Mr. 37 Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Eernsprech- Anschlug amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Is this thon Ki Bu Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. ildi Sonntag, den 12. Februar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Eine Fabrikinspektoren- Debatte ettären, längst in seinen Anfängen vorhanden ist? Bum das als Schmarozerpflanze am Leib des westfälischen 0 Glück besteht ja die deutsche Fabrikinspektion nicht blos Prozenthums in den Unternehmervereinen und in den hat sich, wie alljährlich beim Etat des Reichsamts des aus der preußischen. Von der erzählte Genosse Wurm die Baareprozessen eine so schöne Rolle gespielt hat. Innern, so auch am 7. und 9. d. M. wieder im Reichs- bekannte Jägergeschichte aus Köln, und diese schien dem Damit sollen nur einige Blüthen vom Baume der tage abgespielt. Sie dürfte die dreizehnte seit 1879 Herrn Staatssekretär so fatal zu sein, daß er sich vorsichtig patentirten Unkenntniß nachgepflückt sein, mit welcher die fein, feitdem die Fabritinspektion durch Revision der über dieselbe ausschwieg! Nein, außerhalb Preußens Nichtarbeitervertreter letzter Tage im Reichstag von der Gewerbe Drdnung für alle deutschen Bundesstaaten obli- leben immer auch noch Menschen und vor allem zum Theil Fabrikinspektion sprachen. Wenn sie auf grund dieses gatorisch gemacht wurde und diese Unglückszahl scheint so bessere Fabrikinspektoren, und es ist eigentlich nicht recht er- fundamentalen Nichtwissens in allerlei schönen Worten etwas wie Einfluß auf die Diskussion gehabt zu haben. laubt, daß ein Staatssekretär des Innern von deren regel- einig sind, daß der Verwendung von Frauen, Arbeitern 2c. Mit Ausnahme des Genossen Wurm, der eine wahrhaft mäßigem Verkehr mit den Arbeitern gar nichts weiß. als Inspektoren grundsätzliche Bedenken nicht entgegen vortreffliche Rede hielt, zeichneten sich nämlich die Redner Freilich gilt dies nicht von Sachsen; aber daj ständen", so wissen wir, was wir davon zu halten haben. fämmtlicher anderen Parteien durch eine traurige Un- schoß Herr von Bötticher der wirklich einmal Herr v. Berlepsch stellt doch in Preußen ruhig weiter seine wissenheit und eine langweilige Dede ihrer Aeußerungen einen der bekannten Berliner Instruktionskurse für In- drei Mal geaichten Regierungsbaumeister an, bei der nächsten aus, die ungefähr im Verhältniß zu der Unentwickelt spektoren mitnehmen sollte, wieder in anderer Beziehung Inspektorendebatte wird von neuem behauptet, daß alles heit der deutschen Fabrikaufsicht nach dreizehnjähriger gründlich daneben. Die Erfahrungen in Sachsen sind sehr auf's trefflichste eingerichtet sei, und Herr Lingens kann es Existenz stand. Da es nicht möglich war, bei der gut", dies große Wort sprach der Herr Staatsminister be- am Ende sogar noch erleben, daß die Beamten wirklich den Etatsberathung im Reichstag alle Ungereimtheiten unserer züglich der Verbindung der Dampffeffelrevision mit der Auftrag bekommen, über die religiösen Verhältnisse" der Gegner bloßzustellen, so sei einiges noch hier nachgeholt. Fabritinspektion gelassen aus. Man könnte beinahe Arbeiter zu berichten, weil sonst doch gar zu wenig für die Von einer grandiosen Keckheit diktirt war zunächst die Erbarmen mit dieser kindlichen Unschuld fühlen. Beamten zu thun ist. Es lebe die christliche, preußischallgemeine Aeußerung des redseligen Abgeordneten und Gute Erfahrungen wo jeder neue Berichtsband aus deutsche Sozialreform! Oberstaatsanwaltes Hartmann aus Plauen im guten Sachsen die Dürftigkeit der sozialpolitischen Beobachtungen Sachsen, daß die sozialdemokratische Presse die Fabriks der beinahe 30 fächsischen Aufsichtsbeamten zeigt, und Inspektoren feindselig behandele. Nur absolute Unwissen wo als Erklärung gletch die Tabelle daneben heit mit souveräner Ueberhebung kann so etwas behaupten. steht: 10 254 Amtshandlungen im letzten Jahre mit " Die sozialdemokratische Preſſe widmet allen Borgängen bezug auf die Dampfteffelrevision allein! Was kann da Politische Leberlicht. innerhalb der deutschen Fabrikinspektion eine Aufmerk- für die Arbeiterverhältnisse an Beit übrig bleiben? Deshalb Berlin, den 11. Februar. samkeit, wie sie die gesammte große" bürgerliche Presse wollen wir gar nicht verlangen, daß der Herr Staatsfich nicht zum zehnten Theil leistet. Treffende Aeußerungen minister etwas weiß von der Nothwendigkeit der vorherigen. Aus dem Reichstage. Der gestrige und heutige Tag aus Fabrikinspektorenmunde, felbft wenn ste von Anmeldung der meisten Kesselrevisionen in den Fabriken, wurde ausgefüllt mit Debatten über die Sonntagsruhe, wosonst nicht beliebten Beamten tommen, werden in wodurch jede unverhoffte Revision der Arbeiterverhältnisse bei zwischen durch es auch zu recht scharfen Auseinanderder sozialdemokratischen Presse stets anerkennend hervor illusorisch wird oder daß ihm etwas davon bekannt ist, wie segungen über gewisse Vorschriften in den Arbeitsordnungen gehoben, während sie die Bourgeoispresse, allen voran die dem sehr die Kesselrevision törperlich anstrengt, sodaß von einer der Staatswerkstätten kam. Unsere Leser kennen jene famosen Abgeordneten Hartmann nahestehende Presse, sie meistens todt- anderweiten Thätigkeit nach Erledigung derselben nicht viel Ausnahmebestimmungen, wonach Arbeiter, welche sich an schweigt. Die Arbeiterblätter haben sich beinahe ein eigenes mehr die Rede sein fann u. s. w. Kurz mit Ruhm hat sozialdemokratischen Bestrebungen( worunter in erster Linie Spezialstudium aus der Lektüre der Inspektorenberichte fich Herr von Bötticher in der Inspektorendebatte alle Koalitionsbestrebungen verstanden werden) betheiligen, gemacht. Sozialdemokratische Arbeiterorganisationen haben nicht bedeckt, und damit tommen wir zu einer in bezug auf Arbeitsgelegenheit für vogelfrei erklärt werden. in Süddeutschland und in Sachsen eigene Kommissionen ge- Hauptsache, welche die Aufsichtsbeamten von oben her, Von dem Abgeordneten Bebel wurden eine Reihe solcher bildet, die mit den Aufsichtsbeamten im Namen der Arbeiter namentlich in Preußen drückt: die ungeheure Unwissenheit Bestimmungen vorgebracht und nach gebührender Kritik an verkehren und so die Letzteren vor Maßregelungen schützen. und Beschränktheit der oberen Behörden, welche selbst die Regierung die Frage gerichtet, wie sie sich zu solchen, Die hessischen, die württembergischen und der badische Beamte tüchtige, das Beste wollende Inspektoren nicht aufkommen die betreffenden geseglichen Bestimmungen über die Arbeitsverhandeln regelmäßig mit diesen Kommissionen, und eine läßt und ihre Fühlungsversuche mit den Arbeitern so unter- ordnungen geradezu verlegenden Bestimmungen stelle? ganze Reihe deutscher Inspektoren mögen hübsch den Kopf drückt, wie in Köln um sich dann über die Sache aus- Wie nicht anders zu erwarten, hat der Handelsminister geschüttelt haben, als sie den blühenden Unsinn lasen, den zuschweigen. Ein solches System hat und verdient auch für dieses Vorgehen entschuldigende, ja sogar ans der Abg. Hartmann in seiner Ignoranz von sich gab. ben vollen Beifall des Unternehmerabgeordneten Möller, erkennende Worte. Da Herr von Berlepsch der eigentliche Freilich fam gleich hinter dem Ignoranten aus Sachsen der der noch einmal, wie der Esel nach dem todten Löwen, nach Repräsentant der herrschenden Sozialreform" ist, so werden liebenswürdige Staatssekretär hermarschirt, Herr v. Bötticher. dem Kölner Inspektor und dem badischen Aufsichtsbeamten die Arbeiter besonders gut thun, sich die Worte des Herrn Offenbar ohne jede Ahnung von dem bereits bestehenden ausschlug, nachdem die Unternehmergenossen des aus Ministers zu merken. Interessant ist uns, daß sogar Herr Verkehr zwischen Arbeitskommissionen und Inspektoren, Versehen Möller gewählten Herrn in Rheinland von Stumm dem Vorgehen der Leiter der Staatswerkstätten namentlich in Süddeutschland, meinte der Herr Staats- und Baden doch schon das Nöthige in der Verfehmung feinen rechten Geschmack abgewinnt. Dummschlau, wie es minister, die Inspektoren tönnten doch nicht dadurch dieser Beamten besorgt haben. Wenn übrigens der makel- die Art dieses Herrn ist, meint er: so etwas thut man, Vertrauensmänner der Arbeiter werden, daß sie lose Herr Möller dem badischen Inspektor den Betrüger sagt es aber nicht. Herr von Stumm findet es natürlich sich mit den Arbeitervereinen in fortlaufende Fühlung Hänsler an die Rockschöße hängen wollte, weil beide zu für ganz in der Ordnung, daß man die sozialdemokratischen Sezzen". Haben Sie denn die ganzen legten sammen einmal eine Fabrik besucht haben, so soll doch Arbeiter mit Stockprügeln auf den Magen straft, er giebt Jahre geschlafen, verehrter Herr Staatsminister, weil dieser Herr aus Rheinland- Westfalen an das Korps von aber der Regierung den Rath, die Bestimmung praktisch zu Sie übersehen, daß dasjenige, was Sie für nicht möglich Generalsekretären und Betriebsbeamten erinnert werden, üben, sie aber nicht in ihre Arbeitsordnungen aufzunehmen. Feuilleton. Nabrua verboten.) ( 13 und heimlich, ohne daß jemand wußte wohin, verschickt wor- eine Zwickmühle die Entwickelung Rußlands durch seinen den waren. gelehrten Freund gebracht worden war. Aus dem Eßzimmer brangen die fröhlichen Stimmen Es tamen frische Gäste; Drest Budowikov, ein Jour und das Gelächter der jungen Leute zu Repin und Sina. nalist, mit seiner Frau; diese gaben der Unterhaltung eine Gregor fiel mit Kriwoluzky über des Professors Stecken- neue Wendung. Andrej betheiligte sich aber nicht daran. Die Laufbahn eines Nihilisten. Pferd her, daß die Arbeiterbewegung in Rußland ſolange Er geſellte sich zu den beiden Frauen, welche in ein lebBon S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Sinaida Petrowna," sagte Repin, welcher den Bug schloß, ich habe Sie noch etwas zu fragen bitte, halten Sie einen Moment inne. Tanja," fügte er hinzu, schicke uns hierher den Thee." aussichtslos fei, bis die russischen Bauern vollständig zu haftes Gespräch vertieft waren. landlosen Proletariern, die dem Joch der Kapitalisten unterworfen sind, herabgedrückt seien. Sie müssen mir helfen, daß wir sie noch ein wenig zurückhalten", rief ihn Tanja zu. Gregor führte die Debatte, die beiden anderen horchten, Jetzt, als Sina gehen wollte, fiel es dem jungen Tanja mit der angestrengten Aufmerksamkeit eines Neu- Mädchen plößlich auf, daß ihre Ruhe die der Selbstlings, der sich sehr. bemüht, die gelehrten Arbeiten eines beherrschung und nicht der Resignation sei. Sie machte Professors zu verstehen; Andrej mit einem natürlichen Inter- sich Vorwürfe, daß sie für den Kummer ihrer Freundin so esse für diese gelehrte Schule richtete dann und wann furze unempfindlich war, und wünschte eine Gelegenheit herbei, Fragen an Kriwoluzky, überließ jedoch das Feld bald seinem um es wieder gut zu machen, obgleich sie nicht wußte, wie. Er wollte ganz genau die Einzelheiten über die An- Freunde. Gregor war ein prächtiger Debatteur, denn sein" Gehen Sie wirklich. Sina?" fragte Andrej. Es ist gelegenheit ihres Mannes, für den er aufrichtige Achtung ungeheures Gedächtniß ermöglichte ihm, die geringsten so früh!" empfand, wissen und fragen, ob er ihm nicht irgendwie Details aus den längsten Reden seines Gegners zu behalten." Ja. Ich habe etwas in der Baskower Gasse zu thun." nüßlich sein könnte. Andrej warf hier und da Worte hinein, aber sein und bleiben Sie noch ein wenig", bat Tanja, ihre Taille " Das können Sie morgen besorgen. Seien Sie gut Gina errieth, was er wollte. Ueber ihre eigene An- ntereffe erschlaffte, er hatte nichts oder sehr wenig von dieser mit der liebkosenden Anmuth eines Käßchens umfassend. aber sie wollte mit Repin ein anderes Gespräch in Ruhe lung einer anderen Gelegenheit ihre Energie zu zeigen, mit zu ihren Hauptreizen gehörte. gelegenheit, welche vorerst verfahren, war nicht viel zu sagen, heftigen Streitleidenschaft, welche den Russen in Ermange- mit der liebkosenden Anmuth eines Käßchens umfassend. Sina ließ das kurze tiefe Lachen erschallen, welches Die Wünsche des führen. Sie hatte die Angelegenheit der beiden Schwestern eigen ist. Poliwanow zu ordnen, die Gendarmerie war geneigt, sie Mädchens waren so tindisch. Das Geschäft, welches sie nach der Bascower Gasse um halb Zehn rief, bestand darin, den gegen eine Bürgschaft freizulassen, da nach einer zweijährigen Verhaftung noch feine Beweise gegen sie erbracht Schließer des Gefängnisses zu treffen, welcher die Briefe der politischen Gefangenen überbrachte, die in einer dieser Kasewerden konnten. Es handelte sich besonders darum, sofort gute Bürgschaften zu finden, da die Gesundheit der Mädchen" Nun, wie steht die Angelegenheit?" fragte er die Dis matten gefangen gehalten wurden. sehr gelitten hatte. Sina erwartete, daß Repin eine Bürg putirenden. Sind die Geschicke Rußlands schon bestimmt schaft wohl übernehmen würde, aber er hatte dann noch oder ist noch etwas in der Schwebe?" Gregor's Stirn legte eine andere zu beschaffen. Außerdem wollte sie, daß er vom fich in tiefe Falten, ehe er seinen Merger verbiß. Er liebte Staatsanwalte Informationen über das Geschick einiger es nicht, sich zum Besten halten zu lassen. Andrej dagegen war einholen, die in dem letzten politischen Prozeß verurtheilt heiter gestimmt und setzte Repin auseinander, in was für Er freute sich, als Sina, nachdem ihre Besprechung mit dem Advokaten zu ihrer augenscheinlichen Zufriedenheit beendet war, in der Thür erschien. Repin folgte ihr. " Nein, meine Liebe," sagte sie, das ihr zugewandte bittende Gesicht küssend, ich kann es nicht morgen thun, sonst wäre ich aus eigenem Antriebe hier geblieben. Sonn abend Nachmittag werde ich Sie besuchen," fügte sie hinzu, jetzt aber muß ich machen, daß ich fortkomme." Was die Debatte über die Sonntagsruhe betrifft, so brehte sich dieselbe wesentlich um die Art, wie sie in Bayern zur Durchführung gelangt ist. So hat die Regierung Oberbayern z. B. Verordnungen erlassen, von wo= 361 385 520,35 M., nach dem Entwurf für 1893/94 Etats, welche auf grund bestehender Gesetze oder mit Zu 1893/94 fm Entwurf 43 103 014 m., int außerordentlichen hat sich, indem sie auf die verschiedentliche Bedeutung des Gtat 1879/80 38 162 895,08 m., 1893/94 114 023 026 M. Das Wortes Miliz spekulirt, einer abscheulichen Täuschung ergiebt für 1879/80 eine Gesammtsumme von schuldig gemacht, die mit dem Ausdruck Taschenspielerei Der richtige Ausdruck nach die fünf Stunden, welche das Gesetz vorschreibt, aufgestellt die einmaligen Ausgaben des ordentlichen ist Fälschung. 885 298 939 M. Weiter hat das Reichs- Schatzamt zusammen- noch viel zu milde bezeichnet wird. neun Stunden verlängert sind. In Nürnberg ist für die Geschäfte mit Lebensmitteln sogar die Erlaubniß ertheilt, die Läden 12 Stunden an Sonntagen offen zu halten. Der bayerische Bundesrathsvertreter suchte seine Provinzregierungen und deren Maßnahmen zu vertheidigen, doch fand diese Art der Ausführung von Reichsgesehen seitens der bayerischen Regierung auf feiner Seite Vertheidigung. Nur Herr Buhl, der bayerische Reichsrath, machte den Versuch, die ungesehlichen Verordnungen zu rechtfertigen. Gelungen ist dieser Versuch freilich ganz und gar nicht. Recht interessant war das Zugeständniß des bayerischen Bundesrathsvertreters, wonach die Befürchtung, das Gesetz werde nicht ftimmung des Reichstages eingeleiteter Aufwendungen voraus- Die Verschleppung der Militärvorlage wird aufs fichtlich innerhalb der 5 Etatsjahre 1894/ 95-1898/ 99 zu eifrigste fortgesezt. Daß sie einzig und allein im Interesse leisten sein werden. Diefelben berechnen sich für 1894/95 auf der Regierung ist, das liegt auf der Hand; und indem Herr 25 348 565 M., für die folgenden vier Jahre auf etwa Eugen Richter die Verschleppungs- Taktik des Zentrums und 79 112 135 M., und zwar 1. beim Auswärtigen Amt der Regierung nicht blos vertheidigt, sondern auch unterauf 3 087 300 und 12 029 200 m., 2. beim Reichsamt stützt, macht er sich zum Mitschuldigen. Der Vortheil des Funern auf 1970 360 und 1 389 440 M., 3. bei der für die Regierung besteht darin, daß sie ihr Budget beKaiserlichen Marine auf 18 888 155 und 69 693 495 M., willigt erhält, und daß sie Zeit gewinnt. 1152 750 M., für später ist ein Anfas nicht erbracht, 5. beim Rompromiß gearbeitet. Herr Bennigsen, der Spezialiſt Inzwischen wird mit verdoppeltem Eifer an dem von 1879/ 80-1893/ 94 ist der Militär- Etat von der Kompromißtunst, hat jetzt, nachdem er 361 885 millionen gewachsen. Dabei ist aber 4. bei der Reichs Justizverwaltung auf A Reichs- Scha ya mt auf 250 000 und 1 000 000 m. als schehe, dafür sorge schon die Wachsamkeit der sozialdemo- noch nicht mitgerechnet der Zuwachs der Zinsen, welche gefühlt und gefeilscht hat, sein Amt als aftredi kratischen Partei. Unser Genosse von Vollmar nagelte sofort für die zu Militärzwecken erhobenen Anleihen aufzubringen nommen, und an dem Erfolge ist, wie schon gesagt, nicht wieder überund ausdrücklich dieses Zugeständniß fest und es dürfte noch sind. recht oft daran erinnert werden. Es ist endlich Zeit, daß das Volk sich aufrafft zu zweifeln. Allerdings nicht Erfolg in dieser Session und seine Vertreter zu dem Ausrufe zwingt: Für den obgleich derselbe noch keineswegs ausgeschlossen ist—; das Militarismus teinen Mann und keinen für aber sicher in der ersten des neuen ReichstagsGe Groschen! wenn die Wähler das Spiel nicht durch Das Acht- Millimeter- Gewehr ist noch nicht entthront, aber die Enttyronungsurkunde ist bereits ausgefertigt. Ge neralmajor 3. D. Witte hat eine Schrift veröffentlicht, das Milizſyſtem. In der„ Kreuz- Zeitung vom treu zen. in welcher er den Nachweis liefert, daß das Gewehr der heutigen Morgen finden wir unter der Ueberschrift:„ Ein Sugen Midter fpielt die sniðni " In einem foeben in London erschienenen Buche) über eingehn. Der Mann der Spar- Agnes und der SozialistenDie heutigen Heere" spricht sich der General Merritt, einer gesetz- Abkommandirungen sollte uns doch wirklich mit solcher der tüchtigsten Offiziere von der Armee der Vereinigten Staaten, Mädchenpensionats- Weisheit verschonen." über die letzteren folgendermaßen aus: Das stehende Heer zähle Herr Eugen Richter spielt die Unschnld vom Lande Zukunft der Fünf Millimeter sein werde, der den Acht- republikanisches Urtheil über die Miliz- und meint, wenn das Zentrum jetzt die Vorlage ablehne, Millimeter an Mordkraft um das 28/10 fache, d. h. um bei- armee" nachstehende Notiz: fönne es im neuen Reichstag nicht auf einen Kompromiß nahe das Dreifache übertreffe. Schon der Sechs- Millimeter, mit dem im chilenischen Krieg praftische Versuche gemacht worden, sei munderkräftig genug, um auf 5000 Meter ein Pferd zu durchschießen; und der Fünf- Millimeter, mit dem man seit furzem in Rußland Experimente anstellt, habe geradezu Erstaunliches geleistet. Wir bezweifeln das nicht, und haben uns schon seit Jahren über die Zopfigkeit unserer Herren Fachmilitärs gewundert, gewundert, welche welche die einfache bereits feit Anfang des Jahrhunderts den Amerikanern geläufige Weisheit von den Vorzügen des Kleinkalibers nicht erfaßt haben. Bei dieser Gelegenheit sei festgestellt, daß die militaristische Zunftintelligenz sich durchweg, selbst auf ihrem ureigensten Gebiet: dem der Verfertigung von MassenSchlachtmaschinen, von der der zivilen, unmilitärischen Intelligenz hat überholen lassen. Alle großen Er Alle großen Erfindungen auch auf diesem Gebiet rühren von gemeiner, bürgerlicher Kanaille her, und zwar sind bezeichnender Weise die meisten von der unmilitärischsten Nation der Welt gemacht worden den Amerikanern. Der Geist, welcher in die Zunftschablone gequetscht wird, verknöchert stets, und deshalb ist ein so himmelweiter Unterschied zwischen militärischem Geist und militärischer Intelligenz. mudi Wie dem nun sei, die Entthronung des Achtmillimeter ist thatsächlich bereits dekretirt, und der abgesetzte Monarch wird nur so lange noch auf dem Throne geduldet, bis der neue Gebieter, Seine Majestät der Fünfmillimeter, in der Lage ist, als Selbstherrscher aller Militärreiche den Thron der zivilisirten Welt und der praktischen Christenheit zu besteigen. Uns Deutsche wird der Thronwechsel der vierte seit 1871 die Kleinigkeit von dreihundert MilLionen tosten. nur 25 000 Mann, sei aber im Bedarfsfalle einer reißend Für die Militärvorlage wird in der offiziösen Presse schnellen Bermehrung fähig; dies habe sich im Sesessionstriege alles mögliche zusammengeflunfert, um Stimmung zu machen. gezeigt, wo es in der Zeit von vier Jahren aus einem noch Das Märchen von der Verjüngung" der Armee durch die fleineren Kern bis auf mehr als eine Million ausgebildeter neue Militärvorlage und der Schonung der Familienväter Soldaten angewachsen fei. Die Milia fei jedoch in den ersten ist bereits oft genug als bloße Flunterei erwiesen. Freilich Zagen des Krieges nicht geeignet, zur Verstärkung der regulären Truppen ins Feld zu rücken. Keine Armee der Welt ist nichts so dumm, daß deutsche Professoren sich nicht enttönne eine gleich starte amerikanische Armee von gehöriger blöden es nachzusprechen. So rühmt ein Profess order StaatsEinübung und Disziplin schlagen, aber für die Erreichung wissenschaften Dr. Johannes Conrad in Halle den unenddiefer beiden Anforderungen sei 8eit nöthig, sie ließen sich lichen voltswirthschaftlichen Vortheil, daß nach der Vorlage weder durch den Ufas eines Baren, noch durch das Gefes so weit irgend möglich an die Stelle alter Landwehrmänner eines Kongresses schaffen. Um aus der Miliz eine junge, unverheirathete Leute im Kriegsfall im Heere zur brauchbare Truppe zu machen, dazu feien min Verwendung lommen sollen." hid. destens zwölf Monate Beit erforderlich. Und danach fei ihr gegenwärtiger Werth zu veranschlagen. Dies auf eigener Kriegserfahrung beruhende Urtheil eines hervorragenden Generals, der die Einrichtungen seines Landes gewiß nicht ungünstig zu beurtheilen geneigt ist, sollte von allen beherzigt werden, die für Miliz- Heere eingenommen find, oder die aftive Dienstzeit auf ein Minimum verkürzt sehen möchten. Zu berücksichtigen ist hierbei auch noch, daß die Miliz oder Söldner Heere der Nordstaaten im Sezessionskriege ebensolchen der Südstaaten, aber feiner stehenden Armee gegenüberstanden. Gegen eine stehende Armee sind nur gut ausgebildete und disziplinirte Soldaten mit Nugen zu verwenden und wehe dem kontinentalen europäischen Staate, der nicht sofort beim Ausbruch des Krieges dem Feinde eine ausreichende Bahl solcher Soldaten entgegenzustellen vermag! Ihm find zur Ausbildung neuer Truppen für die Front nicht Wochen, geschweige denn Monate, oder gar 12 Monate Zeit gegeben. Um diesen Vortheil noch näher zu begründen, schreibt er: die Moth beobachtet hat, die über eine Unmasse Familien geWer in den Jahren 1866 und 1870/71 den Jammer und bracht wurde, weil ihnen der Ernährer durch die Einer die ihm zugemutheten Strapazen nicht aushalten konnte, berufung entzogen und vielfach dauernd genommen wurde, weil der muß die Maßregel als die größte Wohlthat für einen fommenden Krieg ansehen. Noch bis zum heutigen Tage vermag Iman zu verfolgen, wie Leute, die damals als Handwerker und Raufleute aus ihren neu gegründeten Unternehmungen oder als industrielle Beamte aus festen Stellungen herausgeriffen wurden, um unter die Fahne zu treten, nachhaltig um ihre wirthschaftliche Selbständigkeit oder gesicherte Anstellung gekommen sind, und ihr ganzes weitere Leben verfümmert wurde, weil ihnen die Mittel zur abermaligen Niederlassung fehlten und günstige Konjunkturen verpaßt waren." Der Herr Professor plappert hier etwas nach, was in Dies die Notiz. Das Gesperrte ist im Original ge- offiziösen Blättern vorgefluntert wird, und sucht nun den Und noch ehe der Fünfmillimeter für alle Armeen faner". Ja, aber welche Miliz? sperrt. Also die Miliz taugt nichts sagt der Republi- Leuten einzureden, als ob nach Annahme der MilitärEs ist hier eine vorlage die Familienväter zu Hause bleiben fönnten. Wenn fertig ist, wird ein neues System erfunden sein, nach plumpe aschenspielerei verübt. Der Leser ein Krieg ausbricht, werden die Familienväter gleichzeitig welchem noch maffiger gemordet werden kann und der ist in dem Glauben, es handele sich um das Miliz mit den jungen Leuten ins Feld und ins Feuer geschickt, Fünfmillimeter muß zum alten Eisen geworfen werden, system, wie es in der Schweiz besteht, und wie es von und das Glend, welches er als Folge der Kriege von 1866 wie jezt der Achtmillimeter. Und dann tommt ben Sozialdemokraten als Ersatz für das stehende Heer- und 1870/71 schilbert, wird sich noch verzehnfachen. Wenn wieder ein anderer, noch mordkräftigerer Herr. Und system, befürwortet wird. Weit gefehlt. Der" Republi- der Herr Conrad von den Staatswissenschaften nicht mehr so fort bis ins Unendliche. Das ist der Verstand, mil taner", der von dem Junterblatt gegen die Sozial- profitirt hat, als dem Bindter nachzuplappern, dann ist welchem die Welt regiert wird. demokratie ins Feld geführt wird, spricht von der Miliz, die Universität Halle wohl taum um ihren Professor zu die in Amerika besteht, und die allerdings nichts taugt. beneiden. Die Miliz der Vereinigten Staaten ruht nicht auf der Die Kosten des Militarismus. " Das Reichsschaamt hat der Militär Rom. mission des Reichstages neuerdings zwei Be- Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht, sie ist nicht nach Aeh! Der Vorstand der Turngemeinde zu Kigingen rechnungen zugehen lassen über die Finanzlage des Reiches. einheitlichem Plan eingerichtet, und läuft auf eine am Main, der Kaufmann und Reserve- Offizier E. Haraßer, Danach hat nach der allgemeinen Rechnung für 1879/80 die bürgerliche Soldatenspielerei hinaus, ähnlich wie die Bürger- erhielt vom Bezirkskommandeur, Oberstlieutenant Stöber, Summe der fortdauernden Ausgaben der Berwaltung wehr feligen Angedenkens. Die Kritik des Republikaners" die Auflage, seine Borstandschaft niederzulegen. Dies des Reichsheeres betragen 315 232 955,99 M., einschließlich der bayerischen Quote mit 41 271 544 trifft also etwas ganz anderes, als das von der Sozial- wurde damit begründet: 41 271 544 M., demokratie geforderte Wehrsystem, und die„ Kreuz- tg." nach dem Entwurf für 1893/94 beträgt die Ge sammtsumme 728 172 899 M., die bayerische Quote 49 580 871 m. Die einmaligen Ausgaben be trugen im ordentlichen Gtat 1879/80 7 989 689,28 ,, Armies of to- day". London, Osgood Mc, Ilvaine& Co., ., 1 vol. In einem Turnverein befänden sich viele junge Leute, bie im Militärverbande stehen und in diesem Verbande Gemeine oder Unteroffiziere feien. Als Vorstand eines Vereins sei jedoch ein Reserve Offizier gezwungen, freundschafts lichen Umgang mit den Mitgliedern zu pflegen. Dies sei aber eines Reserve Offiziers unwürdig, namentlich, wenn sich unter den Mitgliedern Leute befinden, die ihm im Militärdienste unterlegen find." Gie ging und lächelte ihnen von der Thüre aus zum gleichgiltig bleiben sah. Eine leichte Anschwellung, welche Abschiede zu. Es schien, als ob ihre Gegenwart der ganzen ein Stirnrunzeln sein sollte, erschien zwischen den langen Es ist dieses eine gute Lehre für die bürgerlichen Gesellschaft ein höheres Relief verliehen hätte. Der Anblick Augenbrauen auf der weichen und reinen Stirn, welche Streise, welche es sich zur besonderen Ehre schäßen, des Ver des Muthes, der ein großes Unglüd erträgt, hat die Macht, noch keine Sorgen und kein Kummer in Runzeln gefaltet tehrs mit einem Reservelieutenant gewürdigt zu werden als Seelen höher zu stimmen. Tanja und Andrej fühlten sich hatte. Sie war gewohnt, daß alle jungen Männer ihr in oder einen solchen der großen Masse der Bürger schon durch zu ihr entgegen sie war daher auf ist hingezogen. eine Ausnahme, dazu noch bei einem Manne, der ihr alles in längst das Chrgefühl so gründlich erstorben, daß es die Sind Sie lange mit Sinajita Petrowna bekannt ge- allem vollkommen fremd war, nicht vorbereitet. Es that Prügel, von denen es getroffen wird, gar nicht mehr wesen?" fragte Andrej. ihr leid, ihm gegenüber nicht von Anfang an förmlicher merft. benen es getroffen wird, Ich traf fie, als sie zum ersten Male aus dem Ge- gewesen zu sein. fängnisse entfloh. Aber erst seitdem sie sich in Peters- Tatjana Grigoriewna, Sie bedauern ihre frühere Die Sozalisten- Debatte im Reichstag und der er burg niedergelassen hat, sehen wir sie öfters und ich Freundlichkeit und denken ich mißbrauche sie?" sagte Andrei fünftelte Jubel unserer Gegner findet die zutreffendste Beentre als eine außerordentliche Frau schäßen!" er- ihre Gedanken aus fort, ihr eine gefur not faffeicht leuchtung durch Dr. Sigl im„ Bayerischen Baterland". thue ich's", fuhr er Zeit Antwort lassend. Derselbe schreibt: " Ich werde nicht dasselbe Glück haben, Sie oft zu sehen, Sie müssen mir aber einige Zugeständnisse machen. Die Tatijana Grigoriewna. Ich betrat aber Ihr Haus in der Existenz eines Verschwörers ist furz, und nur selten bietet Hoffnung, es wenn möglich als Ihr Freund zu verlassen," sich ihm eine Gelegenheit zu einem freundschaftlichen Versagte Andrej, ihr vertrauensvoll in die Augen blickend. fehr. Man muß uns entschuldigen, wenn wir dieselben ausSie sind durch meine Vermessenheit nicht beleidigt, zunüßen suchen und die konventionalen Formen manchmal hoffe ich?" fallen lassen. Heute Abend freuzen sich unsere Wege für einen Moment im Leben, doch kann niemand wissen, ob wir uns nochmals begegnen werden. Wollen Sie mir gestatten, mit Ihnen ganz offen ohne Rückhalt zu sprechen, als ob wir Kameraden wären?" Danke." Ganz im Gegentheil," antwortete das Mädchen ernst. Um damit zu beginnen, wollen wir ein wenig plau dern," sagte Andrej. Er blickte sich um und als er eine abgelegene Ecke gefunden hatte, lud er sie ein, in einem Lehnstuhl Platz zu nehmen und stellte auch für sich einen hin. Sie sind mir durchaus nicht fremd," fuhr Andrej fort. Ich kann sagen, daß Sie mir faft bekannt waren, bevor ich fie traf. Gregor hat so viel von Ihnen gesprochen, und sehr beredt, dessen versichere ich Sie." " Tanja erröthete leicht und zürnte sich selbst, und Andrej, der die Ursache davon war. Ihre freundliche Gesinnung gegen ihn verschwand sofort. " Das Eis war gebrochen. Aus dem ruhigen Ton ihres sonderbaren Gastes hörte das Mädchen eine tiefe und melancholische Empfindung heraus, die ihr edles Herz rührte und ihre konventionellen Formen aufgeben ließ. Sie schämte sich ihrer argwöhnischen Zurückhaltung, welche ihr jetzt bei diesem Manne gar nicht am Plaze zu sein schien. " Ja," rief sie warm aus, ihm ins Gesicht blickend, Sprechen Sie, wie Sie wollen." Andrej war überrascht, in ihrer Zustimmung ein solches " Ich werde Ihr Kompliment doppelt heimzahlen," sagte Vergnügen zu finden. Das Mädchen hatte etwas an sich, fie, denn ich habe von Ihnen sicherlich mehr gehört, als das Gregor wahrscheinlich vergessen hatte zu erwähnen, und Sie von mir und dazu von verschiedenen Seiten. So hat das ihn außerordentlich anzog, abgesehen von der Rolle, meine Behauptung wenigstens deu Vorzug der Vielseitigkeit." welche sie in dem Leben seines Freundes spielte. " " Um so besser," sagte Andrej, dadurch erhalte ich Anspruch auf Entschädigung." Die Gereiztheit des jungen Mädchens ließ nicht nach, als es ihn so höchst beleidigend ( Fortsetzung folgt.) " Die Liberalen sehen in den Reden Bachem's, Stumm's, E. Richter's und Stücker's gegen die Sozialdemokraten ein, vernich tendes Strafgericht" für sie oder vielmehr, sie bilden sich ein oder geben sich den An. schein, in dem Streitgewäsch der vereinigten Bourgeois" aller Farben so was zu sehen. Wir begreifen nicht, wo denn ein„ Strafgericht" und gar ein„ vernichtendes" sei, wenn auf die thörichten Anzapfungen und Fragereien der Bachem zc. bezüg lich des sozialdemokratischen Zutunitsstaates" die Sozialdemo fraten es nicht der Mühe werth finden und sich weigern, auf dies unnüße Gerede einzugehen und auf die perfid neugierigen Fragereien Rede zu stehen. Bachem würde es nicht anders machen, wenn man ihn anbohren wollte, wie er und seine Leute sich den Zukunftsstaat nach dem Herzen derer vom Zentrum vorstellen, und item Eugen Richter, wenn Iman ihm wegen des Zukunftsstaates der FortschrittsRepublikaner" und liberalen Juden auf den Zahn fühlte, und wenn sie redeten, tämen nichts als schöne brasen und dicke heuchlerische Lügen zum Borschein, welche die Sozialdemokraten verschmähen. Mag der Zukunftsstaat so oder so ausfallen, das ist auf alle Fälle Sache der zu tun ft; die Sozialdemokraten halten sich einftweilen an die Gegenwart und ihre Zustände, und damit haben fie Recht. Alles Andere ist vom Schwindel. höricht im höchsten Grad aber, wenn auch sehr begreiflich ist es, wenn die buntfarbige Koalition der Bachem, Richter u. f. w.- sich nicht, aber anderen weiß machen wollen, daß ihre Redereien, auf welche sie nicht die gewünschte Antwort erhalten haben, deshalb eine ver " «ichte nd e N i ed e r la g e" sür die S ozi aldeniokraten fem sollen, welche die Redereien einfach für dummes Zeug und leergedroschmes Stroh erklärten, mit dem sich weiter zu be- fassen ihnen nicht der Mühe wcrth sei. Um eine Nieder- läge erlitten zu haben tragen die Bebel und Liebknecht den Kopf noch viel zu stolz' wer eine Niederlage erlitten, laut den Kopf und Ohre» hängen. Entscheidend ist nicht, wie die Bachem und Slöcker und Richter, sondern wie die Sozialdemokraten über„Niederlage" denken; die meinen aber, es sei dem Richter und Stöcker und Bachem heimgeleuchtet worden, und eine andere Meinung wird ihnen das Sieges» geheul derer vom Zentrum«. nicht beibringen."— „Kein Siegesjnbel herrscht in den Reihen der So- zialdemokratie"— das hat der Pindter von der„Nord- deutschen Allgemeinen" entdeckt, und schließt daraus mit seinem bekannten staatsmännischen Scharfsinn, daß die Sozialdemokratie den Konkurs der Firma Spar-Agncs nnd Kompagnie nicht als Sieg betrachte. Da hat der Pindter einmal den Nagel auf den Kopf getroffen. Wer einen Schwärm suunnender Schnicißfliegen, die sich ihm auf die Nase setzen wollen, mit der Hand fortscheucht nnd dabei einige der zudringlichen Gesellen unsanft zerdrückt, der be- trachtet das doch nicht als„Sieg".— Ein vergnügtes Viertelstiindchen bereitet sich, wer e,ne Sammlung von kapitalistischen Zeitungen aus dem Ende der vorigen und dem Anfange dieser Woche durch- blättert. Geschlagen, zerschmettert, vernichtet ist die Sozial- dcmokratie— die Sozialdemokratie hat aufgehört zu sein— die deutsche Arbeiterschaft ist von der geistigen Krankheit der letzten 20 Jahre geheilt— die sozialdemokratischen Führer müssen wie begossene Pudel vom Schauplatze ab- treten, n. s. w. Nnd heute? Dieser Katzenjammer! Auch der vernageltsten „Hurrah-Kanaille" kann man nicht mehr vorreden, daß die Männer der Spar-Agnes einen„glänzenden Sieg" erfochten haben. Seit die Welt steht, hat noch kein Sieger eine Schlacht abgebrochen, in der er den Sieg, und gar den Sieg bis zur Vernichtung des Feindes in der Tasche hatte. Der Rückzug des vorigen Dienstags ist der beste Beweis dafür, daß die Herren„Sieger" ihrer Lendenlahmheit und ihrer Unfähigkeit, uns die Spitze zu bieten, sich vollkommen bewußt sind.— Ter Neichsgrosiprahler bellt fort hinter dem Busch nnd erklärt, daß nur seine Politik die Sozialdemokratie vernichten könne. Als ob er nicht als Reichskanzler Zeit genug dazu gehabt hätte. In seinem Leiborgan meint er: „Man wird die Sozialdemokratie weder todt reden noch todt refornnren, man wird aber eines TageS ge- nöthigt fein, sie t odt zu schießen, d. h. wenn man noch die Macht dazu besitzt." Wenn man die Macht dazu besitzt? Da steckt der Knoten. An dem guten Willen zweifeln wir nicht.— Die nothkeidenden Grubenbesitzer. In der heutigen Sitzung des Aufsichtsraths der„Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft" legte die Direktion die Rohbilanz für das Jahr 1392 vor. Der Aufsichtsrath beschloß, die Verthei- lung einer Dividende von neun Prozent bei der General» Versammlung in Vorschlag zu bringen und einen Betrag von ungefähr 2 850 000 M. zu Abschreibungen zu ver- wenden. Dabei werden als Vortrag auf neue Rechnung 483 000 M. zurückgestellt.— Die armen Aktionäre und die bösen Bergarbeiter! Wären sie, die Arbeiter, nicht so un- verschämt in ihren Lohnforderungen, hätten die armen Aktionäre wenigstens noch das zehnte Prozent einstecken können!— Die„wilden" Franzosen haben nun allen Ernstes eine Anzahl von Großbctrügern zur Strafe und„Strecke" gebracht. Unsere Panamisten, Bochumer und Welfenfondsplünderer sind noch ganz unbehelligt. Einer der„Größten" hat durch einen Vergleich seinen Kopf aus der Schlinge gezogen. Und gegen den Allergrößten ist nicht einmal eine Anklage er- hoben worden. Das wäre wohl zu„wild" gewesen, Ihr Herren Pharisäer? Die wahre„Tugend" und„Sittlich- reit", durch die wir den„verkommenen Franzosen" so über- legen sind, besteht wohl dann, daß Spitzbuben nicht— ge- sehen werden?— In dem„sittenstrengen" Braunschweig, in dem die„Ordnungsparteien" aus Furcht vor der Sozialdemo- kratie willig allen Muckerbestrebungen freie Bahn schaffen, wuchert unter der dünnen Decke der Prüderie, die am armlosesten Anstoß nimmt, eine Versumpftheit, deren lüthen nur selten an die Oeffentlichkeit dringen, weil alles mögliche aufgeboten wird, sie dieser zu entziehen. In diesen Tagen wurde wegen Sittlichkeitsverbrechcn der Hausvater des Rettungshauses, Bergemann, verhaftet, für dessen Frei» lassung, wie das„Braunschweiger Tageblatt" meldet, von einflußreicher orthodoxer Seite viel aufgeboten wird. Der Hausvater ist selbstverständlich ein sehr frommer Mann, und— was mag er wohl in jahrelanger Wirksamkeit g e- rettet haben? Die Oeffentlichkeit wird kaum etwas er- fahren. Das genannte Blatt schreibt: „Schabe, daß jeder Prozeß hinter verschlossenen Thüren ver- handelt werden wird. es. würde manches grell« Schlaglicht aus die Verhältnisse in jener im pietislischen Sinne geleiteten An- statt fallen." Ein Drogist P., der Sohn wohlhabender Eltern, wurde gleichfalls wegen Sittlichkeitsverbrechen verhaftet, aber, ob- wohl er sechs Fälle selbst eingestanden, ohne Sicherheits- leistung wieder aus freien Fuß gesetzt. „Diese an sich wohl auffällige Thatsache erklärt sich nach dem„Brnunschweiger Tageblatt" daraus, daß vom juridischen Gesichtspunkte P.'s vergeh nngen gegen eine Anzahl junger, unerfahrener Mädchen als thälliche Be- leidiglingen auigefaßt sind, zu deren strafrechtlicher Verfolgung Antrag des Geschädigten erforderlich ist. Die Geschädigten, mit wenigen Aufnahmen, haben sich nun veranlaßt gesehen aus welchen Gründen, wissen wir nicht die Strafantrage zurückzuziehen. So hat sich denn das Gericht zur Hastentlassung P.'s entschlossen." Der sozialdemokratische„Braunschw. Volksfreund' hat freilich eine andere Erklärung, indem er erzählt, wie alles aufgeboten ist, um die Betheiligten und deren Eltern zu be- wegen, den Perbrecher zu entlasten. Würde man sie, wie die Prozeßordnung zuläßt, eidlich vernommen haben, dann hätte man gefunden, daß doch etwas anderes als bloße thätliche Beleidtgungen vorliegen. Derartige Sittlichkeitsverbrechen sind in Braunschweig übrigens seit Jahren gang und gäbe innerhalb der„guten" Bürgerschaft. Sie bilden ein öffentliches Geheimniß, und nur ausnahmsweise wird dieses so laut, daß es zur gericht- lichen Verfolgung führt. Tie frommen Pastoren«nv da? „ausländige" Publikum sind aber voller Eiser, lvenn ein „unsittliches" Theaterstück über die Bühne gehen soll; für „unsittlich" gilt es nämlich schon, wenn es auch mtr ahnen läßt, daß in der guten bürgerlichen Gesellschaft etwas passircn könne, was in Braunschweig täglich vorkommt.— Männerstosz vor Königsthronen. Vor einigen Tagen denunzirte die nationalliberale Presse den neuen Oberbürgermeister von Stuttgart, Herrn Rümelin, als anti- dynastischen Demokraten, weil er sich geweigert, einem Fest- mahl der Nationallibcralen zu Kaisers Geburtstag zu prä- sidiren. Jetzt hat derselbe Demokrat in Verbindung mit dem Bürgcrausschuß-Obmann(Stadtverordneten-Vorsteher) Schott, auch Demokrat und Führer der„Volkspartei", im NameN der bürgerlichen Kollegen dem neuvermählten Paar, Herzog und Herzogin A l b r e ch t von Württemberg, fol- gende Glückwuuschadresse überreicht: „Mit herzlicher Freude hat die hiesige Einwohnerschaft an dem frohen Ereigniß der Vermählung Eurer Königlichen Hoheit, unseres durchlauchtigsten Herzogs Albrecht mit Eurer Kaiserl. und Königl. Hoheit," der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Margaretha Sophia von Oesterreich, theilgenommen. Stach- - dem nun Eure Kaiserl. und Königl. Hoheiten in die Haupt- und Residenzstadt Württembergs eingezogen sind und sie zu HöchstJhrem Wohnsitz erwählt haben, möge es uns gestattet sein, Höchstdenselben die aufrichtigsten Glückwünsche und Will- kommgrüße der Bürgerschaft Stuttgarts in Ehrerbietung darzubringen. Unser innigster Wunsch geht dahin, daß Ihrer Kaiserl. und Königl. Hoheit der Frau Herzogin an der Seite des hohen Gemahls unsere Stndt in bälde zu einer lieben und trauten Heimath werde. Möge der Bund der Herzen, den Eure Kaiserl. und Königl. Hoheiten geschlossen haben, für Höchstdieselben wie für unser erhabenes, in Ehrfurcht geliebtes Königshaus die Quelle des reichsten Glückes und Segens bilden!" Diese loyalitättrieftnde Sprache muß doch wohl selbst das„Leipziger Tageblatt", welches die obige Beschuldwung gegen den„Demokraten" ausgesprochen, versöhnen. Besser könnten es auch die sächsischen Nationalliberalen nicht machen! Uebrigens soll Herr Romelin wirklich ein sehr freidenkender nnd hoch anständiger Mann sein. Wenn ein Fehler vorliegt, so könnte es nur der sein, daß ein solcher Mann sich überhaupt an eine Stelle setzen läßt, wo es ohne Loyalitätsduseler nicht abgeht.— Ein Meites Carmaux. Immer mehr, schreibt man uns aus Frankreich, wird die öffentliche Aufmerksam- keit trotz der ununterbrochenen Ueberraschungen, welche der Panamaskandal mit sich bringt, auf den Metall- arbeiter-Streik gelenkt, der vor etwa einem Monat in Rive-de-Gier ausgebrochen ist. Schon spricht die kapitalistische Presse die Befürchtung aus, es würde zu ähnlichen Ereignissen wie in C a r m a u x komme». That- sächlich handelt es sich auch bei dem neuen Streik wie in Carmaux nicht um kleinliche Lohnzwistigkeiten, sondern um große Prinzipienfragen. Die Ehre und die Würde der Arbeiterorganisationen steht auf dem Spiele. Der Streik brach aus, als die Hütlenbesitzer einen Arbeiter, dessen einziges Verbrechen darin bestand, von seinen Kameraden als Delegirter zum Metallarbeiter-Kongreß entsandt zu sein, entließen; er verschärfte sich dadurch, daß die Unternehmer sich weigerten, mit den Gewerkschaften, welche naturgemäß die Vertretung der Arbeileriuteressen übernahmen, in Ver- Handlung zu treten; sie wollten nur mit jedem einzelnen Arbeiter persönlich verhandeln, antworteten sie. Die Ein- Mischung des Syndikats könnten sie nicht als berechtigt an- erkennen. Jede der beiden Parteien beharrt fest auf ihrem Standpunkt; und das Ende des Konflikts, der zu einem wahren Klassenkampf geworden ist, läßt sich nicht im min- besten voraussehen. Der Streik umfaßt mehrere Tausend Arbeiter und nimmt immer mehr an Ausdehnung zu, da auch die Werke, welche den Metallfabrilen ihr Material tiefern, nothgcdrungen feiern müssen. Bei der Wichtigkeit der prinzipiellen Fragen, um die eS sich in Rive-de-Gier handelt, wenden die Sozialisten dem Streik ihre ganze Aufmerksamkeit zu; von den Abgeordneten ist bereits L a ch i z e vor einigen Tagen an Ort und Stelle eingetroffen, und jetzt ist ihm auch Genosse Baudin, dessen bloße Namensnennung dem Bourgeois alle Schrecken von Carmaux ins Gedächtuiß zurückruft, gefolgt. Die Be- Hörden hatten sich so gut auf seinen Empfang vorbereitet, daß Baudin, der doch schon manchen Strauß miterlebt hat, verwundert bei seiner Ankunft äußerte, er habe noch nie eine solche Entfaltung von Polizeimacht gesehen. Die Ab- geordneten I o u r d e und E. Roche haben gleichfalls ihr baldiges Erscheinen auf dem Kampfplatze zugesagt. Wenn Herrn Minister R i b o t das Slaatsruder nicht bald aus der Hand gleitet, so dürfte er sich binnen kurzem genöthigt sehen, dem Lande zu deweisen, daß er„energischer" handeln kann, als sein Vorgänger L o u d e t es, den Kapitalisten zu Leide, in Carmaux gethan hat.— Der Kampf um den Arbeiter ist in England aufs heftigste entbrannt. Kaum hat Gtadstone seine ziemlich weitgehende Bill aus Einführung eines Arbeilsministeriums eingebracht, so sind die„radikalen" Tories mit Lord Randolph Churchill an der Spitze schon mit einer Acht- st u n d e n b i l l für die M i n e n a r b e i t e r bei der Hand. Tie Bill bestimmt, daß niemand an einem Tag von 24 Stunden mehr als 8 Stunden in einem Bergwerk arbeiten darf. Arbeitgeber oder deren Agenten, die gegen diese Bestimmung handeln, werden für jeden einzelnen Fall mit einer Geldbuße bis zu 40 M. belegt, was allerdings etwas wenig ist.— Die Amerikaner haben das Protektorat über die Sandwichs-Jnseln(Hawaii) provisorisch über- nommen. Dieses Provisorium wird sehr lange dauern und zu einem Tesinitivum werden— soweit in der Politik von Definittvem, d. h. E n d g i l t i g e m, die Rede sein kann.— parlcrnrenkavilches. Sitzung der Militärkommissto«. Der Reichskanzler ist anwesend, ebenso ist der erkrankt gewesene Kompromißvater v. Bennigsen wieder eingetreten. Bor Eintritt in die Tages- ordnung kündigt Richter einen Antrag an, der bis zur nächüen Sitzung vervielfältigt werden soll, wonach die Kommission erklärt, welches Ergebmß sie aus dem zur Vorlage gehörigen Ziffern- Material gewonnen hat.. Der Antrag würde deute schon venheilt worden sein, wenn nicht noch einig« Zahlenangabe» seitens des Reichsschatzamtes fehlten. Die Diskussion über die noch zu erledigenden Mariuefragen wird durch den Abg. Rickert eingeleitet, der die schöner» wähnten Fragen nach den Plänen der Regierung auf dem Ge- biete der Marinevergrößerung wiederholt. Er bemerkt, die An» gaben der Finanzleüte. daß die Marineprojekte insgesammt noch 70 Millionen in Anspruch nehmen würden, erschienen ihm sehr unwahrscheinlich; er befürchtet, daß die Sache viel kostspieliger werden würde. Der Reichskanzler erklärt, die von der Reichssinanz« Verwaltung über das Gebiet der Marine gegebenen Ziffern b e- st ä t i g e n zu können. Pläne zur Erweiterung der Dock- und Hafenbauten in Wilhelmshaven seien„am l l i ch" nicht zu seiner Kenntniß gelangt, was aber nicht ausschließe, daß in den Kreisen der Techniker allerlei Projekte ventilirt würden. Die eventuelle Ablehnung eines Ersatzbaues für das Panzerschiff„Preußen" durch das Haus, wie sie seitens der Budgetkommission eriolgto, könnte allerdings auf die Entschließungen der Regierung bezüglich der Marinepläne bestimmend einwirken. Große Pläne könnten nicht auf lange Jahre hinaus festgestellt werden, auch der Flotten- gründungsplan des Generals S t o s ch vom Jahre 1673 sei nur zum Theil ausgeführt worden. Rickert verlangt, daß wenigstens in finanzieller Beziehung auf eine Reihe von Jahren bindende Erllärungm seitens der Regierung gegeben würden.— Der Reichskanzler giebt dem Wunsche Ansdruck, daß der Reichstag der Marine-Ber- waltung ein jährliches Pauschquantum für Schiffs-:c. Bauten bewilligen möge, wie er(der Kanzler) es in seiner Denkschrift vom Jahre lö39. als er noch Chef der Marineverwaltung war, schon dargelegt habe. Richter sagt, daZ Eingeständniß des Kanzlers, daß zwar„amtlich" keine großen Marineplane existirten, daß aber die Techniker allerlei Projekte machten, welche zum Theil die Billigung der Abtheilungschefs fanden, erinnere an die ansängliche amtliche Ableugnung der Berdy'schen Pläne 1690, die sich inzwischen doch zur gegenwärtigen Militärvorlage ver- dichtet haben. Zu einem positiven Resultat führt die Diskussion nicht. Direktor Aschenborn häll einen großen sinanzpolitischen Vortrag, in dem er nachzuweisen versucht, daß das Reich in den nächsten S Jahren—ohne neue Steuern— einfach infolge der Bevölkerungszunahme eine Mehr einnähme von über 70 Millionen Mark zu erwarten habe. Dabei habe er eine ganze Menge von„uncrbeblichen" Positionen, sowie die, auch ohne die beabsichtigte Erhöhung sich ergebende Vermehrung von Bier-, Branntwein- und Börsensteuer ganz außer Ansatz ge- lassen. Aus diesen Nebenpositionen dürsten die für die em- maligen Mehrausgaben noch fehlenden 36 Millionen nahezu zu decken sein.— Die Mehrergebnisse aus den Zöllen, aus- schließlich der Getreidezölle, beziffert Herr Aschenborn auf lährlich I3>(3 Millionen, Tabak(Jnlandsteuer) und Salz würden über I Million pro Jahr mehr ergeben, Patentgebühren 200 000 M.., die verschiedenen Betriebsverwaltungen 3 333 000 M.«. f. w. Abg. Richter tritt dieser Berechnungsmethode entgegen, dieselbe sei ein Phantasiegebilde, berücksichtige die ganzen Mehr ausgaben nicht und nehme an, daß der Zolltarif etwas Stabiles sei. Schatzsekretär v. M a l tz a h n giebt den Abgeordneten den Rath, Angaben über Finanzverhältnisse oder finanzielle Pläne der Regierung, die sie in der Presse finden, nicht zu glauben, denn die deutsche Presse habe über diese Dinge im vergangenen Jahre ganz unglaublich viel gelogen. Aus die vom Abg. Richter gestreifte Frage der Abschaffung der„olausula Frankenstein" und der Matrikularbeiträge und der Pläne des p r e u ß i- scheu Finanz Ministers lehnt Herr v. Mattzahn ab, ein- zugehen. Als Gegenstück zu den Aussührnngen des Direktors Aschen- dorn, welche aus Antrag des Dr. Lieber der Kommission gedruckt zugehen werden, beantragt Richter, für die Kom- Mission eine Zusammenstellung der in den letzten zehn Jahren erwachsenen Ausgaben für die Marine, die Zinsen der Reichsschuld und die Ziviloerwallung des Reiches sowie der ge- sammten Reichsschuld seit 1373 anzufertigen, welcher Antrag gleichfalls akzeptirt wird. Bennigsen hält eine große Rede zur Verherrlichung der Aschenborn'scheu Darlegungen und muthet der Kommission zu, der Regierung für ihre Bereitwilligkeit, Ausschlüsse zu ertheilen. das heißt, wie es ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, ihre Vorlage zu begründen, ein besonderes Dankesvotum darzubringen, was von Richter ent- sprechend zurückgewiesen wird. R. betont, daß es Pflicht der Regierung gewesen wäre, gleich von Anfang an ein detaillirtes Finanzexposö vorzulegen und sich nicht erst Punkt für Punkt seitens der Kommisston abfragen zu lassen. Im übrigen wäre es zweckmäßiger, wenn man die Militärvorlage so lange vertagen würde, bis die glänzenden Einnahmeverbältniffe eingetreten sein werden, welche die Herren Aschenborn und Bennigsen in Aussicht nehmen. Die Finanzdebatte, in der die gar nicht zur Sache gehörigen geplanten Aenderungen in organisatorischer Beziehung aus einmal eine große Rolle spielen, zieht sich in unendlicher Oed« und Länge bis zum Schluß der Sitzung hin, so daß die Kommission auch heute nicht dazu kommt, in die Spezialdiskussion der Militärvorlage selbst einzutreten. Für die letztere liegt zur Frage der zweijährigen Dienstzeit folgender Antrag d»S Abg. Rickert vor: Die Kommisston wolle beschließen: Im zweiten Absatz des § l des Gesetzentwurfs den Satz: � „Dieser Durchschnittsstärke liegt die Voraussetzung zu Grunde, daß die Mannschaften der Fußtruppen im allgemeinen zu einem zweijährigen aktiven Dienst bei der Fahne gezogen werden." zu streichen und hinter den§ l folgenden§ 1» einzufügen: „Der erste Satz des Artikels 59 der Bersaisung des Deutschen Reiche? vom lS. April l37I(Bundes Gesetzblatt von 1371 Nr. lö) erhält mit dem l. Ollober 1393 folgende Fassung: Jeder wehrfähige Deutsche gehört 7 Jahre lang, m der Rcgel vom vollendeten 20. bis zum beginnenden 23. Lebensjahre, dem stehenden Heere— und zwar bei den Fußlruppen die ersten zwei Jahre, bei den übrigen Truppengattungen die ersten drei Jahre bei den Fahnen, die letzten fünf bezw. vier Jahre in der Reserve— die folgenden fünf Lebensjahre der Land- wehr ersten Aufgebots und sodann bis zum 31. März desjenigen Kalenderjahres, in welchem das 39. Lebens- jähr vollendet wird, der Landwehr zweiten Aus- gebols an. Durch diesen Antrag soll also die verfassungsmäßige Festlegung der zweijährigen Dienstzeit bezweckt werden. Hierzu wird von den Adgg. Bebel, Grillenberger und Singer beantragt, die Worte„bei den Fußtruppen", serner„bei den übrigen Truppengattungen die ersten drei Jahre" und„bezw. vier" zu streichen. Selbstverständlich bedeutet dies nicht eine Sanktionirung der zweijährigen Dienstzeit seitens der sozialdemo- kratischen Kommissionsmitglieder, welche bekanntlich eine viel weiter gehende Verkürzung der Dienstzeit durch Ein- führung des Milizsystems verlangen, sondern beabsichtigt lediglich, für den Fall der Annahme der zweijährigen D i« n st» e il dieselbe nicht blosdenFußtruppen. son- der« den Angehörigen aller Waffengattungen einzuräumen. Schluß. der Sitzung nach l Uhr. Die nächste Sitzung findet am Dienstag, vormittags 10 Uhr, statt. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 12. Februar. Opernhaus. Cavalleria rusticana Unserm Artistenbruder Herrn Paul Circus Renz. Baichte zu feinem heutigen Wiegen( Karlstraße.) Sonntag, den 12. Februar 1893, Zwei grosse Vorstellungen. In beiden Vorstellungen Auftreten sämmtl. Künstlerspezialitäten I. Ranges, sowie Vorführen u. Reiten d. bestdress. Freiheits- u. Schulpferde. Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei). Besonders gewähltes fom. Programm. Zum Schluß: ( Bauern- Ehre). Der Barbier von Die Touristen, der ein Sommer Sevilla. Montag: Tannhäuser( 3. Aft). Siegfried( 3. Akt, Schluß- Szene). Die Meistersinger von Nürnberg( 3. Aft, Schluß- Szene). Schauspielhaus. Vatantasena. Montag: Fiesco, oder Die Verschwörung zu Genua. Deutsches Theater. Der Talisman. Montag: Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Die Journalisten. Montag: Dora. Leffing- Theater. Eine Palaft- Revolution. Montag: Heimath. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Montag: Die Großstadtluft. Kroll's Theater. La Favorita. Montag: Der Schwur. Viktorin- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. feste ein donnerndes Hoch! 1309b Artistenverein Einigkeit". Unserm Kollegen M. Franz zu feinem 20. Geburtstage ein donnerndes Hoch! Wieviel werden wir verschwinden laffen? Todesanzeige. 1307b Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein Vater, unser Schwiegervater, der Töpfer fest am Tegernsee. August Brandt, Abends/ Uhr: Mr. James nach langem Leiden am 11. Februar Fillis mit dem Schulpferde Germinal. 1893 verstorben ist. Zum Schluß: Gin Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Auf das Glänzendste in Szene gesezt v. Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Montag: Abends 7% Uhr: Ein Künstlerfest". 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M. gung findet am Sonntag, den 12. Fe bruar, Nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Görlitzerstraße 37, aus statt. Die Kollegen der Firma Gebr. Naglo. Achtung, Gewerbegerichts- Wähler! Montag, den 13. Februar, Abends 8½ Uhr: 9 große öffentliche Versammlungen. Für den 1. Wahlkreis: Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Königshof, Bülowstr. 37. Unions- Brauerei, Hasenhaide Nr. 22-31. == == = = = ல்ல் Boltz( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße 75. ( Often) Königsbank, Frankfurterstraße 117. 2. " 2. " 3. 4. " 1 " 4. " " 5. " " 6. " " 1 Moabit. " 6. " ( Norden) Weddingpark, Müllerstraße 178. 456 === ( Südost) Urania, Wrangelst. 9/10 Philipp, Rosenthalerstr. 38. ( Norden) Kronen- Brauerei, AltTagesordnung in allen Versammlungen: 1. Besprechung über Gewerbe- Gerichte. 2. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 278/2 Der geschäftsführende Ausschuss der Berliner Streik- Kontrollkommission. Achtung! Maler! Achtung! Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Löpfer Den Mitgliedern der Vereinigung der Maler, Lactiver und Anstreicher der unser Kollege und eifriges Mitglied Filialen Berlins zur Nachricht, daß der Filiale II West Franz Stefanski 212/1 an der Proletarierkrankheit nach längerem schweren Krantenlager fanft entschlafen ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. d. M., Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des MathiasRirchhofes in Südend aus statt. Die örtliche Verwaltung der Filiale II West. J. A.: C. Mannewitz. W. Noack's Konzert- u. Gesellschafts- Säle Brannenstraße 18-19, Jeden Sonntag: Grosses Streich- Konzert unter Leitung des Herrn Musikdirektors Marschall. Anfang 6 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Familien- Tanz- Kränzchen. Empfehle meine hocheleganten Säle für Vereine und Privatfestlichkeiten zu foulantesten Bedingungen. 1322b W. Noack. Gratweil's Bierhallen Rommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. 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Gewerkschaftliche Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. 323/16 Der Vorstand. J. A.: Richard Topf, Gipsstr. 3. Berliner Bock- Brauerei Streng reelle Bedienung. Unfere SW., Tempelhofer Berg. 54. Bockbier- Saison 1893 wird eröffnet am Sonnabend, den 18. Februar. Am 15. b. M. beginnt der Versand nach anßerhalb. In Gr binden: 1/8 Tonne 4 M. 50 Pf., 1/4 Tonne 9 M., 1/2 Tonne 18 M. 1/1 Tonne 36 M. In Flaschen: Riste à 50 Flaschen, inkl. Pfand für Kiste und Flaschen, 12 M. 50 Pf. frei hiesiger Bahnhof gegen Nachnahme. Bei freier Retournirung zahlen wir 5 M. Pfand für Rifte und Flaschen zurück. Die Tonne enthält zirka 125 Liter, in demselben Berhältniß die 86691* fleineren Gebinde. Bockbier in Flaschen für Berlin nur echt, mit zwei in die Flaschen eingeblasenen Böcken, liefern wir: 20 Flaschen für 3 M., ohne Pfand frei Haus. Unsere Bockflaschen sind nicht verkäuflich und werden auch dann als unser Eigenthum zurückverlangt, wenn Händler solche unbefugt an sich bringen. Sonnabend, den 18. Februar: S Eröffnung der 54. Bock- Saison. Anstich des Bockbieres. von den Regiments- Kapellen Großes Militär- Doppel- Konzert des 1. u. 2. Garde- Dragoner Regiments unter Leitung der Kgl. Musikdirektoren Voigt u. Rosin. Zu den Einsegnungen! Billigste Bezugsquelle Uhren Don Gold- u. Silberwaaren Reinh. Wankel, 8665L* Brunnenstr. 121 b, Ede der Anklamerstraße. Pferdebahn- Haltestelle. Pferdebahn- Vergütigung. Mariendorferstraße Nr. 5 Wichtig für Musikinstrumenten- Händler Ecke Holmstraße verlegt habe. Vereinszimmer für 50 Personen steht zur Verfügung. Die Zahlstellen des Wahlvereins, der ArbeiterMorih Bildungsschule, der Maurer- Krantentafse Play. u. w. W. Grube. Morig Play. Täglich: Instrumental- Konzert. Allen Freunden nnd Genossen emGroßer Frühstücks- u. Mittags- pfehle mein Weiß- und Bairisch- Bier tifdy. Spezial- Ausschant von Pahen- Lotal. Vereinszimmer mit Piano zu hofer Lagerbier, hell und dunktel. vergeben. P. Schulz, Jahnstr. 1, Ecfe Hagenbeck's gr. zoolog. 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Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 37. Parlamentsberichte. ertheilen. Deutscher Reichstag. 42. Sigung vom 11. Februar 1893. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Bericht der Geschäftsordnungs- Kommission betreffend den Antrag auf Ertheilung der Genehmigung des Reichstags zur strafrechtlichen Verfolgung des Reichstagsmitgliedes Dr. North. Die Kommission beantragt: die beantragte Genehmigung zu Berichterstatter Dr. Porsch führt aus, daß es sich darum handelt, daß die Direktoren der Banken, an welcher Dr. North ebenfalls Direktor ist, verdächtig sind, den Stand der Bank falsch dargestellt zu haben. Dr. North bestreitet, daß er sich einer strafbarer. Handlung schuldig gemacht hat; die Kommission glaubt aber, daß dem Antrag des Staatsanwalts stattzugeben sei, um eine Untersuchung der Sache herbeizuführen. Der Antrag wird angenommen. Sonntag, den 12. Februar 1893. die in 10. Jahrg. fönnen. zum Kaufmann Stadt gehen fehlt schließlich jede Verantwortlichkeit. Wenn man die Sozial- tags demokraten ausschließt, kann man auch alle Personen von Ich kann der bayrischen Regierung nur meinen Dank dafür ausBeamtenstellen ausschließen, die nicht Konservative sind, die eine sprechen, daß sie den Wünschen der einzelnen Landestheile uster liberale Beitung leſen u. f. w. Es hat mich gewundert, daß Wahrung des Gesetzes Rechnung getragen hat. Es ist von. Here Wöllmer gestern ein solches Verfahren gebilligt hat; er hat einer layen Handhabung der Gesetzgebung gesprochen worden. gemeint, die Arbeiter hätten ja das gleiche Recht. Das gleiche Dagegen muß ich Widerspruch erheben. Die Durchführung des Recht der Arbeiter ist eine Fittion; denn die Arbeiter sind auf Gesezes ist durchaus den Intentionen des Gesetzgebers entsprechend die Gnade der Arbeitgeber angewiesen. Höchstens in der Zeit erfolgt. des mangelnden Angebots von Arbeitskräften können die Arbeiter Abg. Graf Preyfing- Dillingen( 3.) spricht sein Einverständniß ihre Bedingungen durchsehen. Was würde man sagen, wenn mit den Ausführungen des Abg. v. Pfetten aus, will aber auf die Arbeiter 3. B. eines Zentrums- Abgeordneten von ihrem die Sache selbst jetzt nicht eingehen, sondern behält sich vor, bei Arbeitgeber verlangen wollten, er solle sein Mandat niederlegen Berathung der eingegangenen Petitionen dies zu thun. und tein Wort mehr im Sinne der Zentrumspartei sprechen Abg. von Stumm( R.-P.): Die Sozialdemokraten sind. gar Allgemein würde das gemißbilligt werden und Herr von Stumm feine Arbeiter. Hier figen nur 36 wohlgenährte Bourgeois, und würde sein ceterum censeo dazu geben: Es muß mit dem Knüppel wir schützen die Arbeiter gegen diese Sozialdemokraten.( Heiter= drein gefahren werden. Ein Boykott wird von uns niemals feit.) Von der Boykottirung der Wirthschaften ist nicht mißbraucht. Ein Saal wird von uns nicht boykottirt, weil darin die Rede, sondern davon, daß Fabriken boykottirt werden bei Konservative und Nationalliberale gesprochen haben, sondern weil Ausständen u. s. w. Wo ist denn da die Gleichheit des Rechts? man uns den Saal nicht gegeben hat, denn wir haben doch das- Abg. Grillenberger( Soz.): Ich will gern zugeben, daß der selbe Recht der Koalition wie alle anderen. In anderen Fällen bayerische Vertreter sich in sehr unangenehmer Lage befindet, wenn Die zweite Berathung des Reichs- Haushaltsetats wird man einen Boykott niemals von feiten der Partei er die Verordnungen der bayrischen Bezirksregierungen vertreten soll. für 1893-94 wird fortgesetzt, und zwar beim Etat des gebilligt haben. Wenn man das Vertragsrecht als allein maß- Wir wollen ihn nicht weiter angreifen, namentlich weil ihn die freiReichsamts des Innern, Gehalt des Staat 3- gebend betrachtet, dann müßte es auch gestattet sein, den Arbeiwilligen Regierungskommiffare v. Pfetten und Buhl so schlecht vertheifetretärs. tern alle ihre staatsbürgerlichen Rechte zu nehmen; das wäre digt haben, daß er denken wird: Gott bewahre mich vor meinen Abg. v. Stumm( Rp.) glaubt, daß die Ausführung der ebenso berechtigt, wie die Untersagung des Besuches bestimmter Freunden! Ob die Geschäftszeit 12 oder 14 Stunden dauert, macht Sonntagsruhe, wenn sie auch einige Härten mit sich gebracht Bersammlungen oder des Lesens einer bestimmten Zeitung. Man doch wirklich keinen Unterschied. Dieselben Verhältnisse, wie in Obers habe, doch im allgemeinen befriedigend ausgefallen sei, und es würde fönnte auf diesem Wege ja die vollkommene Stlaverei wieder bayern, herrschen auch in Württemberg und Baden, und trotzdem auch durch Aenderung des Verfahrens taum eine andere Wirkung einführen! Wenn man diesen Standpunkt nicht vertritt, dann ist es dort niemand eingefallen, die Dinge so zu ordnen, wie in erzielt werden. Selbst wenn der Rath befolgt werden sollte, den bleibt nur übrig, daß allgemeine gefeßliche Rechte der Arbeiter Oberbayern. Uebrigens finden sich in Oberbayern nicht blos der preußische Handelsminister gegeben hat, daß man die Verkaufs- durch die Arbeitgeber nicht beeinträchtigt werden dürfen. In Einzelhöfe, sondern auch sehr viele geschlossene Ortschaften. Besser zeit auf 4 Stunden beschränken und in andere Stunden verlegen Frankreich sizen in den Arbeiterbörsen neben den freien Arbeitern wäre es schon gewesen, die Gesegesvorschrift für Oberbayern könne, so wird dadurch kaum etwas geändert werden. Klagen auch die Arbeiter der französischen staatlichen Tabaksregie, ohne außer Kraft zu setzen durch Beschluß des Bundesrathes und des werden auch dann noch in großer Zahl bestehen. Die einzelnen daß Frankreichs Bestand dadurch gefährdet worden ist. Im Reichstages, aber auf eigene Faust hätte man die Vorschrift nicht Ausführungen des Redners find nicht ganz verständlich, da er der eigenen Interesse sollten die herrschenden Parteien die Gleich außer Kraft setzen sollen.( Sehr richtig! links.) Was die LandJournalistentribüne den Rücken zuwendet. Redner widerspricht berechtigung der Arbeiter achten, denn solche Maßregelungen leute brauchen, haben sie nicht nöthig in der Stadt zu taufen, dann den Ausführungen Bebel's über die Arbeitsordnung und müssen die Arbeiter erbittern. Wenn Sie darin keine Aendes denn in den Dörfern findet in der Woche ein Markt statt und bestreitet, daß die Arbeitsordnung der preußischen Eisenbahnver- rung eintreten lassen wollen, wir fönnen es ertragen, dort werden oder können wenigstens die Dinge gekauft werden. waltung gefeßwidrig ist. Die Sozialdemokraten, sind keine aber Sie dürfen sich über die Wirkung nicht wundern. Die Geschäftsgehilfen sollen mehr als 5 Stunden arbeiten, aber politische Partei, sie suchen nur jede Autorität zu untergraben, Bayerischer Bevollmächtigter Landmann: Was Herr von dafür jeden zweiten Sonntag frei haben. Die Leute sind viel zu wenn er die Geduld des Hauses so wenig schonen wolle, wie das Vollmar heute vorgebracht hat, zeigt, daß Herr Bebel gestern abhängig von ihren Arbeitgebern, als daß sie von einem solchen von der andern Seite geschehen sei, so könnte er auf die Debatte sehr falsch unterrichtet war. In Nürnberg dauert am Sonntag Recht Gebrauch machen werden. Hier ist ein neues bayrisches zurückommen. Er bitte aber blos feine früheren Ausführungen die Arbeitszeit nicht bis 9, sondern nur bis 7 Uhr. Die bayerische Reservatrecht geschaffen worden, das durchaus nicht berechtigt nachzulesen. Die politische Gesinnung eines Arbeiters fomme für Regierung verhält sich sehr reservirt gegenüber diesen Maßregeln, ist. Die schlechten Gewohnheiten der oberbayrischen Bevölkerung Daß ihn auch nicht in Betracht. Aber wenn der Arbeiter fich attiv benn die höheren Verwaltungsbehörden haben zunächst die Ber- tönnen wir doch nicht besonders schonend behandeln. betheilige an einer Partei, fo liege das Verhältniß anders. fügungen zu erlassen. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß die manche Unbequemlichkeiten mit der Neuordnung verbunden sein Wenn immer den Arbeitgebern vorgeworfen werde, daß sie die Regierung von Aufsichts wegen eingreifen fann, aber so lange werden, war wohl vorauszusehen; es wird manchem schon am darüber Vortrag gehalten sein, daß geheime Abstimmung ihrer Arbeiter kontrolliren, so ist die Verhältnisse so wenig geklärt sind, wird sie wohl nicht ein- häuslichen Heerd die Kontrolle seitens der Sozialdemokraten eine fehr greifen wollen, wenn nicht von seiten der Interessenten Klagen die Sonntagsruhe für die Hausfrau doch sehr unbequem sei. viel schärfere. Der Bontott wird als etwas Unschuldiges vorliegen. Die Regierung wird sich abwartend verhalten, bis sie Die Bentrumsleute haben nicht blos die Sonntagsruhe, sondern hingestellt; er sei aber ebenso wie der Terrorismus, der gegen sich eine feste Meinung über die Bedeutung und Tragweite der auch die Invalidenversicherung u. f. w. den Sozialdemokraten über den arbeitenden Personen bei einem Ausstande angewendet Anordnung der höheren Verwaltungsbehörden gebildet hat. Daß zugeschoben; diese sollen daran schulo fein. Früher war es mit werde, immer ein Pressionsmittel der Mehrheit gegen die in Mittelfranken zu gunsten der Nahrungs- und Genußmittel der Heilighaltung des Sonntags noch ernster gemeint. Da gingen Minderheit, welches in bedenklichster Weise angewendet werde. branche eine Ausnahme gemacht ist, ist durchaus gerechtfertigt, die Sonntagswächter umher, um barauf zu achten, daß kein Den Standpunkt des Herrn Stöcker bezüglich der Staatswerkstätten denn sonst hätte wohl der Reichstag eine solche Ausnahme nicht Sonntagsverkehr stattfindet. Ja, die kleinen Kinder wurden von fönne er nicht theilen. Herr Stöcker will die Sozialdemokraten zugelassen. Es ist eine Beschäftigung von 7 Stunden 3. B. in den Geistlichen ermahnt, Sonntags das Schnißen zu unterlassen, von denselben nicht ausgeschlossen wissen; er dagegen hoffe, daß einem Bezirke gestattet, wobei angenommen wurde, daß die Ar- denn jeder abfallende Spahn diene zur Schürung des Fege bald andere Staatsverwaltungen in bezug auf die Energie gegen beiter an einem Sonntage beschäftigt werden und am nächsten feuers.( Heiterkeit.) Daß die Hausirer in Bayern so sehr zu über den Sozialdemokraten das Beispiel der preußischen Eisen- Sonntage frei haben. Das ist doch besser, als wenn sie an jedem genommen haben sollen, weiß ich nicht. Mir war gesagt worden, bahnverwaltung und der Militärverwaltung nachahmen würden. Sonntage 5 Stunden beschäftigt werden. Die Vorschriften in Ober- die Zahl derselben sei zurückgegangen. Herrn Buhl, der ein ( Beifall rechts.) bayern hat der Vorredner geradezu als eine Umgehung des Gesetzes Pfälzer ist, möchte ich bemerken, daß die Hausirer meistens Abg. von Vollmar( Soz.): Man spricht immer vom christ- bezeichnet. Oberbayern ist ein ländlicher Bezirk mit vielen Einzelhöfen, Pfälzer find.( Heiterkeit.) Die Reden des Herrn von Stumm lichen Staate, und trotzdem ist das Gebiet der Sonntagsruhe von wo die Leute garnicht anders einkaufen fönnen als in der Stadt; sind immer dieselben, er könnte sich dieselben wirklich ſparen; allen Seiten mit Füßen getreten worden, und als nicht zum andere Kaufgelegenheit fehlt ihnen überhaupt. In der Woche denn uns bekehrt er doch nicht. Herr von Stumm hat erklärt, wenigsten von unserer Seite die Sonntagsruhe verbessert worden haben sie nicht Beit, also müssen die Bauern Sonntags Nach- daß er seine Anforderungen bezüglich der Arbeiter weiter aufist, da sind wir, die Verächter aller Sittlichkeit, die Bertheidiger mittags in der Stadt einkaufen. Das ist keine üble Gewohnheit, recht erhalten würde, z. B. in bezug auf die Ertheilung des diefes Vorgehens gewesen und diejenigen, die sich als Bächter sondern entspricht dem Zwang der Verhältnisse. In Oberbayern Heirathstonsenses. Was würde Herr v. Stumm sagen, wenn die der Sittlichkeit und Religiosität betrachten, haben allerlei Be- giebt es eine Redensart: Der Kaufmann hat nur zwei Geschäfts- Arbeiter ihm das Heirathen verbieten würden, weil bei der Verdenken vorgebracht, und welcher Lärm ist draußen im Lande bei tage. Der eine ist der Sonntag, der andere sind die sechs Wochen- größerung seiner Familie sich sein Bedarf und damit seine den Anhängern der chriftlichen Parteien, bei den staatserhaltenden tage. Würde das Sonntagsgeschäft nicht gestattet sein, so würde Neigung zur Ausbeutung der Arbeiter steigert? Aber freilich die Elementen losgegangen, während sonst diese Leute indolent alle das Geschäft nachher den Hausirern zufallen, und es giebt schon Arbeiter haben keine Millionen zur Verfügung, sie müssen täglich möglichen Maßnahmen der Regierung über sich ergehen lassen. in Bayern beinahe so viele Haufirer als seßhafte Geschäftsleute. ihre Arbeitskraft unter den unwürdigsten Bedingungen verkaufen. InBaiern hat sich gerade in den ultramontanen Kreisen der lebhafteste Man tönnte streiten, ob die Verordnung zweckmäßig ist; die Deshalb ist die Moral, die uns gegenüber geltend gemacht wird, Widerspruch gegen die Sonntagsruhe geltend gemacht, nicht blos Hauptfache ist aber, liegt sie im Interesse der Bevölkerung. eine Unterdrückungsmoral. Sie würden eine solche Moral von beim Bolt, sondern auch bei den Führern, auch bei den Geistlichen Jedenfalls muß festgestellt werden, daß von dieser Verordnung Arbeitern ausgeübt gegenüber Arbeitgebern zwar nicht hier im Hier möchte sich das Zentrum das alleinige Verdienst der Sonne nicht Arbeiter getroffen werden, sondern meistens nur die Reichstag, aber draußen eine Schinderhannesmoral nennen. tagsruhe zuschreiben; draußen lautet das Lied ganz anders. Da Familienangehörigen der Arbeitgeber. Deshalb hat die bayrische hat man nicht den Muth, sich den Klagen über die Schädigung Regierung es bisher unterlassen, von Aufsichts wegen eindurch die Sonntagsruhe zu widersetzen durch einfachen Hinweis zuschreiten. auf den Katholizismus. Da werden die Sozialdemokraten der Abg. von Pfetten( 3.) meint, daß man diese bayrische Ans Urheberschaft des ganzen Gesetzes bezichtet und von der donnernden gelegenheit doch hier nicht wohl diskutiren können; wohin sollte Bußpredigt in der Kirche ist gar teine Rede. Speziell in es führen, wenn die Ausführung der Sonntagsruhe in den einzelnen Bayern machte man natürlich auch die Preußen dafür verant- Bezirken hier diskutirt wird. Das Bürgerthum der fleinen Städte wortlich. Die Behörden zeigen sich äußerst nachgiebig gegen diese hat eine Schädigung von der Sonntagsruhe befürchtet; denn die erbärmliche Strömung. Sonst fümmert man sich sehr wenig um Verhältnisse liegen so, daß namentlich die Dienstboten vom Lande die Volksmeinung, denn die Regierung ist ja sehr viel weiser als nicht anders als Sonntag taufen fönnen, namentlich weil sie das Volk und als wir hier, die wir Volksvertreter sein sollen. auch das Gutachten ihrer Eltern über den Kauf hören wollen. Wären nur die Arbeiter bei einer solchen Bewegung betheiligt, Deshalb ist der Regierung auf die Wünsche der Geschäftsleute so hätte die Regierung sich nicht darum gekümmert, auch wenn eingegangen. Aber es handelt sich hier nicht etwa um eine Verhundert Mal mehr Unterschriften gekommen wären. Da ist man mischung von Geschäft und Religion. Mit der Uebung der beizumessen. start. Hier ist die Regierung zu haben zu allem und jedem. Bei Religion ist jede berechtigte menschliche Thätigkeit verträglich, Abg. von Stumm: Ich habe hier keine sozialpolitische uns in Bayern kapituliren die höheren Verwaltungsbehörden vor und es kann dem Zentrum fein Vorwurf daraus gemacht werden, Rede gehalten, ohne dazu von den Sozialdemokraten provozirt dem Eigennut und der Beschränktheit. Einheitliche Bestimmungen daß es die Interessen des Geschäftslebens berücksichtigt. Der zu sein. für ganz Deutschland will ich auch nicht haben; aber es müssen doch Sonntag ist des Menschen wegen und nicht der Mensch des Abg. Grillenberger: Herr von Stumm provozirt uns, sogewisse Grenzen gezogen werden, die durch den Wortlaut des Sonntags wegen da. bald er überhaupt auf Arbeiterverhältnisse zu sprechen fommt, in Gefeyes festgelegt sind. Das ist in Bayern durchaus nicht der Fall. Abg. Wöllmer( dfr.) hebt hervor, daß von einem rein einer fast beleidigenden Weise. In Nürnberg hatte der Magistrat für die Nahrungs- und Genuß manchesterlichen Standpunkte in bezug auf das Arbeitsverhältniß Präsident v. Levezzow: Herr v. Stumm hat niemals in mittel- Geschäfte eine 14stündige Arbeitszeit beantragt. Das ist nicht die Rede sein könne. Er habe allerdings immer betont, beleidigender Weise provozirt. allerdings nicht bewilligt worden, aber die Geschäfte dürfen ge- daß die Nichteinmischung des Staats die Regel sein solle; aber Abg. Grillenberger: Das tommt ganz auf die Auföffnet haben von 5-9 Uhr Vormittags und von 11 Uhr Vor- er habe in bezug auf die Arbeitsordnung dem Verbot zugestimmt, fassung an. mittags bis 7 Uhr Abends. Das macht also eine 12stündige gewisse Dinge in die Arbeitsordnung zu bringen. Dazu gehört Präsident v. Levehow: Ich muß mich auf meine Auffassung Arbeitszeit( Buruf: Sonntagsruhe!). In Fürth liegen die auch die Rücksichtnahme auf die politische Haltung der berufen. Sachen ebenso. Die Geschäfte, welche Bäcker- und Konditor- Arbeiter. Der Privatunternehmer tönne seine Auswahl Abg. Grillenberger( fortfahrend); Der Boykott ist keine waaren verkaufen, dürfen offen halten von 6-9 Uhr Vormittags auch nach dieser Richtung treffen; aber der Staat, der sozialdemokratische Erfindung. Die Ritter der Arbeit in Amerika und von 10/2 Uhr Vormittags bis 7/2 Uhr Abends. Die nicht blos Arbeitgeber, sondern auch Aufsichtsinstanz ist, üben den Boykott in ausgiebigster Weise, trotzdem sie so fromm in dieser Beziehung teinen übrigen Geschäfte für Genußmittel dürfen offen halten von sollte Mißbrauch treiben. sind, daß sie vor jeder Versammlung erst eine Messe hören. Am 6-9 Uhr früh, von 101/2 Uhr Vormittags bis 31/2 Uhr Nach- Den Boykott verwerfe ich unbedingt und ich nehme mit Befrie- meisten verhängt aber die Militärbehörde Boykott. Sobald ein mittags und von 61 2 bis 812 Uhr Abends( Hört!). Aehnlich digung von der Erklärung des Herrn v. Vollmar Aft, daß die Gastwirth eine sozialdemokratische Versammlung gestattet, wird liegen die Verhältnisse in Schwaben und Oberbayern; was bleibt Sozialdemokratie teinen anderen Boykott will, als einen solchen, sein Lokal sofort den Soldaten verboten.( Präsident v. Levehow: denn da noch von einer Sonntagsruhe übrig? Namentlich in wobei es sich um die Bekämpfung der politischen Gleichheit handelt. Das gehört nicht zum Reichsamt des Innern!) Ich werde darauf Oberbayern hat man allen Geschäften gestattet, den ganzen Bezüglich der Sonntagsruhe scheint mir allerdings in Bayern sehr beim Militäretat zurückkommen. Sonntag mit Ausnahme der Stunden des Gottesdienstes viel Spielraum gelassen zu sein, während in Preußen dies zu Darauf wird die Weiterberathung um 514 Uhr bis Dienstag bis 4 Uhr Nachmittags offen zu halten. Man hat wenig der Fall. Wenn sich ein Ausgleich vollzogen haben wird, 1 Uhr vertagt. dabei feinen Unterschied gemacht zwischen den Geschäften, wird das Gesetz über die Sonntagsruhe wohl allseitig als ein welche tägliche Bedürfnisse befriedigen und anderen Geschäften. gutes anerkannt werden. Diese Vorschriften widersprechen nicht nur dem Geiste des Ge Abg. Buhl( ntl.): Wenn von einem inneren Kriege die Rede sebes, sondern sind auch eine offenbare Umgebung des Gesetzes. ist, dann führen die Sozialdemokraten diesen Krieg, denn sie beWir können Herrn Stöcker daher nur unterstüßen bei seiner zeichnen ja die Arbeitgeber als die eigentlichen Feinde des ArForderung, die Sonntagsruhe vollständig durchzuführen, wenn beiters und sie vereteln den Arbeitern das Sparen, weil sie sonst wir auch die firchliche Heiligung des Sonntags nicht in den wohlhabend werden und in den Mittelstand aufrüden fönnten, Die Kommission zur Vorberathung der lex Heinze Vordergrund stellen. Die Regierung sollte hier einmal ein festes wodurch sie ihnen entgehen. Ich habe von Anfang an betont, fährt in der Berathung über die spanischen Stiefel, in welche Rückgrat den Unternehmern gegenüber zeigen. Der preußische daß die Sonntagsruhe in möglichster Schonung durchgeführt Bentrumsleute Theateraufführungen und ähnliche Darstellungen" Bebel und Minister hat die Klagen über die Eisenbahnverwaltung wegen werden müsse. Wir haben es hier nicht mit den Großkapitalisten, durch Gefängnißstrafen sperren wollen, fort. der Ausschließung sozialdemokratischer Arbeiter von den Werk- sondern gerade mit den kleinen Gewerbetreibenden zu thun, Stadthagen führen im wesentlichen gegen die reaktionären ftätten als preußische Sache behandelt und es abgelehnt, darauf die von der Sonntagsruhe sehr erheblich getroffen werden. Vorschläge aus: es ist unmöglich, den Begriff, was Scham oder einzugehen. Ginen solchen schwächlichen Einwand hätte der Auch die Arbeiter werden davon getroffen, denn sie können in Sittlichkeitsgefühl gröblich zu verlegen geeignet sei" fest zu umMinister vermeiden sollen. Wenn schließlich immer so Versteck der Woche ihre Bedürfnisse nicht befriedigen oder sie müssen grenzen. Sittlichkeitsbegriffe sind feine absoluten. Die ausübende gespielt wird zwischen dem Reich und den Einzelstaaten, dann vom Hausirer in der Woche kaufen, da sie nur Sonn- Kunst ist bereits jetzt der Polizeizenſur unterstellt und in Bayerischer Bevollmächtigter Landmann erklärt, daß er die Zahlen in bezug auf die Zunahme der Hausirer in Bayern bei anderer Gelegenheit mittheilen würde; die Zahl wird überraschend wirken. Das Bedürfniß, daß die Landleute ihre Eintäufe am Sonntag machen, ist nun einmal vorhanden, und man muß damit auch rechnen. Die Zahl der Markttage im Dorfe ist eine sehr beschränkte, so daß die Bevölkerung damit nicht ausreichen kann. Abg. von Vollmar: Meine Bewegungen sind von den Rednern immer mißdeutet worden. Gestern hat Herr Stöcker von meinem Lachen gesprochen und auch heute wurde aus meinem Kopfnicken und meiner Handbewegung Schlüsse gezogen. Ich möchte doch bitten, diesen Bewegungen teine so große Bedeutung Parlamentarisches. vielen Fällen geht die Polizei zu rigoros vor! Habe falls ein Sozialdemokrat, und zwar einer unserer ältesten Partei- 128ürzburger Schöffengericht zu 50 M. Geldstrafe und sämmt. sie doch selbst die die Aufführung Don Hauptmanns genossen. Die Gegner stießen die Wahl um und nun errang er lichen Kosten des Verfahrens verurtheilt. Weber", von Hartleben's Sanna Jagert", von Land's das Mandat mit 17 Stimmen Mehrheit, während er bei der heilige Ghe" verboten. Wenn ungeschickte Dichter oder ersten Wahl nur 1 Stimme Mehrheit erhalten hatte. Lokales: folche, die sich so nennen, in plumper Weise hier und da Obfcönitäten auf die Bühne bringen, so babe doch der Gesetz- An die Parteigenossen im Königreich Sachsen! Die geber fein Recht, den Geschmack des Publikums zu beeinflussen. gegen Ende des Jahres 1892 und Anfang des Jahres 1893 in Wie viele gehen denn in Vorstellungen, über die noch nichts in fächsischen Landgemeinden vollzogenen Gemeinderathsdie Deffentlichkeit gedrungen ist? Wenn junge Mädchen in Wahlen haben der sozialdemokratischen Partei einen nam Zur Geschichte der Oeffentlichkeit der Verhandlungen solche Darstellungen gehen, die etwas Gemeines zur Anschauung haften Zuwachs an Gigen in jenen Körperschaften eingetragen. Der Berliner Stadtverordneten- Versammlung. Die Berliner bringen, wer trage daran Schuld? Kinder können ja wie vom Das ist für unsere Partei um so erfreulicher, als ihr dadurch die Stadtverordneten- Versammlung feiert in diesen Lagen eine Art Tanzboden so auch vom Besuch der Tingeltangel u. dgl. durch Möglichkeit gegeben ist, noch besser als bisher auf die Ge- Jubiltäum. Vor einem halben Jahrhundert, in der Sitzung vom Polizeiverordnungen zurückgehalten werden. Welch eigenthüm ftaltung und Befferung kommunaler Verhältnisse einzuwirken und 14. Februar 1848, wurde von ihr die bedingte Oeffentlichkeit licher Bustand, wenn die Polizei eine Aufführung gestattet die Bevölkerung der Landgemeinden über die ernſten und guten ihrer Verhandlungen und die Zulassung wenigstens der stimmund hernach die Gerichte bestraften! Gin Mißbrauch des Absichten der Sozialdemokratie aufzuklären, sich dadurch aber auch fähigen Bürger als Zuhörer beschlossen. Bis dahin hatte man Theater- Knebels gegenüber politischen Bestrebungen sei sehr immer mehr neue Anhänger zuzuführen. Nun hat der in Hohenstein- an dem Prinzip, daß die Bürgerschaft über die Thätigkeit der nahe liegend. Ist eine sozialdemokratische, ja irgend eine Ernstthal stattgehabte Gemeindevertretertag der unterzeichneten Magistrate und der Stadtverordneten- Versammlungen nichts Rede nicht geeignet, ergerniß bei irgend jemandem zu Kommission aufgetragen, Fragebogen über verschiedene tom- Näheres zu erfahren habe, in Berlin wie in allen anderen Städten erregen, der die Institute des Privateigenthums, der Religion, munale Verhältnisse aufzustellen und an die Gemeindevertreter mit ziemlicher Strenge festgehalten. der Ehe, der Ausbeutung innerhalb der Gesellschaftsordnung für behufs Ausfertigung zu versenden. Dies soll nunmehr geschehen; Vorschläge zum Gegentheil waren freilich schon früh genug fittliche hält? Es wird das Verbot des Polizeipräsidenten da wir aber die Adressen der Neugewählten, die in diesem gemacht worden. Nach Erlaß der Städte- Ordnung im Jahre gegenüber den Revolutionsbildern des Arbeiter- Bildungsvereins Jahre in die Gemeindekörperschaften einzutreten haben, nicht 1808 verlangte man sofort auch, daß die Bürger über die und des Metallarbeiter Vereins ausführlich besprochen. Das fennen, so ersuchen wir um baldmögliche Bekanntmachung dieser städtischen Angelegenheiten genau unterrichtet würden. Schon Verbot ist von Sittenpolizei wegen" erfolgt, wiewohl Adressen, soweit dies bis jetzt noch nicht geschehen sein sollte. 1809 bat Professor Wadzeck, der Herausgeber des„ Berliner bie Bilder nicht einmal etwas anderes als fchöne Da spätestens am 1. März die Versendung erfolgen foll, so müssen Wochenblatt", die Stadtverordneten wenigstens um Mittheilung Gesichter nackt ließen. Von Seiten der Bentrums die Adressen bis dahin uns zugegangen sein. Die Genossen und ihrer Beschlüsse, damit er sie in seinem Blatte veröffentlichen partei, des Abg. Stöcker u. A. wird geleugnet, daß ein die Arbeiterblätter werden um möglichst schnelle Berbreitung dieses tönne. Gr erhielt jedoch von ihnen, wie Stredfuß erzählt, die Antpolitischer Mißbrauch getrieben werden könne. Das Verbot des Aufrufs gebeten. Die Adressen sind zu richten an Georg wort, fie tönnten es ebenso wenig nüglich als nöthig finden, alle Polizeipräsidiums bie Revolutionsbilder lagen aus wird Horn, Löbtau, Wilsdrufferstr. 50, H. Die Kommission. und jede Beschlüsse dem Publikum mitzutheilen. Sollte der Fall von teiner Seite vertheidigt, vielmehr erklärt, Mißgriffeur do Took eintreten, daß solche Beschlüsse gefaßt würden, deren Bekanntmachung untergeordneter Polizeiorgane seien doch nur Aus- Eine Parteikonferenz für den 1. bayrisch- schwäbi durch des Herrn Wadzeck's Blatt von Nutzen sein könnte, so nahmen. Im übrigen wird auf Aufführungen des Residenz- fchen Reichstags- Wahlkreis Augsburg- Wertingen- Schwab- würde man ihm solche mittheilen." Die Stadtverordneten ertheaters hingewiesen, zugegeben, daß die von Arbeitern geleiteten münchen tritt Sonntag, den 19. Februar, Nachmittags 2 Uhr, im ftatteten dann thatsächlich von Zeit zu Zeit Bericht über ihre Schaubühnen Obfciönitäten nicht bringen, aber lebhaft beftritten, Gasthaus Zum Blauen Bock" in Augsburg, Stefansplatz, Thätigkeit, und die Bürgerschaft war damit zufrieden. Im daß Kunst freie Bahn haben müsse: G3 bedürfe ftrafgesetzlicher zusammen. Die Tagesordnung lautet: 1. die politische Lage; Jahre 1822 wurde die Frage von neuem angeregt, und zwar Repreffalien. Ein Theil der Konservativen erblickt in dem Vor- 2. Aufstellung eines Kandidaten für die nächste Reichstagswahl diesmal aus der Mitte der Stadtverordneten- Versammlung selbst. schlag ein Mißtrauen gegenüber der Polizeibehörden der Ver- 8. die bayerischen Landtagswahlen; 4. die Betreibung der Agi. Der Stadtverordnete Junge beantragte, die Versammlung„ möge treter des Ministers des Innern und andere Regierungsvertreter tation im Wahlkreise; 5. die Parteipresse. Die Genossen im höheren Ortes um die Oeffentlichkeit ihrer Verhandlungen stehen der Tendenz des Antrages sympathisch gegenüber, tönnen ganzen Wahlkreise werden ersucht, unverzüglich zu der Konferenz petitioniren". Die Beschlußfaffung über diesen Antrag wurde aber eine bestimmte Erklärung noch nicht abgeben. Schließlich Stellung zu nehmen und für zahlreiche Betheiligung thätig zu jedoch mehrmals vertagt, ein Verfahren, das auch heute noch unwird der Heuchelmastenvorschlag des Zentrums(§§ 183 und 183a) fein. Alle Anfragen sind zu richten an den Vertrauensmann liebsamen Anträgen gegenüber beobachtet wird, und unterblieb mit 9 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Die Debatte über Karl Breder, Augsburg, Mittl. Graben H 405. schließlich überhaupt." 16a der Regierungsvorlage wird eröffnet. Diese Ferner wird Sonntag, den 19. Februar, Nachmittags 3 Uhr, Erst 20 Jahre später, 1842, tam die Sache wieder in Fluß. Lattenarrest Bestimmung = will Verschärfung der im Saalbau zu Friedberg eine Konferenz der Vertrauens Damals wurde die Deffentlichkeit der Verhandlungen der Stadterkannten Strafe dem Belieben des Richters anheimstellen, wenn männer aus dem Wahlkreise Friedberg- Büdingen ab- verordneten- Bersammlungen allgemein gefordert. An der Spike die That von besonderer Rohheit oder Sittenlosigkeit des Thaters gehalten. Die Tagesordnung enthält folgende Punkte: 1. Rechen- der Bewegung stand aber jetzt nicht die Landeshauptstadt, sondern zeugt." Die Verschärfung soll darin bestehen, daß schaftsbericht des Vertrauensmannes, 2. Wahl eines solchen, die größeren Provinzialstädte. Die Stadtverordneten- Versamm Der Verurtheilte eine harte Lagerstätte und als Nahrung 3. Agitation im Wahlkreis, Presse, 4. Kandidatenfrage, 5. Ab- lungen von Königsberg, Breslau, Magdeburg u. f. w. petitionirten Waffer und Brot sechs Wochen lang erhält. Der rechnung über die Listen zum Berliner Parteitag. Weitere um Deffentlichkeit ihrer Verhandlungen fan die Provinzial- Landfonfervative Abg. Dr. Giese beantragt mit den politischen Einladung erfolgt nicht! Pünktliches Erscheinen ist tage von 1843. In Berlin ließ sich die Stadtverordneten- BerFreunden, die die Annehmlichkeiten vielleicht von Amtswohnungen, Pflicht jedes Vertrauensmannes. fammlung erst durch die Bürgerschaft und die Zeitungen, nicht aber von Gefängnißaufenthalt aus eigenster Wahrnehmung Die Parteigenossen im Wahlkreise Raiserslautern welche deren deren Forderungen unterstüßten, zur Theilnahme fennen, diesen Battenarrest auf 6 Monate ausdehnen zu wollen. Kirchheimbolanden halten Sonntag den 26. Februar an der Bewegung drängen. Auf Antrag des Stadtverordneten Regierungskommissar Geh. Ober Justizrath Dr. Lucas ver- im Saalbau zu Kaiserslautern eine Konferenz ab, um u. a. Bernard ernannte sie 1842 eine Deputation, welche darüber befucht die im Plenum geltend gemachten Bedenken, daß event. über folgende Punkte zu berathen: 1. Berichterstattung über die rathen follte, in welcher Art eine größere Theilnahme der politische Vergehen getroffen werden könnten, zu zerstreuen. bisherige Thätigkeit, 1. Organisation und Agitation, 3. Presse, Bürgerschaft an den tommunalen Angelegeuheiten der Stadt Redakteuren wolle die Regierung eine fanftere Stätte zubilligen. 4. die bayerische Landtagswahl, 5. die bevorstehende Reichstags- herbeigeführt werden könne, und ob dies vielleicht durch eine Die Verschärfung sei nöthig, weil manche Leute unverbesserlich wahl. Jeder Ort hat zu dieser Konferenz zwei Delegirte zu Deffentlichkeit der Berathungen der Stadtverordneten zu erreichen feien. Abg. Spahn( 3) spricht sich für seine Person gegen die entsenden. Alle Genossen aus dem Wahlkreise sind zur Theil- sein dürfte". Die Mehrheit der Deputation entschied gegen Vorlage aus. Der Richter könne die Individualität des Abnahme eingeladen. Der Einlaß ist nur gegen Vorzeigung einer bie Deffentlichkeit. Aber die Stadtverordneten- Versammlung bezuurtheilenden nicht erkennen. Eine sehr verschiedenartige Hand- Karte gestattet; Genosse N. Kurz in Kaiferslautern, Maßen- schloß, nachdem sie in der außerordentlichen Sigung vom habung der Bestimmung sei zu befürchten. In der Strafrechts- straße 30, giebt diese aus. 7. Februar 1848 die unbedingte Deffentlichkeit verworfen pflege gehe ein Zug der Zeit dahin, die Bestimmungen über die hatte, in der Sizung vom 14. Februar die bedingte Strafart anderen Organen zu übertragen. In vielen Fällen, Todtenliste der Partei. In Pieschen bei Dresden ist Deffentlichkeit, das heißt die Zulassung nur der stimmfähigen 3. B. in Preußen, würde die Bestimmung erfolglos fein, weil der alte, wohlbewährte Genosse Wilhelm Däberih ge- Bürger als Zuhörer, und ersuchte den Magiftrat, die erforderEinzelzellen nicht in genügendem Maße vorhanden und die Mit- storben; in Neundorf der Genosse Friedrich Schulze, lichen Schritte bei der fönigl. Regierung zu thun. Doch der gefangenen aus Solidaritätsgefühl dem Lattenarrestanten etwas der gleichfalls stets ein treuer Kämpfer für unsere Sache gewesen. Magistrat wollte selbst von diesem geringen Bugeständniß nichts zustecken würden. Auch würde sie ihren Zweck durchaus nicht wissen. Er verlangte die Angabe von Gründen. Daraus ents erfüllen, vielmehr den Troz und Haß des Sträflings nur erhöhen. Polizeiliches, Gerichtliches ze. spannen sich dann lange Verhandlungen, durch welche die Sache Dem Sträfling gegenüber gelte es, moralische, ethische, erziehliche Wegen Beleidigung des Hamburger verschieppt wurde. Elemente zur Geltung zu bringen, wenn die Strafe von Erfolg Staatsanwalts Dr. Romen stand der Redakteur der Inzwischen forderte die Regierung unter dem 13. September begleitet sein solle. Regierungstommissar Geheimer Halberstädter Sonntags- Zeitung", Genosse 1843 selber den Magistrat auf, für Veröffentlichung der StadtOber Justizrath Dr. Lucas führt einige Beispiele an, Martin unter Anklage. Er hatte die bekannte Aeußerung des verordneten- Beschlüsse, sowie von Jahres- Verwaltungsberichten aus denen hervorgeht, daß Augetrunkene einem Paftor den Hut Dr. Romen, in der ganzen sozialistischen Presse von der ersten zu sorgen. Damit sollte wenigstens denen, welchen der bloße eingeschlagen und einer Dame ohne Erfolg Messerstiche bei Nummer des früheren Sozialdemokrat" bis zur letzten Nummer Schein einer Deffentlichkeit schon genügte, der Mund gestopft Das war denn auch zubringen versucht haben. Solche Personen feien ethischer Gin- des heutigen Vorwärts" werde der im Parteiinteresse geleistete werden. bei dem größten Theile wirkung nicht zugängig, es feien unverbesserliche Leute, bei denen Meineid nicht nur gebilligt sondern sogar verherrlicht", scharf des Berliner Spießbürgerthums der Fall; denn als die Stadtes angebracht fei, Lattenarrest zu verhängen u. s. w. Abgeord- angegriffen, außerdem aber zur Charakteristik des Dr. Romen verordneten- Versammlung am 1. Februar 1844 auf Antrag des neter Pieschel: Für manche Elemente ist die jetzige Strafe teine einen Borfall aus dessen früherer Amtsthätigkeit in Frankfurt Magistrates und mit Rücksicht auf jene Verfügung der RegieStrafe. Der konservative Dr. Giese hält einen Be- am Main mitgetheilt, wo Dr. Romen bei Gelegenheit einer An- rung ihren Beschluß vom Vorjahre wieder umstieß, regte sich kein Schädiger eines Kriegerdenkmals für eines Battenarrestes und flage gegen einen Parteigenossen mit dessen Vertheidiger Dr. Mensch darüber auf. zwar auf die Dauer von 6 Monaten würdig. Abg. Stadthagen Goldheim zusammengerathen war. Dr. Romen hatte jede unge- Erst am 23. Juli 1847 erließ infolge eines Antrages des wendet sich lebhaft gegen die Vorlage. Die Bedenken des Abgeord: hörigkeit auf seiner Seite in diesem Fall bestritten, Dr. Bereinigten Landtages Friedrich Wilhelm IV eine Rabinetsordre, neten Spahn feien in feiner Weise widerlegt. Hinzu trete, daß Goldheim dagegen die Angaben des inkriminirten Artikels in welche die Deffentlichkeit der Stadtverordneten- Versammlungen die Vorlage absolut feinen Schutz gegen politische Mißbräuche wesentlichen Punkten bestätigt. Da zum Hauptverhandlungs- bestimmte. Das Verlangen danach war inzwischen wieder so gewähre. Was wollen die von den Freunden der Vorlage an- termin nur Dr. Romen, nicht Dr. Goldheim geladen war, be- lebhaft geworden, daß es bedenklich schien, sich noch länger geführten Beispiele gegen Studentenulfereien, vor allem aber gegen schloß das Gericht, gemäß dem Antrage des Vertheidigers, Rechts- dagegen zu sträuben. Die erste öffentliche StadtverordnetenAuftiftungen durch Pastoren zum Landfriedensbruch und Todt- anwalts eine aus Berlin, die Bertagung. Der neue Termin Versammlung in Berlin fand dann schlag sagen? Er erinnert an den konservativen Spenger, tann interessant werden, da Dr. Romen sich erboten hat, den statt. Anfangs war der Zulauf sehr groß. Aber bald wurden Blumberger, Blankenburger Rohheiten. Durch solche Willtür Wahrheitsbeweis für seine Behauptung zu erbringen. Für Wider- die Bänke leerer und leerer, und die Gegner der Oeffentlichkeit bestimmungen wird der Richter geradezu veranlaßt, feinem legung wird gesorgt werden. triumphirten.inigo politischen Rache- Instinkt unbewußt Bethätigung zu verschaffen. Gegen die Freisprechung des Redakteurs Dr. Qur in Die Strafe nur zu verhängen, um einem unverbefferlichen" Magdeburg, der wegen des Artikel3 Die Krallen des wehe zu thun, sei brutal. Es gelte vielmehr, den Militarismus" unter Antlage gestanden hatte, hat die StaatsThäter zu bessern, die Rohheit und Sittenlosigkeit" anwaltschaft Revision eingelegt. zu beseitigen. Wenn der Redner des Zentrums meine, dies durch Genosse Königstedt in Magdeburg hat am erzieherische, ethische Momente erreichen zu können, so erachte er Sonnabend in Gommern eine vierwöchentliche Gefängnißstrafe diesen Standpunkt als einen unendlich viel sittlicheren als den angetreten. der Regierungsvorlage. Es sei aber erforderlich, der Frage nachDie Dresdener Kreishauptmannschaft augehen: wodurch wurde der Thäter roh und sittenlos? Da werde hatte früher entschieden, daß sie teine Verlegung des Vereinsin den meisten Fällen sich zeigen, daß die Rohheit 2c. Folge der und Versammlungsrechts darin finde, wenn die Polizei von den fozialen Verhältnisse, ein Produkt der heutigen Gesellschaft sei. Ginberufern der Versammlungen Auskunft über die Namen der Der Reichs- Anzeiger" veröffentlicht heute eine faiserliche Hier sei der Hebel anzusehen: die Lage der arbeitenden Bevölte- Referenten verlange und die Versammlungen nicht dulde, sofern Verfügung, welche der Stadtgemeinde Berlin das Recht vers rung sei zu beffern, die sozialen Verhältnisse zu ändern, die Bildung dieses Begehren nicht erfüllt würde. Diese Praxis befolgte, zum feibt, die zur völligen Freilegung der Artilleriestraße und zur zu erhöhen, die Sittenlosigkeit der ausbeutenden Klasse zu beseitigen. ersten Male seit dem Fall des Sozialistengefezes, die Amtshaupt- Freilegung der Schwedenstraße auf der Strecke von der Kolonies Das könne allerdings die heutige Gesellschaft nicht, wie der mannschaft zu Dresden- Altstadt, indem sie aus dem erwähnten straße bis zur Weichbildgrenze mit Reinickendorf innerhalb der Vertreter der Regierungen nett zugegeben haben. Sei sie doch Grunde die Abhaltung einer Parteiversammlung vereitelte, die festgesezten Straßenfluchtlinien erforderlichen Grundstücksflächen dann konsequent: melde sie entweder ihren Banterott an oder in der Rothen Schänke in Döhlen abgehalten werden sollte. Auf im Wege der Enteignung zu erwerben. " " 27 " schlage fie radikal allen denen die Köpfe ab, die zu ihrer die dagegen erhobene Beschwerde hat nun die Kreishauptmann19. November Die Bevölkerung Berlins ist von damals 400 000 auf jetzt über 1 600 000 gestiegen. Die Buhörertribüne im StadtverordnetenSigungsfaale, die damals 150 Bläge faßte, ist nicht viel größer geworden, aber auch nicht viel voller, von einzelnen Sigungen abgesehen. Die, welche zuhören möchten, haben keine Zeit dazu, und die, welche Beit dazu haben, mögen nicht zuhören. Die Letzteren, d. h. die Besitzenden, finden augenscheinlich, daß ihre Interessen von den Stadtvätern so vorzüglich vertreten werden, daß sie selber sich gar nicht mehr darum zu fümmern brauchen. Rohheit und Sittenlosigkeit" durch die heutigen sozialen und schaft durch Beschluß vom 9. Februar erklärt, daß die Polizei- Die Anschlagfäulen enthalten an bestimmten Stellen die politischen Verhältnisse gelangt find. Wozu auf halvem Wege behörden nicht berechtigt sind, die Nennung des Referenten zu Angaben über das nächite Polizei Revier, Postamt, Feuermelde stehen bleiben? Gegen eine solche ungerechte, unwirksame, un- fordern. Der Beschluß ist zwar in einer sehr milden, die Unter- stelle und ähnliche für Verkehr und öffentliche Sicherheit wichtige menschliche, brutale Borlage sei er auch deshalb, weil wir ja behörden schonenden Form, aber dabei bestimmt gehalten und Institute. Allein bei Benutzung dieser Angaben empfiehlt sich für noch nicht einmal wissen, wann endlich ein Strafvollzugsgesetz überdies im Einverständniß mit dem Ministerium gefaßt. Er das Publikum Vorsicht. In der Gegend des Kottbuser Dammes erscheinen werde. Sei denn die Behandlung von Gefangenen befagt ungefähr folgendes: Obwohl die Amtshanptmann und der Hafenhaide enthalten die Säulen die Angabe: Nächstes heute viel besser? Nachdem der Regierungs- Kommissär fchaft Dresden- Altstadt nach dem Fall des Sozialistengefeßes Poftamt: Rottbuser Damm 45. In diesem Hause hat sich aber versichert hat, daß rohe Studentenausschreitungen nicht statt von dem Verlangen auf Nennung des Referenten abgesehen hat, nie ein Bostamt befunden, sondern nur die schon seit langem gefunden( vgl. Leipzig!), wird die Debatte auf Donnerstag, den ist sie neuerdings dazu gelangt, das Verlangen wieder zu eingegangene Postagentur, die lette Einrichtung dieser 16. Februar vertagt. ftellen. Sie ist dazu veranlaßt worden durch einen Beschluß der Art in Berlin. Seit einem halben Jahre besteht ein Kreishauptmannschaft auf eine Beschwerde gegen die Polizei neues Poftamt in jener Gegend Urbanstraße 84; Don direktion Dresden, welcher besagt, daß in dem Verlangen der diesem meldet aber feine Säule die Adresse. Diefelben Säulen Polizeidirektion nach Nennung des Referenten keine Verletzung aber, und außerdem die sämmtlichen Säulen in der benachbarten des Vereins- und Versammlungsgesetzes liege. Die Beamten der Gegend enthalten noch eine zweite unrichtige Angabe. Es soll Amtshauptmannschaft, welche die Ertheilung der Anzeige- fich danach nämlich das nächste Polizeirevier in der Fichtestr. 34 bescheinigung wegen Fehlens des streitigen Erfordernisses ver befinden. Diese Angabe scheint dem Leser um so sicherer, als die weigerten, resp. die Versammlung aus demselben Grunde auf- Inschrift deutlich erkennen läßt, daß die frühere Adresse überlöften, seien daber im Recht gewesen. Nach neuerlichen Erwägungen strichen und die neue darüber geschrieben ist. In Wirklichkeit fei jedoch die Kreishauptmannschaft zu der Ueberzeugung gelangt, befindet sich das zuständige Revierbureau aber gar nicht dort, daß das Verlangen nach Nennung des Referenten feine aus- fondern Schönleinstr. 7 und es ist geradezu komisch an der Säule, reichende Begründung im Gesetze finde. Die Sächs. Arbeiter welche vor den Fenstern des Revierbureaus sich befindet, Zeitung" fordert nun die Genossen auf, unter Berufung auf diefe falsche Angabe zu finden. Die Sache wird dadurch nicht diesen, im Einverständniß mit dem Ministerium gefaßten Bescheid entschuldigt, daß dem Maler, der diese falsche Aufschrift ander Polizei gebührend entgegenzutreten, wenn sie wieder die Re- brachte, ausdrücklich die unrichtigkeit derselben mitgetheilt worden ferenten genannt haben will; die sächsischen Sozialdemokraten ist; worauf er sich nur auf die ihm ertheilte Anweisung berief. werden sich das nicht zweimal fagen lassen. Die Sache fann unter Umständen üble Folgen für jemanden haben, der sich nach der falschen Angabe richtet. Wer auf die Bestellung seines Revierstandes sich nach dem falschen Bureau begäbe und dort einfach den Bescheid erhielte, daß von seiner Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die nene Militärvorlage find weiter abgehalten worden in Rodenkirchen und Nordenham( Refer. Hug Bant), Aschersleben( Refer. Reßler Berlin). Gemeindewahlen. Nachdem in Estebrügge ein bisher geübtes ungesetzliches Wahlverfahren infolge der dagegen er hobenen Beschwerde abgestellt worden war, sind bei der Neuwahl des alljährlich ausscheidenden Drittels der Gemeinderaths Mtitglieder sämmtliche von den Arbeitern, Handwerkern und Schiffern aufgeftellten vier Kandidaten gewählt worden. 4 - Infolge einer Beleidigungstlage des Domvikars Ed. In Alt Waldenburg( Schlesien) wurden zwei Partei- Meckel und elf Genossen wurde der Redakteur der Unter genoffen gewählt. In Altstadt- Waldenburg fiegte eben- fräntischen Boltstribüne", Albrecht Fülle, vom 5 Uhr, im Reſtaurant Dietrich( fr. Lehmann), Alexandrinenſtr. 32. Klub Humor. Sizung am Sonntag, ben 12. Februar, Nachmittags mit Damen bet Roland, Elfafferftr. 28, 1 Er. Fidelitas, Tanz. Vergnügungsverein,.Italia". Sonntag, den 12. Februar, Sigung Geselliger Verein„ Regina". Am Sonntag, den 12. Februar, im deuts schen Hof, Sucauerftr. 15, Gesellschaftsabend. Anfang 7 Uhr. Jeden Dienstag bei Schönwälde Oranienftr. 153. Borladung nichts3 bekannt sei, der hätte au gewärtigen, daß er einen Amtsdiener in das Moabiter Untersuchungsgefängniß ein- Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am demnächst wegen unterlassener Befolgung der polizeilichen geliefert und am Freitag durch den Untersuchungsrichter des Sonntag, den 12. Februar, Abends& Uhr, bet Otto Klein, Schönleinfir. 6, Ladung zwangsweise nach dem zuständigen Bureau fiftirt wird. Landgerichts II, Landgerichtsrath Friedberg, vernommen worden. Bortrag des Genoſſen Zahnarzt Robert Wolf. über: Coztale Streiflichter. Filzschuharbeiter. Deffentliche Versammlung am 15. Februar im Saale Elf Soldaten verunglückt. Das Gerücht von einem furcht Herr von Schlieben bereits zugestanden hätte, in hundert Fällen 3% uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Sizung. Probe. Es ist aber verfrüht, wenn von einer Seite behauptet wird, daß des Herrn Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Privat- Theatergesellschaft Walhalla. Jeden Sonntag, Nachmittags baren Unglück durchschwirrte unheimlich in den geftrigen Bor von den Deforirten dieses Jahres je 20 Mart zur Herstellung mittagsstunden das nahe Schöneberg. Unbestimmte Gerüchte nur eines Albums einzuziehen versucht zu haben. Ueber den Umfang brangen über die Mauern des Militär- Bahnhofes. Auf diesem des Geschäftes liegen bestimmte Zahlen noch nicht vor, weder felbft begegnete man grimmig ernſten Gesichtern, niemand wollte durch Geständniß, noch durch die angestellten Ermittelungen. mit der Sprache heraus. Im Regiments- Geschäfts- Bureau jedoch poste wurde auf bestimmte Anfrage der ebenso bestimmte Bescheid, daß Polizeibericht. Am 10. d. M. Morgens wurde ein 2 ftrengstens verboten worden sei, über den Unglücksfall etwas zu in feiner Wohnung in der Kochstraße todt aufgefunden. Er hat Agent äußern. Trotzdem haben wir folgendes in Erfahrung gebracht: sich anscheinend mittels Morphium vergiftet. Vor dem Hause Pioniere waren Sonnabend früh damit beschäftigt auf dem an Brüdenstr. 15 fand Vormittags ein Zusammenstoß zwischen einem der Kolonnenstraße gelegenen Gyerzierplay des Eisenbahnregiments Bierwagen und einem Kohlenwagen statt, wobei der auf dem die sogenannte Schulz'sche Brücke aufzuschlagen.( Es ist dieses ersteren sigende Arbeiter Otto am Fuße so schwer verletzt wurde, eine ganz aus eifernen Schienen und Trägern zu daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. sammengesetzte Brücke, eine Erfindung des Hauptmann's Schulz.) Nachmittags wurde vor dem Haufe Leipzigerstr. 75 der HausVon der äußeren Böschung des Eisenbahnterrains aus betrachtet diener Eckstein durch einen Omnibus überfahren und am Knie ist nun diese Brücke in der Mitte derart zusammengebrochen, so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach der Charitee erdaß die ganze linke Hälfte sich nach links hinüber neigte. Beim forderlich wurde. Auf dem Oranienplag gerieth Abends ein Einsturz sollen 14 Mann verunglückt sein, 6 wurden schwer, die Zimmermann unter die Räder eines Bierwagens und erlitt an. anderen leicht verb der Meinung, daß diese Brücke sich in bause am Urban gebracht. scheinend bedeutende Berlegungen. Er wurde nach dem KrankenIm Laufe des Tages fanden acht Versehen in bezug auf die Verbindungsschrauben das Unglück Unglücgi? Sachverständige sind dem letzten Manöver gut bewährt habe, vermuthlich wird ein fleine Brände statt. herbeigeführt haben. Dor Aufstellung der Brücke die Beschaffenheit des Erdreichs nicht untersucht worden sei. abends& Uhr, in den Arminballen, Kommandantenfir 20. Bortrag des Ge Blumen-, Puh- und Federbrandhe, Sonntag, den 12. Februar, nossen Gent, über: Arbeitslosigkeit und Arbeitslosen- Unterstügung. Nachdem: Geselliges Beifammensein. Grotte, Raupachstraße. Anfang präzise Ubr. mittage 10 ubr, works Vergnügungsverein Luftige Jugend". Stzung Stachel's Planina Rißenmacher. Sonntag, den 12. Februar, Vormittags 10 Uhr, Bolts versammlung bei Seefeld, Grenadierstr. 33. uhr, Sigung bei Wollschläger, Blumenftr. 78. Fidelitas, Borträge. Vergnügungsverein Boruffa. Sonntag, den 12. Februar, Abends Achtung! Gasanftaltsarbeiter und Berufsgenossen. Montag, ben 18. Februar, Abends 8 Uhr, bet Wendt, Köslinerftr. 17, und am Mittwoch, den 15. februar, Abends 8 Uhr, bei Behse( fr. Rena), Naunynftr. 27, Bersamm politischen Kämpfe im Reichstage in letterer Zett. lungen. In beiden Versammlungen spricht Genosse W. Schwarze, über: Die Achtung, Schuhmacher! Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, den 13. d. M., Abends 8 Uhr, in Sänfel's Salon, Invalidenstraße und Brunnenftraßen- Ecke. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Kollegen Bock und Grünbung einer zweiten Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher. Humanistische Gemeinde. Kommandantentenstr. 79. Montag Abends 8 Uhr, Vortrag des Herrn Gaft: Der Mensch inmitten der Natur. Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Mitgliederversamms Tung am Montag, den 13. Februar, Abends 8 Uhr, im Lotal des Herrn Klein, Schönleinstr. 6. Ortsverein der Schuhmacher. Berlin 4. Montag, den 13. Februar, Arbeiter- Gesangverein Nord". Montag, den 18. Februar, Abends 9 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68, Monatssigung. Arbeiter und Arbeiterinnen der Filzschuhbranche. Deffentliche Berfammlung am Montag, den 18. Februar, abends' s Uhr, im Saale des Gerrn Rönig, Neue Friedrichſtr. 44. 119 Depeschen. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, wird hoffentlich diel. If a Ding Untersuchung ergeben. Im Publikum kursirt das Gerücht, daß Gerichts- Beifung Unter der Auflage der Körperverlegung mit tödt. Abends 8 Uhr, Flottwellstr. 6. Bortrag über: Fachschule und intelſyſtem. Ueber den Unglücksfall bringt eine hiesige Lokalforrespondenz Schrot vor den Schrauten des Schwurgerichts am Land- bet Sauermann, Adalbertfir. 8, Sigung und Sidelit lichem Erfolge stand gestern der Töpfermeister Franz Privat- Theatergesellschaft Hoffnung. Montag, Abends 9 Uhr, nachträglich noch folgende Mittheilung: Die Brücke, die unter Leitung des Hauptmanns Lübecke aus gericht I. Die 1. Die Berhandlung lieferte einen betrübenden Eisen hergestellt wird und bis zum Montage fertig werden sollte, Beitrag zu dem von der Leichtfertigkeit, mit hatte den Zweck, bei Manövrirübungen gebraucht zu werden und mit welcher gewisse Leute bei belanglosem Streit fofort ſteht auf freiem Felde. G3 arbeiteten saran Mannschaften ver- zum Messer greifen. Am 18. April vorigen Jahres, Dem schiedener Kompagnien. Ein Träger lag bereit, und ein zweiter Oftermontage, war der Angeklagte mit einem Arbeiter Royalle follte hochgebracht werden. Um dies schnell au bewerkstelligen, in einem Bierlokale in einen Wortwechsel gerathen, der schließwurde der 72 Meter lange Träger, der zur Hälfte auf dem Erd- lich in Thätlichkeiten ausartete. Royalle hatte dem Angeklagten boden, zur Hälfte in der Schwebe lag, mit Hilfe von Stüßen im Verlaufe des Streits einen Faustschlag ins Gesicht gegeben hochgewunden. Da nun zwei Stüßen so standen, daß die beiden und war dann aus dem Lokale entflohen, da ihm der Enden des Trägers nicht darauf ruhen tonnten, so sollte der Angeklagte mit mehreren anderen Personen auf den Leib rückte. Brüg, 11. Februar. Heute schlossen sich den 1100 streifenden Träger in eine andere Lage gebracht werden. Hierbei fiel er Rogalle floh in sein Haus und stürmte die Treppe zit feiner Arbeitern der staatlichen Rohlengruben bei Ropig die Arbeiter herunter, so daß das eine Ende eine Lowry beschädigte, das Wohnung hinauf, der Angeklagte dicht hinter ihm her. Bei dem mehrerer Nachbarschächte an, so daß die Gesammtzahl der Strei andere elf Soldaten, unter diesen zwei Unteroffiziere, traf. Bemühen, feine Wohnungsthür zu öffnen, erlitt er eine verfenden nunmehr gegen 2000 beträgt. Dieselben verlangen EntDie que gente to bas bie Getammtzahl der StreiDie Berunglückten, die alle mehr oder minder schwer verlegt hängnißvolle Verzögerung. Der Angeklagte langte vor der Thür fernung mißliebiger Aufsichtsorgane und Wiederaufnahme entworden sind, wurden durch Kameraden aus ihrer Lage befreit an noch ehe Rogalle hinter derselben verschwinden konnte; in fernung mißliebiger Aufsichtsorgane und Wiederaufnahme entund mittels Krantenwagens nach dem Lazareth übergeführt. Ein Unteroffizier wurde noch im das linke Sinie, so daß das Blut in Strömen floß. Der er blutigen Zusammenstoßes mit der Polizei am 12. Dezember v. J. vom Train und Droschke seiner Wuth ergriff er ein Messer und ftach seinen Gegner in lassener Arbeiter. Gent, 11. Februar. In dem Sozialistenprozesse wegen des legten Augenblick von einem anderen bei Seite geriffen; sonst letzte ergriff instinktiv instinktiv einen Knüttel und schlug seinen wurde heute das Urtheil gesprochen. Acht Angeklagte wurden zu wäre er gleichfalls von dem Träger getroffen worden. In dem Angreifer damit über den Kopf. Die Verlegung hatte Augenblicke des Unfalls herrschte allgemeine Bestürzung. Der fehr üble Folgen. Die ben Wunde vereiterte, es trat der Gefängnißftrafen von 18 Monaten bis zu 15 Tagen verurtheilt, Träger selbst hat erhebliche Beschädigungen durch den Fall er- Brand hinzu, das Bein mußte amputirt werden und Rogalle ist fünf Angeklagte wurden freigesprochen. Der Staatsanwalt legte litten. Die Brücke und ihre Umgebung wurde sofort militärisch an der Verlegung gestorben. Der durch den Rechtsanwalt Berufung ein. 18 abgesperrt. Ein Verschulden an dem schweren Unglücksfalle dürfte Remling vertheidigte Angeklagte suchte die Sache so darweder der Leitung, noch den Mannschaften beizumessen sein, da stets die nöthige Vorsicht geübt worden ist. Von dem Obermälzer der Brauerei Friedrichshain, Herrn A. Wichmann, geht uns folgende Entgegnung auf die in Nr. 34 gebrachte Mittheilung zu: wärts" erwidere ich hiermit, baß es nur eine gerechte Entrün nicht d 10. Jahren Zuchthaus. zustellen, als ob er sich im Stande der Nothwehr befunden habe, er lehnte auch die Verantwortung für den traurigen Ausgang ab. Sanitätsrath Dr. Mitt en zweig begutachtete aber, daß der Messerstich in ursächlichem Zusammenhange mit dem eingetretenen Tode stehe. In Gemäßheit des Wahrspruchs der Geschworenen verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten, dessen Leumund Auf den Artikel des Kollegen Barth in Nr 34 des Vor- nicht der beste war, zu 5 Jahren Zuchthaus. meinerseits über seine Zumuthung war, ihm vielleicht die Frühstückspause verkürzen zu wollen. Ich bedeutete dem Kollegen Barth, daß es gegen das Anstandsgefühl wäre, mich in so auf fälliger Weise zu kontrolliren. Durch sein Erwidern gereizt, verging ich mich zu dem Ausdruck:" Du bist ein gemeiner Hund!" was in Brauerkreisen und unter Kollegen durchaus nicht so schwerwiegend ist, da in einer so klemen Mälzerei wenig Unterschied zwischen Obermälzer und Mälzer ist, wo der Obermälzer ebenso wie der Mälzer mitarbeiten muß. thus Istid ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) pas dans sli FORTE Briefkaffen der Redaktion. Wahlvereins für den 2. Reichstags- Wahlkreis gewählten BeiBerichtigung. Der Name des in der lezten Versammlung des figers lautet, wie uns mitgetheilt wird, nicht Barbod, sondern Paduch. Fr. Schmidt, Friedberg. Konnte wegen Stoffandrangs erst in Nr 34 veröffentlicht werden. gegen Einsendung von 50 Bf. zu beziehen. Abonnent. Der Originaltert ist durch unsere Buchhandlung E. B. 425. Ja: vierte Klasse. 2. N. Rigdorf. 1. Jit verjährt. 2. Ohne Einsicht Ihres Vertrages läßt sich nicht mittheilen, welche Rechte oder Pflichten Vormund. Die Beerdigungskosten find mit inbegriffen. aus demselben folgen. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: D.F. 10, Mittenwalderstr. 15 3,- Deutsche Sozialisten Leipzig, 10. Februar. Vor dem zweiten Strassenat des Reichsgerichts wurde heute in Angelegenheit des in Berlin ver dortigen Landgerichts I lautete wegen einfachen Bankrotts, sowie urtheilten Baufiers Hugo Löwy verhandelt. Das Urtheil des wegen zweier Betrugs- und fünf Unterschlagungsfälle auf zwei Jahre sechs Monate Gefängniß und 2000 M. Geldstrafe unter Anrechnung von sechs Monaten Untersuchungshaft, außerdem ungeflagte jowohl wie per Staatsanwalt hatten Revision einSteuerhinterziehung auf 576 Mart Geldstrafe. Der Als es sich um Arbeitsverhältnisse handelte, wurde ich von gelegt; der Staatsanwalt namentlich auch wegen einer Reihe von den dazu bestimmten Vertrauensmännern über dieselben befragt. ben war. Bei der Verhandlung vor dem Reichsgericht bemerkte Bergehen, bei denen vom Gericht auf Freisprechung erkannt wor Wie dem Kollegen Barth meine Darstellung mitgetheilt wurde, ber Reichsamvalt u. a.: Im Hinblick auf die geradezu auf antwortete er darauf:" Der Obermälzer ist gar nichts, was er fagt, ist gar nichts!" Warum legt Barth nun gerade in dieser fallende Milde, welche das Gericht gegen die fatilinarische Sache meinen Worten so viel Gewicht bei? Auch sagt Barth in Persönlichkeit des Angeklagten hat walten lassen, ist der Staatsfeinem Artikel, er sei als organisirtes Mitgliad der Arbeiterschaft anwaltschaft daraus kein Vorwurf zu machen, daß sie in dengehaßt worden, was ich energisch bestreite, da alle Kollegen Mit- jenigen Fällen, in denen Freisprechung erfolgt ist, die Revision in der Schweiz durch E. B. in Zürich( 2. Rate) 200,- Verein glieder des Gauvereins und der Arbeiterschaft sind und infolge ebenfalls eingelegt hat. Es leuchtet indessen ein, daß die Revision der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer durch A. Faber 50, Seffen alle gehaßt werden müßten. Im Gegentheil war ich fiets durch lediglich thatfächlich abweichende Darlegung nicht zu be- Bon zielbewußten Malern, Bau Friedrichstr. 239, durch N. 6, fehr nachfichtig gegen Barth, als er im Herbst der Mälzerei zu gründen ist. Ich kann deshalb nur anheim tellen, die Feststellungen Telegraphenanstalt Neuenburgerstraße 2,65. Von den Wäschegetheilt wurde und sehr schwache Mälzereibegriffe hatte su gunsten des Angeklagten aufrecht zu erhalten. Das Urtheil Buschneidern der Firma Salomon Moffe, Alte Jakobstr. 77 5,75. Das Erkenntniß des Land: Von einigen Bayern durch Fatschel 8,20. Brauerverein der ProAuch finde ich es nicht hübsch, daß sich Barth erst nach so des Reichsgerichts lautete: sogerichtes oielen Wochen, und nachdem er von der hiesigen Brauerei ab- gerichtes wird auf die Revision des Angeklagten soweit die vinz Brandenburg 92,20. Durch die Streit Rontrolltommiffion: C gegangen ist, die Sache in die Deffentlichkeit bringt; wenn er Berurtheilung wegen Betruges in Frage fommt, aufgehoben. glaubte, in seinem Rechte zu sein, hätte er die Sache doch sofort dagegen werden die Feststellungen bezüglich der Unterschlagung zur Kenntniß des Braumeisters und der Direktion bringen aufrecht erhalten. Weiter wird auf die Revision der Staatsfönnen. In der Brauerei Friedrichshain find solche Austritte anwaltschaft das Urtheil aufgehoben, soweit der Angeklagte wegen bisher nicht vorgekommen, alle Brauer sind bereit, es zu beeinfachen Bankrotts verurtheilt worden ist. Im übrigen werden beide Revisionen verworfen." zeugen, daß nur das eigenthümliche Betragen Barth's diesen furzen Streit hervorgerufen hat, und allgemein wird diese Art, sich zu rächen, von den Kollegen verurtheilt. A. Wichmann, Obermälzer.d udo 01891 Versammlungen. Lifte 31 10,20. Liste 32 5,70. Liste 33 10,45. Liste 34 13,45. iste 35 9,50. Lifte 36 13,30. Lifte 37 5,15, Lifte 39 15,80. gifte 52 5,90. Lite 53-80. 2iite 54 8,85. ifte 56 15,10. Siste 101 10,05. Lifte 106 2,45. 2ifte 108 4,25. ifte 109 1, Liste 110 1,80. Liste 114 6,25. Liste 115 11,55. Lifte 117 4,75, Lite 118 5,65. Lifte 139 4,50. Lifte 145 12,75. Lifte 147 8,30. Lifte 172 16,85. gifte 185 6,85. gifte 187 9,10. Zifte 189 6,25. Lifte 190 3,25. Lifte 198 9,20. Lifte 196 15,80. Lifte 197 8,50. Lifte 198 5,90. Lifte 508 6,95. Lifte 521 11.70. Lifte 522 8,05. 9867,55 M.; in Summa 10 561,25 M. Der„ Album- Fabrikant" Serr von Schlieben aus Vergnügungsverein Fritillaria bet Herrn Dreßler, Barnimftr. 16, Weißgerber Berlins 30,-. Gumma 698,70 W. Bereits quittivi Friedenau ist auf grund eines Haftbefehls am Donnerstag durch Sizung e Uhr. Slach derfelben: Gemüthliches Beiſammenſe in. Tanz- Justitut, 4 Buss' Salon, F. Pietsch, Dresdenerstraße 10. Serophon bill. verk Fürſtenſtr. 9, Ú, r. Große Frankfurter- Straße 85. Sonnabend im März an Vereine zu Dergeben. 12896 Barteigenossen empfehle mein schön eingerichtetes Lokal zum gefälligen Bea fuch. Vereinszimmer als Bahlstelle für 40 Personen. Edmund Renter, 3652L* Swinemünderstr. 45. Kanarienhähne, feinste Hohl- und Klingel- Roll. F. Schulz, Wörtherstr. 86. Wirthschaft, Kinderbettstelle, J. Semmel, praft. 3ahnarzt, Oranienstr. 55( Morigplay) II, Ein n. Lehrkursus für Damen u. Hrn. beg. Sonntag, 12. Febr., Nachm. 4 Uhr. Betten, fein. 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Bundes der ges. Arb.-V.) und verschiedener Spezialitäten. Zur Aufführung gelangt:„ Die Bismarckspende". Nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Derren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Entree 20 Pf. Anfang 6 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthaler- Straße Nr. 38. Sonntag, Vormittags 1014 Uhr: Vortrag von Herrn Dr. Pinn: Kultus und Kultur der alten Deutschen. Abends 7 Uhr: Gesellige Versamm lung( nur für Mitglieder) und Vortrag von Herrn Waldeck- Manasse über: Der Freiheitsgedanke in Schiller's Dichtungen." Sattler! Programme find zu haben bei Braune, Reinsbergerstraße 71, Kunkel, Tresckowstr. 17, 1. Port. 8 Tr., Hopp, Anflamerstr. 30, Wedding- Casino, am Sonntag, den 19. Februar, Vormittags 11 Uhr, im Lokale des Schulstr. 29, Bergemann, Prinzen- Allee 10, Pape, Badftr. 58, Schmidt, Herrn Wilke, Hochstraße Nr. 32a. Dderbergerstr. 50. 158/2 Am 18. Februar, Abends 9 Uhr, in Tages- Ordnung: Da der etwaige Ueberschuß zu einem sehr guten Zweck der Brauerei Friedrichshain, fr. Lips: bestimmt ist, bitten wir unsere Freunde, Gönner und Genossen um Gr. Wiener Maskenball, recht zahlreichen Besuch. 1. Erniedrigung der Monatsbeiträge oder Erhöhung der wöchentlichen Unterstützung. 2. Diskussion über den Antrag des Kollegen Wallenthin. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. werden aufgenommen, 128/5 Der Vorstand. Gäfte können durch Mitglieder eingeführt werden. Neue Mitglieder Zentralkranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer J. A.: W. Genz, Bernauerstr. 114c. Maler. gewerblicher Arbeiter( Filiale Berlin E). Am Sonnabend, den 18. Februar 1893, im Schultheiss, früher Eiskeller, Chausseestraße 88: Versammlung der Filiale 5( Norden) der Grosser Wiener Maskenball Maler, Ladirer, Anstreicher n.[. w. am 13. Februar 1893, Abends 8 Uhr, bei Nikolay, Elisabethkirch Straße Nr. 14. = Tagesordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Th. Metzner über: Was ist die Schule und was soll sie sein?" 2. Diskussion. 3. Filialangelegenheiten. 215/5 Der Vorstand. Achtung! Bildhauer. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Bildhauer Berlins am Donnerstag, 16. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16. Tagesordnung: M 1. Vortrag über:" Staat und Zukunftsstaat". Ref. Herr Dr. Lütgenau. 2. Bericht des Delegirten zur Streit Kontrollkommission event. Neuwahl des selben und Erfahwahl zur Kommission. 3. Wie stellen wir uns zu der vom Zentralverein für Arbeitsnachweis geplanten Zentral- Stellenvermittelung fämmt: licher Arbeiter Berlins? 4. Verschiedenes. 116/ 20* Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber bittet um zahlreichen Besuch Die Kommission. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 12. Februar, Abends 6½ Uhr, in den Gratweil'schen Versammlung. 141/4 Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Die Weltanschauung der alten Griechen". Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein und Tanz. Verein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 14. Februar, Abends 9 Uhr, in den Armin- Hallen. Kommandantenstraße 20: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zu dem am 18. März stattfindenden Maskenbal. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. 1315b Der Vorstand. Leseklub Dietzgen. 307/1 arrangirt von Mitgliedern obiger Kaffe. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß der Ueberschuß für unseren Invalidenfonds bestimmt ist. Billets, Herren 50, Damen 30 Pf. sind auf allen Zahlstellen zu haben. Das Komitee. Anfang 9 Uhr. B Gr. Wiener Maskenball der Schneider und Schneiderinnen Berlins am Sonntag, 12. Februar, in den Gesammträumen der ,, Berliner Ressource", Kommandanten- Straße 57. Um 112 Uhr großer Festzug: Iskrant mit seiner Knüppel- Garde. Um 12 Uhr Demastirung. Während der Kaffeepause: Deklamationen. Anfang 9 Uhr. Entree 50 Pf. Eröffnung 8 Uhr. Billets sind bei den bekannten Kollegen und in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Die Agitations- Kommission. 272/ 14* Grosser Wiener Masken- Ball des Unterstüßungs- Vereins der Maurer des Westen Berlins Sonnabend, den 18. Februar 1893, im Etablissement Königshof, Bülowstraße 37. Anfang 8 Uhr. Billets à 50 Pf. sind bei folgenden Komitee Mitgliedern zu haben: Kühn, Pallasstr. 5; Böhm, Kolonnenstr. 34; Dominique, Bahnstr. 6a; Ribbe, Lützow- lfer 22; Hensel, Steinmegstr. 67. Um rege Betheiligung bittet Achtung, II. Wahlkreis! Bockbrauerei: Heute letter Sonntag:[ 1300b Gemüthliches Beisammensein mit nachfolgendem Tanz. Köpenick. Allen Genossen zur Nachricht, daß der diesjährige Bock- Auftich am Sonntag stattfindet. A. Schulz, Schönerlinder- Straße 9. Deffentl. Versammlung für Frauen u. Männer 672 am Sonntag, den 12. Februar, Nadm. 41/2 Uhr, bei Pape( früher Knebel), Gesundbrunnen, Badstraße 58. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Sassenbach über: Die heilige Inquisition und ihre Thätigkeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Eine lange Jahre bestehende 18116 Bäckerei in der Friedrichstadt ist Umstände halber 198/19 fofort zu verkaufen. Näheres in Tscheucher's Restaurant, Görligerstr. 61. Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 14. Februar 1893, Abends 8 bei Paul, Rummelsburgerstr. 45. Zages Drdnung: " Kanarienhähne w. verkauft Jagowfraße 12, Quergb. 2£ r. lints. 18166 246/2 Das Komitee. Rohtabak Das reichfortirte Lager in in- und ausländischen Rohtasalen und in allen Preislagen empfiehlt 8664L* W. Lindenstädt, Brunnenstr. 134, Landsbergerstr. 72. 13016* M. Krüger's Speise- Leinöl ist das anerkannt Beste. Fabrik- Lager Stalizerstr. 105. Maschinen Reparaturwerkstatt, Centrum Berlins, Unterveranstaltet vom verein der Sattler und Fachgent: Billets à 60 Pfg. sind zu haben bei G. Aßmann, Admiralstraße 15; H. Marste, Lübbenerstr. 24; G. Schwarzer, Borsigstraße 3a; F. Sadowiß, Borsigstraße 25; R. Brir, Höchstestr. 51; R. Fischer, Tiekstr. 26; A. Schulz, Benne wigstraße 14. Um rege Betheiligung erfucht 262/ 1* Der Vorstand. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, 14. Februar, Abends 9 Uhr, im Restaurant Holzmarktstraße 3 statt. Verein zur Wahrung der Interessen d. Stockarbeiter Dienstag, d. 14. d. M., Abends 81/2 Uhr, bei Bolz, Alte Jakobstraße 75: Versammlung. Verband deutscher Korbmacher. ( Filiale Berlin.) Montag, den 13. Februar, Abds. 9 Uhr, bei Roll, Adalbertstr. 21: Versammlung. 194/12 Der Vorstand. Fachverein d. Tapezirer Berlins und Umgegend. Abends Uhr: a 16 81/ 3bruar cr. Versammlung bei Herrn Bolt, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Buhr. 2. Dis. fuffion. 8. Bereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 311/10 Der Vorkand. Kraufen- Unterstigungsbund der Schneider und Berufsgen. Dienstag, den 14. d. M., Abends 81/2 Uhr, Kommandantenstraße 20: Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom 3. Quartal; Bericht erstattung über Anschluß an die Vereinigung freier Hilfstassen; Verfchiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 278/6 Die Lokalverwaltung.. Die Versammlung des neuen halber mit 1000 W. Anz. Fachvereins der Stellmacher billig zu verk. od. auch zu verm. Offert. findet nicht Montag, den 12. d. mts., abzug. an A. Coccejus, Bubenerstr. 12, 1. wie in der gestrigen Nummer steht, fondern Sonntag, den 12. d. Mts., Stockfische, Klippfische Kanarienroller, große vorräthig in der Markthalle Ackerstraße. Waldvögel, Auswahl, bill., Schnelle, statt. Freundl. Kleine Wohnungen mit Mitglieder Versammlung Uhr, Große Frankfurterstr. 12. 13036 Wasserl., 50-56 Thlr., zu vermiethen, der Tabakarbeiter Deutschlands Nixdorf, Prinz Handjerystr. 50. 18136 1. Vortrag des Herrn Rud. Köster über Die Pariser Kommune". 2. Dis fussion. 3. Antrag auf Anschaffung einer Bibliothek. 4. Bericht des Gemeindevertreters Genossen Schulz. 5. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 122/2 Canarienhähne ff. Hohl- und Klingelroller m. Knorre( Stamm W. Trute). Weibchen à 2,50 m. verkauft Bütow, Rykestraße 3, 1 Tr., am Wasserthurm. Fertige Betten, großer Stand, Arbeitsmarkt. ( Eingeschr. Hilfskaffe, Siz Hamburg, Berlin I) am Montag, den 18. Februar, Abends 9 Uhr, bei Herschleb, Adalbertstr. 4. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Ein Seifenschneider auf Hausfeife 4. Quartal 1892. 2. Verschiedenes. Oberbett, Unter- wird verlangt; Bewerber mit durchaus Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. bett, 2 Kopftissen, mit gereinigten neuen guten Empfehlungen werden nur be- 322/4 J. A.: B. Prengel. Kranken- Unterstügungs- und Begräbnißverein für Frauen und Federn, 12 Mh. Fertige Inlets rücksichtigt. Rigdorf, Max Goeride, Mädchen zu Berlin. General- Versammlung am Sonntag, den 12. Februar, Nadhur. 4 hr. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung pro 1892. 2. Wahl des GesammtDorstandes und der Revisoren. 3. Verschiedenes. Nach Schluß der Versammlung gesellige Abend- Unterhaltung, bestehend in Tanz, Konzert und humoristischen Vorträgen. Gäste willkommen. 169/1 Der Vorstand. Achtung! I Andreas- Straße 21. Joël's Festsäle. Andreas- Straße 21. Sonntag, den 19. Februar 1893: Bettwäsche, Matragen, alle Arten Stepp, Schlaf- u. Bettdecken, Polsterbettstellen empfiehlt billigst das als streng reell bekannte, 1870 begründete Spezial- Geschäft von S. Pollack Oranienstr. 61, am Morigplay. Gardinen- Refte zu 1-4 Fenstern passend, spottbilligst in der Steinmeßstr. 64/65. Geübte Arbeiterinnen 36712* auf Knaben- Stoffanzüge finden dauernd lohnende Arbeit bei G. Michaelis, Chauffeeſtr. 123. 47/18 Wenderin und Einfasserin auf Pantoffeln und Schuh verlangt Entrich, Langestr. 25, vorn 2 Tr. 1317* Verband der in der Kürschnerbranche befd. Arbeiter n. Arbeiterinnen. Montag, den 13. Februar cr., Abends pünktlich 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung Ein Lehrling, Sohn achtbarer Eltern, Landsbergerstr. 31 bei Seehausen. 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Redakteur oder Expedient oral, in dem Metallgießerei betrieben wurde auch für jeden anderen Zwed