Nr. 35. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Bierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernsprech- Anschluk Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Aus England. London, 7. Februar 1893. Freitag, den 10. Februar 1893. 6. Regelung der Arbeitsstunden der Eisenbahn- Angestellten. d) Vorlagen sind in Aussicht genommen auf: 8. Einrichtung ländlicher Pfarreivertretungen. 9. Ausdehnung der Vollmachten des Londoner Grafschaftsrathes. 10. Vorläufige Siftirung von Privilegien der Staatsfirche in Schottland und Wales. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. hin. Die Taktik der Konservativen ist: Obstruktion um jeden Preis. Ihre radikal unionistischen Alliirten unterstüßen sie dabei nach Kräften, vor allem der Renegat Chamberlain. Dieser ehrgeizige Demagoge ist bei dem an sich sehr unerquicklichen Parlamentsgezänk ficher die widerlichste Erscheinung. Innerhalb und außerhalb des Hauses geberdet er sich torystischer als die Tories. Er deklamirt nicht nur gegen Homerule, sondern gegen jedes Abweichen von der Zwangspolitik der Tories, und gleich diesen appellirt er an die chauvinistischen Instinkte des Volkes, um nur die Firma Salisbury, Balfour und Matthews wieder ans Ruder zu bringen. Das Programm, welches das Gladstone'sche Kabinet bei Zusammentritt des Parlaments durch die Thronrede, bezw. die Rede der Krone", bekannt machte, genügt zwar, wie der Vorwärts" schrieb, bei weitem nicht allen Anforde rungen, welche die vorgeschrittenen Arbeiter, unbeschadet ihrer weitergehenden Bestrebungen, für den Moment an die 11. Berechtigung der Gemeinden, den Handel in be Regierung stellen, doch wird selbst in diesen Kreisen zurauschenden Getränken zu reglementiren. gegeben, daß, so weit als es geht, es immerhin mehr bietet, Maßregel Nr. 10 entspricht den Wünschen der polials von den Konservativen zu erwarten wäre. Selbst der tisch- demokratischen Sektirer und Nr. 11 denen der TempeChampion'sche Labour Elector" giebt dies indirekt zu, und renzler und Tentotaler, die ihren Anhang ebenfalls haupt- Ueberhaupt muß der Chauvinismus ja stets herhalten, ferner sieht er sich gezwungen, zu bekennen, daß die Herren sächlich im demokratisch gesinnten Theil der Bevölkerung wo es an anderweitigen zugkräftigen Argumenten fehlt. Konservativen in der verflossenen Legislaturperiode die Ge- haben. Unter dem Einfluß der schlechten Geschäftsverhältnisse ist es legenheit gründlich verpaßt haben trotz der der Er- Obwohl somit das Programm wenigstens bedingten 3. B. nicht schwer, den Leuten einzureden, irgend welche mahnungen ihrer besten Freunde". Die Justice" nennt Beifall bei Radikalen und Sozialisten gefunden, hat es doch Maßregel gegen das Ausland werde daheim Besserung zur Gerade heraus für Schutzölle einzutreten, das Gladstone'sche Programm ein vielversprechendes" nicht verhindert, daß am legten Sonnabend bei einer Nach Folge haben. im doppelten Sinne des Wortes, und" Workman's wahl die Konservativen den Liberalen einen Sitz entriffen wagen nur wenige, aber für indirekten Schutzzoll wird Times" erkennt ebenfalls an, daß verschiedene der ange- und zwar in einem Kreis, 100 die Arbeiter die unter den verschiedensten Formen gewühlt. Dazu gehört fündigten Reformen vom Standpunkt der Arbeiter aus zu Mehrheit der Wähler bilden, nämlich Huddersfield auch die Agitation gegen die Einwanderung fremder Paupers, begrüßen sind. Es liegt auch gar kein Grund vor, dies zu in der Grafschaft Yorkshire. Die Ursachen dafür sind zwar über welche ich schon früher einmal schrieb. Gegen Maß leugnen, denn daß die Herren Liberalen sich etwas ein- in den lokalen Verhältnissen zu suchen, aber die Thatsache regeln, welche den gewerbsmäßigen Import von Paupers gehender mit den Arbeiterinteressen beschäftigen, ist un- selbst kann doch die ohnehin so wackelige Position des libe- verhindern oder es fremden Regierungen unmöglich machen bestritten ein Erfolg der sozialistischen Agitation, und der ralen Rabinets nur noch mehr erschüttern, dem so nöthigen sollen, ihre Armen truppweise nach England abzuschieben, verhältnißmäßig starke Besuch des Bradforder Kongresses, Glauben an die Kraft desselben einen argen Stop versehen. würde kein vernünftiger Mensch etwas einwenden können, die auf demselben zum Ausdruck gekommene Thatsache, daß An sich sind die Umstände, unter denen Huddersfield aber was die Tories mit ihrer Agitation im Auge etwas anderes: die Schutzmaßregeln in so vielen Industriezentren bereits Gettionen für eine den Liberalen verloren ging, gerade für uns Sozialisten haben, ist Paupers sollen die Deckflagge bilden zur Unabhängige Arbeiterpartei" bestehen, die Wahlerfolge, interessant genug, denn unsere Genossen, bezw. die Unab gegen welche unter diesem Banner bereits an verschiedenen Orten hängige Arbeiterpartei hat dabei den Ausschlag gegeben. Einschmuggelung von Schuhmaßregeln für die noth errungen wurden, haben sicherlich ihren großen Antheil an In Halifax, ganz in der Nähe von Huddersfield, hat die leidende Landwirthschaft lies: Landlords. Es ist be dem sozialreformatorischen Eifer des Rabinets Gladstone- Unabhängige Arbeiterpartei, da dort ebenfalls eine Neuwahl zeichnend, daß gestern, wo die Herren dies letztere Thema Morley- Roseberry. In England, wo der Parlamentarismus nothwendig ist, einen eigenen Kandidaten aufgestellt und ver- im Parlament zur Sprache brachten, die meisten ihrer wirklich herrscht, d. h. wo die Volksvertretung bestimmt, langt, daß, da das relative Mehr bei der Wahl entscheidet, Redner eine Ursprungsmarke für importirtes Fleisch verwie regiert werden soll, bedeutet mehr als anderswo das die Liberalen auf die Aufstellung eines Gegenkandidaten langten. Keir Hardie hat ein Amendement zur Adresse eins Ignoriren aufkommender Bewegungen politischen Selbst verzichten. Diese, die bei der letzten Wahl eine Mehrhei von 1700 Stimmen hatten, gingen darauf nicht ein, und gebracht, das die Regierung dafür tadelt, daß ihr Proaus Verdruß darüber proklamirte die Unabhängige Arbeiter- gramm teine Maßregel für die Arbeitslosen enthält. Leider partei in Huddersfield Wahlenthaltung. Einzeln ihrer An- hat er dabei den großen fast unerklärlichen Fehler behänger mögen sogar für den Konservativen gestimmt haben, gangen, das Amendement statt von Burns oder einem der der sich auf eine ganze Anzahl Arbeiterforderungen ver- befferen Radikalen, von dem Oberst Howard Vincent, einem pflichtete. Solange wir hier nicht die Stichwahlen haben, Torn und Fair Trade Agitator, gegenzeichnen zu lassen. ist das Aushänge" Fair Trade" gerechte Zollpolitik sind derartige Vorkommnisse unvermeidlich. Zur Aufstellung eines eigenen Kandidaten fehlte es den schild der englischen Schutzöllnerei. Das Londoner Leuten in Huddersfield an den nöthigen Mitteln, die in der Organisationskomitee der Arbeitslosen hat denn auch Sonntag Kürze der Zeit nicht aufgebracht werden konnten. In Halifax am in einer von H. M. Hyndman scheint Aussicht auf eine erhebliche Stimmenzahl zu sein. beantragten und von Edw. Aveling unterstützten Resolution Ob sie zum Siege hinreichen wird, ist freilich eine andere sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß Keir Hardie das Frage. So oder so, in liberalen Kreisen ist man bereits Anerbieten des Herrn H. Vincent nicht abgelehnt, und wess' darauf gefaßt, auch diesen Plaz zu verlieren. Viele Liberale Geistes Kind dieser Herr ist, zeigt eine heut in den Morgenund auch ein Theil der liberalen bezw. radikalen Presse blättern veröffentlichte Antwort des Herrn, worin es u. a. treten unter diesen Umständen für den Kandidaten der heißt:" Darum bin ich dagegen, daß die britische und Unabhängigen Arbeiterpartei, einen erklärten Sozialdemo- irische Küste entlang von Gesetzes wegen angeschlagen steht: " Hier kann fremder Schutt unentgeltlich abgeladen fraten, ein. Im Parlament zieht sich die Adreßdebatte ewig lange verden" Wenn die Arbeitslosen den Fluß( die mord. Der besseren Uebersicht halber lasse ich hier noch einmal das von der Redaktion bereits mitgetheilte Programm des liberalen Rabinets folgen, wie es von ber hiesigen Presse auf grund des Wortlauts der Thronrede zusammengestellt wurde. a)„ Sofort"- nach Beendigung der Adreßdebatte soll eingebracht werden: 1. Die Homerule- Vorlage. b) Schleunigft" soll eingebracht werden: " 2. Gesez zur Reform der Wählerregistrirung. 3. Geseh zur Einführung fünfjähriger Legislatur. perioden.( Die jetzige Dauer ist sieben Jahre!) 4. Gesetz zur Abschaffung des Privilegiums der Pluralvoten( d. h. jeder Wähler ein Votum). c) Vorlagen" sollen gemacht werden behufs: 5. Abänderung des Haftpflicht- Gesezes.( Beseitigung verschiedener Hinterthüren zur Umgehung des Gesetzes.) Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 11 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Ueberseßung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. ,, Sei nur nicht böse,"" beeilte sich Andrej einzulenken, indem er seine Hand ergriff. Ich meinte es nicht schlimm; das Gesicht ist, sagt man, wie Du weißt, der Spiegel der Seele," fügte er hinzu, ohne ganz der Versuchung, ihn etwas zu necken, widerstehen zu können. Gregors Aerger pflegte nicht lange zu dauern und verflog vor einem Freundesworte. Er wandte sich lebhaft um, und zog die Füße auf's Kanapee, um seinem Freunde besser ins Gesicht sehen zu fönnen. Dann erging er sich in einer langen und beredten Ausführung über Tatjanas moralische und geistige Fähigkeiten. Was ihm besonders auffiel, war die Vereinigung des höchsten Enthusiasmus mit fühlem, praktischem Urtheile. Ihre Begabung für eine Führerrolle war deshalb nicht weniger start, weil sie mit weiblicher Schmiegsamkeit und Anmuth gepaart war. Dies alles entwickelte Gregor mit beredten und überzeugenden Worten. Andrej lauschte mit einem zwar ungläubigen, aber sympathischen Lächeln. Er war sicher, daß wenigstens neun Zehntel der Angaben Gregors das Werk seiner furchtbaren Phantasie seien. Gregor hatte ein sehr zärtliches Gemüth, er verstand es aber nicht Maß zu halten, und kannte nur habend", antwortete Gregor. Ich bin aber nicht gewiß, die Superlative der Sympathie oder Antipathie. Für ob alles Geld von ihm kommt. Zanja ist selbst reich. Wenn seine Gefährten empfand er entweder hohe Bewunde- sie mündig wird, wird sie ein Vermögen haben. Etwas rung oder sie ließen ihn vollkommen gleichgiltig. wie eine Erbschaft von der Mutterseite; ich weiß es In seiner Menschenkenntniß wurde er beständig irre geleitet, nicht ganz bestimmt. Sina erzählte es mir, mir, ich obgleich er behauptete, ein guter Menschenkenner zu sein. schenkte der Sache aber wenig Aufmerksamkeit. Sicher Er kannte sie in der That in seiner Weise, obgleich man lich," fügte er träumerisch hinzu, wird sie selbst werthAber Andrej, voller für unsere Sache sein, als alles Geld, welches sie seiner Meinung nicht trauen konnte. der in der Stala seiner Empfindungen normal war, liebte mitbringen kann." seinen Freund gerade am meisten wegen dieses wahrhaften Andrej wandte den Kopf schnell dem Sprecher zu. Er Ungestüms des Herzens. Er war entzückt, ihn so wenig fonnte aber seinen Blick nicht auffangen. Die Augen blickten in's Leere, als ob sie in Betrachtung eines entfernten Gegenverändert zu finden. standes vertieft wären. " Ja," sagte er lachend, Du mußt mich Deiner jungen Freundin vorstellen. Wenn ein Zehntel von dem, was Du gesagt, wahr ist, so ist sie die Blüthe ihres Geschlechtes. Wo triffst Du sie? Im Studentenklub oder bei ihren Eltern?" Wir treffen regelmäßig im Klub zusammen. Manchmal besuchen wir aber auch Repins- Sina und ich. Repin fürchtet sich nicht, Illegale zu empfangen." Andrej äußerte ein bedeutsames„ hm" und entschloß sich, die erste Gelegenheit wahrzunehmen," um die Bekanntschaft des außergewöhnlichen Mädchens zu machen. Bei der großen Freiheit des Verkehrs zwischen jungen Leuten in Rußland hat eine warme Zuneigung, ja selbst ein junges Bewunderung eines jungen Mannes für Mädchen, oder umgekehrt, nichts Besonderes zu sagen. Sie " Ich denke, Du thätest besser, Tatjana Grigorienna tönnen sehr gute Freunde sein und nichts weiter. Für in ihrem eigenen Hause aufzusuchen." Gregor stimmte ihm einen extravaganten Kopf wie Gregor war der Begriff der dehnbar. Doch war in seinem bei. Andrej war jehr begierig, Repin kennen zu lernen und Freundschaft sehr er von dem Mädchen drückte seine Zufriedenheit aus, daß solch' eine angesehene Tone und Gesichte, als sprach, ein gewisses Etwas, welches mehr als Persönlichkeit auf ihrer Seite stand. " Ich bin dessen nicht ganz sicher," bemerkte Gregor. Freundschaft auszudrücken schien. Andrej wollte sie " Ich kann es nicht herausbekommen, welches seine eigentliche beisammen sehen, um Zweifel zu beseitigen, welche nicht Stellung ist. Sina tennt ihn besser und spricht von ihm frei von Befürchtungen waren. Er stimmte zwar nicht ganz mit großer Hochachtung. Thatsache ist, daß er uns bei den Freunden bei, welche das Prinzip aufstellten, daß ein vielen schwierigen Gelegenheiten hilfreich zur Seite stand." Revolutionär nie eine Frau lieben dürfe. Doch hielt er es Gregor führte einige Beweise auf, welche zeigten, daß für besser, wenn man so lange wie möglich solchen„ Thor heiten" auswich. Wenn Gregor gerade jetzt in diesen Zu Repins Beiträge die übliche Höhe überſtiegen. „ Er muß reich sein", sagte Andrej. Ja, er ist sehr wohl- stand verfiel, so glaubte Andrej nicht, daß man ihm dazu g -U Politische Weberlicht. Dieser Staat ist ohumächtig auch nur in der Beseitigung der betreffs der Konkursordnung wenig Abhilfe schaffen werden Berlin, den 9. Februar. Themise) hinunter gehen und Dampfer auf Dampfer fremdes auch in anderen Blättern befand. The Herr Möller also Reichstag vorgehalten ward, durch die blödsinnige Zukunfts Arbeiter und fremde Waaren hereinbringen sehen, werden mit so gröblichen Beschuldigungen um sich wirft, sollte er staats- Debatte verhüllt werden. ihre Augen ihnen die Frage beantworten, weshalb die das thun, dessen angebliche Unterlassung er unseren Ge- Die Behauptung des Herrn Richter, die Militärtommission Löhne niedriger und niedriger werden und so viele in nofsen immer vorwirft, sich nämlich über das, was er habe geschäftsordnungsgemäß nicht rascher vorgehen können, diesen Tagen des Luxus und der Billigkeit ohne Arbeit, öffentlich behauptet, vorerst genau orientiren. So lange Herr ist leeres Gerede. Die Majorität hat es auch in der ohne Nahrung, ohne Feuer im Haus und ohne Schuhe find." Möller dies unterläßt, fann er sich auch nicht wundern, Kommission vollständig in der Gewalt, die Verhandlungen Mit andern Worten, der fremde Schutt" sind die fremden wenn er hören muß, wie dies heute durch den Abgeordneten zu beschleunigen und eine Entscheidung über die vorliegende Waaren und die fremden Arbeiter. Singer geschah, daß seine objektive Wahrhaftigkeit durch Maßregel sofort herbeizuführen. Wenn die Majorität das Diese Fair Trade Agitation wird auch von Champion aus nicht für jedermann feststeht.-Morgen dürfte die in diesem Falle nicht gethan hat, so hat sie es nicht ges im Labour Elector" unterstützt, und wenn Champion vor Debatte über die Sonntagsruhe den größten Theil der wollt. Und sie hat es nicht gewollt, weil sie den Kom einiger Zeit fich brüsten durfte, Geld für 100 Arbeiter- Sigung ausfüllen. promiß will. Und da es mit dem GegenwartsKandidaten zur Verfügung zu haben was hier etwas fompromiß nicht geht, so ist man auf den Zukunftsheißt so wird man wohl auf die Natur dieser unbekannten Das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der kompromiß verfallen. Die Wähler seien auf Gönner der Arbeiterfache Schlüsse ziehen dürfen. Glück Sozialdemokratie liegt in der unermüdlichen Arbeit, die der Hut! licherweise ist der Einfluß Champions im Abnehmen, aber sozialdemokratische Kritik gegenstandslos zu machen," mit Die Haltung des Abgeordneten Richter befremdet uns immerhin giebt es noch Leute, die ihm folgen, und dazu diesem richtigen Ausspruch antwortet die„ Bossische Zeitung" nicht. Daß der Mann der Spar- Agnes sich auch zum scheint leider auch Keir Hardie zu gehören. Mehr auf die neueste Auslassung Bismarc's. Bismarc spottet politischen Agenten der kapitalistischen Parteien berufen als je aber ist es am Blaze, darauf zu achten, daß die über die Parteien, welche glauben, die Sozialdemokratie fühlt, ist nur logisch und natürlich. neue Arbeiterpartei, wie überhaupt die englische Sozial- todt geredet zu haben; gegen diese gebe es nur sein altes demokratie Gegnerin der Liberalen, indeß darum noch lange Rezept des Sozialistengesetzes. Der Ausspruch der„ VosDie rein demagogische Tendenz der Konservativen nicht eine Suftursale der Tories ift. fischen Beitung" trifft aber auch die Prahlereien der anderen und des Zentrums in ihren Bestrebungen zu gunsten des Parteien, und seine Richtigkeit erkennen auch wir an. Aber kleinen Mannes" zeigen sich auch bei der Ronkurs welche der Parteien der herrschenden Klassen ist in der Lage, ordnung. Wir haben nichts gegen Vorrichtungen zur das wirksamste" Mittel in Anwendung zu bringen? Dieses Verhütung schwindelhaften Geschäftsbetriebes, nur fürchten wirksamste Mittel wäre eben die Vernichtung des Klassenstaates! wir, daß die Anträge der Konservativen und des Zentrums geringsten Mißstände. Nimmt er einmal einen Anlauf wie und mindestens ebenso sehr den Unglücklichen, der nach bei der Sonntagsruhe, der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, hartem, ehrlichem Ringen im Konkurrenztampf erliegt, als Aus dem Reichstage. Heute setzte der Reichstag die dem Fabrikinspektorat, prallt er sofort zurück vor den An- den eigentlichen Schwindler und Spekulanten treffen werden. Diskussion über die Berichte der Fabrilinspektoren fort. Als griffen des Königs Stumm und Genossen und kriecht vor Wollte man dem sogenannten„ kleinen" Mann, dem kleinen erster Redner trat der Abgeordnete Möller( Dortmund) auf, diesen zu Kreuz. Die Gunft der feudalen Junker und Gewerbetreibenden und Handwerker helfen, dann müßte man der, gestützt auf die Thatsache, daß er der Vertreter des Agrarier muß er erkaufen durch Preisgebung der allge- die Konkursordnung erweitern, daß sie auch ihm zu gute käme. allmächtigen Vereins mit dem langen Namen ist, sich um meinen Interessen zu ihren Gunsten. Will er sich auf die Der kleine Handwerker, der in Schulden geräth, würde sich die Beschlüsse der Wahlprüfungskommission nichts zu kümmern Pfaffen stüßen, so liegen sich nicht nur diese selbst in den Haaren verhältnißmäßig glücklich fühlen, falls er auch alle seine scheint, sondern Tag für Tag im Reichstage sich breit macht, um den größeren Theil der Beute, sondern wollen den Habe verloren hätte, wenn er menigstens arbeiten könnte, als ob ein Beschluß, der seine Wahl für nichtig erklärt, Staat selbst zum Gegenstand ihrer Herrschaftsgelüfte machen. ohne den Gerichtsvollzieher Tag für Tag auf dem Nacken nicht existire. Unter Bismard's Beiten war der Verband Der gegenwärtige Staat ist so morsch und bietet zu haben. Zum Konkurs kann er nicht gehen, denn er bes der Industriellen so mächtig, daß nichts geschah ohne deffen so viele Angriffspunkte, daß er um kein Haar breit ge- fist nichts, worin die Gläubiger sich theilen könnten oder Zustimmung, vor allem trat der Einfluß des Reichstags festigter wird, durch alle Angriffe auf irgend welche Bu- was wenigstens die Konkurstoften becken könnte; er weit zurück gegenüber dieser Unternehmerverbindung; ge- tunft s staaten. hat bezahlt, so lange er etwas hatte, und steht schließlich in legentlich der Entscheidung über die Giltigkeit der Möllervoller Besiglosigkeit da. Dem Handwerker wenigstens die ſchen Wahl wird sich zeigen, ob dieses den Reichstag ent- Serr Eugen Richter will nicht zugeben, daß die Erleichterung zu schaffen, daß ihm nunmehr wenigstens das würdigende Verhältniß auch unterm neuen Kurs fortbesteht. Bukunftsstaats- Debatte, die ihm eine so gute und tattvoll Nothwendigste gelassen werde und er vor dem GerichtsDaß man an maßgebenden Stellen Scheu trägt, die Probe benutzte Gelegenheit bot, seine nationalökonomische Weisheit vollzieher wenigstens so lange Nube habe, bis sich seine auf dieses Exempel zu machen, zeigt die durch nichts be- und feinen kaufmännischen Geschäftssinn zur Geltung zu Verhältnisse derart gebessert haben, daß er auf alte Schulden gründete Hinausziehung dieser Entscheidung. Wochen sind bringen, eine unwürdige komödie war, durch Abzahlungen machen könne, das wäre eine Wohlthat für jetzt schon hingegangen seit der Bericht der Wahlprüfungs- welche die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes von den kleinen" Mann gewesen. Bu einer solchen Hilfe aber tommission erschienen ist, trozdem aber ist er noch nicht auf den Mogeleien betreffs der Militärvorlage abgelenkt werden versteigt sich weder die Handwerkerfreundschaft der Agrarier die Tagesordnung gestellt. Dabei tritt Herr Möller auf, sollte. Er behauptet heute in seiner Freisinnigen Beitung" noch des Zentrums. als liege nicht das leiseste Bedenken gegen die Legitimität mit dem ihm eigenen Unfehlbarkeitspathos, Kompromißverseiner Wahl vor. Soll das noch lange so bleiben? handlungen hätten nicht stattgefunden und fänden nicht statt, Wozu der Merger? Die Einladung zur EinspruchsDie Rede des Herrn Möller zeichnete sich im übrigen die Auflösung des Reichstags sei sicher, und mit der Militärvor versammlung gegen die Wiederzulassung der Jesuiten, die wieder durch einseitigste Betonung der Unternehmerinteressen lage werde keine Verschleppung getrieben. Herr Eugen Richter wir gestern bereits theilweise mittheilten und die von aus. Das ging so weit, daß sogar Herr v. Stumm sich sollte es fich genügen lassen, die schmutzige Arbeit der 460 evangelischen Männern, hauptsächlich aus Professoren, von Möller lossagte und dessen Behauptungen über die Kapitalisten zu verrichten, das ist sein Amt und bringt Konsistorialräthen, Predigern und einigen Beamten a. D. Simulationen der Arbeiter in Krankheits- und Unfallfällen ihm Geld ein, und non olet der Führer des Freisinns" bestehend, unterzeichnet ist, entflammt den Born der für zu weit gehend erklärte. Im weiteren Verlauf der hat es aber doch in der That nicht nöthig, auch die Germania" im höchsten Grade. Es ist allerdings der Debatte langweilten die Abgeordneten Stumm und Dr. Hirsch schmutzige Arbeit des Zentrums und der sonstigen bloße Konkurrenzneid, der sich in diesen Kundgebungen zeigt, das Haus wieder mit einer Aufwärmung ihres nun schon Kompromiß- und Geschäftspolitiker zu verrichten. Das ebenso wie das Bündniß der ultramontanen und evangeli mehrere Jahre alten Privatstreites. Dieser Kohl sollte tönnte er füglich diesen selbst überlassen. Wir wissen schen Feinde nur auf der Furcht beruht, daß den Muckern doch endlich einmal aus den Verhandlungen des Reichstags auf das positivste, daß Kompromiß- Berhandlungen hüben und drüben überhaupt der Boden der Wirksamkeit fortbleiben. stattfinden. Wir wissen auch, daß in diesen Kompromiß genommen werden könnte. Wir stehen den Kämpfen der Von unserer Seite hielt der Abgeordnete Wurm heute die Eventualität einer Auflösung eingeschlossen ist. Wir Katholiken und Lutheraner ganz objektiv gegenüber. Wir eine recht gelungene Nachlese zu seiner gestrigen Rede. An wissen, daß das Zentrum die Unmöglichkeit einer Be- beurtheilen die Katholiken nach dem Luther'schen Katechismus, diese knüpfte sich eine kurze Auseinandersetzung zwischen willigung der Militärvorlage in diesem Reichstag ein- und die Evangelischen nach den katholischen Lehrbüchern; Bebel und Singer einerseits und Möller andererseits an gesehen hat. Wohl ist eine Majorität für die theilweise und ihre gegenseitigen Schlägereien und Bündnisse bringen über eine Aeußerung, welche letterer von dem englischen Bewilligung vorhanden, allein die Mitglieder der Majorität uns nur das Sprüchwort von gewissen Parteien, die sich Arbeiterführer Burns gehört haben will, und welche, wenn fürchten die Wähler und haben Angst davor, zwei Jahre schlagen und vertragen, wieder in Erinnerung. gefallen, gerade nicht schmeichelhaft über die deutsche Partei nach der Bewilligung sich dem Volk zur Wiedererwählung --O gelautet hätte. Burns hat unseren Genossen Bebel und anzubieten das Mandat dieses Reichstags erlischt be- Gesetzwidrige Gewohnheiten. Die Norddeutsche Singer gegenüber es bestritten, sich so geäußert zu haben, tanntlich im Februar 1895. Man ist deshalb auf einen Allgemeine Zeitung" zitirt aus einem Artikel der Schlesi wie Herr Möller und seine Freunde gehört und sofort 3utunfts fompromiß verfallen, nämlich auf das Aus- schen Zeitung" über Differenzgeschäfte ohne Widerspruch niedergeschrieben haben wollen. Die Sache ist an sich voll- funftsmittel, die Militärvorlage, nachdem die Verhand- folgende Stelle: ständig gleichgiltig und wirklich nicht werth, daß sie nun lungen möglichst hinausgezogen und die Wähler mögschon zum dritten oder gar vierten Male im Reichstage lichst ermüdet find, im Reichstage zu verwerfen, breit getreten wird. Den Vorwurf der Fälschung, den Herr dann gehobenen Hauptes vor die Wähler hinzutreten, Möller bei dieser Gelegenheit gegen den Vorwärts" erhob, sich das Mandat auf fünf Jahre erneuern zu müssen wir aber als einen frivolen zurückweisen. Unser Ge- lassen, und im neuen Reichstage die Militärnoffe Wurm konnte auf der Stelle nachweisen, daß die vorlage zu apportiren. Dieser Zukunftskompromiß, angeblich gefälschte Stelle dem Oldenburgischen Parlaments zu dem die schmähliche Verschleppung der Kommissions bericht entnommen war und im gleichen Wortlaute sich berathungen gehört, sollte, wie von sozialistischer Seite dem gratuliren fönne, um so weniger, da seine Auserwählte, wie er errathen fonnte, eine junge Weltdame war, welche einem ganz anderen Kreise angehörte, als dem ihren. V. Rapitel. Es giebt gefeßwidrige Gewohnheiten, die fein Gesetz um bildet, denen gegenüber auch das Strafgeses machtlos ist. Zur Exemplifizirung dessen brauchen wir nur an den Zweikampf zu erinnern. Noch kein Gesetz hat diese, dem Klassischen Alterthum unbekannt gewesene Gewohnheit zu verbannen vermocht." nur, weil die herrschenden Klaffen überhaupt nicht den Die gesetzwidrige Gewohnheit" des Duells besteht eben willen haben, es zu beseitigen, weil eben die herrschenden Klassen einen Vorzug darin erblicken, sich über das Geset hinwegzusetzen, das sie den unteren Klassen, ohne deren „ Nur Sie!" rief sie in einem Tone der Ent. Gewohnheiten zu berücksichtigen, unbarmherzig aufzwingen. täuschung aus. Das Duell ist in der Gegenwart nur begründet in der " Ja, nur ich, Tatjana Grigorierna!" erwiderte Gregor, Frechheit der herrschenden Klassen. Mit der Ehre " Sie müssen aber nicht verzweifeln, die anderen werden hat es nichts zu thun. Wäre die Ehre beim Duell im auch bald kommen." Spiel, so würde jeder Offizier und Beamte es mit seiner Eine gemischte Gesellschaft. Sie ging in's Eßzimmer voran, wo sie ihren Water- Ehre für unvereinbar halten, das Gesez, als den Ausfluß Repin beantwortete die Bitte seiner Tochter mit den einen schlanken, graubärtigen Mann von ungefähr fünfund- der Staatsordnung, zu deren Hüter er gesezt ist, zu ver Morten, daß er sich sehr darauf freue, Andrej in seinem fünfzig Jahren in Gesellschaft eines jungen Herrn von legen. In jedem Falle würde ihn die Ehre dazu zwingen, dreißig Jahren trafen; die Sammetjacke und Die bevor er fich in ein Duell einläßt, seinen Abschied zu nehmen. Hause zu sehen. Aber drei Wochen vergingen, bevor dieser Langen, kastanienbraunen Haare desselben verriethen den Den herrschenden Klassen fehlt eben die wirkliche Ehre, und von der Einladung Gebrauch machen konnte. Sina war mittlerweile von ihrem Besuche in Dubraw- Künstler. Es war Nicolas Krivoluzky, Professor von einer deshalb haben sie sich eine Scheinehre geschaffen, hinter der nick zurückgekehrt, brachte aber solch' ungünstige Nachrichten, der höheren Schulen von Petersburg, der ein guter Freund sich die größte Ehrlosigkeit verstecken kann. daß alle, sie selbst und Andrej mit inbegriffen, zugeben Repins war. Wie die Sonntagsruhe von manchen Unternehmern Nachdem die übliche Begrüßung vorüber war, nahm aufgefaßt wird, zeigt eine Mittheilung der Verbandsmußten, daß vorläufig wenigstens jeder Bersuch zur Befreiung Boris' aussichtslos set. Da Sina mit Repin über Krivoluzky die unterbrochene Erzählung über die bevor- blätter", des Organs des Verbands deutscher Handlungssprechen wollte, machte sie Andrej den Vorschlag, sie zu be- Partei in der kaiserlichen Gesellschaft zur Beförderung der den ganzen Sonntag über das Haus zu verlassen. gehilfen". Ein Brinzipal hatte einem Gehilfen verboten, die Angelegenheit, für die sie ein warmes Interesse zeigte, ftehenden Kämpfe zwischen der reaktionären und liberalen blätter", des Organs des Verbands deutscher Handlungssprechen wollte, machte sie Andrej den Vorschlag, sie zu be Bienenzucht in Rußland, deren Sekretär er war, wieder auf. Der Gehilfe hat hierauf den Prinzipal wegen Freiheitsgleiten. So hofften sie denn eine regelrechte illegale" Theegesellschaft unter dem Dache des Rechtsgelehrten zu sein und ersterer lachte herzlich über die Kniffe der Magdeburger Staatsanwalt folgenden Bescheid: Repin und er schienen sehr vertieft in dieses Thema zu beraubung gerichtlich belangen wollen, erhielt aber vom Andrej wohnte jetzt in seiner eigenen Wohnung auf Reaktionäre, um sich die Majorität für die nächste Prädem Besky, nicht weit von der Wohnung Sinas, so daß es fidentenwahl zu sichern. Die jungen Leute machten einen beiden bequem war, zusammen hinzugehen. Gregor war so höflichen Versuch, Interesse an der Diskussion der älteren Herren zu zeigen. erfreut, der Pflicht, ihn dorthin zu begleiten, enthoben zu sein, daß er dies sogar als genügenden Grund betrachtete, betraf, über. Tanja fragte Gregor, über welche Punkte in Sie gingen aber bald in ein Gespräch, welches sie selbst viel früher als die anderen hinzugehen. Um sechs Uhr, zu der letzten Versammlung des Studentenklubs, bei welcher sie welcher Zeit, wie er wußte, die Familie ihren NachmittagsKaffee schon eingenommen hatte, tlingelte er an der Außenthüre der nicht zugegen sein konnte, verhandelt worden sei. Gregor Iuguriösen Wohnung, welche die Repins in der Konnu- antwortete und fragte dann seinerseits, ob sie den Auszug fchenajastraße bewohnten. Er hatte taum Beit zu fragen, aus dem Buche vorbereitet habe, über welches sie in der ob die Familie zu Hause wäre, als man rasche Schritte in nächsten Zusammenkunft referiren sollte. Ja. Es ist aber so abscheulich gerathen, daß ich es dem anstoßenden Zimmer wahrnahm und Tanja heraus trat, um ihn mit einem Lächeln und vertrauten Händedruck wahrscheinlich gar nicht lesen werde. Es thut mir leid, daß ich nicht etwas Leichteres gewählt habe." zu begrüßen. ,, Aller Anfang ist schwer", sagte Gregor. Vielleicht Sie war eine graziöse Brünette, hatte große, schwarze ist es aber nicht so schlecht, als Sie denken. Wollen Sie Augen, welche von starten Augenbrauen überschattet waren, es mir zeigen?" und einen wohlgeformten, ziemlich großen Mund. bekommen. Mit Bergnügen. Sie werden es aber sicherlich ebenso Es war ein lebhaftes originelles Gesicht, nicht geradezu schlecht finden, wie ich." hübsch, aber von zwingendem Bauber, sobald sie lächelte. ( Fortsetzung folgt.) " Indem das Gesetz vom 1. Juni 1891 bestimmt, daß die Handlungsgehilfen und Gehilfinnen an Sonn- und Feiertagen nicht über eine bestimmte Zeit hinaus im Handelsgewerbe be schäftigt werden dürfen, wird damit keineswegs festgesest, hat namentlich auch nicht festgesetzt werden sollen, daß den Handlungsgehilfen und Gehilfinnen die freie Verfügung über den Rest der Sonn: und Feiertage gewährt und ihnen ein Anspruch verliehen werden solle, von dem Gewerbetreibenden zu verlangen, daß diefer sie nach ihrem Belieben ausgehen lasse. Nach dieser Richtung hin enthält das Gefes feinerlei Vorschriften. Die bezüglichen den Gewerbetreibenden Verhältnisse zwischen und den Gehilfen resp. Gehilfinnen sind daher nach§ 105 des Gesetzes vom 1, Juni 1891 Gegenstand freier Uebereinkunft. Jm K.'schen Geschäft besteht nun nach der Aussage der hierüber vernommenen Zeugen die Hausordnung, daß die Gehilfen und Gehilfinnen den p. K. um Erlaubniß zu bitten haben, wenn sie ausgehen wollen. Sie haben vor ihrem Eintritt in das K.'sche Geschäft Kenntniß von dieser Hausordnung erhalten und sich derselben unterworfen. Wenn denselben nun die Erlaubniß auszugehen vers fast ist, fo ist zunächst in diesem Berbot überhaupt eine Vorort der sozialistischen Mitgliedschaften des nordöstlichen| liche Regelung nöthig erscheine, oder ob die Klinke der Reichs Freiheitsberaubung nicht zu finden. Denn die von dem Berbot Frankreich gemacht. Betroffenen hatten es in ihrer Macht, den Ausgang dennoch zu thun, wenn sie die hieraus für ihr Dienstverhältniß entspringenden Folgen tragen wollten. Thatsächlich waren Sie an dem Ausgange nicht gehindert. Wäre aber wirklich darin eine Freiheitsberaubung zu erblicken, so würde diefelbe keinenfalls eine wiberrecht liche sein, da der p. K. nach der Hausordnung zur Berfagung der fraglichen Erlaubniß befugt war. Vorschlag würde Gesetzgebung in Anwendung gebracht werden müsse, gingen die Meinungen auseinander. Da die übergroße Mehrheit sich der AnDie spanischen Republikaner waren bisher in ver- ficht hinneigte, daß der durch harte Geltendmachung des Retentionsschiedene Fraktionen gespalten. Angesichts der bevorstehen- rechtes Wucher treibende Hauswirth durch die neulich getroffene den Neuwahlen haben nun sämmtliche republikanischen Fassung unter Umständen bereits getroffen werde, daß eine endFührer" Bi y Margal, Salmeron u. 1. w. mit ihren giltige Regelung des Retentionsrechts in das Zivilrecht und nicht in diefe Novelle gehöre, und daß die vorschlagenen Formulirungen hervorragendsten Genossen vorige Woche in Madrid eine besserungsbedürftig seien, zogen die Antragsteller ihre Anträge Konferenz abgehalten, auf der man sich über ein gemein- unter dem Hinweis zurück, daß sie für die zweite Lesung dieUnd wollte man fogar annehmen, daß er diese seine Be- fames Aktionsprogramm verständigt hat. felben in anderer Formulirung wieder einbringen würden. Der fugniß überschritten habe, so würde er sich damit gleich- Ein Aktionskomitee wurde niedergesetzt. Nach dem Versuch der Vorlage, durch das Verlangen nach alljährlicher wohl noch nicht straffällig gemacht haben. Denn immer Sturz der Monarchie soll die Republik proklamirt, eine schriftlicher Rechnungslegung seitens der Geschäftetreibenden einer hin hätte er in vermeintlicher Ausübung seiner Befugnisse ge- provisorische Regierung, in der alle Fraktionen der Repu- Verschleierung der Wuchergeschäfte vorzubeugen, tann seinen handelt und würde bas Bewußtsein der ihm vielleicht blikaner vertreten sind, eingesetzt und sofort die Wahl der Zweck nicht erreichen, würde aber das reelle Se zur Last fallenden Widerrechtlichkeit nicht gehabt haben. Ohne Der schäft außerordentlich belasten. bies Bewußtsein der Widerrechtlichkeit unterliegt er aber der Constituirenden Cortes, welche die Verfassung auszuarbeiten burch bureaukratische Mechanismen reelle Geschäftsleute beBestimmung des§ 239 des Straf- Gesetz- Buchs nicht. Ob das haben, ausgeschrieben werden. Die Anhänger Borilla's, lästigen, Wucherer und Lumpen unbehelligt lassen. Der dies Verbot auszugehen den von dem Verbot Betroffenen ein Recht der im Auslande leben muß, sind dem Bund beigetreten. bezügliche Theil der Vorlage wurde deshalb mit allen zur Lösung ihres Verhältnisses zu K. gäbe, das zu untersuchen Dagegen hat der einst so gefeierte Schönredner a stelar Stimmen abgelehnt. Die Abänderungsvorschläge scheiterten erübrigt sich für mich. Der tgl. Erste Staatsanwalt. die Flinte ins Korn geworfen, was für die Republikaner gleichfalls sämmtlich. 13 Resultat der ersten Lesung Wir gehen auf das juristische Element nicht weiter ein Glück ist. über die Wuchernovelle ist daher zu bezeichnen, daß An. Wir wundern uns auch nicht über derartige Behand als Wucher alle Rechtsgeschäfte sollen bestraft werden Das englische parlamentarische Gewerkschafts- tönnen, durch die jemand einen zu seiner Leistung in auffälligem ung der Gehilfen, wenn sie nicht bloß solche Hausordnungen fomitee macht bekannt, daß es auf die Abhaltung Mißverhältniß stehenden Vermögensvortheil durch Ausbeutung der vie die im K.'schen Geschäft bestehende sich gefallen lassen, bes Londoner internationalen Kongresses Mothlage eines Mitmenschen sich gewähren läßt. Die sondern sogar in den„ Berbandsblättern" sich von solchen für dieses Jahr verzichtet, und zwar zu von unseren Genossen aufgestellten Forderungen werden in arten Rücksichten gegen den Herrn Prinzipal leiten lassen, daß ein Blatt, welches Organ der Gehilfen sein will, nicht Gunsten des Züricher Kongresses, zu dem es selbst weiter Rommissionsberathung wiederholt und auch der Vorschlag auf Errichtung von Laiengerichten zur Entscheidung inmal den Namen des Prinzipals nennt, gewiß, um ihn vier seiner Mitglieder: J. Wilson, J. H. Wilson, J. Hodge über die Wucherfragen spezialisirt werden. aicht zu blamiren. Der Prinzipal darf beileibe nicht an und E. Harford senden wird. Wie wir erfahren, find Die Kommission zur Vorberathung der lex Heinze Den Pranger der Deffentlichkeit gestellt werden! Der Ver- bei dem Komitee sowohl vom Ausland als auch namentlich band Deutscher Handlungsgehilsen" könnte sonst die Gunst Einberufung des Londoner Kongresses eingetroffen, daß Regierung, dem§ 184 Str.-G.-B. eine neue Faffung zu geben, Sigung den Vorschlag der von England selbst soviel Tadelsresolutionen wegen der berieth in ihrer heutigen ser Prinzipale verlieren. dasselbe eine Riesenblamage voraussah, wenn es nicht vor- gelangte aber noch nicht zu Ende der Berathung.§ 184 lautet Der Zentrumsthurm wackelt nicht bloß in Bayern, her einlenkte. Nun, guter Rath fommt nie zu spät, und im Absatz 1 und 2 in der vorgeschlagenen Form: Wer unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen feilhält, verkauft, ver wie die Wahlen in Kelheim und Kaufbeuren zeigten, die Internationalität der Arbeitersache hat einen großen theilt, an Orten, welche dem Publitum zugänglich sondern auch in Westfalen. Im Wahlkreis Olpe- Meschede Sieg zu verzeichnen. sind, ausstellt oder anschlägt oder sonst verbreitet, wer fie st dem an Stelle des verstorbenen Reichensperger offiziell zur Verbreitung herstellt, oder zum Zwede aufgestellten Bentrumskandidaten Oberrentmeister a. D. Böse folgen sich die Minister und gleichen einander. Russisches. Jm Reich der Knute und der Barbarei ber Berbreitung im Befiz hat, ankündigt oder zu Münster gegenüber von der ultramontanen Bevölkerung Selbst anpreist, oder wer durch Ankündigung in Druckschriften unein anderer Kandidat entgegengestellt, und zwar in der verständlich sind sie im Lande des zarischen Absolutismus züchtige Berbindungen einzuleiten fucht, ingleichen wer an Person des bekannten Redakteurs der Westfälischen Wolfs nichts weiter als die Lakaien Bäterchens", dessen Wille öffentlichen Straßen oder Plägen Abbildungen oder Dareitung" Fus angel oder anschlägt, welche, ohne unGesetz ist. Die vielgepriesene Selbständigkeit des vorigen stellungen ausstelt Finanzministers, des Spekulanten Wyschnegradsky, war süchtig zu fein, durch gröbliche Berlegung Zu den moralischen Eroberungen, die Deutschland, ebensowenig vorhanden, wie etwa ein Unterschied zwischen des Scham- und Sittlichkeitsgefühls Mergernis zu erregen geeignet sind, wird mit Gefängniß bis zu speziell seine nationalite Partei, in Elsaß- Lothringen gemacht diesem und seinem Amtsnachfolger Herrn Witte. War 6 Monaten und mit Geldstrafen bis zu 600 Mart oder mit einer haben, gehört der nationalliberale Reichstags- Abgeordnete aber der erstere, der seine Berufung zum Finanzminister dieser Strafen bestraft. Ist die Handlung gewerbsfür Straßburg- Land, Bankdirektor Dr. North. Gegen den seinen Erfolgen in der Börsenspekulation verdantte, mäßig begangen, jo tritt Gefängnißßrafe felben ist wegen betrügerischer Handlungen das Strafver nur harmloser Rubelspekulant, so entpuppt nicht unter drei Monaten ein, neben welcher fahren eingeleitet und hat die Geschäftsordnungs- Kommission fich der legtere als ein internationales Finanz- auf Geldstrafe bis Gintausend fünfhundert des Reichstages in ihrer heutigen Sizung einstimmig be- genie, wie es noch auf keinem europäischen Ministersessel Mart, auf Berlust der bürgerlichen Ghrenschlossen, in diesem Falle von der Immunitätsbestimmung gethront. Dieser Mann ist so naiv zu glauben, daß der rechte sowie auf Bulässigkeit von Polizeiteinen Gebrauch zu machen und dem Reichstage die Ge Rubel steigen müsse, wenn man dessen Ausfuhr verbiete. aufsicht erkannt werden tann." Die wesentlichsten nehmigung zur Strafverfolgung zu empfehlen. Er erließ deshalb an alle russischen Banken ein Birkular, enderungen gegenüber dem geltenden Gesetz sind vorstehend durch Sperrdruck fenntlich gemacht. Sperrdruck fenntlich gemacht. Die Bentrumsabgeordneten, die durch welches er diesen verbot, Rubelsendungen nach dem Nationalliberalen und Konservativen haben einige Anträge, welche die Frankreich. Constans, der sich so aufdringlich Ausland zu machen, noch Differenzgeschäfte in Rubeln zu Rauschutbestimmungen etwas einengen sollen, eingebracht. Gegen als Retter der Gesellschaft anbot, ist wieder untergetaucht entriren. Zuwiderhandlungen sollen mit Entziehung des sämmtliche Anträge wendeten sich die sozialdemokratischen und dafür taucht jetzt mit einem Male ein anderer unheimlicher Reichsbankkontos und eventuell Unterdrückung des betr. der größere Theil der freisinnigen Abgeordneten mit Entschieden Name auf: Cavaignac. Der erste Gesellschaftsretter von Bankgeschäfts geahndet werden. Diese Maßregel zeugt von heit. Bebel und Stadthagen weisen insbesondere auf 1848, der Junischlächter" hieß Cavaignac; er rettete" die einer noch grenzenloseren Bornirtheit als die seinerzeitige das Schwankende der Begriffe" Sittlichkeit", ergerniß zu honnette Republik für den abenteuernden Schwindler Haussespekulation des Herrn Wyschnegradsky, der die Rubel erregen geeignet" bin, auf die neue Benfur, bei der ftatt des alten Louis Bonaparte, und das Blut Rehntausender von Pro- im Auslande auftaufen ließ und sie einige Monate später st bie Bibel in allen Stellen frei davor, als ein Werk erachtet Polizeizensors der Richter den Henter der Gedanken bilden würde. Letariern flebte an feinen ehrlichen" Händen. Dieser mit neuen Rubelscheinen, die er zu dem Zwecke druckte, bezahlte. zu werden, das ergerniß in der gedachten Weise zu erregen Cavaignac ist todt, aber sein Sohn, Godefroy Cavaignac, Dieser jobberte also harmlos auf Basis eines Zeitvorsprungs geeignet sei? Wie steht es mit den Klaffitern des Alterthums opportunistischer Abgeordneter, benugte die Radau- Inter- von wenigen Monaten. Jener aber hält alle Noten mit Bolizei und der Neuzeit, in der Literatur und in der Kunft? Der pellation der Boulangisten, um sich gestern als Staatsretter gewalt im Inlande fest und-druckt auch neue Rubel- tünstlerische und literarische Geist werde gefnebelt und unter aufzuspielen, indem er eine sehr prätenfiöse Tages- fcheine. Der naive Herr scheint demnach zu glauben, die Aufsicht gestellt. Museen würden gefchloffen werden müssen; ordnung vorschlug und mit fittlichem Pathos Rubel müßten nun steigen, da nur das böse Ausland mit wie stehe es mit der Schloßbrücke und ihren bekannten Puppen? begründete, welche korrupte Praktiken aufs schärffte seinen Firereien den Minderwerth des Rubels verschuldet Die Anschauungen über Sittlichkeit auf Stadt und Land seien sehr verschieden. Wer kann sagen, was unter allen Umständen verurtheilt, jedoch ganz allgemein gehalten ist. Diese Tages- habe. unfittlich ist und dergl. Die Bourgeoispreffe ftellt sich ein tläge ordnung wurde und das ist charakteristisch- von der Daß das Schwanken des Rubels aber lediglich von der liches Beugniß aus, wenn sie von dem Druck, ihre Leser von dem Regierung angenommen, und von der Kammer mit Ausdehnung der russischen Papierzirkulation und des aus- Lesen unzüchtiger Annoncen erst durch das Strafgeset abgehalten sehr großer Majorität beschlossen. Eigentlich hätte das wärtigen Handels bedingt wird, davon scheint der sogenannte werden müssen: in der sozialdemokratischen Bresse Ministerium hiernach einen Sieg erfochten, allein der Held Finanzministerer führt einstweilen noch den bezeichnenden find solche Annoncen unmöglich. Hierzu tritt der des Tages ist Cavaignac, den der Boulangist Deroulède Titel Reichsverweser" keine Ahnung zu haben. mögliche Mißbrauch, der durch Anwendung des§ 184 auf poli bereits zum Kandidaten für die Präsidentschaft ges Rußlands Budget schließt gewöhnlich mit einem Ueber- tische Bestrebungen getrieben werden könne. Hat doch die fächmacht hat. Offenbar haben wir es hier wieder mit irgend schuß des Exports ab, der in Baarem zu begleichen ist. fische Polizei politische und gewerkschaftliche Vorträge als un einer faulen Intrigue zu thun. Und Recht hat der neue Wenn der Finanzverweser dem Ausland nun die Be- ittliche", einen Vortrag der Frau Dr. Wettstein in Chemnitz aus dem felben Grunde in jüngster Beit verboten. Habe doch selbst der sozialistische Abgeordnete Jaurès, welcher in der Debatte, schaffung dieses Baars in Rubeln erschwert, so ist die Folge Berliner Polizeipräsident die Aufführung lebender Bilder aus träftig den Standpunkt des Proletariats vertretend, den einfach, daß die Fremden denn schwerlich werden sie der französischen Revolution von Sittlichkeits wegen" vor bürgerlichen Parteien das Wort ins Gesicht schleuderte nach Petersburg reisen, um sich die schmugstarrenden, übel- wenigen Wochen verboten. Wer steht dafür, daß irgend je nur der Sozialismus tann die Republik riechenden und bazillenbeladenen Kreditrubel in Person zu mandes Ansicht über Ehe, Familie, Eigenthum u.. w. als bor ber korruption retten. holen Rußland den Rücken fehren und ihren Getreide gröbliche Sittlichkeitsverlegung judigirt werden würde? Das bedarf von anderswo beziehen. Zum Glück ist Europa ja Gesez begebe fich auf ein Gebiet, auf dem der Gesetzgeber nichts bereits von Rußland unabhängig. Der Verweser- Spekulant u regeln habe. Ist die Bourgeoistlaffe in der That außer erreicht mit seiner schlauen Maßregel höchstens den Ruin ftande, ihre jungen Herren und Damen vor schlüpfriger Settüre des Handels. Wenn die Götter verderben wollen, dem Bourgeois zur Erziehung ihrer Rinder zu liebe nicht Kunst und und dergleichen zu schützen, so tann doch der Unfähigkeit der rauben sie den Berstand. Literatur gefnebelt, die politischen Rechte der Arbeiterklasse aufs ärgfte gefährdet werden. Sei es in der That nothwendig, die Borgeoisjugend vor„ Berführung" au schüßen, so möge man mit Vorschlägen tommen, welche diefen, aber auch nur diesen Zweck Der Panama- Schwindel war für die Unternehmer des Geschäfts so außerordentlich rentabel, daß es als ein Wunder erscheinen mußte, wenn der Gedante, das Spiel wieder anzufangen und nochmals durchzuspielen, nicht allerhand sinnreichen Leuten gefommen wäre. ein Uebrigens ist wieder ein russischer Pump Versuch Und so hören wir denn auch richtig, daß der Ver- in Sicht. Der" Rubel auf Reisen" lobt wieder einmal die walter der Panama Ronkursmasse, Machicourt, im Einvernehmen mit einflußreichen Personen den Plan gefaßt" Friedlichkeit der russischen Politik. Das deutet stets auf habe, die Arbeiten am Banama- Ranal sofort wieder auf nehmen zu lassen. Es hieß sogar, das Ministerium be günstige den Plan, um für die bevorstehenden Wahlen die aufgeregte öffentliche Meinung etwas zu beruhigen und die betrogenen Aktionäre mit einem Hoffnungsschimmer zu narren. Wir wissen nicht, wie weit aber er atute Geldnoth. Parlamentarisches. erfüllen. Inbesondere von den Bentrumsabgeordneten Spahn und Stephan wurde betont, daß es durchaus nicht schaden würde, wenn die neuere Kunst und Litteratur durch das Straf gefet in andere Richtungen gebracht würde. Abgeordneter Stöder ist ähnlicher Ansicht, und meint, daß politischer Miß brauch nicht zu befürchten und hält die ausgesprochene Mög lichkeit, daß die Berbreitung Bebel'scher Reden als unfittlich be straft werden könnte, für ausgeschlossen: unsittlich seien die Reden der neue Schwindel gediehen war Die Geschäftsordnungs- Kommission des Reichstages sicher nicht. Die Berathung wird am Freitag Vormittag 10 Uhr war doch etwas zu durchsichtig. Und in der Rammer hat hat in ihrer heutigen Sigung einstimmig beschlossen, dem Reichs- fortgesetzt. Bom Zentrum ist folgender die Theaterverhältnisse denn auch die Regierung wohl oder übel bereits erklären fage zu empfehlen, die Genehmigung zur Einleitung des gegen betreffende neuer Antrag eingebracht: mit Gefängniß bis zu einem Jahre und Geldstrafe bis zu 1000 Mart oder müssen, daß von einer Wiederaufnahme der Arbeiten und den Abg. Dr. North beantragten Strafverfahrens zu ertheilen. einer dieser Die Anflage gegen Dr. North ist aus Artikel 249 und 249b mit Strafen wird bestraft, wer öffent der Gründung einer neuen Panama- Aktiengesellschaft nicht lich theatralische Vorstellungen, Singspiele, Gesangs oder dekla eher die Rede sein kann, als bis die Angelegenheiten der des Handelsgesetzbuches erhoben. matorische Vorträge, Schaustellungen von Personen oder ähnliche großen Original- Panamagesellschaft regulirt sind. Und die Die Kommission zur Vorberathung der Wuchergeseh Aufführungen veranstaltet oder ausführt, welche durch gröbliche Regulirung besteht in der gerichtlichen Feststellung der novelle beendete heute Abend die erste Lesung der Novelle. Ein Verlegung des Scham- und Sittlichkeitsgefühls Mergerniß zu er Thatsache, daß über anderthalb Milliarden gestohlen find. Antrag der Abgeordneten Frohme und Stadthagen, der regen geeignet sind. Die einzige Frage, die für die betrogenen Aftionäre jetzt bezweckte, die seitens vieler Hauswirthe durch unihres Retentionsrechts noch praktische Bedeutung hat, ist die: läßt sich den Spiz- mäßige Ausübung buben noch ein Theil der Beute abjagen? Biel sicherlich geübte Bragis unter die Bestimmungen bes nicht." Wuchergesetzes zu stellen, wurde von allen Parteien sympathisch begrüßt mit Ausnahme des deutschfreisinnigen Der Appellhof der Seine fällte heute sein abgeordneten Horwith, der wahrgenommen haben wollte, daß die Urtheil in der Panama- Affäre. Ferdinand v. Lesseps wurde wirthe zahmer" geworden seien. Die Antragsteller wieſen an zu 5 Jahren Gefängniß und 3000 Frks. Geldbuße, Charles zahlreichen Einzelfällen nach, daß das Retentionsrecht zu An sämmtliche Getreideschiffer Deutschlands. v. Lesseps zu der gleichen Strafe, Fontane und Cottu je ungerechtfertigter Steigerung der Miethe ausgebeutet und Kornträger Berlins beabsichtigen, sobald sich die Verhältnisse zu 2 Jahren Gefängniß und 3000 Frts. Geldbuße, Eiffel felbft an den nach§ 715 der Bivil- Prozeß- Ordnung ungünstiger gestalten, eine Henderung des seit dem Jahre 1873 bes zu 2 Jahren Gefängniß und 2000 Frts. Geldbuße verpfändbaren Gegenständen in Hamburg und Preußen ausgeübt stehenden, für sie in hohem Grade ungünstigen Tarifs zu er urtheilt. sei. Für den Vermiether selbst werthlose Betten, Zische, Stühle, wirken. Nöthigenfalls werden sie durch eine Arbeitseinstellung Spinden, die auf der anderen Seite das gesammte Mobiliar die Unternehmer zu veranlassen suchen, den äußerst geringen Lohn, Die französischen Sozialisten halten, gleich den bilden, feien retinirt und würden nach leider angenommener der taum das Satteffen gestattet, zu erhöhen. Die Getreideschiffer deutschen Sozialisten, außer den allgemeinen Bartei- Gerichtspraxis in Berlin selbst nach Durchführung der Exmission werden nun aufgefordert, sobald thre Ladung nach Berlin be tongressen auch lokale und provinziale Barteitage( Regional- für wenige Mart versteigert. Die Armendirektion müsse häufig stimmt ist, in ihrem Cloſement die bestimmte Ziegezeit auszutongreffe) ab. Der letzte war vorigen Sonntag in eintreten. Diese Praris der Berliner Gerichte bedingen, damit ihnen fein Nachtheil erwächst. Wir ersuchen feiner Seite Billigung, darüber, ob gleichzeitig alle Kollegen dies bekannt zu geben, sowie für Fern Roubair. mit Er beschäftigte sich hauptsächlich§ 715 G.-.- D. schon jetzt für Preußen das Retentionsrecht auf haltung des Zuzugs zu sorgen. Der Vorstand der Freien Ver Organisationsfragen, die jezt in Frankreich erfreulicher bie pfändbaren Gegenstände eingeschränkt habe oder ob, wie für einigung der Getreide- Arbeiter und Speicher- Arbeiter. Alle Arbeiterblätter werden um Abbrud ersucht. Weise in vorberster Reihe stehen. Bille wurde zum Bayern und Sachsen, so auch für Preußen eine partitularrecht fand von Soziale Leberlicht: Die Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 10. Februar. Opernhaus. Die Here. Schauspielhaus. Donna Diana. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Wilhelm Zell. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Die Großstadt Iuft. Kroll's Theater. Mireille. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Zagen. Rendenz Theater. Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Der Gardehusar. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 10. Februar 1893, Abends 714 Uhr: Auf vielseitiges Verlangen 2. Wiederholung der Gala- Festvorstellung. Großer Fest- Aufzug. 1. Reigen der Ritter und Edeldamen. 2. Militärisches Divertissement( Gegenwart). 3. Schluß: Zum Bum Ein Künstlerfest. 28. male. 28. Male. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Auf das Glänzendste in Szene gesett v. Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Grosses Brillant- Feuerwerk. Orts- Krankenkasse der Graveure, Ciseleure etc. Sonntag, den 12. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr: Deffentliche Bersammlung Dresdenerstraße 45. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Assmann: Orts- KrankenkassenWesen und freie Arztwahl. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Legitimation ist nicht erforderlich. Kasper. 1272b Allgem. Hilfsarbeiterund Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 11. Februar, Abends 81/2 Uhr: Morgen, Sonnabend: Ein Künstler- Mitgliederversammlung fest. Gonntag: Zwei Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind frei): Die Touristen. Abends 72 Uhr: Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskasse u. beim„ Invalidendant", MarkgrafenFr. Renz, Direktor. Adolph Ernst- Theater. Modernes straße 51a. Babylon. Thomas- Theater. Der böse Geist Enmpaci Bagabundus. Neues Theater. Baronin Ruth. National- Theater. Deborah. Alexanderplat- Theater. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezia. litäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. im Lokale des Herrn Lange, Stromstr. 28. 160/10 2.- D.: 1. Vortrag von Frl. Baader. 2. Diskussion. 3. Bereinssachen. Gäste, Herren und Damen, willtommen. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Zanz. Die Mitglieder werden ersucht, zu er scheinen. Der Vorstand. Feen- Palast lg. Braner- Berband. Burgstraße, neben der Börse. Täglich: Gr. Spezialitäten- Vorstellung. ( 3weigverein der Prov. Brandenburg.) Freitag, den 10. Februar, Abends pünktlich 8 Uhr: Erste diesjährige Anf. Wochent. 7 Uhr. Sonnt. 6 Ubr. Monats- Versammlung Entree 50 Pf. Gebrüder Richter's Variété. Spe Gratweil's Bierhallen zialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 48. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise Don G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von D3 car Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Rommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger bei Joël, Andreasstraße 21 ( oberer Saal). Tagesordnung: = Achtung! Bauarbeiter! Achtung! Große öffentliche Versammlung aller Bauarbeiter Berlins u. Umgegend am Sonntag, den 12. Februar, Vormittags 11 Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstraße 10, II. Zages- Ordnung: 1. Der Streif und seine Bedeutung für die Bauarbeiter. Referenten: Genossen C. Wallenthin und F. Wilke. 2. Diskussion. 3. Bericht der Vertrauensmänner- Revisoren. 4. Anträge aus der Versammlung und Verschiedenes. 126/4 Alle Bauarbeiter, besonders diejenigen, welche Wünsche und Beschwerden in betreff der Gewerkschaftsorganisation zu erledigen haben, sind hierdurch besonders eingeladen. Der Einberufer. Achtung! Maurer! Achtung! Sonntag, den 12. Februar, Vormittags 10% Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstraße Nr. 39: Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. 380/10 2.- D.: 1. Vortrag über: Lex Heinze. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Jeder Maurer hat Zutritt. Der Vorstand. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin u. U. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir bringen hiermit zur Kenntniß der Mitglieder, daß die von einem Herrn Kruse für Freitag Abend bei Seefeldt einberufene Versammlung nicht zu verwechseln ist mit der vom Aufsichtsrath gesehmäßig einberufenen außerordentlichen Generalversammlung, welche am Sonntag, den 12. cr., Vorm. 210 Uhr, bei Joël, Andreasstr. 21, Der Aufsichtsrath. Großer Wiener Maskenball 1. Vortrag über Kommissionswesen stattfindet. Die Berichterstattung des Aufsichtsraths erfolgt in der Versammlung und Arbeitsverhältnisse.( Referent Roll. am Sonntag und bitten wir die Mitglieder, erst diesen Bericht abzuwarten. Preuss.) 2. Jahres Abrechnung und 95/12 Bericht der Kassenkontrolleure. 3. Be richt des Vergnügungs- Komitees und Abrechnung der Vergnügungen. 4. Beschlußfassung über Errichtung einer Bentral- Herberge für Brauergesellen. 5. Innere Vereins- Angelegenheiten. 6. Diskussion. Da im Januar die Monats Versammlung ausgefallen ist, zu Bersammlungen und Vergnügungen. ersuchen wir um recht regen Besuch. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, 1279b Der Vorstand. F. Sodtke. sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Frühstücks- u. Mittagstisch. Zwei Säle Gr. Etablissement Moritz Play. Buggenhagen. = Achtung! Former! Moritz Play. Vorläufige Anzeige! Täglich: Instrumental- Konzert. Zur Feier des 30. StiftungsGroßer Frühstücks- u. Mittags- Festes der Kranken- und Sterbetifd. Spezial- Ausschant von Paken- kaffe des Vereins der Former hofer Lagerbier, hell und dunkel. findet am 25. März ein An Sonn- Festtagen veranstaltet vom 157/20 Gesangverein Kreuzberger Harmonie Sonnabend, den 11. Februar, Abends 8 Uhr, in den gesammten Räumen der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Zum Besten der Invaliden der Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler etc. Verwaltung Berlin C. Billets à 50 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Handlungen und bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: Gügler, Kantstr. 52; heuric, Nostizstr. 45, v. 1 Tr.; Seidel, Nostizstr. 13, H. 2 Tr.; Batze, Boffener straße 41, v. 2 Tr.; Krause, Willibald Alerisstr. 34, H. 4 Tr.; Gedatus findet das onze dagen Großer Wiener Maskenball artgrafenstr. 9, Quergeb.; Bittroff, 3offenerstr. 18,§. 4 Xr. bei Lischke. Sälen statt. Entree Wochent. 10 Bf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Der Boltsmund in Berlin. SophastoffBlank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. in den Konkordia- Feßfälen statt. Alles andere in späteren Inseraten. Die Mitglieder werden gebeten, in der am Sonntag, den 12. 5. M., Vorm. 11 Uhr, Gipsstraße 3, stattfindenden Reste General- Versammlung die Billets in in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko! 3557L S., Passage- Emil Lefèvre, Oranien Brake Oranienstraße 158. Empfang zu nehmen. Der Vorstand. 1281b J. A.: A. Mewes, Wrangelstr. 75. Köpenick. Sonntag, den 12. Februar 1893, Nachmittags 2 Uhr: Große öffentliche Panopticum. ene Rofstr. 3. Bahnarzt Cohn. Gewerkschafts- Versammlung Nen! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Lili. Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Schmerzlos: Zahnziehen von 1,-. im Saale des Restaurant Hirschgarten, Füllen u. Zahnersah. Theilzahlung. Poliklinik. lb* 3653L* Köpenick- Friedrichshagener Chaussee. Tagesordnung: Nur Mark. Klagen, Eingaben, Reklamationen. Rath im Zivil- und Strafprozeß. Einziehung von Forderungen. Pollak, jett Blumenftr.19 II r.Auch Sonntags. 368/6 Arbeitsmarkt. Die Orts- Krankenkasse 1. Vortrag über Nußen der Gewerkschafts- Organisation. Ref.: KoblenzerBerlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen, insbeson bere der Metallarbeiter, ersucht Der Einberufer. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beiſammenſein. Orts- Krankenkasse der Klempner. der Maschinenbau- Arbeiter sucht zum sofortigen Eintritt einen tüchtigen, erfahrenen, tautionsfähigen Da die Wahl der am 30. November Bureau- Beamten, v. J. gewählten Vertreter der Arbeitder fähig ist, den Rendanten zu ver- geber und Arbeitnehmer pro 1893 von fleinft. lebend. Elefant d. Welt, treten. Reflettanten, möglichst mit glieder der gedachten Kasse, wollen 90 Zentimeter hoch, 110 Zentimeter lang, Offerten mit Gehaltsansprüchen und Tal- za- Wunder- Illusionen- Schönhauferstr. 16, Quergeb. I richten. Lebenslauf an den Vorstand, Neue Carl Thieme, Borsigender. Theater. Grosses Künstler- Konzert. 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Zur ersteren Versammlung legitimirt das Quittungsbuch und zu Vertretern der Arbeitgeber fönnen auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber Eine alte deutsche Feuer- Verf.- Gesell- gewählt werden. Die Wahlen finden schaft sucht für Berlin u. die Provinz geheim statt. thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. 12826 Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Sticker 12186 verlangt Wolf, Landsbergerstr. 112, NO. Häflerinnen auf Mohairtücher verl. Wottawa, Brunnenstr. 116b, Seitenfl. II. Der Vorstand. Metallarbeiter. Offerten unter O. P. 2 nimmt die 9636* Expedition entgegen. Zur Gründung eines Arbeiter- Gefangvereins suchen wir noch einige Ein Männer Gesangverein wünscht Kollegen. Besprechung: Sonnabend 1283b Schnell Photographie-, Regelbahn- 2c. zu Mittwoch von 7/ 2-91/ 3 Uhr Abend 9 Uhr bei 1270b Poppe, Stralauer Platz 10/11. gr. Ausw., Reparatur Offerten mit Honoraransprüchen an u. Best. u. 1275b P. Willig, SO. 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Deutscher Reichstag. = B Freitag, den 10. Februar 1893. " 10. Jahrg. Staate der Arbeiter so viel Schuh für Leben und Gesundheit als durch den Bundesrath zu schaffen. Auch wir hegen die Ansicht, im Deutschen Reich?( Zustimmung rechts.) Was Herr Wurm diese Vorschriften auch durch Gutachten aus dem Arbeitnehmersagte, war nichts als eine armselige Retourtutsche auf die ftande beurtheilen zu lassen. Die Publikation der Bestimmungen früheren Ausführungen des Abg. von Stumm.( Vizepräsident nach einzelnen Gruppen gesondert erfolgen zu lassen, würde ein 40. Sitzung vom 9. Februar 1893, 1 Uhr. Graf Ballestrem erklärt unter großer Heiterkeit des Hauses Hinderniß in dem Geseze selbst nicht finden. Wir würden aber Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Berlepsch, den Ausdruck" Retourkutsche" angewendet auf ein Mitglied des doch die Veröffentlichung uno acta vorziehen. Wie die Sache Nieberding. Hauses für unparlamentarisch.) Die Fabritinspektoren sollen sich vollziehen wird, läßt sich eben im Augenblick noch nicht über Die zweite Berathung des Etats des Reich 3 amts des nicht etwa Parteigänger des Arbeiters, Freunde des letzteren und sehen. Was die Denaturirung des Spiritus betrifft, so ist es Innern wird, beim Titel„ Staatssetretär 50 000 m." Feinde der Arbeitgeber sein, sie sind für beide Parteien da und irrig anzunehmen, daß die dazu verwendeten Mittel, Holzgeist fortgesetzt. follen beiden nüßen. Gegen weibliche Assistenten des Gewerbe- und Pyridinbasen, an sich eine vergiftende Wirkung ausübten. Abg. Möller( natl.): Auch ich habe mit dem Abg. Dr. Hirsch rathes sind wir nicht prinzipiell; im Augenblick ist aber der Be- Jedenfalls sind sie unter den in Betracht kommenden Mitteln die den Wunsch, daß die Zahl der Gewerberäthe und Fabritinspettoren darf an gehörig ausgebildeten Persönlichkeiten gedeckt und die unschädlichsten; sie führen zwar vorübergehend zu Athmungsmöglichst vermehrt werde, und daß man immer mehr dazu über- Frage ist nicht brennend. Das Verlangen, die gesammten Be- beschwerden und Kopfschmerzen bei den damit beschäftigten Argehen möge, wirklich Sachverständige, mit dem Fabritbetriebe richte der Fabrikinspektoren drucken zu lassen, ist schon vor vier beitern, haben aber feine bleibend nachtheiligen Wirkungen, wie vertraute Personen an Stelle von Philologen und sonstigen Jahren vom Reichstage abgelehnt worden; die Ausführung Koch und Gaffky übereinstimmend ausführen. Die Versuche beTheoretikern zu Gewerberäthen und Inspektoren zu berufen. Die würde heute noch schwieriger fein als damals. Die Wünsche auf züglich eines geeigneteren Mittels werden fortgesetzt und hoffent Anregung des Abg. Wurm, auch Arbeiter zu Fabrikinspektoren Vermehrung des Fabrit- Aufsichtspersonals find in Sachsen längst lich den Erfolg haben, daß auch vorübergehende Frritationen bei zu ernennen, ist nicht neu; ich selbst habe schon vor drei Jahren erfüllt; wir sind damit in kräftigſter Weise vorangegangen. den damit Beschäftigten nicht mehr vorkommen. Wenn Herr diese Forderung hier ausgesprochen. Die Verbindung des Fabrik Sehr erfreulich ist, daß man angefangen hat, auch an der theore- Wurm den Bericht der Fabrikinspektoren eine Anklagefchrift gegen inspettorats mit der Dampftessel- Revision halte ich für praktisch. tischen Ausbildung der Inspektoren noch besonders zu arbeiten das Unternehmerthum nennt, so können doch im Reichstage folche Es wird aber gut sein, daneben die privaten Dampfteffel- durch Zuziehung dieser Beamten zu Besprechungen im Reichsamt Superlative nicht verfangen; aus dem Bericht ergiebt sich viel Revisionsvereine weiter bestehen zu lassen. Daß die Fabrik- des Junern, durch ihre Betheiligung an Konferenzen im preußi- mehr ein schönes Zeugniß für das fortgesette Wohlwollen, welches inspektoren mit dieser Revision überlastet seien, steht im Wider- schen Ministerium für Handel und Gewerbe und dergleichen. der deutsche Unternehmer dem Arbeiter entgegenbringt.( Beifall.) spruch mit der vom Abg. Hirsch gleichzeitig erhobenen Forderung, daß Die Belastung dieser Beamten mit statistischen Arbeiten fann Damit sind die vorgekommenen Mißbräuche nicht entschuldigt; diese Beamten auch noch mit allerlei statistischen Arbeiten befaßt aber durchaus nicht erwünscht sein. Wir haben ja auch die diese verurtheilt niemand schärfer als wir. Mit solchen Erclas werden sollen. Die Frage des Verkehrs der Inspektoren mit den Kommission für Arbeiterstatistik, die flott an der Arbeit ist. Die mationen bessert man aber die Zustände nicht!( Beifall.) Abg. Wurm( Soz.): Wir glauben gerade, daß dadurch, daß Arbeitern fann ich nicht im Sinne des Herrn Hirsch beantworten. Frage, wie ein Vertrauensverhältniß zwischen Arbeitern und Ich bin mit Herrn Hirsch der Meinung, daß es nicht wünschens- Fabrikinspektoren herzustellen ist, ist nicht so leicht zu beantworten. wir der Beit den Spiegel vorhalten und durchaus nicht schön werth ist, wenn die Arbeiter sich nur anonym an den Gewerbe- An dem gegenwärtigen unbefriedigenden Verhältniß ist zum färben, auch nicht jene zarte Sanftmuth und Geduld besigen, wie rath wenden, daß die Gewerberäthe fich vielmehr eine Vertrauens- großen Theile die sozialdemokratische Presse schuld.( Widerspruch der Abg. Hirsch, die Wohlfahrt der Arbeiter am meisten geDenn so ftellung bei den Arbeitern erwerben sollten. Es tommt aber auf bei den Sozialdemokraten.) Jedenfalls behandelt sie diese Be- fördert wird. Und die Thatsachen sprechen für uns. die Form an. Herr Wurm hat den Fall in Köln erwähnt; es ist amten mit Voreingenommenheit, wonicht mit Feindseligkeit. lange blos die fanften Flötentöne angeschlagen worden sind, ist unrichtig, daß der betreffende Verein der Industriellen in Köln( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) In manchen Gegenden für die Arbeiter nicht viel geschehen; erst nachdem die Sozialeine Veröffentlichung seiner Beschwerde gegen den Gewerbe- wird es kaum anders gemacht werden können, als daß der demokraten mit schärferer Tonart ihren Einzug hielten, hörte von den großen Ausgaben des Unternehmerthums für Inspektor vorgenommen hat. Nur durch eine Indiskretion ist Fabrikinspektor besondere Sprechstunden, auch am Sonntag, ein- man das betreffende Privat Rundschreiben in die„ Kölnische Volts- führt. Schließlich ersucht Redner das Reichsamt des Innern, seine Arbeiter, und daß sie von Wohlwollen überflössen. Aber Beitung" gelangt. Die Beschwerde richtete sich auch dagegen, dafür Sorge zu tragen, daß die gesundheitsschädlichen Wirkungen nur immer langsam voran. Nur immer einen kleinen Schritt und wenn es irgend gelingt, dann wieder daß der Gewerbe- Inspektor ein sozialdemokratisches Blatt zu einer beseitigt werden, welche das Umgehen mit denaturirtem Spiritus vorwärts, ein bischen rückwärts. Ich erinnere nur an das für die Arbeiter bestimmten Mittheilung gewählt hatte. Es liegt erzeugt. darin eine Anerkennung der sozialdemokratischen Presse als Organ Abg. v. Stumm( Rp.): Ich kann in diesem Hause keine Koalitionsrecht. Wenn gesagt wird, wir hätten Gift_her der Arbeiter, welche wohl nicht in der Absicht der Regierung sozialpolitische Rede mehr halten, ohne daß die Sozialdemokraten ausgesogen und die Berichte der Fabrikinspektoren Anklagegelegen ift.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten). Diese Presse sie entstellen und mir falsche Behauptungen in den Mund legen. schriften genannt, so ist das eben Ansichtssache. So lange die ist die Vertreterin einer Partei, die unsere Gesellschaftsordnung So haben Sie in der letzten Debatte wieder behauptet, ich hätte Sozialdemokraten hier im Reichstage vorhanden sind, werden sie umstoßen will, und diese darf nicht das alleinige Publikations- mich selbst König Stumm genannt, und ich hätte die Richter'sche in der Weise, wie ich es gethan habe, nicht sich dazu hergeben, organ eines tönigl. preußischen Beamten sein. Den Industriellen Broschüre gelobt.( Bizepräsident Baumbach ersucht den die einzelnen fleinen Gefälligkeiten, die das Unternehmerthum verein trifft alfo tein Vorwurf weder für seine Beschwerde noch Redner zur Sache zu sprechen.) Ganz ähnlicher Art ist die den Arbeitern gewährt, zu loben, sondern auch darauf hinweisen, dafür, daß die Sache in die Deffentlichkeit gelangt ist. Bei dem Provokation, welche Herr Hirsch gestern gegen mich verübt, als wo die großen Uebelstände vorhanden sind. Daß in den Fabriken Verkehr der Fabritauffichts Beamten mit der Arbeiterschaft ist er mir Mangel an Humanität den Arbeitern gegenüber vorwarf Uebelstände bestehen, tann nur derjenige bestreiten, der meint, der weiter zu berücksichtigen, daß die ersteren es nur mit Ar- bezüglich der Strafgelderfeststellung. Es ist vielfach geradezu ein Arbeiter habe überhaupt nichts zu fordern, sondern nur alles beitern, nicht mit Parteimännern zu thun haben. Erforderniß der Humanität, mit Strafen vorzugehen, ebenso im als Gnade zu empfangen. Wenn die Herren WohlfahrtsHerr Hirsch verlangt den regelmäßigen Verkehr der Gewerberäthe Interesse der Bestraften selbst als ihrer Mitarbeiter. Die sonstigen einrichtungen treffen, so thun sie es nach eigenem Eingeständniß mit den Arbeitervereinigungen; aber diese sind ja traurigerweise humanen Einrichtungen, welche auf meiner Fabrik getroffen sind, nicht im Interesse der Arbeiter, sondern um sie seßhaft zu in Deutschland meistens Parteivereine, in denen das gewerkschaft- um den Arbeiter vor Mangel zu schützen, hat Herr Hirsch hier machen, sie dadurch an sich zu feffeln. Solche vom Klassenliche Element die Nebensache ist. Es ist das der Fall mit allen nicht erwähnt. Seine Rede war ein Ausfluß des Hasses gegen egoismus eingegebenen Maßnahmen können wir doch nicht loben. Fachvereinen, ganz im Gegensatz zu den viel verständigeren Or- ein persönliches Verhältniß des Arbeitgebers zu seinen Arbeitern. Herr Möller stellt in Abrede, daß die Nationalliberalen die Arbeiter ganisationen in England. Es bleibt als unbedingter Lehrsatz be- Wenn der Fabrikinspektor mit den Führern der Fach- oder der zu politischen Zwecken mißbrauchen. Sind denn die Arbeiter in Herrn stehen, daß die Arbeiter nie und nimmer zu verständigen Or- Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine in Verbindung treten soll, Möller's Wahlkreise alle nationalliberal? Die Wahlprüfungsganisationen tommen, wenn sie nicht absolut von parteipolitischen dann würde er für gewisse politische Vereinsbildungen, über deren tommission hat ja gerade, weil die Arbeiter zu start beeinflußt er Bestrebungen fich befreien.( 3wischenruf bei den Sozialdemo- Werth die Meinungen sehr getheilt sind, ganz offiziell Partei er- fchienen, die Ungiltigkeit seiner Wahl beantragt. Die Fälschung, welche fraten.) Wir haben niemals fachvereinliche Organisationen begreifen. Herr Hirsch hat das früher einmal in einem Vortrage fich der Vorwärts" in bezug auf Aeußerungen des Abg. Möller hat nußt, um sie für nationalliberale Zwecke zu fruftifiziren. felbst zugegeben. Mit all diesen Reden nüßt Herr Hirsch ledig zu schulden fommen lassen sollen, beruht auf einem Frrthum des ( Bwischenruf lints: Ihre eigene Wahl!) Das Verlangen nach lich den Sozialdemokraten. Ich gehöre ohnehin nicht zu denen, Parlamentsberichts, welcher aus derselben Quelle stammt, wie einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit will Herr Hirsch durch welche die Sozialdemokratie durch die legte Debatte vernichtet der Bericht der Vossischen Zeitung". So wird alles, was wir aber wenn erst Herr Richter Richter dieselbe ver- thun, vom einseitigsten Standpunkt betrachtet. Eine Verständigung die Arbeiterorganisationen, Herr Hize durch die Berufsgenossen- glauben; nnd darauf Herr Hirsch solche Reden hält, ist nicht möglich, es handelt sich um Macht gegen Macht und die schaften erfüllt wissen. Ich kann vor solchen Unternehmen nur nichtet warnen! Die Gefahr der Simulation würde hier noch schlimmer dann sollten wir uns solche Debatten doch lieber schenken. Arbeiter müssen sich organisiren. Im Bericht Wörrishofer's heißt sein als auf irgend einem anderen Gebiete der Arbeiterversiche: Die Sozialdemokratie reißt die Gesammtheit der Fabrikbefizer es, daß von seiten der Arbeitgeber mehr als früher Anstrengungen rungen. Von der Linken wird in allen Zoanrten das Lob des herunter, weil ein Fabrikant in Mecklenburg sich renitent gegen gemacht werden, die Organisation der Arbeiter zu verhindern, Herrn Wörrishofer in Baden gesungen. Jedenfalls hat es den Fabrikinspektor gezeigt hat. Was würden Sie sagen, wenn Was den Fall Hänsler in Mannheim betrifft, so sollten die, dieser Herr nicht verstanden, sich allseitiges Vertrauen zu ich behauptete, ebenso wie der Führer der Sozialdemokraten im welche im Bochumer Glashause sitzen, am wenigften mit erwerben; bei den Arbeitgebern hat er es vielfach verscherzt, weil Saarrevier, ein Herr Emmel, verhaftet worden ist, müßten alle Steinen werfen. Herr Emmel ist bereits wieder freigelassen er in unpraktischer Weise seine sozialpolitischen Pläne verfolgt. Führer der Sozialdemokratie verhaftet werden?( 3wischenruf( hört! hört! bei den Sozialdemokraten), also muß es mit der Der charakteristische Fall aus Mannheim ist ja wohl noch in bei den Sozialdemokraten.) Herr Wurm verwechselt auch die Anschuldigung nicht weit her sein. Was würden Sie aller Erinnerung. Herr Wörrishofer tam mit dem sozialdemo- Zunahme der Unfälle mit der Zunahme der Unfallanzeigen fagen, wenn wir bei Ihnen derartige Fälle verallgemeinerten! fratischen Redakteur, der öffentlich Klage über die Zustände in( Lachen bei den Sozialdemokraten); und in solcher Weise wird Wir predigen nicht Haß, wir wollen die Menschenliebe; so lange einer Fabrik geführt hatte, in die lettere, um auf grund jener von den sozialdemokratischen Agitatoren à la Hirsch und Wurm aber nicht gezeigt ist, wie die Dinge sich wirklich abspielen, wird Beschwerden die Fabrik zu revidiren. Das wurde vom Fabrik( Oho! links) nachher dem Bolke gegenüber die Sozialreform ver- mit den Versöhnungsmelodieen des Herrn Hirsch nichts ausgerichtet. Von thatsächlichen Widerlegungen habe ich in der besitzer abgelehnt; der Begleiter aber, dem er einen Mantel der dächtigt.( Beifall rechts.) Autorität umhängen wollte, war derselbe Herr Hänsler, der die Abg. Hirsch( dfr.): Was ich ganz nebenber über die Straf- Rede des Abg. Möller nichts gefunden. Er selbst giebt zu, daß eigene Arbeiterschaft um 20 000 m. bestohlen hat, der jetzt seiner gelder vorgestern sagte, brauchte Herr v. Stumm wirklich nicht sich in Zwickau ein Fabrikinspektor über eine Bundesraths Wenn er mir unterschiebt, ich verfügung hinweggesezt hat. Wir agitiren durchaus nicht gegen Verurtheilung harrt und schon früher wegen Untreue zu vier als Provokation aufzufassen. Monaten Gefängniß verurtheilt worden war.( hört! hört! bei ginge darauf aus, den Arbeitern jedes nähere persönliche Ver- das Juftitut der Fabrikinspektoren, wir sind ja die Bäter dieser den Nationalliberalen.) Der Vorwurf gegen den Gewerberath hältniß zu den Arbeitgebern zu verleiden, so ist das vouständig Institution. Abg. Bebel hat bereits vor 25 Jahren einen dahin von Rüdiger wegen der von ihm verfaßten Arbeitsordnung ist falsch. Ich habe ja gerade für die Arbeiterausschüsse und den gehenden Antrag gestellt und in langem, schwerem Kampfe haben ganz hinfällig. In der Verzögerung der Einführung der direkten Verkehr der Arbeiter mit den Arbeitgebern mich warm wir es Ihnen abgerungen. Wir bemängeln die geradezu blümchen Sonntagsruhe wittert Herr Wurm und noch deutlicher der ausgesprochen. Es gehört also Borurtheil oder Verblendung faffeehafte Dürftigkeit der sächsischen Berichte, aber wir würden zum Ausbau dieser Institution bewilligen. Borwärts" eine absichtliche Verschleppung. Wer den Dingen dazu, um meine Ausführungen, so wie es Herr v. Stumm gejede Summe näher steht und die unendlichen Schwierigkeiten der Ausführungs- macht hat, ins Gegentheil zu verwandeln. Bezüglich der Normal Schaffen Sie doch nationalliberale Arbeiterblätter, wenn Sie bestimmungen kennt, wird diese Auffassung für unzutreffend er- Arbeitsordnung des Herrn v. Rüdiger haben Herr v. Stumm und nicht wollen, daß die Arbeiter sich mit ihren Beschwerden flären. Ich warne dringend davor, mit Ausführungs- Herr v. Bötticher meine Beschwerden gänzlich mißverstanden. an die sozialdemokratischen Arbeiterblätter wenden! Wenn ein bestimmungen vorzugehen, ehe man ihre Ausführbarkeit geprüft Ich halte es für ungefeßlich, daß in der Arbeitsordnung vor Fabrikinspektor ein solches liest, erkennen Sie darin eine amtliche hat. Vielleicht könnte man gruppenweise vorgehen; die Aus- geschrieben wird, daß die Arbeiter ihre Legitimationspapiere Anerkennung der Sozialdemokratie. Warum lesen Sie nicht die führungen sollten sich dann aber nicht allzu lange hinziehen. Die stets bei sich haben sollen; ebenso ist es nicht im Einklang mit Anerkennung seitens der Sozialdemokratie heraus, daß die FabrikIndustrie soll geschützt werden in ihrer Betriebsfähigkeit und dem Krantentassen- Gefeß, wenn in der Normal- Arbeitsordnung inspektoren nüßliche und nothwendige Beamte find? Mit dem ihrer Konkurrenzfähigkeit, das heißt nichts anderes, als die Ar- des Herrn von Rüdiger ganz vornean gesagt wird, jeder Ar- Streit im Saarrevier haben wir nichts zu thun gehabt. Wir beiter schützen in ihrer Existenz. Das soll man nicht vergessen. beiter der Fabrik muß auch der Fabrit- Krantentasse angehören, haben denselben von vornherein für aussichtslos erklärt, fein In der Ausdehnung unserer Sozialreformbestrebungen soll man während das Gesetz ausdrücklich die Mitglieder der freien Kaffen offizieller Bertreter der Sozialdemokratie ist dabei irgendwie be einhalten. Wir müssen erst verdauen, was bisher geleistet worden von dieser Verpflichtung befreit; Herr Möller spricht von der theiligt gewesen. Warum sind die Drahtgitter zum Schuße der ist. Die Zahl der Unfälle in der Industrie ist gewachsen, weil Gefahr der Simulation; er deutet an, daß die Arbeiter sich Weber gegen das Herausspringen der Webschützen nicht obligas jezt auch alle kleinen Unfälle zur Anzeige kommen. Die schweren Unfälle absichtlich zuziehen, um eine Rente zu erschleichen. Alle torisch überall eingeführt, wenn sie Sicherheit gewähren? Das Unfälle haben an Bahl ganz bedeutend abgenommen, wobei be- amtlichen Materialien widersprechen dieser Behauptung des Herrn ist aber nicht der Fall. In Gera sind erst fürzlich wieder drei sonders in Betracht kommt, daß die große Mehrzahl der Berufs- Möller. Gefündigt wird noch immer auf dem Gebiete, daß man Arbeiter durch herausspringende Webschüßen getödtet, einer ver genossenschaften Unfallverhütungsvorschriften jetzt erlaffen hat und zur Bedienung gefährlicher Maschinen noch öfter jugendliche legt worden. Wenn Sie immer so arbeiterfreundlich sind, sollten fehr streng handhabt. Dabei spielt die Simulation bei den und ungelernte Arbeiter der Billigkeit wegen hinftellt und damit Sie unsere Anträge annehmen, daß die Webstühle in größerer Die Arbeiter Unfallsberufsgenossenschaften eine geradezu erschreckende Rolle und die Unfallgefahr erhöht; in diesein Punkte hat Herr Wurm, der Entfernung von einander aufgestellt werden. ist in stetigem Zunehmen. Die Klagen des Abg. Wurm gegen sonst unverantwortlich übertrieben hat, doch recht. Meine An- würden Vertrauen zu den Fabrilinspektoren gewinnen, wenn die Allgemeinheit der Arbeitgeber sind vollständig unberechtigt. regung wegen der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit hat in der diese die Arbeiterblätter läsen, in denen sie ihre Ve Was verschlägt es bei der großen Menge der Arbeitgeber, wenn Kommission für Arbeiterstatistik der Gewerberath Wörrishofer schwerden zum Ausdruck bringen, und wenn daraufhin soeinzelne grobe Fehler und Verstöße vorkommen, die auch von uns mit Freuden begrüßt. Ich kann nur befunden, daß das Ansehen fort in den Fabriken eingeschritten würde. niemand billigt. Was Herrn Bued von den Sozialdemokraten dieses Beamten in Baden sowohl bei den Arbeitern, wie bei der folche Veröffentlichungen geschehen, dann heißt es, wir hätten vorgeworfen wird, ist entstellt und geradezu aus dem Daumen ge- großen Mehrzahl der Arbeitgeber ein großes und verdientes ist unwahrheiten verbreitet. Die Fabritinspektoren tümmern sich fogen. Herr Bued hat nie gesagt, daß die Arbeiter zur Knecht- und daß es auch durch Angriffe des Herrn Möller nicht er gar nicht um die Arbeiterblätter und sollen sich auch nach der schaft geboren feien; seine Meinung aber, daß die Organisation schüttert worden ist. Sehr bedaure ich die Verzögerung der hier vorgetragenen Auffassung gar nicht um dieselben fümmern. der Arbeiterschaft für ganz Deutschland ein Unglück sein würde, Durchführung der Sonntagsruhe für die gewerblichen Streise. Liebe und Vrrtrauen kann man nicht mit dem Knotenstock eintheile ich zur Beit in dem Sinne auch, daß die Organisation der Bielleicht aber führt gerade diese Verzögerung dazu, auch noch prügeln. Die Arbeiter werden gemaßregelt, wenn sie Uebelstände Arbeiter heut zu Tage fördern nichts weiter als den Krieg die Ansichten der Arbeiter über die zu erlassenden Bestimmungen aus der Fabrik in die Deffentlichkeit bringen, und das wird als fördern hieße. Die Quintessenz der Rede Wurm's war gleich null. gutachtlich zu hören, damit die bisherige Einseitigkeit vermieden gutes Recht der Arbeitgeber bezeichnet. Abg. Hartmann meinte, Ich habe über die Frage der Arbeiterorganisation schon voriges wird. Mit akademischen Reden ist übrigens nicht viel zu er der Arbeitgeber könnte ja den Arbeiter entlassen, dessen Nase ihm Jahr mich geäußert. Was ich damals ausführte, hat der Vor- reichen; der Worte sind genug gewechselt, laßt uns nun endlich nicht gefiele.( Abg. Hartmann: Nein! Umgekehrt!) Wenn ein Thaten sehen!( Beifall links.) wärts" gefälscht und entstellt. Arbeiter entlassen wird, weil er von seinem gesetzlichen Rechte Staatssekretär v. Bötticher: Mit der Sonntagsruhe der Gebrauch macht, so ist das eine Verhöhnung der Gesetze. Die Abg. Hartmann( t.): Die Anregungen des Abg. Hirsch bezüglich des Titel VII der Gewerbe- Ordnung sind zum größten industriellen Betriebe liegt die Sache so, daß, nachdem das Ma- Arbeiter erkennen immer mehr, daß ihnen freiwillig nichts ge= Theil verfrüht. Wir müssen erst die Wirkung des Gesetzes von terial an Gutachten der Einzelregierungen über die Entwürfe zu währt wird, und daß sie nur durch Zusammenschluß etwas er Sie hier betrachten es als persönliche Beleidigung, 1891 abwarten. Die Ausführungen des Abg. Wurm waren das den Ausführungsbestimmungen eingegangen und verbreitet sein reichen. Gegentheil von Unbefangenheit und Unparteilichkeit. Herr Wurm wird, dieselben erst sachverständigem Urtheil unterworfen werden wenn die Sünden der Arbeitgeber aufgedeckt werden; wir aber fagt, es tönne feinen größeren Zuchthausstaat für den Arbeiter follen. Der Vorgang bei der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe halten es für unfere Aufgabe und für sehr richtig, solche Vorgeben als Deutschland. Wo und wann hat in irgend einem macht dies zur Nothwendigkeit, um etwas wirklich Praktisches fommnisse zur Kenntniß der weiteren Kreise zu bringen. Wenn aber Nach einer kurzen Replik des Abg. H a r t m a n n hält Abfp Möller seine frühere Behauptung, Burns hätte sich sehr ungunftrg über die deutsche Sozialdemokratie geäußert, auf- recht. Vor 8 Tagen habe stch in Bochum eine Versammlung von 3000 Arbeitern unter sozialdemokratischer Führung auch dafür ausgesprochen, daß man die Frau zur Bewegung heran- ziehen müsse, ein Beweis, daß der Streik von de» Sozial- demokraten provozirt worden sei. Abg. Bebel envidert, daß Burns ihm persönlich, in Gegen- wart von 10 Zeugen gesagt habe, er habe in der angesogenen Aeußerung die verschiedene Art der Taktik seiner Freunde auf dem Kontinent auf verschiedene Verhältnisse dieser Länder zurück- geführt. Es sei ihm nie eingefallen, eine für die deutsche Sozial- demokratie beleidigende Aeußerung zu thun. Es bleibt also nur die Alternative: Entweder hat Burns gelogen oder Herr Möller hat die Unwahrheit gesagt. Allerdings hat eine Bochumer Ver- fammlung die Theilnahme der Frauen an der Bewegung gefor- dert. Das ist aber tein Fehler. Ich kann versichern: Wären wir über den Streik im Saarrevier vorher gefragt worden, wir würden davon abgerathen haben. Abg. Müller hält an seiner Behauptung bezüglich Burns' fest, dessen Aeußcrungen am selben Tage niedergeschrieben seien; die von Bebel zitirten Aeußerungen seien 3 Jahre später gethan worden. Abg. Singer: Wir glauben der Versicherung von Burns mehr als der Möller. Abg. von Stumm weist darauf hin, daß Emme! im Saar- revicr als Agent der Partei gewirkt und den Streik unterstützt habe. Abg. Singer bestreitet das auf das entschiedenste. Emme! habe weiter nichts gethan, als Gelder zur Unterstützung der ab- gelegten Bergarbeiter zu sammeln. Das könne ihm und der Sozialdemokratie nur zur Ehre gereichen. Abg. Samhammer(ntl.) wünscht eine Erweiterung des Reichsgesches betreffend den Schutz von Photographien mit Rück- ficht auf die in der letzten Zeit gemachten Erfindungen und Ver- vielsältigungsarten. Staatssekretär von Vötticher: Die Sache intercsfirt nicht nur das Reichsamt des Innern, sondern auch das Reichs- justizamt. Zur Zeit schweben hierüber noch die Verhandlungen und es werden die erforderlichen Gutachten eingeholt werden. Hierauf wird um 3Vz Uhr die weitere Berathung auf Freitag I Uhr vertagt. Mommunsles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, den 9. Februar, Nachmittags b Uhr. Der Stadtv. T e m p l i n ist gestorben. Sein Andenken wird i» üblicher Weise geehrt. Vor der Tagesordnung erklärt Stadtbaurath Blanken- ein: Ich habe vor acht Tagen geäußert, daß man sich durch ie ZeikmgSäußerungen und den durch sie mitgetheilten Bericht des Branddirektors Stüde über den Markthallenbrand nicht er- schrecken dürfe: der betr. Berichterstatter habe den amtlichen Bericht wohl schwerlich gelesen. Durch die letztere Aeußerung fühlt fich der Schriftsteller Lange beleidigt; er theilt mir mit, daß durch seine Korrespondenz der amtliche Bericht den Zeitungen mitgetheilt sei. und verlangt Richtigstellung der Sache von mir. Ich komme dem gern nach, bemerke aber, daß der betr. Bericht Sonnabend Abend in den Zeiinngen stand, während er frühestens Sonnabend morgen geschrieben sein konnte. Dieser Zwischenraum läßt meine damaligen Zweifel doch einigermaßen berechtigt er- scheinen. Der von den sozialdemokratischen Stadtvv. Borgmann u. Gen. eingebrachte Antrag: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, die von ihm beschäftigten Hoch- und Ticsbau-Unternehmer, sowie die mit Straßenaulagen und Pflasterungen beauftragten Unter- nehmer zu veranlassen, daß vom 1. April d. I. ab Ein- richtungcn auf den Arbeitsplätzen getroffen werden, bei denen es den von den Unternehmern beschäftigten Arbeitern ermöglicht wird, die Arbeitspausen in gr- schlossenen Räumen zuzubringen" ist von dem niedergesetzten Ausschuß mit allen gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Mitglieder Bruns und Wernau abgelehnt worden. Der Ausschuß schlägt vor, in Erwägung, daß bei den städtischen Bauten schon bisher in entsprechender Weise für die Unterbringung der Arbeiter während der Ruhepausen, wo dies möglich war, gesorgt worden ist und dies auch ferner geschehen wird, die städtische Verwaltung auf die Ausführung der Privat- bauten aber keinen Einfluß hat, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Die Ausschußmajorität sieht es als Thatsache an, daß jedes größere Baugeschäst Einrichtungen trifft, mit denen die Arbeiter bei nicht übermäßig hohen Ansprüchen zufrieden sein können: die Baubuden seien zwar nicht tapezirt, aber gut gefügt und mit Dachpappe eingedeckt, und ge- währen der ganzen Anzahl der bei dem betr. Bau be- schäftigten Arbeiter den zur Einnahme der Mahlzeiten ersorder- kicken Platz. Zur Aufnahme der Frauen nnd sonstigen An- gehörigen der Arbeiter, sowie zum Liegen für alle Arbeiter sei darin freilich kein Platz; das könne aber auch wohl nicht vor- langt werden. Anlaß zu Klagen wäre höchstens vorhanden bei Bauausführungen, welche von Gesellen unternommen werden, denen die Mittel fehlten, nach dieser Richtung Vorsorge zu treffen. In den Akte» der städtischen Bauverwaltung habe sich auch nicht eine einzige derartige Klage der Bauarbeiler er- Mitteln lassen, und es scheint fast, als ob auch hier von ferner stehender Seite die Anregung zur Unzufriedenhelt gegeben würde. Schließlich verwerthct der Ausschuß auch noch die Möglichkeit, daß die Stadt, wenn sie ihren Unternehmern bezüglich der Bau» buoen lästige Bedingungen auserlegen ivollle, die Privatunter- nehmer indirekt zwingen würde, ihrem Beispiele zu folge», und bezweifelt, ob die daraus unvermeidlich folgende allgemeine Ver- theuerung der Bauten im Interesse der Arbeiter liege. Stadtv. Wernau: Ich empfehle die Ablehnung des Aus- schußantrages und die Annahme deo nnsrigen. Sie»vürden sich im Jrrthwn befinden, wenn Sie glauben, der Ausschuß hat in ernster Weise die Sache geprüft.(Große Unruhe; Vorsteher Langerhans rügt diese Aeußerung.) Ihre Kenntniß haben Sie doch nur aus den stenographische» Berichten und aus dem qcdruckten Ausschuß-Bericht und haben sich danach bereits Ihre Meinung fabrizirt. Mit ganz nichtssagenden Gründen sucht inan diese für die Arbeiterwelt so wichtige Frage aus der Welt zu bringe". Was soll es denn heißen, wenn hier gesagt wird, es würden die Bauten vertheuert werden und die Arbeiter wurden indirekt Schaden daran haben? Erstercs zugegeben, so stehen wir doch aus dem Standpunkte, wenn Sie für Empfangsseierlichkeiten (Unruhe und: Sehr richtig!) Tausende von Mark auf die Straße werfen, dann wären diese Tausende doch besser angebracht, wenn sie nach dieser Richtung ausgegeben werden. Es waren aber hauptsächlich die Gründe der Herren Stadtbauräthe. welche im Ausschuß zu? Ablehnung führten. Diese machten die Unbequem- lichkeit geltend, die daraus entsteht, wenn man den städtische» Unternehmern derartige Bedingungen auferlegt. Herr Dense hatte noch in erster Lesung einen berechtigten Kern in unserem Antrage entdeck!, hat aber dann auch für Ablehnung gestinimt. Herr Esmann fürchtete, es könnten nun auch die Töpfer u. s. w. kommen; er"ahm das »war später zurück, führte dann aber dl» alten kiemlichen Argiiinente vor, daß die Bretterbude der Fachwerksbude vor- zuziehen sei, weil letztere kälter und ungesünder wären. Nun wollten wir ja aber gerade Erwärmung der Buden ermöglichen. Die gemauerte erwärmte Fachwerksbude ist doch der Bretterbude vorzuziehen. Dann hieß es, die Arbeiter nehmen ihr Essen nicht gern in den Baubuden ein, um nicht die anderen in den Essens- topf gucken zu lassen, was die Frau gekocht habe. Diese falsche Scham haben die Arbeiter längst abgelegt �Widerspruch); sie wissen lange, daß an den schlechten Verhältnissen, unter denen sie leiden, nicht sie selbst schuld sind, sondern der Kapitalismus(Un- ruhe). Der freisinnige Führer im Reichstage wirst uns vor. wir wollten die Familie zerreißen; durch Ihre Haltung zu unserem Antrage thun Sie gerade das, was Sie uns vorwerfen. Herr Esmann hat uns seine wahren Motive verrathen; er sprach gegen den Antrag aus sozialpolitischen Gründen: Wenn man die Arbeiter zusammensetze in eine warme Baubude, dann würden sie erst recht gegen die Arbeitgeber konspiriren. Das werden sich die Arbeiter merken. Die Nothwendigkeit stellt sich immer mehr heraus, daß die Arbeiter sich, wenn sie Beschwerden haben, nicht mehr hier um Remedur bemühen, sondern sofort an die richtige Stelle gehen. Wir legen Ihnen aber doch nochmals die Frage vor, ob Sie nicht besser thäten, unsere Anträge anzunehmen. Man muß praktisch die Dinge durchgemacht haben, mit Lachen sind diese Mißstände nickt zu beseitigen. Stadtv. Baum garten: Der Kern des Antrages ist der, daß die Arbeiter bequem ihr Mittagsschläfchen hallen können. Das gönne ich ihnen, aber der Antrag ist deshalb nicht unbedenk- lich, weil der Magistrat ausgefordert werden soll, in das Berhältniß zwischen Unternehmer und Arbeiter störend einzugreifen. Soll denn der Magistrat sich auch etwa an die Polizei wenden, um dem Antrag Nachdruck zu geben? Wir haben doch nachgerade Polizei genug. In keinem Paragraphen der Gewerbe- Ordnung ist daraus hingedeutet, daß der Bauarbeiter sein Mittagschläschen ungestört in einer Baubude abhalten kann. Der Antrag ist nur ein Glied in der Kette der Anträge, durch welche Sie den Arbeitern draußen zeigen wollen, wie Sie hier ganz besonders das Arbeiterinteresse wahrnehmen. Damit ver- letzen Sie aber die Vorschriften, auf deren Grund Sie hier sitzen. Was würden Sie sagen, wenn die Hausbesitzer, die hier in der Versammlung kraft Gesetzes sitzen, ihre Speziälinteressen besonders vertreten würden?(Zwischenrufe.) Das ist nie geschehen(Leb- hafter Widerspruch), und deshalb sind dir Hausbesitzer-Vereine mit uns oft sehr unznfrieden. Stadtv. Singer: Ich hätte.doch den Wunsch, daß die Sympathie des Vorredners für die Arbeiter sich etwas weniger platonisch äußern möchte. Wenn er uns gegenüber die Haus- eigenthünier ausspielt, so muß ich ihm einiges erwidern, was ich um so leichter thun kann, als die veraltete und unsinnige Be- stimmung der Städte-Ordnung auch mich in die Lage gebracht hat, wenigstens als ein Stückchen Hausbesitzer hier gelten zu können. Ich bin'Ao-Eigenthümer eines Berliner Grundstücks, war aber so vorsichtig, mich bei einem Grundstück eintragen zu lassen, welches nicht nur keinen Ertrag bringt, sondern Verlust hat, sodaß ich nach dieser Richtung abiolut reinlich vor der Ver- fammlung dastehe. Wenn nun behauptet wird, daß die Haus- besitzer hier ihre Interessen nicht vertreten, so darf ich doch wohl an den Sturm der Entrüstung erinnern, der sich alljährlich erhebt, wenn der Magistrat es wagt, die Kanalisationsabgabe auch nur um ein Kleines zu erhöhen(Lärm); ich darf auch wohl an die Episode mit den Gaszählern und Wassermessern erinnern. Wer in einem Glashaus« sitzt, soll nicht mit Steinen nach andere werfen. Herr Banmgarten hält dafür, daß dem Magistrat die Gewerbe-Ordnung hinderlich ist, um auf unfern Antrag ein- zugehe».§ 120 a verpflichtet aber ausdrücklich den Unternehmer, die Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen und Geräth- schaften so einzurichten und zu unterhallen und den Betrieb so zu reguliren, daß die Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Ge- sundhcit so weit geschützt sind, wie die Natur des Betriebes es gestattet. Unsere Anforderung ist also gerade in der Gewerbe- Ordnung bereits verbrieft, und mir die Gewissenlosigkeit in weiten Kreisen des Unternehmerthums und der Schutz, den diese vielfach bei der Ueberwachnng durch diese Aufsichtsbehörden findet, hat zur Folge gehabt, daß von Polizei lvcgen bis jetzt diese Einrichtimgen nicht getroffen sind. Daß eZ eine Gefährdung der Gesundheit der Arbeiter ist, wenn man sie bei Wind und Wetter auf ossener Straße kampiren läßt, wird selbst Herr Baumgarten nicht bestreiten. Das„Mittagsschläfchen" ist einer jener billigen Witze, die nicht ernsthaft behandelt zu werden verdienen. Herr Baumgarten hat sich vergebliche Mühe gegeben, die eigentlichen Gründe der Ausschußmajorität zu verschleiern. Das Protokoll sagt ja ganz deutlich, daß, wenn die Verwaltung ihren Unternehmern lästige Bedingungen auserlegen wollte, sie die privaten Ban-Unternehmer indirekt zwingen würde, diesem Beispiele zu folgen. Das ist es! Es ist die Scheu, dem Kapita- lismus auch nur die geringsten Opfer aufzuerlegen, ihn auch nur im allergeringsten in eine unbequemere Post- tion zu bringen, was Sie daran hindert, auf unsre Anträge einzugehen.(Große Unruhe und Lachen.) Wie so oft schon kann ich mich auf Bundesgenossen aus Ihrem Lager berufen. Ans den Zeitungen wissen Sie ja, daß wir in den letzten Tagen im Reicdstage total vernichtet worden sind (Vielseitige Rufe: Sehr richtig!), wir sind todt, und es ist nur verwunderlich, daß wir noch vor Ihnen stehen. Herr Richter hat an dieser Vernichtung einen erheblichen Theil für sich in Anspruch genommen(Lebhaste Zurufe): seine Rede wird ja wohl auch, wie schon so manche ähnliche Arbeit von ihm, verbreitet werden— ich erkläre, wir haben uns in keinem Moment lebendiger gefühlt. als dann, wann Sie uns angeblich todtgeschlagen haben.(Ge- lächter). Nun sollten Sie doch Ihrem Führer Richter(Große sorlgesehte Unruhe und Rufe! Baubuden!)— wenigstens in einem Punkte folgen(Fortdauernde Zwischenrufe: Baubuden!) Ich komme sofort daraus. Herr Nicbter...(Erneuter anhalten- der Lärm)... Wenn Ihnen der Name Richter so unangenehm ist(Risse: Nein, aber Ihnen!)... Herr Nichter hat in einer seiner Rede ein rührendes Elraßenidyll gezeichnet: ein Arbeiter sitzt ans der Straße am Rinnstein, dabei die Frau, welche ihm das Essen gebracht bat, umspielt von dem Kinde, welches die Frau mitgebracht hat, dieses Idyll sollte beweisen, daß der Familiensinn in der Arbeiierklasse so ansgeprägr ist. daß sie selbst...(Stürmische Unterbrechung; Vorsteher Langer- Hans erklärt diese Ausführungen für nicht zur Sache gehörig.) Ich will mit dieser Anführung sagen: Die Versammlung würde das Familienleben der Arbeiter, für welches sie solche Sympathie zu haben behauptet, fördern, wenn sie sie aus dem schamlosen nnd unwürdigen Zustand erlöste, ihr Mittag- brot auf offener Straße einnehmen zu müssen. Das ver- langen wir, sind aber außerdem der Meinung, daß für Räume gesorgt werden muß, in denen die Arbeiter während der Arbeitspausen nicht den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind. Diese Forderung ist finanziell von so minimaler Bedeutung, daß darauf gar kein Gewicht gelegt werden kann. Wenn der Bor- schlag die Bauten vertheuern und die-Miethen steigern und so schließlich die Arbeiter zwingen soll, theurer zu wohnen, so bin ich fast überzeugt, Sie glauben an diesen Einwand selast nicht. Die ganze Ansorderimg ist so bescheiden, daß man sich nur darüber wundern kann, daß Sie sie ablehnen. Wer die er- wähnten Gegenausführungen gemacht hat. hätte ich, auch ohne daß Herr Wernau die Namen genannt hätte, vorher gewußt. Das Protokoll verweist höhnisch darauf, daß Baubuden vorhanden sind, die allerdings nicht„tapezirt" sind. Wir haben das Letztere auch nicht verlangt; aber gerade solche Ausführungen müssen bei den Arbeitern das Gefühl der Erbitterung hervorrufen. Sie impntiren ihnen hier, daß sie etwas verlangen, was sie nicht einmal in ihrer Privatwohnung haben; denn die meisten sind durch ihre wirth- schaftliche Lage verhindert, sich Wohnungen zu mielhen, die tape- zirt sind.(Großer Lärm und Widerspruch.) Sehen Sie sich die Wohnungen im vierten Stock der Hinterhäuser an! Auch wird es im Protokoll so dargestellt, als ob diese Forderung wie ähn» liche von fremder, den Arbeitern fernstehender Seite lediglich zum Zwecke der Agitation in die Arbeiterkreise hineingetragen wird. Das ist eine direkte Entstellung der wirklichen Ver- Hältnisse.(Stadtvcrordneten-Vorsteher Langerhans erklärt den Ausdruck„Entstellung" für unstatthaft und unberechtigt.) Dann bedauere ich nur, daß das Verständniß der wirklichen Ver- Hältnisse bei der Ausschußmehrheit so gering ist(Lärm). Unser Antrag enthält also weder finanziell, noch sozialpolitisch eine Forderung von Bedeutung; er ist lediglich ein Versuch, Miß- ständen abzuhelfen. Sie werden auch diesen Antrag ablehnen, aber das Gefühl, von dem Sie sich dabei leiten lassen, verräth eine außerordentliche Schwäche. Herr Baumgarten sagt uns, wir wollten mit derartigen Anträgen den Arbeitern draußen zeigen, was wir ihnen hier nützen können(Sehr richtig!). Nun, dann nehmen Sie uns doch den Wind aus den Segeln, richten Sie die Sachen, die wir fordern, ein und umhüllen Sie Ihre Entschließung mit dem Glorienschein, eine Arbeiterforderung be- willigt zu haben. Machen Sie sich die Anregung zu nutze, wir sind Ihnen darum nicht böse. Aber Sie haben Sympathie für die Arbeiter nur mit schönen Worten(Lärm); wo es die Thal gilt, sind Sie Gegner auch der bescheidensten Forderungen! Stadtv. R e i ch n o w: Wenn der Gegenstand in dieser Weise auf ein ganz fremdes Gebiet hinübergespielt wird, so ist es schwer, sachlich darauf zu antworten. Der Ausschuß konnte unmöglich sich mit den Privatunternehmern befassen, dazu hätten sich die Antragsteller direkt an die Polizei wenden müssen. Es handelt sich nur um die städtischen Bauten, da sind Baubuden durchweg vorhanden. Die unverheiratheten Maurer benutzen die Baubuden zum Essen überhaupt nicht. Auf kleinen Privaibaute» läßt sich häusig eine Baubude gar nicht errichten. Sie lösen die Frage mit Ihren allgemeinen Redensarten auch nicht. Wenn Sie so fortfahren, Mitglieder der Ausschüsse zu verdächtigen, so wird es besser sein, jedesmal einen Ausschuß von IS Sozial- demokraten zu wählen, dann sind die Herren unter sich.(Zuruf: Wird uns sehr angenehm sein!) Damit schließt die Debatte. Nach dem Schlußwort des Re- serenten Stadtv. Bergemann wird der Ausschußantrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. In die Waisenverwaltung wird Stadt». W e n tz e l mit CG von 03 giltigen Stimmen gewählt; Stadtv. H e r z f e l d erhält 23, Stadtv. Rast 4 Stimmen. lieber das neue Regulativ für die G e m e i n d e» K r a n k e n- Versicherung in der Stadt Berlin hat ebenfalls Ausschußberathung stattgefunden. Dem Ausschuß gehörten die sozialdemokratischen Stadtvv. Bruns und Tempel an. Die vom Magistrat gegenüber dem Regulativ von 1634 beschlossenen Aende- rungen sind angenommen worden(u. a. Erhöhung der Beiträge auf 2 pCt., Wegsall der drei Karenztage, Zahlung des Kranken- gelbes auch für Sonn- und Feiertage). Bon Seiten der sozial- demokratischen Mitglieder waren noch weitere Abände- rungen beantragt: 1. Gewährung eines Sterbegeldes von resp. 80, 45, 39 oder 30 M., 2. Gewährung der Krankenunterstützung für 52 Wochen an Mitglieder, welche der Kasse mindestens sechs Monate ununterbrochen angehört haben. Beide Anträge sind von der Mehrheit verworfen worden, weil die Gemeinde- Kranken- Versicherung nur subsidiär aber keine organisirte Krankenkasse sei, die Anträge auch dem Wortlaut des Gesetzes(§ 6 a) direkt widersprächen. Nach dem Regulativ sollen freiwillig Beigetretene erst 6 Wochen nach dem Beitritt Anspruch ans Krankennnter- stützung haben. Unter Ablehnung eines Antrags, den Anspruch vom Tage des Beitritts zu gewähren, hat der Ausschuß die Frist auf zwei Wochen herabgesetzt. Schließlich ist auch ein Antrag der oben genannten Mitglieder, den Versicherten die Aerzte beim"Gewcrks- Krankenverein oder diejenigen Aerzte zur Verfügung zu stellen, welche sich dem Verein der frei- gewählten Kassenärzte angeschlossen haben, von dem Ausschuß abgelehnt worden. Stadtv. Henke: Nach ß 6 a des Gesetzes ist der Gemeinde nicht untersagt, die Verlängerung der Gewährung des Kranken- gelbes über 13 Wochen hinaus auszusprechen. Der Fall, daß eine bestehende Ortskrankenkasse in die Gemeindeversicherung übergeführt werden muß, soll nach den Aeußerungen des Bta- gistratsvertreters noch in weiter Ferne stehen, aber es dürfte schon in nächster Zeit ein solcher Fall thatsächlich eintreten. Man kann da also nicht mehr von„subsidiär" sprechen, sondern muß sür diesen Fall die Gemeindcversicherung ausgestalten. Ferner wird sich der Gewerkskrankenverein schon in allernächster Zeit auflösen müssen; es sollte also auch unser Antrag wegen der freien Arztwahl nicht unberücksichtigt bleiben. Durch die freie Arztwahl werden die Mitglieder der Versicherung billiger und schneller kurirt; denn aiich in dem eingeschränkten Umfange unseres letzten Antrages würden ihnen statt 129 Aerzte des Ge- werkskrankenvereins 800 Aerzte zur Verfügung stehen. Ich em- pfehle Ihnen daher die von uns in der erwähnten Richtung ge- machten Vorschläge. Die Vorlage wird nach den Vorschlägen des Ausschusses a n- genommen. Der Magistrat ersucht die Versammlung um ihre Zustimmung zu einem Gemeindebcschluß, wonach der Gebührentaris für die F l e i s ch s ch a u von 1392/33 auch für 1893/94 Geltung behalten soll. Die Gebühr für die Untersuchung ausländischen Specks oder Schinkens ist auf 30 Pf. pro Schinken oder Speckseite fest- gesetzt worden. Der Gememdebeschkuß wird auf Antrag E p i n o l a unver- ändert angenommen. Infolge des Beschlusses der Versammlung vom 19. v. M., „den Magistrat zu ersuchen, alle durch sie bereits ge- nehmigten Arbeiten, soweit dies möglich ist, energisch in Angriff zu nehmen und fortzuführen, insbesondere zu er- wägen, ob es nicht durchführbar ist, zum Zwecke einer durchgreifenderen Reinigung der Straßen den Fuhrpark zu erweitern und eine vermehrte Anzahl von Arbeitern ein- zustellen" theilt der Magistrat unterm 31. Januar mit, daß seinerseits schon vorher gethan oder angeordnet war, was dem vorstehenden B:- schlusse entspricht. Die vorhandene Zahl von Hilfsarbeitern (2000) sowie der Fuhrpark der Straßenreinigung seien vermehrt worden. Die Behauptung, daß in dem Depot am Spittelmarkt am 19. Januar Kündigungen aus den folgenden Sonnabend statt- gefunden hätten, sei unrichtig. Stadlv. B o r g m a n n: Es hat in der Vorlage den An- chein, als ob der Magistrat sich durch den Antrag verletzt ge- ühlt hat. Das ist durchaus nicht unsere Absicht gewesen, und es zeigt sich ja auch, daß der Magistrat sich lediglich an den Beschluß des Ausschusses anleimt, obne sich den Grundlinien unserer Anträge zu nähern. Wir werden aber, wenn das seitens des Magistrats nicht in Bälde geschieht, mit ähnlichen Anträgen wieder kommen und zwar auf die Gefahr bin, den Magistrat wieder zu verletzen. Der Oberbürgermeister soll sich nach Zeitungsberichten der Arbeitslosen-Deputation gegenüber recht srenndlich ausgesprochen und manches in Aussicht gestellt haben. Wir erwarten, daß dem recht bald die That folgt; sonst müssen wir uns wie im vorigen Jahre dem Ausspruche des Oberdürger- meiiters skeptisch gegenüberstellen. Im vorigen Jahre sind ganze 52 000 M. für beschleunigte Bauten und dergleichen ausgegeben. Diesmal ist das Elend noch viel gröber, als im vorigen Jahre. Es scheint fast, aW ob der Oberbürgcrnmster in der souveränen Bau- Verwaltung gar nickt durchdringen kann. Was die Bestreitung der erfolgten Kündigungen anlangt, so hatte Stadt- rath Meubrink ausdrücklich selbst Mittheilung gemacht, daß Kündigungen in Aussicht genommen seien; diese Absicht be- stand also und ist auf unsere Intervention rückgängig gemacht worden. Dem Magistrat irgendwie zu nahe zu treten, war nie» mals unsere Absicht. Die Zuschrift des Magistrats wird zur Kenntniß genommen. Gemäß dem Beschlüsse der Versammlung hat der Magistrat wegen der Mietbunq von Räume» sür das am 10. April dS. IS. in Funktion tretende Ge werbegericht eine neue Vorlage aus Grund der Offerte des Brauereibesitzers Bier, Stralauer- straße 3/6, gemacht. Es sollen in diesem Grundskücke Bureau- räume auf fünf Jahre gemiethet werden, der Miethspreis soll für 966 qm Grundfläche 15 290 M. betragen, im ersten Jahre aber für die zunächst nur erforderlichen 590 qm 9440 M. Zur Be- schaffung von Jnventarienstücken sind 13 000 M. gefordert. Außer dem Gewerbegericht sollen die Bureaux der Gewerbedeputation für Jnnungssachen, Fachschulen und für Kranken«, Jnvalidiläts- und Altersversicherungs-Angelegenheiten in diesen Räumen unter- gebracht werden. Die Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Schluß nach 7V« Uhr. Lokales. Gegen die„revolutionären" Dichtungen geht die Polizei mit aller Strenge vor. Dem gleichen Schicksal wie die Dichtung von Scävola:„Bilder aus der französischen Revolution" ist jetzt bekanntlich auch die Dichtung von Witz:„Bilder aus der großen Revolution" verfallen. Der„Verband aller in der Metall- industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend" hatte feplant, die letztere Dichtung nächsten Eonnabend zur Auf- ührung zu bringen. Am Dienstag aber ging dem Vorstand, zu Händen des Herrn Uhrmachers O. Naelher, K, Fehrbelliner- straße 24, folgendes Schreiben zu: Berlin, 4. Februar S3. Der Polizeipräsident. Journ.-Nr. 182. P. T. HL C. 93, Die für Sonnabend, den 11. d. MtS., in Aussicht genommene Aufführung der episch» dramatischen Dichtung „Bilder auS der großen Revolution" wird hiermit ver- boten. Der Polizei-Präsident. v. Richthofen. Am Sonnabend wurden auch noch die Textbücher im Arbeits- Nachweis des Vereins, in den Zahlstellen und bei mehreren Mitgliedern des Verbandes polizeilich beschlagnahmt. Der Vorstand hat natürlich schleunigst für Ersatz gesorgt, so daß der Wegfall der verbotenen Aufführung im Programm«ine Störung nicht hervorrufen wird. Die Allgemeine Berliner OmuibuS-Aktiengesellschaft hat sich gar wunderbare Geschäftspraktiken zugelegt. Sie sucht ihre Einnahmen durch Mittel zu erhöhen, welche aufhören, schön zu sein. So meldet ein hiesiges Blatt folgenden Fall:„Die Ab- rechnnngen ergaben, daß der Schaffner Nr. 28 der Omnibus- strecke Potsdamer-Brücke— Rosenthaler Thor in einem Monat sieben Mal die geringste Tageseinnahme gehabt hatte. Dem Mann wurde von der Direktion der Gesellschaft eine Rüge zu Theil unter Hinzufüguna der Drohung, er werde eut lassen werden, wenn der Fall sich wiederhole! Das ist doch noch arbeiterfreundlich i Die Angestellten der Gesellschaft haben den anstrengendsten Dienst, der sich denken läßt, ihr Lohn steht bekanntlich hierzu in einem sehr schlechten Verhältniß. Das Höchste ist es aber sicher, daß die Gesellschaft aus Zufälligkeiten, die abzuändern in der Macht keines Menschen steht, ihren Angestellten ein Vergehen konstruirt und dagegen mit Drohungen und Maßregelungen einschreitet. Es ist doch ganz selbst- verständlich, daß eine der Strecken diejenige sein muß, welche die geringste Einnahme ergiebt; aber hieran trägt doch der Schaffner die Schuld keinesfalls. Das liegt doch an Verhältnissen, welche der Schaffner nicht ändern kann, er müßte denn gerade den Anreißer spielen und die Passanten mit Gewalt in seinen Omnibus- Marlerkasten stopfen. Er müßte ihnen dann ferner mit Gewalt die Jahrgeldgroschen abnehmen, nur damit er bei der Abrechnung der Gesellschaft recht viel Geld abliesern kann. Denn sonst droht ihm die Entlassung! Die Angestellten werden durch solche Drohungen veranlaßt, die reine Räubertheorie in Anwendung zu bringen: Geld oder Leben. Wir möchten wirklich wissen, welches Direktionslicht diesen wunderbaren Plan ausgeheckt hat, er ist so genial, daß schon etwas dazu gehört, um ihn zu Tage zu sördern. Wird diese Praxis auch anderweit in Anwendung gebracht, dann kann's i» Berlin ganz gemüthlich werden! Zu bedauern sind in erster Linie die armen Angestellten, die für die Direktion der Omnibus-Aktien-Gcsellschast nur noch den Zweck von Geldablieferungs-Maschinen haben. Die Maschinen, welche genügend Geld von sich geben, dürfen weiter in Betrieb gesetzt werden, diejenigen aber, welche nicht genug Groschen ent- leeren, werden ausrangirt und ins alte Eisen geworfen. Dabei müssen die menschlichen Maschinen von 6 Uhr früh bis Nachts l/zl2 Uhr in Thätigkeit sein, sonst erfolgt das Ausrangiren ohne weiteres. Es muß ein erhebendes Gefühl sein, wenn der An- gestellte weiß, daß seine Thätigkeit von dem Untenrehmer in so humaner Weise anerkannt wird. Zu dem Thema:„Der Unternehmer Verhalten gegenüber ihren Angestellten in flauer Ge- s ch ä f t s z e i t", macht uns der Buchbinder Georg Krage, Köpenickerstraße 3Id, folgende Mittheilung, für deren Richtigkeit er sich verbürgt. In der„Berliner Satiniranstalt" von Franz Grimm, Marlgrafenstraße 15, war es bis vor kurzem Sitte, daß für ein Zuspätkommen keine Strafgelder erhoben wurden.„Das Geschäft ging"— wie man zu sagen pflegt. Als die„gute Zeit" vorüber war, wurden mit einem Male, vorerst für die Arbeiterinnen, derartige Strafen eingeführt. Ganz Willkür- lieh wurden diese vom Chef festgesetzt. Für ein ein- maliges Späterkommen wurde den Mädchen einfach ein Abzug vom Lohne im Betrage von fünfzig Pfennigen angekündigt und, passirte es zum zweiten Mal in der Woche, gar von 1 Mark. Solche Abzüge wurden beim geringsten Zuspät- kommen gemacht und handelte es sich nur um drei Minuten. Vor mehreren Tagen kündigte nun der Herr Chef den Buchbindern an, daß es ihnen fortan ebenso gehen würde. Ter Genosse K r a g e. welcher in der Anstalt beschäftigt war, machte ihm darauf Vorhaltungen über das Ungerechte seiner tandlnngsweise. Mehrere Arbeiterinnen waren dabei zugegen. m selben Abend noch, es war der letzte Montag, wurde Krage mit der Begründung entlassen, daß man sich mit ihm nicht herumstreiten wolle und daß er„die Leute" aufwiegele. So wird's gemacht von den Stützen des Reiches der sozial-politischen Reformen. Herr Eugen Richter ist in die unangenehme Lage ver- seht, eine Umarbeitung seiner„Zukunfsbilder" vornehmen zu müssen. Bekanntlich läßt Herr Richter in der erwähnten Schrift den sozialdemokratischen Reichskanzler dadurch zu Falle kommen, daß dieser sich weigert, die Stiefel zu putzen und es durch einen anderen besorgen läßt. Nun hat aber ein Herr Hansel in Gießen beim Reichs-Patentamt ein Patent auf eine Stiefelwichs- Maschine eingereicht, von der er rühmt, daß sie allen an sie ge- stellten Anforderungen im vollsten Maße entspreche. Damit ist also die Ursache, die nach Herrn Richter den sozialdemokratischen Zukunfts-Reichskanzler in seiner Stellung stürzt, beseitigt, und so bleibt Herrn Richter wirklich nichts übrig, als eine andere Ursache für dessen Sturz aussindig zu machen. Es ist an- zunehmen, daß bei der Weite des Gesichtskreises des Herrn Richter und bei seiner reichen Phantasie es ihm leicht fallen wird, die entstehende Lücke« seiner Beweisführung wieder aus- zufüllen. Ungilnftige wirthschaftkiche Verhältuisse werden jetzt auch im Verwaltungsbericht des Berliner Magistrates über den städtischen Zentral-Vieh- und Schlachthof, wie bereits in einer ganzen Reihe von Berichten über andere Zweig« der städtischen Verwaltung, zugestanden.„Das Vermaltungsjahr 1891/92", be- ginnt der Bericht,„ist nach keiner Richtung hin ein günstiges zu nennen. Dieses Urtheil bezieht sich mehr auf die wirthschaftlichen Verhältnisse, von deren Ungunst die kleinen Einbußen des Handels und die Verminderung der Ueberschüsse des Zentralviehhofes nur Symptome sind." Es wird zugegeben, daß die Symptome „einen abnormen Zustand beweisen"; daß„das Kaufbedürfniß so schwankend war, daß Händler wie Landwirthe stets Gefahr lieken, ihr Produkt entweder ohne Gewinn, bezw. mit Vorsicht verkaufen oder von einem Markt zum andern überfüttern zu müssen"; daß„die Einschränkung gewerblicher Thätigkeit wegen Uebersüllung der Lager und die sinkende Kaufkraft der gewerblich arbeitenden Bevölkerung die Nachfrage nach dem für die letztere immer noch zu theueren Fleisch erheblich gemindert hatte". Weiter unten wird die Frage aufgeworfen,„wo denn überhaupt in den letzten Jahren der Handel im Deutschen Reiche, der gewerbliche Verkehr Fortschritte gemacht oder auch nur keinen Rückgang erfahren hat 1" Schließlich wird noch einmal ausdrücklich betont, daß, wenn der Markt häufig nicht geräumt werde, ausschließlich die„schlechten gewerb- lichen Zeiten mit fallender Kaufkraft der Konsumenten" daran Schuld seien.— Aus diesen Ausführungen und aus den ziemlich gleich lautenden in den anderen, schon früher von uns in der Nothstandsfrage zitirten Verwaltungsberichten des Berliner Magistrats ergiebt sich, daß dieser darüber, ob ein Nothstand in Berlin herrscht, und wie groß er ist, sehr wohl unterrichtet sein muß. Warum zieht er denn dann aber nicht die praktischen Konseauenzen aus dieser Kenntniß? Der Grund davon ist in der Stadtverordneten-Versammlung von„freisinnigeu" Rednern wiederholt angegeben worden: Der Magistrat müßte andernfalls mit dem bisher von ihm befolgten„freisinnigen" Prinzip der Verwaltung brechen, und das darf er nicht, wenn er nicht dem Sozialismus Konzessionen machen will. In diesem Geständniß liegt eine nicht üble Kritik dieses„freisinnigen" BerwaltuugS- prinzips. In Schmargendorf gab es am Donnerstag vor acht Tagen große Aufregung. Die Einwohnerschaft des ganzen Ortes war auf den Beinen, um Zeuge zu sein des gewaltigen Ereignisses. Vier Gendarmen entledigten sich nämlich mit aller Sorgsalt der ihnen zu Theil gewordenen Aufgabe: bei elf in Schmargendorf wohnenden Genossen eine gründliche Haussuchung vorzunehmen. Von Haus zu Haus marschirten die behelmten Hüter des Gesetzes, ohne freilich„günstige" Resultate zu erzielen. Es verfielen der Konfiskalion einige Exemplare des„Sozialdemokrat", einige sozialdemokratische Liederbücher und ein„Pfaffenspiegel", — weiter wurde nichts Verdächtiges gefunden. Wie ver- lautet, war der Anlaß zu Hausdurchsuchungen ein ver- dächliges Lied, welches ein paar Tage zuvor bei einer kleinen Feier von einem Genossen gesungen worden war. Das Lied ist auch in weiteren Kreisen bekannt, es handelt von der Schlechtigkeit des bösen„Bürgermeisters Tschech". Die Polizei befand sich im Jrrthum, als sie annahm, daß man in Schmargen« dorf im Besitz von gedruckten Exemplaren dieses Liedes sei: der Text erbt sich von Mund zu Mund fort, und das kann die Polizei doch nicht hindern. Ob das Gedichtlein etwas Staatsgesährtiches entbält, brauchen wir nicht näher zu untersuchen, es wird aber viele Leute geben, die es für ein mehr denn harmloses Produkt der Jahrmarktspoesie halten. Bis heute haben die gehaussuchlen Genoffen noch nicht erfahren, ob sich an die Beschlagnahm« der Schnfteu noch ein weiteres Versahren knüpfen wird. Bnuernfäugern in die Hände gefallen ist vorgestern Nachmittag der Scdneider Karl M. aus Klein- Wittenberg, der hier in der Oranienburgerüraße wohnende Verwandte besucht hatte und mit dem um 4� Uhr vom Anhalter Bahnhofe ab- gehenden Zuge nach Hause zurückzukehren beabsichtigte. Die Eisenbahn wartet aber nicht, und als M. ankam, war der Zug eben dahingebraust. Während daS Schneiderlein einen Augenblick unschlüssig dastand, trat ein Fremder mit der Frage an ihn heran, ob er nach Wittenberg fahren wolle und fügte hinzu, daß er den Zug gleichfalls verpaßt habe und den nächsten abwarten müsse. Beide ließen sich nun auf eine Bank des Bahnsteiges nieder, und der Unbekannte hatte im Laufe des Gespräches bald ersehen, daß M. nicht ohne Mittel nach Berlin gekommen sei, ja, der redselige Provinziale lieb sich sogar die genaue Angabe seines Kassenbestandes entlocken. Jetzt dauerte es nicht lange, bis dem Fremden das Warten auf dem Bahnhofe langweilig wurde, sodaß er eine Streife durch die schöne Reichshauptstadt vor- schlug. Der bereitwillige Schneider wurde nun den Ausgang nach der Möckernstrabe hinabgeführt, man wanderte selbander durch die Königgrätzerstraße und kehrte, um eine Berliner Weiße zu probiren, in das Hcdemannstraße 2 belegene Kellerlokal von Diede ein. M. wurde sofort in das Billardzimmer geführt, wo nur noch ein Gast anwesend war. Der Fremde griff hier, wie unbeabsichtigt, nach einer Zeitung, und fand„zu feiner Ueber- raschung" ein Spiel Karten darin.„Haben gewiß Kinder hier liegen lassen; denn es ist kein gdnzes Spiel," meinte er treu- herzig,„ich werde Ihnen aber ein Kunststück zeigen." Er legte drei verdeckte Karten aus den Tisch und fragte den Schneider: „Was ist hier drunter?" Die Lösung gab er dahin, daß die Tischplatte darunter sei. Hierdurch wurde der andere Gast angezogen, der die rothen Karten aussucht« und ein Kümmelblürtchen veranstaltete, dem der Schneider anfangs zusah. Sein Begleiter hatte im Umsehen zweimal anscheinend je ein Zwanzigmarkstück verloren, und sagte nun zu M.: „Setzen Sie doch auch einmal". Ter Schneider setzte einen Thaler nach dem andern, die verloren gingen. Als aber sein Freund auch das dritte Goldstück mit der größten Ruhe ver- schwinden sab, wurde er stutzig und wollte sein Geld wieser haben. Nun wurde aber auch fem Bekannter unwillig, erklärte, daß sie in dem Lokal nicht länger bleiben könnten und führte ih» wieder hinaus. Unterwegs gab er seinem Aerger über die ver- lorenen 60 Mark Ausdruck und verschwand, um sich von An- gehörigen das Reisegeld nach Willenberg zu holen. Als der Schneider nun endlich merkte, daß er verschleppt worden war. eilte er in den 5tcller zurück, fand aber den zweiten Bogel auch ausgeflogen.— Der Scb lepper ist klein und untersetzt, hat einen Schnurrbart, ein starkes, rothes Gesicht und trng ein schwarzes Tuch um den Hals. Der Komplice war groß, blaß und bartlos, trug lange Stiefel und einen Stock mit laugen Schößen und hatte an der Stirn einen spärlichen Haarwuchs. Immer noch kein Nothstand! Gänzlich verhungert wurde gester». Abends gegen sieben Uhr, der obdachlose, sechzig Jahre alte Schuhmacher Wilhelm Hein nahe am Görlitzer Bahnhofe ausgesunden und nach der Charitee gebracht. Er starb aber be- reits unterwegs an Entkräftung.— Oh glückseliges Zeitalter sozialer Reformen. Opfer der Arbeit. Abgestürzt von einem Gerüste, das Bendlerstr. 29 aufgestellt war, ist vorgestern Nachmittag der Maurer August Schrumpf. Er erlitt«inen Bruch beider Beine. Der Verein„Freie Volksbühne" veranstaltet am Sonn- tag den 12. Februar, Nachmittags 2�2 Uhr für seine neu- gegründete 4. Abtheilung die erste Vorstellung. Zur Aufführung gelaugt zum 4. Male im Nationallheater„Andere Zeiten", Schau- spiel in 4 Akten von Paul Bader. Die Hauptrollen liegen in den Händen des Herrn Molenar und des Fräulein Detschy vom Lessingtheater und' der Herren Stiel und Wcsselsky vom Nattonal- Theater. Wir werde« nm die Veröffentlichung deZ folgenden schiedsgerichtlichen Erkenntnisses ersucht: In der Streitsache zwischen Ahrens und König hat das einberufene Schiedsgericht folgende Auffassung gewonnen. Festgestellt ist, daß von feiten König's Gerüchte über Ahrens kolportirt worden sind, die nicht aus ergner Wahrnehmung beruhten,«der geeignet waren, den Ahrens in privater, sowie in politischer Beziehung zu kom- promitttren. Die eingehende Zeugenvernehmung konnte für diese Gerüchte den Wahrheitsbewels nicht erbringen. Gründe für Verbreitung dieser Gerüchte konnten nur in der gegenseitigen persönlichen Stellung von König und Ahrens gefunden werden; dieselbe ist keine solche, wie sie unter Genossen und zur Förde- rung der Arbeiterbewegung wünsche» swerth wäre. Das Schieds- gericht. Tx'e Sammelliste Nr.»6S zur Unterstützung der gemäß« regelten Pferdebahnschaffner ist verloren gegangen. Es wwd er- sucht, dieselbe«»zuhalten und bei Paul Liere, Gräseftraß« 40, abzuliefem. Pokizeibericht. Am». d. M. vormittags zersprang in der Schultheiß-Brauerei, Lichterfelderstr. 11,«in etwa 30 Zentner schweres Schwungrad beim Betriebe. Durch die umher- geschleuderten Eisentheile wurde ein Theil des Maschinenhauses zerstört und der an der Maschine beschäftigt gewesene Arbeiter Lehmann am Kopfe und an den Füßen so bedeutend verletzt, daß seine Uebersührung nach dem Krankenhause am Urban erforder- lich wurde.— Nachmittags versuchte eine Frau in ihrer Wohnung, in der Brunnenstraße, sich mittels Karbolsäure zu vergiften. Sie wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.— Auf dem Eise des Landwehrkanals, gegenüber dem Grundstücke Görlitzer Ufer 12, brach ein zehnjähriger Knabe ein, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach einiger Zeit vom Arzte zum Bewußtsein zurückgebracht.— An der Ecke der Chaussee- und Kesselstraße fiel Abends eine Frau infolge eines Fehltritts zur Erde und brach den Unterschenkel.— Im Lause des Tages fanden zwei kleine Brände stau. Gevittlks-�ZeikUttg. I« Zustande völliger Bewußtlosigkeit. Vor der Straf- kammer zu Köln hatte sich am Dienstag der Kriminalkommissar Hermann Sperling wegen Hausfriedensbruchs und Sach- befchädigung. sowie wegen der Beschuldigung zu verantworten, in der Nacht zum 9. August v. I. die Eheleute Bach, sowie deren Töchterchen mit einem Besenstil gemißhandelt zuhaben, den Ehemann Bach auch mittels einer das Leben gefährdenden Be- Handlung. Nach Aussage Sperlings hatte er am 3. August mit einem Weimvirth 6—3 Flaschen Wein getrunken. Auf dem Nach- Hausewege seien ihm zwei Mädchen begegnet, die ihm verdächtig vorkamen, weil die eine aufgelöstes Haar trug. Er sei ihnen in das Haus Kyffhäuserstt. 59 bis in die Wohnung gefolgt, hier sei er beschimpft, angegriffen und mißhandelt worden, so daß er sich des weiteren Vorgangs nicht mehr erinnern könne. — Die beiden verfolgten Mädchen, die wegen Sitten- polizei-Kontravenlion bestraft sind, sagten der„Köln. Ztg." zufolge übereinstimmend auS. Die Aelter« sagte aus: Wir befanden uns gegen 6 Uhr Morgens auf dem Wege zur elterlichen Wohnung. In der Jahnstraße verfolgte uns ein Mann, der schwankte und offenbar betrunken war, seine Kleider waren beschmutzt. Er faßte die jüngere Schwester bei den aaren, wir wollten das nicht leiden und stellten ihn zur Rede. er Mann verfolgte uns in das Haus und in unsere Wohnung, hier hat er die Aeltere angegriffen und bei den Haaren gerissen. Der Vater des Mädchens, Ermertz, eilte mit«wem Besenstiele zur Hilfe herbei und schlug damtt auf den Beamten ein, so daß der dicke Besenstiel entzwei brach. Ermertz giebt auch die Möglichkeit zu, daß er den Kommissar mit dem Besenstiel über den Kopf geschlagen habe.— Den weiteren Borgang schilderte der Zeuge Zimmermann Hohmann: Die beiden Ermertz. Vater und Sohn, drängten den Mann auf den Flur, der ältere schlug mit einem Besenstiel auf ihn ein, der Mann schlug mit dem Stocke, er ist dann die Treppe hinuntergestoßen worden, kam zu Fall und kollerte die Treppe hinunter. Als Polizeibeamter hat sich der Angeklagte erst später zu erkennen gegeben. Der in dem- selben Hause wohnende Bäckermeister Bach trat, als er den Spektakel hörte, auf den Flur, hob den an der Treppe liegenden Angeklagten auf und brachte ihn bis vor die Tstür. Bald daraus kam Sperling mit vier Wächtern zurück, griff Bach an und faßte ihn bei den Haaren. Bach wollte ihn beruhigen und sagte, er solle nach oben gehen, er hätte ihm doch nichts gethan; Sperling konnte aber nicht viel antworten, da er wie unzurechnungsfähig war, in dem Laden Teller und Gläser zer- schlug, wofür er später 200 Mark Entschädigung gezahlt hat. Frau Bach bekundete: Ich wurde durch großen Lärm geweckt, der Angeklagte lag an der Treppe, er jagte zu meinem Manne: Du hast mir den Schädel eingeschlagen, weiche von mir! Mein Mann brachte ihn zur Thür hinaus. Bald nachher kam er mit vier Wächtern zurück, mein Mann sollte verhaftet werden; ich habe gefleht: mein Mann hat doch nichts gethan: ich hatte den Angeklagten am Rock und zog ihn zurück, da fiel ich hin, die Nachtwächter traten und schlugen mich; ein Nachtwächter hat meinen Mann die Treppe hinuntergestoßen. Ich legte mich wieder zu meinem Söhnchen ins Bett, da kam Sperling in das Zimmer. er muß wider die Thür gefallen sein, und schlug onch mit einem Stück Besenstiel; auch mein Söhnchen schlug er, mein Arm war schwarz und blau. Ich flüchtete in den Laden, der Angeklagte verfolgte mich und schlug mich weiter; dabei schrie er mich immer an: Wie heißt Du, wo wohnst Du? Ich stieß ihn mit meiner letzten Krack zurück, daß er hinfiel, dann eilte ich auf die Straße und schrie um Hilfe. Mehrere Zeugen, die von der Straße aus den Vorfall mit ansahen, bekuiweten, daß ihnen der Angeklagte wie geistesgestört vorgekommen sei; er habe sich öfter an den Kopf gegriffen. Der Angeklagte hob hervor, daß er vor dem Vorfalle sehr angestrengt dienstlich thätig gewesen sei, von einer gefährlichen Hochstaplerbande habe er kurz vorher acht Mann festgenommen, zwei Verbrechern, die zu der Bande gehörten, sei er auf der Spur gewesen, an dem Tage selbst habe er dienstlich eine Reise gemacht. Professor Pelmann, Direktor der Irrenanstalt in Bonn, gab sein Gutachten dahin ab, daß nicht eigentliche Trunkenheit allein den Zustand des Angeklagten her- vorgerufen habe; es sei hinzugekommen die körperliche und geistige Ueberanstrengung, die schlaflose Nacht. Die Schläge mit dem Besenstiel, die Sperling über den Kops erhalten, hätten ihm dann den letzten Rest von Besinnung geraubt. Es unterliege nicht dem geringsten Zweifel, daß der Angeklagte die Straf- thaten im Zustande völliger Bevußllosigkeit verübt habe, wodurch die freie Willeiisdestimmung ausgeschlossen gewesen sei. Polizei- Phystkus Eanilätsrath Dr. Vanfelow schloß sich völlig diesem Gutachten an. Der Staatsanwalt meinte, objektiv sei die Anklage nach allen Seiten hin bewiesen, allein es habe sich nicht der geringste Anhaltspunkt ergeben, daß der Angeklagte auch nur einen Rest von Besinnung gehabt habe. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß erkannte das Gericht auf Freisprechung. Etwas weiteres diesem Prozeßbcricht hinzuzufügen, erübrigt sich wohl. Die Fälle, daß, wenn Polizeibeamte die Anklage- dank zieren, die wunderbarsten Urtheile gefällt werden, sind in Deutschland so zahlreich, daß uns der Ausgang auch dieses Prozesses nicht wundert. Die Freunde der Verschärfung des Strafgesetzes spotten gerne über das„Antrinken mildernder Um- stände"; wir empfehlen diesen Herren für die Zukunft, auch den Kriminalkommissar Sperling und seine Praxis, sich für die Ge- richtsstube bis zur„völligen Bewußtlosigkeit" anzusaufen, nicht zu vergessen. Ein Polizeibeamter, der durch„geistige und körper- liche" Ueberanstrengung so total herunter ist, daß er 6 bis 8 Flaschen Wein aussäust und dabei die Nacht durch bis Morgens 6 Uhr im Wirthshaus sitzen bleibt, dann in Zuhälterart Mädchen aus der Straß« anfällt und sie big in ihre Wohnung verfolgt; von dort dann, durchgeprügelt und herausgeschmissen, im„Zustande völliger Be« wußttojigkett" aus die wach« stürzt, sich vi« Wächter holt uud tros aller ,, Bewußtlosigkeit" das Haus wieder findet und in dem-[ zubekommen. Eine zu diesem Zweck von den Innungsmeistern fammengedrängt und der Qualm des Feuers hatte sich so rasch | felben wie ein Tollhäusler wirthschaftet, das ist ein Bild, wie einberufene Versammlung war von 120-150 Personen besucht, verbreitet, daß sechs Personen erstickten, bevor ihnen Hilfe geman es sonst nur hie und da aus Rußland geschildert bekommt. welche extra nur durch Postkarten dazu eingeladen waren. Die bracht werden konnte. Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) fabrit ist beendet. 1177 Arbeiter sind wieder eingestellt, 309 Budapest, 9. Febr. Die Streit in der Ungarischen WaffenArbeiter wurden entlassen. Daß sich außerdem auch noch zwei schwer gelehrte Aerzte finden, anwesenden Gehilfen theilten jedoch nicht die Ansicht der Innungs- Ueber die Entstehungsursache meldet der„ Generalanzeiger" welche mit ihren„ wissenschaftlichen Gutachten" es dem Gerichte meister, waren auch nicht gewillt, einen Gehilfenausschuß zu des weiteren folgendes: Ein Weinhändler Namens Krezſchmar unmöglich machen, zu verurtheilen, muthet uns allerdings auch wählen, weshalb fie aufgefordert wurden, dann das Lokal entzündete im Restaurationslokale eine Rakete, durch welche ein ganz russisch an. Nun fehlt nur noch, daß die Nachtwächter, zu verlassen. Nur 11 oder 12 Personen blieben zurück, und Korb mit Wachsblumen, der sich an der Decke befand, entzündet welche auf Befehl des Bewußtlosen" feine Streiche mitmachen diese haben es trotz aller gesetzlichen Vorschrift fertig gebracht, wurde. Dadurch entstand der Brand. Kretschmar wurde vermußten, bestraft werden und der Herr Sperling wegen seines einen Gehilfenausschuß zu wählen, wozu laut Statut auch haftet. sonst bewiesenen Diensteifers befördert wird, dann ist das Bild Meisterföhne hinzugezogen werden können. Energisch sei Einbruch ins Gefängniß. Daß Diebe aus Gefängnissen fertig. daher dagegen zu protestiren. Die auf diese Art Gewählten sind ausbrechen, ist nichts Seltenes, wohl aber, daß sie einbrechen, durchaus nicht von der Masse gewählt, und somit ganz und gar wie es dieser Tage im Gerichtsgefängniß zu Braunsberg in OstAls ganz gemeiner Bechpreller hatte sich gestern der nicht fähig die Gehilfenschaft zu vertreten. Noch rigoroser ver- preußen geschah, und zwar mit Erfolg, indem sie aus der GeBaron A. v. Senden vor der 133. Abtheilung hiesigen Amts- fuhren nach den Ausführungen des Kollegen Rauten hau 3 fängnißkaffe einige hundert Mark entführten. gerichts I zu verantworten. Der Angeklagte, einer alten Adels- die Lackirer- Innungsmeister; danach sollen sie einfach einen Gesellenfamilie angehörig, ist früher Offizier in einem Ravallerie- Regiment ausschuß, ohne vorher überhaupt die Ernannten darnach zu gewesen, scheint aber moralisch start ins Wanken gefommen zu fragen, ernannt haben. Redner theilte den Inhalt der Postkarte fein. Er ist schon einmal wegen Bechprellerei vorbestraft, die mit, welcher an die betreffenden Personen ergangen ist, daraus Strafe hat ihn aber von diesem gefährlichen Gebiet nicht abzu- ging hervor, daß es hauptsächlich um Ein- und Ausschreiben der drängen vermocht. In einem größeren hiesigen Restaurant brannte er Behrlinge zu thun war, wofür die Angehörigen derselben im eines Tages dem Oberkellner mit der Zeche durch und dieser schrieb ersten Falle 3 M. und im legten Falle 6 M. zu entrichten haben. den Verlust einfach in den Rauchfang, ohne weitere Recherchen nach Niemals habe man jedoch erfahren, wozu diese 9 M. für jeden dem Betrüger anzustellen. Nach längerer Zeit begegnete der Lehrling verwendet würden. Mahnke, Meister der Malerinnung Oberkellner dem Angeklagten auf der Straße und ein ihn be erklärt, daß es durchaus unrecht von den Malergehilfen war, in der betr. gleitender Kollege, welcher in der anderen Bechprellerei des An- Versammlung den Saal zu verlassen, sie waren/ in der Majorität, geklagten vor Gericht zu erscheinen gehabt hatte, erzählte ihm, ein Gehilfenausschuß wäre andernfalls nicht zu stande gekommen. der hiesigen Organe der polnischen Sozialisten. Lemberg, 9. Febr. Die Polizei verbot das Weitererscheinen. daß letterer ein wirklicher Baron sei und von Senden heiße. Er selbst stehe auf dem Boden der Sozialdemokratie, nur be- der hiesigen Organe der polnischen Sozialisten. Der Oberkellner beschloß nun, den Angeklagten zu beobachten stimmte wirthschaftliche Vortheile verbänden ihn mit der Innung, und folgte diesem auf dem Fuße. Der Angeklagte blieb zunächst doch selbst wenn er dieser verlustig gehen sollte, tönne er nicht bei einem Restaurant stehen, sah von der Straße aus durch die umhin, die Anwesenden aufzufordern, energisch und laut Protest Scheiben und überzeugte sich, daß das Lokal wenig dagegen zu erheben, daß diese auf solche Art und Weise gebesucht war. Das war für feine 3wede natürlich wählten 11 Ausschußmitglieder die Berliner Gehilfenschaft ver- Briefkaffen der Redaktion. wenig geeignet. Er wandte sich zu einem anderen treten, er selbst könne diesen Ausschuß durchaus nicht anerkennen, O. E. Ihr Manuskript ist Ihrem Wunsche gemäß nach dem. Restaurant, hier entsprach der Besuch seinen Wünschen gleichfalls und unterstüße so viel in feinen Kräften stehe diesen Protest. betreffenden Ort gesandt worden. Wenden Sie sich dorthin. nicht und schließlich betrat er das Restaurationslotal des Bößow Poll and bekundete, daß in der betreffenden Versammlung auf Ueber die andere Sache können wir Ihnen nur mündliche Ausfchen Brauereiausschants. Er wählte einen Platz dicht an der die Anfrage der Innungsmeister, ob ein Jnnungs- Schiedsgericht funft ertheilen. Ausgangsthür, der Oberkellner, welcher ihm wie ein Schatten zu errichten sei, sich noch nicht einmal 11 Hände er- A. X. und verschiedene Andere: Sie wollen uns, Widerfolgte, nahm an einem anderen Tische so Play, daß er ihn im hoben hätten, tros energischen Verlangens einer legungen" der Zukunftsstaats- Weisheit liefern, die von den Herren Auge behalten konnte. Der Besuch war ein sehr zahl- Gegenprobe hätte man aber eine folche nicht statt Bachem, Stöcker, Richter u. s. w. im Reichstag zu Tag gefördert reicher. Der Angeklagte aß und trank und als der ihn be finden lassen. Er beantrage daher dem Polizeipräsidium worden ist. Für wen? Für die Wissenden und Denkenden bedienende Kellner einmal nach der Küche gegangen war, war der flar zu legen, unter welchen Verhältnissen diese Wahl darf es feiner Widerlegung, und die Unwissenden und GeHerr Baron plöglich aus dem Lokale verschwunden. Als stattgefunden habe. Günther verlangt entschieden, daß die dankenlosen werden durch keine Widerlegung flug, erst durch der bedienende Kellner aus der Küche zurückkehrte, fragte Gehilfen in Zukunft konsequenter handeln und sich nicht von Schaden. ihn sein noch immer auf Beobachtungsposten stehender Kollege, den Innungsmeistern hinausgraulen laffen. Hierzu fanden Fürstenbergerstraße. Der aktiv dienende Soldat, der also ob der Angeklagte bezahlt habe; er verneinte dies und erfuhr nun folgende Resolutionen einstimmige Annahme: 1. Die Ver- noch nicht zur Reserve übergetreten ist, bedarf der Erlaubniß zur zu feinem Etaunen, daß der feine" Herr troß seiner Baronie fammlung erklärt, daß das am 9. Januar durch 11 Personen Verheirathung. ein Bechpreller gewöhnlichen Schlages sei. Vor Gericht ver- gewählte Schiedsgericht vollständig inkompetent ist, die Maler Anton 100. 1. Nur falls die Arbeiterin zur Vertreteri fuchte es der Angeklagte mit allerhand Ausreden, mit welchen und Anstreicher Berlins zu vertreten. Ferner erhebt die Ver- bestellt war, tann sie mit rechtlicher Kraft kündigen. 2. A er jedoch kein Glück hatte. Der Gerichtshof war mit dem Staats- sammlung gegen die Art und Weise der Wahlhandlung ent- Krankenkassenbeiträgen für 3 Jahre(!!) abzuziehen, ist unzulässi anwalt der Ansicht, daß ein so grober Vertrauensbruch gerade schieden Protest und erwartet, daß die gewählten Vertreter des und strafbar: nach§§ 53, 82 des Gesetzes darf der Arbeitgebe bei Leuten besserer Herkunft" strenge zu ahnden sei und er verbei einer Lohnauszahlung höchstens die Beiträge für 2 Lohn urtheilte deshalb den Angeklagten zu fünf Monaten Gezahlungsperioden( im allgemeinen also für zwei Wochen) ab fängniß und zwei Jahren Ehrverlust. Nun kann der„ Edelste" ziehen. über seine edle Abstammung nachdenken. A. S. Gehörte die Weste nicht Ihnen- ob das der Fall, ist aus Ihrem Brief nicht zu ersehen so würde eine Verwenbung derselben in Ihrem Nußen eine Unterschlagung darstellen tönnen. Sie sind dann ersatzpflichtig. H. E. Die Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses ist keinerlei Hinderniß für die Eheschließung. Die Ehe wird vor dem Standesbeamten geschlossen. " 〃 J. T. 22. Dann fönnen Sie leider nichts anderes machen, 3. Mar. Ausschusses dem Wunsche der Gehilfenschaft Rechnung tragen und ihr Amt niederlegen." 2.„ Die Anwesenden verpflichten sich, der Organisation der Vereinigung der deutschen Maler und Berufsgenossen beizutreten." Der Antrag, ein Protestschreiben dem königl. Polizeipräsidium zu übermitteln, wurde gegen 1 Stimme angenommen Das Mogeln beim Kartenspiel ist nicht nur eine ge- und das gegenwärtige Bureau dazu beauftragt. Poll and sellschaftliche Ünart, es tann auch, wie der Kellner Rudolf rügte, daß im neuen Reichstagsgebäude bei Licht gearbeitet werde, Theuertauf gestern zu seinem Leidwesen vor dem Schöffenwährend so viele Gehilfen arbeitslos feien. Hierauf wurde mitgericht erfahren mußte, unter dem strafrechtlichen Begriff des Betruges gebracht werden. Der junge Mann pflegte in seinen getheilt, daß von seiten der Agitationstommiffion hierzu Schritte eingeleitet seien. Schließlich wurde eine am Montag über acht Stammlofalen mit zwei Partnern Stat zu dem Saße von Pf. Tage stattfindende Versammlung der Lackirer bekannt gegeben. pro Point zu spielen. Sein Glück war unheimlich. Er hatte schon an drei Abenden seinen Mitspielern nicht unbeträchtliche Die freie Vereinigung aller in der chirurgischen als entweder das unbedingt heirathsfähige Alter abzuwarten oder Summen abgenommen und diese erklärten verzweifelt, daß es auf Branche beschäftigten Berufsgenossen hielt am 5. Februar eine den Versuch zu machen, sich vom Vormundschaftsgerichte einen gar keine Kuhhaut ginge," wie oft dem Angeklagten drei und vier Versammlung ab. Betreffs der Zustände in der Fabrik von Pfleger bestellen zu lassen. Wenzel in den Schooß fielen. Sie ahnten nicht, daß sie damit Krüger, Artillerieſtr. 23, erklärte Kollege Bartsch, daß der größere 2. Gine phantasievolle, sehr gut ftlisirte didaktische Erzählung. R. H., 16. 1. Wajang, Lafarg, Gäde, Nimenhüs. unbedingt das Richtige getroffen hatten, denn die Wenzel hatten Theil seiner Kollegen nicht mehr gewillt sei, 10 Stunden den Tag 2. Eine phantastevolle, sehr gut stlisirte didaktische Erzählung. in der That die Eigenschaft, dem Angeklagten auf den Schooß zu zu arbeiten, sondern den 9stündigen Arbeitstag wieder fordern fallen. Eines Tages beobachtete der Gastwirth das Spiel aus wolle, welcher ihnen vom obigen Fabrikanten im Vorjahre enthaftet, falls er unlegitimirten ausgezahlt hat. Th. Ch. K. Die Post vielleicht nicht, aber der Briefträger einiger Entfernung und glaubte wahrzunehmen, daß der An- rissen worden sei. Sollte sich Herr Krüger ablehnend verhalten, baftet, falls er Unlegitimirten ausgezahlt hat. getlagte jedesmal, wenn er die Karte gab, sonderbare Manipula- so würden die Kollegen die Arbeit einstellen. In der Diskussion Wasserleitung. Nur, wenn Sie feinen schriftlichen Vers tionen machte. Vor dem Geben sah er die Karten noch einmal sprachen sämmtliche Redner in gleichem Sinne. Folgender An- trag mit der Klausel geschlossen haben§§ 3, 4, 5-, daß durch, anscheinend um sie zu zählen, dabei flogen einige Karten trag wurde einstimmig angenommen: Die Versammlung erklärt Ihnen für den Fall des Abschneidens der Wasserleitung u. f. w. auf seinen Schooß und diese wußte er dann unbemerkt seinen sich mit dem Vorgehen der Kollegen der Firma Krüger ein- feine Entschädigung zusteht, können Sie einen Abzug von 50 Pf. Karten, die sonst nicht vollzählig waren, einzuverleiben. Auf verstanden und wird sie mit allen Mitteln unterstützen. Darauf bis 1 M. monatlich machen. R. St. 100. Gehalt erhält ein preußischer Prinz a 13 diese Weise stellte sich der Angeklagte seine" Grands mit Vieren" hielt Herr Türk einen Vortrag über: Herenprozesse. Ein Antrag foIch er nicht. solcher und Eichel- Soli mit Dreien" her und sein Glück brachte die auf Herabsehung der Beiträge wurde zurückgezogen. Kollege vom Oberhaupte der be treffenden prinzlichen prinzlichen Familie Apanagengelder ausgesetzt. beiden anderen zur Verzweiflung. Der Wirth theilte seine Ent- Schmidt gab noch bekannt, daß er von der Firma Löwenstein ge= Ueberdies steht ihm ein deckung einem Gaste mit und beide machten gemeinsam die stillen tündigt worden sei, weil er sich geweigert habe, nach Feierabend Einkünfte aus den Fideikommissen, Stiftungen u. f. w. zu, die Anspruch Der auf Bezug Beobachter. Als der Angeklagte wieder einmal gegeben und drei zu arbeiten. Die Versammlung gab dem Bersonal dieser Fabrit etwa von seinen Ahnen zu seinen Gunsten errichtet sind. An Karten auf seinen Schooß spedirt hatte, stürzen die den Rath, dafür zu sorgen, daß der Fabrikant die Kündigung beiden Beobachter hervor und zeigten den Spielern an, daß zurücknehme. Die nächste Versammlung findet am 12. März Einkünften bezieht er daher im allgemeinen ohne Gegenleistungen der Angeklagte wieder einmal das Glück forrigirt hatte. ftatt. Das Stiftungsfest des Vereins wird am 18. März bei mehr als alle Volksschullehrer eines Kreises zusammen für ihre angestrengte Arbeit an„ Gehalt" beziehen. Leistet er als Militär, Auf seinen Knien ruhten friedlich neben einander die drei Keller, Bergstraße, abgehalten. als Beamter, als Kaufmann, als Arzt, als Handwerker etwa ältesten Wenzel, die nun ihren Beruf verfehlt hatten. Der Angeflagte ließ nun schleunigst seinen Gewinn in der Tasche ver In Alt- Landsberg tagte am 5. Februar eine Töpfer- Dienste, so erhält er Bezahlung für diese Dienste wie jeder andere Bei außerpreußischen Prinzen liegen die Verschwinden und suchte sich aus dem Staube zu machen. Eine versammlung für Neuhagen und Umgegend. Nach einem Staatsbürger. schallende Ohrfeige eines entrüsteten Mitspielers hielt ihn jedoch vom Kollegen August Jakobi gehaltenen Vortrage erstattete hältnisse ähnlich, intereffiren wohl aber selbst Sie nicht. G. R. 42. Derartige Aeußerungen den Bergleuten gegen zurück und er vermochte eine Anklage wegen Betruges nicht ab. Paul Arnold den Kassenbericht vom letzten halben Jahre. zuwenden. Das Schöffengericht nahm einen Betrug auch als Derselbe wies eine Einnahme von 178 M. 47 Pf. und eine Aus- über find nicht mitgetheilt. Die Berschmetterungsworte find vorliegend an, verurtheilte aber den Angeklagten mit Hüdsicht gabe von 151 M. 37 Pf. auf, so daß ein Bestand von 27 M. als auf einem Banquett gesprochen seiner Zeit in die Deffentlich auf seine Jugend nur zu 18 M. Geldbuße event. 5 Tagen Ge- 10 Pf. verblieb. Nach Halle wurden 128 M. 85 Pf. gesandt; feit gedrungen. fängniß. jedenfalls ein erfreuliches Zeichen für den Fortschritt unserer E. B. 2. Schöneberg. Steuern müssen dort gezahlt Filiale. Nachdem noch die Aufforderung ergangen war, dem werden, wo Sie zuerst eingeschätzt waren, die Kosten, die für Bentralverband, sowie dem Arbeiter- Bildungsverein beizutreten, Rückerstattung irrthümlich erhobener Steuern erwachsen, erwurde die auch von den Kollegen von Alt- Landsberg zahlreich halten Sie nicht ersetzt. Die Eingaben sind an die betreffenden besuchte Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung Gemeinden zu richten. " Um ein Objekt von 3/4 Pfennigen handelte es sich bei einer Diebstahlsantlage, welche gestern in vierter Instanz die 6. Straffammer beschäftigte. Die Lokomotivführer erhalten fleine Prämien für möglichst geringen Kohlenverbrauch. Der geschlossen. Lokomotivführer R. wurde nun beschuldigt, zur Erzielung dieser Prämie, die in diesem Falle noch nicht ganz 5 Pf. betragen hätte, von einem auf dem Stettiner Bahnhofe lagernden Kohlenhaufen unbefugt ein fleines Quantum sich auf die Lokomotive haben schaufeln zu lassen. Er wurde im Oktober 1891 aus dem Dienste entlassen, vom Schöffengericht aber von der Anflage wegen Diebstahls freigesprochen. Auf die Berufung des Staatsanwalts hob die Vl. Straffammer das erste Urtheil auf leben am 4. und 5. d. M. je 1 Neuerkrankung, am 6. d. M. Choleranachrichten. Regierungsbezirk Merseburg. In Nietund verurtheilte den Angeklagten wegen Unterschlagung zu 20 M. 2 Erkrankungen, 1 Todesfall; außerdem wurde in drei bisher Geldbuße. Auf die Revision des Rechtsanwalts Dr. Ivers vers als verdächtig bezeichneten Fällen Cholera nachträglich festgestellt. nichtete das Kammergericht dieses Erkenntniß und gestern erfannte die Vl. Straftammer auf Freisprechung. Für das Dienst. In Lettin 1 Erkrankung. verhältniß des Angeklagten ist dieser Ausgang natürlich von großer Bedeutung. Versammlungen. Vermischtes. Halle a. d. Saale, 9. Februar. Gestern sind in der Jrrenanstalt zu Nietleben zwei Todesfälle und drei choleraverdächtige Erkrankungen vorgekommen. " Ihm werden Zwönių R. E. Leider ist die Gemeinde berechtigt, eine Armenunterstützungen Empfangende aus dem Ort zu weisen. Die Frau wird am besten thun, ausdrücklich auf die 2 Mart Unterstützung zu verzichten und seitens ihrer Kinder erklären zu lassen, daß diese sie unterstützen werden. Dann kann sie nicht an ihren früheren Wohnsitz gegen ihren Willen abgeschoben werden. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Werkstatt von A. Groschkus, Landsbergerstr. 16, 6,-. Ges fangverein, Deutscher Männerfang" 20,-. Klempner in Spandau 7,70. Von den Tischlern Rostock's durch Wienhold. 25,-. Gesammelt im Restaurant Schulz-, 60. Summa 59,30 M. Bereits quittirt 9775,15 M.; in Summa 9884,45. H., Köpenick. Inserat kostet 4 M. Regierungsbezirk Schleswig. In Altona: 3 Erkrankungen. Großes Brandunglück Der Generalanzeiger für Leipzig und Umgebung" meldet: Diese Nacht um 12 Uhr ereignete sich ein entsehliches Brandunglück im Restaurant Schäfer am Neu- W. K. Ein Fachverein der Schlosser besteht in Berlin markt; 6 Personen find todt, 3 schwer verletzt. Das Feuer ent- nicht. Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Eine gutbesuchte öffentliche Protest- Versammlung der stand vermuthlich dadurch, daß in dem karnevalistisch dekorirten Arbeiter hat seinen Arbeitsnachweis Wallstr. 7/8. Daselbst Maler, Lackirer und Anstreicher Berlins und Umgegend tagte am Lokale einer der Gäste leichtfertiger Weise einen Feuer- werden auch Mitglieder aufgenommen. Nach Vorausschickung und Be- werkskörper Mittwoch in Mundt's Salon. entzündete. Dadurch fingen Fichtenreiser, A. W. Ihre Anfrage 1 ist wohl durch die Bekannt. leuchtung einiger volkswirthschaftlicher Fragen geißelte der welche sich in der Nähe befanden, Feuer und dieses machung des Parteivorstandes in der Sonntags- Nummer erledigt. fich mit so großer Referent, Kollege Riesop, die Art und Weise, wie die Maler- verbreitete großer Geschwindigkeit Stenographische Berichte über die Gesammtdebatte können sie innung den Versuch gemacht habe, ein eigenes Innungs- Schieds- das ganze Lokal, daß eine große Panik entstand. In dem engen aus der Druckerei der Norddeutschen Algemeinen Zeitung", gericht zu errichten, resp. einen Gesellenausschuß zusammen- Hausflur hatten sich die Gäste beim Hinausgehen so eng zu- Wilhelmstr. 32, beziehen. Genossenschaft( Tischlerei) s. Mit- Restaur., f. Gesinnungsgenoss. pass., glied mit fl. Kapital als Geschäftsviel Werkstellen i. Hause, Fruchtstr. 31 führer. Adr. sub N 1150 Post- Amt zu verkaufen. Friedrichstr. 226/227. Kalbfleisch 12776* von 40-50 Pf. tägl. Auguststr. 50a. 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Buttmannstr. 18.( 1185 Meyer's A. Sauer, Raupachstr. 2. Berner. 85641 Kinderwagen. Größtes LagerBerlins 15. Stralsunderstr. 15. 12766 Große Zimmer für Vereine. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Andreasfr.23. Sp