Nr. 132. BbenntmentS'Btdlngungen: fdotmements- Preis prSnumerando t LierteljShrl. 330 SKt., monatl. 1,10 KL, wöchentlich 28 Pfg. frei WS Haus. einzelne Nummer 5 Pfg. EonntagZ. nummcr mit illustrierter EonntagZ. Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft< Abonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland s Mark pr» Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz, Clttttat ttflllch»US» DOBtio». Verlinev Vollxsblcrkt. 23*. Jahrg? Die TnfertlonS'GebQbr »etrigt für die sechSgcspallene Uolottek»' geile oder deren Raum eo Pfg., für politische und gewerkschaftliche BereinS- und BersammlungS-ilnzeigen 30 Psg. „Uteine Rnreigen", daS erste fielt- gedruckte) Wort 20 Pfg.. jede- weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas» stellen-Anzeigen daS erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort S Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags m der Expedition «bgegebcn werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. lclegramm. Adresse: „SozialdcinoKret Btrlio". Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Dcutrchlands. Redaktion: 8W. 68» ILindenstrasse 69* Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Dienstag, den 36. Mai 1908. Expedition: SM. 68» Lindenstraeec 69. Fernsprecher: Amt IT, Rr. 1984. Landtagswälilcr! Kommt in Masse»» »n die heutige« Wähler-Versammlungen! Sie Steuerpolitik des Gcidiacks- (Parlaments. Nicht genug damit, daß die Gesetzgebung Preußens einer Handvoll Besitzender ausgeliefert ist. während der weitaus größte Teil des Volkes wohl die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, aber keinerlei politische Rechte besitzt, sind auch die Gesetzgeber von jeher darauf bedacht gewesen, dem Volke immer neue Lasten aufzubürden, ihre eigenen Klassengcnossen aber soviel wie möglich zu schonen. Nicht einmal soviel Ge- fühl für Anstand haben sich die Mannen des Dreiklassen- Parlaments bewahrt, daß sie den Grundsatz, den sie zur Ver- terdigung des Dreiklassenwahlrechts anführen, in die Praxis umzusetzen für nötig befanden. Wer auf dem Standpunkt steht, daß das Wahlrecht nach der Steuerleistung abgestuft sein muß. der sollte doch, wenn er auf Grund eines solchen Wahlrechts ein Mandat erlangt hat, seine vornehmste Auf- gäbe darin erblicken, für eine gerechte Besteuerung einzu- treten! In Preußen merkt man davon nichts! Im Gegen- teil: man ist schamlos genug, zur Beseitigung der Finanz- not immer wieder die minderbemittelten Bevölkerungsklassen in Anspruch zu nehmen. Einen sozialpolitisch richtigen Grundgedanken enthält nur eine einzige von allen Staatssteuern, die Einkommen- st e u e r, aber anstatt diesen Gedanken, den der Progression, konsequent durchzuführen und die hohen Einkommen im Ver- hältnis ebenso stark anzuziehen, wie die geringen und mitt- leren, hat man auf halbem Wege Halt gemacht. Die späteren Gesetzesänderungen und vor allem die Praxis haben dann weiter bewirkt, daß die Wohlhabenden immer rücksichtsvoller behandelt wurden, und heute ist es glücklicherweise dahin ge- kommen, daß rigentlich nur noch die Arbeiter und die kleinen Beamten, also die Rechtlosesten der Rechtlosen, jeden Pfennig ihres Einkommens versteuern! Es mag ja auf den ersten Blick etwas Bestechendes haben, aus dem Steuertarif zu er- sehen, daß ein Einkonkmen von 900 Mk. nur mit zwei Drittel Prozent, ein Einkommen von 9000 Mk. dagegen mit 2% Prozent besteuert wird, aber wie sieht es in der Praxis aus? Zunächst empfindet ein Zensit mit einem Einkommen von 9000 Mk.. wenn nicht vielleicht ganz besondere Umstände in Betracht kommen, denen der Gesetzgeber nebenbei bemerkt aufandereWeiseRechnung getragen hat, es nicht allzu schwer. 252 M. Staatssteuern jährlich zu zahlen, während andererseits ein Familienvater mit 900 M. Einkommen nur, wenn er sich und seiner Familie Entbehrungen auferlegt, seinen steuerlichen Verpflichtungen gerecht werden kann. Da- zu kommt, daß bei der Sclbstcinschätzung die weitgehendste Rücksicht auf die Zensiten mit höherem Einkommen ge- nommen ist: sie sind zu den verschiedenartigsten Abzügen be- rcchtigt, und sie machen von ihrer Befugnis den weit- gehend st en Gebrauch. Es gehört in der Praxis durch- aus nicht zu den Seltenheiten, daß Leute, die einen großen Aufwand betreiben, ihre Einschätzung so abzufassm verstehen, daß sie, ohne sich eines Verstoßes gegen das Gesetz schuldig zu machen, ein ganz geringes Einkommen heraus- rechnen. Ganz anders die Arbeiter und kleinen Leute! Hatten diese bisher schon im Verhältnis ungleich mehr Steuern zu zahlen, so sind ihnen dank dem famosen§ 23 die Daumenschrauben noch fester gezogen! Der Arbeitgeber gibt einfach an, was die von ihm beschäftigten Arbeiter ver- dient haben, und hiernach wird ihr Einkommen berechnet, sie versteuern dabei auch alles das mit, was Geschäftsleute als Geschäftsunkosten buchen und von ihrem Verdienst abziehen. so zum Beispiel das Fahrgeld vom Hause zur Arbeitsstelle und umgekehrt, Versicherungsbeiträge und sonstige Ausgaben, die durch ihre Berufstätigkeit bedingt sind. Die Behörde nimmt darauf keine Rücksicht, sie schätzt nach Schema 1? ein, und der Arbeiter erhebt dagegen, teils aus Unkenntnis, teils um Weiterungen aus dem Wege zu gehen, nur in seltenen Fällen Einspruch. Wie„gerecht" das Steuersystem ist, dafür nur ein Bei- spiel. Wenn der Besitzer eines Grund st ückes infolge einer günstigen Gelegenheit sein Grundstück verkauft und bei diesem Geschäft 50 000 M. verdient, so gelten diese 50 000 M. nicht als steuerpflichtiges Einkommen, sofern es sich nicht um einen gewerbsmäßigen Spekulanten handelt, sondern nur als Einkommen aus Kapitalvermögen. Würde es als Einkommen versteuert, so würde der Steuersatz 1760 Mk. betragen, wozu dann noch die Gemeinde- steuer kommt, die bei einem Zuschlag von nur 100 Prozent noch einmal 1760 M. betragen würde. Als Einkommen aus Kapitalvermögen dagegen tvüvde die Steuer, wenn der Betreffende kein weiteres Vermögen hat, nnr 84 Mark, sage und schreibe 24 Mark betragen, und zu dieser Steuer wird nicht einmal ein Zuschlag erhoben, da die Gemeinde I hierzu nicht befugt ist! Ueberhaupt ist die Vermögenssteuer so gestaltet, »-daß sie den Besitzenden nicht wehe tut, die Progression ist so minimal, daß ein Millionär, der nur eine Million besitzt, ganze 500 M. Vermögenssteuer jährlich zahlt! Es kommt weiter in Betracht, daß die P l i ch t zur Deklaration für Ver mögen nicht besteht. Niemand ist verpflichtet, der Behörde anzugeben, wieviel Vermögen er hat, und es ist durchaus nichts Ungewöhnliches, daß reiche Leute niemals einen Pfennig Vermögenssteuer zahlen! Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit bedeutet die Ge werbe st euer. Obwohl jeder Gewerbetreibende bereits sein Einkommen versteuert, wird er außerdem noch zu einer besonderen Gewerbesteuer herangezogen: ja, eine gewisse Klasse von Gewerbetreibenden, die Gastwirte, zahlen sogar in Form der Betriebs st euer eigentlich eine doppelte Gewerbesteuer. Der Staat begnügt sich aber nicht damit, bei seinen eigenen Steuern die Besitzenden vor den Besitzlosen zu bevor zugen, sondern er schreibt auch den Gemeinden vor, welche Steuern sie zu erheben berechtigt sind, und in welcher Weise, und auch hierbei kommen die gleichen sozialpolitisch verwerflichen Grundsätze zur Geltung. Die Gemeinden dürfen Zuschläge zur Vermögenssteuer, wie bereits erwähnt, über Haupt nicht, und Zuschläge zur Einkommemteuec tu ch k etwa progressiv erheben, sie können also nicht etwa be- schließen, Einkommen bis zu 1500 M. gar nicht, bis zu 3000 Mark nur mit einem Zuschlag von 50 Prozent, darüber hin aus mit Zuschlägen von 100 Prozent zu belegen, sondern der Zuschlag muß für alle Einkommen gleichmäßig be messen werden. Auf diese Weise werden die Arbeiter doppelt benachteiligt, die Besitzenden dagegen doppelt bevorzugt! Auch die den Gemeinden überwiesene Grund- und Gebäude st euer bedeutet nicht etwa eine Last, die den Besitzenden auferlegt wird. Gewiß, die Hausbesitzer zahlen die Steuer, aber im Grunde genommen v e r a u s l"" agen sie sie nur, sie ziehen sie von den Mietern, auf die sie sie ohne Mühe abwälzen, wieder ein! Angerechnet bei der Bemessung des Wahlrechts aber wird diese Steuer nicht denen, die sie wirklich zahlen, sondern denen, die sie veraus- lagt haben. Dies sind in kurzen Umrissen die Grundzüge des heute geltenden Steuersystems. Ein System, ausgedacht von Be- sitzenden für Besitzende, wird es von den Lobrednern der heutigen Gesellschaftsordnung ohne Unterschied der Parteien aufs wärmste verteidigt. Wohl wird ab und zu im Landtag diese oder jene gesetzliche Bestimmung bemängelt, sobald einmal ein„Volksvertreter" oder ein guter Freund von ihm dadurch in feinen heiligsten Gefühlen, in seinem Geldsack- interesse, verletzt wird, aber von einer grundsätzlichen Kritik des S y st e m s, von Vorschlägen zu seiner Beseitigung hat mau bisher im Landtage nichts gehört! Man ist f r 0 h darüber, daß man es verstanden hat, dem Volke die Lasten aufzubürden, und dabei doch den Schein zu wahren, als ob jeder in Preußen nach Verdienst besteuert wird. Zweifellos wird der neu zu wählende Landtag sich auch mit Reformen auf dem Gebiete des Steuerwesens zu befassen haben, und es läßt sich bereits heute mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, daß die Vertreter der besitzenden Klassen alles versuchen werden, um eine auch nur einigermaßen gerechte Besteuerung der Wohlhabenden zu hintertreiben! Schon die bloße Ankündigung einer Erhöhung der Einkommensteuer hat die Sachwalter des Geldsacks in Angst und Schrecken ver- setzt, und es ist tausend gegen eins zu wetten, daß sich diese Sorte von„Volksvertretern" die größte Mühe geben wird, das Volk immer weiter zu schröpfen. Steuern zahlen und Maul halten! Dieser Satz, der von jeher das Leitmotiv der Bourgeoisie den Arbeitern gegenüber gewesen ist. wird dann erst recht zur Geltung kommen. Die Arbeiter» die kleinen Beamten, die kleinen Geschäfts- leute und Handwerker, sie alle sollten aus den bisherigen Vor- gängen im preußischen Landtage die richtige Lehre ziehen und für die Wahl von Männern sorgen, die sich ihrer so arg vernachlässigten Interessen annehmen und den Plänen der Volksausbeuter energischen Widerstand entgegensetzen. Diese Gewähr aber bieten ihnen einzig und allein sozialdemo- kratische Abgeordnete! Wer daher eine Belastung des Volkes mit neuen Steuern verhindern und einer von sozialen Ge- sichtspunkten ausgehenden Steuerreform den Weg ebnen will, der hat die Pflicht, am 3. Juni für sozialdemokratische Wahl- männer seine Stimme abzugeben! Wer aus irgendwelchen Gründen nicht zur Wahl geht oder wer gar bürgerliche Wahlmänner wählt, der kann sich hinterher nicht darüber be- klagen, wenn er in Zukünft noch mehr Steuern zu zahlen hat gls bisher l CUiiftorps ßelagerungszuftand. Wolgast, 23. Mai.(Eig. Bcr.) Schon in der 6. Woche streikten die Arbeiter der Portlandzement- fabrik des frommen Millionärs Quistorp, der„seinen" Arbeitern mit Wohnkasernen und Bibelstunden„Wohltaten" erweist, sie aber so schlecht bezahlt und behandelt, daß ihnen endlich die Geduld riß. Von Krawallen war in diesen Wochen nicht die Rede. Die Streikenden hielten sich in den gesetzlichen Bahnen und ließen sich durch keine Provokation aus ihrer vernünftigen Haltung bringen. Als die ersten Arbeitswilligen per Schiff ankamen, fürchteten Fabrik- leitung und Behörden, die Streikenden würden sich zu Exzessen hin- reißen lassen, und um ganz sicher zu gehen, ließ nmn das Greifs- walder Militär in Bereitschaft halten. Die Greifswalder Sosdaten brauchten indes zunächst nicht zu kommen, weil eS keine Arbeit für sie gab, und die Streikenden vernünftiger waren als gewisse Leute. Statt. Soldaten kamen nun Gendarmen, bis schließlich die Zahl 12 erreicht war; sie wurden in der Zementfabrik interniert. Wie bei jedem Streik, so fanden sich auch bei diesem Neugierige ein. die Abend für Abend sich vor den Fabrikräumen aufstellten, anzügliche Bemerkungen machten und faule Witze rissen, die den Arbeitswilligen galten. Indes müssen auch die Gendarmen diese Begrüßungen auf sich bezogen haben, denn am letzten Sonntagabend schoß ein Gendarm ins Publikum hinein, glücklicherweise ohne zu treffen. fäie immer bei wirtschaftlichen Kämpfen, so erwieS sich auch ie„WohlfahrtScinrichtung" der Favritwohnungcn als Mause- falle für die Arbeitet. Gleich bei Beginn des Streiks wurde jenen Arbeitern, die die Fabrikwohnungen inne hatten, das Logi gekündigt. Es wurde von ihnen gefordert, so schnell wie möglich auszuziehen. DaS taten die Leute nicht und die Direktion reichte daher Räunmngs- klage gegen sie ein. Sie erzielte denn auch in der zlveiten Instanz ein Bollstreckungsurteil, daS aber erst am 2S. Mai rechtskräftig wird. Gegen diese Entscheidung legten die Beklagten rechtzeitig Be- rufung ein, sie vergaßen aber zugleich auch gegen die Vollstreckung die Rechtsmittel zu ergreifen. Am 20. Mai morgens wollte nun ein Gerichtsvollzieher mit der Vornahme der Exmission bei einem ab- wesenden Arbeiter beginnen. Neugierige hatten sich eingefunden, die versucht haben sollen, den Gerichtsvollzieher an seiner Tätigkeit zu hindern. Schließlich kam vom Bürgermeister die Anweisung, die Vollstreckung nicht auszuführen, was ein„Bravo!" bei den Umstehenden auslöste. Das Bravorufen aber war den Gendarmen genügender Anlaß, „einzuschreiten" und so kam es zu kleinen Zusammenstößen mit den Angesammelten. Nun war der Kriegsfall gegeben, ein gefundenes Fressen für jene, die schon längst nach schärferen Maßnahmen gegen die„unbotmäßigen Arbeiter" geschrien hatten. Noch am selben Abend kamen zwei Kompagnien Soldaten aus Greifswald. Das Gerücht von ihrem Kommen war schon einige Stunden vorher in der Stadt verbreitet, doch wußte niemand Bestimmtes. Aus reiner Neugierde pilgerten dann am Abend Hunderte von Leuten zum Bahnhof. Die Soldaten wurden von der Menge mit einem. H u r r a I" empfangen. Das war für die Herren Führer da? Signal zum Angriff. Mit auf- gepflanztem Bajonett ging man gegen die Neugierungen vor. Bajonett- stiche und Kolbenstöße wurden ausgeteilt. Wahllos regneten sie herab auf Gerechte und Ungerechte. Mancher Kriegervereinler, der Orden und Ehrenzeichen angesteckt hatte, bekam seine Hiebe. Die Wirt- schaften mußten schließen, und wer nicht freiwillig ging, der mußte gehen. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag zogen die Soldaten eifrig durch die Straßen, um den Feind zu suchen. Am anderen Morgen wurde sogar da? Lokal, in dem die Versaminlungen der Streikenden stattfinden, durch Militär gesperrt. Indes wurde es nach kurzer Zeit wieder freigegeben. Auch am Donnerstag und Freitag patrouillierten die Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett in den Straßen. Wie lange der Belagerungszustand noch anhalten wird, ist nicht bekannt. Die Streikenden selbst werden sich indes in ihrer Haltung durch den Belagerungszustand nicht irritteren lassen. » Wolgast, 25. Mai.(Privatdepesche de?„Vorwärts".) Heute morgen ist das Militär wieder abgerückt. An seine Stelle ist ein Gendarmeriekommando von 60 Mann getreten. Sonntag nach- mittag entstand unter den wenigen von auswärts gekommenen Arbeitswilligen eine große Schägerei, in der das Messer eine Rolle spielte. Außer verschiedenen Leichtverwundeten gab es zwei Schwerverletzte. Einer der Beteiligten mußte in die Klinik von Greifswald übergeführt werden. Zwei Arbeitswillige wurden verhaftet. Aussicht auf eine Ver- ständigung mit den Unternehmern besteht vorläufig noch nicht. Der Ort ist durch den Abzug deS Militärs beruhigt. In öle Suppe gespuckt. Man erinnert sich, daß im Sommer vorigen Jasircs Ler Freisinn den Mund recht voll nahm in Sachen dex preußischen Wahlrechtsrejer» W ffiar ia noH lange hin üts zvd Landiagswahl, man behielt Zeit genug, um wieder einzulenken, und inzwischen nahmen -sich einige Dutzend„volle und ganze und unentwegte" Forde- rungen nicht übel aus zur Düpier ung der Deffentlichkeit! Da machte sich der Zentrumsführer Spahn das Vergnügen, durch eine Rede sich und die Seinen bei der Regierung wieder in empfehlende Erinnerung zu bringen, und alsbald benutzten die konservativen Organe die Gelegenheit, um den Freisinnigen zu Gemüte zu führen, daß sie im Block eigentlich ganz überflüssig seien und sich nur ja nicht einbilden sollten, daß man ihren Wünschen irgendwie Rechnung zu tragen nötig habe. So schrieb u. a. die „Deutsche Tageszeitung" am 15. August 1907: „Dr. Spahn hat bei der Regierung uno besonders bei dem Reichskanzler den Eindruck erweckt, daß das Zentrum, trotz seiner veränderten Stellung zur Reichsregierung, sich nicht ab» halten lassen werde, berechtigte Forderungen sachlich zu prüfen und zu bewilligen. Damit hat er dem linken Flügel des Blocks keinen besonderen Gefallen getan; denn er hat damit bewiesen oder doch angedeutet, daß die Regierung auf die Unterstützung dieses linken Flügels nicht unbedingt angewiesen ist.... Wenn die freisinnigen Parteien noch politisch denken und urteilen können, dann werden sie die Spahnsche Rede zum Anlaß einer Revision ihres Standpunktes nehmen müssen. Sie werden nicht umhin können, ein wenig bescheidener zu sein, und sie werden darauf verzichten müssen, Zugeständnisse zu fordern, auf die sie bei ihrer ver- hältnismäßigen Bedeutungslosigkeit keinen Anspruch haben.... Wenn man die Wirkung der Spahnschen Rede in einem etwas derben Volksworte zusammenfassen darf, so kann man sagen, er habe dem Freisinn sehr in die Suppe gespuckt." War das schon deutlich, so wurde die„Konservative Korrespondenz" noch deutlicher, indem sie schrieb: „Es ist immer das Verlangen der Linken gewesen, die konservativen Grundlagen, auf denen die preußische Monarchie aufgebaut ist,.... zu erschüttern. Diesmal aber glaubt die Linke, dem Ziele näher zu sein als jemals, da sie meint, der leitende Staatsmann im Reich und in Preußen sei in voll. kommener Abhängigkeit von dem für die Mehrheitsbildung im Reichstage angeblich unentbehrlichen Freisinn. Der Linken dünkt es, sie könne dem Fürsten Bülow die schärfsten Be- dingungen vorschreiben.... Es ist ganz unberechtigt, wenn jetzt wieder verlangt wird, Preußen solle liberalisiert werden.... An den konservativen Grundlagen des preußischen Staates rütteln, heißt an der preußischen Monarchie rütteln...." Das hieß in gewöhnliches Deutsch übersetzt: wenn der Freisinn ernstlich das Reichstagswahlrecht für Preußen ver- langt, wird er aus dem Block hinausgeschmissen! Das hat -denn auch der Freisinn eingesehen und daraus erklärt sich seine ganze Haltung. Heute aber versucht er, der Oeffentlich- feit einzureden, er werde bei verstärkter Anzahl seiner Ab» geordneten das Reichstagswahlrecht für Preußen erzwingen können durch die Drohung, sonst aus dem Block auszutreten. Ob er viel Dumme finden Wird? Sie Vahle» i» Belgien. Brüssel, 23. Mai.(«ig. Oer.) Bei den am Sonntag, den 24. Mai, stattfindenden Wahlen in Belgien find von den 166 Mitgliedern der Kannner 81 neu zu wählen. Unter den ausscheidenden Deputierten befinden sich 39 Katholiken, 19 Sozialisten, 22 Liberale und 1 Daensist. Gewählt wird in den Provinzen: Ostflandern, Hennegau, Lüttich und Limburg?» also vorwiegend in den wallonischen Landesteilen. Bei den letzten Wahlen in diesen Probinzen im Jahre 1904 erhielten die Katholiken rund 607000 Stimmen, die Liberalen 264 000 und die S o z i a l i st e n 302 000 Stimmen.— Unter den ausscheidenden und neuerdings kandidierenden Abgeordneten be- finden sich die Genossen Anseele-Gent, Brenez, Pepin, Maroille, Destrüe und Caelwaert aus den Kohlengebieten von MonS und Charleroi, Denis und Demblon für Lüttich. Von den Katholiken be- findet sich unter den neuzuwählenden auch der StaatSminister W o e st e. der Obermacher und mächtige Drahtzieher der Kon- servativ-Klekikalen und allzeit getreue ex okko-Verteidtger Leopolds. In einigen Wahlkreisen haben Sozialisten und Liberale Kartelle geschlossen, so in St. Nicolas(Flandern), in Soignies, Ath- Tournai(Hennegau). Neben den Sozialisten kandidieren auch etliche „Unabhängige"(Gent, Charleroi usw.), für deren Kandidatur sich jene Spezies„Sozialisten" interesfieren, denen alles recht ist, wenn es nur gegen die„Partei" und gegen die sozialdemokratische Disziplin geht. Im übrigen werden die„unabhängigen" Kandidaten, die allerlei seltsame Unterstützung finden, weder sich nützen, noch anderen viel schaden. Bezeichnend für dm diesmaligen Wahlkampf ist, daß sich an ihm wie noch bei keinem früheren die Herren Minister perfön. lich beteiligen und fleißig Reden halten, um für ihre Freunde zu agitieren. Die Congofrage hat den Wahl- kämpf mehr beeinflußt als den Herren lieb ist und der Sicher- heit ihrer Mandate zuträglich sein kann. Unter den agitierenden Ministern befindet sich auch Herr Penkin, der als einfacher Deputierter sich gar heftig über die Schändlichkeit des gegenwärtigen Schwindelwahlrechts gewendet hat. Heute kann er nur noch von diesem den Sieg manches seiner neuen Freunde er« warten.... Für die am selben Tage wie die Kammerwahlen stattfindenden Senatswahlen find vierzig Mandate(von III Sitzen) zu besetzen. Es scheiden aus: 20 Katholiken, 14 Liberale und sechs Sozialisten(unter letzteren Picard). Bei den letzten Senats- wählen(1900) erhielten die Radikalen und Sozialisten zusammen 171 000 Stimmen.— In der Kammer wie im Senat betrug die bisherige katholische Majorität 12 Stimmen.— Die gestrigen Wahlen bedeuten eine schwere Niederlage des regierenden Klerikalismus. Die Regierungs- mehrheit in der Kammer, die bis jetzt 12 Stimmen betragen hatte, ist noch weiter reduziert worden. In Möns unterlag der Senator Hubert, Minister für Industrie und Arbeit, dem Kandidaten des Kartells der Liberalen und Sozialisten. In Brüssel herrscht große Begeisterung. Um Mitternacht ver« anstalteten die Sozialdemokraten einen imposanten Straßenumzug. Wahrscheinlich dürfte die klerikale Majorität nur mehr 6 Stimmen betragen. Wenn nicht früher, so wird die klerikale Herrschaft, der Belgien das elende Pluralwahlrecht, das„Gesetz der vier Infamien" verdankt, im Jahre 1910 beseitigt sein. Die Wahlen verliefen ohne Störung, nur in St. Nikolaus kam es zu ernsten Zusammenstößen zwischen Liberalen und Katholiken, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Die Polizei mußte einschreiten und eine Anzahl Verhgstungen vornehmen. Hus ckem öQahlkampf. Freisinnige Verlumpung! In einem an Beamte und Unterbeamte gerichteten Flug- blatte bedient sich der Freisinn eines überaus un> sauberen Manövers. Zunächst konstatiert das Flug- blatt: „Die Wahl von Sozialdemokraten kommt für die Beamtenschast nicht in Betracht, da sie von den Be- Hörden als mit dem Diensteide, dem Trcuverhältnisse und den besonderen Pflichten der Beamten absolut unvereinbar angesehen und mit Dienstentlassung bestraft wird." Der Freisinn sagt das nicht etwa, um einen g e h a r- nischten Protest anzuknüpfen gegen den staat- lichen Terrorismus, er findet bei dieser Gelegenheit nicht einmal ein Wort gegen die öffentliche Wahl, sondern erklärt den Beamten schmunzelnd, daß sie bei Strafe der Dieustentlassung nicht sozialdemokratisch wähle» dürfe»! Man sollte meinen, daß es dem Freisinn an der Freude darüber genug sein könne. Aber nein, es handelt sich ja um die Sozialdemokratie, und deshalb verübt der Freisinn noch einen ganz perfiden Streich. In dem Flugblatt heißt es nämlich weiter: „Die Beamtenfreundlichkeit der Sozialdemokratie ist zudem sehr zweifelhafter Natur. An Worten läßt sie es zwar nicht fehlen, aber durch Ablehnung des Etats im ganzen verweigert sie be- kanntlich der Regierung die Vollmacht zur Ausführung dessen, was sie selbst beantragt oder wofür sie gesprochen und im einzelnen gestimmt hat. Andererseits scheuen sich die sozialdemokratischen Abgeordneten auch nicht, unsere ehrenwerte und pflichttreue Postbeamtenschaft im Reichstage zu verunglimpfen und zu beleidigen, indem sie ihr, ohne den Schatten eines Beweises zu erbringen, Handlangerdienste für Polizeispitzel und Verletzung des Brief- gehcimnisscs unterstellen, wie eS erst in diesem Jahre wieder der Abg. Singer getan hat." Was in dem Flugblatt da gesagt wird, ist einfach erlogen! Singer hat mit keinem Wort die Postbeamten beleidigt oder auch nur beleidigen wollen. Wie war die Sache? In der Sitzung des Reichstages vom 13. Februar 1908 gjilderte Singer einen Fall der unbefugten Oeffnung eines riefeS, den der Sekretär im Paricivorstand,"Genosse P f a n n k u ch, an den Vorsitzenden der Freien Vereinigung der Maurer, Genossen Gehl, gerichtet hatte. Der Brief ist dem Adressaten erst acht Tage später zugestellt worden und war mit gummiertem Papier zugeklebt. Singer vermutete, daß dabei Polizeispitzel die Hand im Spiele hatten, und richtete an den Staatssekretär Kraetke»» Stenogr. Bericht Seite 3103— folgendes Ersuchen: «Ohne daß ich dem Herrn Staatssekretär daraus einen persön- lichen Vorwurf machen kann, möchte ich diesen Fall benutzen, um ihn dringend zu bitten, doch der ihm untergebenen Armee ein- zuschärfen, daß sie das Briefgeheimnis in der Tat als unverletzlich zu betrachten hat, daß sie allen Verlockungen, mögen sie von einer Seite kommen, von welcher sie wollen, Widerstand leisten, wenn beabsichtigt wird, daß sie dem Gelöbnis, das Briefgeheimnis zu wahren, untre» gemacht werden sollen. Die von der Polizei de- soldeten, im Bolksmunde als„Achtgroschenjungen" dezeichneten Spitzel verkehren nicht nur in unseren Reihen und suchen Verräter zu züchte», um Mitteilungen zu erlangen, die dann als Unterlagen für Prozesse gegen uns dienen; nein, solche„Nichtgentlemen" suche» sich auch bei der Post einzunisten und treibe» ihr Unwesen da,«m sonst ehrlül,e,. drave Leute zu veranlassen, etwas zu tun, was fle mit ihrem Dienst und ihrer Pflicht nicht vereinbaren können. sSehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) ' Daruin bitte ich den Herrn Staatssekretär, dafür zu sorgen. daß solchen Versuchen keinerlei Vorschub geleistet wird, und daß er mindestens durch eine Verfügung fernen Beamten Kenntnis gibt, daß solches Unwesen getrieben wird, und dessen energische Zurückweisung verlangt." Der Staatssekretär tat in setner Antwort sehr entrüstet, so daß ihm gegenüber der nächste sozialdemokrattsche Redner zum Postetat, Genosse Eichhorn, in der Sitzung vom 17. Februar 1908(Stenogr. Bericht, Seite 3177) nachdrücklich feststellte: „Es ist unS nicht eingefallen, und insbesondere auch meinem Kollegen Süiger nicht, die Postbeamten etwa beleidigen z» wollen. Wogegen wir uns wenden, das sind die Bemühungen der Polizei- spitzet, Postbeamte zur Berletzung ihrer Dienstpflicht zu bewegen, um politisches Kapital gegen die Sozialdemokratie aus der Ver- letzung des Briefgeheimnistes herauszuschlagen." Genosse Singer hat also nicht die Postbeamten be- schimpft, sondern sich gegen jene Subjekte gewendet, die sich an Postbeamte herandrängen, die ihnen eine Verletzung des Briefgeheimnisses zumuten. Mit dieser Art des Kampfes ist der Freisinn glücklich auf dem Sumpfboden des Reichs- Verbandes angelangt. Tiefer sinken kann der Freisinn nicht mehr!—_ Der Wahlaufruf der tvestfälifchen Zentrumspartei weiß zwar bitterwenig Neues zu melden, bietet aber dafür in ver- schiedenen Punkten einige» Interesse. Zunächst ersieht man aus der Berufs stellung der zwanzig Kandidaten der westfälischen ZentrumSpattei, daß ein Drittel der Mandate an Gutsbesitzer und ein Drittel an Staatsbeamte(GerichtSräte. Landräte usw.) verteilt wurde. In den Rest teilen fich: ein Redakteur(August Brust), ein Renwer, ein Generalsekretär, ein Kaustnann, ein Amtsgerichtssekretär und ein Arbeitersekretär(Gronowsly-Dortmund). Hiernach hat also nur eine einzige Arbeiterkaudidatur und noch dazu in einem anssichtS- losen Kreise Gnade gefunden. Trotzdem ist der Aufruf von vier Arbeitersekretären und einem einzigen Paradearbeiter(Fabrikarbeiter Heinrich Wehm- schulte in Rheine) unterschrieben. Unter den 69 Unterschriften findet man nicht weniger als vierundzwanzig Geistliche, aber nur zwei Aerzte._ poUtifcbe GebcrUcbt Berlin, den 25. Mal 1903. Eine Erhöhung der Zivilliste. Eine h alboffiziöse Korrespondenz meldet, daß tat- sächlich zwischen dem Oberhofmarschallamt und dem Ministerium des Innern B e spr ech u n gen über eine Erhöhung der Zivilliste Wilhelms II. eingeleitet worden sind. Tie halboffiziöse Meldung versichert, daß eine Erhöhung der Zivilliste, die gegenwärtig 15 719 296 Mark beträgt, also annähernd 16 Millionen, über 17 Millionen nicht be» absichtigt sei. Es wird angeführt, daß Wilhelm II. mit diesen annähernd 16 Millionen bisher nicht ausge- kommen sei. Er habe die weiteren Einkünfte aus den Stiaatsdomänen heranziehen müssen. Ob dem Landtag eine Vorlage auf Erhöhung der Zivilliste des preußischen Königs zugehen wird, werde davon abhängen. ob die Besprechungen mit den Parteiführern das Ergebnis haben würden, daß eine Mehrheit für eine solche Vorlage vorhanden sei« Warum so z a g h' a s t? WeM kvirkli'ch ein De« dürfnis vorliegen sollte, könnte man doch ohne w e i- teres eine entsprechende Vorlage einbringen! Freilich dürste die Bedürfnisfrage nicht so leicht zu bejahen sein! Denn man sollte meinen, daß mit 16 Millionen, außer de.'. Einkünften aus den Staatsdomänen, auch ein k aiser- lich er Haushalt zu bestreiten sei! Allerdings versichert die halboffiziöse Korrespondenz. daß die Erhöhung der Zivilliste„hauptsächlich" dazu dien?!'. soll, die von der Krone zu zahlenden Gehälter derHof- beamten zu erhöhen. Sollte diese Gehaltserhöhung sich nicht durch Beschränkung auf einem anderen Ge- biete ermöglichen lassen? Wenn aber wirklich eine Er- höhung der Zivilliste um rund 1 300 000 Mark erfolgen würde, so könnten davon die Gehälter von mehr als 4000 Beamten um rund je 300 Mark jährlich erhöht werden! Sollie wirklich der Hof einer solchen Unzahl von Beamten bedürfen? Als Wilhelm II. zur Regierung kam, betrug seine Apanage 12� Millionen. Kaiser Wilhelm I. erhielt bis 1863„nur" 9 206 000 Mark, die preußischen Könige vor 1860 7 700 000 Mark. Es sind halt teure Zeiten! Schiffahrtsavgnben i« Bayern. Der bayerische Kanalverein hielt heute im Künstlertheatcr der Münchener Ausstellung seine Jahresversammlung ab, welcher auch Prinz Ludwig, die Minister Frhr V.. Podewils, v. Frauendorfer und v. Brettreich beiwohnten. Nachmittags folgte im großen Restaurant der Ausstellung ein Festmahl, wobei Prinz Ludwig einen Trinkspruch auf den bayerische.: Kanalverein ausbrachte. Er erwähnte darin auch den Staats- Vertrag zwischen Preußen und Bayern über die MainkanaU- sation sowie die geplanten Schiffahrtsabgaben: „Der Staatsvertrag zwischen Batzern und den beteiligten Nachbarstaaten steht ja fest. Es findet sich nur leider eine Klausel darin, die Sie alle kennen, das ist, daß Binnenschiffahrts- abgaben eingeführt werden sollen. Nun wissen die Herren, daß es mir prinzipiell lieber wäre, daß Wasserstraßen von Abgaben frei wären. Wenn eS aber absolut nicht anders geht, so sage ich: Lieber Wasserstraßen mit Schiff- fahrtSabgaben, wenn sie nur nicht zu hoch sind, als gar keine. Der preußische Minister für öffentliche Arbeiten hat den Gedanken ausgesprochen, daß die Schiffahrtsabgaben für die einzelnen Fluß- gebiete durch gemeinschaftliche Kommissionen für den zukünftigen Ausbau dieser natürlichen Wasserstraßen verwendet werden sollen- Wenn also die Gelder, die durch die Abgaben herankommen, für das ganze Flußgebiet verwendet werden sollen, so kann man fich vollständig mit Schiffahrtsabgaben einverstanden erklären. Ich will nur hinweisen auf den uns, abgesehen von der Donau, nächstliegenden Strom, den Rhein. Sollten diese Schiff- fahrtSabgaben wirklich nur für die betreffenden Flußgebiete verwendet werden, so wird eS keine Schwierigkeiten machen, bis an den Bodensee heranzukommen. Dieser Idee, die voriges Jahr verhandelt wurde, wurde zu meiner großen Freude näher getteten nicht nur in Bayern und den deuffchen Staaten am Bodensee, sondern auch in den Bodenseestaaten, die nicht zum Deutschen Reich gehören, in Vorarl- berg und der Schweiz. Es würde dann auf dem linken Rheinnstr die Kanalisation der Mosel mit ihrem Nebenflusse, der Saar, ohne Schwierigkeiten erfolgen können, die deshalb große Bedeutung hat, weil sie das Kohlen- und das Eisengebiet in nahe Berührung bringt, und am rechten Rhemufer. von oben angefangen, den Neckar hinauf bis Eßlingen, aber jedenfalls bis Cannstatt, und ..dann den Main hinauf bis zum Einfluß der Regnitz. Wenn das alles auf gemeinschaftliche Kosten erfolgt und kanalisiert wird, dann können wir jedenfalls recht zufrieden sein mit der Einführung von Schiffahrtsabgaben."_ Die sozialdemokratischen Wahlsiege im Herzogtum Gotha. Das Ergebnis der Landtagswahlen im Herzogtum Gotha, die am Freitag stattfanden, bedeutet eine glänzende Ab- Weisung des bürgerlichen Ansturms auf die sozialdemokra- tischen Mandate. Alle 6 Kreise, die von den Sozialdemokraten bisher vertreten wurden, sind mit großer Mehrheit, zum Teil mit doppelt gesteigerter Stimmenzahl behauptet worden. Tie krampfhaftesten Anstrengungen des Reichslügenverbandes, der in der gewohnten niedrigen Weise kämpfte, haben den Gegnern nichts genützt. Das„Volksblatt für Koburg und Gotha" schreibt: „Alles in allem können wir mit dem Resultat zufrieden ssiu. Unsere Slimmenzahl ist überall stark gestiegen. Die Lügen und ekelhaften Verleumdungen haben den Gegnern nichts genutzt. Der Reichsverband mitsamt seinein armseligen Blättchen kann nun ein- packen. Der wohlverdiente Fußtritt wird nicht ausbleiben." Arbeitsverhältnisse in der Großindustrie. Die.Rhein.-Westf. Ztg." berichtet: Zu den vor einiger Zeit angekündigten Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse in der Großindustrie erfahren wir von unter- richteter Seite, daß inzwischen in Berlin unter dem Vorfitz des Ministers für Handel und Gewerbe gemeinsame Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Eisenhütten statt- ? gefunden haben. Das Ergebnis war eine vollständige Ueberein- ttmmung über die als erwünscht erscheinenden Aenderungen in den Arbeitsbedingungen. Daher wird der Bundesrat demnächst eine Abänderung der Gewerbeordnung vornehmen, durch die den Ergebnissen jener Konferenz Rechnung getragen wird. Hoffentlich erfährt man bald etwas über das Ergebnis der Erhebung. Bor einem halben Jahre behauptete die„Arbeitgeber- Zeitung" schon, die Erhebung sei erfolgt und sei das Resultat sehr gllnsttg für die—- Industriellen. Warum wird die Sache denn so diskret behandelt? Und was sind das für Arbeitnehmervettrcter, die bei der Erhebung mitgewirkt haben? Mitglieder der Arbeiter« arlSschüffe?—_ Der Freisinn über seine Bundesgenossen. In einem freisinnigen Flugblatt für den 12. Berliner Landtagswahlkreis werden die konserva- t i v e n und nationalliberalen Blockbrüder und Wahl- bundeSgcnossen also konterfeit: „Die Konservativen sind die Stützen der Vorrechte des Großgrundbesitzers vor de», Bürger und Arbeiter, dem sie das tägliche »rot und vieles andere verteuern. Aber auch den Natiooalliberalen dürfen wir nicht unsere Stimme geben. Denn es ist noch unvergessen, daß sie für die Erhöhung der Brausteucr, für die Bcrteuerung des Tabakgenusseö, für die Fahrkartcnstcucr, für die Erhöhung des Berliner Posttarifs, für Liebesgaben u. dcrgl. eingetreten find. Und das schlimmste: Sie schlössen mit der Reaktion das Schnlkompromiß mit dem Grundsatz: Konfessionsschule statt Simultauschule! Und sie wollen das Drciklassenwahlrccht nur der Form nach, nicht aber dem Wesen nach ändern. Nach ihnen sollen Reichtum, auch wenn er mit Trägheit oder Torheit verbunden ist, Schulbildung, auch wenn sie oljne Fleiß und Anlagen nur ersesien ist. mehr gelten als ernste Berufsart und gesunder Menschenverstand." . Die Freisinnigen haben sich mit dieser zutreffenden Schilderung der Konservativen und Nationalliberalen selbst ausgezeichnet charakterisiert. Denn:„Sage mir. mit Wem Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist." Wer vermag an des Freisinns Wahlrechtsfreundschaft, an seine Gegnerschaft gegen den agrarischen Brotwucher, an seine Begeisterung für eine freie Volksschule zu glauben, wenn er am 3. Juni allerorten mit konservativen Junkern und nationalliberalen Schlotbaronen zusammengeht I Wie soll man die Warnung des freisinnigen Flugblatts. ja nicht für Konservative oder Nationalliberale zu stimmen, ernst nehmen, wenn vor den Toren Berlins, in Niederbarnim, die freisinnige Leitung dix Parole ausgegeben hat, schon bei den Wahlmännerwahlen direkt für die Konservativen zustimmen!_ Gegen die Barnimer Schmach. Eine Protest Versammlung freisinniger Wähler, die von der demokratischen Vereinigung einberufen worden war und in der Herr v. Gerlach referierte, nahm folgende Resolution an: „Die am 23. Mai in Pankow tagende, von entschieden liberaler Seite einberufene öffentliche Volksversammlung erklärt das Kompro- miß der Freisinnigen Volkspartei mit den Konservativen für einen Verrat am Liberalismus. Sie fordert alle ehrlichen Liberalen auf. um leinen Preis ihre Stimme für die Kompromißkandidaten abzugeben. Da die Parteileitung der Freisinnigen Volkspartei das Kompromiß gebilligt hat, so ist ein weiteres Verbleiben in dieser Partei unmöglich. Entschieden liberale Organisationen sind an ihrer Stelle in? Leben zu rufen." Die Demokratische Vereinigung geht, wie wir dem„Berliner Tageblatt" entnehmen, jetzt in Niederbarnim mit der Gründung von Ortsvereinen vor.—_ Akademische Fürsorge. Der Rektor der Berliner Universität ist ängstlich bemüht, die Berliner Freie Studentenschaft vor„Verirrungen" zu bewahren. Die«Berliner Freistudentischen Blätter", die seit Deginn dieses Jahres erscheinen und studentische Fragen zur Sprache bringen, «vurden vom Rektor der Universität ohne Angabe von Gründen inner- halb des UniversitätSgrundstllckS künftighin verboten. Das gleiche Schicksal hatte schon zu Beginn des Semesters eine Broschüre „Zur Einführung ins akademische Leben", die jungen Studenten bei Eintritt in die cmt»o academica in allen schwierigen Fragen ein Wegweiser sein sollte. Ferner wurde nicht gestattet— ebenfalls ohne Angabe von Gründen— zwei Vorträge, deren Themen lauteten: Ueber die materialistischen und individualistischen Hoffnungen der Arbeiter» klaffe" und„Ueber das Verhältnis von Politik und Literatur m Frankreich ix, IS. Jahrhundert", am schwarzen Brett bekannt zu geben._ Christliche„Hetzer". Wer die erste Zeit der christlichen Gewerkschaftsbewegung mit- gemacht hat. der erinnert sich, mit welcher Beflissenheit die stammen Gewerkschaftler sich dadurch in ein vorteilhaftes Licht zu setzen suchten, daß sie sich als die Bescheidenen anpriesen. Die Sozial- demokraten waren die„Hetzer", die es nur darauf anlegten, die Arbeiter unzufrieden zu machen, die Christlichen dagegen waren darauf bedacht, die Gegensätze auszugleichen und den Arbeiter in den Stand zu setzen, daß er sich zufrieden fühle. So hörte man die christlichen Organisatoren ihr Unternehmen anpreisen. Nun hat sich wie so manches andere bei den Christlichen, auch ihre An- schauung über den ert der Zufriedenheit geändert. Sie haben erfahren«Äffen, dast das Unternehmertum ihre Organi- sationen, als diese sich der Arbeiterintereffen annahmen, nicht anders einschätzte und behandelte als die Sozialdemokraten, daß sie als „Störenfriede", als„Hetzer", als Erreger der Unzufriedenheit unter den Arbeitern bestachtet wurden— und heute find die Christlichen so weit, daß sie das Lob der Unzufriedenheit singen und die Zufriedenheit als menschenunwürdig und kulturfeindlich ver- urteilen. Im Verbandsblatte der christlichen Textilarbeiter wendet sich ein Artikel gegen den Vorwurf von Unternehmerseite, daß die christliche Gewerkschaftsbewegung die Arbeiter unzufrieden mache. Nicht al» ob dieser Vorwurf für unberechtigt erklärt würde! im Gegenteil, es heißt da:„Die Arbeiter waren zustieden, sie murrten nicht laut über zu niedrige Löhne, über unwürdige Behandlung, das Wort Gleichberechtigung war ihnen stemd.... Und heute ist cS ganz, ganz anders. Die Arbeiter wollen mitessen am Tische des Lebens, ivährend sie sich früher mit den Brosamen begnügt haben. Aus dem wünsch- und bedürfnislosen Arbeiter ist einer geworden.der Ansprüche stellt, der mit dem Alten nicht mehr zufrieden ist... S o k a m die Unzufriedenheit mit dem Einzug der Gewerk- s ch a f t e n." Aber, so meint das Blatt weiter, die christlichen Gewerkschaften dürften sich den Vorwurf, in diesem Sinne Friedensstörer zu sein, ruhig gefallen lassen, denn:„Inder Weckung dieser Unzu- frieden heit liegt die kulturfördernde Tätigkeit Gewerkschaften: lver unzufrieden Gewerkschaftsgegner, der bringt mit den Nachweis von der Erkenntnis In seinen Bedürfniffen zeigt sich die große unüberbrückbare Kluft, die den Menschen vom Tier stennt, in der Höhe seiner geistigen und materiellen Bedürfnisse zeigt sich der Mensch in seinem Werte... Mit der Weckung der Unzufrieden- heit will die Gewerkschaft den Sinn des Arbeiters auf schönere und edlere Bedürfnisse richten. Der Arbeiter soll sich erfreuen können an Musik. Malerei. Poesie usw.: er soll das Gute achten und lieben. das Unedle verachten lernen... So verrichten die christlichen Ge- werkschaften eine Arbeit für Kultur und Zivilisation, eine große nationale Arbeit. Mögenunsere Gegner darum reden von Unzufriedenheit, wir kümmern uns nicht darum."—_ „Loyale" Auslegung des Reichs-Bereinsgesetzes. In dem zilm LandtagSwahlkreise Wandsbek- Stormarn ge- hörenden Orte Hoisdorf sollte am letzten Sonntag eine Wähler- Versammlung unter freiem Himmel stattfinden. Der Polizei- gewaltige für diesen Bezirk, Amtsvorsteher Schroeder in Lütjensee, hat an den Einberufer der Versammlung dieses ebenso kurze wie .inhaltreiche" Schreiben gerichtet: „Bem. zurück. Wählerversammlungen dürfen unter freiem Himmel nicht stattfinden. Daher keine Genehmigung. Der Amtsborsteher. Schroeder." Wenn schon'schleSwig-holsteinischeAmtSvorstehcr den§7 des Reichs- VcreinSgesetzes so„auslegen"(dieses Gesetz dürfte wohl inzwischen cucch dem Amtsvorsteher velannt geworden sein), wie mag eö da in Ostelbien aussehen?—_ Freisinnige Toleranz. Im„Berliner Tageblatt" vom 2-l. Mai d. I. befindet sich folgende Anzeige: der christlichen ist in, Sinne der seiner Unzustiedenheit seiner Menschenwürde. Zweiter Redakteur gesucht. Zum t. Okt. wird bei steifinniger Tageszeitung einer mittleren Provinzialstadt Ost- deutschlandS die Redakteurstelle für Provinzielles und Lokales frei. Tüchtige Journalisten(ev. Kons.) mit akad. Bildung, welche aus dauernde Stellung reflektieren, wollen ihre Bewerbung mit Lebens- lauf. Gehaltsansprüchen, Stilproben, Zeugnisabschriften unter I. W. 6634 der Expedition dieses Blattes einsenden. Ob dieses Inserat aufgegeben worden ist, mn den A n t i- semiten das Eintreten für den freisinnigen Landtags- landidaten zu erleichtern?! Ein Protest Kruppscher Arbeiter. In einer vom Metallarbeiterband einberufenen Versannnlung, die am Sonnabend in Essen-West tagte, gelangte folgende Resolutton zur Annahme: „Die am 23. Mai in Effen-West im Lokale des Herrn Spangenberg tagende und von über 2000 Arbeitern der Kruppschen Fabrik besuchte Versammlung protestiert ganz entschieden gegen die Beleidigungen der Kruppschen Arbeiter durch den konservativen Reichstagsabgeordneten v. Dirksen, indem derselbe die Kruppschen Arbeiter mit Spitzbuben vergleicht. Sie erblicken in seinen Ausführungen einen Versuch, den wirklichen Tat- bestand zu verwischen, um so die Firma Krupp mit ihren sogenannten WohlsahrtSeinrichwngen ins Recht und die Arbeiter ins Unrecht zu versetzen. Die Anwesenden erklären, daß die Aus- führungen des Kollegen Severing im deutschen Reichstage und in der heutigen Versammlung durchaus der Wahrheit entsprechen. Sie fordern die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auf, nicht eher zu ruhen, bis dieses schreiende Unrecht, durch das Tausende von Arbeitern um ihre eingezahlten Gelder kommen, beseitigt ist. Sie erblicken ferner in den Wohlfahrtseinrichtungcn keine Wohlfahrt für die Arbeiter, sondern für die Firma selbst, wozu die Arbeiter noch zuzahlen müssen."_ Ein interessanter Prozeß, über den indessen wenig in die Oefsentlichkeit gelangt, wurde vor kurzem in Heiligcnstadt der- handelt. Dort wurde der frühere stuck, tkeol. Jos. Fuhlrott wegen Betruges in sieben Fällen und wegen versuchten Betruges in sechs Fällen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, während sein Mitangeklagter Vater und seine gleichfalls Mitangeklagte Schwester wegen Beihilfe neun bezw. 3 Wochen Gefängnis er- hielten. Jos. Fuhlrott studierte im Mainzer Priesterseminar auf Kosten seiner Tante, weil sein Vater, ein Weichensteller 1. Klasse, die Kosten des Studiums nicht bezahlen konnte. Wegen einer Liebschaft mußte er das Priesterseminar verlassen, belegte dann auf inehrere Universitäten Jura, zog aber wiederholt seinen langen Rock an, um bei katholischen Geistlichen anzuklopfen und unter dem Vorgeben, er studiere Theologie, Darlehen und Geschenke zu erschwindeln Hierbei unterstützte ihn sein Vater und seine Schwester. Als dem„Theologen" der Boden in Süddeutschland zu heiß wurde, verduftete er plötzlich und tauchte im März als— Zentrumsredakteur am„Bocholter Volksfreund" in Bocholt auf. Hier sollte seine Wirksamkeit als eifriger Kämpfer für Re- ligion, Ordnung und Sitte nicht lange dauern. Am 13. April nahm er noch an einer in Dorsten stattgefundenen Vertrauens- männer-Versammlung der Westfälischen Zentrumspartei teil. Dann war er plötzlich verschollen— die Polizei hatte sich seiner in aller Stille angenommen, hielt ihn eine Zeitlang in Bocholt in Untersuchungshaft und schickte ihn dann nach Heiligen- stadt, wo ihn nun sein Schicksal ereilte. Die Zentrumspresse hat sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, über diesen Fall aus- geschwiegen. Die Bocholter Bevölkerung weiß z. B. auch heute noch nicht, daß einer der hiesigen Redakteure der Partei„für Wahrheit, Freiheit und Recht" wegen Betruges zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nebenbei bemerkt hatte Fuhlrott die Absicht, von hier aus seine Tätigkeit als stuck, theol. usw. in Münster fortzusetzen und zu diesem Zwecke wöchentlich einmal nach Münster zu fahren, vermutlich um dort auch einige Pfarrer und Prälaten zu schröpstv. Daraus ist nun nichts geworden, die Säule ist geborsten.-~- franhmcb. Die Einkommensteuer. Paris, 25. Mai.(Privat-Depesche des„vorwärt»'.) Die Kammer hat heute den wichtigen Z 2 deS Artikels 18 des Einkommensteuergesetzes angenommen. Der Ansturm der Oppo- sttion richtete sich namentlich gegen die Bestimmung, die auch das Einkommen auS dem Besitz der StaatSrente der Besteuerung unter- wirst, besonders R i b o t versuchte daS Privilegium der Steuerfreiheit der Staatsrentner zu schützen. Nachdem der Finanzminister Cail- loux die Vorlage nochmals verteidigt hatte, erklärte ClSmenceau die Solidarität des Kabinetts mit dein Finanzminister. Er wolle die Gleichheit aller Bürger vor dem Steuergesetz. Die Regierung müsse wie-in Mann zusammenhalten, um den vier auf ihrem Programm stehenden Reformen zum Siege zu verhelfen. Darauf nahm die Kammer mit 347 gegen 170 Stimmen den ß 2 des Artikels 13 an, durch bei« die Renten, Obligationen und die übrigen vom französischen Staate ausgegebenen Wertpapiere mit einer Steuer belegt werden._ Pius, der Freigebige. Paris, 21. Mai.(Eig. Ber.) Die französischen Gesetzgeber haben bekanntlich die katholischen Geistlichen die Unnachgiebigkeit deS Papstes nicht entgelten lassen wollen. Nachdem alle ihre Kon- Zessionen, um die Organisation des Gottesdienstes auf verein?» gesetzlicher Basis zu sichern, vergeblich geblieben waren, versuchten sie wenigstens, die alten Priester vor dem Hunger zu schützen und beschlossen, den Priestervercinen, die sich auf Grund des Gesetzes über die freien Hilfskassen bilden sollten, einen Teil des alten Kirchenguts abzutreten. Die Katholiken nahmen dieses Angebot gerne an und sie erwirkten sogar noch einen Zusatz, wonach auch die Meßstiftungen den Hilfsdereinen zugewiesen werden sollten, wodurch der Wille der Stifter hätte zur Erfüllung gelangen können, wogegen man dem Staat und den Gemeinden, denen anderenfalls diese Fonds anheimfielen, das Messelesen nicht zu» muten konnte. Der Papst hat nun dieser von den französischen Katholiken selbst, die Bischöfe mit einbegriffen, befürworteten Regelung die Genehmigung versagt. Es könnten, heißt eS in seinem Brief an die französischen Kardinäle,„Verirrte" und Exkommunizierte in den Hilfsvereinen Aufnahme finden, und gar, wenn diesen der hierarchischen Kontrolle entzogenen Vereinigungen die Ausführung der Meßsttstungen zugewiesen werden würde, könnten daraus „schreckliche Gefahren" entstehen. Das wahre Motiv der Entscheidung, von dem bielleicht der von der jesuitischen Clique geschobene„heilige Vater" selbst keine Ahnung hat, ist die Furcht der Ultramöntanen vor den in Frank- reich nie ganz unterdrückten gallikanischen Tendenzen. Je mehr die Geistlichen unter die von Rom geschwungene Hungerpeitsche gebracht werden, desto geringer ist die Gefahr individueller und kolleltiver Unabhängigkeitsbestrebungen und desto rascher kann daS Ziel erreicht werden, die ganze französische Kirche in die Hände des Ordens zu brmgen und dadurch zu einem vollkommenen p o l i- tischen Werkzeug zu machen. Bezeichnend ist. daß der ehr- liche Demokrat Abbe L e m i r e, der nach Rom gereist war, um die Bewilligung der Hilfskassen zu erwirken, gar nicht bis zum Papst kam. Die Entscheidung des Papstes entzieht der Geistlichkeit etliche Mllionen. Pius setzt sich über die„sehr zweifelhaften materiellen Vorteile" heldenmütig hinweg: Lob sie betteln gehn« wenn sie hungrig sind? Aber auch e r ist zu Opfern bereit. In seinem Brief gibt er nicht nur bekannt, daß er zum Ersatz der preisgegebenen Messen allmonatlich selbst eine lesen werde, damit die Seelen der Toten nicht zu Schaden kämen, sondern er teilt auch mit, daß er' schon einen Betrag hinterlegt habe, der zum Lesen von zwei- tausend Messen bestimmt sei. Zweitausend— das sieht auf den ersten Blick sehr imponierend aus. Nur ist der Artikel sehr billig zu haben. Wie der„Figaro", das Hauptorgan der ge- mäßigten Klerikalen, in einer von Demutphrasen triefenden, aber auch mit Bosheiten gespickten Betrachtung bemerkt— um drei» bis viertausend Frank. Englanä. England, Frankreich und Nußland. London, 23. Ma«� Die Annäherung zwischen England und Frankreich, die vor vier Jahren von Dclcasse und Landsdowne herbeigeführt wurde. hat logischerweise eine britisch-russische Entente zur Folge gehabt. Delcasse ist gegangen, aber der Delcasseismus ist geblieben, da seine Politik den Ansichten und Interessen der herrschenden Klassen Frankreichs entspricht. Und im Geiste dieser Politik hau- delten die französischen Diplomaten, die die britisch-russische Entente förderten und vermittelten. Es ist vielfach ihren Bemühungen zu verdanken, daß auf dem britisch-französischen Frieden in Afrika der britisch-russische Ausgleich über Mittelasien folgte. Um die diplomatischen Instrumente durch volkstümliche Sym- pathien und persönliche Beziehungen zu vermehren, veranstalteten England und Frankreich die französisch-britische Aus- st e l I u n g in Shcpherds Bush(West-London), die am 14. d. M. eröffnet wurde und wohl geeignet ist, die beiden westeuropäischen Länder wirtschaftlich und geistig enger aneinander zu schließen. Auf der Ausstellung sind nicht nur englische und französische Er- zeugnisse vertreten, sondern auch von deren Kolonien. An die modernen Gebäude Australiens und Kanadas reihen sich algerisch- tunesische Pavillons im maurischen Stile, an indische Tempel«no- Hammedanische Moscheen, an britische Maschinen und Kriegsschiff- modelle hervorragende kunstgewerbliche Erzeugnisse von Paris. Am 25. d. M. trifft auch der Präsident der fran» zösischen Republik in London ein, um zusammen mit dem König von England die Ausstellung zu besuchen. Gleichzeitig ist die Zusammenkunft des englischen Königs mit dem Zaren bekanntgegeben worden. Vor sechs Jahren trafen dort der deutsche Kaiser und der Zar zusammen und gaben damals daS Signal vom atlantischen und pazifischen Admiral. Die Ankündigung der Königsreise hat in London im all- gemeinen befriedigt. Sie war nach dem britisch-russifchen Ab- kommen vom 31. August 1967 unvermeidlich geworden. Für Eng- land war sowohl das Abkommen mit Frankreich wie mit Rußland von großem weltpolitischem Nutzen. Die Briten fühlen sich nun- mehr sowohl in Aegypten wie in Indien sicher und können ihre Auf- merksamkeit ungeteilt der Aufrechterhaltung ihrer atlantischen Ad. miralität widmen. Frankreich zieht großen wirtschaftlichen Nutzen aus der Entente, während die zarische Regierung auf den eng- lischen Geldmarkt, spekuliert. Die Engländer würden infolge ihrer liberalen Ueberlieferungen viel zufriedener mit der Königsrcisc sein, wenn der Zar jetzt das Oberhaupt eines parlamentarisch regierten Rußlands wäre, aber man beruft sich entweder auf die Unwichtigkeit von Verfassungsfragen bei Abschätzung von inter» nationalen Beziehungen, wie zum Beispiel die„Morning Post". oder auf das Vorhandensein der Duma, die doch— wie die„TimeS" andeutet— den Anfang besserer Zustände bedeute. Eine AuS- nähme Hilden, wieder„Vorivärts" schon h.cxM�t Jjat. Jiie„Daily NewS", das Organ der Radikalen/ dSS«Iikiimfinhfljiif'feine Mißbilligung über die Reife ausspricht. Nur die Jnrperialifttn werden, meint dieses Blatt, dieses Ereignis mit Freude begrüßen. Denn ihnen ist äußere Politik nur ein Kampf um Macht und Einfluß. nur eine verwickelte Intrige, um Bundesgenossen zu erhalten und andere Mächte zu isolieren:„Von diesem Standpunkte ist ihnen der Besuch des Königs eines liberalen Englands beim Selbstherrscher eines reaktionären Rußlands ebenso natürlich, wie den deutschen Imperialisten der Besuch des Kaiser« beim Sultan unmittelbar nach den armenischen Metzeleien. Wir aber betrachten den Besuch als eine Tat der Untreue gegenüber den demokratischen Ueber- lieferungen. Wir kritisierten da? britisch-russische Abkommen und sagten, daß ein so einseitiger Vertrag nur erklärlich sei. tvenn das Auswärtige Amt das Ziel Hab«, durch asiatische Konzesstonen die Unterstützung Rußlands in europäischen Angelegenheiten zu er- halten. Die Staatsvisite bestätigt unsere Deutung. Das Ab- kommen war noch keine Entente, aber es bahnte den Weg zu einer intimen und allgemeinen Freundschaft. Die Visite ist das äußere Zeichen der Freundschaft." Die Arbeiterpartei aber wird gegen das Bündnis mit dem blutigen Zaren noch nachdrücklicher protestieren. Der Arbeiter- abgeordnete Gen. O'Grady hat folgende Interpellation an» gemeldet:«Angesichts der Tatsache, daß man von einer wirk. lichen Volksvertretung in Rußland nicht reden kann, und daß 17 Mitglieder der ersten Duma, einschließlich ihres Präsidenten, ins Gefängnis geschickt wurden für Vergehen, die in unserem Lande zu den gewöhnlichen Begebenheiten des parlamentarischen Lebens gehören, frage ich im Namen der Arbeiter» Partei an: Wird die Regierung Schritte tun, um Staatsvisiten nach Rußland zu entmutigen?" Die Interpellation wird wahr- scheinlich am Montag beantwortet werden. Die Presse veröffentlicht heute eine Resolution des Wahl- vereinS der Jndependent Labour Party von East Ham(London-Ost). die sich gegen die KönigSreise mit folgenden Worten wendet: „DaS englische Volk sowie alle zivilisierten Völker haben stets die Regierung bei Zaren als eine Infamie betrachtet. Wir behaupten, daß der König nicht die Gefühle des Landes in dieser Aegelegenheit vertritt; wenn er schon den Zaren besuchen will, soll er es privat tun. Wir fordern unsere Vertreter im Parlamente auf, jede finanzielle Aufwendung, die zu diesem Zwecke beantragt wird, etttschUden abzulehnen." Dämmarh. Eine Wahlreform. Kopenhagen, 23. Mai. Im Folkething kündigte' Minister- Präsident Christensen an. daß be« Beginn der nächsten Session ein Gesetzentwurf eingebracht werden würde betreffend die A e n d e- rung der Wahlkreise, durch die die Zahl der Folkethings- Mitglieder von 114 auf 165 erhöht werden soll. Die Parlaments- session wurde darauf geschlossen. Rußland Gerichtsmorde. Petersburg, 24. Mai. DaS Militärgericht hat heute die Verhandlung in der Angelegenheit der elf Mitglieder der ampfesorganisation der Sozialrevolutionäre abgeschlossen, die eine Reihe terroristischer Akte, wie die Ermordung des Militärprokurators Pawlow, des Chefs der Hauptgefängnis- Verwaltung Maksimowski und des Chefs des Wiborger GesängmsseS Obersten Iwanow ausgeführt und eine Reihe anderer, aber ver- eitelter Akte, wie den Anschlag auf den Justizminister, vorbereitet hatten. Von den Angellagten wurden vier zum Tode durch den Strang, vier zu Zwangsarbeit und zwei zur An- s i e d e l u n g verurteilt. Der Elfte wurde freigesprochen. Die Amurbahn. Petersburg, 19. Mai.(Eig. Ber.)' Schon seit mehr als drei Monaten fesselt die Amurbahnfrage die Aufmerksamkeit ganz Rußlands. Sie ist der Gegenstand leb- I)after Diskussion in Pressebersammlungen und gelehrten Gesell schaften. Die dritte Duma hat ihr mehrere Sitzungen geweiht. Jetzt steht man im Begriff, den Gesetzentwurf über die Amurbahn dem R e i ch s r a t vorzulegen. Das Militärressort verlangt, daß die Bahn auf 29 Paar Züge eingerichtet werde, von denen nur ein Paar dem Passagier-, 19 dem Militärverkehr dienen sollen. Der Ausbau der 2941 Werst langen Strecke wird etwa 282—390 Mit lionen Rubel kosten. Die zugunsten der Amurbahn angeführten Argumente bestehen im wesentlichen in der Behauptung, daß das Amurgebiet ein sehr ergiebiges Kolonisationsfeld sei und als solches gegen gewaltsame Annexion durch Japan oder China geschützt werden müsse; dazu sei unbedingt eine ausreichende Militärmacht nötig, die sich auf eine ununterbrochene Eisenbahnverbindung zwischen dem europäi schen Rußland und dem Großen Ozean stützen müsse; dies� aber dürfe nur durch russisches Territorium gehen. Doch können diese Argumente keiner ernsteren Kritik standhalten. Männer, die das Amurland speziell erforscht hatten, bezeugen, daß es für eine Kolonisation völlig untauglich ist. Ein rauhes Klima macht Agri- kulturvcrsuche völlig illusorisch; anderweitige Erwerbsquellen gibt es dort fast gar nicht; das Gebiet ist eine menschenleere Einöde mit 9,4 Einwohnern auf eine Ouadratwerst.„Unser(russischer) Bauer," sagt D. Subotitsch, der 19 Jahre lang im fernen Osten als hochgestellter Beamter tätig gewesen ist und das Land gründ- lich kennt,„findet am Amurfluß keine Arbeit, entartet hier ebenso wie seine heimatlichen Graspflanzen. Die ins Amurland über- gefiedelten Kosaken haben den Ackerbau längst aufgegeben und fristen ihr Dasein mit Fischfang und Jagd, namentlich aber mit Lasten- tragen, das ihnen an der hiesigen Dampf- und Poststation mit Trinkgeldern bezahlt wird." Bestenfalls könnte die ganze Amur- wüste, bei Ausnützung aller Mittel des trostlosen Landes, eine Be- völkerung von 199 999 bis 159 999 Familien, also 599 999 bis 759 999 Kolonisten beherbergen. Die Bahn würde, wie gesagt, mehrere hundert Millionen verschlingen. Der wirtschaftliche Gewinn einer Kolonisation des Amurgebietes wäre demnach ein zum mindesten sehr zweifelhafter. Uebrigens gibt die Regierung selbst zu, daß die Amurbahn im Laufe der nächstfolgenden Jahre ein Defizit aufweisen wird. Ebensowenig begründet ist die Behauptung, die russischen Länder des fernen Ostens seien von Japan bedroht. Wenn Ruß- land wieder mit Japan in Krieg geriete, so würde nicht Japans Be- streben, Rußland das wüste Amurgebiet zu entreißen, dazu Veran- lassung geben, sondern— im Gegenteil— Rußlands deutliche Tendenz, die Japaner aus Korea und der Mandschurei zu ver- drängen, also die gleichen Ursachen, die auch den ersten Krieg heraufbeschworen hatten. Es liegt also auf der Hand, daß der Schlüssel zum Verständnis des Amurbahnprojektes nicht in den lokalen Verhältnissen zu suchen ist. Der Bahnbau ist, wie auch die geplante Panzerflotte, nichts als ein Anlauf zu neuen Eroberungsplänen und die Amurbahn nur ein Bruchstück neuer, in den Köpfen der Beamten- clique und Kamarilla ausgeheckter weltpolitischer Aben- teuer. Diese Auffassung findet auch in offiziellen Dokumenten ihre Bestätigung. In einer'' Vorlagt des KoMmünikätionsMmi- steriums an die Reichsduma vom 6. November 1997 ist deutlich ge° sagt, es müsse in dieser Frage„der kategorischen Meinung der höchsten kompetenten militärischen Institutionen Rechnung ge- tragen werden, die auf einen möglichst schnellen Aufbau... das größte Gewickst legen".„Der Bau der Amurbahn," erklärte ein Vertreter des Militärressorts,„ist für den fernen Osten eine Lebens- frage." Kraft des§87— also ohne Genehmigung der Reichs- duma— sind die Eisenbahnarbeiten am Amur auch bereits eiligst in Angriff genommen worden. Da nun die Bahn fast in ihrer ganzen Länge die Grenze Chinas entlangzieht, so wird nebenbei auch die Armee des fernen Ostens unbedingt vergrößert werden müssen. Zugleich beabsichtigt die Regierung, im fernen Osten mehrere Festungen zu bauen und ein zweites Gleis für die sibirische Bahn einzurichten. Auf solche Weise ist der Bau der Amurbahn als ein Akt zu betrachten, welcher zu einer gewaltigen Verstärkung des Militarismus in Rußland führen muß. Mit welcher Umsicht und Gewissenhaftigkeit die Regierung von den zur Amurbahn geforderten Millionen Gebrauch machen wird, ist eine Frage, die wohl einer näheren Erörterung bedarf; denn wer nur einigermaßen in die Geheimnisse der russischen Staatswirtschaft eingeweiht ist, wird sich über die verschwenderische Aussaugungs- Politik der herrschenden Clique leine Illusionen machen. Die ge- waltigen Millionenunternehmungen werden eine Quelle bilden, aus der den Regierungsstützen ein ergiebiger Goldstrom zufließen wird. Riefige Lieferungen, Subftdien zur Belebung der vaterländischen Industrie, Vorschüsse, erhöhte Besoldung, Sporteln— das sind die glänzenden Aussichten, die sich mit dem Ausbau der Eisenbahn und Festungen für Adel, Bureaukratie und die kapitalistische Bourgeoisie eröffnen. Dafür verschlingt die Bahn das Geld, das jetzt so not- wendig für die sozialpolitischen Reformen ist. Die kadettische Dumafraktion hat sich bereits gegen den Aus- bau der Amurbahn ausgesprochen. Die Dumafraktion der Sozial- demokraten und die jetzt nur illegal existierende sozialistische Presse verurteilen selbstredend die politischen Unternehmungen im fernen Osten in allen Punkten. Die Majorität der Duma aber hat sich bei der Vorberatung der Amurbahnvorlage zu deren Gunsten aus- gesprochen, wie es ja auch von der dritten Duma, der„Herren- duma". gar nicht anders zu erwarten war. Es ist sicher, daß auch oer aus ven Vertretern der Plutokratie und Bureaukratie bestehende Reichsrat die Sanktionierung des Amur-Gesetzentwurfes nicht ab- lehnen wird, wenn auch selbst in dieser Körperschaft einige Oppo- sition gegen die Abenteuer- und.Geldverschleuderungspolitik der Regierung sich erhoben hat. MroKKo. Französische Meldungen. Paris, 25. Mai. General d' A m a d e meldet, daß die Militär- lösten von Settat und Du Boucheron fortgesetzt zahlreiche Unter- werfungen, selbst von außerhalb des Schaujagebiets, ent- gegennehmen.— Die Generale Bailloud und Lyautey er- reichten Boudenib, das vorläufig mit einer Abteilung von 1290 bis 1599 Mann besetzt wird, um den Vormarsch neuer Harkas auf- zuhalten, die sich in Tafilelt bilden. Die Stellung Spaniens. Madrid, 23. Mai. Aus Anlaß der Vorfälle von Casa- blanca sprachen im Senat mehrere Redner über die Marokkofrage. Die Liberalen Goreu und General Ahando behaupteten, die spanischen Truppen spielten in Casablanca eine mehr als zweideutige Rolle, weshalb man sie zurück- ziehen müsse. Minister des Aeußern Allendesalazar erklärte, die Stellung der spanischen Truppen in Casablanca sei eine genau bestimmte und sie spielten ausschließlich und in würdiger Weise jene Rolle, die ihnen gemäß der Älgecirasakte zukomme. Er könne die Versicherung geben, daß der Zwischenfall von Casablanca Gegen- stand einer Untersuchung sei, die streng gerecht geführt werde. Madrid, 25. Mai. Der Minister des Aeußern gab die Erklärung ab, die Note der französischen Regierung gebe die Versicherung, daß die Urheber des Angriffes auf die spanischen Soldaten in Casablanca verhaftet seien. Die Untersuchung sei eröffnet. Der Zwischenfall sei als etledigt an- zusehen und werde im übrigen die herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht trüben.— Gcwerkrcbafrlicbce« Christliche Arbeiter und unchristliche Unternehmer. In Königsberg fanden kürzlich zwei von den christlichen Gewerkschaften arrangierte Versammlungen statt, zu denen ein Mitglied des Hauptvorstandes, ein Herr Meyer aus Berlin, als Referent erschienen war. Eine dieser Versanrni lungen war von den Krieger- und Militärvereinen, die andere vom Zentralverband christlicher Bauhandwerker ein berufen. In beiden Versammlungen wurde scharf gemacht gegen die freien Gewerkschaften und zum Kampf gegen die Sozialdemokratie aufgefordert, damit endlich mal die Streiks und Lohnbewegungen verschwinden. So zwischen durch wurde auch, was wohl mit der Hauptzweck war, Stimmung für die Blockkandidaten zur Landtagswahl gemacht. Dann teilte der christliche Gewerkschaftssekretär Schönekäs mit, daß es in Ostpreußen angeblich gelungen sei, die christliche Gewerk schaftsbewegung derartig zu fördern, daß besonders in der Baubranche mehr Mitglieder in dem christlichen als im frei gewerkschaftlichen Verband vorhanden sind. Im Anschluß hieran wurde den Arbeitgebern Ostpreußens der große nationale Nutzen der christlichen Gewerkschaften vor Augen geführt, und dieselben aufgefordert, dieses doch anzuerkennen. Für diesen seit Jahren an ihren Ärbeitsbrüdern geübten Verrat und für die schimpfliche, unaufgeforderte Unter slützung des ausbeutenden Unternehmertums haben die chrisi lichen Gewerkschaften nun bereits den wohlverdienten Fuß tritt von ihren vermeintlichen Gönnern erhalten. Die christ liche„Eömländ. Ztg." vom 21. Mai berichtet nämlich aus Heilsberg, daß dort die Arbeitgeber des Baugewerbes beschlossen haben, die christlichen Gewerkschaftler auszusperren, sofern sie in ihrem Verbände verbleiben. Auch die Arbeitgeber verschiedener anderer Ortschaften haben, wenn auch nicht öffentlich, den vor ihnen schweifwedelnden„Christen" mit dieser Maßregel gedroht. Es geschieht diesen Gelbfüßlern schon recht; aber ver- wunderlich ist dieses Abschütteln der christlichen Helfer von feiten der Unternehmer nicht; denn diese befürchten eine Schmälerung ihres Profits von jeder Arbeiterorganisafton, auch der dem Unternehmer untertänigsten. Berlin unck Qmgegenck. Die Glastr Berlins und Umgegend nahmen in einer öffent- lichen Versammlung, die am Sonnabendabend im Gewerkschafts- hause stattfand, Stellung zu den geplanten Verschlechte- r u n g e n des Tarifs, die von den Unternehmern beabsichtigt werden. Am vorigen Sonnabend, den 16. Mai, fanden die ersten Verhandlungen vor der Lohn- und Schlichtungskommission statt. Dis Unternehmer unterbreiteten der Kommission ihre Vorschläge, die darauf m einer Versammlung des Zentralverbandes der Glaser (die am Montag stattfand), diskutiert wurden. Jetzt sollte eine öffentliche Versammlung der Glaser sich mit der Angelegen- heit beschäftigen. Jahn, der Vorsitzende des Zentralverbandes. referierte. Er hob aus dem vorliegenden Entivurf drei� Fragen besonders hervor, nämlich: den A r,b e i t s na ch w e i s, die Akkordarbeit und den Ablauf des Vertrages zum Frühjahr 1919. Am wichtigsten sind die letzten zwei Punkte, denn nach den vor- aufgegangenen Verhandlungen hat man Wohl Grund, anzunehmen, 'daß die Unternehmer nicht auf ihrem JnnungsNachweis be- tehen werden.— In der Diskussion machte sich wieder viel Opposition gegen die Akkordarbeit geltend sowie auch gegen den Ablauf des Vertrages im Frühjahr 1919. Die Notwendigkeit eines einheit- lichen Vorgehens der Glaser Berlins wurde von vielen Seiten be- tont, um allen Versuchen der Unternehmer, den alten Tarif zu ver- schlechtern, entgegenzutreten. Von den Vertretern der Arbeiter in der Lohn- und Schlichtungskommisston wird erwartet, daß sie bei den kommenden Verhandlungen die Interessen der Glaser Berlins in einer energischen Weise wahrnehmen. An der Organisation müsse unablässig gearbeitet werden, die Zersplitterung müsse be- kämpft werden, so wurde empfohlen, denn einem einmütigen Ver- halten der Gehülfenschast allein könne es gelingen, Verschlechte» rungen abzuwenden, die die Unternehmer einzuführen versuchen. Interessant war eine offene Anfrage von Jahn an den Vor- sitzenden der Lokalisten, Schulz, der in der Versammlung an- wesend war, ob er für eine Einigung der Berliner Glaser eintreten wolle. Schulz antwortete, daß er gewiß eine Einigung begrüßen werde, wenn er auch nicht glaube, daß eine Verbindung der beiden Organisationen gegenwärtig stattfinden könne, soweit er die Stim- mung in der Freien Vereinigung kenne. Persönlich sei er n i ch t für den Uebertritt in den Zentralverband. Im übrigen sei auch die Freie Vereinigung für jede Verbesserung der Arbeitsverhältnisse der Glaser und für ein Zusammengehen zur Bekämpfung der Unternehmer. > Ei« Wahrheitsfteund. Wir brachten am 8. Mai einen Artikel über die Wahlen zur Bäcker-Jnnungskrankenkasse, der bisher unangefochten blieb. Plötz- lich— nach 14 Tagen— fällt es dem Herrn Agitator und Zigarrenhändler WifchnöwSki in der Wiclefftraße ein, uns folgende angebliche Richtigstellung zu schicken: Auf Grund des Preßgesetzes ersuche ich hiermit um Richtig. stellung des in Ihrer Nr. 197 erschienenen Artikels:„Bäcker-Jn- nungs- und Gelbe Liebe für die Jnnungskrankenkasse— Ein Mahnwort in letzter Stunde." „Es ist unwahr, daß ich ein bezahlter Agitator und Zigarrenhändler bin und angeblich wieder einmal in der Bäckerei arbeite." Wahr ist, daß ich mein Amt als Vorsitzender des„Bund der Bäcker-(Konditor-) Gesellen Deutschlands"— Sitz Berlin— als Ehrenamt verwalte und als Bäckerei-Werkmeister in einer Bäckerei arbeite. Ich bin kein angestellter Agitator'und kein Zigarren- Händler. Hochachtungsvoll Gustav WischnöwSIi. Wir stellen fest, daß Herr WischnöwSki gut Agitation im Interesse der Meister weite Reisen gemacht und die Kosten nicht aus seiner Tasche bezahlt hat. Wir stellen ferner fest, daß sich in der Wiclesstr. 43 eine Zigarrenhandlung von G. Wisch- nöwski befindet. Diese hat die Telephon-Rummer II, 674. In demselben Hause befindet sich die Geschäftsstelle des gelben Bundes der Bäcker und Konditoren, dessen Leiter Herr G. Wisch- nöwski ist. Dieser gelbe Bund hat ebenfalls die Telephon- Nummer II, 674. Vielleicht„berichtigt" Herr WischnöwSki auch diese Tatsachen. Daß er„wieder mal angeblich in der Bäckerei arbeitet", haben wir schon am 8. Mai ohne sein Zutun festgestellt. Es wäre ja auch z u toll gewesen, wenn Herr WischnöwSki nicht für die nötige formale Grundlage zur Beteiligung an der Wahl gesorgt hätte. Möge ihm sein Amt als Bäckerei-Werkmeister leicht werden I Achtung, Schuhmacher I Bei der Firma S ch ö l l e r, Kraut« straße 52, haben die Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. jDer Kvnigsgrenadier als Arbeitswilliger. Nach Liegnitz kommt demnächst Wilhelm II. zu Besuch. DaS Offizierkasino des dortigen Grenadierregiments erhält daher eine neue Einrichtung, mit deren Fertigstellung die Tischlerei von G o t s ch jr. betraut ist. Nun stehen aber die organisierten Tischler von Liegnitz in einem Abwehrkamps gegen die Aufzwingung eines verschlechterten Tarifs. Und gerade bei der Firma G o t s ch haben die Tischler vom Unternehmer gekündigt erhalten, weil sie nicht zu schlechteren Bedingungen arbeiten wollten als früher. Selbsiverständ« lich, daß über den Betrieb die Sperre verhängt und bisher erfolg« reich durchgeführt wurde. Der Tag der Ankunft des Kaisers rückt bedenklich nahe und Herr G o t s ch hätte zu besserer Einficht kommen müssen, wenn ihm das Regiment nicht einen Grenadier ab- kommandiert hätte, der als gelernter Tischler die Arbeiten fertig« stellen muß. Die Steuerzahler müssen energisch gegen solche Ver» Wendung der teueren Soldaten protestieren; und wenn der Kaiser wirklich die halbfertige Kasinoeinrichtung zu sehen bekommen hätte. so hätte man ihm ruhig sagen dürfen, daß Arbeiter sich eine un- berechtigte Verschlechterung ihrer Lebenshaltung nicht gefallen lasse? wollten, nur um anderm damit das Wohlgefallen des Kaisers zU erwerben._ Achtung, Maschinisten und Heizer! Der von den Bergwerksbesitzern gegründete Zechenverband Essen-Ruhr veröffentlicht in der Provinzpresse Inserate, in denen er Maschinisten und Heizer für seine Bergwerksbetriebe sucht. Wir warnen die Maschinisten und Heizer davor, diesen Angeboten Folge zu leisten, da die Kollegen als Ersatzkräfte für die ausgesperrten, aus die schwarze Liste gesetzten Arbeiter gesucht werden. Kein Kol- lege lasse sich verleiten, dort in Arbeit zu treten. Jeder übe Solidarität!! Zcntralvcrband der Maschinisten und Heizer, sowie Bcrufsgenosscn Deutschlands. Der Kampf der Portefeuiller. Offmbach a. M., 25. Mai.(Privat-Depesche de?„Vorwärts".) Die Verhandlungen der Portefeuiller und Reiseartikelarbeiter vor der Schlichtungskommission find nach zwei Tagen resultatlos ver» laufen. Eine heute von 3999 Personen besuchte Versammlung nahm eine Resolution an, welche die weiteren Verhandlungen an daS EinigungSamt verweist und den Tarif bis zum 15. Juli verlängert. Die Christlichen zogen ihre eigenen Forderungen zurück und erklärten sich solidarisch. Den streikenden Koffermachern Berlins sprach di« Versammlung ihre Sympathie aus. Kuslsnck. Die Budapester Fleischergesellen streiken. Leider kam es auS diesem Anlaß zu Exzessen. Mehrere Fleischergeschäfte wurden mit Steinen bombardiert. Das Geschäft des Großschlächters Cossalic wurde mit Revolvern beschossen, wobei 2 Personen schwer verletzt wurden. In einer Wölfischen Depesche wird sogar behauptet, daß einer der bei Cossalic arbeitenden Streikbrecher getötet worden sei- Verlammlungen. Die Backer Berlins und Umgegend hielten am Dienstag- nachmittag eine große öffentliche Versammlung im Gew'erkschasts» hause ab. H e tz s ch o l d sprach zuerst über die geplanten Unter- drückungs- und Maßregelungsversuche der Berliner Bäckerinnungen durch ihre neuen Jnnungskrcmkenkassen. Die letzten Delegierten- Wahlen zu diesen Kassen brachten den Gelben einen Sieg, nachdem die Meister mit allen möglichen Mitteln dazu geholfen haben. Im „Vorwärts" ist schon darüber berichtet worden, wie die Jnnungs- kranlenkassen auftreten und wie wenig sie ihre Pflichten erfüllen. Hetzschold forderte die Kollegen auf, sich nicht als Mitglied der Jnnungskasse pressen zu lassen, wenn jemand schon der fteien Hilfskasse, der Ortskrankenkasse angehört. Wer aber bei der Jnnungskasse Mitglied ist, soll auch darauf bestehen, daß ihm alle Rechte zuteil werden, die er zu beanspruchen hat. Genosse Molkenbuhr hielt dann einen Vortrag über Sozialpolitik und die bevorstehende Landtagswahl. Eine Diskussion über den bei- fällig aufgenommenen Vortrag fand nicht statt. Nach einer An- spräche des Vorsitzenden Schneider, der die Kollegen ermahnte. sich auch der politischen Organisation anzuschließen und die Ar- beiterpresse zu unterstützen, nahm Hetzschold das Wort, um über die Aussperrung der Bäcker, Müller und Kutscher in den Dresdener Brotfabriken zu sprechen. Dort wollte man den Ar- beitern eine Lehre geben, weil in einer Mühle gestreikt wurde. Die Großunternehmer begannen eine Aussperrung zur größten Freude der kleinen Bäckermeister, die ihre Geschäfte dabei machten. Die Aussperrung dauerte nur einen bis drei Tage, sie mißlang und die Arbeiter erhielten die Tage sogar bezahlt, an denen sie feierten. Der Verband gewann sogar noch viele Mitglieder, da auch die unorganisierten Kollegen ausgesperrt wurden und beim Verband Hilfe suchten. Die Ausführungen Hetzscholds, der die Wichtigkeit der Organisation betonte, wurden mit Beifall begrüßt. Letzte JSaebnebten und Vepelcden. Unwetter. Wien, 25. Mai.(B. H.) AuS allen Landesteilen wird heftiger Wettersturz gemeldet. Viefach sind liebe rschwemmungen und Schnee- fälle zu verzeichnen. New Aerk, 25. Mai.(Auf deutschatlantischem Kabel.) Im Staat« Oklahoma richteten andauernde Wolkenbrüche große Ver- heerungen an. Viele Städte, unter ihnen auch die Hauptstadt, haben unter der Ueberschivenrmung gelitten. Die Stadt Guthrie steht teilweise unter Wasser. Der Verkehr stockt. Man befürchtet, daß viele Personen umgekommen sind, und im Cottonwoodflusse, der streckenweise 25 Wkeilen breit ist. wurden schon mehrere in den Wellen treibende Leichen bemertt. _ Da» Nachspiel zum Bankraub von Montreux.. Beveh, 25. Mai.(W. T. B.) Heute begann vor dem hiesigen Strafgericht der Prozeß gegen die russischen Bankräuber von Montreux, Eisendreher Nikolaus Dewnogorsky und Uhrmacher Maxim Dubowsky. Die beiden haben am 18. September 1997 in der Bank von Montreux den Kassierer Geudel überfallen und ge- tötet, einen Kutscher tätlich, 3 Personen leichter verwundet und aus der Bank 2799 Frank geraubt. Dewnogorsky ist der Haupt- angeklagte._ Gefangenenbefreiung im Kaukasus. TifliS, 25. Mai. f u r t a. M auch die ausländischen Industrie arbeiter zur Be- schaffung der Karte gezwungen. Dabei wird ihnen auf der Polizei gesagt:„Wenn Sie L-Hnstrcitigkcltci, mit Ihrem Prinzipal be- kommen, wird Ihnen die Karte entzogen und erfolgt sofortige Ausweisung." Gegnerische Parteien. 2. Ueber die Art. wie in der Freisinnigen Volks- Partei die Kandidaten zur LandtagSwahl aufgestellt werden. c__....__ f nfAemSa• StA(TO£ K Y.«** Haupt nicht mehr einberufen. ES haben sich einfach nach den Wünschen der leitenden Herren stille„WahlkomitecS" aus im voraus desig- nierlen Herren gebildet, die jetzt das„Volk von Berlin" spielen und willkürlich einen einzigen Mann für jeden Bezirk aufstellen und bekanntgeben. 2. Die evangelischen Arbeitervereine in Dortmund hatten gefordert, daß die nationalliberale Partei einen Arbeiter i» den Landtag wähle. Wie die„Dortmunder Ztg." nunmehr mitteilt. hat das nationalliberale Wahlkomitee diesen Wunsch abgelehnt» an- geblich,„weil es an einer geeigneten Kraft fehlt, welche die Interessen der Arbeiter ebenso nachdrucksvoll und sicher zuführen in der Lage wäre, wie das bei dem hierorts gutbekannten Rechts- anwalt Dr. Cremer der Fall ist. Dcr KreiswahlauSschuß spricht aber die Hoffnung aus, daß bis zu einer kommenden Wahl sich diese augenblickliche Schwierigkeit durch systematische Fortsetzung der Unterrichtsbestrebungen innerhalb der evangelischen Arbeitervereine und von feiten der Partei wird überwinden lassen." Der rheinisch-westfälische Verband der evangelischen Arbeiter- vereine zählt 33 000, die sogenannte Bochumer Richtung 10000 Mit» glieder, so daß also unter 45 000 evangelischen Arbeitervereinlern nicht einer zu finden sein soll, der genügend politische und geistige Fähigkeiten zum Landtagsabgeordneten besäße! 6. Die freisinnige„Verl. Ztg. am Mittag" schreibt über die politische Laufbahn der gegenwärtigen frei« sinnigen Volksvertreter: „Man fängt als Mitglied eines Bezirksvereins an.... Ist man Volksschullehrer, so gibt die nützliche Gewohnheit, den Schülern die deutschen Aufsatzhefte zu korrigieren, berechtigten Anspruch darauf, als Vortragender mit einer jener Bezirksvereinsreden zu debütieren. die jedem selbständig denkenden Deutschen im Laufe der letzten zwanzig Jahre den Besuch von freisinnigen Bezirksvereinsversamm- langen verekelt haben. Kommt nun noch ein starkes Organ zu der Sicherheit des Auftretens, die der tägliche Verkehr mit einer Schar von niemals widersprechenden Schulkindern verleiht, so ist der Stoff zu einem VercinSvorsitzenden gegeben, der sich im Verlaufe weniger Jahre zum Stadtverordneten, Reichs- und Landtagsabgeordneten auSwachsen kann. Einem Manne, der auf diesem Wege und mit den Mitteln der BezirkSvereinsrednerei groß geworden ist, wird sich allerdings der Begriff der Politik und der staatsmännischen Leistung notwendig mit der Vorstellung von Reden, Reden und wieder Reden völlig decken....". r-,, ck 7. Die Freisinnigen beantragen im preußischen Ab- geordnetenhause die Vorlegung eines Landesgesetzes,_ wonach der «prachenparagraph deS Vereinsgesetzes nicht zur Behinderung des Koalitionsrechtes der Arbeiter benutzt werden dürfe. Damit, gestehen die Freisinnigen ein, daß sie gewußt haben, daß der Paragraph zur Behinderung des Koalitionsrechts benutzt werden kann. Und dennoch haben sie dafür gestimmt I 8. Ueber die Art, wie in der Freisinnigen Volks- Partei Kandidaten aufgestellt werden, berichtet in der„Berliner Volls-Zeitung" ein Freisinniger, der jahrelang Vertrauensmann der Partei war, daß die„Freisinnige Zeitung" einfach für jeden Berliner Wahlkreis den Namen des einzigen, von den dirigierenden drei Herren der Zentralstelle— Kopsch, Wiemer, Fischbeck— schon seit Monaten festgelegten Kandidaten meldet.„Es lväre wertvoll, wenn die Parteileitung auch bekannt- gäbe, wo eigentlich die„große" Vertrauens- iwä n nerversammlung des zweiten Berliner Land- tags Wahlkreises stattgefunden hat, wann � und wer denn eigentlich zu dieser Versammlung der Vertrauensmänner des Kreises geladen wurde. Hunderttausende von Anhängern der Freisinnigen Volkspartei in Berlin, hie bei allen früheren Wahlen als Wahlmänner und Vertrauensmänner tätig gewesen sind, haben jeden Tag aus die übliche Einladung zu den Versammlungen der Vertrauensmänner gewartet. In einzelnen der großen Bezirks- vereine im zweiten Wahlkreis wurde vor kurzem noch von den Vorsitzenden berichtet: es sei noch gar nichts Definitives beschlossen, nur Herr Fasquel habe einmal sechs(!) Herren aus den Vorständen der einschlägigen BczirkSvereine eingeladen. Sollten beispielsweise im zweiten Wahlkreise diese sechs Herren unter Leitung deS Herrn Fasquel die„Versammlung der Vertrauensmänner des zweiten Berliner Landtagswahlkreises" darstellen? Ist es vielleicht in den anderen, elf Kreisen ähnlich bestellt gewesen?" 10. Dem bevorstehenden Partetlag der Freisinnigen Vereinigung legt der Abg. Mommsen eine Resolution vor. die betr. Reichsfinanzen erklärt:„Zur dauernden Deckung des Mehrbedarfs an laufenden Ausgaben und des Bedarfs, der zur Herabminderung deS Anleihebedürfnisses außerdem erforderlich ist, genügen nicht allein direkte Steuern oder Steuern, die die vermögenden Klaffen treffen, es muß auch auf geeignete BerbrauchSstcucrn zurückgegriffen werden...." 12. Bei der letzten RcichStagswahl hat die Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein den Freisinn in einer Reihe von Wahlkreisen, in denen er mit den reaktionären Parteien in Stich- wähl stand, unterstützt mit dem Erfolge, daß im dritten Wahl» kreise(Schleswig), im vierten(Husum) und im neunten(Ostholstein) die freisinnigen Kandidaten das Mandat errangen. Die einzige Gegenleistung waren bestimmte Versprechungen in Sachen deS Wahlrechts und des K o a l i t i o n s r e ch t s. Diese Ber- fprrchungen sind jetzt, beim Zustandekommen des Vereinsaesetzes, von sämtlichen drei Herren, den ReichstagSabgeordneten Dr. Leon- hart(4. Wahlkreis), S p e t h ni a n n(3. Wahlkreis) und Dr. S t r u v e(9. Wahlkreis) gebrochen worden. Alle drei haben ent- gegen den Abmachungen für den§ 7, den 10 a und schließlich für das ganze Vereinsgesetz gestimmt. Sie haben sich dieses Wortbruchs schuldig gemacht, obwohl sie rechtzeitig von sozial- den, okrati scher Seite an ihre feierliche Zusage erinnert worden waren! 12. Herr Behrens. Generalsekretär des christlichen Berg- arbeiterverbandes, dem viele Polen angehören, hat in der zweiten Lesung deS Vereinsgesetzes für den Sprachcnparagraphen gestimmt, in der dritten Lesung hat er dagegen gestimmt, bei der Gesamtabstimmung über das ganze Gesetz hat er sich d e r S t i m m e enthalten.— Im Evangeliichen Arbeiterverein zu Rüttenscheid gibt Herr Behrens zur Erklärung seines Verhaltens an: er habe ursprünglich die Absicht gehabt, den§ 7 abzulehnen, weil er zu eine», Hemmnis der Arbeiterbewegung hätte werden können. Nach- dein es den christlichsozialen Abgeordneten jedoch gelungen sei, von dem Minister v. Bethniann-Hollweg die in öffentlicher Rede gegebene Zusage zu erhalten, daß der§ 7 auf Versammlungen zur Beratung von Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht angewendet werden sollte, habe er für den Paragraphen gestimmt. 13. Der„Vorwärts" erinnert daran, daß der fortschritt« Ii che Arbeitertag von Rheinland-Westsalen, der am 23. Fe- bruar in Essen stattfand, an den Liberalisinus vor allen Dingen drei Forderungen gestellt hat: 1. eine energische Propaganda zu- gunsten des allgemeiuen, gleichen, geheimen und direkten Wahl- rechts in Preußen. 2. die Ablehnung des§ 7 deS ReichSvereinsgesetzeS, 3. die Verwerfung seder weiteren indirekten Steuer.— In allen drei Punkten hat der Libera- liSmuS das Gegenteil getan. 15. Die„Mark. VolkSztg.'. ein Zentrumsblatt. enipfiehlt für die Preußische Landtagswahl ein Zusammengehen pes Zentrums mit den Konservative» und dokumentiert so. daß dem Zentrum der Kamps uwS Wahlrecht nicht ernst ist. 16. Die Stadtverordneten der Stadt Velbert(Rheinland) beschlossen auf Antrag des sozialdemokratischen Wahlvereins, den Zensus für die Wahlberechtigung zum Gemeinderat von 960 auf 600 M. herabzusetzen. Gegen den Antrag sträubten sich mit aller Macht die freisinnigen Stadtverordneten, mährend die Zentrumsfraltion des Stadtparlaments mit unseren Genossen stimmte. 21. Nachdem in Dortmund die nationalliberale Partei eine Arbeiterkandidatur abgelehnt hat(siehe unterm 2. April), spricht der Kreisvorstand der evangelischen Arbeitervereine zu Dort- mund-Hörde in einer Resolution sein Bedauern darüber aus, das; die Nationalliberalen vor der Aufstellung der Kandidaten weder den Bor st and des rheinisch-westfälischen Ver- bandes noch den Kreisvorstand der evangelischen Arbeiterverein« Dortmund-Hörde gefragt haben, ob die evangelischen Arbeitervereine e.nen Kandidatin zu präsentiere» hatten— um so mehr, als die evangelischen Arbeitervereine nach den zwischen ihnen und der nationalliberalen Partei gepflogenen Verhandlungen bei der letzten R e i ch S t a g s w a h l eine solche Anfrage hätten erwarten dürfen. Daraus geht hervor, dast die evangelischen Arbeiter bei der letzten Reichstagswahl den Nationalliberalen in Dortmund Wahl- Hilfe geleistet haben und daß jetzt die Nationalliberalen die aus- bedungene Gegenleistung, den Arbeiterkandidaten, versagen. Der Kreisvorstand der evangelischen Arbeitervereine erklärt nun, geeignete Arbeiterkandidaten nachweisen zu können. 19. Der antisemitische hessische Landtagsabgeordnete Otto Hirsche! wurde kürzlich von der Strafkammer in Gießen wegen Unterschlagung in sechs Fällen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Wochen verurteilt. Hirsche! hat sich dieser Unterschlagungen als Direktor der landwirtschaftlichen Genossenschaft in Friedberg in Ober- Hessen schuldig gemacht. Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete und hessische Kammerpräsident, Geheimer Rat Haas, sagte als Zeuge aus, dem Direktor Hirsche! hätten alle kaufmännischen Kenntnisse, die für das Genossenschaftswesen unbedingt nötig Hus der Partei. Sri der Mauer der Föderierte«. Paris. 24. Mai.(Eig. Ber.) Nach der Behauptung der radikalen Regierungspresse waren bei den Gemeinderatswahlen auch diefranzösischenSozialisten „niedergeritten" worden. Die heutige Manifestation auf dem Pöre Lachaise hat bewiesen, daß dem Pariser Proletariat nicht im geringsten danach zumute ist. In den letzten Jahren war die Kund- gebung an der„Mauer" ein wenig ermattet. Man sah oft ebenso- viel Polizisten wie Demonstranten— von beiden immerhin einige Tausend. Aber diesmal waren wohl 30000 Männer und Frauen der Aufforderung der Seine-Föderation gc- folgt. Sämtliche Parteisektionen waren vertreten und man konnte erkennen, daß die Fühlung zwischen der Organisation und der Masse weit besser geworden ist. Es war durchaus die g e e i n i g t e s o z i a l i st i s ch e Partei, die— mit dem Recht der wahren Testamentsvollstreckerin der Kommune— der Manifestation ihren Stempel aufprägte. Und so leuchtete denn stolze Begeisterung aus den Zügen der Genossen, als sie den end- losen Heerbann überblickten, der mit den entfalteten roten Partei- sahnen die Friedhosswege hinanstieg. Die alten Kampflieder, vor allem natürlich die„Internationale", ertönten immer wieder und dazwischen das rasch populär gewordene Lied des Chansonniers Montshus:„Gloire au Dix-Scptierne"(Heil dem siebzehnten Regiment), das die Soldaten von Narbonne preist, die nicht auf das Boll schießen wollten. Hochrufe ertönten auf die alte Kommune und aus die neue.... Am Wege zur„Mauer", einige hundert Schritte von ihr, steht 'das schlichte Grabdenkmal Potticrs. des Dichters der„Jnter- nationale", das heute.gleichfalls enthüllt worden ist. Auf der Grab- platte liegt, aus granewk Marmor(chmeißm, eist aufgeschlagenes Buch, das auf einer Seite die Widmung trägt:„Dem Dichter Eugene Pottier, Mitglied der Kommune 1816—1871—1887— seine Freunde und Bewunderer", auf der anderen die Titel der sechs bekanntesten Gedichte Pottiers. Das Denkmal der gefallenen Kommunarden besteht in einer mächtigen schwarzen Marmorplatte, die in die„Mauer" eingelassen ist und in Goldbuchstaben die Worte trägt:«Den Toten der Kommune, 21.— 26. Mai 1871". Der Gipfel des FriedhofsbergeS, der sich von der blutgetränkten Mauer hinanzieht, ist noch nicht„verbaut" und bietet so die Mög- lichkeit zur Massenversammlung. Der Anblick war gleichennaßen überwältigend, ob man von der Mauer empor oder von der Höhe hinab auf das riesige Amphitheater sah. Sektionsweise marschierten die Manifestanten an der Mauer vorüber. Zahlreiche Kränze wurden dort befestigt, darunter auch der des deutschen Leseklubs. In einer kurzen Rede fewrte dort V a i l l a n t als Sprecher der Seineföderation die Kommune und ihre fortlebenden Ideale. Außer ihm sprach noch der greise Dr. S u s i n i, ein Freund B l a n g u i s. Aus der Höhe sprachen eine Anzahl anderer alter Kommune- kämpfer, wie Dr. Goupil, Allemane— dieser als Delegierter der sozialistischen Fraktion, Elie May, ferner Renan del im Namen des Parteivorstandes u. a. Ein stürmischer Zwischenfall wurde durch den Einfall der„Unabhängigen" provoziert, auch einen Sprecher vorzuschicken. Gegen diesen, den Gemeinderat Faillet, demonstrierte die Menge recht heftig, in verständlicher Empörung über die Leute, die das kämpfende Proletariat preisgegeben haben, aber vom Ruhm seiner Toten mitzehren möchten. Sonst ist die machtvolle Kundgebung ruhig verlaufen. Vor den Friedhosstoren sahen die Polizeikommissäre sorgsam darauf, daß die roten Fahnen rechtzeitig eingerollt wurden. Schade, daß man nicht den Sozialismus selbst von Polizei wegen einrollen kann. Genosse Lcßner zu L o n d o n, der verdiente Parteiveteran und ehemaliges Mitglied des Generalrats der Internationale, der schon in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Marx und Engels für die sozialistische Idee focht und mit ihnen das englische Exil aufsuchen mußte, ist, wie wir anS einer Londoner Mitteilung der«Schwäb. Tagwacht" mit tiefem Bedauern ersehen, von einem schweren Unglück betroffen worden. Zu seiner seit längerer Zeit sehr geschwächten Gesundheit hat sich ein Augenleiden gesellt, das den vollständigen Verlust seines Augenlichts zur Folge hatte, so daß der bedauernswerte Genosse weder lesen noch schreiben kann. Mit unS werden alle deutschen Genossen fühlen, wenn wir wünschen, daß es der Kunst der Aerzte gelingen niöge, dem greisen Kämpfer für seinen Lebensabend das Augenlicht wiederzugeben. sZollreilicstes, Oerichtiicbcs ufw. Strafkonto der Presse. Das Schöffengericht Sonneberg verurteilte drn Genossen v. Lojewski vom„Thüringer Volksfreund" zu Sonneberg wegen angeblicher Beleidigung des Kaufmanns Schmidt in Neufang zu drei Wochen Ge- s ä n g n i s. Dieser Herr hatte den Genossen Reißhaus nachgesagt, daß er bei Abstimmungen im Reichstage jedesmal die Latrine auf- gesucht, überhaupt so gut wie nichts im Reichstage geleistet habe. Das war im„Thüringer Volksfreund" glossiert worden. Dasselbe Gericht erklärte dem Genossen Wendemusth vom„Thüringer Volksfreund" der Beleidigung eines Fabrikanten schuldig und diktierte ihm fünfzig Mark Geld- st r a f e zu. Genosse Kleefoot von ber„Pfalz. Post" in Ludwigs- Hafen wurde vom Pirmasenser Schöffengericht wegen Beleidigung des Geschäftsführers des dortigen liberalen Medizinalvereins „Krankenhilfe", Zundel, des jungliberalen Agitators Müller und des Redakteurs Baisch von der„Pirmas. Zeitung" zu 30 M. Geld- strafe und den Kosten verurteilt. Der inkriminierte Artikel hatte die unsaubere Agitationsmanier der Pirmalenier Junaliberalen seien, gefehlt. Trotzdem man das vorher wußte, hatte man Hirsche! mit einem fixen Jahresgehalt von 4000 Mark nebst Spesen angestellt. 22. Der Parteitag der Freisinnigen Vereinigung zu Fra nkfurt a. M. lehnt es ab, die Zustimmung seiner Ab- geordneten zum Sprachenparagraphen des Vereinsgesetzes zu miß- billigen. Infolgedessen treten Barth, v. Ger lach. Breit- scheid und noch eine kleine Anzahl aus der Freisinnigen Vereinigung aus. 22. Die konservative.Kreuzzeitung" schreibt: „Sollte im Block eines TageS die Rücksicht auf die Stimmen der Arbcitcrmnssen den Ausschlag geben, dann würden die Konservativen ihm den Rücken kehren müssen." 22. Die liberale„Posener Ztg." schreibt:„Freilich ist es ein schönes Ideal, daß das allgemeine, gleiche Wahlrecht zugleich das beste, das dem Lande dienlichste ist.... Aber leider ist Preußen für dieses Ideal noch nicht reif... Hätten wir „gerecht" eingeteilte Wahlkreise, so hätten wir ein Ueber- wiegen der Sozialdemokratie... Nein, mit dem Reichstagswahl- recht komme man uns nicht! Es ist nur scheinbar gut, weil es in der Wahlk>reiSeinteilung ein Gegengewicht gegen feine Mängel besitzt." 22. Auf dem Parteitage derFreisinnigenVereinigung wird die Resolution Mommsen betreffend die Reichsfinanzen zurück- gezogen und durch eine Resolution ersetzt, die„in e r st e r Linie" die ausreichende Heranziehung der leistungsfähigen Klassen fordert. 23. Für die Provinz Westfalen ist ein Wahlkompromiß zwischen der Freisinnigen Volkspartei und der Nationalliberalen Partei ge- schlössen worden. 23. Den evangelischen Arbeitervereinen zu Dortmund er- widert, auf ihr Verlangen nach Arbeiterkandidaturen zum preußischen Landtag, die nationalliberale„Dortmunder Zeitung": Die evangelischen Arbeitervereine seien gar nicht politisch, mithin auch nicht in der Lage, offiziell von einer bestimmten Partei die Aufstellung von bestimmten Kandidaten zu verlangen. Durch Er- gekennzeichnet und war durch die verlogene Behauptung MüllerS veranlaßt worden, unser Genosse Keidel- Pirmasens beziehe als Vorstand deS Medizinalverbandes 2000 M. Gehalt. Die Unwahrheit dieser Behauptung wurde bei diesem Anlaß gerichtlich festgestellt. Hus Industrie und fjandeL Ein interessanter Geschäftsbericht. Der Geschäftsbericht des Steinkohlenbergwerks„Graf Bismarck" enthält folgende Angaben: Der Kohlenabsatz blieb in 1907 mit 1 423 450 Tonnen um 326 250 Tonnen gegen die Beteiligungsziffer beim Kohlenshndikat, die sich wie in 1906 auf 1 754 700 Tonnen stellte, zurück. Im Vor- jähre hatte der Kohlenabsatz 1 464 835 Tonnen betragen. Was die Zahlungen an das Kohlensyndikat angeht, so betrug die Umlage des Syndikats im Betriebsjahre 7 Proz. gegen 6�/z Proz. in den ersten drei Monaten, 6 Proz. im zweiten und dritten Vierteljahr und 7 Proz. im letzten Vierteljahr 1906. Der Beitrag der Gewerkschaft zum Kohlensyndikat bezifferte sich demnach in 1907 auf 1182 159 M. gegen 1007 218 M. in 1906 oder auf 0,83 M. pro Tonne gegen 0,69 M. Abzüglich dieses Beitrages stellte sich der Ueberschuß aus dem Kohlenbetrieb auf 5 917 034 M.(5 761 891). Also, obwohl der Kohlenabsatz um 36 435 Tonnen zurückging und die Abgabe an das Syndikat um 74 941 M. stieg, hob sich der Ueberschuß noch um 155 193 M. Und trotzdem wird immer noch behauptet, Lohnsteigerungen hätten die Preiserhöhungen notwendig gemacht und diese bleiben hinter jenen noch zurück. Preispolitik der gemischte» Werke. Während die inländischen Werke für deutsche Platkneu 104 M. bezahlen mußten, ist dieselbe Ware in letzter Zeit auf Glasgow oder Liverpool zu 80 M. und billiger abgegeben worden. Stabeisen ist zu 97,50 auf den Markt gebracht worden, die reinen Werke aber müssen für Halbzeug bis 94 M. zahlen. Da kann von rentabler Produktion natürlich keine Rede fein. In der„Rh. Westf. Ztg." wird das Schreiben des Be- sitzers eines kleinen Werkes veröffentlicht, in dem der Schreiber mit- teilt, daß er einen Versuch mit ausländischen Halbzeug gemacht hat und gut dabei gefahren ist. Er schreibt u. a.:„Die Preisfrage stellt sich entschieden"zugunsten des ausländischem Materials(in diesem Falle aus Belgien). Ich nehme an, daßßder Händler.�von welchem ich das Material bezogen habe, einen gleichen Aufschlag auf die Hütten« preise beansprucht wie die Vertreter des Stahlwerksverbandes auf die Verbandsprcise, dann stellen sich die Halbzeugpreise frei Station im Jndustriebezirk, bei 25 M. für die Tonne Fracht und Zoll: bei Flußeisen-Halbzeug um zirka 20 Proz. niedriger, bei härteren Stahl- knüppeln um zirka 25 Proz. niedriger als heutige Verbandspreise, auf letztere bezogen I" Bodcnwncher. DaS Rittergut Raudten-Burglehn, mit 403 Hektar Flächeninhalt und einem Grundsteuerreinertrag von 4650 M., ist für 375 000 M. verkauft worden. Vor 45 Jahren betrug der Erwerbs- preis, bei einem gleichen Neinertrage, nur 135 000 M. Der Wert- zuwackiS stellt sich mithin auf 240000 M. oder durchschnittlich 5444 M. pro Jahr. Ein Verband der deutschen Papiergrossiste». Nach einem Berichte anS Leipzig sind Bestrebungen im Gange, einen Verband der Papier- großhäudler ins Leben zu rufen. Eine Zusammenkunft der Interessenten ist für die nächste Zeit in Berlin vorgesehen. Güterverkehr auf den Wasserstraßen. In der Periode von 1875 bis 1905 ist der Güterverkehr auf den deutschen Binnenwasserstraßen von 2900 Millionen Tonnenkilometer auf 15 000 Millionen Tonnen- kiloiueter gestiegen. Bei unveränderter Länge der Wasserstraßen ist der Anteil dieser an dem Gesamtgiitcrverkehr Deutschlands von 21 auf 25 Prozent gestiegen, dagegen ist der Anteil der Eisenbahnen, obwohl deren Länge um 100 Prozent zugenommen hat, von 79 auf 75 Prozent gesunken._ Soziale9« Vom Arbeitsnachweis der Schmiedeinnung. Der Vorstand der hiesigen Schmiedeinnung scheint sich durchaus nicht gewöhnen zu können, dem Gescllenausschutz der Innung die diesem zukommenden Rechte zu gewähren. Man scheint der Ansicht zu sein, daß die Vertreter der Gesellen einfach nach der Pfeife des Jnnungsvorstandes zu tanzen haben. So ist seit längerer Zeit ein Streit um den Arbeitsnachweis bezw. um die Arbeitsnachweis- ordnung der Innung zwischen Vorstand und Gesellenausschuß ent- brannt. Die Arbeitsnachweisordnung war zunächst von der Innung eigenmächtig erlassen worden, ohne den Gescllenausschutz darüber zu hören; sie konnte deshalb von der Gewerbedeputation des Ma» gistrats als zu Recht bestehend nicht anerkannt und mutzte dem Gesellenausschuß vorgelegt werden. Dieser verweigerte seine Zu- stimmung, weil u. a. eine Zeitbestimmung darüber, wann die Aus- gäbe der Adressen an arbeitsuchende Gesellen zu ersolgen hat, in der Arbeitsnachweisordnung nicht enthalten war, und ferner die Be- Nutzung des Arbeitsnachweises auch NichtMitgliedern der Innung gestattet werden sollte. Die Gewerbedeputation stellte sich in Erledigung dieser Streit» frage auf feiten des GesellenauSschusseS. Der Innung wurde auf. gegeben, die Zeit der Adressenausgabe in der Arbeitsnachweis- ordnung genau anzugeben und nur Mitgliedern der Innung Ge- scllen zuzuschicken. Hierauf beschloß die Innung, die Adressenausgabe von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 6 bis 9 Uhr abends im Herbergslokal von dem Herbergswirt erfolgen und den Arbeitsnachweis auch an den Sonntagen funktionieren zu lassen. Zu diesen Bestimmungen vertpeiaerte der EelellenausÄuk seine ZuMimuna. Die Ab- fiillung eines solchen Verlangen? würde die nationalliberale Partei „ihren liberalen Standpunkt verlassen und die Gefühle Anders- gläubiger verletzen". 27. Der Breslauer Freisinn hat es abgelehnt, von den dortigen drei Landtagsmandaten eines an die Sozialdemokratie ab- zutreten und dafür die beiden anderen Mandate für sich zu nehmen. Genau so war die Situation 1903. Damals gehörten von den 1541 Wahlmännern den Konservativen und dem Zentrum 750, dem Freisinn 560 und der Sozialdemokratie 220 an. Der Freisinn hatte es in der Hand, der Reaktion den Sieg vorzuenthalten, wenn er unseren Genossen ein Mandat überlassen hätte. Statt dessen mutete man unseren Parteigenossen zu. ohne jede Gegenleistung für die Kandidaten_ des Freisinns einzutreten! Mit Recht lehnten unsere Genossen dieses unverfrorene Ansinnen ab, und Breslau entsandte einen Zentrümler und zwei Konservative in den Landtag. Diesmal wird die Situation ohne Zweifel ähnlich! 27. Der Ausschuß des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften hat eine Resolution zum Fall Behrens angenommen. Darin ist der Ausschuß zu der Ueberzeugung gelangt. „daß der Abgeordnete Behrens bei seiner Abstimmung zum Vereins- gesetz die ehrliche Absicht verfolgte, der gesamten Gewerkschafts- bewegung zu nutzen... Der Ausschuß kann deshalb in der Haltung des Abg. Behrens eine prinzipielle Zustimmung zum§ 7(12) nicht erblicken... Zwar mißbilligt der Ausschuß die„taktische Haltung" des Abg. Behrens, aber er sieht in diesem Einzelvorkommnis keinen Grund, dem Kollegen Behrens das Vertraue» zu entziehen". 30. Die Schuhfabrik von Krause zu Berlin am Weinbergs- weg 2 wird aus Anlaß eines Streiks vom Hirsch-Dunckerschen Gewcrkverciu mit Streikbrechern versorgt, und zwar durch Inserat in der angeblich demokratischen Berliner„Volkszeitung'. Taten der Polizei. 21. Der sozialdemokratische Frauenwahlverein zu Berlin wird von dem neuen Polizeipräsidenten Stuben- rauch verboten, während ein liberaler politischer Frauenverein bestehen bleiben darf. lchnung wurde damit motiviert, daß eine täglich zweistündige Adressenausgabe, etwa von 3 bis 5 Uhr nachmittags, vollauf genüge, da es sich in Zeiten des besten Geschäftsganges höchstens um 20 Stellenvermittelungen täglich handele. Man könne den arbeits- losen Gesellen nicht zumuten, zugunsten deS HerbergSwirteS vor- und nachmittags dessen Kneipe zu besuchen. Die Arbeitsvermitte- lung an den Sonntagen sei überhaupt zu verwerfem Die Arbeitsnachweisordnung enthielt serner die famose Be- stimmung, daß Gesellen, denen Arbeit nachgewiesen worden sei, wenn sie in die ihnen nachgewiesene Stelle nicht eintreten, auf 6 Tage von der Benutzung des JnnungSarbeitsnachweises aus- geschlossen werden sollen.— Für Meister, die einen ihnen zu- geschickten Gesellen nicht einstellen, bestand eine solche Straf- bestimmung nicht.— Selbstverständlich gab der Gesellenausschutz auch der festgesetzten Strafbestimmung seine Zustimmung nicht. Jetzt wandte sich der Vorstand der Innung abermals an die Gewerbedeputation des Magistrats mit dem Antrage, ihrerseits die vom Gesellenausschutz verweigerte Zustimmung zu den strittigen Bestimmungen der Ärbeitsnachweisordnung zu ergänzen, d. h. sich damit einverstanden zu erklären, daß die vom Gesellenausschutz angefochtenen Bestimmungen ohne dessen Zustimmung in Kraft treten sollen. Die Gewerbedeputation hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, den Antrag des Jnnungsvorstandes abzulehnen. Die Straf- bestimmung für die Gesellen— eventuell auch eine solche für die Meister—, ebenso die Arbeitsvermittelung an den Sonntagen wurden für überflüssig und die zweistündig« tägliche Adressen- ausgab« an den Wochentagen für durchaus genügend erachtet. Zur Lage ber Saliuenarbeiter. Die beiden badischen Salinen zu Dürrheim und Rappenau erfahren eine Kritik durch die Schilderung der Arbeiterverhält- nisse, wie sie recht behutsam in einer Petition ihrer Arbeiter an die Kammer ausgesprochen ist. Die Tagelöhne beginnen mit 2,50 Mark und erreichten bisher ehre Höhe von 3,33 M. in wenigen sechs Fällen; etwaige bessere Entlohnungen dieser im Handwerk ausgebildeten Leute sind außerordentliche Seltenheiten. Im Win- ter geschehen trotz der gleichen Produktionsmengen und»Zeiten noch Abzüge. Die Akkordarbeit herrscht in den Siedhäusern, in welchen das Ausziehen des Salzes aus den kochenden Pfannen von den nur mit einer Hose bekleideten Arbeitern� unter fortwährend triefendem Schweiße vorgenommen wird. Dann geschieht dos Tragen des Salzes aus der Trockenbahn nach den Magazinen mit- tcls der sogenannten Kötzen(auf dem Rücken befestigte Tragkörbe), die eine Last von 170 bis 200 Pfund aufnehmen. Den Arbeitern ist es versagt, die Leistung ihrer Akkordarbeit selber festzustellen oder die Grundlage der behördlichen Berechnung zu kontrollieren! Es ist unmöglich, die Salzproduktion der einzelnen Pfannen oder der einzelnen Akkordpartie auch nur annähernd festzusetzen; man bedient sich deS KohlenverbrauchS als Maßstab der Berechnung. Monate dauert eS zuweilen, bis beim Abgang bezw. bei der Ber- Packung des gelagerten Salzes den Arbeitern ihr Verdienst aus- bezahlt wird, dessen Berechnung der Obersieder(Magazinier) be- züglich der Produktionsmenge und-Güte feststellt, ohne daß drn Arbeitern eine Mitwirkung oder Kontrolle gewährt ist. In den seit kurzer Zeit bestehenden Arbciterausschüssen wird es den Salinenleuten unmöglich gemacht, die auf eine Verbesserung ihrer Verhältnisse gerichteten Anträge zu stellen. Darum erbitten sie sich von den Landständen ein geordnetes Lohnshstem, einen im Alter zu beziehenden„Ehrensold für treue Arbeit", ein Initiativrecht in den Ausschüssen und den unter Fortgewährung des Lohnes mit den Dienstjahren steigenden Erholungsurlaub. Wie kommt eS. daß solche Arbeitcrverhältnisse in einem Staats- betriebe des„liberalen" Landes noch bestehen? Weil die Arbeiter bisher nicht organisiert, also zur Geltendmachung ihrer Ansprüche nicht ermutigt waren. In den beiden letzten Jahren traten die Salinisten nahezu vollständig dem Badischen Eisenbahnrrvcr- band bei. Versammlungsräume für GutSarveiter. '„Die Erkenntnis nimmt zu, daß die tiefen Wurzeln der Land- flucht in den Bedürfnissen des Gemüts- und Geisteslebens mit- begründet sind, die durch die wachsende Kultur des deutschen Volkes unmerklich auch in dem Landvolk geweckt sind, aber vielfach noch nicht die geeigneten Befriedigungsmittel gefunden haben." Dies schreibt die„Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft", welche in der Beschaffung von Versammlungsräumen für die Landarbeiter eines der Mittel sieht, dieselben ans Land zu fesseln. Es werden auch einige Fälle mitgeteilt, wo Gutsbesitzer schon Versammlungs- räume gebaut oder eingerichtet haben. Ein„Gutsbesitzer aus Ost- Preußen" schreibt, daß er bereits vor fünf Jahren ein„Gemeinde- Haus" errichtet, in welchem sich außer Küche, Kleiderablage und sonstigen Nebenräumen ein heizbarer Saal von 50 Quadratmeter befindet.„Das Haus kostet genau gerechnet 1350 M.; ich möchte es jetzt ungern missen, ich habe doch bemerkt, daß es den Leuten sehr angenehm ist, und finde, daß die Kosten reichlich durch die Annehm- lichkeit aufgewogen werden." Eine„Begüterung in Hinter- pommern" hat eine Scheune zu einem Versammlungsraum her- gerichtet. Die Scheune ist gedielt und mit elektrischem Licht ver- sehen.— Ein„schlesischer Besitzer" schreibt, er hätte jeden Sonn- abend seine sämtlichen Arbeiter ins Verwalterhaus geladen und sie als seine Gaste bewirtet.— Auf einem Gute in der Neumark hat der Besitzer mit einem Kostenaufwand von 3500 M. ein Versamm- lungshaus gebaut, welches außer den Nebenräumen einen Saal von 100 Quadratmetern enthält. Man kann es freudig begrüßen, wenn die Gutsbesitzer Säle bauen. Unseren Genossen in der Provinz wird die Agitation sehr erschwert, weil sie keine Säle bekommen. Wenn nun für die Land- arbeiter Versammlungsräume gebaut werden, müssen sie diese aber auch frei benutzen können. Sollte dies nicht der Fall sein, so wird auch dielLK. Mittel die Arbeiten nickt auk dem Lande Für den Inhalt der Jujerate bernimmt die Redaktion dem Bublitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 26. Mat. Königl. Opernhaus. Tristan und Isolde.( Anfang 7 Uhr.) Anfang 72 Uhr. Rönigl. Schauspielhaus. Heinrich IV.( 2. Teil.) Rönig Neues fönigl. Opern- Theater. Der Dämon. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Räuber. Kammerspiele. Lysistrata. Leffing. Der Raub der Sabinerinnen. Neues. Die ersten Menschen. Neues Schauspielhaus. Der ber lorene Sohn. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Dienstag, abends 8 Uhr: Ohne Geläut. Schauspiel in drei Auszügen von Fedor v. Zobeltig. Mittwoch, abends 8 Uhr: Hans Huckebein. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Deutscher Metallarheiter- Verband. Schauspiel in 3 Aften von Eduard Arbeitsnachweis: Goldbeck und Hermann Kienzl. Hof I. Amt 3, 1239. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ohne Geläut. Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Charitéstraße 3. Donnerstag, nach m. 3 Uhr: Donnerstag, nahm. 3 Uhr: Mittwoch, den 27. Mai, abends 6 Uhr Donnerstag, abends8uhr: Donnerstag, abends8 Uhr: Traumulus. Hans Huckebein. Die Jungfrau v. Orleans. Ohne Geläut. Volksgarten- Theater Badstr. 8 Gastspiel Gr. Militär- Konzert. des Griginal Kleinen bayerischen Bauern- Theaters Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Berliner. Hopfenraths Erben. Kleines. 2 × 2= 5. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. Komische Oper. Hofballett. Residenz. Der Floh im Dhr. Lustspielhaus. Die blaue Maus. Schiller 0.( Wallner Theater.) Dhne Geläut. Barrens Gewerbe. DERNHARD ROSE THEATED Schiller Charlottenburg. rote Leutnant. Der Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Im weißen Rößl. Thalia. Der Selbstmörderflub. Westen. Ein Walzeitraum. Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Lorking. Das Tanzverbot. Luisen. Der Weg ins Verderben. Trianon. Seine erste Frau. Bernhard Noie. Der Cowboy. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Die süßen Grisetten. Spezialitäten. Kafino. Der Brandstifter. Wintergarten. Spezialitäten. Vanage. Spezialitäten. Dr. Rüdle. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. 23nlhaila. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Liane d'Eve. Neichshallen. Stettiner Sänger. Folies Caprice. Parisiana. Nr. 69. Das ruhige Heim. Uranta. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Stairo und die Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Hopfenraths Erben Neues Theater. Abends 8 Uhr: Die ersten Menschen. Erotisches Myfterium in 2 Aufzügen von Otto Borngräber. Morgen und folgende Lage: Die ersten Menschen. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Mittwoch: 2 mal 2= 5. 5. Donnerstag: 2 mal 2 Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2 == 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Donnerstag, 28. Mai( Himmelfahrt) u. Sonntag nachm. 3, 11hr, halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Im weißen Rößl. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Jm weißen Rößl. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends 8 Uhr: Frei ist der Bursch. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Br. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Der Cowboy. Wochentagspreise. Auf der Sommerbühne: Theatervorstellung, Spezialitäten, großes Gartenkonzert, Anfang 5 Uhr. Metropol- Theater Bum 247. Male: Das muß man seh'n Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Opollo Theater Das best ventilierte Theater Berlins. 8 Uhr: Die hervorragend. Attraktionen 91 Uhr: Die süßen Grisetten. Operette von H. Reinhardt. 10 Uhr: Grete Gallus, die beste Soubrette. 10%, Uhr: Bert. Bernards Drig.- Pant. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das größte Phänomen aller Zeiten! Dr. Rückle Das Tagesgespräch Berlins! Passage- Panoptikum. Zum ersten Male in Berlin! Die lange Dora Das größte Riesenkind Gesamtlänge 2 Meter 19. :: Kunsttaucher:: Kapit. Gröbl Riesenbassin. in seinem Neapolitanische Briganten- Kapelle. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt50Pf., Kinder, Soldaten25Pf. WINDSTORTEN Der Mann mit den drei Frauen. Letzte Residenz- Theater. Vorstellungen Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwant in drei Atten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Königgräger Hebbel- Theater, tr. 57/58. Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Aften v. Bernard Shaw. Morgen: Cyprienne. von Otto Reutter und das glänzende Dienstag, den 26. Mai und Mittwoch, den 27. Mai: ,, Der Bua im Strohsack." ,, Resels Brautnacht. Bei ungünstiger Witterung im Saale. Anfang 8 Uhr. AUSSTELLUNG MEN EN 1908 U.d. Protektorate S.K.H.d.Prinzregenten Luitpold von Bayern, im neuen Ausstellungspark, Mai bis Oktober AUSSTELLUNG MÜNCHEN 1908 Alles, was in die Erscheinung tritt, wird durch einfache, sachliche Gestaltung die Beziehungen der angewandten Kunst zu München's Leben und Schaffen erkennen las sen: Handwerk- Jndustrie- Handel- Oeffentliche Einricht ungen- Sportl. Wettbewerbe u.Spiele- Aufführungen auf der neuen Schaubühne-Konzert Veranstalt ungen- Künstlerfeste- Vergnügungspark.0000 Valhalla W Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr. Die groß- Mai- Spezialitäten. artigen Amüsantes Programm. Ab Montag, 1. Juni: Vorstellung im Garten Gustav 66 BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. 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Doppelbofe 70 Bfg., das Edelste, Beste und Reinste für die findliche Haut Ueberall zu haben. Wo nicht, direkter Versand durch L. Buder& Co., Berlin Potsdamerstr. 73. Versammlung der chirurgischen Branche im Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Giebel: Die prenkischen Landtags: wahlen. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Ver schiedenes. Zu dieser Versammlung find die Kollegen von Elges und Paalzow befonders eingeladen. Mittwoch, den 27. Mai, abends 8½ Uhr Versammlung ber Gold- u. Silberarbeiter n. verw. Berufsgen. im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 7. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen O. Handke über: Aufgaben und Ziele der Gewerkschaften." 2. Ersatzwahl der Schlichtungs. Kommiffion. 3. Wahl von zwei Delegierten zur Berufstonferenz 4. Berbandsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Mittwoch, den 27. Mai, abends 8 Uhr Allgemeine Versammlung der Drahtarbeiter Berlins n. Umgegend im Gewerkschaftshans, Engelufer 15, Saal 8. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Robert Bahn. 2. Distuffion. 3. Ber bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreicher Befuch wird erwartet. Graveure! Ziseleure! Mittwoch, den 27. Mai, abends 8½ Uhr Versammlung im Dresdener Garten", Dresdener Straße 45. Zages Drdnung: Unsere Berufskonferenz und Wahl der Delegierten zu derfelben. Die Bezirks- Versammlung für Steglik findet am 27. Mai nicht statt. Der Landtagswahl und der Pfingstfeiertage wegen findet ble Auszahlung der Krankenunterstütung in folgender beränderter Wetse statt: am Mittwoch, den 27. Mai, für Mittwoch und Donnerstag, am Montag, den 1. Juni, für Montag und Dienstag, am Dienstag, den 2. Juni, für Mittwoch und Donnerstag, Mittwoch, den 3. Juni: geschlossen, am Donnerstag, den 4. Juni, für Freitag und Sonnabend, am Freitag, den 5. Juni, für Montag, den 8. Juni, am Sonnabend, den 6. Juni, für Dienstag, den 9. Juni. Am Dienstag, den 9. Juni, bleibt die Krankenabteilung geschlossen. Die erste Auszahlung erfolgt am Mittwoch, den 10. Juni. Folgende Zahlstellen find nen errichtet: 116/19 G. Senkel, Gubener Straße 13, W. Rabe, Rungestraße 9, C. Schulze, Alte Jakobstraße 18/19, Preuß, Holzmarktstraße 65, R. Scheich, Neu- Hohenschönhausen, Berliner Straße 91, G. Schönefeld, Friedenau, Rheinstraße 31. Die Ortsverwaltung. Steinarbeiter! Berlin I. Mittwoch, den 27. Mai, abends 8 1hr, in der„ Lebensquelle", Kommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung Tages Drdnung: 1. Stellungnahme zur Einführung einer örtlichen Arbeitslosen In Berlin echt bei Mag Schwarz unterstützung. 2. Erhebung einer Extrafteuer zur Dedung der Maikosten. lose, Königstr. 59 und Potsdamer 3. Berschiedenes. 171/17 Straße 7a, Franz Schwarzlofe, Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen Leipziger Straße 56, Schwarzlose, sämtlicher Kollegen. vorm. Adolph Heister, Friedrich- In der Versammlung hat auch die Abgabe der Steinarbeiteradreffen" Reichshallen- Theater. ftraße 183, und außerdem in fast allen zu geschehen. Mai- Programm. Reichshallen- Theater. Kasino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Luisen- Theater. Nur noch bis zum 31. Mai: Reichenberger Straße 34. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Verderben. Mittwoch: Im Haufe der Sünde. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Der Beg ins Berderben. Abends 8 Uhr: Im Hause der Sünde. Freitag: Der Weg ins Verderben. Sonnabend: Jm Hause der Sünde. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Weg ins Berderben. Abends 8 Uhr: Der Weg ins Berderben. Montag zum erstenmal: Jm Goldland oder: Das Haus d. Rätsel. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Seine erste Frau. Der Brandstifter. Der urkomische Mälzer usw. Legte Vorstellung vor den Ferien Sonntag, den 31. Mat. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 26. Mai 1908: Abschiedsvorstellung: Stettiner Sänger. Neu! Neu! Variété Sterne. 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Berichtigung: In der Liste vom 22. Mal, vormittags Hes 275821 statt 275851 Aeltestes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. 17. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 25. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 53 166[ 500] 288 301 64 521 858 952 1332 431 33 627 759[ 1000] 991[ 1000] 2019 230 78 341[ 1000] 66 487 722 38 833 3207 389 434[ 3000] 594 614 871[ 3000] 4224[ 500] 359 565 877 931 5002 412 68 506[ 500] 6387 471 7154 225 50 473 789 869 8289 95 485 845[ 500] 911 9237 361 439 86 581 676[ 1000] 924 44 10051 301 29 429 668 856[ 3000] 11045 76 214 81 519 896 12034 140 233 841 564 608[ 500] 724 13014 92 484 540 14235 428 53 693 812 974 15405 526 98 744 57 883 988 [ 500] 16148 318 501 602 745 79 837 918 33 40 17032 127 [ 500] 243 50[ 3000] 94 515 676 859 18340 420 44 590 945 19010 19[ 3000] 170 83 216 67 855 20164 560 607 13[ 1000] 94 21063 87 195[ 3000] 290 544 95 654 700 25 833[ 500] 930 22007 43 66 200 92 533 801 84 23000 118 57 264 417 24078 166 675 823 961 25046 65[ 500] 213 83 321[ 1000] 83 542[ 1000] 671 715 80[ 3000] 26092 672 78 845 86 27136 287 409 44 516[ 500] 685 745 [ 500] 876 921 28046 470[ 500] 571 85 618 42 859 29021 333 537 53 990 30344 402 16 50 630 791 935 31351[ 3000] 59[ 500] 94 510 77 86 861 32201 324 44 405 755 830 982 96 33134 63 68[ 500] 395 415[ 500] 71 521 25 71 75 871 979 34147[ 3000] 75 223 38 39 66 388 96 491 641 749 959 35272 356 583 629 36475 587 743 867 973 82 37212 356 622 734 882 89 38056 147 407 86 634 63 90 762 917 39003 28 58 276 356 512 629 [ 1000] 40 61 40106 541 61 646[ 1000] 67 95[ 3000] 784 90 832 94 41260 931 42184 233 95 465 602 48 737 43039 100 322 32 65 463 581[ 500] 44103 324 85 428 97 602 752 862[ 500] 924 [ 1000] 45363 462 597 672 719 876 990 46242 636 795 837 990 47091 487 95 507 33 60 665 48356 417 26 71 558 04[ 1000] 610 42 703 43[ 500] 53[ 500] 840 85 49230 659 944[ 3000] 50070 454 678 712[ 1000] 51078 188 462 628[ 300] 957 61[ 3000] 52022 60 105 21 342 76 422 44[ 1000] 509 10 720 34 82 885[ 500] 958 53297[ 1000] 368[ 1000] 527 52 612 851[ 1000] 931 54453 540 47 870 93 94 906 55183 336 70 461 908 56590 645 931[ 500] 57059 182[ 1000] 204[ 500] 403 568 81 716[ 1000] 68 69 836 58 63 58124 234[ 1000] 410 71 772 907[ 500] 76 93 97 59557 626 817 55 60033[ 500] 143 441 736[ 1000] 827 944 45 61198 [ 1000] 397 551 719 823[ 1000] 975 87 62037 332 94 448 675[ 300] 63023 261 404[ 300] 94[ 3000] 537[ 500] 711 84 90 937 64261 342 824 929 65167 236[ 500] 521 676 764 66367 475 502 87 611 66 725 67188 208[ 3000] 23 68 445 70 510[ 1000] 24 863[ 1000] 68054 55 88 151 455 544 967 69002 148 419 536 617[ 500] 67 822 70059 66 230[ 1000] 344 498 525 797 71060 114 336 958 72259[ 3000] 487 536 49 53 809 44 73030[ 500] 76 486 658 707 936 74486 89 564 81 653 832[ 500] 83 75818 413 55 88 512[ 500] 626 768[ 1000] 76138 263 64 365 541 801 2 945 54 77043 318 438 512 86 602 31 38 722[ 1000] 841 45 987 [ 1000] 78059 199[ 500] 204 417 561 610 707 829 66 981 79087 142 281 719 859 914 80366 577 82 642 81143 96 370 96 438 754 60 82037 139 271 96 321 439 515 673[ 500] 763[ 500] 906 87 83162 412[ 1000] 624[ 500] 742 840[ 1000] 993 84146 63 95 241 345 478 534 45 636 43 815 93 85511 780 986 86123 34 389 417 48 624 70 759 97 957 87027 34[ 3000] 146 72 92 536 88014 19 48 294 331 49 499 711 951 89003 128 206 609 881 84 99 0263 82 90268 387 426 70 761 869 98 91258 802 62 82 96 97 92078 381 596 677 990 97 93297 336[ 1000] 705 19[ 500] 82 908 54 94293 411 69 97[ 1000] 580 715 982 95363 769 859 96127 314 646 57[ 500] 755[ 1000] 840 97000 152 498 558 633 95 98176 700[ 500] 837 55 917 77 79 97 99004 177 520[ 500] 654 878 987 100006 131 428[ 3000] 660 85 710[ 1000] 882 903 [ 500] 101083 200 312 475 658 102249 884 942 103023 26 167 388 402 569 965 104097 319[ 500] 34[ 3000] 60 541 683 789 105004 248[ 500] 389[ 1000] 441[ 500] 554 799 828 106066 206 305 17 77 107476 557[ 500] 718 108097[ 1000] 105 214[ 1000] 689 812 13 44 947 109112 273 488 582 721 99 911 62 110084 420 26 672 75 842 60[ 500] 966 69 111028 283 48 518 112021 29 65 97 482 524 40 96 113238 68 665[ 3000] 93 809 81 904 114058 486 645 718 39 49 816 46 115003 277[ 1000] 96 328 454 746 891 965 116044 59 296 117109 397 609 37 68 940 55 118092 385 441 519 616 19 27 893 119007[ 3000] 185 240[ 1000] 533 685 827 120251 782 121034[ 3000] 126 48[ 1000] 377 588 669 770 810 54 122507 12 799 857 919 123015 127 48 [ 500] 335 764[ 1000] 946 124044 476 527 51 656 739 843 918 23 125025 348 59 632 38 95[ 1000] 910 99 126006 18 130 249 431 807 47 67 127032 93 270 304 529 52 61 627 737 88 828 66 907 80 99 128041 310 516 662 76[ 500] 83 766 69 88 934 68 129048 179 228 421[ 500] 94 130178 211 304 48 533 864 900 131479 667 89 909 46[ 1000] 132082 126 57 563 675 739 965 133005 237 337[ 3000] 704[ 3000] 961 98 134084 182 99 608[ 1000] 16 81 913 135299 611 16 758 864 949 136036 62 281 353 424 619 22 43 87[ 1000] 876 137070 135 226 751 852 138036 95 150 847 70 97 626 716 960 66 139195 244 57 462 94 560 78[ 1000] 880 140367 465 679 925 93 141316 51 87 508 15 88 [ 8000] 824[ 1000] 72 87 142101 324 463[ 3000] 501 91 625[ 3000] 73 787 956 143005 167 99 218 819 947 95 Neanderbad 12. Neander Straße 12. Elektrische Licht-, Dampf-, Heißluft, Wannen- und alle medizinischen Bäder. Annahme sämtlicher Krankenkassen. 30552* 144012 132 35 40 678 718[ 1000] 145092 205[ 3000] 17: 67 387 464 85 508[ 500] 89 896 146001 63 76 79 182 350 [ 1000] 75 528 735[ 500] 93 825 147052 545 709 960 148011 16 63 133 374 509 14 653 803 73 994 149001 68 118 202 79 94 553 843 958 150031 194 446 50 63 577 819 69 908 151213 152082[ 1000] 188 263 67 317 38 50 67 640 56 845[ 500] 153005 101 217 519 735 862 94 154218 65 407 70 567 617 817 155071 215 457 513 786 809 959 156793 841 906 64 157051[ 500] 173 470 647 747 158040 139[ 500] 52 62 237 38[ 500] 359[ 3000] 647 95 805[ 3000] 159500 622 729 823[ 500] 160251 304 88 628[ 500] 709 862 943 161089 100 42 518[ 3000] 96[ 500] 610 28[ 500] 53 707 10 95 162109 201 768 163119 66 247 58 571 807 164012 64 200 491 593 923 75 165008 86 171 295 599 615 733 996 166352 508 9 926[ 500] 167102 379 679 710 77 912 168174 201 11 25[ 500] 50 621 96 792 925 37 169022 325[ 500] 44 405 70 684 736 81 815 170049 247 431 509 640 46 96 959 171087 568[ 3000] 661 92 933 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945 200235[ 500] 407 522[ 500] 753 54[ 1000] 847 908 201144 297 404 38 691 909 38 42 202095 238 50 83 384 995 203191 355 59 477 660 718 204012[ 1000] 107 256 329 52 449 86 739 857 205072 119 337 631 723 812 [ 500] 206145 494 534 80 663 81 881 207052 71 220 805 52 208059 100 82 291 302 15 447 64 587 761 78 209105 266 655 709 844 914 210129 58 249 656 878 988 211222 212025 256 310 642 213003[ 500] 97 208 389 431 46[ 1000] 587638 91 214201 523 865 215071 253[ 1000] 384[ 5000] 487 662 937 96 216122 955 217126 308 41 45 515 70 140 678 719 870 992 218013[ 500] 27[ 500] 434 40 717[ 1000] 837[ 500] 88 960 219065 83 149 373 688 853[ 1000] 69[ 3000] 907 18 220877 221064 252 380 741 222133 314 590 651 711 40 81 880 89 223216 362 718 224194 465 69 98 601 980 88 225475 763 79 226047 66 316 518 227091 157 266 77 328 449 93 505 82 89 893 228074[ 500] 223 326 483[ 600] 513 58 612 68 752 229089[ 1000] 247 718 934 230094 170 774 834 231031 190 210 517 609 7 737 822[ 3000] 232040 426 662 979 233113 32 411 565 729 74 956 74 94 234022 56 616 42 749 70 810 61 96 927 59 84[ 1000] 235068[ 500] 295 467 74 DT1 938 [ 500] 72 236117[ 3000] 99 229 379 530[ 500] 628 738 987 237233 45 358[ 500] 457 97 614 764 238058 181 217 488[ 1000] 605[ 1000] 705 44[ 1000] 807 37 941 239055 558 647 756 828 59 975[ 3000] 98 240160 286 775 90 988[ 500] 241122[ 1000] 431 [ 1000] 513 852 242499 652[ 1000] 905 23 61[ 500] 243082 144 433 36 520[ 500] 783 244005 53 59 80 97 146 247 88 512 629[ 3000] 98 966 245004 106 81 [ 3000] 246 54 368 493 621 893 948 246005 115 87 388 461 592[ 1000] 94 994 247109 421 982 70 248040 11 505 48 635 703 908 249086 225 250172[ 3000] 301 515 975 251420 857 252151 [ 1000] 206 55 363[ 500] 86 412[ 500] 17[ 500] 18 574 624 845 80 253022 68 462 81 587 618 720 907 254588 755 255039 191 392 411 256001 13 160 69 583 641 [ 500] 983 257186 97 207 306 454 548 52 88 665 831 85 258075 267 518 873 259032 210 388 663 761 260017 199 250 94 393 459 557 609 21 753 261091 392 549 80 93 635 740 262054 73 110 237[ 1000] 470 522 92 950 263269 720 979 264263 675 754 83 891 969[ 500] 265072 81 232 338 479 617 973 266100 70 74 229 32[ 500] 674 84 705 9 841 81[ 1000] 267026 282 659 711 855 077 268305 527 763[ 3000] 837 269063 392 606 27 818 35 99 270001 89 217 50 359 65 457 521 29[ 500] 798[ 1000] 815 930[ 5000] 271045 206 406 619 747 78 827 906[ 1000] 95 272026 67[ 500] 161 221 68 97 811 273077 132[ 3000] 72 88[ 500] 617 32 39 274840 45 275045[ 500] 83 229 454 88 743 58[ 500] 74 955 276025 190 273 309 17 444 509 21 687 707 277041 305[ 1000] 64 428 46 741 827 997 278167 95[ 1000] 220 465[ 1000] 67 764 833 279289 426 506[ 1000] 867 280004 93 108 222 427 522 657 875 281302 61 585[ 500] 676 771 930 282006 36 175[ 500] 87[ 500] 239 341 69 489 548 663 885 951 283059 476 98 647 891 951 284147 278 405 513 33[ 500] 874 976[ 500] 285434 [ 1000] 390[ 500] 628 34 73 74 709 79 963[ 500] 286004 [ 500] 35 112 19 345 53 447 585 608 26 782 905 21 287007[ 1000] 248 95 420 541 51 978 Berantwortlicher Rebatteur: Georg Davibsohn, Berlin, Für, den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 122. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Landtagswahlbewegung. Für die Berliner Landtagswahlen Dienstag, 26. Mai 1908. Eine Diskussion schloß sich an die mit großem Beifall aufgenommenen mann der Lokalkommission zu richten, soweit Lokale Berlins und Ausführungen nicht an. Zum Schluß ehrte die Versammlung durch der Kreise Nieder- Barnim, Teltow- Beeskow und Potsdam- OstTrheben von den Plätzen den am Donnerstag verstorbenen Genossen havelland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte sind alle August Müller. Die Versammlung wurde durch den Gefang des Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle Glienider Gesangvereins Freier Sängerchor" eröffnet und ge- jedoch direkt an die Redaktion des Vorwärts"; dies bitten wir schlossen. Ober- und Nieder- Barnim. zu beachten. zu Die Lokalkommission. find folgende Bestimmungen getroffen worden: Die Abstimmung findet in einer nach Anfangs- und Endtermin festzusehenden Abstimmungsfrist( Fristwahl) am Mittwoch, den 3. Juni, statt. Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Weißensee. Vor überfüllter Versammlung sprach am Freitag Botalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, Die 2. Abteilung wählt in der Zeit von vormittags 9 bis abend in Enders Saal Genosse Artur Stadthagen über die sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aendemittags 12 Uhr, die 1. Abteilung von nachmittags 1 bis 2 Uhr, bevorstehende Landtagswahl. Zunächst erläuterte Redner die Wahl- sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aendesie 3. Abteilung von nachmittags 3 bis abends 8 Uhr. Die handlung, um sodann das Wahlgesetz und die Wahlkreiseinteilung, rungen Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Listen kann Wahlhandlung wird pünktlich mit dem Ende der für jede welche im Jahre 1849 festgesetzt, aber trotz der großen Bevölkerungs- jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Abteilung festgesetzten Wahlzeit geschlossen. Demnach dürfen zunahme noch nicht geändert worden sind, einer herben Stritik Der Landtag unterziehen. nach einem solchen Gesetz sei aach Schluß der für jede Abteilung festgesetten, Wahl- teine Bolksvertretung. Das heutige öffentliche Wahlrecht seit Urwähler der Abteilung, die zur Wahl gestanden übt sogar einen Zwang zur Gesinnungslosigkeit aus. Mehrere Achtung, Wähler- Versammlungen! hat, nicht mehr zur Abstimmung zugelassen werden, füddeutsche. Die Leiter der heutigen Wählerversammlungen werden Staaten haben auch wenn sie sich bereits vor Schluß der Wahlzeit Unzulänglichkeit dieses Wahlrechts ein etwas liberaleres ein- Redaktion des Vorwärts" zu senden mit einem Bericht über bereits infolge Erkennung der gebeten, fofort nach Schluß derselben einen Boten auf die ihrer Abteilung im Wahllokale eingefunden hatten. Ferner geführt. Also fort mit dem Dreitsassenwahlunrecht und Einführung Redaktion des Vorwärts" zu senden mit einem Bericht über wird darauf hingewiesen, daß der Wahlvorsteher von den zur des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts für Männer wie den Verlauf der Versammlungen, Zahl der Besucher, Wahl erscheinenden Wählern die Vorlegung einer Legitimation für Frauen. Im Wahltreise Ober- und Niederbarnim sei es nur etwaige Zwischenfälle, polizeiliches Eingreifen usw. verlangen fann; als solche gelten: Steuerquittung, Invalidi- Freisiun tue dieses nur mit Worten, in der Tat sei er zum Lakai die Sozialdemokratie, welche für dieses Wahlrecht eintrete. Der Redaktion des Vorwärts". tätskarte, Militärpapiere usw. oder die den Urwählern vom ber Junker herabgesunken. Am 3. Juni, dem Tage der Urwahl, müſſe Achtung, 11. Landtagswahlkreis! Morgen, Mittwoch, den Magistrat noch zugehende Wahltarte. Legtere wird außer der sich die Wählerschaft wie ein Mann erheben, um gegen dies ebenso 27. Mai, findet in den bekannten Lokalen ein Extra- Zahlabend statt, vollständigen Adreſſe des Urwählers die Nummer des Urwahl- ungerechte wie unsinnige Wahlrecht zu protestieren. Troß garantierter wozu wir wegen der Wichtigkeit desselben alle Mitglieder ersuchen, bezirks, die Wahlabteilung, die Nummer, unter welcher der Redefreiheit meldeten sich die anwesenden Gegner nicht zum Wort, daran teilzunehmen. Urwähler in der Abteilungsliste verzeichnet steht, sowie den es unterblieb somit eine Diskussion. Am Mittwoch, den 27. Mai, 8 Uhr abends, finden in Tag der Wahl nebst Wahlzeit und das Wahllokal enthalten. Pantow. Zu einer interessanten Auseinandersetzung fam es am Eichwalde in Wittes Waldschlößchen, Die infolge Verzugs der Urwähler von der Post als un- Sonnabend abend im Gesellschaftshaus von Rocahti. Hier hatte sich Teltow bei Preuß, Berliner Straße, bestellbar zurückgegebenen Wahltarten können in den beiden ein leines Häuflein derer um Gerlach eingefunden, um gegen den öffentliche Bolts- und Wählerversammlungen statt. Referenten: letzten Tagen vor der Wahl in dem Wahlbureau, Poststr. 16, Verrat des Freisinns zu protestieren. Mit Schärfe zeichnete der die Genoffen Denker und Schütte. Zahlreiches Erscheinen er. 2 Treppen, in Empfang genommen werden. Urwahlbezirke Referent Herr v. Gerlach das Verhalten der Liberalen im neuen warten Die Einberufer. und Abteilungen, die eine besonders große Anzahl von Urbem Reichstanzler Reformen abzuringen, habe der Freifinn in der findet eine gemeinsame Bartie statt. Treffpunkt Bahnhof Ebers Reichstag. Anstatt von ihrer Macht Gebrauch zu machen und Schöneberg. Am Donnerstag, den 28. Mai( Himmelfahrtstag). wählern enthalten, sind in Abstimmungsgruppen zerlegt worden. bekannten Weise ein Prinzip nach dem anderen verraten. Die Zeit straße 7 Uhr 15 Min. Abfahrt 7 Uhr 24 Min. über Charlotten Die Zusammenstellung und Verbindung des Wahlergebnisses sei zu kurz, um aus eigener Kraft in den Wahlkampf einzugreifen, burg, 7 Uhr 54 Min. nach Spandau. Für Nachzügler Treffpunkt eines in Gruppen geteilten Urwahlbezirkes hat in jedem Falle daher müsse das Bürgertum, soweit es den Willen habe, für ein in Hadenfelde, von dort nach Heiligensee und Tegelort. durch den Wahlvorsteher der Gruppe A, der als Wahlvorsteher freies Wahlrecht einzutreten, gleich die sozialdemokratischen Wahldes betreffenden Urwahlbezirkes anzusehen ist, zu erfolgen. männer wählen. Alle diejenigen, die sich an der Partie beteiligen, werden er Der Vorstand. Die etwa erforderlichen engeren Wahlen( Stichwahlen) finden In der Diskuffton wurde von einigen Rednern dieser Stand, fucht, pünktlich zu erscheinen. am Mittwoch, den 10. Juni d. J., zu den gleichen Tages- punkt unterſtüßt. Besonders ein Privatbeamter betonte, da es einen Wilhelmsaue, eine Boltsversammlung statt, in der Genoffe Wilmersdorf. Heute abend 8 Uhr findet im„ Luisenpark", Freifinn nicht mehr gebe, müssen die wirklich Liberalen, wenn nicht eigene Wahlmänner aufgestellt würden, für den Sozialdemokraten G. Brückner über die Gewerbegerichts- und Landstimmen. Ein anwesender Blockbruder verteidigte das Verhalten der tagswahlen referieren wird. find die Freisinnigen, die Kopsch, Cassel, Rosenow, Gold- Freifinnigen, von einem Verrat tönne gar keine Rede sein, das wäre Arbeiter, Parteigenossen! Sorgt für regen Besuch dieser Vers schmidt und Konsorten das ist keine Frage. Am Sonnabend eine Lüge des Herrn v. Gerlach. Das abgeschlossene Kompromiß sammlung. wurde das in einer Versammlung liberaler Landtagswähler, die für mit den Konservativen in Niederbarnim wolle er auch nicht ver- Lichtenberg. Heute findet im Lokal von Gebr. Arnhold, Frankden zwölften Landtagswahlkreis( Moabit) einberufen teidigen, aber niemals könne δας Bürgertum mit der furter Chaussee 5, abends 8½ Uhr, eine große öffentliche Versammworden war, von Herrn Kopsch selber gesagt mithin muß es Sozialdemokratie bei der Wahl zusammengehen. Von der lung statt. Tagesordnung: Die bevorstehenden Landtagswahlen wahr sein. legteren malte Redner fchaurige Bilder bon Terroris- und die bürgerlichen Parteien." Referent: Genosse A. Mirus. Herr Kopsch, der über die Bedeutung der Landtagswahlen mus an die Wand, den die Sozialdemokratie bei dieser Wahl Himmelfahrtstag Agitationstour nach Alt- Landsberg. referierte, erklärte boll Zuversicht, die Schande werde doch wohl dem gegen das Kleingewerbe treiben wolle. Genosse Kubig ging dem fahrt früh 7 Uhr 26 Min. Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde resp. Stadtteil Moabit und überhaupt der Stadt Berlin erspart bleiben, frausen Gerede dieses Herrn ein wenig nach. Wenn diesmal ganz 7 Uhr 20 Min. Stralau- Rummelsburg über Kaulsdorf nach Neuen= daß der Freifinn durch eine der anderen Parteien verdrängt werde. besonders der Kampf gegen das Bürgertum im Vordergrunde stehe, hagen. Nachzügler und Genoffinnen fahren 8 Uhr 26 Min. LichtenKein Bürger Berlins fönne anders als liberal stimmen; denn so dürfe doch nicht vergessen werden, daß in erster Linie die Ar- berg- Friedrichsfelde bis Hoppegarten, Anschluß Kleinbahn bis Altgerade in Berlin habe der Freifinn sich bewährt, hier habe er in beiterschaft unter dem Verrat der Liberalen zu leiden habe. Es hat Landsberg. Treffpunkt: Verkehrslokal A. Kalms, Berliner Gemeindeverwaltung Mustergültiges geleistet. Das sei sich eben gezeigt, daß die Arbeiterschaft nur auf sich selbst an Straße 7. 11 Uhr Aufbruch nach dem Restaurant Hungriger auch allenthalben bekannt, beschimpft werde Berlin nur von den gewiesen ist und von den gesamten bürgerlichen Barteien Wolf", von dort nach Bruchmühle. Gegnern des Freisinns, von den Konservativen ebenso wie von den nichts zu erwarten hat. Wenn jetzt einige demokratische Um zahlreiche Beteiligung, insbesondere der Sänger, ersucht Sozialdemokraten, für die daher kein Bürger stimmen dürfe. So Neste des Bürgertums mit der Sozialdemokratie für Der Vorstand. brachte Herr Kopsch das Kunststück fertig, just aus den ein freies Wahlrecht eintreten wollen, so tönnten wir das nur Weißensee. Achtung! Urwähler! Wir machen noch Leistungen des Kommunalfreisinns den Anspruch begrüßen. Was den Terrorismus der Arbeiterschaft betreffe, tann mals auf die heute abend in den bekanntgegebenen 10 Lokalen berzuleiten, daß in preußischen Landtag Berlin nur durch& re is beſtätigt weer sie foaialdemokratie einmal ben so oft geftattfindenden Urwählerversammlungen aufmerksam. Tages sinnige vertreten sein dürfe! dem Freifinn seine hörten Vorwurf in die Wirklichkeit umießen wolle, nachdem alle ordnung: Erläuterungen über Wahlgefeh und Wahltechnik sowie tommunale Mißwirtschaft immer wieder vorgehalten anderen Parteien und nicht zuletzt die Regierung selbst mit gutem Aufstellung der Wahlmänner. Um zahlreiches Erscheinen der werden muß, deshalb soll der Berliner dieses Verbrechen einer Beispiel vorangegangen seien. Hierauf machte noch Herr Schwarz, Wähler wird ersucht. Das Wahlkomitee. Verlegung der Majestät des Kommunalfreisinns dadurch rächen, daß der durchgefallene Kandidat bei der Gemeindevertreterwahl, seinem bedrängten Herzen Luft, natürlich gegen er Herrn Kopsch glaubt? Bankow. Donnerstag( Himmelfahrt) unternimmt der Wahl. natürlich gegen die Sozialdemo- verein eine Herrenpartie über Schönerlinde, Schönwalde nach ZeperIn derselben Versammlung sprach nach Kopsch der evangelische tratie. Warum haben ihn auch die Arbeiter durchfallen lassen. nid. Fahrgeld 30 Pf. Treffpunkt 48 Uhr, Breitestraße, Ede Bers Prediger Runze, den die Freifinnigen als ihren Kandidaten für den In seinem Schlußwort ging der Referent mit Herrn Schwarz böse liner Straße an der Haltestelle der Siemensbahn. Für genügende zwölften Landtagswahlkreis aufgestellt haben. Herr Runze verdankt ins Gericht. Der Blockbruder hatte bereits den Saal verlassen. Fahrgelegenheit ist Sorge getragen. Zahlreiche Beteiligung er diese Ehre offenbar nur dem Umstand, daß in Moabit die on- Trogdem er fachlich durchaus nicht mit der Sozialdemokratie ein- wartet Jervativen zahlreicher als in anderen Stadtteilen Berlins find. Da berstanden sei, müsse diese doch in dem Wahlkampf unterstüt hält der Freifinn es für geraten, dieser Gruppe der Wählerschaft einen werden. Für die nächste Wahl hoffe er soviel von dem demoPastor zu präsentieren. Der Herr Pastor Runze ist nun ein etwas fratischen Bürgertum gesammelt zu haben, um dann selbständig in lung des Wahlvereins fällt aus. Dafür findet morgen, Mittwoch, wunderlicher Heiliger. Er schwärmt für die gesunde Mitte", die Bewegung eintreten zu können. geiten statt. der Berlins würdigste Bertreter im Landtage in " Partei- Angelegenheiten. Der Vorstand. Abs Nieder- Schönhausen. Die heute fällige Mitgliederversamm den 27. Mai, abends 8% Uhr, eine Volksversammlung in NeuKarlshof", Beuthstraße, Ecke Charlottenstraße, statt. Tagesord= nung: 1. Die bevorstehenden Landtagswahlen. Referent: Reichstagsabgeordneter Artur Stadthagen. 2. Aufstellung der Wahl. männer. die sei zu suchen bei dem deutschen Fortschritt", der alle Sonders interessen verwerfe. Amüsant war der anpreisende Schmus, den der Versammlungsleiter, der freisinnige Stadtverordnete Rechtsanivalt Sonnenfeld, den Ausführungen des Herrn Pastors folgen ließ. Für den Herrn Pastor, sagte er, müsse jeder eintreten, der mit uns auf den Standpunkt steht, daß die An die Parteigenossen Berlins und der Mark Brandenburg. Religion dem Volke erhalten werden muß." Sind Die neue 2otalliste liegt der heutigen Nummer des Vorgarten, Alte Luisenstraße, eine große Voltsversammlung für Herr Sonnenfeld und Herr Runze sich ganz darüber einig, welche wärts" bei und empfehlen wir dieselbe wiederum der Arbeiterschaft Religion" fie dem Volke erhalten" wollen? dringend zur Beachtung. Auf Herrn Pastor Runze folgte als dritter Redner Professor Gerade mit Rücksicht auf die nun beginnenden Ausflüge und b. Liszt, der gekommen war, um Zeugnis abzulegen für unsere Bartien der Vereine, Klubs usw. in die verschiedenen Provinzorte gemeinsame Sache". Dann gab's einen schwachen Verfuch zu einer Diskussion, gegen die Gewohnheit des Freisinns. Herr Kopsch freilich, der ist es die unerläßliche Pflicht jedes denkenden Arbeiters, sich stets Hauptredner des Abends, hatte sich wieder einmal beizeiten aus dem vor Augen zu halten, unter welch schwierigen Verhältnissen und Staube gemacht. In seinem Referat hatte er zwei Zuhörer wegen mit wie schweren Opfern unsere Parteigenoffen in der Provinz ge zweier ganz harmloser Zwischenrufe( 10. Januar" und" Na, na") zwungen sind, den Kampf um Versammlungslokale zu führen. angeflegelt mit der Antwort, sie wüßten wohl nicht, wie sie sich in Wohl sind die Herren Wirte jederzeit gern bereit, bei Veraneiner Bersammlung anständig zu benehmen hätten. In der Dis- staltung von Bergnügungen und Partien das Geld der Arbeiter fussion ergriff teiner dieser Zwischeurufer und überhaupt fein einzuſteden, aber so bald dieselben Arbeiter das Verlangen stellen, Opponent das Wort, Herr se opsch hätte also diesmal gar nicht daß ihnen zur Erörterung ihrer ureigensten Interessen oder der nötig gehabt, sich vorher zu drücken. politischen Verhältnisse ein Saal zur Verfügung gestellt werden möge, so wird ihnen dies in den allermeisten Fällen in der höhnendsten Weise verweigert. Hinzu kommt noch allenthalben der vereinte Druck unserer Gegner auf diejenigen Wirte, die uns ihre Räume zur Verfügung stellen und nicht zuletzt die Maßnahmen der Behörden und behördlichen Organe, die schon so oft als reine Schikanen bezeichnet worden sind. Schulkinder im Dienste der Freifinnigen. Aus Leserkreisen wird uns geschrieben:„ Am Sonnabend, den 16. Mai, sagte der Rettor Stahle( 86. Gemeindeschule, Müllerstr. 48) feinen Schülern, daß fie fich etwas Geld verdienen fönnten, wenn fie fich nachmittags um 2 Uhr im Restaurant Sachon, Müllerstraße, ( dort befindet sich nämlich das freisinnige Wahlbureau) zum Stubertieren von Flugblättern einfinden. An Lohn wurde ihnen von Herrn K. 10 Pf. pro Stunde zugebilligt. Viele waren schon um 1 Uhr dort und sie betamen für die Arbeit bis 15 1hr je 35 Bf. Beaufsichtigt wurde die Arbeit von der Gattin des Kandidaten Schöler, einer, was ihr auch der Reid lassen muß, in puncto Wahlarbeit überaus rührigen Frau. Echt freisinnig! Haben die Herren keine andere Wahlhilfe, daß fie ihnen unterstellte Schulkinder hierzu mißbrauchen müssen? Teltow. Die Genoffen werden ersucht, für recht zahlreichen Besuch Der Vorstand. Potsdam. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, findet im ViktoriaFrauen und Männer statt. Frl. Baader spricht über das Thema: Landtagswahl und die Frauen." Berliner Nachrichten. bon der Der Streit um das Mitbenuhungsrecht. Große Berliner Straßenbahn ist gestern wieder zusammengeDas Schiedsgericht in Sachen der Stadt Berlin kontra treten, um sich mit dem Einwand der Großen Berliner gegen die Mitbenutzung ihrer Schienengleise durch die Stadt geplanten Straßenbahnlinien Kreuzberg- Dönhoffplatz und Nixdorf- Behrenstraße zu beschäftigen. Nach dem zwischen der Stadt und Straßenbahn geschlossenen Vertrage ist die Große Berliner verpflichtet, das Mitbenutzungsrecht ihrer Schienen in einer Gesamtlänge von 400 Metern auch anderen Unternehmungen zu gestatten. Die Große Berliner meint nun, der eigene Betrieb von Straßenbahnlinien durch die Stadt falle nicht unter diesen Begriff, worauf die Stadt das im Vertrage vorgesehene Schiedsgericht angerufen hat. Allen diesen vereinten Mächten unserer Gegner gegenüber gilt es, die Solidarität der gesamten Arbeiterschaft hochzuhalten und zu pflegen. Jeder auch nur einigermaßen aufgeklärte Arbeiter muß stets dessen eingedent sein, daß Bersammlungsräume für die weitere Entwickelung unserer ganzen Bewegung das erste Erfordernis find. Darum ist es unbedingte Pflicht, auf die beste forgen. Partie und das schönste Vergnügen zu verzichten, wenn man dabei unseren Genossen irgendwo in ihrem Lokalkampf in den Rüden fallen muß. Stets müssen wir an dem Standpunkt festhalten: Boykottbruch Alt- Glienicke. Vor zirka 400 Versammlungsbesuchern referierte am Freitagabend Genosse Friz Rubeil im Lokale des Genossen ist Streifbruch!" Knochen über die bevorstehenden Landtagswahlen und die Stellung der bürgerlichen Parteien hierzu. Redner begrüßte es eingangs Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Somitees, bet seiner Ausführungen, daß die Frauen so zahlreich erschienen seien. allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Alsdann setzte er die Bedeutung des Wahlkampfes auseinander. Bedienungspersonal stets vom tostenlosen Arbeitsnachweis des Ber. Eine scharfe Kritik übte er an dem Verhalten der Freisinnigen, die bandes deutscher Gastwirtsgehülfen bezogen wird.( Ortsverwaltung aller liberalen Grundsätze bar, den Konservativen den Wahl- Berlin, Gr. Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III 1813.) rechtsfeinden Handlangerdienste leisten. Bei diesen Wahlen Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst fomme es darauf an, der Regierung und den reaktionären Parteien dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine zu zeigen, daß die Anhänger der größten Partei Preußens, der Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Sozialdemokratie, es fatt sind, sich wie Heloten behandeln zu lassen Lokal später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, und auch sie in dieser Körperschaft vertreten sein wollen. Es sei der Vertrag seine Gültigkeit verliert. daher die Pflicht jedes Arbeiters, seine Stimme am 3. Juni den Sozialdemokratischen Wahlmannstandidaten zu geben. Eine wuchtige Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. find stets durch die Stimmenzahl sei der beste Protest gegen die Dreiflassenschmach. in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Ob Auf die heutigen Versammlungen machen wir besonders aufmerksam und bitten die Parteigenoffen, für Massenbesuch zu Der Zentralvorstand. Zum 8 Uhr- Ladenschluß. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin, der im September 1907 mit Unterstützung der Wahlvereine zirka 20 000 Unterschriften von Geschäftsinhabern für die Einführung des 8 Uhr- Ladenschlusses gesammelt hat, erhielt gestern, den 25. cr. bom tgl. Polizeipräsidenten folgende Nachricht: Der von Ihnen und anderen Mitunterzeichnern unterm 11. Oftober 1907 gestellte Antrag auf Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses an den Werktagen mit Ausschluß des Sonnabends für fämtliche offenen Verkaufsstellen in Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf und Rigdorf ist ausweislich der inzwischen nach Maßgabe der Bundesratsvorschriften bom 25. Januar 1902 ( Reichsgesetzblatt Seite 38) ordnungsmäßig und endgültig festgestellten Liste der beteiligten Geschäftsinhaber von mehr als ein Drittel, nicht aber von zwei Dritteln der letzteren gestellt. Auf Grund des§ 139 f Absatz 2 der Gewerbe- ordnung und in Gemäßheit Ihres Eventualantrages ist daher die Herbeiführung einer Abstimmung über den Antrag diesseits in die Wege geleitet worden. Ich nehme dieser- halb auf die in den nächsten Tagen zm Veröffentlichung gelangende Bekanntmachung Bezug."— Neuer Hechvahnfahrpla«. Einen neuen Fahrplan führt die Elektrische Hoch« und Untergrundbahn Dienstag, den 26. Mai ein. Er betrifft die zuletzt eröffnete Strecke von der Bismarckstrabe zum Reichslanzlerplatz. Der neue Fahrplan ist dem veränderten Verlehr besser als bisher angepaßt. Wie schon jetzt beginnt der Betrieb von der BiSmarckstraße morgen? 5.27. Die Züge folgen sich in Ab« ständen von 10 Minuten bis 6.27. Von dieser Zeil an beginnt der Funfminutenbetrieb, 6.82, 6.37 usw., der bis 7.ö2 ab Bismarck- stratze dauert. Dann ist wieder während der stillen Stunden des Mittags Zehnminutenbetrieb, von 2.S2 nachmittags an ist wieder un- unterbrochener Fünfminutenbetrieb bis 7.ö3 abends. Dann setzt wieder der Zehnminutenbetrieb ein, der bis Iv.b? ab Bismarck- stratze anhält. Von 11.12 an folgen sich die Wagen in Abständen von IS Minuten. Der letzte Wagen geht von der Bismarch'tratze 12.27. In der Gegenrichtung fahren die Züge in der entsprechenden Zeitfolge, da sie alle zum Reichskanzlerplatz zurückkehren. Der erste 7 Wagen geht von dort ö.SS, der letzte 12.40 nach der BiSmarckstratze. An Sonn- und Feiertagen werden nach Bedarf Sonderzüge ein- gelegt, die nötigenfalls über die ganze West- und Oststrecke der Hoch- ! bahn durchlaufen. Die Hundesteuermarken für das am 31. März d. I. zu Ende gegangene Steuerjahr 1V07 verlieren am 31. Mai d. I. ihre Gültig- keit. Von diesem Tage' ab sind die mit solchen Marken versehenen Hunde gegen das Aufgreifen durch die Fangbeamten des Deutschen Tierschutzvereins nicht mehr geschützt. Diejenigen Besitzer steuer« Pflichtiger Hunde, welchen bis dahin die Steuerquittungen und Marken für das erste Halbjahr IVOS noch nicht zur Zahlung der fälligen Steuern vorgelegt sein sollten, haben sich rechtzeitig an die Steuerannahmeftelle ihres Bezirks zur Empfangnahme der Marken gegen Zahlung der Steuer zu wenden. Ein wirksames Nittel gegen die Automobilraserei. Man schreibt uns: Die furchtbaren Unglücksfälle der Kraft- wagen, vor denen wir,. wie in Nr. 21 des„Vorwärts" und schon früher mehrfack berichtet ist, sogar auf dem Bürger st eig nicht mehr sicher sino, bilden, zwar schon seit längerer Zeit den Gegen- stand lebhafter Erörterungen' in den Parlamenten und bei den Re- gierungen, aber ein Mittel, das dem vielen Unheil wirksam Ein- halt tun könnte, scheint bisher noch nicht in Erwägung gezogen. Ich sehe gar nicht ein, weshalb wir nicht ganz m derselben ■ Weise, imc heute auf Eisenbahnen genaue Betriebsvorschriften für Lokomotiven bis in unzählige Einzelheiten gegeben sind, auch für 7 die'Konstruktion der Kraftwagen strenge maschinentcchnische Vor- schrist.en sollten geben können. Die Maschinentechnik hat es nämlich in der Hand, das rasende Fahren auf allercinfackstem Wege einzuschränken. Wenn in un« serer Verwaltung nicht die Juristen vorherrschten, sondern die Tech. niker die ihnen gebührende Rangstellung hätten, wäre von diesem Mittel vielleicht längst Gebrauch gemacht. Die bisherigen Vor- schrifte.n haben einen echt juristischen Papicrwert. Es ist eine Ge- schwindigkeit festgesetzt, die nicht überschritten werden soll. In der Praxis bleibt es der mangelhaften Urteilsfähigkeit des preußischen Schutzmanns überlasten, die angeblich vorschriftswidrigen Schnell- fahrer mit Polizeistrafcn heimzusuchen, die natürlich oft ganz un» gerechterweise verteilt werden. Dabei laufen dann noch Irrtümer mit unter, wenn die Wagennummern schlecht zu lesen sind. Diesen Scherereien und vor allem dem vielen Unheil ist in wirksamer Weise beizukommen, wenn man das Uebel an der maschinentechnischcn Wurzel faßt, indem man die zu- lässige Fahrgeschwindigkeit durch das maschi- nclle Uebersetzungsverhältnis zahlenmäßig festlegt. Uebersetzung nennt man in der Maschinentechnik— wenn ich mich für den Leser kurz ausdrücken darf— das Verhältnis zweier Zahnradgröhen zueinander. Die Geschwindigkeit der Kraftwagen ist. abgesehen von dem bestimmten Druck der Heizmittcl, vor allen Dingen abhängig von der Kraftübertragung durch die Uebersetzungen. Mit der zahlen- mäßigen Festlegung dieser Zahnradverhältnisse ist die WohlfahrtS- Polizei imstande, in erster Linie dem wilden Jagen der konzessiv- nierten Kraftwagen Einhalt zu tun. Sache der Gesetzgebung ist eS dann weiter, auch dem lokomotipartigen Rasen der Privatauto- mobile mit Nachdruck entgegenzutreten durch Einführung bc- stimmter Uebersetzungsgrenzen, innerhalb deren sich sämtliche Auw- mobilkonstruktionen zu halten hüben. Alle zum Betrieb zugelassenen Kraftwagen erhalten zum Zeichen, daß sie das polizeilich vorgeschriebene Uebersetzungsver- hältnis haben, eine Eichungsmark«. Solche maschinelle Vor- schrift. die gesetzlich gefaßt ist, würde die übermütige Raserei wirk- sam einschränken und viel Unheil verhüten, weil dem Fahrer die Möglichkeit genommen wird, bestimmte Geschwindigkeiten zu über- schreiten. Es kommen natürlich noch nebensächliche technische Ge- sichtspunkte in Frage, die aber hier, wo es sich nur um eine An- regung für die maßgebenden Behörden handelt, nicht ausführlicher erörtert zu werden brauchem Wenn- man aber bedenkt, was wir für ausführliche Sicherheitsvorschriften haben gegen Dampfkessel, explosionen und viele andere gefahrdrohende Betriebe, so liegt es doch ganz nahe, auch das Uebel der Geschwindigkeitswillkür un» serer Kraftwagen gleich an der Stelle zu fassen, wo ihm ernstlich und mit Erfolg beizukommen ist. In erster Linie muß doch bei Unfällen immer der Wagenführer, d. h. der Arbeiter, seine Haut zu Martte tragen; entweder er verunglückt selbst oder er schädigt andere schwer und wandert ins Gefängnis. Dabei kommt er womöglich noch in GeWissenSbedräng- niS, wenn et verschweigen will, daß ihn sein Brotherr zum Schnell- fahren beauftragt hatte. Das„Freibad" Wannsee hat am Sonntag zum erstenmal in diesem Jahre seine Pforten geöffnet; provisorisch nur, denn die Re» gierung hat die Verträge noch nicht genehmigt und hat das Bad vorläufig nur freigegeben, um die Badelustigen nicht darunter leiden zu lassen, daß die Vorstandsmitglieder des Freibädervereins untereinander in bitterer Fehde liegen. Der Besuch war recht motzig, selbst in den Mittagsstunden waren wenig mehr als 100 Personen innerhalb de» Stacheldrahtzaunes. Dieser geringe Besuch ist weniger auf die ungünstige Witterung zurückzuführen— das Wasser hatte immerhin eine Temperatur von 17 Grad— als darauf, daß die früheren Stammgäste des Freibades dem Unter- nehmen in seiner zetzigen Gestalt keinen Geschmack abgewinnen 'können. Sie standen vor dem Drahtzaun und gaben ihrem leb- haften Unwillen darüber Ausdruck, daß durch die neue Gründung der Charakter als Freibad vollständig verloren ist. Die Leute haben ganz recht. Am Eingang zum Bade befindet sich wie in Privatbädern die„Kasse". Eine Angestellte nimmt das Eintrittsgeld von 10 Pf. entgegen und läßt niemand in das„Freibad" ein, der nicht für alle Familienmitglieder— auch die Kinder— seinen Obolus entrichtet. Im Innern des Freibades sorgt eine ganze Schar von Angestellten— nicht etwa Mitgliedern des Freibäder- Vereins— für die Aüfrechterhaltung der Ordnung, und außerhalb des Drahtzauns patrouillieren vier Gcndarme. Das sogenannte „Freibad" wird von einem Privatunternehmer geleitet, der als Unterpächter de» Freibädervereins zu gelten hat. Auf diese Tat- fache werden auch die Schwierigkeiten zurückgeführt, die dem „Freibad" noch von den Behörden bereitet werden. Die Kreisver- waltung bezw. die Regierung hat es nämlich noch vor zwei Jahren abgelehnt, das Terrain des jetzigen Freibades an einen Privat- Unternehmer zur Einrichtung einer Badeanstalt zu verpachten, und die Behörden sagen sich, daß sie nicht erst der Bermittelung de? greibädervereins bedurften, um nun doch einem Privatpächter den Betrieb des Bades zu überlassen- Zu beb Exmission aus Sem FrSbelstrasiea-Obbach am DonnerS- tagabcnd wird uns im Anschluß an unseren Bericht hierüber in der Sonntagsnummer folgendes geschrieben: Die Angabe der Saalnummer— 11— gibt für den„Tumult" eine sehr einfache Erklärung. Es ist dies der von den Obdachlosen am meisten ge- fürchtete Saal, da in ihn abends gewöhnlich diejenigen gewiesen werden, welche am nächsten Morgen kriminalpolizeilich verwarnt werden sollen. Zwar wird auch ans anderen Sälen dasjenige Material, welches die Obdachpolizei für ihre Sonderzwecke braucht, nicht zu knapp herausgegriffen, aber gerade dieser Raum heißt nicht umsonst der„Verwarnungssaal". Erfahrungsgemäß benehmen sich nun diejenigen, welche von vornherein darauf wetten können, daß sie mit der Polizei zu tun bekommen, etwas lauter und ungestümer, als es sonst wohl der Fall sein würde. Bei dem einen ist es so etwas wie Galgenstimmung, bei dem anderen der verständliche Ausbruch des Aergers, die Wut, daß man ihm selbst hier im tiefsten Elend noch keine Ruhe läßt. Ebenso ist es aber auch dem Kenner der Obdachverhältnisse bekannt, daß diese kleinen Radauszenen nicht über den ungefährlichen Rahmen hinausgehen und sehr bald von selbst ersticken, wenn man die Lärmenden nicht sonderlich aufregt. Gerade durch das meist ziemlich rabiate Dreinfahren des Wärter- Personals wird aber dem Skandal in der Regel nur neue Nahrung gegeben. Begeht man an solcher Stelle den Grundfehler, die Obdachlosen gewissermaßen zu sortieren, so darf man sich auch nicht wundern, daß diejenigen Elemente, denen eine unter Um- ständen recht empfindliche Unannehmlichkeit droht, ihrer Miß- stimmung darüber freien Lauf lassen. Der Fischbecksche Gummi- knüppel ist anscheinend nicht in Aktion getreten. Weil man sich der Oeffentlichkeit gegenüber jetzt doch wohl vor der Anwendung dieses fast allerseits verurteilten Zuchtmittels fürchtet, machte man kurzen Prozeß, setzte man die ganze Saalbelegschaft auf die Straße und trieb sie somit der schnellstens herbeitelephonicrten Polizei liebevoll in die Arme. Wenn man doch nur ein einziges Mal etwas Gutes aus dem städtischen Obdach hören könnte! Zu dem Raubmordversuch bei Wannsee wird berichtet: Der hiesigen Kriminalpolizei ist seitens der Leipziger Polizeibehörde die Nachricht zugegangen, daß auch der Chauffeur Fritz Klein als Täter nicht in Frage kommt, da er einen Alibibeweis erbringen konnte. Die Behörden bemühen sich deshalb weiter, zu ermitteln, wer sich im Besitz der Vorladung des Ingenieurs Preil vor das Merseburger Gericht befunden hat. Nur diese Person kann mit dem Manne identisch sein, der am vorigen Dienstag abend auf den Chauffeur Richter geschossen hat. In dem„Kranken- und Genesungsheim" des Arztes Dr. Dosquet zu Niederschönhausen-Nordend mußte am Sonntag von einem Mitarbeiter unsere? Blatte? ein Besuch ge- macht werden, weil die an uns gelangten Klagen einer Patientin geprüft werden sollten. Mit dieser Anstalt, die viel auch von Krankenkassen zur Unterbringung ihrer erkrankten Mitglieder benutzt wird, hat der„V o r w ä r t s" sich bereits mehrfach zu be- schäftigen gehabt. Daß ein Beauftragter des„Vorwärts" die Anstalt besuchen würde, nachdem jene Patientin uns per Postkarte darum gebeten hatte, das war der Familie DoSquet rechtzeitig bekannt geworden. Unser Mitarbeiter schildert folgendermaßen die Erlebnisse, die er in Dr. Dosquets»Kranken- und Genesungsheim" gehabt hat: Ich begab mich in die Anstalt zur vorgeschriebenen Sprechzeit, in der jeder, der eine der Patientinnen besuchen will, ohne weiteres Zutritt hat. Aus wohl erwogenen Gründen wollte ich mich darauf beschränken, nur mit der betreffenden Patientin zu verhandeln. Nachdem ich hiermit begonnen hatte, erschien Dr. Dosquet auf der Bildfläche und erbat sich,„Aufklärungen" zu geben. Ich er- widerte, ich sei nicht gekommen, Herrn Dr. Dosquet um eine Unter- redung zu bitten, auch sei eS mein Wunsch, hier kein Aufsehen zu erregen. Dessenungeachtet hielt Dr. DoSquet mir einen längeren Vortrag über seine Anstalt, über deren Vorzüge, über die von ihm befolgte Ernährungsmethode usw. Auf eine Frage nach dem Quantum Milch, das in seiner Anstalt täglich verbraucht werde, antwortete er mit einem erneuten Vortrag über die Gefahren eines zu reichlichen MilchkonsumS. Er erklärte, wenn in anderen Anstalten mehr Milch gewährt werde, so geschehe daS nur deshalb, weil die Verwaltungen«sich nicht anpöbeln lassen wollen". Al» er mit seinen Ausführungen nicht den erwarteten Beifall fand, redete der temperamentvolle Herr sich in eine starke Erregung hinein. Er behauptete keck, der„Vorwärts" wolle nicht die Wahr- heit hören. Mehrfach wurde von mir und auch von der Patientin — denn daS alles spielte sich am Krankenbett ab— dem Herrn Doktor nahegelegt, seinen Vortrag abzukürzen, weil zwischen uns beiden anderes und wichtigeres zu verhandeln sei. Seine Erregung wuchs um so mehr, je mehr ich selber mich zur Ruhe zwang und ihm schweigend zuhörte. Als er endlich fertig war, sagte ich Herrn Dr. DoSquet, ich' sei gewöhnt, in anderer Form zu diskutieren. Diese vor den Ohren von Patientinnen aufgeführte Lärmszene falle dem Herrn Doktor zur Last, im übrigen müsse ich jetzt den Herrn Doktor ersuchen, mich mit der Patientin allein zu lassen. DaS geschah, und so konnte ich meine Unterredung mit der Patientin zu Ende bringen und dann die Anstalt verlassen, ohne weiter behelligt zu werden. Unsere Leser werden uns zugeben, daß für einen Arzt dieser Auftritt eine etwas ungewöhnliche Leistung ist. Schwer verunglückt ist Sonnabend abend auf dem Schlcsischen Bahnhof ein unbekannter Arbeiter, anscheinend ein Pole, als er in einen schon in Fahrt befindlichen Ringbahnzug einsteigen wollte. Er rutschte dabei aus und geriet mit dem Oberkörper zwischen Trittbrett und Perron. Es gelang bald, den Zua zum Stehen zu bringen und den Mann aus seiner furchtbaren Lage zu befreien. Ein anwesender Arzt stellte fest, daß der Unglückliche die Wirbel. säule gebrochen hatte. Ei» gefledderter Schutzmann! Von einem eigentümlichen Miß« geschick wurde m der Nacht zum Montag ein uniformierter Schutz. inann betroffen. Bei seinem Heimgange über den Nettelbeckplatz überfiel den Beamten eine plötzliche Müdigkeit. Der Hüter der Ordnung setzte sich daher aus eine der Ruhebänke und schlief bald so fest ein, daß er nicht bemerkte, wie man ihm den Helm und da» Seitengewehr wegnahm I Als der Schutzmann erwachte, war die Ueberraschung groß. Alles Suchen in der Umgebung der Ruhebank war vergebens, die Uniformstücke waren und blieben der- schwunden. Dem Beamten blieb infolgedessen nichts weiter übrig, als seinem Revier Meldung von dem Vorkommnis zu erstatten. Im Laufe des gestrigen Nachmittags wurden daraufhin nach allen Rich- tungen Nachforschungen angestellt, indes ebenfalls ohne Erfolg. Es wird angenommen, daß es sich um einen derben Scherz handelt. Lebendig verbrannt. In der Nacht zum Montag wurde die Feuerwehr»ach der Bevernstr. 7, am Gröben-Ufer 3 gerufen, wo in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Die Feuerwehr drang in die Wohnung ein und fand in einer Speisekammer die bijährige Eheftau Tell verbrannt und als Leiche auf dem Fußboden liegend vor. Der Brand konnte bald gelöscht werden. Die Ursache des Unglücksfalls steht noch nicht fest. Vermutlich ist die Frau von einem Unwohlsein befallen, wobei die Lampe zerbrochen ist und die Kleider der Frau in Brand geraten sind. Sie war am ganzen Körper verbramit. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht, um die Ursache noch festzustellen. In einem anderen Falle, der sich vorher in der Köpcnicker Straße 71 ereignete, wurde mit Erfolg Sauerstoff benutzt. Bon einer Automobildroschke überfahren und getötet wurde am Sonnabend, den 28. d. M.. abends 7'/, Uhr vor dem Hause Oranien- straße 49 der Tischler Paul Gehricke. Skalitzerstraße S4 b wohnhaft. Wesentlich wäre, wenn sich der Rollkutscher melden wollte, welcher um fragliche Zeit an der Unglücksstelle, direkt vor dem dort befind- lichen Kaffeegeschäft von Schöning, gehalten hat. Meldung ist an Otto Gehricke, Skalitzerstraße S4b zu richten. Ueber die Kruppschen Werke hielt am Sonnabend abend der Konstruktionsingenieur Kestner in der Urania in der Taubenstraße einen Bortrag, der durch zahlreiche von der Firma Krupp gelieferte Lichtbilder veranschaulicht wurde. Nachdem der Redner einleitend die persönlichen Verdienste Friedrich Krupps und die seiner Nachfolger Alfted und Alfted Friedrich Krupp ins hellste Licht gerückt hatte, wandte er sich der Schilderung der Stammfabrik in Essen und der zahlreichen zu dem Werke gehörigen Außen- betriebe zu. Die Darlegungen zeigten, welch gewaltiges Kapital in den Händen der Kruppschen Familie angehäuft ist, sie beweisen aber auch, wie sehr hier der eigentliche Besitzer aus dem Betriebe ausgeschaltet ist. Wie ein Riesenpolyp spannen die Kruppschen Werke ihre Arnie nach allen Ländern der Erde aus. Bis zu den Küsten Biscayas reichen Krupps Besitzungen, wo große Anteile des berühmten Eisensteinlagers von Somovrofto Kruppsche« Eigentum sind. Eigene Seedampfer befördern die Erze nach den Rheinhäfen. Zahlreiche Eisensteinaruben in den verschiedensten Teilen Deutschlands liefern die Erze siir die vier großen Kruppschen Hochöfen, während eigene Kohlenfelder für die Heizung der Maschinen und dergleichen sorgen. Auch die übrigen großen Einrichtungen der Kruppschen Werke werden uns in Wort und Bild vor Augen geführt, als da find: die Stahl- erzeugung, die Tätigkeit deS großen Dampfhammers„Fritz", die zahlreichen Schmiedepressen, das große Panzerplattenwalzwerk, die Blech-, Block- und Schienenwalzwerke, die Geschoßfabrikation und Kanonenwerkstätten. Schließlich machen wir noch einen Ausflug nach der Germamawerst in Kiel, um hier die Schiffsfabrikation, die sich hauptsächlich auf die Herstellung von Torpedos bezw. Untersee- booten bezieht, in Augenschein zu nehmen. Den Beschluß deS Vortrages bildete ein Lobgesang auf die Wohlfahrtseinrichtungen der Firma Krupp. Der hier nur mit wenigen Worten skizzierte Vorftag veranlaßt uns nach einer anderen Richtung hin zu einigen Bemerkungen. Die Direktion der Urania hat sich bisher im wesentlichen darauf be- schränkt, uns die Kenntnis von Land und Leuten zu vermitteln und hat sich redlich bemüht, dabei möglichst objektiv zu bleiben. ES will unS scheinen, ob die Direktion der Urania mit dem obigen Bortrag eine andere Bahn einzuschlagen beabsichtigt. Es ist gewiß nicht un- interessant, die Einrichtungen großer Betriebe kennen zu lernen; allein solche Vorführungen tragen mehr oder minder den Charakter der Rellame an der Stirn. Und da meinen wir, daß ein wiflen- schaftliches Institut, wie eS die Urania sein will, sich zu gut dafür halten sollte, sich zum Zwecke der Reklame herzugeben oder sich in den Dienst gewisser Unternehmungen zu stellen. Großfeuer kam am Sonntagnachmittag um 6 Uhr in der Neuen Königstraße 30 aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Vennutlich liegt auch hier vorsätzliche Brandstiftung vor. Der Brand wurde zuerst von der Keibelstraße aus bemerkt und von dort aus die erste Kompagnie alarmiert. Es brannten bei Ankunft der teuerwehr der Dachstuhl des OuergebäudeS, die Kattonfabrik von . Stein, das Zwischengebälk, der Fußboden usw.. ferner Leder- abfalle einer Juchtenfabrik, Vorräte von Pappen und andere Mate- rialien im zweiten Stock. Um dem Qualm Abzug zu verschaffen, mutzten Fenster und Türen eingeschlagen werden. Die Flammen, welche reiche Nahrung gefunden hatten, konnten erst nach längerer Löschtätigkeit und kräftigem Waffergeben mit vier Schlauchleitungen von Danipfspritzen gelöscht werden. Der Schaden ist erheblich, soll aber durch Versicherung gedeckt sein. Die Geschädigten waren nicht anwesend._ Arbeiter-BildungSschule. Berlin. Wir machen die Teilnehmer an den Rede-Uebungen noch« malS darauf aufmerksam, daß der nächste Unterttchtsabend an diesem Mittwoch stattfindet, nicht am heutigen Dienstag. Radrennen in Treptow. Das am Sonntag ausgefahrene Zwei« stundenrennen stellte einen Erfolg Artur Stellbrinks sondergleichen dar, indem der Berliner die wohl einzig dastehende Leistung vollbrachte, fast sämtliche Bahnrekords zu brechen und zu verbessern trotz zweimaligen Radwechsels und den kaum über- wundenen Milgen seines Sturzes am letzten Sonntag in Nürnberg. Gleich vom Beginn ab die Spitze nehmend überrundete Stellbrink schon in der sechsten Runde seine Gegner: Przyrembel, Schulze und Lamla. Dieses wiederholte sich für die Folge in fast gleichmäßigen Zwischenräumen, so daß das Nennen eintönig wurde, umsomehr als keiner seiner Gegner auch nur den geringsten Widerstand leistete. Schon vom 20. Kilometer ab verbesserte Stellbttnk die Zeit und legte in der Stunde 74,810 Kilometer(bisher 74,520 Kilometer) zurück. In der 65. Minute mutz der Berliner sein Rad wechseln und büßt hierdurch etwas an Zeit ein. Trotzdem er in der 83. Minute abermals Radwechsel hat, kann er doch den Rekord von 110 Kilometern bessern und wird gegen den Schluß sogar noch schneller, so daß er den bisherigen Rekord für zwei Stunden bedenlend übertrifft. Mit einem riesigen Kranz unter lebhaftem Beifall fährt Stellbrink die wohlverdiente Ehrenrunde. Von den Gegnern ist nicht viel zu sagen. Przyrembel fiel gleichmäßig zurück und machte keinerlei Anstrengung, das verlorene Terrain zurückzuerobern. Er kam später durch Motor- defekte und Wechseln so weit zurück, daß Schulze den zweiten Platz belegen konnte, trotzdem auch er des öfteren von seiner Führung abgekommen war. Lamla endete weit zurück.— Die Fliegerrennen führten starke Felder an den Statt und mußten zum Schluß bei dem hereinbrechenden Regen ausgefahren werden. Ergebnisse: Zwristunden-Rennen. 1500, 800, 600 und 500 M. 1. Artur Stellbrink. 141,500 Kilometer(bisher 137,280 Kilometer); 2. Schulze, 130,690 Kilometer; I. Przyrembel, 129,580 Kilometer; 4. Landa. 121,320 Kilometer. Hauptfahren. 000 Meter. 25, 15, 10 und S M. 1. S t e u b a, 2. Edmond, 3. Schmittchen, 4. Süßmilch. Tandcm-Vorgabcfahren. 1800 Meter. 60. 40, 80 und 20 M. 1. F. Stellbrink- Kluge( 120 Meter Vorgabe), 2. Schmittchen- NicoleiSzig(100 Meter), 3. Horch-Mühlbach(100 Meter). Orgelkonzert. Mittwoch, den 27. Mai, 7�— 8�4 Uhr, ver. anstaltet der kgl. Musikdirektor Bernh. Jrrgang in der St. M a» rienkirche das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frau Erna v. Storch(Sopran), Herrn Max Heller(Bah) und dem kgl. Kamniermusiker Herrn Paul Treff(Cello). Orgeltompo. sitionen von Rob. Schumann, Jos. Klicka(Prag) und Eh. M, Widor. Der Eintritt ist frei! Vorort- JVadmcbtem Wilmersdorf. Gewerbegerichtswahle». Wir machen die Genoffen nochmals darauf aufmerksam, daß morgen Mittwoch, den 27. Mai, von nach. mittag» 4 Uhr bis abends 9 Uhr, die Gewerbegerichtswahlen statt- finden. Die Genossen werden gebeten, für zahlreiche Beteiligung an der Wahl zu agitieren. Die Unterkommission. Schöneberg. Todessturz miS dem vierten Stockwerk. Die Tat einer lebens« müden Frau rief gestern vormittag in der Mansteinstratze großes Aufsehen hervor. Die 46jzhrige Ehefrau deS Handwerkers Mertens aus der Mansteinstraße 4 war seit Monaten kränklich und eine Schwester hatte die Pflege der Patientin übernommen. Gestern morgen muhte die Pflegerin eine kleine Besorgung in der Nachbar- schast erledigen; während der kurzen Zeit erhob sich plötzlich die Kranke von ihrem Lager, öffnete das Fenster und stürzte sich mit einem Aufschrei au» der Höhe des vierten Stockwerks auf die Straße hinab. Mit zerschmetterten Gliedern blieb sie unten liegen. Ein hlnzugerufener Arzt konnte vet der Lebensmüden nur noch den Tod, der infolge eines Schädelbruches eingetreten war, konstatieren. Lichtenberg. Auch in dieser Woche findet eine Stadtverordnetenfltzung nicht statt. Die beiden Vorsteher der Versammlung weilen in der Ferne; der Bericht über die Zustände auf dem Elektrizitätswerk eilt nicht, die Gebäude des Werkes sowie die Maschinenfundamente sind, ob- wohl rissig und brüchig, noch nicht eingestürzt. Unsere Genossen haben einen Antrag eingebracht, der das Verlangen nach einem wirklichen Wahlrecht zum Landtage und zur Kommune fordert, weiter einen Antrag, der die Mitglieder der städtischen Körper- schasten von Lieferungen und Arbeiten für die Stadt ausschließt. Die Dinge eilen, gewiß nicht. Die„freisinnigen" Ortsgrößen scheinen es für praktischer zu halten, ihre Stellung zum Landtagswahlrecht — nach der Wahl darzutun. Medrichsfelde. Das Verfahren eingestellt ist laut Mitteilung der Staats- anwulischaft gegen die Genossen Pinseler und Gronwald. Wie er- innerlich, waren die beiden Genossen angeklagt, am 2. Juli v. I. in einer Volksversammlung die Friedrichsfelder Lehrerschaft dadurch be- leidigt zu haben, daß nicht erweislich wahre Tatsachen behauptet wurden. Nicht erweislich sollte sein, daß die Kinder der hiesigen Voltsschule übermäßig geprügelt würden. Trotzdem die An- geklagten vor dem Untersuchungsrichter erklärten, nicht alle Lehrer bezichtigt zu haben, erfolgte doch Anklage. Unsere Genossen traten nunmehr den Beweis der Wahrheit für ihre Behauptungen an. Ueber 30 Zeugen, teils Eltern, teils Schul- linder, waren geladen, um vor Gericht die Erziehungsmethoden mehrerer Lehrer zeugeneidlich zu bekunden. Am 12. März, einen Tag vor dem Verhandlungstermin, erhielten sämtliche Zeugen sowie die Angeklagten Mitteilung, daß der Termin aufgehobsn sei. Jetzt, nach 2'/z Monaten, ist endlich den Angeklagten die offizielle Mit- teilung geworden, daß die Anklage fallen gelassen ist, und zwar nach Jtücknahme der gestellten Strafanträge durch den Antragsteller. Der Antragsteller war der KreiSschulinspektor. Der Lehrer Ilms, welcher durch seine Erziehungsmethode eigentlich den Anstoß zu der Protest- aktion und somit auch zu der Anklage gegeben hat, unterrichtet seit April wiederum an der hiesigen Mädchenschule. Besagter Herr wurde im Dezember v. I. nach einer Bierreise plötzlich vier Monate krank und eS hieß, er solle seine Tätigkeit an hiesiger Schule nicht mehr ausüben. Wie jedoch verlautet, soll seine Versetzung zur Schule in Karlshorst bevorstehen. Die hiesige Bevölkerung wird es nicht ver- stehen können, daß Herr T. die Kinder nun doch noch weiter unter- richten soll. Im übrigen zeigt die Zurückziehung des Strafantrages nur allzu deutlich, daß die Kritik unserer Genossen in der betreffenden Versammlung sowohl wie auch in der Gemeindevertretung nur allzu berechtigt war. Friedrichshageu. Als Leiche ans Land gespült winde Sonntag nachmittag die 36 Jahre alte Ehefrau des Bauarbeiters Fritz Giebel aus der See« stratze 20, von hier. Die Frau war in der Freitagnacht während des Gewitters still aus ihrem Bette aufgestanden und hatte die Wohnung unbemerkt verlassen. Nur mit Unterrock und Strümpfen bekleidet hat sie sich vermutlich bei der Ueberfahrt in die Spree gt stürzt, wo sie ertrank. Bei einem Stätteplatz konnte die Leiche ge- borgen werden. Tempelhof. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins referierte Genosse Störmer über die preußische Landtagswahl. In an- schaulicher Weise erläuterte der Referent den reaktionären Charakter des Wahlgesetzes und übte dann eine ätzende Kritik an der Tätigkeit des Dreillassenparlaments. Mit der Aufforderung, alles daran zu setzen, daß im neugewählten Landtag auch unsere Vertreter ihre Stimme erheben können, schloß der Referent seinen mit Beifall aus genommenen Bortrag. In der Diskussion forderten die Genossen M. Schmidt und Thiel energisch zum Austritt aus der Landeskirche auf, was der Referent in seinem Schlußwort unterstrich. Hierauf nahm die Versammlung den Bericht von der BerbandS-General Versammlung entgegen und wählte in nachfolgender Ersatzwahl den Genossen E. Klahn an Stelle deS zurücktretenden Schriftführers. Maricndorf. Die Gemcindevertretersitzung vom Donnerstag, soweit sie während eines kurzen Zeitraums vor der Oeffentlichkeit stattfand. bot. ein Bild sozialpolitischer Rückständigkeit der Vertreter der be sitzenden Klasse. Auf der Tagesordnung standen u. a.:„Beschluß fassung über Bildung der Schuldeputation", ferner ein Antrag der sozialdemokratischen Vertreter, den Beginn der Sitzungen statt auf 4 Uhr, wie bisher, aus 5 Uhr anzuberaumen. Zu dem ersten Punkt beantragte Genosse Reichardt, als Mitglied der Schulkommission den Genossen Weber zu wählen. Er legt in längeren Ausführungen dar. daß es sich hier um eine Angelegenheit der Volksschule handele. und deshalb in die Kommission in erster Linie ein Vertreter hinein müsse, der mit den einschlägigen Verhältnissen vertraut sei und dessen Kinder die Volksschule besuchen. Reichardt wurde von dem Gemeindevorsteher wie von dem bürgerlichen Vertreter Dr. med. Leutloff erwidert, daß ja gegen die Person des Genossen Weber absolut nichts einzuwenden, daß aber mit Sicherheit die Nicht- bestätigung von feiten der Regierung zu erwarten sei. Genosse Reichardt replizierte, daß die Gemeindevertretung doch nicht Politik zu treiben habe und solche auch ganz außer Spiel gelassen werden müsse; die Regierung könne im übrigen auch gar nicht wissen, ob überhaupt und wie der Gewählte sich politisch betätige. Mit an- crkennenswerter Offenheit erklärte der Gemeindevorsteher, er sei verpflichtet, der Aufsichtsbehörde über die politischen Anschauungen des Betreffenden klaren Wein einzuschenken. Der Antrag unseres Genossen Reichardt wurde natürlich abgelehnt. Den zweiten Punkt begründete ebenfalls Genosse Reichardt. Er führte zahlreiche Vor- ortgemeinden an. die den Sitzungsbeginn auf einen späteren Zeit» Punkt, auf b, 6 und 7 Uhr anberaumt hätten. Es würde sich ledig- lich um einen Akt des Entgegenkommens gegenüber den werktätigen Vertretern handeln, der spätere Sitzungsbeginn somit auch einem Teil der bürgerlichen Vertreter zugute kommen. Recht schön machten sich die Einwendungen deS Herrn Dr. Leutloff. Es hätten sich noch nie Unzuträglichkeilen daraus ergeben, daß die Sitzung schon um 4 Uhr beginne, und„man wird sich doch nicht das Abendbrot um die Ohren schlagen", meinte dieser Herr. Genosse Weber nagelte diese, die bürgerlichen Anschauungen so recht charakterisierenden Aeuße- rungen fest. Der großen Masse der Bevölkerung werde es unmöglich gemacht, den Verhandlungen beizuwohnen. Der Begriff der Oeffentlichkeit werde dadurch illusorisch gemacht. Es nützte alles nichts; die Bürgerlichen, mit Ausnahme eine» einzigen, identi» fizierten sich mit den Ansichten des Dr. Leutloff und lehnten auch diesen Antrag ab. Der Gemeindevorsteher brachte noch ein Schreiben des BauratS Saß zur Kenntnis der Versammlung, in dem dieser entfallenen Wahl als Schöffe Abstand zu begrüßt diesen Entschluß des genannten Herrn. Er habe dessen Wahl von vornherein bekämpft und sei nach wie vor der Ansicht, daß für dieses Amt nur jemand in Frage kommen kann, der cS nicht nebenamtlich ausübe, sondern sich voll und ganz der Sache widmen könne. bittet, von der aus ihn nehmen. Genosse Reichardt� tiefe NicolauS, Set Msete Kritik und Wanverullgsborschlage durch die beliebte Methode eines Schlutzantrages abmeuchelte. Der angenommenen Hundesteuer von 30 M. ist die Bestätigung versagt worden, gewiß zur Freude der Hundebesitzer. Nach einer in Bälde erlassenen Polizeiverordnung müssen jedoch in Zukunft Hunde auf der Straße mit der Steuermarke und einem Maulkorb ver- sehen sein, wenn anders die Besitzer nicht nur in eine Ordnung?- strafe verfallen, sondern, was bisher nicht der Fall war, ihnen auch die Hunde weggefangen werden- Trebbin(5kreis Teltow). In der letzten Stadwerordnetenversammlnug teilte der Vorsteher mit, daß der Magistrat die Schenkung des verstorbenen Rentiers Karl Götze von 20 000 M.. deren Annahmetermin am 5. Mai ablief, am 4. Mai abgelehnt habe, so daß eS der Stadtverordnetenversammlung nicht mehr möglich war, gegen den Beschluß des Magistrats Klage beim Bezirksausschuß zu erheben. Nach längerer Debatte hierüber, sowie über die zum Ankauf empfohlenen Grund- stücke der Herren Fromm und Ritter zum Schulhausbau wurde der Antrag des Stadtv. Ribbek, vor Beschlußfassung erst den Baugrund der Grundstücke zu untersuchen, angenommen. Stadtv. Schott- müller erweiterte den Antrag dahin, daß die Untersuchung im Bei- sein der Stadtverordneten innerhalb 14 Tagen stattzufinden hat. Das Gesuch de? Stadtförsters um Gehaltsaufbesserung nach dem Reglement der königlichen Förster wurde abgelehnt. Die Kosten von 630 M. für die von den Herren Haase, Karl Schulze und Buchner angefertigten Gebäudebeschreibungen wurden bewilligt. Hohen- Schönhaufen. In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde, nachdem die Einführung des neugewählten bürgerlichen Vertreters der dritten Klasse, Herrn Gröpler, vollzogen war, ein Antrag des Genossen F. Grütt verhandelt, welcher fordert, daß zu den Gemeindever- tretersitzungen nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch andere Personen, soweit Raum dazu vorhanden ist, als Zuhörer teilnehmen können. Der Antrag wurde gegen die drei Stimmen unserer Ge- nassen abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag, die Ver- treter der Presse, welche nicht Gemcindemitglieder sind, zuzulassen. Der Aufnahme einer Anleihe von 20 000 M. zur Pflasterung der Berliner Straße stimmte die Versammlung zu. Auf Antrag des Genossen Thiele wurde aber die Zahlung der betreffenden Summe an den in Frage kommenden Unternehmer zurückgestellt, weil die Pflasterung der Straße nicht vertragsmäßig ausgeführt wird. Es soll vielmehr erst ein juristisches Gutachten eingefordert werden. — Unter„Verschiedenes" fragte Genosse Thiele an, ob denn auf das Gesuch, zur Landtagswahl statt der Terminswahl die Fristwahl zu gestatten, noch keine Antwort eingegangen ist. Der Gemeinde- Vorsteher erklärte, das Gesuch überhaupt nicht weitergegeben zu haben. Eine weitere Frage des Genossen Thiele betraf die Festsetzung der Wahlzeit zur Landtagswahl. Hierzu äußerte der Gemeinde Vorsteher, daß auf Wunsch deS Landrats die Wahlzeit im Kreise einheitlich festgesetzt werden soll. Höchstwahrscheinlich wird mit dem Wahlakt mittags 12 Uhr begonnen werden. Dieses Verhalten wurde von unseren Genossen gebührend gekennzeichnet, weil durch diese Festsetzung der Wahlzeit vie am Orte wohnenden, aber außer- halb desselben beschäftigten Arbeiter ganz erhebliche Opfer an Zeit und Geld bringen müssen, um ihr Wahlrecht ausüben zu können. Potsdam. Das Potsdamer JnnuagSschiedSgericht der vereinigten Innungen hat sich vergangene Woche auf einen sonderbaren Standpunkt gestellt. Im Auftrage des ArbeiterauSkunftSbureaus sollte Genosse Hörig bei genanntem Gericht zwei Klagen vertreten. Zur Verhandlung kam es jedoch nicht, denn das Schiedsgericht vertrat die Auffassung, daß Hörig die Vertretung„geschäftsmäßig" betreibe. Dies ergebe sich schon daraus, daß Hörig gleich in zwei aufeinanderfolgenden Terminen bestellt fei. Außerdem sei auch nicht anzunehmen, daß er diese Arbeit umsonst mache, da er ja auch noch andere Arbeiten für die Arbeiter erledige. Hörig wies natürlich auf die irrige Ansicht des Schiedsgerichts hin und bemerkte, daß er wohl vom Gewerkschaftskartell für seine Zeit- Versäumnisse und Auslagen entschädigt werde, daß der zu ver- tretende Kläger aber weder an ihn noch an das Kartell für diese Vertretung den geringsten Betrag zu zahlen habe. Ferner erhalte ein Brbeitersekretar auch Gehalt und ein solcher werde doch bei sehr vielen Gewerbegerichten zugelassen. Doch alles war umsonst. Der Vorsitzende meinte nur, be» einem Arbeiterselretär sei das etwas ganz anderes. Hier müßte eigentlich mal probiert werden, ob bei dem Potsdamer JnnungsschiedSgericht die Vertretung durch einen Arbeitersekretär wirklich etwas ganz anderes ist. Nachdem dir letzte Gtadtvervrdncteasttzung verschiedene Rechnungsentlastungen erledigt hatte, erstattet der Stadtv. Töpfer den Bericht des Ausschusses für die Beratung Betr. die Anlage der Sttaßenbahn Potsdam— Wildpark. Der Anschluß der Elektrischen durch die Ver- längerte Auguste-Viktoria-Straße— Viktoriastraße bis zum Werder- scheu Weg und nach Genehmigung der in Betracht kommenden Be Hörden bis zum Wildpark fano entsprechend dem Vorschlage des Finanzausschusses die Zustimmung der Versammlung. Weitere Linienführungen sollen in Betracht gezogen werden. Bei diesem Punkte geißelte der Stadtv. Bemhardt in scharfen Worten daS lang. same Arbeiten unsere« Stadtbauamtes, indem er auf die von der Versammlung ausgeworfenen Summen für Neupflasterungen hin- wies. Obwohl unsere hiesigen Steinsetzmeister keine Arbeit für Gehülfen haben, rühre sich dieser Ressort nicht und lege ei Bummligkeit an den Tag, die zu bewundern sei.(Tatsächlich herrscht unter den hiesigen Steinsetzern eine seit langen Wochen an- haltende Arbeitslosigkeit; es ist erst vor etwa 3 Tagen an den Magistrat ein Gesuch gerichtet worden, möglichst bald die Neu- Pflasterungen in Angriff zu nehmen, um der Arbeitslosigkeit unter den Steinietzern zu steuern). Für Erweiterungsbauten des städtischen Elektrizitätswerkes wurden 280 000 M. bewilligt. Reben anderen weniger interessanten Sachen nahm man noch Stellung zu einem Antrag betreffend Verabreichung von Frühstück an Obdachlose. Hierzu wurde die jährliche Summe von 360 M. ausgeworfen. Einige Zwischenrufe bei diesem Punkte legten Zeugnis von dem geringen sozialen Verständnis unserer Stadtväter ab.' hre me Ventnfebteö. Neinickendorf. In der Gemeindevertretersitzung wurde die Einführung eines llcberweifungs- und Schecksverkehrs beschlossen. Auch den Ge- meindebeamten, Lehrern und dergleichen soll daS Gehalt per Scheck zugewiesen werden, auf Antrag unserer Genossen jedoch nur dann, loenn es die Empfänger wünschen. DeS weiteren soll die Erlaubnis zur Errichtung einer Gemeindesparkasse nachgesucht werden. TaS zu diesem Zweck aufgestellte Ortsstatut gibt der Gemeindever- nctulig jedoch«inen so minimalen Einfluß, daß unsere Genossen gegen einzelne Bestimmungen ganz entschieden Front machen mußten. Leider vergeblich, denn die bürgerlichen Vertreter machten nicht nur keinen Versuch, die Rechte der Gemeindevertretung zu wahre», sondern es fand sich unter chnen sogar der Licmeüldcverord« 100 Schornsteine durch Erdbeben eingestürzt. In der Stadt KecSkemet wurde Budapcster Meldung zufolge vorgestern vor- mittag S?L Uhr ein wellenförmiges Erdbeben mit drei Stößen ver. spürt. 20 Minuten später wiederholte sich das Erdbeben mit vier Erdstößen; die Bevölkerung stürzte panikartig aus Kirchen und Häusern. Ueber 100 Schornsteine sind eingestürzt und viele Mauern erhielten Risse. Nachmittag» 1% Uhr erfolgte dann abermals ein mittelmäßiges Beben. Auch jn der Stadt Nagh-Körös wurde das gleiche Erdbeben verspürt..»> Ein Raubmord. Hierüber wird unS aus Geestemünde ge« meldet: Am Sonnabend abend zwischen 9 und 10 Uhr wurde in einem Hause der Ludwigstraße der iMhrige Lehrling Johann Hel- Wege erschlagen aufgefunden. Die Schädeldecke war zertrümmert und die rcchle Halsschlagader durchschnitten. Helwege war nach- mittags mit 6000 M. zur Reichsbank geschickt; 2000 M. in bar hatte der Mörder mitgenommen, 4000 M. in Schecks liegen lassen. Bereit« in der Nacht zum Montag gelang es, den Mörder, einen 20jährigcn Menschen Scholarikis aus Bremerhaven, auf dem Bahnhose in Geestemünde, als er mit seiner Braut von einem AuSfluge zurück- kehrte, zu verhaften. Er gestand die Tat sofort ein. Ueber ein ähnliches Verbrechen wird aus Zabrze berichtet: Der Möbelhändler Glücksmann wurde Sonntag vormittag von einem jungen, anscheinend dem Tapezierstande angehörenden Manne, unter dein Lorgeben« er welle ein Sosagestell ksusep« ia bßi im nrieyer. mein.— ip.«. sw. i. x-hb kuw ein. 8. Ist das Kind vor dem Bater gestorben, Mannes Eltern, beide zur Hälfte. Die Witwe lie Hochzeltsgescheiike und die HauShaltungs- 4. Stock belegene Mobelniagckzln gelockt und dort überfallen. Er erhielt sechs schwere Kopfwunden, an denen er im Laufe des Tage« starb. Der Täter nahm dem Bewußtlosen den Geldschrankschlüssek ab und versuchte den Geldschrank zu berauben, wurde aber durch die Ehefrau des Glücksmann überrascht und entfloh. Bier Personen ertrunken. Wie aus Münster i. Wests, gemeldet wird, ist am Sonntag auf der Werse ein mit sechs Personen be- setztes Boot gekentert. Vier Insassen ertranken, während zwei gerettet wurden. Im Wahnsinn ihre vier Kinder im Alter von l4-�7 Jahren ermordet hat, wie die..Tilsiter Zeitung" aus Lappienen meldet, die Arbeiterfrau Prepens in Julienbruck, indem sie ihnen mit einem Beil die Schädeldecke einschlug. Ein zehnjähriges Mädchen entfloh. Die Mörderin brachte sich dann mit einem Rasiermesser selbst schwere Verletzungen bei; sie wurde in das Kreiskrankenhaus gc- bracht. Ein HauZeinsturz— vier Personen getötet. Jn Heckfeld (Baden) ist, wie eine Meldung von dort besagt, am Sonntag ein Haus, deS von einem Maurermeister nach der Rückgauerschen Methode gehoben wurde, wobei aber da» gleichmäßige Zusammenarbeiten außer acht gelassen worden war, in sich zusammen» gebrochen. Von den die Maschinen bedienenden Personen wurden vier getötet und sieben schwer verletzt. Der Maurermeister wurde verhaftet. Im Luftballon verunglückt. Nach einer Meldung aus Oakland (Kalifornien) stürzte das Luftschiff„Great Morest", daS 450 Fuß lang ist und dessen Ballon 500 000 Kubikfuß Gas faßt, bei einer Probefahrt aus einer Höhe von 300 Fuß in die Tiefe. Der Ballon des Luftschiffes barst, wie dem„Sun" berichtet wird, plötzlich, und das Fahrzeug, in dem sich 20 Insassen befanden, sank erst langsam bis auf eine Höhe von 75 Fuß. Dann fiel es in sich zusammen und begrub die Insassen unter seinen Trümmern. Sieben Personen wurden getötet und dix übrigen erlitten schwere Verletzungen._ Briefhaftcn der Redaktion. Dt« turtsttt»- Sprechstund« findet Lindeoftrahe Nr.», zweite« Hof, dritter Eingang, vier Treppen, BOT Fahrstuhl Wil wochentiiglich abend- von?'/, dt-«>/, Uhr statt. Geöiiue» V Uhr Sonnabend- beginnt die Sprechstund» um 0 Uhr. Jeder glnirage ist ein Buchstabe und eine Zahl al- Mertzetchen beizufügen. Briefliche Slniwort wirb nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. H. 88. Die Hausbesitzervereine Berlins finden Sie im Adreßbuch, Teil II Seite 210— Deutscher. Rein,— P. K. 29. 1. Das Kind und die Witwe erben. 2. New. so erbe» die Witwe und des erhält jedoch im voraus die, gegenständ-.— Amerika 100. Nein, falls nicht etwa durch ewe richtcr- liche Handlung die Berlährung unterbrochen ist.— W. R. 68. Friedenau, Niedstr. 7: v. Arnim.— 81. B 85. 1. und 2. Nein.— E. B. Ja. — O. H. 74. 1. und 2. Die Kinder sind nur soweit unterhalt»- pflichtig den bedilrstigen Eltern gegenüber, als ihnen dies ohne Be- cinträchtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen möglich ist. 3. New. — P. Kunst. Ein Examen wäre auch sür das Ausland notwendig; die Vorbedingungen erhalten Sie, wenn Sie sich an die Univerfiiät in Zürich wenden. Etwa süns Jahre würde die Vorbereitung mindestens ausmachen. — I.®. 80. Zur Zahlung find Sie verpflichtet; wahlberechtigt sind Sie nicht, weil Sie Ausländer sind.— L. 10. 1. Eine Klage auf Ausnahm« wäre nicht aussichtslos. Die Mchrzahl der Dottigen abonniert selbst— ». 64. 1. Ja, wenn cS formgerecht abgesaßt ist. 2. und 3. Nein, !. R. L. 7. New.— E. W. 19. 1. Neuenbnrger iStratze 7. enden Sie sich an den Verband der Bureauangcstellten, Engel- IS.— K. 176- Schwimme« 83. Wenden Sie sich an „... Arbeiter» Schwimmervund, Rixdors, Bergstraße 53 bei Bergmann. — W. 31. 11. New: Sie hätten nicht unterschreiben sollen. Jetzt Ware eine Klage aussichtslos.— A. F. Atanteusfelstr. 125. Beide Sachen find Schwindel. Testen Sie unS den Sachverhalt mit, damit wir den Beteiligten dann Kenntnis geben können.— A. F. 95. 1. bis 3. Die Antwort hängt von dem Wortlaut des Vertrages ab, der uns nicht bekannt ist.— W. S. 19, Leider steht das Gesetz aus feiten deS Witte«.— 61. O. H. Ja.—®. 444. 1. Lassen Sie sich vollstreckbare AuSscttlguna vom G-werbegettcht §eben und beaustragen Sie dann den Gettchrsvollzieyer mit der Psändung. . Nein.— E. W. 44. Bestimmte Bücher vermögen wir nicht zu emptehlen. Wenden Si« sich an den Leiter der Handwerlerschule. — Graupe 56. Wir raten dringend vom Beitritt zur Kasse ab.— Derkeo. Ausländer können nach der herrschenden Praxis ohne jeden Grund ausgewiesen werden. Eine Beschwerde hiergegen kann Erjolg haben, wenn sie von dem Staat, dem der Betreffende angehört, als Verletzung der StaatSvetträge unterstützt wird.— I. O. S. 8. Der Vater hat lein Recht aus das Kind. Die Mutter ist keineswegs verpflichtet, das außer» eheliche Kind dem Vater zu geben.— W. A. 38. Die Klage hätte leider wenig Ausficht auf Erjolg, sie hätte ö Monate nach Vorfall des Scheidungsgrundes erhoben werden müssen.— R. M. 1697. Eine Ausländerin wird durch Heirat mit einem Preußen Prcußin.— W. 81. 1. Das Landgericht, in dessen Bezirk der Mann wohnt, ist zuständig. 2. Ver- tretung durch einen Anwalt ist erforderlich. 3. Etwa süns Monate. —<£• St. 15. 1. Wer Im Jahre 1905 aus der Kirche ausgetreten ist, hat fett dem 1. Januar 1908 Kirchensteuern nicht mebr zu zahleu. 2. Der Sc- treffende soll der Kirchengemewdc mitteilen, daß zu Umecht von ihin Kirchensteuern gefordert werden und soll verlangen, daß das Gesuch der Kirchengemewde um Zwangsvollstreckung zurückgenommen und von ihr anerkannt wird, daß ein Recht aus Erhebung der Steuer ihr nicht zusteht. — M. 81. Ja: Wer aus einer woalidenverficherungSpflichtigen Beschäsii- gung austritt, kann selbst wetterkleben. Die Versicherung erhält er ausrecht, wenn er für je zwei Jahre mindestens 20 Marken irgend einer Klaffe klebt. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marlthallen-Direktlon über den Großhandel w den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr stark, G-schäst rege, Preise für Rind- und Schweinefleisch anziehend. Wild: Zufuhr genügend, Gelchäst ruhig, Preise wenig verändert. Gest üa«I: Zufuhr reichlich, Geschäft ziemlich lebhaft, Preise wenig veröndett. i s ch e: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. utter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse. Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft ziemlich lebhaft, Preise behauptet._ WttterungSüberstcht vom«5. Mai 1908, morgens 8 Uhr. Swwemde eun-arn ll II Ii B 9 "-e Haparanda7S7 Still Petersburg 754 ONO Scillh 759 SW Aberdeen Patt» 750 SW I 763 SSW -rlw Frantf.a.M München Wie» Wetterprognose für Dieußtag, den»9. Mai Etwas wärmer, zeitweise heiler, aber fehr veränderlich regen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Ketterburea» WasserstandS-Rachrichten 1908. mit Gewitter- der Landesanstalt ür Gewästerkmide, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M« m- l. Tilfit Pregel, Jnsterburg Weichsel. Thorv Oder, Rattbor , Krassen ... Franksutt Warthe, schrtmm . Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmetttz . Dresden » Barbq . Magdeburg am 24.5. om 384 182 238 161 133 203 32 113 45 21 -88 240 200 seit 23. S. ow') —3 -17 4-14 -21 -2 -S -s ——4 -i —6 0 4-25 4-1S Wasserstand Saal«, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , BeeSkow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Wertheim Mosel, Trier am 24. 5. cm 202') 113 161 94 136 183 172 547 336 417 99 168 US seit 23.5. cm1) —8 —5 +3 0 -1 4-74 4-43 4-3 4-6 4-28 +9 4-12 -23 .') 4- bedeutet WuchS,- Fall.-•) Unterpegel.-•) höchster Wasser- stand: SSV cw i» der Rächt vom 22. zum LS. Mai. Manoli MANOLI Abbas Beste3Pfg. Cigarette 麵麵 ,, Problem" überall zu haben. Kein Streik. Keine Arbeiterdifferenzen. Cigarrettenfabrik „ Problem". Jenensia- Räder! Mod. I 10 Jahre Garantie! ☐ Teilzahlung! Adler= Räder! 2428L Phänomen= Räder! Groskurths Social- Räder von M. 56.- an! Auswahl in gebrauchten Rädern! Motorzweiräder! Fahrradzubehör spottbillig! R. Groskurth, Berlin C., Münzstraße 23. Zum Wohin gehen wir Himmelfahrt? Restaurant ,, Hungriger Wolf" Strausberg II. 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Stadt Berlin. Zur grünen Linde. Kolonie: Reft. Lübben- Steinkirchen. Teufelssee T.-B. Korbiskrug bei Gr.- Besten. T.-B. Restaurant Peter Raczmaret. Krausnick. T.-B. Kein Lofal frei. Kremmen. P.-0.-H. Paproth. Kriescht ( D. u. W.- Sternberg). Frei: Restaurant Igel. Bieb's Hotel und Donath gesperrt. Sämtliche Lokale gesperrt. Lychen i. M. Ball, Vogelsangstraße. Madlow( Cottb.- Sprembg.) Friz Gronemeier. Mahlsdorf. H.-B. Guft. Schliefe, Hönowerstr. 5. Rest. Zu den Rathausbären, RoTonie Grunomstraße. Mahlsdorf- Süd( Klekemal). Rest. Heidekrug( Inh. Dräger). Malchow b. Weißenfee. H.-B. Krummensee b. Schenken- Café Tiet". dorf. T.-B. Gasthof zum deutschen Hause, Otto Rein Lokal fret. Fielik. Kanntdorf ( Cottbus- Spremberg). Matthes Kanter. Karlshorst. N.-B. Rest. Fürstenbad, Brinz Adalbert, Inh. Bartel, Verkehrslokal. A. Sabrowski, Trestow- Allee 66. Kaulsdorf. H.-B. Hamanns Gesellschaftshaus, Frank furter Chauffee, Inh. Mees. Rest. Zum Badeschlößchen, am Hellersdorfer Weg. Ketschendorf. Frei: Gasthof Weidemann( Saal). G.Noad, Gasth. 3. schwarzen Adler. Ketzin a. d. L. P.-O.-H. Klemms Restaurant. Kirchhain( Calau- Ludau). T.-B. Schüßenhaus u. Wildes Lokal. Kladow. P.-0.-H. Alle Lokale gesperrt. Kl.- Besten. T.-B. Gustav Schmidt. Kl.- Machnow- MachKurtschlag. Bißmann. Malz b. Grabowfee. Neubert, Waldschlößchen. Mariendort. .- B. T.-B. Reft. Zum Feldschlößchen", Kur fürstenstr. 44. Inh. Friz Bierod. Rest. Reichardt, Chauffeeftr. 27. Rest. z.Landhaus, Inb.Strikke, Gr.. Beerenstr. a. Bahnh. Marienfelde. Restaurant 8um alten Ustanier" Inh. Burschke, Chausseestr. 82. Marienfelde. T.-B. Ladeburg. N.-B. E. Krubsal, früher Wendt. Landsberg a. W. Rothenburg, Cüstrinerstr. 31. Altes Schüßenhaus, Wall. Friedrichshalle, Jnh. Guft. Schulz. Strüger, Roßwiesenstr. 49 a. Waldschlößchen, Heinersdorferst. 46. Oberschmidt, Berlinerstr. 115. Tivoli, Bergstr. Langewahl b. Ketschendorf. T.-B. Gasthof Roberstein. Herm. Berger, Dorfstr. 30. Markgrafpieske bei Fürstenwalde. T.-B. Daw. Fischer, Langestr. 31. Buchwald und Gasthof Wilh. Grasnic, Langendammerstr. Lanke. H.-B. Stodmann, Restaur. Waldschloß". Ottilie Wetzger, Schloßpart". Lankwitz. T.-B. Paul Ebel, Nest, zum Boltsgarten, Marienfelderstr.9( Lutherkirchhof) Herm. Retger, Wirtsb. Zum grünen Kranz, Calandrelliftr. 27. Gust. Breuert, Marienfelderstr. 17b. Marwitz. P.-O.-H. Schurbaum. J. Peschel. Lessing. Marzahn. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Miersdorf. T.-B. Rest. zur Mühle, Ing. E. Lier. Mittenwalde. T.-B. Wilh. Kranich, Gasthof zum Kron bringen. Lebbin bei Storfow, T.-B. Mönchsmühle b.Schlidow N.B. Lehnin. nower Schleuse. T.-B. B. Lehmann. Kein Lokal frei. Klosterfelde, N.-B. H. Taege, Hauptstr. 63. Rest. Schultheiß am Bahnhof Leitersdorf, Zülleh.- Cross. gesperrt. Alle and. Lokale frei. N. Kubale. Alle Lofale gesperrt. Mönchwinkel. H.-B. Lenz. Mückenberg b. Guben Neuer Grund", Schönborn. Reft. Fall, Trestow a. Brunot ftraße Ede. Rest. Herms, Krestowftr. Ede. Reft. Künstler, Trestowstr. Ede. Rest. Schneider, Schlieper und Kurgarten( Gumlich). Schloß Bellevue( Strüger). Zum Leuchtturm( Weinrich). Freie Lotale an der Havel: Tegel.( Bezirk.) H.-B. Reft. Pfeffer, Berlinerftr. Reft. Rentner, Berlinerstr. Schönebergerstr. Ede. Schlteper und Schlieper und Reft. Kuhn. Reft. Döring. Otto Natonz. ( Cottbus- Spremberg). Trattendorf Kein Lokal frei. Tiefwerder a.H. P.-0.-H. Fermum, am Bahnhof. Templin. Martin Müller, Berlinerftr. 41/42. Berlinerstr. 9. Wilhelmsgarten", Georg Motulys, Tempelhot. T.-B. G. Kupsch, Hoher Steintveg 10. Behlendorferstr. 4. Berkehrslokal: Wilhelm Bonow, ( Bersammlungslotal). Reinh. Preuß, Berlinerstr. 16 Deutsches Wirtshaus, Inhaber Teltow- Seehof. T.-B. Reft. Schwan. Rest. Beinspach. Tegelort. I.-B. Reft. Biedow. Waldschloß( Gruber). Conradshöhe( Joppis). Reft. Baldburg( Stiletti). Otto Wolff, Zum Kronprinzen, Bahnhofstraße. Emil Schulze, Gesellschaftshaus, Trebbin. T.-B. B. Fromm, Schüzenhaus, BerW. Jüttner, Berlinerstraße. B. Gräfe, Bahnhofstraße. H. Gleiche, Bahnhofstraße. H. Lehmann, Bahnhofstraße. Bahnhofstraße. Alle Lokale frei. Treptow. T.-B. H. Graf, Beelizerstraße. Ww. Haufe, Boffenerstraße. J. Hirsch, Markt. linerstraße. Gust. Norenz, Breitestr. 254. Fr. Lobbes, Berliner Vorstadt 2. Trenenbrietzen. Frei Valentinswerder. P.-O.-H. Vehlefanz. P.-O.-H. Wittenau, H.-B. Heinr. Beetsch, Gesellschaftshaus, Artushof, Inh. Morih, Berliners P.-O.-H. Weinmeisterhorn, Glienickerstr. 10. Bairischer Hof, Inh.: Wollenzien, straße 40. Fürstenhof, Inh. Philipp, König. Wannsee. T.-B. Alle anderen Lokale sind fret. Neft. Terraffe" gesperrt. Wandlitz- Wandlitzsee. N.-B. häuschen. Gust. Temmlin, Rest. SchweizerWaidmannslust. H.-B. Reft. b. Kampf, Biezer Schmelze. Vietz. Gasthof zum deutschen Kaiser. Berkehrslotale: Schüzenhaus und Vetschau. Louisenstraße. . Weihmann.- A. Conrad, Bergstr.- N. Thiele.- H. Dtto. Grunow, Wilhelmstr.- Geride, Auguft Paris, Louisenstr. 17. Velten. P.-O.-H. Paul Schiöitte gesperrt. Ausbau, frei. H. Köppen. Bur Klause, Hildegardstr. 5/6. Inh. Stechert. Spichern- Sale, Spichernstraße 3, 114-115. Viktoria- Garten, Wilhelmsaue Dafe. Louisenpart, Wilhelmsaue 112, Inh. Wilmersdorf. T.-B. Jnh. Kieter gesperrt. Wilhelmsruh( Oberhab.). Alle Lokale frei. Wilhelmsruh. I.-B. Alle Lotale frei. Wilhelmshagen. H.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmsberg. H.-B. Otto Heiser, 8ur Dahme". Otto Schuhmann, Wildauer Hof. Wildau. T.-B. Restaurant W. Balzer. ( Cottbus- Spremberg.) Weskow. Kanal". Biehl, Gasthof8um Dder- Spree Schramm. Neft. am Crossinsee, Inh. Wilh. Wernsdorf. T.-B. Carl Schlottke( fr.Wittenberg). Wernenchen. Fischerstr. 98. Schwarzer Adler,( Inh. Koch), Werder a. d. Havel. Alle Lokale frei. Weissensee. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Weissagk bei Vetschau. Straße 73. Zepernick Alle Lokale gesperrt. b. Liebenwalde( N.-B.) Zehlendort Karlstr. 12. With. Mied, Gesellschaftshaus. ( Waldesluft). B. Miellei, Potsdamerstraße 25 Zehlendorf. T.-B. Alb. Insel, Dammhorststr. 11. Restaurant Buchholz, Amtsfreiheit. Zehdenick. P. Behrend, Gasth. z. Palme. Zeesen. T.-B. Brauerei Friedr. Buchholz. Zechin( Frankfurt- Lebus). Hagedorn, Frankfurterstr. 98. Wriezen a. 0. Alle Lokale frei. Woltersdort( Qudenwalde) Schleusenstr. 36. Gasthof zur Schleuse( R. Albrecht), Bad, Promenadenweg. Guft. Malchow, Kaiser Wilhelm Brawib, Bellevue, früher Rid Balm, Café Ruhwald.[ werber. N.-B. Woltersdorf( Schleuse). Alle Lokale frei. Woltersdorf( Dorf). H.-B. Meißner, Bur Eisenbahn". Wittstock.( D.- Brignig.) Landhaus, W. Werner. Central- Halle( Gutsche) ut. Reftaur. ( Oft- Prignit) Wittenberge Albert Schulze, Hauptstr. 23. straße, Verkehrslokal. Restaurant Böhm, Oranienburger. Zwiebusch. T.-B. H. Klopsch, Mosauerstraße. Züllichan. Alle Lokale gesperrt. Zühlsdort. H.-B. Flora, Neuendorfer Chauffee. Schimte, Barutherstraße. Verkehrs- u. Bersammlungslokal: Zossen. T.-B. Berkehrslokal: Restaurant Zieg. ( Oft- und West- Sternberg.) Zielenzig. 2lbrechtshof( Spethmann).) Reft. Raebe, am Bahnhof. und Zeuthen. T.-B. Wasser. Berkehrslotal: Julius Knorr, am Zernsdorf. T.-B. Bum Bank Schlößchen"( Ostertag). an der Stettiner Bahn. N.-B. Seddin- See. Wilsnack.( West- Prignitz.) Gärtner, Berliner Schweiz, am Bätjes Gasthof. Drud: Borwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 68. Berantwortlich: Richard Henschel, Berlin N. 28, Wollinerstr. 51 IL Alle Lokale, die keinen Saal haben, find frei! And fret! für Berlin und die Provinz Brandenburg. Lokal- Lifte Ausgegeben am 26. mai 1908. Kreis Potsdam- Ost- Havelland an August Paris, Belten, Luisenstr. 17. Blumenthalftr. 24, für Streis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rirdorf, Selchowerstr. 15/16, b. IV; für betreffenden Kreises zu richten. Für Kreis Nieder- Barnim an Hermann Elias, O. 112, Alle Mitteilungen, Anfragen 2c. sind für Berlin an das unterzeichnete Kommissionsmitglied des Dbmann der Rommission: Richard Henschel, N. 28, Wollinerftr. 51, II. 1 in der Zwischenzeit eintretenden Menderungen Notiz zu nehmen. Die Lokalkommission. Diese Liste ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den wir darum bitten, alle Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jederzeit gern bereit, uur müffen unternehmen zu wollen. bringend, Vereins, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diesen Lokalen, * bezeichneten Orte bezw. Lokale gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen Zur besonderen Beachtung empfehlen wir folgendes: Die in der Lifte mit einem = P.- O.- H. Für alle übrigen Orte sind Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommission zu richten. N.-B., Teltow Beeston T.-B., Potsdam Dst- Havelland bezeichnet: Nieder- Barnim Die zu den genannten drei Kreisen gehörenden Drte sind durch folgende Buchstaben besonders Paul Bartsch, Lessingstr. 32. Lotal- Kommissions- Mitglied: Bum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Balaft- Theater, Burgstr. 22. Louisen- Belt, In den Belten 9a. Drafels Festfäle, NeueFriedrichst.35. 1. Wahlkreis. Bittoria Brauerei, 2ükomft. 111/12. Schulze, Mittenwalderstr. 15. Variété Süd- West, Inh. Wilhelm Unions- Brauerei, Hasenheide22/ 31. Thiems Festsäle, Blücherstr. 61. Schwarz, Hasenheide21, Jahnst.8. Schnegelbergs Festfäle, Inb. Tarl Hasenheide 57. Heinhardts Neues Gesellsch.- Haus, Raabes Festsäle, Fichtestr. 29. Mürichs Festfäle, Stegligerstr. 85. Martgrafentafino, Martgrajenst.83. Leuchtturm, Fontane Promenad.15 Linden- Kafino, Lindenstr. 106. Königshof, Bülowstr. 37-40. Kliems Festfäle, Hafenheide 13/15. Hoffäger- Balaft, Hasenbeide 52/53. Hochbahn- Neft., Tempelhofer Ufer 30. Happolds Brauerei, Hajenbeide 32/88 Habels Brauerei, Bergmannstr.5-7. Gründer, Schwerinstr. 13. Grumbach, Schönleinstr. 6. Gramfau, Stegliterstr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gliefing, Wafferthorstr. 68. Bohne, Hasenheide 45-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg. Anhalt. Ressource, Mödernstr. 114. 2. Wahlkreis. Berlin. Schröder, Hagelbergerstr. 27. Lotal- Komm.- Mitglied: Heinrich E. Bühlke, Dennewigstr. 13. 1 G. Bolschläger, Adalbertstr. 21. niderstraße 62. Köpenider Vereinshaus, Köpe- Walter( Urania), Wrangelfir. 9/10. Köpenider Festfäle, stöpenickerstr.127a Stalizer Garten, Staligerstr. 54. Schuhmacher, Stalizerstr. 126. Stöpeniderstr. 96/97. Schlesischen Tor. Kellers Neue Philharmonie", Industrie- Festfäle, Beuthstr. 19/20. Schode( Drachenburg), Vor dem Insel Festfäle, Inselstr. 10. Sanssouci, Rottbuserstr. 6. ftraße 147. Januszkiewicz, Melchiorstr. 15. Grupes Festfäle, Annenstr. 16. Reichenberger Hof, Reichenberger dantenstr.77/ 79( nh.Haberland). Dranien- Salon, Dranienstraße170. straße 6. Gratweils Bierhallen, Komman Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Nauyn- Festsale( Hollbach), Naunyn. Gesellschaftshaus, Prinzenstr. 94. Mar Nowad, Manteuffelstr. 9. Fürstenhof, Stöpeniderstr. 137/188. straße 39( Inh. J. Meier). B. Frantes Festsaat, Sebastian. straße 75( nh. W. Kube). Feuersteins Festfäle, Alte JakobEnglischer Hof, Neue Roßstr. 3. straße 45( Inh. A. Hoffmann). Dresdener Garten, Dresdener Dresdener Kasino, Dresdenerstr.96. Dietrichs Festfäle, Dresdenerstr.116. Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. ftraße 52/53. City- Hotel( D.Holzky), Dresdener Central- Festfäle, Alte Jakobstr. 32. Buggenhagen, Morigplak. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2. Berchts Rittersäle, Ritterstr. 71/75. Beders Festfäle, Kommandanten straße 58/59. Ufer 2. Mariannen Feftsäle, Mariannen Stöpenider Hof, Köpenickerstr. 174. Industrie- Festfäle, Mariannenstr.31 | Graumann, Naunynstr. 27. Gleve ,,, Süd- Ost", Waldemarstr.75. Central- Festfäle, Oranienstr. 180. Café Alsen, Vor dem Schles. Tor 2. Borchardt, Köpenickerstr. 158. Behrends Festfäle, Manteuffelstr.95. 4. Wahlkreis. Süd- Ost. Carl König, Urbanstr. 98. Lotal- Kommiffions- Mitglied: bantenstr. 20. " Bur Lebensquelle", Romman drinenstr. 37 a. " Bum Alexandriner", Meganstraße 72. [ ftr. 62. Kommandanten Neues Klubhaus, Kommandanten Arminhallen, brinenstr. 110. Michael- Festfäle, Michaeltirchstr. 39. Alexandrinen Festsäle, Meran Meyer, Oranienſtr. 103. Märkischer Hof, Admiralstr. 18 c. 3. Wahlkreis. Luisenhof, Bukowerstr. 9( M.Rusch). Jakobftr. 37( Inh. Jat. Lis). Luisenstädt. Konzerthaus, Alte LehmannsFests., Alexandrinenstr.32 7 Oft. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Müller, Restaurant, intenftr. 65.| Schumanns Vereins- H., Rösliner Mündner, Linienſtr. 19. ftraße 17. Albrecht, Gesellschaftsh., Langeft.108. Neues Konzerthaus, Alexanderpl. Schwantes Festfäle, Chauffeeft. 102. Andreas Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. Dtto Baaz' Festfäle, Blumenstr. 10 ( b. 1. 10. 08 ab). Lands. H. Behrend, Sängerheim, Landsberger Allee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-13. Boekers Gesellsch. Haus, Weberft.17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22/29. Breuer, Große Frankfurterstr. 117. Bürger Hof, Küftriner Platz 10. A. Diez, Landsberger Allee 76/77. Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderftr.27c. Feindt, Weinstr. 11. Flechs Festsäle, Fruchtstr. 86a. Fortuna- Säle, Strausbergerstr. 3. Germaniabrauerei, Franks. Allee53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerst.16 Gieste, Landsbergerstraße 89. Keller, Koppenstr. 29( Inh. Freher). Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Kolwigs Festfäle, Gr. Frankfurter ftraße 99. Große C. Stoczorowski, Schillingstr. 36. Königstadt- Kafino, Holzmarktstr.72. Königstädtisches Kasino, Frantjurterstr. 76. E. Krüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. B. Litfin, Memelerstr. 67. Markgrafenfäle, Marigrafendamm 84 R.Mayers Vereinshaus, Gr.Frantfurterstr. 133. Bachuras Klubhaus, Landsberger. straße 85. Philadelphia, Greifswalderft.138/ 39 Restaurant Bürgerheim", Alte Schönhauserstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Rosenthaler straße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstraße 57. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien- Halle, Gipsstr. 9. Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18 Union- festfäle, Greifswalderstr.222 Verbandshaus der Gastwirtsge. hülfen, Gr. Hamburgerstr. 18/19. Bendts Pracht- Säle, Münzstr. 17, Eing. Königsgraben. Lotal Komm. Mitglied: Albert Hahnisch, Auguststr. 51, Duerg. pt. 6. Wahlkreis. Moabit. Artus- Hof, Perlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Danziger Ball- Salon, Stromstr. 28. Eisschlößchen( Plößensee). Gieshoit, Insel- Rest.( Plößensee). Stron.- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Moabiter Bürgerfäle", Beusselstr.9. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Rafino, Wilsnaderstr. 63. Moabiter Schüßenhaus( Plößensee). Pieleke, Waldstr. 8. Schüler( Brauerei Moabit), Zurmstraße 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Bittoria Salon, Perlebergerftr. 14. Vorstadt. C. Nidel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Dft- Stafino, Frankfurter Allee 106. Wedding und Oranienburger Ditbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. Patriafestfäle, Gr.Frankfurterstr.28. Bazenhofer, Landsberger Allee 24. Altmanns Vereinshaus, Invaliden Residenz- Festfäle, Landsbergerst.31. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frankfurter Allee 127. B. Schumsti, Langeftr. 65. Stegels Festfäle, früher Haberecht, Große Frankfurterstr. 30. Zauert, Große Frankfurterstr. 85. Bimmermann, Grüner Weg 29. Lokal- Kommiffions- Mitglied: Carl Nott, Straßmannstr.29, ptr. 5. Wahlkreis. Bordes Vereinssäle, Neue Königst.7. Diesener, Landsbergerstr. 37. A. Ernst, Prenzlauerstraße 41. Fürstenberg Säle, Rosenthaler. ftraße 38. Gesellschaftshaus Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Heufelder, Dragonerstr. 15. Königsfäle, Neue Königstr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Ruhns Festfäle, Linienſtr. 8. Leydeders Salon, Sophienstr. 34. Logen Restaurant, RI.Auguftstr. 14. ftraße 146. Berliner Bod- Braueret, Abt. II, Chauffeeftr. 64. H. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. Bereins- Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparrstr. 14. Bum Boltsheim, Aderstr. 123. Zum Schillerpart, Paul Mann, Müllerstr. 59. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Boruffia, Aderstr. 6/7. Brunnen- Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunenftr. 84. Elsaffer Ball- Salon, Elsafferstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. Jos. Frantes Festsäle, Badstr. 19. Frischs Victoria- Garten, Badstr. 12. Gramotte, D., Bergstr. 12. Harmonie, Invalidenstr. 1a. Slubhaus Sangeslust, Usedomftr. 7. Melchert, Bergstr. 68. Roads Festfäle, Brunnenstr. 16. Dlböter, Usedomstr. 33. Roewers Festfäle, Elisabethkirchftr.14 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. F. Schuster, Aderstr. 144. F. Wilkes Festfäle, Brunnenstr. 188. Bum Sängerheim, Veteranenftr. 18 Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70, Gregory- Brauerei, Badstr. 67 Mar Hahn, Koloniestr. 124. Leonhardt, Kolonieftr. 147. Marienbad, Badstr. 35/36( Jnh. Nagel). Schmidt, Herm., Prinzen- Allee 33. Boltsgarten- Theater, Badstr. 8 ( Behm und Bellermannstraße). Schönhauser Vorstadt. Arndts Festfäle, Belforterstr. 15. Arnim- Festsäle, Schönfliegerstr. 22 Berolina Festfäle, Schönhauser Allee 28. Bier- Sprudel, Gaudyftr. 10. Wendorf, Zehdeniderstr. 10. Brauerei Königstadt, Defon. Nob. Liebing, Schönhauser Allee 10. D. Hoffmann, Kastanien- Allee 23. Forper, Prenzlauer Allee 165 ( Ringbahn- Station). Berliner Nordpart, Müllerstr. 148. Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee. Gebr. Cranz' Festfäle, Röslinerstr. 8. Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130( Inh. Stein). Detloffs Festfäle, nvalidenstr.84/ 85. Funtes Gesellschaftshaus, Triftstr.41 Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Genossensch. Wirish.IV Nordufer10 Allee 176. Germania- Säle, Chauffeeftr. 110. Brauerei Gabriel u. Jäger, Delon. Gesellschaftshaus, Inh. M. Schölzel, Boyenstr. 12. Hoffmann, Basewalterſtr. 3. Humboldt- Säle, Hussitenstr. 40. Hübners Festfäle, Chausseeftr. 120. Köhlers Salon, Tiedstr. 24. KromreysFestsaal, Eichendorffstr.8. Fröbels Allerlei Theater, Schön. Meeses Gesellschaftshaus, Schulst.29 hauser Allee 148. Milbrodts Gesellschaftsh., Müllerft.7 Genossenschafts- Wirtshaus, Star. Dranienburg.Festfäle, Chausseest.16 Kopenhagener Klubhaus, Hube, Pharus- Säle, Müllerstr. 149. Raabes Festjäle, Stolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Karl Schraderhof, Liebenwalderft.36 Schreiners Vereinshaus, Schulstraße 66. Schultheiß, Seeftr. 82 Kopenhagenerstr. 74. [ garderstr.3. Maertins Festfäle, Pappel- Allee 25. Obiglos Festfäle, Schwedterst.23/ 24. Prater Theater, Kastanien Allee7/ 9. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. A. Sauer, Schönhauser Allee 134a. Lotal- Kommissions- Mitglied: R. Henschel, Bollinerstr. 51, IL J. Gördes, Waldschlößchen, Baldftraße 50/51. B. Dito, Berlinerstr. 113/114. Engel, Eichbornstr. 73. Reppen( D. u..- Sternberg). Verkehrslokal: Hotel Karl". Alle übrigen Lokale gesperrt. Rixdorf. T.-B. Vereinshaus am Richardplak gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Röntgenthal. N.-B. E. Braun, Restaurant Röntgenthal. Herm. Marr's Waldhaus. Rosenthal. N.-B. a. Kabeliz, Gasthof Bur Mühle", Hauptstr. 38. Rudersdorf( Dorf). H.-B. R. Mary, Luisenstr. 31. Rüdersdorf( Saltb.). H.-B. Grewe, Gafth.z.Linde, Heinigerst. 19. H. Möller, am Stalffee, Starlstr. 8. Rudow bel Johannisthal T.-B. Berkehrslotal: Aug. Balm, Köpeniderstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf b. Teltow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Rummelsburg. I.-B. Alle Lokale frei. Saarmund( Luckenwalde). Hildebrandt. Saatwinkel. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Sachsendorf. ( Cottbus- Spremberg.) Aug. Dobring u. Sachs. Sacro.( Sorau- Forst.) Bw. Ziegler, Brauerei. Sadowa. T.-B. Pflugs Rest. a. d. Oberspree. Bur Baldschänke, Inh. Töldte. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Bur grünen Tanne. Schenkendort. T.-B. Dtto Pätsch( Saal). Scheuno.( Sorau- Forst.) G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß). * Schildhorn. P.-Q.-H. Hans Righaupt. Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. Schröder. Schildow. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Schlachtensee. T.-B. Beelishof, Wilhelmshöhe und Kaftanienwäldchen, Inh. Krüger, frei; alle anderen Lokale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. Barthel's Wirtshaus, Schmargen dorf, Warnemünderftr. 6. Lindenbaum", Spandauerstr. 40, Jnh. Ad. Pöttscher. Schüßenhaus, Hundekehlenstr. 20, Inh. H. Meigner. Schmellwitz( Cottb.- Sprembg.). Alb. Lobedan u. Otto Hoffmann. Schmertzke bei Brandenburg a. d. H. Restaurant Geride. " Schmöckwitz. T.-B. Gasthof" Bur Balme", am Seddin fee, Herm. Peter. Road, Restaurant Zum Seddinsee. Murfeldt, Seglerschloß“. Wald- Idyll", Witwe Lorenz. Schöneberg. T.-B. Alle Säle frei. Schöneiche- Schönebeck. N.-B. Emil Süßmilch, Waldschloß. Schönerlinde. N.-B. Sperrliesti. Schönfliess. H.-B. Restaurant Schirmer. Schönholz. N.-B. S. Ramlow, Kastanienwäldchen", Schönholz 14. B. Baumgartner, Bartreftaurant, Schönholz 11.[ holzer Weg 31. . Papriz, Birkenpart, SchönSchönow. H.-B. Alle Lokale frei. Schönwalde i. d. M. I.-B. H. Schulz. 2. Liebenhagen. H. Borowski, Internat. Sports. haus a. Gorinſee. Schöpfurth. 0.-B. Schüzenhaus( F. Müller). Schulzendorf. H.-B. Reft. ,, Hubertus", Triller. Spandau. P.-O.-H. Berkehrslotale: Paul Rumfe, Schönwalderstr. 80. Se. Schwabe, Seegefelderstr. 54/55. E. Köpnids Ball- Salon, Pichels. dorferstr. 39. Guft. Borchardt, Seeburgerftr. 26. Ulrichs Ballfalon, Havelstr. 21. Jnh. Böhle. Spreenhagen. T.-B. Alle 2otale gesperrt. Spremberg. Paul Heinze, Gesellschaftshaus. Paul Kobelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathte. Staaken, P.-O.-H. Gasthof Zum braunen Hirsch", Hamburger Chaussee. StahnsdorfKlein- Machnow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schelhase, Saal u. Garten Ahornstr. 15a, u. Birkenwäldchen Saal und Garten, Schüßenstr. Steinfurt. 0.-B. Wilh. Schleusener. Stolpbrück. H.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. H.-B. Schulzendorf b. Eich- Bergemann, im Dorf. walde. T.-B. Kein Lokal frei. Schwanebeck. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. 0. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwiebus. Gafth. z. deutsch. Eiche, Troffenerstr. Gustab Gondolatsch, Mühlenstr. Jänide, Sandvilla. Wilh. Pansch, Herrenstraße. Weißer Schwan, Kutschlauerstr. 3. weißen Lamm, R. Weber, Poſtſtr. Seifersdorf bei Soran. Hendrischke u. Schober. Senftenberg II ( Calau- Ludau). Beufters Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale frei. Slamen.( Cottb.- Sprembg.) Storkow. T.-B. Hermann Schloß, Rathaus- Hotel Markt 12. Stralau. H.-B. Alle Lokale frei. Strausberg( Stadt). Magnus, Restaurant Franz Wilhelmstraße. Rose, Bürgergarten, Briezenerfstr. Strausberg( Vorst.u.Umg.). Landhaus bad täppchen Wolfsthal Schlagmühle See Rot Neue Spizmühle Alte Spizmühle Reft. zum Hungrigen Wolf. Ströbitz( Cottb.- Sprembg.). Paul Nowla, Prellbod. Paul Weigelt, Kl. Ströbik. Südende. T.-B. E. Fischer; Rest. F. Lemke; Adolf Alle Lotale gesperrt. Jurt, Bellevue, Summt. N.-B. Slamen Ziegelei: Otto Hoffmann. Alle 2otale gesperrt. Sommerfeld.( Schwiebus.) Bum Kurfürsten, Bahnhofstraße. Sommerfeld b.Kremmen.P.O.H. Brauerei Weber frei. Sonnenburg. ( D. u. W.- Sternberg). Wilh. Greiser und Hotel Markgraf. Sorau. Gasthof zur Eile. Gasthof zum goldenen Anker. Lindenhof. Flora. Tasdorf N.-B. Sest. H. Schlotte, Berlinerstr. Tegel.( Dorf.) H.-B. Gewerkschaftsheim( Halfes), Brunow Plag. Seeschlößchen( lippenstein). Trapps Festfäle( Trebsch), Bahtt hofs Plaz. Gesellschaftshaus( Goz), Schloßftr. Cafe Hohenzollern, Schloßftr POLYA Alle Lokale frei. Müggelheim. T.-B. Gasthoffzum Schwan, Bichmannstr. Neu- Ruppin. Müllers Restaurant, M. Starkow. Klub- Haus( Dietrich). Rest. Bellevue( Jos. Reichelt). Neft. Neue Mühle, Rob. Riedel. Neft. Waldschlößchen, C. Leiste. mann). Gasthof zur Schleuse( W. Thor Neumühle. T.-B. Gasthof Treplin frei. Neu- Golm. T.-B. Biese, Rest. Zur Vogelwiese. Haaker, Wald und Seeschloß. T.-B. Neu- Dabendorf b. Zossen. Wilh. Bedmann. Neubrück. P.-O.-H. Aug. Wünsche. Neuenhagen. I.-B. Fischwassers Lokal. Nehesdorf.( Calau- Luckau.) Bungart, Zur Römerschanze". Nedlitz. P.-O.-H. Chauffeeſtr. 33. Schüßenhaus, Inhaber D. Kumte, Scholz, Marktstr. 16. Nauen. P.-0.-H. August Schulze Nr. 91. Nahmitz bei Lehnin. Alle Lokale gesperrt. Münchehofe. N.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstraße. Ad. Baersch, Woltersdorferstraße. Mühlenbeck. H.-B. Borwert, Berlinerstr. 39 b. straße 31. F. Heider, Verkehrslokal, Mühlenhausen( Saal), Schüßenstr. E. Schumann, Waldhaus Sand Braun, Kurfürstenstr. 48( Saal). Oranienburg. H.-B. Alle anderen Lokale frei. Aue" und Schüßenhaus". Gesperrt: A. Jrrlik, Bur grünen Oderberg i. M. helminenhofstr. 18. Berkehrslokal: E. Kaufholt, Bil Alle Lokale frei. Ob.- Schöneweide. H.-B. gesperrt. Alle anderen Lokale mit Tanzsälen Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Ernst Schmidt, früher Kaiser- Saal straße 31. Mar Singer, Bollsgarten, Priester Nowawes T.-B. ( Soran- Forst.) Strasses Lokal frei. Alles andere frei. Nossdorf. Gesperrt: Café Asmus. Nordend. H.-B. Frankfurt- Lebus. Plathkow bei Gusow. Vereinshaus. gesperrt. ,, Wilhelmsruh", Inhaber Schulz, Landsberg. N.-B. Radebrück 6. AltAlle Lokale gesperrt. Putlitz.(.- Prigniz.) Ww. Kubo, frei. Pumpe( Cottbus- Sprembg). Zum Schweizerhäuschen. Pritzwalk( Ost- Prignit). Preuden. H.-B. Engelhardt. Carl Trebesch, An der Schnelle 67. brandenburgerstr. Reicherts Etablissement, Neu Prenzlau am Bahnhof Charlottenhof. Bittoriagarten, Alte Louisenstr. 32, Kaiser Wilhelmſtr. 38 Berkehrslokale: Wilh. Ladenthin, Potsdam. P.-O.-H. Restaurant Kühl, Zentralherberge. Plane a. H. Schlachthausstr. 1a. straße 113. Zum Roland, C. Müller, Wollants Oppermanns Volksgarten, Großkurt, Feldschlößchen", Ber- Krystallpalast, Inh. Stodfisch. Rathenow. [ linerstr. 27. Berlinerstr. 102. Ebersbach, Bum Kurfürsten, Berkehrsl.: Gafth. v. Bw. Klemm. H.-B. Alle Lotale frei. Jul. Redow, Damerowstr. 19. Pankow. H.-B. Rahnsdorfer Mühle. gesperrt. Restaurant Bur Dubrow. b. Müller, am Bahnhof, Pätz bei Gr. Besten. T.-B. Alle Lotale infl. Barenhöhle Rahnsdorf. H.-B. [ straße 3/4. Ausschant, Berlinerstr. 80/82. R. Brandt, Willners Brauerei Rutkowskis Waldhaus. Renters Boltsgarten, Schloßstr. 2. Ranchfangwerder.T.- B. Rozydi, Gesellschaftshaus, Kreuz- Bentral- Herberge, Waldemarstr. 9. Rauen. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofstr. Roy, Pankower Gewerkschaftshaus, Gasth. 3. Löwen, Inh. Paul Heinze. Neuzelle( Guben). Niederlehme Abbau. T.-B. Nest. Jägersruh, Gust. Koch. Niederlehme. T.-B. Waldschlößchen, Schulz, Goſenerstr. Nen- Zittau. T.-B. ( Lens). ( Donah) und Rest. Havelschloß Restaurant Endrigat, Eichenhain Papenberge. P.-0.-H. Kaiser- Friedrichstr. 12. M. Mörschel; Rest. Biegenbals", Ernst Stegling, Reichshallen. Bum Sportshaus Biegenbals", Peitz( Cottbus- Spremberg). Rein Lokal frei. ( Oberhavel) P.-O.-H. Gust. Heiß. Nieder- Neuendorf Gesperrt:„ Neptunshain",.Se T.-B. Nieder- Schöneweide. Nieder Schönhausen.* Pichelsberge. T.-B. Alle anderen Lokale sind frei. Dtto Bräfike. dan"," Neuer Krug". Petershagen. H.-B. Gasthof Ferd. Roggisch. Petersdorf b. Ketsehendf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Perleberg. Berthold Gertys Lokal. Lehmann, Cottbuser Vorstadt. N.-B. Thieles* Erbe, Rest. Reichsgarten. * H. Kühne, Rest. Kaisergarten. Gesperrt: Liedemit, an der Seeschloß, Haase- Brauerei. Kirche und Waldstr. Kaiserin Augustastr. Gesellschaftsgarten, Bismard- u. Hotel Wilhelms- Pichelswerder. recht). Schloß* Rheinsbergs Gartenlokal( C.Rupp * Pichelsdorf. P.-O.-H. Schönhausen, Linden- u. Kaiserin hof, Kaiser Auguftastr. Wilhelmu. Eichenstr.* Wilh. Radwiz. Fleischer, Wittenbergerstraße. Niemegk( Zauch- Belz.- Luckenw.) Alle anderen Lokale frei. P.-0.-H. E. Großmann ,,, Schönholz. Flora", Hermann Giese, Hausotterstr. 55. Otto Brückner, Provinzstr. 81. Nordbahnstr. 11. F.Göride, Wirtshaus ,, Bur Tanne", Provinzstr. 79. H. Schiller, Bum Storchnest", bahn, Nordbahnstr. 22. J. Weber, Restaurant zur Eisen Provinzstr. 69-72. Schaller, Schönholzer Tivoli, D. Knebel, Hauptstr. 51. Kopenhagenerstr. 71. A. Schorsch, Zur Wartburg", F. Sadau, Residenzstr. 124. Residenzstr. 109. B. Lücke ,,, Kastanienwäldchen", E. Kirsch ,,, Seepart", Martstr. 2/3. Osten. Reinickendorf. H.-B. A. Müller. Gasthof zum großen Stein, Inh. Provinzstr. 76. Augusta Viktoria- lee. Ber- J. Franke, Eichbornstr. 18, Ede Königgräßer Garten. Herm. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. * 3. Schmidt, Westen, Tegeler Chaussee. Hausotterstr. 43. Herm. Falk, Familien- Restaurant, tehrslotal: Freunds Inselgarten. Bruder, Wilhelmshöhe. Adlershof. Provinz Brandenburg. Clettwitz. ( Calau- Ludan.) R. Kaul, Bismardstr. 15. Bollsteins Luftgart., Bismardstr. 24. T.-B. Beyers Bis Kaiser Friedrichgarten, Bismardstr. 60. Adlershofer Garten, Inh. Dähne, mardstraße 10. Gesellschaftshaus, Bohnsdorf. T.-B. Cüstrin- Neustadt. Rest. Thom. Schmidt. Alt- Landsberg H.-B. Colonie Baufelde bei Borsigwalde. N.-B. ftaurant, Faltenrub", Billa Kahl. Berkehrslotal: Carl Mentel, Re Fischers Gasthof, fret. straße 17. Café Helgoland, Wilhelmsdorfer. Bürgerhalle, Gr. Gartenstr. 1. Bolksgarten, Bergstr. 20. Brandenburg a. d. H. Bötzow. P.-0.-H. Fr. Rhinow. Sedan A. Woywodt, Schw.adl., Mittelstr. 12 Jacobi, Plantagenstraße 25/26. August Schulz, Friedr.- Wilhelmstr. Bornstedt- Bornim. P.-0.-H. Alle Lokale frei. Stern", H.Saß, Grünauerstr. 29. Berkehrsl.: Wirtshaus„ Zum gold. Alle Lokale frei. Alt- Glienicke. T.-B. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-O.-H. Alle Lokale gesperrt. Ahrensfelde. H.-B. straße 3/4( Gehrke). zur Mühle, Wollenweber Gust. Schulz, Zum grünen Strand Rob. Müller, Kap d. guten Hoffnung Herm. Kolfwiz, Konzerthaus. Karnante, Zur Krone. Bw. Flohr, Schüßenhaus. Dröscher, Zur Meze. A. Döring, Gesellschaftshaus. Cottbus. Rest. Lenz, Berkehrslokal. Alt- Mönchwinkel. B.-B. Britz. T.-B. Gämtl. Säle frei. Berkehrlokal: Halms, Berlinerstr. Restaurant Zum Kaiser Wilhelm Britz bei Eberswalde. Alt- Landsberg. N.-B. Bettermann, Wilhelmsdorferstr.111 straße 3. Zentral- Herberge. Gasthof Bruchmühle bei Mt- Landsbg. N.-B. Buch. der Spree. Dabendorf b. Zossen T.-B. Alle Lokale gesperrt. Crossen a. 0. Schulz, Wachsbleiche. Dahme. Alle Lokale gesperrt. Dahlem. T.-B. Alle Lokale frei. Bogelwiese( Wiese). Wald- und Seeschloß( Haater). Alt- Ranft bei Freien- Nagel, 3. Prinz.Heinrich". Bikoller. Zum deutschen Kaiser( G. Fiedler). Arnswalde. Alle Lokale gesperrt. Angermünde Gasthof z. grün. Baum( H.Möbius). Alt- Stahnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. walde a. 0. Verkehrslokal: R. Klein, ChausseeBuckow bei Britz. T.-B. N.-B. straße 12. Alle Saallokale gesperrt. ( Frankfurt- Lebus) D.- Wusterhausen. T.-B. Dissenchen( Cottb.- Spremb.) Alle Lokale gesperrt. Buckow.( Märt. Schweiz.) Restaurant zum Raisergarten. Beelitz i. M. Alle Lokale frei. Baumschulenweg. T.-B. R. Sebastian,„ Radlersruh. Basdorf. N.-B. Gasthof z. Löwen( Ww. Schimming) Rich. Reinsch, Schweizerhaus". M. Wolt. Döhringsbrück. P.-O.-H. Caputh.( Bauch- Belzig.) Domsdorf( Sorau- Forst). Eduard Eisrath, Gasthof a. d. Kott[ buser Chauffee.( Ruppiner Kanal) frei. Marie Elias. Gr.Buckow Cottb.Spremb. Dtto Kolbe, Budom, Lindenstraße. Anfragen find zu richten an: Gafth. z. Stadt Beelig, Brüderftr.285 Ernst Liesche, Weberstr. 36. Beeskow. T.-B. Roal. fammlungslokal) werderstr. 55.( Verkehrs- u. Ber Restaurant Bur Mühle", Eich. Eberswalde. Gesperrt: Gratias Stadthof. Drossen( D.-..- Sternberg) Ferdin. Buchholz, Rittergutsgarten Driesen.[( Saal). August Puhlmann, Potsdamerstr. Drewitz. T.-B. Auguste Viktoria- Säle( Körting), Schröders Voltsgarten, Freten E. Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, [ Festfäle". ,, Waldkater". tax Fallnich, Tegeler Weg 40, Ferd. Müller, Spandauer Chaussee, [ Roß- Trappe". haus". A. Bartsch, Rosinenstr. 3, Bolts Restaurant Wille. Beetz b. Kremmen. P.-0.-H.| Charlottenburg. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Kein Saal frei. Carow. H.-B. Biesdorf. Alle anderen Lokale frei. Stowes Kaisergarten gesperrt. Bernau. I.-B. Gasthof Köppen. Berkenbrück b.Luckenwalde. Gasthof Dunarsti. Berkenbrück b.Fürstenwalde. N.-B. Lutherstr. 31/32. walderstr. 8. W. Fiedler, Tegelerweg 63, Ba- Eggersdorf b.Strausberg, H.-B. radiesgarten". Gasth. Lindenberg. H. Berlin, Marzahnerstr.( Nord.) F. Kant, Tegelerweg 38/39 ,,, Wald Eisenspalterei bei Eberswalde. Verkehrslokal: Franz Stoll, Breite Biesenthal. Alle anderen Lokale gesperrt. straße. * Blankenfelde. Wirtshaus an der Banke. Blankenburg..- B. Ame Lokale gesperrt. Birkholz. H.-B. H. Schulz ,,, Paradiesgarten". Birkenwerder. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Bindow. T.-B. * Stab. .- B. Brauerei Buchwald. ( Büllichau- Troffen). Blankensee bei Mühlbock haus". [ gnügungspart". Eichwalde. T.-B. Wittes Höhne, Tegelerweg 74/75, Ber. Rest. Lindenhof( H. Mitschrid). Bruno Woiths Kastanienwäldchen. Am Spand. Schiffahrtskanal: Garten, Salzufer 1 a. F. Lindstedt, Zum Englischen Pferdemarkt, Königsdamm. Charlottenburger Salomon, Mar Erkner. Waldschlößchen. H.-B. Eulo( Sorau- Forst). Alle anderen Lotale fret. zur Traube" gesperrt. Reft. Klosterhof" und" Gasthaus Broß, Gasth. z.deutschen Kaiser. A. Schulze, Brauerei und Bft Jul. Werner ,,, Zum Lindenbaum" F. Kühn, Zum weißen Roß". Rest. Zum Hirsch, Englischestr. A. Fischer, Fischersruh". Königsdamm. Paul Fritsche, Heideschlößchen", K. Dyd, Deutscher Kronprinz". Wiemer, Karlshof". Rudolph, Klostergarten", Fr.Karolewsky, Restaurant Berljen F.Schulze, Hotel, Bum Dampfschiff Fangschleuse. H.-B. feld. P.-O.-H. P. Schöneberg. Falkenhagen b. Seege Nur die„ Carlsburg" frei. Falkenberg. manns Lokal frei.