Nr. IIS. Bbonncments-Bedingungen; BBonnemenfS- Preis pränumerand» r «ierteljährl. 3.30 SKt., monatl. 1,10 Mk. wöchentlich 28 Pfg. frei WS Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Lionnemenl: 1,10 Warf pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung!- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Warf Pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis. SSs. Jahrg. trlcheinl täglich aaStr Elonfagi. Vevlinev Volksblcrkk. Zcntralorgan der fozialdcmokrati fcben Partei Dcutfchlands. Die IntertlonS'GebQbr ieträgt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum KO Psg., für Politische und gewerfschastliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen M Psg. „Ateine Anrcigcn", das erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis»Uhr nachmittags in der Expedition «bgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: nSozIaldtnolirat Btrlln". Redaktton: SM. 68, Ltndcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt rv Nr. 1383. Sonntag, den 17* Mai 1908* 1 Expedition: SM. 68, Lindenstraesc 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. 6ioe Revue der Schmach. Ein Lehrer schreibt uns: Unter den Schubfächern meines Schreibtisches ist eines, das mir besonders schmerzliche Stunden bereitet, so oft ich es öffne. Es birgt die Urteile preußischer Junker und Junkergenossen über die Volks- schule, den Lehrerstand, die Arbeit des Lehrers und der Schule und die gesamten Volksbildungsbestrebungen überhaupt. Nun haben mich die bevorstehenden Landtagswahlen über das Elend der Volksschule in Preustcn besonders ernsthaft nachdenken lassen. Da habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt und wühle und stöbere in den Zetteln und Zeitungsausschnitten herum. Ich habe das gräßliche Gefühl, als würde ich mit Kot beworfen, als spiee mir ein wider- wärtigeö Individuum mit Hohnlachen ins Antlitz. Welch ein Unflat, der da dem Schubkasten entquillt. Unflat, mit dem eine besitzfreche Rasse die Schule und das Kultur- gut der Volkserziehuug besudelt hatl„Der dümmste Arbeiter ist der beste," lese ich auf einem der Papier- setzen und daneben ein Datum und den hochfcudalen Name jenes brutal-cgoiflisck:en Zynikers, der das frivole Wort dem arbeitenden Volke ins Gesicht schleuderte. Und es ist, als ob sich all die Zettel und Ausschnitte, die ähnliche Roheiten und Gemeinheiten zu künden wiffcn, mir in die Hand drängten:„Je dümmer der Kerl, desto besser gehorcht er',„Ich brauche drei Ochsen, und wenn der hinter dein Pfluge rechtzeitig Hott und Hüh sagen kann, so ist's genug", „Ein paar Stunden Wurstmaschine drehen ist gescheiter als das ganze ABC",„Es gibt keinen ordentlichen Ochsenknecht, keine vernünftige Kuhmagd mehr, seit die Kinder in der Schule so viel lernen." Und so weiter. Immer zahlreicher werden die Aus- spräche, immer frecher wird der Zynismus, immer schaniloser die Verachtung der Volksbildung und geistigen Kultur. Und immer klangvoller und protziger nehmen sich die Namen all der junkerlichen Kulmrschänder daneben aus. Da drängt es mich, ich muß sie ein- mal alle bis zum letzten in ihrer stattlichen Reihe passieren lassen. Eine Revue der Schmach beginnt.... . „Wer den Kindern der arbeitsamen Klaffe mehr aufpfropfen und selbst diese wenigen Gegenstände(Lesen, Schreiben. Rechnen nebst dem Kern der Neligions- und Sittenlehre) über einen sehr mäßigen Grad anbauen will, macht sich eine vergebene und undauk- bare Mühe, auch handelt er dem wahren und großen Interesse dieser genügsamen Menschen, der Ruhe der Gemüter, dem Flciße und der Emsigkeit im Berufe und damit dem Wohle des Staates entgegen. Wenn die große Menge Geschmack an Lektüre gewinnen, zur Liebe der Wissenschaft an sich gebracht werden sollte, so werden ihre Hände der mechanischen Arbeit, ihre Sinne der Aufmerksamkeit und Verwendung auf die ersten und dringendsten Bedürfnisse der Nation entzogen, und es wird ihr die Zufrieden- heit mit den einfachsten, mühsam st en und niedrig- sten Beschäftigungen geraubt werden." Friedrich Wilhelm III. von Preußen in einer Kabinettsorder vom 31. Dezember 1803. « »Viele Unterobrigkeiten d. h. Rittergutsbesitzer, Amts- vor st eher usw. halten eine anständige Erziehung ihrer Unter- tauen ihrem Interesse zuwider. Man glaubt, je düimuer ein Untertan ist, desto eher wird er sich alles wie ein Bich gefallen lassen. Denn wenn der Bauer nicht schreiben kann und ohne Edel- mann» Wissen nicht verreisen darf, so bleibt die in unserem Lande befindliche Barbarei noch am sicher st en verborgen." Schreibeneines Geistlichenlte» an Hocker in Berlin. G »Man stelle gediente und verdiente Unteroffiziere, die ja auch bei den Regimentern eine gute Gelegenheit zur Ausbildung haben, besonders bei den Armeuschnlen der Städte an. Sie werden am ersten diese verwilderte Jugend zum Gehorsam bringen." Herr v. Thadden-Triglaff 1837. « »Ich halte die Uuteroffiziere für die geeignetsten Volks schul- Männer." Oberstleutnant v. MalachowSki. » »Ich will den Bauer nicht zum Rechnen bringen, denn dann ist der Bauer verdorben. Er soll den Pflug führen und hinter den Pferden hergehen und nicht Rechnung führen." Herr v. Helldorf, »Die Schule hat die Flucht vom Lande verschuldet. Es gibt kein Unterrichtsmittel mehr, welches dazu dienen soll und kann, den «tindern Liebe für den landwirtschaftlichen Beruf beizubringen. Frhr. v. Hammer st ei««Loxten 1399. » .Ich wünsche, daß die Kirchen voller, die Schulen aber leerer Verden möchten.... Die Unteroffiziere sind so recht die Bolksschul- «hrer im besten Sinne des Wortes, was man von manchem s e m i- 1 a r i st i s ch gebildeten Lehrer nicht sagen kann. Frhr. v. Frege-Weltzien. Wie Revue wird fortgesetzt� Ver preußische Landtag als VericHIeuderer der nationalen CrdkHätze. Nach den letzten dem Landtage borgelegten Ausweisen (Etatsjahr 1906) waren für Rechnung des preußischen Fiskus in Betrieb: 39 Bergwerke, 12 Hütten, 5 Salinen, 4 Badeanstalten, 3 Steingewinnungen, eine Bernsteingewinnung und ein Bohrunternehmen. Die Gesamtbelegschaft belief sich auf 89 130 Arbeiter; der Gesamtwert der Erzeugnisse betrug 257 446 461 M., der Ueberschuß, nach Abzug der Ausgaben für Betriebserweiterungen usw. 27 444 848 M. Die preußisch- fiskalische Verwaltung ist die größte Montan Industrie- Unter nehmung Deutschlands. Im Jahre 1900 stellte sich der Gesamt- wert der fiskalischen Werkserzeugnisse auf 210,8 Millionen Mark, er ist also bis 1906 um fast 40 Millionen gestiegen und wird für 1907 abermals eine bedeutende Erhöhung er- fahren haben. Die an die Staatskasse abgelieferten Ueber- schüsse betrugen 1891 rund 17, 1895: 19, 1900: 47, 1905: 30,6 und 1906: 27,4 Millionen Mark. Aus dem Ueber- schußrückgang darf man nicht etwa auf eine gleiche Verschlechterung der Finanzwirtschaft der fiskalischen Werke schließen, sondern es sind seit 1900 bedeutende Neuanlagen, Erwerbungen und Betriebs- Verbesserungen aus den Ueberschüssen gedeckt worden, also viele Millionen Mark Betrie'bsgewinne sind als werbendes Kapital angelegt worden. Das geht schon aus der enormen Vermehrung der Arbeiterzahl hervor. Sie betrug 1895 insgesamt 58942, 1900 waren es 72 727, und 1906 sind 89 130 Arbeiter auf den fiskalischen Bergwerken, Hütten und Salinen beschäftigt gewesen. Infolge des bedeutenden fiskalischen Montanbesitzes ist der preußische Staat unmittelbar an der Ausgestaltung der das Bergwesen betreffenden Gesetzgebung interessiert. Wer die Klagen der fiskalischen Berg- und Hüttenarbeiter über schlechte Bezahlung, mangelnden Lebensschutz usw., ferner die Verhandlungen im preußischen Dreiklassenparlament und im Reichstage über die Bergarbeiterforderungen seit 1889 verfolgt hat, wird wissen, daß der„Vater Staat" als Berg Werks- und Hüttenbesitzer kein Recht hat, sich gegenüber den privaten Werksbesitzern als Musterarbeitgeber aufs hohe Pferd zu setzen. Vielmehr kann bewiesen werden, daß die fiskalischen Werksverwaltungen nicht minder, eher noch mehr den Herren- im- Hauw Standpunkt vertreten, wie manche private Unternehmer. Eben deshalb wagt es schon die preußische Bergwerks- und Hüttenbureaukratie nicht, dem Drängen des Volkes auf Einschränkung der Ausbeutungsmacht der Gruben syndikate Folge zu leisten l In keinem euro- päischen Bergwerkslande haben die privatkapitalistischen Grubensyndikate und-Kartelle so vortrefflich die Aus- Powerung des kohlenverbrauchenden Volkes organisieren können wie in Preußen. Im Bewußtsein ihrer Mit- schuld getraut sich die preußische Regierung nicht, gegen die Kohlenwucherpraktiken vorzugehen. Sobald in den Parlamenten ein Einschreiten der Staatsbehörden gegen die Kassenwucherer gefordert wird, � stehen die Wortführer der Syndikate auf und weisen nach, daß der Fiskus lustig mit in der Brennstoffverteurung macht I Die mancherlei Versuche, das nationale Eigentum an den Bodenschäden vor der Ver- s ch l e u d e r u n g an die k a p i t a l i st i s ch e n Aus- beutungsgesellschaften zu schützen, sind fehl- geschlagen, weil zunächst die preußische Regierung stets vor den Anmaßungen_ Und Drohungen der Monopolisten zurückwich, und weil es im preußischen Dreiklassenparlament an einer energischen Vertretung der Volksinteressen fehlte! Die Geschichte der preußischen Landtagsgesetzgebung ist zugleich die Geschichte der Verschleuderung unserer Boden- schätze an die kapitalistischen Ausbeuter. Vor der Jnaugurie- rung der dem Privatkapital auf den Leib zugeschnittenen so- genannten„liberalen Berggesetzgebung" war das Eigentums- recht der S t a a t s r e p r ä s e n t a n z an den Mineralien klar ausgesprochen. Der mit einem Bergwerk Beliehene hatte es nach den„Grnndsätzen der Bergwerkspolizei" zu benutzen und durfte sich„dabei der Aufsicht und D i r e rt i 0 n des Berg- amtes nicht entziehen".(Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, II. Teil XVI. Titel,§ 82 ff.) Wortlaut und Handhabung der derzeitigen Berggesetze brachten dem Unternehmer stets zum Bewußtsein, daß er nicht„Herr im eigenen Hause", sondern nur Pächter, ein unter st r e n g st e r Staatsaufsicht stehender Beliehener seil Strenge Vorschriften bestanden über die Jnbetriebhaltung des ver- liehenen Bergwerks; die Beleihung wurde zurückgenommen, wenn die-Bedingung,„das überkommene Bcrgwerkseigentum... zu dem beabsichtigten Endzwecke zu benutzen", nicht eingehalten war.(Allg. Pr. Landrecht, II. Teil, XVI. Titel, Z§ 188 ff.) Wären diese Vorschriften über den B e t r i e b s z>v a n g be- stehen geblieben, so hätten sich die vielerörterten Zechen- st i l l e g u n g e n in Westfalen nicht ereignen können! Vor allen Dingen wäre es den internationalen Bohr- gesellschaftern(Erkelenz) nicht möglich gewesen, sich Dutzende von Bergwerksfeldern verleihen zu lassen, um sie für eine Handvoll kapitalmächtiger Monopolisten zu reser- vieren! Allerdings hatte sich das mittelalterliche Direktionsprinzip überlebt. Es war ein Hemmnis für die notwendige Expansion unserer Volkswirtschaft geworden. Das revolutionäre Kapital erforderte Ellenbogenfreiheit, es mußte entfesselt werden zur Erfüllung seiner geschichtlichen Mission. Bezeichnend ist, daß im Revolutionsjahr 1848 von den Großvätern und Vätern der jetzigen Bergwerks- und Hüttenkönige auch ein heftiger Sturm auf das alte Bergregal unternommen wurde. Sie machten bergrechtliche Vorschläge, die ohne Federlesens den König als„obersten Bergherrn" stürzen sollten; an seine Stelle sollte der König Mammon absolut über die Mineral- schätze im preußischen Boden herrschen. Das ge- lang zwar nicht sofort, die Konterrevolution warf die Aufsässigen zu Boden. Aber die materiellen Ansprüche der Bergbaubeflissenen sind doch nach und nach befriedigt worden. Zunächst erfolgten bedeutende Ermäßigungen der Bergwerks- abgaben. Wenn man von„Bergwerkssteuern" spricht, so wird die Sachlage verschoben. Auch Geh. Oberfinanzrat Dr. Strunz sagt(Der Staatshaushalt und die Finanzen Preußens, Band I, Seite 334) über die Bergwerksabgaben:„Nach ihrer Eni- st ehung... charakterisieren sie sich nicht als Steuern, sondern als Gefälle, die der Staat als Entgelt für die Gestattung des ihm als Regal vorbehalte nen Bergbaues... erhob." Demzufolge sind die Bergwerksabgaben der Privat- Unternehmer zu verstehen als der N u tz u n g s a n t e i l des Staates an der Hebung der der A l l g.e m e i n h e i t g e- hörenden, indessen an dritte verliehenen Mineralien. Man könnte die Vergwerksabgaben, auch den an den ver- leihenden Staat zu zahlenden Vergwerkszins nennen. Der preußische Landtag hat nun seit über ei» Halbjahrhundert eine Bergwerksabgabe nach der anderen den private» Kapitalisten geschenkt! Durch Gesetz vom 12. Mai 1851 wurde der bestehende „Zehnt e"(10 Proz. der Bruttoeinnahme der Privatgruben erhielt die Staatskasse) auf den„Zwanzigsten" herab- gesetzt; außerdem wurdcii den Grubenausbeutern die Qua- tembergelder, die Freikuxengelder und noch 24 andere Abgaben erlassen. Dafür wurde eine Iprozen- tige Aufsichtssteuer vom Bruttoertrage eingeführt. Das Gesetz vom 22. Mai 1861 ermäßigte den„Zwanzigsten" um aber» mals ein Fünftel mit der Maßgabe, daß, wenn im Vorjahre diese Abgabe zuzüglich der Aufsichtssteuer eine Million Mark erreicht haben würde, eine bleibende Ermäßigung des „Zwanzigsten" eintrete bis zum Mindestbetrage von 2 Proz. des Bruttoertrages. In den linksrheinischen Gebieten blieb die auf Grund des französischen Berggesetzes vom 21. 4. 1810 eingeführte Abgabe von 10 Fr. pro Quadratkilometer des kon- zcssionierten Grubenfeldes nebst einer 5proz. Reinertragssteuer, dazu Zuschlagscentimes und Hebegebühren, bestehen. Das Gesetz vom 20. Oktober 1862 befreite die Erzbergwerke von allen Bergwerksabgaben an den Staat! Endlich brachte das Gesetz vom 24. Juni 1865 die einheitliche Er- Mäßigung der Abgaben auf 2 Proz. des Brutto» ertragesl Innerhalb 14 Jahren waren sonach die Berg- Werksabgaben vom Bruttoertrag auf den 10. Teil herabgesetzt, zahlreiche andere Abgaben ganz den Bergwerks- kapitalisten geschenkt! Das Dreiklassenparlament hat fleißig für den Geldbeutel der reichsten Industriellen ge- sorgt, indem die Nutznießung der Allgemeinheit an den Grubenerträgnissen fast ganz aufgehoben wurde„von Gesetzes wegen". Wer nun etwa glaubt, die Grubenausbeuter seien zu- friedengestellt gewesen, der kennt sie nicht. Unter Berufung auf die„neuen sozialen Lasten" bestürniten die Bergwerks- besitzer fortgesetzt den Landtag, ihnen auch den verbliebenen Abgabenr e st von 2 Proz. des Bruttoertrages zu schenken. Und der preußischc Dreiklassenlandtag, traurig berühmt wegen seiner bergarbeiterfeindlichen Taten, bewies sich wieder als das G e I d s a ck s p a r l a- ment! Durch Gesetz vom 14. Juli 1893 wurde ab 1. April 1905 die Bergwerksertragssteuer—„außer Hebung g e s e tz t", wie man verschämt sagte, um die neue Schenkung an die Grubenkapitalisten auf Kosten des Volkes z» verschleiern! Die 2prozcntige Bergwerks- abgäbe brachte der Staatskasse zuletzt 6 393 022 M. ein. Heute ist der Bruttoertrag der in Betracht kommenden Berg- werke sicherlich d r e i ni a l höher wie 1894. Die Berg- werksabgabc hätte, wäre sie z. B. 1907 erhoben worden, der Staatskasse eine Einnahme von 18 bis 20 Millionen Mark verschafft! Im Laufe der Jahre seit dem 1. April 1894 sind den preußischen Bergwerksunternehmern weit über 100 Mil- lioneu Mark geschenkt worden, wofür ebenfalls der Landtag die Verantwortung trägt! Da die Bergiverksabgabe die Gegenleistung der Unternehmer für die kostenlose Verleihung der der Volksgemeinschaft gehörigen Bodenschätze darstellt, so ist das Millionengeschenk in doppelter Beziehung dem Volke aus der Tasche genommen! Zur Deckung des Ausfalls an Staatseinnahmen ist das Volk steuerlich stärker belastet worden, durch die völlige Freigabe des Unsbeutunasvrivileas an die Grubens kap Misten winde dl»s nationale Eigentum öerschlcndcrt zu- gnnsten einer Monopolistcncliqne, die wir noch näher kennen lernen werden. Die Krone setzte das Dreiklassenparlament aber seiner Hlutokratischen Gesetzgebung auf, indem es den sogenannten „r e i ch s u n m i L t e l b a r e n S t a n d e s h e r r e n", die auf Grund sehr umstrittener„Urkunden" das Bergwerksregal in ihrer„Standesherrschaft" ausüben, die Erhebung der Bcrgwerksabgabcn beließ! Da war das Dreiklassenparlament der Ansicht, die Bergivcrksabgaben charakterisierten sich als N u tz u n g s antei l der Felder- Verleiherl An die reichsten Grundbesitzer Preußens müssen die Bergwerksabgabcn weiter entrichtet werden. Dagegen hatte die Staatskasse, die jetzt nicht in der Lage ist, den notleidenden Unter» und mittleren Beamten die dringend nötige Gehaltsauf- b e s s e r u n g z n z a h l e n, auf die Einkassierung der Berg- Werksabgaben zu verzichten! Eine rücksichtslosere Be- reichenmg der Reichsten auf Kosten der Allgemeinheit ist Wohl kaum je vorgekommen! Wenn die von den Abgaben befreiten Bergwerks- kapitalistcn sagen, sie würden anderweit(durch gemeindliche Besteuerung und Arbeiterversicherungsbeiträge) jetzt stärker als zur Zeit der Abgabenerhebung belastet und die Landtags- gesetzgeber dies zu ihrer Entschuldigung anerkennen— warum sind denn die in den Privatrcgalbczirken Schlesiens und West- falens betriebenen Bergwerke nicht auch in die Ab- gaben besrelulig eingeschlossen worden? Daß es nicht geschah, beweist schon, daß es sich um ein Geschenk an Reiche und nicht an„unerträglich Belastete" handelte, als der Land- tag das Volkseigentum verschleuderte. Wer auch nur einiger- maßen die Bilanzen der Grubengesellschaften kennt, dem ist klar, wie wenig gerade die Bergwerksindustriellen Geschenke aus der Tasche des Volkes benötigen. Den Reichsten gerade hat das Dreiklassenparlament Millionengeschcnke gemacht. LriiijäZiiige der Krbeiterveriicherungt- Kelorm? Das mit den Scharsmachern und den rückständigsten Ter- Weitungen der Vcrnfögenossenschaften in guter Fühlung stehende „Acnlralblciit für das dcnische Baugewerbe' behauptet in seiner Nurnnier vom 15. Mai auf Grund von Angaben„aus zuverlässiger Quelle", der„Entwurf für die in Aussicht gestellte Abänderung der Ar be i t e r V e r si che r un g s g e s e tz e fei fertig gestellt" und veröffentlicht daraus die nachfolgenden Grnildzüge. Mit dieser Veröffentlichung steht der Inhalt der Antwort des Staatssekretärs des Innern von Bethmanu-Hollweg auf die Einladung zum letzten Krankenlassenkougreß i» unlöSbarern Widerspruch. Zu diesem Schreiben betonte der Staatsselrctär.„die Vorarbeiten zur Reform" seien noch nicht so weit gefördert, „daß sie für die Beratungen als Urrterlage dienen können." Dennoch befindet sich in der„Rordd. AI lg. Ztg." von gestern noch kein Dementi der Veröfsent- l i ch n n g des„ Z c» t r a I b I a t t e S". Wir glauben deshalb die Mitteilung dieses Blattes wiedergeben zu müssen. Danach rnnfatzt der angeblich bereits fertiggestellte Entwurf daS ganze Gebiet des Arbeite rversicherungS- rechts. Die leitenden Grundsätze sind r ans dem Gebiete der P.» k c n versichern u g möglichst?.Zentral is.sternn g, onj deto der II n f a l tv c r s i ch er» n g D c z e n tr a Ir si c r» n g gdw Aerwattüng.. n-r,. j-....l. �„...- Die vorbandenen Arten der Kassenorgan�» sation, die sich bewährt haben und in den Nahmen der Neuorganisation hineinpassen, sollen beibehalten, jedoch soll auf ihren Zilsainmcnschluss mit Nachdruck hingelvirkt werden. Für die Versicherung der Landarbeiter werden Landkrankert- lassen vorgesehen, die Gemeindekrankcnversichermrg geht ein. Die Beiträge zur Krankenversicherung sollen je zur Hälfte von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern• aufgebracht werden. Den letzteren soll nach wie vor bei der Beschlußfassung über Kranken- Unterstützungen und Beiträge zwei Drittel, den erperen ein Drittel der Sttinnrru zustehen. Die Krankenkassenvorstände sollen jedoch einen n n p a r r i i s ch e n Vorsitzenden erhalten. Alle Krankenkassen im Bezirk einer unteren Ver- »valwngsdehörde werden zu einem Verbände zusammengeschlossen. Dieser bildet die eLoka linstanz; sie soll die Funktionen cineSgemein- samen Unterbaues der Unfall-, Invaliden- und H i n t e r b l i e b en e n v e r si ch e r u u g in sich vereinigen und die Aufsichtsbehörde der Kmnkeulasien sowie die regelniäßige Spruch- und Beschlußbehörde erster Instanz für das gesamte Gebiet ver Arbeiterversicherung bilden, und endlich alle bisherigen Obliegenheiten der unteren BerwaltungS- und fonstizen örtlichen BeHorden übernehmen. Sir soll VerfichernngS- ami heißen und der unteren Verwaltungsbehörde angegliedert werden. Dem gefchäftZführenden Beamten, TersicherungS- amtnianu genannt, für den der Besitz der Fähigkeit zum Richteramt oder zum höheren Verlvnltuitgsdienft nicht gefordert, wohl aber der Nachweis längerer Betätigung bei einer Landes- Versicherungsanstalt, BerufSgenossenschaft oder einer der Spruch- instmizcn der Arbeiterversichernng verlangt wird, ist der Leiter der unteren BerwalttingSbehörde(Landrat oder in Städten über IE 000 Einwohner der Bürgermeister) übergeordet. Der Beamte wird von dem Koinmunalverbaiid seines Amtsbezirks ernaimt, wobei den Versicherungsträgern eine Mitwirkung bedingt znsteht. Sowohl die geschättSführenden Beamten wie die nötigeir Hilfspersonen haben die Eigenschaft loinmnnaler Beamte». Zur Besetzung der Spru chauSschüsse dcS Ver- ficherungSaintes wird die gleiche Zahl von Vertretern de r Ar b ei tge ber nnd Versicherten gewählt. Sowohl auf dcni Gebiete der Unfallversicherung wie auch auf dem der Invaliden- und Hinterbliebenenverfichcrung fällt den, Ver- sichcningsamt die Feststellung der gesetzlichen Entschädigungen z». Ferner soll demselben die Entscheidung auf alle Beschwerden übertragen werden, über die jetzt von den RegiernngLjwäsidenteu oder dem Roichsversichcnmgsamt zu entscheiden tst, also Beschwerden in Sachen des GenosscnschasiskatnsterS, Beitragsbeschwerden, Gefahrentarjfbeschwcrden. Dem VersicherrmgSamt wird ferner die Bcstimnnmg darüber übertragen, ob die BerufSgenossenschaft zur Uebcrnahme des Heilverfahrens während der ersten 13 Wochen nach den, Unfall oder zur Anwendung der Heilanstaltöpflege ver- pflichtet ist. Dte jetzigen Schiedsgericht* werden mi Ober« V e r s i ch e r u n g s ä m t e r n ausgestaltet, deren Vorsitzender. Direktor des OberversichernngsamteS, die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder Richtcranit besitzen muß. Die Ober- vcrsicherungSämter werden an die höherenVerwaltungs- ve Hörden lRegienmgen, Berlin: Polizeipräsident) angelehnt; ihre Bezirke decken sich deshalb mit denjenigen der vorgenannten Behörden. Die Oberversicherungsämter bilden die zweite Instanz hinsichtlich aller Zweige der Arbciterversichernngen für alle Eat- schädigungsseststellungen tvie auch der Beschwerden. Gegen die Entscheidungen des OberversicherungöamteS steht daS Rechtsmittel der Revision au daS Reichs- versicher«ngsämt zu. Ja Streitigkeiten aber, in denen es sich nur das Heilversahren, das Sterbegeld, um die Frage, ob ein Unfall vorliegt, ob derselbe erwiesen ist, ob der Unfall eine versicherungspflichlige Person betroffen hat, ob der Anspruch verjährt oder der Unfall bei Begehung von Ver- brechen eingetreten tst. ob der JahresarbcitSberdielist zutreffend berechnet ist, wird die Revision überhaupt aus- geschlossen. Dasselbe geschieht aber auch, wenn es sich um die auderweite Feststellung der Entschädigung nach Eintritt einer Veränderung- der Verhält- nisse handelt. Die Versiehe rrmgSä tnter sollen an die grundsätz- lichen Entscheidungen des RcichsversicherungSamtes gebunden und gehalten sein, Streitfälle, in denen sie von diesen Entscheidungen abweiche» wollen, oder in denen es sich um eine noch nicht fest« gestellte Auslegung gesetzlicher Bestimmungen handelt, an daS RcichsversicherungSamt abzugeben. Was die Pflicht zur Tragung der Kosten anbelangt, so soll diese in der Hauptsache für daS Verfichenmgsaint den Beruss- gcnofseiischaftcn und den Landrsversicherungsanstalten. für das Obervcrsichcrmrgsatnt dem Staate und für das ReichSversichenmgS- cunt dem Reiche ifirr die Laudesvcrsicherungsäntter den betreffenden Bundesstaaten) verbleiben. Die Krankenkassen sollen zur Tragung der Kosten des VersicherungscnntcS nicht herangezogen werden, vielmehr die Berussgenossenschaften und Versicherungsanstalten auch diejenigen Kosten übernehmen, welche die Krankenversicherung den Bersichennigsämtern verursacht. Diese vom„Zeniralblatt für daS deutsche Baugewerbe' mit- geteilte Inhaltsangabe ist zwar eine recht dürftige. Sie läßt aber die auf Vernichtung der Scllistvcrwaltung und Entrechtung der Arbeiter abzielende Tendenz deS Machiverls deutlich erkennen. Eine Ver- nichtnng der Sklbstverwaltnng— ganz im Sinne der alten Hoff- inanuscheu Pläne— liegt in der Einsetzung eines„unparteiischen Vorsitzenden'. Soeben ist auf dem Kranlenkaffenkongreß von einer Reihe von Arbeitgebern wiederum anerkannt, daß die Selbst« Verwaltung durch Arbeiter außerordentlich segensreich gewirkt hat. Von höchsten Gerichts- und Verwaltungsbehörden ist in einer Fülle von Entscheidungen dargclogt, daß viele Bureaukraten, die heute die„Aufsichtsbehörde" darstellen, aus Rechtsunkenntnis und zum schweren Schaden der Kassen und der Volkshygiene rechtswidrige Anordnungen gegen die Leiter von OrtSkrankenkassen erlassen haben, lind da kommt SauktuS Bureankratius aus dem Reich Samt deS Innern oder aus dem preußischen Handelsminisierinm oder anS der Scharfmacherstube der Großkapitalisten und will die segensreiche Verwaltung durch Arbeiter und Arbeitgeber aufheben und durch den Bureaukrateu von ScharsuwcherSgnadcn ersetzen und Arbeiter sowie Arbeitgeber zu dekorativen Puppen machen! Das wäre ein freilich ganz im Sinne der Herren Mugdan bis v. Kröcher liegendes Verbrechen gegen die Volksgesundheit, gegen die Volks Wohlfahrt, gegen das Mensch« heitsrecht der Arbeiter. Gegen diesen Attentatsvcrsuch Imot nicht scharf genug Front gemacht werden, zumal erst auf dem Kranlcnkassenkongreß Arbeiter und Arbeitgeber ohne Unterschied der politische» Parteirichtung sich mit Recht für Erweiterung der Selbstverwaltung aus- gesprochen haben. Gegen welche Art Kassen der neue Schlag geplant ist, ver- schweigt das.Zentralblatt". Es spricht von den„Arten der Kassen- orgauisation, die sich bewährt haben und in den Rahmen der Neu« organisation hineinpasse»". Da Jmiungs« und Vetriebskranken- lassen der Freizügigkeit der Arbeiter entgegenstehen und vielfach be- sonders mangelhafte Leistungen aufzuweisen haben, so wären danach diese rückständigen Kasseuarten von der Neuregelung auZ- geschlossen. Das hieße von GesctzcSwegcn eine Prämie auf schlechte Verwaltung und Verkennung der Zwecke einer ver- verständigen Krankenversicheruiig setzen. Der geplante Unterbau der Vcrsicherungsämter klingt an den im Unfallgcsctzentwurf von 1896 geplanten Aufbau von lokalen Kcirtenstelle» an, ist aber in dem Mitgeteilten nur recht nebelhaft angedeutet: nur, baß auch diese Organisation einen Vorstoß auf der Bahn zur leidigen BnrcaulratisicruNg bildet, ist zu erkennen. Die Beschränkung des R e v i s i o n S r e ch t S w e g e S ist zuletzt im Jahre 1LV5 vom Reichstag abgelehnt. Dem©lockreichstag darf die Regierung neben einer Verkümmerung der Selbstverwaltung der Arbeiter eine solche deS Rechtsweges zutrauen. Unbedingt erforderlich ist eine offiziell« Auf» klärung darüber, ob die vom„Zentralblatt für das deutsche Baugewerbe' angekündigten reaktiv» nären Reform«: aß nahmen in der Tat geplant oder gar schon zu einem Entwurf verdichtet sind. Ms«!em MsWkampf. Freisinnige Arbeiter wider die Freisinnöschmach. Gegen den srcisinnig-konservativcn Mandatsschacher im Barnimer Kreise wendet sick die„ W e st d c u t s ch e P o st daS Blatt der freisinnigen Arbeiter von Rheinland-Westfalen, die sich der Hoffnung hingeben, von unten ber auf den Liberalismus im Sinne einer vernünftige« und freiheitlichen Politik wirken zu können. Die fortschrittlichen Arbeiter, so schreibt das Blatt, seien deshalb für einen einigen Liberalismus eingetreten, um auf dies« Weise die alten freiheitlichen Forderungen deS Bürget» imns durchzusetzen; das sei aber nicht durch den Anschluß an die Konservativen, fondern nur an der Seite der Sozial- dcuwkratie zu erreichen. Dann heißt es: „Angesichts dieses ZustandcS können wir aber ein« Politik nicht mitmachen, die auf die Dan er zu den schlimmsten Zuständen führen muß. Eine solche Politik wird jetzt vor den Toren Berlins von den Führern der freisinnigen BolkSpartei gewieben. Nm ein Mandat zn erhalten:md um möglicherweise die Berliner Mandate zu gcivinnen. macht man ein Kompromiß mit den ärgsten WahlrechtSfeinden mit der offenen Absicht, es unter allen Umständen zu verhindern, daß die Sozialdenrokratie in das preußisch« Abgeordnetenhaus koimnt. Das ist ein skandalöser Borgaufi, der jede» ehrlich denkenden Demokraten die Schamröte in das Gesicht treiben m»si." Weiter heißt eS: man brauche kein Freund der Sozialdemokratie zu sein, aber es sei doch eine Schmach für daS ganz« Volk» daß eine Partei, die bei den RcichStagswahlen Millionen Stimmen aufbringe, von einer Vertretung im Landtage bisher ausgeschlossen sei und es sei eine„doppelte Schmach, wen« liberal sei« wollende Mimner alles tun, um ihre dcmnachstige Vertretung dort zu hintertreiben." DaS Wort:„Lieber Kröcher als Barth!' scheine nicht umsonst ge« sprechen zu sein. Dem gegenüber sieht sich das Blatt zu der Er- klärung veranlaßt: „Wir haben bisher trotz allem, was vorgefallen ist. treu zum Liberalismus und zu seiner FraklionSgememschaft gehalten und seine Taten verteidigt, soweit es nötig war. Wir haben das Vereinsgesetz in Kauf genommen trotz de? Sprachen- und Jugend- licken-Paragraphen, weil es sonst Vorteile gegenüber dem früheren Zustande bietet. Wirkönnen aberdiesenene st eSch wen- kung nicht mitmachen, da sie znr völligr» Korruption führt. Von einem Palt mit den WahlrechtSfeinden gegen ausgesprochene WahlrechtSfrounde haben wir nichts zu erlvarten. Wir warnen. Legt nun, noch Wert darauf, daß der Liberalismus das Ver- wauen der Arbeiter behält und weiter gewinnt, dann breche«an de« Pakt, will man den Schritt nicht tun, nun out, dam, mag man die Konsequenzen auf sich nehmen. Für die freiheitlich- nationale Arbeiterschaft wird dann teiu Platz wehr in dcn Portrie» der FraktimtSgemeinschast fein." Die freisinnigen Arbeiter haben schon öfter derartige Drohungen«nsgestoßen, sind aber bisher immer noch ihrem hoffnungslosen Berufs treu geblieben, den Liberalismus zu neuen: Leben zu erwecken! Wann werden sie das Vergebliche ihres Bemühens einsehen?— WahlschiklUlen. Daß Ostpreußen an Rückstänöigkeit Preußen voran ist, zeigt sich jetzt auch wieder bei der Landtagswahl- bewegung. Mangelhaft wie kaum anderswo werden die W ä h l e r l i st e n aufgestellt. Sogar in größeren Städten sind Wähler deshalb nicht in die Wähler- listen eingetragen, weil dieselben vor Jahresfrist uizd noch länger einmal A r m e n n n t e r st n tz u n g bezogen haben. Der Magistrat von Memel verweigerte die Ab- fchristen der Wählerlisten gegen entsprechende Bezahlung. Die größte Willkür herrscht beim Ausstellen der Wählerlisten in den Dorfgemeinden. Nach Ansicht einiger Torf- gewaltigen sind auch Invalidenrenten? in pfänger nicht wahlberechtigt, besonders wenn sie im Verdacht stehen, Sozialdemokraten zu sein l Aller Rückständigkeit die Krone aufgesetzt hat aber der Magistrat von O st e r o d e, einer Stadt mit zirka 15 000 Einwohnern. An den Anschlagsäulen der Stadt, an öffent- lichen Gebäuden und in Restaurants verkünden große rote Plakate die Zeit des Ausliegens der Wählerlisten. Tarunter ist der§ 8 des Wahlreglements:„Jeder selbständige Preuße, der das 24. Lebensjahr erreicht hat" usw. abgedruckt. Dann steht aber noch als Zusatz:„Söhne im Haushalt der Eltern sind nicht selbständig." Entsprechend dieser falschen, längst berichtigte» Aus- legung des Begriffes„selbständig" ist denn auch bei Auf- stellung der Wählerlisten in Osterode verfahren. Unver- heiratete Wähler, ganz gleich welchen Alters, die mit den Eltern zusammen eine Wohnung bewohnen, auch wenn sie die Ernährer der Eltern sind, wurden trotz Beschwerde in die Wählerlisten nicht aufgenommen und gehen nun ihres Wahlrechtes verlustig! Durch einen nach stattgesundener Wahl einzulegenden Protest wird festgestellt werden, ob der Herr Bürgermeister von Osterode auch alle die Biirgersöhnchen nicht in die Wählerlisten hat ausnehmen lassen, die sich zwar nicht im Haushalte der Eltern befinden, sich aber auch nach dem 2-1. Lebensjahr von diesen ernähren lassen. poUtifcbe Ocberlicbt Berlin, den IC. Mal 1908. Die Äusführungsverordnungeu zum ReichSvcreiusgesetz. Die württembergische AuSfühnmgSverordnuug ist am 15. Mai veröffentlicht worden. Sie entspricht nicht ganz den Forde- nmgen der Zweiten Kammer. ES muß aber anerkannt werden, daß sie die gröbsten Schäden de? VrreinZgesetzcS mildert. So wird zu § S besttmmt, daß gewerkschaftliche Vereine, soweit sie sich im Rahmen deS§ 152 der Gewerbeordnung halten, als politische Vereine nicht anzusehen sind. Zn§ 0. daß die öffentliche Bekanntmachung einer nicht angemeldeten politischen Versammlung in einer im Bezirk erscheinenden oder einer sonstigen vom Bezirksamt zu be- stimmenden Zeitung, oder durch Anschläge oder Ausrufen spätestens 2t Stunden vor Beginn der Versammlung zu erfolgen hat. Sehr«vichtig ist, paß zn«:§ 7 bestimmt wird, daß öffenlUche. Versammkungerr unter freiem Himmel, die nicht imfLffentlichen Straßen oder Plätzen innerhalb' d«S geschlossenen Wohnbezirks stattfinden, einer G e- nehmigung nicht bedürfen. Der Sprachenzwang wird für gewerkschaftliche und ähnliche Versammlungen ausgehoben durch die Ve- stimmung: Solange nicht eine anderweite gesetzliche Regelung erfolgt, ist in den in Z 6 Abs. 3 deS Gesetzes bezeichneten Ver« sammluugen auch der Gebrauch einer nichtdeutschen Sprache zulässig. Gemildert wird der S p r a ch e n z w a n g für andere Ver- sammlungc» durch die Bestimmung: Ebem'o ist in anderen öffentlichen Versammlungen einzelnen Rednern der Ge- brauch einer nichtdeutschen Sprache gestattet.— Weitere Ausnahmen von der Vorschrift des Z 12 Abs. 1 dcS Gesetzes könuen im einzelnen Fall von dem Oberamt zugelassen werden. Die polizeiliche lleberwachnug von Versammlungen wird erheblich eingeschränkt durch die Bestimmung: Von dieser Befugnis ist jedoch nur dann Gebrauch zu machen, wenn dies vermöge besonderer Um- stände zum Schutz der polizeilich wahrzu- nehmenden Interessen geboten:st. Die«uSführungSbeftimmuiigcn für Bayern, Baden und Hessen enthalten ziemlich dieselben Bestimmungen, so daß Süd- deutschland— abgesehen von Elsaß-Lothringen— also«in nicht un- erheblich besseres VereinSrccht haben«vird als Norddentschlaud, wo in Preußen, Sachsen, Hamburg usw. von Ausschließung de» Sprachenzwauges für Gewerkschaftsversammlungen und Erleichte- rungen der Bestimmungen deS Sprache:waragraphei: für politische Ber- sammlungeu nicht die Rede ist. ebenso wenig lvie von Bestimmungen, die die GenehmignngSpflicht für. Versammlungen unter freiem Himmel auf Privatgrnndstückcn aufheben. Für einige Bundesstaaten sind die Ausführungsbestimmungen noch nicht bekannt. Die Hamburger Polizeibehörde hat gleichgesinnte Seelen im Senat von Lübeck gefunden. Sie hat nämlich be- stimmt, daß eine Versammlung, die der Anzeigepslicht nicht unter- liegen soll, im»Lübecktschen Anzeiger', dem AnftSblatt, nebenbei einem Kostgänger de» RcichslügcnverbandeS, angezeigt werden muß. Alle anderen Zeitungen sind ausgeschlossen. Bekannt- nmchuua durch Plakate wird überhaupt nicht erwähnt, wie in Ham- bürg. NcbrigenS gibt eS auch eine preußische Polizeibehörde, die denselben Weg wandelt: Der Polizeipräsident zu Stettin hat zu PubkikationSorgaucn nicht sämtliche in der Stadt erscheinende Tageszeitungen zugelassen, sondern nur das„Stettiner Tageblatt'— ein ganz obskures Blättchen— und die„Stcttiner Neuesten Nachrichten';— drei andere Tageszeitungen, darunter der.Volksbote', daS sozial-- demokratische Organ sind ausgeschlossen! Für zahlreiche preußische Städte und Kreise stehen die be« treffenden Verordnungen der Polizei noch aus. Es ist daher ab- zuivarten, ob ber Stettiner Polizeipräsident noch Nachfolger findet. Daß gegen dergleichen Maßnahmen entschiedener Protest bei dm zuständigen Instanzen zu erheben ist, versteht sich von selbst.--» Die„Freisinniges gegen die freisinnigen Arbeiter. Die„Freisinnige Zeitung' poltert gegen den so glänzend ver» laufenen vierten allgemeinen Kongreß der Krankenkassen Deutschlands loS. An dem Kongreß haben über 1100 Arbeitgeber und Arbeitnehmer aller politischer Richtungen, einschließlich der Freifirnilgen, teilgenommen. Freisinnige Arbeitgeber und Arbeitnehmer-- z. 9. Erkelenz— haben auf dem Kongreß das Wort genommen und sind für die Erhaltung und den Ausbau der Selb st ver» ft a! t u n 8!n Reden und durch ihre Abstimmung eingetreten. Da? paht den freisinnigen Schrittmachern der Reaktion natürlich recht wenig. Sie sind nicht ehrlich genug, etwa ihre Parteigenossen zu rügen. Hingegen lägt das Organ derer, die„einst Grundsätze hatten", ganz im Geist und Stil der von Scharfmachern in der „Täglichen Rundschau" und ähnlichen Blättern abgedruckten Schimpf- kanonaden eine wütende Philippika gegen den Kongreb los. So donnert die„Freisinnige Zeitung" unter anderem: „Der vierte allgemeine Kongreß der Krankenkasse» Deutsch- lands hat bei der Tagung, die er soeben in Berlin abhielt, sein Hauptaugenmerk der sogenannten Selbstverwaltung der Kranken- lassen gewidmet, dieser„Selb st Verwaltung", welche darin besteht, daß die OrtSkrankenkässen ver- möge des gesetzmähigen Ueberge«Vichts der Arbeitervertreter völlig unter sozialdemo- kratische Herrschaft gelangt sind, so dast man das KrankenversichcrungSgcsetz nick» mit Unrecht bereits die„staatliche Organisation der Sozialdemokratie" genannt hat. Das Reichsamt des Innern ist nun mit den maßgebenden Parteien des Reichs- tages einschließlich der Freisinnigen längst iiu Einklang darüber, daß die 25 Jahre, in denen das Krankenversicherungsgesetz besteht, so schwere Mängel gezeigt haben, daß, abgesehen von der all- gemeinen Reform der Srbeiterversicherungsgesebgebung(Schaffung eines einheitlichen Unterbaues) die Krankenversicherung einer Neu- regelung am dringendsten bedarf." Als charakteristisch hebt sie von den Beschlüssen des Kongresses folgendes heraus: „Es wurde dort nichts Geringeres verlangt, als daß die drei heutigen VersicherungZzweige sämtlich in einen Topf geworfen und dann die Gesamtverwaltimg zu zwei Dritteln den Arbeit» nehmern und zu einem Drittel den Arbeitgebern unterstellt werden sollte, so dah also auch Invaliden» und Unfallversicherung, die bis jetzt überhaupt nicht oder nur zum Teil der Mitbestimmung der Arbeitnehmer unterliegen, vollkommen dem Einflufc der Sozialdemokratie ausgeliefert worden wären... „Die Anträge des Referenten Bauer laufen.... daran hinaus, das; den Versicherten der maßgebende Einflust, will sagen: der Sozialdemokratie das s o u v e r ä n c Bestimmungs- recht über die Kassciiverioaltung einzuräumen sei. Und„Genosse" Cohn behauptete, daß die Selbstverivaltung„vernichtet"«Verden soll,«vährend die„Leipz. Volksztg." dies dahin interpretierte: „Nicht, weil sich die Selbstverwaltung nicht bewährt hat, sondern im Gegenteil, weil sie sich belvährt hat, soll sie abgeschafft werden." Run«vird man eS der Sozialdemokratie ohne loeiteres glauben können, daß sie mit der bisherigen Verteilung der Machtverhält- niffe einverstanden war. Denn sie ist von der jetzigen Ordnung der Dinge dermaßen entzückt, daß sie die künftige In- v a l i d e n Versicherung sogar aus alle diejenigen Personen aus- dehnen will, deren jährlicher Arbeitsverdienst 5000 M. nicht übersteigt. DaS wären etwa 97 Proz. aller erwachsenen Deutschen. Die Aufbringung der Kosten macht der Partei selbstverständlich nur geringe Sorge: es wird dekretiert, die Belastung des Reiches ist aus direkten Rcichsstcuern zu decken. Ein Programm, das sich sehen läßt: eine Gesetzes niacherei, die an Naivität alles D a g e>v e f e n e in Schatten st e l l t. Denn kämen diese Forderungen zur Durchführung, so«vürde in Zukunft so ziemlich jeder crtverbsfähige Deutsche einer ZwangSversichcrung unterstchen, in der die Sozialdemokratie die unumschränkte Herr- schnft hat, während die Kosten dieser Herrschaft von den Besitzenden aufzubringen sind. Das ist so wahnwitzig, baß eS ernsthaft gar nicht erörtert werden kann." Diese hahnebüchene Verhöhnung aller.Arbeiter und Angestellten sowie des Mittelstandes hat ihren Verteidiger gefunden. Schmtiuzclnd druckt die„N o r d d. All g." den Erguß der„Freisiimigen Zeitung" gegen die Selbst- Verwaltung und gegen eine Ausdehniulg.dsr sxcherung aus die Privatangestelltcn und den AkitVe-tst�-nd ab. Welcher verständige Arbeiter kann einer solchen Partei noch die Stiinnie geben, deren vorlautester Wortführer be- tonte: früher hätten sie noch Grundsätze gehabt, und der selbst von der„Täglichen Rundschait" als Vorkämpfer für die Vernichtung der Selbstverlvallung auf dem Verficherungsgebiet gefeiert wird? Das Zentrum modernisiert sich. jüngst hatte die ,.K r c u z z e i t tt n g" gegen das Spezialistentum in den Fraktionen geeifert und dabei be- sonders aus die A r d e i t e r v e r t r e t e r im Zentruin hin- gezielt. Die„German« a" meint demgegenüber, daß gerade in der Arbeiterfrage die Spezialisten von Nutzen feien, und schreibt dann weiter: „Dabei sprechen wir eS ebenso offen cruS, daß die Zen- trumsfraktion einige Großindustrielle in ihren Reihen zählen sollte, oder(Generaldirektoren von großen Unter- nchuiunge»! leider fehlen diese jetzt noch ganz, je- doch wäre ihre Mitarbeit der Fraktion sehr ertvünscht. Also mehr Spezialisten, nicht weniger, und solche auf allen Gebieten; dann gibt eS einen guten Klang." Also gleich„e i n i g e" Großindustrielle lind General- direktorenl Dabei hat sich da? Neichstagszentrum dreißig Jahre mit einem Arbeitervertreter begnügt und in d e r preußischen Landtagsfraktion des Jen- trumshatvon187l)bis1903 nicht ein einziger A r- beiter gesessen!— Lehrer und Kommunalpolitik» AuS Bant i. Oldenb. wird uns geschrieben: Seit Jahren gehörten einige Lehrer einem hiesigen alten Bürgerverein an, der Angehörige aller politischen Parteien zu seinen Mitgliedern zählt. Bei der letzten Gemeindcratswahl wurde einer dieser Lehrer als Ersatzmann aufgestellt, fiel jedoch durch. Darauf«vurde der Betreffende bor sein« vorgesetzte Behörde nach Oldenburg geladen und dort der„Wunsch" geäußert, er möchte aus dem Verein austreten, da dieser sozialdemokratisch sei; dafür wurde ihm der Eintritt in den vom Rcichsverband gegründeten Verein„Gcmcindewohl" nahegelegt. Als sich vor längerer Zeit die hiesigen Lehrer von der Gemeindevertretung in ihrer Tätigkeit be- schränkt fühlten, verstanden sie recht energisch, ihre Rechte zu ver- treten. Hier, wo es sich dämm handelte, gegen einen Eingriff in ihre persönlichen Freiheiten Front zu machen, versagten sie voll- ständig. Sie kehrten nämlich dem Verein einfach den Rücken. Wie Herr Kopsch gewohnhettsmästig verduftet. Wir berichteten kürzlich, daß Herr Kopsch aus einer frei- sinnigen Versammlung schleunigst verduftet sei, als das Verhalten des Vlockfreisinns in der Dislussicrn eine gründliche Beleuchtung erfuhr. Aus Lehrerkreisen geht unS folgende Zu- fchrift zu: „Die von Ihnen gekennzeichnete Taktik des Herrn Kopsch übt dieser Herr nicht mir seinen Gegnern, sondern auch seinen Berussgenossen gegenüber. Oblvohl er ja selbst Mit- glted des Berliner LehrervereinS ist. also ohne weitere? zu den VereinSversammlungcn erscheinen müßte,«vird er doch bei besonderen Angelegenheiten noch extra eingeladen, zieht es dann aber in der Regel vor, überhaupt nicht zu erscheinen, um unliebsamen AuSeinaiidersetzmigen über die Sünden des Kommunalfreisinns aus dem Wege zu gehen. Jn der„Schulpolt tischen Vereinigung" hatte er inter ein Referat übernommen, in dem er die Verdienste de« Freisinns um die Hebung der Volksschtile über den grünen Klee lobte. Die Stadtverwaltungen seien auch nicht allmächtig, da sie auf die Taschen ihrer Steuerzahler Rücksicht nehmen müßten! Ms man ihm dann das eigenartige Verhakten seiner Berliner Parteibritder in Sache» der Wert- zuwachsstenrr unter die Nase rieb, nahm er Stock und Hut und ward nicht mehr g e s e h n." Herr Kopsch ist also zivar kein konsequenter Freisinuiger, aber ein um so konsequenterer Kneifer!— Ein Obcrschnlrat für Südwestafrika wird in der Straßburger „Freien Lehrerzeitung" gesucht.„Der Reflektant", heißt es,„muß in der Lage sein, nachzuiveiseit. daß sein Sohn den einjährig- freilvilligen Militärdienst in der deutschen Armee ohne eine 2400 M. übersteigende staatliche Beihilfe absolvieren kann. Bei Offert- einreichnng ist auch das Versprechen abzugeben, daß für ein etlva bleichstichtiges Töchterchen nicht tzein Unterstützungsansinnen an die Staatskasse gestellt werde." Das sind recht eigenartige Bedingungen; und tatsächlich handelt eS sich dem« auch um einen derben Scherz. Im Reichsland soll nämlich ein höherer Schulbeamter sitzen, der die obensteheuden Bedingungen nicht erfüllt. Ihm soll in dieser originellen Form zu Gemüte geführt«verde««, daß ein Oberschulrat mit 14000 M. Gehalt und hohen Tagesgeldern snicht nötig hat, staatliche Unterstützungen solcher Art in Anspruch zu nehmen.— Lohnbeschlaguahme wegen Steuerruckstände. Die wirtschaftliche Lage großer Kreise wird durch die große Zahl von Lohnbeschlagnahmcn durch Steuerbehörden deutlich illustriert. Nicht nur die industriellen Werke und Fabrikbetriebe «vurden mit ZahlungSverbote»«vegen Steuerrückstände überschüttet; auch die staatlichen Kassenbeamten hatten an den Terminen der Gehaltszahlung alle Hände voll zu tun, die„braven Staatsbürger" von den„Säumigen" zu scheiden. Dies gibt der Essener Eisenbahn- direktion Veranlassung zu»achstehender Verfügung: „In ganz auffälliger Weise mehren sich dle ZahlungSverbote für die säumigen Steuerzahler. Namentlich sind es einzelne Dienststellen, bei denen Säumige stets in großer Zahl zu finden sind. Durch diese Rachlässigkeiten entstehen den Stationskassen ganz»mgcheure Arbeite,«, die bei einigem guten Willen der Sau- migen vermieden werden könnten. Wir erwarten für die Folge, daß ein jeder Beamter und Arbeiter sich befleißigt, seine Steuern recht- zeitig zu bezahlen und es al» seine Ehrenpflicht betrachtet, diese ihm vom Staate auferlegten Steuern«villig und pünktlich zu be- zahlen. Sollten auch dennoch in Zukunft sich Säumige zeigen, so «veiscn wir die Stationskassen an, die betreffenden der vorgesetzten Behörde zur Bestrafung namhaft zu machen. Allen Bediensteten ist von dieser Verfügung KenntltiS zu geben. gez...... Diese Verfügung zeigt wieder, wie energisch die preußischen Behörden«verde» können,«venu es sich um Erlegting der Steuern handelt. Von einer„Nachtässtgkeft" der Beamten bei der Steuer- zahlung kann wohl keine Rede sein; unseres Erachten? sind die un- zureichenden Gehälter und die von der Regierung(und den Block- Parteien) verschuldete Verschleppung der Gehaltsaufbesserungen an der gerügten Erscheinung schuld. Und vielen Arbeitern ist es infolge der durch die Zollwucherpolitil enorm verteuerten Lebenshaltung eben nicht möglich, die Steuern zu ei«trichten. Im übrigen dürfte es aber der Direktion schwer fallen, den Paragraphen zu nennen, der ihr das Recht zur Bestrafung säumiger Steuerzahler gibt. Aus der Kommune Ofsenvach. Mit den kommunalen Vorgängen in Offenbach beschäftigte sich dort eine imposante, von 0000 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung. Genoffe Karl Ulrich geißelte in bald zwei- ständiger, wuchtiger Rede das infame Treiben des bürgerlichen Klüngels und ihres Organs der„Offcnbachcr Zeitung". Die Diebesbande städtischer Beamter von Offenbach besteht ausschließ- 4ich aus Aagrhöriaen bürgerlicher Parteien, zum Teil sogar aus ihren Agitatoren. Die tags darauf tagende Stadtverordnetensitzung c r h-Khtz-r die städtischen Stenern von«23,10� aus 19«,»»PeszeM« also um fast ein Drittel, nachdem die Beratung zweier Anträge der Sozialdemokraten um Einführung der Wcrtzuwachsstcuer und der Besitzwechselstempelabgabe von der bürgerlichen Mehrheit ab- gelehnt worden war._ Ein„erstklassiger" Soldatettschinder! Wegen Mißhandlung eines Untergebenen stand jetzk der 20 Jahre alte LeutnantTrolt vom Pionier-Bataillon Nr. 12 vor dem Dresdner Kriegsgericht. Die Vcrhand- lung gegen den Angeklagten fand— eine Seltenheit!— offen t- lich statt. Der der Anklage zu gründe liegende Sachverhalt ist folgender: Die Mannschaften des Pionicr-Dataillcms waren am 3. Februar auf dem Alaunplatz zur Vorbesichtigung angetreten. Ter junge kaum beförderte Lemnetnt besichtigte die Leute. Dabei will er auf einmal bemerkt haben, daß der Pionier Thierbach nicht richtig in der Front stand und auch nicht Füh» lung hatte. Er hat den Pionier einigemale aufgefordert, richtig Fühlung zu nehmen. Schließlich ist der Angeklagte, als feiner An- ficht nach der Soldat immer noch nicht in der richtigen Fühlung stand, auf diesen zugetreten und hat ihn mehrere Stöße mit der Faust in die linke Seite oersetzt. Der gemitzhandelte Soldat der- zog vor Schmerz das Gesicht und taumelte infolge der mit ziemlicher Heftigkeit geführten Stöße aus dem Glied e. Noch am selben Tage hat sich Thierbach wegen der innerlichen Schmerzen krank gemeldet. Er brachte drei Tage im Revier zu und kam dann schließlich ins Lazarett, wo er auch noch mehrere Tage unter inner- lichen Schmerzen zu leiden hatte. Gegen den rabiaten Lcut- nant wurde schließlich Anklage wegen Mißhandlung erhoben. Jn der Verhandlung gibt er an, daß er den Pionier Thierbach nur „etwas geschoben" habe. Im übrigen fei Thierbach geistig minder»vertig, ein schlechtes Clement der Kompagnie und sozialdemokratisch verhetzt.(!!!) Das Kriegsgericht verurteilte den Angeklagten wegen Miß- Handlung eines Untergebenen während der Aus- Übung des Dienstes zu-- 8 Tage» Stubenarrest.(!!!) Man hat einen„m i N d e r sch w er en Fall" angenommen und dafür die gesetzlich geringste Strafe ausgeworfen. Militärjustiz!.'_ Militärische Fürsorge. Das Kriegsministerium hat es für nötig gehalten, die Militär- bchörden an eine alte Verordnung zu erinnern, durch die der„Vertrieb", d.h. die Verbreitung von Druckwerken innerhalb der Truppen» teile verboten wird. Das Schriftstück lautet: Es wird hiermit erneut zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß den Unteroffizieren und M'annschasten dienstlich verboten ist, sich auf Veranlassung von Zivilpersonen mit dem Vertriebe von Druckwerken und Waren innerhalb von Truppenteilen oder Be- Hörden— seien es ihre eigenen oder fremde— zu befassen. Den Unteroffizieren und Mannschaften ist zugleich befohlen. von jeder seitens einer Zivilperson an sie ergehenden Aufforderung zum Vertriebe von Druckwerken oder Waren ihre» Vorgesetzten Meldung zu erstatten. Berlin, den 15, Mai 1908. Der Kriegsmiliifier. v. QÜnem. Oeftemtcb-Ctagam. Ministerielle Ablcugnungen und Berlcunidungen. Budapest, lg. Mai. Abgeordnetenhaus. Bei der Ver- Handlung über das Budget des MinisterimnS des Jmiern erklärte der Mini st er des Innern Graf Andraffy gegenüber den Be- chwerden der Abgeordneten der Rationalitäten, es sei imwahr, daß die Mattersprache der DeMschen oder irgend welch» Rationalität ge- fährdet werde oder daß die Regierung magharisiere. Bezüglich der wiederholten Auflösung von Arbeitervereinen erklärte der Minister, die Gründe dieses Vorgehens seien entweder unregelmäßige Geldgebahrung oder willkürliche Auflage hoher Bei» träge gewesen, welche die Arbeiter kaum erschwingen könnten sowie Antuelidung von Zwang und Bot>kott gegen solche Arbeiter,«velche Verträge unter anderen Bedingungen schließen, alS der Fachverein sie diktiere. Der Minister fiigle hinzu, er erhalte aus Arbeiterkreisen zahlreiche Beschlverden über die Thrannei; er gebe zu, daß viele Fachvereine eine heilsame Tätigkeit eniwickeln und im Interesse der Arbeiterschaft wirken, die Tätigkeit dieser Vereine werde absolut«licht behindert._____ ffanhreicb, Normale Rüstungen. Paris, 10. Mar. Entsprechend einer Verfügung des Kriegs» Ministers, der bereits vor Monaten die Entlassung mehrerer Hundert Arveiter aus dein Arsenal Bourges angeordnet hatte, werden im Monat Juni auch eine große An» zahl Arbeiter des Arsenals Douali und der staatlichen Waffen- fabriken von St. Etienne und Chbtelleraulr entlassen. Der Unter« staatSsekrrtär des Kriegsministeriums Chäron erklärte einem Ver- treter des Verbandes der staatlichen Arbeiter, daß die Regierung in den Jahren 1905 und 1900 infolge außerordentlicher Be» st e l I u n g e>« die Zahl der Arbeiter stark vermehren mußte, daß jedoch nach Erledigung dieser Bestellungen in den staatlichen Arsenalen und Waffenfabriken wieder der normale Arbeiterbestand hergestellt werden mußte. �- Die„außerordentlichen Bestellungen" hängen offenbar mit den Kriegsrüstungen zusammen, zu denen der heikle Stand der Marokko- affäre die Veranlassung gegeben hatte.— Italien. Der Agrarstreik. Rom, 10. Mai. Der A g r a r a u s st a n d in der Probinz Parma dehnt sich immer weiter aus und droht bereits auch auf die Nachbarprovinzen überzugreifen. Jn Costa ist die Lage unver- ändert, 10 000 Streikende«veigcrn sich, die Arbeit wieder aufzu- nehmen. Truppenverstärkungen sind nach Foggis abgegangen, wo die Lage ebenfalls bedrohlich ist.> England. Ein Handelsvertrag mit Fra>«kreich. London, 16. Mai. Das„B«lreau Reuter" erfährt amtlich, baß gelegentlich der Anwesenheit des französischen Handelsministers Cruppt in London unverbindliche Besprechungen über die Frage des Abschlusses eines britisch-französischen Handelsvertrages zwischen den beiden Regierungen statt» gefunden haben._ Für den Schutzzoll. London, 10. Mai. Heule fand hier eine große Demonstra- t i o n s v e r s a m m I u n g der Hopfcnpflanzer, Hopfenpflücker und anderer von der Hovfcnindustrie abhtingiger Arbeiter«vegen der Konkurrenz des ousländischen, namentlich amerikanischen Hopfens statt. Jn einer Resolution wurde die Regierung aufgefordert, Matz- nahmen zur Verhütung des Iveitercn Niederganges der Hopfen- Industrie zu treffen und einen Zoll von 40 Schillingen aus den Zentner eingeführten fremden Hopfens zu legen. vanemark. Das Verhältnis in Island', Dänemark koinmt den Sclbständigkcitsbestrebungen der Js- länder klug entgegen. Ein neuer Gesetzentwurf schlägt folgende BWMMS'.'Horts'Jst-raAV/ ist citt-'srr'ics f e l b« Ü-N«FikHl Land, mit Dänemark durch einen grmetnfamcn König und dWAfti geMtttisSNw MngrkeMheiten vcrbnllßen uird bildct auf diefti'WisD zusammen mit Dänemark eine StaatSberbindung: das gesamte dänische Reich. Die für Dänemark und Island später gemeinsamen Angelegenheiten sind im«vescntlichen bicsclben wie jetzt. Im übrigen werden Island Zngeständnifsc gemacht bezüglich der Fischereiinspektion, der Nationalisierung, der Errichtung des obersten Gerichts auf Island und der Kricgsflaggc. Die Isländer und Dänen genießen die gleichen Rechte in Dänemark Und Island. Nach 25 Jahren kann das Gesetz revidiert und danach die Gemein- schuft teillvcise gekündigt werden, falls eine Einigung über das neue Gesetz nicht erreicht«Verden kann, doch ist die KönigsgöMein- schuft, das gemeinsame Ministerium des Acußern und das Ver- teidiaungswcscn unkündbar. Die dänische StaatSkasie bezahlt an Island einen einmaligen Betrag von iVa Millionen Kronen, Die Isländer sind aber mit den Zugeständnissen nicht völlig zu- friedengeftellt. Sie verlangen, daß Island ausdrücklich als freier, souveräner Staat anerkannt werden und alle gemeinsamen Ange» legenheiten«nit Ausnahme der Königsgcmeinschaft kündbar seien. Rußland. Ein Hungerstreik. Aus Warschau wird berichtet, daß die politischen Gefangenen ln der 1. und 2. Abteilung des Gesüngniffes„Paowak" am 5. Mai einen Hungerstreik begannen. Am 7. Mai schlössen sich ihnen auch die Kriminalgefangenen in der ö. und 4. Abteilung an. Im ganzen hungern jetzt in diesem Gefängnis»nehr als OVO Gefangene. Der 1. Mai in Petersburg. Petersburg, 14, Mai.(Eig. Ver.) Heute ivnrdt hier der Welt- feiertag der Arbeit begangen. Die Polizei hatte außerordentliche Maßregeln ergriffen. Petersburg stand förmlich unter Belagerungs- zustand. Ueberall sah man Infanterie, Kavallerie, Artillerie, die heilige Dreieinigkeit des Klassenstaates. Dank der außerordentlichen Kaltblütigkeit der Arbeiter ereignete sich kein Zwischenfall. Trotz des vereinigten Regicrungs- und Fabrikantenterrorismus, trotz der Krise haben mehr als 40 000 Arbeiter durch Arbeitsruhe demonstriert._ Der Finanzminister der Echtrussea. Die„Russ. Korr." meldet aus Petersburg, 10. Mai: Der Verband der wahrhaft russischen Leute ln Odessa hat an den Finanzminister Kokoivzew anläßlich seiner Aeußerimg in der Duma„Wir haben Gott sei Dank kein Parlament" ein Glück- ivunschtelegramm gerichtet. Kokowzew dankte auf dieses Teiegramm telegraphisch in herzlichen Worten. pei'fien. Das Vordringen der Russen. Während in Pcrsicn die Regimmg völlig ohnmächtig ist und der Ministerpräsident und der Minister des Innern demissioniert habe» dringen die Russen unter dein Vorwand, die räuberischen Grcnzstämme zu züchtigen, sengend und brennend ins Innere des Landes vor. General Snarski, der Kommandant an der kaukasischen Grenze, telegraphiert, daß er die aufständischen KurdeN vollständig geschlagen»nd deren Dörfer niedergebrannt habe. Der Anführer der Aufständischen. Khan Kamed Kuli, ist mit einem Rest von 200 Mann seiner Anhänger in das Innere PersienS ge- flüchtet. CMiia. Die Unruhen. Paris, 15, Mai.„New Jork Herald' berichtet aus Shanghai: Die Zahl der Ausständischen umfaßt 10 000 Man»; diese stehen unter dem Befehl von Studenten, welche in Japan studiert haben. Die Rebellen besitzen Artillerie und haben ihre Bewegung seit langem vorbereiten könne», da die Provinz Aünnan, woselbst die Unruhen ausgebrochen sind, nur Ei 000 schlechtgedrillte kaiserliibe Soldaten be- sitzt. Die Verbindungen mit Mengtse, einer Kopfstation der fran- zösischen Eisenbahn, sind abgeschnitten und die Einnahme der Stadt durch die Rebellen wird stündlich erwartet. Die Pekinger Regierung kann erst in drei bis vier Monaten Verstärkungen an Ort und Stelle bringen. MroKKo. Verstärkung der Streitkräfte Mulay Hasids. Paris, 16. Mai. Nach einem aus englischer Quelle stammenden Telegramm ist in Tanger das Gerücht verbreitet, daß die auf dem Marsche nach Fes befindliche 4000 Mann starke M a h a l l a Buchta ben Bagdadis vom Stamm der Beni Snassen ge- fangen und gezwungen wurde, sich Mulay H a f i d in der Nähe von Mekines anzuschließen. Nene Unruhen. Den Franzosen erwachsen jetzt auch in Mauretanien, dem Gebiete der westlichen Sahara, Schwierigkeiten. Aus Bordeaux, 16. Mai, wird telegraphiert: Nach Berichten von Reisenden, die mit dem Dampfer„Magellan" aus Mauretanien hier eingetroffen sind, ist die Lage in dieser Gegend ernst. Vor drei Wochen sei eine Verpflegungsabteiluug in der Nähe des AlegseeS einein Angriff ausgesetzt gewesen, in dessen Ver- lauf ein Offizier und ein Unteroffizier getötet, ein zweiter Offizier verwundet worden sein soll. Fnnfzehntausend Mauren mit Ge- wehren und Geschützen seien kriegsbereit. Das Hauptquartier des Obersten Gouraud soll bedroht sein. Britfrcb-Ortafnfca. Eine Hungersnot. London, 16. Mai. Wie.Daily Mail" aus Eutebbe(Uganda) erfährt, hat die Mißernte in Bananen im Busoga-Distrikt im Norden vom Victoria-Nyanza eine Hungersnot hervorgerufen. Tausende von Todesfällen sind zu verzeichnen. Die Regierung hat die Lieferung von Lebensmitteln übernommen. Bmertka. Die Wahlkampagne. Fort Worth(TexaS), 15. Mai. Die republikanische Staatskonveution von Texas nahm eine Resolution zu- guusten der Präsidentschaftskandidatur Tafts an, sprach sich aber zugleich im Sinne der R o o s e v c l t schen Verwaltnngsgrundsätze aus. Den Delegierten zum republikanischen Nationalkonvent wurde ein spezieller Auftrag für die Wahl Tafts nicht erteilt, um ihnen zu ermöglichen, als mit der Wahl Roosevelts beauftragt zu gelten, wenn die Situation sich zu dessen Gunsten entwickeln sollte. Die Sozialdemokratie hat auf ihrem in Chicago tagenden Natioualkouvent beschlossen, Genossen Eugen Debs als Präsidentschaftskandidaten der Partei aufzustellen. Hus der parte!* Der Landespartcitag der bayerischen Sozialdemokratie wird vom Landesvorstand zum 28. und 29. Juni nach München einberufen. Die vorläufige Tagesordnung enthält unter andern: Bericht des L a n d e s v o r st a n d e s. Berichterstatter E. A u e r.— Parlamentarischer Bericht der LandtagSfraktion. Berichterstatter: M. S e g i tz und F. I. E h r h a r t.— Die kommenden G e- m e i n d e w a h l e n. Berichterstatter: E. S ch m i d.— Das neue Vereinsgesetz und die sich daraus ergebenden SatzungS» änderungen. Berichterstatter: I. Timm.— Agitation. „Tie Hundepeitsche als sozialdemokratisches Argument." — Unter dieser Spitzmarke, berichtet die„Freisinnige Zeitung" lrt der Nummer 114 vom 15. Mai folgendes: *„In Offcnhach mit seiner sozialdemokratischen Stcchtper- waltung hatte Bürgermeister Dr. Düllo bekanntlich den 1. Mai der Arbeiterschaft freigegeben. An dieser Begünstigung einer sozialdemokrattschen Demonstration hatte die„Offenbacher Zeitung" scharfe Kritik geübt. Bei der Debatte nun, in der der Bürgermeister sein-„freiheitliches" Dekret den Stadtverord- neten gegenüber zu rechtfertigen hatte, erklärte der sozialdemo- kratische Stadtverordnete Weipert laut„Offenbacher Zeitung"' wörtlich:„Wenn ich Dr. Düllo wäre, würde ich mir den Kunden, welcher den Artikel geschrieben hat, mit einer Hundepeitsche auf offenem Markte kaufen." Um keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, daß seine verheißungsvollen Worte auch ehrlich und 'ernst gemeint seien, hatte der Herr Stadtverordnete eine Hunde- peitsche in den Sitzungssaal mitgebracht, die er bei seinen Worten lebhaft in der Rechten schwang." Bekanntlich gibt es in Offenbach keine sozialdemokratische Stadtverwaltung, was die„Freisinnige Zeitung" nicht zu wissen braucht. Wahr ist an der ganzen Geschichte, daß der sozialdemo- kratische Stadtverordnete Weipert in der Sitzung, in der die Mai- feier zur Debatte stand, die von der„Freisinnigen Zeitung" zitierte Wendung von der Hundepeitsche unter Hinweis auf die skandalöse Hetze der„Offenbachcr Zeitung" gebraucht hat. Aber erlogen ist, daß er dabei eine Hundepeitsche„lebhaft in der Rechten" ge- schwungcn hätte. Diese Hundepeitsche existiert lediglich nn Hirn der Macher deo„Freisinnigen Zeitung" und ähnlicher Gesellen. Jedes Blättchcn glaubt„aus Eigenem" noch dazu tun zu müssen und so wird in den nächsten Tagen in der Ordnungspreffe aller Grade zu lesen sein: „Der sozialdemokratische Bürgermeister von Offenbach prügelte sich mit seinen Stadtverordneten im Sitzungssaale. Als Waffen dienten Hundepeitschen, deren Anschaffungskosten aus der Stadtkasse bestritten waren. Die Regierung mußte ein- greifen, Bürgermeister, Beigeordnete und Stadtväter wurden geschlossen ins Stadtgefängnis eingeliefert, die Stadt in Zwangsverwaltung genommen. Da hat man wieder ein Beispiel unglaublicher Schlamperei, Mißwirtschaft und Rohbeit in sozial- demokratischen Verwaltungen." polizctUches, Gmcbtlicbes ufw. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Pastors wurde Genosse Apel von der„N o r d h ä u s e r V o I k s z e i t u n g" von der Strafkanimer zu Nordhausen zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Ebenfalls zu 100 M. G c l d st r a f e verurteilte das Schöffen- gericht in Magdeburg- Neustadt am Donnerstag den Genossen R i e p e k o h l von der„V o l k s st i m in e" wegen Beleidigung eines Ingenieurs, der sich als Konsumvereinsbekänipfer versuchte. Wegen„Beleidigung" des Nachtwächters und Gcmeindedieners in Niedernau wurde Genosse Grätsch von der„Dresdener Volks z ei tun g" vom Schöffengericht zu 75 M. Geldstrafe verurteilt._ GewerkfcbaftUcheeo In letzter Stunde. Auf die behördlichen Belästigungen der freien GeWerk- schaften im Osten wirft nachstehendes Schreiben an einen Glasarbeiter, das von dem Distriktskommissar zu Usch aus- gegangen ist, ein grelles Schlaglicht. Das Schreiben hat, unter Fortlassung der Namen, folgenden Wortlaut: Der Distriktskommissar. J.-Nr. 1344,08. Usch, den 7. Mai 1903. Wie hier bekannt geworden, ist der Glasmacher...... von dort verzogen und haben Sie an dessen Stelle die Geschäfte des Schriftführers der dortigen Zahlstelle des Verbandes der Glas- arbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands, Sitz Berlin, über- nommen. Sie werden deshalb Hiermit aufgefordert, mir bei Vermeidung einer Zwangsstrafe von 10 M. eventl. 2 Tagen Haft ein Ver- zeichnis der Mitglieder der Zahlstelle nach dem augenblicklichen Stande binnen 3 Tagen nach Empfang dieses Schreibens ein- zureichen. An den Glasmacher..... zu Gerwaudenhütte. Da bekanntlich nach dem neuen Vereinsgesetz vom 15. Mai d. I. ab Mitgliederverzeichnisse von Vereinen der Behörde nicht mehr eingereicht werden brauchen, ist das Ver- langen des Distriktskommissars sehr verwunderlich. Viele könnten zu der Annahme gelangen, daß der Kommissar sich die Namen der organisierten Arbeiter verschaffen will, um sie zur ewigen Erinnerung in sein Album einzutragen. Wiederum könnten aber auch wieder viele zu einer ganz anderen Auffassung gelangen, wenn sie sich die Sache von einer anderen Seite betrachten. Gertrauden- Hütte ist ein kleiner Ort im Posenschen, der an der Eisenbahnstrecke Schneidemühl— Posen liegt. In diesem Ort liegt eine Glashütte. Rings um dieser sind die Arbeiter- Wohnhäuser errichtet, die zu der Glashütte gehören. Austritt oder Entlassung eines Arbetters aus der Hütte hat die Räumung der Wohnung, und da sich für ihn dort keine weitere Gelegenheit zur Arbeit bietet, auch das Ver- lassen des Ortes zur Folge. Als sich die Organisation dort noch nicht Eingang verschafft hatte, sah es in verschiedenen Beziehungen sehr traurig in dem Betriebe aus. Nachdem aber die Arbeiter sich der Organisation angeschlossen haben, wurde in der Hütte vieles besser. Der Eintritt der Arbeiter in den Glasarbeiterverbaud gefiel der Hüttenverwaltung aber nicht und alles, was sie zur Unter- drückung der Organisatton für gut wähnte, wandte sie an. Besonders schwoll der Verwaltung die Ader, wenn die Arbeiter Verbesserungen des Arbeitsverhältnisses verlangten. Der in dem amtlichen Schreiben erwähnte verzogene Glasarbeiter ist auch einer, an dem sich die Verwaltung rächte. Ihre weiteren eifrigen Nachforschungen nach Verbandszugehörigen, mit denen sie jedenfalls ebenso verfahren will, waren bisher ohne Erfolg. Wenn nun auf einmal die Behörde noch schnell vor Ablauf des alten Vereinsgesetzes vom Glasarbeiter- Verband die Einreichnung eines Mitgliederverzeichrnffes verlangt, so könnte man zu der Annahme gelangen, daß hier die Firma nicht ganz ohne Einfluß auf dieses Verhalten der Behörde war. Lerlln unck Nmgegenck. Achtung, Klempner! Die Sperre über die Firma Winter, Rummelsburg, ist aufgehoben. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlm. Der Streik der Koffermacher. Die Koffermacher versammelten sich am Freitag abend im Ge- werkschaftshause, um zu dem(im„Vorwärts" bekanntgegebenen) Schiedsspruch des Einigungsamtes Stellung zu nehmen. Schulze schilderte die Verhandlungen vor dem Ge- werbcgericht, machte den Spruch des Gerichts bekannt und empfahl die Annahme desselben. Die Unternehmer hatten den Spruch bereits abgelehnt. Nach kurzer Diskussion wurde die folgende Resolution angenommen: „Die am Freitag, den 15. Mai versammelten Koffermacher Berlins erklären nach Kenntnisnahme der vor dem Einigung�, amt des Gewerbegerichts gepflogenen Verhandlungen, daß sie im?Jnteresse des Friedens den Schiedsspruch als für sie bindenb angenommen hätten, trotzdem die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit keine Berücksichtigung erfahren hat. Sie bedauern den ablehnenden Standpunkt der Fabrikantenvereinigung und werden nunmehr alles daransetzen, die aufgestellten Forderungen, deren Berechtigung durch den gefällten Schiedsspruch des Eini- gungsamtes am besten beurteilt wird, zur Durchführung zu bringen." Diese Resolution wurde am Sonnabend dem Einigungsamt eingereicht. Ueber den Stand der Bewegung machte Schulze bekannt, daß die Arbeitsniederlegung bei 9 Firmen einmütig statt- gefunden habe. Die wenigen Arbeitswilligen, die den Kollegen von früheren Gelegenheiten her meistens wohl bekannt sind, haben keinerlei Einfluß auf den Stand der Dinge. Die Arbeitgeber ver- suchen viele Arbeit anderweitig unterzubringen, aber die Streik- leiiung ist über alles vorzüglich unterrichtet und ist bereit, alle entsprechenden Gegenmaßregeln zu treffen, wo es die Gelegenheit erheischt. Die Firmen, die Streikarbeit übernehmen, sind der Leitung bekannt.— In der Diskussion zeigte sich, wie kampfesmutig und entschlossen die Arbeiter sind, die alten Forderungen durch- zusetzen, wobei der Schiedsspruch nicht mehr maßgebend sein kann. Die Kollegenschaft werde ersucht, das Lohn- gebiet Berlins zu meiden. Von den Streikposten wird erwartet, baß sie ihre volle Schuldigkeit tun und die Beobachtung der Gegner sehr genau durchführen. Gestern, Sonnabend, wurde die erste Streikunterstützung ausgezahlt. DeutlcKea Reick). Herr Schankwirt Max Thiele, Manteuffelstraße 119, ersucht uns, mitzuteilen, daß er im Verein mit den Genossen Lampe, Hampel und Kowalki die Einstellung von Streikbrechern für die Firma Braun in Sangerhausen in seinem Lokale sofort vereitelte, als ihm der wahre Sachverhalt bekannt wurde. Aussperrung im Glasergcwerbe Mannheim-Ludwigshafen. Nachdem alle Verhandlungen auf gütlichem Wege zum Ab- schluß eines neuen Tarifvertrages im Glasergewerbe endgültig gescheitert sind, wird am 1. Juni d. I.— im Einverständnis des Arbeitgeberschutzverbandes der Glasereien Deutschlands(Sitz Berlin)— eine allgemeine Aussperrung der Glaser- gehilfcn rechts und links des Rheins erfolgen. Samt- liche Arbeitsnachweise der beiden Städte sind bereits gesperrt. Vom Komitee zur gewerkschaftlichen Agitation unter den Arbeite- rinnen erhalten wir folgende Zuschrift: Nach dem Bericht vom Berbandstag der Textilarbeiter vom Dienstag ist von Jäckel ausgeführt worden, daß das Arbeiterinnen- Komitee einen Plan vorbereitet zur Gründung einer gewertschast- lichcn Arbeiterinnen-Zeitung. Wir haben demgegenüber zu konstatieren, daß das Komitee weder mit der Generalkommission noch ohne dieselbe einen solchen Plan vorbereitet hat. Für das Agitationskomitee Emma Ihrer. Verlorener Streik. Der Abwehrstreik der Former bei L. A. Riedinger in Augsburg zur Verhinderung einer beträchtlichen Lohnminderung mußte als aussichtslos aufgegeben werden, nachdem die gelben„Arbeitsbrüder" in den anderen Fabriken die Streik- arbeit machten. Kuslanck. Ungarns Gewerkschaften im Jahre 1907. In der letzten Nummer des„Szakszervezeti Ertesitö" veröffent- lichte GewerkschaftLsekretär Genosse Jaszai den Bericht über die Tätigkeit der ungarischen Gewerkschaften im vergangenen Jahre. Das Datenmaterial umfaßt die Tätigkeit von 26 Landes- und 17 selbständigen Lokalorganisationen. In seinen einleitenden Zeilen hebt der Bericht hervor, daß die Gewerkschaften Ungarns Im Jahre 1907 furchtbaren Prüfungen und Drangsakicrungen seitens der Machthaber ausgesetzt waren. Angefangen vom Minister herunter bis zum Stuhlrichtcr und vom Großkapitalisten bis zum Kleinmefftcr taten alle Feinde der Arbeiterschaft ihr Möglichstes, um die Organisation der Arbeiterschaft zu ruinieren. Ter Minister des Innern hat im letzten Jahre keiner ein- zigen Branche die Statuten genehmigt, hat aber dafür mehr als 400 Fachgruppen wieder suspendiert oder aufgelöst. Während aber der Minister des Innern gegenüber den Organisationen der Arbeiterschaft in solcher Weise vorging, können die Scharfmacher von Ungarn sich gratulieren; die Statuten von zirka 200 Arbeit- gebervereinen wurden gutgeheißen I Die gröblichen Verletzungen der Regeierung gegen das Koali- tions- und Versammlungsrecht der Arbeiter, dieses Gutheißen der Tätigkeit der Scharfmacher hatte in seinen Folgen dem Lande unberechenbare wirtschaftliche Schäden verursacht. Die Auswan» derung, besonders der Ausgesperrten, nahm große Dimensionen an. An vielen Orten in der Provinz sank die Zahl der Arbeiter auf ein Zehntel herab. Die Zahl der organisierten Bauarbeiter wurde um 33,3 Proz. weniger. Auch die Eisenbahnarbeiter, Landarbeiter und die Arbeiter der chemischen Industrie verloren viele Mitglieder. Hingegen vermehrte sich die Zahl der Eisen» und Metallarbeiter, der Buchdrucker, Müller und Mühlenarbeiter, ferner die Zahl der Arbeiter der Textilindustrie. Nur unent- wegtes Ausharren im Kampfe brachte es mit sich, daß sich die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter trotzdem vermehrt hat. Im Jahre 1906 betrug der Mitgliederbestand der Organisationen 129 332, während er Ende 1967 aus 136 126 stieg. Dem Gewerkschaftsrate gehörten am 31. Dezember 1907 26 Landesverbände mit 1298 Fachgruppen und 13 Lokalorga» nisationen an. Zusammen mit den 11 910 Mitgliedern des Ver- bandes der Landarbeiter gibt es demnach in Ungarn insgesamt 142 030 organisierte Arbeiter, davon 6654 Frauen. Nehmen wir die Taten der letzten Volkszählung vom Jahre 1900 als Basis an, so ergibt obige Ziffer 31,1 Proz. organisierte industrielle Arbeiter. Die Einnahmen der Gewerkschaften betrugen im Jahre 1907 1944 233,11 Kronen, die Ausgabenl 819 480,— Kronen gegenüber 1 680 059,— Kronen Einnahmen und 1 330 208�— Kronen Ausgaben des Vorjahres. Der Kassenbestand war 1 371 306,83 Kronen gegenüber 1 246 643,77 Kronen des Jahres 1906. Das Inventar- vermögen repräsentiert einen Wert von 423 216,15 Kronen. Das Gesamtvermögen betrug am Schlüsse des Jahres 1 794 658,— Kronen. Die hauptsächlichsten Ausgaben waren im Jahre 1907: Arbeitslosenunterstützung 259 635,31 Kronen, Reiseunterstützung 56 070,80 Kronen, außerordentliche Unterstützung 29 610,43 Kronen, dann Rechtsschutz 29 283,52 Kronen, Unterricht und Fachblätter 310143,94 Kronen, Krankenunterstützung und Begräbniskosten 202 449,61 Kronen, Witwen, Waisen- und Jnvalidcnunterstützung 103 465,79 Kronen, Verwaltungs- und Investitionskosten 332 418,42 Kronen, Miete derZentralkanzleien und der Budapcster Fachgruppen 131 339,35 Kronen, Agitation, Drucksachen und sonstige Ausgaben 365 062,73 Kronen; zusammen 1819 480,— Kronen. Die gewerkschaftliche Stellenvermittlung hat vielleicht noch nie so an Bedeutung gewonnen, als nun, da man— wie der Entwurf des neuen Gewerbegesetzes zeigt— die Gewerkschaften ihres autonomen Vermittlungsrcchtcs zu berauben gedenkt. Die Ent- Wicklung der gewerkschaftlichen Stellenvermittlung zeigt folgende Zahlen: im Jahre 1904 meldeten sich bei der Stellenvermittlung 16 938, vermittelt wurden 11026(65,09 Proz.), 1905 meldeten sich 18 927, vermittelt wurden 11213(61,15 Proz.), 1906 meldeten sich 24 952, vermittelt wurden 17 633(70,67 Proz.), und im Jahre 1907 meldeten sich 41 464 Personen, von denen 32 767(79,02 Proz.) vermittelt wurden. Dieser kurze Bericht, der nur die Eichsummen des Resultates des an Heroischen Kämpfen reichen Jahres 1907 zeigt, und der nichts von den zahllosen Leiden aufweist, welche Ungarns unter» sie Arbsjterschaft von feiten der Tyrannen zu erdulden hatte, tst; daß auch Ungarns klassenbewußtes Proletariat— soweit cZ, die niedrige. Kulturstufe des heutigen Ungarns zulpßt— mit aller Energie daran ist, mitzuhelfen an dem großen Werl: Ungarn zu einem modernen Staate zu machen. Letzte JVacbncbtcn und Depefeben, Ein gewaltiger Dachstnhlbrand bcschäftigle am Sonnabend- abend die Feuerwehr in der Boyenstr. 31. Der Brand wurde erst bemerkt, als die Flammen weithin sichtbar waren. Von mehreren Seiten gab die Feuerwehr über Treppen und mechanische Leitern kräftig Wasser. Nach mehrstündiger Tätigkeit konnte die Wehr wieder abrücken. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der Togostraße am Schillerhain, in der Fehmarnstr. 11, in der König- grätzer Straße 46 und an einigen anderen Stellen zu tun. Sperre. Strausberg, 16. Mai.(Privatdepcsche des„Vorwärts".) Die Fabrik von Vater u. Cie. ist gesperrt, da die Kollegen gemaßregelt worden sind. Zuzug von Schuh- machern ist fernzuhalten._ Die Nürnberger Maler. Nürnberg, 16. Mai.(B. H.) Bei den Tarisberhandlungen im Malergewerbe ist auf Grund der Berliner Abmachungen eine Einigung erzielt worden._ StrasZcnbahncrstreik. Clevelanb(Ohio), 16. Mai. Hier sind heute früh 2000 Straßen- bahnangestcllte in den Ausstand getreten. Infolge eines Angriffs auf einen Straßenbahnwagen fand ein Auflauf statt, bei dem 20 Personen, darunter der Polizeichef, verwundet wurden. Drei Arbeiter ertrunken. Frankfurt a. O., 16. Mai.(W. T. B.) Wie die„Frankfurter Oder-Zeitung" meldet, ertranken heute nachmittag gegen 4 Uhr in der Oder beim Winterhafen 3 Arbeiter der Strombauvcrwaltung. Sie hatten einen Handkahn bestiegen, um einen Anker fest- zumachen; da sie sich alle auf eine Seite stellten, kippte das kleine Fahrzeug um; die Insassen sielen ins Wasser und ertranken. Die Leiche des einen konnte geborgen werden. Englands Regime in Indien. Bombay, 16. Mai.(W. T. B.) Hier wurden wieder zwei ein- geborene Redakteure wegen Aufreizung zum Aufruhr verhaftet. Berantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.:Th.Glocke» Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer sc Co., Berlin SW, Kolonial-Scharmühel. Haag, 16. Mai.(W. T. B.) Telegraphischen Nachrichten zu- folge wurde eine auf der Insel Ceram(Niederländisch-Jndien) operierende Kolonne von den Eingeborenen mit Gewehrfeuer empfangen. Fünf Mann wurden verwundet. Der Feind wurde aus seinen Befestigungen vertrieben und hatte fünf Tote. Kabinettsverschiebung in Pcrsicn. Teheran, 16. Mai.(W. T. B.) Mit dem Ministerpräsidenten Nizam es Saltaneh ist der Justizministcr zurückgetreten. Mi» nistcrpräsident wird der Finanzminister Sani ed Dauleh, Minister des Innern der bisherige Minister des HoseS Sultan Ali Chan, Justizminister Muaven ed Dauleh. Ein fetter Prozeß. Karlsruhe, 16. Mai.(B. H.) Die Kosten des Molitor-Herzog- Prozesses werden sich unter Voraussetzung einer zwölftügigcn Dauer des Prozesses nach einer vom„Volksfreund" wiedergegebcnen Be- rechnung auf etwa 34 000 Mark belaufen. Hierzu 5 Beilage». Nr. 115. 25. 1. KeW des Joraiitls" Kellim MMIitt. Sminfiij, 17. �«i 1908. Die öeutichen flrbeiterfekretariate Im Zahee 1907. Die©atifti! über die Tätigkeit, den NmfeMg, die Einlich- tungen U7?d die EntWickelung der Arbeitersekretariate weist nach jeder Richtung hin, erhebliche Fortschritte nach. Ende des Jahres 1907 betrug die Zahl der von den Gewerkschaften unterhaltenen nnd zum Teil aus Parteimitteln unterstützten Arbeitersekretariate AZ gegenüber 85 am Schlüsse des Jahres 1S0L. Von den Gewerk- schaftskartellen werden ferner insgesamt 132 Rechtsauskunftstellen unterhalten, so daß die Gesamtzahl der von den organisierten Ar- beitern unterhaltenen, dem Zwecke der Rechtshilfe und Auskunft- crteilung dienenden Institutionen am Schlüsse des letzten Jahres insgesamt 228 betrug. Neu gegründet wurden 1907 die Arbeiter- sekretariate in Aschaffenburg, Bayreuth, Bernburg, Erfurt, Gör- litz, Guben, Herford. Königsberg, Mainz, Minden i. W. und Vegesack. Von den 90 Arbeitersekretariaten befinden sich in Preußen 55, in Bayern 10, in Sachsen 0, in den Thüringischen Staaten zu- sammen 5, in Baden 4, in Hessen 4, im Bremischen Staatsgebiete 3, in Anhalt 2, Württemberg, beide Mecklenburg, Oldenburg, Braunschweig, Lübeck, Hamburg und Elsaß-Lothringen besitzen je ein Arbeitersekretariat. Die Verivaltung der Sekretariate erfolgt insbesondere durch die Gewerkschaftskartelle oder durch von den Kartellen gewählte Kommissionen. Der Verband der Bergarbeiter unterhält und ver- waltet 9 Sekretariate, die jedoch nicht nur den Mitgliedern des Verbandes, sondern allen Organisierten Hilfe leisten und teilweise auch von Gewerkschaftskartellen mit unterstützt werden. Finanziell sind die Gewertschaftskartelle an 84 Arbeitersekrrtariaten be- teiligt. Die Gencralkommission unterhält 2 Arbeitersekretariate, unterstützt jedoch eine Anzahl dauernd und wendet ferner alljähr- lich nicht unbedeutende Mittel auf für Gründung und einmalige Unterstützung von Sekretariaten und Auskunftstellen. Die von den Gewerkschaftskartellen zur Unterhaltung der Sekretariate er- bobencn Beiträge schwanken zwischen 20 Pf. und 1,56 M. pro Mitglied und Jahr. Nicht alle Kartelle erheben solche Ertrabei- träge, sondern bestreiten die Unterhaltungskosten der Sekretariate aus der Kartcllkasse, in die dann auch alle Einnahmen und Zu- Wendungen für das Sekretariat fließen. In 35 Orten tragen die Organisationen der sozialdemokratischen Partei und in 12 Orten die Parteipresfe zur Unter- Haltung der Arbcitersekretariatc bei. Das Arbeitersekretariat in Koburg ist staatlich und sind Gewerkschaft und Partei finanziell daran unbeteiligt, während die Sekretariate in Bant und Gotha vom Staate und von den Gemeinden unterstützt werden. Auch des Sekretariat in Kottbus wurde im letzten Jahre, wenn auch in sehr minimaler Weise(50 M. Jahreszuschuß) von der Gemeinde unterstützt. Die Zahl der von den Gemeindeverwaltungen unterstützten und unterhaltenen Arbeitersekretariate— Städtische und gemeinnützige Sekretariate— ist natürlich eine weit größere. Bei den hier genannten Sekretariaten handelt es sich jedoch um solche Einrichtungen, die von der organisierten Arbeiterschaft direkt oder durch deren Betreiben ins Leben gerufen wurden, und deren Verwaltung, trotz staatlicher und kommunaler Unterstützung, in den Händen der Arbeiter liegt, während auf alle andern derartigen kommunalen Einrichtungen die Arbeiterschaft keinen Einfluß hat. 69 Sekretariate erteilen Auskunft an alle Personen ohne Unterschied, während 27 Sekretariate nur an Organisierte oder deren Angehörige Auskunft erteilen. Die meisten Sekretariate übernehmen auch Vertretungen vor den Gewerbcgerichten, den Instanzen der Arbcitervcrsicherung usw., selbstverständlich unent- geltlich. Leider werden die Arbeitersckrctariate nicht überall von den Gerichten als Vertreter zugelassen. Da, wo einsichtsvollere Richter die Vertretung von Arbeitern durch Arbeitersekretäre nicht als„geschäftsmäßige" Vertretung ansehen und diese nicht auf Grund des 8 157 der Zivilprozeßordnung zurückweisen, hat sich diese Tätigkeit der Sekretäre als eine äußerst wirksame erwiesen, der auch von juristischer Seite Anerkennung zu Teil wird. Dahin zu wirken, daß die Bestimmung des K 157 der Z.-P.-O., welche nach juristischer Auslegung geeignet ist, den Arbeitcrsekretären die Scheel-Idealisten. Das deutsche Volk hat sich von jeher durch seinen Idealismus vor andern Völkern ausgezeichnet.(So wird's gelehrt.) Daß auch heutzutage, in diesen Zeiten des krassesten Materialismus, an solchen Geistern, die unsere bessere Tradition wachhalten, immer noch kein Mangel sei, wer möchte es leugnenl Die hehre Lichtgestalt Ferdinand Bonns könnte für ein kleines Jahrzehnt allen Bedürftigen wieder den Glauben an die unverwundbare Siegeskraft des deutschen Idealismus spenden. Bonn wurde der Begründer des Detektiv- idealismuS, der rein zufällig nicht die höchste Entfaltung nehmen konnte. Es gibt eben auch beim Idealismus Betriebsunfälle. Da- neben haben wir den BurgenidealismuS, den Kolonial- und Rassen- idealismuS sowie manche andere Arten Idealismen für den Haus- wie öffentlichen Gebrauch. Jedes Flottenorgan, alle Syndikate, die patriotischen Vereine aller Schattierungen pflegen und hegen eine Abart des Idealismus, die dem deutschen Volke nach allen' Kräften eingepaukt wird. Trotzdem ist für neue Varietäten immer noch Raum. Das deutsche Volk hat einen wahren Heißhunger nach Idealismus. Und so wird es denn diesem ganz eigenartigen Idealismus, den wir unseren Lesern hiermit vorstellen, auch sicher nicht an Verehrern, Warm- und Hochhaltern fehlen. Wir sprechen vom Scherlidealismus. Alle tüchtigen Geschäftsleute sind Idealisten. Es gibt kein besseres Geschäft als den Idealismus. Reklame umsonst. Preis Nebensache. Man versetze die Wähler, die Kon- sumenten oder um was es sich sonst handelt, nur in den gehörigen Grad des unverfälschten Idealismus und sie sind zu allem fähig. Herr Scherl, der ein guter Geschäftsmann ist, kennt den Gebrauchs- und Spekulotionswert des Idealismus so gut wie Bülow, Bonn und die anderen. Er lebt, er denkt, er spekuliert nur, um das deussche Volk zu beglücken. Die erfolgreichen Verkörperungen des Idealismus, als welche„Lokal-Anzeiger",„Woche" usw. sich jedem Unvoreingenommenen darstellen, ermutigten ihn zu neuen — ismen. Er erfand die Emporlesebibliothek, die die Kolportageliteratur zun, Prinzip der deutschen Bildung erhebt und die Diktatur Scherls über alle geistig Unmündigen erstrebt. Welch verlockendes Ziel: der Nürnberger Trichter ist verwirklicht. Niemand braucht sich mehr zu mühen um seine Kultur, man opfere jede Woche zehn Pfennig und folge ohne Besinnung Scherl. Der führt uns empor. Zu den Höhen, wo nach 45 Wochen der Wanderung durch sensationsfiebrige Sümpfe und trockene Wüsteneien je ein Band Spielhagen oder Freytag lockt. Jede richtig geleitete Volksbibliothek läßt Anfangsleser, die noch das Bedürfnis nach spannender Handlung und bunten Bildern empfinden, mit Freytag oder Spielhagen be- ginnen. Scherl läßt sie damit aufhören und versetzt ihnen inzwischen Räuber- und Schreckensromane, die in keiner guten Volksbibliothek mehr zu finden sind. Das ist die Schutzimpfung auf die Literatur Möglichkeit persönlicher Vertretung vorzuenthalten, abegeändert wird, ist eine Aufgabe, die im Interesse der großen Masse unbe- mittelter Rechisschutzsuchcnder nachdrücklichst zu verfolgen ist. Die Frequenz der Arbeitersekretariate hat 1907 eine bedeu- tende Steigerung erfahren. Die Sekretariate wurden insgesamt von 419 832 Auskunfisuchenden in Anspruch genommen. Das ist eine Zunahme gegen das Vorjahr um 54 700. Die Zahl der Be- suche und schriftlichen Auskunftsgesuche ist von 397 250 im Jahre 1906 auf 447 361 im Jahre 1907 gestiegen und die Zahl der er- teilten Auskünfte, die 1906 382 261 betrug, ist 1907 auf 438 213 angewachsen. Die ganz bedeutende Steigerung der Jnanspruch- nähme der Sekretariate beweist sehr deutlich, in welchem Umfange das Vertrauen zu den Arbeitersekretariaten im Publikum wächst. Von den Auskunftsuchenden waren 401950 Arbeiter oder Ange hörige derselben, und zwar 339 803 männliche und 62 147 weibliche. Die übrigen 15 853 auskunftsuchenden Personen waren Arbeit- geber, selbständige Gewerbetreibende und sonstige, nicht der Ar- beiterklasse angehörende Personen. Außerdem nähmen 2029 Vereine und Korporationen die Hilfe der Arbeitersekretariate in Anspruch. 305 599— 63,45 Prozent der Auskunftsuchenden wohnten am Sitze des Sekretariats und III 707— 36,55 Prozent kamen aus anderen Orten. 17 Sekretariate wurden mehr von auswärts wohnenden Personen in Anspruch genommen, als von solchen, die ihren Wohnsitz am Sitze des Sekretariats hatten. Von insgesamt 38 083 Besuchern dieser 17 Sekretariate wohnten 26 247— 68,91 Prozent nicht am Sitze des Sekretariats. Die monatliche DurchschnAttszifftzr der Besucher sämtlicher Sekretariate betrug 35 742. Die höchste Besucherzahl weist das Sekretariat in Frankfurt a. M. auf. Die monatlichen Durchschnitts- ziffern der Besucher in Frankfurt a. M. 2477, Berlin 1444, Nürn- berg 1321, Hannover 1193, Hamburg 1990, Köln 1086. In Stutt gart, Mannheim und Kiel beträgt die monatliche Besucherzahl durchschnittlich zwischen 900 bis 1000, in Bremen und Breslau zwischen 800 bis 900, in Dresden, Lübeck, Magdeburg und Mün- chen 700 bis 800, in Düsseldorf, Leipzig und Halle a. S. 600 bis 700, in Dortmund, Solingen, Bielefeld und Essen 500 bis 600. Weitere 3 Sekretariate weisen eine Besucherzahl von durchschnitt- lich monatlich 400 bis 500 auf, 12 Sekretariate eine solche von 300 bis 400, 20 Sekretariate eine solche von 200 bis 300, 14 Sekre- tariate eine solche von 100 bis 200 und 20 Sekretariate haben durchschnittlich monatlich weniger als 100 Besucher aufzuweisen. Die Frage nach der Zugehörigkeit zur politischen Organisation wird nicht in allen Sekretariaten an die Auskunfisuchenden ge richtet. Von 76 Sekretariaten konnte jedoch darüber berichtet werden. Von den Besuchern dieser Sekretariate waren insgesamt 21 979 politisch organisiert. In 44 Sekretariaten betrug die Zahl der politisch organisierten Besucher noch nicht fünf Prozent. Ten höchsten Prozentsatz der politisch orga- nisierten Besucher(65 Proz.) verzeichnet das Sekretariat in Nord- hausen. In Hamburg und Zeitz waren 47 Proz. der Besucher polisisch organisiert. Die Zugehörigkeit der Besucher zur gewerk- schaftlichen Organisation wird von allen Sekretariaten festgestellt, und es beträgt die Gesamtzahl der gewerkschaftlich organisierten Auskunfisuchenden 261 433, oder 63 Proz. aller die Sekretariate in Anspruch nehmenden Personen. Von den im Jahre 1907 erteilten Auskünften entfallen auf die Arbeitervcrsicherung 130 447— 29,8 Proz., Bürgerliches Recht 127 762— 29,2 Proz., Arbeits- und Dienstvcrtrag 67 597— 15,5 Prozent, Strafrccht 32 833— 7,5 Proz., Gemeinde- und Staats- bürgerrccht 57 719— 13,1 Proz., Handels- und Gewerbesachen und Privatversicherung 6362— 1,4 Proz., Arbeiterbewegung 7412 — 1,7 Proz. und sonstige Sachen 8081— 1,8 Proz. Von den 130447 in bczug auf Arbeiterversicherung erteilten Auskünften entfallen auf Unfallversicherung 79 244— 60,7 Proz., Krankenversicherung 24 338— 18,7 Proz., Invalidenversicherung 23 927— 18,3 Proz. und Knappschaftswesen 2938— 2,3 Proz. Die Gesamtzahl der in den Jahren 1901 bis 1907 erteilten Auskünfte beträgt 1 931 769. Davon in bczug auf die Arbeiterversicherung 570 350— 29,5 Proz. Schriftsätze wurden in diesem Zeitraum 472 130 an- gefertigt und im Jahre 1907 allein 105 015. Von den letzteren entfallen auf Arbeitervcrsicherung 37 023 oder 35,3 Proz. Die gesamte Frequenz der Arbeitersekrrtariate während der Jahre 1901 bis 1907 gestaltete sich wie folgt: übertragen, nur mit dem Unterschiede, daß die armen Opfer Scherls nach dem ersten Bande von feinen Abschreckungsmitteln für ihr Leben lang genug haben(das ist das gute daran), oder falls sie seiner Führuug treu bleiben, nie mehr für ein wirklich lesenswertes Buch zu haben fein werden.(Man sollte bei den Lesern des „Lok.-Anz." eine Probe machen, denn sie haben die Scherlsche Schulung unverkürzt Jahrzehnte lang genossen, d. h. noch nie einen guten Roman zu kosten bekommen.) Der Idealismus der Geschäftsleute sehnt sich nach An- erkennung, nach Vermannigfaltigung, nach der schnöden Wirklichkeit. Er will nicht nur an und für sich sein(würde Julius Hart sagen), sondern sich außer sich setzen. Realität werden. Dazu sind immer Leute Vonnöten, die das deutsche Volk gewohnhcitsgemäß für Idealisten hält: Leute mit Namen, Titeln, Würden. Und Scherl fand dergleichen Leute. Ob sie alle an seinen Idealismus glaubten, bezweifeln wir, aber sie fielen jedenfalls auf feine Pläne herein und lobten sie. Und Scherl macht jetzt Reklame mit ihnen, Reklame, die nicht? gekostet hat, also ganz idealistisch ist, Was Scherl den be- rufenen Vertretern des deutschen Idealismus, vulgo Professoren, er- zählt, wissen loir nicht. Tatsache ist, daß ihr Idealismus von der bekannten Weltenfremdheit war, daß sie die Dinge nicht zu durch- schauen vermochten. Also wieder echter deutscher Idealismus, dessen Schicksal es noch stets war, von den Prak- tikern ausgenutzt zu werden. Aber die Scherldeklaranten mußten doch wohl wissen, was jeder das öffentliche Leben Beobachtende weiß: welcher Art Scherls Kulturbegliickung bisher war. Sie scheinen also zum mindesten leichtfertig gehandelt zu haben und müssen sich gefallen lassen, daß das deutsche Volk in Zukunft aus ihre Anpreisungen soviel gibt, wie sie es verdienen: nichts. Diese unbewußten Idealisten, die in ibreS Herzens Einfalt sich haben nasführen lassen, sind auf deutliche Worte hin denn auch sehr stumm geworden. Herr Scherl aber wird mit ihrem Idealismus inzwischen um so lauter. Zwei deutsche Scherl-Jdealisten verdienen hier in voller Größe vorgeführt zu werden: Herr Ferdinand AvenarinS und Herr Julius Hart. Der Herausgeber des„KunstwartS" hat es bis zum Stadium der Bewußtheit in seinem Idealismus gebracht, was wir bei den anderen nicht an- nehmen. Er hat die Einwände und Vorwürfe gehört und be- ftirwortet die Scherl-Literatur ruhig weiter. Er scheint zu den Leuten zu gehören, die die Konsequenz auch in ihren Irrungen für eine ideale Tugend halten. Er findet das erlösende Wort: Scherl sei für alle die,»die noch unerlöst im Banne des Kolportageromans gefangen sind"— und die mit Scherls Hilfe ewig darin bleiben werden. Der getreue Eckart der deutschen Kultur rechnet wahrscheinlich auch die Inhaber der 1000 und 2000 Mark- Wohnungen in Friedenau und Wilmersdorf, die Scherl so- eben heimsucht, dazu. Wie er denn auch bor einem Jahr noch staunend erfahren mußte, daß die»Voss. Zeitung"— auch Lahr 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 «Z »ff 5 t: a 5 11 ff ZSKIS 167 363 195 679 200 575 226 260 283 767 365 132 419 832 WO c O eo— f—* s 22 C"tt 5-« 8««2 ZAsss 173 548 197 927 205 906 238 540 295 374 382 261 438 213 Von d. Fällen der AuSlunft- erteilung und Rechtshilse entfallen aus die Arbeiter- Versicherung Fälle Proz. 46 833 57 586 69 786 71487 89 286 114 920 130 447 26,1 29,1 29.6 30,6 30,3 30,1 29,8 jM?-» S-rrn ZÄ 37128 44 639 47 626 64 332 81 421 91969 105 015 Von den Schristsätzen betrasen die Arbeiter» Versicherung Zahl Proz. 7 990 12 403 14 200 18 826 31 198 34 422 37 023 21.5 27,8 29,8 29,2 38.3 37,4 35,3 Zus.— 1858 608 1 931 769 570 350 29,5 472 130 156 062 33,1 Heber persönliche Vertretungen bor den Gerichten haben 64 Arbeitersekretariate Angaben gemacht. Die Gesamtzahl der von diesen wahrgenommenen Vertretungen beträgt 3175, wovon 2159— 68 Proz. in Arbeiterversicherungssachen erfolgten. Die meisten Vertretungen hat das Sekretariat in München, nämlich 533. Das Berliner Arbeitcrsekretariat hat 417 Vertretungen wahrgenommen, das Sekretariat in Karlsruhe 177, Dresden 170, Magdeburg 134, Lübeck 112, Nürnberg 100, Leipzig 93, Mannheim 91, Düsseldorf und Hildesheim je 76, Harburg 70, Krefeld', Hannover und Wies- baden je 65. Mehr als 50 im Jahre oder wenigstens durchschnitt- lich eine persönliche Vertretung pro Woche verzeichnen ferner die Sekretariate in Duisburg und Freiburg. In 11 534 Fällen, in denen die Sekretäre Auskunft erteilten, Schriftsätze anfertigten oder persönlich als Vertreter ihrer Klienten vor Gericht erschienen, wurde den Sekretariaten der Ausgang der Sache bekannt. Von diesen Fällen endeten mit vollem oder teilweisem Erfolg 72,4 Proz. Von den mit Erfolg vertretenen Angelegenheiten betrafen 2782— 33,3 Proz. die Unfallversicherung, 591— 7,1 Proz. die Krankenversicherung und das Knappschaftswesen, 439— 5,3 Proz. die Invalidenversicherung, 1660— 19,9 Proz. den Arbeits- bezw. Dienstvertrag und 149— 1,7 Proz. die Gewerbeaufsicht. Von den 132 gewerkschaftlichen Rechtsauskunftsstellen haben 123 über die erteilten Auskünfte berichtet. Insgesamt wurden von diesen im letzten Jahre 26 272 Auskünfte erteilt. Für 21 230 dieser Auskünste sind Angaben über die Art derselben gemacht. Danach betrafen die Arbeiterversicherung 7197, Arbeits- und Dienstvertrag 3377, Bürgerliches Recht 3174, Strafrecht 1134, Gemeinde- und Staatsangelegenheiten 2346 und sonstige Sachen 393. Die gesamte Tätigkeit der Arbeitersekretariate und gewertschaftlichen Rechts- auskunftstcllen in den letzten zwei Jahren mögen folgende Zahlen veranschaulichen: Zahl der Arbeitersekretariate und Auskunftstellen in den Jahren 1906 1907 Arbeitersekretariate. Auskunftstellen.. 83 116 96 132 Gesamtzahl der erteilten Aus- künfte und Fälle der Rechtshilfe 1906 1907 382 261 22167 433 213 26 272 Zunahme der AuS- künfte sc. gegen das Vorjahr 55 952 4 105 Zusammen... 199 228 404 428. 461 4Ü5| 80 057...... Die Zahl der Orte mit Einrichtungen für Auskunfterteilung und Rechtsbelehrung hat sich um 29 und die Zahl der erteilten AuS- künfte um 60 057 vermehrt. Angaben über die Kasscnvcrhälinisse sind nur von 83 Sekre- tariaten gemacht. Die gesamten Einnahmen derselben betragen im letzten Jahre 428 372 M.. denen eine Gesamtausgabe von 363 132 M. gegenübersteht. Durch Beiträge der beteiligten Ge- werkschastcn wurden 289 384 M. aufgebracht, an Zuschüssen aus den Kassen der Kartelle und der Gewerkschaften wurden 18 667 M. gezahlt, die Zuwendungen aus Mitteln der Partei, der Partei- presse und sonstigen Arbeiterunternehmungen betrugen 19 411 M. und die sonstigen Einnahmen ergaben insgesamt 20 910 M. Ver- ausgabt wurden an Gehältern und persönlichen Entschädigungen 243989 M., für Bureaumiete, Reinigung, Heizung und Beleuch- tung der Bureauräume 46 866 M., für Bücher uNd Drucksachen 37 744 M Die sonstigen Ausgaben betragen insgesamt 48 533 M. Auch über die Anstellungs- und Besoldungverhältnisse der Arbeiter- eine Jdealistin— sich gewisse Teile des Textes, die jeder reine Idealist für redaktionell halten muß, als Annoncen bezahlen läßt. Es geht doch nichts über ein Kindergemüt, das von kapitalistischer Gerissenheit keine Ahnung hat. Die höchste Verwirklichung des Scherlidealismus, seine wahrhafte Vollendung, Neu- und Nachgeburt, den ScherlianiSmus als Prinzip (bis zum Umkippen), den Gaurisankar reiner Torheit stellt Herr F u l i u S Hart dar. Er hat eine halbe Nummer des„TageS". dieser idealen Verkörperung Scherlschcr Parteilosigkeit, mit einer Philosophie der Emporleserei erfüllt, die jedem nicht mystisch vernebelten Gehirn als abstrus und jedem, der diesen wirklichen Idealisten nicht näher kennt, als höchst verdächtig vorkommen muß. Julius Hart ist jahrelang in cherlschen Diensten, er hat den Idealismus in der Nähe gesehen. den der jüngst verstorbene Mitarbeiter des„Tages" Schönhoff nur mit nicht wiederzugebenden altbayerischen Worten charakterisierte, und trotzdem verherrlicht er.das besondere originale Wesen",„daS Empörerische",„die Fülle neuer Anregungen und Umwertungen". „das ideale Ziel" Scherlscher Vestrebung. Er spricht vom„Beifall vieler Besten", den Scherlsche Unternehmungen gesunden. Er wird ein verzückter Schwärmer, ein Anbetender, wenn er schreibt: «Die Scherlsche Bibliothek will zunächst dem einfachen Leser Lust und Neigung mache». Lust I Neigung I Mit diesem Worte tritt zum ersten Male das ästhetische Erziehungsideal in die Weltgeschichte ein." Wenn das kein Idealismus istl Doch es gibt eine Eni- (Huldigung für Hart, er scheint einer der Väter der Idee zu sein, die Scherl ins Praktische übersetzt hat. Er liebt sein Kind, auch wenn es sich im Scherlschcn Getriebe in einen abscheulichen Wechsel- balg verwandelt bat. Es hat jeder daS Recht aus seine eigne Narr- hcit. Auch Herr Hart. Aber wenn seine Paradoxe als kapitalistische Methoden geistiger Massenvergistung unter seinem Segen realisiert werden, so wird er das harte Wort hören müssen, daß er sich zum Mit- Schuldigen einer vollsverwnstenden Spekulation macht. Und daß eine Verstiegenheit hier mehr Unheil anrichten könnte, als in seinen früheren Utopistereicn. Von den weltbewegenden Reformideen des Schcrlschen Zwangs- leseinstituts bleiben bei schärferer Prüfung nur die Erneuerung des Umschlages, die chemische Desinfektion und die Zustellung der Bücher ins Hans als distutabel bestehen, lauter Dinge, die nicht neu sind und vor allem gegenüber der durch diesen Bildungsschacher drohenden Geschmacksverpöbelnng nicht in Frage kommen. Wir sind vor- urteilslos genug, anzunehmen, daß diese praktischen Neuerungen Scherl selber zu danken sind. Die Ehre und die Verantwortung. iir den Rest aufzukommen, scheint allein den geistvollen Herren von der Art Hart» zuzukommen. Armer Scherl! Da chartert er sich den Geist, damit er ihm das Geschäft verderbe. Arme deutsche Idealisten! Ihre einzige Gelegenheit. Gutes zu schaffen, verpfuschen ie vor lauter Geschäftsgier imd Spekulation auf die schlechtesten Instinkte in ihr Gegenteil. feTrelfftTäJe Bn5 Skier Sie VüreauelnrlHkungen gibt Sic CIMstik in diesem Jahre Auskunft. Nach ihren Einrichtungen sind die Sekretariate geteilt in solche mit festangestellten und vollbesoldeten Sekretären und in solche, die im Nebenamt verwaltet werden. In 76 Sekretariaten mit vollbesoldeten Sekretären sind IIS Be- amte und Hilfsarbeiter tätig. Für 116 Angestellte sind die Jahres- gehälter angegeben und es hatten von diesen im Berichtsjahre 31 weniger als 2660 M., 47 Angestellte 2000 bis 2400 Ml und 32 Angestellte mehr als 2400 M. Jahresgehalt. Das höchste Gehalt be- trug 3000 M. Die tägliche Arbeitszeit in den Sekretariaten be- trägt meistens 8 Stunden, doch kommt vereinzelt auch zehnstündige Arbeitszeit vor. 22 Sekretariate sind auch Sonntags für das Publikum geöffnet und beträgt die Bureauzeit an Sonntagen zwischen 1 und 3 Stunden. Erholungsferien erhalten die An- gestellten in allen Sekretariaten mit Ausnahme derjenigen in Kassel, Gotha, Landeshut und Minden. Die Sekretariate in Krefeld. Dortmund, Frankfurt, Königsberg und München ge- währen ihren Angestellten jährlich 3 Wochen Ferien, 12 Sekre- tariate dagegen nur eine Woche. Alle übrigen gewähren 14 Tage Ferien. Auster den von den freien Gewerkschaften mit Unter- stützung der Partei unterhaltenen Arbeitersekretariaten und Aus- kunftstellen bestehen in Deutschland noch eine ganze Reihe gegne- rischer Unternehmungen, die angeblich dieselben Zwecke verfolgen, bei Lichte betrachtet jedoch mehr oder weniger der Bekämpfung der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie dienen. So bezeichnen einige der christlichen Arbeitersekretariate als ihre Hauptaufgabe„Bekämpfung der Sozialdemokratie" oder„die Ge- winnung von Mitgliedern für die Idee des Verbandes katholischer Arbeitervereine". Auch die kommunalen Auskunftstellen und Sekre- tariate, deren Unterhaltung aus Mitteln der Steuerzahler be- stritten wird, stellen sich im wesentlichen als Einrichtungen dar, die zur Pflege des Patriotismus und der Bekämpfung des Sozia- lismus unterhalten werden. Demgegenüber müssen unsere Sekre- tariate nach Möglichkeit unterstützt und deren Zahl noch recht be- deutend erhöht werden. Partei und Gewerkschaften können auf diesem Gebiete gemeinschaftlich wie kaum auf einem anderen mit Erfolg tätig sein.__ Die tarifverhandlungen der Glater. Am Sonnabend abend begannen im Gewerbegericht die Ver- Handlungen über einen Tarif im Glasergewerbe. Die Lohn- und Schlichtungskommission trat unter dem Vorsitz von Dr. Prerauer zusammen. Die Arbeitnehmer waren durch die Ortsverwal- tung des Zentralverbandes vertreten. Vom Arbeit- geberbund der Glasereien und verwandter Be- rufe waren vier Vertreter erschienen. Die Unternehmer hatten den Vertrag am 1. Mai zum 1. August gekündigt, und die Arbeiter erwarteten nun, die Wünsche der Unternehmer kennen zu lernen; diese aber weigerten sich, mit Vorschlägen hervorzutreten, bis sie über den Standpunkt der Arbeitnehmer Aufschlust erhielten! Nach einer kurzen Sonderberatung erklärten diese, auf Grund des alten Vertrages in die Verhandlungen eintreten zu wollen. Jetzt unterbreiteten die Arbeitgeber ihre Vorschläge.— Die wichtigsten sind: Im§ 1 des Vertrages wird nur festgesetzt, dast die normale Arbeitszeit 9 Stunden, an Sonnabenden 8 Stunden beträgt; alles übrige wird gestrichen.— Z 2 lautet: Der Lohn beträgt pro Stunde 70 Pf. bei wöchentlich SSstündiger Arbeitszeit. Nicht selb- ständig arbeitende sowie junge Gesellen in den ersten zwei Jahren nach beendeter Lehrzeit erhalten je nach Leistung pro Stunde 50 bis 60 Pf. Als Maststab für den geringeren Lohnsatz gilt dabei namentlich, dast jemand 20 Quadratmeter bei normaler Ar- beit�äglich dauernd nicht zu leisten imstande ist. lieber stunden sowie Nachtarbeit und Arbeit an gesetzlichen Feiertagen werden mit 25 Proz Aufschlag bezahlt. Der Lohn wird nur für die wirklich geleistete Arbeitszeit gezahlt. Akkordarbeit ist zulässig, die Akkordpreise unterliegen der freien Bereinbarung. § 3 schließt die Kündigung beiderseits sowie Mastrege- lungen aus. 8 4 bestimmt, dast bei Montage austerhalb Fahrgeld 3. Klasse zu ersetzen, die Fahrzeit als Arbeitszeit nach den Lohn- sätzen zu beoechnen und pro Tag von 3 M. aufwärts bei Ueber- nachten zu zahlen ist. 8 5 will den Jnnungsnachweis wieder eröffnen und den paritätischen auflösen! 8 6 handelt von den Schutzbestimmunge» für die Arbeiter. ß 7 bestimmt, daß als Geltungsbereich des Vertrages der im Tarifvertrage für das Baugewerbe Grost-Berlins festgesetzte Geltungs- bereich mastgebend sein soll. 8 8 setzt die Dauer des Vertrages und die AuSführungS- bestimmungen fest. Der Vertrag soll biS zum 31. März 1S10 gelten. Gegen diese neue Geltungsdauer wandte sich sofort der Vorsitzende Jahn vom Zentralverband, während Salo monis von der Arbeitgeberseite ebenso energisch betonte, daß an diesem Datum unter allen Umständen festgehalten werden müßte, denn man sei in diesem Falle durch andere Verträge gebunden! Ebenso unbedingt müßten die Arbeitgeber an der Akkordarbeit festhalten. In diesen zwei Punkten könnten sie keinerlei Konzessionen machen. Dem Anraten des Vorsitzenden Dr. Prerauer, den paritäti- schen Arbeitsnachweis bestehen zu lassen, schienen die Vertreter der Arbeitgeber zugänglich zu sein. Der Vorsitzende, als Obmann im Kuratorium für den Arbeitsnachweis, betonte, daß seit dem 5. März 1907 nicht eine Beschwerde über den Arbeits- Nachweis eingelaufen sei und daher gar kein Grund bestehe, ihn auf- zulösen. Ueber die genannten hauptsächlichen Differenzen entspann sich eine Debatte, in der die Arbeitnehmer die Akkordarbeit sowohl als auch den geringeren Lohnsatz von 50 bis 60 Pfennig und die Forderung einer Mindestleistung scharf bekämpften. Man kam schließlich überein, erst die Mitglieder des Zentral- Verbandes der Glaser, der am Montag eine Versammlung abhalten wird, zu hören und dann den Vertretern der Arbeitnehmer Bescheid zugehen zu lassen.— Innerhalb der nächsten 14 Tage wird eine weitere Sitzung einberufen werden, um die Verhandlungen fortzusetzen._ Sozialem Die 16 verschiedenen Sachsenhikuselk. Ein Expeditionsfehler mit etwas tragikomischen Konsequenzen beschäftigte am Freitag die fünfte Kammer des Kaufmanns- g e r i ch t s. Der Urheber des Fehlers stand dort als Kläger gegen die Schulutensilienfabrik von Katz u. Co. Er hatte eine Sendung Schulbänke nach Sachsenhausen ohne weitere nähere Angabe ab- geschickt, und die Bahnspedition hatte sich von den 16 Städten im Deutschen Reiche, die alle auf diesen Namen getauft sind, das be- tannteste Sachsenhausen, das bei Frankfurt a. M., ausgesucht und das Frachtgut dorthin expediert. Dieser Fehler hatte recht unan- genehme Folgen. Die Bänke waren nämlich für das Schulhaus in Sachsenhausen in der Mark bestimmt, und während die Sendung auf der Bahnspedition bei Frankfurt a. M. als unbestellbar lagerte, hatten die Märkisch-Sachsenhäufer Schulkinder keine Bänke zum Sitze» und die Schule konnte infolgedessen nicht eröffnet werden. Der Fabrikant K. entliest wegen dieses Vorfalls den Expedienten ohne Jnnehaltung der Kündigungsfrist. Wie er in der Verhandlung Ausführte tomm oustpr dsn ldutrch Frachtjpefeo«hskstsndkveo direkten Schäden von zirka 80 M. auch noch der gköße indirekte Schaden hinzu, den er als Lieferant erleide. Angesichts eines Fehlers, der solche Konsequenzen nach sich zog, sei es sehr wohl möglich, daß die Behörden ihm in Zukunft die Lieferungen ent- ziehen. Auf die Frage eines Beisitzers, ob auf dem betreffenden Kommissionszettel„Sachsenhausen in der Mark" gestanden hätte, vermochte sich der Beklagte nicht zu äußern. Das Kaufmannsgericht entschied dahingehend, daß ein Ent- lassungsgrund aus dem allerdings sehr bedauerlichen Versehen auf keinen Fall hergeleitet werden könne, da Kläger nicht in böser Absicht die ungenaue Angabe gemacht habe. Schadenersatz mutzte der Kläger allerdings in Höhe des tatsächlich eingetretenen Ver- lustes leisten, jedoch nur dann, wenn auf dem Bestellzettel, nach welchem Kläger die Expedition ausgeführt hat, deutlich„Sachsen- hausen in der Mark" gestanden hat. Fehle dieser Zusatz, so habe der Reisende, der den Auftrag überschrieb, den Hauptfehler ge- macht, und diesem liege dann der Ersatz des Schadens ob. Hua Induftrie und F)andel. Die Eisennot. Nicht die Not an Eisen ists, was die Eisenindustrie drückt, sondern der Mangel an Nachfrage. In Zeiten guter Konjunktur, wenn Eisen stark begehrt wird, ziehen die Preise an. Da sind die Eisenherren gar rasch bei der Hand. Viel längsamer entschließen sie sich zu einer Herabsetzung der Preise. Mit aller Kraft halten sie die Fahne des Profits hoch, viel standhafter als ihre sonstigen — politischen— Grundsätze. Jetzt sind auch die Ocsterreicher darangegangen, die Preise für Stabfassoneisen sowie für Grobbleche zu ermäßigen. Nicht weil der Jnlandskonsum so schlecht wäre; aber die Konkurrenz der deutschen Werke ist ein« so übermächtige ge- worden, dast die österreichischen nicht länger widerstehen konnten. Im ersten Quartal d. I. sind 562 773 Meterzentner Roheisen und Halbfabrikate aus Deutschland nach Oesterreich ausgeführt worden gegenüber einem Quantum von 130 816 Meterzentnern in der gleichen Periode des Vorjahres. Da der Export im März 174 633 Meterzentner betrug, war er in diesem Monat allein um rund 14 000 Meterzentner größer als im ganzen Jahre 1907! Für die deutschen Werke war es bei den lohnenden Preisen in Oester- reich-Ungarn bequemer, hier einen neuen Absatz zu suchen als in den Balkanländern, wo infolge einer starken Konkurrenz die Preise sehr zurückgegangen sind. Was haben jetzt die österreichischen Eisen- Magnaten von den hohen Schutzzöllen, mit deren Hülfe sie ihre Landsleute brandschatzen? Sie müssen den Profit mit den reichs- deutschen„Berufsgenossen" teilen. Die deutschen Lieferanten haben bei gewöhnlichem Stabeisen einen Zoll von 6 Kronen, bei fassonniertem Eisen von 7 Kronen und bei Jngots von 3,40 Kronen nebst Frachtspesen zu tragen. Ob sie den Zoll auch jetzt, nach der Preisermäßigung des österreichischen Kartells, werden tragen können, das wird man ja noch sehen. Wenn die Verhältnisse in Deutschland sich weiter verschlechtern sollten, wozu alle Aussicht vor- handen ist, werden die deutschen Werke nochmals den Ansturm gegen die österreichischen versuchen. Der Konkurrenzkampf wird jedenfalls noch geraume Zeit andauern. Feiertage in der englischen Textilindustrie. AuS London wird unterm 15. Mai gemeldet: In der heutigen Versammlung des Vereins der Baumwollspinnereibesitzer beschlossen die Spinner, die amerikanische Baumwolle verarbeiten, ihre Spinnereien sür die ganze Pfingstwoche und in den folgenden vier Wochen Montags und Sonnabends zu schließen. Die Verarbeiter ägyptischer Baumwolle verschoben ihre Entscheidung bis nach der Konferenz, die im nächsten Monat in Wien stattfinden soll. Syndizierung im oberschlesischen Grubenholzhanbel. Die Erubenholzfirmen in Oberschlesien haben sich im März d. I. unter dem Namen„Wirtschaftlicher Verband oberschlesischer Gruben- Hölzhändler" zu dem Zweck zusammengeschlossen, Einheitspreise durchzusetzen und die auswärtige Konkurrenz zu bekämpfen. Der Verband schritt auch sofort zur Gründung einer Gesellschaft„Holz- Handel, E. G. m. b. H.", deren- Zweck der Einkauf und Verkauf von Holz für Gruben- und Hüttenbedarf sowie für verwandte Zwecke bildet. Diese Gesellschaft muß von sämtlichen Holzangeboten der Mitglieder innerhalb des ganzen Regierungsbezirkes Oppeln sowie im Waldenburger Jndustriebezirk f!Pe Mehrzahl der dortigen Holzfirmen gehört dem Verbände ebenfalls an) in Kenntnis gesetzt werden und hat das Genehmigungsrecht. Die Gesellschaft beab- sichtigt, den gesamten Grubenholzhandel in Oberschlesien und Waldenburg in die Hand zu nehmen und die Bestellungen der Ab- nehmer an die kartellierten Firmen nach Mastgabe der Leistungs- fähigkeit zur Lieferung zu vergeben. flue der frauenbcwegung. Fraueninteresse und Landtagswahl. Die völlige politische Rechtlosigkeit, die die Reichsverfassung über die Frau verhängt, trifft sie in Preußen mit doppelter Wucht. Die politische Rechtloserklärung ist eine Schmach für die Frau, aber die Proletarierfrau ist gewiß, daß im Reichstage wenigstens Männer ihrer Klasse sitzen, die ihre Nöte und Wünsche kennen, die ihre Rechte zu vertreten wissen. In Preußen, dem größten deutschen Bundesstaate mit drei Fünfteln der deutschen Bevölkerung, sitzt auch nicht ein einziger wirklicher Arbeitervertreter, nicht ein ein- zigcr Sozialdemokrat, nicht ein einziger Angehöriger der Partei, die bereit und befähigt ist, sich des weiblichen Teils der Arbeiter- klaffe anzunehmen. Ist im Reiche die Arbeiterfrau völlig rechtlos, so ist sie in Preußen dazu völlig hilflos. Der Weg zur Gleich- berechtigung der Frau geht über die Trümmer des preußischen Systems! Preußens Einfluß reicht weit über die schwarzweißen Pfähle hinaus, er füllt erdrückend des Reiches Grenzen. Die Frau, die politisch zu denken gelernt hat, muß mit doppeltem Eifer und doppelter Entschiedenheit Anteil nehmen an den Dingen, die mit der preußischen Landtagswahl und der preußischen Wahlrechts- frage zusammenhängen. Jedenfalls wird für die Frau, die Mutter ihrer Kinder, kein Zweifel über die Wichtigkeit des ErziehungSwescnS bestehen. Diese wichtige Frage ruht in Preußen, d. h. für 37 Millionen Menschen, in den Händen der Volks- und bildungsfeindlichsten Gesellschaft. Merkt Euch, Ihr Arbeiterfrauen: nicht Ihr, Nicht Eure Männer haben mit zu reden über die Art, wie Eure Kinder erzogen werden sollen, sondern das tut eine Handvoll Vertreter der Junkerschaft, das tun Leute, die nie mit dem Volke in Fühlung gestanden haben, die die Aufgabe der Schule für erfüllt halten, wenn sie aus Euren Kindern eifrige Hurraschreier und Kirchengänger, geduldige Acker- knechte und zufriedene Fabrikarbeiter gemacht hat. Und wie das Erziehungswesen, so liegt auch das G e s u n d- heitswesen in den Händen der einzelstaatlichen Gesetzgebung und Verwaltung. Ihr Frauen, die Ihr die Kinder zur Welt bringt, die Ihr an der Wiege Eurer Kleinen wacht, die Ihr für sie zu sorgen habt, bis sie selbständig ins Leben treten,— auch Ihr habt hier samt Euren Männern nichts zu sagen. Ihr müßt ge- duldig hinnehmen, daß man Euch und Eure Kinder in Löcher ein- pfercht, die man Wohnungen, die man„Familienhcim" nennt und die in Wirklichkeit nur Brutstätten für Krankheiten und Siechtum sind; Ihr müßt zusehen,'daß Euch jedes vierte, jedes dritte, ja unter Umständen jedes zweite Kind im zartesten Alter dahinstirbt. Sterben doch in Deutschland jährlich 400 000 Kinder unter einem Jahre als Opfer mangelnder Nahrung, mangelnder Luft und mangelnder Fürsorge. Das sind zwei Fragen, die die Arbeiterfrauen besonder? an- gehen. Daneben gibt es noch zahlreiche Einzelheiten der preußi- schen Gesetzgebung, an denen die Proletarierfrau beteiligt ist, die sich aber solange ihrer Einwirkung entziehen, bis die Rechtlosigkeit der Arbeiterklasse in Preußen aufhört. Soll hier Wandel geschafft werden, dann hat die Arbeiterftau mit einzutreten in die Reihe du: Kämpf«: gegen dieses fluchwürdige System/ dgnn HB sie bei der bevorstehenden Landkagswahl mit allen Kräften einzustehen für den Sieg der Sozialdemokratie, der Partei aller Entrechteten und Bedrückten ohne Unterschied des Geschlechts. Je besser die Sozialdemokratie in Preußen bei der nächsten Landtagswahl abschneidet, desto besser für die preußische Wahl- recht-:form, desto besser für die Sache der weiblichen Gleichberech» tigung, deren ärgster Feind die junkerliche Reaktion in Preußen ist. Arbeiterfrauen in Preußen, rüstet zum Wachlrechtskampf. Ihr kämpft für Eure Kinder» kämpft für ein gesünderes, gebildeteres Ge- schlecht, Ihr kämpft für Eure Freiheit, Euer Recht!_ Steglitz. Anmeldungen für den„Allgemeinen sozial- demokratischen Wahlverein" werden für Steglitz entgegengenommen bei Frau Zander, Schützenstr. 40,— nicht bei Frau Dräger. wie im früheren Adressenverzeichnis angegeben ist. Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Freitag, den 22. Mai, 8 Uhr, bei Fröbel, Schönhauser Allee 148. Versammlung des„Allgemeinen sozialdemokra- tischen Wahlvereins". Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Berlin. Jugendabteilung. Heute Sonntag von 5 Uhr ab Zu« sammenkunft im Gewerkschaftshaus. Gäste willkommen. Lichtenberg. Montag, den 18. Mai, 81� Uhr, im„Schwarzen Adler, Jnh. Gebrüder Arnhold, Frankfurter Chaussee 5, Vor- trag. Herr Stürmer:„Die Behandlung und die Interessen des weiblichen Proletariats." Friedrichshagen. Montag, den 18. Mai, 9 Uhr, im Restaurant Wilhelmsbad, Seestr. 45, Vortrag. Genosse Emil DiUmer: „Die preußische Volksschule und die Frauen." Pankow. Diensrag, den 19. Mai, bei Grostkurt, öffentliche Ver« sammlung. Vortrag. Genossin Regina Friedländer:»Die Landtagswahlen." Treptow-Baumschulenweg. Dienstag, den 19. Mai, 816 Uhr, bei Christ, Marienthalerstraße-Ecke Ernststraste, Bortrag:„Arbeit und Ehe."_ Berichts-Zeitung Der Hungerkünstler ein Betrüger? Der„Frankfurter Zeitung" entnehmen wir, daß dieser Tage in Barmen der Hungerkünstler Sacco von der Anklage des Betrugs von der Strafkammer, nachdem ihn zuerst das Schöffengericht in eine Geldstrafe von 500 M. genommen hatte, kostenlos freige- sprochen wurde. Sacco produzierte sich im November v. I. im Thaliatheater als Hungerkünstler und hatte sich vertraglich zu einer 46tägigen Hungerkur verpflichtet. Er wurde nun in einer Nacht dabei erwischt, daß er sich von seinem Wächter, einem Beamten der Wach- und Schliestgesellschaft, Bonbons, die aus einem der um- stehenden Stollwerlschen Automaten herrührten, in seinen Käfig stecken ließ. Er verzehrte sie auch, jedoch, wie er sagt, nur deshalb, weil er der Meinung gewesen sei, sie seien ein gutes Mittel gegen seinen Husten, den er sich infolge mangelnder Fürsorge der Direk- tion zugezogen gehabt habe. Aus dem Bericht ist nicht zu entnehmen, ob da? Gericht seinen Freispruch die vom Angeklagten angeführten Einwendungen zu- gründe gelegt hat. Wir glauben in der Annahme nicht fehl zu greifen, daß es aus anderen Gründen zu der durchaus berechtigten Freisprechung gelangt ist: ein Hungervertrag verstöht gegen die guten Sitten und ist deshalb ungültig. Wegen betrügerischer Nicht- einhaltung solchen Vertrages u. dgl. kann ebensowenig wie wegen Vorspiegelungen aus Anlaß eines Vertrages zur Begehung von Verbrechen eine berechtigte Anklage wegen Betrugs erhoben werden. Verträge gegen Strafverbote oder gegen die guten Sitten bilden kein zu schützendes Rechtsgut, das ist ständige Praxis des Reichs- gerichts. Daher durfte Sacco, selbst wenn er dem unmoralischen Vertrag zuwider täglich sich satt gegessen hätte, nicht wegen Be- trugcs bestraft werden. Wann endlich werden Staatsanwälte durch- weg die Erkenntnis erlangt haben, daß der Buchstabe des Gesetzes' allein töte, und daß unmoralische, gegen die guten Sitten ver« stoßende oder strafbare Verträge auch dann jeglichen Rechts- schutzes in einer halbwegs verständigen Rechtsordnung entbehren müssen, wenn die Produktion von Hungerkünstlern und ähnlicher Unsinnigkeiten die erschlafften Nerven satter Zuschauer kitzeln sollte? Rechtsnormen sind nicht ihrer selbst willen, sondern zur Erhaltung einer Rechtsordnung da. Die Rechtsordnung kann ihre Normen nicht dazu mißbrauchen lassen, um gegen ihre Grundlage — und dazu sollen ja die guten Sitten gehören— zu fehlen. Oder gehört die Gewöhnung ans Hungern zur bestehenden Ge- sellschaftsordnung, ist gar eine Grundlage derselben? Die An- klagebehörde täte gut, diese Frage eingehend darzulegen. Nachdruck von Gerichtsberichten. Der zur Manie ausgewachsenen Sucht einer Anzahl Bericht- erstatter, jedwede Benutzung ihrer Berichte als Nachdruck zu be- trachten und der diesem Wunsche entgegenkommenden Neigung mancher Landgerichte hat das Reichsgericht wiederholt einen Dämpfer aufsetzen müssen. Wie erinnern an den Versuch, den Theaterzettel der Königlichen Theater als geistige, wissenschaftliche, vor Nachdruck geschützte Leistung hinzustellen. Einer ähnlichen Konstruktion des Nachdrucks, die den Schutz des geistigen Eigen- tums und dies selbst zur Karikatur verzerrt, trat am Freitag das Reichsgericht entgegen. Vom Landgericht Mitte ll in Berlin, ist am 26. Februar der Schriftsteller Hellmut von Gerlach wegen Nachdrucks zu 30 M. Geldstrafe und einer an den Nebenkläger Schriftsteller I. Frankel zu zahlenden Buße von 30 M. verurteilt worden. Ein früheres Urteil war auf seine Revision vom Reichsgerichte aufge- hoben worden. Der Angeklagte hatte einen übersichtlichen Bericht über eine Kammergerichtsverhandlung betr. das preußische Ver- einsgesetz, den Herr Fränkel im„Berliner Tageblatt" veröffent- licht hatte, wörtlich in der„Berliner Zeitung" abgedruckt, indem er ihn zum Gegenstand eines besonderen Artikels mit Einleitung usw. machte. Das Gericht hat angenommen, daß der Artikel des Herrn Fränkel eine Ausarbeitung wissenschaftlichen Inhaltes ist, weil er den Sachverhalt in übersichtlicher Weise darstellt und das wesentliche kurz zusammenfaßt, so daß der Inhalt für das Publi- kum leicht verständlich ist.— In der Revisionsverhandlung gegen das zweite Urteil vor dem Reichsgerichte bezeichnet der Reichsan- walt die Angriffe gegen die Feststellung, daß eine Ausarbeitung wissenschaftlichen Inhalts vorliegt, als für die Revisionsinstanz bindend, hielt aber eine Verfehlung des Urteils gegen 819»2 des Gesetzes betr. das Urheberrecht für vorliegend. Zulässig ist nach§ 18,2 der Nachdruck, wenn einzelne Aufsätze von geringem Umfang.. in eine selbständige, wissenschaftliche Arbeit aufgenommen werden. Das Gericht hat nun im Urteile erklärt, da die Ausarbeitung des Herrn Fränkel zweifellos als eine solche wissenschaftlichen In- Halts anzusehen sei, habe es eines Eingehens auf 8 19, 2 nicht be- dürft. Der Neichsanwalt bezeichnete diese Ansicht als irrig. Das Gericht hätte prüfen müssen, ob der Artikel des Herrn Fränkel im Verhältnis zu der wissenschaftlichen Arbeit des Herrn von Gerlach einen geringen Umfang hatte.— Das Reichsgericht trat diesen Ausführungen bei, hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Zum Gerichtskampf gegen den Antimilitarismus. Bekanntlich hatte das Landgericht Berlin I den anarchistischen Redakteur, Former Rudolf Oe st reich, gegen den das Reichs- gericht unlängst das dem Rechtsempfinden widerstreitende Urteil von 3 Jahren Zuchthaus wegen vermeintlichen Hochverrats erlassen hat, am 19. Februar wegen Verstoßes gegen 8s 110. III, 1-13 des Strafgesetzbuches zu der enorm hohen Strafe von einem Jahr« sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Oestreich soll in Gemeinschaft mit dem verstorbenen Anarchisten Hermann Schmidt die deutsche Uebersetzung der von Domela Nieuwenhuis verfaßten Schrift, Krieg dem Kriege, verbreitet und damit Perjonen des Soldatenstgndes zum Ungehorsam gegen die Vefehle der Oberen angereizt haben.=- Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht am Frei- tag das Urteil auf und verwies die Sache zur Festsetzung einer anderen Strafe an das Landgericht zurück, weil nicht aus dem Ur- teile ersichtlich ist, nach welchem Paragraphen die Strafe festgesetzt U't.—_ Eine Rabenmutter. Ihren achtjährigen Stiefsohn hatte die Frau Johanna Thhes aus Wilmersdorf in bestialer Weise systematisch verprügelt, hungern lassen und drangsaliert. Sie hatte sich deshalb gestern vor der Strafkammer des Landgerichts III zu verantworten. Ein Hausbewohner, der das Jammergeschrei des Knaben nicht mehr mit anhören konnte, ging am 23. November zu der Angeklagten und stellte ihr vor, da st sie den Knaben ja zum Idioten machen müsse, wenn sie fortfahre, ihn in so barbarischer Weise zu verprügeln. Er erhielt die Antwort, daß der Junge verlogen sei und das; sie gar nicht nötig habe, über ihre Erziehung ihres Stiefsohnes dem Nachbar Rechenschaft abzulegen. Nun ging der Beschwerdeführer zur Polizei. Und die Folge war, daß das Kind der Zehlendorfer Erziehungsanstalt überwiesen und die Anklage erhoben wurde. Der Kreisarzt, Medizinalrat v. K o b h l e tz k i, hat den Knaben untersucht und bekundete, daß er an dessen Körper, der einen übermäßig vernachlässigten©indruck machte, zahlreiche lange rote Striemen, die vom Schlagen mit dem Rohrstock her- rührten, und außerdem zahlreiche, wohl auf Faustschläge und Püffe hindeutende blaue Flecke, Blutbeulen und an dem einen Arm einen ein Markstück großen Fleck feststellen konnte. Der Sachverständige erklärte auf Befragen, daß er die Behandlung, die die Frau dem jetzt in der Anstalt ausblühenden Knaben an- gedeihen ließ, als eine das Leben gefährdende bezeichnen müsse. Die Angeklagte erklärte die gegen sie erhobenen Vorwürfe für gänzlich unberechtigt, sie konnte aber damit die eidlichen Bekun- düngen der Zeugen nicht aus der Welt schaffen. Auffallender- weise machte der Junge selbst keine ungünstige Aussage gegen die Angeklagte; es wurde aber festgestellt, daß ihn die Eltern am ersten Osterfeicrtage in der Anstalt besucht, mit ihm über sein Erscheinen vor Gericht gesprochen und ihm eine Mark ge- schenkt hatten.— Der Staatsanwalt führte aus, daß die Ange- klagte das Zllchtigungsrecht in ganz unglaublicher Weise über- schritten und sich an dem ihr anvertrauten kleinen Knaben so arg versündigt habe, daß eine strenge Bestrafung durchaus geboten erscheine. Er beantragte Vß Jahre Gefängnis und sofortige Ver- Haftung. Das Urteil des Gerichts lautete auf sechs Monate Ge- fängnis._ Totalausverkauf. 50Ö Mark Geldstrafe und 100 Mark an den Nebenkläger zu zahlende Buße und Veröffentlichung des Urteiltenors sind dem Kaufmann Markus Siißkind» bisherigen Inhaber der Konfektions- sirma„Blitz", vom Schöffengericht Berlin-Mitte wegen unlauteren Wettbewerbes in einer gestern stattgefundenen Verhandlung auf- erlegt worden. Die Anklage war von der Staatsanwaltschaft im öffentlichen Interesse erhoben worden, weil Süßkind„Blitz" in hiesigen Tagesblättern in den Jahren ISOS, 1906 und 1907 Totalausverkäufe ankündigte und außerdem Kleidungsstücke als Kamm- garn bezeichnete, die bpt gerichtliche Sachverständige als aus Baumwolle bestehend erklärte. Das Schöffengericht erblickte in der fortwährenden Ankündigung von„Totalausveriäufen" und in der Bezeichnung„Kammgarn" für baumwollene Bekleidung Hand- lungen, die gegen das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wett- bewerbes verstoßen, imd erkannte wie oben erwähnt. Die Ent- scheidung stimmt mit einer zutreffenden Auslegung des Wett- hewerbgesetzes auch nach Ansicht des Reichsgerichts überein. Un- erfindlich ist, weshalb in dem Fall, in dem wieberholt Total- auSverkauf angekündigt wurde, nicht auch Anklage wegen Be- truges erhoben wurde. Bneffeaften der Redahtion. Sie Inrilrisch- Cvrech stunde finde» Liudenstrahe Nr. S, zweiter Hof, dritter Eingang, biet Treppen, B®~ Fahrstuhl wo»entäglich abend# von 7*1, bl#»>/, Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Eonnabend# beginnt die Ebrechftunde am 6 Uhr. Jeder Slnfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl al# Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Ebrechftunde bor. Ch. I. 8Z. 1. Die Kinder allein erben. 2. Das Geld ist Ihnen, als Vertreter Ihrer Kinder, auszuhändigen. Eventuell müßten Sie gegen den Inhaber des Nachlasses bei Gericht klagen. Die Kosten werden dem unter- liegenden Teil auferlegt. 3. Das Gericht des Nachlaßortes ist zuständig.— *. T. 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Auch ein chamais bestehender Katarrh ist überaus günstig beelnfinaat worden,»nd hatte ich nach der Sur(3 Sendungen) eine aewlohtsznnahme von 10 Pfd. zu oer zeichnen. Ich fühle mich seitdem bedeutend wobler und habe ein viel gesunderes Aussehen als früher. Angesichts dieser guten Wirkung habe ich mir vorgenommen, in jedem Jahre wenigstens 3 Sendungen zu lrinlen I ich bitte Sie hiermit gleichzeitig, mir zum Montag, dem s. d. S!., eine neue Sendung schicken zu wollen. Mit Hochachtung oAWclBe ich Ihr dankbarer � Paul Gnddat, Architekt Berlin O. 112, Niederbarnkmstr. 14, 1?. r., den 0. März IVOS. Auch In bezug auf den Stnhlgsng Ist es Jetzt besser bei mir; während der Brunnen bei anderen vielleicht mehr zum Abführen dient, war es bei mir das Gegenteil: ich mußte vordem immer viel lausen, da dte Verdauung wohl eben schlecht war. daher rührt wohl auch viel die Schwäche her. Ich kann den Brunnen nur allen ähnlich leidenden Personen sehr empfehlen, Hochachtungsvoll Frau M, Jänicke. Berlin. Matternslraße 12, den 3. November 1907. Sehr geehrter. " Wer"' ....._____err Kumbier! Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäß, daß Ihr„Berliner Slahl- biunnen" bei meinem schweren Leber- n. Galloastelnlelden wahr haft überraschende Erfolge hervorgebracht hat.— Vor jetzt etwa Jahren erlrankte ich an Gallonsteinkoilk derart, dass lob zeitweise taglich mit den grässllchsten Schmerzen verbundene heftige Rrampfarfalle bekam. Meine Farbe war erdfahl mit dunklen Schatten nnlor den Augen, dazn trat Gelbsucht hinzu, so dase das Weisse Im Auge gelb war. Bio Behandlung mehrerer Aerzte nuchotuander brachte mir keine Eilfe, nur Linderung auf kurze Zelt, auch Im Krankenhause erzielte lob solche nicht. Eine Operation sollte das einzige sein, das mir Helsen könne. Da mir aber ein sicherer Forlfall der unerträglichen Schmerzen auch nicht in Aussicht gestellt wurde, sah ich von der Operation ab und unternahm eine Kur mit Ihrem Stahibiunnen, der mir von anderen Letdensgetkhrten warm empfohlen wurde, well er ihnen grosse Erfolge gebracht hatte. Ich trank NUN 4 Monate hintereinander Ihren Stahl- brunnen, er bekam mir vorzüglich. Ich kennte wieder essen, verdsnte wieder gut, kam wieder zn Rrätten, die Schmerzen Uezaen nach, die Anfälle wurden seltener, auch weniger schwer, und nach etwa e Wochen blieben dieselben gans fort. Mein AnL- fchen wurde wieder ein gutes, nnd ich fühlte mich seitdem wohl; loh habe bin deute keine Anfälle mehr gehabt, wozu ich jedoch benierle, daß ich, um eine Wiederkehr zu oerhüten, Ihrem Rate soigend, die Kur etwa alle 2 Jahre mit 60 Flaschen wiederHoll habe. Nach diesen Erfolgen lann ich Ihren Stahlbrunnen allen ähnlich Leidenden nur warm empfehlen, und gebe Gott, daß noch recht viele leidende Menschen durch den Gebrauch desselben Ihre Gesundheit wiedererlangen wie ich. Ich habe auch in dieieu, Jahre eine Kur mit dem„Berliner Slahlbrunnen' durch- gemacht und finde wieder seine außerordentlich günstige Wirkung auch zur Kräftigung des Allgemeinbefindens bestäiigr. Ihre Ihnen sehr dankbare Frau Agnes Finster. Berlin,«hrlstburger Straße 2, den 17. Dezember 1907. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ich kann nicht umhin, Ihnen mitzuteilen, daß ich mit Ihrem Stahlbrunnen bereits nsoh 14 Tagen guten Elfolg erzielt habe, alle ärztliche Hlito war vergebens. Ich Utt seit 3 Jahren an Znokerkrankhett — hatte 75/» Prozent Zucker— seit einem Jahre an schwerer Nierenentzündung, verlor furchtbar Hlwoios. Als Ich 14 Tage Ihren Brunnen getrunken hatte(alle Tage S Flasche), war alles gehoben, nnd fühlte ich mich kräftig nnd gesund. Ich habe vielen Leuten, weiche dieselben Leiden haben. Ihren Brunnen warm empfohlen; denselben bat er ebenfalls gute Bleuste geleistet. Meine Frau litt seit Jahren an nervösen Kopfschmerzen, auch an Bhenmattsmus; sie war so matt, konnte sich nicht mehr erholen. Sie hatte viele Aerzte zn Bäte gezogen; diese haben Ihr Ja Linderung verschafft, sie aber nicht gehellt. Nun hat meine Frau zwei Monate Ihren Brunnen getrunken und Ist wieder froh und munter und hat keine Schmerzen mehr. Bas haben wir nur Ihrem Stahlhruunen zn verdanken, der Ja im Verhältnts viel billiger ist als Arzt nnd Medizin. Derzelbe kann allen leidenden Menschen nur helfen; denn der Brunnen Ist für alles g-nt. Wir sagen Ihnen, Herr Kumbier, unseren wärmsten Bank dafür, wir sind wieder fröhliche Menschen geworden. „____ Hechachtungsvoll Martin Soors und Frau. Berlin SW, Großbeerenstr. 44. den 20. Oftober 1907. _ Alle leidenden Menschen können sich persönlich bei uns erkundigen; wir haben alle 6 Wochen den Urin untersuchen lassen auf Zucker und Elwelss, aber nichts Ist mehr vorhanden— ohne Bl&t zu halten. Nochmals besten Bank. Sehr geehrter Herr! Der Wahrheit muß ich die Ehre geben und teile Ihnen ergebenst mit. dass Ich mit Ihrer Stahlbrnnnenknr sehr zufrieden bin. Ich banle bestens für die pünktliche Zusendung. Erstaunt bin Ich über den guten Ericig nnd die Wirkung, und kann allen ähnlich Magenleidendon Ihre Stahlbrnnnenknr nur anfs wärmste empfehlen. Zur Jnjcrmaticn über mein Magenleiden teile ich mit. dass Ichselt über fünf Jahren an starkem Anfktossen, Blähungen, wenig Appetit, wenig Schlaf nnd schwerem Stuhlgang gelitten habe. Erstaunt war Ich über die sofortige Wirkung; schon nach der zweitem Flasche habe Ich eine bedeutende Erleichterung empfunden, und nach dem Verbrauche von 60 Flaschen fühle loh mich wieder wie neu belebt, gekräftigt und gesund. Behandlung van 5 verschiedenen Speziaiärzle» sur Magenlranlhesten. die mit wiederholten qualvollen Magen- Untersuchungen verbunden waren, hat mir keine Besserung gebracht, trotzdem ich als sechzigjähriger Mann sehr joiide und diät lebe, Wein, Bier, Spirituosen und schwer verdauliche Speisen nicht zu mir nehme und wenig esse und trinke. Bsgsgeu hat Ihre so angenehme häusliche Stahlbrnnnenkur mir geholfen, so dass lob mich wieder vollständig wohl fühle. Ber „Berliner Btahlbrunnen" hat bei meinem Leiden wie ein Wunder gewirkt. Ich habe mich infolge Vertrauens zu Ihrem Fabrtkate ent- fchlessen, noch weitere 60 Fiaichen zu trinken, um die Wirkung zu einer um je nachhaltigeren zu machen. Mit bestem Danke Hochachtungsvoll M. Steinberg, Maler. Berlin NO, Linlenstr. 2, t, den 12. November 1997. Geehrter Herr! Auf Ihre werte Anfrage wegen meiner Krankheit kann ich Ihnen miiieileu. daß ich den Brunnen gegen Gicht, Bhcnmatlsmus. auch körperliche _.--...- jßj;,- M- h-----------------' dass loh zuletzt bald nicht mehr Imstande war, die Treppen zn steigen; loh sah gelb und fahl ans nnd hatte nachts keinen Schlaf. Weihnachten vor einem Jahre lesen wir dann von Ihrem Brunnen; mein Mann lam zu Ihnen selbst und bestellte ihn, wuaste anoh von meiner Schwester, dass er dieser vor etwa 12 Jahren gut bekommen war gegen Schrgäche nnd Blntarmm. Als Ich dann 2 Lleternngen(60 Flaschen) getrunken hatte, fühlte ich mich schon bedentend wohlor, mein Ansaeheu wurde besser, nnd ich konnte dann Im Sommer sehen wieder kleine Spaziergänge mit meiner Fnmtlie machon. Bin ja nun wlr.derso weit, dass lob melnoWirtschalt besorgen, auch seitwolse meinem Mann beim Verdienen etwas beistehen kann; cd ist sc natürlich iol ch Leiden, was man wohl nicht wieder ganz los wird. Geehrter Herr Ikumbier! Ha die Kur mit Ihrem Berliner Stahlbruuneu meiner Frau im vorigen Jahre gegen ihr chronisches Magen-, Leber- und Gallen- steinleiden so wertvolle Dienste geleistet hat, bitte ich Sie freundlichst, mir sobald wie möglich wieder zwei Kisten mit je 30 Flaschen zugehen zu lassen. Ich bin der leztenZnvcrslcht, endlich ein Mittel gefanden zn haben, welches meine Frau mit der Zelt von Ihrer langjährigen Krankheit befreien wird. Hochachtungsvoll Ihr U, Welse, FriebrtchShagen(Berliner Wasserworte), den 23. April 1S0S. Sehr geehrier Herr Kumbier! Aniwortlich Ihres werten Schreibons vom 11. d. M. bin Ich gern bereit, Ihnen die Art meinea Leidens, bei welchem mir Ihr Stahlbrnnnen so vorzügliche Blonste getan, mitzuteilen. Ich Utt an hartnäckiger Stohlverstopfong, hatte oft 4- 5 Tage lang keinen Stahlgang, dazn Koptsohmerzen und Ohrensausen, ferner litt loh an Verdannngsstörangen; beim oder vielmehr während des Essens hatte Ich kolossalen Appetit, wahren Helsshnngor, eine Stunde nach dem Essen dann furchtbare Magenbeschwerden, ein Gefühl, als wenn Ich einen helssen, schweren Stein Im Magen hätte, verbunden mit heftigem, helssom Anfstossen; dazn war der Leib in der Magengegend angeschwollen. Ferner hatte loh sehr an Schlaflosigkeit zn leiden. Schon nach dem Gebrauche von 15 Flaschen Ihres Stahl- brunnen» verspürte Ich Beszernng; nun hat mich der Gebrauch von echon 30 Flaschen wieder hergestellt, was loh Ihnen hiermit dankbar bezeugen kann, Essen und Trinken schmeckt nnd schlafen kann loh nach oehr gut. Ich werbe jede Gelegenheit wahrnehmen, Ihren Slahlbrunnen bei Kollegen und Betannlon zu empsehleu. Hochachtungsvoll Fl», NSB»oItItS, Berlin. Hohenloheflr. 5, den 21. November 1907. Sehr geehrter Herr»umbierl Üeber den bisherigen Erfolg der Kur folgendes; Ich bw sehr zufrieden. Das erste, was sich einstellte, war ein kräftiger Appetit. Kam ich sonst aus dem Dienst, vermochte ich kaum infolge der Ab- spannung zu esien. Jetzt habe ich einen wahren Heißhunger. Früher Uli ich stets su kalten Händen und Füssen; Jetzt sind Hände nnd Ffisse warm,»nd die Empffndllcbkolt gegen Wlttornngselutlüsse hat sehr nachgelassen. Dazu erfreue ich mich jetzi auch einer besseren geletlgen Frische, einer allgemeinen Kräftigung»Nd eines besseren Aussehens. Magenbeschwerden habe ich durch den Brunnen nicht gehabt; der Stuhlgang wurde gut geregelt. So kann ich mit gutem Gewisien sagen: Ihre Ver- sprechnngen haben sich erfüllt Ich habe auch schon Gelegenheit genommen, den Brunnen weiter zu empfehlen. Mich Ihnen bestens empfehlend. zeichneJhr erg. Gtt««»lfrArt,Lehret Schöneberg, den 80. Juni 10O7. Derselbe Herr schreibt auf die Bitte um Erlaubnis dazu, am Z Juli 1907: Sehr geehrter Herr! Ich gestatte Ihnen gern, meinen«urberichl zu verössentstcheit; denn das darin Gesagte sind Tatsachen. Hochachtungsvoll - O. SellTert. Sehr geehrter Herr: Ich freue mich. Ihnen mitteilen zu können, daß sich Ihr„Berliner Stahl- hmnnen", den ich bisher in drei Wiederholungen gebrauchte, so wirklich vorteilhaft bei mir bewährte, dass lob denselben einem Verwandten gegen ein Magenleiden bestens empfehlen konnte, worauf mir eine gleich gute Wirkung auch In diesem Falle gern bestätigt wird. Ich habe beim andauernden Gebrauch des Brunnens eine ganz wesentliche nnd offenbare Besserung meines durch„nervöse Magenkrankheit" sehr beeinträchtigten Allgemeinbefindens vor- spürt Gegen früher auageprägte Unlust zum Essen empfand loh bald olnen änzserzt regen Appetit; der Stoffweohf el wurde regelmässig, und in merklich wohl tuender Welse wirkte der Brunnen auch snk d.e Nierentätigkeit ein nnd schaff to mir allgemein eine seither langentbehrte Buhe In den Verdannngsorganon. Ihr Stahlbrnnnen eraobelat für mich also als da« Mittel, mir Wohlbefinden zn schaffen und zn erhalten, nnd Ich werde denselben stets gern gebrauchen. Hechachtungsvoll O. Haaenbank, 30. Slngnst 1907. O, Mirbachstr. 48. Werter Herr Kumbier I_, Sitte Sie höflichst, die 30 teeren Flaschen abholen ja lassen. Ihr Stahl- brnnnon hat mir für Blasenkatarrh sehr gute Bleuste getan, wofür loh bestens danke. Hochachtungsvoll Carl Thlolo- Berlin 0, Schreinerstr. 13, den 22. August 1907. Sehr geehrter Herr Kumbier! drängt mich, �hnen iuitzutellen, daß ___ mir Ihr„Berliner Stahlhabe; aas gezeichnete Bleuste ES brtmnen", oön dem ich SO Fl. getrunken geleistet hat. Ich bin jetzt 64 Jahre alt und leide sehen 30 Jahre an einem bösen Brenchlalkatarrh, zu dessen Heilung loh alle Jahre In vor- schiedeneu Bädern sogar 7 Winter In San Itemo In Italien war. DieS Hat ja Immer etwas geholfen; Ich wurde dann ölte? schwer trank und bekam Immer sehr schwer Lnkt. wovon ich mich jede schwer erholte. Im Herbst ISOö bekam ich nun ein schweres Asthma, io daß ich. wenn ich mich nur bückte, ketns Lnftbekemmsn konnte. Da hörte ich von Ihrem stahlbrnnnen und beschloß, damit einen Versuch zu machen. Ich kann Ihnen nun nicht genug danken für die Wirkung des» selben, denn mein Asthma Ist gänzlich gehoben, nnd loh fühle ntich nm 10 Jahre Jünger. SlugenblidTtch etwas erlältet, da ich beim Gehen sehr leicht schwitze, habe ich Schnupfen und wieder Husten, aber merkwürdig Ist. dass loh dabei gar keine Atembeschwerden und Angst bokonuno, woran Ich sonst so tnrohtbar zn leiden hatte, diesmal gar nicht, nnd der Schnepfen verliert«loh bereits wieder. Ich Tonn daher Ihren Slahlbrunnen allen ähnlich leidenden Menschen nur aufs wärmste empfehlen; mich hat derselbe Wieder jung gemacht. Zugleich bitte wieder um eine Sendung. Mit vielem Dant und hvchachtungSvcllem Gruß Ihr Schlachtenfee.Vittoriaftr. 71. d. 1. 2. o«. W. Alex, Rentler a. Eigentümer. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ich kann eS nicht unterlassen. Ihnen für die Wirkung Ihres„Berliner Stahlbrnnnon" meinen wärmsten Dank auszusprechen, denn derselbe hat gegen mein Leiden wahrhatt Wunder getan. Ich war bis zu melntm 40. LebenSiahre gesund und lebensfreh- nach dieser Zelt fing leb an zn kränkeln. Ich nahm In einem Jahre etwa 100 Pfund an Körpergewicht ab und mußte den Arzt zu Rate ziehen, welcher Barm-, Gallenstelnkollk mit Gallenblazonentzündnng feststellte. Trotz der ärztlichen Behandlung traten meine Schmerzen immer heftiger auf, es stellte steh noch Leberansohwellnng und Gelb- sacht In erhöhtem Masse ein, so dass alle Aerzte, die mtoh behandelten, zu einer Operation rieten, da diese der einzige Ausweg zu molner Wiederherstellung sei. ruf) weigerte Mich aber. Mich einer setchen zu unterwerfen, da mir die Gewißheit war, das« Ich bei meinem Schwächezustand eine nclehe nicht überstehen würde. Durch Zufall Höne ich da von Ihrem Stahlbrnnnen und dessen günstiger Wirkung auch bei Gallenstelnletden. und Ich beschloß sogleich. auch dies Mittel anzuwenden, da alle anderen sehlschlugen. Nach den ersten Flaschen jedoch zeigte sich wenig Hossnung, mein Zastand wurde so bedenklich, daß ich jede Stunde meine letzte nenne» konnte. Auf Ihr Anraten, den Stahlbrnnnen dennoch In kleinen Portionen weiter an trinken, ohne andere Mittel zu nehmen, stellte sieh denn bald günstiger Ertolg ein. der nach der 9. Flasche znsohonds bemerkbar wurde. Ber Appetit regte Sich, die Schmerzen Hessen nach, nnd nach et-va 6 Wochen fühlte loh mich so kräftig, dass loh das Bett für einige Stunden des Tages verlassen konnte. Von Tag zn Tag machte Ich dann bewnnderungswürdlge Fortschritte. so dass alle meine Bekannten und Vorwandten In Staunen versetzt worden über meine weitere schnelle Genesung. Diese habe ich nur Ihrem Staülhrunnen zu verdanken und kann denselben allen Leidenden nur aufs wärmste und anfrichtigste empfehlen. Ich werde jetzt 50 Jahre alt und werde nicht unterlassen, die Brunuenlur mit dem Slahibrunuen zu wiederholen Ich zeichne mit vielem Dank und Hochachtung ------------------------ W Berlin, Oudenarder 10. den 9. 2. O«. Frau Heisa. Sehr geehrter Herr Kumbier 'eiche mi' Heber die Kur. welche meine Frau mit Ihrem„Berliner Slahlbrunnen" vorgenommen hat, lann ich Ihnen nur Lobendes mitteilen. Meine Frau. Mitte der 40er, litt über 2 Jahre an einem überau» schweron Magen-, Barm-, Leber- nnd Qallenstelnlelden, war dabei in hohem Grade blutarm nnd fühlte Sieh stets ungemein matt. Fast andauernd hatte sie einen brennenden, bohrenden, drückenden Sehmerz Im Magen bis zum Rücken durch. Sie war zehr leicht erregbar, nnd bei dem geringsten Aerger hatte sie das Gefühl dos Vollselae mit hässllchem Anfstossen. Lnst am Leben hatte sie vollständig verloren nnd war einem Skelett ähnlich hernnterge- konunen. da sie von Speisen fast nichts mehr hol sich behielt, sondern besonders bei Kcllkanfällen galliges Erbrechen hatte. In dieser Zeit der schweren Krankheit hörte ich von Ihrem..Berliner Stahlbrnnnen", der so gute Dienste leisten sollte, und riet metner Frau, doch eine Kur damit zu versuchen. Sie wollte aber nichts davon wissen und meinte, ihr helfe doch nichts mehr.— Jetzt tat sie anderer Meinung, denn sie hat durch Ihren stahlbrnnnen Ibre Gesundheit wieder erlangt, das Leiden Ist beseitigt, sie hat wieder Fleisch am Körper, eine gesunde OeslohtEtarbe nnd hat such Ihre Lebenslust wlederer langt. Auch viele Bekannte, die auf unsere Empfehlung den Stahidrunnen getrunken bei ähnlichen Leiden, haben ebenfalls aaten Erfolg erzielt und sind darüber erlrem wie wir selbst, die wir den Stahidrunnen empfehlen halten.— Ihrem Rate folgend, wird meine Frau die Kur alle 2 Jahre wiederholen. Mit vielem Dant hochachtungsvoll und ergebend ' Rohrleger«er Slädtts'"" Ferdinand Qennrloh. Versin.«ndreasitr. 58, den 20. 2. 9«. Städtischen Llartthalle». r/a Viele weitere Originaldankschreiben ans neuerer und neuester Zeit liegen j$ur Cinsicht bereit. Trotz der allnemeineu Teuerung „MAGGIs gute, sparsame Xüche." kauft man die altbewährten und beliebten Erzeugnisse der FAAG G I-Gesellschaft überall zu den alten gleich billigen Preisen. Nan verlange ausdrücklich Maggi's Würze, Maggi'» Suppen, Maggi's Bouillon-Produkte(Gekörnte Fleischbrühe, Bouillon- Würfel, Bouillon-Kapseln), und achte genau auf den Namen MAGCrl und die Schutzmarke rKreuzstemu. Schutzmarke Kreuzstern. Verantwortlicher Redakteur.' Georg Davidsohn, Berlin. Für denJnseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u.VerlagkVorwärtSBuchdruckerei u. Verlaasanitalt Vaul Sinaer& Co.. Berlin SW. Nr. 115. 25. Jahrgang. 2. Küme Ks Jonirls" Krim Klblilult. Sonntag, 17. Mai 1908. Der Derbandstag der GastVirtsgehilfen. Leipzig, 15. Mai. Die gestern angenommene Resolution zur Verschmelzung s- frage hat folgenden Wortlaut: „Der Verbandstag erklärt sich mit den Verhandlungen, die von der Hauptverwaltung mit dem Verbände deutscher Hotel- diener gepflogen wurden, einverstanden. Die Delegierten sprechen die Erwartung aus, dag die Verschmelzung der beiden Organisationen im Jahre 1909 perfekt werde, und verpflichten die Ortsverwaltungen des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen, schon jetzt in möglichst enge Fühlung mit den Lokalverwaltungen der Hoteldicner zu treten und besonders in Fragen allgemeiner Natur nach Möglichkeit mit ihnen gemeinsam vorzugehen." In der heutigen Sitzung wurde zunächst eine innere Verbands- angelegenheit erledigt. Sodann kam ein Antrag des Zweig- Vereins der Konsumange st eilten Berlins zur Bc- ratung, der die Organisation und Agitation in dieser Branche be- trifft, in der es mit dem Stcllenschacher teils noch schlimmer als sonst im Gastwirtsgewerbe bestellt ist. So wurde angeführt, datz ein Oberkellner aus Berlin, der in einem grogcn Cafe Breslaus durch schriftliche Abmachungen mit dem Prinzipal angestellt wurde, 80 bis 100 M. Vermittlungsgebühren an den„Hausagcnten" des Geschäfts zahlen sollte. Zu diesem Punkt faßte der Verbandstag einstimmig folgenden Beschluß: „Infolge des Anschlusses der Berliner Cafeangcstcllten ist dem Verbände in erhöhtem Maße die Aufgabe gestellt, die Orga- nisation derselben in der Provinz intensiver als bisher zu be- treiben, und beauftragt deshalb der 5. Verbandstag zu Leipzig die Hauptverwaltung: I. In größeren Städten nach Möglichkeit sofort Sektionen der Cafeangestellten zu gründen; •2. haben die zurzeit bestehenden Ortsverwaliungen der bc- treffenden Städte die geplanten Gründungen in jeder Weise zu unterstützen; 3. die Ortsverwaltungen zu beauftragen, über die in ihrem Bezirk und dessen Umgebung liegenden Cafes und Konditoreien genaue Erhebungen anzustellen, insbesondere, welchen Arbeits- Nachweis l kostenlos oder gewerbsmäßig) jeder einzelne Arbeit- geber in Anspruch nimmt. Das gesammelte Material ist mög- lichst bald an die Hauptverwaltung oder an den Zweigverein der Cafeangestellten einzusenden." Bei dem Punkt Organisation und Agitation lagen von einer Reihe von Ortsverwaltungen Anträge auf An- stellung eines Gauleiters vor. Der Gauleiter Frey, der Rhein- land und Westfalen zu bearbeiten hatte, schilderte mancherlei Schwierigkeiten, die ihm hierbei entgegentraten, die zum Teil in persönlichen Reibereien der Mitglieder der meist kleinen Zahlstellen ihre Ursache hatten und die Fruchtbarkeit der Arbeit beeinträch- tigten.— Der Verbandstag kam nach ausreichender Diskussion zu der Ueberzeugung, daß die Wünsche der Ortsverwaltungen nach Gauleitern nicht mit einem Male befriedigt werden können. Auf Vorschlag von Hauptverwaltung und Ausschuß wurden folgende Resolutionen einstimmig angenommen: „Der Verbandstag ist der Ansicht, daß die Gaue nach und nach mit Gauleitern besetzt werden müssen. Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Besetzung der Posten und über die an- zustellenden Personen wird der Hauptverwaltung und dem Ausschuß überwiesen. Die Gauleiter sind als Vertreter der Haupt- Verwaltung zu betrachten und dieser verantwortlich." „Es empfiehlt sich, alle die Kollegen, die für die Posten als Gauleiter in Aussicht genommen werden, vorher auf längere Zeit im Bureau der Hauptverwaltung zu beschäftigen." „Der Perbandstag bestätigt aufs neue und ausdrücklich das Recht der Hauptverwaltung, nicht bloß die gewählten Vorstands- Mitglieder, sondern auch die angestellten, ob voll oder nur teil- weise besoldeten Beamten der Verwaltungsstellen zu bestätigen oder nicht." Aus einigen Verwaltungsstellen lagen Anträge auf Aenderung der Bestimmungen über die Gaukonferenzen vor; sie wurden jedoch alle abgelehnt, so daß wie bisher die Gaukonferenzcn alle zwei Jahre stattfinden, die Unkosten von den Ortsvcrwaltungen getragen werden, die Hauptverwaltung jedoch, wenn nötig, dazu beiträgt. Eine lange Debatte entspann sich über verschiedene Antrüge zur Abänderung der Bestimmungen über die Berbandsbeiträgc und die Krankenunterstützung. Nach dem vor zwei Jahren beschlossenen Unterstützung-- reglement wurde schon bei einem Verbandsbeitrag von 30 Pf. die Wocbe pro Tag 1 M. Krankenunterstützung auf die Dauer von 13 Wochen gezahlt, im ganzen also 91 M., die ein Mitglied er- halten konnte, wenn es mindestens 52 Wochen dem Verbände an- gehörte. Diese unverhältnismäßig hohe Unterstützungssummc ist, wie von mehreren Delegierten hervorgehoben wird, von manchen Mitgliedern unverschämt ausgenutzt worden. Daß sie gegenüber der Beitragsleistung zu hoch ist, haben, wie Frau Niedermeier ausführte, auch die Münchener organisierten Kellnerinnen ein- gesehen, die deshalb einen Antrag auf Herabsetzung der Unter- stützung-dauer stellten, sich aber ablehnend gegenüber einer Bei- tragserhöhung verhielten. Der Verbandstag beschloß, einem An- trage von Hamburg entsprechend: „Die Mitglieder, welche 40 Pf. Wochenbeitrag bezahlen, bleiben in dem Genuß der bestehenden Unterstützungscinrich- tungen; die Mitglieder, welche 30 Pf. zahlen, erhalten an Krankengeld pro Tag 75 Pf. Das Sterbegeld beträgt im Anfang 40 M., steigend jährlich um 10 M. bis zum Höchstbctrag von Delegiert. 70 M. Die bestehenden Karenzzeiten bleiben unverändert. Das Hilfspersonal und die weiblichen Mitglieder sind berechtigt, in die höhere Beitragsklasse einzutreten und dadurch die höheren Unterstützungen zu genießen." Zwei Anträge von Magdeburg und Dresden auf Einführung von Arbeitslosenunterstützung wurden der Hauptver- waltung zur Erwägung überwiesen. Eine Statutenänderung wurde sodann noch hinsichtlich der Ver- tretung der Verwaltungsstellen auf den Verbandstagen beschlossen und zwar so, daß Verwaltungsstellen mit wenigstens 20— 100 Mitgl. „ über 100— 300„ ,, 300— 600, ,, 600—1000„ 1000-1500„ „„ 1500 Mitglieder entsenden. Die Höchstzahl der von einer Ortsverwaltung zu ent« sendenden Delegierten darf 6 nicht überschreiten Bei namentlichen Abstimmungen auf den Verbandstagen soll in Zukunft die Zahl der von den Delegierten vertretenen Mit- glieder entscheidend sein. Von zwei Charlottenburger Mitgliedern lag ein Antrag vor, die dortige Verwaltungsstelle der Berliner einzuverleiben; der Ver- bandstag lehnte es jedoch ab, auf den Antrag einzugehen, weil dies als eine örtliche Angelegenheit anzusehen sei. Die Arbeiten des Verbandstages konnten nicht, wie beabsichtigt war, in der heutigen Sitzung beendet werden; man erwartet jedoch� morgen mittag fertig zu werden. Wasserstands-Nachrichten der Landesanstatt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrbureau. Wasserstand M e m e l, Tllsst Brezel, Jnstcrburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Franksurt Warthe,«chrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby . Magdeburg ')+ bedeutet Wuchs,— Fall,—') Unterpegel. CIGARETTEN Ihr Gewicht wert in Gold» trotzdem i B I ■ ■ ■ Empfehlenswerteste preiswürdigste, fertige S. Kaliski, in Jirraa 3aby. Grosstes nnd renoimiiiErlestes Spezialgeschält. Kleiststrasse 21,->m Willcnberg-Platz. Bellealliancestr. 107, Haiusches Tor. Chausseestrasse 80, an der Boyenslr. Frank furterstr. 115, an der Andreasstr Oranienstrasse 31, an der Adalbertstr. lo.§000 mit Cuninii 34.50 Beusselstr. 18, an der rurmalra-ae. I. 1. I an L Invalidenstr. 160, an der Brunnenstrasse. DOetieiepie MMM' Brunnenstrasse 92. an der Bügeners.r. fl|l||pMppH 850-90 Wagen in grosser Auswahl. Schönhauser Aiiee ns, am Ullllc i C1 UM% u.uu lv. Spandau, Uavelstrasse 20. Ifo. I036S mii Cüssiffli 22.00 Adler-Schnellnäher nähen vor- u, rückwärts. Bobbin 145 M. Schwingschiff 120 M., Langschiff 105 KL, hochelegant, versenkbar, ohne Preiserhöhung. Singer System 75 M. Ohne Anzahlung, I M. wöchentlich. Bei Barzahlung hohen Rabatt. Garantie 5 Jahre.— Stick- u. 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Nachmittags 3 lihr: 20. Abteilung: im Neuen Schaujpielhauje: Die Äralle. 11.112. Abteilung, nachmittags 3 Uhr: im Berliner Theater: Der ledige Hof. Freitag, 22. M'ai. abends 8'/, Uhr, 24.(IV.) Abteilung im IluifcN' Theater: Mutter Erde. Rene Freie Volksbühne. Nachmittags S1/. Uhr: Extravor- stellung in den.immmerjpielen: (Äygcs und sein Ring. Rachmittags 2'/. Uhr: 19. Wtei- � tung im Deutschen Theater: Was ihr wollt. Rachmiitngs 3 Uhr: 22. Abteilung im Neuen Theater: Die Semsöcr. Nachmittags 3 Uhr: 3. Abteilung (voll) und 4. Abteilung(3751 bis 4000) im Schiller-Theater O.: TraumuluS. Rachmittags 3 Uhr: 8. Zlbielümg (voll) und 9. Abteilung(8701 bis 9000) Im Friedrich. Wilhelmstädt. Schaiifpielhaus: Die Nibelungen. Nachmittags 3 Uhr: 12. Abteilung (11501—12000) und 13. Abteilung(voll) im Schiller-Thealer Charlottenburg: Das vierte Gebot. .Wachlnillags 3 Uhr: IL. Abteilung im Hebbel-Theater: Maria Magdalena. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Hopfenraths Erben Neues Abends 8 Uhr: Die Hernsöer. Montag: Der Dieb. Dienstag: Die Hcnisöer._ Kleines Theater. RachniiltagZ 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2— 5. Dienstag: 2 mal 2— 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzo.rtranin. Sonntag nachm. 3'/, Uhr, halbe Preis«: � jlie lustige WttM-a. $rift4riifrWillieM(ltisotias Schauspieliiaus. Nachm. 3 Uhr; Der gehörnte Tieg- sried. Siegfrieds Tod. Abends 6 Uhr: Frei ist der Bursch. Montag: Frei ist der Bursche Neues Operetten-Theater Schifsbaucrdamm 25, an der Lulsenstr. Heute und solgende Tage 8 Uhr: Der Mann mit de» drei Krauen. HebbeMhealer.fsl'igr Abend» 8 Uhr: Kran WarrenS Gewerbe. Dvaitia in 4 Akte» v. Bernard Shaw. I.TiIS�SpVSMsU». Nachm. 3 Uhr: I»nnno. Abends 8 Uhr: Vi« Kinn« Man«. Residenz-Tiieater. Direktion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwank in drei Akten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff-Jacoby. Luisen-Theater. Reichen berger Strasse 34. Nachmittags 3 Uhr: lut hause der Suudt. Abends 8 Uhr: Der Weg ins iterderben. Montag: Der Weg ins Verderben. MWMIM Gr. ftranksurter Sir. 132. Abends 8 Uhr: Der Kraudstifter. Gr. sensationelles AuSstattunasstü: mit Gesang und Tan, in 4 Akten. Volkstümliche Preise. HB KöpenillerStrügeLZ? Täglich 8 Uhr: 0er eovdo�. Kaslno-Theater. Lothringer Sirage 37. Täglich 3 Uhr: Der urkomische Mälzer und das erstklassige' Mai-Programm. Ter Brandstifter. Drama von H. HeijcrmanZ sr. Sonntag 4 Uhr: Ein Dorfroma». Urania. Wissenschaftlicheg Theater. Tanbonstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Niliahrt bis zum zweiten Katarakt. Montag 8 Uhr: Kairo nnd die Pyramiden. OOtOCISCHER Heute Sonntag PCffe Pf Eintritt: v r•• Kinder nnt 10 Jahren d. Hälfte. Ab nachmittags 4 Uhr: Militär-Dopp.-Konzert Morgen, sowie täglich: ♦ Großes Konzert. ♦ Metropol-Theater Zum 238. Male: Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 3 Uhr. Rauchen gestattet. 8 Uhr: Die bedeutenden Attraktionen. 9 Uhr: Die silßcn Grisetten. Operette von H. Neinhardt. 9'/. Uhr: Grete Gniins, Berlins beste Soubrette. 10 Uhr: Bert. Bcrnards Compagnie: Ein Abend in titteui atneri- kanWen Tingel-Tattget. I�eues proxramm. Otto Keutter. Grkoi'ß's iüieplinnten. Dninee Girls, Englische Gesangs- und Tanztruppe. Bklards, Akrobaten. ISngcdorns Wnndergrotte. l-ili Schreiber, Soubrette. Ferry Corwey. Musik. Clown. Guyer und Crispi, Amerikanische Excontrics. PerezoiT-Trnnpe, Jongleure. Tonne, der liund als Reiter, Equilibrist und Jongleur. Tmubo and Tainbo,�iRijar Jongleure. 1 Passage-Theater. Abends 8 Uhr: Das größte Phänomen aller Zeiten! Dr. Mekle Das Tagesgespräch Berlins! rvwvo Passage-Panoptikum. Zum ersten Male in Berlin t Die langeDora Das größte Rieienkind Gesamtlänge 2 Meter 19. :: Kunsttaucher:: deinem1 hiosoiibassin. NeapolitanischoBriganten-Kapello. Alles ohne Cxtra-Entree I Eintritt«»«.. Kinder. SaldalcnZSPf. Brunnen-Theater Badstrage 58. Direkt.: Bernd. Rose. Heute Sonntag, den 17. Mai 1903, nachmittags 3 Uhr: Keine Vorstellung. Abends 7 Uhr: Die lalfiftiuiiiijft. Nach der Vorstellung: Großer«»II. Vorverlnuf Sonnt, vorm. 10—1 Uhr. Trlanon-Tlieater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: (Seme erste Fran. •Thealer WcinbcrfBweg 1880, Resenth. Tor. «bendS 8 Uhr. Die.rÄ" Mai-Spezialifäton, (f Kleine SoRimerpreise. Im Tunnel: KONZERTE. Schiller- Schiller-Theater 0.(Wallner-Thealer). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Drnnninln». Schauspiel in 5 Mten v. Arno Holz und Oskar Jerschkc. Sonn lag, abends 8 Uhr: Der Weg znm Herzen. Lustspiel in 4 Akten v. Adoij L'Arronge. Montag, abend? 8 Uhr: Ohne Gelänt. Dienstag, abends 3 Uhr: Stein unter Steinen. Theater. Schiller-Theater Charlollenburg. Sonntag, nachnt. 3 Uhr: Das vierte Gebot. SSoUS ftütf in 4 Alten v. L. Anzengrnber. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Lustspiel in fünf Auszügen u. einem Borspiel von William Shakespeare. Montag, abends 3 Uhr: Der'Weg znm Herzen. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. CLa 51 ra' 165 Friedrichstr. 165 Ufen! Neü! Kuahenmörder Neu! Helder. 850 lebende Kolossal- Reptilien, Berliner Originale. == Täglich: Heitere Abende, 7—10 Uhr.■ W.Koaeks Theater Dtreklion: Rod. Olli. Brmmenstr. lö. Führe mtsuichtiitzlersilchililg Schauspiel in 3 Akten von Benedir. Ansang 8 Uhr. Entree 30 Ps. Nach der Vorstellung: Tann. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag b. Freitag:(öeschlossen. Tsnssouei, Kotlbuser . Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Montag, Donnerstag und Sonntag: und Tanzkräuzcheu. Zum erstenmal: Unsere Einzige. Lustspiel in 1 Akt. DaS neiirste von Berlin! Grögt. Schlager d. Saison I Beg. Sonnt.b,wochent8 U. Morgen: Gr. Gtite-Soiree. Tanz. Germsuis-Pnitfilsalö Karl Richter, — N., Chansse esfraße 110.— Heute Sonntag: Letzte grolle humoristische Salree der Otto SteMIs Ans. 7 Uhr. Ein. tritt 50 Pj. Nach. dem: Ramilien- Kränzchen. Im weihen Saale: Jeden Sonn- tag von 5 Uhr ab: l?» Holl de! stark besetztem Ul. Dali Orchester. m Iiiems Soinnicj'-Cbeatcr. — Hasenheide 13— 15.— Artist. Leilung: Bernhard Lange. Täglich: 7!* UBil SpeziaMten-Welimig. Mittwochs: Kiuberfeft. Jeden Donnerstag: Glitrtag. Gastspiel bed. Kräfte erster Bühnen. Mudigl'uketidamm 34! Amt VII, 4277 Inli.: Hermann Scholtz. Heute: asesu» Qroßer Ball. W Säle"MI von 100— 1000 Personen zn Festlichkeiten und Versammlungen 2 Kegelbahnen. Park-Restaurant oritz Uhte Kreuzbrrgstrahe 3. Sonntag: Frikassee* Huhn a 75 Ps., Gr. Mittagstisoh, kl. Preise. Reichhalt. Abend-Speisekarte. VorzUgl. Kaffee h. Kuchen. Schöner schattiger Garten. Von 5 Uhr an: Frei-Konzert, Xcnl Neu! Täglich von 8 Uhr morgens: Der Kalaner". oder:»Den lebte ii Vers noch mal!» Eintritt frei. Restaurant a. Ringbahnhot Schöneberg _ Cheruslerstr. 6. 1921b* VereinSzinimer, 50 Perf. salseiid. Bürgerlicher AtittaaStisch. Ur\ Stephan, Ä'«o. 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Hamburg, 16. Mai 1S03. Es gelangt ln Verfolg der heutigen Debatte die Gruppe Allgemeine Antrüge zur Verhandlung. Der für die Anstellung von besoldeten Beamten bestehende Be- schluß, das; Bewerber ein Jahr Mitglied der Organisation sein müssen, wird dahin abgeändert, daß es heißt:«Der Bewerber muß mindestens ein Jahr organisiert sein". Die Gaubeiträge werden einheitlich bemessen, und zwar ist von jeder verkauften vollen Beitragsmarke ein Pfennig an die Hauptkasse abzuführen. E ch i k o r r- Danzig beantragt, bei der Generalkommission dahin zu wirken, daß ein Beschluß gefaßt wird, zu welcher Orga. nisation die Arbeiter auf Holzplätzen gehören, und der Meinung Ausdruck zu geben, daß der Hafcnarbeiterverband zuständig sei. Der Antrag wird dem Vorstande als Material für eine Vor- ständekonferenz überwiesen. Zur Regelung der Beamtengehälter liegen diese Anträge vor: 1. für Bevollmächtigte in Mitgliedschaften von über 3600 Mit- gliedern: Anfangsgehalt 2666 M., jährliche Steigerung 166 W.; 2. für Bevollmächtigte in Mitgliedschaften unter 3000 Mitgliedern, Geschäftsführer und Mitgliedschaftskassierer: Anfangs- gehalt 1900 M.. jährlich steigend um 100 M.; 3. für Einkassierer(Haustassiercr) und alle sonstigen Be- amten: Anfangsgehalt 1600 M.. Steigerungssätze je 100 M. Das Höchstgehalt wird nach fünfmaliger Steigerung erreicht. Der Verbandstag erioartet von allen Mitgliedschaften, daß die Anstellung nach dieser Skala erfolgt, und bereits angestellte Lokalbeamte ihren Dienstjahren gemäß nach dieser Skala besoldet werden. Diejenigen Mitgliedschaften, die sich verpflichten, ihre Beamten nach vorstehendem Regulativ zu bezahlen, haben An- spruch auf einen Zuschuß aus der Hauptkasse bis zu einem Sechstel des zu zahlenden Gehalts. Ueber die Höhe entscheidet der Haupt- vorstand. Der Hauptvorstand wird beauftragt, einen einheitlichen An- stellungsvertrag für Lokalbeamte auszuarbeiten und den Mit- gliedschaften zur Verfügung zu stellen. Weiter wird beantragt, die Entschädigung für Lohnausfall bei allen Delegationen von 5 auf 6 M. zu erhöhen. Nach langer Debatte wird die Gehaltsskala gegen 4 Stimmen angenommen. Gegen 6 Stimmen findet folgende Gehaltsskala für die Be- amten der Hauptverwaltung Annahme: Sämtliche Verbandsbeamte, mit Ausnahme der ausschließlich für die örtlichen Verwaltungen tätigen, werden vom Hauptvor- stand und Ausschuß auf Grund dieses einheitlichen Gehaltsregu- lativs und Anstellungsvertrages angestellt: Das Gehalt beträgt pro Jahr: 1. für den Vorsitzenden: An- fangsgehalt 2S00 M., jährliche Steigerung 100 M.; 2. für den Hauptkaffierer, Redakteur und Sekretär: Anfangsgehalt 2200 M., jährliche Steigerung 100 M. Der Hauptkassierer erhält außerdem ein Mankogeld von 200 M. pro Jahr. 3. für die besoldeten Be- zirksleiter: Anfangsgehalt 2000 M., jährliche Steigerung 100 M-l 4. für Hilfsbeamte im Hauptbureau und andere für die Haupt- Verwaltung tätige Beamte: Anfangsgehalt 1800 M-, jährliche Steigerung 100 M. Das Höchstgehalt wird nach fünfmaliger Steigerung erreicht. Vorstehendes Regulativ tritt am 1. Juni 1903 mit der Maß- gäbe in Kraft, daß alle Beamte ihren Dienstjahren gemäß in die Gehaltsklasse einrücken, die nach vorstehender Skala für das betreffende Dien st jähr vorgesehen ist. In Sterbefällen wird der Witwe oder den Kindern des ver. storbenen Beamten, sofern diese das 18. Lebensjahr nicht erreicht haben, das Gehalt fiir drei Monate ausgezahlt. Als Vorsitzender wird Doering per Akklamation ein» stimmig gewählt. Die Stelle des zweiten Vorsitzenden soll ausge- schrieben werden. Wiedergewählt wird at§ Hauptkassierer He it. mann, als Sekretär Scharkowski. Der Sitz der Ausschusses bleibt in Stettin. Der nächste Verbandstag findet in Bremen statt. Damit sind die Arbeiten des Verbandstages erledigt. Paul Müller sScemannsverband) nimmt Bezug auf eine in der„Kölnischen Zeitung"(vom Freitagmorgen) enthaltene telegraphische Mitteilung über den Vcrbandstag, in der es heißt, daß der Vertreter des Seemannsverbandes sich gegen den Zu- sammenschluß erklärt habe, und daß dieser abgelehnt worden sei. Redner erklärt, daß beides unwahr sei; er sei mit aller Wärme für den Zusammenschluß eingetreten, wie auch der Verbandstag der Seeleute 1907 einstimmig für den Zusammenschluß aller Transportarbeiter votiert habe. Er und seine Berufsgenossen freuten sich aufrichtig über den erfolgten Zusammenschluß, der die Transportarbeiter dem gemeinsamen Ziele näherbringen werde. In seinem Schlußwort geißelt Doering diese Art der Be- richterstattung. Er läßt die in den Hauptpunkten einmütig ge- faßten Beschlüsse Revue passieren, die bewiesen, daß es prinzipielle Meinungsverschiedenheiten unter den Hafenarbeitern nicht gebe. Der einstimmig gefaßte Beschluß hinsichtlich des Zusammenschlusses werde gute Früchte zeitigen, werde die Aktionsfähigkeit der TranS- Portarbeiter bedeutend heben und unserem gemeinsamen Ziele näherbringen. Mit der Aufforderung, im Sinne der Beschlüsse zu handeln. und einem kräftigem Hoch auf das Gedeihen des Verbandes, wird kurz nach 5 Uhr nachmittags nach fünftägiger Dauer der Verhands- tag geschlossen. vieler junge Mensch verdirbt seine Augen mit Gewalt. Meine wohltuenden Optal-Qläser könnten ihm sein kostbares Augenlicht erhalten. Mehr als 53000 Optal-Gläser sind im täglichen Gebrauch zur vollen Zufriedenheit meiner Kunden. Sie erhalten ein Paar meiner ausgezeichneten Optal-Qläser für EINE MARK FÜNFZIG. 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Frauen bei Bernhard Raabe, Kolberger Straße 23 und bei Fritz Witte, Brunneustraße 188. Tages-Ordnung: SB6/1L* 1. Vortrag: Die Frauen und das Wahlrecht. 2. Diskussion. Referenten: Die Genossen I. Haft und I. Hildenbrandt. Zu zahlreichem Besuch laden ein Die Abteilungsfiilirer. Mach der Tersammlnng: Orts- Krankenkasse für Ober- Schöneweide. Am Dienstag, den 80. Mai, abends 6 Uhr, findet im Restaurant Starke, Siemensstrafie 5, eine Versammlung sämtlicher Kassenmitglieder und Arbeitgeber behusS Berichterstattung über den am Mai 1908 in Berlin statt gefundenen allgemeinen Kranken kassenkongreß statt. Am selben Tage findet abends 7 Uhr im obigen Lokale eine Austerordentliche General-Versammlung der VeAreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt. 274/11 Tages-Ordnnng: 1. Abänderung des§30 deS Statuts, Erhöhung der Beiträge, 2. Eventuell nochmalige Beschlußfassung über die in der vorkgen Generalversammlung beschlossenen Abänderungen, Einladungskarte legitimiert. Ober-Schöneweide, 15, Mai 1S0S. Der Borstand. E. Liesegang, Vorsitzender, H. Rodenbusch, Schristsührer. Gemütliches Beisammensein und Tanz. Zweigverem Berlin.— Sektion der Putzer. AMng! PlitzeS*! Achtung! Am Mittwoch, den 20. Mai 1908, abends 8 Uhr, finden in den bekannte» Lokalen für alle zu der Sektion der Pnher gehörenden Bezirken die statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. 134/1_ I, A,: E. Schulze. Acliiuns! Nachdem auch die Arbeitgeber-Organisation die Verträge endgültig angenommen hat, treten die« selben b'om 16. Mai an in Kraft.' Der Vertragslohn, der für Maurer und Zimmerer 75 Pf. und für BauhiUarbeiter 50 Pf. pro Stunde beträgt, muß demnach vom 16. Mai früh an auch in solchen Geschäften gezahlt werden, in denen nicht am Freitag Wochcnschlnß ist. In Fällen, wo der Arbeitgeber die Zahlung des LohneS verweigert, ersuchen wir die Mitglieder dieses dem Bureau der betreffenden Organisation melden zu wollen. Verbattdsleituttg der Maurer. Zahlstellenverwaltuttg der Zimm _ Zweigvereittsleitttttg der Batthilfsa Orts- Krankettkasse der Mkihlilliker, Optiker und derw. Gewerbe zu Berlin. Dienstag, den 20. Mai 1908, abends präzise 8 Uhr: Aufterordentliche-WH Generalversammlmig sämtlicher Vertreter in den„.Arrniuhallcn", Kommandantenslr. 58/59.* Tages-Ordnung: Beratung und Beschlußsassung über die Einführung eines Penjions- rcgulativs und Dienstvertrages der Beamten. Berlin, 10, Mai 1903. 271/12 vor Vorstand. I. N.: SR. Guts che, Vorsitzender. EttS iE U liqW. Dienstag, den 10. Mat, abends 8 Uhr, bei Raabe, Fichtestr. SS i Versammlung �WU Tages-Ordnung: i. Die ftaueu und die Laiidtagswahl. Refer-ntin: Aathllde Warm. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 9�* Gäste sehr vrillkommen.-Mg Genossinnen! Kommt zahlreich in diese Versammlung. Zeigt durch Euer Erscheinen, daß Ihr politisch reif seid und nicht ruhe» noch rasten wollt, bis das volle politische Bürgerrecht allen Staatsaugehörigen zuerkannt ist. 1/18* vor Vorstand. Dienstag, den 19. Mai 1908, abends 8'/, Uhr t Volks-Versammlung für Man litt und Lmeu im Moabiter Gesellschaftshaus, Wielefstrafte 24. Thema: 105/12* Wie erhöhen wir unsere Lebenshaltung? Referent: Genosse jjf CJ OJäM*©« Zu zahlreichem Besuch ladet ein_ Ter Eindernfer. Zentral-Kranken- u.Sterhekasse der Tiscliler Verwaltungsstelle Berlin B. Montag, den 18. Mai 1908, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engeluser 15(Saal Ql): Mitglieder-Versammhiug TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht vom ersten Quartal 1908.' 2. Wahl der OrtSVekwaNiiltfi.''" 3. Anträge zu der am 21. Juli in Dresden slaitjindendc» General« Versammlung. 4. Verschiedene Kasse» anaelegenheilen. Zahlreiches Erscheinen wünscht 184/2 Die Ortsverwaltung. Achtung! WM' Achtung! Didier Kertius und Uuigkgend! Am Dienstag, den 19. Mai 1903, nachmittags 3 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(großer Saal). Tages-Ordnung: 1. Sozialpolitik und die bevorstehende Landtagswahl. Referent: Reichstagsabgeordneter Zlolkeubutir. 2. Die geplanten Unterdrückmigs- und Mavrczelungsversuche der Berliner Bäckerinnungen durch ihre neuen Jnnungskrankenlassen. Reserent: Kollege H e tz s ch o I d. 3. Die AuS- sperrung der Bäcker, Müller und Kutscher in den Dresdener Brotjabriken. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Die Vcrbaudleitung: Engelufer 14. Fernspr. IV 23SS. Verdanck cker Lsttler. Achtung! Täsclmei*! Achtung! Dienstag, de» 19. Mai, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel»Ufer IS, Saal 1: AußttordcntlilheKrniilhcn-NttfllMliilig. > TageS-Ordnnng: der Forderungen zur Lohnbewegung. 7/2 'er« 29 GardlnenhauS Bernhard Schwarh. Wallstratze 29 (Flur-Eingang.) Gros und Detail. 29 Ortovcrwaltung Berlin. Monpg, den 18. Mai, abends 8'/, Uhr: Kombinierte Sitzung der Koutroli Kommission U der Ortsoerwaltung bei Boekcr, Weberstraste 17. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8'/, Uhr: General-Versammluug bei Freyer, KoPPenstraste Nr. 29. TagcS, Ordnung: Kassenbericht, Bericht des Vorstandes, deS BrbeitsvermittlerS, Bibüolhekars und der Kontrollkommission, VcrbandSangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert k"TPO 84/11|)le Ortsvervraltnl Sonntag, den 24. Mai 1908, vormittags 11 Uhr, Im Saale der Brauerei Friedricbshain: Uebunsss Stunde. Geübt werden folgende Lieder; Festgesang(Uthmann); Dem Lenz entgegen; 0 wie herbe ist das Scheiden; Wanderschaft(Zöller); Untreue. I'"lo-SÄSSf!"1 Ausschuß. Sitzi Tages-Ordnung: 1. Besprechung der Anträge zur Genoralvert. Deutschen Arbeiter-Sängerbundes. 2. Wahl von_ 3. Pestsetzung der Diäten. 4. Bundes- Angelegenheit Chöre melden, die genel mitzuwirken.— Auch findet „.-„-------— Auch wellen die Vereine die Anmeldungen Ihrer Beteiligung heim Provinzial-Slngerfesl er- fl gehen lassen. 17/5 De* Topstand. letzen Sie sieh in die Straßenbalm und fahren Sie 7.TI Hermann Schlesinger, Turmstr. 53. L Sie sich dort die wunderbaren An:_____ an, aber nicht nur von außen, son(lernj auch von innen. Ziehen Sie mal so ein modernes Jackett an. Sie fühlen sich wie neugeboren, mindestens aber zehn Jahre jünger. Schund gibt's da nicht und handeln dürfen Sie dort auefy nicht, aber billig und gut kaufen Sie sicher. Sie können einen Anzug wählen für 18 M. oder zu 60 M. oder auch zu 36 M. Sicher ist er aber jedenfalls den Preis auch wert. UM m AeltesteS Teilzahl.-BeschSft tür Breimabor- Räderl{ Kein Laden k j Günstiaita Louis Barth,! � BiStge Landparzellen I der«lllenkolonie Rlekemal-Mahlsdopf VMtstallon Köpenick 20 Pf. vom Meranderplatz. Elektrische Bahn. Schule, Gas, Wa er am Ort. N. Inj- Pläne gratis. 19912» P. Koppe, Charlottenburg, Schillerstr. 81. UD In dieser Sitzung wollen eich die Chö UI» sind, beim Sängerfest programmäßig mi die Ausgabe der Sängerfestbülelts statt.— Trauen brauchen wicht mehr waschen denn Dr. LOHMANM'S fertig" Feuersteins �estsäle, �.0kS« 7Sl Empfehle meine Säle zu jeder Art Festlichkelten und Versammlungen. Für Sommerfeste prachtvoller Garten mit Bühne und Kaffeeküche noch an einigen Sonntagen ohne Bedingungen zu vergebe». Fernspr. Amt I Nr. 661 L» und wäscht selber fix und fertig oluie Rellien, ohne Maschine, ohne Ohler, ohne Einweichen, ' nur durch einmaliges Kochen schneeweifl P"" *—' Ueberau zu haben I-" Zu 5 Eimern 60 Pf. Ueberau zu haben! Zu 2 Eimern 25 Pf. I Fahriiianien! HÖPPENER L Co.. S. m.li.H.. ScMnaherg. Ranplstr. 159.«ml VI, 1118 1. Ausstellung schlkdenes. In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß sämtliche Kollegen und Kolleginnen m dieser Versammlung erscheinen I Keiner dars fehlen l"VlZ _ Die Branchenleitnng. Beutseher Kürschner-Verband ■ Filiale Berlin.== Bureau und Arbeitsnachweis: Barnim Straße 21, v. pt. Tel.: Ami VII 6789 Mittwoch, de« 20. Mai 1908, abendS 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung im„Alten Schützenhans", Linienstraste S. TageS-Ordnung: i. Die Anfgaben der Filiale Derlin nach der Einigung. Referent: Kollege ReggC. Diskussion. 3. Abrechnung vom 1. Ouartal 1908. 4. Verschiedenes. Kollegen als Gäste willkommen.-Mg) recht zahlreichen Besuch der Versammlung ersucht Die Ortsverwaltung. 2. DlskMo Um recht zc äedluog! Allen Parteigenossen, Freunden kannten sowie der Rachbarschast zur Mit, ? ST. �edwg! teilung, daß ich das Lokal des Herrn Fanl Kniuke, 81376 RestMMt„Uorwiirts", Spandau, Schönwalder Straße 80, übernommen habe. Bitte das Vertrauen, welche? mein Vorgänger gehabt hat, aus meine Person übertragen zu wollen. Saal und VereinSzimmer stehen nach wie vor zu sämtlichen Versammlungen sowie zu Vereins» und Privatfestltchkeite» zur Verfügung.— ES wird mein Bestreben s ein, meine werten Gäste ans da? prompteste zu bedienen. Für gute Speisen und Getränke wird bestens Sorge getragen. Hochachtungsvoll Karl Gottwaldt,„.„Ä'VSi.. teppdecken größte Auswahl, sehr preiswert, direkt In d. gabrll SerohRrN StrohmBiidel, uÄg7SWallstr.7S,� (zwischen Rost- n. Jnselftr.), wo auch alte Steppdecken ausgearb. weA. Kleine Gmielllnflait Nähe Ritterstraste, Todesfall halber billig zu verkaufen. L07öb ttempel. Rirdort. 5?onasftraße KS. loä undCeufel allem Ungeziefer! Reichel s verstärkt. Wanzenflnld FI. 60 Pf., M. 1-, 2.-,3.-, Liters!. 6,.. Spezial-Schwabenpulver „Poudre Marfial" Paket 50 Pf., " m.«•- Psmid 4.-. Moria) gegen Flöhe, gl 75 pf. und U. 1.60. Anerkennungen aus aller Wettl Sprübapparate von 50 Ps. cm. 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(Ohne Gewähr.)(Xachdruck verboten.) 200 303 482 532 776 931[IGOOl 87 llIZ 30[1000] 53 89 290 IM[500] 59» 2122»0[500] 200 51» 727 73 80 99» 3094»3 177 205 12[500]»72 602 35 80 747 69 046 60 4001 1» 261 452 673 903 3126[3000]»6 200 71 833 960 6035 125»6 271 331 493 505 730 6Si 7006 61 530 653 [500] 733 979 8406 531[1000] 73 692[3000] 719 936 9006 HH75[lOW] 536 [1000] 19: 230[500] 340 400 19 53 1O09J 98 123[300] 75 237 5S4«2 11225 436 850 12093 214 600 406 614[3000] 735 835 76 1 3046 250 51 [SOOOlSl3 441 523 69 71[10 000] 664 714 983 14315 933 IW'SS«! 15116[50(}1 19 233 403 IQ 52 51 610 IGlM ■>BÜ»l S2«ie 800 86 975 17133- 276[ 5001 693 72» 73 ISOIO St 333 537 62 663 973 19073[1000] 259 572 CO» 763 913 41 20116 22[3000] 250 393 665 935 54 7 7 2 1 230 495 731 2 2 I.II[500] 79»50 523 696 703 800 979 2 3042 54[3000] 22(1 350 435 530 35 53 674 787 902 2 4 412 697[ 500] 855 922 2 5121 76 67 252 415 63 791 971 2 6018 72 175 292 344 403 63 793 396 2 7 224 503[500] 62 851 920 2 8240 51 349 851 952 2 9.11[3000] 660 861 77 39505 791 875 3 1 093 121 297 319 75 831 965 3 2085 138 89 220 437 522 59 06[500] 773 3 3 015 254 53[500] 300 559[ 500] 066 783 34184[ 3000] 395[10001 511 19 29 997 3 5 291 397 531 52 633 833 990 3 6107 245 53 96 442 610 II 765 810 37 96 931 37105 311 434 567 704 835 72 997 3 8 031 507 704 816 907 74 39164 472 551 73 611 828 904[560] 40276 404[500] 85 714[500] 819[1000] 27 29 928 41071 277 551 91 751 881 901 54 63 70 4 2073 150 54 210 65 301 127 544 66 029 793 395[1000] 43 000 37 57 75 170 440 546 4 40 76 322 4 5830»04[5001 46110 22 819 934 47068[500] 150 57[500] 233 490 531 89[ 3000] 91 660 915 4 8015 171 265 352 74 698 859 4 9363 66 711«S 70 82 833 3» 72 905 5O0I3 49 4.39»II 24 706 17[500] 916[1000] 51104 689 612 831 80 52366 404[1000] 670 79 82 857 87[1000] 979 53401 2 8 61 523 815 50 54180[500] 97 213[600] 312 19[500] 653 723 901 SO 55006[ 3000] 121 63 9» 488[3000] 508 013 706 5 6030 219 397 742 920 5 7133 245 61 4S2»53 61 58122 92 300 679 805 5 9129 55 651 734 69 205[500] 34 649 68 61123 206 414 09 904 31 82 6 2 003 102 353 81 93 435[500] 521[3000] 612 725[1000] 86[500] 63002 356«46 757 807 71 956 6 4075 61 201 30 32« 5« 752 884 922 6 5658[500] 86 291 300]1000] 420 27 75 690 653 771 864 954 6 6019 232 50 87[500] 321 25 628 379 6 7329 31 97 654 834 935 6 8350 425 003 10 36 [500] 858 931 69145 50 294 329 713[1000] 84 900[1000] 11 37 70123 373 662 800 62 7 1046 186 375 418 39 557 73 70» 853 616 80 7 2047 67 367 448 637 80 911 73 243 425 610[1000] 60 83[3000] 74028[3000] 93 409 577 704 800 23 48 930 60 750-3[1000] 93 236 890 7 6071[300] 491 6-2 21 78 88[500] 783 853 7 7207 575 616 844 963 7 8000 504 823 82[1000] 79025 308 1500] 574 769 78 867 96[500] 80061 111 244 812 547 605 27 835 939 63 63 8 1 329 45 718 823 82041[3000] 505 711[500] 29 868 72 8 3(67 125 224 4 07 32[500] 37 8 4813 13 8 5 254 93 325[500] 72 73 438 550[ 5000] 32 889 940 86143 69 219 358 627 708 »21 87035 103[500] 21 227[50 000] 612 65 900 42 8 8210 525 27«41 702 8 9078 191 211 72 532 57 776»«6 90024[500] 219[500] 349 432[1000] 859 937 91186 208 602 983 9 2113 292 313 453 9 3 245 314 631 9 402«[600] 166 82 252 324«z 800[500] 9 5004 392 518 25 86 604 68 154 9 6119 354 92 771 97132 245[1000] 53 832 433[500] 76 65« 83«[500] 67 9« 9814Z 585 60[500] 913[500] 43 72 85 9 9047 714 75[1000] 963[600] 100068 589[500] Dl[1000] 702$03 99» 101048 90 174 219 340 43 69 493»u 10200«[500] 41[500] 4* 144 805 39 415[6000] 81 646 77 825[500] 92 959 103 328 437 800 1 0 4614 209 638 896 931 96 1 05X03 43 219[500] 106522 609 28 770 830 978 1 07012 60 [500] 87 583 737 981 108 382 99 461 542 649 69 711 90» 109 101»17»$78 87 96 479»0 621 66 613[3900] 22 CCS 90 110265 423 60 723 800 92»62 111200 467 928 1 1 2023 82 118 27««12«U 828[500] 937 113054 220 325 610 848 56 114072 105 289 694«82 859 929 51 58 80 115190 347 677 91 116098 387 487[690] 569 117040[1000] 282 84 923[1000] 73 11802» 860 679 [1000] 83«43 119063 307 48 93 48»[1000]»0 602 79 925 80 120463 657 735 121241[5000] 81 828 72 678 714 $89 907 1 22245 Sil[3000] 412 66 637 47 48 726$06 123114 1« 223[500] 45 394 839 1 24030 134 225 60 3 l 473 508[600] 125021 185 344 474 888 91 75, 126054 204 688 SS«11 24 739 940 1 2 7038 211 823 41 421 748 77 873[500] 982 1 2 8033 61 66 172 241 [500] 792 92» 129022 135[600] 504 47 690»51 93 13O0S3 44[1000] 277 83 353 463[3000] 588 835 41 85 1 3 1 029 113 295 354 444 823 977[500] 132044 ICO 749 810 1 33037 88 335 56[500] 8201134044 82 138 344 809 1 35190 493 517[500] 31 626[3000] 52 84 820 915 1 3 6025 148 483 61! 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(Ohne Gewähr.)(Nachdruck verholen.) 75 83 80 113 61 203 98 323 464 663 744 940 1047 75 107 86 327 519[500] 661 817 2024 III 533 629 717[3000] 49 931 3055 151 83 224 446 518 50[500] 659 723 4058 270 314[1000] 40 502 91 745 48 43 833 906 18 5243 58[1000] SO 85 465 616 31 84 894 6112 383 847 7211 693 8193 203 [500] 27 584 469 602 634 730 906 59 9120 24 60 403 84 699 793 901 1O109[5001 409[500] 59 89 720 872[1000] 925 27 11080 [500] 240 j40ü[500] 546 674 716[30.00] 12373 M 78 JOS 012 30[500] 918 27 1 8 i 33' 29t 321 39 lOlSlsVoM 88 704 12 15001 85 83 831 965 1 9077 224 359 411 97 524 794 985[500] 2O001 153 264 339[5000] 575 601 2 1 018 155 213 384 41[1000] 473[1000] 97 606 91 810 923 2 2078 368 424 611 93 726 41 898 974 2 3106 235[500] 463[300] 672 743 897 992 2 4 355 73 534 633 t500 l 712 1500] 63[500] 2 5 271 678 717 23 016 5« 26130 83 403 17[500] 614 706[3000] 22 28 826 2 7007 105 379 454 92 327 615 82[500] 740 2 8177 290 344 716 4 2 91 807 910 2 9067 101 29 210 393 519 68 819 [600] 923 31 72[1000] 30221 313 36 431 83[500] 941 3 1 211 77 635[500] 669 843 3 2073 132 767 846 33185[560] 634 36 93 742[500] 823 3 4317 574 635 700 87[500] 863 3 5033 203 891 36052[500] 877[500] 878 37144[600] 232 37 752 815 54 [3000] 38044 332 65? 39101 6 245 715 893[1000] 924 54 40 023[1000] 44 338 67$ 730 651 41010[1000] 31 153 680 712 46[ 500] 810 63[1000] 66 89 92 4 2073 468 4 3 210 [500] 90 463[500] 615 753 660 913 44143 247 76 378 431 667 721[10001 60 811 72 949 91 4 5 074 247 077 4 6222 78 403 53 631[500] 710 47 624 84[500] 47042 166 287[ 3000] 81-> 97 898 607 879 48116 781 93 s9010[500] 128 480 ». 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Verantwortlicher Redatteur: Georg Davidsohn, Berlm. Jür'denJnseratenteil verantw.: TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 115. 25. Jahrgang. 4. Icitae Ks JoriMfä" Kerlim PMntt Smntas, 17. Pst 1908. Zur Candtagswablbewegung. Berlin. Nachdem die UrWählerlisten ausgelegen haben, sind Mnmehr Abteilungslisten angefertigt worden, aus denen ersichtlich ist, in welcher Abteilung der Urwähler zu wählen hat. Bemerkt sei, daß die Wähler vom Magistrat Lcgitimationskartcn erhalten, aus denen ersichtlich ist, zu welcher Abteilung der Wähler gehört. Die Abteilungslisten werden drei Tage lang, und zwar am S o» a g, den 17. Mai d. I., von vormittags 10 bis nach- mittags 1 Uhr, Montag, den 18. Mai, und Dienstag, den 19. Mai d. I., von nachmittags 5 bis abends 8 Uhr, in den nach- benannten, für jeden der 12 Wahlbezirke besonders vorgesehenen Räumen zur Einsicht öffentlich ausliegen. 1. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 31—49, 58L, 61A. und B, 288 bis 284 B und die UrWahlbezirke 69— 138, 157—163, 175—180, 1162—1175. Turnhalle der 99. Gemeinde- schule, Steinmetzstraße 79. 2. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 6—30, 50— 55, 57—60, 62—65 und die Urwahlbczirke 12—68, 139—156, 164—174, 181—198. Turnhalle der 27./44. Gemeindeschule, Wilhelm- straße 117. 3. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 82— 85, 97—101, 120—144 und die Urwahlbczirke 279—292, 320—336, WO-483. Turnhalle der 106./152. Gemeindeschule, Britzer Straße 17/18. 4. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 66,A— 78C, 114 bis 119 und die UrWahlbezirke 199— 269, 402— 419. Turnhalle der 28./217. Gcmeindcschule, Wilmsstraße 10. 5. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 79— 81, 86— 06, 102— 113B und die UrWahlbezirke 270—278, 293—319, 337—401. Turnhalle der 115./237. Gemeindeschule, Skalitzer Straße 55/56. 6. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 147—156, 159, 161— 179A und die Urwahlbczirke 490—526, 533—536, 542—639. Turnhalle der 87./98. Gemeindeschule, Memeler Straße 24./25. 7. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 157, 158, 160, 179 B— 181F, 180A— 192, 193B— 193E und die Urwahlbczirke 527 bis 532. 537—541, 640—685. 710-761, 767—731. Turnhalle der 135./137. Gcmeindcschule, Fricdenstraße 37. 8. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 1— 5, 145, 146, 182—188, 193.4, 194A— 208, 218—220, 228—231, 237—243 und die Urwahlbczirke 1—11, 484-489, 686—709. 762—766, 872—832, 861— 887, 891— 901, 919— 956. Turnhalle der 110./174. Gemeinde- schule, Schönhauser Allee 166g. 9. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 244— 250D, 254A, 254C, 254D, 254 E. 320A— 324 und die UrWahlbezirke 957 1017. 1028—1032, 1037-1051, 1386—1412. Turnhalle der 249./261. Gcmcindeschule, Grcifenhagcner Straße 78/82. 10. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 209— 217, 227, 232— 236, 251— 253, 254 B, 255— 282, 305 und die UrWahlbezirke 833—860, 888—890. 902—913, 1018—1027, 1033-1036, 1052—1161, 1303— 1307. Turnhalle der 36. Gcmcindeschule, Gartenstraße 107. 11. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 306— 808E. 310—319, 325— 326C und die Urwahlbczirke 1398-1331, 1334 bis 1385, 1413— 1425. Turnhalle der 183. Gcmcindeschule, Müllerstraße 158. 12. Wahlbezirk, umfaßt die Stadtbezirke 285—304, 309 und die Urwahlbczirke 1176— 1302. 1332— 1333. Turnhalle der 113./128. Gemeindcschulc, Turmstraße 86. Etwaige Einsprüche gegen die Richtigkeit der Abteilungslisten können nur an den genannten drei Tagen in dem Wahlbureau, Poststraße 16 II, schriftlich oder in den obigen Auslegestellcn bei den dort anwesenden Beamten zu Protokoll gebracht werden. Ein- spräche die sich gegen den Inhalt der festgestellten UrWählerliste richten, find insoweit gegenüber der Abteilungsliste nicht mehr zu- lässig(§ 9, Abs. 2 des Reglements). Gemäß§ 4 de? Gesetzes vom 29. Juni 1893, betreffend Aenderung des Wablverfahrens, ist für jeden Urwahlbczirk eine besondere Abteilungsliste gebildet. Um eine schnellere Abfertigung der die Listen einsehenden Urwähler zu bewirke», ist es erforderlich, daß die Quittungen über Staats- und Gemeindesteuern für das Vierteljahr Januar/März 1908 vor- gelegt werden._ Schöneberg-Rixdorf. Schöneberg. Am Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, findet die Aufstellung der Wahlmänner statt. Die Urwähler erhalten eine Einladung, aus der zu ersehen ist, nach welchem Lokal sich jeder begibt und welchem Bezirk er angehört. Es treffen sich die Wähler der Urwahlbczirke: 1—24 in den Augustc-Viltoria-Sälen, Lutherstr. 31/32; 28 bis 30, 32 bis 34 im Lokal I. Wieloch, Grunewaldstr. 110; 25 bis 27. 31. 36 bis 46. 43. 49. 53 und 54 im Lokal C. Grosser, Meiningcr Straße 8; 35, 55, 58 bis 64 im Klubhaus, Hauptstr. 5; 65 bis 71, 74 bis 76 und 79 bis 82 im Lindenpark, Hauptstr. 16; 56, 77, 78, 47, 50 bis 52 und 57 im..Wilhelmshof, Ebersstr. 80; 72 und 73 im Lokal A. Michaelis, Gustav Müllerstr. 15; 83 bis 90: im Lokal Bergemann, Sponholzstr. 34. Die Tagesordnung lautet: 1. Die Landtagswahl 1908. 2. Die Aufstellung der Wahlmänner. Die Genossen werden ersucht, überall zu agitieren und zahl- reich zu erscheinen. Wiederholt wurde in letzter Zeit von den Gegnern der Versuch gemacht. Genossen als Wahlmänner aufzustellen. Wir ersuchen, ein derartiges Ansinnen sofort zurückzuweisen. Das Wahlkomitee. I. A.: R. Küter. Martin Lutherstr. 51. Rixdorf. Die Abtcilmigslisten liegen an den gestern mitgeteilten Stellen heute, den 17. Mai, von 12—5 Uhr nachmittags, Montag. den 13. und Dienstag, den 19. Mai, von 8 Uhr morgenö bis 7 Uhr abends, zur Einsichtnahme aus. f�ür die Urwahlbezirkc Nr. 75, 76, 77 und 79 findet am Montag, den 13. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale von Fr. Hoppe, Hermann- straße 49, eine öffentliche Urwählcrversammlung statt. Es ist Pflicht der Parteigenossen, zahlreich und pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. � Das Wahlkomitee. Verlust dcS Wahlrechts kann nian nicht nur deshalb erleiden, wenn man die Bedingungen des§ 8 des Wahlgesetzes nicht erfüllt. sondern auch wenn die Behörden Fehler machen. In Nixdorf hatte der Nohrleger R. durch einen Beauftragten feststellen lassen, daß er sich nicht in der Wählerliste befinde. Er hatte auch ordnungsmäßig sofort Einspruch gegen diese Unrichtigkeit der Wählerliste erhoben. Darauf erhielt dieser Tage der Beschwerdeführer den Bescheid, daß er deshalb nicht in die Liste aufgenommen werden könne, weil er bayerischer Staatsangehöriger sei. R. ließ nunmehr am 16. Mai dem Beamten eine Urkunde vorlegen, wonach er bereits am 4. März 1900. die preußische Staatsangehörigkeit erworben hat. Die Antwort ging dahin, daß R. diese Urkunde schon bei Erhebung dcS Protestes hätte vorlegen müssen. Diese Antwort ist geradezu verblüffend. R. hat zunächst gar nicht gewußt, auS welchem Grnnde er in der Liste fehlt. Er war also erst in der Lage, seine Staatsangehörigkeit nachzuweisen, nachdem ihm mit- geteilt war, daß er als Bayer gelte. Es wird selbstverständlich Beschwerde erhoben werden und wird eS sich ja dann zeigen, ob die Wähler auch noch für die Verschen oder Unterlassungen der Behörden verantwortlich gemacht werden sollen. Charlottenburg. Die Urwähler-Bersammlungen finden statt am Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, für die UrWahlbezirke: 22 bis 50 bei Schulz, Kaiser-Friedrichstr. 24, oberer Saal; 52 bis 54 und 59 bis 74 im„Volishause", Rosinenstr. 3, großer Saal; 51 und 55 bis 58 bei Kirschkowski, Beusselstr. 9; 86 bis 96 und 108 bis 110 bei Schulz, Kaiser-Friedrichstr. 24, unterer Saal. Am Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, für die Urwahlbczirke 1 bis 21 in der„Roßtrappe", Spandauer Chaussee; 97 bis 107 und 139 bis 153 bei Schulz, Kaiser-Friedrichstr. 24; 117 bis 138 im„Volkshause", Rosinenstr. 3.' Am Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, für die UrWahlbezirke: 75 bis 85 und III bis 116 bei Schulz, Kaiser-Friedrichstr. 24; 154 bis 176 in den Auguste-Vikwria-Sälen, Lutherstr. 30. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die preußischen Landtagswahlen. 2. Aufstellung der Wahlmänner. Zahlreiche Beteiligung erwartet Das Wahlkomitee. Teltow. WilmerLdorf-Halcnsee. Den Wahlkeitern und Wahlmännern hierdurch zur Kenntnis, daß am Monrag, 18. Mai, abends S'/a Uhr, im„Luisenpark", WilhelmSaue, eine Wahlmänner-Verfammlung" statt- findet. Vollzähliges Erscheinen erwartet Das Wahlkomitee. Partei-?Znge!egenkeiten. Zur Lokalliste. In Wittenau(Nordbahn) steht das Lokal „Artushof", Jnh. Äkoritz, Berliner Straße 73(an der Irren- anstalt), der Arbeiterschaft zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Zum Zwecke der Agitation unter den Frauen findet am 20. Mai im„Märkischen Hof", Admiralstr. 18 o, eine öffentliche Versammlung statt. Für die Bezirke 236—241, 250—255 und 276—278 findet, gemeinsam mit dem ersten Reichstags- Wahlkreise(Innenstadt), eine öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 2l. Mai, in der„LebenSquelle", Kommandantenstraße, statt. Genossinnen und Genossen des dritten Kreises, zeigt durch einen Massenbesuch, daß Ihr regen Anteil nehmt an den bevorstehenden Landtagswahlen. Pankow. Am Dienstag findet im„Feldschlößchen", Berlinerstr. 26, eine öffentliche Versammlung statt. Refereutin: Genossin Regina Friedländer. Die Genossen werden hiermit aufgefordert, für regen Besuch dieser Versainmlung, insbesondere von feiten der Frauen, Sorge zu tragen. Mahlsdorf a. Ostbahn. Heute früh Punkt 8 Uhr findet für Mohlsdorf eine Flugblattberbreitung statt. Die Genossen von Mahlsdorf treffen sich bei Schliefe, Hönower Straße, die Genossen von Mahlsdorf-Süd beim Genossen Fuchs, Köpenicker Allee 19. Der Vorstand. Tempclhof. Am Dienstag, den 19. Mai, findet die Mitglieder- Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im Wil- Helmsgarten(Saal) statt. Frauen haben Zutritt. Um rege Be- teiligung bittet Der Vorstand. Schmargendorf. Am Dienstag, den 19. Mai, findet im Nestau- rant„Schützenhaus", Hundekehlestr. 20, eine Wählervcrsammlung statt. Tagesordnung:„Die Bedeutung der Landtagswahl." Refe- rent wird in der Versammlung bekanntgegeben. Genossen, sorgt für Massenbesuch dieser Versammlung. Die Handzettelverteilung findet am Montag, abends 7 Uhr, vom„Wirtshaus Schmargendorf" auS statt. Rege Beteiligung der Genossen ist Pflicht. Das Wahlkomiiec. Um Irrtümern vorzubeugen, machen wir zugleich bekannt, daß der Wirt vom„Schützenhaus" uns sein Lokal zu den bekannten Be- dingungen zur Verfügung gestellt hat. Zehlendorf. Am Dienstag abend findet bei Mikley, Pots- damer Straße, ein Versammlung statt, in der nach einem Vortrag die Aufstellung der Wahlmänner vorgenommen wird. Teltow. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß am Dienstag- abend 8'/2 Uhr im Lokale des Gen. W. Bonow hier, Zehlendorfer Straße 4, unsere regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: Bericht von der Generalversammlung Groß-Berlins. Aufstellung der Wahlmänner. Auch werden neue Mitglieder aufgenommen. Spanbau. Am Mittwoch, den 20. d. M., findet bei dem Ge- nossen Böhle, Havclstr. 20, die Generalversammlung des Wahl- Vereins statt. Tagesordnung: Bericht von der Kreis-Generalver- sammlung, Ernennung der Wahlmänner zur Landtagswahl. Ver- schicdenes.— Zahlreiche Beteiligung, auch der organisierten Frauen, erwartet Der Vorstand. Friedenau. Am Dienstag, den 19. d. M., findet im„Rhcin- schloß" eine Urwählerversammlung aller Bezirke statt. Pflicht eines jeden Genossen ist es, für vollzähliges Erscheinen der Ur- Wähler Sorge zu tragen. Der Vorstand. Die Abteilungslisten der 12 UrWahlbezirke der Gemeinde Friedenau liegen im hiesigen Gemeindeamt, Feurigstr. 8, Zimmer Nr. 2, drei Tage auS und zwar am 16., 17. und 13. Mai. Sehe jeder Wahlberechtigte noch heute(Sonntag) von 8 bis 12 Uhr die Listen ein und erhebe eventuell Protest gegen die Unrichtigkeit oder UnVollständigkeit. Steuerzettel ist mitzunehmen. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Treptow-Baumschulenweg. Am Montag, den 18., und Dienstag, den 19. Mai, öffentliche Urwählcrversammlungen. Der 1. bis 4. UrWahlbezirk tagt gemeinsam am Montag im großen Saale der Radrennbahn; der 5. im Restaurant Staffeld und der 8. in Speers Festsälen(Speisesaal). Am Dienstag tagen der 6. bei Krause,„Restaurant zum Stichkanal", und der 7. im Nestau- rant Käding. Tagesordnung in allen Versammlungen:„Die Technik zur Landtagswahl" und die Aufstellung der Wahlmänner. Das Wahlkomitee. Lber-Schöneweibe. Die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins findet am Dienstag, den 19. Mai, abends 8V2 Uhr, im Lokal von Starke, Siemensstr. 5, statt. Die Tagesordnung ist eine wichtige und daher das Erscheinen der Mitglieder unbedingt not- wendig. Der Vorstand. Tegel. Dienstag, den 19. Mai, findet die Mitgliederversamm- lung des Wahlvereins bei W. Götz, Schloßstt. 7/8, statt.— Die bevorstehenden Landtagswahlen machen das Erscheinen aller Mit- glieder notwendig und bittet um pünktliches Erscheinen Der Vorstand. Wilhelmsruh-Nieberschönhausen-West. Dienstagabend 8 Uhr: Diskutterabend bei Barth, Viktoriastr. 7. Der wichtigen Tages- ordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen notwendig. Ausgabe sowie Zurücknahme von Bibliothekbüchern. Der Vorstand. Berliner JVacbricbten. Polizeiliches zum Reichsvereinsgesetz. Das Neichsvcreinsgesetz, das am 15. Mai in Kraft ge- treten ist, befreit die Einberufer von politischen Versamm- lungen von der polizeilichen Anmeldepflicht, wenn die Ver- sammlung öffentlich als p 0 l i t i s ch e Versammlung bekannt- gegeben wird. Die Bekanntmachung durch Zeitungen muß in deutscher Sprache abgefaßt und in einer der Zeitungen er- folgt sein, die hierzu für die Gemeinde, in deren Bezirk die Versammlung stattfinden soll, von dem L a n d r a t, in den Hohenzollernschen Landen von dem Oberamtmann, in Stadt- kreisen von der Ortspolizeibe Hörde, in Berlin von dem Polizeipräsidenten bestimmt sind. Für jede Gemeinde müssen mindestens zwei Zeitungen bestimmt werden, unter denen sich wenigstens eine täglich(abgesehen von den durch Sonn- und Feiertage bedingten Unter- brechungen) erscheinende Zeitung befinden muß. Für Berlin hat der Berliner Polizeipräsident 23 Zei- tungen, darunter auch den„Vorwärts" als solche Zeitungen bestimmt, in denen die Bekanntmachungen der politischen Ver- sammlungen erlassen werden können, um von einer Anzeige- Pflicht entbunden zu sein. Anders haben die Polizei- Präsidenten der Städte Rixdorf, Schöneberg, Cbarlottenburg, Wilmersdorf und Lichtenberg bestimmt. Hier sind im wesent- lichen die Amtsblätter als Jnsertionsorgane bezeichnet worden. Die Veranstalter politischer Versammlungen in diesen Orten sind also nur dann von der Anzeigepflicht ent- bunden, wenn sie im Amtsblatt inserieren. Dieses Inserieren ist nicht nur mit Kosten verknüpft, sondern hat insofern keinen Zweck, als diese Kreise, für die die Bekanntmachung gilt, gar nicht Leser dieser Blätter sind. Und für die Polizei oder für den Geldbeutel des Amtsblattverlegers inseriert doch nie- mand. Nach dieser Auffassung der Polizei wird die Be- stimmung, die von der Anzeigepflicht befreien sollte, zu einer Maßregel, die vielfach nur auf dem Papier stehen wird. Die Einberufer von politischen Versammlungen in den Vororten, und gerade die in den oben genannten Städten werden nach wie vor genötigt sein, ihre Versammlungen polizeilich anzu- zeigen. Das Verfahren der Polizeipräsidenten der Städte Rix- dorf, Schöneberg, Lichtenberg, Charlottenburg und Wilmers- dorf ist um so sonderbarer, da diese Polizeiverwaltungen zum Landespolizeibezirk Berlin gehören. Es sollte doch diesen Polizeipräsidenten bekannt sein, daß in den von ihnen ver- walteten Orten gerade zahlreiche Berliner Zeitungen, auch der„Vorwärts", in viel größerem Umfange gelesen werden als die Amtsblätter. Und deshalb muß man verlangen, daß bei der Auswahl der Zeitungen diesem Umstände Rechnung getragen wird. Wenn das nicht geschehen ist, so beweist das, wie weit her es mit diesem neuen Reichsvcreinsgesetz ist, über dessen Wirk- samkeit schon am ersten Tage seines Inkrafttretens lebhafte Klage geführt werden muß. Der Verein für Kinder-Volksküchen hat der Schnldeputation nnt- geteilt, daß er im Einverständnis mit den städtischen Behörden bereit sei, unverzüglich die Speisung der bedürftigen Schulkinder auszunehmen. Der Magistrat braucht also nicht mehr zu zögern mit der Fort« setzung der Schulspeisung, wenn er wirklich etwas tun will. Die Stadtverordnetenversammlung hat die Mittel bereitgestellt. Die städtische Tiefbaudcputatio» hat beschlossen, auf dem ehe- maligen Gelände der Stettincr Bahn zwischen Grünthaler- und Völkerftraße(Gesundbrunnen) einen Spielplatz für die um- wohnenden Kinder Herrichten zu lassen. Die Köpenicker Revolverschießerei benutzt die zuweilen fromme „Germania" zu einem versteckten Ausfall gegen Nichtkatholiken und Sozialdemokraten. Zu einer Zeit, als alle anderen Zeitungen schon den geklärten Sachverhalt kannten und annehmen mutzten, daß es sich um einen Alt der Notwehr gehandelt hat, stellt das erzkatholische Blatt den Tischler Deska als schlimmsten Raufbold hin, der nicht streng genug bestraft werden kann und dem mildernde Umstände versagt werden müssen. Und weshalb? Weil er den Sonntag nicht geheiligt und, statt in die Kirche zu gehen, eine Radtour unternommen hatte.„ES ist ein Spiegelbild unserer Zeit," heißt es in dem Geschmiere weiter,„daß gerade der Sonntag die meisten Verbrechen und Unglücksfälle zeitigt. Hunderttausenden klingen die Kirchenglocken umsonst. Das sind die Früchte, die aus gott- entfremdeten Verhältnissen heranreifen. Statt aller gottvergessen- den Weltweisheit lehre man der Jugend wieder Gottesfurcht und Sitte." Die schwarzen Herrschaften und ihre Nachbeter möchten frei- lich am liebsten die Menschheit an den Haaren in die ttirche zerren, um sie desto sicherer in ihre Gewalt zu bekommen. Manch einer, der seinen Gott in sich trügt und zum Gotteshause am Sonntag die freie Natur wählt, besteht nach dem Tode die große Prüfung, wenn von solcher überhaupt die Rede sein kann, vielleicht sicherer und besser als tausend andere zusammen, die täglich den Rosen- kränz durch die Finger gleiten lassen. Ein Jugcndgcrichtshof ist gestern in Gegenwart des Landgerichtspräsidenten Späing und der Vertreter der städtischen Korporationen sowie des aufsichtführenden Amtsgerichtsrats Dr. Münk in Rixdorf zusammengetreten. In elf von zwölf Fällen wurde auf einen Verweis erkannt, in einem Falle, in dem es sich um einen 16jährigen Burschen handelte, auf eine Geld- strafe von 20 M._ Der Vau des GrostschiffahrtSwcgcI Stcttin-Verlin macht eine Verlegung der Seestraße auf Plötzenseer Gebiet erforderlich. Zu diesem Zweck wird von der Straße am Spandauer Schiffahrts- kanal ein neuer Straßenzug abgezweigt, der über den Schleusen« kanal fortführt und in einer Neigung nach Westen in die Havel» straße einmündet. Von dieser aus erfolgt dann der Zugang zu dem Berliner Teil der Seestraße. Nach Fertigstellung der Straße wird die alte Brücke über den Schlcusenkanal gesperrt und abgerissen und das Wasserbett um mehr als das doppelte verbreitert werden. Der Kanal bildet die Zufahrt zu dem Berliner Hafen, der ans dem Gelände des Johannesstists gebaut werden soll. Die Aus- schachtungsarbeiten für den Großschiffahrtshafen können aber erst nach Verlegung des Johanncsstiftes im Frühjahr 1910 in Angriff genommen werden. Im nächsten Frühjahr wird die Schleuse vom Plötzenseer Hafen zum Stichkanal geschlossen und die neue Schleuse für den Großschi ffahrtswg unterhalb des Jungfcrnstcgcs angelegt werden. Die Verbreiterung des Spandauer Schiffahrtskanals findet auf der Nordseite statt, weil auf der Südseite die Chaussee nach Haselhorst entlang führt. Bereits in nächster Zeit wird mit der Verlegung der Telephonlcitungen, die an der Böschung dcS Kanals entlang gezogen sind, begonnen werden, die Ausmcssungs- arbeiten für das neue Kanalprosil sind beendet. Auf der Strecke Haselhorst-Tegelcr See ist die neue Kanallinie, welche dort zwecks Verkürzung des Weges von dem alten Lauf des Spandauer Schiff- fahrtskanals abweicht, abgesteckt und Iverdcn nunmehr die Aus- schachtungsarbeiten in Angriff genommen. Vom Tegeler See aus führt der Schiffahrtsweg bekanntlich an den Inseln Maienwerder und Valentinswcrder vorbei nach der Havel. Auch hier werden AusbaggerungSarbeiten erforderlich, deren Inangriffnahme erst in zwei Jahren erfolgen kann. Um eine Weiterführung der größeren Lastschiffe nach Spandau zu ermöglichen, wird auch die Havel in ihrem unteren Laufe bis zu der alten FcstnngSstadt reguliert und die Havelschleuse an der Spandauer Zitadelle umgebaut. Bekannt- lief) läßt die Gemeinde Tegel eieieR llmschlägshafen herstellen, der mit dem Tegeler See verbunden wird. Der See hat eine genügende Tiefe, daß selbst bei niedrigem Wasserstande Schiffe zu 600 Tonnen Ladefähigkeit ihn bei voller Belastung passieren können und hier Baggerungsarbeiten nicht erforderlich werden. Der Tegeler Um- schlagshafen wird voraussichtlich schon im Herbst 1910 dem Verkehr übergeben. Berliner Löschhilfe bei Bomtbriinben. Die Berliner Feuer- tvehr ist an sämtliche Vororte mit der generellen Aufforderung her- angetreten, sich im Falle der Inanspruchnahme gelegentlicher Lösch- Hilfe von Berlin zur Uebernahme aller hierbei entstehenden Schäden an Material und Personal ein für allemal zu verpflichten. Die Verpflichtung soll von Beginn bis zur Beendigung der Fahrt gelten, so daß die Vororte auch für Schäden einzustehen hätten, die außer- halb ihres Gebietes, aber noch während der betreffenden Fahr- leistung, entstehen. Als erste hat die Gemeindevertretung von Wittenau(Dalldorf) den Antrag, der in seiner Fassung allerdings etwas sehr weitgehend ist, da er sich auch auf mögliche Unfälle der Feuerwehrleute bezieht, abgelehnt. Auch in anderen Vororten, die nur über freiwillige Feuerwehren verfügen, soll keine Neigung vor. Händen sein, dem Antrage zuzustimmen. Es ist ja gewiß ganz hübsch, wenn die zum Teil recht gut organisierten Feuerwehren der Vorortgemeinden sich auf ihre eigene Löschtätigkeit Verlasien zu können glauben. Aber die zahlreichen Fälle, in denen die Berliner Feuerwehr als Nothelferin herbeigerufen werden mußte und sehr wesentliche, sogar ausschlaggebende Dienste leistete, sollten doch zu denken geben. Es ist mehrfach vorgekommen, daß die nach den Vororten gerufene Berliner Feuerwehr früher zur Stelle war als die langsam zusammengeläutete Ortswehr. Umsonst ist diese Hilfe selbstverständlich schon immer nicht gewesen, aber es hat sich gezeigt, daß auf schlechten Landwegen auch mehrfach recht bedeuten- der Schaden entstand, für den bisher Berlin eintreten mußte. Die Vorortgemeinden mögen es sich genau überlegen, ob sie die Ver- antwortung, bei großen Bränden auf die Hilfe der Berliner Wehr zu verzichten, auch wirklich übernehmen können. Die verkehrsfeindliche Große Berliner. Seit 19 03,� also seit fünf Jahren, verhandelt die Firma Siemens u. Halsre mit den Staatsbehörden wegen der Herstellung einer Untergrundbahn zur Verbindung des Wannseebahnhofes mit dem Bahnhofe Friedrichstraße, dem Stettiner Bahnhof und dem Bahnhof Gesundbrunnen usw. Es war beabsichtigt, einen direkten Schnellbahnverkehr zwischen der Wannseebahn und der Nordbahn, bczw. Stettiner Bahn zu schaffen. Die Konzession für diese wich- tige Verbindung wurde unterm S. April 1905 nachgesucht. Diese für den gesamten Verkehr von Groß-Berlin wertvolle Ver- bindung hat in den Entwürfen der„Großen Berliner Straßenbahn" keine Berücksichtigung gefunden, obgleich ohne weiteres einzusehen ist, daß die Ausführung der Tunnelprojekte der„Großen" am Potsdamer Platz, besonders aber der zwei geschössigen Rund- tunnels bor dem Brandenburger Tor von einschneidendster Be- deutung für das S i e m e n s s ch c Projekt war, ja dessen Aus- führung technisch nahezu unausführbar und wirtschaftlich minderwertig machte.— Die Aktien-Gesellschaft Siemens u. Halske hat deshalb an den Minister der öffentlichen Arbeiten eine Be- schwerde gerichtet, darüber, daß durch die Tunnelentwürfe der „Großen Berliner Straßenbahn", die keinerlei Rücksicht auf bisher gepflogene Verhandlungen nehme, die Ausführung ihres Entwurfes völlig in Frage gestellt sei.— Also auch hier eine von der„Großen Berliner Straßenbahn" verursachte Störung der Fortcntwickelung der Verkehrsverhältnisse von Groß-Berlin. Tie Verkchrszählungen in'Berlin, die seit längerer Zeit an be» sonders verkehrsreichen Punkten stattfinden und noch nicht zum Abschluß gekommen sind, haben schon jetzt hochinteressante Er- gebnisse gezeitigt. Außer der Leipziger Straße sind bei der Zählung der Potsdamer Platz, die Königstraße, die Kaiser-Wilhclm-, -HnvftUden-, die Landsberger-, Rosenthaler- und andere bekannte belebte Straßen berücksichtigt worden. Während die Zählungen in dg.n Stwßen sich leicht und ohne Schwierigfeiten vollzogen, boten die Zählungen des Personen- und Wagenverkehrs auf dem Pots- damer Platz ungeahnte Schwierigkeiten. Ans einen spanische» Falschmünzer fahndet die hiesige Kriminal- Polizei schon seit sechs Wochen. ES handelt sich um ein Mitglied jener Bande, die ganz Deutschland mit falschen Fünfmarkstücken überschwemmt hat. Ihre Falschstiicke sind so gut, daß sie fast nur bei der Reichsbank erkannt und augehalten werden, nur selten von einem Privatmann. Sie tragen die Bildnisse der«leisten deutschen Bundesfürsten und alle Münzzeichen. Wo sie angefertigt wurden, ist bis heute noch nicht ermittelt. Verbreitet wurden diese falschen Fllufmarkstücke zunächst in den Großstädten, wie München, Dresden und Leipzig, dann auch in kleineren Orten. Im Januar d. I. kam die Bande vom Süden her nach Verlin und nahm in einem Privathotel in der Königgrätzerstraße Wohnung, zwei Männer und zwei Mädchen, die sich für Ehepaare ausgaben, mit einem Kinde. Am 21. Februar wurde eines der Mädchen bei der Ausgabe eines Falschstückes in einem Warenhause ertappt und festgenommen. Die Verhaftete, eine Philomena Soler aus der Nähe von Bar.elona, verriet die Wohnung ebenso ivenig Ivie das Pärchen, das am 4. April auf dem Molkenmarkt auf Wer- anlassung eines geprellten Zigarrenhändlers ergriffen und als der 30 Jahre alte„Student" Miguel Soler. ein Bruder der Philomena, und die 30 Jahre alte Lucia Ariorta aus Sankander festgestellt wurde. Erst die Sehnsucht nach ihrem Kinde veranlaßte die Ariorta, die Wohnung anzugeben. Als man nun den am Molkenmarkt ent- kommcueu zweiten Mann, den IS Jahre alten Schiffskoch Manuel Ariorta, den Bruder der Lucia und Bräutigam der Philomena, der sich auch Algnrda nannte, festnehmen tvollte, hatte er die Wohnung bereits wieder verlassen und alle falschen Münzen und anderes BeiastungS» Material mitgenommen. Wie jetzt festgestellt ist, befindet er sich inimer noch in Berlin. Er kann sich der Ermittelung nur dadurch cutziehen, daß er wieder irgendwo in einein Privathotel oder Pensionat Unterschlupf gefunden hat, vielleicht unter einem falschen Rainen. Der Verfolgte ist 19 Jahre alt und 1.60 Meter groß. Er hat schivarzcö Haar und ein frisches, gesundes, bartloses Gesicht, geht sein gekleidet und spricht mir spanisch. Soininerfahrplan für Dampfer. Bei der Dampfschiffahrt auf der Havel findet am Sonntag, den 17. Mai die Einführung des Sommerfahrplans statt. Der erste Dampfer von Spandau geht dann Sonntags 9.45, Werktags 10.30 usw., von Potsdam Sonntags 8.00, Werktags 11.15. Der Sommerfahrplan wird ferner in Kraft gesetzt auf den Linien von Potsdam nach Werder, Ferch und Nedlitz-Crampnitz. Auch zwischen Köpenick, Fricdrichshagen und Rübezahl, auf der Löcknitz und dem Scharmützelsee tritt der Sommerfahrplan ein. Sonntags ist stündliche Verbindung von Plötzensee über Saatwinkel nach Tegelort. Die letzte Sonderfahrt zur Baumblüte nach Werder findet ebenfalls am Sonntag, den 17. Mai statt, ab Weidendammer Brücke 9.00, Moabit 9.25, Char» lottenburg 9.50, Spandau 9.45 und 11.00. Von Potsdam ist Ver- bindung von 9.00 an, vormittags stündlich, nachmittags halbstünd- lich. Von der Jannowitzbrücke gehen Sonderdampfcr um 9.00 nach Woltersdorfer Schleuse, 10.00 nach Schmöckwitz, 9.30, 11.00, 12.30, 1.30 sowie 2— 0 Uhr stündlich nach Grünau. Am Montag beginnen die billigen Sonderfahrten, ab Jannowitzbrücke am Montag, Mitt- woch, Donnerstag und Sonnabend nach Woltersdorfer Schleuse und der Löcknitz, Dienstag und Freitag nach Rauchfangswerder. Verlegung von 21 Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn muß wegen Auswechselung der Gleise am Alexanderplatz an der Ecke der Landsberger und Alexanderstraße 21 Linien in den Nächten vom 18. bis 19., 25.— 26., 20.— 27.und 29.— 30. Mai von 11 Uhr an umleiten. Tie Linien 3, 22, 31 und 68 fahren zwischen dem Alexander- und dem Etraußbergcr Platz in beiden Richtungen nicht durch die Alexander« straße, Kaiserstraße oder Landsberger Straße, Kleine Frankfurter Straße und Große Frankfurter Straße, sondern durck die Neue Königstraße, Königstor, Friedenftraße, Straußberger Straße. 5, 11. 35, 36, 41 und 49 fahren zwischen Alexanderplatz und Janno- witzbrücke nicht durch die Alexanderstratze, sondern durch die König, straße. Spandauer Straße, Molkenmärkt, Sicalauer Straße, An der Stralaucr Brücke. 16 fährt zwischen Rathaus und Alexander- straße nicht durch die Königstraße, Alcxanderplatz, Alcxanderstraße, sondern durch die Spandaucr Straße, Molkenmarkt, Stralauer Straße, Schickler-Straße. 19 fährt zwischen Rathaus und Janno- witzbrücke nicht durch die Königstraße, Alcxanderplatz, Alexander- straße, sondern durch die Spandauer Straße, Molkenmarkt, Stra- lauer Straße, An der Stralauer Brücke. Der Betrieb der Linien 64 und 65 wird durch Umsteigen am Alexanderplatz aufrecht erhalten. 66, 67, 69 und 71 fahren zwischen Alexanderplatz und Straußberger Platz nicht durch die Alexanderstraße, Kaiser- oder Landsberger Straße, Kleine Frankfurter und Große Frankfurter Straße, sondern durch die Prenzlauer Straße, Prenzlauer Tor, Friedenstraße, Königstor, Landsberger Straße, Straußberger Straße. 53, 75 und 81 fahren zwischen Schloßplatz oder Köllnischer Fischmarkt ur�t Landsberger Straße, Ecke Kleine Frankfurter Straße nicht durch die König- oder Spandauer Straße, Alexanderplatz, Landsberger Straße, sondern durch die Breite Straße, Köllnischer Fischmarkt, Mühlendamm, Molkenmarkt, Stralauer Straße, An der Stralauer Brücke, Holzmarkt-l Breslauer, Andreas-, Große Frankfurter, Kleine Frankfurter Straße. „Kein öffentliches Interesse." Im„Vorwärts", Nr. 100 vom 29. April ist mitgeteilt, welche Erfahrungen mit der Staats- anwaltschaft des Landgerichts I Berlin ein Schneider B. gemacht hat. Er hatte bei ihr Strafantrag gestellt gegen einen Studenten Erich Kremp, von dem er nachts auf der Straße angerempelt, beleidigt und geschlagen worden war. Gegen Kremp wurde ein Ermittelungsverfahren eingeleitet, B. wurde einige Male als Zeuge vernommen, schließlich aber wurde— nachdem inzwischen volle vier Monate darüber hingegangen waren— der Strafantrag abgelehnt und B. auf Privatklage verwiesen. Ein öffentliches Interesse so schrieb der Erste Staatsanwalt beim Land- gericht I Berlin, liege nicht vor, weil ja Kremp angetrunken ge- Wesen sei und auch eine gütliche Einigung herbeizuführen versucht habe. Der Bescheid war datiert vom 8. April, ging am 14. April bei B. ein und hatte als Unterschrift einen unleserlichen Schnörkel mit dem Zusatz„im Auftrage". Mußte schon diese Begründung des„Mangels eines öffentlichen Interesses" befremden, so wurde später B. noch mehr überrascht durch das, was auf den„Vor- wärts"- Artikel folgte. Er hielt die ganze Sache für längst erledigt und endgültig abgetan, da bekam er am 12. Mai vom Ersten Staatsanwalt beim Landgericht I Berlin noch einmal eine Zuschrift, datiert vom 11. Mai und diesmal unterzeichnet von einem anderen Schnörkel(anscheinend„Jsenbiel") mit dem Zusatz „Oberstaatsanwalt". Das Schreiben lautete so: „Im Anschluß an meinen Bescheid vom 7. April 1908 in der Ermittelungssache wider den Studenten Erich Kremp wegen Be- leidigung usw.: Der in der Nr. 100 des„Vorwärts" vom 29. April 1908, dritte Beilage, erschienene Artikel„Kein öffent- liches Interesse", welcher sich mit der vorbezeichneten Ermitte- lungssache beschäftigt, gibt mir Veranlassung, Ihnen mitzuteilen, daß unter dem 7. April d. I., gleichzeitig also mit dem Ihnen erteilten Bescheide, dem Herrn Polizeipräsidenten in Berlin von mir anheimgegeben worden ist, gegen Kremp im Wege der polizeilichen Strafverfügung einzuschreiten. Der Herr Polizei- Präsident hat hierauf gegen Kremp am 29. April 1908 eine Geld- strafe von 30 Mark wegen groben Unfugs, an deren Stelle im Unvcrmögensfalle eine Haftstrafe von 3 Tagen zu treten hat, festgesetzt. Was die viermonatige Dauer des Ermittelungs- Verfahrens betrifft, so weise ich darauf hin, daß die Sache bei mir erst am 13. Februar 1903 eingegangen ist. Auch das vorher damit befaßte Polizeipräsidium war nicht in der Lage, seine Ermittelungen früher abzuschließen, weil der Beschuldigte Erich Kremp erkrankt im Virchowkrankenhaus lag und nicht vernommen werden konnte." Diese Zuschrift beginnt mit einem kleinen Irrtum. Sie spricht von einem„Bescheid vom 7. April 1908", in Wirklichkeit aber trägt jener erste Bescheid(der uns im Original vorliegt) daS deutlich geschriebene Datum„8. April". Zwar ist der Irrtum sachlich be- langlos, wir meinen aber, daß amtliche Schriftstücke unter allen Umständen sich freihalten sollten von einem derartigen Versehen, das in anderen Fällen doch recht verdrießliche Folgen für den Emp- fänger haben könnte. Der zweite Bescheid ist nun aus mehreren Gründen höchst merkwürdig. Unaufgefordert setzt die Staatsanwaltschaft sich noch einmal mit dem abgewiesenen Antrag- steller in Verbindung. Freiwillig teilt sie ihm mit, daß der „Vorwärts"-Artikel ihr die Veranlassung hierzu gegeben hat. Eifrig betont sie, daß der Beleidiger wenigstens durch polizeiliche Strafvcrfügung zur Rechenschaft gc- zogen worden sei. Gegen Kremp einzuschreiten, wurde dem Polizei- Präsidium, so versichert die Staatsanwaltschaft, bereits unterm 7. April anheimgegeben. Aber erst am 2 9. April fiel es dem Polizeipräsidium ein, gegen Kremp eine Geld- strafe von 30 M. festzusetzen. Ausgerechnet am 29. April, an dem- selben Tage, an dem der„Vorwärts"-Artikel erschienen war und von dem Polizeipräsidium gelesen wurde! Ist das Zufall? Oder hat erst der„Vorwärts'-Artikel bewirkt, daß das Polizei- Präsidium sich„beeilte", dem forschen Studenten sein Strafmandat aufzubrummen? Hat am Ende gar die Staatsanwaltschaft am 29. April, als ihr der Artikel brühwarm vorgelegt wurde, schleu- nigst das Telephon in Bewegung gesetzt und beim Polizeipräsidium gemahnt? Merkwürdig erscheint schließlich auch noch der Umstand, daß die Angelegenheit erst am 13. Februar an die Staatsanwalt- schaft gelangt ist. B. hatte den Strafantrag am 8. Dezember auf dem Polizeibureau zu Protokoll gegeben; auch in dem ersten Be- scheid dcr� Staatsanwaltschaft wird gesagt, daß die Anzeige„vom 3. Dezember" datiert war. Welche schwere Erkrankung war nach jenem Kneipabend dem Studenten Kremp zugestoßen, daß die gegen ihn eingereichte Anzeige nicht schneller erledigt werden konnte? Das mitgeteilte Schreiben der Staatsanwaltschaft bringt trotz aller Redseligkeit keine Antwort auf die Frage, warum denn ein rempelnder, schimpfender, zuhauender Stu- d e n t davor bewahrt bleibt, das Interesse des Staatsanwalts zu wecken, sofern er angetrunken war und gütliche Eini- gung versuchte. Bedauerlich ist auch, daß aus keinem der Schrift- stücke zu ersehen ist, ob Herr Erich Kremp nicht vielleicht das Stu- dium der Rechtswissenschaften betreibt. Sollte das zutreffen, so wünschen wir uns, daß er später mal die Karriere eines Richters oder auch eines Staatsanwaltes wählen möchte. Das Strafmandat wegen groben Unfugs schneidet ihm diese Möglichkeit noch keines- Wegs ab. Es müßte hochinteressant sein, diesen Kremp als Staats- anwalt bezw. als Richter seines Amtes walten zu sehen gegen einen Streikposten, der mit einem„Arbeitswilligen" allzudcutsch geredet hätte und hinterher sich damit zu entschuldigen suchte, daß er angetrunken gewesen sei und auch nachträglich eine gütige Eini- gung versucht habe. Auf einen KindeSmord deutet ein Leichenfund, der gestern im Rixdorfer Schiffahrtskanal gemacht worden ist. Am Köllnischen Ufer wurde die Leiche eines neugeborenen Knaben angeschwemmt und geborgen.� Eingehüllt war der tote Körper in ein großes blauweißes Tuch. Die Leiche hat schon längere Zeit im Wasser gelegen. Aus diesem Grunde konnte nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden, ob irgend welche Merkmale äußerer Gewalt vorhanden sind. Die Leiche wurde zur Obduktion nach dem Schauhaus gebracht. Unter den ausländischen Arbeitern, die beim Bau des großen Rangicrbahnhofes in Wustermark beschäftigt werden, ist eine an- steckende Augenkrankheit, angeblich die ägyptische, ausgebrochen. In der Zelle erhängt hat sich der wohnungslose Kutscher Wilhelm Schröder. Schröder war wegen eines Vergehens in die Stadt- Voigtei in der Dircksenstraße eingeliefert worden. Als der Aufseher gestern nach ihm sehen wollte, fand er ihn als Leiche auf. Sch. hatte sich niit Hilfe seiner Hosenträger ain Fensterkreuz erhängt. Die Furcht vor der bevorstehenden Bestrafung hatte den Lebensmüden zu dem Schritt veranlaßt. Ein großer Dachstuhlbrand kam Sonnabend abend kurz nach 8'/z Uhr im Norden Berlins, im Hause B o y e n st r. 31, zum Aus- bruch. Da die Feuerwehr sofort von mehreren Stellen auS alarmiert wurde, rückte ein größeres LLschaufgebot heran. Beim Eintreffen der. Züge war der Brand schon weit vorgeschritten, weshalb uuver« züglich drei Dampfspritzenrohre in Tätigkeit gesetzt wurden. Trotz» dem dauerte es über eine Stunde, bevor die Flammen erstickt waren. Ein erheblicher Teil des Dachstuhles ist vernichtet. Ob in diesem Falle Brandstiftung vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Vermißt wird seit dem 21. April d. I. aus Budapest der 18 jährige Bildhaucrgehilfe Josef Percszti. Er ist mittelgroß, schlank, hat längliches Gesicht, rote Haare, schwarze Augen, vollständige Zähne, davon auf der rechten Seite zwei künstliche. Bekleidet war er mit einem schwarzen, weichen Hut, schwarzer Hose, grünlichem Rock, grüngestrciftem Mantel. Personen, welche über den Verbleib des Pereszti irgend welche Auskunst geben können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einem Polizei- revier mündlich oder schristlich zu den Akten 3212. 4. 38. 03. mit- zuteilen._ Vorort- JVaebnehtem Charlottenbnrg. Tie Bestimmungen des neuen ReichsvereinSgesctzcS waren Gegenstand einer Besprechung der Delegierten und Vorstände der Charlottenburger Gewerkschaftkommission, welche im„Volkshause" tagte. Der Referent, Genosse Flemming, gab unter kritischer Be- leuchtung der einzelnen Gesetzesparagraphen, besonders der 12 und 17, den Anwesenden verschiedene Aufklärungen, wie besonders die Vorstände der einzelnen Gewerkschaften bei der praktischer' An- Wendung des Reichsvereinsgesetzes sich zu verhalten haben. Auch Genosse Gebert nahm an der Hand von Aufführung verschiedener Beispiele Gelegenheit, einzelne scharf reaktionäre Bestimmungen unter die kritische Lupe zu nehmen. Im zweiten Punkt der Tagesordnung gab der Obmann, Ge- nosse Flemming, einen Bericht über den Verlauf der diesjährigen Maiseier. Redner betonte: Die Beteiligung an der Maifeier war gegenüber den Vorjahren eine flaue; einesteils trägt die schlechte Konjunktur viel dazu bei und anderenteils darf nicht verkannt wer- den, daß eine gewisse Agitation, die sich für öine andere Form der Maifeier erklärt, auch ein Umstand mit ist, die Flauheit vergrößern zu helfen. Ebenso war auch die bekannte Vereinbarung zwischen Parteivorstand und der Generalkommission, betreffs der Unter- stützung der Maiausgesperrten, keine derartige, daß man sich mit einer gewissen Verve für die Maifeier ins Zeug legen konnte. Auf Grund verschiedener Proteste, die schon vor der Maifeier gegen die besagte Vereinbarung laut wurden und denen wir uns nur an- schließen können, wird jedenfalls der nächste Gewerkschaftskongreß in Hamburg, wie auch der kommende Parteitag, Mittel und Wege zu suchen haben, um eine allen befriedigende Lösung in der Frage geben zu können.— Es schloß sich an dem Bericht eine längere Diskussion, an der sich die Genossen Gebert, 5tnobloch, Pohl, Haak, Neubauer, Jacob und Storch beteiligten. Außer den ersten beiden standen die übrigen Redner auf dem Standpunkte des Berichterstatters. Die Ersatzwahl eines Ausschußmitgliedes ergab die Wahl des Genossen Fritz Lehmann, Maschinist. Unentschuldigt fehlten die Vertreter der Buchbinder und Gastwirtsgehilfen. Nixdorf. Der Rixdorfer Männerchor veranstaltet am heutigen Sonntag, abends 6 Uhr, in Hoppes Festsälen einen Liederabend mit Familienkränzchen. Da das ausgewählte Programm den Be- suchern einige genußreiche Stunden verspricht, werden Freunde und Gönner des Vereins ersucht, sich zahlreich einzufinden. ?!ieder-Tchönetvcide. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Vorsitzende Genosse B e n g s ch den Bericht über das erste Viertel- jähr 1903. Danach haben eine Generalversammlung, zwei Mit» gliederversammlungen, drei öffentliche Versammlungen, fünf Flug- vlatt- und Handzettelverbreitungcn stattgefunden. Die Mitglieder- zahl ist von 72 auf 80, und die Zahl der Vorwärtsleser von 162 auf 171 gestiegen. Den Kassenbericht gab Genosse Stein. Einer Gesamteinnahme von 142,54 M. steht eine Gesamtausgabe von 132,32 M. gegenüber. Zur Generalversammlung von Groß- Berlin wurden die Genossen Gebbert und Bengsch delegiert. Hier» auf wurden, nachdem Genosse Bengsch sich eingehend über die bevor- stehende Landtagswahl verbreitet hatte, die in einer am Montag, den 13. Mai, für alle vier UrWahlbezirke gemeinsamen öffentlichen Urwählerversammlung aufzustellenden Wahlmänner in Vorschlag gebracht. Tegel. Von der Ballonhalle abgestürzt. Das Opfer eines fchhi?«� Unglücksfalles ist der Arbeiter Otto Blumenthal aus der Berliner Straße in Tegel geworden. Auf dem Uebungsplatze des Luftschiffer- bataillons wird gegenwärtig eine Ballonhalle errichtet. B. war nachmittags damit beschäftigt, in einer Höhe von ewa fünf Metern Eisenteile an die Konstruktion anzuschrauben. Er verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte kopfüber ab. In schwerverletztem Zustande wurde der Unglückliche in das Virchow-Kranlenhaus ge- bracht. Erkner. Ueber die bevorstehenden LandtagSwahlen referierte Genosse Artur Stadthagen in einer äußerst gut besuchten Versamm- lung. In eingehender Weise legte der Redner die wirtschaftlichen und politischen Zustände vor 1848 dar und wies nach, daß im Re- volutionsjahre manche bürgerlichen Freiheiten der herrschenden Klasse abgerungen wurden, Freiheiten, die später durch die er- bärmliche Haltung des Bürgertums wieder verloren gingen. Die Reaktionszeit brachte uns auch das heute noch geltende Dreiklassen- Wahlrecht. Nach einer Kennzeichnung des plutotratischen Charakters dieses Wahlunrechtes geißelte der Redner die heutige Stellung des Freisinns und würdigte insbesondere seine besonders in letzter Zeit geübten Verrätereien bei den verschiedensten Gelegenheiten. Das mit den Konservativen im Kreise Ober- und Niederbarnim geschlossene Kompromiß müsse den Freisinnigen auch den letzten Kredit nehmen. Jeder Genosse müsse sein Teil dazu beitragen, die Dreiklassenschmach auszutilgen. Allgemeine Kranken- uiid Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H- 29, Hamburg), Filiale Berlin 9: Heute vormittag'/,10 Uhr bei Pielicke, Waldstr. 8.— Filiale Verlin 10: Heute vormittag 10 Uhr bei Faber, Stcphanitrv 11.— Filiate Wildau(Kreis Teltow): Heute vor- mittag 10 Uhr bei Schumann, Wildauer Hos. Familien- Sterbekasic Pietschmann. Heute: Zahltag bei Ralfs, HO,, Huselandstr. 5._ Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion übet den Groghandel in den Zcnwal-Marlthallen. Marktlage: Fleisch: Zusuhr schwach, Geschäst ruhig, Preise unverändert. Wild: Zusuhr ge- nügend, Geschäst lcdhast, Preise gut, Geslügel: Zusuhr reichlich, Gc- schäft schleppend, Preise etwas gedrückt. Fische: Zusuhr genügend, Ge- schüft ruhig. Preise ivenig verändert, Butter n n d K ä s e: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Ob st und Südjrüchte: Zu- fuhr genügend, Geschäst ruhig, Preise säst unverändert. Witterungsübersicht vom 1«. Mai 1008. morgen? 8 Nvr. eialloneti z e s£ 1»,= ja c = 5 B S I Setter » G c V » S Zwinemdc, 760 3253 Hamburg 76! WSW Berlin l76l SW Frants.a.M, 766 W München!767SW Wien 764 WNW Wettcrprogiio,e für Langsam ausllarend, nachts mäßigen südwestlichen Winden; 2 Halb bd, 4 bedeckt 3 halb bd, Zbcdeckt 2Rcgcn 2 wolkig SlaNonen L£ ? 6 |« ja= i i Seilet Haparcmda 753 NR O Petersburg 764 WNW Scillh Merdeen Bari» 767 SW 762 O 769 WSW 2 Ivolkig 1 bedeckt 4 wolkig 1 wolttg 3 heiter e* ä( i" nji 4 5 11 s 12 Sonntag, den 17. Mai 1908. etwas lühler, am Tage wieder wärmer bei keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für denJnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag-BorwärtSBuchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Dr. IIS. 35. Jahrgang. 5. Mm 1(9 Jotiiitls" Ktklim mmi Sonntag, 17. Mai 1908. Cdocbcn-Spielplan der BerUner Cbeater. Köuigl. Opernyaus. Sonnlag: Rienzi.(Km. 7 UEii\). Montag: Margarete. Dienstag: Der fliegende Holländer. Mittwoch: Donna Diana. Donnerstag: Tannhäulcr. Freitag: Samson und Dalila. Sonnabend: Lohengrin.(Ans. 7. Uhr.) Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Salome. Köuigl. Schauspielhaus. Sonntag: Ein Erfolg. Montag: Die Jungfrau von Orleans. Dienstag: König Heinrich IV. I. Teil. Mittwoch: Ein Erfolg. Donnerstag: Die Rabensteinerin. Freitag: Doktor Klaus. Sonnabend: Prinz Friedrich von Homburg. Sonntag: Die Rabensteinerm. Montag: Ein Erfolg. Neues köuigl. Opern-Xhcater. Sonntag: Faust.(Anfang 7 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Ulrich, Fürst von Waldeck.(Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Ein Sonimernachtstraum. Dienstag: Der Kausmann von Venedig. Mittwoch: Was ihr wollt. Donnerstag: Ulrich, Fürst von Waldeck. Freitag: Die Räuber. Sonnabend: Romeo und Julia. Sonntag: Was ihr wollt. Deutsches Theater(Kamm erspiele). Sonntag und Montag: Lhfiswata. Dienstag; Der Tor und der Tod. Nju. Mittwoch: Erdgeist. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freiwg: Lyfistrata. Sonnabend: Frühlings Erwachen. Sonntag: Lyfistrata. Montag: Frühlings Erwachen. Berliner Theater. Von Sonntag bis Sonntag: Hopsenraths Erben. Montau: Unbestimmt. Lessiug-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends und Montag: Der Raub der Sabmerinnen. Dienstag: Die Frau vom Meere.(Ans. 7'/. Uhr.) Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Der Raub der Sabincrinncn. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Abends: Der Raub der Sabmerinnen. Montag: Die Frau vom Meere.(Ansang Vi, UhiJ Neues Theater. Sonntag: Die Hemsöer. Montag: Der Dieb. DienSiag bis Freitag: Die Hemsöer. Sonnabend, Sonntag und Montag: Die ersten Menschen. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Mittwoch: Der Dummkopf. Donnerstag: Judith. Freitag, Sonnabend und«onntag: Der verlorene Sohn. Montag: Unbestimmt. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends und folgende Tage: 2X2— 5. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Die verlauste Braut. Sonnabend: Der Maskenball. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Die Fledermaus. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Theater des Westens. Sonntag, 17. Mai, nachmittags 3>/, Uhr: Die luttige Witwe. Abends und folgende Tage: Ein Walzertraum. Sonntag« nachmittag 3>/« Uhr: Die lustige Witwe. Abends und Montag: Ein Walzertraum. Lnstiplelhaus. Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr: Panne. Abends und folgende Tage: Die blaue MauS. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Panne. Abends Die blaue Maus. Schiller- Theater<». Sonntagnachmittag 3 Uhr: TraumuluS. Abends: Der Weg zum Herzen. Montag: Ohlie Gelaut. Dienstag: Stein unter Steinen. Mittwoch: Ohne Geläut. Donnerstag und Freitag: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnabend: Haus Huckcbcin. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Traumulus. AbendS: Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Ohne Geläut. Schiller« Theater Gharlottcnburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das vierte Gebot. Abends: Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Der Weg zum Herzen. Dienstag: Der Widerspenstigen Zähmung. Mittwoch: Der rote Leutnant. Donnerstag: Hans Huckebein. Freitag: Der Weg zum Herzen. Sonnabend: Ohne Geläut. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Abends: Die Schmuggler. Montag: HanS Huckebein. Hebbcl-Thcater. Sonntag und Montag: Frau Warrens Gewerbe. Dienstag: Vorm Tod. Die Stärken. Mit dem Feuer spielen. Mittwoch: Frau Marrens Gewerbe. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Chprienne. Montag: Unbestimmt. Friedrich-Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Der gehörnte Sicgsried. Siegfrieds Tod. Abends und Montag: Frei ist der Burfch. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Des Pastors Rieke. Freitag: Frei ist der Bursch. Sonnabend: Im weißen Rötzl. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegsrieds Tod. Abends: Im weißen Röhl. Montag: Des Pastors Rieke. Rcsidenz-Theater. Sonntag und folgende Tage: Der Floh im Ohr. Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bis früh um Fünse. Abends und Montag: Die Brunnen-Nymphe. Dienstag und folgende Tage: Der Sclbstmörder-Klub. Sonntag, den 24. Mai, nachmittag 3'/, Uhr: Charleys Tante. Abends: Der Selbstmörder-Klub. Neues Opcrettcu-Theater. Sonntag und folgende Tage: Der Mann mit den drei Frauen. Luisen-Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends und Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Der Weg ins Verderben. Freitag: Mutter Erde. Sonnabend: Der Weg ins Verderben. Sonntag, 24. Mai, nachmittag 3 Uhr: Im Hause der Sünde. Abends und Montag: Der Weg ins Verderben. Bernhard Rose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Am Altar. Abends, Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag: Der Brandstlfter. Sonnabend, Mittwoch und Sonnabend, den 23. Mai: Die Loreley. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Die Loreley. Abends: Der Brandstister. Trianon-Theater. Allabendlich: Seine erste Frau. Theater an der Spree. Allabendlich: Der Cowboy. Mctropol- Theater. Allabendlich: Das muß man teh'n l Casino- Theater. Sonntag nachmittags 4 Uhr: Ein Dorf-Roman. Allabendlich: Der Brandstifter. Sonntag, 24. Mai, nachmittag 4 Uhr: Ein Dors-Roman. Gustav Behrens- Theater, Goltzstraße S. Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Apollo-Thcater. Allabendlich: Die süßen Grisetten. Walhalla-Theater. Spezialitäten. Passagc-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. WendS sowie allabendlich: Dr. Riickle. Spezialitäten. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Rcichshallc»> Theater. Allabendlich: Stetliner Sänger. Foltes Eaprice. Allabendlich: Parisiana. Nr. 69. Das ruhige Helm. Garl Haverland-Theater. Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Urania-Tbeater. Taubcnstraße 48/49. Sonntag, Dienstag und Freitag: Eine Nilsahrt bis zum zweiten Katarakt. Montag und Donnerstag: Kairo und die Pyramiden. Mittwoch und Sonntag, den 24. Mai: Ucbcr den Brenner nach Venedig. Sonnabend, den 23. Mai nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends: Die Kruppschen Werke.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte, Jnvalidenstr. 67—62. Vermifcbtes. Nachtragliches zur GSrlitzer Katastrophe. Bei der gerichtlichen Untersuchung iiber den Einsturz der Stadthalle erklärten, einem Bericht des„Görlitzer Anzeigers"' zu« folge, die Sachverständigen, datz dem Baumeister Sehring eine Verantwortung und Verschuldung bezüglich mangelhafter Dach- konstruktion nicht zur Last gelegt werden könne; die Verantwortung treffe lediglich die Lieferanten dieses Materials. Die AuS- führungen der beiden Sachverständigen begegneten bei einem Teil der Herren Kopfschütteln, zumal noch verlautet, datz für die Eisen- konstruktion Lg Ovo M. bewilligt worden waren, Sehring diese Konstruktion aber für zirka 14 000 M. weiter vergeben haben soll, ohne zu erwägen, datz für diese Summe eventuell eine ordnungs- mätzige Eisenkonstruktion nicht zu liefern ist.— In dem Lokal- termin kam noch zur Erörterung, datz der mittelste Dachbinder zuerst in die Tiefe gestürzt sein dürfte und dabei die übrige Dach- konstruktion mitgerissen hat. Die örtliche Besichtigung bestätigte dies mit ziemlicher Bestimmtheit. Es wurde ausgeführt, datz die Ursache des Einsturzes entweder in schwacher Eisenkonstruktion, in Materialfehlern, ungenügender Auflage der Binder oder un- genügender Stärke der Wände bezw. Tragpfeiler zu suchen sein dürfte._ Entgleist. Infolge Schicnenbruchs entgleiste gestern vormittags 11 Uhr bei der Einfahrt in die Station München-Laim der Augs- burger Güterzug 6133 mit Maschine und 5 Güterwagen. Der Lokomotivheizer sprang ab, es wurden ihm jedoch von den nach- folgenden Packwagen beide Fuße abgedrückt. Der Zugführer erlitt anscheinend innere Verletzungen, der Lokomotivführer leichtere Prell« Wunden, ebenso drei Wagenwärter. Der Materialschaden ist be- deutend. Die fünf entgleisten Wagen sind fast völlig zertrünimert. Deutschnatioimle Flegeleien. Wien, 10. Mai. Gegen Schlutz des Universitätsbummels kam es zwischen katholischen uyd deutsch- nationalen Studenten auf der Stratze zu einem Zusammenstotz, dem das Eingreifen der Polizei ein Ende machte. Die katholischen Studenten zogen in ihr Klublokal ab. Hunderte von Deutschnationalen folgten ihnen lärmend, durchbrachen den Polizeikordon und wollten da? Klub- lokal stürmen. Sie wurden jedoch zurückgedrängt und zogen schließlich ruhig ab. Der Grund zu dem Zusammenstotz liegt in dem Farben- tragen der katholischen Studierenden, das die Deutschuationaleu hindern wollten.— Aus Graz, 16. Mai, wird berichtet: Heute mittag kam es vor der Universität zu einer Schlägerei. Anläßlich der Doktor- Promotion eines katholischen Studenten erschien der christlichsoziale Abgeordnete Hagenhofer mit etwa 150 Bauern, denen die deutsch- nationale Studentenschaft den Eintritt in die Universität verwehrte. Erst die Polizei machte dem Zusammenstoß ein Ende. Die Promotion wurde abgesagt. Vier deutschuationale Studenten, drei katholische und mehrere Bauern wurden bei der Schlägerei verletzt. Kostüms J iL» EllSB Bis auf weiteres zu den billigsten Ausnahmepreisen Staub-, Rasen-, Reise- und Gummimantel wetterfest Sport 12.—, Röcke 4.75, 6.—, 8.—> 10.—, 12__, 15—, 18—, 21.-», 24— M« Jackett- und Paletot- Kleider 12.—, 16.—, 31.—, 27—, 35.- M. Kommandantenstrasse, Ecke Undensirasse. 12 Schaufenster. 2 Hsussr vom oanhoffpiafi. 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Juni, vermietet Heidelbach, Gaudystraße 37 vorn III, an der Schönhauser»Allee. »Möbliertes Vorderzimmer, Herrn, 9,00, Kopenhagenerstraße 3 TV, Grünenberg(Bahnhos Schönhauser Allee)._+93 Möbliertes Zimmer, Brunnenstraße 53 vorn Gl. Kindel. +72 Möbliertes Zimmer(allem) ver- mietet Krüger, Slallschreiberstraße 52 vorn II.+48 LehlsksteUen. Schlafstelle, separat, ein oder zwei Herren, Ritterstraße 124, Hos I, ßohnsack._ 20926 Einzelner Herr findet Schlafstelle. Moll, Simondachswaße 22(Bahnhos Warschauerstraße). 2089b Schlafstelle vermietet, zwei bis drei Herren, Boden, Kurzestraßc 14 (»Bahnhof Alexanderplatz). 20886 Möblierte Schlafstelle, Flureingang, Wrüske, Rheinsberg erstraße 33, vorn G. 20866 Alleinige möblierte Schlafstelle vermietet König, Kleine Slralauer- straße 8. 2079b Saubere Schlasstelle, Herrn, Git- schinerstraße 79, Hos rechts l, Wahlitz. »Möblierte Schlasstelle, separat, sür Herren, Klemmt, Michaelkirch- straße 18._ 20876 Schlafstelle, Liebeck, Manteustelstraße 75. Bessere alleinige Schlafstelle, Herrn, Waldemarstraße 10, vorn III, Melior. Schlafstelle, möbliert, Herrn. Billhardt, Greisswalderstraßc 29.' vorn linker Ausgang III. Besichtigung Sonntag ober nach 7. 2095! Möblierte Schlasstelle. Kleefeld, Ritterstraße 113. 2096b Möblierte Schlasstelle, Flurein- gang, Wallstraße 3o, vorn III. 2097b Möblierte Schlafstelle, ein oder zwei Herren. Witwe Hülsert, Mulack- straße 11.__ 20986 Möblierte Schlasstelle sür zwei Herren, sauber und billig, zu ver- mieten Nostizstraße 52 IV links. Schlafstelle für 1 Herrn Wrangel- straße 115 II rechts.___+11 Gute Schlasstelle sür Herren'Blair teuffelstraße 68, rechter Seitenflügel II, Döhring._+10 Möblierte Schlasstelle(Herrn). Burkert, Grünauerstraße 8.+10 Schlafstelle, zwei Herren oder Damen, Schilling, Krautstraße 42 I. Möblierte Schlafstelle, einzelnen Serrn, vermietet zum 1. Juni Kicwitt, reisswalderstratze 220, Quergebäude Gl__+67 Freundliche Schlasstelle, einen Herrn, separat. 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Frau Reimann, Brunnen- straße 164, vorn IV._ 21246 Möblierte Schlasstelle, Vorderzimmer, Flurcingang, sür 2 Herren bei Stein, Zionskirchplatz 11 IV. UrbeiteMretäl' gesucht. DaS Arbeitersekrctariat Kiel sucht bis möglichst 1. Juli d. I. einen Sekretär. Geeignete Bewerber mögen ihre Offerte unter Angabe ihrer bisherigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung sowie des Alters und Berufes bis zum 26. Mai d. I. an den Unterzeichiieten mit der Ausschrtst„Be- Werbung" eimeichen. AnsangSgehalt 2000 M. Bewerber, welche eine gleich- artige Stellung bekleiden, können eventuell ein höheres Gehalt beziehen. 287/11* Beml». Kahnt, Eckernförderstr. 36, I r. Schlasstelle(separat) dermletet an Herrn Hagelbergerstraße 21 (Viktoriapark), Ouergebäude Gl, Hoffmann. Gute Schlasstelle vermietet Witwe Bäcker, Zionskirchstraßc 47._+93 Saubere Schlasstelle zu vermieten Fricdelftraßc 44a. Hos parterre rechts. Möblierte Schlasstelle, 2 Herren oder Damen, vermietet Jcske, Frucht- swaße 31, vorn IV._+35 Möblierte Schlafstelle(separat) an Herrn, 15,00, zum ersten. Gabel, Schillingstraße 1, II, kleiner Ausgang. Möblierte schlasstelle sür zwei Herren vermietet Zionskirchstraße 48, vorn II rechts.+72 Schlafstelle sür zwei Herren oder Damen, separat. Oljchewski, Gubener- straße 24, 3 Treppen, linker Seiten« slügel.+34 Schlafstelle(Sechsmark) Palisaden« straße 57, Schuhgcschäsl_+34 Schlafstclle.saubcr, möbliert, findet junger Mann Weinslraße 8, vorn II, Buche, nahe Friedrichshain._+67 Möblierte Schlafstelle sür Herrn bei Diering, Kottbuser Damm 4.+45 �Freundliche Schlasstelle an Herrn vermietet Spcckhardt, Warschauer- straße 67 II.+53 Schlafstelle, separat, einen Herrn, Woche 3 Mark inklusive._ Eckel, Warschauerstraße 75, Seitenflügel IV. Schlafstelle an Herrn vermietet Jllcrs, Eckertstraße 3 parterre.+53 Eine möblierte Schlasstelle an einen auch zwei Herren sosort oder 1. Juni(mit pünktlichem wecken) zu vermieten Tiljiterstraße 12, Quer- gebäude G, bei Jacob.+53 Möblierte Schlasstelle sür Herren oder Damen, Bahnhoj Landsberger Allee, Eberthstraße 6, vorn G.+53 Arbeitsmarkt Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgeliejert. A. Gläler, Mulack- straße 27. 1463b Stellenangebote. Berufs- und Gelegenheits- Vermittler(Herren und Damen) sür sämtliche Verstcherungsarten sucht Thuringia,»Prinzenstraße 41, I. Ein Silberarbeiterlchrling wird verlangt. H. Rehrmann, Stallschreiber- straße 57._ 132/15* Stcindrucker als Volontär an der Maschine verlangt. Zschau, Schön- hauser»Allee 74a.+82 Korbmacher(Geslellarbeit) ver- langt Müller, Nürnbergcrstraße 36. Kunstschmied aus Treibarbeit ver- langt Paul Heinrichs, Schöneberg, Fcurigstraße 54._ 2073b Grauitschleifer straße 33. verlangt Acker- +72 Korbmacher, Mattarbett, verlangt TreSckowstraße 21._ 21136 Zahntechnikerlchrling sosort gesucht, wöchentliche Vergütung. Friedrichstraße 215. 2034b Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnende Beschäftigung(Tour Stralau), Soraucrstraße 20. 132/18» "Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnende Beschäftigung Nixdors, »Prinz-Handjerhstraße 83/84. 132/19* Im Arbcitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile. geübte Schlveiker s. autogene Schweistung, Acetyleu- Sauerstoff, nach Hamburg bei dauernder Anstellung gesucht. Meldungen: Uan�catlseh« Acetylen-GaNinduntfle A.-G. Hamburg, Kaiser Wilhelmstr. 93/109. Tüchtige Agenten und Akquisitenre von Feuerverficherungs- Gesell- schaft erste» RangeS bei außer- ordentlich hohen ProvisionSbezügen event. auch gegen sestes Einkommen gesucht. Angebote unter v. A. 676 an Haasenstcin u. Vogler A.-G.- Berlin W. 8. 211/14 Tiefbangeschäft sucht Asphaltenre zur Herstellung wasserdichter Jso- lierungen. Offerten mit Zeugnis- abschristen und Referenzen unter G. H. 14 an die Annoncen-Expedition 8. 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