" Nr. 116. Abonnements- Bedingungen: W bonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 0.7 325. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Pfg., jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der preußische Landtag Dienstag, den 19. Mai 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. als Verschleuderer der nationalen genartiges Licht auf die staatserhaltende Töne angeschlagen werden! Erdichätze. ( Schluß.) hat und nicht bekannt geworden ist, charakterisiert werden! Es muß gewiß schon weit mit der daß er feine Kenntnis bon den Ver Gemeingefährlichkeit der privaten monopolistischen Entwickelung hältnissen im Landtage mitteilte, so im Bergbau gekommen sein, daß sogar in der Begründung tönnte man daraus Schlüsse ziehen, die ein einer preußischen Regierungsvorlage solche Tätigkeit" dieser Herren werfen würden! Die verantwortlichen Regierungsleute haben unter Wohl ist 1907 die Regierung mit ihrem Gesezentwurf voller Kenntnis der wildesten Spekulation Servorgetreten, der prinzipiell einen Bruch mit der Bergbau- mit den nationalen Bodenschätzen jahrzehntelang den Dingen freiheit" bedeutet. Nach dem Gesetz vom 24. Juni 1865 ist ihren Lauf gelassen, haben geduldet, daß sich eine die Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien unter Inne- relativ kleine Gruppe an der Verschlenderung des Das heutige Bergrecht beruht auf dem Grundsak der haltung der gesetzlichen und polizeilichen Vorschriften einem Volkseigentums riesig bereicherte, haben der Bildung Bergbaufreiheit". Auch das ältere Bergrecht kannte die Berg- ieden gestattet. Die Regierungsvorlage( 1907) wollte be- übermächtiger Monopolgesellschaften nicht nur ruhig zusehen, baufreiheit, indessen wurde sie erst gegeben durch ausdrückliche ſtimmt wissen, der Staat kann" das Recht zur Aufsuchung sondern sie durch Schenkungen aus dem Steuerfäckel noch und Gewinnung der„ verleihbaren" Mineralien an andere unterstützt, den Trottrustlern die Mittel zur Brüskierung der " Freierklärung" des Landesherren als Inhaber des Berg- Personen übertragen gegen Entschädigung und auf Zeit". Staatsgewalt und zur Auspowerung der Konsumenten geregals. Kraft dieses Regals gestattete der Landesherr Damit wäre ein ziemlich uneingeschränktes Borbehaltungsrecht liefert! Fürwahr, wenn das teine Bankrottertlärung die Mineralienausbeutung privaten Unternehmern gegen des Staates an alle nach dem Gesetz von 1865 verleihbaren, dieses Regierungssystems ist, was wir in der Begründung Entrichtung bestimmter Abgabeit vom Betriebsertrag an die landesherrliche Kasse. Der Betrieb zurzeit aber noch nicht verliehenen Mineralien aus der Regierungsvorlage lesen, dann gibt es feine Banfrott Wieder bewährte sich da erklärung mehr! geschah unter der Leitung landesherrlicher Beamten, gesprochen worden. Er Der preußische Landtag, der, wenn er eine Volts. recht", als am Quartalsschlusse die etwaige Ausbeute zu Brandenburg, der Bergwerksunternehmer hatte eigentlich kein anderes Haus der Landtag als plutokratische Gesezesfabrik. schloß die etwa in den Provinzen Ostpreußen, vertretung sein wollte, das nationale Eigentum an den Pommern und Schleswig- unerseßlichen, wertvollen Mineralien schüßen mußte gegen empfangen bezw. Zubuße zu zahlen. Das im neuen Bergrecht ausgesprochene Recht jedes Be- Holstein zu findenden Steinkohlen von dem staat- profitgierige Spekulanten und gemeingefährliche Vergeudung, liebigen, nach Mineralien zu schürfen, sich das gefundene lichen Vorbehaltungsrecht ganz aus; sodann beschränkte er hat dieser Mißwirtschaft allen Vorschub geleistet! liebigen, nach Mineralien zu schürfen, sich das gefundene er das staatliche Vorbehaltungsrecht auf Stein tohlen auf und nicht nur das, er ist sogar noch der Regierung in den Mineral zur unbeschränkten Verwertung verleihen" 34 250 Marimalfelder, bei den übrigen soll" er das Arm gefallen, als diese neulich wenigstens vor den Fängen laffen, ist eigentlich ein Kind der großen französischen Recht haben, sie„ an andere Personen zu übertragen". Statt der Ausbeutergesellschaften zu retten versuchte, was noch zu Revolution, wenn auch das französische Berggesek bom 21. April 1811 nicht den Rechtsanspruch auf die zum Schute des Volkswohles einen Schritt weiter zu tun, retten war! Die zitierten Säge aus der Regierungsvorlage Verleihung festlegte. In dieser Beziehung geht das für fast als die Regierungsvorlage, nämlich auch die zahlreichen, zwar beweisen auch dem bissigsten Sozialistenfeind, wenn Verleihung festlegte. In dieser Beziehung geht das für fast schon längst„ berliehenen" aber immer noch nicht irgend noch der Belehrung zugänglich ist, daß die äußerst alle Bergbaubezirke maßgebend gewordene preußische Berggesez vom 24. Juni 1865 weiter; es ftipulierte im Betrieb genommenen wertvollen Bergwerksfelder aktuell gewordenen Bergbaufragen nur im sozialistischen die volle Bergbaufreiheit". Die Manchestertheorie den Spetulanten und Monopoliften zu ent. Sinne zu lösen sind. Expropriation der Exprohat hierbei Gevatter gestanden. In der völligen Befreiung ziehen, schwächte der Dreiklaffenlandtag die Regierungsvorlage priateure! wesentlich ab! Auch dieses Gesetz, datiert vom 18. Juni 1907, hat Damit diese Wahrheit auch im preußischen Dreiklassendes Bergbaues von den vormärzlichen Fesseln, der un- der Landtag so umgestaltet, daß die Verschleuderung parlament ungeschminkt ausgesprochen werden kann, muß für beschränkten Ausbeutungsfreiheit, erblickten die preußischen Wahl von Sozialdemokraten gesorgt Berggesetzgeber derzeit die höchste voltswirtschaftliche Weisheit. unferes Nationaleigentums an internationale Kapitalisten- bie werden! Sie allein bieten die Gewähr, daß im LandtagsSchon am 12. Mai 1851 erging ein Gesetz, das den Bergwerks- gesellschaften fortgesetzt werden kann! Dabei enthält die Begründung der Regierungs- faale auch die Stimme des entrechteten und enteigneten Volkes unternehmern gewisse Mitbestimmungsrechte gegenüber der landesherrlichen Direktion gab. Das Gesetz vom 21. Mai 1860 borlage den geradezu klassischen Nachweis von der gemein- gehört wird. gab dem Bergwerksunternehmer freie Hand in der Annahme schädlichen Entwidelung der Bergbau Monopolund Entlassung der Arbeiter, die Behörde behielt sich nur gesellschaften unter dem Schutz der sog.„ Bergbaufreiheit". noch das bergpolizeiliche Aufsichtsrecht vor. 1865 fam endlich Es heißt in der Begründung: das Gesetz, welches den Grubenkapitalisten die Handhaben bot, sich zu den selbstherrlichen Magnaten von heute zu entwickeln. สิน Heute weiß man längst, daß die sogenannte„ Bergbaufreiheit" faktisch einer Enteignung des Staates" als„ Regalinhaber" gleichfommt. In den Händen einer relativ sehr geringen 8ahl von Kapitalisten hat sich eine nugehenere wirtschaftliche Macht angesammelt, vor der sich auch die Staatsgewalt" verbeugt. " Zur Sozialpolitik des Reichs. er „ Bei der fast schrankenlos(!) zu nennenden Bergbaufreiheit und der dadurch gebotenen Möglichkeit, große Gewinne mit ver In Kiel fand diefer Tage eine vom Präsidenten des Kaiserhältnismäßig geringem Kostenaufwand(!) zu erzielen, tann es nicht lichen Kanalamts Dr. Kauz einberufene Konferenz statt, die sich mit auffallen, daß sich schon alsbald( 1) nach dem Infrafttreten des den beim Erweiterungsbau des Nord- Ostsee- Kanals zu allgemeinen Berggesezes( 1865) die Spekulation sich in treffenden Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen" bes weitem Umfange der Aufsuchung verleihbarer schäftigte. Eingeladen und erschienen waren alle möglichen Behörden Mineralien zuwandte." und Korporationen, so das Reichsamt des Innern, das Kaiserliche Es wird dann geschildert, wie fich Spekulanten und Gesundheitsamt, die Provinzialregierung, die Landräte der vom Kanal kapitalistische Unternehmungen in den Befiz umfangreicher berührten Kreise, der Kieler Scharfmacherverband der Arbeitgeber, die Bergwerksfelder zu sehen gewußt haben. Vielfach seien die schleswig- Holsteinische Landwirtschaftskammer, einige Handelskammern, " An Mahnungen an die Regierung, die nationalen Mineral- Felder nicht in Betrieb genommen, sondern zu Spekulations- der Vaterländische Frauenverein, der Zentralverein zur Fürsorge schätze doch nicht immer weiter an die Monopolisten zu verzwecken förmlich gesperrt worden, was einer Aufhebung der für entlassene Strafgefangene, der Guttemplerorden, das Konsistorium schleudern, sondern einen Niegel vorzuschieben, hat es nicht Bergbaufreiheit entspricht. Dann aber kommen Ausführungen, zu Kiel, der Bischof zu Osnabrück( 1), sogar der Landesverein für gefehlt. Die Mahnungen waren nicht nur vergeblich, sondern die wir ihres prinzipiellen Charakters wegen wörtlich zum Ab- innere Mission- nur die eigentlichen Beteiligten, die wir wissen ja, daß die Regierung ihren Segen dazu gab, druck bringen: Arbeiterschaft und ihre Organisationen, waren vollständig geals der Landtag die Macht der Monopolisten noch durch Insoweit aber das verliehene Bergiverkseigentum von wirtschnitten, und auch die Arbeiterpresse war von den Ver Millionengeschenke und Arbeitertrutzgesetze verstärkte! lichem Werte ist, gefährdet seine allzu ausgedehnte Vereinigung in der Hand einzelner Interessenten das Gemeinwohl in noch höherem Handlungen gefliffentlich ferngehalten worden. Man ist es Maße. Der Einfluß einzelner Personen auf die Versorgung des ia in Preußen Deutschland gewöhnt, daß für das offizielle und Marftes mit wichtigen und unentbehrlichen Gegenständen des all- offiziöse Mandarinentum das Proletariat nicht nur in der Gesetzgemeinen Bedarfs und Verbrauchs wird in bedenklichem Maße gebung, sondern auch in der Sozialpolitik lediglich als Objekt in verstärkt, unter Umständen sogar die Gefahr einer nicht aus- Rechnung steht. reichenden Versorgung des Marftes mit den Erzeugnissen des Wie wir den Berichten der bürgerlichen Bresse, an deren„ bers Bergbaus und einer rücksichtslosen Preistreiberei nahegelegt. ständnisvolle Mitarbeit" der Präsident des Kanalamts in seiner Diese Gefahr hat in neuerer Zeit noch besonders dadurch an Begrüßungsansprache besonders warm appellierte, entnehmen, war Bedeutung gewonnen, daß das Großkapital sich mit Vorliebe auf der Geist" der Verhandlungen ganz der gefiebten Zusammensetzung die Aufsuchung und Mutung der Steinkohle und der Salze, nämlich Manchen einsichtigen Regierungsleuten mag es unheimlich angesichts des sich mächtig entwickelnden Staates im Staate geworden sein. Darauf deutet auch der Versuch hin, sich durch Erwerbungen von Staatsgruben im Gebiete der rheinisch- westfälischen Grubenmagnaten Einfluß auf den Montanmarkt zu sichern. Wie der Fiskus bei der Hiberniaaffaire von dem ,, Trotztrust" über's Ohr gehauen worden ist, das allein wird einem fünftigen Wirtschaftshistoriker lehren, wer heute der faktische Herrscher in der Bergwerksindustrie infolge der Bergbaufreiheit" geworden ist. erwirbt " des Steinfalzes und der mit diesem in der Regel auf derselben der Teilnehmer entsprechend. Von den wichtigsten Gesichtspunkten Lagerstätte vorkommenden sogenannten Abraumsalze oder Kalisalze moderner Sozialpolitit, anständigen Löhnen und angemessener Dauer im weiteren Sinne des Wortes, im einzelnen der Kali-, Magnesia- der Arbeit, war in der fünfstündigen Besprechung mit feinem und Borsalze, geworfen hat. Beide Gruppen von Mineralien Wort die Rede. Einen um so breiteren Raum nahm in find von der allergrößten Bedeutung nicht nur der Diskussion die Beratung über die Vorkehrungsmaßregeln für den allgemeinen Bedarf, sondern insbesondere ein, die zur Fernhaltung schlechter Elemente" zu treffen auch für den Bedarf der Industrie und der Landwirt feien. Die bürgerliche Presse in ihrer verständnisvollen Mitarbeit" schaft; bei den Kalifalzen kommt noch hinzu, daß nach allen geht über eine Definition dieser Wendung, wie sie doch der Gang soweit dasselbe die bisherigen Aufschlüssen ihr Vorkommen soweit dasselbe die Womöglich noch schlimmer ist die breite Masse des steuerzahlenden Voltes geschädigt worden durch die bekannten fiskalischen Feldererwerbungen in NordBestfalen. Zuerst wurden der Internationalen Bohrgesellschaft" vom preußischen Staate gleich haufenweise die wertvollsten Kohlenfelder verliehen"( unentgeltlich!) Diese Gesellschaft verkaufte einen Teil der Felder mit einem solchen Gewinn an Dritte, daß sie zwei Jahre hintereinander Grundlage eines umfangreichen Bergbaues zu bilden geeignet ist der Debatte geliefert haben muß, zartfühlend hinweg. Man erfährt sich auf einzelne Teile des nördlichen und mittleren Deutschlands nur, daß die ausschlaggebende Rolle bei der Einstellung der Arbeiter 500 Prozent Dividende verteilte Dividende verteilte und immer noch im beschränkt, so daß Deutschland ein natürliches Monopol dem Stredengendarm zufallen soll. Erst nachdem dieser die Felder Dann berblieb. Besitz bedeutender an diesen Salzen befigt. Neue Funde können an beiden Papiere der sich Meldenden geprüft und in Ordnung" befunden, der preußische Fistus wahrhaften Apotheker- Arten von Mineralien( Steinkohle und Salzen) in der Regel auch einen Vermerk darüber im Arbeitsbuch eingetragen(!), erfolgt die preisen die vorher unentgeltlich vom preußischen nur noch in großer Tiefe und nur durch kostspielige Bohr Einstellung. Was den Bedarf an den eigentlichen Kanalarbeitern ans Staat den Privatunternehmern verliehenen" arbeiten gemacht werden, so daß nur sehr kapitalfräftige Unter- langt, so war man sich, ohne daß, wie bemerkt, von der Höhe der nehmer dem Schürfen nach diesen Mineralien nähertreten fönnen... Löhne gesprochen zu werden brauchte, in dieser Storona wissender Auguren Grubenfelder, zahlt dafür einen Preis, über dessen enorme „ Aber die besten technischen Einrichtungen und leistungsHöhe sich die„ Staatserhaltenden" heimlich lustig machen; und fähigsten Apparate auf diesem Gebiete befinden sich, häufig noch von vornherein darüber klar, daß er aus deutschen Arbeitern nicht schließlich stellt sich heraus, daß der Fiskus den Bohrgesellunter Patentschut, in den Händen weniger großer Bohrgefell- gedeckt werden würde, wohl aber sollten wegen der benötigten Handschaften bezw. deren Hintermännern Felder abfaufte, deren schaften oder einzelner Bohrunternehmer, die auch fast aus- werker städtische Arbeitsnachweise in Anspruch genommen werden, Ausbeute besonders hohe Anlagekosten erfordert! schließlich über das in der Handhabung und Bedienung dieser die so bei der herrschenden wirtschaftlichen Flauheit die überschüssigen besseren Felder haben die Privatunternehmer für verbesserten technischen Hilfsmittel geschulte Personal verfügen. Arbeitskräfte aus den Städten abschieben könnten. sich behalten. Nun erfordern die fiskalischen An- Diese Bohrgesellschaften und unternehmer mit den hinter ihnen Andererseits war man peinlichst bemüht, Mitte und Wege aus lagen Zuschüsse, als stehenden Banken und Kapitalisten haben daher geradezu ein findig zu machen, wie bei der Arbeiterzufuhr jede Schädigung" Berück weit größere sichtigung der Aufwendungen für die Monopol in Beziehung auf den Erwerb von Bergwerkseigentum benachbarten Ein Vertreter der an Steinkohle und Salzen erlangt.... im übrigen aber ist die der Landwirtschaft vermieden werden könnte. Privatunternehmungen veranschlagt sind. von dem Allgemeinen Berggefeße gewollte„ Bergbaufreiheit" für wirtschaftskammer habe beantragt, daß ichleswig- Holsteinis e Juduſtriellen, der nationalliberale Landtagsabgeordnete Steinkohle und Salze so gut wie ausgeschlossen, da ein Dritter Arbeiter überhaupt nicht eingestellt werden Franken, hat sich im„ Tag" den Spaß erlaubt, dem nicht wagen darf, gegen die übermächtigen Gesellschaften und sollten. Darauf wollte man sich nicht prinzipiell festlegen, wohl Fiskus für seine„ flugen Erwerbungen" die Schellenkappe um- Unternehmer in den Wettbewerb einzutreten." aber wurde zugesagt, daß zwecks Schutz der landwirtzuhängen. Da Herr Franken nebst seinen sach- Deutlicher fann kaum von einem Sozialdemofchaftlichen Interessen Arbeiter unter 18 Jahren nicht an fundigen Kollegen aus Westfalen im Land- traten die Bedrohung des Gemeinwoh13 durch genommen werden sollten". Der Präsident des Kanalamts nahm tag den fistalischen Erwerbungen zugestimmt die tapitalistischen tapitalistischen Monopolgefellschaften babei die Gelegenheit wahr, besonders zu betonen, daß die Kanalunter Die Die Lands Verwaltung � den S chutz der landwirtschaftlichen Interessen mit in erster Linie auf ihre Fahne geschrieben habe." Viel geredet wurde auch von der hygienischen und geistigen '..Fürsorge" für die künftigen Kanalarbeiter. Wie beim ersten Kanal- bau sollen die Arbeiter wieder in B a r a ck e n, die daS Reich in eigene Regie nimmt, untergebracht werden, und zwar sollen Arbeiter ohne Familie gezwungen werden, in solchen Massenquartieren, die Baracke auf 120 Mann gerechnet, zu kampieren, während für die Handwerker, für die man bessere(!) Baracken herstellen will, ein solcher Zwang nicht bestehen soll. Auch die Privatquartiere, soweit sie zulässig, sollen unter ständige polizeimäßige Ueberwachung gestellt werden- Besonders bemüht aber war man um die„S eel sorge" der Kanalarbeiter und beratschlagte angelegentlichst, ob diese auch in den Kirchen der Umgegend genügend wahrgenommen werden könne. Sintemalen nun der schleswig-holsteinische Nicdersachse in seiner kühlen Gemüts- beschaffenheit sich wenig um das Jenseits kümmert, und Kirchen nur ganz vereinzelt in den Dörfern der Provinz anzutreffen sind, nahm man in Aussicht, an den Baracken selber Anbauten für solche Zwecke herzustellen. Die Guttempler und Temperenzler befürworteten für die Kantinen da? absolute Verbot von Alkohol, auch von Bier, während ihnen entgegnet wurde, daß bei der schweren Arbeit die Anregung durch leichtere alkoholische Getränke nicht zu entbehren sei. Schließlich wurde beschlossen, den Schnaps fernzuhalten.— Von Arbeiter- ausschüssen versprach man sich, angeblich mit Rücksicht auf die zu erwartende ständige Fluktuation der Arbeiterschaft, wenig und ging mit ein paar Redensarten auch über diesen überaus wichtigen Gegenstand hinweg. Desto mehr zerbrach man sich den Kopf darüber, wo die Arbeiter ihre Ersparnisse unterbringen sollten und traf auch nach dieser Richtung allerhand Fürsorge. Mit.leb- haftesten Danlesworten" an die gegenseitige Adresse ging man dann auseinander. Die Arbeiterorganisationen werden sich darüber zu trösten wissen. daß sie zu diesem Konventikel nicht hinzugezogen worden, aber sie sind durch das Gerede wenigstens darauf aufmerksam gemacht worden,«velcha Aufgabe ihrer»vartet. Auch ihre Arbeit beginnt. wenn der erste Spatenstich am Erweiterungsbau des Kanals getan wird, und die organisierten Arbeiter werden dafür sorgen, daß auch die künftigen Reichsarbeiter am Nord- Ostsee- Kanal nicht nur als Objekt, sondern als Subjekt, als mitbestimmendes Subjekt der Sozial- Politik sich bemerkbar machen. Im Reichstage ist von der Regierung als selbstverständlich er- klärt, daß an dem Bau des„nationalen", durch deutsches Geld ge- bauten Kanals deutsche Arbeiter beschäftigt werden und daß die Lohnbedingungen Musterbedingungen sein sollten. DaS Gegenteil dürste nach den Beratungen jetzt geplant sein. Im msrMzniichev Cabyrlnth. PariS, 15. Mai.(Eig. Ber.) Soeben berichten Extraausgaben der Abendblätter von dem neuen Kampf an der algerischen Grenze. Natürlich spricht die offizielle Meldung von einem„Sieg", aber auch sie kann nicht verhehlen, daß dieses Gefecht zu den opferreichsten der ganzen marokkanischen Operation gehört. 18 Tote, davon 3 Offiziere und 65 Verwundete mit 7 Offizieren werden schon jetzt zugegeben. Wofür sind diese Opfer gefallen? Bei den Radikalen war es, so lange sie in der Opposition waren, üblich, bei solchen mititärischen Mißerfolgen über die Regierung herzufallen und in der Kammer eine dramatische Leichenfeier zum eigenen Benefiz in Szene zu setzen. Die Sozialisten haben diese Demagogie, der einst Ferrh zum Opfer gefallen ist, nicht nötig. Sie verfolgen eine auf Grundsätze gestützte Politik und ihre Beurteilung des marokkanischen Abenteuers wird nicht einen Augenblick davon beeinflußt, ob das militärische Genie dieses oder jenes Offiziers vom Kriegsminister zu hoch eingeschätzt worden ist. Schließlich ist noch keine europäische Macht davor be- wahrt geblieben, bei überseeischen Feldzügen durch die„Wilden" unangenehme Ueberraschungen zu erfahren. Aber niemand kann den Sozialisten, als den Vertretern der arbeitenden Mafien, die den Hauptteil der Kriegskosten in Geld und Blut zu zahlen haben, die Berechtigung abstreiten, angesichts dieses neuen Blutbades dring- licher die Frage zu wiederholen, was die Regierung in Afrika will. Von dieser Frage könnte der Einwurf nicht ablenken, daß daS letzte Gefecht im algerischen Grenzland geliefert, also der Verteidigung der Kolonie vor Raubzügen der Stämme gegolten habe. Die Ope- rationen im Grenzgebiet stehen in offenem Zusammenhang mit denen um Casablanca, sie sind ein Teil des Krieges, den Frankreich heute gegen Mulay Hafid führt. Dieser Krieg ist eine Tat- fache, die man freilich noch immer nicht offen zugibt, weil man auf daS folgende Warum? keine Antwort wüßte. Welchen Grund hat Frankreich, sich der Anerkennung des wirk- lichen Zustandes, des Sieges Mulay Hafids über seinen Bruder zu widersetzen? Rochefort, der— in Verfolgung sehr unlauterer und verwerflicher Zwecke— in seiner groben Art oft den Nagel auf den Kopf trifft, sagt heute in der„Patrie" ganz richtig, daß die Re- publik heute in Marokko dieselbe Rolle spiele wie das zweite Kaiserreich in Mexiko, als es den Habsburger Maximilian dem Lande aufzudrängen suchte. Daß die alldeutschen Hansnarren jetzt den Mulay Hafid als germanischen Bruder adoptieren und die orientalische Roß- täuscherdiplomatie seiner Abgesandten ernst nehmen, macht die Politik der französischen Regierung nicht plausibler. Herr P i ch o n hat heute die Botschafter Mulay Hafids vor die Tür setzen lassen und sich damit eine unverkennbare Demonstration gegen die deutsche Re- gierung geleistet, die sie wenigstens auf der Hintertreppe augehört hat. Woher diese Treue gegen den„legitimen" Abdul Asis? Wenn Mulay Hafid die Bestimmungen von AlgeciraS einhalten will, warum versteift sich dann die Regierung der Republik, Abdul AstS zu stützen, der sie nicht einhalten kann? Will sie„für ihn" Marokko erobern? Sollen die Kolonialen und die Militaristen ihren Willen haben? Die internationale Situation wird wieder einmal so, daß sie auf allen Seiten die höchste Aufmerksamkeit der ar- bettenden Massen, die Tatbereitschaft dersozia- listischen Internationale fordert. Die Regierung Clemenceau hat das alte radikale Programm des friedlichen Fortschritts ebenso in der äußeren wie in der inneren Politik preisgegeben und segelt mit dem Wind, der jetzt alle kapi- talistischen Staaten in die Richtung der Reaktion und der Beute- macherei im großen Stil treibt. Die heutige deutsche Diplomatie, gleichen Einflüssen ausgesetzt, gibt keine Gewähr dafür, daß sie nicht obendrein durch Einschiebung von Sensationsnummern be- kannter Art wirkliche Gefahren schafft. Die einzige ernste Friedens- bürgschast ist heute die Furcht vorsdem Proletariat. Von dieser Erkenntnis muß sich darum die Politik des Proletariats leiten lassen. � Hiid dem QQahlkampf. Die konservativen Wahlrechtsgegner und ihre ultramontanen Helfer. Das Zentrum sucht bekanntlich, getreu seiner reaktio- nären Gesinnung, bei der bevorstehenden Landtagswahl in Preußen seinen Ruhm darin, die Partei der entschiedensten Wahlrechtsgegner, die Konservative» zu stärken. Als von sozialdemokratischer Seite darauf hingewiesen wurde, daß niemand, der die Konservativen unterstütze, Anspruch darauf machen könne, als Freund der preußischen Wahlrechtsreform angesehen zu werden, da kam die ultramontane Presse mit dem Einwurf, daß die Wahlreform bei den bevorstehenden Landtagswahlen keine Rolle spiele, daß es sich hierbei um andere,„wichtigere" Dinge, zum Beispiel die christliche Volksschule, handele. Selbswerständlich weiß das Zentrum ganz genau, daß jede Stärkung der Konservativen eine Verzögerung der preußischen Wahlrechtsreform und darüber hinaus auch eine Gefährdung des Reichstags- Wahlrechtes bedeutet. Zu diesem Ergebnis kommt näm- lich auch die„Kölnische Volkszeitung" in einem Artikel ihrer Sonntagsausgabe, worin sie nachweist, daß sich die Anzeichen des Sturmes auf das Reichstagswahlrecht mehren. Fürst Bülow habe durch seine Erklärungen vom 10. Januar im preußischen Abgeordnetcnhause und vom 26. März im Reichstage die Signale dafür gegeben und die Wahlrechtsfeinde aus ihrem Bau herausgelockt. Das Zentrumsblatt weist hin auf einen Artikel der„ K r e u z- Z e i t u n g". worin es heißt, daß die„innerpolitische Konstellation augenblicklich nötigt, sich mit dem vorhandenen Reichstagswahlrecht abzufinden". dann aber erklärt wird, daß„die Rechte mit der jetzigen Akzeptierung des Reichstagswahlrechts die äußerste Grenze ihres politischen Entgegenkommens erreicht hat, und zwar nur unter der Voraussetzung, daß das Landtagswahlrecht eine genügend st arke Brandmauer gegen die Gefahren bietet, die das R eich sta gs w ahlrecht in sich trägt". Hierzu bemerkt nun das rheinische Zentrums- blatt: „Mit großer Offenheit wird hier zugegeben, daß man das Reichstagswahlrecht nur so lange erträgt, als man eS nicht ändern kann, und noch schärfer wird betont, daß mit der Aende- rung des preußischen Wahlrechts eine Be- schneidung des ReichStagswahlrechtS Hand in Hand gehen müsse. Daß eine solche KampfeSansage unmittelbar vor den Landtagswahlen erfolgt, daß sie auch auf die lendenlahme Zusage deS Fürsten Bülow noch für nötig befunden wird, beweist nur, welch grimmige Gegner des Reichstagswahlrechts die Konservativen sind. Aber sie sind auch schlaue Politiker; denn jetzt muß der„liberale" Reichskanzler den Schild über sie halten. Man mute uns doch nicht zu, daß wir glauben sollen, daß dieses Vorgehen nur ein zufälliges und un- cabsichtigtes sei; nein, es steckt System dahinter. Man will das Reichstagswahlrecht unterminieren und so verächtlich machen, um es im gegebenen Moment leichter be- seitigen zu können; wer ein Anhänger desselben ist, muß sich daherjetztschon zurWehr setzen." Die„Kölnische Volkszeitung" will nun zwar nicht be- haupten, daß an eine Aenderung des Reichstagswahlrechts in der gegenwärtigen Gesetzgebungsperiode gegangen werde, es komme alles auf den gegebenen Moment an, für den man Vorbereitungen zu treffen suche. „Das deutsche Volk— so schließt das Blatt— soll des bestehenden Wahlrechts überdrüssig gemacht werden; wie der Freisinn schon in der preußischen Wahlrechts- frage mürbe gemacht worden ist, so soll es auch beim Reichstags- Wahlrecht geschehen. Darauf zielt die systematische Arbeit hin, wenn sie auch heute noch in Abrede gestellt wird. Wir lassen uns nicht täuschen: die Gefahren für das Reichstags« Wahlrecht sind da;daS darf man keinen Augenblick außer acht lassen." Also die Gefahren für das Reichstags- Wahlrecht sind da— erklärt die„Kölnische Volks- zeitung", wer ein Anhänger des Reichstags- Wahlrechts ist, muß sich daher jetzt schon zur Wehr setzen. Diesen Rat befolgt das Zentrum da- durch, daß es sich nach Kräften bemüht, die Konservativen zu stärken! Der Einfluß der Konservativen, auch in der Reichs- Politik, liegt in ihrer herrschenden Stellung in Preußen; wer diese Stellung der Konservativen stärkt, der schiebt nicht nur die preußische Wahlrechtsreform hinaus, sondern gefährdet auch den Bestand des Reichstagswahlrechts! Man darf dem rheinischen Zentrumsblatte für die Kenn- zeichnung der Konservativen und ihrer. Stellung zum Wahl- recht dankbar sein; es kennzeichnet damit auch diejenige Partei, die ihren Ehrgeiz darein setzt, die konservativen Wahl- rechtsgegner zu st ä r k c n: das Zentrum! Aus dem rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk. Auch im Westen Preußens schlägt die LandtagSwahlbewegung diesmal höhere Wogen als früher. Abgesehen von ein paar Wahl- kreisen war früher von Wahlkampsen in dem rheinisch-west- fälischen Jndustriebezirk überhaupt nichts zu verspüren. Ziemlich ungestört herrschten in einem Teile der Wahlkreise die National- liberalen, in dem anderen Teile daS Z e n t r u m. Die Wahl- beteiligung unserer Partei hatte, abgesehen vielleicht von El ber- feld-Barmen. das Bild nicht geändert. DaS Zentrum, das augenblicklich nicht genug von einer früheren Tatenlosigkeit der Sozialdemokratie bei den Landtagswahlen zu schreiben weiß, um seine eigene Tatenlosigkeit in der Wahl- rechtsfrage zu verruschen, hat sich bisher selbst gar nicht an der Wahl in einer Anzahl Kreisen beteiligt, w denen er gewiß Bedeutung besitzt. So überließ das Zentrum die wichtigen Kreise Essen- Mülheim(Ruhr), DuiSburg-Oberhausen ohne Schwert- streich den Nationalliberalen. Der Wahlrechtskampf unserer Partei hat nun diesmal das Zentnim gezwungen, in diesen Kreisen ernsthaft in den Wahlkampf.'einzutreten. Und da selbstverständlich auch unsere Genossen sich eifrig rühren, so blieb den National- liberalen nichts übrig, als sich beizeiten in Verteidigungsstellung zu werfen. Die Nationalliberalen stellen sich pikiert, weil die Christlichsozialen deS JndustriebezirkS Wahlenthaltun'g beschlossen haben. Jndefien ist diesem Beschluß nicht die Bedeutung beizumessen, wie die Stöckerjünger es tun. Diese Leutchen nähren sich kümmerlich von ihrem eigenen Geschrei. Selbständig in die Wahlbewegung einzutreten konnten sie mindestens in den Ruhr- bezirkwahlkreiscn nicht wage»; sie würden schurählich Fiasko gemacht haben, denn numerisch spielen sie unter den dortigen Wählermassen gar keine Rolle, und Mut ist ja auch nicht ihre starke Seite, wenn sie die Kapital! st en gegen sich haben! Ein wenig anders steht es mit den Christlichsozialen in Elb er- feld-Barmen, dem„protestantischen Rom". Hier verfügen sie über eine nicht unbedeutende Anhängerschaft und können Einfluß auf die Wahl ausüben. Hier ist eS denn auch wegen, des Wahl- vlthgltungSbkschluffeS zu ein» offene» Rebellion in d» Stockerparkei gekommen. Zunächst erklärke der Elberfelder Christlich' soziale Verein, sich dem Beschluß nicht fügen und für die freikonservativcn Kandidaten agitieren zu wollen. Darauf erließ die Zenttalleitung der Partei, wie auch ihre Wuppertaler Leitung einen Illach wonach die Christlichsozialen den Wahlenthaltungsbeschluß hochzu- halten und sich an die Kundgebung des bedeutungslosen Elberfeldcr Verein? nicht zu kehren hätten. Die Folge davon war, daß IS meist führende Mitglieder der Barmer Stöckerlinge einen geharnischten Aufruf gegen die„unpatriotische" Haltung'.ihrer Parteileitung(Behrens,. wie wird Ihnen?) losließen und zugleich ihren Austritt aus der Partei erklärten. Sicher wird die Mehrzahl der Christlichsozialen diesem Aufruf folgen und für die f r e i! o n s e r v a t i v e n Kandidaten, unter denen sich auch der Sieger bei den Hottentotten- wählen, der Reichstagsabgeordnete Linz befindet, stimmen, obwohl diese sich rund und nett für die Beibehaltung der Dreiklaffcnschmach in der bisherigen Gestalt erklärt haben! Ob in Elberfeld-Barmen die Freikonservativcn oder die der- einigten Liberalen siegen werden, ist nicht vorauszusehen. Früher war der Kreis stets in konservativ-nationalliberalem Besitz; die Wahl- beteiligung unserer Genossen hatte aber zur Folge, daß schon 1S03 das konservativ-nationalliberale Kartell aufgelöst wurde und an seine Stelle das nationalliberal-freisinnige.trat, das denn auch„siegte". Nun verlangen die Konservativen ihr Mandat zurück, während die Liberalen meinen, zum Dank für ihre treue Hilfe bei der letzten ReichStagswahl sollten die Konservativen angesichts dcs „dräuenden Feindes von links' doch auf eigene Kandidaten ver- zichten. Das fällt denen aber natürlich gar nicht ein. So ist für den nötigen Wahlhumor gesorgt. politische Clederlickt. Berlin, den 18. Mai 1908, Die„loyale" Ausführung des Bereinsgesetzes. Es mehren sich die Fälle, daß Polizeibehörden und Land- rate bei der Bestimmung der Zeitungen, die als Publikations- organe für solche Versammlungsanzeigen dienen sollen, die die Anzeige bei der Polizei unnötig machen. lediglich die amtlichen oder einige andere ihnen besonders genehme Organe herausgreifen und große politische Tagesblättcr ihres Bezirks, vor allem aber die sozialdemokratischen Zeitungen auf den Index setzen. So hat die Amtshauptmannschaft Leipzig— die Behörde für die Umgebung Leipzigs— die„Leipziger Volkszeitung" auSgeschloffen, die in der Amtshauptmami- schaft— wozu die Stadt Leipzig nicht gehört— rund 12 560 Abonnenten hat I Dagegen ist die amtliche«Leipziger Zeitung", die in einer Gesamt-Auflage von einigen Hundert Exemplaren erscheint, zum Publikationsorgan bestimmt worden! Aus Hannover wird uns zum selbigen Thema geschrieben: Der Polizeipräsident für Hannover-Linden, der frühere Kanalrebell v. Berg, damals Landrat des Kreises Gifhorn, hat bestimmt, daß die Anzeige an die Polizei ersetzt wird durch Bekanntmachung im„Hannoverschen Courier" oder im „Hannoverschen Tageblatt". Für die Stadt Linden ist das letztere Blatt und die unter Ausschluß der Oeffentlichleit erscheinende „Lindener Zeitung' bestimmt. Der„Volks Wille' mit seinen 29 060 Abonnenten und ein sogenanntes unparteiisches Organ. der„Anzeiger" mit einer angeblichen Auflage von 100 000 Exem- plaren existieren für den Polizeipräsidenten nicht. Der Minister sagt, eS sind„mindestens" zwei Zeitungen zu bestimmen. Für den Hannoverschen Polizeigewaltigen bedeutet daS so viel, als.nur" zwei Zeitungen. Noch schöner macht's der Landrat Dr. Wicht im Landkreise B r o m b e r g. Von dort wird uns berichtet: Der Landrat hat au der Bekanntmachung in einer Zeitung nicht genug, er verlangt, daß die Bekanntmachung in folgenden drei Zeitungen veröffentlicht werden muß: 1. im„Bromberger Kreisblatt"(ein vom Landratsantt herausgegebenen Blatt, das wöchentlich zweimal erschemt), 2. in der „Ostdeutschen Presse' in Bromberg. 3. im„Bromberger Tageblatt". Unter dem alten Vereinsgesetz hat Landrat Dr. Abicht zur Ver- folgung der modernen Arbeiterbewegung kein Mittel unversucht gelassen, und daß er so auch weiter zu arbeiten gedentt unter dem neuen Vereinsgesetz, beweist er durch seine Belanntmachuug ausS beste. Der Landrat des Landkreises Harburg hat in seiner Ver- ordnung das sozialdemokratische Organ, das„Volksblatt für Harburg und Wilhelmsberg" als Publilationsorgan vor- geschlagen! Wie viele solcher und ähnlicher Verordnungen in Preußen Sachsen und anderen mit fürsorglichen und schneidigen Polizei» behörden gesegneten norddeutschen Bundesstaaten noch erscheinen werden, steht noch dahin, denn die gerühmte Pünktlichkeit der Behörden hat in diesem Falle, wo es sich bloß um ein VollSrecht handelt, glänzend versagt. Zahlreiche Städte und Kreise warteten noch am 16. Mai, einen Tag nach Inkrafttreten dcs neuen Ver» cinsgcsetzes. vergeblich auf die entsprechende Bekanntmachung! Die angeführten Verordnungen, wozu die schon von uns bc- sprochenen für Hamburg. Lübeck und Stettin, sowie die für die Berliner Vororte kommen, stellen eine liebliche Illustration zu der schönen Versicherung dar, die der Staatssekretär des Innern. Herr Bethmann-Hollweg, bei der Beratung des Ver- einsgesetzes im Plenum deS Reichstags abgab. Er sagte: es liege insonderheit nicht im Sinne des Entwurfs,„daß etwa lediglich amtliche Publikationsorgane als gc- eignet angesehen werden, und ebenso wenig darf die politische Richtung einer Zeitung dafür maßgebend sein, ob sie als geeignet anerkannt werden wird, eine öffentliche Bekanntmachung anfzu- nehmen, die die Anzeige ersetzen soll". Die Sozialdemokratie hat damals vorausgesagt, daß solche Regierungserklärungen nicht viel wert sind, daß die unteren Organ- sich nach altbeloährter Tradition den Teufel um die wohlwollenden Versicherungen der oberen Stelle kümmern und daß sie erfahrungs- gemäß in ihrer Willkür von den oberen Stellen auch gar nicht gestört werden. Die Blockparteien hat das nicht geniert und der Blockfrcisinn ließ.sich natürlich in seiner Vertrauensseligkeit nicht beirren. Er durfte es ja auch nicht. Nun hat sich prompt die Bestätigung der sozialdemokratischen Voraussagung eingestellt. Die Landräte und Polizeipräsidenten pfeifen auf die von Bethmanri- Hollweg versprochene„loyale" Ausführung dcs Vereinsgesetzes und der Blockfreisinn ist abermals der Blamierte! Das Ende. Schon vor längerer Zeit verlautete, daß die„Nationalztg.", die am 1. April dieses Jahres ihren sechzigsten Geburtstag feierte, wegen progressiver Abonnentcnschwindsucht mit der ebenfalls nickst rentablen, aber durch ein geldlräftiges Konsortium über Wasser gehaltenen„Post" fusioniert werden solle. Die Meldung wurde bestritten; doch heute weiß das„Verl. Tagebl." zu melden, daß nun- mehr die Verbindung beider Blätter tatsächlich beschlossen ist, in, dem eS hinzufügt: „Dem Chefredakteur der„Post" soll für den politischen Teil der„Nationqlzeitung" ein Unterredattenr zugesellt werden, alle übriM ReffpM werden jÜL teibe BjättflE LMewsSN Ikdigixxt.' Sftt« rsmm 5T8„ZtSIlMMMM'g'. vis iiftjt HM M'evktty Fabcl und Friedrich Dernburg redigierte Verfechterin de« National- libcralismus, kaum sinten, als daß sie nun nach scchzigjährigcm Wirken einem Kronsbein ausgeliefert wird, damit dieser sie wieder galvanisiert. Oft hat das Blatt, und zwar nicht nur auf politi- tischem Gebiet, sondern weit mehr noch als Bcgünstigcrin fauler Börsenspekulationen, eine schäbige Rolle gespielt, nud die Gründer- jähre nach dem dcutsch-französischen Kriege waren für sie die Zeiten feiler Prostitution; doch, wie oft sie sich auch prostituiert hat, die tiefe Erniedrigung, unter Kronsbeins redaktionelle Leitung zu geraten, hat sie kaum verdient. Aber die einstige Herr- lichkcit schwand; und mit dem Verfall des Nationalliberalismus sank auch die„Nationalzeitung" trotz aller zeitweiligen Galvani- sierungSversuche mit dem Geld ncuaufgctricbcncr Kommcrzienräte. Was Herr Kronsbcin im Sinne seiner Gesellschaft m. b. H. auS der„Nationalzcitung" machen wird, kann man sich denken. Sie wird höchst wahrscheinlich zur Verfechterin der Jntersessew jener Großindustriellen bestimmt werden, denen die„Köln. Ztg." noch immer viel zu liberal ist. Sind ihre Reize auch sehr ver- blichen, als journalistische Kokotte der Eisenmagnaten genügt sie noch, r- Das Reichsvereinsgcsetz in der bayerischen Kammer. München, 18. Mai. Die bayerische Kammer der Abgeordneten beriet heute nach- mittag über den Gesetzentwurf betreffend den Vollzug des Reichs- vcreinSgcsctzeS sowie über die Anträge des Zentrums und der Sozialdemokraten, die für die fremdsprachigen Einwohner Bayerns den unbeschränkten Gebrauch der Muttersprache verlangen und ferner über den Antrag Dr. Müllcr-Mciningcn, der eine frcs- Ijcitliche Anwendung der Bestimmungen des Rcichsvcreinsgcsctzcs in Bayern fordert. Abg. Freiherr von Malsen(Z.) erkannte an, daß die bayerische Regierung die Sprachenfrage bereits auf dem Verwaltungswege so geregelt habe, wie es die Anträge wünschen, sprach aber die Hoffnung aus, daß man diese Regelung für die Zu- kunft auch gesetzlich festlegen könne. Das Reichsvereinsgcsetz bringe zwar manche Vorteile, seine Annahme sei aber trotzdem zu de- dauern, weil es den Charakter eines Ausnahme- gesetzeS a n s i ch trage. Zum ersten Male habe sich die RcichSgesctzgcbung in den Dienst der preußischen Polenpolitik gestellt. Ministerpräsident Freiherr v. Podewils stellte fest, daß die Erklärungen, welche der bayerische Bundcsratsbevollmächtigte Graf Lcrchenfeld! über die Haltung der bayerischen Regierung zum Reichsvereinsgcsetz im Reichstage gab, im Einklang mit der da» maligen Stellung der Regierung standen. Sie sei im Bundesrat nicht mit allen Vorschlägen durchgedrungen, aber der Gesetzentwurf habe auch so noch viele Fortschritte gebracht, die Bayern ange- nommen habe. Ter Minister rechtfertigte insbesondere die Acuße- rung LerchcnfeldS, daß das Reichsvercinsgesctz im gßotzen und ganzen einen fortschritt in freiheitlicher Richtung bedeute. Abgeordneter Dr. Müller- Mieiningen rechtfertigte die Zu- siimmung der Liberalen zum Rcichsvereinsgesetz in längerer Rede. Tie liberalen Anträge hätten mehrfach Verbesserungen in das Gesetz gebracht, von denen insbesondere auch die Arbeiter den Vorteil hätten.— Die Liberalen wollten nicht das ganze Gesetz an K 12 scheitern lassen. Viele Bundesstaaten wären sonst der frecheitlichen Bestimmungen des Gesetzes nicht teilhaftig geworden. Selbst� die Polen müßten im Grunde ihres Herzens für das Gesetz Zankbar fein.... Den bayerischen Vollzugsvorschriften stimmte der Redner zu, verlangte aber eine Revision der Vorschriften über das Plakatwcsen. Ter 15. Zvkai, der Tag, an dem das Reichs- vcreinSgesetz in Kraft getreten sei, bedeute einen„Fortschritt in der deutschen Geschichte".— Minister des Innern v. B r e t t r e i ch führte aus. Bayern habe dcpr Vereinsgcsctz zugestimnit, weil ein einheitliches Reichsgesctz notwendig sei und weil dieses Gesetz in mehrfacher Hinsicht Fott- schritte bringe; in etwa 26 Punkten bringe das Gesetz für Bayern Erleichterungen, der Sprachenparagraph berühre Bayern wenig. Der Minister legte darauf die den Wünschen entgegen- kommenden Vollzugsvorschriften dar und betonte, daß die Regie- rung gegen eine reichsgesetzliche Regelung des Plakat- wesenS keine Einwendung erhebe und schloß mit der Versicherung, daß das Vereinsgesetz in Bayern objektiv und nicht engherzig vollzogen werden solle. Abg. Speck(Z.) betonte, das Zentrum stimme gegen jedes Ausnahmegesetz; denn jedes derartige Gesetz schaffe nur politisch« Märtyrer. Da Deutschland bisher kein Reichsvereinsgesetz gehabt habe, sei«S auch jetzt nicht so notwendig gewesen. Redner be- dauerte, daß der Ministerpräsident sich mit den Erklärungen des Gesandten Lcrchenfeld im Reichstag einverstanden erklärt habe. weil die Regierung damit sich in Widerspruch setze zu der großen Mehrheit des Volkes. Abg. Hilpert(Fr. Vg.) betrachtete da» VcreinSgesetz nicht als Ausnahmegesetz und sprach den Wunsch nach einer wohlwollen- den Handhabung des Gesetzes aus. Sodgpn wurde die Weiter- beratung guf morgen vertagt. Im Marke verfault. Der schmachvolle Verrat des Freisinns in Ober- und Niederbarnim wird selbst von den Müller- Sagan, Kopsch, Wiemer und Konsorten derart als Schmach empfunden, daß die Herren alles aufbieten, um die über alle Maßen schimpfliche Auslieferung der drei Mandate an die reaktionären Wahlrechtsfeinde zu beschönigen. So sagte der Abg. Wremer nach der„Freis. Zeitung": „Ich verkenne keineswegs, daß die Vorgange im Wahlkreise Ober- und Niederbarnim auf die Wahlbewegung in manchen Kreisen... u n g ü n st i g einwirken, und ich hätte g e- lvünscht, daß uns dies Vorkommnis erspartge- blieben wäre." Weiter behauptete auch Herr Wiemer wieder, daß die Konservativen den Freisinnigen das Zusammengehen angeboten hätten. Wie das„Verl. Tageblatt" feststellt, steht diese Erklärung in einem sehr merk- würdigen Gegensatz zu der Darstellung des konser- vativen Kandidaten Landrats a. D. v. T r e s k o w, wonach vom freisinnigen Wahlverein das Angebot aus- gegangen ist! Das„Berliner Tageblatt" schließt seine Betrachtungen über den Skandal von Ober- und Niederbarnim mit den Sätzen: „Leider aber hat Herr Dr. Wiemer vergessen, darauf auf- merksam zu machen, welcher Gewinn sich für die Freisinnigen in Ober- und Niederbarnim auS einem Zusammengehen mit den Sozialdemokraten ergeben könnte. Und darum muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß bei einem solchen Wahlbündnis die Konservativen voraussichtlich ihre drei Sitze verlieren, die Freisinnigen zwei Mandate und die Sozialdemokraten eines gewinnen würden. Indem die sogenannten„Liberalen" von Nieder- und Oberbarnim dieses Bündnis zurückweisen und die freisinnigen Partei- Häupter iu Berlin diese Taltik der Barnimer begünstigen, schützen sie gon, einfach, auf eigene Kosten, den Besitzstand der konservativen Wahlreforwfeinde, und da» ist«in Skandal, über den keine Dialektik hinwegzutäuschen vermag.". «om polnischen Ausnahmegesetz. Aus Oberschlcsien wird uns geschrieben: In ganz ungesetzlicher Weise wendet jetzt schon unsere Polizei das neue Vercinsgesctz gegen unsere polnischen Mitbürger an. In der natürlich nicht ange- meldeten Mitgliederversammlung des Fabrikarbciterverbandcs in Kattowitz erschien Sonntag ein Polizeibcamter um zu überwachen, forderte eine» Platz und drohte mit Auflösung, als dieser ver- weigert wurde. Als der Referent dann polnisch sprach, drohte der „Ueberwachende" wieder mit Auflösung. Den Protest beantwortete der Beamte mit der Erklärung, er handle im Auftrage seiner Be- Hörde. Es handelt sich also nicht um den llebergriff eines schlecht informierten Beamten. Ein anderer Vorgang ist noch unerhörter: In die im Katto- witzcr Gcwerkschaftslokal stattfindende Theaterprobe de» polnisch- sozialdemokratischen Vereins drang ein Polizeibeamter ein und löste die„Vcrsamnilung" auf. Als Grund gab er an, daß in einem ..öffentlichen Lokal" nicht polnisch gesungen werden dürfe. Da die Teilnehmer an der Probe der ungesetzlichen Aufforderung nicht gleich nachkamen, holte der Polizist noch drei andere Beamte und trieb Damen und Herren gewaltsam aus dem Saal, wobei von einem Polizisten sogar mit Blankziehen gedroht wurde! Die liberalen Blockpolitikcr können stolz sein auf ihr Werk, da» der Polizei solche Auslegung erlaubt! Oeftcrmch-Clngarii. Schließung der Jnnsbrucker Universität. Innsbruck, 18. Mai. An der h i e f i g e n Universität kam cS heute, wie die„Neue Freie Presse" meldet, zu großen Tumulten. Die klerikalen Studenten hatten, verstärkt durch in Zivil gekleidete Theologen und nichtakademische Ele- mente, schon vor 8 Uhr die Universität besetzt und verweigerten den freisinnigen Studenten den Eintritt. Es kam zu heftigen Zu» sammenstößen. Die Bennittlung deS Rektors blieb erfolglos, ebenso die Sistierung der Vorlesungen. Infolgedessen ordnete der Rektor die Schließung der Universität an, die wahr- scheinlich acht Tage dauern wird. Die klerikalen Krawalle sind die Rache für die erfolgreiche Ab- wehr der Angriffe auf die Lehrfreiheit im Falle Wahrmund.— Eingestellte Untersuchung. Lemberg, 18. Mai. Die Staatsanwaltschaft hat die Unter- snchung gegen die Mutter des Mörders des Grafen Potocki eingestellt und sie sofort auf freien Fuß gesetzt. Gegen die Auswanderung. Budapest, 17. Mai. Der Minister des Innern hatte angeordnet, die Behörden möchten die Auswanderer darüber belehren, daß die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten sich noch nicht derart gebessert habe, um genügende Arbeitsgelegenheit zu bieten. Da die Auswanderung trotzdem anhält, verfügte der Minister, daß diejenigen Personen, ivelche nach dem 1. Januar nach Nordamerika ausgewandert sind, die Vergünstigung kostenfreier Rückbeförderung nach Ungarn nicht genießen.—_ Ein sozialdemokratischer Protest. Budapest, 18. Mai. Eine starkbesuchte sozialdemokratische Arbeiter« Versammlung beschloß eine Resolution, worin gegen die Miß- Wirtschaft in der städtischen Verwaltung und gegen das WohnungSelend energisch protestiert wird. Man droht mit dem Generalstreik, falls mcht das allgemeineund geheime W a h l r e ch t zur Einführung gelangt. Schweiz. Die Wahle» in Bern. Bern, 18. Mai. fPrivatdepefche des„Vorwärts".) Die Wahlen fanden unter schwacher Beteiligung statt. Unsere Genossen blieben in der Minorität. In die Regierung wurde der KonservativeBurren, den auch die Liberalen unterstützten. mit 26 280 Stimmen gewählt. Der SozialdemokratKistler erhielt 11 726 Stimmen. In den Nationalrat wurde der konservative Rechtsanwalt König mit 5761 Stimmen gewählt gegen 3626 die auf unseren Kandidaten Schneeberger entfielen. Dagegen wurde in Schaffhausen Genosse S ch l e t t e r mit 202 gegen 663 Stimmen in den Stadtrat gewählt. fvatikreich. Die Generalratswahlcn. Paris. Bei den gestrigen Gcneralratswahlen für das Departement der Seine wurden V Radikale und Radikalsozialisten gewählt. 1 unabhängiger Sozialist, ein Mitglied der geeinigten Sozialisten uno 2 Nationalisten. Es sind 0 Stichwahlen notwendig, die sämtlich für die Radikalen und geeinigten Sozialisten günstig sind._ Dn englische Handelsvertrag. Paris, 17. Mai. Bezüglich der Londoner Meldung, daß an- läßlich der Anwesenheit des Handelsministers Cruppi zwischen der englischen und französischen Regierung Vorbesprechungen über die Frage deS Abschlusses eines Handelsvertrages statt- gefunden hätten, wird hier in einer offiziösen Mitteilung erklärt, 'daß eS sich nicht darum handle, einen Handelsvertrag abzuschließen, sondern lediglich darum, durch besonocre Abmachungen die Hau- dcl»bezichuflgen der beiden Länder zu verbessern» ßelgieti. Leutcpolitiker. Brüssel, 15. Mai.(Eig.©er.) Die politisch-moralischen Qualitäten der begeisterten Kolonial- Politiker sind seinerzeit vom Genossen Bertrand in einer seiner Kongoreden gebührend angenagelt worden. Eine Reihe illustrer klerikaler Namen von Ministern— gewesenen und gegenwärtigen— sowie Deputierten sind nämlich direkt oder indirekt mit derKo ng o- finanz verknüpft, und ihre Träger haben auf die eine oder andere Weise geschäftlich die Hand im Spiele. Ms im April der Abg. B r o q u e v i l l e in der Kongodebatte das Wort ergriff, erimierte ihn B e r t r a n d daran, daß er Kommissar der Kassa»-Gesellschaft amKongo war (dessen größter Aktionär bekanntlich Leopold ist), und daß er besser täte. sichanberDebatte nicht zubeteiligenl Ebenso erinnerte Bertrand daran, daß der ehemalige Justiz- minister und jetzige Berichterstatter des Kolonial- gesetzeS, der Genter Abg. Bergerem, Administrator dieser Gesellschaft ist. Ob der Administrator- Berichterstatter in der Kongofrage mehr das Interesse des Kongo oder dasjenige Belgiens im Auge hatte? Der„Peuple", der seinen heutigen Leitartikel den Geschäfts- beziehungen der Klerikalen zur Kolonialpolitik widmet, stellt fest, daß drei gewesene Minister, drei gegenwärtige Minister und zwei— künftige Minister am Kongounternehmen be- teiligt sind oder waren, und zwar die Herren Droqueville, Renkin Delbecke, Helleputte, Carlon de Wiart, Smet de Rae her. Francott e. Bon der politischen Korruption, die die Annexion erst bringen wird, gibt das einen netten Vorgeschmack. Wird erst die Kolonie„aus- gerüstet. Eisenbahnen gebaut und die Minen in Betrieb gesetzt, dann wird das Rennen zur Futterkrippe erst in seiner ganzen Glorie beginnen. Was Wunder, daß die Herren die Amiexion laum erwarten können, die sie, in Verwechslung de» persönlichen WoWs mildem fc» Landes, als eine eminent „patriotische" Tat preisen. Daß die klerikale Korruption in der Kongoaffäre noch vor den Wahlen gründlich in die Oeffent« lichkeit gelangen kann, gehört auch mit zum geheimen Kummer der regierenden Klerikalen.— Italien. Ausdehnung des AgrarstreikS. Mailand, 17. Mai. 200 Landarbeiter der Uni» gebung von Colorno legten dieArbeit nieder, um die Grundbesitzer zur Zurücksendung des von ihnen be- herbergten Viehes aus Forma zu zwingen. foißlancl. Der Ehrcnpogromist. Odessa, 17. Mai. Die Stadtvertretung hat den durch die Ver- anstaltung von Judenhetzen bekannten ehemaligen Odessaer Stadt- Hauptmann General Neidhardt zum Ehrenbürger Odessas ernannt. Japan. Regierungsfreundliche Wahlen. Tokio, 18. Mai. Die Wahlen zum Abgeordneten- Haus haben eine geschlossene R e g i e r u n g s m a j o r i t ä t er- geben. Indien. Tie Unruhen an der Grenze. Simla» 17. Mai. Eine britische Vorpostcnabtcilung wurde gestern Nacht von MohmandS. die vier Stunden lang hart» nackig kämpften, angegriffen. Auf britischer Seite wurden neun Eingeborcncn-Soldatcn getötet ünd 24 verwundet, der Feind hatte zahlreiche Tote. Marokko. Die letzten Kämpfe. Paris, 17. Mai. General V i g Y telegraphiert aus B u- Den ib. daß die französischen Truppen am 13. Mai gegen v Uhr vormittags bor dem Palmcnhain von Bu-Denib angelangt seien, in dem sich der Feind in der vorangegangenen Nacht verschanzt hatte und der eine starke natürliche Verteidigungsstellung bot. Die Artillerie nahm den Palmcnhain und das befestigte Dorf unter euer, trieb gegen 111h Uhr einige unbedeutende marokkanische ruppcnteile in die Flucht und griff hierauf die fanatischen Scharen an, welche den Palmcnhain noch verteidigten. Um 1.36 Uhr waren die Franzosen im Besitz des Palinenhains und des Lagers der Harka. Das befestigte Torf, welches bis dahin Widerstand geleistet hatte, hißte um 3 Uhr die weiße Fahne. Der Feind sloh in Unordnung und wurde durch eingeborene Kavallerie verfolgt, soweit das schwic- rige Gelände dies gestattete. Die Niederlage der feindlichen Harka die ungefähr 6660 Mann zu Fuß und 1666 Reiter zählte, ist voll- ständig. Sie verlor ihre Zelte, ihr Kriegsmaterial und ihre sehr beträchtlichen Vorräte. Die VerlustedeSFeindes sind sehr erheblich. Die Franzosen hatten dr e i T o t e und neun Verwundete. Paris, 13. Mai. General d'A»n a d e überraschte auf einem Nachtmarsch durch das Gebiet der M d a k r a Angehörige dieses Stammes, die aus ihren Ansiedelungen flüchteten und in das Berabergebirge, das jenseits der Grenzen des Schaujagebietes liegt. zurückgeworfen wurden. Die Abteilung erbeutete Herden, Kriegs- Material und Munition. Die V e r l u st e auf französischer Seite betragen drei Tote und 22 Verwundete. Paris, 16. Mai. Admiral Philibert telegraphiert, die Ma- halla Buchta Ben Bagdadis ist in Menscha er Rembs durch den Stamm der Cherrada am Weitermarsch verhindert worden. Vermutlich wird es zum Kampfe kommen. Amerika. Eine Zollrevision. Washington, 16. Mai. Der Senat nahm heute ohne De- batte eine Resolution an. durch die der Finanzausschuß des Senats ermächtigt wird, durch Vernehmung von Tarifcxpcrten usw. alles für eine vernünftige Tarifrevision nötige Material zu sammeln. Die Resolution soll die Ernennung einer besonderen Tariskommission unnötig machen und eine allgemeine Tarifgesetzgcbung in der nächsten Kongreßsession vor- bereiten. Der Ausschuß beginnt sein« Untersuchung sofort nach Schluß des Kongresses.________ Euq der Partei. " Das sozialdemokratische Parteisekretariat für Elsasi-Lothringea ist jetzt in Straßburg endgültig eingerichtet worden. Genosse Knaufs aus Meerane in Sachsen steht ihm vor. Das Bureau befindet sich Finkmattstaden 2, 3. Stock._ Unter dem neuen Bereinsgesetz. Der Landesvorstand der bayerischen Sozialdemokratie erlätzt folgenden Aufruf: Mit dem Inkrafttreten des neuen Vereinsgesetzes erlangen die Frauen sowie die Jugendlichen vom vollendeten 18. Lebens- jähre an das Recht der Mitgliedschaft an den politischen Vereinen. Die hieraus, wie aus anderen Bestimmungen des neuen Gesetzes sich ergebenden Aenderungcn unserer Satzungen werden auf dem bevorstehenden Landes-Parteitag zu beschließen sein. Selbstverständlich kann und wird indessen die Aufnahme von Frauen sowie von Jugendlichen in unsere Vereine bereits jetzt statt- finden. Hierbei ist hinsichtlich der Beiträge§ 14 der Satzungen auf alle Mitglieder gleichheitlich anzuwenden. Für Frauen, die aus den bisherigen Frauenvcreincn übertreten, ist ein Ein- trittsgcld nicht zu erheben._ Unsere Toten. Im Krematorium zu Chemnitz wurde am Freitag die Leiche des alten ParteiherbcrgsvatcrS Bruno Busch- mann aus G a b l e n z eingeäschert. Ein verdienter Veteran der Arbeiterbewegung ist in ihm dahin gegangen. In den schweren Zeiten des Ausnahmegesetzes bot sein Lokal den Genossen stets eine sichere Zufluchtsstätte. Personalien. Genosse Köpcke, seit vier Jahren Redakteur am Harburger Parteiorgan, tritt am 1. Juli d. I. in die Redaktion de» „Hamburger Echo" ein. polfeeiUeKeo, Herlcbtlicbes ulw. Ein Boykottprozess. In C a l b e a. S. verweigerte der Inhaber des Lokals„Deutscher Kaiser" den Sozialdemokraten seinen Saal zur Abhaltung von Versammlungen. Unsere Genossen forderten daraufhin in einem Flugblatt die Arbeiterschaft auf, das Lokal zu meiden. Außerdem stellten sie vor dem„Deutschen Kaiser" an Sonn- tagen, wo dort öffentliche Tanzlustbarkeiten stattfanden, Posten aus Diese sollten nun die jungen Männer abgehalten haben, in daS Lokal zu gehen, so daß sich nur junge Mädchen im Tanzfaal« einfanden und der Wirt die Tanzlustbarkeiten einstellen mußte. Fünf Genossen wurden angeklagt und vom Schöffengericht wegen Wer- Übung groben Unfugs zu 60 bezw. 80 M. Geldstrafe verurteilt. Sie legten Berufung ein, die am Sonnabend vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt wurde. �Durch die Zeugenvernehmung wurde festgestellt, daß der Wirt vier Monate hindurch die öffentliche« Tanzlustbarkeiten hat einstellen müssen. Das Landgericht verwarf die Berufungen. Die sozialdemokratische Partei hätte mit dem Boykott zwar nicht gegen st rafrechtliche Verbote verstoßen, aber die Angeklagten hätten sich bei der Durchführung des Boykotts in den Mitteln vergriffen, wodurch eine öffentliche Beunruhigung und damit eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung hervorgerufen worden sei.— Das Lokal ist mittlerweile freigegeben üoximi am 1. Mai hat bereit» die Maifeier darin stattgefunden. Ein Nachspiel zum Elberfelder Polizeimißhandlungsprozeß. Die auf 7 Stunden mit aller Entschiedenheit als undis. Gettossen Artur Moltenbuhr und Buchhalter Seht von der tutierbar abzulehnen, da mit einem Eingehen auf diese Forde" Freien Breffe" zu Elberfeld hatten sich am Freitag rungen eine schwere Schädigung für die deutsche Lederwegen Beleidigung der Elberfelder Polizei zu verantworten; industrie auf dem deutschen, wie auf dem Weltenmartt Moltenbuhr wegen einer Notiz, die den unlängst in Elberfeld eintreten würde. Die letzten Jahre hindurch sind bereits fortberhandelten großen Polizeimißhandlungsprozeß ankündigte und in der die Polizeiverwaltung den Vorwurf der Verschleierung gesezte und sehr beträchtliche Lohnerhöhungen erfolgt. bes Tatbestandes fand, eht wegen eines im Schaufenster Da aber in einer Bestimmung des bestehenden Vertrages sich ausgehängten Plakats, auf dem in satirischer Weise dem Volte, das die Schlichtungskommission und das Einigsamt mit derartigen Andie Schnauze zu halten" habe, das Urteil bekannt gegeben wurde. gelegenheiten noch zu beschäftigen haben, kam man überein, ehe Da aber in Preußen auch die politische Satire unter der Polizei weitere Maßnahmen ergriffen werden, erst die beiden Instanzen fuchtel steht, so erhielt der bisher unbestrafte Genosse Heyt 100 m. anzurufen. Auch die Kleinmeister in Bergen und Um Geldstrafe. Für die obenerwähnte Notiz wurden dem Genossen gegend, die gleichfalls die Arbeiterforderungen abgelehnt haben, W. Moltenbuhr 150 m. Geldstrafe zudiktiert. werden aufs weitgehendste von der Vereinigung unter Straffonto der Preffe. Genosse Schlegel von der Fränstüßt. tischen Tagespost" zu Nürnberg wurde am Sonnabend vom Schöffengericht zu Augsburg wegen Beleidigung der gelben Vereine zu Augsburg zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Im ersten Termin hatte Schlegel den Amtsrichter Bierlein abgelehnt, was vom Landgericht als unbegründet zu rüdgewiesen wurde. In der neuerlichen Verhandlung nun hat der Beklagte auf jede Verteidigung berzichtet. Soziales. Der Streit auf dem Werk„ Neustaßfurt" in Staßfurt ist nach vierwöchentlicher Dauer erfolglos beendet worden. Die Streifenden mußten bedingungslos die Arbeit wieder aufnehmen, weil die Werksverwaltung mit Hilfe der Gendarmerie genügend Arbeitswillige auftreiben konnte. Die Arbeiter bekommen jetzt die Uebermacht der Werksverwaltung in ihrem ganzen Umfange zu fühlen. 86 Streifende wurden gemaßregelt, darunter solche, die schon bis zu 24 Jahren auf dem Werke beschäftigt waren. Die Kalibarone, die Millionen und Abermillionen als Gewinn einheimsen, läßt das Los der Arbeiter falt, und wenn es Hunger und Elend bedeutet. Nicht nur, daß sie den bescheidenen Forderungen der Streifenden kein Gehör schenken, sie sehen die Unbotmäßigen" falten Herzens auf die Straße. Einspruchsformular gegen Einkommensteuerveranlagung. Im Verlage von J. Harrwizz Nachfolger ist zum Preise von 25 Pf. ein insbesondere für Arbeiter recht brauchbares Formular zur Reklamation wegen zu hoher Steuerveranlagung erschienen. Das Jortdauer der Pflastereraussperrung Rheinland- Westfalens. Formular berücksichtigt die von uns wiederholt angeführten, nach Der Arbeitgeberberband für das Pflasterer dem Gesetz und der Ministerialanweisung vom 5. September 1907 gewerbe Rheinland- Westfalens Iehnte in seiner zulässigen Abzüge: insbesondere also Beiträge zur Knappschafts-, außerordentlichen Generalversammlung in Düsseldorf den vom Strantentasse, zur Invalidenversicherung, Pensionskassenbeiträge zur Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Köln gefällten Witwen- und Waisenversicherung, Lebensversicherungsbeiträge für den Schiedsspruch in der Lohnfrage einstimmig a b. Die schon Steuerpflichtigen, seine Frau und Kinder, Sterbekassenbeiträge, Aus- mehrere Wochen hindurch andauernde Aussperrung der gaben für die Arbeit( z. B. Del, Petroleum, Papier, Pech, Docht- Pflasterer besteht also weiter. baumtvolle, Arbeitsutensilien, Kontrollmarken, Pantoffeln, Reparatur lichenfalls son dem nach Ziffer 5 des Schiedsspruchs ein. zusehenden Schiedsgericht, die im Durchschnitt jetzt gezahlten Lohnsätze festzustellen. Auf dieser Grundlage ist dann unter Berücksichtigung einer etwa im Jahre 1907 eingetretenen Lohns erhöhung die Lohnaufbesserung von 2 Pf. für die Vertragsdauer durchzuführen. Berlin, den 30. April 1908. Dr. Wiedfeldt. Aus Induftrie und Handel. Arbeitszeitverkürzung wegen Mangel an Arbeit. Im Wuppertal find verschiedentlich Arbeitszeitperkürzungen vor. genommen worden, um nicht gezwungen zu sein, in größerem Umfange Kündigungen vorzunehmen. Besonders in der Solinger Kleineisenindustrie ist der Bedarf an Aufträgen groß. Das Auslandgeschäft hat fast vollständig aufgehört und sieht man mit Bangen in die Zukunft. Rafterwarenfabriken laffen schon nur noch vier Tage in der Woche arbeiten, ja eine Anzahl Arbeiter in der Taschenmesserindustrie müssen sogar drei Tage in der Woche feiern. Ueberall haben sich Betriebseinschränkungen notwendig gemacht und dürfte die Bahl der Entlassungen bald noch zunehmen trotz des Bestrebens, durch Arbeitszeitverkürzung über die Krise hintvegzukommen. Verwendung von Hochofengas im Stahlwerksbetriebe. As die Rombacher Hüttenwerte vor fünf Jahren die Beschaffung eines Stahlwerksgasgebläses aus wirtschaftlichen Rücksichten beschlossen, glaubte man vielfach in den Kreisen der Hütten, ein Gasgebläje werde den besonderen Anforderungen eines Stahlwerkes nicht so leicht entsprechen. Dieses Stahlwerksgasgebläse war das erste, welches überhaupt gebaut wurde. Es hat sich in jahrelangem Bes triebe so gut bewährt, daß die Rombacher Hüttenwerke, wie die S. Boltsztg." mitteilt, bor furzem der Maschinenfabrit AugsburgNürnberg ein zweites Stahlwerksgasgebläse von 3500 Pferdestärken in Auftrag gaben. Der Export baumwollener Handschuhe ist im ersten Quartal dieses Jahres um nicht weniger als rund 8 Millionen Mark gestiegen, von Die organisierten Steinseher Oberschlesiens waren am Mitt- 13,36 Millionen auf 21,13 Millionen. Dieser Aufschwung allein tosten der Arbeitsutensilien, Mehrverbrauch von Seife), Vertretungs- woch im Gewerkschaftslokale zu Königshütte zusammengekommen, würde noch nicht einmal so charakteristisch sein, wenn nicht zugleich gelder, Entschädigungsgelder, Mehraufwand an Arbeitskleidern, um über die nötige Aufbesserung ihrer Lohn- und Arbeits- die Ausfuhr von Glacé- und Wildlederhandschuhen in dem gleichen Stiefeln und dergleichen, Ausgaben für Eisenbahn- und Straßenbahn- bedingungen zu beraten. Folgende Forderungen wurden in der Grade zurückgegangen wäre. Während Baumwollhandschuhe um Fahrkarten sowie der Abzug von 50 M. für jedes Kind unter von 60 Personen besuchten Konferenz aufgestellt: Die tägliche 8 Millionen Mark oder um 37 Prozent mehr ausgeführt wurden, 14 Jahren. Zu vervollständigen wäre das Formular noch durch Normalarbeitszeit beträgt 10 Stunden und muß an den Vor- ging die Ausfuhr von Lederhandschuhen um von Lederhandschuhen um 4,5 Millionen Servorhebung der Unterhalts- und Reparaturkosten für ein Fahrrad, abenden der Sonn- und Feiertage spätestens um 5% Uhr ihr wart oder 48 Prozent zurück. Bei Lederhandschuhen spielt bas von und zur Arbeitsstätte benugt wird. Das going read wärtige Arbeiten außerdem ein Zuschlag von 5 Pf. pro Stunde. für Baumwollhandschuhe gebende Rolle; ist auch Groß auch von den Arbeitern benutzt werden, die bereits Einspruch ein- Bur Abstimmung über diese Forderungen sowie über die Frage britannien ein sehr wichtiger Abnehmer. Letztere wurden der gelegt haben, da eine Vervollständigung der Angaben noch bis zur des eventuellen Streiks, vor dem von verschiedenen Seiten gewarnt Menge nach um 2600 Doppelzentner mehr ausgeführt; da der Wert Entscheidung zulässig ist. wurde, kam es aber nicht, weil der überwachende Beamte die Ver- eines Doppelzentners zirka 3000 m. beträgt, ist die hohe Steigerung sammlung vorher auflöſte, da die Sicherheitslampen nicht des Gesamtwertes erklärlich. Sämtliche Länder, die an unserem Handschuherport interessiert sind, bezogen mehr Handschuhe als im Borjahr; die Zunahme des Versandes nach Großbritannien und Amerifa ist aber in die Augen fallend. Es wurden nach Großbritannien 2678 gegen 1841, nach den Vereinigten Staaten 2420 gegen 1451, nach Kanada 146 gegen 50 Doppelzentner im ersten Quartal 1907 ausgeführt. Ende finden; an Stundenlohn find 70 Pf. zu zahlen, für aus: Start ober 48 den Vereinigten Staaten eine ausschlagOberlehrerinnenprüfung. Zur Abhaltung der Wissenschaftlichen Prüfung der Lehrerinnen( Oberlehrerinnenprüfung) ist der Termin auf Montag, den 23. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Gebäude der Augustaschule zu Berlin, Kleinbeerenſtr. 16/19, anberaumt. Die Weldungen zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 26. Juni d. J. und gwar seitens der im Lehramte stehenden Bewerberinnen durch die borgesetzte Dienstbehörde, seitens anderer Bewerberinnen unmittelbar schriftlich an den Unterrichtsminister einzureichen. Die rote Tinte. brannten! Generalaussperrung der Maurer in Wolfenbüttel! In Wolfenbüttel besteht bei der Baufirma Dauer ein schon längerer Streit. Nachdem nun in den in den letzten Tagen stattgefundenen Einigungsverhandlungen teine Verständigung mit den streikenden Maurern erzielt war, beschlossen die dortigen Maurermeister die Generalaussperrung sämtlicher Eine Millionendefraudation. Aus Pittsburg wird unter dem Bauarbeiter. Alle Bauten, auch die der kleinen 18. Mai gemeldet: Eine amtliche Veröffentlichung meldet, die Alleselbständigen Maurer, liegen still, da die Baughanh Nationalbank werde morgen ihre Pforten nicht öffnen, da materialienhändler, Lehmgrubenbesizer, Ziegeleibefizer der Kontrolleur des Barbestandes der Bant ihre Liquidation für usw. sich mit den Maurermeistern solidarisch erklärt haben, erforderlich erklärt hat. Die Maßregel sei durch Betrügereien des die Lieferung von Materialien allen Meistern zu ver- Kassierers Montgomery in Höhe von 500 000 Dollars veranlaßt. weigern. Montgomery befindet sich hinter Schloß und Riegel. Gin Bergmann im Bezirk Schlüchtern hat durch einen Betriebsunfall das rechte Auge gänzlich und auch die Sehkraft des linken Auges fast zur Hälfte verloren. Die Tiefbau- Berufsgenossenschaft wollte aber nur das rechte Auge entschädigen und erklärte die Sehfraft des linken Auges für normal. Das SchiedsDer Boykott der Firma Doornkaat. Bittsburg, 18. Mai. Nach einer weiteren Meldung übersteigt gericht für Arbeiterversicherung zu Kaffel schloß sich in seiner Ent- Am Sonntagnachmittag tagte in Bant eine Konferenz der der Fehlbetrag bei der Alleghany Nationalbank zwei Millionen scheidung vom 30. April 1908 der Ansicht der Berufsgenossenschaft ostfriesischen und oldenburgischen Gewerkschaftskartelle, die sich mit Dollars. boll und ganz an und verwarf die Berufung als unbegründet. dem Boykott der Firma Doornta at in Leer beschäftigte. In der Begründung des Urteils heißt es nun u. a.:" Die Sehtraft treter des Zentralvorstandes des Brauereiarbeiterverbandes teil. nicht beeinträchtigt. Die gegenteiligen Behauptungen des Ver- In den mehrstündigen Verhandlungen wurde betont, daß die lekten sind unglaubhaft, meil der Berlegte sich in wiederholten Stampfesstimmung der organisierten Arbeiterschaft dieser Firma in den Aften befindlichen Eingaben der roten Tinte bedient hat, gegenüber nicht erlahmt sei, und da seitens des Zentralvorstandes beren Benutzung eine schärfere Schkraft erfordert als die der des Brauereiarbeiterverbandes erklärt wurde, daß er gern finanziell schwarzen Tinte. Sollte eine geringe Beeinträchtigung der Seh- den Kampf weiter unterstüße, wenn seitens ver vertretenen Artraft des linken Auges vorhanden sein, so hängt sie mit dem beiterschaft die übrige Arbeit getan werde, wurde einstimmig Unfall jedenfalls nicht zusammen, vielmehr muß angenommen die Weiterführung des Boytotts beschlossen. werden, daß sich der Kläger diesen Schaden durch Benusung roter Tinte felbft zugezogen hat." Soweit das Urteil. Es ist also den Unfallverlekten oringend zu empfehlen, keine rote Tinte zu be nutzen, weil sonst die Schfraft ihrer gesunden Augen darunter leiden fönnte. Dies zur Beachtung solange nicht die rote, staatsgefährliche Tinte überhaupt von der Polizeibehörde verboten wird und das Reichsversicherungsamt derartige Urteile als absolut undes linken Auges ist nach dem Gutachten vom 8. November 1907 An den Berhandlungen nahm neben dem Gauleiter Lus ein Ber- Letzte Nachrichten und Depefchen. haltbar beseitigt hat. Gewe. kfchaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Leistenvergolder! Die Differenzen in der Goldleisten fabrik von Zander in Berlin, Schöneberger Straße, haben sich noch verschärft, indem Herr Zander nicht nur einzelne der Maientlassenen maßregeln will, sondern auch keinerlei Agitation für die Organisation in und außer der Fabrik dulden will, und jetzt tategorisch verlangt, daß jeder aus dem Verband austritt. Diese Zumutung weisen die Arbeiter mit Entrüstung zurüd. Herr Zander spielt noch den furchtbar Entrüsteten und Beleidigten, indem er behauptet, daß bei ihm weder ein Streit oder eine Aussperrung, noch sonstige Differenzen bestehen: er hätte ja die Leute nur entlassen wegen der Maifeier, und es wäre dann sein gutes Necht, wieder einzustellen wen er wolle! Da die Entlassenen mit dieser Praxis nicht einverstanden waren, will er mit größter Rückfichtslosigkeit gegen sie vorgehen. Das ist derselbe Herr Zander, der sich immer auf seine Humanität den Arbeitern gegenüber etwas zugute tat und große Reformen in seinem Betriebe in Aussicht stellte, wenn die Arbeiter von der Maifeier Abstand nehmen. Leider haben es schon ein Teil recht zweifelhafter Goldleistenkünstler die sonst die Firma nicht für umsonst haben möchte fertigbekommen, den Gemaßregelten in den Rücken zu fallen. Es ist darum Ehrenpflicht aller Vergolder und Berufsgenossen, den Zuzug von der Firma Zander strengstens fernzuhalten. Zentralfommission der im Holzarbeiterverband organisierten Vergolder. Deutfches Reich. Die Tarifbewegung in der deutschen Lederindustrie. Die Vereinigung der Lederwaren und Reifes effettenfabrikanten von Offenbach und Frant. furt a. M. nahm in ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung zu Offenbach zu den von den drei beteiligten Arbeitnehmerorganisationen, dem Verband der Portefeuiller, dem Deutschen Buchbinderverband und dem Verband der Sattler, für den Einheitstarif der gesamten Lederindustrie des Deutschen Reiches aufgestellten neuen Forderungen Stellung. Einstimmig wurde hier beschlossen, alle Neuforderungen der Arbeitnehmer, Arbeitszeit verkürzung, Erhöhung des Mindestlohnes um 15 Prozent und sonstige Lohnaufbesserungen von 10 Prozent, Anerkennung der Feier des 1. Mai, wesentliche Einschränkung und teilweises Verbot der Heimarbeit, Verbot der Entlassungen vor Arbeitszeitverkürzung Rerantw. Rebatt.: Geora Davidfobn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Neue Konflikte im Malergewerbe ergaben sich bei den örtlichen Verhandlungen über den seinerzeit in Berlin gefällten Schiedsspruch. In Karlsruhe wie auch in Frankfurt behaupten die Arbeitgeber, daß die vom unparteiischen Schiedsgericht in Berlin zuerkannte Lohnerhöhung von 2 Pf. pro Arbeitsstunde nicht als eine allgemeine Lohnerhöhung zu betrachten sei, sondern sich diese Erhöhung lediglich auf die bereits bestehenden Mindestlöhne beschränke. Da im Maler gewerbe im allgemeinen die gezahlten Löhne die festgesetten Mindestlöhne überwiegen, so würde durch eine solche Deduktion die größte Mehrzahl der ausgesperrten Gehülfen von einer Aufbefferung des Lohnes ausgeschlossen sein. Da in dem Schiedsspruch der Unparteiischen in Berlin bei der Begründung ausdrücklich auf eine allgemeine Lohnerhöhung" hingewiesen wird, so gewinnt es den Anschein, als wenn der Arbeitgeberverband nach einem neuen Konfliftsstoffe sucht, um seinen Machtgelüften zu fröhnen. Der Vorstand des Verbandes der Maler hat die Anordnung gegeben, unter solchen Umständen die Arbeit nicht aufzunehmen. Wir bringen hiermit die Begründung des Schiedsgerichts wörtlich: Verpuffte Haupt- und Staatsaktion. Hanau, 18. Mai.( B. H.) Vor der hiesigen Straffammer hatte sich heute Herr Cohen aus Frankfurt a. M. wegen Bergehens gegen die§§ 111 und 110 des Str.-Ges.-B. zu berantworten. Der Angeklagte hatte am 9. Juni in einer fozialdemokratischen Wahlrechtsdemonstrations- Versammlung hier die Worte gebraucht: Ich wundere mich bloß, daß die Arbeiter die Fenster des Abgeordnetenhauses noch nicht eingeschlagen haben, hoffentlich werden sie dies bald tun." Daraufhin löste der überwachende Polizeikommissar die Versammlung auf, weil er in diesen Worten eine Aufreizung zu einer strafbaren Handlung erblickte! Diese Aeußerung bildete auch die Grundlage der heutigen Verhandlung. Das Gericht erkannte nach kurzer Beratung auf Freisprechung. Vertragsuntreue Malermeister. meister- Vereinigung von Ludwigshafen und Mannheim sowie die Ludwigshafen, 18. Mai.( B. H.) Die Maler- und TüncherOrtsleitung des Verbandes der Maler und Tünchergehilfen in den Meister behaupten, die Gehilfen begingen einen Tarifbruch und genannten Städten erlassen in der Tagespresse Erklärungen. Die Weister behaupten, die Gehilfen begingen einen Tarifbruch und suchten ihre Kollegen in den Streit zu treiben. Die Meister versuchten, die vom Berliner Schiedsgericht festgesette Lohnerhöhung ( pro Stunde 1 Pf.) zu umgehen. Die Aufnahme der Arbeit, die heute erfolgen sollte, ist deshalb unterblieben. Fleischerstreik in Ungarn. " In der Frage der Lohnerhöhung sind die Unparteiischen babon ausgegangen, daß das Malergewerbe für einen Teil seiner Arbeiter in engem Zusammenhang, ja Abhängigkeit von dem Baugewerbe steht. Insoweit sind also die Erwägungen über die Budapest, 18. Mai.( B. H.) Der Streik im Fleischhauergegenwärtige Konjunktur und für die vorhandene Preisspannung gewerbe nimmt folossale Formen an. Falls fein Friedensmaßgebend, die in dem Schiedsspruch für das Baugewerbe vom schluß erfolgt, werden sich unbedingt die übrigen Branchen 27. März d. J. von denselben drei Unparteiischen zugrundegelegt dem Streit anschließen. Die Kellner haben bereits beschlossen, find. Die Unparteiischen nehmen also auf jene Begründung bollNicht übel erfunden. inhaltlich Bezug. Für einen anderen Teil seiner Arbeiten, näm- bon heute ab überhaupt kein Fleisch mehr zu servieren, falls lich für alle Innen- und Außenarbeiten an vorhandenen Bauten, nicht bis morgen abend der Streit beigelegt ist. besteht aber für das Malergewerbe jene Abhängigkeit vom Baugewerbe nicht. Diese Arbeiten sind vielmehr im wesentlichen als regelmäßig wiederkehrende anzusehen. Die Unparteiischen Washington, 18. Mai.( B. H.) Eine Kabelnachricht aus Nom find daher der Auffassung, daß unter diesem Gesichtspunkt dem meldet, daß Cornelius Vanderbilt auf Towers Nachfolge in Berlin infolge der gesunkenen Kauffraft der Löhne start hervortretenden aspiriert; daher käme des Kaisers Haltung. Vanderbilt sei Kandidat Bedürfnisse der Gehilfen nach einer Lohnsteigerung in stärkerem für Rom, wenn Griscome, der amerikanische Botschafter in Rom, Maße Rechnung getragen werden kann, als dies im Baugewerbe Hill in Berlin ablösen sollte. Dem Staatsdepartement ist von der möglich war. Die Unparteiischen halten daher eine all= Angelegenheit nichts bekannt. gemeine Erhöhung des Stundenlohnes um Orfan in Desterreichisch- Galizien. 2 f. für angemessen, die in denjenigen Lohngebieten, wo im Jahre 1907 teine Lohnerhöhung durchgeführt ist, sofort mit Beginn des Vertrages in voller Höhe und in denjenigen Lemberg, 18. Mai.( W. T. B.) Ein furchtbarer Orkan, der Lohngebieten, to im Jahre 1907 eine Lohnerhöhung durchgeführt von Hagelschlägen begleitet war, richtete gestern im Bezirk Tarnopol ist, bei Beginn des Vertrages mit 1 Bf. und am 1. Januar 1909 sehr großen Schaden an. Saaten wurden vernichtet, Bäume ent mit dem 2. Pf. in Kraft treten soll. Doch soll auch in den wurzelt, Gebäude beschädigt und Dächer abgetragen. In Chodacz unter 8iffer 3 des Schiedsspruchs behandel. tow wurden ein Mann getötet und fünf Personen durch einen vom ten Gebieten überall mindestens die Lohn- Sturm umgeworfenen Wagen schwer verletzt. erhöhung bon 2 f. für die Vertragsdauer durchgeführt werden. Als Grundlage für die vorzunehmende Lohnaufbesserung Bestverdacht. ist die angehängte durch kontradiktorische Befragung der Partei- Konstantinopel, 18. Mai.( W. T. B.) Nach offizieller Mel bevollmächtigten von den Unparteiischen festgestellte Uebersicht dung sind in Bagdad vier pestverdächtige Fälle beobachtet worden, zu benußen. In Lohngebieten, wo bisher feine oder teine all- von denen einer tödlich verlief. Für Reisende, welche die Stadt gemein gültigen Lohntarife bestanden, sind zunächst, erforder. verlassen wollen, sind strenge Vorschriften erlassen worden. Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Ii. 116. 25. Jahrgang. 1. Ktilmt des Jfltrciirts" Kerl« WMM Sitastos, 19. W litos. flußcrordentlictie Generalveriammlung des Nerbandks soziaidemokratischer Mahlvemne. Die Delegierten des Verbandes sozialdemokratischer Wahlbereine Berlins und Umgegend traten am Sonntag, mittags 12 Uhr, zu einer außerordentlichen Generalversammlung in den Germania� Sälen zusammen. Genosse Ernst eröffnete die Versammlung und wies unter der Heiterkeit der Anwesenden darauf hin, daß zum erstenmal bekannte Gäste in der Generalversammlung vermißt würden, nämlich die über- wachende Polizei, für die einTischchen, säuberlich gedeckt, bereit stand. Er begrüßte dann die anwesenden Frauen, die nach dem Vereinsgesetz als Gleichberechtigte an der politischen Versammlung teilnahmen. Die Partei habe es zwar auch recht gut verstanden, gemeinsam mit den Genossinnen unter dem alten Gesetz zu arbeiten, doch sei inimerhin eine regere Beteiligung der Frauen zu erwarten. Der Redner ging dann auf die Aufftellunz der Kandidaten ein. Den Genossen sei aus dem„Mitteilungsblatt" bekannt, wie der Aktions- ausschuß sofort seine Vorbereitungen getroffen habe, als im Januar die erste Nachricht von den bevorstehenden Landtagswahlen kam. Man habe viele Beratungen über die beste und wirkungsvollste Art der Agitation gepflogen und auch die Frage vielfach erwogen, ob Reichstagsabgeordnete auch ein Amt für den Landtag annehmen sollten.'Man habe sich gegen Doppelmandate erklärt und beschlossen, die ersten fünf Stellen der Vorschlagsliste nicht durch Reichstags- abgeordnete zu besetzen. Den Delegierten lag die folgende Vorschlags- liste des Zentralvorstandes gedruckt vor. 1. Karl Liebknecht, 2. Ströbel, 3. Borgmann, 4. Paul Hirsch, 5. Hugo Heimann, 6. Wels, 7. Zubeil, 8. Ad. Hoffmann, 9. Singer, 19. Ebert, 11. Ledebour, 12. Stadthagen, 13. Bernhard Bruns, 14. Grunwald, 15. Müller lParteivorstand), 16. Schubert. Als Ersatzleute: Ad. Ritter, Glocke. Am Schluß der Liste waren folgende Bemerkungen zu lesen: Von den zuerst Vorgeschlagenen haben nachträglich abgelehnt: Haase-Königsberg, Wurm und Freiwaldt. Leo Arons hat abgelehnt. Eduard Bernstein, Gottfried Schulz und Zietsch fanden keine Mehrheit im Zentralvorstande. Die Zuteilung bestimmter Kandidaten der Liste zu den Land- kreisen Tellow-Beeskow sowie Ober- und Nieder-Barnim wird dem geschäftsführenden Ausschusse zugewiesen, mit der Maßgabe, daß die ersten fünf Plätze unverändert bleiben müssen und daß die anderen nominierten Kandidaten sich mit eventuellen Abänderungen ein- verstanden erklären. Vom Trltow-Beeskower Kreise lag ein Antrag vor, der forderte, daß unter allen Umständen die vier von Teltow-Beeskow vorgeschlagenen Kandidaten unter den 16 vom Zentralvorstande für Groß-Verlin vorgeschlagenen rangieren. Genosse Fritz Zubeil trat energisch dafür ein, daß ein so großer Kreis lvie Teltow-Beeskow die verdiente Berücksichtigung er- fahre. Man sollte sich davor hüten, die Tätigkeit der Genossen da- durch lahlnzulegen, daß nian sich sträubt, ihren Wünschen entgegen- zukommen. Die Berliner dürften ihre Uebermacht nicht in der Weise ausnützen, daß die Landkreise zurückgesetzt werden. Die Hauptsache sei doch, eine möglichst hohe Zahl von Urwählerstimmen zu erzielen, mn durch die Wucht dieser Masse Bresche in die alte Burg des Dreiklassenwahlrechts zu legen, und da müsse man schon um einer wirkungsvollen Agitation willen den Wünschen der Genossen in ihren Kreisen Rechnung tragen. Er fordere entschieden, daß die beiden Genossen Eduard Bernstein und Zietsch unter den 16 Kandidaten für Groß-Berlin Aufnahme finden. Genosse Ernst tritt Zubeil darin entgegen, daß der Zentral- Vorstand die Wünsche von Teltow-Beeskow nicht berücksichtigen wollte. Der Zentralvorstand werde sich gewiß nicht darüber auf- regen, wenn die Generalversammlung die vorgeschlagene Liste ändern wolle. An der Debatte beteiligten sich verschiedene Genossen, die alle den Antrag Teltow Beeskow klarzulegen Versuchren und Mißverständnissen gegenüber ZicheilS Ausführungen vorbeugen wollten. Genosse Stadt- Hagen erklärt, daß man einen Streit um des Kaisers Bart führe; es handle sich im Grunde genommen nur um jeine Formfrage. Es könne gewiß niemand dagegen etwas ein- wenden, daß das Wesentliche für uns die Agitation sei, und den Wünschen der Genossen, die ihren Antrag aus agitatorischen Gründen gestellt haben, könnte man leicht genug Rechnung tragen, ndem der Name des Redners selbst und Bernhard Bruns als Kandidaten für Niederbarnim aus der Vorschlagsliste aus- scheiden, die letzten drei Namen der Liste dagegen Grunwald, kleines Feuilleton. Die Freiheit in Krähwinkel. Man schreibt uns aus Wien: Unsere Wiener Freie Volksbühne, die jetzt in anderthalb Jahren nahezu 7006 Mitglieder zu sammeln wußte, hat Sonntag eine inteD essante Revolutionsfeier veranstaltet. Wien steht jetzt mitten drin. das sechzigjährige Regierungsjubiläum zu feiern, aber das Jahr 1848 ist weniger als das Jahr der Thronbesteigung Franz Josefs von historischer Bedeutung als vielmehr deshalb, weil es eben das brausende, berauschende Achtundvierzigerjahr gewesen ist. Nun gibt es in den Werken von Johann N e st r o y, dem noch bei Lebzeiten taxfrei das Prädikat„Der Wiener Aristophanes" verliehen worden war, eines, das Nestroy der Wiener Revolution gewidmet hat, die politische Posse„Di e Freiheit in Krähwinkel". Das Stück wurde im Jahre 1848 mit dem Dichter in der Hauptrolle gegeben und seither innner wieder-- verboten. Etwa dreißig Mal ward es im Juli 1848 gegeben, am 4. Oktober wurde es vom Zensor „dem menschgewordenen Bleistift", dem„Alligator an den tlfern des Jdeenstromes", ergriffen und in die Tiefe eines sechzig Jahre währenden Verbotes geschleudert. 1863 war ein Ver- such gemacht, das Stück zu retten. Vergebens, der Zensor gab es nicht aus den Zähnen. Die Komödie ist freilich vom beißendsten politischen Witz erfüllt. In ihrer Mitte steht ein radikaler Journalist, Ultra, der auch nach dem gottLverlassenen, gemütlichen Krähwinkel die Revolution bringen will. Leicht geht das nicht, denn die Kräh- winkler sind fromme, friedfertige Leute, die wohl schimpfen, aber nicht kämpfen können. Man merkt die Aehnlichkeit.... Da ver- verkleidet sich Ultra als Pfaffe und dringt so in alle Amtsgeheimnisse des Bürgermeisters von Krähwinkel ein. So erfährt er, daß die Krähwinkler eigentlich schon eine Konstitution haben, nur wird sie ihnen verheimlicht. Jetzt verkleidet er sich als Fürst Knutikoff Sibirischewski Absolutiski, dem die Granden von Krähwinkel sogleich zu Füßen liegen. Diese Situation benutzt Ultra und verkündet den„Völkern von Krähwinkel" die Abschaffung des absolutistischen Systems. Weniger im Gerüst, als vielmehr in seiner Nestroyschen Dialogausschmückung liegt der Wert der Komödie. Jeder Satz ist ein grausamer Witz, jedes Wort ein revolutionärer Schlager. Kein Wunder, daß die Wiener Zensur noch jetzt, sechzig Jahre nach der ersten Aufführung, nur zögernd, ungern dem Drängen der Freien Volksbühne nachgab und selbst jetzt noch kastrieren wollte. .Namentlich eine Szene— den Auszug der Ligorianer unter dem Jubel der Krähwinkler darstellend— wollte die Zensur nicht durch- lassen. Aber das Oesterreich mit 87 roten Abgeordneten ist doch nicht mehr das Krähwinkel von 1849, und so fügte sich am Ende die Zensur ins Unvermeidliche. Die Komödie wurde im Wiener Deutschen Volkstheater glänzend dargestellt, die Nestroyrolle gab Müller und Schubert aufrücken und die gewünschten Bern- st e i i, und Zietsch noch angereiht werden. Die Generalversammlung war damit einverstanden und nahm den Antrag Teltow-Beeskow gegen wenige Stimmen an. Ebenso gab sie dem Antrage statt, daß die Kandidatenstellen in Ober- und Niederbarnim mit den von dort vorgeschlagenen Genossen Stadthagcn, Bernhard Bruns und Jakobscn(Metallarbeiter) zu besetzen seien. Für die übrigen Kandidaten sieht die von der Generalversammlung angenommene Liste demnach folgendermaßen aus: 1. Karl Liebknecht, 2. Ströbel, 3. Borgmann, 4. Paul Hirsch, 5. Hugo Heimann, 6. Wels, 7. Zubeil, 8. Ad. Hoffmann, 0. Singer, 10. Ebert, 11. Ledebour, 12. Grunwald, 13. Müller(Parteivorstand), 14. Schubert, 15. Bernstein. 16. Zietsch. Als Ersatzleute: Ad. Ritter, Glocke. Der Vorsitzende verlas darauf einen Protestantrag, den der sechste Kreis gestellt hatte. Der Antrag lautet: „Die Delegierten des sechsten Kreises erheben Protest gegen den Beschlutz des Verbandsvorstandes. Reichstagsabgeordnete als Kandidaten zum Landtag in den fünf aussichtsvöllsten Wahl kreisen nicht zuzulassen und beantragen die Aufhebung dieses Be schlusses." Eine lebhafte Diskussion beginnt. Genosse Zubeil bittet, den Autrag abzulehnen. Es sei schon oft auf Parteitagen der Wunsch ausgesprochen worden, Doppelkandidaturen zu vermeiden. Man dürfe die einzelnen tüchtigen Kräfte nicht übermäßig belasten. Auch der Genosse L e d eb o u r, den die Genossen vom sechsten Kreis gern bevorzugen möchten, habe im Reichstage vollauf zu tun. Der Redner würdige durchaus die Verdienste Ledebours, besonders seine parlamentarischen Leistungen auf dem Gebiete der Kolouialpolitik, aber wenn es uns gelingt, am 16. Juni einige Vertreter in den Landtag zu entsenden, so brauchen wir dort Leute, die ihre ungeteilte Kraft der neuen Aufgabe widmen können. Genosse Weber tritt für den Antrag des sechsten Kreises ein; er erinnert an Wollmar, der im Reichstage wie auch im bayerischen Landtage als ein geschätzter Parlamentarier tätig lväre. Gegen Weber wendet sich Wels, der ihm entgegenhält, daß nicht immer vorbildlich sei, was die süddeutschen Genossen unter- nehmen. Es sei dringend zu empfehlen, daß der Beschluß des Zentralvorstandes, von der Aufstellung von Reichstagsabgeordneten in den Kreisen abzusehen, die Aussicht auf Erfolg bieten, hoch- gehalten werde. Nachdem noch viele Genossen ihre Meinung kurz geäußert hatten, wurde die Diskussion und der Antrag des sechsten Kreises a b- gelehnt. Genoffe Ernst verlas ein Schreiben des Genossen Hugo Haase- Königsberg, der die angebotene Landtagskandidatur unter großem Bedauern ablehnt, da er während der vollen Zeit der Tagung des Parlaments nicht in Berlin anwesend sein könne. Auf der Tagesordnung stand noch ein Referat von Paul Singer über die Landtagswahl 1908. Da Genoffe Singer ver- hindert war, sollte Genosse Pfannkuch für ihn eintreten. Die Versammlung nahm aber auf Vorschlag des Genossen Pfannkuch davon Abstand. Zum letzten Punkt der Tagesordnung: Partei- und Berbandsangelegenheiten wünschte Genosse Nikolai Auskunft darüber, warum der„Vorwärts" keine Extranummer für den 2. Mai herausgegeben habe. Ein Mit- glied der Preßkommission, Genosse Hoffmann, antwortete, daß der erforderliche außerordentliche Anlaß dazu nicht vor- gelegen habe. Ein anderer Genosse wünschte, daß den Funktionären der Partei daS Agitationsmaterial so zeitig als möglich zugehen sollte. Genoffe Ernst schloß die Versammlung, nachdem er der Er- Wartung Ausdruck gegeben hatte, daß die kommende Wahl einen edlen Wettstreit zwischen den Kreisen entfachen werde, eine möglichst hohe Zahl von Urwählerstimmen zu erzielen. In ein dreimaliges Hoch auf die Sozialdemokratie stimmten alle Anwesenden, im Saal wie aus den dicht besetzten Galerien, be- geistert ein._ Ati lerbaudstag der Eastuurtsgehilfen. Leipzig, 16. Mai. Nach Erledigung einiger Beschwerden, die dem Verbandstag vorlagen, referierte Poetzsch über die Internationale Konferenz, die am Sonntag in Verlin eröffnet, wird. Vom Ausland werden hier vertreten fern Bruderorganisationen von Oesterreich, Budapest, Paris, Dänemark und Rußland. Die Hauptverwaltung hat sich Herr Willi S ch a l l e r, der neben Girardi der feinste Komiker Wiens ist. Die Vorstellung war durchzogen von jubelnden Kund- gedungen. Münchencr Ausstellungen. Vierzehn Tage früher wie sonst ist dieses Jahr die SommerauSstelluug der M ü n ch e n e r Sezession als Internationale Ausstellung eröffnet worden. Mit höfischem Prunk, wie es einmal Brauch ist, um der Masse die schöne Lüge von der Kunst, die Schutz und Förderung am Throne findet, zu beweisen. Zum Unterschied von Berlin werden in der Münchencr Sezession keine Reden gehalten. Wenigstens keine Programmredcn mit ver- hüllter Spitze. Wir haben keine Liebermänner an der Isar. Ihre Aufgabe wäre auch überflüssig, denn der greise Regent durch- schreitet mit gleichem Verständnis die Säle des Glaspalastes wie die der Sezession, immer auf Ausschau nach hübschen Landschaften vom Königssee oder nach Jagd-Stilleben. In hei« 12 Sälen, wozu die fünf Säle der neugegründeten vom Maler Wilhelm Lehmann eingerichteten SezessionS-Galerie kommen, sieht man in traulichem Verein die alte Garde der Münchener Sezefsions- Häuptlinge beieinander hängen: die Uhde, Stuck und Habermann, die Keller, Samberger und Herterich, die Zügel, Stadler und Hayek, die Pietzsch, Kaiser und Buttersack, die Zumbusch, Becker und Keller- Reutlingen. Berlin ist würdig vertreten mit„LoviS" Corinth und Leistikow. Paris mit Besnard, Amen Jean und Blanche, Schlveden mit Zorn und Hesselboom, Rußland mit Zolvokow und Trubetzkoy, Belgien mit Saedeler. Im Skulpturensaal herrscht die klassizistische Münchener Hildebrand- Schule vor. Die Ausstellung München 1908, die Ausstellung für Kunst im Leben jedermanns, ist programmgemäß am Sonnabend eröffnet worden, trotzdem die sechs großen Ausstellungshallen, die das dank der angewandten Kunst erreichte Zweckmäßige und Schöne, Einfache und Geschmackvolle auf allen Gebieten der Industrie, der Technik, des Handwerks und des Gewerbes zeigen sollen, innen noch leer sind. Die Maler und Stukkateure lassen die Aussteller erst im Laufe dieser Woche an den Schauplatz ihrer Siege. Was man bis jetzt sehen kann,»nacht einen guten und geschmackvollen Eindruck. Das von der Innendekoration in den zu- gängigen Bazars, Cafes, Hallen, namentlich in dem schöne» von Emanuel Seidl im Trianonstil erbauten, von Julius Diez mit dekorativer Wandmalerei geschmückten Hauptrestaurant Geleistete scheint wirklich das Riemerschmidsche Motto zu bestätigen: „Vielen Menschen soll die Kunst hier an tausend Beispielen sich dar- stellen als ein Lebendiges, das jedem irgendlvie erreichbar, nur der Stumpfheit entbehrlich ist." Der alte im Maiengrün prangende Bavariapark ist in einen Figurenhain umgewandelt worden. Die Berliner könnten hier lernens wie man Plastiken aus Stein und Bronze ins Grüne stellt, ohne in die Barbarei ihrer Puppenallee zu verfallen. Besonderes Interesse für die Soziologen erregen die auch noch an die Organisationen in einer Reihe anderer Länder gewandt, jedoch ohne Erfolg. Wahrscheinlich wird auch noch ein Vertreter von England kommen. Der Referent wies darauf hin, daß es sich bei der Konferenz um die ersten Anfänge handelt, inter» nationale Verbindungen im Berufe zu schaffen.— Als Delegierte zur Konferenz wurden Poetzsch, Ströhlinger, Grubert, Z i l I m a n n und Baumeister einstimmig gewählt. Dann schilderte Poetzsch kurz die Bedeutung, die der dieS- jährige Gewerkschaftskongreß für die Gastwirtsgehülfen noch besonders dadurch hat, daß über die gewerbsmäßige Stellenvermittelung verhandelt werden wird. Als Delegierte zum Gewerkschaftskongreß wurden Poetzsch, Zill, mann und Meier gewählt. Ein Antrag, eine rege Agitation unter den Köchen zu cnt- falten, wurde der Hauptverwaltung zur Berücksichtigung über- wiesen. Das gleiche"geschah mit einem Antrage, im Titel des Verbandsorgans oder in seinem Untertitel neben den Gastwirts- gehülfen auch die anderen Branchen wie namentlich die Cafeange» stellten zu erwähnen. Zur Trinkgeldfrage lag folgende Resolution vor, die von Poetzsch begründet wurde, der unter anderem bemerkte, daß der Verband vorläufig allerdings noch nicht die Macht habe, das darin Geforderte durchzuführen, gleichwohl aber immer von neuem die Forderung, für ehrliche Arbeit ausreichende Bezahlung vom Unternehmer zu erhalten, er- hoben werden müsse: „Der 5. Verbandstag des Verbandes deutscher Gastwirts- gehülfcn erklärt unter Bezugnahme früher gefaßter Beschlüsse das Trinkgeld als die verwerflichste Entlohnung, die grundsätz- lich zu bekämpfen ist. Das Ziel ist die gänzliche Beseitigung des Trinkgeldes in jeder Form; an seine Stelle hat eine der geleisteten Arbeit entsprechende.Gegenleistung des Unternehmers in Bar- lohn zu treten. Dieses Ziel ist nur mit Hülfe einer starken Organisation zu erreichen. Die gegenwärtig vorhandenen Kräfte derselben sind nicht genügend, eine sofortige gänzliche Beseitigung des Trinkgeldes bezw. die Zahlung eines ausreichenden Lohnes zu erzwingen. Es ist daher notwendig, unablässig an dem Ausbau der Organisation zu arbeiten. Es liegt im Wesen des Trinkgeldes, bei den unter diesem! System arbeitenden Angehörigen Selbsttäuschung bezüglich ihres Einkommens hervorzurufen, weshalb vor allem für Aufklärung über die Schäden des Trinkgeldes in wirtschaftlicher, sozialer und sittlicher Beziehung gewirkt werden muß. In praktischer Hinsicht kann aber auch jetzt schon nach folgen- der Richtung gewirkt werden: Von den gesetzgebenden Körper- schaften ist zu fordern, daß die Heranziehung von Arbeitern und Angestellten zu den Geschäftsunkosten(Prozenten, Bruch, Be- zahlung von Hülfskräften usw.) in jeglicher Form-verboten wird. Alle Abmachungen, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, sind als ungesetzlich zu erklären. Es darf kein Unternehmer oder Arbeiter oder Angestellten ohne Zahlung eines Barlohncs be- schästigcn. Insbesondere hat diese letztere Bestimmung sofort bezw. bei Erneuerung der Verträge in solchen gastwirtschaftlichen Betrieben in Wirksamkeit zu treten, auf der?n Inhaber Staat oder Gemeinde als Verpächter Einfluß haben. Ter Verband und seine Organe haben, soweit der Einfluff und die Machtverhältnisse der Organisation nur immer reichen, nach wie vor alles zu tun, um jetzt schon die Lohnverhälttrisso der gastwirtschaftlichen Angestellten möglichst zu verbessern." Der Verbandstag nahm diese Resolution einstimmig anj ebenso folgende Resolution auf Vorschlag der Cafeangestellten, die von W a r n a t- Berlin begründet wurde: „In Anbetracht des Umstandes, daß ein in den Cafes schott herrschendes Ausbeutungssystem, von den beschäftigten Kellnern 1-— 5 Proz. der Geschäftslosung aus deren Trinkgeldern zu er- heben, auch auf das Restaurantfach überzugreifen droht, beauf- tragt der 5. Verbandstag die bestehenden Ortsverwaltungen unÄ Zweigvereine, unter jederzeit zu gewährender Assistenz der Hauptverwaltung: Die unerhört wucherhaftcn und durch nichts zu rechtfertigenden Abgaben in Gestalt einer Bruchpouschale oder Prozente des erzielten Geschäftsumsatzes usw., welche der Auge- stellte aus den erhaltenen Trinkgeldern abfuhren mutz, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln auf daS energischste zu bekämpfen." Zur Ausdehnung der Unfallversicherung auf das Gastwirtsgewerbe führt der Referent Zillmann-Ham- bürg unter anderem aus, daß auch drei Gastwirts- und Hotel- Musteranlagen von Arbeiter-Einfamilienhäusern und Reihenhäusern aus einer Gartenstadt. Riemerschinid hat u. a. ein modernes Bahn- Wärterstreckenhaus ausgestellt. Die vorherrschenden architeltonischcn Stile sind süddeutsches Brezel-Barock und Biedermeier. Immerhin historische Stilkopien. Humor und Satire. Treppenkultur. Herr August Scherl, der ursprünglich mit Hintertteppenliteratur begann, hat nunmehr, wie bekannt, eine neue Literaturgattung begründet: die Treppenliteratnr. Das deutsche Volt soll, von Stufe zu Stufe vorschreitend, mit dem Niedrigeren an- fangend, zu dem Höheren und Höchsten aufsteigend, sich emporlesen. Es ist uns unbegreiflich, daß diese großartige Scherlsche Idee An- feindungen erfuhr. Mit genialem Blick hat Scherl die Boraus- setzungen der Lesckunst erfaßt. Niemand kann leugnen, daß der- jenige, der die„Lebensbeschreibung des Räuberhauptinanns Schinden Hannes" studiert hat, auch für die Lektüre von Schillers„Räubern- trainiert ist. Auf ähnliche Weise will übrigens Scherl das deutsche Volk auck allmählich zun, Verständnis der bildenden Künste und der Musii erziehen: Bald werden die Bücherboten Scherls neben dem Roma,. „Der Brandstifter" auch die Neunippiner Bilderbogen bringen und holen, welche das deutsche Volk in das Verständnis der Sixtinischer Madonna einführen sollen. Schon stehen auch die Drehorgeln bereit welche mit dem Kreuzpolka und der Lustigen Witwe beginnend allmählich zun, Verständnis von Tristans Liebestod erziehe» sollen lind Scherl wird sich nicht damit begnügen, dem deutschen Volke sr Geschmack an veredelter geistiger Nahrung anzuerziehen, er wird auch allmählich bei den Masse» Geschmack an gediegener leiblicher Nahrung erwecken. Schon ist der Speisezettel gemacht. In der ersten Wöch» gibt's Cyankali, in der zweiten Woche Strychnin, in der dritten Woch. Arsenik, bis der Magen sich zu der Fähigkeit einporgegessen hat, dir Wonnen des Kaviars und die Vorzüge der Auster zu würdigen. _(„Jugend.") Notizen. — Ein Sebastian Bach-Denkmal wurde auf dem Thomaskirchhofe in Leipzig eingeweiht. Es ist von Seffner entworfen und stellt in einer überlebensgroßen Bronzcfigur den Meister in der Tracht seiner Zeit dar. — Rameau neubelebt. Die Pariser Oper hat— nach einer Pause von 175 Jahren— Jean Philippe R a m e a u s „Hippolyts et Aricie" wieder aufgenommen und die Musik des eiust schnöde durchgefallenen ersten Theaterwerkes des berühmtesten französischen Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts zu großen Ehren gebracht. Der Text, der sich ziemlich eng an R a c i n e S „Phädra" anschließt, ist allerdings dem heutigen Publikum wohl noch unerträglicher als dem seiner Eutstebunaszeit. besitzerverbände dies verlange», selbstverständlich nicht auS Wohl wollen für die Angestellten, sondern im eigenen Inte reffe. Der Redner schlug folgende Resolution vor, die dann einstimmig ange- xwnunen wurde: „Der VerbandStag ist der Ucberzeugung, daß die Unfall- gefahr im Gastwirtsgewerbe nicht geringer als in anderen Be- rufen ist. Durch die Ortskrankenkassen in Berlin, Hamburg und Frankfurt a. M. ist festgestellt, daß 12 bis IS Proz. aller Krank- heitsfälle auf Unfällen im Berufe beruhen. Der Verbandstag fordert deshalb von der Reichsregierung die Ausdehnung der Unfallversicherung auf daS gesamte Gastwirtsgewerbe unter An- schluß an die Berufsgenossenschaft der Nahrungsmittelbranche." Sodann beschloß oer Berbandstag, den Vorschlägen einer Kvm- Mission gemäß, über die Besoldung der Verbandsbeamten, die einige Zulagen erhalten. Ferner wurde die Anstellung eines Verbandssekretärs beschlossen, der sein Amt sofort an- treten soll. Als Verbandsvorsitzender wurde Poetzsch, als Hauptkassierer Strähl ist, ge r wiedergewählt. Als Verbands- fekretär wurde Baumeister gewählt. Die Zahl der Haupwer- waltungsmitglicder wurde von 7 auf S erhöht, damit auch den neuangeschlossenen Branchen eine Vertretung im Hauptvorstand gesichert werde. Hinsichtlich der Besoldung der Ortsbeamten wurde den Ver- waltungsstellcn empfohlen, sie den Beschlüssen des Stuttgarter Gewerkschaftskongresses anzupassen.— Der Sitz des Ausschusses bleibt Hamburg-Altona. Der Verbandstag wurde mittags 12 Uhr mit Hochrufen auf die Organisation geschlossen.— Der nächste Ver'bandstag soll in Berlin stattsinden. Der Kassenbericht zeigt für die Berichtsperiode folgendes Er- gebnis: Einnahmen 306 238,32 M., Ausgaben 801050,40 M. Mehrung 15 187,93 M. Das Vermögen betrug Ende 1907 188 382,76 Mark und hat seit Ende 1905 um 27 823,82 Mk. zugenommen, Aerbütidstag der AMatevrt. Nürnberg, 18. Mai. Im Gewerkschaftshause zu Nürnberg traten heute die Dele- gierten des Zentralverbandes der Stukkateure zum Verbandstag zusammen. Der Bericht des Hauptvorstandcs, der als stattliche Broschüre von 121 Seiten gedruckt vorliegt, umfaßt die Jahre 1906 und 1907. Er steht unter dem Zeichen der wirtschaftlichen De- Pression. Die Krise, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1906 in einer Anzahl Städte sich im Baugewerbe bemerkbar machte, hat starke Wirkungen auf die Organisation ausgeübt. Der Ver- band hatte am Schluß des Jahres 1905 92 Filialen, dazu kamen im Jahre 1906 noch 16, im Jahre 1907 14. Einige Filialen gingen in der Berichtsperiode wieder verloren, so daß ihre Zahl jetzt 114 beträgt. Die Zahlen über die Mitgliederbewcgung geben ein sehr gutes Bild von der Einwirkung der Konjunktur auf die Organi- sation. Die Mitgliederzahl betrug im ersten Quartal 1905 7283, von da an stieg sie und erreichte ihren höchsten Stand im dritten Quartal 1906 mit 8940, um dann im vierten Quartal auf 8018 zu sinken. In, ersten Quartal 1907 stieg sie wieder auf 8505, auch im zweiten Quartal entsprach die Zunahme der Regel, aber dann setzte dw Krise ein, und statt eines Vorwärtsschreitens sehen wir schon im dritten Quartal einen verhältnismäßig starken Rückgang von 8796 auf 8495, der um so mehr ins Gewicht fällt, wenn man in Betracht zieht, daß im dritten Quartal sonst immer der Höhepunkt erreicht wird. Ende 190? betrug die Mitgliederzahl 7398. Der Mitgliederverlust setzt hauptsächlich in den großen Städten ein, die am meisten unter der Krise zu leiden haben. Die schlechte Kon- junktur kommt auch in der Zunahme der verausgabten Arbeits- losenmarken zum Ausdruck. Trotz dieser ungünstigen Verhältnisse ist in der Berichtsperiode gegen 1905 eine Steigerung der Mit- gliedcrzahl um 1200(nach dem Jahresdurchschnitt angenommen. in Wirklichkeit um 1744), das sind 17 Proz., zu verzeichnen. Auf- genommen wurden in den beiden letzten Jahren 5640 Mitglieder. von denen 3885 oder 69 Proz. wieder verloren gingen. Mitte 1907 wurde vom Verband eine Umfrage vorgenommen um das Verhältnis zwischen Organisierten und überhaupt Be- schäftigtcn zu ermitteln. Die Umfrage erstreckte sich auf 106 Orte, wo insgesamt 11 726 Stukkateure beschäftigt waren. Dem Zentral- verband gehörten hiervon 8780(87,3 Proz.), den Christlichen an- geblich 918(7,8 Proz.) und anderen Organisationen 311(2,5 Proz.) an. Bezüglich der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wurde durch Umfrage ermittelt, daß 41 Proz. der Gesamtheit nur im Lohn arbeiten, im übrigen lzerrscht gemischte Arbeitsmethode, bald Lohn, bald Akkord. Die Arbeitszeit schwankt zwischen 8 und 11 Stunden täglich. Beinahe die Hälfte der von der Umfrage betroffenen Stukkateure(5295) haben eine effektive Arbeitszeit von 10 Stun- den, doch sind auch fast 30 Proz.(3236) zu verzeichnen, die keine längere als eine 8'/hstündige Arbeitszeit haben. Die Befragung über die Löhne ergab eine große Verschieden- artigkeit in der Bezahlung. Es kommen 26 Lohnsätze in Betracht, und zwar von 40 Pf. bis 1 M. pro Stunde. Im Jahre 1906 wurde für 1403 Beteiligte eine Arbeitszeitverkürzung von zusammen 1512�, im Jahre 1907 für 2037 Beteiligte eine solche von 1212 Stunden erreicht. Lohnerhöhungen wurden in 96 Orten errungen. woran 8429 Arbeiter beteiligt waren. Die Lohnerhöhungen be- wegten sich zwischen 2 und 30 Pf., im Durchschnitt 8 Pf. pro Stunde. Das Verhältnis ändert sich aber für diejenigen Städte, wo eine Verkürzung der Arbeitszeit erzielt wurde, wenn es sich darum handelt, festzustellen, um wieviel das Einkommen des Ar- beiters gestiegen ist. Bei der Arbeitszeitverkürzung ist das Prinzip maßgcbciw, daß dabei eine Lohnciubuße nicht stattfinden darf. Von 46 Orten, wo eine Verkürzung der Arbeitszeit erreicht wuvde, ist in 35 der Lohn gestiegen, und zwar betrug dies auf den ein- zclnen pro Woche von 30 Pf. bis zu 12,90 M. 2881 Arbeiter haben eine Verkürzung der Arbeitszeit um zusammen wöchentlich 12 468 Stunden erzielt und erhalten trotzdem 9279 M. mehr Lohn, pro Mann und Woche durchschnittlich 3,27 M. Wir sehen also auch hier die alte Regel bestätigt, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit mit fast absoluter Sicherheit eine Lohnerhöhung zur Folge hat. An Lohnbewegungen und Streiks waren 1906 2888 Arbeiter beteiligt mit zusammen 54 654 Tagen, 1907 1562 Arbeiter mit zu- sammen 17 590 Tagen. Die Kosten betrugen 1906 157 971 M., 1907 42 119 M. 1906 wurden 56, 1907 33 Tarifverträge neu ab- geschlossen. Bei Betrachtung der llnterstiitzungszweige sehen wir bei der Reiseunterstützung ein systematisches Steigen. Sie stieg von 0,83 M. pro Kopf im Jahre 1904 auf 1,02 M. im Jahre 1907. Die Sterbeunterstützung stieg im gleichen Zeiträume von 0,31 M. pro Kopf auf 0,51 M., die Ausgabe für Rechtsschutz von 0,10 M. pro Kopf auf 0,40 M. Eine der wichtigsten Fragen, die die Organisation in der Berichtszeit beschäftigten, war die geplant gewesene Anglicderung an den Maurerverband. Nach mehrmaligen geineinsamen Be- ratungen wurden die Bedingungen für den Anschluß aufgestellt. wonach den Stukkateuren die Bildung eigener Sektionen gestattet und die bestehenden Filialen ausnahmslos in Sektionen umge- wandelt werden sollten. Außerdem sollte ihnen gestattet sein, zur Besprechung besonderer Berussangelegenheiten von zwei zu zwei Jahren Landeskonferenzen abzuhalten; für die Dclcgiertenwahlen zu den Verbandstagen sollte den Stukkateuren die Bildung eigener Wahlabtcilungen eingeräumt werden, sie sollten einen besoldeten Sitz im Vorstand erhalten usw. Der Maurerverband nahm auf seinem vorjährigen Verbandstag die Bedingungen an. Im Ver- band der Stukkateure mußte durch eine Urabstimmung der Mit- glieder über diese Frage entschieden werden. Dabei erklärten sich von 6612 Abstimmenden 2127 für, 4434 gegen die Angliederung, wodurch das Projekt vorläufig gefallen war. Mit dem Zentral- verein der Bildhauer wurde ein Kartellvertrog abgeschlossen. In internationaler Besiehung steht der Verband in Verbindung mit den Bruderorganisa tio neu in Dänemark, Holland. Oesterreich. Schweiz und Ungarn. Neu abgeschlossen wurde ein Gegenseitig- keitsvertrag mit dem Zentralverband der Mialer und Gipser in der Schweiz und dem niederländischen Stukkateurverband. Das Fachorgan hatte Ende 1907 eine Auflage von 9990, die Kosten betrugen in den letzten ztyei Jahren 26 753,43 M., pro Kopf Md Lehr 1,47 Mi-' nachklänge vom Streik in den Siemens- werken. In einer Metallarbeiterversammlung am 3. Dezember 1906 wurde das Verhalten der Polizei gegen die Streikposten besprochen. Bei dieser Gelegenheit sagte der Referent Handle, zweiter Vor- sitzender der Berliner Zahlstelle des Deutschen Metallarbeitcrver- bandes unter anderem, ihm sei mitgeteilt worden, daß Polizei- beamte zu Arbeiterinnen, die sie wegen Streikpostcnstehens sistier- ten, unsittliche Redensarten gebraucht haben sollen. Wenn diese Mitteilung wahr wäre, so hätten sich die betreffenden Beamten einer Ungehörigkeit schuldig gemacht. Diese Aeußerung brachte dem Genossen Handle eine Anklage wegen Beleid i- gung von Polizeibeamten ein. Mit ihm zugleich war der Metallarbeiter Kramm angeklagt, von dem die betreffende Mitteilung herrührte. In der Sache stand am 19. Oktober v. I. vor der Straf- k a m m e r Termin an. Kramm wurde damals wegen Beleidigung zu einem Monat Gefängnis, Handle wegen Beleidigung zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Gegen das Urteil hatten beide Angeklagte Revision eingelegt. Das Reichsgericht ver- warf die Revision Kramms, dagegen wurde das Urteil, insoweit es Handle betraf, wegen Beschränkung der Verteidigung und Ver- letzung des§ 193 des Strafgesetzbuches aufgehoben. Am Sonnabend fand nunmehr eine erneute Hauptver- Handlung vor der Strafkammer gegen Handle statt. Handke bezog sich zur Recbtfertigung seines Verhaltens auf die Situation, welche durch das Vorgehen der Polizei gegen die Streik- Posten geschaffen war. Die Polizei babe das Strcitpostenstehen auf das äußerste erschwert, zahlreiche Sistierungen vorgenommen, die Versammlungen der Streikenden verboten, kurz die Ausübung des Koalitionsrechtes überaus erschwert. Eine Deputation der Strei- kenden sei beim Charlottenburger Polizeipräsidenten gewesen und habe um Abstellung der Mißstände ersucht. Es sei jedoch nichts darauf erfolgt. Um alle diese Borgänge zu besprechen, sei dann die Ver- sammlung am 3. Dezember einberufen worden. Handke, als zweiter Vorsitzender des Metallarbeiterverbandes, habe in der Ver» sammlung referiert. Beim Eintritt in den Saal sei ihm ein Zettel überreicht worden, auf dem die erwähnte Mitteilung stand. Er habe diese Mitteilung zur Kenntnis der Versammlung gebracht und dazu bemerkt, wenn Arbeiterinnen anwesend seien, welche die Richtigkeit dieser Mitteilung bestätigen können, dann sollten sie sich melden, damit das weitere veranlaßt werden könne. Handke be- tontö vor Gericht, er habe an die Möglichkeit, daß die Mitteilung zutreffend sei, wohl glauben können, da ja die Streikleitung eine große Zahl von Fällen festgestellt hatte, wo Schutzleute in unstatt- hafter Weise vorgegangen seien. Er habe mit der Mitteilung nur die Absicht verfolgt, die Wahrheit zu ermitteln, aber nicht die Polizei zu beleidigen. Der als Zeuge vernommene Genosse Cohen bekundete, daß er den Streik geleitet und am fraglichen Tag«, da er verreist war, Handke mit der Leitung der Versammlung betraut habe. Handke mußte pflichtgemäß die ihm gemachte Mitteilung zur Sprache bringen. An der Wahrheit konnte man damals nicht zweifeln und nicht annehmen, dqß Kramm etwas UiuvahreS gesagt habe, wie es sich allerdings später herausstellte. Die Mädchen, welche Streikposten standen, mußten sehen, daß die Streikleitung sich ihrer annehme, und der Verband seinerseits habe ferner ein Interesse daran gehabt, daß die streikenden Arbeiterinnen sich nicht etwa weigerten, fernerhin Streikposten zu stehen, was geschehen wäre. wenn sie sich unsittlichen Verhaltens ausgesetzt gesehen hätten. Er zweifle nicht, daß Handke lediglich diese berechtigten Interessen des Verbandes habe wahrnehmen wollen und daß es ihm nur darauf angekommen sei, die Zeuginnen über die von Kramm be- haupteten Vorgänge zu ermitteln. Der weiter vernommene Mechaniker Neumann bestätigte. daß noch in den verschiedensten Versammlungen die Vorgänge auch von ihm zur Sprache gebracht seien, lediglich um die Zeugen zu ermitteln. Der Staatsanwalt beantragte wiederum Verurteilung zu 10 0 M. Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, legte eingehend dar, daß der Angeklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe und in seiner Eigenschaft als Bevollmächtigter des Verbandes die Angelegenheit zur Sprache bringen mußte. Das Gericht sprach hierauf Handke frei, indem es annahm, daß Handke berechtigte Jnter- essen wahrgenommen habe und auch habe wahrnehmen wollen. Es sei ihm lediglich darauf angekommen, die Mädchen ausfindig zu machen, denen angeblich das, was Kramm zu Unrecht behaup- tete, passiert sei. Handle habe nicht beleidigen, vielmehr nur das volle Material der zuständigen Behörde unterbreiten wollen. Dieses Recht aber könne ihm nicht versagt werden. Hus der frauenbenegung. Steuerpflicht und Wahlrecht. In einem trefflichen Artikel über die Forderung des Frauen- Wahlrechtes schreibt die„Gleichheit": „Noch immer plappert der Spießbürger sein Sprüchlein her- unter, dem weiblichen Geschlecht stehe es nicht an, sich um die staat- lichcn, die öffentlichen Zustände zu kümmern, es sei daher mit gutem Fug und Recht des Wahlrechtes beraubt, das heißt der Mög- lichkcit, mittels seiner die Gesetzgebung und damit die Gestaltung der politischen Verhältnisse zu beeinflussen. Viele Frauen schenken diesem Geschwätz unbesehen Glauben. Leider I Wir sagen„leider" nicht bloß, weil die gedankenlose Gleichgültigkeit diese Frauen hindert, als Staatsbürgerinnen ein Recht zu fordern, das sie so dringend benötigen wie der Mann, und weil ihr Schweigen den Widerstand der reaktionären Gewalten stärkt, welche sich der poli- tischen Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts widersetzen. Unser„leider" gilt auch der Preisgabe ihrer ureigenen Interessen, deren sie sich damit schuldig machen. Der Preisgabe aller Jnter- essen, welche die Frau an dem Zuschnitt, dem Charakter der Zu- stände in Staat und Gemeinde hat. Darunter befindet sich eins, dessen Sprache auch der unauf- geklärten Proletaricrin verständlich sein sollte. Dieses Interesse rührt nämlich an die Stelle, wo die meisten Menschen besonders empfindlich sind: an den Geldbeutel. Die Frau der werktätigen Masse aber— auch wenn sie noch so ideal veranlagt ist— muß jedes Antasten ihres Beutels mit größter Sorge betrachten und energisch abzuwehren suchen. Ob sie als Arbeiterin, Handclsange- stellte, kurz als Erwerbstätige selbst ihn füllt oder ob sie als Haus- mutter klug verwaltet, was der Mann hineinlegt, ganz gleich: er ist schmal, und so viele Bedürfnisse sollen trotzdem aus ihm be- stritten werden. Ter Staat faßt mit festem Griff in die beschei- )ene Kasse, und nicht wenig ist es, was er als Steuern— direkte und indirekte— oder in anderer Form daraus zur Deckung seiner Ausgaben errafft. Seine Hand kann freilich nicht nach Belieben zufassen, sie wird von der Gesetzgebung gelenkt, und was diese über Zie öffentlichen Einnahmen und Ausgaben vorschreibt, das hängt in hohem Matze davon ab, wie die gesetzgebenden Körperschaften zusammengesetzt sind. Halten die Frauen sich diese Tatsache vor Augen, so müssen sie auch klar das bittere Unrecht erkennen, das ihnen in Gestalt ihrer politischen Rechtlosigkeit zugefügt wird. Ueber die Zusammensetzung der modernen Parlamente entscheidet das Wahlrecht. Daß die Frauen kein Wahlrecht besitzen, bedeutet mithin nichts anderes, als daß sie keinen Einfluß darauf haben, wieviel und zu welchen Zwecken auch aus ihrem armseligen Säckel Staat und Gemeinde Geld entnehmen. Ein Blick auf die ein- schlägigen Verhältnisse in Preußen erweist, wie gerechtfertigt es ist, daß die Frau als Wahlberechtigte die Macht erhält, über ihre eigenen Lasten als Steuerpflichtige ein entscheidendes Wort mitzureden." Versammlungen— Veranstaltungen. Pankow. Dienstag 19. Mai, bei Großkurt, Berliner Strgße 27: öffentliche Versammlung. Vortrag der Genossin R. Fried- l ä n d e r über:„Die Landtagswahlen". Charlottenburg. Mittwoch. 20. Mai. 314 Uhr, im„VolkshauS", Rosinenstr. S, Vortrag von Fräulein U ck o über:„D i e korsettlose Tracht". Treptow-Baumschulenweg. Umständehalber findet die Mitglieder- Versammlung des Bildungsvercins für Frauen und Mädchen erst am Mittwoch, 20. Mai, statt. Königswusterhausen und Wildau. Mittwoch, 20. Mai, 8 Uhr, bei Schumann in Wildau: Vortrag der Genossin Thiel. �erickts- Leitung. Ucbcrflüssige Anklage. Wie wenig Kenntnis oft gelehrte Ankläger besitzen und wie oft dadurch höchst überflüssige Anklagen erhoben oder aufrechterhalten werden, zeigt eine dieser Tage vor dem Schöffengericht in Hammer st ein in West Preußen gegen die Genossen Crispien, Riemann und Schulz verhandelte Anklage. Riemann war beschuldigt, seine Wohnung zu einer nicht Polizei- lich angemelderen öffentlichen Versammlung im Januar dieses Jahres hergegeben zu haben. Schulz sollte Leiter und Crispien Redner der Versammlung gewesen sein. Zur Ueberführung der drei Missetäter hatte der Vertreler der Anklage zwei Zeugen geladen. Diese vermochten so gut wie nichts zu bekunden. Der Bürger- meister von Hammerstein, der die Anklage persönlich vertrat, plagte sich nicht viel mit juristischen Gründen herum. Frisch und frei beantragte er 150 M a r k Strafe. Im Eifer ver- goß er zu sogar zu sagen, ob jeder der drei An- geschuldigten 150 M. zahlen sollte, oder alle drei zusammen. Daß nach§ 2. Abs. 2 des Strafgesetzbuchs, selbst wenn die Angeschuldigten die schrecklichen Frevel begangen hätten, eine Besttafung nicht ein- treten konnte, weil diese Frevel nach dem mit dem 15. Mai in Kraft getretenen Reichsvereinsgesetz nicht mehr strafbar sind, kam dem Anklagevertreter nicht in den Sinn. Und daS, wiewohl erst vor wenigen Wochen das Reichsgericht aus Anlaß des Majestäts- beleidigunaSgesetzes anerkannt hatte, daß Sttafbarleit nicht vorliegt, wenn die früher strafbare Handlung durch ein vor dem Beginn der Revifionsinstanz in Kraft gettetenes neues Gesetz beseittgt ist. Das Schöffengericht sprach natürlich. ohne auf den Tatbestand selbst einzugehen, frei. Weshalb erhob es aber die Anklage und Beweis, wiewobl die Freisprechung selbstverständlich war. Hoffent- lich legen die freigesprochenen Genossen Berufung ein, weil nickt auch die ihnen erwachseneu notwendigen Auslagen der Staatskasse auferlegt sind, und es unbillig ist, Angeklagten irgendwelche Aus- lagen wegen Rechtsunkenntnis von Beamten zu verursachen. Vernufcbtea. Ein russischer Student ermordet. Nach einer Meldung aus Dresden wurde gestern nachmittag in seiner Wohnung Feldherrn- straße ein russischer Student ermordet ausgefunden. Die Staats- anwaltschaft hat die Leiche beschlagnahmt. Drei russische Studenten wurden bereits verhört. Im Essener Stadtwald verschwunden. Die Diakonissin Elsa Möller, die vor einigen Tagen seit einem Spaziergang im Essener Stadtwalde verschwunden war. ist jetzt, wie auS Essen gemeldet wird. als Leiche aus der Ruhr gelandet worden. Die Todesursache ist noch nicht aufgeklärt. Erdbeben. Breslau, 18. Mai. Die Erdbebenwarte Krietern meldet: Die Apparate verzeichneten gestern nachmittag von 1 Uhr 34 Minuten ab ein starkes Erdbeben in einer Entfernung von etwa 1700 Kilometern. DaS Beben dauerte bis 2 Uhr 20 Minuten. Hamburg. 18. Mai. Gestern nachmittag wurde von den Apparaten der hiesigen Hauptstation für Erdbebenforschung ein Beben mittlerer Stärke in einer Entfernung von etwa 2300 Kilo- meiern registriert. Die Aufzeichnung begann um 1 Uhr 35 Minuten 34 Sekunden und dauerte ungefähr eine Stunde. Ucber eine folgenschwere Explosion wird aus Essen berichtet: Beim Laborieren von Geschossen im Laboratorium des Kruppschen Schießplatzes fand Montag vormittag aus bisher unaufgeklärter Ursache eine Explosion statt, durch die zwei Arbeiter getötet, ein Ingenieur und mehrere Arbeiter verwundet wurden. Straßenbahnzusammenstoß. Wie aus Prag berichtet wird, stießen unweit des BelvedereS vorgestern zwei EtratzenbahnwaggonS mit großer Gewalt zusammen. 20 Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt._ Fünfzehn Nonnen vom Güterzuge überfahren. Aus Petersburg wird gemeldet: Ein entsetzlicher Vorfall trug sich am Woronesch-Bahnhofe zu, wohin 15 Nonnen aus dem örtlichen Kloster zur Herbeischaffung von Heizmaterial sich begaben. Infolge ausbrechenden Regens suchten die Nonnen unter drei Wagen eine» zur Abfahrt bereitstehenden Güterzuges Schutz. Plötzlich setzte sich der Zug in Bewegung und furchtbare SchmerzenSschreie ertönten. Obgleich der Zug sofort zum Stehen gebracht wurde, konnten doch nur unter seinen blutbespritzten Rädern alle Nonnen teils tot, teils verstümmelt hervorgezogen werden. Einer Nonne wurden beide Hände, der Kopf und beide Füße abgeschnitten. Keine einzige von den Nonnen blieb unverletzt_ Wafferstands-Nachrichten der LandeSanstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e l, Tilsit Pregel, Jnsterburg Weichsel. Thon» Oder, Ratibor , Strossen , Frankfurt Warthe, Schrimm _ Landsbera Netze, Vordamm Elbe, Lettmeritz , Dresden , Barby » Magdeburg ')+ bedeutet Wuchs,— Fall,—•) Unterpegel.—•) Höchster Wassertand: 350 cm am 15. abends._ Witterungsübersicht vom 18. Mai 1908, morgens 8 Uhr. »C c r» u w s> 7 7 11 15 15 Wetterprognose für Dienstag, de« 19. Mai 1908. Ziemlich warm, vielfach heiter aber veränderlich bei mäßigen östlichen Winden: zeitweise etwas Regen. Berliner Wetterbureaw Segelklub ,, Fraternitas" Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sportsgenoffe Alfred Wohlfahrt am 16. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. d. M., nach mittags 2, Uhr, auf dem ZentralFriedhofe in Friedrichsfelde stait. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 17. d. M., nachm. 2 Uhr, entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, der Restaurateur Karl Hülle im 46. Lebensjahre. Dies zeigt, um stille Teilnahme bittend, an Frau Marie Hülle, Strautftr. 52. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Markus Andreas- Kirchhof. Wilhelmsberg, statt. $ 31462 Deutscher Transportarbeiter- Verband. Nachruf! Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Karl Strempel am 14. d. Mts. im Alter von 30 Jahren an der Proletarierfrankheit geftorben ist. 69/4 Ehre seinem Andenken! Die Verwaltung II. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, Insbesondere den Rudervereinen„ Borwärts"," Kollegia" und" Freiheit", sowie den Arbeits: und VerbandsKollegen, den Mitgliedern des Wahlbereins und dem Gesangverein Vors wärts VI" für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres Verwandten Robert Hentschel fagen wir hiermit unseren herzlichsten Dant. Die tranernden Verwandten. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2.5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Es empfiehlt fich bei eintretendem Trauerfall möglichst sofort Westmanns Crauermagazin Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a, an den Kolonnaden, 2. Haus von der Jerufalemerstraße, und NO., Gr. Frankfurterstr. 115, 2. Haus von der Andreasstraße, zwecks Auswahl d. passenden Trauergarderobe aufzusuch. Um dem Publikum einen besonderen Vorteil zu bieten, gemähre ich auf diese Auzeige hiu bei Kauf 10% Rabatt in bar! 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Mai, abends 8 Uhr, bei Raabe, Fichtestr. 29: Versammlung Tages- Ordnung: f 1. Die Frauen und die Landtagswahl. Referentin: Genoffin Mathilde Wurm. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste sehr willkommen. Genossinnen! Kommt zahlreich in diese Bersammlung. Zeigt durch Euer Erscheinen, daß Ihr politisch reif seid und nicht ruhen noch rasten wollt, bis das volle politische Bürgerrecht allen Staatsangehörigen zuerkannt ist. 1/ 18* Der Vorstand. Oeffentliche politische Versammlung veranstaltet von der Zeitung„ Das Reich" am Freitag, den 22. Mai, abends 8%, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme spricht über: ,, Arbeiter und Schutzzoll". Eintritt frei. 21435* Freie Aussprache. Baer Sohn Deutscher Buchbinder- Verband Spezialhaus grössten Massstabes Chaussee- Strasse 29-30 11 Brücken- Strasse 11 Gr. Frankfurter Str. 20. 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General- Versammlung Bezirks- Versammlungen bei Freyer, Koppenstraße Nr. 29. Tages- Ordnung: Kaffenbericht, Bericht des Vorstandes, des Arbeitsvermittlers, des mit nachfolgenden Tagesordnungen: Mittwoch, den 20. Mai cr., abends 8%, Uhr: Bibliothekars und der Kontrollkommission, Berbandsangelegenheiten. Bahl Für Süd- Ost bei Hahn, Laufizer Platz 8. eines Erfagmannes zur Ortsverwaltung. 84/12 Mitgliedsbuch legitimiert! Die Ortsverwaltung. 1. Bortrag des Genossen Arbeiterfefretär Eugen Brückner über: " Die Bedeutung der Genossenschaften". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sir Ober- döneweide bei Schulte, Zahlstelle Rixdorf. Für wilhelminenhof Herrn Thiel, Bergstraße 151-152: ftraße. 1. Bortrag der Kollegin Lungwitz über: Die beutige Arbeiter. schaft und deren Kämpfe um Existenz und Kultur". 2. Diskussion. Donnerstag, den 21. Mai cr., abends 8%, Uhr: Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Am Donnerstag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal des 3. Verschiedenes. Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. j. Drts. u.Hülfs- Krantentassen Berlin N., 2488 にそ jekt Sothringer Straße 60. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe loten, angenehm u. weich am Störper Pickel im Gesicht und am Körper, Blüten, Mitesser, Wimmerin, Röten, Sommerfprofen, Hautjuden, Furun Tel, Hautgeschwüre c., wer daran leidet, ge branche Zucker's Patent- Medizinals Seife, D. N. B., ärztlich empfohlen und tausendfach bewährt, Breis 50 Bfg.( kleine Badung, 15% ig) und mr. 1,50( große Badung 35% ig, von stärkster Wirtung). Wunderbare Erfolge, sumal bei gleichzeitiger Anwendung von Burooh- Crême. dem herrlichsten und einzigartigsten aller Hauterêmes, Preis Mr. 2-, Probetube 75 Bfg., fowie der nach dem gleichen Batent hergestellten, wunderbar mild wirkenden Zucooh.Seife, Breis 50 Bfg.( fleine Gebrauchspadung) und Mt. 1,50( große Geschentpadung), werden zahlreich berichtet. Jeber, der bisher vergeb lich hoffte, mache einen Versuch. 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Vortrag des Genoffen Diesner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Für Charlottenburg im ,, Volkshause". Rofinen. ftraße 3. 1. Bortrag des Stoll. Weiße über:" Die Pflichten der Mitglieder unter der wirtschaftlichen Depreffion". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes Für Weißensee bei Content, Lehderstr. 5. 1. Bortrag des Kollegen Pohl. 2. Disfuffion. 8. Berschiedenes. Für Schöneberg bei Gebhard, Gothenstr. 28. 1. Bortrag des Kollegen Rücker über: Grundideen der Gewerb fchaftsbewegung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Für Tegel bei Glückselig, Berliner Straße. 1. Vortrag des Kollegen Bentin über: Die Kirche im Dienste des Kapitals". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Für Spandau b. Kumke, Schönwalder Str. 80. 1. Bortrag des Kollegen Bruns über: Die Kulturbestrebungen der Gewerkschaften". 2. Diskussion. 8. Berschiedenes. Für Rirdorf bei Hennig, Ziethenstr. 69. 1. Bortrag der Kollegin Jeetze über:" Die Frauen in der gewerb schaftlichen und politischen Bewegung". Die Versammlung für Weißensee wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. 8weds Ausübung einer Kontrolle über die Teilnahme an den Bezirks versammlungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Mitglieder thre Bücher mitbringen sollen, um den Besuch der Versammlung durch Stempel im Mitgliedsbuch eintragen zu können. 63/16 Zahlreichen Besuch möglichst mit Frauen, erwarten Gäste willkommen. Die Bezirksleitungen. Allgem. sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Wilmersdorf! Ang! Berlins und Umgegend. Achtung! Dienstag, den 19. Mai 1908, abends 81, Uhr, in den„ Germania- Prachtfälen" Dienstag, den 19. Mai 1908, abends 8½ Uhr, in den Spichernfälen, Spichernstraße 3: ( weißer Saal), Chaufferstraße 110: Oeffentliche Volksversammlung für Frauen und Männer. Tages- Ordnung: Die Aufgaben der Frauen unter dem neuen Vereinsgeset und die preußischen Landtagswahlen. Reichstagsabgeordneter Georg Ledebour. Referent: Diskussion. Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Masse! Achtung! Große öffentliche Volks- Verfammlung Reichstagsabgeordneter D. Stücklen spricht über: Die bevorstehenden Landtagswahlen. Angehörige aller Parteien sind hierzu eingeladen. Volle Redefreiheit garantiert. 202/18 Der Vorstand. 1/ 17+ Jhr Hut Achtung! Frauen Rixdorfs. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8½ Uhr: 2 große öffentliche Frauen- Versammlungen. 1. Jn Fr. Hoppes Festsälen, Hermannstr. 49. 2. Jm Lokal von H. Thiel, Bergstr. 151/52. In beiden Versammlungen ist die Tagesordnung: 1. ,, Die Frau und der Kampf um den preußischen Landtag". Referenten: 1. Genoffin Ottilie Baader. 2. Genoffin Frau Dr. Weyl. mit Hutwäsche 31452* Der Einberufer. Jonny Hinrichsen, Schaperitr. 31. Zentralverband der Steinarbeiter. Berlin II. Mittwoch, den 20. Mai 1908, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Einführung der örtlichen Arbeitslosen Unterstützung? 2. Stellungnahme zum Regulativ für 3 unsere Zahlstelle. 3. Berschiedenes. Da die Beschlüsse, welche in dieser Versammlung gefaßt werden, von weittragender Bedeutung sind, ist jeder Kollege verpflichtet, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. muss gereinigt werden 171/16 Feuerrad 1 Pack 25 Pf. Bekanntmachung. Die ftatutenmäßige Generalversammlung 3 Pack der Ortskrankenkasse hierselbst findet am 65 Pf. ZurRenovierung bereits gefärbter Hüte in gleicher Farbe od. dunkler 1 Pack 35 Pf., 3 Pack 1 M. 235/10 Fritz Kratz, Berlin N. 39 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung fordern wir die Frauen ganz besonders auf, recht zahlreich in diesen Versammlungen zu erscheinen. 11. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss, Lotterie. Ziehung vom 18. Mai 1908, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 243 79 526 63[ 3000] 97 766 985 1220 307 893 2039 70 100 32 231[ 1000] 59 669 772 87 826 67 965 3046 287 344 540 601 4176 242 341 426 790 849 95 5010 98 119 207 323 621 28 6074 187 523 60[ 500] 867 999 7047 98 219 310 579 99 826 41 8057 120 75 324[ 1000] 355 636[ 3000] 882 986 9212 68 307 501 673 83 722 10479 501 855[ 500] 909[ 500] 24 66 11012 75 172 401 763 93 854 98 12021 87 153 613 13070 116 27[ 1000] 362 415[ 1000] 748 79 825 948[ 500] 14139 84 291 495 692 700 890 15038 206 65 96 336 595 96 646 761 893 920 32 16177[ 500] 249 436 43 795 843 93 94 903 72 80 17044 256 431 55 656[ 1000] 18116 40[ 500] 251 373 548 677 713 891 [ 500] 19021 159 239 529 20018[ 3000] 136 515 600 21088[ 3000] 159 239 302 416 683 773 960 22138 226 306 39[ 500] 822 23249[ 1000] 87 371 83 84[ 1000] 498 503 20 69 645 82 781[ 1000] 899 966 [ 500] 24109 364 89[ 3000] 755 986 25055 56 183 708 58 604 26061[ 500] 210 649 756 817 63 97 931 51 94[ 1000] 27233 504 825 950 28014 21 182 230 98 386 502 75 82 230 98 29608 917 51 75[ 3000] 30032 159 489 616 785 828 81 910 73 31191 381 444 787 891[ 3000] 973 32187 497 502 665[ 3000] 703 803 33041[ 500] 241[ 500] 59[ 500] 303 43 451 643 750 841 68 85 911 34045 209 14 53 526 66 608 762 890 936 98 35079 200 9 460 68[ 500] 36210 342 80 454 516 34[ 1000] 891 37062 79 192 231 540 645 80 822 38 79[ 1000] 38031 295 685 749 827 919 40 39083 93[ 3000] 200 96 490 519 49 645 81 827 52.83 40027 56 316[ 500] 51[ 500] 67 464 509 83 884 87 964 41108 57 201 328 868 42082[ 5000] 165 92[ 500] 226 483 95[ 3000] 542 88 724 85 43301 13 524 655[ 500] 802 53 [ 3000] 908 50 44025 45 81 240 370 406[ 1000] 633 56 [ 500] 82 45078 383 538 691 733 43[ 500] 48 98 802 38 46381[ 500] 408[ 500] 724 844[ 1000] 932 92 47004 90 181 282 339 990 48180 205 368 410[ 3000] 55 579 775, 904 49061 251 480[ 3000] 708 827 83 50408 92[ 500] 734 59[ 500] 51089 281 511 71[ 1000] 642 796 986 52153 210 78 452 504 84 633 37 53033 36 44 87 258 85 472 584 717 54070 103 513 631 777 844 55002 35 57 75 327 694 822 912 72, 56019 257[ 1000] 65 94 426 889 941 57001[ 500] 191 222 56 62 542 770 965 58019 169 241 480 527 75 76 803 22 980 59 039 323 413 628 [ 1000] 38 60012 122 208[ 500] 18 29 328 78[ 1000] 462 502 655 711 61077 104[ 500] 284 375 427 577 79 663 739 952[ 1000] 62709 897 63024 172 289 455 64111[ 10 000] 214 479 634 718 903 65246 348 656 741 81 66011 322 71 735 59 87 67013 142[ 1000] 257 92 434 614 797 68004 148 77 358 612 37[ 500] 49[ 500] 739 880 84 69183 277 575 951 70174 519 45 601 867[ 500] 908 71050 152 218 76 785 88 902 43 60 64 74 72297 555 803 73131 466 819 25 903 74087[ 500] 382 422 565[ 500] 69 641 703[ 500] 75[ 3000] 900 6 34 75186 509 602[ 1000] 3 76031 34 36 192 487 597 863 983 77196 593 739[ 500] 48[ 1000] 77 847 90 998 [ 1000] 78196 231 453 934 58 79031 322 404 592 669 877 939 80118 357[ 1000] 74 464 563 72 673 952 72 81006 12 351 736 78 810 82035 273 81 368 443 613 27 825 83091 [ 500] 495 718 28[ 500] 828 99 939 84183 333 62[ 500] 536 614 50 85131 533 53 943 86191 255 607 52 87011 89 135 38 220 34[ 1000] 309 522 632 703 4[ 3000] 47 88177 215 476[ 3000] 79 531 648 78 708 79 809 26 89015[ 500] 242 81[ 1000] 330[ 500] 80 483[ 3000] 591 912 90260 530 59 80 996 91243 351 586 69[ 500] 631 724 800[ 500] 952 92046 154 63 97 363 413 70 680 743 93049 89 162 690[ 1000] 708 58 72 901[ 1000] 47 88 94058 305 86 477 94 559 623 759 898 969 95297 334[ 1000] 90 481 90 96061 168 250 428 84 513 706 973 93 97370 74 463 533 706 936 98038 287 335 574 764 958[ 1000] 99039 279 93 308 11 846[ 1000] 479 950[ 50 100159[ 3000] 472 950[ 500] 101004 13 16 95 338 41 96 459 505 25 44 65 735 887 98 997[ 1000] 102019 277 444 761 809 61 67[ 1000] 103037 53 245 95 301[ 500] 89 [ 1000] 461 770 991[ 1000] 104181 297 484 552 744 856 71 105018 223 307 484 518 41 752 79[ 1000] 982 106142 223 452 708 832[ 1000] 83 924 107024 221 44 358 590 99[ 500] 907 18 27 108654[ 300] 109106 295 541 804[ 1000] 110057 65 108 54 380 96 441 521 91 754 899 111044 220 364 433 616[ 500] 733 858[ 500] 112109[ 500] 363 499 556[ 3000] 942 45 113170 278 438 68 89 710 14 65 114014 505 87 651 115082 256 86 977 116186[ 500] 310 39 524 669 868 978[ 1000] 117278 789 118166[ 1000] 518 74 020 731 119149 263 375 421 509 693 833[ 1000] 992 120114 235 563 651 99 802 16 121003 204 311 91 415[ 3000] 543 624[ 500] 72 784 92 887 122164 506[ 500] 614 123090 223 52 91 94 609 771 124060 71 194 385 408 51 92[ 500] 888 923 43 125007, 80[ 500] 319 66[ 500] 515 705 126094 139 299 349 59[ 3000] 96 509 127156 229 97 380 477[ 500] 545 825 920 128126 344 453[ 3000] 6-48 728 853 129109 74 675 710 949 130029 78 79 328 33 523 53 650 798 816 941 131082 168 249 89[ 1000] 588 718[ 1000] 132002 63 251[ 500] 412 [ 3000] 725[ 3000] 842[ 500] 903 133178[ 300] 365 515 960 134079 123 335 494 639 889 912 86 98 135060 132 214 426 716 82 966 136011 44 261 430[ 1000] 706[ 1000] 71 935 79 137016 181[ 500] 326 43 57 89 472[ 1000] 83 633[ 3000] 138542 615 864 83[ 1000] 930 79 139338 421 57 611 90 705[ 3000] 834 140227 410 38 592 98 680 839 141004 82 270 499 949 71 142019 172 264 404 9 64 600 818[ 300] 143077 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 252 397 527 769 909 144052 315 408 36 626 705 20 806 37 [ 500] 938 145313 63 433 45 52 547 838 63 146121 200 329 41 407[ 500] 876[ 3000] 147238 80 756 941[ 500] 148034 467 592 627 90 833 39 149263[ 500] 528 675 992 150383 499[ 500] 571[ 500] 647 52[ 3000] 76 821 27 151072 133 64 301 68 407 44 537 699 152288 153039 835 154165 299 469 747 985 155205 70 339 56 408 67 615 802 156015 120 92 245 410 38 512 25 92 736 51 64 157116 [ 3000] 365 460 505 871 158056 155 761 883 159071[ 500] 268 571 789 821 160014[ 1000] 43 181 369 482 526 161016 17 580 931 67 162152 260 811 91 163152 364 421[ 15 000] 57 557 60 613 58 727 S01 71[ 500] 164235 38 55[ 500] 336 401 25 96 566 701 45 895 932 165310 69 508 12 802 941 91 166115 467 654[ 500] 776 82 167014 89[ 1000] 119 79[ 500] 295 383 674 766 803 8 9 168076 159 214 74 372 564 706 96 894[ 3000] 959 169611 42 741 43 828 917 170035 557 90 624 39 992 171161 487 531 704 32 913 172150 237 45 503 617 778 891 942 173463 867 82 174835 55 71 492 582 674 804 24[ 500] 913 175110 66 414 612 748 91 176302 4 6 97[ 1000] 421 829 999[ 1000] 177071 182 291[ 500] 466 925 178067 175 203 82 489 [ 1000] 805 12 179023 73 451 727 43 07[ 500] 489 180028 177 674 922 181093 108 207[ 500] 489 535 40 652 855 182309 517 631 42 950 93 183006 154 75 363 65 627 729 977 184256 683 826 185020 131 202[ 1000] 69 506 84 647 741 186039 208 79 458 187079 137 468 528 943 188316 23 476 626 97 816 189145 333[ 500] 190017 77[ 3000] 182 200 371 85 469 557 721 67 191143 68 297 367 620 700 19 59 192160[ 500] 332 193261[ 500] 414 541 670[ 500] 79 821 194121 35 212 585 643 52 68 708 884 195046 231 316[ 3000] 71 549 67 606 771 804 196060 121. 276 375 80 405 38[ 3000] 521 722[ 1000] 860 912 197103[ 3000] 258 59[ 500] 350[ 500] 519 604[ 500] 972 198049 113 535 199165 220 38 46 [ 1000] 411 64 640 52 75 2010s 200105 31 218 495 620 88 903[ 1000] 75 201083 93 236 421 548 820 202301 486 734 203210 43 60 619 781 869 80 204063 242 453 59 61 543 622 719 76 205187 371 410 588 785 206197 321 582 90 645 843 87[ 3000] 995 207005 17 150 321 417 24 80 683[ 500] 780[ 3000] 991 208051 265 719 961 209044 356 88 675 980 210262 498 711 982 99 211021 95 126 81 427 587 925 26 212058 164 220 71 72 76[ 500] 374[ 3000] 506 645 944 213386 418 965[ 1000] 73 214233 67 595 811 215107 446 48 647 715[ 500] 34 806 935 45 92 216053 173 410 70 530 217022 180 253 395 447 791 802 12 926 218370 468[ 1000] 554 732[ 3000] 43[ 1000] 867 75 948 219082 227 591 851[ 500] 220107 332 447 91 514 41 600[ 3000] 750 933 221068 203 429 740 51[ 3000] 880 949 222129 471 530 611 24 67 98 803 78 928 223029 93 246 493 500[ 1000] 631 765[ 1000] 910 224499 820[ 3000] 81 225071 519 606 226006[ 3000] 265 422 672 740[ 5000] 951 227161 76 86 544 602 228200[ 3000] 347 581 783 91 229050 56 [ 500] 288 328 570[ 1000] 76[ 3000] 618 38 69[ 1000] 95 860 972 230252 356 536 45 687 804 54 70[ 500] 92 231057 70 556[ 500] 83 649[ 500] 874[ 500] 932[ 1000] 73 232009 96 189 222 439 634 770 98 819 233462[ 10 000] 517 83 715[ 1000] 811 52[ 500] 234550[ 3000] 709 855 982 235029 306[ 500] 87 414[ 3000] 528 98 236267 340 [ 1000] 501 58 873 94 919 237191 333 407 19 500[ 1000] 62 682 706[ 1000] 35 238278[ 3000] 307 96 742 60 86 971 239033 157 228 43[ 500] 396 426 516[ 3000] 837 [ 3000] 59 889[ 500] 753 63 312 240050[ 1000] 238 438 592 753 63 812 921 241089 166[ 500] 281 610 76 848 242019 38 153 209 50 500 48 634 765 949 243206 345 68 491[ 500] 621 886 909 244069 186 278 377 513 791 921 63 245035 325 31[ 500] 491 246546 614 751 828 95 98 961 93[ 1000] 247072 114 65 226 523 45 248070 230 81 305 249392 540 746 250075 161 293 575 798 915 251046[ 3000] 124[ 500] 388 474[ 1000] 91 811 252014 110 230 48 482 560 69 641 69 718 865[ 500] 92 996 253055 120[ 1000] 55 207 557 745 254113 85 274[ 500] 330 464 563 615 923 79 255126 200 56 698 730 865 968 256150[ 1000] 272 93 [ 1000] 94 386 257055 201 422 85[ 500] 258283 87 322 834 259208 47 307 31 565 704 808 77 925 260045 62 633 744 261141 261 93 398 487 768 906 262172 224[ 1000] 83 613 31 263119[ 1000] 20 25 323 29 52[ 3000] 89 594 770[ 1000] 868 92 97 904 7[ 500] 264023 49 434 628 714 816 29 956 265150 242 377 443 67 528[ 500] 57 666 849 266061 70 135 75[ 500] 341 723 834 937 267211 378 510 44 72 98 613 795 891 953 268068 701 7 55 808 42 44 978[ 3000] 269079 98 104 56 330 61 95 609 704 270084[ 1000] 332 535 613 271026 990 [ 500] 272080 352 496 522 676 273041 94 930[ 5000] 274871 96 275081 151 74 208[ 500] 70 74[ 500] 387 435 657 813 60 276091 97 258 316 583 615[ 500] 718 72 925[ 3000] 277116 34 225 623 83 791 817 953 278190 245 524 43 59 93[ 500] 97[ 1000] 679 775[ 3000] 90[ 1000] 879[ 1000] 929 279141 292 363[ 500] 64 559 737 891 970 280013 332 36 435[ 8000] 568[ 3000] 281008 113 341 501 703 57 282102 676 713 907 283339 579 836 926 73 284140 557 767 987 285004 86 263 78 348 72 724 919 71[ 1000] 286158 213 81 625 767[ 500] 287077 375 488 604 725 95 99 Im Gewinnrade verblieben 1 Prämie à 300 000 M., 1. Gewinn à 200 000, 1 à 150 000, 2 à 100 000, 1 à 75 000, 2 à 60 000, 2 à 50.000, 2 à 40 000, 8 à 30 000. 16 à 15 000, 44 à 10 000, 73 à 5000, 1211 à 3000, 1928 à 1000, 2964 à 500. Reinickendorferstr. 119. Mittwoch, den 27. Mai 1908, abends 8 Uhr, im Sadauschen Restaurant, Residenzstraße 124, hierselbst statt. Zages Drdnung: 274/13 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl von zwei Kassenrevisoren. 3. Wahl eines Borstandsmitgliedes aus den Reihen der Arbeitnehmer. 4. Beschlußfassung über den Vertrag mit der Landesversicherungsanstalt Berlin. 5. Statutenänderung. 6. Berschiedenes. In der Generalversammlung sind nur die gewählten bezw. ernannten Bertreter stimmberechtigt und werden mit dem Ersuchen um recht zahlIn allen Drogerien, Apothek. usw. reiches und pünktliches Erscheinen hierdurch eingeladen. Dr. Schünemann bie befonders ergehenden Einladungen vorzulegen. Spezial- Arzt für 25292* Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr, 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ubr. Die Kaffenvertreter haben zu ihrer Legitimation die Kassenbücher, sowie Mitgliedern, die nicht zur Kassenvertretung gehören, kann der Zutritt nicht gestattet werden. Reinickendorf, den 17. Mai 1908. 11. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 18. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.). ( Nachdruck verboten.) 341 43 406 658 87 950 78 1105 74 215[ 1000] 682 809 2054[ 1000] 135[ 3000] 99 441 978 3153 337,[ 500] 454 648 4022 33 141 423[ 3000] 715 5014 245 46 67 75 79 365 70 494 660 801 42 6214[ 500] 467[ 1000] 577 671 7158 377 547 680 771[ 3000] 848 906 23 24 52 8031 155 409 548 647 9037 88 166 146 332 55 838 96 913 79 721 993 95 925 12041 [ 500] 79 190 266 493 500 684 878 89 929 62 13163 355 516 914 14164 347 479 514[ 500] 865 928 15063[ 1000] 192 202 499 776 805 64 16053 145 270 508 64 694 850 17028 136 47 96 326 401 26 77 628 51 915 82 18469 19281 487 20032 82 490[ 500] 738 41 51 60 21085 141 58 318 33 49 604 808 28 927 87 22279[ 1000] 394 434 35 683 719 22 35 820 23161 404 8 691 744 24163 305 466[ 1000] 553 912 25006 27 66 178 909 26030 347 88 418 49 511 27 694 871 904 27036 107 48 267 323 28005 129 80[ 3000] 231 372 624 879 29228[ 500] 449 98 633 30023 189 274 388 501 3 637 811 996[ 3000] 31005 187[ 500] 222[ 500] 497 557 885 32015 68[ 500] 278 431 66 542 65 699 931 40 70 33164[ 40 000] 607 71 947 34105 64 97 234 46 368 713[ 500] 806 79 956 35169 255 407 77 556 821 36024 378 89 501 60 641 37007 151 314 33 538 603 837 56 937 49 38029 102 18 208 328 30[ 500] 643 72 703 31 851 39116 298 347 418 646 794 40272[ 3000] 406 504 8 709 18 76 41161 489 569 646 795 971 42340 90 43035 67[ 500] 253 409 592 650 771 999 44102[ 1000] 457 553 61 703 69 881 955 45335[ 1000] 82 419 547 607 755 70 46040[ 3000] 181 331[ 500] 98[ 500] 630[ 500] 39[ 3000] 51 732 59 68 47034[ 500] 56 404 713 72 75 850[ 500] 923 57 48188 576 612 770 49001 416 41 646 50101[ 1000] 299 502[ 500] 87[ 500] 51006 227 66 906 52039 90[ 500] 232 471 721 807 53444 47 720 92[ 500] 866 54011 210 37 658 857 58[ 1000] 936 55144[ 500] 50 68 302 690 757 79[ 1000] 830 991 56018 42 203 9[ 1000] 319 36 456 82 945 57101 323 548 72 767 98 804 17 58036 110 34 205 23 356 606 31 704 950 59019 156 416 83 623 77 911 60048 90 199 332 507 57 783 61107 93 246 322 82 426 68[ 1000] 87 62215 524 848 78 64082 213 34 51 58 345 465 85 522 87 889 940 81 65044 71 577 649 794 862 66062 90 248 54 407 16[ 3000] 62 604 954 67178 89 [ 1000] 291 676 856 978 68106 311 453 69121 25 237 641 707 79 832 134 72 98 2 70017 144 88 326 60 972 84 95 71134 72 98 281 348 492 633 742[ 1000] 936[ 500] 71 72110 91 349 517 717 73196 510 74019[ 10 000] 303 52 511 67 643[ 3000] 759 841 75106 262 791 916 76517 612 77221 466 529 672 [ 500] 860[ 3000] 951 78152 56 78 538 65 738 880 992 79270 96[ 500] 344 412 842 82 906 45 1739 891 80090 157 243 67 483 92 510[ 500] 739 891 81287 88 692[ 1000] 82053 183 282 98 750 980[ 10 000] 83081 132 320 35 550 662 759 84002 43 180 278 371[ 1000] 401 22[ 1000] 645[ 500] 799 844 927 85141 240 518 56 699 783 890 97 86010 503 727 836 87349 52[ 500] 68 514 16 823 88034 51 134[ 500] 237[ 500] 642 723 986 89017 343 55 443 79 584 720[ 1000] 847 920 37 90258 85 90 302 52 71 86 582 91019 46 277 310 619 [ 500] 32 77 83 85 770 927 92081 142 228 449[ 1000] 87 527 59 607 725 970 93014 43 236[ 500] 460 742 816 94239 [ 3000] 40 321 53 849 96 956 95477 515 85 748 53 834 984 94 96029 152[ 3000] 304 35 82 421 78[ 1000] 665 721 59 896[ 3000] 967 97004 113 49 291 351[ 3000] 94 608 23[ 1000] 701 890 98194 204 30 86 333[ 300] 66 767 853 59 62 82 99100 13 231 310 450 894 100181 213 92 361 78[ 3000] 410 44[ 3000] 69 564 764 949 98 101008 12 67 208 515[ 500] 83 603[ 1000] 33 46 102294 451 632 103011 305 81 516 660 870[ 500] 104091 478 504 756 916[ 1000] 34 41 105017 288 524 687 710 43 94 809 14 57 95[ 3000] 902 37 106252 380 428[ 1000] 38 503[ 3000] 27 65 107200 301 418 72[ 500] 606 108042 69 387 442 89 805 982 109041 109[ 500] 210 87[ 500] 349 405 91 752 95 879 110074 130 89[ 1000] 450[ 500] 545 803 22 111080 312 466 571 990[ 500] 112008 152 344 49 66 87 443 543 [ 500] 69 660[ 1000] 706 113262 406 67 766 73 966 114003 152 217 70 634 62 84 712 46 115167 265 346 89 522 642 797[ 500] 976 116495 694 711 849 117027 51 235[ 500] 58[ 3000] 482 524 76 661 736 118210 302 63 713 119229 32 396 548 652 90 711 14 868 84[ 500] 120135 202 6 27 312 480 656 98 747 79 121093 111 89 292 451 680 122290[ 3000] 483 541 706 16 951 123135 95 399 461 512 37 42 648 124032 229 346 77 $ 16[ 500] 125197 534 807 83 994 126185 91 459 90 99 917 127203 345[ 500] 128137 284 372[ 500] 456 867 129185 130115 74 393 414 513 34 67 613 72 774 994 131204 311[ 500] 555 773[ 1000] 78[ 500] 132099 173 332[ 1000] 607 52 614 18 722 79 976 133187 409 50 569 602 32 761 877 920 134093 135 43 96 538 726 963 135066 417 748 39 951 136090 128 217 356 463 741 834 45 137018 90 381 570[ 3000] 697 700 866 930 138050 83 210 77 373 185 631 704 871 139020 62 171 652 852 977[ 1000] 251 328 Der Vorstand der Ortskrankenkaffe. Schemmel, Borsigender. 150131 224 401 546 672 97 726 27 151175 86 231 34 315 429[ 500] 653 821 98 152088 89[ 3000] 152 329 678 153152 220 450 74 56 688[ 500] 628 831 71 972 154105 456 548 640 883 975 155113 245 545 723 156255 518 645 866 157247[ 1000] 338 660 70 830 158065 135 85 533 709 58 802 159157 203 306 36 663 65 722 833 160104 222[ 500] 303 57[ 500] 803 967[ 1000] 89 91 161037 677 882 162204 12 76 326 61 95 163176 308 641 75 705 831[ 500] 60 90 164071 166 219 92[ 500] 449 526 685 803 12 948 165000 35 149 270 93 325[ 1000] 416 654[ 500] 807 166336[ 500] 71 410[ 1000] 843 972 167047 114 43 247 310[ 500] 19[ 500] 599 643[ 500] 756 63 845 168105 267 477 507[ 1000] 705 88 831 79 997 [ 500] 169029 99 194 247 64 424 559[ 3000] 693[ 500] 706 99 819 29 53 170154 94 314 682 709 851 171145 84 869 172395 505[ 500] 620[ 500] 23 881 173177 267[ 1000] 306 69 481 591 652 827 942 174418 506 58 701 933 175119 53 222 89 313 539 879[ 1000] 176293 619 808 920 177035 51 62 136 440 671 89 178296 466 652 800 920 27 179216 180027 208 181012 327[ 3000] 77 598 685 182080 385 414 578 726 918 183131[ 500] 278 419[ 1000] 533 59 184011 39[ 3000] 193 210 15[ 3000] 301 24 569 744 46[ 500] 804 972 185475 77[ 500] 98 544 621 924[ 500] 49 186061 125 461 69 187101 210 680 738[ 1000] 945 188018 64[ 1000] 67 78 84 195[ 500] 320 67 531[ 1000] 713[ 500] 897 924 189072 90 111[ 5000] 651 776 190055[ 500] 163 233 336 96[ 3000] 507 628 93 812 191058 60 221 353 726 69 906 94 192044 281 339 579 193282 341 402[ 1000] 614 778 884 911 194045 582 409 827 56 962 195031 67[ 500] 118[ 500] 35 759 849 [ 3000] 196039 117 78 201 45[ 3000] 408[ 500] 50[ 1000] 535 62 918 197059 311 613 65 97 198011 666 81 800 74 918 199039 153 321 661 810 939 200189 339 529[ 10 000] 947 201008 77 179 221 324 618 21 824 97 935 51 202176 97 536 697 203054 161[ 3000] 274 503 69 655 858 204043 179 264[ 500] 484 624 944 63 205031 103 269 676[ 500] 788 826 38 954 206014 189 359 99 818 207231 304 87 436[ 1000] 645[ 500] 729 61 974[ 1000] 208056 245 489 97 746 86 839 990 209220 326 404 42 62 517[ 1000] 24 631 69 84 760 814 16 68 918 28 210253 331 580 83 956 71 211022 151 69 294 406 586 657 212031 53[ 1000] 139 73 232 305 80 638 72 728 32 44 56 997 213010 427 606 70 746 825 36 214261[ 1000] 338 601 76 764 836 64 98 215048 59 268 91 342 613 86 88 904 12 216047 83 618 738 217028 245 649 218023 42[ 500] 162 297 415 593 95 872 219036 168[ 3000] 74 260 320 26 480 737 46 982 220063 163 222 557 648 973 221196 242 303 15 474 222106 233[ 1000] 52 464 666 784 881 223097 123 31 39 293 337 82[ 500] 430 77[ 500] 534 84[ 1000] 224143 293 342 424 34 633[ 1000] 753 857 76 89 225359 98 502 12 28[ 500] 627 795 226092 119 396 942 227016[ 500] 162 417[ 500] 514[ 1000] 27 618[ 500] 769 866 228843 [ 1000] 56 911 31 229283 448[ 500] 578[ 500] 873 901 84 230022 130 331 72 416 48 91 96 579 661[ 500] 737 70 978 231277 462 86 552 59[ 3000] 636 700[ 1000] 232195 221 577 725 233083 178 333 36 625 735[ 1000] 57 872 77[ 1000] 900 234034 74 766 801 907[ 1000] 40 235010 50 168 390 519 688 863 998 236022 420 22 65[ 1000] 542 619 90 746 978 237009 87[ 1000] 166 244 86 428 531 41 766 933 82 238143 955 239063[ 1000] 364 428 529[ 500] 49 751 819 240356 434 748 821 241039 92 154 378 425 57 681 242169 222 458[ 1000] 641 747 87 91[ 10001 908 45[ 500] 243076 249 349 501 15[ 15000] 59 700 20 853[ 500] 94 244012[ 500] 566 920 245052 67 185 634 55[ 1000] 714 74 83 835 48 87 903 28 246350 679 767 247153 56 375 80 85 87[ 500] 428 66 525 630 737 87[ 3000] 248097 353 73 422 31 90 547 977 249101 38 291[ 500] 426 535 66 812 250086 156 333 800 80[ 3000] 87 251021 120 45 208 51 516[ 1000] 34 72 726 252173 289 685 720 28 920 253202 456 752 837[ 3000] 970 95[ 1000] 254095 382 465 561 622 35[ 500] 63 799 809 255057 183 84 214 398 565[ 500] 87[ 500] 97 601 18 702 50 830 256065 67 296[ 500] 542 946 73 257012[ 3000] 14 17 561[ 1000] 714 258005 54 209 25[ 3000] 36 611 91 900[ 500] 22 259030 304 22 83 543 638 830 55 260065 72[ 500] 597 991 261302 23 552 820 67 [ 3000] 71[ 1000] 93 262117 219 95 325 50 435 263190 [ 1000] 296 675[ 500] 264118 27 43 207 8[ 1000] 376 603 37 57 747 806 945 265038 132 70 76 541 656 903[ 3000] 266267 342 449 680 735 73 845 267155 353[ 500] 431 41 86 516 710 24 841 922 268002 20 120[ 5000] 262 68 386 404 49 60 661 957 82[ 500] 269002 85 276[ 500] 439 46 611 35 723 931[ 3000] 56 270069 203 463 637 757[ 500] 66 271080 219 64 339[ 500] 664 70 77 854 272242[ 500] 57[ 500] 60 550 57 71 674 941 273277 912 83 274072[ 500] 495 574 87 690[ 1000] 275222 25 84 478 566 733 77 276557 71 640 74 727 277160[ 500] 454 647 746[ 500] 944 278351 747 876 279002 96 731 61 843[ 1000] 70[ 3000] 931 84 89 87 14214 119 337( 300) 87 508 19 141058 14628 14: 3047 472 280114 608 20544406283173 130281119 231 55 33 89 148 223[ 500] 638 824 144033[ 1000] 189[ 3000] 214 31[ 500] 64 392 775 827 909 145070 79[ 500] 90 436 511 57 742 919 146083 177 233 1500] 487 804 147135 [ 2000] 586 645 148157 371 493 553 89[ 500] 149029 95 311[ 500] 617 48 729 79 998 284218 285226 604 75[ 3000] 705 32 80[ 1000] 879 945 286016 134 71[ 500] 277 287002 119 221 59 562 607 700[ 500] Berichtigung: In der Liste vom 16. Mai, vormittags lies 281680 statt 251680 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Kür den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 116. 25. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Das elendeſte aller Wahlsysteme Dienstag, 19. Mai 1908. fönnte, sondern auch auf Wählerfang in anderen Bevölkerungs- Antipolenrede gehalten habe, wie sie der verbissendste Hakatiſt nicht schichten bedacht sein muß, so muß auch diesen vor den Wahlen besser fertiggebracht hätte. Im übrigen forderte der Redner die mancherlei versprochen werden. Dabei kann es natürlich nicht ab- Hirsch- Dunckerschen Arbeiter auf, dem Freisinn den Rücken zu Hierauf nahm wird durch die vom Berliner Magistrat im„ Gemeindeblatt" ver- gehen ohne etliche Seitenhiebe gegen die Hausbesizer, die nun mal kehren und die Sozialliberalen zu unterstüßen. Genosse Gruhl das Wort, um in energischer Weise die hahnebüchenen öffentlichten Uebersicht der Urwahlbezirke und deren Abteilungs- in anderen Bevölkerungsschichten nicht viele Sympathien genießen. Behauptungen des Herrn Nathan über die Sozialdemokratie zurückVon den Das aber und manches andere macht die Hausbefizer mißtrauisch zuweisen. Er betonte, daß die Sozialdemokratie bisher stets in grenzen in eine recht grelle Beleuchtung gerückt. 1425 Urwahlbezirken, die Berlin aufweist, haben in 128 Bezirken gegen ihre freifinnigen Schüßer, darum sähen sie am liebsten, selbstlosester Weise den Freisinn unterstützt habe, während der die Wähler der ersten Abteilung mehr als 100 mal so viel Rechte, wenn sie ihre eigenen Leute als" Boltsvertreter" in den Landtag lettere Dußende von Wahlkreisen der Reaktion ausgeliefert habe. Nicht die Sozialdemokratie, sondern der Freifinn habe bei der als die Wähler der dritten Abteilung. In 41 von diesen Bezirken schicken könnten. hat der Wähler erster Abteilung gar mehr als 200 mal so viel Rechte Jm vierten 2andtagswahlkreis, dem Süden Berlins, borigen Landtagswahl die Konservativen zum Siege verholfen, indem er das Kompromiß mit der Sozialdemokratie ablehnte. Bei der wie der Wähler dritter Klasse; in 26 Bezirken 300 mal mehr Rechte der eine Hochburg des Hausagrariertums list, haben dortige diesmaligen Wahl handele es sich bei den Freifinnigen nicht um und in drei Bezirken mehr als 400mal fo viel. Diese legten Be- Hausbesizer dem Freisinnskandidaten Dr. Müller- Wahrung von Prinzipien, sondern um schäbigste landatjägerei. so zirke find der 1421. Urwahlbezirk( Koloniestraße, Schwedenstraße). Sagan einen Knüppel einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen Die sozialdemokratische Arbeiterschaft werde auch bei der diesDort hat der eine Wähler erster Klasse ebensoviel Wahlmänner zu gesucht. Ihr Führer, der Lehrer a. D. Hermann Schulz, maligen Landtagswahl zeigen, daß wir nicht zurüd-, sondern vorernennen, als die 407 Wähler dritter Klasse. Der Wähler erster Vorsitzender des Hausbesitzervereins Süden, hätte gern sich wärts marschieren. Nach einem kurzen Schlußwort des Herrn Herr Nathan, dem noch einmal das Wort erteilt Klasse im 250. Urwahlbezirk( Urbanstr. 66-81, 84-102) ernennt ebenso selber als Kandidaten aufstellen lassen. Seine Anhänger waren in Dr. Breitscheid biel Wahlmänner, wie die 425 Wahlmänner der dritten eine Versammlung liberaler Wähler gegangen, in der die Auf- werden sollte, berzichtete nach der ihm zuteil gewordenen Abfuhr Klaffe. Jm 288. Urwahlbezirk endlich( Bundesrats Ufer von stellung eines Kandidaten erfolgen sollte. Aber der Bauernschlauheit darauf in welchem derselbe versicherte, daß die Sozialliberalen Stromstraße bis Krefelder Straße, Krefelder Straße von 15 an, ein des Herrn opsch gelang es, sie von vornherein zu besänftigen. den Liberalismus wieder zu Respekt verhelfen wollen, wurde die Teil der Effener Straße, Alt- Moabit 84 bis 106, Stromstr. 1-10a, Er pries den Eifer, mit dem auch das Hausagrarier- interessante Versammlung um 12 Uhr geschlossen. in Berlin an die Seite des Liberalismus geThusnelda- Allee, ein Teil des Kleinen Tiergartens und der Turmum gemeinsam„ die Gefahr straße) ernennt der eine Wähler erster Klasse soviel Wahlmänner wie treten sei, 427 Wähler dritter Klasse zu ernennen berechtigt sind. Tints" abzuwehren. Die anwesenden Freunde den Herrn Hermann Schulz redeten dann noch einiges über die Notwendigkeit, Zur Lokalliste. In Schmargendorf( T.-B.) steht uns das ihre Interessen besser zu fördern, aber schließlich wurde Herr Müller- Schüßenhaus", Inhaber Herm. Meißner, Hundetehlenstr. 20, Sagan nahezu einstimmig als Freisinnskandidat aufgestellt. Die au den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Gleichzeitig weisen Hausagrarier von Berlin- Süd hatten eingesehen, daß ein Müller- wir darauf hin, daß der Inhaber des Schwarzen Adler" in Sagan ihre Interessen nicht schlechter fördern wird Schmargendorf, am Kongreßplat dortselbst, eine Baukantine eröffnet hat. Da uns der Schwarze Adler" beharrlich zu Versammlungen verweigert wird, so ersuchen wir dringend, Vorstehendes zu beachten. Die Lokalkommission. V tum Rixdorf- Schöneberg. bon Rigdorf. Wie allgemein bekannt, hat die Rigdorfer Behörde alle Einsprüche der Wähler gegen die Antpendung des niedrigeren Steuersatzes vom Vorjahre als unberechtigt zurüdgewiesen. Die Folge davon ist, daß eine große Anzahl der Wähler in der dritten Abteilung verbleiben, die sonst in die zweite oder auch erste Abteilung aufgerüdt wären. Es ist deshalb Pflicht aller derjenigen Urwähler, welche gegen die Richtigkeit der Urwählerliste in der angegebenen Richtung Einspruch erhoben haben, daß sie auch bei Auslegung der Abteilungslisten von neuem protestieren, weil sie durch die Zurückweisung ihres Einspruchs in eine falsche Abteilung gefommen sind oder in der richtigen Abteilung an einer falschen Stelle stehen. berechtigt halten. Es ist nicht Sache der Beamten, darüber zu entscheiden. Lasse sich also niemand abweisen. Sollte es hier oder dort dennoch geschehen, so benachrichtige man auf dem schnellsten Wege das Wahlkomitee davon. Die Listen liegen nur noch heute von morgens 8 bis abends 7 Uhr aus. Tue deshalb jeder seine Pflicht. Teltow. Partei- Angelegenheiten. Die Genoffinnen werden hiermit nochmals auf die heute a bend 8% Uhr bei Raabe, Fichte str. 29 stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht, in der Genofsin Wurm über: " Die Frauen und die preußische Landtagswahl" sprechen wird. Zahreichen Besuch erwartet Der Vorstand des Allgemeinen Sozialdemokratischen Wahlvereins Berlin und Umgegend. " " Köpenid. Die Genossen werden darauf aufmerksam gemacht, Wie der Zufall mitspielt für die Rangierung in die verschiedenen Abteilungen zeigt ein Blick auf einige Bezirke. Jm 32., 41., 72., 73. und 75. Urwahlbezirk( erster Landtagswahlbezirk) muß derjenige, der zur ersten Abteilung wahlberechtigt sein soll, bei weitem über 200000 M. Steuern zahlen. Den höchsten Steuersag, 291813,30 m., weist der 32. Urwahlbezirk auf( Gendarmenmarkt und anliegende als ihr Hermann Schulz. Teile der Behrenstraße, Charlottenstraße, Französische Straße, Friedrichstraße, Jägerstraße, Markgrafenstraße und hinter der katholischen Kirche). Dieser Wähler, der danach rund 74 Millionen Jahreseinkommen aufzuweisen hat, dürfte der Bantier Dr. Mendelssohn sein. In der zweiten Abteilung dieses Wahlbezirks können 4 Leute wählen, von denen jeder mindestens 36 443 M. bersteuert. Im 41. Bezirk( Teile der Kaiserhofstraße, Königgräger Straße, Leipziger Straße, Mauerstraße, Voßstraße, Wilhelmsplatz, Wilhelmstr. 54-61 und 79-81 sowie Leipziger Platz braucht der Wähler erster Klaffe Dritter Wahlkreis. Zwecks Agitation unter den Frauen findet am nur 219 897 M. zu zahlen, bei den vier Wählern zweiter Klasse Dienstag, 19. Mai, im Märkischen Hof", Admiralstr. 18c, eine genügt bereits ein Steuersatz von 8094 M. In dem Nachbarbezirk, öffentliche Versammlung statt. Für die Bezirke 236-241, 250 bis dem 40. Urwahlbezirk, in dem der Reichskanzler zu wählen hat 255 und 276-278 findet, gemeinsam mit dem ersten Reichstagses gehört dazu Königgräger Straße 183-139, Mauerstraße 52-60, wahlkreise( Innenstadt), eine öffentliche Versammlung am Don Mohrenstraße 1-5, 65 und 66, Bietenplag, Boßstraße 1-19, nerstag, 21. Mai, in der„ Lebensquelle", Kommandantenstr. 20, Wilhelmsplay 8-9, Wilhelmstraße 61a- 67 und 71-78- hat Beantrage deshalb jeder, der in dieser Form abgewiesen statt. Genoffinnen und Genossen des dritten Kreises, zeigt durch jeder der Wähler erster Abteilung mindestens 30 250,10 M. Steuern worden ist, daß er in eine höhere Wählerklasse aufgenommen werde. einen Massenbesuch, daß Ihr regen Anteil nehmt an den bevorzu zahlen. Der geringste Steuersatz der Wähler zweiter Da uns durch eine Anzahl von Beamten bei der Auslegung stehenden Landtagswahlen. Stlasse ist in diesem Bezirk 15 638,33 M. Der Reichskanzler der allgemeinen Listen Schwierigkeiten bereitet wurden, hat das Achtung! Fünfter Wahlkreis Die 4. Abteilung hält am bezieht bekanntlich außer freier Dienstwohnung und so weiter Wahlfomitee beschlossen, dieses Mal keine besonderen Protestzettel Mittwoch, den 20. Mai, einen Extra- Zahlabend, 8½ Uhr 100 000 Mark Entbehrungslohn. Von diesem find 64 000 Mark anfertigen zu lassen; wir fordern vielmehr unsere Parteigenossen abends, im Lokal: Rosenthaler Straße 11/12 ab. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Abteilungsführer. Repräsentationskosten, die 36 000 Mark Ministergehalt werden auf, daß jeder persönlich seinen Einspruch zu Brotokoll gibt. auch nur zur Hälfte zur Steuer herangezogen. Rund vier Die Beamten find verpflichtet, ein Protokoll aufzunehmen, Wilmersdorf. Nochmals weisen wir an dieser Stelle auf Millionen Mark hat vor einiger Zeit der Reichskanzler durch gleichviel, ob sie persönlich den Einspruch für berechtigt oder un- die am heutigen Abend in den Spichernfälen", Spichernstr. 3, die mühsame Arbeit des Erbens erworben. Wie diese und stattfindende Boltsversammlung hin.( Siehe Inserat.) Die Geanderes Privatvermögen angelegt sind, entzieht sich unserer Kenntnis. nofsinnen und Genossen haben für einen guten Besuch der VerDer Einberufer. Hat aber der Reichskanzler, abgesehen von seinen steuerfreien Unfammlung rege zu agitieren. Tempelhof. Am heutigen Dienstag findet die Mitgliederverkosten, danach nur rund 250 000 M. Jahreseinkommen, so würde er in der dritten Klasse zu wählen haben. Da bekanntlich auch bei den fammlung des sozialdemokratischen Wahlbereins im Wilhelmsgarten"( Saal) statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag nächsthöchsten Jahreseinkommen nur vier Prozent Steuer zu entrichten des Genossen Boeste. Vollzähliges Erscheinen der Genossen mit sind, so würde der Reichskanzler, da der höchste Steuerfaz vier Prozent ist Der Vorstand. ihren Frauen ist dringend erwünscht. in der zweiten Wählerklasse zu wählen haben. Würde er in dem 82., 72. oder 75. Urwahlbezirk wohnen, so würde er, da er schwer Rummelsburg. Am Mittwoch, den 20. Mai, abends, findet Steglitz. In Verlegenheit scheint der Drtsausschuß der verüber den ganzen Ort, von den bekannten Lokalen aus, die Auslich 36 000 M. Steuern zahlt, in der dritten Klasse zu wählen haben. einigten liberalen Parteien bei der Auslese von Wahlmännern zu In dem 72. Urwahlbezirk( Teile der Tiergartenstraße, Margareten fein. So hat u. a. Genosse Kunert, der bis 1907 fozialdemo- tragung der Einladungskarten zu den am Freitag, 22. Mai, stattfindenden Landtagswählerversammlungen statt. Beteiligung aller Das Wahlkomitee. straße usw.) beträgt der geringste Steuerfaz für die drei Wähler fratischer Reichstagsabgeordneter für den Saalekreis war und auch Genossen ist Ehrenpflicht. erster Klasse 210 320 M., für die acht wähler zweiter Abteilung jegt wieder im genannten Kreise für den Landtag kandidiert, vom 36 290 M. Im 73. Urwahlbezirt( Sigismundstraße, Teile der genannten Ausschuß ein Schreiben erhalten, in welchem er ersucht daß heute abend 8½ Uhr im Wilhelmsgarten" die MitgliederRegentenstraße, Tiergartenstraße, Mathäikirchstraße, Königin Augusta- wird, das Amt eines liberalen Wahlmanns zu übernehmen. Genosse versammlung des Wahlvereins stattfindet. Auf der Tagesordnung straße) wählen zwei Wähler in der ersten Klasse, weil sie zu über Kunert hat dem genannten Ausschuß ebenso höflich wie entschieden steht u. a. ein Vortrag des Genossen Karl Wermuth über: 202 261 M. Steuern veranlagt find. Der 75. Urwahlbezirk( Kemperplay, geantwortet, daß er nicht in der Lage ist, dem Wunsche zu ent-" Von der bürgerlichen Jdeologie zur sozialistischen Erkenntnis". Teile der Bendlerstraße, Tiergartenstraße usw. weist zwei Berfonen in der sprechen. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder mit ihren Frauen erwartet Der Vorstand. ersten Wählerklasse auf, die über 262 556 m. Steuern zahlen. Die Das Ersuchen des liberalen Ausschusses beweist einmal, wie 7 Wähler der 2. Abteilung zahlen je über 37 875 M. wenig genau er es mit der Auslese der Wahlmänner nimmt und Königswusterhausen und Umgegend. Die Wahlvereinsber Gelangt man so in fünf Bezirken erst in die erste Abteilung, zum anderen Mal die große Verlegenheit, in der er sich bei Auf- fammlung findet am Mittwoch, 20. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale von Wedhorns statt. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wenn man weit über 200 000 M. Steuern zahlt, so zeigt sich der stellung, um solche befindet. 814. Urwahlbezirk( Kleine Alexanderstr. 1, 1b, 4-8, 28, 29, Hirten- Nowawes. Eine öffentliche Versammlung, einberufen vom ist es notwendig, daß die Genoffen aus allen Bezirken erscheinen. straße 5, 5a, Weydingerstr. 21, 22), der zum 8. Landtagswahlkreise Sozialliberalen Wahlausschuß, tagte am Freitag in den Deutschen Desgleichen laden wir die Genoffinnen des Frauenbildungsbereins gehört, als ein Bezirt, in dem bereits die Zahlung von mindestens Festfälen". Der Besuch war ein außerordentlicher starter, doch zu dieser Versammlung ein. Die Abteilungslisten liegen in 32 M. Steuern genügt, um in der ersten Klasse zu wählen. Es sind bestand das Auditorium zu drei Vierteln aus Sozialdemokraten. Königswusterhausen am 20., 21. und 22. Mai in dem Gemeindedas 3 Wahlberechtigte, während 8 mit einem Steuerfaz von 18 bis Dr. Breitscheid referierte über:„ Das Bürgertum mit der Arbeiter- bureau aus. Pflicht eines jeden Genossen ist es, dieselben einzusehen. Der Vorstand. 32 M. in der zweiten Abteilung und die übrigen 14 in der dritten schaft im Stampfe gegen die Reaktion". In 1½stündigen Ausführungen erläuterte er die Notwendigkeit der Demokratisierung Reinickendorf- Oft. Heute abend um 8 Uhr findet im Lokal Abteilung wählen. des Bürgertums, sowie der Einführung des Reichstagswahlrechtes des Herrn Sadau, Residenzstr. 124 die Aufstellung der WahlDer neunte Landtagswahlkreis weist 108 Urwahlbezirke auf. in Preußen, und betonte, daß der Kampf gegen das Junkertum männer statt, und zwar für den 7. bis 12. Urwahlbezirk( HauptIn zwanzig dieser Urwahlbezirke braucht ein Steuerfag von 100 m. nur dann wirksam geführt werden könne, wenn er vom Liberalis- straße, Residenzstraße, Markstraße mit den Nebenstraßen und Vernoch nicht erreicht zu werden, um für die erste Abteilung wahl- mus gemeinsam mit der Arbeiterschaft durchgefochten wird.-längerungen). Wir erwarten zahlreiche Beteiligung der wahlDer Vorstand. berechtigt zu sein. Nur in drei Bezirken zweiter Abteilung ist ein In der Diskussion nahm zuerst der Genosse Hoffmann das Wort. berechtigten Mitglieder des Wahlvereins. Steuersatz über 100 M. erforderlich. Dieser erklärte, daß es der Sozialdemokratie gewiß angenehm wäre, Von den 89 Urwahlbezirken des elften Landtagswahlkreises fällt wenn sie in ihrem Kampfe gegen das Junkertum einen Bundesgenossen in einem wirklich liberalen Bürgertum finden würde. in 28 Bezirken der Mindeststeuersatz der Wähler erster Abteilung Dieses Bürgertum sei aber nicht in einer solchen Anzahl vorhanden, unter 100 m. In der zweiten Abteilung ist nur in drei Bezirken daß es irgendwie ins Gewicht fallen tönne. Der Grund hierfür ein Steuersatz von über 100 M. erforderlich. Tiege in der fortschreitenden Erstarkung der Arbeiterbewegung. In den 97 Wahlbezirken des ersten Landtagswahlkreises fällt die Jede Lohnforderung, jeder Konsumverein tragen dazu bei, den Haß Aus der 168. Anabengemeindeschule( Quito 10= unterste Steuergrenze nur in zwanzig Bezirken unter 1000 M., in des Bürgertums gegen die Arbeiterschaft zu entfachen und es zu zwei Bezirken zwischen 102 M. und 200 M., in drei Bezirken bewegen, nicht nur einer Erweiterung der Rechte des arbeitenden straße) wird uns eine Prügelaffäre gemeldet, die der gesamten zwischen 200 M. und 300 M., in vier zwischen 300 M. und 400 M., Voltes ablehnend gegenüberzustehen, sondern auch alle Maßnahmen Lehrerschaft und auch allen Eltern nicht dringend genug zur Bein je zwei zwiſchen 400 und 500, 500 und 600 und 600 bis 700 ber organisierten Arbeiterschaft im Gefolge haben. Traurig sei fügig, geradezu nichtig. Auf dem Schulhof war nach Schluß der m., zu unterſtüßen, die eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit achtung empfohlen werden kann. Ihr Anlaß war ganz geringin drei zwischen 800 und 900 m. und in zwei zwischen 900 bis es, daß es in Nowawes noch Hirsch- Dundersche Arbeiter gäbe, die Bause unter den Schülern, die sich in das Schulhaus zurückbegeben 1000 M. Hingegen muß in 24 Bezirken der Wähler der ersten dem Liberalen Verein angehören, der das Stompromiß mit den wollten, ein Drängeln entstanden, einer rief dabei„ Aual" Da Abteilung mehr als 10 000 m., in dreien mehr als 200 000 M. Nationalliberalen unterſtüße. Ein Arbeiter, der nach dem Schurken- fuhr der Lehrer Dahlmann dazwischen, griff sich einen Steuern zahlen. In der zweiten Abteilung kann man nur in streich, den die Freisinnigen bei der Abstimmung über das Vereins17 Bezirken des ersten Landtagswahlkreises mit unter 100 m. Steuer- gefeß begangen haben, noch einem Volksparteiler und National Schüler S. heraus und schlug ihn mit der berkehrten veranlagung Wähler 2. Klasse sein. 14 Bezirke verlangen eine liberalen seine Stimme gebe, müsse entweder von einem sträflichen Hand" ins Gesicht. Nebenbei bemerkt: S. behauptet, er Steuerzahlung von 1000 m., 11 über 5000 m., 5 über 10 000 m. Indifferentismus oder einer Gewissenlosigkeit befallen sein, die selber habe gar nicht mal gerufen und auch nicht gedrängelt. So auch vor dem schändlichsten Arbeiterverrat nicht zurückschrecke. Wenn harmlos, wie uns der Anlaß erscheint, so mäßig mag dem rasch Die Widersinnigkeiten, die sich aus den amtlichen Zahlen er nun die Sozialliberalen versprechen, für eine Demokratisierung zubauenden Herrn Dahlmann die Strafe erschienen sein. Der geben, lassen sich unendlich vervielfältigen. Preußens einzutreten, so müsse die Arbeiterschaft dieses Versprechen Schlag soll aber den oberen Teil der Nase zwischen den Augen sehr vorsichtig aufnehmen. Habe doch Pastor Kötschke, auch einer getroffen und die umliegenden Teile des Gesichts gestreift haben. der Parteifreunde Breitscheids, in der Zukunft" ausgeführt, der Der Schmerz, den S. empfand, war zunächst nicht sehr erheblich, Freifinn müsse versuchen, einen Blod mit dem Zentrum zu bilden, also mit der Partei, die feit 1873 nicht das mindeste für die Be auch zeigten sich anfangs im Geficht teine auffälligen Spuren des seitigung des Dreitlaffenwahlrechtes getan habe. Pflicht der Ar- Schlages. Als S. mittags nach Hause fam, bemerkte auch die Hausagrariertum und Liberalismus beiterschaft sei es, nur die sozialdemokratischen Wahlmänner zu Mutter nichts besonderes an ihm. Erst am Nachmittag stellte gehören zwar in Berlin eng genug zusammen, aber bei den Landtags- wählen. Genosse Neumann schilderte in drastischer Weise den sich dann bei dem Jungen Erbrechen ein, das sich wahlen geraten die Liberalen und die Hausagrarier doch immer Verlauf der letzten Versammlung des liberalen Vereins, in welcher mehrfach wiederholte. Auch befiel ihn heftiges Kopfweh, und die wieder einander in die Haare. Die Hausbesigervereine Berlins die Unterstübung der Kandidaten Lubenthal und Liepmann be- Nase samt den angrenzenden Gesichtspartien schwoll ihm an. haben schon früher die Vorsicht geübt, die Freisinnsschlossen wurde. Dies rief den Gemeindevertreter Nathan, Vor- Noch am Abend desselben Tages es war am Donnerstag, den fandidaten im voraus darauf zu verpflichten, daß sie im Heiterkeit der Versammlung die Weisheit zum besten gab, daß das standsmitglied des liberalen Vereins, auf den Plan, welcher unter 7. Mai ging Frau S. mit ihm zum Arzt. Der aber meinte, Landtag für die bedrohten Interessen des Haus- Programm Breitscheios dasselbe sei, für welches die Volkspartei dieser Zustand könne wohl nicht von jenem Schlage herrühren. Er besiges" eintreten werden. Da aber der Freifinn mit den Wählern immer mit Energie gekämpft habe. Oberlehrer Desterreich verschrieb ein Beruhigungspulver und verordnete falte Umschläge allein, die das Hausagrariertum ihm liefert, teine Siege erfechten Wilmersdorf wies darauf hin, daß Herr Lubenthal kürzlich eine um den Kopf. Am Freitag blieb S. zu Hause, am Sonnabend Zur Landtagswahlbewegung. Berliner Nachrichten. Du sollst nicht prügeln! Der Muttersprache ist den Freifinnigen und Konservativen das ewige Brandmal der Schande aufgedrückt. Es gibt in der Geschichte kein Freiheit des Gebrauchs der Muttersprache au rütteln. Auch die ähnliches Beispiel; keinem Tyrannen ist es eingefallen, an der arbeitende Jugend ist entrechtet. aber ging er wieder zur Schule, weil er sich wohler fühlte. Frausschließlich haben auch anständige und feinfühlige Menschen ein hat, die ihm die Polizei gestattet. Mit dem Verbot der Anwendung G. schrieb ihm einen Entschuldigungszettel, auf dem sie dem Recht, diese Forderung zu stellen. Klassenlehrer mitteilte, der Junge sei von einem Lehrer geschlagen worden. Der Klassenlehrer Althöft betrachtete an S. die Spuren, hieß allgemein, das von dem„ Berliner Freibäderverein" errichtete Enttäuschungen gab es am Sonntag am Wannseestrand. Es die er neben der Nase bemerkte und fragte zweifelnd, da habe Familienbad solle eröffnet werden. Am Sonnabend hatte man die man ihn wohl mit einer Beitsche geschlagen. Als S. das verneinte, Baufommission erwartet, damit diese die Bauten abnahm. Die Die süddeutschen Staaten, deren Freiheit infolge des neuen erwiderte Herr Althöft, jest solle wieder mal die Schuld Kommission blieb jedoch aus und infolgedessen tonnte der Landrat Bereinsgefeßes einfach eingeschränkt worden ist, haben, soweit auf den Lehrer geschoben werden. In der nächsten das Bad zur Eröffnung nicht freigeben. Natürlich hatten fich irgend möglich, durch Verordnungen die reaktionärsten Bestim Pause informierte Herr Althöft den Herrn Dahlmann und viele Tausende von Personen am Wannseestrand eingefunden, um mungen so gut wie aufgehoben, insbesondere das Sprachverbot. schickte ihm dann den S. samt zwei anderen Jungen, die als der Eröffnung des Freibades" beizuwohnen und das erste tühle Stöstlich ist dabei die Rolle, die die sogenannten Demoschickte ihm dann den S. samt zwei anderen Jungen, die als Bad zu nehmen. Sie fanden jedoch verschlossene Türen vor und traten" in Württemberg gespielt haben. Sie machten es wie die Zeugen für die Prügelaffäre dienen sollten. Herr Dahlmann, der waren sehr enttäuscht. An den Eingängen des Bades waren Gen- Siebenlehner Feuerwehr: fie fuchten in Stuttgart das Feuer zu aus geringfügigem Anlaß so rasch zugehauen hatte, konnte jeht darme aufgestellt, die ein gewaltsames Eindringen der Massen in löschen, das sie in Berlin selbst angelegt haben.( Große Heiterkeit). merkwürdigerweise sich gar nicht mehr erinnern, daß das Freibad" berhindern sollten. Man hofft nun, daß die Er- Schon dieser Zustand beweist den klaffenden Zwiespalt im polier S. überhaupt geschlagen hätte. Er bezweifelte es, öffnung des Bades im Laufe dieser Woche erfolgen kann. tischen Leben Deutschlands. aber es wurde von den beiden Zeugen bestätigt. Noch an dem Zwiftigkeiten zwischen Radfahrern und Passanten führten am Redner tommt hierauf auf das eigentliche Thema zu sprechen felben Vormittag wurde S. wieder von Unwohlsein befallen, doch Sonntagvormittag auf der Frankfurter Chauffee zu einer größeren und schildert eingehend, welcher Machtmittel fich das Junkertum entließ Herr Althöft ihn nicht vor Schluß des Unterrichts nach Schlägerei. Zwei von Berlin kommende Radfahrer wurden auf der seit seinem Entstehen im Staate bedient hat. Diese politische und Hause. Am Sonnabend und am Sonntag wurde von der Mutter Chauffee zwischen Schmöckwik und Königs- Wusterhausen ohne jeg- wirtschaftliche Macht Preußens, das von einer feudalen Kafte bedie durch den Arzt vorgeschriebene Behandlung fortgesetzt. Am liche Veranlassung von sechs jungen Burschen angegriffen, die sich herrscht wird, macht sich auch den kleineren mit demokratischem Geist Montag mußte der Junge wieder dem Unterricht fernbleiben, nach den Radlern in den Weg gestellt und sie so zum Absteigen von durchtränkten füddeutschen Bundesstaaten in der unangenehmsten mittags wurde zum zweiten Male der Arzt konsultiert, und auch am ihren Maschinen gezwungen hatten. Im Verlaufe des hierdurch Weise bemerkbar. Das preußische Junkertum fürchtet den füdDienstag mußte S. dann zu Hause behalten werden, weil Bettruhe entstandenen Wortwechsels schlugen sie mit Stöden auf die beiden deutschen Geist; es protestiert dagegen, daß die Gutsherrschaft" verordnet worden war. Am Abend dieses Tages wurde er zum Ausflügler ein, die wohl schwerlich ohne ernstere Verlegungen Preußen durch füddeutschen Einfluß in ihrem Fundament ange dritten Male vom Arzt untersucht, und nun erklärte dieser, es liege davongekommen wären, wenn nicht zu ihrem Glüd ein größerer griffen und die feudale Rafte um ihre Vorherrschaft gebracht werden eine leichte Gehirnerschütterung vor, die sehr wohl wäre und Hilfe brachte. Diese nahmen für die Ueberfallenen Trupp Radfahrer aus entgegengesetter Richtung hinzugekommen könnte. Woran liegt das? Zwischen dem süddeutschen und dem preu durch jenen Schlag herbeigeführt sein könne. Bereits Partei und gingen energisch gegen die Rowdies vor, welche schließ- Bischen Proletariat gibt es keinen Unterschied, sie sind solidarisch. am Montag hatte die Familie den Rektor Brunzlow von dem lich mit blutigen Köpfen die Flucht ergriffen. Leider war es ber- Es liegt daran, daß die demokratische Verfassung Süddeutschlands Sachverhalt in Kenntnis gefeßt, doch hatte Herr Brunslow sich un- abjäumt worden, die Burschen festzuhalten und fie der Polizei zu Staatsbürger 1. und 2. Klasse, wie dies in Preußen in der un gläubig gezeigt. Am Mittwoch machte Frau S. dem Herrn Rektor übergeben. verschämtesten Weise im Dreiklassenwahlrecht zum Ausdruck tommt, nicht fennt. Die Auffassung, daß ein Sozialdemokrat nicht erneute Mitteilung, auch berichtete sie jest, daß der Arzt Gehirn- Ein schwerer Unfall ereignete fich gestern vormittag in der gleichberechtigt sei, ist im Süden verschwunden. Eine Justiz wie erschütterung annehme. Nunmehr wurde ihr zugefagt, daß die Metallschraubenfabrit von Otto Zachmann in der verlängerten in Preußen, die noch angebliche Beleidigungen der Urgroßmutter Sache untersucht werden solle. Am Donnerstag sah der Arzt den Huttenstraße. Dort riz plöblich eine Kette und mehrere Stücke des jezigen Preußenkönigs mit Gefängnis bestraft, ist dort unJungen zum vierten Male. Er hielt die Verordnung 14tägiger flogen den Arbeitern Albert Hoffmann und Wilhelm Rubow gegen möglich. Bettruhe aufrecht und hierbei ist es bis heute geblieben. die Brust. Beide erlitten schwere innere Verlegungen und wurden Es würde in Süddeutschland kein Minister wagen, der sozial. Das ist der nadte Tatbestand. Der Junge versichert, er wisse nach dem Krankenhause Moabit gebracht. Der 36jährige Rubow demokratischen Frattion gegenüber zu erklären: ihr fönnt reden, was ihr wollt und wir tun, was wir wollen. Auch das allge nichts von einem anderen Schlage oder Stoß gegen den Kopf oder ist verheiratet, der 45jährige Hoffmann Junggeselle. ins Gesicht, den er etwa bei einer anderen Gelegenheit von einer Ein Opfer feines Berufs. Ein aufregender Vorgang spielte sich meine, gleiche und geheime Wahlrecht in allen Kommunen wird anderen Person erhalten haben sollte. Wir wollen fein Urteil am Montag gegen Abend in der Prenzlauerstraße ab. in kurzer Zeit eingeführt sein. Nun blicken die Süddeutschen nach fällen, ehe die Untersuchung abgeschlossen ist. Nur soviel sei qe der Hirtenstraße aufhalten. Er sprang den Pferden in die Zügel, rechts vorhanden.( Lebhafte Zustimmung.) Im Süden werden der Dort wollte Sufe der Tiere. Che das Gespann zum Stehen gebracht werden fonnte, hatte der Schußmann schon schwere Verlegungen davon getragen. In bedenklichem Zustande wurde er in das Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert. törperlicher Züchtigung, das der Lehrerschaft der Gemeindeschulen im vorigen Jahre von der Schuldeputation überreicht wurde, ausdrücklich vor Schlägen an den Kopf gewarnt und auch auf die Möglichkeit von Gehirnerschütterungen hingewiesen worden ist. Es hieß darin:" Auf das ernsteste muß vor Schlägen Wegen eines großen Dachstuhlbrandes wurde am Montag die auf den Kopf und gar vor dem Stoßen des Kopfes gegen einen Feuerwehr nach dem Blanufer 92 d alarmiert. Als die Feuerwehr festen Gegenstand gewarnt werden. Die Gehirnerschütterungen, bort antam, stand der Dachstuhl des großen Mietshauses schon an welche danach beobachtet wurden, brauchen keineswegs fogleich nach mehreren Stellen in beträchtlicher Ausdehnung in Flammen. Diese der Züchtigung hervorzutreten. Vielmehr kann das Kind nach hatten an dem Dachgebält, dem Inhalt der Bodenverschläge und den Schulschluß noch ohne besondere Beschwerden in das elterliche Haus zurüdtehren, wo dann aber in den nächsten Stunden die Anzeichen der Gehirnerschütterung offenkundig werden. Im günstigsten Falle muß das Kind einige Tage das Bett hüten und vom Arzt behandelt werden, im ungünstigsten Falle hat eine solche Mißhandlung schon den Tod zur Folge gehabt." Ballen, Fußböden usw. reiche Nahrung gefunden. Die Feuerwehr mußte mit drei Schlauchleitungen fräftig bon Dampffprizen Wasser geben, bevor es gelang, den Brand, dessen Entstehung auf Brandtiftung zurüdgeführt wird, zu löschen. Der Schaden ist ganz bebeutend. " " er regiert", in denen die preußischen Regierungsblüten unbarmherzig zerzauſt werden. Süden. Jede Preisgabe von Freiheiten schwächt aber Deutschland Die preußische Politik ist die größte nationale Gefahr für den als Nationalstaat. Ein Volk, das keine Freiheit hat, erschlafft. Wohl ist es wahr, daß die deutsche Arbeiterschaft trefflich geschult ist und auf gewerkschaftlichem Gebiet die größte Willfür erfolgreich zu bekämpfen vermag. Aber auf dem Gebiete der Politik müssen wir ebenfalls das tun, was seitens der Gewerkschaften geschieht: den Gegnern unseren Willen aufzwingen. Dieses Gefühl muß auch in unserem politischen Kampf mehr rege werden. Das Bolt darf nicht dulden, daß ihm seine Rechte verweigert werden. Politit ist tein theoretisches Geschäft, feine Träumerei, sondern Tat. Wir müffen fiegen lernen und mit aller Zeidenschaft für die Freiheit kämpfen, die die Schöpferin aller Werte ist. Die Verweigerung Zeugen gesucht. Am Freitag, ben 15. 6. M., nachmittags der Boltsrechte ist eine schimpfliche Beleidigung. Der tommende 4 Uhr, wurden am Plaz der Garnisonkirche an der Hafenheide zwei Wahlkampf muß zur größten Demonstration werden; es muß Die Redakteurheimstätte in Tegel hat gestern unser Genoffe Männer von einem Automobil überfahren. Ein Wagenführer und alles aufgeboten werden, die sozialdemokratische Stimmenzahl fo Hans Weber bezogen. Weber ist schuldig befunden worden durch ein Kondukteur der elektrischen Straßenbahn der Linie Hasenheide- au steigern, daß auch den Gegnern die Erkenntnis dämmert: cs Hans Weber bezogen. Weber ist schuldig befunden worden durch Lehniner Straße, welche den Vorgang mit angesehen hatten, werden wird ernst.( Stürmischer Beifall.) einen Artikel, der sich mit der Auslieferungsangelegenheit des Russen höflichst gebeten, ihre Adressen abzugeben bei B. Lamprecht, Josef Zabrzetvesti beschäftigte, den Oberbürgermeister( Stolle von Wiener Straße 8, born 4 Treppen. Königshütte beleidigt zu haben. Er soll wegen dieser ruchlosen Tat in Tegel sechs Wochen darüber nachdenken, daß man gewisse Dinge in Breußen noch lange nicht beim richtigen Namen nennen darf, ohne daß eine bestimmte Person sich beleidigt fühlt, an die bei der Veröffentlichung des Artikels niemand gedacht hat. " Aus dem Fenster gestürzt. Die Tat einer jugendlichen Lebenss müden rief vorgestern nachmittag in der Hermannstraße große Aufregung hervor. Die 19jährige Tochter Elife der Witwe Sch., Her Am Sonnabend entfernte sich das junge Mädchen aus der müttermannstraße 229, hatte vor einigen Tagen daheim Streit gehabt. lichen Wohnung und eilte nach dem in Berlin wohnhaften Bruder der Mutter. Der lettere begab sich vorgestern mit dem Mädchen zu Frau Sch., um eine Aussöhnung zwischen Mutter und Tochter herbeizuführen. Als die Tochter einen furzen Augenblick in der Küche allein war, riß sie das Fenster auf und stürzte sich aus der Höhe des vierten Stodwerks auf die Straße hinab. Mit gebrochenen Gliedern blieb die Unglüdliche auf dem Bürgersteig liegen. In beffnungslosem Zustand wurde sie in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Reinickendorf. Genosse Biege ging speziell auf die Lage der preußischen StaatsGegner meldeten sich trotz Aufforderung nicht zur Diskussion. arbeiter ein und geißelte das Verfahren des Staates als Arbeit. Radrennen zu Steglitz. Die Rennen am Sonntag hatten unter geber. der Ungunst des Wetters infofern zu leiden, als nur ein Teil des Genosse Eisner machte in seinem Schlußwort noch einmal Programms ausgefüllt werden konnte. Das Kleine goldene auf die Gefahren aufmerksam, die gerade infolge der wirtschaftStad", ein Stundenrennen, fonnte gerade noch unter Dach gebracht lichen Machtentwickelung des preußischen Staates den Gewerkwerden, als der Regen einfeßte und das Ausfahren des Großen schaften erwachsen. Durch die weitere Ausdehnung der Staatsgoldenen Rad" auf Montagabend verschoben wurde. Sieger in dem betriebe und Ülebernahme von Privatunternehmungen trete eine Verlegung von Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn ist Stennen blieb der bisher als bester Stegliger Flieger geltende Frig weitere Verftlabung großer Arbeiterkategorien ein, die nur durch wegen der Aſphaltierung der Dresdener Straße zwischen der Theile, der erst jüngst zum Dauerfahren übergegangen ist und die Kontrolle eines Boltsparlaments verhindert werden könne. Budower und der Prinzenstraße genötigt, vom Dienstag, den somit sein erstes Auftreten in Berlin mit einem glänzenden Siege Mit einem nochmaligen eindringlichen Appell an die Versammelten, 19. Mai, an bis zur Beendigung der Arbeiten die dort verkehrenden über Salzmann, Przyrembel und Ryser eröffnen konnte. Theile, der mit allen Kräften und allen Mitteln den Kampf gegen Rechtlosigkeit Wagen der Linien 11 Moabit- Görliber Bahnhof und 30 Swine als Erster Anschluß an seine Führung erhielt, führte das ganze und Unfreiheit zu führen, wurde die Versammlung mit einem dreimünder Straße Rigdorf in beiden Richtungen über die Brinzen- Rennen hindurch und zeigte sich seinen Gegnern weit überlegen. maligen Hoch auf die Sozialdemokratic geschlossen. straße, den Morikplak und die Oranienstraße abzulenten. Die Ein kritischer Moment trat in der 78. Runde ein, als Theile fein Rad Wagen der Linien 91 Görliger Bahnhof- Halensee und 92 Gör- wechseln mußte und hierdurch zwei Runden an Salzmann einbüßte, Rigdorf. liber Bahnhof- Wilmersdorf, die durch die Dresdener Straße doch schon nach kurzer Zeit eroberte er sich das verlorene Terrain nach der Waldemarstraße gehen, werden dagegen über Rotgleise zurüd und nahm Salzmann noch mehrere Runden ab. Przyrembel, geführt. der vorjährige Gewinner des Rennens, hatte zum Beginn schlechten Ein zweiter Totalisator ist neuerdings auf dem billigsten dritten Platz vor, da Ryser zeitweilig ganz versagte, obgleich er am Ein zweiter Totalisator ist neuerdings auf dem billigsten Anschluß und geriet ins Hintertreffen, arbeitete fich aber auf den Plage der Trabrennbahn in Westend aufgestellt worden. Damit Anfang fehr achtbar fuhr. Theile erntete stürmische Ovationen seitens wird abermals der Beweis geliefert, daß es den maßgeblichen ge- der vieltausendtöpfigen Menge. Die Resultate find: seblichen und behördlichen Instanzen mit dem vielen Geschrei, die Kleines goldenes Rad. 1000, 800, 700 und 600 m. 1. Theile, Wettleidenschaft zu beschränken, nicht sonderlich ernst ist. Denn 83,960 Kilometer; 2. Salzmann, 80,900 Kilometer; 3. Przyrembel, auf dem billigsten Blah, wo in der Hauptsache minderbemitteltes Publikum verkehrt, stellt der Totalisator nichts weiter dar als eine 78,700 Stilometer; 4. Ryser, 76,400 Stilometer. Hauptfahren. 1. Bader, 2. Peter, 3. Scheuermann. Kleines Anregung, der Wettleidenschaft zu fröhnen. Mögen hier die Einfäße im Verhältnis zu dem gewaltigen Umfake am Totalisator des Hauptfahren. 1. 28egener, 2. Stabe, 3. Techmer. Vorzweiten und ersten Blakes auch nur gering sein, so steht doch der gabefahren. 1. Tadewald( 90 Meter), 2. Bareiß( 100 Meter), 3. Scheuermann( 40 Meter). Gesamtverlust in keinem Einklang zu dem meist recht geringen Gewinn des einzelnen. Die hier auf dem dritten Blake sich an den In der Versammlung am Donnerstag, den 14. Mai, in Kellers Wetten beteiligen, haben meist herzlich wenig oder gar keinen Festsälen, in der Genosse Ledebour über die Jugendentrechtung Ein Automobilunfall rief am Sonntagnachmittag 4 Uhr unter Pferdeverstand. Sie wetten blind darauf los, wissen oder riechen referierte, ist eine Arbeitsschürze gefunden worden, die von der den von Schönholz zurüdtehrenden Ausflüglern nicht geringes auch felten, was hinter den Kulissen vorgeht. und sind daher fast Parteispedition Rüdersdorfer Straße 8 abzuholen ist. Aufsehen hervor. Um genannte Beit tam ein Privatauto in immer die Leidtragenden. Der regelmäßige Gewinner ist der Feuerwehrbericht. Am Conntag hatte die Feuerwehr in der rafendem Tempo die Bankower Allee entlang, wobei unter den Staat, der auf der einen Seite die Wettleidenschaft bekämpft und, auf der anderen Seite die Hand bietet, um sich 16 Prozent von dem Rostoder Straße 10 einen Küchenbrand zu löschen. Durch die Straßenpassanten eine wahre Banik entstand. Zum Glüd wurde Einsatz der kleinen Leute ohne jedes Risiko zu sichern. Der Staat Explosion einer Petroleumlampe tam in der Georgenkirchstraße 67 niemand überfahren. Als jedoch der Fahrer des Autos mit unFeuer aus. Wegen eines Fußboden- und Balfenbrandes wurde berminderter Geschwindigkeit in die Provinzstraße einbiegen wollte, gewinnt selbst dann noch, wenn alle übrigen Wettenden verlieren. Der 9. Zug nach der Vortstr. 15 alarmiert. Stroh und Stiften prallte das Auto gegen den auf dem Trottoir stehenden Baum mit Das zeigte sich in Tekterer Zeit mehrfach recht drastisch, als die brannten gestern früh in der Spandauer Straße 78. Flugfeuer fo großer Wucht, daß derselbe entwurzelt wurde. Zum Glück Wettmaschine nicht mal den vollen Einfaz herauszahlt. In dem veranlaßte das Ausrüden eines Zuges nach der Kaiserin- Augusta- tamen die Insassen ohne Verletzungen davon; am Auto war nur einen Falle sollte es für das fiegende Pferd auf 10 M. nur 8 M. Straße 68. Der 3. Zug hatte in der Dunderstraße 14 zu tun, und ein Rad gebrochen. Wäre das Gefährt auf den einen Meter von herausgeben. Infolge der erregten Stimmung des Publikums der 8. Zug in der Görliker Straße 43, wo Kleider usw. brannten dem Baume entfernten Pfeiler der Straßenbahnleitung gestoßen, wurde schließlich 1 M. nachbewilligt. und eine Betroleumlampe umgefallen war. An der Fischerbrücke so hätte es für den Führer sowohl wie auch für die Insassen berEmpörung rief ein Aufzug hervor, den man am Sonnabenda 17 hatte sich eine Person erhängt. Wiederbelebungsversuche mit hängnisvoll werden können. nachmittag in der Budower Straße beobachten konnte. Ein Schuh- Sauerstoff seitens der Feuerwehr waren ergebnislos. Ferner hatte Nowawes. die Wehr noch in der Königstraße 46( Balfenlager), Flemmingmann brachte eine alte, offensichtlich geistig nicht intatte Frau nach straße 4, Korsörerstraße 22, Elbinger Straße 78, Große Frank. Mit den Arbeiten zur Landtagswahl beschäftigte sich die letzte der Wache. Was aber den größten Uuwillen herausfordern mußte, furter Straße 20, Antwerpener Straße 4, Braunsberger Straße 30, Versammlung des Wahlvereins. Genosse rohnberg teille war der Umstand, daß der Rock der Frau in Feben vom Leipe hing Waldenferstraße 24, Ruppiner Straße 24 und anderen Stellen mit, daß sich das örtliche Wahlkomitee tonstituiert und den Geund in Ermangelung jeglicher Unterkleider bei jedem Schritt die zu tun noffen Gruhl zum Borfißenden gewählt habe, an welchen alle die Wahl betreffenden Mitteilungen und Anfragen zu richten find. vollkommen nackten, von Schmuh starrenden Glieder der alten Frau bis an die Hüften den Bliden der Straßenpassanten preisAn Beiträgen für den Wahlfonds sind von der Filiale des Metall arbeiterverbandes 100 M., bom Holzarbeiterverband 25 M. und gegeben waren. Das schlimmste aber war, daß sich ein großer bom Theaterverein" Bolfsbühne" ebenfalls 25 M. cingegangen. Echwarm Schulkinder lärmend hinterherwälzte und sogar ältere. Groß- Lichterfelde. Der Vorfizende forderte die übrigen Gewerkschaften auf, diesen gutgekleidete Beute es nicht unterlassen konnten, angesichts dieses Beispielen zu folgen, und ersuchte die Genossen, auch von den jämmerlichen Bildes ihre wenig geistreichen Glossen an den Mann Genosse Eisner vor einer Bolfsversammlung in Groß- Lichter. 24. Mai stattfindenden Flugblattverbreitung rege zu beteiligen. Ueber das Thema„ Preußischer Hochverrat" sprach am 15. Mai Sammellisten regen Gebrauch zu machen sowie sich an der am zu bringen und zynische, faule Wiße zu reißen. Es ist eine recht häß- felde, die mit spannender Aufmerksamkeit den interessanten Aus- Hierauf hielt Genosse Gruh I ein längeres Referat über die örtliche Gepflogenheit, alte, hilflose oder betrunkene Personen zu verführungen des Redners folgte. Der Tag des Inkrafttretens des fiche Situation bei den Landtagswahlen, wobei er bemerkte, daß ulfen, eine Unfitte, die dem Mangel an wirklich sittlicher Erziehung Reichsvereins- und Versammlungsrechts gab dem Referenten Ge- es uns wahrscheinlich in einigen Bezirten möglich sein werde, unsere entspringt. Iegenheit, mit diesem Ereignis feinen Vortrag einzuleiten. Wahlmännner nicht nur in der 3. und 2., sondern auch in der Hier könnte sich der Schule ein dankbares Feld. erschließen, Redner führte u. a. aus: 1. Klasse durchzubringen. Vorausseßung hierbei sei jedoch, daß das bessere Früchte zeitigen würde als die Verherrlichung Die umfangreichen Bestimmungen des neuen Rechts sind die Genossen es an der nötigen Agitation nicht fehlen lassen; ins blutiger Schlachten und das Einbläuen einiger Schod Bibelsprüche. weiter nichts als eine Gebrauchsanweisung, in gefeßlichen Formen besondere habe man sich die Geschäftsleute aufs Korn und dieselben zu bewegen, entweder unsere Wahlmänner zu wählen An die Polizei aber fönnte man die Frage richten, ob es nicht mög- das Versammlungsrecht möglichst zu beschränken. über= wenn sie sich vom Bürgertum zu abhängig fühlen Man errichtet in Preußen alle möglichen Hindernisse und oder lich gewesen wäre, eine so mangelhaft bekleidete alte Frau in einer Schranken, um feinen Irrtum darüber aufkommen zu lassen, daß haupt nicht zur Wahl zu gehen; besonders die Frauen der Genossen Weise zur Wache zu bringen, die die Schulkinder und Straßen noch eine starte Faust über dem Volke sich erhebt. Es soll ein ein müssen uns in diesem Borgehen energisch unterstüßen. Mit der gänger vor einem solch widerwärtigen und empörenden Anblid dringlicher Anschauungsunterricht sein, daß das Volk nicht frei ist Aufforderung an die Genossen, ihre volle Schuldigkeit zu tun, bewahrt hätte. Solche Bilder wirken gerade nicht percbelnd und und frei handeln tann, sondern sich in den Grenzen zu bewegen schloß Repner seinen beifällig aufgenommenen Vortrag. In der Vorort- Nachrichten. fich anschließenden Diskussion wurden auch die Verhältnisse des zahlreichen Unglüdsfälle die Regierung endlich, mit der Zuschüttung Geschäft lebhaft, Preise nachgebend. Geflügel: Bufuhr genügend, Ge Kreises erörtert und von verschiedenen Seiten die Aufstellung der des Stadtkanals, die ja schon lange projektiert ist, ernst zu machen schäft schleppend, Preise nachgebend. dise: Zufuhr mäßig, Geschäft Kandidaten durch die Organisation von Groß- Berlin verurteilt. oder wenigstens Maßregeln zu ergreifen, damit solchen Vorkommnissen matt, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig. Unter Berschiedenem fand eine Aussprache über den vom Verband der vorgebeugt ist. Allmählich kann der Stadtkanal als Unglücksstelle Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft still, Breise fast unverändert. Preise für Butter unverändert, Käse nachgebend. Gemüse, Obst und Barbiergehülfen im Einverständnis mit den hiesigen Gewerkschafts- eine traurige Berühmtheit nachweisen. vorständen über verschiedene Barbiergeschäfte verhängten Boykott statt, wobei die Meinungen über die Zweckmäßigkeit desselben start auseinandergingen.- Zur Aufnahme hatten sich 19 Genossen gemeldet. Potsdam. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Reichstags Wahltreis Brieg Namslau.( Ortsverein Berlin) heute abend 8%, Uhr bei A. Grimm, Spreestr. 8( an der Friedrichsgracht, Nähe Spittelmarkt). Gäste willkommen. wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld( Ortsverein Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags: Berlin). Heute abend 9 Uhr bei Hoffmann, Stoppenstr. 47. Kaufmännische Kranken- und Sterbekasse von 1885( E.§. 71). Heute abend 9 Uhr bei Landré, Stralauer Straße 36/37. 4 Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich am Freitag ereignet. Mehrere Kinder aus der Berliner Vorstand spielten nachmittags am Stadtkanal. Der sechsjährige Karl Dennert faß auf der zum Kanal hinabführenden Treppe, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und in das Wasser fiel. Spieltameraden bemerkten wohl den Vorgang, trauten sich jedoch nichts zu erzählen. Erst Sonnabend morgen Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthalen- Direktion über wurde die Leiche des Knaben, der von seiner Mutter überall gesucht den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: wurde, aus dem Stadtkanal geborgen. Vielleicht veranlassen die Zufuhr start, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Zufuhr reichlich, Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Nedaktion dem Bublifum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 19. Mat Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Röntgl. Schauspielhaus. Heinrich IV. I. Zeil. Anfang 8 Uhr. König Berliner. Hopfenraths Erben. Neues. Die Hemsöer. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Stein unter Steinen. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ohne Geläut. Donnerstag, abends8Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Ulbr: Der Widerspenstigen Zähmung. 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