Nr. 133. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 8,80 m., monatl. 1,10 wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Poftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mieder mit den Ehrlofen! Mittwoch, den 10. Juni 1908. Der 10. Juni muß das Werk des 3. Juni vollenden! Das Volk der ehrlichen Arbeit, die Koalition aller anständigen Wahlrechtsfreunde, aller Gegner der Schulverpfaffung Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wahlbetrachtungen aus Teltow- Beeskow- Storkow Am Vorabend der Stichwahlen hat der Blodfreisinn muß den verkommenen Börsenfreifinn, die nationalliberalen betitelt sich ein Zirkular, das die Barth- Gruppe, die " Demokratische Vereinigung", verbreitet." Das Zirkular in Berlin einen neuen schmählichen Packt mit den Re- Schlotbarone und die konservativen Nahrungsmittelwucherer wendet sich dagegen, daß die blockfreisinnige Presse die aktionären abgeschlossen, um die Reaktion zu stärken und die Partei der ehrlichen Arbeit, die diesmal von allen Parteien die meisten Urwählerstimmen aufgebracht hat, um Mandate zu prellen! Diese neueste Verräterei des Blockfreisinns besteht in folgendem: zu Paaren treiben! Drauf und dran! Nieder mit dem freifinnig- konservativen Kartell! Bringt die Ehrlosen zur Strecke! Glückwünsche der Internationale. Paris, 6. Juni. Interessant ist folgender Passus des Zirkulars: Leider sind nicht nur Wähler, sondern auch Wahl. männer umgefallen. So hatte die Volkspartei in Stöpenick mehrere Herren, die sich für Breitscheid- Witt ver pflichtet hatten, auffälligerweise als ihre Wahlmänner aufgestellt. Nach ihrer Wahl entpuppten fich die„ Ehrenmänner" als waschechte Tubentäler. Köpenid ist übrigens auch der Ort, wo die Konservativen überhaupt keine Wahlmänner aufgestellt hatten, sondern offenbar mit den Blodliberalen ein Abkommen nach der Richtung getroffen hatten, daß diese notorisch tonservative Parteigänger als libe rale Wahlmänner aufstellten!" Der Blockfreisinn scheint in der Tat seltsame praktiken angewendet zu haben, um die ehrlich Freisinnigen niederzukämpfen! Heute, am 10. Juni, hat das arbeitende Volf Groß- Beeskow- Storkom abgegeben sind, zu niedrig eingeschätzt Berlins, haben alle ehrlichen Wahlrechts- und Kulturfreunde habe. Die Stimmenzahi belaufe sich auf weit über noch einmal Gelegenheit, im Kampfe gegen die Reaktion und 4000. ihre freisinnigen Zuhälter ihren Mann zu stehen! Noch einmal gilt es alle Kraft aufzubieten! Mit dem Im 12. Berliner Landtagswahlkreise standen höchsten Nachdruck, mit der äußersten Kraftentfaltung muß sich Sozialdemokraten und Freisinn gegenüber. Die National- der Kampf gegen den berräterischen Freifinn geführt werden! liberalen und Konservativen hatten nur eine geringfügige Zahl von Wahlmännern aufgebracht, gerade genug, um eventuell bei der Wahl zwischen der Sozialdemokratie und dem Freisinn den Ausschlag zu geben. Da stellte nun in letter Stunde der vereinigte tonservative und nationalliberale Wahlausschuß die Forderung an den Freisinn, die freisinnige Kandidatur für den 12. Berliner Landtagswahlkreis überhaupt zurückzuziehen und dafür am 16. Juni für den nationalliberalen Professor Leidig einzutreten! Die beiden Wahlausschüsse verlangten, daß bis zum Die sozialistische Gruppe der Kammer hat sich soeben versammelt. 13. Juni, nachmittags 3 Uhr, diese Erklärung abgegeben sein müsse, widrigenfalls die konservativen und nationalliberalen Ihre Freude über die Nachricht von Eurem Siege war groß und ihre Mitglieder sind eins mit den Parteigenossen in dem Bedürfnis Bahlmänner ihre Stimme für den Kandidaten der konser Euch brüderlichen Gruß und herzlichste Glückwünsche zu senden. vativen Bartei, Herrn Rechtsanwalt Ulrich, abIn gerechter Vergeltung, durch den Sieg unter den schwierigsten geben würden. Die Freisinnige Zeitung" vom Wahlbedingungen, unter denen jemals eine Abstimmung stattSonntag gab diese Erklärung der Nationalliberalen und gefunden hat, habt Ihr zur Bestürzung unserer Feinde bewiesen, Stonservativen ohne jeden Kommentar wieder. Die daß das Wachstum Eurer Kräfte, weit entfernt davon, durch die Bossische Zeitung" erhob dagegen Protest und erklärte, lepten Wahlen, die Euch schon eine Steigerung von 250 000 Stimmen daß von einem Zurücktritt des freifinnigen Kandidaten teine brachten, unterbrochen zu sein, sich in verstärktem Maße fort Rede sein könne. Noch heftiger polemisierte das„ Berliner gefegt hat. Tageblatt", das haltlos zwischen Blockfreisinn und Sozialliberalen hin- und herpendelt, meist aber in diesen letzten Tagen redaktionell die offiziösen Anweisungen des Blockfreisinn wiedergegeben hat, gegen diese unerhörte Zumutung der Konservativen und Nationalliberalen. Trotzdem scheint der Blockfreifinn auf die erniedrigenden Bedingungen der beiden Wahlausschüffe eingegangen zu sein! Meldet doch das offiziöse Drgan der Nationalliberalen, die, National- Zeitung", das folgende: 12. Berliner Wahlkreises, Deputiertentammer. Ihr habt am 3. Juni einen Sieg erfochten, dessen Folgen für ganz Deutschland unberechenbar sind, denn er tündet den Berfall des tonservativ- liberalen Blods, das Ende seiner Existenz an. Mit Euren eigenen Worten rufen wir Euch voll Freude und Hoffnung zu: Die Vorposten der proletarischen Armee haben die Wälle des Schandwahlrechts überstiegen!" " Das sozialistenreine Dreiflaffenparlament Preußens hat auf gehört zu sein 1" „ Der Dreiflaffenlandtag wird ihm folgen 1" Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Es lebe die internationale Sozialdemokratie. " Zum Wahlkampf in Moabit erhalten wir von dem ParteiEd. Vaillant. bureau der bereinigten Nationalliberalen und Zürich, 6. Juni. Ronservativen die hocherfreuliche Mitteilung, daß sich fämtliche bürgerliche Parteien des Wir entbieten unseren brüderlichen Gruß den Niedergerittenen, Konservative, Nationalliberale und Freifinnige Voltspartei, die wader die erste Bresche in die Junkertrußburg Preußens und dahin geeinigt haben, daß überall überall der Wahlkampf damit in die Festung der Reaktion ganz Deutschlands geschlagen am 10. Juni gegen die Sozialdemokratie gemein haben. Hoch das deutsche Proletariat! Hoch die völkerbefreiende schaftlich zu führen ist. Die vereinigten Konservativen und Sozialdemokratie! Nationalliberalen fordern die Wähler öffentlich auf, überall Bürcherische Gruppe der Sozialbemokratischen Arbeiter. partei Rußlands. für den bürgerlichen Kandidaten, welcher Parteirichtung er auch sei, gegen die Sozialdemokratie in der Stichwahl am 10. Juni ihre Stimme abzugeben. Dieselbe öffentliche Erklärung erläßt auch die Leitung der Freisinnigen Volkspartei." Dasselbe Uebereinkommen ist nach der„ Täglichen Rundschau" unter den drei bürgerlichen Parteien auch in Schöneberg- Nixdorf zustandegekommen! Freisinnige, Konservative und Nationalliberale wollen sich dort bei den heute stattfindenden Stichwahlen unter allen Umständen gegen die Sozialdemokratie unterstügen! Genf, 8. Juni. Der deutschen Sozialdemokratie zum herrlichen Wahlsieg Glückwünsche und Bewunderung. Der ersten preußischen sozialdemokratischen Landtagsfraktion brüderlichen Gruß. Das Auslandatomitee des Bund, Salzburg, 8. Juni. 1 Guer Sieg ist auch in den Alpen mit großer Freude aufgenommen worden. Die alpenländische Sozialdemokratie Preußler. Ein Gruß der Meininger sozialdemokratischen Landtagsfraktion. Sonneberg, 6. Juni. Die sieben Meininger senden den sieben Preußen die herzlichsten Glückwünsche zu diesem großartigen Sieg. Mit Parteigruß! Karl Knauer. Die ausländische Parteipresse zum Wahlfieg. Humanité"( Paris): Dieses Uebereinkommen fann gar keinen anderen Sinn haben, als daß sich der Freisinn bereit erklärt hat, int 12. Berliner Landtagswahlkreise seine Kandidatur zugunsten des nationalliberalen Professors Leidig, eines berüchtigten Reaktionärs, zurückzuziehen. zurückzuziehen. Denn wären Konservative und Nationalliberale mit ihrer Erklärung dem Freisinn schon vor den Stichwahlen auf den Leib gerüdt, wenn sie ihn nicht zur Nachgiebigkeit hätten zwingen wollen? Und der Freifinn hat nachgegeben, er ist Welche bewundernswerten Lehren geben uns da die deutschen bereit, abermals ein Mandat an die Reaktion der Wahlrechts- Genossen! Auch sie waren geschlagen, besiegt und angeblich niederund Schulfeinde auszuliefern, um mit Hilfe der National- geritten"; fie, die auf den sozusagen automatischen Erfolg ihres liberalen und Konservativen in Rixdorf- Schöneberg über die Stimmenzuwachses zu bauen gewöhnt waren, erhielten bei den Sozialdemokratie zu triumphieren! Reichstagswahlen 1907 eine Schlappe. Das entmutigt sie aber So sinkt der Blockfreisinn von Stufe zu Stufe! Nicht nicht, sondern, auf ihre eigene Kraft bauend, geben fie fofort wieder nur bor den Toren Berlins liefert er der Reaktion Man- an die Arbeit, um den Sieg vorzubereiten." date aus, sondern in Berlin selbst verschachert er schamlos Mandate an die Wahlrechts- und Schulfeinde, Brot" Die Sozialisten, die den Kampf mit bewundernswertem Gifer und Fleischwucherfreunde, um nur selbst auf selbst auf national- geführt haben, bewähren sich demnach als die einzigen aufrichtigen Berteidiger des allgemeinen gleichen Wahlrechts, und ein groß Teil liberal- tonservativen Krücken in den Landtag hinein- der sonstigen Nachläufer der Freifinnigen hat deshalb für die zuhinken! Diese neue Ehrlosigkeit des Freisinns muß Sozialisten gestimmt. Es ist also ein Sieg der Idee des allgemeinen unseren Genossen ein neuer Ansporn dazu sein, heute sowohl gleichen Wahlrechts, den wir da zu verzeichnen haben. Unsere im 12. und 10. Berliner Landtagswahlkreise als auch in preußischen Genossen haben Bresche gelegt in die Zitadelle der Rigdorf- Schöneberg die freisinnig- nationalliberal- konservative preußischen Reaktion." Reaktion niederzuringen! Beuple"( Brüssel): Ueber sonderbare Wahlpraktiken berichtet das Zirkular dann des weiteren: " Zweitens aber hatten die Sozialliberalen ein sehr merkwürdiges Pech, wenn bei gleicher Stimmenzahl zwischen ihren und den Wahlmännern der Rechtsparteien eine Auslosung nötig wurde. Jn 13 Fällen unterlagen dabei die Sozialliberalen, so stets in Lankwiz, Mariendorf, Köpenid, Wilmersdorf, Wannsee. Die Art des Losziehens war dabei bisweilen eine ordentlich harmlose. Sie geschah zum Beispiel in Wannsee nach der Methode des Ausratens( langes oder turzes Hölzchen bezw. Zettel in linter oder rechter Hand), ein Verfahren, das sicher nicht nur Steptifer zum Kopfschütteln Anlaß geben wird. Sie leicht tann man sich dabei porher verabreden." Das Zirkular der Barth- Gruppe rechnet trotz alledem noch damit, daß nicht der Block freisinn, sondern mit Hilfe der Barth- Breitscheid- Gruppe die Sozialdemo fratie mit den Konservativen in Stichwahl kommen wird. Es erwartet dann, daß der Blockfreifinn damit vor die interessante Alternative gestellt würde, entweder zwei Konfera bative oder einen Sozialdemokraten und einen freisinnigen Demokraten durchbringen zu helfen! Vorfahren und Nachkommen. Lie Freifinnige 3tg." hat sich über die Berliner Niederlage ihrer Partei unter allerhand albernen Trostgründen auch den folgenden zurechtgemacht: " Die Sozialdemokratie muß nun im Abgeordnetenhause zeigen, was sie will und was sie vermag. Auf die geringe Anzahl ihrer Mandate tann sie sich zur Ent. schuldigung nicht berufen, sie selbst hat ja hundertmal dem Freifinn, der doch im Abgeordnetenhause auch nur eine bes scheidene Rolle spielt, zum Vorwurf gemacht, daß er feine Programmforderungen nicht durchge setzt hat. Jetzt sind die Genossen daran, darzutun, wie man das mit einer verschwindenden Zahl von Abgeordneten leisten fann. Wir unsererseits und mit uns wohl alle ernsthaften Politiken wissen schon jetzt, daß der Eintritt der Genossen in den Land tag durchaus nicht, wie Herr Dr. Barth annimmt, eine neue Aera für Preußen herbeiführen wird. Aber es ist doch gut, wenn den Genossen selbst und ihren Mitläufern durch die Tat bea wiesen wird, daß Versprechen und halten zweierlei ist, und daß an der brutalen Macht der Zahl auch die hochtönendsten Redens arten zerschellen." Das ist natürlich wieder ganz windschief, denn was wir dem Freifinn zum Vorwurf gemacht haben, war keineswegs, daß en seine Programmforderungen nicht durchgefeht" hat, sondern daß er nicht in der Richtung und im Geiste seines Programms gearbeitet hat, daß er und zwar im Reichstage ebenso sehr wie im Landtage feinen angeblichen Gegnern sogar noch geholfen hat, die Durchfeßung liberaler Programmforderungen zu verhin dern; mit anderen Worten: daß er sein eigenes Programm ver. leugnet und verraten hat. Die" Freifinnige 3tg." mag ganz une besorgt sein, diese faule Ausrede von der zu geringen Zahl werden, wir Sozialdemokraten nie gebrauchen, denn die ist echt freis finnig. Beim Lesen dieses kindischen Ergusses fiel uns ein, wie wenig sich doch der deutsche Liberalismus im Laufe der Jahrzehnte gemausert hat. Schon als vor nunmehr 50 Jahren die damalige liberale Fraktion im preußischen Abgeordnetenhause, obgleich sehr stark an Bahl, in der jämmerlichsten Meise es an jeder Entschiedenheit fehlen ließ und die Geschäfte ihrer konservativen Gegner besorgte, und als infolge dessen( ganz wie heute) ein Teil ihrer Mitglieder sich ablöste und eine entschieden liberale" Partei, nämlich die Fortschrittspartei gründete, da gebrauchten die Altlibe. ralen in ihrem Rechenschaftsbericht genau dieselbe Ausrede wie heute die Freifinnige Btg.". In diesem Rechenschaftsbericht( für bie Jahre 1859-1861, erschienen in den" Preußischen Jahra büchern". Band 8) liest man nämlich unter anderem: büchern", Band 8) liest man nämlich unter anderem: Das Programm( der neuen Fortschrittspartei) liefert den Beweis, daß die von ihr aufgestellten Forderungen im wesenta lichen keine anderen sind als diejenigen, welche die konstitutionelle d. h. liberale), Partei, seitdem sie im Vereinigten Landtag fick = Also genau dieselbe Geschichte wie heute. Denn der langen Rede kurzer Sinn ist doch dieser: weil wir positiv mitarbeiten" wollten( die Rücksicht auf den nächsten Erfolg"), deshalb haben avir es unterlassen, unsere politische Ueberzeugung zur Geltung zu bringen". Und weil man nicht gut die kleine Zahl von Abgeordneten vorschüßen konnte denn die Liberalen hatten Damals eine sehr starte Frattion, so ging man gleich aufs Ganze und erklärte: das Abgeordnetenhaus sei an die Rücksicht auf das Herrenhaus und den König gebunden! " - guerft parlamentarisch zusammengefunden hatte, unter aller Un- 1 dem konstitutionellen Rußland offenbar werden als durch die, Stelle des ursprünglichen Kandidaten Lenz den Kreis mte unter der gunft der Verhältnisse aufrechterhalten hat und niemals auf- Tatsache, daß die Duma kein Wort zu diesen Scheußlichkeiten Bedingung erhalten, sämtliche auf 7000 Mart ver geben kann, ohne sich selbst untreu zu werden. Und in der Tat der Barenregierung zu sagen wagt, daß niemand von dem anslagte often felbst zu deden. Lenz erklärte fich liegt die Differenz viel weniger in den Zwecken, fie liegt russischen Parlament" Hilfe hoffen darf. außerstande hierzu. Weigert zahlt auch nicht weiter. in der Verschiedenartigkeit der Mittel, die zur Gr reichung des Zwedes in Anwendung kommen sollen. Eine allzu In ihrer Todesangst appellieren die Opfer an die öffentliche Bugunsten des Herrn Gerschel wird deshalb jetzt wieder derselbe sanguinische Auffassung der Sachlage, die das Gewicht der Meinung Europas. In den Kopenhagener Politiken" dreifte Schwindel ins Werk gefegt, den der„ Vorwärts" schon unsere verfassungsmäßige Entwickelung hem beröffentlicht Georg Brandes folgenden Appell: bor vier Wochen aufdeckte. Die Parteileitung hatte damals schon menden Gegenwirtungen unterschätzt, fühlt sich" Ich empfange soeben aus Warschau folgende telegraphische Gerschels Aufstellung als vollzogene Tatsache gemeldet, um durch Rücksichten beengt, die sie für unberechtigt Depesche: jede Gegenagitation unter den freisinnigen Wählern lahmzulegen. Erst hält und will, ohne jemals zu paktieren, unbekümmert um den " In Warschau ist das Kriegsgericht in emsigster Wirksamkeit, infolge der Aufdeckung im„ Vorm." entschloß sich Gerschels Wahlmacher nächsten Erfolg, ihre politischen Ueberzeugungen zur Geltung obwohl das Land lange völlig ruhig gewesen ist. Bom 30. Mai Fasquel zwei Wochen nach der Meldung in der Freifinnigen bringen, wobei sie nicht selten die Machtbefugnis des Hauses der bis 11. Juni werden im ganzen 24 politische Prozesse vor das Beitung"( 1) eine Wählerversammlung einzuberufen, die unter Abgeordneten, das doch nur ein Faktor der Gesetzgebung ist, au Kriegsgericht kommen mit 38 Angeklagten, von denen Ausschluß der Deffentlichkeit arrangiert mit 36( 1) Stimmen an hoch veranschlagt." 36 der Todesstrafe anheimgefallen sein werden. Sechzehn wesender Freisinnsmannen Gerschel als Kandidaten proklamierte. sind schon zum Tode verurteilt. Unter ihnen ist ein Jezt meldet die Freis. 8tg." wieder: am Donnerstag abendunwissendes Bauernmädchen von achtzehn alfo 24 Stunden nach der Wahl!- habe eine„ Versammlung freisinniger Jahren. Der größte Teil der Sachen betrifft alte Attentate, Wahlmänner" Herrn Gerschel einstimmig aufgestellt. Der Ton liegt die nicht zur Ausführung gelangten oder unbedeutende hier auf der Ersetzung des bestimmten Artikels por dem Wort Bergehen wider die öffentliche Drdnung. Die Verteidigung Wahlmänner" durch den unbestimmten; es sind nicht etwa„ die ift lahmgelegt worden. Die Advokaten werden ge- Waylmänner der Freiſinnigen Wollspartei", die angeblich bereits zwungen, in einigen Stunden ganze Aftenstöße zu studieren Herrn Gerschel einstimmig" aufgestellt haben, sondern ein fleines und aus ihnen ihre Schlußfolgerungen zu ziehen, wodurch die ad hoc von Herrn Fasquel berufenes Grüppchen unter Ausschluß Verteidigung unmöglich gemacht wird. Jeder Beugen der Gesamtheit der gewählten Wahlmänner. Hatten die freibeweis zugunsten der Angeklagten wird rund sinnigen Wahlmänner doch Donnerstag abend. noch zu 3 nicht weg Der abgelehnt. Generalgouverneur verhindert einmal die Annahme der Wahl erklärt, zum Teil stehen welche eine die Bestätigung derjenigen Urteile, erneute sie noch in Stichwahlen, und es ist sicher, daß außer der ganz Prüfung der Sache verfügen. Jeden Tag finden mehrere verschwindenden intimen Gefolgschaft von Fasquel, Hinrichtungen statt. Die Bevölkerung ist empört. Gerschel und seinen beiden finanziellen Schüßlingen Müller- Sagan Protestieren Sie ohne Aufschub in der französischen, englischen, und Wiemer kein voltsparteilicher Wahlmann, von der angeblichen skandinavischen Presse! Helfen Sie, einige Menschenleben zu Versammlung irgend etwas erfahren hat. Wo bat fie woh! stattgefunden? Nach der Ziffer der Wahlmänner müßte retten! Es ist die äußerste Frist!!" es ja ein ganz stattlicher Saal gewesen sein, nach dem man sie geladen hätte. Wie sind wohl die Ladungen an die sämtlichen, zur Entscheidung berufenen Wahlmänner erinigt, da dolj die Wahl erst Mittwoch nachts zum Abschluß fam und angebliche große entscheidende Wahlmännerversammlung schon am Donnerstag stattgefunden haben soll? Nun besteht aber die heutige Wiemer- Garde aus den Nachtommen der Fortschrittspartei, d. h. derjenigen, gegen die sich damals die obigen Ausführungen richteten. Heute sind sie an die Stelle jener flugen Politiker gerückt, und so sind sie es, die Heute mit diplomatischem Augenzwinkern erklären: die positive Mitarbeit" zwingt uns, in Anbetracht unserer geringen Zahl unsere politische Ueberzeugung nur in Fest- und Wahlreden zu betätigen. Also wie gesagt, die Freifinnige 3tg." tann sich beruhigen, die Sozialdemokratische Fraktion wird trotz ihrer geringen Zahl bei jeder Gelegenheit ihre politische Ueberzeugung zur Geltung bringen. Rote Wahlbezirke auf dem Lande. tonservativen Wahlvorstand vollständig überraschend; denn unsere Die Mitteilung gelangt erst so spät in meine Hände, daß das Kriegsgericht feine Wirksamkeit beendet haben wird, ehe ich die Verbindung mit den englischen und französischen Blättern habe erreichen können, an deren öffentlich ausgesprochene freimütige Ansicht die Verwandten und Freunde der Unglücklichen eine letzte Hoffnung knüpfen. Alles, was ich tun kann, ist, die Telegraphenbureaus in KopenHagen und im Norden zu bitten, den englischen und französischen Blättern, die noch nicht gegen die Greuel des Barismus in RußLand abgeftumpft sind, dasjenige mitzuteilen, was jetzt in RußLand vorgeht." Politische Ueberficht. In den Gesellschaftskreisen des Herrn Gerschel bezeichnet man die hier gegen seine Mitbewerber um das Mandat und gegen die Masse der freisinnigen Wähler angewandten Mittel mit einem dem Pokerspiel entlehnten Ausdruck: Bluff! " Es ist aber albern, darauf die Wahlniederlage des Freisinns zurückzuführen. Die freisinnige Partei geht den Krebsgang, weil sie überall an Vertrauen und moralischem Kredit eingebüßt hat." Das hindert übrigens die Zentrumspresse nicht, über den Terrorismus zu flagen, der bei der Landtagswahl von der Sozialdemokratie gegen Zentrumsangehörige verübt worden sein soll. Zum ersten Male haben sich diesmal auch in einer Anzahl Tändlicher Wahlbezirke die 2 andarbeiter in Ostpreußen an der Landtagswahl, und zwar mit Erfolg beteiligt. Im Bezirk Rautenberg des Ragniter Kreises waren in allen drei Abteilungen sozialdemokratische Landarbeiter als Wahlmänner aufgestellt. Als einziger Wähler der ersten Abtei Der Wahlterrorismus“ der Sozialdemokratie, Aber wir fürchten, die Teilnahme der öffentlichen Meilung dieses Bezirkes erschien unser Parteigenosse Gutsbesizer Hofer und wählte zwei seiner als Wahl- nung" in Europa wird den Todesopfern der russischen Despotie der angeblich in Berlin verübt worden ist, wird in der Kölnischen männer aufgestellte Landarbeiter. In der zweiten Abteilung wurde wenig nüßen. König Eduard ist des garen Gast, der Boltszeitung" wie folgt beurteilt: Die Tante Bob" lagt die gewalttätigen Sozialdemokraten an, die armen ängstlichen Freiein konservativer Wahlmann gewählt. In der dritten Abteilung Präsident der französischen Republik wird ihm bald folgen sinnigen terrorisiert" zu haben. Für den, der die Verhältnisse waren bei früheren Wahlen die konservativen Wahlmänner mit und der deutsche Kaiser wird da nicht fehlen wollen. Rußland tennt, ist diese Ausrede einfach lächerlich. Gewiß, einigen Stimmen gewählt worden. Pünktlich zu Beginn der Wahl ist ein wichtiger Bundesgenosse, und die Bourgeoisie, erfüllt einzelne solcher Fälle kommen bor; es tommt z. B. vor, daß einem rückten diesmal aber 30 Wähler vom Gut des Genossen Hofer an, von der imperialistischen Sucht nach stets erweiterter Expansion, Bäckermeister, der in einer Arbeitergegend lebt, von den Genossen am sozialdemokratische Wahlmänner zu wählen. Das kam dem läßt sich in ihren Berechnungen nicht stören durch das Todes- gesagt wird:„ Wenn du freisinnig wählst, kaufen wir dir kein Brot Genossen hatten die Vorbereitungen zur Wahl in aller Stille be- röcheln der Opfer, die der Krieg des Baren gegen das Volk mehr ab". trieben. Sofort wurde nun das Telephon in den Dienst der kon- von Rußland, Polen und Finnland erfordert. servativen Agitation gestellt und nach allen Richtungen, von den umliegenden Gütern, die Wähler herangerufen, während der Wahlvorstand so langsam wie möglich seines Amtes waltete, da= mit bor Ankunft der konservativen Wähler die Wahlhandlung nicht geschlossen zu werden brauchte. Da tamen sie denn nun atemlos Berlin, den 9. Juni 1908. an: Gutsbesizer, Inspektoren, Gutshandwerker und Arbeiter, um Die konservativen Wahlmänner wenigstens der dritten Abteilung Zur Frage der Militärmißhandlungen. Die Frage des Elektrizitätsmonopols beschäftigte vor kurzem die zu retten. Fast hätten sie es gegenüber den 30 sozialdemokratischen Ein deutscher Offizier beschäftigt sich in Nr. 133 Deffentlichkeit in Deutschland wegen der Steuerpläne, die das Neid) in dieser Richtung verfolgte. Neuerdings ist einer Meldung der Bandarbeitern geschafft. Da tam noch zuletzt der Kutscher eines der Staatsbürger- Beitung"( Das Reich") vom 7. Juni 1908 Glektrotechnischen Zeitschrift" zufolge diefe Frage in Belgien afut benachbarten Gutes angestürzt. Wen wählen Sie?" fragte sieges- mit dem Prozeß über die 600 Fälle von Soldaten- geworden; der Staat hat die Bau- und Betriebserlaubnis für die bewußt der Wahlborsteher. In seiner Aufregung nannte nun dieser mißhandlungen, der sich am 4. Juni bor dem Kriegs- leberland- Elektrizitätswerke Brüffel, Charleroi, Antwerpen und Wähler aber einen seiner Freunde, der nicht als Wahlmann auf- gericht der 1. Gardedivision in Berlin abspielte. Er appelliert Oftende nur auf 25 Jahre erteilt. Sämtliche Kabelnege fallen alsgestellt war und nur den einen der beiden konservativen Wahl- an das Ehrgefühl der Soldaten und rät ihnen, sich dann an den Staat, der sich das Recht vorbehält, die Werte zu be männer. Es war nun durch Stimmenzersplitterung ein fozial- feinerlei Schlag oder Stoß gefallen zu lassen, sondern auf aufsichtigen und zu erwerben. Die vier Werke können faft ganz demokratischer und ein konservativer Wahlmann in der dritten jede Gefahr hin, sofort Beschwerde einzureichen. Auch Belgien mit elektrischem Strom versorgen und ihre Kabelneze können zur gegenseitigen Aushilfe verbunden werden. Die Werke haben Abteilung gewählt. Von fünf in diesem rein ländlichen Wahl- weist der Offizier darauf hin, daß der Kaiser keine Miß- bas Vorrecht, für staatliche Betriebe und Bahnen die Stromlieferung bezirk zu wählenden Wahlmännern wurden also drei sozialdemokra- handlung der Soldaten will." zu niedrigen Strompreisen zu besorgen. Die Tendenz ist ferner tische gewählt. Auch in einigen anderen rein länd Ein solcher Appell an das Ehrgefühl der Soldaten ist vorhanden, die Einführung des elektrischen Betriebes auf KleinLichen Wahlbezirken wurden sozialdemokratische Wahl- bisher nur von sozialdemokratischer Seite ergangen und dann bahnen zu befördern. Gemeinden dürfen den Elektrizitätswerken männer gewählt. In einer Reihe Wahlbezirke erhielten die sozial- in der staatserhaltenden Presse hämisch kommentiert worden. nur auf 18. Jahre Betriebserlaubnis erteilen. demokratischen Wahlmänner dicht an die Mehrheit gren- Besonders christlich- konservative Blätter haben sich nicht so zende Stimmenzahlen. Dabei hatten die meisten Land- fehr gegen die Soldatenschinder gewandt als gegen ihre gearbeiter oft sehr weite Streden bis zu ihrem Wahllokal zurückzu- richtlichen Aburteilungen. So schrieb der fromme Tegen, so daß viele Wähler, weil überall Terminswahl stattfand, erst Reichsbote" am 6. Januar 1907: nach Schluß der Wahlhandlung eintrafen und nicht mehr wählen konnten. In unseren ganz ländlichen Landtagswahlkreisen war bom Zentralwahlkomitee die Parole ausgegeben, daß da, wo feine Sozialdemokratischen Wahlmänner aufgestellt Everden konnten, Stimmenenthaltung zu üben sei. Diese Parole ist auch vielfach von den aufgeklärten Landarbeitern befolgt worden. In vielen ländlichen Wahlbezirken wartete man daher diesmal vergeblich auf das wie üblich von den Junkern herangetriebene tonservative Stimmvieh. In anderen ländlichen Wahlbezirken " Die Nachricht von dieser Tatsache, mit welcher die Frage des verschoben ist, hat die Unternehmer in anderen Ländern schon start Monopols für Elektrizitätslieferung in Belgien nur um 25 Jahre beunruhigt. Sie fürchten, daß die Profite, die bei der Elektrizitätslieferung abfallen, dem„ bürgerlichen Unternehmungsgeist" entzogen werden, namentlich weil nun Bayern mit ernsten Absichten umgeht, die Elektrizitätslieferung sich für die Elektrisierung seiner Staatsbahnen zu sichern. ,, Arbeitervereine?" Wenn ein Unteroffizier einem Untergebenen in der Erregung einen Schlag verfegt, z. B. einen sogenannten Rippenstoß oder auch einen Badenstreich, so kann man das vom militärischen, er zieherischen und menschlichen Standpunkte nie und nimmer eine Mißhandlung nennen. Das Gericht denkt allerdings anders darüber, und das ist heute ein schwerer Krebsschaden in der Armee. Von Jahr zu Jahr tritt der Gegenthielt jüngst in Nürnberg eine Versammlung ab, in der der neu ernannte Der Bund ebangelischer Arbeiterbereine Bayerns satz zwischen Militärrichter und militärischem Vorgesezten immer deutlicher in die Erscheinung." Bundessekretär Henrici sein Programm entwickelte. Der Redner Auch zu dem Hinweis des Offiziers, daß der Kaiser wünschte, daß der Bund in Zukunft nach einem bestimmten Plane wären vielleicht sozialdemokratische Wahlmänner und auch ge- teine Soldatenmißhandlungen wolle, wäre einiges zu be- arbeiten und daß die Zeitung der Ginzelvereine in den Händen der nügend Wähler vorhanden gewesen. Hier reichten aber Kräfte merken, obwohl die Richtigkeit dieser Ansicht nicht bestritten einiges über die Zusammensetzung dieser Arbeitervereine". Dem Arbeiter liegen möge. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man auch und Mittel nicht aus, um die fomplizierte Wahlarbeit von der werden soll. Wohl aber muß an eine Angelegenheit erinnert Bunde gehören gegenwärtig 74 Bereine mit 18 905 Mitgliedern an. Bentrale aus genügend borzubereiten. Er berDie Schulfrage in Württemberg. Die württembergische Regierung hat ihren Schulgefehenffurf Der Terrorismus der Junker und Junkergenossen, die große werden, die vor jetzt fünf Jahren beträchtliches Aufsehen er- Von diesen sind 3724 Arbeiter, 8164 Handwerksmeister, 1186 politische Rückständigkeit und wirtschaftliche Abhängigkeit der länd- regte. Damals gab der Erbprinz von Sachsen- Beamte, Geistliche, Lehrer, 1815 Bedienstete, 874 felbständige Stauflichen und kleinstädtischen Arbeiter haben auch diesmal noch den Meiningen, ein Schwager des Raisers, in seiner Eigen- leute, 668 Handlungsgehilfen und Privatbeamte, 550 Landwirte, Geldsacksvertretern ihre Mandate gerettet. Aber auch hier in schaft als fommandierender General des VI. Armeekorps in 469 Industrielle, 348 Werkmeister. Auf 100 Mitglieder Ostpreußen hat die Sozialdemokratie Bresche Breslau einen Erla ß. heraus, der sich mit erfreulicher tommen 26,4 Arbeiter! Wie diese Vereine, die zu drei geschossen in die konservativen Junter- Do- Schärfe gegen die Soldatenschinder wandte. Der Erbprinz Bierteilen aus Unternehmern, Beamten, Bauern usw. bestehen, dazu tommen, sich als Arbeitervereine zu bezeichnen, ist ein Rätsel. mänen! Kleinstädtische und abhängige Landarbeiter haben sich nannte es schimpflich und erniedrigend für den lommen, sich als Arbeitervereine zu bezeichnen, ist ein Rätsel. als sozialdemokratische Wahlmänner aufstellen Soldaten, Mihhandlungen zu erdulden. Lassen, sie haben trotz ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit öffent- pflichtete die Rekrutenoffiziere und deren Vorgesetzte zu schärfster lich sozialdemokratisch gewählt! Jst ihre Zahl auch Kontrolle und bestimmte, daß von jeder Beschwerde eines noch nicht imponierend groß, so ist das Eis doch gebrochen und dem Mannes über erlittene Mißhandlung sofort dem General- am letzten Freitag bei den Ständen eingebracht. Was er bringt, auch auf dem Lande bordringenden Sozialismus der Sturm auf tommando Meldung erstattet werde, damit dieses geeignet ist herzlich wenig. Flickwerk, Stüdwerk und Halbheiten der ganze bas Junkerparlament erleichtert. erscheinenden Falles" die Versehung des Beschwerdeführers Entwurf. In einer ganzen Reihe von Punkten bleibt er selbst in einen anderen Truppenteil verfügen könne. hinter dem zurück, was in Preußen Gesez ist. Das erste Opfer dieses erfreulichen Schrittes gegen die Regierung und Regierungshandlanger machen viel Wesens daSoldatenschinder war der Erbpring selber! Ami 4. Mai bon, daß der Entwurf nicht nur ein paar Berbefferungen gegenberichtete die Schlesische Morgenzeitung", daß der Erbprinz über dem jebigen Zustand in Württemberg enthält, sondern auch Während der englische König, der Vertreter des ton- vom Kommando des VI. Armeekorps zurückgetreten noch um ein paar Millimeter über die feinerzeitige Weizsädersche stitutionellen Musterlandes den Besuch in Reval abstattet, fet, und zwar stehe dieser überraschende Entschluß mit dem Schulnovelle hinausgehe. Die Herren vergessen, daß die Zeiten häufen die Richter und Henter des Baren in dem weiten Erlaß des Korpstommandeurs in Zusammenhang. Am mittlerweile auch andere geworden sind. Die Ablehnung des Reiche unerhörte Schandtaten. Aber eine förmliche Massen- 12. Mai 1903 wußte dasselbe Blatt zu melden, daß Weizsäckerschen Gesepleins durch die erste Kammer entfachte daattion des Mordes ist jetzt gegen das unglückliche Polen ge- der Erlaß des Erbprinzen zurüdgezogen richtet. In Warschau verrichtet eine Mörderbande, die sich worden sei. Die Galgen des Zaren. den Namen eines Ausnahmegerichts gibt, Tag für Tag ihr Die Erinnerung an diese Affäre gibt vielleicht auch dem blutiges Wert. Es existiert kein ordentliches Gerichts- Offizier in dem christlichen Blatte Aufklärung darüber, warum berfahren, keine ordentliche Untersuchung. Die Gendarmerie der Kampf gegen die Soldatenmishandlungen trotz allem nicht führt die Unglücklichen vor die Blutrichter und diese ver- die wünschenswerten Erfolge aufweist! fünden nach kurzer Beratung Todesurteile, die prompt vollstreckt werden. Gerschel blufft". Das Wirken einer Verteidigung ist längst unmöglich Man schreibt uns: gemacht worden; nicht einmal Gnadengesuche der unglück- Für die Voltspartei in Berlin ist es zurzeit eine Art Lebenslichen Opfer werden nach Petersburg befördert. In der frage, daß sie sich in der Person des früheren RechtsWarschauer Zitadelle finden jeden Tag die Massen- anwalts Gerschel ihre Finanzquelle bewahrt. Schöler zahlt hinrichtungen statt. Und nicht besser fann die Lüge von nach seinem Durchfall im 11. Wahlkreis nichts mehr: er hatte an mals einen Volkssturm, der zur Verfassungsänderung führte. Die Herrschaft des katholischen hohen Adels in der ersten Kammer wurde gebrochen, die Machtstellung des Zentrums in der zweiten Kammer geschwächt. Die Bahn für eine gründliche Schulreform wurde frei. Die Widerstände, an denen die erste Reform scheiterte, sind aus dem Wege geräumt. Durch das Volt. Die Regierung in Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie, der Volkspartei und den Liberalen, sie haben es in der Hand, der Volksschule ihr Recht zu schaffen. Und es ist der Wille des Volfes, daß eine gründliche Reform stattfinde. Wie die Verfassungsreform beweist. Bersagt eine der drei Parteien, begnügt sich eine Partei mit dem bißchen Reform", das die Regierung bietet, so wird ihr das Schidfal blühen, das den Opponenten der ersten Rammer bereitet worden ist. Leben zu dienen." " Stürmische Wahlen. Rom, 9. Juni. Infolge des Ausstandes in Apulien tam es Wie wenig der Entwurf bietet, geigt am besten die Eingabe, gesetzfvidriger Weise abgeschnitten wurde. MT3 Redakteur| schlossen wurde, einen Entwurf zur Berständigung bes württembergischen Wolfsschullehrervereins an die Regierung Stadele diese Frage verneinte, wurde er weiter gefragt, warum auszuarbeiten. Dadurch dürfte der Landarbeiterstreik bald und Stände. Die Lehrer sagen:„ Die Schule ist Sache des Staa- er gegen das Ürteil des Schöffengerichts Berufung eingelegt habe, zu Ende gehen. tes..., die Kirche hat kein Recht an die Schule, weder ein ob er nicht die Absicht habe, in zweiter Instanz einen Vergleich mit Rondominium" neben dem Staat, noch ein Recht auf Leitung und Harden zu schließen, so daß die gegen ihn erkannte Strafe in Wegfall komme. Als Redakteur Stäbele auch diese Frage dahin Beaufsichtigung des Schulwesens, noch auch nur auf die Leitung beantwortet hatte, daß er vor der zweiten Instanz lediglich sein und Beaufsichtigung des Schulreligionsunterrichts oder auch nur Recht suche, kam die Beugniszwangsfolter zu soweit der versoweit der ver- anläßlich der gestrigen Gemeinderatswahlen in Ruvo auf Einsichtnahme von diesem Unterricht. Die Schulen sind, auch nehmende Amtsrichter Ruidisch in Frage kam einer allerdings au Tumulten. Im Laufe des Vormittags fam es zwischen den soweit sie religiös- sittliche Bildung zu vermitteln haben, rein milden Anwendung. Es wurden zunächst die Kriegsartikel" berrechten Straßentämpfen, wobei eine Anzahl Personen ver Grundbesitzern und den 2andarbeitern zu regelbürgerliche Anstalten und haben nicht zugleich auch dem kirchlichen lesen, der Redakteur wurde darauf aufmerksam gemacht, daß er wundet wurden. Bei der Wahl siegten die Grundbesitzer, worauf fein gesetzliches Recht habe, sich auf das Redaktionsgeheimnis qu Der Regierungsentwurf besagt das Gegenteil. Am starren berufen, und er wurde auf die Strafe hingewiesen, die ihm im die Landarbeiter den Generalausstand proklamierten. Ronfessionalismus der Schule wird festgehalten, simultane Volte richter an den Redakteur die Frage, wer ihm den Artikel über Falle der Zeugnisverweigerung drohe. Dann richtete der AmtsEngland. schulen werden nicht geduldet. Nicht einmal fakultativ wird die Harden eingeschickt habe. Und als der Redakteur die Antwort auf Der Anschluß der Vergleute an die Arbeiterpartei. Simultanschule zugelassen. Die einzige Erleichterung, die der Ent- diese Frage verweigerte, wurde der Vertreter Eulenburgs zubringwurf bringt, ist, daß Konfessionsminderheiten großmütig gestattet lich; er mutete dem Redakteur die Ehrlosigkeit zu, seinen in Berlin port nahm die Föderation der Bergleute Großbritanniens London, 6. Juni. Auf ihrem letzten Kongresse in Southwird, ihre Kinder in Mittel- oder Hilfsschulen der Kon- fizenden Gewährsmann zu nennen; es besteht das Bestreben, fessionsmehrheit zu schicken, wenn und so lange für die Minderheit meinte der Vertreter Eulenburgs, auch in den letzten Winkel zu folgende Resolution an:" Der Kongreß ist der Ansicht, daß die derartige Schulen am Orte nicht bestehen. Der Oberkirchenbehörde leuchten, und darum sollte der vernommene Redakteur feinen Ge- 3eit herangekommen sei, sich der Arbeiterpartei( dem Komitee bleibt die Leitung des Religionsunterrichts in den Volksschulen, ben Strohhalm zu flammern und den für die Oeffentlichkeit ver- ließen deshalb eine Urabstimmung vornehmen, deren Resultat bleibt die Leitung des Religionsunterrichts in den Volksschulen, währsmann ans Messer liefern. Man scheint sich in Preußen an für Arbeitervertretung) anzuschließen." Die Verbandsbeamten die Auswahl der Katechismen und Religionslehrbücher usw. Der geblichen Verfuch zu machen, Eulenburg als das Opfer einer von uns bereits telegraphisch gemeldet wurde. Der Verband Religionsunterricht in den selbstverständlich ebenfalls ton intrige hinzustellen! zählt 484 554 Mitglieder. Davon stimmten 213 137 für, feffionellen Lehrerbildungsanstalten untersteht gleichfalls der Kirchenbehörde. Druckfehler Berichtigung. In den Leitartikel der letzten 168 294 gegen den Anschluß. Die Mehrheit für den Be Die Behrer fordern Fachschulaufsicht. Der Regierungsentwurf Sonntagsnummer, Pfingst geist", haben sich einige finnents ich I u beträgt demgemäß 44 843 Stimmen. Vor zwei ficht zwar die Bezirks- Fachschulaufsicht vor, läßt aber eine Ausstellende Druckfehler eingeschlichen. In der ersten Spalte, 7. Beile Jahren fand eine ähnliche Urabstimmung statt, an der sich von oben, muß es statt borchriftlicher Ekstatiker" heißen ur- indes nur ungefähr 200 000 Bergleute beteiligten und den Annahme bestätigt die Regel die geistliche Ortsschulaufsicht be- christlicher Efstatifer", und" in der zweiten Spalte, 23. Zeile von schluß mit einer Mehrheit von 10 000 Stimmen a blehnten. stehen und läßt den Geistlichen zum Mitvorsibenden" des Orts- unten, ist zu lesen: als daß es die Sinne zu fassen ber Infolge dieses Beschlusses müssen 13 Bergarbeiterabgeschulrats avancieren. möchten", nicht: als daß es die Sinne au faffen vermöchte". ordnete aus der liberalen Fraktion austreten, um sich der Arbeiterfraktion anzuschließen. Die 13 Abgeordneten find: Enoch Edwards, A. Stanley, M. Johnson, Tomas Burt, C. Fenwick, J. Haslam, W. E. Harvey, F. Hall, J. Wadsworth, W. Abraham, W. Brace, J. Richards, J. Williams. Die meisten von ihnen find liberal. Es sind also die Massen, die die eigentlichen Führer der sogenannten Führer find. Weder die Unentgeltlichkeit des Unterrichts, noch der Lernmittel bringt der Entwurf. Die siebenjährige Schulzeit wird beibehalten, das achte Schuljahr nur für zulässig erklärt. Die Schülerzahl der einzelnen Klasse wird zwar herabgesetzt, ist aber immer noch viel zu hoch gegriffen. Erst bei mehr als 70 Schülern muß cine zweite Behrkraft angestellt werden. Die Schule auf Staatsfosten zu übernehmen wird abgelehnt; an der Zwitterstellung der Lehrerschaft wird nichts geändert. Pfusch und Stückwerk der ganze Entwurf. Was an der Sozialdemokratie liegt, wird sie tun, um das Werk zu einer wirklichen Reform auszubauen, Die Kirmes als politische Schule. " = " Oefterreich. Der Studentenstreik. Wien, 9. Juni. An sämtlichen Hochschulen, an denen der Streit besteht, soll der„ Neuen Freien Presse" zufolge das zweite Semester am 16. Juni geschlossen werden. Das Semester wird den Studenten angerechnet. Professor Wahrmund wurde am Pfingstsonntag in Wien vom Unterrichtsminister empfangen. Er hat dem akademischen Senat eine Erklärung abgegeben, daß er auf jede Vorlesung im zweiten Semester verzichte. Eine Erklärung Wahrmunds. Die Bergleute von Durham haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt. Aber auch unter ihnen macht der sozialistische Gedanke Fortschritte. Rußland. Die Heuchler. Innsbrud, 9. Juni. In der Sigung des juridischen Pro- In der Herrenduma führte die Majorität am Montag einen Der ultramontane Boltsfreund" in Aachen bringt fefforenkollegiums erklärte Profeffor Wahrmund, er füge großen Standal auf. Der Sozialdemokrat Tschekheidse sprach einen langen Artikel über den guten Ausfall der Landtagswahl in sich der Anordnung des Unterrichtsministeriums betreffend den gegen eine Subvention für die Heiligenbilder malerei, der benachbarten Gemeinde Kohlscheid. Der Erfolg, den bei Wegfall der Seminarübungen und der Vorlesungen über das Ghe- Er sagte dabei: Den Heiligenbildern wohnt nach der Ueberzeugung dieser Gelegenheit die Zentrumssache errungen habe, werde zweifel- recht, halte jedoch prinzipiell an dem Standpunkt fest, daß ihrer Berehrer lebendige Kraft inne; wenn dem so ist, so muß doch Los in ſegensreicher Weise die Entwickelung der Gemeinde, der noch er berechtigt wäre, diese Vorträge zu halten. Die juridische große Aufgaben bevorständen, beeinflussen; der Weg dazu sei flar Fakultät stimmte dieser Anschauung zu und richtete eine motivierte die Kunst der Heiligenmalerei durch diese Kraft erhalten werden; ist vorgezeichnet, es sei die Rücksicht auf das Gemeinwohl. Der Vorstellung an das Unterrichtsministerium gegen dessen Ent- aber die Kraft nicht vorhanden, dann ist der Sache ohnehin nicht Artikel schließt: scheidung.frankreich. zu helfen. Die Christen erhoben nun einen Heidenfpektakel, und die Majorität beschloß, den lebeltäter von 15 Sigungen auszuschließen. Darauf berließen die Sozialdemokraten demonstrativ den Sizungsfaal. daher von und HauptAblehnung der Marinekredite. Weitere Petersburg, 6. Juni. In der heutigen Abendfibung hat die Duma bei der Beratung des Etats des Marineministeriums mit 194 gegen 78 Stimmen den geforderten Kredit von rund elf Millionen Rubel für den Bau neuer Panzerschiffe ab. gelehnt. Bulgarien. " Der Wolfsfreund" meinte am borigen Montag sehr zu treffend, die Kohlscheider wüßten nicht nur einmütige Versamm- Die Politik des Arbeitermordes und die Arbeiterschaft. lungen zu halten, sondern auch Feste unter Anteilnahme der ganzen Paris, 8. Juni.( Eig. Ber.)) Bürgerschaft zu feiern. Ein solches Fest steht auch morgen bevor, es ist die Kohlscheider Kirmes. Jung und Alt freut sich Jm Streifgebiet von Vigneur hat die Regierung jetzt den Beseitigung der finnländischen Selbständigkeit. auf dieses bon altersher überkommene Boltsfest. Im Hinblid ganzen Apparat der bürgerlichen Ordnungs"-retterei entfaltet. Der russische Ministerrat hat über die finnländischen Angelegenauf den in dieser Woche erzielten Erfolg werden Der Gendarmerie sind starke Abteilungen der Armee zur Seite ge- heiten Beschlüffe gefaßt, welche im Grunde genommen die Selbdie waderen Bentrumswähler mit einem betreten. Doch ist troß der ungeheuren Erregung der Arbeiterschaft ständigkeit der finnländischen Regierung vollständig aufsonderen Frohgefühl an der Kirmes teilnehmen eine Erneuerung der Schreckensszenen von Draveil bisher ver- heben und sie zu einem bloßen Exekutiborgan der russischen und Freunden und Gästen gegenüber mit Stolz auf ihren mieden worden. Unleugbar ist hierbei die Tatsache von Einfluß. Regierung herabdrücken. Bon jegt an unterliegt dem russischen doppelten Sieg hinweisen. Die Berechtigung dazu ist in vollem daß nunmehr die Polizei nicht mehr völlig den Gendarmen über- Ministerrate die Entscheidung der Frage, welche finnländiMaße gegeben; mögen fich alle in dem Bewußtsein freuen: Bir antwortet ist, die gewohnheitsmäßig sich als Vertreter der Unter- schen Angelegenheiten gleichzeitig die Interessen des Reiches find gewachsen! Gewachsen an bekenntnisfreudiger Zentrumstreue, nehmerinteressen betrachten und mit streifenden Arbeitern auf berühren und gewachsen an Einigkeit und Kraft!" von den Ministerien Man darf begierig sein, tpie sich die bekenntnisfreudige biefelbe Art umzugehen pflegen wie mit den Strolchen, mit denen verwaltungen geprüft werden müssen. Demzufolge ist der Zentrumstreue" auf der Kohlscheider Kirmes befunden wird; hoffent- sie jahrüber zu tun haben. Aber gerade die jebige tube beweist, Generalgouverneur von Finnland verpflichtet, über sämtliche lich machen die waderen Zentrumswähler bei dieser Gelegenheit wie leicht vermeidlich die Schießerei von Draveil gewesen wäre. Angelegenheiten, welche der Sanktion des Kaifers bedürfen, auf das Wachstum ihrer Kraft" teine allzu gefährliche Probe. Die verbrecherische Attacke auf die versammelten Streifenden, die nicht nur dem Staatssekretär für Finnland, sondern gleichzeitig der Regierung und ihrer radikal- reaktionären Majorität einer bem Ministerpräsidenten unter Anfügung seines GutVergleich im Prozeß; Arendt wider Leipziger Volks- dringlichen Verhandlung nicht wert geschienen hat, ist durch die achtens zu berichten. zeitung". Zeugnisse bürgerlicher Ortsbewohner so deutlich nachgewiesen, daß Es ist flar, daß damit die finnländische Regierung völlig der Am Sonnabend wurde zu Leipzig der Prozeß des Reichstags- es schwer halten wird, die offiziösen Entstellungen, die so rasch Kontrolle des zarischen Ministeriums unterſtellt ist. Es heißt auch abgeordneten Arendt gegen die Leipziger Bolts- bei der Hand waren, aufrechtzuerhalten. Die heutige" Humanité" bereits, daß der bisherige Gouverneur General Böckmann durch zeitung" verhandelt. Unser Leipziger Parteiorgan hatte dem veröffentlicht eine von vierzehn Grundbefibern und Geschäftsleuten den berüchtigten Seyn, den Adlatus des Henkers Finnlands, Stläger, gestützt auf die Verhandlungen des Münchener Peters- unterzeichnete Erklärung, die bestätigt, daß die Gendarmen ohne Bobrifows, ersetzt werden soll. prozesses, Verlegung der Eidespflicht vorgeworfen. Auf Anregung jede Provokation geschossen haben, daß aber vielmehr. des Vorsitzenden tam in der Verhandlung folgender Vergleich zu die Streifenden trotz ihres friedlichen Verhaltens von Anfang an stande: Der Angeklagte Hermann Müller, Redakteur der„ Leipziger den Provokationen der Gendarmen ausgesetzt waren. Boltszeitung", erklärt, daß er nach dem Ergebnis der heutigen Be- Beugen bestätigen, mit eigenen Augen die Gendarmen durch die teisaufnahme, insbesondere, nachdem Frau Dr. Kayser bei ihrer Fenster schießen gesehen zu haben. eidlichen Vernehmung in Berlin hat einräumen müssen, daß, wenn Daß das Parlament ernstlichen Willen haben wird, den Ersie bei ihrer Zeugenaussage in München von einem Tagebuch ihres eignissen auf den Grund zu gehen, ist nach der Probe vom Freitag Mannes gesprochen habe, sie damit nur das Konzept zur Rede faum zu erwarten. Die Scharfmacherpreffe vom Schlage der ihres Mannes im Kolonialrat im Oktober 1896 und die Briefe ihres Temps" und" Journal des Débats", für die der Arbeitermord Mannes an Professor Baron gemeint habe, daß in beiden aber von eine unbedeutende Streitepisode war, und die dem Ausstand erst dem Vorfall am Krantenbett ihres Gatten nichts enthalten sei, daß dann Leitartikel zu widmen anfing, als die über die Füsilade das Manuskript, welches sie in München vorgelegt und als wörtliche Abschrift aus dem Tagebuch ihres Mannes bezeichnet habe und aus erbitterten Arbeiter die von der offiziösen Berichterstattung schred dem sie damals vorgelesen habe, nichts anderes gewesen sei, als lich übertriebenen Gewalttätigkeiten" verübt hatten, fordert, daß Aufzeichnungen, die sie zur Vorbereitung für den Termin in Ordnung um jeden Preis" gemacht werde. In der Arbeiter München auf Grund eigener Erinnerungen und Mitteilungen aus fchaft aber, soweit sie unter dem Einfluß der heutigen Leiter dem Munde ihres Mannes mit Erzerpten aus dem Konzept zur der Konföderation steht, scheint die impressionistische Politik bie Abschiedsrede ihres Mannes im Kolonialrat selbst zusammengestellt wirkliche Aktionskraft nicht besonders gestärkt zu haben. In der habe, daß aber im übrigen ihr Mann weder mündlich noch schrift- großen Versammlung am Sonnabend hat man die anscheinend lich sich je über den Vorfall am Strantenbett geäußert habe, gegen Dr. Arendt, Mitglied des Reichstages, den Vorwurf borläufig platonische Resolution angenommen, daß sich die Arbeiter der Eidesverletzung nicht aufrechterhalten könne und deshalb diesen mit der Jdee des 24- oder 48stündigen Proteststreits zu erfüllen und Vorwurf mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehme. Weiter diesen in ihren Gewerkschaften zu propagieren haben. Aber der erkennt der Angeklagte auf Grund von Dr. Arendt vorgelegten doch offenkundig politische Proteststreit nach italienischem Briefen und Urkunden an, daß der Vorwurf, Dr. Arendt habe Dr. Muster wurde oratorisch gleich mit dem„ revolutionären",„ er= Stayser am Krantenbett überfallen und und sich Erpressungen und propriatorischen" Generalstreit verquidt. In der Versammlung Der Schah gegen die Verfassung. Bedrohungen gegen Dr. Kayser schuldig gemacht, unbegründet jei sprachen nur Syndikalisten, die gleichzeitig gegen die parlamenta- London, 9. Juni. Giner Blättermeldung aus Teheran zualler dem Privatkläger entstandenen Auslagen, einschließlich des rische Aktion Stimmung zu machen bestrebt waren. Die hohe Be- folge lagert der Schah nach wie vor in Baghschah außerhalb besonderen Apparates seines Vertreters und der Zeugengebühren deutung, die gerade bei solchen Anlässen eine Arbeitervertretung der Stadt mit einer ihm zur Verfügung stehenden Streitmacht. des Herrn Dr. Peters. Dem Privattläger wird das Recht einge- im Parlament hat, wurde nicht anerkannt. In der geeinigten Partei räumt, auf Kosten des Angeklagten diesen Vergleich je einmal in hat bekanntlich die Mehrheit der letzten Kongreffe dem revolutioder Leipziger Volkszeitung" und dem Halleschen Voltsblatt" zu nären Generalstreit einen Blak neben der politischen Aktion einberöffentlichen. geräumt. Die passive Sympathie, mit der sie die Tätigkeit der Syndikalisten berfolgt, zeigt das Vertrauen, das sie auf eine mit der Entwickelung der Gewerkschaftsbewegung von selbst eintretende Klärung setzt.Zum Untersuchungsverfahren wider Eulenburg teilt die Münchener Bost" mit: Protest gegen den Arbeitermord. Die Wahlen. wablen ist folgendes: 175 Demokraten, 23 parteilose Agrarier, Sofia, 8. Juni. Das endgültige Ergebnis der Sobranje. brei Nationalisten, drei Radoslawowisten und ein Zankowist. Fünf Parteien sind also in der Sobranje nicht vertreten, nämlich die Stambulowisten, radikale Demokraten, Tonischewisten und die beiden sozialistischen Fraktionen. Da einzelne Standi baten mehrmals gewählt sind, werden 32 Nachtragswahlen stattfinden müssen. die Reaktion in der Bevölkerung nach dem verhaßten stambuloMan führt den überraschenden Wahlsieg der Demokraten auf wistischen Regime und auf die Zersplitterung der Oppositionspar teien zurück. Auch die 23 agrarischen Mandate sind größtenteils Kompromissen mit der demokratischen Partei zu verdanten. Perfien. Die politischen Klubs, welche Hand auf den föniglichen Schab und das Arsenal legen wollten, fanden beide leer. Das Verbot des Waffentragens und die Verhaftung des Onfels des Schahs Bill es Sultan, dessen Sohnes und anderer Personen riefen eine Panik hervor. Sosaten durchziehen das europäische Biertel und den Play, in dem das Parlament liegt. Es sind Anzeichen vorhanden, die auf eine Stärkung der Partei des Schahs hindeuten. Der Schah scheint mit Geld versehen zu sein. Wie ein anderes Morgenblatt aus Teheran meldet, hat der Schah, nachdem er die Verhaftung einiger hervorragender Persönlichkeiten angeordnet hatte, Hajib ed Dauleh, der der reattionären Partei angehört, zum Gouverneur von Teheran ernannt. Ferner erließ der Schah eine Bekanntmachung, wonach alle Aufwiegler bestraft werden. Das Parlament bemüht sich, eine Katastrophe abzuwenden, und rät zu einer Versöhnung. Ueber die Verhaftung berichtet das„ B. T.": Man scheint es in Berlin nicht verschmerzen zu können, daß vor einem Münchener Gericht die Schmußereien Eulenburgs und damit sein Meineid aufgedeckt wurde. Bei der Vernehmung Paris, 7. Juni. Etwa 3000 Mitglieder der Arbeiter. Städeles, wie bei der aller übrigen Zeugen, war natürlich" ein Vertreter Eulenburgs zugegen; diese an sich ungefeß- Syndikate hielten gestern abend eine Protest bersamm. liche Anwesenheit eines Vertreters des Angeschuldigten wird da- lung gegen die Vorgänge in Vigneur ab. Nach Schluß der durch ermöglicht, daß man die Zeugen kommissarisch ver- Versammlung tam es zu heftigen Busammenstoßen nimmt; bei kommissarischen Vernehmungen hat sowohl der An- awischen der Polizei und Teilnehmern der Versammlung, bei denen geschuldigte wie der Staatsanwalt das Recht, sich vertreten zu ölf Polizeibeamte und mehrere Ruhestörer berlebt wurden. laffen. Während aber Oberstaatsanwalt fenbiel nicht das Gegen Mitternacht war die Ruhe wiederhergestellt. mindeste Interesse für diese Vernehmungen zeigt und auch teinen Vertreter schickt, der durch geeignete Fragen für die spätere Anklage Material beibringen könnte, verfehlt der Vertreter Gulenburgs nie, bei den Vernehmungen anwesend zu sein und recht eigentümliche Fragen zu stellen. Redakteur Städele wurde in erster Linie darüber befragt, ob der im Hardenprozeß inkriminierte Ar- gierten der Grundbesitzer sowie von Vertretern der strei- Geschützen in Bereitschaft. Ein Editt des Schahs bedroht das tifel nicht von Harden bestellte Arbeit war, um Harden zu ermögenden Feldarbeiter und unter Mitwirkung behörd Waffentragen mit Verhaftung. Die Aufregung unter dem Bolt ist lichen, in München den Beweis zu führen, der ihm in Berlin in licher Organisationen eine Konferenz statt, in welcher be hochgradig Italien. Ein Verständigungsversuch. Parma, 8. Juni. Hier fand unter Beteiligung von DeleDer Schah beschied gestern nach dem Garten außerhalb der Stadt, in dem er sich jetzt aufhält, eine Anzahl Prinzen und Würdenträger. Diese waren dort kaum eingetreten, als sie für gefangen erklärt wurden. Der Einspruch des Parlaments und Der Geistlichkeit gegen die Verhaftungen waren fruchtlos. Der Stadtgouverneur ist abgesetzt. Auf dem Kanonenplag beim Gebäude des Parlaments steht eine abgefeffene Abteilung mit Cirkel. Bombardement auf Samos. Athen, 9. Juni. Privatnachrichten aus Samos besagen, daß Soldaten das Haus des Senatspräsidenten Sofulis und dessen Schwester sowie das staatliche Münzmuseum geplündert und alle Wertgegenstände weggeschafft haben. Das französische Ronsulat sei durch ein Bombardement beschädigt,= Marokko. Mulay Hafid. Baris, 9. Junt. Mulay Hafid verließ am 2. Juni mit einer fleineren Schar Metines, um gegen die Ueberrefte der Rebellen in Cherarda zu ziehen, die er vernichtet haben soll. Bahlreiche Berber unter Führung eines Sohnes Baianis bilden eine Armee für Mulay Hafid. Mehrere Beamte, die von Rabat geflohen sind, trafen in Metines ein. Auftralien. Arbeiterprotest gegen den Zarenbesuch. Sidney, 9. Juni. Die Melbourner 8entral erekutive der politischen Arbeiterliga beschloß, einen Protest gegen die Revaler Reise des Königs und forderte die Bundesregierung auf, den Protest der englischen Regierung bekanntzugeben. Aus der Partei. Der Landeskongreß der bosnisch- herzegowinischen Sozialdemokratie verboten. In den von Desterreich- Ungarn offupierten Landestellen" Bosnien und Herzogewina besteht seit einigen Jahren eine sozialistische Arbeiterbewegung, die den Behörden ein böser Dorn im Auge ist. Mit russischen Mitteln, mit Verschickungen in die Heimatsgemeinden und Einsperrungen der in der meist ohne Urteil Deffentlichkeit hervorgetretenen Arbeiter suchen die Polizeipaschas die unbequeme Partei zu vernichten. Indes ohne Erfolg. Die Bewegung nimmt beständig zu. Während der Pfingsttage sollte in der Hauptstadt Sarajewo der zweite Landeskongreß der Partei abgehalten werden. Kurz vorher aber ging beim Arbeiterverband der Hauptstadt folgendes Schreiben ein: In vorläufiger Erledigung der Anmeldung des Arbeitertongresses werden Sie aufgefordert, hieramts den genauen und bollständigen Tert der am Kongreß zu haltenden Reden vor zulegen und auch alle jene Personen hier anzugeben, die außer dem Ausschuß als Ordner verantwortlich sein werden für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung und die genaue Einhaltung des zu bewilligenden Programms. Der Regierungskommissär: Brodnik. Die unsinnige Forderung bezwveďte natürlich nichts weiter, als den Kongreß unmöglich zu machen. Alle Proteſte der Genoſſen nugten nichts. Der Polizeikommissär bestand auf seiner unerfüllbaren Forderung und erklärte zugleich, daß auswärtigen Delegierten das Recht, zu sprechen, nicht zustehe, sondern daß fie bloß Grüße über mitteln dürfen, deren Text aber auch vorher bekanntgegeben werden müsse. Das geschah natürlich nicht. Darauf wurden am Vorabend des Kongresses die ausländischen Delegierten sofort bei der Ankunft in Sarajewo verhaftet und abgeschoben. Es sind das die Genossen Abgeordneter Korac aus Agram, Jassay aus Budapest, Dorbic aus Spalato und Pavicic aus Belgrad. Gemeindebehörden 2570 Ortschaften der Probing Rheinland und unter 484 weibliche) Mitglieder; Sie Metallarbeiter zählen 1299 des Königreichs Bayern auf das Vorhandensein noch nicht gemel- Mitglieder, ihnen folgen die Maurer mit 526, die Holzarbeiter deter Betriebe geprüft. Jn 1583 Ortschaften blieben diese Prüfun- mit 456, die Töpfer mit 449, die Glasarbeiter mit 405. Eine Reihe gen ohne Erfolg, dagegen wurden in 986 Ortschaften 1864 Betriebe von Organisationen hat angestellte Beamte: die Hilfsarbeiter, ermittelt. Leider haben verschiedene Gemeindebehörden unserem Metallarbeiter, Maurer. Am meisten gewachsen im Berichtsjahre Ersuchen troh mehrfacher Erinnerungen keine Folge gegeben, wie sind die Fabrikarbeiter( Zunahme 518), die Holzarbeiter( 131). auch zu beflagen ist, daß manche Behörden nur ungern den Er- Infolge der daniederliegenden Ofenindustrie und der damit ver suchen um Beistand nachkommen." bundenen Abreise vieler Mitglieder sind die Töpfer und infolge eines verloren gegangenen Streites die Steinarbeiter zurüde gegangen. Die Dorfbürgermeister schüßen eben ihre Freunde von der Fleischerzunft. Dagegen mogeln Unternehmer wenn sie fönnen, geben, wie der Bericht beklagt, die Löhne ihrer Familienangehörigen ( Söhne, Töchter usw.) zu niedrig an" und" dann im Falle des Eintretens eines Unfalles zum Zwecke der Erlangung einer möglichst hohen Rente Lohnbezüge geltend zu machen, die durchaus nicht im Einklange mit den seitherigen Angaben stehen." Zahlreiche Unfallaften seien auch auf dem Wege zum Arzt verloren gegangen und würden jetzt deshalb alle Sendungen dieser Art als Einschreibebriefe aufgegeben. Wie viele Verlegte werden da wieder Monate auf ihre Rente gewartet haben und werden noch warten müssen. Riesenlöhne verdienen nach dem Bericht die Metzgergesellen. Auf jeden Bollarbeiter entfallen durchschnittlich 743 M. Jahreslohn. Gemeldet wurden der Berufsgenossenschaft im Jahre 1907 insgesamt 4338 Unfälle gegen 4020 im Vorjahre. werden, daß Zum Heimarbeiterschuh. Auf dem Verbandstag der Blumen- und Blätterarbeiter, der in Demik in Sachsen stattfindet, wurden nach einem Referat des in Demiz in Sachsen stattfindet, wurden nach einem Referat des Genoffen Weichold- Sebnih über die Heimarbeit folgende Forde rungen zum gesehlichen Schutz der Heimarbeiter und-Arbeiterinnen in der Blumenindustrie gestellt: „ Als " Als Schußmaßregeln müssen in erster Linie angesehen 1. die sogenannten Vorarbeiten wie Drüden, Pressen usw. nicht in Wohn-, Schlafzimmern und Küchen angefertigt werden dürfen; 2. die Zwischenmeisterinnen die gleichen Löhne zu zahlen haben, wie sie für diefelben Artikel in der Fabrit festgestellt sind; 3. die Wartezeit an den Lieferstellen gleich der Arbeitszeit anzurechnen ist, wenn sie über eine halbe Stunde hinausgeht; 4. alle Werkzeuge und Arbeitsmittel zur Fabritation bom Fabrikanten unentgeltlich gestellt werden; 5. die Durchführung der Gesezesbestimmungen zum Schuhe der Kinder und jugendlichen Personen schärfer zu überwachen find." Wohnungspolitik. Die Stadtverwaltung in Regensburg beschloß, einen städtischen Wohnungsinspektor anzustellen; unter seinen Beiräten soll sich auch ein Arbeiter befinden. Gewerkschaftliches. Vom freien Spiel der Kräfte". In der gleichen erfreulichen Weise wie die Gewerkschaftsarbei in Meißen Früchte getragen hat, ist auch die Parteiorganisation und die Presse vorwärtsgegangen. Es ist jetzt in Meißen eine selbständige Lokal- Redaktion eingerichtet worden, und der 7. Kreis dessen Vorort Meißen ist, hat seit dem ersten April ein eigenes Organ. Husland. Lohnkämpfe in Ungarn im Jahre 1907. Das Korrespondenzblatt der Gewerkschaften in Ungarn bringt in feiner legten Nummer einen längeren Bericht über die Lohn fämpfe im Jahre 1907. Wir entnehmen demselben folgende für Ungarns Verhältnisse recht instruktive Daten: Im verflossenen Jahre gab es insgesamt 488 Streifs. Gegen das Jahr 1906 verminderte sich die Zahl der Streits um 164. Die Zahl der Aussperrungen aber hat sich beinahe verdoppelt. Im Jahre 1906 gab es nämlich 70, im Jahre 1907 aber 183 Ausperrungen, also 63 mehr als im vorhergehenden Jahre. Obwohl die Zahl der Streifenden und Ausgesperrten zusammen 16 504 weniger betrug als im Jahre 1906, macht die Bahl der verloren gegangenen Arbeitstage doch 806 084 mehr aus. Dies findet seinen von außerordentlicher Dauer waren. Grund darin, daß die Streiks und insbesondere die Aussperrungen Es ist eine interessante Erscheinung, daß trotz der gegen die Kollektivverträge geführten Aftion in 176 Fällen friedliche Einigungen zustande tamen. An allgemeinen Streits nahmen 18 463 Arbeiter, an partiellen Streits 6479 und an Aussperrungen 19 334 Arbeiter teil. Jm Nach stehenden geben wir eine tabellarische Zusammenstellung der in Streits oder Aussperrungen gestandenen Arbeiter und der verloren gegangenen Arbeitstage während der letzten 3 Jahre: Zahl der Jahr 1905 1906 1907. • teil berloren genommenen gegangenen Arbeieer Streits AusSperrungen Arbeitstage 346 36 58 512 1 839 235 652 70 60 780 1019 399 488 133 44 276 1825 483 Durch Streits und Aussperrungen gewannen 41 589 Arbeiter zusammen täglich 14 265 Kronen, durch friedliche Uebereinkommen 33 693 Arbeiter zusammen täglich 12 783 Kronen. Obige Zahlen zufammengegriffen, haben 75 282 Arbeiter insgesamt täglich 27 048 Kronen gewonnen. 5/4 folgenden Gewinn an Jahr 1905 Zahl der Arbeiter 32 418 Stunden 66 038 1906 65 115 63 097 1907 19 587 13 962 Zusammen 117 120 143 097 . 8wei Drittel der organisierten Arbeiter arbeiten heute um Stunden täglich weniger als vor drei Jahren. Und für diese Lohnerhöhung arbeitet die Arbeiterschaft nicht Arbeiter, die ihre Arbeitszeit verkürzen, ihren Lohn um mehr, sondern weniger. In den letzten drei Jahren erzielten ein paar Pfennige erhöhen wollen, um sich ein menschen- die Arbeiter, teils durch Kampf, teils durch friedliche Einigung würdiges Dasein zu sichern, haben in den Augen der immer aber durch ihre Organisationen Kapitalistentlasse das Recht auf Arbeit verscherzt. Wer den Arbeitszeit: geheiligten Unternehmerprofit antastet, dem erklären die Unternehmer Kampf bis zur Vernichtung der Existenz, ohne über juristische oder moralische Zwirnsfäden zu stolpern. Streifende und ausgesperrte Arbeiter können durchs ganze liebe VaterLand irren; sie flopfen bergebens bei den Unternehmern um Arbeit an: durch das infame, hinterlistige System der Einen Kompromiß zur Stadtverordnetenwahl haben unsere schwarzen Listen werden sie schonungslos ins Elend Parteigenoffen in Freiburg i. B. mit der bürgerlichen Gegner- hinabgestoßent! An Baugeschäfte wurde kürzlich wieder folgendes schaft geschlossen. Die Sozialdemokratie besaß bisher zwei Vertreter Birtular versandt: im Bürgerausschuß, deren Amtszeit jetzt vorüber ist. Es sind ihr von den vereinigten Bürgerlichen nun vier Size zugesagt, wofür sich die Parteigenossen für einen gemischten Zettel verpflichten, durch den Zentrum und Nationalliberale ihr bisheriges Stärkeverhältnis fichern. Diese Abmachung ist sehr zu bedanern, zumal in Freiburg, das einen sozialdemokratischen Vertreter im Landtage hat. Der glänzende Sieg der Sozialdemokratie in Karlsruhe hätte, so follte man meinen, den Freiburger Genossen zeigen müssen, daß die Partei, auf sich selbst gestellt, ihre Werbetraft am besten entfalten kann. Bon der nordamerikanischen Parteipresse. " Vereinigung der Arbeitgeber im Plattengewerbe: Domizil: Effen a. d. Ruhr. Liste der streitenden Blattenleger, die nirgends eingestellt werden dürfen. ( Liste IV) ( Folgen zirka 50 Adressen von streifenden Arbeitern Westdeutschlands.) Streitbrecher dürfen einen totschlagen", Unternehmer dürfen in Verruf erklären, Fabrikpaschas dürfen zum Verzicht auf Staatsbürgerrechte nötigen. Dafür leben wir im Staate der besten Rechtsgarantien. Berlin und Umgegend. uns, es tönne teine Rede davon sein, daß die Konfektionsfirma S. Noßmann in Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 12, Ecke Schulstraße, eine Betriebswerkstätte, wie sie im Vorwärts" inseriere, unterhalte. Die sogenannte Betriebswerkstätte bestehe aus einem zirka 8 Quadratmeter großen, parterre belegenen Zimmer, in dem zur Genüge nur eine Berfon arbeiten tönne. Die bestellte Garderobe werde außer dem Hause angefertigt. New York, 29. Mai.( Eig. Ber.) Morgen wird hier die erste Nummer des Evening Call" ( ,, Abend- Ruf") erscheinen, ein sozialistisches Tageblatt englischer Der Berband der Schneider( Filiale Charlottenburg), schreibt Sprache, herausgegeben von der Sozialistic Cooperative Publishing Association", welche auch die seit 1878 bestehende Boltszeitung" herausgibt. Das von dieser Gesellschaft früher ebenfalls, unter dem Namen„ The Worker" verlegte sozialistische englische Wochen blatt, welches vor einiger Zeit in den Besitz der Staatsorganisation der„ Socialist Party" übergegangen und von dieser in The Socialist" geändert worden war, wird an die Association zurückfallen und unter Redaktion und Verwaltung des Evening Call gestellt werden, indessen vorbehaltlich der Eigentumsrechte der Partei. Der Chicagoer Daily Socialist" scheint da" " Es gibt in Ungarn feinerlei gemeinsanitäre Institution, welche das Durchschnittsalter der Arbeiterschaft derart berläugern würde, als die durch die Macht der Drganisation erkämpfte Arbeitszeitverkürzung. Die angeführten Zahlen liefern in Anbetracht des tiefen Kulturniveaus, auf welchem Ungarn steht beinahe die einzigen Beweise dafür, daß in Ungarn sehr gegen den Willen der Regierung wirklich etwas zur Hebung der Kultur geschieht. Kein Wunder daher, wenn die Tätigkeit der feudal- fleritalen Machthaber Ungarns fich hauptsächlich in Schifanierungen der Gewerkschaften und Auflösen derselben erschöpft. Die Lage der russischen Gewerkschaftspreffe. Die wenigen Gewerkschaftsblätter, die ungeachtet der zahl reichen Repressalien am Leben geblieben sind, fristen mur mühsam ihr Dasein. Nicht nur, daß die Redakteure auf Grund des Um sturzparagraphen zur Verantwortung gezogen werden, selbst die Drudereien, in denen die Blätter hergestellt werden, werden mit Geldstrafen belegt, ja zuweilen polizeilich geschlossen. In Peters burg ist es infolgedessen so weit gekommen, daß die Druckereibefizer sich entweder weigern, Gewerkschaftsblätter zu drucken, oder das nur unter sehr schweren Bedingungen tun. Einige Blätter fönnen nicht erscheinen, weil während der letzten Haussuchungen in den Druckereien die administrative Genehmigung zur Herausgabe dieser Blätter konfisziert wurde. Es können darum nicht erscheinen: " Der Gewerkschafts- Anzeiger"; das Organ der Buchdrucker: Unsere Stimme"; das Organ der Textilarbeiter:" Der Webstuhl" gegen eingehen zu müssen. Dieses Blatt war vor zirka Jahres- der diesjährigen Generalversammlung des Zentralverbandes dieser Blätter ist infolgedeſſen in Grage gezogen. Am Dienstag begannen in München die Verhandlungen und das Genossenschaftsorgan" Der Arbeitssklave". Die Eristenz frist von dem zur S. P. übergegangenen wohlhabenden früheren städtischen Beamten Patterson herausgegeben und redigiert worden, der Handlungsgehilfen. Wie uns ein Privattelegramm meldet, Monat bloß zwei zu verzeichnen: die zwei der„ Gegenwärtigen war aber später in den nominellen Besitz der Lokalorganisation der potierte der Verbandstag zunächst einen Protest gegen das ver Arbeit" in Stier, und die erste Nummer des neuen Organs ber trauliche Rundschreiben des Verbandes der bayerischen Metall- Petersburger Metallarbeiter:" Der Anzeiger der Metallarbeiter". industriellen. Die Angestellten werden aufgefordert, die Harmonieverbände zu verlassen und sich dem gewerkschaftlichen Zentralverband anzuschließen. Bartei übergegangen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Redakteurfreuden. Nach fünfmonatlichem Gefängnisaufenthalt ist am Sonnabend vor Pfingsten Genosse Thiele bom, Voltsblatt für Halle" in die Freiheit" zurückgekehrt. Wir begrüßen ihn mit dem Wunsche, daß er die Strafe ohne dauernde gesundheit liche Schädigung überstanden haben möge. Deutfches Reich. Proteft gegen Berrufserklärung. Landarbeiterstreit in Parma. Ausschüsse der Besitzer und der streifenden Landarbeiter, die unter dem Vorsiz des Bürgermeisters tagten, beschlossen, den BürgerGegen die deutschen Musikerverbände soll eine Trußorgani- meister, die Abgeordneten der Provinz und den Präsidenten der fation des musikalischen Unternehmertums ins Leben gerufen werden. Deputation des Provinzialrates zu ersuchen, eine Einigungsforme! Kürzlich fand nämlich die Hauptversammlung des Allgemeinen aufzustellen, die den Parteien morgen zu unterbreiten ist und auf Ein nationaler Arbeiterführer". Buchthausbruder, Deutschen Musikervereins in München statt, bei welcher Gelegenheit welche die Antwort beider Parteien bis Freitag erfolgen soll. Lump, Bandit und haustnecht seiner Ehefrau eine Interpellation über die Gründung eines ständigen parteilofen hatte der nationale Arbeiterführer" Schneider Kröner in Chemnitz Schiedsgerichts zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Musikern diese hahnebüchenen Beschimpfungen wurde Kröner zu 20 m. Interpellation war ein Vorschlag des Vorsitzenden Richard Straun, Geldstrafe oder vier Tagen Haft und zur Tragung sämtlicher Kosten der von der Versammlung widerspruchslos genehmigt wurde. Daund dem Privatkläger erwachsenen Auslagen berurteilt. Der nach soll der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Musikervereins die Ehrenmann" leugnete, wie in dem Beleidigungsprozeß, den Genosse Vorarbeiten zur Gründung einer Organisation der musikalischen Hauschild gegen ihn angestrengt hatte, in dem er auch überführt Arbeitgeber, Kapellmeister, Direktoren, Unternehmer usw. in die Hand und zu vierzig Mart Geldstrafe verurteilt wurde. Die nehmen. Diese Organisation soll das Gegengewicht gegen die DrganiBeschimpfungen hatte sich der nationale Arbeiterführer" in der fation der Arbeitermufiler bilden. Wahlbewegung für die Ortskrankenkassenwahlen geleistet. " in einem öffentlichen Lokal den Genoffen Reichelt genannt. Für und Stonzertunternehmern eingebracht wurde. Die Antwort auf die Letzte Nachrichten und Depefchen. " Soziales. Aus dem Reiche der Meggermeister. Der foeben erschienene Bericht der Fleischerei- Berufsgenossenschaft gibt bekannt, daß jeht nach und nach 56 519 Betriebe mit 107 453 Gehilfen versichert sind. Gegen das Jahr 1906 sind bemnach 181 Betriebe mit 4308 Gehilfen mehr versichert worden. Berbürgen tann sich aber die Berufsgenossenschaft nicht für die Richtig teit dieser Zahlen, denn der Bericht erwähnt selbst, daß die Zahlen nur schäßungsweise" angegeben werden lönnten. 4 Streits mit der Pistole in der Hand. In der Renkschen Zahnräderfabrik in Augsburg hat sich unlängst ein Arbeiter gerühmt, als Arbeitswilliger schon bier Streits mit der Pistole in der Hand mitgemacht zu haben. Nun hat man den Braven zum Vorarbeiter ernannt. Blutige Raffenkämpfe. London, 8. Juni.( B. H.) Nach einer Meldung des„ Daily Chronicle" fam es im Staate Oklahoma zwischen Weißen und Negern zu einem regelrechten Kampfe, wobei 15 Neger und 8 Weiße getötet wurden. Die Neger erhielten inzwischen Verstärkungen und zählen gegenwärtig über 2000 Mann. Der Gouverneur des Staates hat dringend um Sendung von Miliztruppen ersucht, um die Ordnung wiederherzustellen. Man befürchtet neue blutige 8u. fammenstöße. Zusammenstoß. Baris, 9. Juni.( W. T. B.) Im Bahnhof von Dufreau bei Arras stieß ein Personenzug der Nordbahn mit einem Güterzuge zusammen. Der Maschinist und der Heizer bes Güterzuges wurden getötet, ein Schaffner wurde berlebt. Brände. Eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Meißen in Sachsen fann als eine Hochburg der Arbeiterbewegung bezeichnet werden. Sie hat sich in den letzten Jahren ganz gewaltig entwidelt. Das zeigt auch weiter der Jahresbericht des dort bestehenden Arbeitersekretariats und des Gewerkschafts- Stonstantinopel, 9. Juni.( B. H.) In der Vorstadt Arnaut. fartells. Im Jahre 1905 bestand das Kartell aus 70 Delegierten, foj find 200 Wohnhäuser niedergebrannt. Menschen sind nicht zu Die Berufsgenossenschaft will nun noch den zahlreichen nicht die 28 Gewerkschaften mit insgesamt 4663 Mitgliedern vertraten; Echaden gekommen. versicherten Fleischereibetrieben nachspüren, und hat zu diesem 1906 waren es 71 Delegierte mit 30 Gewerkschaften, die 6575 Mit- Paris, 9. Juni.( B. H.) Das ehemalige Karmeliterkloster in 3wede sich mit zahlreichen Schlachthofverwaltungen in Berbindung glieder zählten, 1907 29 Gewerkschaften mit 7183 Mitgliedern. Carcassonne wurde durch eine Feuersbrunst zerstört; nur die Ka gesetzt. Der Erfolg war gering. Weiter wird gemeldet:„ Seitens Dabei zählt Meißen nicht mehr wie 34 000 Einwohner. Die meisten pelle fonnte gerettet werden. Verluste an Menschenleben sind nicht der Berufsgenossenschaft selbst wurde durch Inanspruchnahme der Mitglieder zählt die Organisation der Hilfsarbeiter: 2470( dar- Izu beklagen. Berantw. Redalt.: Georg Davidjohn, Berlin, Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u.Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 133. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 19. Internationaler Bergarbeiterkongreß. Paris, 8. Juni 1908. In demselben Saale, wo zu Ostern 1905 die Ginigung der fozialistischen Parteien Frankreichs sich vollzogen hat, im Café du Globe, trat heute der 19. internationale Bergarbeiterkongreß zusammen. Er ist start beschickt. Die englischen Bergarbeiterorganisationen haben an 70 Delegierte entsendet, Frankreich ist durch 26, Belgien durch 12, Oesterreich durch 2 Delegierte vertreten. Dagegen fehlt diesmal die amerikanische Delegation. Aus Deutschland find 17 Delegierte gekommen; von diesen vertreten 13 den Berg arbeiterverband mit seinen 111 400 Mitgliedern, 3 die Bolen mit 32 500 und 1 die Hirsch Dunderschen mit 2500 organisierten Bergarbeitern. Der christliche Gewerk= berein, der auf den vorjährigen internationalen Bergarbeiterfongreß in Salzburg Delegierte entsendet hatte, ist diesmal nicht vertreten. hafter Beifall.) = Die heutige Eröffnungssigung wurde von dem Vorsitzenden der Bergarbeiterföderation Englands, dem Abgeordneten Edwards, eröffnet und geleitet. In seiner Begrüßungsansprache wies er auf die großen organisatorischen Fortschritte der Bergarbeiterbewegung in allen Ländern hin. Keine andere gewerkschaftliche Organisation hat sich so rasch entwickelt wie sie. Gerade sie hat bortreffliche Pionierarbeit für den Gedanken der Internationalität und des Völkerfriedens geleistet. Die Arbeiter haben tein Interesse daran, einen Krieg herbeizuwünschen. Kriege werden nicht in ihrem, sondern immer im Intereſſe anderer geführt. ( Bravo!) Die englischen Arbeiter sind besonders erfreut darüber, daß sich die Beziehungen zwischen England und Frankreich so herzlich gestaltet haben, und daß auch das Verhältnis zwischen England und Deutschland freundlicher Natur ist.( Lebhafter Beifall.) Edwards hofft, daß der Kongreß gute Arbeit leisten wird und heißt die Delegierten herzlich willkommen. Im Namen der französischen Bergarbeiter erwidert Cor. dier, der Generalsekretär des Bergarbeiterverbandes: Zum ersten Male tann eine starke französische Bergarbeiterorganisation den internationalen Kongreß willkommen heißen. Die Einigung der französischen Bergarbeiter ist Tatsache geworden, und auch die früher revolutionären Bergarbeiter" sind vertreten. Maroille- Belgien fann von erfreulichen Fortschritten berichten. Wir belgischen Arbeiter waren immer Gewerkschaftler und gleichzeitig Anhänger der parlamentarischen Attion. Die lebten belgischen Wahlen haben gezeigt, daß unsere Arbeit nicht vergeblich ist, trok des Pluralwahlrechtes. Wir haben in den Bergarbeiter. diftriften 40 000 Stimmen mehr als früher aufgebracht, und 5 Berg arbeiter sind am 24. Mai in die Kammer gewählt worden.( Lebunter den englischen und französischen Kameraden mit besonderer Sachse spricht für die deutsche Delegation, die die Einigung Genugtuung erfülle. Soweit sind wir noch nicht, aber wir hoffen auch dahin zu kommen. Troß der gewaltigen Fortschritte, die im Taufe der Jahre erzielt worden sind, ist die deutsche Organisation noch immer schwach: noch nicht 33 Broz. aller Bergarbeiter sind organisiert. Auch wir in Preußen haben eine Wahl hinter uns, deren Ergebnis uns mit Freude erfüllt. In manchen Bergarbeiterdistrikten sind zehnmal mehr sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden als früher. Leider ist kein Bergarbeiter in das Abgeordnetenhaus gewählt worden, so notwendig das gewesen wäre, da sich das Parlament bei der legten Bergarbeitergefeßgebung als noch viel reaktionärer wie die Regierung selbst erwiesen hat. Aber wir haben den Trost, daß mindestens sechs Sozialdemokraten in das preußische Dreiklaffenhaus einziehen werden, und von diesen wissen wir, daß sie die Interessen der Bergarbeiter ebenso fräftig dort vertreten werden, wie die aller anderen Arbeiter.( Lebhafter Bei. fall.) Reichsratsabgeordneter Eingr begrüßt den Kongreß im Namen der österreichischen Organisationen. Unsere Nationaltongresse unterscheiden sich nicht von den internationalen Son grefsen, denn auf ihnen sind 7 verschiedene Nationen vertreten. So viel auch noch zu tun bleibt, auch wir können mit Stolz auf den zurüdgelegten Weg zurüdbliden. 1892 mußten die Reisekosten für meine Delegation nach London noch im geheimen aufgebracht werden, jezt haben wir 87 Abgeordnete im Parlament.( Rebhafter Beifall.) Der Kongreß nahm dann die Wahl seiner Beamten und Aus schüsse der Stimmzähler, der Mandatsprüfungskommission und Mittwody, 10. Juni 1908. des Geschäftsausschusses vor. In den Geschäftsausschus sendet den Schwimmanstalten.( Buruf: Leider!) Unsere scheinbar jede Nation einen Vertrauensmann, die Engländer zwei; für demokratische Verfassung hat an dem Privileg des Einjährigendienstes und der bevorzugten Stellung ber Offizier faste festgehalten. Deutschland wird Sue gewählt. Der Kongreß foll täglich von 10-12½ und 2-4½ tagen. Den Vorsiz wird morgen Abgeordneter 2 amendin für Frankreich führen, denen als Vizepräsidenten Smillie( England) und Cingr( Oesterreich) zur Seite stehen werden. Damit waren die Arbeiten des Kongresses für heute beendet. Paris, 9. Juni.( W. T. B.) Der Kongreß der Bergarbeiter beschloß auf Antrag der belgischen, deutschen, französischen und englischen Vertreter einstimmig, für die gesetzliche Durchführung des Achtstundentages einzutreten und erörterte dann den Mindestlohn. Deutscher Lehrertag. ( Telegraphischer Bericht.) Hg. Dortmund, 9. Juni 1908. Im Zentrum des rheinisch- westfälischen Industriebezirks, in Dortmund, begannen heute die Verhandlungen des deutschen Lehrertages, nachdem schon seit Pfingstionntag zahlreiche Nebenversamm lungen umfangreiche Vorarbeiten geleistet hatten. mann- Dortmund. über Wenn wir uns nun die Frage vorlegen, ob das Preußen von heute das Testament Steins von 1806 vollstreckt hat, so müssen wir diese Frage verneinen. darüber zu würde urteilen, ob Das Mittel ist noch nicht gefunden, das den Kampf der Stände unter sich vernichtet, und das die gesetzliche Möglichkeit aufstellt, daß jeder im Volte seine Kräfte frei in moralischer Richtung entwidein kann. Dieses Mittel aber ist kein anderes als eine bis zur tiefsten Wurzel zurückgehende, alle Seiten des menschlichen Lebens ums fassende und auf jedes Glied sich erstreckende soziale und geistige Erziehung. Das Fundament der nationalen Schule muß ein gemeinsames sein.( Stürmischer Beifall.) Dieses Fundament wird nicht erreicht mit der Beseitigung der Vorschule. Die Vorschule. für die Besißenden ist nur ein Symptom unserer unsozialen geit und Ver fassung. Nicht bloß für die drei ersten Jahre muß die gemein fame Voltsschule gefordert werden. Die Gemeinsamkeit muß sich vielmehr so weit erstrecken, als es möglich ist, ohne Schädigung der Berufsbildung.( Sehr richtig.) Die Berufswahl und die Wahl der weiteren Bildungswege sollen nicht von dem Geldbeutel und von der mehr oder minder vorsichtigen Auswahl der Eltern abhängig sein.( Lebhafter Beifall.) unter bestimmten Voraussetzungen würde ich für richtig halten, einen gemeinsamen Unterricht Die Teilnehmerzahl beträgt nahezu 600. Bum Vorsitzenden des für sech 3 Jahre. Das ist nichts unmögliches, wie das Beispiel Lehrertages wurde gewählt Lehrer Möhl- Berlin, zu seinen Stell- der Schweiz beweist. Dieser Unterricht müßte ebenso auf die Entvertretein Oberlehrer Löschke- Dresden und Oberlehrer Ellering- wickelung der intellektuellen Begabung Rücksicht nehmen.( Sehr richtig.) Es dürfte nicht unterschiedslos von allen dasselbe gefordert Nach den offiziellen Begrüßungsansprachen hielt der Vorsitzende werden. Jeder müßte die Möglichkeit haben, in dem und wozu Lehrer Röhl- Berlin eine längere Ansprache: er besonders befähigt ist, mehr als den Durchschnitt zu leisten, und mund zu den Städten gehört, die feine Vorschule mehr haben. Also mit anderen Worten: Mit Freuden haben wir foeben gehört, daß die Stadt Dort er müßte von anderen Fächern entlastet werden.( Sehr richtig.) Ueberall, wo Vertreter der Städte und Lehrer zusammenarbeiten, nach Fähigkeiten.( Lebhafter Beifall.) In 6 Jahren wir fordern die Differenzierung wird es gut stehen, um die Ausbildung der deutschen Jugend. es möglich sein, mit Sicherheit Mögen die Diplomaten fich aneinander reiben, wir Männer der und für welches' höhere Unterrichtsfach ein Schüler tauglich ist. Schule arbeiten im Sinne des Friedens.( Stürmischer Beifall.) Das Fortbildungsschulwesen, so Tüchtiges in ihm geleistet wird, ist Der Deutsche Lehrerverein feiert heute sein sechzigjähriges Be- nur ein Notbehelf. Ich verkenne nicht die Schwierigkeiten, die heute stehen. Zum ersten Male tagen wir auf westfälischem Boden. einer Entziehung der Jugendlichen bis zum 18. Jahre aus dem Hier in Westfalen hat der größte Reformator, Stein, gelebt. Erwerb entgegensteht. Eine völlige Entziehung von der ErwerbsSein Ziel war, daß die Volksbildung die Emporhebung der einzelnen möglichkeit ist, glaube ich, heute nicht durchführbar; aber eine EinPersönlichkeit im Auge habe. Er ist eingetreten für die Erneuerung schränkung der Ausbeutung jugendlicher Arbeits des Erziehungsideals und hatte dabei die tatkräftigsten Förderer in träfte ist eine Forderung, die zum Teil schon verwirklicht, und Pestalozzi und Fichte. Wir würden uns einer Unterlassungsfünde die so berechtigt ist wie nur irgend eine.( Lebhafter Beifall.) fchuldig machen, wenn wir uns nicht bei der diesjährigen Tagung zu diesen Steinschen Erziehungsgrundfäßen bekennen würden. Des- und zwar für Erwachsene aller Bollsklassen. Das fordert natürlich Schließlich trete ich ein für Fortbildungskurse für Erwachsene, halb bildet unser Festvortrag Bolt und Schule Breußens eine soziale Stellung des Lehrerstandes, die zu seiner heutigen vor hundert Jahren und heute" eine Stein Feier. Auch unseres Kollegen Sommer über die Notwendigkeit der Errichtung einer sondern auch die konfessionelle Bertlüftung im Volte größer geworden. der zweite Vortrag, den wir heute entgegennehmen, der Vortrag Stellung fast in diametralem Gegensatz steht. Reichsschulbehörde, wandelt in Steinschen Bahnen. Es herrschen hier geradezu entgegengesetzte Zustände wie vor hundert Hierauf nahm, von stürmischem Beifall begrüßt, Universitäts- Jahren. Damals wirkten die Konfeffionen in der Schule zusammen. professor Dr. Natorp Marburg das Wort zu dem Festvortrag In dieser Hinsicht ist Nüdschritt auf Rüdschritt erfolgt. Preußen geht in diefen Dingen in Deutschland und in der Welt nicht voran, Bolt und Schule Preußens vor hundert Jahren und heute. sondern so ziemlich hintenan.( Stürmischer Beifall und HändeDer Gedanke einer nationalen Erziehung, der 1808 zuerst bon flatschen.) Aber marschieren tun wir doch und zuletzt wird doch Stein, Scharnhorst und Pestalozzi geäußert wurde, war fein neuer. der Sieg unser sein! Dafür bürgt uns die Logik der Weltgeschichte. Er entstammte den Ideen der großen franzöfifchen Revolution.( Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Aber diese drei Männer vertieften diesen Gedanken, indem sie ihn mit den idealistischen Ideen des damaligen Deutschland vermählten. Sie wollten teine mechanische Gleichmacherei, in der die Individuen als Nummern gelten, sondern sie wollten die Stärkung jedes einzelnen Individuums bis zum geringsten. Steins politische für Boltsbildung und Boltsschulwesen sprach nach der been trafen mit den Erziehungsideen Pestalozzis zusammen. Bause Reichstagsabgeordneter Rektor Sommer- Burg bei Dieser Zusammenhang spricht sich am deutlichsten aus darin, Magdeburg. Er führte aus, daß der Gedanke einer Reichsschuldaß Stein neben seinen Forderungen auf dem Verwaltungsgebiet behörde feineswegs neu ist. Er ist vielmehr zurückzuführen bis in eine Reform der Erziehung im Sinne und Geiste Pestalozzis jene Tage, wo das Sehnen nach nationaler Ginigung flarere und forderte. Das alte Preußen mit seinen alten Ideen wurde festere Umrisse annahm. Bedeutende Schulmänner und vier deutsche 1808 niedergeschlagen, um nie wieder zu erstehen. Allerdings läßt Lehrerversammlungen haben sich denn auch schon eingehend mit ihm es auch heute noch manches zu wünschen übrig. Selbst einem Bosse beschäftigt. Die Notwendigkeit einer Reichsschulbehörde ergibt sich war es nicht möglich, das System der Vorschule zu beseitigen, troß- eigentlich schon aus der Verwirklichung des Reichsgedankens. Wir dem er für die allgemeine Volksschule bat. Freilich, der Widerstand müffen darauf bedacht sein, den Weltmarkt uns dauernd zu erobern, gegen die allgemeine Volksschule in Preußen ist begreiflich, so lange stets die Ersten und Besten zu fein. Bei diesem Wettbewerb entscheidet fie einem so reaktionären Regime untersteht, wie es heute der Fall ist. Schließlich mehr oder minder die stärkere Individualität. Deshalb ist es ( Lebhafte Zustimmung.) Bei uns ist die Trennung nach unsere Pflicht, das spezifisch Deutsche in unserem Wefen und Wirken, den Ständen nicht nur in der Schule durchgeführt, wollen, Wühen, Streben und Schaffen zum Ausdruck zu bringen, sondern bereits auch auf den Spielplägen und in natürlich ohne jede krankhafte Ueberspannung des Judividualitätsfälle gegenüber. Das Defizit beträgt also fast 20 000. Diese Be- beliebte Busammentreffen und gegenseitige Sich- Ertappen fand völkerungsabnahme ist das Resultat der außerordentlichen Verdiesmal, statt im Hotel in einer Junggesellenwohnung ftatt. Die minderung der Geburten, denen keine entsprechende Ab- Verwechslungen überbieten noch das in dem Genre herkömmliche Maß von Unmöglichkeiten, die Treffer, die etwas wie einen LachJef Lambeaug, einer der ersten Bildhauer Belgiens, ist im nahme der Todesfälle mehr gegenübersteht. Alter von 56 Jahren in Brüssel gestorben. In Belgien, in Während von 1901 bis 1906 die Geburtenziffer ständig, aber reiz produzieren, sind dabei spärlicher als sonst gesät. Es wurde Frankreich und in Deutschland war er bekannt und geschäßt. Sein nicht gleichmäßig finkend, von 857 274 auf 806 847, alfo um etwas routiniert gespielt. Ginen stärkeren, individuell humoristischen Leben war voller Arbeit. Er war der Sohn eines Arbeiters, eines über 50 000 herabgegangen war( das Minus von 1906 gegenüber Einschlag zeigte Herr Mary in der Figur des Aeltesten der Durch Antwerpener Kupferschmiedes. Von frühester Jugend hatte er ein 1908 betrug nur 344), fiel fte 1907 um faſt 33 000. Dagegen ist gänger. Im zweiten Stück zeigt die Bühne den engen Innenraum eines auffälliges Zeichnentalent bewiesen und schon mit 10 Jahren war er im letzten Jahre eine beträchtliche Zunahme der Eheschließungen zu in die Nurse der Antwerpener Akademie zugelassen worden. Die verzeichnen. Im ganzen wurden 314 908 Ghen geschlossen, um Torpedovoots, die eisernen Panzerwände, Meß- und Steuer8221 mehr als 1906. Es scheint dies bor allem eine apparate, die kleinen, oben angebrachten Rundscheiben, hinter denen Arbeit für das tägliche Brot und die künstlerische Ausbildung wußte er Wirkung der Erleichterung der gefeßlichen Formalitäten der man das hellgrüne Meerwasser sich bewegen sicht. Der Komman mit zäher Ausdauer gleichzeitig zu betreiben. Dann tamen die Eheschließung zu sein, hängt aber wohl auch mit der deur gibt den Befehl zu tauchen, man hört das gurgelnde Geräusch ersten Arbeiten und die ersten Mißerfolge bei der Akademie Lambeaux geht nach Paris, wo er sich als Maler betätigt. Der Kuß" Erleichterung der Ehescheidung zusammen, die das Risiko" der des Wassers. Lähmend legt sich ein Gefühl des Drudes auf den von 1881, eine lebensvolle von momentaner Bewegung erfüllte Ghe vermindert. Daß die Zunahme der Eheschließungen für die jungen Fähnrich, der seine erste Fahrt in die Tiefe macht, während Gruppe, bringt ihn mit einem Schlage obenauf. Er bekommt die Zukunft eine Vermehrung der Geburtenziffer verspricht, ist kaum zu in den Augen des Kapitäns ekstatische Freude aufbiißt. Die Gea goldene Medaille, die Stadt Antwerpen fauft sein Werk. Stipendien behaupten. Denn in der industriellen Arbeiterschaft, der einzigen fahr berauscht ihn und im plöblichen Mitteilungsbedürfnis spricht ermöglichen Studien in Rom. Nach Brüssel zurückkehrend, läßt Bevölkerungsklasse, die bisher eine größere Geburtenziffer auf- er dem jungen Leutnant von seinem innersten Empfinden. Er lebe sich der unermüdlich ringende Künstler dort dauernd nieder. Das zuweisen hatte, ist die neo- maltufianische Propaganda, die nur in dieser, und für diese Sensation, und er feuere feine bon manchen Sozialisten und Gewerkschaftlern ge- Empfänglichkeit für den Genuß und seinen tollkühnen Wagemut Ausland beginnt ihn anzuerkennen. Dresden erwirbt seine auch Eine wirt Durch einen Opiumrausch vor jedem Niedertauchen an. Der Mann Stämpfer". Das Brüsseler Museum bestellt eine zweite Ausführung. fördert wird, anscheinend nicht ohne Erfolg. Beeinflussung der Bevölkerungsbewegung im ist frant, ein Monomane, der einer figen Idee zuliebe mit seinen Aber die Nuditätenverfolger sorgen dafür, daß die Statue im Keller lich fühlbare Beeinflussung der untergebracht wird. Einen„ Michelangelo der Gosse" taufen ihn Sinne einer Voltsvermehrung wäre nur durch die Einschränkung Leben und dem der Untergebenen spielt. Fortwährend läuten die Klerikalen, als er die„ Trunkenheit" darstellt. Ein riesiges Relief, der entsetzlich hohen Sterblichkeit im Proletariat, die Signale. Wieder und wieder bittet der Maschinist, den Kurs nach Die menschlichen Leidenschaften" an dem er zehn namentlich in Paris und im Norden möglich. Die Bekämpfung oben zu nehmen, da die Platten den mächtigen Druck der Wassers Sabre gearbeitet hatte, besiegeln Lambeaux' künstlerischen Triumph. vor allem der Tuberkulose, die in der Textilarbeiterschaft und im säule bei dreißig Meter Tiefgang kaum mehr Stand hielten. Man Das folossale Wert, das die Laster und Leidenschaften, die Freuden Proletariat der Heimarbeit furchtbar wütet, verlangt aber in erster fühlt die Furcht, die Empörung mit, die sich nur mühsam zurüd und die Schmerzen des Menschen verkörpert, wurde von der Reihe eine Verbesserung der Lebenshaltung und einen verbefferten hält. Da endlich reißt sich der Kapitän gewaltsam zusammen und Negierung, die fich auf die Dauer gegen die Bedeutung Arbeiterschutz beides Bedingungen, die zu erfüllen die Bourgeois- gibt Befehl zur Auffahrt. Noch einmal ist das Experiment zu des Künstlers nicht verschließen tonnte, angelauft und republit nicht den geringsten Eifer, zeigt. " Kleines feuilleton. " Hierauf trat eine Pause ein. Ueber die Notwendigkeit und den Wirkungskreis einer Reichsschnlbehörde wiederholen. Der Führer scheint ernüchtert, die Gefahr beseitigt, aber irgend ein kleiner Zufall, ein leisester Zusammenstoß bea in einem besonderen Tempel in Brüssel aufgestellt. Biele weitere Theater. schädigt den empfindlichen Organismus des Schiffes. Die Maschine Werke zeugten von des Künstlers Fruchtbarkeit und seiner SchaffensKammerspiele des Deutschen Theaters. Der gehorcht nicht mehr, der eiserne Rasten beginnt zu sinken. Vor freude. Für das bedeutendste gilt nach den menschlichen Leidenschaften" der„ tolle Tanz". Daß die Unvernunft und die Untultur Tugendwächter, Schwant von Nancey und Armont; dem Angesicht des Todes halten die Schranken der Disziplin nicht der belgischen Regierung gelegentlich mit der preußischen wetteifern Im Unterseeboot, Komödie in zwei Bildern von Laumann länger. Die Wut bricht los, die Wut über den verbrecherischen fann, bewies fie, als sie den gebissenen Faun" aus der Lütticher und Olivier. Die Zusammenkoppelung des" Tugendwächters" Leichtsinn, den der Kapitän gezeigt, und über die Regierenden oben, um fich werfend, arme mit der grausigen Pariser Sensation der Unterseeboot- Szenen, die mit großen prahlerischen Worten Ausstellung fortschaffen ließ weil er das Schamgefühl verlegen die der Zettel wunderlicherweise als Komödie ankündigte, ist ein Menschen in solche Käfige des Todes stecken. Schon halb erstickt follte. Die Lütticher Gemeindevertretung parierte was in Mißgriff, der den Erfolg dieser trotz aller Verbote des Kunstfate- von den giftigen Gasen ringen die Leute um den Zugang zu der die Schamlosigkeit Preußen nicht. vorzukommen pflegt mit dem Ankauf und der öffentlichen Aufstellung der Anstößigkeit". chismus doch packenden, das Mitgefühl tief aufrührenden Schreckens- Treppe, die auf das Verdeck führt, den Tod im Wasser suchend. Als freier Künstler, den mit der Sozialdemokratie" lebhafte und bilder schwer beeinträchtigen fönnte. Mit welchen Mitteln er auch Im zweiten, von der Marfaillaise als Auftakt eingeleiteten Bilde, ofters bewährte Sympathie verband, hat Lambeaux seinen Bolls- erzielt wird, der Eindruck ist nicht nur bloße Nervenimpression, sieht man eine mit den französischen Landesfarben geschmüdte die den fatalen Nachgeschmack des Leeren und Abgelisteten zurück- Tribüne, hinter der eine unabsehbare Menge Volkes bersammelt genossen ein reiches und schönes Werk hinterlassen, das ein freudiger läßt, sondern prägt sich nachwirkend der Erinnerung ein, setzt scheint. Der Herr Minister feiert in den schönsten patriotischen Borbote ist von Zeiten, in denen der Künstler, unbeengt von tapi Phantasie und Denken wie ein erschütternder Vorgang, den man Phrasen die braven Opfer. Man hat sie zu einem Knäuel verein Zeichen, daß sie talistischen Fesseln für ein ganzes künstlerisch empfindendes Bolt ols Augenzeuge miterlebt hat, in Bewegung. Etwas feltfant einigt aus dem Meeresgrunde aufgefischt, fchaffen kann. Fremdartiges, Phantastisches, wie Schnitzlers Grüner Kakadu" brüderlichen Sinnes als rechte Soldaten, glücklich im Bewußtsein Bevölkerungsabnahme in Frankreich. Die Statistik über die Be- und Paracelsus" oder ein satirisches Spiel, wie Mirbeaus„ Dieb" ihrer Pflichterfüllung, das Leben hingegeben haben für das Water bölferungsbewegung in Frankreich verzeichnet für das Jahr 1907 hätte sich mit jenen Szenen gar nicht übel im Rahmen eines land! So klingt das Furchtbare in eine wuchtige, von revolutio Ergebnisse, die die Befürchtungen der Propagandisten der Volts- Theaterabends vereinen lassen. Aber der Pariser Dußendschwant närer Stimmung getränkte Fronie um. Darstellung und Inszevermehrung noch übertreffen. Im vergangenen Jahre ist zum war das allerungeeignetste Vorspann, das man wählen konnte. Es nierung waren ausgezeichnet, der blasse Kapitän des Herrn Karl erstenmal die Bevölkerung tatsächlich zurückgegangen und dauerte bis weit nach zehn, ehe die drei Akte erledigt und die Sick wirkte schlechthin überzeugend. awar ganz bedeutend. Den 773 969 Geburten stehen 793 889 Zodess brüchig gewordenen Ghen wieder zusammengetittet waren. Das " # 1 dt. • prinzips und ohne jedes wichtigtuende und proßende Uebermenschen- Hierauf wurde ein Antrag auf Schluß der Debatte an- graphischen Mitarbeiter" abgedrudten Bedingungen für eine drintum. Es läßt sich nicht bestreiten, daß unsere Volksschule und Bolts- genommen. Die Leitsätze des Referenten Reichstagsabgeordneten gende Notwendigkeit. Die Delegierten übernehmen die Verpflich bildung nicht die Bedeutung und nicht das Ansehen, vor allem nicht Sommer wurden gegen eine erhebliche Minorität en bloc an- tung, in ihren Zahlstellen für den Zusammenschluß mit dem Lithos die Einheitlichkeit besitzt, deren sie unbedingt benötigen. Es genommen. Die Minderheit hatte Leitsäge im Sinne der Aus- graphen- und Steindruckerverband zu wirken. Der Hauptvorstand fehlt der Zusammenhang beider mit der gegebenen Wirklich führungen der Lehrer Scheele- Hamburg und Stettner- Heilbronn ein hat zur Klarstellung der Sache ein aufklärendes Birkular herauszus feit, mit dem Tatsächlichen der Gegenwart in vielen Stücken. gebracht. geben, an welches sich eine Urabstimmung unter den in der VerSchon der Mangel einer flaren, zeitgemäßen, schulgesetzlichen Drd- Für den nächsten Lehrertag überbrachte Regierungsrat Bei- fammlung(§ 24 dce Statuts in neuer Fassung) anwesenden nung des Volksschulwesens in der meisten Bundesstaaten erhöht die geordneter Dominicus Straßburg eine Einladung nach Straß- Mitgliedern anzuschließen hat. Findet der Anschluß die Zus Buntfchedigkeit, Zersplitterung und Verwirrung auf dem Gebiete der Burg, die unter lebhaftem Beifall von der Versammlung an- ftimmung von mindestens 3weidrittel der abstimmenden Mitglieder, Voltsbildung. Hier muß das Reich im Interesse der unbedingt er genommen wurde. so gilt der Zusammenschluß als angenommen, und es ist in diesem forderlichen Konzentration eingreisen, und das kann nur durch eine Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt. Falle der Hauptvorstand des Photographengehilfenverbandes vers mit besonderen Funktionen ausgestattete Reichsbehörde geschehen. pflichtet, auf Grundlage der vereinbarten Bedingungen den Zus Das Bestehen selbständiger Unterrichtsministerien wird dadurch in sammenschluß zu vollziehen. Die oben erwähnte Urabstimmung feiner Weise überflüssig gemacht. Die Sache der Volksschule und muß bis zum 1. Oftober 1908 vollzogen sein." Volksbildung soll nur unabhängig werden von dem Hin- und Herschwanken politischer Meinungen. Diese Reichsschulbehörde hat zunächst die Verschiedenheiten auf dem Gebiete der Schulpflicht zu beseitigen, ferner die Buntscheckigteiten in der Schulentlassung. Auch muß die Beseßungsziffer und die Höchstzahl in den Klassen eine geringere und einheitlichere werden. Die bisherigen Zahlen schwanken bei uns zwischen 50 und 120, während im Auslande als zulässige Höchstziffern 35, 40 und 50 feit Jahren bestehen. Auch in den Organisationsfragen der Boltsschule muß eine größere Einheitlichkeit eintreten, desgleichen auf dem Gebiete des in der Entwickelung begriffenen Fortbildungsschultvefens. Weiter mißte die Behörde tätig sein, um eine größere Sicherheit auf dem Gebiete des Schulrechts herbeizufühen, ebenso auf den Gebieten der Schulaufsicht und der Schulverwaltung. Notwendig ist auch eine gleichmäßige Stegelung des Lehrerprüfungswesens, und schließlich müßte diese Behörde energisch tätig sein, dem Lehrer die staatsbürgerlichen Rechte unbeschränkt zu sichern. Redner hat dem Lehrertrg folgende beiden Leitsätze zur Beschlußfaffung unterbreitet: 1. Das Deutsche Reich ist als nationaler und wirtschaftlicher Einheitsstaat in hervorragender und stetig wachsender Weise an der Weltwirtschaft beteiligt. Die Wahrung, Sicherung und Förde rung dieser bevorzugten Stellung läßt eine gleichmäßigere Regelung und innere organische Verbindung des gesamten Bildungswesens dringend notwendig erscheinen. Als nächste Maßnahme hierfür ist die Errichtung einer Reichsschulbehörde für Boltsbildung und Volksschultvesen zu fordern. 2. a) Als Bermittelung sstelle zwischen den einzelnen Bundesstaaten soll das Reichssc ulamt einen möglichst gleichmäßigen Stand der Volksbildung anstreben. Das soll geschehen durch Verheitlichung der Bestimmungen über Schulpflicht, Schulorganisation und Schulrecht für das Volks- und Fortbildungsschulwesen sowie über die Bildung der Lehrer und deren amtliche und staatsbürger liche Stellung. b) Als Beobachtungs- und Beratungsstelle soll das Reichsschulamt die Zentrale für schulstatistische Untersuchungen bilben; es soll die Erfahrungen des Auslandes für die heimischen Verhältnisse nuzbar machen; es soll die deutschen Schulen im Auslande und in den Schuhgebieten fördern und endlich die wissenschaftlich- pädagogische Arbeit und Forschung durch die Einrichtung eines Reichsschulmuseums beleben. Der deutsche Photographengehilfen- Verband hielt am ersten und zweiten Pfingsttag in Berlin seine fiebente ordentliche Delegiertenversammlung( Verbandstag) ab. Vertreten waren außer dem Hauptvorstand die Ortsverwaltungen Berlin, Breslau, Chemnitz, Frankfurt a. M., Hannover, Straßburg, Nürn berg, Stuttgart, Starlsruhe. Ferner war die Bereinigung Photographischer Mitarbeiter" Dresoen vertreten, sowie der Verband der Lithographen, Steinbruder und verwandten Berufsgenossen. Die Generalfommission hatte in Joh. Sassenbach einen Vertreter gesandt. Die Verhandlungsleitung wurde Isralowis, Strobel und Gutknecht übertragen. Der gedrudte Geschäftsbericht der Hauptverwaltung( 24. Juli 1906 bis 1. Januar 1908) verweist auf die 1906 eingetretenen Absplitterungen, deren Folge der Zusammenschluß der Leipziger, Dresdener und Münchener Kollegen in der Vereinigung photographischer Mitarbeiter" zu Dresden war. Bei der Spaltung der organisierten Kollegenschaft in mehrere Lager war eine wirksame organisatorische Tätigkeit sehr erschwert. An Zahlellen waren zur Zeit des Delegiertentags 1906 13 vorhanden, Ende 1907 nur 12; Mitglieder damals 561, jezt nur zirka 380. Ohne die Vorgänge 1906 wäre der Verband nicht nur stabil geblieben, sondern wahrscheinlich gewachsen. Als erfreulich ist hervorzuheben, daß ein befferer gewerkschaftlicher Geist Plas gegriffen hat im Verbano. Bu den erstrebten Tarifverträgen ist es nicht gekommen. Die Scharfmacher in den Arbeitgeberorganisationen siegten. Eine Ausnahme machte die Zwangsinnung Hannover, die bezüglich der Ueberstundenbezahlung mit den Gehilfen in Verhandlung trat und ihnen folgende Zugeständnisse machte: Die ersten drei Ueberstunden mit 25 Proz., jede weitere Ueberstunde mit 50 Proz. Aufschlag und die letzten vier Sonntage vor Weihnachten einschließlich der Pflicht stunden mit dem gewöhnlichen Tagesarbeitslohn extra zu bez zahlen. Das Verbandsorgan bewährte sich als eine gute Waffe gegen Angriffe und falsche Verdächtigungen. Einschließlich des vorhandenen Bestandes betrug die Einnahme der Hauptkasse vom 1. Juli 1906 bis zum 31. Dezember 1907 insgesamt 23 987,61 M. Nach Verrechnung aller Ausgaben verblieben am 31. Dezember 1907 als Bestand in der Verbandskasse 3547 31 M., im Reservefonds 2571,28 Mt., im Kampffonds 575,87 M. Nach der noch vorgelegten Abrechnung des 1. Quartals 1908 betrug am 31. März der Bestand der Verbandskaffe 2984,05 M., der Reservefonds 2640,42 M., der Stampffonds 714,15, M. Die Abgeordneten der Vereinigung photographischer Mit arbeiter Dresden", die als Nichtmitglieder des Verbandes nur bes ratende Stimme hatten, erklärten zu Protokoll ebenfalls ihre 3ustimmung zu der Resolution. Angenommen wurde der Antrag des Hauptvorstandes, bie Verhandlungen mit der Vereinigung photographischer Mitarbeiter Dresden" zur Wiedervereinigung zu akzeptieren und die Wiedervereinigung unter den nachstehenden Bedingungen zu beschließen: 1. Die Mitglieder der Dresdener Vereinigung photographischer Mitarbeiter treten geschlossen in den Deutschen Photographengehilfenverband ein. 2. Das am Tage des Eintritts vorhandene Vermögen der Dresdener Vereinigung photographischer Mitarbeiter fällt der Kasse des Deutschen Photographengehilfenverbands zu. 3. Der Deutsche Photographengehilfenverband übernimmt für die übergetretenen Mitglieder alle Pflichten, die der Deutsche Photographengehilfenverband auch für seine Mitglieder zu erfüllen hat. Die beiden Delegierten der Dresdener Vereinigung erklärten fich ihrerseits mit dem Beschlusse einverstanden und versprachen, in ber demnächst stattfindenden Generalversammlung der Vereinigung Dresden dahin zu wirken, daß der Wiederanschluß der Vereinigung an den Verband beschlossen werde. Zur Annahme gelangte folgende Resolution: Im Falle, daß der Anschluß an den Lithographen- und Steindruderverband nicht zustande fommt, ist innerhalb eines Bierteljahrs nach der Urabftimmung ein neuer Delegiertentag anzuberaumen." Es wurden dann einige Anträge erledigt, andere zurüdgestellt, wozu, nach einer Besprechung der Sache, folgende Resolution angenommen wurde:" In der Vorausseßung, daß im Oktober des Jahres der Anschluß an den Berband der Steindrucker und Lithographen vollzogen wird, erachtet es der 7. Delegiertentag für unnötig, die Anträge betreffs der Beitrags- und Unterstübungsleistung zu beraten, und beschließt, sie zurüdzulegen. Der Delegiertentag ist der Ansicht, daß, wenn der Anschluß nicht zustande kommt, eine grundlegende Aenderung des Statuts vorzunehmen ist, mit welcher grundlegende Aenderung des Statuts vorzunehmen ist, mit welcher Bur Frage der Sonntagsruhe wurde nach einem Referat fich dann doch ein neuer Delegiertentag zu beschäftigen hat." Sänteins und furzer Debatte folgende Resolution angenommen: " Infolge der Tatsache, daß die landesgesehlichen Bestimmungen und ortspolizeilichen Verfügungen bezüglich der Sonntagsruhe eines teils überhaupt nicht innegehalten, andernteils aber durch scheinbare Teilhaberschaft umgangen werden, und in Erwägung deffen, daß in einer ganzen Reihe von Städten die obligatorische 2 Uhr Sonntagsruhe auch der Ateliers schon eingeführt ist, fordern wir arbeit, sondern der photographischen Ateliers überhaupt, und ver einen reichsgefeßlichen 12 Uhr- Schluß nicht nur der Gehilfenpflichten wir uns, mit allem Nachdruck bei den gesetzgeberischen Störperschaften für denselben zu wirken, damit die Unsicherheit in der Einhaltung der jetzt so verschiedenen Vorschriften, sowie die Besprechung, an der sich außer dem Verbandsvorsitzenden eine AnDas Fachschulwesen fand eine gründliche und sachgemäße zahl Delegierter eingehend beteiligten. Es wurde scharfe Kritik an ben bestehenden Zuständen geübt. Der Verbandsvorsitzende änlein gab zu dem GeschäftsIn der Diskussion stimmte Lehrer Scheel- Hamburg der Grfeitigteitsvertrag mit Oesterreich ist noch nicht zustande gekommen. In der Diskussion stimmte Lehrer Scheel- Hamburg der Er- bericht eine Anzahl Erläuterungen und Anregungen. Der Gegen richtung einer Reichsschulbehörde zu: Wir dürfen uns damit aber Der Verbandsvorsitzende ließ sich dann noch über die Schwierig: nicht begnügen, sondern müssen darauf hinwirken, ein Reichsschul- feiten der Agitation aus, die besonders groß in den letzten zwei dem die Durchführung und Befolgung eines solchen Gesezes ob- Jahren gewesen seien. In den zwei Jahren hätte die ganze Tätigfeit darauf gerichtet sein müssen, den Verband zusammenzuhalten. liegen müßte. In diesem Sinne waren auch die ersten Ausführungen Zum Schluß ermahnte er zur Einigkeit und zu regster Mitarbeit große Zahl der Uebertretungen beseitigt wird." des Refernten gehalten, dann aber stoppte er plöglich ab. in der Agitation für den Verband. In der Diskussion über den ( Sehr richtig!) Wir fönnen auch dem Referenten darin nicht folgen, Bericht wurde von Schmidt Dresden betont, daß die Dresdener wenn er fagt, daß das Reichsschulamt einen möglichst gleichmäßigen Stand der Boltsbildung an- Bereinigung auch in den verfloffenen zwei Jahren den Standpunkt der modernen Arbeiterbewegung vertreten habe. streben soll. Wenn das wörtlich genommen werden sollte, fönnte Es folgte der Bericht Hänleins über feine Tätigkeit als das zu einer geistlosen und heillosen Gleich- Redakteur des Photographischen Mitarbeiters", in dem er Herbormacherei führen, au einer öden Schablone.( Sehr hob, daß er namentlich bestrebt gewesen sei, die Kollegen im frei richtig!) Wir fämen dann dahin, daß die vorgeschrittenen Schul- gewerkschaftlichen Sinne zu erziehen. Daneben habe er nach Mögberwaltungen zurüdrevidiert werden müßten. Bir fämen zu einer lichkeit auch Fachliches gebracht. Es entspann sich eine lebhafte Reichsbureaukratie, die lähmend wirfen müßte.( Sehr richtig!) Wir wollen aber feine abfolute und bedingungslose Ueber Diskussion, in der verschiedene Wünsche laut wurden und auch der einstimmung. Wir fordern daher weitgehende Garantien für die Selbst der Verschmelzung des Blattes mit der Wiener Freien Photoverwaltung, damit die vorgeschrittenen Schulverwaltungen in ihren graphenzeitung" erörtert wurde. Außerdem wurde angeregt, daß möglichst von allen Schulen, bie bekannt seien, die Lehrprogramme beschafft und eingeschickt werden möchten, damit der Vorstand das Material bearbeiten und unter feiner Verwertung mit Vorschlägen an die maßgebenden Behörden herantreten könne. Die geübte Stritit erftredte sich auch auf den Letteverein, von dem Sehr( Chemigraph) feststellte, daß er in Streiffällen fogar als Lieferant von Streitbrechern wirke. Die Delegiertenversammlung beschloß mit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse, sich wieder mit einem Beamten zu be gnügen, der Geschäftsführer, Kassierer und Redakteur zu sein hat. Das Gehalt wird auf monatlich 160 M.( statt 150 M.) festgesetzt. Der erste Borsigende soll sein Amt ehrenamtlich verwalten. Als erster Borfißender wird einstimmig Js ralowit gewählt. Bum befoldeten Beamten wird ebenfalls einstimmig änlein gewählt und zum ersten Schriftführer Hannemann. Zum Delegierten für den Gewerkschaftskongreß wurde hän. Iein bestimmt. die allgemeine Frage der Lattik bei Streits und Lohnbewegungen Hierauf folgte eine ebenfalls geschlossene Abendsißung, in der behandelt wurde. Der 7. Bundestag der Arbeiter- Radfahrer. Hauptborstand und Redakteur wurden einstimmig entlastet. Arbeiten nicht behindert werden. Wir fordern weiter, um der Die allgemeine Lage unseres Berufs und Lehrerschaft direkten Einfluß auf das Schulwesen zu sichern, einen beffen Organisation". So lautete der nächste Punkt der Beirat für die Kommunalverwaltungen, dem Vertreter der Lehrer Tagesordnung. Hän lein als Referent schilderte die veränderten fchaft angehören und der eine Art beratende Stimme haben soll. Berhältnisse, welche die Entwickelung im Berufe herbeigeführt hat, Endlich wünschen wir, daß der Wirkungskreis der Reichsschulbehörde und zeigte, wie verheerend jetzt auch im photographischen Berufe nicht auf Volksbildung und Volksschule beschränkt wird, sondern die sinkende allgemeine Konjunktur wirkt. Er wies nach, wie schwer wir fordern, daß dieses Amt das gesamte Schulwesen, aud es sei, wirkungsvoll die Aufgaben durchzuführen, die eine Organi das höhere Echulwesen mitbearbeitet.( Lebhafte Zustimmung.) sation der Photographengehilfen zu erfüllen hat. Die Agitation Am Dienstag fand eine nichtöffentliche Sihung statt. Auf Wir wollen vielmehr eine große nationale Schule. Wenn es wahr fei ebenfalls äußerst schwierig, schon deshalb, weil in den meisten der Tagesordnung standen Beschwerden der Zahlstellen Großist, daß unsere Nation zerrissen ist, daß sich zwei Boltstörper gegen Orten die Zahl der organisationsfähigen Kollegen eine so geringe breitenbach und Kazhütte sowie der Gauleitung für Thüringen. überstehen, die sich nicht mehr verstehen, so hat dazu die sei. Darum müsse man Anschluß zu bekommen suchen an ver- Diese Beschwerden betreffen Differenzen, welche zwischen den beiden scharfe Trennung zwischen Hochschule und Bolts wandte Berufsorganisationen, die schon überall vertreten feien, Bahlstellen und dem Verbandsvorstand bestehen und ihre Ursache schule wesentlich beigetragen.( Lebhafter Beifall.) Es muß gefagt und die Agitation weiter ausbauen mit Hilfe dieser Organisation. barin haben, daß der Verbandsvorstand bei einem drohenden Lohnwerden, daß das Berechtigungswesen einen unheilvollen Krebsschaden Zunächst müsse wieder der Anschluß mit der Dresdener Vereinigung tampfe in einem Falle anderer Meinung war als die betreffenden für die nationale Schule und das nationale Empfinden bedeutet. gefunden werden. Dann aber werde es notwendig sein, sich zu zahlstellenmitglieder. In Großbreitenbach hatte der Vorstand eine Heute ist die Volksschule das Aschenbrödel, das weder Freiheit noch alliieren mit dem Senefelder- Bund( Verband deutscher Litho- verlangte Unterstützung auf Grund des Statuts abgelehnt und Frende genießen darf. Ich bitte daher, die Thesen des Referenten graphen, Steindruder usw.). Dec Senefelder- Bund habe über in Kahhütte hatte er die Zustimmung zu einem Sympathiestreit im Sinne meiner Ausführungen umzuändern.( Lebhafter Beifall.) 200 Bahlstellen. Diese könnten nach jeder Richtung den Interessen aus taltischen Gründen versagt. Lehrer Heemann- Leipzig: Forderungen wie die Errichtung eines der Photographengehilfen nugbar gemacht werden. 3. B. könnten Beschwerden nahm den ganzen Sigungstag in Anspruch. Es 8. Die Verhandlung über diese Reichsschulmuseums und andere find Kleinigkeiten. Das muß die nußbringende Erhebungen über die Verhältnisse der Photographen Reichsbehörde aus sich heraus tun, wenn sie besteht. Wir müßten in den 200 Orten veranstaltet werden, die Agitation in all ben handelte sich nur um interne Angelegenheiten, die für die Deffentlichkeit kein Interesse haben. hier vielmehr feststellen, daß ein Reichsschulamt darüber zu wachen Orten könnte immens erleichtert werden usw. Aber auch ein hat, daß die festgestellten pädagogischen Prinzipien endlich einmal anderer Grund werde es über kurz oder lang notwendig machen. in Deutschland zur Durchführung fommen. Deutschland will doch Die graphischen Berufe griffen ineinander über. In der Rotationsein Stulturstaat sein und hat als solcher Pflichten zu erfüllen. photographie arbeiteten Photographen neben Lithographen usw., Die Tremnung von Kirche und Schule ist notwendig. Die und viele Rotationsphotographen feien schon im Senefelderbund Schule hat nach meiner Meinung die Aufgabe, sittliche Menschen organisiert. Und wenn die Frage heute noch nicht als spruchreif zu erziehen, tonfessionelle Menschen soll die Kirche erziehen. Es angesehen werden sollte, so dürfte sie nicht außer Acht gelassen gibt nun nichts Selbstverständlicheres, als daß die Schule den werden. Vor allem müsse man versuchen, mit Hilfe der Kraft Pädagogen und die Kirche den Theologen überlassen bleibt.( Sehr des Senefelder- Bundes unsere Organisation zu stärken. richtig!) Der Vorsitzende Sillier vom Senefelder- Bund gab ein Bild Lehrer Stettner- Heilbronn: Die Reichsschulbehörde wird nach vom Ausbau und der Entwickelung des Verbandes der Steindruder unserer Meinung nichts anderes fein, als ein zweites und Lithographen usw.( Senefelder Bundes), der jetzt preußisches Stultusministerium. Mit dem schul- 16 500 Mitglieder zählt und durch seine Unterstübungseinrichtungen politischen Geist des preußischen Dreitlaffen eine Stabilität des Mitgliederbestandes erreicht hat, die selbst durch wahlrechts sollen wir durchtränkt werden, und der die Krise nicht erschüttert wird. Er zeigte auch die Vorteile im politischen und firchlichen Reattion follen wir Arbeitsvertrag auf, welche verschiedene fleinere Gruppen( Chemi die Bege ebnen.( Beifall und Widerspruch). Ghe man an die graphen, Kupferdruder usw.) durch ihren Anschluß an den Bund Errichtung der Reichsschulbehörde denken kann, follte man andere bereits erreicht haben. Ausdrücklich hob Redner hervor, daß der Die vielen Schitanierungen der Arbeiter- Radfahrervereine Maßnahmen ergreifen. 23ollen wir eine Hebung und größere Ein- Verband( Senefelder- Bund) selbstverständlich nicht etwa glaube, Sachsens durch die Behörden gipfelten im Jahre 1907 darin, daß heitlichkeit des Schulwesens herbeiführen, so müssen wir uns zu selber Vorteile zu ziehen vom eventuellen Anschluß der Photo- die Chemnizer Polizeibehörde den ganzen Bund als eine politische nächst an die Einzelstaaten wenden, vor allem an die bereits vor- graphen. Nein, man fühle sich vom gewerkschaftlichen Standpunkt Organisation den Bestimmungen des sächsischen Vereinsgefeges zu geschrittenen. Wir in Württemberg haben in den letzten Tagen eine aus einfach moralisch verpflichtet, der fleinen Berufsgruppe der unterwerfen suchte. Darauf beschloß eine Konferenz der GauSchulgejeznovelle bekommen, die zwar einige Vorteile bringt, aber Photographen zu helfen, nachdem von deren Seite die Anregung vorsteher im Oktober zu Leipzig, den Siz des Bundesvorstandes immer noch die Trennung zwischen Volksschule und Hochschule gekommen sei. Allerdings wäre der Anschluß nur möglich bei Fest- von Chemnih nach Offenbach zu verlegen. Auch in Preußen hat aufrecht erhält. Wir württemberger Lehrer dagegen meinen, feßung des Beitrags auf 1,20 M. pro Woche. Die Photographen man der Organisation mancherlei in den Weg zu legen versucht, daß eine einheitliche Gesetzgebung für Voltsschule und Hochschule brauchten auch nicht befürchten, innerhalb des Bundes aufzus besonders in Schlesien, in der Provinz Sachsen, in Westfalen und notwendig ist.( Lebhafte Bustimmung.) hören, als Berufsgruppe zu eriftieren. Gie behielten dort als Be- dem Rheinland. Industrielle tie landwirtschaftliche Unternehmer Reichstagsabgeordneter Kopsch Berlin, mit Beifall begrüßt: rufsgruppe durchaus ihre Selbständigkeit. Es bleibe ihnen das beteiligten sich auch an dieser Heze und suchten gleichsam mit der Deutschland ist kein Einheitsstaat, sondern ein Bundesstaat. Nach Recht der selbständigen Sektionsbildung und Bildung einer Zen- Hungerpeitsche Mitglieder aus dem Bund hinauszutreiben. Alle dem die erste Begeisterung von 1870 erlofchen war, haben die tralfommission zur Pflege besonderer Fachinteressen. Sehr, der die häßlichen Treibereien haben selbstverständlich nicht vermocht, Einzelstaaten ängstlich darüber gewacht, das von ihren Sonder- Vorsitzende der Generalfommission der The migraphen beim die Entwickelung des Bundes zu hemmen. Daß die Berfolgungen rechten und Sonderbestimmungen auch nicht ein Deut verloren Senefelder- Bund, ließ sich ähnlich aus. Der Arbeiter- Radfahrer und ihrer Vereine im Königreich Sachsen gehe und nichts geschehe, was ihre Eigenart irgendwie antasten In einer ausgedehnten Debatte wurde die Frage des An und in jenen preußischen Provingen am ärgften betrieben werden, fönnte. Aber trotz allebem hat die Einigung in Deutschland in den schlusses an den Senefelder- Bund nach allen Richtungen hin benti zeigt sich auch darin, daß die dortigen Gaue am stärksten den Rechtsletzten Jahrzehnten Fortschritte gemacht. Das Wohl des Ganzen liert. Aue Delegierten sprachen sich für den Anschluß aus, nur schuß des Bundes in Anspruch nehmen mußten. steht eben über den Wohl der Einzelstaaten und bricht sich Bahn. über den Zeitpunkt usw. gingen die Meinunger auseinander. Bu dem gedrudten Bericht des Bundesvorstandes geben der Karl Die Reichsschulbehörde ist die Berwirklichung des nationalen Ger Sämtliche Delegierte stimmten folgender Resolution zu: Bundesvorsitzende Fischer der sowie Kassierer dankens auf dem Gebiete des Erziehungswesens. Wenn wir der Die in Berlin am 7. und 8. Juni tagende Delegiertenber. 28. 3immermann, zum Bericht des Bundesausschusses dessen Errichtung einer Reichsschulbehörde zustimmen, dann tragen wir fammlung hält die Angliederung des Photographengehilfen. Obmann Rothe verschiedene Ergänzungen und Erläuterungen. wesentlich zur Vollendung des nationalen Gedankens in Deutschland verbandes an den Verband der Lithographen, Steindruder und Es folgt eine rege Diskussion, die sich im wesentlichen auf innere bei.( Lebhafter Beifall.) verwandten Berufsgenossen auf Grund der in Nr. 21 des Photo. Organisationsverhältnisse bezieht. V Der Bundestag des Arbeiter- Radfahrerbundes wurde am Die Sonnabendabend 6 Uhr im Gewerkschaftshause eröffnet. eigentlichen Verhandlungen begannen am Sonntag, morgens 8 Uhr, mit dem Bericht des Bundesvorstandes. Dazu liegt ein gedruckter Geschäftsbericht vor, der, verbunden mit den Be= richten des Ausschusses, der Breßkommission und der Gauvorsteher, eine 256 Seiten starke Broschüre bildet, der im Vorwärts" bereits besprochen worden ist. Die Auflage des obligatorisch eingeführten Bundesorgans Der Arbeiter- Radfahrer" ist auf über 100 000 Gremplare angewachsen. " In der Nachmittagssigung wird zunächst der Bericht deutschen Arbeiterfänger in der Liedergemeinschaft, deren letter| Wie sich die 1906 erzielten Preise zu denen der Vorjahre ver Der Mandatsprüfungskommission gegeben. Es find 119 Delegierte Stongreß im verflossenen Jahre in Berlin stattgefunden hat und halten, zeigt nachstehende Busammenstellung aus den Amtlichen anwesend. Sämtliche Mandate werden als gültig anerkannt. Als auf dem allseitig der Wunsch nach Schaffung einer straffen, Mitteilungen aus der Abteilung für Forsten usw." für das Jahr 1906 Vertreter der organisierten Arbeiter- Radfahrer Oesterreich 3 leistungsfähigeren Organisationsform laut wurde. Es wurde eine Im ift 3ipfinger aus Wien erschienen. Kommission eingesetzt, die in Gemeinschaft mit dem bisherigen 1896 1897 1898 betrugen die Preise in Mark für das Festmeter Etatsjahre Holz überhaupt Bau- und Nuzholz Brennholz 6,70 10,89 3,91 7,44 11,73 4,19 8,01 12,54 4,32 1899 8,72 18,43 4,49 1900 9,43 14,26 4,90 1901 8,79 13,09 4,89 1902 7,78 12,03 4,35 1903 8,70 12,47 4,30 9,21 13,20 4,48 14,14 4,76 14,72 5,04 1904 1905 1906 9,78 10,11 Bar zur Eine verschuldete Bahn. Aus Toledo wird unterm 9. Juni gemeldet: Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten fegte einen Verwalter für die Wheeling Lake Erie- Bahn ein, die der berschuldet ist. Die genannte Bahn gehört zu dem Gouldschen Trust. American Carwheel Company, wie man behauptet, mit 28 Millionen Zwei Monate Betriebsruhe. fommission berichtet Michael- Leipzig. Die Kommission ist österreichischen und ungarischen Tafelglasfabriken für die Dauer von Für die aus fünf Dirigenten bestehende LiederprüfungsWien, 9. Juni. Infolge schlechter Konjunktur beabsichtigen die geradezu mit Kompositionen überschwemmt worden, die allerdings zwei Monaten den Betrieb vollständig einzustellen. zum großen Teil unseren hohen Anforderungen nicht entsprachen, weil sie von Unberufenen stammten. Immerhin feien auch gute Sachen eingelaufen, die erworben und gedruckt wurden. An den Vereinen, besonders den Dirigenten, läge es nun, die Lieder ordentlich herauszubringen. Aus der Frauenbewegung. Franen als Käuferinnen. Die Ausflüge freisinniger Blätter in das Reich der Spekus lationen über den Ausfall der Wahl am 3. Juni müssen bei den Frauen gemischte Gefühle auslösen. Teils wirken sie belustigend! Stärker aber ist das Empfinden des Etels bor jener Gesellschaft. neue in immer ausschweifenderer Weise gegen Liberalismus und Um der eigenen Sünden Schuld zu verdecken, sündigt man aufs Boltsinteressen. Bu solch niederträchtiger Denunziation, wie die Freifinnige Beitung" in ihrer Blodjämmerlichkeit sich leistete, lassen sich selbst konservative Organe nicht herunter. Brachte das edle Organ es doch fertig, diejenigen Beamten, die nicht blockfreundlich gewählt haben, wohlverstandener Beachtung der Behörden zu empfehlen. Pfui Teufel! " 1 Der folgende Punkt war der Bericht über die Presse. geschäftsführenden Ausschuß die Vorarbeiten zur Neuorganisation Hierzu sprechen zunächst der Redakteur abbé, dann als Ver- erledigen, insbesondere einen Statutenentwurf schaffen sollte. Der treter der Preßkommission Werner. An ihre Referate schließt verflossenen Generalversammlung lag nun ob, das in Berlin befich ebenfalls eine lebhafte Aussprache. Man ist allgemein der gonnene Werk zu vollenden. Meinung, daß im Bundesblatt mehr für allgemeine Aufklärung, Es waren 27 von 33 angeschlossenen Bünden durch 41 Delebesonders auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse, gesorgt gierte bertreten, anwesend waren außerdem 3 Vorſtandsmitglieder werden soll. Die Verhandlungen wurden um 6 Uhr abgebrochen. des Ausschusses, 5 Mitglieder der Statutenberatungsfommission, sowie In der Vormittagssigung am Montag wurden als Gast. Seyfried, Vertreter des Reichsverbandes der zunächst die Verhandlungen über den Punkt Presse zu Ende österreichischen Arbeitergesangvereine. Die Verhandlungen, leitet geführt. Meher Berlin. " Der Wert der Zentralisation für unseren Zunächst erstattete der Obmann Janken- Berlin den Ge= Bund" war der folgende Punkt der Tagesordnung. Hierzu re- schäftsbericht des Ausschusses. Das vergangene GeschäftsJm Etatsjahr 1906 find 11 016 570 Festmeter Holz aus den ferierte der Bundesvorsitzende Karl Fischer. Die Zentrali- jahr stand wie seither noch fein anderes im Zeichen des Strebens preußischen Staatsforsten geschlagen worden. Hiervon wurden 1906 sation, die der Bund seit dem Bundestag zu Erfurt 1904 darstellt, nach neuen Formen, es verursachte Leben und Bewegung selbst 11 011 356 Festmeter und aus dem Bestande des Vorjahres noch gleicht mehr einer Föderation, bei der die einzelnen Vereine noch in den kleinsten Mitgliedschaften. Redner wirft dann einen 7044, zusammen alfo 11 018 400 Festmeter verwertet. Als Geldein großes Maß von Selbständigkeit haben. Es liegen nun historischen. Rückblick auf die Entwickelung der Organisation der ertrag werden 111 423 620 M. oder 10,11 M. für das Festmeter anAnträge vor, die eine straffe Bentralisation nach dem Muster der Arbeiterfänger. Die Liedergemeinschaft wurde 1892 gegründet, gegeben. Von der Holzmasse waren Bau- und Nutbolz 5 770 546 modernen Gewerkschaften zum Ziele haben, aber auch andere, wo- zählte 1893 15 000 Mitglieder, 1894: 19 000, 1896: 23 000, 1899: Festmeter, die 84 960 850 W. oder 14,72 M. für 1 Festmeter ernach die bestehende Form beibehalten werden soll. Der Referent 28 000, 1901: 39 000, 1904: 62 000, stieg bis zum Schlusse des Jahres brachten; auf die übrigen 5 247 854 Festmeter, das Brennholz, entsowie der Bundesvorstand überhaupt sind grundfäßlich für eine 1907 auf 93 000 und dürfte jest 100 000 betragen. Das Flugblatt fielen alfo 26 462 770 oder 5,04 M. für das Festmeter. straffe Bentralisation, jedoch auch dafür, daß, ehe man darüber be- der Liedergemeinschaft, das seit kurzem unter dem Titel" Deutsche Staffe sollen von diesen Geldbeträgen 84 924 517 und 24 472 944, zuschließt, gründlich erwogen wird, welche Vorteile, aber auch welche Arbeiter- Sängerzeitung" erscheint, hat die gleiche erfreuliche Auf- fammen 109 397 461 M. gelangen; die restlichen Summen, beim Nachteile dieser Schritt vielleicht mit sich bringen kann. Bekannt wärtsentwidelung gemacht. 1899 wurden 6000 Exemplare ge- Bau- und Nutgholze 36 333, beim Brennholze 1989 826, zusammen lich sind mehrere der Vereine für politisch erklärt worden, obwohl druckt, jetzt hat die Auflage 65 000 überschritten. Bezüglich ber 2026 159 m. werden für den Tayverlust durch Freiholzabgaben gefie ja durchaus keinen politischen Charakter tragen. Es ist ja sehr Lieferung von Chormaterial hat der Ausschuß möglichst allen rechnet. Die Anteile der einzelnen Regierungsbezirke an diesen fraglich, ob nun unter dem Reichsvereinsgeset in jenen realtio- Wünschen gerecht zu werden versucht. Neuerdings sind eine ganze Bahlen find in der Tabelle auf Seite 3 oben angegeben. närsten Gegenden des Reiches die Verhältnisse besser werden. Wenn Anzahl Volkslieder herausgegeben worden, eine populär geschriebene Krisis in der Textilindustrie. Wegen der geschäftlichen Depression jedoch die Vereine zu Zahlstellen werden, die Mitglieder danach Notenlehre zu verfassen, ist Herr Büttner. Dresden beauftragt. unmittelbar im Bund organisiert sind, wird es vielleicht den Neuanmeldungen sind aus der Provinz Hannover( 18 Vereine mit im Baumwollhandel bleiben die Baumwollspinnereien zu Ashton Landes- oder Ortsbehörden nicht so gut möglich sein, gegen die 1100 Sängern) erfolgt, außerdem haben die bestehenden Bünde under Lyne im Distrikt Lancashire, die nahezu fünf Millionen SpinOrganisation vorzugehen. Da der Bund selbst seinen Sik in gewaltig an Vereinen und Mitgliederzahl zugenommen. Aus einer deln repräsentieren, diese Woche, in einigen Fällen sogar zehn Tage, Offenbach, in einem Bundesstaat hat, wo doch immer noch mehr veranstalteten Statistik ist erwähnenswert, daß die Einführung geschlossen, während sonst die Pfingstfeiertagspause nur zwei Tage Freiheit und Gerechtigkeit vorhanden ist als in einigen anderen des Singens nach Partituren mit 1148 gegen 304 Stimmen ab- dauerte. Bundesstaaten, scheint die Gefahr, daß die Organisation für politisch gelehnt ist. Was die Kassenverhältnisse betrifft, so ist mitzuteilen, erklärt wird und damit ihre jungen Mitglieder verliert, nicht be- daß die Einnahmen 11 481,55 Mt. betrugen; sie sehen sich zudeutend. Dabei ist jedoch zu bedenken, daß die Vereine zu einem ſammen aus 2948,35 Mt. Bestand und 8533,20 Mt. für NotenTeil Vergnügungsvereine sind und es später den Zahlstellen in 8247,13 Mt., so daß ein Kassenbestand von 3234,42 Mt. verbleibt. material und Zeitungen. Die Ausgaben belaufen sich auf Sachsen bei den dort geltenden berzwickten Bestimmungen über die Schmidt Leipzig berichtet für die Kontrollkommission, daß Abhaltung von Vergnügungen vielleicht unmöglich gemacht wird, sich weiter in dieser Hinsicht zu betätigen. Der Redner ist persön- Beschwerden nicht eingegangen feien. lich der Meinung, daß es besser sei, die Durchführung der straffen Zentralisation vorläufig zu bertagen, um erst noch in den Gauen und Bezirken für weitere Aufklärung über die Frage zu sorgen. Diese Auffassung tritt auch in der Diskussion überwiegend hervor. Der Referent bemerkt in seinem Schlußwort unter anderem, es müsse auch erst in der Arbeiterschaft dafür gesorgt werden, daß die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer straffen Zentrali fation für die Arbeiter- Radfahrer mehr als bis jeßt Eingang findet. Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahmen die ErDie Abstimmung über die hierzu vorliegenden Anträge wird örterungen über die Re organisation und den Statutentwurf vertagt, um den in Kommissionen tätigen Mitgliedern Gelegenheit und die gestellten Abänderungsanträge ein. Referent hierzu war zu geben, daran teilzunehmen. Darauf wird eine Kommission& Iladung- Frankfurt a. M. Nach dem Entwurf find nicht mehr von 5 Mitgliedern gewählt, die über die die Beiträge und die bisherigen einzelnen Bünde als Mitglieder des Gesamtbundes Unterstützungen betreffenden Anträge beraten soll. Die Umwandlung des Bundes in eine straffe Zentralisation Bezirken zusammengefaßt werden sollen. Den Gauen soll ein gedacht, sondern die einzelnen Vereine, die dann in Gauen und wird mit 66 gegen 58 Stimmen abgelehnt. Jedoch werden hierzu möglichst weitgehendes Bestimmungsrecht über das Verhältnis zu noch folgende Anträge angenommen:" Es ist dafür zu sorgen, daß den ihnen zugeteilten Vereinen und der Vereine zu ihren Mit sämtliche Bundesvereine nur ein Statut, und zwar das Bundes- gliedern vorbehalten bleiben. Sodann sieht der Entwurf die monatstatut, als maßgebend einführen."" Jeder Delegierte ist ver- fiche statt bisher vierteljährliche Herausgabe der„ Arbeiter- Sängerpflichtet, in seinem Gau dahin zu wirken, daß die Frage der zeitung" vor. Ferner ist eine Vermehrung der herauszugebenden Zentralisation auf das gründlichste erörtert und geklärt wird. Rieder auf 10 bis 12 pro Jahr gedacht. Zur Bewältigung der Gleichzeitig wird diese Frage dem Bundesvorstand zu weiterer dadurch vermehrten Arbeiten ist die Anstellung eines besoldeten Brüfung überwiesen und dieser verpflichtet, bis dahin eventuell Sekretärs und für die Zeitung ein besonderer Redakteur vorein dementsprechendes Statut auszuarbeiten." gesehen. Der Beitrag foll 40 Pf. pro attives Mitglied und Jahr Es wird sodann über verschiedene allgemeine Anträge ber betragen. Dafür sollen Lieder und Beitung ohne weiteres Entgelt handelt. Beschlossen wird, daß das Adressenverzeichnis gauweise geliefert werden; auch sollen die Delegationsfosten zur Generalmit dem Verzeichnis der Einkehrstellen und dem Geschäftsbericht bersammlung hinfort von der Haupttaffe getragen werden. des Bundesvorstandes herzustellen, den Vereinsfunktionären un In der Generaldiskussion über den Entwurf vermißt Wolfe entgeltlich, den Mitgliedern zum Selbstkostenpreise zu liefern ist. Bochum durchschlagende Gründe für die vorgesehene straffere Ferner wird ein Antrag angenommen, wonach es den Bundes- Organisation. Die Erweiterung der Zeitung, die Vermehrung bereinen und den Mitgliedern nicht gestattet ist, Preiskorsos oder der Lieder seien auch bei der bisherigen Form zu erreichen gewesen. Wettrennen zu veranstalten oder daran teilzunehmen. Die Im übrigen wäre die monatliche Ausgabe der Zeitung verfrüht darauf folgenden Anträge beziehen sich meist auf innere Organi- und die Ausgabe von 10-12 Chören gegen bisher 3-4 nicht durch sationsverhältnisse. führbar. Sämtliche übrigen Redner mit Ausnahme der Berliner Am dritten Verhandlungstage steht in der Vor- sprechen sich für die feste Organisation aus. Alle sind aber darüber mittagssigung der Punkt: Der Nuken der Einkaufs- einig, daß 12 Chöre zu viel, und fast ohne Ausnahme widerraten Das Ziel ist auch die Legitimation zu dem Terror. Db man genossenschaft für den Arbeiter Radfahrerbund die Rebner der zwölfmaligen Herausgabe der Zeitung. Des fich über diesen entrüstet oder nicht, kann die Genoffinnen wenig Solidarittä t" zur Beratung. Es handelt sich hierbei um gleichen auch der Einführung des 40% ẞf.- Beitrages. Meyer beeinflussen. In der Entrüstung sehen sie nur Heuchelei! Ist es doch das Fahrradhaus Frischauf" in Berlin, das fein rein Berlin tritt der Meinung der Berliner Delegierten bei, die mit die Gesellschaft, die jetzt berlogenerweise über Terrorismus lamen genossenschaftliches Unternehmen, sondern eine offene Handels- der Bentralisierung nicht die Aufgabe der Selbständigkeit der tiert, die, gestützt auf ihre angemaßte Macht, den Frauen in gesellschaft ist, wie der Referent Lambed ausführt. Als Kor- Bünde gemeint wiffen, auch die Lieder und Zeitungen nicht obli- terroristischer Weise die Staatsbürgerrechte vorenthält, ihnen aber referent spricht Heinrich- Hamburg. Er bezeichnet die Gesell- gatorisch eingeführt wissen wollen. Bietschmann- Dresden ist schaft als ein privattapitalistisches Unternehmen und spricht für derselben Ansicht. Hauer- Magdeburg und Kilian- Kassel staatsbürgerliche Laften ganz unbedenklich aufbürdet. Ist das keine ftritte Trennung des Bundes vom Geschäft. empfehlen, die Beitragspflicht auch auf die passiven Mitglieder Bergewaltigung, die zur Gegenwehr berechtigt? Und weiter! Als Mit der ganzen Frage hat sich in langen Sizungen eine be- auszudehnen, den Beitrag aber niedriger zu bemessen, und auf diese selbstverständliches Recht der respektiven Verwaltungen hat man es fondere Kommission befaßt. Als Vertreter der Kommission be. Weise den Frauen, und gemischten Chören Erleichterungen zu bezeichnet, daß Arbeiter und Angestellte in Staatsbetrieben, die richten Göbel- Rüsselsheim und Hartmann- Rudolstadt über verschaffen. In namentlicher Abstimmung wird mit 31 von sozialdemokratische Gesinnung befunden, gemaßregelt werden. Ja, man deren Arbeiten und Vorschläge. Die Kommission empfiehlt folgende 47 Stimmen der Beitrag pro aftives Mitglied und Jahr auf entblödet sich nicht, solche Maßregelungen als Pflicht der AufsichtsResolution: 30 Pf., für weibliche Mitglieder auf 15 Pf. festgesetzt. Dafür wird " Der Bundestag erkennt an, daß der gemeinsame oder in die Beitung sechsmal pro Jahr erscheinen und es werden 5-6 Chöre organe zu bezeichnen. Und das Unternehmertum hat die Verrufs eigener Regie betriebene Ankauf von Radfahrer- Bedarfsartikeln geliefert. Auch die Delegationstoften trägt die Hauptkasse. Im erklärung solcher Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich mißliebig für die Mitglieder des Bundes von Nußen ist. Da es sich zurzeit übrigen wird der Entwurf des Statuts nach ausgiebiger Dis- machen, in ein System gebracht, den Terrorismus auf breiter Grundaber nicht empfiehlt, ein solches Geschäft in eigene Regie zu über- tussion und nach Vornahme Vornahme geringer geringer Acnderungen an- lage organisiert. nehmen und bei Gründung einer Genossenschaft der Verkauf laut genommen. Gesetz auf die Mitglieder allein beschränkt werden müßte, be- Die auf die Gaueinteilung bezüglichen Anträge werden schließt der Bundestag die Beteiligung des Bundes an der offenen dem Vorstand und der Kontrollkommission zur Erledigung überHandelsgesellschaft Fahrradhaus Frischauf" in Berlin unter wiesen. Eine lebhafte Debatte entspinnt sich über die Frage, ob nachfolgenden Bedingungen gutzuheißen. nach Ausbau des Liederverlags des Bundes weiterhin die Gaue Diese Resolution wird vom Bundestag in namentlicher Ab- noch das Recht haben sollen, von ihnen herausgegebene Lieder an ftimmung mit allen Stimmen angenommen, bei einer Stimm- andere Gaue oder Vereine zu verkaufen. Ein Antrag von Kassel, enthaltung, die der betreffende Delegierte damit begründet, daß der die Frage verneint, wird mit großer Mehrheit angenommen. er nicht an den betreffenden Verhandlungen über diese Sache teil- Als Sitz des Bundesvorstandes wird wieder Berlin bestimmt, nehmen konnte. Eine vom Ortsverein Berlin zu wählende Kom- als Borsigender Meyer- Berlin, als mission wird zur Kontrolle der Geschäftsführung der Gesellschaft Kaiser- Berlin gewählt. Der Sitz der Kontrollkommission ver eingesetzt. Der Gesellschaft fann unter bestimmten Boraus- bleibt in Leipzig. Die nächste Generalversammlung ist 1911 setzungen und auf Antrag der Kontrollkommission vom 1. Januar in Stuttgart. 1909 ab bis zu einem Drittel des verfügbaren Bundesvermögens, Die Stellung des Bundes zur Tantiemenfrage wird jedoch nicht über 15 000 M., zur Verfügung gestellt werden. Den durch folgende von Schmidt- Leipzig eingebrachte Resolution Bundesmitgliedern wird beim Anlauf von Rädern, Nähmaschinen festgelegt: und Wollwaren ein Rabatt von 10 Proz. gewährt. Die Gesellschaft" Die Generalversammlung würdigt die Bestrebungen der Tonist verpflichtet, zu den Bundestagen einen Vertreter zu entfenden, feber, von ihrem geistigen Eigentum möglichsten Nußen zu ziehen. der über die Lage des Geschäfts zu berichten hat. Sie erklärt aber den Weg für verfehlt, dies durch eine AufführungsIn der Nachmittagssigung wird zunächst das Ergebnis ſteuer zu erreichen und gibt den Tonsegern anheim, ihre Rechte der Wahl der Kontrollfommission befannt gegeben; gewählt sind: und Ansprüche in erster Linie gegenüber den Verlegern geltend Das mag den Gegnern unangenehm sein, sie haben nun mit artmann- Rudolstadt, Sachs. Frantfurt a. M. und zu machen. Die Versammlung berpflichtet die Vereine, die Ton- der Tatsache zu rechnen. Wollen sie die Voraussetzungen nicht wegFrahnert- Magdeburg; als Grfaßmänner: Göbel- Rüffel- febergenossenschaft nicht zu unterſtüßen und keine steuerpflichtigen räumen, dann werden sie erfahren, daß sie der Genoffinnen Bähigheim, Traue Leipzig und Schurz- Neugersdorf. Werte aufzuführen. Die Bundesleitung wird verpflichtet, eine Hierauf wird der Bericht der Beschwerdekommission entgegen Auskunftsstelle zu errichten und durch Herausgabe eines Verzeich- feit in Verfolg eines einmal gesteckten Zieles noch nicht zu würdigen genommen und über die einzelnen Sachen, die ihr vorlagen, ent- niffes tantiemenfreier Verleger und Komponisten die Vereine in wissen. Solange das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht für schieden. Nach Erledigung dieses Punttes werden dem Bundes- ihren Bestrebungen zu unterstützen." vorsitzenden und dem Bundestaffierer für ihre zweijährige Tätig Vereine dringend zur Verschmelzung Eine weitere angenommene Resolution weist die fleineren beide Geschlechter nicht eingeführt ist, betrachten die Genofsinnen teit Decharge erteilt. Sodann kommen verschiedene Anträge über Chören hin. zu größeren alle Wähler, die sich als Gegner des geforderten Wahlrechts bes die Gaueinteilung des Bundes zur Beratung, wobei einige Mendekannt haben oder noch bekennen werden, als Volksfeinde. Und als rungen beschlossen werden und dem Bundesvorstand eine bessere Gast zur Förderuna internationaler Beziehungen der Arbeiter solchen Leuten nicht freiwillig in Verbindung treten. Händler mit Am Schluß der Verhandlungen forderte der österreichische solche werden sie behandelt, das heißt, die Frauen werden mit Arbeiter- olche Abgrenzung einzelner Gaue und Bezirke anheimgestellt wird. fänger auf. Die Verhandlungen über diesen Punkt werden morgen fortgesetzt. schiefer politischer Nase passen ihnen nicht, sie kaufen dort, wo fie nur gerade Nase sehen. Generalversammlung des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes. Köln, 8. Junt. befoldeter Sekretär Aus Induftrie und Bandel. Holzpreise. Wie alle anderen Rohmaterialien geht auch der Preis für NutzJm hiesigen Boltshause tagte während der Pfingstfeiertage und Brennholz mit der Konjunkturkurve auf und ab. Ein getreues die Generalversammlung des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes. Bild der Schwankungen geben die Erträgnisse des Fistus aus den Bekanntlich bestand bis zum vorigen Jahre die Organisation der I verwerteten Solamaffen aus den vreußischen Staatsforsten. Mehr belustigend wirken die Lamentationen über den sozialdemokratischen Terrorismus, das heißt der so benannten Waffe, mit der die Genofsinnen im Wahlkampf operiert haben. Wie angenommen werden darf, mit einigem Erfolg. Aber, um fein Mißverständnis aufkommen zu lassen, und obwohl die Frauen gar nicht gesonnen find, aus unangebrachter Bescheidenheit Verdienste für erzielte Erfolge abzulehnen, müssen wir doch sagen: der sogenannte Terrorismus spielte bei dieser Wahl erst eine nur untergeordnete Bedeutung. Aber die Genoffinnen haben die Abficht, die Waffe für die Zukunft zu schärfen und nachdrücklicher zu gebrauchen, bis das Siel erreicht ist. Jedem Unternehmer steht es frei, zu entscheiden, mit wem er zufammen arbeiten will, wie auch umgekehrt die Entscheidung frei steht. Der Arbeiter kann fündigen, wenn ihm die Nase des Unternehmers nicht gefällt! Das Recht beruht auf Gegenseitigkeit! Mit folchen Argumenten sucht man den aus traffem Eigennuß geborenen Terrorismus harmlos zu interpretieren. Die Genofsinnen müßten noch dümmer fein, als sie bescheiden sind, wollten auf solchen plumpen Schwindel sie hereinfallen. Hat das private und staatliche Unternehmertum das Recht, die Auswahl der Arbeiter nach bestimmten Gesichtspunkten zu vollziehen, dann haben die Arbeiterinnen als Käuferinnen in noch höherem Maße die Freiheit, kaufen zu dürfen - wo sie wollen. Der Staat und das Unternehmertum begünstigen Arbeiter, die für gelbe Gewerkschaften schwärmen, sich hurra patriotisch und streitbrecherisch hervortun. Ist das einwandfrei? Dann ist es mindestens auch einwandfrei, wenn die Genoffinnen nur noch für solche Händler Sympathie haben, die sich als Gegner des Dreillassenwahlrechts und der Rechtlosigkeit der Frauen erklären. Versammlungen Veranstaltungen. Berlin. Montag, den 15. Juni, abends 8%, Uhr, in den Armine Hallen, Kommandantenstraße 58/59: Kunstabend. Gäste will tommen. Steglit. Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr, bei Wabrendorf. Schloßstraße 117: Vortrag. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm 4 Waschstoff- Tage Meter Musselin Baumwolle Meter 30, mit Bordüre 45 Pl. Musselin Reine Wolle......... Meter cates Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Weiss Batist à jour Meter 45 PL. 55L Zephyr aparte Streifen Meter 33,50 PL. 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Gursch, Grünerweg 46. Treptow: 245/2 R. Gramenz, Stiefbolzstr. 412. Reinickendorf: Nr. 133. 25. Jahrgang. Ap 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 10. Juni 1908. die Parteigenoffen Berlins! Heute, am 10. Juni, finden die Stichwahlen für alle Bezirke statt, in denen sich am 3. Juni keine Mehrheit für die Wahlmänner ergeben hat. Nach den neuesten Ermittelungen fehlen uns in den Bezirken Berlin XII und Rigdorf- Schöneberg noch eine fleine Zahl, um die absolute Majorität aller Wahlmänner zu erreichen. In allen Bezirken Groß- Berlins ist es unbedingt notwendig, bei den heutigen Stichwahlen auf dem Posten zu sein, da die gewählten Wahlmänner für die ganze Legislaturperiode, also für volle fünf Jahre, im Amte bleiben und sowohl jetzt wie auch später jede Wahlmannsstimme zählt. Berliner Nachrichten. Prunk und Verschwendung. Kräfte nach dem Zentral- Wahlbureau( Hoppe) zu schicken, damit von dieser Stelle aus diejenigen Bezirke Hilfe erlangen können, die etwa derselben bedürfen. Es ist Pflicht unserer Parteigenossen, alles daran zu sehen, um unseren Wahlmännern zum Das Wahlkomitee. Siege zu verhelfen. Wir nähern uns einer Zeit à la Ludwig XIV., einer Zeit fast Schöneberg. Parteigenossen! Noch einmal gilt es zu krankhafter Verschwendungssucht, in der die Reichgeborenen und den Stichwahlen tätig zu sein. Wenn hier jeder seine Schuldig- Reichgewordenen kaum wissen, was sie mit all ihrem Gelde feit tut, dann ist der Kreis unser. In allen drei Abteilungen anfangen sollen. Innerlich hohl und von Egoismus durchsind wir in aussichtsvoller Stichwahl, ein kräftiger Ansturm fault, ohne jede Ahnung eines tieferen Lebensinhaltes, existiert und wir haben den Gegner besiegt. diese Welt, die auch so ein Stück Halbwelt ist, nur für die In der 1. Abteilung wird gewählt von 1-2 Uhr in den äußeren Formen des Lebens, bewegen sich alle ihre Bedanken um Puz und Prunt, um Vergnügungen und Triumphe der Bezirken 45, 49, 63, 70, 75, 82. In der 2. Abteilung von 2 Uhr bis 3 Uhr 30 Minuten Eitelkeit. Vor einigen Tagen, noch zur Zeit des königlichen in den Bezirken: 11, 25, 36, 47, 51, 57, 65, 67, 68, 73, Schwedenbesuches, wurde im Garten des Reichskanzlerpalais 74, 77. ein„ Hutkonkurrenzfest" abgehalten. Diejenigen Damen der Die 3. Abteilung wählt von 4 Uhr bis 8 Uhr in den Gesellschaft", welche den prächtigsten, natürlich ein kleines Bezirken: 1, 6, 8, 9, 10, 13, 14, 16, 17, 18, 21, 34, 43, 72, Vermögen kostenden Sommerhut als horizontales Wagenrad Darum, Genossen, Manu für Mann zur Stichwahl. 83, 84, 86, 87, 88, 89, 90. auf dem geiftvollen Haupte trugen, sollten mit wertRüttelt alle Wähler, welche am 3. Juni fehlten, auf, Ein jeder Wähler muß vor Schluß der angesetzten Wahl- vollen Geschenken Geschenken prämiiert werden. Wohlverstanden wenigstens heute, am 10. Juni, die solidarischen Pflichten zeit gewählt haben, sonst geht er seines Wahlrechtes verlustig. nicht die Bukmacherinnen, sondern die Trägerinnen der gegen ihre Arbeitsbrüder zu erfüllen und für die Wahl sozial- Als Legitimation gilt die vom Magistrat vor der Hauptwahl Hutungeheuer. Damit das Moment der Verschwendung und demokratischer Wahlmänner einzutreten. zugesteйte Starte, außerdem Invalidenkarte, Steuerzettel, Brunfsucht nicht gar zu sehr hervortrete, hatte man dem Feſte Die Wahlen sind für die 12 Bezirke Berlins und für Nixdorf Mietskontrakt, Militärpapiere. Soweit alle, die bereit sind das Mäntelchen der Wohltätigkeit und des Tierschutzes umwie folgt festgesetzt: mitzuarbeiten, in den Bezirken nicht verteilt sind, wollen diese gehängt. Es war angeblich zugunsten der Vereine FrauenVogelschutz ver die 2. Abteilung wählt in der Zeit von vormittags 9 bis sich zu W. Kuschke, Meininger Str. 8 bemühen. Jeder, der hilfe, Marienheim und Internationaler die 2. Abteilung wählt in der Zeit von vormittags 9 bis nur das geringste Interesse hat, daß dieses Wahlsystem be- anstaltet, in deren Kassen aber wahrscheinlich noch nicht mal mittags 12 Uhr, alsdann folgt soviel geflossen sein wird, als ein einziges der prunkvollen die 1. Abteilung von nachmittags 1 bis 2 Uhr und feitigt werden muß, der tue seine Pflicht und Schuldigkeit. Das Wahlkomitee, Meininger Str. 8, Amt VI, 6733. Hutwunder gekostet hat. Was allenfalls übrig bleibt von den großen Unkosten, wirft man der Armut vor die Füße. Das Teltow. find genau diefelben Gesellschaftskreise, die sich in Nizza und Monte Carlo gar kein Gewissen daraus machen, bloß zur Vefriedigung ihres Vergnügungsfizels in einer Stunde Hunderte von Tauben wegzuknallen, eine moderne Stulturfitte, mit deren Wohltätigkeitsmäßchen. Erfolgen" sie sich ebenso brüsten, wie mit ihren oberfaulen Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie! gulegt die 3. Abteilung, welche von nachmittags 3 bis abends 8 Uhr das Stimmrecht ausübt. Daß kein Genosse bei der Abstimmung fehlt, ist selbstverständlich, wir erwarten jedoch von allen unseren Anhängern, soweit es ihnen irgend möglich ist, sich am Wahltage persönlich in den Dienst der Agitation zu stellen. Die Bureaus der Partei befinden sich diesmal: 1. Landtagswahlkreis bei August Wiemers, Bülowstraße 58, Amt VI 9247. 2. Landtagswahlkreis bei Fränz, Markgrafenstr. 4, Amt IV 9273. 7. Landtagswahlkreis bei Beiersdorf, Elbinger Straße 9, Amt VII 6343. 8. Landtagswahlkreis b. Spät, Georgenkirchstr. 65, Amt VII 1097. 9. Landtagswahlkreis bei Höhnisch, Wichertstr. 3, Amt III 1035 ( Nebenanschluß). 10. Landtagswahlkreis bei Wilke, Brunnenstr. 188, Amt III 4835. 12. Landtagswahlkreis bei Büschel, Thomasiusstr. 18. Amt II 4684. Teltow- Beeskow im„ Voltshaus", Rosinenstr. 3, Amt Charlottenburg 4606. Unter- Bureaus: Rixdorf bei Hoppe, Hermannstr. 48/49, Amt Rigdorf 1015. Schöneberg bei Obst, Meininger Str. 8, Amt VI 6733. Charlottenburg bei Müller, Rosinenstr. 3, Amt CharLottenburg 6366. Da auch bei der Stichwahl schon vormittags eine große Anzahl von Hilfskräften erforderlich ist, so erwarten wir von allen Parteigenossen, daß sie sich von 28 früh an( soweit nicht schon vorher in den Einzelbezirken anders bestimmt ist) in den obenbezeichneten Zentralbureaus einfinden und sich zur Verfügung der Kreisleitung stellen. Wilmersdorf Halensee. Gegen Konservative und Freifinnige stehen wir heute in folgenden Bezirken in der III. Abteilung zur Stichwahl: 8, 5, 6, 10, 11, 13, 19, 27, 28, 35, 38, 39, 40, 42, weise Freifinnigen in Stichwahl in den Bezirken: 4, 7, 8, 9, 14, 16, Die Sozialliberalen stehen mit den Konservativen beziehungs17, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26 in der dritten Abteilung; in der II. Abteilung im 29. und 41. Bezirk. Wir fordern alle sozialdemokratischen Wähler auf, in diesen Bezirken für die sozialliberalen Kandidaten zu stimmen. Jm 1., 2., 20. Bezirk üben wir strengste Stimmenthaltung. Parteigenoffen! Stellt Euch zeitig in den bekannten Lokalen zur notwendigen Schlepparbeit ein. " Von anderswoher, nämlich aus Straßburg im Elsaß, berichten diejenigen Organe, welche im Solde dieser degenerierten Gesellschaft stehen, von einem„ Schirmkonkurrenzfest". Es heißt da wörtlich:" Der im allgemeinen gesund demokratische Zug im Wesen der Bevölkerung und die sparsame Natur des borigen Statthalters hatten zu größeren Festlichkeiten mit höfischem Glanz bisher nicht angeregt." Neuerdings muß das wohl anders geworden sein. Denn es wurden von den In Charlottenburg ist unsere Partei an folgenden Stichwahlen feudalen Besigerinnen etliche, Schirme vorgeführt, die das beteiligt: 1. Urwahlbez. 3. Abt., 2. Urwahlbez. 3. Abt., 4. llrwahlbez. Stück bis zu viertausend Mark gekostet haben. Das nennt 3. bt., 5. Urwahlbez. 3. Abt., 7. Urwahlbez. 3. Abt., 11. Urwahlbez. 3. Abt., 15. Urwahlbez. 3. Abt., 21. Urwahlbez. 2. Abt., 22. Ur- man dann auch Wohltätigkeitszweck und denkt nicht daran, wahlbez. 2. Abt., 24. Urwahlbez. 2. Abt., 27. Urwahlbez. 2. Abt., wie viele, hungrige Mäuler von den verschwendeten Summen 35. Urwahlbez. 3. Abt., 37. Urwahlbez. 3. Abt., 38. Urwahlbez. 3. Abt., sattgemacht werden konnten. Charlottenburg. undirekt zurück89. Urwahlbez. 3. Abt., 48. Urwalбez. 8. Aбt., 46. Urwahlbez. 3. Abt., An dritter Stelle lesen wir, daß die Prunksucht und Ver47. Urwahlbez. 3. Abt., 48. Urwahlbez. 3. Abt., 49. Urwahlbez. 3. Abt., schwendung, welche in neuerer Zeit von den besitzenden Kreisen selbst im Auslande 50. Irwahlbez. 3. Abt., 56. Urwahlbez. 1. Abt., 58. Urwahlbez. 1. Abt., Deutschlands beliebt wird, 62. Urwahlbez. 3. Abt., 63. Urwahlbez. 3 Abt., 66. Urwahlbez. 2. Abt., angenehm auffalle. Darauf wird es 69. Urwahlbez. 3. Abt., 72. Urwahlbez. 3. Abt., 73. Urwahlbez. 3. Abt., geführt, daß" Onkel Eduard" noch immer einen Aus74. Urwahlbez. 3. Abt., 75. Urwahlb. 3. Abt., 90. Urwahlbez. 2. Abt., um fich dem Pflichtbesuch in 91. Urwahlbez. 3. Abt., 100. Urwahlbez. 2. Abt., 104. Urwahlbez weg gefunden habe, 3. Abt., 106. Urwahlbez. 8. abt., 108. Urwahlbea, 8. Abt., 117. Ur- Berlin zu entziehen. Er ist so heißt es da seiner wahlbez. 3. Abt., 118. Urwahlbez. 3. Abt., 121. Urwahlbez. 3. Abt., ganzen Veranlagung nach ein Freund bequemen Verkehrs 3. Abt., 129. Urwahlbez. 3. Abt., 181. Urwahlbez. und Gegner aller geschraubten Förmlichkeiten, er liebt cs 3. Abt., 133. Urwahlbez. 3. Abt., 136. Urwahlbez. 3. Abt., 158. Ur- nicht, gleich einem weißen Elefanten von Siam" durch das wahlbez. 3. Abt., 159. Urwahlbez. 3. Abt., 160. Urwahlbez. 3. Abt., Brandenburger Tor einzuziehen, von städtischen Vertretern, 161. Urwahlbez. 3. Abt., 163. Urwahlbez. 3. Abt., 164. Urwahlbez. 3. Abt., 166. Urwahlbez. 3. Abt., 168. Urwahlbez. 3. Abt., 169. Ur- hundert Ehrenjungfrauen und tausend Schulkindern begrüßt wahlbez. 3. Abt., 170. Urwahlbez. 8. Abt., 172. Urwahlbez. 3. Abt., zu werden. Ebensowenig gefällt ihm das militärische Auf173. Urwahlbez. 3. Abt., 176. Urwahlbez. 3. Abt. gebot und sonstiges Gepränge. In manchen anderen Wir zählen, wie bei der Urwahl, am Vormittag ganz wahl statt. Die Wahlzeit ist für die erste Abteilung von 3-4 Uhr, hafte Ehrenbezeugungen, die für den Gefeierten des Tages mehr Jm 51. Urwahlbezirk findet in der dritten Abteilung eine Ersatz- europäischen Staaten hat man für derartige geräuschvolle, prunkbesonders auf alle diejenigen, welche sich wirtschaftlicher für die zweite Abteilung von 4-5 Uhr, für die dritte Abteilung eine Last als eine Annehmlichkeit bilden, kein rechtes VerSelbständigkeit erfreuen, und hoffen, daß sie im Vereine ständnis mehr. Selbst im Orient ,, wo doch die Wiege des mit den anderen Genossen, welche sich bei freiwilliger oder Die Parteigenoffen werden dringend ersucht, nur für die von Byzantinismus gestanden hat, tommt man allmählich davon unfreiwilliger Arbeitsruhe in den Dienst der Agitation stellen, unserer Partei in vorstehenden Bezirken aufgestellten Wahlmänner ab. Deutschland aber wird voraussichtlich noch eine ganze die nötigen Wahlarbeiten mit gewohntem Eifer ausführen zu stimmen und sich bei den übrigen Stichwahlen, an denen wir Weile derjenige Staat bleiben, welcher sich mit seinen nicht beteiligt sind, der Stimme zu enthalten. Ferner ersuchen wir in aller Welt Mitgliedsbücher von Partei oder Gewerkschaft die Genossen, sich heute für die Wahlarbeiten zahlreich zur Verfügung Schweifwedeleien vor Hinz und Kunz lächerlich macht. find behufs Legitimation zur Stelle zu bringen. bierhalle Voltshaus", Rosinenstr. 3. Telephon: Amt Charlotten Kollegium angehörte, ist nach furzem, aber schwerem Strankenlager Das Bureau für Charlottenburg ist wieder bei Müller, StehStadtverordneter Adolf Schlöpke, der seit dem Jahre 1906 dem Charlotten- Kollegium burg Nr. 6366. Das Wahlkomitee. in der Nacht zum Sonntag gestorben. Schlöpfe war ein eifriger werden. Auch auf die Mithilfe unserer Genoffinnen rechnen wir. An die Arbeit! Niemand fehle, weder bor. noch nachmittags, der helfend eingreifen kann. Ringen wir mit festem Entschluß und zäher Arbeitsfreudigkeit um den Sieg unserer Sache. Der Zentralvorstand. Achtung! Zwölfter Landtagswahlkreis. Das Zentralbureau befindet sich am 10. Juni bei August Büschel, Thomasiusstr. 18. Tel. 2. II. 4684. Die Parteigenossen, die helfen wollen, werden ersucht, um 7 Uhr vormittags dort zu erscheinen. Parteigenossen, tut Eure Schuldigkeit und tretet an! Bei zäher Arbeit und reger Agitation kann auch der 12. Kreis unser werden. von 5-8 Uhr. zu stellen. " Partei- Angelegenheiten. Achtung! Wie schon mitgeteilt, ist der heutige Zahlabend auf Dienstag, den 16. Juni, verlegt. Der Zentralvorstand. Dritter Landtagswahlkreis. Die Parteigenossen werden dringend ersucht, sich zu den Wahlarbeiten heute Neue Jakobstr. 1 bei Radke und im Lokale Prinzenstr. 88 zahlreich einzufinden. " Verfechter der Haus- und Grundbesitzerinteressen. Angeführte Arbeitslose. Gestern fanden sich vor dem Wahlbureau der Freifsinnigen Volkspartei für den 12. Berliner Landtags wahlkreis, Rathenower und Seidligstraßenede, 100 Arbeitslose ein, die auf vorherige Bestellung des Wahlkomitees beim Arbeitsnachweis in der Gorimannstraße Wahlhelferdienste verrichten sollten. Es war den Leuten gesagt worden, daß sie gestern von 3-6 Uhr arbeiten sollten, wofür sie 2 M. erhielten; für den ganzen Mittwoch waren ihnen 5 M. versprochen. Voraussetzung war noch, daß die Helfer sauber gekleidet sein müssen und mit Reinickendorf- Ost. Parteigenossen! In zwei Bezirken finden Stehkragen zu erscheinen hätten. Die Aermsten hatten sich demheute Stichwahlen statt, und zwar in der 2. Abteilung des 9. Bezirks gemäß so gut es ging in Wichs geworfen und waren pünktlich um ( Wahllokal: Restaurant Sabau, Residenzstraße 124) nachmittags 3 Uhr nachmittags zur Stelle. Von einem Herrn Opitz wurde von 3-4 Uhr, und in der 1. Abteilung des 15. Bezirks( Wahllofal: ihnen aber gesagt, es sei noch nicht so weit, sie möchten um 5 Uhr Wir zählen in allen Kreisen Berlins eine große Anzahl Barteigenossen, die sich zur Wahlarbeit zur Verfügung stellen, treffen aufleute einfanden, die augenscheinlich helfen wollten oder sollten, Restaurant Zur Eisenbahn", Nordbahnstraße, Ecke Provinzstr.). wiederkommen. Weil sich aber inzwischen eine größere Anzahl felbständiger Parteigenossen; es befinden sich in den fich 2 Stunde vor Beginn der Wahl in den Wahllokalen. Organisationen der Partei Tausende von Genossen, deren ½½ Der Vorstand. tamen die Arbeitslosen zu der Ueberzeugung, daß man sie narren Arbeitsverhältnisse es gestatten, daß sie sich noch einen arbeitsfreien Tag leisten, Tausende befinden sich leider außer Arbeit Tempelhof. Der Juni- Bahlabend findet nicht am 10., sondern wollte und nur bestellt hatte für den Fall, daß diese Hilfe ausblicbe. tum alle, alle ihre Schuldigkeit und wirken am Tage der am Dienstag den 16. Juni statt. Wichtiger Angelegenheit halber ist Darin wurden sie bestärkt durch Aeußerungen aus dem Bureau: vollzähliges Erscheinen notwendig. daß man nun Kaufleute genug habe und es wurde darauf gedrängt, Wahl persönlich mit, so wird der Erfolg nicht ausbleiben. Rummelsburg. Zu den heute Mittwoch in der Zeit von nach wenigstens die Nachmittagszeit zu bezahlen. Das wollten aber die mittags 1-4 Uhr stattfindenden Stichwahlen werden die Genossen, Herren Freisinnigen unter Leitung des Herrn Opitz offenbar nicht und sie welche es irgend ermöglichen können, gebeten, sich zur Wahlhilfe im waren darob recht ungehalten. Schließlich verstand man sich dazu, den Rigdorf. Bei den heute in Nixdorf stattfindenden Stich. Lokale von G. Tempel, Alt- Borhagen 56, fpätestens um 12 Uhr Arbeitslosen das Fahrgeld im Betrage von 20 Pf. auszuhändigen, wahlen bitten wir folgendes zu beachten: einfinden zu wollen. Der für den heutigen Abend fällige Zahl- um das" Lumpenpack und Lausepack", wie man sich geschmackvoll abend fällt aus Nach den Beschlüssen der Landeskommission beteiligen in den bekannten Lokalen statt. derselbe findet dafür am Dienstag, den 16. Juni, ausdrückte, wieder los zu werden. Ganze 15 Mann wurden von Der Vorstand. den 100 Bestellten angenommen. Warum bestellten sich die Herren wir uns nur in den Wahlbezirken an der Stichwahl, in denen die von uns aufgestellten Wahlmänner in Frage kommen. Vereinsversammlung findet am 16. Juni im„ Landhaus", Chaussee- schäftigen wollen? Es ist doch einfach unerhört, arme Arbeitsloje Briz- Buckow. Der heutige Bahlabend fällt aus. Die nächste denn eine solche große Anzahl Leute, wenn sie dieselben nicht bes Wir treten auch nur für die von uns aufgestellten WahlWir treten auch nur für die von uns aufgestellten Wahlstraße 97, statt mit der Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. in dieser Weise zum Besten zu haben. männer ein. In Nixdorf kommen nur Gegner in Betracht. 3. Verkündigung des Resultats der Landtagswahl. 4. Verschiedenes. Unsere Wahlmänner der 2. Abteilung befinden sich in Nixdorf in Stichwahl im 4., 11., 20., 21., 24., 29., 31., 82., 33., 47., 68., 69., 92., 93. und in 97. Urwahlbezirk. Das Wahlkomitee. Rigdorf- Schöneberg. In der 1. Abteilung kommen die Urwahlbezirke 5, 6, 12, 18, 26, 28, 63, 88, 94 und 95 in Betracht. Der Vorstand. " Die Kreuzotterplage scheint in diesem Jahre einen besonders Der Vorstand. großen Umfang anzunehmen und sich auf Gebiete zu erstrecken, in Schmargendorf. Heut abend 8%, Uhr findet im Wirtshaus" denen schon seit Jahrzehnten die Giftschlangen als ausgestorben Warnemünder Straße 6 der Zahlabend des Wahlvereins statt, wozu galten. In der Umgebung Berlins tamen bisher Kreuzotiern nur fich alle Genossen einfinden mögen. Gäste, besonders die Landtags- in der Gegend zwischen Tegel und Hermsdorf, im Spandauer Forst wähler, welche für uns ihre Stimme abgegeben haben, find freund und bei Finkenkrug vor. In den Pfingstfeiertagen wurden von Auslichst eingeladen. Der Vorstand. flüglern sowohl in dem Forst zwischen Köpenick und Hirschgarten Spandau. Der Bahlabend fällt heute Mittwoch aus und findet sowie in der Waldung bei Biesenthal Kreuzottern entdeft und getötet. Die Beisiger werden ersucht, unter allen Umständen am nächsten Mittwoch statt. Die Genoffen werden ersucht, der Abrechnung wegen bis zum pünktlich zur Stelle zu sein. Die Wahlleiter haben alle Boften nächsten Zahlabend ihre Bücher in Ordnung zu bringen. im Bezirk wieder gewissenhaft zu besetzen und die überflüssigen Der Vorstand. Die Wahlzeit ist wie bei der Hauptwahl für die 2. Abteilung von 3-12 Uhr vormittags, für die 1. Abteilung von 1-2 Uhr nachmittags. Das neue Märkische Museum wird zum ersten Male am Donnerstag, den 11. Juni, von 11-22 Uhr für das Publitum geöffnet sein, nachdem am Tage vorher die Uebergabe von der BauderwlNwng an die MusemnSverwalwng stattgefunden hat. Die öffentliche Besuchszeit ist vorläufig auf: Sonntag von 11— l'/a Uhr, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 11— Uhr festgesetzt. Dienstags wird ein Eintrittspreis von 50 Pf. erhoben, an anderen genannten Tagen ist der Eintritt frei. Freitags und Sonnabends ist das Museum geschlossen. Ein Heftchen,„Führer durch das Museum" ist für 10 Pf. erhältlich. Uns will scheinen, als ob die Besuchszeiten außerordentlich kurz bemessen sind, speziell die für Sonntags festgesetzten. Die Ber- waltung sollte es sich angelegen sein lassen, eine Ausdehnung der Besichtigungszeit ins Auge zu fassen. Wahlunfug. Verschiedentlich haben wir in den letzten Tagen mitteilen müssen, daß Gegner Personen gegen ihren Willen zu Wahl- männern aufgestellt haben. Besonders aus Rixdorf sind uns ver- schieden? solcher Fälle berichtet worden. Auch in Berlin ist das ge- schehen. So teilt uns der Gastwirt Müller, Prinz-Louis-Ferdinand- Straße 8. mit, daß zu ihm ein Schneidermeister Thiele gekommen sei, um ihn zu fragen, ob er, Müller, bereit sei, als Wahlmann für die Freistnmgen zu fungieren. Obwohl er entschieden abgelehnt habe unter Hinweis darauf, mit den Freisinnigen nichts zu tun zu hoben, sei er wider seinen Willen als Wahlmann aufgestellt worden. heute schickt uns nun der Schneidermeister Thiele folgende Zuschrift: Berlin MV. 7, den S. VI. 08. Löbl. Redaktion de?„Vorwärts". Auf Aufforderung deS Gastwirts Herrn Ernst Müller, Prinz- Louis-Ferdinand-Straße Nr. 8. gebe ich hiermit die Erklärung ab, daß ich Herrn Müller ohne seine direkte Einwilligung zum Wahl- mann der Freisinnigen Partei vorgeschlagen habe. In der Meinung, Herr Müller gehöre der Freisinnigen Partei an, habe ich denselben besucht und ihn darum ersucht, als Wahl« mann unserer Partei zu fungieren. Herr Müller lehnte ab mit der Begründung, sein Geschäft nehme seine Tätigkeit den ganzen Tag in Anspruch, so daß ihm keine Zeit übrigbleibe. Ich möge mich doch zunächst nach einem anderen Wahlmann umsehen. Hätte mir nun Herr Müller erklärt, er müsse zur sozialistischen Partei halten oder er sei Sozialdemokrat, so hätte ich selbstver- ständlich Herrn Müller nicht als Wahlmann aufgestellt. Ergebenst Reinhold Thiele. Schneidermeister. Diese Zuschrift charakterisiert sich von selbst. Zugestanden wird tinter allerlei Ausreden, daß tatsächlich von freisinniger Seite Herr Müller gegen seinen Willen als freisinniger Wahlmann aufgestellt worden ist. Internationale Ballonfahrt. Am Donnerstag, den 11. Juni, finden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballon- ausstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgsäUig birgt und an die angegebene Adresse iosort telegraphisch Nachricht sendet. Beleidigt und erstochen. Ein tragisches Ende nahm ein Pfingstausflug, den die Eheleute Almendinger aus der Schulzendorfer Straße 16 am ersten Feiertag unternommen hatten. Als sie auf dem Heimweg gegen 1 Uhr nachts die Boyenstraße ent- lang gingen, wurde die Frau von dem Lljährigen Mechaniker Hermann Schrecke aus der Bohenstratz« 31 ohne jede Veran- lassung angerempelt. Als sich das Ehepaar eine solche Behandlung verbat, zog Schrecke sein Taschenmesser und stieß es der Frau blitz- schnell in den Hals. Tie Schlagader wurde durchschnitten und ehe. ärztliche Hilfe zur Stelle war, verblutete die Schwerverletzte. Der Täter, der aus Grünberg stammt und schon mehrfach vorbestraft ist, wurde von der Polizei in Haft genominren. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am ersten Pfingst- feiertag, abends%7gWH>:. im Schützenhause Schmargendorf. Dev- 12jährige Schüler, Walter Kühler, Nollendorffstratze 25 wohnhaft, welcher mit seinen Angehörigen im Garten war, kam einer sich bewegenden Personenschaukcl zunahe und wurde durch dieselbe derartig verletzt, daß er sich eine Gehirnerschütterung sowie Quetschung des Nasenbeins zuzog. Die Ueberführung in das Elisabethkrankenhaus Lützowstratze erfolgte sofort. In de« Keller gestürzt. Am ersten Feiertage, nachmittags gegen L'/z Uhr, wollte der 43 Jahre alte Bäckergeselle Ernst Graul nach einer Bierreise seine Wohnung im Ouergebäude des Hauses Kleine Markusftr. 4 aufsuchen. In seinem Zustande lehnte er sich über daS Geländer, verlor das Gleichgewicht und stürzte in den Kellerschacht hinab. Ein herbeigerufener Arzt konstatierte den Tod, worauf die Leiche dem Schauhause zugeführt wurde. Brandlegung in einer Kirche. In der katholischen St. Paulus» kirchs zu Moabit, Waldenserstraße, Ecke Oldenburgerstrahe, ist Montagvormittag, während des Gottesdienstes, Feuer ausgebrochen. Gegen 11?� Uhr spürt« man in den hinteren Räumen einen Brand- geruch. Die Kirche wurde abgesucht, und man fand in dem oberen Teil der Kirche ein angelegtes Feuer. Der Gottesdienst wurde ab- gebrochen, ohne daß einer der Teilnehmer wußte, warum er so früh endete, als plötzlich die Feuerwehr aus der Turmstraße er- schien. Wie sich herausstellte, waren an sieben Stellen unter den Balken Lichter angebunden und unter denselben Sägespähne ge- streut, die mit Petroleum begossen waren. Nach den vorgefundenen Lichtrestern müssen dieselben etwa um 10 Uhr angezündet worden sein. Ter Schaden ist gering. Von dem Täter fehlt jede Spur. Ein Bein abgefahren. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich Montagnachmittag an der Ecke der Dorotheen- und Friedrich- stratze. Als dort der 45jährige Schlosser Wilhelm Bertling aus der Tauroggenerstraße 4 zu Charlottenburg den Hinterperron eines Motorwagens der Linie 14 während der Fahrt besteigen wollte, kam der Mann zu Fall und geriet unter den Anhängewagen. Die rechtsseitigen Räder gingen dem Unglücklichen über das linke Bein und quetschten es förmlich ab. Auch sonst erlitt Bertling schmerzhafte Verletzungen. Er wurde nach der Klinik in der Ziegelstraße geschafft, wo ihm das linke Bein abgenommen werden mußte. Ei» rätselhafter Fall hat sich in der Johannisstraße ereignet. Am Sonnabendabend gegen 6 Uhr mietete ein etwa 35 Jahre alter, anscheinend den besseren Ständen angehörender Mann bei der Zimmer- Vermieterin Franziska L. in der Johannisstraße ein Zimmer für 3 M. unter dem Vorgeben, er wolle erst sehen, wie ihm die Wohnung ge- fiele und dann vielleicht auf längere Zeit mieten. Vorläufig wolle er nur eine Nacht dortbleiben. Der Unbekannte erhielt Haus- und Korridor- schlüssel, verließ die Wohnung und war nachts um 11 Uhr noch nicht wieder zurückgekehrt. Am folgenden Morgen um 8 Uhr betrat die L. das vermietete, nicht verschlossene Zimmer und sah eine nackte Frau, die tot quer über dem Bette lag. Die Kleidungsstücke lagen ordnungsmäßig auf Sofa, Tisch und Chaiselongue. Ein herbei- gerufener Arzt konnte wohl das Ableben, nicht aber die Todes- Ursache feststellen. Spuren von Gewalttätigkeiten ließen sich an der Leiche nicht feststellen. Nach Lage der Sache hat der unbekannte Zimmermieter die Frau, welche später als die 44 Fahre alte Näherin Helene Sch. aus der Brunnenstraße festgestellt werden konnte, mit in sein Zimmer genommen. Dort ist sie anscheinend einem Herzschlage erlegen. Um Unbequemlichkeiten zu entgehen, hat sich der Unbekannte dann heimlich entfernt. Die Leiche ist dem Schauhause zugeführt worden. Ein bedauerlicher Bootsunfall ereignete sich am Pfingstsonntag auf dem W a n n s e e. Unweit des Ruderklubhauses ging ein mit fünf Personen besetztes Boot plötzlich unter. Vier Leute konnten von Schiffern noch rechtzeitig ans Land gezogen werden, dagegen verschwano der fünfte Ruderer, ein Sohn des Zigarren- Händlers Paul Wenzel aus der Ritterstraße 1 in den Fluten. Tie Leiche konnte erst am Pfingstmontag geborgen werden. Beim Barlaufspiel lebensgefährlich verletzt wurde Montag nach- mittags im Treptower Park der 12jährige Schüler Karl Heise auö der Sonntagstraße in Rummelsburg. Auf einem abgegrenzten Teil des Spielplatzes hatte sich eine Gruppe von Barlaufipielern einge- funden, deren Treiben zahlreiche Neugierige zusahen. Unter den letzteren befand sich auch der Schüler H., der über den abgegrenzten Teil des Spielraumes hinausging, um das Spiel besser beobachleu zu können. Hierbei geriet der Kleine in die Lauflinie, als einer der Spieler plötzlich stürzte und so unglücklich fiel, daß er mit dem Kopf gegen den Unterleib des Schülers stieß. Der Knabe brach auf der Stelle besinnungslos zusammen. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, wo er in hoffnungslosem Zu- stände daniederliegt. Das Festkonzert, das die Mitteldeutschen Buchdrucker anläßlich ihres 2. Sängertages hier am Pfingstsonntag im Zirkus Schumann veranstalteten, erfreute sich mit Recht eines er- drückend vollen Hauses. EL beteiligten sich daran zehn Sängerchöre mit 26 Liedern. Gleichwertig wird man kaum alle Kompositionen nennen dürfen; einige bewegten sich schlecht und recht im„Lieder- tafel"stil mit seinen verbrauchten Formen; es ist aber anzuerkennen, daß die einzelnen Gesangsvereinigungen eine ihrer Stimmenzahl konforme Wahl getroffen hatten, wobei allerdings nicht immer der kolossale Zirkusraum in Rechnung gezogen werden konnte. Wenn wir die vom Gesamtchor(zirka achthundert Sänger) präzis und wuchtig vorgetragenen vier sehr bekannten Chöre von M a t t a u s ch(„Liedesweihe"), Scheu(„Morgenzuruf"). Schwab(„Gutenberglied") und U t h m a n n(„Empor zum Licht") gleich herausstellen, so wollen wir uns den Eiuzellcistungen zu- wenden. Da steht nun die„Typographja"- Berlin obenan. Dieser Gesangschor ist nicht nur der stärkste von allen, er gebietet auch über ein ganz respektables Stimmenmaterial von ausgezeichneter Schulung. Er hatte zwei schwierige Stücke gewählt und zwar die grandiose Ballade„ T o t e n v o l k" des Schweizer Komponisten Friedrich Hegar, sowie dessen vor etwa zwei Jahrzehnten vom Badischen Sängerbund preisgekrönten Chor„In den Alpen". Der prachtvolle wuchtig-dramattsche Vortrag des ersten, der kernig-frische des letzteren ließ diese Leistungen, gerade auch vom technischen und künstlerischen Standpunkt, als die bedeutendsten hervortreten. Am nächsten stand der große Massen- chor.Gutenburg"-Leipzig, was Reinheit und dynamische Klangwirkung betrifft. Brillant vorgetragen wurde namentlich die schwierig, aber stark dramatisch gehaltene Tonballade„Die Ab- lösung" von Hütt er,' einem bayerischen Rittmeister a. D., der sich längst als origineller Liederkomponist hoher Wertschätzung erfreut. Vom Dresdener Buchdrucker-Gesangoerein hörten wir Nicodös„Das ist das Meer" und„DiesSpielleute" von Ludwig Thuille, mit rythmischer Klarheit. Mit Balladenqesängen warteten ferner auf: Gesangverein Gutenberg-Halle a. S.(„Der Schmied von Barlt" von Schwendler),. Guten ber g"- Potsdam- Neubabelsberg(„Zwei Landknechtslieder" von Stöber), Liedertafel Gutenberg-Braun schweig(„Zu Schuls im kleinen Friedhof" von Angerer). Hier der Tenor zuweilen knödelnd und forziert, Bässe gut; Vortrag bei allen: rund. Kleinere Aufgaben hatten sich die anderen.Sängerchöre gestellt: Volkslieder und lyrische Tonschöpfungen. Der Gesangverein Guten- berg-Chemnitz, der über Bässe von sonorem Klang verfügt, fiel auf durch seine künstlerisch- diskrete Vortragsweise; namentlich wurde»An einem Bächlein" von W a e l r e n t duftig-zart gegeben. Gutes leisteten: Graphischer Gesangverein- Magdeburg(„Brautfahrt iwHardanger" von Kjerulf), Gesang- vereine Jena und Naumburg(„Heimkehr" von Gelbke), Gesangsgruppe„ G u t e n b e r g"- B u r g b. M.(„Es haben zwei Blümlein geblühet" von Schräder) und Gesangverein. T y p o- grgphla"-Stettin(„Gretula" von Robert Schwalm). Das Publikum bezeigte sein lebhaftes Interesse an allen Darbietungen bis zum Schlußchor von Urhmann, der dem Gesangswetlstreit auch seine akzentuierte Weihe gab._ e. k. Arbeiter-BildungSschule Berlin. Wik erinnern daran, daß heute Mittwoch, den IV. Juni, die letzte Redeübung stattfindet. Der letzte Abend für Nationalökonomie kann dagegen diese Woche nicht abgehalten werden; der endgültige Ersatz- abend wird noch bekannt gegeben werden. Die Saison der Spezialitätcn-Sommertheater ist angebrochen. Die Direkttonen der zahlreichen Sommerbühnen haben sich ihre „Kräfte" ausgewählt, als da sind: Chansonetten, Humoristen, Akrobaten, Zauberlünstler u. a. m. und preisen sie unter hoch- tönenden Namen dem Publikum an. Wollte man alles glauben, was auf den Theaterzetteln steht, gäbe es überall nur„Kräfte ersten Ranges". Etwas Besonderes hat sich das Prater-Theater geleistet, das am Sonnabendabend seine Sommersaison eröffnete. Seine Direktion hat sich der Idee des Metropol-ThcaterS angelehnt und eine große Ausstattungs-Revue in 6 Bildern niit Gesang und Tanz „Die Welt ein Paradies" betitelt auf die Bühne gebracht. Zahlreiche lokale Ereignisse find lose aneinandergereiht zu einem Ganzen ver- einigt. In rascher Reihenfolge ziehen die einzelnen Bilder an uns vorüber: Der Rutsch in die Hölle, Ein Winzerfest in Berlin, Bor dem Brandenburger Tor, Bei der Kartenlegerin, Im Reich« des Neptun und Auf zum Sternenzelt. Wenn wir in Rücksicht ziehen, daß es sich bei der Aufführung nur darum handelt, einige Stunden gut zu unterhalten, so glauben wir, daß diese Absicht trotz mancher sehr minderwertiger Couplets und deplazierter Witze und in manchen Fällen unter dem Durchschnitt stehender Vortragsweise erreicht wird. Bor allem aber kommt das Auge zu seinem Recht, da auf eine gute Ausstattung das Schwer- gewicht gelegt worden ist. Das trifft gleicherweise auf Bühnenausstattung wie auf Kostüme zu. Es dürfte kaum eine Sommer- bühne in Berlin geben, die auf diesem Gebiete dem Pratertheater gleichkommt. Leider wurde der erste Abend durch ein scheußliches Wetter stark beeinträchtigt. ES herrschte eine Kälte, daß viele Be- sucher sich durch Genuß eines heißen Grogs erwärmen mußten, um schließlich einem hereinbrechenden Regen zu weichen. Feuerwehrnachrichten. Am 2. Pfingstfeiertage erfolgte nach- mittags um 6 Uhr ein Alarm nach der Königgrätzer Straße 11, wo der Dachstuhl des Hauses in Flammen stand. Tie Feuerwehr war so schnell zur Stelle, daß der Brand auf den Dachstuhl be- schränkt werden konnte. Abends kam ein großer Wohnungsbrand auf dem Gesundbrunnen, Freienwalder Straße 32, zum Ausbruch. Die Gefahr wurde erst bemerkt, als die Wohnung schon in großer Ausdehnung brannte. Als die Wehr erschien, waren die Treppen- aufgänge schon vollständig verqualmt. Die Feuerwehr mußte deshalb über einen Haken- und über einen Steckleitcrgang vor- gehen, die Fenster einschlagen, Luft machen und in die Fenster ein- steigen. Mit 2 Schlauchleitungen mutzte dann längere Zeit kräftig Wasser gegeben werden, bevor es gelang, den Brand zu löschen. Ueber die Entstehungsursache verlautet, daß der Brand durch Ein- brecher angelegt worden ist. Ferner hatte die Feuerwehr noch zwei Brände auf dem Gesundbrunnen, in der Soldiner Stratze 12 und 18, zu löschen. An der elfteren Stelle brannte ein Stallgebäude und an der letzteren Gardinen, Möbel u. a. Der 11. Zug wurde nach der Schleiermacher Straße 2 gerufen, wo Gesimsstücke vom Dache des großen HauseS herunterzustürzen drohten. Die Feuer- wehr beseitigte die Gefahr. Außerdem hatte die Wehr noch in der Annenstraße 26, Skalitzer Stratze 54, Fischerstratze 5, Annenstr. 40, Weberstratze 35, Kruppstratze 5, Grünauer Stratze 16, Bülowstr. 45, Josephstratze 9. Weddmgstratze 5, Königstratze 21, Sprengelstr. 9 und anderen Stellen zu tun. Radrennen in Spandau. Die am Montag ausgefahrenen Rennen erfreuten sich bei dem guten Wetter eines starken Besuches und boten guten Sport. Der„Große P fi n g st p r e i S ein 100- Kilometer-Rennen, wurde in glänzender Weife von Fritz T h e i l e in 1 Stunde 10 Min. 07 Sek. vor Robl(4600 Meter). Mauß(4700 Meter) und Bruni(10 800 Meter zurück) gewonnen. Theile erlangt schon in der 14. Runde die Führung vor Bruni. der noch sichtlich unter den Folgen seines Sturzes zu leiden schien. Ein- s mal an die Spitze gelangt, hält Theile das ganze Rennen hindmch ein schönes Tempo bei und schlägt Robl überlegen. Letzterer hat seinen zweiten Platz zum Teil dem Mitzgeschick von Mauß zu danken, der lange Zeit an dieser Stelle lag, dann aber durch Motordefekte zurückfiel. Auch Robl hatte unter den Launen seines Motoren zu leiden, denn längere Zeit mußte er hinter einem Ersatz- einsitzer fahren. Bnmi fuhr sehr achtbar und holte gegen Robl und Mauß auf, bis ihn in der 171. Runde daß Miß- geschick trifft; er erleidet Radschaden und stürzt, kann aber das Rennen fortsetzen. In der letzten � Runde hat auch Theile Motorschaden und fährt er ohne Führung durchs Ziel.— Das voraufgegaugene 40 Kilometer- Rennen gewann O. S ch w a b' in 29 Min. 42-/� Sek. vor Erxleben(800 Meter). H. Przyrembel(2300 Meter) und W. Huber(5600 Meter zurück». Vom Beginn des Rennens lag Schwab an der Spitze und hatte als Haugtgegner nur Erxleben, den er erst in der 50. Runde passieren konnte. Dieser hatte wiederum gegen Przyrembel schweren Stand, der sehr achtbar fuhr, während Huber ganz versagte.— In den Fliegerrennen gab es starke Felder und mehrere Freibäder, da der Junenraum noch nicht vom Wasser frei ist. DaS Hauptfahren gewann Peter vor Fechner und Conrad. Im Handicap siegten die Außenseiter T h o m a (150 Meter Vorgabe) vor Richter(170) und Thiemann(150). Das Prämienfahren gewann Peter vor Conrad und Carapezzi. Radrennen zu Treptow. Ein reichhaltigeres Programm wicS der zweite Feiertag auf. Der„Große Preis von Treptow". ein Dauerrennen über 50 Kilometer mit drei Barpreisen in Höhe von 3000 M. wies drei bekannte Fahrer auf, die gewissermaßen Spezialisten der Treptower Bahn find. Demke, Rosenlöcher und A. Stellbrink. Leider versagte Demke infolge seiner am Mittwoch bei einem Sturz erlittenen Verletzungen vollständig, so daß er gar nicht in Bettacht kam. Dagegen fuhr Stellbriuk so vorzüglich, daß er die bestehenden Zeiten für je 10 Kilo- meter der Treptower Bahn, die sogenannten Rekords, bedeutend verbesserte; Roienlöcher zeigte sich seinem Gegner ebenbürtig. Er endete nur 120 Meter hinter Stellbrink, der in 37 Minuten 36�/z Sekunden die 50 Kilometer zurücklegte, während der bisherige Rekord 39 Minuten 24�z Sekunden betrug.— Mit 16 420 Meter Ab- stand endete Demke als Dritter; er war mehrmals nicht im stände seiner Führung zu folgen und kam dadurch immer mehr ins Hinter- treffen.— Ein Vorgabefahren über 1500 Meter(100, 30, 20, 10 M.) wurde von in fünf Vorläufen von 59 Fahrern bestritten. Sieger waren P a w k e<20 Dieter Borgabe) vor Hoffmann(10). Hamann(100) und Petrutat(130).— Im Prämienfahren über 5000 Meter<20, 10, 5, 5 M.) fuhren in zwei Vorläufen 4O Fahrer. Im Endlauf plazierten sich V i e r ck, Birkholz. P. Möller und Fr. Stellbrink.— Der Pfing st preis für Flieger über 1200 Meter(50, 30, 20, 10 M.) brachte nur die Vorläufe, während der Endlauf am Dienstag zur Entscheidung kommen soll. Orgelkonzert. Mittwoch, den 10. Juni, abends IM Uhr. veranstaltet der kgl. Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelkonzert unter Mzt- Wirkung von Frl. Gertrud Mauksch(Sopran), Frl. Eva Reinhold (Alt) und Herrn Kurt E. Wieck(Violine). Orgelkompositioncn von Bach, Neuhoff(Phantasiesonate), und Reger. Der Eintritt ist frei! Der nördliche Damm ber Frankfurter Allee, von der Mögliner- bis zur Friedenstratze wird Kanalisationsarbeiten halber vom 10. Juni ab bis auf weiteres für Führwerke und Reiter gesperrt. Feuer in der Schultheißbrauerei. In der Schultheißbraucrei in der Lichterfelder Straße am Kreuzberg kam am Pfingstmontag- nachmittag ein Brand zum Ausbruch, der die Feuerwehr längere Zeit beschäftigte. Das Feuer wütete bei Ankunft der Löschzüge in einem zweistöckigen massiven Schuppen, der unmittelbar am Tempelhofer Berge liegt und mit Streutorf gefüllt war. Durch ein in der gewölbten Decke des Schuppens angebrachtes Regenrohr hatten die Flammen auch einen Weg nach dem Tachraume ge- funden. Das Dach mit einem kleinen Turm stürzte bald in sich zusammen. Die Wehr mußte mit mehreren Rohren eingreife». um die Gefahr zu beseitigen. Da die Torfballen auseinander- gerissen und einzeln abgelöscht werden mußten, so konnte die Wehr erst gegen abend wieder abrücken. Ueber die Entstehungsursache des Feuers ist noch nichts ermittelt. Vorort- JVaefmebtem Tchöneberg. Maßnahmen der Stadt Schöiieberg zur Bekämpfung der Mikro« sporie(epidemische Haarkrankheit). I. Die Organisation und die Verwaltungsarbeiten liegen in den Händen einer'Magistratskommission, Dieselbe besteht miS drei Magistratsmitgliedern, den, Schulrat. dem Dirigenten der inneren Abteilung des Krankenhauses, dem Kreisarzt, dem Stadtarzt für Wohlfahrtspflege, den beiden ärztlichen Mitgliedern der Stadt- verordnetenveriammlung und dem Vorsitzenden des Acrztevereins. Außerdem wird Geheimrat Professor HiS aus Berlin an den Sitzungen teilnehmen. Vorsitzender der Kommission ist Bürger- meister Blauteiistein. II. Allgemeine Maßnahme der Vorbeugung. 1. Die Eltern aller Schulkinder werden durch einen Aufruf zur Unterstützung der behördlichen Anordnung aufgefordert und zugleich über Wesen und Bedeutuüg der'epidemische» Haarkrankheit auf- geklärt, 2. Aerzte, Kinderinstitute, Barbiere usw. werden auf das epidemische Austreten der Krankheit aufmerksam gemacht und um Mitwirkung bei der Ausrottung der Epidemie gebeten. 3. Ebenso lvird das Polizeipräsidium um Unterstützung aller in Betracht kommenden Maßnahmen ersucht. 4. Die Nachbargemeinden werden von dem Umfange der Epidemie und von den ergriffenen Maßnahmen benachrichtigl. Sie werden ersucht, auch ihrerseits von einem etwaigen Auftteten der Epidemie dem Schöneberger Magistrat Keimt- nis zu geben. III. Spezielle Maßnahmen der Vorbeugung und Ausrottung der Epidemie. 1. Zur Ermittelung aller Erkranlten bezw. Verdächtigen werden sämiliche Schüler der Gemeindeschulen(event. auch die der höheren Schulen) innerhalb weniger Tage von einer genügenden Zahl von mit den Erscheinungen der Krankheit vertrauten Aerzten in der Schule untersucht. 2. Erkrankte und Verdächtige dürfen die Schule nicht besuchen. Elftere werden wo- möglich im Krankenhause isoliert und behandelt, letztere werden im Krankenhause oder, falls erforderlich, in einem besonderen Ambulatorium beobachtet. 3. An diese erste allgemeine Untersuchung schließen sich periodische Untersuchungen in einzelnen Schulen an. 4. Wenn nötig,' sollen die betroffenen Kinder zum Zweck deS Unterrichts in besonderen Schulklassen isoliert werden. 5. Die Eltern werden gebeten, erkrankte oder auf Erkrankung verdächtige Kinder in noch nicht schulpflichtigem Alter event. auch bereits ausgeschulte Kinder) den Aerzten zur Uuter- uchung vorzuführen. 6. Die Klassenräume, in denen kranke Kinder ermittelt werden, ebenso die entsprechenden Wohnungen(und Effekten) sollen desinfiziert werden. 1?. Alle Maßnahmen werden unentgeltlich ausgeführt und haben mit Armenuutersiützung nichts zu tun. V. Die wissenschaftlichen Arbeiten, die Untersuchungen, Beob- achtunq und Behandlung leitet der Dirigeut der inneren Abteilung des städtischen Krankenhauses. Lichtenberg. Nur eine Armenleichr. Die 13 Jahre alte Tochter der w der Frankfurter Chaussee 131 wohnenden Karl Langeschen Eheleute sollte am zweiten Pfingsttogc zur Ruhe bestattet werden. Krankheit und Unglück in der Fannlie zwangen die Eltern der Verstorbenen,' die Armenverwaltung in Anspruch zu nehmen. Alle Wege, die die In- anspruchnahme einer solchen«Wohltat" bedingen, sind gemacht, die Beerdigung ist auf nachmittags 5 Uhr festgesetzt. Der Kirchhofs- inspevor selbst hat die Bescheinigung ausgestellt. Im Verein mit einigen Anverwandten bringen die betrübten Eltern die kleine Leiche zur festgesetzten Zeit auf den Friedhof; besonders schmerzerfüllt, da ja ihr Kind in die„Armenreihe" gebettet werden soll! Kein Hügel soll die Stätte der Ruhe dieser„Armen" zieren! Verwundert sieht der Kirchhofsinspektor dem Transport zu, der- geblich suchen die Eltern die offene Gruft, die ihr Kind aufnehmen soll. Da stellt es sich heraus, daß die Bestellung vergessen ist. Aber der Herr Kirchhofsinspektor weiß Rat.„Na, es ist ja eine Armen- leiche; stellen Sie dieselbe in die Halle; morgen kann gleich eine Gruft gemacht werden." Erst auf das eindringliche Zureden des Leichengefolges und auf den Vorweis der vom Inspektor selbst be- stätigten Anmeldebescheinigung wurde veranlaßt, daß sich endlich vier Arbeiter daran machten, angesichts der Trauernden eine Gruft auszuschachten. Um 6 Uhr anstatt um 5 Uhr ging die Beerdigung von statten. Könnte eine solche„Vergeßlichkeit" oder eine solche Zumutung an die Hinterbliebenen wie in diesem Falle sich auch ereignen, wenn es sich nicht um eine„Armenleiche" handelt? Spandau. Parteigenossen! Der Wahlakt ist für uns erledigt. Sich noch an der Stichwahl der Wahlmänner zu beteiligen, würde Zeit und Geldverschwendung sein. In der ersten Abteilung gaben von 632 eingeschriebenen Wählern 330 ihre Stimme ab. Davon erhielten: Konservative 138, vereinigte Liberale 163, Sozialdemokraten 13, zersplittert 4 Stimmen. Gewählt wurden Wahlmänner: Konservative 56, vereinigte Liberale 27, Sozialdemokraten 0,— Stichwahlen 11. In der zweiten Abteilung gaben von 3553 eingeschriebenen Wählern 2001 ihre Stimme ab. Davon erhielten: Konservative 1057, Vereinigte Liberalen 608, Sozialdemokraten 245. Zentrum 32, zer- splittert 53 Stimmen. Gewählt wurden Wahlmänner: Konser- vative 54, Vereinigte Liberalen 7, Sozialdemokraten 0, Zenttum 0, Stichwahlen 32. In der dritten Abteilung sttmmten von 11 748 eingeschriebenen Wählern 6129. Davon erhielten: Konservative 2330, Vereinigte Liberalen 1445, Sozialdemokraten 1654, Zentrum 280, zersplittert 360 Stimmen. Gewählt wurden Wablmänner: Konservative 22, Vereinigte Liberale 0, Sozialdemokraten 6, Zentrum 0, Sticht wählen 66. Insgesamt wurden Stimmen abgegeben: -..»s-,..«.-«gLf 1. Abteilung 138 169 19 2.. 1057 608 245 3.. 2890 1445 1654 Zentrum 0 82 280 312 1918 3 Abteilungen: Kom Sumnia 3645 2222 und erhielten Wahlmänner in allen servative 132, Vereinigte Liberale 34, Sozialdemokraten 6,"Zentrum 0. An Stichwahlen würden wir beteiligt sein zweimal mit ze 2 Wahl- männern in der 2. Abteilung und 25 mal mit je zwei Wahlmänuern in der 3. Abteilung. Das Durchbringen einiger Wahlmänner ändert an dem Gesamtresultat nichts, eS empfiehlt sich deshalb Stimm- enthaltung.________ Gerichte-Zeitung. Ter Ruhm des Breslaner Hanbabhackers scheint seinem dortigen Kollegen Hermann Schmidt keine Ruhe ge- lassen zu haben. Dieser 28jährige Schutzmann, der seit etwa drei Jahren dem Kommando des Herrn Dr. Bienko unterstellt und bereits beim Militär einmal zu 3 Wochen Mittelarrest verurteilt worden'ist, zierte am Pfingstsonnabend die Anklagebank der l. Breslauer Strafkammer, vor der er sich wegen Körperverletzung in Ausübung seines Amtes und groben Unfugs zu verant- Worten hatte. Schmidt hatte sich am 6. Dezember gleich nach Beendigung seines Dienstes in einem Restaurant eingefunden, und da dort ein Mann mit großem Portemonnaie die Anwesenden freihielt, so hatte Schmidt von 7 bis nach 11 Uhr wacker mitgemacht. Schwer be° zecht begab er sich dann auf den Heimweg. Der Schutzmann be- merkte an einer Straßenecke einen ruhig und harmlos dastehenden Mann, den Eisenbahnschaffner Krause, und er glaubte in ihm einen von jenen Staatsverbrechern zu erkennen, die es gewagt hatten, einen königlich preußischen Schutzmann anzuulken. Laut schrie er über die nächtlich-stille Straße:„Das ist ja auch einer von den Halunken, die mich vorhin belästigt haben!" und bald darauf entflohen als höchster Ausfluß seiner Beamtenbildung die Worte dem Gehege seiner Zähne:„Sie Schwein, werden Sie machen, daß Sie weggehen!" Krause, im Gefühl seiner Unschuld, blieb ruhig stehen. Der Betrunken« ivantte über die Straße auf ihn zu, packte ihn ani Kragen und warf ihn zu Boden. Der noch immer geduldige Eisenbahner— also doch auch wohl ein königlich preußischer Staatsbeamter— stand auf und fragte, was denn der Schutzmann eigentlich von ihm wolle. Er sollte es gleich erfahren. Schmidt zog seinen Säbel und er hätte vielleicht den Kopf des Krause gespalten, wenn dieser nicht schützend den linken Arm davor gehalten hätte, so daß ihm„nur" drei Finger der linken Hand verletzt wurden; Krause war infolgedessen 15 Tage arbeitsunfähig. Wie groß die Betrunkenheit des Schutzmanns war, geht daraus hervor, daß er bei Ausübung seiner Heldentat selbst zu Falle kam und sich dabei mit der eigenen Waffe eine Verletzung des linken Fußes zuzog, ohne es zu merken. Erst auf der Polizeiwache kam es ihm zum Bewußtsein, daß er heftig blutete. Seinen Kollegen band er nun das Märchen auf, er sei unterwegs von mehreren Per- soncn überfallen und mit einam Messer bearbeitet worden. Kein Wort war daran wahr, wohl aber hatte dieser Schutzmann noch eine weitere Anzahl von harmlosen Straßenpaffanten mit der blanken Waffe bedroht, die sich aber durch eilige Flucht retten tonnten. Charakteristisch ist es nun. daß der Polizeipräsident Dr. BienkodenKonflikterhoben hätte, wenn er nicht der Meinung gewesen wäre, Schmidt habe sich bei seinen Exzessen nicht in Ausübung des DienstxS be- f u n d e n. Das kann doch nichts anderes heißen, als daß Dr. Bienko das Vorgehen des Schutzmannes für gerechtfertigt gehalten bätte, wenn dieser zufällig nicht nach Feierabend, sondern im Dienste solch völlig unberechtigten Gebrauch von seiner Waffe ge- macht hätte! Indessen war das Gericht gerade über diesen Punkt anderer Meinung. Es stellte sich auf den Standpunkt des Angeklagten, der selbst zu seiner Verteidigung den Schutz des Vor- liegenö einar dienstlichen Handlung(!) in An- spruch nahm, und erkannte, daß Schmidt durch die Aufforderung an Krause, sich zu entfernen, den Dienst wieder aufge- » o m m e n habe. Der Staatsanwalt hielt ganze fünfzig Mark für eine ausreichende Sühne! Doch das Gericht glaubte, daß trotz Zubilligung mildernder Umstände eine„hohe Geldstrafe" er- forderlich sei, und erkannte auf— einhundert Mark» 00 für die Säbelhauerei und 10 für den groben Unfug!! Wie milde doch Kreslauer Richter sein können? Modernes Recht. In dem kleinen Landstädtchen MörS am Niederrhein fällte daS dortige Schöffengericht vor einigen Tagen ein Urteil, daß zur Em- pörung des gesunden Rechtsempfindens geradezu aufreizt. Eine der größten Zechen am Niederrhein, die dem fromtnen Millionär Haniel gehörende Zeche„Rhrinpreuheu", hat neben an- deren die Gesetze mißachtenden Bestimmungen auch die Prügel- strafe(!) eingeführt. Die Zechenfeucrwehr ist dort mit Gummi- schläuchen ausgerüstet, eigens zu dem Zwecke— wie der unter An- klage der Mißhandlung mittelst gefährliKen Werkzeuges stehende FeuerwehcmSM Kashär Desern» in seiner Verteidigütig bekannte — um sie bei ungebührlichen oder widerspenstigen Benehmen gegen die Arbeiter zu verwenden! Also in aller Form die Prügelstrafe als Zecheneinrichtung I In der Anwendung dieses Mittels war nun aber genannter Feuerwehrmann so weit gegangen, daß der Berg- mann Mataschek, Vater von vier Kindern, neun Wochen lang krank lag und die Sehkraft des einen Auges zum größten Teil einbüßte! Und die Ursache dieser brutalen Mißhandlung? Nach den Angaben des beklagten Feuerwehrmannes sollte Mataschek angetrunken ge- Wesen und der Aufforderung zum Verlassen des Zechenplatzes nicht nachgekommen sein. Etwa zwei Dutzend Zeugen, darunter ein Gendarm und der unmittelbare Vorgesetzte das Mataschek, bekun- deten jedoch eidlich, daß M. nicht betrunken gewesen sei. Mataschek stand auch in seinem vollen Rechte, wenn er der Aufforderung eines xbelicbigen Feuerwehrmannes zum Verlassen des Platzes keine Folge leistete; denn M. wollte seine Arbeitsschicht antreten und mußte den Platz betreten. Außerdem war niemanden bekannt, daß die Feuerwehr gleichzeitig Zechenpolizeidienste zu versehen hat. Lediglich der Sinn der Unterwürfigkeit hatte es bewirkt, daß die Arbeiter sich die Anmaßungen der Feuerwehrleute gefallen lassen, und nur, wenn es gar zu arg wird, muckt hier oder da einer auf. Die meisten gehen, wenn sie glauben, die Zustände nicht mehr er- tragen zu können. Der Feuerwehrmann Deserno hatte also ohne allen Grund und ohne jede moralische oder rechtliche Unterlage den genannten Bergmann in der scheußlichsten Weise verprügelt, so daß miudestens eine mchrmonatliche Gefängnisstrafe zu er- warten stand, neben den Ansprüchen auf Schadenersatz wegen Schädigung an der Gesundheit. Und wie stellte sich nun die Madame Justitia, die doch bekanntlich mit der Binde vor den Augen, ohne Ansehen der Person ihres Amtes waltet, zu diesem brutalen Roheitsakte? Zunächst mußte es schon peinlich berühren, daß der Vorsitzende bei der Bcweisauf nähme nach allen Seiten hin versuchte, herauszubekommen, ob M. nicht doch Wohl betrunken gewesen und ob er nicht doch, wie der Feuerwehrmann behauptete, diesem den Helm vom Kopfe geschlagen habe. Doch bot sich hierfür absolut kein Anhalt. Der Amtsan walt führte dann in seinem Plädoyer aus, es sei durch sämtliche Zeugen erwiesen, daß der Angeklagte Deserno den Hauer Mataschek ohne allen Grund in unverantwortlichster Weise roh mißhandelt habe. Er begreife auch das Verhalten der Zeche„Nheinpreußen" nicht. Nach feiner Ansicht müßte sie ohne Gummischlauch aus- kommen können, den er(der Herr Amtsanwalt) für völlig über flüssig halte!! Erwiesen sei auch, daß der Feuerwehrmann De- serno den Bergmann Mataschek an der rechtmäßigen Ausübung seines Berufes gewaltsam gehindert habe. Wenn Mataschek aüch Oesterreicher sei, so stehe er doch unter deutschem Schutze, er zahle seine Steuern, und niemand habe ein Recht, ihn an der rechtmäßigen Ausübung seiner Arbeit zu hindern. Für die„überaus rohe Tat und das rohe Verhalten" beantrage er eine Strafe von-- 60 Marl!! eventuell für je 5 Mark einen Tag Gefängnis und Tragung der Kosten. Mataschek sei ohne weiteres freizusprechen, da gegen ihn nicht das geringste erwiesen sei. Und nun das Urteil! Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß es„erwiesen" sei, daß Deserno ein„Recht" hatte, den Mataschek vom Zechenplatz z« verweisen!! Deserno habe hierbei allerdings seine Befugnisse überschritten. Von Mataschek sei aber auch„erwiesen", daß er den Befehl zum Verlassen des Zechenplatzes nicht Folge geleistet habe. Wenn Mataschek geglaubt habe, im Rechte zu sein, so hätte er dennoch dem Befehle des Feuerwehrmannes Folge leisten müssen!! Weil er das nicht getan, sei er wegen„Hausfriedensbruch" zu be- strafen!— Und nun diktierte das Gericht dem brutalen Gummi- schlauchhelden der Rheinpreußenzeche— 25 Mark Geldstrafe(II) zu und dem teilweise zum Krüppel geschlagenen Bergmann Ma- taschek 10 Mark. Der Amtsanwalt schlug bei Verkündung des Urteils mit der Hand auf sein Aktenbündel und empört verließen Zuhörer und Zeugen den Gerichtssaal. Aber Klassenjustiz gibt es nicht! Bemerkt sei noch, daß ein Steiger der Zeche„Rheinpreußew als Schöffe mit fungierte, und daß der Betriebsinspektor der Zeche den Mataschek vor dem Termine zur Zurücknahme des Straf antrages zu bewegen versucht hatte, unter Hinweis darauf, daß die Zeche dann für die neun Wochen seines Krankseins den vollen Schichtlohn zahlen wolle. Im Osten das Junkerregiment mit der Reitpeitsche, im Westen das Herrenmenschentum unter dem Schutze des Gummischlauchesl Fürwahr, eine„göttliche" Weltordnung I Mit tränenerstickter Stimme meinte der bis dahin chriftlich-demütige Bergmann beim Verlassen des Gerichtssaales:'Wer ihm jetzt noch einmal etwas von einem gerechten Gott erzählen wolle, deur i verde er•— ins Gesicht spucken l WohlfahrtSwohnnngen. Eine eigenartige Auslegung des Begriffs HauSfriedenSbr u-ch konstruierte das Schöffengericht in Deimern Horst. Der Hilfskassierer der örtlichen Verwaltung des Textilarbeiter Verbandes hatte ein Strafmandat von 10 M. erhalten, weil er trotz eines von einem Beauftragten der Fabrikbesitzer an iha ergangenen Verbotes die Juteftraße und die Häuser derselben betreten halte. Es wurde gerichtliche Entscheidung beantragt. Das Schöffengericht kam zu dem Urteil, es liege Hausfriedensbruch vor. In der Begründung wurde ausgeführt, die Bewohner der Fabrikhäuser hätten dadurch, daß sie eö stillschweigend geschehen ließen, daß von der Fabrikleitung eine Warnungstafel am Eingange der Straße angebracht wurde, nach der das Betreten Unbefugter verboten sei, verwirkt, selbst das Haus recht auszuüben, dieses vielinehr dadurch der Fabrikleitung resp. deren Beauftragten überlassen. Sonnt habe diese das Recht, Personen das Betrelen der Straße und Häuser zu verbieten.--- Gegen dieses Urteil ist natürlich Berufung eingelegt. Vermischtes. Ein trauriges Pfingstfest feierte die Familie des Strommeisters Cadin am Hafen zu Ucckermünde. Cadin war am Abend des ersten Feiertages mit seiner jungen Frau und deren verheirateten Schwester, die aus Rügen zum Besuch in Ucckermünde weilte, in die Stadt gefahren. Nach fröhlich verlebten Stunden kehrten die drei in animierter Stimmung in ihrem Boote nach Hause zurück. Unterwegs— niemand kann die Ursache des traurigen Vorfalles angeben— kenterte das Boot und alle drei Insassen ertranken. Die Frauen hinterlassen beide zwei Kinder in den ersten Lebensjahren. Der Schwager d«S Herrn Cadin, der gestern seine Zirau und die Kinder nach Rügen abholen wollte, mußte einsam mit den beiden mutterlosen Kindern die Rückfahrt antreten. Ei» schweres Eisenbahnunglück. Aus Novara wird unterm 8. Juni telegraphiert: In Roccapietra in der Nähe von Varallo stieß heute nachmittag ein Passagierzug mit einem Güterzuge zusammen. Vier Personen wurden getötet, fünfzig verletzt. Ein Hilfszug mit Aerzten ist abgegangen.— Ein weiteres Telegramm besagt: Novara, 8. Jum. Der von Varalla kommende Personenzug war mit Pilgern besetzt, welche die Kirche der gekrönten Jungfrau besucht hatten. Infolge eineö Maschinendefekts war der Zug im Bahnhof Roccapietra liegen geblieben. Der ankommende Güterzug stieß mit Wucht gegen den letzten Wagen und schob diesen über die anderen. Die, Getöteten Und Vorwnndcten sind sämtlich Italiener aus Varallo und Umgegend. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten sind zwei Männer und zwei Frauen tot, 65 Personen sind verwundet, darunter mehrere schwer.— Eine spätere Mitteilung lautet: Novara, 8. Juni. Die Zahl der bei dem Eisenbahnunglück von Roccapietra Getöteten beträgt bis jetzt 9, nachdem von den 7 Schwer» verwundeten, die nach dem Spital zu Varallo gebracht werden sollten, noch vier auf dem Transport gestorben sind. Zweiund- zwanzig Verwundete wurden in Novara, die übrigen in der Pfarr- tirche zu Roccapietra untergebracht. Ein Hilfszug mit Aerzten und zwei Kompagnien Soldaten, denen sich der Bürgermeister von Novara anschloß, ist nach Roccapietra abgegangen. Ueber eine Familientragödie wird aus Dresden berichtet: Der im Hause Scbnitzer Straße 50 wohnhafte Mechanikergehilfe Alfred Janett hat heute früh seine Frau und seine beiden Kinder erschlagen und sich dann selbst erhängt. Bei der Entdeckung des Verbrechens gaben die Frau und ein Kind noch schwache Lebens- zeichen von sich und wurden nach dem Krankenhause gebracht. Ihr Zustand ist aber hoffnungslos. DaS Motiv zu der Tat ist noch un- bekannt. Entgleist. In der Nähe der Station Singen entgleiste ein Güterzug. Der Lokomotivführer und der Heizer sind tot, ein Schaffner verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend. Nnwetternachrichten. Während der Pfingstfciertage sind über ganz Tirol schwere Unwetter niedergegangen, die großen Schaden verursachten. Drei Lokalbahnen mußten den Verkehr einstellen. Auf der Stubaital- bahn verursachte das Regenwetter einen Dammrutsch, indem bei dem Bahnhof Gerberbach der Bahndamm samt der Stützmauer in 35 Meter Länge auf die Brenner-Straße stürzte; der Verkehr ist auf ungefähr acht Tage unterbrochen. Die Bahn auf den Ritten bei Oberbozen mußte infolge Störung in der elektrischen Kraft- leitung den Verkehr einstellen. Die Bregenzer Waldbahn ist in» folge des gemeldeten Felssturzes gesperrt. Weitere Meldungen besagen: Wien, 7. Juni. Die Stadt Mödling wurde gestern nachmittag von einer furchtbaren Wetter- katastrophe heimgesucht. Ein Wolkenbruch setzte innerhalb einer halben Stunde alle Straßen unter Wasser. Keller- und- Souterrainwohnungen mußten geräumt werden. Durch einer» später niedergehenden Hagelschlag wurden viele Fensterscheiben zertrümmert. Die Schloffen erreichten die Größe einer Wallnuß. Auch in den Weinbergen richtete der Hagel enormen Schaden an, ebenso in den Gärten und an den Obstbäumen.— Innsbruck. 7. Juni. In Bruneck und Auherfern gingen am Sonnabend heftige Unwetter mit Hagel nieder. In Bruncck ist die ganze Ernte ver- nichtet. Die Hagelschlossen lagen stellenweise 20 Zentimeter hoch, viele Wildbäche sind aus den Ufern getreten. Der Schaden ist sehr hoch. In Außerfern ist der Verkehr stellenweise unter- brachen.— Oedenburg. Furchtbare Wolkenbrüche entluden sich gestern und heute über Oedenburg. Durch Blitzschlag wurden mehrere Gebäude in Brand gesetzt.— Wien, 6. Juni. Ueber Wien und Umgegend ging gestern ein schweres Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, nieder, das erheblichen Schaden anrichtete. Einzelne Stratzenteile wurden unter Wasser gesetzt und tiefer gelegene Wohnungen überschwemmt. Besonders arg hauste das Unwetter iim Wientale. Erheblich war der Temperatur- rückgang auf den Berghöhen. In Höhen über 300 Meter traten Frost und Schneefall ein.— Brüx, 6. Juni. Gestern nachmittag ging über Brüx und Umgebung ein schweres, mit Wolkenbruch und Hagelschlag verbundenes Unwetter nieder, dem weite Flächen Getreidesaaten zum Opfer fielen. In Hochenofen wurden zwei Personen durch Blitzschlag getötet. Ein schweres Bootsunglück auf der Jade. Bei der Insel! Wangerooge waren am Freitag Mannschaften vom Strombaurcssort der Werft Wilhelmshaven mit der Ausbesserung der Seezeichen be- schäftigt. Infolge hohen Seeganges schlug das Boot, in dem die Leute zur Peilbarkasse zurückkehrten, um. Fünf der Insassen kann» ten sich an dem Boote festhalten und wurden später von der Bar- lasse gerettet, während die übrigen drei, die Matrosen Miethbaucc aus Wilhelmshaven, Loger aus Großefchn und Kolbe aus Anger- münde, ertranken. Die beiden ersten sind Familienväter. Die Versuche zur Bergung der Leichen sind erfolglos geblieben. Der geistesgestörte Oberst in der Kaserne. Bordeaux, 8. Juni. Der frühere Oberst des 138. Jnfanterie-Regiments in Bellac, Boulcnger, traf am Sonnabend unverhofft in der 5iaserne seines früheren Regiments ein und befahl die sofortige Mobilmachung des Regiments. Es waren bereits verschiedene Kompagnien an- getreten, als man merkte, daß der frühere Oberst geistesgestört war. Verschiedene Offiziere versuchten,. ihn zu beruhigen, aber der Oberst erklärte, er müsse mit seinem Regiment nach Paris, um die Asche Zolas aus dem Pantheon zu entfernen. Ein verheerender Wirbelstnrm wütete am 5. Juni im süd- lichen Nebraska und im nördlichen Kansas. Ein weites Gebiet liegt verwüstet. 21 Menschen wurden getötet. 75 Häuser liegen in Byron, Geneva und anderen Städten in Trümmern, wohin obdachlose Farmer, von Schrecken ergriffen, geflohen waren, um Zuflucht zu finden. In Gladftone(Kolorado) schätzt man die Zahl der nmS Leben Gekommenen auf 23. Im Goldking-Bergwcrk drangen nach einer Explosion schlagender Wetter 34 Bergleute in die Grube, um 3 vermißte Kameraden zu retten. Nur 14 sind zurückgekehrt, die übrigen wurden, wie Man glaubt, von Gaseq überrascht und fanden den Tod. Tozialdemokrati Heute abend 8 Uhr l scher Lese» und DiskutierNub„Heinrich Heine«, ei Bolze, Nodenbergstr. 8. Söltteningsi, verficht vom 9. Juni 1908, morgens 8 Uhr. Swlnemde Hamburg erltn a.M. en Wien Aranss.o Münche Ii L° Ii i o ■tttR 764 SW 765 WSW 765 WRW 767 WSW 767 SW 765 A 3 bedeckt 4 wolkig 3 bedeckt 2 wolkig 5 bedeckt 2 bedeckt Wetterprognose fitr Mittwoch, de» 10. Jnni 1908. Zeilweise aufklarend, vorwiegend trübe mit etwas Regen, mäßigen wessitchen Winden und wenig veränderter Temperatur. »erltner letterbureau. Wafserstands-Rachrichte» der LandeZanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrbureau. Wassersiand Memel, Tilsit Vre g cl, Jniterburg Weichs e l, Thor» Oder, Natibor . Krassen , Frantsurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby . Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandan') . Rathenow') Spree, Spremberg') » Becskow Weser, Münden Minden Rhein, MaximilianSau . Knuö , Köln Neckar, Hellbronn Main, Wertheim Moiel. Trier Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Landsberger Viertel. ( Bezirk 395, Teil II.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Lackierer Johannes Hoefs ( Petersburger Platz 7) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 218/16 Der Vorstand. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, daß unser lang. jähriges Mitglied, der Lackierer Johannes Höfs am 7. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Am Sonntag, den 7. Juni, morgens 7, Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber guter Mann und unser lieber Bater, Sohn und Bruder, der Maurerpolier 25786 Franz Schäde im 44. Lebensjahre. Dies zeigen, um stilles Beileid bittend, tiefbetrübt an Luise Schäde nebst Kindern. Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 11. Juni, nachmittags 4, Uhr, von der Leichen halle des Bartholomäus- Kirchhofes in Weißensee, Fallenberger Weg, aus statt. Todes- Anzeige. Allen Freunden, Genossen und Verwandten die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau und unfere herzensgute Mutter Minna Kohls geb. Liese am 7. Juni nach kurzem, aber schwerem Leiden im 36. Lebensjahre verstorben ist. 25756 Um stilles Beileid bitten Albert Kohls nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 10. Juni, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Virchow- Krankenhauses ( Eingang Sylterstraße) aus statt. Donnerstag, den 11. d. Wis., nach Dr. Simmel mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Zentral Friedhofes ( Friedrichsfelde), aus statt. Um recht rege Beteiligung erfucht 132/7 Der Vorstand. Nachruf. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Am 5. Juni verstarb unser Mitglied Eduard Buchheim Gruppe II. Ehre seinem Andenken! 250/9 Der Vorstand. Deutscher Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Jhr Hut Der jährlich nur einmal stattfindende Inventur- Verkauf bietet diesmal in allen Lagerabteilungen aussergewöhnlich vorteilhafte Gelegenheits- Angebote von Artikeln, welche gänzlich ausverkauft werden sollen oder durch Massenanfertigung in stillerer Zeit angesammelt wurden. In dieser Woche besonders reiche Auslagen von Damen- Leibwäsche und Blusen zu erstaunlich billigen Preisen. Berlin W. Leipzigerstr. 20/21. F. V. 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" Dies zeigen tiefbetrübt an Bitme Agnes Ostertag 25825 nebst Kindern. Hiermit die traurige Mitteilung, daß mein Mann, unser lieber guter Vater, der Steinmet Adolf Wille am Pfingstmontag, d. 8. Juni 1908, morgens 3 Uhr 9 Minuten, nach langem schweren Leiden im Alter bon 44 Jahren, 8 Monaten, drei Tagen aus dem Leben geschieden ist. Die Leiche wird nach dem Stre matorium Jena überführt. 33602 Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Frau Anna Wille nebst Söhnen. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser guter Bater, der Droschten futscher 1 Pack 25 Pl. 3 Pack 65 Pt. ZurRenovierung bereits gefärbter Hüte in gleicher Farbe od. dunkler 1 Pack 35 Pf., 3 Pack 1 M. Fritz Kratz, Berlin N. 39 Reinickendorferstr. 119. In allen Drogerien, Apothek. usw. H.Pfau, Bandagist Jetzt: Dircksenstraße 20 zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Bolizeipräsidium.- Amt VII, 13799. 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Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Stromstraße 35, nach dem Heis lands- Kirchhof, Plößensee, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben unvergeßdie russische Revolution bon A. Ticherewanin. Mit einer Vorrede von H. Roland- Holst und einem Anhang vom Ueberfeger S. Lewitin. Preis brosch. 1,20., geb. 1,50 M., auf befferem Papier 2,- M. Sozialismus und Demokratie in der großen englischen Revolution von Eduard Bernstein. Zweite, durchgesehene, vermehrte und illustrierte Ausgabe. lichen Tochter, Schwester, Schwägerin Breis brosch. 3,50 M., geb. 4, M. und Braut Luise Hänsch sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein Männerchor Union", unseren herzlichsten Dant. 25816 Die trauernden Hinterbliebenen. Expedition des Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 69, Laden. Besuch möglichst schon in den Vormittagsstunden erbeten! 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Die eigentlichen Verhandlungen begannen am Sonntag. Der Generalversammlung liegt ein gedruckter Geschäftsbericht des Vorstandes vor, welcher sich auf die letzten drei Jahre, 1905, 1906 und 1907 erstrect. Der Bericht sagt unter anderem: In den esten beiden Jahren hatte die Porzellanindustrie eine außerge= wöhnlich gute Konjunktur. Dann folgte die Depression. Die HochTonjunttur zeigte für die Arbeiter bezw. deren Organisation erfreuliche Begleiterscheinung: eine Steigerung in der Mitgliederzahl. Gestützt auf die Konjunktur und die gesteigerte Kampffähig feit und angetrieben durch die Verteuerung der Lebensbedürfnisse, bemühten sich die Arbeiter, ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, vielfach mit Erfolg, und zwar teilweise durch Streit. Behauptet tann werden, daß das Erreichte den Steigerungen der an die Arbeiter gestellten Anforderungen nicht entspricht. Andererfeits ging auch das Unternehmertum öfter zum Angriff über und dabei hat es sich gezeigt, daß allzuleicht und allzuoft die Macht der Unternehmer unterschäßt wurde. In den vorigen Berichtszeit( 1902 bis 1905) hatte der Verband 23 Kämpfe zu führen, in der gegentvärtigen Periode waren es 37 und die Zahl der Beteiligten wie die Kosten haben sich ebenfalls gesteigert. Es waren weit mehr Abwehrstreits und Aussperrungen durchzukämpfen, als AngriffsStreits. In der Berichtszeit sind zu verzeichnen: 17 Angriffsstreits, davon 5 mit vollem, 5 mit teilweisem und 7 ohne Erfolg; 17 Abwehrstreiks, davon 4 mit vollem, 4 mit teilweisem und 9 ohne Erfolg; 23 Aussperrungen, davon 3 mit vollem, 5 mit teilweisem und 13 ohne Erfolg, 2 sind noch unerledigt. Der Verband zählte am Schluß des Jahres 1904 8107 männliche und 485 weibliche, zusammen 8592 Mitglieder. Ende 1907 betrug die Zahl 12 753 männliche und 2125 weibliche, zusammen 14 878 Mitglieder. Die Zunahme seit dem Jahre 1904 beträgt demnach 6286 Mitglieder oder 73,16 Prozent. Zietsch, der Redakteur des Verbandsorgans„ Die Ameise" be- verzeichnen gewesen. Die Hoffnungen, welche auf die Gauleitung merkte in seinem Bericht, die Auflage des Blattes sei, entsprechend gesetzt wurden, seien nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. der Mitgliederzahl, von 10 800 auf 17 000 gestiegen. Er habe als An der Diskussion beteiligten sich eine Anzahl von Delegierten Redakteur durchzuführen gesucht, was er auf der vorigen General- aus Thüringen. Sie stimmten den Ausführungen Hoffmanns zu, bersammlung als Aufgabe des Redakteurs bezeichnete: neben der hoben seine rege Tätigkeit hervor und traten dafür ein, daß der Erörterung beruflicher Fragen und Verbandsangelegenheiten habe Gauleiter dauernd angestellt werde. Verbandsvorsizeder das Organ auch für die politische Aufklärung der Mitglieder Sorge Wollmann sagte unter anderem, der Verbandsvorstand halte zu tragen. Der knappe Raum des Blattes, der mit Rücksicht auf es für selbstverständlich, daß der Gauleiter definitiv angestellt die Finanzlage leider nicht vergrößert werden könne, gebiete eine werde. Es sei jedoch nicht zutreffend, daß die Erfolge in Thü gewisse Ginschränkung, so daß manches nicht so, wie es wünschens- ringen allein dem Gauleiter zuzuschreiben seien. Neben den Grwert wäre, behandelt werden konnte. folgen seien übrigens auch Niederlagen zu verzeichnen, die der Die Debatte über den Bericht des Vorstandes war eine sehe Gauleiter in seinem Bericht nicht erwähnt habe. Die bessere Vereingehende. Verschiedenee Redner übten eine oft scharfe Kritik an bindung der Mitglieder mit dem Hauptvorstand, die von der Gaus der Tätigkeit des Vorstandes. Die Kritit richtete sich jedoch nicht leitung erwartet wurde, sei nicht nur nicht eingetreten, sondern gegen die grundsätzliche Haltung des Vorstandes, sondern vielmehr erschwert worden. Die Erfolge Hoffmanns feien zum großen Teile gegen einzelne Handlungen und Unterlassungen der angestellten darauf zurückzuführen, daß er in der Agitation betont habe, sobald Mitglieder desselben. Die Wünsch einzelner Bahlstellen in Bezug die Kollegen im Verbande seien, könnten sie schon nach kurzer Zeit auf Agitation, Unterstützungen und ähnliche Dinge, welche Mei- durch einen Streit ihre Lage verbessern. Diese Taktik sei für die nungsverschiedenheiten zwischen Zahlstellenverwaltungen und Vor- Gesamtorganisation schädlich, ja sie müßte schließlich zum Vanfrott stand hervorgerufen hatten, bilden fast ausschließlich den Gegen- führen, wenn nicht der Vorstand rechtzeitig eingegriffen und stand der Debatte, welche den Rest der Sonntagssigung ausfüllte. Dieser Art der Agitation ein Ende gemacht hätte. Wenn HoffAm Montag wurde die Diskussion in derselben Weise fort- mann nur die Hälfte der Mitglieder gewonnen, diese aber gut gesetzt. Der Verbandsvorsitzende Mollmann ging in seinem durchgebildet hätte im Geiste der Organisation, so wäre es besser Schlußwort auf alle Einwendungen der Diskussionsredner ein und gewesen, als die Gewinnung einer großen Zahl von Mitgliedern, führte den Nachweis, daß der Vorstand in allen kritisierten Fällen die nur durch Hinweis auf den Streik gewonnen, aber in keiner so gehandelt habe, wie er nach Lage der Sache und den geltenden Weise durchgebildet feien. Bestimmungen handeln mußte. Daß alles getan werden müsse, was zur Stärkung der Organisation und zur Verbesserung der Lage der Kollegen notwendig ist, darin sei der Vorstand mit den Mitgliedern einer Meinung. -O Sier Hoffmann verwahrte sich dagegen, daß seine Agitations weise zum Bankrott führe. Das übertriebene Unterstützungswesen führe zum Bankrott. Der Redner bestreitet, daß er zu Lohnbewegungen gedrängt habe. Selbstverständlich sei es doch, daß man Der folgende Punkt der Tagesordnung ist der Bericht des in der Agitation betone, die Organisation sei ein Mittel zur VerGauleiters für Thüringen. Denselben erstattete offmann- besserung der Lage der Arbeiter. Es sei auch natürlich, daß die Ilmenau. Er verwies darauf, daß die Gaueinteilung früher auf Arbeiter, wenn sie sich start genug fühlen, Lohnforderungen stellen. heftigen Widerstand beim Vorstand gestoßen sei und erst die vorige Der Redner trat auch den übrigen Einwendungen Wollmanns entGeneralversammlung im Jahre 1905 die Bildung des Thüringer gegen. Gaues und die probeweise Anstellung des Redners als Gauleiter Damit war dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. beschlossen habe. Aus dem Vorstandsbericht gehe hervor, daß die auf nahm die Versammlung den Bericht der Beschwerdekommission Mitgliederzahl im Gau Thüringen in den Jahren von 1905 bis entgegen, der keine Debatte hervorrief. Der Kaffenbericht für die dreijährige Geschäftsperiode zeigt jetzt viel stärker gewachsen sei, als im übrigen Verbandsgebiet. eine Einnahme bon 1 029 914,04 M., eine Ausgabe von 970 803,57 Von den 6286 Mitgliedern, die der ganze Verband an Zuwachs Mark, einen Bestand von 59 110,47 M. Unter den Ausgaben be- in der dreijährigen Berichtszeit erfahren habe, entfallen 4285 finden sich folgende Posten: Arbeitslosenunterstützung 89 123 M., 68,17 Prozent auf Thüringen, das übrige Verbandsgebiet sei an Streifunterstützung 305 628 M., Maßregelungsunterstützung dem Zuwachs mit 2001= 31,83 Prozent beteiligt. Während in 20 835 M., Krankengeldzuschuß 66 968 M., Sterbegeld 3706 M., Zeiten der Krise sonst stets ein Mitgliederverlust eintrete, habe der Wöchnerinnenunterstützung 1915 M., Rechtsschutz 6638 M., Streit- Gau Thüringen trotz der gegenwärtigen sehr starken Krise teine unterstützung an andere Gewerkschaften 5500 M., Agitation Mitglieder verloren, sondern noch eine Zunahme erfahren. Auch die Qualität der Mitglieder habe sich gehoben, die Fluktution sei In der am Sonntag abgehaltenen Sizung gaben der Ver- nicht so groß als im übrigen Verbandsgebiet. Er wolle nicht bebandsvorsitzende Wollmann und der Verbandskassierer Her- haupten, daß alle diese Erfolge dem Gauleiter zuzuschreiben seien, don einige Erläuterungen zu den gedruckten Berichten. aber ehe die Gauleitung bestand, seien doch solche Erfolge nicht zu 18 956 M. Eingegangene Druckfchriften. meindesozialismus. Herausgegeben von Dr. A. Südefum, Verlag Kommunale Praxis. Wochenschrift für Kommunalpolitik und Ges Buchhandlung Bormärts, Berlin SW. 68. Soeben erschienen Heft 19 und 20. Interessante Abhandlungen über städtische Arbeiterpolitik sowie über die Ergebnisse der Gemeindewahlen 1908 bilden die Leitartikel dieser beiden Nummern. Belehrende Artikel und Bildungswesen, Wohnungswesen, kommunale Sozialpolitik, Wirtschaftspflege, Notizen über Kindergärten, Finanz- und Steuerwesen, Gesundheitswesen, eine Rundschau aus verschiedenen Gemeinden und Literarisches vervoll. ständigen den Inhalt. Das Blatt erscheint wöchentlich und kostet pro Duartal 3,- M.; Probeeremplare versendet jederzeit der Verlag. Santa Lucia JOSETTI JUNO CIGARETTEN. Cigaretten..gerade so gut" Kosten das doppelte und mehr FL. 150. 200 Kraft- Rotwein Käuflich in Apotheken, Drogen-. Kolonial- Geschäften. Häufig wird die Frage an uns gerichtet, wann and wieviel Banta Lucia Kraft- Rotwein der der Stärkung Bedürftige trinken sollt- Antwort: Stunde vor jeder Mahlzeit, also vor dem 2. Frühstück, vor dem Mittagund Abendessen je, Glas Santa Lucia genossen, wirkt wunderbar heilsam auf den ganzen menschlichen Organismus. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. 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Ortsverwaltung Berlin.. Donnerstag, den 11. Juni, abends 8, Uhr: General- Versammlung 85/7 in Freyers Festsälen, Koppenstr. 29. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstage. 2. Diskussion. 3. Wahl des Gauvorstandes und des Ausschusses.- Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hoj III. Amt 3, 1987. tung! Bauanschläger. Achtung! Donnerstag, 11. Juni, abends 7, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: } Schillingsbrücke. Versammlung der Bauauschläger. Piehl, Gastwirt, Restaurant zum Oder- Spree- Kanal. Täglich nachmittags b. ca. 2 Uhr an Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen K. Wücke: Jn welcher Richtung wochentags 20 Bf., Sonntags 30 Bf. wochentags 20 Bf., Sonntags 30 f. nach Restaurant Kyffhäuser" müffen fich in Zukunft die Organisationen der Arbeiter ents Schwarzer S Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Jeden Mittwoch: Adler Frankfurter Chaussee 5. Großes Militär- Konzert ausgeführt von der Jugendwehr. Soiree der Apollo- Sänger. Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Schweizer Max Kliems Garten. Am Königstor, Am Friedrichshain 29/32 italienisches Gesangs- und Tanz- Straßenbahn: 1, 2, 4, 17, 59, 62, Duett. Der Biograph. Passage- Panoptikum. Während der Pfingstferien vom 6. bis inkl. 14. Juni: Volkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! Alles ohne Extra- Entree! Der Riese a. Ries. Pisjakoff. Kunsttaucher im Riesenbassin. Neapolitanische Briganten. Schreckenkammer. Anat. Mus. Eintritt50Pf., Kinder, Soldaten25Pf. Passage- Theater. Der größte Saisonerfolg Gastspiel Willi Agoston in der tollen Burleske 63, 74 und Q. Täglich: Theatern. SpezialitätenVorstellung. Bum Schluß abends 10 Uhr: Wie einst im Mai Bollsstück mit Gesang in 2 Aften. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Variétésterne. Burleste von Meysel. Meysel als Saharet. Britton als Isadora Duncan. Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Hasenheide 13-15. Artist. Leitung: Bernhard Lange. Täglich: Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwochs: Kinderfest. Jeden Donnerstag: Elitetag. Gastspiel bed. Kräfte erster Bühnen. Wir verkaufen jetzt noch billigst OR 4 Mark an in Petershagen, Ostbahn, OR 8 Mark an Seegefeld, am Bahnhof, OR 10 Mark an Kaulsdorf, am Bahnhof, OR 10 Mark * Sadowa, Biesdorf. Kaulsdorf- Süd, wickeln? 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten Arbeitsnachweisfrage. Kollegen! Schon lange ist unser Bestreben darauf gerichtet, die Arbeits nachweisfrage zu regeln. Wir ersuchen daher alle Kollegen, in dieser Ver fammlung zu erscheinen, damit wir reiflich darüber diskutieren können und eventuell für Abhilfe sorgen. 117/10 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Freitag, den 12. Juni 1908, abends 8% Uhr: im, Gewerkschaftshause", Engelufer 15:= General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Anträge und Aufstellung von Kandidaten zu Delegierten zum zehnten außerordentlichen Verbandstage. 2. Gewerkschaftliches. 138/ 9* Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreichen Bejuch erwartet Der Sektionsvorstand. Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Donnerstag, den 11. Juni, abends 8%, Uhr, Weinstr. 11: Versammlung der Dachdecker- Hilfsarbeiter. frage. 3. Verschiedenes. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zur Lohnfrage. 2. Stellungnahme zur Beitrags 54/10 Die Dachdecker in allen Wertstellen werden ersucht, ihre Hilfs. arbeiter auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 10. Juni, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal IV): Mitglieder- Verfammlung Bahnhof Babour isbor der Zahlstelle Berlin der Maurer. an OR 30 Mark Biesdorf, Stadtbahn, a. Bahnhof. a. Berlin in Stimmung garten henter Rieschalke& Kitsche Das Tollste vom Tollen und die Direktion: Richard Alexander. neuen Juni- Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. W. Noacks Theater Schwank in drei Aften von( Georges Direttion: Rob. Dill. Brumenitr. 16. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Täglich durchschlagender Erfolg: Abends 1,10 Uhr: Das ehrliche Berlin. Die blaue Maus. Sittenftüd a. d. Berliner Boltsleben. Die fenfationellen Spezialitäten! Anf. 6 Uhr. Staffeeküche 3-6 Uhr. Neues Operetten- Theater Sonnabenb: Sie ist wahnsinnig! Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Sommerpreise. Anfang 8 Uhr: ValhallaDer Mann mit den drei Frauen. Luisen- Theater. Reichenberger Straße 34. Abends 8 Uhr: Im Goldland. Donnerstag: Im Goldland. Freitag zum 1. Male: Die Stimme des Blutes. Wa Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosonth. Tor. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei schlecht. Witterung i. Theater. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Anjang d. Gartenkonzerts 7 Uhr. Kleine Preife. Sonnabend: Die Stimme des Blutes. Belle- Alliance- Garten Sonntag nachm. 3 Uhr: Jm Gold( Lorging- Th.), Belle- Alliance- Str. 7/8. land. Abends: Die Stimme des Blutes. Montag: Die Stimme des Blutes. Sommer- Saison= am ersten Feiertage eröffnet. Große Konzerte, Variété 1. Ranges. Gastspiel des DERNHARD ROSE THEATED Kleinen Schlierseer Bauern- Theaters. Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Der Cowboy. Drama aus Wild West in 4 Alten D von Kurt Matull. Wochentagspreise. Metropol- Theater Bum 263. Male: Das muß man seh'n. Anf. 4 Uhr. Eintritt 50 Pf. Ende 11 Uhr. Bei ungünstiger Witterung findet die Borstellung im Theater statt. 274/ 11* Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Eröffnung der Haupt- Saison. Täglich: Spreelottchen. Bollsstück aus dem Berliner Leben. man seh'n. erstkloffige Spezialitäten. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Jm Saale von 5 Uhr ab: Tanz. am Bahnhof Gesundbrunnen. Zäglich: Berlin, Neue Königstr. 16. Konzert- Theater Trinkt und Spezialitäten- Vorstellung. Niesenprogramm Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und das großartige Spezialitäten- Programm. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4, Uhr. Kotthuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Der Garten ist geöffnet. Si- Si den Labetrunk. Aerztlich empfohlen. Bestes alkoholfreies Getränk der Gegenwart. Ueberall zu haben. Fabrik: Sonntag, Montag und Deutsche Si'- Si'- Werke Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen Beg. Sonnt. 5, wochent.8 U. Neue Welt. Hasenheide 108-114. Mittwoch, den 10. Juni: Erstes diesj. Kinderfest. Kinderbelustigungen aller Art, Puppentheater, Bonbonregen, Fackelzug, Gratisverlosung. 1. Preis für Knaben; 1 silberne Herrenuhr. .1. Preis für Mädchen: 1 silberne Damenuhr. Gr. Doppel- Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 4 Uhr. Entree 15 Pf. Morgen, Donnerstag: Elite- Tag. 0. 17, Rudolfstr. 4 ( Warschauer Brücke). Tages Drdnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Delegiertenwahl zum 10.( außer ordentlichen) Verbandstag. 2. Anträge zum Verbandstag. 3. Gewerkschaftliches. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Der Zahlstellenvorstand. NB. Die für den Bezirk Schöneberg für Donnerstag, den 11. Juni, einberufene Bersammlung fällt infolge obiger Bersammlung aus.[ 134/7 Das Spart Zeit, Arbeit, Geld! Waschmittel der Zukunft! Garantiert chlortrei und unschädlich. Persil Erzeugt dauernd blendend weiße Wäsche Millionenfach erprobt! Alleinige Fabrikanten Henkel& Co., Düsseldorf Soeben erschienen: Vereinsgesetz vom 19. April 1908 ( mit Ausführungsbestimmungen.) Meltestes Teilzahl.- Geschäft Für den praktischen Gebrauch der Juristen und Laien für Brennabor- Räder! Rein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. 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