 7, am Grünmweg. Versallener Psänder- verkaus, spottbilliger Gardinenver- kaus, Porftereiiverkaus. Wäschtoeilaus, Deckeiiverkaus, Aiizügeoerkauj, Uhren- verlaus, Goidsachen, Silbersachen passende Einsegnungsgeschenle. 33lK Federbetten. Stand 11,00, große 1K,00, PjandieihbauS, Küstrinerplatz 7. Tischdecken spottbillig._ 332Ä» Zrvviaie!(ledierbasie)>n allen Größen sür die Halst« des Werte» Im T-ppi-dlnger Brünn, Hackuchei Mark! 4, Badttbos«örie. 264/U* Installateure und Händler kaus« Gaslronen, Zugampelu, Beleuchiungs- gegenstände. Hängelicht, Gaskocher allerbilligst bei Baumann, Alte Jakob- ftraße 125, Spezial-Großhandlung.* Gaskronen, Peiraleumkronen ohne «nzahiung, Woche 1,00. LouiSBöllcher (selbst): Boxhagenerstraße 32(Bahn- Verbindung Warschauerstraße), Rei- »ick-ndonerstraß- NS, Schöuhauser Allee 80, Poisdamerslraße 81, Rix- dort, Kaiser Friedrichstraße 247.» Bekanntmachung! Spottbilligste Einkaussquelle I Für Arm und Reich! PsandleihhauS Hermannplatz ll. Stau- nendbillige Hochseine SommerpalelolSI Herrenanzüge! Herrenhosen! Psänder- verlaus I Riesenauswahk I Bettender- kaus 1 Wäscheveikausi Gardwenverkaus I Teppichverkaus> Plüschllschdeck« I Sleppdeckenl Nähmaschliie» I Uhren- verlaus! Kellenoerkausl Rtngeoerkaus I Schmuckiachm 1 Belohnt wird selbst der weiteste Weg l Durch extrabilligen Einkaus l Im Psandleihhause Her- mannplatz S. Sonntags«bmsalls geöfinetl_• I Lauben- Banmatertalie». ge- ' brauchte und neue, wie: Kanlholz, Bretter, Latt«, Leist«, Türm, Fenster, Dachpappe, tn größter AuS> wähl, billigst Hasenheide 2(am Her- mannplatz).__ 9906* mwag«, Räder, ästrtner Platz 7. Paletots und Anzüge aus seinsten Magslofsen werden diese Woche zu spottbilligen Preisen ausverkauft. Die schnell vergrifsenen Prima Ulster und Hos« sind'wieder am Lager. Versand- haus Germania, Unter den Lind« 2t. Keine Filialen 18076* 10,00, Deckbett, Unlerbell, Kissen, rotrosa Inlett. Psandleih« Andreas. ftrabe 38._ 67051* Landbett, zwei Deckbett«, zwei Kissen, zweischlösrig>8,00, große Laken 1.00. Aussteuer, Damastbezstge. Psandleihe AndreaSliraße 38. S71K* Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Kisten 27.00. große Freischwinger, Regulalore 9,00. Psandleihe Andreas- iiraße 33. Fahrgeld wird vergütet.* Engrosfabrtk verkaust vorrätige überzählige Herrenanzüge. Herren- paletoiS ausnahmsweise einzeln zu Engrospreisen. Nur beste hochfeinste Fabrikat«. Enorme Gelderspaniis. Verkaufszeit bis 2. Sonniagsverkaus 12-2. Neue Friedrichstraße S7, lll.» Letl erwägen, Rum größte Auswahl, j PaletvtS. Monaisanzüge, wenig getragene, von 5 Mark an, groge Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe au» erster Be» zugSquelle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkl vom Schneider» meifter Paul Fürstenzell, nur Roten- ibalerstraße 10._ 267/11* Leihhaus Prinzensiratze 28, 1, Ecke Rillerstraße: verfallene Psänder, Brillanl«, Goldsachen, Uhr«, Ketten spottbillig zujeder Gelegenheit.[620K' Damenjacketts, PalelolS, Mäntel, LijiS, Kostüme(hochelegante Reise- Muster), teils aus Seid«, durchweg 9 Mark. Justus Neumann, Belle- alliancestraße lOb_ 6565t* Metällbette». Kinderbetlftelle. Kwderwagen, Sportwagen, ge- braulhie. zurückgejegle. Schneider. Kurtürstenftraße 172(Dennewitz- straße)._ 635t* Herren- Garderobe nach Mag aubere Arbeit, großes stofflager, aletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset d« Hanb werter oerdien«. Teilzahlung gestaltet F. Dörg«, Dresdenerstraß« 109. Monatsgarderobenhaus. Hoch« elegante MonaispaletotS, einzelne "«fen, sehr preiswert uur Andreas- t 54.«J2SI| Bekanntmachung. Humboldlleih- hau», Brunn«straße 58, EckhauS Stralsunderstratze jetzt täglich großer Psändervertauj, Herrenanzüge, Som- merpalelots, ' ltbl"' spoli Wäsche, kaus, Uhrenvertaus. staunenerregende Riesenauswahl. Sonnlag« geöffnet.* Steppdecke» spollbtllig, Fabrik !rstr> s Inventur- AuSverkaus, Teppiche mu Farbensehlem und Fabrikmuster mit 10 Prozenl Rabatt. E. Weißen- berg» Tep~- snrterstmße Große Fraiiksunerstrage LS93K* Deutsches LethhauS. Schönhauser Allee UO. Großer Verlaus: Herrenanzüge, Sommerpalelots, Brautbetten, Vermietungsbett«, ewzeine Beilstücke, Aussieuerwäsche, Bett- Wäsche, Gardinen, StoreS, Portieren, Steppdecken, Tischdecken, Teppiche, Bettvorleger, Goidsachen, Taschen- Uhren, Freischwinger, Möbel, PianinoS, Bilder. Berkaus spottbillig. �- iagS geöffnet. SonUi 532K* Setzen Sie fich tn die Straßen- bahn und fahr« Sie zu Hermann Schlesinger, Turmstraße 58. Seh« Sie fich dort die wunderbar« An- züge an, aber nicht nur von außen, sondem auch von innen. Zieh« Sie mal so ein modemeS Jackett an. Sie suhlen fich wie neugeboren, mindestens aber zehn Jahre jünger. schund gibUs da nicht und handein dürfen Sie dort auch nicht, aber billig und gui kaus« Sie sicher. Sie können einen Anzug wählen für l8 Mark oder zu 60 Mark oder auch zu 36 Mark. Sicher ist er aber jedenfalls den Preis auch wert._ 61 lK* Monatsgarderobenhaus. Ele- gante Monatsanzüge in allen Preis- lag« nur Andreasstraße 54. 701K TeppichhauS, Große Frank ratze 125. 6485t* I Leihhaus R. Eichelmann, Schöne» ' berg, Sedanftraße 1, gegenüber Bahn« hos. Stets billigster Vertaus von ' errengarderoben, Uhr«, Goldsach«, Gardine», Etore». etwa» an- geschmutzl, Fenster 1,25, 1,85, 2,50, 3,75, 8,85, 4,60 usw._ 64951» Steppdecken. Fabrikmuster. Stück 3,65, 4.50, 5,85, 6,75 usw. 6505l* > und Tuchportter«, Fenster 3,35. 4,65, 5,25, 6.50. 7,50 usw. Große Franksurterstraße 125. 6515t Tischdecken, Wolle und Plüsch, 1,65, 1.85, 2,35, 2,85, 3,50, 5,00 usw. Läuferreste in allen Längen und Breiten zu Spottpreis«. 65351* Sofabezüge(Reste), Wolle und Plüsch, mit 15 Prozent Rabali. E. Weißenbergs TeppichhauS, Große Franksurterstraße 125. 65451* Rosenberg, Kottbuscrdamm 98. Slaubmäntel. Stück 5,50, 7,50; eng- tische Damenjacketts 5,50, 7,50; feine Damenkonseliion zu Spottpreisen.* Rosenberg. Besichiigen Sie meine Danirnkonseklion, entzückende Fassons zu Spottpreisen. Sainijacken, Taffet- iisis, Frühjahrskosiiime, lange Frackjackeiis zu enorm billigen Preisen.* Rosenberg, Kottbuserdamm 93. Knabenanzüge, Mädchmjack«. Riesen- auswahl spottbillig. 530K* Rosenberg, Kottbuserdamm 98. Reste, Reste spottbillig, zu Kostüms, Knabenanzügen, Mädchenjacke» spoit- billig. Samircste spottbillig.* Steppdecken, feinste Handarbeit. Hchmerzler, Bsumenstraße SSd.* ianos, Möbel usw. Uhren, Goldsachen verkauft Adalbert Schütz, Beuffelstraße 26. 43l5f Anzüge. Paletots nach Maß, Aus 7» Stoffrest«, Monats- und nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Boß, Brunnenstrabe 3, eine Treppe, am Rosenthalertor.* Photoapparate! Musikinstrum«*»• spottbilligst. Ernst, Holzmarkistratze- MonatSanzüge und Sommer- paieiois von 5 Mark sowie Hwe» oon 1,50, Gehrockanzüg« oon 12,00, Fracks oon 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billig« Preiien. au» Psandleih« verfallene Sachen lausl man am billigsten bei Naß. Meiackstraße 14. Nähmaschinen. Vergüte bis 20,00 wer Teilzahlung kauft oder nachweift. Sämtliche sosteme. Postkarte. Brauser, Frankfurter Allee 101, Laden. 297051* Wegen Auflösung der Handel»- gescllschaft Sommer u. Wolf, Gardinen« und Teppichhaus spottbilliger In« veiiturvcrkaus in Teppichen, Gardinen, Steppdecken, Plüschportieren usw. bis zur Hälfte des Wertes. Schnellster Einkaus unbedingt empsehlcnswert. Richard Weis vorm. Sommer n. Wolf, Dresdenerstratze 8(Kotibusertor).• GelegenbettSkäufe: PaletoiS, Anzüge, Hosen, Koffer, Revolver, Teschings, Uhren, Goldsachen, Kessel, ßpsltblllig, Lücke. vra»ie»itrade 13b Milchder»auf».«pp«a!e, MSel, finnnen, Flaschen, geeichte Matz. gcsähe. Otto Lindner, Gartenstr. 96. Gaedronzrkranen!!! GaSzug lanwcn l 9.00 GaSIvren! 1'/,. Zwei. lochgaKkocherl 3,00. Gasbügelapparat! Gasptätteisen I spottbillig I Wohiauer, Wallncrtdealeiittatze SL. S97K� Äei— n__ g m 1 M.».»« m wtn gm gtqtnotw panftnoroi tp preiswert zu verkaufen. Zu erfragen Stolpischeftratze 23 bei Otto im Laden. t84Sb Monatsanzüge. SommerpaletoiS von 6 Marl an. Auch neue elegante Herrengarderobe sowie Bauchanzllg« kaust man den dritten Teil billiger als im Laden beim Schneidermeister Fiirstenzelt, nur Sttausberger. sttaße 46, parterre._ 18156 verkauft billig +81 Kinderwagen Albrecht, Lynarftratze 12. �Marflse für Gastwirte, 4,30 Deckung, verkaust Zippke, Große Frankfurter- straß« 86, Hos._ 18396 Ptantno. hohe», 100 Mark, Ga> ranlieschein, Turmstrahe 8 I. 129/18 Bekanntmachung l PsandleihhauS Weidenweg 19. AuSnahmetage. Räu« mungSverkanf. So lange der Vorrat reicht: Bettenverkauf, Steppdeiten, Kardinenoerkauf, Teppichverkauf, Jaikettanzüge, Gehrockanzllge, Som- merpalelois, Herrenhosen, Schmuck. fache», Taschenuhren, Regulatoren, Freilchwknger.Plüschtischdecken, Herren- sahrrad, Rähmaschtnen, Damensachen. llerschtedeneS. 72951 PfandleihhanS! Rixdorf, Berg- strotze 58. Spottbilligster Pfänder- verkauf l Hochmoderne Sommer- Paletots I Jackettanzüge I Gehrock- anzüge I Wanduhren I Taschenuhren l Kettenverlaus l Schmucksachen l Wäsche- verkauf I Bettenverkaus I Gardinen verkauf I Teppichoerkauf I Stepp- deaen! Plüschlischdecken I Nähm-ischi- nen. Spottpreise. Sonntag geöffnet Pnmpenwolff, Ackerftrutze 81, hat 800 Abcssinier eigenhändig ausgestellt. Pumpen von 8,00 bis 100,00, ge- brauchte 5,00. Gartenspritzen, Leiherd- bohrer unlsonst._ tl49* Gasbronzekronen, vreistammig 6,00, SalongaSkronen 16,00, Gas- lyren 1,50, Gaswandarme 0,65, Schnusensterbrleuchtung, GaSbogen lanipen, GaSsparkocher 1,00, Zwei- loch 3,00. Schröder, Hochstratze 43. Adesstnterpumpen 8.00 bi« 100,00, Sauger 2,50,. Saugrohr, Flügel- pumpen 10,00. Gartenspritze» 35,00, Hansschläuche, Gummischläuche. Pum- pensabrii Schröder, Hochstratze 43.» Littauer- Nähmaschwen obne An. ?.abtung, wöchentlich 1,00, gebrauchte pottbillig, Wienersttatze 1—6, War. schaueritratze 67. 18b3b R Äh Maschinen kaufen Sie reell und billig ohne Anzahlung, Woche 1,00. LandSbergersttatze>10, erste Etage, Köpenickersttatz« LS, Grotze Frankfurterstratze 30. s-122 Damenhemden, Herzfasfon, mit gesttckterPasse 1,25, HerrenheMd«nl,30, Bettbezug nebst zwei Kopstiisen 4,75. Normalwäsche, Ärbeitrrhemden, so. wie einzelne Reisemuster fpottdillig. Wäschefabrik Saiomonskh, Dirckien- stratzc 21, Alexanderplatz. Sonntags geöffnet. 252/16 Kinderwagen, Bettstellen, billigstes Spezialgeschäft. Teilzahlung. Kolt- buserdamm 12a.__ 252/1 L-undratrute von 20 Mark an Parzellen verkauft Klose, Mariendorj, oni EhrtstuSkirchbos, sSndstattvn der Etratzenbahulinie SS). Zehnpfennig- tour. Lieferwagen und alle Sorten Räde» Palisadenstratze 101._ 18786 Kinderwagen, weitz, Gummi,»u verlausen. Knecht, Eylauerstratze 18 II. Laufdecken 2,60, Garanticschläuche 2,00, Herrenräder(Garantieschein), Doppelglockenlager 50,00, Damen- rüder 60,00. Merlau, Ritterstratze 94. Pianina» nutzgeschnihteS, aller. billigst. Erfragen Hausverwalter Alexaiidersttatze 58(Alexanderplatz). Äquarium, gröhereS, brunnen. Hahn, Nordhofen 6. HerzbcrgS SchuhwarenhauS, an- erkannt spottbilligste EinkausSquelle Weidenweg 65. 728K Hobclbant. Nemitz, Scharnweber- strahe 4V(Franfturtcr Allee).+86 Kinderwagen 15,00, 20,00, 30,00, Sportwagen 4,00, 5,00, 6,00; ge- brauchte, zurückgesetzte fpottbilllg. Ksetzling, Gneisennuslratz« 15, 74031 Gardinen, Pläschteppich.'Tüllbett- d ecken, Uebergnrdinen, Steppdecken, Standbcttcn vllltg Naunynstratze 52, Hosjinanii. 1867b � Plüschsofa 38,00, Schlassosa ltzM, Bettstelle, Matratze 15,00, Palisaden- strotze 23, Tapezierer._ 130/13 Hachwaid-Landparzellen, Quadrat- rute 4,00, an Stettiner Bororlbahn. Klotz. Weitzenburgerslratz« 59. 1857b Äiinstsgc Gelegenheit, Parzellen in Buch, auch a» gepslaslertor Slratze und Nolonic Alpcnberge bei Buch hat billigst abzugeben Joers, RcgcnS- burgerscratze 25»; Vertreter Kraus«, Babnhos-Restauranl. Groll, Buch. Pho 110 graphe» w» lzen verknust Stück Q,3\) Friedeiislratze 97 III. 1866b Seifert sTonarien, prämiiert rti-tdetic Medaille, utrknu'l tziühl, SchöNrbrrg. Bahnstiatzc 43_ flOd' Knnarirnl ahne, Boriäuger, vielfach hoa> prämiiert. Reitzncr, Kopen- hagenerstrcixe g5. fS3 ZciserUiähne. Vcibchen vtrkausl KolvaiSIi. 31rciitzigcrilratze 20.-f-S ii»>-arienhshn«'und Weibchen, Heckciiirichtung zn verkaufen Goltz. strahe Ll, Mnradzlnskt.-j-43 K an n r i c u h a h 11 e, W c chchcn. Böget- börsc. Kleine Andrcassttatzc IS. SchankgeschSft» grotze Lokal. räume, Zweizimmerwohnung an- fchlietzend, guter Ausschank in Bier und Spirituosen, für Parteigenossen passend, umständehalber billig ver. käuflich. Auskunst: Otto, Laufitzer- stratzc 21, II, 1855b Vollrath To., Berlin, Tlsasfer. stratze 21, Amt 8» 4875, Filiale Breslau. Karlstratze 7, Nr. 10765, weift kostenlos zahlungsfähigen Käujern folgende Objekte nach i SSSÄ. Materialwarengefchäst, UV., drei Jahr« bestehend, Miete 800,—, Umsatz 80—90,—, Preis Mark 2200.-, 7L4K 2255. Blumengeschäft, 8W., Miete 125,—, Umsatz 40,—, Preis Mark 1250,—. 725K 3120. Goldwaren-, Uhren-Repa. raturwerkstatt, 14., Miete 1000,—, Umsatz 6000,—, PretS Mark 5500,—, Warenbestand zirka 2500,—, besteht 22 Jahre, 72SK 210«. ZigarrengeschSst, SV.. 15 Jahr» all, Miete 712,—. Umsatz 11 000,-, PretS Mark 3000,—. 727« Krautfit,»he SO, HBIet, Spiegel, Polsterwaren. Groharttge Auswahl. Bekannt billige Preife, kein Laden. Verkauf im Fabrikgebäude. Möbel. spcicher Zaaljcld, Krauistratze 50, 2 Etagen. Herreufahrra», fast neu, Sa« ranttefchetn, Panisttatze 24o, parterre rechts._+62* Möbelhalle.Norden', Thiele, Ackerslratze 120(Garlrnplatz). Filiale: Jnvalidensttatze 118 fSletttncrbahn), Spcicher.— RiesenauSwahl bürger- lichcr WohnungS.Einrichwngen von 200 bis 3000 Mark.- Gelegenheit«. käufe gebrauchter wie neuer Möbel, spottbillig, Ausbewahrung und Liese- rung, frei. 214« «rftaurant. Zahlstev», rankheti der Frau 1'"' hülse. Pasteurftratze 14. Dringend. Umzugshalber sind sämtliche Möbel billig verkäusltch: geschnitztes Nutzbaumbüfett 120 Mark, dreilciligrr Ankleides-vrank. Vierzug. ttsch, Lederftühle 9, Muschelkleiderspind, Muschelvertiko 28, Nutzbaum-Kleidcr- spind, Verttko, modern 36, Auszieh- ttsch 15, Hochseine Walzenstühle 4,50, elegante» Taschensosa 48, Muschel- betlstellen, englische Bettstellen, Ruhe- bett, Waschtoilette mit Marmorplatte 26. Säulentrumeau 36, tzerrenschreib» ttsch, vücherspind, Salongarnitur 100, -rotzer Teppich 18, Bilder 3. Tisch- ecke 5, Küchenmöbel, Federbetten 20 ■ �.jv Neue Köntgstratz« 29, vorn 1 recht», wegen nahe Alexanderplatz. 252/14» Krankheit der Frau verkauft, Brauerei- Billtg» Möbel aus Versteigerungen, van» cnnrtMirftmfc. 1» ako tztustösuiigen. Schränke, Bertitos 2?,—� 752 vescdSktsvsrliSuko. Äcifeugeichäf, krankheil»halb er zu verkaufen. Nixdors, Herthastratz« 14. Mnirrtniwarrn», Ovit-. Gemtlse- grichu/t, ein.stgt» in der Slratze, vilstg jotoctzn verkaufe». Ober-Tchönrnoeide, Warienstratze 6. 699K* Goldgrube. Dritillatton, Ecke, floit gehend, HauptorrtehrSswatze, Umfatz 30 Halbe, viel Spirituosen, Miete nur 1700,—, ersorderlich 2000,—. Er- fragen Otto Gurkasch, Ltebigstratze 34. Obst-, Gemüsegefchäft, Rolle, fosort oder später LandSbergersttatze 69. Zwei Malcnal-, Obst. Und i müle- und ein Milchgeschäft billig zu verkaufen. Näheres Rixdorf, Kopf. stratze 35, im. La dem_ ft02 Zigarrengeschüf« verkaufen. Er- ftagcn Berthelsdorserstratze 7, Restau- atton._ fl02 Gltrestaurant, Parteilokal. Süden flottgehend, billige Miete, wegen Ver- zua nach autzerhatd. Näheres Städte, Prmzenstratzc 108._+48 Zigarrengrschäft, nah« verltn, besteht fett 1905, Miete 500,—. Umsatz 4500,-. PreiS 1100,-. Näheres 1836 vollralh So., verlw, Elsasfer- stratze 21, Ami 3» 4375, 743K Restaurant, Osten, drei Jahre bestehend. Miete 1900,—. Umsatz 30.—. PreiS 2600,—. Nähere» 2269 Vollrath So., Elsasferstratze 2t, Filiale Breslau, Karlstratze 7, Nummer 10765. Milch-, Kolonialwarengeschäst, Treptow. Miete 1200,—. Umsatz 150 Liter, Brot 40,—. IM verttetkunden wöchentlich Rolle neu. PreiS 2350,—. Nähe,«» 2271 Bollrath Co.. Elsasser. stratze 21. 745K Gutgehende« Grünkramgeschäst veriaust Adalbertstratz»«4. 1814b Parteilokals großes verein«. »immer und Wohnung, mehrere Vereine, 58,00 Riete, 4 Jahr« Kon- ttatt, 1200,00. Schefselstratze 4 bei Ew ald�___+86 Gasthof zu verkaufen. Königs. Wusterhaufen, Amtsgarten 3 bei Karl Klein.__ 719« Obftgefchüft wegen Verzug nach autzerhatb, sofort billig, verkauft Fröhlich, Ober-Schünewetd», Withel- minenhofstratz« 48. 7l8K* Lokal, größeres, gutgehend, in Ober-Schönewetde, ist krankheitshalber zu verkaufen. Wo, sagt die Partei- spedttton, Edifonsttatze 10 I. 7173t* Grünkramgeschäft sosorl zu ver. kaufen, Prinz Eugenstratze 5.+81 Restauration verkaust ttankheits» wegen Brunnenstratz« 97,_+63 M ilchgrschüft und Kolonialwaren, konkurrenzlos, täglich 50,00 bi» 70,00, fofori vertaust, Prinzen- Allee 44, Post._______+63 Bettstellen 25�—, Taschenfosat 46,—, hochelegante valongarnituren, Büfette, Trumeaus 33,—, Bücherschränke 58,—, Schreibtische, Verzugtische, Lederstühle, Klubsessel. LedersosaS, buntr Küchen, Krollen, Oclgcmälde, toloffale AuS Wahl billioer Wktfchasten, setlene Ge- legenheilSkällie kompletter Speise. zimmer, Herrenzimmer, Schlafzimmer, Küchen. Lotbringerstratze 55. SalonS, Lennert, 657K* verliehen gewesene Möbel, noch ganz neut Kleiderschrank 27, englische Bettstelle mit guter Staubsch»tz< malratze 45. Ausziehtisch 17. Schlaf. fosa 39, moderne, bildschöne Küchen, komplett 62 Markt Lolhringerstratze 26, Ausocwahrungö-Speicher. 1783b* Speisezimmer, Eiche, tomplel 725, sofort Lolhringerstratze 26, Aus- bewahrungS-Sv et ch er.__ 1784b* e, komplett 480, Hrrre»zimmer,EI> sosorl Lothringerstra bewahr!», qS--speicher. komplett 240, Arbeli Lolhringerstratze 26, 26, Aus- 17856* SchlafAmmer, :U Lolhring bewahnings-St-eicher. ut« ins- 1736b* Sal»», gute Arbeit, entzückend, 500, sofort Lolhringerstratze 26, Ans bewahrungS-Speicher. 1787b* Ddilzahlnng. Möbeletnrtchtung, Stube und Küche, Anzahlung>5 Mark an. Einzelne Möbelftücke 3 Mark an. Verliehen gewesen« Möbel fpoltbillig. »Berolina*, KaflaMen-Aller 49.* giäumungsvertaus! Zurückgefetzte und verliehen gewesene Möbel sollen vom 2. bis 5. Mai zu außer- gewöhnlich billigen Preisen verkauft werden. Darunter hochelegante Ganrituren von 100.— an, Kleider- Wind 24,—, Vertiko 88,—, Ausziehtisch 16,—, Bettstellen mit Matratzen 19,—, Waschtotleltr 20,—, elegante TaschensosaS, Büfett» staunend billig, Herrenschreibttfch 28.—, moderne Küchen von 38,— an. Lagerung und Transport frei EtargardtS Möbel- fabrit und ipdchcreien, Dresden er- itratze 107/108. Auch Sonntags geöffnet. 253/3 M öbeltischlerei, bester«, komplett «Ingerichtet, 9 Bänke, viel Material« verrat, langjährige Kundschaft, billige Miete, wegen Todesfall sehr billig verkäuflich. Hümer, KV., Baruther- siratze 15._ 18376 Gartenreftanrant, Grundstück zwei Morgen, unigeben von sechs großen Fabriken und 5 Minuten vom Bahnhos Maricnseld«, krankheitshalber u verlausen Grotz-Beerenstt. 79/81, tarl SIritzke. Ik60b «Vdel. Möbcltltckilerel liesert gediegene Wohnuiigseinrichtunaen äußerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Zilchlermetfter. DreSdenerstratze lL4, nahe Koltbuter Tor. Genossen erhalten 3 Prozenl.* Möbet. S. Grau. Gneisenau» strahe 10, billigst« und beste Bezug«- gliellc. Kassa und Teilzahlung.» Möbelfavrtk. Orantenitratze 58. direkt'Mvritzplatz. In meinen süns Etagen stehen eminent» Wohiuiiigs. einnchlungen I» jeder Preislage vom Etiiiachflen'bis zum Sleaanicflen. Besondere Geleaenhett biete ich in oerliehen gewesenen. fast neuen Möbeln, die bedculend herabgeletzt sind. Bcsichiiguiig«rbeien. oh»«»aus- zwang. Austalleiid billig rbais«- longues 20, Schlassosa 33, Satlei. taichensosa 49, Paneetiosa 59, hoch. elegante Garnitur 7S, Säulentrumeau 33. Bettstelle mit Matratze 16, Auszieh« lisch 13. Muschelspind. Deeiito 30. Gekaufte Möbel können drei Monate koftensrei lagern. Eventuell Zah. iimgScrleichterungen. Kein Sofien, öirett Fnbrtt. Auch Sonntags ge» öffnet. Muster buch gratis. 54111' Garnitur, neu, 100 Marl. Mahagoni» Vertiko, Tisch«, Ersatz Möbelstücke ver- faust billigst Landsberger stratze 82 I. verkaufe sofort ganze Wirtschaft. Stallschrewerstratze 10, vorn III, Krebs. verkaufe mein nettes Speise- zimmer, Eiche, komplett 600,00, oder mein niedliches Herrenzimmer fü» 530,00. Beide Zimmer sast neu I GaS- kröne, plkseine Küche, Portieren billigst. Chausseestratze 52, vorn U, Fräutein Bölling. Sonntag 9—2, Montag>2—8. "Metallbetten, Kinder-betlilelle, Ktnderwaaen, hochmoderne Muster, spottbillig RUIerstratze 90 III. 129/19' Muschelbctten,PIüschIofa,KIcidcr< schrank, Säulentrumeau, Bertiko. AuS- ztehtisch, Küchensachen, Nähmaschine, Regulator verkaust sofort Frau Winkelmann, DreSdenerstratze 109, Oucrgcböude parterre recht», lg59b Kaftanienallee 58, gelangen viele billigen Verkauf, v Hof parterre, Möbel zum Ipott- 1873h Zwei Betten mit Matratze 50 M., ein Eisspind und ein Puppenbett zu verkaufen Grunewaldstratze 43, Hoch. «e Möbel, neue, nossen billiger. sttatze 59. einzeln, Mee», an.. Wiener- 129/20 Gntrrlialtknc« Sofa bÜT.g zu vcrkauseu SaioMon, GiimmstrosieLit, Seitenflügel I,_ 18176 Paneelbrett, Baucrntisch, Bücher� »lageren verkauft Bctich, Reichen. bergerfttatz« 9, Setlenflügei II. lS32b Dausende Fahrräder 1 Beisptellos -reiswürdig. Radbändler, Leihhaus- ändler, GelegcnheUS. Radvcrläuscr, iberhaupl jeglicher Radrefleklanl. Allergünftigste Bezugsquelle. Fahrrad« zubehör preiswürdigft. Rückttitts-Frei- lausnaben 8,00. SonnlagS geöffnet. Multiplex, Gitschinerstratze 15. 687K* ahrräder. RIeienauswohl Tausend« agerbestand. Beispiellos billig. Aller- günstigste Bezugsquelle Radhändler, LeihhauShändler, GclegenheilS- Rad- Verkäufer, überhaupt jeglicher Rad- reflettanten. Fahrradzubehör preis- würdigst. OeNampen 0,l5. RllcktriltS. Freilaufnaben 8,00. Sonntag» ge- öffnet. Multtplex, Gilschtnerftratze l5. Fahrräder: gebraucht, Fischer, Gilschtnerftratze 17, Fahrräder. Teilzahlung Coulan- teste Bedingungen. Fischer, Gttschiner- stratze 17_ 690«* Deilzahluna. Fohrräder. Sprech. Maschinen. Fischer, Gltschwerstratz« l7. Geichäftsdreirad, äußerst stabil, 50,00. Holz, Blumenftratze 36d.* patirrSller. Perreiiiadrrad. Damensabrrad wie neu, 45,00. Holz, Blumen« iiratze»6d 2I2K* Fahrräder, Teilzahlungen. Jnoa- lldcnsttutz« 20 Skalitzerstratze 40. 320K* ftöv gebrauchte Fahrräder wegen Lagitübersüllung 5,—,>0,—. tö,—. 20.—, 25,—.«amtliche Marken und Systeme, Bretiiiaborräder, Dürkop. rüder, Opelsahrräder, Wandererrädcr, tzidlerlahn äder. Günstigste Gelegenbelt für Händler, Psandleiher. Machnow, jetzt Weiiimeislersttagc 14,* Fahrräder, Grammophone. Teil- zahluiigen, ohne Ausschlag, Loth- ringerstratze 40.__ 67451* Herrenfahrrad, hochelegante», Schulden a/igenommon, Witwe, Neue Schönhauserstratze 1» II.+62' Herr, nkahrrad, nagelneues(Ga- ranttefchetn), lrantheltsb-uber jeden Pret». Exerzicrftratze 25. M Iluks.� Herrenfahrrad, Dameiifahrrad, hochelegante Lnxusmodelle, jede» annehmbaren PreiS, Droiithelmerstr. 40. vorn II geradez»._ �+82* WMgiwbcftmid. Fahrräder. Tauikndc WW Berlin»- biiiigfi» Being-isnueii«. Einzei- vertäu/ direkt Fa'orilgcbäudo. Schluive, Giifchiiierstratze l5. 686«* vrrnuaborrädrr, Teilzahlungen, ohne Anzahlrma. Hehle, Danzigcr- stratze 95._ 715«* Herreufahrrad, hochschick, jeden annehmbaren PreiS, Wcigenbmger- stratze 7g, vorn I recht». 730« Halbreuuer, hochelegant, sofort verkäuflich. Frau Schmidt, Schöne- b-rg, Gustav-Müllerstratze 25, Hos III. Herrenfahrrad, elegant, 25,00, W olliner stratze rechl»._ Hälbrenaer, annehmbaren Garten stratze 112. S2. Seitenflügel 1 732« elegant, feden Stabenow, 783« Halbrrnarr mutz sofort verknusen Alexanderstratze 63, Zigarrenladen. Dransporträder, 40,- btS 85,—. melsterstratze 14. Halbreuuer, Machnow, 30.—. Wein. 735« billig Kleine Franksurtei Halbrenner, elegant, Gram», Ackerftratze 65. spott. atze 25 II, Halbrenner, 35,—. Anllamerstra geschäst._ Herrenfahrrad, billig, vterhalle, Hacke Neue Promenade 2. elegant, 30,—. 737« sofort Schuh« 738« ick. Ipott. er Markt, 739« Herreufahrrad, hochelegantes Luxusmodell, dringend jeden Preis Gitschinerstratze 95, Papiergeschäft.* Herrenfahrrad, 30,00, greilaus, Rückttttlbremfe, Damenfahrrad ZionS. tttchftratze 19 l. 1872b Fahrrad, stabil, neuer Gummi, 27,00, sehr preiswert, Rufiol, Rixdorf, Harzerftratze 87, Ouergebäude. 18346 Herrenfahrrad 120), Damen- tahrrad(33), Nähmaschine, Stuben- lachen, Küchensachen, hochsein, spott. Karras, Adalbeltittatze 24. benutzt. billig. Berrenf.idrrad, wenig o--.».,.. umständehalber,«lewjchmidt, Oder- bergerfttatze 22._ 252/16 "Herrenfahrrad, paarmal gefahren, jeden Preis, Friese, Landsberger Allee 50, vorn Iv._+52 "Herrenfahrrad, fast neue», ganz billig. Gubenerftt. 16, zweites Ouer- gcbäud« 1.__+52* "Halbrenner und Damenrad, kurze Zeu benutzt, 35.00. Große Frank- furterftratz« 14, Ouergebäude, Keller. vrennaborrod dringend Schmidt, '''_+62 Torpedofreilauf, Ca dftratz« 34._ Brennaborrad, fast neu, 65,00(gekostet 175), Kol- bergcrstratze 14, Iii link»._+62 �ande» verkauft Mithau», Luise». ufer 55,__+44 Hrrrrnlnxusrad, Damenrad, fast neu, mutz spottbillig verkaufen, Lehmann, Grotze Frankfurterstratze 140 III. 74 IK Herrenfahrrad, nagelneu. Ga- rantleschctn, sosorl jeden PretS, Beusfel. stratze 21, Verwalter. ISSSb Herrenrad, Glockenlager, fast neu, trankhcitshatber verlaust Schlcm- minger, Jnsterburgerstratze 4 III. Straffenrrnnrad, ladello», spott. billig, Rixdorf, Reuterstratze 24. Dit« ttich,_ 18226 Herrenrad, tadellos, 25,00. Mar. mulla, Admtralstratze 33, Ouer» gebäud« III. 1870b vrennabor-Haibrenner, tadellos, 30,00. Fröde, Anklamersttatze 12 II. Herrenrad zu verkaufen. Nehme guten Kinderwagen in Zahlung. Leupoldt, Rixdorf, Berlelsdcnln. stratze 10.____+102 Dnnvenü spottbillig, triefen et. stratze 27, Ouergebäude t +92 Straftenrenner, Rotgummi. groß. artiger, schnellstens, Spottpreis, Kollege Grosser, grankjurter Allee 104. Versekieclenes. GlSholz» Komiker, Gropius. stratzc 6._ Volkssänger» Gesellschaft«Anke*, Swiiiemündersttatze 17.+70* Volkssänger> Gcskllschasl. Duell und Solo. Schumann, Raniler. stratzc 14. 394K* 2>n>c'»>a»wate Weiset. Gitiivmer» llroge Si-c 2555«» Mehrere Emricht'mge» 150, 225, 300, 380, 450—1520 Mark, sonst zlrfti der doppelte Wert, sofort Lothringer- _ stratze 28, AusbewahrrmgS» Speicher.* Lrrantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Kür denJnseratenteil verantw.: TH-Glocke�Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. SBetlinSW. Lernt die Muttersprache beberr ichenl Ersolgreichen, leicht tatzlichen Unterricht w Wort und Schrift der deurichen Sprache«rieilt Damen und Herren (separat) auch abendS ein tüchtiger und gewiffenbaster Prlvatlcbrer. Die lundc lotlet ein« Mark Eine Unter- rtchtSstunöe wöchetillrch gelingt Ge. fällige Angebote sind Unter 6. 4«n Expednion des.BorwärtS'«U rschtcn. Knuftilvpfrret oon Fra» Kutuschl Schlachlensee, Kurstratze 8, IU. ew Geschäft lausen«der verkaufen will, wende sich an voll- rath u. Co.. Elsasserstratze 21, Amt 3». 4375. 145R* Wer Stoff hat? Fertige Herren- anzüge 15,00. Wagner, Schneidermeister. Lichtenbergersttatze 9. 129/16' Daudrubörse Oberschöneweide, WUhelminenhofstratze 3. 2L0K* Wäsche wird sauber gewaschen, im Freien gettocknet. Laken, Leib- Wäsche, 3 Handlüchtt 10 Pfennige. Abholung Mitiwoch, Donnerstag. Langncr, Köpenick, Marienstratze 13. Dechntknm. Maschinen», Elettro- lechntlum. Hochbausach. Tiesbau. Sttiumetzschuw. Architeftur. In- ftallation. Ga». Wasser. Heizung. Meister-, Polier-, Techniker-, Monteur-, Jngenieurlutse. Neanderstratze 3, vorn III. 129/15 Handwäsche»«! Rudolf Ehlina, Köpenick, Kaiser Wllhelmstratze 17, empfiehU sich dm Genossen, wäscht chlorsret, trocknet im Freien, Laken, Leibwäsche, vier Taschentücher 10 PI. Abholung DienSlagS. 747« "Wäscht im Freien wüsche 10 wird sauber.... getrocknet. Laken, Leib- Pfennig, S Handtücher. 4 Taschentücher 10 Pfennig Abholun nach Nunich. Frau Becher, Köpemö. Grünauerftratz« 66. 748« Invalide, Kachenmöbelspeztalist. streicht Küchenmöbel IN jeder Holzart Einrichtung 15 Mark. nügt. Bunge, Rixdorf, drichsttatze 176. osttarle ge- Kaiser Frie- +102 Handwaschanftalt. Grotze Stück« Leibwäsche, vier Handtücher 10 Psg., Kinderwäsche 5 Pfennig Im Freien gettocknet. Abholung Mittwoch. Frau Genzier, Köpenick. Grünsttatze 11. Wölfspitz enilausen mit Maulkorb, Halsband und Marke Nr/ 2254. Gegen gute Belohnung abzugeben Bäckerei- Genossenschaft Rixdorf, München erstratze 25/26.__+102 Männer, Frauen. Dauererfolge aller Geschlechts-, Unterlews-, Ncrvm-, Haut-, Magen-, Dann-, Blutleiden t Berlin, Weddlngstratz« 5. Elektrische» Ltcht-RaturheUtilstiwt. villige Preise. Sprechzeit 8—9 abend»,«onniag» >2—3. 12 Jahre naturhellkundig. PoSner. 1863b BereinSzimmer zu vergeben Zippke, Groß» Franlsurterstratze 86, Hos._ 18366 Sänger-Gesellschasl Max Schmcltzer, Stettwersttatze 57.+63 Bolkshumortft Ho«z, Schulstt. 56. Viandleihe MarkuSsiratz« 27. Plaetfia, aKe Zahngebisse, aller- höchste Preis«, Utmenstratze 199, II. Wäsche wird chlorsret gewaschen, tm Freien getrocknet. Laken, Lew- wüsche, 4 Taschentücher 0,10. Ab- holung, Lieferung Mittwoch. Zademach, Kbpmtck, Elisabethstratze 9. 720« Veraüetunxen. Stall ung für 1 dt» 2 Pferde. Remis«, Wohnung, großer Lagerkeller vermietbar. Gro» e Frankjurter- fttatze IIb, Garderodengeschäst. 581K* HVodnunxLN. Schöne 3, 2, 1 Zimmerwohmmgen billig, Rixdorf, Aeigand-User 10.* Stube und Küche nebst »fort zu ocrmieien Rixdorf, ratz« 57, Hos III liutS. -eichjel- +102 Billigste Kletnwohnungm 16,75 l Wunderhübsch renovierte Zweizimmer- Balkon-Vorderwohnunge» 33,75, drei« ztmmerig« nur 37,7b ll Gürtel- stratze 27. 1819b Renovierte Zwetzimmer-Vorder- Wohnungen nur»0,75, Stnztmmer- Borderwohnung 22,76. Hermann- stratzc 210. 1818b Zwetzimmer Prächtlge„ wohnungm sofort Stnbe. Küi Madalstratze Ii ���WBaltlinf Söldinerstr. 32/34. oder 1. « sofort öder 1. Juni vorn IV, Schultz. Zimmer, Zweifenstriges möblierte? Zimmer an 1 oder 2 Herren zu vermieten Stratzmannstrahe 7, linier Seiten- flügel, linl« kl.+52* Balkonzimmer(Schlafstelle), 13,06. separat, Urbansiratze 65, rechter Vorder- ausgang II link»._ 17956 �tol>!ier».s Zimmer sofort, einen «lall- 1816d bis»wet Herrm, separat, schreiberstratz« 52, vorn II. "Möblierte« Schmidt, Zimmer Gothenstratze 35 vermietet vorn III. Deilnehmer zum möbitertm Vorderztmmer, Appelt, Brandenburg. stratze 1-2 III. 18816 Möbltertes Zimmer, Kindel, vlumeuslratz« 53, vorn III.+71 Flnrziminer. möbliert, 20, fosort, Gilschtnerstratze 78, vom 2 Treppen. Schultz. 1843b Gepurute««äffte»» PK zwei Herren. Plehn, Kolbergerftratze 23. Möblierte Schlafstelle sosmt bei Witwe Anthauer, Skalttzerfttatze 20, vorn parterre.____+■> Möblierte Witwe Kunz», vorn I. Schlafstelle vermietet Manleuffe sianieu(fei stratze 39, +8 Schlafstelle vermielet an«wen, auch zwei anständige Herren krause, Bärwaldftratze 42._+44 Freundliche Schlafstelle sofort Vücklerstratz« 11, Ouergebäude III linlS.__+K Schlafstelle Generowsky. Neanderstratze 22, II. _+48 Schlafstelle, einen oder zwei Herren, Gitschinerstratze 7», Hos rechts U, Popp. 1827b Möblierte Schlafstelle� auch für Dame, billig, Moschcau, Geihsemane- stratze 4d, 1. Eingang, vom IV(Bahnhof Schönhauser Allee). 749« " Schlafstelle, Gut möblierte Wein stratze 8, Friedrtchshaw. vom ll, Buchr. Näbr +67 Leklskstellen. Schlafstelle bei Sello. Schmld- stratze>0. Hos 1 Treppe. 129/13* �rdeksmarkt. Stellengesuche. Blinder Skudlstechttr»Ittel um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgeliefert. tL Grä/er. Mutack- krage 27. 14686 Stellenangebote» Berufs- und GclegenheilS• Vermittler(Herren und Domen) für sämtliche VerficherungS arten sucht Thuringta, Prtnzenstratz« 41, l.- Grantlschrtsthaner verlangt Ml Jäcket, Weitzensee, Rölkesttatze 22. Farbigmacher und Farbigmachc- rinnen vertangt Wölfl, Diesfenbach- sttatze 33._ 18476 Rahmenmacher für Kreissäge und Stanze oerlangt Wolfs, Dteffenbach-- sttatze 33._ 18486 Monteur. Für Pumpen- uu d WasserversorgungS-Anlagm s Abständiger, erfahrener Arbeiter, sofort gesucht. Max Brandlnbura, Allisnge- sellschasl, Berlw, Ktefholzsttatze 20. Prester verlangt wttcnftratze 7. Krtftau, Ehar- 1823b Borarbetter für Bauklempnerci zu dauernder Stellung gesucht. Nur tüchtige erste Kräfte, die auch mit GaS- und Wafferanlagen verttaut find und gute Zeugnisse über gleich- Stellungen haben, wollen sich Ichrist» lich melden bei Schohau», Orauien- sttatze IIS.__ 18280 S flotte Granttfchrifthauer verlangt Bckernratze 38._ 16656 Korbmacher(Gestellardetter) ll erlangt Müller, Nürilbergersttatze L8. Rtesen-Mötteutafel«. Handelst leule, Haufiererinnen verlangt Osler» mannS Chemische Fabrik, Echo!:- hauferallee 158._+'>j Ein Schrift- und Sandsteilihaucr wird verwngt Eopeck, Nordend.+83 Junge Dame, die das Zuschneiden von Kinderhülen erlernen will, sucht sofort Max stratze 17. Cohn, Kommandanlen- 18136 Im Ardetlsmarkl durch befvndere» Druck hervorgehobene Anzeigen koste» S« Pf. die Zeile. Miibcllcilersabril! sucht jungen. tüchtigen Färber, der In Herstellung von antiken Rind- und Schafledern durchaus erfahren ist, per sofort bei gutem Lohn un» dauernder Stellung zu engagieren. Offerlen mit Zeugnisabschriften und Lahnansprüchen au Eugen Singer 4 Co., Weidheim I. Sa. erbeten.* —- i-■ 1 i im e-ji— 1— rMirsüJ Achtung! Achtung! Klavierarbeiter! Wegen enormer Lohnabzüge haben die Kollegen der Fabrik Noureick die Arbeit niedergelegt. Wegen .dieser Differenz ist auch der Zwischen« meisterbetrteb von E. Schleimer, Rixdors, Pflügerstr. 52. gesperrt. Zuzug ist streng semzuhalten l Bereinigung» de» Pftuftkinftrumenten-Arbettcr. Schlafstelle sosorl Rilterstratze 124, Hos bogen. für Herrn I, Brand»- 1849b Saubere Schlasstcllc, Herm, 11,00 inltusive. na de Aicxanderplatz. Reu- mann, Kelbelftratze 3. l352b separat. Schlafstelle. �, Rillerstratze 124, Hof I._ sofort. Bohnsack. 18386 Klelnert, Schlafstelle Bülowsirage 53, 3. Ausgang, parterre. Schlassiell« für drei Personen a 12 Mark vermielet Boden, Kurze- strotze 14,�____ 1821b MRlierte chlajstelle, Flur- eiugang, Wallstratze 85, vom III. lletilsedei' »liliUböslss-VLchgiil!. Wegen Sttetk und Differenzen sind gesperrt: Für Bautischler und Einsetzer i RrtUte, Kursürstenftrafte 12. tr Klavierarbeiter t Nenfelti, Bcllealltancrstr. 8, ZwischcnmeiNer Bchlcnnvr, Britz er Strahe 7. Pta»of-,brtt Hebte in Reu- Lichtenbrrg, für Stockarveltrr t BOehi,«otibusrr Ufer SS. Die Ortsvcrwaliung Berlin. Nur die Firmen Jos. Junkers» darf und Karl Easparft belieben, datz in ihren Betrieben ein« länger al« einen Tag dauernde Maiseier piatzgreift. Wir erwarten von allen Kollegen so viel Solidaritäi, datz Arbeitsangebote dieser Firmen so lange abgewiesen werden, bis die Genurtz regelten melden, dotz sie ihre allen Arbeits- Plätze tvirder eluoenommen haben. Hoch die Solidarität! 173/7 DieOrtSvcrWaltung der FIl. Berlin d. Zentralocrb, indes der Slutlatcur«.