Nr. 106. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. " Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Eine Standesherrliche Kriegserklärung. Am Nordabhang des Vogelsberges liegt das durch seine faftigen Wiesengründe und herrlichen Buchenwaldungen ausgezeichnete Schlitzerländchen. Einstmals war es untertänig den Reichsgrafen von Schlitz genannt b. Görk; heute gehört es zum Großherzogtum Hessen. Der derzeitige Chef des Hauses gehört bekanntlich zu den bevorzugten Jagdfreunden des Kaisers, der öfters tagelang in den gräflichen Jagdrebieren weilt. Wie anderwärts, so haben sich auch die Grafen v. Schlik beim Aufhören ihrer souveränen Landeshoheit das Privateigentum an dem größten Teil der Waldungen gesichert. Die Reste des einstmaligen Gemeineigentums, die Holz, Streu, Weide- und Fischereigerechtsame der Gemeinden, haben sie dann gegen möglichst geringe Entschädigung zur Ablösung gebracht. Die Schlizer Herrschaft" hat das ganz besonders gut verstanden, und sie hat es obendrein fertig gebracht, sich auch noch das Jagdrecht auf den Feldern der Gemeindebürger zu erhalten. Das bedeutete für die letteren eine schwere, mit der Entwickelung der Feldkultur immer unerträglicher werdende Plage: Der reiche Wildstand, der Stolz der erlauchten Herren, schädigte die Kulturen der Bauern in empfindlicher Weise. Klagen auf Wildschadenersatz gegen die Herrschaft" hatten so viel Kosten und Schikanen zur Folge, daß die meisten Geschädigten lieber ganz davon Abstand nahmen. Die Erbitterung über diese Verhältnisse griff nun neuerdings in der Bürgerschaft des Städtchens Schlitz so um sich, daß der Gemeinderat den ein. stimmigen Beschluß faßte, die Ablösung der herrschaftlichen Jagdgerechtsame auf den Privatgrundstücken durchzuführen. Dazu hat das sei ausdrücklich hervorgehobendie Gemeinde nach hessischem Gesetz ein Recht. Donnerstag, den 7. Mai 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. vollständiges, systematisches und konfequentes Ausschießen des mir solches Bündnis einzugehen, nur sollte, der formelle Antrag von gehörigen Teiles der Feldjagd sowie sämtlicher umliegender den Nationalliberalen, als der im Kreise schwächeren Partei, auss Waldungen sein müssen ein Grund mehr, der mir die Ueber- gehen. Die Nationalliberalen waren damit einverstanden und siedelung auf den Richthof mit seinem neuen Rehpark erwünscht stellten am 18. April den Antrag zu Händen des Herrn Dr. Schep p. machen wird! Was aber die Stadt aus einer derart reduzierten, Dieser gab aber zunächst eine ausweichende Antwort, denn dabei wegen der bekannten Grenzverhältnisse so schwierig auszuübenden Jagd für Nutzen zu ziehen hofft, verstehe ich nicht, er hatte trok des vorliegenden Beschlusses mittlerweile Unterzumal da unter diesen Umständen für auswärtige Liebhaber nicht auf diese Weise hatte der Freifinn zwei Eisen im Feuer, und er handlungen mit den Konservativen eingeleitet! zu zählen ist. Bisher erhielt die Stadt von uns jährlich 400 m. Es ist fonnte nun in aller Ruhe abwägen, welche von den beiden Parteien weder abzusehen, ob, noch glaublich, daß die Einnahme aus der ihm die meisten Chancen bieten würde. Das Ende vom Liede Jagd sich unter den geschilderten Verhältnissen erhöhen wird. war, daß der Freisinn ein Bündnis mit den Konservativen einging. Aber wenn auch in welchem Verhältnis würde im besten Wenn jetzt eine Anzahl liberaler, also auch freisinniger Vertrauens Falle der Vorteil zu dem oben angeführten sich in die Tausende leute, noch extra liberale Kandidaten aufstellen will, so vermag belaufenden Schaden stehen? Das Rechenerempel ist einfach genug! Daß ich eventuell natürlich bereit gewesen wäre, auf eine dies an den Tatsachen nichts mehr zu ändern! Erhöhung der bisherigen Abfindungssumme einzugehen, will ich die Zeitung der freifinnigen Partei in Berlin diesen Bakt sofort Die Frankfurter Zeitung" meint nun ganz entrüstet, daß nur nebenbei erwähnen. " Bereits am 13. Februar d. J., als ich von bevorstehenden annullieren müsse. Sie kennt aber offenbar ihre Blockfreunde noch Ablösungsplänen hörte, habe ich an Herrn Bürgermeister Zinsser nicht gut genug, denn das„ Berliner Tageblatt" versichert bestimmt, rückhaltlos und ausführlich im Sinne der vorstehenden Erörte- daß gerade die freifinnige Parteileitung bei der Sache die Hände rungen geschrieben. Ich darf nicht zweifeln, daß er den Ge- im Spiel hatte! Und selbst wenn dies nicht der Fall gewesen meinderat schon damals gründlich aufgeklärt hat. Ich lege aber den größten Wert darauf, daß kein Mitglied des Gemeinderats wäre, wäre die Geschichte auch noch blamabel genug, denn die im mindesten im Unklaren darüber sei, was die Folgen des in Mehrheit der eingeladenen freifinnigen Vertrauensmänner war erster Linie für das Wohl der Stadt so verhängnisvollen Schrittes mit dem freisinnig- konservativen Wahlbündnis einverstanden! sein werden, der das alte Verhältnis zwischen der Stadt Schlitz Die Geprellten sind die Nationalliberalen, die sich darüber freilich und mir und meinem Hause zerstört ich sage ausdrücklich nicht besonders aufregen werden, denn seit Bismarcks Zeiten sind ,, und meinem Hause"; denn ich habe vor einigen Tagen in Berlin sie daran gewöhnt, der reichlich empfangende Teil bei der Verabs mit meinem ältesten Sohne, dem Erbgrafen, die ganze Sachlage reichung von Fußtritten zu sein. besprochen und derselbe hat mir erklärt, wenn auch mein tiefes Bedauern teilend, daß er ganz auf meinem Standpunkt stehe und auch dann, wenn ich selbst nicht mehr bin, auf demselben beharren gewaltsam dazu drängt ein Feind der Stadt zu werden, so will ich mir um meiner selbst willen das Bewußtsein wahren, wenigstens als völlig offener und loyaler Feind dazustehen. Deshalb wünsche ich, daß Sie in einer Ihnen geeignet erscheinenden Weise den Inhalt dieses Schreibens zur Kenntnis jedes einzelnen Mitgliedes des Gemeinderats bringen. Schlig, den 29. April 1908. werde. Da man mich Teider Noch immer heulmeiert ein Teil der freisinnigen Presse über die sozialdemokratische Wahltaktik, wie sehr aber damit das Richtige getroffen wurde, das beweist das Verhalten des Freisinns mit jedem Tage eindringlicher. Und da soll man noch daran glauben, daß der freisinnige Wahlrechtsantrag etwas anderes war, als ein schlau sein sollendes Wahlmanöver? Um den Preis eines Mandates verbündete sich diese Sorte Freifinn auch noch mit dem Zentrum, wenn es dort auf Gegenliebe zu rechnen hätte! und die Prinzipien? Ach, es ist lange her, daß der Freifinn etwas besaß, was er mit einem Schein von Recht als Prinzip ausgeben fonnte. Diese Zeiten sind für immer dahin, die Blockpolitik, die ( gea.) E. F. Graf von Görg." den Freifinn zur Regierungspartei machte, hat mit dem Besondere Schwierigkeit entstand für die Gemeinde aber Dieses Schriftstück redet Bände. Es zeigt mit Klassischer letzten Restchen von Prinzipien gründlichst aufgeräumt. Aber auch daraus, daß die Herrschaft" auch zahlreiche landwirtschaftliche Deutlichkeit, welcher Geist im Anfange des zwanzigsten Jahr die politische Scham scheint bereits zu den Hunden geflohen Güter sich als„ Hauseigentum" zu sichern gewußt hat. Deren hunderts noch in den Köpfen der hochadeligen Herren sein zu sein, sonst müßten die freisinnigen Redner doch mindestens noch Grenzen laufen in die Felder der Gemeindebürger hinein, Wesen treibt. Bar jedes sozialen Empfindens, tritt der gräf- ich amrot werden, wenn sie in ihren Versammlungen mit Freifodaß mit der Ablösung der gräflichen Jagdgerechtigkeit liche Jagdherr dem Verlangen der Gemeindebürger entgegen, beit und Volksrechten um sich werfen. Mit aller Macht und auf der letteren eine Grenzregulierung erforderlich ist. Um diese die, fast durchweg kleine Handwerker und Bauern, für den Entschlossenheit müssen diese Hyänen des politischen Schlachtfeldes herbeizuführen, wandte sich die Bürgermeisterei von Schlitz am Schuh ihrer fümmerlichen Eristenz vor dem„ herrschaft- bekämpft werden! 21. April d. J. an die gräfliche Rentkammer. Letztere legte lichen" Wild kämpfen. Als ob er noch ihr souveräner das Ersuchen dem„ regierenden" Grafen Emil Friedrich vor, Herr sei, putt er sie herunter und droht ihnen und nun höre man, was für einen Bescheid der erlauchte mit allen. in seiner Macht stehenden Schädigungen und Herr auf das wohlberechtigte Verlangen der Gemeinde er- Schikanen, wenn sie auf der Durchführung dessen beharren, worauf sie ein landesgefeßliches Recht haben. Schwer zürnend Das Meineidsverfahren gegen den Autor des Sanges an Er erklärte, daß er feine Veranlaffung zu der gewünschten fündet er den Krieg an zwischen der Stadt und seinem Alegir", den Ritter des Schwarzen Adlerordens Fürsten Phili Grenzregulierung habe, die Gemeinde habe ja gewußt, daß Hause", noch über seinen Tod hinaus soll die offene Feind von Eulenburg, nimmt seinen Fortgang. Der Landgerichtsrat die beschlossene Jagdablösung seinen Wünschen direkt zuwider- schaft" dauern; nichts wird er unversucht lassen, um die Be- Schmidt vom Landgericht I ist legter Tage in Liebenberg gewesen, laufe, bestehe sie dennoch auf der Durchführung, dann werde völkerung zu bedrücken und zu benachteiligen. Und dieser um dort den bedrängten Fürsten einem Verhör zu unterziehen. sie die Folgen" zu spüren bekommen. Es heißt dann in dem reichsgräfliche Kämpfer gegen Gesetz und Recht ist das Neues darüber ist natürlich nicht bekannt geworden. Nur so viel Schriftstück wörtlich: stellt sein Vorgehen noch in ein ganz besonderes Licht hat man gehört, daß nach Bekundung des Gerichtsarztes der Fürst privilegierter Gesetzgeber, er ist Präsident der hessi- Eulenburg noch immer nicht als transportfähig angesehen schen Ersten Sammer! teilte. Die Folgen des von der Stadt beabsichtigten Schrittes faffe ich im wesentlichen furz wie folgt zusammen: " Jede bisher gern von mir geübte Rücksicht auf die Stadt Schlitz wird aufhören es würde jetzt zu weit führen, auseinanderzufegen, in wie vielen Einzelheiten sich dieses äußern fann und wird. Meine Beteiligung an der Anlage eines Elektrizitätswertes werde ich zurückziehen usw., weder die Schneidemühle Hyänen des Schlachtfeldes. Die Meineidsaffäre Philis. " worden ist. In einem bürgerlichen Blatte wird nicht mit Unrecht eine Barallele zwischen dieser Rücksichtnahme auf den erkrankten Fürsten und dem gewöhnlich viel weniger rücksichtsvollen Vorgehen gegenüber gewöhnlichen Sterblichen gezogen. In der Charité, so heißt es da, feien eigene Abteilungen für Wenn die Nacht ihre dunklen Schleier über das Schlachtfeld untersuchungsgefangene, in die schwerkranke Delinquenten zu diesem Zwed verkaufen, noch auch hinsichtlich irgend welcher gebreitet hat, dann tauchen allerlei verdächtige Gestalten auf, um gebracht würden. Es sei deshalb nicht einzusehen, warum nicht auch Gebäude, über die ich verfüge, beteiligen. Dies um so mehr, Freund und Feind zu berauben. Man macht mit diesen Hhänen des ein an Neuritis leidender Mann von Liebenberg nach der Charité als inzwischen festgestellt ist, daß für die Hallenburg und ihren Schlachtfeldes in der Regel recht furzen Prozeß, wie denn ihre überführt werden könne, zumal bei der modernen Art des KrankenGutsbetrieb eine Privatanlage mit Ausbeutung der Kraft der Handlungsweise allgemein als eine e felhafte, erbärmliche transports. Fürst Gulenburg muß also wirklich sehr frank sein, Hallenmühle genügt. " Daß ich meinen Schloßgarten dem Publikum sperren angesehen wird. Ueberträgt man dieses Beispiel aus der Schlacht wenn man ihn nicht ebenso behandelt, wie nicht gefürstete Anwerde, desgleichen alle meine Privatwege( insonderheit die im auf den politischen Kampf, dann erscheint in der Rolle geklagte! Auf der anderen Seite freilich scheint es, als ob die Krankheit des Walde, Platz in der Kahl, Haus und Wiese auf dem Eisenberg dieser Hhänen des Schlachtfeldes der biedere Freisinn, der, und dergleichen) ist selbstverständlich. Welchen Einfluß es übrigens die Situation ausnügend, alles nimmt, was er triegen kann. Es Fürsten doch nicht so schwer ist, um ihm unseres Erachtens auch auf die im Interesse der Stadt liegenden Besuche der Salz- handelt sich da um eine alte, liebe Gewohnheit, denn von jeher hat wirklich überflüffige Strapazen und Aufregungen zu ersparen. fchlirfer Badegäste haben wird, wenn alle angenehmen Spazier der Freifinn seine Mandate zumeist in den Stich wahlen ge- Wird doch gemeldet, daß der Zeuge Ernst bereits in Berlin an gänge, Besuch der Burgen usw. in Wegfall kommen, liegt auf der holt, und mit der damit verbundenen Rechnungsträgerei hat er gekommen sei, um demnächst, wahrscheinlich schon heute( Donners Hand. Vor allem aber werde ich meinen Wohnsis in allmählich den ehrlichen, politischen Kampf völlig tag), in Liebenberg dem Fürsten Eulenburg gegenübergestellt berlernt. Das tritt wieder recht finnenfällig in die Er- zu werden. Wenn Fürst Eulenburg wirklich so krant ist, hätte Schlig aufgeben und den von mir ohnehin bedeutend bevorzugten Richthof verlegen. Selbstverständlich wird die Ge- fcheinung, wenn man das Verhalten des Freisinns bei den Land- man ihm diese Aufregung wirklich ersparen können. meindesteuer sodann von mir nach Unterschwarz zu zahlen fein, tagswahlen beobachtet. In Görlik wollte er ein Techtelmechtel Klärung der Sachlage bermag unseres Erachtens eine persönliche was für mich einen sehr erheblichen Vorteil, für die Stadt das mit den Nationalliberalen eingehen, um den Konservativen, denen Gegenüberstellung des Zeugen Ernst mit dem Fürsten Gulenburg gegen den Ausfall einer Einnahme von jährlich etwa 8-9000 9. er das Reichstagsmandat verdankt, die Landtagsmandate abzu- herzlich wenig beizutragen. Aber nicht nur der schwer kranke jagen. Die Nationalliberalen waren politisch ehrlicher, fie gingen Fürst Eulenburg, sondern auch der Beuge Ernst selbst scheint " Ich hätte auch das Recht, das Spital auf den ursprüng- auf diesen Batt nicht ein. In Ratibor hat der Freifinn ein ganz unnötigerweise durch die Konfrontation aufgeregt worden zu lichen fümmerlichen Zustand der 50er Jahre zurückzuschrauben Bündnis mit den Konserbatiben abgeschlossen um den Preis sein. Er soll herzleidend und infolge des Verlaufs des Prozesses durch Entlassung der Diakonissen u. a. m., wodurch auch Klein- eines Mandates. Das andere Mandat soll den Konservativen zu- recht ängstlich sein. Diese Aengstlichkeit ist begreiflich, namentlich finderschule und Stadtkrankenpflege in sich zusammenfallen würden. In diesem Punkte jedoch, sowie in dem des Armenvereins müssen fallen, die sich gegen jede Aenderung des Wahlrechtes wenn man sich in die Psyche des Zeugen hineinversetzt. Unser ausgesprochen haben! Den niederträchtigsten Streich hat Münchener Bruderorgan hat einen Berichterstatter nach mich höhere Rücksichten leiten als die auf die Stadt Schlit und dazu tann sich die lettere immer noch gratulieren! Aller sich der Freifinn aber geleistet mit dem Wahlbündnis in Ober- Starnberg entsandt, der dort, unmittelbar vor Zitierung Ernsts nach dings bliebe noch zu erwägen, ob man bei Aufnahmen in das und Niederbarnim, wo er sich direkt zum Hausknecht der Berlin, eine Unterhaltung mit diesem Zeugen hatte. Der Spital fünftig Bewohnern von Schlitz besondere Vorteile gewähren Stonservativen degradiert hat. Die Rolle, die der Freifinn dort Gewährsmann der Münchener Bost" berichtet darüber: will oder nicht. spielte, ist geradezu ungeheuerlich; dieser Fall dürfte einzig daWelche Vorteile sich nun die Stadt diesen tief ein- stehen in der Geschichte der politischen Kämpfe. Das„ Berliner schneidenden Nachteilen gegenüber verspricht, ist mir ganz un Tageblatt" stellt die Sache so dar: erfindlich! Vor allem darf doch niemand erwarten, daß etwa ich Im Februar hatte der Abg. BIeII namens der Parteileitung als Bächter der abgelösten Feldjagd auftreten würde?! Ich erkläre jedenfalls auf das bestimmteste, daß ich unter feiner Be- der Freisinnigen Volkspartei für Niederbarnim ein Bündnis dingung der Stadt, die den Bruch mit mir gewollt hat, die Jagd mit den Nationalliberalen angeregt. Eine freisinnige abpachten werde. Die Folge wird voraussichtlich allerdings ein Vertrauensmännerversammlung beschloß am 29. Februar, auf ein bedeuten wird. " Denn zur Ich hätte Jakob Ernst fast nicht mehr erkannt; seit dem Münchener Prozeß hat sich der Mann start verändert; die Augen sind eingefallen, die Lippen blau, das Auge blidt wirr. I bin fcho anglegt," sagte er zu mir, auf seinen Sonntagsstaat deutend, in den er sich geworfen. Ich verstand den Sinn seiner Worte nicht, als ich ihm aber fagte, weshalb ich zu ihm gekommen sei, gab er mir die Erklärung: I hab' gemeint Sie holen mi i weis alle mit." Daß sie seither sich nicht gebessert, vielmehr noch verschärft hat, weiß jedermann. Augenblid, es fommt einer und nimmt mich politischen Blod zusammendrängt, so muß jest- umgekehrt Es fostete mir einige Mühe, den Fischerjackt zu der Stillstand der Revolution die Gegenfäße zur Entfaltung beruhigen; dann erzählte er mir, mit Tränen in den Augen: bringen. Der Parlamentarismus wie armselig er auch sein Nun hat freilich der preußische Landtag direkt mit " Ich habe mir ja nichts zu fürchten, ich habe unter meinem Eid mag bildet dazu die geeignete Arena. Die nichtige Kleinarbeit, diesen Dingen nichts zu tun. Desto mehr aber indireft. was ich dabei gelitten habe. Aber wenn der Fürst sagt, eine Art Obstruktion gegen die Geschichte. die volle Wahrheit gesagt, wenn Sie dabei waren, wissen Sie ja, mit der die Duma ihre Zeit vertreibt, ist also nichts anderes, als Denn nur politische Kinder können heute noch glauben, daß die Machtverhältnisse im Landtag ohne Einfluß seien auf die es ist nicht wahr, dann wird man ihm glauben, denn er ist ein mächtiger Mann." Und nun erzählt Es gibt nur ein großes Gebiet, auf dem sich die herrschenden im Reiche. Im Gegenteil, diejenigen Parteien, die uns die der Fischerjacl nochmals, wie ihn Eulenburg verführte; wie er Parteien die Kadetten nicht ausgeschlossen als Einheit fühlen Teuerung bescheert haben, nämlich Konservative und ihm Geld gab; aber das Geld wurde gleich in Bier umgefeßt; er- oder wenigstens als solche erklären. Das ist die äußere Poli- 8entrum, haben die Wurzeln ihrer Macht im Landtag. spart hat sich der Fischerjackl nichts, er versichert es lebhaft. Db er tit. Die Größe und die Stärke begeistert sie alle von dem Sind sie hier entwurzelt, ist hier ihre Macht gebrochen, einen Brief von Eulenburg erhalten habe, frage ich ihn. Ja, war wahnsinnigen Bogromregisseur Purischkevitsch bis zu dem ehe- dann können sie auch im Reiche nichts Böses mehr tun. Desdie Antwort, das will ich Ihnen sagen, vor zwei Monaten. maligen Bewohner des Kreuzgefängnisses, dem Professor Mil- halb muß ihnen der Kampf gelten. Ebenso aber auch den Aber was drin steht, sag ich erst vor Gericht. Vor der Macht jutow. Und was das eigentümliche ist, das ist die Bereitwilligkeit, Leuten, die unter dem Deckmantel freiheitlicher Redensarten Eulenburgs hat Jakob Ernst einen ungeheuren mit der das Ministerium des Aeußern der Duma seine„ Pläne" sich zu Handlangern und Helfershelfern dieser konservativen Respett; er glaubt, daß er über allen Behörden steht. Meinen Sie," frug er mich, daß ich nach Berlin zur und Aufgaben" entwickelt, obwohl es dazu nach den Grundgesezen Politik hergeben, und die noch obendrein die ersten sind, bei Konfrontation muß oder nach Liebenberg?" gar nicht verpflichtet ist. Seine Erklärungen sind natürlich ganz jeder Lohnforderung mit Zetergeschrei über die Begehrlichinhaltlos und haben eine rein dekorative Bedeutung. Aber schon feit der Arbeiter" herzufallen, d. h. den Liberalen und die bloße Tatsache, daß der Lenker der zarischen Diplomatie fich Freisinnigen aller Schattierungen. überhaupt dazu bequemt, die schüchternen Bedenken der liberalen Opposition mit artikulierten Rauten zu widerlegen, ist ein ge schichtliches Ereignis", in dem die Oktobristen und die Kadetten den Sieg der Jdee der Volksvertretung erblicken. Wenn's zur Verhandlung kommt, sicher." " Ja, da daschlagens mich ial" Ich machte den Verfuch, dem Fischerjackl zu erklären, daß man es auch in Preußen nicht mehr wagen tönne, ohne weiteres einen unbequemen Zeugen abzumurtsen. Ernſt atmete fichtlich erleichtert auf." Ich kann auch in Berlin nicht anders aussagen wie in München, ich muß die Wahr heit sagen, wenn's auch der Fürst leugnet," versicherte der Fischerjadl immer wieder. Und immer wieder äußerte der Fischerjackl die Befürchtung, dem Fürsten könnte geglaubt werden, wenn er leugne, und ihm, dem einfachen Fischer, nicht, auch wenn er die Wahrheit sage. Und ich habe sie gesagt, die Wahrheit, und ich bleibe dabei." Das wirkliche Resultat ist die Amurbahn. Warum aber gerade die Amurbahn und nicht Unterseeboote Doch alle oder eine Luftflotte, kann natürlich niemand erklären. find zufrieden: die Rechte, die Ottobristen, die Regierung, sogar die Kadetten, deren Mehrheit gegen die Bahn stimmte. Und sie haben alle ihre besonderen Gründe dafür. Ich mußte den Mann schließlich seiner Qual überlassen; er sieht seine Eristenz bedroht, er fürchtet die un Die Rechte wäre auch für eine Milchstraßenbahn zu haben: heimliche Macht eines Mannes, dem er schon in denn es ist doch bequemer, über die patriotischen Eisenbahnbauten feiner Jugend zum Opfer gefallen ist. Er hat schon damals den gewaltigen Einfluß des Geldes als über die verdammte Agrarfrage zu entscheiden. Außerdem und der persönlichen Beziehungen lennen geberspricht ihr die Regierung auf Grund der nicht eristierenden Ternt und nun bangt ihm, sein Lebensschifflein möchte zer- Forschungen ein koloffales Gebiet freien Grundes für die Grund fchellen, er tönnte ein zweites Mal, aber diesmal tiefer, viel tiefer, und Boden fordernden Bauern. Man hofft also, die Agrarrevolustürzen." tion ganz einfach durch die Amurbahn aus dem europäischen Rußland zu exportieren. Der Zeuge Ernst ist durch seine Ahnung nicht betrogen worden. Man hat ihn wirklich nach Berlin geholt, um ihn in Liebenberg dem Die Oftobristen sagen für ihre Person: neue Eisenbahnbauten Fürsten gegenüberzustellen. Der Zwed dieser Konfrontation erscheint bedeuten neue Anleihen, d. h. neues ausländisches Kapital für die uns vollständig rätselhaft. Um so mehr, wenn es richtig ist, nationale Industrie. Das Geld ist jetzt auf dem internationalen was die B. 3. a. M." meldet, daß Ernst vor seiner Abreise dem Markte sehr teuer. Nur der Staat hat die Möglichkeit, die notStarnberger Amtsgericht jenen Brief überwiesen hat, den er wendigen 500 Millionen Mark auch unter den schlimmsten Bevon Eulenburg vor zwei Monaten erhalten hat und der einen sehr dingungen zu bekommen, und dann unter den günstigsten Bedingravierenden Charakter tragen soll. Wenn dieser gungen den Großlieferanten und Bauunternehmern vorzuschießen. von Eulenburg eigenhändig geschriebene Brief deutlich den Also der Amurpatriotismus heißt neue Bestellungen und hoher Meineid des Fürsten Eulenburg beteist, wie die B. 3. a. M." ver- Profit. fichert, so hätte man sowohl Eulenburg wie dem begreiflicherweise Eine große Weitsichtigkeit selbst vom Standpunkt der Industrie erregten und wegen des vermeintlich unheimlichen Einflusses seines ist es jedenfalls nicht. Bedeutet es doch die Erholung der Industrie hochgeborenen Verführers nervösen, besorgten Zeugen Ernst die uns nügen Aufregungen einer Gegenüberstellung ersparen tönnen! Auch der Milchhändler Riedel soll angeblich zur Sonfrontation mit Eulenburg beorbert worden sein. In Starnberg selbst soll man an der Schuld Eulenburgs nicht zweifeln. Es sollen sich durch Briefe an Jfenbiel freiwillig neue Belastungszeugen angeboten haben. Der Gewährsmann der Münchener Post" erzählt über feine Unterhaltung mit dem Bürgermeister von Starnberg, der auf Anordnung des Oberstaatsanwalts Jfenbiel die nächsten Erhebungen vorzunehmen hatte, das folgende: " auch fernerhin, nur von der parasitischen Aussaugung des Staates zu erwarten, anstatt ihre Kräfte durch soziale und politische Reformen großen Stils zu befreien und zu entwideln. Aber auf diesem Wege der Erweiterung des inneren Marktes wäre die Lösung der Agrarfrage die erste Etappe. Das hieße aber Enteignung des adeligen Grundbesizertums, entschiedenster Konflikt mit dem herr schenden Stande und der Bureaukratie und die Revolution. Dieser Weg ist nicht nur für die Oktobristen, sondern auch für die Kadetten absolut ungangbar. Und je mehr die Kadetten ihre Hoffnungen auf eine völlige Umwälzung der landwirtschaftlichen Ich habe, erzählte mir der Bürgermeister, nur die ersten Ber- Verhältnisse aufgeben, desto mehr müssen sie auch darauf verzichten, nehmungen gepflogen; in der Gemeindekanzlei. Wir sind aber die kulturelle Entwickelung des Landes auf die Ausbildung eines nicht darauf eingerichtet und darum hat jetzt das Bezirksamt die fräftigen Bauerntums zu gründen, desto leidenschaftlicher müssen Sache übernommen. Für uns Starnberger war übrigens die Sache fie die Versöhnung mit der alten Regierung anstreben und den nicht neu, es wird ja hier seit Jahren davon gesprochen. Daß Ernst vor dem Münchener Schöffengericht die Imperialismus als den einzigen Ausweg für die wirtschaftliche Fort. Wahrheit gesagt hat, davon sind wir alle entwickelung des Landes akzeptieren. Das ist die Erklärung, daß überzeugt, wir haben gefehen, wie schwer es ihm geworden der ehemalige Mitarbeiter der„ Neuen Zeit", Herr Peter ist, vor Gericht auszusagen, aber gerade deshalb glauben wir, b. Strube, jetzt den Leichnam des Banslawismus galvanisieren daß alles wahr ist, was er angegeben hat. Der Ernst tut uns will und Miljukow innerhalb seiner Partei für die Amurbahn nur leid; er ist ein angesehener Mann und jezt ist er ganz eintritt. auseinander." sondern auch den seiner Belastungszeugen! Die Obstruktionsarbeit der Duma. Dies ist die Lage: Die inneren Verhältnisse sind um kein Haar besser als vor der Revolution. Die Mehrheit der Duma treibt Freifinnige gegen den Schein- Freifinn. Der sozialliberale Berein Berlin( demokratische Vereinigung) richtet, an die Freunde der bürgerlichen Demokratie" einen Aufruf, in dem es unter anderem heißt: Nach Die Die bürgerliche Blodpolitit ist dem Freisinn zum Verhängnis geworden. Der Blockfreisinn hat alle Gelegenheiten, fich durchzusehen, verpakt... Die Freisinnigen haben sich als gefügige Soldaten in das Blockheer einreihen lassen. Bon oben hat der Freifinn nichts mehr zu erwarten, weil er sich zu nachgiebig gezeigt hat. unten hat er an Popularität und Zugkraft eingebüßt. Blocpolitik hat auch zur Bersumpfung der preußischen Wahlreform geführt. Flauer als je droht der Wahlkampf zu verlaufen. Für ehrliche Demokraten hätte es nur eine Wahlparole geben dürfen: Uebertragung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts auf Preußen! Statt dessen Kompromisse tompromierendster Art, um hie und da ein Mandat zu ergattern, Kampf gegen die 3verlässigsten Wahlrechtsfreunde, Bündnisse mit den Wahlrechtsfeinden bis zur äußersten Rechten hin! Ein schmähliches Schau spiel! Das moralische Ansehen des Freisinns hat durch die Preisgabe des Grundsages der staatsbürgerlichen Rechtsgleichheit und durch die Verkümmerung des Koalitionsrechtes auf schwerste gelitten. Seine weitere Enswidelung nach rechts fcheint unaufhaltsam. Die zuverlässigen demokratischen Elemente werden abgestoßen. Die Brücken zur Arbeiterschaft sind abgebrochen. Die Zahl der sozialdemokratischen Mitläufer schwillt wieder an. Die politische Gleichgültigkeit in den bürgerlichen Kreisen nimmt überhand. Solange die Blodpolitik andauert und ihr Ende ist jezt nicht abzusehen ist von den freisinnigen Fraktionen keine demokratische Politit zu er= warten. Nichts aber braucht gerade Deutschland dringender als demokratische Politit. Seine übermächtige Reaktion fann nur dann gestürzt werden, wenn Bürger und Arbeiter sich auf ihre gemeinsamen Interessen befinnen. Das Juntertum weiß, was ihm gefährlich werden kann. Darum fein Haß gegen die ehrlichen Demokraten. Darum seine zarte Fürsorge für den Blockfreifinn. Tiefe prinzipielle Gegenfäße tlaffen zwischen Sozialdemokratie und bürgerlicher Demo tratie. Aber sie stehen jetzt nicht zur Entscheidung. Er st muß der gemeinsame Gegner niedergerungen sein." Bei der bevorstehenden Landtagswahl wird sich ja zeigen, wir zahlreich die Freunde der bürgerlichen Demokratie", die wahrhafter Liberalen noch sind. Politische Ueberficht. Berlin, den 6. Mai 1908. Eickhoffs Rettung. Hoffentlich bemüht man sich im Verlaufe des Verfahrens, nicht nur den Gesundheitszustand des Fürsten Eulenburg zu schonen, in tiefstem Einverständnis mit der Regierung ihre Obstruktions- Um Haaresbreite wäre es um Eickhoff, den Protegé Kleinarbeit, ohne zu wissen, was der nächste Tag bringen wird. der Bülow und Keim, geschehen gewesen. Das kam so: Auf Und über die großen, von der Revolution noch nicht gelösten Auf- der Tagesordnung des Reichstags standen die noch ungaben will man durch patriotische Illusionen hinwegkommen. Diese erledigten Wahlprüfungen und Petitionen. Zu lekteren fam Taktik hat wie jede andere- ihre innere Logit. Der ideologische das Haus nicht mehr, denn die Wahlprüfungen nahmen nicht Imperialismus der Kadetten hat bei den Oktobristen und bei der weniger als 8 Stunden in Anspruch und davon entfiel wieder Rechten sehr reelle Wurzeln. Und die Stimmung der herrschenden voll die Hälfte auf Eickhoffs Wahl in Remscheid- LennepParteien wird notwendigerweise die jetzt so behutsame Regierung Mettmann. beeinflussen, ihr Mut" verleihen und sie zu erneutem Mirren mit dem Blechschwert ihrer kriegerischen Macht provozieren. Das be. deutet aber, daß ein neues Abenteuer bei der Mutden- und Tizu fimaregierung absolut nicht ausgeschlossen ist. Die Blockmehrheit der Wahlprüfungs- Kommission hatte Gültigkeit der Wahl beantragt. Das Zentrum wollte jedoch weitere Beweiserhebungen über die behaupteten amtlichen Wahlbeeinflussungen haben, und die Sozialdemokratie behauptete noch außerdem, daß auch der Generalmajor Seim über seine Aktion zugunsten Eichhoffs eidlich vernommen werden sollte. Aus Petersburg, 2. Mai, wird uns geschrieben: " Wir haben nun auch, wie ihr, ein Parlament nicht hat, sonBern auch einen Block" aus den erzrcattionären Fronherren uno ben„ liberalen" Vertretern des großen Kapitals. Und die Kadetten, diese Freifinnigen Rußlands? Formell gehören sie nicht zum Block. Aber obwohl man sie mit Knutenhieben vom Regierungswagen wegtreibt, bemühen sie sich, wenigstens auf dem hinteren WagenDie Liberalen hoffen, daß die dritte Duma sich„ einleben" wird. tritt mitzufahren. Gestern haben sie in der Duma dem unermüdlichen Henker Stolypin eine unerwartete Ovation arrangiert; heute Sie glauben, daß jeder Tag, der glücklich vorübergeht, einen anderen verzichten sie auf das Wort Konstitution, um ihre Bernünf- glücklichen Tag in der Zukunft garantiert. Sie werden auch dies. tigkeit zu demonstrieren; morgen bringen sie ihre uneigennützige mal ihre Jllufionen aufgeben müssen. In der Wirklichkeit steht die Huldigung dem zarischen Minister des Aeußern. Und tagein, tag- russische Boltsvertretung" vor dem schicksalschweren Dilemma: aus übernehmen sie bei der Beratung des Budgets die Berant- entweder das Erwachen der tiefen Gegenfäße innerhalb der Duma, einge, der freifonservative v. Derten und die freiwortung für die Ausgaben der Blutwirtschaft der regierenden der Versuch, diese Gegenfäße auszutragen und als dessen Resultat Klique. Die wilden Junker und die unverschämten Bureaukraten die Auflösung oder aber das Zusamenhalten der zwei herrschenden haben für diese Loyalität nur Hohn und Verachtung übrig. Tut Parteien durch den abenteuerlichen Imperialismus mit allen seinen nichts! Die Demokraten" bewilligen untertänigst der Regierung Konsequenzen. den Etat wie das Kontingent. Die Revolution hat in beiden Fällen nichts zu verlieren. Ge. Das Ministerium fühlt sich jetzt auf dem Gipfel der Allmacht. winnen tann fie die Macht. Es hat die gehorsamste Volksvertretung, die es nur wünschen tönnte. Und wenn dieses elende Parlament sich einmal den Lurus erlaubt, in irgend einer Regierungsvorlage die unbedeutendste Aus dem Aenderung anzubringen, um nach dem Worte des russischen Dichters selbst in der tiefsten Niederträchtigkeit die Schattierung des Ebelsinnes zu bewahren, dann hat das Ministerium immer Aus dem Wablkampf. Bei der Wahl nicht zu vergessen! Ueber diese Fragen entspann sich ein heftiger Redekampf, an dem sich für die Zentrumspartei Gröber und Wellstein, für die Blockparteien der Nationalliberale Dr. sinnigen Wiemer, Müller- Iserlohn und Mugdan finnigen Wie mer, Müller- Iserlohn und Mug dan beteiligten, während für die Sozialdemokratie der Genosse Fischer wiederholt nachdrücklich in die Debatte eingriff. Nichts erschien den Freisnigen und ihren Blockbrüdern harmloser als die Wahlbeeinflussungen des Reichskanzlers zugunsten Eickhoffs. Ihr böses Gewissen zeigte sich aber darin, daß sie es krampfhaft ablehnten, durch Beweiserhebungen feststellen zu lassen, ob wirklich die Wahlbeeinflussungen einen amtlichen Charakter getragen haben. Im Laufe der Debatten, die, wie immer bei Wahlprüfungen, einen leidenschaftlichen Charakter annahmen, entschlüpfte dem Dr. Mugdan, als er eine feiner plumpen Attaden Jm Juli vorigen Jahres veröffentlichte das Fachblatt auf die Sozialdemokratie machte, ein interessantes Einbie Würdenträger des Staatsrates zur Verfügung, um der Duma ihren wirklichen Platz im gesetzgeberischen Mechanismus zu zeigen. der christlichen Metallarbeiter eine Zusammengeständnis. Auf den Vorwurf, daß in Wahlrechtsfragen wie Die Boltsvertreter haben bisher stets nur eine Reihe klein- ftellung der Lebensmittelpreise und schloß daran in manchen anderen Dingen die freisinnige Partei ihre licher, zusammenhangloser Regierungsvorschläge erledigt, die folgende Bemerkungen: man ebenso gut der Kanzlei des Ministeriums des Innern hätte überweisen können. Die großen Probleme, die die Revolution schufen und nährten, hat die Duma noch gar nicht berührt: die Agrarfrage, die Arbeiterfrage, die Nationalitätenfrage, die poli tische Freiheit. Die herrschenden Parteien weichen diesen Fragen bewußt aus, nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie einfach nicht können. Die Dumamehrheit ist eine aus der Revolutionsnot geborene Koalition des Grundbesizes und des Kapitals. Bur Abwehr, zur negativen Arbeit marschieren die Verbündeten Arm in Arm. Aber zum Schaffen, zur Lösung der großen sozialen und politischen Probleme sind sie so wenig befähigt, wie der reichsdeutsche Block zur Einführung der Vereinsfreiheit. Nirgends ist der Interessengegensah zwischen dem Grundbesik und der Industrie so scharf wie bei uns; denn diese hat die für ihre Entwickelung notwendigsten Staats- und eigentumsrechtlichen Umwälzungen noch nicht durchgeführt. Diese Umwälzungen aber können zu einem großen Teile nur auf Kosten des privilegierten Großgrundbesitzes durchgeführt werden. Und wenn die nackte Angst vor der Revolution diese zwei besikenden Schichten, die ihren lassengegensatz noch im unmittelbaren Kampfe werden ausfechten müffen, au einem früheren Grundsäße verleugne, erwiderte er: Als wir unsere früheren Grundsäge noch hatten, wurden wir von der Sozialdemokratie genau jo angegriffen." Also Preiserhöhungen auf der ganzen ginie! Selbstredend leiden hierunter in erster Linie die Angehörigen der minderbemittelten Stände, Arbeiter, Angestellte und Bisher bestritten die Freifinnigen noch stets, ihre Grundtleine Beamte. Für lettere ist nun zum Teil( aber nur fehr zum Teil", Red. d.„ V.") durch Gehaltserhöhung respettive fäße aufgegeben zu haben. Sie werden auch, Herr Mugdan Teuerungszulagen der schlimmste Mißstand beseitigt worden, wo- voran, sich eifrig bemühen, das Mugdanische Eingeständnis gegen die Arbeiter, Handwerker und Privatbeamten durchweg die hinwegzudeuteln. Aber gesagt bleibt gesagt. Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische AnLasten allein zu tragen haben. Wenn mit Rücksicht auf die Verteuerung der Lebensmittel die Arbeiter einen Ausgleich in Form trag mit Stimmengleichheit( 142 gegen 142 Stimmen) abvon Lohnerhöhungen fordern, dann wird über die Be- gelehnt. Snapper fonnte der biedere Eickhoff der ergehrlichkeit der Arbeiter losgezogen...." zwungenen Aussage des Generals Reim nicht entrinnen. Weiter schrieb damals das christliche Blatt: Ebenso wie bei dieser Frage stimmten außer der Sozialdemo fratie Zentrum, Polen und Antisemiten nachher gegen die Gültigkeit, die mit nur 147 gegen 143 Stimmen angenommen wurde. Dieses für Herrn Eickhoff höchst blamable Resultat wurde von dessen Parteifreunden mit einem Bravo der Erleichterung begrüßt. Wenn durch die immer schärfere Anspannung der Steuerfhraube etwas mehr herausgepreßt wird, dann heißt es fofort:„ Die Lage der Arbeiter ist gestiegen, sie haben so und so viel mehreinnahmen erzielt." Wer obige Zahlen aufmerksam liest, wird zugeben müssen, daß selbst da, wo eine kleine Lohn erhöhung eingetreten ist, diese durch Steigerung der Lebensmittelpreise und aller sonstigen Bedarfsartitel längst aufgewogen worden ist." Für die unangenehmen Stunden, die die Freisinnigen bei dieser Debatte hatten durchmachen müssen, nahmen sie in Das war alfo nach dem Urteil eines sehr staats- ihrer Art Revanche, indem sie schließlich gegen die Wahl erhaltenden" Arbeiterblattes die Lage im vorigen Sommer. unferes Genoffen Schwart Lübeck Beweiserhebunacn Foegen angeblicher Unregelmäßigkeiten beantragten, Troßdem als„ Lehrer a. D. Bezeichnet worden. Den albernen Protest ber-| Berdrehung des wirklichen Sachverhalts erscheinen. In unzähligen diese Punkte durch Erhebungen der Lübecker Regierung warf der Reichstag einstimmig am 23. Mai 1887. Das Eid- Gemeinden, darunter auch ganz ländlichen. ziehen zum ersten bereits hinreichend aufgeklärt waren. Der Block hielt indes hofffche anrüchige Mandat ist also mit Mühe und Not durch die Male sozialistische Gemeindevertreter ein. Besonders im Norden gegen die Sozialdemokratie natürlich zusammen und so plumpe Fälschung. des Abgeordneten Mugdan gerettet. Selbst einen ist das Wahlresultat für die geeinigte Partei durchaus günstig. wurde der Antrag angenommen. konservativen Abgeordneten dürfte das Reinlichkeitsgefühl abhalten, Jn 2ille haben unsere Genossen gegen die lekte Gemeindewahl ein so erschlichenes Mandat beizubehalten. 4000 Stimmen gewonnen. Die Wiedereroberung des Stadthauses ist sehr wahrscheinlich. Ebenso gut sind die Aussichten in Rou= Duellunfug im preußischen Kulturstaat. baig, wo doch, wie die internationale Verleumderpresse unzählige Vor der Straffammer in Hirschberg hatte sich gestern der Geh. Male behauptet hat, die sozialistische Verwaltung seinerzeit so Regierungsrat und Rittergutsbesitzer Robert Schulz- Niborn wegen schändlich Fiasko gemacht haben soll. In Fourmies, der durch Beleidigung zu verantworten. Als Besitzer des Gutes Leipa( Kreis den Arbeitermord von 1891 so traurig berühmten BergarbeiterRothenburg, Oberlaufig) war er zugleich Gutsvorsteher des dortigen gemeinde, sind drei Sozialisten im ersten Anlauf gewählt; die Ent Gutsbezirks, zu dem auch eine Ziegelei gehörte, deren Eigentümerin scheidung zwischen den anderen Kandidaten der Partei und den die Frau des damals in Koblenz stehenden Hauptmanns Klebs war. Progressisten liegt bei den Radikalen. Bei Festsetzung der Tagesordnung beantragte Genosse Bebel, daß auch die Petitionen noch vorgenommen werden follten, da das Haus den Petenten mehr Rücksicht schuldig fei. Er betonte dabei scharf, daß überhaupt die Ueberhaftung der Geschäftserledigung, deren der Reichstag sich lezthin schuldig gemacht habe, nicht länger fortgesetzt werden dürfe. Die Mehrheit zog es indes vor, die Beratung der Petitionen bis zum Herbst zu vertagen. Vertagung des Reichstags. Jm Juni 1906 richtete der Gutsvorsteher die übliche formular- Im Süden ist besonders die Eroberung von Nimes bedeutungsAm Donnerstag oder Freitag wird der Reichstag bis mäßige Aufforderung an den Hauptmann, den auf die Ziegelei voll. Daß Toulon behauptet wurde, ist eine besondere Niedergum 20. Oktober vertagt werden. Es besteht jedoch nicht die Absicht, entfallenden Anteil an den Beiträgen zur land- und forstwirt- lage für Clemenceau, der sein Senatsmandat aus dem De schon im Oktober die Plenarberatungen wieder aufzunehmen, bielmehr wird die erste Plenarsizung erst am Dienstag, den schaftlichen Berufsgenossenschaft zu zahlen. Der Hauptmann er- partement hat. Das Wahlergebnis in der Pariser Bannmeile ist weniger au 3. November, stattfinden. In der Zwischenzeit wird nur die fannte die Forderung nicht au und richtete an Schulz einen Brief, Kommission zur Beratung der sogenannten großen Gewerbeord- in dem er von oben herab sich über die Art der Aufforderung aus- friedenstellend. Drei Gemeinden wurden von der Partei behauptet, nungsnovelle ein paar Sibungen abhalten. Ganz ähnlich war es ließ, und es als eine Beleidigung bezeichnete, daß dagegen Jory an den Anhang des aus der Partei ausgeschlossenen schon im Jahre 1890. Auch damals war der Reichstag auf den Schulz die Aufforderung durch einen Schreiber Deputierten Coutent verloren. Indes kann man hier nicht von 3. Nobentber vertagt, trat aber erst am 25. November zusammen hatte ausfertigen lassen. Die Folge war ein beiderseitiger einer Niederlage des Sozialismus sprechen, da durchaus Totaland ließ inzwischen die Gewerbeordnungskommission arbeiten. grober Briefwechsel, bis schließlich der allem Anschein nach etwas politische Momente im Spiel waren. Eine Schwierigkeit bietet für die Zeit, in der das Plenum noch nervöse Hauptmann eine Ehrenerklärung von dem Geheimen Ebensowenig kann man die Stärke der Partei an den Ergeb nicht zusammengetreten ist, die Frage des Ersatzes ausscheidender Regierungsrat verlangte. Das lehnte dieser ab, und nun wandte nissen von Paris messen, wo die Bezirksmeierei immer sehr stark Kommissionsmitglieder. 1890 hatte die Kommission beim Reichstage den Antrag gestellt, den Präsidenten zu ermächtigen, Ersatz- sich der Offizier an den Ehrenrat feines Regiments. Sofort trat mitspielt. Die Zahl der wiedergewählten Genossen beträgt sieben. In den Stichwahlen sind vier Genossen mehr oder minder be= mitglieder zu ernennen. Diesmal hat der Präsident selbst die Ab- dieser Ehrenrat in Aktion und forderte wiederum eine Ehrenficht, sich vom Hause eine solche Ermächtigung zu erbitten. erklärung für den gekränkten Hauptmann. Dem Herrn Schulz tam droht, da der radikalsozialistische Verband des Seinedepartements diese Ehrenerklärungsbegierde komisch vor; er antwortete nicht. Darauf in ihren Bezirken seine Kandidaturen aufrechterhält. In drei erhielt er am 31. August 1906 eine Depesche des Bezirkskommandos, Bezirken haben sich die radikalen Kandidaten zugunsten der SoziaIn der Freisinnigen Zeitung" beschwert sich ein dem Mandi er solle in Mobilmachungsfragen(!) angeben, ob er in einem Militär- liften zurüdgezogen. Es ist wahrscheinlich, daß auf diese Art das Daten der Freifinnigen Volkspartei im 12. Berliner Landtagswahl- verhältnis gestanden habe, was der Geheimrat mit einem„ Nein" Viertel Saint- Gervais, to Gen. Besombes seine Stimfreis„ naheftehender" Herr darüber, daß er nicht mehr seinen beantwortete. Schließlich erhielt der 64 jährige Geheimrat von dem menzahl gegen das letzte Mal sehr gesteigert hat, der Partei zue Namen unter den freifinnigen Wahlaufruf setzen könne, denn ohne Hauptmann Klebs durch den Bezirksoffizier und Hauptmann Degner fallen wird. sein Zutun hätten die Nationalliberalen seinen Namen unter ihren Aufruf gefekt. Wir fönnen die moralische Entrüstung in Mustau eine Forderung auf Pistolen zugestellt. des Wiemerblattes nicht recht verstehen. Bei der seelischen Ueber- Hierauf fandte der Geheimrat dem Hauptmann Degner einen Brief, einstimmung der Liberalen mit den rechtsstehenden Parteien ist es der folgende Stellen enthielt: doch schließlich ganz gleichgültig, ob der Name eines Blockliberalen zufällig unter einen nationalliberalen oder konservativen Wahlaufruf gerät. Wozu der Lärm? Der Mißerfolg des Soziaintberalismus. Man schreibt uns: Es war vor fünfzehn Jahren, im Jahre 1893, als der Privatbozent Dr. Jastrow eine Schrift erscheinen ließ:" Sozialliberal. Ein Wedruf zu den Landtagswahlen." Die Reichstagswahlen 1893 waren vorüber, sie hatten beiden Richtungen des Freisinns cine zerschmetternde Niederlage gebracht. Nun standen die preutischen Landtagswahlen vor der Tür, und obwohl sie unter einem ganz anderen Wahlsystem stattfanden, so war doch eine abermalige Niederlage des Freisinns sicher. Die Frage, wie man dem Freifinn wieder auf die Beine helfen könne, war einigermaßen brennend. Dr. Jastrow forderte nun, daß der Freifinn sein ödes Manchestertum aufgebe und sich ein sozialistisches Reformprogramm gulege. Hiervon erhoffte er Regeneration und erneuten Auf schwung des gesamten Liberalismus. Allein sein Wedruf be. gegnete geringem Verständnis bei den Freifinnigen, und allerwenigsten war ihr Führer, Eugen Richter, geneigt, sich Jastrows Mahnwort zu Herzen zu nehmen. Er schob alle Schuld an der Niederlage des Freisinns auf die schändliche Sozialdemokratie, die durch ihr Auftreten das Bürgertum geschwächt habe. Auch der größte Teil des übrigen Freisinns verhielt sich entweder ablehnend oder gleichgültig zu Jastrows Reformplänen, und nur einige wenige Ideologen" stimmten ihm entschieden zu. am bon Ich habe keine Zeit, mich mit dieser verbotenen Spielerei zu befaffen. Sagen Sie Ihrem Kameraden, um den ich Sie übrigens nicht beneide, er hätte mit seiner Forderung eher tommen müssen, als ich Primaner oder Student war, da hätte ich vielleicht noch die Jugendeselei gemacht. Wenn ich mich hätte mit jedem schießen wollen, der sich in meiner vierzigjährigen Dienstzeit durch eine amtliche Handlung von mir getränkt fühlte, dann hätte ich in meinem Leben schon biel Löcher in die Luft schießen müssen. Die Inst i tution des Ehrenrats ist der Gipfel des Lächerlichen. Der Ehrenrat umgibt nur für Narren eine Forderung mit einem Nimbus. Ich als alter Mann habe nur ein mitleidiges Lachen für derartige Jugendpossen und alle, die daran teilnehmen. Die Forderung ist wieder ein Beweis den beim Militär herrschenden perversen EhrMit und Rechtsbegriffen. der Depesche hat das Bezirkskommando direkt die unwahrheit gesagt, denn es handelte sich nicht um Mobilmachungsfragen, sondern um den Ehrenhandel. Mit der für Sie geltenden Wertschäßung. Dieser Brief fand den beiden Hauptleuten natürlich kein Verständnis. Sie flagten auf Beleidigung und die Görliker Straffammer erkannte auf 400 M. Geldstrafe. Da aber das Görlizer Gericht dem Angeklagten nicht den Schuß des§ 193 ( Wahrnehmung berechtigter Interessen) zugesprochen hatte, hob das Reichsgericht auf die Revision des Angeklagten hin das Urteil auf und wies die Sache an das Landgericht Hirschberg, das gestern die Beleidigung der beiden Hauptleute durch eine Geldstrafe von 100 M. für gefühnt erachtete. bei Belgien. Die Maifeier. Brüssel, 2. Mai.( Eig. Ber.) Die Maifeier, längst ein fester Befihstand der belgischen Ar beiterschaft, ist auch heuer wieder unter imposanter Beteiligung aller Arbeiterfreife und mit dem fröhlichen Festesglanz, der ihr hierzulande anhaftet, begangen worden. Selbstverständlich trat auch das politische Moment der Gegenwart, die Kongofrage und die Wahlen, in den Versammlungen und Inschriften der Festzüge gebührend hervor. Brüssel selbst stand sichtlich im Zeichen der Arbeitsruhe. Insbesondere die Metallarbeiter, Bauarbeiter und Buchdrucker stellten ein starkes Kontingent zu dem Festzuge, der für Stunden das Stadtbild beherrschte und wie alljährlich mit feinen bunten Fahnen, Standarten und zahlreichen Musikkorps ein festliches und dekoratives Gepräge bot. Das Maison du Peuple" war bis Mitternacht prächtig beleuchtet. Vom Balkon des Maison du Peuple" hielt Vandervelde bor der 5000föpfigen Menge eine zündende Ansprache, in der die Stellen gegen den Kongo. bertrag und gegen die Ausbeutung der Neger besonders afflamiert wurden. Auch die Vororte und die Probingarbeiterschaft, insbesonders in den Kohlenrevieren, in Antwerpen, im industriereichen Verviers und in Lüttich und in Gent feierte durch Demonstrationen und Versammlungen den Tag der Arbeiteridee. Ueberall gab es Festzüge und Musik, und allerwärts Farbe, mit im Zuge durch die Stadt. Am hervorragendsten war die schritten Frauen und Kinder, gewöhnlich im Zeichen der roten Arbeitsruhe unter den Bergarbeitern, die sich zu Tausenden an den Demonstrationen beteiligten. Bemerkenswert war auch die Maifeier in dem gewerkschaftlich sich aufschwingenden Verbiers, wo Indessen, auf einen Sieb fällt kein Baum, sagten sich die troß der durch die Krise beschworenen ungeheuren Ar. Jünger des Sozialliberalismus, man muß sich auf jahrelange beitslosigkeit und des Drucks, den die Fabritan= Arbeit gefaßt machen, die Zukunft wird die Früchte bringen. Und ten auf die derzeit Arbeitenden üben, die Demonstration von imsie gingen an die Arbeit. Seitdem find fünfzehn Jahre verposanter Wirkung war. Die meisten Industrien standen ſtill und flossen, wir schreiben 1908, und wieder stehen wir vor preußischen feine Apotheose auf offenem, fahnendurchfluteten, festlich beleuch Stadt und Umgegend standen im Zeichen des Arbeiterfestes, das jüngung des Freisinns? Was haben die Agitatoren des Sozialteten Marktplatz fand, auf dem eine 300föpfige Sängerschar ihre -Im Gegensah zur Stadt Brüssel hatten liberalismus in deser Zeit erreicht? Die Antwort ist in FrankGesänge erschallen ließ. furt gegeben worden! Dr. Barth und seine Freunde sind zu der viele Provinzschulen geschlossen. In der Kammer hatten die Erkenntnis gelangt, daß sie in all den Jahren den Stein des Sozialdemokraten verlangt, daß am 1. Mai keine Abstimmung erfolgen solle, welchem Ansuchen das Haus auch zustimmte. Sisyphus gewälzt haben. Ueberzeugt von der bölligen Frucht Die Mitglieder des Deutschen Arbeiter Vereins Tofigteit aller ferneren Bemühungen sind sie aus der Freian der Versammlung der Brüffel beteiligten sich vormittags sinnigen Bereinigung, d. h. aus dem Teil des Freisinns, den man Der Volksverein für das katholische Deutschland, Kürschner. Abends fand eine Festversammlung, vom Arbeiterbisher noch für den sozial fortschrittlichsten hielt, ausgetreten. Geändert hat sich der Freisinn allerdings etwas, aber in welcher die bekannte Zentrumsorganisation in München- Gladbach zählte er ein veranstaltet, statt, in der eine Resolution angenommen Richtung? Sein linter Flügel hat die Opposition gegen die Ende 1907 nach den jekt veröffentlichten Ergebnissen 584 278 wurde, die die Rechte und Bedürfnisse des Proletariats aussprach schrankenlosen Militär- und Marineforderungen und die Kolonial- Mitglieder, gegen 524 666 zu dem gleichen Termin im und in der auch gegen die Enfrechtungspolitik der deutschen Regiepolitik aufgegeben. Und in sozialpolitischer Hinsicht ist er so weit, Vorjahre, was eine Zunahme von 59 500 bedeutet. Beit rung gegen die deutschen Arbeiter protestiert wurde. Ueberblidt daß er es den Arbeitern berargt, wenn sie durch Genos sen mehr als die Hälfte der Mitglieder entfällt auf die beiden man die Berichtsrevue, dann erkennt man unschwer, daß der 1. Mai schaften und Konsumbereine ihre Lebenshaltung ber- katholischen Provinzen im Westen, nämlich 208 214 auf für Belgien immer mehr zu einem Fest für die Arbeiter wird, an bessern wollen! Das Koalitionsrecht hat er foeben Rheinland, 129 292 auf Westfalen. Die nächst dem die menschliche Erhebung und die politische Demonstration erst beschneiden helfen! Daß in einer solchen Partei, zu beren geistigen Führern ein Fischbed zählt, für Leute, die politischen beteiligten Gebiete sind Bayern mit 37 204, Baden mit 34378, gleichen Anteil haben. und sozialen Fortschritt fördern wollen, tein Platz ist, ist selbstver. Württemberg mit 30 453, Reichslande mit 28 825, Schlesien ständlich. Das gilt von allen drei freisinnigen Fraktionen. mit 26 346, Nassau mit 26 101 und Hannover mit 24 118. Hoffentlich sehen die bisher noch freisinnigen Arbeiter eben Mitgliedern. Die übrigen Länder und Provinzen haben alle falls ein, daß auch für sie es höchste Zeit ist, den liberalen unter 10 000 Mitglieder. Die Hauptstärke des Volksvereins Kapitalisten. und Spießerflüngel unter sich zu liegt im Westen und Süden. lassen! Freifinnige Praktiken. Eine höchft sonderbare Beleidigungsgeschichte, die wiederum dem Ausland ergiebigen Stoff zum Lachen über preußisch- militärische Ehrbegriffe bieten wird. Dem Herrn Hauptmann Klebs geschieht natürlich wegen der Aufforderung zum Duell nichts. Vielleicht ernennt ihn sogar die" Kreuz- Zeitung" zu ihrem politischen Mitarbeiter, damit sie, wenn der Major v. Kaldstein in die himmlischen Gefilde zum feligen Hammerstein übersiedeln follte, für diese schäzenswerte Kraft einen vollgültigen Ersatz hat. Der württembergische Landtag ist am Montag zu einer Tagung zusammengetreten. Die sozialDie freifinnige Reichstagsfraktion hat die Grundfaslosigkeit und demokratische Fraktion bat sofort eine Interpellation eingebracht, den Mandatshunger zum Prinzip erhoben. Dies zeigte die Wahl die eine Anfrage an die Regierung richtet, wie sie sich zu den verprüfungsdebatte am Mittwoch, insbesondere die Furcht vor der Klar- schiedenen Auslassungen des Reichskanzlers Fürsten Bülow über ftellung, welche amtliche Wahlbeeinflussung im Fall Eidhoff getrieben das Reichstagswahlrecht stellt. Die Fraktion wird weiter ist, auch dem Blindesten flar. Die unlauteren Mittel, die der Frei- sofort einen Antrag einbringen, der bezwedt, für Württemberg finn gebrauchte, um mit Stimmengleichheit der Feststellung der die seitherigen Freiheiten auf dem Gebiete des Vereins- und Wahrheit zu entgehen und mit einer fläglichen Mehrheit von dreiersammlungswesens auch unter der Gültigkeit des neuen Stimmen das Eickhoffsche Mandat von General Reims und Bülows Reichsvereinsgefehes soweit als irgend möglich sicherzustellen Gnaden zu retten, zeigt der Parlamentsbericht. An dieser Stelle möchten Das neue Vereinsgefeh in Elsaßz- Lothringen. wir eine unwahrheit festnageln, mit der Abg. Mugdan operierte, um Das reichsländische Ministerium hat eine Verordnung zur das Eickhoffiche Mandat zu retten. Genosse Fischer hatte dem blöden Ausführung des Vereinsgesetzes erlassen, aus der folgende Bestim Einwurf gegenüber, die Sozialdemokraten hätten doch nicht von mungen Beachtung verdienen: Der in§ 5 des Gesetzes vorgeAmts wegen die angebliche offiziöse Wahlbeeinflussung zugunsten schriebenen Anzeige bedarf es nicht für Versammlungen, die unter Sabors im Jahre 1884 gerügt. Damals soll Sabor mit Hülfe der bestimmter Angabe der Zeit und des Ortes mit der Unterschrift Konservativen und Nationalliberalen gegen den liberalen Sonne- des Veranstalters durch Anschlag in ortsüblicher Weise oder in mann in der Stichwahl deshalb gewählt sein, weil auf Anfrage bei zwei am Versammlungsort verbreiteten Zeitungen mindestens Bismard telegraphiert sei, der Fürst wünscht die Wahl Sabors. 24 Stunden vor ihrem Beginn bekannt gemacht worden sind. Für Genosse Fischer erwiderte u. a., das wäre ja schon deshalb öffentliche Aufzüge ist die vorgeschriebene Anzeige von dem Vernicht gegangen, weil tein Protest vorlag. Darauf stellte sich anstalter mindestens 24 Stunden vorher zu erstatten. Wenn Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist, kann der Aufder Abgeordnete Mugdan so, als ob er die Wahlatten jener Zeit studiert habe und behauptete, es sei entgegen Fischers aug von den Behörden untersagt werden. Das wird natürlich bei Sozialdemokratischen Aufzügen immer geschehen. Behauptung ein Wahlprotest gegen Sabors Wahl einge ngen. handlungen in öffentlichen Versammlungen ist der Mitgebrauch der Diese Behauptung des Abgeordneten Mugdan war eine Fälschung französischen Sprache allgemein zulässig. Ausnahmen bedes wirklichen Sachverhalts. Die stenographischen Berichte und züglich des Gebrauchs einer nichtdeutschen Sprache in öffentlichen Aften des Reichstages ergeben, daß gegen die Wahl Sabors ein Versammlungen kann der Bezirkspräsident zulassen. Das Sprachen Protest nicht eingelegt war: sie wurde am 27. November 1889 für berbot richtet sich im Reichsland also gegen die vielen Italiener im lothringischen Erzgebiet. gültig erklärt. Mugdan mußte wissen, daß der Protest, auf den er fich bezog und den er in Händen hatte, sich auf die Startellreichstagswahl 1887 bezog. Damals hatte Megler 9609, Gabor 8640, Sonnemann 7081 Stimmen erhalten. Bei der Stichwahl siegte Sabor mit Hülfe eines Teils der Sonnemannschen Stimmen Paris, 5. Mai.( Eig. Ber.) Die vom Lande cinlaufenden über Megler. Der Protest behauptete lediglich, die Wahlzettel Meldungen lassen die von der Regierungspresse auspofaunte„ Zufeien ungewöhnlich groß gewesen, auch sei Sabor als„ Lehrer", nicht rüdwerfung des Sozialismus immer mehr als eine tendenziöse frankreich. Wahlresultate. Bei den VerEin Erfolg der Opposition. in Die Regierung wird ihre ursprüngliche Absicht, die Annegion des Rongo noch vor den Wahlen bei der Kammer durchzusehen, nicht erreichen. Die sozialistische Opposition hat ihr das Spiel verdorben. Die Kammer beschloß heute, die Session Freitag zu schließen. In diesem Monat noch werden die Neuwahlen stattfinden, der sich die Hälfte der Abgeordneten unterziehen müssen. Die Kongovorlage wird damit zur Wahlparole, was eben die Regierung zu vermeiden wünschte. Die Stammer foll dann am 2. Juni zu einer außerordentlichen Tagung einberufen werden, in her die Kongodebatte ihren Fortgang nehmen wird. Spanien. Unterdrückung der Presse. Madrid, 6. Mai. Die Verleger und Direktoren bon elf Tagess zeitungen hielten gestern eine Versammlung ab, um Schritte zu beraten, wie die Annahme des Sprengstoffgefeßes zu hintertreiben sei. Dieses Gefeß wird von dem größten Teil der Presse als ein Attentat gegen die Persönlichkeitsrechte und gegen die Preßfreiheit betrachtet. Es ist beabsichtigt, ein Verteidigungskomitee zu bilden und die Provinzpresse um Unterstützung zu bitten. Es ist auch eine parlamentarische Gruppe in der Bildung begriffen, welche diesen Kampf der Presse unterstüßen wird. In. zwischen dauern die Verhaftungen von Journalisten fort. Als letter wurde der Direktor vom Bais" verhaftet wegen Abdruckes eines Artikels des Sozialisten Iglesias England. Ein liberaler Mißerfolg. In Ost Wolverhampton hat am Dienstag die Gr. sakwahl für das Unterhaus stattgefunden, die durch die Berufung Sir Robert Fowlers ins Oberhaus notwendig geworden war. Fowler hatte den Bezirk 13 Jahre lang vertreten und der Siz galt für die Liberalen als sicher. Um so schwerer wird es von ihren empfunden, daß der liberale Kandidat Thorne nur mit 4514 Stimmen gegen den Konservativen Amery, der 4506 Stimmen erhielt, gewählt worden ist. 8 Stimmen Majorität gegen 2865 im Januar 1906, das bedeutet einen außerordentlichen Rückgang. Der Liberale hat gegen die Hauptwahl 1096 Stimmen verloren, der Konservative 1761 gewonnen. Amery hatte die Tarifreform zur Wahlparole gewählt; außer dem stimmten für thu über 1000 katholische Wähler, um so nach der Weifung des BistyofS WMfngha« MM tttS UnketrichtS- gcsetz zu demonstrieren. Den Konservativen kam auch die wirtschaftliche Depression zu Hülfe, die sich in diesem industriellen Wahlkreis stark fühlbar macht. Die„schwere Eisenindustrie" Wolverhamptons, die nur Halbzeug produziert, ist der deutschen und belgischen Konkurrenz ausgesetzt. Die Blechwalzwerke verarbeiten nicht nur statt des lokalen Roheisens importierte(belgische) Stahlstäbe, sondern sind zum Teil, eben weil sie ihr Material vom Ausland beziehen und ihr Produkt exportieren, nach anderen Teilen Englands, an die Küste, ausgewandert. Eine lokale Kleineisenindustrie, die Erzeugung von Schlössern, geht jetzt durch eine böse Zeit: Verdrängung der Handarbeit durch Maschinen- arbeit, Absatzschwierigkeiten in Amerika, Konkurrenz der Ausland- wäre nicht so sehr in England selbst wie auf den Exportmärkten. Dieser und einer anderen lokalen Industrie(Erzeugung von Draht- läfigen) suchten die Konservativen nicht so sehr den Schutzzoll an und für sich, als die Sicherung der Kolonialmärkte durch ein System gegenseitiger Vorzugsbehandlung anzupreisen und sie scheinen damit ziemlichen Erfolg gehabt zu haben. Die Nachwahl zeigt auch, wieviel der Arbeiterpartei noch zu tun bleibt. In diesem reinen Arbeiterbezirk wurde nicht ein- ,nal eine Arbeiterkandidatur versucht, obwohl in dem einen der drei Wahlkreise Wolverhamptons 1506 ein Arbciterabgeordneter gewählt worden ist. Für die Liberalen aber bedeutet der Wahlausfall, um mit den „Daily Nelos" zu sprechen, den schwersten Schlag, den die Regierung erlitten hat. Zeigt er doch den Stimmungsumschlag, der sich im Lande zugunsten der Konservativen vollzogen hat. Unter solchen Umständen hat die liberale Regierung nicht mehr das nötige mora- lische Gewicht, um den Widerstand zu brechen, den das konservative Oberhaus ihrem Reformprogramm jetzt mehr als je entgegensetzen wird. Fast will es scheinen, als seien die Tage der liberalen Herr- schaft in England gezählt.— Die Bagdadbahn. London, S. Mai. Im Unterhaus fragte Rees(k.), ob von feiten der Türkei neue Verhandlungen eingeleitet worden seien be- treffend starke finanzielle Verpflichtungen für drei neue Teilstrecken der Bagdadbahn, und ob, wenn dem so sei, die englische Re- gierung gewillt sei, ihre Zustimmung zu der dreiprozentigen Zoll- crhöhung fortbestehen zu lassen, mit der nicht die Absicht verbunden gewesen sei, Mittel für einen solchen Zweck zu verschaffen. Grey erwiderte, er habe von der Nachricht gehört, dag Verhandlungen wegen weiterer mit der Bagdadbahn in Verbindung stehender Vor- fchüsse im Gange seien. Eine Bedingung für die Zustimmung zu der Zollerhöhung sei gewesen, daß die Einnahmen daraus für Mazedonien vorbehalten würden. Er habe keinen Grund anzunehmen, daß diese Bedingung nicht beachtet würde. Die Frage eines Verzichtens auf diese Bedingung sei an die Regierung nicht herangetreten. Kußlauc!. Ein Attentat. itLoronesch, 6. Mai. Als der Gouverneur von Wo» r o» e s ch Bibikow mit seiner Gemahlin nach einem Kloster fuhr, wurde eine Bombe unter ihren Wagen geworfen, deren Explosion den Hinteren Teil des Wagens zerstörte. Der Gouver- neur und seine Gemahlin wurden durch Bombensplitter verletzt, die unbekannte Frau, die die Bombe warf, gleichfalls verwundet. Gegen die Genossenschaften. Petersburg, ö. Mai. In Moskau wurde der Kongreß der Cooperativ-Organisationen. welche sich gegenwärtig allgemeiner Beliebtheit auch bei der Landbevölkerung erfreuen, geschlossen, weil die Behörde Debatten über die Frage, wie der Zentralverband aller cooperativen Organisationen sich zu der Lage der in den Konsumvereinen Angestellten verhalte, nicht gestattete. Inclien. Die Grenzkämpfe. Landi-Khotal, ö. Mai. Safi Mullah ist von dem Bazartal auf afghanisches Gebiet übergegangen, was wahrscheinlich das Ende der Unruhen im Bezirk Kybar bedeutet, SewerK IcbaftUcbce. „Praktisches" Christentum! Die Berliner Stadtsynode baut in Ahrensfelde für >12 Kirchengemeinden Kirchhöfe, bei denen zirka 100 Arbeiter beschäftigt werden. Inwieweit nun auch der Unternehmer, deni diese Arbeiten übertragen sind, es versteht, die wirt- schaftliche Misere für sich auszunutzen, beweist der Umstand, daß die dortigen Arbeiter zu einem Streik greifen mußten wegen Lohnherabsetzung von 3,00 M. pro Woche. Leider waren diese Leute vollständig unorganisiert und mußten, ohne etwas durchzusetzen, soweit sie wieder eingestellt wurden, die Arbeit wieder aufnehmen. Bis Weihnachten 1907 wurden 3,50 M. bei zehnstündiger Arbeitszeit gezahlt, und nach diesem Fest der Liebe— wahrscheinlich als Weihnachtsgeschenk— wurde bekannt gemacht, daß jetzt nur noch 3,00 M. pro Tag ausgezahlt wiirden. Unterkunftsräume für die Arbeiter bestehen nicht, die Mahlzeiten müssen unter freiem Himmel bei jeder Witterung eingenommen werden. Die Leute müssen im Grundwasser arbeiten. Damit die Ar- beiter auch soviel wie möglich für den horrenden Lohn schuften, sind 12 Aufseher angestellt mit dem fürstlichen Ge- halt von 80,00 M. pro Monat! Wenn man nun bedenkt, daß die Arbeiter, um zur Arbeitsstätte zu gelangen, die Bahn benutzen müssen und für eine Wochenkarte nach dort 1,10 bis 1,60 M. zahlen und noch die Abzüge für Invaliden- und Krankenversicherung tragen müssen, so wird es wohl niemand wundernehmen, daß die Leute zu einem wilden Streik kamen. Wir sind der Hoffnung, daß die Stadtsynode oder die in Betracht kommenden Kirchengemeinden nicht wissen, unter welchen Um- ständen die Arbeit dort draußen verrichtet wird, und es jeden- falls nur eines Hinweises in unserem in kirchlichen Kreisen so aufmerksam auf seinen Inhalt geprüften Blatte bedarf, m diese Mißstände abzuschaffen. Im übrigen wird die in letracht kommende Organisation sich der dortigen Arbeiter nnehmcn._ Berlin und Umgegend. Die Lohnforderungen der Portefeuiller und Ledergalanterie« arbeiter. Eine öffentliche Versammlung der Portefeuiller, Ledergalan- teriearbeiter und-Arbeiterinnen, die am Dienstag den großen Saal des Gewerkschaftshauses füllte, beschloß über die Forderun- gen, die den Lederwarenfabrikanten bei den bevorstehenden Be- ratungen über den neuen Lohntarif vorgelegt werden sollen. Den Bericht über die Forderungen, die die Schlichtungskommisiion im Auftrage der Versammlung vom 24. März gemeinsam mit Ver- tretern des Buchbinder- und des Sattlerverbandes ausgearbeitet hatte, gab der Ortsvorsitzende der Portefeuiller, Paul Haupt- mann. In dem Kopf des Lohntarifs soll, entsprechend dem, was bereits in den allgemeinen Abmachungen für die Lederwaren- industric Deutschlands vorgesehen ist, ausgedrückt werden, daß der VcrantwlRedgkt.: Georg Davidfohn.Berlin, Inseratenteil vergntw, Tarif nicht nur für die Werkstätken der Fabrikanten, sondern auch für alle Zweigbetriebe, Zwischenmeister und Heimarbeiter gilt. Dies erscheint auch für das Berliner Lohngebiet besonders wichtig, da hier sehr viele Portefeuiller bei Heimarbeitern und Zwischen- meistern tätig sind, und bei diesen die vor drei Jahren getroffenen Vereinbarungen leider nur mangelhaft durchgeführt lourden. lieber die Arbeitszeit besagen die allgemeinen Abmachungen be- kanntlich, daß sie wöchentlich höchstens— nicht, wie die Fabri- kanten wünschten, mindestens— 54 Stunden dauern soll. Demnach steht der Festsetzung einer kürzeren Arbeitszeit durch die Orks- tarife nichts im Wege, und für Stuttgart ist ja auch schon die stündige Arbeitszeit beschlossen worden. Mit Rücksicht darauf, daß bei der Größe Berlins die Arbeiter weit mehr von ihrer freien Zeit opfern müssen, um nach der Werkstätte und wieder nach Hause zu kommen, empfahl die Schlichtungskommifsion, hier die Ver- kürzung der Arbeitszeit auf 53 Stunden zu fordern, und zwar so. daß an fünf Tagen der Woche je S. Sonnabends nur 8 Stunden gearbeitet wird. Am Tage vor den drei hohen Festen soll eine Stunde früher Feierabend gemacht, also nur 7 Stunden gearbeitet werden. Im übrigen ist bei schlechtem Geschäftsgang, um Ent- lassungen zu vermeiden, eine allgemeine Verkürzung der Arbeits- zeit auf bis zu 7 Stunden vorgesehen. Dann wird, gemäß dem § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches, die Vergütung fiir unver- schuldctes Versäumen der Arbeit verlangt, sowohl für Lohn- wie für Akkordarbeitcr. Als Mindestlohnforderungen schlug die Kam- Mission vor: für gelernte Arbeiter im ersten Jahre nach der Lehr- zeit 43 Pf.; für Stanzer unter 18 Jahren 40 Pf.; für die über 18 Jahre alten Stanzer 52 Pf. und für Zuschneider und gelernte Arbeiter, deren Mindestlohnsatz bisher aus nur 46 Pf.' bemessen war, 55 Pf. Für Stepperinnen, deren Mindestlohn bisher auf 35 Pf. festgesetzt war, soll er 40 Pf. betragen. Für Arbeiterinnen wird ein Anfangslohn von 10 M. die Woche verlangt, mit halb- jährlichen Zulagen von 1 M., bis der Satz von 15 M. als Mindest- lohn für die geübten Arbeiterinnen erreicht ist. Alle in Zeitlohn tätigen Arbeiter und Arbeiterinnen sollen die gesetzlichen Feier- tage bezahlt erhalten. Ferner wird eine allgemeine Lohnzulage von 10 Proz. verlangt, wobei man jedoch damit rechnet, daß bei den Verhandlungen eine Regelung möglich wird, durch die die am schlechtesten zahlenden Arbeitgeber auch zu einer darüber hinaus- gehenden Verbesserung der Löhne veranlaßt werden. Für Ueber- zeitarbeit, die jedoch nur in dringenden Fällen zulässig ist, wird im allgemeinen ein Zuschlag von 25 Prozent, für Nacht- und Sonntagsarbeit von 50 Proz. gefordert. Ueberarbcit soll den Werkstattarbeitcrn nicht mit nach Haus gegeben werden, und das soll aucki für solche Portefeuiller gelten, die in anderen Berufen ihren Lebensunterhalt verdienen. Man hat in den letzten Jahren bemerkt, daß Arbeiter, die in Versicherungsbctrieben usw. Stellung gefunden haben, sich in ihrer freien Zeit mit Lederarbeit einen Nebenverdienst verschaffen. Das erscheint den Portcfeuillern, die lediglich auf ihren Beruf angewiesen sind, als eine verwerf- liche Konkurrenz. Zur Regelung der Akkordlöhne wird die Ein- sctzung von Kommissionen in den Betrieben vorgeschlagen. Es ist jetzt schon in einzelnen Betrieben durchgeführt, daß bei Beginn der Mustersaison die Arbeiter sich durch eine Kommission mit dem Arbeitgeber über die Arbeitspreise einigen, wodurch Streitigkeiten vermieden werden. Daß es den Arbeitern durch Aushängung der Lohntarife möglich gemacht wird, sich stets über die Preise für die einzelnen Arbeiten zu unterrichten, wird selbstverständlich auch verlangt: ebenso die Einführung von Lohnbüchern, die ein von den Fabrikanten eigenhändig zu unterschreibendes Vorwort enthalten, worin festgelegt wird, daß die Löhne als reine Arbeitslöhne gelten, also keinesivegs die Ausgaben für Zutaten einberechnet sind. Eine Einschränkung der Heimarbeit ist in der Weise vorgesehen, daß für bestimmte Sorten von Taschen neue Heimarbeiter nicht angenom- men werden sollen, wie es den Abmachungen des Sattlcrvcrbandcs entspricht, und daß die Fabrikanten von einem nocki näher zu be- stimmenden Termin an mindestens für einen gewissen Teil ihrer Arbeiter Werkstätten errichten sollen. Im übrigen ist auch eine Regelung des Lehrlingswesens vorgesehen, namentlich auch da- durch, daß die Fabrikanten verpflichtet werden, eine Stammrolle über die Lehrlinge zu führen. Die Schlichtungskommission soll, lvie dies schon in Offenbach der Fall ist, Exekutivgewalt erhalten. Außerdem ist die Errichtung eines Tarisamtes vorgesehen, das in Offenbach seinen Sitz haben soll. Als Gültigkeitsdauer des Tarifes werden drei Jahre vorgeschlagen, vom 1. Juli 1908 bis zum 30. Juni 1911.— An den Bericht schloß sich eine rege Debatte, in der einige Aenderungs- und Ergänzungsvorschläge gemacht wurden. Der Vorsitzende Kloth des Buchbinderverbandes forderte die Ver- sammelten auf. für weitere Stärkung ihrer Organisationen, für Einmütigkeit und Entschlossenheit in ihren Reihen zu sorgen, da- mit die Bewegung zu den besten Erfolgen führen möge. Die bor- geschlagenen Forderungen wurden dann unter Berücksichtigung der durch die Versammlung gegebenen Anregungen einstimmig gut- geheißen._ Achtung, Klempner! Der Betrieb der Firma Winter in Ruimmelsburg ist gesperrt. Wir ersuchen, den Betrieb zu meiden. Es kommt hauptsächlich in Frage der Schulbau in Rummelsburg. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsvcrwaltung Berlin. Lohnabzüge und Mißstände in der englischen Gasmesser» und Gasröhrenfabrik zu Mariendorf beschäftigten am Dienstag eine Betriebsversammlung der dort be- schäftigte» Arbeiter, die bei Borgfeld in Mariendorf stattfand. In zenen Betrieben, die der englischen, der„Kontinentalen" Gaswerks- gesellschaft gehören, herrschten bis in das Jahr 1906 ziemlich erträg- liche Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Traten Mißstände hervor, so gelang es dem tatkräftigen Arbeiterausschuß, gestützt aus die gut organisierte Arbeiterschaft des Betriebes, Abhülfe zu schaffen. Als aber bei der Maiseier von 1906 ein Teil der Arbeiter ihren feiernden Kollegen in den Rücken fiel, machten bald darauf die blauen und gelben Organisationen ihren verderblichen Einfluß auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse geltend. Man benutzte und be- nutzt fortdauernd die Zersplitterung der Arbeiterschaft zu Ver- schlechterungen, die mehr und mehr unerträglich werden. Der Arbeiterausschuß, wie er jetzt besteht, hat keinen Einfluß, oder es fohlt ihm auch an dem guten Willen, seiner Aufgabe entsprechend, die Interessen der Kollegenschaft wahrzunehmen. Der Referent Wusch ick führte auf Grund von Mitteilungen aus dem Betriebe eine Menge von Lohnkürzungen und Mißständen an, unter anderem Abzüge bei einzelnen Arbeiten von 47 bis zu 70 Proz. und darüber. So wird z. B. ein« Teilarbeit, die früher das Dutzend mit 14 M. bezahlt wurde, jetzt nur noch mit 5 M. entlohnt. In der Dreherei erhielten die Arbeiter für 500 Hartgutzräder früher 15 M., dann wurde der Preis auf 13,50 M. herabgedrückt, und nun steht er auf 9,50 M. Eine große Rolle bei den Lohnkürzungen sollen auch einig« Meister oder Kolonnenführer spielen. Für eine kleine Teilarbeit gab es bislang 5�- Pf. das Stück, wobei man mit Einsetzung seiner ganzen Arbeitskraft auf 6 M. Tagesverdienst kommen konnte. Da sagte aber der betreffende Kolonnenführer:„Wenn für diese Arbeit 5 Pf. gezahlt werden, ist sie immer noch außerordentlich gut be- zahlt." Der Mann ist ein eifriger Agitator für den Hirsch-Duncker- schen Gewerkverein und hat im übrigen die Gepflogenheit, Arbeitern bei großen Akkordarbeiten für 15 Stunden Arbeit bare 2 M. Vorschuß, oder je nach Belieben für drei Tage auch 8 M. zu ver- schaffen, meist aber so geringe Abschlagszahlungen, daß sie kaum für Essen und Trinken des einzelnen Arbeiters, geschweige denn sür ein Familie ausreichen.— In der Stanzerei wurden Lohn- abzüge bis zu 40 Proz. gemacht, was um so verwerflicher erscheint, als in keiner Abteilung die Unfallgefahr so groß ist wie hier. Ab- gerissene Finger und dergleichen Verstümmelungen pflegt man in Metallarbeiterkreisen als das„Stanzerwappen" zu bezeichnen. Je mehr die Stanzer durch niedrige Löhne zu hastiger Arbeit ange- trieben werden, um so größer ist die Gefahr.— Nun sind zwar, wie der Redner hervorhob, die Lohnabzüge bei einigen Artikeln mit kleinen Verbesserungen der Arbeitsmethode verbunden, doch reichen Th.Glocke�Berlin� Druck u, PerlaglVprWärtK Buchdr. u, Vcrlaasgnstglt diese Verbesserungen in temcm Fall aus, um den Arbeitern früher erzielten Löhne zu sichern. Auch im übrigen soll die Behandlung der Arbeiter teils seht schlecht sein. Ferner wird aus allen Teilen des Betriebes über Mangel an Ventilation, an Waschgelegenheit und an Reinhaltung der Klosetts geklagt, was um so mehr auffällt, als in anderen, von Engländern oder Amerikanern crvichteten Jirdustriebetrieben in Deutschland teils geradezu musterhafte Einrichtungen dieser Art getroffen sind, in der Erkenntnis, daß durch gute hygienische Zu- stände die Loistungskraft der Arbeiter wächst. In jenem Betriebe aber fehlt es an jeglicher Vcntilationseinrichtung sogar in einem Raum, wo die neuen Apparate durch Gaszuführung probiert� und das darin gebliebene Gas hinausgcblasen wird, fD_ daß es sich mit der Luft im Räume vermischt. In der Dreherei besteht die Heizung aus alten Koksöfen, die furchtbaren Stank und Rauch entwickeln, und die'Fenster können incht geöffnet werden. Wo im Betriebe Oberlicht vorhanden ist, überläßt man die Reinigung der Fenster dem Regen. Auch aus dem Saal, wo die Klempner arbeiten, wird über besonders schlechte Luft geklagt. Dergleichen Mißstände wurden noch eine ganze Reihe angeführt. Auch wurde erwähnt, daß ein Kolonnenführer sich noch Arbeit mit nach Hause zu nehmen pflegt, was, wie man meint, der Direktion wohl gar nicht bekannt ist.„ r.<... Der Redner forderte die Anwesenden auf, allen Ernstes dafür zu sorgen daß durch Stärkung der Organisation in dem Betriebe wieder die alten besseren Zustände eingeführt werden. Uebrigens sieht die englische Gaswerksgesellschaft mit ihren Fabrikaten ziemlich konkurrenzfrei da, so daß sie um so weniger Ursache hätte, die Löhne zu drücken und an den notlvendigsten Ein- richtungcn zum Schutze von Leben und Gesundheit der Arbeiter zu sparen. In der Diskussioir versuchte ein Redner, dem Referenten lieber» treibungen nachzuweisen, mußte jedoch selbst zugestehen, daß schwere Mtzstände vorhanden sind, und daß z. B. auch Vertrauensleute der Arbeiter im Betriebe uicht geduldet, sondern regelmäßig gemäß- regelt werden. Oeutkchcs Reich. Der Fabrikarbeiterverband hat sich im Jahre 1907 erfreulich weiter entwickelt. Die Mitgliederzahl stieg auf 136 885 gegen 123 215 am Schlüsse des Jahres 1906. Das ist eine Zunahme von 13 670 (11 Proz.) Mitgliedern. An Unterstützungen wurden gezahlt: Streck- Unterstützung 388 269 M., Gcmaßregeltenunterstiitznng 34 067 M., Umzugsunterstützung 15 716 M.. Sterbegeld 16 528 M.. Erwerbs- losenunterstiitzung 558 971 M. Für Rechtschutz wurden 9289 M., für das Verbandsorgan 72 219 M., für Agitation 56 721 M. aus- gegeben. Die gesamte Einnahme betrug 2 800 781 M., die gesamte Ausgabe 1705 779 M.. der Kasienbestand an, Jahresschluß 1 095 002 M.(am 1. Januar 1907: 541 242 M.>.— Lohnbewegungen (ohne Streik) führte der Verband im Jahre 1907 in 521 Betriebe»: daran waren beteiligt 25 653 Arbeiter und Arbeiterinnen. Erreicht wurde für 5117 Beteiligte Verkürzung der Arbeitszeit um zusammen 20 497 Stunde» pro Woche, für 24 290 Beteiligte Lohnerhöhung um zusammen 47 898 M. pro Woche. Für 170 Betriebe wurden Tarif- vertrage abgeschlossen: dieselben regeln das Arbeitsverhältnis für 10 558 Arbeiter und Arbeiterinnen. Von den an den Lohnbewegungen Beteiligten waren durckschnittlich 71 Prozent organisiert.— Augriffsstreiks fanden 107 statt. Dieselben erstreckten sich auf 220 Betriebe in 113 Orten. Beteiligt daran waren 7073' Personen. Von den Augriffsstreiks endeten: Mit Erfolg 94 Streiks mit 5911 Bc- teiligten, ohne Erfolg 12 Streiks mit 588 Beteiligtei,. unbekannt bezw. noch nicht beendet 1 Streik mit 576 Beteiligten. Das Resultat ist, da rund 80 Pröz. der Streiks erfolgreich beendet wurden, als sehr günstig zu bezeichnen. Das Ergebnis der Streiks war folgendes: Verkürzung der Arbeitszeit für 1868 Beteiligte um 5233 Stunden pro Woche, Lohnerhöhung für 5093 Beteiligte 10 095 M. pro Woche. Bei 13 Strei'S mit 1180 Beteiligten wurde ein Tarifvertrag abgeschlossen: AbwebrstreikS mußten 61 geführt werden. Beteiligt daran waren 3602 Personen in 85 Betriebe»!. Aussperrungen fanden 37 mit 2236 Beteiligten statt. Die Ausgaben für Streiks betrugen: Für Angriffsstreiks.... 232 276 M. Für Abwehrstreiks.... 111 635, Für Aussperrungen.... 79 894„ Summa 423 855 M. (Die Summe ist höher wie die oben angegebene, weil die AuZ» gaben der Lokalkassen eingerechnet sind.) Nicht uninteressant ist ein Vergleich der Erfolge der Angriff- streiks init denen des Jahres 1906. Während nämlich im Jahre 1906 nur 109 von 167 Lohntämpfen. gleich 64 Proz., erfolgreich �beendet wurden, waren es im verflossenen Jahre 147 von 193, gleich 75 Proz. Den Schlüssel zu dieser erfreulichen Besserung dürfte die Tatsache bilden, daß im Jahre 1906 das Organisationsverhältnis wesentlich ungünstiger war lvie im Vorjahre, wie die nachstehende Zusammenstellung zeigt: ES waren organisiert 1906 1907 Bei Ausbruch des Streiks... 76 Proz. 93 Proz. 6 Monate vor dem Streik... 41„ 62. Alles in allem bietet so der Verband ein Bild günstiger Ent- Wickelung, zumal wenn man bedenkt, daß er seine Mitglieder aus den der Organisation am schwersten zugänglichen Schichten der Arbeiterschaft gewinnen muß. Den Schiedsspruch im Baugewerbe haben in Breslau nach den Zimmerern nunmehr auch die Maurer mit 392 gegen 258 Stimmen, nach stürmisch verlaufener Versammlung, abgelehnt. Der Zahlstellenvorsitzende, Genosse Rotier, hat daraufhin seinen Posten niedergelegt. Im G n e s e n e r Bezirk ist die Einigung im Baugewerbe auf folgender Grundlage zustande gekommen� Vom 1. Mai 1908 bis 30. April 1909 beträgt der Minimalstunden� lohn 43 Pf., bis 31. März 1910 dann 431h Pf. Für Arbeiten übe» Land ist ein Zuschlag von 5 Pf. pro Stunde zu zahlen. Zur Aussperrung der Maler. Für daS Lohugebiet Offenbach mit 13 Zahlstellen fand am 5. Mai eine Versammlung der 127 Ausgesperrten statt, in der Gau- leiter Zimmermann- Frankfurt über die Verhandlungen um den Tarif und den Schiedsspruch referierte. In der Dlskussion machte sich eine Mißstimmung gegen die Abmachungen stark bemerkbar, trotzdem stimmte nach eindringlichen Ermahnungen der Organisationsleiter die überwiegende Mehrheit dem Schiedsspruch zu. Die Aussperrung besteht bis auf die endgültige Regelung des Streites, die die örtlichen Instanzen zu treffen haben, weiter. Letzte JVachncbtcn und Oepelcden. Agrarunruhen. Rom, 6. Mai.(B. H.) In Apulien find ähnliche Agrarunruhen ausgebrochen, wie in der Provinz Parma. In Ruvo griffen Bauern mehrere Pächter an, dir vom Bezirksgericht zurückkehrten, wo sie gegen aufftändische Bauern als Geschworene fungiert hatten. Mehrere Personen wurden verwundet. Einschreitende Carabinieri wurden von den Bauern mit Steinwürfen enipfangen, doch gelang eS ihnen. die Ordnung wieder herzustellern_ Im Mühlgetriebe. Wittstock, 0. Mai.(B. H.) In der Kohlenmühle bei Dranse kam gestern abend der dreißigjährige Sohn des Besitzers in das Getriebe. Die Mühle ging welter und zerstückelte den Unglücklichen in gräßlicher Weise. Nachdem die Mühle zum Stehen gebracht worden war, mußte sie erst auseinandergenommen werden, um die Leiche zu bergen.______ PaßlSinger& Eo�, Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.NnterhaltungSbl, Br. 106. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Doerstag, 7. Mai 1908. Reichstag. 151. Sigung vom Mittwoch, den 6. Mai 1908, bormittags 11 Uhr. Am Bundesratstische: Niemand. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. Eidhoff( frs. Vp.)( Lennep-Meitmann) für gültig zu erklären. -Berichterstatter Abg. Fischer( Soz.)- beantragt die Kommission Die Abgg. Gröber und Genossen beantragen: 1. den Reichs fanzler zu ersuchen, über die Behauptung der Wahlanfechtung, daß der Wahlkreis mit Flugblättern und Schriften überschwemmt wurde, welche im Kolonialamt hergestellt, verpackt und versandt worden sind, als Zeugen Generalmajor Reim, Unterstaatssekretär v. Loebell eidlich vernehmen und hierbei erheben zu lassen, ob und in welchem Umfange die in der Wahlanfechtung bezeichneten Schriften zur Versendung in den Wahlkreis gelangten und an welche Adressen die Versendung erfolgte; 2. die Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl des Abg. Gidhoff bis zur Erledigung dieser Beweiserhebung auszusehen. Die Abgg. Albrecht( Soz.) und Genoffen beantragen, diesem Antrag Gröber hinzuzufügen: 3. den Generalmajor Keim eidlich darüber vernehmen zu lassen, welche Tatsachen oder Erklärungen seitens der Beamten des Reichstanzleramts ihn veranlaßt haben, Herrn Eidhoff gegenüber in seinem Briefe bom 17. Januar 1907 in so positiver Form zu er Ilären, daß die amtliche Untersuchung seiner Wahl in jeder Weise fichergestellt sei". " Abg. v. Derken( Rp.) tritt für die Gültigkeit der Wahl ein. Abg. Fischer- Berlin( Soz.): Herr v. Derzen hat mit der Bemerkung geschlossen, er und feine Partei hätten eine hohe Achtung vor den Wählern. Er meint also also wohl, wir hätten diese hohe Achtung nicht. Wie bereinigt sich aber mit dieser hohen Achtung vor den Wählern Ihre Vorliebe für das öffentliche Stimmrecht? verlangen solcher Wahlbeeinflussungen zu vermeiden. Wenn wir anders ver fahren, sezen wir geradezu eine Prämie auf die Wahlbeeinflussung. wenn man auf die Leitsäge des Reichstages hinweist, so ist doch zu bedenken, daß diese tein vade mecum für den Reichstag sei, sondern es handelt sich hier um einen Leitfaden, damit der Reichstag weiß, wie er die einzelnen Fälle entschieden hat. In den früheren Protesten ist aber ein solcher Fall eben noch nicht vorgekommen. ( Sehr richtig!) Wir haben in einer ganzen Reihe von Fällen, wo Nachtwächter mit der Dienstmütze im Auftrage der Ortspolizei warms Sie, baß in Wiedlenburg die Wähler überhaupt kein Wahl- beeinflussung erblickt und hier will man von einer amtlicher sind Sie Gegner des geheimen Stimmrechts und warum Flugblätter verteilt haben, darin eine unzulässige Wahl recht haben.( Lebhaftes Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Herr Wahlbeeinflussung nichts wissen, wo b. Derzen und seine Partei wollen auch Wahlbeeinflussungen mit ungefeßlichen Mitteln verurteilen. Aber mit den Herren Heinze und diese elenden, nichtswürdigen Flugschriften Raab ist er der Auffassung, die Regierung müsse das Recht haben, ausgegangen sind von den Beamten des Reichskanzlers, vom Marines durch Flugblätter Aufklärung zu schaffen. Ich bin der letzte, welcher und Kolonialamt. Wenn die Protestbehauptungen nicht wahr wären, der Regierung das Recht bestreitet, auch zu Wahlzeiten aus ihrem dann würden die Freisinnigen ja als die triumphierenden Sieger Herzen keine Mördergrube zu machen. Es steht ihr das Recht zu, nachher durch das Land gehen können, aber die Protestbehauptungen Erklärungen in öffentlichen Blättern zu erlassen. Aber was ihr nicht sind wahr, niemand bezweifelt es, und die Protesterheber haben nur zusteht, ist, gegen einzelne Parteien mit den Mitteln des Staates nicht die Form gewählt, die sie zwingt, Beweis zu erheben. Wenn auf dem Blane zu erscheinen, und gegen einzelne Kandidaten mit den Sie so vorgehen, müssen Sie verlangen, daß Wahlproteste nur noch Mitteln des Staates Stimmung zu machen.( Lebhafte Zustimmung von Juristen ausgearbeitet werden. Was kein Verstand der Ber bei den Sozialdemokraten.) Herr Heinze meint, in den Flugblättern ständigen sieht, das schreibt dann so ein Juristengemüt.( Große sei nicht gegen einzelne Parteien Stellung genommen, und Herr Heiterkeit.) Herr Heinze ist sogar so weit gegangen zu behaupten, Raab und Herr Derzen haben sich ihm angeschlossen. Aber weder wir wollten Beweise erheben, an die die Protesterheber gar nicht Herr Derzen noch Herr Heinze noch Herr Raab haben sich die gedacht haben. Die Protesterheber haben schon daran Mühe gegeben, die Flugblätter anzusehen. So heißt es in einem: gedacht, denn es wird ausdrücklich im Protest auf das Zeugnis Als man die Leichen fand, waren einzelnen die Augen aus des Generals Keim hingewiesen. Diese Bemerkung des Herrn Heinze gestochen, der Schädel zertrümmert, die Hände abgehadt, der war so ein Schmerzensschrei aus der Schwabachschen Wahl.( Sehr Leib aufgeschlitt, nach ärztlichem Befund war einigen bei lebendigem wahr bei den Sozialdemokraten.) Er sagte, 80 Broteste sind ein Abg. Gröber( 3.) befürwortet seinen Antrag und erklärt sich auch Leibe von den rohen Hereros das Genick umgedreht." Weiter heißt gegangen, 60 geprüft, aber nicht ein einziger hätte durchschlagende mit dem Antrag Albrecht einverstanden. Wenn festgestellt wird, es: An demselben Tag schrieb ein Soldat die wenigen tief- Gründe zur Kassierung gebracht. Nur schade, daß Herr Schwabach daß der gesamte Regierungsapparat für den Kandidaten in beschämenden Worte: Auf der einen Seite diese unfagbaren, uns selber der Meinung des Herrn Heinze nicht ist. Hätte er nicht sein Bewegung gesetzt worden ist, ist, mußte die Wahl für un- Mart und Bein erschütternden Szenen, auf der andern Seite August Mandat niedergelegt, hätte es sich ja gezeigt, ob der Reichsgültig erklärt werden. Auf jeden Fall aber bitte ich Sie, Bebel im deutschen Reichstag die Hereros verteidigend und uns, die tag nicht den Wahlprotest für durchschlagend angesehen hätte. Weil feinen endgültigen Beschluß zu fassen, bis die beantragten Beweis- deutschen Soldaten, beschimpfend." Hier würde wohl kein Mensch er das fürchtete, hat er eben sein Mandat niedergelegt.( Sehr crhebungen abgeschlossen sind. die Hand dafür aufheben, weil es eine vollkommen erlogene Be- wahr! bei den Sozialdemokraten). Herr Müller Iserlohn be Abg. Müller- Iserlohn( frs. Bp.): Eine amtliche Wahlbeeinflussung hauptung ist!( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) hauptet, der Protest tönne nicht ausschlaggebend sein, weil Keim Herr eine muß als folche, als eine von amtlicher Stelle aus geübte erkennbar Nur ein Schon Privatperson sei. Herr fein. Eine solche Wahlbeeinflussung hat aber bei der in Nede ehrloser Tropf Raab hat anerkannt, daß bei der Verbindung des Flottenvereins stehenden Wahl nicht stattgefunden. Ich bitte Sie, die Wahl für tann solche Behauptungen aufstellen; und dieses Flugblatt ist mit den Regierungsstellen davon teine Rede sein könne. Und auch gültig zu erklären. im Wahlprotest selbst ist diese Behauptung widerlegt. Es heißt in Abg. Raab( Wirtsch. Vg.): Eine amtliche Wahlbeeinflussung auf Kosten der Regierung geschrieben dem Briefe des Herrn Keim, der dort angeführt ist: Nach vermuß dem Wähler als solche zum Bewußtsein gekommen sein, um und in dem Wahlkreise verbreitet worden. Ist das eine unzulässige fchiedenen Rücksprachen in der Wilhelmstr. 77, wo man sich für Ihre eine Ungültigkeit der Wahl herbeizuführen. Daher können wir nicht Wahlbeeinflussung oder nicht?( Zustimmung bei den Sozialdemo- Wahl interessiert, ist, um die Sache praktisch zu gestalten, die amtfür den ersten Teil des Antrages Gröber stimmen. Wohl aber traten.) Weiter heißt es: Deutsche Wähler! Hierfür ist die aus liche Unterstützung der Wahl in jeder Weise sichergestellt".( Hört! werden wir für den zweiten Teil und für den Antrag Albrecht Zentrum und Sozialdemokratie zusammengesetzte Reichstagsmehrheit hört! bei den Sozialdemokraten.) Was verlangt man noch mehr stimmen, worin Beweiserhebungen verlangt werden. Der Brief des verantwortlich." Es ist vergessen, hinzuzufügen, daß auch die Frei- an positiven Behauptungen bei einem Wahlproteft.( Sehr General Keim rechtfertigt den Verdacht, daß die Kandidatur Eickhoff sinnigen und ihr Kandidat Eickhoff zu dieser Mehrheit gehört haben. richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich verstehe nicht, als amtliche Kandidatur angesehen wurde. Gerade die Freifinnigen( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Weiter heißt es:" Das waren daß die Freifinnigen nicht selber das Gefühl der Reins hätten allen Anlaß, den Berdacht fern zu halten, als seien sie bereit, die Folgen der unzureichenden Ernährung der Truppen, weil der lichkeit in dem Maße besitzen, um zu sagen, wir müssen Herrn von der Regierung etwas unzulässiges entgegenzunehmen.( Sehr Reichstag aus elenden und kleinlichen Barteirücksichten die Eisenbahn Eickhoff gegen den Vorwurf verteidigen, daß er sich amtliche richtig! bei der Wirtschaftlichen Vereinigung.) berweigert hat." Und nun sagen Sie, ob das keine unzulässige Wahlbeeinflussungen hat gefallen lassen, daß er sie sich vom General Abg. Dr. Spahn( 3.): Wenn sich der Verdacht von Ungesetzlich- Wahlbeeinflussung zugunsten des freisinnigen Standidaten ist.( Bu- major Keim hat zusichern lassen.( Sehr gut! bei den Sozials feiten, auch wenn sie im Wahlprotest nicht behauptet werden, ergibt, ſtimmung bei den Sozialdemokraten.) demokraten.) Wenn Sie( zu den Freisinnigen) aber schon gegen so muß stets Beweis erhoben werden; schon deshalb ist das auch in Man sagt, die Behauptungen des Protestes könnten deswegen einen solchen Beweisantrag Widerspruch erheben, so können Sie es diesem Falle nötig. nicht in Betracht kommen, weil sie ganz allgemeiner Art wären. uns nicht übelnehmen, wenn wir sagen: das ist die reine_blasse Abg. Dr. Heinze( natl.): Die Regierung ist befugt, ihre Au- Seit wann hat sich aber der Reichstag auf den Standpunkt gestellt, Angst, daß etwas herauskommt.( Sehr wahr 1 bei den Sozial schauung in der Bevölkerung energisch zu vertreten, auch durch Flug- daß der Name des Kandidaten genannt sein muß, demokraten.) Kein Wähler im ganzen Deutschen Reich ist sich blätter, ganz besonders wenn es sich um eine bestimmte Frage wenn zugunsten einer bestimmten Partei gegen bestimmte Parteien zurzeit der Wahlen im Unflaren gewesen, woher die Berge von handelt, wegen der sie den Reichstag aufgelöst hat. In den Flug- Wahlbeeinflussungen erfolgt sind.( Sehr wahr! bei den Sozial- Flugblättern gekommen sind, mit denen der Flottenverein das ganze blättern ist nicht Partei ergriffen für irgend einen Kandidaten demokraten.) Wenn festgestellt ist, daß mit den Mitteln der Re- Deutsche Reich überschwemmt hat. Herr Gröber hat sehr mit Recht oder irgend eine Partei, sondern nur die Anschauung der gierung, mit dem Beamtenapparat des Kolonialamtes, des Reichs- darauf hingewiesen, es sei gar nicht notwendig, daß der einzelne Regierung ist vertreten, und das war ihr Recht. Der marineamtes Scharen von Flugblättern verbreitet worden sind, Wähler von der Wahlbeeinflussung unterrichtet war. Auch im Falle Brief des Generals Keim ist der ciner Brivatperson; fann man doch nicht sagen, daß eine ungenügende Protest- Schwabach ist in keinem Falle der juristische Beweis erbracht worden, diese Privatperson sagt, die amtliche Unterstügung sei sichergestellt. behauptung vorliege, weil nicht einmal der Name des Kandi- daß ein einzelner Wähler bestochen worden sei, aber die WahlWürden wir nach der Auffassung der Abgeordneten Gröber und daten genannt sei. Wenn man hier von ungenügender Substantiierung prüfungskommission hat weitere Beweiserhebungen beschlossen, um Spahn verfahren, so müßten wir auch über die Wahl des sozial- fpricht, so glaube ich das keinem Menschen und wenn er das zehnmal die fehlenden Schlußglieder zu erbringen. Wenn aber festgestellt ist, demokratischen Abgeordneten Lehmann- Wiesbaden Beweis- wiederholt. Herr Heinze freilich meinte, wir müßten recht streng daß die nationalliberale Wahlleitung in jenem Wahlkreise konerhebung beantragen; im Wahlprotest wird behauptet, daß die gegen die Wahlproteste sein, da so außerordentlich viele Proteste servativen Vertrauensmännern 500 Mart angeboten hat, damit für den liberalen Kandidaten wenn agitieren, Katholischen Geistlichen im ganzen Rheingan für Lehmann eingetreten eingingen. Aber der Reichstag hat doch die Aufgabe, dafür zu fie sind. Wir tun das nicht, wir sind aber in der juristischen Behand- sorgen, daß seine Wahlen in reinlicher, unantastbarer Weise zustande einem anderen Falle den Agitatoren gesagt worden ist: für jede lung dieser Fragen konsequent und lehnen auch hier die Beweis- fommen( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), und wir dürfen Stimme für Schwabach bekommt Ihr 1 Mart, so wird doch jedererhebung ab.( Lebhaftes Bravo! bei den Nationalliberalen und nicht die Wahlproteste so behandeln, daß den Wählern die mann anerkennen müssen, der noch nicht politisch korrumpiert Freifinuigen.) Lust vergeht, überhaupt noch Protefte einzureichen, sondern ist, sondern geradeaus sehen kann, daß hier eine Wahlbestechung vorVizepräsident Paasche teilt mit, daß ein Antrag Wellstein ein die Wahlproteste müssen pünktlich verhandelt und es muß liegt. Herr Heinze hat dann einen besonderen Trumpf damit auss gegangen sei, die Beweiserhebung noch auszudehnen. bon unserer Seite alles getan werden, um eine Wiederholung zuspielen versucht, daß er auf die Wahl meines Parteigenossen Kleines feuilleton. Naturbetrachtung in märkischer Landschaft. Auf dem zweiten allgemeinen märkischen Touristentag hielt Bruno Wille cinen von warmer Liebe und feinem Verständnis zeugenden Vortrag über Naturgenug in unserer Landschaft, der einem größeren Publikum geboten zu werden verdient. uns niederblickt und, wie Lenau sagt, der„ Himmel seinen Hader donnert," immer erscheint uns der Horizont als das, was der Ebene ben belebenden Ausdruck gibt. in Mitwelt betrachten müssen, so sollten wir auch die Liebe zur Land. schaft, zur Natur, zu unseren Mitwesen ausbilden. Dieses Naturempfinden ist die Vorstufe der höchsten Sittlichkeit. Darum sollen wir wandern und schauen. Bureau. Humor und Satire. Arbeit. Am Morgen aber ging Herr Lehmann in fein Und er riß den Abreißkalender ab und erwischte dabei versehentlich zwei Blätter. Da schlug er die Hände über den Kopf zusammen und freute sich, denn er hatte die Arbeit zweier Tage hinter sich. .. die Von diesem Horizont und aus dieser Ebene heben sich ab die Wälder und einzelnen Bäume, deren verschiedene Baumcarattere unser Interesse erheischen. Die Eiche gleicht, wie Goethe sagt, einem aufgetürmten Riesen", ihre knorrige Gestalt läßt sie uns als den König des Waldes erscheinen. Die Kiefer, der wesentliche Baum des märkischen Waldes, hat etwas Grüblerisches; da, wo wir sie in ihrer eigentlichen knotigen Gestalt ſehen, wo sie frei und nicht in Schonungen und Massen zu unnatürlicher Schlankheit aufwächst, können wir sie als die Eiche unter den Nadelbäumen 8ur Sicherheit. Frigl( der immer ein schlechtes Ges betrachten. Die Birte hat etwas Mädchenhaftes, zart hängt ihr feines Haargezweig und ihre Stämme leuchten, als wär' in stiller wiffen hat, als er vom Papa Schläge friegt, ohne genau zu wissen Sommernacht das Mondlicht blieben hangen". Die Weiden blicken warum):" Gelt, Papa, da ist doch schon die Scheibe dabei, struppig, verwundert drein, und die Erle, die gern auf Moorboden ich heute beim Nachbar zerschlagen habe!" mit hohen Wurzeln wie auf Stelzen steht, hat etwas Düsteres, wie Starke Einbildung. Backfisch( als ein elegantes denn auch ihre Blätter sich im Herbst schwarz färben. Die Buchen Automobil vorbeifährt:„ Ach, Mama, wie riecht das doch vorwölben prächtige Dome aus ihrem Blättergezweig und der Wacholder, nehm!" der ein Vorzug der märkischen Landschaft ist und in alter Zeit als - Eine Musterhausfrau. Was machen Sie denn mit Lebensbaum galt, duckt sich zusammen wie ein grübelnder Mensch. ,, Gar nichts! Ich mache sie Doch auch die Feldlandschaft kann schön sein. Nicht gerade all' den leeren Konservenbüchsen?" endlose Kartoffel- und Rübenfelder, so doch der Anblick eines nur rein und dann werfe ich sie fort!" ( Meggendorfer- Blätter".) wogenden Kornfeldes, die mit Blumen geschmückte Wiese oder eine Fläche mit Haidetraut. Wenn dann die Adergrenzen nicht gerade geschnitten sind, erfreut uns auch die Linie, die gewundene Ackergrenze oder der Anblick eines sich in Krümmungen windenden Baches. Notizen. " Die Landbewohner und Naturvölker führte Bruno Wille aus erwachen durch das Grauen des Tages, der moderne Mensch nur durch das Rattern seines Weckers oder des Straßenlärms. Er achtet nicht Sonnenaufgang noch Untergang. So läßt der Dichter Hölderlin, der den Sonnenuntergang poetisch schildert, den Sonnenjüngling flagen:„ Geh unter, Sonne, zu Völkern, die dich noch ehren." Die Naturvölker besaßen viel innigere Hingabe und Verständnis für die Natur, ihre Sonnenanbetung und ihr Baum- und Quellenfultus zeigen uns das starte Vertrautsein und das Gefühl für die Eigenarten und die Größe der Natur. Wir achten heute nicht mehr der Brunnen und Quellen, die einst unseren Vorfahren köstliche Reichtümer und Offenbarungen der Natur waren, und so können wir das reizende Märchen„ Undine" des märkischen Dichters Fouqué dahin auslegen, daß Undine, die Quellnige, die verlassene Geliebte des Ritters, jezt um die Brunnen und Quellen herum schleicht und um die verlorene Liebe des Menschen weint. Eine Erneuerung unseres zurückgedrängten Naturgefühls tönnen wir nur durch regelmäßiges Hinauswandern in die Landschaft wiedergewinnen. Dabei müssen wir zuerst den Organismus der Landschaft Theaterchronit. Das Deutsche Theater nahm fennen zu lernen suchen. Ein großer Dichter und eifriger Wanderer Die Mark ist lange genug mit Vorurteil angesehen worden zur Aufführung einen Einattergyllus Die Fadel des Gros trie Goethe suchte die Landschaft stets im ganzen zu erfassen: Das Wer aber von dem trostlosen Sandcharakter der Märt spricht, hat von Friedrich Freksa, dem Verfasser von„ Barock", zur AufWesen des Gebirges, die Art der Schichtung und die Entstehung. Die sich nicht vertieft in die Landschaft. Ueberall finden wir Wasser, führung an. Gestaltung unserer Mark erklärt sich durch die Tatsache, daß in Schilf und Torf, die doch beweisen, daß der Sand nicht dominiert. Bühnenchronit. Adalbert Mattowsth bom fönigl. vorgeschichtlicher Zeit die ganze Mark von Eismassen und Gletschern Flüsse und Fließe durchziehen die Landschaft, und Sträucher, Hasel- Schauspielhaus hat zu seiner Erholung einen viermonatigen Urlaub bedeckt war, die bei ihrem Abschmelzen nicht nur Sand- und Gesteins- büsche und Wälder treffen wir überall; Mühlen und Mühlteiche antreten müssen. massen, welche sie ehemals aus Standinavien mit sich herbrachten, erfreuen uns und besonders unsere märkischen Seen verleihen der Ein Denkmal für Max Ehth, der als Ingenieur zurückließen, sondern auch die vielen Eeen und Flüsse erzeugten. Mark einen ganz ausgeprägten Landschaftscharakter. Wer das alles und Schriftsteller allerdings mehr allgemeines Interesse bietet denn Das ehemals fumpfige Gelände war ein guter Waldboden und so richtig sehen will, muß aber zu den verschiedensten Jahres- und als Begründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, wurde im haben wir in unserer Mark einen seltenen Reichtum an Seen und Tageszeiten, ja auch bei verschiedenem Wetter wandern. Dann Hofe der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zu Berlin enthült. Einen Schönheitsabend Wäldern. Aber nicht nur das allein müssen wir sehen. Auch auf kann er erst interessante Vergleiche anstellen. So über die verohne polizeiliche Zenjur die Stimmung tommt es an. Der Zived und verständige Geschiedene Farbe der Bäume bei verschiedener Beleuchtung. Dann veranstaltet die Schönheitsvereinigung am 19. Mai im Mozartsaal sichtspunkt erfüllt heute ganz den modernen Kulturmenschen, wir wird er auch die Naturbeseelung spüren, wenn von Baum zu Baum für Mitglieder und geladene Gäste. Näheres durch das Sekretariat, können aber bei unseren Wanderungen die Brille der Intelligenz" die Abendlichter springen, wenn aus Mooren und Wassern die Dessauerstr. 38. ruhig ablegen und mehr die Sinnenfreudigkeit, das, was Phantasie Dünste aufsteigen und unserer Landschaft ein selten schönes Neuerwerbungen der tgl. Museen. Für die und Gemüt bewegt, beachten. Abendrot ermöglichen. Und wenn die niedersinkende rotglühende Gemäldegalerie wurden ein prächtiges Brustbild eines weißAuch die Ebene, wie wir sie vorwiegend in der Mark finden, Sonne ihre Abendglut auf die rotbraunen harzigen Stiefernstämme bärtigen Mannes von Tintoretto und eine ungemein leicht gehat ihre Schönheiten. Ja, sie hat den Vorzug vor der Gebirgs- wirft, dann glühen diese auf, als ob ein inneres Feuer aus ihnen malte, koloristisch sehr feine Darstellung nach Tasso( Armidens landschaft, daß sie unseren Sinn nicht auf das Große, Gewaltige hervorbreche. Kiefernglühen sollten wir das stolz nennen Baubergarten) dem letzten großen venezianischer Maler dem englischen Maler ablenkt, sondern auf das Kleine, Intimere. Der weite Hori und diese großartige Naturanschauung mit dem Alpenglühen der Tiepolo, sowie ein Porträt von 3ont ist das Große in der Ebene, von dem sich die einzelnen Er- Schweizer vergleichen. Boffang( einem gebürtigen Regensburger) aus dem Ende des scheinungen abheben. Ob er in wolfenloser Blaue scheint und Das Innenleben des Menschen zerfällt in ein sich von der All- 18. Jahrhunderts erworben. Wilhelm Busch wird im Münchener Kupferstich unser Sinn sich im blauen Raum, der jubelnden Lerche gleich, ver- gemeinheit trennendes und sich mit ihr verbindendes Jch. So Tiert; ob Cirruswolfen gleich friedlichen Lämmern am Himmel wie wir die Verbindung mit unserem Volke und der Mitwelt fabinett hervorragend vertreten sein, da der bayerische Staat eine stehen, oder ob ein gewaltiger Gewitterkopf drohend, düster auf! pflegen und als unser Jdeal die Interessen der Allgemeinheit, der Auswahl seiner besten Handzeichnungen ankaufte. Lehmann hinwies. Ivo katholische Geistliche fiir den sozialdcmokea« tischen Kandidaten agitiert hätten. Wahrscheinlich, leider zu wenig. (Große Heiterkeit.) Viel mehr hätten sie es tun müssen, dann sähen die Vertreter des Blocks hier nicht so zahlreich. Sie haben doch den katholischen Geistlichen das aktive und passive Wahlrecht gegeben. Von den, Augenblicke an, wo die Geistlichen die Kanzel zur Agitation mißbrauchen, sind wir die ersten, die eine solche Agitation verurteilen. Aber im übrigen sind die katholischen Geistlichen doch nicht Wähler minderen Rechtes. Ja, wenn sie fiir Sie agitiere», dann find sie die guten Patrioten.(Sehr gut I bei den Sozialdenwkraten.) Selbst in diesem Wahlkreise des Herrn Eickhoff haben Sie sa»m die Stimme» des Zentrums bitten müssen; trat, der amtlichen Wahlbecinflnffung, trotz des Eintretens des Herrn Reichskanzlers säße Herr Eickhoff ohne die Stimmen des Zentrums nicht hier. Auf einer offenen Postkarte ist an die katholischen Pfarrer geschrieben worden:„Es bleibt bei der Parole:„fiir Eickhoff". Zentrumswähler, haltet Disziplin. Hoch das Vaterland, nieder mit dem Umsturz, Mann für Mann für Richard Eickhoff!" (Stürmische Heiterkeit.) Es fehlte nur noch der öffentliche Dank des Herrn Eickhoff an die Zentrumspartei, wie ihn Herr E u n o abgestattet hat.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Angesichts dieser Tatsachen macht es sich sehr schön, wenn die Frei- sinnigen hier gegen das Zentrum losziehen und vom nationale» Block sprechen, wo sie doch mit Hülfe des Zentrums gewählt sind. Sie verunglimpfen uns. weil wir in gewissen Fragen mit dem Zentrum stimmen, während Sie doch nur deshalb nicht n,ehr mit dem Zentrum stimmen, weil Sic Ihre eigenen Grundsätze längst preisgegeben haben.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten, Un- ruhe bei den Liberalen.) Herr M u g d a n hat es ja gesagt: Sie fühlen sich so sehr wohl in der zufälligen Rolle der politischen Be- dcutung des Zentrums und Herr Paher erklärte öffentlich: Wir wollen der Regierung auch nicht einmal den Vorwand geben, uns abzulehnen. Er weih also ungefähr, lvie er die Regierung einzu- schätzen hat(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.), und wenn sie einmal herausgeschmissen werden, so werden sie gar nicht wissen, wie sie sich zu stellen haben. Ich glaube ja nicht, dah das heute oder morgen geschieht, denn sie haben eine solche Kunst der Nückgratlosigkeit bewiesen(Unruhe bei den Freisinnigen. Vizepräsident Dr. Paasche: Das gehört nicht zur Sache!) O, das gehört sogar sehr zur Wahl (Stürmische Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdenwkraten.), denn es wird hier behauptet, der Freisinn habe sich die Unter- stiitzung der Regierung bei den Wahlen bewußt gefallen lasse». Die Schwierigkeiten haben sich ja erst nachher ergeben, als am 4. Dezember die Freisinnigen dem Reichskanzler das Versprechen ab» geben muhten: Ihr müßt Order parieren, das dumnic Daherreden hört auf. Ihr müßt Euch einen Maulkorb anlegcn lassen.(Grohe Heiterkeit.) Bei der Wahl Hennig erkennen Sie die amtliche Wahl- beeinflussung an, bei der Wahl Böhme, an dessen Wahlkreis Sie interessiert sind, bestreiten Sie sie.(Zuruf links: Warten Sie doch ab!) Wer auf die Freisinnigen wartet, der wird sicher zum Narren.(Grohe Heiterkeit.) Man sagt weiter, Herr Eickhoff sei an dem Ganzen unschuldig und für die Beeinflussungen nicht verantwortlich zu machen. Bei der Wahl Schwabach' ist aber auch kein Beweis dafür erbracht worden, dah alle einzelnen Praktiken der Wahllleiter persönlich von Schwabach ver- anlaht worden sind. Aber er hat sie sich doch gefallen lassen. Das kommt mir so vor, als wenn der Hehler erklären würde: ich habe ja nicht gestohlen, aber er bleibt im Besitz des gestohlenen Gegen- standcs und nutzt ihn aus.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Mehrheit des Reichstages muh sich auf den Standpunkt stellen, den auch Herr Spahn ausgesprochen hat: im Interesse seiner Würde ist der Reichstag gezwungen, Beweiserhebungen in diesem Falle Vornehmen zu lassen. t Abg. Wagner(k.): Wir werden für die Beschlüsse der Kom- Mission stimmen und schlichen uns den Ausführungen des Abg. Heinze an. Abg. Wicmcr(frs. Vp.): Auch ich könnte ja zur Belebung der Debatte beitragen, wenn ich hier Stellen aus sozialdemokratischen Flugblättern vorbrächte, die an Unwahrheit und Geschmacklosigkeit «lichts zu wünschen übrig lassen. Aber damit würden wir nicht weiter kommen. Die Angriffe der Sozialdemokraten, wir liehen unsere Grundsätze im Stich, lassen uns außerordentlich kühl. Was liberale Grundsätze sind, beurteilen loir, unser Verhalten richten wir nicht nach den Wünschen des Herrn Fischer ein. (Lebhafte Zustimmung bei den Freisinnigen.) Die Wahlprüfungs- kommission hat stets dieselbe Stellung eingenommen, wie jetzt. Herr Raab hat angedeutet, wir denken jetzt milder über amtliche Wahl- beeinflussungen. als früher, weil es sich um einen von uns handelt. Das ist nicht der Fall.(Lachen bei den Sozial- demokraten und im Zentrum.) Aber im Wahlkreis von Eickhoff ist die Regierung nicht zugunsten irgend einer Partei oder irgend eines Kandidaten eingetreten. Auch Flugblätter des. Flottenvereins sind mit Wissen des Herrn Eickhoffs nicht derbreitet worden. Der Protest behauptet, es seien Flugschriften verbreitet, die im Kolonialamt hergestellt sind; aber es ist nicht be- wiesen, dah dies den Wählern erkennbar war. Auch die Vernehmung des General Keim kann nicht ergebe», dah eine amtliche Wahl- beeinflussung stattgehabt hat. eine solche hätte Herrn Eickhoff bei unseren braven Wählern im bergischen Laude höchstens schaden können.(Beifall bei den Freisinnigen.) Das bekannte Telegramm Bismarcks:»Fürst wünscht Sabor" haben die Sozialdemokraten auch nicht als amiliche Wahlbeeinflussung angesehen.(Sehr gut! bei den Freisinnigen.) Ich bitte Sie, den Antrag der Wahlprüfungs- kommission anzunehmen.(Bravo I bei den Freisinnigen.) Abg. v. Saß- JaworSki(Pole) schlicht sich den Abgg. Gröber und Fischer an; die Zurückweisung amtlicher Wahlbceinflussung ist nötig im Interesse der Freiheit und Unabhängigkeit der Wahl. (Bravo I bei den Polen.) Abg. Wellstein(Z.) bemerkt, sein Eventualantrag auf Ausdehnung der Beweiserhebung sei nur eine Konsequenz der Anträge Gröber und Albrecht. Abg. v. Oertzcn(Rp.): Wir stimmen gegen die Beweiserhebung, weil dre Tatsache, dah die Flugschriften im Kolonialamt gedruckt sind, auf die Entschließung der Wähler ohne Einfluß war. Sollte die Mehrheit Beweiserhebung beschliehen, so werden wir dem Antrage Wellftein zustimmen. Abg. Dr. Spahn(Z.>: Wenn die Beweiserhebung nicht be- schlössen wird, sollte mau lieber klar sagen: Die amtliche Unterstützung der Wahlen ist zulässig.(Zustimmung im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Wg Fischer.(Soz.): Nur ein paar Worte. Herr Wiemer hat mit dem Hinweis ge- schlössen, dah in den achtziger Jahren Fürst Bismarck nach Frankfurt depeschiert haben soll.(Zuruf: Hat!) Ich weih nicht, ob alle die. die hier„hat" schrieen, die Depesche gelesen haben.(Heiterkeit.) Aber soviel weih ich auch in der Politik Bescheid, dah Fürst Bismarck in den achtziger Jahren nach Frankfurt a. M. depeschiert haben soll. (Stürmische Rufe bei den Freisinnigen: Hat! Hat l Glocke des Präsidenten), depeschiert haben soll:„Fürst wünscht Sabor I"(Zu- rufe: Hat!) ES ist ja möglich, aber eS beweist blotz, daß Fürst Bismarck keine GewisseuSskrupel gehabt hat, wenn seine politischen Zwecke in Frage kamen. Der Abgeordnete Wiemer hat daraus die Schlnhfolgerung gezogen, wir müßten deshalb in einem speziellen Falle, wenn amtliche Wahlbeeinflnssungen der Regierung vorlägen, von den Freisinnigen nicht verlangen, dah sie der Forde- rung nach Beweiserhebung über die Behauvtungen des WahlprotesieS zustimmen. Der Vergleich wäre in dem Augenblick augebracht, wo ein Wahlprotest gegen Sabor vorgelegen hätte, dah er auf Grund amtlicher Wahlbeeinflussung gewählt sei, und wenn wir uns dann in den Argumenten ergangen hätten, in denen Sie sich heute er- gangen haben. Aber so dumm sind wir nicht.(Heiterkeit.) Wenn sich Fürst Bismarck einmal aus irgend einem schikanösen Grunde gegen eine Persönlichkeit, ich glaube, es kam Sonne nrann damals in Frage, den er ja haßte wie die Sünde und gegen den er wie gegen Eugen Richter den Sorwnrf der Bnter- landSkosigkcit erhoben hat, ich sage, so dumm sind wir nicht, dah wir, wenn Fürst Bismarck eine so bittere Schikane gegen einen be- stimmten Kandidaten geübt hat, dann sagen, wir sind gewählt von Bismarcks Gnaden.(Heiterkeit.) Sonst könnten Sie ja in irgend einem sicheren Wahlkreise fiir uns eine Depesche der Regierung ver- anlasten, man solle für Singer stimmen, und dann behaupten, Singer mühte das Mandat niederlegen.(Heiterkeit.) Nein, wir ver- lange» Untersuchung der wirklichen Äerhältniffe, und gerade dagegen sträuben Sie sich ja. Weiter hat Herr Wiemer gesagt, Eickhoff habe selbst in einer Rede erklärt, dah er von einer anitlichen Wahlbeeinfluffung nichts gewußt habe. Ich habe gar keinen Anlah, an diesen Worten des Herrn Eickhoff zu zweifeln. Aber ich habe auch keinen Anlaß, sie z» glauben.(Heiterkeit.) Ich weih ja nicht, ob nicht der Kollege Ei ck h o f f an einem Gcdächtnisfchler leidet.(Unruhe bei den Freisinnigen.) Nun, für meine Behauptung habe ich auch einen sprechenden Beweis. Herr Eickhoff hat auch öffentlich erklärt, er würde seine eigenen Parteigenossen verklagen, weil sie behauptet hätten, er hätte die rhrcnwörtliche Erklärung abgegeben, im Falle einer Doppelwahl die Wahl in Mühl- Hausen anzunehme». In der„Mühlhauser Zeitung" haben sechs Parteigenossen des Herrn Eickhoff die Behauptung aufrecht erhalten— ich will aus der Erklärung nur den Schluß- satz vorlesen:„Tatsache ist, dah Herr Professor Eickhoff in der Komiteesitzung vom 22. Dezember 1906 uns versprochen hat. im Falle einer Doppelwahl seinen thüringischen Wählern treu zu bleiben." Es steht also Aussage gegen Aussage. Weiter meint Herr Wiemer, der An- trag auf Zeugenvernehmung des Generals Keim erübrige sich, weil auch, wenn er die Behauptung im Briefe zugebe, das noch kein Beweis für das Stattfinden amtlicher Wahlagitationen sei. Wenn Sie dies Bedenken haben, brauchen Sie ja nur dem Antrag Gröber zustimmen, der durch unseren ergänzt wird. Ferner meinte Herr Wiemer. eS tangiere ihn wenig, wenn wir behaupten, er gebe seine Grundsätze preis. Er sei nicht im Reichstag, um unsere Grundsätze zu vertreten. So un« bescheiden sind wir nicht. Wir verlangen nur, daß er. und seine Partei ihre Grundsätze so vertreten, wie wir die unseren.(Zuruf bei den Freisinnigen.) Sie sagen ja, ja. Aber als Sie die feierliche Er- klärung abgaben, Sie verleugneten Ihre Grundsätze nicht, da haben Ihre eigene» Blvckgenossen, die Nationalliberalen und Konservativen, hell aufgelacht.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Weiter meint Herr Wiemer, er habe auch Flugblätter gesehen, die an der Ehre seiner Fraktion rütteln. Das mag schon lein. Aber hier handelt es sich darum, dah das Flugblatt, aus dem ich vorgelesen habe, nach der Protestbehanptung vom Kolonial- amt herausgegeben und von der Regierung zur Ver- b r e i t u n g gelangt i st. Und eben das"wollen wir unter Be- weis stellen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wiemer(frs. Vp.): lieber die Gründe des Telegramms „Fürst wünscht Sabor" habe ich mich nicht ausgelassen, sondern nur gesagt, die Sozialdemokraten hätten daraus die Konsequenz ziehen müssen, dah Sabor das Mandat niederlegte. Die Vorgänge bei der Wahl in Miihlhausen hat Abg. Fischer so dargestellt, als ob Eickhoff nicht loyal gehandelt habe. Ich kann ihm mitteilen, dah wir mit den Parteigenossen in Mllhlhauseu eingehend über zwei Stunden lang über die Angelegenheit verhandelt haben, und dah die dortigen Ver- trauensmänner anerkannt haben, daß es sich bei ihrer ersten Auf- fassung um Mißverständnisse gehandelt habe.(Lachen bei den Sozial- demokraten und im Zentrum.) Abg. Fischer(Soz.): Herr Wiemer meint, wir mühten die Konsequenz ziehen, ein Mandat wegen amtlicher Wahlbeeinfluffung niederzulegen, wenn eine Depesche wie jene des Fürsten Bismarck er- gangen ist. So naive Leute sind wir nicht, das zu tun, weil vom Regierungssitze aus Schilane gegen andere eine solche Depesche er- lasten wird. Sie hätten ja gegen die Wahl Protest erheben und Beweiserhebung verlangen können. Dann wären wir vielleicht in dieselbe Situation gekoinmen als Sie heute. Und wenn jemand in unserer Partei sich in der Weise der Ermittelung der Wahrheit widersetzt hätte, wie jetzt Sie, so versichere ich Ihnen, daß er nicht in der Partei bleiben würde.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Weiter wirst Herr Wiemer mir vor, ich bezweifle die Wahrheitsliebe des Herrn Eickhoff. Das habe ich nicht getan, sondern nur erklärt, ich habe keinen Grund, ihm tu dieser Frage zu glauben, weil es nicht ausgeschlossen ist, dah er einem Irrtum, einem Gedächtuisfehler unter- liegt.(Zurufe bei den Freisinnigen.) Sie wollen das also aus- schließen! Schön, dann ist es doch sehr wunderbar, dah Herr Wiemer, lvie er hier selbst erzählt hat, volle zwei Stunde» gebraucht hat, um seinen eigenen Parteigenossen klar zu machen, daß Herr Eickhoff die Wahrheit gesagt habe.(Große Heiterkeit.) Aber selbst nach der zwei- stündigen Zusammenkunft hat es immer noch Parteigenossen von Ihnen gegeben, die es nicht glaubten. Und da werden Sie mir den Zweifel, ob Herr Eickhoff in dieser Sache nicht irrt, schon gestatten müssen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Abg. Dr. Mugdan(frs. Dp.): Dah Herr Fischer die Behauptung. welche die»Mühlhauser Zeitung" zurnckgenoinmen hat. wiederholt, wundert mich nicht. Denn die sozialdemokratische Preffe arbeitet gegen uns mit den größten Lügen und Beschimpfungen. Dah er sich un, den Fall Sabor herumdrückt,„läßt tief blicken". Tatsäch- lich ist im Fall Sabor Protest erhoben worden, fieilich nicht wegen des Telegramms. sondern wegen seiner Formalien. Aber auch in dem Fall de? Hutmachers Heine- Magdeburg, der mit der Hülfe des Magdeburger Polizeipräsidenten gegen den Fortschrittsmann Büchteniann gewählt ist, war die Sozialdemokratie nicht so schämig, ihn zur Niederlegung des Man- dats zu veranlassen. Auch in der Sozialpolitik werde ich den Be- weis führen, daß die Sozialdemokratie rücksichtslos die Grundsätze verleugnet, deren Befolgung sie von den bürgerlichen Parteien ver- langt.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das soll Ihnen schwer werden!) Im Fall Eickhoff ist eine amtliche Wahlbeeinflussung nicht erwiesen. Die Wahl ist absolut rits zustande gekommen. Dah einige Zentrumslente für Eickhoff gestimmt haben, nimmt Herr Fischer sehr übel. Nun. er ist ja selbst einmal Zentrumsmann gewesen, und kann eS nun nicht begreifen, dah das Zentrum auch einnial lieber für Herrn Eickhoff als für einen Sozial- demokraten stimmt.(Bravo 1 bei den Freisinnigen.) Abg. Fischer(Soz.): Man muh schon auf der geistigen Höhe deS Dr. Mugdan stehe», um an meine Eigenschaft als früherer Zentrumsmann zu erinnern. Wenn ich daS Alter gehabt hätte, das Herr Mugdan hatte, als er den Glauben seiner Väter verließ(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten, Glocke des Präsidenten), dann könnte Herr Mugdan mich vielleicht in Parallele mit mir stellen. Wenn er aber weih, dah ich seit meinem 19. Lebensjahre in der Sozial- demokratie tätig bin, wird er wohl kaum von einer alten Zentrums- liebe von mir reden können. Zentrumsmann war ich als junger Kerl, weil ich diese Auffassung aus meinem Elternhause mitbekommen habe. Ich würde mich schämen, wenn ich das leugnen wollte. Wenn Herr Mugdan sagen könnte» fein Ilcbcrtritt wäre ebenso erfolgt wie bei mir, weil seine Ueberzeugung ihm nicht mehr gestattete, beim Judentun» zu bleiben, dann mag er sich mit mir m Parallele stellen.(Unruhe links.) Wenn er soviel für seinen neuen Glauben gearbeitet hätte, wie ich für meine Partei, dann würde ich ihn für eiurn anständigen Menschen halten.(Grohe Un- ruhe bei den Freisinnigen. Lebhafte Zustiinmung bei den Sozial- demokraten.) Vizepräsident Dr. Paasche: Wollen Sie nicht anf die Tribüne kommen, Sie werden vor Störungen von der linken Seite doch nicht sicher sein. Abg. Fischer: Ich habe nur noch ein paar Worte zu sagen. Herr Mugdan meint, wer im Glashause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wo sitzen wir denn im Glashause? Dah wir Zentrums- wahlhülfe angenommen haben, haben wir nie geleugnet und er- blicken darin keine Unehre. Wenn man aber so wie der Freisinn jetzt eS als ein Unglück für die Nation bezeichnet, wenn eine Majorität mit dein Zentrum zustande käme, so kann man auf Zentruniswahlhülfe wahrlich nicht stolz sein. DaS ist ganz etlvas anderes, als wenn wir in der Opposition uns unter» stützen, obwohl wir in anderen Situationen mit aller Energie gegen das Zentrum Front machen. Sie zwingen un? ja gerade, gegen Ihre illiberale Politik mit dem Zentrum Opposition zu innchen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Um was eS sick bei der Zeugenvernehmung handelt, hat Herr Mugdan immer noch nicht verstanden. Wir haben ja gerade beantragt, Herrn Keim darüber zu vernehmen, welche Tatsachen oder Erklärungen seitens der Beamten ihn zu seiner Acuhernng veranlaßt haben. Zum Schluß hat Herr Mugdan noch den Fall Sabor an- geführt und dabei selber sagen muffen, dah in dem Protest gegen Sabor von einer amilichen Wahlbeeinflussung gar keine Siede gewesen ist. ES ist uns nicht eingefallen, die Frei- sinnigen zur Mnndatsniederlcgung aufzufordern. Wir muren dein Freisinn nur zu, dah er seine politische Reinlichkeit einschätzt so hoch wie wir und ein Bcweisverfahren über die amtliche Wahl- beeinflussung einleiten läßt. In diese Lage sind wir weder im Falle Sabor noch im Falle Heine gekommen, wie Herrn Mugdan selber sagt. Wenn Sie also diese Fälle hier anziehen, so tun Sie eS nur, um die Ihnen unangenehme Tatsache zu verwischen, dah Sie in einem für Sie unangenehmen Beweisverfahren ganz elend kneife».(Unruhe links, Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Mugdan(frs. Vp.): Zwischen Sozialdemokraten und Zentrum scheint doch eine innigere Gesinnungsgemeinschaft zu be- stehen.(Lachen bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Sonst ivürde Herr Fischer seinen Parteigenossen wohl vorwerfen, dah sie sich ZentrumSuntersiLtzling gefallen lassen. In Parallele mit Herrn Fischer will ich mich nicht stellen. Mein Ehrgeiz ist größer. (Schallende Heiterkeit. Zuruf bei den Sozialdemokraten: Der geht auch nach Orden!) Herr Fischer will wissen, weswegen ich von, Judentum zum Ehristenwm übergetreten bin. Das erinnert stark an einen Jnquisitionsprozeh. Wie er darüber denkt, warum ich Christ geworden bin, ist mir gleichgültig. Herr Fischer sagt, Sic mühten' mit dem Zentrum gehen, weil wir unsere Grundsätze ver- leugnen. Als wir unsere früheren Grundsätze«och hatten (Schallende Heiterkeit auf allen Seiten de? Hauses._ Die Abgg. v. K r ü ch e r und H e n d e b r a n d v. d. L a s e, die auf den Referentenplätzen sitzen, können sich vor Lachen kaum halten), sind die Sozialdemokraten ja auch nicht mit uns zusammen gegangen. Gegenwärtig sind wir dabei, in Preußen das Reichstagswahlrecht zu erlänipfc».(Schallende Heiterkeit.) Und Sic stören uns und fallen uns in den Rücke».(Lachen und Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Sie dürfen uns nicht vorwerfen, dah wir unsere Grundsätze ver- leugnen, denn Sie tun es ja täglich.(Grohe Heiterkeit bei den Sozialdemokraten. Bravo I bei den Freisinnigen.) Damit schlicht die Diskussion. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Enno(frs. Vp.) bestreitet, nach seiner Wahl den Geistlichen den Dank für ihre Unterstützung arrSgesprochen zu haben. Er habe lediglich in dem allgemeinen Daiil an seine Wähler auch einen kathv- tischen Geistlichen, den Borsitzenden des Wahlkomitccs der Zentrums- Partei, genannt. Abg. Fischer(Soz.): Herr Cuno hat meine Behauptung voll- inhaltlich bestätigt(Lachen bei den Freisinnigen), er hat nur unterlassen, noch hinzuzufügen, datz der Geistliche, der für ihn eingetreten ist, durch den Landrat erst dafür gewann neu ist, für Cuno einzutreten.(Hört! hört l bei den Sozialdemokraten.) In der Abstimmung wird zunächst über die Eventualanträge Wellstein und Albrecht abgestimmt. Der Antrag W e l l st e i n(Z.) wird mit großer Mehrheit angenommen.' Die Abstimmung über den Antrag A l b r e ch t, gegen den die Freisinnigen, Konservativen und Nationalliberalen stimmen,_ bleibt zweifelhaft. Der Hammelsprung ergibt seine Ablehnung mit 142 gegen 142 Stimme».(Große Heiterkeit.) Die Abstimmung über den Antrag Gröber ist eine namentliche. Sie ergibt die A b l e h n u n g des Antrages mit 1b3 gegen 126 Stimmen bei einer Stimm- enthaltung.— Den zweiten Teil seines Antrages zieht Abg. Gröber zurück. Hierauf wird über den Antrag der Kommission auf Gültigkeitserklärung der Wahl abgestimmt. Da die Wirtschaftliche Vereinigung wieder dagegen stimmt, bleibt die Ab- stimmung wieder zweifelhaft.(Grohe Heiterkeit.) Der Hammelsprung ergibt die Annahme des Kommissionsantrages mit 147 gegen 143 Stimmen.(Bewegung.) Es folgt die Wahl des Mg. Dr. B o e h m e- Marburg(Wirtsch. Vg.) Die Kommission beantragt Beweiserhebungen. Mg. Neumann-Hofer(frs. Vg.) begründet unter großer Unruhe deS Hauses einen Antrag Ablah auf weitere Beweiserhebungen. Abg. Raab(Wirtsch. Vg.): Es ist eigenartig, dah dieselbe Seite, die eben Beweiserhebungen abgelehnt hat, jetzt selbst verschärfte Be- wciScrhcbuiigon beantragt.(Sehr gut!) Wir haben gegen die be- antragten Beweiserhebungen nichts einzuwenden, wenn wir auch triftige Gründe dafür nicht finden können. Abg. Nrumaim-Hofrr(frs. Vg.): Ich muh entschieden bestreiten, dah die freisinnige Fraktioiisgemeinschaft bei der vorigen Wahl sich prinzipiell gegen Beweiserhebungen geivehrt habe. Der Antrag Ablaß wird gegen die Stimmen der Freiflnnigen, Sozialdemokraten und Nationalliberalen a b g e l e h n t; der Kommissionsantrag wird angenommen.— Desgleichen werden Beweiserhebungen beschlossen über die Wahl deS Abgeordneten A r n st e d t(natl.), Mühlhansen-Langensalza. Ueber die Wahl des Abg. Böhle(Soz.), Strahburg, beantragt die Kommission ebenfalls Beweiserhebungen. Abg. Müllcr-Jserlohn(frs. Vp.) befürwortet auch hier einen Antrag auf weitergehende Beweiserhebungen. Redner führt eine Anzahl Fälle an, in denen Wahlbeeinflnssungen durch Geistliche statt- gefunden haben sollen, und bittet aus diesen Gründen um Annahme des Antrages der Freisinnigen. Abg. Dr. Ncumaun-Hofrr(frs. Vg.) geht noch auf einige weitere Einzelheiten des Protestes ein. Abg. Fischer-Berlin(Soz.) verteidigt als Referent den Beschluß der Kommission. In den meisten der Fälle ist gar nicht angegeben, in welchem Wahlbezirke der Betreffende gewählt haben soll. Daher hat die Kommission den Protest ihrer seitherigen Praxis gemäß in diesen Punkten mit vollem Rechte abgewiesen. Ich gestatte mir noch einige Aussührungen als Parteimaun. Herr Müller-Jserlohn hat mir vorgehalten, ich hätte in der Kommission einen Sttmmzettel für Bühle für gültig erklärt, auf dem das.Wort.Spitzbube" stand. Ich habe in ver Kommission erklärt, das fei kein Vorbehalt, sondern eine ungehörige Bemerkung. In den 16 Jahren, seitdem ich in der WahlprüsuiigSkommission bin, habe ich eine große Fülle geschmackloser Stimmzettel für gültig erklärt, weil das Wahl- reglement uns leine Handhabe bietet, fie zu kassieren. Wenn der Hauptmann von Köpenick all die Sttmmen, die in den einzelnen Wahlkreisen auf ihn abgegeben worden sind, in einem einzigen Wahllreise erhalten hätte und wenn er wählbar wäre, s o hätten wir ihn vielleicht hier als Kollegen.(Große Heiterkeit.) Es gibt ja so viele geschmacklose Leute und so viele Esel — ich will mich mal höflich ausdrücken.(Erneute grohe Heiterkeit.) Herr Müller-Meiningen hat durch seine Ausführungen bewiesen, dah seine Partei, die jetzt im Falle Bühle plötzlich so gewiffenhaft ge- worden ist, Mücken feigen will» während sie kurz vorher Kamele geschluckt hat. Hier wollen die Freisinnigen an uns die elendeste, kleinlichste Rache nehmen— ich nehme eS Ihnen nicht übel, ich schätze Sie nur so ein, wie Sie es verdienen.(Sehr richtig i bei den Sozialdemokraten.) Wir werden fiir alle Ihre Anträge st i in m e n, wir tun Ihnen nicht den Gefallen, sie abzulehnen, obwohl wir überzeugt sind, dah dabei nichts herauskommt. Den Standpunkt, dah die Pfarrer nicht da? Recht haben, die Macht, die ihnen der Talar verleiht, zur Wahlagitation zu mihbrauchen, dah sie aber als Privatpersonen dasselbe Recht haben wie alle übrigen Staatsbürger. haben wir immer vertreten. Am 16. November 1906 aber hat Herr Müller-Meiningen ausgeführt:„Wir müssen jede Beeinflussung der Wahlen durch Staatsbeamte unbedingt bekämpfen. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Geistlichen mittelbare oder unmittelbar« Beamte sind. Der Geistliche hat nach meiner Ueberzeugung einen diel weitergehenden Einfluh als die Staatsbeamten und kann durch die Art. wie er sich stellt, die gesellschaftliche Aechtung und den wirtschaftlichen Boykott seiner Mitbürger herbeiführen. Es ist auch kein Zweifel, daß er ein offene licher Beamter ist. Wir müssen unter allen Umständen daran fest- halten, dag jeder Einflug unzulässig ist, der zugunsten eines Ltandidaten von einer derartig hohen Autorität ausgeübt wird." Das ist ein ganz anderer Standpunkt, als ihn Herr Müller- Meiningen heute vertreten hat.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schwarze-Lippstadt(Z.): Unzulässige amtliche Wahl- beeinflussung sehen die Freisinnigen nickt in den Hirtenbriefen der Bischöfe von Bamberg und München, den Liberalen gegen den Sozialdemokraten zu wählen, sondern nur in der Rede, die in einem elsässischen Orte Pfarrer Lux für die Wahl Bühles gehalten haben soll. Wir werden gegen weitere Beweiserhebungen stimmen. Abg. Dr. Ncmtmnn-Hoser(frs. Vg.): Auf einem Stimmzettel stand hinter Bohle:„ist ein Spitzbube vor aller Welt". Dieser Zettel wurde auf Antrag des Abg. Fischer für gültig erklärt. Auch einen Zettel mit dem Zusatz„Lump" beantragte Fischer für gültig zu erklären, zog diesen Vorschlag jedoch, als Widerspruch erfolgte, sofort zurück. Das ist der einfache Vorgang gewesen. Abg. Müller-Jserlohn(frs. Vp.): So habe ich es von jeher dar« gestellt, und Herr Fischer hat mich deswegen für einen Lügner crUärt!(Abg. Fischer: Unwahr I) Abg. Dr. Müller-Memingen(fr f. Vp.) verliest seine Aeusterungen vom 26. Februar, um zu beweisen, das; er auch damals in der vom Abg. Fischer zitierten Rede nur von der Wahlagitation der Geist- lichen im Amte gesprochen habe, nicht von ihrer privaten Wahl- agitation. Abg. Fischer-Berlin sSoz.): Es ist absolut unwahr, daß ich die Darstellung, die Dr. Neumann-Hofer heute gegeben, jenials als un- wahr bezeichnet habe. Herr Müller-Jserlohn hatte behauptet, ich und meine Parteigenossen hätten darauf bestanden, daß ein Stimm- zettel mit der Zufugung„Lump" fiir gültig erklärt werde. Davon war gar keine Rede. Ich habe vielmehr meine Anregung sofort zurückgezogen, als Widerspruch erfolgte. Das ganze ivar eine Episode von wenigen Sekunden, die überhaupt nicht wert ist, daß im Reichs- tag so lange davon gesprochen wird.(Sehr wahr l bei den Soz.) Man sollte nicht soviel Zeit mit den Sophistereien der Freisinnigen verlieren.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Herr Müller- Meiningen dreht sich vergeblich hin und her. Er hat damals gesagt, der Geistliche ist iminer im Amt, und bei dem Geistlichen, der einen viel größeren moralischen Einfluß hat, als der Beamte, liegt immer eine unzulässige Wahlbeeinflussung vor. Den Gegensatz seiner scharfen Verurteilung der geistlichen Wahlagitarion und seiner großen Milde gegenüber der amtlichen Wahlbceinflussung wird er uni so weniger aus der Welt schaffen, als er heute einen Fall schmählichster politischer Korruption gebilligt und für zulässig erklärt hat.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Nach einigen Ausführungen deS Abg. Dr. Heckscher(frs. Vg.) schließt die Diskussion. Der Antrag der Kommisston wird mit dem Antrag Ablaß u. Gen. angenommen. Die Wahl des Abg. Dr. Potthoff(frs. Vg.) wird ohne Debatte nach dem Antrag der Kömmission für gültig erklärt. ES folgt die Prüfung der Wahl des Abg. W ö l z l(natl.). Die Kommisston beantragt, die Wahl für gültig zu erklären. Abg. Grober(Z.): Es ist in dem Protest behauptet, daß hier die wirkliche Autorität deS Erzbischofs von München-Freising miß- braucht worden ist, um die katholischen Wähler zu verhindern, dem Beschluß der Leitung der bayrischen Zentrumspartei, für den Sozial- demokraten einzutreten, nachgekommen. Hier, wo es zu ihren Gunsten ist, lassen sich die Freisinnigen die Wahlbeeinflussung seitens der Geistlichkeit also gern gefallen.(Sehr gut! im Zentrum.) Abg. Heinze(natl.): Wir wollen den Geistlichen als Privat- Personen kein Recht nehmen, aber wir haben uns stets dagegen ge- wandt, daß die Geistlichen von der Kanzel herab oder im Beichtstuhl Politik treiben.(Sehr richtig! links.) Abg. Everling(natl.) schließt stch diesen Ausführungen an. Bei den evangelischen Geistlichen kämen Wahlbeeinflufsungen fast gar nicht vor. Abg. Dr. Burckhardt(wirtsch. Vg.): Die liberalen evangelischen Geistlichen bekämpfen fast durchgängig die christlichsoziale Partei. (Widerspruch bei den Nationallibcralcn.) Ja, es ist so; mir ist beispielsweise nachgesagt worden, ich sei ein Zentrumsvasall und ivollte katholisch werden.(Heiterkeit.) Ich bin aber ein besserer katholischer Christ, als mancher Natioualliberaler, der die Kirche nur von außen kennt.(Große Heiterkeit.) Abg. Fischer-Berlin(Soz.): Wir erblicken in dem Schreiben deS Erzbischofs nach wie vor eine amtliche Wahlbeeinflussung und werden gegen die Gültigkeit der Wahl stimmen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Nach weiteren Bemerkungen der Avgg. Everling(natl.), Dr. Burckhardt(wirtsch. Bg.) wird die Wahl des Abg. W ö l z l für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgg. Wilde(natl.) und Zu b eil(Soz.) werden nach dem Antrage der Kommisston debattclos fiir gültig erklärt; ebenso die Wahlen der Abgg. Niederlöhn er- Dinkels- bühl(k.), E v e rling- Döbeln(natl.), H e r z o g- Rinteln- Hof- geiSmar(wirtsch. Bg.), Ka d en- Dresden(Soz.). Ueher die Wahl des Abg. B ö n i n g- Landsberg- Soldin beschließt die Kommission Beweiserhebungen. Weiter werden für gültig erklärt die Wahlen der Abgg. G o e r ck- Dithmarschen(natl.) und Löscher- West- prignitz(Rp.)— Die Wahl des Abg. S ch iv a r tz- Lübeck(Soz.) beantragt die Kommission ebenfalls für gültig zu erklären. Abg. Dr. Nrumaun-Hofcr befürwortet einen Antrag der Frei- sinnigen auf BelveiSerhcbungen. Abg. Geyer(Soz.): Ich kann keinen vernünftigen Grund zur Einbringung eines solchen Antrages sehen. Es handelt stch dabei offenbar nur darum, der Sozialdemokratie eins auszuwischen; die Kommission hat alle Punkte als wahr unterstellt, die für Schivarz ungünstig sein könnten und ist trotzdem zur Gültigkeits- e r k l ä r u n g gekommen. Etwas tveiteres zu tun, als die Stimmen abzuziehen, wo Fälschungen festgestellt sind, würde der ganzen bisherigen Praxis des Reichstages widersprechen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Protest stützt sich auf polizeiliche Ermittelungen, die sich aber als falsch er- lviesen haben. Die Freifinnigen, die ihre Hoffnungen ans die Polizei gestellt hatten, sehen sich nun getäuscht. Daher der Antrag, den ick Sie abzulehnen bitte. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Die Mehrheit deS Herrn Abg. Schwartz hat nur 33 Stimmen betragen, daher ist es sehr möglich, daß bei weiteren polizeilichen Ermittelungen daS Resultat ein anderes wird. Darum stimmen wir für die Beweiserhebung, Abg. Dr. Nenmann-Hofcr(fr. Vp.): Daß die für Schwartz ab- ? gegebenen ungültigen Stimmen abgezogen worden sind, ist nur elbsiverständlich. Das hätte Herr Geyer also nicht besonders zu betonen brauchen. Der Protest behauptet, daß ein ausgebildetes System von Wahlfälschungen vorgekommen sei; wenn das festgestellt werden sollte, müßte man weitere Konsequenzen daraus ziehen als nur den Abzug der ungültigen Stimmen. Daher ist unser Antrag berechtigt. Abg. Heckscher(frs. Vg.): Heute vormittag hat Herr Fischer emphatiich erklärt, man solle ruhig alle Beweise erheben. Jetzt aber erklärt sich Herr Geher gegen Beweiserhebungen. Das ist ein Wider- spruch. Wir wollen nichts als Beweiserhebung(Zuruf: Fall Eickhoff!), ob die behaupteten umfangreichen Wahlfälschungen vorgekonimen sind. Abg. Fischer(Soz.): Wenn ich mir Herrn Heckscher als Wahrhcitssticher und Konsequentenjäger vorstelle, so musi ich lochen. Den ganzen Morgen sitzen die Freisinnigen da und schlucken Kamele(Heiterkeit) und jetzt stellen sie Anträge, die man einfach nicht ernst nehmen kann. Die Behauptungen, die Sie aufgestellt haben, haben nicht einmal die Protesterheber aufgestellt. Herr Arendt hat verraten, worum es sich handelt, als er sagte: Vielleicht könnten die BetveiZerhebungen doch dazu führen, daß die Wahl Schwartz' für ungültig erklart wird. Sie hätten gar kein Interesse an Erhebtlngen, wenn eine freisiiinige Wahl zur Prüfung stände.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Sie können nicht von uns verlangen, daß wir so dumm sind, den Strick zu drehen, an dem tsie uns hängen wollen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ja, wenn ich noch das Vertrauen haben könnte, daß die Untersuchung unparteiisch erfolgen solle, wäre es elwaS anderes. Hier weiß ich aber, ich gebe mich einem skrupellosen Gegner in die Hände.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn ich jemals daran gezweifelt hätte, daß in der Frage der Wahlpriifungen nicht die Wahrheitsliebe und der Gcrechtigkeitsdrang bei den Parteien, von denen ich rede, ausschlaggebend ist. so hätten die heutigen Verhandlungen es mir bewiesen. Ihre einzige Absicht ist. Mandate zu erhalte», die ganze Politik der Freisinnigen ist ja nichts als eine Mandatspolitik.(Sehr wabr I bei den Sozialdemokr.) Man braucht nur zu sehen, von wem der Wahlprotest ausgeht. Herr Arendt, haben Sie den Protest gelesen?(Abg. Arendt: Ja!) Nun, Herr Arendt, Sie gehören doch nicht zu den naiven Jünglingen. (Große Heiterkeit), antworten Sie mir ebenso aufrichtig: Glauben Sie auch nur etwas von dem, was im Protest be- hauptet wird? Wenn Sie mir das bejahen, dann halte ich Sie wirklich für einen harmlosen Jüngling.(Erneute Heiterkeit.) Der Protest ist von der Polizei von Lübeck mit Hülfe der ganzen Staatsanwaltschaft, deS ganzen Ratsklüngels, des Wnhl- bureaus aufgestellt und trotzdem hat man nicht einen einzige» Zeugen für die Behauptung genannt. Dieser Antrag ist nichts als eine Verhöhnung und Verulkung deS Reichstages. Er ist so schnell fabriziert worden, daß die Urheber offenbar nicht das nötige Gehirn- schmalz zusammengebracht habe».(Heiterkeit.) Ich will nur das eine feststellen. Hier wird Protest erhoben, weil eine Anzahl Wahl- Protokolle nicht unterschrieben worden seien. Vor wenigen Minuten aber haben Sie ohne weiteres für die Gültigkeit der Wahl des Abg. W ö l z l gestimmt, trotzdem in dem Wahlprotest eine ganze Seite lang von solchen Wahlprotokollen ohne Unterschrift die Rede war. (Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Da können Sie nicht verlangen, daß man Ihren Antrag ernst nimmt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wellstcin(Z.) bittet, die freisinnigen Anträge abzulehnen. Es sei nur Aufgabe des Reichstages, zu prüfen, ob die behaupteten Wahlunregelmäßigkeiten zur Ungültigkeitserklärung ausreichen. Abg. Geyer(Soz.): Der Abg. Heckscher sprach von einem sehr ernsten Protest. Ich habe bereits darauf hingewiesen, wie leicht- fertig dieser Protest zustande gekommen ist, und wenn Ihnen unsere Ermittelungen auch nicht maßgebend sind, so haben sie doch die Leichtfertigkeit des Protestes erwiesen. Der Reichstag würde sich lächerlich machen, wen» er dem freisinnigen Antrag« stattgäbe. Selbst die amtlichen„Lübeckschen Anzeigen" haben zugestanden, daß das Ernnttelungsverfahren eingestellt worden ist. Der freisinnige Antrag wird mit den Blockstimmen angenommen, deSgl. die Resolution der Kommission, die Protestbehauptungen dem Reichskanzler zur event. Veranlassung strafrechtlicher Verfolgung zur Kenntnis zu bringen. Ueber die Wahl deS Abg. Boltz(natl.) wird Beweiserhebung beschlossen, die Wahl des Abg. Lehmann- Wiesbaden(Soz.) wird für gültig erklärt, über die Wahl des Abg. Henning(k.) wird Beweiserhebung beschlossen. Darauf vertagt sich das HauS. Der Präsident erbittet und erhält, während sich die Mitglieder deS Hauses mit Ausnahme der Soziaidemolraten erheben, die Er« mächtigung, dem Kaiser Franz Joses die Glückwünsche des Reichstags zum 60. Regierungsjubiläum auszusprechen. Ein Antrag des Abg. Bebel(Soz.), die Petitionen noch auf die Tagesordnung zu setzen, wird abgelehnt. Nächste Sitzung: Donnerstag 10 Uhr.(Vertagungsvorlage, dritte Lesungen der ausstehenden Vorlagen.) Schluß 7 Uhr. Soziales. Welche harten Konkurrcnzklauseln den Angestellten unter den heute noch geltenden gesetzlichen Be- stimmungen vielfach auferlegt werden, lehrte eine vorgestern vor der Ersten Kammer des K a u f in a n n s g e r i ch t S stattgehabte Ver- Handlung. Der Geschäftsführer Kurt W. stellte gegen das„Deutsche Kolonialhaus Bruno Antelmann" den Antrag auf Entbindung von dem Zwange des Konkurrenzvcrbots. Ihm war bei Engagement die Vcrpflichtimg auferlegt worden, bei Vermeidung einer Konventionalstrafe von 10 000 M. in kein Geschäft im ganzen Deutschen Reiche einzutreten, welches Speiseöl, Kaffee oder Tee führt, noch sich an einem solchen Geschäft zu beteiligen, nock selbst eins zu er- öffnen. Die? Konkurrenzverbol sollte ein Jahr lang vom Tage de? Austritts an Gültigkeit haben. Der Kläger betonte, daß er als gelernter Materialist durch seine wenige Wochen währende Tätigkeit im Hause des Beklagten in seiner Existenz völlig unterbunden wäre, und auch das KaufmamiSgericht legte dem Beklagten nahe, auf seine Rechte aus der Klausel des Konkurrenz- Verbotes freiwillig zu verzichten. Denn nach dem Wortlaut der Klausel wäre dem Kläger die gesamte Kolonialwaren- branche in ganz Deutschland verschlossen, d. h. gerade diejenige Branche, welche Kläger gelernt habe, denn selbst im kleinsten Kolonialwarengeschäft werden die in Frage stehenden Konsnmartilel geführt.— Auf diesen Vorhalt hin entschloß sich dann der Beklagte, W. von der Konkurrenzklausel zu entbinden. Mißlungene Anfechtung der VvrstandSwahlcn einer OrtS- kraiikeickasse. Die K ö l n e r O r t§ k r a n k e n k a f s e für die in stehenden Gewerbebetrieben beschäftigten Personen hatte in ihrer General- Versammlung vom 20. November 1006 Vorstandswahlen vorzunehmen. Nachdem man die Wahlen der Vorstandsmitglieder aus dem Kreise der Arbeitnehmer begonnen hatte, erfolgten noch Er- örtcrungen und Wahlreden. AuS diesem Grunde erklärte demnächst der Oberöürgernieister von Köln als Aufsichtsbehörde, indem er sich auf§ 45 des KrankenversichernngsgesetzeS berief, die Wahlen von acht Vorstandsmitgliedern(Lagerverwalter Pütz und Genossen) für u n g ü l t i g. Pütz und Genossen klagten darauf gegen den Bürgermeister im Verwaltungsstreitverfahren und beantragte ii. die Wahlen für gültig zu erklären, da solche Reden in der Wahlversammlung nicht verboten seien. Der beklagte Oberbürgermeister stellte sich dagegen auf den Standpunkt, daß Erörterungen und Wahlreden am Wahlort und in der Wahlversammlung nach allgemeinen Grundsätzen unzulässig seien,>venn auch weder das Krankenver- sicherungsgcsetz, noch das Kassenstatut derartige Reden während der Wahlhandlung verbiete.' In Betracht zu ziehen sei, daß sie bei den Wahlen fiir den Reichstag, den Landtag und für die Kreis- und Provinzialvertretungen nach den dafür geltenden allgemeinen Be- stimmungen auch nicht statthaft wären. Der Aezirksaus- schuß in Köln hob die Verfügung des Oberbürger- meisters auf und erklärte die Wahlen für gültig. Begründend wurde ausgeführt: Dem Beklagten sei allerdings zuzugeben, daß in Ermangelung besonderer Bestimmungen im KrankenversicherungSgesetz und im Kassen- statut allgemeine Bestimmungen maßgebend sein könnten. Es gehe aber nicht an. jede Bestimmung, die sich in irgend einem Gesetz befinde, als allgemeine zu bezeichnen, nur weil sie sich auf «inen ähnliche» Gegenstand beziehe. Allgemein sei eine Be- ftimmung iinr, Ivenn ihr die Wirkung beigelegt sei, tatsächlich eine Gebietseinhcit zu regeln. Es gebe nun aber keine allgemeine Bestiinnmng, daß bei Wahlen schlechthin(das heißt bei allen Wahlen) Erörterungen und Reden ausgeschlossen sein sollen. Alle in Wahlreglcmeuts und dergleichen enthaltenen diesbezüglichen Anordnungen feien daher besondere Bestimmungen und hätten nur für die davon betroffenen Wahlen Gültigkeit. Wo es an solchen Anordnungen in anderen Gesetzen und in den durch sie zugelassenen Statuten fehlen, könnten sie auch nicht im Wege der Analogie herangezogen werden. Bei den Vorstandswahlen der Krankenkasse seien die Reden und Erörterungen, auch wenn sie während des Wahlaktes gehalten würden, nicht als unzulässige Wahlbeeinflussung anzusehen, wie ja auch die vor dem Wahlakte gehaltenen nicht als solche gelten. Der Öberbürgermeister legte Revision beim Oberverwaltungs- gericht in Berlin ein. DerdritteSenatdeSOberVerwaltungSgericht» verwarf am 4. Mai die Revision. Er bestätigte die Vor« entscheidung als zutreffend und führte noch aus: Wo keine be« sonderen Bestimmungen beständen, da müsse man die Zu- lässigkeit von Erörterungen während der Wahlhandlung nach der Natur der Wahlen beurteilen. Bei den Vorstands- wählen der Krankenkassen spreche nichts dagegen. Das Kraukeii- Versicherungsgesetz schreibe nur die geheime Wahl vor. ES müsse unter allen Umständen den Beteiligten die Möglichkeit gegeben werden, geheim ihre Stimme abzugeben. DaS sei durch die Wahl- reden nicht beeinträchtigt worden. Die Wahlen seien somit gültig. Dem Kölner Oberbürgermeister würde eine beffere Gesetzes- kenntnis sicherlich nicht schaden. Ist eS Zufall, daß seine Unkenntnis des Gesetzes just dann sich einstellt, wenn sie einem Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht dient? Die volle, wirkliche zivil- und straf- rechtliche Haftung der Beamten für die durch GcsetzesunkenntniS ver- aulaßten gesetzwidrigen Handlungen würden im Interesse der Rechts- sicherheit liegen._ Zur„Rettung" deS Handwerks. Wie wir auch aus der Denkschrift über die Wirkung des neuen Handwerkergesetzes ersehen haben, bilden sich die Zünftler sehr Vielaus ihre„Jnnungseinrichtuugen" zur„Förderung" des ehrsamen Hand- ivcrlS ein. Neuerdings rühren sich die Handwerksmeister Westfalens und fordern ganz.energisch", daß„die Großindustrie auch zu den Kosten der Ausbildung der Handwerker" herangezogen werden müsse. Begründet wird diese Forderung da- mit, daß„eiir großer Teil der im Hand Werlaus» gebildeten Lehrlinge und Gesellen später die er- worbenen Kenntnisse und Fertigkeiten der Industrie zugute kommen lasse. Deshalb will man speziell die Gelder der Großindustriellen haben, tvie man ja auch sehr oft den Versuch macht, Fabrikbetriebe in die Zwangs- innung einzubeziehcn. um zahlungsfähigere Mitglieder zu er- halten! Da nun„polirische Parteien" sich dieser Forderung bereits angeschlossen haben sollen, so hat sich die Regierung bereitwilligst zur Verfügung gestellt und eine Rundfrage angestellt:„in welchen» Uni fange handwerksmäßig ausgebildete Leute von der In dustrie beschäftigt werden?" Diese Rundfrage ist gewiß sehr interessant, doch wird sie kaum greifbares Resultat erbringen, den armen Handwerkern selbst wenig nützen. Die Großindustriellen wehren sich auch bereits gegen den Vorschlag, zahlen zu müssen, und lasien erklären, daß„viele industrielle Betriebe selbst ihre Lehrlinge auS- bilden, entweder im Betriebe oder in besonderen Werkstätten"! Ja, ja I Wenn man statt„ausbilden"—„ausbeuten" setzen würde, so dürste dies auf viele Handwerksmeister und Industrielle zutreffen. Doch man streitet sich weiter über diese Frage, da jede Seite die Ausbildung am zweckmäßigsten betätigen will. Daß die Handwcrkslehrlinge später ihre Arbeitskraft lieber der Großindustrie verkaufen, weil diese höhere Löhne zahlt, kürzere Arbeitszeit oft hat usw., wird von den Handwerksmeistern natürlich übersehen. Borlänfig beschästigeii sich die Handwerkskammern, Handelskammern und die Regierung mit dieser Frage, weil jaden- falls bald wieder eine.reichsgesetzliche" Aenderung eiir�eten ivird. Man will ja alles tun, um das Kleinhandwerk zu„rO-n", sogar die Blockpolitik ist auf diesen Ton gestimmt worden. Während stch dies im Westen Deutscklands abspielt, wtzp der Süden auch nicht abseits stehen. Die süddeutschen Schlossermeister loollen durch die soziale Gesetzgebung sich selbst Erleichterungen ver- schaffen. Sie fordern allen Ernstes, daß für sie eine extra „Schlosserei-Berufsge nossenschaft" gegründet werde, nachdem die biederen Schmiedemeister dies erlaubt bekamen und zum Nachteil der Schmiedegesellen ihre Berufsgenossenschaft ohne jede Sektionsbildung„funktionieren" lassen. Wieder�ertönt auch hier das Geschrei auS tausenden Schlossermeisterkehlen:„DaS Handwerk wird zilgliiiften der Großindustriellen zu hoch belastet! Deshalb der Ruf:„Los von der Süd- deutschen Eisen- und Stahlberufsgenossenschaft", die zu hohe Beiträge fordert. Ja, der Appetit kommt beim Essen! Erst die Zer- splitterung im Kraiikenkassenwesen— Gründung zahlreicher wackeliger Jnnungskrankenkassen, die zum Fluche für die kranken Gehülfen ihr Dasein fristen. Nim soll auch die Unfallversicherung umgestaltet werden, damit auch diese dem Handwerk mehr Rechnung trage. Sicher wird auch dann die„Krone der Sozialrefonn"— die In- validcnversicherung— an die Reihe kommen und eine„BersicherungS- anstatt für das Handwerk" gegründet werden. Auch die Fabrik- iuspektion gefällt den Schkossermeistcrn nicht und soll angestrebt werden, daß„das Verhältnis der Fabrikinspektion zum Handwerk eine andere Regelung erfahre." Man forderr,„daß die Aufsicht von Organen der Hand- werkskanimern ausgeübt werde!" So i st es recht! Unsere lahme Fabrikinspektion ist den braven Meistern auch noch zu scharf, deshalb sollen auch noch die HandiverkSkmnnlern herangezogen werden, damit diese dann auch etwas Bedeutung erlangen. Jetzt sind sie ja doch Pflänzchen, die im Verborgenen— duften I Pfälzer Bauen». Die landwirtschaftlichen Vereine der Pfalz geben zu, daß die hohen Getreidcpreise, hohen Viehpreise usw. die Einnahmen der Land« Wirte ganz gehörig gesteigert haben. Man dürfte aber hinzufügen. daß diese Raubpolitik nur den Großbauerii zugute kam, die armen Kleinbauern nach wie vor am Huugertuche nagen. Da aber das letzte Weinjahr nicht besonders gut ausfiel, so setzt man alle Hoff- nungen ans den Jahrgang 100S und hofft, daß Blattfaulkrankheit lind Sauerwurm in andere Gegenden ziehen mögen. Ebenso sehr klagt man über den„Ar b e i t e r m a n g e l", der die Weilerfllhrung vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Frage stelle". Schon der Be- richt der Vereine für 1006 klagte, daß viele Teile landwirtschaftlichen Besitzes parzellenweise verpachtet werden, weil es an Arbeitskräften fehlte. Die Kleinbauern hatten also noch„Kräfte" übrig, um diese Pachtstücke zu bearbeiten. Man schlägt nun wiederum vor, daß„die Frauenarbeitin derJn du st rie eingeschränkt werden müsse", damit sie schwerer in der Landwirtschaft arbeiten und ausgebeutet werden kann; ferner gründlichere.Aenderung deS Heimatsrechts". womöglich Beseitigung der Freizügigkeit, mehr Ernteurlaub für Soldaten und wenn dieieS alles nicht ausreicht „ B e r e i t st e l l u i» g von Gefangenen und Zuführung von ZwangSzöglingvn".— Soldaten und Gefangene sollen helfen, die Fürsorgeerziehung extra für die Land- Wirtschaft verschärft werden, damit die„verwahrlosten" Kinder der städnschen Proletarier— auf dem Lande durch schwere Arbeit und Bildung—„sittlich erzogen" werden. Auch dic„Unfallrentenempfänger sollen strenger kontrolliert" werden, da die Krüppel eben zu„hohe Renten" erhalten, Geld kosten, lvährend sie der Landwirtschaft noch Dienste leisten könnten. Alles dies, um der notleidenden Landwirtschaft zu helfen! Dabei schloß der Jahresbericht des Vereins für 1006 schon mit der Bemerkung:„Durchgreifende Hülfe kann nicht gebracht werden, so lange die Landwirtschaft nicht in der Lage ist, dallcrndhöhereLöhne zu bezahlen, als die Industrie". Vergessen sollten wir auch nicht die A r b e i t S» zeit, Koalition Riecht usw. Sozialdemokratischer Wahlverein für Steglitz. Am Sonntag, den 3. Mai, starb plößlich unser Mitglied, der Maurer Heinrich Löhr. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle des Steglizer Friedhofes aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 267/17 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Vergolder Otto Schulze am 5. Mat gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Paulus Kirchhofes in Plößensee aus statt. Nachruf. 84/2 Am 2. Mai starb der Kollege Tischler Karl Puchert. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Gastwirts D Paul Püschel fagen wir allen Verwandten und Befannten, den Kollegen des Deutschen Transportarbeiter Verbandes, sowie den Genossen des 4. sozialdemokra tischen Wahlvereins und dem Gesangverein unseren herzlichsten Dank. Wwe. Martha Püschel 19335 nebst Kindern. Todes- Anzeige. Nach langem schweren Leiden verstarb Montag abend 9 Uhr mein lieber Mann und unser guter Bruder, der Maurer August Lehmann gebürtig aus Schwerin a. Warthe im 52. Lebensjahre. 29992 Die trauernde Witwe Emilie Lehmann nebst Angehörige. Die Beerdigung findet bom Trauerhause Samariterſtraße 8 am Freitag, den 8. d. M., mittags 1 Uhr, nach dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 4. Mai verstarb unser langjähriges Mitglied August Lehmann Samariterftr. 8 im Alter von 51 Jahren an Magenkrebs. 137/18 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. d. Mts., nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Kirchhofe in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion I. Am Mittwoch, den 6. Mai starb unser langjähriges Mitglied Julius Kunze. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes in Nordend bei Nieder- Schönhausen aus statt. 42/18 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 1. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterle, Ziehung vom 6. Mai 1908, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 123 239 424 33 72[ 500] 615 1348 67 84[ 1000] 404 678 97 2542 659 705 45 63 899 994 3245 530 854 4075 222 [ 500] 77 363 530 98 845 5117[ 500] 293 308 576 804 6155 96[ 1000] 608[ 1000] 7050 181 380 409 515 43 790 821 8042 226 307 42 579 600[ 500] 752 844 9001 112 54 442 [ 500] 94 557 745[ 500] 831 955 89 10183 348 425[ 3000] 37 47 74 565 788 818 88 11334 77 535 678[ 500] 808 12001 361 444 94 885 13021 52 239 302 43 591[ 3000] 786 816[ 1000] 941 14074 523 96[ 500] 825 900 15150 98 357 426 767 904 42 79[ 1000] 16138 266 72[ 500] 427 617 883 17050 413 513 998 18031 73 146 472 527 59 73 840 19227 365 517 968[ 500] 20065 325 508 73 678 756 832 948 21517 47 655 89 813 80 22022 510 19 694[ 1000] 23009 102 4 15 97 224 597 783 24012 203 524 29 610 834 907 19 25164 229 80 631 750 910 26421 37 608 911 27011[ 1000] 47 167 328 910[ 1000] 28066 324 436 615[ 500] 69 929[ 3000] 51[ 1000] 29074 362 536 42 600 847 30170 244[ 1000] 65 394 96[ 1000] 493 560 782 812 966 31007 87 217[ 500] 327 415 28 644 726 84 994 32098 153 365[ 1000] 526[ 500] 663[ 500] 88 764 92[ 500] 938 77 33242 87[ 1000] 333 421 32 42 511 46 670 918 34085 392 656 65 733 35526[ 500] 70 808 36370 606 93 734 74 [ 3000] 82 983 37116 255 324 57 460 528 685 725 904[ 500] 6 22 38323 420 80 85 668 973 39005 42 444 517 845 965 40254 523 41050 121 550[ 500] 42431[ 500] 532 649 [ 3000] 716 97 43225 438 66[ 3000] 700 92 98 977 44295 492 564 72 45459 64 618 46009 138 254 81 584 89[ 1000] 628[ 500] 736 842 47078 311 443 45 588 727 861 48093 133 35 393 577 806 16 49153 301 400[ 500] 54 58[ 1000] 70 516 664[ 1000] 90 700 50141 370 410 51012 35 41 317 540 725 52378 86 481 829 48 827 53023[ 3000] 298 492[ 3000] 635[ 500] 54007 93 404 36 537 622[ 3000] 804 25 60 55348[ 500] 66 750 86 [ 500] 821 914 48[ 3000] 56015 54 118[ 1000] 546 82[ 1000] 618[ 500] 867 908[ 1000] 57142 208 401 58 615[ 500] 755 01 940 78 58151 209 75 514 20 613 59495 501[ 1000] 861 920 60117 421 27 508 601 97[ 500] 714 84[ 500] 61090 806 478 500 19 668 794 810 62162 607 21 30 859 63046 171 260 382 408 640 55 64100 520 674 780 817 43[ 1000] 986 59 65047 74 233 401 94 658 814 912[ 3000] 66000 153 207 55 813[ 1000] 53 484 964 67310 571 673 716 965 98 68155 352 438 668 939[ 500] 69253 395 834 45[ 500] 73 960 73 70103 270 86 300 739 839 87 921 71149 359 469 70 968 72172 285 551 880 73002 203 314 74[ 1000] 75 89 477 [ 1000] 566[ 1000] 74008 63 100 94[ 500] 367 693 858 75 75075 256 313 55 865 911 76164 393 543 68 609 75 818 33 928 91 77628 99 761[ 1000] 934 78128 36 218 27 316 38 92 449 75 625 31 63 710 884 901[ 3000] 79154 518 710 972 92 80004 70 199 498 506[ 3000] 631 919 81 81480 82 511 706 857[ 3000] 82108 540 85 616 21 66 708 24 76 905 59 83152 307 535 678.94[ 5000] 84561[ 1000] 84[ 500] 601 84 760 948 85076 347 48 85 506 643 927[ 500] 74 86005 115 230 446 527[ 1000] 895 87087 169 603 40 724[ 3000] 30 943 88012 16 79 410 39 93[ 1000] 547 612 86 802 72 89018 93 236 333 94 426[ 500] 654 714 33 816 90113 451 99 626 754[ 1000] 812 79 81 938 91034 [ 500] 88 116[ 500] 455[ 1000] 72 519[ 500] 637 55 57 728 92159 61 295[ 3000] 342 60 744 885 909 93033 103 250 324 84 846 917 94265[ 500] 484 672 987 95081 193[ 500] 227 33 55 89 304 619 33 96174 451 67 80 527 614 728 83 919[ 3000] 97497[ 500] 803 98 940 98055 102[ 1000] 37 47 359 794 844 99176 254 336 43 86 87 548 76 650 702 27 69 843 100025 401 575 724[ 1000] 32 817 913 101149 247 764[ 1000] 883 102013 487 933[ 500] 98 103097 228 670 [ 500] 709 919 29 104014 104 252 509 31 695 105014 106211 358 599 965 107008[ 1000] 51 430 646 800 32 932 108186 586[ 500] 651 60[ 1000] 68 909 109131 85 588 760 818 85 110049 215 91[ 3000] 343 457 602 749 880 84[ 3000] 111145 89 217 498 567 80[ 1000] 742[ 1000] 45 811 73 93 112036 153 96 345[ 500] 604 882 927 36 113251 311 455 588 638 913 114028 168 238 306 501 711 811 74 901 115211 47 51 726 82[ 500] 116012, 126 565 655[ 500] 838 905 95 117159[ 1000] 76 809 27 99 118053 156[ 500] 445 61 91 568 850 119014 587 924 51[ 500] 120117[ 500] 26 328 410 16 95 637[ 500] 68 121118 [ 500] 396 454 63 615 45 885 943[ 1000] 122008 194 261 99 341 434 567 784 48 58 868[ 500] 98[ 1000] 993 123009 119 41[ 3000] 205 34 334 66 401 529 80[ 500] 790 124090 817 53 457 506 834 976 125070 77 123 126084 158 522 656 127045 222 31 47 338 447 712 41 912 38 60 128080 175 286[ 500] 490 508 664 848 81 979 129015 277 668 [ 1000] 764 855 76 941 83[ 500] 130161 77 99 212 50 356[ 1000] 479 822 989 131158 [ 500] 720 845 929 30 132009[ 500] 118 263 344 45 729 988 133154 329 430 79 503[ 500] 812 134008 33 63 155 201 80 531 1500] 44 98[ 1000] 935 135071 307 25[ 500] 94 439 596 604 701 42 57 968 136132 359 625[ 500] 784 91 961 137311 29 703[ 500] 50 67 805 32 138201 84 625 80 93 96[ 500] 969[ 10000] 139067[ 1000] 128 319 468 555 686 854 933 38[ 500] 140149 570 90 99 744 141103 201 427 73 514 42 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Baters und Schwiegervaters, sagen wir dem Zentralverband der Maurer, Sektion der Puter, sowie den Genoffen vom 730. Bezirk unseren herzlichsten Dant. 30002 Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Fiehn. Danksagung. Für die rege Beteiligung und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines Sohnes, des Schloffers Willi Finke sage ich allen Verwandten und Befannten, insbesondere den Mitgliedern des Pflanzervereins Morgenrot", sowie dem Zentral- Kranken- Unter stügungsverein der Schmiede und verwandten Gewerbe Deutschlands, Zahlstelle 4 Berlin herzlichen Dank. Frau B. Finke, Wwe. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Gastwirts Hermann Kühl sage ich allen Verwandten, Bekannten, Gästen und Vereinen, insbesondere dem Gesang- und Musikverein, meinen herzlichen Dank. Wwe. Marie Kühl. Bitte genau zu beachten! Westmanns Crauermagazin Eckhaus Kolonaden Mohrenstraße 37a, a. d. Jerusalemerstraße. Filiale: Gr. Frankfurter Str. 115, 2. Haus an der Andreasstr. Ausführung und Preise tonkurrenzlos! 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( Ohne Gewähr ( Nachdruck verboten.) 446 620 716[ 500] 27 1063 89 409 34 598 744 81 2333 818 939 3092 160 61[ 500] 208 16 69[ 1000] 302[ 3000] 754 868 4009 197[ 3000] 335[ 500] 447 516 616 52[ 3000] 847 5401[ 500] 507 670 81 766 815 29 933 89 6212 558 66 96 769 846 7016 56 81 439 58 819 933 8003 64[ 1000] 294 9338[ 500] 499 748[ 500] 57 871 934 48 10138 294 377[ 500] 483 86 89 824 26 913 11243 80 303 658 94[ 3000] 706 12377[ 1000] 705[ 500] 96 941 42 [ 500] 13272 320 14265 241 427 15330[ 1000] 493 501 739 851 993 94 16017[ 1000] 168 82 379 435 89 532 640 968[ 500] 17029 165 357 408 67 906 18164 295 494 540 809 956 19057 65 84 109[ 500] 23 74[ 1000] 462 94 811 20125 443 816 97 920[ 3000] 21113 42 67 73 401 88 717[ 1000] 901 22327[ 1000] 78 606[ 1000] 37 48 785 94 922 23098 120 75 333 455 594 845[ 500] 24122 94 259 [ 500] 349 457 500 819 89 25032 74 312[ 500] 520 96 735 856 904 26016 740 890 27053 75 194 246 89 316 61[ 500] 403 570 720 800 9 63 905 71 28104 63 247 306 70 98[ 500] 490 519 693 707[ 5000] 874 88 911 29011 35 91 298 399 470 769 817 908 20 80 85 30045[ 500] 169 488 618 887 31103 32 35 546 99 894 915 71 95 32011 52 356[ 500] 538 714 82 888 33244 334 476 889 940 99 34077 181 83 275 335 498 516 773 98 35248 50 302 422 598 775 982 36193 280 93[ 500] 332 95[ 500] 429 68[ 500] 663 75 730 86 875[ 3000] 37182 415 19 566 [ 500] 941[ 500] 42 38579 726 962 39092 133 37 38 219 [ 500] 308 53[ 1000] 768 819 962 76[ 500] 808 53 76[ 5001197 990 42004 22[ 3000] 106 482 795[ 1000] 99 43283 329 507 730 68 833 73 943 44018[ 1000] 124 266[ 500] 75 367 400 813 45063 105 12 84 535 44 771 994 46064 174 75[ 1000] 495 553 854 943 47338 424 563 718 79 844 970 92 48031 114 [ 500] 31 82 259 72 326 477 611 727 44 915 78 49185[ 500] $ 30 Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2, 5-7. 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1000] 820 22 50 113210 87 112156 221 393 529 42 681[ 500] 737 993 492 803 95 974 85 98[ 500] 114179 323 28 418 65 84 560 97 792 873 115038 43 195 228 57 541 618 708 826 116200 72 377 523 86 117191 662 738 911 118483 795 940 119074 331 83 427 618 747 816 941 120310 53 493[ 3000] 505 74 91 797 121140[ 500] 234 716 22[ 500] 122201[ 500] 98 326 47 488 846[ 3000] 123025 330 37 822 124085 157[ 500] 230 80[ 500] 553 615 43 54 789 831 926 71 125043 260 313 89 97 428 715 [ 1000] 26 89 875 936 126055 82 134 492 545 619 500] 127052 236 84 11000] 412 662 832 926 91 128132 474 622 39 129028 369 84 570 713 867 130024 48 141 453 93[ 1000] 723 62[ 1000] 879 131112 67 201 317 875 97 975 132010 45 112 92 328 598 682 13000] 888 93 133137[ 500] 53 214 390 424 561 677 734[ 500] 88 134505 762 88 903 135084 1500] 407 591 861 990 136160 304 452 520 606 32 769 80 897 137133 411 63 510 11 23 138081 517 18 1500] 986 923 139092 215[ 500] 88 98 312 405[ 1000] 84[ 3000] 559 612 795[ 500] 997 198025 159 90 294 407 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468 [ 1000] 760 991 96 228056 100 98 389[ 500] 404 66 810 953 229051 240 95 586 648 62 922[ 3000] 230234 317[ 500] 24 600[ 1000] 38[ 1000] 84 720 864 79 231143 452 78 596 786 827 232346 567 818 233120 322 74[ 1000] 437[ 500] 837 902 29[ 500] 234035[ 1000] 171 84 387 95 419 23 28 235443 534 850 236466[ 500] 727 47 875[ 500] 237049 106 8 298 344 416 519 99 625 711[ 500] 812 943 238114 232 479[ 500] 596 659 91 239153 77 360 82 673 784 913 240339 75 446 564 844 63 241076 183[ 3000] 405 633 847 936 77 242086 663[ 1000] 812 980 243045 294 392 568 69 244085 121 92 307 455 95 245155 81 755 816 85 86 246040[ 500] 286 402[ 500] 36[ 1000] 52 656 855 947 247279 383 248065 66 136 97 343 554 674 900 249043[ 1000] 182[ 1000] 389 704 90 808 38 944 46 250247 80 336 426 525 49 57 251037[ 3000] 136 $ 79 478 555 793 252484 546 782[ 500] 864[ 3000] 253131 [ 1000] 74 216 710 254078 206 490 934 255352 60 256176 385 450 51 689 98[ 1000] 959 257175 339 70 408 565 829 90 258219 72 93 455 533 630 59 98 830 259128 73 82 562 611 796 904 260056 78 92[ 500] 238 310 402 611 700 864[ 500] 88 261119 572 601 783 97 262069 314 975 263004 582[ 500] 765 92 804 12 56 926 54 264277 87[ 500] 520 736 265020 63[ 500] 265 417.62 843 76 914 266019 102 215 89 335 46 47[ 500] 685 752[ 1000] 804 51 58 981[ 3000] 267100 29[ 300] 303[ 1000] 38 448[ 300] 554 60 64 86 626 734 805 87 268049 325[ 500] 602 715 53 924 29 269010 105 79 251 306 23 64 432 660 810 270082 116 63 237[ 3000] 308 468 865 271315 88 511 17 731[ 3000] 54 843 972 272182 729 65 80 960 273078 200 29 409 538 40 759 65 96 956 63 274033 397 [ 500] 419 580 614 34 716 13000] 275050 260 518 648 920 276211 42 425 887 953 277270 311 537 662 779 918 62 278197 228 36 50 54 447 680 279032 38 214 18 43 332 465 570 684 708 44 958 280333 87 497 508 41 911 281190 208 378 515 737 282000 147[ 500] 242 525 777 81 818 999 283049 256 630[ 1000] 87 767 284287 325 544 80 607[ 500] 730 928 285020 516 818 979 286003 174 558 635[ 3000] 287124 208 78 314 472 729 806 31 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderci u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 106. 25. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Die neue Lokalliste erscheint zum Himmelfahrtstage. Donnerstag, 7. Mai 1908. natürlich nichts wissen. Nur zu natürlich, da die Linderung gerade nicht ehrenden Nebenkontrolle, muß auf das allerent. der Arbeitslosennot hier nur Deckmantel sein sollte. schiedenste Verwahrung dagegen eingelegt werden, daß dieser Nunmehr hat sich das Plenum zum dritten Male mit Kinderspeisung der Charakter der Armenunterstüßung aufgeprägt dieser Angelegenheit zu befassen. Aber das Fazit fann wohl werden soll. Allüberall da, wo solche Speisungen eingeführt sind, An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! jetzt schon gezogen werden. Es bleibt bestehen, daß die bürger- hat man ausnahmslos daran festgehalten, daß die Inanspruchnahme liche Klasse nicht über den Schatten der unverschuldeten nicht als Armenunterstüßung angesehen werden darf. Auch die spätestens Dienstag, den 12. Mai, an die nachverzeichneten Stom- streben erklärt man sich zu einigen Konzessionen bereit. Wir ersuchen daher, alle enderungen bezw. Neuaufnahmen bis Arbeitslosigkeit hinweg kann? Nur mit äußerstem Wider Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat nicht im Zweifel gelassen, daß sie derselben Meinung ist. Und nun troßdem dieses missionsmitglieder gelangen zu lassen: Die Kritik seitens eines unserer Vertreter an den Zu- Vorgehen! Wenn schon eine Nachprüfung erfolgen sollte, wäre es Für den I. Wahlkreis an den Genossen Paul Bartsch, NW. 23. ständen bei der Abragung des Müllhaufens auf dem Stralauer ein Leichtes gewesen, dieselbe durch die Schulkommissionen vor Lessingstraße 32. Für den II. Wahlkreis an den Genossen Heinrich Schröder, SW. 47, Anger tat Stadtrat Fischbeck damit ab, daß er an die nehmen zu lassen, die sich aus denselben Kreisen wie die ArmenHagelbergerstraße 27. Straßenreinigungsdeputation verwies. In der vorigen Sigung fommissionen, vielfach aus denselben Mitgliedern zusammenschen. boom Vorwärts" Geschilderten fann es nicht geben. reiches Zahlenmaterial vorgelegt, wonadh unter anderem durch die hatte er sich noch vorbereitet". Ein besseres Eingeständnis In der Ausschußsizung hat der Schulrat Dr. Fischer ein des Einem Unternehmer wird hier ein nicht unbeträchtlicher Profit Rektoren festgestellt wurde, daß 4800 Kinder weder mittags zugeschanzt und das soll auch nur ein vernünftiger Mensch noch abends ein warmes Essen zu Hause erhalten. als Arbeitslosenfürsorge seitens des Magistrats der Haupt- Diese Zahlen scheinen auf den Magistrat gar keinen Eindruck geund Residenzstadt Berlin betrachten. Urbanstraße 93, III. Für den III. Wahlkreis an den Genossen Karl König, S. 59, Für den IV. Wahlkreis an den Genossen Kart Nott, O 34, Straßmannstraße 29. Für den V. Wahlkreis an den Genossen Albert Hahnisch, C 54, Auguststr. 51, Quergeb. part. Für den VI. Wahlkreis an den Genossen Nichard Henschel, N. 28, Wolliner Straße 51, II. Für Nieder- Barnim an den Genossen Hermann Elias, O. 112, Blumenthalstraße 24. Feltow- Beeskow an den Genossen Karl Rohr, Nigdorf, Selcover Str. 15-16, IV. mann der Kommission zu richten. " macht zu haben, denn erst muß wiederum recherchiert werden, ob nicht hier und da eines der Kinder für 10 Pf. Suppe zu Unrecht erhalten hat. Bis zur Erledigung dieser Recherchen können die anderen hungernd auf der Schulbank sizen. Die Austritte aus der Landeskirche machen den Kirchengemeinden viel Kopfschmerzen und veranlassen sie, zu Mitteln zu greifen, um der Kirchenflucht EinHier kommt wieder einmal das ganze Milieu der Berliner halt zu tun. Je nach Lage der einzelnen Gemeinden sind Verwaltung so recht kraß zum Ausdruck. Nur ja nicht in sozialer Für Potsdam Osthavelland an den Genossen August Paris, diese Mittel verschiedener Art. Einige Kirchengemeinden Beziehung etwas freiwillig tun; immer gezwungen, nie freudigen Welten, Luisenstr. 17. Für alle übrigen Orte der Provinz find Mitteilungen zur Lokal Für alle übrigen Orte der Provinz sind Mitteilungen zur Lokal- beschränken sich darauf, diejenigen, die ihren Austritt aus Herzens, sondern mißmutig und verdrossen, ohne jeden großen lifte durch die Vorsitzenden der Kreise an den unterzeichneten Ob- der Kirchengemeinschaft angezeigt haben und deren Adressen Bug; fleinlich und engherzig; eine Haltung, die der Stadt Berlin liste durch die Vorsitzenden der Kreise an den unterzeichneten Ob- ihnen vom Amtsgericht mitgeteilt werden, durch ihre Seel- den Ruf der rückständigsten Stadt der Welt eingetragen hat. Um das rechtzeitige Erscheinen der Lokalliste sorger in der Wohnung besuchen zu lassen, um die Ueber die Feuersicherheit in den Berliner Schulen sind wieder. zu ermöglichen, ersuchen wir die Parteigenoffen dringend, alle Mit- Diffidierenden durch freundliches Zureden zur Aenderung holt Mitteilungen der Schulverwaltung in die Oeffentlichkeit ge teilungen in Rofalangelegenheiten für Groß- Berlin dem zu ihres Entschlusses zu bewegen. Andere Gemeinden, wie beiständigen Kommiffionsmitgliede, für die übrigen Orte der spielsweise die Himmelfahrtsgemeinde, schickt den Aus- bracht worden, wonach es, bei verschiedenen und wiederholten BerProvinz dem Borsigenden des betreffenden Streises tretenden fein säuberlich lithographierte Schreiben ins Haus, suchen gelungen sei, die Schulen bei Feueralarm in 1½ bis 3 Mizu übermitteln. Berner weisen wir wiederholt auf den in in denen auf das Risiko aufmerksam gemacht, das die ber- muten vollständig zu entleeren, d. h. die Kinder ins Freie zu den Lokalkonferenzen der Lokaltreise so oft gefaßten Beschluß stockten Sünder mit dem Kirchenaustritt auf sich nehmen bringen. Ob das bei allen Schulen, namentlich den älteren, zuhin, wonach die örtlichen Kommissionsmitglieder unbedingt verpflichtet sind, vor dem Erscheinen und in welchem um Besuch beim Pfarrer gebeten wird. Der trifft, ist aus den Mitteilungen nicht ersichtlich; bei den Wricts. jeder neuen Liste rechtzeitig an den Obmann ihres Kreises Gemeindekirchenrat und die Kirchenvertretung von Thabor schulen sicher nur in den allerseltensten Fällen. Auf einen Umstand einen Bericht einzusenden, gleichgültig, ob Veränderungen vor- warnen gar in einem dieser Tage im Südosten verbreiteten möchten wir aber doch aufmerksam machen. Der größte Teil gekommen sind oder nicht. Flugblatt vor übereiltem Austritt aus der evangelischen unserer Schulen befindet sich auf völlig eingebautem Hinterland. Landeskirche. In diesem Flugblatt heißt es unter anderem: Welchen Gefahren solche eingebauten Schulen ausgesetzt sind, das " Der Austritt zum Dissidententum dagegen ist in den meisten hat wohl zur Genüge der Brand der Garnisonkirche gezeigt. Wäre Fällen gleichbedeutend mit völligem Verzicht auf jede Religion. der Brand während der Schulstunde ausgebrochen, dürfte die Ohne Religion aber gibt es teine Selbstzucht, teine Kinder- hinter der Kirche befindliche Gemeindeschule infolge der Vererziehung, teine Voltserziehung. Ohne Religion sind Moral, Bil- qualmung und mit Rücksicht darauf, daß die Schule nur einen dung und Ordnung aufs höchste gefährdet. Familie, Schule und Ausgang nach der Garnisonkirche besißt, arg in Mitleidenschaft Etaat bedürfen der Religion als ihres festesten Bandes und ihrer gezogen worden sein. Ganz ähnliche oder noch viel schlimmere fichersten Stütze. Verhältnisse finden sich z. B. in den Gemeindeschulen 110 und 174 Die Gefährdung oder der Verlust dieser Güter sind die schlimmsten Folgen des Austritts zum Dissidententum. Aeußere in der Schönhauser Allee 166a. Diese von zirka 2000 Kindern bes Folgen sind der Verlust des Rechts, Pate zu werden, suchten Schulen haben nur einen schmalen schlauch. der Verlust des Rechts auf firchliche Trauung, des attiven artigen, 6 Meter breiten und zirka 70 Meter langen und passiven Wahlrechts in der Gemeinde, der Teilnahme Ausgang nach der Straße und sind ringsum von Fa. am heiligen Abendmahle, der Beerdigung auf einem kirchlichen briken eingebaut. Was hier bei einem Brande, der den Friedhofe, des Anspruchs auf Krankenpflege durch Gemeinde- Ausgang absperrt, entstehen kann, läßt sich gar nicht ausdenken. schwestern und auf Unterstützung durch kirchliche Mittel. Diese So wie hier liegen die Dinge duhendfältig, hier scheint uns die äußeren und jene inneren Folgen haben die Ausgetretenen schon Bauverwaltung die Aufgabe zu haben, sich dagegen zu wehren, oft zu ihrem größten Bedauern erfahren. Orte, aus denen kein Bericht kommt, werden in der Liste nicht fveiter aufgeführt und haben sich die betreffenden Genossen die etwa hieraus entstehenden unangenehmen Folgen selbst zuzuschreiben. Alle nach dem 12. Mai einlaufenden Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden und ersuchen wir, dies zu beachten. Des weiteren ersuchen wir wiederholt, alle Mitteilungen in Lofalangelegenheiten nur durch die oben genannten Kommissionsmitglieder an den Obmann der Kommission zu richten und nicht direkt an den Vorwärts". Es entstehen hierdurch nur unnötige Verzögerungen, und da die meisten Einsendungen immer erst in letter Stunde einlaufen, ist, wenn es sich um eine Sperrnotiz handelt( Vergnügen in einem gesperrten Lokal), eine Publikation nicht mehr möglich. " Der Obmann der Lokalkommission: Nichard Henschel, Berlin N. 28, Wolliner Straße 51 II. Charlottenburg. Den Parteigenossen hierdurch zur Mitteilung, Daß am Freitagabend 7 Uhr in den bekannten Lokalen eine Flugblattverbreitung zur Landtagswahl stattfindet, in welcher besonders zur Einsichtnahme in die Wählerlisten aufgefordert werden soll. Buch( Bezirk Französisch- Buchholz). Am Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 4 Uhr, findet im Lokal des Herrn Albrecht eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Stadthagen über die preußische Landtagswahl sprechen wird. Genossen, sorgt für einen guten Besuch dieser Versammlung. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Berliner Nachrichten. Stadt und Arbeitslosigkeit. wenn von ihr im Interesse der Kämmereiverwaltung verlangt wird, die Grundstücke bis aufs lekte Quadratmeter auszunüßen, ander. seits aber dafür zu sorgen, daß für solche gefährdete Grundstücke ein zweiter Ausgang, wenn auch nur Notausgang, geschaffen wird; man soll sich nicht erst durch die Polizei dazu zwingen lassen. " Man tomme uns nicht mit dem Einwand: Ach, in Berlin kann so leicht nichts passieren". Schneller als man denkt ist das Unglück da und dann wälzt jeder die Verantwortung dafür ab. Man beuge also beizeiten vor. Den Austritt aus der Landeskirche, wenn er reiflich und ernst überlegt ist, können und wollen wir nicht hindern, wenn wir ihn auch bedauern: Gerade weil unser Christentum und unsere Kirche uns die höchsten Güter sind, wollen und dürfen wir fie niemandem aufdrängen; dazu sind sie uns zu tostbar. Da aber erfahrungsgemäß die Austrittserklärung troß der umständlichen Formalitäten häufig übereilt und unbedacht geschieht, da die Setten auf Krankenbetten und in Augenblicken höchster feelischer Erregung Mitglieder werben, die Feinde des Christen tums aber den Alkohol, die Leidenschaft poli= tischer Parteitämpfe und äußere Notlagen aller Art als Mittel benutzen, um den ihnen Krankenkaffen- Bfründen für Freifinnsführer. erwünschten Abfall Schwacher und Unbe. Von dem Berliner ,, Abonnementsverein sonnener von der Landeskirche durchzusehen. Dienstherrschaften für trante Dienstboten" hatten so halten wir es für unsere Bürger- und Christenpflicht, vor wir fürzlich( in Nr. 93) auf Grund der Angaben der Deutschen solchem übereilten Austritt zu warnen." " bon Der Ausschuß zur Vorberatung des Antrages der sozial- Schrecklich ist es, zu lesen, was einem alles blüht, wenn Krankenkassen- Zeitung" gezeigt, wie wenig dieses von einer Alique demokratischen Fraktion der Berliner Stadtverordneten- Ber- man der Landeskirche Valet sagt. Was den Hinweis an- freifinniger Männer geleitete Versicherungsinstitut dem Jdeal ent sammlung betr. Maßnahmen zur Linderung der betrifft, daß der Austretende das aktive und passive Wahl- spricht, das von dem Reichstagsabgeordneten Dr. Mugdan und Arbeitslosen not hat munmehr nach drei weiteren recht in der Gemeinde berliert, so wollen wir besonders Konsorten so oft den Ortskrankenkassen vorgehalten worden ist. Sigungen am letten Dienstag seine Arbeiten definitiv beendet. darauf aufmerksam machen, daß dieser Passus sich lediglich Herr Dr. Mugdan gehört selber zu dem aus elf Personen beErst auf Drängen unserer Vertreter wurde bekanntlich die auf die kirchlichen Wahlen bezieht und mit dem politischen stehenden Aufsichtsrat". den der Abonnementsverein sich leistet Materie nochmals an den Ausschuß zurückverwiesen, die Wahlrecht zur Stadtgemeinde nichts zu tun hat. Inter- und dem aus Vereinsmitteln eine Entschädigung“ von zusammen Mehrheit hätte es sehr gern bei der Abtragung des Müll- essant ist das Zugeständnis, daß Familie, Schule und Staat 5000 m. pro Jahr gezahlt wird. Die Deutsche Krankenkassen. berges auf dem Stralauer Anger und der Annahme des der Religion bedürfen als ihres festesten Bandes und ihrer Beitung" berichtet jetzt auch über die Jahresversammlung dringlichen Antrages am 13. Februar im Plenum betr. raschere ſichersten Stüße. Damit wird bestätigt, was wir schon immer des Vereins, die Ende April abgehalten wurde und unter anderem Inangriffnahme und Weiterführung aller städtischen Bauten, behauptet haben, daß die heutige Kirche nichts weiter ist darüber zu beschließen hatte, ob besagtem Aufsichtsrat" statt der als ein Mittel, das heutige Staatswesen zu stüßen und auf- bisherigen Entschädigung" fortan eine solche von zusammen bewenden lassen. Abgelehnt wurde in der Ausschußsizung am Diens- rechtzuerhalten. Nun fönnen wir beim besten Willen nicht 10 000 m. pro Jahr zu zahlen sei. Der Verein hat im letzten Jahr 61 792 Dienstherrschaften als tag von allen bürgerlichen Vertretern ein Antrag der drei einsehen, daß dieses Staatswesen ein solches ist, daß es un Mitglieder gehabt, aber zu der Versammlung hatten sich nur zirka ist. find sozialdemokratischen Vertreter, Mittel bereit zu stellen, zur ber heutige Staat, die heutige Gesellschaftsordnung auf der 70 Personen eingefunden. Daß selbst in dieſem kleinen KonbenLeistung eines Zuschusses bis zu 50 Prozent an die Arbeiter Leistung eines Zuschusses bis zu 50 Prozent an die Arbeiter berufsvereine für die ihren Arbeitslosen gezahlten Unter- Ausbeutung der Menschen durch den Menschen beruht und titel, dieſem auserlesenen Häuflein noch Nörgler sein würden, stützungen im vierten Quartal v. J. und ersten Quartal d. nichts weniger als christlich ist. Gerade deswegen bekämpfen werden die führenden Männer" kaum erwartet haben. Der„ Dis Ferner wurden abgelehnt gegen eine starke Minder wir die heutige fapitalistische Gesellschaftsordnung und rektor" des Vereins, Herr Leopold Rosenow, Stadtverordneter von wirken für Herbeiführung von Zuständen auf sozialistischer Berlin, Abgeordneter zum preußischen Landtag, Inhaber der Goldheit als vorbeugende Maßnahmen zu empfehlen: Grundlage. Die Kirche aber stellt sich direkt in den Dienst leistenfabrik Rosenow u. Co., war als einer der ersten zur Stelle. 1. Das Jnangriffnehmen städtischer Arbeiten in zweckdes heutigen Staates. Daß fie das so offen sagt, wie das Er hatte eine festlich weiße Krawatte umgetan, machte in bekannter entsprechender Weise während der Wintermonate", 2. Beim im Flugblatt geschieht, wollen wir ihr nicht weiter ber- Manier die Honneurs und begrüßte die Mehrzahl der Versamm Eintritt einer akuten wirtschaftlichen Strise alle Vorbereitungen übeln; aber Leute, die erkannt haben, welche Rolle die Kirche lungsteilnehmer mit gewinnendem Händedruck. Aber die Nörgler zu treffen, um zurückgestellte städtische Arbeiten für gelernte hierbei spielt, werden sich durch die Warnung nicht abhalten waren unempfänglich für alle Liebenswürdigkeiten. Sie bemängelund ungelernte Arbeiter sogleich in Angriff nehmen zu lassen, ihre Ueberzeugung so zum Ausdruck zu bringen, wie ten, daß in dem Jahresbericht mit keiner Gilbe gesagt ist, was fönnen." Beides wurde von der Mehrheit für undurchführbar sie das für notwendig halten. erklärt. 3. Den Magistrat aufzufordern, für eine laufende " " " eigentlich der Aufsichtsrat" für seine bisherigen 5000 m. ,, gc= arbeitet" habe, ja, fie fagten fogar, wozu denn bei acht Beamte. überhaupt noch ein Aufsichtsrat" von elf Personen nötig sei. Siernach hielten die Macher es für geraten, ihren Antrag auf Ge währung von fünftig 10 000 M. einstweilen zurückzuziehen, und so tamen Dr. Mugdan und die Seinen diesmal noch um die erhoffte Bulage. Was die im Flugblatt enthaltene Bemerkung anbelangt, Statistik über die Lage des Berliner Arbeitsmarktes, ins- daß die Feinde des Christentums den Alkohol, die Leiden besondere auch über den Grad der in Berlin herrschenden schaft politischer Parteifämpfe und äußere Notlagen aller Arbeitslosigkeit Sorge zu tragen und fortlaufend zur Ver Art benutzen, der Kirche ihre Schäflein abwendig zu machen, öffentlichung gelangen zu lassen." Letzteres wurde ab- so nimmt sich das im Munde der Kirchenväter recht sonderbar gelehnt mit der Motivierung, der Magistrat habe ja schon aus und bedarf wirklich keiner ernsthaften Widerlegung. Als feine Zustimmung gegeben zu einer solchen Statistit und sei ob nicht„ die Notlagen aller Art" gerade durch die heutigen Die acht Beamten friegen ein Jahresgehalt von zusammen dieselbe in Vorbereitung. Bustände herbeigeführt würden, für deren Aufrechterhaltung 20 251 M. In der Versammlung wurde beantragt, aus dem er. Einstimmig angenommen wurde der Antrag, mit sich die Kirche tagtäglich bemüht, und ob nicht die Kirche zielten Ueberschuß 20 000 m. dem Beamtenunterstützungsfonds zu. dem Magistrat in gemischter Deputation über die Einrichtung gerade da ihre festesten Size hat, wo das Volk vom Alkohol- zuführen. Das wurde mit großer Mehrheit bewilligt. Die einer Arbeitslosenversicherung für Berlin in Beratung zu teufel noch eingefullt ist. " Deutsche Krankenkassen- Zeitung" hebt hier hervor, daß allein dem " Direktor" 6000 M. und dem Rendanten 5000 M. als Gehalt ges zahlt werden, so daß auf die sechs anderen Beamten zusammen nur 9251 M. Gehalt entfallen. Das Blatt bemerkt dazu: Da werden Unterstüßungen allerdings nötig sein." treten". " Das Bestreben einiger bürgerlicher Vertreter( Handwerks- Die Kinderspeisung in den Sommermonaten hat im Mameister), für sich beziehungsweise ihren Stand" etwas bei der giftratskollegium nicht solche Gegenliebe gefunden als in dem von Gelegenheit herauszuschlagen durch Empfehlung eines An- der Stadtverordnetenbersammlung zur Vorprüfung eingefeßten " Direttor" ist, wie schon gefagt, jetzt Herr Rosenow. trages, bei Vergebung städtischer Arbeiten nur hiesige Unter Ausschuß. Der Magistrat hat vielmehr beschlossen, zunächst einmal nehmer zu berücksichtigen, mißlang. Der Antrag wurde das Resultat der von ihm angeordneten Nachprüfungen, welche Auch bei ihm wird mancher fragen, was er für seine 6000 M.„ gezurückgezogen, nachdem unsere Vertreter sich energisch dagegen durch die Organe der Armendirektion vorgenommen arbeitet" hat. Was kann er noch zu tun haben neben dem Rengewendet hatten. werden sollen, abzuwarten. In jedem Schulkreis find je zwei danten, der mit 5000 M. bezahlt wird? In der Versammlung Von einem nicht zünftlerischen bürgerlichen Vertreter Schulen herausgegriffen worden und es soll mun festgestellt werden wurde diese Frage tatsächlich aufgeworfen. Dem verdienten" wurde noch auf die Konsequenz dieses Antrages hingewiesen, durch Recherchen der Armenkommissionen, ob die Rettoren der Mann nicht dem Rendanten, sondern dem„ Direktor"- sollte daß dann ja auch nur hiesige Arbeiter bei diesen Arbeiten Schulen nicht zu leichtfertig bei der Abgabe der Speisemarken nämlich eine Erhöhung seines Gehaltes auf 9000 M. pro Jahr beschäftigt werden dürften. Davon wollten die Antragsteller waren, Abgesehen von dieser häßlichen, die Rektoren und Lehrer bewilligt werden, und hiergegen opponierten wieder die Nörgler, " Einer behauptete, Ser„ Direktor" set ja Nebensadje, in Wirklichkeit unglüdlichen Kindes, das Schaum bör dem Munde hatte, wat eint 1 folgende Genossen aufgestellt: Für den 1. Bezirk Ned and Peters, falle die Last der Arbeit dem Rendanten zu. Aber aus der Reihe fauberes Handtuch gebreitet. In der Tür der Wohnung stedte Ersaßmann Dittrich; 2. Bezirk Weiger, Kristen, Erfaßmann Spring; der Machthabenden und Maßgebenden wurde erwidert, Herr Rose- eine Postkarte, durch die der längst Entseelte aufgefordert wurde, 4. Bezirk Schuschent, Laute und Kaspar; für den 3. Bezirk wurden now sei im Hauptberuf"" Direktor" des Vereins, er widme wegen des unentschuldigten Ausbleibens seines Kindes vor dem keine Kandidaten aufgestellt, sondern dies dem Vorstand überlassen. diesem Amt seine ganze raft", da seien die bisherigen Rektor der 95. Gemeindeschule in der Heinersdorfer Straße in Eine Abschrift der Urwählerliste wurde dem Vorstand verweigert, 6000 M. ein, um pengehalt". Und der Antrag wurde durch dessen Amtszimmer zu erscheinen. Die Leichen von Vater und nur Abteilungslisten wurden zum Preise von 15 M. offeriert. Als Delegierte zur Generalversammlung von Groß- Berlin wurden gebrüdt: Herr Rosenow friegte seine 9000 M. bewilligt. Wir Kind wurden dem Schauhause zugeführt. die Genossen Laute und Kaspar gewählt. Neu aufgenommen ip den Verein wurden 3 Genossen. gönnen sie ihm. Aber die eine Frage muß an ihn gerichtet werden, Unter dem Automobil zermalmt. Ein schrecklicher Automobilwieviel Zeit und wieviel Arbeitskraft er noch für seine anderen Aemter übrig haben kann, wenn das Amt eines„ Direktors" des unfall hat sich gestern morgen auf dem Gesundbrunnen zugetragen. Friedrichsfelde. An der Hand der Großmutter war der achtjährige Schüler Kurt Die letzte Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm den dritten Abonnementsvereins ihm Hauptberuf" ist und er seine ganze Straft" dafür hergibt. Da hätte Herr Rosenow es für seine Pflicht Hoppe, Reinickendorfer Straße 78, durch die Wiesenstraße gegangen. Bortrag des Genossen Schwent über„ Die Kreuzzüge im Lichte der Kraft" dafür hergibt. Da hätte Herr Rosenow es für seine Pflicht Als Großmutter und Enkel an der Ecke der Hochstraße den Fahr- materialistischen Geschichtsauffassung" entgegen. Nach dem beifällig halten sollen, sich nicht wieder jest um das Mandat eines Abgeord- damm kreuzen wollten, kam ein Privatautomobil in scharfem Tempo aufgenommenen Referat wies Genosse Gronwald auf die bevorneten zum Landtag zu bewerben. Und auch für die Stadtverord- herangefahren. Erschrocken bersuchte die alte Frau mit dem Knaben stehenden Landtagswahlen hin und forderte die Genoffen auf, nach netenversammlung sollte er, wenn dort sein Mandat abläuft, nicht den Bürgersteig zu erreichen. Es sollte aber nicht mehr ganz glücken. besten Kräften ihre Schuldigkeit zu tun. Insbesondere rügte Redner wieder kandidieren. Bei 9000 M. Gehalt können ja die Mitglieder Der kleine H. wurde von den Rädern des Kraftwagens erfaßt und die mangelhafte Aufstellung der Wählerlisten. Genosse Schtvent beantragte, in der Kreisversammlung dahin des Vereins in der Tat fordern, daß der Herr Direktor" ihnen überfahren. Der rechte Oberschenkel wurde dem bedauernswerten seine ganze Kraft" widmet. Uebrigens wollte die Versammlung Kinde zermalmt. Außerdem erhielt es erhebliche innere Berlez- zu wirken, daß die" Fadel" in größerer Auflage gedrudt und bernun auch dem Rendanten das Gehalt erhöhen, von 5000 m. auf ungen. In hoffnungslosem Zustande fand H. im Kinderkranten- breitet werden soll. Zum Schluß ersuchte der Vorsitzende die Versammelten, die Frauen zum Eintritt in den Wahlverein einzuladen. 6000 M. Der Aufsichtsrat" winkte ab, doch die Versammlung be- hause Aufnahme. schloß so. Die letzte Entscheidung hierüber steht aber dem„ Auf- Im Passage- Theater( Unter den Linden) erregt gegenwärtig der Borsigwalde- Wittenau. sichtsrat" zu, dem Dr. Mugdan und seinen mitbeaufsichtigenden" Rechen- und Gedächtnistünstler Dr. Rüdle Staunen und Aufsehen. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst erfolgte die Einführung Herr Rückle befigt die Gabe, in Karres geschriebene Ziffernreihen von der neu- resp. wiedergewählten Gemeindevertreter. Hierauf machte der Kollegen. Ja, Rendant, warum bist du kein Rosenow! Das Beispiel des Abonnementsvereins lehrt, wie Dr. Mugdan 25, 36, 48 Ziffern und mehr, die er nur einmal gehört hat, sofort Gemeindevorsteher einige geschäftliche Mitteilungen. Den größten in allen möglichen und verschiedenen Reihenfolgen aus dem Ge- Teil der Sigung nahm alsdann die Vergebung der Lieferungen und und die Seinen da wirtschaften, wo sie selber kommandieren dürfen. dächtnis wiederzugeben. Herr Rückle sagte die auf eine Tafel in Arbeiten für den Bau der neuen Gasanstalt in Anspruch. An der Das sind dieselben Freisinnsgrößen, die sonst der Sozialdemokratie graphischer Anordnung geschriebenen Zahlen vorwärts, rüdwärts, nachsagen, daß sie in den Ortskrankenkassen die Verwaltung ber- hintereinander, untereinander und in der Diagonale her. Als Submission hatten sich sieben Firmen beteiligt. Die Firmen Pintschteuern und die Besetzung der Aemter mit Parteileuten erzwinge. Rechengenie betätigte er sich insofern, als er drei- und vier- Fürstenwalde und Hempel- Grunewald kamen zur engeren Wahl. der Gasanstalt 263 727 M., für die Umkleidung sowie Mugdan und die Seinen kennen in ihrem Versicherungsinstitut stellige, ihm aus dem Publikum zugerufene Zahlen mit einer ver- Die erstgenannte Firma forderte für den maschinellen Teil nicht mal eine Mitwirkung der meistinteressierten Personen, der blüffenden Schnelligkeit ins Quadrat erhob und umgekehrt acht- und Dienstmädchen nämlich. Auch sonst ist ja dem Freisinn die freie neunſtellige Zahlen sofort in die Wurzel auflöſte, ohne jedes Be- Hochbau 275 800 M., die Firma Hempel forderte für die für die Gebäude 165 270 M. Maschinerie 274 436 M. und Betätigung der Arbeiterklasse im Versicherungswesen verhaßt. finnen. Die anderen Punkte des Variétéprogramms weisen teil- Für die Firma Bintsch traten die Herren Borsig und Hempel ein. Ein Antrag unserer Parteigenossen, die Baulichkeiten in eigener Hätten die Dienstmädchen dreinzureden, so würden sie bald Ein- weise ganz annehmbare Leistungen auf. spruch dagegen erheben, daß dem Verein ein höchst überflüssiger Bei der Maifeier in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 48-49, Regie auszuführen, fand bei den bürgerlichen Vertretern teine " Aufsichtsrat" und ein ebenso überflüssiger Direktor" aufgepackt ist ein Kinderhut gefunden worden; derselbe ist abzuholen bei Gegenliebe. Dagegen wurde ein zweiter Antrag unserer Genossen, der Firma Hempel die Maschinerie sowie die Baulichkeiten und der wird. Das Geld, das von diesen Herren geschludt wird, könnte F. Fröhlich, Beusselstraße 10a, Stfl. 2 Tr. für eine bessere Krankenversorgung verwendet werden. Durchaus Bermißt wird seit dem 1. Mai der Former Robert Hentschel, Firma Belter u. Schneevogel den Gasometer zu übertragen, mit 10 zutreffend sagt die Deutsche Krankenkassen- Zeitung", man dürfe Berlin, Stralauer Allee 17d, ledig. Wie aus zurückgelassenen Briefen gegen 5 Stimmen angenommen. Einstimmig wurde die Pflasterung hier nicht mit dem Einwand kommen, daß dieser Verein nur eine hervorgeht, hatte H. die Absicht, durch Selbstmord aus dem Leben eines Teiles der Straße 25 von der Straße 19 bis zum Bahnhof Bei der Zuschlagserteilung hinsichtlich der Verpachtung des LargeHaftpflichtversicherung der Herrschaften sei. Für die Herrschaften zu scheiden. Längere Arbeitslosigkeit und Krankheit haben ihn Gichbornstraße als Zufahrtstraße zur neuen Gasanstalt beschlossen. wie für die Dienstmädchen hat er in seinen Leistungen keine andere schwermütig gemacht. Der Vermißte ist 24 Jahre, 1,70 Meter groß, schen Grundstücks erhöhte sich der Pachtzins von 300 auf 600 m. Bedeutung, als die einer Dienstmädchen- Krankenkasse, leider nur schlank und hat dunkelblondes Haupthaar, etwas Glaze, fleinen auf Antrag unserer Parteigenossen war die Bachtung meistbietend fräftigen Schnurrbart und gesunde bräunliche Gesichtsfarbe. Beeiner schlecht verwalteten, teuer wirtschaftenden und wenig fleidet war er mit schwarzem Anzug, dunklem Winterüberrod mit ausgeschrieben. Mitgeteilt wurde noch, daß die verlängerte Schubertstraße in Breitenbachstraße, die Straße 25 in Miranstraße und die weißen Streifen und schwarzem steifen Hut. Etwaige Mitteilungen Straße 19 in Innungsstraße umgetauft worden find. über den Vermißten werden erbeten an Herrn Neumann, Ruderklub Die erste städtische Straßenbahnlinie Virchow- Krankenhaus- Vorwärts" dessen Mitglied Hentschel war- Stralau, Tunnel Nowawes. Stettiner Bahnhof- Baltenplay sollte ursprünglich zum 1. Juni traße 17. dieses Jahres eröffnet werden. Der Terman wird sich, wie berichtet Gesperrt wird der nördliche Fahrdamm der Werderstraße von wird, nicht einhalten lassen, da die Lieferung der Wagen durch mehrere fleine Aenderungen, die auf Anordnung der Aufsichts- der Oberwallstraße bis zur Kurstraße behufs Ausführung von Gleisbehörde vorgenommen werden, sich um etwa 14 Tage verzögern arbeiten vom 6. 5. Mts. ab. dürfte. Die Festsetzung des Tarifs und der Abonnementspreise für die städtische Etraßenbahn wird dieser Tage durch die Berkehrsdeputation erfolgen. Zum Betriebsleiter der Straßenbahn ist der jezige Bauleiter Dr.- Ing. Dietrich ausersehen. leiftenden. " Vorort- Nachrichten. Gerichts- Zeitung. Ein interessanter Konkurrenz- Rechtsstreit. Die konsumgenossenschaftliche Bewegung in Nowawes wird von der hiesigen Arbeiterschaft immer noch nicht genügend berüdsichtigt. Wohl find im verflossenen Halbjahre 97 Neuanmeldungen zu ver zeichnen gewesen, doch stehen diesen 64 Abmeldungen gegenüber. Trotz der Mitgliederzunahme ist der Umsatz gegenüber dem vorigen halben Jahre um 1500 M. zurückgegangen, ein Beweis, daß ein Teil der Mitglieder immer noch den Lodungen der Krämer folgt, trotzdem die Käufer in Privatgeschäften durchaus nicht besser oder billiger bedient werden als im Konsumberein. Die Einnahme und Ausgabe des letzteren stellte sich im verflossenen Halbjahr auf 156 208 M., Ein Wolkenbruch ging in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch Tegel. das Warenkonto verzeichnet eine Einnahme von 95 713 m., eine gegen 12 und 1 Uhr in Berlin nieder. Erst kam das Wetter von In der am Dienstag stattgefundenen Gemeindevertretung wurde Ausgabe von 81 320 m. Diese Summen beweisen, daß der Verein Südosten herauf und dann von Nordwesten zurück. Der Regenfall über die Beschaffung elektrischer Kraft für den Hafen, Kreisbahn- auf gesundem Boden steht; es wäre daher nur zu wünschen, wenn war so start, daß Straßen und Pläße in kurzer Zeit überschwemmt fran usw. verhandelt. Dazu lagen Offerten von den Berliner waren, besonders in der Vorkstraße unter der Eisenbahnüberführung Elektrizitätswerken und der Firma Borsig vor, welche die Kilowatt- würde, umsomehr, als gerade die Kleinhändler von jeher die Reihen stand das Wasser wieder fußhoch. Von der Nazbach-, Kakler- und sich die Arbeiterschaft mehr als bisher für denselben interessieren stand das Wasser wieder fußhoch. Von der Kazbach-, Kahler- und Baußenerstraße tam das Wasser in großen Strömen herab. Eine Stunde mit 11 und 12 Pf. berechneten. Die erfte Offerte wurde un- der Feinde der Arbeiterbewegung verstärkt haben. günstiger Bedingungen wegen sofort zurückgestellt. Ein weiterer große Zahl von Grundstücken, besonders heller, wurden unter Wasser Vorschlag des Gemeindevorstandes ging dahin, durch Aufstellung gesetzt. In der Kronenstraße mußte das eingedrungene Waffer von eines Dynamos unter Benutzung des 60pferdigen Referbegasmotors der Feuerwehr wieder ausgepumpt werden. Auch in die Baugruben der Kläranlage elektrische Straft herzustellen, ebenso wurde vorder Untergrundbahn des Radialsystems 11 usw. sind große Wengen geschlagen, durch Vergafung des Klärschlammes die Kraft des Regens eingedrungen. zu liefern. Der Kostenpunkt würde zirka 25 000 m. betragen. In Merkwürdige Gerüchte. Aus häufigen Anfragen, die an die der Diskussion wurde besonders hervorgehoben, daß derartige Der Kaufmann Weber zu Berlin betreibt auf der Mohren Große Berliner Straßenbahn gelangen, ist zu. ersehen, daß im Projekte, die höhere Ausgaben verursachen, den Gemeindevertretern Publikum Gerüchte verbreitet sind, nach denen die Straßenbahn vorher in ausführlichen Vorlagen früher als bisher bekannt zu straße 35 daselbst seit 36 Jahren ein Spezialgeschäft für TrauerSammlern von Fahrscheinen Brämien gebe. Hartnädig behauptet machen sind. Beschlossen wurde, dem Streis mitzuteilen, daß die artikel. In neuerer Zeit hatte die Konfettionsfirma Westmann, fich z. B. die Ansicht, daß jede Person, die eine Million Fahrscheine Gemeinde vom 15. August ab die elektrische Kraft liefert. In die sich nur zwei Häuser entfernt von diesem Trauergeschäft begesammelt hat, einen Flügel als Prämie erhalte. Nach einer welcher Weise das geschehen soll, wurde einer späteren Verhandlung findet, in einem ihrer Schaufenster Trauerausstellungen beranderen vielfach verbreiteten Meinung gewähre die„ Große" den borbehalten. Einstimmig wurde beschlossen, einer Petition mehrerer anstaltet und über dem Eingang zu dem abgegrenzten Abteil ihres Einsendern von 200 000 Fahrscheinen eine Freifarte." Diese Ge- Gemeinden an den Landwirtschaftsminister wegen Herstellung von Geschäfts die Aufschrift angebracht: Eingang zum TrauerDen neuen Bauflucht- magazin", ohne dabei einen Namen zu nennen. Daraufhin ließ rüchte entbehren natürlich jeder Begründung. Die Straßenbahn hat Wegen auf dem Schießplaz beizutreten. für verbrauchte Fahrscheine teine Verwendung und hat auch niemals linienplan, welcher die Verbreiterung der Hermsdorfer Straße in ihrem der Kaufmann Weber in den gelesensten Berliner Zeitungen oberen Teile bezweckt, wurde zugestimmt. Zur Erbauung der folgende gegen das Geschäft des Westmann sich richtende Annonce davan gedacht, Prämien dafür auszusetzen. Kreisbahn muß von mehreren Besitzern noch Areal am Hermsdorfer abdrucken: Warum darf ein anderes Geschäft an seiner kleinen Das rätselhafte Verschwinden zweier Schülerinnen beschäftigt Weg erworben werden. In Anbetracht der geforderten hohen Breise, Trauerabteilung durch die Bezeichnung Trauermagazin ohne Der die Polizeibehörden. Es handelt sich um zwei 10jährige Mädchen, 450 M. pro Quadratrute, wurde von unseren Genossen das Ent- Namensunterschrift dauernd Täuschungen beranlassen? die anscheinend verschleppt worden sind. Seit drei Tagen wird die eignungsverfahren vorgeschlagen und einstimmig angenommen. Gingang zu Otto Webers Trauermagazin ist seit 1872 unverändert 10 Jahre alte Hertha Immansti aus der Oppelnerstraße 31 vermißt. Eine lange Debatte entspann sich über, das Brückenprojekt Tegel W., Mohrenstraße 35, nahe Martgrajenstraße." Die Kleine war von Hause fortgegangen, um die Schule aufzu- Schloß Tegel und Bau eines Hafenverwaltungsgebäudes. Geplant Westmann erhob deshalb Klage gegen Weber auf Unterlassung suchen. Seitdem ist sie spurlos verschwunden. Man befürchtet, daß ist auf Tegeler Seite neben der schon früher bewilligten Brüde derartiger Ankündigungen. fie in böswilliger Absicht verschleppt worden ist. Das gleiche Schick- ein Verwaltungsgebände zu errichten, in dessen oberem Teil Das Landgericht Berlin wies die Klage ab, dahingegen vera fal scheint die gleichaltrige Echülerin Anna Konrad, die Tochter des ein Café eingerichtet werden soll und 5000 M. Bacht foftet. Da urteilte das Kammergericht zu Berlin den Beklagten auf die Bea Schiffers Konrad, der gegenwärtig mit seinem Fahrzeug an der durch würde das Verwaltungsgebäude fich annähernd verzinsen. rufung des Klägers hin Ankündigungen in der angegebenen Art zu Roßestraßenbrüde vor Anter liegt, zu teilen. Das Mädchen ist seit Von unserer Seite sowohl wie von einigen bürgerlichen Vertretern unterlassen. Das Kammergericht unterstellt die Behauptung des einigen Tagen von dem Fahrzeug verschwunden. Es wollte ebenfalls wurde die Rentabilität des geplanten Cafés bezweifelt, außerdem Beklagten als wahr, daß die vom Kläger der. Trauerabteilung nach der Schule gehen, ist aber dort nicht eingetroffen und auch wurde die Errichtung eines Verwaltungsgebäudes zurzeit noch nicht seines Konfettionsgeschäftes gegebene Ausstattung in ihrer Ge nicht wieder zu den Angehörigen zurückgekehrt, für notwendig erachtet. Ganz besonders legte sich der Gemeinde- samtheit geeignet sei, das Publikum in den Irrtum zu versehen, borsteher für die Verwirklichung des Planes ins Zeug und meinte, als ob es sich dabei um das Trauermagazin des Beklagten Weber daß die Erbauung des Gebäudes den Abschluß des Hafen- Handele. Es findet aber in der beanstandeten Zeitungsankündigung baues bilden solle. Der Antrag des Gemeindevorstandes, Brücken- den Vorwurf einer abfichtlichen und bewußten Täuschung des Die Verzweiflungstat eines unglüdlichen Familienvaters hat und Verwaltungsgebäude zu bauen, wurde mit 10 gegen 9 Stimmen fauflustigen Publikums, und in der Form der Abwehr einen gestern die Bewohner des Hauses Elbinger Straße 84 in Aufregung abgelehnt. Für den Antrag des Gemeindevorstehers, das Ver- Verstoß gegen die guten Sitten(§ 826 des Bürgerlichen Geſetzbersetzt. Durch die Polizei wurden dort die bereits in Verwefung waltungsgebäude mit der Brücke gleichzeitig zu bauen, vorausgesezt buchs): Es meint, der Beklagte hätte dem Kläger auf gerichts übergegangenen Leichen des 42 Jahre alten Schantwirts Franz daß sich für das Café ein Pächter findet, der 5000 M. Kaution stellt, lichem Wege entgegentreten sollen. Bippler und seiner 12jährigen Tochter Alice in ihren Betten stimmten 9 Mitglieder für und 9 gegen den Antrag. Außer unseren liegend aufgefunden. Das Fehlen jeden Zeichens äußerer Gewalt Genoffen stimmten gegen diesen Antrag die Herren Schent, Schaefer, in Verbindung mit dem allgemeinen Befund läßt nur die An- Dr. Hennide, Fuchs und Engelle. Dieses Resultat war nur möglich nahme zu, daß der Vater sein Kind und hierauf sich selbst durch durch Umfall eines Schöffen. Gift getötet hat. Der Beweggrund zur Tat ist Verzweiflung über Friedrichshagen. die Notlage und die Krankheit, unter der Vater und Kind zu leiden hatten. Die Leichen und Reste von vorgefundenen Getränken wurden beschlagnahmt. Eine Familientragödie. Auf die vom Beklagten gegen dieses Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde das tammergerichtliche Urteil zu seinen Gunsten aufgehoben und die Sache an das Kammergericht zurüdberwiesen. Das Reichsgericht legte hierzu dar, daß den Ausführungen des Kammergerichts nicht beigetreten werden könne. Wenn es nämlich wahr sei, daß der Kläger auf Kosten des Be flagten das Publikum absichtlich und bewußt täusche, so könne es nicht als gegen die guten Sitten verstoßend angesehen werden, wenn der Beklagte diese Tatsache öffentlich bekannt gibt. Die Form der Mitteilung an sich enthalte keine Beleidigung und die Sandlungsweise des Beklagten werde dadurch noch nicht zu einer widerrechtlichen, sittenwidrigen, daß ihm andere Mittel zu Gebote stehen, um dem unlauteren Gebaren des Klägers entgegenzutreten. Auch verstoße der Zweck der Ankündigung nicht gegen die guten Sitten. Es würde das nur der Fall sein, wenn es lediglich darauf ankäme, den Kläger in der öffentlichen Meinung herabzusehen. Schichau- Werke. Ein Waldbrand in den Müggelbergen. Durch die Achtlosigkeit eines Ausflüglers ist in den Müggelbergen ein recht gefahrdrohender Brand zum Ausbruch gekommen. Im Jagen 17, in der Nähe des In unendlich tiefes Großstadtelend läßt diese Familientragödie Bismardturmes, hatte sich das verheerende Element bereits über bliden. Im Erdgeschoß des Seitenflügels Elbinger Straße 84 einen Morgen Waldfläche hin verbreitet, als die Köpenicker und wohnte seit dem 1. April d. J. der tuberkulose und rücenmarts- Friedrichshagener Feuerwehren an der Brandstätte erschienen. Die Löschmannschaften hatten längere Zeit hindurch angestrengt zu tun, leidende Schankwirt Franz 3ippler, nachdem er seine Ehefrau bevor sie das Feuer zu löschen vermochten. durch den Tod verloren hatte, mit seinem schwer an Krämpfen Teidenden zwölfjährigen Töchterchen Alice in großer finanzieller Schmargendorf. Bedrängnis allein. Der geringe Erlös, den er aus dem Verkauf In der letten Generalversammlung des Wahlvereins erstattete feines in der Heinersdorfer Straße 8 belegenen Schankgeschäftes der Borfißende Reck den Bericht vom 1. Quartal. Danach wurden erzielt hatte, war in den letzten Tagen gerichtlich mit Beschlag be- abgehalten 3 öffentliche und 4 Mitgliederversammlungen, 8 VorDas Landgericht Elbing verurteilte, wie wir feinerzeit aus. legt worden und das hat in dem ohnehin von förperlichen Qualen stieg von 57 auf 61; die Zahl der„ Vorwärts"-Abonnenten von führlich mitteilten, den Gewerkschaftsbeamten Paul Trungel am standssitungen und 4 Flugblattverbreitungen. Die Mitgliederzahl gepeinigten Manne augenscheinlich den Entschluß befestigt, feines 117 auf 127. Der Kassenbericht ergibt eine Einnahme von 72,26 M. 17. Februar wegen angeblicher Beleidigung der Schichau- Werfe franken Kindes Leben und dem seinen ein Ende zu bereiten. und eine Ausgabe von 84,30 M. Die Gemeindewahl brachte eine au einer hohen Gefängnisstrafe. Gegen das auffallend ungerechte Seit dem letzten Freitag, also seit ungefähr 6 Tagen wurden beide Einnahme von 58,25 m. und eine Ausgabe von 38,95 M. Die Urteil legte Trungel Revision ein. Diese gelangte am Dienstag im Hause nicht mehr gesehen. Erst gestern, als die Mitschülerin Bibliothek wurde nur sehr schwach in Anspruch genommen. Als vor dem Reichsgericht zur Berhandlung. Die Revision wurde selbst und Cousine der Heinen Alice ihrem Vater erzählte, daß diese schon dann macht der Vorsitzende die Wahlbezirkseinteilung bekannt. vom Reichsanwalt teilweise für begründet erklärt. Bezüglich eines so lange in der Schule fehle, und daß in der 3.'schen Wohnung nie- Den 1. Bezirk bildet die Breitestraße mit Westphälische, Cuno- und Flugblattes sei nicht festgestellt, daß die Entlassung von Arbeitern mand öffne, begab sich der Bruder des Toten, der Chauffeur Stirchstraße, den 2. Bezirk die Boppoter, Heiligendammer, Mis eine nicht erweislich wahre Tatsache involviere. In diesem Teile droher, Warnemünder, Gaßnißer und Doberaner Straße und befänden sich gerade eine sehr große Anzahl formeller Beleidi Hermann 3. zur Polizei und drang mit ihr in die Wohnung ein. Strampasplat; den 3. Bezirk bildet Neu- Schmargendorf mit den an gungen. Ob hier die Absicht der Beleidigung vorliege, könne man Vater und Kind wurden in halbverwestem Zustande vorgefunden. Kolonie Grunewald angrenzenden Straßen; der 4. Bezirk wird von nicht ohne weiteres annehmen. Wegen dieses Flugblattes hätte Neben des Vaters Bett stand eine halbe Flasche Rotwein, neben der Spandauer Straße, Hundekehleftraße und deren Querstraßen Berurteilung nur nach§ 185, nicht nach§ 186 eintreten können. dem des Kindes eine Flasche mit Weißwein. Ueber der Brust des gebildet. Als Wahlmänner für die einzelnen Bezirke wurden Da für jedes Flugblatt ein Monat Gefängnis ausgeworfen sei, fonne dieser Rechtsirrfum die Strafausmessung beeinflußt haben. ,, Revolutionäre" Ideen in kirchlich gesinnten Frauenkreisen. Das Reichsgericht erkannte dennoch auf Verwerfung der Revision. Die Generalversammlung des Deutsch- Evangelischen Frauenbundes beriet über Anstellung von Polizei- Assistentinnen, 3uDie Rechtsgültigkeit der Verordnung über den privaten Turn- ziehung von Frauen bei der beabsichtigten Einführung von Jugendunterricht, Gerichtshöfen, Anstellung von weiblichen Krantentassen Rontrolleuren und Frauen an den Landesversicherungsanstalten im Verkehr mit den weiblichen Versicherten und zu den Untersuchungen durch die Aerzte. welche von der Regierung Schleswig erlassen worden ist, unterlag om Montag wieder der Prüfung des Reichsgerichts. Nachdem ein früheres Urteil vom Reichsgerichte aufgehoben worden war, hat das Landgericht Flensburg am 2. März den Zahnarzt Jonathan Smith in Hadersleben wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen eine rechtsgültige Verordnung zu einer Geldstrafe von 300 M. berurteilt, wegen Beihülfe dazu den Redakteur der Zeitung Modersmaalet", Nikolaus Swensson zu 30 M., während der Redakteur Petersen freigesprochen worden ist. Smith hatte in dem genannten Blatte dazu aufgefordert, die erivähnte Verordnung zu übertreten, um durch den zu erwartenden Strafprozeß feststellen zu lassen, ob die Verordnung den Gefeßen entspricht. Swensson hatte in derselben Nummer ausdrücklich erklärt, daß Smith allein die Verantwortung für diese Veröffentlichung trage. Das Landgericht hat angenommen ,, daß die Kabinettsorder vom 10. Juni 1834, auf welche die Verordnung sich stüßt, noch Gültigkeit hat. Gegen das Urteil hatten die beiden Berurteilten Revision eingelegt. Sie begründeten beide ihre Rechtsmittel mündlich in der montägigen Verhandlung vor dem Reichsgerichte. Der Reichsanwalt beantragte die Freisprechung beider Angeklagten, da 1834 bom Turnunterricht in der Schule noch keine Rede war und die Erteilung von Turnunterricht außerhalb der Schule durch die Gewerbeordnung geregelt ist, diese aber die Erteilung des privaten Turnunterrichtes nicht von einer besonderen Erlaubnis abhängig mache, sondern nur gestatte, in gewissen Fällen( bei Bestrafung wegen Sittlichkeitsvergehens usw.) die weitere Erteilung des Unterrichts zu berbieten. Das Urteil des Reichsgerichts wird erst am 27. Juni verkündet werden. Versammlungen Veranstaltungen. Schöneberg. Montag, den 11. d. M., bei Obst, Meininger Straße 8. Vortrag des Herrn Dr. Bintus,( Nur für Frauen.) Vermischtes. Ein Liebesdrama. Nach einer Meldung aus Budapest hat vorgestern der Gutsbesizer Ujvary die 19jährige Bankbeamtin Hoffmann durch Revolverschüsse getötet und sich darauf selbst lebensgefährlich verlegt. Er hat die Tat begangen, weil einer ehelichen Verbindung mit dem Mädchen Hindernisse im Wege standen. Eine Sturmflut in China. " Bon Sind Die freien Gewerkschaften in Deutschland 1896-1906. Dr. B. Hirschfeld. Geb. 15 M. Berlag: G. Fischer in Jena. Benj. N. Tucker. Staatssozialismus und Anarchismus. Anarchisten Mörder? Der Staat in seiner Beziehung zum Individuum. Was ist Sozialismus? Einzelheft 10 Pf. Verlag: B. Bad, Baumschulenweg, Stiefholzstr. 186. Nach vierzig Jahren. Bon R. Michaelis. 169 Seiten geb. Medford, Wistonsin. Rudolf Kaffner, Melancholia. Eine Trilogie des Geiftes.( S. Fischer Berlag, Berlin.) Geh. 4 M., geb. 5 M. Ofteria, Kulturgeschichtlicher Führer durch Stallens Schenken von Berona bis Capri von Hans Barth- Nom. 2,50 M., geb. 3,50 M. Julius Hoffmann Verlag, Stuttgart. " Der Kampf." Heft 8. Sozialdemokratische Monatsschrift, Pro Jahr 6 Str., Einzelheit 50 Heller. Verlag: Wien, Mariahilferstr. 89. Das Probationssystem in den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Von Dr. M. Lederer. 20 S. Manzsche Universitätsbuchhandlung in Wien, Kohlmarkt 20. Das Elektrizitätsrecht und das Reichs- Elektromonopol. Von Dr. . Plenste. 192 S. Verlag: A. Bulbermacher u. Co., Berlin W. 30. Volkstümliche Zeitschrift für praktische Arbeiterversicherung. Nr. 9. Monatlich zweimal. Pro Jahr 7 M. Berlag: C. Giebel, Berlin, Linienstraße 8. Das Geld. Roman von Emile Zola. Bollsausgabe. 2 M., geb. 3 M. Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. Tierwelt und Erdalter. Entwidelungsgeschichtliche Betrachtungen. Bon Dr. L. Biljer. Geb. 1,80 M. Verlag: Streder u. Schröder in Stuttgart. Briefkaften der Redaktion. 5. M. 14. Nein. M. H. 78. 1. und 2. Wenden Sie sich direkt an die Oberpostdirektion. 3. Nein. Der Vertrag müßte notariell oder gerichtlich aufgenommen werden. So weit er frühere Gläubiger benachteiligt, int er aber trok Beobachtung der Form ungültig. Aus Hantau wird geschrieben: In Hantau, dem Mündungspunkt des Hanstromes in den Jangtsetiang, hat sich eine Doppeltatastrophe zugetragen. In der Nacht geriet eine von den Hunderten Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3. gweiter der in der Hanmündung dichtgedrängt ankernden Dschunken, die mit britter Eingang, vier Treppen, De Fahrstuhl Petroleum geladen war, bei heftigem Sturm in Brand und trieb of wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr stromab in den Jangtse; zahlreiche andere Fahrzeuge aller Art wurden Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein vom Feuer ergriffen, nahmen denselben Weg und gefährdeten die am Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Jangtseufer liegenden Pontons, Hults und Dampfer. Die Mannschaft wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. des auf der Neede liegenden britischen Kanonenboots Nightingale" jährig waren, ist der Kauf ungültig. Das Buch müssen Sie zurückgeben. B. 100. Lehnen Sie die Zahlung ab. Weil Sie beim Stauf minder. Ein Streifvergehen vor dem Schwurgericht. hatte sechs Stundeu lang unter den größten Schwierigkeiten 2. H. 100. Wenden Sie sich an den Genossen Simanomsti, EngelVor dem oberbayerischen Schwurgericht hatte sich am Montagnachmittag der Gauleiter des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, zu arbeiten, um die brennenden Schiffe von Bord zu halten. Gleich- ujer 15. Genosse Anton Naith- München, wegen eines Vergehens nach zeitig fette vom oberen Han her eine große Flut ein, die das § 153 der Reichsgewerbeordnung, begangen durch die Presse, zu Wasser in 12 Stunden um 5 Fuß steigen ließ. Die in der Zeit verantworten. In einem Situationsbericht über den Streit in des niedrigen Wafferstandes bis dicht an den Fluß, ja oft in diesen 5. M. 34. Spielen mehrere gemeinsam ein Los und haben nicht der Möbelfabrik Kempf u. Geiger in Mühldorf in Nr. 168 der hinein gebauten Hütten mit ihren Bewohnern wurden in kürzester vereinbart, daß für den Fall nicht pünktlicher Bahlung der Säumige aus Münchener Post" vom 27. Juli v. J. war von einem Streitbrecher Beit weggerissen; in den sich bildenden gewaltigen Strudeln wurden scheidet, so steht dem Säumigen ein Recht auf etwaigen Gewinnanteil, den Gärtner Prhhoda die Rede, dessen Frau in München ein Spezereigeschäft die vom Feuer verschont gebliebenen Dschunken und Zenopans, ja 365. Ja. Mitspielern das Recht auf Zahlung der Beiträge zu flagen, zu. P. R. 2723. Das Patent ist bei dem Patentamt anzus betreibt". In diesem Saz erblickte der Amtsanwalt vom Schöffen- selbst mehrere Dampffähren in die Tiefe gezogen. Anfangs schätzte melden. Dort erhalten Sie auch zuverlässige Auskunft. Anna. 1. Nein. gerichte Mühldorf eine Verrufserklärung, um den Pryhoda zur Teilnahme an dem Streit zu bestimmen. Das Schöffengericht man die Zahl der vernichteten Fahrzeuge auf 600, die der 2. Ja. Die Wechselforderung ist verfährt, es fann aber aus dem Darlehn Mühldorf verurteilte Raith, der sich als Verfasser der Notiz Toten auf 900. Jegt stellt es sich aber heraus, daß das entfesselte geklagt werden. 3. Bei Landgerichtsklagen ist der Beistand eines Anwalts in Zivilfachen erforderlich, bei Amtsgerichtssachen nicht. bekannte, zu einer Gefängnisstrafe von fünf Tagen. Gegen Element schon auf dem Laufe des Han gewaltige Verwüstungen Frau fann mit Erfolg auf Scheidung wegen Ehebruchs flagen. 2. Nein, wenn dieses Urteil ergriff der Angeklagte Naith Berufung, weil angerichtet und zahllose Opfer gefordert hat. Die durch den Eintritt es nicht im Ehevertrage besonders ausgemacht ist. nicht auf Freisprechung, der Amtsanwalt, weil nicht auf eine des Han in den Jangtse gegenüber von Wutschang fich bildende höhere Strafe erkannt wurde. In der Berufungsverhandlung vor unterströmung läßt die Leichen erst bei Yang 20, das ist 15 Seedem Landgericht Traunstein bestritt der Verteidiger, Rechtsanwalt meilen unterhalb Hantaus, an die Oberfläche kommen, und hier Vergehen, begangen durch die Presse, vorliege und Preßbelikte in wurden schließlich 5000 Tote angeschwemmt. Der materielle Bayern dem Schwurgericht unterstehen. Die Straftammer Traun- Schaden beläuft sich auf Millionen Taels. Nach einer chinesischen stein schloß sich dieser Auffassung an, hob das schöffengerichtliche Beitung hat ein amtliches Telegramm, das die Anwohner und lirteil auf und verwies die Sache zur Aburteilung vor das ober. Schiffer warnen sollte, sechs Stunden uneröffnet im Amtszimmer 2. Ja, wenn kein Widerspruch erhoben ist. Stettin. 1. Die m.. 41. 1. Nein. 2. T. 1. Nein. 2. Die Ei. Ja. bayerische Schwurgericht. In der gestrigen Verhandlung vor dem des von seinem Boften abwesenden chinesischen Wafferpolizeibeamten hält die Hälfte der für fie hagiftrat.- E. 29. 176. 1. Eine Frau er Schwurgericht ersuchte der Staatsanwalt selbst die Geschworenen, die Schuldfrage zu verneinen. Entsprechend diesem Antrage verneinten denn auch die Geschworenen nach kurzer Beratung die Schuldfrage, worauf Naith unter Ueberbürdung der Kosten des Berfahrens einschließlich der der Verteidigung auf die Staatskaffe freigesprochen wurde. Aus der Frauenbewegung. Die Frauen im Wahlkampf. gelegen. Der Aetna. Nach einer Meldung aus Catania haben die Lavaströme des Aetna aufgehört. Den neuen Kratern entströmt nur noch Rauch. In Bafferona ist ein starker Erdstoß wahrgenommen worden, ebenso in Santa Verenina. Dort wurden zahlreiche Häuser beschädigt. Die Bevölkerung lagert unter freiem Himmel. Der Spionage verdächtigt. Paris, 6. Mai. In Nimes wurde ein gewisser Emile Blanchard wegen Verdachts der Spionage berhaftet. Er soll den Versuch gemacht haben, durch einen Soldaten Schriftstücke über die Mobilisierung zu erhalten. Eine folgenschwere Explosion. In der ersten ungarischen Stahl fabrit explodierte, einer Meldung aus Budapest zufolge, im Schmelz ofen ausgeschmolzener Stahl, wodurch fünf Arbeiter tödlich verletzt wurden. Eine furchtbare Tragödie wird der Frankfurter Zeitung" aus New York gemeldet: In Laporte( Indiana) lockte die Witwe eines Farmers namens Gunneß durch Heiratsanzeigen reiche Bewerber an. In einer öffentlichen Versammlung, die unsere Genossinnen am Dienstagabend im Lokal" Süd- Ost" in der Waldemarstraße veranstaltet hatten, sprach Genossin M. Tiek über das Thema: Welches Interesse haben die proletarischen Frauen an den Aufgaben des preußischen Land= fages?" Dieselbe Frage hatte die Rednerin vor einer Woche in einer Versammlung, die in den Brachtsälen des Ostens" stattfand, erörtert, und wir haben über den Inhalt des Vortrages be reits eingehend berichtet. Die letzte Versammlung war leider nur mäßig besucht. Um so auffälliger war die starke Vertretung Sie tötete fünf von ihnen sowie eine Mitwisserin und bergrub der Polizei, denn man sah allein drei Polizeioffiziere, je einen auf der Straße, in der Vorhalle und im Saal den überwachenden die Leichen. Auch ihren ersten Mann hatte sie getötet. Sie selbst Beamten; daneben waren natürlich Schuhleute und auch„ Ge- nebst drei Kindern wurde von einem Farmknecht ermordet, der nach heime" vorhanden. Die Polizei schien auf einen Massenandrang der Tat das Haus anzündete. Nunmehr wurden alle Leichen gevorbereitet zu sein. Dem Vortrage folgten die Versammelten funden. mit großer Aufmerksamkeit, sie spendeten lauten Beifall, als die Rednerin die Ungerechtigkeiten der Besteuerung, die Schwächen im Schulwesen, die Schäden der Kinderarbeit, die Fürsorgeerziehung mit ihren Schrecken für die Zöglinge, die Mangelhaftigkeit der Gewerbeinspektion und anderes im preußischen Staate beleuchtete, was das Interesse der Frauen in Anspruch nehmen sollte. Sie gab zum Schluß der Erwartung Ausdruck, daß die Frauen unablässig agitieren und dagegen Protest erheben werden, daß man fie als politisch unmündig behandelt und ihnen verwehrt, ihren Einfluß im öffentlichen Leben geltend zu machen. In der Diskussion sprach nur ein Genosse, der auf die Notwendigkeit hinwies, dem Einfluß der Kirche entgegenzuarbeiten und der die Unterstüßung der Arbeiterpreffe den Frauen dringend empfahl. Die Borsigende, Genoffin Dölf, schloß die Berfammlung mit einem Appell an die Frauen, unermüdlich für ihre Organisation tätig zu sein. Sie erzählte von einer Frau, der es gelungen war, Beitrittserklärungen zu dem Wahlverein von allen Mitbewohnerinnen ihres Hauses zu erhalten, und sie forderte die Bersammelten auf, diesem Beispiel nachzuftreben. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 7. Mat. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Die Hugenotten. Königl. Schauspielhaus. Biel Lärm um nichts. Berliner. Alt- Heidelberg Anfang 8 Uhr. Neues. Ramon, der Abenteurer. Deutsches. Was ihr wollt. Sammerspiele. Lysistrata. Lessing. Der Biberpelz. Neues Schauspielhaus. Dummtopf. Kleines. 2 × 2= 5. Der Der Komische Oper. Tiefland. Residenz. Der Floh im Dhr. Hebbel. Borm Tode. Die Stärfere. Mit dein Feuer spielen. Lustspielhaus. Sein Alibi. Brandstifter. Schiller 0.( Wallner Theater.) Hans Hudebein. Schiller Charlottenburg. Ohne Geläut thalia. Die Brunnennymphe. . 3 Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Frei ist der Bursch. Weften. Ein Balzeitraum. Lorking. Der Freischüß. Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Luisen. Der Weg ins Verderben. Trianon. Seine erste Frau. Bernhard Rose. Die Loreley. Wietropol. Das muß man seh'n. Apollo. Die süßen Grisetten. Spe zialitäten. Kajino. Ein Dorfroman. Wintergarten. Spezialitäten. Basage. Spezialitäten. Dr. Rüdle. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Theater an der Spree. Der Cowboy. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülsinnen Deutschlands. Bezirk NO. Heute abend 9 1hr in Bachuras Klubhaus", Landsbergerstr. 85. Vortrag. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Hälfte fällt dem Vater, die andere Hälfte den Geschwistern zu. A. S. Kastanienallee. Dem Invalidenrentner ist keineswegs borgeschrieben, daß er nur eine bestimmte Summe erwerben dürfe. 5. R. 55. Die Schulden werden nicht angerechnet. Für jedes Kind werden bei Einkommen bis 3000 M. 50 M. mit der Maßgabe in Abzug ges bracht, daß bei drei oder vier Kindern eine Ermäßigung um eine, bei fünf oder mehr Kindern um zwei Stufen stattfinden muß. F. 7. 1. Wenden Sie sich an die Direktion der Hoch- und Untergrundbahn, Köthenerstr. 12. hält die Hälfte der für fie bezahlten Invalidenbeiträge zurüdgezahlt, wenn fie innerhalb eines Jahres nach der Heirat einen dahingehenden Antrag stellt und bor der Heirat mindestens 200 Marken geklebt hatte. Ratsamer ist es, weiter zu leben. 2. Uns nicht bekannt. R. 100. Eine Frist ist nicht vorgeschrieben. M. K. 21. Die Herrschaft ist verpflichtet, auf die Dauer von 6 Wochen für Kur und Ver. pflegung des erkrankten Dienstmädchens zu forgen. 5. F. 33. Die Mutter, der Stiefvater und in Ihrem Falle das Kind müßten zu notariellem Protokoll erklären, daß sie die Aenderung des Namens be antragen, bezüglich damit einverstanden sind. Dies Protokoll ist dann mit dem Antrage auf Umschreibung an das Standesamt zu senden. War das Stind ein eheliches, so wäre ein Weg um zu dem von Ihnen gewünschten Biele zu gelangen, nicht gangbar. F. B. 25. Bahngeld ja, Miete nein. E. N. 31. Der Ausgang der Klage ist sehr zweifelhaft, dürfte aber eher zu Ihren Ungunsten als zu Ihren Gunsten ausfallen. 2. 1848. 1. und 3. 2. Nach Ablauf eines Jahres fönnten Sie von neuem den Antrag stellen. H. G., Krummestr. 46. Dhne Einsicht in den Vertrag nicht zu beantworten. D. 760. Die lage hätte teine Aussicht auf Erfolg. Sie wäre bei dem Amtsgericht anzuftrengen, in dessen Bezirk die Schwester wohnt. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Bentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr Inapp, Geschäft ruhig, Preise unverändert. Wild: Zufuhr knapp, Geschäft ruhig, Breise feft. Geflügel: Zufuhr knapp, Geschäft etwas reger, Preise hoch. Fische: Bufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise nach gebend. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Breise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr mäßig, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Wafferstands- Nachrichten ber Landesanstalt für Gewäffertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Deutschlands. Bezirk Rigdorf. Heute( Donnerstag) abends 9 Uhr in den„ Bürgerfälen", Bergstr. 147: Bezirkssigung. 1. Bortrag: Die Stlaffen memel, Zülfit lage der Handlungsgehülfen." 2. Diskussion. Gäste willkommen. Bregel, Insterburg Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( Zweigverein Berlin ei fel, Thorn und Vororte.) Heute abend 9%, Uhr Rosenthaler Straße 11/12: Vortrag. Dder, Ratibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Eingegangene Druckfchriften. 100 Ausflüge um Berlin von G. Siegerist. 2 M.. Berlag E. Spiro, Schöneberg, Freisingerstr. 5 a. Verlag: Des Pastors Nieke. Bon E. Schlailjer. 109 Seiten. G. D. B. Callwey in München. Freiheit. Schauspiel von K. Böttcher. 102 S. Berlag: Kühling u. Güttner, Berlin, Markgrafenstr. 53. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater) Donnerstag, abends8uhr: Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8 Uhr: Bum 1. Male: Ohne Geläut. Schauspiel in drei Aufzitgen von Fedor v. Bobeltig. Freitag, abends 8 Uhr: Ohne Geläut. Hans Huckebein. Schwant in drei Aften von Dstar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Freitag, abends 8 Ubr: Stein unter Steinen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Der Weg zum Herzen. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Ramon, der Abenteurer Frei ist der Bursch. Morgen u. folgende Tage: Namon, Folies Bergère. Spezialitäten. der Abenteurer. Llane d'Eve. Folies Caprice. Nachtarbeit. Ein unheimlicher Befuch. Der ganze Kleines Theater. Bapa. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Henrit Zetterström- Stockholm: Schweden, Lebens- und Natur bilder aus dem nordischen Lande. 1. Abend: Landschafts- und Naturbilder. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Abends 7%, Uhr: Alt- Heidelberg Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2 Sonntag nachm. 3 Uhr: Mandragola. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr, halbe Preise: Die lustige Witwe Spree, Spremberg) 96 am seit 5.5. 4. 5. Bafferstand am ſeit 5.5. 4. 5. cm cm ¹) cm cm) 341 124 Saale, Grochlik Havel, Spandau) 183 115 214 Rathenow³) 166 186 173 178 Beeskow 143 Beser, Münden 45 64 Minden 133 Landsberg Neze, Bordamm Elbe, Leitmeri 92 Rhein, Marimiliansau 478 53 270 40 Köln 320 Dresden Barby Magdeburg -67 Nedar, Heilbronn 128 233 173 195 134+7 )+ bedeutet Wuchs, 1999 字 Kaub Main, Wertheim Mosel, Trier Fall, 3) Unterbegel Residenz- Theater. Luisen- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Reichenberger Straße 34. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Der Weg ins Verderben. Schwant in drei Aften von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Sonntag, 10. Mai, nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Freitag: Borstellung der Freien Boltsbühne“: Mutter Erde. Sonnabend: Der Weg ins Verderben. Sonntag nachm. 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends 8 Uhr: Der Montag: Der Weg ins Berderben. Kasino- Theater. Lustspielhaus. Beg ins Berberben. Abends 8 Uhr: Der Brandstifter. Borher: Sein Alibi. Die Brüder b. St.Bernhard. DERNHARD ROSE THEATED othringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Freitag: v. Sonnabend z. 25. Male: Madame Sans Bêne. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der ge börnte Siegfried. Siegfrieds Lob. Abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Königgräger Hebbel- Theater, niggräter Str. 57/58. Abends 8 Uhr: Vorm Todc. Die Stärkere. Mit dem Feuer spielen. Drei Einafter von Auguft Strindberg Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Loreley. Wochentagspreise. Täglich bis auf weiteres: Die oreley. Theater an der Spree Köpenider Straße 68. Heute Neu Eröffnung. Heute Nen. Eröffnung. Bum ersten Male: Der Cowboy. Anjang 8 Uhr. Neu! Mälzer, der Urkomische. Nur noch bis Freitag, den 8. Mai: Ein Dorf- Roman. Ab Sonnabend, den 9. Mai: Der Brandstifter. Sonntag 4 Uhr: Ein Dorfroman. Gustav Lindenhayn, Gastwirtschaft. Selephon: Amt Grünau, minuten vom Bahnhof. Grünau Nr. 17. Friedrich- Str. 2. 5 Großer Garten." Vereinszimmer. Fremdenlogis. 26612* Vorzügliche Speisen und Getränke in größter Auswahl zu soliden Preisen, Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Henrik Zetterström, Stockholm: Schweden, Lebens- und Naturbilder aus d. nordischen Lande. 1. Abend: Landschafts- und Naturbilder. JOOLOGISCHER ZCARTEN Täglich: Gr. Militär- Konzert. Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das größte Rechengenie und Gedächtnisphänomen aller Zeiten Dr. RÜCKLE und das großartige Mal4 3268 4.5 9 4 8 25 13 7084320 9020018 5 8 3 7 6 14 Programm. 1489 788 41 241 24 Ganz Berlin spricht heute schon von Dr. RÜCKLE! Passage- Panoptikum. Zum ersten Male in Berlin! Die lange Dora Das größte Riesenkind Gesamtlänge 2 Meter 19. :: Kunsttaucher:: Kapit.Gröbl Riesenbassin. in seinem NeapolitanischeBriganten- Kapelle. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt50Pf., Kinder, Soldaten25Pf. Metropol- Theater Bum 229. Male: Das muß man seh'n Revue in 12 Bildern m. Gef. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. WINE BARTEN Neues Programm. Otto Reutter. Orford's Elephanten. Palace Girls, Englische Gesangs- und Tanztruppe. Niards, Akrobaten. Hagedorns Wundergrotte. Lili Schreiber, Soubrette. Ferry Corwey, Musik. Clown. Guyer und Crispi, Amerikanische Excentrics. Perezoff- Truppe, Jongleure. Toquè, der Hund als Reiter, Equilibrist und Jongleur. Achtung! Achtung! Freie Volksbühne Landtagswähler Rixdorfs. General- Versammlung Donnerstag, den 7. Mal, 81 Uhr, im Gewerkschaftshause. ( Nur Mitglieder haben Zutritt gegen Vorzeigung der Karte.) Tages- Ordnung: 1. Vortrag: Kurt Eisner: ,, Die Kunst im Leben Preußens", 2. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes. 3. Revisionsbericht. Diskussion und Verschiedenes. Freitag dieser Woche 84 Uhr: Luisen- Theater 22.( II.) Abendabteilung: Lortzing- Theater 24.( IV.) Abendabteilung: Mutter Erde. Der Troubadour. Gastkarten a 1 M. sind in den Zahlstellen und beim Obmann im Theater zu haben. Sonntag, den 10. Mai, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater 9./10. Abteilung: Neues Schauspielhaus 18./19. Abteilung: Der ledige Hof. Die Kralle. 240/20 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. apollo Theater Bierfacher Erfolg! Ballett: Die Töchter der Terpsichore. Spezialitäten: François Räthig. X Grete Gallus. Karl Bretschneider. X D'Osta- Trio. Enrico Caruso durch das Auretophon d. deutschen Grammophon- Gesellschaft. Operette: Die süßen Grisetten. Von H. Reinhardt. In Szene ges. vom Dir. Rudolf Schier. Pantomime: Ein Abend in einem amerikanisch. Tingel- Tangel, ausgeführt von Bert. Bernards. Original- Pantomime n- Kompagnie. Landesausstellungspark Neu erbaut: Festsäle Gartenrestaurant Konditorei und Café Täglich Konzert : von 4 Uhr ab: Dejouners von 2.50 an bis 2 Uhr nachm. Diners u. Soupers v. 4.00 an Volksgarten- Theater W. Noacks Theater am Bahnhof Gesundbrunnen. Nächste Borstellung Sonnt., 10. Mat. 1. Direftion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 9. Mai 1908: Große Extra- Vorstellung. Konzert, Theater Spezialitäten- Vorstellung. Bestellungen auf Dauerkarten wer: den schon jetzt im Bureau entgegen. Das Recht der Mutter. Anf. S Uhr. Entree 30 Pf. Tan3. genommen. Stukkateure! Heute abend 8, Uhr bei Elsner, Kaiser- Wilhelm- Str. 18m: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung im großen Saal. Zages Ordnung: 2 Freitag, den 8. Mai, abends 8 1hr: Volks- Versammlungen im Lokal von Fritz Hoppe, Hermannstraße 49, und im Lokal von Hermann Thiel, Bergstraße 151/152. Tages- Ordnung: 235/7 Das preußische Volk und die Landtagswahlen. Referenten: Reichstagsabg. D. Stücklen und Parteivorstandsmitglied H. Müller. Angehörige aller Parteien sind hierzu eingeladen. Volle Redefreiheit ist zugesichert. Wähler Rixdorfs erscheint in Massen! Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter.Arbeiterinnen Deutschlands( Zahlstelle Berlin). Bureau: Linienstraße 215. Geöffnet von 9-1 und von 4-8 Uhr. Telephon Amt III, Nr. 938. Sonntag, den 10. Mai, vormittags 92 Uhr, im Lokal ,, Musikerfäle", Kaiser- Wilhelm- Straße 18m( großer Saal): General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes: a) des Vorsitzenden, b) des Staffierers. 2. Wahl eines Revisors. 3. Anträge. Buch legitimiert! NB. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Akkumulatoren- und ElektrizitätsWerke- Aktiengesellschaft w. A. Boese& Co. vormals 11. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns hiermit unsere Aktionäre zu der Sonnabend, den 30. Mai cr., vormittags 11 Uhr Die Ortsverwaltung. Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. im Sitzungssaale der Gesellschaft, Köpnickerstr. 154 Des großen Erfolges wegen prolongiert stattfindenden 11. ordentlichen Generalversammlung Die schöne Mi Belverhé mit ihren ergebenst einzuladen. Gegenstände der Tagesordnung: dressierten Bären. Neu! Unsere Marine. Neu! Lebensbild mit Gesang und Tanz. 1. Vorlage des Geschäftsberichtes des Vorstandes nebst Geberichtes des Aufsichtsrates; winn- und Verlustrechnung und Bilanz pro 1907, sowie des Prüfungs- Neu! Graf Zäppelin mit ſeinem Tent2. Beschlußfassung über die Bilanz und Gewinnverteilung; 3. Erteilung der Entlastung an Aufsichtsrat und Vorstand! 4. Wahl zum Aufsichtsrat. Die Aktionäre, welche in der Generalversammlung das Stimmrecht ausüben wollen, haben ihre Aktien ohne Dividendenbogen spätestens am sechsten Tage vor dem Versammlungstage in Berlin bei der Kasse der Gesellschaft oder bei einer der nachbenannten Stellen: in Berlin bei der Kommerz- und Diskonto- Bank, bei den Herren F. W. Krause& Co., Bankgeschäft, in Frankfurt a. M. bei den Herren J. Dreyfus& Co., in Elberfeld in Stettin in Hamburg zu hinterlegen. bei der Bergisch- Märkischen Bank, bei dem Bankhause Wm. Schlutow, I bei der Kommerz- und Diskonto- Bank Es genügt auch die Hinterlegung bei einem deutschen Notar und der Nachweis dieser Hinterlegung bei einer der Hinterlegungsstellen innerhalb der angegebenen Frist. Die Zulassung zur Generalversammlung erfolgt nur gegen 1. Der Stand unseres Berufes auf Grund der Banten und Bertftatt- Eintrittskarten, welche von obigen Stellen auf Grund der bei Kontrolle. 2. Die Generaltarifsvorlage in unserem Gewerbe. 3. Das Ergebnis der diesjährigen Maifeier. diesem oder beim Notar erfolgten Hinterlegung verabfolgt werden. Berlin, den 4. Mai 1908. Tambo and Tambo, Banjo- Kollegen! Erscheint zahlreich, da wichtige Entscheidungen zu Direktion der Akkumulatoren- und Elektrizitäts- Werke. Jongleure. Biograph. Valhalla treffen sind. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Sozialliberaler Verein für Berlin und Umgegend Demokratische Vereinigung. 19306 Variete- Theater Offentl. Volksversammlung Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr. Die neuen großartigen:: Mai- Spezialitäten. Amisantes Programm. Im Tunnel: Konzerte. Donnerstag den 7. Mai, abends 8%, Uhr, in den ,, Neuen Armin- Hallen", Rommandanten- Straße 58-59. 99 Zages Drdnung: Aktiengesellschaft vormals W. A. Boese& Co. E. Hartzfeld. K. Kunze. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zement Branche. Gruppe: Rabitzspanner. Warum brauchen wir eine bürgerliche Demokratie?" ettag, den 8. Mai 1908, abends 8% Uhr, bet Jannaschk, Referent: Dr. Theodor Barth. Freie Aussprache. Gäste, Männer und Frauen, willkommen. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Inselstraße 10: Mitglieder- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Genossen Adolf Nitter über: Die Landtagswahl. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Bericht über die Maiaussperrung. 137/17 Kollegen, agitiert für einen guten Besuch dieser Versammlung, tein Kollege darf fehlen. Der Gruppenvorstand. baren Luftballon Modell 1909. Außerdem Dustes Vitograph und 20 Spezialitäten. Anfang 8 Uhr Sonntags 6 Uhr. + Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog m. Empfohl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 Baustellen und Landparzellen ☐ R.... 4 Mark Onl nahe an Bahnh. Fredersdorf Auskunft täglich im Pavillon 26012* am Bahnhof und bei Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. Farben- u. 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Nitter über Zweck und Nuhen der Die Vertretung jedes Baues wünscht nur Oraniensir. 158 Unter nirgends Filialen! halte Gelegenheitskauf! Großer Ball. Lohnbewegung zu entscheiden, es darf mithin tein Kollege dieser Ber. Arbeiterfekretariates. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Berichtebenes. Bunt Cretonne Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Seine erste Frau. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Wochentags 8 Uhr. Anfang Sonntags 7 Uhr. Sanssouci, Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: TanzNeues Elitesoiree Kränzch. Progr. bon Hoffmanns Nordd. Sängern Großer Lacherfolg! Unsere Käthe. Boffe in 1 Aft. Beg. Sonnt. 5, wochent.8 U. Sonnabend: EnsembleGastsp. v. Berliner BühnenKünstlern: Anne- Liese. 156/19 192/11 Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Dürkopp Kataloge umsonst. bestes Material vorzüglichste Arbeit eleganteste Ausstattung DIAKA ELECTRA Dürkopp& Co., A.-G. Bielefeld. Gegründet 1867. Ca. 4000 Arbeiter. 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Zunächst legte die Redaktion Wert darauf, daß sie, trop des gemeinsamen Wirkens mit dem Verbandsvorstande ihce Unabhängigkeit vollkommen wahren Tonnte. Das Verhältnis zwischen Redaktion und Vorstand war das denkbar günstigste. Vom Vorstand ist alles getan worden, was eine gedeihliche Fortentwickelung des Fachorgans fördern konnte. Das Verbandsorgan hat nach drei Richtungen hin ganz besonders gewirkt: es hat den Kampf mit dem Unternehmertum, die Agitation unter den indifferenten Berufsangehörigen und die Belehrung der organisierten Kollegen gefördert. Es war nicht möglich und wird auch in Zukunft nicht möglich sein, den" Textilarbeiter" zu einer wissenschaftlichen Revue zu machen, sondern nach wie vor muß die Redaktion sich darauf beschränken, kurze Anregungen zu geben, die die Mitglieder zum Nachdenken anspornen. Zum Schluß gibt Redner dem Wunsche Ausdruck, daß der Vertrag mit der Chemnizer Krankenunterstützungskasse nicht wieder erneuert werde, da durch diese Publikationen gewissermaßen der Verband, der ja felbst Sterbeunterſtüßung zahlt, geschädigt werden könne. Die Preßkommission stimmt durch ihren Referenten den Ausführungen und den Wünschen betreffs der Chemnizer Krankenkasse zu. Ein Antrag, den beiden Kollegen aus Krefeld das Wort zu ihrer Angelegenheit zu geftatten, wird nach längerer Geschäftsordnungsdebatte angenommen. Als erster Redner erhält Fliehten das Wort. Dieser versucht, die Handlungen der Stoffweber bei der unglücklich verlaufenen Bewegung zu recht fertigen. Der Gauleiter Reimes hält scharfe Abrechnung mit der Krefelder Opposition, indem er in längeren Ausführungen die ganzen Vorkommnisse klarlegt und die Stoffweberausschüsse des Wortbruchs bezichtigt. Fliehten verließ während dieser Ausführungen den Saal. Leipzig, 5. Mai 1908. 2. Berhandlungstag. = Aus der Partei. Genoffe Singer ist bedauerlicherweise von einer akuten, sehr schmerzhaften Augenentzündung befallen, die ihn nötigte, eine Klinit aufzusuchen. Die Entzündung erforderte einen operativen Eingriff, der am Dienstagnachmittag erfolgreich aus geführt worden ist. Das Befinden des Genossen Singer ist den Umständen nach ein gutes. Hoffentlich wird er in nicht allzu ferner Zeit seine erfolgreiche Tätigkeit im Dienste der Arbeiterbewegung mit frischer Kraft wieder aufnehmen können. die Eine verlogene Notiz, Donnerstag, Weiter ist auch anzuerkennen, daß der Kampf der Konsums bereine gegen den Verband der Fabrikanten für Markenartikel für den Arbeiter als Konsumenten von großem Nuzen war und ist, da er ihn vor Uebervorteilung schützt. " anderen Schmeißartikeln". Zuder kostet z. B. dem Detailiften im Anders liegt die Sache aber bei Zucker, Petroleum und manchen Einkauf zurzeit 20,75 M. pro Zentner und verkauft wird er von vielen Händlern mit 21 Bf., 20 Pf., ja 19 Pf. das Pfund. Bei einem derartigen Verhältnis zwischen Ein- und Verkaufspreisen muß der Händler sich auf andere Weise schadlos halten; er übervorteilt den Käufer beim Einkauf anderer Waren oder aber: seine Gläubiger gehen leer aus. Ein weiteres Beispiel. Schweizermilch, Marke Milchmädchen, foftet die Kiste( 48 Dofen), 21 m., also die Dose 43,7 Pf., Ver faufspreis 45 Pf.; mithin bei einem Objekt von 45 Pf. ein Verdienst" von 1½ Pf. Wendet sich nun eine Vereinigung nur gegen folches Gebaren, so läßt sich auch vom Standpunkte der Sozialdemokratie dagegen nichts einwenden. Durch unlautere Konkurrenz werden auch die Konsumvereine in ihrem Wachstum behindert, denn die Lockpreise wirken auf die große Masse allzu anziehend und die Begleitumstände werden nicht bes achtet. Ganz mit Recht ist in dem kürzlich vom Vorwärts" veröffent lichten Artifel über die hohen Butterpreise darauf hingewiesen worden, daß der Kleinhändler den Preisschiebungen machtlos gegen übersteht, selbst darunter leidet, und das trifft auch für manche andere Artikel zu." irgend ein Schmock sich aus den Fingern gefogen hat, macht die Runde durch die bürgerliche Presse. Sachsens. Sie lautet: Ein Führer der Sozialdemokratie in Radeberg, der Gastwirt Völkel, hat seinem Leben gewaltsam durch Zerschneiden der Halsschlagader ein Ende gemacht. Das Parteigetriebe hatte ihn nervös gemacht, und um sich zu erholen, faufte er eine Wirtschaft. Nur vier Wochen war er Inhaber, da scheinen ihm die Verhältnisse schon über den Kopf gewachsen zu sein. Man fand ihn in einer Badewanne tot vor. Es ist an dieser gefühlsrohen Notiz unwahr, daß der Lebensmüde ein Führer der Partei in Radeberg war. Er war ein pflichttreues und überzeugtes Mitglied der Partei, aber hervor getreten ist er nie. Eine Gemeinheit aber ist es zu behaupten, das Parteigetriebe habe ihn nervös gemacht. Daran ist nicht ein Wort wahr. Nichtig ist dagegen, daß seine frühere BerufsKohlenfresser. Von verschiedenen Seiten wurde seinerzeit der arbeiter war, ehe er Gastwirt wurde, in einem Großbetriebe Leistung der" Lusitania" die praktische Bedeutung abgesprochen, weil als Arbeiter tätig ihn nervös heruntergebracht hat. die Geschwindigkeit lediglich durch einen Brennmaterialienverbrauch Er ist seit Jahren nervenleidend, mehrfach in ärztlicher Behandlung erzielt worden sei, der dem aufgestellten Rekord höchstens ein techund in Heilanstalten gewesen, zulegt drei Monate in Kreischa. Der nisches und akademisches Interesse abgewinne. Diese Ansicht wird Arzt hatte ihm geraten, seinen Beruf aufzugeben. nun gestützt durch Mitteilungen der Marine- Rundschau". Danach Die Feststellung der Tatsache wird freilich eine gewisse Sorte brauchten bei einer Maschinenleistung von 68 850 Pferdekräften die Bresse nicht abhalten, diese oder ähnliche Lügennotizen ihren Lesern Hülfsmaschinen in der Stunde 149 700 Pfund Kohlen, die Turbinen zu servieren. aber 879 500 Pfund. Das wären zusammen 1029 200 Pfund englische Kohlen oder, das Pfund zu 0,453 Kilogramm gerechnet, 522 834 Kilogramm oder 523 Tonnen Kohlen in der Stunde. Für die Dzeanfahrt sind folgende Angaben gemacht: Hauptturbinen 13,1 Pfund, Hülfsmaschinen 1,75 Pfund, Verdampfer 0,5 Pfund für die Stunde und Pferdekraft. Das ergäbe für 68 850 Pferdekräfte pro Pferdekraft 15,35 Pfund oder 1056 848 Pfund oder 536 879 Stilogramm oder 537 Tonnen Kohlenverbrauch in der Stunde. Hus Induftrie und Handel. Streiflichter auf die Weltkrise. ชิน Auch in den letzten Wochen hatten Handel und Industrie unter der nun schon monatelang andauernden allgemeinen Depression der Weltwirtschaft zu leiden. Was aber die Situation besonders unDie Debatte über den Krefelder Fall wird aus der allgemeinen angenehm macht und sie charakterisiert: die Beurteilung der wirt- Salzproduktion in Elsaß- Lothringen. Die Salzerzeugung der Debatte ausgeschieden und vorweg gesondert behandelt. Als erster schaftlichen Zukunft findet in den Abschlußberichten der großen Bank- acht Lothringischen Salzwerke betrug im letzten Rechnungsjahre Redner erhält Schagen Krefeld das Wort. Er betont, daß die Redner erhält Schagen- Krefeld das Wort. Er betont, daß die und Schiffahrtsunternehmungen zumeist nur in sehr zurückhaltender 636 504 Doppelzentner, d. i. 5563 Doppelzentner weniger als im Stoffweber äußerst schlecht für die Organisation zu gewinnen Weise Ausdruc. Die Mehrzahl der führenden Bankinstitute Vorjahre; der Abjaz von Salz ist jedoch von 668 066 Doppelwaren und daher haben dieselben stets den Anschluß berpaßt, wenn es galt, sich bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. hielt es für notwendig, Millionenbeträge auf neue Rechnung gentner auf 674 198 Doppelzentner gestiegen. Der Rüdgang der borzutragen, unt Produktion hängt mit der Streitbewegung der Salinenarbeiter zu gegen ungünstige Beiten gewappnet Als sie endlich der Organisation beigetreten waren, hatte sich die fein und die Einmütigkeit dieses Vorgehens wird allgemein fammen. Das Nachlassen der Konkurrenz durch spanische Salze günstige Geschäftskonjunktur so geändert, daß nichts mehr für die als ein warnendes Signal aufgefaßt. Diese Vorsicht ist leider in förderte die Ausfuhr nach Belgien. Stoffieber herauszuholen war. Genosse v. d. Berg rechtfertigt der Sachlage nur zu sehr begründet; denn in den meisten übersein Erscheinen als Gast mit der Motivierung, daß es in diesem seeischen Ländern hat die Bevölkerung an Kaufkraft wesentlich ein- terisiert den bisherigen Verlauf der Spirituskampagne. Der AbDie Spirituskampagne 1907/08. Große Geschäftsstille charal. Falle sehr notwendig war, und daß der Vorstand ihm dies auch zu Die Bereinigten Staaten von Nordamerika, Brasilien, Beginn des Krakeels versprochen habe. Durch Schlußantrag wird Chile und fast alle bedeutenden ostasiatischen Absatzgebiete haben von Sprit war im März- April nur schwach und hat ebenso der Krefelder Fall als erledigt und die Maßnahmen des Vorstandes sich von den frisenhaften Zuständen der jüngsten Vergangenheit noch Anderseits ist auch die Abnahme der Brauereizufuhr schon fühlbar wie der Verbrauch von denaturiertem Spiritus nachgelassen. als richtig erklärt. Folgender Schlußantrag gelangt gegen nicht erholt. Die Folge ist, daß viele für Exportzwecke eingerichtete geworden, und viele Betriebe haben die Arbeit bereits eingestellt 13 Stimmen zur Annahme: In Erwägung, daß durch die Herausgabe des Flugblattes, Unternehmungen in Europa ihre Betriebe eingeschränkt haben und oder haben diese im April beendet. Die Kampagne, früher als welches auch den Delegierten zugestellt worden ist, die Interessen noch weiter einschränken müssen, weil der Absatz nach vielen Gegenden sonst beendet, wird wahrscheinlich weniger Vorräte übrig lassen, total ins Stoden geraten ist. des Verbandes in gröblichster Weise verletzt worden sind und als man nach der reichen Kartoffelernte hätte annehmen können. Vor allem gilt dies für die Industrie Deutschlands. Die Das sich immer mehr ausbreitende Trockenverfahren bei Bearbei in fernerer Erwägung, daß die Führer der sogenannten Krefelder Oppofition durch ihr ganzes Verhalten nach dem Stoff- Nachrichten, die aus den verschiedenen Branchen und Territorien ein- tung der Frucht, die Verarbeitung zu Stärke und starke Fäulnis Laufen, lauten wenig zuversichtlich. In der Maschinenindustrie ist haben der Brennerei viel Material entzogen, worauf der Ausfall weberstreit unserer Organisation unermeßlichen Schaden zuge fügt haben, sind die Unterzeichner des Flugblattes, die Mitglieder der Geschäftsgang zumeist noch befriedigend, doch steht er hinter dem in der Spirituserzeugung zurückzuführen ist. der Kommission der vereinigten Stoffweberausschüsse, aus dem Jahre 1907 sichtlich zurück. Auch die elektrische Industrie ist genügend Verbande auszuschließen. mit Aufträgen versehen, und was die chemische, eine ausgesprochene Exportindustrie anbelangt, so läßt sich da ein Nachlassen der Geschäftstätigkeit im allgemeinen nicht bemerken. Wie festgestellt wurde, besteht die Kommission aus folgenden Mitgliedern: Wilh. Elfen, St. Tönis; Aug. Hegmann, Krefeld; Joh. op. te Sipt, Krefeld; Arnold Fliehten, Krefeld; Theodor Schäfer, Krefeld. Der bisherige Kollege Wilhelm Schäfer, Strefeld ist ebenfalls auszuschließen; denn ob wohl er als Sammtweber nicht zu obiger Kommission gehört, ist er doch durch sein ganzes Verhalten nach der Gaukonferenz in Köln, als auch in Krefeld als mitverantwortlich anzusehen. Die Debatte über den Vorstandsbericht bietet trop der lebhaften Beteiligung feine neuen Gesichtspunkte. Es werden Hinweise auf eine praktisch wirkende Agitation ge= geben, die in Zukunft zu beherzigen sein werden. Betont wird weiter bezüglich des" Textilarbeiter", daß an demselben nur wenig zu ändern ist, da derselbe allen Ansprüchen, welche man an ein Gewerkschaftsblatt stellen kann, vollständig genügt. Beantragt wird neben anderen Anträgen: " Die Gleichheit" kann jämtlichen weiblichen Mitgliedern auf besonders von diesen geäußertem Wunsch als Fachblatt gegeben werden. Ferner wird verlangt: Im Textilarbeiter" dürfen nur solche Artikel Aufnahme finden, die ruhig und sachlich gehalten sind, insbesondere dürfen feine beleidigenden und gehässigen Ausdrücke darin enthalten sein. Dieser Antrag ist aus den Krefelder Verhältnissen geboren. Das Fachorgan, der Tertilarbeiter", soll jedes Jahr, als Jahrgang gebunden, vom Vorstand herausgegeben werden. Jede Filiale oder Bahlstelle sei verpflichtet, ein Eremplar zum Selbstkostenpreis zu entnehmen. In Britisch- Ostindien hat sich die Lage durch die Mißernte wesentlich verschlechtert, was zu weiteren Krediteinschränkungen Die zweite offizielle Abseitens der überseeischen Banken führte. Schäßung der Weizenernte ergibt einen Ausfall von nahezu einem vegen des Drittel gegen das Jahr 1907. Besorgniserregend find Ausbleibens von Regen- die Aussichten der Juteernte. Besonders fühlbar macht sich das Darniederliegen der Märkte von Delhi, Bombay und Kaltutta. In Delhi können die aufgeführten Warenmengen selbst zu stark reduzierten Preisen nicht abgestoßen werden. Nach Ansicht der Banken ist es absolut unmöglich, die lagernden Güter in der Saison an Mann zu bringen, so daß große Warenvorräte in die nächste Saison übernommen werden müssen. In Java leidet das Geschäft sehr unter der Bewegung der Eingeborenent. Aus China liegen günstigere Nachrichten, wenigstens soweit Shanghai und die Yangtsehäfen in Betracht kommen, vor. Nach wie vor schlecht ist die Lage in Niutschwang, in der Mandschurei und Tientsin. Aus Japan werden weitere finanzielle Schwierigkeiten ver. schiedener Firmen gemeldet. Australien hat einen eingeschränkten Bedarf, der durch England, welches Vorzugszölle genießt, befriedigt wird." In Südafrika ist das Geschäft unverändert flau und eine baldige Befferung nicht zu erwarten. Seit einiger Zeit befindet sich auch die Diamantenstadt Stimberley in der gleich schlimmen Verfassung wie das übrige Südafrika. Zahlreiche Angestellte der Eisenbahnen und Städte sowie Tausende von Diamantgräbern usw. sind entlassen worden. Akkumulatoren- und Elektrizitäts- Werke- Aktiengesellschaft vor. mals W. A. Boese u. Co., Berlin. Der Fabrikationsgewinn stellt fich auf 876 699,67 M., erfuhr somit gegen das Vorjahr eine Erhöhung um 132 783,85 M. Nach Abschreibungen von 205 318 38 m. berbleibt ein Reingewinn von im Vorjahre 169 684,31 m.) 226 071,91 M.( im Vorjahre 217 124,59 M.). Dem Reservefonds werden 11 583,13 M. zugeführt. Sodann schlägt der Aufsichtsrat vor, 24 M. pro Gewinnanteilschein und 2 Proz. Dividende auf die Vorzugsaktien( wie im Vorjahre) zu erteilen. 5566,18 M. ver bleiben als Vortrag. Verfammlungen. Die Bahlstelle Berlin des Buchbinderverbandes hielt am Donnerstag, den 30. April, im großen Saale des Gewerkschaftshauses ihre Generalversammlung ab. Der Bericht der Ortsver waltung, den der Bevollmächtigte St I ar gab, zeugte von einer sehr. regen Tätigkeit. Es haben im verflossenen Quartal unter anderem 293 Werkstubensißungen, 67 Verhandlungen mit Unternehmern und 14 Branchen und öffentliche Versammlungen stattgefunden. Zu einem Streik tam es in der Lurustartonnagenfabrik von Beutler. Die Streitigkeiten wurden durch Verhandlungen mit dem Unter nehmer zur Befriedigung der Streifenden erledigt. Um den arbeitslosen Mitgliedern die Beteiligung an der Maifeier zu er leichtern, ist ihnen, auf Beschluß der Ortsverwaltung, am 1. Mai eine Ertraumterstüßung von 2 W. für die über 8 Tage im Nachweis eingeschriebenen und von 3 M. für die über 4 Wochen eingeschriebenen gewährt worden. In den Berichten über die einzelnen Branchen wird allgemein über schlechte Konjunktur geklagt. Von Durch Schlußantrag wird die Debatte geschloffen und erhält In den Vereinigten Staaten ist die Lage womöglich der Galanteriebranche sind eine Anzahl Mitglieder an den Tarifs Sübsch das Schlußwort zum Vorstandsbericht. Er betont be noch schlimmer als im Herbst des Vorjahres. Verhältnismäßig gut bewegungen der Portefeuiller und der Koffermacher heteiligt. Die fonders, daß die Hausagitation wohl zu einer ständigen Ein- liegen die Dinge in Merito und Benezuela. Vorzüglich ist Quartalsabrechnung schließt in der Zentraltasse mit der Bilanzrichtung des Verbandes gemacht werden dürfte und daß alle ge- die Situation in Argentinien, und die große Republit o- summe von 37 838,48 M. An die Verbandskasse wurden 13 500 machten Fehler in Zukunft vermieden werden müssen. Wegner, lumbien strebt mächtig aufwärts. In Ecuador hat sich das Mark abgeliefert. Die Arbeitslosenunterstützung erforderte 15 298,75 Redakteur, gibt noch einige Erklärungen betreffs technischer An- Geschäft dieses Jahr gut angelassen. Aber die fürzlich in Guayaquil Mart, die Krankenunterstützung 1769,20 M Die Einnahmen der ordnungen der Fachzeitung, die getroffen werden sollen. Zur ausgebrochene Best hat einen derartigen Umfang erreicht, daß Lokaltasse betrugen, samt dem alten Bestand von 41 569.. Agitation empfiehlt Redner das Organ und furz gefaßte Flug- Panama alle Schiffe, die Guayaquil anlaufen, zurückweist. Auf die 49 702,14 U., die Ausgaben 6217,98 M., so daß der Bestand auf blätter. Redner warnt davor, der Preßtommission größere Rechte wirtschaftliche Entwickelung Uruguays hat die allgemeine Gelder- 43 484,16 M. anivuchs. Der Bericht vom paritätischen Arbeitszu verleihen, da der Vorstand des Verbandes eigentlich die Ueber- teuerung lähmend eingewirkt. Dazu traten sinkende Preise für Häute, nachweis ergab, daß sich im Laufe des Quartals 643 männliche wachungsinstanz des Organs bilden muß. Wolle und Vieh. In Bolivia hat der Preisrückgang von Zinn, und 740 weibliche Arbeitslose meldeten. Verlangt wurden männ Die erstgenannten Anträge werden abgelehnt, dagegen erhalten Silber, Kupfer und Gummi, Hauptausfuhrartikel, zu einer Strise ge- liche Arbeitskräfte 390, weibliche 724; besetzt wurden durch den Die folgenden die Zustimmung der Generalversammlung: führt. Das gleiche gilt von Beru, dessen Minenindustrie stagniert, Nachweis bon jenen Stellen 323, von diesen 444. Die Zahlstelle Die Preßkommission soll in Zukunft nur als Beschwerde- und in Chile haben die Stursrückgänge eine umfangreiche Depression hatte am Quartalsschluß 2921 männliche und 3233 weibliche Mitinstanz gelten. Die Ortsverwaltung kann zum Zwede der Agi- bewirkt. Direft prefär wird die Geschäftslage in Brasilien geschildert. glieder, also im ganzen 6154. Die Generalversammlung erteilte tation und dort, wo es im Interesse der Organisation nötig ist, Besonders die Nordstaaten( Bara und Manaos) laborieren an der Baisse dem Kassierer wie der gesamten Ortsverwaltung Decharche. " Textilarbeiter" ohne Entgelt abgeben. Abon- in Gummi. Die durch das Fallissement der Union Commercio Bank nenten anzunehmen und Abonnementsgelder einzuziehen, steht in Rio de Janeiro verursachten Berluste betragen 10 Millionen den Ortsverwaltungen nicht zu. Die Ortsverwaltungen haben Mart. Endlich sei noch Haiti erwähnt, dessen Geschäftsverhältnisse Gorge zu tragen, daß das Fachblatt den Mitgliedern jede Woche die neueste revolutionäre Erhebung start beeinträchtigt hat. Der pünktlich zugestellt wird. Das Vertragsverhältnis mit der Chem- direkte Handel zwischen Haiti und Deutschland ist infolge des niger Krankenkasse soll nicht wieder erneuert werden. Bezüglich einiger Monita der Revisoren gelangt folgende Refolution zur einstimmigen Annahme: den Die Generalversammlung protestiert gegen die Art der Berichterstattung durch die Verbandsrevisoren. Die gerügten Ausgabeposten waren nicht nur nicht überflüssig, sondern dringende Notwendigkeiten. Zum mindesten muß die Bureaueinrichtung des Hauptvorstandes der Zeit und den Bedürfnissen des Verbandes entsprechend sein. Vor allem zollt der Verbandstag dem Vorstand vollste Anerkennung wegen seiner Handlungen aus Anlaß des Todes unserer treuen Mitglieder Georg Treue, Berlin und Hanisch, Landeshut. Witterungsübersicht vom 6. Mai 1908, morgens 8 Uhr. zwischen beiden Ländern herrschenden Zollfrieges relativ gering. Stallonen Dagegen befindet sich das haitische Geschäft größtenteils( Import und Export, Finanzierung der Unternehmungen durch Banken) in deutschen Händen. Doch müssen diese Firmen den Export wegen des Zollfrieges über Havre führen. Lebensmittelverteuerung. Zu unserer Notiz unter vorstehender Stichmarke in der Nummer vom 5. Mai schreibt man uns: Barometer. stand min Bind. clatung inbarte Beller Temp. n. 5. 5° G.= 4° M. Stationen Barometer stand mm rigtung Bind Windstarle 3bedeat 9 Haparanda 762 ND Petersburg 756 N Scilly Better 4 bedeckt coTemp. n. G. 6A.-M. 2 Schnee- 2 Sminembe. 754'DED Hamburg 752 DGD 2 bededt 12 Frank.a.m. 753 S Berlin 753 SD 1 bededt 13 747 WSW 5 bedeckt 11 1 halb bb. 13 berdeen 743 SD 1 Nebel 4 bebedt 12 Baris 753 SS 4 halb bd. 13 1 wollig 16 München 753 Bien 754 N Wetterprognose für Donnerstag, den 7. Mai 1908. Etwas fühler, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe und regnerisch ber " Der Nutzen einer Konsumentenorganisation ist so bekannt, daß über ihren Wert für den Arbeiter kein Wort weiter gefagt werden foll. Auch der Kleinhändler müßte begreifen, daß er als Angestellter einer großzügigen Konsumorganisation besser gestellt sein würde, wie mäßigen südwestlichen Winden. Damit werden die Verhandlungen bis Mittwoch vertagt. als jogenannter Selbständiger. Berliner Betterbureau Peek& Cloppenburg Gertraudten- Straße 25-26-27 bei der Petri- Kirche Spezial- Geschäft für moderne Herren- und Knaben- Bekleidung. Zum Frühjahr: Sacco- Anzüge Serie 2 19 M M. Ser. 3 24. M. Ser. 4 27M M. Ser. 5 32 2853 L* M. Abgerissen a. unmodern an Garderobe brauchen Sie bei unseren Preisen nicht zu gehen. Wir empfehlen getragene Monatsgarderobe in feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herrschaften, Doktoren. Kavalieren nur Wochen gebrauchte Monats- Anzüge. 7, 10, 14, 18 M. Monats- Paletots 5, 8, 12, 16 M. J. 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