Nr. 120. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pränumerando? Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Humänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., fedes meitere Wort 6 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der preußische Landtag und die Bergarbeitergesetzgebung. Sonnabend, den 23. Mai 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. find, mehr Kohlen zu fördern als bisher, einen über das Ber- Arbeiter! Daraus entstanden fortgesett Streitigkeiten, die hältnis hinaus geringeren Sohn erhalten sollen als diejenigen, von der Bergbehörde und eventl. den Gerichten durchdie mehr als bisher fördern können." Auf diese höchst devote Bittschrift der damals noch königsfreuen Knappen antwortete der Minister b. benpli unterm 16. Mai 1867 durchaus ablehnend. Es sei alles in Ordnung" hieß es damals wie heute! Welche Folgen die Aufhebung der alten Schutzbestimmungen für die Bergarbeiter hatte, sagt uns die Unfallstatistik. Bon 1000 Ruhrbergleuten berunglückten tödlich: Geltung des Geltung des alten Berggefeßes 1850 freien Arbeitsvertrages" 1860 . 1,790 1855 • • 1860 1,549 1,967 1865 1867 2,712 2,838 3,103 weg im Sinne der Werksherren entschieden wurden. Schließlich zündete ein Funke, das übervolle Bulver faß explodierte, der für die Beibehaltung der alten Seilfahrt kämpfenden Belegschaft von„ Bruchstraße" schlossen sich über 200 000 Kameraden an, traten in den denkwürdigen Generalstreit 1905. Er wäre vermieden worden, wenn der Landtag die Lehren von 1889 beachtet hätte! Der Generalstreik wurde beendet, da der Reichskanzler Fürst Bülow versprach, die dringenden Reformen der Bergarbeitergefetgebung durchzusehen. Die Bergarbeiter hofften auf eine Reichs berggesetzgebung, die Regierung jedoch ging mit ihrer Vorlage abermals vor den preußischen Landtag! Wieder zer stückelte und verhunzte der Land. Von den 732 584 Personen, die 1907 in der Knapp schaftsgenossenschaft gegen Unfallfolgen versichert waren, arbeiteten rund 90 Proz. auf Werken im preußischen Staatsgebiet. Der preußischen Bergbehörde lag es 1907 ob, 2273 Bergwerke nebst Nebenanlagen mit einer Gesamtbelegschaft von 656 323 Arbeitern zu inspizieren. Bei der weit überragenden Stellung Breußens als Bergwerksstaat gegenüber den anderen Bundesstaaten versteht sich's von Im gesamten preußischen Kohlenbergbau berun- Damit war von vornherein das Schicksal der schutzbedürftigen selbst, daß die preußische Berggesetzgebung von den glüdten pro 1000 Arbeiter: 1841/52: 1,650, 1861/66: Bergarbeiter besiegelt! anderen bundesstaatlichen Regierungen wesentlich nach- 2,656, 1881/90: 2,934. geahmt wurde und wird. Darum darf man sagen, im In England, mit seinem älteren und ausgedehnteren tag die durchaus gemäßigte Regierungspreußischen Landtage wird über die Rechtsverhältnisse Kohlenbergbau begann man derzeit mit der Einschränkung vorlage. In der Berggesetzkommission übernahmen wieder und den Lebensschutz der gesamten deutschen Bergarbeiterschaft der Ausbeutungsfreiheit. Hier verunglückten pro 1000 tohlen- die Nationalliberalen die Führung bei der Gesezesentschieden. Die Bemühungen der sozialdemokratischen Reichs- arbeiter: 1824/64: 3,570, 1861/65: 3,240, 1881/90: 1,923. berhunzung. Die Regierungsvertreter wurden im tagsfraktion, wenigstens die Bergarbeiter Gesezgebung Man fann also nicht sagen, die enorme Vermehrung Plenum und in der Kommission abgerüffelt, wie sie fich dem Reichsparlament zu übertragen, sind erfolglos geblieben, der Todesfälle im preußischen Bergbau seit 1861 sei dem ge- überhaupt unterstehen könnten, vermittelnd in den Streif worauf wir in einem anderen Zusammenhang noch zurückfährlichen Bergbau an sich geschuldet; dem wider einzugreifen; die Einbringung der Vorlage sei eine Stärkung sprechen die englischen Zahlen. Die erschreckende Vermehrung der revolutionären Bestrebungen" usw. Als das KomWie hat nun der preußische Landtag seine Verpflichtung, der Unfälle ist vielmehr aufs Konto der preußischen Landtags- missionsprodukt, vor dem die Regierung mit die für den Nationalwohlstand so außerordentlich wertvolle gesetzgebung zu schreiben, die den Arbeiter rücksichtslos dem ihren besseren Vorschlägen tapfer zurück w ich, im LandBergarbeiterschaft vor maßloser Ausbeutung und den ausbeuterischen Grubenkapital überlieferte. Die Theorie bom tag einstimmig von den Konservativen, Nationalliberalen Betriebsgefahren möglichst zu schüßen, erfüllt? freien Arbeitsvertrag" war um so haltloser, weil den und dem Zentrum angenommen war, da schrieb der christkommen. eine Abnormität". Dennoch stimmte die gesamte Sentrumsfraktion für die Abnormität! Der BergInappe" urteilte über die Arbeiterausschüsse,„ ein anständiger nappe" urteilte über die Arbeiterausschüsse, ein anständiger Charakter" müsse es sich überlegen", Mitglied des Arbeiterausschusses zu werden. Das ist die„ Krone" der Berggeseknovelle vom 14. Juli 1905. Vor der schon gekennzeichneten Bergbaufreiheit" wurden Arbeitern derzeit die Koalition verboten war, lich nationale.„ Bergknappe" empört:" Den Bergdie Bergarbeiter mit Rücksicht auf ihren schweren und gefähr- während sich Grubenbesigervereine bilden arbeitern sind Steine statt Brot gegeben"! lichen Beruf als eine Arbeiterschaft behandelt, denen ein be- durften! Eine generelle Festsetzung der Schichtzeit war abgelehnt, sonderes Wohlwollen von den Landesbehörden zuteil werden An dem Rechtszustand, den hinsichtlich der Bergarbeiter ferner das Verbot der Frauenarbeit, ein besserer Schutz der müsse. Wir wollen absehen von der Aufzählung der bürger- verhältnisse das Gesetz von 1860 gefchaffen hat, ist bis heute Sugendlichen, die Heranziehung von Arbeiterinspektoren zur lichen Vorrechte, die dem Bergarbeiter gestattet wurden, und wesentliches nicht geändert worden. Wir beziehen uns Grubenkontrolle, die Einschränkung der Strafwillkür, die Voruns nur beschränken auf die Registrierung der zur Sicherheit des dabei auf die seitdem immer wieder erhobenen Berg- schrift ſanitärer Einrichtungen. Ueber die vielumstrittene Einkommens, der Gesundheit und des Lebens der Knappen arbeiterforderungen: Generelle Beschränkung der Seilfahrt bezw. Ein- und Ausfahrt wurde nur bestimmt, sie getroffenen landesherrlichen Vorkehrungen. Die Annahme Schichtzeit auf 8 Stunden inkl. Ein- und Ausfahrt; dürfe 2 Stunde nicht übersteigen, was infolge der wohl abund Ablegung der Bergarbeiter und der Betriebsbeamten schärfere Werkskontrolle mittelst Heranziehung von war Sache der Bergämter, deren Beauftragte den ganzen Arbeiterinspektoren; Verbot der Frauenarbeit, weil sichtlich dehnbaren Fassung zu neuen Streitigkeiten Grubenbetrieb leiteten, Normallöhne feststellten, für ein aus- fie besonders im Bergbau zur förperlichen Degeneration der geführt hat. Das Nullen" wurde zwar verboten, aber statt deffen eine Geldstrafe bis zu 5 Mark pro Monat tömmliches Gedinge( Afford) sorgten, auf Innehaltung der weiblichen Arbeiter und schließlich ihrer Nachkommenschaft und Arbeiter zugelassen, eine Reform", die unter fast durchweg achtstündigen Schicht fahen und den führt; Verbot der Arbeit Jugendlicher unter Tage; unbedingte Umständen den einzelnen Arbeiter schwerer schädigt, als der betrieblichen Sicherheitszuständen große Auf- Borschrift der Errichtung von ſanitären Anstalten( Bade-, frühere Zustand. Die„ Krone der Reform" sind die„ Arbeitermerksamkeit widmeten. Daß dieses Arbeitssystem den Knappen Wascheinrichtungen, Verbandsstuben, humaner Verlegten ausschüsse", denen aber entgegen den Arbeiterforderungen nicht zuträglicher war, als der durch das Gesetz vom 21. Mai transport usw.); Sicherung des Arbeitsverdienstes durch un- einmal die Befugnis erteilt ist, bei Streitigkeiten über 1860 eingeführte fog. freie Arbeitsvertrag", be- umgängliche Vorschriften betr. wirklich gegenseitigen Akkord- Gedinge- und Lohnfestsetzung schlichtend mitzuwirken. Diese weisen die vielfachen Bitten der befreiten" Bergleute, sie abschluß und Auszahlung des vereinbarten Lohnes. wieder in die früheren Arbeitsvertragsverhältnisse zurück zu Die gewaltige Streitbewegung des Jahres Bestimmungen nannte im Landtag der Abg. Trimborn bersetzen. 1889 enthüllte der Oeffentlichkeit die Verfündigung der Ein Beweis für die Verschlechterung der Arbeiter- Gesezgeber und der Werksbefizer an den Bergarbeitern. lage unter der Geltung des freien Arbeitsvertrages ist u. a. Troß aller Mahnungen und Bitten der geschundenen Knappen auch der Streik im niederschlesischen Berg- hatte der Landtag an der Fiktion des sogenannten„ freien revier im Jahre 1869. In Schlesien betrug früher die Arbeitsvertrages" festgehalten, nichts unternommen um die Bergarbeiterschicht 8 Stunden; sie wurde, vorzüglich nachdem Verlängerung der Schichtzeiten, die willkürliche Regelung Vergleicht man das was der preußische Landtag in der feit 1861 den Grubenbesitzern die unbeschränkte Annahme, der Seilfahrten", die Veraubung der Arbeiter durch das Bergarbeitergesetzgebung positiv" geleistet hat mit Entlassung und Ausnutung der Bergarbeiter gefeßlich ein- skandalöse" Nullen", das willkürliche Straffyftem usw. zu dem, was die Knappen seit Jahrzehnten fordern, geräumt worden war, nach und nach auf 12-14 Stunden ver- verhindern. Schon die vielfachen partiellen Bergarbeiter- dem, was die Knappen seit Jahrzehnten fordern, längert! Die Behandlung der Arbeiter wurde so rücksichts- streiks in den 70er und 80 er Jahren hatten Tatsachen zutage so trifft das Urteil:„ Steine statt Brot" durchaus zu. Die wofür fie 1889 und 1905 opfervolle kämpfe führten, los, daß selbst den geduldigen Schlesiern der Geduldsfaden riß. gefördert, die von einem wahrhaft absoluten Schreckens- un fall statistik zeigt deutlich genug, welchen praktischen Am 1. Dezember 1869 legten 8000 Waldenburger Bergleute regiment der Bechenpaschas zeugten. Der preußische Wert die von den Interessenten gelobten„ Bergarbeiterschutzdie Arbeit nieder; mit der Hungerpeitsche trieb Landtag tat nichts, um die Arbeiter dagegen zu man sie schließlich zur Grube zurück. Was schüßen. Die angesammelte Empörung tam zum elementaren gefeße" besigen. Es ereigneten sich im deutschen Bergbau fie forderten, war ihnen vom preußischen Landtag durch das Ausbruch in dem großen Streifjahr 1889. Selbst die offizielle( der zu 90 Proz. im preußischen Staatsgebiet betrieben wird): Gesetz vom 21. Mai 1861 genommen. Untersuchung der Grubenzustände konstatierte unerhörte Welche sozialpolitische Bedeutung diese Bergarbeiter- Standale, die den„ freien Arbeitsvertrag" als einen Sklavenbefreiung" hatte, geht klar hervor aus einem an den König vertrag kennzeichneten. gerichteten alleruntertänigsten Immediatgesuch" rheinisch= Troßdem schwang sich die preußische westfälischer Bergarbeiter vom 29. Juni 1867, Regierung nicht zu einer durchgreifenden worin es heißt: Reform der Bergarbeitergesetgebung auf, Nachdem durch das Gesetz vom 21. Mai 1860 bie Aufsicht fondern legte einen Gesezentwurf vor, der den Grubender Bergbehörden über den Bergbau und das Verhältnis der befizern zuliebe feiner der prinzipiellen BergarbeiterBerg- und Hüttenarbeiter betreffend"( Preußische Gefeßsammlung forderungen gerecht wurde. Aber selbst dieser sehr zahme Nachdem die„ Reformgesete" von 1892 und 1905 erlassen bon 1860 Nr. 201) die Abschließung der Verträge zwischen den Gesezentwurf ging den vornehmlich der nationalBergeigentümern und den Bergleuten lediglich dem freien Ueber- Gefebentwurf ging den flut erwarten, sofern die Robredner der sozialpolitischen Arbeitszeit und des Arbeitslohnes von den Gewerkschaften( d. H. fapitals im Landtage au weit". Das Gesetz vom 24. Juni Bandtagstätigkeit Recht hätten. Wir sehen aber die Unfälle einkommen derselben überlassen ist,... findet die Feftfebung der liberalen Partei angehörenden Vertretern des Gruben- maren, konnte man doch mindestens eine Stauung der Unfalls. sen Stapitaliſten) ganz nach ihrem Belieben statt. Bon ihnen ist 1892 ist kein Bergarbeiterschutz-, vielmehr ein Bergarbeiter- absolut und relativ zunehmen! Für 1907 liegen erft Teilseitdem die Arbeitszeit zwangsweise so übermäßig verlängert truzgesetz geworden! Diese böse Tat erzeugte den noch gewaltigeren Bergarbeiter direkt zu Tode, gleich 2,064 pro 1000, gegen 266 ergebnisse vor. Im Oberbergamtsbezirk Breslau kamen 294 worden, daß bei der ohnehin schon so ungesunden Arbeit viele Bergleute bereits mit 30-35 Jahren arbeitsunfähig werden, Streif der rheinisch- westfälischen Berg- cder 1,956 pro 1000 im Jahre 1906! Im Oberbergamtsbezirk zudem die Gewerke unferen Lohn auch so niedrig gestellt haben, arbeiter im Januar Februar 1905. Die primäre Bonn, wo zwei Massenunglüce furz hintereinander auf daß er kaum hinreicht, uns die nötigsten Lebensbedürfnisse zu Ursache dieses Ausstandes war bekanntlich das Vorhaben der fiskalischen Saargruben vorkamen, wurden 260 Rohlenarbeiter verschaffen. Sie betrachten uns nur als willenlose Maschinen und Arbeitsinstrumente, beren Arbeitskraft sie zu ihrem Vorteile Bechenverwaltung Bruchstraße", eine„ Regelung der Seil getötet, gleich 3,697 pro 1000, gegen 89 oder. 1,313 pro 1000 möglichst ausnuten können. So ist auf den meisten Bechen jetzt fahrt", gleichbedeutend mit einer abermaligen Verlängerung im Jahre 1906! Im Ruhrgebiet stieg die Zahl der an-möglichst ausnußen können. So ist auf den meisten Zechen jent des unterirdischen Aufenthalts der Bergleute, durchzusetzen. gemeldeten Unfälle von 44 267 auf 46 474, die sofort tödlichen eine 10-11ftündige Schicht eingeführt.( 1) Budem dauert die Mangels präziser gefeblicher Bestimmungen über Schichtzeit, Verunglückungen betrugen 677 gegen 586 im Vorjahre! Die Förderung der Leute meist noch zwei Stunden. So lange Ar- Seilfahrt usw. hatten die Grubenbesitzer nach ihrem Belieben preußischen Berginspektorenberichte über 1907 fonstatieren in beitsschichten kann aber unser Körper unmöglich auf die Dauer bestimmt was" Rechtens" sei. Der Landtag hatte es ab fast allen Grubenbezirken eine bedeutende Zunahme aushalten, so erfreulich es auch ist, wenn die Gruben einen regen gelehnt, in denfreien Arbeitsvertrag" einzugreifen, überließ der schweren und tödlichen Unfälle! Absatz ihrer Produkte haben. Wie systematisch die Ausbeutung es der einseitig von den Grubenbefizern ausgearbeiteten Das ist die Probe aufs Exempel! Welcher Wertist unserer Arbeitskraft durch die Gewerkschaften betrieben wird, firengungen auf einingen, zeigt unter underem ein vor furgem er gefetlich festgelegt wissen wollten. Bis 1892 war es den nicht einmal das Stauen der entfeblichen Unfallflyt, geschweige and wie man fein Mittel scheut, uns zu den aufreibendsten An- Arbeitsordnung" au" regeln" was die Arbeiter einer Schußgesetzgebung" beizumeisen, die Lassenet Anschlag von Schacht Gustav, durch den den Bergleuten Grubenbefizern überhaupt freigestellt, eine Arbeitsordnung" denn eine Verminderung der Krüppel und Leichen zuwege angekündigt wird, daß, wenn sie nicht mehr Stohlen fördern als 3 erlassen. Die Reform" von 1892 bestand in der obligato- bringen konnte?! zu " bisher, ihnen noch ein weiterer Lohnabzug von 5 Sgr. auf 100 rifchen Vorschrift des Erlasses" einer Arbeitsordnung" Scheffel gemacht würde, so daß also diejenigen, die nicht imstande seitens der Kapitalisten, ohne Mitbestimmungsrecht der Unfälle. überhaupt pro 1000 Arbeiter Schwere und tötliche Unfälle pro 1000 überhaupt Arbeiter 1886: 22 497 65,45 2 265 6,59 1890: 28.879 72,49 3.403 8,54 1895: 40 616 94,28 4.906 11,39 1900: 58 471 103,48 6 894 12,19 1905: 1906: 81871 87 892 126,45 127,52 10 066 15,55 10827 15,71 CierKcfte Gciiiite, Die»Deutsche Tages-Zt g�, das Organ der den Block- freisiim nicht minder als die Negierung kommandierenden Agrarier, begeistert sich in einem Artikel»Schwarz oder Weiß" für die koloniale Brutalisierungstheorie, die ein gewisser Waldemar Schütze in einer ebenso betitelten Broschüre verficht. Kein Wunderl Denn die koloniale Herrentheorie dieses Kolonialmcnschen ist ja keine andere, als die agrarische Herrentheorie, nach der die„Edelsten und Besten' bei uns in der A r m e e und auf dem platten Lande Verfahren und der sie im ganzen Lande Geltung verschaffen möchten 1, Herr Wolde«, ar Schütze hat seine kolonialen Studien in Portugiesisch- Afrika gemacht. Er hat da die anthropologische Entdeckung geniacht, daß beim Neger im Gegensatz zu anderen Rassen die Genitalien besonders entwickelt sind. Er folgert nun schleunigst aus dieser Beobachtung, daß der Neger eigentlich gar nicht zur Gattung domo sapiens— da? ist der wissen- schaftliche Gattungsname des Menschen zum Unterschied von anderen Gattungen der großen Säugetierfamilie gehöre. Der„Deutschen TageS-Ztg.* ist nun zwar nicht unbekamit, daß so gefeierte Pioniere arischer Kultur, wie der Dr. K a r I P e t e r s und zahllose andere in Punkto der Geschlechtsbefriedigung in Afrika geradezu äthiopische Geschäftigkeit zu entfalten pflegten, allein sie akzeptiert nicht nur die Genitalien-Theorie des Herrn Schütze, sondern fügt noch hämisch hinzu, daß sich Herr Erzberger ige- meint ist Erzbergers Wort von der u n st e r b l i ch e n Seele des Negers) darüber freilich„gewaltig entrüsten' werde. Man sieht, das sonst so fromme Junkerblatt hält es lieber mit der Hoden-Theorie, als mit der mosaischen Schöpfungslehre, wenn es gilt, dem agrarischen Herrenmenschenrecht auch in den Kolonien Geltung zu verschaffen 1 Dabei wirft sich das Ariertum Knulen-Oertels in die Brust und deklamiert mit Waldemar Schütze:„Wir haben edlere soziale Gefühle herangezllchtet, die stärker und st ä r k e r werden; dein Neger gehen sie vollkommen ab.' Die„edleren sozialen Gefühle' der Schütze und Oertel offenbaren sich dann in folgenden Sätzen: „Es ist nun die Meinung bei uns aufgekommen, daß die Neger zu europäischen Gewohuheiten und Sitten erzogen, daß ihnen soziale Gefühle beigebracht werden müßten; © ch ii ch e spottet weidlich über diese Ansicht. Er nennt es europäische Ueberhebung, den Schwarzen durch Züchtung veredeln zu ivollen. Ebenso wenig wie der Mensch aus der Katze ein Schaf habe machen, ihr die Raübtieniatur habe abgewöhnen kö'nnen, iverde es ihm gelingen, dem Neger die edleren christlichen Gefühle anzuerziehen. Der Neger könne nur gleich den wilden Tieren gebändigt werden; eine höhere Gemeinschaft zwischen ihm und dem Weißen wäre undenkbar." „Kann» ist ein M e n s ch e n a l t e r vergangen und schon erscheint den Humüintätsduselern die Prügelstrafe zu hart. Dabei läuft noch ganz erbärmliche Heuchelei unter. Schütze bemerkt sehr richtig, daß in England im Heere, sogar in den höheren Schulen geprügelt wird; aber Neger dürfen beileibe nicht angefaßt werden. Er fordert die Bei- bchaltinig der Prügelstrafe in der alten Form, sie ist die mildeste der bisher bei den Negern gebräuchlichen Strafen. Der Weiße muß in Afrika unter allen Un, ständen der Herr bleiben; der Neger muß»ach anderem Rechte behandelt werden als der Weiße. Schütze fordert eine_ Sammlung der NechiSvcrhältnisse aller in unseren Kolonien /Vertretenen Neger. Weiter fordert er die Arbeitspflicht < mid die Seßhaftiilitchniig der Neger. Gebiete,' dis sich für die Besiedelung durch Weiße eigne», müssen ihnen vorbehalten bleibcu. Die S'chule soll-den Negern mir praktische Krtigktitrtt' ver- mittein." Also Arbeitszwang. Scßhaftmachung fd. h. völlige Wer- sklavung!) der Neger und Prügel, besonders Prügel, hhr- vorragend viel Prügel, das ist da» Erziehungsideal der arischen Edelmeiischcn, für das die„Deutsche TageS-Zeituug" schwärmt— in Afrika und in Deutschland I Denn ebenso wenig wie den Negern in der S ch u l e mehr beigebracht werden soll, als Geschick zum Schuften und Schanzen für die Kolon ialagraricr, ebenso wenig soll ja auch dem deutschen Proletariat Wissen beigebracht werden I Das beweist ja unsere „Revue der Schmach"! Das sind die„edleren sozialen Gefühle' unserer preußische» Junkersippe"! Dem Neger aber sind nur„tierische Gelüste' von dem „allweisen" und„allgütigcn" Weltenschöpfer eingepflanzt worden! Das behauptet Herr Waldemar Schütze, das behauptet die•fromme, christliche„Deutsche TageS-Zeitung'. Ein wirklicher Negerkeimer, der seit 1890 in O st a f r i k a ansässige Plantagenbesitzer Karl Perrot schrieb dagegen am 24. April 1908 im„Re i ch S b o t e n": „Auch L i v i n g st o n e, der sich, wie kaum ein anderer, auf die Behandlung des Negers verstand, rühmte ganz b e- sonders die hervorragenden Eigenschaften der o st a f r i k a n i s ch e n Stämme. Als er am 1. Mai 1873 ini Innern Afrikas am Bangelowo-«ee seine edle Seele ausgehaucht hatte, da waren es seine schwarzen Begleiter, die in trcucstcr Auhönglichkeit die Leiche ihres geliebten Vaters L i V i n g st o n e, wie sie ihn nannten, i» edelster Selbstverleugining und Aufopfcruug aus ihre» Schultern mehr als dreißig Tagereisen, über reißende Flüsse, hohe uicwcgsame Gebirge, durch feindliche Stämme, bis an �,c Küste trugen, um s i e d o r t seinen La ndsle utcn, den Engländern, zu über- geben. Auch um meinen Sohn V e r n h a r d P e r r o t, der es ganz vorzüglich verstand, die Neger zu behandeln, haben sie, als er von dieser Welt am 21. April 1907 abberufen wurde, aus- richtig getrauert, und haben die unö bekannten Eingeborenen den'Beioeis geliefert, daß sie wohl einer wahre» persönlichen Freiindschnft coenso fähig find, wie mancher Europäer. Dies geht auch aus der Sitte der so- genannten Blutsbrüderschaft hervor. Sehr charakteristisch erscheint auch die Tatsache, baß die M a s s a i- N c g e r, die, von der KolonialanSstellung in Berlin zurückkehrend, in T a n g e r einige von ihren Stammes- an gehör igen in der Sklaverei vorfanden, ihre Ersparnisse dazu verwendeten, dieselben freizukaufen." Trotzdem ist der Neger für unsere Junker ein zweibeiniges Tier mit„tierischen Gelüsten'. Die prügelnden Ausbeuter und Wer- gewaltiger der Neger aber sind die Vertreter der»edleren sozialen Gefühle'. Pfui Teufel!_ Polizeiliche Spielverderber! Der Beschluß der oberschlesischen Parteigenossen, polnischen tvie deutschen, den freisinnigen Landtagskandidaten, Reichstags- abgeordneten Dr. D o o r m a n n, unter keinen Umständen zu unterstützen, schon weil er für den Sprache npara- g r a p h e n gestimmt hat, liegt diesem Herrn sehr im Magen. Zum Siege über Zentrum und Polen braucht er jede Stimme, obgleich er die Unterstützung der Kons er- v a t i v e n und Nationalliberalen damit erkaust hak, dast seine Parkeige nassen in den anderen oberschlesischen Wahlkreisen für deren Kan- didaren stimmen. Herr Doormann erklärte daher in seiner Not in emem„Offencir Brief', daß es mit dem polni- fchen Ausnahmegesetz im Sprachenparagraphen gar nicht so schlimm sei und daß insbesondere„in Bereinen jede Sprache völlig unbeanstandet gebraucht werden könne." Wenn er hoffte, mit diesem Schwindel wenigstens bis zum Wahltage die oberschlesischen Arbeiter betören zu können, so hat ihm die oberschlesische Polizei dies hübsche Spiel schnell verdorben. Denn gleich in den aller- ersten Tagen der Geltung des Vereinsgesetzes hat sie in den Orten des oberschlesischen Jndustriebezirks— selbst in solchen mit mehr wie 60 Prozent„alteingesessener" polnischer Be- völkerung— das Reden in polnischer Sprache in Vereinen ein für allemal verboten.. Das geschah sowohl freien Gewerk- schaftcn, Wie völlig harmlosen w i r t s ch aftli ch en Vereinen des polnischen Bürgertums und sogar dem Hirsch- Dunckerschen Gewerkverein der oberschlesischen Bergarbeiter. Das letztere ist Herrn Doormann und seinen freisinnigen Parteigenossen natürlich ganz besonders unangenehm. Um die scheußliche Blamage des freisinnigen Kandidaten noch scheußlicher zu machen, kommt hinzu, daß das Vorgehen gegen jene Vereine mit besonderem Eifer von Polizeiverwaltüngen geübt wird, an deren Spitze, wie in Kattowitz— liberale Bürgermeister stehen I Die oberschlesischen Freisinnigen be» dauern geWitz von Herzensgrund, daß das böse Reichsvereinsgesetz schon vor dem Wahl- tage in Kraft getreten ist! Issiiisv llafids Stern. Paris, 21. Mai. Ferner wird auf das Verhalten unserer Berliner Partei- genossen im Jahre 1834 bei der Stichwahl im zweiten Wahlkreis Bezug genommen. Trotz des gefaßten Beschlusses, bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien Stimmenthaltung zu üben, haben doch die Genossen Liebknecht, Auer, Bebel und Hasen« clever in Briefen aufgefordert, für den Fortschrittler zn stimmen. Auch die„Vossische Zeitung" könnte wissen, daß damals doch eine recht eigenartige Situation bestanden hat. Bei der Hauptwahl 1834 hatten im zweiten Wahlkreis erhalten: S t ö ck e r 12£>33, Dr. V i r ch o w 16 707, der Sozialdemokrat 9282 Stimmen. 16 898 Wähler hatten nicht gewählt und es stand zu befürchten, daß bei Stimmenthaltung de-r Sozialdemokraten schließlich doch Stöcker gewählt werden könnte, der es auch tatsächlich in der Stichwahl aus 15 850 Stimmen brachte. In dieser verzwickten Lage sind dann allerdings � unserer Wähler für Virchow ein» getreten, denn dieser war in der Tat einem Stücker gegenüber das kleinere Uebel. Der Freisinn von heute hat aber kein Recht, sich auf unsere damalige Haltung zu berufen, denn schließlich ist doch ein himmelweiterUnterschied, ob man für einen Virchow oder für einen K o p s ch eintreten soll. Die„Vossische Zeitung" meint vermutlich, daß für uns der Freisinn noch immer das kleinere Uebel sei. Davon kann gar keine Rede sein, wenig- stens nicht in dieser allgemeinen Fassung. Was Genosse Singer 1897 sagte, das soll auch heute noch gelten, wir müssen steks gegen die Reaktion stimmen. Zu dieser Reaktion gehört aber jetzt auch der Freisinn. Viel getaugt hat der Freisinn nie, der jetzige Freisinn ist im Zeichen des Blocks aber völlig nach rechts eingeschwenkt. Er bewilligt alle verlangten Schiffe und Soldaten, schlägt Volk?rechte tot, kündigt schon jetzt an. daß er im Herbst indirekte Steuern bewilligen werbe, und schließt, um zu verhindern, das« sozialdemokratische Wahlrechtsfreunde in den Landtag kommen, Bündnisse mit den konservativen Wahlrechts- feinden! Ob also der Reaktionär auf den Bänken des Freisinns oder auf denen einer anderen Blockpartei sitzt, das kann uns schließlich herzlich gleichgültig seinl_ Liberale Wahlrechtsfeindo und konservative Wahlrechtsreformer! Aus Kassel wird uns geschrieben: Die Situation hat sich in den meisten Kreisen des Regierung?- bezirks Kassel nun soweit geklärt, daß man einigermaßen klar sehen kann. Sicher ist, daß eine wesentliche Veränderung im Besitzstand der Parteien nicht eintreten wird.> Der Kreis Kassel-Stadt ist dem nationall ibe- r a l e n Schnapsrentcnmann Dr. Schröder auch für die Zukunft gesichert, nachdem die deutsch-sozialen Antisemiten auf eine eigene Kandidatur Verzicht geleistet haben. Verwunderlich ist die Haltung der Kasseler Linksliberalen, die sich bisher recht radikal geberdcten. Zu einer Versammlung hatten sie sich, als der Reichstag noch tagte, den Abgeordneten Naumann verschrieben, der dann eine Rede gegen die Drei- klasscpschwach hielt, wie sie schärfer auck, von einem. Sozialdemo- 'kittest mM gehalten werdest konnte. Den nationalsibetakM VA«?- srmnde». chrlsch�Naumany ganz gehörig hie Köpfe, und ihr Plural- Wahlsystem" vcroonnerte er in Grund und Boden. Der Fortschritt des Liberalismus ist augenfällig; eben diese Linksliberalen treten jetzt in allen in Betracht kommenden Kreisen ssir die Pluralwahl- rechtSmänner ein! Mag eS ihnen gut bekommen! Lebhafter geht es schon im Kreise Kassel-Lanv- Witzenhausen zu, dessen Vertreter bisher der A n t i s e m i k Lattmann war. Dessen Partei hat jetzt da« Mandat, wahr- schcinlich zur Förderung der freundnachbarschaftlichen Bcziehun- gen. den Bündlern und Konservativen abgetreten. Deren Kandidat ist der Rittergutsbesitzer v. Stockhausen. Die Liberalen machen geradezu verzweifelte Anstrengungen, um den früher besessenen Kreis zurückzuerobern. Sie haben den Papierfabrikanten Staffel-Witzenhausen als Kandidaten auf den Schild erhoben, ein Mann, der zwar in politischer Beziehung noch als unbeschriebenes Blatt gelten muß. der aber in der Wahlrechts- frage eine für den Liberalismus charakteristische Schwenkung voll- zogen hat. Früher, auch noch zu Zeiten seiner Auf- stcllung, ist der Mann unbedingt für die Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen eingetreten. Letzthin wurde er in einer Versammlung von den Konservativen angezapft wegen seiner Wahlrechtsfreundschast. und flugs ließ er Zirkulare im Kreise verteilen de« Inhalts, daß Staffel seit dem Magdeburger Parteitage auf daS Programm der Pluralwahlmänner geschworen habe!..' In HerSfekd-Notenburg haben die Konservativen einen keineswegs anständigen Trick angewandt, um die Wähler auf den Leim zu locken. Im Wahlaufruf heißt es in bezug auf die W a h l r e ch t s f r a g e:> „Unser Kandidat erkennt dieReformbedürftig- keit des gegenwärtigen L a n d t a g s w a h l s Y st e m s a n. Er Wird für ein geheimes und direktes Wahlrecht, sowie für eine anderweite Wahlkreiscinteilung eintreten."> Die Konservativen scheinen von nationalliberalen Roßtäuschern gelernt zu haben! Pdftilcbe Ocbcrlicbt« Berlin, den 22. Mai 1908. Die schönste Blüte des Vereinsgesetzes. Der Landrat des Landkreises Hannover veröffentlicht in der Nummer seines Amtsblattes des. Hannoverschen Tage- blatteS" vom 21. Mai(am 15. Mai trat das Vereinögesetz be- kanntlich schon in Kraft) die Erfordernisse für die Ersetzung der vor- geschriebenen Anzeige von Versammlungen durch Bekanntgabe in den Zeitungen. Nachdem die ministeriellen Anweisungen abgedruckt sind, heißt es am Schlüsse der Vekanntmachmig: „Ich beabsichtige für den Landkreis Hannover als Publikations- organ in obigem Sinne das„Hannoversche Tageblatt' unter der Voraussetzung zu bestimmen, daß mir von jeder Bekanntmachung einer öffentlichen poli» tischen Versammlung sofort entweder das be- treffende Blatt oder noch besser ein kurzer Hin- weis auf die Bekanntmachung durch Postkarte übersandt wird. Ich bitte um gefl. Erklärung des Einverständnisses bis zum 25. d. M." Diese Bekanntmachung scheint nur irrtümlich in die amtlichen Veröffentlichungen des Blatte? gekommen zn sein, denn augenschein- lich handelt cS sich um eine Offerte deS Landrateö an fein Kreis» blatt. SS ist aber für die Oeffcntlichkeit von grobem Werte, zu er- fahren, wie schwer sich die pmchische Büreauiratis von den alt- hergebrachten Bevormundungen befreien kann. Und welch ent- würdigende Zumutung an die Zeitung I Auf dem Umwege durch die Zeitung will sich der Landrat die direkte Anmeldung verschaffen! Gehört das auch zur. I o h a l e n A u s f ü h r u n g" des Vereins- gefetzes? Man wird ja abwarten müssen, ob die Zeitungen, die der Landrat bestimmen wird, wirklich auf seine ungeheuerliche Zumutung eingegangen sind. Auf alle Fälle zeigt das Vorkommnis, wessen sich die preußische Bevölkerung von den Behörden zu versehen hat. «,. Die Ausführungsverordnungen zum Vereinsgesetz fehlen noch immer für Sachsen- Weimar« Eisenach. Sachsen- M e i n i n g e n und R e u ß j. R. Mit der Bestimmung der Zeitungen, in denen die Bekannt- machungen zu erfolgen haben, fehlen in Thüringen noch fast alle städtischen und Bezirks- oder Kreisbehörden, darunter auch die von Erfurt, dem Sitz des Regierungspräsidenten! Auch in Oldenburg sind die meisten Behörden noch mit den Bestimmimgeu über die Publikationsorgane im Rückstand. Bis jetzt haben der Magistrat in Oldenburg und das Amt Barel die Zeitungen benannt z keine dieser Behörden aber hat das.Bolksblatt* zu B a n t mit erwähnt, das im Großherzogtum das Organ der Arbeiterschaft und der stärksten politischen Partei ist! Der Landrat des Kreises B r e S l a u- L a n d hat die Breslauer „Volkswacht" von der Liste der Publikationsorgane aus- geschlossen, obgleich das Blatt der Arbeiterschaft im Kreise mit über 2v Abonnenten zehnmal so stark verbreitet ist als das von ihm bevorzugte.Breslauer Kreisblatt". Der Landrat des Kreises Ost Havelland hat das der- breitetste Blatt des Kreises, die sozialdemokratische„ B ra n d en- b u r g e r Zeitung" bei der Bestellung der Publikationsorgane über- gangen. Für den Gemeindebezirk Velten gilt die Bekanntmachung, in der„Veltener Zeitung", einem Lokalblatt, das wöchentlich drei- mal erscheint. Die„Brandenburger Zeitung", die täglich erscheint und in Velten eine höhere Auflage hat als die»Veltener Ztg." wird einfach ignoriert. Das Verfahren des Landrats von O st h a v e I l a n d ist um so ausfälliger, als sein ihm dicht benachbarter Kollege, der Landrat von We st Havelland die„Brandenburger Zeitung" wenig- steuS für Rathenow Stadt und die Gemeinden Nen-Friedrichsdorf, Mögelin, Dom Brandenburg, Brielow und Neuendorf zugelassen hat! Der Polizeipräsident von S te ttin hat nachträglich auch die anfänglich boykottierten Stettiner Blätter, worunter auch unser Parteiblatt, der. V o l k s b o t e", als Publikationsorgane bestimmt. Die öffentliche Kriitik seines Verfahrens hat also gefruchtet. Der Borstand des Sozialdemokratischen Vereins für den 13. sächsischen NeichStagswahlkreis(Leipzig-Land, Amtshauptinanuschaft Leipzig), hat bei der Kreishauptmannschaft Beschwerde gegen die Amtshauptmannschaft eingereicht, da ihre parteiische Maßnahme, die„Leipziger Volkszeitung" trotz ihrer starken Verbreitung in der Amtshauptmannschaft nicht als Publikations- organ zuzulassen, in schroffem Widerspruch zum§ 0 der Ausführungsverordnung des sächsischen Ministeriums steht. Reform der Arbeiterversicherung. Das„Zentralblatt für das deutsche Baugewerbe" bestätigt in seiner neuesten Nummer vom 22. Mai, daß die Behauptung der „Polit. Nachrichten", der„Tägl. Rundschau" usw., welche angedeutet hatten, der von dem„Zentralblatt" veröffentlichte, von unS wieder? gegebene Entwurf zur Reform der Arbeiterverficherusttz sei Ers».ndumg. der Wahrheit widerspreche. Das„Zentral- blatt" legt in ähnlicher Weise, wie bor wenigen Äagen Professor Stier-Somlo, dar:„ES ist im NeichSamt des Innern ein Gesetz- entwnrf fertiggestellt nnd nebst Begründungen den Bundesregierungen zur Begutachtung unterbreitet worden." Die mitgeteilte Ver« öffentlichung gebe authentisch die Pläne der Reichsregierung wieder I Wann wird nun endlich daS NeichSamt dcS Innern die den einzelnen Regierungen danach bereits mitgeteilte»„Grundzüge für die Abänderung der ArbelterversichermigSgesetze" veröffentliche»? Diese Grundzüge sind nach der Darlegung des„Zentralblatts" genau in die Form eines Gesetzentwurfs mit ausftthr- licher Begründung gebracht. Eine Heranziehung der betei- ligten Kreise erst nach Billigung der Beseitigung der Selbstverwaltung durch die einzelnen Regierungen, will sagen durch die Bure auk raten, wäre ein Hohn, der den be- teiligien Kreisen, vor allem der Arbeiterklasse, eine Rolle schlimmer als die von dekorativen Statisten anwieset Im Blocksumpf. Man schreibt MS: Wie es mit dem Vlockfreisinn rapide bergab geht, dafür bringt Die Wahlbewcguna tagtäglich neue Beweise. Daß sich der Führer der Freisinnigen Volkspartei in 5tönigLwusterhauscn in öffentlicher Versammlung stolz als Mitglied des Reichsverbandcs zur Bekamp» fung der Sozialdemokratie bekannte, teilten wir schon mit. In Grünau konnte man am Donnerstag eine neue Spielart der Volks- Partei kennen lernen. Dort trat dem sozialliberalen Kandidaten Dr. Breitscheid ein Lehrer Krause aus Adlershof entgegen, der nickst nur den SpraÄenparagraphen als eine nationale Tat feierte>— das tut ja der volksparteiliche Kandidat Tubenthal ebenfalls sondern es auch auf das lebhafteste bedauerte, daß der Freisinn im Llbgeordnetenhause der Enteignungsvorlage nicht zu» gestimmt habe. Damit aber nicht genug: dieser Schulmann be- hauptcte dem Referenten und einem zitierten Ausspruch des natio» nalliberalen Abgeordneten Hackenbcrg gegenüber, daß unsere Volksschule nichts zu wünschen übrig lasse und ständige Fortschritte mache; und was allem die Krone aussetzte: er pries das Volkesch ulunterhaltungogesetz und be» zeichnete es als ein Glück, daß die Nationalliberalen,„um Schlimmere? zu verhüten", Pas Schulkomprom iß mit der Rechten abgeschlossen hätten. Diese Ausführungen über das Schulwesen waren selbst dem anwesenden nattonallibe- r a l e n Regierungsrat Pocnsgen zu bunt, und der freisinnige Lehrer mußte es sich gefallen lassen, von seinem nationallibc- ralen Bundesgenossen desavouiert zu werden! Bon seinen Volks- parteilichen Freunden, die in größerer Anzahl anwesend waren und die, wie aus anderen Versammlungen bekannt ist, über genügendes rednerisches Talent verfügen, widersprach Herrn Krause jedoch niemand!—_ Militär und Belagerungszustand wider streikende Arbeiter k lieber die Stadt Wolgast in Pommern. KcelS Greifswald, ist der Belagerungszustand verhängt worden und von: Bürgermeister requirierte Truppen haben mit dem Bajonett die Straßen gesäubert. Den Hintergrund dieser Vorgänge bildet ein Kampf zwischen Arbeit und Kapital; seit einiger Zeit streiken kst Wolgast die Arbeiter der dortigen Zement- f a b r i k. Der Kampf wird, wie die Nachrichten zeige», mit großer Erbitterung geführt. Genaue Nachrichten über die Vorkommnisse liegen noch nicht vor. Die telegraphischen Meldungen der bürger- lichen Blätter sind natürlich mit großer Vorsicht aufzunehmen, da sie durchaus zuungunsten der Streikenden gefärbt sind. So lautet ein Telegramm der Scherlpresse: Wokgast, 22. Mai, 1 Uhr 23 Mim nachm. Infolge 6e8 Sireiks bei der Zementfabrik Pommerscher Jndustrieverein Ouistorp-Stetti» sollten am Mittwochabend einige Arbeiterfamilien aus den Arbeiterwohnhänsern der Fabrik exmittiert werden, wobei Gewalt angewandt werden mußte. Den exmittierenden Beamten wurde tätlicher Widerstand entgegengesetzt, so daß Gendarmerie aufgeboten wurde. Von den Streikenden wurden die Gendarmen mit Steinen beworfen, so daß sie von der Waffe Gebrauch machten. Hierbei wurden einige Personen verletzt, und auch einige Gendarmen und Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe kampfunfähig gemacht. Den 28S Streikenden hatten sich die üblichen Radaulustigen angeschlossen, und der Auf- rühr wurde so groß, daß der Magiswat schließlich Militär requirierte. Als aus Greifswald zwei Kompagnien vom 3. Bataillon des 42. Jnfanterie-Regimeuts ankamen, wurden sie aus dem Bahnhof mit Johlen begrüßt. Der Hauptmann forderte die Menge auf, auseinanderzugehen, und als die Aufforderung keinen Erfolg hatte, sah er sich genötigt, die- Seitengewehre aufpflanzen zu lassen und die Menge zurückzutreiben; hierbei wurden einige Personen, jedoch keine schwer verletzt. Daun wurden Patrouillen in die Stadt gesandt, die die Straßen säuberten und nach einer Viertelstunde war die Stadt vollkommen ruhig. Die ganzeNacht patrouillierten die Posten durch die Stadt, fanden aber keinen Anlaß einzugreifen. Alle Lokale mußten geräumt, alle Fenster geschlossen gehalten werden. Heute vormittag ist der Laudrat aus Greifswald angekommen.— Die Streikenden habe» eine Versammlung einberufen, in der eine Kommission unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Reimers ge- wählt lvurde, die über die eventuelle Einstelluilg des Streiks beraten soll. Sollte eine Fortsetzung dcS Streiks beschlossen werden, so beabsichtigen die Arbeiter der anderen Betriebe, zugunsten ihrer streikenden Kollegen in einen Generalstreik einzutreten. In unserem pommerschen Parteiblatt, dem„Volksboten" zu Stettin vom 21. Mai, finden wir einen kurze» Bericht, in dem es heißt: „Gestern sollte ei» Arbeiter der Ouistorpschen Zementfavrik aus seiner Wohnung exmittiert werden; der anwesende Gerichts- Vollzieher lehnte das aber ab, wofür er von umstehenden Streikenden ein„V ravo" erhielt. Hierauf hieben Poli« z i st e n auf d i e Leute ein, und es wurden in dem Hand- gemenge drei Beainte und eine Anzahl Leute aus der Bevölkerung verletzt. Vom Bürgermeister wurde Militär requiriert, das mit gefälltem Bajonett gegen sich versammelndes Publikum vorging..." Nach dieser Darstellung wäre es infolge übergroßer Nervosität der Polizeibehörde zu den Zusanimenstößen gekommen. *•*. Wolgast, 22. Mai.(W. T. B.) Bei einer heute nachmittag ab- gehaltenen Versammlung der ausständigen Zementarbeiter wurde keine Einigung erzielt. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Beamtengehaltserhöhungen. Die Entwürfe betreffend die GehaltSreform der ReichSbeamten, die Gehaltsaufbesserung der preußischen Beamten, die Neuregelung deS Wohnungsgeldznschuffes und die Beseitigung des Steuerprivilegs sind vom Reichsschamt nnd dem Finanzministerium soweit fertig« gestellt, daß einschneidende Aenderungen kaum noch Platz greifen werden. Für Reichszwecke verlangen die Entwürfe über 7S'/s Millionen, für die preußischen Beamten etwa 130 Millionen Mark. Die Entwürfe werden nicht veröffentlicht werden, dem Bundesrat gehen ste erst im Herbst zu, wenn die Entwürfe betreffend die Finanz- und Steuer- reform fertig gestellt sind. Wie verlautet, sollen auch diejenigen Beamten, die in der all- gemeinen Gehaltsreform nicht berücksichtigt sind, für den Fortfall des Steuerprivilegs in der Höhe der mehrzuzahlenden Steuerbeiträge entschädigt werden.' Der Prozeß Haiden vor dem Reichsgericht. In Leipzig begann heute vor dem Reichsgericht die Ver« Handlung der Revision, die Horden gegen das Urteil des Landgerichts Berlin l vom 3. Januar angemeldet hatte. Horden und sein Verteidiger Justizrat Dr. Bernstein sind zur Vertretung der Revision erschienen. Als Vertreter des Nebenkläger« v. Moltke ist Justizrat Dr. Sello anwesend. Den Vorsitz führt Senats- Präsident Freiherr v. B ü l o w, die Reichsanwaltschaft ver« tritt Oberreichsanwalt Richter. Die RevisionSbegründung führt 53 Punkte an, als wichtigsten die Behauptung, daß vaS Verfahren bor der Strafkammer nach dem Schöffengerichtsprozeß prozessual unzulässig sei. Der Oberreichsanwalt bekämpft die>e Rüge. Dagegen erklärte er eine andere Revisionsbehauptung, wonach einige Zeugen nicht vereidigt, bezw. bei erneuter Vernehmung nach früherer Entlassung nicht auis neue vereidigt wurden, für er- h e b l i ch. Justizrat Sello hielt dagegen diese Tatsache für un- erheblich, da die Bekundungen jener Zeugen unwesentlich gewesen seien und auf das Urteil keinen Einfluß gehabt hätten. Dw Ver- Handlung wurde schließlich auf Sonnabend vertagt.— Gencral-Ordenskommission. Wäre Preußen ein Volks staat, dann wäre eins Einrichtung, wie es die G e n e r a l- O r d e II s k o m m i s s i o n ist, vollkommen entbehrlich. Der monarchische Staat aber muß Mittel haben. um Leute, die sich ein besonderes Verdienst um die Monarchie er- warben haben, mit Auszeichnungen zu versehen. Geld kann man ihnen nicht biete», denn das haben andere Leute auch, und überdies kann es doch nicht gut sichtbar getragen werden, deshalb setzt«»Orden und Sterne. Beb festlichen Anlässen wird dann der Bratenrock damit geschmückt und der simple Mensch meint, daß der mit einem Orden Behaftete auf einer höheren Stufe der Menschheit steht. La» Ordenswesen hat in Preußen eine eigene Verwaltung mit einem besonderen Etat. Die Einnahmen bestehen in den zurückgekommenen alten Ordenöinsignien, die ver« mütlich verkauft werden. Das bringt in« laufenden Jahr 17 700 M.. dazu kommen noch diverse Einnahmen in Höhe von 62 Wl, so daß eine gesamte Einnahme von l? 7öZ M. zu verzeichnen ist. Dieser Einnahme steht gegenüber eine Ausgabe von 303 250 Mark. An der Spitze der besoldeten Beamten steht ein Bureau« Vorsteher mit 3000 M. Gehalt und freier Dienstwohnung. So- lange er«ine solche nicht hat, bezieht er bis 1500 M. Mtetsentschädigung. Die Expedienten erhalten 8000 bis «000 M. Gehalt, die Sekretäre 1300-3800 M., zlvei Kanzleidiener je 1200—1800 M. und sämtliche Angestellte Wohnungsgeld. Für Reisekosten, Tagegelder und Geschäftsbedürfnisse sind eingesetzt 10610 Mark,- für An- schaff ung und Unterhaltung der Ordensinsignien 230000 Mark.— Dieser Etat wird in beiden Häusern des Landtags ohue Debatte erledigt, denn die meisten der Herren haben gewiß Sehnsucht, auch mal was in« Knopfloch zu kriegen. Wer aber opponiert, der hat nichts zu erwarten. Zivilliften-Zulage. Kürzlich lief durch die Blätter die Nachricht, die Zibilliste des Königs von Preußen solle erhöht werden, und zwar solle, da der König von Preußen zugleich deutscher Kaiser ist, daß Reich einen Zuschuß beisteuern. Die Meldung wurde offiziös dementiert— was nach den bisherigen Erfahrungen für ihre Nichtigkeit sprach. Und tatsächlich bestätigen jetzt die„Dr. Nachr.", die Fühlung mit höheren Beamtenlreisen haben, daß eine Erhöhung der Zivilliste geplant ist- Das Blatt schreibt: „In Verbindung mit der allgemeinen Erhöhung der Beamten« geHalter bedingt durch die zunehmende Verteuerung der Lebens« Haltung, soll auch eine Erhöhung der Bezüge der der Krone unter!' stellten Beamten eintreten. Um diesen Mehrbedarf zu decken, soll eine entsprechende Erhöhung der Zivilliste des Königs von Preußen beantragt werden. Ueber diesen Nahmen hinaus dürften keinerlei Anforderungen gestellt werden." Bielleicht hatte man zur Zeit des Dementis noch keinen plausiblen Grund für die Erhöhung gefunden. Inzwischen hat man, wie es scheint, entdeckt, daß sich die Zivillistenausbesserung prächtig mit der steigenden Tendenz der Hosbeamtengehälter begründen läßt.— Zur Eulenburg-Affäre. Seit gestern früh 8 Uhr vernimmt im Münchener Justizpalast der Berliner Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Schmidt in An» Wesenheit cineS Vertreters des Fürsten Enlenburg eine große Anzahl Zeugen. Die Vernehmung dauerte gestern bis nachts% 11 Uhr. Vernommen wurden bisher speziell die von Harden neuangeführteN Zeugen, darunter sämtliche frühere Bedienstete des FürstenßEulen- bürg, alle in München weilenden Mitglieder der Liebenberger Tafel- runde, darunter Baron Wcndclstadt aus Neubeuren und mehrere Adelige, ferner der frühere Gesandtschastsprivatsekretär des Fürsten Eulenburg, Hofrat von Kistler mit Gemahlin, der städtische Hausmeister- Dandl, das Kanzleipersonal des Justizrats Bernstein nebst den An« walten Justizrat Löwenfcld und Prager. Weiter hätten vernommen werden sollen Oberlandesgerichtsrat Mayer und Justizrat Bernstein, sowie der Michhäudler Riedel, deren Vernehmung aber auf Montag verschoben wurde. Am Montag wird außer diesen Vernehmungen eine Augenscheinnahme sämtlicher vom Fürsten Eulenburg damals innegehabten Wohnungen vorgenommen. Morgen erfolgt die Ver- iiehmmig der Starnberger Zeugen. Ein neues konservatives Blatt? Zwischen dem antisemitisch- mittelständlerischen Abgeordneten Böhme und der„Kreuz-Ztg." ist eine heftige Fehde entbrannt, in der beide Kämpfer für das Wohl des Vaterlandes sich gegenseitig die schönsten Schmeicheleien sagen. Bis jetzt ist Herr Dr. Böhme obenauf. In der letzten Nummer der„Dcutsch-Sozialen Blätter" spielt er mit folgenden Ausdrücken:„anmaßende Sprache",„weltfremde Ideen",„taktische Ungeschicklichkeit",„Machwerke",„flegel- hafte Form",„Aarasmus eeuüis",»Alter der Kindheit", „albern" usw. Dann heißt es: „Hoffen wir, das; die schon seit längerer Zeit infolge der notorischen Unfähigkeit der„Kreuz-Zettung" bei angesehenen konservativen Politikern vorhandenen Bestrebungen, ein neues großes Zentralorgan zu schaffen, einen baldigen praktischen Erfolg haben, sowohl im Interesse der Konservativen wie der ge- samten Rechtsparteien." Also, ein neues großes konservatives Blatt soll gegründet werden. Sollte vielleicht der jetzige Gelegenheitsmitarbeiter der „Kreuz-Zeituug", der Major a. D. von Kalckstein, der diesem Blatt manchmal so interessante Faseleien liefert, zum Chefredakteur aus- ersehen sein?—_ Eine formelle Tagung bc3 Landtages im Sommer. Es wird, wie eine hiesige offiziöse Korrespondenz meldet, regierungsseitig Wert auf die Feststellung gelegt, daß in der beabsichtigten Sommertagung des Landtages der Landtag nur eine formale konstituierende Sitzung abhalten, jedoch gesetzgeberisches Material zu be- raten nicht in die Lage kommen wird. Im Wahlkampfe wird häufig die Ansicht ausgesprochen, der Landtag werde im Juli die BesoloungSvorlagen vorgelegt erhalten. Diese Ansicht ist irrig. Vorlagen werden dem Landtage erst im Oktober zugehen, nachdem dts- LegislgtMperiode mit»mer Thronrede eröffnet worden ist. ji■-;/ iwS � Zur Fahnenflucht getrieben. f* AuS Halle a. S. berichtet man uns unterm 2l. Mi: Vor dem Kriegsgericht der 8. Division war heute der Musketier Max Kuhn von der 1. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 93 angeklagt. Der Beschuldigte hatte im Mai 1903 wegen entwürdigender Behandlung seinen Truppenteil in Dessau verlassen und sich im April dieses JahreS erst freiwillig Ivieder gestellt. Um sich Zivil- fachen zu verschaffen, beging er schließlich auch Diebstähle. Der Angeklagte gibt als Grund zur Fahnenflucht an, er habe vom Schwitzen Kopfausschlaa bekommen und schließlich auch Läuse gehabt. Da habe ihn der Unteroffizier Steinmetz in der Maimschaftsstllbe herumgeführt und er. Angeklagter, habe on- sagen müssen, daß er Läuse habe. Schließlich habe er auf Ge- heiß des Unteroffiziers einen Schemel be st eigen und von dort aus den Mannschaften verkünden müssen, daßerLäuse aufdemKopfehabe. Nach dieser Prozedur und Mißhandlungen von sogenannten alten Männer» war der Angeklagte davongelaufen. Das Gericht be- rückstchtigte die entlvürdigende' Behandlung durch den Unteroffizier, verurteilte den Angeklagten aber zu einem I a h r e G e f ä n g n t». frankreick. ______ Em Petroleummonopol? Paris, St. Mal. In den Erläuterungen gu dem heute in der Kammer verteilten Budgetentwurf für 1009 deutet der Fi» nanzminister an, daß in einer allerdings noch nicht festgestellten Frist, die Raffinerie des Petroleums in ei» Staats- Monopol umgewandelt werden dürfte, dem übrigens die Er- höhung der Erzeugungstaxe bereits den Weg geebnet habe., perften. ■ Die russische Intervention, Tiibris, 21. Mai. Der persische Gouverneur erhielt von dem russischen General Snarsky ein Telegramm, das dessen Forderungen an den Führer der aufrührerischen Volts- stäinme enthält. Das Ultimatum des Generals Snarsky besteht aus drei Punkten: Bezahlung einer Entschädigung an die ge- plünderten Russen, Ausiieserung der Mörder nBd Erlegung einer bestimmten Buße für die Ermordung des Rittmeisters. Die Ant- wort muß bis spätesten» Freitag mittag 12 Uhr erfolgen, widrigenfalls General Snarsky für das lleberschreiten der russischen Grenze gewaltsam Genugtuung fordern, die Dörfer zerstören und die Schuldigen bestrafen will. Petersburg, 22. Mi, Der persische Geschäftsträger über« reichte heute dem Minister des Auswärtigen Jslvolski ein Ge- such der persischen Regierung, die Frist zur Cr- fülluna der Forderungen des Ultimatums um etwa 15 Tage zu verlangern. Dabei versicherte der Geschäftsträger, seine Re- gtcrung sei fest entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Forderungen erfüllt wurden. Der Minister erklärte, er werde in Anbetracht der Versicherungen der persischen Regierung das Gesuch an den Statthalter des Kaukasus weitergeben,««- Mvokko. .. Mnlah Hafid i» MekineS. Fes, 23, Mai. Meldungen aus Melines bestätigen, daß Mulay Hafid am 13. Ma; 8 Uhr morgens, begleitet von den Vezieren und dem Minister des Auswärtiacu, mit großem Gepränge unter dem Donner der Geschütze, Musik, Huldigmigsrufen und Fautasia der Bevölkerung seineu Einzug in Mekines gehalten hat. Einschränkung der französischen Operationen. Poris, 22. Mai. Aus Oran wird dein„Journal" gemeldet, daß die G e n e r a l e B a i l l o u d und L y a u t e y bis auf weiteres jede neue Aktion im Tafiletgebiete einzustellen be- schlössen. Porläufig werden in Bu Denib und Bu Accar, wahr- schemlich auch in Muheret, stark verschanzte Lager errichtet worden. Man glaubt, auf diese Weise die Bildung nner Hartus zu ver- erhalten Sen fertigen Buschnitt, ganz wie ihn die in Set der Unparteiischen, auch wenn sie zugunsten der Arbeit. hindern und die aufrührerischen Stämme au baldiger Unterwerfung Königlichen Artilleriewerkstatt beschäftigten Sattlergesellen nehmer ausfalle, unter allen Umständen die strittigen Lohn. zwingen zu können. auch erhalten. Am Material kann also der Unternehmer differenzen nachgezahlt werden. Baris, 22. Mai. In Rammerkreisen, die in Fühlung feinen Verdienst erzielen, sondern nur, indem er die Ar- Dieser Aufforderung sind die Arbeitnehmer in allen Drten mit der Regierung stehen, wird der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, beitslöhne möglichst zu drücken sucht. Selbst wenn ein nachgekommen mit Ausnahme eines, Erlangen, wo die Gehilfen daß Frankreich und Spanien eine größere Anzahl ihrer einsichtiger Unternehmer die Löhne zu drücken nicht die Absicht wegen Abzüge den Streik fortsetzen. Truppen aus Marotto zurückziehen wollen, einerseits Spanier und Franzosen. Indien. und drei Schlechtgewebte Humanität. wenn weil die Organisation der Polizei in den Hafenstädten weit vor- hat, wird er durch die Praris der Königlichen Artilleriewerkgeschritten ist, andererseits weil nach den Berichten des Generals statt dazu gezwungen. Zwar ist bei Lieferungsverträgen der Bei derFirma Pongsu. Zahn, Weberei, in Viersen, sind die Arbeiter in Damade neuen Unruhen im Schaujagebiete vorgebeugt ist. Bassus vorgesehen, daß der Unternehmer verpflichtet ist, LohnDie fozialistische Fraktion der Kammer wird fich fäße zu gewähren, die dem Arbeiter ermöglichen, einen Tages- den Streit getreten, weil die Unternehmer die Löhne um 2,50 M. bis in ihrer heutigen Sigung mit der Maroffofrage befaffen verdienst zu erreichen, der nicht hinter dem ortsüb mit dem Deutschen Textilarbeiterverband einen Tarif ab. Es wurde m. pro Lieferung fürzten. Im vorigen Jahre schloß die Firma und eventuell eine Interpellation einbringen. In diesem Falle wird lichen Durchschnittstagelohn für die in Betracht in dem schriftlichen Abkommen noch von seiten der Firma betont, Bichon vielleicht noch vor der Abreise nach London eine Erklärung kommende Arbeitsart zurückbleibt, auch werden dem daß sie nunmehr hoffe, sich für lange Zeit ein friedliches Vertragsin obigem Sinne abgeben. Unternehmer auf Wunsch die in der Königlichen Werkstatt verhältnis mit der Arbeiterschaft gesichert zu haben. Aber jetzt schon gezahlten Akkordpreise mitgeteilt, jedoch die Art und Weise, tommen diese Unternehmer, welche fich als Sozialpolitiker und Paris, 22. Mai. Aus Madrid wird berichtet, die spanische wie bei der Submission verfahren wird, läßt deutlich er- Arbeiterfreunde aufspielen, mit Lohnreduktionen. Einer der Firmeninhaber hielt auf einem VoltsunterhaltungsRegierung habe den Botschafter in Baris beauftragt, der franzöſi- kennen, daß es der Direktion darum zu tun ſein muß, die boabend ein Referat über das Thema:„ Wie verschafft sich der Arbeiter schen Regierung freundschaftliche Vorstellungen betreffs den Privatunternehmern anzufertigenden Arbeiten abend ein Referat über das Thema:" Wie verschafft sich der Arbeiter des Zwischenfalls in Casablanca zu unterbreiten, da algerische womöglich noch billiger hergestellt zu erhalten, als ein eigenes Heim?" Und einige Tage später benußte derselbe Mann die schlechte Konjunktur, um Lohnabzüge zu machen. Die Er Schüßen die Angreifer gewesen seien. Man glaubt, daß der fran- von den eigenen Arbeitern der Artillerie bitterung unter den Arbeitern ist sehr groß, sämtliche Weberinnen zösische Oberst Dumontier abberufen werden soll. werkstatt selbst. Wir haben nun sicherlich keine Ver- und Weber haben sich solidarisch erklärt, von den 650 Stühlen werden anlassung, hier die Geschäfte der Unternehmer zu besorgen, zirka 70 von den Angestellten in Betrieb gehalten. da aber neun Zehntel der den Auftrag darstellenden GesamtDer Krieg mit den Mohmands. summe reine Arbeitslöhne sind, und der Unternehmer sich nur Achtung, Metallarbeiter! London, 21. Mai. Wie das Bureau Reuter aus Simla an diesen schadlos halten kann, geht daraus vor, daß das Mit der Firma Brown, Boverie u. Co. zu Mann. meldet, griff General Willcods gestern den Feind bei billigste Angebot nur auf Lohndrückerei berechnet heim hatten die Arbeiter seit Ende 1906 eine Vereinbarung ge Umra Killi an. Es entspann sich ein heftiges Gefecht. Der fein kann! Der Zuschlag wird dem Mindestfordernden er- troffen, welche die Preisfeſtſegung bei Affordarbeit regelte. Dieſe Feind hatte eine starke Stellung inne, leistete hartnäckigen Wider teilt; sind mehrere gleich niedrige Angebote vor- Bereinbarung wollte die Firma nun ersetzen durch Einführung stand und machte wiederholte Bajonettangriffe. Seine Verluste eines Prämiensystems, wonach ein Ueberschuß von 30 Proz betragen mehr als weihundert mann. Auf britischer handen, so wird den betreffenden Submittenten dies mitge über den Stundenverdienst dem Arbeiter, jeber weitere Ueberschuß Seite sind ein Offizier eingeborene teilt und ihnen anheim gestellt, andere Preise einzureichen; zur Hälfte der Firma und zur Hälfte dem Arbeiter zugefallen wäre. Soldaten tot, ein Leutnant und neunzehn Ein- selbstverständlich billigere. Es soll schon vorgekommen Dieser Vorschlag war mun nach Lage der Verhältnisse im geborene verwundet. Ferner ist ein Leutnant an sein, daß auf diese Weise zwei- und dreimal der Preis her- Betrieb völlig unannehmbar für die Arbeiterschaft. Jedoch Cholera gestorben. bereit, untergedrückt worden ist, so daß das Mindestangebot war dieselbe δας System zu akzeptieren, der unter( 1) den Preis zustehen fam, den die der Vorschlag Direktion einige Aenderungen erfahren Aus der Partei. Königliche Werkstatt ihren Arbeitern zahlt, hätte. Darauf ließ sich die Direktion jedoch unter keinen Umständen denen sie außerdem auch noch Näh fäden stellen ein, sondern, da sie mit ihrem Vorschlag nicht durchdrang, kündigte sie einfach das bisherige Abkommen und Ein„ hochgeschätter sozialdemokratischer Vertrauensmann. In mu B. Da nun der Direktion die von ihr selbst gezahlten erklärte in dürren Worten, daß einfach abgezogen werde, und zwar Geithain( 14. sächsischer Reichstagswahlkreis Borna) fol- Löhne doch bekannt sind, so steht es fest, daß sie bei diesen so, wie es die Firma für richtig halte. Die Firma stellte nun eine portierten müßige Spießbürger in Ermangelung eines ver- Unterangeboten weiß, daß diese Unternehmer bedeutend ganze Reihe Kalkulatoren an, die die Preise festzusetzen haben. Es nünftigen Unterhaltungsstoffes den einfältigen Klatsch, unser niedrigere Löhne zahlen müssen, als die bedarf wohl keiner Erwähnung, daß diese Preisfestsetzungen derart dortiger Vertrauensmann, Genosse Engelmann, erhalte jährlich aus königliche Werkstatt den eigenen Arbeitern erfolgen, daß absolut nicht mehr davon die Rede sein kann, daß die der Parteikasse 600-900 M. Gehalt. Das imponierte nun der zahlt, denn die Unternehmer werden doch die Transport- Arbeiter auch nur halbwegs auf ihren früheren Verdienst kommen. Steuereinschätzungskommission derart, daß sie unseren Genossen kosten, Versicherungsbeiträge und sonstige Geschäftsunkosten Nichtsdestoweniger ging die Arbeiterschaft her und erklärte sich bereit, gleich um einige Klassen nach oben versezte. Damit war aber daß sämtliche Afforde geprüft und neu reguliert werden, so daß an num unser Genosse nicht einverstanden, da sein Vertrauensamt nicht aus ihrer Tasche zulegen. Unternehmer, welche ihren einer Regelung der Afforde zuzustimmen, und zwar in der Weise, nichts weiter einbringt als viel Arbeit und nicht zu wenig Arbeitern denselben Lohn wie in der könig- den gut bezahlten Akkorden etwas gestrichen, an den schlechten aber Aerger. Er reklamierte, worauf ihm das nachstehende Schreiben zu lichen Werkstatt zahlen wollen, gehen daher dafür aber entsprechend der Notwendigkeit zugelegt werde, und wenn meistens leer aus und die Aufträge erhalten diejenigen ferner für die Zukunft die Garantie geboten werde, daß die Fabrikanten, die durch Beschäftigung von 3 wischen Arbeiterschaft ein Einspruchsrecht bezüglich der Preisfestsetzung er meistern und Heimarbeitern imstande sind, die Löhne halte. Darauf ging die Firma nicht ein, weil sie derartiges zu drüden. nicht mehr machen dürfe".( 111) Nachdem mun alle Wege Die Staatsbetriebe sollen Musterbetriebe sein, namentlich zur friedlichen Verständigung erschöpft waren, nahm die Arbeiter in sozialer Fürsorge für die Arbeiter. Glaubt die Direktion fchaft erneut zur Sache Stellung und beschloß am 20. d. M. am 21. eine geheime Abstimmung über die Ein. Der Wahrheit gemäß wird Genosse E. der Steuerbehörde be- aber, wenn sie den von ihr direkt beschäftigten Arbeitern an- reichung der Kündigung vorzunehmen. richten, daß die erwähnte Behauptung nichts weiter ist als ein un- nehmbare Löhne zahlt, daß sie dann durch ihr Submissions- geschlossen gelten dürfte, daß die Firma sich vorerst eines befferen finniges Gerede. Daß es Gläubige finden fonnte, ist bezeichnend verfahren die bei den privaten Unternehmern beschäftigten besinnt, vielleicht auch nicht besinnen darf, wird es am heutigen für die merkwürdigen Anschauungen, die man in bürgerlichen Kreisen Arbeiter desto mehr ausbeuten lassen fann? Die Auslegung Sonnabend zur Einreichung der Kündigung in den wichtigsten Abüber die sozialdemokratische Parteiorganisation hat. der Lohnklausel seitens der Direktion ist uns unbekannt. teilungen des Betriebes fommen. Die Firma hat ein weiteres großes Werk in der Schweiz und Getäuschtes Bertranen. Der Drtsbeamte der Schuhmacherorgani- Festgestellt ist nur, daß eine Beschwerde über einen Unter fation zu Erfurt, Karl Riese wetter, bat wegen Unregel- nehmer, der 12 Proz. niedrigere Löhne als die auf fertigt in erster Linie Dampfturbinen, Elektromotoren und Ston mäßigkeiten seines Amtes enthoben werden müffen. Niejewetter war der königlichen Werkstatt zahlte, dahin entschieden wurde, daß densatoren an und ist mit Aufträgen auch für das Reich ziemlich gut bersehen. zugleich Borsigender der Parteiorganisation des Wahlkreises Erfurt- nach Recherchen seitens der Direktion dieser Unternehmer Schleusingen- Ziegenrüd. Dieser Vertrauensposten ist ihm natürlich ortsübliche Durchschnittslöhne zahle. Für wenn nicht in letzter Stunde eine Verständigung erzielt wird, so erDa der Kampf voraussichtlich ein sehr heftiger werden dürfte, auch abgenommen worden. An feine Stelle haben die Parteiinstanzen die betreffende Arbeiterkategorie gelten jedoch als ortsübliche suchen wir die Metallarbeiter aller Branchen, den mit der Leitung des Wahlkreises den Genossen P. Reißhaus, Durchschnittslöhne die in der königlichen Werkstatt 8uzug vom Mannheimer Industriegebiet unter Erfurt, Michaelisstr. 2, betraut. gezahlten Preise, welche auch von den maßgebendsten allen Umständen auf das strengste fernzuhalten. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Berliner Fabrikanten anerkannt sind. Die gesamte Arbeiterpresse wird ersucht, von Vorstehendem ihren Straffonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Malzfabri Zurzeit werden wiederum größere Posten Arbeiten ber- Refern Kenntnis zu geben. kanten wurde Genosse Artur Molkenbuhr von der Freien geben; sollte wiederum die Annahme derartiger Unterbietungen Die Bezirksleitung vom 9. Bezirk des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Presse" zu Elberfeld zu 50 Mart Geldstrafe berurteilt. Troß Aufdeckung verschiedener Migstände hielt es das 34. 2ohn drückereien führen, so trüge das Sub. missionsverfahren, wie es seitens der DiGericht für erwiesen, daß die Kritik der Zustände in der Fabrik zu reftion ausgeführt wird, bei etwaigen Arbeitsein- Letzte Nachrichten und Depefchen. stellungen die Hauptschuld. gegangen ist: ,, Borna, 19. Mai 1908. Nach einer Mitteilung sollen Sie als Vertrauensmann der fozialdemokratischen Partei in Geithain aus der Parteitasse 600 M. jährlich beziehen. Welche Bewandtnis hat es mit dieser Behauptung? Königliche Bezirkssteuereinnahme. Ranft." weit gegangen fei. Soziales. " Berlin und Umgegend. Achtung, Rohrleger! W = " Feuerwehr und Gewitter. Das gestern abend über Berlin niedergehende Gewitter machte der Feuerwehr viel zu schaffen. Zuständigkeit bei zwieschlächtigen Arbeitsverhältnissen. Der wolkenbruchartige, mit Hagelschlag verbundene Regen, Mehrere bürgerliche Beitungen bringen eine Notiz über die von dem das Gewitter begleitet war, verursachte stellenweiſe Die wirtschaftliche Tätigkeit der Menschen hat sich nicht nach Sen Rechtsprechungen, sondern diese nach jenen zu richten. Juristen Kündigung des Rohrlegertarifs. Da diese Notizen Unrichtigkeiten erhebliche Ueberschwemmungen, namentlich in der Vorkstraße sind oft anderer Ansicht. Das deutsche Arbeiterrecht leidet an Ein- enthalten, bemerken wir, daß die Mitglieder der Schlichtungs- und in der Brunnenstraße. Die Feuerwehr wurde wohl über heitlichkeit: Da gibt es andere Nechte für gewerbliche, andere für kommission des Tarifs, der im Jahre 1905 für das Rohrlegergewerbe hundertmal alarmiert, ohne jedoch besonders oft in Tätigkeit ländliche Arbeiter. Hiervon unterscheiden sich weiter die Rechte des abgeschlossen ist, sämtlich Mitglieder des Deutschen zu treten. Fortwährend hörte man einzelne Züge der Wehr Gesindes, der Bergarbeiter, der Handlungsgehilfen und der Ar- Metallarbeiter Verbandes sind. Der Vertrag ist mit durch die Straßen klingeln, da ja bei den Alarmierungen am beiter und Angestellten, die lediglich nach dem Bürgerlichen Gesez dem Deutschen Metallarbeiter- Verbande abgeschlossen und jetzt auch Feuermelder nicht ersichtlich ist, ob Feuer- oder Wassersgefahr buch zu beurteilen sind. Der überwiegende Teil der Rechtsprechung dem Deutschen Metallarbeiter Verbande gekündigt. Mit der Kün- borliegt. Bei überschwemmten Kellereien wurde jedoch keine nimmt nun an, wenn ein zwieschlächtiges Verhältnis vorliegt, also 3. B. jemand als gewerblicher Arbeiter, Handlungsgehilfe und Ge- digung dieses Bertrages hat sich die Versammlung der Rohrleger finde beschäftigt ist, so entscheide das Arbeitsverhältnis, das den am 17. Mai beschäftigt und ihre Stellung präzisiert. größten Teil der Tätigkeit in Anspruch nehme. Diese Praxis ist Was da sonst noch an Vereinbarungen mit anderen Ver unlogisch und führt zu Härten gegen den Arbeiter. Das Berliner einigungen besteht, hat mit dem Vertrag des Deutschen MetallKaufmannsgericht hat gestern diese Praxis mit Recht verlassen. arbeiterverbandes nichts zu tun. Unsere Mitglieder ersuchen wir dringend, sich durch solche Noß- Halle a. S., 22. Mai.( W. T. B.) Seit heute nachmittag täuscherkniffe nicht beirren zu lassen, sondern sich in allen den Tarif 2% Uhr ist Halle und Umgegend unausgesetzt von heftigen Gewittern betreffenden und auch sonstigen Berufsangelegenheiten nur an den mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelschauern heimgesucht Ginige Straßen stehen fußhoch unter Branchenvertreter oder an den Vertreter der Ortsverwaltung beim worden. Tarif der Rohrleger, den Kollegen Handke, Charitéftr. 3 III, 3u3asser. Der Schaden ist außerordentlich groß. wenden. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Der Kläger Frizz B. hatte zwei regelrecht nebeneinander laufende Stellungen in gänzlich getrennten Unternehmungen, und zwar in beiden Betrieben gegen festes Gehalt von 250 M. bezm. 200 M. Jm Bankgeschäft von Gustav F. war er als Börsenvertreter angestellt, welche Tätigkeit ihn etwa von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags in Anspruch nahm. Die übrige Beit des Tages widmete er der beklagten Firma, einem Warengeschäft von Mar T. Er arbettete für diese Firma im Durchschnitt täglich sechs Stunden, schloß die Geschäftsräume früh auf und führte abends nach Schluß die Geschäftsschlüssel mit sich. Wie der Kläger behaup Der Fensterputerstreit bei der Firma Carl Juhre dauert un tete, übte er diese Doppeltätigkeit mit dem Einverständnis beider verändert fort., Seit einigen Tagen läßt Herr Juhre bei seiner Prinzipale aus, und der beklagte Chef erhob auch dagegen keine Kundschaft das Gerücht verbreiten, die Forderungen der FensterEinwendungen. Der Vorsitzende, Assessor Dépène, war der An- pußer seien bewilligt und somit der Streit aufgehoben. Das trifft sicht, daß dieser doppelte" Handlungsgehilfe seine Klage beim nicht zu. Nach wie vor befinden sich die Fensterpuzer bei genannter ordentlichen Gericht wegen sachlicher Unzuständigkeit des Kauf- Firma im Streit und ist Zuzug durchaus fernzuhalten. mannsgerichts anhängig machen müsse. Er wollte den im Handelsgesetzbuch festgelegten Begriff, daß derjenige Handlungsgehilfe sei, welcher in einem Handelsbetrieb" gegen festes Gehalt usw. tätig sei, dahin ausgelegt wissen, daß der Schwerpunkt auf die Wendung in einem Betriebe" zu legen sei. Da der Kläger nicht in einem, sondern in zwei Betrieben angestellt war, so sei das Kaufmannsgericht unzuständig. Das Beisigerfollegium machte diese Gesebesinterpretation nicht zu der ſeinigen, die Kammer erklärte sich vielmehr für zuständig und erkannte damit an, daß auch Klagen von Angestellten mit doppelten Stellungen, sobald sie nur in beiden Positionen gegen Gehalt fest angestellt sind, vor das Kaufmannsgericht gehören. Deutfches Reich. Silfe gewährt, wenn nicht Menschenleben in Gefahr waren oder die Fundamente unterspült zu werden drohten. Blikschläge in Berlin selber waren bis in die späte Nachtstunde zum Glück nicht zu verzeichnen. Tödliche Dunggrubengafe. Posen, 22. Mai.( B. H.) Gestern abend erstickte infolge Einatmens giftiger Gase bei der Reinigung einer Dunggrube der 62 Jahre alte Maurer Henkel. Der von dem Unfall benachrichtigte Hauswirt wollte ihn retten, stürzte aber in die Grube und kam gleichfalls ums Leben. Gewitter. Leipzig, 22. Mai.( W. T. B.) Ein schweres, mit Hagelschlag verbundenes Gewitter, das um 6 Uhr abends niederging, hat bielfachen Schaden angerichtet. Zahlreiche Straßenlaternen und Fensterscheiben wurden durch walnußgroße Hageltörner zertrümmert, auch Wald und Flur haben sehr gelitten. Großer Brand in Dalmatien. Zu den Differenzen im deutschen Malergewerbe. Im deutschen Malergewerbe find bei den örtlichen Berhandlungen in mehreren Städten Süddeutschlands über die Frage der im Schiedsspruch vorgesehenen allgemeinen Lohnerhöhungen neue ernste Differenzen ausgebrochen. Die davon betroffenen Malergehilfen nahmen die Arbeit nicht wieder Ragusa, 22. Mai.( B. H.) Auf der Insel Mezzo wütete ein auf. Der Hauptvorstand des deutschen Arbeitgeberverbandes für 80 Stunden dauernder furchtbarer Brand. Endlich gelang es mit das Malergewerbe hat daher das Kollegium der Un- großer Mühe den herbeigeeilten Truppen, den Brand zu lokaliUn- 80 Stunden dauernder furchtbarer Brand. Endlich gelang es mit parteiischen ersucht, eine genauere Präzisierung sieren und die Stadt Mezzo selbst, die stark bedroht war, vor den darüber vorzunehmen. Da der Vorsitzende des Kollegiums, herannahenden Flammen zu retten. Magistratsrat v. Schulz, erkrankt ist und die beiden anderen Unparteiischen, Dr. Prenner München und Dr. WietAus der Arbeiterhaut ist gut Riemen schneiden! feldt Essen, sich auf Reisen befinden, konnte diese Angelegenheit Die Direktion der Königlichen Artilleriewerkstatt zu nicht in Stürze geregelt werden. Der Arbeitgeberverbandsvorsitzende Söul, 22. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Ein Spandau sieht sich von Zeit zu Beit genötigt, um Arbeiter hat nunmehr an den Zentralvorstand des Verbandes der Maler eine sehrernstes Gefecht hatten die japanischen Truppen, die zum einstellungen von kurzer Dauer aus dem Wege zu gehen, Buschrift gerichtet, in der die Aufforderung ausgesprochen wird, die Schuße der friedlichen Einwohner in Korea liegen, mit koreanischen Sattlerarbeiten an private Unternehmer zu vergeben. Sie Arbeit in allen fraglichen Orten sofort wieder auf- Insurgenten am 19. Mai in der Provinz Osgela, wobei 25 Insur bergibt nun aber ihre Aufträge in der Weise, daß die Unter- zunehmen. Dagegen verpflichtet sich der Arbeitgeber genten fielen, während der Verlust der Japaner 5 Tote und 8 Wer nehmer feinerlei Rohmaterial zu liefern haben. Dieselben verbandsvorstand, dafür einzutreten, daß nach Auslegung wundete betrug. Gewerkschaftliches. Japan und Korea. Berantw. Rebatt.: Georg Davidjohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Dr. 120. 25. Jahrgang. i. Stilnjt ilcs ,|oti»ätt6" f ftlintt MÄÄ. Sattkadetld, 23. Ma! 1908 Derbaudstag der Ztukkatenre. Nürnberg, 21. Mai. In der Beratung der Anträge zur Streikunterstützung wird zunächst fortgefahren und dann auf Antrag Krebs- Berlin Schluß der Debatte beschlossen, worauf in die Abstimmung über die Anträge eingetreten wird. Angenommen wird der Antrag Dortmund, wonach Miglieder, die sofort nach beendigter Lehrzeit dem Verbände beitreten, von der Bezahlung eines Eintrittsgeldes befreit sind. Ein Antrag des Hauptvorstandes verlangt, daß der wöchentliche Beitrag sich nach der durchschnittlichen Höhe des Stundenlohnes richte und drei Bei- tragsklasscn einzurichten seien: Bis zu 55 Pf. Stundenlohn 50 Pf. Beitrag, bis zu 65 Pf. Stundenlohn 66 Pf. Beitrag und über 65 Pf. Stundenlohn 76 Pf. Beitrag. In den Filialen sollen pro Wochen- beitrug in der 1. Klasse 16, in der 2. Klasse 12 und in der 3. Klasse 1-t Pf. verbleiben. Der für eine Filiale festgesetzte Beitrag soll für alle Mitglieder einheitlich sein. Dieser Antrag wird angenommen. Darauf gelangt zur Abstimmung ein Antrag Essen, eine vierte Veitragsilasse mit dem Beitrage von 86 Pf. einzuführen. Die An- nähme dieses Antrages ruft einige Verwirrung hervor, weshalb die Abstimmung durch Namensaufruf wiederholt wird. Als sie wiederum eine Mehrheit(25 gegen 19 Stimmen) ergibt, beantragt der Vorsitzende Odenthal, als logische Konsequenz des eben ge- faßten Beschlusses eine andere Klassifizierung der Beiträge nach den Stundenlöhnen in der Weise, daß bis zu 56 Pf. Stundenlohn 56 Pf., bis zu 66 Pf. Stundenlohn 66 Pf., bis zu 75 Pf. Stunden- lohn 76 Pf. und über 75 Pf. Stundenlohn 86 Pf. betragen soll. Da hierzu auch noch weitere Anträge einlaufen, wird die De- hatte mit der alten Rednerliste neu eröffnet, worauf es zu lebhaften Auseinandersetzungen kommt. Die aus süddeutschen und rhcinlän- dischen Delegierten sich in der Hauptsache zusammensetzende Mehr- hcit der Votanten für die Einführung der vierten Beitragsklasse wird, von verschiedenen Rednern der Minderheit, besonders von Hamburger und Berliner Vertretern, beschuldigt, daß sie damit eine Ueberrumpclung verübt habe aus Rache dafür, daß die Erwerbs- losenuntcrstützung durchgedrückt worden sei. Dies wird von der Gegenseite entschieden zurückgewiesen. Durch Beschluß werden dann die Beitragshöhen für die vier Klassen folgendermaßen abgestuft: bis zu 55, 65, 75 und über 75 Pf., die Beiträge betragen 56, 66, 76 und 86 Pf. Ein Fünftel der Beiträge soll in den Filialen ver» bleiben. Weiter wird beschlossen, die Bestimmung zu streichen, wo- nach in einer Filiale ein einheitlicher Beitrag erhoben werden muß; doch dürfen nicht mehr als zwei verschiedene Beiträge in einer Filiale erhoben werden. Der Haupworstand mit dem Ausschuß wird ermächtigt, bei außergewöhnlichen Verhältnissen Extrabciträge auszuschreiben. Von den Beitragsmarken für wiederholten Ein- tritt erhält die Hauptkasse 46, die Filialkasse 16 Pf. Die Mitglieder sind verpflichtet, ihre Beiträge in der Filiale zu bezahlen, in der sie arbeiten; eine Ausnahme ist nur zulässig für die Mitglieder, die außerhalb der Filiale ihres Arbeitsortes wohnen, vorausgesetzt, daß in ihrem Wohnorte eine Filiale besteht und sie mindestens wöchentlich einmal nach Hause fahren. Durch Krankheit oder Ar- beitslosigkeit erwerbslos gewordene Mitglieder bleiben für die Dauer ihrer Erwerbslosigkeit von den Beiträgen befreit, müssen aber in einem Geschäftsjahre mindestens acht Wochenbciträge leisten. Dauernd erwerbsunfähige oder invalide Mitglieder, die dem Ver- band mindestens 5 Jahre angehören, sind ebenfalls von den Bei- trägen befreit. Der Anspruch auf Arbeitslosenmarken erlischt, wenn diese nicht mindestens jede dritte Woche der Erwerbslosigkeit beansprucht werden. Wer nur zwei Tage und weniger in einer Woche— gerechnet vom Montag bis Sonnabend— arbeitet, erhalt für diese Woche eine Arbcilsloscnmarke. Von den Anträgen, die sich mit der Streikunterstützung be- schäftigen, werden folgende angenommen: Kollegen, die durch Sympathiestreiks arbeitslos geworden sind, werden vom Stukkateurverband unterstützt, solange sie keine Arbeit gefunden haben. Die Streikunterstützung beträgt in der 1. Klasse für Verheiratete 15, für Ledige 12 M., in den übrigen Massen erhöht sie sich um je 1 M.; für jedes Kind wird den Verheirateten jede Woche 1 M. extra bezahlt. Ausgekernte, die mindestens vier Wochen nach beendigter Lehrzeit dem Verbände beitreten, erhalten die gleiche Streikunterstützung. Damit ist dieser Punkt erledigt. Die zur Formulierung einer Vorlage über die Erwerbslosenunterstützung gewählte Kommission tritt zusammen und erhält den Auftrag, auch die sonstigen durch die Beschlüsse notwendig gewordenen Acndcrungen am Statut vor- zunehmen. Ter nächste Punkt ist Organisation und Agitation. Hier wird die Frage„Unsere internationalen Beziehungen" herausgenommen und vorweg behandelt. Hierzu referiert der Vor- fitzende Odenthal. Es handelt sich darum, die Verträge mit den ausländischen Bruderorganisationen, die sich nur auf die Reise- Unterstützung beziehen, einer Revision zu unterstellen und auch hin- sichtlich der anderen Unterstützungszweige zu regeln. In erster Linie dreht es sich um das Verhältnis mit Holland, wo die Kollegen noch sehr schwach organisiert sind, während die Meister ein ausge- zeichnete Organisation besitzen. Viele holländische Stukkateure kommen alljährlich nach Deutschland, um dort Arbeit zu nehmen und nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Den Kollegen von der holländischen Organisation hat es bisher an Gelegenheit gefehlt, die Agitation unter diesen Leuten richtig zu betreiben, auch die Domela Nieuwenhuissche Zersplitterungs- taktik war bisher sehr hinderlich. Es soll nun nicht nur unter den Holländern in Deutschland die Agitation betrieben, sondern der Löwe auch in seiner eigenen Höhle aufgesucht werden. Dazu wäre den holländischen Genossen eine dauernde materielle Unterstützung zu gewähren, etwa jährlich 566 M., es könnte sogar, wenn die Holländer mit einem bestimmten Agitationsplan kommen und eine Kostenrechnung aufmachen, über diesen Satz noch hinausgegangen werden. Redner berührt noch das Verhältnis zu den schweizerischen Kollegen und einige kleine Differcnzpunkte mit der dortigen Or- ganisation der Maler und Gipser und geht zuletzt noch kurz auf verschiedene Beanstandungen ein, die gegenüber der österreichischen Organisation zu machen waren. Sta u d e- Zürich, Vertreter der schweizerischen Organisation, schildert die dortigen Verhältnisse und behandelt die Fälle, die An- laß zu den Differenzen mit dem deutschen Stukkateurverband ge- geben haben. Er macht ferner einige praktische Vorschläge zur Revision des Gegenseitigkeitsvertragcs. Der Vertreter der holländischen Stukkateure, d e Z e e u w, gibt in holländischer Sprache eine sehr interessante Darstellung der Or- ganisationsverhältnisse in seinem Heimatlande. Tie Organisation ist dort noch schwach, aber es geht vorwärts; vor 2 Jahren waren von 2666 in Holland beschäftigten Stukkateuren nur 78 organisiert. Mit diesen 78 Mann wurde eine Zentralisation aufgerichtet, die jetzt schon auf 466 Mitglieder angewachsen ist. Es ist nun notwendig, daß sie bei ihrer Agitationsarbeit durch die deutschen Kollegen unterstützt wird. Nach längerer Diskussion wird ein Antrag angenommen, der den Hauptborstand ermächtigt, 566 M. für die Agitation in Hol- land zu bewilligen und diesen Betrag noch zu erhöhen, wenn dadurch die Organisation in Holland ersichtlich gefördert wird. Die Vertragsbestimmungen sollen durch Vereinbarung mit den Vorständen der in Frage kommenden Organisationen entsprechend den in der Diskussion vorgebrachten Wünschen geändert werden. Darauf wird in die allgemeine Beratung des Punktes„Or- ganisation und Agitation" eingetreten. Odenthal begründet die Notwendigkeit zum Zwecke einer gründlichen und systematischen Agitation die dazu nötige organisatorische Gliederung zu schaffen. Das soll durch Bildung von Gaubezirken geschehen. Der Hauptvor- stand hat einen Entwurf vorgelegt, der die Schaffung von 6 Gau- bezirken vorsieht, wovon zwei mit besoldeten Gauleitern ausgestattet werden sollen. Die Kosten für die gesamte Agitation werden auf jährlich 13 166 M. veranschlagt, sodaß auf den Kopf 1,56 M. treffen (gegen 94 Pf. im Jahre 1667). kleines feiulleton. Gewerkschaftlich organisierte Schauspieler. Der Dänische Schau- spielerverband hat in K o p e n h a g e n Normalkontrakte aufgestellt, die den Mitgliedern größere Rechte, höhere Gagen, Krankengeld und andere Vorteile verschaffen sollen. Gegen diese Kontrakte erhoben jedoch 25 Schauspieler und Schauspielerinnen vom Dagmar-Theater Protest, weil sie bereits bessere Arbeitsbedingungen haben und bei allgemeiner Einführung der Normalkontrakte Verschlechterungen be- fürchteten. Dieses Protestes wegen legte in der Generalversammlung der ganze Vorstand seine Aemter nieder. Es folgte eine erregte Debatte, in der die Amtstätigkeit des bisherigen Vorstandes be- anstandet wurde. Nichts sei getan worden für den Schauspielerstand. In der Provinz seien die Verhältnisse grauenhaft. Man könnte einen Provinztheaterdirektor nennen, der jährlich seine 35 660 Kronen verdiente, während sein Personal sich das Nachtlogis erbetteln oder auf der Tenne und in der Scheune schlafen müsse.— Es waren Schauspieler vom Dagmar-Theater. die dies sagten, und ihre Partei siegte dann auch bei der Neuwahl des Vorstandes. Der neue Vorsitzende, Johannes Poulsen vom Dagmar-Theater, hielt darauf eine große Programmrcde.»Wir müssei, einen sozialistischen Fachverein bilden und w.ie eineManer zusammen- stehen, in der keine Bresche sein darf," sagte er unter anderem.„So können wir mit den Herren Direktoren fertig werden. Wir müssen uns Geld verschaffen, Ansehen und festen Zusannnenhalt, und das können wir nur erreichen dadurch, daß alle dänischen Schauspieler und Schauspielerinnen sich zusammen- schließen." Es ist ein erfreuliches Zeichen des Fortschritts, wenn nun die dänischen Schauspieler alle die Eifersüchteleien überwinden, die in diesem Beruf eine so große Rolle spielen, und sich in einer Kampfes- organisation vereinigen. Theater. Die Berliner Theater sind aus dem ausgiebigen Winterschlaf, in den sie dieses Jahr versunken waren, allmählich erwacht, um so- gleich die reine Fremden- und Vergnügungssaison zu eröffnen..Der Raub der Sabinerinnen" und ähnliche Wohltaten dienen dazu, den Provinzler, der Berlin und das übrige Reich bevölkern hilft, zu unterhalten. Das Hebbel-Theater, das diesen Namen in- folge einer irrtümlichen Eintragung ins Handelsregister zu Unrecht trägt, niochte da nicht zurückbleiben und brachte mit einer Kühnheit, die bewundernswert ist, das Wagnis zustande, S a r d o u S angeblich ewig junge Satire auf die Ehescheidung:C y p r i e n n e herauszubringen. Besondere mildernde Umstände sind(außer dem allgemeinen Be- 11. Zchlllitdc-Nttbaudstllg. > Dresden» 21. Mai. 3. Verhandlungstag. Am Mittwoch unternahmen die Delegierten eine Dampfer- vartie nach der Sächsischen Schweiz, infolgedessen fielen an diesem Tage die Verbandlungen aus. Der dritte Verhandlungstag begann mit den Beratungen über die Einführung von Stasfelbeitrügcn. Bisher gab es nur einen Einhcitsbcitrag. Die Einführung der Staffelde iträge ist eine Anregung des Vorstandes. Darüber referierte Kamps- Hamburg. Er legte in längeren Ausführungen die Gründe dar, die den Gesamtvorstand zu einer diesbezüglichen Vor- läge veranlaßt haben. Er ist von der Ansicht ausgegangen, daß sich die Verhältnisse des Verbandes durch eine Staffelung der Beiträge bedeutend bessern werden. Früher habe der Gesamtvorstand auf dem Standpunkt gestanden, daß es zweckmäßig sei, wenn drei Klassen eingeführt werden. Davon ist man aber wieder abgegangen und hat sich für zwei Klassen entschieden. Es werden vorgeschlagen für die 1.'Klasse 66 und für die 2. Klaffe 46 Pf. Beitrag. Man er- hofft von einer Beitragsstafselung eine Hebung der Wcrbekraft de» Verbandes. Bei Einführung der Staffeln und bei einer ferneren Durchführung der Krankenunterstützung muß man sich fragen, ob etwas getan werden müsse, nm die Neueinrichtung auf eine gesunde Grundlage aufzubauen. Eine Herabsetzung der Kranlcnunter stützungssätze wird unbedingt notwendig sein, denn mit den LeistUn- gen sei die Organisation über ihre Kräfte gegangen. Redner wies dürfnis nach Kaffenstücken) nicht vorhanden. Das Hebbel-Theater verfügt über keine Darstellerin, die unbedingt Cyprienne spielen muß— Fräulein Roland nahm die Sache viel zu ernst, cS fehlte ihr an der sprudelnden Naivität und der blöden Heiterkeit, die Sardousche Puppen zur Schau tragen. Man hatte den Eindruck, daß sie Hebbel an Sardou rächen wollte, indem sie zeigte, was dabei herauskommt, wenn man Sardou menschlich kommt. Auch sonst fehlte der Geist der oberflächlichen Routine und äußeren Eleganz, die statt alles anderen bei Sardou ihr Scheinleben führen. Mit einem Worte: das Hebbel-Theater siegte über den fremden Eindringling.— r. Musik. Es muß Zuzug von auswärts kommen, um das träge Opern- leben Berlins aufzufrischen. Fast fortwährend ein altes Repertoire— die königliche Oper kaum zugänglich— die Privatlheater unzulänglich— selten eine Neuheit und dann in der Regel mit allerlei Un- heil: da heißt es warten, bis Fremdes sich uns zu eigen gibt! So lvar es vor wenigen Jahren mit der Stuttgarter Oper, und so ist es jetzt mit dem„Ensemble der russischen Hofoper St. Petersburg und Moskau". Diese Truppe, ersichtlich eine Auswahl aus dem Personale beider Städte, gastiert derzeit bei Kroll. Ein Fürst Zeretcli, der daheim selbst eine Privatoper besitzt, hat die Truppe hergebracht. Sie will russische Opern in echt russischer Aufführungsweise bekannt machen. Von den Komponisten, die dabei zur Geltung kommen sollen, ist uns am bekanntesten Tschal low Sky, von dem hier ja mehreres in Konzert und The«!er beliebt geworden ist. Ungünstiger steht es schon mit Rubinstein, dessen kleinere und größere Werke längst mehr Beachtung finden könnten. So gut wie unbekannt ist M i ch a e l Glinka, der viclgefeierte Schöpfer einer russischen Nationaloper, der vor mehr als 56 Jahren zu Berlin gestorben ist. Als„Das Leben für den Zar" 1836 zu Petersburg auf- geführt war, befaß Rußland einen heimischen und doch auch der Welt« literatur angehörenden Schatz. Dazu führte gewiß nicht nur der uns ferne Patriotismus der Geschichte, wie ein Bauer den Zaren vor den eindringenden Polen rettet, indem er sie irre leitet und sich schließlich töten läßt. Dazu führten auch das Schöpfen aus dem Borne nationaler Volksmusik und die Meisterschaft der künstlerischen Mache. Glinka strebte sein ganzes Leben lang nach Vervollkommnung in dem Handwerke seines Schaffens, unter bestmöglichen Lehrern; er starb beim Weiterstudieren. Und so wirkt denn auch. was wir von ihm hören, ganz besonders durch die Vereinigung des elementar Einfachen mit einer meisterhaften Künstlerschaft. Der Chorgesang herrscht vor, die Solopartien gehen gern mit ihm zu- sammen. dann an der Hand von Berechnungen nach, wie diese Neueinrich- tungcn auf die Finanzierung einwirken würden. Zum Schluß empfahl er die Einführng der Staffeln zur Annahme. G rünb e i n- Frankfurt a. M. ist entschiedener Gegner de? Stasfelbeiträgc. Wenn nian vurch die Staffelung eine Beitrags- erhöhung vornimmt und auf der anderen Seite die Kranlenunter- stützung erniedrigt, dann wird eine Verstimmung unter den Mit- gliedern Platz greifen. Wir sind der Meinung, daß sich auch ohne dieser Einführung der Verband heben wird. K u j o w- Köln spricht für die Einführung der Staffclbeiträge, wendet sich aber dagegen, daß die Kommission einen Satz von 26 M. vorgeschlagen hat, bei welchem die 2. Klasse beginnen soll. Eine derartige Berechnung trifft für unsere Verhältnisse gar nicht zu. Man müsse mindestens einen Wochenverdienft von unter 24 M. zugrunde legen und diese als Grenze ziehen. Schreib er-Hamburg ist kein direkter Gegner der Staffeln, weil er sich sage, daß durch die Einführung derselben den indiffe- renken und schlechter gestellten Kollegen eS möglich fei, bei einem niedrigeren Beitrag in die Organisation einzutreten. In finan» zieller Beziehung habe er Bedenken. Es sei nicht richtig, wenn man eine Erhöhung der Beiträge mit einer gleichzeitigen Kürzung der Unterstützung vornehme. Er schlägt für die einzelnen Klassen 65 und 45 Pf. Beitrag vor, empfiehlt aber zu gleicher Zeit eine Ausdehnung der Unterstiitzungsdauer. H e n t sche l- Berlin ist auch Gegner der Staffeln. Ter Ver» band könne auch ohne diese ausgebaut werden. Er wendet sich gegen die von der Kommission vorgeschlagene Grenze von 26 M. G i n k e l- Mainz wendet sich ebenfalls dagegen, daß man denen den Eintritt in die zweite Klasse gestattet, die unter 26 M. ber- dienen. Müller» Leipzig erklärt sich im Prinzip für eine Staffelung der Beiträge. F ö r st e r- Brandenburg erklärt sich gegen den 26 M.-Satz. Einer Herabsetzung der Krankenunterstützung stehe er nicht im Wege. In namentlicher Abstimmung wurde der Einführung der Staffelbeiträge mit 89 gegen 8 Stimmen bei zwei Eni» Haltungen im Prinzip zugestimmt. S ch m i tz- Mannheim erstattet sodann den Bericht der Statutenberatungökommission. Darauf wurde in die Spczialberatung über die Stafsclbciträge eingetreten. Es werden verschiedenerlei Wünsche in bezug auf die Handhabung der Staffelung geäußert. Am meisten wurde der vorgeschlagene 26 M.-Satz bekämpft. Einige Redner wenden sich gegen eine gleichzeitige Herabsetzung der Krankenuntcrstützungssätze. Auch wurde die Einführung von drei Klassen in Vorschlag gebracht. Von einigen Seiten wird gefordert, daß es jedem freigestellt bleibt, in eine Klasse zu steuern, wo es ihm beliebt. Nachdem ein Antrag, die Beitragssätze auf 65 und 46 Pf. fest- zusetzen, abgelehnt worden war, wurden die vorgeschlagenen Sätze 66 und 46 Pf. angenommen. Für jugendliche und weibliche Mitglieder, die bei Kost und Logis nicht über 4 M., außer Kost und Logis nicht über 12 M. verdienen, wurde ein Beitrag von 25 Pf. festgesetzt. Abgelehnt wurde die vorgeschlagene Grenze von 26 M., wo die zweite Klasse beginnen soll. Die Arbeitslosenunterstützung beträgt nunmehr nach Klassen eingeteilt: in der 1. Klasse 6, 9 und 13 M., in der 2. Klasse 4, 6 und 8 M., an jugendliche und weibliche Mitglieder 2,56, 3.75 und 5 M. Kranken unter stützung wird wie folgt geleistet: 1. Klnsse 5, 7,56 und 16 M., 2. Klasse 3, 4,56 und 6 M., an jugendliche und weibliche Mitglieder 2, 3 und 4 M. Bei ver«> t re i t n n t e r st ü tz u n g ist das Verhältnis wie folgt: 1. Klasse für Ledige 12 M., für Verheiratete 14 M. und für jedes Kind unter 14 Jahren 1 M.: 2. Klasse für Ledige 8 M., für Verheiratete 10 M. und für jedes Kind unter 14 Jahren 1 M.; für jugendliche und weibliche Mitglieder 6 M. Hue Industrie und Kandel. Junkcvideal. Im Jahrbuch der„Deutschen LandlvirtschaftS-Gesellschaft" Wirt ein Vortrag von Pros. Dr. Wagner-Darmstadt über„DüugungSlehre" veröffentlicht. Ter Vortrag erläutert, welche Erträge und Gewinne die Laudwirtschaft durch rationelle Düngung und Bestellung erzielen kann, lieber eine Reihe von Versuchen, die in Hessen angestellt wurden, macht er folgende Angaben: „Ertrag und Gewinn koniiten wir, wenn wir für den gegebenen Fall das Höchstmaß aller initwirkenden Kräfte— solveit dies über- Haupt möglich war— herstellten, sehr bedeutend steigern. Ueberall, in allen Gemarkungen Hessens waren die Erträge über daS in der Wirtschaft erreichte Maß hinaus zu erhöhen. Roggen- Am Mittwoch war die erste, am Donnerstag die zweite(von unS zum Anhören gewählte) Aufführung. Abgesehen von dem Ver- dienste, die Stücke selbst kennen zu lehren, kann das Unternehmen auf unsere Sympathie vor allem wegen des bequemen Einblicks rechnen, den es uns in Sonderheiten des russischen Kunst- und Kultur- lebens gewährt. Von Kostüm und Gehaben nicht erst � zu sprechen; hauptsächlich ist e» der GesaugSfreuud, der Interessantes findet. Daß wenigstens' die Petersburger Oper über bedeutende Materialien an Stimme verfüge, sonst aber nicht eben das Höchste leiste, war unS durch zuverläisiges Urteil bekannt. Beim eigenen Hören fiel vornehmlich der sonore, etwas massige Klang der meisten und zu- mal der tieferen Stimnien auf. Eine solche Altistin Ivie Frau S b r u c w a hört man kaum jemals, und der Bassist Herr P e t r o f f erinnert»nS an den bekannte» Vorzug russischer Tiefbässe. Dagegen möchten wir den Tenor des Herrn B o n a t ch i t ch mit feiner rauhen Wucht nicht als mnsterailtig empfehlen. Die zivei daheim wohl be- rühmtesten Sopranistinnen sind Madea Fi g n e r und Maria Kousnetzowa. Nur die letztere hörten wir. Sie verwendet ihre stark dramatische, kräftig metallische Stimme mit einer Sorgfalt, die auf ein ähnliches Streben schließen läßt, wie es Meister Glinka eigen war; ohne etwas Gewaltsames geht es beim Forte in den höchsten Lagen allerdings noch nicht ab. Dazu eine packende und echte Kunst des Spieles! Kurz: der Besucher kann mehr als zufrieden sein und wird nicht zuletzt dem russischen Dirigenten sowie dem— Berliner Mozart-Orchester viel guten und mühevollen Willen auch dann zurechnen, wenn er bei einer solchen Gelegenheit Größeres erwartet._ bz. Notizen. --WaShatdieVenusvonMilomitihrenArmen gemacht? Diese Frage, bei deren Erörtening unzählige Archäo» logen, Kunsthistoriker und Künstler sehr viel Phantasie, Gelehrsam« keit und Pedanterie aufgewendet haben, soll nach einer Athener Meldung der„Central News" gelöst sein. Danach wäre in Menen- wasia, einem Dörfchen in Lakonien eine Statuette aus Terrakotta gesunden worden, die eine genaue Nachbildung der milonischen Aphrodite, nur frei von Verstümmelung sei. Die Göttin trägt in der rechten Hand einen Spiegel, mit der Linken hält sie die sinkenden tasten ihres PeplumS fest. So die Nachricht, die man indes mit orsicht aufnehmen muß. Jedenfalls ist es gut, daß„Unsere Frau von Milv" im Louvre steht und der französischen Republik gehört. nicht dem preußischen Hos. Sonst wäre eine.Restaurierung' zu gewärtigen. ertrage ließen sich unter gunstigen Verßältirissen bon 18 auf 36 Doppelzentner und mehr bringen. Gerstenerträge ließen sich don IS auf 36 Doppelzentner, Hafererträge von 25 bis 36 und 40 Doppelzentner steigern, und selbst auf dem ärmsten Flugsand- acker, der bei bisheriger Bewirtschaftung nur 10 Doppelzentner Körner brachte, konnten wir durch geeignete Kultur und Düngung den Ertrag auf 25 Doppelzenwer Roggenkörner vom Hektar bringen. Ich frage: Ist das nur in Hessen so? Nein l Ertrag und Gewinn können nicht nur in Hessen, fondern in allen anderen Ge- bieten des Deutschen Reiches bedeutend gesteigert werden." Wagner behauptet nicht, daß die bei den Versuchen erzielten Ertragssteigerungen überall in der Praxis zu erzielen sind. Aber er erklärt, die jetzt im Mittel erzielten Erträge von 18 Doppelzenwer Körner pro Hektar(nach dem Durchschnitt der letzten vier Jahre könnten sehr gut um drei Doppelzentner gesteigert werden. Die zu dieser Mehrproduktion erforderlichen Düngemittel sind vorhanden, oder sind ohne große Schwierigkeit zu beschaffen, lieber„Düngung und Erzeugungskosten der Kartoffeln" sprach Rittergutsbesitzer Vibrans-Calvörde, der sich als„Praktiker" bezeichnete. Er erklärte, daß er früher ein Drittel seiner Ackerfläche mit Kartoffeln bebaute, jetzt dagegen nur zu ei» Achtel „und ich ernte ebensoviel wie früher. mit der großen Fläche abquälen, wenn die genügende Ernte erreichen kann?.. der Arbeitslohn für die Ernte von 60 Zentnern(pro Morgen) der gleiche sein,� wie für 150 Zentner.... Es ist der Beweis ge« liefert, daß ich es in fünf Jahren erreicht habe, durch Anreicherung Feldes mit Kali... die Ernten zu steigern von einigen (2.7), Klee 2,5(3.3). Luzerne 2,4(3,1), Rieselwiesen 2,4(2,0), andere Wiesen 2.8(3.0). Wegen Auswinterung, Mäuseschadens, Schneckenfratzes und der- gleichen umgepflügte Fläche: Winterweizen 3,01 Proz. be» Bandfabriken Elberfelds. In Elberfeld stehen taufende Webstühle still, und in Luckau und Wüstewalicrsdoeß arbeite» zchammen gegen 2000 Arbeiter serLirztt__ Saakenstaud in Preußen mite Mast wenn 2 gut, 8 mittel l gering bedeutetl. Wintcrweizpn. 2,3-(im Mar de? BsrfahreS 3,3), Sommerweizen 1,7(2,6), Winterspelz 2,3:(2.8): Winterroggei, 2,7(3,0), Sommerroggen 2,7(3,S)y Sommergerste 2,5(2,5), Hafer 2,0(2,6), Erbsen Ii(2,6), Werbohnon(2,51 Wicken 2,7 ßg), Kartoffeln 2,8(2,7), Zuckerrüben 2,6(2,6), Winterraps und Rübsen 2,7(3,6), Flachs 2.8 ' Soziales* Wie Arbeiter wohnen müssen! Arbeiietwohttungen, ähnlich denen, über die wir in Nr. 107 des „Vorwärts" aus Mecklenburg berichteten, finden sich auch in der Mark Brandenburg. Wer sie sehen und bewundern will, der wandere hinaus nach dem Dorf Hohenbruch, das im Kreis Osthavelland nahe dem Ruppiner Kanal auf halbem Wege zwischen der Havel und dem Kremmer See liegt. Dort wird seit längerer Zeit gearbeitet an dem Bau einer neuen Chaussee- strecke, die von der Chaussee Oranienburg-Löweuberg-Gransee sich hinter Sachsenhausen abzweigt und bon hier aus über Hohenbruch hinführen soll nach Sommerfeld an der Chaussee Kremmen-Herzfeld Altruppin. Arbeiter, die bei diesem Chausseebau beschäftigt sind, hausen in Wohnungen, die in der Tat als sehenswert bezeichnet werden müssen. Wenn du, von Sachsenhausen kommend, dem Dorfe Hohenbruch dich näherst, so zeigt sich kurz vor dem Ort neben der neuen Chaussee ein halbes Dutzend großer Erdhaufen. Vielleicht werden sie dir kaum auffallen, weil sie nur mäßig hoch sind und auf den ersten Blick nichts besonderes an ihnen zu bemerken ist. Doch sieh, da steigt von einem dieser Erdhaufen eine dünne Rauchsäule auf. Du entdeckst, daß sie einem kleinen Backsteinaufbau entz strömt, der den Erdhaufen bekrönt und sich wie ein Schorn- stein ausnimmt. Und nun bemerkst du, daß auch die übrigen Erdhaufen ähnliche Bekrönungen tragen. Ob da unten menschliche Wesen hausen I? Verwundert trittst du heran, da fällt dir an dem nächstgelcgenen Erdhaufen eine Oeffnung auf, ein Eingang, den eine aus Schalbrettern zusammengezimmerte Tür verdeckt. Neugierig ge worden, gehst du um den geheimnisvollen Erdhaufen herum, da zeigt sich dir auf der anderen Seite eine Fensteröffnung, ein richtiges Fenster mit Glasscheiben. Sollte da drinnen eine regel- rechte Wohnung sein!? Du spähst hinein, aber im Innern herrscht Dämmerung, die dich nichts erlennen läßt. Ratlos schaust du um dich, betrachtest dir die anderen Erdhaufen und ent- deckst, daß auch sie mit Eingängen und Fenstern versehen sind. Jetzt erkeimst du, daß du inmitten einer kleinen An- siedelung von Menschen dich befindest. Eben öffnet drüben sich eine Tür, eine Frau sieigt aus der dunklen Oeffnung heraus ins Licht des sonnenhellen Frühlingstages. Deinem Gruß dankt sie miß- trauisch, aber bald geht sie willig auf dein fragendes Geplauder ein. rbeiter sind's, die hier hausen, Arbeiter vom Chausseebau, teils ausländische, zum Teil auch deutsche. Warum sie nicht in dem nahen Hohenbruch Wohnung genommen haben? Ei, weils billiger ist, draußen auf freiem Felde sich unter Erd- Haufen zu verkriechen. Der Lohn, den man ihnen zahlt, ist ja knapp genug. Da können sie nicht auch noch eine Wohnung mieten, zumal wenn Familie da ist und viele hungrige Mäuler gestopft werden müssen. Den Unterschlupf hier haben sie sich selber gebaut. Du fragst, ob du hineinschauen darfst, und bereitwillig wird dir Eintritt gewährt. Aus der strahlenden Helle steigst du hinab in das dämmerige Halbdunkel, an das dein Luge sich erst gewöhnen muß. Jetzt stehst du unter dem Erdhaufen und siehst dich in einer niedrigen Hütte. Auf einem Gebälk aus Baum- stammen ruht sein Dach, das aus dünnen Schalbrettern not« dürftig ManuneiWW ist. Durch breite Spalten, die zwischen den Brettern klaffen, drängt Stroh sich herein, mit dem das Dach abgedeckt ist. Die Strohschicht dient als Schutzwehr gegen die Erdmassen, die darüber aufgehäuft sind und dieses Arbeiterheim von außen als einen gewöhnlichen Sandhllgcl erscheinen lassen. Die Bewohner haben versucht, sich die niedrige, enge Hütte möglichst behaglich zu niachen- Ein paar Betten samt anderem HauSgerät stehen darin, auch ein Ofen auS Backsteinen fehlt nicht, und in einem Nebenraum steht ein offener Herd, gleichfalls aus Backsteinen errichtet. Bei Regenwetter wird die Nässe den Bewohnern manchmal recht lästig, trotz der Heizgelegenheit. Der Fußboden ist weder gedielt noch gepflastert, die nackte feuchte Erde dient hier als„Parkett" Diese Erdhöhlen bestehen schon seit dem Herbst vorigen Jahres. Auch den Winter hindurch haben ihre„Besitzer" in ihnen gehaust, aber sie haben tüchtig heizen müssen, um die Kälte zu bannen und sich gegen aussteigende Feuchtigkeit zu schützen. Wundern wird sich mancher, daß die Behörden, die sonst allezeit fürsorglichen, hier gar keine FeuerSgefahr sehen. Ein einziger Funken, der von einem Streichholz abspringt und in das Stroh fällt, könnte in wenigen Augenblicken das ganze Bretterdach in Brand setzen. An ein Entrinnen wäre da kaum zu denken, wahrscheinlich würden alle Insassen unter dem zusammenstürzenden Erdhaufen begraben loerden. Die Velvohner selber denken allerdings ebenso wenig an solche Gefahr oder an die gesundheitlichen Mängel dieser„Wohnungen". Auch gelten diese ihnen keineswegs als menschenunwürdig, sie sind's eben nicht anders gewöhnt und bilden sich ein, das müsse so sein. Aufatmend flüchtest dn dich wieder hinaus in das Sonnenlicht. Versammlungen. Eine Siisung der GewerkschastSkommisfl-u und von Vertretern der Gewcrkschaftsvorstöndr.- tagte am Mittwoch im Gewerischaftshaus. ES wurde zunächst vom Genossen Alwin Körsten eine Angelegenheit zur Sprache gebracht, die bereits den Ausschuß beschäftigt hat. wobei zweierlei Meinung über eine besondere Frage der sozialen Praxi« hervortrat. Ter Ausschuß wollte die Versammelten informatorisch darüber hören. In Weißensec hatten unsere Geineindcvertreter die Durch führung von Notswndöarbcitcn erwirkt. Es sollten aber im Ort wohnende Arbeitslose zu nach st berücksichtigt werden. Die Steinsetzer, die d o r t in Betracht gekommen wären, konnten ober(abgesehen von anderen hier ausscheidenden Gründen) �-----|-.---»—-!nt de? Dieses älcilje der Eingeschriebenen vor. Unter Berücksichti. gung dieser Vorschrift hätten Berliner nach Weißensee ver- mittelt werden müssen.— Der Versammlung wurde nun die Frage vorgelegt: Wie ist in derartigen Ausnahmefällen ein Ausgleich möglich?. Ist starr nach den, Buchstaben derartiger an sich durchaus berechtigter Reglementvorschristen zu verfahren, oder ist bei Rot- standsarbeitcn im Interesse einer wirksamen sozialpolitischen Be- tätigung unserer Gemeindevertreter eine gewisse Biegsamkeit von- Nöten?— Nachdem Fuhrmann(Weißensce), KlickS ald Vertreber der Rammer(Steinsetzer) und Conten(Weißcnsee) dazu gesprochen hatten, ergab sich, daß die Angelegenheit, auch in tatsächlicher Beziehung noch nicht genügend geklärt ist. Die Ver- sammlung beschloß deshalb nach einsm Antrag Ritters, den Ausschuß zu beantrage«, zur weiteren Klärung die Gemeinde- Vertreter von Weißcnsee und die Vorstandsmitglieder der in Frage schon deshalb nicht herangezogen werden, weil das Reglement des ArbeitSnachtveiseS der Organisation eS nicht ermöglichte. JT gilt für Äroß-Berlin und sieht die Vermittelung nach kommenden Gewerkschaft, sowie ferner die Gemeindebertttter Voy Groß-Berlin zusainimenzuberufen. Eine Besprechung des neuen ReichsvereinS» gesetzes in bezug auf seine praktische Anwendung folgte. Genosse Rechtsanwalt Wolfgang Heine war dazu gewonnen worden. In einer allgemeinen Einleitung betonte er unter anderem, daß das Gesetz im wesentlichen Erleichterungen für die Polizei bringe, indem es sie von einigen lästigen Verpflich- tungen befteie; allerdings befreie es auch in der Beziehung die Vereine und Verbände. Aber in den Punkten, wo bisher die Rechts- Unsicherheit groß war, bringe es keine Rechtssicherheit. Es lasse noch genug Raum für Schikanen. Im großen und ganzen verwende das Gesetz die Begriffsbestimmungen des alten Gesetzes. Deswegen werde wohl auch in der Praxis der Versuch gemacht werden, alle Entscheidungen des Kammergcrichts und Ober-Verwalttingsgerichts, soweit sie die Vereins- und Versammlungsfreiheit einengen, auch für das neue Gesetz als anwendbar anzusehen. Jedoch werde man sich demgegenüber stets darauf berufen können, daß beim Zustande« kommen des Gesetzes von Rcgierungsvcrtretcrn und Vertretern der Mehrheitsparteien stets gesagt worden sei, das neue Gesetz sei nicht kleinlich gedacht und solle nicht kleinlich und schikanös ausgeführt werden. Redner gab dann umfangreiche und ins einzelne gehende Erläuterungen zu dem Gesetz und verschiedene Winke für die Praxis. Wir heben einiges daraus hervor: Wenn § 1 allen Reich sangehörigen das Vereins- und Versamm- lungsrecht verleihe, so sei nicht daraus zu schließen, daß Nicht- reichsangehörige an Vereinen oder Versammlungen nicht teil- nehmen dürften. Bethmann- Hollweg habe das aus- drücklich erklärt. Ausländer hätten zwar nach§ 1 kein staatlich garantiertes Recht, aber es sei ihnen auch nicht die Teilnahme verboten. Die Polizei könne nicht vorgehen gegen die von In- ländern gebildeten Vereine und veranstalteten Versammlungen, wenn Ausländer teilnähmen. Die Polizei könne also nicht von den Vor- ständen der von Inländern gebildeten Vereine fordern, daß sie die Ausländer ausschließen. Nach den weiteren Vorschriften des§ 1 ist das präventive(vorbeugende) Verbot von Versammlungen wegen Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung ausgeschlossen. Die allgemeinen sicherheitspolizeilichen Bestimmungen des Landes- rechts fänden nur Anwendung, soweit es sich um die Verhütung unmittelbarer Gefahr für Leben und Gesundheit der Teilnehmer an einer Versammlung handelt. Damit habe die Polizei das Recht behalten, die Benutzung von Sälen, die mit solcher unmittelbaren Gefahr für Leben und Gesundheit verbunden ist, für öffentliche Versammlungen nicht zu gestatten. An sich wäre bei richtiger Anwendung dagegen nichts zu sagen. Bielfach sei ja aber gerade dies polizeiliche Recht benutzt worden, um den Gewerk- schaften in Provinzorten die Abhaltung von Versammlungen un- möglich zu machen. Mütgliederversammlungen würden einfach für öffentliche erklärt. Man beachte die Worte:„unmittelbarer Gefahr". Im übrigen könnten beschränkend nur Reichsgesetze in Frage kommen, z. B. das sogenannte Mcnschenseuchengesetz. Bei Behandlung des Z 3 mit seinen Vorschriften über Einreichung von Satzungen und Abmeldung von Vorstandsmitgliedern durch die Vorstände politischer Vereine verweist Redner darauf, daß vielleicht die �Polizei auf Grund ihrer allgemeinen Befugnisse ver» suchen könnte, Auskunft über Mitglieder des Vereins zu erlangen. Wo eine solche Anforderung hervortrete, rate er, sie zurückzuweisen und es auf eine Entscheidung der höchsten Instanz ankonmnmen zu lassen. Ueberhaupt müßte streng daraus gesehen werden, daß man der Polizei nicht mehr Rechte einräume, als sie habe. Seien über- Haupt die Gewerkschaften politische Vereine? Bezweckten sie eine „Einwirkung auf politische Angelegenheiten"(§ 3)? Eine solche Einwirkung setze voraus, daß eine Aenderung eines bestehenden po« litischen Zustandes erstrebt werde. Er meine, daß die Gewerkschaften versuchen sollten, ihre Statuten und ihre Praxis so einzurichten, daß sie ein Unterfallen unter das Vereinsgesetz überhaupt ab» wehrten. In manchen Statuten stehe unter den Zwecken die Unter- srützung oder Gründung eines Verbandsorgans, einer Zeitung. -Der A«üeit«rt�v>erbund und. der Arbeiterradfahrerbund�seien mit Rücksicht aiis ihre Wunde-sorgane für politisch erklärt worden. Den Zentralvorständen der großen Gewerkschaften sei anheimzu»� geben, zu erwägen, ob es ihnen lohne, die Gestaltung ihres Ver- hältnisses zu den Vcrbandsorganen zweckmäßig zu ändern, oder ob das überhaupt möglich sei. Sein Rat cm die Gewerkschaften gehe dahin, ihre Statuten einer Revision zu unterziehen und zu sehen, ob nicht solche Bestimmungen, die sie ohne weiteres als politisch erscheinen ließen, zu beseitigen seien. Wenn das geschehen sei, möge man abwarten, was da komme. Tatsächlich machten nun ja Gewerk- schaften manchmal Eingaben an Behörden und Parlamente und nähmen zu Gesetzen Stellung. Da könne man sich aber auf den Standpunkt stellen, daß das nur gelegentlich geschehe und nicht ein„Bezwecken" sei.— Nur„öffentliche Ver>aminlungen zur Erörterung politischer Angelegenheiten" bedürsten(K 5) der Anmeldung, mit den Ausnahmen des Z 6. Für das gewerischastliche Leben wichtig sei die Bestimmung des Abs. 3 des§ 6, die ganz beseitige die Anmeldepflicht für Versammlungen der Gewcrbetrci- benden. gewerblichen Gehilfen usw., die zur Erörterung von Ver, abredungen und Vereinigungen zum BeHufe Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittels Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter dienten. Könnten danach gewerkschaftliche Versammlungen der verschiedensten Art sich als nichtanzeigepflichtig betrachten, so seien nach 88 6 und 6 Werkstattversammlungen niemals anmeldepflichtig.— Was die Jugendlichen angehe(8 17), so würden natürlich Gewerkschaften, die mit Aussicht aus Erfolg damit rechneten, nicht für politisch an» gesehen zu werden, die Jugendlichen als Mitglieder behalten. Tie anderen dürften das nicht nach dem Gesetz. Aber auf keinen Fall solle man ohne Kampf auf die Jugendlichen verzichten. Unter den Gründen zur Auflösung von Gersammlungen befinde sich der, daß Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine Auf» forderung oder Anreizung zu Erbrechen oder nicht nur auf Antrag zu verfolgenden Vergehen enthalten. Zu dem„nicht nur auf Antrag zu verfolgenden Bergehen" gehörten solche des§ 163 der Gewerbe, ordnung. Zu beachten sei dabei, daß es sich um die Erörterung von Anträgen oder Vorschlägen handeln müsse.— Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall entgegen genommen. Der Redner beantworte dann noch eine Anzahl Anfragen. Metzke(Maurer) richtete an den Ausschuß die Frage, ob ihm bekannt sei, daß an der Treptower Sternwarte die Arbeit durch Akkordmaurer oder sogenannte Wilde ausgeführt würde. Er möchte fS anregen, daß der Ausschuß sich mit der Angelegenheit befasse.—> Körsten erwiderte, Ausschuß und Bureau beskchäftigten sich schon über 8 Tage mit der Frage. Ter Direktor habe erklärt, daß eS »itchk zutreffe. Es seien aber neue Momente aufgetaucht, die den Ausschuß veranlassen, schleunigst weitere Schritte zu tun, um Klarheit zu schafffcn und eventuell Abhilfe zu erreichen. Der Di- rektor habe erklärt, in dem Sinne zu handeln, wie die organi-» siertcn Arbeiter es für richtig halten. Die Verlesung der Präsenzliste ergab das Fehken der Vertreter der Asphalteure. Photographen, Stoinhauer. des technischen Bühnen. personal»,-iplographen. sowie der Kartelle von Eriner, Köpenick, Reinickendorf und Wilmersdorf. «Zltterungvüderstcht vom»S. Mai 1S08, morgens 8 llbr G% C' 9 8 10 8 S Wetterprognose für Sonnabend, den 83. Mai 1W8. Köhler, veränderlich, vielfach wolkig mit Gewitterregen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbnreon. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 23. Mai. Königl. Opernhaus. ( Anfang 7 Uhr.) Anfang 7, Uhr. Königl. Schauspielhaus. Lohengrin. Bring Friedrich von Homburg. Neues königl. Opern- Theater. Der Dämon. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Romeo und Julia. Kammerspiele. Frühlings Er wachen. Leffing. Der Raub der Sabinerinnen. Neues. Die ersten Menschen. Neues Schauspielhaus. Der ber lorene Sohn. Berliner. Hopfenraths Erben. Kleines. 2 × 2= 5. Hebbel. Cyprienne. Komische Oper. Mastenball. Ruth St. Denis. Nachm. 4 Uhr: Matinee, Ruth St. Denis. Residenz. Der Floh im Dhr. Lustspielhaus. Die blaue Maus. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Hans Hudebein. Schiller Charlottenburg. Ohne Geläut. T Friedrich Wilhelmstädt. 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Bernards Compagnie: Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent.8 1. Morgen: Große Elite- Soiree. Tanzkränzchen. ax Kliems kaniſüßen Eingel- Tangel. Max WINT BARTEN Neues Programm. Otto Reutter. Neues Operetten- Theater Orford's Elephanten. Palace Girls, Englische Gesangs- und Tanztruppe. Niards, Akrobaten. Hagedorns Wundergrotte. Lili Schreiber, Soubrette. Ferry Corwey, Musik. Clown. Guyer und Crispi, Amerikanische Excentrics. Perezoff- Truppe, Jongleure. Toquè, der Hund als Reiter, Der Floh im Ohr. Equilibrist und Jongleur. Schwank in drei Alten von Georges Tambo and Tambo, BanjoFeydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Biograph. Jongleure. Lustspielhaus. Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Residenz- Theater.uyer und Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. 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Referent: Genosse Boeste. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1908. 3. Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tages- Ordnung ist das pünktliche Erscheinen aller Mitglieder notwendig. 42/19 Die Ortsverwaltung. Zahlstelle Berlin. Branche der Vergolder! Am Montag, den 25. Mai cr., abends präzise 8 Uhr, in den " Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59: Branchen- Versammlung. 84/16 Tages Ordnung: 1. Unsere Maifeier. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. IF Pflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Die Branchenleitung. Zentral- Kranken- Sterbekasse der Tischler Steinarbeiter! E. H. 3 Hamburg. Mitglieder- Versammlungen der örtlichen Verwaltungsstellen Berlin A: Am Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, bei Wollschläger, Adalbertstr. 21. Berlin D: Am Sonntag, den 24. Mhi, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichshöhe, Turmstr. 25/26. Berlin E: Am Sonntag, den 24. Mai, vormittags 92 Uhr, bei Herrn Raabe, Kolberger Straße 23. Berlin G: Am Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, in Manns Vereinshaus, Strausberger Straße 3. Berlin H: Am Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale von Tolksdorf Nachf., Görlizer Straße 58. Berlin J: Am Montag, den 25. Mai, abends 82 Uhr, in Schröters Vereinshaus, Frankfurter Allee 127. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht vom ersten Quartal 1908. 2. Statutenberatung. Berlin I. Mittwoch, den 27. Mai, abends 8 Uhr, in der„ Lebensquelle", MANOLI Manoli Abbas Beste 3Pfg. Cigarette. Credit- Haus Mitglieder- Versammlung Belle- Alliance 171/ 17* 1. Stellungnahme zur Einführung einer örtlichen Arbeitslosenunterstützung. 2. Erhebung einer Extrasteuer zur Dedung der Maikosten. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Kollegen. In der Versammlung hat auch die Abgabe der Steinarbeiteradressen" zu geschehen. Mitgliedsbuch legitimiert. Nach Wernsdorfer Schleuse Die Ortsverwaltung. A Gosener Berge 3. Auſſtellung der Standidaten zur Generalversammlung in Dresden Große Dampfer- Extra- Fahrt am 21. Juli 1908. 4. Verschiedenes. Außerdem in A. und E. Wahl der Ortsverwaltung und Beitrag fammler. 184/3 DF Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Ortsverwaltungen. Tischler- Verein zu Berlin. E. H. No. 89. 198/16 Sonnabend, den 23. Mai, abends 82 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Bereinsangelegenheiten. 15. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss, Lotterie. Ziehung vom 22. Mai 1908, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 52 274 77 344 532 712 68 845 1297 99[ 1000] 576 716 91 2151[ 1000] 420 989 3311 562 96 717 60 77 78 885 942 79 97 4068,112 373[ 500] 493 574[ 500] 663 5097[ 500] 101 20[ 500] 29 36 244 307[ 3000] 67 639 828 6231 70 561[ 500] 708 937 7052 256 323 36 412 75[ 1000] 647 67[ 1000] 926 [ 500] 95 8011 48 270 351 544 645 759 90 99 854[ 3000] 57 9119 230 416 76 10387 517 869 947 186 301 41 780 12215 68 70 342 424 599 13386 512 68 650 753 14241 74 489 708 853 88 15387 535 708 88 816 16132 466 583 601 42 43 61 966 17354 402 976 18235 424[ 500] 578 714 849 62 19050 70 75 427 80 677 808 28 926[ 3000] 70 947 11099 20009 135 586 803 21502 806 22092 220 97 316 461 563 959 23038 67 159[ 500] 351 654 753[ 3000] 24034 127 337 510 626 25063 90 126 31 440 726[ 1000] 881[ 1000] 980 26406 568[ 500] 705 27144 383 633 94 788 848[ 1000] 28073 219[ 3000] 599 611 14 796 812 57 912 31 29124 239 612 933 30260[ 3000] 399 568 98 907 31333 50 783 802 3 12 83 900 26 32030[ 1000] 339 45 555 660 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87491 517[ 500] 46 602 36 44 93 807 88018 135 324 47 424 89037 369 400 14 738 926 90035 80[ 3000] 103 23[ 3000] 216 503 85 735 829 919 43 91209 42 355 679 742 80 831 975 92235 324 505 671 773 833 996 93009 58 153 512 83 759 93 939 81 94015 [ 1000] 149 349[ 1000] 517 87 815 915 88 95028 722 37 [ 500] 70 837 919 96148 301 48[ 500] 432 714 829 97040 81[ 500] 183 89 306 78 550 971 98144 54 307 407 758 82 870 930 99129 40 229 508 633 64 855 909[ 1000] 36 100077 89 124 225 331 651 714[ 500] 51 101132 246 818 421 34 560 102118 56 75 84 225[ 1000] 366 662 95 760 803 68 980 103124 343 65 491 761 874 104059 422 555 618 752[ 1000] 66 92 803 105013 37 446[ 500] 523 812 67[ 500] 94 106007 152 550[ 1000] 660 738 88 107234 859 507 29 623 60 836 913[ 3000] 17 108610 714 44 816 109033 358 4 445 84[ 1000] 510 711 83 15 000] 110121 345 433 91[ 1000] 573 733 111205 709 10 875 112330 64 430 655, 734 981 113041 158 494 550 640 74 783 907 75 114031 36 74 219 96 343 470 547 902 115174[ 1000] 219 36 335 565 13000] 725 116174[ 500] 202 7 78 416 689 15001 795 117050 283 448 601 23 752 85 801 915 118288 317 40 421 72 907[ 500] 26 48 119201 17 450 513 60 93[ 500] 660 709[ 5000] 54 S17[ 1000] 93 120151 324 448 573 603 121035 88[ 500] 97 202 98 698 995 122566 81 651 84 838 66 123016 214 578 93 96 796 810 124129 35 46 58 300[ 3000] 7 78 452 652$ 84 125166 270 469 533 791 855 932[ 1000] 38 126183 230 350 657 824 78 127088 210 320 694 95[ 1000] 718 857 128025 223 36 351 937 12911[ 1000] 225 334 759 844 942 53 130050 390 495 639 45 52 79[ 500] 731 827 61 131221 56 335 38[ 3000] 75 94 767[ 500] 838[ 3000] 88 902 132037 40 247 313 430 85 561 714 911 133012 20 161 69 814 965 70 134077 13000] 148 288 872 97 974 135025 842 61 496 503 936[ 3000] 70 13000] 87 136 135 55 93 211 85 321[ 500] 402 743 89[ 3000] 818 137110 300 1 83 653 678 787 838 902 34 138203 8 700[ 500] 19 891 906 49 139105 13 88 314 847 970 140140 86 203[ 500] 761 877 921 141026 366 465 844 720 846 975 92 142071 74 170 265 328 437 542 655 747 Der Vorstand. Sonntag, den 24. Mai: Erstes großes Kinderfest. Abfahrt 92 Uhr früh u. nachm. zirka 2 Uhr. ab Hinfahrt 50, Rücf. 50 Pf. Nachmittags Schillingsbrücke. nach Restaurant Fahrt 2 tbe as babrambion) einfante Botet 30 g. Kyffhäuser 21hr ab halbstündlich A Dampfer- Extrafahrten von der Waisenbrücke. Jeden Sonntag einfach 50 Pf., Kinder 25 Pf. Dampier jeder Größe find billig zu vermieten. Reederei L. Kahnt, Stralau- Berlin. Tel.: Amt VII 580 u. 13459. Abfahrt vorm. 9, nachm. 2 Uhr. nad Krampenburg. Fahrpreis hin und zurüd 75 Bf., 143058 207 345 64 75 80[ 1000] 443[ 1000] 571 690 761 80 144089 203 422 64 639 79 752 822 63 959 76[ 500] 145071 112 1500] 261 322 625 45 80 848 146234 51 759 [ 500] 73 147496 886 908 148104 80 275[ 500] 432 38 710 16 77 802[ 500] 967 149145 761 70 75 150116 426 593 656 151019 158 268 402 14 519 661 883 936 152004 345 48 465 761 153002 23 42 73 155 86 258 608 87 732 929 154059 243 323 511[ 500] 697 733 95 155278 623 43 75 759[ 3000] 89 919[ 500] 156033 511 708 99 969[ 500] 85 157055 202 385 715 37 863 91 158072 156 300 469 528 54 97 652[ 15 000] 702 89 939 159136 216 415 36 920 28 161195 225 30.000 251 52 16 225 389 823 951 52 162122[ 1000] 375[ 1000] 473 542 726 878 94 96[ 1000] 163228[ 3000] 78 400 67 70 526[ 500] 678 915 164 186 564 982 165468 620 44 766 958 166108 51 437 668 167139 203 757 827 168028[ 1000] 435 51 552 636 795 983 169056 566 604 15[ 500] 85 170000 42 85 237 634 98 171327 435 658 874 979 172180 173215 391 573 858 92 174003[ 500] 367 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1000, 2011 à 500. Auf spielend leichte Teilzahlungen erhalten Sie Damen- u. Herren- Garderoben auch nach Maß. Sämtliche Manufakturwaren. Möbel Polsterwaren, Uhren, Portieren, Gardinen, Betten usw. Nur in Berlin Belle- Alliancestr. 100' schrägüber von Jandorf. Kulante Bedingungen. 15. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss, Lotterie. Ziehung vom 22. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 403 56 607 751[ 1000) 1244 563 90 810 2038 97 271 94 492 501 664 810 3096 125 420 93 533 613 52 841[ 1000), 4167 94 263 702[ 500] 890 5038 88 294 499 558 99 730 948 82 6320 22 58 76 599 716[ 500] 983[ 1000] 7057 275 474 573[ 500] 8035 91 305 50 722 75 94 9115 461 594[ 1000] 849 10028 55 87 99 460 623 896[ 500] 11249 369 595 660 727 98 12031 77 322 36 51 689 13019[ 500] 81 132 389 377 936 14351 566 906 56 15374 846 901 71 212 73 343 655 17293 434[ 30001 0823 16110 47 989 18269 392 499 631 810 903 18 19029[ 3000] 71 100 77 853 661 776 20161 226 699 750 958 21075 86 336 555 667 782 22109 262 310 24 88 506 87 23035 250[ 1000] 57 368 558 770 24175[ 500] 351 416 96 565 685 25205 402 763 86 26023 32 149 540[ 3000] 660 746 27159 218 449 578 662 91[ 500] 824 951 28010 37 295 626 31 753 89 29107 455 [ 500) 549 91 695 919 67 30126 85 289 395 702 31193 321 34 675 729 999 32044 175 457 840 927 33062 96 433 97 761 809 49 63 82 34050 58 69 195 269 471 512 45 52[ 3000) 705 35018 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766 832[ 500] 948 24.5087 [ 500] 112 72 498 747 246002 38 206 13 391 415 75 799 810 32 983 85 247281[ 5000] 91 509 613 18[ 500] 248481 587 738 81[ 500] 804 969[ 1000] 96 249010[ 1000] 89 112 302 458 92 527 43[ 3000] 858 250175 303 43 493 527[ 3000] 73 610 43[ 1000] 743 [ 500] 62 88 868 251196[ 500] 423 86[ 500] 595 689 731 912 [ 500] 252031[ 1000] 176 290 488 526 685 798 991 253087 [ 500] 126 82 407[ 1000] 97 572 764 976 254080 97 101 231 36 929 45 63 255035 51[ 1000] 95 456 502 619 998 256163 323 413 91 558 876 257018 25[ 1000] 254 78 396 590 98 673 745 820 91 258019 63[ 3000] 190 493 545 72 [ 500] 702[ 1000] 847 65 87 941 259488 536 85[ 3000] 674 723 78 260107 508 27 784 948 261006 128 236 325 99 741 56 816 262060 306 30 564 850 994[ 500] 263173 278 335 99 614 915 20 264040 77 170 301 80 682 701 803 47 265017 155 276 521 79 69 97 759 878[ 3030] 991 266: 61 309 50 446[ 500] 799[ 3000] 808 72 940 267016 160 310 424 70 658 744 881 268036 42 453 870 269200 50 431 531 638 724 868 270040 160 68[ 500] 301 419 39 856 947 78 271050 270 354 96 591 730 92 823 919 20 57 272050 83 93 516 56 87 758 927[ 1000] 273036[ 1000] 283[ 500] 430 63 600 729 935 274077 155[ 1000] 490 551 623 37 275079 631 987 276316 568 755 919 277419 878 84 955 278155 83 259 487 825 62 964 279092 116 244 46 495[ 500] 978 280070 95 98 258 330 60 95 547 688 281102 212 392 468 857 80 282387 680 706 26 945 76 283099 1000] 112 [ 3000] 59 204 43 635 863 284134[ 500] 72 236 304[ 3000] 90 476 285007 115 94 483 816 99 286200 351 622 76 287134 340 61 432 38 42[ 500] 560 924 Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr.W. 25. Iahkgaag. 2. KeilUt des Joraitls" Krlim üolUliitt. SottnaM, 28. Mai 1908. Zur csuStsgmshIbweguug. Rixdorf-Schöneberg. Schoiltberg. Die Abteilungslisten für die Wahl von Wahl- «Znnern liegen am heutigen Sonnaberd, den 23. Mai, von nachmittags 5 Uhr bis abends 8 Uhr, Sonntag, den 24. Mai, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, und Montag, den 22. Mai, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, im hiesigen Rathause, Ouergebäude, Zimmer Nr. 2, öffentlich aus. Innerhalb dieser drei Tage steht es jedem Urwähler frei, gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen beim Schönebergcr Magistrat seine Einwendungen schriftlich anzubringen oder bei der Einfichwahme zu Protokoll zu geben. Rixdorf. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Anwendung der Steuersätze für 1907 bei Aufstellung der hiesigen Wählerlisten für die bevorstehende LandtagSwahl nicht auf Willkür zurückzuführen ist, sondern vielmehr ein Gebot der Notwendigkeit war. Rixdorf ist bisher nicht die Veranlagung der Staatssteuern überttagen worden, dielmehr besteht hier eine eigene st a a t l i ch e Veranlagungs- kommission. Die Stadt Schöneberg konnte, da sie die Veranlagung zur Staatssteuer mit Organen der Stadtverwaltung selbst ausführt, die Steuerveranlagung für 1008 der Listenaufftellung zugrunde legen und hat dies aus eigenem Interesse getan, weil die Arbeitsleistung eine bei weitem geringere war, als wenn sie die Steuersätze für 1007 verwendet hätte. Die Staatssteuerrollen sind der hiesigen Stadtverwaltung erst in der Zeit von Ende April bis zum 6. Mai zugegangen, also zu einer Zeit, wo die Ver- Wendung dieses Materials für die Aufstellung der Urwählerlisten nicht mehr möglich war. Die Zugrundelegung der Steuersätze für 1903 wäre der Stadtverwaltung für die Wählerlistenaufstelluug viel genehmer gewesen, weil die neueren Sreuerlisten bereits die neuen Wohnungen der Steuerzahler nachwiesen und hier- durch eine erhebliche Erleichterung in der Aufstellung des Listenmaterials erreicht worden wäre. Die Anwendnng der Steuersätze für 1907 hat auch insofern erhebliche Schwierig« leiten bereitet, als bei einem großen Teil der Steuer' zahler der Stand seiner Veranlagung besonders ermittelt werden mußte. Aus dieser Sachlage ergibt sich, daß von einer Aufstellung der Wählerlisten in der Absicht, gewisse Kreise in der Ausübung ihres Wahlrechts zu beeinträchtigen, nicht die Rede sein kann. Demnach wäre die Schuld, daß Tausende von Wählern in einer niedrigeren als' Mm diesjährigen Steuersatz entsprechenden Wähler' klaffe rangieren, nicht dem hiesigen Magistrat, sondern der staatlichen Veranlagungskommission zuzuschreiben. Das den Wählern zugefügte Unrecht wird dadurch natürlich nicht gemildert. Teltow. Wilmersdorf. In den„Spichernsälen" fand am Dienstag eine gut besuchte Wählerversammlung statt, in der der Reichstags- abgeordnete Stückten in einem zirka zweistündigen Referat die Stellungnahme der Sozialdemokratie zu den bevorstehenden Land« tagswahlen darlegte. An Hand reichhaltigen Materials wies Redner nach, welch schofle Haltung der Freisinn in dem ganzen Wahlrechtskampfe ein- Dehmes daraus folgere, daß wir unseren Hauptkampf(ganz be- sonders in Berlin) gegen diesen reaktionären Freisinn zu führen haben. Es tue dringend not, endlich in den preußischen Landtag Bresche zu legen. Mit der Aufforderung, die kurze Zeit bis zu den Wahlen noch eifrig auszunützen, schloß der Referent seinen ausgezeichneten Vortrag. Gegner meldeten sich trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Worte, auch fand sonst eine Diskussion nicht statt. Adlershof.„Die diesjährige Landtagswahl und die Stellung- nähme der bürgerlichen Parteien zu derselben", lautete das Thema. über das Genosse Zubeil in einer am Mittwoch stattgcfundenen von zirka 200 Personen besuchten Wählerversammlung referierte. Redner kennzeichnete scharf die bürgerliche Gesellschaftsordnung und beleuchtete eingehend die gesamte preußische Politik. Er forderte die Anwesenden auf, am Tage der Urwahl Mann für Mann ihre Stimme nur den sozialdemokratischen Wahlmännern zu geben, um dadurch Protest einzulegen gegen das bestehende Dreiklassenwahlunxecht. Desgleichen forderte Redner die an- wesenden Frauen auf, sich der politischen Organisation anzu- schließen. Stürmischer Beifall belohnte die Ausführungen des Re- fcrenten. Von den Gegnern nahm zuerst das Wort ein Herr Lehrer Ströbing(konservativ), um die Ausführungen des Referenten zu widerlegen. Von den Freisinnigen beteiligten sich die Herren Lehrer Suphas und Schmalz an der Diskussion. Genosse Zubeil rechnete gründlich mit ihnen ab. Der vorgerückten Zeit wegen war es Genoffen Zubeil leider nicht vergönnt, den Schluß der Ver sammlung abzuwarten: an seiner Stelle übernahm es daher Gc' nasse Horlitz, auf die Anzapfungen der Gegner zu antworten. Der Vorfitzende. Genosse Poppe, teilt noch mit, daß am Dienstag, den 26. Mai, abends 3 Uhr. im Lokale des Herrn Wollstein abermals eine Wählerversammlung stattfindet, und fordert die Versammelten auf, für recht regen Befuch derselben Sorge tragen zu wollen. Partei- TlngelegenKeiten. Achtung. Parteigenossen! Am Sonntag, den 24. Mai, von früh 8 Uhr a«, findet von den bekannten Stellen aus eine �lugblattverbreifung in Groß- Berlin(mit Ausschluß von Nieder- barnim) statt. Hieran schließen sich am Sonntag, den 24.. Montag, den 25. und Dienstag, den 26. Mai. öffentliche politische Versammlungen, welche im„Vorwärts" bekannt gegeben werden. Von den Genossen erwarten wir, daß sie sowohl zur Flugblattverbreitung als auch bei den Versammlungen Mann für Mann antreten, in gewohnter Weise ihre Parteipflichten erfüllen und ftir regen Besuch der Versammlungen agitieren. Der Zentralvorstand. Achtung? Die Versammlung in Friebrichsfelde findet nicht am Sonntag, den 24. Mai, sondernam Sonntag, den 31. Mai, 12 Uhr mittags, bei Bube, Prinzenallee 30, statt. Der Einberufer. Schiffervcrsammlung? Am Sonntag, 24. Mai, nach- mittags 4 Vi Uhr, findet bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 72, eine öffentliche S ch i f f e r ver s am m l u n g statt. Die Genossen, welche die Harrdzettelverbreitung übernommen haben, treffen sich an den ihnen bekannten Stellen. Die Genossen des 6. Kreises(1l. Abteilung) treffen sich bei G. Hofftnann, Swine- münder Straße 47. Wilmersdorf. Halcnjec. Die zum Sonntag, den 24. d. M., von 8 Uhr früh an angekündigte Flugblattverbreitung findet für WilmcrS- dorf-Halenscc von den vekaimten Bezirkslokalen aus statt. Rege eteiligung der Genossen ist unter allen Um- ständen notwendig. Der Vorstand. Zehlendorf. Sonntag früh um 7V£ Uhr findet von den be- kannten Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden aufgefordert, wegen der Wichtigkeit derselben, sich recht zahl- reich zu beteiligen. Die Bezirksleiter holen sich das Material heute abend 8% Uhr von Mickley ab. Steglitz'. Sonntagfrüh Flugblattverbreitung in allen Bezirken. Die Wichtigkeit der Landtagswahl muß jeden Genossen zur Tätig- keit anspornen. Lichtenberg. Sonntag, früh 8 Uhr, findet bon den bekannten Bezirkslokalen aus Flugblattverbreitung statt. Desgleichen wird am Sonntag eine Landagitation vorgenommen. Die Genossen für die Landagitation treffen sich zu einer Besprechung heute abend 8V� Uhr bei Pichl, Pfarrstr. 74, ein. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Friedenau. Die Flugblattverbreitung findet am Sonntag von den bekannten Lokalen aus statt. Für den 3. Bezirk: bei Hegert, Rönneberg- Ecke Hondjerystraße. Der Vorstand. Ober-Schöneweide. Die Parteigenossen treffen sich am Sonntag, früh 8 Uhr, in den Bezirkslokalen zwecks Information und Ma- terialentgegennahme. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. Nieder-Schöneweide. Am Sonntag früh 8 Uhr tteffen sich die Genossen an den bekannten Stellen zur Flugblattverbreitung. Der bevorstehenden Landtagswahlen wegen ist es Pflicht eines jeden, pünktlich zur Stelle zu sein. Der Vorstand. Treptow-Baumschulenweg. Zur Flugblattverbreitung treffen sich die Parteigenossen morgen, Sonntag früh 7 Vi Uhr, in den Bezirkslokalen. Vollzähliges Erscheinen wird bestimmt erwartet. Der Vorstand. Johannisthal. Die Parteigenossen treffen sich Sonntag, früh 8 Uhr, bei Albert Gobin, Roonstr. 2, zur Flugblattverbreitung. Pflicht aller Genossen ist es, sich daran zu beteiligen. Der Vorstand. Vritz-Buckow. Sonntag, 24. Mai, früh 8 Uhr, findet im ganzen Ort eine Flugblattverbreitung statt. Es ist Pflicht aller Genossen, sich pünktlich an den bekannten Stellen zur Verfügung zu stellen. Der Vorstand. Marienborf. Die morgen, Sonntag, stattfindende Flugblatt- Verbreitung geschieht von den neuen Bezirkslokalen der 6 UrWahl- bezirke aus, nämlich: 1. Bezirk: Nieswandt; 2. Bezirk: Pieper; 3. Be- zirk: Pommerenig; 4. Bezirk: Reichardt; 2. Bezirk: Lukas und 6. Bezirk für Südende: Welk. Die Genossen haben sich in dem ihrem UrWahlbezirk entsprechenden Lokale einzufinden. Der Vorstand. Mahlsdorf(Ostbahn). Heute, Sonnabend, abends 8Vi Uhr, findet im„H eid e k r u g", Mahlsdorf-Süd(Kiekemal), eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung:„Die bevorstehenden Landtagswahlen". Referent: Genosse Fr. Käming. 2. Diskus- sion. 3. Aufstellung von Wahlmännern für Mahlsdorf-Nord und Mahlsdorf-S-üd. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Borsigwalde-Wittenau. Am Montag, 22. Mai, abends 8Vi Uhr, findet in den„Borsigwalder Festfälen" ein« Volksversammlung statt, in welcher der Genosse Arthur Stadthagen über die preußischen Landtagswahlen referiert. Hierzu findet am morgigen Sonntag, früh 9 Vi Uhr, Handzettelverbreitung statt. Treffpunkt in Wittenau bei A. Schulze, Hauptstraße; in Borsigwalde bei A. Reuter, Rausch- und Ernststraße-Ecke. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Rieder-Schönhausen. Am Sonntag, den 24. Mai, früh 8 Uhr. findet eine Handzettelverbroitung von den bekannten Stellen aus statt. Zahlreiches Erscheinen der Genossen ist notwendig. Der Vorstand. NowaweS. Am morgigen Sonntag findet eine Flugblatt- Verbreitung zur Landtagswahl statt. Treffpunkt 3 Uhr morgens bei Gruhl, Priesterstr. 69. Ehrenpflicht eines jeden Wahlvereins- Mitgliedes ist es, sich an derselben zu beteiligen. _ Der Vorstand. Berliner J�acbricbtem Großstadt-Frühling.__ Nach unwirtlichen Rückfällen in die Vorfrühlingszeit scheint die Macht der Sonne die Oberhand behalten zu sollen. Die Zeit der Maiglöckchen und des Flieders ist hereingebrochen, und wo die Straßen der Großstadt die Schmuckplätze schneiden, Alleen und Parks berühren, da stehen die Roßkastanien in Flor. Mit riesigen Weihnachtsbäumen sind diese schönen Bäume verglichen worden, aus deren dunklem Laube die weißen aufrechten Blütenlichter aufschimmern, uns zur Augen- wside, dem Heer honiglüsterner Insekten, die an den weit herausragenden Staubfäden und Stempeln einen bequemen Anflugplatz finden, zum Naschgelage. Heimisch ist der Baum, der seinen Namen wahrscheinlich davon hat, daß seine Früchte von den Türken zur Fütterung der Pferde verwendet werden, in den nordgriechischen Gebirgen. Um die Mitte des 16. Jahr- Hunderts wurden die Samen nach Konstantinopel gebracht, zwanzig Jahre später nach Wien, dann nach Paris, von wo aus der Baum seinen Eroberungszug durch ganz Europa antrat. Erst im Jahre 1666 konnte inan in Berlin die ersten Roßkastanien schauen und zwar in einem großen Gewächs- Hause, das damals auf dem Lustgarten stand. So wenig das Holz des Baumes geschätzt wird, so unvergleichlich ist er. selbst ohne Blüten, als Zierde großer Straßenzüge und Gärten. Nicht weit vom Kastanienbaum hat auch der Flieder seine Heimat, nämlich in der Umgebung der unteren Donau, bei 5tonstantinopcl, und Aehnliches gilt von einer Reihe anderer schöner Ziergewächse, die wir uns jetzt gar nicht mehr fort- denken können. Die üppig ergrünten Grasmatten der öffentlichen Plätze sind weiß und gelb durchsprenkelt von Gänseblümchen und Löwenzahn. Die schwarzen Amseln mit den gelben Schnäbeln huschen stoßweise darüber hin und bohren mit den Schnäbeln flink die Regenwürmer aus dem weichen Erdreich. Auf den Grasplätzen des Leipziger Platzes wandert unruhig ein Paar wilder Tauben, das alljährlich dort im Fliederbusch gehaust hatte, hin und her. Der Bau der Untergrundbahn hat ihnen die friedliche Stätte geraubt und die Frage bleibt offen, ob sie entrüstet davongehen oder sich ein neues Nest am alten Platze bauen werden. Nur die Schwalben, die über dem Häusermeer ihre Zickzackflüge üben, haben nach solchen Ein- griffen des Menschen wenig zu fragen; sie überlassen die Straßen den Spatzen und fühlen sich sicher in ihrem Reich der Lüfte._ Ein schweres Gewitter ist Donnerstag am späten Abend über Verlin niedergegangen. Gegen 10 Uhr zuckten von westlicher Rich- tung kommend die ersten Blitze und gegen Vill Uhr hatte sich das Unwetter in seiner vollen Gewalt entladen. Der wolkenbruchartige Regen, von dem das Gewitter begleitet wurde, verursachte stellen- weise recht erhebliche Ueberschwcmmungcn. In der Dorkstraße, in der Invaliden- und Luisenstraße traten die Wassermengen über den Bürgersteig hinweg und drangen an einzelnen Stellen in die Keller. Der Blitz schlug mehrere Male ein, doch ohne weiteren Schaden hervorzurufen. Nur in der Umgebung Berlins wurde durch Blitzschlag mehrfach Schaden verursacht. Einige Scheunen und Lauben wurden durch Blitzschlag in Brand gesetzt und ein Raub der Flammen. Personen wurden bei dem Unwetter glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen. Straßenbahnposten eine Ente. Die erste sommerliche Ente ist im Berliner Blätterwald aufgeflogen.„Die Reichspostverwaltung beabsichtigt, nach einer Mitteilung der„Deutschen Eisenbahn-Verk.« Zeitung" Straßenbahnposten einzuführen, d. h. Motorwagen, die auf den Gleisen der Straßenbahn fahren... Durch die Straßen- bahnposten würde das Berliner Verkehrsbild zweifellos eine inter- essante Bereicherung erfahren.., Es haben schon unverbindliche interne Besprechungen stattgefunden, um die Einführung der Posta- tischen Neuerung vorzubereiten." So war Donnerstag früh in ver» schiedenen Berliner Zeitungen zn lesen. An zuständiger Stelle ist darüber nichts bekannt. Auch gibt es eine„Deutsche Eisenbahn-Ver- kehrszeitung", die dafür verantwortlich gemacht wird, überhaupt nicht. Gemeint scheint die Zeitung des Vereins Deutscher Eisen- bahnverwaltungen, aus deren Nummer von Mittwochabend einige Mitteilungen über die bekannten derartigen Einrichtungen in Frank» furt a. M. und Straßburg Wiedergegoben werden, die von amtlicher Seite vor einiger Zeit mitgeteilt worden waren. Auch dieses Organ ist ganz unschuldig. Es spricht von Berlin nicht ein Wort. Vor Jahren haben, wie wir erfahren, Verhandlugen über die Einrich- tungen von Straßenbahnposten in Berlin geschwebt. Sie sollten die Bahnhöfe mit den Postämtern verbinden. Die Verhandlungen sind damals an dem Widerstand verschiedener Lokalbehörden gescheitert. Seit mehr als zwei Jahren gilt der Plan als aufgegeben. Sexuelle Aufklärung»n den Fortbildungsschulen. Die Depu« tation für das städtische Fach- und Fortbildungsschulwesen hat unter dem Vorsitz des Stadtschulrats Dr. Michaelis beschlossen, Versuchs- weise in einer Pflichtfortbildungsschule einen Vortrag über Sexual- Psychologie halten zu lassen. Nach Dahmsdorf- Münchcbcrg. Während der Sommermonate werden an den Sonn- und Festtagen Sonderzüge von Berlin, Stadtbahn, nach DahmSdorf-Müncheberg und umgekehrt abgelassen werden, welche die zweite, dritte und vierte Wagenklasse führen. Sie verkehren in nachfolgendem Fahrplan: Abfahrt von Charlottenburg 6.19 früh, von Friedrichstrahe 6.36. von Alexander- platz 6.42, von Schlesischen Bahnhof 6.23 früh usw.; Ankunft in Dahmsdorf-Müncheberg 7.20 vormittags. Der Gcgenzug fährt von DahmSdorf-Müncheberg abends 8.22 ab und trifft auf dem Schlesischen Bahnhos 9.40, auf Bahnhof Alexanderplatz 9.24, Friedrichstraße 10.00, in Charlottenburg 10.13 abends ein. Die zur Ausgabe gelangenden Sonntagskarten gelten nur für den Tag der Lösung; der Zug 247 (ab Charlottenburg 6.22 früh) ist von der Benutzung mit Sonntags- karten ausgeschlossen. Zu dem Mordanschlag auf den Chauffeur Nichter wird ge- meldet: Der mutmaßliche Täter, der Elektro-Jngenieur Walter Preil, ist am II. Fobruar 1881 zu Lenz(Amtshauptmannschaft Großenhain) geboren. 1904 hat er sich hier in Rixdorf aufgehalten, wohnte dann im Hause Turmstr. 22 bei Brust und ist 1905 nach Kütitz(bei Koltwitz) abgemeldet worden. Vermutlich hat sich Preil hier in Berlin in letzter Zeit unangemeldet in einem Pribatlogis oder in einem Gasthof aufgehalten. „Unsoziale Schülcrausflüge. Unter dieser Spitzmarke schreibt das„Berk. Tageblatt":„Ein merkwürdiges Verfahren bei der Ver- anstaltung von Schülerausflügcn wird bei der G e m e i n d e s ch u l e in Schmargendorf eingeschlagen. In den nächsten Tagen soll mit einem Teil der Kinder ein Ausflug in die Nähe von Potsdam unternommen werden. Jedes Kind mutz zu diesem Ausflug e ine Mark und fünfzig Pfennige mitbringen! Viele der Eltern leben aber in sehr einfachen Verhältnissen und sind froh, wenn sie durch ihrer Hände Arbeit so diel verdienen, wie sie zu des Lebens Nahrung und Notdurft brauchen. Alle Kinder, die das Geld nicht von Hause erhalten, müssen abseits stehen und zusehen, wie die Spielkameraden hinaus ins Freie wandern. Wenn nicht alle Kinder das Geld dazu haben, so sollte aus den Mitteln der Schule dieses Manko ausgeglichen und nicht den Schülern unnötigerweise das Herz schwer gemacht werden. Im vorigen Sommer unternahm die erste Klasse der genannten Schule einen mehrtägigen Ausflug nach dem Spreewald, zu dem jedes Kind über 8 Mark beisteuern mußte.— Die Gemeinde sollte einen kleinen Fonds für derartige Ausflüge zur Verfügung stellen, oder die Lehrer sollten sich aus Ausflüge in die nähere Umgebung Berlins beschränken, an denen alle Kinder teilnehmen können." Vom Automobil überfahren wurde gestern nachmittag in der Niederwallstraße der 11jährige Sohn Georg des Arbeiters Walhof, Kreuzstr. 10. DaS Kind spielte dort mit einigen Altersgenossen auf einem Sandhaufen. Plötzlich raste ein Automobil infolge Bersagens der Steuerung direkt in die Kindcrschar hinein. Der kleine W. wurde von dem Wagen erfaßt und überfahren. Er erlitt dabei einen Unterschenkelbruch und mehrere Hautabschürfungen. Nachdem ihm auf der Unfallstation in der Brüderstraße Notverbände angelegt worden waren, wurde er nach dem Krankenhause Bethanien ge- schafft. Die übrigen Kinder kamen mit dem bloßen Schreck davon. Ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Straßenbahnwagen fand Donnerstag abend in der elften Stunde in der Französischen Straße statt. Das Droschkenautomobil Nr. 8373, in dem sich drei Damen, und zwar die in der Samariter- straße 21 wohnhafte Ehefrau Auguste Müller, deren Tochter Marga- rete und die Ehefrau Selma Krummer aus der Thaerstr. 23, be- fanden, stieß beim Einbiegen in die Oberwallstraße mit solcher Ge- walt mit einem entgegenkommenden Straßenbahnwagen zusammen, daß das Auto zum Teil zertrümmert wurde. Durch umherfliegende Glassplitter zogen sich die drei Insassinnen recht erhebliche Ver- letzungen am Kopf und im Gesicht zu. Auf der Unfallstation in der Brüderstraße erhielten sie die ersten Notverbände. Ucber den bestialischen Knabcnmord, der Anfangs April an dem Schneiderlehrling Hermann Peiser Blechert begangen wurde, soll bereits in der am 22. d. M. unter Vorsitz des Landgerichtsrats Hart beginnenden Schwurgerichtsperiode am Landgericht I der- handelt werden. Der sensationelle Fall wird voraussichtlich schon am 1. Juni zur Verhandlung kommen. Die auf Mord lautende Anklage richtet sich bekanntlich gegen den Aushilfskellner und Couleurdiener August H e i d e r aus der Lietzmannstr. 2. Er ist be- schuldigt, den jungen Blechert in seine Wohnung verschleppt, miß- braucht, erdrosselt und die Leiche alsdann zerstückelt zu habe». Im Nordhafen ertrunken ist der 4Zjährige Buchbinder Georg Bandelt aus der Triftstr. 47. B. war in dem Augenblick, als er am Ufer des Hafens entlang schritt, von einem Schwindelanfall heim- gesucht worden. Er stürzte ins Wasser und sank sofort unter. Es wurden Rettungsversuche unternommen, die jedoch leider erfolglos waren. Die Leiche konnte einige Stunden später geborgen werden. Ter Zeuge bei der Köpenicker Ncvolverschießerci hat sich immer noch nicht gemeldet. Das erschwert die völlige Aufklärung des Vor- falles wesentlich. Die Frau des noch in Haft befindlichen Tischlers Deska glaubt in dem anonymen Briefschreibcr an die„Morgenpost" den Zeugen zu erblicken. Sie stützt ihre Vermutungen darauf, daß in dem Brief die genauen Schinrpfworte enthalten sind, deren sich die vier Arbeiter gegen das Ehepaar bedient haben. Es wird daher der Zeuge erneut ersucht, sich bei der Polizei zu melden. Die ge- ringen Umstände, die dem Zeugen entstehen, wiegen bei weitem nicht die seelischen Qualen auf, die mit der Inhaftierung Dcskas und der nicht völligen Aufklärung des Vorganges verbunden sind. Wegen eines DachbodenbrandeS wurde gestern die Feuerwehr nach der Friedrichstr. 112L alarmiert. Es gelang die Gefahr bald zu beseitigen. Der Täter ist aber wieder entkommen. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte in ihrer Gibung am Mittwoch zunächst die Ueberschreitung einer Etatsposition gur Errichtung dreier Schuppen und der Schmiedewerkstatt für die Straßenreinigung von 17 500 M. um 1330 M. Unsere Genossen Scharnberg und Gebert tabelten eindringlich, daß die Bauarbeiten an diesen drei Schuppen und der Schmiedewerkstatt durch.abkömmliche Feuerwehr- und Straßenreinigungsmannschaften ausgeführt worden sind, die dafür eine Gratifitation bekommen sollen. Stadtrat Seydel suchte das Vorgehen der Verwaltung damit zu entschuldigen, daß man sich gewissermaßen in einem Notstand befunden habe und die Schuppen recht schnell fertigstellen mußte und sicherte zu, daß ein solcher Ausnahmefall sich nicht wiederholen solle. worten. Borsteher delegiert. Stärkung der Polizeimannschaft. Auch die ungenügende Be Der Magistrat beabsichtigt unter Zustimmung des Kuratoriums leuchtung fäme als wichtiger Faktor in Frage, hier könnten die Sagungen für die städtische Sparkasse zu ändern, um den Spizbuben ungeniert ihr Bom Handwerk berrichten. Sparern die Benutzung der Kasse zu erleichtern und vor allem auch Magistrat wurde versichert, daß bereits eine Zusage bom eine Verstärkung borzunehmen. borteilhafter zu gestalten. Die vorgeschlagenen Aenderungen er- Polizeipräsidenten vorläge, streden sich unter anderem auf folgende Punkte: Auch sollen unbebaute Straßenzüge beleuchtet werden. 1. Vermehrung der Vorstandsmitglieder von 5 auf 7. Zu einer längeren Auseinandersetzung führte die Rathausbaus 2. Ermächtigung der Nebenstellen zur Entgegennahme angelegenheit, in welcher bekanntlich zurzeit noch immer die Playbor Ginlagen und Sparbüchern zwecks Binszuschreibung, sowie frage die Hauptrolle spielt. Stadtverordneter Wolff hält es für bon Kündigungen der Spareinlagen. dringend, der Platfrage eingehender nahezutreten. Er werde dem 3. Einführung der täglichen Verzinsung an Stelle der bis- nächst einen Antrag einbringen. Ein Antrag, die fakultative Feuerherigen monatlichen und halbmonatlichen. bestattung auch in Wilmersdorf einzuführen, wird die nächste Sigung 4. Ausleihung der Gelder auf Hypotheken auch nach dem beschäftigen. Mit der Errichtung eines Waisenhauses, das den 12% fachen Gebäudesteuernußungswerte und Ausdehnung des Be- Namen Christian Auguste Blisse- Stiftung" trägt, soll demnächst be leihungsbezirks auf Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf; gonnen werden. Die Anstalt wird in der Wilhelms- Aue, auf dem Stammhause der Familie Blisse, errichtet. Die Baukosten sind auf rund 500 000 m. veranschlagt. Tegel. der 5. Hergabe von Darlehen gegen Verpfändung von Wertpapieren. Bum zweiten deutschen Städtetag in München delegierte die 6. Herabsehung der Reservefondshöhe von 7% auf 5 Proz. ber Spareinlagen und Einrichtung eines Ueberschußfonds. Wersammlung den Stadtverordnetenvorsteher- Stellvertreter Professor Dr. Hubatsch( der Vorsteher Herr Kaufmann ist zur 7. Fortfall der Sparprämien. Aus der Gemeindevertreterßigung. In geheimer Sigung wurde geit frant). Auf der Tagesordnung dieses Städtetages steht auch Debattelos wurde das neue Statut von der Versammlung zunächst ins Kuratorium der höheren Mädchen- und der Realschule das Fortbildungsschulwesen. Da das Münchener Fortbildungsschul- genehmigt. Sommerzienrat Ernst Borsig gewählt. Der Gemeindevorstand empfahl wesen sich musterhaft entwickelt habe und mit dem Städtetage im Der Entsendung des Stadtbaurats Weigand zum 1. Inter- 1000 Merkblätter gegen Zuberkulose anzuschaffen und durch ältere Anschluß an den genannten Verhandlungsgegenstand wahrscheinlich nationalen Straßenbautongreß im Oktober d. J. in Paris wird Schultinder an die Familien weiter geben zu lassen. Genosse eine Ausstellung über das Fortbildungsschulwesen verbunden sein zugestimmt, Lichtenberg hält die Merkblätter allein nicht für genügend. werde, regte Stadtv. Otto an, aus unserer Deputation für die Eine sehr erregte, teils stürmische Diskussion rief der Antrag Er forderte weitere hygienische Maßregeln, insbesondere Erbauung Fortbildungsschulen eine Fubkommission gelegentlich des Städte- des Magistrats hervor, nach welchem die Absteckung der Flucht- einer Voltsbadeanstalt, da die in der Schule vorhandene den tages nach München zum Studium des Fortbildungsschulwesens zu linien für Privatneubauten fünftig nur von dem städtischen Land- Anforderungen nicht entspricht. Der Bürgermeister erklärte, daß fein Beziehung noch Bedürfnis senden. Genosse Bietsch unterstützte diese Anregung warm, und messer besorgt werden darf. Schon die Anstellung dieses Land- in vorhanden sei. der Oberbürgermeister versprach, sie beim Magistrat zu befür- meffers war bei der Etatsberatung dem heftigen Widerstand der Beim nächsten Punkt der Tagesordnung trat das soziale Verständnis bürgerlichen Stadtväter begegnet, obwohl Rigdorf unter der einiger bürgerlicher Vertreter sowohl als des Bürgermeisters so recht Bum brandenburgischen Städtetage, der am 22, und 23. Juni standalösen Tatsache leidet, kein Planmaterial zu befißen und von zutage. Es lag ein Gesuch des Vereins für Volkswohl vor, worin in Frankfurt a. D. stattfinden wird, wurden die Herren Vorsteher den privaten Landmessern darin abhängig zu fein. Dessen um Ünterstützung der Ferienkolonie gebeten wurde. In dem Schreiben Stellvertreter Professor D. Hubatsch sowie die Stadtvv. Barne- ungeachtet fette auch diesmal das Kesseltreiben wieder ein, um wurde unter anderem angeführt, daß sich 45 Kinder gemeldet hätten toi( Alt- Charl.), Dr. Borchardt( Soz.), Gredy( Unpol.), ja nicht wie man vorgab, aus Mangel an Mitteln das ber- und günstigstenfalles nur 15 fortgeschickt werden könnten. Der Ge Dr. Meyer( Lib.), Dr. Spiegel( Lib.) als Delegierte ent- haßte Vermessungsinstitut zur Tat werden zu lassen. Mit einer meindevorstand schlug vor, 300 W. zu bewilligen. Genosse Halfes sandt. Genosse Dr. Borchardt regte an, dort vorzuschlagen, die Beweisführung der grotestesten Art mühte sich Stadtv. Serno, ein forderte 1000 m.; da jedes Kind 65 M. Kostet, sei die vom Vor Erörterung der Fragen der Wertzuwachssteuer und der fommu- Bauunternehmer seines Beichens, die Vorlage zu Falle zu bringen, stande geforderte Summe zu gering. Herr Dr. Hennide wünschte eben nalen Arbeitslosenfürsorge auf die Tagesordnung des nächsten sekundiert von den Herren Abraham, Rahmig und Belß. Die falls eine Erhöhung der Summe, auch gab er Erklärungen über die Städtetages zu sehen. Ein Beschluß hierüber wurde nicht gefaßt. privaten Landmesser wurden über den grünen lee gelobt, während bisherigen Erfolge ab. Herr Schent beantragte 500 Mart. Der Eine Reihe fleiner Vorlagen wurde debattelos erledigt. ein städtischer Landmesser nach Ansicht der Genannten ein be- Bürgermeister erklärte, daß er im vorigen Jahr seine Not gehabt Beim Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. die Gr- schränkter Tropf zu sein scheint. Auch mit der Haftpflicht der habe, um 300 m. bewilligt zu bekommen. Er sei aber der Ansicht, richtung eines Wasserturmes mit Pumpstation und eines Magazin Stadt wegen der von dem städtischen Beamten gemachten Fehler daß hier die private Wohltätigkeit eingreifen müßte, da zur Regelung gebäudes auf Westend erhob Stadtv. Beder in längeren Aus- suchte man gruselig zu machen. Stadtbaurat Weigand zerpflückte solcher Angelegenheit feine behördliche Verpflichtung vorliegt. führungen technische Bedenken; er meinte, der gewünschte Zwed lasse Stück um Stück die Gegengründe und beklagte, daß Rigdorf, das Kommerzienrat Borsig erklärte sich für den Antrag Schent. Er fich mit 100 000 statt mit 300 000 M. erreichen. Der Direktor der unter der gegenwärtigen Mifere in puncto Planmaterial schwer führte noch aus, daß in erster Linie die Familien verpflichtet wären Wafferwerke, Herr Kümmel und der Referent des Ausschusses, leide, erst jezt und viel zu spät an die Verhütung weiterer Schädi- für ihre Kinder etwas zu tun. Der Bürgermeister stellte sich Stadtv. Wagner, wiesen ausführlich nach, daß die Bedenten, gungen dente. Stadtb. Wuyty( Soz.) gloffierté die logischen auf denselben Standpunkt und betonte, daß die Eltern schließlich die auch im Ausschuß eingehend erörtert seien, nicht berechtigt seien. Burzelbäume der Gegner und sprach die Ueberzeugung aus, daß leichtsinnig würden; schließlich erbot er sich Sammellisten Entsprechend dem Antrage des Ausschusses wurde die Vorlage anderen Stellungnahme das Interesse der Stadt völlig ignoriere und auszustellen und dieselben durch geeignete Personen Schußleutenur den Schutz des Bauunternehmertums und der privaten Ber- zirkulieren zu lassen. Genosse alfes erwidert den Herren, daß Die Borlage betr. einen Vertrag mit der Stadtgemeinde messungsinstitute im Auge habe. Natürlich rief das heftigen bei der heutigen schlechten Konjunktur die Arbeiter nicht in der Lage Spandau über Drudrohrleitungen nach dem Rieselfelde, durch Protest hervor; nichtsdestoweniger wurde diese Auffassung durch wären, einen derartigen Betrag für ihre Kinder aufbringen zu welche ein Abkommen mit Spandau über eine dritte durch Span- die weitere Debatte bestätigt. Rief doch Stadtv. Müller, auch ein tönnen, sonst aber bereit sind, etwas dazu beizutragen. Der Bürger dauer Gebiet zu führende Druckrohrleitung getroffen werden soll, Bauunternehmer, seinem Fraktionsfollegen Niemet, welch lekterer meister gibt wohl zu, daß eine schlechte Konjunktur vorhanden sei; wurde einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen, dem unsere die Vorlage befürwortete, erregt die Frage zu:" Du willst wohl jedoch hätten ja die Arbeiter auch Geld für politische Vereine übrig. Genossen Bartsch, Gebert und 3ietsch angehören. nicht mehr bauen?" Schließlich mochten die Gegner der Vorlage Würden sie nur einen Monatsbeitrag opfern, so wäre eine Leider blieben diese Aeußerungen Unsere Genossen richteten an den Magistrat folgende Anfrage: doch Zweifel an ihrem Siege haben; sie beantragten deshalb Menge Geld vorhanden. mit allen Der Antrag. Halfes wurde Ist dem Magistrat die Ursache des am 8. Mai bei den Kanalija- schleunigst Verweisung in eine Stommission. Die Versammlung unerwidert. tionsarbeiten in der Akazienallee passierten Unfalls bekannt gestimmte dem zu und beschloß, sechs Mitglieder dazu zu wählen. 5 Stimmen abgelehnt, dagegen der Antrag Schent einstimmig an worden? Welche Maßregeln gedenkt die städtische Tiefbauberwal- Diese Wahl versuchte man nun mit allen Mitteln so zu gestalten, genommen. Bei dem letzten Punkt der Tagesordnung: Verlängerung fam Pachtvertrages mit Herrn Lindemann, tung zu treffen, um fünftig derartigen Unglücksfällen bei städtischen daß von vornherein eine Mehrheit gegen die Vorlage in der Kom- des Tiefbauten vorzubeugen?" In der Begründung der Anfrage wies mission vorhanden wäre. Die Art jedoch, mit der der Einpeitscher einmal zu lebhaften Erörterungen zwischen Genossen Lichtens Genosse Gebert darauf hin, daß die wesentlichste Ursache des Stadtv. Abraham das beabsichtigte, rief den energischen Wider- berg und dem Bürgermeister. Genosse Lichtenberg wollte Unfalls jedenfalls darin liege, daß die Arbeiten an eine Firma stand einiger seiner eigenen Fraktionsfollegen hervor, so daß er in dem Vertrag aufgenommen wissen, daß der Saal des Gemeindebergeben feien, die sie in Alford ausführen läßt. 8mei Arbeiter von diesen Burufe wie Schieber!" zu hören bekam. Die Kontro- gasthauses sämtlichen politischen Parteien zu Versammlungen freis find schwer verletzt, ein britter hat das Leben eingebüßt. Deutlich berse der femblichen Brüder führte am Ende zu einem Tumult, gegeben werden muß. Die Gemeindevertretung lehnte dies ab hat sich hier die Wahrheit des Wortes gezeigt:„ Afford it Mord" bei welchem dem Vorsteher die Zügel der Geschäftsführung ent- Der Vertrag wurde gegen die Stimmen unserer Genojien auf fimf bas noch vor wenigen Wochen in der Versammlung mit sportijchengriffen, der Teglere fte übrigens auch die notwendige Unpartei Jahre verlangert. Es folgte eine vertrauliche Sigung, in der über Lächeln aufgenommen wurde. Bei den Absteifungsarbeiten werden lichkeit vermissen und versuchte die Kandidatenaufstellung zu be- den Ankauf der Postkoppel verhandelt wurde. pro Bohle 15 Pf. bezahlt ober, da drei Mann an einer Bohle be- einflussen, so daß er sich in einer ebenso erregten Geschäftsordnungsa schäftigt find, pro Wann 5 Pf. Pro Stubikmeter ausgeschachtete debatte derbe Zurechiweisungen von unseren Genossen gefallen Spandan. Erbe gibt es bei 3 Meter Tiefe 40 Pf. Diese elenden Affordsätze lassen mußte. Erst eine Pause vermochte die Gemüter zu be bedingen ein sehen bei der Arbeit, bei dem die nötige Vorsicht nicht ruhigen; nach dieser endete der ruhmlose Stampf gewisser Inter- arbeitern ist ein Schreiben eingegangen, worin sie um Gewährung Stadtverordnetendersammlung. Von sämtlichen Straßenreinigunge effenten gegen den sehr vernünftigen Magistratsantrag mit Wahl des Ausschusses. Diesem gehören auch die Stadtberordneten bon Stundenlohn statt der monatlichen Bezahlung ersuchen. Diese Arbeiter sind in ihrem Lohn durch die monatliche Bezahlung Jden( Soz.) und Wutzky( Soz.) an. genommen. immer beobachtet werden kann. Etabtbaurat Bredtschneider schilderte eingehend, wie das Unglüd entstanden ist. Von einer Schuld fönne man wohl faum sprechen, sondern es haben eine Reihe unglücklicher Zufälle zufammengewirkt. Die Affordarbeit tönne man schon um deswillen nicht für den Unfall vertntwortlich machen, weil solche Arbeiten stets im Afford ausgeführt werden. Genosse Gebert betonte in der Besprechung der Anfrage, daß die drei Berlebten sowie der Echachtmeister auf jener Grube erst seit drei Tagen von der Firma an jener Stelle beschäftigt waren, während sie vorher auf Hochbauten der Firma gearbeitet hatten; fie waren nicht unterrichtet, daß sie die Pritsche nicht betreten durften, und von einer Schuld der Arbeiter fann daher gewiß feine Rede sein. Ein positiver Borschlag, wie solche Unfälle in Bufunft bermieden werden können, sei, die Arbeiten in eigener Regie, und zwar in Lohn, nicht in Afford, ausführen zu lassen. ea gegen noch Die Ueberschreitung des Gasanstalts- Etats um 137 248., fchlechter gestellt als die anderen städtischen Arbeiter. Der Vor die aus der erheblichen Vermehrung der Gasmesser und Gas- steher Schröder wollte das Schreiben kurzerhand der Straßen reinigungsdeputation überweisen. Es stellt sich aber heraus, daß automaten resultiert, wurde genees die Bersammlung über das die Straßenreinigungsdeputation das Gesuch bereits abgelehnt hat. genehmigt. In geheimer Situng verhandelte Gutachten des Professors Feldmann über die eventuelle Kündigung Der einsetzenden Debatte macht der Oberbürgermeister dadurch ein des Vertrages mit den Berliner Elektrizitätswerken bezw. die Ein- Ende, daß er die Erklärung abgibt, der Antrag der Straßenreini richtung eines eigenen Wertes. Zum Zwecke der Weiterverfolgung gungsarbeiter sei auch beim Magistrat eingegangen, diefer werde dender Angelegenheit wurde die Beleuchtungsdeputation um drei Mit- felben an den Arbeiterausschuß abgeben und wird der Versammlung bie glieder verstärkt unter diesen auch Stadtv. Müller( Soz.) Sache nach dieser Erledigung wieder zugehen.- Die Ferien für die Stadt väter werden festgesezt für die Beit von Anfang Juli bis Anfang Sep und dieser 10 000 M. für Beschaffung weiterer Unterlagen zur Berfügung gestellt. Für die Höherlegung der Görliger Bahn tember. Bei der Vorlage, für den deutschen Schulverein East und Herstellung einer Unterführung an der Bouché- und Elsen- London einen einmaligen Betrag von 100 M. zu gewähren, moniert Genosse Stadtverordneter Pieper, daß durch die Ileberweisung straße werden 69 000 M. als Baufosten- Anteil übernommen. der Schulkinder von der 5. nach der 10. Gemeindeschule verschiedene Genosse Bietsch wies noch darauf hin, daß die Ausführungen Die üblichen Ehrenbeamten- Ersatzwahlen beschlossen die Sibung. derselben um eine halbe Klasse zurückversett feien. Die Borlage des Baurats gerade deutlich erkennen lassen, wie das Seßen bei der Einen für seine Verhältnisse schweren Verlust hat der Arbeiter selbst wird genehmigt. Da Spandau eine freiwillige Feuerwehr Affordarbeit die Schuld an dem Unfall trage. Als Unfallver- Genoffe Schneider zu verzeichnen. Selbiger verlor am Dienstag befigt, so hatte man bisher von einem Drtsstatut betreffend die hütungsmaßregel fügte er dem Vorschlage der Regiearbeit den der früh von der Emferstr. 86 nach dem Bahnhof Hermannstraße oder Regelung des Feuerlöschwesens durch die Bürger der Stadt ab Anstellung von Kontrolleuren aus dem Arbeiterstande hinzu. auf der Bahn von dort bis Dorfstraße ein Portemonnaie mit 16 M. gesehen. Hiermit war die Regierung nicht einverstanden. Sie spricht Eine weitere Anfrage richtete die liberale Fraktion an den Inhalt, einem goldenen Ning und einem Patentschlüssel. Der Ver- die Befürchtung aus, daß die freiwillige Feuerwehr ja schließlich Magistrat: Sat der Magistrat zu dem Beschluß der Stadtverordneten lust trifft Sch. um so mehr, als es faffierte Gelder waren, die zu mal streifen könnte. Es müsse für einen solchen Fall Borersetzen er verpflichtet ist. Der ehrliche Finder wird gebeten, das forge getroffen werden. Die Versammlung genehmigte denn bersammlung vom 15. April betr. die Zahlung von Teuerungs- Gefundene bei Paul Schneider, Rigdorf, Emserstr. 92, Sof IV, ab- auch ein dementsprechendes Ortsstatut. Für den invaliden städtischen zulagen bereits Stellung genommen? Falls dies in zustimmendem zugeben. Sinne geschehen ist, wann und in welcher Weise ist die Zahlung zu erwarten?" Steglit. Stadtv. Dr. Meyer, der die Anfrage begründete, bezeichnete Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Wir machen nochmals darauf es als auffällig, daß die Stadtverordnetenversammlung noch heute aufmerksam, daß der Unterricht am kommenden Montag, wie nicht wisse, wie der Magistrat sich zu dem Antrage stelle. Wenn er ihm beitrete, so sollten die Beamten und Arbeiter doch möglichst auch am Montag, den 1. Juni, pünktlich um 8 Uhr anfängt. bald in den Genuß der erhöhten Teuerungszulage kommen, und Nieder- Schöneweide. zivar sollte ihnen dann sofort der Betrag der Zulage für das erste Halbjahr ausgezahlt werden. Straßenreinigungsarbeiter Helmchen, der 27 Jahre im städtischen Dienst gestanden, soll die Versammlung ein widerrufliches Ruhegehalt von jährlich 416,20 m. beiwilligen. Das Ruhegehalt sollte eigentlich 640 m. betragen, da der Invalide aber noch 224 m. Invalidenrente bezieht, so wird ihm diese von seinem Ruhegehalt abgezogen, so daß er nur noch 416 m. bekommt. Es wäre ja auch schrecklich, wenn ein solcher Arbeiter, der 27 Jahre der Stadt seine Kräfte geopfert, ein Ruhegehalt von 800 m. beziehen würde. Der Feuer brach am Donnerstagabend gegen 7 Uhr in der Färberei fönnte auf seine alten Tage schließlich noch üppig werden. Stadtv. Der Oberbürgermeister erwiderte, der Magistrat sei dem Bor- ber Weberei, Appretur und Wollwarenfabrit von Lehmann aus. Genosse Pied wendet sich gegen das Wort widerruflich und Der Arbeiter habe doch auch Dem energischen Eingreifen dreier auf dem Grundstück wohnender beantragt, dasselbe zu streichen. fchlage der Versammlung im ganzen Umfange beigetreten und habe Männer ist es zuzuschreiben, daß das Feuer, noch ehe die Feuer- ein Recht, fein Ruhegehalt zu fordern. Mit solcher Ansicht kam der am 18. Mai die Anweisung an die Kassen und Verwaltungen erwehr Laffen, die Säte der Bulage für die einzelnen zu berechnen. Ihre wehr anrüdte, nicht eine größere Verbreitung fand. Wie uns mit- Genosse aber schön an bei den bürgerlichen Stadtvätern. Der VorAuszahlung werde am 1. Juli erfolgen, womit den Wünschen der geteilt wird, arbeitete lettere insofern mit großer Berzögerung, als steher Schröder erklärte kurz und bündig, nein, ein Recht zum Anfrager ja entsprochen sei. Ueber die Begründung der Anfrage sie nicht gleich den richtigen Sydranten fand und mit falschem Fordern hat der Arbeiter nicht, das Ruhegehalt geben wir gutwillig. Bei der VorNach einer Stunde war das Feuer( Und damit bafta!) Die Vorlage wird genehmigt. zeigte er sich sehr erregt, weil er den Vorwurf herauszuhören Schlauch zu Werke ging. lage: Wahl eines Vertreters der Stadtverordnetenversammlung zur glaubte, der Magistrat habe nicht schnell genug in dieser Angelegengelöscht. Teilnahme an dem II. deutschen Städtetag am 6. und 8. Juli 1908 heit gearbeitet. Wilmersdorf. in München und Bewilligung der Reisekosten für den Vertreter des Genosse Bietsch sprach diesen Vorwurf, den der folgende Die leste Stadtverordneten- Bersammlung stellte zur Eriverbung Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung in Höhe von liberale Rebner Otto etwas abschwächte, in aller Schärfe mit von Grundstücken und zur Erlangung von Brojekten zum Bau einer 307,20., spricht Genosse Bied den Wunsch aus, daß deutlichen Worten noch einmal aus, da die Ausrechnung der Be- Untergrundbahn, die im Anschluß an die Stammbahn vom Ranke- auch die Wertzuwachssteuer seitens der Spandauer Vertreter träge in ganz furger Beit, in 1 bis 2 Tagen erfolgen fönne. play durch Wilmersdorf geführt werden soll, eine Million Mart ein. auf dem Stäbtetag angeregt werden möge. Genoffe Dr. Borchardt wünschte, daß für die Arbeiter, Stadtverordneter öbelmann bemängelt, daß die Stadtväter in eigentümer Stadtv. Taßler erwidert hierauf, daß die Verwelche die Teuerungszulage bei den wöchentlichen Zohnzulagen in der Angelegenheit so unorientiert seien und beantragte, zur Be- sammlung ja gar nicht wünsche, daß eine Wertzuwachssteuer Wachenraten ausgezahlt bekommen, die Zahlung sofort, spätestens schaffung der Vorprojekte 10 000 m. für technische Hilfskräfte ein- fomme. Aus den verschiedenen Beifallsäußerungen ist zu schließen, am 1. Juni beginnen möge, eine Anregung, welcher der Oberbürger zustellen. Die Linie 92 soll wie die Linie 78 den Nacht daß die Mehrzahl der bürgerlichen Stadtverordneten die Ansicht meister nach Möglichkeit nachzukommen versprach. betrieb eröffnen und bis Halensee weitergeführt werden. Dieses Hausagrariers zu teilen scheint. Das erscheint auch verständ Damit war die Tagesordnung der öffentlichen Sizung er- Die Konzession der Großen Berliner die Linie auf 8 Stunden täglich lich, wenn man berücksichtigt, daß fast alle Stadtverordnete, die hier Tebigt. durchzuführen, wurde abgelehnt. Für die Errichtung des zweiten etwas bedeuten wollen, mehr oder minder ein bißchen in GrundNixdorf. humanistischen Gymnasiums ist als Bauplatz die Emserstraße zwischen stüdsspekulation machen und da wäre ihnen die Wertzuwachssteuer Düsseldorfer und Bommersche Straße angenommen. Die Cecilien- fehr im Wege, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nun, bielDie Stadtverordneten- Bersammlung am Donnerstagabend fchule wird am Nitolsburger Platz erbaut. Eine Anfrage des Stadt- leicht kommt's auch mal anders. Die Vorlage wird mit dem Zusatzwählte nach Entgegennahme einiger geschäftlicher Mitteilungen verordneten Hebebrandt, welche Maßnahmen sind zu treffen zur antrag des Referenten, Stadtverordneten Bender, den beiden Der Vertretern noch je 25 m. Repräsentationsgelder zu gewähren, ans ihre Vertreter zum Brandenburgischen Städtetage in Frank- Verstärkung des Polizeischutzes ergab eine längere Debatte. Der Haus furt a. D. und zum Deutschen Städtetage in München. Zum Antragsteller betonte, daß in Wilmersdorf auf 1000 Einwohner ein genommen. Zum Vertreter der Stadtverordnetenversammlung wird ersteren wurden Stadtverordneten- Vorsteher Gander, dessen Stell- Beamter fomme, in Berlin dagegen entfalle bereits auf. 350 Eine der Vorsteher Schröder gewählt. Die übrigen Vorlagen sind nicht bertreter Boegeffe und Stadtv. Thurow( Soz.), zum lehteren der wohner ein Beamter. Entweder los von Schöneberg oder Ver- von großer Bedeutung. Gerichts- Zeitung. Wegen Beleidigung des Königs Ser Hellenen Fourde gestern der Schriftsteller und Ingenieur Mag Brünner vor der 2. Strafkammer des Landgerichts II zur Verantwortung gezogen. Der Angeklagte richtete im November an etwa 30 deutsche Handelshäuser einen Brief, in welchem folgendes gesagt war: Durch seine Bekanntschaft mit hochgestellten Persönlichkeiten sei er imstande, dem Inhaber der betreffenden Firma den Titel eines tönigl. griechischen Hoflieferanten zu verschaffen. Griechenland sei ein selbständiger souveräner Staat, und deshalb sei ein solcher Titel von einem solchen Staate wertvoller, als mancher Titel ähnlicher Art von fleinen Fürstentümern. Für eine solche Wer leihung würde natürlich eine Gegenleistung erforderlich sein. Für das Prädikat eines Kommerzienrats werde gewöhnlich 80 900 M. gezahlt, für den Hoflieferantentitel 1000. Bei Griechenland würde es sich etwas billiger stellen, wenn der Reflektant sich binnen 1 oder 2 Wochen entscheiden würde, da der griechische Hof angesichts der nahenden Festlichkeiten( aus Anlaß der Vermählung des Brinzen Georg) feinen Finanzen etwas aufhelfen wolle". In diesem Brief und namentlich in dem letzten Bassus wurde eine Beleidigung des griechischen Hofes und des an der Spike desselben stehenden Königs der Hellenen erblickt. Unter den Empfängern eines solchen Briefes befand sich auch die Firma Breitkopf u. Härtel in Leipzig; diese schickte den Brief einfach an das griechische Generalfonfulat, und dann wurde das Strafverfahren gegen den Angeklagten, der sich auch noch unberechtigterweise DiplomIngenieur" genannt hatte, eingeleitet. Der Strafantrag ist zuerst bon dem griechischen Geschäftsträger Caradja und dann von dem griechischen Gesandten Rangabé gestellt worden. Der Angeklagte mußte zugeben, daß alle Angaben in seinem Briefe einfach aus der Luft gegriffen waren. Er besaß überhaupt gar keine Verbindungen mit hochstehenden Persönlichkeiten und meinte: er habe einmal ein Inserat gelesen, in welchem die Vermittelung eines Titels angeboten wurde, und da sei er auf den Gedanken gekommen, daß er dies vielleicht auch machen könne. Einen Erfolg hat er mit seinen Briefen nicht erzielt. Staatsanwalt Fuifting beantragte 2 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 1 Monat Gefängnis. Der Ueberfall des Kanoniers Laube bom 2. Garde- Feldartillerieregiment, gegen das Dienstmädchen Berta Lühnsdorf am Neujahrstage in Potsdam, worüber wir feinerzeit berichteten, tam borgestern vor dem Potsdamer Kriegsgericht zur Verhandlung. Das Urteil lautete auf 3½ Jahre Gefängnis unter Anrechnung von bier Monaten für erlittene Untersuchungshaft. Der Vertreter der Anklage hatte vier Jahre beantragt. Laube hatte ohne irgendwelche Ursache das Mädchen auf die unmenschlichste Weise mit einem Messer bearbeitet, an deren Folgen es noch heute leidet.. Zum Termin waren etwa 17 Zeugen geladen. Auch war ein Oberstabsarzt zu Rate gezogen worden, welcher Laube etwa fünf Wochen lang auf seinen Geisteszustand hin untersucht hat. Derselbe bezeichnete Laube jedoch als geistig normal. Ausgeschlossen sei aber nicht, daß der Beklagte, dessen Vater dem Alkohol sehr zugesprochen habe, unter der Einwirkung dieses Getränks sich seiner at nicht bewußt gewesen ist, wiewohl er selbst nicht als Trinter bezeichnet werden könne. Die wissenschaftlichen Zwecke des Herrn Pfarrers. Wegen 20 Verbrechen wider die Sittlichkeit, begangen an schulpflichtigen Kindern, hatte sich am Mittwoch vor dem Landgericht München II der katholische Pfarrer Michael Braun von Hohenlinden bei Ebersberg zu verantworten. Der Herr Pfarrer ist Lokalschulinspektor in Hohenlinden und erteilt den Religionsunterricht und die Christenlehre in der Schule seines Pfarrsprengels an die Kinder selbst. Als eifriger Förderer der guten Sache" hat er in Hohenlinden auch eine Mitgliedschaft des christlichen Waldarbeiterverbandes gegründet. Entgegen den Bestrebungen des katholischen Männervereins zur Bekämpfung der Unsittlichkeit, hat er, wie er am Mittwoch vor dem Gericht erklärte, eine gewisse Freude an dem Anblick nackter jugendlicher Gestalten, für welch sthetische Zwecke der Staatsanwalt aber kein Verständnis zu haben scheint. Denn er hat gegen den Pfarrer Anklage wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit in 20 Fällen erhoben. Die Anschuldigung geht dahin, daß Pfarrer Braun Schulkinder beiderlei Geschlechts einzeln in den Pfarrhof bestellt, sie dort vollständig entSozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Stralauer Viertel.) Bezirk Nr. 338. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Zimmerer Carl Finger ( Am Ostbahnhof 14) geftorben ist. 218/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Andreas- Kirchhof in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. Den Berufsgenoffen zur Nach richt, daß unser Mitglied Karl Finger am 21. Mai an der Proletarier frankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai 1908, nach mittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Dftbahnhof 14, aus- statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/10 Der Vorstand. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 21. d. Mts. starb nach langem Krantenlager im Alter von 59 Jahren an der Lungen schwindsucht der Kamerad Herr Karl Finger. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4%, Uhr vom Trauerhaufe Ditbahn 14 aus ſtatt.. 22195 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 21. Mai verstarb unser Mitglied, der Vergolder Otto Schneidewind, ant Schliemannstr. 13. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Mai, vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Friedhof der Gethsemane Gemeinde in Nordend statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis, Todes- Anzeige. 227/2 Am 20. Mai verstarb unser Mitglied, der Schriftseter Paul Drost Aderstr. 61. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Hedwig- Friedhofes, Neinidendorf, Berlinerstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Johann Radzimski ( 11. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 4, 1hr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 235/11 Der Vorstand. 18. Bu spät. In der Effefter Volkszeitung" befindet sich in der Nummer vom Mai folgendes Inserat: Junger, hübscher Bursche, 19 Jahre alt, Wiener, aus bürgerlichem Hause, bittet als Gesellschafter unter zukommen. Selbiger geht auch auf Reisen. Briefe er Beten unter D. T. 533 an die Expedition. fleiden ließ und sie dann zur Befriedigung seiner Sinneslust be 1 baß man den Signalapparat des Bahnhofs reparierte und während tastete. Der Pfarrer gab zu seiner Berteidigung an, daß dieser nur auf wenige Stunden berechneten Arbeit die Apparate mit bei seinem Vorgehen lediglich das Wohl der Kinder maßgebend war. der Hand bedienen ließ. Ob nun dabei ein Frrium passierte, stand Die Sittlichkeit auf dem Lande unter der Jugend sei nicht so weit her, wie es den Anschein habe. Er habe die Kinder entfleiden bis abends nicht fest. Der Weichensteller, dem die Schuld an dem lassen, habe sie dann untersucht", abgeklopft und gemessen. Sein Unglück beizumessen ist, wurde in Antwerpen verhaftet. Zweck sei nicht perverser, sondern rein wissenschaftlicher Natur geIn einer Meldung der„ Voss. 8tg." wird die Zahl der Toten wesen. Gefragt, wo er seine Wissenschaft her habe, erwiderte der auf 40 und die der Verwundeten gleichfalls auf 150 angegeben. Pfarrer, daß er ein diesbezügliches Buch gelesen habe. Er wollte sich überzeugen, ob die Brüste der Kinder gut sind. Als er be= fürchtete, daß seine ästhetische Empfindung in geschlechtliche Sinnlichkeit ausarten könnte, habe er seine Untersuchungen eingestellt. Der Vorsitzende bemerkte, daß dies nicht der richtige Weg sei von einem Pfarrer und Religionslehrer; er hielt dem Pfarrer vor, daß er sich während der Voruntersuchung wenigstens in einigen Fällen für schuldig erachtet und zugegeben habe, daß geschlechtliche Neugierde mitbestimmend gewesen sei, und daß er wörtlich dem Untersuchungsrichter gesagt habe, daß er sein Auge befriedigen wollte, weil er fo auch nichts habe. Der Pfarrer entgegnete, daß er sich damals in einer so schrecklichen Gemütsdepression befunden habe. daß er auch sein Todesurteil unterschrieben hätte. Er habe auch seine homosexuelle Veranlagung zugegeben, weil er glaubte, daß dann das Verfahren eingestellt werde. Die Beweisaufnahme ergab, daß die wissenschaftlichen Untersuchungen des hochwürdigen eignete sich in der Zuckerraffinerie von Say eine Explosion, deren Folgenschwere Explosion. Wie aus Paris gemeldet wird, er Herrn recht eigentümlicher Natur waren; die Vernehmung der Entstehungsursache unbekannt ist. 42 Arbeiter und Arbeite Schulkinder bestätigte die Behauptung des Herrn Pfarrers, daß es rinnen wurden verlegt, darunter acht sehr schwer. Der Material mit der Sittlichkeit auf dem Lande unter der Jugend nicht weit schaden ist bedeutend. Nach neueren Meldungen aus Paris beträgt her ist. Dazu mag in Hohenlinden allerdings der Pfarrer sein die Zahl der bei der Explosion in der Sayschen Buderraffinerie gut Teil beigetragen haben. Wie die Kinder angaben, hat der schwer Verlegten 11. Hinsichtlich der Ursache der Explosion glaubt Pfarrer während seiner wissenschaftlichen" Untersuchungen den man, daß Zuckerstaub durch einen elektrischen Funken in Brand ge Kindern den Rat gegeben, recht fleißig in die Kirche zu gehen. riet und daß dadurch die Entzündung von Gas verursacht wurde. Diesen Rat gab er den Kindern, ohne schamrot zu werden. Das Gericht verurteilte den Pfarrer wegen eines fortgesetzten Verbrechens wider die Sittlichkeit zur Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Vermischtes. Hof- und Personalnachrichten. vielleicht dem jungen, hübschen Burschen eine Offerte am Starnberger Das Inserat erscheint etwas sehr post festum, sonst hätte See oder bei einem früheren Offizier des Leibkürassierregiments ge macht werden können. Briefkaften der Redaktion. Die juriftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Hof, dritter Eingang, bier Treppen, Ha Sahrstuhl wochentäglich abends von 72 bis 9½ 1hr statt. Geöffnet 7 1hr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Die Deutsche Marottotorrespondenz", die in Berlin statt in Fes erscheint, hat bekanntlich die Aufgabe überA. S., Buchstr. 5. Die Streichung entspricht dem Gesez. nommen, alle guten Deutschen zur gebührenden Loyalität für die S. 12. Nach Ihrer Darstellung werden Sie voraussichtlich verurteilt werden. neugebackene Scherifische Majestät, den von allen Andeutschen heiß Sie fönnen im Termin beantragen, Shnen Räumungsfrist bis zum Schluß geliebten Sultan Mulay Hafid zu erziehen. Ihre neueste Leistung des Monats zu gestatten. Dem Wirt steht ein Einbehaltungsrecht an den besteht in der Mitteilung, was alles die Gesandten unseres Mobilien zu. W., Lüderitzstr. 58. Die betreffende Rede Sch.' ist bereits in Sultans in Sensation versetzt hat. Die Korrespondenz berichtet: der Nummer vom Freitag, 15. Mai besprochen.- G.. 15. Nicht verwendbar. In einem hiesigen Kaufhause haben die Gesandten sehr beA. B. 211. Eine Bescheinigung der österreichischen Heimatsbehörde, trächtliche Einkäufe gemacht. Besonderen Genuß bereitete ihnen daß nach dortigem Recht der Heirat Hindernisse nicht im Wege stehen, ist dabei die Musik im Teesalon. Auch über die Musik im Metropol erforderlich. Ihre Braut tut gut, zwecks Erlangung dieser Urkunde sich an thre Botschaft zu wenden.- D. B. 32. 1. Eine frühere Ladung ist nicht Theater, das sie vor einigen Tagen besuchten, ließen sie sich erforderlich, entschuldigen Sie sich nachträglich. 2. Die Staatssteuern in fehr anerkennend aus. Im Zeughause imponierte ihnen die Menge Sachsen. Stommunalsteuern tönnen von beiden Staaten erhoben werden. der erbeuteten französischen Fahnen und Kanonen. Wurde G. B. Die Zahl vermögen wir nicht anzugeben, im wesentlichen ihnen auf den Gemälden der Kaiser gezeigt, befonders pflegen die betreffenden Vereine Geselligkeit und Berufsfragen. S. 19. B. 200. Es kann Kaiser Wilhelm I., so wiederholten sie das Wort Raiser mit viel 1. Mit Zustimmung seiner Heimatsbehörde. 2. Ja. nur der Emphase. Auch die Namen Bismarck und Moltke versezten sie in 1500 übersteigende Jahreslohn mit Beschlag belegt werden. Legen Sie gegen den Beschlagnahmebeschluß Beschwerde ein. eine Art Sensation. S. 40. Rein. Sie erben nach dem Recht des Bürgerlichen Gesetzbuchs gleich ermöglichen fie es, die Nellame für Mulay Safid mit der des Metropol- Theaters, mit der Erinnerung an die Siegestrophäen über die Franzosen und besonders" mit der Huldigung für den Selden taifer"( der Entel ist momentan beim Marottotomitee in Ungnade) sinnig zu verbinden. Man sieht, die Afrikaner sind leicht zufrieden zu stellen und zu Aber die Berliner üben Revanche. Die braunen Herren und ihre weißen Burnusse erregen nicht nur beim Marottolomitee, sondern auch bei unserer Straßenjugend Sensation. Bur Eisenbahnkatastrophe in Contich wird noch gemeldet: Die Bahl der Toten bei der Zugkollision ist, nachdem einige Verwundete noch in der Nacht gestorben find, auf 48 gestiegen, während die Bahl der Verwundeten, die Leichtverletten, mitgerechnet, ungefähr 150 beträgt. In dem verunglückten Zuge befanden sich der Pilgerzug eines Brüsseler Klosters mit den Mitgliedern einer Kongregation, Sie waren in Contich die sich nach Montaigu begeben wollten. umgestiegen und saßen erst seit einer Minute in dem Zug. Die Ursachen des Unfalles sind noch immer unaufgeklärt. Es scheint aber, daß die Katastrophe mit der Tatsache zusammenhängt, Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Willi Jahn am 21. Mai an Nietenleiden gestorben ist. 116/16 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Otto Pehle am 21. Mai an trebsleiden gcstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai, bora mittags 12 Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen, Buchholzer Straße, aus statt. Rege Brteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Ernst Scholz gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 23. Mai, nachmittags 1%, Uhr, von der Wohnung, Schivelbeinerstr. 8, aus nach dem Gethsemane Kirchhof in Nieder- Schönhausen- Nordend statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen KranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Gatten Karl Hülle fage ich allen, insbesondere den Gewerk schaften sowie dem freien Gastwirts verband und Wahlverein meinen tiefgefühltesten Dant. Frau Witte Hülle. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Fritz Bausdorf Derstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Pankower Kirchhoefs Nr. 3, Schönholz, aus statt. 132/5 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Wahlverein Alt- Glienicke. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß am 20. Mai unser Ger nosse, der Schuhmachermeister August Müller nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhause, Stöpender Straße 89, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 202/19 Der Vorstand. Arbeiter- Radf.Verein„ Voran" ( Mitgl.d.A.- N.- B. " Freiheit"). Nachruf. Am 16. Mai berstarb unser Mitglied Hermann Hennig infolge Nadunfall. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 11/16 Der Vorstand. Wasserstands- Nachrichten Der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt Dom Berliner Betterbureaut. Basserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Dder, Ratibor eifel, Thorn Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm nege, Bordamm Landsberg E1be, Leitmeriz Dresden Barby Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlig Rathenow³) am seit 21. 5. 20. 5. am feit 21. 5. 20. 5. cm cm ¹) cm cm³) 344 +1 134 -2 194 -19 Havel, Spandau) 108 220-12 156 183+16 Spree, Spremberg) 94 229 -8 Beeskow 138 236 -14efer, Münden 2 -14 120 -10 Minden 88 122 +1 Rhein, Maximiliansau 546 55 Kaub 381 -13 25 -13 Köln 871 -15 -74 -8 221<-16 193-8 Nedar, Heilbronn 99+5 Main, Wertheim 150 Mosel, Trier 102 3) Unterbegel. )+ bedeutet Wuchs, Fall, Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die trau rige Nachricht, daß meine herzens Dr. Simmel gute Frau, unfere treusorgende Mutter, Frau 22155 Hedwig Fischer geb. Angermann plöblich am 19. d. m. verstorben ift. Dies zeigt, um stilles Bet leid bittend, tiefbetrübt an Rudolf Fischer nebst Stindern. Die Beerdigung findet am Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. am dicht am Prinzenstr. 41, Maritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Sonntag, den 24. Mai, nach Dr. Schünemann mittags 3 Uhr von der Leichen halle des Schöneberger Kirchhofs in der Marstraße aus statt. Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser freues und langjähriges Mitglied, Frau Hedwig Fischer am 10. Mai plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, ben 24. Mat, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen Halle des Schöneberger Friedhofes in der Marstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 55/17 Der Vorstand. Treffpunkt für Mitglieder bei Gastwirt Gröbfe, Ebersstr. 37, nachmittags 22 Uhr. Die Ueberführung der Leiche unserer Elisabeth findet heute um 2 Uhr von der Leichenhalle Spezial- Arzt für 25292 Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203. Ece Schüßenfir, 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ubr ygienisch Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin O., Holzmarktstr. 69-70. Preisl.gratis. 11. nach Anzüge Paletots Maß | aus Ia Stoffreften. Monats: u. nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Voẞ, nur Brunnenstr. 3,1( Rosenthal. Tor) Achtung, Hausfrauen! Frische Ia Schweinerippen, Blund 85 bis 50 Bf., Gisbeine, frisch und gepöfelt, Bjund 30 Pf., Ia Wurst bruch, Bid. 60 t. 80 Bf., empfiehlt des Strankenhauses Canner Chauffee Berliner Wurst- u. Fleischwarenfabrik aus statt. 22166 Anguste Schütz. Danksagung. Gegr. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der 1876 Beerdigung meines lieben Sohnes Alfred Wohlfahrt un fage ich allen meinen herzlichen Dank. Grau Berta Wohlfahrt und Kinder. 22056 Bon der Neise zurück Dr. Gustav Bradt, Spezialarzt f. Hals-, Nasen-, Ohrenleid. SO., Wienerstr. 20. Petersburger Play 8. Gegr. 1876 Hutfabrik Herm. Ziegner, 33 Brunnenstr. 33. Serrenfilzhüte von M. 1,- bis 10, Strohhüte von 50 Bf. an bis zu Herren u. Knaben den elegantesten Neuheiten. Größtes Spezial- Lager in echten Panamas. 5% Extra Rabatt. Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestrasse 70-71. Doppelte Anzahl Sparmarken verabfolgen wir von Sonnabend, den 23. Mai bis Mittwoch, den 27. Mai cr. inkl. 8 Sparmarken Speiseteller flach Speiseteller tief.. Dessertteller. 0 · Weiß • Portionstassen glatt Kaffeekannen große Form, Kuchenteller.. • • . * um unsere werte Kundschaft zu veranlassen, die Pfingst- Einkäufe sehr frühzeitig zu erledigen, da die gewohnte sachgemäße Bedienung kurz vor dem Feste nicht durchführbar ist. Wir geben sonst bei einem Einkauf von 1 M. 4 Sparmarken, an diesen Tagen jedoch 2 Waggon bunt 8 Sparmarken Porzellan weiß mit Goldrand Stück 10, 15 Pt. Tassen mit Goldrand and bunt, Paar 15, 18, 23 Pt. Speiseteller flach and tief Stück 12, 18 Pf. Dessertteller Stück 8, 12 Pf. 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Umfaßt 102 Seiten. Bu beziehen durch: Der Preis ist Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 246/11 Konkurs- Ausverkauf des M. Levin'schen Warenlagers in Wäsche, Schürzen, Blusen, Röcke 2435L und andere Waren werden täglich von 8-1 und 3-8 Uhr zu festgesetzten, staunend ::: billigen Preisen::: ausverkauft. Berlin C., Rosenstraße 19, im Laden. Mark 40.- 38,50 36.- 34,- 32,50 machen wir am Sonntag unseren Ausflug? Nach Pichelswerder zum Alten Freund. Empfehle auch diesen Sommer mein Lokal zu Land- u. Wasserpartien. Paletots 18,50 Anzüge 30.- 28.- 24.an Mark 40,- 38,50 36.- 34.- 32,50 30.- 28.- 24.21.59 50 an M. Schulmeister am Kottbuser Tor Dresdener Str. 4,( Hochbahn- Station)» Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 120. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 23. Mai 1908. eines Redakteurs ist es besser, die Ergebnisse in der Verschmelzungs- Der Satz hierfür soll niedriger als der für die Arbeitslosenunterfrage abzuwarten. Die Preßkommission als Ueberwachungs- und stüßung sein. XIII. Generalversammlung des Zentralverbandes der Beschwerdeinstanz muß beibehalten werden. Lederarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Frankfurt a. M., 21. Mai 1908. 4. Verhandlungstag. In der heutigen Sigung wird zunächst die Kommission ernannt, die zusammen mit dem Zentralvorstand die Vorarbeiten zu einer Verschmelzung zu erledigen hat. Es werden gewählt: Christlieb Hamburg, v. Aspern- Neumünster, Adrian- Dresden, Nunge Berlin, ang Magdeburg, 20B- Badnang, Kuntsch Offenbach. Dann wird der Bericht über die Presse entgegengenommen, den Redakteur Mahler- Berlin erstattet. Er berweist auf den gedrudt vorliegenden Bericht und ergänzt diesen. Bock Berlin hebt hervor, daß in den drei Jahren nur fünf Beschwerden eingegangen sind und weist die Vorwürfe gegen den Zentralvorstand zurück. Lentsch- Neumünster meint, der Artikel über den Vorwärts"-Konflikt hätte der Organisation geschadet. Ein Schlußantrag macht der Debatte ein Ende. Es wird beschlossen: Die Lederarbeiter- Zeitung" foll wöchentlich erscheinen und ein Re dakteur angestellt werden, doch sollen diese Beschlüsse erst dann zur Ausführung kommen, wenn sich die geplante Verschmelzung zum Industrieverband zerschlägt. Der Preßkommission soll fünftig statutarisch das Recht zustehen, sich auf der Generalversammlung ver treten zu lassen. Die Anträge bezüglich der Ausgestaltung des Fachorgans werden der Redaktion zur Berücksichtigung überwiesen. Die Punkte: und Statutenberatung Die Festsetzung einer Karenzzeit wird abgelehnt. Angenommen wird ferner mit 23 gegen 8 Stimmen dieser Antrag des Zentralvorstandes: Der Zentralvorstand hat das Recht, nach Prüfung der Bedürfnisfrage und unter Berücksichtigung der vorhandenen Mittel bollbesoldete Gau- und Ortsbeamte anzustellen. Die Gehaltsstala sezt die Generalversammlung fest. Die zu besetzenden Stellen sind im Verbandsorgan zur allgemeinen Bewerbung aus zuschreiben. Bei Anstellung von Drtsbeamten hat der betreffende Drtsberein durch Erhebung eines Lokalbeitrages zu den Unterhaltungsfosten des Ortsbeamten mit beizutragen. Anstellung und Absetzung des Drtsbeamten bleibt ausdrücklich dem Zentralvorstand borbehalten." 9 Agitation und Organisation, Einführung der Erwerbslosenunterstützung Magdeburg, 2 entsch Neumünster, Husion- München, Nitschty. In die Statutenberatungskommission werden ernannt: 2angDie Mitarbeit aus den Reihen der Kollegen läßt sehr zu wünschen Karlsruhe, Heidelberg Berlin, Adrian Dresden, Loßübrig. Die Ortsvereine sollten in ihren Berichten nur das mit werden zusammen behandelt. Es liegen hierzu eine große Bahl Badnang. Dann wird in geschlossener Sigung die Taktik bei Lohn teilen, was von allgemeinem Intereffe ist. Die Geschäftsführung Anträge vor. Die Einführung der Erwerbslosenunterstützung be- bewegungen behandelt. in der Redaktion könne so wie bisher nicht weiter geführt werden. antragen Hauptvorstand und 4 Bahlstellen. Zur Statutenberatung Da er zugleich Vorsitzender sei, müßten die Redaktionsgeschäfte öfter liegen nicht als 271 Anträge vor. Der Verbandsbeitrag beträgt leiden. Die Redaktion und der Zentralvorstand würden des- zurzeit für männliche Mitglieder 50 Pf., für weibliche 20 Bf. pro halb die Anstellung eines Redakteurs, der seine ganze Kraft der Woche. Nun beantragen Zentralvorstand und die Zahlstellen Zeitung widmen fönne, empfehlen. Das Verhältnis mit der Preß- Altona- Hamburg, Karlsruhe Mühlburg, Görlig, Erlangen, Berlin 2, fommission sei fein angenehmes, da teine geeigneten Kollegen in der Altenburg, Neumünster, Eßlingen: Breßkommission figen. Mahler weist zum Schluß die Behauptung zurüd, der Zentralvorstand habe seine Befugnisse überschritten und die der Breßkommission be schnitten. Opiz Berlin, Vertreter der Breßkommission, bespricht zunächst das unerfreuliche Verhältnis zwischen Breßkommission und Redaktion. Er protestiere namens der Preßkonmmission dagegen, daß der Zentralborstand sich das Recht nimmt zu entscheiden, ob einzelne Artikel aufgenommen werden sollen oder nicht. Der Zentralvorstand würde die Befugnisse der Breßkommission beschneiden. Mit der Schreibweise der„ Lederarbeiterzeitung" sei die Preßkommission mit einigen Ausnahmen einverstanden gewesen. Die Stellung der Redaktion zum ,, Vorwärts"-Konflikt könne sie nicht billigen. Die große Mehrzahl der Kollegen würde einen anderen Standpunkt einnehmen. Es sei zu bedauern, daß der Redakteur Mahler in Parteifragen oft eine andere Haltung einnehme, als das Gros der Mitglieder. Schnelle Brandenburg tritt für wöchentliches Erscheinen des Fachorgans und für Anstellung eines Redakteurs ein. Er beantragt, dieses soll erst dann zur Ausführung kommen, wenn sich die geplante Verschmelzung zum Industrieberband zerschlage. " Wachtmann- Wandsbeck geht auf den Artikel über den Vorwärts" Konflikt in der„ Lederarbeiter- Zeitung" ein. Der Nedakteur hätte in dieser Frage neutral bleiben müssen. Die Preßtommission solle nicht abgeschafft werden. Von den folgenden Rednern begründet Nitschky Karlsruhe den Antrag auf Aufhebung der Preßfommission und Uebertragung deren Funktionen auf den Verbandsausschuß. = Der Verbandsbeitrag beträgt für weibliche Mitglieder 25 Pf., für männliche Mitglieder in Beitragsklasse I 50 f., in Beitragstlasse II 65 f. pro Woche." Die Ortsvereine Offenbach, Eschwege, Weinheim, Oberursel, Frankfurt a. M., Worms wollen den schlechter gestellten Kollegen mehr Rechnung tragen, fie beantragen: " Der Verbandsbeitrag beträgt für die 1. Klasse 25 Pf., 2. Klasse 35 Pf., 3. Klasse 50 Pf. und 4. Klasse 65 Pf. pro Woche. Mitglieder der 1. Klasse können nur weibliche und männliche Personen unter 16 Jahren werden." gen Andere Zahlstellen beantragen bis zu 70 Pf. Wochenbeiträge. Die meisten treten für die Einführung von Staffelbeiträge ein. Die Reises, Drts- und Streifunterstützungen sollen erhöht werden. Für die geplante Einführung der Krankenunterstützung schlägt der Zentralvorstand diese Säße vor: Für weibliche Mitglieder 3 bis 5,25 M. pro Woche auf die Dauer von zwei Monaten; für männliche Mitglieder bei 50 Pf. Beitrag denselben Satz, aber auf die Dauer von vier Monaten und bei dem Beitrag von 65 Pf. ebenfalls den gleichen Satz pro Woche, aber auf die Dauer von fechs Monaten. Es wird gleich in eine General diskussion über sämtliche drei Punkte eingetreten. In der Debatte, die sich fast über den ganzen Nachmittag hinzieht, begründen die Delegierten die eingebrachten Anträge. Die Mehrzahl der Redner spricht sich für die Einführung der Erwerbslofenunterstützung und für die Festsetzung von Staffelbeiträgen aus. Einige Redner wenden sich gegen den Antrag, der dem Hauptvorstand das Recht gibt, die Gau- und Ortsbeamten anzustellen. Aus der Frauenbewegung. Ein Bund für Frauenstimmrecht in der Schweiz.! Die verschiedenen Frauenstimmrechtsvereine der Schweiz haben fich zu einem die Sektionen Genf, Lausanne, Neuenburg, Chaux- deFonds, Dlten und Zürich umfassenden schweizerischen Frauenstimm rechtsbund zusammengeschlossen und werden den Amsterdamer Frauenstimmrechtskongreß mit Delegierten beschicken. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß diese bürgerliche Liga das Damenwahlrecht propagieren wird, wenn die Arbeiterinnenvereine der Schweiz fich follettiv der Bewegung anschließen würden. Wahrscheinlich wird der Schweizerische Arbeiterinnenverband auf dem nächsten sozialdemokratischen Parteitage die Frage zur Sprache bringen. Versammlungen Veranstaltungen. Lichterfelde- Lankwitz. Sonntag, den 24. Mai: Ausflug nach Schlachtensee. Abfahrt 9 Uhr vormittags vom Bahnhof GroßLichterfelde West. Für Nachzügler von 2-4 Uhr Treffpunkt Beelitzhof- Wannsee. Lichtenberg. Sonntag, den 24. Mai: Ausflug nach Ober- Schöneweide bei Höflich im Krug zum grünen Kranze". Treffpunkt 9 Uhr, bei Tempel, Bahnhofstraße und Borhagener Chaussee Ecke. Für Nachzügler bei Höflich, Ober- Schöneweide. Tegel- Borsigwalde. Mittwoch, den 27. Mai, bei Fall in Legel, Treskow und Brunowstraße- Ede: Vortrag: Kindererziehung und feruelle Frage."- Einführung von Kinderspielen. Heidelberg- Berlin I wendet sich gegen den Antrag Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be Schnelle. Man sollte die Beschlüsse ohne Rücksicht auf die eventuelle nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Verschmelzung fassen. Er geht dann auf das Verhältnis zwischen Dann werden Abstimmungen vorgenommen. Die Beschlüsse 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Breßkommission und Redaktion ein und befürwortet einen Antrag sollen der Statutenberatung als Unterlage dienen. Es wird be- In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art Berlin, wonach die Breßkommission fürderhin aus fünf Kollegen beschlossen: Einführung von Staffelbeiträgen. Der Vei- und Richtung aus. Die Ausleih- Bibliothek ist bis auf weiteres geschlossen. stehen soll.. trag für weibliche Mitglieder soll 25 Pf., für männliche in der I. Klasse in der Halle der Gemeinde, Pappel- Allee 15/17: Freireligiöse Borlesung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 24. Mai, vormittags 9 Uhr, Rie Osterwied: Der Kollege Mahler verekelt vielen Kollegen, 50 Pf., in der II. Klasse 65 Pf. pro Woche betragen. Der Einführung die etwas schreiben wollen, aber dies nicht druckfähig können, die der Erwerbslosenunterstützung wird mit 29 gegen 2 Stimmen zu von Herrn Dr. Bruno Wille über: Was lernen wir an Helen Vormittags 10 Uhr in der Schule Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag Lust, für das Verbandsorgan zu schreiben. Bezüglich der Anstellung gestinumt, doch soll die Stranfenunterstützung nur ein Zuschuß sein. Steller?" I. Damen und Herren find als Gäste sehr willkommen. Jhr Hut muss gereinigt werden mit Hutwäsche 31452* Feuerrad 1 Pack 25 Pf. 3 Pack 65 Pf. ZurRenovierung bereits gefärbter Hüte in gleicher Farbe od. dunkler 1 Pack 35 Pf., 3 Pack 1 M. Fritz Kratz, Berlin N. 39 Reinickendorferstr. 119. In allen Drogerien, Apothek. usw. 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Die gesetzlichen Bestimmungen nebst Erläuterungen. Preis 20 Pf. Gegen Volksverdummung, Volksknebelung und:: Volksausbeutung. Materialien zur Beurteilung der volksfeindlichen Politik des preußischen Dreillaffenparlaments. Preis 20 Pf. Der preußische Volksschulgefeh- Entwurf. Materialien zu seiner Beurteilung. Preis 20 Pf. Der Zukunftsstaat der Junker. Manteuffeleien gegen die Sozialdemokratie im preuß. Herrenhause am 11. und 13. Mai 1904. Mit Einleitung und Anmerkungen von Kurt Eisner. Preis 20 Pf. Zur Frage des Franenwahlrechts bon Klara Zetkin. Bearbeitet nach dem Referat auf der Konferenz sozialistischer Frauen in Mannheim. Preis 1 M. billige Ausgabe 50 Pf. Der preußische Landtag. Handbuch für preußische Landtagswähler. Herausgegeben von P. Hirsch. Preis brosch. 5 M., geb. 6 M. Die schwere Benachteiligung der volkreichften Landesteile Preußens bei den Landtagswahlen. Mit fünf graphischen Tableaus von Prof. R. Siegfried. Eine Quelle reichen statistischen Materials. Preis 1 M. 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