Nr. 109. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Numänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ..Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 10. Mai 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Mäftung der Gemäfteten. mute fe für unsere Vorschläge zur energiſcheren Be- Berficherung trägt heute allein der Arbeiter, da Träte sie wirklich für den Mittelstand ein-von einem ficherung der Arbeiter gegen Krankheit ist außerordentlich eingeengt Eintreten für das Proletariat gar nicht einmal zu reden und soll noch mehr eingeengt werden. Die Kosten der so müßte ja auch Steuerung des Besizes eintreten. Denn die bisherige Scho- die Arbeitgeberbeiträge nur ein von vornherein feststehender Die Freifinnige Zeitung" führt in ihrer legten Nummer nung des großen Geldfackes hat gerade die Bedeutung des Teil des Lohnes find. Die antisozialen Bestrebungen von Mugdan eine higige Polemik gegen unseren Nachweis, daß im Reiche Mittelstandes immer mehr zurüdgedrängt! Die amit bis v. Kröcher gehen dahin, die Krankenkassen zu Versorgungsmit Leichtigkeit 400 Millionen neuer diretter Steuern auf- lichen Zahlen beweisen das! Der prozentuale Anteil des anstalten für Mititäranwärter und Aerzte zu machen. Deshalb die gebracht werden könnten, wenn die Reichen nur ein wenig Steuersolls der Einkommensteuer ist von 1906 auf 1907 bei lebhafte Abneigung, die reformbedürftigste Versicherungsgattung, die in den eigenen gefüllten Beutel greifen wollten, statt das den Gruppen mit 3000 bis 9500 Mart von 45,75 Broz. auf Unfallversicherung, unberührt zu lassen und in der KrankenSteuerzahlen wiederum den Armen und Aermsten zu über- 44,81 Broz. gesunken, während der Anteil der Zensiten versicherung den Arbeitern das Selbstverwaltungsrecht völlig zu lassen! Unser auf amtliche Zahlen gestützter Nachweis hat mit mehr als 100 000 m. Jahreseinkommen von 14,96 Proz. nehmen. das führende Organ des Blockfreisinns offenbar ins Herz ge- auf 15,27 Proz. gestiegen ist! Die Einkommen der Der Krankenkassenfongreß ist dazu berufen, gegen diese Pläne troffen. Denn das Herz des Freisinns sitzt just da, wo bei Millionäre sind also viel rapider gewachsen, als die des auf die Schanzen zu rufen. der besigenden Klasse, die der Freisinn vertritt, der Geld. Mittelstandes! beutel sigt! Noch trasser tritt die Vermögensanhäufung der Es ist ein Bild für Götter, wie das freisinnige Blatt größten Geldsäcke in der Statistit der preußischen Stöhnt und jammert, um die Besitzenden vor dem schrecklichen Vermögenssteuer hervor! Die Vermögenssteuer ist Lose zu schüßen, einen auch nur halbwegs angemessenen einheitlich, sie beträgt für je 100 M. Vermögen 5 Pfennige. Beitrag zu den Steuerlaften des Reiches beizutragen! Da Multipliziert man die Vermögenssteuer mit 2000, so hat man wird das Schreckbild der Expropriation" an die Wand das versteuerte Vermögen. gemalt, da wird gezetert, daß eine solche Steuerbelastung der Bohlhabenden und Reichen die„ Steigerung des Nationalvermögens" gefährde, ja, daß sie- den ,, Mittelstand" ruiniere! Nun zahlten Vermögenssteuer: Die Steuer pflichtigen mit bis 3000 M. Einkommen 1895 9 218 000 M. 1905 10 196 000. Die Steuer pflichtigen mit mehr als 9500 M. Cin tommen 1895 1905 20 457 000 2. Das Vermögen der kleinen und mittleren Ein" Der Pakt gegen das Wahlrecht. Freisen Gleiwit mit einem und Ratibor mit zwei AbDie oberschlesischen Freisinnigen in den Landtagswahl. geordneten haben, wie bereits mitgeteilt, mit den Konser Abg. Doormann stimmen, der ihnen im Sprachenparagraphen das Recht auf ihre Muttersprache und zugleich ein wichtiges politisches Recht mit geraubt hat. vativen einen Pakt abgeschlossen, laut welchem die Freisinnigen in Gleiwiß für den konservativen Prinzen bon Ratibor, Polizeipräsidenten in Stettin, in 14 029 000 M. Ratibor für einen ebenfalls tonservativen Mühlenbesizer stimmen, wofür die Konservativen.das zweite NatiNatürlich hütet sich die Freifinnige Zeitung", unsere borer Mandat an einen freisinnigen Kandidaten, FabriZahlen wiederzugeben, die beweisen, daß die von uns tanten Reiners in Ratibor, abtreten wollen. borgeschlagene Steuervermehrung von den Einkommensklassen Ein ähnliches Geschäft haben die Freisinnigen im ober. mit mehr als 9500 M. Jahreseinkommen spielend getragen werden fönnte, daß die Vermögenstommen bis zu 3000 m. wuchs danach in den 10 Jahren schlesischen Industriebezirk abgeschlossen. Dort unteranhäufung in den Händen der Reichen dadurch nur von 18 436 Millionen auf 20 392 Millionen, das Vermögen stüßen sie zwei großkapitalistische Grubenkandidaten, Generalanhäufung in den Händen der Reichen dadurch nur vor Reichen mit mehr als 9500 m. Einkommen dagegen direktor Remy und Generalsekretär Dr. Vo It, Reaktioganz minimal verlangsamt werden würde! Wir wollen heute weitere zahlenmäßige Beweise dafür in derselben Frist von 28 058 Millionen auf 40 914 Millionen! näre von reinstem Wasser, von welchen sich Dr. Volt Die Zahl der Vermögenssteuerpflichtigen mit mehr als dieser Tage in einer Kandidatenrede gegen jede erbringen, daß der Freifinn unsere Vorschläge freudig 9500 M. Einkommen wuchs um zirka 30 000, ihr Vermögen um Reform des Landtagswahlrechts, mit Ausnahme der Neueinatzeptieren müßte, wenn er es mit der Schonung der teilung der Wahlfreise, ausgesprochen hat! Für das Herausfinanziell schwachen Schultern ernst meinte, wenn er nicht der fast 13 000 Millionen! Das ist die Steigerung des National- hauen dieser offenkundigsten Feinde der Wahlrechtsreform eingeschworene Vertreter des großen Geldsads wäre! Wir hatten vorgeschlagen, für die Einkommen von mehr bermögens", für die sich der Freifinn begeistert, für die foll den Freifinnigen ihr Lohn ebenfalls in Gestalt eines als 9500 m. eine Reichseintommensteuer in Höhe er tämpft, wie er es niemals für das gleiche Wahlrecht zu Landtagsmandats werden, daß die Grubenmagnaten dem volksparteilichen Reichstagsabgeordneten Dr. Doormann im der preußischen Einkommensteuer einzuführen, ferner eine fämpfen sich erkühnt! Die Reichen sollen immer reicher werden! Reicher werden Industriebezirk verschaffen wollen. Geschehen kann das letztere Reichsvermögenssteuer in der doppelten Höhe der preußischen Vermögenssteuer, wobei nur die Vermögen der auf Kosten des Proletariats und des Mittel- übrigens nur, wenn die Grubenbarone ihre ganze wirtschaftliche Uebermacht anwenden, denn jenigen herangezogen werden sollten, die mehr als standes! Aber höhere Steuern sollen nicht sie, sondern die freiwillig werden die oberschlesischen Proletarier nicht für den 3000 M. Jahreseinkommen besigen. Beide Steuern würden allein aus Preußen rund 180 Millionen ein- wenig oder nichts Besitzenden bezahlen! Denn wenn die Personen mit einem Durchschnittseinkommen von 30 000 m. bringen. Das soll nun nach der Freifinningen Zeitung" erstens ober einem Vermögen von je 480 000 Mart( 100 000 Den Gipfel der Unverschämtheit haben diese selben Freicine Konfistation des Eigentums", zweitens eine Ber- Einkommensteuer- Zenfiten besigen 3000 Millionen Mark Einhinderung der„ Steigerung des Nationalvermögens", brittens tommen, 85 000 Vermögenssteuer- Benfiten ein Vermögen von sinnigen aber erflommen, indem sie in ihren oberschlesischen 41 000 Millionen!) mehr Steuern zahlen sollen, so jammert Breßorganen den Sozialdemokraten, die die Unterstützung der cine Belastung des Mittelstandes" sein! freifinnigen" Kandidatur Doormann entschieden ablehnten, Beginnen wir von hinten, bei der dritten und saftigsten darüber zum Steinerweichen die freisinnige Presse! Aber die Freis. 8tg." mag noch mehr solcher Schmerzens- bittere Vorwürfe zu machen wagen, daß sie mit dieser AbAlbernheit. Die Freisinnige Zeitung" erklärt, die Vorschläge des„ Vorwärts" Ledrohten auch den Mittelstand":" benn mit schreie ausstoßen! Beweist sie doch damit für jeden Menschen, lehnung der Sache einer gründlichen demokratischen Reform der fünf gesunde Sinne hat, daß sie eine Partei der großen des preußischen Wahlrechts, wie sie die Freisinnigen vertreten, 9500 M. und ein wenig darüber ist man, zumal bei der heutigen Geldsäcke ist, daß ihr das Los der kleinen Leute gleichgültig schweren Schaden zufügten!" Die Herren auf der äußersten geringen auftraft des Geldes, noch bei weitem fein reicher Mann". Um also den„ Mittelstand" mit einem ist, wenn sich nur die großen Ausbenter, die faulenzenden Linken geben vor( 1), dem preußischen Volke das ReichstagsDividenschlucker vom Marke des arbeitenden Volkes immer wahlrecht und eine vernünftige Wahlkreiseinteilung erringen Einkommen von mehr als 9500 M. Jahreseinkommen zu zu wollen. Können sie das, wenn sie indirekt einen Zentrumsschonen, will die Freis. 8tg." lieber die Masse der Hunger- feister mästen können! mann unterstüßen?" heißt es in einem Artikel des freisinnigen leider mit neuen Steuern belasten! Sie ist der Meinung, daß den fast 19 Millionen Preußen, die weniger als ,, Oberschlesischen Tageblatts". Das wagen sie den Sozialdemokraten vorzuhalten, dieselben Leute, die im verächtlichsten 900 M. Einkommen haben, und den annähernd 15 Millionen, die nur 900-3000 M. Einkommen haben, eher zur Ader gelassen Am Montag und Dienstag findet in den Germaniasälen der Schachergeist die Landtagsmandate den allerschlimmsten werden kann, als den 313 000 Preußen, die mehr als 9500 m. Strantentaffentongreß statt. Auf der Tagesordnung stehen die beiden Reaktionären ausliefern! Verlogenere Heuchelei ist nicht denkbar! Einkommen befigen! Die 813 000 Personen mit mehr als Thematas:" Die Bestrebungen zur Reform der Arbeiterversicherung" 9500 M. Einkommen besigen zwar zusammen zirka 3000 und„ Die Bedeutung der Selbstverwaltung der Krankenkassen und Millionen M. Einfommen, sie können also pro Kopf( wobei jeder ihre Gefährdung". Mögen die Verhandlungen dazu beitragen, die Säugling, jeder Schüler, jede höhere Tochter bereits bis fast zur Gestaltung eines Gejezzentwurfes gediehenen als Stopf zählt!) ihre 10 000 m. jährlich verzehren, aber trotzdem Bestrebungen wirksam zu bekämpfen, die auf Entrechtung der Der heuchlerische Humbug, hinter dem die volksberräterische sollen sie nicht in der Lage sein, 100 Millionen Mark Steuern Arbeiterklasse durch völlige Lahmlegung der Selbstverwaltung ab- Sippschaft der blodfreisinnigen Diner- und Ordenslakaien von mehr zu zahlen! Lieber sollen die Aermsten der Armen bei zielen. Hier gilt es, die Arbeiter felbst zum energischen Kampf Bülows Gnaden ihre Wahlrechtsgegnerschaft zu verstecken sucht, mehr als der Hälfte des ganzen Preußenboltes entfällt aufzurufen. Man versucht in neuerer Zeit, die Krankenversicherung nimmt immer grotestere Formen an. Unsere Danziger Geauf den Kopf ein Einkommen von noch nicht 200 m. die und überhaupt die Arbeiterversicherung immer mehr unter dem nessen haben die praktische Probe auf die Wahlrechtsfreundschaft neuen Steuern aufbringen, die der freisinnige Be- Gesichtspunkt der auf Eriverb abzielenden anderen Versicherungen des dortigen Freisinns, der von den Landtagsabgeordneten willigungseifer für Flotten- und Kolonialpolitit notwendig ge- oder der Versicherungen gegen natürliche Erscheinungen herabzu- Münsterberg und Keruth und dem besonders wahlrechtsmacht hat! Die Verhältnisse, auf die sich die Arbeiterversicherungen begeisterten Chefredakteur der" Danziger Zeitung", Dr. Herra So sieht die freisinnige Sorge für den Mittelstand in ihrem gesamten Komplex beziehen, sind sozialer Natur. Die mann, geleitet wird, gemacht. Sie hatten an die überwiegend aus! Den angeblichen Witteistand", der ein Durch anderen Versicherungen beziehen sich auf natürliche Erscheinungen. freisinnige Stadtverordnetenversammlung und den ebenso jchnittseinkommen von rund 30 000 m. besigt, denn Träger der sozialen Versicherungen, insbesondere der auf Fürsorge freisinnigen Magistrat den Antrag gerichtet, vom preußischen so hoch beläuft sich das Durchschnittseinkommen der Zenfiten während der Krankheitsdauer gerichteten, waren in früheren Jahr Landtage die Beseitigung des jetzigen Kommunalwahlrechtes durch in der Steuergruppe mit mehr als 9500 M.! hunderten die Familie in sozialem Sinne, die Gilden und Bünfte und die Einführung des freien, gleichen, geheimen und direkten Wahl. Aber die Freis. 8tg." befürchtet auch, daß durch die Ein- die Kirche. Die Wirtschaftsordnung hat sich geändert: eine rechts für alle über 20 Jahre alten Personen, zum mindesten führung der von uns vorgeschlagenen direkten Reichssteuern& amilie, zu der außerhalb des Kreises der engeren Familie aber das Reichstagswahlrecht, zu fordern. Dieser Antrag Steigerung des Nationalvermögens un- Stehende gehören, Unfreie, für die das Familienhaupt einzutreten tam nun in der Stadtverordnetenversammlung am 28. April zur möglich gemacht" werde. Die 313 000 Stöpfe, die mehr als hatte, besteht längst nicht mehr. In der Kirche hat insbesondere öffentlichen Verhandlung. Den Vorfib führte der volksparteilich 9500 M. Einkommen haben, bilden für den Freifinn also die feit der Reformation längst eine Verpflichtung zur Hülfeleistung für freifinnige Landtagsabgeordnete Keruth. Persönlich anwesend Nation"! Aber auch wenn wir die 374 000 Benfiten in Sülflofe aufgehört. Die Lehre, daß der Reiche gewissermaßen zur mar auch der neuerdings mit dem Büloworden preisgekrönte KomBetracht ziehen, die speziell bei der Vermögenssteuer Sühne seines Reichtums die Verpflichtung zur Hülfeleistung merzienrat," Sozialreformer" und natürlich Wahlrechtsfreund" insgesamt in Frage kommen- stehen die Interessen der und zur Schaffung eines Gutes für die Armen( patrimonium Münsterberg. Auch der famose Chefredakteur Dr. Herrmann, übrigen 36 Millionen nicht höher als die einer winzigen pauperum) habe, hat sich in die Auffassung gewandelt: der nach unserm Nachweis den wahlrechtsfreundlichen Geist des Minderheit? mit Reiche hat die unbegrenzte Befugnis, feiner großen Stein" als„ bernünftiger Liberaler" tadellos mit der bru Aber die Freisinnige Zeitung" hat hier einmal aus der Habe zu machen, was er will; eine Hülfspflicht bestehe talsten Wahlrechtsfeindschaft zu vereinen weiß, fehlte nicht. Dann Schule geplaudert, sie hat verraten, daß für sie die Nation für ihn nicht. Die mittelalterlichen 3 ünfte und Gilden haben waren auch die beiden sozialen Arbeiter- Stadtver. gleich bedeutend ist mit den oberen Hunderttausenden, längst der tapitalistischen Produktion weichen müssen. Die Pflichten ordneten"- Rowad und Königsmann des großkapitadaß der Geldsack der Reichen für sie das Nationalvermögen" der Gilden auf Fürsorge für ihre erkranften Mitglieder ist von den liftischen Kommerzienratsfreisinns am Plaz. darstellt! Fabriken nicht übernommen. Die den Gemeinden dadurch er- Nach der Erledigung einiger nebensächlicher Vorlagen war Die Freisinnige Zeitung" legt sich mit aller Verve dafür wachsenen Lasten haben schließlich zu der Gesetzgebung geführt, die endlich der große Moment gekommen. Etwas anderes als die einins Zeug, daß der Anhäufung des Reichtums in den Händen für Fälle der Erkrankung minimale Leistungen dem„ Versicherten" stimmige Annahme des Antrages war doch unmöglich zu erwarten. der Minderheit ja teine Schwierigkeiten bereitet werden! bei weitem nicht allen Arbeitern- bietet. Die Selbstver. Handelte es sich doch, wie Herr Dr. Herrmann noch ganz unlängst die " " drücken. der Zum Krankenkaffenkongreẞ. Freifinnige Volksbetrüger. " gur Begründung der Forderung eines freien Kommunalwahlrechts so schön geschrieben hatte, .cor.f Befürtvorter der Refolution Oppenheimer waren zumeist Ein- Flucht von vier Zimmern, mit der Front nach der Schu gewanderte, und ihr Hauptargument war der Hinweis auf das mannstraße und im ersten Stockwerk belegen, sollte amt um eine Forderung der Gerechtigkeit, der fein gerecht Herabdrücken der Lebenshaltung der amerikanischen Arbeiterschaft 15. d. M. von den Schwestern neubezogen werden. Am Donund unbefangen Denkender widersprechen kann, um die Frei- durch die gelben Rassen". Ironisch bemerkte ihnen gegenüber ein nerstag kam die Bestimmung, daß diese Zimmerflucht machung der Bahn für gefunden sozialen Fort- Diskussionsredner, daß das gleiche Argument mit der gleichen Be anderen Zweden vorbehalten sei", und gestern traf Fürst schritt in den Städten, um ein unabweisliches Berechtigung auf alle Einwanderer angewandt werden könnte, und daß Eulenburg ein und nahm von diesen Räumen Befig. Eines dürfnis der Neuzeit." Der Vorsteher Keruth verlas monoton nur den Tenor des An- man es deshalb nicht beim Ausschluß der Chinesen bewenden dieser Zimmer ist ständig, Tag und Nacht, von einem übertrages, die Begründung dagegen überhaupt nicht. Es folgte feine lassen dürfe, sondern konsequenterweise auch den Italienern, wachenden Kriminalbeamten besett; ein zweites Zimmer ist Frage: Wer wünscht dazu das Wort?" Darauf eine- Pause Slowaken, Ruffen und so weiter die Landung verwehren dem Kammerdiener des Fürsten angewiesen worden, und die des schweigenden Wahlrechtsverrats! Kein einziger Redner meldete müffe. Nach mehrstündiger Debatte wurde die Lee sche Resolution beiden weiteren Räume stehen dem Fürsten selbst zur Verfich! Kein Wort wurde für und aus Mangel an Ehrlichkeit nicht mit 89 gegen 69 Stimmen angenommen. fügung. einmal ein einziges dagegen gesprochen! Dr. Herrmann schien vom Die Einigung der sozialistischen Partei mit der sozialistischen Geist des großen Stein" böllig berlaffen zu sein. Er schwieg Arbeiterpartet wird ebenfalls in Chicago zur Sprache gebracht Einige Blätter äußern die Ansicht, daß nun, nachdem die schuldbewußt! Mit ihm schwiegen die" Demokraten" Münsterberg, werden, aber die Aussichten für eine Verschmelzung mit der sozia Verhaftung des Eulenburgers erfolgt ist, bald die ProzeßKeruth, Hardtmann ebenso hartnäckig, wie ihre Arbeitervertreter" istischen Arbeiterpartei, die fortgesetzt Mitglieder einbüßt und deren verhandlungen folgen dürften. Wir glauben nicht daran, Nowad und Königsmann! Sie alle hüllten sich in ein anklagenbes Organisationen vielfach nur noch dem Namen nach eriſtieren, sind und noch weniger halten wir, mögen auch noch so viele Zeugen Verräterschweigen! Mit schweigender Verachtung begrub dieser gering. Ebenso wenig dürfte der Parteitag auf die Wünsche ein aufmarschieren, eine Verurteilung für wahrscheinlich. Die längst politisch ehrlofe Demagogenfreifinn seine eigene Wahlrechts- zeluer Genossen eingehen, welche eine Stellungnahme zugunsten der Strafprozeßordnung bietet für einen Mann wie Eulenburg forderung einstimmig im Papierforb!!! Industrial Workers of the World( eine Gewerkschaftsorganisation viele Auswege, um den Prozeß hinauszuschieben, und daß Zur gleichen Stunde, in der die„ bernünftigen" Liberalen im auf der Grundlage der Industrieverbände) und damit gegen die der Fürst, dem es ja an schlauen Ratgebern nicht fehlt, diese Rathause ihre eigene Wahlrechtsforderung so erbarmungslos ab- Federation of Labor( Arbeiterbund) verlangen. schlachteten, erschien die von Dr. Herrmann geleitete Danziger 3eitung mit dem Landtagswahlaufruf der sogenannten Linksliberalen. Und darin bekam man folgende auf die freisinnigen Wahlrechtsverräter wie angegossen passende Säge zu lesen: „ Die Mehrheit widerstrebte der freiheitlichen Ausgestaltung des Staatswesens und widersette sich notwendiger Reformen, insbesondere einer gründlichen Renderung des Wahlrechtes. Im Gegensatz hierzu erachtet der entschiedene Liberalismus die Im Gegensatz hierzu erachtet der entschiedene Liberalismus die Erfehung der geltenden ,, aus der schlimmsten Reaktionszeit stammenden Wahlrechtsbestimmungen durch das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht als die dringendste Auf gabe der Gefehgebung, als die Voraussetzung eines wirklichen Das steht wirklich und wahrhaftig in dem Blatt des vernünftigen" Liberalen Dr. Herrmann und ist unterschrieben von denselben Herren Münsterberg und Keruth, die soeben vor aller Oeffentlichkeit alle Wahlrechtssünden der ungeschminkten Voltsfeinde hundertmal übertrumpft hatten! Fortschritte auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens." New York, 27. April 1908. Aus dem Wahlkampf. an: Man könne teinen waschecht nationalliberalen Arbeiter finden und einen Wege benutzen wird, ist selbstverständlich. Nach der Strafprozeßordnung kann z. B. feine Hauptverhandlung vor Gericht stattfinden, wenn der Angeklagte so frank oder gebrechlich ist, daß er vor Gericht nicht erscheinen kann. Das Gerichtsverfahren muß dann so lange ausgesetzt werden, bis ein Die Nationalliberalen in der Klemme. Erscheinen des Beschuldigten möglich ist. Wenn es also dem Jm rheinisch- westfälischen Industriegebiet, mit seinen Riesen Fürsten Eulenburg gelingt, solche ärztlichen Gutachten beiwahlkreisen, haben es die Nationalliberalen immer noch verstanden, zubringen, ist es vorläufig mit der Verhandlung nichts. Wie durch einen mehr oder weniger scharfen Drud einen feineswegs un aber, wenn er nun immer kränkelt und die Aerzte konsta beträchtlichen Teil der Arbeiter sich als treue politische Gefolgschaft tieren, daß er dauernd zu gebrechlich sei, um vor Gericht zu bewahren. Das droht nun anders zu werden, und zwar durch erscheinen zu können? Dann kann auch der Prozeß nicht zur Bei den verflossenen Hottentottenwahlen machten sie sich allen Ernstes eine Hauptverhandlung nur dann stattfinden, wenn die den das ungemein schäbige Verhalten der Nationalliberalen selbst. Durchführung gelangen; denn gegen einen Abwesenden kann Hoffnung, uns im Industriegebiet die Mandate wegnehmen zu können. Gegenstand der Untersuchung bildende Tat mit Geldstrafe allerdings erfolglos, denn die Nationalliberalen fielen mit Glanz oder Einziehung, allein oder in Verbindung miteinander, beZu diesem Zweck wurden die evangelischen Arbeiter mobil gemacht, durch. Die evangelischen Arbeiter hatte man mit dem Versprechen droht ist. Zu diesen geringeren Delikten gehört aber der gelödert, daß bei den Landtagswahlen auch ein„ nationaler" Meineid, dessen Eulenburg beschuldigt wird, nicht. Arbeiter in einem aussichtsreichen Wahlkreis aufgestellt werden solle. Es ist also durchaus nicht sicher, daß die Sache nun ihren An dieses Versprechen sind die Nationalliberalen jetzt erinnert glatten Verlauf nimmt. Und wenn alle Stränge reißen, so worden und sie haben rundweg abgelehnt. Die Rheinisch- bleibt noch immer die Möglichkeit, daß schließlich entdeckt das Sprachrohr Der Konvent der fozialiftlichen Partei. hotbarone gibt auch den Grund für dieſe ablehnende Haltung schen Erperimenten beweise, nicht ganz normal und könne desder nationalliberalen wird, Fürst Philipp sei, wie schon seine Neigung zu spiritistiDer Nationalfonvent( Barteitag) der sozialistischen Partei tritt Arbeiterianbibaten zu unterstügen habe keinen leisteten Meineid nicht verantwortlich gemacht werden, vorauschristlich sozialen halb für den unter einer tiefen psychischen Depression geam 10. Mai in Chicago zusammen. Gemäß den Gepflogen Sinn, weil die Christlichsozialen einen scharfen gesetzt, daß der Fürst nicht schon vorher plößlich stirbt. heiten hierzulande wird der Konvent die Kandidaten für die Kampf gegen die Nationalliberalen führten. In Präsidentschaftswahlen im November aufstellen. Wer nominiert 2irklichkeit liegt die Sache so, daß es den Nationalliberalen nicht Eine feltene Frechheit. wird, steht noch dahin. Vielleicht William Haywood, der im Schlafe eingefallen ist, das bei der Reichstagswahl gegebene Man schreibt uns: Sehr weh hat der Deutschen Führer der Western Federation of Miners( Bergarbeiterverband des Versprechen ernst zu nehmen. Wird nun noch erklärt, daß man Tageszeitung" offenbar die Zurechtweisung getan, die wir Westens), dessen Ansehen bei der Arbeiterschaft seit seiner im vorigen feinen zur Ausübung eines Mandats geeigneten nationalliberalen ihr zuteil werden ließen ob der Heuchelei, womit sie über sozialJahre erfolgten Freisprechung von der Anklage der Beihülfe bei der Arbeiter finden könne, so geſellt sich zum Hohn auch noch der demokratischen" Terrorismus" zetert, weil auch wir Sozial Spott für die evangelischen Arbeiter. Vielleicht darf man hoffen, demokraten Ermordung des Er- Gouverneurs Steunenberg dank seiner seitherigen daß diese irregeleiteten Arbeiterscharen endlich einmal zu der Ein- Einkäufe solche Geschäftsinhaber reich machen wollen, die bei der ebenso gut wie andere Leute nicht mehr durch trefflichen Agitationsarbeit in allen Teilen der Vereinigten Staaten ficht kommen, daß ihr Platz nicht auf der Seite der Ausbeuter Wahl gegen uns arbeiten. Zur Entgegnung läßt sie eine komische gewaltig gestiegen ist. Außer ihm wird auch die Kandidatur fein kann! Schwabbelei vom Stapel, die im Vorwärts" ja bereits ihre ErEugen Debs' ins Auge gefaßt, welcher bereits zweimal ledigung gefunden hat. Präsidentschaftskandidat der sozialistischen Partei geivesen ist. Zu längeren Debatten dürfte die Neufassung unseres Programms Die„ Bergarbeiterzeitung" hat einen Aufruf zu den Landführen, das vom Nationalkomitee( eine aus Vertretern der einzelnen tagswahlen gebracht, in dem betont wird, daß der Verband Staaten bestehende Körperschaft) vorgeschlagen wird. Bei dieser als solcher natürlich keine Kandidaten aufstellt, denn dies ist Neufassung handelt es sich um keine prinzipiellen, sondern um Sache der politischen Parteien. Wir entnehmen dem Aufruf redaktionelle Aenderungen. Das Programm einer Partei ist uns diese Stelle: gefähr gleichbedeutend mit dem Wahlaufruf der Parteien in Deutsch land. Neben den Grundsäßen der Partei werden darin auch die Uebergangsjoreerungen erläutert. Das schärfere Betonen der zurzeit gerade brennendsten Fragen bedingt unwesentliche Abänderungen bei den jeweiligen Wahlen und nur solche Aenderungen dürften in Chicago beschlossen werden. Die Bergarbeiter zur Landtagswahl. 1. Keine Bergarbeiterstimme darf Kandidaten gegeben werden, die Feinde des gleichen, birekten und geheimen Wahlrechts sinds 2. Kandidaten, die selbst, oder deren Partei Bei der Beratung der Bergarbeiterfchutnovelle und der Knappschaftsnovelle die bekannten Verhunzungsanträge gestellt und durchgedrückt haben, dürfen teine Bergarbeiterstimme erhalten! Wer nach diesem Programm handelt, der entspricht dem Interesse des gesamten werftätigen entrechteten Boltes und ver tritt insbesondere die geplagte Bergarbeiterklasse! Wer gegen dieses Programm handelt, verrät das Volk und schädigt besonders schwer die Interessen der Vergarbeiterschaft. " Da scheint uns die Aufführung der Tatsache am Blaze, daß der unverschämte Mißbrauch der wirtschaftlichen Uebermacht bei den Konservativen nicht nur stillschweigend geübte Pragis ist, sondern daß darüber ausdrüdliche Anweisungen eriftieren. Schon im Jahre 1861 hat das konfer vative Zentralfomitee an seine Gesinnungsgenossen ein vertrauliches Rundschreiben gerichtet, worin es ihnen rät: „ Auf dem Lande wird es besonders die Pflicht der Gutsbesitzer sein, dahin zu arbeiten, daß niemand, der ihrer Einwirkung zugänglich ist, von den Wahlen zurückbleibe. Daß in gleicher Weise jeder billige und geseglich erlaubte Einfluß auf die Untergebenen und in Geschäftsverbindung Stehenden angewandt werden muß, versteht sich von selbst. Ueberhaupt ist es billig und notwendig, daß die Konservativen fich gleich ihren Gegnern entschließen, ihre soziale und gesellschaftliche Stellung geltend zu machen und möglichst nur Geschäftsleuten, die gleiche Gesinnung hegen, die Vorteile ihres Verkehrs zuwenden." " " Die Deutsche Tagesztg." muß das wissen, denn wenn sie selbst die Geschichte ihrer eigenen Bartei nicht tennen sollte, so hat es ihr doch schon vor etlichen Monaten der Vorwärts unter die Rafe gerieben. Damals ich wieg fie. Und so wird es auch jetzt wieder sein. Sie wird wieder schweigen, und nach abermals ein paar Monaten wird sie von neuem mit heuchlerischem Augenaufichlag behaupten, sie habe dergleichen nie von Stonservativen gehört! Der Freifinn auf Lügenpfaden. Die Bezeichnung hänen des Schlachtfeldes" hat " Die Beschlüsse des Stuttgarter Internationalen Kongresses werden unzweifelhaft auf dem Chicagoer Parteitag zu lebhaften Auseinandersetzungen Anlaß geben. Der Vorwärts" hat bereits berichtet, daß die National- Eyefutive( Parteivorstand) sich gegen die Stuttgarter Resolution über die Einwanderungsfrage erflärt hat und deshalb nachträglich vom Nationalfomitee getadelt worden ist. Seitdem wurde der Stuttgarter Beschluß innerhalb der Parteiorganisationen zum Gegenstand von Debatten gemacht. Auch die Parteiorgane widmeten der Frage viel Naum. AuffälligerFreifinnig- nationalliberales Schachergeschäft. weise verhielten sich die deutschen Parteiorgane der Vereinigten Wir haben gestern mitgeteilt, daß die Nationalliberalen dem Staaten, vor allem die„ New Yorker Volkszeitung", ablehnend Freifinnigen Dr. Wie mer in seinem feitherigen Wahlkreise Nordgegenüber dem Stuttgarter Beschluß, wohingegen verschiedene haufen einen Gegenkandidaten nicht gegenüberstellen. Die„ tölnische Diftriftsorganisationen deutscher Genoffen sich mit der Stuttgarter Beitung" gibt jezt die Ursache dieser Burudhaltung an. Resolution einverstanden erklärten und ihr Organ desavonierten. Der Freifinn hat sich nämlich verpflichtet, in sämtlichen Wahl- den freisinnigen Mannen offenbar gar nicht besonders gefallen. Die Die entscheidende Parteiversammlung der New Yorker Partei- treifen der Provinz Sachsen die Nationalliberalen zu unterſtügen. Freisimmige Beitung" wirft deshalb der Sozialdemokratte vor, daß mitgliedschaft nahm gestern zu der Einwanderungsfrage und dem Dafür soll Herrn Dr. Wiemer fein Landtagsmandat nicht streitig fie bei den verflossenen Reichstagswahlen in Sagan- Sprottau und darauf bezüglichen Beschluß des Stuttgarter Kongreffes Stellung. gemacht werden. Die Vielseitigkeit des Freisinns steigt mit jedem Zag. hülfe geleistet hätte. Das ist nicht wahr. In Sagan- Sprottan in mehreren süddeutschen Wahlkreisen den Konservativen WahlZwei Refolutionen lagen vor; die eine, welche Genosse M. Oppen heimer einbrachte, wollte den Stuttgarter Beschluß nicht als In Niederbarnim verkauft er sich um den Judaslohn eines ist allerdings der freisinnige Standidat in der Stichwahl unterdogmatisch oder bindend, sondern nur einen Ratschlag" betrachtet Mandats den Konservativen gegen die Nationalliberalen legen, ebenso in Ansbach- Schwabach. In beiben gällen hing wissen, die andere, die Genosse Algernon Lee vorlegte, hatte und in der ganzen Provinz Sachsen arbeitet er- wiederum um dies aber von rein totalen Ursachen ab, die genugsam mit den Nationalliberalen gegen erörtert worden sind. Was hat denn aber der Freifinu geleistet? In Erwägung der Erklärung des Internationalen Kongresses bie Konservativen. Solche Geschäfte kann nur eine Partei 29 Wahlkreise hat er bei der Stichwahl an Realtionäre aller zu Stuttgart zur Frage der Ein- und Auswanderung von Ar- machen, die die Grundfaglosigkeit zum obersten Prinzip Schattierungen verraten, er hat ohne Unterschied seine Hülfe beitern, die ausdrücklich sich gegen den Erlaß von Gesetzen, durch erkoren hat. die gewisse Nassen oder Nationen ausgeschlossen werden, ansspricht, die ferner gewisse Maßnahmen empfiehlt, die zur Befämpfung der mit solcher Einwanderung verbundenen Mißbräuche genügend und angebracht sind; folgenden Wortlaut: nicht gutheißen; den Preis eines Mandats Politifche Ueberficht. Berlin, den 9. Mai 1908. Die prenßischen Ausführungsbestimmungen zum Neichsvereinsgeseh Von den Nationalliberalen, Konservativen, Freikonservativen, ja selbst den Antisemiten geleistet! Wenu unter folchen Umständen bei den sozialdemokratischen Wählern die Neigung schwindet, dem Freisimm Stichwahlhülfe zu leisten, so ist das sehr leicht zu be= In Erwägung weiter, daß mir die schwerwiegendsten Gründe greifen! Auch nicht in einem einzigen Falle hat sich im des Selbstschutes unter ganz außergewöhnlichen Umständen die Jahre 1907 der Freijinu in der Stichwahl für einen fozialistische Partei eines Landes entschuldigen können, wenn sie Sozialdemokraten entschieden. Dagegen berdankt die freisinnige die Entscheidungen eines Internationalen Kongresses misjachtet; fowie in Würdigung der ernstlichen Gefahren, die aus der find endlich in dem gestrigen Reichsanzeiger" veröffentlicht, Die Fraktionsgemeinschaft von ihren 44 Mandaten der Sozialdemokratie Zulassung des Prinzipes der Ausschließung sich ergeben mögen, Ausführungsvorschriften erleichtern den Arbeitern nach keiner Richtung nicht weniger als 20, also nahezu die Hälfte ihres ganzen erklärt diese Versammlung, die Möglichkeit, die Bersammlungsanzeige durch eine öffentiiche Be- Besisstandes. Sollten das die Freijinnigen bereits vergessen haben? 1. daß es in der augenblicklichen Situation dieses Landes fauntmachung zu erfegen. Das Sprachverbot ist lediglich rücksichtlich Nach den Versicherungen des Freifinus sollte im Vordergrunde feinen genügenden Grund für die Zurückweisung dieses Beschlusses der litauischen, majurischen, wendischen, wallonischen und franzö- des Landtagswahlkampfes die Wahlrechtsfrage stehen. Der Freides Internationalen Stongreffes sieht und der Meinung ist, die fischen Sprache gemildert, aber nur für die Bezirke, in denen diese finn hat sogar eine Art Wahlrechtsausschuß geschaffen. National- Konvention solle das Vorgehen der National- Exekutive Sprache die der eingeborenen Bevölkerung ist. Für die artigen diesem Ausschuß hat man nichts wieder gehört, die 2. die Partei folle allen weiteren Ausschließungsgesetzen sich Blockleute und Unternehmer sollen die Regierungspräsidenten und Wahlrechtsfrage betont der Freifinn so wenig toidersetzen, zu gleicher Zeit aber die von dem Internationalen der Berliner Polizeipräsident allgemein den Mitgebrauch einer nicht als möglich und mit Wahlrechtsfeinden jeder Kongreß vorgeschlagenen Schußmaßregeln in energischer Weise be- deutschen Sprache gestatten dürfen, Die Ausführungs- Richtung haf er Wahlbündnisse geschlossen. So bestimmungen und den Wortlaut des Reichsvereins liegen die Dinge, und der Freisin mag noch so sehr bestrebt sein. 3. die Partei folle die bereits bestehenden Ausschlußgeseze, gefeges geben wir an anderer Stelle wörtlich wieder. Wir das Blaue vom Himmel herunterzulügen, an diesen Tatsachen ist für deren Existenz sie ja in feiner Weise verantwortlich ist, die empfehlen unseren Parteigenossen, sich den Abdrud aufzubewahren. nun einmal nicht zu rütteln. Dieser politischen Falschaber von den bürgerlichen Parteien unter dem Drucke ber spielerei gegenüber kann es nur rücksichtslosen Kampf Arbeiterbewegung beschlossen wurden, als unbefriedigende Kompromisse betrachten und für deren Aufhebung unter der geben.Boraussegung, daß sie durch regulierende Borschriften und Maß- Fürst Philipp Eulenburg ist, wie wir bereits gestern nahmen, die mehr mit dem Geiste internationaler Harmonie meldeten, als Untersuchungsgefangener in der Charité unterbeseelt sind, ersetzt werden, eintreten und dadurch die Arbeiter gebracht worden natürlich wie es sich für einen Mann bewegung dieses Landes vor den ernstlichen Gefahren, die ihr von seiner Stellung und seines an den Gestaden des Starnberger dem ungehinderten Import von Kulis drohen, schüßen; und ferner, daß die Partei ihre Propaganda des Sozialismus Sees bewiesenen feinen ästhetischen Empfindens gezieint, und des Trade Unionismus unter den verschiedenen asiatischen höchst nobel. Er residiert im sogen. Empfangsgebäude, das Arbeitern, die sich bereits in diesem Lande befinden, auszubreiten außer den Empfangsräumten für die eingelieferten Kranken und damit zukünftige Gefahren, die aus dieser Quelle tommen nur noch das Dienstzimmer des Direktors, die Bureaus und tönnten, abzuwehren suche." einige Zimmer der Pflegerinnen( Schwestern) enthält. Eine fürworten; Enfenburg und die Strafprozeßordnung. ,, Nicht wert, zu existieren." Um die Freisinnigen von jeder ernsten Wahlrechtsaktion abzuschrecken, überboten sich die Konservativen int Sommer vorigen Jahres täglich in Drohungen und Einschüchterungsversuchen. So schrieb u. a. damals eine tonjervative Korrespondenz: Es ist jüngst gefagt worden, die Wahlrechtsfrage müsse in Preußen die Fahne sein, um die der Liberalismus sich sammeln und die er verteidigen müsse... Zweifellos wird bes absichtigt, durch Wahlrechtsänderungen in Preußen die Kraft der befehl ihm, dem Amtsrichter, vorzuführen. Wachtmeister Hille, die Bande in die Mitte und mißhandelte ihn in der graufamften Parteien der Rechten zu brechen. Eine folche Absicht ist klar und Kaufmann Zein, der Ortsvorsteher und noch ein vierter starter Weise. Die Genossen, der Bürgermeister Vincent und Philip. muß bei einem Bundesgenossen berstimmen Mann" stellten sich nun am 14. Januar abends auf der Mühle ein. pot wollten ihn befreien, aber Philippot erhielt Dolch stiche in Blockpolitik ist eine zarte Blume, fie ward geboren am 25. Januar, Der Geselle schlief schon. Sein Arbeitgeber ließ ihn rufen und teilte Stopf und Rücken und Vincent wäre von einem gewissen Biallon geboren aus einem Zufallssieg, der so manchen verblüfft hatte. Diese ihm mit, daß er zum Verhör nach Calbe vorgeführt werden solle. er würgt worden, wenn ihn nicht seine Freunde im Augenblick Blockpolitik hatte bisher niemanden so recht befriedigt... Die Blodidee geht kläglich in die Brüche, einmal muß es doch so Mielsch war sofort bereit und bat nur, da er sich in Unterhosen und höchster Not gerettet hätten. Auch der sozialistische Steuerbeamte tommen, eine Wahlrechtsreform würde diesen Bruch aber be- Pantoffeln befand, seinen Anzug holen zu dürfen. Es wurde ihm Giraud bekam einige Messerstiche ab. Der Polizeikommissar, schleunigen. Ist der Bruch erst einmal vollzogen, jo liegt die gestattet und seine vier Verfolger begleiteten ihn nach der etwas der Ordnung stiften wollte, wurde für einen sozialistischen Redner weitere Entwickelung der Dinge flar vor Augen. Die konservativen abseits von der Mühle belegenen Wohnung. Zwei postierten sich angesehen und gleichfalls mißhandelt. Er mußte sich ins Freie Parteien werden dem alten Bundesgenossen, dem Zentrum in die draußen als Wache, während der Wachtmeister und der Kaufmann retten. Der herbeigerufenen Gendarmerie gelang es endlich, den Arme getrieben. Eine wirkliche Feindschaft zwischen ihnen bestand drinnen zusahen, wie der Müller Toilette machte. Das ging fehr Saal, in dem sich ein wilder Kampf beider Parteien entsponnen nie, dazu ist die Zentrumspartei im allgemeine eine zu konservative gemütlich vor sich, so daß es den draußen Wachestehenden in der hatte, zu räumen und Biallon zu verhaften. Auf der Straße aber und staatserhaltende Partei. Kälte ungemütlich wurde, weswegen sie auch ins Zimmer traten. dauerte die Prügelei noch lange fort. Am Abend wurde der Sozialist Das heißt also: wenn die Freisinnigen auf der preußischen In diesem Moment sagte der Müllergeselle ganz harmlos: So. Peugeon von den Anhängern Moulins mit Knütteln überWahlrechtsreform bestehen, dann werden sie aus dem Block Herr Wachtmeister, Gelb habe ich; nur noch ein fallen. Sein 18jähriger Sohn mußte zu seiner Verteidigung hinausgeschmissen und das Zentrum rüdt wieder ein. Chemisett vorbinden, dann kann die Reise Los- das Messer ziehen und verwundete einen der Gegner. Aber auch gehen!" Dabei trat er ins Rebenzimmer und niemand Beugeon Bater wurde bewußtlo sins ofpital getragen. sah ihn wiederl Das Gericht hat die Haft Viallons aufrechterhalten und die Berhaftung eines der antisozialistischen Messerstecher aus der Versammlung angeordnet. " Auf diese Unverschämtheiten erwiderte damals sofort die Berliner Voltszeitung":" Der Liberalismus, der sich durch solche Mäßchen und Drohungen davon abhalten ließe, einen energischen Vorstoß gegen das Dreiflaffenwahlrecht zu unternehmen, wäre nicht wert zu existieren." Als dies die nächtlichen Besucher merkten, daß der Vogel aus geflogen war, war er längst über alle Berge! Ob es Sternidel war? Wer will es mit Bestimmtheit behaupten! Aber es wird kaum daran zu zweifeln sein! Das Kriegsgericht verurteilte den Wachtmeister zu drei Wochen Arrest. Tu' Geld in deinen Beutel! Und was ist seitdem geschehen?- Der Freifinn hat zwar nicht mit Worten, aber mit der Zat, durch feine Wahlbündnisse mit den Konservativenauf die Wahlrechtsreform verzichtet. Um nicht das Zentrum wieder einrücken zu lassen, hat er felbst seine Wahlrechtsforderungen unter den Tisch fallen lassen. Und dann rühmt starb, ging folgender Schreibebrief zu: er sich, er habe die Macht des Kleritalismus gebrochen". Nach dem Urteil der freisinnigen Voltszeitung" ist er also nicht wert zu existieren. Spioniererei in Württemberg. Ein fgl. württembergisches Oberamt hat sich bemüßigt gefühlt, die Sozialdemokratie in besondere Obhut zu nehmen, natürlich gang im Geheimen. Es hat deshalb einen Erlaß an sämtliche Schultheißämter des Oberamts gerichtet, der, obgleich er in Fettdruck mit dem Vermerk„ Geheim" versehen ist, doch den Weg in die Presse gefunden hat. Er lautet: R. Oberamt England. Die Nachwahl in Dundee. Einem Arbeiter in Naumburg, dem die Frau vor einigen Tagen minister Churchill( liberal), Sir G. W. Barter( unionistisch oder Straße. London, 6. Mai. Die Wahl in Dundee, die durch die Berufung des liberalen Bertreters Edmund Robertsons ins Oberhaus erforderlich wurde, findet am 9. d. M. statt. Es fandidieren dort: Handelsfonservativ), G. H. Stuart( Arbeiterpartei), E. Scrymgeour( Prohibitionist oder Abstinenzler). Genosse Stuart ist Postbeamter und Mitteilung vom ev. Pfarramt der Morizkirche für Herrn wird von seinem Verbande, der 45 000 Mitglieder zählt, unterstützt. Durch Herrn Kanzler höre ich, daß Sie sich um die Be- Der Wahlkampf wird dort von der Aussperrung der Schiffbauer zahlung des Begräbnisses bisher nicht bekümmert beeinflußt; etwa 1000 Arbeiter sind von der Aussperrung in Mithaben. Ich teile Ihnen hierdurch mit, daß die Beerdigung nicht leidenschaft gezogen. eher stattfindet, als bis Sie die BegräbnisBei den Hauptwahlen im Jahre 1906 standen sich dort folgende tosten bezahlt haben. Kandidaten gegenüber, wobei zu bemerken ist, daß Dundee zwei Barlamentsabgeordnete wählt. E. Robertion( liberal), A. Wilfie ( Arbeiterpartei), Robson( liberal), Shadleton( fonservativ) und Duncan Smith( tonservativ). Gewählt wurde Robertson mit 9276 und Willie mit 6833 Stimmen. Die Berufung Robertsons nach dem Oberhause machte die Nachwahl erforderlich. An Stelle Robertsons tandidiert Winston Churchill. ( Ort und Datum. Siegel.) Horn, Pfarrer. An christlicher Nächstenliebe läßt das Schreiben nichts zu wünschen übrig. Und da flennen dann die Frommen, daß immer weitere Streife mit einemi derartigen Christentum nichts zu tun haben wollen! Geheim! Ueber die Tätigkeit der Sozialdemokratie in dortiger Gemeinde, insbesondere a) über die Verbreitung sozialdemokratischer Preßerzeugnisse, Vereine und Versammlungen, Soziales Elend. Jm Bericht der Kommission für Armen- und Krankenpflege des Zweigvereins des Vaterländischen Frauenvereins zu Straßburg b) Verhalten bei den Reichs- und Landtagswahlen sowie be- i. E. finden wir folgende Mitteilungen: sonders auch bei den Wahlen zum Gemeinderat und Bürgerausschuß, in der Gemeinde, über Rußland. Die Wahrheit über die Duma. Der Die Duma prüfte am Donnerstag das Budget der Eisenbahn" In letzter Zeit sind einige abnorm traurige Fälle an uns verwaltung. Der Referent erklärte, daß eine Reform des ganzen c) ob und inwiefern die Sozialdemokratie in dortiger Gemeinde ein Schneider, wie der Arzt uns mitteilt, aus Mangel an einer Kommission auf gesetzgeberischem Wege, die aus Reichsrats. c) ob und inwiefern die Sozialdemokratie in dortiger Gemeinde herangetreten: so u. a. eine Witwe mit 8 Kindern, deren Mann, Ressorts unbedingt notwendig sei. Er befürwortete die Bildung an Anhängern gelvinnt und auf welche Ursachen dies zurück zuführen; ferner über die den Bestrebungen der Sozialdemo- fräftiger Nahrung gestorben ist, eine andere Witwe und Dumaabgeordneten, Vertretern der Verwaltung und tomSozialdemo- fräftiger tratie entgegenwirkenden Einrichtungen und Veranstaltungen mit 4 Kindern, die selber nichts verdienen kann, da ihre rechte petenten Persönlichkeiten bestehen und den gegenwärtigen Stand Hand vollständig durch Operation verstümmelt der Staats- und Privateisenbahnwirtschaft prüfen solle. aa) Ortsbibliotheken, Beranstaltungen von Gemeindeabenden ist, und zuletzt eine Familie, Mutter und Tochter aus guter Gebülfe des Verkehrsministers gab zu, daß in der Eisenbahnwirtschaft und Leseabenden Erwachsener, Familie, deren Verstand durch Hunger gelitten hat. biele Mängel herrschten. Alle folgenden Redner unterstützten Bir fanden fie in einer Mansardenwohnung vor; ein Kinderbett als den Vorschlag des Referenten. Finanzminister Soto wao w sprach Schlafstelle, als einziges Möbel ein Stuhl und ein Spiritustocher sich gegen die Bildung einer Kommission auf gefeggeberischem bildeten die Ausstattungsgegenstände." Wege aus. Das nennt man in tonservativen Kreisen göttliche Weltordnung." bb) Vereine, insbesondere Striegervereine und patriotische Veranstaltungen, Jünglingsvereine usw., wolle sich das Schultheißenamt unter Std gabe dieses binnen Stückgabe 14 Tagen eingehend anher äußern. Zum Schluß Tommt der Knalleffekt der behördlichen Weisheit. Den geplagten Schultheißen wird nämlich außerdem noch zur Pflicht gemacht, genau zu berichten, ob- die Ortsbibliotheken auch getrennt von der Lehrmittelsammlung der Schule, geordnet in besonderen Kästen, verwahrt werden. Ein wunderschönes Schema zur Beantwortung dieser wichtigen Fragen ist gleich angefügt. Die Fürsorge des hohen tgl. Oberamts für die Sozialdemofratie wird im Landtag seitens unserer Fraktion die gebührende Anerkennung finden. Ein lothringischer Schulpalast. Dabei gebrauchte er die bezeichnende Wendung:" Gott sei Dank, noch haben wir kein Parlament." Die Rechte war natürlich begeistert, aber die Oftobristen und Kadetten, die sich und dem Volke immer vorligen, Nicht allein im ostelbischen Lande der Junker, auch im gesegneten daß Rußland in parlamentarische Bahnen einlenke und Lande der Klerikalen und der unklaren politischen Köpfe, in Lothringen, daß deshalb die Revolution überflüffig und schädlich geworden sei, herrschen reizende Schulzustände. In Kneuttingen im nördlichen waren von der Offenbarung ihres politischen Schwindels sehr unLothringen ist ein Schulstreit ausgebrochen. Die Eltern weigern angenehm berührt. Sie blieben auf der Einsetzung einer Prüfungssich, ihre Kinder in die Schule, bessern in das Schullokal, zu kommission nach dem Vorschlage des Referenten bestehen und schicken. Dieses liegt in einer meist von Italienern bewohnten die Duma hat Freitag den Antrag des Referenten angenommen Mietstaserne. Der Schulfaal selbst scheint der denkbar ungünstigste Das beleidigte preußische Offizierkorps. Raum zu sein, nicht einmal ein getrennter Abort für die Kinder Aber die russische Regierung duldet feine Opposition. Die offiziöse Russija" schreibt nämlich heute: Der Genosse Otto Passehl in Stettin hatte in einer von gegenüber den sonstigen Hausbewohnern ist vorhanden. Der Bezirkspräsident soll nun gegen die Eltern, die ihre Kinder von der Schule ihm herausgegebenen Wochenschrift den Brief eines Leutnants an Aurückhalten, Strafe verfügt haben. Die Eltern aber beantragen einen Kameraden veröffentlicht, in dem ersterer, der geschlechtsgerichtliche Entscheidung darüber, ob sie ihre Kinder in einen folchen trantim Lazarett lag, u. a. schilderte, wie er fich Schulstall schiden müssen. eine Siebzehnjährige durch Sett gefügig gemacht habe. An diesen Brief, der im Vorjahre durch die ganze Presse ging, ohne daß Anklage ohne daß Anllage erhoben wurde, waren einige fritische Glossen geknüpft, in denen der Briefschreiber als der Typ einer Gattung", als„ neupreußischer" Budapest, 9. Mai. Der Minister des Innern Andrassy hat dem Leutnant hingestellt war. Passeht, gegen den auf Antrag des Kriegs- Abgeordnetenhause eine Gesetzesvorlage betreffend Einschränkung der Auswanderung unterbreitet. Die Vorlage ministers ein Verfahren wegen Beleidigung eröffnet wurde, machte fennt das freie Necht der Auswanderung alt, bezweckt vor der Straffammer vergeblich geltend, daß die Notiz wörtlich jedoch die Verleitung zur Auswanderung zu verhindern und einer Berliner Montagszeitung entnommen sei und daß er sie bereits streng zu bestrafen, Demgemäß wird den Schiffsgesell früher im„ Voltsboten" abgedruckt habe, als er diesen verantwortlich schaffen, die den Auswanderertransport betreiben, berboten, im zeichnete. Der Staatsanwalt hielt die Absicht der Beleidigung Innern des Laudes Agenturen zu errichten, und durch Anpreisungen durch die Tendenz des Blattes( es handelt sich um eine literarische und Plakate zur Auswanderung zu verleiten. Die SchiffsgesellRevue!) für erwiesen und beantragte trotz der Unbescholtenheit des schaften dürfen Niederlaffungen nur in Budapest, in Fiume und an den Grenzstationen der Eisenbahnen errichten. Ausländischen Gesell Angeklagten se ch 3 Monate Gefängnis! Unter der Begründung, daß der Artikel geeignet set, das preußische Offizierkorps in den schaften kann Konzession nur erteilt werden, falls sie sich dem ungarischen Auswanderungsgesetz unterwerfen. Augen des Auslandes herabzusetzen und die Autorität im Heere zu untergraben, erkannte das Gericht auf die horrende Strafe von drei Monaten Gefängnis! Oefterreich- Ungarn. Gegen die Auswanderung. ers Im Streit um den Parlamentarismus handelt es sich scheinbac um Worte, doch besteht der Zweck des Streites in dem Streben, allmählich ein Staatsprinzip durch ein anderes zu ersetzen. Wenn Parlament nur Versammlung der Voltsvertreter bedeutet, so hat Nußland ebenso ein Barlament wie England. Wenn aber unter Barlament eine Versammlung der Bolksvertreter verstanden wird, die als unmittelbare Quelle der Gewalt erscheint, so kann man in Rußland von einem Parlament nicht sprechen. Das politische Spiel derer, welche alle Anstrengungen machen, in Rußland den Parlamentarismus einzuführen, läuft jetzt darauf hinaus, daß die Duma durch die Tatsache ihres Bestehens und ihrer Befestigung allmählich den Boden für die Beseitigung der Staatsgrundprinzipien vorbereitet. Wir sind der Ansicht, daß ein Barlament im Sinne der Verkörperung des Parlamentarismus in Rußland gleichbedeutend mit dem Untergange Nußlands als Staat wäre. Das ist aufrichtig und flingt wie die blutigste Verhöhnung der Kadetten, die sich einbilden, daß die Zeit anstatt die Aktion der Massen Rußland den Parlamentarismus schenken werde. Diese Juston zerstört die Regierung unerbittlich: Die Duma ist ein machtloser Schwazzklub, dessen einzige Funktion die Täuschung der französischen Gläubiger ist, aber sie ist keine" Quelle der Macht", Budapest, 9. Mai. Der Abgeordnete Lengyel wiederholt im sondern wird auseinandergejagt, wenn sie nicht pariert. Die russische Der Wahrheitsbeweis für die Echtheit des Briefes war dem Rap" seine Angriffe auf Polonyi, welche er mit neuen Daten Regierung selbst erklärt aber damit, daß die Aufgabe, die die NevoAngeklagten dadurch abgeschnitten, daß nur aus§ 185( formelle Be- ergänzt und erfärt, daß er nicht ruhen werde, bis er feine Belution zunächst zu lösen hat und allein lösen fanu, noch zu er füllen ist. leidigung) Anklage erhoben war. Das Urteil foll u. a. im Vorschuldigungen durch einen neuen Prozeß beweijen tönne. wärts" und im Voltsboten" veröffentlicht werden! Stecnickels Flucht. Der Prozeß Polonyi. frankreich. Sozialistenbetamping mit Taschenmessern und Dynamit. Paris, 3. Mai.( Eig. Ber.) Eine Militärdebatte. Rekrutenfontingent. Der Berichterstatter schlägt vor, von den ge Petersburg, 8. Mai. Die Duma berhandelte heute über das werden. forderten 469 000 Mann 12 500 zu streichen. Die seit dem legten Reichen Stoff at einer Tragikomödie bot eine Verhandlung Aus feinem Lande importiert die Lügenverbandspresse soviel Striege eingeführte Dienst ab türzung habe die Notwendigkeit oor dem Kriegsgericht der 7. Division in Magdeburg. Der fozialistische Moritaten wie aus Frankreich. Alle Verleumdungen ergeben, die Rekrutenaushebung alljährlich zu vergrößern. Gendarmeriewachtweister Hille aus Calbe a. M. hatte sich zu ber der französischen gelben Presse werden in Deutschland, wo die Rußland müsse auf alle Fälle sich eine große Armee erhalten, doch antworten, weil er einen Gefangenen, und zwar keinen Geringeren Widerlegung ja schwerer ist, noch mit Busäßen eigener Erfindung müsse die. Größe derselben den Mitteln angepaßt werden, über die als den vielgesuchten Raubmörder Sternidel, hatte fahr wiedergegeben. Wenn man den antisozialistischen Blättern Deutsch Rußland verfüge. Auch sollte die nicht russische Bevölkerung, die lässig entweichen lassen. Auf Sternicels Grgreifung war eine Be- lands glauben wollte, müßte man sich Frankreich unter einem sozial- bisher von der Wehrpflicht befreit war, zu derselben herangezogen lohnung von 1000 W. ausgefekt. Um diese 1000 W zu verdienen, revolutionären Schredenregime vorstellen, das Leben und Eigenhielt unter anderem der Bigarrenfabrikant Bein, der die Alt- tum der guten Bürger bedrohe. Dieses Bild mag einigermaßen durch sie den Ausschluß der Juden vom Heeresdienste verlangte. Die Rechte benügte die Gelegenheit zu einer Judenhezze, indem mart geschäftlich bereiste, eifrig Umschau nach Leuten, auf die der die Borgänge in der Bergarbeitergemeinde 2a Ricamarie bei Der Striegsminister Rödiger sprach gegen die Verminderung des hinter Sternickel erlassene Stedbrief paste. Am 13. Januar meinte Saint Etienne berichtigt werden, die wir hier, um jedem Ein- Kontingents, doch werde die Regierung die von der Kommission aner in Wernstadt bei Gardelegen in der Person des Müllergesellen wand vorzubeugen, ausschließlich nach den Mitteilungen des Re- geregten Fragen ernstlich in Erwägung ziehen. Mielsch, der bei dem Müller Förster in Arbeit stand, den Raub- gierungsblattes Petit Barisien" wiedergeben wollen. mörder entdeckt zu haben. Er verständigte den Gendarmeriewacht- In dem genannten Ort war die kommunale Verwaltung zuletzt meister Hille, der dann ebenfalls feststellte, daß eine ganze Reihe in den Händen von Mitgliedern der geeinigten sozialistischen Partei. Merkmale des Stedbriefes auf den Berdächtigen zutrafen. Anderen Für die heutige Wahl aber hatte die seinerzeit berdrängte Mehrheit Paris, 8. Mai. Eine offigiöse Rote erflärt betreffs der dem Tages begaben die beiden sich zu dem Gemeindevorsteher Baate, unter der Führung des ehemaligen Bürgermeisters Moulin eine General Lyautey zugewiesenen Aufgaben, der General werde wo sie den Müllergesellen beim Abladen von Mehl antrafen. Eine heftige Agitation entfaltet, die vor keinem Mittel zurückschredte. lediglich die Leitung der Polizeimaßnahmen in der Gegend, Frage nach Legitimationspapieren beantwortete Mielich aus Vor furzem wurden sogar gegen die von unseren Genoffen be- bon udfchada fowie im äußersten Süden von Oran in feiner weichend. Als ihm dann der Wachtmeister den Steckbrief und die suchten Cafés Philippot und Angelino Dynamityautey für die Aufrechterhaltung der Ordnung, die Sicher Hand vereinigen. In der Gegend von Udschda werde General Photographie Sternidels borhielt, meinte er:„ Na, so bumm sehe attentate gerichtet, die glücklicherweise keinen großen Schaden heit der Handelsmärkte und die Schaffung einer gemischten ich doch nicht aus; die tausend Mart möchte ich mir aber auch ver- anrichteten. Für Sonnabend aber bereiteten die Antisozialisten Bolizei gemäß dem zwischen Frankreich und Marokko gedienen!" Dabei beruhigten sich die beiden Mörderfucher zunächst. einen Hauptschlag vor. Unsere Genossen hatten eine Wählerversamm fchloffenen Abfommen Sorge tragen; auch in dem äußersten Seinem Arbeitgeber gegenüber beschwerte sich dann Mielsch bei lung einberufen und auch die Gegner eingeladen. Wie diese die Süden von Dran werde General Lyautey, sobald dort völlige feiner Rüdfchr, daß man ihn für Sternidel gehalten habe. ihnen vorgeschlagene freie Diskussion auffaßten, zeigte sich gleich Nube hergestellt sein werde, gleichfalls entsprechend dem Marokko. Die Mission Lyauteys. Der Wachtmeister Hille hatte sich inzwischen auf den Weg nach am Anfang, che noch der Gemeindefekretär Genosse Ledin die französisch- marokkanischen Abkommen, in derselben Weise wie an der Calbe a. M. gemacht, um dort bei dem Amtsrichter Bolbehr einen Versammlung eröffnet hatte. Unter Führung Moulins brach eine algerisch- marokkanischen Nordgrenze vorgehen. Es heißt, die franzö fische Regierung habe den Machsen eriucht, einen scherisischen Kom Haftbefehl auszuwirken. Der Amisrichter traute aber den An- Rotte, ein Tambour voran, in den Saal und schrie Ledin zu, daß er missar zu ernennen, der dem General Lyautey für alle, die Polizei gaben des Wachtmeisters nicht recht und stellte ihm keinen Haft- nicht sprechen dürfe. Seine Versuche, sich mit den Gegnern fried- an der algerisch- marokanischen Grenze betreffenden Fragen beigegeben befehl aus. Er beauftragte ihn nur, den Berdächtigen ohne Haftlich auseinanderzusehen, hatten keinen Erfolg. Vielmehr nahm ihn werden soll. Indien. Die Lage in Afghanistan. In England erregen Nachrichten Besorgnis, die auf VKerhand- nehmende Anarchie in Afghani st an schließen lassen. Ver- schiedene Gerüchte über Morde und Aufstände sind im Umlauf. Der Bruder des Emirs Nasrullah Khan soll die Stämme gegen die englandfreundliche Politik aufhetzen. Die Hoffnung der Engländer, daß die M o h m a n d s sich unterwerfen werden, ist jedenfalls nicht in Erfüllung gegangen. Die Stämme haben die englischen Bedingungen trutzig abgelehnt. General Willcox hat auch bereits den Befehl erhalten, sofort mit zwei Bri« gaben gegen die Mohmands vorzugehen. Der Krieg hat also aufs neue begonnen und die günstigen Meldungen der letzten Tage sind gründlich dementiert. Guatemala. Regierungsmache. Mexiko, 9. Mai. Aus Guatemala wird gemeldet, daß auf Befehl des Präsidenten Cabrera der Kommandant der Militär- akademie Oberst Solozano und ein gewisser Eczona, der zu den vermögendsten Leuten gehörte, hingerichtet wurden. Der Präsident scheint außerdem gewillt, um die Aufmerksamkeit von den Verhältnissen im Innern abzulenken, auswärtige Ver- Wickelungen herbeizuführen. Er hat eS unterlassen, einen Vertreter Guatemalas für das ständigeSchiedsgericht für Z e ntral- a m e r i k a zu ernennen. Falls Cabrera in seinem Widerstande gegen die Ernennung eines Delegierten beharrt, sind Z lo a n g S in a ß- regeln Mexikos und der Vereinigten Staaten wahrscheinlich.__________ GcwerhrchaftUcbee. Handwerk hat noch goldenen Bode«. Idyllische Zustände im Handwerkcrleben kann man selbst bor den Toren der schönen Kaiserstadt Berlin noch finden, wo der Hauch der modernen Kultur und des Fortschritts absolut spurlos vorübergegangen ist. Während sich in Berlin selbst die Meister samt ihren vortrefflichen Hintermännern ihr armseliges, verkümniertes Hirn zerbrechen, wie das ehedem so blühende Handwerk, das zusehends zwischen den Mühlsteinen des Großkapitals erbarmungslos zerrieben wird, wieder zu neuem Leben und zu neuer Herrlichkeit erstehen kann, leben die biederen Landmeister quietschvergnügt in den Tag hinein, lassen den lieben Herrgott einen guten Mann sein und scheren sich den Teufel um die Misere ihrer Weltstadtkollegen. So lange der Herr- gott noch Lehrlinge erschafft, die dem Krauter umsonst die Arbeit fertigstellen, nebenbei noch Aschenpudel und Stallknecht spielen und oft genug obendrein noch Lehrgeld zahlen und so lange es noch Eltern gibt, die sich damit abfinden, so lange hat es bei den Stützen des Mittelstandes, die zumeist auch wackere Patrioten, fleißige Kirchgänger und loyale Bürger sind, keine besondere Not. Bor uns liegt ein Brief aus Havelberg, der als Kulturdokument dienen kann und blitzhell die Zustände im ländlichen Handwerkcrleben beleuchtet. Um zugleich die Schulverhältnisse im Lande der Dichter und Denker zu kennzeichnen, geben wir das Schriftstück getreu im Wortlaut wieder: ...... und dann kommt die LehrlinghSFüchterrei bei Schulz darüber möchte ich noch etwas weiter erwähnen und wenn es möglich wäre, ihm das Handwerk legen. Die Meister sage alle, wenn sie ihn zur Anzeige bringen, dann sage er, das machen sie aus Rache, weil sie keme Lehrlinge haben. S. beschäftigt vier Lehrlinge und keinen Gesellen. Sein Sohn ist zwar zu Hause; aber der hat ein Möbelgeschäft und arbeitet nicht mit. Der Chef selber geht Tag über aus einer Kneippe zur Andern und die Lehr- linge müssen den Hof fegen, Garten graben, Pferde putzen(1), Möbel wegtragen und Fahren. Und wenn ihre Zeit um ist, fliegen sie aufs Pflaßter, dann bekommen sie keine Arbeit und müssen als Arbeiter gehen. Meißtens bezieht er sie aus Königsberg in der NeuMark auö der Anstalt.(Was mag daS für eine gemeinnützige Anstalt sein? D. R.) Wie ich bei ihm vorstellig wurde, meinte er. daS wird wohl nichts nützen. Dann meldet er den Aeltzten als Gesellen an. Aber der hat erst ihn August auSgelehrnt. DaS ist blos Augenverblentniß. Einer hat noch ein Jahr zu lernen und 2 haben Ostern angefangen. Wenn man dagegen was machen könnte, bitte ich um baldige Antwort." In seiner rührenden Schlichtheit wirkt dieses„Kultur- dokument" geradezu erschütternd und eS hieße die Wirkung desselben abschwächen, wollte man hier noch kritische Worte verlieren._ Berlin und Umgegend* Der Streik der Former und Giehereiarveiter bei der Firma Hugo Härtung ist von den Streikenden nach lOwochiger Dauer, wägend welcher Zeit nur ein Mann ans den Reihen der Streiken« den abgefallen war, aufgehoben worden. Bei diesem Streik, der den Hülssarbeitern von der Firma durch einen Abzug von 5 Pf. pro Stunde aufgezwungen wurde, und in dessen Verfolg alle anderen Beschäftigten, welche mit dem Streik nichts zu tun hatten, von der Firma ausgesperrt wurden, hat der Nachweis der Gelben und deren ganze Organisation beloiesen, daß es die Lebensaufgabe zener Organisation ist, die Unternehmer in ihrem Bestreben, die Arbeits- und Lohnbcdingungen ihrer Arbeiter zu verschlechtern, zu nnterstützen, und durch ihren angeblichen Arbeitsnachweis, welcher in Wirklichkeit nichts weiter als Streikbrechevvermittelungsdienft ist, unter der Vorspiegelung, daß ein Streik nicht bestehe, mit Ar- beitswilligon zu versorgen. Von Anfang an ließ es sich diese Auch- organisatwn, weil Hier in Berlin die nötige Zahl von qualifizierten Arbeitern nicht aufzutreiben war, angelegen sein, überall in Deutschland Umschau nach brauchbaren Formern zu halten. Daß aber auch die so gelieferten Arbeitswilligen mit den Verhältnissen nicht zufrieden waren, beweist der Umstand, daß während der zehn Wochen des Streiks 79 dieser nützlichen Elemente den Betrieb wieder verlassen haben. Aber auch in anderer Hinsicht mag Herr Härtung einmal einen Vergleich ziehen zwischen seinen früheren und jetzigen Arbeitern, wobei em Vorkommnis in voriger Woche interessant ist. Als der Arbeitswillige Former Dummer im Ver- laufe eines Streites mit einem Luftspieß seinen Mitarbeitswilligen, den Former Zeterberg, über den Haufen stechen wollte, zog dieser im Vollgefühl seiner Würde als nicht zu beleidigende Person seinen Revolver und drohte Dummer, ihn niederzuschießen. Dies- mal wird Herr Härtung nicht behaupten wollen, daß die Streiken- den die Unwahrheit verbreiteten, hat die Firma doch sofort den Revolverhelden entlassen. Wenn Herr Härtung aber glaubt, durch seine Beauftragten den Arbeitswilligen mitteilen zu lassen, daß niemand von den Streikenden wieder in den Betrieb hineinkäme. eS sei denn, daß dieselben schriftlich erklärten, den Gelben beizu- treten, so möge sich die Firma die Zeit nur nicht lang werden lassen. Die Streikenden verzichten lieber für alle Zeiten auf den Betrieb, als durch eine derartige Unterschrift sich selbst und ihre organisierten Kollegen zu beschimpfen. Möge die Firma einsehen lernen, daß es besser ist, in friedlicher Weise mit ihren Arbeitern sich zu einigen, als lvie denselben den Fehdehandschuh Hinzuwerfen und sich selbst zu schädigen. Deutscher Metallarbeiterverbano. OrtSvertvaltung Berlin. Vom Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission erhalten wir folgende Zuschrift zur Veröffentlichung:__ i v„Der Verband ber Gastwirtsgehülfen veröffentlicht in der Nr. 198 vom 9. Mai eine Notiz über eine Einigungsverhandlung betreffend den Gastwirt Voigt- Krampenburg, die nicht völlig de» Tatsachen entspricht. Der Sachverhalt ist folgender: Die Vereinigung der Inhaber von Sommerlokalitäten an mär- kischen Wasserstraßen trat an den Ausschuß der Berliner GeWerk- schaftskommission heran und ersuchte diesen um Vermittclung resp. Schlichtung des ausgebrochenen Streits zwischen dem Gastwirt Voigt und dem Verband der Gastwirtsgehülfen. Mit Zustimmung des Verbandes der Gastwirtsgehülfen wurde die Verhandlung auf Freitag 19� Uhr angesetzt. Nach Feststellung der Präsenzliste fragte der Vorsitzende des Ausschusses die Parteien, ob sie verhandeln wollten und ob sie— der üblichen Praxis entsprechend— für den Fall, daß eine Eini- gung nicht zustande käme, einen Schiedsspruch des Ausschuffes der Berliner Gewerkschaftskommission anerkennen wunden Darauf antworteten die Vertreter der Lokalinhaber mit„ja", der Vertreter der Gastwirtsgehülfen erklärte, daß sie einen Schieds- spruch nicht anerkennen würden. Er fügte dann noch hinzu, daß sie auch im Einigungswege sich nur einverstanden erklären würden, wenn ihre Forderung Anerkennung fände Nach dieser kategorischen Erklärung zog sich der Ausschuß zurück, um sich zu beraten, ob unter diesen Umständen ein nützliches und erfolgreiches Verhandeln möglich sei. Es wurde einstimmig beschloffen, die Vertreter der Gastwirts- gehülfen noch einmal zu fragen, ob sie auf ihrer abgegebenen Er- klärung beharren, und wenn dieses geschähe, nicht in die Vcrhand- lu?ig einzutreten. Da die Vertreter bc, ihrer Erklärung verblieben, und nicht etwa erklärten, keine endgültige Vollmacht zu haben oder vorbehaltlich der Zustimmung der Organisation sich damit cinver- standen zu erklären, so wurden die Verhandlungen als nutzlos ab- gebrochen. Der Ausschutz der Berliner Gcwcrkschafts- kom m i s s i on. Achtung, Gummiarbciter! In der Norddeutschen Gummi- und Guttaperchawarenfabrik(vorm. Fonrobert u. Neimann. Tempelhofer Ufer ist es am Sonnabend, den 9. d. M. wegen Lohndifferenzen der S ch l a u ch m a ch e r zur Arbeitseinstellung in der Abteilung Schlauchmacherei gekommeiu Der Betrieb ist strengstens von Schlauchmachern zu meiden. Fabrikarbeiter-Verband, Verwaltung Berlin. Achtung, Friscurgehnlfen! Differenzen sind beigelegt bei P eckel, Triftstr. 1. Für Verbaudsmitglieder gesperrt: Schupp, Marien- burgerstraße 6. Verband der Frisenrgehülfen. Paul Liere. Oeutkcbes Reich. Das Aussperrungsfieber- Die„Erzgebirgische Wirkergruppe des Verbandes der Arbeit- geber der Sächsischen Textilindustrie" beschloß gestern in einer zu Chemnitz abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung ein st immig, sämtliche organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen zu entlassen und nicht eher wieder einzustellen, bis die zahlreichen, in der Strumpfwirkerei bestehenden Streiks beendet sindl In Gornsdorf dauert der Streik bereits 29 Wochen, in Mciners- dorf 13, in Jahnsorf 6 Wochen und hat sich in den letzten Tagen auf eine ganze Reihe weiterer Orte ausgedehnt. Die Streikenden sollen bisher nicht die geringste Lust gezeigt haben, die Arbeit wieder auszunehmen._ Achtung, Former und Gießereiarbeiter! Die Arbeiter der Zentralwerkstatt III, Gießerei, in Dessau be« finden sich im Streik. Wir ersuchen, den Zuzug dorthin fernzuhakten. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlin. I» der Perlmutterknopffabrik„Bnttonia" zu Gardelegen be- finden sich seit dem 4. Mai sämtliche Knopfmacher im Ausstande. Der Leiter dieses Betriebes ist der von seiner Tätigkeit als Knopf- fabrikant in Berlin her in zweifelhaftem Andenken stehende Herr B e u t l e r. Weil ihm das Geschäft trotz der billigen Arbeitskräfte in der Mtmark immer noch nicht genügend lohnte, führte er für sämtliche Fertigmacher die Heimarbeit ein. Sein Plan geht sogar dahin, durch Lehrkräfte auf den umliegenden Dörfern von Garde- legen die Heimarbeit in noch größerem Umfange zu züchten. Eine Kontrolle über den Verdienst dieser Arbeiter ist dadurch natürlich sehr erschwert und eine Einwirkung auf dieselben noch mehr. Aus diese Umstände baut Herr Beutler gerade seinen Plan, und eS ver- schlägt ihm deswegen gar nichts, jede Lohnforderung seiner im Betriebe befindlichen Arbeiter zu bewilligen, weil er sie den Heim» arbeitern ja doch nicht zahlt. Dieser Praxis soll nun durch den Ausstand sämtlicher Bohrer ein gründliches Ende bereitci werden. Durch denselben ist denn auch sofort der ganze Betrieb lahmgelegt. Die bisherigen Praktiken des Herrn Veutler laffen erkennen, daß er sich jetzt bemüht, anderswo, namentlich in Berlin, Arbeiter für Rausreißerdienste zu finden. Sämtliche Knopsmacher werden des- halb dringend ersucht, solchen Werbungen solange kein Gehör zu schenken, bis Herr Bcutler nicht die Wiederbeschäftigung sämtlicher Arbeiter im Betriebe und die Einhaltung des vereinbarten Akkord- tarises garantiert hat. In der Möbelfabrik von F. A. Braun zu Sangerhausen dauert der Streik nun schon in die achte Woche. Die Firma stellt sich noch immer, als ob sie weder in bezug auf die Forderungen der Ausständigen, geregelte Berhältniffe im Betriebe durch Fest- legung der Lohn» und Akkordsätze herbeizuführen, die geringsten Zugeständnisse zu machen gewillt wäre, noch überhaupt auf die Wiederbeschäftigung derselben reflektierte. Dabei macht sie die krampfhaftesten Anstrengungen, von außerhalb Arbeitswillige heran- zuziehen. Mehrere Schübe solcher, von Berlin(!) kommend, sind ihr indes bis auf den letzten Mann wieder in die Wicken ge- gangen. Es wird auch weiter ersucht, den Zuzug von Tischlern, Polierern, Stuhl- und Gestellbauern sowie Maschinenarbeitcrn streng fernzuhalten. In der Möbelfabrik von P. Thiemecke zu Staßfurt sind seit 2. Mai sämtliche Tischler ausständig. Herr Th. hatte den bisherigen Vertrag zum 1. April gekündigt. Den Abschluß eines neuen ver- zögerte er absichtlich, indem er sich immer hinter der Kompetenz des Arbeitgeber-Schutzverbandes verschanzte, und als das nicht mehr glückte, verlangte er Bestimmungen aus dem neuen Vertrage ge- strichen, worauf die Arbeiter unbedingt beharren mußten. Vor Zu- zuz von Tischlern nach Statzfurt wird deswegen dringend gewarnt. Im Breslauer Baugewerbe ist der Kampf doch noch wenigstens hinausgeschoben worden. In einer Vorstandssitzung des Arbeit- geberbundes am Frcitvgabcnd erklärten die Vertreter der Zentral- vorstände der Maurer und Zimmerer, Silberschmidt und Ecke, daß sie für die Anerkennung des Schiedsspruches auch durch die Bres- lauer Zweigorganisationcn Garantie leisten. Darauf beschloß die Generalversammlung der Arbeitgeber, die für Montag in Aussicht genommene Aussperrung zu vertagen. Die Aussperrung in der Pforzheimer Etuisindustrie ist am 2. Mai perfekt geworden Nach genauen Aufstellungen sind 245 Ar- bester u>ü> 151 Arbeiterinnen in 17 Betrieben ausgesperrt worden. während 41 Arbeiter und 26 Arbeiterinnen stehengeblieben sind und drei Betriebe mit 83 beschäftigten Personen sich überhaupt nicht an der Aussperrung der Fabrikanten beteiligen. Der Versuch.des Vorsitzenden des Pforzheimer Gewerbegerichts, Einigungsverhand- lungcn hcrebizu führen, scheint an dein Starrsinn der Fabrikanten zu scheitern, denn die Arbeiter haben ihre Bereitwilligkeit daztl bereits im Anfang der Aussperrung ausgesprochen. Die Unter- nehm erpresse geht mit der Lüge hausieren, daß die Aussperrung nur wegen der Kündigung der Dietzschcn Arbeiter zrm Zweck: der Weitcrbeschäitigung gemaßrcgelter Vertrauens- männer erfolgt sei während doch in Wahrheit die zehnprozen- tige Lohnreduktion der Fabrikanten Leu Anlaß zu dem Kampf in Pforzheim gegeben hat. Der Arbeitgeberverband für das Bijouterie- gewerb e versendet auf Veranlassung der Etuisfabrikanten schwarze Listen, auf denen 557 Personen vermerkt werden, trotzdem nur 396 Zlusgespcrrte vorhanden sind. Gleichzeitig wird von J>en Etuisfabrikanten das Gerücht verbreitet, der Buchbinder- verband könne die Unterstützungen nicht auszahlen, da es ihm an Geld mangele. Und dabei betrug das Vermögen der Hauptkaff: dieses Verbandes bereits am Abschluß des 1. Ouartals d. I. rund 177 999 M., zu denen inzwischen noch etliche Tausende hinzuge- kommen sind, während in den Lokalkassen weitere 139 999 M. vor- Händen waren. Die wöchentliche Unterstützunyssumme beträgt aber nur etwa 5999 M. Man sieht, in welcher unverschämten Weise ge- schwindelt wird. Im Interesse der Ausgesperrten liegt es, daß die Parteipresse von der Pfo'-tbeimer Aussperrung mehr als bisher Notiz nimmt. Ausland. Wie die Arbeiter in Mexiko gestellt sind, darüber gibt eine Notiz in einem mexikanischen Blatt für die Interessen der Grund- besitze! Auskunft. Die Arbeiterfrage, so heißt es da, löse sich„von selbst". Der Tagclohn eines Farmarbeiters betrage etwa 1,69 M.» während in den Städten 2 bis 2,59 M. pro Tag gezahlt würden. „Der mexikanische Peon— so fährt das Blatt wörtlich fort — arbeitet gerade so viel, als der Durchschnittsarbeitcr in den Vereinigten Staaten. Er lernt rasch und unter intelligenter Aufsicht leistet er ein großes Stück Arbeit. Er ist körperlich kräftig und widerstandsfähig wie ein Fels. Seine Bedürfnisse sind ge- ringe. Der Ueberfluß an guten, kräftigen Peonarbeitcrn in allen Industrien ist eine der besten Seiten unserer Republik." Es gibt hier keine Gefahr von Streiks und Arbeiter- kämpfen, da die Gesetze von Mexiko streng sind und vollständig die Rechte und Interessen der Unternehmer schützen." Die„New Dorker-Volkszeitung" bemerkt dazu: „Ist es unter diesen Umständen ein Wunder, daß amcrika» nischcs Kapital in den letzten Jahren Mexiko geradezu über- schwemmt und daß in gewissen Betrieben die ganze Industrie sich bereits in amerikanischen Händen befindet? Freilich wird der idyllische Zustand nicht allzu lange mehr dauern. Der Kapitalismus erzeugt selbst die Opposition gegen sich. Nicht lange mehr, und die mexikanischen Arbeiter werden genau so lebhaft den Kamps gegen ihre Unterdrücker aufgenommen haben, wie in anderen Staaten. Schon sind Anzeichen deS beginnenden Erwachens zu finden." Letzte JVacbricbten und DcpeFcben* DaS Görlitzer Lauunglück. Zu der furchtbaren Baukatastrophe, über die wir an änderet Stelle im heutigen Blatte berichten, meldet uns ein Privattelc- gramm aus Görlitz: Unter den Trümmern des Neubaues der hiesigen Musikhalle. seines Saales von 59: 25 Metern), die heute zwischen M und %4 Uhr nachmittags einstürzte, wurden begraben: die Stukia» teure Arwr Fleischer, Louis E n g m a n n, deren LeidHen erst in zwei bis drei Tagen unter dem Schutt aufzufinden sein dürften. Der Stukkateur Ernst Zapf ist bereits tot aufgefun» den. Schwer verletzt sind: Walter Gärtner, Karl Mnche. Eduard Waldinger; leicht verletzt: Anton Gucnther, Max Kepler, Chr. May, Willi Waldinger, Albin H o f f m a n n. Max Voigt. Von Arbeitern ist Förster tot. zwei andere sind schwer verletzt, neun blieben unversehrt. Ueber die Ursache des Einsturzes meldet das Bureau Herold: Man glaubt, daß das Unglück auf fehlerhafte Konstruktion des Daches zurückzuführen ist, da schon einmal auf sechs Wochen der Bau des Daches behufs Umänderung inhibiert worden war... *«* Görlitz, 9. Mai.(SB. T. B.) Zum Einsturz der Musikfesihalle wird weiter gemeldet, daß der verantwortliche Leiter de? Baues, Architekt Ncumann, verhaftet wurde. Aus der Duma. Petersburg, 9. Mai.(W. T. B.) Die Debatte über daS Rekrutenkontingent, die in der heutigen Duma- sitzung fortgesetzt wurde, drehte sich in der Hauptsache um die Umgehung der Wehrpflicht durch die Juden. Redner der Rechten und des rechten Zentrumsflügels sprachen gegen die Zulassung der Juden zum Dienst in der russischen Armee, indem sie den Juden zersetzenden und schädlichen Einfluß unter den Soldaten nachsagten. Hiergegen protestierten der linke Zentrumsflügel. die Kadetten und Sozialdemokraten. welche die Umgehung der Wehrpflicht und den de- moralisierenden Einfluß der Juden in der Armee bestritten und die Gleichberechtigung derselben im Interesse der Hebung des Patriottsmus als notwendig bezeichneten. Darauf nah in die Duma das Rekruten- kontingent für 1993 und die Uebergangs- forme! der Landesverteidigungskominission unverändert an. Nach Schluß der Abstimmung sprach der Präsident Chomjakolv sein Bedauern aus über die inkorrekte Beurteilung, die er gestern den Worten des Finanzministers habe zu teil werden lassen.(Er hatte sie„verfehlt" genannt und der Duma untersagt, diese Worte in der weiteren Debatte zu berühren!) Er habe es aber, der Stimme seines Gewissens folgend, für seine Pflicht gehalten, einem drohenden Konflikt vorzubeugen, und er werde es niemals be- reuen._ Geborstene JnnungZsäule. Duisburg, 9. Mai.(B.$.) Der Stadtverordnete und Ober- meister der Fleischerinnung Marix wurde von der Strafkammer wegen Wechselfälschung zu 1 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Marix nahm die Strafe am Ueberschwemmung. Budapest, 9. Mai.'{SB. T. 53.) Bei Maros-Vasarhely ist der Fluß Maros infolge Schneeschmelze über die Ufer getreten. Die Gegend von Szasrezen ist überschwemmt; eine 59 Meter lange Brücke bei Saromberke wurde fortgeschwemmt In Maros- Szent-Anna sind mehrere Häuser eingestürzt. Zwei Personen wurden unt«.r den Trümmern begraben. Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstglt Mul Singer Si Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen, Nr. 109. 25. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Gründung Kampf, in dem es keine Rücksichten mehr gibt. Wir werden den Blak einnehmen, von dem aus das Bürgertum die Kluft zwischen ihm und der Sozialdemokratie wieder überbrücken kann.( Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Sonntag, 10. Mai 1908. Soziales. Der Achtuhr- Ladenschluß der bürgerlich- demokratischen Partei. In der Diskussion ergriff als erster Eduard Bernstein das ist kürzlich in Hamburg allgemein eingeführt. Jetzt haben auch die Der sozialliberale Verein zu Berlin( Demokratische Vereini- Wort. Er führte aus: Eine bürgerliche Demokratie, der es mit Fleischermeister von Glogau die Einführung des Achtuhrladen. gung) hatte Donnerstagabend nach den„ Arminhallen" eine Volts- der Sache ernst ist, kann den Kampf nur gegen rechts führen. Fleiſchermeister von Glogau die Einführung des Achtuhrladen. bersammlung einberufen, die formell die Gründung der neuen Darum find wir überzeugt, daß jeder ehrliche Demokrat in die schluffes für die Zeit vom 1. Juni ab beschlossen. Die Stadtver bürgerlich- demokratischen Partei vollziehen sollte. Die Versamm: Sozialdemokratie hineingehört.( Beifall und Widerspruch.) Wir ordnetenversammlung in Jauer hat sich für den allgemeinen lung war von über 1500 Personen besucht, so daß die Polizei den glauben nicht daran, daß heute noch eine Demokratie möglich ist. Achtuhrladenschluß ausgesprochen. Und Berlin? wurstelt weiter. Saal schon lange vor der festgesetzten Zeit absperren mußte. Die die nicht Sozialdemokratie ist. Allerdings stehen wir der Tatsache Programmrede der neuen Partei hielt Dr. Theodor Barth. Er gegenüber, daß ganze Schichten der Bevölkerung, die nach ihrer Ausländische Arbeiter und Unfallgefahr. ging davon aus, daß in Deutschland und Preußen die Selbstver- fozialen Stellung nicht zu den Herrschenden und Ausbeutenden ge- In der lezten Nummer des„ Tiefbau" veröffentlicht der Vor waltung nur Schein und das Parlament nur eine gesetzgeberische hören, den letzten entscheidenden Schritt zu uns doch nicht tun stand der Tiefbau- Berufsgenossenschaft einen Bericht des VerBegleiierscheinung sei. Die Berliner Kommunalverwaltung habe ja tönnen oder wollen. Deshalb haben es alle meine Parteigenossen trauensmannes für Oberschlesien, des Herrn Hermann Broste, nicht einmal das Recht, selbständig Denkmäler aufzustellen, obwohl oft bedauert, daß wir in Deutschland keine ehrliche demokratische Beuthen O.-S., welchen derselbe anläßlich eines tödlichen Unfalles ihr doch das Recht nöttäte, Denkmäler sogar entfernen zu dürfen. Partei haben. Die Frage ist nur, ob eine solche bürgerliche Partei erstattet hat. In dem Bericht heißt es, daß in Oberschlesien in den ( Heiterkeit.) Selbstverwaltung und Demokratie seien die größten noch möglich ist, und dieser Frage stehe ich skeptisch gegenüber. Tiefbaubetrieben durchweg ausländische Arbeiter Steiermärker, Erzieherinnen der Völker. Die besten Garantien der Demokratie Zustimmung und lebhafter Widerspruch.) Die Arbeiter erkennen Stupaten, Galizier usw. beschäftigt werden. Diese Ausländer seien seine Traditionen, und es wäre eine Schande für das heutige gern jede ehrliche Leistung auch des Gegners an, und nirgends kommen meistens in Truppe mit einem Kolonnen- oder Partieliberale Bürgertum, wenn jetzt ihm die Männer und Frauen werden sie für ehrliche bürgerliche Demokratie größeren Beifall und führer über die Grenze. Dieser Kolonnenführer ist meistens fehlten, die ihre Schuldigkeit fun, um Deutschland und Preußen Dankbarkeit finden, als gerade bei den Arbeitern. Soweit wir der Vertrauensmann der Arbeiter; immer aber der Dolmetscher zur Demokratie, zur Freiheit und zum Glück zu führen.( Stür- ciner bürgerlichen Partei überhaupt Sympathie entgegenbringen derselben. Er ist meistens der einzige, der Deutsch spricht. Ohne mischer Beifall.) Aber haben wir denn nicht eine bürgerliche Demo- können, gehört unsere volle Sympathie der bürgerlichen Demokratie diesen Kolonnenführer nehmen die Arbeiter keine Arbeit an. Dieser fratie? Haben wir nicht die freisinnige Frattions- unter der Gruppe Barth. hat auch immer die Legitimationspapiere in Verwahrung. Wenn gemeinschaft?( Schallendes Gelächter.) Das scheint uns Weiter sprachen in der Diskussion Herr v. Gerlach, der der ein Tiefbauunternehmer so eine Ausländerkolonne einstellt, so eben nicht hinzureichen, weil wir in dem Bülowschen Block nur die freisinnigen Fraktionsgemeinschaft ihr jüngstes Verhalten gegenüber muß er auch den Kolonnenführer als Schachtmeister oder Aufseher Wiederholung des alten Bismardsen Kartells den Ostmarkenzulagen und der Wahl Eickhoffs vorwarf anstellen, ganz gleich ob derselbe von den betreffenden Arbeiten erblicken. Genau wie der Kartellreichstag eine Flut reattio. und die neue demokratische Vereinigung aufforderte, mif allem eine Ahnung hat oder nicht. Herr Proste sagt dann, daß ernärer Geseze über Deutschland ergoß, genau so hat sich jetzt Radikalismus vorzugehen, bis bei der nächsten Reichstagswahl die fahrungsgemäß nicht nur die ausländischen Arbeiter, sondern auch der Blodfreifinn ander staatsbürgerlichen Gleich Blockherrlichkeit zusammenbreche, Bastor a. D. Kötschte, der die als Schachtmeister oder Aufseher angestellten Kolonnenführer, heit und der Koalitionsfreiheit bergriffen. Der Sie glorreichen bürgerlichen Revolutionen des Auslandes feierte von dem modernen Tiefbaubetrieb mit seinen vielfach sehr gefahrBlockfreifinn will sich langsam in die Macht hineindienen, und für das Koalitionsrecht der Landarbeiter und das Frauenwahl- vollen Maschinen und Werkzeugen keine Ahnung haben. Die will durch Unterwerfung Macht gewinnen. Das nennt man recht sprach, Arbeitersekretär Wolter, der den Beitritt vieler Folgen davon sind gewöhnlich schwere Unfälle, dann im Freifinn den Willen zur Macht! Der Freifinn glaubt, Hirsch- Dunderscher Arbeiter zur demokratischen Vereinigung in wie auch hier im vorliegenden Falle." Rududspolitik treiben zu können. Er will seine Eier in die Aussicht stellie und viele andere Redner, die durchweg Barth zuDer Vorstand der Tiefbau- Berufsgenossenschaft bringt nun den fonservativen Nefter legen, aber das preußische Junter- ftimmten. Auf eine Anfrage aus der Versammlung, wie Barth Unternehmern den§ 1 der Unfallverhütungsvorschriften erneut in tum brütet keine liberalen Gier aus. Jm Wahlkreise wünsche, daß seine Anhänger sich bei den Berliner and Erinerung, nach welchen die Arbeiten nur unter sachverständiger Ober- und Niederbarnim hat ein Dr. Schepp den Blockgedanken zu tagswahlen verhielten, erwiderte er im Schlußwort, daß für Leitung und Beaufsichtigung ausgeführt werden dürfen, und droht Ende gedacht und sich gegen die Wahlrechtsfreunde mit die Demokraten keinerlei Grund vorliege, die erneut mit eventuellen Ordnungsstrafen bezw. Regreßansprüchen. den konserbatiben berbündet, um ihnen zwei Mandate, freifinnige Fraktionsgemeinschaft irgend wie Dieses wird jedoch die Unternehmer nicht hindern die zwar ungeden Freisinnigen eins zu verschaffen. Die freifinnige 3entral- zu unterstüben. Besonders müsse in Niederbarnim, wenn übten aber billigen und arbeitswilligen" Ausländer weiter zu Leitung hat dieses Geschäft voll und ganz gebilligt. bort keine bürgerlich- demokratischen Kandidaten aufgestellt würden, beschäftigen und die geübten, aber nicht so billigen und nicht so ( Stürmische Pfui- Rufe.) Soweit ist der Freisinn schon mit seiner zum Kampf gegen die freisinnig- demokratische Kompromißliste schon unternehmerfrommen einheimischen Arbeiter auszusperren. Das Brinzipienlosigkeit gesunken. Und da sagt man uns, wir hätten im ersten Wahlgang für den Sozialdemokraten gestimmt werden. nennen die Herren Talmipatrioten national". um der Einigkeit der Partei willen in der Freisinnigen Vereinigung( Stürmischer Beifall.) Vorsitzender Breitscheid teilte mit, daß bleiben sollen. Einigkeit ein schönes Wort! Das ganze Armee- im Laufe der Versammlung 268 neue Mitglieder gewonnen worden torps ist zum Feinde übergelaufen, und da soll es ein Vergehen seien, so daß die Mitgliederzahl des Vereins jebt 600 übersteige. gegen die Disziplin sein, wenn einige Abteilungen der alten Fahne Alle Kraft solle darauf verwendet werden, den Wahlkreis Rigdorftreu bleiben.( Stürmischer Beifall.) So werden wir den Kampf Schöneberg dem Blodfreifinn zu entreißen und liberaldemokratische um die demokratische Staatsauffassung allein weiterführen, einen Kandidaten dort durchzubringen. Der Siegeszug der Maschine in der Eisenindustrie. In seinem neuesten Buch„ Die Eisenhütte" schildert der Nationalökonom Dr. O. Stillich den Werdegang der modernen Eisenindustrie. Er zeigt, wie das Großkapital hier eingegriffen Polizei bei pflichtmäßiger Aufmerksamkeit rechtzeitig Kenntnis von dem Stattfinden der Versammlung erhalten kann. Demgemäß wird bestimmt, daß es der im§ 5 des Reichsvereinsgesetzes vor. geschriebenen Anzeige für Versammlungen, die öffentlich bekannt gemacht worden sind, nicht bedarf, wenn die Bekanntmachung folgenden Erfordernissen genügt: 1. Bekanntmachung durch Zeitungen. a) Die Bekanntmachung durch Zeitungen muß in deutscher Sprache abgefaßt und in einer der Zeitungen erfolgt, sein, die hierzu für die Gemeinde, in deren Bezirk die Versammlung stattfinden soll, von dem Landrat, in den Hohenzollernschen Landen von dem Oberamtmann, in Stadtkreisen von der Ortspolizeibehörde, in Berlin von dem Polizeipräsidenten bestimmt sind. Für jede Gemeinde müssen wenigstens zwei Zeitungen bestimmt werden, unter denen sich wenigstens eine täglich( abgesehen von den durch Sonn- und Feiertage bedingten Unterbrechungen) erscheinende Zeitung befinden muß. b) Die Bekanntmachung muß die Ueberschrift tragen: Oeffentliche politische Versammlung. Es muß sich aus ihr Zeit und Ort der geplanten Versammlung sowie der Name, der Wohnort und die Wohnung des Veranstalters ergeben. c) Die Zeitungsnummer, in der die Bekanntmachung erfolgt ist, muß so zur Ausgabe gelangt sein, daß sie bei ordnungsmäßiger Bestellung mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung in den Händen der für die Entgegennahme der Anzeige zuständigen Behörde sein kann. Bei Zeitungen, die innerhalb des Polizeibezirks des Versammlungsorts erscheinen, wird diesem Erfordernis genügt, wenn die betreffende Zeitungsnummer mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Versamm lung zur Ausgabe gelangt ist. 2. Bekanntmachung durch Anschlag. Die Bekanntmachung kann durch Anschlag geschehen, wenn die Versammlung in einer Gemeinde veranstaltet wird, in der öffentliche Einrichtungen( Säulen, Anschlagstafeln) für den Anschlag von Ankündigungen mittels Platats bestehen. Die Betanntmachung muß in deutscher Sprache abgefaßt sein und den Erfordernissen zu 1b ge nügen. Der Anschlag muß an den im Gemeindebezirk, bei Gemeinden, die in Polizeirebiere eingeteilt find, an den im Polizeirevier des Versammlungslokals vorhandenen öffentlichen Anschlagssäulen oder-tafeln mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung erfolgt sein. II. Nach§ 12 Abs. 1 des Reichsvereinsgefehes sind die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen, abgesehen von den im§ 12 Absatz 2 und 3 bezeichneten Ausnahmen, in deutscher Sprache zu führen. Nach§ 12 Abs. 4 find weitere Ausnahmen mit Genehmigung der Landeszentralbehörde zulässig. Demgemäß wird bestimmt, daß für Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen in den Regierungsbezirken Königsberg und Gumbinnen der Mitgebrauch der Litauischen Sprache, in den Regierungsbezirken Königsberg, Gumbinnen und Allenstein der Mitgebrauch der masurischen Sprache, in den Regierungsbezirken Frankfurt a. O. und Liegnis der Mitgebrauch der wendischen Sprache, in dem Kreise Malmedy des Regierungsbezirks Aachen der Mitgebrauch der wallonischen und der französischen Sprache gestattet ist. Für die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen ist in denjenigen Amtsbezirken des Kreises Tondern im Regierungsbezirk Schleswig, in denen nach dem Ergebnis der jeweilig legten Volkszählung die Bevölkerung dänischer Muttersprache sechzig vom Hundert der Gesamtbevölkerung übersteigt, der Mitgebrauch der dänischen Sprache unter denselben Bedingungen gestattet, wie nach§ 12 Abs. 3 des Reichsvereinsgesetzes in den dort bezeichneten Landesteilen. Den Regierungspräsidenten und für Berlin dem Polizeipräsidenten in Berlin wird die Ermächtigung erteilt, in besonderen Fällen den Mitgebrauch einer nichtdeutschen Sprache in öffentlichen Versammlungen au gestatten. III. Jm Sinne des Reichsvereinsgefeßes ist unter der Bezeichnung Polizeibehörde" die Ortspolizeibehörde, unter der Bezeichnung Untere Verwaltungsbehörde" der Landrat, in den Hohenzollernschen Landen der Oberamtmann, in Stadtkreisen die Gemeindebehörde, unter der Bezeichnung Höhere Verwaltungsbehörde" der Regierungspräsident, im Landespolizeibezirk Berlin der Polizeipräsident von Berlin zu verstehen. Berlin, den 8. Mai 1908. Der Minister des Innern. bon Moltte. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Das Reichsvereinsgefetz and die preußischen Ausführungsbestimmungen. 1. Reichsvereinsgeseh. § 1. Alle Reichsangehörigen haben das Recht, zu Zwecken, die den Strafgesehen nicht zuwiderlaufen, Vereine zu bilden und sich zu ber sammeln. Dieses Recht unterliegt polizeilich nur den in diesem Gesez und anderen Reichsgesehen enthaltenen Beschränkungen. Die allgemeinen sicherheitspolizeilichen Bestimmungen des Landesrechts finden Anwendung, soweit es sich um die Verhütung unmittelbarer Gefahr für Leben und Gesundheit der Teilnehmer an einer Versammlung handelt. § 2. Ein Verein, dessen Zweck den Strafgeseßen zuwiderläuft, fann aufgelöst werden. Die Auflösungsverfügung kann im Wege des Verwaltungsstreitber. fahrens, und wo ein solches nicht besteht, im Wege des Rekurses nach Maßgabe der Vorschriften der§§ 20, 21 der Gewerbeordnung angefochten werden. Die endgültige Auflösung eines Vereins ist öffentlich bekanntzumachen. § 3. Jeder Verein, der eine Einwirkung auf politische Angelegenheiten bezweckt ( politischer Verein), muß einen Vorstand und eine Sabung haben. Der Vorstand ist verpflichtet, binnen einer Frist von zwei Wochen nach Gründung des Vereins die Sabung sowie das Verzeichnis der Mitglieder des Vorstandes der für den Sitz des Vereins zuständigen Polizeibehörde einzureichen. Ueber die erfolgte Einreichung ist eine kostenfreie Bescheinigung zu erteilen. Ebenso ist jede Alenderung der Sagung sowie jede Aenderung in der Zusammen. febung des Vorstandes binnen einer Frist von zwei Wochen nach dem Eintritte der Aenderung anzuzeigen. Die Sazung sowie die Aenderungen sind in deutscher Fassung einzu reichen. Ausnahmen von dieser Vorschrift können von der höheren Verwaltungsbehörde zugelassen werden. § 4. Personenmehrheiten, die vorübergehend zusammentreten, um im Auftrage bon Wahlberechtigten Vorbereitungen für bestimmte Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften zu treffen, gelten vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung der Wahlhandlung nicht als politische Vereine. § 5. Wer eine öffentliche Versammlung zur Erörterung politischer Angelegen heiten( politische Versammlung) veranstalten will, hat hiervon mindestens vierundzwanzig Stunden vor dem Beginne der Versammlung unter Angabe des Ortes und der Zeit bei der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Ueber die Anzeige ist von der Polizeibehörde sofort eine kostenfreie Bescheinigung zu erteilen. § 6. Einer Anzeige bedarf es nicht für Versammlungen, die öffent. lich bekannt gemacht worden sind; die Erfordernisse der Bekanntmachung be stimmt die Landeszentralbehörde. Giner Anzeige bedarf es ferner nicht für Versammlungen der Wahlberech tigten zum Betriebe der Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung der Wahlhandlung. Das gleiche gilt für Versammlungen der Gewerbetreibenden, gewerblichen Ge. hülfen, Gesellen, Fabritarbeiter, Besizer und Arbeiter von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben zur Erörterung von Verabredungen und Bereinigungen zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittelst Eins stellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter. § 7. Oeffentliche Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge auf öffentlichen Straßen oder freien Plägen bedürfen der Genehmi. gung der Polizeibehörde. Die Genehmigung ist von dem Veranstalter mindestens vierundzwanzig Stunden vor dem Beginne der Versammlung oder des Aufzugs unter Angabe des Ortes und der Zeit nachzusuchen. Sie ist schriftlich zu erteilen und darf nur bersagt werden, wenn aus der Abhaltung der Versammlung oder der Veranstaltung des Aufzugs Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist. Im Falle der Verweigerung ist dem Veranstalter sofort ein kostenfreier Bescheid mit der Angabe der Gründe zu erteilen. § 8. Eine Versammlung, die in einem geschlossenen Raume veranstaltet wird, ist nicht schon deshalb als Versammlung unter freiem Himmel anzusehen, weil außer. halb des Versammlungsraumes befindliche Personen an der Erörte rung teilnehmen, oder weil die Versammlung in einen mit dem Versammlungsraum zusammenhängenden umfriedeten Hof oder Garten verlegt wird. 5at, wie der ursprünglich klcingewerbliche Betrieb überwunden wurde von der großkapitalistischen Erzeugungsweise der heutigen Riesenwerke. Ganz besonders wirksam hat auch hier wieder die Maschinen- tcchnik eingegriffen. Der Kapitalist zog in seine Werksäle eine ungeheure Anzahl möglichst billiger Arbeitskräfte, die er rück» sichtslos ausbeutete. Mit jedem technischen Fortschritt aber wurde die Handarbeit ausgeschaltet, die immer komplizierter werdenden Arbeitsmaschinen machten eine immer größere Zahl von Arbeitern überflüssig, an Stelle der menschlichen Handarbeit trat die Arbeit der Maschine, die nur durch ein Paar automatische Handgriffe bedient zu werden brauchte. In der ersten Periode der großindustriellen EntWickelung, als der automatische Betrieb in der Eisenindustrie noch wenig ausge- bildet war, hatte eine große Zahl von Arbeitern den Transport der Materialien auszuführen. In eine zweite Periode tritt nun die EntWickelung mit der nahezu gänzlichen Durchführung der Automatisierung des Betriebes, mit der Vervollkommnung der Arbeits- und Werkzeugmaschinen, mit der Einführung von Kranen zum Transport von Lasten. Nunmehr werden die Arbeiten, für die früher ein Heer von Arbeitern nötig war, von mechanischen Vor- richtungen übernommen. Quälten sich früher mit dem Transport der Erze, des Koks und des Kalksteins vom Waggon zur Hochofen- gicht ungezählte Arbeiter ab, so entladen sich heute auf den neuesten Werken die Waggons automatisch in Riesenfüllrümpfe. Von da rutscht das Material in die Gichtwagen, die elektrisch ange- trieben auf schrägen Gichtaufzügen zur Gichtbühne emporsausen und ihren Inhalt automatisch auf die Gichtbrücke schütten. Diese befördert das Material auf ein gegebenes Zeichen in das Innere eines Hochofens. Zwei Maschini st en und ein Mann auf. der Gichtbühne, der aufpaßt, daß alles ordnungsmäßig ver- läuft, besorgen heute den ganzen Rohmaterialien- transport für zwei große Hochöfen. Dafür sind desto mehr Maschinerien und Apparate notwendig. Fast ebenso automatisch geht auch der Betrieb in den Stahl- werken und Walzwerken vor sich. Besonders augenfällig ist der Unterschied, wenn wir ein Walzwerk modernsten Stiles betreten und vergleichen mit den bisherigen älteren Betriebsformcn. Das neue Walzwerk empfängt die warmen Blöcke aus dem Bessemer- werk, nach Ausgleich der Wärme in Gruben oder Rollöfen auf Rollgängen. In dem alten Werke wurde der Transport durch Arbeiter besorgt; die Hebeleute sind heute ersetzt durch die Roll- gänge, die den Block bis vor den Einstich fahren. Gewöhnlich steht heute ein Mann an jeder Seite der Blockstraße, das alte System aber brauchte ihrer drei. Diese hatten den glühenden Block mit Hebel und Zangen emporzuheben. Heute verrichten diese Arbeit Hcbczeuge, das Herumwerfen deS Blocks geschieht durch den mechanischen Klappstuhl. Auch die Streckenleute, die das Eisen u richten hatten, sind verschwunden, ihre Tätigkeit ist ersetzt urch Mechanische Richtbänke. Die Abschlepper, die einst das Eisen mit Haken faßten, um es zur Adjustage zu schleppen, sind in dem neuen Walzwerk ersetzt durch mechanische Vorrichtungen, die auf Rollgängen das WalzproLukt weiter transportieren. Die Fabri- kate werden schließlich mechanisch verladen, ein Paternosterwerk hebt sie direkt in den Eisenbahnwagen. Mechanische Vorrichtungen werden den Arbeiter in Zukunft auch dort ersetzen, wo er bisher direkt vor dem Feuer hantiert hat. Menzel hat in seinem Bilde— das Walzwerk— eine solche Szene dargestellt. Die Arbeiter stehen am Ofen, der eine unerträgliche Glut ausstrahlt. Mit schweren Zangen schieben sie das Eisen- Material hinein. In einer solchen Tätigkeit halten es die Ar- bciter nicht viele Jahre aus, sie gehen zu einer anderen Arbeit über oder sterben eher, nach lv Jahren find sie verbraucht. Die maschinellen Einrichtungen, die für diese Funktionen konstruiert worden find, ersetzen nicht nur den Arbeiter, sondern machen den Arbeitsvorgang noch rationeller: an Ladezeit werden zwei Stunden gespart, die Charge ist zudem eine größere. Die automatische Be- schickung erfolgt durch einen in der Regel elektrisch angetriebenen Ladekran, der Schrot und das Roheisen werden auf einer Chargier- mulde durch einen Motor in den glühenden Ofen hineingeschoben und entleert. Aus der Maschine steht ein einziger Mann, der nur die Hebel zu dirigieren hat, während alles übrige die Lade- Maschine rein automatisch besorgt. Wenn man ein derartig industrielles Riesenwerk betritt, er» scheint' dem Beschauer das Getriebe von Maschinen, Fahrzeugen, Kränen und sonstigen Hebezeugen als eine gewaltige, ungeheure Wirtschaftseinheit für sich. Gerade hier zeigt sich der Kapitalismus in seiner Reifekultur, durch die Maschine wird die Produktivität der Arbeit ungeheuer gesteigert und die menschliche Arbeitstraft verdrängt. Nur einige wenige Hände find noch nötig, durch auto- matische Arbeitsleistungen die Maschine zu bedienen. Das sind die Segnungen, die uns die kapitalistische Kultur gebracht hat, Hus der Frauenbewegung. BereinSauflSsuug. Der Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen in Rixdorf beschloß in einer außerordentlichen General- Versammlung, den Verein aufzulösen. Der Beschluß wurde gefaßt, weil durch das am 15. Mai in Kraft tretende neue Vereinsrecht den Frauen die Möglichkeit gegeben ist, sich den bestehenden politi- schen Organisationen der Männer anzuschließen. Am 3. Juni findet noch eine Versammlung statt, in der die noch zu erledigenden ge- schästlichen Angelegenheiten geordnet werden. Das Veveinsver- mögen soll zu agitatorischen Zwecken verwendet werden. Kanzelagitatio» gegen daS Frauenwahlrecht. Aus Reutlingen wird unserem Stuttgarter Parteiorgan ge- schrieben: Ein erbitterter Gegner der Sozialdemokratie ist der Herr Pfarrer Jehle in Wannweil. Seine Tätigkeit bei der letzten Land- tagswahl steht noch in aller Erinnerung. sNach dem Ausfall der Laudtagswahl munterte er u. a. die Bauern auf, nun auch ihre Milch« preise zu erhöhen.) Wir sind gewiß die letzten, die dem Herrn Pfarrer bezüglich der Betätigung seiner politischen Ueberzeugung Vorschriften machen wollen, aber eS gebt doch entschieden zu weit, wenn er— wie es in letzter Zeit öfter vorgekommen— die Kanzel dazu benützt, gegen die Sozialdemokratie zu Felde zu ziehen. Ende März legte er seiner Predigt das Bibelwort von der hohen Obrig- keit zugrunde, wobei er auch auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu sprechen kam und weiter bemerkte, gegenwärtig gehe eine Bewegung durch das Volk, derzufolge die Frau die gleichen Rechte verlange wie die Männer, ja noch mehr; man könne das Haupt nicht unter die Füße legen usw. Um diese Gärung zu fördern, „durchziehen eine... Klara Zetkin und Rosa Luxemburg da? Land und halten Vorträge'; er schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, daß sich seine lieben Mitbürger von diesen Bestrebungen fernhalten möchten. Herr Pfarrer Fehle hat uns bis dato mit seiner Bekämpfung nur genützt; haben wir doch ihm m erster Linie die Entstehung eines sozialdemokratischen Vereins in Wannweil zu verdanken. Es gab seither auch dort Anhänger der Sozialdemokratie, welche die Kirche besuchten; wir glauben aber, daß sie künftig ihre Schritte nicht mehr zum Gotteshaus lenken werden. Selbst Nichtsozial- denrokraten sollen sich durch die Art und Weise, wie der Herr Pfarrer uns bekämpft, unaugenehm berührt fühlen. Wir werden dem Herrn Pfarrer demnächst einmal Gelegenheit geben, seinen Standpunkt gegenüber der Sozialdemokratie von einer Stelle aus zu vertreten, von der aus ihm auch entgegnet werden kann, und wir hoffen, daß er dann unserer Einladung Folge leistet. Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Montag, den 11. Mai, abends 8� Uhr, im Neuen Klub- haus, Kommandantenstraße 72, Vortrag:„Zur Geschichte der Frau', Referentin Wally Zepler. Vermlfchtee. 17 Bauarbeiter unter dcu Trümmern begrabe». Ein schreckliches Bauung'lück ereignete sich, wie uns aus Görlitz i. Schl. telegraphiert wird, dort gestern nachmittag 3'/� Uhr. Vom Neubau der Stadthalle, die bald fertiggestellt war, brach das Dach zusammen und riß den übrigen Teil mit in die Tiefe, 17 Bauarbeiter unter den Trümmern begrabend. Die anderen Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. DK- Ursache des Einsturzes dürfte in der fehlerhaften Dachkonstruklio.-. zu suchen sein. Eine weitere Meldung besagt: G ö r l i tz. S. Mai. Bei der ini Bau befindlichen Musikfesthalle, die nach dem Entwurf des ProfefforS Schring-Charlottenburg errichtet wird, ist heute nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr das ganze Dach eingestürzt. Unter den Trümmern sollen 25 Stukkateure begraben sein. Die herbeigerufene Feuerwehr hatte bis 4'/* Uhr zwei Tote und fünf Schwerverwundete geborgen. Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt. De« Tod ans den Schiene« suchte, wie auS Stendal berichtet wird, die am Mönchskirchhos in Stendal wohnhafte Arbeiterfrau Krähe. Unweit der Chausseekreuzung legte sich die Lebensmüde, die in den vierziger Jahren stand, auf die Schienen und ließ fich über- fahren.•\ Im Mühlwerk zermalmt. Der Sohn der Witwe Erb, der Be- sitzerin der Kuhtmühle in Schweinrich in der Ostprignitz wurde von seinen Angehörigen vermißt. Nach langem Suchen fand man seine Leiche im Mühlkasten. Bei einer Untersuchung deS WafferradeS wurde er von dem Räderwerk erfaßt und zermalmt. 8 9. Der Landeszentralbehördc bleibt es überlassen, zu bestimmen, daß und unter welchen Voraussetzungen für Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge die Genehmigung durch Anzeige oder öffentliche Bekannt» m a ch u n g ersetzt wird. Gewöhnliche Leichenbegängnisse sowie Züge der Hochzcitsgescll- s ch a f t e n, wo sie hergebracht sind, dedürfen der Anzeige oder Genehmigung nicht. Ter Landeszentralbehörde bleibt es überlassen, zu bestimmen, daß auch andere Auf- züge der Anzeige und Genehmigung nicht bedürfen, und daß Aufzüge, die durch mehrere Ortschaften führen, nur einer Polizeibehörde angezeigt und von ihr ge- nehmigt zu werden brauchen. s 10. Jede öffentliche politische Versammlung muß einen Leiter haben. Ter Veranstalter ist berechtigt, die Leitung selbst zu übernehmen, sie einem anderen zu übertragen oder die Wahl des Leiters durch die Versammlung zu veranlagen. Der Leiter oder, solange dieiec nicht bestellt ist, der Veranstalter hat für Ruhe und Ordnung in der Versammlung zu sorgen. Er ist befugt, die Versammlung für aus» gelöst zu erklären.. �. § 11. Niemand darf in einer öffentlichen Versammlung oder einem Aufzuge, der auf öffentlichen Straßen oder Plätzen stattfinden soll, bewaffnet erscheinen, es sei denn, daß er vermöge öffentlichen Berufes zum Waffentragen berechtigt oder zuni Erscheinen mit Waffen behördlich ermächtigt ist. 8 12. Die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen sind in deutscher Sprache zu führen.. Diese Vorschrift findet aus rnternationale Kongresse sowie auf Ver- sammln ngen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen für den Reichs- tag und für- die gesetzgebenden Versammlungen der Bundesstaaten und Elsaß- Lothringens vom Tage der amtlichen Bekanntmachung deS Wahltages bis zur Be, endlgung der Wahlhandlung kcineAnwendung. Die Zulässigkeit weiterer Ausnahmen regelt die Landcsgesetzgebung. Jedoch ist in Landesteilen, in denen zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes alt- eingesessene Bevölkerungsteile nichtdeutscher Sprache vorhanden sind, sofern diese Bebölkerungsteile nach dem Ergebnisse der jeweilig letzten Volkszahlung sechzig vom Hundert der Gesamtbevölkerung übersteigen, während der ersten zwanzigJahrc nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes der M i t g e b r a u ch d e r n i ch t d e u t s ch e n Sprache gestattet, wenn der Veranstalter der öffentlichen Ver- sammluna mindestens dreimal vierundzwanzig Stunden vor ihrem Beginne der Polizeibehörde die Anzeige erstattet hat. daß und in welcher nichtdcutschcn Sprache die Verhandlungen geführt werden sollen. Ueber die Anzeige ist von der Polizei- Behörde sofort eine kostenfreie Bescheinigung zu erteilen. Als Landesteile gelten die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden. Ferner sind, soweit die Landcsgesetzgebung abweichendes nicht bestimmt, Ausnahmen auch mit Genehmigung der Landeszentralbehörde zulässig. 8 13. Beauftragte, welche die Polizeibehörde in eine öffentliche Ver- samnilung ftzZ 5, 0. 7, 8, 6, 12) entsendet, haben sich unter Kundgebung ihrer Eigen- schaft dem Leiter oder, kolange dieser nicht bestellt ist, dem Veranstalter der Ver- sammlung zu erkennen zu geben. Den Beauftragten muß ein angemessener Platz eingeräumt werden. Die Polizeibehörde darf nicht mehr als zwei Beauftragte entsenden. 8 14. Die Beauftragten der Polizeibehörde sind befugt, unter Angabe des Grundes die Versammlung für aufgelöst zu erllären, 1. wenn in den Fällen des§ 12 Abs. 3 die Bescheinigung über die ordnungs, mäßige Anzeige nicht vorgelegt werden kann; 2. wenn die Genehmigung nicht erteilt ist(ß 7); 3. wenn die Zulassung der Beauftragten der Polizeibehörde(§ 12 Abs. 1) verweigert wird;. �„ 4. wenn Bewaffnete, die unbefugt in der Vorsammlung anwesend sind, nicht entfernt werden(§ Ii); 5. wenn in der Versammlung Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine Au ss orderung oder Anreizung zu Verbrechen oder nicht nur auf Antrag zu vcrsolgcnden Vergehen enthalten; 8. wenn Rednern, die sich verbotswidrig einer nichtdeutschen Sprache bedienen(tz 12), auf Aufforderung des Beauftragten der Polizeibehörde von dem Leiter oder Veranstalter der Versammlung das Wort nicht entzogen wird- Ist eine Versammlung für aufgelöst erklärt worden, so hat die Polizeibehörde dem Leiter der Versammlung die mit Tatsachen zu belegenden Gründe der Auf- lösung schriftlich mitzuteilen, falls er dies binnen drei Tagen beantragt. 8 15. Auf die Anfechtung der Auflösung einer Versammlung finden die Vor, Lchriften des§ 2 Abs. 2 Anwendung. 8 16. Sobald eine Versammlung für aufgelöst erklärt ist, sind alle Anwesenden verpflichtet, sich sofort zu entfernen. 8 17. Personen, welche das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen nicht Mitglieder von politischen Vereinen sein und iff den Versammlungen solcher Vereine, sofern es sich nicht um Veranstaltungen zu geselligen Zwecken handelt, noch in öffentlichen politischen VersaKAtkungeg anwesend sein. � �. 8 18. Mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzrg Mark, an deren Stelle im Uiwermögensfalle Haft tritt, wird bestraft: 1. wer als Vorstand oder als Mitglied des Vorstandes eines Vereins den Vor- schriftcn über die Einrcichung von S a tz u n g e n und Verzeichnissen(§ 3 Abs. 2 bis 4) zuwiderhandelt; 2, wer eine Versammlung ohne die durch 88 ö, 6, 7, 8, 9 diese? Gesetze? vor- geschriebene Anzeige oder Bekanntmachung veranstaltet oder leitet; 3. wer als Veranstalter oder Leiter einer Versammlung den Beauftragten der Polizeibehörde die Einräumung eines angemessenen Platzes, verweigert(8 13 Abs. 2);. 4. wer sich nach Erklärung der Auflösung einer Versammlung nicht so, fort entfernt(8 16);. � � 5. wer als Vorstand oder Mitglied des Vorstandes eines Vereins entgegen den Vorschriften des 8 17 dieses Gesetzes Personen, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in dem Vereine duldet; S. wer entgegen den Vorschriften des§ 17 dieses Gesetzes in einer Versammlung anwesend ist. 8 19. Mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark, an deren Stelle im Unber« mögensfalle Haft tritt, oder mit Haft wird bestraft: 1. wer eine Versammlung unter freiem Himmel oder einen Aufzug ohne die vorgeschriebene Anzeige oder Genehmigung(88 7, 9) veranstaltet oder leitet; 2. wer unbefugt in einer Versammlung oder in einem Aufzuge bewaffnet er, scheint(8 11); 3. wer entgegen den Vorschriften des 8 12 dieses Gesetzes eine öffentliche Versammlung veranstaltet, leitet oder in ihr als Redner austritt. 8 20. Die Vorschriften dieses Gesetzes finden keine Anwendung auf die durch daS Gesetz oder die zuständigen Behörden angeordneten Versammlungen. 8 21. Welche Behörden unter der Bezeichnung„Polizeibehörde',„untere Ver. waltungsbehörde' und„höhere Verwaltungsbehörde' zu verstehen sind, bestimmt die Landeszentralbehördc. 8 22. An die Stelle deS 8 72 des Bürgerlichen Gesetzbuchs tritt folgende Vorschrift: Der Vorstand hat dem Amtsgericht auf dessen Verlangen zederzert eme von ihm vollzogene Bescheinigung über die Zahl der Vereinsmitglieder einzureichen. 8 23. Aufgehoben werden_„. der§ 17 Abs. 2 des Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag vom 31. Ma, 1869 iBundes-Gesetzbl. S. 145, Reichs-Gesetzbl. 1873 S. 163). der§ 2 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Strafgesctzbuche für das Deutsche Reich vom 31. Mai 1879 tBundes-Gesetzbl. S. 195, Reichs-Gesetzbl. 1871 S. 127), so- weit er sich auf die besonderen Vorschriften des Landesstrafrechts über Miß, brauch des Vereins- und Versammlungsrechts bezieht, der 8 6 Abs. 2 Nr. 2 des EinführungSgesetzeS zur Strafprozeßordnung vom 1. Fe. bruar 1877(Reichs-Gesetzbl. S. 346). Die sonstigen reichsgesctzlichen Vorschriften über Vereine und Versammlungen bleiben in Kraft. 8 24. Unberührt bleiben die Vorschriften des LandcSrechtS über k i r.ch l i ch c und religiöse Vereine»nd Versammlungen, über tirchliche Prozessionen. Wallfahrten and Vitt, gänge, sowie über geistliche Orden und Kongregationen, die Vorschriften des Landesrechts in bezug auf Vereine und Versammlungen für die Zeiten der Kriegsgefahr, des Krieges, des erklärten Kriegs-(Bc, lagcrungs-) ZustandeS oder innerer Unruhen(Aufruhrs), die Vorschriften deS LandeSrcchtS in bezug auf Verabredungen ländlicher Ar. b e r t c r und Dien ft boten zur Einstellung oder Verhinderung der Arbeit, die Vorschriften des Landesrecht? zum Schutze der Feier der Sonn» und'Feft» tage; jedoch sind für Sonntage, die nickt zugleich Festtage sind, Vc» schränrungen des Versamiglungsrechts nur bis zur Beendigung deS vor» mittägigen Hauptgottcsdienstcö zulässig. 8 25. Dieses Gesetz tritt am 15. Mai 1908 in Kraft. Ä. Verordnung zur Ausfuhrung der tztz« Llbs. 1, 1» Abf. 4 und 21 ded Rcichsvereinögescücs vom 19. Slvril 1998. (R.-G.-Bl. S. 151). l. Das Reichsvereinsgesetz schreibt im 8 5 für die Veranstaltung öffentlicher Ver- sammlungen zur Erörterung politischer Angelegenheiten eine Anzeige bei der Polizei» bchörde vor, die mündlich oder in jeder schriftlichen Form(Brief, Postkarte, Tele» gramm) erfolgen kann. An Stelle dieser Anzeige läßt es nach§ 6 Abs. 1 auch diy öffentliche Bekanntmachung zu, deren Erfordernisse die Landeszentral- behörde zu bestimmen hat. Diese Bekanntmachung muß so gestaltet werden, daß die CONRAG Unsere Leistungsfähigkeit= in Original- Goodyear- Welt Damen- und Herren- Stiefel dem feinsten Erzeugnis auf dem Gebiete der modernen Schuhwaren- Fabrikation Einheitspreislage für Damen- und Herren- Stiefel ist enorm! 12500 Modernste Formen! Beliebteste Lederarten! Conrad Tack& Cie. Burg = b. Magdb. Aelteste und bedeutendste Schuhwaren- Fabrik Deutschlands, welche ausschließlich eigene Geschäfte unterhält. Ueber 100 eigene, in 89 Städten des Deutschen Reiches befindliche Geschäfte. 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Durchschläge Deckelhalter Ein grosser Posten 42, 55, 65 PL. 65 8 teilig 85 Pr 6 teilig mit Patentverschl. Stück PL. Konsole and See, 95, 1.65 dekoriert 1.95 Kaffeeflaschen 10 15| Eimer Stück Giesskannen lackiert 48, 65, 75, 95PL grün Grosse Gärtnergiesskannen Blumenampeln 1.95, 2.50, 2.95 38, 48Pf. Soda ca. 28 cm, mit Deckel 38, 42, 48 Pl. 1.25, 1.65, 1.95, 70PL Eimer f. dekoriert mit Deckel 1.75, 1.95, 2.25 Wannen oval Toiletteneimer mit Einsatz mit Einsatz 1.95, 2.45 Toiletteneimer m.Einsatz, Delft 2.45, 2.75 5 teilig, dekoWaschgarnituren Fier, grosse Form 9.75 Wasserkessel ff. dekoriert, mit Sack Wasserkessel ff. dekoriert, für Gas Kaffeekannen ff. dekoriert 95Pt Ascheimer Pf. Wirtschafts- Artikel Spirituskocher Messerputzbretter 28, 45, 65 Pf. 18PC Messerputzbretter mit Leder 30,42 PT. 3.25, 3.50, 3.95 2.85, 3.25, 3.75 1.85, 2.10, 2.25 mit Aufschrift u. Deckel 1.55 2 Gasplätten Plätteisen Plättbretter 95 PL Aermelbretter bezogen Verzinkte Waschtöpfe mit Erhitzer, komplet 4.75 1.95, 2.25, 2.45 bezogen 1.95 38Pf. mit Einsatz und Deckel 2.45, 2.75, 2.95, 3.50 Zink- Waschfässer ca. 80 90 100 cm starke Qualität 7.75 9.50 11.50 Zink- Zober starke Qualitat 8.50, 10.75 Küchenbretter 28PL. Blumengitter Blumensprüher Küchendosen weiss mit Gold 45, 65, 85PL. 35, 48Pf. 35, 45 Pf. Quirlbretter 28PL Gazeschränke 3.95, 4.95, 5.95 Küchenstühle gestrichen 2.10 42PC. Ascheimer mit Aufschrift 98Pf. Gaskocher 2 Kochlöcher, 1 Flamme Petroleumkochermen 4.50,5.25 Garnitur Sand, Seife, Soda Küchenwagen 1.35, 1.65, 1.95 Reibemaschinen emailliert emailliert, Reibemaschinen dekoriert 1.65 1 Loch, 2.75 Petroleumkocher 2 Flammen 1.35,1.95 Blumenbretter mit Gazepind Menagen vernickelt Fruchtpressen Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidſohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 98Pf. Wäschetrockner mit 10 Staben 95Pf Balkonkasten gestrichen gestrichen 65, 85, 1.05 Blumenbretter Bestecks vernickelte Hefte Paar 42 Pf. Esslöffel extra stark 8Pf. grün gestrichen 1.15 Salzstreuer 5PL 2.95 8tellig 75PL 75, 95PL. Nr. W. 25. Iahkgavs. 2. Ifilnjf des„Dmäck" Kerlim WüisdlM ZoilntlUj, 10. Mai 1908. Hus der Partei. Ei» wackerer Kamerad. Eint» schmerzlichen Verlust erlitten die Hamburger Parteigenossen Lnd mit ihnen das gesamte Proletariat. Genosse Karl Heine, Redakteur am„Hamburger Echo', ist gestern nach langer qualvoller Krankheit im Alter von 62 Jahren vom Tode ereilt worden. Mit ihm ging ein Proletarierleben voll Arbeit und Mühsal dahin. In Berlin unter ärmlichen Verhältnissen geboren, erlernte er daS Holzbildhauerwerk. Schon frühzeitig schloß er sich der sozialistischen Bewegung an und allezeit hat er selbst unter den schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen treu und unentwegt zu seiner Ueberzeugung gestanden. Heine, der seit Mitte der 80er Jahre in Hamburg lebte, wurde im Jahre 1892 als Redakteur an das„Echo" berufen. Natürlich traf ihn auch das Schicksal des sozialdemokratischen Redakteurs. Neben einigen kleineren Strafen erhielt er einmal eine Strafe von fünf Monaten Gefängnis. Schon vorher leidend, trug diese Strefe mit dazu bei, seine Gesund- heit dauernd zu erschüttern. Im Krankenhause, in dem er Heilung suchte, ist er nach einer notwendigen Operation gestorben. Ehre ,em Andenken des Braven!_ Die Parteigenossen in Mecklenburg sind eifrig an der Arbeit, die Verbesserungen, die das am IS. Mai in Kraft tretende Reichsvereinsgesetz gegenüber den in Mecklenburg bisher geltenden Bestimmungen bietet, nach besten Kräften aus- zunützen. So reattionär einzelne Paragraphen des neuen Gesetzes auch sind, und so sehr das Gesetz speziell für die süddeutschen Staaten Nachteile im Vergleich zu den augenblich in Kraft befindlichen Vereinsgesetzen dieser Staaten bringt, für Mecklenburg ist mit dem Reichs Vereinsgesetz endlich auch den Arbeitern die Möglichkeit gegeben, politische Angelegenheiten in öffentlichen Versammlungen zu erörtern. Denn bisher bestand im Lande der Obotriten für die Sozialdemo- kratie überhaupt kein Vereins- und Versammlungs- recht.— Die„Mecklenburgische Volkszeitung" hat bereits ein Musterstatut zur Gründung sozialdemokratischer W a h l v e r e i n e veröffentlicht, ebenso werden am 16. und 17. Mai die dorttgen Genossen in 36 öffentlichen Versammlungen zu der mecklenburgischen Verfassungsfrage Stellung nehmen. Möge der Erfolg ein recht guter sein. Derzweite schweizerische sozialdemokratische Kommunaltag ist von der sozialdemokrattschen Fraktion des Großen Stadtrates in Zürich auf den 23. und 24. Mai nach Zürich einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Gründung eines Verbandes sozialdemokrati- scher Gemeindevertreter und die Wohnungsfrage. worüber der Genosse Schatzmann, Sekretär des städtischen Ge- sundheitsamts in Zürich referieren wird. poltreUicbes, gerichtliches ufw. DaS Telephon kein zuverlässiges Verkehrsmittel. Eine Gerichtsverhandlung gegen den Genossen Artur Molkenbuhr von der Elberfelder„Freien Presse" zeigte wieder einmal klar und deutlich, daß im Reiche wie in Preußen die Beamten als ein noll me tangere gelten sollen. Bei einer B r a n d k a t a st r o p h e, die sich in der letzten Neujahrs- nacht ereignete, gingen drei Menschenleben zugrunde. Gleich nach dem Unglück wurde von verschiedenen Seiten darüber geklagt, daß in der fraglichen Nacht der T e l e p h o n d i e n st ein bummeliger gewesen sei und auch die„Freie Presse" gab, wie andere lokale Zeitungen, diesen Klagen öffentlichen Ausdruck. An- geklagt wegen Beleidigung der Postbeamten wurde aber nur der Redakteur der„Freien Presse". In der Verhandlung wurde durch Vernehmung bürgerlicher Redakteure und mehrerer Beamten erwiesen, daß nicht nur in der Unglücksnacht kein ordent- licher Telephonbetrieb vorhanden war, sondern es damit auf dem Elberfelder Postamt überhaupt recht schlimm bestellt ist. Man sollte nun meinen, daß eine Kritik solcher Zustände im öffentlichen Verkehr wohl am Platze sei. Anders dachten jedoch Staatsanwalt und Gericht. Staatsanwalt Sommer deduzierte, es gebe kein Gesetz, das die Post rechtlich verpflichte, auf jeden Fall für Anschluß zu sorgen; das Telephon sefi kleines feuilleton. - Klassensterblichkeit. Die Untersuchungen über den gesund- heitlichen Einfluß der verschiedenen Berufsarten gehören zu den wichttgsten und interessantesten Kapiteln der Hygiene. Die Er- forschung der sogenannten Berufskrankheiten hat schon eine ge- waltige Literatur hervorgebracht, dagegen sind die Feststellungen über den verschiedenen Grad der Sterblichkeit bei den einzelnen Klassen noch ziemlich im Rückstände. Da dieser Frage nur auf dem Wege der Statistik beizukommen ist, sind mit ihrer Lösung auch größere Schwierigkeiten verbunden. Besondere Beachtung verdient daher die Genauigkeit, mit der Dr. Mathcson im Auftrage der Stadtverwaltung von Dublin diesen wichtigen Gegenstand be- arbeitet. Zu diesem Zweck hatte schon sein Vorgänger im Amt die Bevölkerung von Dublin in vier Klassen geteilt, nämlich in eine Klasse der unabhängigen Berufe, eine Mittelklasse, eine Klasse der Handwerker und kleinen Kaufleute und eine allgemeine Arbeiter- klaffe. Diese Einteilung ist natürlich etwas willkürlich und müßte noch viel genauer gegliedert werden, um eingehende Auftchlüsse über die Gesundheitsschädlichkeit der einzelnen Berufe zu erhalten. Nach der letzten Volkszählung gehörten in Dublin rund 17 699 zu der ersten. 87 999 zur zweiten, 119 999 zur dritten und 169 999 Ein- wohner zur vierten Klasse. Das wichtigste Ergebnis der Berech- nungen«st in der Tatsache zu erblicken, daß nach den statistischen Ermittelungen für 1997 in der ersten und zweiten Klaffe die Sterb- lichkeit nur 16,2 bezw. 17 auf Tausend betrug, in der dritten und vierten dagegen, also bei Handwerkern, Kleinhändlern und Ar- beitern 28,4 auf Tausend. Wenn die Sterblichkeit an epidemischen Krankheiten insbesondere ins Auge gefaßt wird, ist der Gegensatz ein noch größerer, denn an solchen Krankheiten starben in Dublin während des letzten Jahres in den beiden ersten Klassen nur 9,9, in den beiden letzten 2,3 auf Tausend, also rund 2% mal mehr. Die meisten Todesfälle dieser Gattung forderten die Masern, der Keuchhusten und Durchfall; auch waren tödliche Fälle von Typhus allein auf die Arbeiterklaffe beschränkt. Es ist nicht zu verwundern, daß eigene Erhebungen für die Säuglingssterblichkeit den geringeren Gesundheitszustand der 3. und 4. Klaffe in besonderem Grade be- weisen. Ausstellung München 1998. Aus München wird uns ge- schrieben: Gedacht als eine Art Gegenstück zu dem Dokument deutscher Kunst Darmstadt 1999 soll die„Ausstellung München 1998" am 17. Mai eröffnet werden, trotzdem sie erst im Rohbau fertig ist und an die innenarchitektonische und künstlerische Aus- gestaltung der vielen Gebäude, Anlagen, Säle, Pavillons, Hallen; Kunst- und Vergnügungstempel bis zum festgesetzten Termin gar nicht mehr zu denken ist. Aber da das Defizit ohnehin sicher ist und unser städtisches Oberhaupt am 18. Mai mit dem neuen schönen Piepmatz, den er todsicher als Seele vons Janze kriegt, eine Reise nach England antreten mutz, so will man die Eröffnung der Ausstellung nicht hinausschieben. So werden am 17. Mai die Geschütze donnern und die Glocken brummen, das neue Glockenspiel u» Rathausturm wird kviclen. die blechernen Schäfflcr im Rat- für Fälle, wie das besagte Vrandunglück, kein Verkehrsmittel. Und noch eine famose Entdeckung hat Staatsanwalt Sommer gemacht. Der Verteidiger Rechtsanwalt Lands hatte die Frage aufgeworfen, was der einsame Telephon- beamte im Nachtdienst beginnen solle, wenn er von einem natürlichen Bedürfnis gedrängt werde, oder wenn ihm sonst etwas Menschliches passiere. Der Staatsanwalt erklärte darauf, namentlich die unteren Schichten der Beamten verständen es, ihre Leibesgewohnheiten dem Be- rufe anzupassen und dem Dienste entsprechend zu regulieren. Der Staatsanwalt beantragte wegen der„Schwere der Beleidigung" 699 Mark Geldstrafe. Bummelei dürfe man einer Verwaltung nicht vorwerfen, denn solche gebe es bei deutschen Beamten nicht. Punktum! Das Gericht schloß sich in der Hauptsache dem Staatsanwalt an, billigte aber dem Genossen Molkenbuhr wegen der Erregung, in der sich nach dem Brandunglück die Elberfeider Bevölkerung befunden, mildernde Umstände zu und erkannte a u f 199Mark Geldstrafe. _ Ein zarter Wink. Zu 39 M. Geldstrafe verurteilte das Schöffen- gericht in Magdeburg den Genossen W i t t m a ck von der Magde- burger„Volksstimme" wegen Beleidigung der Statzfurter Polizei- Verwaltung. In der inkriminierten Notiz war die Frage aufgeworfen worden, ob sich etwa die Staßfurter Polizei auch Achtgroschenjungen halte, die etwas erfinden, wenn sie nichts entdecken können. Das Gericht kam zu einer Verurteilung wegen der Tonart der Notiz, die beleidigend sei. Eine andere Frage sei es, ob die S t a ß« furter Polizeiverwaltung nicht besser getan hätte, denArtikelzuignorieren. Dann hättenämlich das Polizei- s p i tz e l w e s e n vor Gericht nicht erörtert zu werden brauchen. Der Amtsanwalt behauptete übrigens, solche Einrichtungen beständen bei der Polizei gar nicht I _ Wegen angeblicher Beleidigung des Fabrikmeisters Nourk in Haspe erhielt Genosse Oskar Ho ff mann von der„Freien Presse" in Elberfeld 25 M. Geldstrafe. Das Gericht erklärte den Wahrheits- beweis für teilweise erbracht, versagte aber den Schutz des 8 193 des Str.-G.-B. Hus Industrie und k)andel. Die Lage auf dem rheinisch-westfälischen Eisenmarkt. In einem Situationsbericht vom rheinisch-westfälischen Eisen- markt schreibt die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" u. a.: Die all- gemeine Zurückhaltung und Unlust für Käufe und Abschlüsse besteht aber ebenso wie das Arbeitsbedürfnis bei den Werken unvermindert fort, da in den Grundübeln, unter denen das Wirtschaftsleben leidet, der hohe Bankdiskont und die hohen Rohstosfpreise, noch wenig oder gar keine Aenderung zu verzeichnen ist. Bei 6 Proz. Bankdiskont kann sich keine Unternehmungslust einstellen und ebenso können die sattsam als zu hoch bezeichneten Rohstosfpreise das Miß- trauen, das sich Handel und Verbrauch bemächtigt hat, nicht be- seitigen. Den Grundstock der Beschäftigung bei den Stahlwerken Hilden die nicht allein durch Preiszugeständnisse, sondern auch durch alle möglichen sonstigen Machtmittel hereingeholten Stabeisen- und Blechausträge, die mehr als die Hälfte des Arbeitsbestandes aus- machen. In den syndizierten Erzeugnissen des Stahlwerksverband-es Halbzeug, Träger, Schienen, sind die Aufträge stark zusammen- geschrumpft, so daß der größte Teil der Werke sich eben durch jene nur über Wasser halten kann. Rechtfertigt diese Notlage ja in ge- wiffer Hinsicht das skrupellose Vorgehen mancher Werke zur Er- langung von Stabeisen- und Blechaufträgen, so scheint hier doch dos eine oder andere Werk das Maß des Erlaubten zu überschreiten und den Bogen zur Erlangung von Gegenaufträgen zu straff zu spannen. Um zur Beleuchtung hier einige Intimitäten auszuplaudern, so geht es zweifellos zu weit, wenn man, wie das einem Dortmunder Werk nachgesagt wird, selbst Maurermeister uno Schornsteinbauer für jeden Auftrag als Gegenwert zur Abnahme von Material zwingt, das sie absolut nicht gebrauchen können, nur um keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, für seine Fabrikate Absatz zu schaffen. Diese MethÄ>e der größeren Werke scheint aber in mehr oder weniger scharfer Form heute gang und gäbe zu sein. Jedenfalls beleuchten diese intimen Vorgänge in recht drastischer Weise, wie stark das Arbeitsbedürfnis bei einer großen Zahl der Werke ist. Die Preise lassen sich in den freien Fabrikaten nicht gut mehr weiter drücken, da man auf dem Tiefstand angelangt ist. Hausbalkon werden tanzen, der Oberbürgermeister und alle „Spitzen" werden sich in Frack werfen. Es wird sehr schön werden. Alles zum höheren Ruhm der bayerischen, speziell Münchener In- dustrie und Kunst. Jeder Ausstellungsgegenstand, vom Luftschiff. Lokomotive und Automobilfeuerspritze bis zum letzten Türgriff und Bierfilzel soll aus Münchener Fabriken und Werkstätten kommen. Und neben dem Marktwert kommt noch ein ästhetisches Moment hier in Frage. Die Ausstellung soll zeigen, daß die Be- griffe schön, einfach und zweckmäßig sich nicht mehr ausschließen, daß die Forderungen des modernen Kunstgewerbes: struktive und tektonische Zweckmäßigkeit einerseits und Echtheit und Ehrlichkeit des Materials andererseits heute auf fast alle Gegenstände des täglichen Gebrauchs bereits anzuwenden sind und angewendet werden. So werden besonders sorgfältig und reichhaltig vertreten sein: dekorative Kunst, Raumkunst, Wohnungskunst, Einfamilien- Haus, Gartenanlage, hygienische Städteanlage. Am 19. Mai öffnet das geheimnisvolle, von Prof. Max Littmann erbaute Münchener Künstlertheater seine Pforten. Gleich zu Anfang eine Kraftprobe für die stilisierende Reliefbühne: Faust, I. Teil, mit seinen Massen- szenen, mit seinem jedem Stilisieren widerstrebenden Vorwalten starken, rein menschlichen Gefühles! Ferner sind für die Sommer- monate noch eine Reihe weiterer Aufführungen in Aussicht ge» nommen.— Außerdem findet in den Tagen vom 1. bis 6. Juni das 44. Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins statt. An dramatischen Festaufführungen werden im Prinz- regententhcater geboten: Max Schillings Musikdrama Moloch, Friedrich Kloses Jlsebill und Berlioz' gesamte Tröjaner-Oper. Diese an einem Tag, wofür allein die Intendanz 16 999 M. zur Verfügung gestellt hat. Musik. „Hört die grause Mordsballade, Wie es ist so jammerschade Um Rosalbas Bräutigam! Publikum, nimm dich zusammA" Als ein derartiges Bänkelsängerlied, in die Opernform übersetzt, er- scheint uns das lyrische Drama„R o s a l b a", das am Freitag in der Komischen Oper für Berlin zum ersten Mal vorgeführt wurde. L. I l l i c a heißt der Verfasser des Textes, E m i l i o Pizzi der Komponist. Es ist die ncuitalienische Effektoper mit ihrer harten Charakteristik von volkstümlichen Leidenschaften. Der Komponist war uns noch fremd. In Verona 1862 oder 1863 geboren, in Mailand Schüler der hervorragenden Vertreter des „Verismus" Ponchielli und Puccini, hat er neuerdings mit dem vorliegenden Werke Erfolge gewonnen. Die Sängerin Rosalba hat den römischen Dichtermusiker Colonna zu einem Verkommenen gemacht und liebt nun den venetianischen Dichtermusiker Firmiani mit aller Innerlichkeit. Er bedarf ihres Einflusses, ihrer Inspiration; da praktiziert sie ihm ein Lied Colonnas in seine Mappe und er bekommt dafür den Lorbeer. Der andere, den just vor dem Haus ein Stich verwundete, wird von Firmiani aufgenommen und verrät Rosalbas Vorleben. Natürlich beschließt der Tod des Paares das kurze Stück. Die musikalische Mache kommt über die bekannte Geschicklichkeit derartiger Bühnenstücke nur wenig hinaus. Das Rezitativ herrscht über die lyrischen Partien vor und verbindet sich mit solchen nicht übel dort, wo Colonna seinen Spott und tleberdruß samt fenti- Der Durchschnittspreis der Stabeisenaufträge bei den Werken dürfte nicht allzuviel über 199 M. hinausgehen und ebenso wird der Durch- schnittspreis für Grobbleche kaum mehr als 112 M. betragen. Das sind auch für manche große Werke Verlustpreise. Die wettere Preis- entWickelung wird ganz von der Haltung der Rohstoffpreise ab- hängen. Der„Köln. Volksztg." wird aus eingeweihten Kreisen folgendes geschrieben: „Während im Monat April verschiedene maßgebende Werke erklärten, zufrieden zu sein, wenn es im laufenden Jahre nicht noch schlechter werde, hat sich seit den ersten Tagen des„Wonnemonats" ein merklicher Rückschlag eingestellt, der die Gesamtlage ungünstiger erscheinen läßt.... Die Aussichten für das laufende Jahr sind ungünstiger als vor Jahren."_ Ueber den Rückgang der obcrschlcsischen Eisenindustrie. Auf der Fulvahütte in Schwientochlowitz wird der Betrieb der Grobstrecke vom 13. Mai ab eingestellt. Allerdings sollen die Arbeiter vorläufig noch in anderen Betriebsabteilungen beschäftigt werden. Im allgemeinen aber sind die Aussichten für die nächste Zukunft sehr trübe. Aehnlich sieht es auch in der Zinkindustrie aus. Tapetenindustrie. Nachdem der Plan, sämtliche Tapetenfabriken Deutschlands zu einem Verbände zusammenzuschließen, undurch- führbar geworden ist, wurde nunmehr in Altona die oft genannte Tapetenindustrie-Aktiengesellschaft gegründet. Das Grundkapital beträgt 8 899 999 M. Um die Verschiedenheit der Rentabilität der einzelnen beteiligten Fabriken zum Ausdruck zu bringen, werden Genußscheine ausgegeben. Produktionseinsckiränkung in der Sägewarenindustrie. Zur Regelung der diesjährigen Bretterproduktion wird, wie der„Verein ostdeutscher Holzhändler und Holzindustrieller" mitteilt, sämtlichen Produzenten und Platzhändlern der Holzbranche eine Einschränkung der Herstellung von Schnittware und ebenso eine Beschränkung des Einkaufs von Rundholz aufs allernotwendigste nahegelegt. Zugleich wird darauf hingewiesen, daß die Einfuhr von russischen Holzern im Jahre 1997 bedeutend größer gewesen ist, als di-e Durchschnitts- einfuhr der früheren Jahre. Sollte die gesamte eingeführte Menge noch im laufenden Jahre als Schnittmaterial angeboten werden, so würde eine durchgreifende Störung des Absatzes und ein un- gerechtfertigter Preisdruck unvermeidlich sein. Das neue Material würde ebenso wie die noch vorhandenen alten Bestände so stark ent- wertet werden, daß alle Angehörigen der Holzbranche schwer ge- schädigt werden müßten. �„ Man hat es hier zwar, nicht mit einem ausgesprochenen Kartell- gebilde zu tun. wohl aber mit einer ganz losen Vereinigung zu dem löblichen 5tartellzwecke, die Preise möglichst lange und unent- wegt hochzuhalten, bis die schlimme Zeit vorüber gegangen und die Nachfrage wieder im Steigen ist, worauf dann die Preise erst rech! angezogen werden können. Vom amerikanischen Eisenmarkte meldet das Fachblatt„Fron Age":„Die Erzeugung von Roheisen betrug im Monat April dieses Jahres nur 1 149 999 Tonnen, gegen 2 219 999 Tonnen im April des Jahres 1997, die wöchentliche Erzeugungsfähigkett am 1. dieses Monats 263 999 Tonnen. Die Vorräte bei den außerhalb deS. Syndikats stehenden Hochöfen haben sich im April vermehrt. Eingegangene Druchrcbriften. DaS Reichsvereinsgesetz vom 19. April 1903. Von Dr. F. Frieden. thal. Verlag von Franz Bahlen, Berlin Vf., Linkstr. 16. Preis geb. 1,20 M Flugschriften des Kartells der sreiheitlichen Vereine Münchens Heft 1. Verlag: G. Müller w München.. Knlturseinde. Schauspiel von H. Petersen. E. Piersons Verlag, Dresden. „Prometheus." Schauspiek von M. H. Gareth. I. Teil. Verlag: Georg C. Bürkner(Jnh. Fritz Hanke), Breslau. »Das Schnlzimmer." Vicrteljahrsschau. Herausgegeben von S. Th. Matth. Meyer. Jahrgang 4 M. Einzelheit 1 M. Verlag von . I. Müller, Charlottenburg. »Ukrainische Rundschau." Nr. 4. Herausg.- W. Kuschnir. Einzel- nummer 70 Pf. Verlag: Wien, Frauenselderstr. 2., Prof. R. Siegfried, Die schwere Benachteiligung der»lkreichsten Landesteile Preußens bei den Landtagswahlen. Preis 1 M. Buchverlag der„Hille", G. m. b. H., Berlin-Schöneberg. »Morgen." Wochenschrlst. tzesi 19. 60 Ps. Verlag: Berlin Vf. 35. mentalen Erinnerungen zum besten gibt. Ein unvermeidliches Intermezzo begleitet die Schmückung des Gemaches zu Ehren deS Dichters und seiner Geliebten. Damit und mit szenischen Ausblicken auf Venedig war unserer Komischen Oper wieder Gelegenheit zu wohl ausgerechneten Bühnen- stimmungen gegeben. Die vier Künstler, welche das Werk sangen, leisteten genug Echtes, daß man sich daran besser freuen konnte und sparten nicht an Charakteristik im Gesangsvortrage sowie in der Darstellung. Ruth St. Denis füllt die neben den dramatischen Auf- führungen verbleibende Zeit mit ihren Pantomimen aus, welche indische Tanzszenen in einer anscheinend getreuen Weise wieder- geben. Ein paar Stückchen sind jetzt zu den früheren Hinzuge- kommen und lassen die Darstellungskraft der Tänzerin noch mannigfacher zur Geltung kommen. Die musikalischen Beglei- mannigfacher zur Geltung kommen. sz. Humor und Satire. Zur Steuer der Wahrheit. Die peinliche Geschichte mit dem Heine-Denkmal ist dahin richtig zu stellen, daß der Temp�t selbst— Gott sei Dank I— stehen bleibt. Er wird allerdings, na?- dem der Dichter das Lokal verlassen, als Automobilschuppen benutzt werden. — Rapport.„Herr Hauptmann, ich bitt gehorsamst um acht Tag' Urlaub— mei Schwester Heirat'." „Und dazu brauchen Sie acht Tage?" »I mächt' halt gern gleich über d' KindStauf bleiben." — HohkönigSburg. Bodo Ebhardt:„Und hier im Burg» verließ, Majestät, habe ich die Kerle einsperren lassen, die so unbot- mätzig und frech waren, andere Pläne als unsere vorzufinden." („Jugend".) — Scharfe Kritik. Am Ende eines Stückes haben sich sämtliche Personen erhängt. Eben will inmitten größter Stille der Vorhang fallen— da ertönt plötzlich eine Stimme aus dem Hinter- gründe:»Der Verfasser fehlt noch I" _(«Fliegende Blätter'.) Notizen. — Die Dürerbundversammlung, die hier bereits angekündigt wurde, findet an, Montag nicht im Nathause, sondern im Prälaten am Alexmwerplatz statt. — Roda Roda läßt feststellen, daß er kein Verlangen da- nach hat, die ihm aberkannte Ofsizierscharge wieder zu erlangen und daß er dahinzielenden Schritten fernstehe. — Lud o v i c H als v y ist im Alter von 74 Jahren in Paris gestorben. Er gehörte zu den Boulevardschriftstellern des zweiten Kaiserreiches, die eine auf das Vergnügen dressierte Gesellschaft mit allen Mitteln zu unterhalten strebten. Witz, ausgelassener Humor, kecker Spott und übermütige Parodie finden sich in seinen zahllosen Stücken, von denen höchstens Frou-Frou noch sich gehalten hat. Länger wird sein Name weiterleben durch Offenbachs geniale Operetten(Orpheus, Helene, Großherzogin von Gerolstein usw.), zu denen er die Texte lieferte. Halövys ernste Dramen und Romane find heute mit Recht schon vergeffew Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. = ( Siche Wochen Spielplan.) Sonntag, den 10. Mai. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr: 18./19. Abteilung: im Neuen Schauspielhause: Die Stralle. 9./10. Abteilung, nachmittags 3 Uhr: im Berliner Theater: Der ledige Hof. Freitag, 15. Mai, abends 8 Uhr, 21. Abteilung im Lorging- Theater Troubadour. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Nfahrt bis zum zweiten Katarakt. Montag 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. OOLOGISCHER Z CARTEN Heute Sonntag 50 Pf. Eintritt: Kinder unt. 10 Jahren d. Hälfte. Ab nachmittags 4 Uhr: 23. Abteilung im Luisen- Theater Militär- Dopp.- Konzert Mutter Erde. Neue Freie Volksbühne. Nachmittags 2, Uhr: Ertraborstellung in den Kammerspielen: Gyges und sein Ring. Nachmittags 22 Uhr: 18. Abtei lung im Deutschen Theater: Was ihr wollt. Das Nachmittags 3 Uhr: 21. Abteilung im Neuen Theater: Die Hemsöer. Nachmittags 3 Uhr: 2. Abteilung im Schiller- Theater O.: Glück im Winkel. Nachmittags 3 Uhr: 7. Abteilung im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhaus: Die Nibelungen. AbMorgen, sowie täglich: Großes Konzert. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No.14. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 131/7 Nachmittags 3 Uhr: 11. u. 12. Theater an der Spree teilung( 11001 bis 11500 boll) im Schiller Theater Charlottenburg: Das vierte Gebot. Nachmittags 3 Uhr: 18. Abteilung im Hebbel- Theater: Maria Magdalena. Berliner Theater. Gastspiel des Neuen Schauspielhauses. Abends 8 Uhr: Hopfenraths Erben. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Stopenider Straße 68. Täglich 8 Uhr: Der Cowboy. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 132. ( Volkstümliche Preise.) Abends 8 Uhr: Am Altar. Ramon, der Abenteurer Beitgemälde in 4 ft. b. Blimmenreich. Nachmittag 3 Uhr zu ermäßigten Montag bis Mittwoch: Ramon, Preisen: Der Hüttenbefiher. der Abenteurer. Donnerstag zum erstenmal: Die Hemsöer. Kleines Theater. Nachmittags 3 Uhr: Vater und Sohn. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2 Dienstag: 2 mal 2 5. : 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr, halbe Breise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Rachm. 3 Uhr: Der gehörnte Steg. fried. Siegfrieds Tod. Abends 8 Uhr: Metropol- Theater Bum 232. Male: Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. a pollo Theater Vierfacher Erfolg! Ballett: Die Töchter der Terpsichore. Spezialitäten: François Räthig. X Grete Gallus. Kart Bretschneider. X D'Osta- Trio. Enrico Caruso durch das Auretophon d. deutschen Grammophon- Gesellschaft. Operette: 0 Die süßen Grisetten. Bon H. Reinhardt. Hasemanns Töchter. Sn Szene ges. vom Dir. Rudolf Schier. Montag Frei ist der Bursch. Dienstag: Frei ist der Bursch. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Nachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Der Opernball. Abends 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: -WO Der Floh im Ohr. Schwant in drei Aften von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Königgräger Hebbel- Theater,. 57/58. Abends 8 Uhr: Fran Warrens Gewerbe. Drama in 4 Atten v. Bernard Shaw. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Panne. Abends 8 Uhr: Der Brandstifter. Vorher: Sein Alibi. Luisen- Theater. Reichenberaer Straße 34. Nachmittags 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Verderben. Sontag: Der Weg ins Berderben. Dienstag: Der Beg ins Berderben. Mittwoch: Im Hause der Sünde. Donnerstag: Der Weg ins Berderben. Freitag: Mutter Erde. Sonnabend: Der Weg ins Berderben. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Progr. von TanzNeues Elitesoiree Kränzch. Hoffmanns Nordd. 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Die Höhe des Zuschusses werden muß. bestimmt der Zentralvorstand von Fall zu Fall. Dann wird in Wien auch darüber zu reden sein, ob das Mitglieder aller Klassen, welche weniger als 26 Wochenbei- Gegenseitigkeitsverhältnis zwischen den einzelnen Nationen nicht träge gezahlt haben, erhalten die Unterstügungssäge der ersten mehr ausgebaut werden kann als bisher. Bis jetzt sind UebereinKlasse; diejenigen, welche in der 3. und 4. Beitragsklasse steuern fommen nur geschaffen mit den Oesterreichern und Schweizern. und mehr als 26 Beiträge gezahlt haben, aber weniger als 52, Wichtiger aber ist noch die Frage über die Agitation an den erhalten die Unterstüßungssäße der 2. Klasse. Nach 52wöchent- Grenzen. Unsere Christenbrüder haben in Gronau an der hollän licher Beitragsleistung in Klasse 3 oder 4 werden die vollen für dischen Grenze ein holländisches Blatt gegründet, von dem wir die betreffende Klasse bestimmten Unterstüßungssätze gezahlt. bisher kaum eine Ahnung hatten, welches aber in der irreführendsten Weise agitiert gegen die Generalkommission und die freien Ge5. Verhandlungstag. werkschaften. Ueber die internationale Textilarbeiterbewegung referiert Rössel- Berlin. Es käme hauptsächlich darauf an, ein größeres Interesse an der internationalen Bewegung wachzurufen. Die internationale Bewegung hat in den letzten drei Jahren mehr Fortschritte gemacht als die gesamte Zeit vorher, dank der Beschlüsse, die der internationale Kongreß in Mailand gefaßt hat. Wenn aber die internationalen Vertrauensleute etwas Gründlicheres noch schaffen wollen, dann muß die Masse der Arbeiter sich noch mehr für ihre Arbeiten intereffieren. Der Streit ist ein notwendiges und unentbehrliches Kampfes mittel des Proletariats. Die Konzentration der Betriebe und der Kapitalien, die Zuspihung der Gegensäße zwischen Arbeitern und Kapitalisten, die Vereinigung der Unternehmer zu Kampfeszwecken und viele andere aus der fortschreitenden Entwickelung resultierende Umstände lassen jedoch nur gut organisierten Lohnbewegungen und Streits Aussichten auf Erfolg. Diese Aussichten auf dauernden Erfolg sind weiter nur dann vorhanden, wenn die Kämpfe geführt werden von organisierten, strengste Disziplin Die Internationale Rundschau", welche geschaffen worden ist, bewahrenden Arbeitern. Zentralisation der Politik der Gemert- bietet ein ausgezeichnetes Mittel dazu. Redner empfiehlt daher schaften in Sachen der Lohnkämpfe ist unerläßliche Vorbedingung. den Kollegen, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um das, Das Interesse des Verbandes wie der Arbeiterschaft er- was in der Zeitschrift über die Lage der Textilarbeiter in den fordert demnach in allen Fällen, sowohl bei Lohnbewegungen, anderen Staaten gesagt wird, in den Versammlungen zur Sprache welche man auf friedlichem Wege durchzuführen gedenkt, wie bei zu bringen. Die Entwickelung der österreichischen Organisationen, beabsichtigten Streiks, vor Einleitung irgendwelcher Maßnahmen den Zusammenschluß der Schweizer lokalen Organisationen, das die Genehmigung der Zentrale einzuholen. Die Bestimmungen Tarifwefen der Engländer fennen zu lernen, ist ein Kampf- und des Statuts und die im Leitfaden angegebenen Anweisungen Belehrungsmittel. Der Sekretär W. Marsland hat Großes find gewissenhaft zu beobachten. geleistet mit der Herausgabe dieses Blattes, das muß ohne weiteres Berlegung dieser Pflichten muß notwendig Verweigerung anerkannt werden. In Basel ist diese Schrift als eine Quartalseventuell sich notwendig machender finanzieller Unterstützung schrift beschlossen worden, mir fönnen aber jetzt schon ruhig ausdurch den Gesamtverband zur Folge haben. sprechen, daß sie sich möglichst schnell zu einer Monatsschrift entwideln soll. Dann muß die Generalversammlung jedoch auch den Bertrauensleuten die notwendige Zeit zugestehen, um die internationale Frage besser zu studieren und schriftlich verarbeiten zu können. Die Führung der Lohnkämpfe untersteht in allen Fällen dem Zentralvorstand, derselbe entscheidet auch über die Beendigung derselben. In diesem Falle ist möglichst vorher eine Verständigung mit der Ortsverwaltung und den Streifenden herbeizuführen. Bei grober Verlegung der Verbandsinteressen und vor. fommendem Disziplinbruch hat der Vorstand das Recht, den Ausschluß der in Frage kommenden Mitglieder zu verfügen. Es gelangen zu diesem Punkte noch folgende Anträge zum Streifreglement zur Annahme: § 39 in folgender Fassung: Unterstützungsberechtigt bei Streifs und Aussperrungen sind nur diejenigen Mitglieder, die mindestens 26 Wochen dem Verbande angehört und Beiträge entrichtet haben. Die Genehmigung zu einem Angriffstreit ist davon abhängig, daß von den Beteiligten mindestens 70 Proz. unterstüßungsberechtigte Mitglieder sind. In dringenden Ausnahmefällen entscheidet der Zentralvorstand. Ob die Streifunterstützung vom dritten Tage des Streits an bezahlt werden soll. Wer wegen Streitbruch ausgeschlossen wird, darf nicht früher als nach Jahresfrist wieder in den Verband aufgenommen werden. Zur Gemaßregeltenunterstüßung wird folgender Zusak angenommen: Mitgliedern, die Familie zu unterhalten haben, kann, wenn fie infolge Maßregelung gezwungen sind, den Ort zu verlassen und ihre Familie nicht bald nachkommen lassen können, oder wenn die Voraussetzung besteht, daß sie nach einer gewissen Frist Für Kinder 131/11 Redner geht dann auf den demnächst in Wien stattfindenden Kongreß ein. Als wichtigste Fragen betrachtet er die Internationale Revue" und die Regelung des Streifreglements. Es würde sich empfehlen, wenn die verschiedenen Nationen schon vorher zu den einzelnen Bunkten Stellung nehmen und ebenso die einzelnen Referenten, die dazu sprechen sollen, vorher bestimmen. Unsere deutschen Vertrauensleute haben nun beschlossen, den internationalen Kinderschutz auf die Tagesordnung zu bringen. Redner zeigt an den Ausführungen eines englischen Gewerkschaftsblattes, wie ungeheuer rüdständige Ansichten dort noch in bezug auf die Schäden der Kinderarbeit geäußert werden können. Bei dem Punkt Pinderarbeit haben wir Deutsche alle Ursache, den schärfften Protest einzulegen gegen die schamlose Ausbeutung der Kinderarbeit in Jutefabriken. Redner geht auf die unglaublich skandalösen Zu stände in den Jutefabriken ein. Jeder Appell an die Behörden ist fruchtlos gewesen. Die Textilarbeiter können sich also nicht anders helfen, als diese Sippschaft, die einen tönenden Namen hat, anzunageln, zu brandmarken vor der ganzen Welt, und das soll in Wien geschehen. Ein weiterer Buntt, über den in Wien gesprochen werden muß, ist die Frage der Frauen- Fabritarbeit, denn auch darüber bestehen bei anderen Staaten noch Meinungen, die wir nicht anerkennen fönnen. Redner wendet sich dann gegen den Antrag Elberfeld, der verlangt, daß in Zukunft nur noch 5 Delegierte entfendet werden werden aufregende Getränke ärztlich verboten; es gibt für sie nichts Bekömmlicheres als viel Milch und Kathreiners Malzkaffee. Er enthält teine schädlichen Bestandteile, ist wohlschmeckend, billig und wird den Kindern auf die Dauer nicht zuwider, was bei Milch allein oft der Fall ist. Nur echt in den bekannten, durch Siegelmarke verschlossenen Pateten mit dem Bildnis des Pfarrers Kneipp und der Firma Kathreiners Malzkaffee- Fabriken. Einen ähnlichen Fall bespricht Redner, der sich an der fran zösischen Grenze zugetragen, in welchem ein anarchistisches Blatt die Stelle des Fälschers und Verleumders spielt. Wir haben des weiteren ein Interesse daran, daß wir die Drüdeberger an den Grenzen, die sich um die Zahlung der Beiträge herumdrücken, fassen können. Wir werden weiter nach Maßnahmen suchen müssen, um dem Agentenwesen, welches die Aufgabe hat, ausländische Arbeiter hier nach Deutschland zu verhandeln und zu verschachern, mehr als bisher auf die Finger zu sehen. Dann haben wir über die Agitation unter den fremdsprachigen Arbeitern zu reden, die auch den Hamburger Gewerkschaftsfongreß beschäftigen wird. Und da darf es nicht mehr vorkommen, daß die deutschen Kollegen dem Zentralvorstand Schwierigkeiten in den Weg legen, wenn derselbe beabsichtigt, einmal etwas Durchgreifendes auf diesem Gebiete zu schaffen. Das aber ist in Bremen ge schehen, was Redner an der Hand von Vorkommnissen beweist. Wir werden aber auch angesichts der Bestrebungen unserer Staatsregierung, die im Sprachenverbot des neuen Reichsvereinsgesetzes zum Ausdrud kommen, unsere Anstrengungen verdoppeln und verdreifachen. Die Bemühungen derjenigen, die die Agitation für den Knebelungsparagraphen bezahlt haben, müssen zunichte gemacht werden. Redner ersucht nun noch, bei der Wichtigkeit, die der internationale Kongreß beansprucht, es auch dem Redakteur Kräßig des Fachblattes freizustellen, den Kongreß zu besuchen. Denn von allen angeschlossenen Ländern hat Deutschland das allerhöchste Interesse daran, das eine wirksame internationale Bewegung geschaffen wird. Von Deutschland geht kaum einer als Lohnbrüder ins Ausland, aber von Rußland, von Polen, von Oesterreich kommen zahlreich die bedürfnislosen Arbeiter herüber, um den Lohn in Deutschland zu verschlechtern. Rössel wendet sich dann sehr scharf gegen einen Artikel im Fachblatt der österreichischen Organisation, welcher wünscht, daß Unterstützung nur bei Abwehrstreiks gezahlt werden soll. Eine solche Bestimmung werde ein ständiger 3antapfel unter den Nationen sein, denn stets und ständig würden Meinungsverschieden heiten über den Begriff Angriff- und Abwehrstreits entstehen, was Redner an der Hand von Beispielen mit ausdrucksvollen Beweisen belegt. Vor allem aber das Gebaren der Dänen wird von ihm einer vernichtenden Kritik unterzogen. Dieselben haben zu unserem Streikreglement nicht weniger als 20 Abänderungsanträge gestellt, die zum Teil eine totale Unkenntnis der internationalen Bes ziehungen und Verhältnisse bekunden. Zum Schluß gibt Redner einen Ueberblick über den inter nationalen Kongreß in Stuttgart. Gleich den großen Wortführern der internationalen Arbeitersache, die dort zu der Welt geredet haben, wollen auch wir unsere Pflicht und Schuldigkeit allezeit fun. Gegenüber der goldenen Internationale des Kapitals, der schwarzen des Klerikalismus, der blutigen des Militarismus propagieren wir unermüdlich die rote Internationale des Sozialis mus.( Lebhafter Beifall.) Rauchen Sie Phänomen Cigaretten! Devise: Qualität ist die beste Empfehlung. Vom 11. bis 16. Mai 1908 werde ich im 272/ 2* Hotel Quoos, Schadowstraße, Ecke Dorotheenstraße, anwesend sein, um künstliche Augen direkt nach der Natur für Patienten anzufertigen und einzupassen. F. Ad. Müller, Augenkünstler aus Wiesbaden. Si'- Si' Si'- Si Sabetrunk ist alkoholfrei, nahrhaft, ausgezeichnet bekömmlich, besitzt köstliches Fruchtaroma und entzückt durch seinen tönigen, weinartigen, prickelndmoussierenden, würzigen, herb- süssen Geschmack. 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Schöneberg. Achtung! Obst Dienstag, 12. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal von Grosser( or), Meiningerstr. 8: Volks- Versammlung. Zages Drdnung: Die bevorstehenden Landtagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Landtagswähler, erscheint in Massen! 15/ 13+ Referent: Emil Kloth. Parteigenoffe Das Komitee. Freireligiöje Gemeindemital. merð. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. a. d. am 11. 5., 8 Uhr, stattf. Ber samml.( Franke, Sebastianstr. 39), hingew. to geg. die Vorstandswahlen Die Jdealen. profetiert wird. 3. Mital muß am Blaze sein. Rader Zubehör Montag, den 11. Mat, abends 8, Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße 72: O. Heinze, ur Geschichte der Frau. Brückenstr. 6. 55/16 Referentin: Wally Zepler. Gäste willkommen. Der Vorstand. besonders billig Deutscher Transportarbeiter- Verband. Reparatur., Emaillirung., Vernickel. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Deutscher Holzarheiter- Verband. Arbeitsunchweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Montag, den 11. Mai, abends 8 Uhr: Ortsverwaltung Berlín. Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 11. Mai 1908, abends 8 Uhr, in den Andreas- Festsälen", Andreasstr. 21: Bezirks- Versammlungen Außerordentliche Branchen- Versammlung. für die gefamte Verwaltungsstelle in folgenden Lokalen: Für den Osten u. Lichtenberg bei Litfin, Memeler Straße 67. Für Rummelsburg, Borhagen und Stralau bei Tempel, Alt- Borhagen 56, Ecke Bahnhofstr. Für Weißensee bei Roßkopf, Königchaussee 38. Für Süden, Südosten und Zentrum im großen Saale des Gewerkschaftshauses, EngelUfer 15. Für Rirdorf bei Hoppe, Hermannstr. 49/50. Für Charlottenburg im Volkshaus, Rosinenstr. 3. Für den Westen und Schöneberg bei Zühlke, Dennewigstr. 13. Für Steglitz im Birkenwäldchen, Groß- Lichterfelde, Chausseestraße. Für Spandau bei Böhle, Havelstr. 20( früher Ullrich). Für Moabit bei Peters, Wiclefstr. 24( Gesellschaftshaus). Für den Norden zwei Versammlungen bei Ballschmieder, Badstr. 16, und in der Boekbrauerei, Chausseestr. 64. Für Tegel bei Trapp, Bahnhofstr. 1. Für Oberschöneweide im Lofal Masselwerder, Hasselwerderstraße. Für Köpenick bei Nilter, Bahnhofstraße. Zur Beratung steht in allen Versammlungen die Tagesordnung der am 25. Mai statt81/5 1. Der diesjährige Verlauf der Maifeier in unserem Berufe. Referent: Kollege F. Leopold. 2. Die Streits bei den Firmen Neufeld und Hedke. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen erwartet Die Branchenleitung. Zu dieser Versammlung werden hierdurch die Verbandsmitglieder der Firmen Bechstein, Görs& Kallmann, Klimes- Schwitella und Bohn& Co. besonders geladen. NB. Die Vertrauenslente sämtlicher Betriebe werden über die Zahl der Feiernden ihres Betriebes zu machen. erfucht, um 8 Uhr zu erscheinen und an der Kontrolle Angaben Bürstenmacher! Am Montag, den 11. Mai 1908, abends 8%, Uhr, findet im " Englischen Garten", Alexanderstraße 270, eine der in der Allgemeine Branchen- Versammlung Bürstenindustrie beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen eingeladen ist. statt, zu welcher auch der Vorstand des Vereins für Unfallverlette Tages Drdnung: Verwaltungsstelle Berlin II. " Gewerkschaftshaus", Engel- lifer 15, II, Zimmer 31-44. Geöffnet von 8-6 Uhr. Sonn- und Feiertags geschlossen. Arbeitsnachweis: Telephon Amt IV, Nr. 3348. Bureau: Telephon Amt IV, Nr. 2382, 4747. Bimmer 48. Mitglieder aller Branchen! Donnerstag, den 14. Mai 1908, abends 82 Uhr: Ordentliche General- Verfammlung in den Musikersälen, Raiser- Wilhelm- Straße 18m. Zages Ordnung: 1. Mitteilung. 2. Kassenbericht. 3. Anträge und Geschäftliches. Kolleginnen und Kollegen! Wir erwarten, daß Ihr fleißig für guten Besuch der Versammlung agitiert und alle vollzählig erscheint. Zutritt ist nur gegen Vorzeigung des Verbandsbuches gestattet. Wer mit seinen Beiträgen über 10 Wochen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. 68/19 Die Verwaltung II. S. A.: Albert Uthes. Verband der Verwaltungsbeamten d. Krankenkaffen u. Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe: Berlin- Brandenburg und Mecklenburg. Sonntag, den 10. Mai 1908, vormittags 10 Uhr: Bezirkstag in Berlin im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 1). Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstage.. 2. Diskussion. 3. Wahl von drei Beifizern zum Hauptvorstande. 4. Verbandsangelegenheiten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen 1. Praktische Sozialpolitik im Verein für Unfallverlette." aller Kollegen, Referent: Sollege Schmalbach. 2. Distusfion. 287/8 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Branchenkommission. Der Vorstand. Gemeinsame Orts- Krankenkasse Verband der Sattler. für Dt. Wilmersdorf und Umgegend. Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, 14. Mai, abends 82 Uhr, in den Armiuhallen, Kommandantenstr. 58-59: Allgemeine Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Kassenrechnung pro 1907. Die eingellammerten Zahlen bedeuten die unrichtigen Summen des bereits 1. 8. veröffentlichten Jahresberichts. Einnahme. 1. Sassenbestand für den Anfang des Rechnungsjahres 4785,75(. 9 982,86) 2 331,53) M. 14 036,19( R. 14 036,19) 2. Binjen 4 785,75) " 3. Eintrittsgelder 10 185,49( " 4. Beiträge H 273 608,45(. 273 828,44) 5. Ersatleistungen für gewährte Kranten unterſtügung 2 387,16(. " 156/20 2017,51 " 7. Aus vertausten Wertpapieren. 45 000,00 " 8. Durchlaufende Posten. 9. Sonstige Einnahmen. 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Düwell über: Das neue Evangelium. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! findenden Generalverſammlung. Diefe Eages Die Liste bitten wir aufzubewahren! ordnung lautet: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Ersatzwahl für den wegen Krankheit aus dem Amt scheidenden Kollegen Müller. 3. Stellungnahme zu der Unterstützung der ausgesteuerten arbeitslosen Kollegen. 4. Antrag Rigdorf betreffend die Entsendung einiger Vertreter der Bezirke zu den Generalversammlungen. Nachtrag 6. Ersaßleistungen von Berufsgenossens ichaften usw.. 1. Arzt- Honorar 2. Arznei und sonstige Heilmittel 3. Krankengelder a) an Mitglieder. 1 873,70) 169,11(" 2019,37(" 45 000,00) 435,03) 1 916,67) . 354 209,03(. 354 190,67) Ausgabe. M. 38 853,75( M. 38 826,25) 26 177,10( 26 234,60) " 82 381,70 82 392,90) " b) an Angehörige. 3 430,04. 3 412,98) " 3 554,70 " 5 541,00 " 44 277,83(" 45 262,83) zur großen Liste der bewilligten Bäckereien Berlins u. Umgegend 4. Unterstügung an Böchnerinnen vom 5. April 1908. Bewilligte Bäckereien. Achtung! Sehr oft wechseln auch bewilligte Bäckereien den Inhaber. In solchen Fällen muß dieser stets den Tarif neu unterschreiben, worauf dann sein Name in die BeWo trotzdem noch der alte willigungsliste hineinkommt. Name verzeichnet steht, da ist durchaus Vorsicht geboten. Anfragen werden bereitwilligst beantwortet! Weserstr. 179, Marquardt. Kollegen! Die Wichtigkeit der Tagesordnung allensteinerſtr. 15, Cieluch. Teupiperstr. 109, Liebe. Nansenstr. 33, Pipien. erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Zu diesen Versammlungen haben nur Mitglieder Zutritt. 116/5 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung! Musiker! Achtung! Grünthalerstr. 12, Schulz. Ziedstr. 16, Kleine. Lippehnerstr. 2, Cieluch. Wollinerstr. 50, Rhemus. Glogauerstr. 26, Lache. Muladstr. 10, Grundmann. Oppelnerstr. 24, Müller. Schreinerstr. 19, Peter. Wilhelmshavenerstr. 23, George. Samoaftr. 22, Hundsdörfer. Barnimstr. 35, Beuthin. Beusselsir. 56, Herholt. Dolzigerstr. 48, Peter. Husfitenstr. 28, Reigenfind. enterstr. 4, Steinkopf. Romintenerstr. 41, Bremer. Rixdorf. Brinz- Handjernstr. 70, Lehmann. Siegfriedstr. 44, Brüdner. Mittwoch, den 13. Mai 1908, nachmittags 1 Uhr, in den Musiker: Mustauerstr. 6, Dzinian. 50/6 Sälen, Raifer- Vilhelm- Straße 18m: Große öffentliche Musiker- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Der Allgemeine Deutsche Musikerverhand als Feind des Musikerstandes. Referent: Kollege Jauth. 2. Freie Diskussion ohne Gewaltakte und ohne Beschränkung der Nedezeit! Es ist Pflicht eines jeden Musikers, in der Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Herm. Irrgang, Musiker." Arbeiter= Samariter Kolonne. Sommerkursus, 1908. Charlottenburg. Horstweg 31, Koletto. Lichtenberg. Jungftr. 3, Peter. Wartenbergstr. 58, Peter. Boxhagen Rummelsburg. Stroffenerstr. 2, E. Stroll. Neue Prinz- Albertstr. 12, Peter. 30, Maschmann Schillerstr. 16, Beter. Schainweberstr. 10, Peter. Türrschmidtstr. 38, Peter. Schöneberg. Kyffhäuserstr. 27, Ed. Hanke. Wilmersdorf. Ringbahnstr. 246, Ed. Hanke. Den Tarif haben durchbrochen und gelten daher als gebrbellinerftr. 279, Höffelbarth. Friedrichsfelderstr. 13, ng. Hante. Frankfurteritr. 176, Aug. Hanke. Libauerstr. 22, Aug. Hante. Sablonstistr. 1, Bade Nachfl. Oderbergerstr. 38, Busch. Planufer 926, Blum. Reinickendorferstr. 121, Eberhardt. Bankstr. 14b, Eberhardt. Swinemünderstr. 54, Siebod. Tegelerstr. 23, Dahlle. Boxhagen. Grünebergerstr. 10, Aug. Hanke. Der Kursus beginnt in der 2. Abteilung Brunnenstr. 154 am Mon- Simon Dachstr. 13, Aug. Hante. tagabend 9 Uhr. Das Thema des ersten Abends lautet: lleber Anatomie"( Bau des zurückgezogen: Köpenick. Grünftr. 8, Ulrich Nachfl. Kaiser- Wilhelmstr. 100, Leische Nachfl. Lichtenberg. Hubertusstr. 53, Aug. Hanke. Scharnweberstr. 24, Aug. Hante. Nieder- Schönhausen. Beuthstr. 11, Krägerte. Rixdorf. Bodestr. 16, Bayer. Weichselstr. 60( wird jetzt durch Ver. wandte des Hauswirts betrieben.) Schöneberg. Sedanstr. 18, Stoht Nachfl. Parteigenoffen! Hausfrauen! Arbeiter! 6. Sturkosten an Krankenhäuser 5. Sterbegelder 7. Erfazleistungen für gewährte Krankens unterſtügung " 8. Burüdgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder 9. Für Kapitalanlagen 10. Durchlaufende Posten. 11. Verwaltungskosten a) persönliche. b) sächliche. 12. Sonstige Ausgaben. 13. Staffenbestand für den Schluß des Rechnungsjahres Das Gesamtvermögen der Kaffe beträgt 3 605,15) 5.583,50) 9 180,57(. 875,50 89 000,00 1794,65(. 16 537,45 8 144,02) 875,50) 89 000,00) 1 822,65) 16 538,45) 5 676,90) 1 827,03) " 5 746,90(. 1 870,43( " 24 987,41( 24 987,41) M. 354 209,03 (. 354 190,17) Nach dem vorjährigen Abschluß betrug das Gesamtbermögen Bermögenszunahme Wilmersdorf- Berlin, den 1. Mai 1908. Der Vorstand. W. 170 000,00 126 000,00 " . 44 000,00 G. Wegener, Borsitzender. K. Schulze, Schriftführer. G. Siering, Rendant. Geprüft und mit den Aenderungen festgestellt Deutsch- Wilmersdorf, den 6. April 1998. Der Magistrat. Steinborn. 274/9 Feiner leichter Ranchtabak Heller Shag, Paket 10 Pfg. 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Mai, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des NazarethKirchhofs in Reinickendorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 226/16 Der Vorstand. Am 8. Mai verstarb nach langen schweren Leiden mein lieber Mann, unjer guter Bater, Großvater, Bruder und Schwager, der Tischler Hermann Rhein im 51. Lebensjahre. Dies zeigen um stille Teilnahme bittend tiefbetrübt an Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 11. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Hermann Rhein verstorben ist. 8. Bezirk Ere feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, nachm. 4, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nirdorfer Friedhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 235/8 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler Hermann Rhein am 8. Mai verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 11. Mai, nachmittag 4, Uhr, von der Leidjenhalle des neuen Nigdorfer Stirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 84/4 Un rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Berlin XII. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter W. Gasper am 6. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle der Heilandsgemeinde in 253/4 Plößensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Textilarbeiter. Filiale Berlin. Branche der Dekateure. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Otto Wotschke am 7. d. M. berstorben ist. am Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der LeichenHalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 1962b Um rege Beteiligung ersucht Die Branchen- Kommission. Arbeiter- Gesangverein ,, Morgenrot" Köpenick. Nach langem schwerem Leiden berstarb am Freitag, den 8. Mai, früh 3, 1hr, unser Sangesbruder und Mitbegründer des Bereins, der Färbermeister Alfred Teetz im 41. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 11. Mai, nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofes aus ſtatt. 65/18 Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, des Lackierers AdolfEberhardt, sagen wir dem Berjonal sowie den Kollegen und Mitarbeitern der Firma Schäffer u. Hauschner, dem Deutschen Metallarbeiterverband, dem ArbeiterGesangverein von Brit und allen Berwandten und Bekannten unseren herzlichen Dant. Familie Eberhardt, Brik. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Maurers Heinrich Löhr fage allen Beteiligten herzlichen Dant. Frau Löhr und Kinder. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und bielen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, bes Maurers August Lehmann, sage ich allen Freunden und Be fannten meinen herzlichsten Dant. Die trauernde Witwe Emilie Lehmann nebst Anverwandten. Eine Lust Elegante, gediegene Damen- Konfektion fast umsonst!!! und Freude Schicke Formen! Neueste Fassons! Nur 3 Tage einzeln an Private! Kostüme- Staubmantel- Paletots- Gediegene Verarbeitung- Gute Stoffe und Zutaten Kimonos! Taffet-, Seide-, Spitzen- Konfektion! Röcke! Kleider! vom einfachsten, mittleren Blusen! 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Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 10. Mai 1908. Am Mittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend statt. An die Eine solche Entschuldigung wird denjenigen Wählern, die nach die schon längst aus dem Schneider ist, mit Vehemenz den ihrem diesjährigen Steuersatz eigentlich in die zweite Wählerklasse Schirm aufzuspannen, da, wenn Regen und Sonnenschein gehörten, durch die Maßnahme des Rigdorfer Magistrats aber ia fich vermengen, Sommersprossen entstehen". der dritten wählen müssen, wenig befriedigen. Gerade in der Ar- Wir selbst benutzen unsere natürlichen Beförderungsmittel Parteigenossen Groß- Berlins. beiterstadt Rigdorf fällt dieſe Benachteiligung doppelt ins Gewicht und wandern, im gemütlichen Schlenderſchritt, durch das ſtille, In den Tagen vom 11. bis 19. Mai finden in allen Bezirken und Orten die Versammlungen statt, welche sich mit der Aufstellung der Wahlmänner beschäftigen. Zu diesen Zusammenkünften haben alle Urwähler Zutritt. Wir erwarten daher von den Parteigenossen Groß- Berlins, daß sie Mann für Mann erscheinen, für die von der Partei aufgestellten Kandidaten votieren und für deren Wahl eine eifrige Wirksamkeit entfalten. Der Aktions- Ausschuß. Zum Landtagswahlkampf im Kreise Rigdorf- Schöneberg. Unfere Parteigenossen in Rigdorf haben am Freitag mit zwei großen Wolfsversammlungen ihren Wahlkampf eröffnet. Auf der Tagesordnung stand:" Das preußische Volk und die Landtagswahlen." Die eine Versammlung tagte bei Hoppe in der Hermannstraße. Der große Saal war samt den Galerien gedrängt voll von Männern und Frauen, die mit lebhaftem Intereffe dem außerordentlich inhaltreichen Vortrag des Genossen H. Müller folgten. Seine Rede erstreckte sich über das ganze Gebiet der kultur- und fortschrittsfeindlichen Junkerpolitik Preußens, und ebenso schilderte der Redner den verderblichen, unheilvollen Einfluß, den dieser Staat vermöge seiner Vormachtsstellung auf die Reichsangelegenheiten ausübt. An einer Fülle von Tatsachen aus der Sozialpolitit, dem jämmerlichen Schulwesen, der Gemeindepolitit, sowie dem Eisenbahnwesen und dem Staatsbergbau mit ihrer wirtschaftlichen Unterdrückung und politischen Entrechtung der Beamten, Angestellten und Arbeiter zeigte der Redner, wie dic Haltung der preußischen Regierung so stocreaktionär hervortritt, taß selbst an sich reaktionäre Regierungen füddeutscher Staaten demgegenüber noch als fortschrittlich und arbeiterfreundlich er= scheinen. Selbstverständlich deckte der Redner auch die Ursachen Dieser elenden Politik auf, die Dreitlassenschmach des Wahlunrechts, die Herrschaft des agrarisch- industriellen Junkertums, die erbärmliche Schwächlichkeit des Liberalismus, und, anknüpfend an ein so eder anders gesagtes Wort Bülows:" Der Freisinn schluckt alles", meinte der Redner, daß auf diesen Bülowschen Freifinn die Verse Goethes zutreffen: Es wird ein Sund gesucht, Der weder bellt noch beißt, Zerbrochene Gläser frißt Und dann Dutaten sch. Niederbarnim. Partei- Angelegenheiten. die an freundliche Städtchen. Kleine, meist schmucke und nette Für Wilhelmsruh- Nieder- Schönhausen- West war zu Donners- Häuschen, mit hübschen Vorgärtchen und von grünenden tagabend im Lokal von Kollmann, Kronprinzenstr. 2, eine öffentliche Schlinggewächsen umranft, grüßen den Fremden. Manche Versammlung einberufen, in der Genosse Artur Stadthagen tauchen wie ein liebliches Märchen aus einem wogenden das Referat hielt. Seine Ausführungen waren eine wuchtige AnHlagerede gegen das elendeste aller Wahlsysteme, die die 250 Ver- Blütenmeer auf, daneben erheben sich stattliche Villen, sich umfangreiche Ziegeleien und Fabrik falion nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag betriebe schließen. sammelten mit spannender Aufmerksamkeit verfolgten. Zur Dis. kussion Ueberall werden Blütenzweige und meldete sich, troß mehrmaliger Aufforderung des Genossen Junder, Blumen zum Kauf feilgeboten, an allen Ecken kann man feiner von den im Saal anwesenden Gegnern zum Wort. Mit Flaschen mit Obstwein und Fruchtsäften erstehen oder auch an einem Hoch auf die Sozialdemokratie und das gleiche Wahlrecht Ort und Stelle in Gläsern von frischen, munteren Landmädels turde die Versammlung geschlossen. sich kredenzen lassen. Sie haben sich im Laufe der Zeit zu ganz gerissenen Geschäftsleuten herausgebildet, diese biederen Landleute, und schmunzelnd sehen sie zu, wie die Berliner Züge täglich große Ströme von Großstadtkindern ausspeien, die recht erfleckliche Summen in dem lieblichen Nest zurücklassen. Obgleich es Freitag ist, bevölkert ein zahlreiches Publikum, das Zur Lokalliste. Zur diesjährigen Baumblüte in Werder a. H. weisen wir die Parteigenossen und speziell die Arbeiterradfahrer sich fast ausschließlich aus den besser situierten Streisen darauf hin, daß uns dortselbst nur das Lokal von Max Koch, refrutiert, die Straßen und Restaurants und mit jedem anOben, auf den Schwarzer Adler", Fischerstr. 98, zur Verfügung steht; alle fommenden Zuge treffen neue Scharen ein. übrigen Saallokale sind daher streng zu meiden. Anhöhen, genießt das Auge einen herrlichen Rundblick, eine Wir empfehlen außerdem noch die Einkehrstelle der Arbeiterradfahrer wunderbare Szenerie bietet sich den Blicken dar. Die Havel von Ad. Liere, Brandenburger Str. 121, sowie den Wein- und Bier- fließt breit und träge in ihrem Bette dahin und wenn der ausschant von Ad. Liere auf dem Plantagenplatz neben der Post. Wind über die glizernde Fläche streicht, dann erheben sich die Der Arbeiter- Radfahrerverein Freiheit" in Werder( Mitglied Wellen und flüchten in eiligem Lauf dem Ufer zu. Ein des A.-R.-B." Solidarität“) hat sich in diesem Jahre der Wühe Segelboot zieht majestätisch vorbei und dann und wann unterzogen, für gute und sichere Aufbewahrung der Fahrräder Sorge zu tragen und empfehlen wir den Parteigenossen folgende Stellen: flist ein schlankes Ruderboot pfeilschnell dahin. with. Haseloff, Botsdamer Straße 9; F. Antkowiak, drüben am Horizont, reihen sich zackige Hügel auf, Botsdamer Straße 138: May Koch, Fischerstr. 98 und A d. Liere, die mit ihren düsteren Nadelwäldern sich wie eine dunkele Brandenburger Straße 121. Alle sonstigen Anfragen für Werder Mauer abheben. Ueber die Brücke sausen lange Eisenbahnfind zu richten an den Genossen Gustav Wüstenhagen, züge und in langen Schwaden wirbelt der Qualm und Werder a, H., Moosfennstr. 59. Dampf der Maschine durch die Luft, um sich, vom Winde zerstäubt, im weiten Luftraum zu verlieren. In der Ferne bewegt eine einsame Windmühle melancholisch ihre langen Flügel. " " In Alt- Geltow bei Werder a. H. empfehlen wir das Lokal von Julius Thomann. Die 2otalfommission. Ritterstr. 123, Schmidt, Stallschreiberstr. 58, Engel, Seydelftr. 30, Dritter Wahlkreis. Die Genossen der Zahlabende bei Stramm, J. Meyer, Oranienſtr. 103 und Blume, Alte Jakobftr. 119, haben sich am Montag, den 11. Mai, abends 7 Uhr, in ihren Bahllokalen; die Genoffen der Bezirke 242, 243, 244, 245 dagegen bei Biesemann, Brandenburgstr. 49, behufs Wahlarbeiten einzufinden. Der Vorstand. Schöneberg. Am Dienstag, den 12. Mai, findet eine Boltsversammlung für Männer und Frauen im Lokal von Groffer( früher Obst) statt, in welcher Genosse Emil Kloth ein Referat über Das preußische Bolt und die Landtagswahlen" halten wird. Landtags wähler! Erscheint in Massen zu obiger Versammlung. " Weit Bauberwelt, wie von Feenhänden errichtet, aus. Zu unseren Füßen aber breitet sich eine entzückende Ein Meer von Blüten, wohin das Auge schaut, Blüten, so weiß, bon Blüten, wohin das Auge schaut, Blüten, so weiß, wie frisch gefallener Schnee, Blüten, so rot, wie Blut. Ein Märchen, aus Tausend und einer Nacht! Mutter Natur hat sich selbst übertroffen, als sie der Erde das Brautgewand anlegte, um den schönen Maienprinz würdig zu empfangen. Ein feiner, warmer Regen rieselt hernieder, und von den Spigen des aufgespannten Schirmes rinnen dünne Bächlein. Die Gäste in dem nahen Restaurantgarten ziehen sich eilig unter das schüßende Dach zurück, und die Musiker, die soeben Der Vortrag, der ausklang in der Ueberzeugung, daß das Bolltverk der preußischen Reaktion, die Dreiklassenschande, doch schließlich Rigdorf. Die Parteigenossen des 67., 68., 69., 70. und 71. Ur- noch so rührend geblasen hatten:" Das Wandern ist des dem Ansturm des Boltes weichen muß, fand stürmischen Beifall. wahlbezirks werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Dienstag, Müllers Lust", bringen ihre Notenblätter ins Trockne und Etwa anwesenden Gegnern wurde, wie es ja in sozialdemokratischen den 12. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale von H. Thiel, Berg- schielen mißmutig nach der trostlos grauen Himmelsdecke, Versammlungen allgemein geschieht, volle Diskussionsfreiheit zu- ftraße 151/152, eine gemeinschaftliche Versammlung aller Urwähler hinter der sich die Spenderin aller Wonne und Freuden gesichert. Aber keiner meldete sich. Der Vorsitzende, Genosse stattfindet. Referent: Stadtverordneter M. Groger. Bagels, machte darauf aufmerksam, wie man, erst durch Zu- Desgleichen findet an demselben Tage abends 81%, Uhr für den demonstrativ verbirgt. Nun ist das schöne Lied:„ Das Wandern fammenfügung Rigdorfs mit Schöneberg zu einem Wahlkreis, und 39. und 66. Urwahlbezirk eine gemeinschaftliche Versammlung aller iſt des Müllers Luft" verstummt und Stille herrscht über der nun noch durch Anrechnung des meist niedrigeren Steuerfaßes vom Urwähler im Lokale von A. Rierich, Richardstraße 35, statt. Re- blühenden Höhe. Und wir stehen noch immer und vergessen die vorigen Jahre den Einfluß der Arbeiterwählerschaft zu schwächen ferent: Genosse F. Gaida. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen Mufit, das Wanderlied, die Wolken und den Regen, wir blicken nur fucht. Es sind in Rirdorf bereits an 9000 Proteste teils wegen aller ist unbedingt notwendig. immer auf das prächtige Bild. Wie Blut und Schnee rieselt Auslassung aus der Wählerliste, größtenteils aber wegen Ansehung es über den Abhang und verliert sich in der Weite, ein einSes vorjährigen Steuerfazes eingereicht worden. Es darf selbstverziger rot und weißgetüpfelter Teppich. Das ist Schönheit, das ständlich keinem Wähler gleichgültig sein, wenn er durch solchen ist Genuß, das ist Erhebung. Hier weiden sich Auge und Fehler in die dritte Klasse tommt, obwohl er in der zweiten wählen Herz, und unser asphaltgewohnter Blick starrt, wie welttönnte. Der Redner schloß mit der Mahnung, daß alle Genossen Nowawes. Am Mittwoch, den 13. Mai, abends 81%, Uhr, findet entrückt, in dieses Feenreich. Wie im Traum schreiten wir und Genossinnen im Wahlkampf nun mit ganzer Kraft ihre Schuldigkeit tun follten. Brausende Hochrufe auf die Partei be- die Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im Lokal durch die blühenden Obstplantagen, die einen töstlichen, erendeten die Versammlung. des Herrn Schmidt, Wilhelmstraße 41/43, statt. Tagesordnung: quickenden Duft verbreiten. Damen und Kinder be1. Geschäftliches. 2. Landtagswahl und Aufstellung von Wahl- gegnen uns, in den Händen blütenschwere Zweige, mit männern. 3. Wahl von Delegierten zur Generalversammlung Groß frischen, fröhlichen Gesichtern. Eine Dame unterhält sich mit Berlin. 4. Verschiedenes. Gäste und Frauen haben Zutritt. Auch einem derben Pflanzer über die Obstfultur:„ Stupfervitriol?" werden neue Mitglieder aufgenommen. Zahlreichen Besuch erwartet höre ich ihn verächtlich ausrufen:„ nichts taugt's, sauber halten ist das beste Mittel, na un dat mit dem Kunstdünger, Zoffen. Am Mittwoch, den 18. Mai, pünktlich abends 8 Uhr mischt, sag' id, Madamken, Mist, nur Mist, ja, Madamken, findet eine außerordentliche Wahlvereinsversammlung im Lokal von Mist bleibt Mist." P. Kurzner( früher Schimke) statt. Tagesordnung: Mitteilungen Lachend verabschieden sich die Damen und jubelnd rennen betreffs der Landtagswahl. Wahl eines Delegierten zur VerbandsGeneralversammlung und Bericht vom ersten Quartal. Das Er- die Kinder hinter einander her. Ach ja, so nahe diese Herrscheinen sämtlicher Mitglieder ist in Anbetracht der wichtigen Tages- lichkeit auch der Weltstadt Berlin liegt, viele Tausende verordnung dringend notwendig. fümmern in den staubigen Straßen und in den engen Höfen, ohne in ihrem Leben je diese Schönheit genossen zu haben, weil ein solcher Ausflug mit Kind und Kegel über ihre Verhältnisse geht. Die bei Thiele, Bergstraße 151/152 abgehaltene Voltsversamma lung war gleichfalls außerordentlich gut besucht. Seinen vortreff lichen Vortrag über die Landtagswahlen in Preußen leitete Reichstagsabgeordneter Genosse Stücklen mit dem Hinweis ein, daß troz des nahe bevorstehenden Wahltermns von einer Wahlbewegung großen Stils noch nichts zu merken sei. Die Bürgerlichen erledigen ihre Wahl- Schachergeschäfte im engen Kreise, wogegen der sozialdemokratischen Partei die Aufgabe zufalle, die Massen aufzurütteln. Im preußischen Wahlkampf habe die Sozialdemokratie alle Parteien wider sich. Der Freifinn gibt zwar die Parole aus:" Für das allgemeine Wahlrecht!", schließt aber gleichzeitig Wahlbündnisse ab mit den ärgften Reaktionären, mit den Feinden des allgemeinen. Wahlrechts. Tempelhof. Den Genossen zur Nachricht, daß die Abteilungslisten für die Wahl von Wahlmännern am 3. Juni d. J. am 11., 12. und 13. Mai im Gemeindebureau von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr öffentlich ausliegen. Der Vorstand. Bankow. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen ist es dringend notwendig, daß die Genoffen zu dem am Mittwoch stattfindenden Zahlabend pünktlich und zahlreich erscheinen. Sämtliche Eintrittskarten vom Stiftungsfest wie von der Maifeier, ebenso die Sammellisten von der Gemeindewahl find mit den Bezirksführern Der Vorstand. umgehend abzurechnen. Bom Magen der Kirche. Redner kritisiert unter wiederholtem lebhaftem Beifall der Versammlung die Häutung der freisinnigen zur reattionärsten Partei, die ganz richtig, wie es der Abgeordnete Mugdan in diesen Tagen getan, nur noch von ihren früheren Grundsäßen reden Die Kirchen steuern werden in Berlin seit dem Jahre tann. Im Kampfe für die Volksrechte, im Wahlrechtsfampf, der im Mittelpunkt der Bewegung stehe, muß die Sozialdemokratie aus Reinickendorf- Ost. Am Montagabend 8 Uhr findet im Seepart 1881 erhoben. Anfänglich betrugen sie 3 Proz. der Staatseigener Straft fiegen. Der Wahlrechtstampf ist ein Kampf um die( Restaurant E. Kirsch), Markstraße 2/3 eine öffentliche einkommensteuer, stiegen dann auf 15% Proz. und sollen nun höhere Kultur. Das reaktionäre, von den Junkern beherrschte Landtagswählerversammlung statt, in welcher Genoffe abermals erhöht werden. Nach der neuesten Vorlage, die den Preußen hindert nicht nur im Lande jeden Kulturfortschritt, sondern Dr. Bernstein über: Die Reaktion in Preußen und Synodalen zugegangen ist, sollen nunmehr 20 Proz. Kirchendieses Bestreben geht über die Landesgrenzen hinaus. die Landtagswahlen" sprechen wird. Genoffen und Ge- steuern erhoben werden. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß nossinnen, agitiert für zahlreichen Besuch der Versammlung. im nächsten Jahre eine weitere erhebliche Steigerung bis auf Der Vorstand. 25 Proz., ein Viertel der Staatseinkommensteuer, von der Synode beantragt werden wird. In seinen weiteren Ausführungen behandelt der Referent die Geschichte des preußischen Wahlsystems" von einem Wahlrecht sei nicht zu reden zeigt dann weiter, wie unter dem Drängen bes Volfes in Süddeutschland das Wahlrecht demokratisiert und selbst Defterreich unter dem Ansturm des Proletariats das allgemeine, dirette und geheime Wahlrecht erhielt. Berliner Nachrichten. Werder im Blütenkranz. " Eine außerordentliche Sigung der Stadtverordnetenversamm Die Aufgaben der Sozialdemokratie im Landtag bildeten den lung findet am Montag, den 11. d. M., nachmittags 5 Uhr, statt Schluß des Vortrages. Nach einer Kritik oer gesamten preußischen Der Himmel sah nicht gerade sehr verlockend aus, als weds Fortsetzung der Beratung über die Vorlage die Begründung Politik schloß Redner: Wenden wir alle unsere Kraft an, tue jeder einzelne Genoffe seine Schuldigkeit, dann wird es möglich sein, wir dem Zuge entstiegen und uns durch den dicken Schwarm eines Verkehrsverbandes mit den Vorortgemeinden betreffend. auch in diesen Hort der Reaktion Bresche zu legen.( Anhaltender, Ausflügler langsam vorwärts schieben ließen. In langen Die Jagd nach dem Adel. Mit dem Ankauf der Münchener lebhafter Beifall.) Nach einigen Erläuterungen der Wahlvor Reihen harren Mietskutschen der kommenden oder auch nicht Allgemeinen Zeitung" durch August Scherl ist es bekanntlich nichts schriften wurde die Versammlung mit einem Hoch auf das all- kommenden Fahrgäste, um sie durch die lange Ortsstraße dem geworden. Die Bayern waren zu schlau, um dem Monopolmann gemeine Wahlrecht, ohne daß eine Diskussion gewünscht wurde, ge- Wunder der Maienpracht in dem schnellsten" Tempo zu- aus der Berliner Zimmerstraße den Abelstitel zu verschachern und schlossen. zuführen. Die Straßenbahn ist allerdings aus ökonomischen sich ihm dafür mehr oder weniger in die Hände zu liefern. Mit Der Rigdorfer Magistrat hat die Beschwerden darüber, daß Gründen besetter. Aus ihrem Innern hinter den blanten der famosen Scherlichen Massenverblödungs- Bibliothet, die wir an die Wählerliste für die bevorstehende Landtagswahl nicht auf Grund Scheiben leuchten helle, duftige Blusen mit fröhlichen, lachenden dieser Stelle demnächst noch eingehend würdigen werden, wird es ber für das Rechnungsjahr 1908 zu entrichtenden Steuerbeträge, Gesichtern um die Wette. Das Verdeck aber ist bis zum wahrscheinlich auch nichts. Dazu sind die Preußen wieder nicht wie in Berlin und den übrigen Vororten, aufgestellt worden sei, Brechen beladen, und ein Wald von Sonnen- und Regen- dumm genug. Gleichzeitig mit dieser literarischen Schundgründung sondern sich nach den Steuerleistungen von 1907 richte, als un- schirmen schützt die kostbaren Erzeugnisse künstlerischer Modisten- versucht es August auf eine andere Art, um„ oben" wieder einen begründet zurückgewiesen. Zur Zeit der Aufstellung der Landtags- hände in der Form von Glocken, Sasserolen, Bratpfannen, Stein mehr in seinem Brett zu erhalten. Er beflebt jetzt jeden aus wählerlifte sei die Verwaltung noch nicht im Besize der Staats- Wagenrädern und Flugmaschinen vor den ersten, schüchternen seinem Hause in die Welt flatternden Brief mit der Wohlfahrtssteuerliste für das laufende Jahr gewesen, habe daher die neuen Tropfen des sich immer dichter zusammenziehenden Wolken- märke", die unter einer Krone das stark geschmeichelte Bildnis der Steuerfäße nicht eintragen tönnen und sich nach denen des Vorjahres richten müssen. Die Richtigkeit der Wählerliste werde durch schleiers. deutschen Kaiserin und ihrer Tochter zeigt eine freiwillige Geldbies Vorgehen nicht berührt. Noch lacht ja die Maisonne spitbübisch durch eine schmale ausgabe, die die Inferenten oder Bibliotheksabonnenten hundertfach Rize, aber gerade das veranlaßt cine Dame in unserer Nähe, wieder einbringen sollen. Wir zweifeln natürlich nicht daran, daß NugiistZ Schmeißen Erfolg haben wird. mit der Wurst nach der Speckseite schließlich Dem Verdienste seinen— Adel I FreisiniiSgrößen als ProstitntionSziichter. Die miserable Verwaltung der Berliner Dienstboten- Kranken- lasse, offiziell„Abonnementsverein von Dienstherrschaften für kranke Dienstboten" genannt, welche wir in unserer Nr. 106 auf Grund des skandalösen Ergebnisses der am 23. April abgehaltenen Jahres- Versammlung genügend festgenagelt haben, verdient noch in anderer Beziehung an den Pranger gestellt zu werden. Bekanntlich wurde in jener Versammlung, der von rund 62(XX) Dienstherrschaften nur 70 beiwohnten, dem.seine ganz? Kraft für den Verein einsetzenden" Landtagsabgeordneteu, Stadtverordneten, Goldleistenfabrikanten und Lereinsdirektor Rosenow das.Lumpengehalt" von 6000 Mark dir 9000 Mark erhöht. Demgegenüber sehe man sich die Leistungen des Vereins an die Versicherten recht genau an. Schon in Nr. 93 haben wir erwähnt, daß die Kasse weder Arznei noch Kranken geld gewährt und daß die Herrschaften auch den Arzt bezahlen müssen, sobald er in ihre Wohnung zur Behandlung des erkrankten Dienstboten konimt. Aber auch von der Bezahlung der Krankenhaus� kosten sucht dieser Verein der FreisinnSgrößen Rosenow, Mugdan und Konsorten nach Möglichkeit zu drücken. Wie die„Deutsche Krankenkassen Zeitung" aufmerksam macht, befindet sich nämlich auf dem Mitglied schein der Dienstherrschaften der folgende Wink mit dem Zaunpfahl „Infolge sofortiger Entlassung(zulässig bei Geschlechtsleiden und Schwangerschaft) oder ordnungsmäßiger Kündigung aus- geschiedene Dienstboten sind in Krankenhäuser nicht aufnähme berechtigt, weil die Verpflichtung des Vereins stets mit dem Dienst- cude aufhört." Das heißt mit anderen Worten, die Herrschasten sollen, sobald einer ihrer Dienstboten geschlechtskrank ist oder sich in gesegneten Umständen befindet, die betreffende Person rücksichtslos entlassen und sich damit die Verpflichtung, etwa für die Krankenhauskosten oder für den in die Wohnung zu holenden Arzt mit eigenen Mitteln ein zutreten, vom Halse schaffen. Leider wird dieses von dem edlen Freisinnskonsortium ausgegebene Rezept im weitesten Umfange be> folgt. Dann liegen die unglücklichen Mädchen, da sie in ihrem Zustande selten Beschäftigung finden, so gut wie auf der Straße. Die paar Ersparnisse, falls sie eS zu solchen überhaupt gebracht haben, sind bald aufgezehrt, und zuguterletzt fallen sie in ihrer schweren Stunde der Armendirektion in die Hände. Hunderte finden auf diese Weise im Familienobdach der Fröbelstraße und später in der Charits Austrahme. Und was dann vielfach aus bitterer Not folgt, das bildet, wie jedem Sozialpolitiker sattsam be- kannt ist, eins der traurigsten Kapitel in der Geschichte der Berliner Prostitution. Die Rosenow-Clique hat's auf dem Gewissen. Eröffnung der städtischen Flußbadcanstalten. Die Deputation für das städtische Turn- und Badewesen teilt mit. daß am Sonn- abend, den 16. Mai. morgens 6 Uhr, die städtischen Flutzbadean- stalten eröffnet werden, und zwar: a) für männliche Personen: 1. An der Cuvrystraßc, 2. Hinter Mühlenstraße 50, 3. An der Fruchtstraße. 4. An der Waisenbrücke, 5. Im Werdirschen Mühlengraben an der Jungfernbrücke. 6) An der Ebertsbrücke. 7. An der ti'eoabiter Brücke, 8. Im Nordhafen an der Fennbrücke; b) für Weibliche Personen.' 1. Air der Cuvrhstraße, 2. Hinter Mühlen- straße 50, 3. Oberhalb der Schillingsbrücke, 4. An der Waisenbrücke, 5. An der Ebertsbrücke, 6. An der Lessingbrücke. 7. Im Nordhafen an der Fennbrücke. Die Badeanstalt im Nordhafen ist jeden Montag und Freitag für Frauen, an den anderen Tagen für Männer geöffnet. Am 2. Pfingstfeiertag bleiben sämtliche Anstalten geschlossen. Das Nähere über die Benutzungszeit, über die Preise der Bäder, Schwimmunterricht und Badewäschc ergeben die bei allen Anstalten vefindlichen Tarife. Kinder unter 10 Jahren werden nur in Be- gleitung Erwachsener zugelassen. Die Anstalt an der Mühlenstraße ist für männliche Personen auch an Schultagen, und zwar Montags bis Freitags nachmittags von 5 Uhr, Sonnabends nachmittags von 2 Uhr ab gegen Zahlung und auf Freikarten geöffnet. Eine nene Straßenbahnlinie eröffnet die Große Berliner Straßenbahn in Gemeinschaft mit der Berlin-Charlottenburger Straßenbahn demnächst, voraussichtlich im Lause dieses Monats. Die neue Linie erhält die Nummer 50 und verbindet den Ring bahuhof Schönhauser Allee mit dem Wartburgplatz. Sie geht vom genannten Nmgbahnhof durch die Schönhauser und Kastanien-Allee, über de» Zionskirchplatz, die Veteranen- und Jnvalidenstraße, über den Pappelplatz, den Platz am Neuen Tor. die Luiseustraße, über den Luisenplatz, den Karlsplatz, die Neue Wilhelm-, Dorothecn- und Sommerstraße bis zum Brandenburger Tor. Bon hier geht sie durch den Tiergarten, durch die Charlottenburger Chaussee bis zum Großen Stern,'durch die Hofjägerallee, die Friedrich-Wilhelm-Straße. über den Liitzowplatz, durch die Maaßenstraße zum Rollendorfplatz und endlich von diesem durch die Motzstraße und Martin Luther- Straße bis zum Wartburgplatz. Die ganze Strecke kostet 10 Pf. Der Betrieb beginnt Werktags von der Schönhauser Allee 6.33, vom Wartburgplatz 6,37. Der letzte Wagen geht im Westen 10,20, im Norden 10,21. Sonntags sind die Abfahrtszeiten im Westen und iin Norden von 8,32 bis 12j17._ Gute Gesinnung gepaart mit Bescheidenheit find die Eigenschaften, auf die ein anscheinend energischer Sozialisten- löter beim Engagement eines Fahrers großes Gewicht legt. Wir tejen in der„Automobil-Welt" folgendes Inserat: Suche zum baldigsten Eintritt einen tüchtigen Chauffeur (Fahrer u n d R e p'a r a t e u r) zu meinen Wagen(22?S Benz und 12 Schulz). Nur unbestrafte und zuverlässige Leute wollen sich unter Einsendung von Zeugnisabschriften, Photographie und Rückporto melden. Mitglieder sozialdemokratischer Ver- eine werden nicht angenommen. Verheiratete Fahrer bevorzugt. Für diese Anfangsgehalt 100 Mark monatlich. Dr. Nosell, Ballen- stedt. Der Herr Doktor sagt sich, wie scheint, von vornherein mit Recht, daß ein Fahrer und Reparateur, der etwas leisten kann und außerdem von seiner Klassenlage überzeugt ist, für dieses Gehalt nicht so leicht zu haben ist. Er hätte sich deshalb den Hinweis, daß Mitglieder sozialdemokratischer Vereine nicht angenommen werden, sparen können. Aber aucki„Gutgesinnte", wie sie sich der sozialisten- feindliche Herr Doktor wünscht, werden eL sich überlegen, ob sie sich zu den verlangten Ansprüchen hergeben. Ein Brllderpaar unter dem Lastwagen. Ein auftegender Un- glücksfall hat sich gestern vormittag an der Millionenbrücke ereignet. Die beiden kleinen Söhne deS Stratzenreinigers Lenz. Grünthaler- straße 10 wohnhaft, hatten in einem Kinderhandwagcn Kartoffeln für den Haushalt geholt. Als die beiden Knaben, von der Ramler- straße kommend, nach der Millionenbrücke zu in die Swinemünder Straße einbogen, kam um die Ecke ein mit Steinen beladener Wagen gefahren. Die beiden Brüder, die mit ihrem Wägelchen dicht vor das Fuhrwerk gerieten, wollten ihr Hab und Gut noch schnell zurückziehen, doch wurden sie von den Pferden erfaßt und initot den schweren Lastwagen gerissen. Während der eine von ihnen mit Hautabschürfungen davonkam, wurde der 7jährige Ernst von dem Vorderrad überfahren und schwerverletzt vom Platz getragen. Der rechte Oberschenkel war ihm gebrochen, die Zehen zermalmt und außerdem hatte er innere Verletzungen erlitten. DaS große Los ist raus; manche Hoffnung der Lotteriespieler ist damit zu schänden gemacht worden. Ucber einen fast unglaublichen Vorgang der Verweigerung Srzt' .'ich er Hülfe geht uns folgende Mitleiluna zu, deren Nichtigkeit von . eieiligtcr Seite bestätigt wird: Vorgestern abend gegen 10 Uhr wurde der Adalbertstr. 53 wohnhafte Erdarbeirn Fritz Riemer am Stralauer Platz von einer Droschke überfahren. Passanten brachten den Verunglückten nach seiner Wohnung und die Frau bemühte sich, � sofort ärztliche Hülfe herbeizurufen. Den ersten Arzt, Dr. B., Köpenicker Straße, traf sie nicht zu Hause an. Frau Riemer eilte zu einem zweiten Arzt in der Melchiorstraße der ihr jedoch erklärte, daß er nicht Kassenarzt sei. Auch als die Frau die Zusicherung gab, daß sie aus eigener Tasche Zahlung leisten wolle, verweigerte der Mediziner den Besuch des Patientem Nunmehr begab sich die Frau zu einem dritten in der Köpenicker- Straße wohnenden Arzt, der es aber ebenfalls ablehnte, zu dem Kraulen zu kommen und der Frau nur den Rat gab, kalte Um- schläge bei dem Verletzten zu machen. Da Frau Riemer auffälliger weise teine Kenntnis davon hatte, daß bei Unglücksfällen Aerzte auch von einer Unfallstation oder Sanitätswache zu haben seien, blieb der Verunglückte ohne jede ärztliche Hülfe bis zum nächsten Mittag 12 Uhr liegen, zu welcher Zelt auf nochmaliges Er- suchen der erste, am Abend vorher nicht angetroffene Arzt nach der R.schen Wohnung kam. Dr. B. ordnete die Ueberführung des R. nach dem Krankenhause am Urban an. Wie er feststellen konnte, hatte der Arbeiter glücklicherweise nur Ouetschuiigeu und Fleisch wunden am rechten Oberschenkel erlitten. Durch die Verzögerung m der ärztlichen Hülfeleistung ist eine Komplikation nicht eingetreten. Unter den Räder» der Großen Berliner. Eine qualvolle Viertelstunde verbrachte Freitagnachmittag der Steinsetzer Friedrich Heinrich, Danziger Straße 94. unter einem der Ungetüme der Großen Berliner, bis die Feuerwehr ihn aus seiner Lage und der Tod von seinen Schmerzen erlöste. Heinrich war bei PflasterungSarbeiten in der Schönhauser Allee an der Wichertstraße neben den Straßenbahnschienen beschäftigt, als der Straßenbahnwagen Nummer 2335 der Linie 51 herannahte. H. trat beiseite. glitt aus und fiel so un- glücklick neben dem Straßenbahnwagen zu Boden, daß er mit dem linken Oberschenkel unter den seitlichen Schutzrahmen des Motor- Waggons geriet. Der Arbeiter, der eine Zermalmung des linken Oberschenkels und einen Bruch des Beckenknochens erlitten hatte, starb bald darauf im Lazarus-Krankenhause. wohin er gebracht worden war. Nach einem hiesigen Lokalblatt wäre H. von den Straßenbahn- beamten aus seiner qualvollen Lage befreit worden, ehe die Feuerwehr eingriff. Man versichert uns jedoch— und der Feuer- Wehrbericht sowohl als der Polizeibericht bestätigen das— H. wäre erst von der hinzugerufenen Feuerwehr befreit worden. Die Rettungsmittel der Großen Berliner wären unzureichend gewesen, den Mann unter dem Wagen hervor- zu bringen. Eine mehrere hundertköpfige Mensckienmenge war geradezu empört über die Tatsache, daß in allernächster Nähe eines Depots der Großen Berliner sich nicht schneller Rettung für den langsam Verblutenden bringen ließ, der nach Meinung der Masse diesen Mangel an Rettungsmitteln mit dem Leben bezahlen niußte. Als die Feuerwehr eingriff, war H. schnell befreit, aber leider zu spät, um wenigstens noch sein Leben zu retten. Wir sind der Meinung, daß jeder Wagen der Straßenbahn mit einer Winde versehen sein muß, die nicht nur genügt, ihn aus den Schienen zu heben, sondern die ihn soweit anhebt, daß man einen Verunglückten möglichst sanft aus seiner Lage zu befreien vermag. Mitzusühren wäre auch in jedem Wagen eine Segeltuchdecke mit Hand- haben, auf denen Verwundete leicht transportiert werden können. Von Grund auf müßten aber die sogenannten„Schutzvorrichtungen" der Wagen geändert werden, welche zwar die Räder der Fahr- zeuge vor Steinen usw. schützen, aber wahre Marterinstrumente für jeden unter den Wagen Geratenen sind. Daß man in Berlin jemals eine prakttsche Fangvorrichtung sehen tvird, wagen wir nicht zu hoffen._ Die Eiscnbahnbehörde äußert sicki jetzt in einem uns zugegangenen Schreiben über das in unserer Nr. 98 vom 26. April berichtete sonderbare Verhalten eines Eisenbahnbcamten. Dort war mitgeteilt, daß ein auf der Station Jannowitzbrücke in einen Vorortzug ein- gestiegener besser gekleideter Herr im Zuge von Krämpfen befallen wurde und daß Mitreisende sich des Mannes annahmen. Sie wollten ihn auf der Station Schlesiscker Bahnhof dein StationS- beamten übergeben, der aber das Ausladen des Kranken nicht zuließ, sondern einfach das Signal zur Abfahrt deS Zuges gab. Die Eisenbahndirettion schreibt uns nun hierzu: Der Artikel„Heber ein sonderbares Verhalten eine» Eisenbahn- Beamten" in Nr. 98 Ihrer Zeitung vom 26. v. MtS. bedarf der Richtigstellung. Der Stationsbcamte auf dem Schlesischen Bahnhof hat von dem Vorfall durch einen von Reisenden herbeigerufenen Türschließer erst nach der A ns f a h r t des Zuges Kenntnis erhalten. Dem Tür- sckiließer war eS wegen der weiten Entfernung und bei der großen Besetzung deS BahusteigS mit Reisenden nicht möglich, sich während des Aufenthalts des Zuges dem diensthabenden Stationsbeamteu verständlich zu machen; dieser gab daher nach der fahrplanmäßigen AufenthaltSzeit den Befehl zur Abfahrt, weil er annehmen konnte, eS fei alles beim Zug in Ordimug. Sobald der Beamte von dem Vorfall Kenntnis erhielt, hat er durchaus sachgemäß gehandelt, indem er die Station Stralau- Rummelsburg durch Fernsprecher ausforderte, Leute zum Heraus- nehmen des Kranken aus dem Zuge bereit zu halten." llnsere Gewährsmänner halten an ihrer erst gegebenen Dar- ftellung fest. Opfer der Straße. Die vierjährige Tochter des in der Box- hagener Straße 25 wohnhaften Webers Heppert spielte gestern (Sonnabend) vor dem elterlichen Hause und wollte gegen'/gl Uhr mittags über die Straße laufen, ohne zu beachten, daß ein Straßen- bahnwagen der Linie 76 herannahte. Die Kleine betrat unmittelbar vor dem Motorwagen das Gleis, wurde untgestoßen und fiel so un- glücklich, daß sie unter den Schutzrahmen gellemmt wurde. Mittels mitgeführter Winden wurde der Wagen angehoben und das Kind aus seiner entsetzlichen Lage befreit. Die Verunglückte wurde nach der Unfallstation in der Warschauer Straße gebracht, wo der Arzt einen komplizierten Schädelbruch, Bruch des rechten Oberarmes und schwere Quetschungen an der linken Seite feststellte. Nach Anlegung von Notverbänden wurden die kleine H. nach dem Krankenhaus Friedrichs- Hain übergeführt, wo sie in hoffnungslosem Zustande daniederliegt. — Von einem Kartoffelwagen überfahren und schwer verletzt wurde am Sonnabend gegen 1 Uhr in der Zorndorfer Slraße die 5jährige Grete Müller, Tochter des in dem Hause 29 der genannten Straße wohnhaften MolkereibesttzerS M. Das Mädchen spielte mit anderen Kindern vor dem elterlichen Hause und versuchte in dem Augenblick über den Fahrdamm zu laufen, als ein Kartoffelwagen herannahte. Die kleme M. wurde umgestoßen, geriet unter den Wagen, dessen Vorderräder ihr über das linke Bein hinweggingen. Das Kind erlitt eine Zertrümmerung deS Unterschenkels und wurde. nachdem es auf der Unfallstatton in der Warschauer Straße die erste Hülfe erhalten, nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Der Verunglückten wird wahrscheinlich das verletzte Glied abgenommen werden müssen. Die Rettungswache des Arbetter-SchwimmerbundeS befindet sich jetzt ausschließlich in Händen deS Schwimmvereins„Vorwärts- Berlin" und stellt sich allen Arbeitervereinen und Gewerkschaften bei Vergnügungen, die in Lokalen stattfinden, welche am Wasser liegen, zur Verfügung. Etwaige Anftagen sind zu richen an Karl Richter. W., Lützowufer 1. DaS Pslizeiprösibium teilt mit: Am 25. April er. wurde in Reppen ein zirka 80jähriger Mann festgenommen, weil er sich selbst der Brandstiftung bezichtigte. Der Mann, welcher angab, Wilhelm Mittle zu heißen, ist offenbar geisteskrank. Bei ihm wurden ver- schieden- Düten mit Kaffee, Zucker, Konfitüren usw. gefunden, welche den Aufdruck Berliner Geschäfte trugen, so daß wohl anzunehmen ist, daß er sich hier aufgehalten hat. Gemelder war der Betreffende, falls er, wie angegeben, richtig Milhelm Wttke heißt, in Merlin nicht, Hutfutter Tafchentuch sind IV. IV. gezeichnet. Wittke ist zirka�1,70 Meier groß, schlank. hat kleinen, hellblonden, herabhängenden Schnurrbart, blaue Augen, abstehende Ohren, trägt dunkelgraugestrcifien Rockanzug, blauen Serviteur und hellen Schlips, schwarzen, weichen Filzhut. Etwaige Mitteilungen über die obengenannte Person nimm! jedes Polizeirevier und die Kriminalpolizei zu 2536 IV 44,08 cnt» gegen. Feuerwehrbericht. Wegen eines Tachstuhlbrandes wurden vor» gestern der 16., 15. und 13. Zug nach der Tegeler Straße 11 alarmiert. Dort stand der halbe Tachstuhl des Vorderhauses und der erste Teil des rechten Seitenflügels in Flammen. Brand- inspeftor Julius ließ kräftig Wasser geben und sowohl über die Treppen als auch über eine mechanische Leiter vorgebi'n. Es gelang dann auch.eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Es wird Brandstiftung angenommen. Grober Unfug lag einer Feuer- Meldung nach der Triftstraße zugrunde. Der Täter ist entkommen. In der Andrcasstraßc 27 brannte eine Marquise auf einem Balkon; in der Möckern Straße 124 Schwefel; in der Stephanstraße 58 Fett und in der Danziger Straße 6 Koks. Betten, Möbel usw. wurden in der Wittstocker Straße 26 ein Raub der Flammen. Außerdem hatte die Wehr noch in der Georgenkirchstraße 41, Gerichtstr. 54-55, Linicnstraße 152, Grünthalerstraße, Beuthstraße 20, am Belle- Alliance-Platz 11» und anderen Stellen zu tun. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Der Unterricht in Rede-Uebung muß an diesem Dienstag. den 12. Mai, ausfallen. Der Ersatzabend wird in der nächsten Rede-Uebung, die am Dienstag, den 19. Mai stattfindet, festgesetzt werden. Am Sonntag, den 17. Mai. FamilienauSflug nach Friedrichsfelde. Abfahrt de? Stadlbahnzuges: Alexanderplatz 2.08, Jannowitzbrücke 2.11, Schlcsischer Bahnhof 2.14. Treffpunkt für Nachzügler von 3 Uhr nachmittags ab: BubeS Volks- garten, Prinzenallee 30, Endstation der Straßenbahnlinien 69 und 70. Zahlreiche Beteiligung der Mitglieder und Freunde der Schule erwartet_ Das Komitee. Arbeiter-Samaritcrkslonne. Montag, abends 9 Uhr, Beginn des Kursus in der 2. Abteilung bei Dase. Brunnenstraße 154. Vor- trag über Anatomie(Bau des menschlichen Körpers). Um rege Beteiligung wird ersucht. Die Amateur-Photographie hat in den letzten Jahren einen stoßen Aufschwung genommen und weite Kreise betreiben die 'chwarze Kunst nicht nur zum Zwecke des Erwerbes sondern betrachten die Ausübung auch als Sport. Zahlreiche Amateur- ihotographenvereine sind wie Pilze aus der Erde geschossen, um ihre Mitglieder in der schwarzen Kunst zu vervollkommeuen und ihnen auch önst Vorteile zu bieten. Seit einiger Zeit hat sich auch ein Arbeiter- Amateurphotographenverein„Iris" gebildet, der die Amateur- Photographie in den Dienst der Arbeiterbewegung stellen will. Das soll geschehen durch photographische Auf- nahmen gelegentlich des Ausbruches wirtschastlicher Kämpfe. Wie oft kommt eS vor. daß die Behörden Verkehrs- ltörungen annehmen, wenn in einer einsamen Straße ein Streik- Posten auf- und abgeht. Photographische Aufnahmen der Situation könnten den Gerichten beweisen, wie irrtümlich die Behörden An- zeigen erstatten, in einem Falle ist durch die Vorlegung einer solchen Photographie Freisprechung eines augeklagten Streikpostens erfolgt. Der Verein, der Donnerstags im Restaurant Arlt, Brunnenstr. 30 tagt, will durch genossenschaftlichen Einkauf von Chemikalien und Präparaten seinen Mitgliedern die Erreichung dieses Zwecke» er- leichtern helfen._ Vorort- JVadmdrteiis Rlxdorf. Zur Nachahmung empfohlen. Eine der größten Baufirma Rix» dorfs, Adolf Schultze, hat bereits seit längerer Zeit in ihrem Geschäft die achtstündige Arbeitszeit bei einem Miuimallohn von 85 Pf. pro Stunde eingeführt. Dieses Jahr ist bei dieser Firma auch der 1. Mai würdig begangen worden. Die Firma hatte sämtliche Arbeiter mit Familie zu einer Dampferpartie nach Wendenschloß bei Köpenick eingeladen. Dieser Einladung waren 139 Personen gefolgt, die sich bei Spiel im Walde aufs beste unterhielten. Essen und Getränke, wie auch kleine Geschenke für die Kinder hatte die Firma genügend bestellt. Trotz des achtstündigen Arbeitstages und de» Freigabe des 1. Mai ist die Firma konkurrenzfähig. Wieder ein Beweis, daß die bekannten Gründe gegen den Achtstundentag nur Scheingründe sind. Die Firma Schultze scheint sich allerdings von ihren Kolleginnen dadurch zu unterscheiden, daß sie den Arbeiter noch als Mensch und nicht als Arbeitstier einschätzt. Nieder-Schöncweide. Die UrWählerliste» zur Landtagswahl liegen am 11., 12. und 13. Mai im Gemeindebureau Grünauer Straße 1 I während der Dienststunden von 9—1 Uhr und vo» 3—5 Uhr zu jedermanns Ein- ficht aus. Der Ort ist in vier Urwahlbezirke eingeteilt. Der Urwahlbezirl umfaßt: die Garlenstraße, Rixdorfer Straße, Karlshorster Straße, Wasserstraße, Berliner Straße von Nr. 1—20� und 124— 141, Brückenstratze und Spreestraße. Der 2. Urwahlbezirl umfaßt: die Grünauer Straße von 1--8 und 15, Bahnstr. 1—2. Berliner Str. 21—32 und 119—123 und Hasselwerder Str. 1 und 2 und 37— 40. Der 8. Urwahlbezirl umfaßt: die Hasielwerder Straße von 3— 36 und die Berliner Straße von 33—37 und 110—118. Der 4. UrWahlbezirk umfaßt die Grünauer Straße von Nr, 9 bis 14, Fennstratze. Britzcr Straße, Köllnische Straße, Berliner Straße von Nr. 38 bis 109, Sedanstraße und den Bahnhof Obersprce nnt dem Bahnwärterhaus. Für alle diejenigen Wähler, die nicht in die Wählerliste auf- genommen sind, weil sie noch bei ihren Eltern resp. in Schlafstelle wohnen und nach Ansicht unseres Gemeindevorstehers nicht selb- ständige Preußen sind, ist Protest eingelegt worden. Die Proteste hat der Gemeindevorsteher dahin beantwortet, daß die betreffenden Wähler nachträglich in die UrWählerliste aufgenommen lvorden sind, warum nicht gleich so? Charlottenburg. Ein tödlicher Unglücksfall trug sich vorgestern abend gegen 6 Uhr in der Pestalozzistraße zu. Dort lief die dreijährige Margarete. Todbter des in derselben Straße Nr. 39 wohnenden Arbeiters Bambenick, beim Spielen auf den Fahrdamm und geriet unter die Räder eines vorbeifahrenden Geschäftswagens, die ihr über die Brust hinweg- gingen. Die Kleine wurde nach der Unfallstation i« der Kaiser- Friedrich-Sttaße gebracht, woselbst der anwesende Arzt eine schwere innere Blutung und Bruch deS rechten Schlüsselbeins feststellte; von dort wurde das Kind nach dem Krankenhause Westend übergeführt, wo eS kurz nach der Einlieferung verstarb. Freie Volksbühne Charlottenburg. Im wunderschönen Monat Mai hat sich der Berein die leichte, erheiternde Kost eines Schwankes von Blumenthal und Kadelburg verschrieben, indem er. H a n S Suckebein" zur Aufführung bringt, die zwerchfellerschütternden chicksale eines Pechvogels, der sich auch nicht die kleinste Notlüge leisten kann, ohne von Frau und Schwiegermutter sofort ertappt zu werden. Die Vorstellung der 1. Abteilung ist am Donnerstag'. den 14. Mai. die der 2. Abteilung an, Freitag, den 15. Mai, im Schiller-Theater Charloltenburg. Die Marken müssen am Tage vor der Vorstellung geklebt sein. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde eine Reihe kleinerer Vorlagen(Aufstellung von Meteorographen, Bewilligung eines Beitrages für den Schwäbischen Schillcrvercin, Bewilligung von 9400 M. zur Drucklegung der LandtagSwählcrlsste u. a.) de» MteloS öngeilomiNW» In der Sitzung vom 12. Februar war ein von liberaler Seite gestellter Antrag, der Magistrat möge sich mit dem gemeinnützigen Verein für Rechtsauskunft in Groß-Berlin zum Zweck der Er- richtung einer Rechtsauskunftsstelle in Charlotten- bürg in Verbindung setzen und die Versammlung sich bereit er- klären, dem Verein jährlich 3000 M. und die erforderlichen Räum- lichkeiten zur Verfügung zu stellen, an einen Ausschuß verwiesen worden. Der Ausschuß empfahl die Annahme des Antrages. Genosse W i l k bemerkte, daß es nur gerecht wäre, dieselben Vor- teile wie dem Verein für Rechtsauskunft in Groß-Berlin auch dem Berliner Arbeitersekrctariat behufs Errichtung einer Zweig- stelle in Charlottenburg zuzuwenden. Letzteres sei insofern noch erwünschter, als die Rechtsauskunftsstelle vorwiegend doch von der Arbeiterbevölkerung in Anspruch genommen werden würde, und gerade auf dem Gebiet des gewerblichen Arbeiterrechts sich die Arbeitersekretariate eine große Erfahrung erworben und aner- tanntermaßcn sehr segensreich gewirkt hätten. Namens unserer Partei stellte er auch einen entsprechenden Antrag. Stadtver» ordncter Dr. Stadthagen(Unpol.) ergriff diese Gelegenheit, um die Arbeitersekretariate als sozialdemokratische Einrichtungen zu verdächtigen, die lediglich den Mitgliedern der„sozialdemo- kratischen" Gewerkschaften mit Rat zur Seite stehen und daher städtische Mittel nicht erhalten dürften. Zwar fertigte Genosie Zietsch den frisch-fröhlichen Sozialistenfresser gebührend ab, aber die liberale Mehrheit machte sich seine Argumente zu eigen und stimmte unseren Antrag nieder. Der Ausschutzantrag wurde darauf angenommen. Ein Magistratsantrag, die Bearbeitung der Angelegenheiten der mittleren und höheren Mädchenschulen sowie des gesamten Privatschulwesens der Schuldeputation zu überweisen, wurde einem A u s s ch u tz überwiesen, der prüfen soll, ob für die höheren Mädchenschulen nicht besser eine besondere städtische Verwaltungs- deputation zu errichten sei. Von unseren Genossen gehören Dr. Borchardt und Zietsch diesem Ausschuß an. Ein von allen Parteien eingebrachter Antrag, den Magistrat zu ersuchen, für die Errichtung eines Jugendgerichtshofes in Charlottenburg einzutreten, fand Annahme, nachdem der Oberbürgermeister erklärt hatte, daß die Angelegenheit die zu- ständigen Justizbehörden bereits beschäftige. Ebenso wurde ein Antrag angenommen, die Be- strebungcn des Berliner Waldschutzvereins zu unterstützen. Stadtv. Dr. F r e n tz e l(Lib.) wies darauf hin, daß der Grunewald jetzt durch die Untergrundbahn bis unmittelbar vor die Tore CharlottenburgS gerückt sei, überall sehe man aber an den Bäumen Plakate:„Besitz der Terraingesellschast.. oder „Wegen des Verkaufs bitte sich zu wenden an die Terraingesellschast ... Lebhaft erinnere das an die Schildkröten in den Lon- doner Geschäften, welche die Inschrift tragen:„morrov soup" (morgen Suppe). Auch hier werden bald Häuser an Stelle der Bäume stehen, ja bielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo im Westen unserer Stadt eine Tafel steht mit der Inschrift:»Hier hat einstmals der Grunewald gestanden". Unser Genosse F l e m m i n g wies vor allem auf den großen Sckmden hin, den die arbeitende Bevölkerung von der waldver- lvüstenden Tätigkeit des Kapitalismus hat, eine Tätigkeit, welch» auch eine allmähliche Aenderung unseres Klimas in ungünstigem- Sinne zur Folge haben mutz, ja zum Teil schon gehabt hat. Der letzte Gegenstand der Tagesordnung war die Mitteilung von der Nichtbestätigung unseres Genossen Dr. Borchardt als Mitglied der Schuldeputation seitens der Regierung. Auf Antrag unseres Genossen Zietsch war dieser Gegenstand, der in der vorigen Sitzung in geheimer Sitzung mit geteilt werden sollte, auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung gesetzt worden, damit das Verfahren der Regierung in breitester Oeffentlichkeit besprochen werden könnte. Zietsch brandmarkte den kleinlichen Polizeigeist der preußischen Regierung, der Preußen in der ganzen Welt verhaßt, aber zugleich auch lächerlich vor der ganzen Welt, zum Gespött aller fortgeschrittenen Kulturvölker inacht. Beständig wirst man uns vor. daß wir die positive Mit- arbeit scheuen; auf dem Gebiete des Volksschulwcsens aber, das so dringend der tätigen Mitarbeit gerade der Kreise bedarf, deren Kinder die Volksschule besuchen, schließt man uns in ungerechtester Weise gewaltsam von jeder Mitwirkung aus, und die Liberalen werden das wahrscheinlich als wohlgesinnte königlich preußische Liberale ruhig hinnehmen. Stadtv. Otto(Lib.) protestierte zwar gegen die letzte Be- zeichnung und erkannte die scharfe Be- und Verurteilung der preußischen Regierung durch Genossen Zietsch als berechtigt an, aber er ließ doch durchblicken, daß die Liberalen sich nunmehr be- mühen werden, einen der Regierung genehmen Mann zu finden. Stadtv. Stadthagen ließ auch diese Gelegenheit nicht vor- über, um die preußische Regierung in Schutz zu nehmen. Der Ausdruck, sie mache sich lächerlich und zum Gespött der ganzen Welt, verletzte sein regierungsrätliches Gemüt. Zwar hatte er selbst seinerzeit seine Stimme für die Wahl ünseres Genossen Dr. Borchardt als Mitglied der Schuldeputation abgegeben und wollte dies auch nicht bedauern; in den Kommunen, meinte er, arbeiten die Sozialdemokraten ja positiv mit, aber im Reichstag und im Landtag wisse man von einer solchen positiven Mitarbeit nichts, und da könne man sich nicht wundern, daß die Regierung die ablehnende Stellung ihnen gegenüber einnehme. Diesen Reichs- vcrbai dsmätzchen heimzuleuchten fiel Genossen Zietsch nicht schwer; allerd ngs mußte er zugeben, daß im preußischen Landtag bisher von einer positiven Mitarbeit der Sozialdemokratie nichts bekannt sei. Stadthagen könnte ja, toenn ihn so sehr danach gelüstete, dazu beitragen, daß die Sozialdemokratie in den Landtag einziehe. Hiergegen verwahrte sich allerdings der Herr Regierungsrat mit komischem Eifer, worauf Genosse Zietsch ihm unter schallender Heiterkeit der ganzen Versammlung erwiderte, daß die Absage der Wahlhülfe bei der molekülartig kleinen Gefolgschaft des Herrn Stadthagen gerade nichts Schreckhaftes für uns haben könne. Die Einpchtuahme in die Wählerliste kann auch erfolgen im Volkshause, bei FelSmann. Reuchliustr. 6 und bei Klasse, Charlottenburger Ufer 1. Das Komitee. Trebbin(Kreis Teltow). Ei» Schulbeispiel dafür, wie falsch die kleinen Lokalblättchen ihre Leser unterrichten, bietet die hiesige»Trebbiner Zeitung". In einem Artikel über Einkommensteuer bemerkt daS Blattchen n. a.. daß, nachdem die Arbeitgeber auf Grund des Einkommensteuergesetzes die Lohnlisten ihrer Arbeiter vorzulegen verpflichtet seien, festgestellt worden ist, daß viele Tausende Arbeiter seit vielen Jahren bei einem Einkommen von 3000—7000 Mark keinen Pfennig Steuer bezahlt haben. Derartig hohe Einkommen seien bei Bierfahren. Portiers, Dienern. Chauffeuren. Zeichnern. Putzern und verwandten Berufen festgestellt worden. Die Landbevölkerung mag das Blättchen mit dieser Mitteilung wohl in Staunen versetzen, die hiesige Arbeiter- bevöllerung jedoch glaubt solche Kalauer nicht. Die zahlreichen Tabakarbeiter am Ort mit ihren elenden Löhnen stehen sicher nicht im Geruch, die Stadt um Steuern geprellt zu haben. Wilmersdorf. In der letzte» Generalversammlung de-Z Wahlvereins sprach Genosie R oh r-Rixdorf über die Technik der LandtagSwahlen. Der Kasienbericht des ersten Quartals ergab eine Gesamteinnahme von 1008,47 M.. der eine Ausgabe von 057,38 M. gegenübersteht; davon wurden an die Zentralkasie 672,32 M. abgeliefert, so daß am Ort ein Kasienbestand von 51,00 M. verbleibt. Unter Vereinsangelegen- Herten wurde ein vom Vorstand empfohlener Antrag, einen Genosien (Gastwirt), welcher eine Familienfestlichkeit in einem gesperrten L osk a l abgehalten hat, auS dem Wahlverein auszuschließen, mit geringer Mehrheit abgelehnt. Die Wählerlisten liegen nur noch heute und morgen(Montag) von früh 8 bis abends 7 Uhr im Wahlbureau, Lauenburger Straße 19 aus. Versäume also keiner die Listen einzusehen, da spätere Ein- Wendungen vollständig zwecklos find. Für diejenigen, denen es nicht möglich ist. selbst Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen, sind nachgenannte Genossen bereit, dies zu tun: Blaurock, Kurfürstendamm 137, Wegner. Johann-Georgstr. 13, Kätzler, Lauenburger Straße 20, Hagen, Gasteiner Straße 23. Feese, Berliner Straße 46, Riedel, Berliner Straße 39, Bartels, Hohen« zollern-Damm 6. Henkel, Durlacher Straße 11, KornetzeliuS, Holsteinischestr. 4, W. Murrer, Eislebener Straße 14. Beim Besteige» eines i» der Fahrt befindliche» Straßenbahnwagens schwer zu Schaden gekommen ist gestern der Feuerwehrmann Karl Wetter aus der Rathenower Straße 51. W. versuchte gegen 7 Uhr morgens in der Brandenburgischeu Straße den Motorwagen Nr. 1219 der Ringlinie 6 zu besteigen, glitt aus und fiel so unglücklich, daß er unter den Vorderperron des Anhängewagens zu liegen kam. Er erlitt einen doppelten Bruch des rechten Schlüsselbeins, eine Knochen- Zersplitterung der rechten Schulter und Hautabschürfungen am Kopf und an den Händen. Der Verunglückte erhielt auf der nächsten Rettungswache die erste ärztliche Hülfe und wurde auf seinen Wunsch nach seiner Wohnung gebracht. Weihensee. Aus der Gemeindevertretung. Ueber die Erneuerung de» Zaunes um das Schloßgrundstück entspann sich eine längere Debatte darüber, ob Holz oder Eisen resp. Draht dazu verwendet werden soll. Endlich siegte das Holz, welches in Form eines Staketenzauns zur Geltung kommen wird. Nachdem nun die verwitterte Schloßmauer gefallen ist, wird der ebenfalls sturmgeprüfte Bretterzaun fallen und somit der Ausblick auf den See gestattet sein. Den Trianonpark für daS Publikum freizugeben, wurde nicht gewünscht, da die bisherigen Anlagen vorn Publikum nicht so ge- schätzt wurden, wie eS von einem gesitteten Menschen erwartet wird.„DaS Weitzenseer Publikum muß erst erzogen werden, die sehr teueren Anlagen zu beachten", war der Ausspruch eines Herrn, und leider hat er zum Teil recht. Der Borgarten des SchloßhofeS soll gärtnerisch reguliert werden, was 1200 M. Kosten verursacht; ferner soll ein Wächter angestellt und im Vorgarten Warnungstafeln aufgestellt werden. Des schlechten Geschäftsganges wegen mußte dem Schloßwirt die Pauschale zur Vergnügungs- steuer von 1300 auf 1000 Mark herabgesetzt werden und zwar soll dies vorläufig für das Sommerhalbjahr gelten. Tie Zwangsversteigerungstermine sollen von jetzt ab durch einen Bevollmächtigten der Gemeinde wahrgenommen werde, da es vor kurzer Zeit vorgekommen ist, daß em mit 280 000 M. beliehenes Grundstück im. ZwangSversteigerungStermin mit 5000 M. verkauft wurde und die Gemeinde dadurch einen bedeutenden Verlust an Umsatzsteuer hatte. Bevollmächtigt wurden Schöffe Rathmann und Gemeindevertreter Frentz(Soz.) Rowawes. Ueber die bevorstehenden LandtagSwahlen referierte in einer am Mittlvoch stattgefundenen Volksversammlung Genosse Ed. Bernstein. In seinen l'/.stgndigen Ausführungen erläuterte Vortragender die Aufgaben, welche das Abgeordnetenhaus zu erledigen hat, und be- leuchtete die Zustände, die sich in Preußen unter dem herrschenden Junkerregiment herausgebildet haben. In scharfer Weise krittsierte Redner daS Dreiklastenwahlunrecht und betonte, daß der Kampf für das demokratische Wahlrecht zwar ein schwerer sei, aber durchgefochten werden müsse, um auch in Preußen Verhältnisse zu schaffen, die eines Kulturvolles würdig sind. In der Dikusston legte Genosie Grahl die örtlichen Verhältniste dar und erklärte, daß eS uns auch diesmal möglich sein werde, in der zweiten Klasse einige Wahl- männer durchzubringen. wenn jeder Genosse seine Schuldigkeit tue; unbedingt notwendig sei es, daß sich jeder Wähler vor der Wahl informiere, in welcher Klasse er wahlberechtigt ist. Nach einem krästiaen Schlußwort des Vorsitzenden Genossen Gomoll wurde die gutbefuchte Versammlung geschlossen. Potsdam. Vom Jrrfinn befallen wurde vorgestern ein Passant, der den Park Sanssouci durchstreifte. Mit eilenden Schritten stürzte er auf die große Fontaine am Hauptweg unterhalb der Schloßterrassen und sprang in das Basfin. Nur mit Mühe konnte er gerettet werden. Dann gebärdete sich der Mann wie rasend, biß und schlug den Wärter und konnte nur mit Mühe überwältigt und im Krankenwagen nach dem städtischen Krankenhaus gebracht werden. Der Mann scheint ein Berliner zu sein. Seine Personalien konnten noch nicht fest- gestellt werden. Zossen. Die UrWählerlisten zur LandtagSwahl liegen für die drei Wahl« bezirke im Zimmer 4 des Rathauses vom 11. bis inklusive 13. Mai in den Bureaustunden vormittags von 9—12 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr öffentlich aus. Innerhalb dieser Zeit kann gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit schriftlich oder mündlich Einspruch erhoben werden. Ein dreister EiubruchSdicbstah! ist in der vergangenen Nacht in dem hiesige» Amtsgericht erfolgt. Der Dieb hat sich anscheinend in das Gebäude.einschließen lassen und ist dann in die Gerichts- schreiberei eingedrungen. Alle verschlostenen Behälter find von dem Spitzbuben aufgebrochen und, wo ihm die? nicht gelang, hat er die Schlöster herausgeschnitten. Mt welcher Ruhe der Einbrecher vor- gegangen ist, beweist am besten, daß er sich von den vorgefundenen Zigarren eine anzündete und bis zur Hälfte rauchte. Nachdem er sein Werk vollendet hatte, ist er durch das Fenster nach dem Markt- platz gelangt. Der Dieb hat bei diesem raffinierten Trick 580 M. erbeutet. Passieren konnte dem Gauner auch nicht viel, da gerade- über vom Amtsgericht die Polizeiwache liegt. Mlgemeine Familien-Sterbckasse. Heute Zahltag Ackerstr. 123 bei Wicsenthal von 3—6 Uhr. KrUfKakten der Redaktion. Di« snrlstls»« Sprech stund, Niidei Liudenstrahe Mr. 3. jwciier Hos, dritter Eingang, vier Treppen, DSU" Fahrstuhl-tzßO wochentäglich abend? von?>/> bis»'/, Uhr statt.(Seöffuet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Antrag? ist«in Buchstabe und eine Zahl als Merkzeiche» beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteil». Eilige Frage» trage man in der Sprechstunde dor. —<5. K. 508. Die Naturalisation wäre möglich, ein Recht aus dieselbe steht Ihnen aber nicht zu. Die Kosten betragen 50 M.— E. R. 15. Der Kollektcur ist im Recht.— A. B., Frankfurt. Nichten Sie unter Bei- Icgung von 25 Ps. und unter Angabe des Geburtstages Ihrer Schwester eine Ansragc an die Polizeiverwaltung in Franksurt.— O. P. 01- Ein Recht aus Ausnahm« in eme Heiistätte steht dem Versicherten, nicht zu; die Versicherungsanstalt hat daS Recht, aber nicht die Pjlichi, die Ausnahme zu gewähren. Um Invalidenrente zu erhalten, müssen mindestens 200 Marken geklebt werden.— R. B. 500. 1. Ja. 2. u. 3. Nein.— T. H. 100. Ja. — Theodor. Eine Bestrasung kann nicht erfolgen. Sie können Rück» zahlung verlangen, wenn Sie beweisen, daß die Bedingung so lautete, wie Sie behaupten.— W. U. 907. Sie befinden sich im Irrtum. — Zl. B. 185. 1. DaS Vormundschajtsgericht ist im Recht. 2. Der Strasantrag wegen Beleidigung müßte innerhalb dreier Monate nach Kenntnis von derselben gestellt werden. Die Beleidigungsklage ist in drei Exemplaren dem Amtsgericht einzureichen. Sie kann auch zu Protokoll ab- gegeben werden. Der Kostenvorschuß beträgt 10 M. Die Möglichkeit, daß in dem von Ihnen dargelegten Falle Freisprechung erfolgt, ist nicht völlig ausgeschlossen.— A- St. 105. Der Vater des außerehelich geborenen Kindes hat lein Recht ans Herausgabo des Kindes.— O. Bt. 100. Die Witwe hat leider den Termin, bis zu dem sie hätte vorzeitig kündigen können, nämlich den 3. April, verstreichen lassen. Sie müßte nunmehr sich in Güte einigen, da der Hauswirt im Recht ist. Das EinbehalwngSrccht steht dem Wirte zu.— M. W. 5000. Ist für Klage leider zu spät. R.«. 100. 1. Seit 1874. 2. Rein.— A. 87. Leider gibt es sür der- artiges ein« Stiftung nicht.— O. 188. Das Geld ist für das Kind an» zusammeln. Indessen können Sie einen Antrag aus Zahlung der Summe an daS Gericht richten. 2. Ja. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Dtrektion über den Großhandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zusuhr schwach. Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Wild: Zufuhr knapp, Geschäft lebhast, Preise fest. Geflügel: Zusuhr etwas zunehmend, Ge» schüft sehr rege, Preise hoch. Fische: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käs«: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Ob st und Südfrüchte: Zufuhr genügeitv, Geschäft etwas reger, Preise wenig verändert. Wafferftayds-Rachrichte» der LiMbeSanstalt sür Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. vasserstand M e m e l. Tilsit Pregel, Jnsterburg Weichsel, Thon« Oder, Ratibor » Krassen Franlsurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Bordamm Elbe, Leitmeritz . Dresden » Barby . Magdeburg seit 7. 5. cm') —5 —1 —1 +2 0 +2 —6 -s-45 +25 +13 -35 +2 +34 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall,—•) Unierpegel Die Oder erreichte bei Ratibor ihren höchsten Stand: 5as em gestern zwischen S's, und 10'/, Uhr vorm. und toar nach telcgraphischer Meldung daselbst heute um 8 Uhr vorm. schon aus 415 em g e f a l l e n.i Größtes Spezial-Geseliäft für Damen-Kleiderstoffe, Blusen, Röcke und Jupons. Große Frankfurterstr. 126 Eckhaus Koppenstraße. §. Weissetiberg Große Frankfüiterstr. 126 Eckbaus Koppenstraße. Btfleiderstoffe 5eid®Bistoffe Bordüren-Stoffe mit gestreikt«!) o. karierten Bordüren Meter 1.00 i.35-2.50 M. Engl. Karos u. Streifen 1.65 2.00-3.00 m. Satins und Covert-Coafstt"""'"�:"; 1,50 2.00-2.75 m. Eleg. farbige Phantasiestoffe 1.25 1.75-2.50 M. in glatt n. gemustert, für eleg. leichte Sommerkleid. Meter M. Alpaka- u. Mohairstoffe Neue Blusenstoffe" 90«. 1,25-2.00 reinseid, Blusenstoffe" gestreifte Einfarb. reins. Blusenstoffe t � n6ü6nParb Parbenst, Mtr. IiB5 ZOO 2lS0~3l00 M. . 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( Nachdruck verboten.) 168 69 242 49 325 473 732 865 1131 469 872 977 2134 62 235 459 72 639[ 1000] 3246 75 911 4005 53 125 84[ 500] 532 775[ 500] 5045 249 308[ 500] 586 900 6261 613 66 731 7230 36 344[ 300] 92 596 760[ 1000] 877 945 67 8135.87 292 310 436 46 708 808 929 9000 2 117 23 28 306 620 [ 1000] 718 10110 60 62[ 3000] 213[ 500] 454 578 689 836[ 8000] 958[ 1000] 11068 294 317 46 525 805 991 12071 184 210 350 717 800 13 66 13006 129 815 14069 380 494 785 875 15453 579 946[ 1000] 16702 6 820 29 58 17309 569 754 93 18082 222 99 304[ 3000] 19062 295 388 414 555 634 979 88 97 20794 860 99 21102[ 300] 264 67 338[ 1000] 520 22127 228 475 518 834 23167 358 895 24233 486 640[ 500] 792 [ 500] 837 977 25070[ 1000] 970 26215 72 529 45 935 27101 209 10 413 60 584 711 892 28015 48 61 194 837 55 549 627 29019 145 208 588[ 500] 658[ 500] 813[ 3000] 984 30010 148 65 270 686 31548 62 786 920 32056 188 450.648 59 68 98 747 855 904 11 33298 884 92 34146 255 94 490 853 57 35114 331 47 530 616 33 85. 811 27 954 98 36050 57 153 248[ 500] 88 392 627 785 829 37203 397 454 643 744 934 38094 218 84 355 98 781[ 500] 866 39117 26 318 25 32 544 761 96 836 922 40209 14 71 682 715 888 957 95[ 1000] 41295 563 676 93[ 500] 787 42188[ 500] 207 373 949 43282 618 743 50 44113 835 478 599 603 718 822 45172 255 75 323 71 875 84 46188 816 664 730 64 47070 134 201 334 539 852 48217 317 37 430 708 85 49120 211 464 511 66 686 783 808 54 50244 526[ 3000] 31 605 51183 363[ 1000] 74 80 457 921 22[ 500] 75 52108 489[ 300] 502[ 500] 6 828 902 48 53017 114[ 500] 406 54[ 300] 57 868 85 933[ 500] 54132 208 321 33 72 569 914 87 55155[ 1000] 87 291 332 512 748 [ 3000] 878 911 55 71 99 56143 74 352 486 94 540 600 739 856 57000 15 31 167 374 500 95 607 20 24[ 500] 48 790 58013 33 276 397 872 84 999 59179 85 347 475 544 836 957 71 300]$ 37 60020[ 1000] 141[ 3000] 387 418 63 86[ 500] 604 799 [ 3000] 61275 379 621[ 500] 852 77 62050 231 44[ 500] 508 15 50 781 811 63087 149 69 435 42 49 570 638 771 859 97 980 64003 10 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Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss, Lotterie, Ziehung vom 9. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern belgefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 100 27 281 332[ 500] 92 513 22 23 827 1067[ 1000] 309 30 660 2123 59 250 336 44[ 1000] 564 652[ 1000] 769 3069 101 230 77 827 36 467 502 883 4247[ 500] 406 528 54 600 5068 131 527 98 714 68 859 60 6036 129 238 81[ 500] 357 428 672[ 500] 74 960[ 3000] 7040 265 343 84 484 505 76 777 802 907 8166 241 572 84 905 71[ 500] 9044 141[ 500] 217 [ 10 000] 350 408 28 59[ 500] 978[ 1000] 10025 203 35 302 748 845 50 11064 135[ 3000] 318 485 503 882[ 500] 12108 434 668 788 13081 89 123 700 818 968 14011 116 251 619[ 3000] 46 775 15126 49 680 792 882 959 17272 317 579 98 99[ 500] 870 913 18138 63 65 99[ 500] 322 517 50 19872[ 3000] 561 65 678 870 20053 162 86 403 532 622 801 21164 207 84 369 512 88 71 76 637 907 22053 372 436 744 887 965[ 1000] 23012 [ 1000] 164[ 500] 228 31 62 667 24055 105 227 94 368 580 661 800 4 25073 113 316 533 63 857 939 26029 179[ 3000] 213 14 65 811[ 1000] 68 410 78 785 835 91[ 3000] 902 15 [ 500] 27022 50 113 21 70 313 566 719 24 80 28091 162 354 68 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Deden, Federbetten, nur Bottarte erbeten. Bettwäsche, Bilder auf Teilzahlung, L. Matzner, Auguftftr. 50. [ 600] 64 144051 526 85 666 795[ 500] 861 145162 276 425 536 782[ 500] 827 924 146112[ 1000] 58 878 813 147057 208 82 431 58 699[ 1000] 729 148075 220 419 [ 1000] 667[ 1000] 149211 822[ 1000] 418 02 896 150052 168 85 273[ 1000] 88 506[ 100] 763 985 151182 292 95 344 549 983 152377 693 746 834 77 153188 824 442 529 618 55 154125 30 48 288 465 542 630 79 755 155213 450 552 636 815 982[ 1000] 45 [ 500] 156278 522 24 556[ 1000] 157047 69 188 344 413 22 680 728 942 158462 588 607 81 888 09 159114 809 428 66 526 626 59[ 1000] 841 94 160397 466 581 82 660 788[ 500] ST1 161036 43 172 329 430 35 642 902 162115 61 881 413 14 563 005 825 921 163049 138[ 1000] 43 56 289 852 510 13 48 880 164030 65 82 644[ 500] 705 13 888 968[ 1000] 165066 131 52 849 489 550 789 812 94 901 166008 309 408 89 590 167025 162 271 421 525 69 79 602 17 68 744 800 72 908 82 96 168199 283 308 400 510 39 70 736[ 1000] 61 169110 58 442 586[ 500] 694 798 968 170249 844[ 3000] 46 598 988 171088 47 84%[ 600] 172220 84 824 476 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205073 154 263 459[ 3000] 573 742 835 62 206272 360 82[ 500] 448 549 614 50 712 65 984 207069 212 446 636 947 57 64 208509 25 209104 640 900 210001[ 500] 285 369 429 731 32 211148 54 485 541 369 429 73 606 212018 128 30[ 500] 421 26 73 501 29[ 500] 605 825 79 998 213065 355 421 47 693 744[ 1000] 806 942 214254[ 500] 564 616 759 840 51[ 500] 215096 286 99 414 575 654 82[ 500] 729 65 908 39 63 216288 318 35 409 547 217085[ 500] 92 193 94 335 438 53[ 1000] 818 42[ 1000] 928 218188 349 463 699 788[ 1000] 868 915 219116[ 1000] 43 396[ 1000] 529 743 65 66 220079 90 220 85 373 436 661[ 500] 714 895 937 44 221370 414 28 641 706 932 65[ 1000] 222041 94 737 823[ 1000] 91 223161 394 685 780 85 224165 455 535 676 83 810 962 225248 78[ 3000] 498 571 88[ 500] 610 23 26 71 748[ 3000] 880 81 911 226050 205 42 379 82 453 607 745 862 987 227116 30 399 436[ 3000] 645 913[ 3000] 228010 33 251 748 229446 851 230086 97[ 3000] 163 214[ 3000] 543 75 632[ 500] 716 890 231408 628 899 997 232090 352 413 62 611 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563 90 713 904 12[ 30001 288000 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidfohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Ar. 109. 25. Jahrgang. stem. 5. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Frauen und Candtagswahl. Inter gespannter Aufmerksamkeit der Versammelten sprach Groffin Klara Bettin am Freitag in den„ Arminhallen" über: e Stellung der proletarischen Frauen zu der 2ndtagswahl." Wenn wir den Frauen zurufen, so begann die Vortragende, fichmit aller Energie an dem entbrannten Kampfe um das Landtagvahlrecht zu beteiligen und die Wahlen nach Kräften zu beemussen, so mögen zahlreiche Frauen fragen: Wozu das? Sind wi nicht rechtlos, ohne allen Einfluß, was können wir tun? Arre mögen mit Recht auf die unerhörten ungerechtigkeiten des Drklassenwahlrechts hinweisen, auf die politische Inquifition, die in er öffentlichen Abstimmung liegt, auf die vielen Widerstände, dieiner Beteiligung des Proletariats an den Wahlen entgegenAber gerade, weil dem so ist, darum müssen die Frauen unr Aufbietung aller Kräfte gemeinsam mit den Männern dagem anfämpfen. Die aufgetürmben Widerstände müssen den Kapfesmut herausfordern! Die Sozialdemokraten haben im Jae 1903 feinen einzigen Vertreter erhalten, troß ihrer 314 000 Stimen; die Konfervativen dagegen 143 Abgeordnete bei einer Stimenzahl, die die sozialdemokratische nur um ein wenig überstet, nämlich 340 000! Diese Zahlen Bolte imer wieder vorgeführt werden, denn drastischer kann gar nicht autedrückt werden, wie rechtlos es preisgegeben ist, wie gefnebelt die Masse des Volkes der herrschenden Clique überliefert ist. In Prißen sind die Junker die Regierenden. Ob von Geldsads- oder Geirtsgnaden, die preußischen Landtagsabgeordneten vertreten alledas Interesse der Herrschenden, der Besizenden gegen jede Reang der Arbeiterklasse. In brutaler Weise gibt sich die KlassenHerschaft in der Besteuerung zu erkennen. Die Rednerin zeigt in läreren Ausführungen, wie die breiten Massen die ungeheuren Sterlaften tragen müssen, wie Preußens Politik Trumpf im Detschen Reiche ist, und wie diese Politik eines Militärstaates ungeluere Kosten verursacht, die von den arbeitenden Massen auf gelacht werden. Während aus den Massen immer mehr an Steuern herusgepreßt wird, schont und schützt man die Besizer der großen Benögen. Gher könne man erwarten, daß der Wolf eines Tages nen dem Lamme Gras fressen werde, als daß der Kapitalisten stat seine Nabobs zum Mittragen der Steuerlasten in gerechter se heranziehen wird. Ganze Fürstenhäuser erhalten ausdrücklich da Privileg der Steuerfreiheit. Arg scheut man sich vor der Erbschftssteuer! Und der Staat gibt in Gestalt von Zinsen auf seine Boiere den Kapitalisten wieder zurüd, was er an Steuern von Die Steuerpolitik ist so rücksichtsvoll nach der einen Gete, nach oben, wie sie rüdsichtslos ist nach der anderen, na unten, wo die breite Masse lebt. Diese Steuerpolitit ist aber nu eines der vielen wunden Punkte der Regierungskunst der Herschenden. Ungemein wichtig sind für das Bolt alle Fragen in ezug auf Unterricht und Erziehung. Die Schulen sollten wahre grze Bildungsstätten sein, wo alle Kräfte in den jungen Menschen fivern gehegt und gepflegt werden, daß sie voll zur Entfaltung gangen. Geistig und lörperlich sollten die Kinder genährt werden, follten sie die bittere Not fühlen. Wie sieht es aber in Wirtlykeit damit aus?! Schulnot und Lehrerelend find bekannte Dinge Preußen. Der heutige Unterricht bezwedt hauptsächlich, lammfomme, geduldige Untertanen für den Staat und, zur Ausbeutung drch die Kapitalisten, willige Subjekte heranzubilden. Die knöcherne Sud der Kirche lastet auf der Schule. Man denke: Unter 900 Stasschulinspektoren, die diese Funktion als Japettoren ausüben, find nur 66 weltliche in Preußen. Der wittige Geschichtsunterricht wird von einer serbilen, lafaienhaften Fichtenverehrung getragen. Die Mängel der Schule sind offensichtlý überall. Und sollten nicht alle Mütter gerade an der Schule de größte Interesse nehmen? ihrn erhebt! im Nebenamt Welches Bild bietet die Fürsorgeerziehung? Nichts als Muderei ud Bütteleil Eine Vorschule für die Verbrecherlaufbahn! Die Rednerin wirft einen Blid auf die höheren Lehranstalten, af Wissenschaft und Kunst, und zeigt, wie trostlose Zustände üerall herrschen. Die Männer der Wissenschaft werden auf das okrustesbett der kapitalistischen Wirtschaft gestredt, die freie Kunst fll sich knebeln lassen! Sehr wichtig für die arbeitende Klasse ist die Einrichtung einer Gewerbeinfpeftion. Wir sehen, wie auf der einen Seite der glänende Goldstrom immer mehr anschwillt, aber wir sehen ihn ugleich begleitet von einem Blutstrom der Ausgebeuteten. ahllos, unaufhörlich fallen die Opfer auf dem Schlachtfelde der Industrie. Die Gewerbeinspektion in Preußen ist in der Hauptsache ine Dampfteffelinspektion; mehr ist bei der ungenügenden Zahl der Seamten faum möglich zu leisten. Im Jahre 1906 zählte man auf 27 Betriebe einen Inspektor. Nur 4 weibliche Beamte sind agestellt, 3 in Berlin und einer in Münden. Wohin wir blicken, fir sehen, daß die Interessen der arbeitenden Klassen den Interessen dr herrschenden geopfert werden. Das zeigt sich am deutlichsten in dr Klassenjustiz des Staates, und davon wissen auch die Arbiterinnen aus ihren wirtschaftlichen Kämpfen zu erzählen. Sonntag, 10. Mai 1908. Ein Entlastungszeuge eingesperrt. Mit Hochrufen auf die Partei und auf Alara Zetkin wurde die habe unterbreiten wollen, ohne daß dabei irgendwie ein petuniärer Versammlung geschlossen. Hintergedanke mitspielte. Angeklagter Prözel bestätigte, daß ihm diese Mitteilungen von der Angeklagten Hoffmann gemacht Die Versammlung des Allgemeinen Wahlbereins, die Freitag worden seien und er sie ganz vertraulich seinem Freunde Zieger im Alten Schüßenhaus" tagte, war namentlich von Frauen zahl- unterbreitet habe. Von Bestechung habe weder er, noch Fräulein reich besucht. Genoffin Luise 8ie- Hamburg referierte: Mitten Hoffmann gesprochen. Die Angeklagte Hoffmann stellte die Sache hinein in den Kampf um die Eroberung des allgemeinen, gleichen so dar, als habe sie dem Angeklagten Prößel nur ganz harmlofe und direkten Wahlrechts mit geheimer Stimmabgabe für Preußen Mitteilungen gemacht. Was den angeblichen Besuch Hardens bei falle der Wahlkampf. Er werde dadurch hinausgehoben über die dem Amtsrichter betrifft, so sei am Tage vor der Urteilsfällung Grringung einzelner Mandate. Er werde dadurch zu einem Kampf, ein Automobil vor dem Wohnhause des Amtsrichters Kern vorden das Proletariat mit ganzer Wucht führe, um endlich einmal gefahren, und ihm sei ein Mann entstiegen, der nach ihrer Meinung einzubringen in das preußische Parlament, um sich Rechte zu er- Herrn Harden sehr ähnlich war. Sie habe diese Mitteilung Herra obern. Die Arbeiterschaft sei es müde geworden, sich als Heloten Brözel gegenüber aber bald widerrufen, denn tatsächlich sei der behandeln zu lassen. Sie wisse, daß sie der Träger der Produktion Mann ein Angestellter des Justizrats v. Gordon gewesen. Bezüglich sei und den wichtigsten Faktor im Wirtschaftsleben der Nation bilde. des Brillaniringes habe sie nur erzählt, daß der Amtsrichter plößlich Aber wir seien noch mehr. Die Arbeiterschaft sei auch der Träger einen solchen am Finger getragen habe. Sie habe ihn gefragt, woder historischen Entwickelung und wisse das. Sie werde nach Er- her der Ring sei und zur Antwort erhalten: er habe ihn geschenkt Der als Zeuge vernommene Amtsrichter Dr. Kern oberung der politischen Macht die Geburtshelferin des Sozialismus bekommen. sein. Wenn wir aber davon durchdrungen wären, so empfinden ties diesen Ring dem Gerichtshofe vor. Es ist ein umgearbeiteter wir es mit um so größerer Erbitterung, daß wir rechtlos feien. Trauring einer Tante, den ihm diese scherzweise gewissermaßen als und mit um so größerer Wucht sei der Kampf zu führen. Wir be- Talisman geliehen und durch ihren Ehemann zugestellt hatte. dürften der Waffe des Wahlrechts, um durch Reformen uns die Die Beweisaufnahme ergab, daß es sich hier um einen Klatsch der Gegenwart heller zu gestalten und eine bessere Zukunft vorzu- gewöhnlichsten Art handelte, dem auch nicht ein Körnchen Wahrheit Staatsanwalt Nasch beantragte mit Rücksicht bereiten und wir bedürften der Waffe des Wahlrecht zur Auf- zugrunde lag. rüttelung der Massen und als politisches Erziehungsmittel der darauf, daß die Hoffmann eine leicht erregbare Person sei, die gern Massen, die wir heranholen wollten für den politischen Kampf. schwatzt und ihre Bunge nicht im Baume halte, ferner mit Rüdsicht macht vorzubreiten. So habe der jetzige Wahlkampf seine besondere gegen die Hoffmann 100 M., gegen Brögel 60 M. und gegen Zieger Und wir bedürften es als Mittel, die Eroberung der politischen darauf, daß Zieger nicht von unlauteren Motiven getrieben worden, Das Gericht erkannte nach diesem Antrage bes Bedeutung. Es handele sich um einen wuchtigen Ansturm, um 50 M. Geldstrafe. Preußens Parlament, das das der Junker und Pfaffen sei, ver- züglich der beiden ersten Angeklagten, hielt jedoch bei dem Anschwinden zu lassen und ein anderes Parlament an seine Stelle zu geklagten Zieger, der sich wohl in guter Absicht an den Grafen setzen, wo des Volkes Wille das höchste Gesetz sei.( Stürmischer Moltke gewandt hatte, eine Geldstrafe von 30 M. für ausreichend. Beifall.) Wenn wir uns auch an die Frauen des Proletariats richteten und sie aufriefen, so geschehe es nicht in erster Linie aus Boden der geschichtlichen Entwidelung. Wir täten es aus der Ermaturrechtlichen Erwägungen, sondern geftüßt auf den ehernen wägung heraus, daß es für die Frauen und Mädchen, die ins 31. Januar d. J. der Dacdecker Richard Klamp gesprengt, indem er Eine eiserne Zellentür im Rigdorfer Polizeipräsidium hat am Erwerbsleben hineingedrängt seien, daß es für die große Masse der mit der Polizei unbegreiflichen Gewalt die bisher jedem Widerstand Frauen genau so, wie für die Männer, eine Lebensfrage sei, daß das Proletariat Ginfluß auf die politischen Institutionen bekomme. standhaltende, mit starkem Eisen beschlagene Tür aus der Füllung Wir dächten dabei auch weiter daran, daß die Frauen, welche noch herausschlug. Wegen dieser Tat mußte sich Klamp gestern bor im engeren Rahmen der Familie ihre Tätigkeit hätten, durch die dem Rigdorfer Schöffengericht wegen Sachbeschädigung verant Fortpflanzung und Erhaltung der Art nicht bloß eine Pflicht dem worten! eigenen Gatten gegenüber erfüllten, sondern auch eine Pflicht der ob sie noch das Glück der Familie genöffen, sie, besonders aber die Gesellschaft gegenüber. Ob die Frauen erwerbstätig seien oder proletarischen Frauen, hätten schwer mitzuleiden unter den Unterlassungs- und Begehungssünden der Herrschenden in der Gesetz gebung. Rednerin lieferte dann in ihren weiteren Ausführungen an Beispielen treffend den Nachweis, wie sehr die Interessen der Frauen, namentlich die der proletarischen, verknüpft sind mit den Angelegenheiten, über die das preußische Parlament zu befinden hat. Genossin Zieß entrollte ein gutgetroffenes Bild von den einzelnen Parteien und ihre Stellungnahme, wobei sie auf die jämmerliche Heuchelei der liberalen Partei hinwies, die große Worte für nicht bekunden, weshalb kelamp sistiert worden sei. Das müßten aber Der als Zeuge geladene Polizeileutnant Hugo Schulz fonnte Bolksrechte in ihr Programm sezt, sich aber mit Grzreaktionären nicht bloß parlamentarisch verbündet sondern auch Wahlbündnisse der an jenem Tage den sogenannten Arrestantenposten versehene eingeht, um Sozialdemokraten, die einzigen zuverlässigen Wahl- Telegraphist und der Wachtmeister Kunze wissen. Im übrigen rechtstämpfer, vom Parlament fernzuhalten. Es genüge den Libes feien nach diesem noch nicht dagewefenen Vorfall auf seine Beranralen schon als Gingeladene bei Bülow zu fizen, und sei es ganz laffung oben und unten große eiserne Riegel an der Eisentür ans unten, wo die Lakaien zu fizen pflegten Rednerin ging noch auf gebracht worden, die ein ferneres Entweichen aus der Zelle uns das Verhalten der bürgerlichen Damen ein, die sich den Liberalen möglich machen. in die Arme werfen, und rief mit begeisterten Worten die proletarischen Frauen und alle wahrhaft demokratisch fühlenden Frauen auf, mitzuhelfen in dem Kampfe. Bejonders fönnten die Frauen die Lauen und Flauen aufpeitschen und ihren Einfluß auf Fleischer, Unerklärlich ist, weshalb nicht vor Erhebung der Anklage det Grünfram-, Fettwarenhändler und Krämer geltend machen, daß Sachverhalt ermittelt wurde. Verhält sich der Sachverhalt so, wie diese sozialdemokratisch wählten. Man könne ihnen ruhig sagen: der Angeklagte ihn geschildert hat, fo war er voll berechtigt, die So gut wie die Arbeitgeber unsere Männer tontrollieren, werden Zellentür zu sprengen, und Anklage wegen Freiheitsberaubung wir Euch Kontrollieren." Manchem werde dadurch das Kreuz ge- müßte gegen den erhoben werden, der ihn in die Zelle expediert stärkt werden. Dem Aufruf, mit ganzer Kraft den Kampf zu hatte. führen, der weit mehr sei, als ein Kampf um Mandate, folgte stürmischer Beifall. Am 31. Januar war ein Freund des Klamp sistiert worden. präsidiums, um sich als Zeuge zu melden. Nach seiner Behauptung Gleich darauf betrat der Angeklagte das Gebäude des Polizeiwurde er ohne weiteres in die Zelle gebracht. Da es ihm infolge eines Nervenleidens in der Zelle unwohl geworden war und er doch nicht fiftiert gewesen, sondern freiwillig als Zeuge hingegangen war, so habe er durch Klopfen an die Zellentür gegen die ungerechtfertigte Einsperrung, protestiert. Da ihm nicht geöffnet wurde, hat er in der Wut die eiserne Tür aufgebrochen. wurde die Sache vertagt. Zwecks Ladung der von dem Polizeileutnant genannten Zeugen Ausgewiesen. Genossin Nürnberg und Genosse Werne sprachen im Sinne der Referentin. Nach einem furzen Schlußwort der Ge- Troß des Falles mit dem„ Räuberhauptmann Voigt" scheint nossin 3 iet geißelte der Vorsitzende, Genosse Wels, das Verbot man polizeilicherseits mit den Verfolgungen bereits zu Zuchthaus. des Frauenwahlvereins als einen Willfüratt des Polizeipräsidenten strafen Berurteilter noch ebenso rigoros borgehen zu wollen. v. Stubenrauch, dem man die Gründung des Allgemeinen Wahl- Der in Berlin geborene Kutscher May Nowigt hatte am bereins entgegengesett habe. Ueberall müßten jekt die Genoffen 21. August 1907 eine 1½jährige Zuchthausstrafe verbüßt, und die darauf hinwirken, daß den Frauen in der Agitation ein breiterer Polizeiaufsicht war bis 1912 ausgesprochen worden. Nachdem man Spielraum gewährt werde. Nach anfeuernden Worten betreffend ihn aus Berlin ausgewiesen hatte, 30g er nach Rirdorf zu einer den Anschluß der Frauen an den Wahlverein, schloß er die Ver- Frau Ehling, die gerade eine vierwöchige Gefängnisstrafe zu bera fammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die So- büßen hatte und bezahlte bis zum 1. April seinen Mietzins. Doch zialdemokratie. auch hier, wo er Arbeit gefunden hatte, sollte er keine Ruhe finden. Am 22. Februar wurde ihm von der Landespolizeibehörde ein Ausweisungsbefehl zugestellt, wonach er innerhalb 14 Tagen die Grenzen des Landespolizeibezirks Berlin- Rigdorf und sämtlicher Vororte im weitesten Umkreise, die alle namhaft aufgeführt waren, zu berlassen habe. Gerichts- Zeitung. Klatsch. und blieb trotz des Ausweisungsbefehls. Dieses Vergehen gegen die Der Angeklagte wollte Arbeit und Wohnung nicht aufgeben Verordnungen bom 12. Juli 1889 und 13. Juli 1900 brachte ihm einen polizeilichen Strafbefehl in Höhe von 1 Woche Haft ein. Der Amtsanwalt des Rixdorfer Schöffengerichts beantragte auf die eins gelegte Berufung die Strafe aufrechtzuerhalten. Das Gericht be rücksichtigte jedoch die Zwangslage des Angeklagten und erkannte auß 3 Tage Haft. Erpressungsversuch gegen Kardinal Ropp. Zu 4 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluft wurde, wie trir bereits gestern unter„ Beste Nachrichten" furz mitteilten, am Freitag von der Breslauer Straffammer der Agent Wilhelm Weiß wegen versuchter Erpressung, zu 4 Monaten Gefängnis und 300 m. Geldstrafe der Fahnenfabrikant May Bimmermann, zu 300 m. Geldstrafe der Installateur Richard Wolf verurteilt. Die Verhandlung fand leider unter völligem Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Vortragende wendet sich mit einer dringenden Mahnung a die Frauen, einzutreten in den Kampf und mitzuwirken, eine Ein sonderbares kleines Nachspiel zum Prozeß Moltke- Harden Anderung der Verhältnisse herbeizuführen. Die Frauen find poli- beschäftigte gestern die 4. Straffammer des Landgerichts I unter tich rechtlos, aber nicht machtlos! Sie müssen ihren Einfluß Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lehmann. Wegen Beleidigung des af den Mann ausüben, daß er den Mut der Ueberzeugung nicht Amtsrichters Dr. Kern, der Vorsitzender im ersten Prozeß Moltkeveliert und nicht zögert, seine Stimme für den sozialdemokratischen Harden war, hatten sich die unverehelichte Anna Hoffmann, der Kandidaten abzugeben. So viele Schwierigkeiten, wie diesmal auch Bigarrenhändler Ernst Prösel und der Agent Franz Bieger zu ber31 überwinden seien, es gelte mehr als je, ein offenes Bekenntnis antworten. Die erste Angeklagte war Wirtschafterin bei dem Amtsfic den Sozialismus zu wagen. Die Frauen müssen ihren Einfluß richter Dr. Kern und hat durch eine törichte Klatscherei sich und ab Käuferinnen geltend machen und der Feindschaft der kleinen ihre beiden Mitangeklagten auf die Anklagebant gebracht. Unter Ghäftsleute entgegenwirken. Mögen sie alle über Terrorismus dem 9. November 1907 schrieb der Angeklagte Zieger an den Grafen zet: n, hier kann das Proletariat nicht anders handeln, es muß Kuno v. Moltke nach Breslau einen Brief etwa folgenden Inhalts: fit feiner Haut wehren. Mögen fie uns haffen, wenn Er sei am Tage vorher durch Zufall in den Besitz einer Mitteilung fie ins nur fürchten! Nicht wählen können wir, aber wühlen gekommen, welche den Grafen ungeheuer interessieren werde, da sie tönnen und wühlen wollen wir! die Prozeßführung in einem ganz neuen Lichte erscheinen lasse. Wir führen den Kampf nicht um Mandate, wenn wir uns Gs tue ihm sehr leid, daß der Graf nicht mehr in Berlin wohne, aich freuen würden über die Zahl unserer Genossen, denen es ge- da er ihm seine Mitteilung nicht schriftlich, sondern nur mündlich Ingt, in den Landtag einzuziehen. Dort sollen sie stehen und den machen könne. Er könne für die Wahrheit der Dinge, die er ihm Auch der Massen gegen das System der Knechtung schleudern, aber anvertrauen wolle, Beugen angeben. Er habe nicht entfernt irgendvir wissen, daß ihre Macht gering bleibt, solange das alte Wahl- welche petuniäre Hintergedanken, sondern werde nur von dem Vor mehreren Jahren hatte die Frau eines verstorbenen großen inrecht besteht. Dies zu beseitigen, darum führen wir in erster Motiv geleitet, einem Ehrenmann seine Ehre wieder herstellen zu Ofenfabrikanten in Breslau, die mit einem Erzpriester ein LiebesSine den Kampf. Es gilt, die Massen zu sammeln, die zum Kriege helfen. Als der Brief ohne Antwort blieb, richtete er an den verhältnis unterhalten und diesen kräftig ausgesogen haben soll, ausziehen, ihr Recht zu gewinnen, und die Frauen müssen mit Grafen einen zweiten Brief, in welchem er sein größtes Bedauern den Schwestern dieses Geistlichen angebliche Enthüllungen von unin en Krieg ziehen, sie müssen sich ihr Recht selbst erkämpfen. darüber ausdrückte, teine Nachricht erhalten zu haben. Die Mit- geheuerlichen geschlechtlichen Verfehlungen gemacht, beren sich Genossin Bettin wendet sich gegen die zuweilen vertretene An- teilung, die er dem Grafen machen könne, sei von der ungeheuersten Kardinal Stopp fchuldig gemacht haben sollte. Die Schwestern wollten schaung, daß das Proletariat in seinem Kampfe von der bürger- Bedeutung. Was würde der Graf dazu meinen, wenn in einem den Kardinal warnen; sie verfaßten einen Brief, in welchem sie die liche Demokratie etwas zu erwarten habe. Das sei ein großer Prozeß eine Bestechung der Richter vorkommt? Würde sich die ver- Grzählungen der Frau eingehend schilderten. Das Konzept stedten Frrum, und die Geschichte anderer Länder, wo die Demokratie lorene Partei dies so ruhig gefallen lassen? Zeugen für die auf- fie in den Ofen, ohne sich zu überzeugen, ob es wirklich berbrannt mädtig war oder ist, zeigt uns ihren wahren Charakter. Seit wann gestellte Behauptung seien vorhanden. Auch dieser Brief blieb sei. Bei einer Reparaturarbeit fand dann der Installateur Richard tritt denn die Demokratie in Preußen für das allgemeine, gleiche ohne Antwort; er ist aber dann von dem Verteidiger des Grafen Wolf dieses Konzept. Er nahm es an sich, aber erst& Jahre später und direkte Wahlrecht ein? Sie befinnt sich erst auf diese Forderung Moltke, dem Justizrat Dr. Sello, der Kriminalpolizei zugestellt im Jahre 1906 machte er davon Gebrauch und gab den Brief jeßt, dr die Sozialdemokratie sie sich zu eigen macht mit einer worden. Der Vorgesetzte des Amtsrichters Dr. Kern, der Amts- dem Fahnenfabrikanten Max Zimmermann weiter. Dieser schyidta Energie, die keine Widerstände scheut! Die bürgerliche Demokratie gerichtspräsident, hat darauf den Strafantrag gestellt. Der An- eine Abschrift davon an den Kardinal und ersuchte ihn um eine ist die Vertreterin der Interessen des Bürgertums mit einer ideo- geklagte Bieger bestritt entschieden, bei Absendung der Briefe eine Audienz, um über die Sache Rücksprache zu nehmen. Als der logischen Zerkleidung. beleidigende Absicht gehabt zu haben. Der ihm befreundete An- Kardinal nicht reagierte, übermittelte er den Brief dem Agenten Die Rednerin schloß ihren Vortrag mit einem begeisternden geflagte Prözel habe ihm Sachen mitgeteilt, die ihm die Angeklagte Wilhelm Weiß. Der wandte sich ebenfalls an den Kardinal, und Appell an die Männer und Frauen des Proletariats, daran zu Hoffmann anvertraut hatte und die für wahr gehalten wurden, er empfahl ihm unter versteckten Drohungen den Erwerb des arbeiten, gegen die vereinigten Reaktionäre aller Schattierungen da die Hoffmann ja Wirtschafterin beim Amtsrichter Dr. Kern Briefes. Als er ebenfalls teine Antwort erhielt, schidte er das unsere Macht zu stärken, um endlich über sie zu triumphieren. war. Danach sollte Dr. Kern während des Prozesses einen wert- Konzept des Briefes an Marimilian Harden. Der Kardinal hatte ( Langanhaltender Beifall.) bollen Ring anonym aus Wien zugeschickt erhalten haben, auch habe aber inzwischen Anzeige erstattet. Maximilian Harden einen Versuch gemacht, in die Wohnung des Bei der Urteilsbegründung hob der Vorfißende besonders hera Amtsrichters zu kommen. Der Angeklagte behauptete, daß er, da vor, daß die in dem Briefe gegen den Kardinal erhobenen Beschuldi er als Patriot den Namen Moltke nicht gern verunglimpft sehen gungen den Stempel der völligen Erfindung einer hysterischen wollte, dem Grafen Moltke diese Mitteilung zur Kenntnisnahme| Perion an sich trügen. Die Versammlungsleitung machte bekannt, daß ein neuer Verein gegründe sei, weil der Wahlverein der Frauen beanstandet wurde, und se erwarte, daß die Anwesenden sich zahlreich dem Verein anschließen werden. Eine eigenartige Beleidigungsklage. vaz jemand sich zur Beleidigung eines Richterkollegiums hinreißen läßt, weil er freigesprochen wurde, ist ein Unikum, welches gestern die 2. Strafkammer des Landgerichts I einigermaßen in Verwunderung fette. Der Angeklagte, Schauspieler Leise, war früher als Volontär in einer hiesigen Buchhandlung tätig. Er zog sich seinerzeit eine Anklage zu, weil er von Geldern, die ein Kollege unterschlagen hatte, eine fleine Surme erhalten hatte und sich dadurch der Hehlerei schuldig gemacht haben sollte. Er wurde im Jahre 1903 von der Berufungsstraffammer freigesprochen, sein mitangeklagter Kollege dagegen zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt, die ihm später im Gnadenwege erlassen worden sind. Drei Jahre später, am 12. Dezember 1906, richtete er eine Gingibe an das Gericht und setzte darin auseinander, daß das seinerzeit erlassene Urteil der Straffammer des Landgerichts II ein grundfalsches gewesen sei. Er legte unter ausführlicher Schilderung des Tatbestandes, wie er nach seiner Ansicht vorlag, dar, daß das Gericht sich gründlichst verhauen habe, da die Hauptschuld ihn selbst treffe und der Mitangeklagte völlig unschuldig gewesen sei. Er bespöttelte den„ juristischen Scharfsinn" des Gerichts, suchte dessen Ausführungen lächerlich zu machen und glossierte auf seine Art das „ einfach klassische Urteil". Der Angeklagte ist ein etwas aufgeregter junger Mann, der schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht hat. Er versicherte, daß ihm jede Beleidigung ferngelegen und ihm nur vorgeschwebt habe, daß er durch seine Eingabe vielleicht ein Wiederaufnahmeverfahren zugunsten des Verurteilten und damit zu seinem eigenen Ungunsten veranlassen fönnte. Das Gericht glaubte ihm dies und billigte ihm den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuchs zu. Nach Ansicht des Gerichts verriet auch die Form des Schreibens nicht die Absicht der Beleidigung, denn etwas Bedenken könnte nur der Ausdruck einfach klassisches Urteil" erregen. Das Gericht hat aber auch hierin eine Beleidigung nicht gefunden und deshalb den Angeklagten freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte 20 M. Geldstrafe beantragt. Wegen fahrlässiger Brandstiftung verhandelte gestern das Schwurgericht des Landgerichts I gegen den Arbeiter Franz Kowalski und dessen Ehefrau Juliane R. Die Singeklagten wurden beschuldigt, um sich in den Besitz der Versicherungssumme zu sehen, in der Nacht zum 17. Februar d. I. in ihrer Wohnung vorsätzlich einen Brand angelegt zu haben. Am 16. Februar d. J. um 1 Uhr nachts bemerkten Bäckergesellen, die in einer in dem Hause Memeler Straße 65 gelegenen Bäckerei beschäftigt waren, daß aus der im zweiten Stockwerk des Hinterhauses gelegenen Wohnung der Kowalskischen Geheleute dichter Qualm und Feuerschein hervordrang. Während einer von ihnen zu dem nächsten Feuermelder lief und den Brand meldete, alarmierten die übrigen die Hausbewohner. Als sie nach der Wohnung hinaufliefen, fanden sie hier den Ehemann K. in der offenen Tür stehen. Die inzwischen eingetroffene Feuerwehr löschte den noch im Entstehen begriffenen Brand in einigen Minuten. Es wurde sofort durch einige Feuerwehrleute festgestellt, daß es sich um einen angelegten Brand Handele. In der Küche wurden drei Feuerherde entdeckt, in der Etube brannte es ebenfalls an verschiedenen Stellen. Außerdem machte sich ein intensiver Petroleumgeruch bemerkbar. Auf dem brennenden Sofa wurde mit Petroleum getränkte Holzwolle gefunden, ebenso fanden sich in dem Kleiderschrank petroleumgetränkte Lumpen bor, die schon vom Feuer ergriffen waren. Der Angeklagte Kowalsti murde unter dem dringenden Verdacht der Brandstiftung festgenommen. Auf der Polizeiwache gab er folgende höchst unglaubwürdige Darstellung zum besten. Er habe sich, nachdem er mit Bekannten noch verschiedene Lokale besucht hatte, sofort ins Bett gelegt, als er feine Frau nicht in der Wohnung angetroffen habe. Blöblich sei er durch einen dichten Rauch aufgeweckt worden und habe zu seinem Schrecken gesehen, daß es in der Stube lichterloh brannte. Er seit dann schleunigst aus der Wohnung gelaufen. Seiner Meinung nach wären wahrscheinlich, während er geschlafen habe, Diebe eingedrungen, die dann auch den Brand angelegt hätten. Auf der Brandstelle war inzwischen die Ehefrau K. erschienen. Als ihr mitgeteilt wurde, daß es in ihrer Wohnung gebrannt habe, hielt fie es auffälligerweise gar nicht einmal für not- Hudebein. Sonnabend: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonntagnachntag wendig, sich die Wohnung anzusehen. In ihrem Besitze befand 3 Uhr: Das vierte Gebot. Abends: Der Widerspenstigen Zähmung. onsich eine Ledertasche, in der sich die Feuerversicherungspolice und tag: Der Weg zum Herzen. Hebbel- Theater. Sonntag: Frau Warrens Gewerbe. Mong: verschiedene andere wichtige Schriftstücke befanden. Wie fie angab, Maria Magdalene. Dienstag: Borm Tod. Stärk. Mit Feuer ſpien. Donnerstag: Maria Magdane. habe sie mit ihren beiden Kindern in verschiedenen Schanklokalen Mittwoch: Frau Barrens Gewerbe. ihren Mann gesucht, weil dieser nach Feierabend nicht nach Hause Freitag: Vorm Tod. Stärt. Mit Feuer spielen. Sonnabend und Sonng: gekommen sei. Bei diesen Behauptungen blieb Frau K. auch vor Frau Warrens Gewerbe. Montag: Unbestimmt. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmiag Gericht. Die Geschworenen verneinten bezüglich der Ehefrau die Schuldfragen, sodaß auf Freisprechung erkannt werden mußte. Be- 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends: Hasemans züglich des Ehemannes Kowalski bejahten die Geschworenen nur die Töchter. Montag und Dienstag: Frei ist der Bursch. Mittwoch: Madne Schuldfrage nach§ 265( betrügerische Inbrandsetzung von versicher- Sans Gêne. Donnerstag und Freitag: Des Pastors Riete. Sonnabed: Frei ist der Bursch. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der gehörnte Siegfed. ten Sachen). Staatsanwalt Fuchs beantragte eine Gefängnisstrafe Siegfrieds Tod. Abends und Montag: Frei ist der Bursch. von 2 Jahren, das Gericht erkannte auf nur 1 Jahr Gefängnis und rechnete dem Angeklagten 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe an. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königl. Opernhaus. Sonntag: La Traviata. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Hänfel und Gretel. Bajazzi. Mittwoch: Mignon. Donnerstag: Die Hugenotten. Freitag: Madama Butterfly. Sonnabend: Montag: Margarete. Carmen. Sonntag: Rienzi.( Anf. 7 Uhr.). Rabensteinerin. Dienstag: Die Journalisten. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Ein Erfolg. Montag: Die Mittwoch: Ein Erfolg. Donnerstag: Die Rabensteinerin. Freitag: Der zerbrochene Krug. Die Dienstboten. Sonnabend: König Richard II. Sonntag: Ein Erfolg. Montag: Die Jungfrau von Orleans. Neues fönigl. Opern Theater. Sonntag: Der Wildschütz.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag, 17. Mai: Fauft.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Was ihr wollt. Montag: Robert und Bertram. Dienstag: Was ihr wollt. Mittwoch: Die Räuber. Donnerstag: Was ihr wollt. Freitag: Die Räuber. Sonnabend und Sonntag: Fürst Ulrich von Balded.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater( Kammerspiele). Sonntag: Lysistrata. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag: Lyfiftrata. Mittwoch: Frühlings Erwachen. Donnerstag: Lysistrata. Freitag: Frühlings Erwachen. Sonnabend: Liebelei. Sonntag und Montag: Lysistrata. Berliner Theater. Sonntag: Hopfenraths Erben. Montag: Hopfenrats Erben. Dienstag: Alt- Heidelberg.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Hopfenraths Erben. Montag: Unbestimmt. Lessing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Stüßen der Gesellschaft. Abends und Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Dienstag: Der Teufel. Mittwoch und Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: John Gabriel Borkman. Sonnabend: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends und Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Neues Theater. Sonntag bis Mittwoch: Ramon der Abenteurer. Donnerstag: Die Hemsöer. Freitag: Ramon der Abenteurer. Sonnabend und Sonntag: Die Hemsöer. Montag: Der Dieb. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Freitag: Der Dummkopj. Sonnabend: Judith. Sonntag: Der Dummkopf. Montag: Unbestimmt. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vater und Sohn. Abends und folgende Tage: 2 X 2= 5. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends und Montag: 2 × 2= 5. 1 Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Tiesland. Montag: Rosalba. Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Tosca. Donners tag: Rosalba. Freitag: Tiefland. Sonnabend: Die Fledermaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Theater des Westens. Sonntag, 10. Mai, nachmittags 34 Uhr: Die luftige Witwe. Abends und folgende Tage: Ein Walzertraum. SonntagAbends und Montag: Ein rachmittag 3%, Uhr: Die lustige Witwe. Walzertraum. 5 Residenz- Theater. Sonntag, 10. Mai, nachmittag 3 Uhr: Die 300 Tage. Abends und folgende Tage: Der Floh im Dhr. Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ehrenschuld. Abids und folgende Tage: Die Brunnen- Nymphe. Sonntag, den 17. ai, nachmittag 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Abends und Montag: Die Brunnen- Nymphe. Neues Operetten- Theater. Sonntag und folgende Tage: Der Ann mit den drei Frauen. Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Im Hause der Side. Abends, Montag und Dienstag: Der Weg ins Verderben. Mittwoch: Im Hause der Sünde. Frang: Donnerstag: Der Weg ins Berderben. Mutter Erde. Sonnabend: Der Weg ins Verderbeu. Sonntag, 17. tai, nachmittag 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends und Montag: Der Beg ins Berderben. Lorking Theater. Sonntag, 10. Mai, nachmittags 3 Uhr: Zarınd Bimmermann. Abends und Montag: Fra Diavolo. Dienstag: Die Baer flöte. Mittwoch: Fra Diavolo. Donnerstag: Der Freischütz. Freitag Der Troubadour. Sonnabend: Das Tanzverbot. Sonntag und Montag Anbestimmt. Bernhard Rose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hien befizer. Abends, Montag und Mittwoch: Am Altar. Dienstag, Doners. tag, Freitag und Sonnabend: Die Loreley. Trianon- Theater. Allabendlich Seine erste Frau. Theater an der Spree. Allabendlich: Der Comboy. Metropol Theater. Allabendlich: Das muß man seh'n! Casino Theater. Sonntag nachmittags 4 Uhr: Ein Dorf- Naan. Allabendlich: Der Brandstifter. Sonntag, 17. Mai, nachmittag 4 Uhr Ein Dorf- Roman. Gustav Behrens Theater, Golzstraße 9. Spezialitäten. Aang 8 Uhr. Apollo- Theater. Allabendlich: Die süßen Grifetten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Paffage- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Abds sowie allabendlich: Dr. Rückle. Spezialitäten. Nächsten Sonntagnachmtag 3 Uhr: Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Heim. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Folies Caprice. Allabendlich: Nr. 69. Die Affenhand. Das riige Carl Haverland.Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag, Montag, Donnerag, Sonnabend, den 16. Mai, und Sonntag, den 17. Mai: Eine Nilfahrbis zum zweiten Katarakt. Dienstag und Freitag: Kairo und dle Phramen. Mittwoch: Ueber den Brenner nach Venedig.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Witterungsübersicht vom 9. Mai 1908, morgens 8 Uhi Stationen ( tand mm ind Buropa inblarle Setter Temp. n. 6. 5º G.= 49. Stationen Barometer. tand mm qui Haparanda 749 SH Betersburg 749 S Scilly Aberdeen Paris richtung Bindstärke Better Do mollig 0 1Regen 6 4 bebedt 1 757 S 748 WSW 760S 3 3 heiter 2 mollig 5 Lustspielhaus. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr: Banne. Abends bis Freitag: Der Brandstifter. Borher: Sein Alibi. Sonnabend: Die blaue Maus. Sonntag, nachmittag 3 Uhr: Panne. Abends und Mon- Swinembe. 755 S 3 Regen 13 tag: Die blaue Maus. Schiller Theater 0. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Glüd im Qamburg 756 23 3 bededt 13 Berlin 757 WSW 2 bedeckt 14 intel. Abends: Hans Huckebein. Montag: Stein unter Steinen. Diens1 heiter 15 Franff.a.M. 760 Donnerstag: München 762 S28 tag: Hans Hudebein. Mittwoch: Stein unter Steinen. 3 halb bd. 16 Sonntag nachmittag 3 ühr: Traumulus. Abends: Der Weg zum Herzen. Sonnabend: Hans Huckebein. Dhne Geläut. Freitag: Ohne Geläut. Wien 762 3 moltig 18 Montag: Ohne Geläut. Wetterprognose für Sonntag, den 10. Mai 1908. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mild und zeitweise aufflarend, vorwiegend tribe und regnerish bei Das vierte Gebot. Abends, Montag und Dienstag: Ohne Geläut. Mitt- ziemlich lebhaften westlichen Winden. Berliner Wetterburea woch: Der Widerspenstigen Zähmung. Donnerstag und Freitag: Hans Schiller Theater Charlottenburg. A Wollen Sie etwas Feines rauchen? ,, Salem Aleikum" Wort und Bild sind gesetzlich geschützt Zu haben in den Cigarren- Geschäften Dann empfehlen wir Ihnen Salem Aleikum" Garantiert naturell- aromatische, rein türkische Cigarette. Diese Cigarette wird in No. 3 nur lose, in den Nummern 4 bis 10 auch in einfachen Kartons à 20 Stück Inhalt, ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. 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