Pr. 136. IdonntMittt-vtswzungen: «ionnemmt»- Prei» pränumerando» Viert eljährl. 8« Mk. monatl� I.lv Mk. wöchentlich 28$fg. frei WS Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags« nummer mit wuftrierter Sonntags- BeUage.Die Neue Welt' lv Pfg. Pojt- Wonnement: 1.10 Marl pro Monat. Eingelragen w die Poft, Zeitunas« PreiSlifle. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnementZ nehmen an: Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. vumämen, Schweden und die Schweis, Crlittlit thliit auBtr OoiUol SS. Jahrg. Vevlinev Volksblcrlk. ZentmXorgan der fozialdemokrati fdicn parte! Deutfchlands. Die IntertlonS'GebQiir beträgt für die IcchSgefpallene Kolonel« gelle oder deren Raum bo Pfg., für politische und gcwerlschafUiche Vereins- und VersammIungS- Anzeigen 80 Pfg. �Vleine Snreigen", daS erste tfelt- gedruiltc) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlas- stellen-Anzcigen dag erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort b Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Jnferate für die nächste Nummer müssen biS S Uhr nachmittags in der Expedition «tgegebcn weroen. Die Expedition ijf bis 1 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adreste: »SozijWtmoHrät Btrlia". Redahtion: 8M. 68, ILindenstraesc 69, Setitfprctfiet: Amt IT, Nr. 1983. Expedition: 881. 68, Lindenstraaee 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Hufklärung. I Kapital Von den Lebcnslügen, die sozialpolitische Professoren- Weisheit für die kapitalistische Gesellschaft erfunden hat, ist die zäheste die vom„neuen Mittelstand". Die Vernichtung des alten Mittelstandes, die Zttcderkonkurrierung des Handwerks kann längst nicht mehr geleugnet ivcrden. Aber auch die Selbständigkeit der kleinkapitalistischen Unternehmer geht immer mehr in die Brüche. Der große Kapitalist schlägt viele kleine tot. Wo aber diese kleinen in scheinbarer Selbständigkeit er- halten bleiben, da geraten sie in ilnmer stärkere Abhängigkeit von den konzentrierten und monopolisierten Riesenunter- nehmungen. Wie zu Beginn der kapitalistischen Produktion der Händler- oder Wuchererkapitalist den kleinen Hand- werker verlegt und ihm unter deni Schein seiner Selb- ständigkeit zu seinem Lohnarbeiter niacht, so geht am Ende der kapitalistischen Periode ein ähnlicher Prozeg, nur auf weit größerer Stufenleiter und in verhüllteren Formen. vor sich. Von den wenigen Herrschern im Gebiet der schweren Industrie, von den Gebietern der Kohlen- und Stahl- sundikate, der Elektrizitätskonzerne hängt eine stets wachsende Masse kleiner Kapitalisten ab, die ihre formelle Selbständigkeit mit einemßTribute bezahlen, mit der Abtretung eines Teils des aus der Ausbeutung der Arbeitskraft gewonnenen Profits an die Monopolherrn. Gegenüber dieser riesigen Konzentration, die immer mehr den größten Teil der Nation in Proletarier verwandelt, blieb dem Kapital nur ein Trost. Die riefen hasten Betriebe brauchten zu ihrer Leitung ein qualifiziertes Heer von Arbeitskräften. Die Schar der Techniker und In dustriebeamten, die den Produktionsprozeß leitet, ist im raschen Wachstum begriffen; ebenso die Zahl derjenigen, die die Zirkulationsvorgänge, wie sie im Handel und in den Banken vor sich gehea, �1 bewältigen haben. So wächst mit der kapitalistischen Konzentration die Schar dieser Angestellten, die eine andere soziale Herkunft, eine andere Ideologie, länger dauernde Vor bildung und die Gewöhnung an eine ganz andere Lebens Haltung von der Armee des Proletariats getrennt zu halten schien. Noch rascher als das Proletariat vennehrte sich diese neue Schicht, die das Kapital gegen das andringende Proletariat schützen sollte. Diese— so hieß es— ersetzen den alten Mittelstand und bieten der geringen Zahl von Kl Magnaten Schutz gegen die Ueberzahl der Besitzlosen. Doch was' dem Kapitalismus in( einem bestimmten Stadium seiner Entwickelung Hoffnung ist,'muß ihm in einem späteren zum Verhängnis werden. Und die Wandlung ist das eigene Werk des Kapitals. So jung auch die Geschichte der Angestellten ist, so tveiß sie doch von gewaltigen Aenderungen zu erzählen. Dieselbe Konzentration, die sie geschaffen hat, hat auch ihr Wesen verwandelt. Fortschreitend beseitigt die Kartellicrung den Konkurrenz- kämpf zwischen den kapitalistischen Unternehmern und faßt immer mehr Betriebe in einen einzigen zusammen. Auf dem Gebiete der Produktion bedeutet das eine Verringerung der höchst qualifizierten leitenden Kräfte, und die Kluft zwischen den vielen, die bloße Hilfskräfte des Betriebes bleiben, und den wenigen, die über diesen herrschen, wird stetig breiter. Solange die Betriebe noch zahlreich waren, glaubte jeder Techniker dereinst in selbständige Stellung kommen zu können. Jetzt wird die früher begründete Hoffnung immer mehr zur Illusion. Zugleich erfordert der Großbetrieb eine neue, regel- mäßige, fast mechanisch- bureaukratisch eingerichtete Organi- sation. Der Techniker, der früher in einem Mittelbetrieb beschäftigt war, lernte allmählich alle Seiten dieses Betriebes kennen, wurde auf seinem Gebiete ein Fachmann, der zur Selbständigkeit befähigt war. Im Riesenbetrieb ist die Arbeits» teilung auch für denTechniker bis ins feinste ausgebildet worden. Bedeutet das für den Betrieb im ganzen eine Erhöhung der Produktivität, so für den Techniker eine Entgeistigung setner Arbeit. Er wird zum bloßen Teilarbeiter herabgedrückt, seine ?lusbildung wird verkümmert, seine Funktion vereinfacht. Damst verliert seine qualifizierte Arbeitskraft an Wert. Die Vorbildung, die er genossen, erscheint relativ überflüssig. Denn was der Betrieb von ihm fordert, ist verhältnismäßig einfach und wird ihm im Betriebe selbst angelernt. Zugleich leidet seine Ausbildung. Bloßer Teilarbeiter im Betriebe, lernt er diesen nie ganz verstehen und beherrschen. Zugleich mit der Aussichtslosigkeit, in die kleine Zahl der leitenden Stellungen aufzurücken, vermindert sich seine Fähigkeit, diese auszufüllen. Ganz ähnlich die Vorgänge im Handel und in den Banken. Der Angestellte des fast schon ver- schwundenen Bankiers hatte noch die Aussicht, einmal erster Buchhalter. Kassierer oder Prokurist zu werden, vielleicht sogar sich selbständig zu machen. Der Angestellte einer Groß- dank erledigt jahraus, jahrein fast mechanisch eine winzige Teiloperatton, ohne je aus seiner Arbeit den Sinn des Ganzen erfassen zu können. Während auf der einen Seite die fortschreitende Kon- zcnttation die Nachfrage verringert, steigett auf der anderen Seite sich das Angebot. Je schwieriger in Industrie und Handel die Behauptung der Selbständigkeit wird, desto mehr suchen diese Schichten der ftüher Selbständigen ihre Zuflucht in einer Anstellung. Die Arbeitsteilung'hat gleichzeitig das Maß der Qualifikation herabgedrückt. Auch hier verdrängt die ungelernte und angelernte Arbeit immer mehr die frühere hochqualifizierte. Ist aber das Verhältnis auf dem Arbeitsmarkt so den Unternehmern ohnehin günstig geworden. so wissen diese die Gunst der Verhältnisse tauch klug auszunützen. Sie treiben„Arbeiterschutz". Die " großen Banken, die großen Elektrizitätsunternehmungen schützen ihre Arbeiter vor der Konkurrenz des Kapitals um die Arbeitskraft. So lange der Angestellte bei einem Unter- nehmen ist, verhandelt das andere nicht mit ihm. Die Möglichkeit, seine Stellung durch den Uebertritt zu einem anderen Unternehmen zu verbessern, ist so dem Angestellten, der die schreckliche Zeit der Arbeitslosigkest nicht minder fürchtet als der Proletarier, aufs äußerste eingeschränkt. Und was zu tun noch übrig bleibt, besorgt die berüchtigte Konkurrenzklausel. So gefeffelt wird der einst so stolze rfnd hoffnungsfreudige Angestellte auf schlimme Gedanken gc- bracht. Was nützt ihm seine Ausbildung, wenn er zu einer Teilsunttion verdammt ist— wie er immer mehr fürchten muß, für sein ganzes Leben. Was nützt ihm der Wert, den die Ausbildung seiner Arbeitskraft verliehen hat, wenn die Entwertung dieser Ausbildung und das Ueberangebot ihn zwingt, seine Arbeitskraft weit unter ihrem Wert zu ver kaufen. Und was nützt ihm die Fähigkeit, eine Ausbildung für leitende Stellungen genossen zu haben, wenn er sieht, daß die leitenden, glänzend bezahlten Stellungen, deren Be zahlung oft im umgekehrten Verhältnis zur Arbeitsleistung steht, immer mehr einer kleinen Schicht vorbehalten wird, die mit den Beherrschern der Aktiengesellschaften, der Kartelle und Trusts in engster persönlicher Verbindung steht. Ist sein Los nicht das des Proletariers? Wie dem Proletarier ist auch für ihn die Hoffnung, selbständig zu werden, längst dahin. Wie den Proletarier so bedroht auch ihn bei jedem Wechsel der Konjunktur das Gespenst der Arbeitslosigkeit. Und wie der Proletarier. so unterliegt auch er der Tendenz des Kapitalismus, dem kapitalistischen Heiß Hunger nach Mehrwert, der das Kapital dazu treibt, die Arbeitszeit zu verlängern und den Arbeitslohn zu kürzen. Wenn aber seine Lage dieselbe, müssen dann nicht die Mittel zu ihrer Verbesserung gleichfalls die selben sein? Wenn das Großkapital sie genau so behandelt wie jede andere Arbeitskraft, das heißt sie ausbeutet, bleibt ihnen dann irgend etwas anderes zu tun, als sich gegen diese Ausbeutung zu wehren? Es gibt aber nur eine Form, in der man sich gegen die kapitalisttsche Ausbeutung zur Wehre setzen kann: die gewerkschaftliche Organisation, deren Kämpfe schließlich selbst über den nur gewerkschaftlichen Kampf hinaustreiben. Die Angestellten mögen zehnmal be teuern, daß sie kemen Klassenkampf führen, das Kapital hat sie in den Klassenkampf hineingezogen. Sie mögen noch fo fest daran glauben, daß sie auf dem Boden der bürgerlichen Gesellschaftsordnung stehen. Diese Gesellschafts- ordnung selbst, die sie proletarisiert hat, belehrt sie eines Besseren. Sie mögen noch so sehr be- fangen in der Ideologie, die aus vergangenen Zeiten stammt, den Unterschied betonen, der sie vom Proletariat trennt. Das Kapital selbst erklärt, daß es keinen Unter- schied gibt. Der Schrecken, der die vernünftigeren Elemente der bürgerlichen Welt beim Lesen des Ukasses der bayerischen Metallindustriellen erfaßt hat, hat seine guten Gründe. Sie fürchten die Aufklärung, die dieses Schriftstück verbreitet. Für sie ist es eine Friedensstörung, ein Hineintreiben dieser Schichten, die ihre Hoffnung waren, in einen Kampf, um dessen Ausgang ihnen bangt. Wir wissen, daß dieser Kampf unausweichlich ist und wir warten auf die neuen Kampf- genossen, die über kurz oder lang zu unseren Kampfesreihen stoßen müssen._ Soldalcnfchinder. D?r Kriegsminister von Einem pflegte sich bei den letzten Debatten über den Militäretat damit zu brüsten, daß nach den Ausweisen der Statistik die Zahl der Soldatenmißhandlungen gegen früher zurückgegangen sei. Ob diese Statistik nichttrügt. ist mehr als die Frage angesichts jener Scheusäligkeiten, die die beiden MißhandlungSprozeffe, die in den letzten Tagen vor dem Berliner Kriegsgericht verhandelt worden sind, enthüllt haben. Hat eS doch fünf Jahre gedauert, bis die unsäglichen Bestialitäten, die sich bei dem 4. Garderegiment zu Fuß in den Jahren 1S02 und 1903 abgespielt haben, endlich ans Tageslicht ge- zogen wurden und zu ihrer Aburteilung gelangten! Wer bürgt uns dafür, daß nicht ähnliche Scheusäligkeiten, die sich in den Jahren 1997 und 1998 zugetragen haben, abermals erst nach fünf Jahren enthüllt werden?! Ist doch das System, das die Schindereien eines Breitenbach, Walck, Holzapfel, Biermann und Konsorten er- zeugte, noch heute genau dasselbe geblieben! Waren es doch wiederum in dem Prozeß, der gestern zu Ende gekommen, die Verteidiger der ehrlosen Gesellen, die sich an wehtlosen Mannschaften in der unflätigsten Weise vergriffen hatten, die das System verantwortlich machten für die Ver- fehlungen der Angeklagten. War es doch der öffentliche An- klüger, der KriegSgerichtSrat Matschke, der den Milf>e. rungsgrund für die Angeklagten geltend machte, daß eigentlich das System verantwortlich sei. da ja vermutlich die späteren Soldatenschinder zu ihrer Rekrutenzeit selbst Opfer der Mißhandlungen gewesen seien! Und einer der militärischen erteidiger der Angeklagten, ein Leutnant, meinte, daß doch Hidjj angängig sei» Nannschaftep M«jedex Kleinigkeit" zu melden, womit er ja wohl sagen wollte, daß das System der „Selbsthilfe", wie es von den Soldatenschindern beS 4. Garderegiments geübt worden ist, unentbehrlich sei! Höchst eigenartig waren dabei die Ausführungen des be- treffenden Leutnants über diejenigen Soldaten, die nicht den Mut besaßen, von ihrem Beschwerderecht Gebrauch zu machen. Solchen Leuten, die sich Mißhandlungen wider- standslos gefallen lassen, müsse er die Ehre absprechen! Richtig ist dabei, daß durch die niederträchtigen Mißhandlungen von Soldatenschindern die Soldaten entehrt und moralisch in den (Staub getreten werden! Daß sie aber durch Unterlassen der Be» schwerde ihrer Ehra verlustig gingen, ist eine starte Be- hauptung! Jeder SoidatenmißhandlungsproHcß, auch der letzte. hat ja gerade bewiesen, wie miserabel es um daS B e- schwerderecht der Soldaten bestellt ist! EtwaS andere? wäre es, wenn der Herr Leutnant, der mit der moralischen Ver» femung der bedauernswerten Opfer des mili» taristischen Systems so rasch bei der Hand war, das Recht der Not- wehr der Soldaten anerkennen wollte! Wenn der Herr Leutnant die von uns wiederholt im Reichstag vertretene Ausfassung unter- schreiben wollte, daß derjenige ehrlos ist, der eine ihm wider- fahrene Mißhandlung nicht» I. E. LuSztig. Humor und Satire. Das Lied vo« Terror. Der Terror ist des Sozis Lust. Der Terror! Das muß ein schlechter Sozi sein, Dem je der Terror ward zur Pein, Der Terror. vom Staate haben wir gelernt Den Terror. Me der auf Terror ist erpicht, Das geht auf keine Kuhhaut nicht. O, Terror! Wählst Du bei zwei Mark Tagelohu Und Terror MS simpler Eisenbahner rot, Dann kommst Du außer Lohn und Brot ' Durch Terror. Wie geistvoll übt das Militär Den Terror. ES jagt vom Tempelhofer Feld Den Fußballklub der Kriegesheld Im Terror. Und uns« lieben Junker erst Beim Terror I Hei, wie in ihrer derben Faust Der Stock mit Macht herniedersaust. O, Terror! Die Wissenschaft, so hehr sie ist Uebt Terror. Im Boykott rührt die Aerztezunst Kein Tod und keine Niederkunst. O, Terror! Die Unternehmer überall Beim Terror! Da merkt man erst als Sozialist Wie sehr man doch ein Stümper ist Im Terror! FrtdoN» In Preuszcn herrscht Vcrgbaiifreiheit, die erst j iiiigst etwaS beschränkt worden ist, dah dem Stnale Löv Änißenfelder vorbehnlten worden sind. Die einst verschenkten Grnbenselder must der Slaat zurück- kaufen. Eine Bohrgesellsckiaft hat in zwei Jahren jedes Jahr 500 Proz. Dividende' verteilen können. Für die Verstaatlichung der Bergwerke spricht weiter der Umstand, dast jetzt das Privatkapilal Zechen, die noch zwei Menschenalter Kohle geliefert hätten, still- legen, weil der Betrieb in ihnen nicht so rentabel ist wie anderwärts. Durch Zusammenlegung der kleinen Felder löunte der Staat die gicnlabilität erhöhen. Nun wird ein- geworfen, das; der Staatsbetrieb die Freiheit der Arbeiter ein- ichränken werde. Aber da setzt die Kontrolle im Landlage ein, in den jetzt unter dem schlechten Wahlrecht sechs Sozialdemokraten ein- gezogen sind. Die preußische Arbeiterschaft wird sich das gleiche Wahlrecht zu erkämpfen wissen. Dann wird auch das Koalitions- recht besser geschützt sein. Bon der Freizügigkeit ist schon jetzt für den Bergarbeiter leine Rede. Das Lamento der Besitzende» über der Raub ihres Eigenlums, wenn die Bergwerke verstaatlicht werden, soll uns nicht stören.(Lebhafter Beifall. j S o c z i n s k i(Pole): Wir polnischen Bergarbeiter sind im Prinzip mit der Verstaatlichung einverstanden, nicht aber mit der Verstaatlichung durch Preußen. Damit würden wir dem preußischen Staate eine gefährliche Handhabe gegen uns in die Hand geben.(Hört I hört!) Wir können also nicht für den Antrag stimmen. Es ist ja bekannt, wie wir Polen in Preußen be- handelt werden. Die Enteignungsvorlage trifft hauptsächlich die Arbeiter. Der vertriebene polnische Landbesitzer kann sich anderwärts Land kaufen, was aber sollen die auf den Gütern beschäftigten polnischen Landarbeiter anfangen? Sie müssen nach Rheinland und Westfalen auswandern. Dort drücken die Unorganisierten auf die Löhne. Das schliminste ist der§ 7 des Vereinsgesetzes. Die Unter- nehmer des NuhrrevierS. die ihn in erster Linie verlangt haben, wußten schon, was sie wollten. Wird den Polen der Ge- brauch der Muttersprache in den Versammlungen verboten, dann koinmcn wir nicht an die Unorganisierten heran und sie bleiben billige und willige Arbeitskräfte.(Pflii!- Rufe der englischen Dele- gierten.) Nun hat Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg erklärt, daß der§ 7 auf Gewerkschaften keine Anwendung finden solle. Wir haben uns nun an die Regierungspräsidenten von Arnsberg, Düffel- dorf und Münster � unter Berufung auf dies Versprechen mit der Bitte gewendet, die polnische Sprache für Gewerkschafls- Versammlungen in ihren Bezirken zuzulassen. Nur der Regierungspräsident von Arnsberg hat bis heute geantwortet. und er hat unsere Bitte abgeschlagen.(Stürmische Hört- Hört!- Rufe.) Daß wir zu einem solchen Staate kein Vertrauen haben, werden sie begreifen. I a r o l i m- Oesterreich tritt für die deutsche Resolution ein. Choquet- Frankreich unterstützt gleichfalls den deutschen An- trag. Schon 1003 haben Basly und Lamendin die Verstaatlichung der Berglverke in der Kammer beantragt. Der Antrag wurde aber von der bürgerliche» Mehrheit abgelehnt. Desjardins- Belgien glaubt, daß die Bergarbeiter in Staatsbetrieben höhere Löhne und bessere und stabilere Arbeits- bedingungen erlangen und auch besser den Betrieb kontrollieren könnten, als in Privatbetrieben. G i l m o u r- Schottland: Zur Stunde ist die Frage für Eng- land noch nicht von praktischer Bedeutung. Würde doch der Erwerb der Privatgruben dem englischen Staat 600 Millionen Pfund Sterling kosten, wenn die Besitzer entschädigt werden sollten. Die gegen- wältigen Verhältnisse existieren aber nur, weil die Arbeiter selber es so wollen. Sie sind eS ja, die immer noch kapitalistische Vertreter ins Parlament schicken, wo diese Gesetze gegen die Arbeiterklasse schmieden. Allein die Dinge ändern sich. Die englischen Arbeiter- Haben eine Arbeiterpartei geschaffen, in der Gewerkschaftler und Sozialisten Hand in Hand arbeiten. Diese Partei ist in raschem Wachstum begriffen, und die Zeit wird heranrücken, wo man zur Verstaatlichung der Bergwerke schreiten wird. Nur ein Parlament, in dem die Arbeiterklasse herrscht, kann an die Lösung dieser Frage denken.(Lebhafter Beifall.) Die drei Resolutionen werden hierauf gegen die Stimme der polnischen Delegation angenommen. Es folgt als nächster Gegenstand Die Frage der Altersrenten. Die engäsche Delegation beantragt folgende, von Stanley, Mitglied dI Unterhauses, begründete Resolution:„Der inter- nationale Kongreß hält die Zeit für gekommen, daß die Regierungen aller Länder Anstalten zur Einführung'von Altersrenten treffen." Der Referent nennt die Vorlage der englischen Regierung, sechs Millionen Pfund in den Etat einzustellen, woraus mit bestimmten Einschränkungen an Leute von über 70 Jahren 5 Schilling wöchentlich, für Ehepaare 7,50 Schilling, aus Staatsmitteln ohne Beitragsleistung gezahlt werden sollen, eine Abschlagszahlung, die als Anerkennung des Prinzips der Staatsfürsorge zu begrüßen sei.(Beifall.) Die französische Delegation macht durch B a r t u e l folgenden Vorschlag:„Die Bergarbeiter sollten mit dem fünfzigsten Lebensjahr und nach füufundzwanzigjähriger Dienstzeit eine Altersrente von nicht weniger als zwei Frank den Tag erhalten; bei vorzeitiger Arbeitsunfähigkeit sollte eine angemessene Rente gezahlt werden').' Die Belgier beantragen schließlich folgende Resolution:„Die Gerechtigkeit verlangt, daß den Bergarbeitern Altersrenten gewährt werden; diese Renten sollten nach 25jähriger Arbeit in den Gruben gezahlt werden und nicht weniger als 600 Fr.(480 M.) jährlich be- tragen. Die Rente soll vom Staat gesetzlich festgelegt werden und der Staat, die Arbeiter und Unternehmer Beiträge leisten.' Cavrot, der diesen Antrag begründet, regt gleichzeitig im Namen der Belgier an, zu den künftigen internationalen Kon- gressen auch die Nationen zu laden, die im Internationalen Komitee noch nicht vertreten sind. Er beantragt weiter, den französischen Bergarbeitern den Glückwunsch des Kongresses zu ihrer Einigung auszudrücken. In der Debatte gibt Langhorst- Deutschland eine kurze Darstellung der deutschen Invaliden- und Altersversicherung, deren Unzulänglichkeit er nachweist. Die drei Resolutionen werden hierauf einstimmig angenommen. Weiter liegt zur Berficherungsgesetzgebung folgende Resolution der Belgier vor: „Die Arbeitgeber müssen für die in den Bergwerken vor- kommenden Unfälle verantlvortlich gemacht werden. Jeder Arbeiter, dem ein Unfall zustößt, sollte während seiner Arbeitsunfähigkeit seinen vollen Arbeitslohn als Entschädigung erhalten. Bei Unfällen mir tödlichem Ausgang sollte die den Witiven und Waisen gezahlte Entschädigung genügend sein, um davon leben zu können; die den Waisen in solchen Fällen zu zahlende Entschädigung hört bei Er- reichung des 10. Lebensjahres, die der Witwen mit dem Tode auf.' Die deutschen Forderungen gipfeln in folgender Resolution: „Durch Gesetz muß den Bergarbeitern für die Dauer einer vorüber- gehenden Krankheit oder für dauernde Arbeitsunfähigkeit(Invalidität) eine zur anständigen Lebensführung ausreichende Rente gesichert werden. Ebenso ist für die Hinterbliebenen der verunglückten oder gestorbenen Bergleute eine ausreichende Rente gesetzlich festzulegen.' Witt- Bochum(Verband): Seit dem 1. Januar d. I. ist der siebente Titel des preußischen Berggesetze? in Kraft getreten, der eine große Anzahl Veränderungen, leider aber nicht Verbesserungen auf diesem Gebiete gebracht hat. So ist das Krankengeld im Ruhrrevier für die höheren Beiiragsklassen um 50 Pf. niedriger als früher.(Hört! hört!) Wie mit dem Krankengelde steht es mit den Renten. Der Bochumer Knappschaftsvcrein. der die höchsten Renten zahlt, leistet bei zehn- jähriger Dienstzeit 223,60 M. Rente pro Jahr, bei löjähriger Dienstzeit 304.20 M., bei 20 Jahren 371,80 M., bei 25 Jahren 420 M., bei 30 Jahren 478.40 M. und bei 40 Jahren 669,40 M. Der Niederschlesische Knappschaftsverein zahlt dagegen nur: bei 10 Jahren 120 M., bei 15 Jahren 130 M., bei 20 Jahren *) Gegenwärtig wird dem französischen Bergarbeiter durch Gesetz von 1804 eine Altersrente von 85 Centimes täglich gewährt, wenn er 65 Jahre alt geworden und 30 Jahre im Bergwerk gearbeitet hat. 225 M., bei 25 Jahren 270 M. und bei 40 Jahren 360 M. Die hohen Renten werden fast nie erreicht, denn der größte Teil der Bergarbeiter wird nach 21'/, Dienstjahren invalid. Mögen die Kameraden der anderen Nationen für die Verbefferung ihrer Sozialgesetzgebung wirken, damit sie uns nicht immer vor- gehalten werden, wenn wir Reformen verlangen.(Bravo I) I a r o l i m- Oesterreich schildert das Versicherungswesen für die Bergarbeiter seines Landes. Die bestehenden Bruderladen sind eine zugunsten der Unternehmer funktionierende Armenunterstützung. Sie zu beseitigen und durch eine allgemeine Unfallversicherung zu ersetzen, ist unser Ziel.(Beifall.) T o u r e l- Frankreich tadelt, daß die Grubenbesitzer in Frankreich ihre Haftpflicht privaten Versicherungsgesellschaften übertragen dürften; das hätte sehr viele Nachteile für die Arbeiter im Gefolge. Damit schließt die Debatte. Die belgische und die deutsche Resolution werden einstimmig angenommen. Zum Präsidenten für morgen wird Edwards- England. zu Vizepräsidenten B a r t u e l- Frankreich und Graf» Deutschland gewählt. Die Verhandlungen werden auf Freitag vertagt. Morgen hält der Kongreß seine Schlußsitzung ab. Heute abend findet ein Festesten statt, daS die französische Delegation den Kongreßteilnehmern zur Feier der Herstellung der Einheit im französischen Bergarbeiterverband gibt. • Paris, 12. Juni.(B. H.) Der Kongreß beschäftigte sich mit der Grubeninspektion und nahm einen Autrag an, dahingehend: die Grubeninspektoren möchten aus den Kreisen der Arbeiter gewählt werden. Hierauf wurde der französisch-englische Vorschlag betr. Verminderung der Kriegs- eventualitäten beraten. An dieser Debatte beteiligten sich der Franzose G o n t a u x, der Engländer S m i l l i e r, der Deutsche Sachse und der Belgier M a r o i l l e. Der Kongreß nahm dann unter großer Begeisterung und einstimmig mit Ausnahme der Oesterreicher den französisch-englischen Vorschlag an. Die österreichischen Delegierten erklärten, sich der Abstimmung ent- halten zu haben, weil diese Frage eher einem politischen Kongresse als einem Verbaudskongresse zustehe. Sodann nahm der Kongreß den Bericht des Generalsekretärs an. worauf die Sitzung um 2 Uhr aufgehoben wurde. fttenistlonsle Hiriminsliitische Vereinigung. Die Verhandlungen der 12. Jahresversammlung der deutschen Landesgruppe der„Jnternattonalen Kriminalistischen Vereinigung' wurden gestern unter starker Beteiligung fortgesetzt. Zur Beratung stand das Thema Das Verfahren gegen Jugendliche. Der erste Referent AmtSgerichtSrat Dr. Kähne- Berlin führte aus: Die Mängel des bisherigen Verfahrens find bekannt und allgemein anerkannt. Es sind in der Hauptsache das Zu- sammentreffen der jugendlichen und erwachsenen Verbrecher im Gerichtssaale, die Untersuchungshaft, welche nicht überall gegen Jugendliche getrennt verbükt wird, und als Einzelhaft auf die Psyche vieler jugendlicher Personen sehr schädlich wirkt, die Er- regung der Eitelkeit durch die öffentliche Verhandlung, das Un- vermögen der Jugendlichen sich selbst ausreichend zu verteidigen, wenn sie allein der gewaltigen Macht des Staatsanwalts gegen- überstehen, die Unwirksamkeit des Verweise?, die Schwierigkeit der Prüfung der Frage, ob die Jugendlichen die zur Erkenntnis der strafbaren Handlung nötige Einsicht gehabt haben, schließlich die Konkurrenz zwischen der Fürsorgeerziehung und der Ueberweisung an die Besserungsanstalt. Man hat versucht, auf dem Booen des bestehenden Rechts Abhilfe zu schaffen, einmal durch ürsorgeausschüsse in Westfalen und dann durch ugendgerichte. Die Fürsorgeausschüffe können im Anschluß an die Jugendgerichte bescheioenen Nutzen stiften, aber sie sind vor- läufig nicht auf Gesetz begründet. Sie sollen dem Staatsanwalt ein Gutachten erstatten über die Zurechnungsfähigkeit de? jugend- lichen Verbrechers, aber§ 56 St. G. B. behält die Entscheidung über diese Zurechnungsfähigkeit und über das Aussprechen der daran sich knüpfenden Folgen ausdrücklich dem Richter vor. Für Großstädte besonders sind die Fürsorgeausschüffe schwer durch- führbar. Jugendgerichte hat man in sehr großer Zahl in Deutsch- land in den Städten lvährcnd der letzten Monate eingeführt. Sie haben eine Reihe bedeutender Vorteile, so die Trennung Jugend- licher und Erwachsener, die nicht nur beim Schöffengericht, sondern auch bei der Strafkammer durchführbar ist, die Aburteilung Jugend- licher durch besonders vorgebildete, interessierte Richter, und die Verbindung der Strafrechtspflege mit einer Fürsorgetätigkeit, in dem beim Schöffen- gericht Strafrichter und Vormundschaftsrichter durch Personal- union verbunden werden. Redner geht dann näher auf die Praxis des neuen Berliner JugendgcrichtShofeS ein, b?n er selbst ein- gerichtet hat. Die Schwierigkeiten feien bei der großen AuSdeh- nung der Stadt und bei der Zerrissenheit der lommu- nalen und GerichtSorganisatlon in Groß-Berlin sehr groß, und würden durch die Menge der zugereisten Jugendlichen noch erhöht. Zu jeder Verhandlung werden Vertreter der Waisen- deputation, des Polizeipräsidiums und der deutschen Zentrale für Jugendfürsorge hinzugezogen. Der Psychiater der Berliner Uni- versität Prof. Zichen und seine Assistenten haben sich bereit er- klärt, die Angeklagten vor dem Jugendgerichtöhof auf Wunsch unentgeltlich auf ihre Zurechnungsfähigkeit zu untersuchen. Schon in den ersten acht Tagen hat sich herausgestellt, daß man auch für die Voruntersuchung die Hilfe der freiwilligen Helfer aus den Fürsorgevereinen nicht entbehren kann. Die Verhandlung selbst kann enden mit der Ueberweisung an die Fürsorgeerziehung, mit der Entziehung der elterlichen Gewalt und der Bestellung eines Pflegers, oder— und das ist das Nene und das Wichtige— wenn den Eltern eine direkte Schuko nicht trifft, das Vergehen des Kindes aber doch eine organische Ursache in großer Armut, schlechter Wohnung oder Aufsichtslosigkeit hat, mit der Bestellung einer Aufsicht neben der elterlichen Gewalt. In solchen Fällen ziehen die Fürsorger nach 3, 6, v Monaten, 1 Jahr, 2 Jahren, 3 Jahren Auskunft über das weitere Verhalten des ÄindeS ein, und geben damit zugleich Material für die Beurteilung der Wir- kung der Jugendgerichtshöfe. Eine spätere Gesetzgebung wird diesen Aufsehern Zwangsmittel an die Hand geben müssen, die ihnen bisher fehlen. In einer Reihe anderer Städte sind die Jugendgerichte schon weiter ausgebaut. So hat Stettin neben dem Berufsvormund auch Berufspfleger, und in Lennep werden dem Jugendgerichte auch die gegen die Jugendlichen be- gangenen Verbrechen zur Aburteilung überwiesen. Redner geht dann über zur Prüfung der Frag«, wie die neue Strafprozeß. ordnung die Mängel, die sich in der Behandlung jugendlicher Ver- brecher herausgestellt haben, endgültig vollständig beseitigen kann. Auch das neue Strafrecht wird auf em bedingt straffähizeS Alter, hoffentlich vom 14.(statt des jetzigen 12. Lebensjahres) bis 18. Lebensjahre, nicht Verzicht leisten können. Aber das unterscheidende Merkmal darf in Zukunft nicht mehr allein die intellektuelle oder sittliche Reife sein, die im Gerichtssaal schwer zu beurteilen sind. Entscheidend dafür, ob Strafe eintritt, soll vielmehr das Urteil darüber sein, ob oie Erziehungsmaßnahmen noch einen Erfolg er. hoffen lassen. Tos Kind hat einen Anspruch auf gute Erziehung. Ist dieser Anspruch bereits verwirklicht, oder be. weist das Verbrechen, durch besondere Roheit, daß ErziehungS- maßnahmen zwecklos sind, so hat die gerichtliche Bestrafung mit Gefängnis einzutreten. Die JugendgerichtZhöfe sind allgemein ein. zuführen, auch an den kleineren Orten. Sie sind aber zweck- mäßiger zu organisieren als bisher. In der Verhandlung selbst ist das Hauptgewicht auf den persönlichen Einfluß de? Richters zu legen, der den schuldigen Knaben neben sich hinsetzen unb in ihn unmittelbar hineinsprechen läßt. Daher ist zu fordern, der Einzel- richter für alle kleineren Vergehen, und nur für besonders schwere Fälle das Schöffengericht mit zwei Richtern und drei Spezial- schössen, dieses auch als Berufungsgericht gegen Urteile des Einzel- richters. Einzelrichter mutz immer der Vormundschastsrichter sein. Sehr umstritten ist die Frage der Oeffentllchkeit des Verfahrens gegen Jugendliche. Amerika hat sie ausgeschlossen, Oesterreich sie ausdrücklich anerkannt. Ohne Oesfentlichkeit ist ein Vertrauen des Volkes in die Rechtsprechung nicht zu erzielen, andererseits hat sie aber große Nachteile. Daher wäre die Oeffent- lichkeit am zweckmäßigsten auf die Personen zu beschränken, die ein berechtigtes Interesse an der Verhandlung haben, d. h., vor allem wäre die Presse zuzulassen. Die Untersuchungshaft gegen Jugendliche ist auszuschließen und durch vorläufige Unterbringung in Fürsorgerziehung ooer Schutzhäuser zu ersetzen. Die Verteidi- gung ist nicht als obligatorisch notwendig anzusehen. Ein sozial- gebildeter Jugendrichter wird auch ohne sie nicht zu hart urteilen. Jedenfalls aber darf der jugendliche Verbrecher nicht schlechter ge- stellt werden als der erwachsene Verbrecher. Was den Inhalt des Urteils anbetrifft, so wird die hauptsächlichste N-ueinführung der VerwdiS mit Erziehungsaufsicht sein, der doch den Eltern das Er- ziehungsrecht nicht nimmt. Unbedingte oder bedingte Verurteilung ist nicht nötig, aber vor allem darf die ganze Materie des Straf- rechts gegen Jugendliche nicht zerrissen werden. Wir gebrauchen ein Spezialgesetz über Strafrecht, Strafver- fahren und Strafvollzug gegen Jugendliche, daS eher kommen kann als jede größere Reform.(Lebhafter Beifall.) Staatssekretär Nieberding hat die Zunahme der Kriminalität der Jugendlichen bestritten, aber er hat nicht die 70 000 Fürsorge zöglinge abgerechnet. Trotzdem diesen jede Möglichkeit zur Be- gehung eines Verbrechens genommen ist, ist die Zahl der jugend- lichen Verbrecher bedeutend gestiegen. Gegen diese bedrohliche Er- scheinung muß Deutschland ebenso wie das Ausland vorgehen und sich mit allen Kräften dagegen wehren. Der Korreferent OberlandeSgerichtSrat Dr. Klotz- Hamm schilderte die Stellung der Fürsorgeausschüffe im Strafprozeß und Strafrecht nach ihrer gegenwärtigen Einrichtung und nach der zukünftigen Ausgestaltung, die er für wünschenswert hält. Die Fürsorgeausschüffe haben zwei ganz verschiedene Funk- tionen: 1. die der Begutachtung der Einsicht der Jugendlichen und 2. die der Vorbeugung. Was die erste Funktion anbetrifft, so geben die Fürsorgeans- schüsse bei Kindern von 13 und 14 Jahren ein Gutachten darüber ab, ob sie die erforderliche Einsicht haben. Wenn dies die Staatsanwaltschaft überzeugt, so stellt sie das Verfahren ein. ohne daß daS Kind erst vor die Gerichte gebracht wird. Die Streitfrage, ob die Staatsanwaltschaft auf Grund der fehlenden Einsicht das Verfahren einstellen darf, wird eingehend erörtert und bejahend be- antwortet, ebenso die Frage, ob die Abgabe der Akten der Staatsanwaltschaft an die Fürsorgeausschüffe etwa bedenklich sei. Auch im Falle einer Hauptverhandlung gegen den Jugendlichen werden die Gutachten von großem Nutzen sein. Wird das Verfahren gegen den Jugendlichen eingestellt, oder er schließlich verurteilt, bezw. freigesprochen, so nimmt in all diesen Fällen der FüösorgeauSschuß ihn in die vorbeugende Behandlung, seine zweite Funktion. Aber der Kern der Fürsorgeausschüffe ist ein viel bedeutenderer. Nicht umsonst hat der Minister des Innern in seiner Statistik für 1006 die Einrichtung ausführlich besprochen, und mit gutem Recht hat der Justtzminister weiteren Bericht darüber eingefordert. Die Für- sorgeauSschüsse müssen in Zukunft ausgedehnt werden auf Jugend- liche bis zum 18. Lebensjahre, sie müssen ferner durch den Inhalt der Gutachten Einfluß bekommen auf die Rechtsprechung gezen Jugendliche, besonders den bisher vernachlässigten Begriff der Ein- ficht des Jugendlichen, auch nach einer etwaigen Reform der ein- schlägigen Bestimmungen. Die zweite Funktion ist die der Vorbeugung. DaS Für- sorgeerziehungSgesetz gestattet ein Einschreiten erst bei Beginn der Verwahrlosung, die Fürsorgeausschüffe wollen schon in den jungen Jahren des KindeS, beim ersten Anzeichen einer Gefahr einschreiten. Redner schildert eingehend die Art dieses Vorgehens und empfiehlt die ganze Einrichtung zur Aufnahme in daS Reformprogramm der„Internationalen Kriminalistischen Vereinigung', um so mehr, als sie sich ohne Aenderung des Gesetzes in das Strafversahren ein- fügen lasse. Die Fürsorgeausschüsse wollen nichts verdrängen, son- dern nur ein weiteres Hilfsmittel bei der Rechtsprechung gegen Jugendliche sein. Schließlich fordert Redner die anwesenden Ver- treter der großen Jugendfürsorgevercine, wie der„Deutschen Zen- trale für Jugendfürsorge" und des„Verbandes für weibliche Vor- mundschaft in Berlin", ebenso die entsprechenden kirchlichen Ver- einigungen zur Mitwirkung bei der Organisation weiterer Jugendausschüsse auf. In der Diskussion betonte Superintendent S t e m m l e r, der Vorsitzende der„Evangelischen ErziehungS- vereine in Posen", daß man auch unter den bestehenden Gesetzen sehr viel weiter in der Jugendfürsorge kommen könne, als man anfangs dachte. Die Verbrechen der Jugendlichen rühren her teils von der sozialen Lage(Schlafstellenwesen und Wohnungs- elend), teils von der Verführung guterzogener Kinder durch schlechte, teils von der Naturanlage einzelner Mitglieder sonst ganz braver und tüchtiger Familien zum Verbrechen, hauptsächlich aber au? Verwahrlosung und falscher Erziehung. Wer die ErziehungS- Methode oder ErzichungSweise der Gegenwart kenne, müsse sich wundern, daß eS nicht noch mehr Verwahrloste gebe. In der Abstimmung werden die Thesen der beiden Refe- renten vereinigt und mit vielen Zusatzanträgen endgültig in fol- gender Form angenommen: I. V o r der allgemeinen Reform deS Strafrechts und des Strafprozesses ist das Strafrccht, daS Strafverfahren und die Strafvollstreckung gegen Jugendliche durch ein Spezialgesetz zu regeln. II. Dieses Spezialgesetz soll folgende besondere Einrichtungen treffen: 1. Dem Richter ist möglichst weitgehender Spielraum zu lassen, bei der Aburteilung von Jugendlichen auf die im Einzelfalle ge- eigneten Maßnahmen zu erkennen und zwar Erziehungsmaßregeln, Bewahrung. Strafe und Haftbarmachung der Gewalthaber der Kinder allein oder in Verbindung miteinander. 2. Die Aburteilung Jugendlicher ist den Jugendgerichten zu übertragen. Ihnen sind in größeren Bezirken besoldete Fürsorger beizuordnen. Das Legalitätsprinzip ist im Verfahren gegen Jugend- liche erheblich einzuschränken.. g. Eine Zentralisation der Tätigkeit der Fürsorgevereine nach dem Vorbilde der westfälischen Fürsorgeausschüsse in ihrer jetzigen Gestaltung ist geeignet, unnötige Gerichtsverhandlungen gegen Jugendliche im Alter vom vollendeten 12. Lebensjahre bis zum voll- endeten 14. Lebensjahre zu verhüten und vorbeugend zu wirken. 4. Eine besondere Gestaltung der Untersuchungshaft, insbc- sondere durch Stellung der jugendlichen Angeklagten unter Obhut von Fürsorgevercinen ist geboten. 5. Freiheitsstrafen gegen Jugendliche sollen in besonderen. Nur für Jugendliche bestimmten Anstalten, nach progressivem Syster.. unter Ausgestaltung der vorläufigen Entlassung als Maßregel des Strafvollzugs, vollstreckt werden. 6. An der Aufsicht über den Strafbollzug und über die Aus- führung der Besserungsmaßnahmen sind die Jugendrichter zu be- teiligen. 7. Die Kinder und Jugendlichen sind durch Strafborschriften gegen Verwahrlosung, Ausbeutung und Mißbrauch ihrer Arbeits- kraft, sowie gegen Mißhandlungen zu schützen. S, Eine vollständige Rehabilition soll eintreten, wenn der ver- urteilte Jugendliche innerhalb der für die Strafvollstreckung gelten- den Verjährungsfristen nicht aufs neue verurteilt worden ist. Damit war die Tagesordnung des Kongresses erledigt. Die nächste Landcsvcrfammlung der I. K. V findet Ostern 1909 entweder in Würzburg oder in Göttingcn statt, der nächste intcrnatio- nalc Kongreß 1910 in Brüssel. üeBenvcrlammlungen zum Cebrertage. Mit der deutschen Lehrerversammlung in Dortmund war eine große Reihe von Ziebenversammlungen verbunden, deren Verlauf freilich nur wenig anregende und bemerkenswerte Momente gab und deren Ergebnisse kaum das Interesse weiterer Kreise berühren dürfte. Nur diL.Vertretervcrsammlungen der I u g e n d s ch r i f t e n. Prüfungsausschüsse und der st a t i st i s ch e n Kommissionen haben einige Aussicht, Beachtung zu finden. Der Vollständigkeit halber seien aber alle Nebenversammlungen kurz registriert. Die Freie Vereinigung für philosophische Pädagogik ließ sich zwei Vortrage über die Bedeutung der Darstellung der kantischen Philosophie und deren Pflege in Vergangenheit und Zukunft und über D i t t e S als Herold der Frost Hommerschen Philosophie und Pädagogik halten. Im Dteutschen Lehrerverein für Naturkunde sprachen 2 Dortmunder Lehrer über die Geologie von Dort- m u n d und Umgegend und der Leipziger Seminaroberlehreb Frey, der sich durch eine instruktive Schrift über den Werkunter- richt bekannt gemacht hat, sprach über den p h y s i k a l i s ch e n A r- bcits Unterricht. Er legte dar, daß alle Versuche, den natur- kundlichen Unterricht in der Form der planmäßigen, geistbildenden Beschäftigungen auszubauen, zu einem mehr oder weniger aus- geprägten physikalischen Arbeitsunterricht führen würden. Dieser — als Unterrichts- und Erziehungsform der oberen Klassen— fordere: eine didaktische Durchdringung des physikalischen Lehrstoffes eine entsprechende, wenn auch einfache Einrichtung eines größeren Raumes als Werkstatt- und Unterrichtsraum, schließlich eine Aende- rung der Lehrpläne und Lehrmethoden an den Seminaren. Die Vereinigten deutschen Prüfungsaus- schösse für Jugendschriften hielten ztvei Versammlungen ab. Die eine hörte und diskutierte zwei Vorträge über das G e- schlechtliche in der Jugendschrift und Die Frage der AlterSmundart. Die andere behandelte geschäftliche Angelegenheiten. Es sollen, so wurde beschlossen, in Zukunft alle Jugendschriften, welche trotz ihres künstlerischen Wertes geeignet erscheinen, auf unreife Geister geschlechtlich erregend zu wirken, abgelehnt werden. DaS Element darf in der Jugendschrift nur insoweit enthalten sein, als die Darstellung die Liebe in Ihrem wahren und edlen Laufe verfolgt. Es ist aber falsch, der heran. wachsenden Jugend alle Dichtungen vorzuenthalten, die von Liebe handeln, im Gegenteil, die Jugend mutz dichterisch wertvolle LiebeS- schichten und Liebeslieder kennen lernen, damit die erwachenden cfühle in gesunde Bahnen gelenkt werden. Die unnatürliche und überschlvengliche Darstellung der Liebe in den sogenannten Back- fischgcschichten ist zu verwerfen. Aenderungen und Kürzungen dramatischer, epischer und lyrischer Dichtungen der klassischen und Volksliteratur sind als Uebergriff« der Engherzigkeit und Schein- moral gegen das Recht der Persönlichkeit des Schöpfers energisch zu bekämpfen. In der Frage der Altersmundart stellte sich die Versammlung mit dem Referenten auf den Standpunkt einer Resolution Posen, welche lautet: Die Anregung Okos, mit Kindern kindlich und anschaulich zu reden, ist zwar nicht neu, kann aber auch nicht oft genug ausgesprochen werden. Dagegen gibt eS keine AlterSmundart, wie Oko sie darstellt, vielmehr hat jedes Kind seine eigene Mundart, die nicht nur vom Alter, sondern von vielen anderen Faktoren, besonders von der Umgebung des Kindes ab- hängt. Ganz zurückzuweisen ist aber der Vorschlag OkoS, den Kindern Kunstwerke in einer ihnen verständlichen Sprache zu bieten. Wir wollen ein Kunstwerk erst dann an das Kind heranbringen, wenn es dafür reif ist. Die Abhandlungen des„Hauslehrer" über Tagesfragen sind zwar nicht immer als gelungen zu bezeichnen, doch geben sie den Eltern Winke, wie sie Kinderfragen beantworten sollen. Die im geschäftlichen Teil eingehend mit allem Für und Wider diskutierte Frage, ob die Vereinigten deutschen Prüfunas- ausschüsse die Herausgabe von Jugendschriften(in Verbindung mit einem Verlage oder mit Hilfe anderer Vertriebs- organisationen) selbständig in die Hand nehmen sollen, wurde vertagt. Die Vertreterversammlung deutscher Pesta- lozzivereine habe als wichtigsten Punkt auf ihrer Tages- ordnung stehen: Welche Schritte haben die Pestalozzivereine Preu» ßcns zu unternehmen, um zu erreichen, daß die StaatSregierung den Lehrerwitwen Preußens, die nur eine geringe Pension beziehen, erhöhte Fürsorge zuwendet? In der Vertretersitzung der Militärkom- Missionen referierten Höhne- Berlin über die Sonderein- richtung des einjäh rig-aktiven Dien st eS der Lehrer und Buhl- Minden über die Stellung der Seminare unter den zum einjährig-freiwilligen Dienst berechtigenden An- stalten. In der Vertretersitzung der statistischen Kom- Missionen behandelte Schönfeld. Hamburg die Bedeu» tung der Statistik für die wirtschaftlichen Kämpfe der Lehrerschaft, und Fischer. Charlottenburg legte die nächsten Aufgaben der statistischen Kom- Missionen dar. Diese sind: die Sammlung aller Schule und Lehrer betreffenden gesetzlichen und wichtigen von den Schulbehör- den auf dem Verwaltungswege erlassenen Bestimmungen, die Sammlung amtlich veröffentlichten statistischen Materials, soweit es Schule und Lehrer betrifft, die Veranstaltung eigener statistischer Aufnahmen. Zu den letzteren gehört u. a. eine alljährliche vollstän- dige Uebersicht über die Zahl der Schulorte und Lehrerstellen, der Lehrer und Lehrerinnen, der unbesetzten Stellen, ferner über die Bcsoldungsverhältniss« und über Abgang durch Tod und Pensionie- rung usw. Diese statistischen Arbeiten sind nicht nur Werwoll für die Lehrerschaft, sondern haben auch für die weitere Oeffentlichkeit hervorragendes Interesse, wie erst die jüngsten Publikationen der Zentralstelle bewiesen haben, mit denen die verlogenen, irreführen» den Angaben der„Krcuz-Zeitung" über den«beseitigten Lehrer- mangel" erfolgreich widerlegt und zurückgewiesen worden sind. Die Vertreter der Rechtsschutzkommission be- fatzten sich mit der Disziplinargesetzgebung in den Einzelstaaten und dem Verhältnis des Rechtsschutz st atuts zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Der Bei rat für S ch u la u S ste l lü n g e n erörterte die Frage der Verbesserung und Gestaltung von Schulausstel- l u n g« n, und die Versammlung von Vertretern schulhygienischer Vereinigungen, die den Vortrag über Schulärzte und Lehrerschaft fallen ließ, beriet den Zusammenschluß der Vereint- gungen für Schulgesundheitspflege, der von Berlin erstrebt wurde, während Hamburg ihn im Hinblick auf die sonst zu gewärtigende Organisierung der Schulärzte und damit verbundene Schädigung der gemeinsamen schulhygienischen Interessen min- bestens vertagt wissen wollte. Auch die Lehrergesangvereine hatten sich zusammen« fefunoen, um die Schaffung ein es„Deutschen Lehrer- ängerbundeS" zu beschliegen und in die Wege zu leiten. Konrad A g a h d- Rixdorf behandelte in einer Nebenversamm- lung die Mitarbeit der Lehr er in Jugendfürsorge. Organisationen, ohne jedoch seine umfangreichen Leitsätze anerkannt zu sehen, und Otto P a u t s ch, der seine�politische Weis- heit in der Hauptversammlung damit dokumentiert hatte, daß er erklärte, die Hoffnung der Lehrerschaft stehe und falle mit der „Person der Herrn Kultusministers", verbreitete sich über Be- beut ung, Stand und Methode der schulpolitischen Untersuchungen. Nicht zu vergessen, daß auch die Stenographie, und Schroiblehrer, die Organisten und Musiklehreü, die israelitischen und Auslandlehrer ihre Neben- Versammlungen abhielten. Das Ergebnis war überall äußerst mäßig und lohnte kaum der Zeit und Mühe, die darauf verwendet wurde. Der gähnende Mangel an neuen Gedanken und großen Gesichtspunkten, der das Niveau der Tagung im ganzen auffällig herabdrückte, machte sich oft noch schmerzlicher in den Nebenbersammlungen fühlbar. Von allen Lehrertagen des letzten Jahrzehnts dürste der Dortmunder der langweiligste, seichteste und ertragärmste gewesen sein. Verbandstag der Norzkilanarbkittr. Am Freitag stimmte die Generalversammlung nach kurzer Diskussion einer von der Vorständekonferenz im Februar 199(3 angenommenen Resolution zu. welche den Verbänden empfiehlt, den Uebertritt von Mitgliedern anderer Organisationen statutarisch in der Weise zu regeln, daß die Uebcrtretendcn vom Eintrittsgeld befreit sind und ihnen die Mitgliedschaft in der alten Organisation durch die neue aiigerechnet wird. Es folgte die Beratung einer großen Zahl von Anträgen, welche aus den Zahlstellen eingegangen sind und Aenderungen des Statuts bezwecken. Die Anträge beziehen sich meist auf formale Bestimmun- gen ohne allgemeines Interesse. Die Zahlstelle Ilmenau beantragte, den weiblichen Mitgliedern eine ihrer Zahl entsprechende Vertretung auf der Weneralver- sammlung zu sichern.— Vom Vorstande wurde dazu gesagt: Das Recht, sich ihrer Zahl entsprechend vertreten zu lassen, haben ja die weiblichen Mitglieder. Sie sollten doch in den Zahlstellen, welche einen großen Teil weiblicher Mitglieder haben, von ihren Rechten Gebrauch machen. Das täten sie jedoch nicht, denn die Zahlstelle Eisenberg bestehe in der Mehrheit aus weiblichen Mitgliedern. Diese hätten also die Möglichkeit, nur weibliche Delegierte zu wählen. Die Zahlstelle Eifenberg sei hier aber nur durch männliche Dele- gierte vertreten, also hätten doch die weiblichen Mitglieder frei- willig auf eine Vertretung verzichtet. Fräulein Fischer ans Ilmenau, die Begründerin des Antrages und einzige weibliche Delegierte auf der gegenwärtigen Generalversammlung, gehöre zwar einer Zahlstelle mit starker weiblicher Mitgliedschaft an und doch habe sie ihr Mandat in Katzhütte nur deshalb erhalten, weil dort kein zweites männliches Mitglied zur Annahme der Delegation bereit war. Das zeige doch, wie wenig die weiblichen Mitglieder von ihren Rechten Gebrauch machen. Dem Vorstände sei selvstver- ständlich eine entsprechende weibliche Vertretung erwünscht, aber eine allgemeine Regelung im Sinne des Antrages werde auf große wahltechnische Schwierigkeiten stoßen und deshalb nicht durchführ- bar sein.— Der Antrag Ilmenau wurde mit großer Mehrheit an- genommen.— Ferner wurde beschlossen, daß die nächste General- Versammlung nur aus 59 Delegierten bestehen soll(gegenwärtig sind es 79) und daß jede Generalversammlung die Delegiertenzahl der folgenden bestimmt. Von den sonst noch angenommenen Anträgen sind die folgenden anzuführen: Mitglieder, deren Frauen im gleichen Beruf oder Be- trieb beschäftigt sind, werden verpflichtet, ihre Frauen der Organi- satwn zuzuführen. In Bezirken mit angestellten Gauleitern sind AgitationSkom- Missionen nicht zulässig. In anderen Bezirken sind die Zahlstellen berechtigt, aber nicht verpflichtet, sich zu Agitationsbezirkcn zu- sammenzuschließen. Dem Vorstande werden die Mittel bewilligt, um jährlich mindestens zwei von ihm auszuwählende Mitglieder am gewerk- schaftlichen UnterrichtskursuS teilnehmen zu lassen. Die vorige Generalversammlung hat der gegenwärtigen einen Antrag überwiesen, welcher die Einführuirg der vom Stuttgarter Gewerkschaftskongreß empfohlenen Gehaltsskala fordert, mit der Maßgabe, daß den Angestellten ihre bisherige Dienstzeit angerechnet werde.— Dieser Antrag wurde abgelehnt und statt dessen be- schlössen, daß die gegenwärtigen Gehälter, von der vorigen General- Versammlung(IllOb) an gerechnet, um jährlich 100 M. für die An- gestellten und SO M. für die Hülfsarbeiter erhöht werden bis zur Höchstgrenze von 3000 M. für beide Kategorien. Wiedergewählt wurden: Wollmann, 1. Vorsitzender. Korn, 2. Vorsitzender, Herden, Kassierer, Schneider, Schriftführer, Z i e t s ch, Redakteur, Münk und Tobias, Hülfs- arbeiter, Ho ff mann(Ilmenau) Gauleiter für Thüringen. Revisoren B r e s s« m', F e l l e r, Henning.— Als Sitz der Beschwerdekommission wurde Eisenberg bestimmt. * Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht haben sich im Referat des Genossen Z i e t s ch einig« Irrtümer eingeschlichen. Nicht Genosse Zietsch erhob den Vorwurf gegen die Parteileitung und die Neichstagsfraktion, daß sie keine Agitation gegen den Ver- einsgesetzentwurf eingeleitet haben, sondern er sagt«, dieser Vor- Wurf sei den Parteiinstanzen gemacht worden in einer Parteiver- sammlung in Nürnberg.— Hrnsichtlich der Maifeier sagte Zietsch nicht, der Gewerkschaftskongreß müsse eine üestimmte Stellung zur Maifeier festlegen, sondern er vertrat die Meinung, daß nach Lage der Sache der Geivcrkschaftskongretz nichts Bestimmtes festlegen könne, da er ja nicht einseitig an den bestehenden Vereinbarungen etwas ändern könne._ Gerickts-Geltung. Ein verwegener Fluchtversuch eines Angeklagten, der im Gerichtssaale verhaftet worden war, eregte gestern in dem Moabitcr Kriminalgericht großes Aufsehen. Vor der ersten Straf» kammer des Landgerichts III hatten sich vier jugendliche Mitglieder einer Diebesbande zu verantworten, die als Spezialität Tauben- diebstähle verübt hatte. ES waren dicS der Arbeitsbursche Richard Bogel, der schon mehrfach vorbestrafte Arbeiter Artur Gösch«, der Arbeiter Wilhelm Schulze und der aus der Erziehungsanstalt vor- geführte Arbeitsbursche Paul Körte. Eines Tages wurden die vier in einem Lokal festgenommen, wo sie Tauben verkaufen wollten, die sie von dem Boden eines Grundstücks in der Köslinerstratze gestohlen hatten.— In der gestrigen Verhandlung stellten die Angeklagten zumeist jede Schuld in Abrede. DaS Gericht erkannte gegen Bogel auf 14 Tage, gegen Schulze und Körte auf je 4 Monate und gegen den wiederholt vorbestraften Gösche auf 1 Jahr Gefängnis, sowie sofortige Berhnftung. Während der Gerichtsdiener einen anderen in Haft befindlichen Angeklagten abführte,- schwang sich Gösche über die Barriere. Ehe noch jemand eine Hand rühren konnte, sprang der Flüchtling dann mit einem mächtigen Ansatz über eine zweite Barriere hinweg in den dichtgedrängten Zuhörerraum hin- ein. Hier stürzte er der Länge nach zu Boden, sprang im Nu aber wiedr auf und verschwand durch die nach der Straße zu führende Tür des Zuhörerraums. Nun entwickelte sich eine wilde Hetzjagd, an welcher der Staatsanwalt selbst teilnahm. Der Vertreter der Anklagebehörde lief die große Haupttreppe hinunter und erreichte durch Zurufe, daß die untere Ausgangstür nach der Straße durch den Portier schnell abgeschlossen wurde. Der Flüchtling saß nun- mehr in der Falle und wurde auch bald von Gerichtsdienern aus einem Versteck hervorgeholt und nun dem Untersuchungs- gefängniS zugeführt._ Kinematographen-Gefahren. Ein gefährlicher Kinderfreund, der sich in einem Kinemato- graphen-Theater schwere sittliche Verfehlungen hatte zuschulden kommen lassen, mußte sich gestern in der Person des 30jährigen Bäckergesellen Stefan Konibki vor dem Strafrichter verantworten. Der Angeklagte ist schon einmal wegen tätlicher Beleidigung und Sittlichkeitsverbrechen mit neun Monaten Gefängnis bestraft wor- den. Anfang Mai dieses Jahres beobachtete ein Kriminalbeamter den Angeklagten, wie er sich vor einem Kinemawgraphen-Theater in der Brunnenstraße an die Kinderschar herandrängte, die fast ständig vor derartigen Lokalen sich herumtreibt und Erwachsene an- bettelt, sie mit hineinzunehmen. Hierdurch wurde der Plan oeS Angeklagten noch begünstigt. Während der Vorstellung wurden die Räume verdunkelt und in dieser Zeit konnte K. ungestört sich in der schlimmsten Weise an den Kindern vergehen, die ihm vielfach sogar auch schon in gewisser Beziehung entgegenkamen.— Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf das überaus gemeingefährliche Treiben des Angeklagten unter Versagung mildernder Umstände auf 1 Jahr Zuchthaus. Eine Rabenmutter vor Gericht. Schamlose Mißhandlungen einer Millionäri» an ihrem Stiefi kinde kamen gestern vor dem Rizdorfer Schöffengericht zur Ver- Handlung. Der Prozeß nahm einen ähnlichen Verlauf als kürzlich der bekannte Fall der Frau Dr. Bergmann. Angeklagt war die Lillenbesitzerin Helene Kohlmannslehner, geb. Quandt, aus der Dclbrückerstraßc 5(3-58. Vor fünf Jahren heiratete die Angeklagte den Gärtncreibcsitzer Kohlmannslehner, der drei Kinder aus seiner ersten Ehe besitzt. Die Angeklagte hat einen Sohn aus der ersten Ehe. Uni ihre Stiefkinder kümmerte sie sich absolut nicht und be- sonders behandelte sie die achtjährige Lotte äußerst lieblos. Die Ehe wurde im vergangenen Jahre bereits wieder geschieden, und jetzt erst erfuhr K. von seinem eingeschüchterten Kind«, welches Mar- tyrium es bei der Stiefmutter zu erdulden hatte. Nachdem K. von seinem früheren Dienstmädchen und von der Köchin verschiedenes über die Mißhandlungen seines Kindes erfahren hatte, stellte er Strafantrag gegen seine geschiedene Frau wegen Mißhandlung seines Kindes. Außerdem klagte er sie wegen Bedrohung an. Frau K. hatte einmal ihr Dienstmädchen Anna Liebig mit dem Beile bedroht. Schließlich wurde der Angeklagten noch vorgc- warfen, ihren Sohn Walter mit dem Schirm und einer Selter- Wasserflasche mißhandelt zu haben. Ihrer Stieftochter Lotte hatte sie eine das Leben gefährdende Behandlung zuteil werden lassen. Aus nichtigen Gründen stieß sie das wehrlose Geschöpf gegen die Wand, warf sie vom Stuhle, zog sie an den Haaren von einem Zimmer ins andere, ließ sie hungern, und bei strömendem Regen jagte sie das Kind auf die Straße hinaus. Wie die kleine L. an- gibt, ist sie öfter hungrig zu Bett geschickt worden, so daß sich Nach- barn ihrer annahmen und ihr zu essen gaben. Wenn sie ihre Stiefmutter„Mutter" genannt habe, sei sie regelmäßig mitzhanoclt worden. Im Winter habe sie dünn und im Sommer dick gekleidet gehen müssen. Verdorbene Speisen, die das Dienstmädchen nicht essen wollte, mußte die Kleine zu sich nehmen. Die Angeklagte drohte dem Kinde, ihm die Knochen entzwei zu schlagen, wenn der Vater verreist sin. Sie habe deshalb den Vater flehentlich gebeten, niemals zu verreisen. Aus Angst vor weiteren Mitzhanolungen hat das gequälte Geschöpf dem Vater niemals Mitteilung von den unmenschlichen Mißhandlungen der Stiefmutter gemacht. Morgens mutzte die Kleine hungrig, ohne Kaffee getrunken zu haben, zur Schule gehen. Das Dienstmädchen gibt noch an, daß die Ange» klagte ihr Stiefkind mit der Schulmappe und dem Federkasten auf den Kopf geschlagen habe, so daß Beulen entstanden. Bei den Mißhandlungen, die das Mädchen zu erdulden hatte, habe die Zeugin gezittert und gebebt.„Du verfluchtes Frauen, cmmer sollst nicht zu nur Mutter sagen!" mit diesen Worten stieß die Angeklagte ihr Stiefkind häufig von sich fort. Eine andere Aeutzerung lautete: „Ich wünschte, Du wärest erst tot!" Auch zur Kartenlegerin ging die Angeklagte recht häufig. Sie glaubte fest an deren Prophezei- ungen. Einige als Zeugen vernommene Verwandte suchen die Angeklagte zu entlasten. Der Verteidiger machte geltend, daß die Mißhandlungen fünf Jahre zurückliegen und infolgedessen Ver- jährung eingetreten sei. Das Gericht beschloß, die EheschcidungS- alten deS K.'schen Ehepaares herbeizuschaffen, um genaueres fest- zustellen. Die Verhandlungen mußten lnfolgedessen vertagt werden Die„miserablen Löhne" der Textilfirma Fr. Gebauer, von denen der„Zentralverband deutscher Textil« arbeiter" im Herbst vorigen Jahres in einem an die Arbeiter dieses Betriebes gerichteten Flugblatt gesprochen hatte, bc- schäftigtcn gestern zum zweiten Male daS Schöffengericht Berlin- Mitte(145. Abteilung). Wegen jenes Flugblattes, das die Arbeiter zum Anschluß an die Organisation aufforderte, hatte Herr Gebauer eine Beleidigungsklage angestrengt gegen den S t i ck e r G u st a v Wasewitz, der als Mit- glied des Vorstandes des Textilarbeiter- Verbandes das Flug- blatt verfaßt und verantwortlich gezeichnet hatte. Herr Gebauer wollte vor Gericht beweisen, daß er nicht»miserable Löhne" zahle, daß seine Arbeiter sich nicht„betrogen" zu fühlen brauchen, und so weiter. In einem c r st e n Termin, der im März stattfand, wurde auf Antrag des Rechtsbeistandes des Herrn Gebauer Ver- t a g u n g beschlossen, weil dieser gegen die Beweisanträge deS Be- klagten sich erst noch wappnen wollte. Zum gestrige«Termin waren außer den Zeugen des Beklagten eine beträchtliche Anzahl Fabrikangestellte geladen worden, durch deren Aussagen Herr Gebauer die Beweise des Beklagten entkräften zu können hoffte. Herr Gebauer selber war, wie ,m ersten Termin, so auch diesmal wieder nicht persönlich er- schienen. Der Vorsitzende, AmtsgertchtSrat Wollner, be- zeichnete daS als um so verwunderlicher, da Herr Gebauer doch gewiß ein großes Interesse daran haben werde, daß eine baldige und möglichst vollständige Aufklärung über die in seinem Betrieb herrschenden Zustände erreicht werde. Gebauers Rechtsbeistand, Assessor Müller, wurde ersucht, den Kläger schleunigst noch für diesen Termin herbeizuzitieren. Aber alle Bemühungen, Herrn Gebauer aufzufinden, blieben erfolglos. Auch die wiederholten Versuche deS Vorsitzenden, eine Einigung zwischen den Parteien zustande zu bringen, scheiterten immer wieder daran, daß Herr Gebauer dem Gericht fern geblieben war und sein Vertreter ohne ihn nichts tun zu können erklärte. ES mußte w die Verhandlung eingetreten werden. aber sie kam— trotz einem zweistündigen Hin und Her — nicht hinaus über ein Vorstadium. Der Beklagte, dem als Verteidiger Rechtsanwalt Th. Liebknecht zur Seite stand, gab an, er habe das Flugblatt verfaßt, nachdem Arbeiter der Firma Fr. Gebauer den Textilarbeiterverband um sein Eingreifen ersucht hatten, weil sie selber Maß» regelungen befürchten mutzten, wenn sie die Zustände des Gebauerschen Betriebes öffentlich zu besprechen wagten. Der Vorsitzende wunderte sich, daß ein Handarbeiter ein Flugblatt schreiben könne. Er richtete auch an Wasewitz die sonderbare Frage, was ihn denn die Zustände des Gebauerschen Betriebes angingen. Die Beweisaufnahme sollte beginnen nüt der Vernehmung des Stadtrats M a a tz, der von der Verteidigung als S a ch v e r st ä ndiaer geladen worden war. Herr Maatz erklärte aber, er sei zwar Chef seiner Firma, er kümmere sich aber schon lange nicht mehr um fein Geschäft, überlasse alles seinen Associüs und könne nicht sagen, ob die von Gebauer gezahlten Löhne „miserabel" seien oder nicht. Hiernach mutzte auf diesen fach- verständigen Unternehmer verzichtet werden. Als zweiter Sach- verständiger war der Gewerkschaftsbeamte Hübsch vom Textilarbciterverband durch die Verteidigung geladen worden, aber Herrn Gebauer« Rechtsbeistand meinte, daß der allein nicht genüge. Wieder schlug der Vorsitzende eine Einigung vor. Gegenüber der Forderung, Wasewitz solle die Angaben eines Flugblattes als unzutreffend zurücknehmen, erklärte dieser, er sei höchstens bereit zu der Erklärung, daß er die ihm von glaubwürdigen Personen gelieferten Angaben veröffentlicht habe, nicht um Herrn Gebauer persönlich anzugreifen, sondern um die Interessen der bei Gebauer beschäftigten Arbeiter zn fördern. Herrn Gebauers Rechtsbeistand wagte nicht, hierauf einzugehen. Das Gericht gelangte zu dem B e- Schluß, die Sache wiederum zu vertagen, weil erst noch zwei andere Sachverständige, der Fabrilbesitzer Paul MengerS und der Fabrikbesitzer W. Riedel, zu laden seien. Hoffentlich bereiten nicht auch sie dem Gericht die Ueberraschung, erklären zu müssen, daß sie nicht wissen, was„miserable Löhne" sind. Angeordnet soll auch werden, daß Herr Gebauer zum nächsten Termin p e r s ö n- Ii ch zu erscheinen hat. Eingegangene Vruckfckrlften. Der Arbeitsvertrag. 2. Band. Von Ph. Loimar. Geb. IS M.— Soziologie. Von G. Siunncl. Geb. 25 M. Verlag Dunckcr u. Humblot in Leipzig. Peter Alteuberg, Die Auswahl aus meinen Büchern.(S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 3 M., geb. 4 M. Soziale Fraueubildnug. Von Dr. MIce Salomon. Geh. 1,20 M. Verlag B. G. Teubner in Leipzig. rNM E. H. 3 Hambarg. Mitglieder Uersammwngen der örtliche« Verwaltungsstellea »erUa A: Am Montag, den lS. Juni, abends S Uhr, im Gewerk- schaftshause, Saal 7. Berlin B: Am Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, im Gewerk- schaftshause, Saal 8. Berlin V: Am Sonntag, den 14. Juni, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Obiglo, Schwedter Straße 23. Berlin G: Am Sonntag, den 14. Juni, vormittags 10 Uhr, in Manns Vercinshaus, Strausberger Straße 3. Berlin H: Am Sonntag, den 14. Juni, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Tolksdorf Nachf., Görlitzer Straße 58. Berlin J: Am Sonntag, den 14. Juni, vormittags 10 Uhr, in Schröters Vereinshaus, Frankfurter Allee 127. Bluilerk- Am Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, bei Thiele, Bergstraße 151/152. TageS-Ordnong: 1. Wahl der gesamten Ortsverwältung inkl. Bettragsammler Md beS Vertrauensarztes. 2. Wahl des Delegierten zur Generaloersammlung. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. 184/5 DM Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Ortsverwaltungen. Tablstelle Berlin. MW"' Einsetzer! Die Bezirksversammlungen finden morgen, Sonntag, den 14. Juni, pünktlich S Uhr, in den bekannten Lokalen statt. 85110 Bekanntmacbnngs. Die Firma Julius Lindenbauin, Grosze Frankfurter Straße 141, bat am Sonnabend, den 6. Juni, die seit dem 22. März 1007 mit kurzen Unterbrechungen bestehende Betriebswerkstätte aufgelöst. Zur Unterhaltung einer Betriebswerkstätte ist die Firma vertraglich verpflichtet. Sie versucht sich ihren Verpflichtungen dadurch zu entziehen, daß sie die bisher auf der Werkstatt? beichästigten ledigen Arbeiter auf- sordert, bei einem Streikbrecher als Gesellen zu arbeiten. Damit versucht die Firma das Zwischenmeistersystem, welches wir durch Errichtung von Betriebswerkstätten zu bekämpfen suchen, in seinen allerfchlimmsten Formen zur Einführung zu bringen. Die verheirateten Arbeiter sollen wieder als Heimarbeiter tätig sein. Indem wir dies hiermit zur Kenntnis bringen, ersuchen wir unsere Kollegen, diese Firma so lange zu meiden, bis wir mitteilen, daß diese Differenzen geschlichtet sind. 162/20 Vefdsnd der Schneider und Schneiderinnen. * Die Ortsvenvaltang. XILLandtagswahlbezirk Konnavend, 13. Juni. 8 Uhr abends: GroßeToll!S-u.Vählerversaiiiinlong im Moabiter Gesellschafishaus� Wirlefstr. 34(großer Saal). TageS-Ordnung: i. Reaktionärer Mischmasch oder Sozialdemokratie? Referent: Landtagskandidat Stadtv. Hoffttlcinn. L. Freie Diskussion. I�tenmiid fehle."WD 205/13* Das WahloKomitee. Simutag, dea 14. Juni 1908, nachinittags 2V2 Kjjr: OeffnlL Versammlung im großen Saale der Germania-Prachtsäle, Chausseestraße 110. TageS-Ordnung: i„Sie arbeitende Jugend und das Rechte Referent i Herr Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld. 2. Alas tut der weiblichen Jugend im besonderen not? Reserenttn- Fräulein Margarete Kussel. 3. Freie Aussprache. 288/8* Nach der Versammlung- GeilielNsllMtl AvSflllg llÜlh WtzeNstt. Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, erscheint zahlreich in dieser Versammlung' Erwachsene willkommen. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Bureau: Berlin C., Stralauer Straße 13/14, IIL W W I I' � W Manolr5 W in,/,, V v.' v V- S SoonalieDil, den Ii Juni 1308: � äSMJkk 1. gr. Mondscheinfahrt mit Mtlitärmufik. Abfahrt: Schillingsbrücke nach Restanravt ßyffhauser, Nieder-Slhöntloeidt. Dar«- Lrofier Lall. Abfahrt abends 9 Uhr. Hin und zurück a Person 60 PI.[2622b Aeltest-S Teilzahl.-Gefchäst � ßrennabor- Räder! TP—a Kein Laden! GOnstigste f wrOiy( an Bedingungen. Berlin SQ., l.ollisöZdli.öMeiiZti'. lvs.pt. Spiritus- 82231,* für Raus und Reise. 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Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co, Berlin 2W» Nr. 186. 25. Zahrgavz. 2. KtilM ilks Jotmirts" Wim WlisdlM Smxteid.lZ.ZiiiiIMS. Sie KixSorkei' patteigenoilen Verden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonnabend, den 13. Juni— also heute— eine allgemeine Flugblattverbrcitung in Rixdorf stattfindet. Die Flugblätter werden sehr zeitig an den bekannten zehn Stellen sein. Die Wahlleiter werden er- sucht, diese Verbreitung zu so früher Stunde als irgend mög- lich vorzunehmen. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, sich zu dieser Arbeit einzufinden. Tie Wahlleiter werden außerdem gebeten, so schnell als irgend möglich in den Abschriften der Wählerlisten die Berufe der gegnerischen Wahlmänner zu vermerken und insbesondere darauf zu achte», ob dieselben Geschäftsleute sind. Diese Listen sind schleunigst an die Mitglieder des Wahlkomitecs abzugeben. Das Wahlkomitee. Partei-?ZngelegenKeiten. Lezirl WaidmannSlust. Diejenigen Genossen, welche noch Sammellisten zur Landtagswahl in Händen haben, werden ersucht, bis spätestens zum nächsten Zahlabend, welcher am 16. Juni statt« findet, mit ihren Abteilungsfiihrern abzurechnen. Desgleichen bitten wir, die Billetts zum Frühlonzert bis zum selbigen Termin ab» rechnen zu wollen. Johannisthal. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nachricht. dast der Zahlabend für den ganzen Ort am Dienstag, den 16. d. M. bei Trautmann. Friedrichstt. 61, abends 8 Uhr stattfindet. Es er« folgt die Verkündung der einlaufenden Wahlresultate. Da zu diesem Abend sämtliche Wähler des Ortes, die für unsere Kandidaten ge- stimmt haben, eingeladen werden sollen, so werden die Mtglieder ersucht, sich am Sonntag früh 8 Uhr bei Gobin, Roonstt. 2, recht zahlreich einzufinden, um Einladungszettel zu verteilen. Berliner j�admdrten. Die Berliner Abgeordnetenwahlen finden, wie schon mitgeteilt, am kommenden Dienstag, de» 16. Juui statt und zwar in der Zeit von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. In neun Kreisen vollzieht sich die Wahl in Form der Fristwahl, während in drei Kreisen und zwar dem 3.. 4. und 11. Terminswahlen stattfinden. Die Wahl männer der zuletzt genannten drei Kresse müssen also Punkt' lich zu Beginn der Wahlhandlung anwesend sein, während die Wahlmänner der übrigen Kreise während der festgesetzten Wahlzeit ihre Stimmen für den zu wählenden Abgeordneten abgeben können. Die Wahlen werden pünktlich um 7 Uhr abgeschlossen. Wahlmänner, die um diese Zeit ihre Stimme nicht abgegeben haben, gehen ihres Wahlrechts verlustig SountagSerlebnisse. Wir schmeißen einen Zehner in einen der Automaten am Bahnhof Steglitz, um so eine Karte nach Schlachtensee zu er werben. Sie kommt nicht gleich heraus, man muß dem Kasten erst mit der Faust vor den Bauch schlagen, lllun die Treppe 'rauf. Ani Durchlaß sieht der Beamte die Karte an, da wir . fragen, wann der nächste Zug nach Schlachtensce geht.„Mit der Karte können Sie nur nach Berlin." Nanu? Richtig:„Bit Wannseebahnhof" steht darauf. Was nun? Am Schalter um tauschen I Ist denn kein Automat da, der Karten nach der anderen Richtung spendet? Nein. Also zurück, die Treppe hinunter. Vier Automaten stellen sich dar, aber alle nur mit Karten nach Berlin. Am Schalter tauschen wir um. Warum gelten die Karten nur nach Berlin?„Weil es drauf steht." Warum druckt man es drauf? Warum läßt man nicht freie Hand, mtt dieser Karte nach Westen oder Osten zu reisen? „DaS wissen wir nicht." Und warum stellt man nicht wenigstens einen Automaten auf mtt Karten nach dem Westen?„Wir haben es beantragt, aber es ist uns nicht bewilligt worden." Schön. Warum es nicht bewilligt worden ist, suchen wir gar nicht erst festzustellen. Preußische Behörden pflegen keine Gründe für ihre Anordnungen zu haben oder wenigstens keine mitzuteilen. Wahrscheinlich lag die Sache so, daß der be- tresfende Geheimrat an dem betreffenden Tage, ehe er an die „Bearbeitung" des Gesuchs heranging, unglücklicherweise zum Frühstück ein paar Eier bekommen hatte, die etwas zu hart gekocht waren. Dies verdroß ihn. und er schrieb an den Rand „Nicht bewilligt"... So geht es im Leben: wären die Eier eine halbe Minute früher aus dem Wasser genommen worden, dann brauchten nicht Hunderte von Fahrgästen fluchend auf den Bahnhöfen herumzusuchen, bis sie ein einiger- maßen brauchbares Billett gefunden haben. Der Steglitzer Bahnhof ist nämlich noch lange nicht der schlimmste. An anderen gibt es überhaupt keine Automaten. Oder es solche nur für 20 und 30, nicht aber für 10 Pf.-Karten. so alle Variationen durch... Während wir nach Schlachtensee fahren, erwägen wir dies alles, kommen aber schließlich beruhigt ans Ziel, da wir uns darauf besonnen haben, daß wir als preußische Unter- tanen doch für die Eisenbahn da sind, nicht etwa die Eisen- bahn für uns. Wir bewegen uns um den Schlachtensee herum. Plötzlich dringt ein Hornstgnal an unser Ohr. Ein milttärisches Horn- signal. Sollte denn wirklich auch heute, am Feiertage, sich militaristtsches Unwesen breit machen? Aber nein: ein Posaunenchor setzt ein, zwischen den Kiefcrnstämmen sehen wir einen Menschenhaufen, es wird gesungen.... Schon drückt uns ein Mann allerlei Blätter in die Hand: Traktätchen, Verse usw. Aha I hier feiert man also eine Waldandacht. Na. schnell vorbei I Das Programm genügt uns:„Ansprachen versch. Prediger... Kaffeekochen... Liter 75 Pf." Und dergleichen. Unter den verabfolgten Blättern heißt eines„Gute Bot- schast, christliches Blatt für jedermann". Der heutige Leit- artikel zeigt die Ueberschrift:„Religion ist Privatsache". Er beginnt: „Wie wahr ist doch diese? Wort I Mag eS nun herstammen, woher es will. Lieber Leser, der du diesen Satz schon oft hörtest, oder ihn gar selbst als Schlagwort benutztest, um ernste Mah- Hungen lieber Menschen zurückzuweisen, überlegtest du auch, daß « eine große Wahrheit enthält? In diesem Satze hast du eine | gar köstliche, eine sehr ernste und daher auch eine überaus wichtige Wahrheit vor dir." t Und so geht es noch ein paar Spalten lang weiter: eine überschwengliche Verherrlichung dieses Wortes. Verschwiegen wird seine Herkunft, verschwiegen die dummen und gehässigen Angriffe gerade der Geistlichkeit gegen diese unsere Forderung. Verschwiegen oder verdreht wird natürlich auch der wahre Sinn des Wortes. Von der notwendigen Konsequenz vollends ist der Leitartikler ganz entfernt: sie würde ihn ja auch vermutlich seiner Existenz berauben, denn die paar„Frommen" im Lande würden sich's sehr überlegen, ob sie auf eigene Kosten sich einen Seelsorger zulegen sollten, wenn der Staat sich von der Kirche trennte. Die neuesten Nummern der Traktätchen bieten wenig Lesenswertes. Außer daß in dem einen von einer Seefahrt die Rede ist:„Beide naheten sich demHErrn betend, und die junge Engländerin übergab sich in dieser Stunde des Gebets" usw. Unser alter Freund, der General v. Viebahn berichtet in seinem neuesten„Zeugnis" von einem jungen Manne, der einen Familienvater im Duell erschossen hatte. Dieser Mörder wird beim richtigen Namen genannt, doch spart sich der General wohlweislich jeden Kommentar. Er müßte sich ja auch als Christcnmensch schämen, der Berufskollege des preußischen Kriegsministers zu sein, der das Duell amtlich für notwendig erklärt hat. Pfui Teufel, dieser sitlliche und religiöse Eifer und Geifer bei emem Manne, der den Generalstitel führt! Ob sich nicht endlich als Gegenstück ein Hofprediger finden wird, der die Taten unserer Kolonialm... änner in kriegerischen Hymnen besingt?' Und nähmen wir Flügel der äußersten Morgenröte: dem Geruch der preußischen Bureaukratie und des preußischen Militarismus ist nicht zu entkommen. Der Duft der Gesalbten des HErrn gesellt sich harmonisch dazu. Mitten im Grüne- wald stößt der ahnungslose Sonntagsspaziergänger, der eben den Unbequemlichkeiten der preußischen Verkehrsmittel ent- rönnen ist. auf unangenehmste Offenbarungen des preußischen Geisteslebens. Verstimmt flieht man waldeinwärts, um endlich mißmutig in die Residenzstadt zurückzurollen, nachdem man, diesmal gleich am Schalter, eine Fahrkarte erworben hat. „Eins dritter nach Steglitz!— Gilt die Karte auch sicher nach Steglitz? Ist es ganz unmöglich, daß sie nach Wannsee gilt?" „Die Karte gilt nach Steglitz..." Der Rest der Worte wird von Gesang verschlungen, der draußen ertönt. Ein Turnverein stimmt begeistert an:„Ich bin ein Preuße.. Merkwürdig: es scheint also noch Leute zu geben, die darauf stolz sind._ gibt Und DaS neue Aquarium. Die Verwaltung des Berliner Aqua r i u m s hat beim Berliner Magistrai beantragt, statt des bisherigen jährlichen Zuschusses von 23 000 M. eine Zinsgarantie in Höhe von 25 000 M. auf 40 Jahre zu übernehmen, damit der Bau eines neuen Aquariums auf dem Gelände des Zoologischen GartenS ermöglicht wird. Bekanntlich geht das alte Aquarium Unter den Linden in der nächsten Zeit ein. Dafür soll nun ein neue? Aquarium im Zoo- logischen Garten errichtet werden, das nach 40 Jahren mit dem Inventar kostenlos in den Besitz deS Zoologischen Gartens übergehen soll, bis dahin aber gettennt verwallet wird. Der Bau des neuen Aquariums ist mit 700000 M. veranschlagt. Die Station des Aqua' riums zu Rovigno soll unverändert bestehen bleiben. Der Magistrat hat den Antrag vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung angenommen._ „Kein Platz" im Krankenhause! Von Zeit zu Zeit wird in der Stadtverordnetenversammlung von den Vertretern des Magistrats oder von Wortführern der siel sinnigen Stadtverordnetenmehrheit immer wieder die stolze Er' klärung abgegeben, in den Krankenhäusern der Stadt fehle es niemals ganz an Platz, keinem wirklich und ernstlich Kranken werde die Aufnahme versagt, stets halte man noch einige Betten für etwaige Schwerkranke frei. Mit dem System� das man sich da zurecht gemacht hat, kann jede Krankenhausnot auf die einfachste Art„beseitigt" und jede Klage über Zurückweisung Kranker alS„unbegründet" abgewehrt werden. Wenn Dir in einem Krankenhause die Aufnahme ver- weigert wird, so geschieht das nicht etwa deshalb, weil überhaupt kein Platz mehr da roäre, sondern allemal nur deshalb, weil für Dich kein Platz mehr da ist. Du bist dann eben noch nicht krank genug, bist noch nicht s o krank, daß Du zur Krankenhauspflege eeignet" erscheinen könntest. Dieses Verfahren ist bequem für die Krankenhausverwaltung z für die Bevölkerung, die auf die Krankenhäuser angewiesen ist. führt es zu mancherlei Unbequemlichkeiten und Scherereien. Verlaß' Du Dich nicht darauf, daß der Arzt, der Dich seit langem behandelt, der Dich und Deine Krankheit genau kennt, der über Deine Familien- und Wohnungsverhältnisse und über die Schwierigkeit oder Un- Möglichkeit einer Hauspflege unterrichtet ist. für Dich d i e 'ranken hauspflege als dringend nötig bezeichnet hat. Die Aerzte der Krankenhäuser dürfen sich nicht lümmern um daS Urteil Deines eigenen, besser informierten ArzteS, sie müssen Dich ans der Droschke oder dem Krankenwagen herausholen lassen, müssen Dich mit einer mehr oder minder gründlichen Untersuchung quälen und müssen schließlich Dir unter bedauerndem Achselzucken sagen, daß Du für sie und ihre paar sieien Betten„noch nicht krank genug" bist. Du kannst Dich dann wieder in Deine Droschke oder in Deinen Krankenwagen hineinschaffen lassen, kannst weiterkutschieren zum nächsten Krankenhause, wo sie Dich wiederum aus dem Wagen herausholen und wiederum an Dir eine Untersuchung vornehmen, die vielleicht gleichfalls damit endet, daß Du für„noch nicht krank genug" erklärt wirft. Setze Du dann in Geduld Deine Reise fort und sei froh, wenn Du im dritten oder vierten Krankenhause nach all den Untersuchungen, Aufregungen. Strapazen endlich s o krank anlangst, daß Du für eines der paar freien Betten reif bist und nunmehr zur Krankenhauspflege„geeignet" erscheinst. So machen sie'S nicht nur in den Krankenhäusern der Stadt- gemeinde, so kann's einem auch in jedem anderen Krankenhause Berlins gehen? denn Methoden, die„sich bewähren", werden rasch nachgeahmt. In der Bevölkerung sind diese Dinge noch nicht hin- reichend bekannt, daher gibt es immer wieder Verwunderung, Kopf« schütteln, Entrüstung, wenn einem Kranken, der aus dem Wagen herausgeholt, in das Krankenhaus hinern« geschafft und dort untersucht wurde, erst hinterher gesagt wird, daß für ihn„k e i n Platz' da sei. Wieder mal geht uns eine Beschwerde über eine derartige Krankenirrfahrt zu. Eine rau H., die ein Gallenleiden hat und auch nervenkrank ist, sollte auf Anordnung deS Arztes und mtt Ein» willigung der Allgemeinen'Ortskrankenkasse einem Krankenhause zugeführt werden. Die Kranke wurde von ihrer Mutter und einem hilsbereiten Nachbar in eine Droschke gesetzt, und nun ging die Fahrt zunächst nach dem Krankenhause der jüdischen Gemeinde. Als die Mutter dort anfragte, ob Ausnahme erfolge» könne, kriegte sie die Antwort, die Kranke solle erst mal hereingebracht werden. Die Bitte der Mutter, die Kranke durch Pflegepersonal hineintragen zu lassen, wurde erst nach längerem Warten erfüllt. Nachdem dann eine Untersuchung vorgenommen worden war, erklärte der Arzt, eS sei kein Platz da und übrigens habe man auch gar keine Station für Nervenkranke. Daß Frau H. auch nervenkrank ist. hätte der Arzt ohne Untersuchung schon aus dem Ueberweisungsschein ersehen können. Es wurde eine andere Droschke besorgt, und man fuhr nach dem Friedrichshain-Kranienhaus. Auch hier wurde die Frage, ob die Kranke aufgenommen werden könne, beantwortet mit der Anweisung, sie erst hereinzubringen. Wieder wurde eine Unter« suchung vorgenommen, und wieder lautete der Bescheid, es sei kein Platz da. Eine telephonische Ansiage ergab, daß im Krankenhause Moabit Aufnahme möglich sei. Zum dritten Male bezahlte mar eine Droschke und hinaus nach Moabit ging die Fahrt. Dort wurde dann die Aufnahme bewilligt, nachdem die Kranke 3'/� Stunden unterwegs gewesen war. Solche Irrfahrten kommen immer wieder vor, obwohl Berlin längst eine Meldestelle für freie Krankenhausbetten hat. Sie müssen immer wieder vorkommen, weil nicht stets von der Anmeldestelle aus, sondern oft erst in den Krankenhäusern selber und erst nach de' Untersuchung ein Bescheid darüber gegeben wird, ob Aufnahme er folgen kann._ Arbeiter-BildungSschule Berlin. Heute Sonnabend, den 13. Juni, findet der letzte Unterrichtsabend in Geschichte statt. Die Notiz der vergangenen Woche beruhte aus einem Irrtum. 24 Millionen Mark Kursverluste. Bei der Berliner Sporkaffe, der bestfundrerten und größten Deutschlands, ist seit Monaten ein Rückgang in den Einzahlungen und ein Anwachsen der Rück- Zahlungen beobachtet worden. Im ersten Quartal d. I. wurden nur 1b?L Millionen Mark eingezahlt, dagegen gleichzeitig IllVa Millionen Mark abgehoben. Die Sparkasse mutzte danach rund 3?1 Millio- nen Mark mehr zurückzahlen. Dadurch ermäßigten sich die Forde- rungen der Jntereffenten auf 327� Millionen Mark am I.Aprild.J. Das Guthaben der Sparkaffenbuchinhaber hat sich im Jahre 1307 um rund 13 Millionen Mark verringert. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Sparkassenbücher hat sich im Rechnungsjahr 1907 um 21 774 Stück veringert und betrug Ende März d. I. nur noch 800 381 Stück. Der Barbestand des Jntereffenten- und Reserve- fonds betrug Ende März d. I. 781 503 M. Die Sparkasse war um diese Zeit in dem Besitz von 2531h Millionen Mark mündelsichercn Wertpapieren. 67?L Millionen Mark erstklassigen Hypotheken und hatte außerdem 486 211 Mark Darlehne bewilligt. Die Grundstücke der Sparkasse hatten einen Wert von rund Millionen Mark. Ter Barbestand der Kasse stellte sich auf 890 030 M., und der Wert des Inventars betrug 150 000 M. Das Gesamtvermögen der Berliner Sparkasse belief sich danach auf rund 325 Millionen Mark. Der Re- servefonds ist durch Kursverluste von 21% Millionen Mark auf lOVs Millionen Mark zurückgegangen. Der Gesamtkursverlust seit Anfang 1907 hat die Höhe von 24% Millionen Mark erreicht. Dieser Verlust ist voll abgeschrieben, beziehungsweise durch den Reserve- fonds gedeckt worden, steht also nur auf dem Papier, weil die Wert- papiere nicht veräußert worden sind, sondern sich im Besitz der Sparkasse befinden. Nur im Fall einer Veräußerung würde die Kasse diesen Verlust bei den jetzigen niedrigen Kursen erleiden. Ein Stück Scheunenviertel in Berlin IV. Ein bielgelcseneS Berliner Montagsblatt schildert drastisch er- bauliche Sittcnzustände aus dem Potsdamer Viertel,. und zwar aus jenem Häusergebiet, welches von der Potsdamer und Flottwellftratzc begrenzt wird. Dazwischen sind es außer der Flottwellstraße selbst noch namentlich die südliche Lützow- und Steglitzer Straße, in denen die Halbwelt mit allem Trum und Tran ihre Quartiere aufgeschlagen hat. Nach der Schilderung des betreffenden Blattes soll es hier mindestens ebenso toll, zeitweise sogar noch schlimmer zugchen, wie einst im nördlichen Scheunenviertel unschönen Auge- denken?."Soweit wir nach Berichten von Anwohnern die Verhält- nisse zu kennen glauben, urteilt der Artikelschreiber stark einseitig. Er trägt für jenen Straßen- und Häuserkomplex weder zu dick noch zu dünn auf, vergißt aber die Hervorhebung, daß es sich hier nur um ein allerdings auf einen auffälligen Haufen zusammengedräng- teS Teilchen jener Schande handelt, die nirgends üppiger und ein- träglicher blüht als gerade im„vornehmen" Westen. Das Lützow- straßenviertel beherbergt vorwiegend die offene Prostitution, die ihrem Broterwerb ebenso ungeniert nachgeht, wie die Kollegenschaft am Oranienburger Tor oder in den äußersten Borstandtgegenden. Rings herum wohnt bis nach Schöneberg und zum Kurfürsten- damin hinauf massenhaft die feinste und geheimste, das heißt der Polizei als„geheim". meist bekannte Prostitution. Und die ist be- kanntlich hundertmal gefährlicher als die andere, deren Leben noch kaum mal die Bezeichnuiig des glänzenden Elends verdient. Doch es kann hier nicht darauf ankommen, die Prostitution zu sortieren. Uns interessiert mehr das Verhalten der Sittenpolizei. Der Verfasser verweist darauf, daß mehrere der Kuppelhäuser deS Lützowstraßenviertels im Besitze feudalster Herrschaften sind, und er wundert sich nun, daß gegen die Besitzer dieser Häuser nicht energisch vorgegangen wird. Ahnungsloser Engel! Was würden diese hohen und höchsten Kreise wohl sagen, wenn man ihnen das„schönste Erdenvergnügen" stören wollte? ES ist doch unmöglich zu verlangen, daß Grafen und Barone ihr Liebchen in der Vorstadt aufsuchen. Man hat's doch bequemer, sich sein„Pferdchen" in der Nähe einzuftallieren. Und da man in Berlin IV. über Barone uns Grafen stolpert, ist es einfach logisch, daß hier mindestens ebenso- viele Maitressen einquartiert sein müssen. Das ist nun mal so der Weltstadt Lauf. Und so wird's bleiben. Wir haben auch solange nichts dagegen einzuwenden, als die adeligen und geldsacksitzenden Herrschaften, alle diese alten und jungen Greise, sich ihr Ver- gnügungsmaterial nicht aus dem Volke verschreiben. Wenn sie sich ihre Weiblichkeit aus dem eigenen Lager holen, in dem die Unzucht mehr oder weniger heimlich aus Langeweile betrieben wird. koll'S uns ganz recht sein. Je mehr die oberen Stände sittlich versi-ncn. desto mehr gewinnt dabei das Volk. Auf der steigenden moralischen Verkommenheit der„Edelsten der Nation" baut sich dermaleinst m» besseres Staatsleben auf. Lassen wir doch also diesen hochstehenden Herrschaften im vornehmen Westen den Schmutz, den sie selbst zu- sammensegen. Will man ein übriges tun und vor diesen„feinen" Häufern kehren, so ist vielleicht nicht ganz ohne Interesse, sich des Privatleben der Besitzer solcher Kuppelhäuser mit der Lupe anzu- sehen. Es spll nämlich eine ganze Anzahl adeliger Sippschaften geben, die aus derartigen Mietshäusern einen großen Teil ihrer Revenuen ziehen und nebenbei in Vereinen zur Bekämpfung der Unsittlichieit eine Rolle spielen. Na, und daß die Polizei gegen diese„Wohltäter der Menschheit", die vielleicht auch noch in irgei-b einem Kirchenrate Sitz und Stimme haben, wegen Unsittlichkett vor- geht,— das kann nur einer verlangen, der nicht in Preußen ge- boren ist._ Der vntergrundbahnhaf Friedrichstrahe erhält eigenartige Treppenanlagen, die jetzt im Rohbau fertiggestellt sind. An der Charlottenstraße sowohl wie an der Friedrichstraße bemerkt man statt des üblichen einen Zuganges zwei Treppenschächte dicht hintereinander. ES ist dies auf die gering« Breite der Mohren- tratze zurückzuführen, die es nicht gestattet, die Zugangstreppe in ihrer vollen Breite anzulegen. So mußte diese sozusagen geteilt in zwei Treppen von je 2% Meter Breite angeordnet werden, von denen die eine für den Zugang, die andere für den Abgang der Fahrgäste bestimmt ist. Die Zugänge liegen an den äußersten Enden des Bahnhofes, die Abgänge zwischen beiden. Die Kasse«» räume JjuBe'n fttfoIgeEcftett Platz Mkettzaltz Sä STufgöffgf. treppe gesunden. Durch djese Anordnung ist dafür gesorgt, datz der Strom der zu- und abgehenden Fahrgäste in den Vorräumen nicht aufeinander stößt, wodurch Verkehrsstockungen bei, Ankunft und Ab- fahrt der Züge vermieden werden. Also doch! In einer neuen Sitzung des Kuratoriums des Schlacht- und Viehhofes wurde nach nochmaliger umfangreicher Diskussion nunmehr endlich beschlossen, in allen größeren Städten der Welt Auskunft über die Art der Verwertung des Blutes der Schlachttiere zu erbitten, desgleichen sollen Erkundigungen ein- gezogen werden über die Erfahrungen, die dabei in hygienischer . Beziehung gemacht worden sind. Inzwischen soll aber mit der Peptonfuttcr-Gesellschaft weiter verhandelt und—— eventuell abgeschlossen werden, so daß die Auskünfte wahrscheinlich post lestum kommen und dann erst frühestens nach sieben Jahren ver- wertet werden können. In gleicher Sitzung wurde auch die Rege- lung der Gehälter der städtischen Tierärzte, die wiederholt darum ersucht haben, einer sünfgliedrigen Kommission überwiesen, hoffent- lich kommen nun auch bald die Arbeiter zu ihrem Rechte. Etwa 150 Rückwanderer sind gestern, von Hamburg kommend, in Berlin eingetroffen. Es handelt sich um Auswanderer aus Ost- und Westpreußen, die zum Teil bereits vor zwei Jahren, teilweise erst in neuerer Zeit in Amerika eine zweite Heimat gesucht haben. D�e Erfahrungen, die die Europamüden in der Neuen Welt mach- ten, waren jedoch traurigster Natur. Sie büßten ihre geringen Ersparnisse ein und behielten nach Berkauf ihrer überflüssigen Sachen nur so viel übrig, um die Rückreise nach der alten Heimat anrreten zu können. Die Rückwanderer begaben sich ohne Aufent- halt von dem Lehrter» nach dem Schlesischen Bahnhof, um bald- möglichst wieder ihre alten Wohnstätten im Osten Deutschlands zu erreichen. Wie sie mitteilten, befinden sich zahlreiche Deutsche in Amerika, die gern wieder nach der Heimat zurückkehren möchten, aber nicht die Mittel besitzen, um die Fahrtkostcn decken zu können. Unter dem Wagen totgequescht. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich in dem benachbarten Oranienburg zugetragen. Der Schläuztergeselle Prehm hatte im Auftrage eines hiesigen EngroS- .scklachtermeisters von dem Gute Wilhelmsthal 20 Hammel abzuholen und befand sich auf der Rückfahrt nach Berlin, als die Pferde plötzlich scheuten und durchgingen. Der Wagen prallte gegen einen Eckstein, wobei beide Vorderräder brachen und der Kutscher so un- glücklich von dem Bock fiel, daß er zwischen die Pferde und den Wsigen zu liegen kam. Da es nicht gelang, die Tier» augenblick- lich zum Stehen zu bringen, wurde P. unter das Bordergestcll des schleifenden Wagens geklemmt und erlitt schtpe.re innere Ver- 'lctzungen,. die später seinen Tod herbeiführten, Eine neue Schülertragödie. Dle Tragödie des Gymnasiasten Matheus ist noch in frischer Erinnerung und schon wird ein neues erschütterndes Schülerdrama gemeldet, dessen erster Teil sich in der Luisenstädtischen Oberrealschule in der Dresdener Straße abgespielt hat. Der einzige Sohn des gerichtlichen Sachverständigen St. in Friedenau, der 18jährige Oberprimaner Günther St.. hat sich aus einem geringfügigen Anlaß daö Leben genommen. Ueber die Tragödie werden folgende Einzel- heiten mitgeteilt: Günther St. hatte vor etwa 14 Tagen einem Mitschüler au? kameradschaftlicher Gefälligkeit eine häusliche mathematische Arbeit zur Kenntnisnahme überlassen. Der Mathematiklehrer Dr. F. .erfuhr am anderen Tage davon und sprach dabei dem Günther St. pigen mündlichen Tadel aus, den er durch die Worte:»Der Hehler ist sy gut wie der Stehler" verschärfte. Der Vater, denl von Dr. F. über diesen Vorfall schriftliche Mitteilung gemacht wurde, ermahnte seinen Sohn, ähnliche Gefälligkeiten gegen Käme- raden im eigenen Interesse lieber zu unterlassen. Damit schien die Angelegenheit vergessen und begraben zu sein. Eine Woche später kam die Angelegenheit zur Kenntnis des Direktors Dr. Marcuse. Dieser schrieb dem Vater am 1. Juni einen Brief, in dem folgender Passus vorkam... „Dieser Mangel an sittlicher Reife ist bei einem Abiturienten nicht ohne Einfluß auf die Reifeprüfung. Dies zur gefälligen Kenntnisnahme." Durch diese Mitteilung des Direktors wurde in dem Vater wie dem Sohne die Besorgnis wach, daß Günther St., dessen Leistungen durchaus gut und dessen Betragen laut Zeugnis lobenswert war, das Reifeexamen nicht bestehen würde. Der Bater begab sich zum Direktor Dr. Marcuse. Auf Vorschlag, den Sohn ein halbes Jahr zurückzustellen, entgegnete der Direktor:„Dann entlasse ich Ihren Sohn." Ein paar Tage darauf kam eS zu einer Szene zwischen dem Direktor Marcuse und dem Oberprimaner Günther St. Der Direttor nannte ihn schließlich im Zeichensaal der Oberprimaner in Gegenwart aller Kameraden einen Esel. Günther St. nahm sich die doppelte Schande sehr zu Herzen. Er verließ am Mittwoch voriger Woche die Wohnung des BaterS und schrieb einen rührenden Abschiedsbrief, in dem er um Verzeihung für den„letzten Schritt" bat und sein Taschengeld und seine Schulbücher seinen Kameraden vermachte. Dann ging er in den Tod: er erschoß sich im Grüne- ivald, und erst gestern, nach acht Tagen, erfuhr der Bater, daß er seinen einzigen Sohn auf diese erschüttemde Weise verloren hatte. Schwerer Unfall auf dem Nebungsplatz Döberitz. Major Freiherr v. Gemmingen vom 1. Garde-Ulanenregiment stürzte beim Attacke- reiten während der Gefechtsexerzitien in Döberitz so unglücklich mit dem Pferde, daß er Schädel- und Schlüsielbeinbrüche erlitt. Auf Veranlassung des Kaisers wurde der Verunglückte im Automobil nach Potsdam gebracht, wo er schwer daniederliegt. AuS dem Polizeibericht. Gestern vormittag gegen S Uhr wurde der öS Jahre alte Schankwirt Wilhelm Schulze in der Schlafkammer feiner Wohnung Gitschiner Straße 1, im Bette liegend, von seiner Köchin tot aufgefunden. Schulze litt an einem Blasenleiden und ivar seit dem Tage vorher bettlägerig. Er hatte auf dem Tisch neben dem Bett einen kleinen Gaskocher zum Erwärmen von Heiß- ivasserumschlägen, die er sich seines Leidens wegen machen mußte, bereit gestellt und hat vermutlich infolge eines Schwächeanfalles den Verbindungsschlauch zwischen Gasleitung und Kocher, dessen Stellschraube auf„Klein" stand, abgestreift, wodurch das Gas ungehindert entweichen konnte und ihm den Er- slickungStod' brachte. Ein herbeigerufener Arzt konnte keine Hilfe mehr bringen.— Nachmittag wurde die öl Jahre alte Zimmervermieterin Witwe Luise B. in ihrer Wohnung in der Prinzenstraße an einem Spiegelhaken erhängt tot von ihrer Schlvefter aufgefunden. Nach einem hinterlassenen Schreiben hat ein Nervenleiden sie in den Tod getrieben.— Am vorgestrigen späten Abend badete der 21 Jahre alte Kurscher Henry Schönborn und noch zwei Männer im Spandauer Schiffahrtskanal zwischen Sylter- und Köhrersttaße. Plötzlich schienen ihn die Kräfte zu verlassen und er drohte zu versinken. Man zog ihn im bewußtlosem Zustande ans Ufer, wo aber Wiederbelebungsversuche erfolglos blieben. Anscheinend hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. Ein unbekannter Augenzeuge gesucht. Vom Untersuchungsrichter des Landgerichts II wird das„Berliner Tageblatt"(Warum bloß das„Bert. Tagebl."? Red.) um die Veröffentlichung nachstehender Zeilen gebeten: In der Voruntersuchungssache gegen den Tischler Eugen Dcska in Lichtenberg handelt es sich um jenen bekannten Vorfall, bei dem am 10. Mai dieses Jahres zwischen 11 und 12 Uhr vormittags ein Radfahrer den Arbetter Lorbeck auf der Chaussee von Müggelheim nach Köpenick niederschoß. Deska hatte mit seiner Ehe- frau zu Rad einen Ausflug gemacht, sich auf einer Lichtung neben der Chaussee niedergelassen und war mit Vorbeck und dessen Begleitern in einen Wortwechsel geraten, in dessen Verlaufe Vorbeck von ihm nieder- geschossen wurde. Unter dem 12. Mai dieses Jahres richtete ein angeblich im Gebüsch verborgen gewesener Augenzeuge des Borfalles att eine der hiesigen Zeitungen einen Brief, der wichtige Wahr» äehmungen enthält. Der Brief ist unterschrieben mit Franz v. Vesgey, wenigstens ist die Unterschrift so zu lesen. Eine nähere Adresse fehlt, fft bisher auch nicht bekannt geworden. Im Interesse der vöMgen Aufklärung des SachberhakkeS wäre erwünscht, wenn sich dieser Briefschreiber beim Untersuchungsrichter am königlichen Landgericht II meldete. Feuer in der SchiffbauauSstellung. Gestern mittag wurde die Feuerwehr nach der Schiffbauausstellung im Zoolog, scheu Garten gerufen, wo die Stoffbekleidung eines Ausstellungsstandes und ein Rellameschild in Brand geraten waren. Die Gefahr konnte aber bald mit einer Schlauchleitung beseitigt werden. Ueber die Entstehungsursache deL Feuers ist Bestimmtes noch nicht festgestellt. Die Feuerwehr nimmt an, daß Fahrlässigkeit vorliegt und zwar durch Wegwerfen eines Streichholzes. Weil keine Gemeinde zustandig sein wollte, hat am Mittwoch ein Mann, der sich in den Spandauer Schiffahrtskanal gestürzt hatte, aber von Arbeitern herausgeholt wurde, von früh'/a10 Uhr bis abends >/zS Uhr, an allen Gliedern zitternd, auf dem kalten Erdboden, nur mit einem Sackstück als Unterlage, liegen müssen. Endlich wurde der arme Teufel, der früher fünf Jahre in der epileptischen Anstalt Wuhlgarten, zuletzt in der Edelschen Anstalt in Charlottenburg war, abgeholt und wieder nach der letztgenannten Anstalt zurückgebracht. Wegen eines großen DachftuhlbranbeS wurde gestern vor- mittag die Feuerwehr nach der Jahnstratze 2 an der Urbanstraße alarmiert. Dieses Grundstück wird von etwa 60 Parteien bewohnt, deren sich gleich, nachdem der erste Feueralarm erscholl, eine große Aufregung bemächtigte. Als der 11. Zug aus der Wilms- straße erschien, stand der Dachstuhl des mächtigen Gebäudes schon in geräumiger Ausdehnung an mehreren Stellen in Flammen. Sofort wurde mit drei Schlauchleitungen don Dampfspritzen über mechanische Leitern und die verqualmten Treppen vorgegangen, um eine weitere Ausdehnung des Brandes und ein Ueberspringen der Flammen auf das Nachbargrundstück zu verhüten. Nach mehr- stündiger Tätigkeit war die Gefahr beseitigt. Der Schaden ist wieder bedeutend und nicht voll durch Versicherung gedeckt. Personen, welche gesehen haben, wie ein Droschlenkutscher am S. April, abends gegen S'/a Uhr, in der Oberwallstraße am Haus- voigteiplatz zwei junge Leute angefahren hat, wobei der eine hinfiel und dem Kutscher zurief: er soll weiterfahren, er habe keine Schuld, werden gebeten, ihre Adresse an Menge, Pasteurstt. 42. abzugeben. Feuerwehrbericht. In der Nacht zum Freitag kam um 3 Uhr in der Oranienburger Str. ö3 Feuer aus. Im Keller brannten Schal- decken u. a. Kurz vorher mußte ein Kellerbrand in der Alten Jakobstraße S6/97 gelöscht werden, der durch Selbstentzündung von Preßkohlen ausgekommen war.— Gleichzeitig mutzten zwei Brände in der Lüneburger Straße und auf dem Moabiter Güterbahnhof gelöscht werden. Der 3. Zug hatte in der Buchstraße 3 zu tun, wo Regale u. a. in Brand geraten waren. Der Ib. Zug mußte einen Küchenbrand in der Wilhelmshavener Straße 26 löschen und der ö. Zug wurde nach der Köpenicker Straße 87 alarmiert, wo auf einem Neubau Feuer ausgekommen war. Freitag früh um S Uhr brannten Leipziger Straße 31/32 Kartons, eine Büchse mit einer Gummilösung u. a. Ferner hatte die Feuerwehr in der Mitten- wgldkr StlM 1. BlAttgenstraße 1 und an gntzexen Stellen zu tun. Vorort- JVadmcbtcn* Charlottenvurg. Vom Ledigenheim. In dem am I. April 1908 eröffneten Charlottenburger Ledigenheim, Danckelmann- straße 48/49, sind nach zweimonatigem Betriebe bereits mehr als 200 Betten besetzt. Es steht zu erwarten, daß auch der Rest der vor- handenen Zimmer in kurzer Zeit vermietet sein wird. Der monat- liche Mietpreis für ein Einzelzimmer einschließlich Heizung, Be- leuchtung und Frühstück betragt je nach der Lage des Zimmers 13 bis 15 Mk. Für die Zimmer mit zwei und drei Betten ermäßigt sich der Preis bis auf 10 Mk. monatlich. Die Mieter des Hauses sind in keiner Weise in ihrer Freiheit beschränkt. Das Haus ist von 5 Uhr früh bis 12 Uhr nachts geöffnet; aber auch außerhalb dieser Zeit wird gegen eine Gebühr von 10 Pf. stets geöffnet. Hat ein Bewohner Nachtdienst oder muß er seinen Dienst vor 5 Uhr früh antreten, so fällt auch diese Gebühr fort. Alle Zimmer haben Zentralheizung und elektrisches Licht. Für Fahrräder steht den Mietern ein besonderer Aufbewahrungsraum zur Verfügung. Im Hause besindet sich ein behaglich ausgestatteter Gesellschaftsraum. ferner eine öffentliche Zweigstelle der städtischen Volksbibliothek mit großem, reich mit Büchern und Zeitschristen ausgestatteten Lesesaale, eine öffentliche Zweigstelle der städtischen Badeanstalt mit Brause- und Wannenbädern; Fußbäder stehen den Mietern unentgeltlich zur Verfügung. Ein im Hause befindliches für jeder- mann zugängliches großes Restaurant ohne Trinkzwang gibt den Mietern Gelegenheit, sich zu billigsten Preisen zu beköstigen. Die Besichtigung der Zimmer durch Mietlustige kann jederzeit erfolgen. Nieder-Schönhausen. Am Mittwoch, den 10. Juni, fand auch in unserem Orte eine Sttchwahl zu den LandtagSwahlen statt und zwar mit gutem Er- folge. Die 3. Abteilung ist gänzlich in unseren Besitz und auch in der 2. Abteilung holten wir uns nach heißem Ringen 2 Wahl- männer. Von 3S zu wählenden Wahlmännern haben wir 14 er- obert. Wir erhielten in den 6 Bezirken 739 Stimmen, der Misch- masch 642. In den zu unserem Bezirk gehörigen Dörfern hatten wir nur in Mühlenbeck und Blankenfelde-Schildow Erfolge und zwar erhielten die Genossen in Mühlenbeck 2 Wahlmänner in der 3. Abteilung, ebenso Blankenfelde-Schildow 2. Steglitz. Wann wird unsere Gemelndehadeanstalt erSffnet und aus welchen Gründen verzögert sich ihre Eröffnung? Auf diese wohlberechtigte Frage antwortete in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung Bürgermeister Buhrow, daß die Eröffnung voraussichtlich Ende dieses Monats erfolgen könne. DaS mangelhafte Pumpwerk und die Schwierigkeit der Beschaffung geeigneten Wassers hätten die Verzögerung verschuldet. Schöffe Kirchner ergänzte diese Antwort dahin, daß die Pumpen ausgewechselt werden müßten, um Waffer aus einer größeren Tiefe zu heben. Das jetzt vorhandene Badewasser hätte das Aussehen von Erbsensuppe: in einer solchen Sauce zu baden könne natürlich niemand zugemutet werden. Die Ursache dieser unangenehmen Erscheinung sei der starke Eisengehalt des Brunnen- Wassers; bei der Mischung mit dem Kondenswasser, das bekanntlich die VorortS-Elektrizitätswerke zum Betriebe der Badeanstalt liefern müssen, entwickele sich Eisenorydul und hierdurch werde die Trübung verursacht. Man hofft in größerer Tiefe eisenfreieS Wasser zu finden und dann die Anstalt betriebsfähig zu machen. Die Tatsachen mögen richtig sein. Verwunderung muß eS aber doch erregen, daß nicht irgend jemand schon bei den Bohrvcrsuchen auf den Ge- danken einer chemischen Untersuchung deS WasierS ge- kommen ist, das doch bei einer Badeanstalt die Hauptsache rst. Und noch eins: die Elektrizitätswerke liegen in unmittelbarer Nähe, und dort hat man die Erfahrung gemacht, daß erst bei 70 Meter Tiefe eisenfreieS Wasser vorkommt. Konnte unsere Gemeinde- Verwaltung, die mit den Werken in einem Verttagsverhältnis steht und deren Direttor sogar der Gemeindeverwaltung angehört, das nicht früher erfahren und ihre Matznahmen danach treffen? Oder wenn man das wußte, warum setzte man dann einen Brunnen von nur 3V Meter Tiefe in Betrieb? Ueber diese Fragen verlautete nichts. Rur Direktor Friedrich verwahrte sich dagegen, daß die Schuld etwa das Kondenswass'er trage; dieses sei eisenfrei. Warten wir also ab, ob sich bis Ende Juni die„Erbsensuppe" so- weit geklärt hat, um auf den Grund sehen zu können. Aber die Geschichte der Badeanstalt soll doch vorher noch kurz geschildert loerden. Im Jahre 1901 gab unser damaliger Gememdevertreter Gen. Rapp die erste Anregung, die indeS aui unfruchtbaren Boden fiel. Bei der Nähe Berlins und dem Borhandenfein von Bade- einrichtung in den besseren Wohnungen erklärten die bürgerlichen Herren eme Badeanstalt für überflüssig. 1904 hatte sich die Ansicht geändert und auf Antrag deS Gemeindevorstandes wurden 1500 M. zu Vorarbeiten bewilligt. In den Etat für 1905 wurden 200 000 M. zur Erbauung einer Badeanstalt eingestellt, aber schließlich für die Grunewaldbahn verausgabt. Eine Kommission hatte mittlerweile Besichtigungsreisen vorgenommen und sonstige Vorarbeiten erledigt, und so konnte endlich am 30. Juni 1906 das vorgelegte Projekt nebst den Kosten von 350 000 M. bewilligt worden. Im Oktober desselben Jahres wurden die Erd- und Maurerarbeiten ausgeschrieben und dann ging die Bauerei loS, bis die von den Unternehmern 1907 inszenierte BauarbeiterauSsperrung auch diesen Bau zum Stilliegen brachte. Unsere Gemeindeverwaltung sah dem seelenruhig zu und stellte die Badeanstalt einstweilen w den Etat mit 41 000 M. in Einnahme und Ausgabe. Die Jnbettieb- setzung wurdK zum 1, Oktober 1907 in Aussicht gestellt. Daraus wurde natürlich nichts, Im Etat 1908 prangt die Badeanstalt� mit 45 400 M. in Einnahme und 60 950 M. in Ausgabe, also mit einem Zuschuß von 15 550 M.; die Eröffnung sollte am 1. Mai stattfinden. Wie oben bemerkt, ist dieser Termin abermals verschoben und das einzige, worauf mit Sicherheit gerechnet werden kann, wird die Er- höhung des Zuschusses sein! Rummelsburg. Das Gesamtwahlresultat nach der Stichwahl ist für unseren Ort nunmehr folgendes: Freisinnig-konservativer Block ö, National- liberale 33, Sozialdemokraten 82 Wahlmänner. Reinickendorf. Beim Spielen mit einer Kinderkochmaschine explodierte das mit Spiritus gefüllte Bassin und setzte vier Kinder im Alter von 13, 12, 11 und 3 Jahren des Bürstenmachers Schwanberstt in Flammen. Die Kinder wurden nach dem Paul Gerhardt-Stist übergeführt und befinden sich in Lebensgefahr. Treptotv-Baumschulentveg. Auf eine harte Probe werden die Einwohner des OrtSteilS Baumschulenweg gestellt. Die Regulierungsarbeiten der Baum- schulenstraße wie der Bau der Straßenbahn werden in einem Schneckentempo fortgeführt, daß aller Voraussicht nach an eine Fertigstellung in vielem Jahre nicht zu denken ist. Es wäre Sache des Gemeindevorstandes, hier einmal einzugreifen und dafür Sorge zu tragen, daß diese Arbeiten schneller gefördert werden. UeörigenS ist eS allseitig aufgefallen, daß bei diesen Arbeiten zahlreiche AuS- länder(Russische Polen) beschäftigt werden� Das geschieht doch nicht auS Arbeitermangel, sondern nur aus Rücksicht auf größeren Profit. Arbeitslose Reichsangehörige haben wir doch wirklich reichlich genug. Klus der frauenbenegung. Hohn and Spott. „Eine Fülle von Spott und Hohn ist über die sogenannten Suffragettes ausgegossen worden, nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in England. Man hat ihr Vorgehen lächerlich zu machen versucht, man hat anfangs diese Art der Agitation als Sensations- lust hysterischer Frauen bezeichnet, knan hat nichts, auch gar nichts an diesen Frauen mehr Gutes lassen wollen und glaubte damit die ganze Angelegenheit dem Spotte und der Verurteilung der Welt preisgegeben und dadurch getötet zu haben...." „In unserem deutschen Vaterlande wäre selbstverständlich ein solches Vorgehen der Frauen unmöglich, wie eS von den Suffragettes in Szene gesetzt wird, aber ebensowenig wäre es hier möglich, daß ein Minister, wie es Mr. Churchill getan hat. vom Deck seines Autos zum Volk eine Rede hält. Wir dulden nicht die geringste Demon- stration, die Polizei tritt Slraßenzügen sofort mit Feuer und Schwert entgegen. Anders in England! Fast täglich kann man in der Sechs- Millionenstadt London Aufzüge verschiedenster Art sehen. Sonntag? wimmelt eS oft im Hydepark von Versammlungen unter freiem Himmel. ES ist eine der interessantesten Volksstudien. von einer Versanimlung dann zur andern zu wandern, wo religiöse, politische, soziale Fragen von den verschiedensten Richtungen ckuS zur Erörterung gebracht werden...."„Auf den großen Plätzen sind von den ver- schiedeusten Richtungen der Frauenrechtlerinnen und Sozialistinnen Reden gehnlten worden— niemand störte sie und wollte der Jan- Hagel der Großstadt in widerwärtiger Weise sich Eingriffe erlauben, so sorgte die Polizei für Ruhe. Für den 21. Juni d. I. ist eine Demonitratton in Ausficht genommen, wie die Welt sie wohl noch nie gesehen hat, ivenigstens nicht von Frauen aus organisiert. geleitet und ausgeführt. Eine fieberhafte Tätigkeit herrscht schon jetzt dafür unter den Suffragettes. Man erwartet 250000 von Demonstranten. Männer sind dabei nicht ausgeschlossen. Mit den größeren Eisenbahngesell- schaften sind Abkommen getroffen, 30 Sonderzüge werden eingelegt. alle diese Züge werden in Riesenbuchstaben die vufschrift tragen: „Votes kor Wornen l«... Die vorstehenden Sätze liest man im— blockfreisinnigeit „Börsen-Courier", in einem Organ der Partei, die am gemeinsten gegen die Wahlrechtsdemonstration in Preußen getobt hat, die für die Frauenbewegung höchstens platonische Liebeserklärungen hat, die von der Gleichberechtigung der Frauen nichts wissen will, deren Führer. der Rektor Kopsch, die Dienstbotenbcwegung in einem Atemzuge mit Prostituierten nannte. Für die Frauenbewegung im Auslande schwärmt der Blockfreisinn, hier aber half man die bestehenden Ausnahmegesetze gegen Dienstboten verlängern und schuf neue gegen das weibliche Geschlecht, wie gegen alle Minderjährigen. Freisinn, dein Name ist— Lumperei l Versammlungen— Veranstaltungen. SchZneierg. Montag, den 15. Juni 1908, 8»/, Uhr. Ausgabe der Billetts zu dem am 20. Jmu stattfindenden Stiftungsfest. Versammlungen. Die Ortsverwaltung Berlin des Holzardeiterverbandes hielt am 11. Juni in FreyerS großem Saal eine Generalversammlung ab, in der zunächst der Bericht vom VerbandStag gegeben werden sollte. Es wurde jedoch beschlossen, diesen Punkt der Vertrauensmänner» Versammlung zu überweisen. Darauf folgte die Wahl deS Ver« bandsauSschusses. Die bisherigen Ausschußmitglieder bleiben im Amt, bis der Ausschuß, den Beschlüssen des VerbandstageS ent- sprechend, nach Stuttgart verlegt wird.— In den Gauvorstand wurden gewählt: Richard Leopold, Schreiber, Dahlie, Hübner und Güth. Oeffcntliche Bibliothek tiud Lesehalle zu unentgeltlicher Be» Nutzung iür jedermann, SW., Lllexandrincnstr. 26. Geöffnet täglich von 51/,— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 und 3—6 Uhr. An den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus.— Die AuSleih-Bibliothek ist bis auf weiteres gtschloffei,. Berein der Buchdrucker und Schriftgictzer zu Rixdorf-Brin. Heute abend 9 Uhr im Lokale des Herrn Hoppe, Rixdorf, Hermannfw. 49: Benchterstatlung über die Kölner Generalverjammlung u. a. m. Allgemeine Kranken- und Stcrbekasfe der Älletallarbciter iE. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 5. Heute abend �,9 Uhr bei Hcuscldcr, Dragonersw. 15. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, de» 14. A»ni, vormittags 9 Uhr, in der Halle der Gemeinde, Pappelallce 15— 17: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 10'/, Uhr in der Schule Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Herrn Proj. Dr. Lb Gehrle:„Die Weltanschauung in den Werke» der Dichtkunst'. Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, Sebaftianstt. 39: Beschließende Versammlung(nur sür Mitglieder mit weißer Quittung!. Wichtige Tage»- Ordnung: Innere Angelegenheiten gemäß Z 7 der Statuten. 0mcf>t9-Zeitung. Im Prozeß gegen Dr. Viktor Riedel kam eS. wie uns berichtet wird, gestern zu einem kleinen'orama. tischen Zwischenfall. Zunächst fiel die Mutter eines als Zeugin der. iwmmenen Mädchens in der Erregung über das Unglück ihrer Tochter in Ohnmacht und erholte sich erst nach kurzer Zeit, um ihre den Angeklagten belastenden Aussagcm fortsetzen zu können. Nach ihrer Darstellung war das Mädchen bis zu dessen Bekannt- schaft mit dem Angeklagten unbescholten; es leidet jetzt an Krämpfen und soll nach der Behauptung der Mutter dieses schreckliche Leiden als eine Folge des Verkehrs mit dem Angeklagten zurückbehalten haben. Die Tochter selbst bezeugte gleichfalls, daß, als sie die Bekanntschaft des Angeklagten gemacht habe, ein unbescholtenes Mädchen gewesen sei, und mit Männern noch nichts zu tun gehabt habe. Das Mädchen ist inzwischen 1b Jahre alt geworden und mutzte deshalb vereidigt werden. Vor der Eidesleistung ermahnte der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Lieber die junge Zeugin in väterlichen Worten, noch einmal sich zu prüfen, ob alles, was sie ausgesagt, auch der Wahrheit entspricht. Das Mädchen erhob die Hand zum Schwur, sprach die ersten Worte des Eides nach, stutzte dann aber, als sie versichern sollte,„nichts verschwiegen" zu haben. Sie erklärte schüchtern, daß sie diesen Eid nicht leisten könne. Als der Vorsitzende den Grund wissen wollte, erklärte sie weiter mit leiser Stimme, datz sie das in Gegenwart der im Saale an- wesenden Zeugen und ihrer Mutter nicht sagen könne. Der Vor- sitzende ließ hierauf die Zeugen auf kurze Zeit hinausgehen und nun kam brockenweise aus t»m Munde des Mädchens das Gestand- nis heraus, datz es schon vorher Umgang mit Männern gehabt habe. — Die Beweisausnahme selbst ist noch nicht weit vorgeschritten, sie gestaltet sich infolge der neuen von der Verteidigung gestellten An- träge so umfangreich, datz die Verhandlung vor Mittwoch nächster Woche nicht zu Ende gehen dürste. Vermischtes. Abgestürzt. Der seit einigen Jahren in Lausanne ansässige deutsche Musiker Artur Moebes unternahm mit einem Kameraden eine Besteigung der 2400 Meter hohen Cornettes de Bise an der Walliser Grenze. Infolge unvorsichtigen Vorgehens stürzte MoebeS ab. Vier Mann sind zu seiner Rettung ausgeschickt worden. Ein barbarisches Schauspiel. Tinion. 12. Juni. Eine dichte Menge drängt sich in Erwartung der Degradation des Schiffsfähnrichs Ullmo auf der Place St. Roch. Der gewöhnliche Polizeidienst ist verdreifacht, um Zusammenstöße zu verhindern. Die S chanlustigen halten die Bäume, die Mauern des Marinegefängnisses und die Festungswälle besetzt. Als der Verurteilte Ullmo erschien, ertönten Pfiffe und Ver- wünschungen. Ohne zu zucken, hörte er die Verlesung des Urteils an, brach aber in einen Tränenstrom aus, als im gegebenen Augen- blicke sein Degen zerbrochen und ihm vor die Füße geworfen wurde. Unmittelbar darauf wurde Ullmo unter feindlichen Kundgebungen der Menge, die der Degradation schweigend beigewohnt hatte, ins Marinegefängnis zurück und von dort nach Anlegung von Zivil- kleidern ins Zivilgefängnis übergeführt. Zwischenfälle kamen nicht vor._ Bankraub im Kaukasus. TifliS, 11. Juni. Heute mittag lvurde die Kasse deS Zollamts von zehn Räubern über- fallen und ausgeraubt. Der Verwalter, vier Diener und noch eine Person wurden getötet. Bei der Verfolgung wurden drei Räuber getötet und einer verwundet, außerdem wurden zwei Polizeibeamte verwundet. Sechs Räuber entkamen mit den ge- raubten 24000 Rubeln. ßritfhaften der Redaktion. Xi» surlfttf»« Sprechstunde ftndet Ltiideastraste Nr. 8, zweiter Hof. dritter Etuaang, vier Treppen, fögp Fahrstuhl*BHI wiichcntäglich abend? von?>/, bis»>/, Uhr statt. tSeöffuet 7 Uhr Eouuadeuds deginnt dt« Sprechstunde um a Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe uud ein« Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Aulwort wird nicht erteilt. Eilig« Fragen trag« man in der Sprechstunde vor. A. W. LZ. Die Ehesrau kann über den an sie gefallenen Nachlaß zu ihren Lebzeiten vcrsllgen wie sie will.— E. K. 13. Wenden Sic sich au die LandeSoerfichcrungsanstalt, Am Köllnischen Park. Dieselbe ist de- '.echtigt. aber nicht verpslichtet, Zahnersatz zu bewilligen.— Nt. St. Sie sind steuerpflichtig.— C. W. IS. Sie müßten nunmehr durch einen An- I wall beim Landgericht die Ehescheidungsklage anstrenge». KelneStvcgS wird die Scheidungsklage von Amlswegcn eingeleitet.— H. W. 83. Ja. — H. 103. Die Kündigung ist verspätet, der Administrator mid nicht das Amtsgericht war die richtige Adresse.— Sparbuch 1300. Wenn die Einlagen aus dem Eigentum Ihrer Frau stammen, so ivürde sie mit Aussicht aus Erfolg aus Einwilligung zur Auszahlung llagen können. — W. B. IS. Die Bewilligung des AruienrechtS befreit vorläufig von der Verpflichtung, Gerichtskosten zu zahlen. Hochzeitsgeschenke gehören beiden Eheleuten gemeinsam. Die Klage aus Rückgabe der Sachen kann mit der Scheidungsklage nicht verbunden werden. Ist die Ehe wegen Ehe- bruchs geschieden, so tarn, der schuldlose Gatte innerhalb dreier Monate nach der Scheidung Strasantrag bei der Staatsanwaltschaft stellen.— A. R. 73. Ihre Schwester könnte sich an daS Reichsversicherungsamt wenden. Sie täte gut, zwecks Durchjührung ihres Anspruchs sich an das Arbeitersekretariat, Engelufer 15, zu wenden.— M. B. SKS. Klagen Sie beim Landgericht im Annenrecht um Alimente für sich und Ihr Kind. — R. D. ES. Ja.— Alt. K. 44. Wenden Sie sich an die Sparkasse. — P. S. 63. Unseres ErachtenS würden Sie im Falle der Klage Ersolg haben.— M. R. 1. Ihre Frau müßte sich schriftlich an den RegterungS- Präsidenten zu Potsdam wenden. Von dort erhält sie Bescheid, wann sie zur Vorprüsung zugelajsen wird. Später erfolgt dann die Einberufung zu einem Kursus in der Charitö, der sechs Monate dauert und 300 M. Kosten verursacht. Dan», erfolgt da» Examen und eventuell die Zulassung. Bis dahin können vier Jahre vergehen. Ist Ihre Frau älter als 27 Jahre, so hat die Meldung keinen Zweck, well Hebammen über 30 Jahre nicht ein- gestellt werden können und die Vormeldungen sehr zahlreich find. — S. 46. Schildern Sie den Sachverhalt und knüpsen Sie daran die neuen Fragen. Es ist unmöglich, srühere Fragen w Erinnerung zu behalten. — I. 64. Nein, Sie könnten nur spätestens am 28. Dezember zum 1. April kündigen. Ist die Wohnung gclundheitSaesährlich, so können Sie aus Aushebung deS Vertrages ohne Einhaltung der Kündigungssrist und aus Schadenersatz mit Aussicht aus Ersolg klagen. Zweckmäßig ist eS, der Klage ein ärztliches Attest über die gefundheitSgesahrdende Bejchasfenhett der Wohnung beizusügen und um Anberaumung eines nahen Termins zu ersuchen.— Ott K. F. 1. Wenn Erwerbsunfähigkeit vorliegt, ja. 2 und 3. Der Antrag ist an den Magistrat zu Mühlhausen zu richten.— P. H. 34. Wenn nicht etwa der uns nicht bekannte Vertrag etwas Gegeutelliges enthält, würden Sie Bis zum Oktober gegen die im Vertrag vereinbarte Ver- gütung wohnen bleiben können, haben aber keinen Anspruch aus Schadenersatz. — H. S. Ja. Es könnte Diebstahl als vorllegend erachtet werden.— H. 88. Ein Grund, die Aussage w diesem Fall zu oerweigern, liegt nicht vor.— K. F. 81. Eine Klage aus Schadenersatz wäre aussichtslos. Die Notwendigkeit des ärztlichen Emgrisss ist nicht stets dieselbe, sondern ist von Fall zu Fall zu beurteilen.— F. F. 36. Die Witwe und die noch nicht 15 Jahre alten Kinder haben auch dann einen Anspruch aus die Hälste der bezahlten Jnvalidenkartenbcittäge, wenn der Vater in einer Hellstätte Aufnahme gesunden hätte, aber leine Invalidenrente bezog.— tSlsenstr. 83. Ja. — Mcinholdt. 1. Leider nein. 2. Die Ansprüche leben wieder aus, wenn mindestens 200 Marlen geklebt werden.— E. E. 160. Hinrichwngen werden durch das Beil vom Scharsrichter vollzogen.— F. 133. l. Eine Klage aus Aushebung deS Vertrages aus dem von Ihnen angeführten Grunde hätte Aussicht aus Erfolg. 2. Klagen Sie aus Slushebuug des Vertrages wegen Gesundheitsgesährdung und aus Schadenersatz, reichen Sie ein Attest de» Arztes über die Beschassenheit der Wohnung ein und beantragen'Anberaumung eines möglichst nahen Termins. — A. B. 36. Sachkundige Auskunft erhalten Sie bei dem Rektor der Schule.— K. S. 348. Nein.— G. 48. Die Verjährungszeit beträgt 10 Jahre, wird aber durch jede von dem Richter gegen den Täter gerichtete Handlung unterbrochen.— A. M. 60. Ja.— ft. Sch. 1874. Soweit ersichtlich, wäre eine Klage aus Schadenersatz leider ohne Aussicht aus Er- folg. Eine Verjährung würde erst Ansang 1910 eintreten. Mit dem Arbeitersekretariat setzen Sie sich direkt in Verbindung.—<6. H- 1868. Ja.— W. B. 88. Eine Beschwerde ev. eine Klage gegen den Testaments- Verwalter hätte Aussicht auf Ersolg. Versuchen Sie eS zunächst mit einem direkten Antrag an das Amtsgericht, In welchem Sie den Tatbestand klarlegen. verp einzube?._ die juristische Sprechstunde. War Ihr Mann zur Zeit deS Todes Mitglied, so muß daS Sterbegeld gezahlt lverden.— K. St. 38, Ihre Klage aus Rückgabe des Geldes hätte Ausficht aus Ersolg.— A. Sch. Die Forderung ist nicht verjährt; Sie würden jür den Fall der Klage voraussichtlich gc. Winnen.— C. S. 7. Nein.— E. B. 01. Eine unbescholtene Verlobte kann für den Fall, daß sie verlassen wird, eine billig« Entschädigung in Geld auch dann verlangen, wenn aus dem intimen Verkehr weitere Folgen nicht erivachsen sind. Berliner Marktpreis«. Aus dem amtlichen vcricht der flädttsche» Markthallen-Direkiion.(Großhandel.) Ochsenfleilch 1» 57—72 pr. 100 Pfd., lla 65-68, Ula 55-58, Bullenfleisch la 64—70, Ha 53—58, Kühe, seit 50—60, do. mager 40—50, Fresser 52—60, Bullen, dänische 42—56. Kalbfleisch, Doppellender 110—130, Maftkälber la 91—98, IIa 79—89, Kälber ger. gen. 58—73, do. Holl. 50—55. Hammelfleilch, Mast- lämmer 77—80, Hammel la 71—74. IIa 63—68, ungar. 0,00, Schase 56—61. Schweinefleisch 56—63 Rehböcke la per Psd. 0,60—0,75, IIa 0,40 bis 0,55. Rotwild m. Ab sch. per Psd. 0,50—0,58, Damwild 0,00. Wildschweine, per Psd. 0,27 bis 0,40. Kaninchen, Stück 0,60. Hühner. la per Stück 1,50—2,50, dito IIa Stück sl, 00-1,40. dito junge, Stück 0,50—1,00. Ham- burgcr Küken, Stück 0,60—0,90, Poulets 0,40—1,25. Kapaunen, deutsche, per Stück 0,00. Tauben, junge, Stück 0,40—0,58, dito alte 0,30,-0,40, dito stalten. 0,00. Enten, per Vfund 0,00, dito per Stück 1,50— 2,25, dito Hamburger, per Stück 2,50—3,30. Gänse per Psd. junge 0,75—0,88. dito per Stück 2,00—5,00. Pnten per Psd. 0,00. Hechte, per 100 Pfd. 111-120, du. matl 102— 108, fco. groß IOO, fco. groß-mMel 114, do. mittel 120—130. Zander 0,00, Schleie, unsort. 91—105, do. Holl. 88—103, do. klein-mittel 108—115. Aale, groß-mittel 113— HC, do. mittel 116-120, do. groß 109—120, do. klein-mittel 0,00, do. unsort. 106—113, do. klein 70. Karpfen dän. 86—94, do. unsort. 0,00. Roddow 61. Karauschen 77—87. Wels 47. Winter-Rheinlachs, p. 100 Psd. 0,00, Amerstan. Lachs la, p. 100 Pfund 110—130, do. IIa 90—100. Seelachs, p. 100 Pfund 10. Flundern, Kieler, stiege la 2—6, do. Howe Kiste 2—3, do. Hamb. Stiege 3—6, halbe Kiste 2—3, pomrn. Schock 0,75—2,50, Bücklinge, dänische, per Wall 2—3, Kieler 0,00, Borirholmer 0,0V, Stralsundcr 2,00—3,00. Sprotten, Danziger, Kiste 0,00, do. Rügenwalder, 0,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, do. mittelgroß 0.90—1,10, klein 0,60— 0,90. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellsische, Kiste 3,00—4,00, dito's, Kiste 2,00—2,50. Sardellen. l90Z er per Anker 0,00, 1904er 102, 1905er 102, 1906er 100. Schottische Vollheringe 1903 0.00, lar�s 40—44, füll. 38—40, med. 36—42, deutsche 30—40. Heringe, nette MatjeS, per To. 0,00. Sardinen, ruf}.. Faß 1,50—1,60. Bratberinge Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen, Schocksaß 8, do. kleine 4—5, do. Niesen- 10. Krebse per Schock große 42,50, do. mittelgr. 23, do. klein-mittel 9,50—10, do. kleine 7,50—8, dito unsortiert 0,00, G alizier, gr. 22,50, do. uns. 0,00. Seemuscheln 100 St. 1,00. Eier, Land-, uns. per Schock 2,80—3,10, do. große 3,75. Butter per 100 Psd. la 112—114, Ua 108-112, Ma 104—107, abfallende 100-104. Saure Gurken Schock 4,50—5. Psefsergurken Schock 4,50— 5. Kartoffeln per 100 Plund Dabersche 3.25—3,60, weiße runde 2,75—3,25, ntaßp bon. 3,00—3,50. Porree, per Schock 1,00—2,00. Meerrettich, Schock 8—14. Spinat per 100 Pfund 10—12. Sellerie, grün, per Schock 1—1,50. Zwiebeln per 100 Pfund 0,00.. Petersilie, grün. Schockbund 1,00 bis 2,00. Rettich, bayrischer, junger, per 100 Stück 6—8. Mohr- rüden, 100 Psund 3,00—5,00. Petersilienwurzeln, per 100 Psd. 6,00—7,00, Schockbund 0,00. Schnittlauch, Schockbund 0,50—0,80. Tomaten, kanar., per Kiste 1,00-3,00. Rhabarber 100 Bund 2,40-4,00. Rabunzen 0,00. Rübchen 0,00. Radieschen. Schock 0,50-1,50. Waldmeister. Mandel 0,25—0,50. Morcheln 30—50. Salat, Schock 1— 1,50, do. Gubener 0,00. Kohlrabi, Schock 0,50-1,25. Spargel, Beelitzer I 100 Pfd. 30-49, do. El 18—23, do. Hl 10—18, do. unsort. 0,00. Spargel, hiesiger I 25—40, do. II 15—20, do. III 5—16, do. unsort. 0,00. Champignons, per Psd. 0,70—0,80. Steinpilze 0,80—0,40. Mohrrüben, Schock 3—6. Karotten, Schock 3-8. Psesierlinge, 1 Psd. 0,20-0,25. Scholen, 1 Psd. 0,12 bis 0,18. Aepfel, Tiroler 100 Psd. 0,00, Koch, in Kisten 5-15. Tasel. äpsel la 15-23, do. Ha 0,00, Australier, per Faß 10-18. Italiener, lose. 100 Psd. 0,00, do. in Körben per 100 Psd. 0,00, do. u» Kisten 0,00. Kirschen, ttal., 100 Psd. 27-40. do. schwarze. 100 Psd. 40 bis 45, do. Gubener 15—25. Erdbeeren, 1 Psd. 0,90— 0,80, Dresdener 1 Psd.« Schacht. 0,70—1,30, Hiesige 0,75—1,00, Beelitzer 0,75—1,10. Stachelbeeren, unreife, 1 Psd. 0,10—0,13, do. ungar., 1 Psd. 0,08—0,12, do. Holland., 1 Psd. 0,10-0,13, Hiesige 0,08—0,13. Ananas I, per Psd. 0,75—1,00, d,o H 0,50—0,60. Bananen, kanar., per 100 Psd. 22—28, Jamaiea 25,00—30,00. Feigen, i» Kisten 0,00. Zitronen, Mesfina, 300 Stück 8,00-12,00, do. 360 Stück 8,00-12,00._ WitterungSiiberstcht vom IS. Juni IS08. morgens S Uhr. I I Swtnemde Ii ■s 767 SW 766 SSO 768 Still 76? RO 768 D 770 NO rfsi C r. s» I«» M S> 13 12 12 11 19 erltn Frankt.aM. München Wien Wetterprognose für Sonnabend, de« 13. Jani IVOS. Warm und vielfach heiter bei meist schwachen südlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Wetterburea«. WasserstandS-Nachrichteu der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vo» Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit Pre gel, Jnsterbura Weichsel. Thorn Oder, Ratibor , Kroffen , Frantsurt Warthe, Schriun» , LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden s Barbh » Magdeburg 1-s- bedeutet Wuch».— Fall.—») Unlerpegel. EflH Kur otu Juyoii otr Juieratr Übcruiiniiu die Ncdakiiou beut i'iibUtnm gegenüber keinerlei Berautworning. �Keater. Sonnabend, d,en 13. Juni. Ansang 7'/, Uhr. Könlgl. Opernhaus., Manon. Kiittigl. Schauspielhaus. Die Rabensteinerin. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Brcttlgräfin. Kammerspiele. Tugendwächter. Unterseeboot. Lessing. Der Raub der Sabine» tinnen. Rottes. Liebe. Unter der Guillotine. Slcues Schauspielhaus. Die Dollarptützessin. Kleines. 2X2— 5. Berliuer. RaffleS. Komische Oper. Die Fledermaus. Residenz. Der Floh im Ohr. tkiistsptelpaits. Die blaue Maus. Twiller O. i Wal!»et»Ty ratet.) Die RegimentSlochter. Schiller Charlottenburg. Ohne Geläut. Friedrich- Wilhelmftädt. Schau. spielhaus. Der ungläubige Thomas. Thalia. Der Selbstmörderklub. Weite«. Ein Walzettraum. Neues Operetten. Der Mann mst vett drei Frauen. Luiseu. Die Stimme des BluteS. Trianon. Frau Baronin. Bernhard Stofe. Der Cowboy. Merropol. Das muß man seh'n. Apollo. Die süßen Grisetten. Epe- zialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. tvaiiage. Spezialitäten. <5arl Haverlattd. Spezialitäten. Walhalla,«pezialitälen. Reichshallen. SIcltiner Sänger. Ileaiiia. Tanbensirasir 4M/49. 8 Uhr: Im Lande der Mitternachts- sonne. Sternwarte, Jnvalidcnltr. 57/62. Idealer des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Bin WalzeFtranm. Operette von Oskar Strauß. Berliner Theater. AbendZ 8 Uhr: Hopfenraths Erben Heues Theater. Abends 8 Uhr: von Gustav Wied. Unlgs der Guiiloline. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kleines Thealer. AbendZ 8 Uhr: 2 mal �= 5. Sonntag: 2 mal 2— 5. Montag: 2 mal 2— 5. Dienstag: 2 mal 2— 5. Mittwoch: 2 mal 2= 5._ Fnedrich-Wilheimstdiitisclies Schauspielhaus. Der mgliinhige Thomas. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Madame Sans GZne. Abend: Im weißen Rößl. Montag: Ter unglätiblge Thomas. Residenz-Theater. — Direktion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwank in drei Akten von Georges Feydcau. Deutsch von Wolff-Jacovy. Lustspielhaus, Abends 8 Uhr: Die blane Maus. ö iRKtWROSraiT Gr. Fraukwrter Str. 132. Abends 8 Uhr: Der Cowboy. Drama aus Wild- West in 4 Akten von Kurt Matull._ SW* Wochcntagspreise."MsZ Schiller- Schlller-Thenter 0.(Wallner-Theater). cr Biograph, Ab 8 Uhr: Die neuen Attraktionen. U. a.: Verona-Truppe, die besten Radfahrer der Welt. 9'/, Uhr: Die uUBen Grisetten. 10 Uhr: Grete Gallas, Soubr. 10'/« Uhr: Ein Abend in einem amen- hllnischev Tinge!- Tangel. Brunnen-Theater Badstraße 58. Direkt.: Willi Voigt mmr Täglich--Mg Der deutsche Michel. Erßhlasßge Spninlitnten. Karl Braun, BerwandlüngS-Künstler. Mirrl v. Wenzl, TlchuschkeS Liliputaner. MM- Bank Geradlnl. Eröffnung 2 Uhr. Vorv Anfang 5 von 10 Uhr ab. taüs-IIrtr� Der grUBto Saisonerfolg Gastspiel Willi Agoston in der j tollen Burleske Das Tollste vom Tollen und die vem MSpaiiteii. Passage'Panoplikum. Während der Pflngstfericn vom 6. bis inkl. 14. Juni: Tolkstag©! Jeder Erwachsene ein Kind irol I Jedes Kind erhalt ein Geschenk I Alles ohne Exlra-Entree! Der Riese a. Bios. Pisjakoff. Kunsttauoher im Riesenbassin. Neapolitanische Brisanten. ßebreokenskammer. Anat.Mns. EidrltlSOPf, Kinder. Saldat«n2SP«, W. Kcacks Theater Direkti»»: Beb. Olli. Bruimenstr. 16 Groffe Extra-Vorftellnng. 8 Uhr. Nur einmalige Aufführung: Sie ist wahnsinnig. Vor- und nachher: Spezialitäten. Kaffeeküche 3-« Uhr. Entree 80 Ps. Während und nach d. Vorst.: Tanr. Uolksgarten-Theater — am Bahnhof Gesundbrunnen. Täglich: s Konzert— Theater undJpeziaiitäten-Yorstellung. Riescnprogramm-MG Relclisballen-Ttieater. Stettiner Sänger. ¥ari6t6slerne. BurleSke von Mehscl. Meysol als S a h a r e t. Britton als Isadora Duncan. Ans. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Alhambra Wallncr-Theaterstraße 15. Großer Ball Große» Orchester. Anfang Sem, tag» Uhr. A. ZiMueltn«. C£9«f�)«l9Q Panoptikum £1. 9 l(1 11 9 165 Friedrichstr. 165 Hen t liebend BTent Der Schlager der Kcptillen-jlusftellung _ Ein fünf Zentner schweres Riesen-Krokodil. 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Täglich: M Ms Mittwochs: Kinderfest Donnerstag, 18. Juni: Gastspiel Margarete Walkotte. Schweizer � Garten. Am KSnigstor, Am Friedrichshain t9/S2 Straßenbahn: 1, 2, 4, 17, 69, 62, 63, 74 und Q. Täglich: Theater- n. Spezialitäten- Borstellung. Zum Schluß abend» 10 Uhr: �Vio einst im Mal Volks stück mit Gesang in 2 Akten. fistbahn-yarh Am KOstrinerplatz, Rüdersdorf eratr. 71 Hermann Imbs. großes Konzert, Tbaater- und Spezialitäten- Vorstellung. Dp« Simmel Spezial-Arzt für Haut- and Harnleiden. PriDzeDStr.41,Mdö0w, 10—2, 5—7. Bonntsge 10—12, 2— 4. ygienische Uedarfsartlbol, Qummiweren, 1000a Anerk. V. Prof.». Aerxt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers F»b. hyg. Präp., Berlin 0., Holz- raarktatr. 69-70. Preisi. gratis. Neu erbaut: FestetUe Qartanreetaurant Konditorei und Cafö TiflUch Kcneeri « von 4 Uhr»b s Oajeunara von 9.B0 an bis 2 Uhr iftchm. Dinare u. Soupers v, 4.00 an Sanssouci, Ä".r Dtrettton Wilhelm Reimer. D er Barten ist geöffnet. 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Neue Oränstr.— Wiensritr. 22, B, Orflnaueretr.— Bixdorf, Bsrgstr. 146. Weitere Verkaolsstelleo io Vororten und Umgevong; Adtershoi, Bismarckstr. 48.— Bornas, Berliner Straße 257.— Buckow, Königeto. 8.— KSpenlek, Bahnhofstr. 7a.— KSpenicK, Grünstr. 22.— Eiehwalde, Bahnhofstr. 5.— Königs-Wusterhausen, Bahnhofstr. 4.— Nieder-Schüneweide, Bahnhot— Poisdam, Nauener Straße 46.— Stralau-Rummels- burg, am Bahnhof, Darob gang.— Zeuthen bei E. Kollmann Kmttt.; rfcei- Friedhofes in Rixdorf aus statt.! Rege Beteiligung erwartet 117/14 Oie Ortsverwaltung. Todes-Anzeige. Allen Parteigenossen, Kollegen, Freunden und Bekannten hiermit! die traurige Nachricht, daß meine[ Frau Martha Druck geb. RUckert am 10. Juni nach langjährigem Leiden saust entschlafen lst. Die Beerdigungsindet am Somi- tag, den 14. d. M.. nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Ge- meinde- Friedhofes zu Adlershos auS statt. Um stilles Betleid bitten Die Hinterbliebenen. in 30. der aus Danksagung. Für die Liebe und Teilnahme bei der Beerdigung meiner sieben Frau. unserer guten Mutter, sagen wir unseren herzlichsten Dank. L6l2b Alberl Kohls nebst Kindern. Stekanntniachung der Ortskrankenkaffe der Gelb- und Ziuugtesier zu Berlin. Aus Grund des ß 64 des Statuls geben wir den Mitgliedern und Arbeitgebern bekannt, daß der in der Generalversamurlung vom26.Märzcr. beschlossene, unter dem 19. Mai er. vom Bezirksausschuß genehmigte 4. Nachtrag des Kaffenftatuts am Monlag, de), 15. Juni 1903, Kraft tritt. Zur Abänderung gelangt§ resp. 3. Abänderung: Erhöhung Beiträge unter 1. von 81 Ps. 87 Ps.— 2. von 42 Ps. aus 45 Ps — 3. von 38 Ps. auf 39 Ps.— 4. von 27 Ps. aus 30 Ps. Druckcxemplarc dieser Abänderung erhalten die Mil- glieder von ihren Herren Arbeltgebern. Berlin, den 12. Juni 1908. 2623b Der Vorstand. Ausnahmsims sllr Lieferungen tet Mai, Juni, Juli. x A. B. Koch 5? Koblen-Groß-Hantllung gegründet 1893. Haupt-Kontor und I. Geschäft: Berli« 0. 3«. Brombergerstr. 10. U.Geschäft: 0. 17, Frnchtstr. 13. Preise für nur In marken ab Platz von 10 Ztr. an:' Prima la Halbsteine(bekanuie Marken).. pr. Ztr. 87 Ps. „ Ferdinand-Briketts pr. Ztr. 87 Pi. „ Anna od. WaidmannSheil pr. Ztr. 89 Ps. . Pfäunerschaft„„ 91 Pf . la Diamant pr. Ztr.(110 bis 120 Stck.)... 95 Ps. . la Ilse o. Akw. pr. ZK. 95 Ps. . la Anthrazit Cadtp?Z. 3.20 M Koks» SteintoHle« usw. zu de»