Nr. 126. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 31. Mai 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Vorwärts für Volksrechte und Volkswohlfahrt! Die Stunde der Entscheidung rückt heran. Am nächsten Mittwoch schon hat das Volt| der Tat nach allen Richtungen hin als waschechtester Reaktionär betätigt hat, so hat er durch Vornahme der Wahlmännerwahlen zu bekunden, ob es zur politischen Reife erwacht ist darum noch nicht auf die freisinnigen Phrasen verzichtet! oder ob die Reaktion durch ein schmachvolles Klaffenwahlrecht noch ferner den kleinen Mittelstand und das Proletariat zu knechten wagen darf! P Da, wo der Freifinn den Kampf gegen die einzige Vertreterin der Volksrechte, gegen Ste Partet des organisierten Proletariats, gegen die stärkste Partet des Reiches führt, da beruft Der erste Vorstoß des sozialdemokratischen Voltes hat die Nutznießer der er sich reklamehaft auf seine liberalen Forderungen". Da deklamiert er von der Dreitlassenschmach aus ihrer Ruhe emporgeschreckt! Die Tatsache, daß trotz all der.Schikanen Befreiung der Schule von der Herrschaft der Kirche", da verlangt er religiöse Toleranz des Dreiklassenwahlrechts, trok der dem Wahlrechtsterrorismus Tür und Tor öffnenden und Freiheit der Wissenschaft", da phantasiert er davon, daß die Macht der Neaktion geöffentlichen Abstimmung mehr als dreimalhunderttausend Wä, ler in Preußen ihre brochen" werden muß. Da verkündet er mit tönendem Pathos:„ Her mit dem ReichstagsStimme für sozialdemokratische Wahlmänner abgegeben haben, war den Herrschenden wahlrecht für Preußen, her mit einer gerechten Neueinteilung der Wahlkreise". Was aber ein Beweis für das unaufhaltsame Vorwärtsdringen des Rechtsbewußtseins, des Kraftgefühls tut der Freisinn, um dieses Programm seiner Verwirtlichung näher zu bringen? der nichtbesitzenden Klassen. Mehr als ein halbes Jahrhundert war verstrichen, Er verbündet sich überall mit den erklärtetsten, erbittertsten Gegnern der freien Schule, ohne daß die Ketten des Dreiklassenwahlrechts, durch die die große Masse des Volkes in der freien Wissenschaft und eines demokratischen Wahlrechts! Ueberall schließt er seine WahlPreußen an das Sklavenjoch geschmiedet worden war, auch nur gelockert worden wären! bündnisse mit den Nationalliberalen und Konservativen! Rein Junter ist ihm zu Mehr als 50 Jahre waren berstrichen, ohne daß von den bürgerlichen Parteien, reaktionär, daß er nicht mit ihm ein Bündnis einginge! Rein nationaliberaler die sich Volksparteien nennen, auch nur einmal ein ernster Versuch gemacht worden wäre, Scharfmacher ist ihm zu arbeiterfeindlich, daß er sich nicht mit ihm verbände gegen die die Dreiklassenschmach zu beseitigen, ja auch nur erheblich zu mildern. Partei der ehrlichen Arbeit, die Sozialdemokratie! Selbst als der Liberalismus im preußischen Landtag vorübergehend die gewaltige Mehr- Und nicht nur das! Als ein Junker dem freisinnigen Herrn Hermes vorwarf, daß heit erlangt hatte, dachte er gar nicht daran, das allgemeine, gleiche, geheime und direkte seine Partei, der Freifinn, für ein wirklich demokratisches Wahlrecht für beide Gefchlechter Wahlrecht zu erzwingen! Die besitzenden Schichten des Bürgertums fühlten sich damals in eintrete, da erklärte Herr Hermes das für erstunken und erlogen"! Und Herr der Macht, und da waren ihnen die Rechte und Interessen der großen Massen des nicht- Wiemer, einer der führenden Geister der Freifinnigen Zeitung", forderte zwar eine Neubesitzenden Volkes völlig gleichgültig! Und auch als die junkerliche Reaktion wieder einteilung der Wahlkreise, aber unter Berücksichtigung der historischen Ver. erstarkte und nun ihrerseits mit Hilfe des Dreiklassenwahlrechts den Liberalismus an die hältnisse", d. h. eine Wahlkreiseinteilung, durch die das Proletariat der Großstädte und Wand drückte, fand der Freisinn nicht die Entschlossenheit und den ehrlichen Mut, den Judustriezentren nach wie vor entrechtet sein soll! Kampf um das allgemeine und gleiche Wahlrecht aufzunehmen! As aber infolge der Feig" Arbeiter! Kleingewerbetreibende! Kleine Geschäftslente! Unterbeamte! Wollt Ihr durch heit des liberalen Bürgertums und seiner brutalen Geldsackpolitik die proletarische Unterstützung dieses Freisinns" die Reaktion noch ferner stärken helfen, wollt Ihr, Klassenbewegung erstand und erstarkte, hütete sich der Freifinn erst recht, an daß Euch an Stelle des wirklich gleichen Wahlrechts ein neues Klassenwahlunrecht geboten die Erringung seiner alten prinzipiellen Forderung auch nur die mindeste wird, das Juntertum und Geldsadprobentum nach wie vor die Gewalt gibt, Energie zu setzen! So sehr der Freifinn auch unter dem Uebermut des Junkertums litt- Eure Interessen mit Füßen zu treten?! alle agrarischen Anmaßungen ertrug er noch viel lieber, als daß er gewillt gewesen wäre, dem zum Klassenbewußtsein erwachten Volke durch Gewährung der gleichen politischen Rechte den ihm gebührenden Einfluß auf die Gesetzgebung einzuräumen! Der 3. Juni wird ein Martstein in der Entwickelung des preußischen, des ganzen deutschen Volkes sein! Vom Wahlausfall am 3. Juni hängt die kulturelle, freiheitliche Forts Die Blockära vollends brachte die völlige Aussöhnung des agrarischen und des kapita- entwickelung ganz Deutschlands ab! listischen Ausbeutertums! Junkertum und Bourgeoisie schlossen sich zu Schuk und Truk Wer es ehrlich meint mit den Volksrechten, wer sich fürder nicht mehr bütteln und wider die große Masse der von ihnen Entrechteten und ausgesogenen Bevölkerung zusammen! ansbenten lassen will, wer wünscht, daß das Volk über seine Geschide selbst zu entscheiden Der Freisinn bot seine Hand zu den schmachvollsten Ausnahmegesehen. Der Freifinn entsagte hat, nicht aber eine kleine hochnäsige kaste Privilegierter in Stadt und feierlich dem Kampf gegen den Brot- und Fleischwucher. Kurz der Freisinn bewies sich in Land, der kann am 3. Juni nur den Wahlmännern derjenigen Partei seine Stimme jeder Weise als würdiger Bundesgenosse der konservativ- junkerlichen Reaktion! geben, die wirklich ehrlich und furchtlos für die Interessen der großen Masse des Volkes eintritt! Freilich, wenn der Freifinn auch alle seine Prinzipien preisgegeben hat, wenn er die Boltsfreiheiten gegen einige Konzessionen an die Börse verschacherte, wenn er jeder kolonialen Darum wählt sozialdemokratische Wahlmänner! Sorgt durch den ernenten, gewaltigen und marinistischen Forderung der Regierung seine Zustimmung gab, mochte auch das Reichs- Vorstoß des Volkes dafür, daß endlich durch den Willen der Mehrheit der Nation die defizit und die Reichsschuldenwirtschaft ins Uferlose wachsen, wenn sich der Freifinn auch in Dreiklassenschmach hinweggefegt wird! Tieder mit dem Privilegierten- Wahlrecht! Tieder mit der verblockten Reaktion! Vorwärts für die Sache des Volkes, die Sozialdemokratie! Cilenbahim und canätagsmhl in Brenken. Ueber die finanziellen Ergebnisse des preußischen Eisenbahnbetriebes hat der„Vorwärts" bereits berichtet*) und den Nachweis geführt, daß dieser Betrieb von rein kapi- talistischcn Grundsätzen ans geführt wird. Die vom Staate geleiteten Verkehrsinstitute sollten zwar von dem Gesichts- Punkt der V o l k s w o h l f a h r t betrieben werden, und nach dem Ausspruche des Kaisers sollten die Staatsbetriebe Musterbetriebe sein. Daß sie dies nicht sind, läßt sich ohne weiteres auS dem offenkundig zutage tretenden Be- streben entnehmen, möglichst große Ucbcrschüsse zu erzielen und die Staatskasse ans Kosten der Beamten und Arbeiter der sämtlichen Betriebe zu füllen und die wohlhabenden Steuer- zahlcr zu entlasten. Immerhin sollte man jedoch erwarten, daß die Lage der im Eisenbahnbetriebe Beschäftigten nicht ungünstiger ist als die der Arbeiter in industriellen Privat betrieben. Diese Erwartung wird aber bitter getäuscht, wenn man die Berichte, welche der Mini st er der öffent- lichen Arbeiten dem preußischen Landtage alljährlich vorlegt, näher untersucht. Sowohl Daner der Arbeitszeit, als auch Lohnhöhe steht hinter dem, was heute in den Privatbetrieben, in denen sich der Einfluß der organi- sierten Arbeiterschaft geltend macht, üblich ist, weit zurück! Ja, nicht einmal das, was die Gewerbeordnung für die industriellen Arbeiter vorschreibt, nämlich die G e- Währung eines Ruhetages von mindestens IsistündigerDauerin jeder Woche, wird von der preu- ßischen Eisenbahnverwaltung erfüllt! Von den 455 169 Beamten und Arbeitern, die Ende 1997 im preußischen Staatsbahnbetriebe beschäftigt waren, hatten eine tägliche Arbeitszeit bis einschließlich 8 Stunden 47 289, von 8 bis 9 Stunden 76 542, von 9 bis 19 Stunden 134 786, darunter 68 914 Werkstättenarbeiter, die gewerbliche Arbeiter sind, von 19 bis 11 Stunden 199 916, von 11 bis 12 Stunden 63184, von 12 bis 13 Stunden 12 767. von 13 bis 14 Stunden 7716 und von 14 bis 15 Stunden 3869. Während in den gleichartigen Be- trieben der Privat industrie der zehn stündige Arbeitstag fast allgemein durchgeführt ist, arbeiten im st a a t- lichen Eisenbahnbetrieb noch 196 552, das sind mehr als 43 Prozent sämtlicher Arbeiter und Beamten, länger als 19 Stunden pro Tag! An Durchschnittslohn Wierde 1996 für ein Tage- werk bezahlt an: Technische Bureaugehilfen usw. 6,96 M., an Hilfskräfte im inneren Dienst 3,34 M., an Hilfskräfte im unteren Bahnhofs- und Abfertigungsdieeest 2,92 M., an Hilfskräfte im unteren Bahnbewachungs- und Bahnunter- Haltungsdienst 2,37 M., an Hilfskräfte im Lokomotiv-, Ma- fchinen- und Wagenmeisterdienste 2,85 M., an Hilfskräfte im Zugdienste 2,58 M., an Arbeiter im inneren Dienst 3,92 M., an Betricbsarbeiter 3,91 M., an Bahnunterhaltungsarbeiter 2,54 M., an Werkstättenhandwerker 4,99 M. im Tagelohn und 4,44 M. im Akkord, an ausgebildete Werkstättenhandarbeiter 3,46 M. im Tagelohn und 4,19 M. im Akkord und an sonstige Werkstättenhandarbeiter 3,96 M. im Tagelohn und 3,79 M. im Akkord. Den 17 675 Beamten und Arbeitern im Zugdienst, die eine Arbeitszeit von 11 bis 12 Stunden täglich haben, wird somit ein Stundenlohn von 21 Pfennigen und den 28 496 Beamten und Arbeitern im unteren Bahnbewachungs- und Bahnunter- Haltungsdienst, die 11 bis 12 Stunden täglich arbeiten, wird ein Stundenlohn von noch nicht einmal 29 Pfennigen bezahlt! In keinem gleichartigen Gewerbebetriebe würden sich die Arbeiter mit solcher Bezahlung ihrer Arbeitskrast begnügen! Dabei ist zu bemerken, daß die Löhne im letzten Jahre er- höht worden sind. Ob dabei der Umstand von Einfluß war, daß die sozialdemokratische Partei Preußens auf ihrem Parteitage sich mit> der Lage der Staats- arbeiter beschäftigte, läßt sich nicht mit Sicherheit behaupten. Jedenfalls steht aber das eine fest, daß eine merkliche Besserung nur herbeigeführt werden' wird, wenn die Kritik an diesen Zuständen mit aller Schärfe einsetzt! Und wie steht es mit den Ruhetagen? Von den 455 169 Beamten und Arbeitern hatten einen Ruhetag im Monat 3576, IVfc Ruhetage 8877, 2 Ruhetage 86 128, mehr als 2 Ruhetage 356 588. Insgesamt wurden 1 688 912 Ruhe- tage im Monat gewährt. Das macht pro Kopf 3,7 Ruhetage pro Monat. Rechnen wir die 558 498 Ruhetage der 135 268 Werkstätten- und Bahnunterhalwngsarbeiter ab, denen als gewerblichen Arbeitern die Sonntagsruhe zusteht und die pro Kopf 4,1 Ruhetage im Monat haben, so entfallen auf die Beamten und sonstigen Betriebsarbeiter nur 3l/2 Ruhetage im Monat! Nun läßt sich in Verkehrs- iustituten die Sonntagsruhe zwar nicht durchführen, jedoch sollte man den Eifenbahnbeamten, die einen so an» strengenden und verantwortungsvollen Dienst haben, mindestens in der Woche einen Ruhetag ge- währen, damit sie sich körperlich und geistig erholen können und den Anforderungen des Dienstes gewachsen sind. So sieht es im Eisenbahnbetrieb? in Preußen nach den amtlichen Berichten aus, in welchen die Dinge sicher nicht ungünstiger dargestellt werden, als sie in Wirklichkeit sind. Und die Eisenbahner sind sich ihrer ungünstigen Wirtschaft- lichen Lage auch völlig bewußt. Man hat zwar alles getan, um diese Beamten und Arbeiter davon abzuhalten, sich zur Vertretung ihrer Interessen und zur Verbesserung ihrer Lage zu vereinigen. Man hat sie in amilichen Vereinen zusammengetan und diese Vereine zu einem Zentralverband zusammengeschlossen. Unter amtlicher Duldung er- scheinen für diese Vereine in Preußen nicht weniger als 15 Blätter, die ganz im Sinne der preußischen Bahn- Verwaltung geleitet werden. Trotzdem aber läßt sich nicht verhindern, daß in den Artikeln und Berichten die U n z u- friedenheit der Eisenbahner mit ihrer Lage zum Aus- •brück kommt. Aus diesen Artikeln nur einige Sätze: „Wenn wir nun auf den Etat 1908 hoffen,' das stillet nicht den Hunger, das lindert nicht die Not, das deckt nicht die Schulden, mit denen sich fast jeder derartige Beamte schleppt von Anfang an schon durch die Beschaffung der Uniform."(„Ter Eisenbahn-Weichensteller". Nr. 5 von 1907.) „Am 27. Januar haben wir das Kaiser-GeburtStagSfest in- folge des geringen Einkommens und der herrschenden Teuerung im enoen Familienkreise aber in würdiger Weise gefeiert." („Ter Eisenbahn-Weichensteller" in gleicher Nummer, Bericht aus Mühlheim a. Rh.) „Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, man möchte Frau und Kindern eine Freude bereiten und einen gijche Artikel w Ar. HS des.PMvsriS'. W eihnSchkSbituSt herstelleii, Such ein« Kleinig. keitfchenken.eSist aber kein Geld dazu da. In den meisten Fällen bestehen die Familien der Unterbeamten aus 6— 8 und mehr Köpfen. Wie soll es da möglich sein» schuldenfrei zu leben? Zwar soll ein Baamter keine Schulden machen, er wird aber hierzu gezwungen, wenn er seine Familie nicht der Rot und dem Elend preisgeben will, denn Hunger tut weh."(Im gleichen Blatt. Nr. L6 von 1L0S.) „Unter den gegenivärtigen Verhältnissen aber weiß der Be- amte mit geringem Einkomuren wirklich nich« mehr, nie er eS einrichten soll» um schuldenfrei zu bleiben, weil eben die Mittel zur notwendigsten Lebenshaltung absolut nicht ausreichen. Und dabei wird den Beamten ab und zu immer wieder aufs neue das Verbot de? Schuldenmachens eingeschärft. Man ist versucht zu sagen, daß dies einem Gebot, durch Hunger schuldenfrei zu bleib«», gleichkommt."(Im gleichen Blatt, Nr. 30 von 1906.) „Wir wollen.cS niemanden verschweigen, wenngleich es unseres Standes als preußische Staatsbeamte nicht würdig ist: Mit unseren Einküwften hauszuhalten, ist mir möglich durch die allergrößten Entbchnungen in jeder Hinsicht."—„Das Drückende unserer Lage wird uns so recht an Sonn- und Festtagen vor Augen geführt. Jeder Arbeiter, auch der geringste, fährt am Sonntag mit seiner Familie ins Freie, um aus der Natur Kraft und Frohsinn für die kommende Woche zu schöpfen und seine Sorgen zu vergesse«. Aber hat denn der gewöhnlichste Arbeiter unserer Lage gegenüber Überhaupt Sorgen? Nein, gegen uns gehalten ist er ein freier, ein glücklicher Mensch"—„Was nützen uns alle Wochlfahrtsenn-ichtungen? Wir haben ja nicht einmal die Mittel, was»der unsere Kinder daran zu beteiligen." („Neue deutsche Gisenbahnzeitung", Organ der Bahnsteig- schaffner, Nr. 10 von 1907.) Alle diese Artikel beginnen und schließen mit Loyalitäts- erklärungen. Es ist unverständlich, wie überanstrengte, un- zureichend bezahlte Menschen, die in dieser Meise das Drückende ihrer Lage empfinden, ihre Loyalität bekunden können, anstatt zu fordern, was ihnen rechtmäßig zusteht, und diese Forderungen geschlossen zu vertreten. Haben die Eisenbahner die Notwendigkeit des letzteren anch noch nicht oder doch nur zum geringen Teil erkannt, so sollten sie aber wissen, daß eine Bessernng ihrer Lage eintreten würde, wenn ihre Interessen im Abgcord- netenhause energische Vertretung fänden. Die preußischen Eisenbahner sollten sich da ein Beispiel an ihren s ü d- deutschen Kollegen nehmen, die durch geschlossenes Auf- treten und durch die Hilfe der sozialdemokratischen Landtags- Ansgaben Preußens für direkte Kirchenzwecke..... 26800000 M. für höfische Zwecke'' 1 1 II 18800000 3W. für Pferderennen k!!!:! S!! 2281000 M. für Förderung der Volksgesundheit 4700000 M. Aufwand für Schulen. Ein Student kostet dem Staat jahrlich 700 M. „ Gymnasiast;;« 200 M. ; Volksschüler � �» 47 M. abgeordneten eine nicht unwesentliche Verbesserung ihrer Lage erhalten haben. Bevor nicht auch im preußischen Land- tage sozialdemokratische Vertreter sich der Eisenbahner an- nehmen können, wird es nicht besser werden! Tie schüchternen Versuche, die von Freifinnigen nach dieser Richtung hin im preußischen Landtage unternommen wurden, entbehrten der Energie, die erforderlich ist, um von der preußischen Ver- waltung Zugeständnisse zu erhalten. Nachdem nun aber die Freisinnigen mit den Konservativen im Block vereinigt sind, haben die Eisenbahner auf sie gar nicht mehr zu rechnen! Wollen sie bessere Verhältnisse für sich geschaffen wissen, so müssen sie am 3. Juni Ihre Stimme für die Wahlmänner der sozialdemokratischen Partei abgeben! IPreuMhe Reaktion. Die innere Verwaltung Preußens ist ein Gebiet, um das sich die Allgemeinheit bisher noch wenig gekümmert hat. Sehr zu ihrem Schaden, denn die hier herrschende Reaktion bedeutet nicht nur für die materiellen, fondern auch für die ideellen Güter des Volkes eine schwere Gefahr. Die Junker haben es allmäh- Nch verstanden, bestimmte Aemtcr im Staate für sich und ihre Klasse zu reservieren, und sie wachen ängstlich darüber, daß dort. wo sie sich eingenistet haben, die„bürgerliche Kanaille" nicht hinein- bringt. Einen Einblick in diese ebenso interessanten wie traurigen Verhältnisse gewährt uns eine im Verlag der„Hilfe* erschienene Schrift.*) Der Verfasser, der aus leicht erklärlichen Gründen *) Die Reaktion in der inneren Verwaltung Preußens, von Bürgermeister X. D. in Z. mit seinem?!amen nicht an die Oeffentlichkeit tritt, enthüllt in schonungsloser Weise die geistige Stagnation der höheren Klassen Preußens, er schildert uns, wie das parlamentarische Leben von wirtschaftlichen und alles geistige Leben in früher nie geahnter Weise von politischen Machtinteresscn beherrscht wird, wie die idealen Interessen aufS traurigste vernachlässigt werden, wie ein ödes Strebertum sich mehr und mehr breit macht. Das Wesen des Sozialismus auch nur zu stu- d i e r e n gilt in diesen Kreisen als V e r b r e ch e n, es wird staatlicherscits geschickt dafür gesorgt, daß die Wisirnfchaft und ihre berufenen Bcrtreter nicht zuviel Kenntnis in die Kreise der Gebildeten tragen.„Selten sind." schreibt der Bürgermeister, Männer wie L i e b k n e ch t, die energisch Front machen. Di« preu, ßische Regierung weiß da», daß ihre Hauptstütze in der Reaktion dix öltep Kgrpetzudenten sind, dsß tzSll'Wv Semg ofcj: nichts ssü fürchken iff. Deshalb die Vorsiehe itt tzkevßlschen Regierung für alte Korpsstudenten als RegierungSreferendarc, als Landräte, als Bürgermeister" usw. Eine weitere Stütze findet bie Reaktion in der Presse, vor allem der Generalanzeigerpresse, die alles Inner- politische grundsätzlich ausscheidet. Aber auch die größeren Zeitungen, selbst wenn sie liberal sind, tragen wenig zur Auf- klärung des Volkes bei. Zwar ergehen sie sich zuweilen über einen angcb- lichen Verfassungsbruch eines Ministers in langen Ausführungen, s i e übersehenes aber jahrelang, daß fünfKilometcr von ihrem Erscheinungsort entfernt der Land- rat alljährlich durch Gendarmerie, sozialdemo- kratische Kalender ohne gerichtliches Verfahren beschlagnahmen läßt. In einem erfreulichen Gegensatz zu dieser Gleichgültigkeit der meisten Zeitungen für Vorgänge in der inneren Verwaltung steht die sozialdemokratische Presse— eine Anerkennung, von der wir mit Genugtuung Kenntnis nehmen. Wenn der Verfasser nebenbei bemerkt, der sozialdemokratischen Presse den Vorwurf macht, daß sie sich zu wenig mit der Pro- oinzial- und Kreisvcrwaltung befaßt, so darf man nicht außer Acht lassen, daß ja gerade diese Verwaltungen es sind, die durch manchmal keineswegs einwandfreie Mittel eine Berichterstattung durch die sozialdemokratische Presse verhindern! Oft genug wird der Zutritt zu den Verhandlungen der Provinziallandtage und Kreistage, ja sogar zu denen der Dorfparlamente rundweg verwehrt. Fehlt es doch nicht einmal an Beispielen, daß selbst Verwaltungen großer Städte wohl der bürgerlichen, aber nicht der sozialdemolratischcn Presse ihre Drucksachen zugänglich machen! Wie sieht es nun in der inneren Verwaltung selbst aus? Während andere Länder, z. B. Amerika, wichtige Aemter, die eine Persönlichkeit erfordern, mit Vorliebe ihren Geistesheroen über- tragen, hat man in Preußen für diese Zwecke den Adel. Nach dem preußischen Verwaltungskalender von 1906 sind von 12 preu-" ßischen Oberpräsidenten 11 adelig, von 36 RegierungSprüsidenten 23 und von 244 RegierungSrefrrendaren 114. Noch günstiger für den Adel ist die Statistik der Landräte. Für die LandratSpostcn in einigen Regierungsbezirken Preußens scheint sogar der Grafcntitel eine Art Erfordernis zu seinl Mit Recht be- merkt der Verfasser, daß unser Volk seit mehr als einem Jahr- hundert darunter leidet, daß in fast jedem Regierungsbezirk jemand an die Spitze gestellt wird, der aus einem Gesellschaft?- kreise mit den rückständigsten Weltanschauungen ausgesucht ist. „Wir glücklichen Preußen konservieren ängstlich Persönlich- leiten mit den fossilsten Anschauungen in den wich- tigsten Aemtern unserer Verwaltung, und das wäre alles nicht schlimm, wenn nicht der Nachwuchs darin auferzogen würde, wenn nicht der Nachwuchs begierig und eifrig, auch der bürgersiche, diese fossilen Anschauungen von der Bedeutung des Adels, der Gefährlichkeit des Kulturfort- schritts, der Nebensächlichkeit der Industrie gegenüber der Land- Wirtschaft und all die anderen von unseren Großvätern schon vor 1848 erkannten Irrtümer sorglich weiterpflegte." Daher die Städtefeindlichkeit, daher die völlige Abhängigkeit der Landgemeinden von dem Landrat. da? Ideal des LandratS— der Gemeindevorsteher, der in strammer militärischer Haltung dem königlichen Landrat gehorsamst meldet, daß auf dessen Ersuchen hin die Gemeindevertretung die von der Aufsichtsbehörde gc- wünschten Beschlüsse gefaßt hat. Von einer Delbftverwaltnug kann unter solchen Umständen natürlich nicht die Rede sein! Diesen Zuständen gegenüber gibt e» nur ein Heilmittel: Einzig und allein die Demokratisierung Preußen?» die Beseitigung deS Dreiklasscnwahlsystem» und seinen Ersatz durch daS allgemeine. gleiche, direkte und geheime Wahlrecht! Nur wenn daS Boll sich •den ihm gebührenden Einfluß auf die Gesetzgebung erkämpft hat, wird eS möglich sein, auch die Verwaltung zu demokratisieren. Was nützt eS, wenn der Liberalismus im Parlament und in der Presse Klagelieder über seine Zurücksetzung und über die Bc- vorzugung deS Adels anstimmt? Auf die Konservativen bleiben die Klagelieder völlig eindruckSloS, zumal, wenn sie sehen, wie leicht der Freisinn zusriedenzusteven ist und wie wenig ernst ihm der Kampf um die Beseitigung der Lorrechte deS Adel» ist! Anstatt Schulter an Schulter mit der Sozialdemokratie den Wahlrechts- kämpf zu führen und durch die Erringung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht» den Weg für demokratische Reformen im Innern zu ebnen, schätzt er sich glücklich, der Reaktion Handlangerdienste leisten zu dürfen! Der Sozialdemokratie kann-der Haß der Junkerclique nur zur Ehre gereichen. Wir werden un» dadurch nur um so mehr mi- feuern lassen, die Junker, diese Totfteund« der Demokratie und de? Kulturfortschritts, zu bekämpfen. Wir wissen, daß wir diesen Kampf allein führen müssen, da das ehemals fteiheitlich gesinnte Bürgertum im entscheidenden Moment sich auf die Seite unserer Gegner schlägt! Aber das darf uns nicht entmutigen, im Gegenteil, mit um so wilderer Leidenschaft wird des Proletariat erfüllt werden, um so erbitterter wird es kämpfen, um so zäher wird es ausharren, bis der Feind am Boden liegts freisinniges Nutgeheul. Der Freisinn macht geradezu krampfhafte Anstrengungen, um zu verhüten, daß die große Masse deS Berliner Volkes, von der bereits t903 mehr als zwei Drittel ihre Stimme für die sozial- demokratischen Kandidaten abgegeben haben, in Berlin auch nur ein Mandat erobert! Namentlich im 11. Wahlkreise, wo der bc- rüchtigte Herr Schüler kandidiert, ein Mann, an dem der Rauk- schmcißcr eines Tanzlokals verloren gegangen ist, verteilen die Freisinnigen fast täglich ein ncueS Flugblatt. So liegt uns jetzt schon daS zweite Flugblatt vor, das sich in den wüstesten Schimpfe- rcien gegen die Sozialdemokratie ausläßt, weil die Sozialdemokratie sich den Terror der Herrschenden bei der öffentlichen Abstimmung nicht länger widerstandslos gefallen lassen will! Einige der schönsten Kraftstellen des letzten Flugblattes hatten wir niedriger gehängt. Das neue Flugblatt leistet sich noch Hervorragenderes in der Virtuosität des SchimpfcnS. Wir würden glauben, ein Reichs- verbändler hätte eS zusammengeschmiert, wenn wir nicht Herrn Schöler die Fähigkeit zutrauten, im Sauherdenton jeden Rekord zu brechen. Den Vorwurf der„Schurkerei", der in dem vorigen Flugblatt der Sozialdemokratie gemacht worden war, haben wir ja dem Block- freisinn nach Verdienst zurückgegeben. Gegen unseren Nachweis, daß der Freisinn s e l b st die unsäglichste Schurkerei begeht, indem er sich den WahlrcchtsterroriSmuS der Negierung Staats- � bcamten nnd StaatSarbcitern gegenüber zunutze zu machen sucht, vermag daS neue Flugblatt keine Silbe zu erwidern. Es vermag auch unserem Nachweis nicht das mindeste entgegenzusetzen. daß die Sozialdemokratie durch den schurkischen Verrat des Frei- sinnS am Wahlrecht und seine nichtswürdige Verbrüderung mit den wütendsten Wahlrechtsfeinden geradezu gezwungen worden ist, in der Notwehr dem schamlosen-Terror des Junkertums und der Bourgeoisie den Widerstand deS Proletariates entgegenzusetzen! DaS neue Flugblatt qualifiziert sich also nicht als Entgegnung auf unsere Antwort� soyhern als eine in iortizsimo gehaltene Fortsetzung der ersten Schimpferei. Dazwischen finden sich einige Stellen von unwiderstehlicher Komik, so z. B. die folgende: «Wähler, Bürger, Ihr wißt, wie sauer unserem Volke die Er ringung seiner bürgerlichen Frei» h ei t e n geworden ist. Zeigt Euch würdig Eurer Väter, die mit Gut und Blut sie Euch erkämpft haben und tretet Mann für Mann zusammen, um der Sozialdemokratie, die Eure Wahlfreiheit und Gewissensfreiheit mit Füßen trampelt, die verdiente Niederlage zu bereiten!" Also weil die Sozialdemokratie, da der Freisinn in. schäbigster Vcrrätertaktik den Kampf um das Wahlrecht preisgegeben und sich mit der Reaktion im Wahlkampfe verbündet hat, gewisse Schichten daran hindern will, durch einsichtslose Unterstützung des Freisinns die Reaktion noch zu stärken, beruft sich das Flugblatt auf die Er- ringung der bürgerlichen Freiheiten durch die Väter der jetzigen Generation. Als ob nicht jedes Kind wüßte, daß die damals er- rungenen Freiheiten, das damals errungene demokratische Wahlrecht für Preußen gerade durch die Schäbigkeit und Feigheit der liberalen Bourgeoisie wieder verloren gegangen sind, und daß gerade jetzt der Freisinn von neuem die Aussichten auf eine Wahlreform durch eine Berschachcrung der Bolksfreihciten an die Reaktion zu verraten sucht! Noch komischer ist es, wenn es in dem Flugblatt heißt: „Schon wittert die„Kreuz-Zeitung" Morgenluft und droht mit gesetzgeberischen Maßregeln gegen den Bohkottunsug. So sehen wir auch hier wieder die Sozialdemokratie als Schrittmacherin der Rc- a k t io n!" Das soll doch wohl heißen, daß der Freisinn, der bei dem Vcreinsgesetz den Scharfmachern die niederträchtigsten Hand- langerdienste geleistet hat, auch bei den von der„Krcuz-Zeitung" empfohlenen Ausnahmebestimmungen gegen die Ar- beiterklasse der Reaktion Schrittmachcrdicnste leisten will! Schon sein furchtbares Gezeter über den Terrorismus der Sozial- demokratie leistet ja der infamen Heuchelei der„Kmiz-ZeitungS"- Ritter den denkbarsten Vorschub! Die skandalöse Tatsache der öffentlichen Abstimmung, der unerhörte Druck auf alle wirtschaftlich Abhängigen durch die Besitzenden, die Uebcrzeugungsvergewaltigung der achtmalhunderttausend Staatsbeamten und Staatsarbeiter durch die Staatsbehörden— alles das ist für den Freisinn offenbar kein Terrorismus: » Während in dem obigen Flugblatt der Freisinn davon schwadroniert, daß cS der Sozialdemokratie„abermals eine ver- nichtcnde Niederlage zu bereiten" gelte, daß der 3. Juni zu„einem Ehrentage des Bürgertums" werden müsse— der„Ehrentag" soll dadurch begangen werden, daß der ganze reaktionäre Klüngel von den Antisemiten bis z» den freisinnigen Bolksverrätern die Sozialdemokratie niederstimmen soll!—, verraten im Geheimen versandte Wahlzirkulare die argen W a h l ä n g st e, die sich hinter den Schimpfkanonaden der freisinnigen Flugblätter ver- bergen! So haben zwei freisinnige Agitatoren, ihres Zeichens Lehrer, im fünften Berliner Wahlkreise an ihre Kollegen ein Zirkular versandt, in dem die Lehrer aufgefordert werden, sich am Wahltage in der Zeit von ö bis 12 Uhr für den Freisinn zur Bureauarbeit zur Verfügung zu stellen. TaZ Zirkular beginnt mit dem Satz: „Wie Ihnen bekannt ist. kandidiert im fünften Berliner Landtagswahlkreis der Abgeordnete G o l d s ch m i d t, dessen Wiederwahl jedoch sehr stark gefährdet ist." Dieser Stoßseufzer beweist, daß der Freisinn, trotzdem er sich die Unterstützung der Antisemiten und konservativen Wahlrechts. feinde in Berlin durch seinen schmählichen Wahlschacher in Ober- Barnim gesichert hat, gleichwohl vom Zweifel geplagt wird, ob seine Blockverrätereien nicht doch diesmal auch den noch wirklich freisinnigen Kreisen des Bürgertums allzu großen A b- jche» bor einem solchen Freisinn eingeflößt haben! politifcbe(lederkickt. Berlin, den 30. Mai 1308. Das Sydowsche Steuerprogramm. Der Berliner Korrespondent der LLeserzeitung" meldet seinem Blatt,>dab Herr Sydow, der neue Reichsschatzsekretär, tatfächlich bei seiner Reichssinanzreform auf jede direkte Steuer zu verzichten gedenkt und die zur Balanzierung des Etats nötige Erhöhung der Reichseinkünfte um jährlich 300 bis 400 Millionen Mark auS einer Steigerung verschiedener Verbrauchssteuern sowie aus einer ElektrizitätS-, Börsenumsatz- und neuen Weinsteuer herausholen will. Wörtlich heißt eS in der Mitteilung: Wenn von verschiedener Seite angedeutet worden ist. daß die bisher in Aussicht genommene Erweiterung� der Reichs- erbschaftsstcuer fallen gelassen ist, so läßt sich das in so posi- tivcr Form heute noch ittckst sagen. Herr v. Rheinbaben mag zwar mit Rücksicht auf seine konservativen Freunde und sein eigenes politisches Glaubensbekenntnis sich wenig mit der geplanten Ausdehnung der Erbschaftssteuer befreunden, aber auch andere Steuern, die Herr Sydow heute noch in seiner Mappe verborgen hält, werden bei den andern Bundesstaaten Anstoß erregen. Bis zu dem fertigen Beschluß des Bundesrats Werden sicherlich noch viel Einwendungen von dieser oder jener Seite erhoben werden. Im großen und ganzen stützt sich heute die Reform des Reichsschatzsekretärs wie im Anfang auf eine Neuregelung der Branntweinsteuer, einer Bier- und Tabaksteuer. Dazu kommen in der Hauptsache eine Wein- und eine Börsenumsatzsteuer. Als direkte Steuer hat Herr Sydow auS dem Schatze seines AmtsvorgangerL die— Dividendcnstcuer hinübergerettct. Die Bemerkung, daß sich„in positiver Form" heute noch nicht behaupten lasse, die Erweiterung dtzr ReichSerbschaftS- steuer fei von der Regierung fallen gelassen, ist völlig wertlos. Vielleicht mag man im Reichsschatzamt noch immer damit rechnen, im äußersten Notfall auch aus der Reichserbschaftssteucr noch einige Millionen herauszupressen, damit der Blockfreisinn wenig- stens ein Konzessiönchcn erhält; zu einer Ausdehnung der Erb- schaftSsteuer auf Ehegatten und Kinder und einer derartigen Normierung der einzelnen Steuersätze, daß die Reichserbschafts. fteucr auch nur die Hälfte jener Einnahmen wie in England oder Frankreich liefert, wird sich die Regierung in keinem Fall herbei- lassen. In richtiger Einschätzung der Widerstandsfähigkeit ihrer Grundsätze wird vielmehr den Freisinnigen zugemutet, für beträcht- licbe Erhöhungen der Branntwein-, Bier- und Tabaksteuer und da. neben en passant für eine ElektrizitätS-, Wein- und Börsen. Umsatzsteuer zu stimmen. Und der Freisinn wird sich, wie bisher. gefügig erweisen, wenn auch erst nach dem bekannten verschämten kokottenhasten Sträuben. � Wirklich ernsten Widerspruch wird bei den freisinnigen Diplomaten nur die Börsenumsatzsteuer finden, da sie ihre hoch- verehrten geldspendenden Gönner trifft. Doch vielleicht zieht die Regierung der guten Sache wegen diesen Teil ihres schönen Steuer. Programm» zurück, oder sie begnügt sich mit so geringen Sätzen, daß den edlen Gönnern des Freisinns kein Leid geschieht. Die gndercn geplanten Steuern finden beim Freisinn weniger Bc- denken. Ihretwegen werden sich die Wiemerianer sicher nicht aus der Regierungsmajorität„ausschalten" lassen. In Schülers Schlepptau. Auch im dritten Berliner Land ta g s iv a h l- kreise wird ein Flugblatt verbreitet, das von dem famosen Herrn Schöler zu stammen scheint. Sogar der alte brave L a n g e r h a n s hat das Erzeugnis Schölerscher Ruppigkeit unterzeichnen müssen. In diesem Flugblatt heißt es, daß es „eine Mehrheit zu schaffen" gelte für die„Beseitigung des elendesten aller Wahlshsteme", für„eine die schwachen Schultern schonende Steuergesetzgebung", für„eine von der kirchlichen Abhängigkeit befreite Schule", für die„Selbstverwaltung der Gemeinden", für die„Gleichberechtigung aller Staatsbürger" usw. usw. Und das alles will der Freisinn erkämpfe» im Bunde uiit dcui agrarischen Junkertum gegen die Demokratie, die sich in der Sozialdemokratie verkörpert! Tann heißt es weiter, daß die Sozialdemokratie die „Reaktion stärke". Bei den Landtagswahlen vor fünf Jahren habe sie durch Stimmenthaltung bei der Stichwahl neun Landtagsmandate der' Reaktion ausgeliefert, die sonst dem Freisinn zugefallen wären. Das Flugblatt verschweigt aber, daß der Freisinn an dieser Stärkung der Reaktion selbst die Schuld trägt, weil er es abgelehnt hat, ein Wahlabkommcn mit der Sozialdeniokratie abzuschließen, das selbst von dem Freisinnigen Gerlach als ein überaus be- scheideneS bezeichnet worden ist! Selbstverständlich vergißt das Flugblatt es auch zu erwähnen, daß bei der letzten Reichstagswahl im vorigen Jahre der Freisinn der Rcaktton nicht weniger als 28 Mandate ausgeliefert hat! Nachdem dann ein wenig das Steckenpferd des Herrn Schöler, der sozialdemokratische„Terrorismus", ge» ritten worden ist, bringt das Flugblatt noch folgendes„durch- schlagende" Argument: Bebel sagte noch am 24. März 1908 im Reichstage:„Ich stehe nicht an zu sagen, ich würde es für lein Unglück Deutschlands halten, wenn Preußen auf irgend eine Weise ver- s ch w i n d e n lv ü r d e. Ich bedauere nur, daß ich kein Mittel und daß ich nicht die Macht dazu habe." Offenbar sollen die braven Freisinnswähler glauben, daß Bebel an irgend ein Mittel gedacht hat, durch einen Auch die philanthropischen Bestrebungen— ich erinnere an die Namen Thiel, Schwerin und Sohnreh— bringen uns die Arbeiter nicht wieder auf den Mist zurück. Nein, meine Herren, Arbeiter, die Sport, Volksmuseen, Volksbäder und solche Sachen nötig haben, die wollen eben keinen Mist mehr aufladen; daran ist gar kein Gedanke, daß die Arbeiter wieder zu diesen widrigen Arbeiten zurückkehren! (Abg. Dr. v. W v v m r(kons.) gegen Koalitionsfreiheit der Landarbeiter.) Ich denke da nicht an amerikanische nnd englische Zu- stände, sondern an Zustände in unserem nächsten Nachbar- lande, an das uns am nächsten verwandte Dänemark. Dort hat— nicht etwa jetzt seit Einführung der Prügelstrafe, sondern schon seit langem— der Richter das Recht, jugend- liche Ucblltätcr sich vorführen zu lassen, die Sache zu unter- suchen und ihnen einfach eine Tracht Prügel verabfolgen zu lassen. (Abg. Dr. Boehmer(kons.) am 23. 1. 08.) Ich bin der Ansicht— ich habe das, glaube ich, auch schon ausgesprochen—, daß die mittleren Kreise unserer Be- völkcruiig zum Teil viel schonungsbedürftiger sind als die Arbeiterklassen. Sie haben für die Erziehung ihrer Kinder unendlich viel höhere Aufwendungen zu machen als der Arbeiter, der seine Kinder, ohne einen Groschen zu zahlen, in vir Volksschule schickt. (v. Rheinbaben zur neuen Einkommensteuer- Novelle.) ungeheuerlichen Sprengstoff oder durch Jnfizierung der lieben Preußen mit irgend einer Seuche Preußen aus der Welt zu tilgen. Daß Bebel damit nur gesagt hat, daß er das heutige reaktionäre Preußen, diesen schmachvollen Jnnkerstaat, diesen Hort der Reaktion in ganz Deutschland, diesen mit Hilfe deS Herreuhanses und des Drciklassenparla- ments Preußen beherrschenden Junkerstaat zu beseittgen wünsche — soviel Verständnis traut das von zahllosen Freisinnsgrößcn unterzeichnete Flugblatt den fteisinnigen Wählern wohl nicht zu, denn sonst hätte es wohl schwerlich mit dem Zitat gekrebst! Man sieht, die freisinnigen Flugblätter arbeiten mit den skrupellosesten Mitteln der Schurkerei und spekulieren auf den abgrundtiefsten Stumpfsinn!— Konservative Wahlrechtsreform. Zu den eifrigsten Mitarbeitern der„Kreuz-Zeitung" gehört der Major a. D. Otto v. K a l ck st e i n. der stets eine ganz besondere Frömmigkeit an den Tag legt. In seinem letzten Artikel weicht er einmal von dieser Gewohnheit ab, er tritt für eine Reform des Wahlrechts zum preußischen Landtag ein. Er will keine Vertretung der Mehrheiten, sondern eine Vertretung der Allgemeinheiten. Der Rede Sinn ist etwas dunkel, und der Verfasser vermeidet eS auch, trotz der Langatmigkeit seiner Dar- stellung, nähere Auskunft darüber zu geben, was er unter Allgemeinheiten versteht. Dafür sagt er mit wünschens- werter Deutlichkeit, welche Eigenschaften der Abgeordnete haben soll. Dieses Amt soll folgenden Anforderungen Rechnung '* i. auf dem Gebiet der Persönlichkeit. ES würden solche Leute auszuschließen sein, welche sich in keiner einzigen BeriisS:ättakeit praktisch bewahrt haben; 2."anf dem Gebiet geistiger Vorbildung in irgend« einer Richtung. Mögen doch die Parteien, welche einen be- stimmten Vertrauensmann zur Entscheidung über die Geschicke des Vaterlandes berufen, demselben Gelegenheit und die Mittel gewähren, sich Kenntnis auf einem großen in Frage kommenden Gebiete zu erwerben— als Prüfstein seines Urteils- Vermögens.,....._ Z. in Beziehung auf die eigene Unabhängigkert. Es ist ein höherer Standpunkt und ein Gewinn für onS Ganze. wenn der Abgeordnete seine Entscheidung fällen kann ohne Rück- ficht auf die eigenen Interessen, ohne Rücksicht auf Nebenumstände. auf die Wünsche von Radauversamnilungen— allein nach seiner Ueberzeugung und bestem Gewissen zum Wohle deS Baterlandes. Der Herr Major a. D. scheint sich nicht recht klar darüber zu sein, daß bei solchen Voraussetzungen für die Ausübung eines Ab- geordnetenmandates, die Junker'fast durchweg nicht wählbar wären, weil sie in keiner Berufstätigleit sich praktisch bewährt haben. Der Durchschnittsjunker dient meist einige Jahre bei der Garde und vermöbelt bei dieser Tätigkeit oft nicht zu wenig Geld, dann übernimmt er das ererbte Gut und lebt von der Arbeit anderer Leute. Das ist aber keine praktische Berufstätigkeit! Wie es mit der„geistigen" Bedeutung deS Junkertums steht, darüber ist kein Wort zu verlieren. Die Voraussetzung der materiellen Unabhängigkeit wurde ein neueS Privileg für den G e l d s a ck bedeuten, denn ernst ist doch der von dem Major gemachte Vorschlag nicht zu nehmen, daß dik Parteien den nicht wiedergewählten Abgeordneten eine Lebens- reute aussetzen sollen. So sieht im Kopfe eines Konservativen eine „Wahlreform" aus!_ Hochgefühl. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht der„Hannob. Kur." folgendes Gespräch: Kaplan: Ein Hochgefühl schwellt meine Brust, wir sind doch die einzigen, die mit der Lungenkrast einer Millionenpartei die Herausgabe deS ReichStagswahIrechtS für Preußen verlangen. W a h l r e ch t s f r e u n d: So wird das Zentrum also selbst- verständlich die Wahlrechtsfreunde gegen die Wahlrechtsseinde unterstützen? Kaplan: Bedaure. Das Zentrum hat schon ein Bündnis mit den Konservativen geschlossen. Das ist so Windthorstsche Taktik. Wahlrechtsfreund: Und das ReichStagSwahlrecht für Preußen? Kaplan: Die WahlrechtSfrage scheidet, wie M. Erzberger sehr richtig bemerkt hat, vollständig aus. Wahlrechtsfreund: Was sagen aber Ihre Wähler zu diesem Widersinn? Kaplan: Nichts. Sie gehen und wählen. Wahlrechtsfreund: Herr Kaplan, das Hochgefühl ist berechtigt l Eine„vcrmanfchte Geschichte". Böse hineingelegt wurden am Freitag abend die Freisinnign zu Charlotten bürg von einem ihrer eigenen Anhänger. Sie hatten nach dem„Türkischen Zelt" eine öffentliche Versammlung einberufen, die zunächst einen Vortrag von Albert Träger anhörte. Herr Träger verbreitete sich nur über das Wahlrecht, legte die Schädlichkeiten und Ungerechtigkeiten deS Drciklasscn. systms dar und forderte die Uebertragung des Reichstagswählrechts auf Preußen, indem er zugleich jeden Kuhhandel verwarf.„Wenn jemand eine Kuh für 109 M. anbietet, dabei aber gleich sagt, er gebe sie auch für SV M., dann wird er ganz sicher nicht einen Pfennig mehr als SO M. kriegen", meinte Herr Träger. Nach einigen nebensächlichen Ausführungen des Herrn Dr. Spiegel nahm alsdann der freisinnige Kandidat Professor von Liszt das Wort. Auch er beschränkte sich auf die Wahlrcchtfrage. Ta aber sachlich den Ausführungen Trägers nichts mehr hinzuzufügen war, hielt er eS für angebracht, ein persönlickics Loblied auf Wicmer, Kopsch und Fischbeck anzustimmen, die sich in den letzten Wochen in der selbstlosesten Weise aufgeopfert hätten, nur um— wenigstens glaubt das Herr Professor von Liszt— das Reichstagswahlrecht für Preußen zu erwerben.„Wer das Gegenteil be- Haupte, müsse das auch beweisen." Dann aber überraschte Herr von Liszt die Versammlung mit einem funkelnagelneuen Gedanken. Die Aussichten für das Wahlrecht in Preußen" ständen gät nicht so schlecht, meütte er.• TetM Vi�Freisinnigcn hätten es ja in der Hand, durch Verweigerung der Finanzreform im Reichstage wenigstens einen Teil der Reform, die sie in Preußen erstreben, durchzusetzen. Und nun nahte das Verhängnis. In der Diskussion sagte ein Mitglied der Freisinnigen Volks- Partei, er habe einen Widerspruch Ke merkt zwischen den Ausführungen der Herren Träger und V. LiSzs. Träger(der inzwischen bereits fortgegangen war) habe äuSdriicklich die Parole„alles oder nichts" verfochten, b. Liszt dagegen habe durchblicken lassen, daß er nötigenfalls auch mit teilweisen Verbesserungen des Wahlrechts vorlieb nehmen würde.-- «Der v e r m a n f ch t uns jetzt die ganze Ge- schichte", stöhnte einer der Herren am VorstandStisch, aber leider entfuhr ihm der Seufzer so laut, daß die Nächststehenden ihn hörten. Genosse Borchardt, der nunmehr zu Worte kam, verfehlte denn auch nicht, darauf hinzuweisen, daß Herr Träger eine brillante Rede gehalten habe gegen die Freisinnige Volks- Partei, und daß der Kandidat v. Liszt sich sofort als einer von denen bekannt habe, die die Kuh doch wieder für 50 M. fortgeben ivollten. Tatsächlich sei die große Masse des Freisinns mit der Taktik der Wiemergruppe ganz einverstanden. Daran werde auch eine so achtenswerte Persönlichkeit wie Professor v. Liszt nichts ändern können. Für ihn werde es nur zwei Wege geben, die gc- kennzeichnet seien durch die Namen Naumann und Barth. Entweder werde Herr v. Liszt sich ebenso mausern wie Naumann, oder er. werde sich selber treu bleiben und dann ebenso in die Wüste gestoßen werden wie Barth. Doch das Maß der Leiden war für den Freisinn noch nicht voll. Infolge dieser Diskussion richtete ein folgender Redner die direkte Frage an den Kandidaten, ob er etwa auch zu denen gehöre, die sich vom NeichstagSwahlrccht etwas abhandeln lassen wollen, und zwang dadurch Herrn v. Liszt, in seinem Schluß- wort zu erklären, daß er für die Parole„alles oder nichts" nicht zu haben sei. Es werde von der politischen Situation abhängen, wieviel man durchsetzen'könne. Nur, fügte Herr v. Liszt hinzu, wer nicht mindestens 5as gleiche Wahlrecht durchsetzen wolle, sei überhaupt nicht liberal. Für die Wähler ist dieser Vorgang ein neuer Beweis, daß selbst auf die persönlich achtungswerteste» Männer des Freisinns kein Verlaß ist. Bekanntlich wollen auch die Nationalkiberalcn das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht für Preußen, nur soll es nicht gleich sein für jedermann. Kommt eS überhaupt zu einer Reform, so werden wir es erleben, daß der Freisinn auch das schlucken wird, trotzdem Herr v. LiSzt den Verzicht auf das gleiche Wahlrecht ausdrücklich als„überhaupt nicht liberal" bezeichnet hat. Darum, wer nicht die Reaktion stärken will, darf keinen Freisinnigen wählen! Die heutige LandtagSnachwahl m Stadt Koburg ergab, wie telegraphisch gemeldet wird, N:n Sieg eines Sozialdemokraten. In den beiden anderen städtischen Bezirken wurden bürgerliche Kandi« baten gewählt._ Ongam. Das Wahlprivileg und seine Folgen. Budapeß, 29. Mai.(Eig. Der.) Wie sehr der Kampf, den die ungarischen Proletarier um die Erringung des gleichen Wahl- rechts führen, eine Kulturnotwendigkeit ist. wie sehr ihr Sieg in diesem Kampfe eine Bedingung' dafür ist. daß das ungarische Volk nicht völliger Degenerierung anheimfällt, das mögen einige Tatsachen zeigen, die die gräßlichen Zustände enthüllen, in die die Herrschaft der privilegierten Regicrungselique das ungarische Volt gestürzt hat. In Ungarn werden von Jahr zu Jahr weniger Kinder ge. boren. Vor 15 Jahren entfielen auf je 1000 Personen 42 Geburten, heute nur mehr 35, das heißt, daß nun pro Jahr um 12 00 0 Kinder weniger geboren werden. Bon diesen.ahxr rafft das Elend nicht weniger als deN'-d'ri tten Teil vor ihrem fünften Lebensjahre hinweg? Aber in Ungarn sterben auch pro �" mxhx Personen, als in irgend einem anderen curopq, tschen Staate. Beträgt doch das Durchschnittsalter bloß 40 Jaltre! Von 100 000 Personen sterben 364 an Tuberkulose, während im Ausland diese Ziffer auf 192 sinkt. Auch das ist kein Wunder, denn in Ungarn gibl es viel zu wenig Spitäler und Aerzte. Für 40 000 Blödsinnige und Verrückte gibt es in Ungarn keine Unter- kunft. Dafür gibt es allerdings um so mehr Kirchen. Gibt es keine Hebammen, so dafür Nonnen ohne Zahl. In Ziffern ausgedrückt: in Ungarn gibt es S000 Aerzte urnd 13 000 Pfaffen. Dem Militarismus opfert das Parlament zehnmal so viel, als den Schulen. Freilich, beten lernt ein jeder Mensch in Ungarn, sogar die Zigeuner, lesen und schreiben aber kann kaum jeder Zweite. 6S 000 Kinder gehen überhaupt nicht in die Schule. In den letzten 15 Jahren stieg der Verdienst der Ar- beiter um em Fünftel, doch ist das Leben um mehr als das Siebenfache teurer geworden. Nach der amtlichen Statistik beträgt der Durchschnittsverdienst des Industriearbeiters 13 Kronen pro Woche, das ist 550 Kronen pro Jahr, der landwirtschaftliche Arbeiter aber verdient kaum 300— 350 Kronen im Jahre.(1 Krone 85 Pf.) Und von diesem geringen Verdienst mutz der Industriearbeiter Ungarns mehr als die Hälft« dem Hausbesitzer geben. B u d a p e st ist, was Wohnungs» und Lebensmittelverhältnisse betrifft, die un- gesundeste Stadt der Welt. Von je 1000 Wohnungen sind 740 über- füllt, wahrend in Berlin von je 1000 Wohnungen bloß 280, in London 200, in Paris 149 überfüllt sind. Nur Petersburg hat ähnliche Wohnungsverhältnisse, doch auch hier ist die Zahl der über- füllten Wohnungen geringer, nämlich bloß 460. Und die Landarbeiter in der Provinz? 650 000 Arbeiter- Und Gesindcwohnunzen sind größtenteils Zubauten zu den Stallungen. Im Jahre 1900 fand man auch ein halbes Tausend unterirdische Wohnungen. Zweidrittel der Wohn- Häuser sind aus Lehm, Kot und Holz aufgeführte, mit Stroh gedeckte Hütten. Tuberkulose und Hungertyphus fordern zu Hunderten ihre Opfer. Ganze Komiwte sind infiziert. Erst vor wenigen Tagen warf das schlechte Trinkwasser in Szombathely an 300 Personen aufs Krankenlager, und daß die Zahl der an Hungertyphus in Budapest Gestorbenen aus Patriotismus verschwiegen wurde, ist allen, denen die ungarischen Pretzverhältnisse bekannt sind, klar. Ein Drittel ganz Ungarns ist im Besitze von 3— 4000 Menschen. Eine halbe Million Menschen, jeder vierzig st e Einwohner, jeder zehnte arbeitsfähige Mann, Wandertaus! Macaulay hat Recht: Di« große Ursache der Revolutionen ist die, daß die Verfassungen stillstehen, während die Völker fort- schreiten. Ungarns vielsprachiges Volk lieferte in den letzten Jahren kraftvolle, Bewunderung erregende Beweise für obige Be- hauptung. Von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde gellt überlaut und immer drohender der Ruf im ganzen Lande: Das Wahl- recht her! Und die Zahl der Rufer im Streite wird immer größer. Ekel und Abscheu erfaßt die treuesten Anhänger der Re- gierungskoalition angesichts jener häßlichen und anwidernden Tragikomödie, deren Titel Ausgleich heißt, und deren handelnde Personen sich in den Augen aller Denkenden für ewig lächerlich machten. Wir könnten sämtliche Mitglieder der Regierung Ungarns Revue passieren lassen, ohne auch nur einen einzigen objektiven und auf der Höhe seiner Aufgabe stehenden Kulturmenschen zu finden. Preisgegeben einer Anzahl von Bankerotteuren, denen nichts, nur ihre eigene Tasche heilig ist, entvölkert und der besten Arbeits- tröste entblößt, ist Ungarn, tormnt nicht bald eine gründliche Aende- rung der Regierungssormen, besonders aber des Parlamentes, in wenigen Jahren moralisch und materiell total zu Grunde gerichtet. Auch Ungäru kann nur das helfen, was dem alten, in allen Fugen krachenden Oesterreich zu neuem Leben verhalf: das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht! Der Wahlrechtskampf. Budapest, 28. Mai. Die sozialdemokratische Partei- l c i t u n g veröffentlicht heute einen Aufruf, in dem die gestrigen Erklärungen des Ministers des Innern über die bevorstehende Wahlreform als ungenügend bezeichnet und die Arbeiter zur intensivsten Agitation im ganzen Lande aufgefordert werden, um im Herbst bei Einbringung der Vorlage einig dazustehen.— frankrctcb. Keine Steuerbefreiung der Rente. Paris, 29. Mai. Deputiertenkammer. Bei der fort- gesetzten Beratung des Einkommen st euer gesctzent- Wurfs wurde ein von der Regierung und der Kommission be- knmpfter Abänderungsantrag, nach welchem die Steuer nur von solchen Rententiteln erhoben werden soll, die nach der Veröffcnt- lichung des zur Beratung stehenden Gesetzes ausgegeben oder kon- vertiert werden, mit 355 gegen 202 Stimmen abgelehnt. Jules Roche trat dann für einen anderen Abänderungsantrag«in, nach welchem den Rentenbesitzern gestattet sein soll, innerhalb einer bestimmten Zeit nach der Veröffentlichung des Gesetzes die Rück» zahlung ihres Kapitals zu verlangen. Auch dieser Antrag wurde und zwar mit 347 gegen 150 Stimmen abgelehnt. Darauf wurde die Weiterberatung auf Montag vertagt. Italien. Der Agrarstreik.« Mailand, 29. Mai. Die ausständigen Landarbeiter in der Provinz Parma haben ihre Taktik geändert und bestimmt, daß die unterbrochenen Arbeiten bei den Halbbauern, den öffent- lichen Unternehmern und dxn Eigentümern, die sich den Forde- rungcn der Streikenden unterworfen haben, wieder aufge- i o m m e n werden. Portugal. Ein Wettstreit. Lissabon, 29. Mai. In der heutigen Kammersi ung be- schuldigte B r a g a sNepublikancr) die Parteien der Regeneratoren und der Progressisten, den König Carlos getötet zu haben und in Gemeinschaft mit der gegenwärtigen Regierung zwischen dem Könige und der Nation Schwierigkeiten schaffen zu wollen. Der Führer der Regeneratoren erwiderte, eine solche Rede würde in keinem anderen Parlament der Welt geduldet werden und all die schmachvollen Beleidigungen fielen auf die Republikaner zurück. Auch die Monarchisten protestierten erregt gegen die Beschuldigung Bragas. l�ulZlanä. Der Besuch Eduards. Petersburg, 29. Mai. In der rechts stehenden Presse macht sich eine heftige Opposition gegen den Besuch des Königs von England bemerkbar.„Swjet" bespricht die von der Arbeiterpartei gegen die Zusammenkunft in Reval im englischen Unterhause gerichteten Angriffe und bemerkt dazu, daß weder der Premierminister Asquith noch die Mehrheit des Hauses cS für nötig gehalten hätten, gegen die Beleidigung des russischen Kaisers durch die Arbeiterpartei zu protestieren, was sich aus der traditionellen Feindschaft der englischen Politiker gegen Rußland erkläre. Fast alle englischen Parteien wetteiferten von jeher in der. Verhöhnung Rußlands und die nachsichtige Behandlung des von der Arbeiterpartei heraufbeschivorcnen Skandals sei eine gute. Vcrantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.i Illustration deS neuen in Mode gekommenen Themas von der englisch-russischen Freundschaft.„Ruskoje Snamja" schreibt, England sei der Erbfeind Rußlands, und weist jede englisch-rus- sische Annäherung zurück wegen der Politik Englands, das unkulti- vierte Völker wie Zitronen ausquetsche. Begypten. Zwölf Todesurteile. Kairo» 30. Mai. Heute fand in Kamlin am Blauen Nil die gerichtliche Verhandlung gegen 23 Personen statt, die wegen ihres Angriffs auf die Regierungstruppen und wegen der Ermor- dung des stellvertretenden Inspektors der Blaue-Nil-Provinz Scott Moncrieff verhaftet worden waren. Ueber 12 Angeklagte wurde die T o d e s st r a f e verhängt, 8 wurden zu lebenslang- lichem Zuchthaus verurteilt und 3 freigesprochen. fVlarokko. Marokkanische gegen deutsche Loyalität. Es scheint doch, daß die Summe von Loyalität und Er- gebenheit, über die das Deutsche Marokkokomitee verfügt, so groß sie an sich ist, doch nicht beliebig vermehrt werden kann. Die Herren haben soviel ihrer untertänigsten Gefühle für den Sultan Mulay Hafid verbraucht, daß ein bedenkliches Defizit für die heimische Konsumtion entstanden ist. Nachdem sie beweglich über die Einkreisung Deutschlands gejammert hat, schreibt die„Marokko-Korresp." folgende Unehrerbietigkeiten: „Die Schuld an dieser betrübenden Gestaltung der Dinge ist ganz allein die Schuld der deutschen Politik. Wie die deutsche innere Politik, stützt sich auch die äußere deutsche Politik allzu selbstgefällig auf das Bajonett. Im Ver- trauen auf unsere grandiose Militärmacht und unseren militä- rischen Ruf glaubten wir uns eine Politik der Laune, der selb st bewußten Oratorik und der sprung- haften Entschließung en leisten zu können. Ohne Rück- ficht auf unsere finanzielle Leistungsfähigkeit strebten wir dahin, als größte Militärmacht des Erdballs auch eine alle Meere beherrschende Kriegsflotte zu besitzen. Die Folgen sind sichtbar. Unsere Politik wurde zu einem Moment der Unruhe ftür andere Nationen. Man führt uns nun mit beklagenswerter Deutlichkeit zu Gemüte, daß der Besitz der stärksten Militärmacht keineswegs die Ge» währ großer diplomatischer Erfolge bietet." Und nachdem noch festgestellt worden, daß die deutsche Regierung geflissentlich die lebendige Fühlung mit dem Volke außer acht läßt, werden rücksichtslos die Kon- sequenzen gezogen: „Diese amtliche Abgeschlossenheit ist wahrhaftig nicht ge- eignet, das Vertrauen deutscher Volkskreise zu ihrer Regierung zu befestigen. Weite deutsche Bürgerkreise, das möge sich die Regierung gesagt sein lassen, haben aus der Marokkofrage längst Anlaß genommen, ihr Vertrauensverhältnis zur Regierung, das die Fehler und Ausartungen der deutschen Politik vielleicht erst ermöglicht hat, einer Revision zu unter- ziehen." Freilich, diese Revision würde sofort nochmals zurück- revidiert werden, wenn die Herren Grafen Pfeil und Reventlow in die offizielle oder gar nichtoffizielle Kamarilla aufgenommen würden, die bei uns unter der feigen Duldung der Blockmajorität des Reichstages die wechselnden Fehler unserer auswärtigen Politik verübt. Aber deswegen bleibt die Kritik sehr richtig: nur daß sie nicht sehr originell ist. Waren wir denn nicht die Reich sseinde, als wir auf den Wahnwitz hinwiesen, uns ohne Rücksicht auf die Finanzen in das Wettrüsten mit England einzulassen? Oder als wir protestierten gegen die„Launen", die„selbstbewußte Rhetorik" und die„sprunghaften Entschließungen", lauerten nicht alle Untergebenen des Herrn Jsenbiel darauf, uns unsere Kritik unmöglich zu machen? Aber die Herren mögen entschuldigen. Die Gesellschaft der Reichsfeinde ist eine zu gute, als daß die Herren in diese Gesellschaft hineinpaßten. Wir, die wir den Frieden wollen, die wir uns solidarisch wissen mit unseren Brüdern in Frankreich in ihrem unablässigen Kampf gegen die Kolonialabenteuer, die wir mit größter Freude den Protest der englischen Arbeiter gegen ein Einver- nehmen mit dem zarischen Mörder vernommen haben, wir haben nichts gemein mit den Volksfeinden hier, die unsere auswärtige Politik gerade dann bekämpfen, wenn diese, ob freiwillig oder nicht, wenigstens allzu gefährliche Dumm- heiten vermeidet. Die Herren sind auf falschem Wege. Etwas Loyalität sollten sie aus Marokko wieder zurückimportieren. Wir möchten in unserer„Reichsfeindschaft" gern allein bleiben._ GewcrhfcbaftUcbc� Berlin und arngcgendt Achtung, Töpfer! Die Firma Zager u. Laudon, Steglitz, Mommsen- straße 63 ist hiermit gesperrt, da dieselbe sich weigert, den Tarif zu zahlen. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß auch die Firma Paul Schulz, Ripdorf, Jnnstraße 29, als gesperrt zu betrachten ist, weil noch verschiedene Kollegen Akkordlöhne erhalten. Wir warnen überhaupt vor der Firma, wenn auch diese Diffc- renzen erledigt sind; denn mit den Lohnzahlungen hat eS immer gehapert. Ferner geben wir bekannt, daß am 3. Juni, am Tage der Landtagswahl, das Bureau und der Arbeitsnachweis geschlossen sind. Die Kollegen sind verpflichtet, sich an diesem Tage der Partei zur Verfügung zu stellen._ Die Verbandsleitung. Achtung, Zigarettenarbeiter, Zigarettenarbeitcrinnen! Ueber die Zigarettenfabrik Basra, Friedrichstr. 105, Inhaber Hakki Bey, ist wegen fortgesetzter Lohnabzüge und Maßrege- lungen die Sperre verhängt. Diese Fabrik ist daher streng zu meiden. Diese Firma hat es durch verlockende Annoncen verstanden, Arbiter zu bewegen, ihre alten Stellungen aufzugeben, um bei ihr in Arbeit zu treten und hat dann hinterher Lohnabzüge bis zu 80 Pf. pro 1000 Stück Zigaretten vorgc>iommen. Die Arbeiter haben daraufhin diesen Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Die am Freitag von der Verbandsteiwng aidgebahnten tNcrhanplungen zwecks Rückgängigmachung der Lohnabzüge sind gescheuert. Eine demnächst stattfindende Tabakarbciterversammlung wird sich speziell mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Deutscher Tabakarbeiter-Berband, Zahlstelle Berlin. Achtung, Steinarveiter! Berlin II. Alle Kollegen, welche den„Steinarbeiter" bisher nicht durch die Post erhielten.sowie diejenigen, toclcfc am 1. Juli verziehen, resp. nach dem 1. April verzogen sind, dies aber noch nicht mit- geteilt haben, müssen ihre alte und neue Adresse bis spätestens 3. Juni an Unterzeichneten einsenden. Alle später eingehenden Adressen können unter keinen Umständen mehr berücksichtigt werden.. Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstält Der nächste Zahltag findet am Sonnabend, den 6. Juni, abends von 6— 8 Uhr, bei Engel, Scidclstraße 30, statt. Von da ab wieder alle 14 Tage, Sonntagsvormittags von 0— 11 Uhr, ebendaselbst. Zcntralverband der Steinarbeiter Deutschlands, Berlin II Willi Domann, dl. 58, Schliemannstraßc 28. Deutsches Reich. Die Fliesenleger sind in Düsseldorf, Dortmund und Köln in einen Abwehr streik eingetreten. Es soll ein ein- heitlicher Tarifvertrag für ganz Rheinland und Westfalen geschaffen werden; dieser würde aber für die einzelnen Städte bedeutende Lobnverschlechterungen bedeuten. So soll der Stundenlohn, der bisher in Köln 80 Pf. beträgt, auf 70 Pf. vermindert und die Akkordpreise sollen um 10— 15 Proz. und mehr herabgesetzt werden. Der Arbeitgeberverband hat beschlossen, daß Einzelvcrhandlungcn nirgends geführt werden dürfen. Die für die bayrische Metallindustrie beabsichtigte Schlichtung?» ordnung zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat in den letzten Monaten Gegenstand mehr» facher Beratuirgen gebildet, an denen Vertreter des bayrischen Metallindustriellcnverbandcs und der einzelnen Richtungen der Ar- beiterorganisationcn teilgenommen haben. Diese Beratungen haben, vorbehaltlich der Zustimmung der für die einzelnen Tele- gierten in Betracht kommenden Instanzen, zu einer Einigung ge- führt, welches ein nicht zu fernes Jnslebentretcn der Schlichtungs- ordnung erhoffen lassen. Christlicher TerroriSmuS. In dem oberfränkischen Fabrikstädtchcn Pegnitz haben die Christlichen beschlossen, einen Wirt zu boykottieren, weil er im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert ist. Wenn die freien Gewerkschaften solches tun würden, wie würde man da über„sozial- demokratischen Terrorismus" zetern! IZusUrnd. Ei» mißlungener Angriff auf die Streikfreiheiten der schwedt- schen Arbeiterschaft. In der zweiten Kammer des schwedischen Reichstages hatte der Abgeordnete Hildebrand, Redakteur von „Stockholms Dagblad", einen Antrag eingebracht, wonach Ver- öfsentlichungen in der Presse, die Aufforderungen zum Boykott, zu Sperren oder zur Verfolgung von Srreikbrechern enthalten, straf. bar gemacht werden sollten. Der Rcichstagsausschuß, dem der An» trag überwiesen war, empfahl in seiner Mehrheit eine solche Straf- bestimmung zu beschließen. Am Sonnabend und in der Nacht zum Sonntag hat der Reichstag seine Entscheidung gefällt. Die erst« Kammer war schnell fertig damit und nahm ohne formelle Ab- stimmung den Ausschußvorschlag an. In der zweiten Kammer dauerte die Debatte bis ih4 Uhr morgens und endete damit, daß der Vorschlag mit 107 gegen 103 Stimmen verworfen wurde. Damit ist für diesmal der Versuch, ein neues Klassengcsetz gegen die Arbeiterschaft einzuführen, abgewehrt. Die gesetzliche Einschränkung der Arbeitszeit im Handels- gewerbe Dänemarks. Eines der besten sozialen Gesetze, die in der letzten Session des dänischen Reichstages fertig geworden sind, ist das über den Achtuhrladenschluß. Es bestimmt, daß im ganzen Lande der Kauf und Verkauf von Waren nicht während der Zeit von 8 Uhr abends und 4 Uhr morgens stattfinden dürfen, jedoch mit Ausnahme von den Sonnabendabenden, an denen bis 11 Uhr Handel getrieben werden darf. Dazu enthält das Gesetz noch eine zweite Ausnahmebestimmung, welche besagt, daß die Gemeinde- Vertretungen durch besonderen Beschluß in den einzelnen Gemein- den den Handel mit Zigarren und Tabak bis 11 Uhr abends zu« lassen können. Die Zigarren- und Tabakhändler selbst protestieren zu einem großen Teil gegen diese Ausnahmebestimmung und sie haben z. W. schon in Kopenhagen an die Gemeindevertretung das Ersuchen gerichtet, keinen Gebrauch davon zu machen.— Das Gesetz ist teils auf D-rängen der Handclsangestellten, teils auf Wunsch selbständiger Geschäftsleute zustande gekommen, von denen viele schon freiwillig den Achtuhrladenschluß durchgeführt hatten, wobei sie natürlich oft unter der Profitgier allzu arbeitswütiger Kon- kurrenten zu leiden hatten. Die Sozialdemokratie bat das Gesetz selbstverständlich lebhaft unterstützt und weitere Verbesserungen angestrebt. Genosse C. C. Andersen wies im Landsthing darauf hin, daß nun zum erstenmal in Dänemark die Arbeitszeit er- wachsener Menschen, die selbständigen Geschäftsleute einbegriffen. gesetzlich geregelt werde, und daß man danach wohl auch ein gut Teil der Bedenken fahren lassen müsse, die man bislang gegen den sozialdemokratischen Vorschlag des Achtstundentages anführte. Letzte JVachnchtcn und Dcpcfchca Sächsische WahlrechtSmantscherei. Dresden, 30. Mai.(W. T. B.) Der nach dem Kompromiß- vorschlage umgearbeitete Regierungsentwurf wurde von dem Be- richterstatter der Wahlrechtsdeputation der Zweiten Kammer vor- gelegt und in zweiter Lesung durchberaten. Die Abgg. Baer (freis.) und G o l d st e i n(Soz.) beteiligten sich weder an der Ab- stimmung noch an der Beratung. Die E n d a b st i m m u n g er- gab die Annahme der Vorlage gegen 4 Stimmen. Die Deputation beschloß, noch vor Vertagung beS Landtages einen Vorbericht erscheinen zu lassen. Die Regierung wird um einen Entwurf zur WahlkreiSeinteilung ersucht werden, da s i e allein das Material hierfür zur Verfügung hat. Ein scharfer Nachklang. Budapest, 30. Mai.(B. H.) Der Abgeordnete Georg Nagy interpellierte die Regierung, ob sie es mit dem ungari- schen Staatsrecht für vereinbar halte, daß einzelne ihrer Mit- glieder, speziell der Ministerpräsident, den anläßlich des Jubiläums des Kaisers von Oesterreich veranstalteten Fest- lichkeiten in Wien beiwohnten und dort von fremden Herrschern Orden annahmen; schließlich: ob die Rc- aierung geneigt sei, die Herrschaft des Kaisers Franz Joseph in Ungarn vom Dezember 1848 bis Juni 1867 als versassungs- und gesetzwidrig zu ver- urteilen, und ob die Regierung in Zukunft der Beteili- gung an solchen absolutistischen Festen zustimmen Willi Schisfszusammrnft-ß. London, 30. Mai.(W. T. B.) Die Passagierboote„Onward" und„Queen" der Südostbahn sind im Kanal zusammengestoßen und schwer beschädigt in Folkcstone eingelaufen. Ein Mann der Besatzung des„Onward" ist tot, die Passagiere sind un- verletzt._ Eisciibllhnzusammcnstoß. Braunschweig, 30. Mai.(SB. T. 50.) Heute nachmittag gegen 5 Uhr stießen hinter Buchhorst auf der Linie Braunschweig— Schöningen zioei Güterzüge der Bcaunschweig— Schöninger Eisenbahn zusamm'en. Ter Lokomotivführer des einen Zuges hatte das ihm gegebene Signal auf der Station Schapen mißverstanden, hatte die Station verlassen und war auf den ihm entgegenkommenden Zug aufgefahren. Beide Maschinen wurden an der Stirnwand beschädigt. Auch 4 Wagen, die aus dem Gleise geworfen wurden, und der Oberbau der Bahn wurden beschädigt. Die Aufräumungs- arbeiten werden voraussichtlich bis heute abend beendet sein. Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 7 Beilage». Br. 126. 25. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die deutschen Gewerkschaftskartelle gegangen. im Jahre 1907. Im Kartell bertretene Sonntag, 31. Mai 1908. 19 000 auf 18 000, in Dresden von 42 000 auf 41 000 zurück- Kartellen erheben 551 bestimmte Jahresbeiträge, deren Höhe allergegangen. Andere Großstädte weisen dagegen beträchtliche Mit. dings sehr verschieden ist, jedoch bei 438 Kartellen zwischen 20 und gliederzunahmen auf. 80 Pf. pro Mitglied schwantt, bereinzelt aber die Höhe von 2,60 M. Das Wachstum der Gewerkschaftskartelle seit 1901, sowohl erreicht. Der durchschnittliche Jahresbeitrag beträgt pro Mitglied Die von der Generalfommission soeben im„ Correspondenz nach der Zahl der Mitglieder als in finanzieller Beziehung, geigt 56,2 f. Im Jahre 1901 betrug der Durchschnittsbeitrag noch die folgende Tabelle: 34,2 Pf., derselbe stieg von Jahr zu Jahr und erreichte 1907 die blatt" veröffentlichte Statistik über Umfang und Tätigkeit der oben angegebene Höhe. Ueber Ginnahmen und Ausgaben deutschen Gewerkschaftskartelle erstreckt sich auf 558 95,06 Proz. liegen von 541 Kartellen Angaben vor. Die Gesamteinnahmen ber am Schlusse des Jahres 1907 bestehenden Kartelle. Diesen find derfelben betragen im legten Jahre 887 087 M. Die Einnahme insgesamt 7777 getvertschaftliche Organisationen mit 1 596 409 Mitaus laufenden Beiträgen beträgt 550 206 m. Die Sammlungen gliedern angeschlossen. 29 Gewerkschaftstartelle sind an der für Streits und Aussperrungen ergaben insgesamt 102 440 M. Statistik nicht beteiligt. Meistens handelt es sich um Kartelle in Andere Sammlungen sowie die Ueberschüsse von Festlichkeiten, fleineren Orten mit schwacher Gewerkschaftsbewegung, jedoch sind Schriftenvertrieb, Ueberschüssen von Gewerkschaftshäusern und darunter auch einige Kartelle mit ganz bedeutender Mitgliederzahl. sonstigen Unternehmungen usw. ergaben eine Gesamtsumme von Insgesamt repräsentierten die in der Statistik fehlenden 29 Kartelle im Jahre 1906 eine Mitgliederzahl von 25 166. Stellt man diese Bahl auch für 1907 in Rechnung, so ergibt sich, daß Ende 1907 in 587 Gewerkschaftskartellen 1621 575 Gewerkschaftsmitglieder ver einigt waren. Die gewerkschaftlichen Lokalvereine sind in den Kartellen fast gar nicht mehr vertreten. Das Kartell in Solingen, das, nachdem im letzten Jahre sämtliche Zweigvereine der Zentralverbände aus demselben austraten, eine rein lokalistische Verbindung darstellt, ist an der Statistik nicht beteiligt, und von dem Rest der noch an einigen Orten bestehenden sonstigen Lokalvereinen sind nur noch 12 mit insgesamt 1337 Mitgliedern in Gewerkschaftskartellen ber. treten. Es sind dies der Verein der Straßenbahner in München mit 710 Mitgliedern, die Feilenhauer in Remscheid, 120 Mit glieder, ein Schifferverein in Speier mit 90 Mitgliedern sowie einige Reste von lokalistischen Bauhandwerkerbereinen. Jahr 1901 1902 Zahl der Gewerkschaftsfartelle Angeschlossene Gewerkschaften Getverts Dem Kartell fernstehende Gewerkschaften Jahres Jahres einnahme ausgabe ohne Streit ohne Streit sammlungen unterstützung Mart Mart schafts mitglieder 319 3995 481718 328 294 189 208 349 365 4742 614722 839 272 394 285 468 1908 387 5207 758 728 812 435 466 305 218 1904 405 5559 924 026 848 395712 1905 465 6495 1180 940 363 512 394 526 7390 1 500 206 400 672 545 559 981 558 7777 1 596 409 896 784 647 683 081 1906 1907 398 601 499 671 234 441 M. Die gesamten Ausgaben belaufen sich auf 798 810 M. Für Agitation wurden berausgabt bon 447 Sartellen 65 081 M., für Arbeitervertretermahlen von 218 Kartellen 29 082 M., für statistische Erhebungen von 58 Startellen 5441 M., für Herbergen und Arbeitsnachweise von 60 Kartellen 12 615 M., für Gewerkschaftshäuser und Versammlungssäle von 74 Startellen 72 652 M. und für ArUeber die Einrichtungen der Kartelle liegen folgende Angaben beitersekretariate, Bibliotheken und Lesehallen von 393 Startellen bor: Es werden von den Kartellen unterhalten oder finanziell 213 069 M. Die Ausgaben für Streifunterstützung betragen insunterstützt 36 Gewerkschafts- oder Boltshäuser und gesamt 115 229 0. und die sonstigen Ausgaben für Verwaltung, 94 Bersammlungslotale. Eine Zentralherberge Inserate usw. zusammen 134 428 2. Die Ausgaben der Kartelle für Unterstützung von Streits und unterhalten 48 Kartelle, und 285 Kartelle haben sich die Kontrolle sonstiger Herbergen gesichert. Ferner unterhalten 374 Startelle Aussperrungen sind in den letzten Jahren wesentlich zurüdeine gemeinsame Bibliothet und 56 Startelle außerdem noch gegangen. Dagegen werden von Jahr zu Jahr größere Summen ein Besezimmer. Eine Beschwerdetommission, welche für die Unterhaltung von Sekretariaten, Bibliotheken und LeseVon den Zweigvereinen der Zentralverbände sind 7720 in die Aufgabe hat, Beschwerden der Arbeiter an die Gewerbe- hallen aufgewendet. Immerhin ist die Summe, welche die Kartelle den Kartellen vertreten, während in 219 Orten insgesamt inspektion zu vermitteln, besteht und wird unterhalten von in den lekten fünf Jahren zur Unterstützung von Streits und Aus396 Zweigvereine den Kartellen fernstehen. Von einigen sonstigen 141 Kartellen. Eine Bauarbeiterschuh- Kommission sperrungen beigetragen haben, nicht unbedeutend. in Gewerkschaftskartellen vertretenen Vereinen sind zu erwähnen besteht in 218 Kartellorten und eine Kommission für Be. die Vereine der Dienstboten und Hausangestellten in Berlin, ſeitigung des Rost. und Logiszwanges unterhalten Bremen, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover und 78 Kartelle. Man sieht, daß in den Gewerkschaftskartellen auf Nürnberg mit zusammen 2924 Mitgliedern. allen Gebieten des gewerkschaftlichen Wirkens eine rege Tätigkeit entfaltet wird. Der Verband der Buchdrucker stellt die größte Bahl der den Kartellen nicht angeschloffenen Zweigvereine. Bon 350 in Kartellorten bestehenden Zweigvereinen dieses Verbandes stehen 76 den örtlichen Kartellen fern. Besonders zugenommen hat im letzten Jahre wieder die Zahl der kleinen Kartelle. Es umfassen 81 Kartelle nicht mehr als 5 Organisationen, 195 umfassen 6-10 Organisationen, 106 um faffen 11-15 Organisationen; mehr als 15 Gewerkschaften sind in 176 Kartellen vorhanden. Die Zahl der Kartelle, in denen weniger als 500 Gewerkschaftsmitglieder vertreten sind, beträgt 194. Mehr als 500 bis zu 2500 Gewerkschaftsmitglieder umfassen 259 Kartelle und darüber hinaus bis zu 25 000 Mitglieder sind in 94 Kartellen und mehr als 25 000 Mitglieder in 11 Kartellen bertreten. Auch in bezug auf Agitation wird bieles geleistet, wenn auch vielleicht gerade auf diesem Gebiete nicht alle Wünsche erfüllt wurden. Es wurden im letzten Jahre von Gewerkschaftskartellen insgesamt 2168 allgemeine und 1684 berufliche Versammlungen einberufen. Zu bemerken ist jedoch, daß 63 Kartelle während des ganzen Jahres teine Versammlung abgehalten haben. Von diesen fann nicht gesagt werden, daß sie ihre Pflicht in agitatorischer Beziehung voll getan hätten. Für die Agitation speziell unter den Arbeiterinnen bestehen in 25 Kartellorten Arbeiterinnen- Agitationskommissionen, und von 48 Kartellen find weibliche Vertrauenspersonen eingesetzt. In den letzten fünf Jahren verausgabten die Gewerkschafts fartelle für: Agitation.. Arbeitervertreterwahlen. Statistische Erhebungen. Herbergen und Arbeitsnachweise Gewerkschaftshäuser und Versammlungssäle Arbeiterfekretariate, Auskunftsbureaus theken und Lefehallen. Streits und Aussperrungen: a) aus den Kartellfassen. b) aus Sammlungen • BiblioGehälter, Miete, Bücher, Drudsachen, Inserate usw. Busammen 241 916 M. " 104 659 17579 47 203 221 869 " " 620 845 . 184 769 " " 506 794 2 224 909 4 170 543 9. Bur Erledigung der Arbeiten haben 82 Kartelle befoldete Beamte angestellt. Ende 1907 waren in den Bureaus dieser Statistische Erhebungen wurden von 129 Kartellen Kartelle und in den von diesen unterhaltenen Arbeitersekretariaten veranstaltet. Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse insgesamt 132 Angestellte tätig. Im Jahre 1906 betrug die Bahl Eine Zunahme von Mitgliedern ist trotz der wirtschaftlichen veranstalteten die Kartelle in Braunschweig, Ebingen, Eisleben, der von den Kartellen besoldeten Beamten 110. Ein besonderes Depression in den meisten Kartellen zu verzeichnen, wie ja auch Halle, Hanau, Hannover, Heilbronn, Konstanz, Mühlhausen i. Th., Bureau zur Erledigung der gewerkschaftlichen Arbeiten unterhalten die Gesamtzahl der in den Gewerkschaftskartellen vereinigten Mit- Nienburg a. G., Recklinghausen, Regensburg, Riesa, Schorndorf, die Kartelle in Berlin, Chemnitz, Cöln, Crefeld, Dresden, Düsselglieder ganz bedeutend zugenommen hat. Es verdient deshalb hier Schwäb.- Gmünd und Spandau. Arbeitslosenzählungen wurden dorf, Frankfurt a. M., Gera, Hamburg, Hannover, Mannheim, ganz besonders hervorgehoben zu werden, daß in Berlin und um vorgenommen in Berlin, Coblenz, Cöslin, Colmar, Geesthacht, München, Nürnberg und Stuttgart. Wie die Zweigvereine, Bahlstellen usw. der freien Gewert gegend die Mitgliederzahl nicht unwesentlich zurückgegangen ist. Hameln, Osterwied a. H., Potsdam, St. Johann, Schkeudih, Die Mitgliederzahl der in der Berliner Gewerkschaftskommission Schwerin i. M., Schwetzingen, Wittenberge und Wolgast. Sonstige fchaften sich zu örtlichen Kartellen zusammenschließen, um alle die Gesamtheit gemeinsam interessierenden Fragen auch gemeinsam bertretenen Organisationen ist von 252 069 im Jahre 1906 auf statistische Erhebungen wurden von 108 Kartellen veranstaltet. 235 169 im Jahre 1907 zurüdgegangen. In Charlottenburg ging Für die Referentenvermittelung haben 47 Kartelle au regeln, so schließen sich auch die Zweigorganisationen der christdie Mitgliederzahl von 7910 auf 6733 und in Rigdorf von 9539 Einrichtungen vorgesehen und ein Zentralarbeitsnachweislichen Gewerkschaften und die Ortsvereine der Hirsch- Dunderschen Gewerkvereine zu Sonderkartellen zusammen. Im Berichtsjahre auf 9290 zurüd. Insgesamt beträgt der Verlust an Mitgliedern wird von 8 Kartellen unterhalten. in den genannten drei Städten 18 326. Von dem Verlust wurden Ueber die von den Gewerkschaftstartellen unterhaltenen Rechts- bestanden in 161 Orten mit Kartellen der freien Gewerkschaften besonders die Organisationen des Baugewerbes und der Verband der auskunftsstellen und Arbeitersekretariate ist eine besondere Statistit auch Ortskartelle der Hirsch- Dunderschen. Ueber die Zahl der Holzarbeiter betroffen. Einen Mitgliederverlust, wenn auch in aufgenommen, über die wir bereits berichtet haben.( S. Nr. 115 diesen Kartellen angeschlossenen Ortsvereine ließ sich genaueres geringerem Maße, haben auch einige andere Großstädte zu ver- des Vorwärts".) nicht feststellen. Soweit die angeschlossenen Organisationen er. zeichnen. So ist in Breslau die Mitgliederzahl der im Kartell Die Einnahmen der Kartelle bestehen in der Hauptsache mittelt werden konnten, beträgt deren Zahl 542. Die chriftlichen vereinigten Organisationen von 27 000 auf 26 000, in Cöln von aus festen Beiträgen. Von 553 über Einnahmen berichtenden Gewerkschaften hatten in 124 Orten mit Kartellen der freien GeKleines feuilleton. Die Leistungen des Wiener Ensembles hielten sich in bescheidenen Grenzen. Am besten gefiel Fräulein Jella Wagner in der Figur der Baronesse. Der Dichter felbst trat in einer Nebenrolle auf, ohne daß sie dadurch an Physiognomie gewann. Humor und Satire. dt. Der gefchligte Landfriede. Jch, Emil Friedrich Franz Marimilian Graff vnd Herre von Schlitz, genannt von Görtz, sende hiemitt der Statt Schlitz Absage und Fehdebrief, maaßen obgenannte Statt Schliß sich erdreustet vnd Frechheit fvndgewen hatt, Mir in Meyne Jagd Eynsprach vnd Widerspruch zu halten. in der Weiterverarbeitung unterscheidet sich die Berliner Weiße Baronin avancierte, schon etwas angejahrte Männersängerin in von ihren Geschwistern. Während die aus Malz gewonnenen grellsten Farben, gab ihr die Haltung und die Gesten einer ehemaligen Würzen im allgemeinen mit Hopfen gefocht werden, ist dies hier Schmierentomödiantin. Doch man muß zugestehen, daß die Rolle nicht der Fall. Die Würzen werden nämlich gar nicht gekocht, und überhaupt schwer eine andere Auffassung zuläßt. Dörmanns Baronin Bie das Berliner Weißbier entsteht. Der Ruf des Berliner der Einfluß dieser Unterlassung ist ein sehr erheblicher. Der wirkt notwendig als verzerrte, vielleicht im Leben hier und da bors Weißbieres ist weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus- Hopfen selbst wird wohl auch gefocht, jedoch nur ganz kurze Zeit, tommende, doch deshalb nicht weniger unwahrscheinliche Karikatur. gedrungen und die physiologischen Wirkungen des kohlensäure und zwar entweder mit dem Einmaischwasser oder mit der Maische. Ihre Schmeicheleien und Lügen, ihre Anschläge und Pläne sind reichen fühlenden Getränkes, das weniger Alkohol enthält, als die Dadurch werden seine wirksamen Bestandteile wohl auch in Lösung von einem Grade des Ungeschmacks und der Sinnlosigkeit, daß fonstigen Biere, sind auch bei manchem Nichtberliner in freund gebracht, aber in geringerem Maße als bei anderen Bieren. Die es unbegreiflich erscheint, wie sie überhaupt noch Leute düpieren licher Erinnerung. Die Eigenart des Weißbieres verdankt ver- ungekochte Würze spielt natürlich für die Verleihung eines be- tann. Zum Schwant fehlt es dem Stück an Komit, zum Sittenbild fchiedenen Faktoren ihre Entstehung. Eine gute Zusammenfassung sonderen Geschmacks eine große Rolle, und ebenso fun dies die an Darstellung des Typischen. der Herstellungsart sowie der besonderen Bedeutung des Weiß- darin enthaltenen wirksam gebliebenen Enzyme, die durch das bieres als Genußmittel gibt F. Schönfeld in einem in der Wochen- Stochen ausgeschaltet werden. Endlich ist die Wahl der Hefe von schrift für Brauerei abgedruckten Vortrage. Das Berliner Weiß- Bedeutung. Man verwendet zum Brauen des Weißbieres eine bebier ist ein obergäriges Bier. Die obergärige Brauart läßt im sondere Stellhefe. Ihre Eigentümlichkeit, die sie von allen anderen Gegensatz zur untergärigen die Vergärung, d. h. die Zersehung Hefen unterscheidet, besteht darin, daß fie einen großen Prozentsatz des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure, bei einer höheren Tempe von Milchsäurebakterien enthält, so daß fie eigentlich als eine ratur( zwischen 12,5-25 Grad Celsius) vor sich gehen. Dabei Mischung aus Hefepilzen und Bakterien erscheint. Durch diese sammelt sich die Hefe auf der Oberfläche der Würze und bildet eine Mischung, die auch während des Aufsteigens der Hefeschicht an die flarte, weiße Schicht. Die Obergärung erzeugt bald trinkbare, aber Oberfläche der gärenden Masse anhält, wird die Doppelwirkung wenig haltbare Biere, bei denen eine stille Garung noch fortdauert, beider Organismen eine gleichmäßige, und neben den Produkten die daher sehr kohlensäurereich sind. Die obergärige Methode ist der Hefengärung, nämlich Alkohol und Kohlensäure, tritt auch die die ältere und wird auch heute noch bei der Herstellung der eng- aus dem Malzzucker durch die Bakterien entstehende Milchsäure Darauff Wir begehren mit ehn Fehndlein von vierhundert Fußlischen Biere ausnahmslos angewendet. Dagegen wird in Deutsch hervor. Gerade die Milchsäure ist der springende Punkt bei der knecht in Blechschurz mit Halbhafen vnd Luntenschloß betert vor land nur etwa ein Fünftel des Bieres obergärig gebraut. Ber- Weißbiererzeugung. Gesunde, gut ausgereifte Weißbiere befizen obgemelte Statt Schlitz zu ziehen vnd Unseren Rottmeistern fampt wandte des Weißbieres in dieser Hinsicht sind fast alle Braunbiere, auf der Flasche etwa 0,25-0,40 Proz. Säure, wovon etwa die Weibeln vnd Reyfigen stracks ab befehl gewillt sind, disse auffägig ferner das Gräßer Bier, die Gose und das bei Jena gebraute Hälfte schon bei der Hauptgärung erzeugt worden ist. Statt mit Feuerfugeln, Ballisten, Blyden, Tummelern und andere Lichtenhainer Bier, während alle Lagerbiere untergärig sind. Die Gewerf in Grond vnd Bodden zv bombardir. Ursache des Verhaltens der obergärigen Biere im Verlauf des Seynd indem die Mauern mit Scharfmeßen, Notschlangen vnd Brauprozesses liegt in der Art der zugesezten Hefe. Es Trianon Theater.( Wiener Ensemble): Die gravfam Pulffer außeinand zu reyssen vnd alle Statsmannen auf sy gibt untergärige und obergärige. Was nun aber das Berliner Frau Baronin", Wiener Sittenbild von Felig Dörmann. haben wir verordnet zum Hauptmann mit lauffend Hauffen von Weißbier innerhalb der obergärigen Biere als besonderen Typus In diesem neuen" Sittenbilde" läßt sich der Dörmann, der die vier Fehndlein Knecht zu greiffen di Statsmannen von Schlitz vnd fennzeichnet, wird durch drei verschiedene Umstände bedingt: durch Ledigen Leute" schrieb, leider nicht wieder erkennen. Alle die allfamt totzustechen. Und die Wittiben zu ertrenken in ein groß das zur Verwendung tommende Rohmaterial, durch die Art der Qualitäten, die jene Komödie auszeichneten, find in ihr direktes Trog mit sydend Del. Maaßen gemelte Ratsmannen vast Beschliss Sudführung und der damit zusammenhängenden Beschaffenheit Gegenteil verkehrt. Dort ein vorzüglich durchgeführtes Milieu, das in Frechheit fassen wollten, betreff gräfflich Jagen, was Meine eigen der Würze und endlich durch die Verwendung einer besonderen fich in einer einfachen, aber schlüssig klar entwickelten Handlung dar- Angelegent synd und Unsere gräfflich Gall ybergelauffen vnd Ich Sefenart für die Gärführung. Als Rohmaterial tommen in Be- ftellt, intereffant fontrastierende gedrängte Charakteriſtik der vergewillt auff dem Schutt der Statt Schliß ein Forst auffzupflanzen tracht für die Bierbereitung im allgemeinen: Wasser, Hefen und ichiedenen Typen, ein ungewöhnlich lebendiger, fchlagkräftiger Dialog, für Mehn gräfflich Hirschen zu weyden alldorten, wo die tumber Malz. Es kann jedoch auch noch ungemälztes Korn oder sonstige hier Anhäufung gleichgültiger Theaterpuppen, anstelle der Handlung Statsmannen von Schlitz aufbegehrt vnd widerspänstig Tuß gebotter Rohfrucht und Buder entweder als Rüben- oder Rohrzucker oder ein berworrenes, zivecloses Hin und Her bon allerhand haben ihrem angestammten vnd hochmögenden auch als invertierter Kartoffelzuder benutzt werden. Zum Ber- Verlegenheitseinfällen und statt der knappen, beziehungsliner Weißbier wird ein Gemisch von Gerstenmalz und Weizenmala reichen Dialogs endlose Ergüsse im magersten Zeitungsdeutsch. genommen. Jm allgemeinen wählt man das Mischungsverhältnis Während die Lur der„ Ledigen Leute" sich gegen den korrumpierenden Notizen. so, daß dreimal soviel Weizenmalz vorhanden ist als Gerstenmalz. Einfluß ihrer Mutter vergebens auflehnt und nach ihrer Flucht rasch Die Berliner Weiße ist dennoch ein reines Malzbier, das keinen wieder in die verdorbene heimatliche Atmosphäre zurückkehrt, treibi Theaterchronit. In den Kammerspielen wirb Zufas von Rohfrucht oder Zucker erfahren hat, und seine Eigen es die Tochter der Baronin, die eine noch beträchtlich widerwärtigere vom 8. Juni bis 7. Juli der sog. Sommertheatermuse zu ermäßigten art wird durch den großen Anteil an Weizenmala bedingt. Der Person als Lurens Mutter ist, zu endgültigem Bruch. Sie reißt sich Breisen geopfert werden. Unterschied im Geschmack, den diefes Vorwalten herbeiführt, liegt los. Aber der so erfochtene Sieg der Tugend" verändert nicht das darin, daß das Weizenkorn frei von den Spelzen ist, die dem mindeste am Eindrud langweiliger Bedeutungslosigkeit, den Fräulein Leiter des National- Theaters in Kristiania, wird von der nächsten Gerstenforn verbleiben und durch ihre chemische Zusammensetzung Jella von Anbeginn hervorruft. Dagegen löst die umgekehrte Schluß- Saison au dem Hebbel Theater als Regiffeur zur Seite fich der Zunge und dem Gaumen im fertigen Bier recht bemerkbar wendung des ersten Stückes durch die Art, wie sie in dem Charakter- stehen. machen. Namentlich Gerbstoffe und Bitterstoffe kommen in Be- bild des Mädchens tief begründet erscheint, eine starke Empfindung Ein neues Drama Gortis ist unter dem Titel tracht. Es ist daher natürlich, daß bei Verwendung von Weizen aus und bietet durch Anregung zur Reflexion auch in moralischer Boff lednije" in der russischen Sammlung Stanije erschienen. Es malz die Würze einen speziellen Geschmad annehmen muß, der im Hinsicht unvergleichlich mehr als Dußende derartiger Theater- ist ein Milieustück, das die Verkommenheit einer Polizistenfamilie Falle des Berliner Weißbieres ein außerordentlich seiner ist. Auch Jugendsiege. Frau uay Saifer spielte die durch eine Heirat zur schildert. Theater. ( Lustige Blätter".) Graffen von Görk. Björn Björnson, der Sohn feines Vaters und früherer Werkschaften Sonberkartelle gegründet, denen, soweit festzustellen war, 551 Organisationen angehörten. Bisher unterlag die Tätigkeit der Kartelle in einigen Bundesflaaten durch bereinsgefeßliche Bestimmungen und juristische Auslegung derselben mancherlei Beschränkungen, die durch das neue Reichsvereinsgesetz beseitigt find. In keinem Bundesstaate kann jezt ein Gewerkschaftskartell, das aus Delegierten von Vereinen besteht, als Verein angesehen werden. Sie haben weder Statut Die Steigerung der Koksgewinnung war in den letzten Jahren, Uebrigens beabsichtigt die Kölner Armendeputation nach dem noch Mitgliederverzeichnis der Behörde einzureichen, noch sonstige besonders aber 1906 ganz ungewöhnlich stark. Im Oberbergamts Vorbild von Straßburg anzuregen, daß auch geeignete Männer bezirk Dortmund stieg die Kotsgewinnung von 9,88 Millionen Tonnen Anzeigen zu erstatten. Aber auch selbst Vereine, soweit sie nicht die im Jahre 1908 auf 15,87 Millionen im Jahre 1907. In einzelnen aus dem Stande der Arbeitnehmer", aljo Arbeiter, zu ArmenEinwirkung auf politische Angelegenheiten bezweden, unterliegen Bergrevieren hat sich die Gewinnung gegen 1903 fogar verdoppelt, Pflegern berufen werden möchten. nicht mehr solchen die freie Betätigung einengenden Bestimmungen fo in Nordbochum, wo sie von 0,83 auf 1,67 Millionen Tonnen wie bisher. Auch diese haben kein Berzeichnis der Vorstands- stieg, in West- Eisen, wo 1903 0,64, 1907 aber 1,86 Millionen Tonnen mitglieder und auch kein Statut der Behörde einzureichen. Und gewonnen wurden, in Duisburg, wo statt 0,51 im Jahre 1903 die da in den Sitzungen der Gewerkschaftsfartelle teine politischen An- Gewinnung im Jahre 1907 1,14 Millionen betrug. Ganz besonders gelegenheiten erörtert werden sollen, so sind auch diese nicht als start ist die Koksgewinnung auf den folgenden Bechen getvachsen, Versammlungen der Behörde anzumelden. Trotzdem dürfte es für die vir die Koksproduktion in den Jahren 1903 und 1907 einander gegenüberstellen: ratsam sein, überall da, wo die Kartelle von den Polizeibehörden noch als Vereine angesehen und behandelt werden, ihnen durch Umgestaltung des Regulativs den Vereinscharakter zu nehmen, um so auf jeden Fall die Möglichkeit zu uneingeschränkter freier Betätigung zu schaffen. Die Gewerkschaftskartelle sind für die Gewertschaftsbewegung von großer Wichtigkeit, ihre Weiterentwickelung muß deshalb allseitig zu fördern gesucht werden. wird übernehmen können. Die Lösung dieser Frage wird nur for, Gemütlichkeit der Bezirkssikungen( Wein, Bier, Bigarrren zu regeln sein, daß, ähnlich wie beim Internationalen Arbeitsamt rauchen, Stammtischscherze!) über dem Wohl der Armen, über dem und anderen internationalen wissenschaftlichen Instituten, sich die sozialen Fortschritt steht, ziemlich machtlos. Es müßte hier ein interessierten Staaten an der Aufbringung der Kosten beteiligen." Pairsschub" vorgenommen werden, um die gar zu bornierten Nach der Zusammenstellung, die Borght zu der Regelung der Glemente, die klerikalen Philister zu entfernen und durch modern oftenfrage macht, würde es sich dabei für jeden Staat nur um denkende Leute zu ersehen. Schuld an der Misere ist ja die Stadtverhältnismäßig geringe Beiträge handeln. verwaltung und Vertretung selbst, weil sie diese Sorte statt soziala fühlender Leute berufen hat. VI. Generalversammlung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker. ( Fortjehung aus der 2. Beilage.) ents In nichtöffentlicher Sigung wurde der Drganisationsvertrag Beraten. Die Resolution wurde gegen vier Stimmen angenommen. Nachdem durch den Ausschuß der Organisations vertrag den Forderungen des Verbandes teilweise sprechend geändert ist, erklärt bie VI. Generalversammlung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, daß, obgleich durch die Aenderung des§ 4 des Vertrages ein wesentlicher Punkt eine Gr schtverung erfahre, dennoch denselben zu akzeptieren, in der Erwartung. daß der Deutsche Buchdruckerverein die Mitarbeit des Verbandes zur Hebung des Gewerbes gebührend würdigt. Darauf wird die Stellung nahme zu den Sparten diskutiert. Döblin wendet sich in scharfen Ausführungen gegen Muffial. An der im Verbande herrschenden Mißstimmung hätten die Sparten zum größten Teil schuld. Die Sparten wären über ihre Befugnisse hinausgegangen. Der Vorstand habe an sich gegen die Beratungen in den Sparten nichts einzuwenden, aber sie hätten mit ihren Beschwerden erst an die Gauverwaltung gehen können, ehe fie damit die Deffentlichkeit traten. Der Achtstundentag und die 25 Proz. Lohnerhöhung hätten die Maschinenseger dem Verband zu danten. Döblin zeigt an einzelnen Fällen, in welcher Weise die Vertreter der einzelnen Sparten gegen den Vorstand gearbeitet hätten. Er schlägt im Namen des Verbandsvorstandes eine Resolution vor, in der es heißt, daß nach Bedarf gemeinsame Sigungen zwischen dem Vorstand und den Zentralfommissionen der Sparten stattfinden sollen. Die Resolution wurde, nachdem die Vertreter der einzelnen Sparten zu Wort gekommen waren, angenommen. Eine andere, die die Sparten ausgearbeitet hatten, wurde abgelehnt. Morgen vormittag verhandelt der Verbandstag die Neutralitätsfrage in Ver bindung mit der Stellung zur Generalkommission. an Aus Induftrie und Handel. berichtet: Rheinisch- Westfälisches Kohlensyndikat. Beche Deutscher Kaiser Ber. Constatin der Große. König Ludwig Lothringen König Wilhelm Dorfifeld I und II/ III 1907 782 282 581 918 452 964 364 335 1908 Tonnen 241 917 • 292 875 217 700 157 188 59 184( 1904) 278 258 88 066 242 527 Friedrich der Große 103 375 Ber. Rhein- Elbe und Alma 81 472 Dahlbusch. 85 600 282 818 216 010 177 953 Minister Achenbach. 81 145 164 122 General Blumenthal 23 663 158 412 Graf Moltke 48 587 153 086 Recklinghausen.. 64 918 149 545 64158 142 825 Victoria Mathias 68 085 141 259 0 Bruchstraße 84 515 189 958 54 867 25.051 16 216 120 886 98 441 94 540 Mathias Stinnes I und II. Scharnhorst Friedrich Ernestine. Ver. Felizitas Bei diesen 19 Zechen betrug die Koksgewinnung tim Jahre 19083 erst 1,74 Millionen Tonnen. Sie stieg bis 1907 auf 4,66 Millionen Tonnen. Die Zunahme beträgt nicht weniger als 2,92 Millionen. Von der Gesamtzunahme der Kotsgewinnung im Oberbergamtsbezirk Dortmund, die von 1908 auf 1907 rund 6 Millionen Tonnen beträgt, entfällt beinahe die Hälfe auf die angeführten 19 Bechen. Krisis in der Textilindustrie. Aus Belfast wird gemeldet: Die Flachsspinner haben heute beschlossen, die wöchentliche Arbeitsgeit weiter um fünf Stunden einzuschränken. Von dieser Maße regel werden fünfzehntausend bis zwanzigtausend Arbeiter betroffen. Aus der Frauenbewegung. Eine gewerkschaftliche Frauenzeitung. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Das Rheingold. Montag: Der Postillion von Lonjumeau.( Unf. 8 Uhr.) Dienstag: Die Walküre.( Anf. Mittwoch: Marie, die Tochter des Regiments. Die Puppenfee. 7 Uhr.) Sonnabend: Donnerstag: Siegfried.( Anf. 7 Uhr.) Freitag: Mignon. Götterdämmerung.( Anf. 6%, Uhr.) Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Margarete. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Journalisten. Montag: Ein Erfolg. Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans Donnerstag: Wilhelm Tell. Freitag: Ein Erfolg. Sonnabend: Die Rabensteinerin. Sonntag: König Heinrich VI. Montag: Die Faben steinerin. Neues fönigl. Opern- Theater. Russische Hofoper. Sonntag: Der Schwanenteich. Montag: Giselle. Dienstag: Cuppelia. Mittwoch bis Montag: Unbestimmt. Deutsches Theater. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Was ihr wollt. Dienstag: Nomeo und Julia. Mittwoch: Die Räuber. Donnerstag: Was ihr wollt. Freitag: Romeo und Julia. Sonnabend: Ein Sommernachtstraum. Sonntag: Der Kaufmann von Venedig. Montag: Unbestimmt. Deutsches Theater( Kammerspiele). Sonntag: Lbfiftrata. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag: Frühlings Erwachen. Mittwoch: Lysistrata. Donnerstag: Gyges und fein Ring. Freitag: Frühlings Erwachen. Sonnabend: Lysistrata. Sonntag: Lyftftrata. Montag: Un bestimmt. Leffing- Theater. Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Die Frau vom Meere. Dienstag und Mittwoch: Der Raub der Sabine rinnen. Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag bis Montag: Der Naub ber Sabinerinnen. Berliner Theater. Sonntag bis Freitag: Hopfenraths Erben. Sonnabend und Sonntag: Der Dummlopf. Montag: Hopfenraths Erben. Neues Theater. Sonntag: Simson. Montag: Die ersten Menschen. Dienstag: Simson. Mittwoch bis Montag: Liebe. Unter der Guillotine. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Alt- Heidelberg.( Anf. 7, Uhr.) Montag bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend, Sonntag und Montag: Das Dollarprinzeßchen. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mandragola. Alle Abenbe: 2 X 2= 5. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Bater und Sohn. Montagnachmittag 3 Uhr: Mandragola. Komische Oper. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Ruth St. Denis. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Tiefland. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Die Fledermaus. Sonntag: Tief land. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Residenz Theater. Sonntag und folgende Tage: Der Floh im Dhr. Hebbel Theater. Sonntag: Cyprienne. Montag: Frau Barrens Gewerbe. Dienstag: Cyprienne. Mittwoch: Frau Warrens Getperbe. Donnerstag: Cyprienne. Freitag: Frau Warrens Gewerbe. Sonnabend: Cyprienne. Sonntag: Frau Warrens Gewerbe. Montag: Cyprienne. Trianon Theater. Allabendlich: Die Baronin. Das Organ der Tabatarbeiter und Arbeiterinnen DeutschDer Wider Schiller Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: lands nimmt Stellung zu der Frage der Gründung einer gewerk- spenstigen Zähmung. Abends: Auf der Sonnenseite. Montag: Stein unter schaftlichen Frauenzeitung, die, wie Genosse Umbreit auf der Steinen. Dienstag: Der Herr Ministerialdirektor. Mittwoch: Der Wider Generalversammlung des Tertilarbeiterverbandes erklärte, den spenstigen Zähmung. Donnerstag und Freitag: Der Herr MinisterialSonntagnachmittag 3 Uhr: Stein Gewerkschaftstongreß beschäftigen soll. Das Gewerkschaftsblatt direktor. Sonnabend: Dhne Geläut. Montagnachmittag 8 Uhr: druckt zustimmend unseren Artikel in dieser Sache ab und bemerkt unter Steinen. Abends: Die Schmuggler. Heimat, Abends: Der Herr Ministertaldirektor. dazu u. a.: Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Hierzu wollen wir noch bemerken, daß es sich bei Schaffung Der Weg zum Herzen. Abends: Das letzte Mittel.. Montag: Dhne Dienstag: Stein unter Steinen. Mittwoch: Hans Hudebein. In dem Vorstandsbericht, der einer am Sonnabend ab. eines neuen, gewerkschaftlichen Organs für Frauen nicht bloß um Geläut. gehaltenen Bechenbesiterversammlung vorgelegt wurde, wird u. a. bie Gleichheit handeln kann, sondern auch die bestehenden gewert- Donnerstag: Das legte Mittel. Freitag: Hans Hudebeln. Sonnabend: schaftlichen Blätter in Mitleidenschaft gezogen werden. Außer der Das letzte Wittel. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Der rechnungsmäßige Kohlenabfab betrug im April 1908 bei Tertilarbeitergewerkschaft kommen noch andere Organisationen in Gebildete Menschen. Montagnachmittag 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag bis 24 Arbeitslagen im ganzen 5 302 834 Tonnen, arbeitstäglich Betracht, die zahlreich weibliche Mitglieder und ihr eigenes gebenbs: Das legte Mittel Freitag: Der ungläubige Thomas. 220 981 Tonnen, gegen den gleichen Monat 1907 bei 24 Arbeits- werkschaftliches Organ haben, wie z. B. der Deutsche Tabakarbeiter- Donnerstag: Im weißen Nößl. Sonnabend: Im weißen Rößl. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mabame Sans tagen im ganzen 5 467 090 Tonnen( arbeitstäglich 226 615 Tonnen). verband. Bleibt unser Verband auf seinem bisherigen, in mehreren Gêne. Abends: Der ungläubige Thomas. Montagnachmittag 3 Uhr: Der Er betrug mithin im Berichtsmonat im ganzen 164 756 Tonnen weniger, arbeitstäglich 5684 Tonnen oder 2,51 Prozent weniger. Generalversammlungen ausgesprochenen Standpunkt stehen, der ungläubige Thomas. Abends: Jm weißen Rößl. Die Förderung stellte sich insgesamt auf 6 489 646 Tonnen oder es sogar ablehnte, die Gleichheit seinen weiblichen Mitgliedern unarbeitstäglich auf 270 402 Tonnen, also gegen den Vormonat um entgeltlich zu liefern, so wird auch das Projekt der Generalfom4004 Zonen weniger und gegen den gleichen Monat des Vorjahres mission keine Förderung durch den Verband erfahren, und zwar um 7951 Tonnen mehr. Der rechnungsmäßige Absatz in der Zeit aus guten Gründen.... bom Januar bis einschließlich April betrug bei 99% Arbeitstagen 22 701 589 Tonnen( arbeitstäglich 228 843 Tonnen) gegen bie gleiche Beit des Vorjahres bei 98% Arbeitstagen 21 820 789 Tonnen ( arbeitstäglich 222 094 Tonnen). Die Förderung stellt sich insgefamt auf 27 297 671 Tonnen oder arbeitstäglich 274 694 Tonnen, also gegen bie gleiche Beit des Jahres 1907 arbeitstäglich 11 779 Tonnen mehr. Der im Berichtsmonat erzielte rechnungsmäßige Absatz hielt sich im Rahmen des Voranschlags. Thalia Theater. S Bernhard Rose Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Loreley. Abends: Der Freiheitsbrang. Montag und bis auf weiteres täglich: Der Cowboy. Metropol Theater. Allabendlich: Das muß man jeh'n! Casino Theater. Sonntag: Der Brandstifter. Sonntag: Der Brandstifter. Bon Montag ab gefchloffen. Gustab Behrens Theater, Goltstraße 9. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Apollo Theater. Allabendlich: Die süßen Grifetten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3% Uhr: Die lustige Witwe. Abends und folgende Tage: Ein Walzertraum. Nächsten Sonntag Lustspielhaus. und Montag, nachmittags 3, Uhr: Die lustige Witme. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Panne. Abends und Soll der Gedanke von der Gleichberechtigung zwischen den Ge- folgende Lage: Die blaue Maus. Sonntag und folgende Tage: Der Selbstmorder= schlechtern nicht bloß auf politischem, sondern auch wirtschaftlichem Klub. Nächsten Sonntag und Montag, nachmittags 8 Uhr: Ein seltsamer resp. gewerkschaftlichem Gebiete tiefer Wurzel fassen, dann fann fall. Neues Operetten Theater. Sonntag und folgende Tage: Der Mann er am besten gefördert werden, wenn die weiblichen Mitglieder der Gewerkschaft in ihrem Gewerkschaftsorgan über die Verhältnisse mit den drei Frauen. Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Weg ins Verderben. des gemeinsamen Berufs oder über die Angelegenheiten ihrer Gabends: Im Haufe der Sünde. Bon Montag ab allabendlich: Im Gold. werkschaft ihre Ansichten äußern und unbefangen und objektiv an land. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbesizer. Montag dem Disput hierüber teilnehmen. Und zweifellos ist es leichter, nachmittag 3 Uhr: Die Gespenster. Arbeiterinnen dazu zu gewinnen, wenn sie im Fachorgan ihres Die wirtschaftliche Bedeutung der fünstlichen Trocknung land- eigenen Berufs, den sie doch kennen, ihre Kenntnisse und Wahre wirtschaftlicher Produkte behandelt ein im Jahrbuch der deutschen nehmungen mitteilen. Jebenfalls sind sie daran in erster Linie Landwirtschafts- Gesellschaft" veröffentlichter Vortrag des Ritter- und mehr intereffiert, als an allgemeinen agitatorischen Dar gutsbesitzers v. Nachrich- Buschtowo. Für etwa 320 Millionen Mart legungen, bie fie so gut wie andere erst nach und nach zu geben verwerden jährlich Kraftfuttermittel nach Deutschland eingeführt. stehen lernen. So werden ste für die allgemeine Arbeiterbewegung Diese folossale Summe brauchten wir nicht an das Ausland zahlen, bon unten herauf und gründlich herangebildet.... wenn wir die Futtermittel, welche in reichlicher Menge wachsen. Das einzig Gute, das uns der Gründungsvorschlag gewährt, nicht berfaulen, berderben ließen. Etwa 30 Millionen Bentner ist die Anregung, die er zur wirksameren Betreibung der AusKartoffeln verfaulen jährlich. Rübenblätter und Köpfe im Werte bildung weiblicher agitatorischer Kräfte gibt; sonst finden wir mit von etwa 90 Millionen Mart, ungerechnet der vielen Millionen dem Vorwärts", daß die Verwirklichung des Planes eine Dezen Zentner Grünfutter und Wiesengras, die infolge schlechten Wetters tralisation der bereits vorhandenen Kräfte zur Folge haben berderben. Der Vortragende hat bis 1901 jährlich 109,80 m. pro würde." 1000 Silogramm Lebendgewicht, seines Bichbestandes für FutterFrauen in der Armenpflege. In Köln hat dieser Tage eine mittel ausgegeben. Infolge Aufstellung einer Trocknungsanlage gibt er heute keinen Pfennig mehr für Straftfutter aus. Eine gemeinsame Sibung von Armenbezirkevorstehern und Armen Universalbarre kostet heute nur 5 bis 6000 M. Die Verwaltung Pflegerinnen stattgefunden, die auf Veranlassung einer Reihe der Berliner Riefelfelder bedient sich zur Herstellung eines sehr in der Armenpflege tätiger Frauen von dem städtischen Dezer guten Heus ebenfalls der künstlichen Trocknung und erreicht damit nenten für das Armenwesen einberufen worden war, um die eine gute Verwertung ihres bis dahin nur als Grünfutter ber- Gründe zu erfahren, aus denen in Köln die Zahl der weib lichen Armenpflegerin steter Abnahme begriffen wertbaren, zu üppig gewachsenen Rieselgrafes. ift. Ein internationales statistisches Amt. Der Präsident des faiserlich statistischen Amtes, van der Borght, legt seinen statistischen Fachgenossen den Plan bor, ein internationales statistisches Amt zu gründen. Die Zahl ist nämlich im letzten Jahre von 40 auf 31 gefunken. Die Zahl der männlichen Armenpfleger beträgt rund 900. Etwa 50 von den 70 Kölner Armenbezirksvorstehern verhält sich völlig ablehnend gegen die Mitarbeit der Frauen. Einer der Bezirksvorsteher, der Wortführer der Frauengegner, gab für oie ablehnende Haltung folgende drei Gründe an: 1. verständen die Frauen nichts von öffentlichen Angelegenheiten, 2. fönne man viele Fälle nicht in ihrer Gegenwart erörtern, 3. störten die Damen die Der dritte war wohl der Gemütlichkeit der Armensitzungen. auptgrund. nur aus Nach seiner Meinung müssen die Aufgaben einer internationalen Statistit barin bestehen, für die verschiedenen Länder Erhebungsmethoden und Gliederungsgrundsäge durchzuführen, damit internationale Bergleiche auf ausreichender Grundlage unbeschadet aller Ginzelheiten möglich werden. Daran fehlt es zurzeit auf fast allen twichtigen Gebieten der Statistit, insbesondere auch auf dem so Mehrere Frauen, der städtische Dezernent Dr. Greben und außerordentlich bedeutungsvollem Gebiete der Handelsstatistit, bei einige Bezirksvorsteher, die schon mit Frauen als Armenpflege. der sowohl die Art der Erhebung als auch die Gliederung der rinnen gearbeitet haben, widerlegten diese Gründe" und legten Waren, ferner die Grundlagen der Wertermittelung und die Fest bar, daß gerade umgekehrt in vielen Fällen die Frau sich besser stellung der Herkunfts- und der Bestimmungsländer die größten eigne als der Mann. Der Wortführer der Frauenfeinde unterschob Abweichungen zeigen. Zum Vorteil, nicht nur der Wissenschaft, den Bezirksvorstehern der anderen Gruppe, daß sie sondern vor allen Dingen zum Nutzen der praktischen Bolitiker und öflichkeit die Tätigkeit der Armenpflegerinnen lobten; wenn man der Geschäftswelt würde ein internationales statistisches Amt ar- von den Gegnern der letteren die Einstellung der Frauen verlange, beiten, wenn dasselbe als Zentralstelle für den Zusammenfluß aller würben viele ihr Amt niederlegen. statistischen Materialien der einzelnen Staaten ausgebaut wird. Es wurde ben Gegnern noch vorgehalten, daß doch in der Kölner Diese Materialien müßten nach einem bereinbarten Grundschema Waisenpflege 300 Frauen ebenfalls mit bestem Erfolge tätig seien, von den statistischen Stellen der einzelnen Staaten so überreicht daß das viel kleinere Straßburg etwa 200 Armenpflegewerden, daß die wirklich vergleichbaren Daten zutage treten. Que rinnen beschäftige, und daß Städte wie Kolmar, Königsberg und diese so bearbeiteten Materialien würde man in monatlichen Ueber fichten in mehreren Sprachen zusammenstellen und den sämtlichen mitarbeitenden statistischen Aemtern zugänglich machen. Als die Zentralstelle einer derartigen weltwirtschaftlichen Zentralstatistik ist Passage Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Dr. Rüdle. Spezialitäten. Nächsten Sonntagnachmittag und Montagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Carl Haverland Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Die Struppichen Werte. Sonntag, Mittwoch und Sonntag, ben 7. Juni: lleber den Brenner nach Benedig. Kairo und die Pyramiden.( Anfang 8 Uhr.) 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Vermischtes. Montag und Freitag: Sonnabend nachmittags Neber ein fchweres Grubenunglück, das sich auf Schacht II ber Gewerkschaft Deutscher Kaiser" ereignete, wird aus Hamborn( Rheinland) berichtet: Bei Aufbrucharbeiten sind durch Einatmen schädlicher Gafe zwei Mann getötet worden. Vier Mann wurden bewußtlos ins Strankenhaus gebracht. Hundert Bauernhöfe eingeäfchert. Ueber eine große Feuersbrunst wird aus tiem berichtet: Durch Feuer bei starkem Winde wurde das ganze Dorf Latschtschanta im Streis Stijen eingeäfchert. Alles bewegliche Eigentum, Hunderte Bauernhöfe find vernichtet. die Getreibevorräte und die landwirtschaftlichen Geräte wurden ein Staub der Flammen. Havarie erlitt bei Ntebal bas russische Schulschiff Peter Welilij". Es ist in der Nähe der Revalbant auf ein Riff aufgelaufen. Das Schiff, das wieder flott geworden ist, wird zur Untersuchung des Unterwafferteiles nach Stronstadt ins Dod gehen. Ueber ein Eisenbahnunglück wird aus Connellsville( Pennsyl vanien) berichtet: Bei Garrettsville entgleiste der Aussichtswagen eines Buges der Baltimore and Dhiobahn und stürzte den steilen Breslau eine ganz andere Bahl von weiblichen Armenpflegern als Bahntorper hinab. Der Wagen war mit Baffagieren dicht befeyt. Köln aufiveisen. Half alles nichts: Auf die Aufforderung, daß sich Nach den Meldungen erlitten alle Bassagiere Berlegungen. nunmehr diejenigen Bezirksvorsteher einzeichnen möchten, die Zusammenstoß zwischen dem Kairo- Expreß und einem Güterzuge. fünftig entgegen ihrer bisherigen Gepflogenheit Frauen als Armen. Nach einer Meldung aus Alexandria erfolgte vorgestern abend ein Bu pflegerinnen beschäftigen wollten, erhob sich nicht ein fammenstoß zwischen dem Kairo- Expreßzuge und einem Güterzuge. Voraussetzung ist die Sicherstellung der Kosten für diese Ver- einziger. öffentlichungen. Man wird nicht erwarten dürfen, daß ein ein Die einfichtigeren Glemente sind vor der Hand gegen das Dem Bernehmen nach find sechs Personen getötet und aelner Staat, beispielsweise das Deutsche Reich, allein die Kosten Spießertum unter den Azmenbezirksvorstehern, denen die fünfzig berlegt worden. Berlin gedacht. ie Conrad Tack& Le Burg b.mago. Älteste.a. bedeutendste Schuhwaren- Fabrik Deutschlands, welche ausschliesslich eigene Geschäfte unterbält Nur noch bis Sonnabend, den 6. Juni dauert unser extra billiger Verkauf für große Posten Schuhwaren! !! Niemand versäume daher, für seinen Bedarf zum Pfingst- Fest sich dieser selten günstigen Gelegenheit zu bedienen. !! Ueber 100 eigene, in 89 Städten des Deutschen Reiches befindliche Geschäfte. Davon in Berlin und Umgegend: C., Rosenthaler Straße 14. C., Gertraudtenstr. 22, vis- à- vis der Petrikirche, früher Spittelmarkt. W., Potsdamer Straße 50. Wir bitten genau auf die Hausnummer W., Schillstraße 16. 50 za achten. 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Mai 1908. tarifliche Lage wird am fünften Berhandlungstage fortgesetzt. Graßmann. Effen wünscht, daß die Generalversammlungen in zweijährigen Be rioden stattfinden. Serwig- Magdeburg unterstützt den Wunsch Graßmanns, er fordert sogar, daß jedes Jahr eine Generalbersammlung stattfinden möge. In seinem Schlußwort geht Schliebs auf die Vorwürfe, die gegen die Tarifgemeinschaft in bezug auf das Ueberstundenwesen und die schlechte Einteilung der Arbeitszeit erhoben wurden, ein. Er stellt fest, daß die Funktionäre des Verbandes einige der einfachsten tariflichen Bestimmungen nicht zu kennen scheinen, sonst würden sie verschiedene Beschwerden nicht vorgebracht haben. Er bestreitet ferner, daß die Erhöhung der Löhne für die Maschinenseger durch die Sparten erreicht worden seien, sondern nur durch den Verband. Er lehnt ein Zusammenarbeiten mit den Zentralfommissionen der Ma schinenseher und Maschinenmeister fernerhin ab, wenn diese die unberechtigten Vorwürfe gegen ihn nicht zurücknehmen. Er beklagt führlich die Urteile des Tarifamts. Dann beschäftigt er sich mit den Korrektoren und spricht die Ansicht aus, daß diese alle Ursache hätten, zufrieden zu sein. Mit dem Anschluß an den Verband hätten sie sehr viel erreicht. Tendenziös, wie ihm vorgeworfen wurde, habe er nicht geredet; er sei immer sachlich geblieben. Ich habe im Tarifamt nur eine Vermittlerrolle, und die ist von mir noch nie außer acht gelassen worden. Aber wenn es in diesem Tempo weiter geht, dann wundern Sie sich nicht, wenn man aufmit persönlicher Spike angegriffen wird, so ist es unmöglich, stets hört, objektiv zu sein. Wenn man in den Verhandlungen stets fachlich zu bleiben. Als Vermittler werde ich mein Amt behalten, aber das lehne ich unter allen Umständen ab, zugunsten einer Partei mein Wort in die Wagschale zu legen. Schliebs flagt dann über die Uneinigkeit im Verbande und fvie sehr dadurch die Fortschritte gehindert würden. Er wünscht dringend, daß die Mißhelligkeiten beseitigt würden, und daß alle als ehrliche Kameraden und Verbandskollegen weiter arbeiten müßten. Es sind zwei Resolutionen eingelaufen, die erste von Graßmann-Essen lautet: " Nach eingehendster Besprechung über den neugeschaffenen Tarif und die zeitige tarifliche Lage, sowie unter Berücksichtigung aller einschlägigen Verhältnisse und in Erwägung, daß die Er. haltung der Tarifgemeinschaft sowohl im allgemeinen Intereffe des Gewerbes, als auch in dem der beiden vertragschließenden Parteien, der Prinzipalitiät und der Gehilfenschaft ist und beiden gleiche Rechte gewährleistet sind, spricht die sechste General bersammlung des Verbandes der deutschen Buchdrucker ihre Be. friedigung über das Zustandekommen der neuen Vereinbarungen und deren friedliche Einführung aus, zugleich die Erwartung ausdrückend, daß Tarifgemeinschaft und Tarifamt nach Möglichkeit dazu beitragen werden, die im neuen Tarif hervorgetretenen Härten und Mängel zu mildern oder zu beseitigen. Dem Ge schäftsführer und den Gehilfenmitgliedern des Tarifamts spricht die Generalversammlung des Verbandes den Dank der Gehilfenschaft für ihr mühevolles Wirken und die Wahrnehmung ihrer Interessen aus, mit dem Ersuchen, hierin nicht zu erlahmen, sondern auch fernerhin in ersprießlicher Weise ihres Amtes au walten." 16 Die Resolution wird gegen 21 Stimmen angenommen. Die zweite Resolution von Schleffler.Berlin hat folgenden Wortlaut: ,, Die Generalversammlung erkennt an, daß der Zentralvorstand den Intentionen der Dresdener Generalversammlung entsprochen hat, erachtet aber eine Erweiterung des Mitbestim= mungsrechts der Mitglieder bei Abschluß von Tarifs und sonstigen wichtigen Verträgen für notwendig. Die Mittel und Wege zu bestimmen, in welcher Weise das zu geschehen hat, wird der nächsten Generalversammlung überlassen, welche so zeitig ein. zuberufen ist, daß es möglich wird, in dieser Richtung be stimmende Beschlüsse zu fassen." Die Resolution wird gegen vier Stimmen angenommen. 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Im Verlauf derselben ergreift das Wort Leipart- Stuttgart: Das Korreferat Neumanns war rednerisch gewiß eine ausgezeichnete Leistung. Aber er hat absichtlich immer nur die eine Seite gesehen, er hat, es ist etwas scharf, er hat... demagogisch gesprochen.( Heiterkeit. Zurufe: Das hat lange gedauert! Wir haben uns schon Schlimmeres gesagt! Andere Zurufe: Ja, das ist Berliner Geschmack. Heiterkeit.) Ich stelle zunächst fest, daß der Vorstand in der Vertragspolitik volltommen einheitlich und einmütig gehandelt hat. Er hat aber nicht frei gehandelt: er war in der Zwangslage einer geschäftlichen und gewerkschaftlichen Situation, die er nicht geschaffen hatte. Wir hatten die Zeit des Kampfes nicht gewählt, nicht Umfang und Art der Verhandlungen ausgesucht. Wenn nun Neumann fordert, daß kein weiterer gleicher Ablaufstermin für einen Ortsvertrag afzeptiert werde, so heißt das, daß wir einen Kampf mit den Unternehmern jederzeit führen müssen, auch unter den denkbar schlechtesten Bedingungen. Das könnte zu sehr schweren Niederlagen führen ich erinnere an die verkehrte Tattit der Berliner Baus arbeiter. Wir haben mit unserer Taktik überall Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung errungen, und haben den gleichen Tarif ablaufstermin abgewehrt. Wir werden auch in Zukunft stets alles verlangen, was wir durchsehen können. Neumann bestritt aller dings dem Unternehmertum die Vertragsfähigkeit, weil es noch zu schwach organisiert sei. Das würde doch auch ein Hindernis für die Ortstarife sein. Aber Neumann mag sich beruhigen: bis wir einmal zum Reichstarif kommen, wird das Unternehmertum auch zentral sehr gut organisiert sein. Es wird bei uns schwerlich wie bei den Buchdrudern 50 Jahre dauern, bis die Unternehmer zur Vertragsfähigkeit und Vertragstreue erzogen sind. Das erstrebenswerte Ziel war es doch für unseren Verband stets, die Arbeitsbedingungen friedlich festzusehen und den Streit möglichst zu vers meiden. Darum dürfen wir ruhig aussprechen, daß auch wir in dem Reichslarif ein Ziel erbliden, wenn auch die Zeit dafür noch nicht gekommen ist. Von einem Selbstbestimmungsrecht der Mits glieder beim Abschluß von Verträgen war noch nicht die Rede, so lange der Verband besteht. In allen Lohnbewegungen war der Vorstand stets die entscheidende Instanz. Es ist also grundverkehrt, zu behaupten, daß das Entscheidende an dieser Frage das Zweifeln darüber ist, ob die Mitglieder ihr Selbstbestimmungsrecht aufgeben wollen oder nicht. Wir werden den Schritt nicht zurücktun, die einheitliche Oberleitung zu vernichten.( Beifall. Buruf: Mit bestimmungsrecht der Mitglieder!) Das haben wir nie angetaftet. Gerade bei weitausgedehnten Tarifverträgen über mehrere Orte wird das Mitbestimmungsrecht der Verbandsmitglieder um so sorgfältiger geachtet werden können, als die Gefahr plötzlicher Goldwaren- Industrie Belmonts& C Königstrasse 46. 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Wenn Sie das alles bedenken, pflichtgetreu die Situation prüfen und sich nicht von schönen Worten berauschen lassen, an denen sich die Dinge so hart stoßen, dann werden Sie dem Verbandsvorstand nicht einen anderen Weg vorschreiben wollen.( Beifall.) Nach angenommenem Debatteschluß erhält das Schlußwort Gustav Becker: Ich stelle zunächst fest, daß wir den Unternehmern feinerlei Versprechungen über unsere fünftige Zuftimmung zu einem gleichen Ablaufstermin gemacht haben. Die gegenteilige Behauptung der Fachzeitung" ist falsch. Ich stelle weiter fest, daß wir darin vollkommen einig sind, den Reichstarif zur Zeit mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen, solange es geht und solange nicht alle Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Einig aber sind wir uns auch darüber, daß der Reichstarif kommt. Kollege Neumann gibt das zu, sagt aber doch: Nein, das gibt es nicht! Wo steckt in diesem Kampf gegen das Notwendige die Logik? Auch wir trauen dem Unternehmertum nicht über den Weg. auch wir unterschätzen nicht seine Macht und überschäßen nicht seine Ehrlich teit; aber wir wollen uns nicht zwingen lassen, den günstigen Zeitpunkt für einen Reichstarif zu verpassen. Man warnt uns vor ihrer Hinterhältigkeit, die uns nur durch Tarifverträge hinterrüds vernichten will. Aber mit den Unternehmern am Orte, die vielfach noch schlimmere Scharfmacher sind, billigt auch Neumann den Tarifabschluß. Die Unternehmer sind allerdings nicht vertragstreu; aber einzelne Vertragsbrüche kommen auch noch bei uns vor. Ich wiederhole, daß auch wir den Reichstarif nicht wollen. Aber geben Sie uns vor allem die Kraft, den Reichstarif abzuwehren, mag die Lage sein, wie sie will. Stärken sie unsere Organisation numerisch und finanziell so wie wir es wünschen, dann werden wir auch die schweren Kämpfe, denen wir entgegengehen, glänzend überwinden. ( Lebhafter Beifall.) Sonntag, 31. Mai 1908. Empörung der Buchdrucker auf dem jeßigen Verbandstage an, daß die Organisation ihnen keine Möglichkeit gibt, gegen das anzu fämpfen, was sie als schädigend empfinden. Es ist kein Zufall, daß die innere Festigung des Verbandes nicht gleichen Schritt mit der Ausbreitung des Verbandes gehalten hat, daß er mehr in die Breite als in die Tiefe gewachsen ist. Daher kommt der überall herrschende scharfe Gegensatz zwischen Verbandsfunktionären und Mitgliedern. Ohne die Mitglieder hätte der Vorstand schon jetzt den gleichen Ablaufstermin beschlossen.( Widerspruch.) Wir aber wollen, solange unsere Kräfte irgend reichen, den Einheitstarif abwehren. Nur gezwungen kommen wir ihn auch nur den kleinsten Schritt entgegen. So hoffen wir wieder ein besseres, freundlicheres, gedeihlicheres Zusammenarbeiten aller Mitglieder zu erreichen. ( Lebhafter Beifall.) Der Beschluß in der Tarifrage wird ausgesetzt, bis die ein gesetzte Kommission ihren Antrag vorgelegt hat. In der Nachmittagssigung erstattet Robert Schmidt den Bericht der Revisionskommission. Zur Frage der Vorstandsgehälter beantragt die Kommission, es durchweg bei den Beschlüssen des legten Verbandstages zu Köln zu belassen. Nur Leipart, der designierte Nachfolger von Karl Kloß in der Leitung des Verbandes, soll in Anbetracht seiner großen geistig- literarischen Verdienste um den Verband eine Sonderzulage erhalten. Leipart dankt für die Anerkennung, bittet aber, den ihm zugedachten Betrag lieber den Hilfsarbeitern im Verbandsbureau zuzuwenden. Die Generalversammlung beschließt, es bei den Beschlüssen der Revisionskommission zu belassen. Es folgt der Bericht der Beschwerdekommission. Ginige Beschwerden werden nach den Anträgen der Beschwerdetommission, die Ahlemeyer- Bremen vertritt, erledigt. Berichterstatter der Statutenberatungskommission ist Leopold- Berlin. Auf Antrag des Verbandsvorstandes werden die Bestimmungen über die Kartellverträge mit den ausländischen der internationalen Holzarbeiterunion angehörigen Verbänden einer Nachprüfung unterzogen. Annahme findet auch ein weiterer Antrag des Vorstandes, daß die Lokalbeiträge von den Zahlstellen nur zu solchen Zwecken verwendet werden dürfen, welche den allKorreferent Neumann: Wo ist die Macht, die den Reichs- gemeinen Grundsäßen und Bestrebungen des Verbandes ent tarif abwehrt, hat man mich gefragt. Vorerst müssen wir ein sprechen. Ueber die Höhe der lokalen Unterstützungen soll der VorPrinzip haben, ob es heute durchführbar ist oder nicht. Auch die stand ein Mitbestimmungsrecht erhalten. Eine lebhafte Debatte Partei hat heute noch nicht die Macht, die sie berechtigen würde, entfesselt die Frage der Staffelbeiträge. Die Kommission die zukünftige Gesellschaftsordnung zu fordern. Eines muß nach lehnt ihre Einführung ab, weil sie es prinzipiell verwirft, unter diesem Verbandstag wenigstens aufhören: die ewigen Liebes- einen Wochenbeitrag von 50 Bf. herabzugehen, und weil sie die erklärungen des Verbandsvorstandes an die Idee des Reichstarifes. großen technischen Schwierigkeiten fürchtet. Sie beantragt jedoch, Man sagt unaufhörlich, er müsse das Resultat der logischen Ent- daß der Vorstand über die Staffelung der Beiträge dem nächsten widelung sein.( Buruf: So ist es auch! Du treibst Vogelstrauß- Verbandstag Material unterbreiten möge. Der Antrag der Kompolitik!) Ueber die logische Entwickelung der Tarife sind sich die mission wird angenommen. Ebenso wird auf ihren Antrag beGelehrten noch nicht einig. Vielleicht führen sie gar nicht zum schlossen, daß in Ausnahmefällen Mitglieder einzelner Branchen Reichstarif; bielleicht lassen sich auch die Unternehmer nicht auf die mit besonders niedrigem Verdienst von der Zahlung der LokalbeiDauer die Bevormundung der Zentralisation gefallen. Denn das träge ganz oder teilweise befreit werden können. Die Lofalunter ist einmal Tatsache, daß durch den Reichstarif die Selbständigkeit stüßungen sollen dementsprechend abgestuft werden. Die weiteren der Mitglieder vernichtet wird. Sehen Sie sich nur einmal die Statutenverhandlungen werden auf Sonnabend vertagt. Belmonte& Co., Ein Meisterwerk vollendeter Uhrenfabrikation! Patent- Anker- RemontoirMr. 1809, Modell 1808 Kavalier- Stahl- Uhr 10 M, mit versilbertem Zifferblatt 12x Eine gleiche Uhr kostet in Bassinform, Silbergehäuse, 800-1000 Reichsstempel M. 20 desgleichen mit Sprungdeckel. M. 28 desgleichen in Tula- Silber M. 38 desgleichen in Goldgehäuse M. 45 · . 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Goßmann, Kreuzbergstraße 48. Zühlke, Dennewitzstraße 13. 2. und 4. Landtagswahlkreis. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. 3. Landtagswahlkreis. Neue Arminhallen, Rommandantenstraße 58/59. Graumann, Naunynstraße 27. Urania, Wrangelstraße 9/10. 5. Landtagswahlkreis. Sanssouci, Kottbuser Straße 6. Südost, Waldemarstraße 75. Drachenburg, vor dem Schlesischen Tor. 6. Landtagswahlkreis. Kellers Festsäle( Inh.: Freyer), Koppenstraße 29. Markgrafen- Säle, Markgrafendamm 34. 7. Landtagswahlkreis. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Brauerei Germania, Frankfurter Allee 51/53. 8. Landtagswahlkreis. Lipps, Brauerei Friedrichshain. 201 II. Landtagswahlkreis. Pharus- Säle, Müllerstraße 149. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstraße 7. Marienbad, Badstraße 35/36. 12. Landtagswahlkreis. Artushof, Perleberger Straße 26. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Baumschulenweg- Treptow. Speers Festsäle, Baumschulen- Straße 78. Charlottenburg. Volkshaus, Rosinenstraße 3. Erkner. Degebrodts Lokal. Johannisthal. Trautmann, Friedrich- Straße 61. Lankwitz. Bränert, Marienfelder Straße. Lichtenberg. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5/6. Ober- Schöneweide. Restaurant Wilhelminenhof. 9. Landtagswahlkreis.120- Pankow. Bernhard Rose- Theater, Badstraße 56. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 42. Groterjan, Schönhauser Allee 130. 10. Landtagswahlkreis. Daase, Brunnenstraße 154. Zum Kurfürsten, Berliner Straße 102. Rixdorf. Neue Welt, Hasenheide. Feldschlößchen, Elsenstr. 75. Wilke, Brunnenſtraße 188, of no sohen hit Bock- Brauerei( früher Norddeutsche), Chauffeestraße 64. Schöneberg. Rathaus- Säle, Meininger Straße 8. Tages- Ordnung: In letzter Stunde! Referenten: Ed. Bernstein, Block, Böske, Dr. Bruno Borchardt, Julian Borchardt, Borgmann, Dittmer, Dupont, Düwell, Ebert, Theodor Fischer, Grunwald, Hugo Heimann, Hesse, Hildebrandt, Paul Hirsch, Ad. Hoffmann, Jacobsen, Ledebour, Leid, Litfin, Mohs, Müller( Arbeitersekretär), Müller( Parteisekretär), Ritter, Dr. Rosenfeld, Sassenbach, Schröder, Schubert, Sonnenburg, Stadthagen, Ströbel, Stücklen, Ucko, Wels, Dr. Weyl. Erscheint in Massen zu diefen Kundgebungen. Der Binberufer: Eugen Ernst, Aderstr. 62. Achtung! Urwähler Weißensees aller Stände! Achtung! Verband der Maler, Landtagswahl! Weißensee. Landtagswahl! Montag, den 1. Juni 1908, abends 8½ Uhr: 2 Volksversammlungen 2. Für die Urwähler zwischen Roelfe- und Uckermarkstraße im Lokale von Backhaus, Uckermarkstr. 6/7. Referent: Fuhrmann- Weißensee. Für die Urwähler zwischen Roelfestraße- Königchaussee und Hohen- Schönhausen- Malchower Grenze im Prälaten( Hermann Dröger), Lehderstr. 122. Referent: Willy Friedländer- Berlin. Tages- Ordnung: Die bevorstehenden Landtagswahlen. Unbeschränkte Redefreiheit! 18/1 Urwähler erscheint in Massen! Freie Diskussion zugesichert! Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. USW. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr, in Freyers Festsälen" ( Keller), Koppenstraße 29: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Delegierten zum Gewerkschaftstongreß in Hamburg. 2. Die diesjährige Lohnbewegung und deren Resultat für das Malergetverbe. 132/6 3. Kündigung der mit dem 31. Dezember 1908 ablaufenden Tarife. Referent: Kollege A. Tobler, Hamburg.. Nur Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt! Wegen der Landtagswahl bleiben die Bureaus am 3. Juni geschlossen, auch fallen an diesem Die Ortsverwaltung. NB. Das Bentralwahlbureau tagt am Wahltage( 3. Juni) im Lokale von Roskopf von vormittags 10 Uhr an. Auskünfte und Informationen nur dort. Meldungen freiwilliger Hilfskräfte ebendaselbst. Tage die Zahlabende aus. Landtagswühler im Kreiße Königsberg 1. tem. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Der unterzeichnete Vorstand ersucht die al eduroobnei. pred Bauarbeiter, Maurer und Zimmerer aus den Ortschaften: Zweigverein Berlin. Sektion der Puzer. Putzer! Achtung! Achtung! Bellin, anish Donnerstag, den 4. Juut, abends 6 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenſtr. 58/59, gr. Saal: Mitglieder- Versammlung. Güftebiefe, Alt- Blessin, Küstrin, Zellin, e Bäckerick, Lizzegöricke, Alt- Drewig, am 3. Juni unbedingt zur Wahl zu gehen und für die sozialdemokratischen Wahlmänner zu stimmen. Mit Parteigruß! 288/3 Das Zentralwahlkomitee für den Kreis Königsberg i. Neum. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlín. Die Vertrauensmännerversammlungen am der Bezirke und Branchen 03 finden diesmal nicht am Mittwoch, sondern 84/19 Donnerstag, den 4. Juni, in den bekannten Lokalen statt. Am Mittwoch, den 3. Juni, bleiben sämtliche Bureaus wegen der Landtagswahl ben ganzen Tag geschlossen. Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse für Arbeiter aller Berufe Deutschlands,( C. 6.- 8. Gin Meißen. Einladung zur Gegr. 1891.) 9. ordentlichen General- Versammlung am 21., 22., 23. u. event. 24. Juni 1908, vorm. 11 Uhr, im ,, Gewerkschaftshause", Am Schwimmbad in Frankfurt a. M. Lages Drdnung: 1. Wahlprüfung bezw. Wahl einer Kommission hierzu. 2. Berichterstattung des Vorstandes und Vorlegung der Jahresrechnungen auf die Jahre 1906 und 1907. 3. Berichterstattung des Ausschusses bezw. Beschlußfaffung über die Richtigkeit der vorgelegten Jahresrechnungen und Entlastung des Vorstandes. 4. Beschlußfaffung über Abänderung des Kaffenstatuts event. Beratung desselben auf Grund vorliegender Anträge. 5. Wahl des Borstandes und des Ausschusses. 6. Beschwerden und Mitteilungen in Sachen der Kaffe. Vorstehende Einladung erfolgt auf Grund von§ 34 des Statuts mit dem Bemerken, daß von den gewählten Abgeordneten mindestens zwei Dritteile anwesend sein müssen, dafern die Versammlung beschlußfähig sein foll. Jeder Abgeordnete hat sich bei Eintritt in die Versammlung durch Abgabe feines Mandats und Borlegung seines Mitgliedsbuches zu legitimieren. Abgeordnete, welche an der Generalversammlung nicht teilnehmen fönnen, müssen ihr Nichterscheinen unter Angabe der Gründe und Einfendung ihres Mandats mindestens zwei Tage vor der Generalversammlung dem Zentralvorstande anzeigen. Meiken, am 29. Mai 1908. Der Zentralvorstand, Im Auftrage: Bruno Reinhold, Geschäftsführer. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Der am 3. Juni stattfindenden Landtagswahl und der Pfingstfeiertage wegen findet die Auszahlung der Arbeitslofenunterstützung in folgender Weise statt: Kassenbäder feber Art AugustaBad, Röpeniderstr. 60 Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Alwin Körsten über" Afford, Lohn und Kolonnen- Vertrag. 2. Dis: fuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht der Kollegen, für den Besuch der Versammlung zu agitieren und pünktlich zu erscheinen. 134/4 Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Das Bureau bleibt am 3. Juni geschlossen. 3. A.: E. Schulze. Zentralverband der Schmiede Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Bureau: Stralauer Straße 48. Telephon: Aunt Ia 7779. Montag, den 1. Juni, abends 8, Uhr, bet Boeker, Weberstr. 17: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Berhandlungen des 11. Verbandstages. 2. Anträge der Verwaltung und der Mitglieder. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Dhne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Bahlreicher Befuch ist bringend erforderlich. Wir ersuchen bie Bertrauensleute, für guten Besuch der Versammlung zu sorgen. Die Ortsverwaltung. 176/8 J. A.: W. Siering, Berlin O. 2, Stralauer Straße 48. Achtung! Achtung! Die Liste bitten wir aufzubewahren! Nachtrag zur großen Liste der bewilligten Bäckereien Berlins u. Umgegend bom 5. April 1908. Bewilligte Bäckereien. Achtung! Sehr oft wechseln auch bewilligte Bäckereien den Inhaber. In solchen Fällen muß dieser stets den Tarif neu unterschreiben, worauf dann sein Name in die Bewilligungsliste hineinkommt. Wo trotzdem noch der alte Name verzeichnet steht, da ist durchaus Vorsicht geboten. Anfragen werden bereitwilligst beantwortet! Allensteinerstr. 15, Cieluch. Freienwalderstr. 28, P. Hanke. Grünthalerstr. 12, Schulz. Ziedstr. 16, Kleine. Lippehnerstr. 2, Cieluch. Wollinerstr. 50, Rhemus. Glogauerstr. 26, Lache. Muladstr. 10, Grundmann. Oppelnerstr. 24, Müller. Schreinerftr. 19, Peter. Wilhelmshavenerstr. 23, George. Samoaftr. 22, Hundsdörfer. Barnimstr. 35, Beuthin. Beuffelstr. 56, Herholt. Dolzigerstr. 48, Peter. Hussitenstr. 28, Neigenfind. Genterstr. 4, Steinkopf. Mustauerstr. 6, Dzinian. Romintenerstr. 41, Bremer. Stargarderstr. 57, A. Peter. Stolpischestr. 54, A. Peter. Swinemünderstr. 54, Sibod. 90, Aschendorf. ( Niederlage). Tegelerstr. 23, Dahlte. Wichertstr. 155, Aug. Peter. Wisbyerftr. 74, Aug. Peter. Rixdorf. Bring- Handjernstr. 70, Lehmann. Siegfriedftr. 44, Brüdner. -Weserstr. 179, Marquardt. Zeupiterstr. 109, 2tebe. Nansenstr. 33, Pipien. Charlottenburg. Horstweg 31, Stoletto. Lichtenberg. Jungftr. 3, Peter. Wartenbergstr. 58, Peter. Boxhagen- Rummelsburg Stroffenerstr. 2, E. Kroll. Neue Prinz- Albertstr. 12, Beter. Shillerstr. 16, Beter. 30, Rafmann Scharnweberstr. 10, Peter. Türrschmidtstr. 38, Peter. Pankow. Berlinerstr. 79, Dunder. Nieder- Schönhausen. Beuthstr. 11, Strügerte. Körnerstr. 8, Fischer. Reinickendorf- West. Waldstr. 61, Zahl. Schöneberg. Kyffhäuserstr. 27, Ed. Hanke. Wilmersdorf. Ringbahnftr. 246, Ed. Hanke. Den Tarif haben durchbrochen und gelten daher als Fehrbellinerstr. 279, Höffelbarth. Frankfurterftr. 176, Aug. Hanke. Hof III. Amt 3, 1987. Friedrichsfelderstr. 13, Aug. Hanke. Libauerstr. 22, Aug. Hanke. Laufiterplatz 12, Ronattewski. Kleine Andreasstr. 7, Gierfe. Münchebergerstr. 15, Leue. Oberbergerstr. 38, Busch. Pantsir. 14b, Eberhardt. Planufer 92e, Blum. Putbuserstr. 12, Stenigte( Milchladen). Reinidendorferstr. 121, Eberhardt. Reichenbergerstr. 95, Tschetschke. am Dienstag, den 2. Juni, für den 1. und 2. Juni, am Donnerstag, den 4. Juni, für den 3. und 4. Juni, am Freitag, den 5. Juni, für den 5., 6. und 7. Juni, am Sonnabend, den 6. Juni, für den 8. und 9. Juni. Am Donnerstag, den 11. Juni. findet die erste mäßige Zahlung für Mittwoch, den 10. Juni, statt. Am Mittwoch, den 3. Juni, am Sonnabend, den 6. Juni, und am Dienstag, den 9. Juni regelnostoderstr. 40, Tschöde. bleibt der Arbeitsnachweis geschlossen. 117/8 Die Ortsverwaltung. Stettinerftr. 54, Beschmann. Wisbyerstr. 3, Schulz. zurückgezogen: Boxhagen. Grünebergerstr. 10, Aug. Hante. Köpenick. Grünftr. 8, Ulrich Nachfl. Kaiser- Wilhelmstr. 100, Leische Nachfl. Lichtenberg. Hubertusstr. 53, Aug. Hante. Scharnweberstr. 24, Aug. Qante. Nieder- Schönewelde. Dhmstr. 7, Timm. Rixdorf, Bodeftr. 16, Bayer. Weichselftr. 60. Schöneberg. Sedanstr. 18, Stoyt Nachfl. Eisenacherstr. 63, Mahler. Parteigenoffen! Hausfrauen! Arbeiter! Zahlstelle Berlin. Am Mittwoch, den 3. Juni bleibt das Bureau, Engel Ufer 14-15, 8immer 39, der Landtagswahl wegen, den ganzen Tag geschlossen. Am Sonnabend, den 6. Juni und Dienstag, den 9. Juni, erfolgt der Schluß des Bureaus mittags um 1 Uhr. 23/17 Die Ortsverwaltung. Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. Stes Causend Verlag Max Richter Frankfurt( Oder) Buschmühl- Chausses Orts- Krankenkasse der Drechsler u. verwandt. Gewerbe zu Berlin. Wegen der am Mittwoch, den 3.Juni cr., stattfindenden Wahleu bleibt an diesem Tage das Kassen Total gefchloffen. 24716 Jeder Leser des Der Vorstand. A. G. Tiedt, Borsigender. 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Rriminelle Untersuchung gegen Kopenhagens „ Socialdemokraten". " Sonntag, 31. Mai 1908. Wirsiz- Schubin gegründet worden, dem sofort 18 männliche des Norddeutschen Boltsblattes" aus Emden eine Notiz veröffent und 3 weibliche Mitglieder beitraten. licht, in der geschildert wurde, wie man einen Arbeiter in dem ost. Der Arbeiterbildungsverein„ Eintracht" in Zürich hat sich nach friesischen Dorfe Loppersum drangfalierte, der dort seiner politischen seinem soeben in Broschürenform veröffentlichten Jahresbericht Eine Klage des Arbeiters, die aus diesen Drangfalierungen ent Gesinnung wegen schließlich keine Wohnung mehr erhalten konnte. in 1907 sehr gut entwidelt und feine Mitgliederzahl auf 974 ge- fprang, wurde vom Amtsgericht Emden abgewiesen. Durch den bracht, wohl das bisherige Maximum. Davon waren 646 Deutsche, Bericht des" Volksblatts" über den Prozeß und die daran geAm 20. Mai dieses Jahres brachte unser Bruderorgan in 137 Oesterreicher, 86 Schweizer, 61 Russen, 30 Dänen, 4 Italiener, fnüpfte Kritik fühlte sich der damalige Vorsitzende, Gerichtsassessor Kopenhagen einen Artikel über die Tätigkeit der vor über 6 Jahren 3 Holländer, je 2 Aegypter und Türken, je 1 Schwede, Rumäne und Bald in Emden, beleidigt. Wegen desselben Artikels ist kürzlich vom Reichstag gewählten„ Verteidigungskommiffion", die bestimmt Amerikaner. Das weibliche Geschlecht ist durch 49 Mitglieder berber Redakteur des„ Bauhilfearbeiter", Genosse Töpfer in Hamburg, ift, Vorschläge zur Reform des Landesverteidigungswesens austreten. 1850 durchgereiste Genossen wurden vom Verein unter zuarbeiten, und zwar, nach der damaligen Meinung der Folte stüßt. Die Einnahmen betrugen 14 953,42 Frant, die Ausgaben zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. thingsmehrheit und entsprechend dem alten Programm der libe- 14 940,22 Frant. Die Vereinsbibliothek enthält 1512 Bände, wobon licher Politiker, daß der Begriff„ Stlassenjustiz" nicht die geringste Genosse Stahl berief sich auf das Zeugnis namhafter bürgerralen Regierungspartei, für Herabsehung der militärischen Aus- 1046 ausgeliehen wurden. 71 Zeitungen, Zeitschriften und Wik- licher Politiker, daß der Begriff„ Klassenjustiz" nicht die geringste gaben forgen sollte. Nun veröffentlichte Socialdemokraten" die blätter bieten den Mitgliedern weiteren aktuellen Lesestoff. Durch Beleidigung in sich schließe; er zweifelte nicht an dem guten Willen Beleidigung in sich schließe; er zweifelte nicht an dem guten Willen Vorschläge, die die Vertreter der verschiedenen Parteien in der Kom- 10 Vorträge, Diskussionsabende und Unterrichtsturse wurde Be- des Richters, gerecht zu urteilen, es sei ihm aber, weil er im Banne miſſion gemacht hatten. Sie waren besonders blamabel für die lehrung und Fortbildung geboten und daneben durch verschiedene einer ihn zwingenden Weltanschauung handle, nicht möglich, anders Regierungsliberalen, die wohl die Desarmierung der Land- Veranstaltungen auch das gesellige Leben gepflegt. Gesangssektion, au urteilen, als sein Klasseninstinkt ihm eingebe. Der Verteidiger, befestigung, aber einen starten Ausbau der Seebefestigung Kopen Speisegenossenschaft, dramatischer, Turn und Tanzklub erfreuten bart- Berlin, Schriftstellers Kautsky- Berlin, Landgerichtsrats Stule Dr. Herz- Altona, beantragte durch Bernehmung des Prof. Cont hagens, daneben große Verstärkung der Flotte, Bau von Flotten sich zahlreicher Beteiligung. stationen in verschiedenen Fahrwassern usw. vorschlugen, ein Milimann- Bremen und Abg. Hug- Bant Beweis darüber zu erheben, tär- oder Marineprogramm, das eine einmalige Ausgabe von 18 Der II. schweizerische sozialdemokratische Kommunaltag, daß der in der sozialdemokratischen Presse und Literatur gebrauchte bis 20 Millionen Kronen erfordert und Erhöhung der Jahresaus- der am Sonnabend und Sonntag in Zürich stattfand, war, wie Ausdruck„ Klassenjustiz" den Vorwurf bewußter Nechtsbeugung gaben um ungefähr 3 Millionen. Die Vorschläge der Konservativen unser Korrespondent berichtet, von gegen 60 Delegierten aus allen nicht enthält. Er wies weiter darauf hin, daß die Strafkammer IV laufen auf große Verstärkung der Land- und Seebefestigung, des Teilen des Landes besucht, die etwa 500 fozialdemokratische Ge- in Hamburg mit zum Teil derselben Befeßung in drei verschiedenen Seeres und der Flotte hinaus; die Radikalen schlagen eine Remeinderäte usw. vertraten. In der Sonnabendfizung deferierte Ge- Fällen über den Begriff Klassenjustiz verschiedener Meinung war, duktion des Militärwesens zu einer Grenz- und Seepolizeiwacht noffe Schahmann, Sekretär des Gesundheitsamtes der Stadt Zürich, indem in einem Falle auf Freisprechung, in einem anderen auf vor, und die Sozialdemokraten, entsprechend ihrem Programm, über die Wohnungsfrage. Er beleuchtete die herrschende 200 M. Geldstrafe und im dritten auf 3 Monate Gefängnis erAbschaffung des stehenden Heeres, Schleifung der Festungen usw. Wohnungsnot und konstatierte dabei, daß die Wohnungspreise in fannt wurde. Der Oberstaatsanwalt behauptete, daß ohne Der liberale Vorsitzende Anders Thomsen von der Ver- der Stadt Zürich in den letzten 6 Jahren um 47 Proz. gestiegen Zweifel dem Richter der Vorwurf der leichtfertigen Rechtsbeugung teidigungskommission meinte nun, daß" Socialdemokraten" nur seien und fast 50 Proz. des Bohneinkommens des Arbeiters aus gemacht werden sollte und bat, die Beweisanträge abzulehnen. durch Mitglieder der Kommission Kenntnis von diesen Vorschlägen machen. Der Referent empfahl den Bau von unverkäuflichen Obwohl der Verteidiger nochmals auf die irrige Auffassung des erhalten haben könnte, und daß, da den Kommissionsmitgliedern Wohnhäusern durch die Gemeinden und Baugenossenschaften und Oberstaatsanwalts hinwies und den Beweisanträgen stattzugeben Schweigepflicht auferlegt ist, ein Amtsverbrechen dahinter die Einführung der Wertzuwachssteuer. Da die Lösung der Woh- bat, lehnte das Gericht sie ab. In seinem Plädoher vertrat per stecke. Er forderte deshalb den Polizeidirektor auf, eine Unter- nungsfrage einen wesentlichen Fattor im Emanzipationskampf der Oberstaatsanwalt weiter seine Meinung und beantragte mit Rüdfuchung einzuleiten. Am Dienstag erschien der verantwortliche Arbeiter bilde, sei ihr auch die größte Aufmerksamkeit zu widmen. ficht darauf, daß der Angeklagte vorbestraft sei, gegen diesen eine Nebattionssekretär und bed vor der Polizeikammer und mit An das sehr beifällig aufgenommene Referat knüpfte fich eine leb- Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Verteidiger Dr. Herz berzichtete ihm Folkethingsmann Borgbjerg, der sich freiwillig als Ver- hafte Diskussion, die auch noch den größten Teil der Sonntags- unter diesen Umständen auf sein Plädoyer. Das Urteil des Gefasser des Artikels bekannte. Genosse Lundbeck sollte nur darüber sißung in Anspruch nahm. Es beteiligten sich an der Diskussion richts lautete auf 500 M. Geldstrafe eventuell 50 Tage Gea aussagen, wer der Verfasser des Artikels fei, was ja nun über die Genoffen Pfarrer Pflüger, Stadtrat Grismann, die Arbeiter- fängnis und Publikationsbefugnis. In der Begründung wurde flüssig war. Genosse Borgbjerg erklärte sich bereit, durch Eid sekretäre Greulich und Grimm- Basel und andere, die in der hervorgehoben, daß nicht auf Gefängnis erkannt sei, weil der zu bekräftigen, daß er feinerlei Mitteilung Hauptsache den Ausführungen des Referenten, namentlich seiner Angeklagte zur Zeit der Veröffentlichung des Artikels noch unbon irgendeinem Mitgliede der Verteidigung 3 grundsäglichen Auffassung zustimmten, worauf seine etwas ab- bestraft war und zugegeben werden müsse, daß in gewissen Fällen fommission erhalten habe. geänderten Thefen angenommen wurden. Ein Antrag Pflüger auf der Ausdrud Klassenjustiz" teine Beleidigung enthalte, im bor. Vermutlich ist damit die ganze Sache erledigt. Socialdemo- Bulassung eines limitierten( beschränkten) Verkaufsrechts wurde liegenden Falle jedoch kein Zweifel über die beleidigende Absicht fraten" hat nämlich schon selbst bekanntgegeben, daß der Verfasser abgelehnt. bestehe. des Artikels die in Dänemark so sorgsam gehüteten Geheimnisse Vorschläge des Genossen Luchinger, betreffend die Gründung der Verteidigungsfommission französischen und deutschen einer dauernden Vereinigung sozialdemokratischer Vertreter in den Militärzeitschriften entnommen hat. Uebrigens Behörden, wurden dem Vorort Zürich zur Ausarbeitung bis zum druckt unser Bruderorgan in seiner Mittwochnummer den„ ber- nächsten Kommunaltag überwiesen. Die Zusammenkunft fand brecherischen" Artikel von neuem ab. Die Nummer vom 20. Mai mittags 11 Uhr ihr Ende, worauf die Delegierten die neuen Geb. 4,50 M. Ansichten und Aussichten. Von E. v. Bolzogen. Ein hatte so reißenden Absah gefunden, daß kein einziges Exemplar städtischen Wohnhäuser besichtigten. mehr zu haben ist. Es ist ja auch nicht zu verwundern, daß das dänische Bolt begierig ist, zu erfahren, was jene langlebige Rommission eigentlich bewerkstelligt. Eingegangene Druckfchriften. Martha Niel. Gine Geschichte vom Glüd von Alfred Schirokauter. Erntebuch. Geb. 6 M. Augurenbriefe. I. Teil. Von E. v. Bolzogen. Geb. 3 M. Verlag: F. Fontane u. Go., Berlin- Grunewald. Der Prediger gegen den Krieg. 50 Pf.- Selbsthilfe bei Feners. gefahr. 10 Bf. Verlag: D. Bleh in Leipzig. 10 Pf. Pro Jahr 1 M. Verlag: Behrend u. Co., Berlin W. 64. Monatsblätter für Arbeiterversicherung. Nr. 5. Einzelnummer Jung Willibald, das Wunderkind. Bon F. Renter. 2 M. Berlag: Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Klaffenjuftiz." Wegen dieses Ausdruds hatte sich am Mitt. woch vor dem Landgericht Oldenburg i. Gr. der Genoffe A. Stahl Bon den Organisationen. In Natel a. b. Neze ist ein Sozial bom Norddeutschen Boltsblatt" in Bant zu ber Demokratischer Verein für den Reichstagswahlkreis antworten. Im Mai vorigen Jahres war in einer Korrespondenz Dr. Abel u. Born in Leipzig. " Wollen Sie etwas Feines rauchen? Ailem Aleikum" Wort und Bild sind gesetzlich geschützt cha Zu haben in den Cigarren- Geschäften " Dann empfehlen wir Ihnen Salem Aleikum" Garantiert naturell- aromatische, rein türkische Cigarette. Diese Cigarette wird in No. 3 nur lose, in den Nummern 4 bis 10 auch in einfachen Kartons à 20 Stück Inhalt, ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. No. 3 4 5 6 8 10 Preis: 32 4 5 6 8 10 Pfg. das Stück Nur echt, wenn auf jeder Cigarette die volle Firma steht: Orientalische Tabak- u. Cigarettenfabrik ,, YENIDZE" Inhaber: Hugo Zietz. Deutschlands größte Fabrik für Handarbeit- Cigaretten. Ueber 1400 Arbeiter. 130/20 Empfehlenswerteste preiswürdigste, fertige Sacco- Anzüge Kostüme Heute Sonntag bis 6 Uhr abends geöffnet. 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Amit I Nr. 867 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis ( 111. Bezirk.) Am 26. Mai starb plöklich unser Mitglied, der Maurer Franz Kühne Willibald Merisstr. 27. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, 31. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Seiligen Kreuz- Kirchhofes, Mariendorf, aus statt. 210/19 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Unseren, sowie den Mitgliedern des Gesangvereins zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Franz Kühne am 27. Mai plöklich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente Sonntag, den 31. Mai, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle ber Heilig Streuz Ge meinde in Mariendorf, Feldstraße aus statt. F M Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Möbelpolierer Willi Gericke am 28. Mai berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, 31. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Nummelsburger Gemeinde- Friedhofes, Neue Prinz- Albert- Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 84/20 Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin. Geftion II. Nachruf. Am Sonntag, den 24. Mai, schied unser Sollege, der Hilfsarbeiter Paul Werner freiwillig aus dem Leben. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 42/20 Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Am 29. Mai starb nach langen schweren Leiden unser Kollege der Hofarbeiter Albert Kohrt ( Schultheiß I). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag nachmittag pon der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes in Nordend aus statt. 43/1 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel.( Bezirk 164.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Blumenhändler Robert Meyer ( Mariannenstr. 2) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 1. Juni, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 218/13 Der Vorstand. Berliner Männer- Chor 1905, M. d. A.-S.-B. Todes- Anzeige. Hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Robert Meyer am 29. Mai früh 2%, Uhr verstorben ist. Wir verlieren in ihm ein treues Mitglied dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden! Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Juni, nachmittags pünktlich 3 Uhr, auf dem Städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde statt. Treffpunkt der Sangesbrüder um 3 Uhr Gudrunstraße bei Schäfer. 65/14 Der Vorstand. Am Freitag, den 29. d. M., entschlief sanft nach langen schweren Leiden mein inniggeliebter, treuforgender Batte, unser Bruder, Onkel und Schwager Robert Meyer im vollendeten 58. Lebensjahre. Dies zeigt, um stilles Belleid bittend, tiefbetrübt an Pauline Meyer, Mariannenstr. 2. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes, Friedrichsfelde, aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Metallarbeiterin Agnes Paul gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 117/4 Die Ortsverwaltung. Empfehlen den Genossen und Kollegen unser Beerdigungsinstitut " Solidia H. Fischer& Kreutzberger, Rixdorf, flügerstraße 70, Ede Friedelstraße. Amt Nixdorf 946 Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. ( 8. Bezirk). Am 28. Mai berstarb der Genoffe Fritz Schütze Rosenstr. 24. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 31. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Nir dorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Teilnahme ersucht 235/13 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Friedr. Schütze am 29. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 31. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Nigdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. 117/5 Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter August Rogon am 28. d. Mis. an Lungenleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. d. Mis., nach mittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Rummelsburger Ge meinde Kirchhofes in Nummelsburg- Fuchsberge aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Es empfiehlt sich bei eintretendem Trauerfall möglichst sofort Westmanns Trauermagazin Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a, an den Kolonnaden, 2. Haus von der Jerusalemerstraße, und NO., Gr. Frankfurterstr. 115, 2. Haus von der Andreasstraße, zwecks Auswahl d. passenden Trauergarderobe aufzusuch. Um dem Publikum einen besonderen Vorteil zu bieten, gewähre ich auf diese Auzeige hin bei Kauf 10% Rabatt in bar! Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Zimmerer Kari Kramer plöblich verstorben ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 1. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes in OberSchöneweide aus statt. 32802 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Witwe Anna Kramer geb. Maiwald. Für die liebevolle Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes sage allen Verwandten und Be fannten, sowie dem Verband der Transportarbeiter meinen herzlichsten 24336 Witwe Caccia. Danksagung. Dant. Für die vielen aufrichtigen Beweise Herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes sage allen Bekannten, Verwandten, Kollegen, Kolleginnen und Genossen meinen innigsten Dank. Die trauernde Hinterbliebene Louise Bandell Wwe. Danksagung. Allen lieben Berwandten, Freunden und Bekannten sagen wir für die liebevolle Teilnahme unseren herz: lichsten Dant. +113 Karl Barz nebst Familie. Dantjagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Baters sagen allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank. Besonders den Kollegen der Firma B. Sühring, dem Deutschen Holzarbeiter Verband und dem Sozialdemokratischen Wahl verein Rigdorf. Der warm empfundene Nachruf des Herrn Stadtverordneten Gottfried Schulz hat uns ganz be sonders wohlgetan. P. Spillner. O. Spillner. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranaspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Tochter Selma Schieber geb. Zache fagen wir allen Berwandten, Freunden als auch Bekannten, sowie den ehemaligen Kolleginnen des Warenhauses A. Wertheim, Rosenthaler Straße, unsern herzlichsten Dant. 2454b Albert Schieber. Ernst Zache und Frau. Quartett- Gesang zu Beerdigungen empfiehlt zu jeder Zeit Gustav Voigt, Chordirig, SO. 33, Görlitzer Str. 56, part. Partei- Speditionen: Zentrum I: Fri 8inte, Mauerstr. 89. Zentrum II: Albert a hnisch, Auguftftr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Besten: Guftab Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochparterre. Süden und Südwesten: Hermann Berner Gneisenauftr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. 4. Wahlkreis: Diten: Robert Bengels, Rüdersdorferstr. 3, am Rüstrinerplaz. Wilhelm Mann, Petersburgerplaz 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 8ucht, Immanuelkirchstr. 12( of). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen:. Trapp, Stettinerstr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lhchenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Nudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Zölle, Sigmaringenstr. 5. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Seitel, Kronprinzenstraße 50, I. Dtto Rummelsburg, Boxhagen: A. Rosentran& Alt- Boghagen 56. Grünan: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge nossenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Stamins! g, Cunoftraße 2 Schöneberg: Bilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonftr. 10, L Nieder- Schöneweide: Bonatowsth, Hasselwerberstr.& Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Blat 4. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Amtsgarten 3. Köpenick: Friedrich Woid, Riegerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende: . Bernfee, Schloßftr. 119, Hof I, in Steglik. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 126. 25. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 31. Mai 1908. Bei der Frist wahl tritt der Wähler gleich nach An- teilung von 2-4 Uhr, und die III. Abteilung von 4-8 Uhr An die Parteigenoffen Groß- Berlins! tunft in dem Lokal an den Wahltisch heran, nennt zunächst zu wählen hat. Es wird erwartet, daß jeder Genoſſe ſo frühzeitig seinen Namen mit Wohnung, und nachdem dieser in der als möglich zur Wahl erscheint, damit die Wahlhandlung nicht auf Die am 3. Juni stattfindenden Urwahlen stellen wiederum Wählerliste festgestellt ist, nennt er, wie bei der Gemeinde- die legten Minuten zusammengedrängt und die Wahlarbeit dadurch hohe Anforderungen an die Arbeitsluft und Opferwilligkeit wahl, deutlich die Namen der Wähler, die er als Wahlmänner befindet sich bei Sud brid, Berliner Str. 98; dorthin wollen fich unnötig erschwert wird. Das Zentral- Wahlbureau für unseren Drt unferer Anhänger. wählen will. die Genossen, die sich zu den Wahlarbeiten zur Verfügung stellen, Heute Sonntag, den 31. Mat, von 8 Uhr früh an Bei der Termin wahl tritt der Wähler erst nach wenden. Gleichzeitig fei nochmals an die am Abend des WahlAufruf seines Namens an den Wahltisch heran. Nur wenn tags bei haberland stattfindende Versammlung erinnert, in der er zu spät kommt und die Wahlhandlung seiner Abteilung noch die Wahlresultate berkündet werden. nicht geschlossen ist, muß er sich melden. findet eine Flugblattverbreitung in allen Beztrten Groß- Berlins statt, bei welcher niemand fehlen darf. Die Wähler müssen sich genau informieren, wie viel Wahlmänner sie zu wählen haben. Sind in einer AbHieran schließen sich am Dienstag, den 2. Juni, eine teilung zwei Wahlmänner zu wählen, so sind auch zwei Reihe von Wähler- und Voltsversammlungen, Namen zu nennen. Es muß weiter gewarnt werden vor der für deren regen Besuch zu agitieren ist. ( leicht möglichen) Verwechslung der Namen des Wahlmannes und des Abgeornetenkandidaten. Alle diese Stimmen sind ungültig! Die Urwahlen am 3. Juni finden statt: die 2. Abteilung wählt in der Zeit von vormittags 9 bis mittags 12 Uhr, alsdann folgt die 1. Abteilung von nachmittags 1 bis 2 Uhr und zuletzt die 3. Abteilung, welche von nachmittags 3 bis abends 8 Uhr das Stimmrecht ausübt. Daß kein Genosse bei der Abstimmung fehlt, ist selbstverständlich, wir erwarten jedoch von allen unseren Anhängern, soweit es ihnen irgend möglich ist, sich am Wahltage persönlich in den Dienst der Agitation zu stellen. Die Bureaus der Partei am Wahltage befinden sich: 1. Landtagswahlkreis bei August Wiemers, Bülowstraße 58, Amt VI 9247. 2. Landtagswahlkreis bei Fränz, Markgrafenstr. 4, Amt IV 9273. 3. Landtagswahlkreis bei Bimbös, Sebastianstr. 1, Amt IV 2195. 4. Landtagswahlkreis b. Gust. Hemp, Urbanstr. 170, Amt IV 8979. 5. Landtagswahlkreis bei Paul Hoffmann, Oppelner Str. 47, Amt IV 9373( Nebenanschluß). Amt VII 1075. 6. Landtagswahlkreis bei Paul Litfin, Memeler Straße 67, 7. Landtagswahlkreis b. Beiersdorf, Elbinger Str.9, Amt VII 6343. 8. Landtagswahlkreis b. Spät, Georgenfirchstr. 65, Amt VII 1097. 9. Landtagswahlkreis bei Höhnisch, Wichertstr. 3, Amt III 1035 ( Nebenanschluß). 10. Landtagswahlkreis bei Wilte, Brunnenstr. 188, Amt III 4885. 11. Landtagswahlkreis bei Fahrow, Ravenéstr. 6, Amt III 2137. 12. Landtagswahlkreis bei Achilles, Wiclefstr. 24, Amt II 725. Teltow Beeskow im Voltshaus", Rosinenstr. 3, Amt CharTottenburg 4606. " Unter- Bureans: Rigdorf bei Hoppe, Hermannstr. 48/49, Amt Rigdorf 1015 Schöneberg bei Obst, Meininger Str. 8, Amt VI 6733. Charlottenburg bet Müller, Rosinenstr. 3, Amt Charlottenburg 6366. Ober- und Nieder Barnim bel Tempel, Alt- Borhagen 56, Amt VII 10 078. Das sozialdemokratische Wahllomitee. Stralan. Endlich ist auch hier der Zeitpunkt der Wahl bekannt gegeben. Auf Antrag der Gemeindevertreter ist für Stralau die Fristwahl festgesetzt. Gewählt wird in der ersten Abteilung von 2-8 Uhr, in der zweiten von 3-4 Uhr und in der dritten von 4-8 Uhr. Schönerlinde. Die Urwahlen am 8. Juni vollziehen sich für den hiesigen Ort in der Form der Terminswahl im Siegertschen Gastlokal. 8u wählen sind Wahlmänner: In der dritten Klasse einer in der zweiten Klaffe zwei und in der ersten Klasse einer. Arbeiter! Sorgt für rege Wahlbeteiligung. Wer also in das Wahllokal geht, sehe sich genau die vor demselben ausgegebenen Stimmzettel an und präge sich die Namen der Wahlmänner seiner Abteilung ein. Es gibt WahlDer Vorstand des Wahlvereins, Bezirk Bankow. vorsteher, die dem Ablesen der Namen vom Stimmzettel Schwierigkeiten bereiten. Waidmannsluft( Bezirk). Sämtliche Gemeindevorstände unseres Versehe sich auch jeder Wähler mit genügender Legitimation. Bezirks haben abgelehnt, auf unseren Antrag Fristwahlen beim als solche wird die vom Magistrat übersandte Legitimations- Ministerium zu beantragen. Es finden demnach am 8. Juni überall Terminwahlen statt und zwar mit derart ungünstigen teine erhalten haben sollte, stede Steuerzettel oder Militär- fchaft ein unsporn sein muß, erst recht pünktlich zur Stelle Wer diese etwa verlegt oder überhaupt Terminen, daß gerade dies für sämtliche Wähler aus der Arbeiter tarte angesehen. papiere ein. Wahlurlaub. GOO zu sein. Partei- Angelegenheiten. Um allen Wahlberechtigten die Beteiligung an den Urwahlen zu erleichtern, haben die ordentlichen Gerichte, die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte fast alle nicht dringenden Termine für den 3. Juni 10. Landtagswahlkreis!( Bestehend aus den Abteilungen dieses Jahres aufgehoben. In Berlin werden die Schulen am 5, 6 und 7 des 5. Reichstagswahltreises und den 1. Juni d. J. wegen der Parade und am 3. Juni wegen der Wahlen Abteilungen 4, 5 und 6 des 6. Reichstagswahl. gefchloffen sein. treises.) Montag, den 1. Juni, findet Extrazahlabeud berichtet- am Tage der Wahl zur Ausübung ihres Wahlrechts finden, so ist das Erscheinen aller Genossen erforderlich. Die städtischen Beamten erhalten so wird aus dem Rathause statt. Da wichtige Besprechungen zur Landtagswahl stattUrlaub, und den Arbeitern, die mit wenigen Ausnahmen in der britten abteilung nachmittags ihr Wahlrecht ausüben tönnen, wird bazu Gelegenheit gegeben werden. Wer rechtzeitig zur Ausübung feines Wahlrechts um Urlaub nachsucht, erhält denselben und zwar nicht nur für Berlin, sondern auch nach den Vororten. Nur bei ganz dringenden, nicht aufschiebbaren Arbeiten ist eine Beschränkung bes Urlaubs vorgesehen. Wahllokal des 892. Urwahlbezirks des 8. Berliner Landtagswahl Zum Wahltableau wird uns berichtigend mitgeteilt, daß sich das freises nicht Brunnenstr. 20, sondern Brunnenstr. 30 befindet. Das Wahlrecht der Heilstätteninfassen. Nach uns zugegangenen Mitteilungen sollte es den Pfleglingen in den Heilstätten der Landesversicherungsanstalt Berlin nicht gestattet sein, bei der am 8. Juni stattfindenden Landtagswahl ihr Wahlrecht auszuüben. Demgegenüber bemerken wir, daß, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren haben, am 22. Mai cr. in der Da schon Vormittags eine große Anzahl von Hilfskräften Sigung des Ausschusses eine Anfrage aus der Mitte des letzteren an erforderlich ist, so erwarten wir von allen Parteigenossen, den Vorstand gerichtet wurde, ob den Pfleglingen der Urlaub zur daß sie sich von 28 früh an( soweit nicht schon vorher in Ausübung des Wahlrechts gewährt würde, und daß diese Frage vom den Einzelbezirken anders bestimmt ist) in den Zentralbureaus Borftande bejaht worden ist. einfinden und sich zur Verfügung der Kreisleitung stellen. Die Pfleglinge werden allerdings rechtzeitig den Urlaub be Wir zählen am vormittag ganz besonders auf alle die- antragen müssen, damit entsprechende Vorkehrungen getroffen werden jenigen, welche sich wirtschaftlicher Selbständig- fönnen. Soweit nicht ärztliche Bedenten entgegenstehen, würde der teit erfreuen, und hoffen, daß sie im Vereine mit den Urlaub gewährt werden. anderen Genossen, welche sich bei freiwilliger oder unfreiwilliger Arbeitsruhe in den Dienst der Agitation stellen, die nötigen Wahlarbeiten mit gewohntem Eifer ausführen werden. Mitgliedsbücher von Partei oder Gewerkschaft find behufs Legitimation zur Stelle zu bringen. An die Arbeit! Niemand fehle, weder bor. noch nachmittags, der helfend eingreifen kann. Tun wir unsere Schuldigkeit, ringen wir mit festem Entschluß und zäher Arbeitsfreudigkeit um die Verbreitung unserer großen Prinzipien. Der Zentralvorstand. Zur Landtagswahlbewegung. Der 3. Juni. Teltow. Adlershof. Parteigenoffen! 2 andtagswähler! Die Urwahlen finden am hiesigen Ort durch eine Terminwahl statt, und zwar wählt die dritte Abteilung abends 5 Uhr, die zweite um 7 Uhr, und die erste um 72 Uhr. in ihren Wahllokalen einzufinden. Die Wähler werden ersucht, sich pünftlich aur festgesezten Beit Ferner wird Mittwoch abend im Lokal des Herrn Baher, Bismardstraße 10, das Wahlresultat bekannt gegeben. Der Vorstand. Nowawes. Die Wahlzeit für die Wahlmännerwahlen am 3. Juni ist vom Gemeindevorstand nunmehr festgesetzt worden; sie beginnt um 1 Uhr für die III. Abteilung; die Wahl der II. Abteilung beginnt nicht vor 22 Uhr, die der I. Abteilung nicht vor 3 Uhr nachmittags. An die Wähler werden Legitimationsfarten versandt, die bei der Wahl vorzuzeigen sind. Die Wahlzeit ist höchst ungünstig, da die vielen auswärts arbeitenden Wähler vielfach den Verlust eines Tagesverdienstes zu verzeichnen haben werden. Noch wenige Tage trennen uns von dem Termin, an Das darf natürlich die Arbeiterschaft nicht abhalten, ihr Wahlrecht auszuüben; es ist vielmehr Pflicht unserer Genossen, pünktlich um welchem die Wahlen der Wahlmänner zum preußischen Ab- 1 Uhr im Wahllokal anwesend zu sein, damit sie bei der Ernennung geordnetenhaus vorgenommen werden sollen. Welcher Art des Wahlvorstandes mitberücksichtigt werden können. dieses Wahlrecht ist, in welcher Weise die erwerbstätige BeNieder- Schöneweide. Der Termin für die Wahl der Wahlvölkerung in Preußen entrechtet wird, das ist in den letzten männer am 3. Juni ist auf vormittags 11 Uhr festgesetzt. Trop Wochen eingehend dargelegt worden. Es gilt, die Gelegen der ungünstigen Wahlzeit wird erwartet, daß jeder Wähler pünktlich heit zu benutzen, um den Protest gegen das blödsinnige Drei- zur Stelle ist, da Terminswahl zur Anwendung kommt. Klassenwahlrecht erneut zum Ausdruck zu bringen. Das kann geschehen, wenn diejenigen, die nach dem geltenden Wahlgesetz auf mittags 12 Uhr festgesetzt. Eine Eingabe auf Einführung der Lankwik. Die Wahlzeit zu den Wahlmännewahlen ist am 3. Juni als Wahlberechtigte angesehen werden, ihr Wahlrecht ausüben. Fristwahl harrt noch heute der Beantwortung. Es ist durch die Jede Stimme mehr vergrößert den Protest des arbeitenden ungünstige Festsetzung der Wahlzeit der arbeitenden Bevölkerung Volkes gegen das preußische Wahlunrecht. nur unter großem Zeitverlust möglich, ihr Wahlrecht auszuüben. Königs- Wusterhausen. Die Urwahl am 8. Juni findet als Terminwahl für die dritte Abteilung um 2, Uhr nachmittags statt. Die Wähler werden ersucht, pünktlich in den Wahllokalen zu er fcheinen. Ober- und Nieder- Barnim. Das Wahlfomitee. Heute, Sonntag, den 31. Mai, finden in folgenden Drten Ber sammlungen statt: Birkenwerder, 4 Uhr nachmittags, im„ Paradiesgarten". Friedrichsfelde, 12 Uhr mittags, bei Bube, Prinzen- Allee 30. Heiligensee, 3 Uhr nachmittags, Restaurant Bidow. Hohenschönhausen, 1 Uhr mittags, bei Neumann, Hauptstr. 28. Oranienburg, 6 Uhr abends, in Schumanns Waldhaus". Schöneiche, 4 Uhr nachmittags, bei Süßmilch, Waldschloß. Senzig, 8 Uhr nachmittags, bei Schimke. Welter. Referenten: Denzer, Dupont, Giebel, Mekke, Mohs, Udo und Die Einberufer. Bahlreiches Erscheinen erwarten findenden Gizung werden die von uns für die Wahlbureaus vor. geschlagenen Beisiber ersucht, zu erscheinen. Zu dieser Sizung find Legitimationen mitzubringen. Rigdorf. Zu der am Montagabend 8 Uhr bei Hoppe statt. Das Wahlkomitee. " Wilmersdorf Halensee. Für den Halenfeer Ortsteil findet am Dienstag, den 2. Juni, abends 8%, Uhr, in den Wilmersdorfer Feitsälen", Johann Georgstraße, eine Boltsversammlung statt, zu der Genoffe Rechtsanwalt Dr. Herzfeld bas Referat übernommen hat. Hierzu findet, gleichzeitig mit der allgemeinen Verbreitung des Flugblattes heute früh eine Handzettelverbreitung von den bekannten Bezirkslokalen aus statt. Rege Beteiligung ist dringend notwendig. Der Vorstaud. Wilmersdorf- Halensee. Die Genossen werden dringend ersucht, zur heutigen Flugblattverbreitung früh 8 Uhr in den bekannten Lokalen zahlreich zu erscheinen. Für Halensee findet die selbe diesmal von Wegener, Johann- Georg- Straße 13, aus statt. Am Dienstag, den 2. Juni, abends 8½ Uhr, findet in den „ Wilmersdorfer& eſtiälen", Johann- Georg- Straße 19, eine Boltsversammlung statt. Referent: Genosse Dr. Herzfeld. Genossen! Sorgt für zahlreichen Besuch dieser Versammlung. Der Vorstand. Steglit. Heute, Sonntag früh, Flugblattverbreitung in allen Bezirken, zu der eine bessere Beteiligung wie das letzte Mal bestimmt erwartet wird. Monntagabend 8 Uhr: öffentliche Versamm lung im Restaurant Birkenwäldchen", in welcher Genosse Hirsch sprechen wird. Lankwik. Am Dienstagabend 8 Uhr findet im Lotal Bräuert, Marienfelder Straße eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung:„ Am Vorabend der Entscheidung". Männer und Frauen! Erscheint in Massen. 8% uhr, findet bei Mied, Karlstr. 12, eine Versammlung für sämt Zehlendorf. Genossen! Am Dienstag, den 2. Juni, abends liche Wähler der dritten Klasse statt. Tagesordnung: Sturm gegen das Dreiklassenparlament. Referent: Stadtverordneter Groger. Diskussion. Jedem Gegner ist volle Redefreiheit zugesichert. Montag: Busammenkunft des Vorstandes des Wahlvereins mit Wahlleitern und Wahlmännern bei Mickley. Jeder Wahlleiter hat bestimmt zu erscheinen. Stralau. Montag, den 1. Juni, abends 8% Uhr, findet für den Urwahlbezirk Markgrafendamm eine Besprechung fämtlicher Wähler im Restaurant Schmidt, Markgrafendamm 16, statt; desgleichen am Dienstag, den 2. Juni, abends 8% Uhr, für die beiden Urwahlbezirke Alt- Stralau und die anliegenden Straßen gemeinschaftlich im Restaurant Berle", Alt- Stralau 21. Nicht genug, daß das Wahlrecht an sich nichts taugt, wird es durch die Art der Ausübung noch verschlechtert. Bei Parteigenossen! Agitiert für guten Besuch. Der Vorstand. der Wahlhandlung sind eine Reihe von Bestimmungen zu beachten, deren Kenntnis für jeden Wähler eine stritte NotNummelsburg. Heute, Sonntag früh 8 Uhr, findet über den wendigkeit ist. ganzen Ort eine Flugblattverbreitung wie auch die Austragung der Zunächst hat sich der Wähler zu vergewissern, nach Karlshorst. Zu stürmischen Aufritten tam es in der 7-8% Uhr, nochmalige Flugblattverbreitung, wie auch die persönWahlaufforderungen statt. Am Dienstag, den 2. Juni, abends von welchem System in seinem Drte die Wahl vorgenommen schwachbesuchten bürgerlichen Wählerversammlung, in welcher der liche Agitation für die zweite und erste Urwählerklasse. Nach diefer wird; ob Fristwahl oder Terminswahl stattfindet. Bei der Freisinnskandidat Irrenhaus direktor Dr. Schepp referierte. Von dem Verbreitung findet um 9 Uhr bei Genossen Schieffer, Hauptstr. 4, Fristwahl sind bestimmte Stunden für die Wahl festgesetzt, Borsigenden Löwenthal wurde gleich am Eingang bemerkt, daß eine Buſammenkunft sämtlicher am Tage der Wahl tätigen Geinnerhalb deren der Wähler sein Wahrecht ansüben kann, Diskussion nicht zugelassen wird. Der Bartheaner, Pastor Kötschte, noſſen ſtatt. Das Wahlkomitee. während bei der Terminswahl sämtliche Wähler zu Beginn verlangte das Wort zur Geschäftsordnung; es wurde ihm sowohl, Karlshorst. Die Wahlvereinsversammlung am Dienstag föllt der Wahlhandlung im Wahllokale anwesend sein und bis nach als auch vielen anderen, die darum ersuchten, verweigert. Als die Erledigung der Wahl daselbst verbleiben müssen, da eventuell Unruhe immer größer wurde, ließ der freiheitliche Herr Löwenthal aus. Am Mittwochabend, den 3. Juni, Verkündung des Resultats die Personalien des Pastors Kötschke, eines seiner Anhänger und und geselliges Beisammensein im" Fürstenbad". notwendig werdende Stichwahlen im Anschluß an das erste eines unserer Genossen feststellen, um Strafantrag wegen Haus- Biesdorf. Montag, den 1. Juni, abends 7 Uhr, Flugblatt und Wahlergebnis sofort vollzogen werden. friedensbruches stellen zu können. Unsere Genossen verließen hierauf Handzettelverbreitung vom Lokale Gustav Berlin aus. Für Berlin und eine Anzahl größerer Gemeinden in den das Lokal und ließen ein Bäckerdußend freisinniger" Heldenseelen Parteigenossen! Seid pünktlich zur Stelle! angrenzenden Streisen besteht die Fristwahl, in zahlreichen allein in der Obhut des Jrrenhaus direktors Dr. Schepp. Die Zurufe „ Nenut Euch wahnsinnig, nennt Euch irrfinnig, aber beileibe nicht findet im Lokal„ Haffelwerder" eine öffentliche Wählerversammlung Nieder- Schöneweide. Dienstag, den 2. Juni, abends 8% Uhr, Eleinen Gemeinden ist es bei der Terminswahl verblieben. Die Urwahlen für Berlin sind wie folgt festgesetzt worden: mehr freisinnig!"" Feiglinge" usw. wurden mit fühlem Lächeln entAm 3. Juni wählt die zweite Wählerabteilung vormittags in gegengenommen. Das Fell der" Freisinnigen" wird immer ähnlicher der berühmt gewordenen Rhinozeroshaut ihres Dresseurs Bülow. den Stunden von 9-12, die erste Abteilung mittags von In der heutigen Mittagsversammlung werden wir Abrechnung 1-2 hr und die dritte Wählerabteilung nachmittags von halten. 3-8 Uhr. Bemerkt sei ausdrücklich, daß nach den festgesetzten Zeiten niemand mehr zur Wahl zugelassen wird, anch diejenigen nicht, die sich etwa noch im Wahllokale befinden. Wer daher nicht um sein ohnehin dürftiges Wahlrecht kommen will, gehe so zeitig wie möglich zur Wahl. statt. Referent: Reichstagsabgeordneter Frik 8ubeil. Genossen! Bringt Eure Frauen mit und agitiert für guten Befuch dieser Versammlung. Der Vorstand. Köpenid. Montag, den 1. Juni, abends 8% Uhr, Volksverfammlung im Stadttheater. Referent: Genosse Eduard Bern stein. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Das Wahlkomitee. Mahlsdorf a. d. Oftbahn. Am Montag, den 1. Juni, abends Friedrichsfelde. Die Urwähler werden darauf hingewiesen, daß 8% Uhr, findet im Lokale von Schliefe, Hönowerstr. 6, eine Ver die I. Abteilung am 3. Juni, nachmittags von 1-2 Uhr, die II. Ab- sammlung des Wahlvereins statt. Der Genosse Riedel referiert Das Verhalten des überwachenden Gendarmen stach wohl wollend ab von der Schneidigkeit mancher Polizisten, die bei gleicher Unruhe in( sozialdemokratischen) Versammlungen die Auflösung herbeiführen. üki; baS-..DK Lvar, lernte es doch bald einsehen, daß es eigentlich gar keine Veranlassung habe, sich so furchtbar darüber zu freuen, wie seine Enaksöhne hier in Freiheit dressiert den oberen Zehn- taufend vorgeführt werden. Der Grundakkord der Paradestimmung, die herzliche Anteilnahme der Bevölkerung, ist wohl für immer in die Versenkung gefallen. Oder hätte man sonst nötig gehabt, Tausende von Schulkindern, die kräftig Hurra brüllen sollen, nach dem Tempelhofer Felde, nach der Friedrichstraße und den„Linden" zu kommandieren? Vielleicht noch niehr die Zunge sollte lose gemacht, als das patriotische Gemiit geweckt werden. Man braucht kräftige Hurraschreier wie das Salz zum Brat. Denn das Volk, das in den Paradestraßen weit mehr zufällig alS absichtlich, nur durch die militärischen Ver« kehrsstorüngen angestaut, Chaine bildete, hätte mehrfach eine gar zu kühle, fast eisige Haltung bewahrt. Die Vaterlandsliebe läßt sich nicht züchten, trotz aller Parademätzchen von berufener und unberufener Seite. Die muß tief drinnen sitzen und von selbst durchbrechen. Solange aber das Volk sieht, daß aus seinen Knochen unnötigerweise ungezählte Millionen für Heer, Flotte und Kolonien gemünzt werden, Millionen, die nichts abwerfen und uns sogar mehr als einmal in bedenkliche Situationen gebracht haben— solange hat auch das Volk keine Ursache, die öffentliche Zurschaustellung dieser selben Milli- onen mitverherrlichen zu helfen. Die städtischen Heimstätten verfolgen den Zweck, Personen, die eine Krankheit überstanden haben, auf einige Wochen zur Pflege und zur Wiederherstellung ihrer Erwerbsfähigkeit aufzunehmen. Es bestehen zurzeit sechs Heimstätten und zwar: 1. in Blankenburg(Mark) für genesende Frauen und Wöchne- rinnen: 2. in Hcinersdorf, Kreis Teltow, für genesende Männer(in diesen beiden Anstalten sind Epileptische, Schwind- süchtige. Syphilitische und Alkoholiker von der Aufnahme ausgeschlossen): 3. in Blankenfelde bei Nieder-Schönhausen, für brustkranke Frauen; 4. in Malchow bei Weißensee, eben- falls für brustkranke Frauen: 5- in Gütergotz, Kreis Teltow, und 6. in Buch(Mark). Die beiden letztgenannten Heim- stätten sind zur Aufnahme brustkranker Männer bestimmt.— In den unter Ziffer 4 bis 6 aufgeführten Anstalten sind von der Aufnahme ausgeschlossen: Epileptische, Syphilitische, Alkoholiker und Schwerkranke. Die Aufnahme in den Heimstätten erfolgt nur auf Grund eines ärztlichen Attestes. Formulare zum ärztlichen Attest werden kostenfrei im Aufnahmebureau, Neue Friedrichstr. 9/10, vorn 2 Treppen, verabfolgt. Wir machen darauf aufmerksam, daß von Herrn Dr. jur. Schlösser im Jahre 1892 der Stadtgemeinde Berlin ein Betrag von 100 000 M. zur Gründung einer Stiftung unter dem Namen:„August Emilie Schlösser-Stiftung" überwiesen worden ist. Ter Zweck dieser Stiftung ist, aus den Zins- erträgnissen des Stiftungskapitals bedürftigen Personen beiderlei Geschlechts ohne Ansehung der Religion Frei- st e l l e n in den städtischen Heimstätten zu beschaffen. Auch ein Aronsfond dient diesem Zweck.— Personen, die auf diese Stiftung reflektieren, haben ihre Gesuche an das oben genannte Bureau zu richten. Ter Aufenthalt in den Heimstätten ist nur vorübergehend. Bare Geldunterstützungen werden aus der Stiftung nicht ge- währt. Wir möchten besonders darauf hinweisen, daß der Freistellenfonds in den letzten Jahren nicht aufgebraucht worden ist, obwohl nach uns gewordenen Mitteilungen alle Gesuche berücksichtigt worden sein sollen. Die Gewährung von Freistellen wird nicht als Armenunttzrstützung an- gesehen._ Die Verhältniswahl zum Gcwcrbegericht will der Magistrat von Berlin einführen. Der Stadtverordneten- Versammlung soll eine besondere Vorlage zugehen. Bekanntlich finden die Wahlen für die Beisitzer zum KaufmannSgericht gleichfalls nach dem System der Verhältniswahl statt. Für die freien Gcwerk- schaften dürste aus der Einführung dieses Systems kaum ein Nachteil entstehen. Die Sitze, die an die Hirsch- Dunckerschen bczw., an die Christlichen abgegeben werden müssen, werden durch eine größere Vertretung der freien Arbeitgeber teilweise wieder wettgemacht. Wider die Spielautomaten. Der Minister des Innern hat jetzt das Reichsgerichtserkenntnis vom 28. Februar d. I., in welchem der Spielautomat„Imperator"(Hebelautomat) für ein ver- boten es Glücksspiel erklärt wird, den Regierungen in Ab- schrift zur Kenntnis und entsprechenden Verständigung der nach- geordneten Behörden zugehen lassen.„Ich ersuche." so schließt die ministerielle Verfügung,„dem Unwesen der Spielauto- malen Ihre besondere Aufmerksamkeit zu- wenden zu wollen." Vor dem Berliner Gewerbegericht klagte der Packer Hönig gegen die Firma Jacob wegen Lohnentschädigung und Rückzahlung von Kaution. Kläger war sofort entlassen worden, weil er erzählt hatte, daß der Beklagte dem Fräulein Fuchs einen Kuß habe geben wollen. Diese habe sich aber gesträubt und erwidert:„Eine Judenschnauze küsse ich nicht!" Die Zeugen Braun und Rcppen bestätigten, daß der Kläger ohne verletzende Bemerkungen für den Beklagten dies im Kontor erzählt habe. Fräulein Fuchs bekundete, es sei richtig, daß der Beklagte von ihr einen Kuß verlangt habe. Die Worte: „Eine Judenschnauze küsse ich nicht!" habe sie zu dem Beklagten nicht gebraucht. Später habe sie den Vorfall erzählt und dabei bc- merkt:„Einen Juden küsse ich nicht." Das Gericht erkannte darauf- hin, daß die Entlassung des ftlägers zu Unrecht geschehen sei, denn er habe ohne verletzende Bemerkungen im ganzen nur eine wahre Tatsache erzählt, wenn er im Kontor erzählte:„Herr I. stehe unten und wolle von Fräulein Fuchs einen Kuß haben. Diese hätte aber gesagt:„Eine Judenschnauze küsse ich nicht!" Die Firma Jacob wurde nach dem Klageantrag verurteilt. Tuet Geld in meinen Beutel! Die katholische Kirchenbettelei engros, über die wir mehrfach berichtet haben, soll nun wirklich ins Werk gesetzt werden. Man iveiß bloß noch nicht, welches der sicherste Weg ist, um die Schäflein so kurz wie möglich zu scheren. In der „Märkischen VolkS-Zeitung", dem Ableger der„Germania", wird der Vorschlag gemacht, in erster Linie die— Geistlichkeit heranzuziehen. In Deutschland gibt cS etwa 20 000 Priester, übrigens eine recht nette Anzahl. Von diesen solle jeder jährlich nur 10 M. bei- steuern. Der Geistliche könne diese Last um so eher tragen, als er von Konrmunalabgaben, Schullasten und Kirchensteuern befreit ist. Mit diesem Vorschlage will man wohl so etwas wie Perlen vor die Säue werfen? Derjenige katholische Geistliche, welcher aus eigenem Verdienst zu Kirchenbauten beiträgt, muß erst mit der Laterne gr- sucht werden. Viel eher sind diese Herrschaften geneigt, sich für die Mühsal der Bettelei aus den eingehenden Geldern sehr anständig bezahlt zu machen. So erfährt mau auS demselben Bericht, daß ein einziger sehr fleißiger Kirchcnbettler in einem einzigen Jahre 88 000 Mark Bettelunkosten gehabt hat. Was muß da erst insgesamt zu- sammengebettelt worden sein! Ferner heißt es offenherzig:„Der Klerus müßte noch mehr tun. Es gibt Pfarreien mit überreichlichem Einkominen, besonders in der Diözese Breslau. Wo bleiben alle diese kirchlichen Gelder, die ein einzelner Herr wohl kaum allein verbrauchen kann?" Ja, wo bleiben die zusantmengeschacherten Gelder—- das fragen auch wir. Run, das satte, blühende Aussehen der katholischen Geist- lichkeit gibt am besten die Antwort darauf. Mancher Priester sieht zwar viel Not, aber am eigenen Leibe lernt er sie niemals kennen. Das' Predigen des Wortes GotteS ist eben heutzutage noch immer ein sehr einträgliches Geschäft. Die Strahensperrunaen nehmen kein Ende. Zu den bereits angekündigten Verkehrssperrungen am Sonntag und am Montag kommt eine neue zu Dienstag angekündigte. Der Polizeipräsident macht bekannt, daß aus Anlaß des am 2. Juni d. I., abends 9ZÄ Uhr, vor der Schloßterrasse im Lustgarten statt- findenden großen Zapfenstreichs etwa von TVa Uhr abends ab ge- sperrt werden: 1. für jeglichen Verkehr: die Kaiser-Wilhelmbrücke, der Lust- garten, die Sck'loßbrücke, die Fahrdämme der Schloßfrciheit und der Plötze am Opern- Und Zeughause. 2. nach Bedarf: die Straße„Unter den Linden" östlich der Eharlottenstraße, der Schinkelplatz, die Straße am Zeughause und die einerseits von der Behrcnstraße, Französischen Straße, dem Werderschen Markte, andererseits von der Dorothcenstraße her nach den gesperrten Straßen und Plätzen führenden Zugänge. Die Aufhebung der Sperrungen erfolgt nach Beendigung de? Zapfenstreichs. Drei Tage hintereinander wird demnach in sehr umfangreicher Weise der Verkehr stundenlang unterbunden sein. Und das alle», weil Berlin die Haupt- und Residenzstadt des.Deutschen Reiche? ist. Wie lange wird sich das Bürgertum das gefallen lassen? Wir vermuten, man wird gar nichts sagen und höchstens hier und dort die Faust in der Tasche machen. Ein Verkehrsweg in verwahrlostem Zustande. Am Ende der Thaerstraße führt eine alte Holzbrücke, die„Schwarze Brücke" genannt, über den Nordring. Von hier aus zieht sich eine lebhaft srcguentiertc, zurzeit noch unbebaute und unregulierte Straße nach der Landsberger Allee hin und bildet die direkte Verbindung des Viehhofsviertels mit den Orten Wilhelmsbcrg, Hohen-Schönhausen und Weißensec. Diese Straße— einen Namen hat sie noch nicht — zeigt sich in dem äußerst primitiven Zustand eines Landweges. Den Fahrdamm deckt ein schlechtes, holpriges Steinpflaster, zu beiden Seiteu führt je ein schmaler, ungepflastertcr Fußweg. Doch dieser Zustand an sich ist es nicht, der uns zur Kritik Veranlassung gibt. Die Straße weist ncch einen ganz besonderen Mißstand aus, und darüber führen die Bewohner jener Gegend mit Recht lebhafte Klagen. Kurz hinter der„Schwarzen Brücke" senkt sich das Straßen- Niveau, um sich nach etwa 20—30 Meter wieder zu heben. In dieser Senkung sammeln sich bei Regenwetter die Wassermassen derart an, daß der Straßendamm in seiner ganzen Breite und in einer Länge von etwa 20 Meter von einer tiefen Psütze schmutzigen Wassers bedeckt ist. Wäre der Fußweg nicht erhöht, dann würde auch er vom Regenwasser überflutet werden. In Zeiten anhalten- den Regenwetters, wie wir es in den letzten Tagen hatten, steht jene Stelle der Straße ständig unter Wasser. Augenblicklich ist das schon seit etwa 8 Tagen der Fall. Einen Abfluß haben die Wassermassen nicht. Sie bedecken die Straße solange, bis Sonne und Luft da? Wasser verdunstet haben. Das ist in der Tat«in geradezu skanda- löser Zustand, um so mehr, da es sich hier nicht etwa um einen stillen Landweg, sondern um eine großstädtische Verkehrssttaße handelt. Hier ziehen an Sonn- und Feiertagen Tausende von Ar- beitcrfamilien, die im Viehhofsviertel wohnen, hinaus zu einem Spaziergange in die Laubenkolonien und in die zur Gemeinde Lichtenberg gehörenden Felder. Die Fußwege zu beiden Seiten der Straße werden an solchen Tagen nicht leer von Spaziergängern. Wenn nun ein Wagen die Straße passiert und die Wasserpsütze durchfährt, so spritzen die schmutzigen Wassermassen unter den Hufen der Pferde und den Rädern des Wagens hoch auf und überschütten die Fußgänger mit einem Regen von Schmutz und Schlamm. Auch Unglücksfälle können durch den geschilderten Zustand der Straße herbeigeführt werden. So können Pferde an Hindernissen, die das Wasser bedeckt und deSbalb nicht sichtbar sind, zu Fall kommen, oder. durch den Anblick der Wasserfläche scheu werden und in die Menge der spazierengehenden Frauen und Kinder hineinrasen. Das Un- glück, was in solchen Fällen entstehen könnte, ist nicht auszudenken. Besonder» gefahrdrohend ist der Zustand der Straße in der Dunkel- heit, die durch das spärliche Licht einiger Petroleumlaternen kaum durchbrochen wird.— Eine Abänderung des skandalösen ZustandeL ist im Interesse der Verkehrssicherheit dringend geboten. Im vor- nehmen Westen würde man eine Straße wohl nicht jahrelang in einem solchen Zustande belassen. Aber im Osten, ach, da kommen ja nur Arbeiter in Frage. Da beeilt man sich nicht mit der not, wendigen Verbesserung der Verkehrswege. Vom„Tonfall" beim Militär. Verharren im Ungehorsam, Widerrede gegen einen Verweis, sowie Achtungsverletzung. und dies alles vor versammelter Mann- schaft— das waren die Bergchen, die den Grenadier A r t u r Starsinsky vor das Militärgericht der Gardedwision geführt hatten. St., der seit Oktober 1906 dient und bei dem 3. Garde- regiment z. F.(9. Kompagnie) steht, sollte all dieser Vergehen sich schuldig gemacht haben gegen seinen Leutnant, einen Grafen von Bülow? Wie war er dazu gelangt? Am 8. Mai wars, da wurde nachmittags auf dem Kasernenhof stramm exerziert. Hierbei schien es dem Vizefeldwebel Matschke, daß St. im Marschieren die Beine nicht hoch genug hebe. Da St. sonst ein tüchtiger Marschierer war, so fiel da» dem Vizefeldwebcl auf. Trotz mehrfachen Befehles/die Beine hoher zu heben, leistete St. nicht die geforderte Höhe. Er wurde nun zu besonderer Bc- Handlung dem Unteroffizier Pkath überwiesen, aber auch der fand, daß die Höhe, bis zu der St. seine Gehwerkzeuge erhob, nicht auS- reichend sei. Inzwischen hatte bereits Leutnant von Bülow den Mann beobachtet und ihn aufs Korn genommen.„Starsinsky," rief er ihm zu�„marschieren Sie strammi, heben Sie die Beine höher!" Als auch dieser Befehl nicht den gewünschten Erfolg brachte, fragte ihn der Leutnant:„Warum heben Sile die Beine nicht höhe r?" Da antwortete St.:„J ch b i n z u a n- gestrengt." In diesem Verhalten erblickte die Anklage ein ÄerharrenimUngehorsam. Am 9. Mai gab St. wiederum Anlaß zur Unzufriedenheit, wieder marschierte er dem Herrn Leut- uaut zu schlapp. Darum wurde St. von ihm, als das Exerzieren beendet war, zum Nachexerzieren kommandiert mit� den Worten: „Starsinsky zum Sergeanten Fröhlich, marsch marsch I" St. bc« gann zu laufen, aber er lief dem Leutnant nicht schnell genug. Dieser rief ihn an:«Ich befahl doch marsch, marsch!" St. blieb stehen, nahm stramuie Haltung an und sagte:„Ich muß doch erst den Sergeanten Fröhlich suchen." In dieser Antwort er- blickte die Anklage eine Widerrede gegen einen Ver- weis, vor allem aber folgerte sie aus dem T o n s a l l cum Achtungsverletzu n g. Bor Gericht erklärte St., am 8. Mai sei er tatsächlich �ibcran« strengt gewesen. Er sei mittags spät, erst nach 2 Uhr. vom Schießen heimgekehrt, habe schnell sein Mittagbrot heruntergegessen und habe dann vor 3 Uyr sich schon wieder rüsten müssen, auf. dotn Kasernenhof anzutreten; er sei aber von anstrengenden Turnübungen, die er am Tage vorher mitgemacht hatte, noch so erschöpft gewesen, daß ihm alleKnochen weh taten. Am 9. Mai habe er den Befehl, zum Sergeanten Fröhlich zu laufen, nur deshalb nicht schnell genug ausgeführt, weil er Fröhlich nicht sofort auf dem Kasernenhof erblickte. Daß St. überanstrengt sein konnte, wurde glaubhaft gemacht durch die Aussage dreier als Zeugen ver- nommener Kameraden, denen es ähnlich ergangen war. Leutnant von Bülow behauptete freilich, die Schlappbeit sei nur böser Wille gewesen. Auch über Beginn und Dauer der Nebungen vom Nachmittag des 8. Mai machte er Angaben, die denen des An- geklagten widersprachen. Doch ergab die Vernehmung deS Vize« feldwebels Matschke Ivie des Unterofsiziers Plath, daß es der Herr Leutnant war, der hier sichjrrte. Auch sestie Behauptung, den Sergeanten Fröhlich hätte St. sehen müssen, wurde nicht unter» stützt. Plath sagte, St. habe im zweiten Gliede gestanden, da habe er Fröhlich wohl nicht gleich gesehen, und Matschke bekundete, er selber habe zunächst auch nicht gewußt, wo Fröhlich stand. Blieb noch der„Tonsall", den der Herr Leutnant als„frech" empfunden hatte und von dem er sagte, daß er für ihn eigentlich der Hauptgrund gewesen sei, die Sache zu melden. Matschke und Plath bekundeten, ihnen sei an dem Ton nichts aufgefallen, St. habe gesprochen, wie er eigentlich immer spreche. Ueber St.s sonstiges Verhalten hatte der Hauptmann von Rosenberg sich zu äußern. Er bekundete, St. habe das Zeug zu einem tüchtigen Soldaten und sei eigentlich auch ein tüchtiger Soldat, aber er sei als Rekrut ihm von vornherein durch ein gewisses Etwas aufge- fallen, daher habe er, der Hauptmann, dem Feldwebel gleich gesagt, dem traue er nicht, der werde ihnen noch mal zu schaffen machen. Auf Befragen erläuterte dieser Zeuge dies dahin, St. habe so etwas Lauerndes, er beobachte seine Vorgesetzten und suche, wo er einhaken könne. Wir wollen hier nebenbei bemerken, daß St. tatsächlich seinev Vorgesetzten.zu schaffen gemacht" hat/ st ist gegen einige Borgefehte, die auf die Anklagebant tamen, als Beuge| Weißenfee. aufgetreten. Nach dieser Beweisaufnahme beantragte gegen St. der Anklagebertreter drei Wochen strengen Arrest. Das Gericht erkannte zum Fall vom 8. Mai auf Freisprechung, weil St. wohl doch schlapp ges wesen sei. Zum Fall vom 9. Mai sprach es ihn schuldig; er habe da teine Widerrede führen dürfen, am allerwenigsten in diesem Zone. Das Urteil lautete auf 5 Tage Mittelarrest. Rindesleichen werden gegenwärtig tagtäglich aufgefunden. Auch vom gestrigen Tage haben wir über einen derartigen Fall zu berichten. In der Romintener Straße 2 wurde die Leiche eines wenige Tage alten Knaben von einem Hausbewohner aufgefunden. Der tote Körper war in ein langes Handtuch eingewickelt, das die Zeichen H. M. trug. Die Leiche wurde zur gerichtlichen Obduktion nach dem Schauhaus gebracht. Das starke Unwetter, das gestern nachmittag in der 4. Stunde tobte, hat stellenweise recht erhebliche Schäden verursacht. Wenn auch durch den niedergegangenen woltenbruchartigen Regen nur unerhebliche Ueberschwemmungen herbeigeführt wurden, so hat doch der Sturmwind, der das Unwetter begleitete, sehr nachteilige Folgen gehabt. Es wurden durch ihn ganz bedeutende Windbrüche herbeigeführt, und nicht allein in den städtischen Anlagen, sondern auch draußen in den Forsten sind Bäume entwurzelt und starte Neste gebrochen worden. Auch unter den Fensterscheiben hat der Sturm arg gehaust. An den Häusern wurden Schilder heruntergeriffen und auf die Straße geschleudert, wodurch die Baffanten in große Gefahr gebracht wurden. Ebenso hat das Unwetter wieder in den Obstplantagen empfindliche Schäden verursacht. Im Hörsaal der Treptow- Sternwarte( Restaurant Benner) ſpricht Direttor Dr. Archenhold am Sonntag, den 31. Mai, nach mittags 5 Uhr, über„ Bulkanismus auf der Erde und auf dem Monde", abends 7 Uhr über das Thema„ Eine Wanderung durch das Weltall". Am Montag, den 1. Juni, abends 9 Uhr, findet der Vortrag Entfernungen und Bewegungen der Sterne" statt. Sämtliche Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr wird jezt am Tage die Venus, abends am Sonntag der Jupiter und von Montag, den 1. Juni, an der Mond gezeigt. Arbeiter- Bildungsschule, Berlin. Die letzten drei Nedeübungen sind, wie folgt, feftgelegt: heute, Sonntag, früh 9. Uhr; Freitag, den 5., und Mittwoch, den 10. Juni. Der Geschichtsunterricht beginnt, sich an Nedeübung anschließend, 10% Uhr. treten. Aus der Gemeindevertretung. Die Ausführungen des Redners wurden mit reichem Beifall belohnt. In der Diskussion sprachen verschiedene Frauen in dem bekannt, daß in der Schönhauser Borstadt 500 Frauen dem Allselben Sinne. Die Vorsitzende, Genossin Panzeram, machte gemeinen Wahlverein beigetreten sind. Zum Schluß forderte sie Sie Frauen auf, dem„ Vorwärts" und der„ Gleichheit" überall in Proletarierfamilien Eingang zu verschaffen. Dem Erlaß einer Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Schweinemästereien wurde einstimmig zugestimmt. Danach dürfen Schweinemästereien nur noch 200 Meter von bewohnten Gebäuden ab errichtet werden, und solche, welche den Anforderungen innerhalb zwei Jahren nicht genügen, müssen den Betrieb einstellen. Auch den hier viel vertretenen Gänsemästereien Der Tabakarbeiterverband hielt am Freitag eine außerordent wird man in furzer Zeit mit verschärften Maßregeln entgegen- liche Mitgliederversammlung der Zahlstelle Berlin ab, in der Stadt Gebäude für seine Zwede gekauft, ist aber mit der Umsatzsteuer bevorstehenden 6. Gewerkschaftskongresses res Der Gemeindehausbau- Verein hatte vor Jahresfrist ein berordneter Adolf Ritter über" Die Aufgaben des und der Grundwertsteuer im Rückstande geblieben. Nachdem die ferierte. Der Redner besprach die verschiedenen Bunkte der Tages Aufforderung auf Zahlung keinen Erfolg hatte, kam man auf den ordnung des Kongresses, wie auch den Antrag der Tabatarbeiter, Gedanken, sich diese Summe im Betrage von 540 und 1200 M. ein- die Gewerkschaftsmitglieder zu verpflichten, dafür zu sorgen, daß fach von der Gemeinde schenken zu lassen, sintemalen vor vier auch ihre Frauen und Töchter, soweit sie als Arbeiterinnen oder Wochen die Vertretung bereits die Zinsgarantie über 60 000 M. Angestellte tätig sind, den betreffenden Gewerkschaften zugeführt zum Zwecke des Hausbaues übernommen hatte. Unsere Genossen werden. Der Vortrag, der mit den Worten schloß, daß die ge übten gebührend Krilit an den Praktiken dieses Vereins, an dessen werkschaftliche und politische Arbeiterbewegung zwei Ströme find, Spike Männer stehen, die sonst nicht genug gegen alle von unseren die beide dem großen Ziele der Befreiung der Arbeiterklasse zu und politiche der Genossen im Interesse der Allgemeinheit verfolgten Bestrebungen streben, fand lebhaften Beifall. Hierauf wurde, soweit Berlin fämpfen. In dem Bericht der Weißenseer Zeitung" ist der Bericht- in Betracht kommt, die Wahl der Delegierten zum Ge erstatter verärgert, daß Genoffe Taubmann wieder mal das perfon- wertschaftstongreß vorgenommen. Alle Stimmen, mit liche Gebiet betreten hat, während er doch nur hervorhob, daß Ausnahme von zweien, vereinigten sich auf den Namen des in der einzelne Personen gerne nach oben" sich hervortun, um recht bald vorigen Versammlung vorgeschlagenen Kandidaten Wilhelm das Knopfloch geziert zu sehen. Die ganze Debatte hatte das eine Börner. erreicht, daß die verlangten Gelder nicht als Geschenk gegeben, sondern dem Verein auf zwei Jahre zinsfrei gestundet werden, was so ziemlich dasselbe bedeutet, denn in zwei Jahren hat man so manches vergessen. Als Vertreter zum Brandenburgischen Städtetage wird der Gemeindevorsteher entsendet. Eine vom Baurat Gerlach ausgearbeitete Feſtſeßung von Fluchtlinien für das zwischen Falkenberger- und Berliner Straße liegende Gelände wurde genehmigt. Eine neue Festsetzung war notwendig, weil die neu errichtete Industriebahn gerade diesen Teil mitten durch schneidet. Mittenwalde. Folgen hätte begleitet sein können, hat sich in der vorgestrigen Nacht Eine seltsame Eisenbahnkatastrophe, die von den schwersten. auf der Königs- Wusterhausen- Mittenwalder Bahn ereignet. Der lekte Zug, der nachts von Königs- Wusterhausen um 12,35 11hr abgeht, hatte die hiesige Station erreicht, und als er aus der Station herausfahren wollte, fam er auf ein falsches totes Gleis. Der Zugführer bemerkte dies erst, als der Zug bereits über die Gleise den Schuppen losfuhr. Das Tor wurde zertrümmert und auch die hinweggefahren war und gegen den am Ende der Schienen stehenWand an der andeven Seite wurde durch die Lokomotive durchArbeiter- Bildungsschule Berlin. Am Sonntag, 7. Juni brochen. Das Fachwerk des Gemäuers wurde in Stüde geriffen ( 1. Pfingstfeiertag) Ausflug nach Fangschleuse. Alb- und so trat die Maschine an der anderen Seite des Schuppens fahrt des Zuges nach Grtner Aleranderplah 8,29 Uhr, Jannowit- wieder heraus. Etwa 20 Meter weit war der Train ohne Gleise brüde 8,31 Uhr, Schlesischer Bahnhof 8,34 Uhr. Treffpunkt für gefahren. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß bei Nachzügler bis 10% Uhr Degebrodts Restaurant", dem Unfall Personen nicht zu Schaden tamen. Die Passagiere, Friedrichstraße 1 in Erfner, von 12 Uhr mittags ab Restau- die mit dem Zuge noch bis Löpchin weiterfahren wollten, mußten rant zum Werljee", Inhaber Franz Karolemosty in Fang- die Fahrt natürlich unterbrechen. schleuse. Zu erreichen von Bahnhof Erkner durch Omnibus, Motorbootverbindung oder zu Fuß durch die Hübnerstraße über die Rödnißbrücke, rechts direkter Waldweg. Bahlreiche Beteiligung erwartet Das Komitee. " Nieder- Schönhausen. Montagabend eine Frauenversammlung veranstaltet, die im Lokal Im Westen Berlins hatte der Allgemeine Wahlverein anr Montagabend eine Frauenversammlung veranstaltet, die im Lokal Königshof", Bülowstraße, stattfand. Genoffin Wurm hielt einen Vortrag über:„ Die Frauen und die Landtagswahl". Die Rednerin spornte die Frauen an, in dem jebigen Wahlkampf den Männern au Silfe zu kommen, die Sturm laufen gegen das beſtehende Dreiflaffenwahlrecht. Die Frauen, so betonte fie, haben nur die ein. Partei, die sozialdemokratische, auf welche sie sich verlassen können. Scharf kritisierte Genossin Wurm die liberalen Frauen, die mit den Männern ihrer Klasse dieselben Interessen haben und die auf dem Boden der tapitalistischen Ordnung der Dinge stehen. Dem Vortrage folgte nur eine kurze Diskussion. Sozialdemokratischer Agitationsverein für Arnswalde- Friede berg. Heute nachmittag 4%, Uhr bei Thimm, Tilsiter Straße 79: Ver sammlung. Gäste willkommen. Friseurgehilfen. Morgen( Montag), abends 1,10 Uhr, Kommandanten ftraße 58: Deffentliche Bersammlung. Eingegangene Druckfchriften. Psychologie der Frömmigkeit. Bon Th. Kappstein. 4,50 M. Berlag m. Heinsius Nachf. in Leipzig. Die neue Generation. Heft 5. Herausg. Dr. Helene Stöder. 50 f. Berlag: Defterheld u. Co., Berlin W. 15. Das Recht der Eisenbahner. Von S. Kaff. 1 Kr. Verlag: Allgem. Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein in Wien. Die feynelle Frage und das Christentum. Bon J. Marcuse. 2 M. Berlag: Dr. 23. Selinthardt in Leipzig. 500 unsterbliche Wige und Anekdoten. Von P. Oppermann. 1 M. Berlag: G. Danner, Mühlhausen i. Th. Proletarierkrankheit und franke Proletarier. Von D. Thomas. 20 Pf. Berlag:" Bollsstimine", Frankfurt a. M. Zeitschrift für Segnalwissenschaft. Nr. 5. Herausgeber: Dr. M. Hirschfeld. Einzelheit 1 W. Berlag: G. 5. Biegand, Leipzig. ,, La belle Ferronnière" von W. Schöller. In vier Auf sügen. Berlag: 2. N. Meyer in Wilmersdorf, Staiſerbia 16. Berlin W. 35. Vereinsgesetz von A. Nomen. Kart. 1 M. Verlag: J. Gutlentag, Briefkaften der Redaktion. Die letzte Gemeindevertretersizung nahm zunächst Kenntnis von einer Petition der Grundbesitzer des nordwestlichen Ortsteils wegen der Kanalisation und der Pflasterung der Germanenstraße. Hierzu Feuerwehrbericht. Gestern früh um 4 Uhr wurde der fünfte teilte der Bürgermeister mit, daß die Pflasterung beschlossen sei, Löschzug nach der Köpenider Straße 67 alarmiert. Dort war die Kanalisationsarbeiten aber noch nicht in Angriff genommen Seller Feuer ausgekommen, das bald gelöscht werden konnte. Der werden können, weil die Regierung die Genehmigung noch nicht Befund der Brandstelle und die Ermittelungen ergaben, daß bor- erteilt habe. Ein Grund zur Beunruhigung sei nicht vorhanden, fäßliche Brandstiftung vorlag. Spähne usw. waren an mehreren da zur Ausführung der Arbeiten schon alles vorbereitet sei. BeStellen zusammengetragen und dann angezündet worden. Gine Stunde später brannte im Keller des Hauses Grünthaler Straße 42 antragte Fristwahl genehmigt worden. Es wählt die erste Klasse Sof. treffs der Landtagswahl ist die beim Minister des Innern be- Die juristische Eprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gweiter Dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Holz u. a. Ob in diesem Fall auch Brandstiftung vorlag, fonnte von 2-2%, die zweite von 3-4% und die dritte von 5-8 Uhr. wochentäglich abends von 7 bis 9½ 1hr statt. Geöffnet 7 Uhr mit Bestimmtheit nicht mehr festgestellt werden. Gleichzeitig, um Der alte Steigerturm sowie die Gasanlage des alten Sprißenhauses Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder aufrage ift ei 4 Uhr nachts, wurde die Feuerwehr nach der Müllerstraße 53 ge- soll auf Abbruch verkauft werden; der Erlös wird der Kaffe der Buchstabe und eine Zahl als Merkzetchen beizufügen. Briefliche Autwork rufen. Auf dem Hofe stand ein hochbeladener Heuwagen in Feuerwehr überwiesen. Für die gastweise die hiesige Boltsschule wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Flammen. Diese schlugen mächtig empor und verbreiteten eine besuchenden Kinder wurde das Schulgeld auf 36 M. festgesezt. Ein E. S. 21. Unseres Wissens nein. Finden Sie sich doch Sonnabends große Hiße. Der 16. Bug mußte träftig Wasser geben, um ein Antrag der Baukommission auf Verbreiterung des Straßendammes zum letzten Termin dort ein, C. R. 28. Falls Ihr Vater nicht aus Ueberspringen des Feuers auf die Nachbarschaft zu verhüten. Die der Blantenburger Straße und des Herthaplates wurde in nicht- 2. Reflamieren Sie noch jetzt, erkundigen Sie sich auf dem Gemeindeburean, der Kirche aus getreten war, ja. G. 8, 15. 1. Sie müßten zahlen. Entstehung des Brandes konnte nicht ermittelt werden. Wegen öffentlicher Sibung beraten. Des weiteren hatte sich die Vertretung weshalb die Zustellung nicht erfolgt ist. cines Küchenbrandes erfolgte ein Alarm nach der Gylauer Straße 25 mit der Bestimmung eines Plates für die neu zu errichtende Volts zum Quartalsschluß, also zum 30. Septentber. Auna 10. Bis am 3. Juli und wegen eines Wohnungsbrandes nach der Winsstraße 60. Ferner schule zu befassen; die Angelegenheit wurde bertagt, um erst ein etwas tolle, lustige Scherz als Freiheitsberaubung oder Körperverlegung P. 5. 105. Wird der hatte die Feuerwehr in der Köpenicker Straße 145 zu tun, wo in mal festzustellen, ob das zu diesem Zwecke angetaufte Grundstück angesehen, so würde Verjährung noch nicht vorliegen. Anders, wenn die einer Fabrik die Bekleidung einer Transmission u. a. brannte. in der Charlottenstraße oder das auf dem Wasserwert für die Schule Anklage auf groben Unfug oder dergleichen lautet. Heinicke 16. Nein. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montagabend 9 Uhr 1. Abteilung der geeignete Platz ift.( Weit beffer und vorteilhafter für die Ge die Kinder müßten besonders austreten. Der Vater fann für sie den AusDresdener Straße 45 Vortrag über Verlegungen, Wundbehandlung, meinde wäre das Wasserwerksgrundstück, wenn anstatt der Schule tritt erflären... 84. Sie können wählen.- D. 2. 2. 1. Das wird Blutstillung. Daran anschließend praktische Uebungen. Neue Mit eine Badeanstalt darauf errichtet würde. Diese Einrichtung würde schwerlich geschehen. Eventuell müßten Sie fich unter Brotest fügen. 2. Ja, 6. 238. 1. Benn sie invalide ift, ja. 2. Ja, in je zwei Jahren glieder können noch eintreten. von der arbeitenden Bevölkerung mit Freuden begrüßt werden. müssen aber mindestens 20 Marten geklebt werden. 3. Ungefähr 12 Mart. Da ja der östliche Ortsteil die stärkste Entwickelung aufzuweisen 4. Berficherungsanstalt Am Stöllnischen Bart. Australien. Ueber Aushat, so wäre wohl das in der Charlottenstraße gelegene Grundstück wandererangelegenheiten erhalten Sie am besten in der amtlichen Auskunftdas geeignetste für die Schule.) 500 m. wurden bewilligt für bau- ftelle, Schellingstr. 4, Auskunft. R. M. 78. 1. Gegenseitige Abneigung liche Veränderungen in der höheren Mädchenschule zur Gewinnung ist kein Scheidungsgrund. 2. Auch das Getrenntleben berechtigt zur Ehe neuer Klassenräume. Ferner wurde eine Kommission gewählt zur Bugtag im Jahre 1889. scheidung nicht. Wette 1111. Auf Mittwoch den 15. Mai fiel der Beschlußfaffung über die Mietung von Bureauräumen oder die nähernd aus den amtlichen Mitteilungen über die Berufszählung von 1895 K. W. 50. Die Zahlen würden Sie an Erbauung eines Rathauses. Der Kommission gehören die Ber- und aus den vom Reichsversicherungsamt alljährlich herausgegebenen Nach treter A. und H. Kuhlmann, Rathenow, Dr. Pratsch, Savemann, weisen über die Ergebnisse der Berufsgenossenschaften ermitteln tönnen. Rüdert, Herms, Thormann und Jeratsch an. Hierauf folgte eine A. G. 7. Nein. Boghagen M. P. 7. Sie sind zur Reparatur verpflichtet. nichtöffentliche Sigung. R. 46. Nein. Neuu. 1. und 2. Sie müßten fich an die Charité oder an einen Arzt wenden. 3. Nein. B. D. 1869. Sie Spandau. tönnen sich an die Deutsche Bank wenden; wir raten Ihnen aber, das Geld an der Sparkasse zu lassen. Bruderherz 84. Sa, Sie können aber unter Darlegung des Sachverhalts bei der Steuerdeputation mit Aussicht 1. In dreißig Jahren. 2. Ja. 3. Die Ehefrau, die ohne Einwilligung auf Erfolg um Niederschlagung der Steuer einkommen. 2. 100. des Mannes oder Anordnung des Gerichts bont ihm getrennt lebt, tanu Unterhalt von ihm nicht verlangen. Wonnemonat. Ja. 5. S. 1. Der neue Wirt müßte die Konzession auf sich übertragen laffen. Schließen Sie den Kaufvertrag nicht ohne die Stlausel ab, daß der 2. F. 31. Bertrag erst Gültigkeit hat, wenn die Stonzession erteilt ist. Ohne Kenntnis der Prozeßaften und des näheren Sachverhalts ist Ihre Frage nicht zu beantworten. 5. E. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja, das wäre 5. Gezwungen werden tann der 6. Leider nein. Der Zoologische Garten hat neuerdings einige sehr interessante Nagetierformen erhalten, die nur äußerst selten lebend aus ihrer afritanischen Heimat nach Europa gelangen. Nicht weniger als drei verschiedene Arten von Grdeichhörnchen, von denen das aus Liberia stammende Stück ein Geschenk des Konsuls Freytag aus Monrovia ist, bevölkern einen der großen Ausläufe des neuen Nagetierhauses, während der absonderlichen Fettschwanz maus ein Käfig neben ihren Verwandten angewiesen wurde. Aus dem weichen, hellsandgelben Fell dieser Wüstenbewohnerin treten die großen schwarzen Augen eigenartig hervor, aber auch der kurze, am Ende verbreiterte Schwanz, der unbeharrt und äußerst zart ist, hebt sich auffallend von der übrigen Erscheinung des niedlichen Tieres ab. Namentlich gegen Abend verlassen diese kleinen Nager ihre Schlupfwintel, während die Erdeichhörnchen sich mit großem Behagen den wärmenden Sonnenstrahlen aussehen. " Achtung, Landtagswähler! Zu den Wahlmännerwahlen am 8. Juni wählen die Urwähler der ersten Abteilung von 10 bis 10% Uhr vormittag, die der zweiten Abteilung bon 11 bis 12% Uhr und die der dritten Abteilung von 3 bis 7 Uhr nachmittag. Es ist Daß das Berliner Aquarium durchaus noch nicht, wie man in Pflicht eines jeden Parteigenossen, so früh wie möglich im Wahlden Bevölkerungsfreifen vielfach glaubt, an ein Schließen feiner lokale zu erscheinen. Wer seine Stimme nicht bis zur festgefekten Pforten denkt, sondern wenigstens bis ins nächste Jahr dem An- Zeit abgegeben hat, kann nicht wählen. Da der hiesige Magistrat regung und Belehrung suchenden Publikum in bisheriger Weise feine Wahleinladungen verschickt, so ist jeder Wähler auf die Bedie verschiedenartigsten Bewohner des Meeres und der Binnen- kanntmachung in den bürgerlichen Blättern angewiesen. Die amtliche Bekanntmachung liegt heute dem Vorwärts" bei. gewässer, des Gebirges und Flachlandes vorführen wird, erfieht Achte daher ein jeder darauf und überzeuge sich genau, in welcher man aus den zahlreichen Erwerbungen, die fortgesetzt einlaufen. Die Klasse der Fische ist dabei durch ein Dugend Arten aus den füd- Abteilung er zu wählen hat, was aus dem angeführten Steuersatz und den nordeuropäischen Meeresgebieten vertreten, unter ihnen ersichtlich ist. einer der gefräßigsten Räuber des Mittelmeeres, der bis meterstraße 9, gern bereit, jedermann Auskunft zu erteilen. In Wahlfachen ist Genoffe Köppen, Buchhandlung, Jagow. lang werdende und auf filbergrauem Grunde schwarzviolett getupfte Großzahnbarsch, in einem großen und einem fleinen Er- Diejenigen Parteigenoffen, welche am Tage der Wahl bei den emplar, sowie der durch seine gleichmäßige und schöne braune Wahlarbeiten mithelfen wollen, haben sich früh 8% Uhr in einem Zebrastreifung auffallende silberweiße Seebrassen. Bon anderen der folgenden drei Lokale bei dem Wahlleiter zu melden: GottFischen wurden Gier eingesandt, so 60 Etüd der großen, bier wald, Schönwalder Straße 80, Böhle, Havelstr. 20 und Schröter, zipfeligen durchscheinenden Eier eines Haifisches, die nun hier ihre Pichelsdorfer Straße 5. Nachentwickelung durchmachen werden. Unter den wirbellosen SeeAm Dienstag, den 2. Juni, abends 8% Uhr, zwei große öffent. tieren ist die feltfamste aus der Gruppe der Blumenpolypen eine liche Landtagswählerversammlungen bei Gottwald, früher Sumte, Federforalle oder Geefeder, deren außerordentliche Schönheit fich Schönwalder Straße 80 und Koepnid, Bichelsdorfer Straße 39. allerdings nicht ahnen läßt, solange dieses Lebewesen am Boden Genossen! Agitiert für zahlreichen Besuch der Versammlungen. liegt, dagegen fich unvergleichlich entfaltet, sobald sie festen Fuß Das sozialdemokratische Wahlkomitee. gefaßt und sich straff aufgerichtet hat. Vorort- Nachrichten. Ober- Schönewveide. Einem bedauerlichen Unglüdsfall ist ein blühendes Menschen. leben zum Opfer gefallen. Mehrere Schuljungen vergnügten fich mit Schießen aus einem ganz minderwertigen Revolver. Dabei erhielt der zwölfjährige Schüler Bid einen Schuß in die Nasengegend unterhalb der Stirn. Die Kugel drang bis ins Gehirn. Anstatt zu einem Arzt zu laufen schleppten die Jungen den Verletzten erst zu einem entfernten Waffertümpel im Walde, um das Blut abzuwaschen. Der Verlegte mußte nach dem Krankenhause Rummels burg übergeführt werden, wo er am nächsten Tage der Verlegung erlag Verfammlungen. ein Bergleich. 4. Die Ansicht trifft zu. wirt nicht, von dem Vertrage Abstand zu nehmen. Chne Zustimmung des Birtes ist der Vertrag nicht zu lösen. D. t. 200. Reineswegs. Klagen Sie beim Staufmannsgericht auf Bahlung des vollen Gehalts. D. 50. Slagen Sie Ihre Forderungen ein und lassen Sie sich dann die Forderung gegen den Pfandleiher über. Tante 65. Das Geld wird bei der Hinterlegungsstelle auf weisen. bewahrt und wird der Erbin ausgezahlt, wenn sie eine Zodeserklärung des mit dem Legat Bedachten aufweist. D. 7. 20. Bom Ablauf des auf Ihren Austritt folgenden Jahres ab haben Sie Stirchensteuern nicht mehr zu zahlen. Wiener 16. Auch Ausländer haben in Preußen Kommunal steuern zu zahlen. 2. 3. 100. Nein. Eutin, Postabonnent. Nur der 1500 Mart Jahreslohn übersteigende Teil könnte beschlagnahmt werden. Sie müßten Beschwerde einlegen.- Nummelsburg 10. Nein. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Bafferstand Memel, Tilfit Der Allgemeine Sozialdemokratische Wahlverein hielt am Bregel, Insterburg Freitag in Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee, eine Bereichsel, Thorn fammlung ab. Die Frauen waren sehr zahlreich erschienen; Ge- Dder, Ratibor Krossen nosse Bartels referierte über Die Frauen und die LandtagsFrankfurt wahl". Der Redner zeigte, wie der Landtag auf Grund des Barthe, Schrimm Dreiflaffenwahlrechts zusammengesett ist, wie er durch die GesetzLandsberg gebung von den Frauen allerlei Pflichten fordert, ohne ihnen nege, Bordamm Rechte zu gewähren. Der Redner spornte die Frauen an, in dem Elbe, Zeitmeriz jeßigen Wahlkampf den Männern Beistand zu leisten. Die Männer wissen, daß dieser Beistand wertvoll ist; die Frauen können einen Druck auf die Geschäftsleute ausüben; fie fönnen agitieren und die Männer an ihre Pflicht erinnern, für die sozialdemokratischen Wahlmänner einzutreten. Dresden -+- 6 am feit am 29. 5. 28. 5. Wasserstand seit 29. 5. 28. 5. cm cm ¹) 818 118 160-10 141+5 172 187 16 cm cm³) Saale, Grochlik 205 Havel, Spandau) 121 Rathenow³) 158 Spree, Spremberg²) 98 <-10 Beestow 136 -2 72 0 Weser, Münden 144 39 260-20 92-2 62+5 6+2 -103-11 Barby 242+6 Magdeburg 208+12 Minden Rhein, Maximiliansau 636 0 Kaub Stöln 426+16 546)-1 Nedar, Heilbronn 148+-3 Main, Wertheim Mosel, Zrier 186+6 240-70 3) Unterbegel, höchster Wasser )+ bedeutet Buchs, Fall, fland: 549 cm in der Nacht vom 28. aum 29. Mai. JOSETTI VERA Dr Gewicht wert in Gold trotzdem 10 St. nur 30 Pfg. Josellig CIGARETTEN Modewarenhaus Jacques Cohn Müllerstr. 182/183. Außergewöhnlich vorteilhaftes Angebot in Damen- Blusen and Knaben- Anzügen solange Vorrat reicht. Blusen aus Zephir- Stoffen:::: Blusen aus weißen Batist- Stoffen mit Einsata * 1,101 :: 1,45 S. Kaliski, in Firma Baby. Grösstes and renommiertestes Spezialgeschäft Kleiststrasse 21, am Wittenberg- Plata. Bellealliancestr. 107, Hallesches Tor. Chausseestrasse 80, an der Boyenstr. 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Umgegend, des Berliner und Charlottenburger KonsumVereins und des Arbeiter- Radfahrerbundes. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 126. 25. Jahrgang. 6. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gerichts- Zeitung. Hungerlöhne. 1 Sonntag, 31. Mai 1908. Ein prügelnder Schuhmann. Das Landgericht in Hof i. B. verurteilte den Schuhmann Johann Karl Küspert in Marktredwitz wegen Vergehens im Amt Schläge ins Geficht und durch Rippenstöße mißhandelt. 35 Mark Geldstrafe. Der Polizeier hat Arrestanten durch Bären Arbeiter, die einen Schußmann in ähnlicher Weise mit Rippenstoßlogit trattiert hätten, gleichfalls so billig fortgekommen? Und doch fällt bei dem Schußmann erschwerend ins Gewicht, daß er durch die rohen Mißhandlungen gleichzeitig sich eines Amtsbergehens schuldig machte. tung des Forstgehilfen selbst, nach der Tr. tätlich Widerstand ge- schaft verhaftet und nach hier überführt. Bei der Vernehmung leistet hätte, indem er mit der einen Hand nach dem Gewehr und des Knaben stellte es sich heraus, daß sich Herzig wieder. mit der anderen nach einem spigen Messer gefaßt habe, der Forst- holt an ihm vergangen hatte. Der Staatsgehilfe habe gerade noch Zeit gehabt, das Gewehr von der Um- anwalt hielt eine Bubilligung mildernder Umstände bei der flammerung durch Tr. freizumachen und zu schießen. Wohin er ganzen Sachlage nicht für angebracht und beantragte deshalb ein Ein traffer Fall von Ausbeutung beschäftigte dieser Tage das schoß, hätte er gar nicht gewußt. Tr. sei gleich zusammengebrochen. Jahr 8uchthaus. Das Urteil des Gerichtshofes lautete hiefige Gewerbegericht. Die Arbeiterin M. A. war bei der Papier- Mit der Aussage des Forstbeamten standen die Bekundungen auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. zigarren spißenfabrik Gh. Melait beschäftigt gegen einen Affordlohn der Ehefrau Tr. und des Gemeindevorstehers insofern in Widerbon 1,20 M. für 1000 Spiken. Die Klägerin hatte die Arbeit fpruch, als beide erklärten, nicht gesehen zu haben, daß Tr. nach niedergelegt, obgleich sie auf 14tägige Kündigungsfrist eingegangen einem Messer griff. Das Ober- Verwaltungsgericht erklärte dieser war, weil sie am 9. März d. J. von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr Tage den Konflikt für nicht begründet, so daß dem Ziviltlageverfahren gegen Kummetat Fortgang zu geben ist. Es wurde ausgezu nachmittags nur 10 Pfennige verdient hatte. Der Beklagte hat führt: Nach den bisherigen Zeugenaussagen stehe nicht feft, daß nun das Arbeitsbuch der Klägerin zurückbehalten, so daß diese der Getötete sich eines gefährlichen Instruments bedient hätte. G3 teine Arbeit annehmen konnte. Sie klagte deshalb auf Schaden könne demzufolge nicht als festgestellt gelten, daß Beklagter berech ersatz und Herausgabe des Buches. Das Gericht war der Ansicht, tigt gewesen wäre, von der Schußwaffe ohne weiteres Gebrauch daß der von dem Beklagten gezahlte Lohn ein so unerhört niedriger zu machen. ist, daß die Arbeiterinnen dabei nicht einmal das zum Lebensunterhalt Unentbehrliche verdienen. Eine Einnahme von 4 M. wöchent lich bicte einer Arbeiterin nicht einmal das Eristenzminimum. Selbst die von der Armenverwaltung gewährten Unterstützungen betrügen mehr. Die Klägerin sei aber nicht berechtigt gewesen, die Arbeit sofort niederzulegen. Andererseits hatte aber der Beklagte tein Recht, ihr bei Niederlegung der Arbeit das Buch vorzuent halten. Beklagter habe gegen§ 112 der Gewerbeordnung verstoßen. Er hat den entstandenen Schaden, d. h. den vollen Lohnausfall zu ersehen. Hiervon geht allerdings ab die Gegenforderung des Beflagten auf Zahlung des ortsüblichen Tagelohns für eine Woche. Das Gericht war ferner der Ansicht, daß die Klägerin in jedem anderen Berufe mehr verdient hätte wie 4 M. die Woche, und daß selbst, wenn man die Kontraktbruchstrafe abrechnet, immer noch ein Schaden für die Arbeiterin bleibt. Es ist daher nach Aufrech nung der Strafe dahin erkannt worden, daß der Beklagte an die Arbeiterin A. noch 21,66 M. zu zahlen hat, und das von Rechts wegen. Die Entscheidung geht insofern zu ungunsten der Arbeiterin fehr, als sie diese an sich für fontraftbrüchig erachtete. Das war sie nicht. Denn der Hungerlohnvertrag verstieß gegen die guten Sitten und war deshalb nichtig. In dieser Weise sind ähnliche Fälle wiederholt, 3. B. vom Stuttgarter Gewerbegericht, ent schieden. Unbegründeter Konflikt. Die Neue Grundstücksgesellschaft" vor Gericht. Die Neue Grundstücks- Gesellschaft" in der OranienburgerBon der Wahrnehmung berechtigter Interessen. welche es nicht für nötig halten, sich vor dem Gewerbegericht verhilfearbeiter" von der Straffammer IV des Landgerichts Hamburg straße 39( Geschäftsführer Möser) gehört zu den„ Gesellschaften", Jm November 1907 wurde der Genosse Töpfer vom„ Bautreten zu lassen, wenn es sich darum handelt, Arbeitern ihren ber- von der Anklage, den Amtsvorsteher Freiherrn von Reizenſtein in dienten Lohn zu sichern. Sechs Zimmerleute( R. und Genossen) Beilau, Kreis Neumarkt in Schlesien, beleidigt zu haben, frei. hatten die Gesellschaft auf Bahlung von je 49,88 M. rüdständigen gesprochen, weil er in Wahrnehmung berechtigter Interessen Lohn verklagt. Vor der Kammer 3 des Berliner Gewerbegerichts gehandelt habe. Wie seinerzeit mitgeteilt, hatte Töpfer in seinem erschienen zum gestrigen Termin aber nur die Kläger." Die Neue Blatt die Versammlungsverbote des edlen Freiherrn in ironischem Grundstücksgesellschaft fehlt", meldet der Nuntius. Na ja, das Zone kritisiert. Der Amtsgewaltige hat die Bestimmungen des war ja nicht anders zu erwarten," bemerkte der Verhandlungs- früheren Vereins- und Versammlungsgesezes eigenartig ausgelegt. Die Kläger hatten erst den Architekten Schäcke, Brunnenstraße 2, leiter. Augenscheinlich kannte er schon seine Pappenheimer. Einmal mußte zu einem Verbot, von dem eine Bauhilfsarbeiterfür ihren Arbeitgeber gehalten und verklagt. Es hatte sich aber bersammlung betroffen wurde, die Maul- und Klauen. seuche herhalten. herausgestellt, daß dieser als Architekt und in einem Angestelltenverhältnis zu der„ Neuen Grundstücksgesellschaft" stand. Deshalb hatten sie nunmehr gegen die Gesellschaft geklagt. Da die Gesell schaft nicht vertreten war, fällte Dr. Prerauer ein Verfäumnis urteil. Er versprach den Klägern beschleunigte Zustellung und äußerte, das Urteil sei sofort vollstrecbar. Sie könnten gleich vollstrecken lassen. Auch wenn die Neue Grundstücksgesellschaft" Einspruch gegen das Versäumnisurteil einlegen sollte, tönnten sie ruhig weiter vollstrecken, und zwar solange, bis sie den Nach weis erhielten, daß die Summen hinterlegt seien. Die Entführung eines Knaben, Revision eingelegt. Das Reichsgericht hatte darauf die Sache an Gegen das freisprechende Urteil hatte die Staatsanwaltschaft die Vorinstanz zurückverwiesen. In der gestrigen Verhandlung erfannte das Gericht abermals unter Zubilligung des Schußes des § 193 auf Freisprechung. den Großhandel in den Zentral- Martthallen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Bufuhr genügend, Geschäft still, Preise unverändert. Marktlage: Fleisch: Bild: Zufuhr genügend, Geschäft lebhaft, Preise gut. Geflügel: Zufuhr genügend, Geschäft rege, Preise wenig berändert. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert, Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Preise wenig verändert. Witterungsübersicht vom 30. Mai 1908, morgens 8 Uhr. Barometer. fland mm ind rigiung Bindflärte Better Lemp. n. 6. & G.=& R. Stationen die seinerzeit zu Gerüchten über einen Knabenmord Anlaß gegeben hatte, beschäftigte gestern die 3. Straffammer des Landgerichts III. Auf dem Losmann Trassat in Annuschten lastete der Verdacht Aus der Untersuchungshaft wurde der Klempner Josef Herzig des Forstdiebstahls. Infolgedessen nahm der Forstgehilfe Kumme- vorgeführt, der sich wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit verant tat unter Hinzuziehung des Gemeindevorstehers eine Haussuchung worten mußte. Der schon wiederholt vorbestrafte Angeklagte hielt vor. Trassat widersetzte sich der Haussuchung und wurde dabei sich längere Zeit unangemeldet in Charlottenburg auf. auch handgreiflich. Kummetat gebrauchte sein Gewehr, und zwar hier lernte er den damals noch nicht 14jährigen Schüler K. kennen, Stationen so unglücklich, daß Trassat sofort getötet wurde. Ein Strafantrag der bei seinen Pflegeeltern wohnte. Eines Tages war der Knabe der Frau Trassat wurde zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft spurlos verschwunden. Seitens der Pflegeltern wurde sofort An nahm an, daß der Beamte, dem ein notorisch gewalttätiger Mensch zeige bei der Polizei erstattet. Trop aller Ermittelungen blieb Swinembe. 768 ND gegenüber gestanden haben, in Bestürzung, Furcht oder Schrecken der Knabe jedoch verschwunden, so daß die Vermutung auftauchte, Hamburg 767 DND über die Grenzen der Notwehr hinausgegangen sei. Das würde daß er vielleicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Da Berlin 766 NNO straflos sein und Stummetat würde auch nicht wegen fahrlässiger um diese Zeit gerade der Leichnam des von dem Knabenmörder Franj.a.M. 7625 Tötung bestraft werden können. Die Witwe T. verklagte darauf Heider getöteten jungen Burschen aufgefunden worden war, nahm München 764 28 im Zivilwege den Forstgehilfen auf Zahlung einer lebenslänglichen man anfänglich an, daß es sich um die Leiche des Verschwundenen Bien Rente für sich und eines Erziehungsbeitrags für ihren Sohn. Die handelte. Erst geraume Zeit später konnte festgestellt werden, daß Regierung in Allenstein erhob demnächst zugunsten des Beamten der fleine A. von dem Angeklagten entführt worden war und mit den Konflikt, weil er nicht über die Grenzen seiner Amtsbefugnisse diesem zusammen in einem fleinen Dorfe in Thüringen lebte. Binden und fortdauernder Gewitterneigung. hinausgegangen sei. Die Regierung stützte sich auf die Behaup- Der Entführer wurde auf Requisition der Berliner StaatsanwaltBarometer. fland mra Bind. Bungyp Windstarte Welter 2wolfig 1 mollig Temp. n. T. ID 272 12 4 bededt 12 1 Nebel Nebel 12 2 halb bb. 15 Saparanda 770 3 2 halb bb. 17 Petersburg 774 ND 3 heiter 21 Scilly 763 NND 1 mollig 17 Aberdeen 772 DGD 3 wolfen! 16 Baris 762 Still 767 SSD 1 bebedt 18 Wetterprognose für Sonntag, den 31. Mai 1908. Barm und vielfach heiter, aber veränderlich bei mäßigen südöstlichen Berliner Wetterbureau. Farbige Schuhwaren Die hygienischen Kinder- Stiefel der Firma Stiller in den Formen Natura- Rationell- Normal erfreuen sich andauernd gross. Beliebtheit Zahlreiche Anerkennungen Aerzliche Empfehlungen Dauerhafte Schul- Stiefel für Knaben und Mädchen Mod. Kinder- Halbschuhe Farbige Spangen- Schuhe Kind.- Leinen- Stiefel u. Schuhe Kinder- Sandalen in den verschiedensten Ausführungen Kind.- Haus- u. Garten- Schuhe □ □ Baby- Schuhe a sind während der heissen Jahreszeit nicht nur ausserordentlich angenehm im Tragen, sondern dieselben verleihen auch jeder Sommertoilette ein elegantes Aussehen. 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In der Liste vom 27. Mai, vormit tags lies 43742 statt 43772. Im Gewinnrade verblieben 1 Prämie& 300 000 M., 1 Gewinn à 100 000, 4 à 30 000, 6 à 15 000, 8 à 10 000, 21 à 5000, 293 à B000, 479 a 1000, 717 à 500. Doppelter Vorteil Devise. Qualität ist die beste Empfehlung. Reichel's Fruchtsirup- Extrakte das bolle Aroma frischer Früchte enthaltend, in Himbeer, Kirsch, Erdbeer, Zitronen, Limetta, Lemon :::::::: Squash, Grenadine, Orangen usw.:::: Eine Originalflasche gibt 5 Pid. Limonadensirup, dessen reiner natürlicher Fruchtgeschmack und Billigkeit überrascht. 0 Ein Pfund stellt sich fig und fertig auf etwa 25 Pf. Köstlich zu Brause- und anderen Limonaden, als Bufab zu Weißbier und Selters sowie als Beiguß zu Puddings, Speisen 2c. Flasche 75 Pf. Zum Versuch ½ Flasche 40 Pt. Orfrische Diche Be ramte Original- Reichel- Essenzen, keine Kunstprodukte, sondern natürliche Destillate und Extrakte. 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( Nachdruck verboten.) • 68 103 97 205 25 982 1055 209 488 577 931 2168[ 3000] 260 301 654 841 87 944 3071 74 380 445 512 621 54 87 4020 274 433 897[ 1000] 5110 48 65 223 98 712 929 6115 285 417 31 35 863 7077 248[ 500] 312 72 676 83 764 8222 65 613[ 3000] 668 69 681 965 9047 83 178 574 612 61 89 872 926 57 10144 362 86 422 556 624 897 931 11094 139 434 630 940 73 12155 257 426 43 82 508 751[ 1000] 832 13094 365 554[ 5000] 78 660 845 14172 73 95 516 629 38 40 829 85 97 15000 329 94[ 500] 408 13 518 33 619 16172 572 76 756 921 17080 74 79[ 1000] 318 528 48 835 97 18069 92 [ 500] 103 30 347 538 19032 52 222 377 488 606 737 871 [ 1000] 927 36 20190 385 98 486 509[ 3000] 812 947 21084 160 281 $ 26 529 48[ 1000] 74 635 42 748 998 22156[ 500] 384 474 852 97 938 48 23036 324 38 631 70 86 847 62 24390 704 956[ 1000] 25071 361 84 436 753 67 808[ 5000] 97 915 26389 443 754 947 27152 259 330 559 607 54 90 839 47 938 46 69 [ 3000] 28383 612 32 768 29058 147 296 329[ 500] 458 594 747 78 81 904 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692 795 000 266020 60 422 798[ 500] 267000[ 3000] 39[ 1000] 43 551 268238 55 60 394 406 628 815 26 944 94 269034 115 305 726 91 270107 253 441 64 578 677 974 271040 283 89 [ 500] 324 503 850 62 272086 114 429, 512 634 44 954 273017 90 271 499 501 622 810[ 3000] 274047 228 513 43 718 812 16 912 275251 667 922 276123 94 286 87$ 35 611 277088 356 403 32 97 585 88 630 65 82 732 912 84 278068 389 504 835[ 500] 932 279234 85 429 58 577 801[ 1000] 9 909 280077 923[ 1000] 41 281009 130 78 233 543 720 905[ 500] 37 282100 5 78 361 84 507 20 892[ 500] 283055 107 531[ 500] 80 98 615 716 284129 239 402 19 95 683 562 934 285240 330 443 501[ 3000] 627 96 721 72 825 286065 189 325 50 486 565 602[ 500] 771 830 287740 821[ 500] 63 913 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inferatenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchbruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 126. 25. Jahrgans. 7. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soziales. Berficherungspflicht des Ladenpersonals. ficht darauf, ob und welche Transportmittel dabei benutt werden. Auch das Austragen ist mithin versicherungspflichtig. Aerztlicher Terrorismus. BLINGTGO Sonntag, 31. Mai 1908. C. Wohnung, die das Maß des Bedarfs einer Person über schreitet( Familienwohnung)-Festseßung vom 24. Oftober 1907 1. für Betriebsbeamte auf 550 Mt., 2. für Gesellen, Gehilfen, Arbeiter und sonstige Angestellte auf 300 m. jährlich. Der Allgemeine ärztliche Verein zu Köln läßt kein Mittel D. Heizung und freie Beleuchtung: Ueber die Versicherung des Ladenpersonals nach§ 1 Abs. 1 ( Festsetzung vom 1. für Familienwohnungen mit Küche a) für Biffer 7 des Gewerbe- Unfallversicherungsgejeges hat, nach den amt- unversucht, um diejenigen Berufskollegen, die sich seiner Macht 5. April 1907) lichen Nachrichten des Reichsversicherungamtes, das Reichsversiche entzogen haben und aus dem Verein ausgeschieden sind, zu ver- Betriebsbeamte für Heizung 40 M., für Beleuchtung 40 m. rungsamt im Einvernehmen mit dem Vorstande der Lagerei- Be- nichten. Zuerst hat man die Aerzte, die gegen den Willen des jährlich, b) für Arbeiter, Gesellen, Gehilfen und sonstige Anrufsgenossenschaft unter dem 1. Mai 1908 folgende Grundsätze auf- verband abgeschlossen haben, gesellschaftlich zu ächten versucht, dann ein einzelnes Bimmer für Heizung 10 M., Beleuchtung ebenfalls Leipziger Verbandes Verträge mit dem Kölner Strankenkaffen gestellte für Heizung 25 M., Beleuchtung 25 m. jährlich; 2. für gestellt: 1. Der Lagerungsbetrieb ist nicht an die Bedingung ge- hat man allerdings erfolglos beim Regierungspräsidenten 10 m. jährlich. E. Kaffee und Weißbrot( Festsetzung vom 12. Mai 1906)' bunden, daß er fich in besonderen Räumen abspielt, sondern es beantragt, die aus dem Aerztlichen Verein Ausgeschiedenen zur Kassenpratis nicht mehr zuzulassen; man wollte sie also bis zum Durchschnittswert der von den städtischen Schuldienern an die können auch die im Laden stattfindenden, der Erhaltung usw. des Inkrafttreten der mit den Kassen geschlossenen neuen Verträge mit der Reinigung von Schulräumen beauftragten Frauen ge Handlagers dienenden Verrichtungen einen Lagerungsbetrieb( 1. Februar 1909) der Existenzmöglichkeit berauben; und jekt hat währten Naturalverpflegung, bestehend in Kaffee und Weißbrot, 2. Is derartige Berrichtungen sind insbesondere anzu- fchloffen und an seine sämtlichen Mitglieder versandt, die die' kaffender Allgemeine ärztliche Verein in Köln gar eine Resolution be pro Tag 15 Pf. Das Auf- und Abladen und das Hineinschaffen der Waren fundheit und Leben zu schädigen geeignet ist. Das flingt unglaubfreundlichen Aerzte samt ihren Familienmitgliedern direkt an Ges in die Geschäftsräume sowie die Aushilfe bei diesen Arbeiten, lich; aber man lese: Gemäß dem Inhalt der Resolution hat der das Aus-, Ein- und Umpacken oder das Umfüllen, das Auffüllen Allgemeine ärztliche Verein feine Mitglieder verpflichtet, mit des Handlagers, das Sortieren, Vermessen und Auszeichnen der allen Aerzten die Standesverbindung abzubrechen, die im GegenWaren, das umgehen mit Waren bei der Inventarisierung, die fake zu unserer Standesordnung und zu den Beschlüssen der letzten Beförderung der Waren aus dem einen Geschäftsraum in den deutschen Aerztetage der Verpflichtung sich entziehen, Verträge mit anderen, die Behandlung der Waren zu dem Zwecke, fie in ber- Strantenkassen der Vertragstommission der Aerztekammer bor taufsfähigen Zustand zu versehen oder darin zu erhalten, sowie zulegen, und sich somit von ärztlicher Gemeinschaft trennen. die Instandhaltung( Aufräumung, Reinigung usw. der zur Auf- Was unter Abbruch der Standesverbindung" zu verstehen ist, das bewahrung von Waren dienenden Räume und der in ihnen be- legt der Aerztliche Verein auf Grund eingehender Verhandlung Regierungsbezirk Wiesbaden meinte der Landbürgermeister Kern: findlichen Geräte( Regale, Lampen usw.), endlich auch die Be- in der Sizung vom 18. Mai 1908" wie folgt fest: aufsichtigung aller dieser Arbeiten. 1. Abbruch der gesellschaftlichen Beziehungen, 2. Abbruch der ärztlichen Beratung, bilden. sehen: 3. Sofern diese Arbeiten nicht bloß zufällig ausgeführt werden, begründen sie die Versicherung; es ist dabei gleichgiltig, ob mit ihnen das kaufmännische Personal oder Betriebsbeamte oder Arbeiter beschäftigt werden. 4. Der rein faufmännische Teil des Ladenbetriebs, d. h. das Kontor, die Kaffe, die Reise- und die Verkaufstätigkeit, unter liegt nicht der Versicherung. 5. Die nicht versicherte Verkaufstätigkeit umfaßt das Vorlegen der Waren aus dem Handlager an die Kunden und das Santieren mit den Waren einschließlich des Zurücklegens nicht passender Ware in das Handlager während der Verkaufsverhandlungen. Die Verkaufsverhandlungen gelten als abgeschlossen, sobald der Stunde und der Verkäufer über Ware und Preis einig sind, und der Verkäufer die verkaufte Ware dem Kunden ausgehändigt oder, wenn die Ware dem Kunden zugesandt werden soll, zur Verpackung bereitgelegt hat. Die Berkaufsverhandlungen sind ferner abgeschloffen, sobald der Kunde vom Abschluß eines Kaufes absieht. Besteht eine besondere Verpackungsstelle, so gelten die Vertaufsverhandlungen mit der Bereitlegung der Ware zur Beförderung an die Berpadungsstelle als beendet. Die Verpackungstätigkeit einschließlich der damit verbundenen Beförderung der Ware von der Verkaufs zur Verpadungsstelle ist versichert, sofern sie nicht der Verkäufer bei den Verkaufsverhandlungen vornimmt. 6. Das Weglegen der unverkauften Ware in das Handlager nach Abschluß des Kaufgeschäfts oder Verzicht darauf gehört auch beim Verkaufspersonal zu den versicherten Lagerungsarbeiten. Erfolgt die Entnahme der Ware aus dem Handlager oder das Burüdlegen der nicht verkauften Ware in das Handlager während der Verkaufsverhandlungen durch Angestellte, die nicht zum faufmännischen Personale gehören( Hausdiener, Laufbursche), so ist diese Tätigkeit ebenfalls versichert. 3. Ablehnung der Behandlung von Mitgliedern des Hausstandes der betreffenden Aerzte mit Ausnahme von Fällen dringender Gefahr. Sieran anknüpfend wurde beschlossen: Falls Mitglieder des Allgemeinen ärztlichen Vereins in der Familie von Aerzten, mit denen die Standesverbindung abgebrochen ist, bei dringender Lebensgefahr Nothilfe geleistet haben, sind sie verpflichtet, dies dem Vorstand des Vereins umgehend mitzuteilen." Zu solchen Mitteln greift der Leipziger Verband lediglich, um den Krankenkassen die sogenannte freie Arztwahl aufzuzwingen. Lediglich Erwerbsgründe sind es, aus denen heraus der Verband Wege einschlägt, die aller Menschlichkeit zuwiderlaufen. Ortsdurchschnittspreise für Naturalbezüge! Die Ortsdurchschnittspreise, nach denen der Wert der Naturalbezüge bei Berechnung des Jahresarbeitsverdienstes in Anfaß zu bringen ist, find von der Gewerbedeputation des Magistrats auf Grund des§ 1 des Krankenversicherungsgesetzes und des§ 6 des Gewerbeunfallversicherungsgefeßes für den Gemeindebezirk der Stadt Berlin wie folgt festgesezt worden: -A. Dienstkleidung:( Festsetzung vom 3. Mai 1902) 1. für Betriebsbeamte( Werkmeister, Technifer, Kontrolleure usw.) auf jährlich 70 M.; 2. für Arbeiter und sonstige Angestellte ( Wagenführer, Schaffner, Hausdiener usw.) auf jährlich 50 mt.; 8. für jugendliche Arbeiter( Laufburschen, Portierjungen, Lehr. linge usiv.) auf jährlich 30 M. B. Station, Wohnung, Beköftigung:( Festsetzung vom 5. Mai 1902) ohne Unterschied des Geschlechts 1. für Be. triebsbeamte( Wertmeister, Techniker, Kontrolleure usw.) mit eigenem Zimmer für freie Station auf 930 m., freie Wohnung 210 M., freie Beföstigung 720 M.; ohne eigenes gimmer: für freie Station 820 M.. freie Wohnung 100 M., freie Beköftigung 720 Mart jährlich; 2. für Handlungsgehilfen mit eigenem 3immer für freie Station auf 660 M., freie Wohnung 210 M., freie Beföstigung 450 M. jährlich; ohne eigenes Zimmer für freie Station auf 550 M., freie Wohnung 100 m., freie Betöftigung 450 m. jährlich; 3. für Arbeiter und sonstige AnStation auf 550 M., freie Wohnung 150 M, freie Betöftigung 400 m. jährlich; 4. für jugendliche Arbeiter( Laufburschen, Portierjungen, Lehrlinge ufm.) für freie Station auf 450 M., freie Wohnung 100 M., freie Beföftigung 350 m. jährlich. 7. Das Herbeiholen einer im Handlager fehlenden Ware aus einem besonderen Lagerraume behufs Vorlegung an den Kunden ist versicherungspflichtig. 8. Die Entnahme der Ware aus dem Hand- oder sonstigen Bager und deren Zurechtmachen zum Zwede des späteren Vergestellte( Hausdiener, Wagenführer, Schaffner usw.) für freie taufs( Abfassen, Wiegen, Einpaden) sind versicherungspflichtige Arbeiten. 9. Der Versicherung unterliegt ferner die Beförderung der Ware von und zu der Bahn, Post, Kundschaft usw. ohne RückJedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Schönhauser Bfandleihhaus Allee 110. Spottbilliger Berkauf verfallener Pfänder, Herrengarderobe, Gardinen, Aussteuerwäsche, Schmud: sachen, Betten, Teppiche, Uhren. * Zur Borberatung der Frage, ob die in borstehender ten Durchschnittswerte den heutigen Preisvers Tabelle zum Teil schon vor 16 Jahren festgeset. hältnissen noch entsprechen oder ob Aenderungen sich als notwendig erweisen, hat die Gewerbebeputation des Magistrats in ihrer lebten Sigung eine Subkommission gewählt, die ihre Vorschläge dem Plenum der Gewerbebeputation zur weiteren Beschlußfassung unterbreiten soll. " Landwirtschaftskammern und Unfallversicherung. In der letzten Sibung der Landwirtschaftskammer für den " Heute müßten den Landwirt schwere Sorgen erfüllen über die Last, welche ihm durch die Unfallversicherung aufgelegt sei, und wenn nicht Abhilfe geschaffen werde, werde die Unfallversicherung mithelfen, manche schwerkämpfende Eristenz zugrunde zu richten. Die Umlagen feien bis auf 71 Proz. der Grundsteuer im Bezirk gestiegen. Unrichtig sei es, daß die Familienangehörigen der Klein. bauern versicherungspflichtig wären. Ja, der gute Mann verſtieg sich sogar zu der Aeußerung:„ Sollte die augenblickliche Entwide. lung der Dinge anhalten, dann müßten Jahre kommen, in denen alle Einkünfte des Bauernstandes von den Versicherungen berschlungen werden und derjenige, der dann nicht über eine gefunde Familie verfüge oder andere Einnahmequellen habe, der müſſe Rückschritte maden, er möge arbeiten wie er wolle." Sind denn die anderen Einnahmequellen" durch den Hungertarif schon ver. fiegt? Hat man nicht gerade dem Kleinbauern den Bären aufgebunden, daß ihm und nur ihm durch den Zolltarif geholfen werden würde? Und jest muß er sogar an den paar Mark für Versiche rungsbeiträge zugrunde gehen..... Der heulende Bürgermeister beschwerte sich auch über die Aerzte, die nicht immer im Interesse der Berufsgenossenschaften arbeiten, durch diese Gesetzgebung in Versuchung kommen, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen". So habe ein Arzt im Kreise Biedenkopf bon 1899-1903 nahezu 19 000 m. liquidiert, aber davon von vornherein 1000 m. nach lassen wollen. Es seien ihm einmal 4000 M. bezahlt worden, dann habe eine Prüfung seiner Rechnungen stattgefunden, nach welcher der Betreffende sich z. B. in einem Falle mit 6000 M. von 9400 M. abfinden ließ usw." Der nationalliberale Landesrat Dr. Schröder, dem bekanntlich alle Renten unter 15 Broz. ein Greuel find, erklärte, daß sich bereits die Vertreter der Konservativen und des Bentrums mit der Aufhebung der fleinen Renten einverstanden erklärt hätten. Er nahm auch die Aerzte in Schutz und führte aus: Daß die Nentenforderungen durch die Aerzte unterstügt werden, gehört glüdlicherweise zu den Ausnahmen." Gine bessere Kontrolle der Verlebten fei zu empfehlen hierdurch könne auch erziehlich auf den Arzt eingewirkt werden". Warum? Erst sind die Aerzte sehr selten, die sich der armen Berlebten annehmen, dann sollen diese paar Herren auch noch erzogen" werden. Seit dieser Zeit wütet im Bezirk der Berufsgenossenschaft ein wahrer Rentenbrud und alle Instanzen sind eifrig bemüht, die elend niedrige Rente der landwirtschaftlichen Arbeiter und Kleinbauern noch mehr herab. zudrüden oder ganz aufzuheben. Die Landwirtschaftskammer wird nun zufrieden sein, nicht aber die Kleinbauern und Arbeiter und alle die, welche noch einen Rest von Gerechtigkeitsgefühl bewahrt haben. 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