Nr. 118. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für bolitische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Pig., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Arbeiterfragen vor dem Dreiklaffenparlament. Es kommt selten vor, daß sich die Erkorenen des preußischen Wahlunrechts mit Fragen befassen, die sich auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiter beziehen. Geschieht das aber, dann legen die Herren eine geradezu fabelhafte Unwissenheit an den Tag. Donnerstag, den 21. Mai 1908. sinnigen Volkspartei, Abg. Rosenow, stimmte den Ansichten des Abg. Hammer sogar teilweise zu, indem er ausführte: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Freifinnige Zeitung" behauptet, es sei ganz dasselbe, ob ein Wohlhabender heute 10 000 m. statt früher 7500 M.( wir unterstellen also hier die richtige Lösung) zu verzehren habe, oder ein Nun hat der Herr Abgeordnete Hammer noch einen Aus- Arbeiter 1200 m. statt 900 M. Das ist denn doch die dreisteste blick getan auf die Frage, inwieweit unsere Arbeiter es verstehen, Verhöhnung der Not. Mit 1200 M. Einkommen vermag der sich mit den Arbeitgebern ins Einvernehmen zu setzen, damit Proletarier heute nur ebenso seine nackte Notdurft zu befriedigen, wie vor Friede besteht. Auch da können wir ihm bis zu einem 15 Jahren mit 900 M. Durch den Brot- und Fleischwucher, durch die gewissen Grade zustimmen, und wir haben es hier ja ausgeführt, daß gerade in den Arbeitgeberkreisen aller Parteien der Preissteigerung fast aller Lebensmittel und sonstigen Gebrauchsartikel, Terrorismus, den die Arbeiter auf die Arbeitgeber ausüben, dazu infolge der gesteigerten Mieten kann er für die 300 M. mehr seine geführt hat, daß sich leider eine scharfe Trennung gezeigt hat." Lebenshaltung um tein Atom verbessern. Gr Lediglich die Redner der Freisinnigen Vereinigung und muß genau so in engen Räumen hausen, wie vor 15 Jahren. Er Auch der großmäulige Freisinn hütet sorgsam des Zentrums, die Abgg. Dr. Pa chnicke und Dr. Pieper fann sich weder besser ernähren noch fleiden, kann für seine eigene die Interessen des Ausbeutertums, und nur das Zentrum ge- erklärten sich in mehr oder weniger gewundenen Fortbildung und Unterhaltung und die Erziehung seiner Kinder winnt es über sich, gelegentlich einmal ein Wort für die Redensarten für eine Heranziehung der Arbeiter. Die feinen Pfennig mehr ausgeben als früher! Arbeitermassen einzulegen. Sein Verhalten ist diktiert von Nationalliberalen ließen sich aber noch nicht daran genügen, Ist das auch so bei den Einkommen von 10 000 M.? Werden da der Rücksicht, die es auf die noch in seiner Gefolgschaft befind- daß schon der Abg. Schröder ihre Arbeiterfeindlich die 2500 M. mehr so völlig aufgezehrt durch Mehrausgaben für lichen Arbeiter nehmen muß. Mit der Fürsorge für die feit zu charakteristeren gezwungen war, fie schickten auch wohnung, Brot, Fleisch usw.? Keineswegs! Nur ein Teil des MehrArbeitermassen ist es aber auch dieser Partei nicht ernst, noch den Abg. Franken vor, der es fertig brachte, den einkommens wird kompensiert durch die Steigerung der Wohnungs-, denn auch sie steht auf dem Boden der kapitalistischen Grad der Gehässigkeit noch wesentlich zu steigern. Lebensmittelpreise usw. Der andere, größere Teil wird vielleicht auch Vollendung und auch sie geht nicht weiter, als die Ihm haben es ganz besonders die christlich organi- aufgezehrt, aber nur deshalb, weil sich die Lebensansprüche Interessen des Großkapitals es gestatten. jierten Arbeiter angetan. Er hob hervor: gesteigert haben, weil man sich eine tomfortablere Wohnung Arbeiterschutz und Fabritinspektion gehören M. Daß das der Freifinn nicht einsehen wiII, kennzeichnet und obendrein mit neuen indirekten Steuern „ Der Arbeitgeber sagt mit Recht: wenn die Leute mit leistet, manchen Luxus, den man früher nicht kannte, vielleicht in Preußen zum Ressort des Handelsministers, dem den Sozialdemokraten so zusammengehen, wie jest zwei Dienstmädchen hält usw. Wenn also ein Zenfit mit selbst sein größter Bewunderer nicht nachsagen kann, daß er es heute vielfach der Fall ist, dann kann es uns ganz 10 000 m. Einkommen ein paar hundert Mark direkter Reichssteuern egal sein, ob uns das Fell von den Sozialdemokraten oder von zahlen soll, so fällt ihm das viel leichter als einem Proletarier, cine, wenn auch nur ganz winzige Autorität auf dem Gebiete der christlichen Arbeiterbewegung über die Ohren gezogen wird." der Sozialpolitik ist. Die Fabrifinspektion beruht auf einem Der Abg. Franken hat damit nur erneut die Tat- Kleingewerbetreibenden oder kleinen Beamten mit 1200 oder auch Reichsgesetz, die Ausführung aber ist Sache der Einzelstaaten, sa che bestätigt, daß den Unternehmern jede Art der 2000 m. Einkommen, auch nur ein paar Mark an direkten Steuern die das Personal anzustellen und auch zu bezahlen haben. Arbeiterorganisation verhaßt ist, sobald diese sich erlaubt, mehr aufzubringen! Unter diesen Umständen gehört auch die Besprechung der für die Verbesserung der Lage der Arbeiter einzutreten. Tätigkeit der Fabrikinspektoren unstreitig zu den Be- für fugnissen des Landtages. Damit war für das Klassenparlament die Frage der geradezu klassisch sein durch und durch unsoziales Denken und Von dieser Befugnis hat Fabritinspektion erledigt. Sie fand einen Nachhall bei der Empfinden! Der Freifinn findet es ganz in der Ordnung, daß die der Landtag Gebrauch gemacht in seiner Sizung vom Beratung des Etats der Bergwerke. Hier wetterte große Masse des Volkes in Preußen beträgt die Zahl der 1. Februar 1908. Es ist gerade im Hinblick auf die der freisinnige Abg. Goldschmidt gegen die Gruben- Einwohner mit weniger als 3000 Mart Einkommen bevorstehenden Landtagswahlen nicht ohne barone, die zumeist stramme Nationalliberale sind 34 Millionen von insgesamt 37 Millionen Interesse, an der Hand der stenographischen Berichte, einen und denen gegenüber er sich ein scharfes Wort erlauben iaraus jahrein in jahrein in den dürftigsten Verhältnissen lebt Blick auf die Art dieser Verhandlungen zu werfen. Zu den Hauptschreiern der zünstlerischen Zöpfe zählt der fonservative Abgeordnete Hammer. Wenn man sich vor Augen hält, wie ausgiebig die belastet wird, während er es umgekehrt ganz in der Er berlangte Lehr- Frage der Fabritinspektion und deren weiterer Ausbau im Ordnung findet, daß die wohlhabenden und Reichen lingsheime, in denen die Lehrlinge ihre freie Zeit verste ich stag erörtert wird, dann lernt man erst die Komödie ihren Reichtum mehren, sich eine immer luxuriösere Lebensführung bereichstag gestatten und trotzdem Kapital auf Kapital häufen können. Denn daß bringen sollen, damit sie vor schädlichen Einwirkungen bewahrt richtig beurteilen, die da im Landtag aufgeführt worden ist. allein die Zensiten mit mehr als 30 500 M. Einkommen ihr Vermögen bleiben. Herr Hammer will verhüten, daß die Lehrlinge mit ein Wort darüber, daß die Fabrikinspektion in Preußen binnen zehn Jahren um 8700 Millionen vermehrten, das hält der modernen Ideen vertraut gemacht werden. Er be- absolut ungenügend ist. Im Jahre 1906 sind bloß Freifinn für schön und gut, für einen erfreulichen Beweis der Mehtätigte das mit den Worten: 50,4 Prozent der gewerblichen Anlagen kontrolliert worden Bezüglich der sozialdemokratischen Lehrling und auch diese in der Regel nur einmal, so daß rung des Nationalvermögens"! bereine hatte ich voriges Jahr beim Etat des Ministeriums des von einer wirtsamen Kontrolle gar teine Rede diefem offenen Vertreter des Geldsads bei der Der Arbeiter und kleine Mann, der diesem Freifinn, Inneren vorgebracht, wie die Herren Bolizeipräsidenten von sein tann! Kein Königsberg und Breslau vorgegangen sind, wo diese jungen fortWort über die Unfälle Landtagswahl seine Stimme gibt, verdient die neue bildungsschulpflichtigen Elemente in die Versammlungen gingen, und den mangelnden Schuh der Arbeiter vor felber Versammlungen veranstalteten, und unter Führung des den Gefahren des Betriebes. Statt dessen eine geradezu Herrn Liebknecht, der leider auf Festung sich befindet, ( Rufe rechts: Leider? Heiterkeit) durfte. gemeingefährliche Scharfmacherei! Das wird erst dann anders werden, wenn es gelingt, einige Sozialdemokraten in den -ja, er könnte sich doch wo anders noch befinden Landtag zu bringen. Die Arbeiter und nicht bloß die ( Große Heiterteit) fozialdemokratischen können daran wieder erhaben die sozialdemokratischen Jugendvereine tatsächlich einen Ton kennen, daß eine wirksame Wahrnehmung der angeschlagen, daß es recht verheißungsvoll für die Zukunft klingt." Arbeiterinteressen nur dort möglich ist, wo Sozialdemokraten mitreden können. Die Wahl einiger Dieser konservative Voltsvertreter erklärte, nicht gerade Sozialdemokraten erst würde einen frischen Luftzug in ein Feind der Tarifverträge zu sein, aber er möchte den Moderduft der Klassenherrlichkeit bringen. Dann diese Verträge durch das System der Gewinn würde auch der preußische Handelsminister mit der Gebeteiligung ersetzt sehen. Welche Wirkung er sich davon pflogenheit brechen müssen, sich über solche Dinge konsequent verspricht, das sagte er mit diesen Worten: auszuschweigen! Während die Arbeitnehmer heute gar fein Interesse daran haben, ob der Kollege, sagen wir Lehmann, Schulze oder Freifinnige, Nationalliberale und Konservative versprechen Meyer, viel oder wenig tut- denn der untüchtige Arbeiter be in ihren Wahlaufrufen, daß sie für das Wohl der Arbeiter tommt dasselbe wie ein tüchtiger Arbeiter-, haben sie von dem eintreten wollen. Wie sie das getan haben, das zeigen Momente an ein Interesse daran, daß die Ueberschüsse nicht allzu die von uns gegebenen Stichproben aus den Versehr geschmälert werden durch untüchtige, nicht leistungsfähige handlungen der letzten Monate. Denkende Arbeiter fönnen Leute, und sie werden sich an die Arbeitgeber wenden und sagen: barauf nur eine Antwort geben: Die Wahl von Sozial. mit dem oder jenem tann ich nicht zusammen demokraten! arbeiten, da muß ich ja das meiste allein leisten. Ich glaube, der Arbeitgeber hätte teinen Schaden davon, und der Arbeitnehmer auch nicht, und wir ziehen dadurch die Arbeiter an uns, so daß sie nicht in die Großindustrie gehen." 300 Mark- 3400 Mark. = Ein Exempel auf das soziale Empfinden des Freisinns. Die Freisinnige Beitung" schreibt in einer Bolemit " " Diese Auslassungen sind ein flassischer Beitrag für das foziale Verständnis Verständnis der Innungsbrüder. Nicht darum handelt es sich für sie, die im Handwerk tätigen gegen den Vorwärts": Arbeiter an sich besser zu stellen, sondern durch die Aussicht auf einen Gewinnanteil soll der Arbeiter sich noch mehr schinden. Verrechnet sich dann etwa der biedere Innungsmeister bei einer Submission, dann ist der Gewinn flöten und der Arbeiter hat sich umsonst geplagt. Schließlich versicherte Herr Hammer noch, daß heute nicht der Arbeitgeber, sondern der Arbeiter„ Herr im Hause sei. Gegen diese stockreaktionären Ansichten hatten weder die ultramontanen noch die freisinnigen Arbeiterfreunde" eine Silbe einzuwenden! ein " Steuerausplünderung, die ihm der Freifinn freundlichst zugedacht hat! Steuerausplünderung, die ihm der Freifinn freundlichst zugedacht hat! Kardinal und Freimaurer. Herr Kardinal und Erzbischof Fischer unterbrach heute seine Firmungs reise und begab sich vom Hauptbahnhof zum Rathause, um dort sein Wahlrecht auszuüben. Seine Eminenz wählte die drei Kans didaten der Zentrumspartei. Kölner Lokal- Anzeiger" Nr. 136 vom 18. Mai 1908. In Köln haben am 18. und 19. Mai die Stadtverordnetenwahlen der zweiten Wählerklasse stattgefunden, nachdem drei Mandate, die in liberalem Besig waren, vom Oberverwaltungsgericht wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt worden sind. Die Wahlen in der zweiten Wählerklasse stehen seit Jahren in Köln stets auf des Messers Schneide. Bald gewann die eine, bald die andere Partei; stets handelte es sich nur um verhältnismäßig wenige Stimmen. Das veranlaßte das Zentrum von jeher, sowohl seine Rathaustätigteit wie auch die Kandidatenaufstellung in der raffiniertesten Weise nach ihrer Wirkung auf die einzelnen in der zweiten Klasse ausschlaggebenden Wähler- und Interessengruppen einzurichten. Diesmal hat das Zentrum in Köln, um auch bei den Protestanten Stimmenfang zu treiben, einen lutherischen Kaufmann, den Möbelhändler Christian Meher als Kandidaten aufgestellt. Man hat den alten Humbug, daß das Zentrum keine konfessionelle, sondern eine religiös( er) brudt mit Wohlgefallen die Resolution eines national neutrale, rein politische Partei sei, bei dieser Wahl durch eine liberalen Vereins ab, in der gesagt wird:" Angesichts der ganz protestantische Zentrumskandidatur"„ beweisen" zu wesentlich angestiegenen Preise sämtlicher Lebensmittel dürfte müssen geglaubt. Dieser Herr Christian Meyer hat sich nun, furz Heute ein Einkommen von 1200 Mt. taum mehr bedeuten als vor der Wahl, auch noch als Freimaurer entpuppt. Er ist feinerzeit ein solches von 900 Mt.". Der Vorwärts" fügt hinzu, waitglied der Loge Wahrheit vom Rhein". Zum zweiten daß das, was für das Einkommen der Proletarier gilt, auch für male hat damit die Kölner Zentrumspartei einen das Einkommen des kleineren Mittelstandes gelte. Sehr richtig! Und nicht nur für das Einkommen des fleineren geimaurer auf ihre Stadtverordneten- Kandi. Mittelstandes, sondern überhaupt aller Personen. Danach datenliste gestellt: das erste Mal im November 1897, dem bedeutet heutzutage Einkommen von Sausagrariertum zuliebe. Und wie damals der Kölner Weihbischof 10 000 Mt. a um mehr als seinerzeit ein solches Schmitz für den Freimaurer Langhaus, so hat diesmal der Kardinal bon 6600 Mt." Erzbischof Antonius Fischer für den Logenbruder Christian Meher So ganz nebenbei ist dann doch noch die Frage der Daß die Freifinnige 8eitung" feit Eugen. Richters gestimmt. Fabritinspektion erörtert worden. Mit aller Entschiedenheit Tod nicht mehr das Kleinste Rechenexempel ohne Schnitzer zustande Wie man in dem von Dr. Julius Bachem( Köln) herauss erklärte sich der nationalliberale Abg. Dr. Schröderbringt, ist ja bekannt. So mag sie sich durch einen Vorschüler des gegebenen Görres- Lerikon zur Pflege der Wissenschaft im katholischen Stassel gegen die Zuziehung von Arbeitern. näheren darüber belehren lassen, warum es von vornherein statt Deutschland" nachlesen kann, sind die Freimaurer der Inbegriff des Seine ablehnende Haltung fleidete er in die Worte: Unglaubens und des sittlichen, staatlichen und rechtlichen Umsturges Meine politischen Freunde stehen nach wie vor auf dem 6600 m. 7500 M. heißen muß. Doch das nur nebenbei. Standpunkt, daß eine Heranziehung der Arbeiter und eine Wahl Nicht diese Unfähigkeit, eine rechnerische Abc- Schüßenaufgabe Christus ist ihnen nur einer der vielen Baumeister am Menschvon Arbeitern zu Gewerbefontrolleuren sich nicht empfiehlt. Da- richtig durchzuführen, wollen wir geißeln, sondern die stupende, heitstempel und zwar einer von sehr untergeordnetem Range". Die mit wird der soziale Frieden zwischen Arbeit- empörende Unfähigkeit dieses angeblich arbeiter und ihrem Prinzip allein entsprechende Staatsform ist die Republik. gebern und Arbeitnehmern bollends unter mittelstandsfreundlichen Freisinns denn die Freisinnige„ Die tatholische Kirche hat die Freimaurer stets ber graben." Beitung" ist ja das führende Organ der führenden urteilt. Zuerst Klemens XII. 1738. Und diese Ver. Der Handelsminister Delbrüd vermied es, auf Bartei des Blodfreisinns-, sich auch nur einmal in die urteilung wurde oft und feierlich wiederholt... biefe Frage einzugehen, und der Redner der Frei elementarsten sozialen Empfindungen einzuleben! in unseren Tagen noch von Leo XIII. in feiner Enzyflila Humanum " " genus" vom 20. April 1884. Jn diesen päpstlichen Konstitutionen wird| Nedensarten, sondern kämpft wie auf politischem so auch auf Konfiftoriale Weisheit. unter Strafe der Erkommunikation( der Ausstoßung aus der gewerkschaftlichem Gebiete für die ebung der Die vorjährigen sechs Berliner Kreisshnoden hatten sich, wie katholischen Kirche) verboten, nicht nur dem Freimaurer- age der Arbeiterklasse. Das mißfällt aber gewöhnlich, mit den sittlichen Zuständen in Berlin beschäftigt und bunde und verwandten Gesellschaften beizutreten, sondern auch den dem sogenannt liberalen Unternehmertum, das sich dabei mit der bekannten Gründlichkeit die Frage erörtert: Was gegen die Kirche und den gegen die weltliche Obrigkeit ge- zum Schutz gegen die berechtigten Forderungen der Arbeiter- läßt sich zur wirksamen Bekämpfung, der Unfittlichkeit tun?" Das richteten Bestrebungen derselben, gleichviel, ob dieselben offen hervor- flasse immer mehr dem junkerlichen und groß hat das Konsistorium der Provinz Brandenburg veranlaßt, nochtreten oder sich in Geheimnis hüllen, irgendwie Borschub zu industriellen Scharfmachertum in die Arme mals mit weiser Bedächtigung ein Jahr lang die Frage zu erwägen. leisten." wirft. Je mehr sich also die Arbeiter auf ihre Menschen- Das Ergebnis dieser Erwägung ist ein langer Bescheid an die Trotz alledem stellt das Kölner Zentrum zum zweiten Male rechte und ihre Kraft besinnen, desto mehr schließen sich Synoden, in dem es heißt: einen Freimaurer als Staptverordnetenkandidaten auf, weil alle ausbeutenden, privilegierten Schichten zur es ihm in seine Politik so paßt. Den Arbeitern aber verwehrt das brutalen Verteidigung ihres schnöden Geldsackinteresses zu der Zentrum, sich ohne Unterschied der Weltanschauung in gewerkschaft- ,, einen reaktionären Masse" zusammen." lichen Drganisationen zusammenzuschließen. Die katholische ArbeiterDas führt das freisinnige Flugblatt aus. fchaft darf sich nur in christlichen" Gewerkschaften organisieren. Und wir unterschreiben das. Die Zentrumsführer aber, die höchsten Kirchenfürsten an Nur die Folgerungen aus dieser Tatsache sind für die der Spize, gehen mit Andersgläubigen und Freimaurern freisinnigen Blockbrüder und das aufgeklärte Proletariat zusammen und entsenden sie sogar als ihre Vertreter ins Rathaus. grundverschiedene. Der Blockfreifinn rät dem entrechteten, ausgebeuteten Volfe, wieder freisinnig, d. h. harmonieGrundzüge einer Reform der Arbeiter- suselig, bescheiden und unternehmer fromm verficherung. ,, Auf allen Synoden sind die wahrhaft erschreckenden Zustände aus der Erfahrung heraus festgestellt worden, nämlich die ungeheure Verbreitung der Sittenlosigkeit, die Frechheit, mit der sie hervortritt, die Tatsache, daß die Altersgrenze der sittlichen Verworfenheit sich nach unten verschoben hat, die Aeußerungen der widernatürlichen Unzucht, die furchtbaren Folgen in den geschlechtlichen Erkrankungen. Es ist über= all auf die befördernden Mächte der Unzucht hingewiesen worden, auf die mit der Lüfternheit der Lefer rechnende Sensationspresse, besonders auf die rohen, mit diabolischer Kunst ausgestatteten Witblätter, auf die Auslagen der Schaufenster und die schlechten Theater. Dazu gesellen sich die ungünstigen Wohnungsverhältnisse in iveiten Kreisen, das Wohnen der Dirnen in den Familien, das Schlafstellenunwesen usw. Als besonders drohende Zeichen am Horizont unferer Zeit ist mit Recht erkannt worden, daß in sogenannten wissenschaftlichen Versammlungen der außereheliche Geschlechtsverfehr von einzelnen Gelehrten als berechtigt anerkannt worden ist, daß eine radikale Frauenbewegung die freie Liebe geradezu fordert, während die christliche Auffassung der Ehe von einer oft bestechend geschriebenen und viel gelefenen Literatur bekämpft wird.... Wir verkennen nicht, daß die Kirche sich in allen Fragen des sittlichen Lebens als das Gewissen des Volles zu erweisen hat, daß sie auch in bezug auf die Frage der Prostitution die christlichen Anschauungen geltend machen muß, so zwar, daß weder dic Reglementierung der Unzucht durch Kontrolle, noch die Kasernierung durch Bordelle dem christlichen Staatsgedanken entspricht, und daß der jezige Zustand geradezu eine Sanktion der Sünde bcdeutet." zu werden. Dann, wenn die Arbeiter von ihrer Begehrlichkeit" lassen, würde sich auch die Ausbeuterklasse wieder einem Liberalismus“ zuwenden, der ihr ja dann nichts Die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" bat fosten würde! bislang sich darüber ausgeschwiegen, ob die von uns in Nr. 115 Die klassenbetwußte Arbeiterschaft dagegen fagt sich: je aus dem Zentralblatt für das deutsche Baugewerbe" wieder- offener gegebenen Grundzüge einer Reform der Arbeiterversicherung dem offener sich das Ausbeutertum demaskiert, je reaktionärer es vom Reichsamt des Inneren ausgearbeiteten Entwurf entsprechen. auftritt, desto besser! Desto rascher wird sich die Klasse der Ausgebeuteten, diese riesige Mehrheit des Volkes, Offiziös wurde das durch die„ Berl. Pol. Nachr." bestritten. Sie zu einer einheitlichen Kampfpartei zusammenerklärten, die Arbeiten im Reichsamt des Inneren gingen erst ihrem scharen! Desto rascher wird dann durch den Klassenkampf Abschluß entgegen. Diese offiziösen Behauptungen widersprechender Wahrheit. Richtig ist vielmehr, daß der das Klassenvorrecht der Herrschenden gebrochen werden! Die Entrechteten haben ja überhaupt keine Wahl! Was auf Vernichtung der Selbstverwaltung abzielende Entwurf in der Tat im Reichsamt des Inneren ausgearbeitet ist. nützt ihnen ein Liberalismus, dessen Blüte sie nur durch Die Preisgabe ihrer Forderungen ermöglichen Das bestätigt Professor Dr. Stier Somlo in einem tönnten! Wie sie es auch anstellen mögen: wollen sie wirtAufsatz im„ Tag" mit dem Hinzufügen, daß dieser Entwurf zunächst schaftliche Vorteile und gleiches Recht erringen, so müssen sie an die Bundesstaaten zur Aeußerung gegangen ist. eben tämpfen. Und wenn dieser Kampf das liberale MastProfeffor Stier- Somlo tritt für eine Zentralisierung der Stassen und Spießbürgertum in die Arme der Reaktion treibt, so ein, wendet sich aber mit Nach brud gegen die Beseitigung müssen sie eben auch mit aller Rücksichtslosigkeit die libe- Stirchengläubigkeit für ein Schutzmittel hält. Die Hohenau, der Selbstverwaltung durch Einsetzung eines unparralen" Reaktionäre bekämpfen! teiischen" Vorfißenden. Der konservative Professor schreibt u. a.: " So mußte es kommen. Ganz unrecht hat das Kofistorium nicht mit der Behauptung, daß manche„ Aeußerungen der widernatürlichen Unzucht" zugenommen haben; aber es zeugt von wenig Gründlichkeit, wenn es die Lynar, Eulenburg und Konsorten haben sich weder jemals firchen oder religionsfeindlich gezeigt, noch tvaren ihre Wohnungsverhältnisse ungünstige, und ebensowenig dürften fie mit diabolischer Kunst ausgestattete izblätter"( gemeint ist jedenfalls der„ Simplicissimus") oder liberale Sensationsblätter zu ihrer Lektüre gewählt haben. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist vielmehr anzunehmen, daß sie, ihren noblen Passionen entsprechend, eifrige Leser der Kreuz- 8tg.", der Deutsch. Tagesztg." und anderer geistesverwandter Preßerzeugnisse waren. " Isenbiel und Bülow. " Dagegen ist die vorgesehene Bureaukratisie rung der Krantentassen auf das allerentschie Ein konservativ- freifinniges Bündnis besteht auch im Wahlkreis denste zu betämpfen. Nach dem Entwurf erhalten die Strankenkassenvorstände einen unparteiischen Vorsitzenden. Damit Mogilno, wo neben einem Konservativen der freisinnige Landtommt ein Element in die bisherige Verwaltung hinein, das gerichtsrat Belta fohn aufgestellt ist. Wie dem„ Berliner Tageblatt" zivar von vielen Seiten verlangt worden ist, aber doch gejezt von dort gemeldet wird, stellten die Konservativen an den Freieignet ist, den stärksten unwillen der Arbeiter zu finnigen das Anfinnen, er solle die Verpflichtung ausdrücklich erregen. Mag man noch so viel Kautelen für die Aufrecht anerkennen, Bestrebungen auf Beseitigung des Klaffenwahlrechtes erhaltung" des Selbstverwaltungsrechts schaffen, so wird man doch nicht in der Lage sein, die Tatsache aus der Welt zu schaffen, nicht zu unterstützen. So ist's recht, der Freifinn wird von den daß an der Spike der Kassen nicht die Arbeiter stehen, für die Konservativen, denen er sich aufgedrängt hat, nicht anders behandelt als er Es dürfte kaum einem Zweifel unterliegen, daß der fie bestimmt sind, sondern ein Beamter, der, noch so wohl es verdient. Wenn man schon WahlDie Köln. Voltsztg." beschäftigt sich ausführlich mit der Rolle, wollend und objektiv gedacht, niemals das Gefühl tua res agitur" Freifinn auch diese Pille schlucken wird. haben kann, wie es die Arbeiter haben, nämlich, daß es sich rechtsfeinde wählt, warum soll dann der Freifinn nicht auch die Herr Isenbiel, Justizminister Beseler, der Reichskanzler und der um ihre eigene Sache im ursprünglichsten Sinne des Wortes einem seiner Anhänger gestatten, direkt gegen eine Ver- Raiser im Harden- Moltke- Brozeß gespielt haben. Wie das rheinische handelt. Würde nun dieser Bureaukrat mit geringen Funktionen bessererung des jezt geltenden Wahlunrechts zu Sentrumsblattt zu wissen behauptet, hat Oberstaatsanwalt Jfenbiel, ausgestattet, so würde er hinter den Arbeitern, die in den tämpfen. An politischer Reputation hat der Freifinn als Graf Moltke bei der Staatsanwaltschaft den Antrag gegen Vorstand gelangen, zurückzustehen haben und müßte eine klägliche ohnehin nichts mehr zu verlieren, weshalb soll er also nicht alles Harden stellte, nicht aus eigenem die Erhebung der öffentlichen Klage abgelehnt, sondern erst nach erfolgter 8u= Nach stimmung des Justizministers. dem Beginn des ersten Harden Prozesses schlug aber plöglich im Justizministerium der Wind um. Jetzt erging von hier aus die Anweisung zur Erhebung der öffentlichen Klage. Dann heißt es weiter: Rolle spielen. Würde er aber eine Macht in seiner Hand vereinigen, welche so groß wäre, daß er die der Vorstandsmitglieder tun, um ein gefährdetes Mandat zu retten? in Schach zu halten vermöchte, so würde praktisch die Selbst verwaltung derasse illusorisch sein. Ich verkenne gewiß aanz nicht, daß die beſtehenden Berhältnisse mancherlei Mishelligkeiten Politische Uebersicht. Berlin, den 20. Mai 1908. Vereinsgeset. " # Der damalige Umschwung in der Anschauung des Justizministers erfolgte aber nicht etwa auf Beschluß des Staatsministeriums. Ministerpräsident Fürst Bülow sprach sich vielmehr mit Entschiedenheit gegen die Erhebung der öffentlichen Klage aus; Justizminister Beseler stellte daraufhin fein Portefeuille zur Berfügung. Nun erst willigte der Ministerpräsident ein, nachdem er noch zuvor seinen anfänglichen Widerspruch zu den Akten des Justizministeriums gegeben hatte. Das Staatsministerium selbst hat sich mit der Sache nicht befaßt. Heute mag es dem Ministerpräsidenten leid tun, daß er Ende 1907 nicht standhaft geblieben ist." mit sich führen. Ich weiß, daß eine große Anzahl von Rassen parteipolitisch, insbesondere im Interesse der Sozialdemokratie, ausgenutzt werden. Das ist gewiß zu mißbilligen. Aber wenn die Majorität der in den Kassen befindlichen Arbeiter tatsächlich Immer neue loyale" Ausführungsbestimmungen zum Sozialdemokraten sind und daß dies vielfach so ist, wird niemand bestreiten dann ist es eben nicht mehr als natürlich, daß auch die Leitung der Kasse von Sozialdemokraten besorgt Ständig laufen neue Meldungen über behördliche Willtür bei wird. Ich füge, um kein Mißverständnis zu erregen, aus der Bestellung der Publikationsorgane für die die Anmeldung erdrücklich hinzu, daß ich persönlich meiner leber- sparende Bekanntmachung von Versammlungen ein. So ist in zeugung nach tonservativ gerichtet bin und die Kottbus die dort erscheinende sozialdemokratische Märkisch.e Sozialdemokratie als Partei als Gegensas Boltsstimme" von der Polizeibehörde der angeblich liberalen empfinde. Allein dies macht mich nicht wankend in der Stadt boykottiert worden. Dasselbe ist in Guben geschehen, wo Ueberzeugung, daß gerade der einzige volkstümliche Zweig der die Märkische Boltsstimme" ebenfalls von der Arbeiterschaft geArbeiterversicherung, nämlich der des Krantenversiche. rungsrechtes, nur dann seine Aufgabe voll erfüllen tann, lesen wird. Bom Kaiser heißt es, daß bei ihm während der Prozesse bald In Essen hat der Oberste der dortigen Polizei, der Ober- diese bald jene„ Einzelbeurteilung" die Oberhand gewonnen hätte, wenn er getragen ist von dem Vertrauen derer, für die die Einrichtung bestinumt ist." bürgermeister Holle die Arbeiterzeitung" aus der Liste der dag er aber bereits vorher entschieden mit Fürst Eulenburg geMit der irrigen Ansicht des Professors, daß Kassen im Interesse zugelassenen Publikationsorgane ausgeschlossen, im Reichstags- brochen hätte: der Sozialdemokratie parteipolitisch ausgenutzt würden, wollen wir wahlkreise Bochum ist das Voltsblatt", das Organ an dieser Stelle nicht rechten. Erfreulich ist, daß der konservative der Sozialdemokratie, nur für die Kreise Bochum Stadt und für Die Stadt Witten Sozialpolitiker durch seine Darlegungen die oft von uns geäußerte und 2 and zugelassen Behauptung bestätigt: es gibt ohne Unterschied der Parteirichtung worden, die Stadtverwaltungen von Gelsenkirchen, Herne feinen objektiv denkenden Sachverständigen, der nicht anerkennt, daß und Wattenscheid, sowie das Landratsamt des Landdie beabsichtigte Bureaukratisierung der Kassen und Entrechtung der treises Gelsenkirchen haben das Blatt der Arbeiterschaft Arbeiter dem Kassenzwed und dem Allgemeinwohl ins Geficht boykottiert! " " " schlägt. Wenn die Tägliche Rundschau" und deren freifinnige In Crimmitschau( Sachsen) hat man unser zu Zwidau erKronzeugen mit Dr. Mugdan an der Spitze gegen die Selbst- scheinendes Parteiblatt, das„ Sächsische Volksblatt", ausverwaltung der Kassen und für den veröffentlichten Plan eintreten, gefchloffen, obgleich es in Crimmitschau in nahezu 2300 Exemplaren erklärt sich das aus dem Streben jener Kreise, die Krankenkassen in gelesen wird und in fast allen Restaurants ausliegt, jedenfalls dort Versorgungsanstalten für Militäranwärter und Aerzte umzuwandeln, eine größere Verbreitung, als die zwei am Drte erscheinenden und aus ihrem Haß gegen die Arbeiterklasse. Wird das bürgerlichen Blättchen hat, die zu Publikationsorganen bestimmt Reichsamt des Innern nunmehr den, wie sich aus sind. " Alle Versuche des Fürsten Eulenburg, fich mündlich oder schriftlich zu rechtfertigen", wurden in fühlster Form abgelehnt, obwohl das„ Grüppchen", das jetzt im Prozeß eng verbunden ist, recht viele Mittel anwendete. Wir rechnen hierzu auch die im Schöffengerichtsprozeß von dem Vertreter des Grafen Moltke beantragte eidliche Vernehmung des Kaisers, ein ungemein schlauer Schachzug, der große Wirkungen hervor brachte und die Kronjuristen in Bewegung jezte. Ein solcher Antrag konnte sich in der zweiten Instanz wiederholen. Die Gruppe um Eulenburg hatte diesen Pfeil mit Geschick abgesendet; sie wußte am besten, wie er wirken wird. Sie hat sich nicht getäuscht. Dazu tam ein zweites. Mit auffallender Geschäftigkeit verbreitete man in Hoffreisen die Nachricht, daß Fürst Eulenburg eine ganze Anzahl von Briefen des Kaisers besize, Briefe, deren Inhalt nicht gleichgültiger Art ist; wenn diese allesamt publiziert würden, seien die Folgen gar nicht abzusehen." Sollte der Gleichmut, mit dem Fürst Eulenburg jezt dem Straf. dem Zentralblatt für das deutsche Baugewerbe" Selbst in Hessen haben die Behörden ähnliche Bestimmungen ergibt, den Scharfmachern befannt geworbenen getroffen. Die sozialdemokratischen Blätter werden dort nur für Entwurf in seinem Wortlaut endlich beröffent- die Kreise der Publikationsorgane zugelassen, in denen sie erlichen? Oder unterläßt es dies, weil das geplante Attentat gegen scheinen, so daß beispielsweise das„ Offenbacher Abendblatt", ob- berfahren entgegensieht, sich nicht auch auf die Ansicht stützen, daß die Arbeiterklasse das Licht gar zu sehr zu scheuen hat? gleich es im Titel die Bezeichnung führt: Organ der Sozialdemo- man nicht wagen werde, ihn wegen Meineids zu verurteilen, damit fraten des Wahlkreises Offenbach- Dieburg, für den Kreis nicht er oder seine Freunde die ins Ausland geschafften Kaiserlichen Dieburg nicht als Publikationsorgan anerkannt wird. Die Briefe veröffentlichen? Oberh. BoIts 3." in Gießen erscheint für ganz Oberhessen, wird aber nur für den Kreis Gießen anerkannt, desgleichen die Mainzer Volkszeitung" nur für Mainz, der Hef= fische Voltsfreund" in Darmstadt nur für Darmstadt. Die Freifinnigen müssen den 11. Berliner Landtags within wird für 14 von den 18 hessischen Streifen fein sozialdemowahlkreis für besonders bedroht halten, denn sie haben in- tratisches Blatt als Publitationsorgan anerkannt. Man wird zwischen ein neues Flugblatt dort verbreitet. In zugeben, daß dieser Zustand eine ganz unzulängliche Einlösung der diesem Flugblatt findet sich eine wirklich ganz vorzügliche Regierungsversprechungen ist," bemerkt das" Offenbacher AbendErklärung für jene Flucht des liberalen Bürgertums in die blatt" dazu. Aus dem Wahlkampf. Stelle lautet: Ein freisinniges Geständnis. Der Fall Buchwald. Wir berichteten vor einiger Zeit über das Vorgehen des Berliner Börsenvorstandes gegen den Herausgeber der ,, Börsenberichte", Bruno Buchwald, dem der Vorwurf gemacht wurde, über Umsätze und Kursfeststellungen falsche Angaben an die Provinzbankiers übermittelt und zur Erlangung von Mitteilungen unlautere Mittel benutzt und Bestechungen versucht zu haben. In dieser Sache wurde am Dienstag vor dem Ehrengericht der Börse verhandelt. Außer Buch Arme der Reattion, beren legte Phase der ton- Für zahlreiche Kreise sind immer noch nicht die Polizeiverord- wald waren noch angeklagt feine Mitarbeiter Starfunkelstein und servativ- freisinnige Block darstellt. Die betreffende nungen über die Publikationsorgane erschienen. So war in Schabrodt. Die Verhandlung hat nichts ergeben, das den Vorstoß Halle a. S. noch am 19. Mai nichts bekannt! Ja, für ganze der Börse gegen Buchwald als gerechtfertigt erscheinen laffen könnte. " Die Sozialdemokratie vergiftet durch ihre Bundesstaaten, so für Reuß jüngere Linie und Sachsen- Weimar- Der Staatskommissar Hemptemacher reduzierte denn auch die Angehässige agitationsweise den politischen Eisenach fehlten an diesem Tage noch die Ausführungsbestim- flage auf den Vorwurf der nicht fairen Handlungsweise, die dadurch Kampf, wie fie durch ihre Verhegung und ihre verwerf mungen! Es handelt sich ja nur um Volksrechte! Wozu da die lichen Kampfesmittel im Wirtschaftsleben das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vergiftet. Hierdurch aber fördert sie nur die Reaktion, indem sie weite Voltstreise, die ihr hetzerisches Treiben verurteilen, ins Unsere Notiz in der Dienstagnummer: Die loyale" A u 3reaktionäre Lager treibt. So ist denn, je stärker die sozialdemo- führung des Vereins gesetzes enthielt einen sinnentstellenkratische Partei, desto fester stets die Machtstellung der Reaktion!" den Drudfehler. Er läßt uns sagen: Der Landrat des Kreises Ueberträgt man diese Stelle aus dem freisinnigen Jargon Sarburg hat in seiner Verordnung das sozialdemokratische Da den Bestraften durchaus nicht nachgewiesen worden ist, daß in einfaches Deutsch, so besagt sie:" Die Sozialdemokratie Organ, das Voltsblatt für Qarburg und Wilhelms fie unlautere Mittel angewandt haben, um Mitteilungen zu erlangen, nennt die Dinge beim richtigen Namen und burg" als Publikationsorgan vorgeschlagen! Das legte wohl aber der. Nachweis erbracht wurde, daß man Schein stößt dadurch die heuchlerische Bourgeoissippe Wort des Satzes muß, wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, geschäfte inszenierte, um Buchwald irre zu führen, erscheint lauten: ausgeschloffen. vor den Kopf. Die Sozialdemokratie macht keine bloßen die vom Ehrengericht bekundete Auffassung über kaufmännische Eile! J begangen sein soll, daß Buchwald und feine Mitarbeiter sich an Angestellte von Stursmaklern gevandt haben, um Mitteilungen über die Höhe der Umfäße zu erlangen. Er meinte daher, daß ein Verweis eine genügende Sühne sei. Und das Gericht hat auch alle drei Angeklagte nur mit einem Verweise bestraft, weil sie gegen die kaufmännische Ehre" verstoßen haben sollen. Thre als höchst feltsam. Nach dem gefällten Urteil Das jekt in Braunschweig bestehende Wahlrecht ist ein Schaffhausen gefellt sich nun zu den Städten Winterthur, Zürich, follte man wirklich annehmen, Käuflichkeit, Täuschungsversuche, fo crzreaktionäres und ständisch verzopftes, daß selbst diese Bern, Biel, Bellinzona usw., in denen die sozialdemokratische Partei bewuste Jrreführung seien an der Börse streng verpönt. Das glaubt Reform, die 10 der Wähler ebensoviel Wahlrecht einräumen bereits in der städtischen Exekutive vertreten ist. kein Mensch, um so weniger, als offensichtlich die Aktion des Börsen will, wie 10, die einer Minderheit das 2 fache Wahlrecht borstandes gegen Buchwald darauf hinauslief, Mitteilungen über verleiht, noch eine Verbesserung darstellt. Freilich ist auch Tatsachen zu unterbinden, deren Geheimhaltung von der Absicht der das neue Wahlrecht so eingerichtet, daß die große Mehrheit Interessenten bittiert ist, Unwissende irre zu führen und dadurch der nichtbesitzenden Klasse durch die besitzende Minderheit verfelbft Vorteile zu erzielen. gewaltigt werden kann! Wie die Verurteilten wissen lassen, werden sie gegen das Urteil Berufung einlegen. Bündler- Terrorismus. " V Schon wieder hat der, unpolitische" Bund der Landwirte ein Beispiel von Terrorismus gegeben. Das Bundesmitglied, Hofbefizer Meyer Jurendorf ist aus dem Bunde aus geschlossen worden. Der Geflogene" ist als nationalliberaler Kandidat in Halle Herford Bielefeld gegen einen Bündler aufgestellt. Die Deutsche Tageszeitung" wird diese Ges Tegenheit gewiß nicht versäumen, sich weidlich zu entrüsten, denn das Vorgehen des Bundes nicht gegen Sozialdemokraten fondern gegen die im Block befreundeten Nationalliberalen ist doch entschieden der schlimmste Terro rismus! 〃 Bom ,, Ausgleich der Interessen" im Zentrum. " Das Zentrum in Westfalen hat seine Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl nunmehr alle aufgestellt. Es find im ganzen 20. Darunter befinden sich neun Beamte ( Landräte, Justizräte, Regierungsräte usw.), fieben Gutsbesitzer, zwei Arbeiter, ein Rentner und ein Kaufmann. Die katholischen Arbeiter in Stadt und Land haben allen Grund, über diesen Ausgleich der Interessen" einigermaßen erstaunt zu sein; sie müßten sich denn trösten mit dem Bewußtsein, daß unter den beiden Arbeiterkandidaten sich Herr August Brust befindet, dem vor noch nicht allzu langer Zeit von seinen Kollegen im Gewerkverein christlicher Bergleute das Zeugnis ausgestellt wurde, daß er sich bezüglich der Vertretung der Arbeiterinteressen jedem Scharfmacher an die Seite stellen könne! Freifinnige Selbstverspottung. Peterspfennige. frankreich. Verständigungspolitik zu ermäßigten Preisen. Aus Paris schreibt man uns: Im lateinischen Viertel machen die Studenten wieder einmal einigen Lärm. Um der Menschheit große Güter handelt es sich dabei nicht, sondern nur darum, ob man den Akademiker Barrès oder den Professor Der Münchener Bayerische Kurier", das Hauptblatt der Andler in Tönen„ bespuckt". Herr Andler, der an der Sorbonne bayerischen Zentrumspartei, erläßt auf der ersten Seite seiner über deutsche Literatur liest, hat unlängst einige französische Mittwochsnummer einen pathetischen Aufruf an die getreuen Söhne Studenten auf einer Berliner Reise geleitet. Die Sache hat der Kirche, Peterspfennige für den Papst zu sammeln. In dem einiges Aufsehen gemacht, vornehmlich durch die Schuld einiger Aufruf heißt es: In unseren Herzen sollen wir das Reich Gottes aufrichten unter der Leitung der Kirche. Nach dem Willen ihres göttlichen Stifters ist sie dazu begründet, alle Völker, Nationen und Stämme der Menschheit als milde Mutter ihrer ewigen Bestimmung entgegenzuführen. Ihr sichtbares Oberhaupt ist nach Chrifti Anordnung der Papst zu Rom. Wichtigtuer in Deutschland, die täppisch und indiskret den jungen Leuten die Rolle von Friedensboten aufzwingen wollten. Die harmlosen Studenten, die die Gelegenheit, nach Berlin zu fahren, namentlich wegen der großen Preisermäßigungen ausgenütt hatten, wurden in einen Strudel von Banketten, Empfängen und Ovationen hineingezogen, der weder ihren Wünschen noch ihrer Der Papst zu Rom ist für uns als Oberhaupt der Kirche vor Bedeutung entsprach. Wenn man in der Tatsache, daß französische allem auch der oberste Leiter der katholischen Mission und der Studenten die Gelegenheit, in Deutschland etwas zu lernen, nicht fatholischen Heilsverkündung und Heilsvermittelung in allen Teilen mehr mit blinder Wut von sich weisen, einen Gewinn für die der Welt. Er bedarf dazu der Arbeiter, die sich der Bebauung Kultur und eine Friedenshoffnung sehen mochte, so hätte man sich des heiligen Weinberges widmen. Er bedarf aber auch mit freundlichem Gragegenkommen begnügen fönnen, ohne die Gäste der materiellen Mittel, um den weitverzweigten Aufgaben in eine schiefe Position und sich selbst in eine wenig würdige zu feines ebenso erhabenen, wie verantwortungsvollen Amtes gerecht bringen. Die Regierenden in Deutschland und ihr bürgerlicher werden zu können. Katholiken Bayerns! Jeder größere Staat erhebt Steuern, um die wachsenden großen Bedürfnisse seiner Zentralverwaltung zu decken. Der Papst vertraut auf die Liebe der Gläubigen, die ihm durch die freiwilligen Beiträge zum Peterspfennig die Mittel bereitstellen wird, deren er bedarf. Im Buche des Lebens wird jeder dem Papste gespendete Pfennig gewissenhaft verzeichnet und für die Ewigkeit dem lebendigen Gedächtnis einer höheren, überirdischen Macht anvertraut werden!" Oefterreich- Ungarn. Der Klerikale Ansturm. Nachtrab haben die Parvenuseele noch immer nicht los. Das cine Mal hält man dem„ Erbfeind" das" geschliffene Schwert" unter die Nase, das andere Mal hofiert man in Kiel der Familie cines republikanischen Geschäftemachers, als ob wir wirklich noch in der Zeit lebten, wo der Deutsche im französisch sprechenden Menschen ein höheres Wesen sah. Mit den Studenten haben die auf das Deforative gerichteten Scherl- Deutschen auch nicht beffere Haltung bewahrt. Dabei steckt in dem süßlichen Getue nicht einmal ehrliche Liebe zum Völkerfrieden. Wenn die französischen Arbeiter mit den deutschen gemeinsam beraten wollen, was doch für den Frieden eine ganz andere Bedeutung hat, als cine Studentenfahrt oder eine Aufführung der Hugenotten" vor Pariser Theaterdirektoren, Seitdem der Bürgermeister von Wien, Dr. Lueger, auf einem bietet in ganz Deutschland nur Württemberg die Sicherheit für Unter den verschiedenen Interessentengruppen, die in Deutsch Katholikentag das 20sungswort von der„ Eroberung der einige Gastfreundschaft. Für„ distinguierte Fremde" d. h. für and bestehen, ist es besonders die zünftlerische, anti- Universitäten" ausgegeben hat, hören die klerikalen Angriffe Nichtproletarier führt man aber Potemkinſche Dörfer auf. femitisch tonservative Mittelstandsvereinigung, die bei Wahlen einen Lärm macht, der im umgekehrten Ver- auf die Lehrfreiheit nicht mehr auf. Der Fall Wahrmund schien Einigermaßen verwunderlich ist freilich, daß Professor Andler dem hältnis zu ihrer Stärke steht. Die Mittelständler hätten gern ihnen eine günstige Gelegenheit zum Angriff zu geben. Aber das ge- schmeichlerischen Sirenengesang vom Blockfelsen vertrauensvoll ge= eine stärkere Vertretung im Landtag, und lediglich nach dieser schlossene Auftreten der Studenten, die mit dem Universitätsstreit drohten. lauscht zu haben scheint. Andler ist Sozialist allerdings ein und der Uebersezer des„ Kommunistischen Richtung hin möchten sie eine Aenderung des Wahlrechts herbei hat die Klerikalen um den Erfolg gebracht. Die Geprellten verdoppelten weit rechtsstehender geführt wiffen. Dies Verhalten ist erarealtionär, dennoch ihre Anstrengungen. Dem Häuflein Kleritaler Streber an den Manifestes", dessen Geschichtskritik auf ihr offenbar nicht tief gegeht es den Konservativen, die unentwegt an dem Klassenwahlrecht Universitäten sollten die klerikalen Bauernmassen zu Hilfe kommen. wirkt hat. Er ist einer von der Garde der" Intellektuellen", die festhalten, bereits zu weit. Nun kandidiert der Führer der Der christlichsoziale Abgeordnete Hegenhofer führte deshalb kürzlich die Leberwurst gläubig im Dunkeln aßen. Die gemeine Hetze, die Mittelstandsvereinigung Obermeister a hardt auf Grund eines mit den Konservativen abgeschlossenen Kompromisses. Dieser Um- 200 Bauern auf die Grazer Universität, angeblich als Zuschauer zu die Klerikalen unter der Führung von Maurice Barrès gegen stand gibt der Freifinnigen Zeitung" Anlaß zu folgender Glosse: einer Doktorpromotion, in Wirklichkeit als Demonstranten für den ihn veranstaltet haben, trifft ihn ganz unschuldig, und es zeugt " Die Hauptsache ist: wie kann es geschehen, daß sich der Klerikalismus. Die Bauern wurden jedoch von den Studenten nicht auch von politischem Verstand, wenn jetzt die republikanischen felbe Herr Rahardt neben einem Konservativen in die Universität gelassen, und an allen Universitäten wuchs die Studenten aller Richtungen sich zu Gegendemonstrationen erhoben und mit konservativer Hilfe wählen lassen will, ob- Entschloffenheit, sich keine Angriffe auf die Lehrfreiheit mehr gefallen haben. Nur sollen die Verständigungsmeier von Berlin nicht wohl er nicht nur im allgemeinen der Ueberzeugung ist, daß die zu lassen. glauben, daß der Schuh, den die Studenten dem illoyal anKonservativen Landtagsabgeordneten die Mittelstandsinteressen Das aggreffive Vorgehen der Klerikalen hat aber die nützliche gegriffenen Professor gewähren, eine Tendenz habe, die sie irgendwichtigen Wahlrechtsfrage eine den Parteien der Rechten Birkung gehabt, das friedliche Einvernehmen zwischen den deutsch das deutsche Volt hier hat, haben für die unechten Gesten und Parteien, große Hat denn der Freifinn bereits jedes Gefühl für Sohn bewirkt hatte, sehr erheblich zu stören. Die Deutsch nationalen Mätzchen der allzu beflissenen Berliner Gastgeber nur ein fühl abund Spott verloren? Der Mittelständler a hardt ist ein haben erklärt, daß ein weiteres Zusammengehen mit den Christlich- lehnendes Lächeln übrig. Stodreattionär, der von dem Reichstagswahlrecht sozialen unmöglich geworden sei. Da das Ministerium Beck Mitfür Preußen absolut nichts wissen will; er gehört zu den Kon- glieder aus beiden Parteien in seiner Mitte hat, bedeutet das Zer: j servativen. Derfelbe Freifinn aber, der hier Nahardt wegen seines würfnis zwischen den bisherigen Regierungsparteien zugleich eine Bufammengehens mit den Konservativen angreift, gaufelt dem Schwächung der Stellung des Stabinetts. Wolfe Wahlrechtsfreundschaft vor und hat selbst Wahlbündnisse mit den verbissensten Wahlrechtsfeinden geschlossen. Vielleicht entschließt sich der Freifinn, der sich so prächtig Prag, 19. Mai. Gestern abend fand eine von der nationalfelbst berhöhnt, durch einige seiner politisierenden fozialen Partei einberufene Versammlung statt zur Besprechung Geschäftsleute den konservativen Mittelständlern eine ent- der politischen Lage. Nach der Versammlung zogen die Teilnehmer, sprechende Mandats offerte zu machen. Geschäft ist Geschäft! denen sich verschiebene andere Elemente anschloffen, zur Hauptpost und begannen dort zu lärmen. Später veranstaltete die Menge, Jezt wird auch von französisch- offiziöser Seite zugegeben, daß Erst das Börsengeseh dann neue Steuern. die auf ungefähr 4000 Personen angewachsen war, beim neuen Mulay Hafid in Mefines eingezogen sei und sein Einzug in Im allgemeinen herrscht die Ansicht vor, daß der entschiedene" deutschen Theater eine Kundgebung und warf mit Steinen Fes unmittelbar bevorstehe. Die Pariser Blätter erklären, daß das Liberalismus nur das Vereinsgesetz auf Wunsch der Börse ver- gegen das Theater. Als die Polizei einschritt, wurde sie nunmehr täglich bevorstehende Eintreffen Mulay Hafids in Fes eine schachert habe wobei er noch, sehr glaubhaften agrarischen mit einem Steinhagel empfangen, wobei viele Polizeibeamte verlegt furchtbare Schlappe für Abdul Asis bedeute und die Behauptungen zufolge, über's Ohr gebauen werden solle. Schließlich gelang es der Polizei, die Menge zurüd- Aufgabe der Franzosen außerordentlich erschweren und Da ist es von Wichtigkeit, daß auch zwischen den im kommenden zudrängen und auseinanderzutreiben. Herbst zu bewilligenden neuen Steuern und dem Börsengefeg gebungen bei der deutschen Turnhalle. Heute abend erneuerten sich die antideutschen Kund- verwickeln würde. Mehrere Fensterscheiben Aus Tanger wird gemeldet, daß Buchta ben Bagdadi ein eigenartiger und interessanter Zusammenhang wurden eingeworfen. Die Demonstranten wurden von der Polizei mit seiner Mahalla in fumpfigem Gebiete lagere, um sich vor den besteht. Am 2. August des vorigen Jahres veröffentlichte die„ Ger- zerstreut und 15 Verhaftungen vorgenommen. Angriffen des Scheradastammes zu schützen. Er habe vergebens mania" einen Artikel über die traurige Finanzlage des Reichs, Hilfe vom Staid von el Kasar, Abdul Malek, verlangt. Der Machsen worin sie die Binsenwahrheit darlegte, daß sofern keine Verringein Nabat sei völlig ratios. entweder neue Schulden oder neue rung der Ausgaben eintrete Steuern erforderlich seien. Den Weg der neuen Steuer aber nannte die„ Germania" mit einer nicht üblen Jronie blodiert". Sie schrieb: wurden. Nationalistische Krawalle. Diese sogenannten„ Nationalfozialen" oder„ nationale Sozia liften" find in Wirklichkeit eine chauvinistisch- kleinbürgerliche Radaupartei, die neben der nationalistischen besonders die antisozialdemofratische Heze treibt. Die Klagen der Ruthenen. Indien. Die Grenzkämpfe. Simla, 19. Mai. Bei dem Kampf am Bohoidag= Tale war der Feind 2000 Mann starf. Seine Verluste betrugen 60 Tote. Unter den Anführern befand sich Sirdar Nafr- Ullah- Chan, ein Bruder des Emirs von Afghanistan. Marokko. Mulay Hafid. Der Trupp Buchtas war aber die letzte Hoffnung, die Abdul Afis geblieben war. Auch diese hat sich nicht erfüllt. Die Situation in Marotto ist jetzt also die, daß Mulay Hafid das Innere beWien, 20. Mai. Das Abgeordnetenhaus verhandelte herrscht, während Abdul Asis die Küsten gegend behauptet, aber Die Konservativen sagen: zuerst indirekte Steuern; heute über den ruthenischen Dringlichkeitsantrag offenbar nur so lange, als Frankreich ihn schützt. Dieser Schutz die Liberalen sagen:„ Bitte, nein, aber wenn doch, dann betreffend das Verwaltungssystem in Galizien. Der würde aber nur neue triegerische Verwickelungen zur Folge haben, wenigstens später" Aber daß die Liberalen ihren Antragsteller Ceglinski betonte nachdrücklich, die terroristische die den Franzosen nicht nur schwere Opfer auferlegten, sondern Wählern gar nichts anderes mitbringen sollen, als neue indirekte Stampfesmethode widerstrebe dem politischen Programm der Jung- beren Resultate äußerst zweifelhafte sind, da die Algecirasatte für Steuern, daß dies nicht geht, sehen auch die Mitleidigeren unter ruthenen. Wenn dennoch ein so ungeheuerliches Hinausgreifen die sonst so beliebte Annexion fremder Landesteile ein Hindernis den Konservativen ein. Also eljo bleibt es vorläufig doch bei den über die Rechtsordnung geschah, so müßten auch ungeheuer- bildet. Daher gewinnt die Nachricht an Wahrscheinlichkeit, daß die Schulden, und die indirekten Steuern tommen ein liche Ursachen hierfür bestehen. Jahr später, bis die Liberalen wenigstens ihre Börsen- Abg. Glombinsti( Pole) betonte, die Bevölkerung Ga- französische Regierung endlich zur Vernunft kommt und das reform haben." liziens erwarte, wenngleich die Verwaltung Galiziens, die nur Abenteuer, wenn auch nicht zu beenden, so doch zunächst zu beWenn man das heute liest und dabei den Verlauf überdenkt, einen Teil der Staatsverwaltung bilde, gerade unter dem Statt- fchränken sucht. Neue Instruktionen an die Generale d'Amade den die Dinge inzwischen tatsächlich genommen haben, dann erscheint halter Botodi wesentliche Fortschritte gemacht, eine Beschleunigung und Lyautey sollen neue triegerische Unternehmungen der Hergang in der Eat in einem seltsamen Licht. Das Vereins- der von der Regierung angekündigten Verwaltungsreform, zumal untersagen. Es wäre zu wünschen, daß diese vernünftige gefez mit Sprachenverbot und Unterdrüdung der die Verwaltung in Galizien unter äußerst schwierigen Verhältnissen Politit zum Durchbruch käme. Nicht das geringste Verdienst daran arbeite. Redner trat der Behauptung des Vorredners über Jugendlichen haben die Freisinnigen zuerst annehmen müssen, Unterdrückung des Ruthenenvoltes entgegen unter Hinweis auf gebührte unseren französischen Genoffen, die mit aller um überhaupt das Börsengesetz zu kriegen. Dann hat man ihnen die Fortschritte, welche die Ruthenen auf allen Gebieten in den Kraft die Gefährdung des europäischen Friedens durch die Kolonialdas Börsengesetz gegeben, damit fie ihren Geldgebern etwas" nach letzten 40 Jahren gemacht hätten. Die Polen würden alles tun, politit bekämpft haben. Haufe bringen, und zum Dank dafür werden sie im Herbst um im ganzen Lande beiden Völkern eine friedliche Entwickelung indirekte Steuern bewilligen, wozu sie sich ja schon bereit erklärt zu sichern, würden aber in Ostgalizien bleiben, und zwar nicht als haben. Man hat die indirekten Steuern in der Tat, ganz wie die fremde Gäste, sondern als einheimische Ureinwohner und bestrebt „ Germania" vermutete, um ein Jahr hinausgeschoben, so daß die fein, die polnische Landbevölkerung vor der Rhutenisierung zu Freifinnigen zuerst ihre" Börsenreform hatten. An das braucht schützen. natürlich nicht mit ausdrücklichen Worten verabredet zu sein- so plump ist kein zünftiger Diplomat. Aber gemacht worden ist es so. Und es ist gut, wenn das Volk bei der Landtagswahl weiß, wie feine Interessen verhandelt und verscha chert worden sind! " Wahlreform in- Braunschweig. Das offiziöse Depeschenbureau meldet: Magyarische Nationalitätenpolitik. Kronstadt( Siebenbürgen), 20. Mai. Die Polizei berhaf tete hier 17 rumänische Studenten, weil diefelben am Grabe des rumänischen Dichters Morefan einen Kranz mit den rumänischen Farben niederlegten. Schweiz. Ein aufgebauschter Vorfall. Ein Teil unserer nationalen" Bresse meldet mit großer Wichtigtuerei einen„ deutsch- französischen Zwischenfall": Ein deutscher Schußbefohlener, der dem Kommandeur einer französischen Truppenabteilung in Maroffo ein Schreiben von franzöfifchen Truppen mißhandelt und des deutschen Konsuls Lüderig überbringen sollte, ist das Schreiben des Konfuls von einem französischen Offizier angespien worden. Konful Lüderitz hat deshalb Beschwerde bei der deutschen Gesandtschaft in Fes erhoben, die ihrerseits sofort Bericht an das Auswärtige Amt in Berlin erstattete. Wie wir unsere Chauvinisten kennen, ist diese Darstellung sicher sehr übertrieben, aber selbst so ist der Vorfall offenbar nichts als ein Wirtshauserzeß. Wir denken, das Auswärtige Amt wird Spanier und Franzosen. Madrid, 19. Mai. Der Minister des Aeußern Allendefalazar Braunschweig, 20. Mai. Die Landesversammlung behandelte Ein neuer sozialdemokratischer Stadtrat. in ihrer heutigen Sigung die Anträge der zur Vorbereitung von Schaffhausen, 18. Mai.( Eig. Ber.) Auch in unserem Kanton Borschlägen betreffend Abänderung des Landtags und seiner Hauptstadt macht die sozialdemokratische Partei langsame die Geschichte sehr rasch und sehr ruhig erledigen. wahlrechtes eingesetzten Kommission, die dahin aber doch stete Fortschritte. Ihre Erstartung zwingt denn auch gehen, die bisher indirette Wahl durch dirette Wahl bereits die Bürgerlichen, ihr Rechnung zu tragen, und so ist ihr von zu ersetzen, die Zahl der Urwähler der ersten Klasse der freifinnigen Partei der freigewordene Sitz im Stadtrat( Magiftrat) auf mindestens 10 Prozent, die der giveiten Klasse auf überlassen worden. Im Gegensatz zu dem offiziellen Beschlusse der teilte in einer Note mit, daß der Zwischenfall in Casa20 Prozent und die der dritten Klaffe auf 70 Prozent fest freifinnigen Partei stellten Angehörige derfelben dem von unserer blanca, wo gelegentlich eines Zusammenstoßes mit französischen zusehen. Die Urwähler der ersten Klasse haben drei, die Bartei aufgestellten Kandidaten, Genossen Schlotter, Advokat und Soldaten ein in spanischen Diensten stehender Riffsoldat erschossen Der zweiten zwei und die der dritten eine Stimme. Die Redakteur, einen eigenen Kandidaten gegenüber, der aber in der worden war, beigelegt sei. Die fünf Schuldigen feien berVorschläge der Kommission wurden mit 37 von 45 abgegebenen gestrigen Wahl mit 655 gegen 902 Stimmen, die unser Genosse haftet und den französischen Behörden zur Bestrafung übergeben Stimmen angenommen. erhielt und mit denen er gewählt wurde, unterlegen ist I worden. Amerika. Die Wahlkampagne. New York, 19. Mai. Die demokratische Staatenkonvention bon Alabama und Californien hat sich für die Präsident schaftskandidatur Brhans erklärt. Soziales. Maffen- Bleivergiftung. Bortefeuiller gutgeheißen worden sind, wie wir in Nr. 106 des Vorwärts" berichteten, wurde nun auch in der Täschnerversammlung Verfammlungen. eifrig diskutiert. Eine Aenderung wurde in den Mindestlohnsägen Die Ortsverwaltung I des Deutschen Transportarbeiter- Ber der Stanzer beschlossen, die nach der Vorlage und den bandes( Hausdiener) hielt ihre Generalversammlung im Gewerk Beschlüssen der Portefeuillerversammlung, soweit sie unter 18 Jahre schaftshause ab. Auch an den Hausdienern sind die Einwirkungen alt find, 40 Pf. erhalten sollen und danach 52 Pf. Die Täschner- der Krise nicht vorübergegangen. Durch die überaus rührige versammlung beschloß, hier noch einen Lohnsatz von 45 Bf. einzu Werbearbeit ist trotzdem die Mitgliederzahl der Verwaltung von fügen, der für die Stanzer von 18 bis 20 Jahren gelten soll. Im 8780 auf 8822 gestiegen. Der Kassenbericht, welcher gedruci vor übrigen wurden wesentliche Aenderungen nicht beschlossen. Zwar lag, bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 94 367,72 M. Es hielt die Versammlung eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf wurden verausgabt für Arbeitslosenunterstützung 8 insgesamt Stunden für sehr wünschenswert, doch begnügte man sich auch 12 386,40 m., für Krantenunterstüßung 6004,65 M., für Sterbe in diesem Punkte mit der Vorlage, die bekanntlich für fünf Wochen- unterstützung 2762,00 M., in besonderen Notfällen 680,00 M., für tage die neunstündige, für den Sonnabend die achtstündige und für Rechtsschutz 69,15 M. In Anbetracht der augenblicklich herrschenden sieht. Hinsichtlich der Maifeier verlangt die Bersammlung, das Hauptvorstand beschlossen, die Arbeitslosenunterſtüßung für die den Tag vor den hohen Festen die siebenstündige Arbeitszeit vor- Krise hat eine Konferenz der Gau- und Ortsvorstände mit dem mindestens protokollarisch festgelegt werde, daß die Arbeitgeber wegen jenigen, welche bereits die ihnen laut Statut zustehende Unterder Arbeitsruhe feineMa Bregelungen vornehmen dürfen. In die Lohnkommission wurden Schulze, Boß, Bech, Nitschte und übung erhalten haben, um 4 Wochen zu verlängern. Die hierfür berausgabte Summe beträgt 2536,00 M. Die Mitglieder Franz Blum gewählt. Böning, Paul Severin und Friedrich Schmidt, welche fich gegen§ 7 des Verbandsstatuts vergangen haben, wurden dem Hauptvorstande zum Ausschluß aus dem Verbande empfohlen. Nachdem noch der Vorsitzende die Kollegen auf die bevorstehende Landtagswahl hingewiesen, dabei hervorhebend, alles aufzubieten, um jeden Arbeiter an die Urne zu bringen, und dafür zu sorgen, daß nur sozialdemokratisch gewählt wird, ferner auf die von uns wirtschaftlich Abhängigen zu achten, schloß derselbe die Versamm lung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die intere nationale, völterbefreiende Sozialdemokratie. Deutfches Reich. Der Mitgliederbestand des Handlungsgehilfenverbandes stieg im ersten Vierteljahr 1908 um 432. Am 31. Dezember 1907 zählte der Verband 3631 männliche und 4563 weibliche, zusammen 8194 Mitglieder, am 31. März d. J. 3913 männliche und 4713, zusammen 8626 Mitglieder. Der Mühlenbesizer August Kraus aus dem Dorfe Regenborn( Kreis Holzminden) hatte sich vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Zum Ausbessern der Mühlensteine seiner Duhne- Mühle war, wie die Verhandlung ergab, Blei Diese äußerst gesundheitsschädliche Verwendung blei haltiger Gegenstände ist durch das Reichsgesetz vom 25. Juni 1887 berboten. Infolge des leichtfertigen Verstoßes gegen das Verbot find nach den Befundungen des Sanitätsrats Dr. Niemann und des Dr. Zechel an 200 Bleivergiftungsfälle in dem Dorfe Negenborn aufgetreten. Die Krankheiten haben zum Teil dauernde Schädigung der Gesundheit im Gefolge. In mehreren Fällen ist der Tod höchstwahrscheinlich infolge des Genusses des mit Blei durchsetzten Brotes eingetreten. Da aber mit Sicherheit der ursächliche Zu- Zur Aussperrung in der erzgebirgischen Strumpfwirkerei. fammenhang nicht mehr festzustellen war, so erfolgte Freisprechung Die anfangs dieses Monats angedrohte Generalaus von der Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Der Angeklagte konnte sperrung durch die Erzgebirgische Wirtergruppe des Zentralverband der Dachdecker. In der letzten Mitgliederber nur wegen fahrlässiger Körperverlegung und wegen Vergehens gegen Verbandes der Arbeitgeber der sächsischen Textildas Nahrungsmittelgesetz verurteilt werden. Das Strafmaß betrug industrie ist nunmehr zur Tatsache geworden. In fast allen ſammlung wurde der Verbandsausschuß gewählt, welcher sich aus folgenden Sollegen zusammensetzt: Janell, Henkell, Hauschild, sechs Wochen Gefängnis. Jahre hindurch war man sich Betrieben sind die Arbeiter gekündigt worden. Insgesamt Winstowski und Hahn. Hierauf erfolgte eine längere Auseinanderüber die Krankeits art im unklaren. Man nannte die Krankheit werden von der Aussperrung betroffen rund 3000 Arbeiter. die„ Negenborner Krankheit". Erst ein intensives Nachgehen nach falls so viel auf Gornsdorf und auf Meinersdorf. Eine Versammlung wochenlang siken, während sich die Arbeitgeber in den meiſten Davon entfallen ungefähr 1000 auf Thalheim und Umgegend, eben- egung über die Regelung der Arbeitsnachweisfrage. Görnik wies darauf hin, daß auf unserem Nachweis die arbeitslosen Kollegen der Krankheitsursache durch die oben genannten Aerzte ergab, daß der Streifenden und Ausgesperrten hat einstimmig beschlossen, Fällen von dem paritätischen Arbeitsnachweis in der GormannVergiftungen durch bleihaltiges Mehl aus der Duhne- Mühle vor den Kampf fortzuführen. lagen. In den Mühlsteinen des fleinen Mahlganges und des gebirgischen Tertilarbeiter hat sich jetzt auch auf Limbach der christlichen Organisation in Anspruch genommen wird. Darin Die Bewegung der erzstraße ihre Arbeitskräfte holen, da bekanntlich dieser Nachweis von Schrotganges waren schadhafte Stellen mit Blei ausgegossen. und Burgstädt ausgedehnt. Auch hier wurde eine zehn liege auch zugleich eine Gefahr für unsere Organisation. Eine prozentige Lohnreduzierung in einem Betriebe der Firma Anton Köble im benachbarten Göppersdorf angeboten und große Anzahl zugereister Kollegen werde durch die an öffentlichen Orten und in Lokalen befindlichen Plakate des genannten ArbeitsAm Sonnabend fand die Grundsteinlegung zu dem Genesungs- dürfte an diesem Drte der Kampf binnen kurzem beginnen, weil die nachweises veranlaßt, sich an diesen zu wenden, um Arbeit nachheim der Allgemeinen Ortskrankenkasse von Effen statt. Das Ge- Arbeitnehmer in einer Fabrikbesprechung wie in einer öffentlichen gewiesen zu erhalten. Und bei dieser Gelegenheit versuchen die lände, auf dem sich die Anstalt erheben wird, liegt fern vom All- Versammlung diese Herabjezung der Löhne aufs entschiedenste zurück- Christlichen, die betreffenden Kollegen für ihren Verband zu tagsleben der Großstadt, in der Gemeinde Heidhausen der Bürger- gewiesen haben. Der Arbeiterausschuß wurde beauftragt, erst mal gewinnen, und mit Erfolg. Er, Redner, empfehle deshalb, den Armeisterei Werden- Land, rechtsseitig der von Werden nach Velbert mit der Firma zu verhandeln, und wenn diese Verhandlungen beitsnachweis in der Gormannstraße für unsere arbeitslosen Stol führenden Landstraße. Es umfaßt 25 bis 26 Morgen Buchenwald resultatlos verlaufen, soll in einer Versammlung der Streit be- legen bis auf weiteres freizugeben. Die Versammlung stimmte und Tannenpflanzungen und etwa 8 bis 9 Morgen sehr ertrag schlossen werden. diesem Vorschlage zu. Mit der Neuregelung der Beitragsleistung reiches Ackerland. Es liegt teils auf einem Plateau, teils an einem südlichen Talabhange; nach Norden, Nordwesten und Nordfür Berlin soll sich eine besonders zu diesem Zwecke stattfindende Görnih machte often ist es durch Buchenwaldungen und dichtes Buschwerk geschüßt. Ertraversammlung in der nächsten Zeit befassen. Der Zugang zum Gelände ist von allen Seiten aus recht günstig. bekannt, daß ihm sofort Mitteilung zu machen sei, wenn in einer Das Genesungsheim soll solchen Arbeitern Aufenthalt bieten, die Werkstelle die tariflichen Bestimmungen nicht innegehalten werden. nach schwerer Krankheit der Genesung entgegengehen und ihre Besonders sei auf die Einhaltung der 8% stündigen Arbeitszeit zu Berufstätigkeit noch nicht wieder aufnehmen können. Für diesen achten, und sind unter keinen Umständen Sonderverträge mit den Arbeitgebern abzuschließen. Zwed paßt das von der Allgemeinen Ortstrantentasse ausgesuchte Grundstüd trefflich; bietet es doch die erforderlichen Vorbedingungen: absolute Ruhe und gesunde staubfreie Luft. Das Genesungsheim wird etwa 100 Pfleglingen Raum bieten. Es soll allen erforderlichen Ansprüchen in sanitärer Hinsicht, wie Einrichtung von Wannen- und Brausebädern usw., entsprechen. Die zum Bau nötigen Steine und das zur Wegebefestigung erforderliche Material liefert ein von der Allgemeinen Ortstrantentasse mit erworbener in der Nähe der Baustelle gelegener Steinbruch. Der Bau soll so gefördert werden, daß er bis Ende August d. J. unter Dach ist. Genesungsheim einer Ortsfrankenkasse. Ländliche Schulverhältnisse. Aus Eilenstedt, einem etwa 2000 Einwohner zählenden Drt im Kreise Dichersleben( Proving Sachfen) wußten dieser Tage die Provinzblätter zu berichten, daß die dortige Schultasie ihre Bahlungen feit dem 1. Mai eingestellt habe; die Lehrer seien noch heute ohne Gehalt. Jetzt wird dazu von ,, informierter Seite" mitgeteilt, daß das Geld in der Schulfasse alle geworden sei, weil es dem beteiligten Gutsbezirk noch nicht genehm war, die Schulsteuern zu zahlen. Der GutsBezirk schulde der Schultasse bereits aus dem Rechnungsjahre 1907 noch über 900 M. Schulsteuern, so daß einschließlich des jetzt fälligen Quartals die Schultaffe auf die Zahlung von zusammen etwa 1175 M. warte. Die Lehrer, die den Hungerriemen ohnehin schon eng genug schnallen müssen, müssen ihn also noch um einiges enger schnüren. Sie müssen auch warten", weil es dem Gutsbezirk so gefällt. Einholung von Rechtsauskunft strafbar. den Arbeitern mitzuteilen und in Verhandlungen einzutreten. Beiter Letzte Nachrichten und Depefchen. wurden das Der Abwehrkampf in den Deutschen Steinzeugwerken zu Eus firchen, an dem zirka 370 Arbeiter beteiligt waren, ist beendet. Die Arbeiter, zumeist christlich organisiert, mußten( außer Taglohnarbeiter) einen Abzug von 5 Proz. hinnehmen, jedoch verpflichtete fich die Gesellschaft, die neugeschaffenen Lohusäße bis 1. Mai nächsten Jahres anzuerkennen und falls die niedergehende Konjunktur dann aus Konkurrenzgründen auch die Zahlung dieser Löhne nicht gedies am 1. Februar nächsten Jahres statten sollte, Koalitionsrecht anerkannt, Maßregelungen verFür die mieden und sämtliche Arbeiter wieder eingestellt. Karlsruhe, 20. Mai.( W. T. B.) Das Urteil im Prozeß am Streit beteiligten, im Zentralverbande der Töpfer organisierten Arbeiter der chemischen Abteilung( gelernte Töpfer) ist eine Ber- Molitor- Herzog lautete auf ein Jahr Gefängnis für schlechterung ihres Arbeitsverhältnisses nicht eingetreten, da sie, wie den Angeklagten Herzog und Tragung der neu festgelegt, jetzt den Arbeitston an die Arbeitsstelle geliefert er- Sosten! halten, während sie ihn sich früher aus dem Tonzubereitungsfeller in Das Verfiahren gegen den Angeklagten Graf ist ein die höher gelegenen Arbeitsräume selbst zutragen mußten. Die geschaffene Erleichterung gleicht den Abzug also materiell aus, abgesehen gestellt worden. von der gesundheitlichen Einbuße, die jetzt ebenfalls vermieden wird, Das Frauenstimmrecht marschiert in England! weil das Tonzutragen eine äußerst gesundheitsschädliche Betätigung London, 20. Mai.( W. T. B.) Premierminister Asquith war, bedingt durch den jähen Temperaturunterschied in der heißen Werkstatt und dem feuchten und falten Tonkeller. Die fünfprozentige machte einer von ihm empfangenen Abordnung von AnLohneinbuße trifft vor allem die im christlichen Steramarbeiterverband hängerinnen des Frauenstimmrechtes die Mitteilung, daß organisierten Arbeiter, die aber durch ihre Führer beeinflußt wurden, die Regierung noch vor Parlamentsschluß umfassende Maßden Kampf abzubrechen. In Senftenberg, wo den Töpfern der Lohntarif von seiten In Senftenberg, wo den Töpfern der Lohntarif von seitenregeln für eine Wahlreform treffen werde; er selbst rede dem der Meister gekündigt wurde, ist der Tarif neu geregelt worden, Frauenstimmrecht nicht das Wort, die Regierung werde jedoch einer Gesetzesänderung zugunsten des Frauenstimmohne daß die Arbeiter dabei eine Einbuße erlitten hätten. rechts keinen Widerstand entgegensetzen. Streit der Steinarbeiter im Lohngebiet Mannheim. Die Steinarbeiter Mannheims und Umgegend beschlossen in stark besuchter Versammlung, in allen Betrieben die Arbeit so lange ruhen zu lassen, bis ein neuer Tarif vereinbart ist. Der alte Tarif ist bereits am 31. März abgelaufen. Eine Lohnbewegung im Achertal. * London, 20. Mai.( W. T. B.) Im Unterhause empfing Premierminister Asquith eine Abordnung von Mitgliedern des Hauses, welche die Regierung aufforderten, die Durch bringung des Gesezentwurfes betreffend das Frauenstimm recht, der in zweiter Lesung bereits angenommen ist, zu fördern. Asquith erwiderte, er erkenne das Anwachsen der Das gegen das Gefinde und ländliche Arbeiter bestehende Seit vier Jahren tragen sich die Steinarbeiter des Bewegung für das Frauenstimmrecht an, könne aber die gepreußische Ausnahmegesetz vom 24. April 1854 hat Urteile gezeitigt, her tales mit dem Blan einer Lohnbewegung. Wegen der fort wünschte Förderung des Gesezes nicht zusagen, weil auf die die die Einholung von Rechtsauskunft für strafbar erklärt haben, während ungünstigen Verhältnisse mußte sie stets zurückgestellt werden. weil dem Landarbeiter feine ausdrückliche Genehmigung zum Besuche In diesem Frühjahr haben sich aber die Aussichten auf einen Erfolg Regierungsgeschäfte kein Druck ausgeübt werden dürfe; die des Rechtsanwalts erteilt war. Dieser Tage wurde vor dem berart gebessert, daß eine zahlreich besuchte Versammlung be- Regierung beabsichtige, noch vor Schluß der Session ein Kammergericht die Revision des ländlichen Arbeiters Ostcho ichloß, fofort in eine Lohnbewegung einzutreten. Den Gesetz einzubringen, das die Ungerechtigkeiten im gegenberhandelt. Er stand auf dem Rittergute Truggenbrodt Unternehmern sind die Forderungen bereits zugestellt worden, mit wärtigen Wahlrecht beseitigen solle; wenn dann ein Antrag in der Nähe von Magdeburg in Arbeit. Eines Montags war er dem Ersuchen, bis zum 27. d. Wits. einen neuen Tarif zu ver- gestellt werden sollte, den Frauen die politische Freiheit zu früh morgens zu einem Anwalt in Magdeburg gefahren, um sich Mat einbaren. geben, so würde die Regierung sich einem solchen Antrage in einer Rechtssache einzuholen. Nachmittags tehrte er zum Gut zurück. Am vorhergehenden Sonnabend hatte er einen Mitarbeiter nicht ablehnend gegenüberstellen. gebeten, sein Ausbleiben zu entschuldigen. Troßdem wurde er wegen unbefugten Verlassens des Dienstes angeklagt und auch zu einer Geldstrafe berurteilt. Das Landgericht führte in den Gründen aus: Dem Angeklagten möge geglaubt werden, daß er sich berechtigt fühlte, nach Magdeburg zu fahren. Aber der Umstand, daß er erst am Sonntagabend einen Kollegen bat, ihn zu entschuldigen, also zu einer Zeit, wo eine rechtzeitige Mitteilung an den Dienstherrn unmöglich gewesen sei, zeige deutlich, daß er dem Dienstherrn Verlegenheiten bereiten wollte! Es liege deshalb ein schuldhaftes unbefugtes Verlaffen des Dienstes vor. Die Aussperrung der Etuisarbeiter in Pforzheim dauert weiter, nachdem eine Verhandlung vor dem Einigungsamt, die am Dienstag, den 19. d. M., stattfand, oder stattfinden sollte, resultatlos verlief, indem nur ein Vertreter der Fabrikanten anwesend war, der da erklärte: Die„ Christlichen" hätten in Bretten wo Filialbetriebe der Pforzheimer Fabrikanten find Umtriebe gemacht, darum sei seitens der Fabrikanten feine Geneigtheit vorhanden, in Unterbandlungen einzutreten. Die Arbeitervertreter erklärten, bereit zu sein, den Frieden schaffen zu helfen, der Unternehmervertreter lehute aber jede Weiterverhandlung ab. Der Buchbinderverband tann es in Ruhe abwarten, wann die Herren zum Frieden geneigt" sind. Kellnerftreil. Wann wird Deutschland nachhumpeln? Nikolaus rüstet. Petersburg, 20. Mai.( W. Z. B.) In der gestrigen Sigung der Budgetkommission der Reichsduma erklärte der Gehilfe des Kriegsministers, die Neubewaffnung der Feldartillerie sei nahezu vollendet. Für den Kriegsfall sei genügend neues Geschüßmaterial vorhanden. Die Kommission genehmigte den Kredit für den Ausbau strategischer Straßen im westlichen Grenzgebiet. Der Verkehrsminister brachte in der Duma einen Gesezentwurf betreffend den Bau einer Verbindungsstrecke zwischen dem russischen und finnischen Eisenbahnnetz bei Petersburg ein, die Parteien der Rechten eine Interpellation über die Verhältnisse an der russischpersischen Grenze. Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten. Auch das vorübergehende unbefugte Verlassen des Dienstes falle unter die Strafbestimmung des Gesetzes vom 24. April 1854. Ein solches sei mit Recht angenommen und auch das VerIm Hauptrestaurant der Münchener Ausstellung, die schulden des Angeklagten richtig festgestellt worden. am Sonnabend eröffnet wurde, traten 150 Kellner in den AusDie Auslegung, die die Gerichte dem Gesetz geben, mag zu stand. Der mit den Kellnern abgeschlossene Vertrag enthält der treffen. Desto mehr widerspricht das Gesetz selbst dem allgemeinen artige Härten, daß man fast zu der Ansicht kommen fönnte, der Rechtsempfinden. Der Rittergutsbefizer bleibt straflos, selbst wenn Restaurateur Feilenbach beabsichtige, das ganze Risiko des Be Der Umsturzs" im russischen Heere. er feine ihm aus dem Vertrag obliegenden Verpflichtungen erfüllt, triebes auf die Kellner abzuwälzen. So haben beispielsweise die der Arbeiter aber wird wegen unbefugten Verlassens des Dienstes" Kellner, die horrende Placierungsgebühren an einen StellenPetersburg, 20. Mai.( W. T. B.) In Krementschug wurden bestraft, weil er im Glauben dazu berechtigt zu sein, sich in Rechts- bermittler bezahlen mußten, beim Engagement einen Vertrag ab- 18 Soldaten, während sie an einer geheimen Versammlung teilangelegenheiten Auskunft holte. Das nennt man in Preußen Gleich geschlossen, wonach fie/ Proz. der Bruttoeinnahme für Bruch und nahmen, verhaftet. heit vor dem Gesetz. Die Existenz und Fortdauer dieses Gesezes Buggeld an den Restaurateur täglich abzuliefern haben. Feilenbach berdantt Breußen dem die Gleichberechtigung ins Gesicht schlagenden hatte aber beim Eintritt der Leute diese Bestimmung im GegenSystem der Dreiklassenwahl. bertrag willkürlich auf 1 Broz. erhöht; des weiteren haben die Kellner täglich 10 Pf. für die Aufbewahrung ihrer Garderobe, weitere 50 Pf. für Amortisation ihrer Livree, 10 und 20 Pf. für die Benuzung des Klosetts und noch eine Menge sonstiger Abgaben zu leisten, was für die sechsmonatliche Ausstellungsdauer insgesamt die Summe von 30 000 M. ausmacht, während Feilenbach nur 20 000 M. Pacht an die Ausstellungsleitung zu zahlen hat. Am Büfett herrscht eine Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Lohnbewegung der Täschner. Ein christlich- soziales" Blatt konfisziert! Innsbruck, 20. Mai.( B. H.) Der christlich- soziale Tiroler Anzeiger" wurde wegen eines aufreizenden Artikels, in dem er zum Einmarsch von Bauernbataillonen und Straßentämpfen auffordert, konfisziert. Streit mit Dynamit und Revolver? New York, 20. Mai.( B. S.) Beim Straßenbahnerstreik in Polizei. Eine außerordentliche Branchenversammlung der Täschner, die derartige Mißwirtschaft, daß es wiederholt vorkam, daß die Kellner um Dienstag im Gewerkschaftshaus stattfand und zahlreich besucht bis zu 9 M. darauf bezahlen mußten. Die Behandlung der An- Cleveland( Ohio) wurden fünf Wagen mittels Dynamit demoliert war, beschäftigte sich mit den Forderungen zum neuen Tarifvertrag. gestellten durch Feilenbach und ſeine Direktoren ist die denkbar und zahlreiche Personen verlegt. Es gab Revolvergefechte mit der Die Täfchner führen diesmal ihre Lohnbewegung gemeinsam mit schlechteste. Ausdrücke wie Hunde, Rinder sind an der Tagesordnung. den Portefeuillern. In beiden Berufsgruppen laufen die Tarif- Eine Kommission, die bei Feilenbach vorstellig wurde wegen berträge am 30. Juni ab. Die Vertreter beider Gruppen und ihrer Beseitigung dieser Mißstände, wurde barsch abgefertigt, worauf Organisationen haben gemeinsam über die Forderungen beraten und sämtliche Kellner in den Streit traten. Zuzug von Kellnern zur übereinstimmende Vorschläge gemacht. Ueber die vorgeschlagenen Ausstellung nach München ist strengstens fernzuhalten. Forderungen, die ja bereits am 5. Mai von der Versammlung der Seenot. Haag, 20 Mai.( B. H.) Der schwedische Dampfer„ Helding" ist an der holländischen Küste auf eine Sandbank gelaufen. Es herrscht starter Sturm. Man hofft jedoch, die Mannschaft zu retten Berantw, Redatt. Georg Davidjohn, Berlin. Inferatenteil verantw, Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 118. 25. Jahrgang. !. KeiliP Ks.Mmärls" Snliin Kldsdlck. A»Mr«t«g,'il W 1908. Zur Cage landwirtfci)aftli(l)cr Arbeiter. Fünfundzwanzig russische Polen, junge Burschen und Mädchen, sind am Montag von dem in Klein-Holtern, Kreis Linden, belegenen Gute des Herrn v. Heimburg davongelaufen oder davongejagt, weil sie sowohl mit den dortigen Arbeits- und Löhnungs- Verhältnissen als auch mit der ihnen zuteil gewordenen Bebandlung unzufrieden waren. Herr v. Heimburg ist durch mehrere Vorgänge bekannt: er ist wegen widerrechtlicher Zerreißung sozialdemokratischer Stimmzettel rechtskräftig verurteilt worden. Ferner machte er vor Jahresfrist dadurch von sich reden, daß auf seinem Stammgute in -Lckcrde, Kreis Linden, Arbeiter entlassen wurden, die bei der Reichstagswahl sozialdemokratisch gewählt, und daß von dort polnische Arbeiter unter Hinterlassung einer mehr oder minder beträchtlichen Kautionssumme bei Nacht und Nebel durchbrannten, weil ihnen die Arbeits-, insonderheit aber die Löhnungsverhältnisse nicht zusagten, oder weil sie nächtlicherweise verprügelt waren. Auch diesmal klagen die Arbester, einzelne von ihnen seien ge- schlagen worden. Die Arbeit sei ungenügend bezahlt und der ver- diente Lohn werde ihnen nicht nach Wunich ausgezahlt. Als Ant- wort auf billige und gerechte Wünsche der Aermsten wurde ihnen er- klärt:„Jetzt regieren wir; im Herbst wird bezahlt 1" und.Sie sind hier nicht in Rußland, sondern in Hannover I" Die Arbeiter sind zurzeit völlig existenzloS. Einem sind sogar von dem gutsherrlichen Kantinenwirt wegen rückständiger Bezahlung der entnommenen Waren die Stiefel zurückbehalten worden, so daß er barfuß zu gehen gezwungen war. Der Arbeitsvertrag enthält Bedingungen, wie sie in den früher von der Landwirtschaftökammer zu Hannover ausgearbeiteten Formularen gebräuchlich sind. .Verpflichtungsschein für S o mm e r a rv eiter� nennt sich dieser Mustervertrag. Merkwürdigerweise trägt er einen Stempel vom 18j Dezember 1006, als Dauer des Arbeits- Verhältnisses ist die Zeit„von etwa 12. März 1008... bis zum 20. Dezember 1007 und als Nationalität der Arbeiter»Deutsche' angegeben. In dem Vertrage beißt es: „Arbeitgeber sowohl wie Arbeitnehmer entsagen der Inanspruchnahme der ordentlichen Gerichte und unterwerfen sich bei allen vorkommenden Streitigkeiten be- dingungslos dem Spruche eines bei der Landwirtschastskammer für die Provinz Hannover zu bildenden, ans drei Personen be- stehenden Schiedsgerichts, zu welchem die Landwirtschaftskammer den Obmann, Arbeitgeber und Arbeitnehmer aber je einen Beisitzer zu stelle» haben.... „Die Dauer der täglichen Arbeitszeit(5—7 Uhr) und der FrühstßckS-(V, Stunde). Mittags-(1 Stunde) resp. Vesperpause('/z Stunde) ist die ortsübliche.— In dringenden Fällen haben die Arbeiter auch außer dieser Zeit auf Verlangen des Ar- beitgebers oder dessen Stellvertreters Wirtschaftsarbeiten zu ver- richten. Die Beurteilung, ob ein Notfall vorliegt, steht allein dem Arbeitgeber oder dessen Stellverlreter zu. Die Entschädigung für die Ueberstunde beträgt bei Männern 15 Pf., bei Frauen, Mädchen und Burschen 10 Pf. In der Erntezeit werden keine Ueberstunden bezahlt... Im März und den dunklen Herbsttagen, wo die Arbeitszeit der Dunkelheit wegen verkürzt werden muß, wird 1,50 M. den Männern, 1,30 M. den Burschen. 1,— M. den Mädchen bezahlt.' Während der übrigen Zeit beträgt der Tagelohn in den ersten vier Wochen 1,75 bezw. 1,50 bezw. 1,20 M., und später 2,— M. bezw. 1,75 M. bezw. 1,50 M. Neben diesen Lohnsätzen wird jedem Arbeiter pro Person und Woche 25 Pfund Kartoffeln und'/z Liter Milch gewährt. Die vereinbarten Akkordpreise zeichnen sich ebenfalls durch große Bescheidenheit ans. „Von den gewährten Naturalien,' heißt es dann weiter,„dürfen die Leute nichts verkaufen, müssen vielmehr alles übrig gebliebene an den Arbeilgeber zurückgeben. „Die Kosten der Heimreise von der Heimat bis zum Dienstort (bei den Ausländern von der' LandcSgrenze bis zum Dienstorte) werden vom Arbeilgeber vorgeschossen.— Derjenige Arbeiter, der die vereinbarre Arbeitszeit nicht aushält, muß dem Arbeitgeber das vorgeschossene Reisegeld ersetzen: demjenigen Arbeiter, der die vereinbarre Dienstzeit ausgchalren hat, wird das vorgeschossene Reisegeld erlassen und das Reisegeld zur Rückreise auS den Mitteln des Arbeitgebers gewährt. „Das Auslohnen geschieht am Sonnabend oder Montag und zwar bis einschl. Freitag der betreffenden Woche. Von den Löhnen der ersten 7 Wochen werde» den Mädchen je 3 M., zusammen kleines feuilleton. Der Frühling als„Golienspcnder". Eine Zusammenstellung der FrühlingSeinwirlnngen auf Selbstmord, Irrsinn und Verbrechen gibt die„Wiener Arbeilerzcitunz'. Die alte medizinische Wissen- schaft in China lehrte schon, daß im Frühjahr die menschlichen Leidenschaften erwachen und schon die allen griechischen und römi- schcn Schriftsteller hoben hervor, daß Früh'ahr und Sommer die Perioden der größten Ausgelassenheit und Sinnlichkeit seien. Wenn der Spargel blüht und die Zikaden am lautesten zirpen, dann sind die Weiber am verlieblesten und die Männer am schwächsten, meint PlininS und so fügen neuere Autoren hinzu, im Frühsommer sind auch Selbstmord, Irrsinn und Verbrechen am häufigsten. Von den durchschnittlich 60 000 zur amtliche» Kenntnis gelangenden Selbst. morden, die jährlich in Europa verübt werden, entfällt der größte Teil auf die schönste Jahreszeit, und zwar auf Mai und Juni. Die Ursache wird einerseits in der mit Mai beginnenden Hitze, anderer. seit« in den wechselnden Wilterungseinflüssen zu suchen sein. In südlichen Ländern bringt der Sirvcco Unbehagen, Kopfschmerz mit sich und wirkt deprimierend auf die Stimmung; bei uns sind es die schroffen Wechsel der Witterung, die namentlich aus neuro- und psychopatische Personen einwirken. Schon längst weiß man, daß der höchste Stand von Geisteskrankheiten im Früh« jähr erreicht wird. Im gemäßigten Klima erreichen Verbrechen ihren Höhepunkt zu Anfang der heißen Jahreszeit, gewöhnlich im Juni. So ist zum Beispiel in Belgien der niedrigste Stand im Februar, der höchste im Juni, dasselbe gilt für Frankreich. Die Vergehen gegen die Sittlichkeit folgen der allgemeinen Regel und erreichen ebenfalls im Frühsommer den höchsten Stand. In Frank- reich kommen solche Verbrechen am häufigsten im Mai, Juni, Juli vor und in Deutschland fand Professor Aschaffeuburg eine Steigerung von März und April an nlit dem Juli als Höhepunkt(in Italien Vkai). Ein akademisches Gutachten. Professor Dr. Lewin. Dozent der Arzneimittellehre an der Berliner Universität, hat jüngst in seinem pharmakologischen Kolleg eine Aeußerung über den Zusammenhang des Alkoholismus mit den sozialen Zustanden getan, die durch ihre radikale Formulierung und mehr noch durch die Stelle, von der sie gesprochen wurde, Beachtung verdient. Lewin schilderte die ver- heerende Wirkung de? Opiumgenusses aus den chinesischen Volks- lorper und die im Auslände frondenden Kuli, und betonte, daß tveder gesetzgeberische noch medizinische Mittel hier Abhilfe schüseu, daß es aussichtslos und nicht einmal philanthropisch sei. diesen ge- quälten, menschenunwürdigen Existenzen das einzige BetäubungS- mittel, die Opiumpfeife, aus den Händen zu winden. Und genau so verhalte eS sich mit dem analogen Symptom des Alkoholismus. „Auch der Alkoholismus al« M a s s e n e r s ch e inu n g und Massenepidemie habe seine tiefste und un- also 21 M., den Männern und Burschen 8 Wochen a 3 M.— 24 M. als Kaulion eiubehalten, jedoch erst beim ordnungsmäßigen Ab- gang der Arbeiter fällig und ausbezahlt. „Die Unterzeichneten sind damit einverstanden, daß die ihnen bei ihrer Anwerbung gewährten Vorschüsse bei der ersten Lohn- zahlung einbehalten werden. „Es verspricht ein jeder der Arbeiter, den Anordnungen des Arbeitgebers unbedingten Gehorsam zu leisten. Der Arbeitgeber ist berechtigt, das Arbeitsverhältnis sofort zu lösen, wenn ein Arbeiter: a) den dienstlichen Anordnungen des Arbeitgebers oder dessen Vertreters selbst ans zweimalige Aufforderung hin nicht Folge leistet: b) den Arbeitgeber oder dessen die Aufsicht aus- übenden Vertreter beschimpft: o> oder gar demselben rätlich sich widersetzt; 6) wenn ein Arbeiter stiehlt; v) wenn eine Person schwanger wird; k) wenn der Arbeiter zu den verdungenen Arbeiten unfähig sich erweist; g) wenn er sich der Aufwiegelei schuldig macht: b> wenn er die Tiere des Herrn quält. „Die zu Recht erfolgte Entlassung des Arbeiters steht dem rechtswidrigen Bruch des Arbeitsverhältnisses gleich, ebenso die Weigerung, das vereinbarte Arbeitsverhältnis überhaupt anzutreten. Bei vorzeitiger Entlassung infolge Krankheit oder Einberufung zuin Militär haben die betreffenden Arbeiter keinen Anspruch auf sreie Rückreise. Dagegen muß ihnen von den als Kaution eiubehaltenen Löhnen ein Teilbetrag ausgezahlt werden und zwar ein Sechstel für jeden vollen Monat, den sie wirklich gearbeitet haben.— Dem Arbeitgeber steht wegen aller Forderungen aus diesem Vertrage sowie wegen Schadenersatzansprüchen das Recht auf Einbehaltung der Kaution, Papiere und Sachen des Arbeitnehmers zu.' Kein Wunder, daß die Arbeiter in den ersten Wochen meist ohne und daher auf den Kredit des Aufsehers, der zugleich Kantinenwirt, angewiesen sind. Die bedauernswerten Arbeiter haben sich an das Landratsamt Linden mit der Bitte um Uebermittelung der berühmten Legitimation starte gewendet, ohne welche sie in Deutschland nicht geduldet werden, und beantragt. Herrn v. Heimburg zu veranlassen, den rückständigen Lohn auf dem Land- ratsamte zur Auszahlung an die Arbeiter niederzulegen. Ob und in welchem Umfange das Landratsaml imstande ist, den berechtigten Anträgen der Arbeiter zu entsprechen, wird sich bald zeigen. Die grauen, die Candtagswahl und das neue vereinsrecht. Zwei Versammlungen hatte der„Allgemeine sozialdemokratische Wahwerein Berlins und Umgegend' zum Dienstag nach dem Festfaal von Raabe in der Fichtestraße und nach den»Ger- mania-Sälen' einberufen. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung bei Raabe zeigte schon rein äußerlich das stets zunehmende Interesse der proletarischen Frauen am politischen Leben. Sie bestand fast a u S schließlich aus Frauen. Genosse Mathilde Wurm referierte über„Die Frauen und die Landtagswahl'. Sie führte aus, daß die Beseitigung des Elends, welches die kapitalistische Wirtschaftsordnung zeugt, nur möglich sei durch die Eroberung der politischen Macht. Ein Weg zu deren Er- oberung sei das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für Männer und Frauen vom zwanzigsten Jahre an. Die herrschende Klasse in Preußen verweigere es den arbeitenden Frauen und Männern. Die besitzende Klasse wolle die politische Macht allein in der Hand behalten. Den Frauen, die durch die kapitalistische Eni- Wickelung immer mehr in das Getriebe des Erwerbslebens hineingerisscn würden, die Steuern zahlen müßten, wie der Mann, und deren Kinder vom Staat unter die Waffen gezogen würden: ihnen fehle jeder Einfluß auf die Gesetzgebung. Deshalb müßten sie ihn sich er- kämpfen. Das könne nur geschehen durch Anschluß an die Sozial- demokratie, die allein für das Völle Wahlrecht eintritt. Alle anderen Parteien seien Feinde dieses Wahlrechts. Lieber ließen sie sich die reaktionärste Regierung gefallen, als daß sie sich für die Arbeiter verwendeten. Gerade die letzten Jahre müßten den vertrauensseligsten Schwärmern für den Libera- lismus gezeigt haben, daß von ihm nichts zu erwarten sei. Rednerin wies dann in einem geschichtlichen Rückblick nach, daß das Bürger- tum nicht immer reaktionär gewesen sei, sondern seine politische Macht blutigen Revolutionen verdanke. Dabei erbrachte sie auch den geschichtlichen Nachweis, daß die Furcht vor der empor- strebenden Arbeiterschaft das Bürgertum immer reaktionärer habe werden lassen. Die Scheidung in zwei Klaffen, Besitzlose und Be- sitzende, sei vollzogen. Der arbeitenden Klasse ständen alle anderen mittelbar st e Wurzel im sozialen Elend der unteren Bevölkerungsschichten. Bessern Sie die sozialen Zustände, und Sie bekämpfen damit den Alkoholismus erfolgreicher, als eö die besten Trinker- Heilstätten nur immer vermögen!' Der Sozialdemokratie hat Professor Lewin damit nichts Neues gesagt. Aber sie verzeichnet das Zeugnis eines Gelehrten, der Ichließlich sachverständiger ist, als irgend ein konservativer Professor der Nationalökonomie, dem derlei praktische Erfahrungen mm einmal nicht in seinen theoretischen Kram passen. Theater. Lessing-Theater. Die„Frau vom Meere' von Ibsen. Mit diesem Stück, das jetzt in einigen Rollen umbesetzt ist, begann nach der Umsiedelung BrahmS' ins Lessing-Theater sein berühmt gewordener Jbsen-Zyklus, der, in jeder Saison durch glänzende Neueinstudierungen erweitert, nur noch weniger Dramen zum Abschluß bedarf. Nach all den nichtigen Premieren, die im Winter vorüberzogen und keine andere Stimmung als die des potenzierten Ueberdrusses hinterließen. drängte sich hier ein- mal wieder dem Zuschauer die lebendige Empfindung von der Bedeutung und dem hohen Werte wirklicher Bühne» kunst auf. Trotzdem das Werk beträchtlich hinter den größten Schöpfungen des Meisters zurücksteht, trotzdem der symbolische Ge halt nicht restlos in der naturalistischen Darstellungsform zu un- gezwungenem Ausdrucke gelangt und die Heilung der Heldin leicht ein gewisses Kopsschütteln provoziert, geht von dem Ganzen bei einer seinem Geiste gleichwertigen Darstellung, wie dieser hier, doch immer eine tiefe, lang nachhaltende Wirkung aus. Die Ellida von Irene Driesch steht ebenbürtig neben den Gestalten ihrer Rebekka in„Rosmersholm', ihrer Rita in„Klein- Eyolf'. Sie rückt daö phantaftisch-dämonische Wesen mit so sicherem Takte in den Kreis der sie umgebenden Alltagsmenschen hinein, daß ihre Ellida. bei aller Wahrung des AbstandeS zwischen ihnen, sich dennoch durchaus glaubhaft ausnimmt. Der pathologisch-nervöse Hinter- grund und Nährboden des Seclcnzustandes wird auf's anschaulichste angedeutet, aber doch immer derart, daß die Erinnening an die Prosa des Physiologischen den poetischen Schimmer nicht zerstört. Neben dem abstoßenden Eigensinn der Zwangsvorstellungen läßt sie so- viel rührende Hilflosigkeit, soviel liebenswerte Güte mitanklingen, daß die unendliche Geduld und Liebe Wangels ihr gegenüber verständlich scheint. Den Gipfelpunkt erreichte diese seelenvolle Kunst in der großen Szene des zweiten Akts, dem eigentlichen Zentrum des Dramas, wo Ellida dem Gatten zum erstenmal einen Einblick in die quälenden Geheimnisse ihres Innern gewährt. Da wechselte er die Färbung des Tons mit jedem Satz, bedeutungsvoll die leiseste Ver- änderung in dem Vorstellungsverlaufe widerspiegelnd. Für den schlichten Sinn des Dr. Mangel, die unerschütterliche Festigkeit, mit der er liebt und ruhig-sicher den finsteren Wahn in Ellidas Gemüt bekämpft, fand Oskar Sauer Töne von gleich vollendeter Ueberzeugungskraft. Wie erschütternd klang am Schlüsse noch der gegenüber als eine reaktionäre Masse. Das hätten am besten auch die Vorgänge am 10. Januar im preußischen Parlament gezeigt, auf die Rednerin kritisch eingeht, indem sie namentlich die jämmer- liche Haltung des Freisinns würdigte. Weiter behandelte Genossin Wurm die Steuerpolitik, die die Hauptlasten den Armen auferlegt und die Besitzenden möglichst schont. Auch unser Schulwesen und die dabei in die Erscheinung tretende Vernachlässigung der breiten Volksschichten durch den Staat und die Herrschenden gab ihr reichlich Gelegenheit zu treffender Kritik, wobei die Volks- verdummungsbeftrcbungen der Agrarier nicht zu kurz kamen.— Die Frauen, führte sie weiter aus, dürften nicht mehr blind sein gegenüber all den leiblichen und geistigen Nöten, die von der kapitalistischen Gesellschaft ausgingen. Die Frage:„Wohin gehöre ich?" sei zu beantworten:„Nur bei der Sozialdemokratie findest Du die Vertretung Deiner Interessen!' Die große Mehrheit der bürgcr- lichen Frauen stehe in Jntercssengenieinschast mit dem bürgerlichen Mann, vertrete das Interesse des Besitzes. Und hinter einer kleinen Gruppe von Frauen aus dem Bürgertum, die Forderungen aufzustellen wage, stehe keine Partei, wie das der Parteitag der Frei- sinnigen in der letzten Woche des April zur Genüge bewiesen habe. Für ihre Forderungen einzutreten lehnten die Freisinnigen ab. ge- rade so wie seinerzeit der Nationalvercin den Arbeitern nur zu- gesteheu wollte, sich als Ehrenmitglieder zu betrachten, es aber ab- lehnte, ihnen Rechte zu geben.— Jetzt sei der Augenblick ge- kommen, wo die Frau teilnehmen müsse am Kampfe der Arbeiter« klaffe. In dem Wahlkampfe hätten die Frauen den Männern tatkräftig zu Hilfe zu kommen. Sie hätten nicht nur die Lauen anzufeuern, sondern auch als Einkäuferinnen für die Wirtschaft ihre Pflicht zu tun. Es seien von ihnen die Geschäftsleute beim Wort zu nehmen, die immer dem arbeitenden Volke ihre Sympathie aus- sprächen. Fordern wir von ihnen, daß sie bei der Wahl ihre Stimme nur einem Vertreter der Sozialdemokratie geben, und sagen wir ihnen ruhig, daß wir, wenn sie es nicht tun, ihnen unsere Kundschaft ent- ziehen.(LebhafteBravorufe.) Die Gegner können das ruhig Terrorismus nennen, uns solle das wenig kümmern. Jahrhunderte lang hätten die Besitzenden die Arbeiter herabgewürdigt und Jahrtausende sei die Frau als minderwertig behandelt worden. Lehren wir den Frauen, überall wo wir sie treffen, daß der einzige Weg, den die proletarische Frau gehen könne, der Weg der kämpfenden Arbeiterklasse sei, damit wir alle gemeinsam das eine Ziel erlänipfen: die Uniwandlung der kapitalistischen Gesellsckiaft in eine sozialistische, die allen Menschen das gleiche Recht auf Freiheit, Gleichheit und Freude gebe.(Großer Beifall.) An der Diskussion beteiligten sich die Genossinnen Bien, Klopsch, Schulz und die Vorsitzende Genossin Jung. Die Vorsitzende schloß sich dem Wunsche an, den Genossin Auguste G e l z i m u s einem von ihr gestifteten großen Blumenstrauß bei- gefügt hatte:„Für jede Blume tausend Anhängerl' Nach einem Schlußworte der Genossin Wurm trennten sich die Versammelten mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. «.' Ebenfalls sehr stark besucht war die Versammlung in den G erm a ni a s älen. die erste unter dem neuen Vereinsgesetz, ohne überwachende Polizei. In der Mehrzahl waren Frauen ver- treten, für die der Vortrag des Genossen Georg Ledebour hauptsächlich bestimmt war. Er sprach über das Thema:„Die Ans- gaben der Frauen unter dem neuen Vereinsgesetz und die preußischen Landtagswahlen'. Der Redner erinnerte an die Demonstration der Jugendlichen, zu denen er am Vorabend des Tages sprach, an dem sie durch das neue Vereinsgesetz aus politischen Vereinen und Versammlungen hinausgedrängt wurden; beute spreche er zu den Frauen, denen durch dieses Gesetz die.Teilnahme in gleicher Weise wie den Männern endlich gestattet werde. Man habe es aber der Re- gierung durchaus nicht zu danken, daß hier eine bescheidene Forderung der Frauen Erfüllung fand. Wenn man die notwendige Einheitlichkeit des Gesetzes im ganzen Reiche nicht gefährden wollte, mußte man in Preußen besonders sich zu einigen Verbesserungen verstehen, die selbst in Sachsen nicht mehr fehlten. Ledebour ging auf das Gesetz näher ein und erklärte, warum es von unserer Partei verworfen wurde und in seiner Gesamtheit für eine demokratische Partei un« annehmbar sein mußte. Ferner erklärte er. welche Konflikte das alte Gesetz in bezug auf die Teilnahme der Frauen an Versammlungen brachte, wie die Genossen die ergangene Ver- ordnung des Ministers Hammerstein benutzten, daß die Frauen in einem Segment an Versammlungen teilnehmen könnten, nachdem der Bund der Landwirte dies Recht längst und ohne zu fragen in An« spruch genommen hatte. Jetzt liegt es an den Frauen, sich die Vorteile des neuen Gesetzes zunutze zu machen. Gegenwärtig sei der Allgemeine Wahlverein gegründet, schwer errungene Sieg, der Ausbruch frohlockender Freude! Sehr gut war eS auch um die Neubesetzungen bestellt. Herr Reicher hatte den bedächtigen Oberlehrer, Willi G r u n w a l d den naiven jungen Künstler, Ida Orloff, die ja in solchen Rollen immer glänzt, den kecken Backfisch Hilde übernommen. Herr M a r r gab d-n mysteriösen „fremden Man»' recht unromantisch einfach, aber darum doch wohl eindruckslos. dt Humor und Satire. — Die I n st r il k ist o n.„Also heute der erste Tag in Pension! Da will ich doch einmal die Dienstinstruktidn mit Ruhe lesen l' — Legitimation. Chef:»Sie sind der Hausknecht Meier; haben Sie eine Legitimation?— Hausknecht:»Draußen auf der Straß' liegt sie— Ihr damischer Buchhalter, der mich net hat eini lassen wollen.' — Ermahnung. Schulrat(zum Lehrer, der dafür bekannt ist, daß er viel prügelt):„Ich gebe Ihnen den Rat, in Zukunft mehr an die Ehre und weniger an das Gefühl der Kinder zu appellieren I' — Milderungsgrund. Richter:»Sie haben gesagt, den Kläger solle der Teufel holen?' Angeklagter:»Allerdings, aber es ist nichts daraus geworden!' _(»Meggendorfer-Blätter'.) Notizen. — Theaterchronik. Im Deutschen Theater beginnt die Sommer-Spielzeit unter Direktion der Herren Arnold und Waßmann am 9. Juni mit dem Vaudeville»Die Brettl« räfin' von Georg Vero. — Das Recht des Autors auf Aufführung. DaS a r i s e r Zivilgericht sprach gegen den Direktor Jules Claretie und gegen die Verwalter der Comödie franyaise das Urteil aus. die Aufführungen des Drainas„Foyer" von Mirbeau und Natanson, das sich Claretie trotz vorhergehender Annahme zu spielen geweigert hatte, wieder aufzunehmen. Für jeden Tag der Verzögerung ist eine Geldstrafe von 100 Frank zu zahlen. — Strenge Selbstkritik. Wie auS Paris berichtet wird, hat Claude Monet, das jetzt 63jährige Oberhaupt der großen impressionistischen Maler Frankreichs, dem die Welt eine solche Fülle höchster Meislerwerke verdankt, ein Dutzend seiner eigenen Bilder vernichtet. Er trug sich mit der Absicht, diese Werke, die er in drei« jähriger Arbeit vollendet hatte, auf eine große Ausstellung zu chicken, die demnächst in Paris eröffnet werden soll. Es waren Landschaftsstudien, die eine Wasserfläche in verschiedenartigsten Be« leuchtungen und Farbenharmonien zeigten. Während er sie be« trachtete, kam er zu dem Urteil, daß sie nicht völlig auf der Höhe eines Könnens ständen, und vernichtete die Werke, deren Verkaufs« wert auf 400 000 M. bemessen wird, in wenigen Minuten. der Frauen als Mitglieder willkommen heißt; er sei Haupt- fächlich für die Kämpfe m der Wahlzeit bestimmt. Nach den Wahlen sei zu erwarten, daß sich die Frauen in Massen den politischen Vereinen anschließen werden. Man rechnet auf„Zahlen* mit drei Nullen I sZuruf: Noch lange nicht genug I) Nun, um so besser, je höher die Zahl steigt! Man hat nur ein Messer mit dem Heft allein. Die Klinge, das Wahlrecht der Frauen, fehlt noch und muß im Reich, wie im Staat und in der Kommune, erst erkämpft werden. In diesem Kampf werden wir wieder isoliert dastehen, denn auf die Freisinnigen ist kein Verlaß. In Amerika, Australien und anderen Staaten, wie in Finnland besonders, hat das Frauen- Wahlrecht schon große Anerkennung gefunden, und bei uns sind alle Reaktionäre, auch die freisimiigen Schlafmützen, noch fest überzeugt, eine solche Neuerung sei nicht durchzusetzen. Ledebour ging dann mit den Freisinnigen scharf ins Gericht in bczug auf die kommenden Landtagswahlen und ihr Verhalten gegenüber der Wahlrechtsforderung. Hier haben die Frauen die Aufgabe, ihren Einfluß geltend zu machen. Sie können bei der öffent- lichen Abstimmung eine scharfe Kontrolle ausüben, um zu erfahren, wo unsere Gegner sitzen. Sie sollen einen Druck ausüben, um das öffentliche Wahlberfahren unmöglich zu machen.— Eine große Aufgabe der Frauen besteht darin, die Jugend aufzuklären und den Einflüssen von Kirche, Schule und Kaserne entgegenzuloirken, daß unsere jungen Leute nicht mit Anschauungen erfüllt werden, die unsere Partei als kulturfeindliche bekämpfen muß. Zu Agitatorinnen für unsere Sache müssen die Frauen werden und die Wahrheit über den Sozialismus verbreiten helfen, damit wir endlich über die Lüge und den Unverstand triumphieren und die Massen des Volkes ganz für uns gewinnen.(Großer Beifall.) Nach kurzer Diskussion schloß die Vorsitzende, Genossin Hoppe, dte Versammlung mit einer Aufforderung, den Vortrag zu beherzigen vnd in die Organisation einzutreten. Verliavdstag der StuKKateme. Nürnberg, 19. Mai. lieber die Diskussion des ersten VerhandlungstageS ist noch isiniges nachzutragen. Dabei spielte eine große Rolle das Ausschluß- verfahren, speziell ein in Bergedorf vorgekommener Fall, in dem «in Kollege ausgeschlossen wurde, weil er eine Arbeit angenommen hatte, aus der andere Kollegen wegen angeblich unkorrekter Aus- führung entlassen worden waren. Dieser Fall wirft die Frage auf nach einer anderen Regelung der Durchführung der Bausperren und gibt, in Verbindung mit anderen Fällen, Anlaß zu der von ver- fchiedenen Seiten erhobenen Forderung, das Ausschlußverfahren •anders zu gestalten. Die Ausschlüsse erfolgen in den Zahlstellen aus den verschiedenartigsten Gründen; was in der einen Zahlstelle als ausschlußwürdige Handlung gilt, wird in der anderen nicht als solche betrachtet. Es wird daher angeregt, eine Zentralstelle für Ausschlüsse zu schaffen. Ausführlich besprochen werden auch die von einigen Kassierern in den Filialen begangenen Unterschlagungen; hier werden Abhilfemaßnahmen und entschiedenes Vorgehen sowohl in strafrechtlicher als auch in zivilrechtlicher Beziehung verlangt. Entschieden kritisiert wird auch die Verwendung von der Haupt- kassc gehörigen Geldern in den Filialen und gefordert, daß solche zurückbehaltene Gelder nicht mehr nachgelasseu werden. Nachdem die Rednerliste erschöpft ist, weist Odenthal in feinem Schlußioort die gegen den Vorstand erhobenen Angriffe zurück, worauf die Sitzung auf Dienstag vertagt wird. In der Dienstagsitzung wird zunächst ein Schreiben•der Gene- ralbersammlung der Stukkateure Oesterreichs verlesen, die den Verbandstag der deutschen Stukkateure begrüßt und ersucht, derselbe möge den Beschluß fassen, dahin zu wirken, daß nur diejenigen aus Oesterreich zugereisten Stukkateure in Deutschland Arbeit bekommen, die Mitglieder der dortigen Berufsorganisation sind. Dies wird damit begründet, daß viele Stukkateure aus Oesterreich in Deutsch» land Arbeit suchen, die Mitglieder des Maurerverbandes Gruppe 8 seien, der den Bestrebungen des Stukkateurverbandes vielfach hindernd in-den Wieg trete. Der Verbandstag nimmt das Schreiben lediglich zur Kenntnis, da er sich nicht in die inneren Streitigkeiten einer ausländischen Organisation einmischen könne. Thielberg» Hamburg geht in seinem Schlußwort auf die bezüglich der Fachpresse geäußerten Wünsche und Beanstandungen em und Verbreiter sich dann über die Frage der Unterrichtskurse. Es müsse ein Beschluß gefaßt werden, nach welchen Gesichtspunkten die Sache gemacht werden soll. Zunächst müßten die Kurse nur von den Kollegen besucht werden, die als Beamte angestellt werden. Die Bewerbungen, die im Fachblatt auszuschreiben sind, sollen schriftlich erfolgen und einen kurzen Abriß der bisherigen Tätigkeit enthalten, damit man sieht, ob auch die nötigen Fähigkeiten vor- Händen sind. Es müsse auch eine gewisse Dauer der Mitgliedschaft, etwa 5 Jahre, zur Vorbedingung gemacht werden, damit man die Gewähr habe, daß die Betreffenden auch dem Verbände treu bleiben. Die Kosten hätte die Hauptkasse zu tragen. Der Vorstand hätte den Kollegen auch die nötige Literatur zur Verfügung zu stellen. Die Bewerbungen sollen Vorstand und Ausschuß gemeinsam prüfen. G i e b l e r- Hamburg behandelt in seinem Schlußwort die Schulden, die die Filialen an die Hauptkasse haben, und würde es für einen großen Fehler halten, wenn man heute einen großen Strich durch diese Rechnungen machen würde. Bei verschiedenen Filialen herrsche schon jetzt das Bestreben, die Bezahlung ihrer Schulden möglichst lange hinauszuschieben, bis der Vcrbandstag herankommt, um sie dann streichen zu lassen. Der Ausschußvertreter Hanke-Berlin erklärt, daß der Aus- fchuß gegen die Verschiebung des Verbandstagcs Einspruch erheben mußte, um kein Präjudiz für zukünftige Fälle aufkommen zu lassen. Der Ausschuß hätte auch bei Beschickung der Rednerschule gehört werden müssen. Der Vorstand habe es dem Ausschutz gegenüber an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen lassen. Man solle sich nicht darauf festlegen, daß bloß die Angestellten auf die Gewerkschaftsschule gc- schickt werden sollen. Es folgt nun die Abstimmung über die hierzu vorliegenden Anträge. Ein Antrag K r e b s- Berlin und Genossen, der die Teil- nähme an den Untsrrichtskursen regeln will, wird im Einverständnis mit den Antragstellern bis zur Behandlung des Punktes Agitation und Organisation zurückgestellt. Angenommen wird ein Antrag des Ausschusses, wonach Beschwerden wegen verweigerter Aufnahme innerhalb eines Monats an den Hauptvorstand, nach Ab- lehnung innerhalb der gleichen Frist an den Ausschuß zulässig sind. Die Wiederaufnahme Ausgeschlossener erfolgt auf Antrag der Filiale durch den Hauptvorstand. Beschwerde gegen den ablehnen- den Bescheid kann innerhalb eines Monats beim Ausschuß und in letzter Instanz beim Verbandstag erhoben werden. Zur Annahme gelangt ferner ein Antrag des Ausschusses, wonach der Ausschluß von Mitgliedern auf Antrag der Filiale durch den Hauptvorstand erfolgt. Beschwerde gegen den Ausschluß kann innerhalb eines Monats beim Ausschuß erhoben werden. Die Einlegung der Be- fchwerde hat aufschiebende Wirkung. Ein Antrag Chemnitz, daß die Namen aller sich zur Aufnahme Meldender vorher in der Zeitung zu veröffentlichen seien, wird mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. Ein Antrag Dortmund, die Namen der Ausgeschlossenen in einer besonderen Rubrik im Fachblatt zu veröffentlichen, gelangt gegen drei Stimmen zur Annahme. Einstimmig angenommen wird ein Antrag des Ausschusses, daß, wenn während der Wahlperiode eines der vom Verbandstag zu wählenden Vorstandsmitglieder ausscheidet, der Hauptvorstand mit dem Ausschuß nach erfolgter Ausschreibung des Postens ein geeignetes Ersatzmitglied wählt. Beim Ausscheiden eines der übrigen Mitglieder des Hauptvorstandes hat die Filiale, an der der Hauptvorstand seinen Sitz hat, aus dessen Antrag eine Ersatzwahl vorzunehmen. Ein weiterer Antrag des Ausschusses, der verlangt, daß der Ausschutz, wenn ein Mitglied des Hauptvorstaudes sich in der Ausübung seines Amtes lässig zeigt, sofort geeignete Mahnahmen zu treffen hat, wird ebenfalls «Nge.MMmen. deSafeicheji M Aiitrsg, daß die MMeiduvgen des Ausschusses, sotveik sie Beschtverdeki einzelner Mitglieder übtt den Hauptvorstanö oder die Festsetzung von Unterstützungsgeldern be- treffen, endgültig sind. Abgelehnt wird der Antrag Düren, der dortigen Filiale die Rückzahlung des der Hauptkasse vom Streik 1996 her noch zukommenden Betrages zu erlassen. Ein Antrag Straßburg, im Fachblatt eine„Sterbetafel* einzurichten, wird an- genommen, ebenso der Antrag Berlin, daß alle besoldeten Beamten in der Filiale, wo sie ihren Sitz haben, als Mitglieder zu betrachten sind und alle Extrabciträge zu bezahlen haben. Damit ist dieser Punkt erledigt, und es wird nun in die Beratung des wichtigsten Punktes„Erweiterung der Unterstützungscinrichtungen" ßinge- treten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Einführung einer Erwerbslosenunterstützung- für die der Vorstand dem Verbandstag einen Entwurf unter- breitet hat. Referent über diesen Punkt ist Thielberg- Hamburg, der eine ausführliche Darstellung der ganzen Frage gibt. Sie hat den Verband schon öfters beschäftigt. Schon dem Leipziger Verbands- tage lag eine ausführliche Vorlage vor, die aber abgelehnt wurde. weil die Mehrheit meinte, daß der Verband die damit verbundenen Pflichten nicht leisten könne. Heute stehen wir nun neuerdings vor der Frage: was haben wir in dieser Beziehung zu tun? Diesmal ist die Anregung direkt aus den Kreisen der Mitglieder gekommen. Man braucht heute nicht mehr viel darüber zu diskutieren, ob eS eine gewerkschaftliche Aufgabe ist. für die Arbeitslosen etwas zu tun, jeder Gewerkschaftler ist sich darüber klar, daß dies in seinem Interesse und im Interesse der Gewerlschaft liegt. Zwei Drittel aller Gewerkschaften haben bereits Fürsorge für die Arbeitslosen getroffen, im Vauberufe allerdings nur die Bildhauer zum Teil und die Zimmerer. Die letzteren haben damit sehr gute Ersah- rungen gemacht. Einer solch wichtigen Aufgabe sollte sich endlich auch der Verband der Stukkateure nicht länger mehr entziehen. Daß die Sache durchführbar ist, sei zweifellos,-«.■ 11. Schmiede-Verbaudstag. Dresden, 19. Mi. Zweiter Berhandlungstag. Zur Beratung steht die Verschmelzung mit dem Metallarbeiterverband. R a m b o w- Hamburg als Referent führt aus: Unser Antrag auf Verschmelzung kommt nicht überrraschend. Den Gründern des Schmiede-Verbandes soll durch unseren Antrag durchaus kein Vor- Wurf gemacht werden. Redner verbreitet sich dann über das Ver- hältms zwischen seinem und dem Metallarbeiterverband. Gegen früher hätten sich die Verhältnisse gebessert. Noch heute finden gegenseitige Reibereien statt. Das mutz im Interesse der Gewcrk- schaftsbewegung verschwinden, es muß alles getan werden, um ein Einigkcitsverhältnis zwischen den einzelnen Organisationen herbei- zuführen. Die größeren Organisationen haben sich die nötige Achtung vor dem Unternehmertum verschafft. Die organisierte Arbeiterschaft hat es unter allen Umständen nötig, sich immer mehr zusammenzuschließen. Durch eine Verschmelzung würden die Mit- glieder unseres Verbandes durchaus nicht in ihrer Selbstbestimmung beeinträchtigt. Man ist dielfach mit der Geschäftsführung des Metallarbeiterverbandes nicht einverstanden, aber das darf nicht gegen eine Verschmelzung sprechen. Nicht aus niederen Motiven, sondern aus innerer Ueberzeugung haben wir diesen Antrag Sestellt. In Hamburg ist man nicht etwa vereinzelt für eine Ver- hmelzung, sondern in einer Versammlung ist eine dahingehende Resolution mit großer Majorität angenommen worden. Die Schloierigkeiten der Agitation und die Grenzstreitigkeiten werden durch eine Verschmelzung beseitigt werden. Redner führt dann einige Zahlen an, um zu beweisen, daß durch eine Verschmelzung die Vcrwaltungskosten viel niedriger seien. Die Verschmelzung ist eine Notwendigkeit und muß beschlossen werden, ohne sie länger hinauszuschieben. Wenn die Verschmelzung beschlossen wird, so tuen wir ein guteS Werk im Interesse und zum Nutzen unserer Organisation. Hamburg beantragt folgende Resolution Die 11. Generalversammlung aller in der Schmiederei be- schäftigten Personen erklärt: Die EntWickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung hat unzweideutig zu erkennen gegeben, daß die Jndustrieverbände die zweckmäßigsten sind; daß ferner die in letzter Zeit zutage getretene engere Koalition der Unternehmer der Groß- und Kleinindustrie die Notwendigkeit der Vereinfachung und somit die höhere Schlagfertigleit der Arbeiterbewegung zur Folge haben muh. Auf Grund dieser Ueberzeugung beauftragt die General- Versammlung den Vorstand, mit dem Vorstand des Metall. arbeiter-Verbandes in Unterhandlungen zu treten zwecks Verschmelzung des Zentralverbandes mit dem Metallarbeiter- Verband. Die Generalversammlung bestimmt ferner, daß bei den Unterhandlungen unsererseits ein Mitglied des Vorstandes, des Ausschusses und je ern Mitglied von den drei größten Zahlstellen vertreten sein muß.* Für den Fall der Ablehnung dieser Resolution wird folgender Antrag gestellt: „Sollte die Generalversammlung die Resolution ablehnen, so beantragen wir, daß in dem Gesamtverband ei n e U r a b- ftimmung über die Resolution vorgenommen wird. Die Urabstimmung ist einheitlich mit geheimer Abstimmung in Mitgliederversammlungen vorzunehmen. Die vom Vorstand auszugebenden Stimmzettel dürfen irgendwelche Erläuterungen für oder gegen die Verschmelzung nicht enthalten." R e p e r t- Hamburg als Korreferent: Obgleich ein Verschmel- zungsantrag schon auf dem letzten Verbandstag abgelehnt worden ist, hat man wohl mit der Wiederkehr eines solchen Antrages ge- rechnet. Er dürfte auch nach seiner diesmaligen Ablehnung wieder- kommen. Er müsse sich gegen eine Verschmelzung erklären. Diese Frage sei noch nicht spruchreif, wenn er auch der Ueberzeugung sei, daß die Verschmelzung einmal kommen würde. Grenzstreitig- keiten seien überall vorhanden. Auch der Gewerkschaftskongreß wird sich mit den Grenzstreitigkeiten beschäftigen, aber auch er wird sie nicht so ohne weiteres aus der Welt schassen. Redner bespricht oann die Agitationsweise des Metallarbeiter-Verbandes. Würden denn die Verhältnisse für uns durch einen Zusammenschluß besser? Nein. Ein großer Teil der Mitglieder wird durch eine Verschmel- zung abschwenken und eS werden Lokalorganisationen gegründet. Die Grenzstreitigkeiten werden auch durch eine Verschmelzung nicht beseitigt werden. Er könne nichts finden, was eine Verschmelzung begründe oder deren Notwendigkeit ergebe. Es ist dem Redner unerklärlich, wie der Verschmelzungsantrag auf jedem Verbandstag wiederkehren könne. Die Haltung ist ja doch bekannt. Bleiben wir, was wir sind, und wir werden weiterarbeiten und»kämpfen für unsere Organisation. Darauf wurde in die Diskussion eingetreten, zu welcher sich 34 Redner eingezeichnet haben. Unter anderem nimmt das Wort auch Genosse Robert Schmidt- Berlin als Vertreter der Generalkommission: Er werde die Verschmelzungsfrage vom allgemeinen gewerkschaftlichen Stand- Punkt behandeln. In der ganzen Gewerkschaftsbewegung ist gegen früher eme gewaltige Aenderung eingetreten. Der Jdeengang und die Beurteilung der ganzen Gewerkschaftsbewegung ist deshalb auch eine andere geworden. Im Interesse der Arbeiterbewegung sind die Einigungsbestrebungen nur erwünscht. Der Metallarbeiter- Verband ist nicht ganz unschuldig an dem Verhältnis zwischen ihm und dem Schmiede-Verband. Die persönlichen Animositäten beein- trächtigen den Zusammenschluß. Jedoch müsse dies zurückgestellt und die gewerkschaftlichen Interessen in den Vordergrund treten. Aus innerer Ueberzeugung werden die Schmiede auch noch zu einer Verschmelzung kommen. Als Branche würde der Verband auch nach einer Verschmelzung noch behandelt werden, auch die Sklbständigkeit wird erhalten vkitxa, Öiefe Lrage müsse einmal ernstlich zivischetk den Vorständen diskutiert tverden und eS wird zu einer Verständigung kommen. Sie erweisen der Organisation und der gesamten Arbeiterbewegung einen guten Dienst, wenn Sie sich zusammenschließen. Es sprachen außerdem ein Reihe Redner für und gegen den Antrag Hamburg. In namentlicher Abstimmung wurden R e s o- l u t i o n und Antrag mit 34 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Der Verbandstag hat sich mit großer Mehrheit gegen eine Verschmelzung ausgesprochen. Die weiteren Verhandlungen werden darauf auf Donnerstag vertagt._ Hiis der Partei. Unsere Toten. In Magdeburg starb im 62. Lebensjahre die Genossin Emilie Mahn. Sie war schon zu Zeiten des Sozialistengesetzes eifrig für die Parteibewegnng tätig. Manchem Verfolgten gewährte sie in jener Zeit Obdach und Versteck. Als langjährige Vertrauensperson der Parteigenossinnen Magdeburgs hat sie sich um die Magdeburger Frauenbewegung verdient gemacht. So war sie Mitbegründerin des Magdeburger Frauen« und Mädchen- bildungsvereins'; auch eine Reihe anderer Frauenvereine im Regierungsbezirk Magdeburg verdanken ihrer Tätigkeit ihr Ent- stehen. Wiederholt wurde ihr ein Mandat zum Parteitag über- tragen. Ihr Andenken sei in Ehren gehalten! Eine Zusammenkunft bayerischer und österreichischer sozial- demokratischer Abgeordneten fand am Sonnabend, den 16. und Sonntag, den 17. Mai zu Salzburg statt. An der Veranstaltung, die einen durchaus zwanglosen Charakter trug und der Förderung kollegialer Beziehungen zwischen den sozialdemokratischen Ver- tretern der Dcutsch-Oesterreicher und der Bayern gewidmet war, nahmen von Oesterreich aus teil: Spielmanu-Linz, Weiguny- Linz, Smitka-Wien, Hanusch-Kratzau, Rieger-Tetschen, Schäfer- Reichenberg, Lucas- Klageufurt, Tuppy- Jägerndorf. Tomschik- Liesing, Dr. Diamand-Lemberg, Palme-Joachimstal, Glöckl-Graslitz, Grigorovici-Czeruowitz, Resel-Marburg, Gruber-Linz, David-Wien, Pernerstorffer(Wiener Neustadt), Abram-JnnZbruck, Dr. Ellenbogen- Wien, Seitz-Floridsdorf, Schulz-Wien, Freundlich(M.-Schönbcrg), Niesner-Neutitschein, Brocksch-Salzburg, Witternick-Salzburg, Prcußler- Salzburg, Dr. Nenner und Beer; von Deutschen: v. Vollmar- München, Hierl-Schwabach, Simon-Nürnberg, Roßhanpter-München, Säckler-Nürnberg, Dr. Südckum-Nürnberg, Harscher-Fürth, Auer- Müuchen, Dr. Süßheim-Nürnberg, Schmid-München, Dr. v. Haller- Erlangen. Personalien. Genosse Paul Brandt in Zürich, Redakteur deS„Grütlianer*, ist zum ständigen Generalsekretär des schweizerischen Zugspersonalvereins, dessen Geschäfte er seit Jahren schon im Neben- amre versah, gewählt worden, so daß er nun von der Redaktion des„Grütlianer* zurücktreten und sein Domizil in Ölten aufschlagen wird. Als Redakteur des„Signal*, des Organs des genannten Vereins, wird er auch in Zukunft noch journalistisch tätig seilt. Der sozialdemokratische Parteitag deS Kantons St. Gallen' be- schloß, den Parteivorstand mit der Prüfung der Frage zu bcaus- tragen, ob nicht die Wahl der beiden Vertreter des Kantons im Ständerat durch das Boll anzustreben sei. Heute ivählt sie da? Kantonalparlament, der Große Rat. Die sozialdemokratischen Ver- treter in demselben sollen eine Fraktion bilden. Für die iin Herbst stattfindenden Nationalratswahlen soll eventuell noch ein außer- ordentlicher Parteitag einberufen werden. Die kantonale Partei- organisation umfaßt 18 Sektionen mit 1518 Mitgliedern, deren eS aber tatsächlich viel mehr sind. poli-eiiicbes, öcncvtticbcs ulm. Der„Vorwärts" vor der RevisionSiustanz. Vor dem Reichsgericht zu Leipzig stand am Dienstag die Revision der Genossen Karl Mermuth und Hans Weber vom „Vorwärts* an gegen das Urteil des Landgerichts Berlin I voin 14.1 März d. I., daS sie wegen Beleidigung eines Amtsrichters mit drei bezw. einemMonatGefängniS belegte. ES handelte sich in diesem Prozeß um die Besprechung der Affäre deS Stukkateurs Brettschneider aus Charlottenburg, der in einem Prozeß vor dem Schöffengericht zu Mitten Walde wegen Flugblattverbreitung zu Unrecht verurteilt wurde— die höhere Instanz mußte das Urteil des Schöffengerichts aufheben und auf Freisprach erkennen— und außerdem wegen angeblicher Ungebühr vor Gericht mit drei Tagen Haft bestraft wurde. Der„Vorwärts* hatte das Urteil des Schöffengerichts und das Verfahren des Amtsrichters Dr. Stargard scharf kritisiert. DaS Landgericht Berlin I hatte in den Artikeln schwere formale Be- leidigungen deS Amtsrichters erblickt. ES hatte den Angeklagten, weil sie als Redakteure des sozialdemokratischen ZentralorganS die Sache eines ihrer Parteigenossen vertreten haben, zwar den Schutz deS Z 193 zugebilligt, aber doch auf Strafe erkannt, weil die ge- wählte Form die Absicht der Beleidigung erkennen lasse. In der RevisionSverhandlung betonte der ReichSanwalt, daß die Zu- billigung des Z 193 zu unrecht erfolgt fei, da die An- geklagten weder als„Lorwärts"-Redakteure noch als Parteigenossen des Brettschneider berechtigt wären, dessen Interessen wahrzunehmen, wenn sie nicht ausdrücklich von ihm dazu beaustragt waren. Die Revision wurde ver- w o r f e n._ Von den berechtigten Interessen des Redakteurs. Vom Land- gericht Elberfeld sind am 26. Februar der Rohrschmied Albert Finger und der Arbeiter B o b s z i e s wegen Beleidigung zweier Polizeisergeanten zu Geldstrafen verurteilt; wegen des gleichen Deliktes Genosse Oskar H o f f in a n n von der„Freien Presse* in Elberfeld zu einer Geld st rase von 199 M. Die beiden Erstgenannten hatten bei einem Spaziergange in der Nähe von Elberfeld mit den beiden Polizeibeamien einen Konflikt, über den die„Freie Presse* berichtete. Ivobei sie scharfe Kritik an dein Ver- halten der Polizeibeamten übte. Das Landgericht gab zu, daß Hoff- mann als Einwohner von Elberfeld berechtigte Interessen habe wahrnehmen können, billigte ihm den Schutz des Z 193 aber doch nicht zu, weil er den Weg der Veröffentlichung gewählt habe, statt sich mit seiner Beschwerde direkt an die Polizeiverwaltung zu wenden. Die Revision des Redakteurs wurde von, Rcichsanwalt für un- begründet erklärt. Der Redakteur habe nicht mehr Rechte wie jeder andere Staatsbürger, der die Beseitigung eines Uebelstandes er- reichen will, aber der Redakteur habe auch nickt weniger Rechte. Das Landgericht scheine aber dieser Ansicht zu sein. In den Urteilsgründen heiße es:„Dem Angeklagte» H. standen andere Wege offen, insbesondere die direkte Beschwerde.— Demgemäß mußte er sich darüber klar sein, daß eine Veröffent- lichung in der Presie nur geeignet war, Mißtrauen zu erzeugen." Das Reichsgericht habe in früheren Entscheidungen ausgesprochen, daß niemand auf die Wahl eines Weges zur Wahrnehmung seiner berechtigten Interessen beschränkt sei. Wcim nun ein Redakteur de» für ihn am nächsten liegenden Weg der Veröffentlichung in der Zeitung wähle, so dürfe man darin nicht ohne weiteres emen Um- stand finden, der die Absicht der Beleidigung zu erkennen gebe.— DaS Reichsgericht hob das Urteil gegen Hoffniann auf und ver« wies die Sache insoweit an das Landgericht zurück. Die Revision der beiden anderen Angeklagten wurde verworfen. Strafkonto der Presse. Der Genosse Leopold vom„Halleschen Volksblatt für Halle" wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung eines Polizeiiergeanten zu 159 M. Geldstrafe verurteilt. Inkriminiert war ein Artikel über eine SchwurgerichtSverhandlung in Naumburg. in der der Polizist als Zeuge aufgetreten war. In dem Bericht waren Vermutungen als Tatsachen ausgegeben worden, so daß der Genosse Leopold getäuscht wurde. Ein gekennzeichneter Hirsch- Dunderscher Bezirksleiter. " burchschnittliche Verbrauch in Preußen auf 1 Hektar land- I berge, in dem Glauben, da er nun niemand sebe, werde auch er nicht benutter Fläche nur 7 Kilogramm ausmacht. bemerkt. Um so mehr gibt es Menschen, die zu solcher Praris hinVor dem Schöffengericht zu Breslau wurde am Dienstag die wirtschaftlich Mlage des Hirsch- Dunderschen Bezirksleiters Strohfeld gegen den Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, wie steigerungsfähig der neigen, so verderbenbringend sie auch offenbar sein muß. Jeder Genossen Wolff von der Volts wacht" au Bresla u verhandelt. Staliberbrauch ist. Die Verbrauchssteigerung wird fowohl durch die Fabrikant weiß, daß jest große Summen verloren werben, größtenDie Bollswacht" hatte das Verhalten Strohfelds bei einem Preispolitik des Stalifynditats, als auch durch die Schutzzollpolitik teils infolge des Rüdganges der Wollpreise, aber auch durch die Streit in Liegnis scharf kritisiert. Die Beweisaufnahme er- gehemmt. Früher behaupteten die Junker, sie könnten teine fünft- Zollverhältnisse und andere Dinge, die wir nach unserem Willen zu gab, daß Strohfeld in der Tat Streifbrecher nach Liegnitz lichen Düngemittel kaufen, weil die Getreidepreise zu niedrig feien; jetzt gestalten außerstande sind. Wer nun nicht will, daß das noch bermittelt hat. Verschiedene Gewerkvereinler wollten das nicht mit hat man so profitable Preise, daß der Gedanke, durch kräftige Bro- schlimmer werde, der hüte sich vor jeder Ueberschäzung der AufWar die Ueberproduttion, Uebermachen, Herr Strohfeld aber erklärte in der Verhandlung gemüts- buktionssteigerung das Breisniveau zu bedrehen, Kulturverbefferungen nahmefähigkeit des Marktes. ruhig: Da der Gewertverein am Streit nicht beteiligt war, hätte zurüdhält, anstatt solche zu förderu. Unter diesen Umständen darf spekulation und leberfättigung seinerzeit so groß, daß die Spinnereien er auch Leute dorthin schicken tönnen! Für die Getvert- man auch von dem Kaliunternehmen der Bündler keine Förderung nicht mehr genug liefern konnten oder doch erst nach halbjähriger bereinler sei das tein Streitbruch gewesen." Das Urteil lautete der Kalidüngung erwarten. Man wird da auch nach hohen Preisen Vorausbestellung, so lann sich unmöglich das Abebben der Flut jetzt auf 20 Mart Geldstrafe. Der Angeklagte, so hieß es in der schnappen, um Mittel für die politische Propaganda, zur Verhegung nur so im Handumdrehen vollziehen. Das ist es wohl auch, was die Reichsbank meint, wenn sie die herabseßung des Diskonts auf Begründung, habe zwar berechtigte Interessen gewahrt, aber der Bauern und Bekämpfung der Arbeiter zu erlangen. 5 Prozent als Wechsel auf die Zukunft gewährt, dessen Einlösung mit dem Ausdrud Streifbrecheragent und dem Vorwurf der Niederträchtig, vom Maße der Vorsicht in Handel und Industrie abhängt." keit die Grenzen des Erlaubten überschritten. Zwar fonnte er in der at der Ansicht sein, daß der Kläger Strohfeld night torrett gehandelt habe und nicht den gehörigen Anstand besize, die Form aber, in der diese Ansicht zum Ausdruck gebracht worden sei, laffe nebenher auch die Absicht der Beleidigung Herr Strohfeld hat also eine Verurteilung unseres Genossen erzielt, zugleich aber auch eine gerichtliche Feststellung seines Verhaltens, die eine böse Kennzeichnung seiner Person enthält. erfennen. Aus Industrie und Bandel. Kali und Landwirtschaft. wird. meist Verfammlungen. Quartals 4860,38 Mark. Butterpreise. Ein Händler schreibt uns zu unserer Aufstellung über Warenpreise im lezten Wochenbericht: Daß wir für gute Butter 2-3 M. über höchste Notiz zahlen, erwähnen Sie gar nicht, auch nicht, daß gute Holsteiner Ware sogar 7 M. über Notiz tostet.... Dazu ist folgendes zu bemerken: Wir haben ausdrücklich bemerkt, die von uns angegebenen Preise verständen sich nach den Notierimgen Die Wäsche und Krawattenarbeiter und Arbeiterinnen, die im der Markthallendirektion und die Zusammenstellung hat den Zwed, Schneiderverband organisiert sind, hielten am Dienstag eine außer festzustellen, um wie viel der Preis gestiegen ist. Was in einzelnen ordentliche Mitgliederversammlung ab, in welcher Genosse DengerFällen über die Notierungen hinaus gezahlt wird, können wir nicht Waidmannslust einen Vortrag über die Aufgaben der Frauen und fontrollieren. Stehen die Notierungen aber allgemein so erheblich Mädchen bei den Landtagswahlen hielt. Eine Diskussion über den unter den tatsächlich gezahlten Preisen, dann wäre das nur ein beifällig aufgenommenen Vortrag fand nicht statt. Nach dem hierauf Beweis dafür, daß die Methode der Notierungen nichts taugt. gegebenen Vierteljahresbericht stellten sich die Einnahmen aus Beiträgen und Aufnahmegebühren auf 4455,70 Mart. An Reise- und Wirkungen der Krise. In der Plüschindustrie von Katscher Krantenunterstützung wurden 1500,01 Mark gezahlt. Der HauptDurch rationelle Kalibüngung, unter Beigabe von Phosphor- in Oberschlesien find infolge des vollständigen Daniederliegens jenes fafie twurden 2072,49 Mart überwiefen, der Lokalkaffe verblieben 883,20 Mart. Die Lokalfaffe hatte inklusive des Bestandes von Jäure und in Verbindung mit Gründüngung, ist es selbst auf den Fabrikations zweiges nicht weniger als 2000 Plüschweber leichtesten Sandböden möglich, rentable Ernteerträge zu erzielen. Heimarbeiter ohne Arbeit. Auf ihren erschütternden Schrei nach 4830,84 Mark eine Einnahme von 7218,50 Mart, eine AusDeutschland erfreut sich glücklicherweise des Besizes großer Kali- Brot hat der Landrat des Kreises Leobschütz jetzt eine Arbeits- 4830,84 Mark eine Einnahme von 7218,50 Mart, eine AusAber was kann die schönste Ver- gabe von 2358,12 Mart. Der Bestand beträgt am Schlusse des lager. Den größten Teil dieser wertvollen Schäße beherrscht das bermittelungsstelle geschaffen. Neu aufgenommen wurden 153 MitBrivatkapital im„ Kalisyndikat". Auch die preußischen Staats- mittelungsstelle helfen, wenn die Arbeitsgelegenheit fehlt? In glieder. Bei der Wahl des Delegierten zum Gewerkschaftstongreß betriebe find dem Syndikat angeschlossen, das nach berühmten Musternandes hut t. Schl. haben die Leitungen sämtlicher Spinnereien glieder. Bei der Wahl des Delegierten zum Gewerkschaftstongreg die Preise hoch hält. Die Syndikatspreispolitik ermöglichte es, daß und Webereien durch Anschlag bekannt gegeben, daß in ihren Be- wurden 135 Stimmen abgegeben, wovon auf Gue 131 und auf Eine trieben vom 1. Juni ab nur 4 Tage wöchentlich gearbeitet werden schiedenem wurden einige geschäftliche Mitteilungen gemacht, barunter 4%, Bord as ch 1 entfiel, 3 wurden für ungültig erklärt. Unter Berdie Kaligewerkschaften bedeutende Gewinne verteilen konnten. Folge der hohen Gewinne war eine umfangreiche Gründertätigkeit besonders, daß laut Beschluß der Versammlung vom 31. Januar und die Inbetriebnahme neuer Werke, die das Syndikat notgedrungen Aus der Gera- Greizer Industrie. Der Fabrikant und Groffift" das Krankengeld nur Freitags und Sonnabends aufnehmen mußte. Trotzdem nun der Kaliverbrauch in Deutschland Hannover schreibt in einem Artikel, der einleitend einige unquali- zur Auszahlung gelangt. Weiter wird auf den immer näher rückenden rapide bon 266 500 Doppelzentner im Jahre 1879 auf 14 365 400 fizierbare Angriffe gegen die Arbeiter enthält, u. a. folgendes: Ablauf der Tarife aufmerksam gemacht und zur regen Agitation aufe Doppelzentnern gestiegen ist und das Syndikat, um die Inlands- Noch vor wenigen Wochen hieß es in einem Berliner Fach- gefordert. Unter lauter Heiterfeit der anwesenden weiblichen Mitpreise hochzuhalten, den Export zu niedrigen Preisen forcierte, über- blatt, daß sich von jeher in Schönfärberei wohlgefallen hat, in Gera glieder versuchten Jennerjahn und Werner das Fehlen der steigt nun doch die Zunahme der Produktion die Verbrauchszunahme. gebe es kaum Arbeitslose, wenigstens nicht mehr als sonst. Nun, in männlichen Kollegen( bon zirka 250 Organisierten waren zirka 12 Die hohen Inlandspreise verschulden, daß der Konsum hinter der Greiz fieht's offenbar anders aus. Ums Ende des vorigen Monats erschienen) mit einem Drudfehler in der Einladung zu entschuldigen. Produktion zurückbleibt. Vor einigen Wochen drohte das Kalisyndikat bereits hatten 11 größere Fabriken gefürzte Arbeitszeit eingeführt. Auch Scharf wurde dagegen von Brandt das Fernbleiben der Männer auseinanderzufallen. Durch die Neuaufnahme der jungen Werke die Arbeiterentlassungen haben sich gemehrt. Hier und da werden kritisiert und betont, daß der Druckfehler als ein ganz ungenügender mußte die Beteiligungsziffer der alten Unternehmer immer mehr in den Betrieben auch ganze Feiertage eingelegt und was dergleichen Entschuldgungsgrund betrachtet werden müsse, da doch die Versamm herabgefegt werden, wogegen diese rebellierten. Schließlich ist eine unliebfame Vorkommnisse mehr sind, von denen wir nur hoffen lung ganz deutlich in der Einladung als außerordentliche Mitglieder. Einigung aber doch wieder zustande gekommen. wollen, daß sie sich nicht etwa im Laufe des Sommers noch mehr versammlung bezeichnet war. Es zeuge dies von nicht allzu großem Wie schon angeführt, ist der Kaliverbrauch von 1879 bis 1905 häufen. Verständnis des Organisationsgedankens. Die Männer sollten sich foloffal gestiegen. Hierzu einige weitere Zahlen: Im Jahre Daß die Aufnahmefähigkeit des Marktes( abgesehen von den schämen gegenüber den Kolleginnen, welche in einer stattlichen Zahl 1890 wurden im Deutschen Reiche auf 100 Hektar landwirtschaftlich letzten schlechten Saisons, in welchen am Schluffe von den Händlern der Einladung gefolgt seien. Mit einem träftigen aus den Kehlen benugter Fläche 77 Kilogramm, 1905 aber 576 Silogramm ver- ziemlich viel Ware zu Ausverkaufspreisen an den Konsum abgegeben der Kolleginnen erschallenden Hoch auf die Filiale und deren Entbraucht. Im Königreich Preußen stellt sich die Verbrauchsmenge wurde, so daß eine gewisse Ueberfättigung auch auf dieser Seite widelung wurde die Versammlung geschlossen. auf 700 Kilogranim, wobei die Provinz Brandenburg mit eintreten mußte) durch die Ueberproduktion auf seiten der Industrie einem Berbrauch von 1026 Kilogramm pro 100 Hektar an der Spize und die Spekulationswarenläufe feitens des Handels in der Hausserangiert. Trotz dieser gewaltigen Verbrauchssteigerung sind die Land- zeit gelitten hat, d. H. verringert worden ist für jegt, das ist eine wirte von einer allgemeinen rationellen Verwendung des Kali noch Tatsache, der sich kein Fabrikant und kein Händler, namentlich kein weit entfernt. Der gut wirtschaftende Landwirt verwendet im Großhändler, verschließen sollte. Es hat sich zwar als Märchen er Mittel pro 1 hektar 400 bis 600 Kilogramm, während der wiesen, daß der Strauß, wenn er sich verfolgt wisse, den Kopf verFür den Inhalt der Injerate übernimmt die Nedattion dem Verantwortung. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Qublikum gegenüber teinerlei Hopfenraths Erben Theater des Westens. Theater. Donnerstag, den 21. Mat. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Tannhäuser. Königl. Schauspielhaus. Die Jabensteinerin. Anfang 8 Uhr. Berliner. Hopfenraths Erben. Neues. Die Hemsöer. Deutsches. Ulrich Fürst von Walded. Rammerspiele. Frühlings Er wachen. Neues Schauspielhaus. Judith. Kleines. 2X2= 5. Komische Oper. Hoffmanns Er. zählungen. Ruth St. Denis. Residenz. Der Floh im Dhr. Lessing. Der Raub der Sabinerinnen. Hebbel. Cyprienne. Lustspielhaus. Die blaue Maus. Schiller 0.( Wallner- Ibeater.) 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3%, Uhr, halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Des Pastors Rieke. Anfang 8 Uhr. Freitag: Frei ist der Bursch. Sonnabend zum erstenmal: Jm weißen Rößl. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Schiller- Theater Charlottenburg. Hans Huckebein. Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Luftpiel in fünf Aufzügen u. einem Schwank in drei Aften von Oskar Der Widerspenstigen Zähmung. Vorspiel von William Shakespeare. Freitag, abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hans Huckebein. Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Freitag, abends 8 Ubr: Der Weg zum Herzen. Sonnabend, abends 8Uhr: Ohne Geläut. Urania. DERNHARD ROSE THEATER Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Neues Operetten- Theater Kairo und die Pyramiden. Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Der Floh Schiller Charlottenburg. Hans Hudebein. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: 3 Der Floh im Ohr. Schwant in drei Aften von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. ſpielhaus. Des Paſtors Niete. Lustspielhaus. Thalia. Der Selbstmörderklub. Westen. Ein Walzeitraum. Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Lorking. Das Tanzverbot. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Königgräger Luijen. Der Weg ins Berberben. Hebbel- Theater, 78. Trianon. Seine erste Frau. Bernhard Moje. Die Loreley. Metropol. Das muß man seh'n. elpolio. Die füßen Grisetten. Spezialitäten. Kajino. Der Brandstifter. Wintergarten. Spezialitäten. Basage. Spezialitäten. Dr. Rüdle. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Theater an der Spree. Comboh. Folies Bergère. Liane d'Eve. Der Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Folies Caprice. Parisiana. Nr. 69. Das ruhige Heim. Irania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Abends 8 Uhr zum 1. Male: Cyprienne. Sonnabend: Cyprienne. OOLOCISCHER Z CARTEN Täglich: Gr. Militär- Konzert. Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Theater an der Spree Köpenider Straße 68. Täglich 8 Uhr: Luisen- Theater. Der Cowboy. Neichenberger Straße 34. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Verderben. Freitag: Mutter Erde. Sonnabend:: Im Hause der Sünde. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Weg ins Berderben. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Berderben. Montag: Jm Hause der Sünde. Passage- Panoptikum. Zum ersten Male in Berlin! Die lange Dora Das größte Riesenkind Gesamtlänge 2 Meter 19. :: Kunsttaucher:: Die Hemsöer. Kapit.Gröbl Riesenbassin. Morgen: Die Hemsöer. Sonnabend zum erstenmal: Die ersten Menschen. in seinem Neapolitanische Briganten- Kapelle. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt50Pf., Kinder, Soldaten25Pf. Kleines Theater. Volksgarten- Thenter Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ein idealer am Bahnhof Gesundbrunnen. Konzert Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Gustav Schappel Hedwig Doring Julius Wilms, Bros Dorsan, Robin Trio. Fidele Lampen. Gatte. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Boffe mit Ges. in 3 Atten b. Reifflingen. Reichshallon- Theater. Stettiner Sänger. Neu! Neu! Variété Sterne. Burleske von Meyfel. Anfang Wochentags 8 Uhr. Anfang Sonntags 7 Uhr. Br. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Loreley. Wochentagspreise. Auf der Sommerbühne: Theatervorstellung, Spezialitäten, großes Gartenkonzert, Anfang 5 Uhr. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das größte Phänomen aller Zeiten! Dr. Rückle Das Tagesgespräch Berlins! a pollo Cheater 8 Uhr: Die bedeutenden Attraktionen. 9 Uhr: Die süßen Grisetten. Operette von H. Reinhardt. 9% Uhr: Grete Gallus, Berlins beste Soubrette. 10 Uhr: Bert. Bernards Compagnie: Ein Abend in einem ameriVerband der Friseurgehülfen Deutschlands.( Zweigverein Berlin und Bororte.) Heute abend 9½ Uhr Rosenthaler Straße 11/12: Bortrag. 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( Nachdruck verboten.) 159 93[ 500] 290 518[ 500] 41 50 699[ 500] 1140[ 3000] 428 798 2227 484 645 715 3058 523 685[ 1000] 4339 80 594 614 97 884 979 5108 44[ 500] 369 411 77 95 944 6412 70 622 795[ 500] 800 959 7022 555[ 3000] 775 8022[ 500] 417 680 832[ 10 000] 902 9279 389 443 48 10119 288 828 592[ 500] 667 73 78 705 86 822 11122 569 624 965 12279 887 99 407 79 538 727 891 967 13064 498 537 56 906 46 14124 97 573 713[ 500] 54[ 3000] 913 76 [ 500] 15032 128 316 424 63 803 62 16159 446[ 3000] 567 606 919 20 49 17027[ 500] 258 618 862 18032 112 76 297 19197 439 597 930 32[ 1000] 20352[ 500] 450 93 686 998 21073 169 200 552 610 849 22048 206 7 12 88 411 73[ 500] 596 868 911 14 23380 515 637 96[ 1000] 750 828 96 24054 87 299 367 613 25007 114 29 98, 216 38[ 500] 492[ 5000] 591 756 26063 76 307 639 716 64 996 27083 242 55 64[ 1000] 306 408 25 515 631 723 28063 382 460 507 654 972 29025 43 218 381 575 735 844 89 30171 227 39 71 471 507 645 31210 27 436 506 36 [ 500] 91 782 800 54 32082 371 421 537 33175 266 573 710 833 84[ 1000] 34277 420 559 35139[ 1000] 265 421 651 36043 388 417 70 608 753 979 37004 21 196 562 85 675 [ 1000] 741 833 93 38018 146[ 1000] 209 78 362 505 9 794 817 91 960 94 39022 144 382 595 848[ 1000] 979 40025 76 337 556 806 41030 111 31 231[ 1000] 53 93 350 487 809 927 42130 202 514 39 678 705[ 500] 958 43041 750 5235 45 567 697 711 808 920 46005 27 244 47 89 [ 500] 469 593 94s 47054 93 514 728 33[ 500] 934[ 15 000] 94[ 500] 48067 264 434 763 953 49025 106 84 92 376[ 3000] 435 61 81 588[ 500] 905 86 50134 358 695 724 51267 74 538 619 71 980 52187 266 340 48 538 699 787 53251 337 420 659 54050 474 550 674 847 989 55242 364 443 63 538 799 819 60 939 56029 [ 500] 274 380 447 72 622 76 971 57486 599 633 879 58025 96 648 771 952 61 88 59003 88 357 443 845 921 60119 37 245 52 460 77 712 859 957 61125 266[ 3000] 415[ 3000] 32 714 43 62200 792[ 1000] 853[ 1000] 63175 204 99 308[ 500] 478 84 95 852 64360 494 535 713[ 500] 65121 237 319 38 68 94[ 500] 599 740 66060 213 29 401 63 98 67438 53[ 3000] 604[ 3000] 770 68031 108 233 314 18 505 17 670 726 34 829 949 69035 457 508 47 50 798 70005 7[ 1000] 69 279 334 518 54 91[ 500] 71036 55 [ 500] 57 62 213 325 559 667 72036 129[ 500] 45 269 468 92 514 642 779 883[ 3000] 940 73068[ 500] 146 219 23 388 476 521 98 678 820 64 74011 115 27[ 500] 250 579 708 47 864 75598 76216 29 68 631 749 77421[ 1000] 85 923 50 78313[ 3000] 26 484 835 63 949 79033 64 227 605 17 871 80005[ 500] 263 338 406 26 40 507 39 98 738 895 81110 95 330 69 516 92 700 52 67 82050 172[ 500] 303 83117 24 353 480 503 818[ 3000] 31 45 998 84396 560 75 85258 416 548 645 848 912 86096 174 369 495 563 639 705 17 31 853 85 920 87118 442 524 609 88 936[ 500] 74[ 1000] 88100 380 81 434 752 819 89090 196 216 75[ 500] 525 72[ 30 000] 862 914 90032 42[ 500] 52 73 189 316 82 592[ 5000] 860[ 1000] 5000] 880 91074 231 448 64 659[ 500] 833 81 92408 57 753 813 47 $ 11 93086 175 342 75 537 76 694 773 94089 119[ 500] 39 563 882 95015 18 108 387 506 634 926 96087 277 415 711 37 931 97019 103 20 314[ 3000] 510 91 792 98356 487 631 53 99186 94[ 3000] 223 64 309 472 734 897 923 82 100214 23 602[ 3000] 735 957 101019 30 106[ 1000] 41 60 230[ 500] 33 48 319 637 729 32[ 500] 75 923 102162 345[ 300] 54 400 518 33 87 611 744 88 818 903[ 1000] 103090 117 279 891 428 78 511 37[ 500] 664 779 831 930 104196 472 519 85 601 907[ 1000] 69 105149[ 500] 73 407 54 520 59 999 106123 77 209 588 783 107593 808 [ 1000] 76 108156 308[ 3000] 21 499 601 932 79 109026 194 97[ 3000] 643 786 981 110101 245 604 703 89 111262 435 63 544 685 112080 231 664 75 746 51 113086 87[ 1000] 122 65 317 72 490[ 1000] 666 894 114081 346 50 63 70 78 514 27 71 677 93 115027 264 659 745 832 74 970 116032 143[ 500] 76 222 42 93 513 18 61 604 998 117122[ 500] 211 79 411 31 86 718 44 75 974 118164 343 505 825 119333 51 424 727 91 905[ 1000] Es empfiehlt sich bet eintretendem Trauerfall möglichst sofort Westmanns Trauermagazin Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a, an den Kolonnaden, 2. 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000, 7 à 30 000, 13 à 15 000, 35 à 10 000, 65 à 5000, 1022 à 3000, 1641 à 1000, 2486 à 500. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 15. Mai verstarb unser Mitglied, der Schlosser August Tapper Antonstr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des neuen Nazareth- Stirchhofes in Reinidendorf- West aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 227/1 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Nachruf. Am 16. Mai verstarb unser Mitglied, der Töpfer Max Klost, Pappelallee 21. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat am 19. Mai bereits stattgefunden. 226/20 Der Vorstand. Am 13. d. M. berstarb nach furzem, schwerem Leiden infolge eines Revolverschusses von ruchlofer Hand unser innigstgeliebter Gatte und herzensguter, treu sorgender Vater, der Maurer polier Gustav Pollack im blühenden Alter von 35 Jahren. Berta Pollack geb. Mienack und Tochter. Die Beerdigung findet am Donnertag, den 21. d. M., nachmittags 5%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Stirchhofs am Fürstenbrunner Weg aus statt. Allen Bekannten und Verwandten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Arbeiter Johann Kumutat am 16. Mai berstorben ist. Witwe Kumutat. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus Apostel- Friedhoses nach dem städtischen Friedhof statt. 2162b Sozialdemokratischer Wahlverein für den Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sagen wir allen Teilnehmern sowie dem deutschen Holzarbeiterverband unseren herzlichsten 31572 Dank. Die trauernde Witwe Anna Flöter und Kind. Danksagung. Für die überaus zahlreiche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Willi Thieß, sagen wir allen die mitgewirkt haben, unseren besten Dank. Richard Thieß nebst Frau. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dr. Simmel Todes- Anzeige. Am 16. Mai verstarb unser Mitglied, der Arbeiter 226/19 Johann Kumutat Wiesenstr. 30. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Philippus Apostel- Friedhofes, Müllerstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligungerfucht Der Vorstand. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 16. d. Mts. unser langjähriger Kollege Johann Kumutat verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 5, Uhr, von der Halle des Philippus Apostel Friedhofes, Müllerstraße, nach dem nebenan gelegenen Städtischen Friedhofe statt. Rege Beteiligung erwartet 63/17 Die Ortsverwaltung. 13. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 20. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 153 88 208[ 3000] 511[ 500] 57[ 1000] 616 767[ 1000] 900 1 1190 98 275 301 95 407 78 802 35 37[ 500] 2274$ 83 712 32 834 3061 295 426 31 65[ 1000] 645 84 720 844 4: 129 40 385 404 559 858 910 5215 96 312 83 740 920 6429 643 62 797 925 7129 403[ 500] 83 507 782 861[ 500] 940 8092 249 67[ 1000] 596 604 98[ 500] 770 79 962 9116 293 564 [ 500] 921 33 10114 808 905 44 11042 143 75 80 88[ 500] 337 450 [ 3000] 61 64 666 950 12504 33 13082 148 364 611 837 75 14089 151[ 500] 238 656 15191 317 28[ 500] 88 416 17 89 97 567 86 896[ 500] 16136 41 261 461 519 58 88 761 873 89 947 17259 695 844 980 18010 338 514[ 500] 650 816 933 66 19132 66 276 310 12 687[ 500] 774 854 20149 356 488 610 23[ 500] 68 805 912 83 21026 224 360[ 1000] 66 561 93 796 942 22161 377 672 708 23372 88 493 509 632 46 88 833 43 932 73 24010 161 308 426 535 606 934 25336[ 1000] 814[ 3000] 925[ 3000] 26129 975[ 500] 27530[ 500] 619 73 98 928 59 99 28098 437 83 639[ 500] 708 29055 209 475 664 815[ 500] 1 30048 648 60 76 788 31138 287 560 65 638 763 94 884 32027 215 86 808 484 533 707 32 812 952 33224 351 812 99 34134 220 338 700 837 35091[ 1000] 648 791 823 937 36000 96 520 71[ 500] 95 657[ 1000] 98 784 822 37207 80 319 472 599[ 1000] 814 61 970 38045 62[ 3000] 179 673 84 835 39217 525 34[ 500] 47 88 675 797 849 40143 82 248 49[ 500] 84[ 1000] 320 659 798 41032 247 377 485 653 83 766 854 996[ 500] 42049 127 55 334 66 87[ 500] 507 671 83 718 28 73 857 997[ 500] 43061 125 333 51 939 44016 24 283 326 46 540[ 3000] 604 45133 222[ 1000] 36 585 717 46042 446 718 29 47140 252 86 92 464 82 542 90 747 67 48037 194 361 528 71 681 712 48 49006 41 135[ 5000] 238 355 452 50115 319 35 443 677 762 51002[ 500] 272 305 934 [ 1000] 52161 93 263 88 582 753[ 500] 53107 13 288 [ 1000] 395 561 844 87 930 67[ 500] 54073 155 81 228 760 816 910 55020 574 56032 122[ 1000] 361 591[ 3000] 602 755 57195 279 520 32 37 905.[ 1000] 58167 98 216 372 587 794 883 918 59000 152 78 259 358 582 643 60005 42 51 176 94 318 726 825[ 500] 44 61184 205 74 440 665 710 35 80 826 56 62029 65[ 500] 128 90 233 520 40 604 22 25 819 41 63215 55 462 63 730[ 1000] 74 64143 49 263 99 428 625 846 92 948 65443 56[ 500] 734 840 68 66059 82[ 1000] 116 343 474 509 74 682 707 16 993 67066 411[ 500] 50 639 88 857 68096[ 1000] 242 449 902 [ 3000] 69015[ 500] 255 61 84 92 415[ 500] 20 533 912 70196[ 1000] 316 24 89 534 888[ 500] 932 71067 121 422 527[ 500] 789 72302 820 46 59 73080 139 337 410525 49 56 984 74032 91 521 755 824 926 43 87 75349 739 867[ 3000] 91 76443 699[ 500] 77712 98 805 78075 360 719 79124[ 1000] 51 57 269[ 1000] 398 444 48 532[ 500] 65 68[ 3000] 601[ 500] 80044 80 178 87 617[ 3000] 34 53 98 81152 262 [ 3000] 91[ 3000] 500 23 37 787[ 500] 821 27 60[ 500] 82305[ 1000] 589 83136 404 59 98 700 875 84340 547 657 984[ 500] 85065 165 282 437 919 86425 969 87008 125 96 98 691 716 836 88147[ 500] 312 89033 71 129 88 [ 500] 344[ 1000] 402 18 58 614 725 859 90174 232 98[ 500] 610 91422 91 557 99 629 72 [ 500] 761[ 3000] 821[ 1000] 44 73 941 78 92079 90[ 1000] 193 300 426 532 784 826 93159 294 351 495 94048 180 243[ 500] 685 830 95269 582 651 961 96055 110 215 [ 1000] 66 624 897 97047 231 352 54[ 500] 403 745 825 49 66 98278[ 500] 327 504[ 3000] 705[ 1000] 815 67 99023 127 70 342 67 627[ 1000] 31 39 89 820 52 100070 149 876 421 573 854 72 979[ 1000] 101296 [ 3000] 411 15 26 85 661 71 905 102046 202 12 27 368 411 575 904 103001 135 596 657 868 104147 203 333 91 543 972 105115 31 314 75 463 597 649 813 106016[ 1000] 45 345 457[ 500] 546 636 882 107372 407[ 1000] 555 721 829 108208 453 773 829 30 952 109057 454 581 600 797 806 912 110114 65 514 654 56 806 111401 6 49 86 689 729 91 112308 73 852 113132 377 532 46 856[ 3000] 969 [ 3000] 114026 622 798 892 115005 116 422 628 740 938 [ 1000] 116200 537 77 117161 306 81 477 565 685[ 500] 856 118022[ 1000] 259[ 500] 349 96 119067 189 352 583 824 923 120019 37 211 20 81 390 514 715 829 121325 646 82 752 122221 921 92 123017 44 89,107 274[ 500] 714 30 73 824 972 124150 54 247 413 898 125026 734 40 49 80 908 126186 234 51 377 581 722 928[ 3000] 127094 169 98 264 389 597 632[ 500] 33 92 889 934 128098 116 234 [ 500] 309[ 3000] 76 507 731 842 66 129018 222[ 500] 374 408 571 669 875 130003[ 500] 7 45 261 551 695 744[ 5001 801 962 131073 259 367 465 92 852[ 3000] 55[ 500] 83 132559 738 133046 405 31 47 545 665 828 134125 81 254 380 615 863 969 135397 553[ 500] 55 57 93 664 86 993 136002[ 1000] 43 222 91 575 774 92 137124 551 79 [ 5000] 661 713[ 500] 840 138444[ 500] 80 602 98 739 819 139444 538[ 1000] 851 93 140064 140 768 876 950 141070 108 252 332 464 642 725 37 71 86 142180 292 408 550 968 143254 453 615 893[ 1000] 144011 213 56 62[ 500] 89 386 600 56 928 42 145182 273 75 353[ 500] 442[ 1000] 503 25 605 40 734 879 995[ 500] 146441 668 147164 67 376 [ 500] 417 516 51 608[ 500] 44 728 73 806[ 1000] 148086 160 874[ 500] 149008 24 552 Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Soeben erschienen: Preußischer Wahlrechtskatechismus bon Paul Göhre, Prediger a. D. Preis 15 Pf. Gegen Volksverdummung, Volksknebelung und Volksausbeutung. Flugschrift zur Beurteilung der voltsfeindlichen Politik des preußischen Dreitlaffenparlaments. Zweite vermehrte Auflage. Preis 20 Pf. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68 Lindenstraße 69, Laden. 150000 26 268 79 445[ 1000] 72 530 90 657 753 858[ 1000] 914 53 151396 437 58 90[ 500] 545 61 30 605 55 957 152210 31[ 500] 878 80 457 153218 525 955 99 154045 287 358 503 738 962 155208[ 1000] 19 657 797 854 156267 342 617 26 742 45 157319 48 [ 3000] 583 656 710[ 500] 876 87 945 158409[ 3000] 706 816 66[ 500] 908 11 32 80 159009 207 425 689 796 828 48 160023 46 63 168 247 84 532 641[ 500] 781[ 5000] 822 161114 209 41 386 450 508 20[ 500] 700 852 974 162142 653 948[ 3000] 163288[ 500] 378 82 498 588 627 799 164025 287 78 487 557 719 63 165205 30 342 438 715[ 3000] 17 67 91 166106 68 841 969 167053 700 24 835 966 168031[ 500] 313 31 169135[ 3000] 95 342[ 3000] 411 545 170299 420 83 955 171358 417[ 500] 90 563 616 867 172175 204 310 67 491[ 500] 511[ 500] 679 888 901 173042[ 3000] 193 225 448 619[ 500] 861 174336 57 481 504 612 748 927 175045[ 500] 294 379 434 534 73 751 807 993 176043 56 183[ 500] 248 63 497 551 85 782 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527 739 233085 116 31 227 332 476 563 744 59 82 843 45 80 945 234067 548[ 500] 655 711 875 235052 115 225 75 743 925 236046 109 226 237382[ 500] 413 535 874 954 238301[ 500] 403 46 86 730 956 239245 52 88 435 540 665 74 726[ 500] 845 60 240081[ 500] 131 40 69 S06 624 760 917 29[ 1000] 241124 307 409 94 636 720 31 58 859 77 80 242012 238 86[ 500] 243397 416 759 910 62 244017 902 245073 138 353 609 701 812 246031 248 67 472[ 500] 76[ 1000] 966 247288 426[ 500] 95[ 500] 571 706 844 47 66 74 248003[ 1000] 324[ 500] 60 69 426[ 500] 687 249096 296 559 656 250011 423 66 563 768 73 821 984 251066 92 114 552 614[ 1000] 905 252019 35 575 82 716 30 67 906 253058 524 26 636 723[ 1000] 76 96 848 254002 243 58 67 408 514 62[ 500] 641 76 700 43 69 910 36 255045 547 756 899 905 75 84 256072 157 213 14 62[ 1000] 527 38 747 50 919 257098 625[ 1000] 258363 82 776 992 259102 22 243 360 514 90 610 23 260183 225 363 506 65 74[ 500] 70 9 71 261041 115 310 645 706 882 96 953 262000 30 89 97 369 617 705 19 844 86 263041 81[ 500] 158 520 612 264181 204 25 59 405 601[ 500] 718 27 265234 83 96 306 40 690[ 500] 936 266167 206 491 562 608 28 800[ 1000] 267696 764 804 15 268144 220 324 498 509 719 23 839 269213 74 82 313 735 43 806 37 58 902 270358[ 500] 543 710 53 83 817 987 271064 81 257 72 527 652 88 845 931[ 1000] 69 272025 47 214 316 75 50 640 45[ 500] 738 48 838 273203 6 351[ 500] 88 401 614 [ 1000] 767 831 916 54 274127 273 82 95 303 23 48 728 [ 1000] 33 275537 750[ 3000] 802 49 905 39 276113 17 85 244 91 712[ 1000] 56 95 935 77 277215 652[ 500] 719 34 73 882 278264 81 83 364 486 516 21 641 711[ 1000] 29 [ 500] 36 910 89 279001 152 71 77 222 693 735 91[ 1000] 93 735 921 32 280225 90 483 281036 327 669 812 958 63 282132 [ 1000] 633 48 983[ 500] 283251 86 368 444 75 533 786 860 93 950 70 284104 282 307 91 437 94[ 1000] 516[ 500] 36[ 1000] 700[ 500] 817 35 57[ 3000] 927 80 81 285133 225 40 757 848 905 286197 359[ 3000] 489 553 72 755 960 87[ 500] 287001 130 296 449 645 750 833 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 118. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 21. Mai 1908. Zur Landtagswahlbewegung. Rigdorf- Schöneberg.. Bernsdorf. Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet Noch lebend wurde das Mädchen nach dem Groß- Lichterfelder Kreisim Knorrschen Lokale eine öffentliche Wählerversammlung für Männer Krankenhaus gebracht, wo es nach wenigen Stunden seinen Ver und Frauen statt, wozu freundlichst einladet legungen erlag. Der Vorstand des Wahlvereins. Ueber den Selbstmordversuch eines achtjährigen Kindes wird Die Rigdorfer Behörden haben bekanntlich im Gegensatz zu Ertner. Den Genoffen zur Nachricht, daß die Abteilungslisten uns gemeldet: Am Montagabend gegen 91% Uhr stürzte sich die Schöneberg nicht den Steuersatz des laufenden Jahres bei der Aufstellung zur Abgeordnetenwahl von heute ab im Lokal von Degebrodt zu achtjährige Anna Gohlke aus einem Fenster der im ersten Stockwerk der Wählerlisten zugrunde gelegt. Es ist jedoch in einer Anzahl von jedermanns Einsicht ausliegen. des Seitenflügels Bellestr. 10 belegenen Wohnung ihres Stiefvaters, Fällen festgestellt, daß Urwählern, welche für das Steuerjahr 1908 Alt- Glienicke. Freitag abend 8 Uhr findet im Lokal des Ge- des 27 Jahre alten Arbeiters Ferdinand Wobig, auf den Hof hinab. zu einer geringeren Steuer veranlagt sind als für 1907, die ge- noffen Julius Knochen, Rudowerstraße 54 eine Urwählerversamm Hausbewohner fanden das Kind auf und trugen es nach der elterringere Steuer von 1908 bei Aufstellung der Wählerlisten an- lung statt, in welcher der Reichstagsabgeordnete Genosse Friz lichen Wohnung, wo ein herbeigerufener Arzt Verlegungen an der gerechnet ist. Zubeil über die Landtagswahl referiert. Hierauf Diskussion und Stirn und am rechten Ellenbogen feststellte und ihm die erste Hilfe Ob diese Unterschiede absichtlich von den unteren Beamten Aufstellung der Wahlmänner. Wegen der wichtigen Tagesordnung leistete. Als Grund wird angegeber: Das Mädchen, das sich viel gemacht worden, oder durch Versehen derselben entstanden find ist es Pflicht eines jeden Wählers, in der Versammlung zu erscheinen. umhertreibt, hatte auch an dem fraglichen Abend deshalb wieder mag einstweilen dahingestellt sein. Die Parteigenossen, bei denen in so abweichender Weise verfahren ist, wollen ihre Adresse, sowie die Steuersäge von 1907 und 1908 an den zuständigen Wahlleiter des Bezirks oder in unserem Wahlbureau abgeben. Das Wahlbureau befindet sich bis zum Wahltage in unserer Spedition, Neckarstr. 2. Am Wahltage, den 3. Juni, befindet sich das Zentralwahlbureau für Rigdorf im Lokale von Hoppe, Hermannstr. 49. Das Wahlkomitee. J. A.: A. Page Is. " Teltow. Das Wahlkomitee. Schläge erhalten. Furcht vor weiterer Züchtigung und vor der Rudow. Am Sonntag, den 24. Mai, abends 6 Uhr, findet im Unterbringung in Fürsorgeerziehung hat das Kind zu dem SelbstLokal von Palm die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. mordversuch veranlaßt. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung GroßBerlins. 2. Die Landtagswahlen. Im wesentlichen ist es Furcht vor förperlicher Züchtigung, die 3. Vereinsangelegenheiten. Die Kleinen veranlaßt, auf irgend eine Weise sich der Strafe zu 4. Verschiedenes. Die Stellungnahme zu den Landtagswahlen macht es unbedingt nötig, daß alle Genossen pünktlich erscheinen. entziehen. Die leider auch im Hause noch so sehr grassierende Ebenso ist es Pflicht der Genossen, die uns nahestehenden Wähler Prügelpädagogik ist die innere Ursache zu der schlimmen Erscheinung der dritten Klasse auf diese Versammlung hinzuweisen. der Kinderselbstmorde. Bemerkt sei noch, daß am Sonnabend, den 23. Mai, eine Flugblattverbreitung stattfindet. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Franz.- Buchholz. Am Sonntag findet bei Kähne eine öffentliche Steglik. Eine Urwählerversammlung fand am wählerversammlung statt, in welcher Genosse Artur Stadt Montagabend im Birkenwäldchen", statt. Dem gediegenen Vortrage hagen über die preußischen Landtagswahlen sprechen wird. Gedes Genossen Groger wäre eine zahlreichere Zuhörerschaft zu nossen! Agitiert zu dieser Versammlung; besonders die Frauen sind wünschen gewesen. Gegner waren nicht anwesend, eine Diskussion dazu eingeladen. konnte fich deshalb auch nicht entwickeln, da die Genossen mit den Ausführungen des Referenten einverstanden waren. Die Aufstellung der Wahlmänner ging glatt vonstatten, indem die Vorschläge des Wahlkomitees einstimmig angenommen wurden. Nieder- Schönhausen. Die Abteilungslisten liegen noch heute und morgen, den 22. Mai, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im Einwohner- Meldeamt, Blankenburger Straße 10, zur Einsichtnahme aus." 4 Am Sonntag, den 24. Mai, früh 8 Uhr, findet eine Handzettelverbreitung von den bekannten Stellen aus statt. Zahlreiches Erscheinen der Genossen ist notwendig. Der Vorstand. " Der Vorstand des Wahlvereins. Berliner Nachrichten. Der loyale" Kontrahent. Ist es in allen Fällen gleich nötig, fürchterliche Drohungen und Schimpfworte auszustoßen, daß das eigene Kind in dem zweiten oben mitgeteilten Falle handelt es sich um ein Stieffind Hinaus ins graue Elend flüchtet, um einer meist übertriebenen Mißhandlung zu entgehen und so namenloses Elend über die ganze Familie zu bringen? Kann man nicht durch eine vernünftige Erziehung und vor allem durch das lebendige Beispiel viel mehr erreichen? Wie viel Kinderleiber werden noch in der Tiefe der Asphalthöfe zerschmettern, wie viel jugendliche Leichen aus dem Kanal gefischt werden, ehe man von der mittelalterlichen„ Erziehungsweise" läßt? Arbeitgeberwah! zum Kaufmannsgericht Berlin. Bei der Wahl der Arbeitgeberbeisiger am 12. Februar 1908 wurden für die Liste I( Zentralwahlkomitee) eine große Zahl Stimm zettel abgegeben, die zum Teil bedeutend größer, als amtlich vorgeschrieben, waren zum anderen Teile wurde so dünnes Papier verwendet, daß infolge der Durchsichtigkeit der Stimmzettel von einer geheimen Wahl nicht die Rede sein konnte. Der amtliche Wahlausschuß erflärte trotz des Einspruches der Stimmzettel für gültig. Gegen diesen Beschluß wurde Beschwerde Agitationskommission der sozialdemokratischen Arbeitgeberliste diese erhoben, worauf am 13. Mai folgender Bescheid vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg eingegangen ist. Auf die an den dortigen Magistrat gerichtete Beschwerde vom 13. Februar d. J. über die Gültigkeit der Wahlen zum Kauf mannsgericht erwidere ich nach Prüfung des Sachverhalts ergebenst das Folgende: Die Durchsichtigkeit der Stimmzettel für die Liste I, ZentralWahlkomitee, ist zumal diese Zettel in der Regel zusammengefaltet abgegeben werden nicht derart, daß das Vorhandensein eines äußeren Kennzeichens im Sinne von§ 16 Abfay 8 des Drtsstatuts für das Kaufmannsgericht der Stadt Berlin angenommen werden kann. Dagegen sind die 1802 Stimmzettel, welche ein Maß von 11:14 statt 9:12 Zentimeter aufweisen, ungültig. Hiernach erfläre ich die Wahlen der unter Nr. 175 und 176 der Liste I aufgeführten Beisiger für rechtsungültig. Im Brit. Eine Absage haben die Liberalen den Sozialliberalen erteilt. Lettere hatten am Montag eine Versammlung nach Nosters Restaurant einberufen, in welcher Herr v. Gerlach referierte. Den schwachen Besuch der Versammlung erklärte der Vorsitzende der Versammlung damit, daß die Liberalen zur selben Stunde eine Ver- Falkenhagen- Seegefeld. Sonnabend, den 23. Mai, abends fammlung abhielten. Da nun auch die Brizer Arbeiter, außer 8 Uhr, findet im neuen Saale bei Schöneberg eine öffentliche einigen agitatorisch tätigen Genossen, sich der Versammlung fern- Versammlung statt. Parteisekretär Richard Schmidt- Belten hielten, so blieb der große Saal ziemlich öde. Kaum 40 Personen spricht über: Die bevorstehenden Landtagswahlen". hatten sich eingefunden, welche aufmerksam den Ausführungen des Hierauf sollen die Wahlmänner aufgestellt werden. Die Genossen Referenten lauschten. An der Debatte beteiligten sich zunächst wollen für starken Besuch sorgen. Donnerstag abend HandzettelSozialliberale und Genosse Kimriz, der seine Verwunderung darüber verbreitung für diese Versammlung. anssprach, daß so demokratisch gesinnte Leute wie die Sozialliberalen sich nicht der Sozialdemokratie anschließen wollen, denn diese sei doch diejenige Partei, welche die demokratischen Grundsäge am entschiedensten vertrete. Die fozialliberalen Diskussionsredner bes leuchteten besonders das traurige Verhalten des Blockfreisinns. Auch das Verhalten der Brizer Liberalen bei der legten Gemeindewahl wurde einer abfälligen Kritik unterzogen. Besonders wurde ihnen zum Vorwurf gemacht, daß sie befähigte sozialdemokratische Die Große Berliner Straßenbahn ist sichtlich nicht erbaut Gemeindevertreter verdrängt und an ihre Stelle unbefähigte liberale Vertreter gesezt haben. Lehrer Propst verteidigte das Berhalten der von der öffentlichen Kritik, die sie kürzlich in der Stadt. Brizer Liberalen, wären die alten Vertreter befähigt gewesen, so verordneten- Versammlung vom Oberbürgermeister und von hätte sie die Sozialdemokratie gewiß wieder aufgestellt. Seine Aus- verschiedenen anderen Rednern unserer Ansicht nach mit führungen veranlaßten den Genossen Händel zu betonen, daß die Recht erfahren hat. In einer umfangreichen, in allen bisherigen sozialdemokratischen Vertreter lediglich aus wirtschaft Berliner Blättern als Inserat erschienenen Veröffentlichung lichen Gründen auf ihre Wiederaufstellung verzichtet haben. sucht sich Direktion und Aufsichtsrat gegen den Vorwurf der Die besondere Befähigung der bürgerlichen Vertreter habe loyalität zu verteidigen und die Stadt Berlin als die eigentsich in der letzten Gemeinderatsfigung genügend gezeigt. hinzustellen. Den Gozialliberalen hielt er entgegen, daß sie wohl nicht um ben lich Schuldige an der gegenwärtigen Situation hinguste übrigen babe ich ben Magistrat erfucht, dafür Sorge zu Sieg, fondern um ihre Ehre fämpfen werden; denn es dürfte ihnen Die Berteidigung der Großen steht auf fehr schwachen Füßen; wohl schwerlich gelingen, das verrottete Bürgertum auf andere fic ergeht sich nur in Wiederholungen dessen, was in zahl Bahnen zu bringen. In seinem Schlußworte betonte der Referent reichen Schriftsägen ihrerseits behauptet worden ist. An den v. Gerlach die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zwischen Sozial- realen Tatsachen wird durch die geschraubte Auslegungskunst liberalen und Sozialdemokratie. Der Sozialdemokratie fönne er sich der Großen nicht das mindeste geändert. Es bleibt bestehen, aus inneren prinzipiellen Gründen nicht anschließen, weil er an eine daß nach dem klaren Wortlaut des Vertrages der Stadt mit Sozialisierung der Gesellschaft nicht glaube. dieser Gesellschaft der Betrieb im Jahre 1919 auf die Stadt Ober- und Nieder- Barnim. überzugehen hat. Es bleibt weiter bestehen, daß entgegen Die Not der Kirche wird in diesen Tagen wieder von den Vers Tegel. In einer imposanten, von 1200 Personen besuchten diesen vertraglichen Abmachungen die Große über den Kopf tretern der Kirchengemeinden Berlins auf den JahresversammWählerversammlung sprach am Montag Genosse Stadthagen der Stadt hinweg sich eine dreißigjährige Konzessions- Lungen der Kreissynoden erörtert. Schon seit Jahren bilden über die bevorstehende Landtagswahl. Der Redner wies am Ein verlängerung verschafft hat, und es ist die weitere Tatsache bei diesen Zusammenkünften immer wieder die Klagen über die gang seiner Ausführungen auf die Bedeutung des diesjährigen nicht hinwegzudiskutieren, daß diese private Erwerbsgesell- unaufhaltsame Zunahme der Austritte aus der Wahlkampfes hin und bezeichnete ihn als eine Etappe im Wahlschaft durch ihre in fortwährender Umänderung befindlichen Kirche einen Hauptbestandteil der Beratungen. Wie die betrübten rechtstampf. Eine scharfe Stritit setzte er an das Verhalten der er Freifinnigen, die aller liberalen Grundsäge bar mit den Konservativen Tunnelentwürfe alle verkehrsfreundlichen Maßnahmen zu Lohgerber, denen die Felle weggeschwommen sind, sigen die Herren den Wahlrechtsfeinden im Kreise Ober- Barnim ein Wahl hintertreiben versucht. Und das alles mit wohlwollender" Pastoren bei einander und sinnen auf Abhilfe. bündnis abgefchloffen haben. Im weiteren Verlauf seines Vortrages Unterstützung der Staatsbehörden. Danach bemesse man den beleuchtete der Redner die gesamte preußische Politik. Pflicht Wert der Verteidigung dieses loyalen" Kontrahenten. eines jeden Arbeiters sei es, sich trotz der öffentlichen Wahl stolz als Sozialdemokrat zu bekennen. Eine große Stimmenzahl sei der beste Kindertragödien. Protest gegen die Dreiklassenschmach. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen. Von den Gegnern, die eine für denselben Abend ein berufene Versammlung noch in der letzten Minute abgesagt hatten, meldete fich trotz ausdrücklicher Aufforderung seitens des Vorsitzenden niemand zum Wort. Genosse Halfes forderte noch die Frauen auf, das ihnen seit dem 15. Mai zustehende Recht auszunuzen und sich der politischen Organisation anzuschließen. Pflicht der Genossen sei es, zahlreich an den Wahlarbeiten teilzunehmen. Mit einem begeisternden Hoch auf das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht und die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Tegel. Die Abteilungslisten zur Landtagswahl liegen noch heute und morgen den 22. Mai im hiesigen Gemeindebureau in der Zeit von 9-1 Uhr und von 3-5 Uhr zur Einsicht aus. Sehe jeder nach, ob er in der richtigen Abteilung eingetragen ist. " 1 fragen, daß fünftig Stimmzettel von stärkerem Papier verwendet erem Papier werden." der Liste I müssen von der Liste II( Sozialdemokratische ArbeitgeberDurch die Ungültigkeitserklärung der Wahl von zwei Kandidaten liste) noch zwei Kandidaten als gewählt betrachtet werden, sodaß jest sechs fozialdemokratische Arbeitgeberbeifizer im Kaufmannsgericht Berlin vorhanden sind. Was sollen wir tun? so fragten sie einer den anderen auch wieder auf der Jahresversammlung der Kreissynode Friedrichs werder I, die am Dienstag als erste der diesjährigen abgehalten wurde. Daß die Austrittsbewegung nicht nur ungeschwächt fortdauert, In erschreckendem Maße mehren sich die Kinderfelbstmorde. Eine sondern in diesem Jahre wieder noch eine Steigerung erfahren hat, wahre Epidemie scheint jetzt in der großen Weltstadt Berlin zu das wird in dem Jahresbericht des Vorsitzenden über die„ kirchlichen graffieren. Fast keine Woche vergeht, ohne daß die Blätter die und sittlichen Zustände" offen zugegeben. Geklagt wird, daß jetzt lakonische und doch so erschütternde Notiz bringen, daß in dieser auch schon die jungen Leute der Kirche entzogen werden, nachdem oder jener Straße ein jugendliches Leben freiwillig geendet hat. die Sozialdemokratie stärkeren Einfluß auf die heranwachsende Jugend Die 12jährige Else B. stürzte sich aus Furcht vor Strafe vom zu gewinnen gesucht habe. vierten Stock herab.„ Die Leiche des 13jährigen Kurt M. Mit banger Sorge wird den Wirkungen der erneuten landete gestern an der-brüde. Es liegt Selbstmord Erhöhung des Kirchensteuersages entgegengesehen, die vor." Das Auge des ständigen Zeitungslesers huscht flüchtig den Mitgliedern der Kirchengemeinden beschert werden soll. Schon über die Notiz unter„ Lokales" oder„ Vermischtes" hinweg. Kaum bisher wurde der Entschluß, sich nach der längst vollzogenen innerlichen daß einer mal das Blatt aus der Hand legt, um über das furcht- Loslösung von der Kirche auch äußerlich von ihr loszusagen, bei bare Ereignis einige Minuten nachzudenken. Das Großstadtleben vielen mitbestimmt durch den Wunsch, der Kirchensteuer zu entgehen. stumpft ab. Ein Unglück, das an einem kleinen Ort alle Gemüter Die schärfere Heranziehung der Arbeiterbepölkerung zur Einkommenin höchste Bestürzung versezt und auf lange Jahre hinaus Gesprächs- steuer hat dazu geführt, daß zahlreiche Arbeiter auch zur KirchenRummelsburg. Die Abteilungslisten liegen am 20., 21. und stoff bildet, spülen die Wogen der Weltstadt im Handumdrehen von steuer herangezogen wurden, und das hat manchen mit aufgerüttelt, 22. Mai im Rathause, Türrschmidtstr. 24, vorn parterre, in der Zeit hinnen. Wieviel herzzerreißendes Kinderelend bergen die ver- dem bis dahin die Austrittsbewegung gleichgültig gewesen war. Was von früh 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr und von 5 bis 8 Uhr schwiegenen Wände der modernen Massenquartiere. An den stummen, foll, so jammern jetzt die Pastoren, erst dann werden, wenn die abends öffentlich aus. Einsprüche sind sofort zu Protokoll zu geben. falten Mauern verhallen die Schmerzensschreie einer ge- Kirchensteuer noch weiter erhöht wird? Außerdem liegen die Abteilungslisten für die erste und zweite peinigten Kinderseele ungehört. Und dringt der Verzweiflungsruf Erhöht foll und muß die Kirchensteuer werden, weil die Kirche Abteilung für den Ortsteil Borhagen bei Genossen Tempel, AltBorhagen 56, und für den Ortsteil Rummelsburg bei Genoffen wirklich einmal bis zu der Nachbarschaft, so kann man oft genug mehr Geld braucht, sintemal die Pastoren mehr Gehalt noch Eltern zu ihren eigenen Kindern sagen hören: hört ihr, haben wollen. Diese Verkünder des Gotteswortes schelten auf John, Karlshorster Straße 1, aus. Elschen kriegt Haue, die war sicher unartig". Nur selten erfährt die der Kanzel über die Jagd uach den vergänglichen Gütern der Erde, Deffentlichkeit durch eine Gerichtsverhandlung, daß ein entmenschtes sie preisen ihren Gläubigen die Freuden der Genügsamkeit und EntElternpaar ein ihnen mißliebiges Kind in bestialischer Weise zu sagung, fie verweisen die Armen und Bedürftigen auf die unTode gemartert hat. Aufsehen errengende Fälle, wie jener der Frau vergänglichen Schätze des Himmels. Aber sie selber wissen den Wert Major und der Fall der Frau Dr. Bergmann sind noch in aller Er- einer Gehaltserhöhung zu würdigen, die den auf das Jenseits vers innerung, wenn auch hier noch das Schlimmste verhütet und die tröstenden Pastoren schon das Diesseits möglichst behaglich gestalten Menschenknospen dem Leben erhalten bleiben fonnten. soll. Wir verdenken es ihnen nicht, wir meinen aber, daß sie dann aufhören sollten, über die Begehrlichkeit" ihrer Mitmenschen zu getern. Es ist Pflicht eines jeden einzelnen Wählers, die Abteilungslisten, welche für die Wahl nur allein maßgebend sind, einzusehen, ob er auch richtig eingetragen ist. Das Wahltomitee. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. In Halensee, T.-B., steht uns das Lokal Wilmersdorfer Festfäle", früher Johann Georg Haus", Johann- Georg- Straße 19, zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Aus Halensee wird berichtet, daß sich ein neunjähriges(!) Schulmädchen in seiner Herzensangst aus dem dritten Stod in den Hof Einem von ihnen ist es eingefallen, daß die Pastoren, zu gestürzt hat. Motiv: Frau Bichenner vermißte aus ihrem PorteDie Lokalkommission. monnaie eine kleine Geldsumme und überzeugt, daß ihre beiden deren Gunsten die Kirchensteuer erhöht werden muß, selber von Achtung! Erster und dritter Wahlkreis! Zwecks Agitation unter ältesten Kinder, Mädchen von 9 und 8 Jahren, sich das Geld an der Kirchensteuer befreit sind. Sie sind selber davon befreit, den Frauen findet heute abend 8 Uhr in der Lebensquelle, Rom geeignet und bernascht hätten, wollte sie die fleine Minchen züchtigen. wirken aber selber mit bei der Festsetzung der Höhe des Kirchenmandantenjir. 20, eine Versammlung statt. Genossin Fräulein Während über die jüngere das Strafgericht erging, hatte die ältere, steuerfazes. Das müsse, so meinte einer aus der Streissynade Baader spricht über die bevorstehende Landtagswahl. Genossinnen das neunjährige Trudchen, sich vor der zürnenden Mutter in eine Friedrichswerder I, auf manche Kleine Leute einen seltsamen Ginund Genossen, sorgt für zahlreichen Besuch dieser Versammlung. andere Stube geflüchtet und diese verriegelt. Die Erregung der druck machen. Er beantragte daher, Schritte zu tun, um Aufhebung Halensee. Heute Donnerstag, den 21. Mai, abends 81% Uhr, Frau wurde hierdurch nur noch gesteigert und in ihrem Zorn stieß dieser Kirchensteuerfreiheit herbeizuführen. Aber da tam er beifindet in den Wilmersdorfer Festsälen", Johann- Georg- Straße 19, fie schwere Drohungen gegen ihr Kind aus. Da wurde dieses von seinen Amtsbrüdern übel an. Ihm wurde erwidert, die Kircheneine Urwählerversammlung statt. Die Genoffen werden ersucht, für namenloser Angst gepackt. Es schwang sich über die Brüstung der steuerfreiheit der Pastoren beruhe doch auf einem Staats- und regen Besuch derselben Sorge tragen zu wollen. Ian die Stube grenzenden Loggia und stürzte fich auf den Hof hinab. Kirchengefeß, und übrigens sei sie eine Art Bulage zu ihrem nicht " ausreichenden Gehalt. Und die Shnobalversammlung Beseitigte| Wannsee unternahm der Fahrgast Sann das Tttenfal. Richtet et Sp. faufte gegen die Borderplattform des Motorwaggons, wurde den Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung! hielt zwei Streifschüsse in den Hals und den Kopf. Nachdem ein zur Seite geschleudert und erlitt schwere innere Verlegungen sowie Arzt in Wannsee den Verwundeten, den ein Privatautomobil eine Gehirnerschütterung. Der Berunglidte wurde nach dem Stranten feiner Wohnung in Berlin transportiert. hilflos am Wege liegend fand, verbunden hatte, wurde er nach hause am Urban übergeführt. Unter die Räder eines Laftwagens Seine Verlegungen geriet in der Elsasserstraße der Wäscher Krämer aus Köpenid, als erwiesen sich als nicht lebensgefährlich. Der Täter versuchte, er von seinem Wagen herabstieg, um einen Kunden zu besuchen. nachdem er die Schüsse auf den Kutscher abgefeuert hatte, der st. erlitt schwere innere Berlegungen und mußte nach dem Krankendarauf aus dem Wagen sprang, das Auto selbst weiterzuführen. hause am Friedrichshain gebracht werden. Das Fahrzeug rannte aber gegen einen Baum und blieb stehen; So werden diese Gottesmänner wenigstens die Not" beseitigen, unter der sie selber zu leiden glauben. Mehr Gehalt sollen fie friegen, die Kirchensteuer muß deshalb erhöht werden, fie selber aber wollen teine Stirchensteuer zahlen, auch nicht nach der Gehaltserhöhung. Dieser Beschluß dürfte auf die„ Kleinen Leute" einen so seltsamen" Eindruck machen, daß er eine erneute Zunahme der Stirchenaustritte, eine weitere Steigerung der Not der Kirche bewirken wird. Bolizei und freie Jugendbewegung. der Fahrgast fuchte das Weite. Ein Gendarm unternahm in der Friedrichsfelde. Nacht die Verfolgung des Flüchtigen, jedoch ohne Erfolg. Die Aus der Gemeindevertretersihung. Die Einführung des neu Polizei weiß noch nicht, ob es sich um einen Raubanfall handelt, gewählten besoldeten Schöffen Caffebaum sowie der neu bezw. oder ob der Chauffeur etwa mit seinem Fahrgast in Streit geraten wiedergewählten bürgerlichen Gemeindevertreter vollzog sich in der üblichen Weise. Der nächste Puntt betraf die Abänderung der FreiBur Polizeiaftion gegen die am Borabend der Jugendlichen- it, in deffen Verlauf die Schüsse abgegeben wurden. Entrechtung aus der Protestversammlung der Jugendlichen heim- Ein gewerbsmäßiger Hundedieb ist gestern der Polizei in die bankordnung. Der Landrat hatte die Höhe der Gebühren bemängelt. Lehrenden Teilnehmer, über die wir unter den legten Nachrichten Monaten auf die Diebstähle von Hunden verlegt. Das neue Ge- über die Bildung der Schuldeputation in Friedrichsfelde, regte GeHände gefallen. Der wohnungslose Händler Bergner hatte sich seit Dieselben wurden ermäßigt. Bei Punkt: Erlaß eines Ortsstatuts der Freitagnummer berichteten, werden uns nachträglich noch einige werbe brachte dem Burschen viel Geld ein. Der Hundebieb stabl noffe Binseler an, derselben die Bewilligung der Lernmittel zu ergänzende Angaben gemacht, die das Bild der Affäre stimmungsvoll bie Tiere in einer bestimmten Gegend von der Straße fort und ver- übertragen. Dies ist jetzt Sache der Armendeputation. Der Ge vervollständigen. Unsere Gewährsleute erzählten uns, daß die Fest- faufte fie dann an einer anderen Stelle. Gestern wurde er endlich meindevorsteher stellte Berücksichtigung in Aussicht. Gleichzeitig genommenen auf der Polizeiwache von Schußleuten mit den Worten: von seinem Schidsal ereilt. In Groß- Lichterfelde hatte er versucht, stellte er fest, daß die Bewilligung von Lernmitteln an bedürftige Laufejungen, Strolche, Banditen und ähnlichen Ausbrüden angeredet eine Anzahl Hunde, die er im Westen Berlins und in Schöneberg Rinder schon heute nicht als Armenunterstübung gelte. Die Feft wurden. Ein Wachtmeister bedauerte, daß er bei Eingreifen auf der gestohlen, an den Mann zu bringen. Ein Schußmann wurde auf sehung des Fremdenschulgeldes wurde nach den Anträgen des Ge meindevorstandes- 2,50 M. pro Kind und Monat ohne Debatte Straße den Säbel nicht schnell genug herausbekommen habe. Gleich das Treiben des Verdächtigen aufmerksam und nahm ihn fest. angenommen. Bei Bewilligung der Ueberschreitung der Baukosten über'n Haufen müßte man die Hunde stechen!" meinte er Den Arm zermalmt. Ein schwerer Automobilunfall hat sich für den Um- und Grweiterungsbau des Mädchenschulhauses beboll Tatenbrang.„ Na, es ist ja kein Wunder, fie gestern nachmittag am Oranienburger Tor zugetragen. Der neun- antragte Genoffe Pinseler Verweijung der Abrechnung an die neulernen's bon den Alten!" wurde sachverständig bemerkt. jährige Sohn des Kaufmanns Röhl, Luisenstr. 49 wohnhaft, hatte zuwählende Baukommission. Der Bau sei damals für 38 000. Der Herr Polizeileutnant hörte alle diefe Ausbrüche des Schutz- das Geschäft seines Vaters, das am Oranienburger Tor liegt, auf- bergeben worden, es müsse festgestellt werden, ob diese Nachfordemannseifers offenbar nicht als indes einer der Festgenommenen suchen wollen. Als der Knabe den Fahrdamm der Straßenkreu- rung des Unternehmers gerechtfertigt ist beg. wer der Verantwort zungen überschritt, wurde er beim Ausweichen eines Automobil- liche sei. Auch mehrere bürgerliche Gemeindevertreter schloffen sich sich die Bemerkung erlaubte, daß eine der beliebten Titulaturen auf omnibusses von einem Droschkenautomobil erfaßt und unter die dem Antrage an. Der Gemeindevorsteher und auch der Gemeindeihn nicht passe, fuhr der Herr Leutnant sofort dazwischen und verbot Räder geriffen. Das schwere Gefährt ging ihm über den rechten baumeister erklärten aber, daß sich auch durch eine erneute Prüfung dem jungen Manne das Sprechen. Der Herr empfand dann offenbar Unterarm hinweg und zermalmte diesen fast vollständig. Der an der Sache nichts wird ändern lassen. Es wäre dies eben eine die Verpflichtung, etwas für die Erziehung der jungen Leute zu tun, Snabe fand in der königlichen Klinik Aufnahme. von den vielen alten Sünden der früheren Verwaltung. Die die ihm wohl als bedauernswerte, arg verführte Schäflein er Feuer in der Citypaffage. Ein größerer Dachstuhlbrand, der Mehrkosten wurden schließlich mit Mehrheit bewilligt. Der Schöffe schienen. So bemühte er sich denn, ihnen militärischen Schneid bei- wieder einmal von verbrecherischer Hand angelegt wurde, beschäf- Krausnit wird von seinen Aemtern entbunden; eine Neuwahl foll zubringen, fommandierte im schönsten Kasernenhofton: Stramm tigte die Feuerwehr gestern vormittag in der Citypassage, Dres möglichst bald erfolgen. Ebenso sollen die Wahlen der Kommiffionsgestanden!"" Papiere raus 1"- Marsch!" usw. Einer der dener Straße 52/53. Bei Ankunft der ersten Löschzüge war das mitglieder bald erfolgen. Bei Bewilligung der Kosten zur Umjungen Leute, der einen franken Fuß aufs Knie gelegt hatte, wurde Feuer schon längst über seinen Serd hinaus. Die Wehr griff pflasterung der Prinz- Adalbert- Straße in Karlshorst zwischen angefahren, sich anständig hinzusetzen. Auf die Bemerkung, daß er daher sofort mit fünf Rohren ein. Nach einstündiger Löschtätigteit Auguste- Vittoria- Straße und Güntherstraße wurde wieder eine der einen franken Fuß habe, wurde ihm die Antwort: Hier heißt's galt die Hauptgefahr als beseitigt. Es stellte sich heraus, daß das bielen alten Sünden der früheren Verwaltung aufgededt. Die Feuer an zwei Stellen angezündet war Ein Brandherb lag auf Straße wurde seinerzeit von dem Grundstücksspetulanten und Baunicht frant sein, hier heißt's gehorchen!" dem Boden des Vorderhauses, der zweite auf dem Boden des meister Gregorovius, der auch Gemeindevertreter ist, angelegt. Da linten Seitenflügels, weit entfernt vom anderen. Der Bufall will das Pflaster so schlecht hergestellt war und auch die Straße über es, daß in einem in demselben Hause belegenen Bariété zurzeit das eine Sumpfftrede führte, so daß das Pflaster immer wieder berStück„ Der Brandstifter" gegeben wird. fant, wurde sie von der Gemeinde nicht übernommen. Im Jahre 1900 beschloß die Gemeindevertretung, daß Gregorobius als Sicherheit für die ihm obliegende Unterhaltungspflicht eine Raution in höhe von 3000 m. zu leisten hätte. Dieser Beschluß wurde nicht ausgeführt; die Kaution wurde nicht gestellt. Bom Jahre 1904 liegt ein Schriftstüd vor, wonach die Gemeinde die Schente, Rödelstraße usw. von Gregorovius gegen eine Abfindung bon 7500 2. übernimmt. Die Adalbertstraße wurde aber ausbrücklich ausgeschlossen. Trotzdem weigert fich Gregorovius jetzt, die Straße zu unterhalten. Dadurch, daß die Gemeinde die analisation in der Straße verlegt hätte ohne ihn zu fragen, wäre ihm die Straße abgenommen. Der Herr will aber so gut sein und 500 M. zu den etwa zehnmal sobiel betragenden Kosten beisteuern. Auch der Gemeindevorstand war der Ansicht, daß durch die Kanalisation die Straße tatsächlich übernommen fei. Ein Gemeindevertreter warf die Frage auf, warum denn Gregorovius, der doch als Gemeindevertreter gewußt hat, daß die Straße fanalisiert werden sollte, dagegen nicht Einspruch erhob, da die Gemeinde doch nicht über dieselbe zu verfügen hatte. Der Gemeindevorsteher bedauerte der Ueber die Attacke selbst ist noch zu berichten, daß die Schußleute nicht nur mit blankem Säbel auf die von der Versammlung Sommenden eindrangen, sondern auch Polizeihunde auf sie hegten, so daß einem aus der Schar die Hose zerrissen wurde. Am Grünen Weg wurde auf einen Trupp, der sich von Polizisten Die Frechheit, mit der die Brandstifter arbeiten, ist kaum zu verfolgt sah und der sich in eine Seitengasse retten wollte, von einer beschreiben. Nachdem sie gestern die Häuser in der Dresdener dort stehenden Schutzmannskette eingehauen. Einer der Beteiligten Straße 52/53, Kleine Frankfurter Straße 12 und Landsberger erhielt einen Hieb in die Zähne. Am Brenzlauer Tor wurde aber Straße 89 angezündet hatten, sind sie weiter gegangen und haben mals auf die Flüchtenden eingehauen, an der Ede der Danziger das erst fürzlich vollständig renovierte Haus Büsching Straße und Prenzlauer Allee wurden die in die Bedürfnisanstalt straße 20 angezündet. In diesem Hause befindet sich sogar Flüchtenden verfolgt und unter Schlägen hinausgedrängt. Am ein Polizeirevier. Das hat die Burschen nicht abgehalten, Landsberger Tor, in der Nähe der Friedensstraße, sah man einen das eben erst von Gerüsten befreite Eckhaus an Schuhmann einen der jungen Leute ohrfeigen. Wer davon rannte, Barnim Straße 48 gleich an mehreren Stellen anzusteden. wurde berfolgt und verbauen. Kurz, es war eine glorreiche Affäre Die Polizei bemerkte die Gefahr erst, als die Flammen aus dem der Berliner Schuhmannschaft. Dache emporloderten und die Hausbewohner nach der Feuerwehr riefen. Diese entsandte sofort von der Brandstelle in der Kleinen Frankfurter Straße einen Zug, dem bald andere folgten. Mit fünf Schlauchleitungen von Dampfsprizen mußte die Wehr tüchtig Waffer geben, um ein leberspringen des Feuers nach der Barnimstraße zu verhüten. Der Dachstuhl war nicht mehr zu retten, er ist mit dem Inhalt vieler Bodenverschläge ein Raub der Flammen geworden. Die Täter find entkommen. Leider sind wieder mehrere Mieter, die nichts versichert haben, arg geschädigt. Abschlagszahlung" für städtische Beamte. " Die Stadtverordneten von Berlin beabsichtigen, einen von allen Fraktionen mitunterzeichneten Antrag bei der Stadtverordneten bersammlung einzubringen, den Magistrat zu ersuchen, tunlichst bald nach dem Vorbilde des Staates und des Reiches den städtischen Beamten eine entsprechende Abschlagszahlung" auf die in Aussicht genommene organische Gehaltsregelung zu gewähren und diese Zahlung bei der späteren Gehaltsaufbesserung in Anrechnung zu bringen. Die Stadtverordnetenversammlung sieht einer besonderen Vorlage des Magistrats entgegen. Die Wittel für diesen Zwed in Höhe von rund 1 Millionen Mart sind schon in den laufenden Etat eingestellt worden. Der Polizeipräsident bringt erneut in Erinnerung, daß nach der Polizeiverordnung vom 27. Mai 1892 nicht flüssige Nahrungsund Genußmittel in Berlin nur nach Gewicht, Stückzahl oder Bundzahl verkauft werden dürfen und demnach auch der Verkauf von Obst nach sogenannten. Tinen, d. h. nach Hohlmaß, nicht zuläffig ist. Die Aufsichtsbeamten sind angewiesen, Berfehlungen dieser Art besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Unter einem Faß begraben wurde der Vorarbeiter Bachmann, der bei Asphaltarbeiten in der Danziger Straße beschäftigt war. 2. leitete das. Abladen von Teerfässern und stand neben dem Wagen, als ein Faß, das hinuntergerollt werden sollte, den Händen der Arbeiter entglitt. B. vermochte der stürzenden Last nicht mehr schentel zerschmetterte. Der Schwerverletzte wurde nach dem auszuweichen, die ihm auf die Beine fiel und den rechten UnterLazarus- Krankenhaus gebracht, wo jedenfalls eine Amputation des des Gliedes vorgenommen werden muß. Bei dem Brande in der Kleinen Frankfurter Straße 12 sind mehrere Feuermänner zu Schaden gekommen: Der Feldwebel Babilowsty von der 1. Kompagnie durch herabfallende Schiefer bom Turme des Hauses, der Oberfeuermann Ulrich, dem Balfen auf den Kopf fielen, der Feuermann Günther durch Stichflammen, der Feuermann Dorband I durch Stichflammen und Qualm. Die Löschmannschaften waren vollständig erschöpft. Zu refognossieren. Am 17. Mai wurde im Spreekanal an der Monbijoubrücke die Leiche eines unbekannten etwa 30 Jahre alten Mannes, 1,60-1,65 Meter groß, mit dunklem Haar und Schnurrbart, angeschwemmt. Die Leiche, welche anscheinend mehrere Wochen im Wasser gelegen hat, war bekleidet mit dunklem Jadettanzug, grauen Strümpfen und Halbschuhen. Die Leiche befindet sich im Leichenschauhause, Hannoversche Straße 6, und kann bort refognosziert werden. fostenlos. mit einem Blick auf den der Verhandlung beiwohnenden G., daß er nicht deutlicher werden könnte. Alle Anwesenden erwarteten über ihn verhandelte; das geschah aber nicht. Die Mehrheit der nun, daß sich G. aus der Situng folange entfernen würde, als man Versammlung war der Ansicht, daß die Sache durchaus nicht zweifelsfrei fei. Es soll noch in einer Kommission untersucht werden, ob G. nicht doch noch unterhaltungspflichtig ist. Der Ge meindevorstand hatte beantragt, einer Witwe, beren Mann der Gemeinde 24 Jahre lang als Nachtwächter treu gedient hatte, eine monatliche Unterstützung von 20. zu zahlen, die aber nicht als treter stellte und begründete einen Antrag auf Gewährung einer Armenunterstüßung gelten soll. Gin bürgerlicher Gemeindeber Unterstützung von 30 M. monatlich. Da dieser Antrag aber bon teiner Seite unterstübt wurde, blieb es bei 20 M. Hierauf wurde die öffentliche Sigung geschlossen und der Erwerb eines Grundstückes und Verbreiterung der Schloßstraße in geheime Sigung verhandelt. Nixdorf. Ihren schweren Berlegungen erlegen ist die 16 jährige Elifabeth Schütz, die sich am Sonntag in selbstmörderischer bficht aus dem legenen Wohnung der Mutter herausgestürzt hat. Das junge Fenster des vierten Stodwerks der in der Hermannstraße 229 beMädchen starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Weißenfee. Sein 50jähriges Jubiläum als Berliner Universitätslehrer beging gestern der Professor Dr. Wilhelm Förster. Der bekannte Gelehrte hat sich auf dem Gebiete der Mathematik und der Astronomie große Verdienste erworben. Dr. Förster war langjähriger Leiter der Berliner Sternwarte, Begründer der Urania und eifriger Von einem traurigen Geschick ist ein unbekannter Mann am Förderer der in der Gesellschaft für ethische Kultur propagierten Wilmersdorfer See ereilt worden. An dem Ufer des Sees tann Bestrebungen. Dr. Förster war ein sehr selbstloser Mann. Er man täglich Personen beobachten, die Wasserflöhe, welche als Fischist in Arbeitertreisen bekannt geworden durch seine populären futter dienen, fangen. Gestern wurde nun aus dem stillen Gewässer Vorträge über Himmelserscheinungen, die er vollkommen unent- die Leiche eines unbekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes gezogen, Welchen Verwaltungsapparat die Gemeinde Weißensee zu geltlich hielt. Er hat sich nicht gescheut, diese Vorträge in Arbeiter der bei dem Fangen von Fischfutter ins Wasser gestürzt ist und sich unterhalten hat, zeigen nachstehende Bahlen. Der Ort zählt zurzeit vereinen selbst während der sozialistengefeßlichen Zeit zu halten. aus dem moraftigen Sumpf nicht mehr zu retten vermochte. Von zirka 42 000 Seelen. An der Spike steht ein Bürgermeister als Das ehrte den Mann. weitem war der Borgang beobachtet worden, doch als man zu der Amts- und Gemeindevorsteher, ihm zur Seite stehen zwei besoldete Unfallſtelle eilte, war der Unbekannte bereits in dem See ber Schöffen, bon benen einer zurzeit außer Dienst ist( Dr. Pape). Schwunden. Bergeblich versuchte man den Verunglüdten zu retten. Ferner fünf höhere Beamte: ein Hochbaurat, ein Tiefbaurat, ein Die jest gelandete Reiche wurde zur Rekognosjierung nach dem Gemeindearzt, ein Leiter des Wohlfahrtsamtes, ein Betriebsdirektor des Elektrizitätswertes. Beamte in leitender Stellung: ein BureauSchauhaufe überführt. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts. Direktor, ein Kämmereiinspektor, ein Polizeikommissar und ein 8 Uhr, im Bürgersaale des Berliner Rathauses beamte sind vorhanden: zwei Polizeiwachtmeister, fieben Vollfrankheiten veranstaltet am Montag, den 25. Mai, abends Bureauvorsteher. Dann folgen 12 Sekretäre, ein Steuerfaffierer, ein Staffenrendant, 44 Affiftenten, Registratoren usw. An Unter. einen öffentlichen Vortragsabend. Fräulein Adele Schreiber ziehungsbeamte, 21 Bolizeisergeanten, ein Gemeindebiener, vier spricht über Sexualpädagogit. Butritt für jedermann Nachtwächter, welche nach und nach durch Bolizeisergeanten ersetzt auch Nichtmitglieder werden. Im Hochbauamt sind beschäftigt: zwei Bauführer, zivei Architekten, drei Techniker; im Tiefbauamt: drei Ingenieure, zwei Techniker, zwei Inspektoren, drei Wassermessertontrolleure, fünf Vermessungsbeamte, ein Maschineningenieur, ein Maschinenmeister; dann folgen noch 17 männliche und sieben weibliche Bedienstete. Insgesamt werden an diefe Personen 299 135,28 Mt. Gehälter pro Jahr gezahlt. Hinzu kommen noch 35 000 Mt. Löhne für die Straßenarbeiter, 7800 wt. für die Gemeindegärtner mit Arbeitern und 22 300 Mt. für die Angestellten und Arbeiter der Kanalisation. Außerordentlich hoch erscheinen auch die Ausgaben für die Schulverwaltung. Borhanden sind sieben Gemeindeschulen mit 138 Lehrpersonen( inklusive Rettoren), welche 334 191,66 Mt. Ausgaben pro Jahr verursachen. einem Aufwand von 43 385 M. Das Realgymnasium, welches im Die Oberrealschule hat 11 Lehrkräfte mit Entstehen begriffen ist, verursacht eine Ausgabe für Lehrkräfte von 6480 Mt. Die höhere Mädchensaule bat 11 Lehrkräfte und werden an Gehälter 28 975 Mt pro Jahr gezahlt. Insgesamt berursacht die gesamte Schulverwaltung mit allen Einnahmen und Ausgaben einen Zuschuß von 427 500,50 2. Schon dieser gewaltige Verwaltungsapparat zeigt, daß unser Ort längst das Dorf= gewand abgeschüttelt hat und getrost in den Kranz der Städte um Berlin eintreten tann. Die Ausscheidung aus dem Kreise wäre auch insofern erwünscht, als die Gemeinde den Beitrag von 98 370,86 Mt. an den Streis für sich verwenden könnte. Die Zus Betracht. Wilmersdorf. Der Kampf um die Milchkundschaft wird in Moabit mit den feltsamsten Mitteln geführt. Weit draußen in der Huttenstraße Bersonen, die am Sonntag, den 22. März, nachmittags gegen haben die vereinigten Moabiter Milchhändler, darunter auch die 45 Uhr, anläßlich des Besuches des Friedhofes der Märzgefallenen Großfirma Bolle, einen roten Milchwagen in Betrieb gestellt, der im Friedrichshain einer Sistierung eines Besuchers aus der Reihe das Liter Vollmilch statt für 22 für 15 Pf. abgibt. Der ausge- der bort aufgestellten Personen beigewohnt haben, werden um Ansprochene Zweck dieser Maßregel ist, einen in der Huttenstraße gabe ihrer Adresse an Abendroth, Beermannstr. 9, Querg. 3 Tr. wohnhaften Milchhändler, der die Preiserhöhung von 20 auf 22 Pf. bei Mlatet, gebeten. nicht mitmacht, zu ruinieren. Der arg bedrängte Milchhändler hat in seinem Schaufenster Blakate ausgehängt, in denen er mitteilt, daß ihm gedroht sei, man werde ihn unschädlich machen, weil er sich dem Beschluß des Vereins der Milchhändler nicht gefügt habe. Geit dem Sonnabend steht dieser Milchwagen vor dem Hause des boykottierten Milchhändlers, umlagert von einer großen Menge, die ihre Gloſſen zu dem neuesten Milchkriege macht. Wer Sieger in diesem Konkurrenstampfe sein wird, ist noch nicht abzusehen. Durch Not und Entbehrung ist der Metallarbeiter Hermann A aus der Adalbertstraße in den Tod getrieben worden. A. war längere Zeit ohne Beschäftigung und vergeblich hatte er sich bemüht, wieder Arbeit zu erhalten. Es trat bei ihm bald bittere Not ein und in der Verzweiflung nahm sich der Bedauernswerte das Leben. Er stürzte sich in der Nähe des Pionier- llebungsplates in die Fluten der Spree und ertrant. Gestern wurde die Leiche des Lebensmüden gelandet. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht gegen 2 Uhr stand auf dem Gesundbrunnen, Briezener Straße 9, der Dachstuhl eines einStöckigen Fabrikgebäudes in großer Ausdehnung in Flammen. Der 16. Bug unter Leitung des Brandmeisters Steiner mußte mit mehreren Schlauchleitungen kräftig Wasser geben, um den Brand, dessen Entstehung auf vorsätzliche Brandstiftung zurückgeführt wird, zu löschen. Gleichzeitig hatte der 7. Bug in der Frankfurter Allee 117a zu tun, wo in einer Tischlerei durch Selbstentzündung von Buzwolle ein Brand ausgekommen war. Ferner brannten in der Cothenius ftraße 18 u. a. Wäsche, Körbe, Hausrat usw. und in der Fennstr. 45 eine Schmiede. Außerdem war in der Liegniger Straße 22 Fett in Brand geraten. Vorort- Nachrichten. Revolverattentat auf einen Chauffeur. Ein rätselhafter Vor- Eine Anzahl Verkehrsunfälle werden vom gestrigen Tage gewendung, die der Streis an die Gemeinde macht, tommt fast nicht in fall, der noch der näheren Aufklärung bedarf, hat sich in der vermeldet. In der Leibnizstraße in Charlottenburg wurde das 28 Jahre floffenen Nacht auf der Potsdamer Chauffee, unmittelbar neben alte Dienstmädchen Martha Schmidt beim Ueberschreiten des Fahr dem Rathaus von Wannsee, ereignet. Dort wurde der Chauffeur dammes durch eigene Schuld von einer Automobildroschke überEmil Richter, der eine Automobildroschte der Automobilgesellschaft fahren und so schwer verlegt, daß sie nach dem Krankenhause Westend Die freie Turnerschaft Wilmersdorfs eröffnet am Sonntag, den Somet" fuhr, von seinem Fahrgaste durch zwei Schüsse verlegt. gebracht werden mußte. Der Kaufmann Spider, in der Wefer- 24. d. M. ihren öffentlichen Turnplay in dem Restaurant zur Klause, Dem unbekannten Täter gelang es, zu entkommen. Richter stand traße in Rigdorf wohnhaft, fuhr auf einem Zweirade die Kottbuser Wilmersdorf, Hildegardstr. 5-6, 9 Uhr vormittags, volkstümliche Dienstagabend mit seiner Droschte am Anhalter Bahnhof. Er Straße entlang. Vor dem Haufe Nr. 15 wollte er einem Omnibus Wettkämpfe der Männer- und Lehrlingsabteilung; 4 Uhr nachs wurde von einem ungefähr zwanzig Jahre alten, blaffen Menschen ausweichen und bog nach dem Straßenbahngleis hinüber, auf dem mittag: Turnerische Aufführungen, Reigen und vollstümliche Spiele ohne Schnurrhart aufgefordert, ihn na Botsdam zu fahren. In aus entgegengesezter Richtung ein Zug der Linie 47 herannahte. der Männer, Damen- und Lehrlingsabteilung. Gleichzeitig finden feben Mittwoch umb Sonntag auf dem Turnplat in der Klaufe bollstümliche Spiele statt. Außerdem Sonntagnachmittag Spiele der Schuljugend unter Leitung von Vorturnern. Gerichts- Zeitung. Hehler und Rechtsanwälte. Vermischtes. Ein Millionendefraudant. Nach einer Meldung aus Toulon ist der Bankier und Börsenmakler Drouhin nach Unterschlagungen im Betrage von einer Million Frank geflüchtet. Er wird steckbrieflich berfolgt. Berduftet. Wie aus Lemberg gemeldet wird, hat sich der Jesuitenprior Pater Sieprawosti, welcher wegen eines Sittlichkeitsattentats, begangen an einem österreichischen 17jährigen Mädchen fchuldig gemacht hatte, jedoch auf freiem Fuß belassen worden war, nach Amerika geflüchtet. zu. B. G. R. Lichterfelbe. Rein, außer mit Zuftimaung belder Standes beamten. Gebf. Eine Klage wäre leider aussichtslos. Gin gesehlich durch zuführender Anspruch steht nach Ihrer Darlegung Ihrer Tochter nicht zu. 8. D. 200. 1. und 2. Wenden Sie sich an Genossen Simanowski, Engel- Ufer 15. 3. Leider ja. B. G. 138. Soweit ersichtlich, steht Ihnen noch für 26 Wochen die Hälfte des Krankengeldes Dringend 23. In diesem Falle tönnte auch für den April Steuer erfordert werden. 2. G. 38. Ja: Sie können durch ein eigenhändig ge- und unterschriebenes Testament die Frau aber auf das Pflichtteil sezen. H. M. 6. Die Steuer würde auf 30 M. nach Shrer Darstellung herabzusehen sein. In Betracht kommt§ 19 des Einkommensteuergesetes, Der Sehlereiprozeß, in welchem sich zur Zeit der belannte Stonnach dem bei dem Borhandensein von fünf Kindern unter 14 Jahren eine Ermäßigung um zwei Stufen stattfindet. Außerdem müßten Sie bei der flift zwischen dem Rechtsanwalt Dr. Dstar Cohn und zwei Mite Reklamation z. B. Aufwand für Arbeitsgeräte und dergl. mit etwa 80 M., Hans. In Ihrem Falle gliedern des Gerichtshofes zugetragen hatte, beschäftigte gestern Eine Luftschiffahrt mit Hindernissen. Aus Barcelona wird Fahrkartengelder asp. in Anrechnung bringen. wiederum die 7. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des gemeldet: Zwischen Alpeher und Valle in der Provinz Ferragona erbt bie Wutter die Hälfte, die beiden Söhne die andere Hälfte. Portland 1908. 1. Bis mindestens zum Jahre 1930 wäre ein NachLandgerichtsrats Wille. Angeklagt war die Schankwirtin Marie fuhr ein Luftballon in geringer Höhe, so daß das Seil den Boden dienen möglich. Sonst steht der Rüdtehr nichts im Bege. 2. a) nein, Treptow 100. Beide Fragen find zu be Salzwedel. Die Angeklagte betreibt in der Bischofstraße eine berührte. Mehrere Bauern ergriffen das Seil und wollten den Luft- b) durch Weiterzahlung. schiffer Magdalena zur Landung zwingen. Dieser weigerte fich fagen. W. R., Charlottenburg. 1. Strafbarfeit liegt nicht bor. Schankwirtschaft, in der zumeist Hausdiener und sonstige Angestellte jedoch und forderte die Bauern zur Freigabe des Seiles auf; er bot 2. Ohne Kenntnis der Klage nicht zu beantworten. 3. Das ist möglich, der in der Nähe liegenden großen Geschäfte verkehren. Da die ihnen sogar Geld, aber vergeblich. Der Luftschiffer warf nun brei die Staatsanwaltschaft hat darüber zu entscheiden. 23. 23. 21. Rein. Kriminalpolizei beobachtet hatte, daß der seit langer Zeit als gewerbs- Sandsäcke aus und brachte den Ballon zum plöglichen Steigen, womäßiger Hehler bekannte Handelsmann Fleischmann wiederholt das durch die Bauern zu Boden geschleudert wurden. Der Ballon prallte Lokal mit Paketen verließ, wurde eines Tages eine Haussuchung in gegen einen Felsen; hierbei zog sich der Luftschiffer schwere Verder Wohnung der S.schen Eheleute vorgenommen, bei der u. a. ein legungen zu. Der Ballon erhob sich sodann bis zu einer Höhe von wertvoller Teppich vorgefunden wurde. Es ergab sich, daß die An- 3000 Metern. Der Luftschiffer konnte später unter günstigeren Um geflagte ihn von einem Hausdiener, der in einem gegenüberliegenden ständen seine Landung bewerkstelligen. Teppichgeschäft angestellt war, für 18 M. gekauft hatte. Außerdem wurde noch ein Karton gestohlener Hüte beschlagnahmt. Die Verhandlung nahm einen für die Angeklagte so günstigen Verlauf, daß der Staatsanwalt selbst die Freisprechung be antragte, auf die das Gericht auch erkannte. Das frühere vom Reichsgericht aufgehobene Urteil hatte bekanntlich eine Strafe von drei Monaten ausgeworfen. Die Leidensgeschichte eines Kindes Eingegangene Druckfchriften. 0 Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Martthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäft flau, Breise unverändert. Bild: Zufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Breife nachgebend. Geflügel: Bufuhr reichlich, Ge schäft still, Breise gebrüdt. Fische: Bufuhr mäßig, Geschäft matt, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise in Butter nachgebend. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bufuhr reichlich. Geschäft rege, Preise behauptet. Bitterungsübersicht vom 20. Mai 1908, morgens 8 Uhr. Nummer 11 des Süddeutschen Postillon versendet die Münchener Verlagsfirma M. Ernst. Ein Heldenbild Friedrich Naumanns ziert die erste Seite. Ein Bollbild tonterfeit die Staatsretter mit der Schere, Ein träftiger preußisch bahrischer Wiz ziert ein farbiges Halbbild, Bieloh- Stationen lampel's Anstrengungen fennzeichnet das Schlußbild. Bom tertlichen Inhalte fei hervorgehoben: Freisinns Nrichstagsferien( Gedicht). Die Er mittierung aus Storfu( Gedicht). Ein Interview beim Fürsten Eulenburg. Die Flugblattverbreiter( Gedicht).- Dernburgs Reisen( Gedicht). Bielerlet Glossen und prächtige Satire. Ginzelnummer 10 Pf. Briefkaften der Redaktion. beschäftigte gestern wieder einmal den Moabiter Strafrichter. Wegen Mißhandlung ihres eigenen Kindes war die Frau Martha Thal geb. Schröder bor ber 6. Straftammer des Landgerichts I an geflagt. Die Angeschuldigte hatte sich vor einigen Jahren ber heiratet. Aus der Ehe ging ein jetzt 5jähriges Mädchen hervor, welches sich durch einen unglüdseligen Umstand die Abneigung Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter und den Haß der Mutter zuzog. Als die Kleine Marie Sof, britter Eingang, vier Treppen, Dahrstuhl zur Welt fam, hatte die Mutter schon sehr viel zu wochentäglich abends von 7 bis 9% br ftatt. Geöffnet 7 1hr leiden. Eine infolge der Geburt entstandene schwere Krankheit Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein warf die Angeklagte auf das Krantenbett danieder, von dem Buchstabe und eine Bahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort fie fich erst nach über einem Jahre wieder erheben fonnte. Dies wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Evrechstunde vor. gab bie Veranlassung zu einer großen Abneigung gegen das un- tommando zu richten und hätte in Ihrem Fall Aussicht auf Erfolg. Die G. G. 35. 1. Ein Gesuch um Befreiung wäre an das Bezirksschuldige Kind. Wo es ging und stand, wurde es wegen der Erfüllung des weitergehenden Antrages ist Glüdsjache. R. 46. Leiber geringfügigsten Unarten von der Mutter geschlagen und fast alltäglich hätte eine selage keinerlei Aussicht auf Erfolg. G. B. 23. 1. Nein. hörten Nachbarn aus der Wohnung der Angeklagten heraus fläg 2. Biemlich regfam.- R. O. 1001. Nein.. 2. 27. 1. Wenn die liches Schreien und Winseln schallen. Hausbewohner beobachteten Uebertragung der Forderung schriftlich erfolgt und der Sparkassenverwaltung auch wiederholt, daß die kleine Thal von der Mutter mit einem mitgeteilt ist, ja. 2. Die Papiere genügen nicht, es fäme auf einen Eid an. 2. 66. Sie oder Ihr Anwalt muß um Erteilung von Aus. diden Waschlöffel und anderen Werkzeugen in der rohesten 3. Sa. Beise mißhandelt wurde. Der Körper der Kleinen war fertigungen des Urteils einkommen. Bis zur Erteilung vergehen etwa zwei G. K. 10. Den von Ihnen beabsichtigten Zweck der Einstets mit blutunterlaufenen und zum Teil offenen Striemen bedeckt. Schließlich wurde von Nachbarn Anzeige bei der Polizei haltung der Antragsfrist erreichen Sie am besten dadurch, daß Sie schriftlich unter Schilderung des Sachverhalts bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag erstattet. Eine törperliche Untersuchung des Kindes ergab deutliche stellen. Sollte die Staatsanwaltschaft die Erhebung der Antlage ablehnen, Spuren von Mißhandlungen allerschwerster Art. Das Schöffenweil fein öffentliches Interesse vorliege. so ist doch auch für die später, etwa gericht erkannte mit Rücksicht auf die von der Angeklagten zutage nach einem halben Jahr eingereichte Privatflage die Antragsfrist gewahrt. gelegten Roheit und Brutalität auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Hiergegen legte sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Angeklagte Berufung ein. Die Be rufungsstraftammer bestätigte jedoch nach der erneuten Beweisaufnahme das erste Urteil und berwarf die Berufung fostenpflichtig. Wahlrechtsliteratur. Wir empfehlen folgende, den Bahlrechts- und Wahlkampf betreffende Schriften: 246/ 10* Die Wahlrechtsreform im Dreiklaffenparlament. :: Die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses:: vom 10. Januar 1908. Mit einem Vorwort. Brets 50 Bf. Wahlrecht und Wahlrechtsdemonftration vor dem Deutschen Reichstage. Aus den Verhandlungen des Deutschen Reichstages vom 22. Januar 1908. Der prenßische Befreiungskrieg. Preis 20 Bf. Ein Mahnwort an die Landtagswähler Preußens. Preis 20 Pf. Unter dem elendesten aller Wahlsysteme. :: Materialien zur Beurteilung der politischen Rechtlosigkeit:::: Preis 1.50 M. der Arbeiterklaffe in Preußen. Die preußischen Landtagswahlen. Bon Dr. Leo Arons. Die gesehlichen Bestimmungen nebst Erläuterungen. Preis 20 Pf. :: Gegen Volksverdummung, Volksknebelung und:: Volksausbeutung. Materialien zur Beurteilung der volksfeindlichen Politik des preußischen Dreitlaffenparlaments." Preis 20 Pf. Der preußische Volksschulgefeh- Entwurf. Materialien zu seiner Beurteilung. Preis 20 Pf. Der Zukunftsstaat der Junker. Manteuffeleien gegen die Sozialdemokratie im preuß. Herrenhause am 11. und 13. Mai 1904. Mit Einleitung und Anmerkungen von Kurt Eisner. Preis 20 Pf. Der preußische Landtag. Handbuch für preußische Landtagswähler. Herausgegeben von P. Hirsch. Preis geb. 4 M. Die schwere Benachteiligung der volkreichsten Landesteile Preußens bei den Landtagswahlen. Mit fünf graphischen Tableaus von Prof. R. Siegfried. Eine Duelle reichen statistischen Materials. Preis 1 M. Expedition des Vorwärts. Berlin SW. 68, Lindenstraße 69( Laden). Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- afer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. 2489L* Monate. D. 2. 22. Lediglich die Armendirektion würde einzutreten haben. I. S. 60. Wenn Sie erklärt haben, Sie seien damit einverstanden, daß der Mitspieler nicht weiterspielt, so hätte er feine Rechte. Haben Sie aber das Gegenteil erklärt( das scheint der Fall gewesen zu sein), so müssen Sie den Gewinnanteil unter Abzug der geschuldeten Beiträge auszahlen. 21. G. 82. 1. Ja. 2. Nein. Wenden Sie sich an die betreffende Gewert schaft oder direkt an das Gewerbeinspektorat. A. D. 100. 1. u. 2. Ja. Barometer. fland mm Sunp Qui Bind tarte Better Sminembe. 766 36 1wolfig Hamburg 768 WM Berlin 767 S Franti.a.M. 768 ND München 768 S 28ien 5.= 4° R. Zemb. n. Stationen Barometer. fland mm indflatte Bind. richtung Haparanda 755SHO Wetter Temp. n. 6. 16 moltig 2bededt 17 Betersburg 759 28 2 moltig 18 Scilly 2 heiter 8 771 NRD 3 Nebel 11. 1 wolfig 17 berbeen 4 moltig 17 Paris 768 WNW 769 NNW 2 halb bb. 11 2bebedt 15 768 SD 1 mollig 18 Wetterprognose für Donnerstag, den 21. Mai 1908. Etwas fühler, vielfach wolkig mit Gewitterregen und meist schwachen Binden aus wechselnder Richtung. Berliner Betterbureau. Waferstands- Nachrichten ber Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Bafferstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Stroffen Dder, Ratibor Frantjurt Barthe, Schrimm Nete, Bordamm Leitmeriz Elbe, Dresden Barby Magdeburg Landsberg am feit am Jeit 19. 5. 18. 5. em cm³) Wasserstand 19. 5. 18. 5. cm cm³) 316 +24 Gaale, Grohlik 142-13 224 +7 Havel, Spandau) 112 1 252-26 Nathenow³) 159 173 -14 Spree, Spremberg) 98 253 -13 Beeskow 140 262 10 efer, Münden 20 -25 136 0 Minden 108 -10 121+2 Rhein, Marimiliansau 252 -10 57 +1 Staub 351 -11 43 +1 Köln 401-25 -61 -12 Nedar, Heilbronn 97 -13 249-15 Main, Wertheim 161 -9 217 -10 Mosel, Trier 122 13 Fall, 3) Unterpegel. 4)+ bedeutet Wuchs, Bekanntmachung. 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Die Bersammlungen finden statt: Für den an Berlin angrenzenden Ortsteil Boxhagen bis influfive Gürtelstraße ( großer Saal), in Prachtsälen des Ostens Frankfurter Allee 151/52. Für den übrigen Teil Boxhagens bis zur Ringbahn im Café Bellevue, Hauptstraße 2. Für den Ortsteil Rummelsburg, außer dem fogenannten Ries im Saale der Ww. Weigel, Türrschmidtstr. 45. Für den Kietz im Saale Gorgas, Neue Prinz Albert- Str. 30/31. B/ 3. Das Erscheinen aller Urwähler ist dringend erforderlich! Arbeiter und Schutzzoll". Eintritt frei. 21435* Freie Aussprache. Deutscher Tabakarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Freitag, den 22. Mai 1908, abends 8%, Uhr, im unteren Saal der Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 18m: Außerordentl. Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Aufgaben des am 22. Juni in Hamburg stattfindenden 6. Gewerkschaftskongresses. Referent: Stadtverordneter Genosse Adolf Ritter. 2. Wahl eines Delegierten zum 6. Gewerkschaftskongreß. 3. Dertliche Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 187/6 Zu dieser Bersammlung ist das Mitgliedsbuch unbedingt mitzubringen, denn es haben nur solche Mitglieder Zutritt und Stimmrecht, die nicht mehr wie 4 Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstande sind. Vor dem Eingang des Saales tönnen etwa noch fehlende Marten gelöst werden. Die Bevollmächtigten. J. A.: S. Rosenthal, Swinemünderstr. 62 II Jenensia- Räder! Mod. I 10 Jahre Garantie! ☐ Teilzahlung! Adler Räder! = 2428L Abgerissen u. unmodern an Garderobe brauchen Sie bei unseren Preisen nicht zu gehen. Wir empfehlen getragene Monatsgarderobe in feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herrschaften, Doktoren. Kavalieren nur Wochen gebrauchte Monats- Anzüge. 7, 10, 14, 18 M. Monats- Paletots 5, 8, 12, 16 M. Hauptgeschäft: J.Wand Große Frankfurter Str. 116 2. Geschäft: Chausseestr. 89 3. Geschäft: Chausseestr. 86 Bekanntestes Spezial- Geschäft für Monatsgarderoben Berlins. Phänomen- Räder! 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