Nr. 55. V Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Eingetrc.gen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Quittung. Freitag, den 6. März 1891. Expedition: Benth- Straße 3. Wenn die Kaiserin einfach nach Paris kommen wollte, Regierung ihn entfernen werde. Die Regierung war so konnte sie das sehr gut, und es hätte ebensowenig einen ungeschickt, ihnen den Gefallen zu thun. Dies und die 3wischenfall gegeben wie 1880 oder 1883; aber man Reise nach Versailles und St. Cloud haben den Vorwand hätte diesmal so wenig wie damals der Reise von vorn- geliefert, welchen die Boulangisten suchten, um ihrem herein eine politische Bedeutung beilegen dürfen. chauvinistischen Geschimpfe einen Schein von thatsächlichem Im Laufe des Monats Februar gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beiträge ein: Luckenwalde von zielbewußten Arbeitern 25,-. H. Berlin 30, Merseburg 30,-. Finsterwalde 15,-. Achim 35,-. Wollte die Kaiserin nur die französischen Maler. in Untergrund zu geben. Teuchern 15,-. Lemgo 11,-. Aachen 50,-. Sch. Berlin Berlin ausstellen sehen, so hätte sie nicht herzureisen Einen Augenblick glaubten sie ohne Zweifel, sie 20,-. II. Reichstags- Wahltr. Berlin 400,-. Wahlfreis Offen- brauchen; ein Komitee war bereits für die Theilnahme würden ihr Ziel erreichen und uns unmittelbar in den bach- Dieburg 30,-. Grünstr. 27, Berlin 5,80. Arnstadt i. Th. an dieser Ausstellung gebildet, und vor der Ankunft der Krieg stürzen. Deshalb ist Boulanger nach Brüssel ge20,-. Berlin d. W. 5,10. Potsdam 30,-. Berlin, Sorauer- Raiserin hatte Niemand daran gedacht, hiegegen Einspruch kommen, und ich sollte mich nicht wundern, wenn bei und Görlitzerstr.- Ede 30,-. Abschlagszahlung von Berliner Ge- zu erheben. dieser Gelegenheit nicht auch russisches Geld im Spiel 100,-. B. 30,-. noffinnen 30,-. I. Hamburger Wahlkreis 1700,-. Putzer, Vom Augenblick an, Wo man begriff, oder gewesen wäre. Neue Königstr. 19, Berlin 4,-. Stolp in Pommern 16,25. 3u begreifen glaubte, daß es sich um etwas Aber wie gesagt, all' diese Manöver wären trotz der Wahlkreis Reichenbach- Neurode in Schlesien 700,-. Döbeln anderes handelte, als eine bloße fünstlerische mancherlei Mißgriffe unmöglich gewesen, wenn die Kaiserin E. G. 14,80. Bremen 50,-. Bartenstein 3,-. m. 2. Liebhaberei, ist es gewiß ich berichte eine Thatsache, ihren Aufenthalt in Paris abgekürzt hätte. Ueberschuß in einer Weingesellschaft ich urtheile nicht daß sich eine Aenderung der Wie die Dinge sind, ist die Wahrheit, daß die Mülhausen im Elsaß 8,-. Lübeck 200,-. Berlin durch Stimmung gegen die Maler, die in Berlin auszustellen Kaiserin in Paris viele Fußpromenaden ge= den Vorwärts" 3,80. Von Metallarbeitern des Potsdamer versprochen hatten, geltend zu machen begann. macht hat auch in den letzten Tagen und daß Viertels Berlin 8,-. IV. Berliner Wahlkreis SO. 259,80. Wäre man flug gewesen, so hätte die Kaiserin Paris sie nirgends und niemals auch nur durch 2. C. D. Vorwärts Berlin 6,50. V. Berliner Wahlkreis 200,- verlassen, als die ersten Symptome einer solchen Stimmung eine einzige Geberde, einen einzigen Breslau 65,10. Beitrag aus dem Saarrevier 15,-.„ Ecke für sich erkennen ließen, und den Besuch abgekürzt, statt ihn aut, ein einziges Wort beleidigt worden fich" Wald b. S. 20,-. Guttenberg" Berlin 100,-. G. Arb. zu verlängern. wäre. Nichts, absolut nichts! Berlin 6,- Hamm i. W. 4,70. Zwickau 50,-. Metz i. 2. Wir haben hier Leute, die aus dem Patriotismus Das demagogische Treiben der Boulangisten hat sich 8,20. Ertrag eines Frauenabends Dresden 26,-. Von Bocken- ein Geschäft machen; ich bin sicherlich keiner Vorliebe bei dieser Gelegenheit in seiner ganzen Verworfenheit geCoburg 10,-. Deutsche Genossen Paris 40,-für unsere Regierenden verdächtig aber man muß zeigt. Diese Leute wollen um jeden Preis Krieg mit Hohenstein t. G. 30,-. Obermeisa bei Meißen 30,- wissen, daß diefe Leute gerade die persönlichen Gegner unserer Deutschland herbeiführen, und es ist ihnen Alles zuzuBraunschweig 100,-. I. Berliner Wahlfreis 200,-. p. G. 50,- Regierung sind. Man kann also unter keinen Umständen trauen. Sie haben dabei nichts zu verlieren und B. B. 150,-. A. Tr., Berlin, 2,-. 11. Wahlkreis Berlin 200,- das Land oder die Regierung für das verantwortlich das Volk hätte die zerbrochenen Töpfe zu bezahlen." 2. Luxemburg 400,- Görlitz 25,-. Wurzen i. S. 10,- machen, was diese Leute sagen oder thun. Diese Leute, Dieser Brief ist, wie man sieht, unter dem Eindruck Gera i. R. 50,-. Dr. in Dö. 4,-. Württemberger Genossen die Boulangisten, bekennen offen, daß, wenn es von ihnen einer gewissen Erregung geschrieben. Die boulangistischen 100,-. Freiberg i. S. 5,-. Plagwik 30,-. Sphing 681,80. allein abhinge, wir sofort den Krieg mit Deutschland Hetzereien hatten augenscheinlich in Bavis auch in weiteren Mannheim 25,-. haben würden, und daß sie Alles, was in ihrer Macht Kreisen Beunruhigung hervorgerufen. liegt, thun werden, um diesen Krieg herbeizuführen. heim 30,-. Berlin, den 5. März 1891. Für den Partei- Borstand: A. Bebel, Groß- Görschenstr. 22 a, Die Vorgänge in Paris Zu diesem Zweck haben sie sich offenbar bemüht, die Bewegung der Gemüther zu erzeugen, von der ich soeben gesprochen habe; aber das war noch ohne jegliche Bedeutung. Das bringt uns wieder und wieder auf den Hauptpunkt zurück: Die Thatsache, daß es bei der heutigen, so viel gerühmten Staats- und Gesellschaftsordnung in der Macht einer handvoll Hallunken steht, zwischen zwei Kulturvölkern, wie dem deutschen und französischen, das Kriegsgespenst heraufzubeschwören! Unglücklicherweise kamen zwei Zwischenfälle hinzu die Reise der Kaiserin nach Versailles und die Entfernung Wir sagen mit Bedacht: Kriegs gespenst, nicht der Kranzes, den die Boulangisten auf dem Denkmal des Krieg, denn trotz der Jämmerlichkeit unserer Zustände, bei der Belagerung von Paris gefallenen Maler halten wir es doch für eine Unmöglichkeit, daß, wenn auch Regnault niedergelegt hatten, welche in der That das Boulangisten- Gesindel noch länger Zeit für seine Ueber den Chauvinisten Rummel in die öffentliche Meinung dermaßen in Bewegung brachte, Bubenstreiche gehabt hätte, ein Krieg daraus hätte erParis schreibt einer der bekanntesten Pariser Genossen daß die Maler, die ihre Theilnahme an der Berliner wachsen können. in französischer Beleuchtung.. in einem Privatbrief, dessen theilweise Veröffentlichung Ausstellung versprochen und bis dahin an ihrem Ver- Da wir gerade bei dem Thema sind, sei noch erunser Freund uns wohl nicht verargen wird: sprechen festgehalten hatten, nun erschüttert wurden und wähnt, daß die Königin von England demnächst ihr Versprechen zurückzogen. Paris besuchen und in Frankreich auf längere Zeit ihren Ich bin der festen Ueberzeugung: die Boulangisten Aufenthalt nehmen wird. Die Königin von England ist wollten einen Zwischenfall. Als sie den Kranz nieder- die Mutter der deutschen Kaiserin- Mutter( der„ Englänlegten, waren sie der Erwartung und Hoffnung, daß die derin" des Bismarck'schen Reptilvolkes); und sie würde " Auch ich bedauere die hiesigen Vorkommnisse, allein man muß gestehen, daß zahlreiche Taktlosigkeiten begangen worden sind. Die Wahrheit ist, ohne daß ich irgend ein persönliches Urtheil abgebe: Feuilleton. Nachdruck verboten.] [ 5 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. Herrn Falkner zu kennen", antwortete sie talt. Ich hab's wieder an. " Hü, Fuchs!" Dann sang er mit einer geder Lisei auch gleich gesagt, als wir Beide wie die Narren quetschten Stimme: im Wirthshaus saßen. " 1 Was?" unterbrach er sie rauh. „ Daß Du dem einfältigen Ding, der Stafi, nachgelaufen bist," schoß es ihr über die bebenden Lippen. Oder ists etwa nicht wahr?" „ Und warum sollt' ich nicht, wenn's mir gefiel?" fragte er herausfordernd. Ein dunkles Feuer übergleischte Afra's Gesicht. Damit ging fie Stafi ein paar Schritte entgegen, und Schweigend wandte sie sich von ihm ab. Ambros schlenderte verdrießlich der schönen Müllerin nach. Diesen Beinamen verdiente Afra mit vollem Recht, und sie den lahmen Gaul am Zügel führend, nur wenige Schritte " Bankt Ihr Euch wieder' mal?" rief Jerg, welcher, mochte sich dessen bewußt sein. Sie trug ihre jugendlich volle Geſtalt mit vielem Stolz. Als Ambros, der sich vorausging. Sie hat Recht, Frau Mutter, daß Sie ihm feineswegs beeilte, fie eingeholt, nahm sie feine Notiz von den Kopf wäscht. Den ganzen Spaß, den wir uns von der ihm, und eine Strecke gingen Beide stumm neben einander Fahrt versprochen haben, hat uns der ungezogene Mensch her, Ambros traf keine Anstalt, sie anzureden. Da maß verdorben." ihn die junge Frau mit einem Blick von oben bis unten Afra richtete stolz den Kopf auf. warteten auf ihn." ,, A schöns Diendl lieb'n, Is a Freud auf der Welt, Aber der Neid ist dabei, Wie der Teir'l beim Geld." ,, Und wenn Dich der Teixel singen hört, da kriegt er Krämpf'," rief Ambros. So fein wie Du kann ich's freilich nicht," versetzte Jerg. Ich hab' aber ein so gutes Gehör, daß ich jeden Bogel gleich am Pfeifen erkenne." Ambros. ,, Wie Andere den Esel an den langen Ohren," rief „ Oder den Pfarrer am Predigen," gab Jerg ruhig zurück. Denn der Roc allein thuts nicht." Nein," entgeguete Ambros mit einem gewaltsamen Lachen, denn sonst würde Mancher den Pfau für' ne Nachtigall halten." Afra zuckte zusammen. Sie blieb ein paar Sekunden und sagte:„ Das muß man gestehen, der Ambros Falkner„ Wie lustig war's auf der Hinfahrt," fuhr Jerg im stehen und blickte mit starren Augen in das Thal hinunter. hat Lebensart. Wenn's nach der Lisei gegangen wäre, säßen treuherzigen Tone fort." Selbst der Schweißfuchs spitzte Als sie weiter ging, blinkte etwas an ihren schwarzen wir noch bei dem Sonnenwirthen in St. Lorenzen und vergnügt die Ohren. Der verdammte Bayer. Aber brav Wimpern. war's von Dir, Ambros, daß Du Dich der Larseit ange- Jerg blieb Ambros nicht die Antwort schuldig; Beide Der Blick, selbst aus solch schönen Glühaugen, war nommen hast. Ist eine saubere Gitsche, die Einem schon überboten sich in einem stacheligen Humor. Der des jungen mehr als Ambros zu ertragen vermochte. Statt sich zu ent- gefallen kann." Klosterbauers hatte aber etwas Hastiges und Erzwungenes, schuldigen, zog er die Schultern in die Höhe, und Afra rief Er sagte das hin, ohne den Kopf zurückzukehren. Hätte als wollte er Afra absichtlich zeigen, daß er sich aus ihrer gereizt: Und er bittet wegen seiner Grobheit nicht einmal ihm Afra in das Gesicht sehen können, so würde sie es Ungnade nichts mache. um Entschuldigung." hämisch um seinen breiten Mund haben zucken sehen. Aber Lisei und Stafi folgten harmlos plaudernd. Stafi " Wann die Frau Arigaya meint, daß ich mir die Bitt es bedurfte deſſen nicht, sie fühite die Spitzen aus seiner war noch verlegener geworden, als Lisei fie angeredet. Juabdringen lasse, nachher fennt sie mich schlecht", trotte treuherzigen Redeweise heraus und drückte die Hand auf dessen lag in deren Ton und Wesen so viel Freundliches, das Herz. Mütterliches, daß Stasi daß Stasi ihre Schüchternheit schnell " D, es ist nicht so schwer, wie er sich einbildet, den Na, allemal kann man nicht lustig sein," fing er überwand. Sie hätte Lisei gern überzeugt, daß sie an der Was die Masse angeht, so blieb sie trotz aller Aufreizungsversuche einiger fanatischer Boulangisten von Grund aus ruhig. im Grubenbesizer, durch gewiß nicht nach Frankreich gehen, wenn ihrer Tochter[ lichen Eisenbahnzeit für Deutschland. Es läßt sum diesen Gegnern gewachsen zu sein, ist in der That von uns dort Ungebührliches widerfahren wäre. sich sehr viel für und wider sagen; so offenbar auch die als eine unfreiwillige Schmeichelei aufgefaßt worden. Auch von unserem regelmäßigen Pariser Korrespon- Vortheile einer Einheitlichkeit der Eisenbahnzeit sind, so Das Geständniß, welches in dieser Erklärung lag, hat denten, Genossen Jules Guesde, erhalten wir über die entstehen doch andererseits auch vielerlei Nachtheile aus dem uns nur höchlich befriedigen können. Da es nicht unsere Pariser Vorgänge einen ausführlichen Bericht, den wir unterschied zwischen der Lokalzeit und der Eisenbahnzeit. Indeß Absicht ist, eine Straßenschlacht" herbeizuführen, und wir die Vortheile scheinen doch überzuwiegen, und doch überzuwiegen, und das auch zu gut organisirt sind, um zu einer gezwungen hier folgen lassen: Haus nahm es mit Genugthuung auf, als der werden zu können, so bleibt uns aus jenem Geständniß blos Viel Lärm um nichts! Wenn man unsere und die Direktor des Reichs- Eisenbahn- Amtes die Absicht der die Thatsache, daß die Regierung es sich nicht zutraut, der deutschen Bourgeoisblätter liest, könnte man an eine Regierung, einheitliche Eisenbahnzeit einzuführen, ver- sozialdemokratischen Bewegung mit geistigen Waffen", oder wahrhaftige Volksentrüstung glauben, die doch nur in den kündigte. Etwas lebhafter wurde die Besprechung wenigstens ohne Blutvergießen Herr zu werden. Und daß Spalten der Zeitungen bestand, welche durch Sensations- der Kohlentaris- Frage, die von dem Abgeordneten uns ein solches Geständniß mit Genugthuung erfüllt, werden artikel ihre Zugkraft zu erhöhen suchten. selbst die Gelehrten der Magdeburger Zeitung" bei einigem Richter aufs Tapet gebracht wurde. Das Straßenpublikum, das sich aus soviel Gaffern ins Ausland außerordentliche Transportvergünstigungen, die Die Herren Kohlenbarone haben bekanntlich für Sendungen Nachdenken uns zugeben müssen. zusammensetzt, hat sich nicht allein nicht gerührt, nein, es doch nur auf Kosten der deutschen Steuerzahler gewährt In der Budgetkommission wurden bekanntlich die begriff nicht einmal die Aufregung, welche man ihm werden können. Obgleich diese Frage mit der der exorbitanten Pläne des Herrn v. Hollmann mit überunterschob und über deren Grund es sich jetzt klar zu Rohlenringe organisch verwachsen ist, so mur großer Majorität verurtheilt; wie es sich nun auf dem letzten werden sucht. den diese doch Herr parlamentarischen Diner, dem der Kaiser beiwohnte, herausnur ganz flüchtig gestreift. Nicht einmal, nein zehnmal ist man seit zwanzig Hammacher, als Vertreter der Grubenbefizer- gestellt hat, vertrat Herr von Hollmann die Pläne des Jahren nach Berlin gegangen, um sich an diplomatischen, Interessen, meinte, die Kohlennoth" sei durch den Kaisers, der sich den Abgeordneten gegenüber sehr entschieden wissenschaftlichen und anderen Kongressen zu betheiligen. Sohlenarbeiter- Streit des Jahres 1889 veran- für die Vergrößerung der Marine ausgesprochen hat. Wir sind Warum sollten nach den Diplomaten, nach den Gelehrten laßt worden. Wenn wir nicht sehr irren, war Herr begierig, wie die persönlichen Besprechungen des Raisers mit nicht auch die Herren Maler mit ihren Gemälden denselben Hammacher bezüglich dieses Streits früher anderer Meinung Herrn Windthorst und anderen Parlamentariern in den Weg einschlagen? als jetzt; wenigstens glauben wir uns zu entsinnen, daß er heute beginnenden Verhandlungen über den Marine- Etat In dem Streit zwischen Ausstellern und Nichtaus- damals den Arbeitern im Wesentlichen Recht gab. wirken werden. Vielleicht bewilligt Herr Windthorst und zwischen Ausstellern stellern sah das Publikum und mit Recht – nur das Jedenfalls war er einer der freiwilligen Vermittler, die die Konservativen doch noch die fünf Schiffe. eine Beilegung des Streits erstrebten. Und er war in Ueber den Umfang der Gefangenenarbeit erfahren Bestreben, Reklame zu machen, ein Mittel, von ihren dieser Eigenschaft genöthigt, den Herren Grubenbesitzern so wir durch einen amtlichen Bericht des preußischen Mini Namen reden zu machen, ihre Werke an den Mann zu nachdrücklich entgegenzutreten, daß er bei ihnen in steriums des Innern, daß im Etatsjahre 1888-89 in den bringen. Ungnade fiel. Kein Zweifel, der Kohlenarbeiter- Streike preußischen Gefängnissen 17 111 Personen gegen Lohn für Ebenso liegen die Dinge bei einer gewissen Inkognito- bat die Preise empor getrieben, aber dies lag gewerbliche Unternehmer beschäftigt waren, und zwar reise nach Paris. Sie wäre völlig unbemerft vorüber im Interesse der im Handwerk im Ganzen 4606 Männer, darunter: gegangen, hätten sich die Reporter nicht auf der Jagd deren Bedrückungen die Arbeiter zum Streit gezwungen 1334 als Tifchler, 1162 als Schuhmacher, 971 als Weber, nach Zeilengeldern befunden. Diese Handwerker von der wurden. Sonach sind es die Herren Gruben befiber, 657 als Schneider, 420 als Schloffer, 66 sonstige HandFeder suchen da eine gute Gelegenheit, aus Tinte Gold welche an der Kohlennoth schuld find. Beiläufig setzen diese werker; im Fabrikbetrieb im Ganzen 8650 Männer, darFeder suchen da eine gute Gelegenheit, aus Tinte Gold Herren bis auf den heutigen Tag noch die alten Praktiken unter: 1950 als Bigarrenarbeiter, 978 als Maschinenstricker, zu machen, und ihr Geldbeutelpatriotismus widerstand fort; sie machen jeden friedlichen Verkehr mit den Arbeitern 930 als Bürstenmacher, 909 als Korbmacher, 999 als Buchdieser Versuchung nicht. unmöglich und verbreiten systematisch Gerüchte von bevor- binder in der Etuis- 2c. Macherei. Was die Frauen be stehenden Streits was selbstverständlich die Wirkung hat, trifft, so waren davon als Fabrikarbeiterinnen beschäftigt: die Kohlenpreise in die Höhe zu treiben und 378 in der Weberei, 400 im Bigarrenmachen, 128 im die Profite der Herren Grubenbesitzer zu vermehren. Stricken und 182 in der Herstellung von Federn und Als der Marine Etat zur Verhandlung kam, Blumen. Nicht etwa, als ob das Andenken an Elsaß- Lothringen erloschen sei, nicht, als ob man die Besuche im Versailler war die Zeit schon so vorgerückt, daß Niemand mehr Luft hatte, die große Seeschlacht" um den famosen Marine- Die gestrigen Wahlen zum österreichischen AbgeordnetenSchloß und in den Ruinen des Schlosses von St. Cloud Zukunftsplan zu beginnen. Man scharmützelte ein wenig hause find nicht bedeutungslos für unsere auswärtige nicht unangenehm empfunden hätte. Aber die Würde der ein Antrag des Herrn Windthorst, die Konsequenzen Politik, speziell für die Tripel- Alliance, denn Nation so lautet ja das geschwollene Wort, das man des neulichen Beschlusses, betreffs der Unteroffiziers- Prämien, der gewaltige Sieg der Jungtschechen über die Alttschechen, immer so gern im Munde führt fühlte sich nicht ver- auch für die Marine zu prüfen und zu diesem Behuf welche aus einer maßgebenden Bartei zu einer bedeutungs letzt. Sie steht erhaben über solch jämmerlichen Vor- 9000 M. zu bewilligen, erweckte mehr Heiterkeit als Wider losen Gruppe herabgesunken sind, bringt in das österreichische fällen. stand und wurde ohne Kampf angenommen, worauf das Haus Parlament eine Partei, welche alles Deutsche und vor allem das Bündniß mit Deutschland haßt und an Stelle desselben Und wenn man behauptet, der Geist der Revanche" sich bis morgen vertagte. ein gutes Einvernehmen mit Rußland sezen will. Wird habe sich fund gegeben, so sagt man eine Albernheit und Einen schnurrigen Grund für die Beibehaltung diese Verschiebung auch keine Aenderung der auswärtigen schmäht mit demselben Athem unser Volt, das sich immer der Kornzölle hat die„ Kreuz- 3tg." entdeckt. Sie schwingt Politik Desterreichs veranlassen, so muß sie doch als befester und fester mit dem Frieden verknüpft hat. Das- nach Art der Reichskanzler a. D. und i. D.„ den rothen merkenswerthes Symptom der Lage erzeichnet werden. hat es glänzend durch sein Verhalten bei dem boulangisti- Lappen" und meint, wenn der Staat die Bauern durch Auf- Andererseits entbehrt der Sieg der Jungtschechen auch nicht schen Abenteurer bewiesen, damals, als Herr General geben der Kornzölle unzufrieden mache, dann werde das eines erfreulichen Zuges, da diese Partei gewillt ist, für das Bum- Bumt, um kaum lumpige 20 Kandidaten mit Brot Land," auf das die Sozialdemokraten jetzt ihre begehr allgemeine Wahlrecht, größere Versammlungs- und Preßfreiheit einzutreten. zu versorgen, seinen großen Rasselsäbel einstecken und lichen Augen geworfen haben, für die Sache der Ordnung allgemeine Wahlrecht, größere Versammlungs- und Preßurbi et orbi wiederholen mußte:" Den Krieg? Ich will Die Kreuz- 8tg." vergißt, daß die Zahl der Bauern, Bei den Generalraths- Wahlen in Cette im fratt feinen Krieg.". die von den Kornzöllen Vortheile haben, eine verschwindend zösischen Departement Hérault wurde der Kandidat unserer Die Wolfe, welche das journalistische Geschrei und kleine ist; und sie bemerkt in ihrer Herzenseinfalt gar nicht, Partei, der Marxist Henri Combes, mit des größten StimmenGefreische heraufgeblasen hat, wird sich ganz von selbst daß sie ihren" Bauern, indem sie sagt, die zahl gewählt. wieder verziehen und das in kurzer Zeit, besonders, wenn selben hielten nur um niedrigen persönlichen Profits Acht Tage ist es her, da fanden zur selben Zeit, als der herrschenden Staats- und Geselldie Arbeiterschaaren auf beiden Seiten der Vogesen, wie halber es ihre Pflicht und ihr einziger Vortheil ist, unentwegt schaftsordnung fest, ein sehr zweifelhaftes Kompliment macht. Basly, früherer Bergarbeiter und Abgeordneter, in Bas de zu einander stehen und unablässig die Verbrüderung aller Es ist überhaupt eigenthümlich, welche große Rolle in dieser, Calais mit fast 9000 Stimmen zum Abgeordneten wieder Arbeiter und aller Sozialisten jenen veruneinigenden und sich für„ ritterlich“ und„ nobel" par excellence ausgebenden gewählt wurde, in der ganzen Umgegend des Departements Junkerpartei die gemeinen" plebejischen Geldfragen: l'Allier die Wahlen der Bergarbeiter- Delegirten statt. chauvinistischen Manövern ihrer beiderseitigen Regierungen Schnapsprämien, Zuckerprämien, Kornzölle, Fleischzölle 2c. Wir blieben Sieger auf der ganzen Linie! Unſere zwölf spielen. Und wir begreifen wirklich nicht, wie die Herren Kandidaten kamen durch und vereinigten auf sich sämmtliche Die Fortschritte unserer Partei können dieses für die Junker bei so eminent jüdischen" Geschäftsliebhabereien Stimmen außer 192! Emanzipation der arbeitenden Klassen unentbehrliche so grimmige Judenfresser sein können. Selbstkritik Das ist ein gutes Zeichen für den nationalen Berg arbeiter- Rongreß, der in Commentry, im Departement Resultat nur beschleunigen und fördern. Und jeden Tag pflegt doch sonst ihre Sache nicht zu sein. l'Allier, am 5. März eröffnet werden wird und auf dessen erobern wir neues Terrain." Die Magdeburger Beitung" meint, wenn wir die Tagesordnung steht: Verkürzung des Arbeitstags auf acht Reden Caprivi's als eine Reklame für die Stunden, die Maifeier, der internationale Kongreß u. s. w. Sozialdemokratie" bezeichnet hätten, so sei uns das u. s. w." Politische Lebersicht. nicht vom Herzen gekommen, in Wirklichkeit seien uns dieſe entgegen halten. " 1 Berlin, den 5. März. Der Eisenbahn- Etat beschäftigte den Reichstag in der heutigen Sigung noch einige Stunden. Auf Anregung des Grafen Stolberg- Wernigerode unter hielt man sich über die Zweckmäßigkeit einer einheit verloren gehen. " an " Reden sehr unangenehm gewesenes entspreche aber der Die belgische Verfassungsfrage führt zu einer Reihe jetzigen Taktik der Sozialdemokratie, sich möglichst harmlos von Konflikten; so ist einer zwischen der Regierung und dem hinzustellen. Das Spießbürger- Organ irrt sich; die Er- Brüsseler Bürgermeister wegen der Polizeihoheit ausge klärung des Herrn Reichskanzlers, die Regierung betrachte brochen. Eine Depesche meldet hierüber: die Sozialdemokraten als ihre einzigen ernsthaften Gegner,„ Ein schwerer Konflikt ist zwischen dem Bürgermeister Buls und sie brauche eine 1000- Markprämie für die Unteroffiziere, und der Regierung ausgebrochen. Die Regierung wollte den Begleitung ihres Bruders unschuldig war, aber sie vermochte Pieve da Maro, weiter hin das halb unter Laub be- sunken mit gefalteten Händen, bis das Raffeln eines Mageus es nicht, Ambros zu erwähnen. Lisei wußte es übrigens grabene Kirchlein von Hof auf das Thal hinunter, dessen sie aufschreckte. Sie warf einen scheuen Blick auf das Fuhr durch eine Bemerkung aus David Fenchler heraus zu locken, grüne Abhänge mit einzelnen Gehöften und braunen Hütten- wert. Ambros war nicht darauf. Wer vermöchte auch wie sie zu der Gesellschaft ihres Bruders gekommen waren. gruppen überstreut waren. Heckengänge durchzogen die ab- dessen Sinn zu beugen? Als er dem Wagen nachfolgte, Stafi athmete sichtbar erleichtert auf und fortan war es ihr, schüssigen Felder und von dem Bannivalde her grüßte der fand er David allein am Wege ſizend. als ob Lisei ihre Schwester wäre. fich Kirchthurm von St. Vigil. Von dem Sanften und Lieb Ja, ich weiß nicht", erklärte der Alte, indem er Als sie mit den Vorausgegangenen vor dem kleinen lichen ward der Blick allmälig zum Großartigen übergeleitet, mühsam erhob," Deine Schwester hat die Stafi mitgenommen. Wirthshause von Balfrad zusammentrafen, lub Ambros und Stafi's braune Augen leuchteten über die Hütten, Sie war freilich auch müd' genug." Alle zu einem Trunk Wein ein, während Jerg seinen Schweiß- Dörfer, Felder und Kirchen, über die Höhen mit ihren Ambros biß die Zähne zusammen. fuchs wieder zu Gang brächte. Stafi aber sagte hastig: Tannen- und Lärchenwäldern und blieben an den mächtigen Das arme Ding", fuhr David, neben dem Burschen Ach nein, wir müssen nach Hause," und zupfte den Felsen im Hintergrunde haften, welche die Nachmittagssonne in sich weiterschiebend, fort, schon um brei Uhr Morgens find Ohm an der Joppe Lisei kam ihr zu Hilfe, indem sie ihr durchscheinenden Alabaster mit weichen, blauen Schatten ver- wir von Hause aufgebrochen, um die Messe in St. Lorenzen die Hand reichte und sagte: wandelte. Wunderliche Gestalten waren es, welche das Spiel nicht zu verspäten." Du hast Recht, Kind, die Nachbarin, die Deine Mutter der Einbildungskraft herausforderten. Da schimmerte Ambros zerrte stumm an seinem Schnurrbart und in Obhut genommen hat, wird wohl schon sehnlichst auf die mächtige, nackte Schädeldecke des Kreuzkofls, dessen Fuß David begann wieder an seinem Rosenkranz zu fingern. Dich warten. Komm gut nach Hause!" im Gaderthal wurzelt, neben der Doppelwölbung des Piz So laß doch, zum Teufel, das ewige Beten", fuhr ihn Unsinn! Hat fie so lange gewartet, kann sie auch Pares und dahinter stemmte die Eisengabel ihre braunen der Bursche wüthend an, noch länger warten," rief Ambros mit zusammengezogenen Klippen der grünen Brandung des Waldes entgegen. Der Alte öffnete im Schrecken seine wasserblauen Augen Genüber streckten sich drei steinerne Riesenfinger, die in der so weit wie möglich. Aber er unterließ das Beten. Stasi zog aber den Ohm mit sich fort. Sie be- Sonne von Gold schienen, zum blauen Himmel, und der Wanderschaft wurde dadurch nicht unterhaltender, denn David schleunigte ihren Schritt, es war, als ob sie flöhe. Erst Biz Peres daneben mit seinem langherabwallenden Tannen- Fenchler war in dem Kloster stumpf geworden und wußte nachdem sie den Höhepunkt des Weges erreicht hatte und bart würde Stasi an Michel Angelo's Moses erinnert Nichts zu reden, und Ambros mochte in seinem Berdrusse Balfrad hinter ihr versunken war, nahm sie wieder auf den haben, wenn sie von diesem Gebilde etwas gewußt hätte. nicht den Mund aufthun. schlurfenden Gang Davids Rücksicht. Nun schwang sich die Neben dem sinnenden Moses trat stolz wie ein König der Straße nach Osten herum und zu Füßen der beiden Wanderer Paratscha hervor und zwischen ihnen schien sich schäumend lag das Vigilthal, zu dessen Sohle der Weg mit mancher ein Sturzbach in den Bannwald zu ergießen. Es war eine Der Klosterhof bildete den stattlichsten Ansiz in dem Kehr hinabstieg. Frei schweifte der Blick über das Anfangs Mur, deren so viele von den Felsen niedergegangen sind ganzen Vigilthale. Wo dieses gegen Norden sich erweitert Brauen. schmal eingeschnittene Thal bis zu den Dolomiten, die sich und den Wald in der Tiefe durchrissen haben. 3weites Rapitel. Die im fernen Often foulissenartig in den Bannwald hineinzu- hin, bis zu dem im bläulichen Duft verdämmernden Col de seinen Wiesen und Feldern, die sich sanft gegen den Vigil schieben schienen. Von dort her kam der Bigilbach an Mühlen Rü, erstreckte sich die steile Wand des Monte Sella, dessen bach hinabsentten. Gleich einem Diadem von Smaragdel und kleinen Weilern, über deren graue Dächer Obstbäume und Gipfel Burgen und ummauerten Städten gleichen, und der dessen mittelites Juwel pas Spitzhörndl bildete, erhoben sich einzelne Ulmen ihr Gezweig breiteten, vorübergetänzelt, ent- röthliche Stein, von der Sonne durchglüht, ließ sie in hinter dem Kloſterhose die waldreichen Berge, und ihm zu lang dem mit prächtigen Tannen bestandenen Bergrücken, brennende Abendröthe getaucht erscheinen. Füßen drängten sich die grauen Häuser und Schindeldächer der das Vigilthal im Süden von dem Gader- That scheidet. David hatte sich auf einem Stein am Wege nieder- des kleinen Fleckens Monthan eng an dem Bache zusammen. Links schaute das feste Haus von Asch, die stattliche gelassen und harrte geduldig, bis seine Nichte sich an ihrem Bei dem Weiler zweigte sich von der Heerstraße, die in einem Dechanei sammt der schönen Kirche von Enneberg oder Heimatthale satt gesehen. Sie stand in dem Anblick ver weiten Bogen weiter nach dem eine gute Viertelstunde ent to 11 9 ti 11 t C C Bürgermeister verpflichten, Rundgebungen auf den Straßen zu diese Angelegenheit ausgesprochen. 2. Die Kommission vor Allem die Zeitung nicht den ungeschickten Händen von untersagen, wenn folches ihr gefiele. Der Bürgermeister ant- spricht sich gegen die Schaffung einer neuen Schutzkategorie beitern felbft, sondern der sicheren und bewährten Leitung vo wortete, die Kommunalpolizei sei ihm unterstellt, die Regierung im Arbeiterschutz- Gesetze für Nichterwachsene aus und be- Auch- Arbeitern und anderen Leuten sogar ein Fabrikant fiszt habe nur dann zu interveniren, wenn Ausschreitungen vor- fürwortet die Hinaufsetzung der Minimal- Altersgrenze der mit im Vorstand- anvertraut ist. Nachdem in der vergangenen tämen, welche die Gemeindepolizei nicht zu unterdrücken verWoche hier zirkulare versandt wurden, fand am vergangenen mag. Buls weigert sich, sich der Regierung zu unterwerfen, zur elfftündigen Fabrikarbeit berechtigten Kinder auf das Sonntag die konstituirende Versammlung statt. Der Rebafteur 3. Die Kommission hält, mit des„ Kottb. Anz." zeigte in einstündiger Rede die besten Wege, welche besondere Vorkehrungen für die Aufrechterhaltung der vierzehnte Jahr. Ruhe treffen zu wollen scheint. Die Regierung hat dem Bürger- Ausnahme des Schichtwechsels, bei Kindern eine neun- auf welchen die Arbeiter in politische und wirthschaftliche Vermeister erklärt, er sei nur ihr Agent und habe nur ihre Befehle, stündige Arbeitsdauer für zu lang, dagegen könnten sumpfung hineinlaufen und sich nasführen lassen können. Und an Stunden Kinderarbeit ohne über sie zu diskutiren, auszuführen. Der Gemeinderath neun vier Tagen, also Beifall lohnte seine Rede. Die ausgelegten Listen wurden mit ist einberufen worden, um sich mit dieser Angelegenheit, bei der 36 Stunden per Woche, wie dieselbe in der Praxis schon 60 zum Beitritt verpflichtenden Unterschriften bedeckt. In den das Prinzip der Autonomie der Gemeinde in Frage steht, zu heute in den bengalischen Fabriksetablissements eingeführt Vorstand wurden gewählt die Herren Maschinenführer Görliz befassen." ist, nicht als Arbeitsüberbürdung angesehen werden, ja man( Vorsitzender), Handelsmann Drescher( Stellvertreter), Magazin verwalter Ad. Schulz( Schriftführer), Tuchmacher Hermann Ueber einen Anarchistenprozeß in Rom brachten die fönnte bis zu 54 Stunden wöchentlich gehen; jede Aenderung Teubert( Raffen- und Rechnungsführer), Kaufmann Fritz Rüdiger Bourgeoisblätter in den letzten Tagen ausführliche Berichte müßte übrigens zu einer Reduktion der Löhne führen. Außer- und Seifenfabrikant Paul Allerdt( Beifizer).„ Möge er ein starkes mit obligater Entrüstung. Wir nahmen von der Sache halb des Schichtsystems sollten die Kinder nicht mehr als Bollwerk gegen die umstürzlerischen Bestrebungen werden!" ruft feine Notiz, weil wir hinter dem Prozesse Polizei 64 Stunden per Tag beschäftigt werden. 4. Frauen und begeistert die Forster 3tg.". ma che vermutheten. Dieser Meinung scheinen sich auch die Kinder sollen einen freien Tag in der Woche haben, ebenso Richter angeſchloffen zu haben, denn ſie ſprachen die Ange- die Jünglinge, dort wo eine ununterbrochene Produktion Schlachtrui, per in den verschiedensten Bariationen allüberall jest 4 tlagten Canzoni und Genossen gestern frei. nicht unbedingt nöthig ist. Schwerin. * Wider die Sozialdemokraten!" Das ist der Auch unsere Mucker regen sich, um gegen den geSo wenig wir den Ergebnissen dieser Enquête bei erfchallt. In dem amerikanischen Staate Ransas ist ein stimmen können, so sehr ist sie doch ein Beweis, daß die fürchteten Feind zu Felde zu ziehen. Das große Wachsthum der Sozialdemokraten, wie es sich bei der letzten Reichstagswahl auch Eisenbahnarbeiter- Schutzgesetz von der Legislatur anges tapitalistische Produktionsweise überall zu den gleichen in Mecklenburg fundgegeben, hat namentlich die Besorgniß unserer nommen worden. Dasselbe hat leider nicht Aussicht, in Kraft zu Wirkungen und zu ähnlichen gesetzgeberischen Maßregeln Frommen im Lande erregt, und es sind daher von hier aus vielfach Mittel und Wege angegeben, durch die sich die Kirche an treten, da im Senat dieses Staates für das Gesetz keine führen muß. dem Rampfe gegen die Sozialisten zu betheiligen habe. NeuerMajorität vorhanden ist. Wegen der Wichtigkeit der GeIn Sidney Australien ist am Dienstag dings erörterte auf einer firchlichen Konferenz in Wittenberg segesmaterie theilen wir aber doch einige Bestimmungen desdie Föderation 3- Konvention eröffnet worden Pastor Karsten- Bellahn die Frage: In welcher Weise haben sich selben mit:. an dem Kampfe wider die Sektion 1 der Bill bestimmt, daß die staatlichen Eisen- das heißt ein Kongreß von Delegirten der verschiedenen unsere Kirchengemeinden betheiligen, und wie ist diese Bebahn- Kommissäre( die vom Volke erwählt werden) den ge- australischen Staaten, zum Zweck einer Verbündung Sozialdemokratie zu sezlichen Arbeitstag von Kondukteuren, Abfertigungsbeamten, sämmtlicher australischen Staaten. Es ist hier- theiligung zu erreichen? Der Herr Pastor empfahl, christliche das sei das beste Schuhmittel Lokomotivführern, Heizern, Bremsern und anderen Eisen- mit der Anfang gemacht mit der Gründung der Ver- Hausväter- Vereine zu gründen, wie er selbst das schon in gegen die Ausbreitung des Sozialismus auf dem Lande. Nicht bahn- Bediensteten festzustellen haben, der aber unter einigten Staaten Australien 3, die sich wie seiner Gemeinde gethan, feinen Umständen länger als zehn Stunden weiland die Vereinigten Staaten. Amerikas, naturblos die Pastoren müßten den Kampf gegen die Sozialdemokratie Deren bewußte fein soll. In Sektion 2 wird gesagt, daß kein bei Be- gemäß von dem Mutterland England lostrennen werden. unternehmen, sondern auch die Gemeinden. förderung von Personen oder Frachten beschäftigter Arbeiter In England sieht man dieser Eventualität mit großer Ge- Glieder müßten sich in der der Kirche zur Zeit obliegenden Nothmehr als 16 Stunden unter 24 beschäftigt müthsruhe entgegen- ebenso wie der bevorstehenden Los mehr gegen die Sozialdemokratie zusammenschließen und christwerden darf( Vergl. Sekt. 5 der Bill); er soll auch nach trennung von Kanada, dessen Anschluß an die Vereinigten liche Gemeinschaft pflegen. Die christlichen Hausvätervereine" werden sicherlich der je acht Stunden eine( nicht festgesette) Ruhepause haben. Staaten nur eine Frage der Zeit ist. Beiläufig hat EngVerlegungen dieses Gesezes werden beim Arbeiter mit 10 land von der Republik der Vereinigten Staaten Nord- Sozialdemokratie den Garaus machen, daran ist gar nicht zu zweifeln. Das ist aber nicht Alles, was an welterschüttern= bis 20 Dollars Buße für jedes Vergehen bestraft und er amerikas weit mehr materielle Vortheile, als es gehabt ben Begebenheiten aus Meklenburg zu berichten ist. Vor einiger kann außerdem von der Staatseisenbahn- Kommission aus haben würde, wenn die amerikanischen Kolonien im alten Beit tagte hierselbst eine Kommission hervorragender Kirchendem Dienst entfernt werden. Die Eisenbahngesellschaft ist abhängigkeits- Verhältniß, das ihren wirthschaftlichen Auf- und Schulmänner, um über eine Herabminderung des religiösen Memorirstoffs für die Jugend zu berathen. Ueber das Ergebniß außer der Geldstrafe auch verantwortlich für allen Schaden, schwung hemmte, geblieben wären. der Berathungen theilt der Rost. Anz." mit, daß die Kommission welcher durch Unglücksfälle entsteht, die durch Unfähigkeit den überaus wichtigen Beschluß gefaßt hat: Gs genüge für die überarbeiteter Angestellter herbeigeführt werden und zwar ganze Schulzeit, wenn die Schüler den Lutherischen Katechismus, in solcher Weise, als ob boshafte Schädigung vorliege. ferner 29 Gefänge und 182 Bibelsprüche auswendig wüßten. Sektion 5 bestimmt: Es zeugt sicher von einer ziemlich gewissenhaften Berathung und Erwägung, wenn die Kommission schließlich zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß nicht etwa 30, sondern schon 29 Gesänge genügten, andererseits aber mit 181 Bibelsprüchen absolut nicht auszukommen sei, sondern deren 182 erforderlich wären. Und da fage noch Einer, daß man nicht fort und fort mit Feuereifer beſtrebt wäre, das Volkswohl und die Volksbildung zu fördern. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Soziale Uebersicht. U Die Saläre und Löhne aller Beamten, Agenten, Abfertigungsbeamten, Kondukteure, Heizer, Bremser, SektionsLeute, Werkstättenarbeiter und andere in der Verwaltung Prenzlau. Auch hier beginnt die Sozialdemokratie sich und im Betriebe der Eisenbahnen dieses Landes beschäftigten träftig zu regen und durch unermüdliche Agitation sich immer Personen sollen vom Rath der Staatseisenbahn- Kommission neue Anhänger zu erwerben. Die Genossen haben allerdings festgestellt werden und sollen in allen Fällen so angemessen einen äußerst schwierigen Stand, da einmal zu viele Arbeiter in ( reasonable) und genügend im Betrag sein, so daß die different sind, und andererseits die Unternehmer einen zu großen Angestellten in der Lage sind, sich selbst und ihre Einfluß ausüben. Trotzdem ist es aber gelungen, einen sozialFamilien anständig und komfortabel zu unterhalten, ohne demokratischen Arbeiter- Bildungsverein zu gründen, der seit der furzen Zeit seines Bestehens schon 133 Mitglieder zählt. Der durch die Nothwendigkeit gezwungen zu sein, mehr als zehn Arbeiter- Bildungsverein thut nun alles Mögliche, um in MitStunden innerhalb eines Tages von 24 Stunden oder glieder- Versammlungen die Mitglieder und in öffentlichen Ver An die Metallarbeiter Berlins und Umgegend! Kollegen! mehr als sechs Tage in einer Woche von sieben Tagen zu fammlungen sämmtliche Besucher derselben aufzuklären, und hat Der Ende Mai v. J. stattgefundene allgemeine deutsche Metallarbeiten." Deshalb beschlossen, alle 6 Wochen eine öffentliche Versammlung Arbeiter- Kongreß zu Weimar beschloß: Um die durch die unbeSektion 6 schreibt vor, daß die Löhne aller Angestellten abzuhalten. Die neueste öffentliche Versammlung des Vereins rechtigten Uebergriffe des Unternehmerthums eintretenden Streifs in jeder Stadt, welche die betreffende Bahn berührt, in einer fand am Montag, den 2. März, statt. Das Referat hatte Genosse resp. Aussperrungen fräftig unterstüßen zu können und um zu verbreiteten Beitung monatlich bekannt gemacht und in den Reichling aus Berlin erhalten, der über das Thema„ Die Sozial- einer durchgreifenden Agitation unter den deutschen MetallarbeiJahresberichten der Eisenbahn- Kommissare tabellarisch ge- demokratie" sprach. In der Diskussion sollten nur Gegner zum tern genügende Mittel zu besißen, ist die Aufbringung eines gebeurte zugelassen werden. Nun waren zahlreiche Vertreter der unterſtüßungs- resp. Agitationsfonds erforderlich. ordnet werden müssen. Settion 7 schreibt vor, daß die Bourgeoisie anwesend, die offenbar mit der Absicht erschienen Da sich nun bei dem bisherigen( Listen-) System zur AufKommissäre, welche die Bestimmungen dieses Gesetzes nicht waren, dem Referenten entgegenzutreten. Aber trotz der wieder- bringung von Geldern zu oben bezeichneten Zwecken verschiedene in angemessener und gerechter Weise zur Durchführung holten Aufforderung des Vorsigenden schwiegen alle. In einer Uebelstände eingeschlichen hatten, und es auch als unbedingt nothbringen, gemäß den Staatsgesetzen bestraft werden sollen. Bause von 15 Minuten ließen sich 17 neue Mitglieder aufnehmen. wendig erachtet wurde, daß alle die gesammelten Gelder an einer Das Gesetz soll sofort in Kraft treten. Unter ,, Verschiedenem" wurden die Genossen durch eine Resolution Stelle zusammenfließen, damit von hier aus eine gerechtere Vertrinken, da dessen Saal allein zu Versammlungen zu haben sei. lands das Karten- und Markensystem zur Einführung. aufgefordert, nur in dem Vereinslokal zeggenfeld" ihr Bier zu theilung stattfinden kann, brachten die Bertrauensmänner DeutschHierauf wurde die zahlreich besuchte Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Die Kansaser Gesetzgebung hat ferner nahezu einstimmig Die Kansaser Gesetzgebung hat ferner nahezu einstimmig eine Bill angenommen, die Unternehmern, Kompagnien 2c. perbietet, bewaffnete Macht zu halten, während ein Streik im Gange ist. * Forst. Eine furchtbare Gefahr ist am vorigen Sonntag für Die indische Regierung hat auf Antrieb der öffent- die hiesige Sozialdemokratie erstanden. Zweifellos ist die lettere lichen Meinung in England eine Enquête über die nunmehr dem Untergang geweiht. Die Katastrophe ist nicht uns Arbeiterverhältnisse in Indien veranstaltet, erwartet eingetreten, Befürchtungen wurden schon längst geäußert; als deren Ergebniß nunmehr der Bericht der Fabrits- aber man glaubte die Gefahr noch nicht so nahe. Nun ist die kommission vorliegt, aus welchem der Arbeiterschutz" Bescheerung da. In voriger Woche iſt nämlich hier ein freiohne Scherz, ein wirklich freisinniger Arbeiterfolgende Hauptpunkte heraushebt: 1. Die bereits be- sinniger stehende Beschränkung der Arbeitszeit für Frauen verein gegründet worden, der sich dem weiteren Vordringen der für Frauen Sozialdemokratie als ein mächtiger Damm entgegenwerfen soll. auf elf Stunden täglich wird als genügend er war sind es vorerst nur ca. 60 Mann, die heldenmüthig den fannt. Die Arbeiterinnen felber wünschen feine Kampf aufzunehmen sich entschlossen haben, dafür sind es aber weitere Abkürzung der der Arbeit gewidmeten Zeit und auch Namen von gutem Klang, und der Verein dürfte um so eher haben sich vielfach gegen die Einmischung der Behörden in geeignet sein, mannhaft für die Arbeiterinteressen einzutreten, als Leider muß jedoch konstatirt werden, daß bis jetzt nennens werthe Erfolge damit nicht erzielt worden sind, was um so bedenklicher ist, als gerade jetzt von allen Seiten Ansprüche an den Unterstützungsfonds erhoben werden, und auch mit der Agitation in den Provinzen begonnen werden sollte. Wenn auch zugegeben werden muß, daß es bei der gegenwärtigen Geschäftsfrists schwer hält, Geldmittel aufzubringen, es auch natürlich erscheint, daß nach den großen Opfern der Hamburger Aussperrungen im vorigen Sommer eine Erschlaffung eintrat, so fann doch die anhaltende Sethargie damit nicht begründet werden. Die jetzigen Kämpfe in Hamburg und an anderen Orten sind ebenso wichtig wie die von den Unternehmern projektirte Aushungerung im Vorjahr, und wir konnten bisher sehr wenig zur Hilfeleistung beitragen. Laut Kongreßbeschluß sind Gelder für Unterstützungs- und Agitationszwecke den Vertrauensmännern zuzustellen, damit ein Ueberblick über die Leistungen der Kollegen gewonnen wird. Sache der Vertrauensmänner ist es dann, eventuell Unterstüßungen an die Generalfommission in Hamburg zu senden. fernten St. Vigil, dem Hauptorte des Thales, führte, ein räumigen Stallungen für die Rinder, die auf der Alm Ich appellire daher an das Solidaritätsgefühl aller im schmaler Weg aufwärts zum Klosterhofe ab. Dieser zwischen sömmerten, erwiesen sich in gutem Zustande, wie auch das den Feldern wie versunkene Weg trennte die Wirth große Wohnhaus, dessen unterstes Stockwerk massiv war. Eisen- und Metallgewerbe beschäftigten Kollegen und empfehle schafts- Gebäude, welche ein längliches offenes Viered Die Kaltsteinmauern waren außerordentlich dick, zum Schuh dringend das Versäumte nachzuholen, und die bei allen Branchen bildeten, von dem etwas vorgeschobenen Wohn- gegen die Strenge des langen Winters; denn das Vigilthal Vertrauensleuten erhältlichen Marken mehr als bisher hause, dessen Eingang sich auf der dem Spitzhörndt liegt sehr hoch, höher als der Brocken. Die Fenster mit ihren zu kaufen. Dadurch wird es uns möglich sein, den Hamzugefehrten Nordseite befand. befand. Der Der Klosterhof hieß kleinen runden und eckigen Scheiben, die in Blei gefaßt burger Ausgesperrten zu Hilfe zu kommen und ihnen zum endKollegen! Erinnert Euch Eurer Pflicht, bedenket: Siegt das der Anfig, weil zur Zeit, als das Vigilthal noch dem waren, lagen tief in der Mauer und Goldlack, Reseda und lichen Siege zu verhelfen. reichen Frauenkloster Sonnenburg im Busterthale eignete, Nelken blühten in den Nischen. Das obere Stockiverk war Unternehmerthum in Hamburg, dann seid Ihr die Nächsten, denen hier ein Maier desselben gewirthet. Als besondere Pflicht aus starken Balken gefügt und hatte ein nach allen man den Fuß in den Nacken seßt. Mögen also die Kollegen voll und ganz ihre Schuldigkeit hatte demselben obgelegen, für die tägliche Leibesnahrung Seiten weit vorspringendes Dach, unter dem sich auf der der Frau Aebtissin von Sonnenburg und ihrer Gefolgschaft Südseite eine Galerie oder Laube hinzog, deren Geländer thun, damit wir nicht hinter anderen organisirten Arbeitern zu sorgen, wann sie ihre Sommerfrische in St. Vigil hielt. und Pfeiler gleich den Dachfirsten auf den Giebelseiten mit zurückſtehen. Mit kollegialem Gruß R. Pezold, VertrauensDas große steinerne Haus bei der Kirche daselbst, in Schnigwerk verziert waren. Die Schnißerei war zwar roh mann der Eisen- und Metallarbeiter der Provinzen Branden dem sich zur Zeit das Landgericht und Steueramt be aber nach gutem Muster ausgeführt. Den Vorplatz vor burg und Pommern. Berlin SW. Wilhelmstr. 15, fanden, war die Sommerresidenz der Klosterfrauen ge- der Hausthür, zu der man auf acht bis zehn Stufen hinauf wesen und daher die hohe Mauer, die Hofraum und Garten stieg, umgab eine Steineinfassung von durchbrochener Arbeit nach außen abschloß. Für die Lebenslust der frommen und ein Kreuzgewölbe, das auf gemauerten Pfeilern ruhte, Frauen war die Mauer jedoch kein Hinderniß gewesen, und überdachte ihn. Versammlungen.a man erzählt, daß sich das Thor stets gastfreundlich auf- Als Kaiser Joseph 11. zur Regierung gelangt war, Die Filiale VII. Berlin SW. der Maler und verwandten gethan, so oft die Ritter von Brack, deren Stammburg hatten die frommen Frauen von Sonnenburg dem drohen Berufsgenossen hielt am 25. Februar eine Versammlung ab. Asch, unweit der Enneberger Dechanei, mit ihren vier Erker- den Sturme gegen diejenigen Klöster, die keinem gemein- Roll. Link hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über: thürmchen in das Thal hinunterschaut, oder andere werthe nüßigen Zwecke dienten, dadurch vorzubeugen gesucht, daß„ Das Handwerk in der Vergangenheit und jetzt." An der DisFreunde zum Besuche kamen. Ihre Lebensluft soll mitunter sie von ihrem mehr als fürstlich großen Grundbesitz unter fussion betheiligte sich ein Rollege. Im Verschiedenen" werden selbst dem hochwürdigsten Bischofe von Brixen ein Schnippchen der Hand soviel als möglich veräußerten. Geld und Werth- von mehreren Rednern die vorhandenen" Uebelstände vor Augen geschlagen und sogar seinem Interdikt mit den Spießen und papiere waren leicht in Sicherheit zu bringen, aber Grund geführt, u. A. die Handhabung der Versicherungskarten. Zum Schwertern ihrer getreuen Vasallen aus dem Vigiler und und Boden konnte man nicht an den Fersen mitnehmen. Schluß fordert der Bevollmächtigte zur Agitation sowie zu gidener Thale getrozt haben. Von einem Herrn Franz Damals war denn auch der Klosterhof in erbliches Gigen regerer Betheiligung an den Versammlungen auf, Wilhelm von Brack weiß man zu sagen, daß es für ihn thum des derzeitigen Maiers verwandelt worden. Er hatte besondere Verlustirung gewesen, von seinem festen den halben Betrag der Kaussumme baar erlegt und die Hause auf fahrende Mönche zu schießen, als ob es andere Hälfte war auf den Hof hypothetarisch eine Spaßen oder Meisen gewesen wären. Doch das Geschlecht getragen worden. Das war unter dem Vater des jetzigen derer von Brad boritet längst nicht mehr in Asch, Klosterbauers, Joseph Faltner, zu Stande gebracht worden. und das Kloster Sonnenburg wurde von Kaiser Joseph II. ( Fortsetzung folgt.) eine aufgehoben. Die Scheuern des ehemaligen Küchenhofes und die geZu dem Bericht über die Verfammlung aller Kutscher und im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter ist nachzutragen, daß eine Resolution angenommen wurde, welche besagte, den Arbeitern Hamburgs zu überweisen. Leider muß fonstatirt werden, daß kein Ueberschuß, sondern ein Defizit von 7 Mark ſich Ueberschuß der Tellersammlung den ausgesperrten Tabaksherausgestellt hat. Ferner ist der Name eines Kollegen, der in die Kommission gewählt wurde, falsch angegeben. Der Kollege heißt nicht Logawosti, sondern Bojanowski. Theater. Freitag, den 6. März. Opernhaus. Hiarne. Schauspielhaus. Der Störenfried. Lessing- Theater. Der Fall Clé menceau. Berliner Theater. Die Räuber. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Wallner- Theater. Miß Helyett. Rendenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance Theater. Re Lear ( König Lear.) Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Der Präsident. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Große Spezialitäten Concordia. Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direttion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Fräulein Liri Armani, schwedische Chansonette. Umberto Bozza, Produktionen auf dem Piedestal. Frl. Lilli Nora, deutsche KostümSoubrette. Den Mitgliedern d. Freien Vereinig. d. Circus Schumann. Graveure u. Ziseleure Friedrich- Karl- Ufer. Freitag, den 6. März: Abends 71/2 Uhr: zur Nachricht, daß unser Kollege, Wilhelm Jichmann, Ziseleur, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, um 4 Uhr, von statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 804b Der Vorstand. Große Vorstellung der Leichenhalle des Thomastirchhof aus, Besonders hervorzuheben: Grand Bato ude americain, Saltomortale üb. eine Anzahl Pferde. Das Schulpferd Troubadour, ger. v. Frl. Wilma. ReitKünstlerin Frl. Rosa Gerard. Mr. Melas als Affenmensch. Römische Spiele mit 4 Pferden v. Adolf Schumann. Mus. Entree, Gebr. Permané. Apportirpferd Said, vorgef. v. Hrn. Max. Komisches Entree des Clown Adolf Olschansty. Monopol, russ. Rapphengst, in allen Gangarten der hohen Schule geritten v. Hrn. May Schumann. Zum Schluß der Vorstellung: Danksagung. Für die Theilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes, unferes Bruders und Schwagers, August Bader den Kollegen u. Meistern der königl. Spandauer Gewehrfabrik, sowie dem Gefang verein unseren herzlichsten Dant.[ 801b Familie Petzold. Familie Suckert. Herzlichen Dank für die Unterstützung während meiner Freiheitsberaubung meinen Circus unter Wasser. Wilhelm Schulze nebst Familie. Sensationelle Walferpantomime. Die Marionetten oder: Täuschungen in ein. Damen- Pensionat. Morgen: Gr. Gala- Benefiz- Vorstellung für den anerkannt besten Jockey- Reiter der Welt, Mr Arséne Loyal. Die Marionetten. Zirkus unter Wasser. Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch Charlottenburg. Zentral- Krankenkasse der Töpfer. Sonntag, den 8. März, Vorm. 11 Uhr, ( Filiale Berlin). bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79. Mitglied.- Versammlg. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Christeller. 2. Raffenbericht. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Schriftgießer und 318 Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Vollsblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Nachstehende Schriften zur Religion und Philosophie halten wir dauernd auf Lager und sind dieselben zu den beibemerkten Preisen von uns zu beziehen. Wiederverkäufer erhalten Rabatt! Bebel, A., Glossen zu Yves Guyot's und Sigm. Lacroix's: Die wahre Gestalt des Christenthums" Christenthum und Sozialismus. Eine religiöse Polemit Dietzgen, Jos., Streifzüge eines Sozialisten in das Gebiet der Erkenntnißtheorie Dodel- Port, Moses oder Darwin? 3. Aufl. Douai, A., BC des Wissens für die Denkenden. 4. Aufl. 0,15 Antwort an die Bekenner des Theismus Dühring, E., Kritische Geschichte der Philosophie. 2. Aufl. 9, Der Werth des Lebens. 2. Aufl. Engels, Fr., Ludwig Feuerbach und der Ausgang der tlassischen deutschen Philosophie . Guyot u. Lacroix, Die wahre Gestalt des Christenthums. 2. Aufl. . • 0,15 M. 0,10" 0,25" 1, " " 0,10 " 6, " " 0,50 " • 0,30 0,60 " a " " " Heigl, F., Spaziergänge eines Atheisten. 5. Aufl. Jacoby, Leop., Die Idee der Entwicklung. 2. Aufl. 2 Bde. 3,20 Krasser, Fr., Marseillaise d. Christenthums.( 100 Ex. 2 M.) 0,05 Lassalle, Ferd., Die Philosophie Fichte's und die Bedeutung des deutschen Boltsgeistes Lommel, G., Jesus von Nazareth. 12. Aufl.. Johannes Huß. 7. Aufl. Marx, Karl, Das Elend der Philosophie • • 0,10 ..0,30 " " . . 0,25 " . 3,50 a " " • 0,50 0,15 " " tr Stern, J., Die Philofophie Spinoza's. brosch. 1 M., geb. 1,50 - Die Religion der Zukunft. 3. Aufl.. Halbes und ganzes Freidenkerthum. 2. Aufl. . Buchdrucker Berlins! Infolge polizeilicher Beschränkungen des Saales im Böhmischen Brander Brisch u. bunt. Stoff, pottbillig. Schriftgieß.- Hilfsarbeiterinnen. hause finder ben Emil 158. Die berühmte Borza Truppe, Parterre- Afrobaten. Sr. Paul Jülich, Gesangshumorist. 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Der Einberufer. RohrlegerGehilfen! Bemerkt sei, daß alle Kollegen Die Kommission. Zimmerleute! General- Versammlung am Sonntag, den 8. März, Vorm. 10 Uhr, im Saale der ,, Norddeutschen Brauerei", Chausseestr. 58. Tages Ordnung: 1. Welche Stellung haben die Zimmerleute Berlins der auf der Baus Arbeiter Konferenz gestellten Resolution gegenüber einzunehmen? Referent: Reg.- Baumstr. G. Kessler. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Verschiedenes. Der Einberufer: Hugo Lehmann, Straße 66a, Nr. 20. Sonntag, den 8. März, Vorm. 10/2 Uhr, 352/3 bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Versammlung Mitglieder- Versammlung des Fachvereins Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 256/4 4. Verschiedenes und Fragen. Der Vorstand. ArbeiterGesang- Vereinen halte zur Abhaltung von Festen folgende Kompositionen meines Verlags freundlicher Beachtung empfohlen: Clem. Zahn: Aufruf". Gedicht der Putzer am Sonntag, den 8. März cr., Vormittags 11 Uhr, in den ,, Bürger- Sälen", Dresdenerstr. 96. Zages Ordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai? 2. Unsere wirthschaftliche Lage. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Sonntag, den 8. März, Vorm. 10% Uhr, v. Ser weah. Part. u. St. 1 in Norbert's Sälen( früher May), Beuthstr. 21-22: jede St. 15 Pf. Clem. Zahn: Drei Lieder: Georg Herwegh: Das freie Wort. Heinr. Heine: Die Erleuchtung. Em. Geibel: Gondolera. Part. u. St. 2 M., jede St. 25 Pf. La Marseillaise: Deutscher Text von Audorf. Arrangirt von E. Kirsch. Part. u. St. 1 M., jede St. 15 Pf. Carl Hunger: Tolle Streiche. Großes humoristisches Potpourri.Part. u. St. 2,60 M., jede St. 40 Pf. J. Günther. 297L Dresden, Ziegelstraße 24. 3 Buch- u. Munkalien- Sortiment. Spezialität: Arbeiterlieder. Prima Sardellen Pfd. 80 Pf. Frische Eier billigst. O- Ullersdorfer Sahnenkäse Stück 20 Pf. ( weich und gelb). 357 Charlottenburg Freie DissidentenGemeinde. Sonntag, den 8. März, Nachm. 3 Uhr, im kleinen Saal Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39.[ 142/3 Außerord. Generalversammlung Das Erscheinen der Mitglieder ist sehr dringend nothwendig. Gäste jaben Zutritt. Der Vorstand. Thüringer Kümmelkäse Achtung! 3 Stück 25 Pf. Spiegel und Polsterwaaren. Möbel, Polsterwaren eigener Gr. Lager, bill. Preise Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Klavierarbeiter und verwandte Berufsgenossen! 0 In der Pianoforte Fabrik von Mat& Co. haben die Arbeiter wegen Cohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Buzug ist fern zu halten. 185 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Alters- und Invaliditäts- Gesek. Refer.: Herr Bruns. 2. Diskussion. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Freie Vereinigung der Staufleute. Versammlung Fam Freitag, den 6. März cr., Abends 8 Uhr, bei Norbert( May's Festsäle), Beuthstr. 22, I. = Tages Ordnung: ST G fe je: ge Jet fa ho R ni ni fd Dr 45 246/8 eir De De fül bit de Be tr die ge we 813 ru So led ba EiFa Fr da VE gie ge Die 188/6 Bi Kr für ge Be Ri ger lic die un au in we 116/9 tea we Ei we auf ba St lad abf nic ma der wet Ten bet. erh 1. Zweck und Nutzen einer Enquête über die Lage der Handlungsgehilfen. Ref: Gust. Mieker. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Jedermann als Gast willkommen. Um zahlr. Erscheinen bittet -Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Stein- Bildhauer Berlins am Freitag, den 6. März, Abends 8½ hr, im Saale des Herrn Müller, Johannisstraße 20. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission über den Verlauf des Streits bei der Firma Gebr. Beidler. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichrs Erscheinen ersucht Die Kommission. Hamburg- Amerikanische acketfahrt Actien- Gesellschaft. Pa Expressund Postdampfschiffahrt. Hamburg- New- York vermittelst der schönsten und grössten deutschen Post- Dampfschiffe Oceanfahrt 6 bis 7 Tage. Ausserdem Beförderung mit directen deutschen Post- Dampfschiffen von Hamburg nach Canada OstAfrika Westindien Mexico Havana Die Kommission. NB.: Sammellisten können jeden Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei J. Meyer, Andreasstraße 12, und bei dem Beitragsammler für den Norden W. Neumann, Ackerstr. 133, 2. Hof, im Keller, empfangen und abgegeben Nähere Auskunft ertheilt: Wilh. Mahler, Berlin N., Invalidenstrasse 121 werden. und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3. Baltimore Brasilien La Plata Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10 Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 299L Hierzu zwei Beilage 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 55. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 81. Sigung vom 5. März. 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: von Caprivi, von Boetticher, Sollmann, Dr. Schulz. Freitag, den 6. März 1891. 8. Jahrg. richten, als man im Inlande glaubt. Ich bitte die Reichsregierung, wenn noch möglich dafür zu sorgen, daß schleunigst ein Schiff dorthin dirigirt werde. interessante Verhandlung des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund stattgefunden. Es wurden in dieser Verhandlung Mittheilungen gemacht über den Wagenmangel, gleichzeitig aber auch von Sonderzügen nach dem Staatssekretär Hollmann: Der Indiensthaltungsplan der Auslande, welche auf Grund von Vorschriften der Eisenbahn- Marine fennt keine westamerikanische Station. Die Marine fann Verwaltung vorweg expedirt werden müßten. Ich bin weit ent- von denjenigen Stationen, welche etatsmäßig besetzt sind, kein fernt davon, der Verwaltung den Vorwurf zu machen, daß sie Schiff zurückziehen, sie werden dort alle gebraucht. Es würde Vom Extra- Ordinarium des Etats der Reichs- Eisenbahnen ihrerseits etwa böswillig die Kohlenausfuhr nach dem Auslande heißen eine diefer Stationen benachtheiligen, wenn man auch nur sind noch rückständig folgende Titel: 2 Millionen Mark für eine begünstigt habe zum Nachtheil des inländischen Kohlenverbrauchs. eines davon zurückzieht. Wir sind also so lange nicht in der normalspurige Eisenbahn von Mommenheim über Obermodern Thatsächlich wird aber durch die Eisenbahn- Verwaltungen die Lage, ein Schiff nach Chile zu schicken, als eine entsprechende nach Saargemünd, erste Rate, ferner erste Rate zur Weiterfüh- Kohlenausfuhr in das Ausland begünstigt infolge der billigen Etatsbewilligung nicht erfolgt.( Heiterkeit.) rung der Eisenbahn Kolmar- Münster bis Mezeral, 80 000 m. Auslandstarife, über die wir hier im vorigen Jahre ge- Das Kapitel wird bewilligt. zur Erweiterung der Geleise auf dem Innen- und Außenbahnhof sprochen haben. Einen besonders billigen Tarif hat man Bei Kap. 46, Reichsmarine- Amt, Tit. 1 Staatssekretär Esch, und 85 000 M. zur Erweiterung der Reparatur- Werkstätten eingerichtet, um von der Ruhr die Pariser Gaswerke 24 000 M. fragt auf dem Bahnhof Luxemburg. billig zu versorgen. Diese Gaswerfe haben zum großen Theile Abg. Hacke( dfr.), weshalb der projektirte Handelshafen bei Die Budgetfommission empfiehlt die Bewilligung fämmtlicher die Verstopfung herbeigeführt, unter der der inländische Konsum Wilhelmshaven noch immer nicht hergestellt ist. Das Bassin ist Forderungen. Die Bahn Mommenheim- Saargemünd mit Ab- zu leiden hatte. Bekanntlich werden oberschlesische Stohlen von zwar vorhanden, aber das Publikum ist nicht in der Lage, davon zweigung nach Saaralben kostet 26 961 000 m., wovon 23 205 750 Berlin nach Swinemünde billiger gefahren als englische von Gebrauch zu machen. Auch der Ausdruck Handelshafen" ist Mark aus Reichsfonds, 3 755 250 M. als Zuschuß a fonds perdu Swinemünde nach Berlin. Jetzt hören wir nun von allen allmälig aus den Zeichnungen verschwunden. Die Einwohner von Elsaß- Lothringen gewährt werden sollen. Die Rentabilität Seiten, daß die Eisenbahn- Verwaltung selbst englische Kohlen be- von Wilhelmshaven sind der Meinung, daß der Reichstag 1879 der vom Reich aufzubringenden Summe ist auf 2,60 v. H. ver- zieht, selbst die Firma Krupp, die selbst Kohlenbergwerke besitzt, die große Bewilligung von 1690 000 m. wesentlich zu komauschlagt. läßt sich Kohlen aus dem Auslande nach Essen kommen. Wenn merziellen Zwecken für Wilhelmshaven ausgesprochen habe. Es sich nun die Eisenbahnen englische Kohlen kommen lassen, so sind würde mit Freuden in Wilhelmshaven begrüßt werden, wenn sie viel besser dran, als die Privatindustriellen, denn die Ausgabe die Marineverwaltung sich den dortigen Kalamitäten annehmen dafür hat ja nur eine falfutatorische Bedeutung. Die Privaten können diesem Vorgange nicht folgen, weil die Tarife für die Zufuhr viel höher sind, als die für inländische, und das rächt sich dann in solchen Situationen. Die amtliche Statistik ergiebt die Zunahme der Ausfuhr um 3 Millionen, die Abnahme der Einfuhr ausländischer Kohlen um ebenfalls drei Millionen. Noch ungünstiger steht es mit Koke. Wir wollten im vorigen Jahre Ermittelungen veranlassen über eine gleichmäßige Gestaltung der Kohlentarife; vielleicht hätte der Antrag heute ein besseres Schicksal. Ich bringe ihn aber nicht wieder ein, weil wir ja hören, daß die Regierung die Gütertarife im Allgemeinen umzugestalten gedenkt. Wir wünschen aber Ausfunft von dem Reichs- Eisenbahnamt in dieser brennenden Frage. Dieses Amt liefert manche fleißige Arbeit, aber zu einer selbständigen Bedeutung hat es sich noch nicht aufzufchwingen vermocht. Ich beantrage, daß das Amt uns eine Uebersicht vorlegt über sämmtliche Ausnahmetarife, welche die Ausfuhr deutscher Kohlen zu begünstigen bestimmt und geeignet sind. Wir selbst tönnen uns das Material nur mühsam und niemals vollständig zusammenstellen; die sachlichen Unterlagen muß uns das Amt geben. Abg. Höffel( Elsässer, Reichspartei): Allerdings sprechen viele Faktoren für den Bau dieser Eisenbahn, zunächst die Rentabilitätsberechnung und dann der Umstand, daß in dem betreffenden Verkehrsgebiet eine Eisenbahn sich nicht befindet. Das Saar- Rohlengebiet würde dadurch 24 Kilometer näher an Straßburg gerückt. Gewiß ist es sehr erfreulich, wenn wir uns neue Wege nach Osten bahnen, denn noch im vorigen Jahre hatte ich Ihnen die schweren Schädigungen des Elfaffes ziffernmäßig nach gewiesen, welche uns durch die theilweise Sperrung unserer Westgrenze zugefügt werden. Nun sind die Hoffnungen, welche wir auf Beseitigung dieser Kalamität gesetzt hatten, durch die Er eignisse der lezten Tage vollständig vernichtet worden, und das durch das unpatriotische Gebahren von Leuten, welche den Patriotismus besonders für sich in Anspruch nehmen. Die Elsaffer haben mit diesen Leuten und ihrem Gebahren nichts gemein; wir protestiren energisch gegen den Mißbrauch, den man mit dem Namen Elsaß- Lothringen dieser Tage in Paris wieder getrieben hat. ( Bravo! rechts.) Wir wollen ein freundschaftliches Verhältniß zwischen den beiden größten Kulturvölfern Europas.( Bustimmung links.) Was uns aber gleichwohl bestimmt, gegen die vorgeschlagene Linie einzutreten, ist der Umstand, daß sie alle bedeutenderen Orte, namentlich Hochfelden und Buchsweiler übergeht. 1880 schon hatte der Landesausschuß einstimmig sich für die Linie HochfeldenSaargemünd erklärt. Im Jahre 1888 wurde von der Verwaltung selbst die direkte Linie Hochfelden- Saaralben in Aussicht gestellt; jetzt plötzlich ist die Generaldirektion in Straßburg der entgegen gesetzten Ansicht geworden. Man hat den allgemeinen Interessen jeht die lokalen vollständig hintangestellt. Dennoch soll das Land fast 4 Millionen Mark als Geschenk für diese Linie hergeben. Ich hoffe noch jetzt, daß die Regierung dem Lande selbst etwas mehr Rücksicht zu Theil werden lassen wird. würde. Staatssekretär Hollmann: Die Wünsche der Stadt Wilhelmshaven fann ich nicht erfüllen. Mit der zweiten Hafeneinfahrt haben wir einen Hafen gebaut, der jetzt der„ Neue Hafen" heißt. Die Marine ist niemals eine Verbindlichkeit eingegangen, der Stadt an dieser Stelle einen Handelshafen zu geben. Dieser Liegehafen ist durch die Bedürfnisse der Marine bis zum leyten Quadratfuß in Anspruch genommen. Ich bedauere nur, daß wir nicht noch mehr Raum haben. Sollten Handelsschiffe in den Hafen einkommen, so werden sie zweifellos, wenn Plaz da ist, eingelassen werden. Abg. Rickert: Allerdings hat die Marineverwaltung damals im Reichstage den Ausbau des Handelshafens in Aussicht gestellt. Ich gebe zu, daß damit eine Verbindlichkeit den Einwohnern von Wilhelmshaven gegenüber nicht ausgesprochen worden ist; aber ein gewisses Versprechen lag doch darin, eine gewisse moralische Verpflichtung jedenfalls. Abg. von Henk: Ein Theil meiner Anregungen in der Budgetkommission ist in der Presse unrichtig dargestellt und in dem Sinne ausgebeutet worden, als ob meine Stellung und die der konservativen Partei irgendwie feindlich gegen die Marineverwaltung sei. Ich nehme Gelegenheit, von dieser Stelle zu erklären, daß diese Auffassung völlig unrichtig ist.( Beifall rechts.) Das Kapitel wird bewilligt, ebenso ohne Debatte eine Reihe weiterer Kapitel. Beim Kapitel Militärpersonal" beanstandet Abg. Rickert die infolge der neuen Schiffsbauten geforderte Vermehrung des Maschinen- Ingenier- Personals. Staatssekretär Hollmann erklärt die Vermehrung der Maschinen- Ingenieure für unumgänglich. Die neun Stellen sind zur Zeit bereits besetzt; auch eine genügende Anzahl von Anwärtern ist vorhanden. Die Mehrforderung wird bewilligt. Abg. Windthorst beantragt in Konsequenz der Beschlüsse des Plenums zum Militäretat die Bewilligung von 9000 M. für Prämien an nach aktiver zwölfjähriger Dienstzeit ausscheidende Unteroffiziere. Nachdem Abg. Windthorst kurz auf die Konfequenz des Beschlusses zum Militäretat hingewiesen, wird die Position seinem Beschluffe gemäß geändert." weist Abg. Hammacher: Es steht mit dem Export deutscher Kohle lange nicht so schlimm, wie der Vorredner annimmt. Die Bezüge englischer Kohle durch die Staatsbahn- Verwaltung erklären sich dadurch, daß in Folge des langdauernden Winters und der vielfachen Verkehrsstockungen die Ergänzung der Vorräthe nicht so glatt vor sich gehen konnte, wie sonst. Außerdem fürchtet die Verwaltung den Ausbruch eines neuen Streits der Kohlenarbeiter, und umsomehr muß sie auf alle Fälle gerüstet sein. Mit der Vertheuerung der inländischen Kohle hängen diese Einfuhren Geh. Rath Kinel: Die jetzt projektirte Linie bietet tech- ausländischer Kohle nicht zusammen. Die Abnahme der Imports nisch wenig Schwierigkeiten, während die von dem Abg. beweist nichts weiter, als daß die Preise der englischen Stein Höffel empfohlene zwei Wasserscheiden überwinden müßte. Die tohle noch mehr als die der deutschen gestiegen sind. Die EinBedeutung der beiden Orte Hochfelden und Buchsweiler ist richtung der internationalen Züge beruht auf Vereinbarungen nicht entfernt so groß, wie hier dargestellt wird; es sind Orte unserer Eisenbahnverwaltungen mit der holländischen und belgischen. von 3000 und 2000 Einwohnern. Buchsweiler hat übrigens Die Bedeutung ber Eisenbahntarife nach dem Auslande Zu Dienstprämien für Unteroffiziere der Marine- Ins schon jetzt nach drei Richtungen Eisenbahnverbindungen. für Steinkohle wird zu sehr überschäßt. Der größte Theil fanterie hatte die Verwaltung entsprechend den Forderungen im Der Titel wird bewilligt, ebenso die übrigen Titel des Extra- der Steinkohle geht nach wie vor auf dem Wasserwege Militäretat die Bewilligung von 15 000 m. verlangt. Die Komordinariums und die Einnahmen der Reichseisenbahnen. nach Holland. Den Antrag des Herrn Richter finde ich mission hatte diese Forderung abgelehnt. Zum Etat des Reichseisenbahnamts( Einnahme wohl berechtigt, er wird zu Informationen des Reichstags 4514 M., Ausgaben 304 900 M.) bemerkt führen und ich empfehle Ihnen die Annahme. Abg. Graf Udo Stolberg: Mit der Frage der Einführung Abg. Richter: Ich freue mich, daß heute mein Antrag von einer Einheitszeit hat sich auch der Verein deutscher Eisenbahn- dieser Seite eine freundlichere Aufnahme findet, als ein ähnlicher verwaltungen beschäftigt. Die von Prof. Förster, dem Direktor kurz zuvor. Was Herr Hammacher ausführte, ist richtig, aber der Berliner Sternwarte, veröffentlichte Broschüre gegen die Ein- auch von mir nicht bestritten worden. Ich mache den Eisenbahnen führung einer Einheitszeit bietet viele Angriffspunkte dar. Ich feinen Vorwurf, sondern stelle nur nochmals fest, daß es sich hier bitte das Reichseisenbahnamt um Auskunft über den Stand um die Konsequenz eines falschen Systems der Bevorzugung der Beim Kapitel Indiensthaltung der Schiffe und Fahrzeuge" der Sache. Die doppelte Arbeit im Eisenbahndienste mit Ausfuhr handelt, welche ungünstig auf den inländischen Konsum Berliner und Ortszeit giebt fortgesetzt zu den größten Unzu zurückwirft. Bei der herrschenden Kohlentheuerung muß doch dieses Kapitel stetig gestiegen sind, und fragt, ob der StaatsAbg. Rickert darauf hin, daß die ordentlichen Ausgaben für träglichkeiten Veranlassung. Die Amerikaner haben sich durch wirklich untersucht werden, ob die Mehrausfuhr von drei Mil- sekretär schon jetzt ungefähr angeben kann, um wieviel die Summe die Einrichtung einer Eintheilung in fünf 3onen zu helfen lionen Zentnern in den natürlichen Verhältnissen begründet ist für den laufenden Gtat überschritten werden wird. Denn seit gesucht, die sich schnell eingebürgert hat. Die Vertreter der oder nicht. Ich konstatire, daß in diesem Jahre Konjunkturen Jahren sei viel weniger gefordert worden, als nachher sich als Wissenschaft wenden sich gegen die Einführung einer Zonenzeit, vorhanden sind, welche den Bezug ausländischer Kohle an- wirklich verbraucht herausstellte. Die Vermehrung um 1831 000 weil sie davon eine Konkurrenz für die Weltzeit und die Erschwe- gezeigt erscheinen lassen, für Staatsbetriebe wie für Private, Mark lasse sich nicht lediglich durch die Vermehrung der Indienstrung der letzteren befürchten. und für die Letzteren müßten dann doch die Bezugshaltung der Torpedos erklären. Präsident Dr. Schulz: Der Beschluß des Vereins im vorigen bedingungen gleich günstig wie für die Ersteren gestellt Admiral Hollmann: Die Ueberschreitung wird im Ganzen Sommer, betr. die Einführung einer Einheitszeit, bezieht sich werden. Der Normaltarif ist längst durchbrochen durch ein etwa 350 000 M. betragen. Neben der Mehr- Indienststellung auf lediglich auf den inneren Dienst. Auf den Verkehr der Eifen- ganzes System von Ausnahmetarifen, sei es durch niedrigere dem Gebiete des Torpedowesens ist diejenige eines zweiten bahnen mit dem Publikum bleibt diese Einführung gänzlich ohne Tarife oder durch theilweisen oder gänzlichen Erlaß der Kreuzers auf 12 Manate nöthig; die Mehr- Indienststellung beEinfluß. Die Frage, ob später die für das Publikum beſtimmten Expeditionsgebühren. Es scheint mir doch mehr im bloßen Inter- trägt gegen das Vorjahr im Ganzen 821/2 Monate. Bei den Fahrpläne nach Einheitszeit aufgestellt werden, hängt mit der esse der Rohlenbergwerke gelegen zu haben, diese Ausfuhr nach Reparaturkosten machen sich die gestiegenen Preise aller Materialen Frage zusammen, ob sich die Einführung einer Einheitszeit für dem Auslande fortgesetzt zu begünstigen. Denn jetzt wird von auch in ganz anderem Maße geltend als bisher. das bürgerliche Leben empfiehlt. In dieser Beziehung schweben fast allen Seiten eine umfassendere Berücksichtigung der InterVerhandlungen der Eisenbahnverwaltungen mit den Bundes- Re- effen der Kohlenkonsumenten verlangt, die leider einer Organi: gierungen, über die sich Näheres jetzt noch nicht mittheilen läßt. fation entbehren. Herr Hammacher hat seit langen Jahren als Abg. v. Stumm: Wenn eine Einheitszeit allgemein ein Borsitzender jenes Dormunder Vereins und als Abgeordneter stets geführt werden soll, darf man nicht nur die Wissenschaft und für diese Ausnahmetarife gewirkt, wo er nur konnte, und jetzt die Eisenbahn, sondern muß vor Allem die Interessen des stellt er diese Dinge als etwas unbedeutendes hin. Er ist nicht Bublikums, namentlich des seßhaften, in Betracht ziehen; diese der Mann, der an etwas unbedeutendes die Arbeitskraft eines Kreise sind bisher viel zu wenig gehört worden. Die Propaganda halben Lebensalters wendet. Glauben Sie denn nicht, daß auch für die Einführung einer solchen Einheitszeit hat gerade dazu die Konsumenten Interesse an billigen Kohlen haben? Die ein geführt, daß das Publikum sich mit Entschiedenheit gegen die feitige Begünstigung des Produzenten aber hat bis jetzt immer Belästigungen ausspricht, welche daraus hervorgehen müssen. Die noch bei der Regierung den Sieg davongetragen. Rücksichten auf die Mobilmachung werden in vollem Umfange Abg. Hammacher: Ich habe stets den Standpunkt vergewahrt, auch wenn die Einheitszeit nicht eingeführt wird. Nament treten, daß es für das Interesse der Produzenten und der Konlich für die Landwirthschaft und für die Fabrikthätigkeit würde sumenten gleichmäßig darauf ankommt, daß der Güteraustausch die Verwirrung unglaublich sein, wenn eine Einheitszeit eingeführt bezüglich des Transports möglichst billig erfolgt. Der Schaffung und Niemand mehr wissen würde, wann die Sonne wirklich von Ausnahmetarisen habe ich keineswegs ausschließlich das Wort aufgeht. Nach der Einführung einer Zonenzeit brauchen wir geredet. in Deutschland allein 200 verschiedene Kalender. Der Hin- Abg. Richter: Ich kann Herrn Hammacher das Zeugniß weis auf Amerila paßt deshalb nicht, weil die Einführung nicht geben, welches er verlangt; er hat alle Ausnahmetarise für des Bonentarifs nicht wegen der Größe des Landes, sondern die Ausfuhr begrüßt, aber keinen für die Konsumenten günstigen wegen der überaus konfusen und desperaten Zustände des dortigen unterstüßt. Eisenbahnwesens nothwendig geworden ist, die man dadurch| wenigstens etwas vereinfacht hat. Abg. Graf Stolberg behält sich vor, bei der dritten Lesung auf die Sache zurückzukommen. Das Kapitel wird bewilligt, desgleichen die Ausgabe für Naturalverpflegung, Bekleidung, Garnison- Verwaltungswesen, Wohnungs- Geldzuschüsse, Krankenpflege, Reise-, Marsch- und Frachtkosten, Unterricht, Werftbetrieb, Artillerie und Fortifikation, Torpedo- und Minenwesen, Lotsen, Betonnungs-, Leucht, Feuerwesen. Damit ist das Drdinarium erledigt. Um 434 Uhr wird die weitere Berathung auf Freitag 1 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. 49. Sigung vom 5. März. 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Miquel und Kommissarien. gesetzt und zwar bei§ 9. Vom Einkommen sind danach in AbDie dritte Berathung der Einkommensteuer wird fortzug zu bringen: 1. die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Einkommens verwendeten Ausgaben;- 4. die vom Grundeigenthum, dem Bergbau und dem Gewerbebetrieb zu entrichtenden direkten Staats- und Kommunalsteuern. ( Nach der Vorlage sollten nur die Kommunalsteuern abgezogen werden können. dürfen. Der Etat des Reichs Eisenbahnamts wird darauf bewilligt, der Antrag Richter angenommen. Es folgt der Etat der Marine verwaltung. Referent stellen die Abgg. Sattler und Peters den Antrag: Auch Beide Nummern werden zusammen verhandelt. Zu Nr. 1 Abg. v. Koscielsti. Auf eine Anfrage des Abg. Nösicke bemerkt Im ersten Kapitel des Ordinariums( Marinekabinet und fähig zu machen, ferner in Nr. 4 die Worte und Kommunal" die unter Kommunalabgaben begriffenen Deichlasten abzugsPräsident Dr. Schulz, daß allerdings die meisten Eisen Oberkommando) ist im Etat die Einrichtung des Marinekabinets zu streichen, so daß nur die Staatssteuern abgezogen werden bahnen für sich das Recht in Anspruch nehmen, Straflager- und besonders ersichtlich gemacht. Strafstandgelder zu erheben für die Verzögerungen in der Ent- Abg. Jebsen( natl.) kommt auf die Frage des Schutzes der Abg. Graf Strachwitz beantragt, alle Staats- und KommunalDeutschen in Chile während der dort ausgebrochenen Unruhen steuern nicht bloß die vom Grundeigenthum, Bergbau und abfertigung entstanden sind. In der Billigkeit liege es jedenfalls zurück. Noch immer ist dort fein deutsches Kriegsschiff. Die deutschen Gewerbebetrieb für abzugsfähig zu erklären. nicht, für solche Verzögerungen den Empfänger verantwortlich zu Interessen wurden allerdings von den Engländern vertreten. machen. In diesem Sinne verhandle das Amt augenblicklich mit Bor drei Wochen ist das Kreuzergeschwader in China ange- Borredners. Abg. von Bedlin( ft.) erklärt sich gegen den Antrag des weit preußischen Eisenbahn Verwaltung und werde die Sache kommen. War es nicht vielleicht möglich, eines der Schiffe nach Abg. von Jagow( f.): Die Steuerzahler würden es nicht der Westküste Süd- Amerikas zu schicken? Daß es nicht geschehen verstehen, wenn sie die Kommunalsteuern abziehen follen, aber Abg. Richter: Ich möchte die Aufmerksamkeit des Hauses ist, hat unter den betreffenden Rhedern, welche mit Süd- Amerika zum Beispiel die Schullasten, welche nicht Kommunal, sondern benten auf die Stohlenausfuhr ins Ausland, welche durch das zu thun haben, einige Entrüftung hervorgerufen. Es ſputt dort vielfach Sozietätslasten sind, als Einnahme berechnen sollen. belanute Reſtript des Malemaniters einen, akuten Charakter überhaupt immerfort mit Revolutionen, man denke an Guate General- Steuerdirektor Burghart: Es giebt auch viele erhalten hat. In dieser Beziehung hat in den legten Tagen eine mala, San Salvador. Ein Kriegsschiff kann dort weit mehr aus- Kommunalbgaben, welche gar nicht Abgaben sind, sondern der Arbeiter Berlins: Gedenkt der ausgesperrten deutschen Arbeiter! verfolgen. = Entgelt für Dienste, welche die Kommune leistet. Wo jeder Betheiligte die Ausgaben selbst zahlt, sollen sie nicht abge- rechnet werden; sind sie aber Kommunalabgaben geworden, dann sollen sie abzugsfähig sein. Das wäre die größte Un gerecht, gleit. Abg. Peters(natl.): Daß die Deichlasten zur Erhaltung und Sicherung des Einkommens dienen, ist seitens der Regierung bereits in zweiter Lesung anerkannt worden. Wenn aber die Deichlasten abgezogen werden können vom Einkommen, welche der Steuerzahler selbst direkt bezahlt, dann müssen auch diejenigen Deichlasten abgezogen werden können, welche in Form von Kommunalabgaben erhoben werden. Abg. v. Loe(Z.) erklärt sich gegen den Antrag Sattler, weil die Kommunallasten unter allen Umständen als Ausgaben ge- rechnet werden inüßten. Der Antrag Sattler wegen der Deichlasten zu Nr. 1 wird angenommen, ebenso die Streichung der Worte und Kommunal in Nr. 4 so daß also die Staatssteuern vom Grundeigenthum, Bergbau und Gewerbebetrieb abgezogen werden dürfen. 'Nach Nr. 2 sollen die Schuldenzinsen und Renten abzugs- fähig sein. Abg. Graf Strachwitz beantragt, auch die Beiträge zum Amortisationsfonds für abzugsfähig zu erklären. General-Steuerdirektor Burghart erklärt, daß diese Frage von Fall zu Fall entschieden werden müsse; eine einheitliche Rege- lung sei nicht möglich, da die Berhälttnsse bei den verschiedenen Landschaften sehr verschieden lägen. Die Regierung wird bei der Sache nicht allzu fiskalisch verfahren. Abg. Graf Strachwitz zieht seinen Antrag darauf zurück. Nr. 2 wird angenommen. Abg. Ebertv beantragt folgende Nr. 2 a einzufügen: Vom Einkommen sind in Abzug zu bringen 2 a) diejenigen Renten und jährlichen Zuschüsse, welche von Stenerpflichticen, auch ohne besonderen Vertrag— an Eltern, Kinder und Geschwister als Zu- schösse zu deren Haushall oder sonnigem Unterhalt nachweislich gezahlt werden, insofern und soweit diese Zahlungen den Betrag von 1200 M. jährlich nicht übersteigen. Abg. Zelle(dfr.) weist darauf hin, daß der Antrag eine Erleichterung für die mittleren Klasse bedeute. Generaldirektor Bnrghart erklärt sich gegen den Antrag, «er den Vorschriften des'tz 19 widerspreche, in welchen, schon auf die beeinträchtigte Leistungsfähigkeit der Steuerzahler Rücksicht genommen sei. Der Antrag wird abgelehnt. Nach Nr. 7 sollen die Prämien für Versicherungen des Steuerpflichtigen auf Lebens- oder Todesfall, soweit sie 600 M. jährlich nicht übersteigen, steuerfrei bleiben. Abg. Richert(dfr.) macht darauf aufmerksam, daß es auch andere Arten der Versicherung gebe, z. B. die Aussteuer- Versicherung für die Kinder; sollen die Prämien dafür auch sieuerfrei sein? Finanzminister Miquel: Es kann sich nur um die Ver- sicherung des Steuerpflichtigen handeln, nicht um die Versicherung seiner Kinder. Die Streichung der Nr. 7 möchte ich nicht empfehlen. Denn durch Streichung würden diejenigen Leute schlechter gestellt, welche alljährlich Prämien zahlen gegen- über Denjenigen, welche durch einmalige Zahlung sich versichern. Abg. Höppner(k.): Lebensversicherungs-Prämien sind Ka- pitalsammlungen und müssen steuerpflichtig gemacht werden. Finanzminister Miquel: Dieselben Gründe treffen bei den Versicherungsbeiträgen zur Unfall-, Kranken-, Allers- u. s. w. Versicherung zu. Die Beamten haben neben ihrem Gehalts- anspruch auch das Anrecht auf Pension, während die nicht be- amteten Steuerzahler für sich selbst sorgen müssen. Das muß man erleichtern. Abg. Bödikcr(Z.) beantragt, nicht blos Prämien für den Steuerpflichtigen, sondern auch für ein Familienmitglied steuerfrei zu lassen. Abg. Stengel(fk.) tritt für die Aufrechterhaltung der Steuer- freiheit der Versicherungsprämien ein. Abg. Litckhoss(fk.): Die Versicherungsprämien find mit Spareinlagen nicht zu vergleichen; denn man kann sie nicht jeden Augenblick zurücknehmen. Der Antrag Bödiker wird abgelehnt; aber gegen die Anträge der Konservativen die Nr. 7 aufrechterhalten. Die 8Z 10—15 werden ohne Debatte angenommen. Z 16 (Besteuerung der Aktiengesellschaften) ist bereits erledigt. Zu tz 17 liegt ein neuer Steuertarif vor, beantragt von den Nationalliberalen(Avenarius u.Gen.), welcher eine Wiederholung des früheren Antrag Enneccerus ist. Abg. von Eynern(nl.) weist darauf hin, daß die Ein- kommensteuer in England eine sehr viel niedrigere sei als bei uns; sie beträgt 2>/lZ v. H. und beginnt erst bei 150 Pfd. oder 8000 M. Die Tarife sind etwa nur halb so hoch als jetzt beschlossen. Redner empfiehlt den Tarif nach dem Antrage Enneccerus; er würde für einen noch niedrigeren Tarif stimmen, um die kleinen und mittleren Einkommen durchgreifend zu ent- lasten. Abg. von Huene(Z.): In England kann man eine Steuer auf die hohen Vermögen legen. Bei uns müssen wir mit der Steuer, wenn sie etwas bringen soll, bis auf die mittleren und unteren Einkommen zurückgreifen, weil wir keine großen Ver- mögen haben. Diejenigen, welche be, der ersten Lesung in Aus- ficht gestellt habe», eine Ermäßigung für die mittleren Klassen herbeizuführen, haben ihr Wort durch die Annahme des Kom- misstvnsbeschlusses eingelöst. Abg. Zlrend(fk.): Ich muß erklären, daß mir die Erleichte- rung der mittleren Einkommen, welche in der Thronrede ange- kündigt war, nicht genügt. Der Antrag der Nationalliberalei, entspricht meinen Wünschen; der Einnahme-Ausfall wird kein so bedeutender sei»; er ist wahrscheinlich vollständig ausgeglichen dadurch, daß wir den Abzug der Kommunalsteuern nicht gestattet haben. Ich freue mich, daß wir verschont geblieben sind von Anträgen wre der des Abg. Richter, der unannehmbar war, aber den Beweis geben sollte, wie weit man von jener Seite dem Mittelstande entgegenkommen wollte. Solche Anträge sind be- sonders auffallend von solchen Parteien, welche gegen die in- direkten Steuern ankämpfen und die Befestigung der direkten Steuern verlangen. Minister Miquel erklärt sich yegen den Antrag Avenarius. Gegen den Antrag der Kommission, der eine erhebliche Er- leichterung bringt, habe er gar keinen Einwand gehabt. Der Berücksichtigung der mittleren Einkommen können wir erst dann näher treten, wenn wir zwischen fundiriem und unfundirtem Ein- kommen unterscheiden. Man müsse doch auch daran denken, daß schon 26 Millionen Mark direkter Steuern erlassen waren, ehe das Gesetz vorgelegt wurde, daß jetzt ein weiterer Erlaß für die unteren Klaffen erfolgt, daß weitere Erleichterungen wegen beeinträchtigter Leistungsfähigkeit in Aussicht genommen sind, so kann man den Vorwurf der Nichtberücksichtigung der kleineren Ein- kommen nicht mehr erheben. Auf die Deklaration kommt es hier- bei nicht an; die wird allein die größeren Einkommen stärker treffen, weil die mittleren bereits jetzt schon ziemlich genau ge- faßt worden sind. Wenn man die steigenden Staatsaus- gaben auch durck direkte Steuern decken will, dann muß dazu auch der Mittelstand herangezogen werden. � Das vorliegende Gesetz geht in der Berücksichtigung der kleineren Ein- kommen weiter, als alle anderen deutschen Gesetze. Abg. Riekert bestreitet, daß das in der ersten Lesung ge- gebene Versprechen, die mittleren Einkommen zu entlasten, voll- ständig eingelöst sei._ Abg. von Zedlitz: In Betracht kommt auch die Rucksicht auf die Kommunen, namentlich im Osten, wo die Herabsetzung der Steuer von 700 bis 9000 M. die potentesten Leute in der Steuer erleichtern würde. Abg. Tramm(natl.) spricht sich gegen die Erhöhung des Steuersatzes für die höchsten Stufen bis auf 4 v. H. aus. Dadurch würde das Kapital aus dem Lande gejagt. Die Erleichterung der Mittelklassen sei ebenfalls nolhwendig; sie seien im Verhältniß zu den untersten Klassen bi-her nicht erleichtert worden. 26 Millionen Mark direkter Steuern sind den untersten Klassen erlassen worden, dann kommt der Erlaß des Schrjtaeldes und die sozial-politische Gesetzgebung, welche gerade die ArtXiter- klaffen erleichtert. Die mittleren Klassen haben davon gar keilten Vortheil gehabt. Finanzminister Miquel: Der Vorredner verlangt die Be- seitigung der 4 v. H. und zugleich eine Erleichterung der Mittel- klaffen. Das geht nicht. Die Gemeinden zerbrechen sich schon jetzt den Kopf, wie die Kommunalzuschläge sich zu diesem Steuer- tarif stellen werden. Der Vorredner scheint sich nicht recht klar zu machen, was es in Preußen bedeutet, in jenen Stufen, in welchen die großen Massen der Steuerpflichtigen sind, mäßige Steuererleichterungen durchzuführen. In Baden ist durch die Deklaration ein Gesammt-Einkommen von 468 800 000 Mark ermittelt worden. In den Steuerstufen von 500—1500 Mark befinden sich 285 780 Steuerpflichtige mit 2161/2 Millionen Mark, in den Stufen von 1500—5000 Mark 61 217 Steuer Pflichtige mit 14N/z Millionen Mark Einkommen, in den Stufen von 5000—30 000 M. 8445 Steuerpflichtige mit 72 Millio- nen Mark Einkommen, in den Stufen von 30 000—200 000 M. 411 Steuerpflickttge mit 23 Millionen Mark Einkommen und über 200 000 Mark sind 25 Steuerpflichttge eingeschätzt mit 10>/s Mill. Mark Einkommen. Daraus können Sie ersehen, welche Wir- kung es haben wird, wenn die mittleren Einkommen erleichtert werden. Abg. v. Hnene spricht sich gegen jede Aenderung der Be- schlüsse zweiter Lesung aus. I Der nationalliberale Antrag wird abgelehnt und ß 17 un- verändert angenommen. Zu§ 24: Steuererklärung bemängelt Abg. von Eynern, daß in dem durch die Zeitungen ver- öffentlicbten Formular für die Steuererklärung eine Rubrik fehlt, bei welcher man etwaige Verluste bei einer Einnahmequelle an- geben könne. Geh. Finanzrath Wallach erklärt, daß der Zensit nur das Endergebniß seiner Rechnung anzugeben hat; die einzelnen Fak- toren könnten nicht gefordert werden. Abg. von Eynern: Es kann wohl Jemand aus Kapital- vermögen ein Einkommen haben, aber daneben z. B. aus dem Gewervebetriebe einen Verlust. Dafür fehlt in der Steuererklärung eine Rubrik. § 24 wird angenommen. Aus Antrag des Abg. Bachem wird zu Z 30 beschlossen, daß die nochmalige Aufforderung zur Steuererklärung, wenn die erste allgemeine nicht berücksichtigt worden ist, in allen Fällen an die Steuerpflichtigen ergehen soll, während das jetzt in's Belieben der Kommission bezw. des Vorsitzenden ge- stellt ist. Bei§ 30 bedauert Abg. Barth(fk.), daß man bei zweiter Lesung einer Veranlagungskommission den Vorwurf gemacht hätte, sie habe nach den Septennatsivahlen die Einschätzung er- höht; darin liege der Vorwurf einer Pflichtvergessenheit. Der Landrath sei allerdings ein Mensch und menschlichen Schwächen unterworfen; aber der gewählte Vorsitzende würde auch nur ein Mensch sein, und sehr leicht könnte politische oder sonstige Rück- sieht bei der Wahl maßgebend sein. Das wäre nachher noch viel schlimmer. Abg. von Eynern(natl.) bleibt dabei, daß er den Landrath nicht für die geeignete Persönlichkeit für die Ein- schätzung hält. Die W 34 bis 75 werden ohne jegliche Debatte bewilligt. Zu ß 76 betreffend das Wahlrecht liegt heute ein neuer An- trag der Abgg. von Huene, Gras Limburg und v. Zedlitz vor: Die Bestimmungen über bas Wahlrecht aus diesen: Gesetze zu entfernen' und" unter Anerkennung der Nothweudigkeil einer Verfassungsänderung in ein besonderes Gesetz aufzunehmen, welches gleichzeitig mit dem Einkoinmensteuergesetz in Kraft treten soll. Die Abgg. von Huene, Francke, Enneccerus und von Zedlitz treten dafür ein, daß man dieses neue Gesetz vor- läufig außer Erörterung läßt, die betreffenden Vorschriften ein- fach streicht und im§ 85 den Zusatz macht, daß das Einkommen- steuer-Gesetz mit diesem Gesetze über das Wahlrecht zugleich in Kraft tritt; dadurch könne das Einkommensteuergesetz schneller an das Herreuhaus gebracht werden. Abg. v. Eynern hält dieses Verfahren für bedenklich und beantragt Vertagung der Berathung. Dieser Autrag wird abgelehnt; die zum§ 76 bezüglich des Wahlrechts vorliegenden Anträge werden zurückgezogen zu Gunsten des neuen Antrages, welcher diese Frage durch ein'besonderes Gesetz regeln will. Infolge dessen verzichten die meisten gemeldeten Redner auf das Wort. Abg. Enneccerus bemerkt nur, daß er und seine Freunde sich bezüglich des Inhalts des besonderen Gesetzes natür- lich noch nicht binden. Der darauf eingebrachte Antrag Huene wird angenommen; die Bestimmungen über das Wahlrecht scheiden aus. Das Ein- kommensteuer-Gesetz soll nach§85 zusammen mit dem besonderen Gesetz über die Veränderung des Wahlversahrens in Kraft treten; über dieses Gesetz wird besonders verhandelt werden. Ferner wird zu§ 85 der freisinnige Antrag angenommen, wonach die Kommunaluerbände für eiue aus Grund der neuen Veranlagung eintretende Ermäßigung der Zuschläge zu den Staatssteuern keine besondere Genehmigung der Aussichtsbehörden brauchen. Bei Z 82(Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer aus den Mehreinnahmen der Einkommensteuer) giebt auf eine An- frage des Abg. v. Los. Finanzminister Miqucldie Erklärung ab, daß das Gesetz wegen der Ueberweisung und wegen der Gestaltung der Kommunalsteuern so bald als möglich vorgelegt werden würde. Ob das schon in der nächsten Session der Fall sein werde, könne er nicht angeben, da das von zu vielen Bedingungen abhängig sei, namentlich auch von der Mitwirkung mehrerer anderer Ministerien. § 82 wird angenommen. Zu ß 34 beantragt Abg. Weber-Halberstadt(nl.), die Mehr- einnahmen aus der Einkommensteuer, soweit sie nicht durch die Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer aufgebraucht werden, zum Erlaß der Einkommenste ier zu verwenden. Finanzminister Miquel hält diesen Antrag für bedenklich. Abg. Hobrecht: Wenn die Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer abhängig gemacht wird von den Erträgen der Einkommensteuer, dann wird die Möglichkeit vorhanden sein, daß die Agitation sich der Sache bemächtigt und darauf hinweist, daß die Einkommensteuer nur dazu dient, den Grundbesitz zu entlasten. Finanzminister Miquel: Wenn der Autrag angenommen wird, so werden Diejenigen, welche die Grund- und Gebäude- steuer nicht überweisen wollen, dahin streben, daß möglichst wenig überwiesen wird, damit der Rest ztir Einkommensteuer-Erleichterung überlassen bleibt. Das widerspricht aber dem Wunsche der Staats- Regierung und den Absichten der Vorlage. Abg- EnnecreruS(nl.): Die Erleichterung der Einkommen- steuer soll nur dann eintreten, wenn die Ueberschüsse nicht noth- wendig sind zur Ueberweisung der Grund« und Gebäudesteuer, also über deren Betrag hinausgehen. Der Antrag Weber wird abgelehnt.§ 84 wird unverändert angenommen. Damit ist die dritte Lesung des Einkommensteuer- gesetzes erledigt. Tie Schlußabstimmung über das ganze Gesetz wird morgen stattfinden. Schluß 3l/z Uhr. Nächste Sitzung F r e i t a g 12 Uhr.(Be- rathung des Gesetzentwurs wegen der Aenderung des Wahlverlahrens; Abstimmung über die Einlommenstener; zweite Be- rathung der Erbschaftssteuer.) Die Wahlprüfungs-Kommission erklärte in ihrer heutigen Sitzung die Wahl des Abg. Ackermann(6. sächsischer Wahlkreis) für giltig. Rcmmum«les. Stadtvcrordnrtcn Dcrl'ammlnng. Sitzung vom Donnerstag, den 5. März. Der Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryck, eröffnet die Sitzung um 5Vs Uhr und gedenkt des Ablebens des Stadtv. Karl Richter. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den Plätzen. Nach Eintritt in die Tagesordnung wird das Projekt zum Neubau der Markthalle in der Reinickendorferstr. 2o genehmigt. Mehrere unwesentliche Magistratsvorlagen werden debattelos genehmigt. Es folgt die Berathung des Projektes der Simeonsgemeinde, eine Kirche quer über denL Ulfen st ädtischenKanal zu bauen. Tie Gemeinde bedarf zur Ausführung ihres Planes an beiden Seiten des Kanals städtisches Terrain im Umfange von ungefähr 1000 Quadratmetern, und der Magistrat beantragt bei der Stadtverordneten-Versammlung die kostenlose Ueberlaffuug desselben, unter der Voraussetzung, daß der durch Einengung des Schifffahrts-Kanal entstehende Zuwachs des Wasserthor-Platzes im Umfange von ungefähr 500 Quadratmetern der Stadt seitens des Staates unentgeltlich überlassen werde. Stadtv. L o e iv e l beantragt Verweisung der Vorlage an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Redner erklärt sich im All- gemeinen gegen die Vorlage. Ein Schmuckplatz solle mit zum Bau der Kirche verwandt werden, um einer insolventen Kirchen« lasse aufzuhelfen. Der anormale Kirchen bau werde die Breite des Kanals zu dem projektirten Hafen beeinträchtigen. Stadtbaurath H o b r e ch t hofft die einzelnen Bedenken des Vorredners im Ausschuß zu widyckegen. Der Magistrat sieht es — wie er im Allgemeinen bemerken wolle— als eine besonders schöne und edle Pflicht an, derartigen Anträgen, wenn sie von einer Kirchengemeinde kommen, sei es eine evangelische, eine jü- dische, eine katholische(Ruf: Freireligiöse!) geneigtes Gehör zu schenken. Es handele sich um das Opfer einer Bagatelle— 500 M. Eine Kirche an dieser Stelle werde eine Verschönerung der Stadt sein. Haben Sic ein mitleidiges Herz mit der Ge- meinde;(Rufe: Ah!) ich habe ein solches. Stadtv. K y l l m a n n unterschreibt alles, was der Stadtbau- rath im ästhetischen Sinne gesagt habe und empfiehlt die Vor- Prüfung der Vorlage durch den Ausschuß. Ter Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses wird ange. nommen. Die Vorlage, betreffend die Festsetzung einer Bau- f l u ch t l i n i e für die Nordseite der Königin- Angustastraße zwischen dem Hause Nr. 3 daselbst und der Köthenerstraße, sowie die Abänderung der Baufluchtlinie an der Ecke der Flottwell- straße und des Schöneberger Ufers wird an einen Ausschuß ver- wiesen. Die zweite Lesung des Etats wird begonnen. Kapitel I: Kämmerei-Verwaltung giebt in den ersten vier Abtheilungen zu keiner Debatte Anlaß und wird nach den Vorschlagen des Ausschusses genehmigt. Kapitel VI betrifft die Armenverwaltung. Abtheilung 1 (Armenwesen), 2.(Friedrich- Wilhelms-Hospital und Siechen- anstallen) und 4.(Arbeitshaus in Rummclsburg) wird debattelos erledigt. Bei der Jlbtheilung 5(Städtisches Obdach) bemerkt Stadtv. Singer: Ich möchte in Erwägung gezogen wissen, ob sich nicht angesichts ver Thalsache, daß in diesem Winter in einer Nacht über 200 Mann, welche Obdach suchten,»bge- wiesen werden mußten, eine Erweiterung des städtischen Obdachs empfehle. Wenn auch hoffentlich ein solch strenger Winter nicht so bald wiederkehren dürfte, so meine ich, es ist der Stadt Berlin nicht würdig, wenn sie ihren gesetzlichen Verpflichtungen auf Ge- Währung des städtischen Obdachs nicht in vollem Maße genügen kann. Zweitens möchte ich fragen, ob es nicht angängig wäre, die Entlassung der Asylisten früh Morgens zeiliger geschehen zu lassen. Die polizeiliche Kontrolle ist etivas umständlich und ein guter Theil des Bormittags vergeht, bis die Leute entlassen wer- den. Und doch liegt es im Interesse der Leute, sich möglichst zeitig Arbeit suche» zu können. Wie die Sachen jetzt liegen, kommen die Arbeitslosen häusig zur Arbeitsgelegenheit zu spät. Drittens möchte ich noch Veranlassung nehmen, auf einen weitere» Uebelstand hinzuweisen. Es herrscht über die Behandlung seitens der unteren Beamten des Asyls lebhafte Klage. Ich würde solchen Klagen, wenn sie mir nur von einer Seite zukämen, keine Nachachtuug schenken; die Erfahrungen, die ich gesammelt, haben mir jedoch bestätigt, daß die Klagen berechtigt sind. Wenn ich auch anerkennen will, daß das Kuratorium, insbesondere Stadtrath Mammrolh, auf alle Beschwerden hin strenge Unter- suchungen eingeleitet hat und Remedur hat eintreten lassen, so glaube ich doch verpflichtet zu sein, die Sache auch von dieser Stelle aus zur Sprache zu bringen. Ich wiederhole, es sind nicht die höheren Beamten, gegen welche sich die Klagen richten, sondern die niederen aufsichtsführenden Beamten, welche sich nicht nur oft roher Worte bedienen, sondern auch zu Thät- lichkeiten übergehen; einer dieser Beamten hat sogar einmal das Recht in sich gesuhlt, eine Disziplinarstrafe zu verhängen, indem er eine ganze Menge Leute früh um fünf Uhr in die kalte Winternacht gejagt hat, nur weil er beim Durchgehen durch die Baracken einen ihn beleidigenden Ausruf, welcher von irgend einem Insassen ausgestoßen'ivVrden ist, gehört hat. Eine humane Behandlung dieser Aermsten der Arinen muß unbedingt gefordert »verden. Ten Beamten, es sind das diejenigen Elemente, denen jetzt nach 12 jähriger Dienstzeit noch besonders Prämien bewilligt worden sind, muß gezeigt werden, dap sie nicht die Herren so«' dern nur städtische Beamte sind, welche die Asylisten human Z" behandeln haben.(Beifall.) Stadtv. K a l i s ch glaubt den Stadtv. Singer beruhigen r. können. Seine Wünsche seien bereits erfüllt. Ein Antrag am Erweiterung des Asyls ist bereits in der Verwaltung gestellt. � steht den Asylisten nichts im Wege, schon um 6 Uhr Marge:. fortzugehen; sie bleiben aber zuweilen lieber bis 7 Uhr i» de „Klappe". Was die humane Behandlung betrifft, so kann® stadtv. Singer überzeugt sein, daß das Kuratorium alles ty> � um sie zu erzielen. Ter vorgetragene Fall liege etwas aude- Es handele sich darum, daß ein Mann, der sich sehr rkn" benommen habe, um fünf Uhr früh allerdings aus dem Asyl 9 sagt worden sei.._.-sch Stadtverordneter Singer: Dem Stadtverordneten ju erwidere ich, daß nicht ein Mann, der sich unbotmäßig beno»' � haben soll, hinausgejagt worden ist; dieses Schicksal haben mehr die sämmtlichen Insassen einer ganze« Baracke � müssen— und das ist doch ivohl ein kleiner Unterschred. V � Kollege Kaiisch befindet sich auch im Jrrthum, wenn er> � daß die Obdachlosen beliebig das Asyl verlassen dürfen�® ja auch unmöglich, eine gewisse Ordnung muß herrschen- � bleibe bei meiner ersten Feststellung. Daß eine Erwesieru städtischen Obdachs beschlossen ist, konnte ich, da ich.�,4 seher und Gedankenleser bin, nicht wissen. Ter Herr hätte mir diesen Theil meiner Ausführungen ersparen wenn er diesen Umstand i» seinem Referate mit einem erwähnt hätte.., Mit diesen Bemerkungen ist die Angelegenheit erieo L- j,;« Es folgt Kapitel Vll: Einrichtungen 1-�«" öffentliche Krankenpflege, Gesundhe J' iLfet 1,0 »»» Cwirnüäiun kür Genesende. Der Etat der Kranren t Zu einem Beschluß führt diese Anregung nicht. Die Vorlage, betreffend den Um- bezw. Neubau der Ebertsbrücke wird nach den Vorschlägen des Ausschusses genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft.ting Schluß 734 Uhr. Lokales. war gegen trog der 51/2 Uhr und Friedrichshain und Moabit giebt zu feinen Bemerkungen Anlaß. Damit die Kinder aber nicht übermäßig ausgebeutet werden, längere Zeit mit dieser Absicht herumgetragen, bemerkte er am in der Markthalle in Beim Etat des Krankenhauses auf dem Urban wird vom Aus- verlangt der Pfarrer und Lokal- Schulinspektor:„ daß Miether, Heiligabende die Ehefrau Schäfer in Dorotheenstraße. Er will sonderbarerweise angeschuß der zu starke Verbrauch elektrischen Lichts in den Privat- die den Hütefnaben nicht mindestens sechs Stunden Schlaf( welch der das Dienstmädchen der Schäferwohnungen der Beamten gerügt. Eine diesbezügliche Resolution ausgedehnter Kinderschutz!) gönnen, dieselben sofort entlassen nommen haben, daß wird dagegen nach längerer Debatte abgelehnt. vorgerückten Tageszeit müssen und ein Jahr lang kein Recht haben sollen, Schulkinder schen Eheleute mit dem zweijährigen Die übrigen Theile dieses Etats werden debattelos ge- zu miethen( It's nicht zu hart?)." Wahrlich, dieser Aufsatz es nehmigt. eines ländlichen Lokal- Schulinspektors redet Bände! Die Aus- Kinde seiner Herrschaft spazieren gegangen sei und hierauf den Nunmehr erstattet Stadtv. Dr. Langerhans Bericht über beutung der jugendlichen Arbeitskraft und die Schulverhältnisse Entschluß gefaßt haben, zur Ausführung des Einbruchs zit die im Ausschuß vorberathene Vorlage über die Auswahl der auf dem Lande kann feine Feder lebhafter malen, als es mit schreiten. Er begab sich nach der 2 Treppen hoch belegenen im Etatsjahr 1891-92 neu oder umzupflasternden seiner plumpen Ehrlichkeit hier ein Organ der Schulaufsicht thut. Schäfer'schen Wohnung und will nicht darauf vorbereitet gewefen Straßen und Plätze. Eine Aufführung der einzelnen Straßen Und der Mann wird wohl auch nach diesem eklatanten Be- fein, daß auf sein Klingeln von dem Dienstmädchen geöffnet würde hier zu weit führen. Im Großen und Ganzen schließt sich fähigungsnachweis" noch Schulinspektor bleiben. wurde. Um einen Grund seines Besuches nicht verlegen, gab der die Versammlung den Vorschlägen des Ausschusses an. Angeklagte an, daß er von den Schäfer'schen Eheleuten, die in der Stadtv. Eßmann schlägt hierbei vor, daß die Stadt die Ueber interessante Blikbeobachtungen, welche ihrer Ein- Markthalle einen Verkaufsstand haben, geschickt worden sei, um Das Lettere Materialien für die Asphaltstraßen selbst kaufen sollte und die fachheit wegen von Jedermann ohne Aufwand und Mühe nach- von dem Mädchen einige Servietten zu holen. Arbeit vergeben möchte. Dadurch würden Hunderttausende ge- geahmt werden können, und die trotzdem im Stande find, manche schöpfte feinen Verdacht, erklärte aber, dem Auftrage nicht nachspart werden und die Arbeiten den kleineren Berliner Asphal- immer noch nicht gelöste Fragen über die Erscheinungen des kommen zu können, da nur unreine Servietten zu ihrer Verfügung teuren zu Gute fommen, die nicht in der Lage seien, das theure Blitzes aufzuklären, wird von F. Roth in der Meteorologischen ständen und sie diese nicht schicken wolle. Der Angeklagte entRohmaterial felbst zu kaufen. Zeitschrift" berichtet. Eine Pappscheibe, von 15 bis 20 Zentimeter fernte sich wieder. Wie er angiebt, hat er nun den Plan gefaßt, Stadtrath Hob recht erklärt, daß augenblicklich infolge der Durchmesser, auf welcher abwechselnd schwarze und weiße Kreis- seinen Besuch unter irgend einem Vorwande zu wiederkonkurrenz die Preise wieder herabgegangen seien. Es sei bei ausschnitte von ungleicher Größe aufgezeichnet sind, wird ver- holen, das Mädchen durch einen Schlag auf den Kopf zu bes ser Ueberhäufung der städtischen Verwaltung mit Arbeiten nicht mittelst einer Handkurbel so schnell in Drehung versezt, daß sie täuben und dann zu stehlen. Nach etwa 20 Minuten flingelte opportun, ihr diese neue aufzulegen. Auf den Vorschlag bei stetigem Lichte dem Auge als eine gleichmäßig hellgraue Fläche er wieder an der Schäfer'schen Wohnung. Diesmal hatte das Eßmann's tonne man nicht eingehen; besser wäre es dann erscheint. Wird sie während ihrer Umdrehung vom Blige Mädchen das zweijährige Kind auf dem Arm. Der Angeklagte immer noch, eigene Fabriken für die Präparirung zu bauen erleuchtet, so erblickt man öfters, besonders bei nahen Gewittern, erklärte, Frau Schäfer lasse ihr sagen, sie möge nur die unreinen and die Asphaltirung der Straßen selbst vorzunehmen. die schwarz- weißen Sektoren stillstehend. Doch häufiger steht Servietten schicken. Das Mädchen holte dieselben und wollte sie Stadtv. Singer ist der Meinung, daß es allerdings für man sie deutlich in Bewegung und zwar nicht blos im Sinne dem Angeklagten überreichen. Er bat, die Servietten in etwas sie Stadt am Vortheilhaftesten wäre, würde die Stadt die der wirklichen Drehung, sondern auch rückwärts gehend, gang Beitungspapier zu wickeln. Das Mädchen fette das Kind vom Asphaltirungen der Straßen auf eigene Rechnung besorgen und einerlei, nach welcher Seite man die Kurbel dreht. Dieses Vor Urm und folgte seinem Wunsche. In etwas gebückter Haltung den Asphalt austaufen und in städtischen Fabriken präpariren. wärts- und Rückwärtsgehen erfolgt mitunter nur ruckweise, auch des Ropfes überreichte es dem Angeklagten dann das Packet. Freilich müßte man bald damit beginnen und nicht erst warten, bemerkt man oft ein eigenthümliches Hüpfen und Tanzen der Diesen Augenblick benutzte der Letztere zur Ausführung der bis die Asphalt- Ringe halb Berlin belegt haben. Gegenüber den Kreisausschnitte, welches in jedem, der es zuerst sieht, den Gedanken That. Er zog das in Papier gewickelte Brecheifen aus der Ausführungen des Stadtv. Eßmann bemerkt Redner, daß er ent- erweckt, daß der Drehende, vom Blige erschreckt, unwillkürlich mit Rocktasche hervor und versetzte der vor ihm Stehenden einen gegengesetzter Meinung ist. Wenn die Stadt den Asphalt einmal der Hand an der Kurael zucke. Roth benutzte ferner einen wuchtigen Hieb gegen den Kopf. Die Getroffene stieß einen lauten faufe, so sei es auch gut, wenn sie ihn selbst legen lasse und sich Farbenkreisel, der keine schwarzen und weißen Kreisausschnitte, Silfeschrei aus, sant aber nicht zu Boden. Um dies zu er aicht dazu hergäbe, ein Ausbeutungsobjekt für ausländische sondern eine blaue Schlange auf weißem Grunde trug, die, an reichen, versezte der Angreifer ihr noch mehrere Schläge gegen dem Umfange spit anfangend, lints in einer Drehung um unge den Kopf, das Mädchen fiel auch zweimal nieder, raffte sich aber Ringe" zu werden. fähr 450 Gr. nach dem Mittelpunkt zu sich wand und gleichzeitig jedesmal wieder auf. Nun versuchte der Angeklagte, feinem Opfer breiter wurde, so daß ihr Durchmesser nahe dem abgerundeten die Schürze über den Kopf zu ziehen und ihr damit den Mund inneren Ende etwas über 4 Zentimeter betrug. In hellem zuzuhalten, um sie am Schreien zu verhindern. Gleichzeitig schlug stetigem Lichte schnell rechts oder links herum gedreht, erzeugte er noch mehrere Male mit dem Brecheifen zu, das Mädchen be dieselbe den Schein von verwaschenen Wellenzügen, die nach hielt aber in ihrer Todesangst noch so viel Kraft, den Unhold innen oder nach außen fortschritten. Bei der Beleuchtung durch von sich zu stoßen und nach der Nebenstube zu fliehen. Als sie entfernte Blige lagen mehrere Stellungen der Scheibe über die Thürklinke in der Hand hatte, brach sie zusammen. Nun einander. Als das Gewitter näher fam, erblickte Roth die blaue hielt es der Angeklagte für gerathen, sich nicht länger Schlange, bewegt in goldgelbem Felde. Während eines an Bligen aufzuhalten, verließ er die Wohnung ging in besonders reichen Gewitters beobachtete er den schwarzweißen etwas beschleunigter aber sonst ziemlich ruhiger Weise Farbenkreisel mit mehreren Unterbrechungen drei Stunden lang. die Treppe hinunter. Es begegneten ihm schon HausBunächst erblickte er auf weißem Felde ganz schmale linienartige bewohner, die durch den Lärm aufmerksam gemacht, sich nach Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin während dieses schwarze Kreisausschnitte. Dann schienen sie bisweilen still zu oben begaben. Einer derselben fragte den Angeklagten, was da Winters soll nach dem Reichsanzeiger" 20 000, höchstens 25 000 itehen, bisweilen in Bewegung begriffen zu sein. Auffallend war oben los sei?" erhielt aber nur von ihm im Vorübergehen die betragen haben. Eine folche Feststellung ist sehr schwierig. Der die Schönheit und Reinheit der Schattirungen, die sich dem Auge Antwort:" Ach was, die sind ja verrückt." Der Angeklagte verReichsanzeiger" will aber sogar in der Bewegung der Arbeits- bei dem Anblicke des Kreisels darboten. An Stelle eines Paares fehlte in seiner Aufregung die letzte Treppenstufe und kam zu eine Falle, er raffte sich aber schnell wieder auf und eilte auf lofenziffer den Höhepunkt genau firirt haben. Wir würden einen neben einander liegender Ausschnitte erkannte man außerordentlichen Respekt vor statistischen Aufnahmen haben, ganze Reihe schmaler Keile, mitunter deren acht, sehr die Straße. Ein Herr, der ihn verfolgte, verlor seine Spur an in denen sich die Farben in regelmäßiger der Ecke der Behren- und Friedrichstraße. Der Angeklagte eilte deren Ergebnisse so bestimmt sind, wenn letztere nur ebenso zu oft vier, verlässig wären, wie sie zuversichtlich lauten. Man hat diesmal Anordnung vom reinsten Schwarz bis zum hellsten Grau in die Wohnung seiner Eltern, woselbst er seinen Angehörigen von eine ganze Reihe von Behörden( den Magistrat, den Innungs- und zum Weiß abstuften, wie sie die Hand des Meisters mit der begangenen Unthat Mittheilung machte. Als der AngeAusschuß, den Vorstand des Asyls für Obdachlose 2c.) gefragt, Pinsel oder Kreide nicht besser darstellen kann. Dabei schob flagte den Schrecken und die Betrübniß der Seinen schilderte, jedoch keine, welche die Zahl der Arbeitslosen abschätzen kann. sich, als das Gewitter näher kam, neben das hellste Feld noch legte er zum ersten Male Zeichen der Neue an den Tag. Natürlich ist das Ergebniß falsch. Nach dem Reichs- ein goldgelber leuchtender Sektor hinein, so daß das Ganze einen Er trieb sich noch mehrere Stunden in den Straßen umher und anzeiger" soll die Vermehrung fast ausschließlich auf dem prachtvollen Anblick gewährte. Diese buntfarbige Rosette stand stellte sich dann gegen Mitternacht selbst der Polizei. Die BeGebiet des Baugewerbes stattgefunden haben. Das ist absolut manchmal still, manchmal bewegte sie sich. Jedoch waren die weisaufnahme deckte sich im Wesentlichen mit den Angaben des verkehrt. So ist die Zahl der arbeitslosen Tischler von 3000 auf Farben nicht immer so regelmäßig abgestuft, öfters waren die Angeklagten. Das überfallene Mädchen hat acht Kopfwunden 6000 bis 7000 gestiegen, wie vom Zentral- Arbeitsnachweis fest- von schwarzen Streifen begrenzten weißen Felder in unregel erhalten, die bis auf den Knochen gingen. Wie der Sachgestellt werden konnte. Auch daß die überwiegende Mehrheit der mäßiger Weise mit schmalen Kreisausschnitten von dunklerer und verständige begutachtete, ist keine der Wunden tödtlich gewesen; Arbeitslosen Bauhandwerker gewesen seien, wonach die übrigen hellerer Schattirung angefüllt. Derartig fortgesetzte Beobachtungen die Verlegte war nach faum zwei Wochen wieder arbeitsfähig. Arbeitslosen höchstens 10 000 betrügen, ist offenbar falsch. Der von durch Blize erleuchteten Farbenfreifeln dürften die Vor- Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Günther, stellte die Unterfrage, Reichsanzeiger" widerspricht sich selbst insofern, als er die Ver- stellung von den Bligentladungen, welche wir in den lezten Jahren ob dem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen feien, Nur einer Auffassung, die vom Staatsanwalt Flickel auf mehrung der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zuerst auf die dies- durch Blizphotographien gewonnen haben, bestätigen. jährigen Witterungsverhältnisse zurückführt, nachher an anderer die Annahme, daß dem eigentlichen Blizschlage eine Menge der das Entschiedenste bekämpft wurde. Die That sei eine so schwere, Stelle aber dafür in beliebter Weise die zahlreichen im vorigen Beit nach nahe an einander liegender Einzelentladungen vorher- daß sie an versuchten Mord oder Todtschlag grenze und dem AnJahre vorgekommenen Arbeitseinstellungen, durch welche viele geht und nachfolgt, kann den wunderbaren Eindruck, welchen ein geklagten, der nicht einmal unbescholten sei, ständen keinerlei Arbeitgeber erheblich gefchädigt worden find", verant vom Blizz erleuchteter Farbenkreisel auf unsere Nezhaut hervor Milderungsgründe zur Seite. wortlich machen will. Die Beweisführung wird schließlich bringt, erklären. noch in folgender merkwürdiger Weise verstärkt: Nach Eintritt des Witterungsumschlages hätten sich bei der städtischen Straßen- Der Gewehrarbeiter H. in Spandau, welcher unter dem reinigung nur noch vereinzelte Arbeiter zur Verfügung gestellt, Verdacht eingezogen war, den Tod des Schaffners Nöll verursacht obwohl die Direktion in der Lage gewesen wäre, noch drei bis zu haben, hat wieder in Freiheit gesetzt werden müssen, weil hinvierhundert Arbeiter aushilfsweise zu beschäftigen. Wenn die reichende Verdachtsmomente sich nicht ermitteln ließen. Nach den Direktion dies mitgetheilt hätte, würden sich sicher viele Personen fenfationellen Mittheilungen der Reporter war H. schon voll gemeldet haben. Der„ Reichsanzeiger" kommt zu dem Ergebniß: ständig überführt gewesen; H. sollte den Röll sogar einfach ins Gine Nothwendigkeit zu besonderen Maßnahmen ergebe sich aus Wasser geworfen" haben. Davon ist nun auch nicht einmal so der Arbeitslosigkeit nicht. Richtig heißt es: Die Möglichkeit, der viel übrig geblieben, daß auch nur aus einem anderen Paragraphen Kriegervereine und Kontraktbruch spielten eine hervorimmerfort steigenten Arbeitslosigkeit abzuhelfen, fehlt innerhalb des Strafgesetzbuchs eine Anflage könnte erhoben werden. Gine ragende tolle in dem Zivilprozeß, der jetzt zu Ungunsten der kapitalistischen Wirthschaftsordnung, obgleich die Nothwendig so leichtfertige und frivole Berichterstattung wagt sich immer nur des Kriegervereins von der vierten Ziviltammer des da hervor, wo Arbeiter die Betroffenen sind. Wir empfehlen Landgerichts Berlin II. entschieden ist. In Liebenwalde im Kreise keit dazu selbstverständlich immer größer wird. Die üblich werdende Methode, statistische Grhebungen über Arbeiterverhält den Reportern, die es angeht, für die Folge etwas mehr Borsicht Niederbarnim hatte nach der Niederlage des Kartellfreundes Lohren bei der Reichstagswahl der Bürgermeister Wagener niffe irgend welcher Art ganz im Stillen und ohne die Kontrolle und Gewissenhaftigkeit. der Deffentlichkeit vorzunehmen, ist übrigens selbst von bürger- Berliner Asylverein für Obdachlose. Im verflossenen den Vorstand des Liebenwalder Kriegervereins aufgefordert, lichen Blättern jüngst scharf getadelt worden. Monat Februar 1891 nächtigten im Männerasy! 8400 Personen, mehrere, von ihm namhaft gemachte Vereinsmitglieder aus dem Schule und Viehzucht. Was haben Schule- nämlich davon badeten 2884 Personen, im Frauenafyl 1288 Personen, Verein auszuschließen, weil sie sozialdemokratisch gewählt und agitirt hatten. Dies behördliche Schreiben ist seiner Zeit von uns wörtlich mitgetheilt worden. Dasselbe gab die Volksschule und Viehzucht mit einander zu thun? Nun, davon badeten 97 Personen. dieser Zusammenhang, wie ihn ein geistlicher Lokal- Schulinspektor Polizeibericht. Als am 4. d. M. Mittags die verehelichte zunächst Veranlassung zu einer Strafanzeige wegen verAndrohung des tonstruirt hat, ist folgender: Weil die Schulpflicht besteht, giebt Tschachtschal in ihrer Wohnung, Neue Schönhauserstr. 17, einen meintlicher Mißbrauchs der Amts es teine Hütefinder mehr; weil es feine Hütekinder mehr giebt, Spirituskocher anzündete, warf sie dabei eine Flasche mit Spiritus gewalt gegen Herrn Wagener. Die Strafanzeige wurde u. a. geht die Viehzucht zurück, also auch die Landwirthschaft. Gäbe um, welcher sich sofort entzündete und ihre Kleider in Brand deshalb zurückgewiesen, weil angenommen werden mußte, Herr es Hütefinder, so gediehe auch wieder die Viehzucht. Die feyzte. Obgleich der Ehemann bald zur Hilfe herbeieilte, erlitt Wagener habe geglaubt, in Ausübung seiner Rechte oder Pflichten hohen Fleischpreise haben ihren Grund nicht in der Grenzsperre Die Frau doch so schwere Brandwunden am ganzen Körper, daß zu handeln, können sich also der eventuellen Rechtswidrigkeit sondern in der Nothlage der Landwirthe, und diese kommt von sie nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte, feiner Aufforderung zur Vertragsauflösung nicht bewußt gewesen dem Mangel an Hütekindern. Obendrein aber glauben die Eltern, Zu derselben Zeit wurde eine sein. Das Schreiben veranlaßte aber ferner die Adressaten, den wo sie gegen Abend verstarb. welche in ihrer Jugend selbst das Bieh gehütet hatten, daß die 74jährige Frau vor dem Hause Neue Roßstr. 7 von einem Post- Vorstand des Kriegervereins, zu einem schleunigen friegerischen Behörden und Geistlichen durch das Verbot des Kindermiethens wagen überfahren und erlitt außer einer Verlegung am Kopfe Schreiben an die bösen Sozialdemokraten Armonier und Genossen ihren Erwerb schädigen wollen, fie verlieren daher das Vertrauen anscheinend auch innere Verlegungen. Nachmittags gerieth ein dahin, daß sie auf Grund der polizeilichen Verzu ihnen,„ lassen sich mit geistlichen Mitteln nicht mehr halten dreijähriges Mädchen auf dem Betriplab unter die Städer einer fügung aus dem Verein seitens des Vorstandes ausgeschlossen Schwarz auf weiß entwickelt der Pfarrer und Lokal- Ueberführung nach dem St. Hedwigs= Krankenhause erforderlich fünf Vorstandsmitglieder auf Anerkennung, daß dieser AusSchulinspektor Fischer in Quednau diese Beweisführung in der wurde. Zu derfelben Zeit wurde ein Mann in seiner Wohnung schluß statuten, also vertragswidrig und deshalb ungiltig, Königsberger land- und Forstwirthschaftlichen Zeitung". Er ver- in der Diessenbachstraße erhängt vorgefunden. Am 4. d. Wt. wiewohl die Bertragswidrigkeit durch die langt daher Milderung des Schulzwangs, und zwar u A.: und am darauffolgenden Morgen fanden vier kleine Brände statt. höchste Polizeibehörde von Liebenwalde ver,, 1. Daß jedem Grundbesitzer auch in den Schulbezirken, wo anlaßt war. Der Vorstand sei nach dem Statut, dem für Halbtagsschule gehalten wird, ein, im nachgewiesenen Nothfalle die Krieger bindenden Vertrage, nicht einmal formell zwei Sutefnaben bewilligt werden; 2. daß diese Knaben nicht berechtigt, einen Ausschluß zu statuiren; das tönne nur eine blos aus dem Umfange des Kirchspiels, sondern auch aus anderen Generalversammlung. Im Uebrigen sei der Grund, daß die Ortschaften und aus der Stadt gemiethet werden dürfen; allein zutreffende politische Ueberzeugung der Kläger sie ihres 5. daß Mädchen, welche die beiden ersten Hauptstücke( jedenVereinsrechtes verlustig mache, unjittlich, unverständig, unrichtig falls des Katechismus) und die erste Hälfte des kleinen Der räuberische Ueberfall, der am Weihnachts- Heiligabend und ungefeßlich. Die fünf durch das polizeiliche Dekret zu dem Einmaleins fönnen, zum Effenkochen und Kinderwarten gegen das Dienstmädchen des Kaufmanns Schäfer, Unter den Erlaß des schleunigen Tagesbefehls veranlaßten Krieger machten gemiethet werden dürfen, damit die kleinen Kinder nicht einden 17, ausgeführt wurde, unterlag gestern der Prüfung des alle möglichen Einwendungen: wenn der Bürgermeister von ohne Aussicht in verschlossenen Zimmern zurückbleiben", u. f. w. Schwurgerichts des Landgerichts I. Auf der Anklagebant befand Liebenwalde gesprochen, so hätte der Richter nicht mehr Unsere Leser werden meinen, daß dabei eigentlich alles aufhöre. sich der 24jährige Musiker Friedrich Emil Brösecke, der zu Rechtsweg sei also unzulässig, sie Aber noch skandalöser find die Bedingungen, unter welchen der des versuchten Raubes beschuldigt war. Brösecke hat in Bayern hätten nur der Polizei gehorcht u. f. w., übrigens wurde Herr Pfarrer und Lokalschulinspektor das Kindervermiethen zu feiner Militärpflicht genügt, ist aber dort wegen versuchter Er- dann als letzter Rettungsanter in der Fluth der Bedränglassen will. Es sollen nur solche Kinder vermiethet werden, die preffung zu einer mehrmonatigen Gefängnißstrafe und zur Ver- niß hingeworfen habe auch die Generalversammlung den Be ziemlich fließend lesen, die beiden ersten Hauptstücke, die erste fegung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurtheilt schluß des Vorstandes gutgeheißen. War diese letzte Behauptung Hälfte des fleinen Einmaleins können und Lesestücke abzuschreiben worden. Nach seiner Entlassung fand er Beschäftigung bei einem richtig, so mußte die Klage abgewiesen werden, weil die im Stande sind." Der Schulbesuch der gemietheten Kinder foll hiesigen Musikdirektor, er gab die Stellung aber bald wieder Klage sich dann gegen alle Krieger Liebenwaldes und Um auf eine Stunde täglich normirt werden, von 1 bis 2 Uhr auf und dadurch steigerte sich der Unwille seiner Angehörigen gegend hätte wenden müssen. Indeß: es war halt nicht so wie Mittags, damit die erworbenen Kenntnisse bis zum nächsten gegen ihn in dem Grade, daß sie sich vollständig von ihm losfagten. Die beklagten Strieger behauptet hatten. Sobald das Gericht BeWinter erhalten werden." Der Angeklagte gerieth in Noth, er will mehrere Tage hungernd weis über die treuberzig vorgetragene Behauptung der„ verund hoffen von Gerichts- Beitung. Die Geschworenen billigten dem Angeklagten keine mildernden Umstände zu. Der Staatsanwalt hob hervor, daß bei der Gemeingefährlichkeit der That die ganze Strenge des Gesetzes zur Anwendung fommen müsse, er beantrage 12 Jahre 3uchthaus und die üblichen Nebenstrafen. Das Urtheil lautete auf 8 Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ghrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. er meint, daß eine Stunde täglichen Unterrichts nicht aus und obdachlos umhergeirrt sein und schließlich reiste der Plan tragstreuen" Krieger beschlossen hatte, beriesen diese nun schleunigst reiche, verkennt die Interessen der Miether; denn:„ Wenn die eines schweren Verbrechens in ihm. Er hatte mit einem früheren ihre Mannen zu einer Generalversammlung. Und siehe da: Hütetinder an drei Vormittagen die Schule, am Sonntage die Mädchen der Kaufmann Schäfer'schen Eheleute eine Bekanntschaft diese Generalversammlung beschloß, die bösen Sozialdemokraten Kirche und, falls fie Stonirmanden sind, außerdem an zwei Bor- angefnüpit und war dadurch mit den Wohnungs- und sonstigen auszuschließen. Dieses nachträgliche Busammentrommeln mittagen den Konfirmandenunterricht( ohne den geht's natürlich Verhältnissen derselben vertraut geworden. Er kaufte sich ein der Siebenwalder Generalfrieger nügte den Betlagten aber nichts. nicht!) befuchen sollen, so haben die Miether an den gemietheten turzes Brecheisen, wie er angiebt, um in der Schäfer'schen Woh Die Kläger erklärten, daß sie nunmehr die gesammte StriegerKindern feine Hilfe mehr". nung einen schweren Diebstahl zu begehen. Nachdem er sich schaft vertlagen müßten und würden. Das Vorgepläntel gegen Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ortsverwaltung 1. SonnTrolle, Grüner Weg vorn i Treppe, statt. die 5 Vorstandskrieger habe den Zweck, die Generalversammlung| ftraße 27, Sonnabend, den 7. März. Gönner und Freunde sind höflichst ein- und die sozialpolitische Entwicklung Englands. 11. Von Ed. zum Reden zu bringen, erreicht. Durch die Generalschlacht sei geladen. Billets bei W. Schnitzer, Manteuffelstr. 51a, Hof 1 Tr. Bernstein. Etwas über Eisenbahnen, Arbeitslöhne von aber Das weitere Gepläntel gegen die 5 Vorstander tag, den 8. März, Vormittags 10 Uhr, Versammlung im Restaurant Reßner, Eisenbahn- Arbeitern und Eisenbahn- Unfälle in den Vereinigten überflüssig, Der Rechtsstreit gegen diese Herren sei Annenstraße 16. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Liefländer. 2. Dis: Staaten. Literarische Rundschau. Notizen. Feuilleton: zu Ende. Es erübrige nur, die Thatsache, daß die fussion. 3. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 4. Wahl der Orts: Beklagten verwaltungs- Beamten. ohne Recht, der polizeilichen 5. Verschiedenes und Fragetaften. Die Mitglieder Töchter unserer Zeit. Roman aus dem modernen GesellschaftsAufwerden um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht. Gleichzeitig leben von F. v. Ost a.( Schluß.) forderung entsprechend, die Kläger ausgeschlossen, da- bringe ich nochmals unsere Bibliothet in Erinnerung. Die Ausgabe der durch zum Ausdruck zu bringen, daß die Kosten Bücher findet jeden Dienstag und Freitag, Abends von 8-9 Uhr, beim Kollegen des Rechtsstreits den polizeitreuen und vertragstreuen Be- Große öffentliche Volks- Versammlung für Männer und Frauen flagten zur Last gelegt würden. Diesem Antrag des flägerischen heute, Freitag, den 6. März, Abends 8 Uhr, im Saale der Brauerei Königstadt, Mandatars Rechsanwalt Stadthagen entsprach die Zivil- Schönhauser Allee 11-12. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. Referent: fammer und legte die sämmtlichen Kosten den BeAlbert Auerbach. 2. Der 1. Mai. Jedermann hat Zutritt. Elagten auf. Die nächste Fortsetzung des Kampfes wird eine Klage gegen alle Zie benwalder Krieger bilden, durch die entschieden werden soll, ob die Kriegervereine unter Einbehaltung der ihnen gezahlten Beiträge den Vertrag einseitig lösen dürfen. Boziale Lebersicht. willkommen. Der gesellige Klub Proletariat veranstaltet am Sonntag Abend im Neustädter Boltsgarten, Prostauerfir. 38, ein geselliges Beiſammensein, verbunden mit humoristischen Vorträgen und Tanz. Freunde und Genossen sind Die Privat- Theatergesellschaft Schneeglöckchen" veranstaltet am Sonnabend, den 7. März, in Nürnberg's Salon, Schönhauser Allee 28, einen Wiener Mastenball wozu Freunde und Genossen eingeladen sind. Einlaßkarten sind im Lotal und bei den Mitgliedern sowie bei P. Plockte, Marienburgerstraße 30, Hof 3 Tr. zu haben. Nr. 29 zu Hamburg.) Filiale Berlin 8. Sonntag, den 8. März, Bormittags Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter.( E. S 10 Uhr: Mitglieder- Bersammlung bei Wilte, Hochstraße 32 a. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht pro Januar und Februar. 2. Aufstellung eines Kandidaten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. März, Bormittags 10% Uhr, Die Kommission des Arbeiterbundes Basel, Gasthof Rosenthalerjir. 38: Bortrag der Frau Hedwig Henrich- Wilhelmi über den Bezur Blume, Schwanengasse, hat beschlossen, ein Demonstrations- griff der Gotteslästerung. Dienstag, den 10. März, Abends 8 Uhr, im großen Abzeichen als Erinnerung an den diesjährigen internationalen Gaale bet Joel, Andreasstr. 21: Vortrag der Frau Hedwig Henrich- Wilhelmi Arbeiter- Feiertag, den 1. Mai, herstellen zu lassen, nämlich ein über Feuerbestattung. Tischler- Verein. Sonnabend, den 7. März, Abends 9 Uhr: Bersammlung aus Seide gewobenes Band, das auf rothem Grunde schwarze Rottbuferstr. 4a. Tagesordnung: Bortrag des Ingenieur Herrn Sachs. Ab Schrift tragen und ca. 12 Zentimeter lang sein wird. Am Kopfe rechnung vom Mastenfest und Vereinsangelegenheiten. enthält es in großer lateinischer Schrift die Bezeichnung„ Achtstundentag", der in kleinerer Schrift das Motto„ Acht Stunden Arbeit, Acht Stunden Muße, Acht Stunden Schlaf" folgt; den Abschluß bilden eine von zwei Händen gehaltene Fackel, als Symbol der Verbrüderung und Aufklärung, und wiederum in großer lateinischer Schrift die Worte 1. Mai 1891". Die Schrist sowie das Symbol werden nicht gedruckt, sondern eingewoben. Das Zeichen foll zum Preise von 30 Centimes verkauft werden. Vereine und Kolporteure erhalten jedoch angemessenen zeitig. " Depeschen. Hamburg, 5. März.( Tel. d. Herold.) Nach den hier vor liegenden Meldungen soll unter den Araberstämmen Afrikas große Erregung herrschen, Dieselben werden angeblich von einem Sohn des Mahdi zum Kriege gegen das Christenthum aufgereizt. Indische und englische Karawanen berichten, daß ihnen vielfach der Weg versperrt worden sei. Paris, 5. März.( Tel. des„ Herold".) Rammer. Conftans beantwortete die Interpellation des Sozialisten Ferroul betreffend und erklärte, die Behörde habe außerordentliche Maßregeln treffen die Entfernung der Maueranschläge über die Maifeier in Roubais müssen, weil durch jene Maueranschläge die öffentliche Ordnung bedroht worden sei. ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) Wien, 5. März. Bei den heutigen Städtewahlen in NiederDesterreich( ohne Wien) wurden zwei Deutsch- Liberale, zwei Deutsch- Nationale und ein Antisemit gewählt. Die DeutschLiberalen gewannen zwei Sige von den Antisemiten. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 Uhr, Wien, 5. März. Jm Wiener Wahlbezirke Hernals erbei Schönfeld, Martendorferstr. 10. Säfte haben Zutritt." Süben, abends hielten Prinz Liechtenstein 2978, der Kandidat der Deutschliberalen willkommen. 8% Uhr bei Schwarzkopf, Staligerstr. 11. Gäste, Damen und Herren, Weiten", Abends 8 Uhr im Restaurant Böhland, Bülow und Demokraten Kronawetter 2736 und der Antisemit ftraße 52. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. stunde, Aufnahme von Mitgliedern. Männer- Gefangverein„ Collegia", und Kronawetter findet am Sonnabend statt. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend Abends 9 Uhr, Utebungs- Frank 1013 St. Die engere Wahl zwischen Prinz Liechtenstein Restaurant Reichenbergerstr. 16.- Gesangverein des Fachvereins der Wien, den 5. März. Bisher wurden 213 Wahlen vollBuyer Berlins und umgegend"" Gemüthlichte it", Seydel- zogen. Entgiltig gewählt sind 58 Deutschliberale, 7 Deutschstraße 30 bei Preußer. ,, Buchbinder- Männerchor" Berlin, Alte Jakobstr. 75 bei Feuerstein. Schmiede", bei Tempel, Breslauerfir. 27.Männer- Gesangverein der Berliner nationale, 28 Jungczechen, 9 Altczechen, 4 feinem Klub angehörende Arbeiter- Gefangverein Nord", Czechen, 15 Klerifale, 13 Slovenen, 31 Polen, 8 Ruthenen Brunnenstr. 38 bei Gnadt. Gesangverein orbeerfrana", Restaurant 2 Rumänen, 8 Antisemiten, 3 Mitglieder des Caronier- klub, Gefangverein Wiederhall", Wrangelstr. 141 bei Schmidt. 5 Abgeordnete von unbestimmter Parteistellung. Es sind ferner Arbeiter Gesangverein„ Hoffnung", Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 34 8 Stichwahlen nöthig, 14 Wahlresultate sind noch unbekannt. Rummer's cher Gesangserein", Elisabethstr. 11 bei Rüth. Gesangverein„ Esmeralda", Koppenstraße 35 bet Keller, Abends 8 Uhr. Paris, 5. März. Infolge einer Unterredung zwischen dem Wilhelm Seeger'sche Liebertafel", Abends' uhr bet Trucks, Justizminister Fallières, dem General- Prokurator Beaurepaire Zoltsdorf. Reichenbergerstraße 83.- Gefangverein Tonblüthe", Görligerstr. 58 bei und dem Prokurator Banaston verfügte der Minister des Innern Krüger, Frankfurter Bierhallen. Gesangverein Jugendfreuden" bet den Rennpläßen sich an dem gewerbmäßigen Spiel betheiligen Gefangverein, Große Frankfurterstr. 99 bei Constans, daß am nächsten Sonntag alle Personen, welche auf Keller, Bergstr. 68. rauschen", Martgrafenftr. 87 bei Weigt.-Männer- Gesang- Berein" union" Gesetz erforderlich sein würde, um in Zukunft das Spiel auf Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Männnerchor Waldes sollten, verhaftet werden. Die Regierung ist der Ansicht, daß ein Abends 9 Uhr, in der Berliner Bock- Brauerei. Rennpläßen zu gestatten. Rabatt und erbittet die Kommission die Bestellungen recht- Nürnberg. Weinstr. 11. Raiser'scher Männerchor", Schönhauser Allee 28 bei Hamburg, 4. März. Der Ausstand der Heizer und Trimmer ist heute Morgen in einer Versammlung in der Konkordia" für beendet erklärt worden, da er sich nicht länger halten läßt. Es fahren zu viel Schiffe mit voller Besagung ab. Die Probe auf das Exempel, ob die Heizer und Trimmer schon genügend organisirt waren, um solchen Ausstand mit Erfolg Durchzuführen, ist eben mißglückt. Hoffentlich haben die Leute so viel bei diesem Versuch gelernt, unt beim nächsten Male besser vorbereitet zu sein. Nothwendig dürfte dazu ein einheitliches Vorgehen der Heizer und der Matrosen sein. Versammlungen. Oeffentliche Versammlung für Frauen und Männer des Lefetlub Freie Denter am Sonntag, den 8. März Abends 6 Uhr, bei Schnegelsberg, Jahnstr. 8. Tagesordnung: 1. Bortrag über die Korruption der Gesellschaft. 2. Distuffton. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung Tanzkränzchen. Zur Deckung der Untofien findet Tellersammlung statt. Interessen- Verein der Riftenmacher. Mitglieder- Versammlung Montag, den 9. März Abends 8% Uhr, im Lotal Dresdener Garten, DresdenerStraße 45. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn B. Stabernack über das Invaliden und Alters- Versicherungs- Gesez. 2. Vereins- Angelegenheiten und Verschiedenes. finden. bei Schulze. Sarthanscher " " Vergnügungsverein Iüd auf", Abends 8% Uhr, Sigung bei möwes, Fichteftr. 29. Nach der Sizung Tanz. Gäste willkommen. Vergnügungsvercin Beilchen", Sigung mit Damen von 9 Uhr ab, Admiralstr. 38 bei Lülow. Gäste willkommen. Geselliger Verein Immergrün" Abends 9 Uhr, im Restaurant Heinicke, Oranienstr. 36. Berein ehem. Schüler der 38. Gemeinde Schule, Sigung, Abends 9 Uhr, im Grand Restaurant Kornblume"( Jnh. Otto Noll), Andreasstr, 3. Gäste willkommen. Rauchflub„ Ohne 3wang", Abends s½ Uhr, bei W. Spaeth, Weinstraße 28.- Theater- und Vergnügunasverein Vulcania", in Roth's Restaurant, Linienstr. 73. Gäste willkommen. Damen und Herren, welche geneigt sind, beim Theater mitzuwirken, find freundlichst eingeladen. Statklub Tournee", Abends 8% Uhr, beim Genossen Karl Ullrich, Wrangelstr. 84. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen. " Literarisches. Adhtung Kolporteure! Die Genossen werden ersucht, sich Freitag, den Von der ,, Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Ver 6. März, Nachmittags präzise% 8 Uhr, Alte Jakobstr. 69 bet J. Lenz einzu lag) ist soeben das 23. Heft des 9. Jahrgangs erschienen. Aus Großer Wiener Maskenball der Allgemeinen Kranken- und Sterbekaffe dem Inhalt heben wir hervor: Die österreichische Gewerbe- nder deutschen Drechsler u. f. w Berlin B. in Renz' Ball- Salon, Naunyn- spektion im Jahre 1889. Von August Bebel. Versammlung d. sozialdemokratischen Parteigenossen des 1. Wahlkreises 2 am Sonnabend, den 7. März cr., Abends 9 Uhr, im Saale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Zages Ordnung: 343 1. Der 1. Mai und wie seiern die Genossen denselben? 2. Wahl eines Mitgliedes zur Lokalkommission. 3. Verschiedenes. Genossen u. Genoffinnen find hierzu eingeladen. Die Vertrauenslente. Verein d. Klempner Berlins n. Umgegend. Gr. Sonnabend, den 7. März, Abends 8 Uhr, 298L Sutfabrik Blücherstraße 11, vis- à- vis der Heiligen Kreuz- Kirche. Wilhelm Böhm. Sämmtliche Hüte mit Kontrolmarken. Großes Lager in Regen- und Sonnenschirmen. Reellste Bedienung. Versammlung Vorletzte Woche! im Lokale von ,, Steinert", Rosenthalerstr. 11-12. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Thierbach über:" Die großkapitalistische Produktionsweise und deren Folgen für die gesammte Gesellschaft". 187/4 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Vereinsmitglieder zur Feier des 1. Mai? 4. Verschiedenes und Fragen. Gäste willkommen. Die Billets zur Matinée( 1. Ofterfeiertag) gelangen in dieser Versammlung zur Ausgabe. Hirschfleisch, pfundweise, pid.35-60Pf. Wildschwein, Pfd. 60 Pf. 244L Wild- Enten80ẞf.Std. Hühn., Ent., Taub. Schweinepökelfleisch, Pfund 35 Pf. do. geräuchert, Pfund 40 Pf. Mecklenb. Leberwurst 50 P1. Braunschw. Rothwurst 70 Pf. Alle Sort. Käse billigst b. Sort.Käse Der Vorstand. A. Pechmann, Achtung! Paulow u. Nieder- Schönhausen. Achtung! 48. Reichenbergerstr.48. Gr. sozialdemokr. Volksversammlung am Sonntag, den 8. März, Mittags 1 Uhr, im Lokale Kaiser Friedrichstraße 50-51( n. b. Brauerei E. Willner.) Zages Ordnung: 344/10 1. Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Sozialdemokratie. Ref.: Herr G. Link. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Mehl- Handlung Der Einberufer. Entlaufen 789 b ein flein. braungelber Hund, Marke 4927. Abzugeben bei Pieper, Zimmerstr. 50. Resterhandlung[ 109L empfiehlt Karle, Waldemarstr. 66. Arbeitsmarkt. Nur I Mark Damenhemben- Näherinnen verlangt L. Brachvogel, Manteuffelstr. 75. Klagen, Eingaben, Reflamationen, Gebr. Raffee's, vorzügl. im Geschmack, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Eintägl frisch, à Pfd. 1,40 und 1,60 M.; ziehung von Forderungen. Pollak, Kaffee von Zunk fel. Wwe. 1,70 M. jetzt Raupachstr. 7, I. Auch Sonntags Rohkaffee's in sehr preiswerthen Qualitäten à Pfd. 1,20, 1,30 und 1,35 M. Bringe den Genossen hierdurch meine 80 H Frau Hofstetten, Tieckstr. 7, 1I.[ 799b Schleifer u. Polirer für Hornknöpfe verlangen Lenschow u. Markert, 22 Vor dem Stralauer Thor. Jung. Schlosser, der gezwungen ist, Zentral- Markthalle, Stand 148, aufzugeben, sucht pass. Arbeit; auch in freundliche Erinnerung und bitte wenn derselbe sich erst einarbeiten muß. um gütigen Zuspruch. 759b Ang. od. Vermittl. v. Adr. werden erb. Carl Aurin. Weberstr. 25, Quergeb. 11, b. Schapelt. Auch empfehle ich eine ſtets frische, hoch- Rind- und Schweineschlächterei, eines Fußschadens wegen, ſein Handwerk feine Tafelbutter à Pfd. 1,20 m. 694b Schneider v. Sih b. Gen. f. einige Wochen. Adr.abz. u. A.W.30 i.d.Exp.d.Bl. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Ganze Ausstattungen empfiehlt Lungen f. gew. ärztl. Atteſt j. gefund. Viele H. m. Mittel Moritz Gläser, 189 L geh. Gerichtschem. u. Dr. unterf. u. als 167. Reichenbergerstr. 167. Beilm. anert. Suche Herren Aerzte, w. m. mir in Verb. tret. w. 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Wir bitten vorher 80 Pf. einzusenden. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Benthstraße 3. Wir gelangten in den Besitz einer fleinen Anzahl von Exemplaren von Die Fran in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Von August Bebel. 8. Auflage. 220 Seiten. gr. 80. Preis brosch. 2 MI Da die neue Auflage noch längere Zeit auf sich warten laffen dürfte, halten wir obige den Parteigenossen zur Verbreitung angelegentlichst empfohlen. Nach Auswärts senden wir gegen Einsendung von 2,20 Mt. postwendend. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In neuer Auflage erschien soeben: Wissen ist Macht, Macht ist Wissen. Festrede von Wilhelm Liebknecht. 4 Bogen 8°. Preis 25 Pf. Durch politische Macht zur Freiheit, um durch sie allen Boltsfreisen die Bildung zugänglich zu machen, ist eine mächtige Triebfeder der modernen Arbeiterbewegung. Gerade jetzt dürfte diese Schrift Liebknechts zur weitesten Verbreitung geeignet sein, wo die Gegner mit allen ihren geistigen Waffen die Sozialdemokratie befämpfen wollen.„ Wissen ist Macht" zeigt, mit welcher Art Bildung die Bourgeoisie die Proletarier abspeist, während sie für sich und ihre Söhne alle Schleusen des Wissens offen hält. Tafelklavier, gutes, 50 M., vert., Das gr. Lager Berlin 296L G. Schaude, Meherſtr. 28, von IV. Kinderwagen. Andreasftr.23, P Möbel-, Spiegel-. Polsterwaaren- Magazin SO. 5. Reichenbergerstraße 5. ŠO. von Aug. Herold, Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. 172 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 55. Soziale Uebersicht. Freitag, den 6. März 1891. 8. Jahrg. Nachdem sodann zu Punkt 3 der Tagesordnung Millarg als Delegirter der Berliner Streit- Kontrollkommission deren Bericht erstattet hatte, beschloß die bereits stark zusammengeschmolzene Versammlung, die Diskussion über denselben erst in einer neuen Versammlung, in welcher alle Branchen vertreten sein sollen, zu statistisch nachgewiesen, nicht gebessert; 90 pet. aller Verbrecher der Bauhandwerker- Konferenz eine alle gewerblichen und nicht seien Rückfällige. Die einzige Linderung ist unter den heutigen gewerblichen Arbeiter umfassende Konferenz zum weiteren AusFriedrichsfelde bei Berlin, 4. März. Von dem Korbmacher- herrschenden Verhältnissen durch das Walten der reinen Ver- bau der Streif- Kontrollkommission zusammentritt." nunft, des Menschenrechtes, soweit als es in gegebenen Verhält meister Herrn R. Zwirner geht uns folgendes Schreiben zu: Auf den in Nr. 52 des Berliner Volksblatt" von den nissen angebracht ist, zu erzielen. Durch logisches, flares Denken, Friedrichsfelder Korbmachergesellen erlassenen Aufruf bitte ich durch Erziehung zu diesem, dem allgemeinen Menschenrecht, dem gleichen Recht für Alle den Weg ebnen, das ist unsere die geehrte Redaktion um Aufnahme folgender Berichtigung: Aufgabe! Es ist unwahr, daß gegenwärtig hier ein Lohnabzug gemacht Lebhafter Beifall folgte diesem Vortrag. Nach einer eröffnen. worden ist, die Sache verhält sich vielmehr so: As im vergangenen Sommer die Nachfrage in Gärtner- Pause von 10 Minuten wurde, da sich Gegner nicht meldeten, von der Diskussion Abstand genommen. Einen bezeichnenden Verlauf nahm die am Freitag Riepen sich steigerte, traten meine Gesellen mit dem Ersuchen um Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: In Er- tagende Generalversammlung der Glaserinnungs- Krankenkasse. 5 Pfennige Zulage per Stück an mich heran. Ich habe ohne wägung, daß eine Aenderung in der Rechtspflege, im Strafper- Bezeichnend insofern, als sie sozusagen die Feuertaufe der OrWeiteres diese Forderung bewilligt, obwohl in der ganzen Um- fahren, und in der Bestrafung der Verbrecher unter heutigen ganisation war und wie diese bestanden wurde, das wird das gebung sowie auch in Berlin eine Lohnerhöhung über den von Verhältnissen unmöglich, daß diese vielmehr erst von den Ver- Folgende besagen. Während die Jnnung resp. der Kassenvorstand Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten Lohntarif nicht hältnissen geschaffen werden, erklären sich die Anwesenden mit in den früheren Jahren den Mitgliedern gegenüber leichtes Spiel eintrat. Meine hiesigen Kollegen mußten mir, wenn auch der Referentin voll und ganz einverstanden und erwarten in dem hatte, hat sich die Situation in diesem Jahre wesentlich geändert. murrend folgen. Es wurde jedoch bei der Bewilligung aus von der sozialdemokratischen Partei angestrebten Aenderungen im Es waren die Mitglieder teine kopflose Masse wie sonst, sondern drücklich vereinbart, daß zum Winter, wenn der Abgang stockt, die Organisation hatte es dahin gebracht, daß die Masse diesmal die Preise sinken und auf Lager gearbeitet werden muß, diese gangen Staatswesen erst entgiltige Silfe. Eine zweite Resolution fand ebenfalls einstimmige Annahme. einig vorging. In einer öffentlichen Versammlung war kurz Lohnerhöhung wieder fortfallen soll. Diese lautet: zuvor Stellung zu dieser Versammlung genommen und die Genossen Die heutige Versammlung möge beschließen: und Friedrich Förster, Stampehl, Hüneke die Vertreter und Sprecher der Majorität der Der Verlauf Der Ver Dieser Zeitpunkt trat Anfang November vorigen Jahres ein und der Wegfall hat bisher kein Befremden hervorgerufen. Nur ein Kollege, welcher eine sehr ungesunde, dunkele Kellerwerkstatt hat, giebt, um Arbeiter zu behalten, die obige Zulage weiter. Von dessen Gesellen ist nun auch an die anderen das Bureden ergangen, die Zulage jetzt kategorisch zu fordern. Wenn je ein Vorgehen behufs Ausbesserung des Gewerbes zur Ünzeit und planlos geschah, so ist es das gegen wärtige der hiesigen Korbmachergesellen. Der Hauptbedarf des in Rede stehenden Artikels fällt erst im Sommer, wenn die Gärtner zum neuen Grünkram und Gemüse derselben bedürfen. Jetzt ist Borrath überall und Nachfrage wenig. Ich habe nichts dagegen, wenn das Riepenmachen jezt eine Zeitlang ruht und werde, wenn die Zeit kommt, auch wieder zulegen. In Anbetracht der heutigen Ansprüche, welche die Gesetze an die Arbeiter stellen, und in Erwägung, daß Unkenntniß vor Strafe nicht schützt, möge sich Jeder Bildung verschaffen, die von der Arbeiter- Bildungsschule hierzu gebotene Gelegenheit benutzen und für dieselbe mit allen Kräften eintreten. Zahlreiche Aufnahmen neuer Mitglieder fanden statt. Die Anwesenden wurden noch aufgefordert, für die ausgesperrten Hamburger Arbeiter einzutreten und mit einem dreifachen Hoch auf die Arbeiter- Bildungsschule die Versammlung geschlossen. Tischlerversammlung. als Raffenmitglieder gewählt worden. fammlung bewies, daß diefelben nach jeder Hinsicht ihrer Aufgabe gewachsen waren. Als erster Punkt stand auf der Tagesund Dechargeordnung: Bericht über die Kassenrevision Ertheilung. Genosse Stampehl ergriff das Wort und führte aus, daß es unmöglich fei, die Jahresrechnung abzunehmen und Decharge zu ertheilen, da die Art und Weise der Revision unter Umständen vor sich gegangen wäre, die die Mitglieder veranlaßt hätten, ihn zu beauftragen, daß er den Antrag stellen sollte, die fofortige Abnahme zu verweigern. Die Mitglieder nähmen das Die Tischler Berlins, namentlich die mit dem ftatutengemäße Recht in Anspruch, wonach sie aus ihrer Mitte Bauhandwerkin Verbindung stehenden Branchen zwei Revisoren wählen können, die die Kasse nochmals revidiren. Zur Aufbesserung des Gewerbes ein planmäßiges Vorgehen ber Barquetbodenleger, Einsetzer, Anschläger Nachdem sich das Erstaunen ob dieser ungeheuren That beim zur rechten Zeit und im ganzen Umkreis würde woh! Erfolg und Bautischler waren am 4. d. m. versammelt, um fol- Innungs- und Kassenvorstand gelegt hatte, ergriff der Herr Oberhaben, aber unser Dorf wird von seiner Umgebung bei dieſem gende Tagesordnung zu erledigen: 1. Stellungnahme zu der auf meister Nega in höchsteigener Person das Wort und versuchte in Vorgehen allein erdrückt. Zum Beweise, daß die Arbeitgeber der Bauarbeiter- Konferenz gestellten Resolution. Referent: Re- umständlicher Art und Weise, die manchmal sentimental beim Kiepenmachen nicht glücklich und reich werden, seien hier gierungs- Baumeister a. D. Kepler- Berlin. 2. Diskussion. 8. Be- zu werden drohte, die Gesellen von ihrem sündhaften Vorhaben die Auslagen angeführt: richt der Delegirten der Berliner Streif- Kontrollkommission. abzubringen. Da er aber den sachlichen Ausführungen des GeHöchster Preis pro Kiepe 1,25 M. Gesellenlohn 65 Pf., Weidenauslage 40 Pf., Leisten, Nägel und 4. Verschiedenes. Nachdem in das Bureau durch Zuruf die noffen Stampehl wenig erwidern konnte, so versuchte er es, die Gesellenlohn 65 Pf., Weidenauslage 40 Pf., Leisten, Nägel und Kollegen Fricke, Haberland und Bruhns gewählt waren, Debatte auf ganz andere Punkte der Tagesordnung hinüberzuBurichtung, event. Strichenkel 20 Pfennig, Summa 1,25 Mart. ergriff Herr Keßler das Wort zu seinem Referat. Nachdem bringen. Er sprach viel von dem guten Einvernehmen zwischen Bei Engros- Einkauf von Weiden bleibt dem Arbeitgeber ein derselbe zunächst in längerer Ausführung darauf hingewiesen Meister und Gesellen, welches die Innung wünschte und den Nuzen von ungefähr 10 Pf. pro Kiepe welche der Transport zu hatte, wie die Pariser Arbeiter nach sechsjähriger rastloser Agi- Segen, welchen die Gesellen aus dem sogenannten Fünfer- Ausden Konsumenten theilweise aufzehrt. Das Angeführte sind That- tation sowohl den Widerstand der Regierung gegen ihre Forde- schuß hätten, von der Unparteilichkeit des Innungs- Schiedsgerichtes sachen, die unwiderleglich sind. Robert Zwerner." Buleht hatte sich der alte Herr rungen als auch den der Unternehmer gebrochen haben( Rufe: Oho!) u.[. w. u. s. w. der Wohlthaten einer von den Arbeitern ordentlich in die Hize geredet. Doch die Genossen Förster und Die Arbeitslosigkeit in Chemnis! Durch Fragebogen und fich nun wurde 1890 die Bahl der in sämmtlichen Gießereien beschäf geleiteten und von der Stadt unterhaltenen Arbeitsbörse und Stampehl wiesen dem Herrn Obermeister nach, daß doch nicht tigten Arbeiter festgestellt. Es wurden beschäftigt 1738 Arbeiter zahlreicher. Arbeitsnachweis- Bureaus in Paris und den größeren alles so wäre und verlangten Abstimmung über den Antrag. ( Lehrlinge sind nicht mit inbegriffen). Die Erhebung von 1891 Provingstädten erfreuten, gab er zu, daß in Berlin die Verhält. So sehr sich die Herren sträubten, blieb ihnen nichts weiter übrig, ergab nur 1489 Beschäftigte, somit 249 weniger. Das ist ein nisse allerdings in mancher Beziehung noch etwas schwieriger und stehe da, es geschahen Wunder und Zeichen. Für DechargeAusfall auf je 100 Beschäftigte im vergangenen Jahre von feien, als in Paris, daß man hier aber endlich, wenn vielleicht Ertheilung war der Herr Altgeselle Calleine, und dagegen ca. 14 Personen. Daß, wenn die Arbeit in den Gießereien ruht, auch erst nach zehnjähriger Arbeit, seine Forderungen auch durch- war die übrige Versammlung( allgemeines Gelächter). Wenn auch auch in den Werkstellen der übrigen Metallarbeiter Arbeitsmangel fegen werde. Es gehöre dazu aber eine Organisation, an der noch so manches Innungslamm da war, so hatte doch niemand eintritt, ist selbstverständlich. Es giebt hier, gering angenommen, sich in erster Linie die Bauhandwerker, dann aber auch alle weiter als der Altgeselle den Muth, dafür zu stimmen. Die Wahl 20 000 Metallarbeiter, und man tann gegen 3000 Arbeiter als übrigen Arbeiter zu betheiligen hätten. Diese Organisation solle der Revisoren fiel auf die Genossen Förster und Gayert. Bu in der Eiſenindustrie in diesem Jahr weniger beschäftigt an durchaus nicht in die bestehenden einzelnen Gewerkschafts- u. f. w. Punkt 2: Wahl eines Fünfer- Ausschusses ergriff wieder Genosse nehmen. Die Entlassungen mehren fich täglich: fo find am Organisationen eingreifen, sondern die allen Berliner Bau- Stampehl das Wort und führte aus, daß die Kaffenmitglieder 2. März von der Sächsischen Webstuhl- Fabrit" ca. 100 Arbeiter handwerkern gemeinsamen Interessen mit dem gehörigen Nachdruck auch diese Wahl verweigern müßten, da 1. die Mitglieder diesen entlassen. Den 28. Februar fand eine äußerst start besuchte vertreten. So soll sie besonders dringen auf Errichtung einer Ausschuß nicht als Vertreter ihrer Intereffen ansehen könnten, öffentliche Arbeiter- Versammlung mit der Tagesordnung: Die Arbeitsbörse aus städtischen Mitteln, Abschaffung gesundheits- sondern diese Funktion dem Vorstand der Organisation überArbeitslosigkeit und und ihre Beseitigung" statt. Man stellte fchädlicher Arbeitsarten, Regelung von Lohn und Arbeitszeit, laffen hätten und da 2. der Fünfer- Ausschuß in gar keinem Zudurch Zahlenmaterial die Arbeitslosigkeit fest und wies die Ur- Einführung des Regie- statt des Unternehmerbaues bei allen fammenhang mit der Krantentasse stehe, wünsche er Aufklärung fachen derselben nach. Eine Kommission von 7 Arbeitslosen ward Arbeiten, die dies irgend zulassen, Beseitigung jeder Afford- barüber, warum der Kassenvorstand diesen Punkt auf die gewählt, welche sich direkt mit der Frage der am Ort bestehenden arbeit und Abkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes. Tagesordnung gesezt habe. Auch hier mußte der Herr OberArbeitslosigkeit beschäftigen soll. Am 3. März, Nachmittags 8 Uhr, Wenn die Bauhandwerker diese Forderungen einmal bei der meister dem Vorsitzenden der Versammlung zu Hilfe eilen. versammelten sich die Arbeitslosen. Lange vor Eröffnung der städtischen Verwaltung durchgefeht hätten, dann seien dieselben Er versuchte nachzuweisen, daß der Fünfer Ausschuß Bersammlung mußte der Saal abgesperrt werden, der Andrang ja allerdings noch nicht von selbst auch bei den Privatbauten im organischen Zusammenhang mit der Kaffe stände und war zu groß. Die Auszählung ergab 554 Arbeitslose, burchgeführt, aber bei dem großen Umfang der städtischen Bau- wenn die Wahl des Ausschusses verweigert würde, dann wäre welche zum großen Theil seit Monat Dezember ohne Bethätigkeit und der Menge der in derselben beschäftigten Arbeiter auch die Wahl des Kaffenvorstandes resp. der Beisitzer zu der= schäftigung find. Ein Antrag, sich an den Stadtrath werde dieselbe doch tonangebend sein wenigstens für die meisten felben hinfällig, da der Altgefelle, der zum Kassenvorstand geSowie an die Amtshauptmannschaft zu wenden, fand Privatbauten. Mit fehr großen Schwierigkeiten, so führt Redner hört, erst aus dem Ausschuß gewählt würde. weiter aus, habe die Berliner Bewegung zu kämpfen in Folge An der Hand der Gewerbe- Ordnung, des Krankenkasseneinstimmige Annahme: Die am 3. März im Schüßen- des starten Zuzuges von Arbeitern namentlich aus solchen Ge Gefeßes und des Innungsstatuts wies Genoffe Stampehl nach, hause versammelten Arbeitslosen ersuchen den Stadtrath von Chemnik, baldmöglichst für genden, in denen von einer zielbewußten Arbeiterbewegung noch daß dem nicht so wäre. Doch jezt fam Leben in den Herrn lohnende Arbeitsgelegenheit Gorge zu tragen." nicht die Rede sei. Durch den Zuzug dieser wenig organisirten Obermeister. Er sagte, ihm schien es als sollte hier der Hebel Die Resolution verlangte:„ Die Einwanderung ber böhmischen Arbeiter werde die Lohnbrückerei hervorgerufen. Die zu grün- angefeßt werden, um das gute Einvernehmen( Gelächter) zwischen Arbeiter dergestalt zu regeln, daß sie den hiesigen nicht die dende Bauhandwerker- Organisation habe es sich deshalb auch Meister und Gefellen zu untergraben. Den fachlichen Ausführungen Lebenshaltung verkümmern. Verbot der Beschäftigung von ganz besonders zur Aufgabe zu machen, dafür zu sorgen, daß die des Vorrebners fonnte er aber nur die Erklärung entgegensetzen, böhmischen Frauen auf den Bauten." Die Kommission wurde aus jenen Gegenden nach Berlin kommenden Arbeiter bereits daß er nicht geglaubt hätte, daß sich die Mitglieder auf das beauftragt, am 4. März beim Stadtrath sowie bei der Amts- etwas für Organisation, Solidarität und Kollegialität empfäng- Gesetz berufen würden und er demnach nicht in der Lage wäre, und sie wolle damit die Be- die Paragraphen des Gesetzes anzugeben, wonach die Wahl des lich seien. Sie habe deshalb hauptmannschaft vorstellig zu werden und am Sonnabend, den 7., bauung eines bisher fast gänzlich vernachläffigten Gebietes in Ausschusses gesetzlich sei. in einer weiteren Versammlung Bericht zu erstatten. Angriff nehmen in jenen Provinzen eine möglichst that- Da absolut keine Einigung zu Stande tam, so soll fräftige Agitation einzuleiten und dafür Sorge zu eine neue Versammlung einberufen werden. Nachdem noch der tragen, daß Streifs in denselben ganz besonders von Punkt„ Kaffenangelegenheiten" erledigt war, ergriff zum Schluß den Berliner Bauhandwerkern unterstützt werden. Es feien also Genosse Stampehl nochmals das Wort und führte des Längeren für die zu gründende Bentralstelle der Berliner Bauhandwerker aus, daß ja die Mitglieder aus dem Verlauf der Versammlung Aufgaben genug vorhanden, die bisher von keiner anderen Dr ersähen, daß von einer thatsächlichen Mitwirkung an der Verganisation gelöst feien. Zum Schluß empfiehlt der Referent, waltung der Kaffe keine Rede sein könne und da sich die Vernachdem er bemerkt, daß das Zustandekommen des Ausschusses hältnisse aller Voraussicht nach doch nicht bessern würden, forbereits gesichert sei, die Annahme der Resolution und den Bei- derte er die Mitglieder auf, von dem Rechte des freien Austritts aus der Kasse am Schlusse des Kalenderjahres ausgiebigen Ge tritt zur Organisation.( Beifall.) brauch zu machen und in freie Hilfskaffen überzutreten.( Beifall.) Unter Hochs auf die Organisation und unter dem Gesang der Arbeiter- Marseillaise leerte sich der Saal. " Versammlungen. Zu Gunsten der Arbeiter- Bildungsschule fand am Montag Abend in Ahrends Brauerei, Moabit, eine äußerst ahlreich besuchte öffentliche Versammlung statt. Den 1. Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag von Frau Wilhelmi über: Verbrechen und Strafe. Leben, In der nun folgenden ziemlich lebhaften Diskussion, an der sich besonders die Herren Glode, Millarg, Heß und Die Referentin führte etwa folgendes aus: Wie auf allen Gebieten des menschlichen Lebens haben wir Bruhn& betheiligten, wurden von sämmtlichen Rednern Beauch in Bezug auf Strafen und Verbrechen große Umwandlungen denken gegen die vom Referenten entwickelten Vorschläge geltend Eine öffentliche Versammlung der Buchdruckereizu verzeichnen. Der Begriff des Verbrechens werde durch Straf- gemacht. Im Prinzip war man ja mit den zu stellenden Fordegeseze festgestellt; Unkenntniß schüßt vor Strafe nicht, das rungen vollständig einverstanden, theils glaubte man aber bei der Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen fand am 4. März unter der Umgang der Menschen erzeugen Verbrechen, Berliner Stadtverwaltung doch nichts erreichen zu können und dem Vorsitz des Herrn D. Krüger statt. Nach einem mit und dennoch werde nur Religion, nie aber Gesetzes deshalb völlig auf Selbsthilfe angewiefen zu sein, theils fürchtete lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag des Genoffen tenntnisse in den Schulen gelehrt. Das allgemeine Menschen- man, durch Gründung einer neuen Organisation, in der zudem Silberberg über: Die heutige Erziehung der Kinder" recht allein, im weitesten Sinne des Wortes durchgeführt, würde noch nicht einmal sämmtliche Berliner Arbeiter, sondern nur die wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung das Uebel an der Wurzel treffen. Wenn der Satz Dein Schade Bauhandwerker vertreten feien, ſeine Kräfte zu ſehr zu erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden ist mein Nutzen" aufhört wahr zu sein, sei den meisten Verbrechen zersplittern. Praktischer ſei es, die beſtehende Berliner Streit- und erblickt in den heutigen wirthschaftlichen Verhältnissen, Lehrplan unferer der Boden entzogen. Die Rednerin geht sodann des Näheren Kontrollkommission in dem angeregten Sinne weiter auszubilden. sowie in dem heutigen staatlichen Nachdem sodann noch der Referent in einem kurzen Schluß Schulen den hauptsächlichsten Grund dafür, daß unsere Kinder auf die entfeßlichen Verbrechen zur Beit der spanischen Inquifition, welche auch in Deutschland Tausende von Opfern ge- wort besonders barauf hingewiesen hatte, daß große, alle Arbeiter nicht die einem Menschen nöthige und zu einer guten Bildung zusammenfassende Organisationen, wie z. B. die hier bestehende erforderliche Erziehung erhalten. Die Versammlung erwartet fordert haben, ein. Die Bildung sei Grundbedingung für die Erkenntniß des General- und die Hamburger Zentralfommission, erfahrungsgemäß nur von einer Umgestaltung der heutigen Gesellschaft in eine Strafbaren, sei aber Monopol für die besitzenden Klaffen. wenig leisteten und ja auch die Interessen der verschiebenen in sozialistische eine gründliche Befferung auch nach dieser Seite hin." 98 pet. aller Menschen haben auf Grund ihres niederen einer solchen Kommission zusammengefaßten Arbeitergruppen häufig Es ergriff nun Herr D. Krüger das Wort, um die Lehn- und Bildungsstandes keine rechte Erkenntniß von Recht und Unrecht. sehr verschiedene seien, stellte er es den Anwesenden anheim, sich Arbeitsverhältnisse der Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen der Kritik zu unterziehen. Er führte Daher sind also die Gebildeten aller Stände weit weniger in für oder gegen die Resolution zu erklären, forderte sie aber auf, Reichsbruckerei einer Stritik zu Von gewisser Seite wurde der Gefahr der Strafe. Dieselbe Gesellschaft, welche den unge jedenfalls, auch wenn man in diesem Punkte verschiedener Meinung aus? das geflügelte Wort von den Staatsbetrieben als Musteranstalten in die Welt bildeten für seine geringe Erkennungsmöglichkeit straft, fei, gute Freunde zu bleiben. nimmt aber den meisten die Möglichkeit sich zu bilden. Die auf der Bau- Arbeiter- Konferenz gestellte Resolution gesetzt. Untersuchen wir an der Hand einer kleinen Statistit Bildung ist für Geld erwerblich. wurde darauf mit geringer Mehrheit abgelehnt, über Lohnverhältnisse des Hilfsarbeiter- Personals der ReichsDie Strafe fann auch, gleichviel in welcher Form fie erfolgt, während folgende von Herrn Glocke eingebrachte Resolution zur druckerei, in wie weit dieser Staatsbetrieb mit einer Musteranstalt zu vergleichen ist. Redner verliest hierauf eine von ihm nie abschreckend wirken. Es iſt ſtatiſtiſch nachgewiesen, daß Annahme gelangte: Die heutige Versammlung beschließt: In Erwägung, daß gemachte Zusammenstellung von Alter, Dauer ihrer dortigen Bezur Zeit, wo die strengsten, die fürchterlichsten Strafen verhängt wurden, die Verbrechen am zahlreichsten waren. die in der Bauhandwerker- Resolution" enthaltenen Forderungen schäftigung und Lohn einer Anzahl in der Reichsdruckerei beschäftigter Rednerin die nicht nur für die Bauhandwerker, fondern für alle Arbeiter Silfsarbeiter. Die betreffenden Personen rekrutiren sich fast ausschließSchäden, welche durch die Zodesstrafe entstehen. Ebenso schäd- Berlins in den meisten Bunkten zutreffen, erst dann an eine lich aus Bunttirern und Anlegern. Nach der erwähnten Zusammenlich wirken die Zuchthäuser. Die Gefangenen werben, wie weitere Agitation für dieselbe eintreten zu können, wenn ſtatt ſtellung ist je einer der in Betracht gezogenen Arbeiter: 18 Jahre auf alt, 2 Jahre dort, erhält 10,20 M.( Wochenlohn); 28 Jahre alt, I hier sollte eine Reduktion der Löhne auf Barokkanten stattfinden.| Zeit zum Studium der französischen französischen Revolution 5 Jahre dort, Lohn 13,20 m.; 19 Jahre alt, 5 Jahre dort, Es erfolgte die Arbeitseinstellung. Im weiteren Verlauf folgten gefordert. Ohne diese Revolution hätten wir keine Verfassung, Lohn 18,80 m.; 22 Jahre alt, 5 Jahre dort, Lohn 13,80 M.; dann die theilweisen Ausstände in den Fabriken von Guthat, fein Wahlrecht, Schwurgerichte u. dgl. Unsere Partei hat sich 38 Jahre alt, 24 Jahre dort, Lohn 21,60 m.; Methlow, Wenske und Winkler. Die Zahl der jetzt im Aus- ftets gegen Butsche erklärt, und Revolutionen ließen sich nicht 35 Jahre alt, 21 Jahre dort, Lohn 20,40 m.; 34 Jahre ſtande befindlichen beträgt 33, da einzelne schon wieder Be- machen. Blutige Revolutionen sind immer durch Fehler der Re alt, 20 Jahre dort, Lohn 19,80 m.; 22 Jahre alt, schäftigung erhalten haben.- An der Debatte bethei ligten sich gierung hervorgerufen worden. Eine eigenartige Lehre können betheiligten 5 Jahre dort. 2ohn 12 M.; 23 Jahre alt, 4 Jahre dort, die Kollegen Wilsky, Möhring, Niebergall, Ganske, Fries, Vogt, wir aus Spanien ziehen, wo die Militärrevolutionen an der Lohn 13,20 M.; 28 Jahre alt, 15 Jahre dort, Lohn Gerndt, Link, Sprenger, Stange. Von verschiedenen Seiten wurde Tagesordnung sind. Man sehe daraus, daß Staaten, die sich auf 19,20 m.; 32 Jahre alt, 13 Jahre dort, Lohn 16,20 M.; Klage geführt, daß die Sammlungen in unseren Gewerk bisher den Militarismus stügen, eine sehr unsichere Grundlage haben. 20 Jahre alt, 5 Jahre dort, Lohn 12 M.; 21 Jahre alt, 4 Jahre dort, flau gewesen sind und daher den Kollegen dringend auf die Staaten, die auf der Arbeit aufgebaut sind, sind unverwüstlich. Lohn 12 M., 23 Jahre alt, 6 Jahre dort, Lohn 14,20 M.; Seele gebunden, etwas mehr Solidarität ihren streifenden Kol- Man betrachte doch einmal die Geschichte Nordamerikas, welche 22 Jahre alt, 6 Jahre dort, 14,40 M. Lohn; 27 Jahre alt, legen gegenüber zu beweisen. Es wurde folgender Antrag ange- Opfer dort der Befreiungskrieg gekostet. Nie habe die Welt ein 3 Jahre dort, 15 M. Lohn;-- alt, 20 Jahre dort, Lohn nommen: Die heutige Versammlung beschließt, die Sammlungen folches Heer, eine solche Flotte und einen solchen Kampfesmuth 21 M.; 49 Jahre alt, 30 Jahre dort, Lohn 22,80 M.; auf unseren Listen fortzusehen und verpflichtet sich jeder arbeitende gesehen. Die Amerikaner wußten aber auch, wofür sie kämpften. 18 Jahre alt, 3 Jahre dort, Lohn 10,20 m.; 19 Jahre alt, Rollege, 50 Pf. pro Woche mindestens an seine streikenden Kol- Was Deutschland sämmtlichen Parteien, troß seiner vielen Mängel 5 Jahre dort, Lohn 13,80 M.; 19 Jahre alt, 4 Jahre dort, Lohn legen zu zahlen. Unter Verschiedenem wurde das Verhalten der werth gemacht, sei das allgemeine Wahlrecht. 12,60 M.; 17 Jahre alt, 3 Jahre dort, Lohn 9,60 m.; 18 Jahre Kantenmacher der Aug. Werkmeister'schen Fabrik einer eingehen- Scheinbar hat sich die Taktik unserer Gegner geändert, in alt, 8 Jahre dort, Lohn 10,20 m.; 17 Jahre alt, 3 Jahre dort, den Kritik unterzogen. Ferner erfolgte die Erfahwahl für ein Wirklichkeit ist sie dieselbe geblieben. Bismarck, der schon vor Lohn 9,20 m.; 16 Jahre alt, 2 Jahre dort, Lohn 9,60 M.; 18 Jahre ausgetretenes Streitfomitee- Mitglied. Die Wahl fiel auf den dem Sozialistengesetz abgewirthschaftet hätte, habe die Attentate alt, 3 Jahre dort, Lohn 10,20 m.; 16 Jahre alt, 1 Jahr dort, Kollegen W. Bark. Ferner wurde noch ein Antrag angenommen, eines Hödel, der Anhänger Stöcker's war, und des wahnsinnigen 9,60 M.; 17 Jahre alt, 2 Jahre dort, Lohn 9,60 m.; 26 Jahre welcher besagt, das Streitfomitee ist beauftragt, am 5. März eine Nobiling, der zu den Nationalliberalen gehörte, benutzt, um dasSozia alt, 5 Jahre dort, Lohn 13,80 m.; 25 Jahre alt, 5 Jahre öffentliche Versammlung stattfinden zu lassen. Zum Schluß listengesetz durchzudrücken. Er habe dies ja auch selbst zuge dort, Lohn 14,40 m. Von den Arbeiterinnen sind nicht so wurde erwähnt, daß in der Werkstatt von Schulz ebenfalls Ab- standen, indem er sagte: er habe keine Majorität im Reichstage ausführliche Angaben wie von den Arbeitern zu bekommen ge- züge stattgefunden haben. und kein rechtes Vertrauen bei der Regierung gehabt und habe wesen. Ermittelt ist, daß 4 der Hilfsarbeiterinnen an den deshalb auflösen müssen. Hinter dem Schleier des SozialistenMaschinen 20 bis 25 Jahre in dem Betriebe beschäftigt sind und Versammlung der freien Vereinigung der Graveure gefeyes habe er dann seine Wirthschaftspolitik in Szene gefeßt, an Wochenlohn 15,60 m. bekommen; weitere 4 Arbeiterinnen und Ziseleure. Herr Geisler hielt einen interessanten Vortrag die auf die Züchtung von Millionären hinausgelaufen sei. Diese sind über den Zonentarif. An der Diskussion betheiltigen sich die Politik habe jedoch nur kurze Zeit dauern können und Bismarck 25 bis 30 Jahre dort und erhalten 16,80 m. Lohn. Das find Lohnverhältnisse von Buchdruckerei Kollegen Blühmke, Back, Zisch, Kröbel, Guttmann und Hälbig und seine Politik sei doch gefallen. Nun habe angeblich der Hilfsarbeitern und Arbeiterinnen der Reichsdruckerei. Mit und fahen in der Einführung des Bonentarifs eine Erleichterung geistige Kampf begonnen. Worin bestehe derfelbe? Man puht der Länge der Arbeitszeit( 82 Stunden) könne man ja zu für die arbeitende Bevölkerung. Jedoch wird das Deutsche Reich sich ein Gespenst zurecht und sagt dann, dies sei die Sozialfrieden sein; ein großer Mißstand ist aber der, daß die Arbeiter noch lange darauf warten lassen. Etwas anderes wäre es, wenn demokratie. So etwas sei doch einfach lächerlich. Auch habe man bezw. Arbeiterinnen während der halbstündigen Frühstücks- und es sich um militärische Reformen handelte, wo es immer als sich gefreut, daß Differenzen innerhalb unserer Partei entstanden der einstündigen Mittagspause die Arbeitsräume nicht verlassen erstes vorangeht. Die verschiedenen Eisenbahnklassen sind über- seien; diese seien jedoch so kleinlicher Natur gewesen, daß, nachdürfen. Nun sei zwar eine Kantine im Etablissement, in welcher baupt abzuschaffen und das Volk müßte die Berechtigung haben, dem wir nach dem Falle des Sozialistengesetzes uns offen der Aufenthalt gar nicht so übel, wo man aber quantitativ und unentgeltlich zu fahren. Es wird dies augenblicklich nur ein aussprechen fonnten, dieselben sehr bald beigelegt worden Hierauf wird als erster Vorsitzender wären. qualitativ schlechter taufe, als in anderen Geschäften. Redner frommer Wunsch sein. führt noch mehr derartiges an und verweist zum Schluß, einen G. Bommer, an dessen Stelle Kollege Teste, und da auch Kollege Man möge dies thun und die Lehren des Urchristenthums zur an Stelle des Kollegen Wolter der zweite Vorsitzende Kollege Auch mit dem Christenthum wolle man uns bekämpfen. stellend, darauf, daß in Privatinstituten die Druckerei- Hilfsarbeiter Schimansky aus dem Vorstande ausscheidet, als Beisiger Kollege Erfüllung bringen. So wenig wir nun den geistigen Kampf mit nie unter 18 M. Anfangslohn erhalten, während Anlegerinnen unseren Gegnern fürchten, so wenig fürchten wir den Dreschflegel. mit 12 und Punktirerinnen mit 16 M. wöchentlich anfangen. Wir sind die einzige Partei, die mit Recht von sich sagen kann: In der Reichsdruckerei beträgt der Anfangslohn bei Arbeitern Wir fürchten Niemand auf der Welt. 9 M. und bei Arbeiterinnen 8,40 M.( Beifall.) An der Diskussion über diese Angelegenheit betheiligten sich die Herren Splieth, Fabrowski, Reinke und Krüger. Herr Splieth theilt mit, daß er an dem darauffolgenden Tage, an welchem er in der Brauerei Friedrichshain sich über die Verhältnisse in Schwan gewählt. Die Frage des 1. Mai wird nochmals zurückgestellt. Gin Antrag, den ausgesperrten Hamburgern 50 M. zu bewilligen, wird einstimmig angenommen. Außerdem wird beschlossen, ein zweites Buch„ Bebel's Frau" anzuschaffen, da das eine immer vergriffen ist. Weiter beschließt die Versammlung, daß der hiesige Arbeitsnachweis zu Gunsten des zentralisirten Arbeitsnachweiſes Stellen nach außerhalb nicht vermittelt. Man sei jetzt auch im Reichstage von Seiten der Regierung von der scheinbar geistigen Bekämpfung zurückgekommen, da der Reichskanzler uns eine Straßenschlacht in Aussicht stellte und uns die größte bestehende Gefahr nannte. Wir werden unsern Gegnern nicht den Gefallen thun und zu den Waffen greifen, in denen sie uns überlegen sind. Es iſt oft genug von den Spiteln versucht worden, uns zum Hochverrath zu verleiten, och sind wir bis jetzt nicht auf den Leim gegangen und werden von der Behörde Am Sonntag, den 1. März, Abends 8 Uhr, tagte im der Druckerei ausgelassen habe( er ist in derselben beschäftigt) vor den dichtgefüllten Saale in Krüger's Frankfurter- Bierhallen, Große Herrn Inspektor geladen wurde, sowie auch vor dem Herrn Ge- Frankfurterstraße 99, eine öffentliche Versammlung für Frauen heimen Rath habe erscheinen müssen. Hierbei hat Redner auch und Männer unter Zeitung des Genossen Bester. Stadtverorderfahren, wo die von zu spät kommenden zu zahlenden Straf- neter Heindorf nahm das Wort zu seinem mit großem Beifall es auch ferner unterlassen.( Lebhafter Beifall.) gelder bleiben. Früher flossen sie der Unterstüßungstaffe zu, aufgenommenen Vortrag über Proletariat und Bourgeoisie. An nommen, doch meldete sich keiner trotz mehrmaliger Aufforderung. Ein Antrag, nur Gegner sprechen zu lassen, wurde ange jetzt dem Reich e. Nach dem Schluß der Diskussion, in wel- der Diskussion betheiligten sich die Herren Dieck, Läpple, Lazarus Im Schlußworte forderte Liebknecht auf, daß Jeder seinen Maun cher noch einige Mißstände in der Druckerei beleuchtet wurden, und Schulz, welche im Sinne des Vortragenden sprachen. Da stehen solle, wie er verspreche, ihn stehen zu wollen. Unsere wurde folgende Resolution angenommen:" Die Versamm zum Punkt Verschiedenes nichts vorlag, schloß der Vorsigende mit Stärke liegt darin, daß wir alle mit ganzer Kraft für unfere lung mißbilligt das Verhalten und die Verord- einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie die Versamm: Stärke liegt darin, daß wir alle mit ganzer Kraft für unsere nungen der Direktion der Reichsbruderei auf lung, welche sich nachher noch lange mit Tanz, Gesang und Bor- Ideen eintreten. Mit dem Gelde, das unsere Gegner genügend bas Entschiedenste. Sie erklärt, daß dort 8u trägen unterhielt. zur Verfügung hätten, könnten sie nicht das Herz ersehen, was stände herrschen und Löhne gezahlt werden, wie bei uns mitspreche. Die Sozialdemokratie ist in allen Kulturmansie in feiner Privatdruckerei findet. Das Die neneste Versammlungsauflösung in Nigdorf. Am ländern bekannt, zum nicht geringen Grauen der Gegner. Ueberall Bureau wird beauftragt, der Fraktion der Montag wurde in Riydors die öffentliche Versammlung der die gleichen Biele, wenn auch verschiedene Armeen. Wir haben sozialdemokratischen Partei die Statistik Tabatarbeiter und Arbeiterinnen, in welcher Abg. Förster nicht nur bei der Wahl zu kämpfen, sondern stets mobil zu sein. des Referenten zur eventuellen Verwer- referirte, aufgelöst, weil in Riydorf nicht gestattet werde, daß Lassen Sie uns, schließt Redner, nicht nur die noch übrigen Kreise thung zu überweisen." überweisen."- Hierauf erstattete Herr Frauen an öffentlichen politischen Versammlungen theilnehmen. von Berlin und Umgegend erobern, sondern auch von hier aus Fabrowski den Bericht der Streikkommiffion. Danach sind für Der Vorsitzende hatte sich natürlich geweigert, dem Referenten, unsere Vorposten immer weiter und weiter vorschieben. So den Streit der Hilfsarbeiter von R. Mosse eingekommen 1274 M.; wie der überwachende Gendarm verlangte, das Wort zu ent- hoffen wir schon bei der nächsten Wahl verschiedene neue Wahlnach Abzug der bisherigen Ausgaben bleibt ein Bestand von ziehen. Das preußische Vereinsgeseh rechtfertigt weder das Ver- freise zu erobern. Unter Verschiedenem wurde aufgefordert, den Wirth de 4,69 M. Es stehen auch noch Listen aus. Der Streit ist dadurch langen des Gendarmen, noch die Auflösung. Rixdorf gewinnt als beendigt anzusehen, daß Mosse die von den Ausständigen be allmälig in Deutschland einen Ruf durch die dort übliche eigen- Boltsgartens mehr zu unterstützen, da ſetzt geweſenen Stellen anderweitig vergeben hat und die Aus- artige Handhabung des Vereinsgesetzes. Die dortigen Arbeiter jet bereits am dritten Sonntag dem Wirthe die Tanzkonzession ständigen von Mosse selbst in anderen Stellen so ziemlich unter- sind aber die Benachtheiligten und müssen daher energisch ihr entzogen sei, weil er seinen Saal uns zu den Versammlungen gebracht sind. Als Revisoren zur Prüfung der Rechnung vom Recht wahren, event. mögen sie das bezügliche Material einem bergiebt. Auch aus Schmargendorf kam dieselbe Klage. Dort geht man gegen den Dekonom Kübler ebenso vor. In LichterStreit wurden die Herren Dicks, Teichert und Meier ge- sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten unterbreiten. wählt und dann die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialfelde stände der Lokalbefizer Grunow vor der Kalamität ent demokratie geschlossen. Wilmersdorf. Ueber die Taktik der Sozialbemo weder von der Polizei gemaßregelt zu werden, wenn er seinen kratie und die unserer Gegner sprach der Reichstags- Abgeord: Saal zur Versammlung der Arbeiter gebe oder aber ohne Zuspruch Krankenkasse der deutschen Gold- und Silberarbeiter. nete Liebknecht in einer startbesuchten Versammlung von Männern von Seiten der Arbeiter zu bleiben, wenn er's nicht thue. In In der am 23. Februar unter Leitung des Herrn Adam statt- und Frauen in Wilmersdorf. Nachdem die Sozialdemokratie aus Steglih ist gar kein Saal zu haben, und selbst die Gesangvereine, gefundenen Versammlung der Nationalen Krankenkasse der kleinen Anfängen zu ihrer jetzigen Stärke sich entwickelt, habe die bei einigen Restaurateuren tagen, sind auf Polizeistunde deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufs- man von ihr positive Gesetzgebung gefordert. Die Fraktion habe gesetzt worden. Nachdem noch auf das Volksblatt für Teltowgenossen( Ortsverwaltung Berlin) unterzog der Vorsitzende schon des öfteren Arbeiterschuß- Geseze eingebracht, die jedoch stets Beeskow- Storkow- Charlottenburg, Ober- und Niederbarnim" Holtkamp die bemerkenswerthesten Vorkommnisse der Kasse im von den Gegnern niedergestimmt feien. Auch bei den Vorlagen, hingewiesen, welches am 1. April erscheint und zu dem Antheilvergangenen Jahre einer eingehenden Besprechung und wies an wie sie die Regierung eingebracht, habe sie versucht, durch passende scheine à 5 M. bei sämmtlichen Vertrauensmännern zu haben der Hand der Quartals- Abrechnungen der Gesammttaffa nach, Anträge die Interessen der Arbeiter zu wahren, jedoch vergeblich. find, wurde mit einem dreifachen Hoch auf die internationale. wie gerade durch die Zentralisation bei verheerenden Epidemien Die heutige Kartellmajorität, vom Freisinn bis zu den Konser: Sozialdemokratie die Versammlung geschlossen. ( Influenza und deren Gefolge) die Konsequenzen dieser Krant- vativen, habe bei dieser Gelegenheit das Wort Lassalle's von heiten sich nicht so fühlbar gemacht hätten, wie bei den Lokaltassen, der einen reaktionären Mehrheit bewahrheitet. Selbst die Volks von denen verschiedene dadurch nahezu in Frage gestellt wurden. partei habe in den meisten Fällen mit den übrigen gestimmt. Im speziellen auf die Mitgliedschaft Berlin übergehend, konstatirte Die Einwürfe, daß es unmöglich sei, innerhalb der heutigen er, daß für diese infolge der großen Anforderungen für Unter- Gesellschaftsordnung wirksame Schußmaßregeln für die Arbeiter stützungen das verflossene Jahr nicht als günstig bezeichnet werden zu schaffen, habe das Vorgehen der Schweiz und Desterreichs zutönne, da der Netto Einnahme von 18 971,68 M. eine Netto- nichte gemacht. In Ländern, wo eine kurze Arbeitszeit bestehe, Ausgabe von 17 722,18 m. gegenüber stände, so daß der Rein- werde der höchste Lohn gezahlt und umgekehrt. Während zum ertrag 1249,50 M. oder 6/2 pCt. der Einnahme betrüge. Beispiel England und Amerika die höchsten Löhne bei furzer ArHornberg( Baden), den 3. März 1891. Die Zahl der Erwerbsunfähigen betrug 229, deren Krankheits- beitszeit zahle, habe Indien lange Arbeitszeit und miserable Der Wahlverein Hornberg beabsichtigt eine Vereinsbibliothek Dauer 6591 Tage verursachte, wovon an Betriebsunfällen allein Löhne. Alle gegnerischen Parteien seien einig, wenn die Volks- anzulegen und wir ersuchen, da uns die nöthigen Mittel hierzu 24 Fälle mit 384 Tagen Unterstützung zu verzeichnen waren. rechte beschnitten werden sollen, wenn sie auch sonst sich unter- fehlen, die Parteigenossen des Reiches sowie die größeren Arbeiter Für Behandlung erwerbsfähiger Kranke wurden einschließlich einander befehden. Das sei jedoch nur Familienzant. Sie stehen vereinigungen, uns gelesene Zeitschriften und Bücher gefälligst der Kosten für Medikamente, Brillen, Bruchbänder 2c. 2217,54 m. eben alle auf dem Boden der heutigen Wirthschaftsweise. Anders überlassen zu wollen, da wir zur Entfaltung einer regen Agitation verausgabt und betrug die Zahl der Konfultationen 1503. die Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie wolle durchaus nicht solcher Mittel bedürftig sind. Wir appelliren daher an das Die Bewegung der Mitgliedschaft weist trotz des Ausscheidens am morschen Gesellschaftstörper flicken, sondern von Grund auf Solidaritätsgefühl unserer Parteigenossen, uns in unserm Vorhaben von 133 Mitgliedern einschließlich der 9 Verstorbenen und nach ändern. Die Wissenschaft lehrt uns, daß derjenige, der im unterstüßen zu wollen. Die Wissenschaft lehrt uns, daß derjenige, der im unterstüßen zu wollen. Der Zusendung des Erwünschten sieht Abreise von 54 Mitgliedern nach anderen Mitgliedschaften in Besige der Arbeitsmittel sei, auch das Kapital ansammele, mit Dant entgegen Folge des Eintritts von 201 neuen Mitgliedern wie durch Zureise während diejenigen, die alle Werthe schaffen, leer ausvon 58 Mitgliedern einen Zuwachs von 72 Mitgliedern auf, so gehen. Der aus der Arbeit resultirende Ueberschuß müsse daß dieselbe am Schluß 1890 953 Mitglieder zählte. Nachdem der Gesammtheit Wir erstreben noch Redner auf die Nothwendigkeit des Beitritts zur Frauen- die Aufhebung von Herr und Knecht. Wenn man mit den VerSterbetasse hingewiesen, schloß er seine Ausführungen mit dem tretern der heutigen Gesellschaftsklassen unter vier Augen spreche, Dank für alle dem Vorſtande bei der Handhabung der Geschäfte behaupten viele von ihnen: Ja, das wollen wir auch, nur laßt der Kaffe entgegengebrachten Unterstützungen. uns Monarchie und Herrgott ungeschoren; was sie jedoch nicht hindert, uns bei jeder Gelegenheit niederzustimmen. Wie vor Jahresfrist die kaiserlichen Proklamationen erschienen seien, hätten viele geglaubt, Wunder was werde nachfolgen. Es sei denn auch die internationale Konferenz einberufen, an der allerdings nur einige Arbeiter gewissermaßen als Verzierung theilgenommen hätten. Auch ein Arbeiterschutz- Gesetz sei eingebracht, daß sich jedoch als Arbeitgeberschuh- Gesetz entpuppt habe. Dies sei noch durch Anträge der übrigen Parteien verschlechtert. Sehen wir nun, daß es mit unserer pojitiven Thätigkeit im Reichstage nichts ist, so versteht sich doch von selbst, daß der Schwerpunkt auf die Agitation gelegt werden muß. Nachdem der Kassirer Lindemann erklärt, zu dem gedruckt vorliegenden Kaffenbericht nichts hinzufügen zu können, wird auf Antrag des Kontrolleurs Schoenemann demselben einstimmig die Decharge ertheilt. Bei der darauf folgenden Wahl der Verwaltung wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder wieder, bezw. die Herren Uhrbach Prinz und Sucker neu gewählt. Nach Wahl der Krankenbesucher und Hinweis auf die von der Kommission der Hilfskaffen zu Berlin getroffene Vereinbarung betreffend die Gewährung von Medikamenten und Verband stoffen 2c. zu Handverkaufspreisen an erwerbsunfähige Mitglieder wie an Familienangehörige derselben und nach Aufforderung zur strifteren Befolgung der Bestimmungen des Statuts seitens der Mitglieder schließt der Vorsitzende die Versammlung. zu Gute tommen. Sprechlaal. D $ 12 11 Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzus geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Friz Burger, Schriftführer des Arbeiter- Wahlvereins Hornberg in Baden. Briefkaffen der Redaktion. C. F., Liegnigerstraße. Wir können Ihrem Schreiben doch nicht ansehen, daß sie frank sind. Wiederholen Sie Ihre Fragen. G. G. I. Die Hundesteuer ist noch nicht erhöht. Sie können Ihren Gegner verflagen. J. 2. Tausend Millionen sind gleich einer Milliarde. E. K. Sie brauchen keinen Waffenschein. Julinsburg. Ihre Braut muß die Todtenscheine beider Eltern beibringen. Den des Vaters erhält sie auf dem Standes amt, wo der Vater verstorben ist; den der Mutter von der Da haben wirs, rufen die Reaktionäre, ihr seid Revolutionäre; Chariteeverwaltung. Wo sich das Standesamt für Ihre Braut her mit den Kanonen, gegen solche Leute helfen teine Gesetze. befindet, erstehen Sie aus dem Adreßkalender. Gewiß, die Sozialdemokratie hat noch niemals bestritten, daß sie H. Rosenfeld, Paulstr. Das Eingesandte eignet sich nicht revolutionär ist. Wir wollen nicht mit den heutigen Parteien zur Aufnahme im redaktionellen Theile unseres Blattes. As Vergolder. Am 1. März fand eine öffentliche Versamm- pattiren, sondern sie vernichten. Wer jedoch meint, daß wir Inserat würde es 3,60 m. fosten. lung der Vergolder, Vergolderinnen und Berufsgenossen statt. dazu Gewalt anwenden wollen, möge doch erst einmal nach- Kreuzberg, Borne. Wenden Sie sich an Herrn Raiser, Das Bureau bildeten die Kollegen Niebergall, Wilsky und Gerndt. weisen, daß wir sie bereits angewendet haben. Unsere Waffen Berlin N., Acferstr. 34, Hof 2 Tr., Kassirer des Arbeiter- Sänger Kollege Vogt berichtete im Namen des Streiffomitees. Im De- liegen auf geistigem Gebiet, auf das unsere Gegner uns nicht bundes, Berlin. zember v. 3. trat an die Versilberer der Aug. Wertmeister'schen folgen fönnen, ohne selbst Sozialdemokraten zu R. L., Maler, Gubenerstr. Wir haben Ihre Einsendung Fabrik die Forderung heran, eine Sorte Barokleisten billiger zu werden. Vor einem Jahr ist der Mann der Blut- und Eisen- der Stadtverordneten gebracht. arbeiten, wie sie seit 1889 gezahlt wurde. Dieses Ansinnen wurde politik abgesetzt worden; wäre Gewalt Revolution, er wäre der H. S. Natürlich können Sie zur Zahlung angehalten von den Kollegen zurückgewiesen. Ein Streit war die Folge. größte Revolutionär gewesen. Demgegenüber sei auf die Revo- werden. Ihr Gläubiger kann Sie dreißig Jahre lang durch den Am Ende des vorigen Jahres wurde dann laut, daß eine Redu- lutionen, die wir durchgemacht, ehe wir zum deutschen Reiche Gerichtsvollzieher belästigen. zirung der bestehenden Akkordlöhne in sämmtlichen Fabriken gekommen sind, hinzuweisen. sei deutsche Reich J. S. 10 und B. Ihre Verse sind leider nicht ver stattfinden solle. Daß an dem Gerüchte etwas Wahres war, nicht durch Reden oder Anwendung von Rosenöl oder wendbar. zeigt uns der Vorfall in der E. Ruthenberg'schen Fabrik. Auch Lavendel zuwege gebracht. Der Kaiser habe vor einiger 11. Forst. Eine Million Thaler. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2., Das 150 J