Mr. 130. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Rolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 fg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Achtung, Wahlmänner! Wir machen darauf aufmerksam, daß die am 3. Juni gewählten Wahlmänner sofort die Erklärung an ihren Wahl vorsteher abzusenden haben, daß sie das Wahlmannsamt übernehmen. Es sei ausdrücklich vermerkt, daß diese Erklärung innerhalb 3 Tagen Freitag, den 5. Juni 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Weitere Stichwahlen. vorgedrungen ist, daß sie unter dem für sie ungünstigsten, heimtückischsten aller Wahlsysteme einen glänzenden Erfolg erfochten hat, ändert der Ausgang der Stichwahlen nichts Altona( Stadt). Jm ganzen 606 Wahlmänner. Bisher gezählt: mehr. für Schriftsteller Wurm( Soz.) 247, für Rechtsanwalt Waldstein Noch läßt sich die Zunahme der sozialdemokratischen( frf. Bg.) 188, für Rektor Schmarje( natl.) 67, für Kommerzienrat Stimmen gegen 1903 nicht einmal annähernd sicher schätzen. Mend( ft.) 95 Wahlmänner Stichwahl zwischen Wurm und Waldstein. Aber fest steht schon jetzt, daß Hunderttausende öffentlich Stormarn, Wandsbek( Stadt). Jm ganzen 893 Wahlmänner. sozialdemokratisch gestimmt haben, daß die in der Zeit der Für Landrat v. Bonin( freit.) 150, für Gymnaftallehrer Spröffel Krise mehr als je drohende Gefahr der Maßregelung die( natl.) 90, für Berichterstatter v. Rosbizki( Soz.) 130 Wahlmänner Massen des Proletariats nicht vom lauten, öffentlichen Protest gewählt, 100 stehen noch aus. Stichwahl zwischen v. Bonin und gegen die Dreiflassenschmach hat abhalten können. Ein Ver- Rosbizli. dammnisurteil der Masse über das elendste aller Wahlsysteme ist das Ergebnis des 3. Juni, ein donnernder Protest, der den nicht verstummen wird, sondern immer mehr anschwellend, immer mehr aufs neue sich stürmisch erheben wird. abgegeben werden muß, da sonst das Mandat als ab. Herrschenden noch lange in den Ohren gellen soll und der gelehnt gilt! Pflicht der Wahlmänner ist es, die Annahmeerklärung abzuschicken! fofort Der 3. Juni. Kiel( Stadt), Bordesholm, Neumünster. Im ganzen 735 Wahlmänner. Für Lehrer Hoff( frf. Bg.) 258, für Dr. Schifferer( natl.) 190, für Rentner Schulze( f.) 26, für Chefredakteur Adler( Soz.) 264 Wahlmänner gewählt. Somit erscheint Stichwahl zwischen Hoff und Adler erforderlich. Darüber gleiten die bürgerlichen Organe mit wenigen Obertaunnskreis, Frankfurt a. M.( Land). Jm ganzen 296 WahlAusnahmen scheu und still hinweg. Sie schämen sich nicht, männer. Für v. Bülow( natl.) 123, für v. Stumpf- Brentano( 3.) 49, zu behaupten, die Siege der Sozialdemokratie beweisen, daß für Goll( frf. Bp.) 56, für Rudolph( Soz.) 63 Wahlmänner gewählt. eine Reform des Wahlrechts nicht nötig sei, fie jammern über Stichwahl zwischen v. Bülow( natl.) und Rudolph( Soz.). die wenigen Bestimmungen des Wahlsystems, die hie und da der Partei der Entrechteten zugute gekommen sind. Von der Bedeutung des siegreichen Vordringens der Sozialdemokratie, vom Protest der Masse reden sie nicht. Sie möchten die Dhren verstopfen vor dem Massenschritt der Arbeiterbataillone. erforderlich sein. Nach den bis jetzt eingelaufenen Nachrichten Mögen sie! So wird sie auch das Zittern des Bodens auf-( mehrere fleine Orte stehen noch aus) erhielten: schrecken aus träger Ruhe. 員 Das Landtagswahl- Ergebnis. Das letzte preußische Abgeordnetenhaus bestand aus 433 Abgeordneten; das neue wird, da bekanntlich die Zahl der Mandate um 10 vermehrt worden ist, 443 Abgeordnete umfassen. Bisher sind aus 416 Wahlkreisen, die Resultate bekannt. Danach sind gewählt: bisher 0 wanda.e die Die roten Siege geben dem Wahltag das Gepräge Tatsache, daß es dem klassenbewußten Proletariat Preußens Das Gesamtresultat der Wahlen, soweit es bis jetzt zu gelungen ist, das gegen die Nichtbesitzenden geschmiedete Stachelgitter des clendesten aller Wahlsysteme zu durchbrechen, überblicken ist, zeigt, daß, abgesehen vom Eindringen der ist's, die bei Erörterungen des Wahlergebnisses im Sozialdemokratie, die Physiognomie des neuen Landtages sich Vordergrund steht. Ueber dem Unerhörten, daß Vertreter der von der des alten nicht wesentlich unterscheiden wird. Das Entrechteten ins Dreiflassenhaus einziehen, vergessen die Verhältnis der bürgerlichen Parteien zu einander erfährt nur bürgerlichen Publizisten völlig ein anderes Moment, das ihnen fleine Verschiebungen. nicht minder ungehörig erscheinen muß. Die Niedergerittenen". des 25. Januar 1907 find's, die auf cinen Streich fieben Landtagsmandate eroberten. Die Sozialdemokratie, die nach der einstimmigen Versicherung ihrer Feinde in den Reichswahlen von 1907 einen Stoß ins Herz erhalten, ihren Höhepunkt überschritten hatte, auf dem absteigenden Aste angelangt war, diese Sozialdemokratie ist ungeachtet der vorgedrungen und hat Bresche gelegt in den Wall des Privilegienwahlrechts. Sie hat Siege erfochten auf dem ungünstigsten Terrain, gegen einen Feind, dem nicht nur die Zücken des preußischen Wahlunrechts, sondern auch alle Parteien und Mächte der bürgerlichen Gesellschaft zur Seite standen. Das sind Tatsachen, die verteufelt schlecht zu dem stolzen Siegeslied vom großen Niederreiten des Umsturzes passen. Es haben denn auch die Patrioten" in der Nacht zum 4. Juni von der gnädigen Erlaubnis einer hohen Polizei, nächtlicherweile auf den Straßen Berlins das zu tun, was den Sozialdemokraten auch am hellen Tag bei Strafe des Polizeisäbels und gerichtlicher Verfolgung verboten ist, nämlich zu demonstrieren durch Aufzug und Rufe, feinen Gebrauch gemacht. Still blieb's vor Reichskanzlerpalais und Schloß, leer blieb die Stätte, wohin einst mehr Volt" gewünscht wurde und fein Fenster flang und feine unangemeldete Versammlung unter freiem Himmel wurde abgehalten. Wäre auch ein passender Text zur Rede schlecht zu finden gewesen. Denn die„ Niedergerittenen" haben niedergeritten. 7 Sozialdemokraten 135 Konservative. 56 Freikonservative. 55 Nationalliberale 93 Zentrum ⚫ • " 143 62 PP " " 76 " " 96 17 " 24 " " 9 " " " 13 2 " " " 1 2 " " " 24 Freisinnige Volkspartei 7 Freifinnige Vereinigung 14 Bolen. 2 Dänen. 1 Welfen. . • 2 Antisemiten u. Mittelständler 20 Stichwahlen. Außerdem wird wahrscheinlich eine Stichwahl im Wahlkreise Teltow- Beskow Sozialdemokraten. 315 Wahlmänner, Konservative. Freifinnige 550 260 38 " " Sozialliberale In folgenden Wahlkreisen erhielten wir eine verhältnismäßig beträchtliche Anzahl von Wahlmännern: Lennep, Remscheid( Stadt), Solingen( Stadt und Land) 1200 Wahlmänner. Für Friedberg( natl.), Gottschalt( natl.) und Eickhoff ( frf. Bp.) 647, für Schaal( Soz.), Hildenbrand( Soz.) und Scheidemann( Soz.) 390, für Welder( 3.), Weiser( 3.), Hammacher( 3.) 102, für Schwarz( Sozlib.) und Börsch( Sozlib.) 25 Wahlmänner gewählt. Somit erscheint die Wahl von Gottschalt( natl.), Friedberg ( natl.) und Eickhoff( frs. Bp.) gesichert. Elberfeld( Stadt), Barmen( Stadt). 1233 Wahlmänner. Für Hinzmann( natt.) und Gantert( frf. Bp.) 487, für de Werth( frk.) und Linz( frt.) 222, für Haberland( Soz.) und Gewehr( S03.) 284 Wahlmänner gewählt. 104 Wahlmännerwahlen sind noch erforderlich. Dortmund( Land). 669 Wahlmänner. Für Kremer( nat.) 221, für Gronowski( 3.) 236, für König( Soz.) 163 Wahlmänner gewählt. Stichwahl zwischen Kremer( natl.) und Gronowski( 3.). Hattingen, Witten( Stadt). 460 Wahlmänner. Für Oberbürger meister Haarmann( natl.) 828, für Redakteur Metzker( S03.) 124 Wahlmänner gewählt. Somit erscheint die Wahl von Haarmann ges fichert. Frankfurt a. M. Sozialdemokraten 210, Freisinniger Blod 393, Nationalliberale 172, Sentrum 8 Wahlmänner. Brandenburg, West- Havelland, Bauch- Belzig. Sozialdemokraten 139, Konservative 301, Liberale 221 Wahlmänner. Stichwahl zwischen fonservativ und liberal. 426 Wahlmänner. Für Harburg( Stadt und Land). 1. Berliner Landtagswahlkreis. An diesen 20 Stichwahlen sind beteiligt: Die Sozial- Ministerialdirektor Juſt( natl.) 209, für Amtsgerichtsrat Dr. Horz demokratie fünfmal, die Freifinnige Volkspartei fünf-( fri. g.) 30, für Arbeitersekretär Müller( Soz.) 95 Wahlmänner Die Sozialdemokratie selbst ist nicht überrascht. Die Er- mal, die Freiſinnige Vereinigung zweimal, die Nationalliberalen gewählt. Somit erscheint die Wahl von Just gesichert. folge sind über Erwarten groß geworden im Vergleich zu sechsmal, das Zentrum achtmal. zehnmal, die Konservativen viermal, die Freikonservativen Waldenburg- Reichenbach. 879 Wahlmänner. Für Krause( ft.), Lückhoff( ft.), Frhrn. v. Zedlitz und Neukirch( ft.) 425, für Rosenhauer dem, was war! Aber daß sie Erfolge haben werde, wenn ſechsmal, das Zentrum achtmal. Zieht man diese Stichwahlen und die früheren Ab-( natl.), Joel( natt.) und Albers( freis. Vp.) 184, für den Sozialdemonicht in Mandaten, so doch an Stimmen, daran hat die Partei ftimmungen in jenen Wahlkreisen in Betracht, aus denen traten 114 Wahlmänner gewählt. Die Wahl des freikonservativen nicht gezweifelt. Weil sie wußte, daß die Hurrawahlen von noch die Resultate fehlen, so ergibt sich mit ziemlicher Kandidaten erscheint gesichert. 1907 ihre Straft ungebrochen gelassen, sie in ihrem Sterne gar Sicherheit, daß die beiden konservativen Fraktionen mindestens nicht berührt haben, daß der damalige Sieg der Gegner ein wieder in gleicher Stärke in das preußische Abgeordnetenhaus Augenblickserfolg war, leicht verrinnender Flugsand! So haben wir gleich nach der Wahl auf Grund nüchterner, sorg- bis sechs) gewinnen, die beiden freifinnigen Parteien ebeneinziehen, das Zentrum einige Size( wahrscheinlich vier famer Prüfung der Tatsachen festgestellt und der 3. Juni hat falls einige neue Size erobern und die National Bild: uns recht gegeben gegen die Unglückspropheten im gegnerischen liberalen etwa ein Dutzend Mandate verlieren werden. und im eigenen Lager. Denn der Wahltag hat in allen Sieht man also von dem Einzug der neuen sozialTeilen Preußens von der frisch pulsierenden Lebenskraft der demokratischen Frattion ab, so ändert sich an der reaktionären Sozialdemokratie Zeugnis abgelegt. Nicht nur dort, wo es gelang den Wall des Dreiklassenwahlrechts zu übersteigen, Physiognomie des preußischen Dreiklassenparlaments recht Am günstigsten sind die Aussichten der Stichwahl für 12. Berliner Landtagswahlkreise, wenig. auch in den vielen Wahlkreisen, wo die Partei ohne Mandatsgewinn aus der Schlacht tommt, hat sie bedeutende Fortuns im schritte zu verzeichnen. Den sieben Wahlkreisen, wo am 16. Juni das rote Banner gehißt werden wird, folgen sechs I. Abteilung. Sozialdemokraten 27, Freifinnige 51, Konservative 27, Nationalliberale 88, Mischmasch 1. II. Abteilung. Sozialdemokraten 74, Freifinnige 35, Nationalliberale 5, Konservative 14. III. Abteilung. Sozialdemokraten 175, Freifinnige 2, Konservative 4. Gesamtresultat: andere, der 12. Berliner, Teltow Beeskow, in dem die Parteien einander folgendermaßen gegenüberstehen: Altona, Wandsbet, Kiel und Frankfurt, wo die Sozialdemokratie dem Siege schon so nahe gefommen ist, daß die Gegner in der Stichwahl ihren bisherigen Besitz verteidigen müssen. müssen. Und aus den anderen Kreisen, wo die Partei so weit noch nicht vordringen konnte, wird fast ausnahmslos ein erfreuliches Wachstum der Stimmen und eine erhebliche Zunahme der croberten Wahlmannsmandate gegen die Wahl von 1903 gemeldet. Db es gelingen tann, in den Stichwahlkreisen noch das eine oder andere Mandat zu gewinnen, das erscheint ungewiß angesichts des fast allgemeinen Zusammenschlusses der Ordnungsparteien. Aber einerlei, ob nun sieben oder mehr sozialdemokratische Abgeordnete in das Parlament der Junker und Landräte einziehen werden, an der Tatsache, daß die genossen in 56 Bezirken( 1., 2. und 3. Klasse) beteiligt. Sozialdemokratie Preußens auf der ganzen Linie siegreich 276 Wahlmänner Sozialdemokraten Freifinnige · 88 Konservative 45 . " Nationalliberale. 43 In Stichwahl.. 262 " An diesen Urwahlbezirksstichwahlen sind unsere ParteiDie gestern noch unbekannten Wahlresultate ergeben folgendes 1. Abteilung: Freifinnige 162, Konservative 9, zersplittert 3 Wahl. männer. II. Abteilung: Freifinnige 146, Konservative 19, zersplittert 6, Sozialdemokraten 1 Wahlmann. III. Abteilung: Freisinnige 80, Konservative 2, Sozialdemo Iraten 83, zersplittert 6 Wahlmänner. Gewählt: Traeger( frs. Bp.) Nieder- und Oberbarnim. ( Teilresultat.) Sozial demokrat. Konserv. Sozial liberal Franz.- Buchholz. Dranienburg Tegel Ertner. 5 11 • 6 45 18 • 42 4 14 Bernau 13 25 Reinickendorf- Dit 30 1 18 Neuenhagen( Petershagen) 3 17 Wilhelmsruh. 6 17 Ober- Schöneweide 36 18 Bankow 38 46( 11 Sticht.) Hohen- Schönhausen 3 10 Reinidendorf- West. 20 8 Weißenfee. 70 70 Sozial diesmal durch glühenden Kampfeseifer und wochenlange Wahlarbeit erobert hat! Sozial demokrat Konserv. Liberal Waidmannsluft. 21 32 Friedrichsfelde 9 18 Stralau 6 13 Friedrichshagen Karlshorst. 20 28 6 16 Rummelsburg 7 fleine Drte. Lichtenberg 81 30( 8 Sticht.) 7 23 123 87( 6 Stichw.) Strausberg( Oberbarnim) 8 22 Gesamt 533 Die 593( 28 Stichw.) 25 fozialdemokratische Landtagsfraktion. Nach der von der Generalversammlung der Berliner Wahlkreise beschlossenen Kandidatenliste werden als sozialdemokratische Abgeordnete in das preußische Abgeordnetenhaus einziehen: Karl Liebknecht, Heinrich Ströbel, Hermann Borgmann, Paul Hirsch, Hugo Heimann, Otto Wels. Ferner als Vertreter Lindens: Robert Leinert, Wahlfieg in Linden. Aus Hannover wird uns geschrieben: Der Ausgang der Landtagswahl im Wahlkreise Linden Stadt und Land stellt uns vor einen glänzenden Erfolg. Es waren 412 Wahlmänner zu wählen, davon 228 in der Stadt und 184 im Landkreise Linden. Das Ergebnis gestaltete fich in der Stadt wie folgt: 1. Klasse 56 Sozialdemokraten, 19 Nationalliberale, 1 Stichw. 2. 3. 60 72 16 " 9 4 " " " Gesamtergebnis 188 Sozialdemokraten, 39 Nationalliberale, 1 Sticht. 1903 124 " 74 Der Landkreis Linden brachte 43 Wahlmänner. Im Jahre 1903 erhielten wir auf dem Lande nur 17 Wahlmänner. So stellt sich denn das Gesamtergebnis auf 231 Sozialdemo fraten und 179 Gegner. Zwei Stichwahlen sind noch erforderlich. Wir müssen hier ausdrücklich sagen Gegner, denn daß die 179 sämtlich nationalliberal sind, ist ausgeschlossen. Das Resultat übersteigt die fühnsten Erwartungen unserer Parteigenossen sehr beträchtlich. Die Niederlage unserer Gegner ist eine vernichtende. Der Wahlkreis mußte ja ohnehin der Sozialdemokratie gehören, wenn nicht das Dreiklassenwahlrecht der nationalliberalen Partei das lebergewicht bisher verschafft hätte. Bei der Reichstagswahl erhielten im Jahre 1907 in Linden Stadt Soz. 4997, Natl. 2763 Stimmen in Linden Land 8438, # 867 Zusammen: Soz. 18435, Natl. 3630 Stimmen " Die Parteien " über die Landtagswahlen. ,, Aber soll der Staat ruhig zusehen, wie die Großstädte ble Hochburgen der Sozialdemokratie werden?" Das schreibt das christlich- soziale" Blatt, das die InterDiese Preßstimmen beweisen, daß das Proletariat, daß alle Opfer des Dreitlassenwahlsystems, nicht nur die Arbeiter, essen der Minderbesigenden zu vertreten vorgibt! sondern auch die kleinen Geschäftsleute, Handwerker, Be- Es fordert also ernsthaft noch zu einer Verschlechterung des amten, kurz die neunzig Prozent der Nicht- elendesten aller Wahlsysteme auf! besigenden sich nicht auf der Bärenhaut ausstrecken dürfen, sondern daß fort und fort der millionenstimmige Kampfruf erschallen muß: Nieder mit dem elendeften aller Wahlsysteme! Her mit dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht! Die konservative Presse. Die Kreuz- Zeitung" schreibt: " Gewiß, die Sozialdemokraten haben Ursache, sich ihrer Wahlergebnisse zu freuen; aber schlägt nicht dieser Wahlsieg der Behauptung ins Gesicht, daß es das Wahlsystem sei, welches die stärkste" politische Partei von der Vertretung im gesetzgebenden Die Zentrumspresse. Die Märkische Volkszeitung" schreibt: Nun wird der Freifinn große Augen machen. Fünf feiner Berliner Wahlkreise hat er an die Sozialdemo traten berloren, die noch dazu in Rigdorf- Schöneberg und Linden- Hannover einen Siz gewannen. Das sind die Früchte der Blockpolitik, die dem Blockvater freilich wenig Ehre machen. Was wird wohl der Kaiser dazu sagen? Und wenn es jetzt gar zu einer Reichstagswahl gekommen wäre! Offenbar wäre dann der lammfromme Freisinn, der nichts mehr fürchtet, als das Ausgeschaltetwerden, fast ganz aus geschaltet worden." Körper Preußens ausschließe? Kann man nicht gerade Das klingt nach Radikalismus. In Wirklichkeit aus diesen Wahlerfolgen ersehen, daß die legte, aber ist in diesen Ausführungen von Demokratie keine Spur! fogenannte fleine Wahlrechtsreform die Ent- Das Märkische Zentrumsblatt hat sich gut luftig machen über scheidung bei den Urwahlen ganz erheblich den Freifinn. Wenn es die Blockpolitit, die Prinzipien- und zugunsten der großen Masse verschoben hat? Gerade die Volksverrätereien des Freisinns geißelt, so verabfolgt es dem fozialdemokratischen Erfolge sind ein Beweis für die Richtigkeit Freisinn die ihm gebührenden Prügel; aber die. der Grundlagen unseres Wahlsystems. Es konnte von Anfang an nicht daran gezweifelt werden, felben Prügel hat sich das Zentrum verdient und daß eine Anzahl von„ Genoffen" in das neue Abgeordneten würde auch das Zentrum erhalten haben, wenn es an der daß eine Anzahl von„ Genossen" in das neue Abgeordneten Stelle des Freisinns in Berlin mit der Sozialdemokratie in haus einziehen würden. Als ziemlich sicher nahm man an, daß die Sozialdemokratie von einigen Berliner Konkurrenz getreten wäre! Denn die Politit, die das Zentrum " Mandaten und von dem schon bei den vorigen Landtags- dem Freisinn vorwirft, die Willfährigkeit gegenüber der zollwahlen ihnen nur mit knapper Not entgangenen Lindener Mandat mucherischen Volfsausbeutungspolitik, die Politik der Bejiz ergreifen werde. Das aber sieben Genossen" Aussicht Mästung des Militarismus und Marinismus und des Kolonialhaben könnten, gewählt zu werden, das haben felbst die Sozial molochs- akkurat dieselbe Politik hat auch das Zentrum viele demokraten nicht für möglich gehalten. Man kann deren Hoch- Jahre lang mit den Konservativen getrieben! Es hat die gefühl also begreifen, und darum wird man auch nicht über Boltsinteressen und die Voltsrechte ebenso oft verraten wie rascht sein, daß dieses Hochgefühl wie üblich wieder in Größenwahn umschlägt. Wenn man die sozialdemokratische Breffe liest, so staunt man, was alles diese sieben Mann von der sozialrevolutionären Garde im preußischen„ Dreiklassenhause" bewirken wollen. " Nur gemach! Mit großen Worten find in Preußen feine Erfolge zu erzielen. Wir glauben weit eher, daß die Genossen" im Abgeordnetenhause sich manchen wohlverdienten Denkzettel holen werden. Es ist eben etwas ganz anderes, im Reichstage bramarbasierend und schimpfend sich als„ Voltsvertreter" zu be tätigen, als im Abgeordnetenhause sich an den sachlichen Debatten zu beteiligen. Die Vorfäße der Genossen", in der preußischen Landesvertretung fich als aufreizende Störenfriede aufzuspielen, mögen noch so feste und noch so ernst gemeint sein, sie werden an der Geschäftsordnung und an dem festen Willen der Mehrheit, Ordnung zu halten, zuschanden werden." - " doch Die Kreuz- Zeitung", das führende Organ der Konservativen, meint also, daß nun, nach der Wahl von sieben Sozialdemokraten, für eine halbe Million sozialdemokratischer Wähler( die Konservativen werden mit einer geringeren Wählerzahl wieder 200 Mandate erobern!) die Notwendigkeit einer Wahlreform verneint worden sei! Trozzdem werden natürlich die Freifinnigen mit diesen Feinden einer Wahlreform auch künftig ihre schamlosen politischen Schachergeschäfte machen! Weiter spottet die Streuz- Zeitung" darüber, daß die sieben Sozialdemokraten ja positiv nichts ausrichten tönnten. Das ist sehr richtig, das haben wir ja bereits selbst sowohl in unserem Extrablatt, als anch in unserem heutigen Leitartikel mit allem Nachdruck hervorgehoben! Aber die Es ist interessant, die Urteile der führenden Organe der Konservativen fündigen gleichzeitig an, daß die Reaktion, berschiedenen Parteien über den Ausfall der Landtagswahlen speziell der reaktionäre Block, durch eine rigorose Revue passieren zu lassen. Alle Parteien, ob kon- Handhabung der Geschäftsordnung den Sozialdemokraten sogar servativ oder liberal, beweisen einhellig die Ver- ihre kritische Tätigkeit vereiteln wollen! Ob das geschehen blüffung vor dem unerwartet glänzenden wird, darüber wird ja die Zukunft entscheiden. Daß man Wahlerfolg der Sozialdemokratie. Ebenso aber die paar Vertreter des arbeitenden Volkes auch durch Ebenso aber die paar Vertreter des arbeitenden Volkes auch durch einhellig sind sich auch diese verschiedensten Parteien, mögen die Geschäftsordnung knebeln und mundtod machen es fonservative, ultramontane oder Freisinnsblätter sein, in will, das hat mit erfreulicher Ehrlichkeit das führende Organ der Verkennung der Bedeutung dieses überraschenden der Konservativen angekündigt! Wahlausfalles. Daß das Wahlresultat, daß die Wahl von sieben sozialdemokratischen Abgeordneten den denkbar wuchtigsten Protest gegen das Dreiklassenwahlsystem bedeutet, daß die Tatsache der Wahl einiger Vertreter der ehrlichen Arbeit völlig zurücktritt hinter der Tatsache, daß das Volk der Arbeit, eingeschlossen die klein en Handwerker und kleinen Geschäftsleute, da, wo es überhaupt möglich war, durch ihre Abstimmung den nachdrücklichsten Protest gegen die Wahlentrechtung durch das schmachvollste aller Wahlsysteme erhoben haben, wird von der Presse aller Parteien verkannt! der Freifinn! Deshalb hat das Zentrum nicht die geringste Ursache, sich so schadenfroh über den dem Freifinn zuteil gewordenen Denkzettel zu mokieren! Auch mag sich das Zentrum getrösten; die Zeit der Abrechnung auch mit ihm tommt! Jst fie auch in weitere Ferne gerückt, fie wird ebensowenig ausbleiben wie die Abrechnung des denkenden Voltes mit dem verlogenen Freisinn! 11 Die Germania", das offizielle Hauptorgan des Zentrums, urteilt: " Dazu kommt, daß der Kampf um die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf die Wahlen zum preußischen Landtag von den Freisinnigen sehr lau geführt wurde, während die Sozialdemokratie das elendeste aller Wahlsysteme" an der Hand der Ungleichheit und Widersinnigkeit, wie fie namentlich in Berlin hervortreten, mit den schärfsten Worten geißelte, obschon namentlich die Drittelung nach den Urwahlbezirken ihr besonders zugute gefommen ist. Im übrigen aber kann man, wenn man gerecht sein will, fein Bedauern darüber empfinden, daß nun die Sozialdemokratie auch im preußischen Landtage durch eine kleine Gruppe vertreten ist, denn es war, wie schon der Abgeordnete Dr. Windthor st seinerzeit hervorgehoben hat, ein Unding, daß eine so starke Partei wie die Sozialdemokratie im Abgeordnetenhause bisher nicht einen einzigen Vertreter ihrer Anschauungen hatte." Boltsvertretungen", so sagt heute treffend die National Zeitung", find Sicherheitsventile sie nichts besseres sein können. Die neue Vertretung bes Preußenvoltes bekommt ein Sicherheitsventil, das alle Einsichtigen mit Bedauern zu vermissen angefangen hatten." Den Freifinn mag es freilich mitunter sehr unbequem werden, wenn diefes Sicherheitsventil" in Funktion tritt, wenn die Sozialdemokratie als unerbittliche Mahnerin den Freifinn von heute an eine bessere Vergangenheit erinnert, von der der Abgeordnete Dr. Mugdan im Reichstage sagte:„ als wir noch unsere alten Grundsätze hatten..." D tvennt euchelei mit reatttonärer Offenherzigkeit. Auch hier mischt sich echt ultramontane das führende Organ des Zentrums wagt es, dem Freisinn Bauheit in der Führung des Kampfes um eine Wahlreformi vorzuwerfen. Dabei war es gerade das Zentrum, das gegen die Neueinteilung der Wahlkreise gestimmt hat, Die Deutsche Tageszeitung" schreibt: durch die den Konservativen in allererster Linie eine ganze In einer Beziehung aber hat auch diese Tatsache ihre gute Anzahl von Wahlkreisen entrissen worden wäre; dabei war es Seite: fie beweist das gute. Recht derjenigen, die schon bisher das Zentrum, das von einem Kampf gegen das elendeste aller bestritten haben, daß das preußische Wahlrecht pluto Wahlsysteme ebensowenig etwas merken ließ, sich an der tratisch sei. Sie zeigt vielmehr, daß in zahlreichen Be- Wahlrechtsbewegung womöglich noch weniger beteiligte als zirken auch dem Arbeiter und dem fleinen Manne überhaupt der Blockfreisinn! Es ist wirklich eine Preisfrage, der Weg in die höheren Klaffen durchaus offen steht; welche Partei in bezug auf politische Schäbigkeit und haben doch sozialdemokratikche Budiker in Groß- Berlin biel- Heuchelei den höheren Rang zu beanspruchen hat: das fach in der ersten Klasse gewählt! In dieser Richtung Zentrum oder der Freisiun! ist also der sozialdemokratischen Hege gegen das Dreitlassenwahlrecht durch die eigenen Außerdem ist es bezeichnend, daß die„ Germania" von Erfolge der Sozialdemokratie die Spige ab- der neuen Vertretung der Sozialdemokratie als von einem gebrochen worden. Und auch sonst kann man denen, die durch diese Wahl das preußische Wahlrecht ad absurdum führen wollten, nur raten, nach dem Ausfalle des Wahlkampfes, der den großen Bolfsprotest gegen die Dreillassenschmach" bringen sollte, den Mund nicht allzu voll zu nehmen. I Daß die konservative Presse aus der Tatsache der Wahl von, wie sie schäßt, einem halben Dußend SozialSicherheitsventil" spricht. Danach ist auch das Sentrum der Ansicht, daß die Wahl von ein paar sozialdemokraten, die Schulßfolgerung zieht, daß das elendeste demokratischen Abgeordneten, deren Einflußaller Wahlsysteme doch gar nicht so elend sein könne, osigkeit es übrigens selbst hervorhebt, ein ,, Sicherda es die Wahl von sechs Sozialdemokraten ermögliche, ist heitsventil" für das elendeste aller Wahlsysteme, also als eine ja selbstverständlich. Daß eine halbe Million Wähler sechs Also auch hier eine runde und nette Erklärung gegen Art Konservierungsmittel dieses schmachvollen Wahlsystems beoder sieben Abgeordnete durchbringt, während in 3a bl- irgend eine Reform des Wahlrechts! Will es wirklich der deutet. Nun, so wenig politischen Einfluß die sieben Sozialreichen Wahlkreisen schon je tausend Wähler ge- Freifinn noch ferner für möglich erklären, mit diesen demokraten gegenüber den 436 Abgeordneten von Geldsacksnügen, um einen fonservativen Abgeordneten durch junkerlichen Erzreaktionären zusammen für gnaden auszuüben vermögen, an der Entlarvung der Volkszubringen, spielt bei diesen Herren keine Rolle. Daß hundert- die Einführung des Reichstagswahlrechts für Preußen verrätereien aller bürgerlichen Parteien wird es diese Handvoll tausend sozialdemokratischer Stimmen nur gerade so wirken zu können? Abgeordneter trotz aller Geschäftsordnungsfniffe und Ver schwer wiegen wie tausend Stimmen, die von Junkern oder den abhängigen Heloten des Junkertums abgegeben werden, versteht sich ja am Rande! Aber daß auch das Bentrum, diese angeblich demokratische Partei, aus dem Wahlergebnis höchstens ein Mißtrauensvotum der freiheitlich gesinnten Wähler gegenüber dem Nachfolger des Zentrums, den regierungsfähigen Blockpolitikern liberaler Couleur, heraus hört, nicht aber den Entrüstungsschrei der ehrlichen Arbeit gegen das infame Dreitlassenwahlsystem, ist höchst charakteristisch für die Heuchelei dieser Partei! " Die Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben: gewaltigungsversuche nicht fehlen lassen! Nicht nur dem FreiDie Genossen werden nun nicht mehr behaupten können, daß finn, sondern auch dem Zentrum dürften die paar Pioniere ihnen durch das jezige kapitalistische Wahlrecht der Zutritt zur des Volfes im Abgeordnetenhause noch recht ungenehm preußischen Voltsvertretung vollständig abgeschnitten wird. Ihr lange gehegter Wunsch, auch im Abgeordnetenhause zu werden! Worte zu kommen, ist erfüllt, und in der roten Presse wird darüber ein ungeheuerer Jubel angestimmt werden. Auf machen." Die freisinnige Presse. Die Freisinige Zeitung" hat in ihrer Morgendie Abstimmungen wird die neue Fraktion wegen der geringen nummer bom Donnerstag eine kritische Stellungnahme noch 3 ahl ihrer Mitglieder allerdings nur geringen Einfluß nicht für nötig erachtet. Die dem Wiemer- Blatt geistig und ausüben tönnen; beſto eifriger wird sie aber bemüht sein, sich moralisch kongeniale Vossische Zeitung" dagegen bedurch Dauerreden, Anträge und Interpellationen bemerkbar zu handelt die Wahl in Berlin in einem Artikel, der ein non Noch ungeheuerlicher freilich ist es, daß der Freisinn Also auch hier begegnen wir der Auffassung, daß nun- plus ultra politischer Verständnislosigkeit und Jammerseligkeit aus dem Wahlresultat nicht nur nichts gelernt zu haben mehr eine Wahlreform nicht mehr erforderlich sei! Dabei darstellt. Es heißt darin: scheint, sondern im Gegenteil wir kommen darauf noch ist das berüchtigte Scharfmacherblatt zynisch genug, festzustellen, näher zurück nur darüber jammert, daß das Wahl- daß wegen der„ geringen" Vertretung der Arbeiterklasse von system im Grunde noch nicht reaktionär genug ist, und selbst derselben auch nur ein geringer Einfluß ausgeübt werden in der größten Stadt des Staates, in Berlin, der fönne! Troß dieser höhnischen, die Boltsmassen verindustriegewaltigen 3entrale Preußens, ipottenden Feststellung erklärt das Organ der Panzermit ihrer Anhäufung von Hunderttausenden und Hundert plattenpatrioten, daß ja nunmehr eine Wahlreform nicht mehr tausenden von Proletariern der Sozialdemokratie die Mög- erforderlich erscheine. lichkeit nicht raubt, auch unter dem elendesten aller WahlWackere Bundesgenossen des Freifinus! systeme einige wenige Mandate zu erobern! 17 Während so die politisch in Frage kommenden In diefelbe Serbe haut natürlich das Drgan der Parteien kein Wort von einer notwendig werdenden Wahl- Stumntschen Esel, die" Post". Unverschämter freilich noch reform im freiheitlichen Sinne sprechen, gibt es eine Reihe treibt es der Reich 3 bote", das Drgan, das von sich von Scharfmacherblättern, die sogar nach einer behauptet, für eine nationale Sozialpolitik" einVerschlechterung des unerhörten preußischen Dreiklassenwahl- zutreten! Der„ Neichsbote" macht sich lustig über die Niederrechts schreien, um der Dreimillionenpartei des Proletariats lage des Freisinns, wirft dann aber angesichts der Erfolge tünftig auch noch die Vertretung au ichmälern, die fie fich der Sozialdemokratie in Berlin die Frage auf: " Jest wählt Berlin zwölf Abgeordnete in zwölf verschiedenen Wahlbezirken, in jedem einen. Dadurch ist die frühere Mög lichkeit des Ausgleichs beseitigt. In Gegenden mit vorwiegend sozialdemokratischer Wählerschaft kann daher ein Sozialdemokrat viel leichter als ehedem zum Siege gelangen, zumal da in diesen Bezirken durch die jetzige Art der Drittelung der Einfluß der„ Genossen" einen großen Teil der zweiten Abteilung beherrscht und sich vielfach auch auf die erste Abteilung erstrekt. Sodann kommt in Betracht, daß die gefeßliche Einführung der Lohnlisten für die Steuerbehörde eine startere Heranziehung von Arbeitern und Angestellten, die früher zu niedrig eingeschäßt waren, zur Einkommensteuer veranlaßt hat. Sie haben dadurch in zahlreichen Fällen ein erhöhtes Wahlrecht erlangt und eine Menge mittlerer und kleiner Gewerbetreibender und viele Beamte in die dritte Abteilung gedrückt. Alles Umstände, die der Sozialdemokratie zugute tommen." Die Bedeutung des Wahlausfalls erblickt also die„ Vosfische Beitung" nicht in der so unzweideutig gegebenen Ant Politische Ueberficht. Berlin, den 4. Juni 1908. Mecklenburgische Verfassungsreform. Zola im Pantheon. Paris, 4. Juni. Gegen die Ueberführung der Leiche Zolas, des großen Menschen und Künstlers, ins Pantheon hatten die wort des Volkes auf die Jammerlappigkeit des Freisinns, I der feelisch vollständig gebrochen ist, hat Berlin bereits ver-, hervorgehoben werden, daß der Strett bisher durchaus nicht in dem Protest der Hunderttausende gegen die Drei- lassen. Gutem Vernehmen nach ist er nach Italien ab- friedlich verlaufen war, daß man also nicht etwa von flaffenschmach, sondern darin, daß die Drittelung der gereist. einer durch frühere Konflikte überreizten Stimmung der GenUrwahlbezirke der Sozialdemokratie diesmal die Eroberung darmen sprechen kann. einer Reihe von Berliner Mandaten möglich gemacht hat! Das freisinnige" Blatt stöhnt darüber, daß diesmal durch die Abgrenzung Berlins in 12 Wahlkreise nicht verhütet worden sei, daß, wie es in dem Abendblatt vom Donnerstag heißt, ein Ausgleich zwischen prole= Der mecklenburgische Grundadel ist nicht geneigt, das Pariser Nationalisten, die sich zu gleichen Teilen aus dem hochtarischen Vierteln und den Quartieren der besiten- geringste seiner alten ständischen Rechte aufzugeben und dem aristokratischen Königstreuen, dem fleinbürgerlichen, chauvinistischen den Klasse dergestalt geschaffen worden sei, daß infolge des Großherzog die von ihm geforderten hohen Einkünfte zu be- und dem lumpenproletarischen Pöbel rekrutieren, seit Wochen eine schmachvollen Dreiklassenwahlunrechts die Masse der so- willigen. Wie die früheren, hat er auch diesen sogenannten maßlose Hezze entfacht. Seit 8 Uhr morgens fanden im Quartier zialdemokratischen Stimmen durch die Minder- Versuch einer Verfassungsreform" der großherzoglichen Re- Latin große Menschen ansammlungen zahl der Stimmen der Besitzenden paralysiert, aufge- gierung vor die Füße geworfen. hoben wurde! Das freifinnige Blatt wimmert darüber, daß nicht durch die Verkoppelung von proletarischen und Villenvierteln berhütet worden sei, daß die Sozialdemokratie Erfolge erringen konnte! Das Abendblatt der Vossischen Zeitung" vom Donnerstag weist auf die ,, borbildliche" Verbindung der proletarischen Viertel Nixdorfs mit den Domänen des Freisinns in Schöneberg hin! Die Wahlbetrachtung der Bossischen Zeitung", des angesehensten Berliner Freisinnsblattes, ergeht sich also in einer Wehklage darüber, daß das elendeste aller Wahlsysteme noch nicht elend genug ist, daß es überhaupt die Eroberung von einigen wenigen Mandaten durch die Sozialdemokratie, die Partei der Masse des Berliner Volfes, zuläßt! Das ist die vollständige Bankrotterklärung des Freisinns der Kopsch, Wiemer, Müller- Sagan! Daß von solchen Wahlrechtskämpfern" freisinniger Cauleur nichts zu erwarten ist, werden wohl alle Entrechteten begreifen. Nur ein Mittel zur Erringung des gleichen Wahlrechts gibt es für sie: Den Sturm des Volkes gegen die Zwingburg der konservativ- liberalen Reaktion! Die nichtveröffentlichte Kaiferrede. Aus Schwerin wird telegraphisch gemeldet: " Der außerordentliche medlenburgische Landtag faßte heute Beschluß über die prinzipielle Stellungnahme zu der Regierungsvorlage, und zwar durch Abgabe von Standeserklärungen. Die Landschaft erklärte, auf der allgemeinen Grundlage des Regierungsentwurfs weiter verhandeln zu wollen. Dieser Beschluß erfolgte mit 39 gegen 7 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen von Rostock und Wismar. Die Ritterschaft entschied sich mit 291 gegen 65 Stimmen zugunsten des Vorschlages der 16 Kommissionsmitglieder für das Festhalten an der landständischen Basis und erbittet von der Regierung eine entsprechende neue Vorlage. Man hofft, daß eine Antwort von der Regierung morgen eingehen wird. Die nächste Sigung ist morgen mittag 1½ Uhr. m Oefterreich. Der Studentenstreit. Wien, 4. Juni.( Privatdepesche des Vorwärts".) Auf die Schließung der Innsbrucker Universität hat sofort der Studentenstreit an sämtlichen österreichischen Hochschulen geantwortet. An der Wiener Universität hinderten die Studenten heute früh die Professoren durch stürmisches Händeklatschen an der Abhaltung der Vorlesungen. Bald darauf verkündete der Rektor die Schließung der Universität. Aehnliche Vorgänge spielten sich an der Technik und der Hochschule für Bodenkultur ab; auch die Hochschulen im übrigen Reiche sind geschlossen. Die Studentenschaft steht in seltener Einmütigkeit zusammen, um die klerikalen Beeinflussungen der Lehrfreiheit künftigund Kund= gebungen für und wider Zola statt. Bis 10 Uhr waren zweihundert Verhaftungen vorgenommen. Präsident Fallières und Minister Clemenceau, die um 9 1hr 30 Minuten beim Bantheon vorfuhren, wurden durch Zurufe begrüßt, in die sich hier und da Pfeifen mischte. Zum Schlusse der Feierlichkeit schoß eine Person auf den Major Dreyfus, der an der Seite von Frau Zola ging, und verwundete ihn an der Hand. Der Narr wurde verhaftet. Er heißt Gregory und gehört zur Redaktion des royalistischen„ Gaulois". Die Wunde Deyfus' ist ungefährlich. Der Leichenwagen mit dem Sarge 8olas traf um 8 Uhr abends beim Pantheon ein. Eine riesige Menschenmenge wohnte der Beisetzung bei und ehrte das Andenken des großen Dichters. Gregory. Baris, 4. Juni. Der Militärschriftsteller Gregory wurde bei seiner Festnahme vom Publikum erheblich verIegt. Zuerst war das Gerücht verbreitet, es wäre auf den Präsidenten Fallières geschossen worden, doch beruhigte die Polizei das aufgeregte Bublifum mit der Erklärung, ein Geisteskranker habe zwei blinde Schlüsse auf Drenfus abgegeben. Die Tat Gregorys hat bei dessen Bekannten lebhaftes Erstaunen hervorgerufen, da Gregory als besonnener und ruhiger Mann galt. Er selbst soll bei seinem Verhör erklärt haben, er hätte die Armee für den ihr angetanen Schimpf rächen wollen. Die Voltsmenge brachte, nachdem Gregorys Tat befannt geworden war, Hochrufe auf gola und die Republik und Schmährufe gegen die Nationalisten aus. Italien. Zittoni über auswärtige Politik. Wir hatten mitgeteilt, daß Wilhelm II. am 1. Juni nach hin unmöglich zu machen. In diesem Streben genießen sie die Nom, 4. Juni. In der Deputiertenfammer sprach der Parade auf dem Tempelhofer Felde eine offensichtlich Sympathien der Arbeiter, deren schlimmste und infamſte Feinde die heute Minister Tittoni über die auswärtige Politit. Der wohlvorbereitete, weil sorglich zu Papier gebrachte Ansprache österreichischen Meritalen und Christlichsozialen sind, ebenso wie die Minister sprach sehr optimistisch und sah nirgends Schwierigkeiten. an seine Alexandriner( und ein oder zwei andere Bataillone) des freiheitlich gesinnten Bürgertums, dessen parlamentarische Ver- Von Bedeutung war nur die Mitteilung, daß England und Rußgehalten hat, über die bis jetzt kein Wort veröffentlicht treter allerdings schmählich versagt haben. Man erwartet, daß die land über eine Reformattion in Mazedonien Verhandlungen worden ist. Professoren, die während des ganzen Kampfes mit ziemlicher pflegen, die noch fortschreiten. Die böllige Verständigung würde Offiziös ist unsere Darstellung nicht bestritten Entschiedenheit die Freiheit der Wissenschaft verteidigt haben, wahrscheinlich das Ergebnis der Zusammenkunft von Reval bilden. die von worden, obwohl sie u. a. in der Deutschen Tages- gegen der Regierung verfügte Schließung der Spanien. Beitung" registriert worden war. Dafür bemühen sich einige Innsbruder Universität Protest erheben werden. Der akademische freiwillige Offiziöfen, unserer Meldung zu widersprechen. Senat der Wiener Universität dürfte heute abend in einer Resolution So behaupteten beispielsweise die„ Berl. Neuesten Nachr.", die Einstellung der Innsbrucker Vorlesungen als einen Eingriff unsere Mitteilung beruhe auf einer Verwechselung. in die Autonomie der Universitäten verurteilen. Nicht am Tempelhofer Feld, sondern in Potsdam habe Wilhelm II. eine Ansprache gehalten. Andere Blätter drucken das mehr oder minder variiert nach! " All das ist unrichtig! währte mindestens 5 Minuten! Und über den Inhalt dieser Rede ist kein Wort veröffentlicht worden! Wenn man diese Angaben zu bestreiten wagen will, so Wenn man diese Angaben zu bestreiten wagen will, so erlasse man doch gefälligt ein offiziöses Dementi! Alles Gerede der freiwillig Offiziöfen beruht auf Unwissenheit oder Schwindel! Wer deutsche Universitätsverhältnisse tennt, wird nicht ohne ein Gefühl der Beschämung diese Nachrichten vernehmen. Während in Desterreich die Professoren die Regierung verurteilen, die einen Universitätsprofessor in der freien Ausübung seiner Lehrzur Strecke brachten. Das Ausnahmegesetz gefallen. Madrid, 4. Juni. Die Regierung wird ihren allseitig befämpften Entwurf des sogenannten Terroristengefeßes in Berücksichtigung der Volksstimmung vorläufig nicht vor die De putiertenkammer bringen. England. Der Besuch beim Zaren. Wilhelm II. hat die Rede am 1. Juni um 10% Uhr am tätigkeit hindert, haben Berliner Professoren im Fall Arons( Arbeiterpartei), ob Sir Edward Grey dem Könige London, 4. Juni. Im Unterhause fragte gestern Thorne Tempelhofer Felde gehalten, respektive verlesen! Und nicht nur feige gefchwiegen, nein, Professoren waren es auch, die raten wolle, daß der Besuch in Rußland keinen amtlichen zwar bei der Verteilung der Fahnenbänder an die Alexan- das preußische Ministerium gegen den Unterricht in der schänd Charakter tragen möge. Der Junior- Lord des Schatzes Pease driner usw. Die Rede wurde gehalten bei der Sleinen lichen Erwürgung der Lehrfreiheit noch unterstützt haben. Und als erwiderte, Grey könne den König nicht in solchem Sinne bePappel", die hundert Schritte entfernt von dem Garten der vor einigen Monaten die Hetze gegen die gewiß ſehr harmlofen raten. Als Thorne darauf fragte, ob dies so zu verstehen Bodbrauerei steht. 8uverlässigste Augen und Ohrenzeugen sind dafür vorhanden! Die Verlesung der modernistischen Theologieprofessoren losging, sahen die Herren ruhig sei, daß die Regierung den brutalen Morden in mit weithin hallen der Stimme gehaltenen Ansprache 8, wie Krummstab nnd Polizeiſtock in trautem Verein die Opfer Rußland zustimme, griff der Sprecher ein und beUnd die Studenten? Nun, die deutschen Studenten haben über nicht angemessen. merkte, diese Sprache sei einem befreundeten Staate gegenfast ausschließlich nur einen Gedanken und ein Ziel: die Heute beantragte D'Grady( Arbeiterpartei) bei dessen Mitgliedschaft ihnen später die besten Aussichten eröffnet. ft rich als Protest gegen den offiziellen Besuch des Königs arriere. Ihre wichtigste Sorge ist die Wahl jenes Korps, der Beratung des Etats des Auswärtigen Amts einen Abworüber man vortragen darf und wagen nicht einmal einen Königs um den Frieden an, widersprach aber diesem Besuch, Sie lassen sich von ihrem Rektor vorschreiben, wer bei ihnen und beim Raiser von Rußland. Er erkannte die Verdienste des schüchternen Brotest. Als Söhne der Bourgeoisie ist für sie die der einen staatlichen oder repräsentativen Charakter Wissenschaft nur noch melkende Kub und die Gier des Erwerbsfinns habe und griff heftig das russische Regierungssystem an. hat längst den Sinn für die Freiheit, in der allein wahre Wissen- Mac Neill( re) behauptete, es sei ein Verfassungsschaft gedeihen tann, ertötet. Die deutschen Universitäten und bruch, wenn der König zu einem folchen Besuch ohne vor allem die preußischen, sind längst teine Stätte freier Stabinettsminister ins Ausland gehe. Den diplomatischen und veraussetzungsloser Forschung, sondern Anstalten, wo von der Charakter des Besuchs beweise die Tatsache, daß UnterstaatsBureaukratie tonzeffionierte, sorgsam gefiebte Lehrer ihre Schüler sekretär Hardinge den König begleite, und die Anwesenheit Lehren, wie die Wissenschaft der kapitalistischen Braris dienstbar ge Fishers und Frenchs zeige den Zusammenhang des Besuchs macht werden kann. Kämpfer aber gehen aus diesen Anstalten nicht mit der Flotte und der Armee. Stettle( Fre) erklärte, die mehr hervor und finden an ihnen keine Stätte der Betätigung. irische Partei werde den Antrag D'Grady unterstüßen. In den Augen Europas bedeute der Besuch, daß England die Wechsel Rußlands indossiere und den Kredit des letzteren wiederherstelle. Die neueste Senſation der Eulenburgerei. Eine Zeitungsnotiz meldet: Berlin, den 4. Juni 1908. Die Liebenberger Tafeltunde zieht immer weitere Kreise. Die ausgedehnten Ermittelungen, die der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Schmidt( Berlin) in der Voruntersuchung gegen den Fürsten Ruthenenmord und Wahrmund- Affäre. Philipp Eulenburg angestellt hat, haben zu einem Ergebnis Wien, 4. Juni. Abgeordnetenhaus. Im Einlauf be. geführt, das geeignet ist, das größte Aufsehen zu erregen. Bon mehreren in München vernommenen Zeugen wurde befundet, daß in Berlin der königliche Kammerherr Graf Edgar von Wedel im Prinzessinnenpalais oftmals Teegesellschaften findet sich eine Interpellation Romanczuk betreffend die Tötung eines ruthenischen Bauern durch einen Gendarmen, Die wörtliche Verlesung dieser Interpellation verursachte lebhafte Bewegung und Entrüstungsrufe bei den ruthenischen und sozialdemokratischen Abgeordneten. Nach weiterer Debatte erwiderte Staatssekretär Grey: Hinsichtlich des Besuches in Rußland handle der König auf den verfassungsmäßigen Rat seiner Minister, wie er es in allen Staatsangelegenheiten tue. Die Regierung Abg. Sommer stellte den formellen Antrag, der Präsident trage für diesen wie für alle Besuche des Königs im Aus veranstaltet habe, an denen fast ausschließlich homosexuelle möge bei dem Minister des Innern vermitteln, damit die vor dem lande die volle Verantwortung. Es sei nicht zuviel gesagt, Herren aus den höchsten Gesellschaftskreisen teilgenommen Barlamente postierte Polizei sofort abberufen werde, da das daß der Eindruck und der Einfluß der bisherigen Auslandshaben. Selbst Angehörige regierender deutscher Fürsten- Polizeiaufgebot eine unnüße Vorbeugungsmaßregel und geeignet häuser und ein naher Berwandter unseres Kaiserhauses fei, Demonstrationen der Studentenschaft hervor. besuche des Königs wohltätig gewesen sei. Er sei gefragt sollen zu den ständigen Besuchern dieser Teegesellschaften ge- zurufen. Der Präsident erklärte, er werde sofort bei dem Minister worden, ob der Besuch eine besondere diplomatische Behört haben, auf denen Dinge passiert sein sollen, die mit den des Innern vermitteln und sich über die Angelegenheit unterrichten. deutung in dem Sinne habe, daß er zu einem Bündnis oder In der fortgesetten Spezialdebatte über das Budget bedauerte zu einem bisher noch nicht bekannten Vertrage zwischen den Grundsäzen der strengen Moral nicht ganz in Einklang zu bg. Waldner, daß die Wahrmundaffäre zu einer politischen beiden Ländern führen solle. Er halte es im britischen wie bringen waren. Aus Anlaß dieser Zeugenaussagen wurde Machtfrage geworden, und apellierte an alle ohne Ausnahme, die im ausländischen Interesse für wünschenswert, ein für alleGraf von Wedel vor einigen Tagen vom Untersuchungsrichter Stellung eines Universitätslehrers sowie die eines Richters nicht mal jeden derartigen Eindruck zu beseitigen. Es seien eidlich vernommen. Er gab zu, daß die von ihm arrangierten unter den Parteispruch und die Regierungswillkür zu stellen. Die Teeabende fast ausschließlich von homosexuellen Herren, die deutschen Hochschulen müßten der Stolz der Deutschen bleiben und keine Verhandlungen über irgend einen den höchsten Kreisen angehören, besucht waren und daß er Straft und Kultur für die Zukunft sichern, Giner Gemeinbürg- mit Rußland im Gange, und während des Besuches die Erhaltung des deutschen Volkes. auf der Höhe der geistigen neuen Vertrag oder ein sonstiges Abkommen auch selbst homosexuell veranlagt sei. Dies überraschende schaft mit den Christlichsozialen ständen fortwährende Kämpfe der würden auch keine solchen Verhandlungen an. Ereignis wurde sogleich dem Kaiser gemeldet. Der Monarch Christlichsozialen gegen den deutschen Geist entgegen. geknüpft werden; doch sei es durchaus wahr, daß der hat dem Grafen Wedel seine große Mißbilligung ausBesuch eine politische Wirkung haben werde, und gesprochen und ihn aller seiner Aemter enthoben. Graf es sei zu wünschen, daß diese Wirkung für die Beziehungen bon Wedel wurde außerdem von allerhöchfter Stelle aufbeider Länder zueinander wohltätig sei. Der Besuch sei lange gefordert, unverzüglich die Dienstwohnung, die er in dem Paris, 2. Juni.( Eig. Ber.) aufgeschoben worden und wäre noch vor wenigen Jahren inUnter den Linden belegenen Prinzessinnenpalais, das beDie Chronik der Klassenkämpfe in der dritten Republit folge von 3wischenfällen, die in aller Gekanntlich mit dem Palais des verstorbenen Kaisers ist um ein neues blutiges Blatt bereichert worden. Heute dächtnis seien und die Beziehungen beider Länder beFriedrich verbunden ist, innehatte, zu räumen. Graf Edgar von Wedel war eine der elegantesten und nachmittag haben Gendarmen in Draveil ein schred- einflußt hätten, un angebracht und kaum möglich liches Blutbad unter streikenden Steinbruch gewesen. Derselbe Einwand, der gegen die englisch- russische beliebtesten Erscheinungen der Hofgesellschaften. Er er arbeitern angerichtet. Ein Arbeiter sollte verhaftet Sonvention erhoben wurde, wird jest gegen den Besuch des freute sich großer Sympathien bei den jungen Prinzessinnen werden. Er flüchtete in den dicht gefüllten Versammlungssaal, Königs erhoben, nämlich der, daß Rußland boykottiert werden und Prinzen des föniglichen Hauses. Er gehörte zu den Be- wohin ihm die Gendarmen folgen wollten. sollte, solange seine inneren Angelegenheiten nicht den Beivorzugten, die der Kaiser Die Arbeiter verweigerten ihnen den Eintritt. Es kam fall derer finden, die den Einwand erheben. Die Folge einer mit dem Vornamen zu einem Handgemenge an der Türe. Plötzlich frachte ein solchen Politik würde für beide Länder verhängnisvoll sein. anredete. Graf von Wedel ist unverheiratet und etwa Schuß, dem sofort weitere folgten. Die Gendarmen schossen Alles, was sich seit Abschluß der Konvention in Asien er54 Jahre alt. Er war Kammerherr der Kaiserin Friedrich. nicht nur durch die Türe, sondern auch durch die eignet hat, zeigte, daß die Eingriffe in Persien und an der Nach deren Tode wurde er hauptsächlich Prinzessinnen Fenster in die dichtgeteilte Masse. 8 wei indischen Grenze die beiden Länder einem Konflikt merklich fremder Fürstenhäuser, die am föniglichen Hofe zu Berlin Arbeiter blieben tot, sieben sind verwundet. näher gebracht haben würden, wenn wir die von einigen als Gäste weilten, als Kammerherr attachiert. Graf Wedel, Die Aufregung in der Bevölkerung ist ungeheuer. Es muß gewünschte Saltung eingenommen hätten. 2es zeigte, daß frankreich. Der Arbeitermord. unfere Beziehungen nicht stillstehen konnten, und daß foir entDie autonomen Zirkel" in Mailand. Nr. 39 deren Zentralorgans nach reichsverbändlerischer Art als ein weder zum Frieden oder nach der entgegengesezten Richtung Rom, 31. Mai.( Eig. Ber.) " Vorwärts"-Schwindel bezeichnet. Nach der Darstellung des„ Ge gebracht werden müßten. Wenn ich wählen soll zwischen Seit Jahren schleppt sich die Frage der autonomen Birkel" der werkverein" hätte nur ein nach Kottbus verzogener Hirsch an den einer Politik, die von einer englisch- russischen Konvention und Mailänder Reformisten hin. Diese fezessionistische Organisation, die Berliner Ortsvereinsvorsitzenden geschrieben, daß er in Rottbus von Verhandlungen nichts wissen will und die Dinge bis zu die Turatianer neben der offiziellen Parteisettion gegründet hatten, noch 8-9 Mann unterbringen könne. Darauf habe der Vorsitzende wie nachsichtig und vorsichtig erst bei dem Vorsitzenden des einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen triebe, und glieder, Turati und Treves, die Deputierte im Parlament Töpferverbandes in Kottbus angefragt, ob dort denn auch keine hat, obwohl außerhalb des Rahmens der Partei stehend, zwei Miteiner Politik der Verständigung, so erkläre ich mich für die find und die der sozialistischen Parlamentsfraktion angehören, traft Differenzen vorlägen. Dieser Brief sei aber unbeantwortet ge lettere. Ich bin für einen ehrlichen und loyalen Versuch, eines dahingehenden Botums der Fraktion, die in Italien autonom blieben. Von anderer Seite" interessant wäre, zu erfahren, daß beide Länder in Dingen, die ihre Interessen berühren, und nicht vom Parteivorstand abhängig ist. Diese verwidelte Sach- wer diese andere Seite" ist sei mitgeteilt worden, daß es in zusammenarbeiten. Dabei bleibe ich, und wenn das Haus Lage, die jedem gesunden Organisationsprinzip Hohn spricht, wurde Rottbus zu Differenzen gekommen sei. Die Verbändler wollten diesen Standpunkt verwirft oder unmöglich macht, so falle auch vom letzten Parteitag nicht gelöst. Er begnügte sich, sie dem nicht mehr mit einem Arbeitskollegen zusammenarbeiten, weil ich auch damit.( Lauter Beifall bei den Ministeriellen, Parteivorstand zur Lösung zu überweisen. Der Parteivorstand hat dieser wegen seiner Zugehörigkeit zum Kriegerverein aus dem uun fast zwei Jahre ins Land gehen lassen, ohne die Sache zu Verbande ausgeschieden war. Unter diesen Umständen habe man Zischen bei der Arbeiterpartei.) Das ist eine Politik des regeln. Ja, der Parteisekretär Morgari hat im Beginn des feine Bedenken mehr getragen, nach Kottbus Arbeitskräfte zu entFriedens. Eine andere Politik würde möglicherweise den laufenden Jahres sogar den Mitgliedern der autonomen senden. Und um unseren Schwindel" gänzlich ad absurdum zu Krieg herbeiführen, gegen den die Arbeiterpartei protestiert. Birtel die Mitgliedskarte der Zentralpartei überlassen, wie führen, fügt das Blatt noch hinzu, daß es auch ſelbſtverſtändlich Der Besuch des Königs beim Kaiser von Rußland ist lange ben in einer offiziellen Parteifeftion Organisierten. Nun verbietet univahr sei, daß der Berliner Vorsitzende der Hirsche, Kaab, an überfällig und konnte ohne auffällige Unhöflichkeit nicht aber das Organisationsstatut, daß zwei Organisationen an einem einen Stottbuser Meister wegen Vermittelung von Arbeitswilligen länger aufgeschoben werden. Ist dies der richtige Zeitpunkt, Orte bestehen. In Anbetracht der Unmöglichkeit, in Mailand Re- geschrieben habe. Zunächst ist es eine komplette Unwahrheit, daß ein Hirsch um von der Regierung zu verlangen, sie solle den Kaiser von bolutionäre und Reformisten unter einen Hut zu bringen, hat denn Dunderscher Arbeiter nach Kottbus verzogen sei und dem Nachweis Rußland benachrichtigen, daß der König, obwohl er dringend einer Föderativorganisation autorisiert. Nach langem Zögern wurde in Berlin berichtet hätte, er könne noch 8-9 Mann in Kottbus der Parteivorstand im November 1906 ausnahmsweise die Gründung wünsche, ihn als Verwandten und persönlichen Freund zu dann anfangs dieses Monats der Sekretär des Parteivorstandes, unterbringen. Weiter muß die deutsche Reichspoſt äußerst unzus begrüßen, doch einen merklichen Unterschied zwischen diesem Genosse Giovanni Perda zur Gründung dieser Föderativ- verläſſig" sein, denn der Vorsitzende des Töpferverbandes in Rottbus Besuch und denen in anderen Ländern machen müsse, weil die organisation nach Mailand gesandt. Da die Reformisten jede hat von dem Kaah keinen Brief erhalten. Weiter wird ab Regierung die innere Politik Ruhlands nicht billige? Das Form der Zusammenarbeit, jeden Kontakt mit den Revolutionären geleugnet, daß dieser Kaab an einen Arbeitgeber in Rottbus wegen würde den Besuch zu einer Beleidigung machen. Wenn die unbedingt und selbst bon einer Vermittelung von Arbeitskräften geschrieben habe. Der BriefVerständigung Regierung dem König raten wollte, eine solche Haltung an- für die bevorstehenden Kommunalwahlen absolut nichts wissen empfänger, Töpfermeister Stult, hat aber bei den Verhandlungen zunehmen, so fönnten wir ebensogut das englisch- russische wollten, schlug Lerba dem Parteivorstand die Auflösung beider in Rottbus den Vorsitzenden des Töpferverbandes, Genossen Uebereinkommen zerreißen, und die Weiterführung der in Mailänder Organisationen vor. Diese Auflösung wurde einstimmig Drunsel, in diesen Brief Einsicht nehmen lassen. Also der beschlossen und der Parteisekretär beauftragt, die Parteisektion von berräterische Brief ist geschrieben worden, und wir führen, um befriedigendem Vorschreiten befindlichen Erörterungen über Mailand auf einheitlicher Grundlage zu rekonstituieren. Auf das irgendwelchen erneuten Ableugnungsversuchen die Spike abzudie mazedonischen Reformen wäre lächerlich. O'Grady hat Berhalten der Reformisten tann man gespannt sein, um so mehr, brechen, genaue Namen an! gesprochen, als ob er die Mehrheit des russischen Volks ver- als ihre Weigerung, der neuen offiziellen Parteiſektion beizutreten, trete. Er ist im Irrtum. Nach einigen weiteren stür- fie von dem in diesem Herbst zusammentretenden Parteitag aus mischen Szenen so wurde z. B. Keir Hardie vom schließen würde. Sprecher zur Ordnung gerufen wurde der Antrag O'Gradys auf Abstriche am Etat des Ministeriums des Aeußern mit 225 gegen 59 Stimmen abgelehnt. Türkei. Die Bagdadbahn. " ablehnten Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonto der Presse. Der Genosse Ditreiter von der Altenburger Boltszeitung", der zurzeit eine einmonats liche Gefängnisstrafe verbüßt, ist am Dienstag wegen einer fleinen Notiz, durch die sich der Bürgermeister Dr. Heinzig- Kahla beleidigt fühlte, von der Straffammer des Landgerichts Altenburg zu weiteren anwalt hatte drei Monate beantragt. Ronftantinopel, 3. Juni. Die Konvention, welche den Weiter- wei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Der Staatsbau der Bagdadbahn sichert, ist heute abgeschlossen worden. Die mazedonischen Greuel. Belgrad, 4. Juni. Große Entrüstung rief eine Meldung aus der Türkei hervor, daß eine starke bulgarische Bande das serbische Dorf Tavor Blato überfiel und in Brand steckte. Das ganze Dorf, welches aus vier Häusern bestand, brannte ab. Frauen und Kinder sind in den Flammen umgekommen. Perfien. Neue Unruhen. Petersburg, 4. Juni. Wie der„ Nowoje Wremja" aus Djulfa gemeldet wird, drangen große Mengen von Kurden in Urmia ein, wo eine Banik ausbrach, die Bevölkerung floh und die Bazare geschlossen wurden. In Taebris soll Anarchie herrschen und der Gouverneur machtlos sein, persische Truppen sollen zahlreich desertieren. Köln, 4. Juni.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" meldet aus Teheran von heute: Der Schah verließ die Stadt; es werden Unruhen befürchtet. Indien. Attentate. Bombay, 4. Juni. In der Nacht zum 2. Juni ereigneten fich in Bona drei leichte Explosionen, die dadurch hervor gerufen wurden, daß Wagenräder über in der Straße niedergelegte Explosivstoffe hinwegfuhren. Es wurde kein Schaden angerichtet. Eine andere Explosion ereignete sich gestern nacht, als ein Fußgänger auf einen auf der Straße liegenden Gegenstand trat. Der Passant wurde am Bein verwundet. Ueber die Beweggründe zu den Anschlägen ist nichts bekannt. Die Polizei hat eine Unterfuchung eingeleitet. Marokko. Abdul Afis. Die fortdauernden Weißerfolge haben dem Sultan von Marokko die Hoffnung geraubt, gegen Mulay Hafid noch etwas ausrichten zu fönnen. So hat er sich entschlossen, die weitere Entwidelung zunächst abzuwarten und sich auf die Behauptung Rabats zu be schränken, wo er unmittelbar unter dem französischen Waffenschutz steht. Der Machsen hat in einer Sihung vom 30. Mai, der auch der französische Major Farau beiwohnte, beschloffen, die irregulären Truppen der zurückgekehrten Mahalla Bagdadis zu ihren Stämmen zurückzuschicken und die regulären Truppen zur Verteidigung Nabats und Mehedjas zu verwenden. Irgend eine Expedition wird bis auf weiteres nicht unternommen. Alle Anstrengungen des Machsen werden darauf gerichtet sein, durch sorgfältige Ueberwachung der Häfen die Versorgung Mulay Hafids mit Waffen, Munition und Geld zu verhindern. Aus der Partei. Gewerkschaftliches. Schwarze Liften, Massenfabrikation. Rottbus hätten nur deshalb gestreift, weil sie mit einem Zu der Ausrede des„ Gewerkverein", die Verbändler in Rottbus hätten nur deshalb gestreift, weil sie mit einem Kriegervereinler und Nichtverbandsmitglied nicht mehr zusammens arbeiten wollten, sei folgendes bemerkt: In Kottbus wurde den Töpfern am 1. Februar d. J. der bis 1. Mai 1908 giltige Lohntarif seitens der Meister gekündigt, selbstverständlich doch zu dem Zwecke, wenn irgendmöglich Abzüge durchzudrüden. Verhandlungen er wiesen sich als nuklos, und als ein Unternehmer sich im Scharfmachen besonders hervortat, wurde bei diesem schon vorher die Arbeit niedergelegt. Die Gehilfen glaubten dies um so eher tun zu müssen, weil, wenn weitergearbeitet worden wäre, dieser Unternehmer bis zum 1. Mai seine dringendsten Arbeiten fertiggestellt bekommen hätte. Ein Kriegervereinler, der schon früher durch ter roristische Maßnahmen des Kriegervereins aus dem Verbande austreten mußte, blieb stehen. Am 1. Mai brach dann der all. gemeine Abwehrstreit aus, weil die Meister auf ihren geplanten Abzügen beharrten, worin sie noch bestärkt wurden, als drei Hirsche aus der Umgegend ihnen sofort als Arbeitswillige beisprangen. Von diesen war es nun ein gewisser Braunsdorf, der nach Berlin berichtete, daß in Kottbus Arbeitswillige verlangt würden. Und nun sandte der Nachweis des zirka 40 Männlein starten Ortsvereins der Berliner Hirsch- Dunderschen Töpfer zunächst einen Schub von 6 Mann ab. Diesen Leuten wurde von den Streifenden erklärt, daß sie sich im Abwehrkampf befänden. Nußte aber alles nichts, drei Mann nahmen sofort die Arbeit auf, die anderen sollten zu auswärtiger Arbeit verwendet werden, verpaßten aber den Zug. Währenddem tam aber schon der Frieden zustande, so daß die Offerte von Kaah behufs Zusendung weiterer Da wir die Schmerzen der Herren Unternehmer zu würdigen Arbeitswilliger keine Beachtung mehr fand. wiffen, wollen wir durch die vorstehende Mitteilung in bescheidener nackten Tatsachen haltende Sachverhalt. Wer lügt oder schwindelt Dies der wahre und sich streng unter Namensnennung an die Weise für größere Verbreitung ihrer Schwarzen- Listen- Anordnungen also? Und wer sucht hier Hirsch- Dundersche Arbeitswillige unter beitragen. Und noch ein Vorschlag in Güte: Wenn die Listen der allen Umständen herauszuhauen?! Der„ Gewerkverein"! in Verruf Erklärten so viel Arbeit in Anspruch nehmen, dann fertige Wir erwarten nicht, daß dieses Blatt seine Lügennotiz widers man doch nur noch Listen der nicht angeschwärzten Arbeiter au, ruft. Über per gall ſelbſt ilt für sie Bewertung dieser Auchgewert dann ist die Sache ja einfacher und leichter. schafter außerordentlich wertvoll. Es ist das Hirsch- Dunder. sche Zentralorgan und die Hirsch Dundersche Or. ganisation, die Streifbruch und Arbeiterverrat stüßen und bor den faustdicken Lügen nicht zurückschrecken, nur um die lieben Gelben herauszuhauen. So etwas aber nennt sich immer noch ohne dabei zu erröten zielbewußtes Gewerkschaftertum"! Da verdienen ja die offiziellen Gelben noch den Vorzug. Denn diese fagen wenigstens noch, was sie wollen. Hier aber paart sich Arbeiterverrat mit Heuchelei! Pfui Teufel! An die einzelnen Branchenverbände der Unternehmer ist fürzlich ein Schreiben gerichtet worden, in dem eine bessere Ordnung" in der Anfertigung schwarzer Liften verlangt wird. Die Listen müßten streng in alphabetischer Ordnung aufgestellt werden, heißt es in der -Anweisung von oben. Auch wird verlangt, daß die ein gehenden Listen nur einseitig beschrieben sind, um eine Drudlegung zu erleichtern. Eine Nichtbefolgung dieser Anweisung habe erhebliche Verzögerung in der geheimen Bekanntgabe der Berrufserklärungen im Gefolge. Lebius der Klinkenpuker". Den Unternehmern brachte der bekannte Herr Lebius vor einigen Tagen durch folgendes Schreiben sich angenehm in Erinnerung: „ Der Bund". Drgan für die gemeinsamen Interessen der Arbeiter und Arbeitgeber. Nach der Statistik unseres gelben Arbeitsnachweises haben wir Ihnen im ersten Vierteljahre d. J. 106 Arbeiter vermittelt. Da uns unser Arbeitsnachweis außerordentlich viel Geld kostet, erfuchen wir um eine Beihilfe für unser gemeinnüßiges Institut. Wir wären Ihnen schon dankbar, wenn Sie uns für die Vermittelung durchschnittlich etwa 75 Pf. gewähren würden. Geldsendungen erbitten wir an die Dresdner Bant, Wechselstube U. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorfizende des Gelben Arbeitsbundes( Siz Berlin). gez. N. Lebius. 1 Anlage. Husland. = ( Angeheftet eine Bostanweisung mit gedruckter Adresse An törperliche Arbeit, etwas Geld verdienen möchten. In der Universität die Dresdner Bank".) Berlin und Umgegend. Konflikt bei Scherl. Bei der Firma Scherl( ,, Lokal- Anzeiger") hat das gesamte Personal, soweit es dem Buchdruckerverbande angehört, seine Sündigung eingereicht. Holzflößerstreit in Norwegen; Studenten als Streifbrecher gesucht. Am unteren Lauf des Glommen, in Südnorwegen, befinden sich Teils sind sie auss Hunderte von Flößereiarbeitern im Streit. gesperrt, teils haben sie selbst die Arbeit niedergelegt. Die Ursache find Lohnstreitigkeiten. Die Arbeiter fordern Lohnerhöhung, die Unternehmer lehnen das nicht nur ab, sondern möchten auch noch die Löhne teilweise herabsetzen, und suchen nun eifrig nach Streits brechern. Die sind aber in der norwegischen Arbeiterschaft allzu schwer aufzutreiben und darum wendet man sich an die Studenten, unter denen es viele gibt, die sich gern, sei es durch schwere von Kristiania fand man am Sonnabend folgenden Anschlag: Studenten wird hiermit sofort Arbeit als Holzflößer auf dem Fatsundwerk angeboten. Der Lohn ist zwei Kronen den Tag samt Kost und Logis. Man wende sich an" Die Studenten usw. haben diesen Anschlag sofort abgerissen, erbost über die Zumutung des Streifbruches und unserem Bruderorgan Sozialdemokraten" auch gleich über die Sache Bericht gebracht. Zur Ehre der nors wegischen Studenten kann auch gleich gesagt werden, daß sich nur Dem Konflikt liegt folgende Ursache zugrunde. Als vor zwei oder drei zur Streifarbeit bereit fanden. Die können zufrieden einiger Zeit erneut eine große Anzahl Segmaschinen auf- fein, wenn sie mit heiler Haut davonkommen, denn die Flößerei Die Sozialdemokratie und der Parlamentarismus ist der Titer gestellt wurden, waren die Buchdruder nicht darüber in auf dem Glommen ist eine für ungeübte Leute lebensgefährliche Zweifel, daß die Firma in Bälde Kündigungen vornehmen des soeben erschienenen Heft 3 der im Berlage der Buchhandlung werde. Man erwartete jedoch, daß bei dieser Maßnahme die Die Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei Schwedens Vorwärts, Berlin SW. 68, erschienenen Bibliothek: Der Klaffen Barität in bezug auf die Organisationen gewährt werden find bekanntlich in den Arbeiterkommunen" zusammengeschloffen, fampf des Proletariats. Herausgegeben von Barbus. Herausgegeben von Barbus. Aus dem würde. Bei Scherl ist der Gutenbergbund ziemlich stark ver- die an den verschiedenen Orten im ganzen Lande die politische Inhalt heben wir folgende Kapitel hervor: Die Entwickelung der treten. Und man scheint es darauf abgesehen zu haben, dieser Organisation der Arbeiterschaft bilden. Wer sich der Gewerkschaft Sozialdemokratie. Sozialdemokratie und Bourgeoisie in der Organisation das Feld vollständig frei zu machen. Vor vier- anschließt, zahlt mit seinem Beitrag auch einen Teil für die sozialGegenwart. Das fozialrevolutionäre Endziel und die parlamen zehn Tagen erfolgten die ersten Kündigungen. Nur Mitglieder demokratische Partei und wird damit auch ihr Mitglied. In Ge tarische Bragis. Der Preis ist 25 Pf. Zu beziehen durch alle des Buchdruckerverbandes wurden davon betroffen. In einer werkschafts- und Parteitreisen tritt nun schon seit Jahren das Be Parteibuchhandlungen und Kolporteure. Wertversammlung, in der man zu der Angelegenheit Stellung streben hervor, diese organisatorische Verbindung zwischen Partei Heft 20 und 21 ber illustrierten Wochenschrift" In Freien nahm, gelangte eine Resolution zur Annahme, in der an die und Gewerkschaft aufzuheben. Auch dem gegenwärtig tagenden Stunden" sind erschienen. Sie enthalten die Fortsetzung des See- Firma das Ersuchen gestellt wird, bei den Kündigungen Bagteitag der schwedischen Sozialdemokratie lag ein solcher Antrag bor, der am Sonntag zur Verhandlung fam. Er wurde romans Steuermann Holdsworth" von Clark Russel und der Er- paritätisch vorzugehen. mit 218 gegen 75 Stimmen abgelehnt, in der zählung„ Der schwarze Hans" von Melchior Mehr, während das Eine Kommission, die die Forderung der im Buchdrucker- Ueberzeugung, daß die Organisationsform, unter der Partei leine Feuilleton für Belehrung sorgt, aber auch den Humor zu verband Organisierten dem Vertreter der Firma unterbreitete, wie Gewerkschaften groß und stark geworden sind, auch für feinem Rechte kommen läßt. In jeder Woche erscheint ein 24 Seiten erhielt einen Bescheid, der hoffen ließ, den berechtigten die Zukunft die richtige sei. Um aber Beschwerden über die Zwangsstarkes Heft für 10 Pfennig. Bestellungen nehmen alle Parteibuch- Wünschen werde Rechnung getragen. Die ausgesprochenen mitgliedschaft in der Partei allen Grund zu nehmen, wurde auf handlungen, Kolporteure und Zeitungsausträger entgegen. Kündigungen wurden um eine Woche verschoben. Aber man Vorschlag des Parteivorstandes beschlossen, daß den Gewerkschaftsmitgliedern hinsichtlich ihrer Parteizugehörigkeit ein Reservations. " P Parteiliteratur. Arbeit. Bon den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein für wiegte sich doch nur in trügerischen Hoffnungen. den 18. sächsischen Reichstagswahlkreis( 8 wid au) beschloß, vom Am Mittwoch war die verlängerte Kündigungsfrist ab- recht zugestanden wird, so daß von den Gewerkschaftsbeiträgen 1. Juli ab den wöchentlichen Beitrag von 10 Bf. einzuführen. gelaufen und es erfolgte auch die Entlassung der Verbändler. derer, die davon Gebrauch machen, nichts in die Kasse der Arbeitertommune, also der Partei, fließt. Demgegenüber soll die Partei Invalide und Genoffinnen sollen monatlich 15 Pf. zahlen. Für Nochmals machte man den Versuch, den Grundsatz der Parität das ihr bis jetzt nicht zustehende Recht erhalten, Mitglieder der anMitglieder, die über 1500 Mart Jahreseintommen zur Anerkennung zu bringen. Nun aber stellte der Firmen- geschlossenen Organisationen, die sich gegen die Parteigrundsätze bers haben, soll von der Parteileitung ein erhöhter Beitrag ein- bertreter sich auf den schroff ablehnenden Standpunkt. Das gehen, auszuschließen aus der Partei. geführt werden. hatte die oben angegebenen Kündigungen zur Folge. Deutfches Reich. Bergarbeiterstreit. Eine Konferenz der freien Jugendorganisationen beruft die Vers einigung der freien Jugendorganisationen Deutschlands( Siz Berlin) auf Sonntag, den 6. September d. J., nach Berlin( Gewerkschaftshans) ein. In der vorläufigen Tagesordnung figurieren außer den Zum offiziellen Hirsch- Dunderschen Streilbruch in Kottbus. geschäftlichen Angelegenheiten die Punkte: Organisation, Agitation Die in unserer Nr. 114 unter obiger Stichmarke fura stizzierte und, Die Arbeit und die Bedeutung der freien Jugendorganisationen". Darstellung eines seltenen Arbeiterverrats der Hirsche wird in der Berantw, Bedalt.: Georg Davidjohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Sierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Prag, 4. Juni. Auf den Kladnoer Steinkohlenbergwerken der österreichischen Staatseisenbahngesellschaft brach ein partieller Streit aus. 800 Arbeiter des Theodorschachtes sind nicht angefahren. Sie fordern 30 Broz. Lohnerhöhung. Ar. 130. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Stadtverordneten- Verfammlung. 28. Sigung vom Donnerstag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr. nach 5 Uhr. Der Vorsteher- Stellvertreter Gassel eröffnet die Sigung In den Ausschuß zur Vorberatung des Antrages Barth wegen Aussetzung von Prämien zur Ermittelung der Urheber der Dachstuhlbrände find u. a. auch die Stadtvv. Ewald, Tolksdorf und Dr. Wel( S03.) gewählt. Freitag, 5. Juni 1908. Etatsberatung betont habe, daß Berlin nicht nötig habe, mit der für die Geschlechtskrankheiten stellt. Die Erweiterung soll so erBewilligung von Gehaltserhöhungen voranzugehen. Nachdem nun folgen, daß der Bedarf für eine Anlegung von 1800 Betten gedeckt die Abschlagszahlungen im Reich und Preußen erfolgt seien, müsse ist. Warum soll denn nicht sofort ganze Arbeit gemacht und die Berlin folgen, trotzdem es vielleicht im einzelnen höhere Gehälter Einrichtung für 2000 Betten getroffen werden, für welche Zahl zahle, als die Reichs- und Staatsbeamten beziehen. doch das Virchow- Krankenhaus berechnet ist? In diesem Punkte erscheint uns die Vorlage nicht einheitlich und klar. Wir beantragen deshalb Ueberweisung an einen 15gliedrigen Ausschuß. Die Versammlung beschließt demgemäß. Stadtv. Borgmann( Soz.): Unsere Zustimmung zu dem Antrage versteht sich wohl von selbst. Nach dem Wortlaut des Antrages würden die 1 Millionen zur Verwendung gebracht werden müssen; wenn es sich aber bloß um eine Teuerungszulage handeln soll, so kann ich diese Art der Erledigung nicht für genügend ansehen. Bei der Etatsberatung hat mein Freund Bruns ausdrücklich betont, daß Berlin bei der selbständigen Regelung seiner BeZum 88. Geburtstage( 25. Mai) des Ehrenbürgers und Mit- amtenbesoldungsverhältnisse nicht nötig hat, auf den Vortritt von gliedes der Versammlung Dr. Langerhans hat der Vorsteher Reich und Staat zu warten, es tann selbständig vorgehen, so gut telegraphisch die Glückwünsche der Versammlung dargebracht.( Alseitige wie andere Kommunen bereits selbständig vorgegangen find. Wir Lebhafte Zustimmung.) betonen diese Auffassung hier nochmals ganz prinzipiell. Die Stadt Ueber die Vorlage wegen Anstellung eines Direttors braucht auch deswegen feine Rücksicht auf die Stellungnahme von des städtischen Fach- und Fortbildungsschulwesens hat Reich und Staat zu üben, weil sie die Mittel hat, weil sie sich in ein Ausschuß beraten, für den Stadtv. Ulrich( A. L.) Bericht erstattet. diesem Punkte nicht in der Zwangslage befindet, wie angeblich das Mit 9 gegen 3 Stimmen ist der Magistratsvorschlag gutgeheißen Reich und der preußische Staat. Wir haben aber gleichzeitig verworden, diesen Direktor als höheren Gemeindebeamten mit 10000 m. langt und verlangen wiederum, daß die Stadt auch gleichzeitig Gehalt zunächst für zwei Jahre auf Probe, demnächst aber auf eine anderweite Regelung der Arbeiterlohnverhältnisse vornimmt; Lebenszeit anzustellen. Hiernach hat der Magistrat das Ernennungs- die berechtigten Ansprüche der Arbeiter sind bisher noch nicht in recht und der Versammlung steht lediglich zu, fich über die Person genügendem Maße berücksichtigt worden. Man muß auch dieses zu äußern. Der frühere Beschluß, den Direktor durch Privatdienst- Bedürfnis hier ebenfalls rückhaltlos anerkennen. Daß nun der vertrag anzustellen, wodurch der Versammlung ein größeres Mit- Magistrat sich bemüßigt sehen wird, in diesem Sinne einen Antrag wirkungsrecht bei der Auswahl der betreffenden Persönlichkeit gewähr- an uns zu bringen, das zu glauben bin ich nach den damaligen leistet gewesen wäre, hat die Genehmigung des Oberpräsidenten nicht Erklärungen des Kämmerers nicht naib genug; aber das wird uns gefunden. nicht abhalten, diese Anregung zu geben und wenn die Versamm Dyne Debatte tritt die Versammlung dem Ausschusse bei und lung dieser Anregung den nötigen Nachdruck gibt, so wird es auch nimmt die Magistratsvorlage an. beim Magistrat gehen. Es darf eben nicht bei den Beamten und Zur Berbesserung der elektrischen Beleuchtung des Lehrern Halt gemacht, sondern es müssen auch die Verhältnisse Sigungssaales macht der Magistrat eine Reihe von Vor- der Arbeiter der städtischen Werke in Betracht gezogen werden. schlägen und ersucht um die Rückläußerung der Bersammlung. U. a. Oberbürgermeister Kirschner: Bei den früheren Beratungen soll die große, jetzt nur noch zur Dekoration dienende Mittelkrone über diese Angelegenheit ist vom Magistrat deutlich zu erkennen entfernt werden. gegeben worden, daß beabsichtigt war, die Gehaltsverbesserung schon Stadtv. Cremer( Fr. Fr.) befürwortet einen Antrag, wonach die mit dem 1. April 1908 eintreten zu laffen. Unsere Gehaltsstalen Angelegenheit nochmals mit dem Magistrat in gemischter Deputation werden von denjenigen für die Reichs- und Staatsbeamten beeinberaten werden soll; die erforderlichen zirka 20 000 Mart seien flußt; der hier bestehende Zusammenhang darf nicht außer Acht aus dem Fonds zur Ausschmückung des Nathauses zu entnehmen. gelassen werden. Wir müssen vorher wissen, welche Absichten in Die Versammlung beschließt nach diesem Antrage. Reich und Staat bestehen; wir müssen festen Boden unter den Dem V. Internationalen 8ahnärztlichen Kongreß Füßen haben. Auch ich bin fein großer Freund von einmaligen im August 1909 soll ein festlicher Empfang auf dem Nat- Teuerungszulagen; es ist das für beide Teile ein unwirtschaftliches hause dargeboten werden. Für diesen Zweck werden 6000 Mark dargeboten. In München tagt am 6. und 7. Juli cr. der II. Deutsche Städtetag. Berlin hat das Recht, 21 Mitglieder zu entfenden. Der Magistrat schlägt vor, 9 seiner Mitglieder und 12 Stadtverordnete zu entsenden. Die Versammlung beschließt, analog dem Vorgang von 1905 die beiden Borsteher zu deputieren und die anderen 10 Mitglieder durch die Abteilungen wählen zu lassen. Ein am 21. Mai eingereichter Antrag Rosenow- Cassel- Mommsen geht dahin: Die Versammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, als bald eine Vorlage einzubringen zweds Verwendung der im Etat für 1908 eingestellten Summe für die höhere Besoldung der städtischen Beamten und Lehrer. Stadtv. Rosenow( N. L.) erinnert daran, daß die Einsetzung der 1½ Millionen in den Etat unter der Voraussetzung erfolgte, daß die städtischen Behörden mit der Gehaltsaufbesserung würden vorgehen müssen, wenn Reich und Staat auf diesem Gebiete voran gingen. Letteres sei inzwischen im Reich und in Preußen durch Nachtragsetats geschehen und Beihilfen resp. bezw. Vorschüsse auf die später zu bewilligenden Gehaltserhöhungen zur Auszahlung gelangt. Da sollte Berlin auch seinen Beamten gegenüber nicht länger zögern, die Schwierigkeiten, welche für diese durch eine vertehrte Zoll- und Steuerpolitik bezüglich ihrer Lebensverhältnisse erwachsen seien, auf diesem Wege vorläufig zum Ausgleich zu bringen. Hoffentlich bringt der Magistrat baldigst die gewünschte Borlage; gehe das nicht, so müsse man als Teuerungszulage auch in Berlin eine Abschlagszahlung gewähren. Stadtv. Stapf( A. 2.): Auch meine Fraktion steht in ihrer Gesamtheit hinter dem Antrage. Wir wünschen ebenfalls, daß die bezügliche Vorlage recht bald an uns kommt. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.) schließt sich den Ausführungen Rosenows an, hebt aber im übrigen hervor, daß er schon bei der Kleines feuilleton. Verfahren. Hier aber liegen ganz besondere Verhältnisse vor, und ich muß dem Magistrat die Beschlußfaffung darüber vorbehalten. Es besteht aber, wie ich wiederholt betone, die Absicht, eine dauernde Gehaltsaufbefferung, und zwar ab 1. April 1908, eintreten zu lassen.( Beifall.) Stadtv. Dr. Breuß( soz.- fortschr.): Wir stimmen dem Antrage gleichfalls zu. Schließen wir uns einmal dem Vorgange von Reich und Staat an, so dürfen wir es nicht nur negativ, sondern wir müssen es auch positiv; wir können nicht sagen:" Die Vertagung der Besoldungsverbesserung auf den Herbst machen wir mit, aber die Abschlagszahlungen des Reiches und Preußens machen wir nicht mit"; das wäre doch eine sonderbare Anlehnung. Nachdem wir die selbständige Regelung aus der Hand gegeben haben, können wir nicht umhin, dem Beispiel des Staates hinsichtlich der Abschlagszahlungen zu folgen. Stadtv. Borgmann: Ich habe mich gegen eine Teuerungs. zulage nur in dem Zusammenhang ausgesprochen, daß eine allgemeine Regelung selbstverständlich vorzuziehen wäre. ft fie zur zeit nicht durchführbar, so werden wir selbstverständlich für die Teuerungszulage stimmen. Das Damit schließt die erste Beratung. Ohne Debatte wird der Antrag in zweiter Beratung einstimmig angenommen. Auf dem Grundstück an der Goßlerstraße( Rudolfplatz) soll eine Gemeindedoppelschule errichtet werden. Gebäude soll außerdem eine Revierinspektion der Gaswerte und eine Steuerannahmestelle aufnehmen. Der Kostenüberschlag ergibt 866 000 M. Die Versammlung erteilt die Genehmigung. Für die Erweiterung der maschinellen Einrichtung der Koch und Waschlüche im Rudolf Birchow- Krantenhaus werden 77 000 Mark gefordert. Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Die Begründung der Vorlage besagt, daß der Betrieb der Koch- und Waschküche mit den vor handenen Maschinen nicht in Ordnung gehalten werden könne, namentlich bei den großen Anforderungen, welche die Abteilung D an und für sich". Wohlverstanden, nicht in seiner Philosophie, denn die ist jenseits aller Begriffe, ein mystisch Land, das außer ihm niemand betrat. Aber als Tor, Jdeologe und Utopist, der an Verwirklichung Julius, der neue ästhetisch- pädagogische Ideallehrer. Von den von Lebens- und Kunstanschauungen glaubt, wo Scherl Geschäfte Scherl- Idealisten, die wir hier kürzlich vorführten, hat einer den Wut plant. Als einer, der menschen- und weltunkundig Arges und Böses gefunden, sich zu dem Wechselbalge der Kolportagezwangsbibliotheken mit seinen Baradoren stügen will und seinen Namen mißbrauchen auch jetzt noch, ja noch mehr denn zuvor, zu bekennen. Julius läßt und selbst mißbraucht für eine schlechte Sache. Mit Hart können Hart legt eine Generalbeichte im„ Tag" ab, die im ganzen unsere wir hierüber nicht weiter disputieren, denn er ist Absolutist, Dogmatiker Vermutungen völlig bestätigt. Vor allem scheint er das Reinlichkeits- was alles er uns vorwirft- in Sachen der Emporlesefabrit. bedürfnis zu haben, sich gegen den nicht von uns erhobenen Vor- Lassen wir ihm seinen Kinderglauben, den er für seine Tätigkeit wurf zu verteidigen, als ob er unter irgend welchen Scherl- braucht und halten wir uns an die Praktiker, die Verwalter der Suggestionen gehandelt habe. Wir haben an der Fähigkeit Bolts- und Gewerkschaftsbibliotheken, die, ohne Hartsche Philosophen 3. Harts, auf eigene Rechnung fundamentale Dummheiten zu be- zu sein, ihre Leser fich längst emporlesen laffen, aber nicht durch - und nicht zur Bereicherung des gehen, nie gezweifelt und darum und weil wir seine redliche unendliche Schundromane Idealisten" natur näher kennen, feinerlei persönlichen Makel ihm Herrn Scherl, der dreimal so teuer ist wie eine gute Leihbibliothek. auheften wollen. Aber der Literatenruf Harts wird da durch nicht besser, wenn er in breitschweifiger Nedeweise zu dem Theater. Die Einladung zur Uebernahme der Patenschaft für einen neuen Dampfer(„ Berlin") des Norddeutschen loyd in Bremen hat der Magistrat angenommen. Die Versammlung nimmt die Sache zur Kenntnis. Als Erhöhung der Vergütungen für die in städtischen Anstalten beschäftigten Viktoriaschwestern werden für die Zeit ab 1. April 1908 insgesamt 22 630 M. gefordert. Einbegriffen in diesem Betrag ist ein vom gleichen Zeitpunkt an für jede der bei der Stadt beschäftigten Schwestern an den Pensionsfonds zu leistender Betrag von 50 m. Stadtv. Dr. Weyl: Die Begründung der Vorlage erwähnt die Eventualität, daß das Viktoriahaus auf die Stadt übernommen werden könnte; die bezüglichen Verhandlungen seien jedoch ergebnislos geblieben. Es wird bemerkt, daß das Schwesternpersonal, welches das Viktoriahaus ausbilde, anderer Art sei, als dasjenige, welches sich unserer Schwesternschule zuwende. Allerdings besteht bei einzelnen Bittoriafchwestern ein gewiffer Standesdünkel, weil fie glauben, in der Wahl ihrer Eltern etwas vorsichtiger gewesen zu sein als andere, die nur mit gewöhnlicher Bollsschulausbildung ausgestattet sind. Es würde sich aber doch ein sehr unangenehmer Zustand entwideln, wenn wir bei uns auf diesem Wege schließlich zu Schwestern 1. und 2. Klasse tämen. Das Vittoriahaus fann ohne die Stadt Berlin nicht auskommen. Mindestens muß dafür gesorgt werden, daß unsere städtische Schwesternschule so ausgedehnt whird, wie es erforderlich ist, um mindestens unsere städtischen Strantenhäuser mit Schwestern zu versehen. Nun sind aber zahlreiche etatsmäßige Schwesternstellen batant, eine ganze Seihe Pflegerinnen und Wärterinnen müssen deren Funktionen versehen. Die Direktion des Virchow- Krankenhauses hat auch schon seit Jahr und Tag gebeten, eine Schwesternschule im Virchow- Krankenhaus zu eröffnen; es ist auch schon voriges Jahr ein bezüglicher Beschluß von der Versammlung gefaßt worden. Die Schwesternschule in Moabit ist gefüllt. Wir brauchen Schwestern und haben Räume im Birchow- Krankenhaus; weshalb ist also dieser unserer Resolution noch nicht Rechnung getragen worden? Ich bitte den Chef der Krankenhausverwaltung um eine Auskunft darüber. Stadtrat Weigert: Die Vorlage entspricht einem Ersuchen des Viktoriahauses. Gegen den Wunsch der Gleichstellung der Schwestern im Gehalt mit denen unserer Schwesternschule kann man wirklich nichts einwenden. Recht hat der Vorredner damit, daß wir bei der Einrichtung des Virchow- Krankenhauses eine Schwesternschule dort begründen wollten und die Räume dafür vorgesehen hatten. Aber die Räume dort reichen nicht aus. Unter den jeßigen baulichen Verhältnissen ist die Aufnahme einer Schule schwierig geworden und die Frage unterliegt im Magistrat neuerlicher Erwägungen. Stadtv. Dr. Weyl: Ich glaube zu wissen, daß es dem Vorstande des Viktoriahauses sehr angenehm gewesen wäre, wenn die Berhandlungen Erfolg gehabt hätten. Die Bemerkung wegen der Unzulänglichkeit der Räume erweckt doch unangenehme Perspektiven für die Ausgaben, die wir in Zukunft für dieses Krankenhaus noch Birchow- Krankenhaus muß jedenfalls so bald wie möglich eröffnet iverden zu leisten haben. Die städtische Schwesternschule im werden, um dem dringenden Bedürfnis Rechnung zu tragen. Die Vorlage wird angenommen. Für die Wahl der Beisiger zum Gewerbegericht beantragt der Magistrat die Einführung des Proportionalwahlsystems an Stelle der bisherigen Mehrheitswahl und legt einen entsprechend abgeänderten Statutenentwurf vor. Stadtv. Goldschmidt( N. L.): Ich begrüße die Vorlage mit aufrichtiger Genugtuung; sie ist durchaus zweckmäßig ausgearbeitet und kann ohne Ausschußberatung, ohne weiteres fofort von uns angenommen werden. Stadtv. Pfannkuch( Soz.): Auch wir nehmen die Vorlage, wie sie vom Magistrat gemacht worden ist, an.( Hört! hört!) Dieses hört! hört! zwingt mich, noch einige Worte mehr zu sagen.( Bu rufe: Wir freuen uns darüber!) Die Einwendungen, welche wir Treu steh'n wir auf verlor'nem Posten, Und schließen um so fester die Reih'n Vom Fischbeck bis zum Brandenstein. Die Sozialliberalen. Die Philister, die beschränkten, Diese geistig eingeengten, Wollten wir zusammenkleistern Und zu Tatendrang begeistern. Doch am Wahltag, da befannen Plötzlich sich die tapfern Mannen, Seiner tam zur Wahlparade, Denn sie hatten Statklub grade. Die Konserbatiben. Mag räfonnieren die rote Bande Bon Junkerherrschaft und Wahlrechtsschande, Wir halten auf dem Beutel den Daumen, Wir schütteln für uns herunter die Pflaumen. So war's von je, so wird's gemacht Bis Preußen glücklich zusammentracht! Bülow. Wie wars zur Reichstagswahl vordem Mit meinem Büchmann so bequem; Ich kriegte mit meiner Forderung Des Tags den Schwindel so fein in Schwung. Herrgott, hat sich dies Bild verändert! Mir ist die Stimme trauerumrändert, Die Noten hingegen bersten vor Lachen. Ist gegen die Bande denn gar nichts zu machen? Fridolin. Neues Theater: Unter der Guillotine, bon fein Vaterrecht an der famosen Idee der Emporlesung( vom Eugène Heros und Léon Abric. Wer nach dem Titel anStolportageroman durch den Kolportageroman bon den Harts einst hin) genommen hatte, der angekündigte Einafter werde ein Bild aus der so verfegerten Spielhagen stolz für sich reklamiert. Wie der schlichte Mann mit dem Unter- französischen Revolutionszeit bringen, erlebte eine gründliche Ent und leider ein herzlich tanenrespekt einen Empfang bei seinem Landesherrn, so schildert der täuschung. Das Stückchen ist ein Schwant, Kritiker der Scherlanstalt seine Empfänge bei dem sonst so un- schlechter, der wohl als Perfiflage auf die Roheit und Sensationsnahbaren Dalai Lama aus der Zimmerstraße. Die telegraphische lüsternheit des Publikums gemeint sein mag, aber in der Art der Einladung und der Sohn des Herrn Scherl, der die Zeitungen liest Persiflage selbst verlegend roh wirkte. Ein verrückter Ringkämpfer, und das Honorar, das Julius für die von ihm gelieferte Bücherliste der mit seiner noch verrückteren Geliebten ein Museum besucht, das und den Entwurf der Scherlschen ästhetischen Erziehung der Mensch- unter anderen. Novitäten eine berühmte Guillotine beherbergt, läßt sich heit bekam, wird mit der liebevollen Andacht des Hofberichts( oder von dem perversen Frauenzimmer überreden, zur Erhöhung der Sensation ist es die Liebe des Philofophen zum Kleinsten, in dem das Größte wie ein Verurteilter mit vorgestrecktem Kopf aufs Guillotinenbrett beschlossen liegt?) bedacht. Und so merte es dir denn, deutsche zu kriechen. Dabei schnappt der Halsriegel zu und hält ihn in Literaturgeschichte, das neueigenartige", zum ersten Male in die dieser Stellung unter dem oben hängenden Fallbeil wohl eine gute - Der Fußtritt bon Lannes. Jm Pantheon. Voltaire: Beltgeschichte eintretende Erziehungsideal" ist von Julius Hart und Viertelstunde fest. Die Wirklichkeit, an welche das erinnert, ist zu A. Scherl G. m. b. H., ohne daß der eine von dem anderen wußte, abscheulich und empörend, als daß auch der behendeste wig, ge- und dabei hat dieser Eindringling Bola nicht einmal. Kirchen geentdeckt worden. Welch' fatales Doppelvaterschaftsverhältnis! schweige die plumpe Spaßmacherei der Autoren, das Gefühl des plündert wie Sie, mein lieber Marschall. Ja, nicht einmal eine zu übertäuben Widerwärtigen für Augenblide vermöchte. Champagnermarke ist nach ihm benannt.( Ein Champagner fabriZwei Prostitutionen ergeben zwar nach Fourier bürgerliche Ehe, aber aus zwei Dummheiten oder besser Der Aufseher nimmt unter allseitig freudiger Zustimmung zierender Sprößling des Marschalls Lannes, der ein großer Plünderer der Besucher, die dafür gern etwas Uebriges zahlen, eine und Kaffendieb war, hatte bekanntlich gedroht, die Gebeine feiner aus einer Verrücktheit und einer Geschäftsspekulation ist noch nie Seine Ahnen aus dem Pantheon herausnehmen zu lassen, wenn dieser Zola eine vernünftige und segensreiche Tat geworden. Indes Julius, der Scheinhinrichtung an dem vergeblich Protestierenden vor. anti- absolute, realitätenfrohe Gefühlsphilosoph freut sich seiner Ueber- Geliebte findet das im höchsten Maße spannend und ärgert sich nur dort eindringen follte). Die Zeiten ändern sich. Der Polizeihauptmann: einstimmung mit Scherl. Gönnen wir ihm diesen Triumph seines über die mangelhafte Haltung ihres Athleten. Schließlich wird ein Lebens. Stellen wir weiter das ist ein neuer Beitrag zur Natur- Mechaniker, um ihn aus dem Riegel zu befreien, herbeigerufen, der wenn ich den Sterl 1897 in die ginger bekommen hätte, da hätte es geschichte des deutschen dealisten Hartschen Schlages daß er mit sich als Gatte der Dame entpuppt und die Situation benutzt, um ihm schlecht gehen können. Jahrmarktstrompeten die Neuheit, die Größe und was sonst noch an der den berhaßten Rivalen durch Drohungen mit dem Fallbeil noch Scherlfultur auspofaunt in Prospekten und ruhmredigen Nellame- ärger einzuschüchtern. Diese blutdürftige Pose entzückt die Edle, die artikeln bevor er und nachdem er sich zur Mitvaterschaft befannt dem Gemahl nun ewige Treue schwört, worauf er großmütig den abhat. Und nun gehen wir zu seinen Argumenten über. gedankten Liebhaber aus seiner Falle löst. Das Publikum schien Wir sind damit fofort fertig. Denn er hat feine. Seine an dem rohen Zirkusscherze Gefallen zu finden. Philosofaselei, die er statt deren verschleißt, interessiert uns hier nicht. So verlockend es wäre, diese Identitätsphilosophie des reinen Unsinns, diese Knochenerweichung aller Begriffe, zu ironisieren, es Und um den war es nußt nichts für unseren Gegenstand. uns allein zu tun. Julius Hart interessierte uns nur als literarischer Schleppenträger Scherls aus lauter Jdealismus. Und. so sehr er sich dagegen sträubt, er ist und bleibt ein Mensch rein Humor und Satire. Nach dem Wahlkampf. Die Blockliberalen. Gleich sieben Sozis auf einen Schlag Und sechs davon auf unsere Kosten Nun, tomme, was da kommen mag dt. Die Vertreter der befreundeten Nationen: Finden Sie nicht auch, daß bei der Feier einer fehlt? Esterhazy müßte dabei sein, der die Ehre der Armee so vortrefflich berkörperte. Die Herren Profefforen: Und dabei ist dieser Mensch im Abiturienteneramen durchgefallen. - Die Schuljugend: Stürzlich mußten wir noch unter Leitung der Kutten schreien: Nieder mit gola! -Die Meinung der Presse. Er soll nicht einmal Sicherlich nicht, er war ein solcher was dafür bekommen haben. Esel. ( L'Assiette au beurre: 3ola im Pantheon.) gegen die Nrt der Einführung der MrhälkniSivahl, tvie man sie jetzt beliebt, erhoben haben, bleiben für uns vor wie nach bestehen; wir verlangen, daß dieses System für alle Teile obligatorisch sein soll; Kollege Singer hat damals nichts anderes gesagt, als was wir stets gesagt haben. Wir wünschen die obligatorische Ein- führung der Maßregel, die jetzt nur da gefordert wird, wo sie gc- eignet scheint, der Sozialdemokratie irgendwie den Boden abzu- graben. Das hält uns aber im vorliegenden Falle nicht ab, auch für Berlin die Einführung zu befürworten. Die Sozialdemokratie wird sich auch unter diesem Wahlverfahren zu behaupten wissen und Fortschnite machen, wie sie es ja gestern auch unter dem Landtagswahlrecht bewiesen hat. Stadtv. Goldschmidt: Es freut mich aufrichtig, daß die Sozial- demokratie in dieser Frage einen Rückzug antritt.(Oho! bei den Sozialdemokraten.) Denn was Singer zur Verteidigung seiner Auffassung gegen die Einführung der Verhältniswahl hier vor- getragen hat, steht im Protokoll und kann nicht ausgelöscht werden. Dann hat Herr Pfannkuch noch hingewiesen auf die gestrige Wahl. Bei der Gewerbegerichtswahl ist die Wahl glücklicherweise geheim. Hätten wir gestern geheime Wahl gehabt, so hätten wir gestern auch nicht den Terrorismus der Sozialdemokratie gehabt(Großer Lärm), dann brauchten sich unsere Geschäftsleute nicht so terrorisieren zu lassen. (Vorsteher: Ich muß dringend um Ruhe bitten und ersuche den Redner, sich an die Sache zu halten!> Der Vorredner hat mich indirekt zum Gegenstande eines Angriffes gemacht.(Bor- sicher: Ich habe davon nichts gehört und bitte dringend, bald zur Sache zu kommen.) Zur Sache selbst ist, da die Versammlung einig ist, nichts mehr zu sagen. Stadtv. Pfannkuch: Ich habe nur zu betonen, daß wir einen Rückzug nicht angetreten haben. Die Sache war heute erst spruch» reif, und wir haben uns heute entschlossen. Wenn Singer damals meinte, was wir auch betonen, daß wir aus eigener Initiative nicht vorzugehen brauchten, um da, wo die Mehrheitswahlen noch bestehen, sie abzuschaffen, weil wir den Vorteil davon haben, nun — wir brauchen uns doch nicht selber abzuschlachten.(Hört! hört!) Wir stehen auf dem Standpunkt, daß das Proportionalwahlsystem bei allen Wahlen gelten soll und ebenso die geheime Wahl; weiter aber auch das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht ein- geführt werden müßte; und wenn gestern die Wähler darüber zu Gericht gesessen hätten, dann hätten Sie noch ganz anders ab- geschnitten! Stadtv. Goldschmidt: Ich verdenke es dem Kollegen Pfannkuch wirklich nickch, wenn er den Rückzug seiner Fraktion jetzt zu be- schönigen sucht. Von einer Abscklachtung konnte natürlich keine Rede sein, aber wir haben gewünscht, daß auch der Teil der Berliner Arbeiter, der nicht sozialistisch ist, zur Geltung kommen soll. Sie haben das damals zu verhindern gesucht. Stadtv. Pfannkuch: Folgerichtig müßten doch in denjenigen Gemeinden, wo die Freisinnige Volkspartei die Mehrheit hat, von dieser Seite die gleichen Anträge ausgehen. Bisher haben wir von dergleichen Anträgen noch nichts gemerkt.(Stadtv. Goldschmidt: Was Sie nicht sehen wollen, sehen Sie nicht.) Hierauf wird die Vorlage einstimmig angenommen. Die Grundstücke Lütticher Straße 67/68, P e t t e n- koferstraße 20-24 und Zelle st raße l2/13 sollen zu Ge- meindeschulzwecken erworben werden. Es ist die Errichtung je einer Gemeindcdoppelschule geplant; der Kaufpreis soll je 66, 64 und b3 M. pro Quadratmeter betragen. Stadtv. Borgmann beantragt Ausschußberatung, da eS sich um Grundstücke von sehr ungleicher Größe handele und deshalb Nachprüfung nötig sei. Nach einer Erwiderung des Stadtrats Buchow wird der Antrag auf Ausschußberatung abgelehnt. Die Borlagen gelangen zur Annahme. Schluß Uhr.,_- 690 Soldatenmißhandlangen! Ein Soldaten-MassenmißhandlungSprozeß von einem Umfange, wie er seit dem fünf �sahre zurückliegenden Fall Breitenbach die deutschen Militärgerichte nicht mehr beschäftigt hat, spielte sich am Donnerstag vor dem Kriegsgericht der 1. G a r d e d i v i s i o n ab. Den Vorsitz in den Verhandlungen führt Major v. Sch ellin g, als Verhandlungsleiter fungiert Kriegsgerichtsrat Dr. Matsch ke. Die richterlichen Beisitzer sind Hauptmann v. H o f f m a n n, Ober- leutnant Ritter und Edler v. L e ch und Gcrichtsassessor Jag er. Die Anklage vertritt KriegSgerichtsrat Dr. U l l m a n n. Auf der Anklagebank haben nicht weniger als acht Angeklagte Platz genommen. Der Hauptübeltäter ist der Unteroffizier Walter Thamm von der ersten reitenden Batterie des 1. Garde-Feld- artillerieregiments. Er wird durch Rechtsanwalt Ulrich und dem Hauptmann v. d. Knesebeck verteidigt. Die übrigen Angeklagten sind: der Unteroffizier Friedrich Schulze, die Kanoniere Allvin Schäfer, Gustav R a u p a ch. Joh. F l e s ch, Alfred Z o p i ch, sowie die Sergeanten Gustav Hahn und Hermann Friedrich, sämtlick von der ersten reitenden Batterie des 1. Garde- Feldartillerieregiments. Ihre Verteidigung liegt in den Händen der Rechtsanwälte H o f f m a n n und Seile, des Grafen v. R o e d e r n, des Leutnants v. Puttkamer und des Leutnants v. F a s s o w. Unter den 33 Zeugen, die anwesend sind, befinden sich 27 Kanoniere von demselben Trllppenteil, ferner Hauptmann v. Kries, Leutnant v. Luchwald und zwei Wachtmeister. Der Hauptangeklagte Unter- offizier Thamm befindet sich seit dem 6. Mai in Untersuchungshast. Er ist in Berlin geboren und 1904 beim Militär eingetreten. Nach beendeter Personalienaufnahme der Angeklagten, die zum Teil schon vorbestraft sind, wird durch den Vertreter der Anklage die Anklage- Verfügung verlesen. Sie umfaßt nicht weniger als acht acht Seiten. Dem Angeklagten Thamm wird darin em großes Sündenkonto zur Last gelegt. Nicht weniger als 600 Fälle von Mißhandlungen und vorschriftswidriger Be« Handlung von Untergebenen werden ihm vorgeworfen. Es sind in den Anklagen Mindest zahlen angenommen worden. Außer- dem soll er in vielen Fällen Untergebene zu strafbaren Hand- lungen veranlaßt haben. Durch Mißbrauch der Dienst- gewalt hat er Untergebene, alte Leute, zu Mißhandlungen jüngerer Mannschaften bestimmt.„Wenn Ihr Euch beschwert, dann gibt's noch mehr Keilet" Mit diesen Worten versuchte er die Leute von Beschwerdeführungen abzuhalten. Der Selbstmord des Kanoniers Knobbe, über den wir vor einigen Monaten berichteten, ist n i ch t a u f Schwermut wie es damals hieß, zurückzuführen. Der Unglückliche ist vielmehr durch die Mißhandlungen des Thamm und der übrigen Angeklagten in be» Tod getrieben worden. Den übrigen Angeklagten werden Mißhandlungen Unter- aebencr bis zu 40 Füllen, schwere gemeinschaftliche Körperverletzungen, Bedrohungen von Untergebenen, Unterlassungen der nötigen Auf- ficht usw. vorgeworfen. Den Antrag des Vertreter» der Anklage auf Ausschluß der Oeffcntlichleit lehnt das Gericht a b. es behält sich jedoch vor, bei gewissen Zeugenvernehmungen die Oeffentlichkeit auszuschließen. Es wird zunächst Unteroffizier Thamm vernommen. Er gibt im großen und ganzen zu, die Leute geschlagen und miß« handelt zu haben. Er entschuldigt sich mit großer Erregtheit. Viele Untergebene wurden 1907 bis 1908 wöchentlich oft geschlagen. Ueber de» Fall Knobbe wird der Angeklagte eingehender vernommen. Knobbe ist am häufigsten von Thamm und aus dessen Geheiß von älteren Leuten mißhandelt worden. Aus Furcht vor weiteren Mißhandlunge» stürzte er sich am 11. April aus der» Fenster der Kaserne in der Ratheiwwcr Straße. Knobbe war 14 Tage vor der Ausübung seines VerzweiflungS- schriltss imLazarett gewesen und kaum war er wieder nach der Kasetne zurückgekehet, so unternahm er den Selbstmord. Gleich nach der Einlieferung im Lazarett starb der Bedau-rnSiverle. I m wesentlichen gibt Thamm auch die übrigen An- klagen, die ihm zur Last gelegt werden, zu. Er bestreitet aber, die Mannschaften durch alle möglichen Beschäf» tigungen am Abendbrot gehindert zu haben. Der Angeklagte schildert Knobbe als einen schwerfälligen und geistes- schwachen Soldaten. Es wird ihm jedoch vorgehalten, daß Knobbe ein geistig geweckter und i in Unterricht st r e b s a m e r Soldat war. und erst als die Mißhandlungen begannen, ließen die geistigen Fähigkeiten bei dem Kanonier nach. Dem Unteroffizier Schulze werden mindestens 40 Fälle von Mißhandlungen Untergebener zum Teil beim Dienst zur Last gelegt. Auch Kuobbe soll von Schulze geschlagen worden sein. Der Angeklagte bestreitet alles und gibt nur zu, Knobbe nial„angefaßt" zu haben. Die anderen Straftaten bestreitet er gleichfalls. Der dritte An- gellagte, Sergeant Hahn, hat es nach der Anklage durch Unter- lassen von Meldungen strafbarer Handlungen von Unter« gebenen— es handelt sich auch hier um Mißhandlungen— an der notwendigen Aufsicht fehlen lassen. Ebenso werden ihm Miß- Handlungen Untergebener vorgeworfen. Auch er bestreitet fast alles. Er will nicht gesehen haben, daß Untergebene geschlagen wurden. Sergeant Friedrich soll ebenfalls in fortgesetzter Handlung durch Unterlassung von Meldungen den Mißhandlungen Vorschub geleistet haben. Dem Kanonier Raupach entgegnete der Angeklagte, als sich N. beschweren wollte: „Tüchtig mußt Du Keile haben, cS schadet gar nichts, wenn Du tüchtige Keile kriegst!" Der Kanonier Schäfer hat Knobbe auch mißhandelt. K. hatte einmal vergessen, den Schmutzeimer herunter zu tragen. Thamm beauftragte nun drei andere Kanoniere, darunter Schäfer, den Eimer herunter zu tragen, um dadurch die Wut der Leute gegen Knobbe anzufachen. Im Stall wurde Knobbe auch einmal von drei Kanonieren mit der Fahrpcitsche mißhandelt. Durch die Aeußerung des Thamm: „Wenn die Hunde nichts machen, dann haut sie doch!" hätten sich die Kanoniere gewissermaßen dazu berechtigt gefühlt, die jüngeren Leute zu mißhandeln. Knobbe schrie bei den Mißhandlungen häufig laut auf, doch wollen die Vorgesetzten niemals etwas davon gehört h a b e n I Die vier angeklagten Kanoniere sind eigentlich mehr als Opfer des Unteroffiziers Thamm zu betrachten.- Es wird sodann in die Beweisaufnahme eingetreten. Als erster Zeuge ivird Kanonier Ncudcnberger aufgerufen. Unteroffizier Schulze habe K. häufig geschlagen. Es könne in der Woche drei- bis viermal vorgelommcn sein. ES würden also bedeutend mehr Fälle in Betracht komme, als die Anklage meint. Knobbe habe oft ge- äußert, wenn er wegen der Mißhandlungen gefragt wurde, es ginge ihm alles zum einen Ohr herein und zum andern heraus. In der ersten Zeit sei Knobbe nicht so gleichgültig gewesen, erst später sei das dem Zeugen aufgefallen. Auch N. ist wiederholt miß- handelt worden. Wenn Knobbe durch den Stall ging, so bekam er oft Schläge von den alten Leuten. Wenn der Sergeant Hahn in der Nähe war, so sahen sich die alten Leute etwas vor. da Hahn»lehr zu den Rekruten hielt. Kanonier Gleißberg sagt auS, daß Knobbe von Schäfer mit Faustriemen mißhandelt wurde. Ol e i ß b e r g ist von Thamm wiederholt ge- schlagen worden. Wenn er nicht schnell genug lief, versetzte ihm Thamm Schläge auf den Kopf. Auch von alten Leuten ist G. als Rekrut mißhandelt worden. Sergeant Hahn müsse ge- sehen haben, wie Rekruten von alten Leuten geschlagen wurden. Auch bei Sergeant Friedrich sei dies der Fall. Auf die Frage des Verhandlungsführers, warum er sich wegen der ihm widerfahrenen Mißhandlungen nicht beschwert habe, antwortet der Zeuge: „AuS Angst, daß rS«och mehr gibt!" G. ist fast täglich von den alten Leuten zu allen Tageszeiten mißhandelt worden. Kanonier Klewitz bekundet, daß Unteroffizier Thamm einmal äußerte:„Die Rekruten müssen„Be- wegung" haben!" K. ist glei chfalls von Th. m i ß h a n d e l t worden. Er hat auch gesehen, daß Th. andere Kameraden, darunter Knobbe, geschlagen hat. Kanonier Kr a w c z y ck erzählt, daß die Rekruten, darunter auch er selbst, vor der Geschützeinteilung häufig mißhandelt worden sind. Krawczyck hat im Pferde- stall beobachtet, wie die alten Leute Schöps und Raupach mit der F a h r p e i t s ch e auf Knobbe eingeschlagen haben, wobei K. laut aufschrie. Die Vernehmung der Kanoniere wird dadurch sehr hingezogen, weil die Mannschaften zum Teil nicht richtig mit der Wahrheit heraus wollen. Immer von neuem muß der BerhandlungSlciter die Leute dazu ermahnen, doch nicht mit der Wahrheit hinter dem Berge zu halten und jede Scheu dem angeklagten Vorgesetzten gegenüber fallen zu lassen. Schriftsetzer Zippert bekundet, daß sein Sohn. der bei demselben Truppenteil steht, anfangs gern Soldat ge- wesen sei. Später erzählte er, daß die alten Mannschaften viel Mißhandlungen begingen und daß auch er geschlagen werde. Der Vater beruhigte ihn und suchte Thamm auf. Er fragte ihn, ob er mit seinem Sohn zufrieden sei, worauf Thamm erwiderte: Jawohl. Eines Tages machte ihm sein Sohn ein sehr niedergedrücktes Wesen und auf Befragen des geängstigten VaterS erwiderte der junge Soldat, er werde ständig von feinem Vorgesetzten geschlagen. Der Vater sagte nun, er wolle selbst Beschwerde führen, worauf der Sohn antwortete:„Vater, laß' es lieber sein, es geht mir sonst noch viel schlechter!" Der Zeuge ging jedoch trotzdem zum Wachtmeister und erstattete Meldung. Eines der Hauptopfer des Unteroffiziers Thomm ist der. Kanonier Zippert, der Sohn des Vorzeugen. Er bekundet, daß er fast täglich von Thamm geschlagen worden ist. Hauptsächlich wurde er mit Fau st schlügen ins Gesicht und am Körper traktiert. Auck von den allen Leuten wurde der Zeuge fortwährend geschlagen. Als die Leute nach dem verhörenden Hauptmann zur Vernehmung gerufen wurden, sagte Thamm zu Zippert, er solle bekunden, daß Knobbe ein große? Schwein gewesen sei. Falls er vor Gericht aussagen müsse, so solle er nicht angeben, daß er von ihm, dem Angeklagten geschlagen, sondern„nur gestoßen" worden sei. Einer der Hauptbelastungszeugen gegen den Unteroffizier Thamm, der Kanonier Gebauer, liegt gegen- wärtig im Garnisonlazarett krank danieder. Der Gerichtshof wird sich noch darüber schlüssig werden, ob er eine Gerichtssitzung am Krankenlager des Kanonier« abhalten wird. Der Kanonier Müller bekundet zunächst, daß er von Thamm mehreremal geschlagen worden sei. Auf Vorhaltungen gibt er zu, daß er fast täglich von Thamm mißhandelt worden sei. F a u st st ö ß e gegen die Brust. Fußtritte, Hiebe mit der Zaum kette und andere schwere Mißhandlungen mußte M. über sich ergehen lassen. Am Rücken hatte er zahlreiche blaue Flecke..Da kommt der Hund, der soll was holenl" Diese Worte deS Thamm waren gewöhnlich daS Signal für die alten Leute, um die Rekruten „Spießruten laufen zu lasse»»".' Dem Müller hat Thamm einmal das Ohr blutig ge» zogen. Auch mit dem Stiefel hat Th. den Zeugen geschlagen. Nachdem sich Knobbe das Leben genommen und die Sache für Thamm schlecht stand, forderte er seine Untergebenen zum Teil aus, günstig für ihn auszusagen Z Kanonier Stockfisch will anfangs auch nur ein paarmal von Thamm mißhandelt worden sein, er gibt dann aber auch zn, daß dies fast täglich ge- schehen sei. Schläge in? Genick. Hiebe mit der Fahrerpeitsche und Fußtritte ins Gesäß, die sehr schmerzhaft w«ren. hatte der Zeuge zll erdulden. Auch von den alten Leuten wurde Stockfisch fort» während gepeinigt. Der Zeuge Kanonier Horn gibt an. daß er ebenso wie seine Kameraden fast täglich von Thamm geschlagen worden ist. Die Mißhandlungen der alten Leute gegenüber den Rekruten seien häufig auf Veranlassung des Unteroffiziers Thamm er- folgt. Immer von neuem muß der Verhandlungsleiter die Kanoniere zum Reden bewegen. Heraus, heraus mit der Sprache! Diese auffordernden Worte deS Verhondlungslciters kann man fast bei jeder Zeugenvernehmung im Verhandlungssaal hören! Ueber die Vernehmung deS Kanoniers Gebauer, der, wie wir bereits erwähnten, im Lazarett liegt und der nach Ansicht des Militärarztes im Bett vernommen werden kann, entspann sich eine längere Debatte. Das Gericht beschloß dann. Gebauer im Lazarett zu vernehmen, da ans die Vernehmung dieses Zeugen nicht verzichtet werden kann. Um 4'/« Uhr begibt sich der Gerichtshof nach dem Lazarett in der Sckiarnhorststraße. Durch die NichtVernehmung der Hälfte der geladenen Zeugen war das Gericht in der Lage, die Verhandlungen noch am späten Abend zu Ende zu führen. Das Urteil lautet wie folgt: Der Angeklagte Thamm ist der fortgesetzten Mißhandlung von Untergebenen, der fortgesetzten vorschrifts- widrigen Behandlung und des fortgesetzten Mißbrauchs der Dienst- gewalt gegen Untergebene, der Verleitung Untergebener zu straf- baren Handlungen usw. schuldig und wird zu einem Jahre drei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Der Angeklagte Schulze ist der fortgesetzten Mißhandlung Untergebener schuldig und wird zu drei Monaten und einem Tage (yefängnis verurteilt. Der Angeklagte Hahn ist der fortgesetzten schuldhaftcn Versäumnis der ihm obliegenden Aufsicht Untergebener schuldig und wird zu drei Wochen Mittelarrest, der Angeklagte Friedrich wegen der gleichen Delikte zu vier Wochen Mittel- nrrest verurteilt. Die Kanoniere Schäfer und R a u p a ch werden wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu je zwei Monaten und einer Woche, die Kanoniere F e l s ch und Z o p i e l zu je 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Das Gericht ist aus folgenden wesentlichen Gründen zu den Verurteilungen gelangt: Nach der Beweisaufnahme konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß die dem Angeklagten Thamm vor» geworfenen Fälle der Mißhandlung nachgewiesen worden sind. ES kamen sogar noch mehr Fälle heraus! Auch die anderen in der Anklage verzeichneten Straftaten sind dem Angeklagten Thamm sowie den anderen sieben Angeklagten durcy die Beweisaufnahme nachgewiesen worden. Bei der Strafzumessung ist das Gericht von der Erwägung ausgegangen, daß einem ein- zelnen der Angeklagten die Schuld an dem Selbstmord des Kanoniers Knobbe nicht beizumessen ist. Das Gericht ist vielmehr der An- ficht, daß Knobbe in der Hauptsache durch die allgemeinen Mißhandlungen und durch unerhörte Behandlung in den Tod getrlrbrn ist. Wie Gesamtheit der Mißhandlungen hat ihn dazu bestimmt, sich daS Leben zu nehmen. Ein jeder der Angeklagten hat somit einen Teil Schuld daran zu tragen und sein Gewissen damit zu belasten. Es war ferner zu berücksichtigen, daß die Mißhandlungen der beiden Hauptangeklagtcn und der alten Leute systematisch betrieben wurden und daß gegen derartige Auswüchse beim Militär mit aller Strenge vorgegangen werden muß. Soziales. Die Gefahren de» FuhrwrrkSbctrlcbcS. Nach dein soeben erschienenen Bericht der Fuhrwerks-Berufs- genosienschaft pro 1907 erhöhte sich die Zahl der versicherten Be- triebe um 1004 und betrug am Schlüsse deS JahreS 1907: 32 235. Davon entfielen auf die Gruppe„leichtes Fuhrwerk" 10270 Betriebe, auf„schweres Fuhrwerk" 20 965 Betriebe, die zusammen 106 830 Arbeiter beschäftigten, so daß auf jeden Bctrreb durchschnittlich 3,31 Arbeiter kamen. Die BernfSgenossenschaft hat jetzt neun Aufsichtsbeamten, die teils von den eiiizelnen Sektionen, teils vom Genosseuschaftsvorstand besoldet werden. Berichtet wird, daß die sieben von den Sektionen angestellten Aufsichlsbeamten mir 1451 Betriebe im Vorjahre be- sichtigt hatten, wovon:„829 Betriebe in Ordnung befunden. 622 dagegen bemängelt wurden"... Wie mag es erst in den übrigen 31000 nicht besichtigten Betrieben aus- sehen? Erst das ReichS-VersichcrungSamt mußte dem Ge« nosienschaftsvorstande mitteilen, daß„es besonderen Wert auf die Anbringung der festen Kutschersitze 888 1058 82 " 19 " 12 M. 18 97 " " " " " 202V/ 5 M. Serie 4. Anzug oder Paletot, und schwarz Serie 5. Anzug oder Paletot, braun, neueste 1575 Muster Maß2250 Serie 8. Anzug oder Paletot, Ersatz für Maß 225 nur bei Vorzeigung der Annonce. Außerdem erhält jeder Kunde als Pfingstgeschenk bei Einkauf eines Anzuges oder Paletots I Hose( Buckskin) gratis. 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Adolf Kohl !!! Ev. Ohne Anzahlung!!! 50 Herren- Anzüge, Sommer- Paletots, u.andere Gebrauchsgegenstände. 1762L* Pf. wöchent lich an. ..Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes Solidarität“. Dienstag, den dritten Feiertag: Sämtliche Abteilungen mittags 1 Uhr nach Friedrichshagen, Müggelschloß“. Start: Küstriner Plaz. Freitag, 12. Juni, vorm. 10 Uhr; 11. Abteilung, Sektion d. Gastwirts. gehilfen, nach Saatwinkel- Heiligensee. Start: Gr. Hamburger Str. 18/19. Nächste Versammlung bom am 15. Juni. Gäfte willkommen. Mitglieder, welche gewillt sind, die ankommenden Bundesgäste Bahnhof und Chausseen am Sonnabend, Sonntag und Montag abzuholen, bitten wir, heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal I, sich einzufinden; desgleichen können sich Arbeitslose zur Räderaufbewahrung melden. Fahrrad- Haus ,, Frisch auf" Walter Wittig& Co.. Brunnenstr. 35 und Rottbuser Str. 9. Am 1., 2. und 3. Feiertage find des Bundestages wegen unsere Geschäfte geschlossen. Wir machen ferner die Bundesmitglieder darauf aufmerksam, daß wir aus Anlaß des Bundestages im Gewerkschaftshause, Saal III, eine große Ausstellung veranstalten und bitten wir um regen Besuch. 105/17 Die Geschäftsleitung. Greift zu! den besten • Monatsanzüge. b. 9,50. Abonnementsanzüge. 13,00 Pfandleihanzüge Bartieanzüge. Gehrockanzüge " " • B 11,00 . 12,00 " 14,50 17 " " 1 9,50 " " 2,00 " Dr. Simmel Anzüge, Grjat f. Maks. 20,50 Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Kohl& Reimann, Tresckowstr. 14, II. Wörther Platz. 102. 41, Moritzplatz, !! Bitte genau auf Hausnummer 14 zu achten!! 96 353[ 500] 459 99 575 687 885 144209 84 384[ 500] 580 616 945 145027 328 437 516 931[ 500] 37 146110 89 [ 3000] 753 147043[ 500] 405 580 617 39 746 848 148112 216 326 67 464 624[ 500] 35 62 714 943 149042 90 142 205 22 87 968 615700 217 469 93 526 69 777 807 10 151166 445 68 160145 487 592 662 847 986 152057 301[ 500] 644 99 897 153001 65 266 802[ 1000] 154131 592 717 59 155044 100 200 311 29 37 45 74 506 28 33 54 665 97 156180[ 500] 295 394 526 677 901 157020 238 318 419 543 46 51 823 904 18 88 158435 [ 3000] 549 80 83 863 942 159106 452 955 487 73 510[ 500] 833[ 600] 93 161035 511 622 75 162023 137 818 522 642[ 3000] 736 82 163158 231 492 749 83 93 828 39[ 500] 994 164126 345[ 1000] 430 68 734 165038 181 98 246 92 300 467 69 70 786 166128 663 762 937 82 167077 100 283 77 305 628 71 823 77 168787 887 912 169378 677 833 88 170315 41 482 591 747 852 994 171004 20 61 263 521 87 621 71 844[ 500] 985 172031 452 560 87 704 947 55 63 173004 49 135 367 411 51 585 98 670[ 1000] 83 795 844 174087 105 433 54 545 57[ 500] 76 651 65 717 830[ 500] 175293[ 10 000] 341 421 60 652 846 71 176471 522[ 1000] 735 802 960 177133[ 3000] 57 63 343[ 3000] 481[ 500] 94 932 178134 37 207 8[ 500] 854 484 635[ 1000] 179132 78 401 501 25 791 809 88 99 180031 49 192[ 500] 249 377 451 544 894 181248 [ 1000] 88 420 639 717 50 75 832[ 1000] 947 182306 670 73 99 853 183327 97 465 779 847 58 918 184072 228 885 528 688 926 88 90 185066 67 181 454 563 609 723 907 186217 316 17 20 60 646 82 878[ 1000] 82 84 187230 454 786 820 925 188069 126 216 358 72 83 487 689 705[ 500] 42 856[ 3000] 926 189185 339 63 81 443 66 531 842 902[ 500] 190213 535 607 741 97 824 191019[ 3000] 182 40 88 347 823 192047 73 78 197 530 746 82 193131 84 585 682 783 836 56 964 194416 846 91 933 54 195055 96 123 25 294 97 344 410 633 80 770 925 29 49 196078 92 159[ 3000] 281 519 687 197139 245 443 62 84 807 [ 500] 42 198015 146 447 63 67 590 745 804 9 24 956 199219 377 439[ 500] 607 751 78 801 200046 100 35 271 578 821 922 201214 52 337 458 71 646 202041 421 203102[ 1000] 875 204007[ 1000] 167 281 512 20 86 861 958 205431 575 783 959 206221 25 57 71 376 655 869 207132 561 649 72 924 208027 125[ 500] 27 292 596 820 958 70 209012 170 426 210226 363 405 80 690 702 802 44 211040 42 224 821 458 595 686 703 835 47 212059 191 825 527[ 500] 604 772 77 922[ 1000] 213301 612 708 823 85 923 214079 115 61 609 734 939 215339 78 528 57 664 974 216250 84 708 47 217036 279 409 508 60 90 601 [ 1000] 712 52 218671 797[ 500] 843 219153 417 613 99 712 973 220001 194 228 989 221187 254 427 504 40 30 620 84[ 500] 49 718 54 851 67 222024[ 3000] 115 888 548 699 767 223005 106 301[ 500] 87 655 831 46 90 224163 261 68 323 89 795 830 225002 99 116 18 93 557 74 [ 3000] 786 876 226443 585 614 715 823 953 227621 [ 500] 707 9[ 1000] 228016 138 40 218[ 500] 351 61 661, 84 636 62 229343 45 574 759 230042 142 66 297 453 758 976 99[ 500] 231084 [ 800] 176 296[ 500] 494 783 821 46 880[ 500] 232057 337 72 690 726 978 233007 156 213 407[ 8000] 78 553 88 617 856 234247 629 76 834 962 235129 299 300 698 236148[ 500] 447 68 925[ 500] 43 237219 881 507 10 27 66 856 908 238004 21 220 519 37 76 864 912 239058 128 403 631 802 240108 41 62 66 217 93[ 500] 231 489 655 718 57 [ 500] 831 241025 193 388 567 612 49 957 66 242012 88 353[ 1000] 574 697 728 243110[ 1000] 14 215 400 665[ 1000] 810 244129 375 564 617 245178 225 817 [ 500] 27 66 87 406 99 656 246065 319 34[ 500] 48 465 544[ 500] 247080 212 824 454 70 765 900 248300 653 [ 1000] 63 73 249533 883 973 78 250000 251 87 654 764 905 251000 418 67 584 691 705 57 964 252208 44 373 413 638 786 940 2535834 254100[ 1000] 67 230 341 47 505 721 98 848 58 255703 [ 10 000] 89 801 901 256079 112[ 1000] 216 811 504 681 793 871 912 257019 134 242 326 690 903 65 258188 364 445 623 33 966[ 3000] 259265 95 433 544 660 738 45 822 82260007 37 200 643 721 23 261019 326 54 589 802 262059 221 33 80 302[ 3000] 506 716 977 263033 457 89 505 91 600 19 34 91 742 264061 78 164 210[ 500] 11 353 460 781 836 953 265094 275[ 3000] 807 21 57 72 989 266159[ 3000] 268 644[ 500] 765 874 267162 91 852 268066 225 547 751 269006 82[ 500] 160 317 [ 1000] 532 56 688 867 839 943 15 270369 465 594 859 942[ 500] 271115 371 488 531 94 702 10 272223 337[ 1000] 83 494[ 3000] 569 774 971 273150 61 261 482 545 52 65 610 787 274114 88 89 684 801 955 275054 87 399 404 664 866 933 276037 50 152 367 544 93 601[ 1000] 704 943 277275 81 885 98 441 52 505 36 54 638 68 750[ 1000] 82 278090 116 526 646 65 739 900[ 1000] 279186 771 445 563 852 975 96 282135 386[ 500] 511 655 62 749 800 58 995 283179 417 708[ 1000] 40 998 284086 222 539 606 841[ 1000] 931 285091 235[ 1000] 302 90 519[ 3000] 711 30 815 931 286068 207 312 614 287010 507 9 50 7 280014 24 254 77 499 281166 356 68 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 24. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 4. Juni 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 72 104 210 633 930 1039 57 85 149[ 1000] 94 242 318 412 29 606[ 3000] 62 2087 374 467 824 982 3489 628 43 69 4078 98 237 61 68 340 441 522 759 807 37 5170 205 16 330 464 6135 457 64 74[ 1000] 556[ 500] 779 922 7119 84 273 805 593 681 774 8370 9089 142 551 779[ 1080] 10003 18 195 352 564 91 607 9 86 738 910 11141 [ 1000] 330 419 99 586 645 796 864 12064 584 94 898 916 19 13098 133 314 52 403 503 601 66 883 14191 362 438 70 551 654 74 75 920 15359[ 500] 433 522 865 926 16162 344 64 592 608 875[ 500] 17138 564 829 41 61 956 18089 395 496 636 730 828 959 19290 616 909 20240 43 84 530 640 733 54 867 86 971 21225 72 300 74 417[ 500] 910[ 500] 66 22055 75 114 209 82[ 3000] 814 622 049 99 23024 163[ 500] 280[ 1000] 893 562 620 755 690 916[ 1000] 27 24202 47 72 325 70 618 745 931 25203 302 80 437 679 793 809 941 68[ 500] 26031 34 226 349 02 536 741 881 27029 85 280 358 461[ 500] 513[ 500] 716 961 74 28077[ 500] 122[ 3000] 688 731 43 93 97 29382 462 532 96[ 500] 678 728 30118 433 515 63[ 1000] 641 705 840 908[ 500] 31056 70 91 110 45 97 767 68 32340 81 594 824 65 33036 273 499 697 662 751 939 34216 64 64 389 414 39 81 953 35398 592 761 955[ 500] 68 36068 175 261 579 832 902 37073 139 95 385[ 3000] 611 73 867[ 1000] 984 38051[ 3000] 124 63 211 20 497 593 956 39259[ 500] 393[ 500] 578 803 68 76 40006 30 63 133 203 36 653 932 55 63 41457 64 99 508 17 654 715 41 99 873 941 42006[ 3000] 59 169 204 564 90 772[ 1000] 897 43096 116 36 37 270 408 523 57 626 75 949 78 44028[ 1000] 157 231 72 821 517[ 1000] 70 [[ 1000] 75 702 886 45239[ 500] 325[ 1000] 496 692 981 46032 167 202 580 692 748 84 864 902 46 47110[ 500] 48 346 598 726 86 48294[ 500] 95 350 413 46 789 833 93 49077 82 93 150 547 620 62 50056 76[ 500] 88 100 232 51[ 500] 405 59 51090 306 950 52107 354 455 508 95 711 844 75 53054[ 1000] 109 93 227 347 547 600 903 54041 137 380[ 500] 452 549 961 55026 55 72 79[ 1000] 421 610 866 83 56393 539 72 57111 206 391 431 649 52 932 58150[ 500] 269 90 340 548 664 720 897 917 59009 146 77 251 73 455 830[ 1000] 33 919 60203 74 457 83 642 828 89 61054 243 436 548[ 500] 645[ 15 000] 868 89[ 3000] 968 62028 124 327 408 67 69 668 760 96 63420 24 83 696 64495 803 8[ 3000] 932 85 65102 241 335[ 1000] 463 79 91 813 90 66004 246 575 [ 3000] 80 770 67118 38 420 561 68019 384 509 59 688 877 69058 376 79 462[ 500] 633 70000 135 206 853[ 1000] 72[ 1000] 446 69 509 623 55 61 913 71007 154 275 87 90 369 90 535 619 39 66 706 72094[ 500] 289[ 500] 409 541 624 54 73049 268 376 769 841 74054 114 93 234 337 407 91 616 66 874 75281 86 [ 1000] 811 86 482 87 508 51 631 758 807 945 76163[ 3000] 97 274 308 637 734 88[ 500] 889 977 77026 330 595 619 48 742 888[ 3000] 980 78008 169 61 309 506 635[ 500] 79004 55 161 272 533 57 728 909 745 905[ 1000] 81216 71 81 418 532 610[ 500] 744 65 931 82155[ 1000] 819 79 534 83088[ 1000] 284 983 84100 826 29 432 57 531 41 667 710 840 964 85056 198 224 34 888 86016 139 440 87204 74 848 60 71 604 53[ 500] 74 88145 57 393[ 500] 490 635 74 766 84 832 42[ 500] 895 89049 95 154[ 3000] 845 [ 1000] 79 934 90051 114 48 217 341 53 639 54 81 91008 165 772 [ 3000] 92 92036 72 127 81 305 43 508 46 828 935 93131 548 638 945 97 94072 368 674[ 500] 805 56 947 95355 555 [ 500] 781 823 912 96289 400 573 633 98[ 1000] 808 963 97191 220[ 1000] 425 547[ 500] 98263 324 442 640 44 80 [ 500] 736 99070 108 246 74 359 409 752 971 88 [ 1000 300 000] 100346 483 572 716 78 829[ 1000] 101251 331 817 865 102057 95 114 213 631 67 823 103017 22 226 43 719 28 808 975 104054 55 112 218 29[ 1000] 70 387 413 19 [ 500] 637 830 81 914 97 105022 46 253[ 1000] 71 350 73 92 589 750 54 926 106279[ 500] 310 31 418 27 49 93 98 512 784 893 107104 271 454 543 673 86 97[ 1000] 701 947 58[ 500] 108049 95 127 30 36 287 90 307 437 687 887 109063 254[ 500] 310 81 481 536 669 747 72 98 110110 870 513 694 706[ 3000] 83 958 111281 304 22 39[ 1000] 434[ 1000] 51 606 737 112043 59 104 259 81 85 415 36[ 1000] 522 64[ 3000] 80 698 705 984 113212 [ 1000] 723 949 114162 64 283 660 756 961 97 115075 307 641[ 500] 753 116006 543 675 958 117481[ 500] 88 582 703 26 28 987 118069 185 390 527 675 839[ 500] 44 951 119159 288 810 22[ 500] 61 969 85 120349 458 587[ 500] 851[ 1000] 121277 540 49 805 936 86 122144 69 554 85 676 123013 38 235 482 533 633 709 53 857 901 2 38 49 124136 407 11 549 87 91 680 780 974 125128 352 60 401 14 541 617 788 918 76 126198 237 56[ 1000] 432 34 860 84 127065 122 296 872 906 128071[ 1000] 136 202[ 500] 21 458 92[ 1000] 524 59 680 99 875[ 3000] 129085 168 499 603 714 130035 229 329[ 500] 545 779 821 67 71 131505 713 43[ 3000] 132093 256 318 652 54 93 847 133095 171 245 134061 158 322 008[ 500] 135010 475 95 136059 79 310 75 506 651 917[ 1000] 96 137052 64[ 3000] 82 189 457 706 881[ 1000] 138034 59 160 290[ 3000] 503 710 23 139129 31 414 687 733 42 807 140079 356 688 734 985[ 500] 141046 179 621 142095 143 326 405 52 70 76 958 143006 105 79 214 Paletots Hosen. Moldauer Prinzenstraße 64, im zaden. Straßenbahn- Vergütung. 20 427 57 60 564 673 948 144048 333 49 505 54 70 95 712 145036 609 47 70 709 146291 300 95 97 416 53[ 500] 592 797 889 147124 281 428 574 97 777[ 500] 967[ 3000] 148319 537 801 962 149006 25 139 88 287 558 600 1 55 898 982 150040[ 1000] 243 478 565 616 715 866 77 941 151306 510 629 872 935 98 152427[ 3000] 556 92 800 [ 1000] 912 153121 93 480 593 789 154166 314 55 445 79 873 950 155013 80 342[ 3000] 49 50 59 156239 462 519 34 157378 630 158071 85 92 210 361 439 524 36 62 [ 500] 729 159215 343 84 419 89 559 604 87 703[ 500] 815 160054 187 96 235 58 476 85[ 3000] 95[ 500] 620 721 89 809 79 161509[ 3000] 162238 514 30 956 163141 93 285 318 408 674 779[ 500] 923 42 164101 218 341 61 86 460[ 500] 632 886 931 165005 77 105 360 417 55 80 660 166122 203 8 12 46[ 1000] 343 426 167004 39 338 685 727 168338 74 960 169911[ 500] 170076 264 833 934 171091 337 437 686 839 172243 493 602 806 173243 384 95 460 521 89 96 633 44 852 174184 476 795 175602 794 968[ 5000] 176227 537 656 823[ 500] 177078 122 297 484 810 64 75 920[ 3000] 178102 604 771 936 49 65 179011[ 1000] 178 353 565 [ 1000] 69 73 653 882 180085 202 402 50[ 1000] 535 181165[ 500] 281 821 479 80 668[ 1000] 182025 44 51 480 34 60 602 788 92 962 183190 239 67 834 414 571 650 718 898 941 184032 394 488 881 912 36 185254 373 614 19 94 899 186018 204[ 1000] 331 89 794 908 61 187255 477 507 22 188138 898[ 3000] 422 83 189187 216[ 1000] 407 599 709 84 190072[ 3000] 259 475 723 30 2 897 191117 725 854 63 997 192193[ 500] 318 89 417 58 78 520 23 915 [ 1000] 193179[ 500] 760[ 500] 872 924 71 194061 95 255 71 639 739 941 195082[ 500] 86 156 220 51 79 509 76 86 676 782 76 807 935 196049 359 456[ 500] 504 68 83 879 928[ 500] 65 197003 94 170[ 1000] 200 722 902 76 198018[ 1000] 24 79 202 76 518 778 891 990 199057 171 86 229 423 65 71 590 699 826 200098 203 49 457 681 778 201306 34 56 83 86 510 92 634 837 994 202077 279 86 353 495 531 872 203055[ 1000] 135[ 1000] 37 65 211 604 768 802[ 500] 910[ 500] 204024 97 110 273 79 551 702 205013 735 345 476 94 540 726 820 939 206011[ 1000] 96 134 37 50 299[ 1000] 501 654 59 76 706 87 207025 257 95 400 541 42 808 28 905 208035 264 89 360[ 500] 510 19 89 717 31 72[ 1000] 83[ 3000] 884 209202[ 1000] 28 578 85 [ 500] 630 63[ 1000] 878 940 62 210051 251 329 615 785 821 913 47 211507 212034 113 215 33 510 627[ 1000] 767 804 213006 124 298 345 57 442 718 832 214174 362 67 907 27 215036 119 380 98 468 559 216021 221[ 3000] 65 67 396 422 847 975 217089 223[ 500] 62 340 498 709 28 218139 304 665 768 820 51 74 87 93 219007 75 135 264 318 72 747 882 220150 88[ 1000] 253 67 84 363 548 69 80 221230 [ 500] 425 601 761 91 94 222046 157 261 778[ 500] 93 835 98 963 223022 191 339 63 77 433 45 526 90 635 224010 85 117 218 29 466 857 225178[ 500] 252$ 20 86 425 670 893 226059 142 302 90 621 736[ 500] 227086 187 97 335 43 44 54 406 549 74 77 743 228384 602 229057 308 511 740 968 230099 122 266 516 231006 200 301 607 763 856 916 31[ 1000] 91 232079 133 91 606 46 786 815 47 233111 361 469 70 786 808 67 234011 15 160 553 693 716 56 958 235185 211[ 500] 398 695[ 1000] 769 937 236017 123[ 100000] 223 36 549 52 79[ 1000] 729 896 940 58 237060 280[ 3000] 375 702 973 238139 303 34 755 59 96 852 58 999 239015 325 507 50 85 702[ 3000] 9 240013 460 974 241269 310 87 504 6 809 242008 70 411 90 737 827 56[ 500] 74 243068 220 25[ 1000] 370 509 604 99 869[ 1000] 931 66 244239 510 78 606 69 757 993 245086 349 519 246079 413 55 744 892 247119[ 1000] 250 391 808[ 3000] 21 955 248064 349 557 68 70 616 907 85 249300 728 38 815 28 76 950 62 250020 323 704 15 251137 68 89 588 723 252051 [ 500] 134 464 564 849 253193 255 64 369[ 500] 531 801 975 254099 356 414 93 602 748 255094[ 500] 112 20 94 331 66 407 18 87 545 753 92 256042[ 1000] 434 65 71 78 594 767 878 976 257024 312 64 67 417 539 884 904 45 258115 785 259183 230 504 89 607 820 260087[ 500] 207 64 825 52 473 635 62 789[ 1000] 823 34 261153[ 500] 214 315 773 75 854 262052 131 341 500 787 808 263139 300 59 451 561 93 717 879 264184 97 447 510 608 763 70 863[ 500] 986 265066 451 835 987 266011 48 108 224 479 583[ 500] 811 982 267012 454 835[ 1000] 79 268003 159 203 412 750[ 1000] 269298 371 467 944[ 500] 74 99 270157 222 891 595 624 796 271167 307[ 1000] 48 432 719 22 272077 105 276[ 500] 308 408 582 654 705 273102[ 1000] 244 598 780 815 961[ 500] 274210 812 556 724[ 1000] 902 53 275049 166 276443 861 924 94 277062 398 278425 72 607 750 962 279163 249 68 602 3 29 73 280026 202 43 479 805 65[ 500] 965 281007 101 263 303 80 97 682 863 282500 730 811 283012 212 490 525[ 3000] 945 284c58 259 569 649 72 811 285324 526 802 89 286144 201 471 511 679 917 287630 55 Berichtigung: In der Liste vom 2. Juni, nachmittags lies 27884 statt 87884 Die Ziehung der 1. Klasse 219. Königlich Preussischen Lotterie findet statt am 7. und 8. Juli 1908. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidfohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, 25. Jabrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hr. 130. 25. Jahrgang. Vermischtes. Eine schreckliche Familientragödie spielte sich vorgestern nachmittag in Wernenchen in der Mark ab. Die Witwe Güntherberg eilte plöglich mit ihren fünf Kindern im Alter von 2-10 Jahren nach dem Fließ an der Bahn, um ihre Kinder und sich selbst zu ertränken. Die älteren drei Kinder entflohen, als sie die Absicht der Mutter erkannten. Die Frau sprang mit zwei Kindern in das Fließ und ertrant mit einem, während das andere gerettet wurde. Sie hatte vor zwei Jahren ihren Mann verloren, bekam monatliche Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 2. Juni verstarb unser Mitglied, der Bigarrenmacher Otto Siebert Birkenstr. 48. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhofes aus statt. 227/10 Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein für Treptow- Baumschulenweg. Den Parteigenossen hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Selempner Gustav Krahnert ( Beermannstr. 9) im 29. Lebensjahre an der Proletariertranfheit im Krankenhause Friedrichshain am Montag, den 1. Juni, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, am Freitag, den 5. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenballe des Gemeinde Friedhofes, Neue Krug- Allee, aus statt. 0 Um rege Beteiligung ersucht 202/20 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Karl Junge geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 5. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Reichenhalle des Pankower Kirchhofes am Schloß Schönholz aus statt. Ein Geistlicher geht mit. 117/8 Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Gustav Krahnert gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 5. Juni, abends 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Kirchhofes in Treptow, Neue Krug- Allee, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Fräulein Luise Hänsch Dienstagnachmittag am storben ist. ver= 169/9 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er sucht Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, Vaters, Bruders und Schwagers Adolf Süßke, den Freunden und Bekannten sowie den Kollegen der Firma Kochius unseren herzlichsten Dant. 25185 Frau Emma Süßte. Max Süßke. Emilie Süßke. Grosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, 2 Riffen) mit doppeltgereinigten neuen Bett febern, beffere Betten 15, 19, 24 Wt.; 1 fchl. Betten 15, 20, 28, 29, 36 nr. usiv. Bersand geg. Nachnahme. Breis liste, Proben, Berpackung fostenfrei, Berlin S. 390 Gustav Lustig, Prinzenstr, 46 Größt. Spezial- Geschäft Deutschl. Unterstützung von 50 M., hatte sich aber in der legten Zeit dem Trunke ergeben. Erdbeben. Eine Meldung hierüber aus Hamburg lautet: Die Apparate der hiesigen Hauptstation für Erdbebenforschung haben gestern nachmittag ein mittelstartes Fernbeben in etwa 5800 Kilometer Entfernung verzeichnet. Beginn der Aufzeichnung 5 Uhr 5 Minuten 0 Sekunden, Dauer 1½ Stunde. Batubem, Dauer 1½ Stumbe, den Sechs Arbeiter ertrunken. Nach einer Meldung aus Rom scheiterte bei Jore ein Boot, in welchem sich elf Arbeiter befanden, sechs von den Insassen sind ertrunken. Geschäftsprinzip: Billige aber streng feste Preise! Jeder Leser des Vorwärts" 110 erhält als Pfingstgeschent beim Einkauf eines Herren- Anzuges oder Paletots einen hocheleganten Hut gratis! :::: bei der allgemein anerkannt reellen und leistungsfähigsten Firma:: S. Hoffmann :: Charlottenburg: Wilmersdorfer Straße 12 Ecke Schulstraße. Spezialhaus eleganter Herren- und Knabenbekleidung fertig und nach Maß. Einzig dastehende Auswahl. Herren- Anzüge und Paletots, Gesellschafts- Anzüge in allen Preislagen für jede Figur, gefchmack. :::: vollste Muster und neueste Fassons:::: Knabenbekleidung, Sportkleidung, Berufskleidung für alle Gewerke, Hüte, Krawatten, Wäsche. Die bei mir bestellten Maßsachen werden in eigenen Betriebs. werkstätten angefertigt. 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Frau Noliweika wurde als verkohlte Leiche aufgefunden, ihre Schwester ringt mit dem Tode. Ein Gewitter, verbunden mit starkem Sturm, hat einer Londoner Meldung zufolge vorgestern in London und Umgebung enormen Schaden angerichtet. Im Buchipart allein wurden 400 Bäume entwurzelt. Auch auf der Derbyrennbahn in Epron wurden durch das Unwetter große Verheerungen angerichtet. 600000 Zur 600000 Frühjahrs- und Sommer- Saison lade ich das kaufende Publikum zur Besichtigung mein. in großer Auswahl u. nur aus Neuheiten bestehd. Warenlagers in Herren- u. Knaben- Garderoben ergebenft ein. Besichtigung ohne Kaufzwang. Mein seit 1888 als reell bekanntes unter der Firma Heinrich Ferester bestehendes Herren n. 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Der Arbeitsnachweis ist an diesen Tagen vollständig geschlossen 117/7 Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein zu Berlin. E. H. No. 89. 198/17 Sonnabend, den 6. Junt, abends 8, Uhr, Melchiorftr. 15: Versammlung. Bereinsangelegenheiten. Bahlen der Beiträge. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 812 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Achtung! Bäckerstreik. Achtung Die Differenzen zwischen dem Verband der Bäder und Konditoren und dem Bädermeister Herrn Zeschmann find nunmehr geregelt und gilt diese Bäderet jest wieder als bewilligt. 25176 P. Zeschmann, Bädermeister, Stettiner Straße 54. Der Vertrauensmann der Bäcker. Familien- Restaurant Lindengarten Ober- Schöneweide, Tabbertstraße 5. Schöner schattiger Garten an der Spree. Jeden Sonntag: Groker Frei- Tang. 1. u. 2. Feiertag: Konzert einer Damen- Kapelle, wozu ergebenft einladet Fernsp.: 230. Robert Schulz. Für Ausflügler Nen! 246/12 empfehlen wir: 100 Neu! 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