9*134. ■tcnnemtnf$-Be dln�ung« n- eBonnemmlS• PretZ prinmnermiia» SietleljSfltL 8,30 M!., monaü. 1,10 SW, wöchenUich 28 Pfg. ftci WS HauS. Einzewe Nummer S Pfg, EonntagS- nummcr rnil illustrier! er EonntagS- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Post- «bonnemenl: 1,10 Mari pro Monat. Eingetragen w die Post. ZeirungS- Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für daS übrig« Ausland 8 Marl pro Monat. BoftadonnementS nehmen an: Belgien, Dänemarl, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal. «umänien. Schweden und die Schweis. 23.. Jahrg. Crfchdiit agil» uficr Bootats. Verlinev VolkSblskk. Zentralorgan der fozialdenioftratirchen Partei DeutTchlandö. Me!iilert)ons«G(l)Ot)r beträgt für die fechSgefpallene Kolonel- gelle oder deren Raum 00 Pfg,, für politische und gewerlschastliche BcreinS- und BerfammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Snreigen", das erste(fett» gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weiter« Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg,. jedes wellere Wort 0 Pfg, Worte über «Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis»Uhr nachmittags in der Expedition «pgegeben werden. Die Expedition itt bis 7 Uhr abends gcöfsnet. lelegralnm- Adresse: „Sozialdtinokrjt Bcrlla". Redaktion: 801. 68, Hindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. vergebliche IProftitution. Alle Hoffnungen des Freisinns auf eine Zurückge» winnung der in Berlin von der Sozialdemokratie eroberten l) Mandate sind schmählich zu schänden geworden. Die..Freisinnige Zeitung" spiegelte noch gestern ihren An- hängern vor, daß der 6. und 7. Berliner Landtagswahlkreis durch die Wahlmännerstichwahlen zurückerobert werden könne. Wir wollen nicht dafür garantieren, daß die„Freisinnige Zeitung" und die..Vossische Zeitung" diese Täuschungs- manöver auch nach dem 10. Juni noch fortsetzen werden! Nur möchten wir hiermit konstatieren, daß sich keine dieser illu- sionären Hoffnungen des Blockfreisinns erfüllen wird! Die in Berlin eroberten fünf Wahlkreise, der 5., 6., 7., 9. und 11. Berliner Wahlkreis werden am 16. Juni der Sozial- demokratie zufallen! Da auch das sechste Mandat. Hannover-Linden, von der Sozialdemokratie unwiderruflich erobert ist, kann von den von der Sozialdemokratie als ge- Wonnen bezeichneten Wahlkreisen nur noch der R i x d 0 r f- Schöneberger als umstritten gelten. Hier ist es der Sozial- demokratie nach den bis jetzt vorliegenden Resultaten nicht ge- lungen, die absolute Majorität zu erlangen. Nach den un- günstigsten Meldungen fehlen der sozialdemokratischen Partei 12 Stimmen an der absoluten Mehrheit. Da es in einigen UrWahlbezirken zu einer Wahl überhaupt nicht gekommen ist, vermindert sich entsprechend die Zahl der zum Siege der Sozialdemokratie erforderlichen Stimmen. E r st der 16. Juni wird endgültig darüber ent- scheiden, ob R i r d 0 r f- Sch ö n eb e r g von der Sozialdemokratie erobert worden ist, oder von dem Freisinn durch die Preisgabe des 12. Berliner Land- tagswahlkreises an das wahlrechtsfeindliche konservativ- nationalliberale Kartell? Sollte in Rixdorf-Schöneberg wirklich dem Freisinn der Sieg zufallen, was wir noch sehr energisch be- zweifeln, so hätte der Freisinn diesen Sieg nicht etwa der A b st i m m ü n g der W ä h l e r s ch a f t, sondern einzig und allein dem elendesten aller Wahlsvsteme zu danken! Nur durch das vielfache Wahlrecht der von G e l d s a ck s Gnaden Privilegierten würde der Freisinn— übrigens auch nur mit Hülfe derkonservativenWahl- rechtsgegner!— den Sieg errungen haben. Das Ge- samtrcsultat der Rixdorfer Wahl vom 3. Juni hat das be- wiesen. Am 3. Juni erhielten die Konservativen und Frei- sinnigen in Rixdorf in der 1., 2. und 3. Wählerklasse zu- sammen 2845 Stimmen. Die Sozialdemokratie er- hielt in den drei Wählerklassen 23 126 Stimmen! Freisinnige und Konservative zusammen erhielten 141 Wahlmänner, die Sozialdemokratie 374. Dies Rixdorfer Wahlresultat ist typisch für den Ausfall der G e s a m t w a h l in Rixdorf- Schöneberg. Aber trotz des kolossalen Uebergewichts des Geldsacks über die Stimmen der Nichtbesitzenden darf der Freisinn noch keineswegs mit dem Siege rechnen! Erst der 16. Juni wird die Entscheidung bringen? Ob der Freisinn im 12. Berliner Landtags- Wahlkreis den Sieg für verbürgt halten kann, ist e b e n- falls die Frage! Tort wird es aller Voraussicht nach ur Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten und dem mndidaten des nationalliberal-konservativcn Kartells, dem Professor Leidig kommen. Die Nationalliberalen und Konservativen haben nämlich mehr Wahlmänner erhalten als der Freisinn. Dazu hat der Freisinn durch seine V er- einbarung mit dem reaktionären Kartell, daß bei einer Stichwahl die Freisinnigen für nationalliberale und konservative Wahlmänner einzutreten hätten, beige- tragen! Der Freisinn hat, was die„Freisinnige Zeitung" gegenüber unserem gestrigen Artikel auch gar nicht zu be- streiten wagt, durch seine Wahlmänner-Stichwahltaktik dahin gewirkt, den Nationallibcralen den 12. Berliner Land- tagswahlkreis auszuliefern? Wenn die freisinnigen Wahlmänner der voraussichtlichen Parole der blockfreisinnigen Leitung folgen werden, s 0 wird am 16. Juni Berlin das skandalöse Schauspiel erleben, daß der Freisinn den national- liberalen Zollwucherern, Wahlrechts- und Schulfeinden ein Mandat in die Hände spielt, das der Sozialdemo- kratie gehört hätte! Das skandalöse Wahlabkommen des Freisinns im 12. Berliner Landtagswahlkreis, das wir be- reits gestern hinlänglich gebrandmarkt haben, wird von der freisinnig-demokratischen„Volkszeitung" folgendermaßen gekennzeichnet: »Der Berliner Freisinn will im 12. Berliner Wahl- kreis lieber einen so reaktionären Kandidaten wie den nationalliberalen Professor Leidig, lieber einen so reaktionären Kandidaten, wie den anti- semitisch- konservativen Rechtsanwalt Ulrich durchbringen helfen als einen Sozialdemokraten.' Das heißt ferner: Der Blockfreisinn will lieder zwei fanatische Gegner des Reichs- tagSwahlrcchts für Preußen durchbringen helfen, als einen ehr- lichen und entschiedene» Freund drS RcichstagSwahlrechtS für Preußen." Daß der Freisinn und das konscrvativ-nationalliberale Kartell, die einander in die Hand arbeiten, überhaupt so gut cchschneideo kpMtsi, jft jg Mex gjm oyf Mts anPmS öls I' I den unerhörten Wahlterrorismus zurückzuführen, den der � Blockfreisinn und sein führendes Organ, die„Frei- sinnige Zeitung" gegenüber den namentlich im 12. Berliner Wahlkreis so zahlreich vertretenen kleinen Beamten übte! Bekanntlich hat ja gerade die„Freisinnige Zeitung" diejenigen Beamten, die bei der Hauptwahl nicht abstimmten, durch aufsehenerregende Publikationen den Be- Hörden denunziert! Wie uns gemeldet wird, sind denn auch infolge der freisinnigen Denunziationen die Beamten namentlich im 12. Berliner Wahlkreis vielfach gezwungen worden, geschlossen zur Abstimmung anzutreten! Dieser unerhörte Terrorismus, diese skandalöse Denun- ziationswut des B l 0 ck f r e i s i n n s hat auch in Kreisen aller noch wirklich Liberalen hellste Entrüstung her- vorgerufen! In einer Versammlung der„Demokratischen Vereinigung", die am Dienstag abend über den Ausfall der Wahl verhandelte, kamen die Redner des Abends, ins- besondere die Herren Breitscheid, Barth, v. Gerlach auf die schuftige Denunziation der Berliner Be- amten durch die„Freisinnige Zeitung" zu sprechen, die sie in den schärfsten Ausdrücken geißelten. Mit Recht legten sie dar, daß es der„Freisinnigen Zeitung" wohl weniger um einen Racheakt zu tun sei, als um einen Druck für die noch bevorstehende Stichwahl. Es solle erreicht werden, daß die Vorgesetzten der von der„Freisinnigen Zeitung" genannten Beamtenkategorien sich ihre Untergebenen vornähmen und daß diese dann aus A n g st an der Stichwahl gegen die Sozialdemokratie, d. h. zugunsten des Freisinns teilnähmen. Also Terrorismus der gemeiuste» Art! Diese Ausführungen veranlassten ein Mitglied der Frei- sinnigen Volkspartei. Herrn Zahnarzt Dr. C a r 0 aus Char- lottenburg, das Wort zu ergreifen. Er meinte, es sei doch zweifelhaft, ob die maßgebenden Instanzen seiner Partei, ob speziell die Parteileitung selbst von der Notiz vorher etwas gewußt habe. Möglicherweise läge nur eine Entgleisung eines untergeordneten Berichterstatters oder Redakteurs vor. Natürlich wurde ihm sofort klar gemacht, daß eine Notiz von einer derartigen Tragweite niemals ohne Wissen des leitenden Redakteurs in ein Blatt hineinkommen könne. In diesem Falle sei der leitende Redakteur Herr Müller- Sagau, der seinerseits in engster Verbindung mit der Parteileitung stehe. Außerdem, wenn wirklich ein untergeordneter Angestellter sich ohne Wissen der Leitung einen solchen Schurkenstreich herausgenommen hätte, so hätte man ihn bereits Knall und Fall entlassen und eine bedauernde Erklärung veröffentlichen müssen. Darauf erklärte dann Herr Dr. Caro: wenn wirklich die Denunziation mit Wissen und Willen der Parteileitung erfolgt sei, dann würde allerdings auch er seine Stellung zur freisinnigen Volkspartei revidieren müssen. Vorher aber wolle er doch mal erst bei Herrn Dr. Müller-Sagan anfragen. Hoffentlich hält Herr Dr. Caro die Antwort, die er vom Chefredakteur der„Freisinnigen Zeitung" bekommt, nicht ge- heim. Es Witt für die Oeffentlichkeit hochinteressant sein, zu erfahren, wie Herr Müller-Sagan sich diesmal herausreden wird. Einen Vorgeschmack davon gibt allerdings schon die .. F r ei s. Z t g." in ihrer gestrigen Nummer, worin sie sich damit auszureden sucht, daß bei öffentlicher Wahl jeder er- fahren könne, wie abgestimmt wird. Außerdem sei es ihr „selbstverstäudlich gar nicht einmal eingefallen", die vor- gesetzte Behörde aufmerksam zu machen und zum Ein- schreiten zu animieren. Die Feststellung, daß von den Post- beamten nur sehr wenige zur Wahl gegangen sind, sei ihr gutes Recht, das sie sich nicht st reitig machen lasse! Also mit anderen Worten: weit entfernt, die Denunziation zu bedauern, wiederholte sie sie noch einmal!! Diese blockfreisinnige Niedertracht des führenden Wiemer- Blattes geißelt die freisinnig- demokratische„Volks-Ztg." unter der Stichmarke „Das Recht aus Denuuziatiou� folgendermaßen: »Gegenüber der Festnagelung der schmutzigen Denunziation, die sich da? Organ der BlockfreifinnSvorsehung gegenüber den Beamten der verschiedensten Ressorts hat zuschulden kommen lassen, und die wir im letzten Abendblatt gebührend gebrand- markt haben, sucht sich das in die Enge getriebene Organ deS ZimmerstraßenfreisinnS mit allerlei albernen Redensarten heraus- zureden. Schließlich, da es mit seinem Jägerlatein natürlich so- fort zu Ende ist, schreibt das Blatt wörtlich: »Wenn wir daneben festgestellt haben, daß von den Post- beamten nur sehr wenige zur Wahl gegangen sind, so ist daS unser gutes Recht, das wir uns nicht streitig machenlassen.' Da» Recht, die Beamten, die nicht zur Wahl gegangen find und die demgemäß die Sozialdemokratie nicht haben niederstimmen helfen, d a S Recht, diese Beamten öffentlich tu corpore zu dcnunzieren, wird hier also ausdrücklich als daS gute Recht deS Blockfreisinns in Anspruch genommen I DaS Recht auf Denunziation i In der Tat, der Blockfreisinn hat es herrlich weit gebracht! Am 4. Juni, am Tage nach den Bcr- liner Niederlagen des Blockfreisinns, schrieben wir von den Matadoren dieses Scheinliberalismus: Sxpcditton: 8Al. 68, Lindenstraesc 69# Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. „Sie haben in den letzten Monaten die vergifteten Pfeile für ihre Schießübungen nach links lediglich aus den Köchern ihrer lonfervativen Blockfreunde ge- nommcn; sie werden vermutlich auch jetzt mit diesen unsauberen Waffen kämpfen.' Unsere Vorhersage ist pünktlich und in weit schlimmerer Form eingetroffen, als wir gefürchtet haben: Das Recht aus Denunziation, das bisher den Beamten gegenüber nur von reaktionär st er Seite ausgeübt wurde, ist nun auch in das Aktionsprogramm des Blockfreisinns auf- genommen worden I Pfui Teufel!" Selbst wenn es dem Freisinn gelingen sollte, durch seine beispiellos schofle Denunzianten- und Verräter-Praktiken den 12. Berliner Landtagswahlkreis in die Hände des na- tionalliberalen Professors Leidig zu spielen und mit reak- tionärer Hilfe den Rixdorf-Schöneberger Wahlkreis zu er- obern, so würde er diese Siege nur dem schnödesten Verrat aller freisinnigen Prinzipien zu danken haben! Einstweilen aber steht es sehr dahin, ob der Freisinn seiner Vcrräterei froh werden wird! Wenn es innerhalb der Wahlmänner des Blockfreisinns noch wirk- lich Freisinnige gibt, so ist der Reaktion weder der 12. Berliner Landtagswahlkreis noch Rixdorf-Schöneberg sicher! Namentlich gilt das für Rixdorf-Schöneberg! Wenn unsere Genossen ihre Schuldigkeit tun und den Wahlkampf bis zum 16. Juni mit ungeschwächter Energie fortführen, so wird der Freisinn in Groß-Berlin erleben, daß ex sich vergeblich prostituiert hat! Das Ergebnis der Stichwahlen. 1. Landtagswahlkreis. Wahlmänner 88 Stimme» Sozialdemokraten i» Freisinnige Konservative...»» 20 Gewählt Traeger(greif.). 2, Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten... 110 Stimmen Freisinnige...... 330# Konservative..,,. 26 Gewählt Gerschel(greif.) 3. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten,», 18g Stimmen Freisinnige...... 280, Konservative.....— Gewählt Kopsch(greif.). 4. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten».. 180 Stimmen Freisinnige...... 308. Konservative# Gewählt Dr. Müller-Sagan(Freis.). 5. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten... 311 Stimmen Freisinnige..».. 224 Konservative..... 8 Gewählt Borgman«(Soz.). 6. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten... 393 Stimme» Freisinnige..! i. 348, Konservative.. 4•*—, Gewählt Hcimanu(Soz.s. 7. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten;,. 373 Stimme« Freisinnige..... 814, Konservative_ Gewählt Hirsch(S-z.). 8. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten•.. 872 Stimmen Freisinnige.,»*. 653# Konservativ« 4. Gewählt ist Eaffel(Freis.) V. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten,., 403 Stimmen Freisinnige 172, Konservative.»,44 8 Gewählt Stt-brl(S-z.). 10. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten. i. 444 Stimmen Freisinnige...... 507» Konservative..,», 3 Gewählt Rosenow(Freis.). 0 11. LimdiagSwahIkreks. Wahlmänner Sozialdemokraten. I. 3öS Stimmen Freisinnige...... 131„ Konservative.....—„ Gewählt Liebknecht(Soz.). IT. Landtagswahlkreis. Wahlmänner Sozialdemokraten... 314 Stimmen Freifinnige...... 105, Nationalliberale.... 48, Konservative..... 139» Landtagswahlkreis Rixdorf-Tchöneberg. Bis jetzt liegt noch kein genau abschließendes Resultat Vor. «n der absoluten Majorität sehlen der Sozialdemokratie noch 12 Stimmen._ Das Attentat auf das Koaliflonsrecht der Angestellten. Wir haben das Rundschreiben der bayerischen Metall- industriellen veröffentlicht, das die Ausmerzung der in den Betrieben beschäftigten Angehörigen des Bundes der technisch- industriellen Beamten und die Unterlassung der weiteren Ein- stellung solcher Organisierter fordert. Das gleiche Vorgehen ioird gegen die Mitglieder der vier größten deutschen Handlungs- gehilfenverbände empfohlen. Der Gesamtverband der deutschen Metallindustriellen soll sich, so verlangen es die bayerischen Industriellen, diesem Vorgehen anschließen. Der Geist der Herren wird so recht erkannt aus der famosen Begründung, die sie ihrem Schreiben beigegeben haben. Darin heißt es: .Bisher haben die Arbeitgeber übersehen, daß auch die Organisationen der technischen Angestellten gleich den Arbeiten, das sogenannte konstitutionelle Fabriksystem anstreben, ja, sich sogar mit den gewerkschaftlichen Organisationen auf eine Stufe stellen. Demgegenüber gelte eS, rechtzeitig VorbeugungSmatzregeln zu treffen, und zwar gegen die zwei großen technischen Organisationen und die vier großen kaufmännischen Verbände. Am offen- barsten und deutlichsten trete der Bund technisch-industrieller Beamter auf, indem er die Fabrikangestellten den Unternehmern und Arbeitgebern zu entfremden suche. Am bezeichnendsten sei, daß dieser Bund, der eine sozialpolitische Tendenz offen zur Schau trage, unter anderem auch ein gewisses Hineinreden in das Kündigungsrecht der Arbeitgeber verlange und des- halb sogar einen KündigungsauSschuß anstrebe. Durch dieses Auftreten deS Bundes wurde auch der Deutsche Techniker- verband sdem der Bayerische Technikerverband sich angeschlossen hat) veranlaßt, ähnliche Forderungen aufzustellen, so zum Beispiel die Forderung eines Mindestlohnes, ohne daß eine Garantie der Mindestleistung gegenübergestellt werde. Von den Handlungs- gehilfenverbänden scheint am meisten der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband Tendenzen zu verfolgen, welche den Interessen der Arbeitgeber zu widerlaufen. Er ver- langt u. a. eine Bindung der Arbeitgeber in bezug auf die Ge- hälter und auf die Arbeitszeit." Es sind die selbstverständlichsten Forderungen jeder modernen Arbeiterorganisation. die die Herren so in Aufruhr gebracht haben. Wer die Privatbeamtenbewegung der letzten Jahre auf- merksam verfolgt hat und unser Unternehmertum kannte, mußte sich klar darüber fem,- daß es zu einem Zusammenstoß kommen würde. Ueberrascht wird man nur durch die Tat- sackze, daß dieser Konflikt schon jetzt von Untemehmerseite heraufbeschworen wird. Bisher war in der Privatbeamtenbewegung noch kein rechtes Organisationsleben rege. Die Angestellten waren ent- weder in reinen Fachverbänden oder in Harmonievereinen organisiert. Erst in den letzten Jahren haben die Kon- zentrattonsbestrebungen tri her Großindustrie es wenigstens einer geistigen Oberschicht von Angestellten klar gemacht, daß der sogenannte„neue Mittelstand" in dem Kampf zwischen Kapital und Arbeit sich nur behaupten und durchsetzen kann. »venn er gleich den Arbeitern auf gewerkschaftlicher Grundlage sich organisierte So kam überall ein neuer frischer Zug in die Privatbeamtenbewegung, die alten Verbände mußten sich entweder reformieren oder es wurden neue Organisationen geschaffen, die mit größerer Entschiedenheit wie bisher die Interessen der Berufsmitglieder zu vertreten suchten. Bei den technischen Angestellten war«S jedoch unmöglich, die bestehenden alten Verbände in moderne umzuwandeln. Oer Verein deutscher Ingenieure ist ein wissenschaftlicher Fachverein, dessen Bedeutung und Grenze in der Pflege der sachwissenschaftlichen Bildung liegt und liegen muß. Seiner ganzen Geschichte und Zusammensetzung nach kann von dieser Organisation niemals ein Eingreifen in die sozialen Kämpfe des Tages erwartet werden. Der Deutsche Techniker-Verband, der dann noch in Frage käme, ist eine Organisation, die reichlich mit reaktionären Tendenzen durchsetzt ist. Die Unter- uehmer werden dort als Mitglieder aufgenommen und führen das große Wort; in entscheidenden Momenten ist es der frühere Syndikus eines Jndustriellenverbandes Dr. Beumer, der für die Entschließungen des Verbandes richtunggebend ist. Wer einmal die Geschichte der Prtvatbeamtenbewegung schreiben wollte, müßte sich besonders auch mit diesem Verband be- schästigen und die sehr interessante Untersuchung anstellen, mit welchen geschickten Mitteln das Unternehmertum und seine Günstlinge es verstanden haben, in allen Phasen der Ent- Wickelung die Patenstelle bei dieser„Arbeitnehmerorganisation" einzunehmen..>- * So wurde denn vor 4 Jahren der Bund der technisch- i n d u st r i e l l e n Beamten gegründet. Klar und konseguent wurde hier das Prinzip vertreten, die g e- werkschaftliche Organisationsform zu wählen. Zweifel- loö hat es auch die Bundesleitung verstanden, mit erfrischender Deutlichkeit auszusprechen,, was ist. Die Techniker» srage ist erst durch den.Bpnd in die Oeffentlichkeit ge- langt. Die Erfolge baben sich denn auch gezeigt, die Mit- gliederzahl beläuft sich gegenwärtig auf über 12 000, der Bund hat durch sein Organ und seine Flugschriften auch fordernd auf die Aufklärung anderer Organisationen ein- wirken können. Natürlich ist der Bund auch sehr bald den Scharfmachern unbequem geworden. Da es nun einmal bei unserem Unter- «ehmerturn ausgemachte Sache ist, daß jeder ein Sozial- Demokrat ist. der sich mit den bestehenden Verhältnissen nicht Ganz einverstanden erklärt, so wurde auch der Bund wieder- bokt als eine sozialdemokratische Gründung bezeichnet. In Wirklichkeit ist diese Organisation gut bürgerlich. Bei jeder Gelegenheit beruft man sich auf die politische Neutralität und veröchert, bah mu au! iea Aide« der gegenwärtigeo Gejell» schastsordnung ffelst. Die enIWe�siM NeMen7e des Ken?- scheu Technikerverbandes, welche gegenwärtig am Werke sind, ivren Verband zu reformieren, werden auch gegen den Unternehmereinfluß in den eigenen Reihen ankämpfen müssen. Mit der Bezeichnung des Bundes als einer sozial- demokratischen Gründung verfolgen die Unternehmer nur den Zweck, einerseits die zahmen Elemente der Techniker- schast als Mitglieder von ihm fernzuhalten, andererseits die Aufmerksamleit der Arbeitgeber speziell auf diese Organisation zu lenken. Aus der gleichen Quelle, nämlich aus dem Bureau einer Unternehmerorganisation, stammt zweifellos jener„Post"- Artikel vom 3. Juni, der dem Bund der technisch-industriellen Beamten ebenfalls seine„Sünden" vorhält und mit der väterlichen Ermahnung schließt: „Der Bund wird lediglich(durch seine Forderungen) den berechtigten Widerspruch der Arbeitgeber wecken und den von ihm behaupteten Gegensatz zwischen Unternehmern und Angestellten künstlich schaffen und erweitern. Es ist ein ver- hängnisvoller Weg, den der Bund hier beschritten hat und auf dem er nie wird zum Ziele gelangen können. Möchten die technisch-industriellen Beamten sich auf ihre eigentliche Auf- gäbe innerhalb der Industrie und im Staate besinnen, welche sie an der Seite der Unternehmer zur Stärkung der Industrie und damit zur Befestigung der bestehenden Staats-, Gesell» schafts- und Wirtschaftsordnung beruft." Für die Angestellten handelt es sich jetzt darum, stand- haftzubleiben. Da neben den Mitgliedern des Bundes auch die Mitglieder der vier größten Handlungsgehilfen- verbände auf die schwarzen Listen gesetzt werden sollen, ent- steht die Frage, ob die beteiligten Verbände gemeinsam den Schlag parieren werden, damit den Scharfmachern ihre Attentatsgelüste auf das Koalitionsrecht der Angestellten ein für allemal vergehen. Die Privatbeamtenbewegung kann nur dann lebens- fähig bleiben, wenn die Angestellten selbst mit der nötigen Entschiedenheit ihre Rechte zu wahren wissen. Die Privatbeamtenbewegung wird ein- fach aufhören, wenn bei diesem ersten und ernsthaften Kon- flikt die Angestellten zurückweichen. Der alte Schlendrian wird dann wiederkehren, der in der Bewegung früher ge- herrscht hat, und der Kopfarbeiter wird immer rascher dem Proletarisierungsprozeß zum Opfer fallen. Es ist dann seine eigene Schuld, wenn die Peitsche der kapitalistischen Ausbeutung immer erbarmungsloser über ihn geschwungen wird. Besonders interessiert uns bei dieser Angelegenheit die Haltung der bürgerlichen Mittelstandsfreunde. Wir wollen abwarten, ob z. B. der Blockfreisinn um Naumann, der von dem Persönlichkeitsideal im Großbetrieb so schön zu reden wi-iü. den Mut findet, den Anaesteilten hier rvckbaltlos bei» zustehen. Unsere Zuversicht ist nicht gerade dadurch vermehrt worden, daß der Aufruf der Scharfmacher den Namen des Rechtsanwalts K ö n i a trägt, der bis vor kurzem Führer her pfälzischen Jungliberalen war. Die Kongo-Rrlle. »riffel, 9. Juni.(Eig. Ber.) Der Borabend der der Lösung der Kongofrage gewidmeten außerordentlichen Session zeigt die Regierung in einer nichts weniger als angenehmen Lage. Die so sicher eskomptierte Majorität für die Borlage beginnt sachte zu schmelzen, veernaert, der sicher gewonnen schien, stellt sich wieder auf die Hinterbeine. und neben ihm versammelt der Klerikale H o y o i S eine Gruppe von Mitgliedern der Rechten um sich, die die eingeschlummerte Opposition wieder neu belebt. Abgesehen von dem moralischen Effekt der Wahlniederlage der Regierung, die sich politisch als eine Niederlage des KolsnialabenteuerS darstellt, ist die Majorität auf acht Stimmen vermindert. Die Situation ist um so kritischer, als die Liberalen auf neuerlichen Konzessionen bestehen, zu denen fich Leopold, der den Justizminister nach Wiesbaden hat kommen lasten, nicht verstehen hat wollen. Andererseits stempeln die Klerikalen die Kongostage zu einer nationalen und wollen der Beihilfe der liberalen Annexio- nisten nicht entbehren, um nicht die ganze Verantwortung für das Kolonialabenteuer auf fich zu laden. Die 300 Millionen, auf die man die Summe einschätzt, die als Entschädigung an die KonzesstonSgesellschaften zu zahlen wäre, erscheinen selbst manchen optimistischen Kolonialpolitilern als eine Last, die die finanziellen Kräfte Belgiens übersteigt. Wie gefährlich und krisenhaft die Situation ist und auf welche abschüsfige Bahn die Lösung der Kongostage geraten ist, kann man aus dem Manöver der klerikal- und liberalannexionistischen Blätter ersehen, die die Kolonialstage aus der allgemeinen und der Partei- Politik herauszuheben bemüht sind; sie wollen das Abenteuer durchaus als eine national-patriotifche Tat erscheinen lasten, um die sonstigen Gegensätze der Parteien zu verhüllen. Da ist eS besonders pikant, zu sehen, daß die liberale.Ehronique" z. B., die sich sonst an temperamentvollstem AntiklerikaliSmuS nicht genug leisten kann, ihre liberalen Freunde beschwört, doch um Gotteswillen d i e Regierung über die Kongofrage nicht stolpern zu l a s s e n I Die bewundernswerte afrikanische Kolonie aufs Spiel zu setzen und dafür„nichts weiter" einzuheimsen als die Regierung in die Minorität zu bringen, erscheint dieser tapferen Sorte Antiklerikaler als ein schwerer politischer Fehler. Kurz und gut: erst das Kongogeschäft und dann der„Kulturkampf". Was die Lage der Dinge heute bestimmt und alle RegierungS- Pläne in Frage stellt, ist das Vowm vom 24. Mai, mit seinem Sieg der Sozialdemokratie. Sie hat von Anfang an darauf verwiesen, daß die Bolksabstimmung über die Kolonialpolitik un- abweisbar ist und sie hat prophezeft, daß sich das Land gegen die Annexion und die Millionenlasten aussprechen wird. Wenn heute die Regierung in ihrer Existenz be- droht ist und die Kongofrage Ausficht auf eine Lösung hat, die die Landesinteressen vor schwerem Schaden bewahrt, so ist das dem entschiedenen Kampf der belgischen Sozialdemokratie geschuldet, die vom ersten Augenblick an ihren sicher gezeichneten Weg w der Kolonialpolitik gegangen ist. ••■ Brüssel, 10. Juni. Wie das Blatt„Soft" aus bester Quelle erfährt, wird die Regierung nicht nur keinerlei Zugeständnisse in der Kongofrage machen, sondern die Erklärung abgeben, daß sie die Kabinettsfrage für die Annahme der Vorlage stellen wird. Sollte die Kammer, wie dies möglich ist, den Vorschlag ablehnen, so würde daS Kabinett Schollaert zurücktreten. Die Arbeiterpartei hat beschlossen, daß alle sozialdemokratischen Abgeordneten die größten Anstrengungen machen sollen, um die Annahme des Gesetzesvorjchlages zu verhindern. Da fich bereits ein Teil der Katholilen von der Mehrheit losgelöst hat. ist die Lage heute verwickelter all j». poUtifcbe Uebcrfidyt. Berlin, den 10. Juni 1908. Erne Antipolen-Profeffur an der Berliner Universität. In Berlin soll eine vierte Professur für Nationalökonomie an der Universität errichtet werden, und zwar ist dafür der Professor Ludwig Bernhard- Kiel bestimmt, der bekannte Verfasser des im Herbst vorigen Jahres erschienenen BucheS„DaS polnische Gemeinwesen im Deutschen Reich". Die Universität Berlin hatte bisher drei Ordinariate für Nationalökonomie, daneben wirkten vier bis fünf Extraordinarien und eine Anzahl Privatdozenten. ES war also für diesen Zweig der Wissenschaft selbst bei der großen Studentenzahl ausreichend vorgesorgt. Die drei ordentlichen Prostssoren sind Wagner, Schmoller, Sering— Männer von Ruf; zwar hat Wagner das 70. Lebensjahr überschritten und Schmoller stehr dicht davor; aber beide wirken in vollster Kraft. Und da sie auf verschiedenen Standpunkten stehen, find auch die heutigen Richtungen der bürgerlichen Volkswirtschaftslehre so ziemlich vertreten, abgesehen von der Freihandelstheorie. Trotzdem ließe sich gegen die Berufung Professor Bernhards nichts einwenden; denn ist er auch noch ein sehr junger Mann, erst 32 Jahre alt, so hat er doch durch sein obenerwähntes Buch be- wiesen, daß er mehr Talent und vielleicht auch mehr Wissen be- sitzt, als so manche der„Größen". Ganz eigenartig ist aber die Art und Weise, wie er berufen worden ist, und das Fach, für das er ausersehen ist. Seine Haupttätigkeit wird nämlich allem Anschein nach nicht darin bestehen, Borlesungen zu halten, sondern als Ratgeber der Regierung zu fungieren und ihr für ihre antipolnische n GermanisationSexperimente die volkswirtschaftlichen Begründungen zu liefern. Den„Münchencr N. Nachr." wird darüber aus Berlin geschrieben: Ohne Befragen und Genehmigung des Landtags errichtet es (das preußische Ministerium) ein viertes Ordinariat aus Mitteln eines Dispositionsfonds, der nur für Notfälle vorgesehen ist. Die Angelegenheit wird so geheim vollzogen, daß weder die Fakultät noch die bisherigen Ordinarien zu Rate gezogen werden. Ganz plötzlich ist vor einigen Tagen ein Schreiben des Kultusministers in der Universität ein- gelaufen, das die vollendete Tatsache der neuen Professur mitteil l mit dem Ausdruck eines schwächlichen Bedauerns, die Sache habe (iroße Eile gehabt, darum sei eine frühere Einvernahme und Ber- tändigung nicht möglich gewesen... Gleichzeittg mit der Mitteilung, ein vierter Lehrstuhl für Nationalökonomie sei errichtet, wird der Fakultät auch eröffnet. daß Professor Ludw. Bernhard(Kiel) diese neue Pro- fessur mit voller Gleichstellung in Rang und Geschäften der alten Ordinarien erhalte. Bernhard ist em junger Gelehrter von 32 Jahren. Eine ordentliche Professur in der Universität Berlin in so frühen Jahren ist ganz ungewöhnlich. Welche Wissenschaft- lichen Leistungen haben ihn dem Ministerium so warm empfohlen? Bernhard hat mit einem vortrefflichen Buch über den Akkordlohn vor etwa fünf Jahren debütiert. Er bekam einen Ruf als Professor an die Akademie in Posen, hat hier aber nur wenig Kollegien ge- lesen, da er für eine andere Aufgabe ausgiebig Urlaub erhielt. Bon Posen erhielt er eine Berufung nach Greifswald, im selben Jahr schon wurde er Ordinarius in Kiel. Nicht seine Arbeiten über Lohn- stagen haben jedoch die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt, sondern sein im Spätherbst 1907 erschienenes Buch„Das polnische Gemein- Wesen im Deutschen Reich". DieS Werk, das seinerzeit auch in diesen Blättern besprochen worden ist, erregte sehr großes Auf- sehen. Mit vollem Recht: denn es brachte eine gründliche Er- forschung und Darstellung der wirtschaftlichen Mächte, die die Polen in der deutschen Ostmark aufgebaut haben. Daß Bernhard, der hier zum ersten Male in die Tiefe gedrungen, seine polnischen Studien, die mit diesem Buche nicht abgeschlossen waren, fortsetzt. ist in höchstem Maße erwünscht, um die preußische Polen- politijk zuverlässig zu orientieren. Usnd darum kann man nur einsverstanden sei, wenn die Regierung es dem jungen Gelehrten, unbeschadet seiner akade- mischen Stellung und Tätigkeit, ermöglicht, diesem Spezialgebiet seine Zeit und Kraft zuzuwenden. Aber die Wege und Mittel, die das Kultusministerium zu diesem Zweck ergriffen hat, sind in hohem Maße ungewöhnlich." DaS Mllnchener nattonalliberale Blatt findet es ganz in der Ordnung, daß die preußische Regierung den Professor Bernhard ein- stellt,„um die preußische Polenpolitik zuverlässig zu orientieren". Wir sind anderer Ansicht und bedauern Herrn Ludwig Bernhard, der sich zu dieser Ztvitterstellung hergab. Was heißt„orstntteren"? Glaubt das Münchener Blatt wirllich, die preußische Regierung werde die Berichte ihrer Ober-Regierungsprä- sidenten, Regierungspräsidenten und Landräte geringer achten, als die Ratschläge des Herrn Bernhard und sich von diesem„orien- tsi e r e n" lassen�? Herr Bernhard ist zu nichts anderem bestimmt, als für die Polenpolitik der Regierung die nöttgen theoretischen Saucen und wissenschaftlichen Begründungen zu liefern. Selbst wenn er sich zunächst auch noch gegen diese hehre Aufgabe sträuben sollte, wird er unter dem Zwang der Umstände müssen.—> Der geisteskranke Aegir-Dichter. Wie der„Univ. Korr." von„gutunterrichteter Seite" mitgeteilt wird, soll Fürst Eulenburg, der noch immer in der Eharitö liegt, für geisteslrank und somit für unzurechnungsfähig erklärt werden. Auf diese Weise hofft die Familie des Fürsten die ganze unangenehme und für gewisse Kreise höchst peinliche Affäre aus der Welt zu schaffen. ES werden Gutachten von namhaften Psychiatern eingeholt, die den Beweis erbringen sollen, daß der Fürst, als er den Eid leistete, nicht zurechnungsfähig, und daß er überhaupt schon Monate vorher ein „ganz eigentümliches Wesen" gezeigt habe. ES soll der Nachweis geführt werden, daß der Fürst schon seit Jahren Fettschist ge- Wesen sei. So erzählt man, er habe Stiefelsohlen und dergleichen Dinge gesammelt. Auch soll er in den letzten Monaten eine„krankhafte" Neigung für Gartenzäune und Gartengitter besessen haben. Im Parke von Liebenberg soll sich eine ganze Sammlung solcher Gitter befinden. Diese Umstände sollen dartun, daß Fürst Philipp v. Eulen- bürg bereits feit längerer Zeit vermindert zu- rechnungsfähig war. Wir sind auch in Anbestacht der preußischen Rechts- und Gerichtsverhältnisse der Ansicht, daß Fürst Eulenburg trotz aller Meineide nicht verurteilt wird. Zur richtigen Zeit wird sich schon irgend eine Entdeckung einstellen, die ihn frei ausgehen läßt. Ob man Verrücktheit bei ihm entdecken wird, läßt sich natürlich noch nicht bestimmen. Das hängt von den Umständen ab. Un- wahrscheinlich ist es, wenn man frühere Prozesse gegen die Blüte des preußischen Adels zur Beurteilung heranzieht, jedenfalls nicht. Bielleicht findet man sogar heraus, daß Eulenburg schon damals, als er am Starnberger See Fischerknechte minnete, unzurechnungS- fähig war. Einige seiner späteren geistigen Taten lassen mit einiger Sicherhett darauf schließen, daß er zeitweilig geistig anormal gewesen sein muß. z. B. sein herrlicher„Sang an Aegir". Erneute Steigerung der Getreide- und Fleischpreise. Nach der soeben erschienenen Lebensmittelpreistabelle der „Statist. Korrespondenz" hat im Monat Mai eine neue Steigerung der Preije für Getreide und Schweinefleisch eingesetzt. So hat der Welzen seinen Durchschnittspreis von MS auf 211 M. fiir 1000 Kilogramm erhöht. Die Preissteigerungen gingen bis zu 11 M. in Danzig, Stettin. Berlin und Hannover, 12 M. in Trier und 10 M. in Posen. Am teuersten war der Weizen mit 222 M. in Gleiwitz, am billigsten mit 202 M. in Kiel. Der Roggen kostete im Durchschnitt aller Marktorte 190 M. gegen 13S M. im April. Die größte Preissteigerung hatten Stettin und Trier mit v und Stralsund mit 13 M. Am niedrigsten war der Roggenpreis mit 179 M. in Köslin, am höchsten mit 204 M. in Trier. Der Durchschnittspreis der Gerste ist von 163 auf 164 M. gesttegen. Veremzelt kamen Preisherabsetzungen(bis zu 5 M. in Halle) vor, wogegen die Preiserhöhungen bis zu 10 M. in Danzig und 18 M. in Trier gingen. Am teuersten war die Gerste in Koblenz mit 204 M., am billigsten, wie stets, in Aachen mit 140 Mark. Der Hafer kostete im Durchschnitt aller Marktorte 163 M. gegen ISO im April d. I., die Preissteigerungen erreichten 10 M. in Kösttn und Görlitz und 12 M. in Kiel, die wenigen Preisherab« setzungen gingen bis zu ö M. in Trier. Der Preis der Eßkartoffeln hat sich von 62, S auf 61.3 M. ernräßigt, wobei die Herabsetzungen 6,7 M. in Trier und 8,2 M. in Königsberg erreichten. Am teuersten waren die Kartoffeln mit 90,0 M. in Aachen, am billigsten mit 37,6 M. in Posen. DaS Rindfleisch hat im Großhandel seinen Preis von 1229 auf 1224 M. für 1000 Kilogramm herabgesetzt, hauptsächlich weil in Kiel, wo sich der Preis im April um 123 M. erhöht hat, jetzt eine Herab- setzung um 117 M. stattgefunden hat. Im Kleinhandel hat das Rindfleisch, ebenso auch das Hammelfleisch seinen Durchschnittspreis nicht geändert, dagegen ist das Kalbfleisch um 2 und daS Schweine- fleisch um 4 Pf. für das Kilo teurer geworden. Die Erhöhungen gingen beim Schweinefleisch bis zu 10 Pf. w Stralsund, Kiel und Osnabrück und 17 Pf. in Stettin. Speck ist um 1 Pf. billiger geworden. Butter um 4 Pf. für das Kilo; die Eier find um 11 Pf. für das Schock gesunken. Schmalz. Weizenmehl und Roggen- mehl haben ihre Preise nicht verändert. Eine Bagatelle. Für die preußisch-deutsche Militärdespotie ist die Refraktärfrage in den Reichslanden eine Bagatelle. Es ist ganz natürlich, daß in der ersten Zeit der Annektion Elsaß-LothringenS sich eine große Zahl der Einwohner der deutschen Heerespflicht entzogen haben, die selbst- verständlich auf Grund der Militärstrafgesetze verurteilt wurden. Schon im vorigen Jahre wurde nun imLandesauSschusse beschloflen: „die Regierung zu ersuchen, sich dafür zu verwenden, daß den- jenigen Elsatz-Lothringern, die bis zum Jahre 1890 wegen Fahnen- flucht oder Verletzung der Wehrpflicht besttast worden find, die Strafen, insoweit sie nicht bereits verbüßt, verjährt oder erlassen find, im Hinblick auf die inzwischen verfloflene Zeit und die ein- getretene Aenderung der Verhältnisse in Gnaden erlassen werden". Bis heute hat man nichts über das Schicksal dieses Beschlusses gehört, und auch die Hoffnung naiver Polittker, der Kaiser werde in der Restaktärstage bei der Einweihung der HohkönigS- bürg seinem Herzen einen Stoß geben, hat sich nicht erfüllt. DeS- halb wurde am 27. Mai der gleiche Anttag wieder eingebracht. Am 4. Juni stand er im Landesausschuß zur Verhandlung. Wer aber geglaubt hatte, die LandeSauSschußabgeordneten würden von der Regierung Aufschluß darüber fordern, welche Schritte sie in der Sache unternommen habe, der kennt die reichsländischen„Volks- Vertreter" schlecht. Sang- und klanglos wurde der Antrag wieder angenommen. Die Regierung kann den Beschluß nun wieder auf ein Jahr in den Glasschrank stellen.-- Angst vor Terrorismus. In der scharfmacherischen„Rhein.-Westf.-Ztg." liest man: Als Kuriosum mag folgender Fall angeführt werden: Ein Händler der Kolonialwarenbranche, der sich um alles bekümmert, aber nicht um Politik, wurde von sozialdemokratischen Getteuen an seine Pflicht gemahnt und schließlich ins Wahllokal geschleppt. Da er glaubte, die Wahl sei geheim, so wollte er den ihm in die Hand gedrückten Zettel ohne weiteres abgeben. Als aber der Wahlvorsteher ihn darauf hinwies, daß der Name des be- treffenden Wahlmannes offen genannt werden müsse, war der brave Wähler, der auch über ziemlich viel bürgerliche Stundschaft verfügt, nicht mehr zu bewegen, seine Stimme abzugeben und verließ schleunig st das Lokal.... Daß gerade die„Rhein.-Westf. Ztg." es ausplaudert, wie ab- hängige Wähler sich gezwungen sehen, auS Angst vor den b ü r g e r- l i ch e n Wahlstimmenerpressern auf ihr Wahlrecht zu verzichten, ist sehr amüsant. Der Händler, der aus Angst vor seinen bürgerlichen Kunden nicht wählte, hat in seiner Art recht wirksam gegen die Oeffentlichkeit der Wahl demonstriert. DaS genannte Blatt schwärmt aber für die öffentliche Wahl, um eine freie Meinungs- bekundung zu verhindern, und zieht deshalb auch nicht die einzig .ichtige Konsequenz aus der von ihm erzählten Geschichte. Das Blatt hat sich in seinem Eifer, gegen die Sozialdemokratie zu hetzen, ein KuckuckSei ins Nest legen lasten. Hoffentlich stimmt es nun aber ooch mit uns ein in den Ruf: Fort mit dem Wahlrecht des Terrors! Eine Schulfrage stand in der letzten Sitzung des reichs- andifchen Landesausschusses zur Debatte. DaS Gesetz vom 1. November 1878 betteffend die Unterhaltung der öffentlichen höheren Schulen bestimmt, daß die persön- lichen Ausgaben für diese Schulen vom Lande, und die sächlichen Ausgaben von den Gemeinden getragen werden. Im Jahre 1899 wurde die Bestimmung, die an sich schon geeignet ist, die Errichtung höherer Schulen zu erschweren, durchbrochen, und eS wurde, ohne daß das Gesetz geändert wurde, beschlossen, daß die Gemeinden einen Zuschuß zu den persönlichen Ausgaben leisten müßten. Dieser Zuschuß betäust sich heute auf 46 000 M.; er wird getragen von den vier Städten Straßburg. Diedenhofen, Colmar und Forbach. Die Industrialisierung Lothringens macht nun die Errichtung höherer Schulen in diesem mächtig entwickelten Industrie- gebiet immer mehr zur Notwendigkeit. Dies war die Ursache, daß der Abg. D i t e s ch beantragte, die Vereinbarung mit den Städten über die Zuschüsse sind zu lösen und die persönlichen Ausgaben sind lediglich vom Lande zu tragen. Für die neu zu errichtenden Schulen soll lediglich das Gesetz von 1873 maßgebend sein. Da- gegen wandte sich der klerikale Abgeordnete Stadtpfarrer Winterer, welcher am liebsten den Gemeinden alle Kosten aufbürden möchte. Die Folge würde sein, daß die Städte die Schulen be- zahlen und die reichen Bauern billige Schulgelegenheit für ihre Kinder hätten. Er forderte eine Aufhebung des Gesetzes von 1878. Einige Lothringer Wgeordnete und der Abgeordnete Dr. Back sprachen für den Antrag. Schließlich brachte der Abgeordnete W i n t e r e r einen Antrag ein, der die Regierung auffordert, das Ge'etz von 1878 dahin abzuändern, daß die Gemeinden für ihre höheren Schulen zu einer billigen Leistung herangezogen werden? bis zum Erlaß dieses Gesetzes soll die Regierung bei Neugründung von Schulen in Lothringen der finanziellen Lage der Gemeinden Rechnung tragen. Zuguterletzt wurde« beide Anträge vertagt. Von so krähwinkelhasten Gesichtspunkten aus behandelt«na» in Elsaß-Lothringen die Schulfragen. Von der Uebernahme der ge- samten Schullasten auf den Staat ist in dem sozialisienreinen Musterparlament des Reichslandes natürlich keine Rede.— Ein Freifinnsblatt für die Dreiklasseuwahl. Der Erfolg, den die Sozialdemokratie am 3. Juni zu verzeichnen hatte, scheint auch den zum Verbände der frei- sinnigen Presse gehörenden„Posener Neuesten Nach- richten" schwer im Magen zu liegen. Dabei äußert sich auch wieder einmal die reakttonäre Tendenz des in ruhigen Zeiten auf Arbeiterabonnentenfang ausgehenden Blattes. In einem Leitarttkel über den Ausfall der Wahl macht sich folgende verhaltene Wut über die sozialdemokrattschen Siege bemerkbar: „Diese Erscheinung, die den übrigen Parteien ebenso wie der Regierung zu denken gibt, kommt allerdings in den Wahlresultaten nur zum kleinsten Teil zum Ausdruck. Durch die Drei- klassenwahlist dafür gesorgt, daß die sozial- demokratischen Bäume nicht in den Himmel Wachsen." Also unumwunden wird hier von einem freisinnigen Blatte Wiemerscher Couleur mit Genugtuung konstatiert, daß das Klassenwahlrecht ein Mittel gegen das Eindringender Arbeitervertreter in das preußische Abgeordnetenhaus ist!— Teuerungszulagen für städtische Beamte. Die letzte Stadtderordnetensttzung in Posen bewilligte für die städttschen Beamten und Lehrer, die ein Einkommen von weniger als 3000 M. pro Jahr haben, als Teuerungszulage die Summe von 66 000 M. Die Zulagen sollen in Stufen von 100, 80 und 60 M. zur Verteilung kommen. Die städtischen Arbeiter aber, die noch nicht die Hälfte des hier angenommenen Mindestgehaltes haben, gehen, wie das fast immer der Fall ist, leer aus.— Schneller Prozeß? Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den Fürsten Eulenburg ist, wie das„Verl. Tagebl. erfahren haben will, in etwa vierzehn Tagen bis drei Wochen zu er- warten. Die Hauptverhandlung findet in der am 16. Juni be- ginnenden Sckwurgerichtsperiode beim Landgericht Berlin I statt. Dem Fürsten Eulenburg, der sich noch in der Charitü be- findet, ist die Anklageschrist, wie schon gemeldet, am Freitag abend zugestellt worden. Die Anllage lautet auf Meineid. Ocftermcb. Die Wahrmund-Affare. Wie«, 10. Juni. Die Wahrmund-Affäre scheint nun- mehr beigelegt zu sein. Die Regierung wird, wie bereits gemeldet, das Sommersemester, ohne daß die Studenten darunter leiden, vor« zeitig schließen. DaS gerichtliche Versahren gegen Professor Wahrmund wird eingestellt; derselbe darf im Herbst seine Lehr- tättgkeit ungehindertfortsetzen. In freiheitlichen Studenten- kreisen beginnt sich bereits die Anschauung Bahn zu brechen, daß unter dem gegenwärttgen Stande der Verhältnisse eine Fortdauer des StreilS der Studenten nicht mehr aufrechterhalten werden kann. 6chweiz. Ein deutsch-schweizerischer Zollkrieg? AuS der Schweiz wird uns geschrieben: Die kürzlich in Zürich stattgefundene Konferenz von Vertretern der deutschen und schweizerischen Müllerei und der beiderseitigen Zollbehörden ist resultatlos verlaufen, indem die deutschen Ver« treter ein Eingehen auf die Auffassungen und Wünsche der schweizeri- scheu Vertreter ablehnten. Diese betrachten die Zollvergütung von 2,40 Frank pro Doppelzentner Weizenmehl erster Qualität, welche die deutsche Regierung den deutschen Müllern gewährt, als unver- einbar mit dem deutsch- schweizerischen Handelsvertrag, während die deutschen Vertreter diese Ausfuhrvergütung als zulässig erachten. Da nun die schweizerischen Müller ihre Wünsche nicht durch- setzen konnten, beeilten sie fich, sofort eine Eingabe an den Bundes- rat zu richten, durch die er veranlaßt werden soll, zu dem schweizerischen Mehlzoll von 2,60 Fr. einen Zuschlag von 2.40 Fr., also in der Höhe der deutschen Ausfuhrvergütung zu beschließen, um diese unwirksam zu machen und denselben sofort in Kraft zu setzen, also einen Gesamtzoll von 4.90 Fr. pro 100 Kilogramm zu er- heben. Dagegen wendet sich nun mit aller Entschiedenheit die Arbeiter- und Konsumgenossenschaftspresse. Es wird den schweizerischen Müllern vorgehalten, daß sie in der Tat hinter dem technischen Stande der deutschen Müllerei zurückgeblieben sind, daß ihre Ringe alte Mühlen zu teuern Preisen gekauft haben, um sie stillstehen zu lassen, womit sie ihr Konto schwer belasteten und daß sie unter diesen Umständen be- reits mehrfach die Mehlpreise empfindlich erhöhten, die nicht durch die Lage des GetreidemartteS gerechtfertigt waren. Gegenüber der kühnen Be- hauptung, daß die deutschen Oualitätsmehle minderwertig seien gegenüber den schweizerischen, wird nachgewiesen, daß erstens die schweizerischen Müller selbst in ihrer Eingabe an den Bundesrat die deutschen Mehle als erstklassige bezeichnen und daß sie zweitens selbst schon große Quantitäten deutschen Mehles gekaust und an ihre Kunden als„eigene feinste Produkte" zu wesentlich höheren Preisen, also mit fettem und mühelosem Gewinn geliefert haben. Die schweizerischen Müller haben sich durch ihre wucherische SyndilatSwirtschaft und durch ihre verfehlten SyndikatSspelulationen selbst in die Zwangslage gebracht, in der sie nun heulen und eS lann nicht den Konsumenten zugemutet werden, durch Wucher- preise in Form empfindlicher Brotteuerung, den gutmüttgen Retter zu spielen. Durch den Zusammenbruch der SyndilatSwirtschaft würde weder die schweizerische Müllerei noS daS schweizerische Vaterland ruiniert werden, sondern nur die lufttge Herrlichleit ge- rissener Spekulanten, und darum ist es nicht schade. Auf jeden Fall sollte durch diese Vorgänge die Mehlprodultion durch die Konsum- genoffenschaften gefördert werden, die mit ihren etwa'U Million Konsumenten schon einen bedeutenden Teil der Gesamtzahl der schweizerischen Konsumenten ausmachen und sehr leicht im Laufe kurzer Zeit diese Zahl verdoppeln können. So dürfte denn auch der leichtferttge und eigennützige Versuch der schweizerischen Müller, mit Deutschland einen Zollkrieg herauf- zubeschwören, der gerade jetzt in der Krise geradezu verheerend wirken müßte, erfolglos bleiben. Die Interessen der 3 400000 Kon- sumenten stehen unvergleichlich höher, als die einiger Dutzend Kapi- talisten der Mühlenindustrie.— Ein Getreideeinfuhrmonopol. Bern, 10. Juni. Im Nationalrat wurde ein Antrag ge- stellt, wonach der Bundesrat prüfen soll, ob nicht dem Bund daS ausschließliche Recht zu überwogen sei, die zur Brotversorgung des Landes dienenden Getreidearten und Mehle eivzu- führen. ftenltmcb. Ei« Protest gegen de» Arbeitermord. Paris, 10. Jnnt. Der Verband der Bauarbeiter ließ heute nacht einen Aufruf anschlage«, ia welchem alle Bauarbeiter aufgefordert werden, sich abendS zu versammeln. um angesichts des Vorgehens der Regierung gegen die Aus» ständischen von Vigneux ernsteBefchküssezu fassen. Man glaubt, daß es sich um die Ausführung eines 24- oder 48stündigen Gesamtaus st andes handelt. Italien. Studenteuunrnhen. Neapel, 10. Juni. Die hiesige Universität war gestern der Schauplatz ernster Unruhen. Seit mehreren Tagen sind die Studierenden der Pharmacie sehr aufgebracht wegen eines dem Parlament vorliegenden Gesetzes, welches angeblich ihren Interessen zuwiderläuft. Sie veranstalteten mehrere Protestversammlungen und beschlossen, als ihren Wünschen nicht entsprochen Ivurde, die Schließung der Universität herbeizuführen. Sie drangen in das Gebäude der juristischen Fakultät ein und demolierten dort- selbst alles, was nicht niet- und nagelfest war. Die Juristen ver- suchten die Eindringlinge aus dem Gebäude wieder herauszubringen; hierbei kam es zu einem Handgmenge, wobei mehrere Studenten verletzt wurden. Die Borlesnngen wurden Vertagt und die Uni- verfität vorläufig geschlossen. Portugal. Eine Verschwörung. London, 10. Juni.„Central News' meldet auS Lissabon: Die Polizei hat zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. �Es handelt sich um ein neues Komplott gegen die königliche Familie. Der 10. Juni war zur Ausführung des Anschlages ausersehen. Die republikanische Partei soll bei dem Komplott kompromittiert sein. Ein bekanntes Organ dieser Partei soll bedeutende Gelder den Verschwörern zur Verfügung gestellt haben. Die Mehrzahl der Redakteure republikanischer Blätter wurde verhastet. In einem verlassenen Hause in der Nähe von Lissabon wurde eine Bombenfabril entdeckt. KulUanck. Die Begrüßung des englischen KSnigS. Reval, 10. Juni. Der Zar brachte folgenden Trinkspmch auf König Eduard aus: Mit den Gefüblen tieffter Befriedigung und Freude heiße ich Eure Majestät und ihre Majestät die Königin in den russischen Gewässern willkommen. Ich vertraue, daß diese Bewegung, indem sie die mannigfachen und starken Bande, welche unsere Häuser verbinden, von neuem befestigt, den glücklichen Erfolg haben wird, unsere Länder enger zusammenzuführen, und daß sie die Ausrechterhaltung des Friedens in der Welt fördern wird. Im Laufe der letzten Jahre find verschiedene Fragen von gleicher Bedeutung für Rußland und England durch unsere Re- gierungen in befriedigender Weise geordnet worden. Ich bin sicher, daß Eure Majestät den Wert dieser Vereinbarungen ebenso hoch schätzen wie ich, denn trotz ihrer begrenzten Ziele können sie nur dazu beitragen, zwischen unseren beiden Landern die Gesinnung gegenseitigen guten Willens und Vertrauens zu verbreiten. Der König von England erwiderte: Eurer Majestät danke ich herzlichst für die herzliche Weise, in der Sie uns in den Gewässern der Ostsee willkommen geheißen, und für die. gütigen Worte, mit denen Sie unsere Gesundheit ausgebracht haben. Ich habe die glücklichsten Erinnerungen an den Willkomm, den ich bei Gelegenhert meiner früheren Besuche in Rußland von feiten Ihres erhabenen Großvaters, Ihres geliebten Vaters und Eurer Majestät selbst gefunden habe, und es ist eine Quelle aufrichtigster Daii4» barkeit für mich, daß ich diese Gelegenheit habe, mit Euren Ma- jestäten wieder zusammen zu sein. Ich unterschreibe von ganzem Herzen jedes Wort, das Eure Majestät im Hinblick auf die kürzlich zwischen unseren beiden Regierungen geschlossene U eberein- kunft gesprochen haben. Ich glaube, daß sie dazu dienen wird, die Bande, welche die Völker unserer beidM Länder vereinigen. noch enger zu knüpfen, und ich bin sicher, daß sie in der Zukunft zu einer befriedigenden und freundschaftlichen Regelung einiger wichtiger Fragen beitragen wird. Ich bin überzeugt, daß sie nicht nur dazu dienen wird, unsere beiden Länder näher zusammenzubringen, sondern daß sie auch sehr wesentlich die Aufrechterhaltung des allgemeinen Weltfriedens fördern wird. Ich hoffe, daß dieser Begegnung in kurzem eine andere Gelegenheit folgen wird, mit Eurer Majestät zusammen zu treffen, Russische Greuel. Die Sozialdemokraten haben in der Duma eine Interpellation über die Schreckensherrschaft in den Ostseeprovinzen eingebracht, die die Tätigkeit der adligen und zarischen Henlerknechte an der Hand eines reichhaltigen Tatsachenmaterials eingehend beleuchtete. Die Aufzählung der Schandtaten umfaßt nicht weniger als 43 Druck- feiten! Hier einige Auszüge: „Im ganzen wurden— nach unseren bei weitem nicht voll- ständigen Daten— von Ende Dezember 1906 bis 1./14. Juni 1906 von den Strafexpeditionen der Generale Orlow, Besobrasow, Werschinin, Mendt, Solonina u. a., bloS im lettischen Teil der Ostseeprovinzen ohne Gericht und Untersuchung, ohne jeglichen Anlaß, erschossen, gehängt und getötet— 1170 Bauern(Gesindewirte und Knechte) und verbrannt mehr als 300 Bauernhöfe, die samt dem Mobiliar- vermögen einen Wert von zwei Mllionen Rubel repräsentierten. Die Zahl der Personen, die körperlichen Züchtigungen vermittelst der Knute oder Ruten unterworfen wurden, konnte nicht genau festgestellt werden, sie übersteigt aber jedenfalls die Zahl der Getöteten um daS vielfache..." „Beim Beginn der ersten Dumasession ließen die ungesetzlichen Handlungen der Strafexpeditionen und Administration etwas nach, allein nach der Auflösung der Duma standen die Morde und Exe- kutionen wieder auf der Tagesordnung. Seit der Mitte des Jahres 1906 kamen zu den Morden die Folterungen, um die Bevölkerung einzuschüchtern und Aussagen zu erpressen, die für die Auslieferung der Betreffenden an das Kriegsfeldgericht und die Hin- richtung derselben genügten. Die Hinrichtungen selbst konnten nun dank Einführung der ÄriegSfeldgerichte bereits in gesetzlicher Form vor sich gehen. Indessen vermochten die Folterungen häufig nicht, die Gefangenen zu zwingen, nicht vollbrachte Verbrechen auf sich zu nehmen. Man begann darum neben den Hinrichtungen laut dem Urteil der Kriegsgerichte Leute„beim Versuch zu entfliehen" zu erschießen, daS heißt die Gefangenen ohne Gericht und Untersuchung einfach hinauszuführen und nieder- zuschießen." „Während der zweiten Duma, und insbesondere nach der be- kannten Interpellation über die Folterungen in den Jnquisttions- räumen der Ostseeprovinzen, ließen die Folterungen und Hin- richtnngen bedeutend nach, obwohl sie auch damals nicht völlig ver« schwanden. Allein nach der Auflösung der zweiten Duma setzten sie ohne jeden Anlaß mit neuer Macht wieder ein." Die Interpellanten schildern hierauf die Folterungen, die im berüchtigten Rigaer„Museum" vorgenommen wurden. AlleS, was von der Junlerpresse höhnisch als„Räubergeschichten" bezeichnet wurde,— daS Braten der Gefangenen auf glühenden Platten, daS Zermalmen der Kinnbacken, das Zu- sammenpressen der Geschlechtsorgane usw.— wird in der Interpellation auf Grund reichhaltigen Materials vollkommen bestätigt. Noch mehr. Die Interpellanten weisen nach, daß ähnliche Folterungen auch auf dem Gute Preekuln(Kurland) systematisch vorgenommen wurden, und zwar unter der Leitung des jüngeren KreiSchefSgehilfen Semenow, Baron Schröders und Herrn v. Weide- mattnS. Auf Grund der auf diesem Wege erpreßiea«uSsagen wurden im Jahre 1907 in den Ostseeprovinzen zum Tode der- urteilt S50 Personen und zur Zwangsarbeit mehr als 400 Personen. DaS geschilderte Bild wäre unvollständig, wenn nicht noch die Ergebnisse der„regulären" Tätigkeit der Administration angeführt wären. Vom 1./14. Januar 1906 wurden von.gewöhnlichen' Kriegsgerichten zum Tode verurteilt mehr als sechs- hundert Personen, und zur Zwangsarbeit etwa 1500 Personen. Während desselben Zeitraums wurden von den lettischen Bauern wegen verschiedener Verbrechen, die im Bereich des Bezirks von unbekannten Personen begangen wurden, mehr als 100 000 Rubel an Strafen ausgezahlt. Die administrativen AuS- Weisungen stiegen endlich während dieser Zeit ins Unendliche und führten in verschiedenen Orten zu einem fühlbaren Mangel an Arbeitskräften. So wurde in Gustavsberg(Kreis Riga) mehr als die Hälfte der erwachsenen männlichen Bevölkerung ohne Angabe des Grundes ausgewiesen.—_ Unverantwortliche Großfürsten. Petersburg, 9. Juni. In der heutigen Sitzung verhandelte die Duma den Etat des KriegSministeriums. Der Referent Gutschkow (Oktobrist) wies unter anderem darauf hin, das Kriegsministerium habe den richtigen Weg für Reforme» eingeschlagen, doch gehe es diesen Weg langsam. Der Grund der herrscheuden Disharmonie wäre unter anderem der Umstand, dah mehrere dank ihrer Herkunft unverantwortliche Großfür st en Chefs verschiedener Zweige des Militärressorts seien. Die äußerste Rechte legte Wider- spruch gegen weitere Reden ein, die Mitglieder deS Kaiserhauses berühren. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. Ein Erzbischof getötet. TifliS, 10. Juni. Der Exarch von Grusien, Erzbischof Nikon, ist heute auf der Treppe des Synodalgebäudes durch mehrere Revolverschüsse getötet worden. Der ihn begleitende Klosterbruder wurde schwer verwundet. Die Mörder entkamen. finnlancl. Das bedrohte Finnland. HelfingforS, 10. Juni. Hier herrscht wegen der an gekündigten Einschränkung der Autonomie Finnlands große Erregung. Der Senat ist entschlossen, äußersten Wider st and zu leisten, so daß wahrscheinlich eine Auf- lösung desLandtages und selb st herrliche Ein- f ü h r u n g eines neuen Wahlgesetzes erfolgen wird. JVIarohho. Mulay Hafid in FeS. Nachrichten aus dem Innern zufolge ist Mulay Hafid am Sonnabend mit großem Pomp in Fes eingezogen. Er will ein bis zwei Wochen in Fes bleiben und hat die Absicht, sodann mit einer großen Truppenmacht sich gegen Tanger zu wenden. Amerika. DaS republikanische Wahlprogramm. London, 10. Juni. Die Hauptpunkte der republi- kanischen Platform, die nächsten Dienstag in Chicago angenommen werden soll, sind folgende: Tarifrevision, Währungsreform, Vermehrung der Flotte, Erhaltung der Landmacht, Förderung des Handels, Unterstützung der Post- danipserlinien und Regelung des Korporationswesens. Eue der parte!* Der Berkauf sozialdemokratischer Zeitungen war bisher bei den badischen Bahnhofbuchhandlungen nicht zugelassen. Aus eine Anfrage des Genossen Dr. Frank in der badischen Kammer erklärte am Sonnabend Minister Marschall, daß die Regierung bisher keine Veranlassung hatte, ein Verbot des Verkaufs sozial- demokratischer Zeitungen zu erlassen. Preußens Regierung und seine sonstigen Reaktionäre werden sich voll sittlicher Entrüstung schütteln. Genosse Bollmar erkrankt. Genosse Vollmar, der seit längerer Zeit schon leidend ist. der aber trotzdem nach Kräften sich an der Landtagsarbeit beteiligt hatte, ist, wie der.Münchener Post" aus Soiensaß gemeldet wird, am ersten Tag seiner Ankunft dort, am vergangenen Sonnabend, wieder schlimmer erkrankt. Er hat hohes Fieber mit starten Schmerzen in Brust und Rücken. Nach Ansicht ---- um einen Jnfluenzaanfall. Genosse nächsten Wochen leider nicht aktions- es sich für die der Aerzte handelt Vollmar wird daher sähig sein. Nach einem Telegramm Lungenentzündung festgestellt. PoKzefllck»««,(ijmcfitllcbcs uk«. Die vorsichtige Polizei. Am Sonnabend abend hatten sich in Halle a. S. am Kirchtor zahlreiche Parteigenossen eingefunden, um den Genossen Thiele vom„V o l k s b l a t t" bei seiner Ent- lassung aus dem Gefängnis zu begrüßen, lieber die Erfahrungen, die sie dabei mit der Polizei machen mußten, berichtet das.Volks- blatt":.... Obwohl bie_ Straße dorr zu den verkehrsstillsten ge- hört und die berühmte»öffentliche Ordnung" nicht im geringsten durch die ruhig Wartenden gestört werden konnte, wurde telephonisch Polizei herbeigerufen, die dann auch schnellstens, zum Teil im Lauf- schritt, an der bedrohten Stelle erschien unter Leitung des Polizei- kommissarS Goldmann. Zuletzt mögen dreißig oder noch mehr Polizisten dagewesen sein. Herr Goldmann begnügte sich� nun nicht etwa damit, daß er den Fahrdamm und den Fußweg für den Verkehr stei hielt, im übrigen aber die Wartenden gewähren ließ, sondern er forderte alle Dastehenden auf ihrer Wege zu gehen. Wer diesem Befehle nicht sofort nachkam, dem wurde die Sistierung angekündigt. Manche der Polizisten nahmen sich ihrer Aufgabe mit einem Eifer an, als sei der preußische Staat aufs alleräußerste gefährdet. Herr Goldmann wollte sogar der Frau unseres Kollegan Thiele das Warten verbieten. Damit hatte er allerdings kein Glück.... Das ging fast eine Stunde so fort, bis endlich nach'/z7 Uhr statt um 6 Uhr die Entlassung Thieles erfolgte.... Wenige Minuten nach der Enrlassung war die .Ruhe und Ordnung" wieder vollständig hergestellt, und im Volks park wurde die Wiederkehr in gemütlicher Runde gefeiert...." Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten wurde Genosse Gewehr von der.Freien Presse" zu Elberfeld zu 20 M. Geldstrafe, der Genosse Wille. Bericht- erstatter der„Freien Presse" in Velbert, zu 100 M. Geldstrafe ver- urteilt._ Soziales. Das Elend der böhmischen Glasschleifer. Im letzten Heft deS „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik" illustriert Friedrich Gaertner die Lage der Glasarbeiter in der böhmischen Schleifer- industrie. Das Rohglas, das in den über ganz Böhmen zerstreuten Glashütten erzeugt wird, erfährt seine Raffinierung durch eine Verlagsindustrie. Die Verleger sind Händler; sie kaufen das Roh glas, lassen es durch die Hausindustrie veredeln und besorgen den weitern Vertrieb. Von etwa 90 Verlegern sind zirka 3800 Arbeiter abhängig. Man unterscheidet gewöhnliche„Schleifer" und höher qualifi- zierte„Kugler". Besonders die Arbeitsbedingungen der Schleifer sind die denkbar ungünstigsten. Der Schleifer befindet sich mit dem Oberkörper in heißer, mit den Füßen in kalter Luft, der Raum ist mit Glasstaub wie mit Nebeln erfüllt. Dementsprechend sind die Sterblichkeitszahlen groß. Auch in den Familien der Glas- schleifer sind die Gesundheitsverhältnisse sehr schlecht. Während die Mortalität vor dem vollendeten zweiten Lebensjahre bei den Kindern der andern Arbeiterkategorien 43 Proz. ist, steigt sie bei den Schleifern auf 53 Proz. Von 100 Schwangerschaften führen bei den Glasarbeitern nur 58 Proz. zu Kindern, die das dritte Lebensjahr erreichen. Höher als in andern Berufen ist auch die Mortalität im vorgeschritteneren Alter. Die Geißel der Glasarbeiter ist die Tuberkulose. Es entfiel auf die Tuberkulose von 100 Sterbe- fällen: Männer Frauen Schleifer...... 75,0 Proz. 38,8 Proz. Kugler....... 29,16„ 17,16, Fremde Berufe.... 22,6, 20,5, Das Einkommen ist besonders bei den Schleifern gering- fügig. Ein ständig besänftigter Arbeiter, daS heißt ein Arbeiter in besonders glücklichen Verhältnissen, pflegt 8— 16 Kronen gleich 6,80 bis 13,60 M. in der Woche zu verdienen. Die Lebensmittelpreise sind dabei im Glasschleifbezirk Böhmens höher als selbst in Wien. Abhilfe gegen diese Mißstände könnte nur ein allgemeines um- fassendes Heimarbeitergesetz schaffen. Sexverksckaftlicbes. Straßenpolizciverordnung gegen Boykottzettelverteiler. Das ist das neueste im Polizeikampf gegen die organisierte Arbeiterschaft. Genosse Förster verteilte am 27. Oktober 1907 auf der Ohlauer Chaussee bei Breslau Flugzettel, die die Aufforderung enthielten, ein Lokal in Tfchansch zu meiden, weil der Wirt seinen Saal zu Versammlungen nicht hergebe. Zwei polittsche Gegner waren darüber erbost und beschwerten sich beim Gendarm. Sie erklärten sich belässigt zu fühlen. Der Gendarm forderte nun Förster auf, sich zu entfernen und das Verteilen der Zettel auf der Chaussee zu unterlassen. F. ging langsam weiter, gab aber doch von Zeit zu Zeit Boykott- zettel an Passanten ab. Er wurde angeklagt und in zweiter Instanz vom Landgericht Breslau wegen Uebertrewng der Regierungs« Polizeiverordnung vom 26. Juni 1900 zu einer Geldstrafe ver- urteilt, weil er trotz des Befehls des Gendarmen, der zur Erhaltung der Leichtigkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit des Verkehrs er- gangen sei, das Berteilen der Boykottzettel auf der öffentlichen Straße sChaussee) nicht eingestellt habe. Die Verordnung verlangt, daß unbedingt Folge zu leisten sei solchen Anordnungen der Sicherheitsbeamten, die zur Erhaltung der Ruhe, Ordnung. Sicherheit, Leichtigkeit und Bequemlichkeit des Verkehrs auf öffentlichen Wegen. Straßen, Plätzen usw. ergehen. Das Landgericht erachtete die Verordnung für anwendbar, nachdem eS das Borliegen groben Unfuges(§ 366 Nr. 11 des Strafgesetzbuches) und ein u n entgeltliches Verteilen im Sinne des§ 10 des preußischen PreßgesetzeZ verneint hatte.(F. hatte vom„Auftraggeber" 50 Pf. Entgelt erhalten.) Das Kammer- g e r i ch t verwarf die Revision deS Angeklagten mit einem Hinweis auf seine bekannte Praxis in bezug auf Streikposten. Die Allmacht des Schutzmanns und Gendarmen, welcher behauptet, er handele.zur Erhaltung der Sicherheit oder Bequemlichkeit des Verkehrs", erscheint also in neuer Variation im schönsten Glänze. Auch damit werden wir uns abfinden. BerUn und klmgegend. Amtsblatt-Weisheit. Im.Wilhelmshavener Tageblatt"(3. Juni) liest man unter der Stichmarke.Wohltäter" folgendes: Wie die unlängst veröffentlichten Feststellungen ergeben haben, hat der Streik im Baugewerbe Groß-BerlinS im vorigen Jahre die gewaltige Summe von 20 Millionen Mark gekostet, das heißt, soviel ist während der Zeit an Löhnen für die Ar- beiter weniger gezahlt worden. Allein der Maurerstreik hat eine Lohneinbuße von fast 3 Millionen Mark gebracht. Das ist ein kläglicher Mißerfolg des mit großem Tamtam ins Werk gesetzten Streiks. So sieht also die„Wohltat der höheren Löhne" aus, welche die als Führer wirkenden sozialdemokratischen„Volks- beglücker" erzwingen wollten. Armes, verblendetes Volk,� das noch immer töricht genug ist. dieser Sorte von„Wohltätern" ge» dankenloS zu folgen! Wieviel Not und Elend in den Familien wäre verhütet worden, wenn der unselige Streik unterblieben wäre! Wieviel empfindliche Verluste haben die Geschäftsleute dadurch erlitten, daß die Millionen an Löhnen nicht gezahlt, also auch nicht umgesetzt wurden! Zu den materiellen Schädi- gungen kommt die große sittliche Gefahr hinzu. Man bcde.nke, was eS bedeuten will, daß ein an tägliche Arbeit gewöhnter Mann plötzlich monatelang tatenlos feiern muß. Wie leicht kommt er mit dem Strafgesetz und dem Staatsanwalt in Bc- der„Franks. Ztg.' haben die Aerzte _____________ Hoffentlich gelingt es der Heilkunst. den Kranken in Bälde wieder herzustellen. Der Kongreß der polnische» Sozialdemokratie Oesterreichs ist am 7. Juni zu Krakau zusammengetreten. Er ist von 123 Delegierten beschickt. Als Vertreter der deutschen Sozialdemokratie Oesterreichs ist Abgeordneter W i n a r s k y, als Vertreter der tschechischen Sozial- demokratie Abgeordneter Dr. Winter, als Vertreter der ruthenischen Sozialdemokratie Abgeordneter W i t y k sowie Genosse Dr. N o w a- k o w s k y j erschienen; außerdem Vertreter beider Fraktionen der polnischen sozialistischen Partei in Rußland und der polnisch-littauischen Sozialdemokratie. Der Kongreß wurde vom Genossen M i s i o l e k eröffnet, worauf zu Vorsitzenden die Genossen Diamand, Hudec und Reger gewühlt wurden. Sodann überbrachte Abgeordneter W i t y k die Grüße der ruthenischen Sozialdemokratie. Er erinnert an die von wahrhaft internationaler Gesinnung erfüllte Rede DaSzhnSkiS in der galizischen Debatte und spricht die Hoffnung aus, daß daS brüderliche Ein- vernehmen zwischen polnischer und ruthenischer Sozialdemokratie auch in Zukunft fortdauern werde. Abgeordneter W i n a r s k y begrüßte den Kongreß namens der deutschen Sozialdemokratie Oesterreichs. Zahlreiche Bande verbinden das deutsche und polnische Proletariat Oesterreichs. Die Unterdrücker des galizischen Volkes sind die Stützen der österreichischen Reaktion. Alle Schandtaten, die in Galizien begangen wurden, konnten bisher die Bourgeoisparteien noch nicht dazu veranlassen, endlich gegen die Mörder aufzutreten. Nur das Proletariat Österreichs ist sich seiner Pflicht bewußt, seinen unterdrückten Brüdern in ihrem schweren Kampfe zu helfen. Abg. Dr. Winter drückte die herzlichsten Gefühle der tschechischen Sozialdemokratie für die polnische Bruderpartei auS. Dann erstattete Dr. B o b r o w s t i den Bericht über die Tätig- keit der Partei. Der aufgelöste Kongreß der bosnischen Sozialdemokratie. Ueber die Auflösung des Kongresses wurde der„Wiener Arbeiterzeitung' aus Sarajewo vom 7. Juni telegraphiert: Der Kongreß der bos» nischen Gewerkschaften wurde heute nach anderthalbstündiger Dauer aufgelöst. Als ein Genosse eine Resolution beantragte, in der gegen die Abschiebung der auswärtigen Delegierten protestiert wurde, sprang der Regierungsvertreter v. Lindes auf imd erklärte den Kongreß für ausgelöst. 20 Polizisten zu Fuß und 10 Berittene mar- schierten vor dem Arbeiterl, eim auf und drohten zu schießen, wenn der Kongreß nicht auseinandergehe. Der Reglerungskommissar Brodnik, bei dem daS Präsidium Beschwerde führte, lobte noch den brutalen Schergenstreich seines Untergebenen._______________________________________ vcrcmtwTBcdakt.: Georg Tavidsohn, Berlin. Jnferatcuteik verantw.:Th. Glocke, Berlin. Druck u,Berlag:BorwärtsBuchdr.u,VxrlägKanstalt PsulSingerölCo�BerlinSiV. Hierzu 3 Beilagen«.UoterhaltungSbl. ' rührung. Wer er muß feiern— der Parkelführer haiS verfügt! Es ist doch eine geradezu himmelschreiende innere Qual für einen ehrlichen Mann, der sich und die Seinen anständig ernähren will, wenn er nicht arbeiten darf, sondern auf Kommando hungern muß. Es heißt einfach:„Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt! Parierst du nicht, fo fliegst du!" Es ist nur notwendig zu konstatieren, daß die Arbeitsruhe durch eine Aussperrung erzwungen worden ist, um die Kritik an die richtige Adresse, an die der Unternehmer, zu richten. Der Schlaumeier, der die obige Weisheit verzapfte, scheint der Ansicht zu sein, wenn nicht ausgesperrt worden wäre, dann hätten wir eine günstigere Baukonjunktur gehabt, es sei dann so viel gebaut worden, daß kein Lohnausfall zu verzeichnen sein würde. Stimmt das Rcchcnexempcl des Amtsblattredakteurs, dann hat das Unter- nehmertum ein ungeheures volkswirtschaftliches Verbrechen be- gangen. Wir sind gespannt darauf, wie die Aussperrwütigen gegen den Vorwurf sich verteidigen werden. Oeutfcbes Reich. Eine Konferenz für den Gau IX des LederarbritcrverbandeS fand zu Pfingsten in Offenbach a. M. statt. Anwesend sind 18 Delegierte auS 17 Orten, 3 Mitglieder des Gauvorstandes, Knappe- Berlin für den Zentralvorstand und Gauleiter Küntsch als Vorsitzender. Der Geschäftsbericht erstreckt sich von 1904 bis 1908. Im Gau sind 15 000 Lederarbeiter tätig, von denen aber nur gegen 800 organisiert sind. Die Agitation ist im Gau sehr schwierig, die Fluktuation im Verbände und in den Lederfabriken ungemein groß. Von 1809 Neuaufnahmen in der Berichtszeit sind nur 330 Mitglieder ge- blieben. Die stärksten Hindernisse für die Ausbreitung der Organisation sind sozialer Natur. In Worms dominiert der bekannte Lederkönig Freiherr von Heyl. Von 4000 dort be- schäfsigten Arbeiter« sind keine 1000 organisiert.„Wohlfahrtseinrichtungen" nach Stummschem Muster, schlimmster Terrorismus und ärgste Gesinnungsriecherei haben ein Schmarotzertum großgezogen. Außerdem hält eine gute„Verbindung" mit den Be- Hörden die Arbeiter von der Organisation ab.— Vor den Toren der Heylschen Fabrik wurden Flugblätter verteilt. Plötzlich erschien ein telephonisch herbeigerufener Schutzmann auf dem Plan, der einen der Flugblattverbreiter festnahm. Ein altes Gesetz von 1850 wurde ausgegraben, um den Mann in Strafe nehmen zu können. (Worms liegt im„liberalen" Hessen!)— Einmal brachte die „Mainzer Volkszeitung" einen Artikel über Mißstände bei Heyl. Anstatt die Mißstände abzuschaffen, fahndete die Fabrikleimng eiftigst nach den Urhebern der Notiz. Vier„Verdächtige" wurden zur Hofarbeit kommandiert, wo sie von den Kollegen als„Sünder" angesehen wurden. Im Taunus und in Jndustrieorten ländlicher Bezirke find die Lederarbeiter vielfach kleine Besitzer, die den Lohn als Neben- einnähme betrachten. Die Unternehmer benutzen das, indem sie ihre Produktton im Winter, wo sie billige Arbeitskräfte(für 15 Pf. die Stunde!) haben können, ausdehnen und im Sommer einschränken. Dann sind diese Firmen auch in der Lage, infolge ihrer Wirtschaft- lichen Uebermacht die Behörden in ihrem Sinne zu beeinflussen, so daß das Menschenmöglichste geleistet wird, um die Hausagitatton, Versammlungen und Besprechungen zu hintertreiben. So war daS Bild im ganzen trüb, welches die Delegierten in den Berichten über die Lage in ihrem Berufe und den Stand der Organisation boten. Angeregt wurde die Anstellung eines Ortsbeamten für Worms, um Einfluß auf den Heylschen Betrieb zu gewinneu; außer- dem soll der Gau in mehrere engbegrenzte Bezirke geteilt werden und eine demnächst aufzunehmende Lohnstatitik soll die Unterlage für die in größeren, Maßstabe einzusetzende Agitation schaffen. Achtung! Brauer. Die Differenzen in den Brauereien zu Eisenberg sind beigelegt. Am Sonnabend nachmittag fanden Verhandlungen statt, die mit einem Siege der Arbeiter endeten. Die Forderungen der Brauer wurden sämtlich erfüllt. Die Arbeit ist gestern Mittwoch aufgenommen und der Bierboykott wieder auf- gehoben worden._ Die 8. Konferenz des Verbandes der Isolierer und Steinholzleger Deutschlands. Die 8. Konferenz der Isolierer und Steinholzleger Deutsch» lands wurde vom 7. bis 9. Juni im Volkshaus in Dresden abge. halten. Die Konferenz war beschickt, von 16 Zahlstellen durch 14 Delegierte. Von der Freien Vereinigung deutscher GeWerk- schaften war der Genosse Juppcnlatz delegiert. 6 Zahlstellen hatten keinen Delegierten entsandt. Nachdem in den beiden ersten Sitzungen die geschäftlichen Angelegenheiten'erledigt waren, wurde folgender Punkt erledigt:„Die Einigungsverhandlungen mit dem Partcivorstand, der Generalkommission und den für uns bei der Verschmelzung in Betracht kommenden Gewerkschaften." Nach längerer Debatte wurde einstimmig beschlossen, bis zum 1. Juli aus der Freien Vereinigung auszutreten. Weiter erklärte sich die Konferenz im Prinzip mit 11 gegen 5 Stimmen für eine Ver- schmelzung mit dem Zentralverband der Maurer Deutschlands. Die Isolierer und Steinholzleger wollen in diesem Verbände eine besondere Sektion bilden. Sollten jedoch die von der Konferenz aufgestellten Bedingungen nicht akzeptiert werden, dann soll der Verband als selbständige Organisation bestehen bleiben und der Generalkommission angeschlossen werden. Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt. �et2te JVachncbten und Dcpefcben« Der wortbrüchige Schah wird übermütig. London, 10. Juni.(W. T. B.) Einem Telegramm de» Reuterschen Bureaus aus Teheran zufolge hat der Führer der un- populären tzofpartei, Emir Bahadur, dessen Verbannung verlangt worden war, seine Funktionen bei Hofe am?. Juni wieder aufgenommen! Fünf andere Mitglieder der Hofpartci. welche der Schah zu entlassen versprochen hatte, sind gleichfalls an den Hof zurückgekehrt! Von vierzehn Notabeln, welche sich am 7. Juni abends an den Hof begeben hatten, um dem Schah wegen des Bruchs seines Versprechens ernste Vor» stellungen zu machen, wurden drei verhaftet, unter ihnen Zill es Sultan. Am selben Abend wurden die Telegraphenlinien durch Emir Bahadurs Mannschaften durchschnitten, die auch auf die Arbeiter feuerten, welche die Linien wiederherstellen wollten. AIS der Schah davon hörte, mißbilligte er dies.— Einer telegraphischen Mitteilung vom 8. Juni zufolge wurden die drei Verhafteten No- tabeln weggeführt, wahrscheinlich nach dem Surkhissarpalast, zwölf Meilen von Teheran entfernt. Was die politischen KlubS und daS Parlament anlangt, so haben sie noch keine Schritte getan, sondern überlegen ernstlich, was zu tun sei. Die Stadt war heute völlig ruhig._ Lotterieschwindel. Budapest, 10. Juni.(93. H.) Der Inhaber eine» Bank» geschäfteS, Leopold Bleier. welcher Lose auf Raten verkaufte, die» selben aber niemals lieferte, wurde verhaftet und sein Geschäft ge. schlössen. Seine Betrügereien belaufen sich auf über 200 000 Kronen._ Windhose. Reichenberg, 10. Juni.(B. H.) Eine Windhose hat in der Umgegend von Semil große Verwüstungen angerichtet. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt, Fabrikschornsteine zum Einsturz gebracht. Die Weberei von Melich wurde völlig zerstört. Zahlreiche Per». sonen wurden verletzt. Ii. 134. 2S. Iahrglwg. 1. KeilM Ks Joraätb" Dklimr WllsM iranrtsfng, II. Zmi 1908. 19. Internationaler ßergarbelterltongreß. II. KaxiS. 9. J�ini. Den Borfitz führt Lamendin-Frankreich. Der Salzburger Kongreß hatte fast einmütig beschlossen, dem Internationalen Komitee aufzugeben, für eine einheitliche Rege- lung der Frage der Vertretung auf den internationalen Kongressen zu sorgen. Das Internationale Komitee schlägt folgende, von Hue begründete Resolution vor: „Der Kongreß erkennt für jedes Land nur eine Vertretung an. Wo in einem Lande mehrere selbständige Bergarbeiter- Organisationen bestehen, da haben sich diese über eine gemein- same Kongreßdelegation zu verständigen. Sondervertretungen sind von der Teilnahme am Kongreß ausgeschlossen. Jede Landesvertretung prüft zunächst provisorisch die Mandate ihrer Delegierten. Die endgültige Beschlutzfassung über die Gültig- keit der Mandate ist das Recht des Kongresses."- Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Dann wird in die eigentliche Tagesordnung eingetreten und zunächst über die Frage der Berlürzuag der Arbeitszeit verhandelt. Die Bergarbeiterföderation Englands legt folgende Resolution vor: „Da der Widerstand gegen die Vorlage zur Einführung des Achtstundentages in der Bergwerksindustrie zunimmt, richten wir an die Mitglieder aller Nationen, die der Internationalen Föderation angehören, den Appell, noch größere Anstrengungen zu machen, um die Regierungen ihrer Länder unter Benutzung aller Mittel, die in ihrer Macht stehen, zu zwingen, den Acht- stundentag für Bergleute einzuführen und nicht eher zu ruhen, bis der Achtstundentag krom banlc to dank(von der Oberflache zur Oberfläche) in jedem Lande gesetzlich festgelegt ist." Begründet wird die Resolution von dem einflußreichen Führer der Bergarbeiter von Südwales W i l l i a m B r a c e. der Mit- glied des Unterhauses ist. Für England ist, so sagt er, die Frage des Achtstundentages für die Bergarbeiter aus dem Stadium der akademischen Diskussion hinausgekommen. Die englischen Berg- arbeiter stehen heute am Vorabend eines großen Sieges. Die Re- gierung hat dem Parlament ein Gesetz vorgelegt, das den Acht- stundentag für die Bergarbeiter bringt und hoffentlich kann dem nächsten internationalen Kongreß die Annahme des Gesetzes be- richtet werden. Aber noch sind große Widerstände zu überwinden. Eine lügenhafte Agitation gegen den Achtstundentag hat, genährt vom Gelde der Grubenlords, gegen die Vorlage eingesetzt. Schon bei den Wahlen sind ungeheure Summen von dieser Seite ver- wendet worden. Jetzt werden überall Resolutionen fabriziert und Gemeindevertretungen gegen den Achtstundentag mobil gemacht. Man behauptet, die Industrie werde ruiniert werden.(Rufe bei den Deutschen und Oesterreichern: Ganz wie bei uns!), der Kohlen- preis werde steigen usw. Aber das größte Aktivum eines Volkes ist das Leben seiner Mitglieder, nicht das Interesse der Kapitalisten. Ter Widerstand der Grubenbesitzer ist um so unberechtigter, als sie ein Jahr größter Prosperität hinter sich haben und die Berg- werke 40 bis 60 Proz. Dividende verteilt haben.(HörtI hört!) Die Bergarbeiter Englands sind aber entschlossen, die Vorlage durchzudrücken. Der Achtstundentag ist für sie gewiß auch auf gewerkschaftlichem Wege zu erreichen. Aber sie glauben, daß für den Achtstundentag in Bergwerken so sehr die Interessen des ganzen Volkes sprechen, daß das Parlament ihn gesetzlich festlegen muß. Sollten freilich die Großkapitalisten die Verschleppung oder Verwerfung der Vorlage erreichen, dann würden die englischen Bergarbeiter auf direktem Wege den Achtstundentag erkämpfen. (Lebhafter Beifall.) Außer der englischen Resolution liegen nachfolgende An- träge vor: Frankreich:»Wir sind der Ueberzeugung, daß es an der Zeit ist, Maßregeln zu treffen, um die Verwirklichung eines acht- stündigen Arbeitstages„krom dank to dank"(von der Oberfläche bis zur Oberfläche) für alle Ober- und Untertagsarbeiter zu be- schleunigen." Belgien: Die Dauer des Arbeistages darf in Gruben mit normaler Temperatur acht Stunden„trom dank to dank" nicht überschreiten. Die Arbeitszeit darf höchstens sechs Stunden in Gruben betragen, in denen schlagende Wetter in großem Um- fange vorkommen, oder die eine hohe Temperatur aufzuweisen haben. Diese Arbeitszeit sollte auch in den Gruben herrschen, in denen die Feuchtigkeit die Gesundheit der Arbeiter schädigt. kleines Feuilleton. Eine Petition der russischen Mohammedanerinnen. ES scheint fast, als ob alles Verbesserungsbedürftige noch schlechter wird, sobald es Rußlands Boden betritt. Für die Frau ist der MohammedaniSmus gewiß nicht die Religionsform, in welcher sich ihre Fähigkeiten ftei entwickeln könnte; aber die russischen Mohammedannerinnen be- neiden ihre Schwestern in der Türkei, Arabien und Aegypten um ihre glückliche Stellung. Eine große Anzahl von Frauen aus der russischen Provinz Orenburg, die lauter Mohammedanerinnen sind, haben an die mohammedanischen Dumaabgeordneten eine Petttion gerichtet, die nichts ist als ein einziger langer Hilferuf. In der Petition heißt es unter anderem: obgleich unsere Religion und der Koran unS befreit haben aus unwürdiger Knechtschaft, halten uns unsere Männer doch in Bedrückung und zwingen uns zur Erfüllung ihrer Launen. Unser Gesetz erlaubt den Frauen, die Moschee zu besuchen, nach Mekka zu pilgern, Geschäfte abzuschließen, Wechsel zu unterschreiben und bann- herzige Schwestern zu werden. In Arabien haben Mohamniedane- rinnen Gesellschaften gegründet, Spitäler gebaut und Bücher geschrieben. Wir aber dürfen nicht einmal den Koran lesen. Wir sind in unseren vier Mauern eingesperrt und unsere Männer können sich so viel Lieblingsfrauen nebenher halten als sie wollen. Wir sterben meistens infolge der vielen Arbeit jung und unsere Männer sitzen in den Kneipen� mit Frauen, die alle Frauenwürde längst vergessen Habel?. Es ist eure Pflicht, Abgeordnete, für uns einzutreten. Wir sind die Mütter der Rasse und die Freunde der Männer. Wenn aber die Männer ihr Verhalten nicht ändern, dann werden auch sie zu Sklaven werden und unsere Rasse wird zugrunde gehen. Man sieht, es wetterleuchtet überall, in allen Konttnenten tn der Bewegung der Frauen. Theater. Deutsches Theater. Sommergafispiel. Die Brett'l» g r ä f i n. Vaudcville, Musik und Text von Georg Verö. Die Bühne Reinhardts wird sich für die Sommermonate in eine Art Metropolthcater verwandeln. Das ungarische Singspiel ist, ähnlich wie dort die Revuen, nur ein Vorwand, der Gelegenheit zu möglichst bunten glänzenden Kostümparadcn und zum Auftreten eines Varietestcrncs bietet. Die Firmen, die sich durch Lieferung von Kutschen, Sportsklcidern und Fahrrädern um dies Werk der Kunst verdient gemacht, figurierten gleich Hauptakteuren auf dem Theaterzettel. Und je größere Zumutungen der Dichter an die Phantasie der Garderobenkünstler stellt, um so bescheidener sind seine Ansprüche an die eigene Erfindungskraft. Was er an Geist be» seinen Monte-Carlo-Hclden abspart, legt er ihnen dafür an Barem zu. Der Herr Graf, dem seine Tante, die ehemalige Brett ldiva, drei Akte lang in allen möglichen Toiletten zusetzt, bis er sie heiratet, zahlt hunderttausend Frank, seinen ganzen Tagesverdienst an der Spielbank, für einen gestohlenen Familien- 1 Deutschland und Oe st erreich: Durch die Landes- gesetze ist die Schichtzeit für alle Arbeiter in der Bergwerksindusttie auf höchstens acht Stunden zu beschränken. In den unterirdischen Betrieben ist bei hoher Temperatur nur eine höchstens sechsstündige Schicht zu gestatten. Q u i n t i n(Norddepartement) begründet den französischen Antrag, der sich etwas von dem englischen unterscheide; denn in Frankreich wurde 1S0S ein Gesetz, die lex Bcmdenoot, angenommen, die die Arbeitszeit in den Gruben oerkürzt. Dies Gesetz mit seinen vielen Ausnahmebestimmungen ermöglicht den Unternehmern, den Arbeitern soviel Ueberstunden aufzudrängen, daß oiese die Regel bilden. Dank der gewerkschaftlichen Agitation Hätz die Kammer jetzt dem Senat eine neue Vorlage unterbreitet, die als Abschlags- zahlung gelten kann und für bestimmte Kategorien von Arbeitern die Arbeitszeit verkürzt. Deshalb wird sie nicht nur von den Handelskammern, dem Kapital und der kapitalistischen Presse be- kämpft, sondern auch von den„gelben" Gewerkschaften, die eine besondere Protestdelegation an den Senat gesendet haben. Trotz- alledem werden die französischen Bergarbeiter solange kämpfen, bis sie den Achtstundentag einschließlich Ein- und Ausfahrt errungen haben.(Bravo!) I a r o l i m- Oesterreich begründet den Antrag Deutschlands und Oesterreichs, dem er den Vorzug vor den übrigen Anträgen. gibt. Der englische Antrag schließt die Obertagsarbeiten von der Forderung des gesetzlichen Achtstundentags aus, ebenso der belgische. Der Ausdruck„von Bank zu Bank" sei mißverständlich und es sei klarer, zu sagen, daß die Ein- und Ausfahrt in die acht Stunden mit einbegriffen sein sollen. Hier müsse Klarheit vom Kongreß geschaffen werden.(Bravo!) Maroille- Belgien: Die belgische Regierung veranstaltet seit einiger Zeit Enqueten im In- und Auslande über die Ver- kürzung der Arbeitszeit. Natürlich erklären sich die Unternehmer dagegen, aber die ungeheure Mehrzahl der Arbeiter(nur bM stimmten dagegen) ist dafür. Die belgischen Arbeiter sind ent- schlössen, den Achtstundentag zu erkämpfen; sie hoffen auch, ihn im nächsten Jahre zu erringen, gegebenenfalls durch energischere Mittel als die rein parlamentarischen.(Bravo!) Die Delegationen Englands, Frankreichs und Belgien? er- klären sich damit einverstanden, daß die Forderung des gesetzlichen Achtstundentages auf die Uebertagarbeiten ausgedehnt werde. (Bravo! bei den Deutschen.) Die Engländer erklären weiter, daß der Ausdruck— krom dank to dank— einschließlich Ein- und Ausfahrt bedeute. Sachse: Das muß protokolliert werden. ISVö beim großen Bergarbeiterstreik hat uns der Vertreter des Ministers, Unter- staatssekretär von Velsen, bei den Verhandlungen mit der Siebenerkommission gesagt, krom dank to dank heiße einschließlich der Einfahrt, aber ohne die Ausfahrt! Abraham, Mitglied des Parlaments: Der Ausdruck krom dank to dank ist nie anders verstanden worden als: Ein- und Ausfahrt einbegriffen. Die Vorlage der englischen Regierung will freilich in den Achtstundentag nur die Einfahrt und nicht die Ausfahrt einschließen, aber das hat mit dem Ausdruck unserer Resolution nichts zu tun. Schmidt(Gewerkverein Hirsch-Duncker) fragt an, was unter dem Ausdruck„normale Temperatur" im belgischen Antrag zu verstehen sei. In der Regierungsvorlage von 1905 habe sich die (vom Abgeordnetenhause gestrichene) Bestimmung befunden, daß in Gruben mit einer Temperatur von über 22 Grad Celsius der sanitäre Arbeitstag von 8 Stunden gelten solle. Dafür sei die Be- stimmung getroffen worden, daß in Gruben mit einer Temperatur von über 28 Grad Celsius nur 6 Stunden gearbeitet werden dürfe. Leider werde diese Bestimmung vielfach umgangen. Die Thermo- meter, die die Arbeiter selbst mit in die Gruben brächten, taugten nach Ansicht der Grubenherren nichts. Komme ein Revierbeamter zur Kontrolle, so werde eine sonst nicht vorhandene Ventilation durch Oeffnung der einen und Schließung der anderen Wettertür hergestellt, so daß die Temperatur viel niedriger als sonst sei. (Sehr richtig!) Maroille- Belgien erklärt, unter normaler Temperatur verständen sie eine Temperatur, die man unter gewöhnlichen Um- ständen aushalten könne.(Heiterkeit bei den Deutschen. Rufe: Was kann man nicht alles aushalten! Selbst 37 Grad.) H u e: Das beste ist, der Ausdruck„normale Temperatur" wird gestrichen. Vor der Abstimmung wird der Bericht der MandatsprüfungS- kommifsion entgegengenommen. Alle Mandate sind für gültig er- klärt worden. England ist durch 75, Deutschland durch 17, Frankreich durch 27, Oesterreich durch 2, Belgien durch 10 Delegierte vertreten. Die amerikanischen Delegierten sind noch nicht ein- getroffen. Die englischen Delegierten vertreten 096 1S4 Organischmuck und sein Rivale, ein Amerikaner, hat von dem Milliardärs- papa gar den Auftrag erhalten, zum Beweise seiner Tüchtigkeit eine runde Million in Nizza zu verlumpen. Wenn trotzdem der Abend nicht unter dem Zeichen der Langeweile stand, ja, wenn nach jedem Fallen des Vorhanges stürmischer Applaus einsetzte. so war das Sari Fedak, dem Stern, den sich die Direktion als Brett'lgräfin aus Budapest verschrieben, zu danken. Der Stimme fehlte es an Wohllaut, aber Erscheinung, Spiel und die Art des Tanzes patzten wunderbar zu jener Sorte von Eva- Triumphen, die das Vaudeville verherrlichen. Sie wurde Typus. Man konnte die Albernheiten der Intrige vergessen und an Wede- kinds Lulu denken. Von den übrigen wäre nur noch Herr Waßmann zu nennen, dessen unverzagter Humor der Dummen- Jungenrolle des Amerikaners ein paar drolliae Posseneffekte ab- gewann. dt. Hpmor vnd Satire. Der Pfingstochse. Sie machen wahrlich ein Theater. Als zög' durchs Dorf der Landesvater; Und'? ist doch nur ein großes Vieh, Gefräßig, fromm und dumm wie sie. Den Leib bebändert und bewimpett, Glotzt er so selbstbewußt-versimpelt, Auf dickem Kopf den Lorbeerkranz, Und wackelt dankbar mit dem Schwanz. Mit schlecht verhaltener Ekstase Trägt er den Ring in seiner Nase Und folgt, das Kummet im Genick, Als freier Souverän dem Strick. Stolz sin Belvußtsein seiner Würde, Trägt er der Bänder schwere Bürde. Voll Neid betrachtet ihn die Kuh, Er aber lächelt gnädig„Muhl" „O Rindvieh, deine Milch zu geben, Damit die andern davon leben! Schon Solomon sagt ohne Scheu: Das ganze Leben ist nur Heu. Drum wer des Lebens sich will freuen, Soll ftessen nur und wiederkäuen; Dann schmückt ihn bald mit buntem Band Das ttefgerührte Vaterland." Edgar Steiger. — Einem Prediger, dessen Liebe zu guten Honoraren stadt- bekannt ist, passierte an der Bahre eines Armen folgende Ent- gleisung. Zu den Angehörigen:„Dunkle Schatten der Not jagten über euch hinweg, grau war stets euer Himmel, und ich— sehe keinen blauen Scheiu."(.SimplicissimuS.') sierte von 940 613 in England arbeitenden Bergarbeitern, die Deutschen 146 400 Organisierte von 732 084 Bergarbeitern. Im Ganzen vertreten die 131 Delegierten 809 204 organisierte Berg- arbeiter unter 1 893 039 arbeitenden Bergarbeitern. Nach der Mittagspause wird die Abstimmung über die Reso- lutionen zum Achtstundentag vorgenommen. In der belgischen Resolution werden die Worte„normale Temperatur" gestrichen. Nunmehr werden alle vier Resolutionen einstimmig angenommen. Die nächste Frage, die den Kongreß beschäftigt, ist die des M i n i m a II o h n s. Frankreich beantragt: Allen Bergarbeitern soll ein Minimallohn garantiert werden. Deutschland und Oesterreich fordern: Auf dem Wege des Abschlusses von Tarifverträgen müssen die Bergarbeiter- organisationen einen Minimallohn festzulegen suchen. E v r a r d(Pas des Calais) begründet den französischen An- trag mit dem Hinweise, daß der gesetzliche Achtstundentag die Festsetzung eines' Minimallohnes notwendig mache, weil sonst die Löhne mancher Arbeiterkategorie von den Unternehmern gekürzt werden würden. Ein durch Vertrag festgelegter Minimallohn be- steht in Frankreich nicht, wohl aber das ungeschriebene Abkom- wen, daß der Lohn eines Bergarbeiters nicht unter 6 Frcs.8 Zent. täglich betragen dürfe. Löffl er- Deutschland: Die Franzosen sind dann weiter als wir, und es wird ihnen leicht fallen, diese indirekte Anerkennung eines Minimallohnes durch Verttag festzulegen. Wenn auch noch nicht die Bergarbeiter, so haben doch zahlreiche andere Berufe den Minimallohn durch Tarifvertrag erreicht und sie sind ohne Aus- nähme gut dabei gefahren. Die deutschen Bergarbeiterlöhne zeigen die größten Verschiedenheiten, obwohl die Unterhaltungs-' kosten in allen Revieren ziemlich gleich sind. Selbst in den ein- zelnen Gruben und bei den einzelnen Arbeitsstellen derselben Grube ist der Lohn verschieden, namentlich dort, wo das getrennte Gedingesystem eingeführt ist. An diesem System halten die Unternehmer mit größter Zähigkeit fest, weil es zur Uneinigkeit unter den Arbeitern führt, wobei ihr Weizen blüht. Diese Zerfahrenheit könnte und müßte durch den Abschluß von Tarifverträgen von Organisation zu Organisation beseitigt werden. Die Möglich- keit solcher Tarifverträge für die Bergwerksindustrie ist von Autoritäten, wie dem Bergrat Gothein, anerkannt worden. In den letzten Jahren sind die Bergarbeiterlöhne in Deutschland schein- bar gestiegen. So betrug der Durchschnittslohn für den Stein- kohlenarbeiter im Ruhrrevier 1900 4 Mk. 18 Pfg. täglich, 1907 4 Mk. 87 Pfg. täglich. Der preußische Staat zahlt im Saar- revier 1900 3 Mk. 06 Pfg., 1907 4 Mk. 2 Pfg. Im Halleschen Braunkohlenrevier bettug der Lohn 1900 3 Mk. 77 Pfg., 1907 3 Mk. 90 Pfg. Diese Lohnerhöhungen sind aber nicht durch Er-- höhung der Akkordpreise, sondern durch Mehrleistung erzielt worden. Für Oberschlesien ergeben die Nachweisungen, daß ein? Arbeiter 1904 für 3040 Mk. Kohlen im Jahre gefördert hat, 1907 aber für 4333 Mk. Der Wert der Produkte ist in 3 Jahren» also um 793 Mk. gestiegen, der Durchschnittslohn stieg in der- selben Zeit aber nur von 910 Mk. auf 1032 Mk. Der Produktions- anteil in Lohnform betrug 1904 für den Arbeiter 20.80 Mk. auf. je 100 Mk. Produktionswert, 1907 aber nur 23.80 Mk. Nimmt man hinzu, daß der Wuckjertarif von 1902 die Preise aller Lebens- mittel in die Höhe getrieben hat, so ergibt sich, daß sich die Loga- der deutschen Bergarbeiter tatsächlich verschlechtert hast Das! müssen jetzt selbst die Christlichen zugeben, die 1902 mit solchem Eifer für den Zolltarif eingetreten sind. Auch sie sagen, daß die Bergarbeiter von der flotten Geschäftskonjunktur keinen Vorteil gehabt haben. Um so notwendiger ist der Abschluß von Tarif- Verträgen, die einen Minimallohn festlegen.(Lebh. Beifall.) i Corpus, Vertreter der polnischen Bergarbeiter, erklärt in polnischer Sprache— seine Rede wird von Cingr ins Deutsche übersetzt—, daß die Organisationen den Abschluß von Tarifver- trägen, die den Minimallohn brächten, erzwingen müßten.> Desjardins- Belgien weist darauf hin, daß zur Durch- führung des Minimallohnes nicht bloß ein Gesetz, sondern auch die Aktion der Arbeiter gehöre, die die Beobachtung des Gesetzes erzwinge.» OnionS-WaleS hält persönlich die deutsche Resolution für besser, als die französische. Die deutsche Resolution fordert die Gewerkschaften auf, durch den Abschluß von Tarifverträgen den Minimallohn zu erreichen, die französische scheine vom Staate den Minimallohn zu erwarten. In Wirklichkeit sind es aber immer nur die Organisationen, die durch ihre Kraft den Minimallohn durchsetzen.(Beifall.) In England hat sich der Minimallohn durch die Tätigkeit der Organisation eingebürgert. Gegenwärtig ist ein neuer Abschnitt eingetreten: in Gruben mit besonders schlechten Arbeitsverhältnissen wurde der Minimallohn von den Häuern nicht Notizen. — Unentgeltliche Volksmusikschulen wurden aus dem vierten Musikpädagogischen Kongreß, der eben in Berlin tagt, in Vorschlag gebracht. Sie sollen vom Staate oder von den Städten geschaffen werden und jedermann Gelegenheit bieten, unentgeltlich gute Musik zu erlernen. Es wurde dabei auf London und Paris hingewiesen, wo ähnliches bereits durchgeführt ist. Ein Vertreter der Stadt Charlottenburg stellte die Errichtung einer solchen Anstalt für später in Aussicht. — Die Bildwerke von Olympia, die bei den deutschen Ausgrabungen gefunden wurden, sind in Gipsabgüssen im N e u e n Museum aufgestellt worden. Sie waren bisher so gut wie un- zugänglich, jetzt stehen sie an gehöriger Stelle zusammen mit den übrigen Gipsabgüssen und ermöglichen eine genaue Betrachtung. die durch verkleinerte Modelle ihrer ursprünglichen Anordnung unter- stützt wird. — Die öffentliche Lesehalle der Deuffchen Gesell« schaft für ethische Kultur, Münzstraße 11. wird zum 1. Juli dieses Jahres nach der Rungestraße 2 5— 2 7(Spreepalast). nahe der Jannowitzbrücke, verlegt werden. Dem soeben er« schienenen Jahresbericht der Lesehalle entnehmen wir, daß der Besuch im Jahre 1907 eine erhebliche Steigerung gegen das Vorjahr aufweist. Es wurden 92 210 Personen(gegen 84 139) gezählt. Im Winter erreichten die Sonntage, an denen die Lesehalle 3 Stunden lang geöffnet ist, einen Besuch von durchschnittlich 400 Personen. In der Lesehalle wurden 16 362 Bücher gelesen, nach Hause verliehen 13001, zusammen 34 363, von denen 9370, also 27 Prozent, wissenschaftlichen Inhalts waren. — Gegen zweckloses Sammeln von Tieren und Pflanzen wendet sich die naturkundliche Zeitschrift„Kosmos" in den folgenden, beherzigenswerten Worten:„Wir möchten bei dieser Gelegenheit(es handelt sich um die Anlage einer Schmetterlings- sammlung) wiederholt betonen, daß ein Sammeln nur dann Wert hat, wenn es systematisch nach wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgt. Gegen die sinnlose Sammelwut, die leider besonders einen großen Teil der Schuljugend erfaßt hat, müssen wir energisch Front machen und erachten es als Ehrcnpflichh jedes einsichtigen Naturfreundes, namentlich der dazu in erster Linie berufenen Lehrer, hiergegen an- zukämpfen. Durch die Jagd nach seltenen Arten sind manche der Gefahr vollständiger Ausrottung nahegebracht. Es gilt dies ebenso vom Käfer- und Pflanzensammeln. Nur Iver durch Einsicht in das Naturleben den schuldigen Respekt vor seinen Lebensäußermigen ge» Wonnen hat, sollte zur Anlage einer Samnilung berechtigt sein, das bloße Wegfangen und Aufspießen bezw. Abreißen und Pressen der Naturobjekte fördert die Bildung so wenig Wie mechanisches Aneignen von totem Gedächtniskram!" errercht. Es kam zur Klage, der Richter hrteS die kkageuden Arbeiter ab, forderte aber die Unternehmer auf, neue Tarifver- träge abzuschliehen, in denen auch solchen Ausnahmezuständen bei der Festsetzung des Minimallohncs Rechnung getragen sei. Die weitere Debatte wird dann auf Mittwoch vertagt. Zu Präsidenten für morgen werden I a r o l i n- Oesterreich, C a I e. v a e r t> Belgien>!. Verlag: Dr. M. Jänecke in Hannover. Kampf. Roman von F. Frhrn. v. Stenglin. 4 M. Verlag: E. Reißner in Dresden. „März", Halbmonatsschriss für deutsche Kultur. Herausgeber: L. Thoma, H. Hesse, 91. Langen, K. Aram. 1. Junihest. 1,20 M. Verlag von Albrecht Langen in München. Bericht der Handelskammer für Pforzheim. 1907. 199 Selten. H. Russche Buchdruckerei in Pforzheim. Soldatenfürsorge und Jugendvereine. Von P. Biesenbach und R. Dicke. 60 Pf. Bollsvcreins-Verlag, M.-Gladbach. Natur und Weltanschanung. Von M. Hoost. 1,25 R. Verlag: O. Uhlemann, Leipzig, Poststr. l4. Kassenbericht 1997 des Verbandes der Porzellan-«. verw. Arbeiter und Arbriterinne». Verlag: O. Goerke, Charlottenburg, Gucrickestr. 21. Der moderne Sozialismus in seiner geschichtliche» Entwickelnng. Von Dr. M. Tugan-BaronowSly. 197 Seiten. Verlag: O. V. Böhmert in Dresden. Berliner MufeumS-Führer. Von O. Houh. 75 Pf. Splro-Verlag, Berlin. RechtöprariS der Krankenversicherung. Von Dr. jur. Köbke. Band I. Entscheidungen 1905/07. Preis 2 M. Schnapper, Franl« jurt a. M. 1908. Das Banner der Freiheit. Monalsschrlst von G. Schwarz. 149. Heft. Selbstverlag des Verfassers, Karlsruhe t. B. „System«, Zettschrtss für moderne Geschält», und BetrlebSlunde. Monatlich 2 Hefte. Vierteljahr 2,50 M. Shstem-Verlag, Berlin W. 30. «tnfiihrung in die Elektrotechnik. Von Ingenieur R. Rinlel Gebunden 12 M. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Roland. Hess 6. MonatSschriss. Halbjahr 2 M. Einzelheit 40 Pf. Verlag A. Janssen In Hamburg. Der Akkordvertrag und der Tarifvertrag von P. Wölbling. Geb. 11 M. Verlag I. Gultentag, Berlin W. 35. Giordano Bruno und seine Weltanschauung von Dr. I. Reiner. 1 M. Verlag H. Seemann Nachs., Berlin NW. 87. ~ Aus Natur und GeisteSwelt. 39. Band. Abstammungslehre und Darwinismus. Von Pros. R. Hesse.— 7. Band. DaS deutsche Bolkslicd. Ueber Wesen und Werden de» deutschen Volksgcsanges. Von I. W. Bruinier.— 196. Band. Hypnotismus und Guggestton. Von Dr. E. Trömner, Nervenarzt.— 199. Band. DaS Heben fester, flüssiger und luftförmtger Körper. Von Pros. Dr. Richard Vater. Einzclband geh. 1 M., geb. 1,25 M. Verlag B. G. Teubner in Leipzig. DaS Gedächtnis des Herzens. Roman von Michel Corday. Geh. 2,50 M.. geb. 3,50 M.— Maria von Magdala. Roman von Maurice de Walcffc. Geh. 2,50 M., geb. 3,50 M.— Albert Geiger, Martin Staub, Roman. Geh. 2,50 M., geb. 3,50 M. Konkordia, Deutsche Verlags- anstalt H. Ehbock, Berlin W. 30. Folktrlbnnen. Socialdemokratisk Monatsskriffc. Ilititolre Socialiste.(1789—1900) sous ia Direction de Jean Jaurfes. Table analyttique alphabstique per Albert Thomas. Paris. Angust der Starke, sein Leben und Lieben, nach Eduard Vehs«. Verlag: Franckhssche Verlagshandlung, Stuttgart. Weltgeschichte, Heft 16—18. Herausgegeben von Pros. I. v. Pflugl- Harttung. 80 Lieser. a 60 Ps. Verlag Ullstein u. Co., Berlin KW. 68. Obszönitäten. Kritische Glossen von Pierre Bayle. II. Band. 2 M. Verlag W. Schindler. Wilmersdorf, Motzstr. 51. Die Wahrheit über die deutschen Kolonien. Rechtsertigung de: Kolonialpolltit des Zentrums durch B. Dernburg. 60 Ps. Verlag Germania, 8l.-G.. Berlin 0. 2. Urber Wärmekultur von Dr. med. W. Winsch. 60 Ps. Verlag Lebenskunst— Heilkunst, Berlin K. 59. Grstrandet. Roman von Mara v. Berks. 2,50 M.— Der Herr Präsident, Volksstück von E. M. Stcininger. 2,50 M. Verlag von C. Koncgen In Wien, Opernring 3. Wir empfehlen unseren Lesern die > Arbeiter- Gcfiindbcfte- Bibliothek. Beft i: Die erste Pfe bei UnglScksfällen von Dr. cbrimiier. muß In Fabriken, lüerkltltten, auf Bauplätzen vorbanden lein. Beft 2: Das erste Mensjahr von Dr. siidtkNtin. Jeder jungen mutier zur flnldiaffung zu empkedlen. Bett 3:(»esundheitspflege desKervensustems von Dk.yikildisn, lüer leine Nerven gelund erdallen«ill, tele diele Hnieitung. Beft i: Der Achtstundentag.......... von Dk. zadti eint ärztliche Begründung der lozialdemokratilchtn Forderung. Beft 5: fllkoholfrage und Arbeiterklasse------- von Dk. fkShiild. eine empiedienawerle 3<|ltatlontbrold)Qre. Beft 6: flas Schulkind von Dr. Sllbtilteln. Die Kinder vor Schulkrankhcltcn Ichlitzen, ill Zweck du Büchleins. Bett?: Geschlechtsverkehr und Geschlechtskrankheiten vÄ Belehrend Ober diele kür jeden menldien wichtige Frage. Beft 8; MNiNg UNd SNlSIMMg von Dr.CWfi. ein wichtiges Kapitel für jeden Arbeiter und leine Familie. Beft s: Wie sollen wir uns kleiden?-------- von Dr. p. Brrnftein. eine belehrende Abhandlung Ober diel« wichtige Frag«. Bett io: Der Äiterschntz-------------------------- von Dr. m. epttrfn. mit heionderer BerDdcilchtlgung der werkltallhggien«. Bett ii; Jrauenlelden und deren Verhütung von Dr. i. zadeu. mit einem Anhang; Die Verhütung der Sthwangcrldjali.(Cext-Illuitr.) Bert 12: Vom medizinischen Aberglauben----- von Dr. c. cneiing. eine lehrreiche Abhandlung Tür jedermann. Beft ia; DasWasserbeiluerfahren in der Gesundheitspflege des Arbeiters—------ von Dr. s. munter. Die Anwendung des Ol allers in gefunden und kranken ragen. Bett u: Verhütung und Keilung des Stotterns von Nehit einer einleitung des Herausgebers über Sprache und Spraih- Körungen mit 5 Ccxt-Illullratlonen. Beft 15; Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiter-Jatniiie von Dr. Julian Markufe = Jcdee Deft kostet 20 Pfennig------ Diele Abhandlungen find für jedermann verltändlid) geichrieben und sollten in keiner familie fehlen. S�pttlttion des„Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Wo? machen wir am Sonntag unseren Ausflug? Nach 26552�| flcheluwcrder zum Alten Freund. Empfehle auch tiefen Sommer mein Lokal zu Land- u. Wasferpartien. Partei- Speditionen: I: Fritz Zinke, Mauerstr. 89. Zentrnm II: Llloert Höhnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstrasse. iE. Wablkrels, Westen: Gustav Schmidt, Kirchdachstr, 14, Hoch- parterre. , Süden und Südwesten! Hermann Werner Gnelfenaustr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Fritz, Prinzenstr. 31, Hof recht» pari. 4. Wahlkreis: Dft e n; Robert W en g e Is, RüderSdorserstr. 3, am Küstrin erplatz.— Wilhelm Mann, PeterSburgerpIatz 4(Laden). 4., Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufitzerplatz 14/15 (Laden). k». Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12(Hof). 0. Wahlkreis tZIeahlt und Uansiwlertel): Karl Anders, Salzwedelerftr. 8, im Laden. Weddlne: Karl Weiss«. Nazarethklrchstrasse 49. Hesenthaler und Oranienburger Torstadt: Hermann Raschle, Slckerstr. 36, Eingang Anklnmerstrasse. Cles» ndbrnnnen: F. Trapp, Stettiuerstr. 10. hltehbnhanser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. .Alt-Olienleke: Wilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. Charlottenbiirs: Gustav Scharnb erg, Sesenheimerstraße l, Ecke Goethestrasse, Laden. WIIaiersdorlMlalensee: T ö 1 1 e, SIgmaring enstr. 3. I-lchteaberg, Fricdrichsfeldc, WUhelmsbers: Otto S e i k e l, Kronprinzenstrasse 50, I. Rninmclsbnrg, Boxhason:A. Rosenkranz, Alt-Boxhagen 56. Griinaa: Franz Klein, Bahnhofftr. 6 III. Bohnsdorf und Falkcnberg; G. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge« nossenschaftshaus. Rlxdorf: M. Heinrich, Neckarstrasse 2, im Laden. Sehniargrendorf: Gustav Kaminsly, Cunostraße 2. Sehvnebera: Wilhelm Bäumler, Martin Luthersw. 51, im Laden. Teinpelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42., Ober-lächUnewelde: JuliuS fflrunom, Edlfonstr. 10, I. Kledor-Sehbnewelde: BonakowSky, Hasselwerderftr. 8. Johannisthal: P i e l i ck e, Kaifer-Wtlhelm-Platz 4. Adlcrshof: Erich Steuer, Hackenbergstr. 5, Ii. lTilnlxs-W nsterhansea: Friedrich B a u m a N N, AmtSgarlen 3. Köpenick: Friedrich W o i ck, Kietzerstr. 6, Laden. Ifriedenan-SteKlltx-tSttdende: H. B e r n f e«. Schlossstr. 119, Sos I, in Sieglitz. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: . Mohr, Duppelstr. 32, und Fr. S ch e l I b a f e, Ahornstr. 15». ikiarlendorf: Hermann R e i ch a r d t, Chausseestr. 27. BaninsehnleaHV ex;: Stock, Ernststr. 2, Ii. Dreptosv: Rob. Gramen j, Kiefholzstrasse 412, Laden. Xeu-WciUcnsee; Kurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Belnickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönbolz: P. Gurfch, Grünerweg 46 I. Tcfrel, Borsigwalde, Wittenau, Waldmannslast, Hernisdorf und Ilelnickendorf• West; Paul Kienast, Borsigwalde. Räuschstrasse 10. l*ankow-nilederseh,tnhanseii; G. Fr et w a l d t, Mühlen str. 73. Bernan-Kttnt|;ental: Heinrich Brase, Hohesteinstr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Allersdorf und llunkels Ablage: Erich Zimmermann, Eichwalde, Kalser-Friedrich-Strasse ö. Deltow: Wilhelm Ike ss ler, Hohersteiniveg 7. Rowawes: Wilhelm I a p P e, Priesterstr. 46. Vlpandan: K ö p p« n, Jagvwstr. 9. Aluhlsdorf und kzlanlsdorf: Scheibe, MahlSdorf, Bahnhosstr. 1 Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschastlichen Werke werden geliesert. Annahme von Inseraten für den„Narmärts". PM Bitte anssehnelden. 245/1' HVeddiiAKZ'MW Empfehle den Parteigenossen mein reichhaltiges Lager in Dien. IM, Stliraieti, Slüeta, lmM Isete, » Neabert, SlmÄ..»«. H.& P. Uder, l»V5#. Fabrik-Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Iii; Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros-Preisen. 3201L*| En» dänische Schleifen vÄ Allerfeinste Qualität! � Unübertroffener Geschmack! N W? Ausflügler Ü empfehlen Wirt 246/12 Neu! 100 Neu! AnsMge um Kerlin mit 12 Jllustratlonen und 20 Karten von Georg Stegertst. Preis kartonntert I,vv Mark. ZKLrklsckes Vsnösrlmek. Mit 33 Karten............... Preis 2,50 M. �anderbuch für die Marh Brandenburg and angrrenxendo Gebiete.—«—• Mit 53 Karlen. Erster Teil: Nähere Umgebung Berlins.... Preis 1,50 M. Zweiter Teil: Weitere Umgebung Berlins, westliche Hälfte... Preis 2,00 M. Dritter Teil: Weitere Umgebung Berlins, östliche Halste... Preis 2,50 M. VsnilkrMrer mit Zlarten-Allsz ftir öberZpree mtt! Dahme........ Preis 1.00 M. Wamlerlährer mit Jlarten-Ä für den taiematii............ Preis 1,002». ssir alle iluSstugSorte der näheren vflvtllUUti t lUll li. weiteren Umg. Berlins im Presse von 0,50—1,50 M. Ferner empfehlen wir: Daäsahrerkarte von SerlinSun��sL� wand gezogen, zusammenlegbar........ PreiS 1.75 M. jlallkahrerhartkvonörant!enb«rg,7""°""' zogen, zusammenlegbar »wand ge- PreiS 2,50 M. LxpeMon des„Vorwärts", Berlin SW., liindcnatrafie 60, l aden. zmz mZ ZSrSC -ÖO. _ö\a_ jSö UW RA (Ol Speiseteller««, und nach 20 pt Dessertteller 1 5 pr. Kompotteller lOpr. Terrinen 1,85, 1.60, 2.05, 2.40 Kartoffelschüsseln rund 65 pf. b. 1.20 Kartoffelschusselnaekig 1• 1 5b. 1.75 Saucleren 65, 80 pt, 1.15 Weiss, gerippte Porta Salatieren""sVÄ 15«.65 Pf. Bratenschüsseln ovai 33 pr. bi. 1.05 Butterdosen<$ird,30,vIfpfd.40,45 pr. Eierbecher blaue. Zwi.belmuster 6 Pf. Eierbecher mit Blumenmuster 1 0 Pf. Milchbecher 13, 15pe,m.»«.20pi. X assen dekoriert 20 bis 50 Pf. I�ErffeOLOI'VIOO ra> 6 Personen, dekoriert 2.80, 3.50, 4 Mit, 4.25 K&fre6S6rVIC6 für 12 Personen, dekoriert 1 Mk., 7.75, 9«k., 9.50 Tafelservice 45u,54«k.?» teae 62 u. 75 Mk. Fischservice tv» II Personen, 13 Teile 1 4.50 u. 13«k. Ein Posten: Speiseteller Bach Dessertteller Kompotteller Terrinen Milchtöpfe 9 pr. 7 pr. 5 pr. 85 pr. 8, 10 pr. Butterdosen mit Kühler wela* 1 Mk, dekoriert 2« 1 5 Mk. Speiseteller tief und flack Dessertteller Kompotteller Grätenteller Terrinen rund Terrinen oral Tatel- und Kaffeegeschirr„Rote Apfelblüte" 82 Pt 27 Pt 20 Pf. 15 pf. 2.95, 3.55 3 Mk,, 8.80 Kartoffelschüsseln rund 1.75, 2 ut Kartoffelschüsseln„vai 1 90 Saucieren 90 pt, 1 Mk., 1.20 Salatieren 83 fi u. 1 Mk. Bratenschüsselnoval 7Gr.45pr.b.2.95 Bratenschüsseln rund 1.10, 1.40 Salzgefässe Senfgefässe Kaffeekannen Milchtöpfe Zuckerdosen Tassen 85 Pt 80 pt 95 Pt 18, 25, 38 pt 70, 85 pc 27 Pt Speiseteller»»>,», m und flaeb Speiseteller zwi(b*imuit«i Dessertteller wdta Dessertteller Zwtebalauitn Kompotteller wdaa Kompotteller Zwiebelmnitn Tassen Zwisbtlmuitn 8pt 1 1 pc 7 pt 10 pt 6 pt 9 PL 16 pc Tafelgeschirr„Aeaaf mit blauem Raadmuster Saucieren 95 pt Salatieren 20, 25, sata• stock 1 25 Bratenschüsseln ovai20ptbit2.16 Tassen 13, 15, 20 pt Speiseteller oat und flach 1 2 pt Dessertteller 10 pt Kompotteller 9 pt Terrinen 1.80, 1.60 Kartoffelschüsseln 70 pc 1 Mk. T2.f6l86PViC0 füre Personen T Mk., 9»7ö Mk. Bio Posten Majolika-Blumenkübel ÄÄn. Blumentöpfe t" 25 pt u. 1.90 VaSen mit blauam Dntcrglaaar-Dekot 45 Pf. T eppakotta-Blumenkübel 90 pc«, 1.70 Waschgarnituren dekoriert I.45, 2.85, 3 Mk.. 3.50 bm 6.90 Mk. Bierbecher eiatt 7, Ränder,ehmoIz' 8 pt Bierbecher Sn°old' 1 0, iodSnrlt 1 4 pc Bierbecher g�rditr. 1 0, Kto?ld' 20 Pt Bierkannen 88, 45, 58 pt Grätzertulpen gaprent 28, 30 Pt Geleegläser gepretst 8, 9, 12 pt Käseglocken 42, gnchi. 55 pf. 1.10 Likörkelche gcpreait 6, 7pc Likörbecher 6, 7 pt Milchgläser 1 7 pt Kompottschüsseln 6, 15, 30 pc gcacbliffen 30 Pf, bi« 1.05 Kompotteller 5, 6, 9pt Salat- u. Kompottschüsseln 1 2 bi« 45 pr, Butterdosen 33 pt Käseglocken 55 pr. Wei8sbierpokaIe22,88,ge,ehi.85 pc Wassergläser 5 b. 9,g»�23, 30 Pt Wassergläser mit Bordu» 10, 12 pr. Weinrömer 23«a 55 pt Sturzflaschen guebi.46, 55 pt. 1.25 Kristall- T rinkgläser 88 pt. 80 pc 55 pr. 25 pc 88 pc Ein Posten: Bowlenkelche Rot- u. Wefsswelnkelehe Römer Bierbecher graviait Biertulpen Einmachegläser Ji. J/i_ Jü- Parfakt 45 50 55 Adlai— 80— Hafen— 8 9 6?7o ZS?t 40 45 56 pc 12 15 19 Pf. Ideal-Einkochapparat nüffbarmomataa 1 1»25 1 5 Mk, Qläaep dazu passend In allen arSssen zu Original-Fabrikpreisen. Schmortöpfe ahn« Ring« GrSaaen 45 Pf. bla 1.20 SchmOrtÖpfe tGaakocher SGrOaaan 75 Pt bia 1 30 Kasserollen Stiel*od.Gnffen 6 GrSaaan 25 Pt bla 35 Pt Pfannen mit Stiel s GrSaaen 45 Pt bi« 1.10 Kartoffeldämpfer« GrSaaen 1.40 bia 2.60 Maschinentöpfe 5 GrSaaen 13 Pt bia S2pt Topfdeckel 8 GrOaeen 1 0 pf. bia 35 Pt Wasserkessel mit Abaat« s GrSaaen 75 Pf. bla 1.75 Wasserkessel koeder' S GrSaaen 50 Pf. bia 1.50 Waschtöpfe S GrSaaen 3 Mk. bla 3.50 Essenträger S und«teilig« GrSaaen 1.40 bi« 3 Mk. Essnäpfe e GrSaaen 1 3 Pf. bia 50 Pf. ei Schüsseln Saeb 10 GrSaaen 20 Pt bis 1.20 Schüsseln Uef S Grössen 80 Pf. bia 90 Pt Bratenschüsseln oval« Grössen 40 pt bia 75 Pt Gemüseschüsseln Teller flach oder tief Schöpflöffel viereckigeren 20 Pf. bis 90 Pf. 4 GrSaaen 1 5 Pt bia 30 Pf. 8 Grössen 1 8 Pf. bia 40 Pf. 5 Grössen 40 Pf. bis 90 Pf. 4 GrSaaen 20 Pf. bis 40 Pf. 5 Grössen 30 Pf. bia 60 Pf. Durchschläge Wassertrichter Kaffeetrichter Kaffeekannen geradePorm 4 GrSsa. 80 Pf. bia 1.10 Salz- u. Mehlfässer � �z'sonen 2 Mk. bia 2.50 Bürstenbretter mit s anraten 3 Mk. Seifenhalter Seifenschalen 8 Sorten 1 2 PC bis 40 PL 20 Pf. Leuchter weiss 20 Pf., dekoriert 80 PC Waschschüsseln S"«"" e" 40 cn 2.50 T oiletteneimer weis« 4 GrSaaen 2 Mk, bis 3.25 Toiletteneimer dekoriert, mit Korbhankel 4 Mk a.,� oval, weis« 0/%_ wannen Ohne Fuss 5 GrOssen ÖO pf. bis 2 Mk. Wannen oval, mit Fuss• Grössen 1.25 bis 8.75 Wannen rund, mit FUSS 4 Grössen 1.80 bis 2.60 Wassereimer dekoriert' 4 Sorten 2 Mk. bis 8 Mk* Wassereimer DurchcSil£a«iS 90 Pt, h«iibi«u85 pt WaSSereimer Durcbmesser ca. 28 cm, grau 65 Pi Gazeglocken SCrliasen 25 bia 60 Pt Gazedeckel s Qröaaen 1 5 bis 80 Pf. Gazeschränke 4 Gr. 5.75««9.50 Giesskannen We Tor! 90 pc«« 2.25 Giesskannen 40 pt«. 1.40 Blumengitter 4 Sorten 75 pr. bis 2. 1 0 Aermelplättbretter"gba™' 1.50 Plätteisen haLung.'uaina 5.25, 6 Mk. Gasplätten 2 StGck, mit Erhitzer 4.75 Ga8kocherBr.nn.8.50,mSwä?S9.50 Eisschränke®nckhy"ha Höh« 72 Breite 55 Tiefe 45 "26- auageschlagen, 1 t Nrig 81 89 94 cm 61 75 79 cm 51 60 64 cm 34 46 55Mk. Eisschränke �AÄZa/en. 2 türig Höhe 89 cm. Breite 107 cm, Tiefe 60 cm 65 Mk. Eisschränke Ei S8Ch Pän ke �««ha�Teschlagen 1 türig 2 türig RR 08 OK rm Höhe Breite Tiefe 61 51 96 75 60 96 cm 107 cm 60 cm 44 56 80 Mk. Eis schränk© mit Glas ausgelegt 1 türig 2 türig 89 94 81 89 cm 75 79 93 107 cm 60 64 51 60 cm Höhe Breite Tiefe 55 65 65 85Mk. Eisschränke �Äf.u„TÄrt 1 türig 2 türig Höhe 96*— Breite 75 Tiefe 60 93 51 96 cm 107 cm 60 cm 80 120 140 Mk. Grössere Schränke auch mit besonderer Einrichtung für Schlächter, Restaurateure ■y&KZ zmz r�ssc 3QSC m Oj Rind gesctzl. geschützt. vermttwortlicher Redakteur: Georg DavidsoHo, Berlin. Für denJnseratenteil verantw.: TH. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 134. 25. Iahrgaag. 3. SkillP Ks Jütaiirts" Attlim KIIlsblM Doamstag. 11. Inn! 1908. Lerliner I�acKricKten. Automobilfexerei. Unter dem offiziellen Namen„Prinz Heinrich-Fahrt" hat am dritten Pfingftfeiertag in aller Herrgottsfrühe eine jener sportlichen Automobilrasereien begonnen, deren hervor stechendstes Merkmal in der Regel bildet, daß unterwegs ein paar harmlose Chausseegänger tot oder doch zu Krüppeln gefahren werden. Mehrere tausend Menschen, vorwiegend solche, die die Nacht zum Tage zu machen pflegen, hatten sich beim Start auf der Tempelhofer Chaussee eingefunden, trotz des atembeklemmenden Gestanks, den nicht weniger als 130 auf kurzer Sttecke versammelte Benzinkasten verursachten. Gendarmen zu Fuß und hoch zu Roß zeigten, daß sie mindestens dasselbe leisten können wie ihre Be- rufskollegen an der Spree. Die Kapelle eines Garde- regiments konzertierte. Mehrere hundert Offiziere in Zivil waren als aktive und passive Teilnehmer vertreten. Und zwischen der„Gesellschaft" bewegte sich ungeniert, mit dem letzten überlauten Aufflackern nach durchlebter Nacht, die Halb- Welt d Friedrichstraße. Vielfach wurde ein am Abend zuvor eingelaufenes Telegramm jenes hohen Herrn, der dem sportlichen Ereignis seinen Namen geliehen hat, erörtert.„Vorsichtig fahren," warnte der Draht. Aber das hat erfahrungsgemäß in der Praxis nicht viel zu bedeuten. Am ersten Tage dieser Siebentagefahrt nimmt man sich vielleicht noch etwas in acht. Dann steigt die Sportswüttgkeit immer höher, um schließlich in ein wahnsinniges Chausseerasen auszuarten. Alles rennt, rettet, flüchtet... Fäuste ballen sich in ohnmächtiger Wut. Derbe Flüche sausen unschädlich den in dichten Staubwolken wie der Blitzzug vorüberjagenden Sportfexen nach. Das Hohn- gelächter der Rasenden verhallt im Winde. Tierleiber werden mittendurch geschnitten, daß das Blut hoch aufipritzt und die Fleischfetzen fliegen. Und endlich ist auch ein Mensch zur Sttecke gebracht. Vorläufig das erste Menschenleben, dem bald weitere folgen. Rücksichtslos sind die Schuldigen über den im Blute sich wälzenden Menschenknäuel weitergerast. Was fragen sie nach dem Leben eines Armen, den ihnen sein Unglücksstern in den unheilvollen Weg führte? Die „Sportehre" steht höher als Menschenleben! Da wagt das Hofklosettpapier aus der Zimmerstraße in zynischem Uebermut noch die Bemerkung:„Das Publikum sollte für solche Sportfahrten mehr zur Vorsicht erzogen werden." Ganz nach Art jenes modernen Herrenrechtcs, das die öffentlichen Wege, die für das gesamte Volk da sind, als seine ureigenste Sportdomäne bettachtet. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf hinweisen, daß auch außerhalb sportlicher Sonderereignisse diejenigen Fälle, in denen durch rücksichtsloses Jagen hochherrschaftlicher Automobile auf Großstadtpflaster wie auf Chausscewegen Menschenleben in schwere Gefahr gebracht worden sind, sich ständig mehren. Für diese Exttaklasse von Erdenmenschen scheinen alle polizeilichen Verfügungen, die sich gegen die Automobilraserei richten, in den Wind zu gehen. Oder sind derartige Schutz- bestimmungen zur öffentlichen Verkehrssicherheit für die Höchst- gestellten und Hochstehenden überhaupt nicht da? Mit Be- Hägen berichten bürgerliche und andere Blätter nicht allzu- selten, wie irgendein Prinz oder ein hoher Würdenträger, der einen Menschen mit dem Auto angefahren oder gar über- fahren hat. aufopferungsvoll für denselben sorgte. Ist das Unglück erst mal da, so wäre es ja einfach noch schöner, wenn diese hochstehenden Personen ihren„Weg über Leichen", so geläufig er ihnen ist, unbekümmert fortsetzen wollten. Sie erfüllen also damit, daß sie halten lassen und sich des Verunglückten annehmen, nur eine verdammte Menschenpflicht. Viel höher sollte ihnen aber die andere Menschenpflicht stehen, alles aufzubieten, daß solche Unglücksfälle nicht erst passieren können. Es ist eine so wohlfeile Ausrede, der Verunglückte sei ihnen in das Auto dirett hineingelaufen. Entgegengesetztes wird sich ja gegenüber solchem„kompetenten" Urteil meist schwer feststellen lassen. Fast immer ist an dem Unglück einzig und allein das un- sinnige Fahren selbst schuld. Wir halten es natürlich für aussichtslos, etwa zu verlangen, daß die neuerdings sehr der- schärften Bestimmungen über das Tempo der Automobile auch auf die Kraftwagen der Höchstgestellten angewendet werden. Im Gegenteil haben wir die Beobachtung gemacht, daß gerade diese elfenbeinfarbenen Autos sich ein immer schnelleres Tempo angewöhnen, das für unser Publikum die schwersten Gefahren in sich birgt. Aber es muß mit aller Schärfe dagegen Einspruch erhoben werden, daß die amtlichen Organe ein Auge zudrücken, wenn dasselbe gefahrdrohende Tempo auch von jener bevorrechteten Klasse beliebt wird, die über dem Namenszug eine Krone und a:n Rock einen bunten Kragen ttägt. Was nutzt es, wenn diese Herrenmenschen nach dem Unglücksfall protzig ausrufen:„Wir bezahlen's I" Mit Geld flickt man dem armen Menschen, der kurz und klein ge- fahren worden ist, seine Knochen nicht wieder zusammen. Arbeitskraft und Menschenglück sind meist für immer dahin. Arbelter-Bildungsschule Berlin. Unvorhergesehener Umstände wegen kann der letzte Unterrichtsabend in Nattonalökonomie doch heute, Donnerstag, den 11. Juni, abgehalten werden. Er beginnt, wie mit den Teilnehmern bereits verabredet war, pünttlich 8 Uhr._ Bon der Viehzucht, Exttazug auf Exttazug rollt heran. Jedem entströmen Hunderte, die dann eiligen Schrittes zur nahen Rennbahn streben. Dazwischen blüht der Handel mit„Rennprogramm und Bleistift." Längst jedem Großstädter verttautes Bild, diese Menschenmenge, die mit Ernst und Wichtigkeit sich einer Schaustellung zuwälzt, deren Sinn und Wert bedenklich mit solchem Ernst und solcher Wichttgkeit konttastieren. Wozu werden Pferderennen veranstaltet?„Um die Pferdezucht zu heben." Zunächst muß man aber einmal neunundneunzig Prozent der Zuschauer ausschalten, denen an der Hebung der Pferde- zucht ebenso viel gelegen ist wie an der unbefleckten Empfängnis. Der Rest der Zuschauer und die eigentlichen Beteiligten haben ein Berufsinteresse an diesem Sport. Die Pferdezucht als „ideales" Ziel hat höchstens der Staat im Auge. Natürlich auch nur aus Staatsrücksichten. Wesentlich militärische Gründe stecken dahinter. Also schon an und für sich etwas Anzufechtendes. Es kommt hinzu, daß die Kavallerie mehr und mehr zur Ausstattungsoper herabgesunken ist, zur Manegekunst. Die modernen Geschosse, Dampf, Elek ttizität und nächstens Flugkraft werden sie bald vollends beseittgt haben.(So schwindet zugleich ein Aus stattungsrequisit nach dem andern aus dem Arsenal des Militarismus, und damit verliert er allgemach seine Romanttk und wird gänzlich unpopulär. Das Pferd hat seine Schuldigkeit in der Geschichte dieser Erdkugel getan: man bedarf desselben immer weniger, lind man muß ihm sein Verschwinden von Herzen gönnen: der Mensch hat an diesem Tiere wie an keinem anderen gefrevelt. Er duldet kein Geschöpf in Freiheit neben sich. Er macht es sich nutzbar als Nahrung oder als Arbeitsttaft. Und als solche auch, wenn es zu Schaustellungen verwendet wird. Das Tierquälerische der Pferderennen wird manchmal überschätzt. Den wenigen, wenn auch außerordentlich ge- steigerten Anstrengungen an den Renntagen steht die sorg- same Pflege gegenüber. Jeder Droschkengaul ist zehnmal schlimmer dttan. Immerhin ist auch die geringste Quälerei, sofern sie nicht notwendig ist, verdammenswert. Und von Not- wendigkeit kann keine Rede sein bei den Pferderennen. Um auch die ästhettsche Seite zu bettachten: ein Renn- Pferd ist keineswegs das Ideal eines Pferdes, auch nicht des Reitpferdes. Die viel zu einseittge Ausbildung verhindert das ebenso, wie sie die Leistungsfähigkeit auf ein Gebiet konzentriert, d. h. auf anderen mindert. Wozu also der Pferdesport? Für einige, ganz wenige ist er ein Beruf. Für andere ein Spiel. Für die meisten ein Nervenkitzel. In den besser situierten Volksschichten pflegt jedermann von der Bedeutsamkeit seines speziellen Berufs die über triebensten Vorstellungen zu haben. Der Proletarier ist im allgemeinen von solcher Eitelkeit frei. Er weiß, daß er als Lohnarbeiter vor seinesgleichen nichts voraus hat. Anderer- seits gibt es viele Berufe, die zwar im bürgerlichen und juristischen Sinne als nicht unanständig gelten, die aber zweifellos vor einer entwickelten Moral nicht bestehen können. Man muß also schon froh sein, wenn ein Beruf nicht direkt und gröblich gegen diese Moral verstößt. Solcher Art ist etwa der Beruf desjenigen, der, so oder so, mittels eines Sportes, wie es der Pferderennsport ist, sein Leben fristet. Denn durch den heutzutage notwendigen Zusammenhang dieses Sportes mit dem Totalisator, der doch unbedingt eine unsittliche, gefährliche Institution ist, wird der Pferderennsport ohne weiteres moralisch kompromitttert. Folglich auch derjenige, der ihn freiwillig— nicht nur durch den Mangel anderer Arbeitsfähigkeit oder-gelegenheit gezwungen zu seinem Berufe macht. Der Pferdesport als Sport? Ein Sport kann von hygienischem, ästhetischem und sittlichem Werte sein. Aber er ist es um so weniger, je mehr er sich, wie aller eigentliche Sport, aus die Ausbildung einer einzelnen Körperanlage be- schränkt und die übrigen mehr oder minder vernachlässigt. Nun vollends, wenn dieser Sport den Menschen zum Zerr- bild oder zum Krüppel verstümmelt! Dies ist aber ganz be- sonders beim Rennreiter der Fall. Die Gladiatoren der Alten waren demgegenüber harmonisch ausgebildete G schöpfe. Ein solcher Sport, der demnach ohne ethischen Wert ist für den Ausübenden, muß es erst recht sein für den Zuschauenden. Das einzige Einwandfreie, was er im besten Falle holen kann, ist ein ästhetischer Genutz. Der aber kann nicht eintteten, wo es sich, wie hier, um eine bis zum äußersten gesteigerte, maßlose Kraftentwickelung handelt. Es kommt ja vor, daß ein Pferd sein Rennen leicht und in Schönheit ge- winnt. Um so schlimmer sehen die Unterliegenden aus. Kurz: Barbarei in jedem Falle. Es bleibt für alle Beteiligten das Morphiumsmäßige des Wetteifersportes die Hauptsache. Der angefaulte Kultur- mensch sucht und findet einen innerlich sinnlosen Nervenkitzel, der darum so pervers ist, weil er auf einem der peinlichsten, am schwersten zu erwägenden Gefühle beruht: auf der Un- gewißheit eines Resultates. Raffiniert wird diese Perversität durch die Verknüpfung des an sich materiell für den Zu- schauer bedeutungslosen Resultates mit einem persönlichen Verlust oder Gewinn: durch das Wetten. Und hier zeigt sich der Staat als Gelegenheitsmacher, wie bei der Lotterie und ähnlichen Dingen, ausgestattet mit der Moral eines Huren- Wirtes; Bitte, tut euch in meinem Hause keinen Zwang an; ich kümmere mich um nichts; wenn ich nur die Totalisator- steuer bekomme. Es ist recht drollig,.daß alle fünf Minuten die Heiligkeit des Staates beteuert und durch strenge Strafen eingeschärft wird. Der Paragraph von den Verträgen, die gegen die guten Sitten verstoßen, existtert für den Staat nicht. Und so sanktioniert er frohgemut mehr als einen Verstoß gegen die guten Sitten, ob er sich nun Prostitutton nennt oder Totalisator oder patriotische Expropriatton. Berlegung von Straßenbahnlinien. Die Große Berliner und die Westliche Vorortbahn sind wegen Asphaltierung der Berliner Straße in Wilmersdorf zwischen der Uhland- und der Augustastraße genötigt, von jetzt an bis zur Beendigung der Arbeiten eine Reihe von Linien umzuleiten. 91 und 5 fahren zwischen der Berliner, Ecke der Uhlandstraße und der Ecke der Augustastraße, durch die Uhlandstraße, Wilhclmsaue und Augustastraße. Die Linie 92 fährt nicht über die Schleife Berliner Straße, Augustastraße, Wilhelmsaue, Uhlandstraße, sondern über die Uhlandstraße, Wilhelmsaue, Augusta- und Bran- denburgische Straße bis zum Fehrbelliner Platz und zurück. Ebenso befährt die Linie 67 nicht diese Schleife, sondern wird wie 0 von der Berliner, Ecke der Uhlandstraße durch die Uhlandstraße, Wil- Helmsaue und Augustastraße bis zur Mecklenburgischen Straße ver- längert. Die Linien 52 und G endigen nicht in der Uhlandstraße an der Ecke der Wilhelmsaue, sondern in der Berliner Straße zwischen Uhlandstraße und Lauenburger Straße. L und L fahren zwischen der Wilhelmsaue, Ecke der Augustastraße, und der Per- liner Sttaße, Ecke der Uhlandstraße, durch die Wilhelmsaue und die Uhlandstraße._ Auch ein„Freibad". „Wie war's vor einem Jahr so schön— im Wannsee-Freibad anzuseh'n..." Hier versiegt unsere poetische Ader und wir wollen deshalb in Prosa weiter schildern, welcher Wandlung das Familienbad am Wannseestrand in neuester Zeit unterworfen wurde. Bekanntlich bildete der schöne See im Grunewald im letzten Sommer das Ziel Tausender von Berliner AuSslüglern, die das Wi den zuständigen Behörden genehmigte RcM, ztWng- los im Freien ein erfrischendes Bad zu nehmen, ausnützen oder als Zuschauer zusehen wollten. Die Sache war an sich recht Harm- los. das Publikum benahm sich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, wie es bei unseren Weltstadtverhältnissen nicht ganz zu vermeiden ist, recht manierlich und bildete, nebenbei gesagt, seine eigene Polizei. Anders die Mucker, Sittenwächter und Keuschhcits- Verwalter. Sie wurden von sittlichen Krampfanfällen geschüttelt und schrien Mord und Zeter über die Sittenverderbnis am Wannseebad, das sie als Sündenpfuhl, schlimmer als Sodom und Gomorrha schilderten. Flugs bildete sich ein Verein, der es in die Hand nahm, den sittlichen Verfall der Berliner Bevölkerung aufzuhalten und Tugend und Sitte unter wasserdichten, sorgsam geschlossene» Zelten zu bewahren. Nun hätte soweit kein vernünftiger Mensch etwas einzuwenden, zumal diese Schutzhallen weit über ihren eigentlichen Zweck den Badenden nützlich sind. Wogegen man sich aber wenden muß, ist der Umstand, daß aus dem vormals freien, das heißt, für jedermann unentgeltlichen Seebad ein exklusives und verhältnismäßig kostspieliges Bad entstanden ist. Wohl steht am Eingang in großen, stolzen Lettern die weithin prangende Inschrift:„Wannsee-Freibad! Freibäder-Verein!" Leider verschweigt diese doppelsinnige Ankündigung die wahre Tat- fache, da die einzige Freiheit darin besteht, gegen die verschiedensten Abgaben im„Freien" baden zu dürfen. Es wirkt wie blutiger Hohn, wenn man die vielen„Zaungäste" am Drahtzaun, der das „Freibad" umgrenzt, stehen sieht, wie sie mit Ingrimm hinüber zu den Bevorzugten blicken. An der„Kasse" des„Freibades" werden für jede Person, ob groß oder klein, 19 Pf. erhoben für „Garderobe und Eintritt", wie man es lesen kann. So viel wir aber sehen konnten, zahlen viele der Besucher an den Garderoben- ständen nochmals 10 Pf. oder mehr. Zwar wird nichts verlangt, aber die Betreffenden erklärten uns, daß sie auS einem gewissen peinlichen Gefühl heraus diese Abgabe entrichten. Für Auf- bewahrung von Wertsachen kann„nach Belieben" bezahlt werden, anderenfalls wird keine Verantwortung übernommen. Badehosen und Handtuch kosten 29 Pf. zusammen, was uns auch etwas ge- salzen vorkommt. Für Benutzung der Aborte müssen Männlein und Weiblein 19 Pf. entrichten, die Trinkgeldfrage wird je nach dem Besucher von diesem„nach Belieben" gelöst. Daß nach alle- dem von einem„Freibad" im ursprünglichen Sinne nicht mehr die Rede sein kann, ist erklärlich. Weniger bemittelte Familien können von diesem„Freibad" natürlich keinen Gebrauch machen. So kommt es, wenn eine gemeinnützige Einrichtung der Privat- spekulation ausgeliefert wird. Das ärmere Publikum ist dann regelmäßig der„Geleimte"._ Vom Bau der Untergrundbahn wird uns gemeldet: Die Ver- bindungstunnel zwischen Leipziger Platz und Voßstraße sind in den letzten Wochen außerordentlich schnell gefördert worden. In dem nördlichen Tunnel, der sich unterhalb der Gebäudeteile des Reichs- marineamtes hinzieht, sind die Ausschachtungsarbeiten bis auf das unter dem Hofe belegene Mittelstück fertiggestellt, so daß jetzt von beiden Seiten mit dem Einbau der Tunuelwände be- gönnen werden kann. Diese werden auf der bezeichneten Strecke besonders armiert, zu welchen! Behufe bereits eiserne B-Träger an den Seiten aufgerichtet sind, welche durch quer übergelegte Deckenträger miteinander verbunden werden. Hier entfaltet sich gegenwärtig ein interessantes Bild werktätiger Arbeit. Maurer sind dabei, an den die Fundamentmauem wagenden Eisenträgern die letzten Lücken aus- zufüllen und das in das Prosil hineinragende Mauerwerk mit Hammer und Meißel zu beseitigen, auf den Feldbahnglcisen rollen die Transport-Lowrcn ab und zu und dazwischen balänzieren die Arbeitsleute, aus den Schultern mit Wasser oder flüssigem Teer gefüllte Eimer tragend. Zahlreiche elektrische Lauchen erhellen den raucherfüllten Tunnel und vom Hofe des Reichs-Marineamtes fällt durch eine große Oeffnung noch das grelle Sonnenlicht herein. Die WasserhaltungSmaschine ist in voller Tätigkeit und weiterhin mischt sich das Getriebe des elektrischen Kraus, der den ausgehobenen Boden herausschafft, in das geschäftige Treiben, das die unterirdische Baugrube erfüllt. Im südlichen Tunnelstrang sind die Arbeiten schon weiter vorgeschritten; hier ist ein Teil der Seitenwände bereits fertig und man tvird daher bald mit dem Eindecken des Tunnels beginnen können. Jakob Baumann f. Einer der älteren Berliner Partei- genossen, Jakob Baumann, ist gestern im Alter von 63 Jahren an einem langwierigen Magenleiden gestorben. Baumann, ein Schwager unseres Genossen Singer, trat agitatorisch in der Partei- bewegung nicht hervor, doch werden manche unserer Mitkämpfer, die in der schlimmen Zeit des Sozialistengesetzes in Berlin tätig waren, sich gern daran erinnern, daß der Verstorbene, wo er nur konnte, mit Rat und Tat der Partei zu Diensten stand und auf seine Weise manche Not zu lindern suchte. Mit vorbildlicheiu Eifer entfaltete Baumann im Berliner Gemeindcwesen seine Kräfte. Bis an sein Lebensende versah er lange Jahre hindurch das Amt eines Bürgerdeputicrten in der Berliner städtischen Armendircktion und mühte sich hier mit Energie, manchen alten Zopf zu beseitigen und moderne, der Humanität entsprechende Grundsätze in diesem wichtigen Zweig der Koinmunalvcrwaltung zur Geltung zu bringen. Baumann war ein guter, libenswürdigcr Mensch, ein wackerer Parteigenosse, und wer ihn kannte, wird ihm mit uns gern ein ehrendes Andenken bewahren. Um ihr Wahlrecht gekommen sind bei der gestrigen Stichwahl 72 Urwähler eines einzigen Wahl- bezirks. Hierzu wird uns geschrieben:„Im 916. Urwahlbczirk (8. Wahlkreis, Wahllokal Buhl, Danziger Straße 93) sollte am heutigen Tage Stichwahl in der zweiten Abteilung stattfinden, nach- dem die Hauptivahl am 3. Juni das Ergebnis gehabt hatte, daß von den 35 abgegebenen Stimmen 15 die Kandidaten der Sozial- demokratie, 17 die Kandidaten der Freisinnigen und 3 die söge- nannten Mittelstandsparteien erhalten hatten. Am Stichwahltage hatte der Wahlvorsteher Herr Frank:, Hagenauer Straße 19, vormittags 3'/g Uhr noch kein Material zu- geschickt bekommen. Auf Veranlassung eines sozialdemokratischen Beisitzers machte sich nun der Wahlvorsteher niit dem betreffenden Beisitzer auf den Weg nach dem Wahlbureau, uni sich nach dem Stande der Dinge zu erkundigen. Dort wurde den Herren bedeutet, daß der Protokollführer einen Fehler gemacht hätte, weil er im Protokoll die Namen der Kandidaten, zwischen denen die engere Wahl stattzufinden hätte, nicht besonders vermerkt hätte. Wohl sei aus dem Sttmmenergebnis die Stichwahl ersichtlich, aber die Stich- Wahlkandidaten hätten eben besonders angegeben werden müssen. Als ob man im Wahlbureau dies- Unterlassung nicht sofort hätte korrigieren können. Auf die Frage, was nun werden solle, wurde die Antwort gegeben:„Trösten Sie sich, meine Herren, es geht hundert anderen ebenso." Das ist ein recht schlechter Trost für die um ihr Wahlrecht ge» kommenen Urwähler, wenn man noch in Betracht zieht, daß das Wahlrecht ohnehin ein recht kärgliches ist. Wir glauben gern- daß die AuSüSung der Wahl auch fvr die WahldorflZnde eine recht miß« liche und komplizierte Sache ist; um so mehr ist aber Anlaß vor- Händen, dafür Sorge zu tragen.- daß die Urwähler nicht ihres winzigen Wahlrechts beraubt werden. DaS Märkisch« Museum wurde gestern von den städtischen Be- Hörden besichtigt, auch der Minister Holle, der Oberpräsident, Polizei- Präsident und verschiedene andere Behörden hatten sich eingefunden. Eine Anzahl Orden wurden bei der Gelegenheit verliehen; unter anderen erhielten der Baurat Hoffinann und der Stadtrat Friede! den Roten Adlerorden HI. Klasse mit Schleife, Bürgermeister Reicks den Kronenorden III. Klasse. Bom großen Magen der Kirche wejß der Ephoralbericht zu erzählen, der kurzlich der Kreissynode Berlin- Stadt I vorgelegt wurde. In einem Auszuge aus diesem Bericht heißt es: „Die Gemeindeorgane der Samariterkirche haben eine Anzahl von Prozessen gegen Gemeindeglieder angestrengt, die ihre Leichen aus dem kommunalen Friedhofe der Stadt Berlin begraben ließen, ohne die AuLlösungsgebühren zu entrichten. Aus allen Küster- ämtern, bei denen die Beerdigung eines Nichtparochianen an- gemeldet wird, muß der Nachweis der erfolgten Auslösung erbracht werden. Auf dem städtischen Friedhofe wird danach nicht gefragt. Infolge dessen glauben viele nicht zur Auslösung der- pflichtet zu sein. Ueber 100 von der Samaritergemeindr bisher geführte Prozeffe sind jedoch zugunsten der Gemeinde entschieden worden. Das Recht der Gemeinde ist im Allgemeinen Landrecht begründet, wonach zwar jeder Eingepfarrte sein und der Seinigen Begräbnis auch außerhalb seiner Parochie wählen kann, aber dem Pfarrer und der Parochie, denen die Beerdigung eigentlich zu- kommt, die Gebühren entrichten muß. Neben diesen Bestimmungen besteht in Berlin eine Observanz des Inhalts: Wenn jemand in Berlin keinen Wohnsitz hat oder keiner Parochie zu Berlin an- gehört, seine Leiche wird aber zum Zwecke der Beerdigung nach auswärts— sei es auch nur in eine andere Parochie— ge- bracht, so sind die Stolgebühren derjenigen Parochie zu entrichten, in der der Sterbefall geschehen ist. Diese Observanz ist in Berlin seit ältesten Zeiten in ununterbrochener Uebuitg. Diesen Aus- führungen hat sich das Gericht in allen Fällen angeschlossen." ES wird wohl wenig Leute geben, die es verstehen, daß die Kirche Gebühren verlangt, ohne irgend eine Gegenleistung gegeben zu haben. Wer sich weigert zu zahlen, wird ohne viel Federlesens verklagt und nicht gering sind nach dem obigen Bericht die Prozesse Prozesse, die die Samariterkirche deswegen schon geführt hat. Selbst manchen Frommen wird anläßlich dieser Prozessierung bänglich zumute. Aus Küsterkreisen wird der.Vossischen Zeitung" hierzu folgendes geschrieben: „Was AuslösungSgebühren sind, wird heute nicht jeder mehr wissen. Das Allgemeine Landrecht enthält einen Abschnitt:„Von Begräbnissen", an bissen Spitze der Satz steht:„Jeder Ein- gepfarrte muß der Regel nach in seiner Parochie begraben werden." Wird er das nicht, so müssen„dem Pfarrer und der Kirche, denen die Beerdigung eigentlich zukommt, die Gebühren entrichtet werden". Das sind die Auslösungsgebühren. Doch das ist noch nicht genug, Wer in einer Berliner Parochie stirbt und anderswo begraben wird, für den müssen der Parochie, in der der Sterbefall geschehen ist, die AuslösungSgebühren entrichtet werden. Das steht zwar nicht im Gesetz. Der Anspruch wird vielmehr gestützt auf eine Observanz aus vorlandrechtlicher Zeit. Die Rechtsgelehrten der Samariterkirche haben also geklagt und bisher stets gewonnen. Nebenbei bemerkt: die Beklagten haben nicht unbeträcht- liche Kosten, da die Klage sehr un, fangreich war und die Schreibegebühren mehrere Mark betrugen, auch ivenn der geforderte Betrag nicht bedeutend war. Nun stelle man sich einmal die Gemütsverfassung eines Mensiben vor, der durch den Tqd eines nahe» Angehörigen schwer getroffen und durch die Deckung nötig gewordener Ausgaben oft in Not geraten ist(meist handelt es sich um kleine Leute, denen ein Angehöriger im Kraickenhause verstorben ist) und nun auch noch an eine Kirchen- gemeinde, die nichts geleistet hat, steuern soll! DaS Verlangen der Kirche wird dann als Unbill empfunden, das Gefühl erlittener Un- bill aber erzeugt den Wunsch nach Wiedervergeltung. Der Aus- tritt ist dann bald geschehen. Möchten doch die Berliner Kirchen- gemeinden nicht dem Beispiel ihrer Schwester mit dem Namen des Samariters folgen, sondern in Berücksichtigung völlig veränderter Verhältnisse den alten Zopf abschneiden! Dies gebietet schon ihr eigenstes kirchliches Interesse. Es ist aber auch eine ethische Forderung. Handelt es sich doch meist um Mühselige und Be- ladene, die da zahlen sollen!" Wir glauben, daß der Küster nicht unrecht hat. So mancher wird durch diese Geldschneiderei aus der Kirche getrieben, der ihr, fei eZ auch nur der Form nach, noch angehörte. Ein Fehler ist das nicht._ Betrügerische Spargelverkäufer. Eine Leserin schreibt uns: „Kaufe ich da vor einiger Zeit in Berlin C. von einem Wagen Spargel, der Preis war mit 45 Pf. notiert. Zu Hause wiege ich nach und stelle fest, daß an einem Pfund 70 Gramm fehlen. Heute kaufe ich wieder von einem Wagen in Berlin L. Spargel, der mit 30 Pf. notiert war. Ich sah nun genau nach dem Gewicht, es war ein Pfundgewicht. Beim Nachwiegen zu Hause fehlen 100 Gramm! Bemerkt sei, daß ich eine geeichte Schalen- wage und geeichte Gewichte habe(Geschäftswage), welche so genau wiegt, daß sie als Briefwage mit benutzt wird. Ein Irrtum meinerseits ist also ausgeschlossen. Es ist dies doch jedenfalls keine richtige Handlungsweise, da doch jeder glaubt, für den an- gezeigten Preis ein Pfund zu kaufen." Wir nehmen von dieser Klage gern Notiz, um bor betrüge- rischen Händlern zu warnen, glauben aber, daß diese Sorte Händler in der Minderheit gegen die reellen Händler sind. Leider werden die letzteren durch diese Geschäftsmanipulationcn oft in Mitleidenschaft gezogen. Die Anwohner des Schlacht- und Viehhofes sind nicht wenig aufgebracht über den Beschluß de? Kuratormms des Schlacht- und Viehhofes, der der Peptonfutterfabrik die Erlaubnis zu einer neuen Fabrikation erteilt. Und wir meinen, sie sind es mit Recht. ES besteht keinerlei Garantie dafür, daß die neue Fabrikationsweise nicht in gleicher Weise wie früher zu einem Pesthcrd für die dortige Gegend wird. Wie wir hören, hat in diesem Kuratorium auch ein Gutachten eine Rolle gespielt über Erfahrungen, die mit der gleichen FabrikationSart auf dem Schlacht- und Viehhof in Wien gemacht lvorden sein sollen/ Danach sollen in Wien bezüglich des Geruches keine Ucbelstände zutage getreten sein. Auf Anfrage des Kuratoriumsmitgliedes Genossen Hoffmann antwortet ihm ein Mitglied des österreichischen Reichsrats, daß in den Wiener Schlachthäuser» das Blut der dort geschlachteten Tiere zum schnellsten Wcgtransport vorbereitet wird und daß die Fabrik zur Blntvcrwrrtung außer der Stadt liegt, es dort aber nicht ohne Gerüche abgehe. Allerdings seien im Laufe der Zeit infolge Von Beschwerden verschiedene Verbesserungen eingeführt worden, ohne aber dem Uebel — nämlich dem Gestank— ganz abzuhelfen. Bei dieser Sachlage ist eS noch unverständlicher, daß sich das Kuratorium so schnell schlüssig wurde, ohne erst in eine ein- geheudere Prüfung der Angelegenheit einzutreten. Hoffentlich findet die Sache eine gründlichere Prüfung beim Plenum der Stadt« verordnetenversammlung. Vom Pferde gestürzt ist gestern morgen bei einem Spazierritt in Potsdam die Kaiserin. Der ärztliche Befund meldet, daß sich die Kaiserin einen Bluterguß auf dem rechten Handrücken zugezogen habe, anderweitige Verletzungen lägen nicht vor. � Zwei Kinber ftnl R» Zuge gestürzt. Zwischen den StatfökRfl Erkner und Fürstenwalde stürzten gestern(Mittwoch) zwei Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren aus einem Auswandere r-zug. Der jüngste Knabe war sofort tot, der ältere Namens Jeserski aus Russisch-Polen, wurde von einem Streckenwärter in schwer- verletztem Zustande nach dem Fürstenwalder Krankenhaufe geschafft, wo er aber nach zwei Stunden ebenfalls seinen Verletzungen erlag! Die Leiche verblieb im Krankenhause, da erst eine Ge- richtskommission erwartet wird. Wie der Unfall entstanden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Ein schweres Unglück hat sich gestern nachmittag gegen S Uhr in den Hallerwerlen der Auer-Gesellschast in der Warschauer Straße zugetragen. Dort sind in einem engen Raum 78 Mädchen beschäftigt und benötigen zu ihrer Arbeit Benzin. Entgegen den gesetzlichen Borschriften brannte in diesem Raum eine offene Flamme. Durch eine Unvorsichtigkeit geriet, plötzlich Benzin in Brand, wobei zwei Mädchen in der schwersten Weise Brandwunden erlitten; sie liegen lebensgefährlich danieder. Gesperrt ist die Kurzestraße von der Landsberger Straße bis zur Elisabethstraße und die Elisabethstraße von der Kurzestraße bis zur Waßmannstraße(ausschließlich de? Kreuzdammes Kleine Frank- furter Straße) behufs Ausführung von Straßenbahnarbeiten vom 10. d. M. ab; ebenso die Mohrenstraße von der Kanonierstraße bis zur Mauerstraße. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht kam in der Reichen- berger Straße 50 Feuer aus. Betten, Kleider u. a. brannten dort. Der 7. Zug hatte in der Andreasstr. 63 zu tun, wo Kleider usw. in einem Konfektionsgeschäft brannten. In der Kaiserstr. 33 brannten auf dem Boden Verschlüge mit Inhalt und Hausrat in Bodenkammern. Ferner mußten mehrere Prehkohlenbrände ge- löscht werden, ll. a. such in einem Laden in der Straßmannstx. 29. Vorort- JVadmefotem Wilmersdorf. Wahlergebnis: Es standen 26 Wahlmänner zur Wahl. Ge- wählt wurden 14 Sozialdemokraten, 3 Sozialliberale, 7 vereinigte Liberale; 2 Mandate stehen noch aus. Lichtenberg. Das Ortsstatut, nach welchem die Auslegung der Listen für die Stadtverordnetenwahlen geregelt wird, hat die Genehmigung des Bezirksausschusses erhalten. Es werden in Zukunft die Listen der stimmfähigen Bürger nicht mehr im Juli, sondern vom Magistrat in der Zeit vom 1. bis 15. September aufgestellt und vom 15. bis 30. September offen ausgelegt werden. Ueber die eventuellen Einsprüche hat die Stadtverordnetenversammlung bis zum 15. Oktober Beschluß zu fassen. Die zurzeit noch als Schlaf. burschen gemeldeten Wähler wollen berücksichtigen, daß„Schlag. burschen" nach der herrschenden, wenn auch falschen Anschauung nicht Wähler sind; wohl ahcr werden Chambregarnisten als Wähler betrachtet! Rechtzeitige Ummeldung ist daher notwendig. Stralau. Aus der Gemeindevertretung. Eine am Markgrafendamm ge- legene Straßenparzelle in Größe von 6 Ar 50 Quadratmeter wird von dem Besitzer Herrn Röder an die Gemeinde Pfand- und lasten- frei abgetreten. Die Uebernahme wird beschlossen. Auf Antrag des Buchdruckereibesitzers Hetrn Pätz in Stralau werden demselben.für regelmäßige' Aufnahme amtlicher Bekanntmachungen 100 W. pro Jahr zugesprochen.— Für Anschaffung von vier Parkbänken, für den Spiel- platz in Stralau werden 144' M. bewilligt. Eine Vergrößerung der Schuldienerwohnung soll vorgenommen werden. Die Kosten be- laufen sich auf 2S4 M.— In einer früheren Sitzung war ein Antrag der hiesigen Lehrerschaft aus Erhöhung der Metsentschädigung abgelehnt worden. Ein nunmehr von den Lehrern eingereichtes Gesuch um Bewilligung einer Teuerungszulage wurde genehmigt und in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, dem Rektor und den festangestellten Lehrern 250 M., den nicht festangestellten Lehrern und der wissenschaftlichen Lehrerin 150 M., der technischen Lehrerin 100 M. und dem Schuldiener gleichfalls 100 M. als einmalige Zulage zu bewilligen.— Auf Vorschlag des Gemeindevorstandes werden den Gemeinde- beamten ebenfalls Teuerungszulagen bewilligt und zwar erhalten die drei festangestellten Beamten je 250 M., die übrigen Hilfslräste von je 150 M. bis 75 M. abwärts. Ausgeschlossen hiervon sind diejenigen Beamten, welche sich in gekündigter Stellung befinden oder erst neu eingetreten sind. Die Zulagen werden mit der Maß- gäbe bewilligt, daß diese Beträge bei einer im Jahre 1908 vor- zunehmenden Gehaltserhöhung in Anrechnung gebracht werden. Ober-Schöueweide. Gemeindevertretung.. Von der Regierung sind dje Mitglieder der neugebildcten Schuldeputätion und der wiedergewählte Schöffe Feldmaiin bestätigt. Eine Petition der Gemeindevertretung aw die Oberpostbehörde— wegen Ausdehnung des Nachbarort- Verkehrs zwischen Oberschöneweide und Berlin und Einführung sonstiger Vergünstigungen iy der Briefbestellung— hat ein negatives Ergebnis gehabt. Eine Beschwerbe des Bauausführenden der 3. Gcmeindeschule an den Bcrurat wegen Zahlungsverweigerung der Gemeinde aus Anlaß von Baustreitigkeiten ist abschlägig be- schieden worden. Zum preußischen Stadtetag wurd'cn Assessor Bcrtholdt und Schöffe Lehmann, und zur Tagung der größeren preußischen Gemeinden in Berlin die Herren Bertholdt und Schöffe Feldmann delegiert. Eine Debatte erfolgte anläßlich einer Vor- läge, die Aenderung der Umsatzsteuer betreffend. Beschlossen wurde, daß auch dw nach einer Zwangsvollstreckung erfolgte Zession. eines Grundstückes steuerpflichtig ist. Eine Neuregelung erfuhr die Ordnung betreffs der Dienstreisen der Beamten, als Folge der Kritik unserer Genossen und einiger bürgerlicher Vertreter, welche die außergewöhnlich hohen Entschädigungssätze betraf. Auch dem vorgelegten Entwürfe konnten unsere Genossen nicht zustimmen,' da in demselben vielfach unmotivierte Ausgaben vorgesehen sind. Den Ankaufsbedingungen für daS an das Berliner Gasanstaltsterratn grenzende Heydesche Grundstück wurde zugestimmt. Der Kostenaufwand beträgt 380 000 M. Das Grund. stück soll vorläufig als Stätteplatz dienen. Der Entwurf für die 4. Gemeindeschule ist von der Regierung genehmigt und sollen die Arbeiten so gefördert werden, daß am 1. April 1909 die Schule ihren Zwecken übergeben werden kann. Eine ausgedehnte Debatte entspann sich über die Art der Vergebung der Arbeiten, wobei auch die Heranziehung vöü Gemeindeverordneten hierzu einen wesentlichen Bestandteil ausmachte. Beschlossen wurde, die Arbeiten in Einzellosen zu vergeben und den Rohbau in be- schränkter Submission auszuschreiben. Die Ausführung der Kanalisation im ncueingemeindcten Ortskeil/ sowie die höchst un- genügende frühere Anlage derselben im alten Ortsteil mächen die Anlage von drei großen Auslauskanälen in die Spree nötig. Un- verzüglich zur Ausführung gelangen soll ein Kanal im Zuge der SiemenSstratze und ein anderer in der Frischen- und'Laufener Straße. Da die notwendigen Rohrweiten in Handelsware nicht erhältlich sind, müssen diese Kanäle in Mauerwerk hergestellt werden. Die Kosten in Höhe von 305 000 M. wurden bewilligt und die Arbeiten der Firma Windschild u. Langelott-Dresden übertragen. Die Aufnähme einer Anleihe in Höhe von 500 000 M. für die Zwecke des Baues der 4. Gemeindefchule und der FriedhofSer- Weiterung wurde gutgeheißen..... Weihttisee. Ein schwerer Znsammenstoß zwischen eine« Sntomovil undeinemKrankenwagenriefoM Anionplatz in Weißensee großes Aufsehen hervor. Die Automobildroschke Nr. 279, die in scharfem Tempo um die Ecke gefahren war, stieß mit solcher Wucht gegen einen von einer Frau geschobenen Krankenwagen, daß diese» umgeschleudert und die Insassin, die Frau des Kaufmanns G. aus der Prenzlauer Allee auf die Straße geworfen wurde. Die Be- gleiterin ereilte das gleiche Schicksal. Beide Frauen wurden schwer- verletzt. In dem nahen Auguste Viktoria-KrankenhauS erhielten sie die ersten Notverbände. Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Von einem traurigen Geschick wurde unser alter Genosse, der langjährige Genieindevertreter Albert Trappe ereilt. Trappe, der Gärtner war und mit Grünkram zum Verkauf nach Berlin fuhr, hatte zu seiner Sicherheit stets einen Revolver bei sich, Nachdem er gestern früh von Berlin nach Hause gekommen war, entlud sich beim Hantieren mit dem Revolver die Waffe, und die Kugel drang dem Unglücklichen durch das Auge ins Gehirn, so daß der Tod in drei Stunden eintrat. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belebt. Potsdam. Die letzte Stadtverordnetenversammlung war eiit schlechtct Tag für den Magistrat. Außer der Ablehnung einer Vorlage mußte er verschiedene Vorwürfe, hinnehmen, auf die er die Ant- wort schuldig bliest. Eingangs der Sitzung machte der Vorsteher bekannt, daß von fünfzehn Stadtverordneten eine Anfrage an den Magistrat eingegangen sei, dahingehend, aus welchen Gründen die Verzögerung der diesjährigen Straßenpflasterungen entstanden sei und welche Matzregeln getroffen sind, um in Zukunft solche Vor- kommnisse zu vermeiden. Trotzdem die Mittel schon lange be- willigt waren, war bis Ende Mai keine Arbeit in Angriff ge- nrnrtmen, so daß auch die Organisation der Steinsetzer wegen der jetzt noch immer herrschenden Arbeitslosigkeit eine Eingabe an den Magistrat gerichtet hatte. Die Anfrage der Stadwerord- neten wurde„geschästsordnungSmäßig" an den Magistrat verwiesen, der sie in der nächsten Versammlung beantworten wird.— Einer Nachbewilligung zu den Kosten für die Einführung deS elektrischcn Lichtes in die Zentralturnhalle mutzte stattgegeben werden. Man hatte vergesten, bei der ersten Vorlage die Kosten des Anschlusses der Beleuchtungsanlage an die Straßenleitung zu berücksichtigen.(l)j Da nun natürlich die Anlage allein nicht zu gebrauchen ist, mutzten die Kosten bewilligt werden, und so mancher Stadiverord- nete lachte hierbei recht herzlich über dieses Schildbürgerstückchen. Der Versammlung lagen ferner zwei Gesuche vor, die Kosten für den Besuch deS Vereins Berliner Vororte mit 300 Marl und die Mehr- kosten für den Besuch der französischen Studenten mit 150 Mark (750 Mark waren schon vorher bewilligt) zu genehmigen. Ver- wunderung erregte es bei der ersten Bewilligung, die debattelos erfolgte, als der Stadtverordnete Herrmann II erklärte, daß er seit November 1906 in den städtischen Verkehrsausschuß, der u. a. d»esa Besuche leitet, gewählt worden und bis jetzt noch zu keiner Sitzung desselben eingeladen worden sei. Der Magistrat schstviea. Bei der Bewilligung der Mehrkosten, die beim Besuch der französischen Stu- denken entstanden sind, schien sich eine Debatte entwickeln zu wollen. da man über den Wert solcher Besuche verschiedener Ansicht war. (Ueber die Verausgabung' städtischer Mittel zu solchem Zweck ist man allem Anschein einer Meinung; oder sollte man sich diese Frage noch gar nicht überlegt haben?) Der Alldeutsche, Stadwer- ordnete Oberlehrer Grell, nebenbei Vorsitzender der Ortsgruppe des Reichsverbandes, hielt einen solchen Aufwand, noch dazu für junge Leute, nicht für angebracht und erzählte von den Vorkomm- nisten bei der Rückkehr dieser Studenten nach Frankreich. Stadt- verordneter Bernhard als Referent konnte zu seiner Begründung nichts weiter anführen,„daß sich unsere schöne Vaterstadt in ihrer eigenartigen Stellung derartigen Verpflichtungen nicht entziehest kann."— Natürlich müssen die Steuerzahler dafür'blechen!'— Zpm PryvinzigllgNdtygögbgeordneten wurde an Stelle de» verstor- besten Stadtältestest Wolf der Oberbürgeristeiftcr KgKferg einstimmig gesähli. 6ericbtö- Zeitung» Ein Falschmiinzerprozch wurde am Dienstag vor dem Schtvür- geeicht des Landgerichts. 1 erledigt. Aus der Untersuchungshaft wurde der Zwuftnann und Ingenieur Henri Boinville, ge- boren angeblich am 15, Juni 1876 in Nogcnt, Departement Seine» vorgeführt. Der Anklage gegen B. liegt folgender Sachverhalt zugrunde. Im November v. I. tauchte unter den in Berlin ansässigen Anar- chisten ein Mann auf. der viel mit dem als Anarchist bekannten Schriftsteller Wernör Karfunkclstein(Daja) und dem Tapezierer Erich Goschsi». verkehrte. Die betreffende Persönlichkeit war der hiesigen politischen Polizei völlig unbekannt. Ermittelt wurde r-ur, daß er Boinville heiße und Franzose sein sollte. Zwecks Vor- bereituvg eines Ausweisungsverfahrens wurde die Feststellung des angeblichen Boinville angeordnet. Eine in der Mathieustraße 11, wo B. wohnte, vorgenommene Haussuchung förderte zwar Material dafür, daß Boinville anarchistischen Bestrebungen nachging, nicht zutage, Wohl aber, machte die Polizei eine andere interestame Eni- deckung. ES wurden außer 56' Mark' echtem deutschen Gelde und 6000 Franks in französischen Banknoten in einem Lederkoffer unter schmutziger Wäsche 16 falsche Fünf- und 9 falsche Zehnmarlstücke gefunden, die einzeln in Papier gewickelt und in einem Strumpf aufbewahrt wurden. In seinen Korrespondenzen befanden sich Brief«, die an die Leipziger Maschinenbaugesellschaft Leipzig- Sellerhausen gerichtet waren und laut deren Boinville Unterhand- Innren über den Ankauf einer Gravier-, Kopier- und Reduzier- maichine angeknüpft hatte. Boinville. wurde unter dem Verdacht des MünzvergehenS festgenommen. Die Kriminalpolizei vermutete von Anfang an, daß man cS mit einem internationalen Falsch- münzer zu tun habe. Diese Vermutung fand in dem weiteren Verlauf der Untersuchung genügende Bestätigung. Boinville wurde am 15. Fehruar v. I. in Hazebrouk in Frankreich wegen Münz- Verbrechens verhaftet, ist aber auf eine höchst verwegene Weise aus dem dortigen Gefängnis ausgebrochen. Auch noch nach der Ver- Haftung des B. tauchten in Berlin falsche Fünfmarkstücke derselben Art auf. Der Verdacht, daß mehrere andere Personen an der Verausgabung des Geldes beteiligt waren, bestätigte sich auch. Am 19. Februar d. I. wurde die Filomena Soler im Warenhause Werthcim bei Verausgabung eines falschen Fünfmarkstückcs fest- genommen. Arn 4. April wurden Miguel Soler und die.Lucia Arcorta und' der inzwischen entflohene Manuela Soler dabei be- obachtet, wie sie in dem Zigarrengeschäft von Juhl in der Span» dauer Straße ein falsches Fünfmarkstück verausgabten. Der Filial- lciter Gustav Riehl ließ die drei Verdächtigen festnehmen. Alle drei hatten erst die Flucht ergriffen; Miguel Soler warf hierbei ein Päckchen mit elf falschen Fünfmarkstücken in einen Kellerschacht. Im Hutfuttcr des Soler entdeckte die Polizei einen Posteinlicfc- rungsschein. Mit den Arcorta und Soler bestrsit der Angeklagte in irgend einer Beziehung gestanden zu haben. Die Beweisauf- nähme verlief in sehr eintönigen Bahnen und erbrachte nichts be- fonderes Bemerkenswertes. Um �12 Uhr nachts verkündete der Obmann der Geschworenen den auf schuldig des MünzverbrechenS im Sinne des§ 147(Einführung falschen Geldes aus dem Aus- lande) lautenden Wahrspruch. Staatsanwalt Dr. Ficgen bcan- tragte eine Zuchthausstrafe von fünf Jahren. Das Urteil lautete auf vier Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Gegen die übrigen in der Affäre verivickelteo.Personen wird jg«iucni besgg, deren Verfahren verhandelt,• �r«je| WWwl Vor 5et dritten Strafkammer des Landgerichts I begann gestern die mehrtägige Verhandlung gegen den b3jährigen Dr. Phil. Hermann Victor Riedel, der des wiederholten SittlichkeitSver. Drechens an Mädchen unter vierzehn Jahren, der Verführung unbe- scholtener Mädchen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, und der Verleitung zum Meineide beschuldigt ist. Die Wer- Handlung leitet Landgerichtsdirektor Lieber, die Anklage ver- tritt Staatsanwalt Dr. Schindler, die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Hillebrandt. Der Angeklagte ist am 23. Mai 18S3 in Posen geboren und sitzt seit dem 12. März d. I. in Untersuchungshast.— Als Sachverständige sind Gerichtschemiker Dr. I e s e r i ch und Medizinalrat Dr. H o s f mann geladen. Unter den mehr als 80 Zeugen befinden sich viele junge Mädchen niederen Standes, die Kriminalkommisiare Dr. Kopp und Hoppe, die Kriminalschutzleute Stier st ädter und Kontor, einige Pastoren und Rektoren usw. Kriminal beamt« beobachten sorgsam das Treiben vor dem kleinen Schwur gerichtösaal, in welchem die Verhandlung stattfindet, da allerlei Leute sich an Zeugen herandrängen, um. wie man vermutet, die Mädchen zum Widerruf früherer Aussagen zu bewegen.— Der Angeklagte ist schon seit Jahren bei der Polizei im Verdacht, in seiner luxuriös ausgestatteten Wohnung die unsittlichsten Dinge mit jugendlichen Personen weiblichen Geschlechts begangen zu haben. Schon im Jahre 1003 kam zur Anzeige, daß er zwei drei- zehnjährige Mädchen in seine Wohnung verschleppt und seinen Lüsten dienstbar gemacht habe. Nach den Mitteilungen, die ein- zclne der Mädchen der Polizei gemacht haben, soll die Sache ge» wohnlich damit begonnen haben, daß der Angeklagte die Mädchen in der Friedrichstratze oder in der Passage ansprach und ihnen eine ganz harmlose Einladung zum Kaffeeöesuch in seiner Wohnung unterbreitete. Folgten die Mädchen dann dieser Einladung, dann soll ihnen ein starker süsser Wein und Likör vorgesetzt und die Mädchen durch diese leicht berauschenden Getränke in grosse Er. regung versetzt worden sein. Der Angeklagte soll, so wird weiter be- hauptet, dann durch lüsterne Gespräche, schmutzige Witze und un- züchtige Darstellungen verstanden haben, die Erregung zu steigern, bis er die Mädchen dann völlig unter seinen Willen gezwungen hatte. Es wird behauptet, dah er solche„Kaffecbesuche" wiederholt von denselben Mädchen erhielt und dass er durch die einmal mit ihnen in Verbindung kommenden Mädchen immer wieder neue zuführen liess. Einzelne soll er auch durch Eheversprechen an sich zu fesseln verstanden haben und wenn er ihrer überdrüssig wurde, soll er ihnen kaltblütig den Laufpass gegeben haben. Eine dieser in chren Hoffnungen Betrogenen ist ins Wasser gegangen. Auch ein anderes Mädchen ist freiwillig in den Tod gegangen und dieses Ereignis hat den Stein ins Rollen gebracht.>— Die Verleitung zum Meineide, die dem Angeklagten durch die Anklage zur Last gelegt wird, soll darin bestehen, dass er versucht haben soll, durch Beschimpfungen und Bedrohungen einige Mädchen von einer wahrheitsgemässen Aussage abzubringen. Der Angeklagte be- streitet in jedem Punkte seine Schuld. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt. Auch die Presse ist aus- geschlossen. Koloniale» vor dem Gcwerbegericht. Gegen die„Deutsche Agavengesellschaft'(Sitz Berlin) begann am Mittwoch vor dem Gewerbegericht, Kammer 6, ein Prozcss des Monteurs und Maschinisten Sipply, der auf der hlantage Buschirihof bei Pangani in Deutsch-Ostafrika tätig ge- vcsen war. Sipply war seinerzeit an Malaria und Lungen» niberkulose erkrankt. Er wurde eine Zeitlang auf Kosten der Ge- icllschaft im Krankenhause zU Tanger behandelt und dann, obwohl Zcr Arzt ein längeres Verbleiben in Tanger für notwendig er- klärte, vom Vertreter der Gesellschaft nach der Heimat geschickt. In Neapel mutzte er sich aufs neue behandeln lassen und auch jetzt noch ist er der Behandlung in einer Anstalt bedürftig. Zu dem ersten Termin am Mittwoch(VergleichStermin) war er persönlich erschienen. Die Deutsche Agavengesellschaft war durch den Diretkor Rady vertreten.— Der Kläger beanspruchte zirka 080 M. an rück- ständigem Gehalt, Kurkosten fiir Neapel, Kurkosten für Marburg und Gehaltsentschädigung für die Zeit der Reise und der 5l rankheit. Vom Direktor der Beklagten wurde zunächst die Z u st ä n d i g» leitsfrage aufgeworfen. Der Verhandlungsleiter Dr. W ö l b l i n g bemerkte in der Beziehung folgendes: Oertlich zuständig sei nach dem Gesetz das Gewerbegericht, tvö entweder beide Parteien ihrsN Wohnsitz haben oder wo die Beschäftigung erfolgt oder wo die streitige Ver- pflichtung zu erfüllen ist. Die Beschäftigung war in Afrika. Ob der juristische„Sitz" der Gesellschaft, der ja Berlin ist, auch als „Wohnsitz" im Sinne des Gewerbegerichtsgesetzes gelten könnte, fei streitig. Anscheinend bestehe hier mit bezug auf juristische Personen im Gesetz eine Lücke. Da nun aber S. durch die Ge- sellschaft nach der Heimat zurückgeschickt worden sei, so wäre dadurch der Erfüllungsort für Ansprüche des Klägers Berlin geworden und so das Berliner Gewerbegericht örtlich zu- ständig.— Beklagte könne sich auch nicht auf den PassuS des mit S. geschlossenen Vertrages berufen, wonach in Streitfällen die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte begründet werden solle. Eine solche Vertragsbestimmung sei ungültig. Höchsten? könnte vertraglich ein Schiedsgericht vorgesehen werden» dass dann aber besetzt sein mützte analog den Gcwerbegerichten. Nach diesen Belehrungen machte Direktor Rady seine materi- ellen Gründe gegen die Klage geltend. Sie gipfelten darin, dass Kläger durch die Art seines angeblich den Tropen nicht ent- sprechenden Lebens die Erkrankung selber verschuldet hätte. Kläger bestritt das entschieden und behauptete, das ihm zur Ver- fügung gehaltene HauS hätte n i ch t den hygienischen Anforderungen entsprochen. ES habe im Sumpfe gestanden, nur 14 Meter vom Flusse entfernt, während die anderen Häuser am Berge gestanden hätten. Er sei seit 1900 in den Tropen gewesen und habe ganz genau gewuht, wie man sich dort in gesundheitlicher Beziehung, zu verhalten habe. Da es sich um einen ersten Termin handelte� mutzte die Sache vertagt werden. Die Parteien sollen ihre Grunde und Gegen- gründe, ihre tatsächlichen Angaben und Gegenangaben schriftlich genau niederlegen, da möglicherweise Zeugen vernommen werden müssen, die im Oktober nach Ostaftika gehen müssen, falls sich die Sache nicht ohnedem erledigen lässt. Ein neuer Termin wurde noch nicht angesetzt. Dem Kläger, der wieder in eine Anstalt nach Süddeutschland mutz, wurde anheimgestellt, sich einen Vertreter zu bestellen._____ Da»«eue Reichs-BereinSgesetz. Am 18. Mai 1908— also nach Inkrafttreten dcS ReichS-Per- einsgesetzes— erhielten die vier VorstandSmttglieder des Sozial- demokratischen Wahlvereins Rixdorf je ein polizeiliches Straf- Mandat über 1b Mark Geldstrafe, weil sie es unterlassen hatten, am 12. Mai 1903 eine öffentliche Versammlung deS Sozial- demokratischen Wahlvereins bei der Polizeibehörde anzumelden. Gegen die Strafbefehle hatten sämtliche Angeklagten durch ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Rosenfeld, Berlin, bei dem Rix- dorfer Schöffengericht Einspruch einlegen lassen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung und Auferlegung der Kesten für die Ber- teidigung auf die Staatskasse, weil nach dem neuen Vereinsgesetz, das nach Inkrafttreten auch angewendet werden müsse, ein Vergehen nicht vorliege. Nach den Ausführungen des Verteidigers bean- tragte der Amtsanwalt selbst die Freisprechung, verwahrt sich aber gegen die Auferlegung der Berteidigungskosten auf die Staats- kasse. Der hier vorliegende Fall sei wirklich nicht so kompliziert gewesen, dass ein Rechtskundiger von Nöten gewesen seil Der Gerichtshof erkennt auf Freisprechung der Angeklagten, lehnt aber die Uebernahme der Berteidigungskosten auf die Staats- lasse ab. Hoffentlich wird die Berufungsinstanz vollständig dem Antrsge bsk VLltMgers entsprechen. ßHefhaften der Redahdon, Die inristlsche Sprechstunde findet LIadenstrahe Nr. S. zweiter Hof, dritter«ingang, vier Treppen,|W* Fahrstuhl-MW wochentäglich abends von 7*1, vis»>/, Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um« Uhr. Jeder Aufrage ist«tu Buchstabe und ein« Zahl als Aterkzeichrn beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Streitende Schneider. Die Sieaesalleedenkmäler sind in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober 1899 befchädigt.— G. U. 16. 1. UnS nicht bekannt, fchlagen Sie im Adreßkalender nach. 2. Das hängt vom Käufer ab.— A. 166. In Ihrem Falle haben Sie die Kosten zu ersetzen. Der Mictsvertrag ist gültig.— H. ft. 78. Eine Genehmigung gebrauchen Sie nicht.— 31. Tcltower Strasse. 1. u. 2. Nein.— O. F. 71. New, es gilt die gesetzliche sechswöchentliche Kündigung. Sie brauchen " zum 1. Oktober anzunehmen. . UnS nicht bekannt. Wenden Sie also nur eine elwatge Kündigun> — P. tl. Leider ucw— A. F. sich an den Buchdruckerverband.— Umzug 28. 1. Dem Wirt steht daS RückschnssungSrecht zu, außerdem würden Sie sich strafbar machen. 2. Die Ab» und Anmeldepflicht besteht seitens der BeHorden, wird berichtet.— Kunkel. Schlagen Sie irgendeinen der aus dem Adreßkalender(IL Teil) exfichtlichcn gerichtlichen Sachverständigen vor.— C. S. 34. Ihre Frau kann die Zahlung ablehnen, sie ist zur Zahlung nicht verpflichtet, ebenso wenig wie Sie.—m gegenüber keinerlei Bcrantwortung. Zhcater. Donnerstag, den 11. Inn i. Ansang VI, Uhr. Köntgl. Opernhaus. Lohengrin. (Ans. 7 Uhr.) Känigl. Schauspielhan». König Richard III. Ansang 8 Uhr. Deutsches. Die Brettlgräfin. Kammerspiele. Tugendwichter. Unterseeboot. Lessing. Der Raub der Sabine- rinnen. Neues. Liebe. Unter der Guillotw«. Nene« Schauspielhaus. Die Dollarprinzessin. Kleines. 2X2—». Berliner. Der Dummkopf. Komische Oper. Tiefland. Residenz. Der Floh im Ohr. LusttptelhnuS. Die blau« Maus. Schiller O. iWnllnei- Theater.) Herr Ministerialdirektor. Schiller Charlottenbnrg. Der Weg zum Herze». Friedrich- Wilhelmftädt. Schau spielhanS. Der ungläubige Thomas Thalia. Der Selbstmörderklub. besten. Em Walzertraum. Neues Operetten. Der Mann mit den drei Krauen. Luisen. Im Goldland. Trianon. Frau Baronin. Bernhard gfose. Der Cowboy. Metropol. DaS muß man seh'n. Apollo. Die süßen Grisetlen. Spe- zialttäten. Wintergarten. Spezialitäten. Passage. Spezialitäten. C-rl Haverland. Spezialftätm. Walhalla. Spezialitäten. Reichshalle«. Stettiner Sänger. Ilmiiiii, Taubeustrasse 46/40. 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküstc. Sternwarte, gnvalidenttr. 57/62. Berliner Theater. Abend? 8 Uhr: Hopfenraths Erben Lustspielhaiis. Abends 8 Uhr: Die blaue Matts. Sohlller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, ab endSLUHr: Der Weg zum Herzen. Lustspiel in 4 Allen v. Adolf L'Arronge. Sohiller.Theater 0.(Wallner-Tbeater;. Donnerstag. abendS8 Uhr: Oer Herr Ministerialdirektor. Lustspiel in drei Akten von Alexander Bisson und Fabrice Carrö. Freitag, abend» 8 Uhr: ver Herr Mlatsierlaldirekwr. Sonnabend, abend» 8 Uhr: Eröffnung der Morwitz-Oper: Istarle, die stegimentstocstter. Freitag, abends 8 Uhr: vi»» lotete Nittel. Sonnabend, abend««Uhr: Ohne Ool&nt. Neues Theater. Abends 8 Uhr: von Gustav Wied. vMderGliilliililrc. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kleines Thealer. AbendS 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 6. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 6, Montag: 2 mal 2= 5. Tbeater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von OSkar Strauß. Friedrlch-Wiltielnistädtisclies Schauspielhaus. Der lttlglittldige Thoms. Ansang 8 Uhr. kreitag: Im weißen Rößl. Sonnabend: DerungläubigeThomaS. Sonntag: Im weißen Rößl. Rllite-Mek. — Direktion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwank in drei Allen von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff-Jacobh. Neues Operetten-Theater 1 Schiffbauerdamm 25, an der Lullenstr. I Sommerpreise. Ansang 8 Uhr: Der Mann mit de« drei Fronen. Urania. WissenBohaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abenda 8 Ubx: Die deutsche Ostseeküste. ZOOIOCISCHER GARTEN GrJ Tttglloh: "!l- Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pfn Kinder anter 10 Jahren -- die Hälft«.-- Passage-Panoptikum. Während der Pfingstferitn vom 6. bis inkl. 14. Juni: Tolkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält einGeeohenk I Alles ohne Extra-Entree I Der Riese a. Eies. Pisjakoff. Kunsttaucher im Riesenbasein. Neapolitanische Briganten. Schreokenkammer. Anat-Mas. EinlrlltSOPt,, Kinder, Soldaten25Pt. schön ist ein zartes reines Gesicht mit rosigem jugendirischen Russehen, I weißer sam metweicher Haut und blendend schönem Teint sowie ohne I ,£\\ Sommersprossen und Hautunrelnlgkeiten, daher gebrauche man» Steckenpf erd-Lilienmilch-Seife I ivon Bergmann ft Co., Radebeul, ä Stück 50 Pfg, Oberall zu haben.| Luisen-Theater. Reichcnberger Strasse 34. Abend» 8 Uhr: Der Huttenbesiher Freitag zum 1. Male: Die Stimme des Blutes. Sonnabend: Die Sttmme de» BluteS. Sonntag nachm. 3 Uhr: Im Gold» land. Abends: Die Stimme de» BluteS. Montag: Dl« Stimme des BluteS. �.Z�oseksTkestsr DtreMo»: Rod. Olli,«ruirnenstr. tS. Täglich durchschlagender Erfolg: AbendS'/,10 Uhr: Das ehrliche Berlin. Sittenstück a. d. Berliner Volksleben. Die sensationellen Spezialitäten 5 Ans. 6 Uhr. Kaffeeküche 3—6 Uhr. Sonnabend: Sie ist wahnsinnig! W Neues Programm von Fablikum u. Presse glänzend beurteilt. The Tpapnell-Famlly, weibliche Akrobaten. Florence n. Eilllan, musik. Produkt. Rcbla, komischer Jongleur. Uly Fle*- more, akrobatische Tänzerin. Stile. Jullette, dressierte Seelöwen. Tan Kwai Tronpe, Chinesen. Therese Renz, Reit- nummer. Roherty Ilsters, amer. Sängerinnen u. Tänzerinnen. The Boanding; Gordons, amer. Akrobat. Fcrry Corwey, musik. Clown. Trombcttas, italienisches Gesangs- und Tanz- Duott Oer Biograph. ERMPROSTtiMT Gr. Frankfurter Str. 132. AbendS 8 Uhr: Der Cowboy. Drama aus Wild- West in 4 Akten _ von Kurt Motu II. WochentagSPretse. Metropol-Theater Zum 264. Male, Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tan/ Ansang 8 Uhr. Rauchen gestatte! {»MMMMMMMMMMMMMMMMMM., Neue Welt Hasenheide 108—114. Jeden Donnerstag: 8Ute-7ag. Gr. Doppel-Konzert und Spezialit.-Vorstellung Tanz-Reunion. Anf. 5 Uhr. I!■■■ Wl Heute Entrsa 28 Pf. ■■■■■■■swi l Brunnen-Theater Badstraße 68. Direkt.: Bernh. Rose. mr Tttgllch:-PW Der deutsche MicheL StMsjlge SpkMtitaten. Karl Braun, BerwandlunaS-Künftler. -------■""...... Lill' Jdradl br.. I Vorverkauf von 10 Uhr au. Mirzl v. Wenzl, TschuSckeS Liliputaner. il Ooradlnl.-MU ung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr, Frlels Hei-Hr. Schlnhauter Allee 148, Eröffnung der Haupt-Saison. Täglich: Spreelottcben, VolkSslück auS dem Berliner Leven. Dazu erstklafstge SpeziltlitSteu. Im Saale von 5 Uhr ab: MT» Tann.-Uftkz Berliner Praler-Thealep Kastanien-Allee 7—9. Die Welt ein Paradies groOe Ausstattungs-Revuo und das großartige Spezialltuten- Programm. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Woohont. 4'/, Uhr. Berliner Bilk-Trio. Felix Sobeuer%JstrsliudinU.t fmevMzbühne Sonntag, den 14. Jnnl, nachm. 8 Uhr: Berliner Theater 1 Neues Schauspielhaus 3.14. Abteilung. I 10. /Ii. Abteilung. Der ledige Hof. I Familienangehörige der Mitglieder haben Zutritt Die alten Mitgliedskarten sind nach Abiani der Vorstellungen behnis Umtausch gegen neue Karten in den Zahlstellen abzugeben. 241/4 Der Vorstand. InVertr.: G. Winkler. s Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 70/79, direkt Ringbahn-Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. � Ob schön! Kommen! Sehen! Staune»! Ob Regen! Täglich:»»« 33652' Das grüßte u. bette Programm Berlins. Nur Attraktionen, u. a.: Zum erstenmal in Europa: Das gr ästte Welträtset des Erdballs! Von der gesamten amerik. Presse als das größte Weltwunder bezeichnet: The grcot Simpon. _-•---— Seil........ Der Verächter des Todes. Groye Frankfurt erftratze 60. LS93K* Tcppiche mit Farbenlehlern Fabrik Niederlage Groffe Franksurterstraße S. parterre. Maucrhoff, Vorwärtslesern 6 Prozent Rabatt. 2b76b* Steppdecken billigst Fabrik Große Franksurterstraffe S, parterre. 2577b* Ltttaners Nähmaschinen ohne An- zahlung Woche 1,00, Adker-Bobbln, Schnellnäher; schnellste Lieferung. Unglaube, Brunnenstraffe 90. Post- karte. Schukzendorserslraffe 18.* Kluderwagen.Sportwagen, Kinder- bettstelle. Gröffere Raten Kassapreis, zurückgesetzte, gebrauchte spottbillig Andreasstraffe 53. 3Z6K' Anzug«. Paletot» nach Maff. Aus la Sioffrcsten, Monats- und nicht abgeholt» Sachen staunend billig. Maffschnelderet Voß, Brunnensttaffe 3, eine Treppe, am Rosenthalertor. MUchderkanfs-Apparate, Kübel, Kannen, glaschen, geeichte Maff- gcjäffe. Otto Lindner, Garkenstr. 96. Uhren, Goldwaren billigst Werner, iappelallce 3._ 85961'* Abgepasite Stores. Englischiüll ,85. Erbstüll, gestickt, 4,85. Echt ipachteltllll 8,25. Spezialhau» Emil csvvre, Oranicnstraffe 153. L34St* Pfandleihhaus k Rirdors, Berg- straffe 58. Soeben beendete Pfänder- auttionl Spottbilligster Bettenverkaus! Wäschevertaus I Alt und neu! Hoch- moderne Sommerpaletots 1 Gehrock- anzüge I Jackettanzüge 1 Damen- lachen! Kardinenvertaus I Stepp- Zecken! Tischdecken! Portierenverkaus! Teppichbertaus I Wanduhren! Taschen- ahre» I Kettenverkaus l Schmuck- achen! Nähmaschinen! Spottpreise! Siiidertuage», neu, abreisehalbcr spottbillig, Mitzichte, Exerzierstraffe 25. Worwärtsleser erhalten 5 Prozent Erl'.arabatt bei Teppich- ThomaS, C ranienstraffe 160, Oranienplatz. Federbetten. Stand 11,00, groffe 16,00, Schlafdecken 1,15. Psandleih. Haus. Küslrtnerplatz 7._ 910(1* Damenhemden. Herzsasson, mit gestickterPasse 1,26, Herre»heindenl,30, Bettbezug nebst zwei Kopstissen 4,75. Normalwäsche, Arbeiterhemden, so- wie einzelne Reisemuster spottbillig. Wäschesabrik Salomonsty, Dircksen- straffe 21, Alezanderplatz. Sonntags geöffnet.__ 192/11 �Haarfärbemittel, unübertroffen. Probesiaiche 0,40. Wintcrseldt. Steg- iitzerstraffe 25. 274/12* Metallbetten, Kinderbettstelle, Kinderwagen, Sportwagen, ge- brauchte, zurückgesetzte. Schneider, Kursürstenstraffe 172(Dennewitz. straffe). 63K* Pfänderverkänfe! Gelegenheits- käuse l PsandleihhauS Hermannplatz 6. Staunendbillige hochfeine Jackett- anzüge I Gehrockanzüge I Herren- hosen I Sommcrpaletols I RtesenauS- wähl I Uhrenverkausl Kettenvertaus I Ringevertaus I Schmucksachen i Nähmaschinen 1 Extragroffer Betlenver- tauf I Braulbetten> BermietungSbetl I Bettstücke l Steppdecken! Aussteuer- Wäsche! Plüschtischdecken l schlaf- decken l Spottbilliger Gardwenver- laus l Portierenverlaus I Teppich- verkauf! Verkaufsräume Sonntags ebenfalls geöffnet. Steppbeden, volle Größe, Ere- tonne 3.00, Trikot 4,25, Stmtliseibe 4.25. Wollatlas 5.50. Normalschlas- decken 1,85, Sonderangebot. Teppich- Haus Emil Lesdvre, Oranienstraffe 158. Paletots und Anzüge aus feinsten Maffslossen werden in dieser Woche zu spottbilligen Preisen ausvertaust. Die schnell vergriffenen Prima-Ulster und Hosen wieder am Lager. Versand- hau« Germania. Unter den Linden 2t. Keine Filialen. 2594b* Monatsanzüge ünd Sommer- paleiois von 5 Mark sowie Holen von 1.50, Gebrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie sür lorpulenle Figuren. Reue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pjandleihe» verfallene Sachen taust man am billigsten bei Naff. Muiackffrahe 14 S.ttv prachtvolle Betten, 9,00 Baucrnbettcn, nur Pfandleihe An- dreaSstraße 38. 852K* Landbett, zwei Deckbetten, zwei Kiffen, zweischläfrig 18,00, groffe Laien 1,00. Aussteuer, Damastbezüge. Pfandleihe Andreas straffe 88. 8527" Banerndedbett, Umerbell, zwei Kissen 27,00, groffe Freischwinger, Regulatoren 9,00. Pfandleihe Andreas- straffe 38. Fahrgeld wird vergütet.* Qeschfiftsverkäafe. Zigarrengeschäft, rentables, spott- billig, Restaurant Lortzingsiraffe 10. TPeziat-Seisengeschäst, gute Lage, mit Rolle verkäuflich. Preis 3300. Offerte Borwärts, Salzwedelersiraffe. Monatstosung 1900— 200d, sofort zu verlausen. Zu erfragen bei Hund ack, KoUbuser User 59. Quergebäude III. ff96 Grüiikramgefchäft, altes, gang- bare«, unter Jnveniarprei» verkäuflich. Friedenau, Rheinstraffe 41. L602b INödel. Schlafwohnzimmer, hochelegantes, guieihaltcn, billig, Boxhagenerstr. 32, Seitenflügel IV._+56 Möbel, S. Grau, Gnelsenau- straffe 10, billigste und beste Bezugs- quelle. Kassa und Teilzahlung M Möbelangebot. Im Anhalter Bahnspeicher Möckernftraffe 25, An- Halter Jnnenbahnhos, direktHochbahn- slalioii Möckernbrücke, stehen verschie- oene Einrichtungen zum Verkauf. Darunter befinden hochmoderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren- zimmer, auch einzelne Salongarni- turen, Pancclsosa», Bibliotheken, Ankleideschränke, Nuffbanmbüsette, vron« tekronen, Oelgemätde, Schreibtische 8,00, Ruhebetten mit prachtvoller Diwandecke 22,50, wunderschöne Säu- lenirumeauS 30,00, hochelegante Salontepviche, schon 14,00 bis zu allergrößten Saaltcppichen, aller- liebste Zimmerteppiche 3,00, reich« Seslickte Uebergardmen, Spachtelstores, üllgardinen, Steppdecken, Salon- bllder, Standuhren, prachtvolle Plüsch« ttschdecken 5,00. Verschiedene Gelegen- heilen, Uebernahme vollständiger Warenlager, Wirtschaften, Konkurs« mästen, Nachlässe zum schnellen Ver- kaus und Versteigerung. Otto Libele» AuttionS- und Möbelspeicher, Möckern- Kostenloser Transport. straffe 25. Lagerung. 761K' Mobe lhalle»Norden*, Thiele, Ackerstraffe t20(Garten platz). Filiale: tavalidcn straffe 118(Stettmerbahn), pelcher.— Rlesenauswahl bürger- lichcr WohnungS-Einrichttmgen von 200 bis 3000 Wart.— Gelegenheits- täuse gebrauchter wie neuer Möbel, spottbillig. Ausbewahrung und Liese. rung, frei. L14K Möbelttschleret liefert gediegene Wohnungseinrichtungen Sufferst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Tischlermeister, Dresdenerstraffe t24, nahe Kottbuser Tor. Genossen erhallen 3 Prozent.* Dame verkauil geschnitztes ZsiU. baumbüsett 120 Mark, Ausziehtisch 16, Englische Bettstellen mit Feder- malratze 40, Taichcnsosa 45, Ruhe- bett 20; Federbetten, Stand 20, Tcppich 8, Tischdecke 5, Gardinen Zensier 4, Herrcnschrcibtisch 50, Bücherspind, Anlleideschrant, Vierzug. tisch, Ledersttihle 9, Bildet 8, Säulen- trumcau 36, Küchensachcn Neue Königstraffe 29, vorn I recht«. 192/17* Ruffbaum- Wirtschaft verlauft Wwkelmann, Dresdenerstraffe 109, Ouergebäude parterre.(-113 R ä» in» n g«ver tauf! Neue, zurück. gesetzte und verliehen gewesene Möbel sollen vom 11. bis 14. Juni zu auffer- gewöhnlich billigen Preisen vertaust werden. Darunter hochelegante Garnituren von 100,— an, Kleider- spind 24,—, Vertiko 28,-, Auszieh. lisch 15,—, Bettstellen mit Matratze 19,—, Waschtoiletle 20,—, elegante TaschcnsosaS. Büfett« staunend billig, »errenschreibiisch 28,—, moderne jiüdjen von 38,— an. Lagerung, Transport srel. Stargardt» Möbel- sabrit und Speichereien, Dresdener- straffe 107/108. Sonntag« geöffnet. Fahrräder. Fahrräder, Teilzahlungen. Jnva- lidenstraffe 20 Skalltzerstraffe 40. g20K* KV« gebrauchte Fahrräder wegen Lagerüberfüllung 5,—, 10,—, 15,—. 20,—, 25,—. Sämtliche Marken und Systeme, Brennaborräder, Dürkop- räder, Opelsahrräder, Wandererräder, Adlersahrräder. Günstigste Gelegenheit sür Händler, Psandlcihcr. Machnow, jetzt Weimneifterstraffe 14._* Herrenfahrrad, Damensahrrad wie neu,<45,00. Holz, Blumen- straffe 38 b._ 2t2K* Fahrräder, Grammophone, Teil- zahiungen, ohne Ausschlag, Lolh- ringerstraffe 40._ 67441* GeschästSdretrad, äußerst stabil. 60,00. Holz, Blumensttaffe 36d.* Herrenfahrrad, paarmal benutzt, anz billig. Friese, Landsberger Ree 50, vorn IV._+56* Herrenfahrrad, fast neu, Glocken- läget, dringend spottbillig, Gubener- straffe 18, zweites Ouergebäude I.* >d, Damensahrrad anderer*, neu 85.00(statt 150,00). Kolbergerstraffe 14, III Im». tl25 Verschiedenes. Patentanwalt Wessel, Gitlchwer- ftraffe S4a._ 25551?* Kuiiitslopferet von Frau KokoSIh, Schlachtensee, Kurstraffe 8, III. siern» die Muttersprache beherrschen I , leicht safflichen Unterricht ta Wort und Schrift der deutschen Sprach« erteilt Damen und Herren (separat) auch abends An tüchtiger und aewissenbaster Privallebrer. Die Stunde tostet eine Mark. Eine Unter- richtSstunde wöchentlich genügt Ge» fällige Angebote find unter G. 4 an Expedition de«»Vorwärts* zu richten. Damenuhr verloren worden Spandau, Papenberae. Gegen Be- iohnung abzugeben Koppen, Spandau, Jagowstraffe. 207K Wäsche wird sauber gewaschen, im reien getrocknet, Bett-, Leibwäsche, . Handtücher, 4 Taschentucher 0.10. Waschanstalt Karl Behrigk. Köpenick. Glienickerstraffe 29. Abholung Sonn- abends._ t96 Tanzlehrinstitut Willy Bortzig, Slalitzerstraffe 130. Sommertans- kurse, WochenlagSkurse. Soimtagslurse Walzerlehrturse. Anmeldungen täglick ,wei bi««ebn 2598 Arme Witwe hat Portemonnaie in Grünau verloren, Inhalt 60 Marf, Gegen Belohnung abzugeben bei König, Kursürstenstraffe 139. 2592b Vermietungen. Lade« zum Restaurant mit Kon- zesfion sofort vermietet. Billige Läden für Besohlanstalt, Bäckerei-Filiale, Kohlen, Kartoffeln, Passementerie, beste Lage, drei Minuten Bahnhos Hermannstraffe. Rixdorj, Warlke- straffe 64.80b* �.rdeitsmarkt. Stellenxesuede. vltnder Ettiblflechter bittet um Arbelt. Stühle werden abgeholt und zurückgettesert. A. Gläser, Mulack- straffe 27. 14e8b Stellenangebote, Für Rauheret aus Geffnerscher Kratzenrauhmaschtne wird erfahrener Rauher, der in leichten Trikotwaren (Eiderdaunen) Ersahrungen hat, per sofort gesucht. Zu erfragen unter D. 8 in der Erpediiion dieser Zettung. Polterer aus Holzleisten verlangt H. Tschierley, Beuthstraffe 4. 2ö97b Verperleri« aus Schuhe, im Hause, gesucht. Lachmanski, Lands- keraerstraffe 79 2591b Zuverlässig« Frau für zwei kleine Kinder von Eheleuten gesucht. Schwarz, Bödlkerstraffe 4, Quer- gebäude l. Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnende Beschästtgung Sorauer- straffe 20. 187/8* Hoher Neben* ver- dienst. Feuerversicherung. Itz«rr«n und Dl»mvn Jeden Standen können sich durch Nachweisung guter Feuer- und Einbruchs- diebslahl- Versicherungen ntdndlixen lohnenden Kcbonverdionnt erwerben. JUotau Provinionen. Offerten baldigst sub i. K. 6003 an Radolf Rohsc, Berlin SW. 137/12» Gesucht für ehte Goldleisiensabrik nach der Schweiz eine tüchtige Arhipüchmii die auch versilbern kann: event. auch eine Barockvergolderin und Vcrsilbcrin. Offerten unter Chiffre Zu G 1069 an Rudolf Mossr, St. Gallcu (Schweiz). «erltner Gros.brauerri w-ltt zum sofortigen Anlrttt 2590b* einen erfahrenen Flafchenbierktttscher, welcher Kaution stellen kann und die Stadtteile Norden, Westen und Moabit mit Erfolg befahren hat. Ausführliche Offerten unter K. 3 in der Expedition des»Vorwärts*, Llndcnstr., erbeten. ■MT" tWonsiclit._ Tin Vorarbeiter, der in der Ga- lanterie-Kuustschlosserci gut be- wandert, wird sür Massenproduktion aesucht. Dauernde und angenehme Lebensstellung. Offerte an Jmre Szlavkobözty.MISkolcz(Ungarn). Bau- und Kunstschlosser. 2586b* Wegeu Streik und Differeuzeu sink gesperrt: Für Tischler»nb Maschinen- arbeite«: Bautischlerei Bande, Usedom- strafte. sür Tischler» Maschinen- arbeiter. Mcchanikarbciter u. Schloffer SebUtee n. Freund, Piano- mechauUfabrik. in Reu-Lichten- berg. für vodenleger: Berliner Parkelliabrik Badniever, Inhaber R o s s a k in Tempelhof. Ringbahnstrafte, und die Bauten Günzelstrafte.«de»clinftedter Strafte in Wilmersdorf; Fregrftrafte und Friedenaucr Strafte in Friedenau- Bau Bothe, Tüffeldorfer Strafte. Edr Pfalzburger Strafte. Bau Hauptftrafien- u. Fregestraften- Gde, Friedenau. Bau Tegeler Weg Il/l».«harlortenburg. Norddeutsche Fuftdodenfabrtt in Hannover.. sür Korbmacher, Grimma w Sachsen: sür Kammacher: Kammfabrik Rraaen in Rummelsburg. Hauptstrafte; Welnnteln m Leipzig; sür Bürstenmacher: Firma Rnappsvornt in Hannover (Ancr.t»lohn, Oranicnstrafte.) D!e Ortsverwaltiing Berlio ilesiieutscbeDlioMiierveriianiles. Verantwortlicher Redakteur.' Georg Davidsohn. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: kh. Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co� Berlin SW,