Nr. 40. Grscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mmr, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß Amt 1, Mr. 4186 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 16. Februar 1893. Agrarischer Hochmuth. 0 Die Unverschämtheit unserer Agrarier ist sprüchwörtlich geworden. Ihre Begehrlichkeit tennt keine Grenze, ihre nackte Interessen Demagogie schreckt vor nichts zurück. Indeß alle ihre Leistungen auf diesem Gebiete scheinen in den Schatten gestellt zu sein durch die neuesten Hezversuche, welche das Land über sich ergehen lassen muß. 11 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Betrachten wir die Sache vom volkswirthschaftlichen Bestrafung des Kontraktbruchs, Abänderung des UnterStandpunkt aus, so muß zunächst erwähnt werden, daß stüßungs- Wohnsizes, das Alles sind solch kleine Liebensunsere Landwirthe trotz des nach Milliarden von Mart sich würdigkeiten der Regierung gegen den Landadel. Zum beziffernden Geschenkes, welches man ihnen auf Kosten der Glück wird diesem sein Geschrei nach Beschränkung der Frei Steuerzahler in 2 Dezennien darreichte, nicht vermocht zügkeit nichts mehr nüzen, da sich das Selbständigkeitsgefühl haben, den Körnerbau so zu heben, daß wir in unserer Er- der ländlichen Arbeiter zu regen beginnt. nährung vom Auslande unabhängig wären. Wir müssen Sodann fordern die Agrarier, daß das Reich seine auch heute noch ein Zehntel unseres Getreides vom Aus- Währung verschlechtere und sich zum Silber bekenne, damit Im Reichstage eröffnen die„ nothleidenden Land- lande beziehen. Agrifulfurstaat also sind wir nicht. Folg- sie als verschuldete Großgrundbesitzer einen Theil ihrer wirthe" eine Kanonade gegen den neuen Kurs, aus lich müssen wir Industriestaat werden. Denn oberster Schuldenlaft abwälzen und den Preis für ihre Produkte reinem Uebermuth, denn das jetzige Ministerium Grundsaß der Volkswirthschaft ist, die Ausfuhr erhöhen können. Endlich verlangen sie Sinekuren für ihre setzt die Geschenkpolitik des agrarischen Hausmeiers a. D. so zu heben, daß sie die Einfuhr der fremden Söhne im Militärstand. Und wenn ihnen der Staat diese unentwegt fort. Im Lande veranstalten die Junker Volks" Produkte übersteige. Nur, wenn wir diese mit eigenen Sinekuren im Militär- und höheren Beamtenstand gewährt, Bewegungen gegen die Regierung, und in ihrer Presse Produkten begleichen können, giebt es eine aktive Handels- dann prahlen sie, wie Herr von Herzberg- Lottin, mit ihrem flagen sie über Bedrückung der Landwirthschaft und drohen bilanz. Der Staat würde selbstmörderisch handeln, der Patriotismus für Thron, Altar und Vaterland, der natürmit Aufruhr. diesen Grundsatz außer Acht ließe. Es ist also selbstver- lich sofort einen Niß bekommt, wenn er sich nicht ständlich, daß wir bestrebt sind unseren Kohlen, unserem als Baargeld für ihren Beutel umsehen läßt. Der Staat schenkt ihnen Privilegien und Baargeld auf Eisen, unserer gesammten Industrie auf jede Weise neue Die Ünersättlichkeit der Agrarier ist so groß, daß sie Kosten der Gesammtheit, ja, er geht sogar soweit, wie es Absazquellen zu erschließen. Wenn wir nun Rußland be- nicht eher gestillt sein wird, bis der Staat alle ihre Wünsche felbst unter dem Großgrundbesizer Bismard, der bekanntlich wegen können, seine Zölle auf unsere Industrie- Erzeug- erfüllt haben und noch dazu die Schulden getilgt haben die innere Politik auf Füllung seiner Tasche einrichtete, nisse herabzusehen, so daß diese in Rußland kon- wird, welche sie durch ihr ungezügeltes ausschweifendes fein Agrarier für möglich gehalten hätte. Er erläßt den Grund- kurrenzfähig werden, so wäre es Tollheit, wollte Leben auf den Grund und Boden angehäuft haben. befizern die staatliche Grundsteuer. Daneben bleibt den brannt die Regierung an den Differentialzöllen Rußland gegenüber Daß es so weit nicht kommen wird, dafür sorgt die weinbrennenden Landwirthen die Liebesgabe von jährlich festhalten, nur um das Wohlwollen der Herren v. Mirbach Anmaßung der Großgrundbesizer selber und der gesunde 40 Millionen Mark ungeschmälert erhalten und der Ge- und v. Thüngen- Roßbach nicht zu verscherzen. Wir, Sinn des Volkes. Die Geduld des Volkes ist schon zu treideschutzzoll von 3,50 m. nach Bismarck ein so unsrerseits, wären sogar damit einverstanden, wenn der lange von der Agrarpartei gemißbraucht worden, als daß unerhörtes Geschenk, daß der verrückteste Agrarier es zu Staat auf den ganzen 5 Mark- Zoll verzichtete es handelt man ihr noch mehr zumuthen sollte. Der Krug geht so hoffen nicht wagen würde- hat nach wie vor Giltigkeit. fich bei den Bollverträgen mit Stußland bekanntlich nur um lange zu Wasser, bis er bricht, und Hochmuth kommt vor Kurz, der Staat opfert die Gesammtinteressen einem Gleichstellung des russischen Getreides mit dem der anderen dem Falle. einzigen Stande in so ausgiebiger Weise, daß ihm zu thun Vertragsländer( 3/2 M.) auch ohne Gegens fast nichts mehr übrig bleibt. Leistung Rußlands. Erhielte doch der Arbeiter durch Was wollen die Herren eigentlich? Und trotz alledem erheben unsere Agrarier ein wüstes Beseitigung der Lebensmittelzölle billiges Brot und brauchte Geschrei gegen die Handelsvertrags- Politit der Regierung mit er nicht bei jedem Bissen, den er genießt, die Taschen der adligen Rußland. Die Herren Graf Mirbach, Graf Kanit, v. Buttkamer- Feudalherren zu füllen. Nuu bietet sich hier Gelegenheit, Politische Leberlicht. " F Berlin, den 15. Februar. Plauth, von Manteuffel, von Thüngen- Roßbach, und wie nicht nur Deutschland mit billigeren Lebensmitteln versorgen die Leuchten der Landwirthschaft alle heißen, haben sich so- zu können, sondern auch der Judustrie auf die Beine zu gar an die Spitze einer Gründung gestellt, welche nächsten helfen, und da verlangen die nothleidenden" Agrarier, daß Aus dem Reichstage. Herr Müllensiefen, der AbSonnabend unter dem Namen„ Bund der Landwirthe" zu der Staat ihnen das Interesse des Landes opfere, damit geordnete für den Bochumer Wahlkreis( 5. Wahlkreis des sammengekittet werden und die Abwehr gegen Bedrückung sie desto besser zu praffen vermögen. So sehr ist diesen Regierungsbezirkes Arnsberg), bekannt durch seine den Bergder Landwirthschaft" praktisch in die Wege leiten soll. Das Egoisten unter der Bismarck'schen Interessenpolitik das leuten gegebenen feierlichen Wahlversprechungen, die er natürBurlesteste aber leisten die Herren von Thüngen- Roß- Gefühl für Scham und Anstand abhanden gekommen, daß lich mit nationalliberaler Schneidigkeit nicht gehalten hat, ist zu bach in Unterfranken und von Herzberg Lottin im sie nicht einmal merken, welch schmähliche Wucherer seinem Mandat durch die bösartigsten Machenschaften und Often, die sich erdreifteten von Rücksichtslosigkeit rolle fie spielen. Beeinflussungen gekommen. Gegen seine Wahl war ein der Regierung gegen die Vertreter der Land- Mag der Staat diesen Latifundienbesizern so viel in Protest erhoben worden. Das Ergebniß der von der Wahlwirthschaft" zu reden. Worte wie:" Wir wollen nicht den Rachen werfen, wie er wolle, nie wird er sie zu prüfungskommission angestellten und veranlaßten Unterlänger Backesel der Regierung sein, dem man glaubt alles frieden stellen. Sie wehklagen stets über die Noth der suchungen führten( laut Bericht vom 10. Februar 1893) aufbürden und das letzte Mark aus den Knochen ziehen zu Landwirthschaft. Sind die Getreidepreise hoch, so jammern zu dem Kommissionsbeschluß, den Reichstag aufzufor können" kennzeichnen die Heuchelei und Unersättlichkeit sie aber den Zwischengewinn der Börse, welche alsdann mit dern, die Entscheidung über die Giltigteit der Partei des Herrn von Herzberg- Lottin sowie den Geist, ihnen Hand in Hand an der Ausraubung der Konsumenten der Wahl Müllensiefen's auszusehen und burch von dem diese Afterpatrioten beseelt sind. Endlich, damit arbeitet. Sind die Preise niedrig, so fordern sie Schutz den Reichskanzler neue Erhebungen anzustellen. das ohrenzerreißende Katzenkonzert auch vollständig sei, läßt der nationalen Arbeit" d. h. neue Zölle. Ihre Arbeiter be- Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend man den gewissen" Herrn Arendt eine Debatte über Einzahlen sie menschenunwürdig und behandeln sie wie Bieh. einige Abänderungen und Ergänzungen der Militärschränkung der Freizügigkeit im Landtage vom Baune Laufen sie ihnen davon, so verlangen sie Leibeigenschafts- pensionsgeseze vom 27. Juni 1871 und 4. April 18742c. brechen. Und das alles um die Omelette von 1½ M. Boll- Geseze von der Regierung. Und diese kommt ihnen ent- zugegangen. Die dem Reich durch den Gesetzentwurf er ermäßigung an Rußland. gegen, soweit sie tann. Heimstätten- Gesetzgebung, strengere wachsenden Mehrkosten betragen im ersten Jahre Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 16 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Gegen zwölf gesellten sich Sina und Wassili Werbizky zu ihnen, welch' lezterer mit Lena zusammen von Genf angekommen war. Andrej hatte das ihnen gegebene Versprechen, für ihre eilige Rückkehr zu sorgen, erfüllt. Sina war im höchsten Grade aufgeregt. Selbst Wassilij's unerschütterliches Gesicht zeigte einige Spuren der Erregung. " Dies darf nicht ungerächt bleiben!" Ein schreck vornherein, daß kein Einwand von irgend jemanden erhoben liches Erempel muß statuirt werden!" riefen Lena und werden würde." Gregor fast zu gleicher Zeit aus. Andrej sagte nichts, da er für unnöthig hielt über etwas zu sprechen, das so selbstverständlich war. " Dasselbe scheinen auch die Leute von Dubrawnik beschlossen zu haben," sagte Sina, denn sie bitten uns in ihrem Briefe, ihnen eine erfahrene Frau zu senden, welche eine Wohnung für Verschwörer halten könnte. Ferner ver langen sie einen erfahrenen Mann mit fühlem Kopfe und fester Hand."„ Ich will dieser Mann sein!" rief Andrej hastig aus. Nein," fiel Wassilij mit seiner langsamen und trägen Stimme ein, ich sagte Sina, bevor wir hierherkamen, daß ich gehe." Würden Sie übrigens," fragte Sina fich an Lena wendend ,,, während meiner Abwesenheit meinen Platz einnehmen?" Lena antwortete, daß es ihr sehr angenehm wäre, sofort irgend eine Arbeit ergreifen zu können. Sina gab ihr eine Anzahl von Details an, aus welchen sie die Größe ihrer Aufgabe erkennen konnte Propaganda unter der gebildeten Jugend, Propaganda unter den Arbeitern, und geheime Korrespondenz mit den Ges fangenen der Festung. " Ich weiß nicht, ob ich dies alles werde leiten können; besonders der Korrespondenz glaube ich nicht gewachsen zu Dies bestätigte Sina und fügte hinzu, daß es sicherlich sein, da ich bis jetzt nichts von dem weiß, was vorgeht." beffer wäre, wenn Wassilij ginge. Die Prioritätsfrage war erbot sich, ihr auch in der andern Arbeit eine Beit lang Gregor versprach, ihr diese Aufgabe abzunehmen, und natürlich unwesentlich, aber Andrej hatte schon einige werth Was giebts?" fragte Gregor. volle Beziehungen in Petersburg angeknüpft, und hatte seine beizustehen. Sina erflärte es ihnen, indem sie sofort einen Brief wirkliche Arbeit schon begonnen; Wassilij dagegen war Sie werden sich sehr rasch überall eingelebt haben," welcher voll haarsträubender eben erst angekommen und war so geeignet, wie faum ein sagte er heiter. aus Dubrawnik vorlas, " Morgen werden wir einen jungen Einzelheiten über die Mißhandlung der politischen Ge- anderer für das in Dubrawnit geplante Unternehmen. Studenten, einen Freund von mir, der Mitglied eines fangenen war, die in einer unerhörten That alles bisher" Gut, mag es fo sein," sagte Andrej. Wenn Ihr Klubs ist, besuchen; durch ihn werden Sie alles übrige Bekannte überstieg. Auf Befehl des Untersuchungsrichters aber zufällig sonst jemand brauchen solltet, habt Ihr es mich erfahren. Im anderen Klub haben Sie bereits eine Bes fanntschaft gemacht." war ein junges Mädchen in Gegenwart der Schließer und nur wissen zu lassen." Gendarmen ganz entkleidet worden unter dem Vorwande, In der Wahl der Frau, die hingehen mußte, konnte daß die Gefängnißordnung vorschreibe, ein ganz[ genaues feine getheilte Meinung herrschen. Sina war bereits in Signalement der Gefängnißinsassen aufzunehmen. Dubrawnit gewesen; alle Rechte waren auf ihrer Seite; auch Die Nachrichten wurden mit Todtenstille aufgenommen. eignete sie sich am besten dazu. Die Freude über das Zusammentreffen mit den Freunden So waren beide Freiwillige gefunden. Die Angelegenwar geschwunden. Der düstere Geist der Rache erhob sich heit sollte der nächsten Versammlung des Komitee's vor über sie und jeder brütete über dieselben grimmigen Ge- gelegt werden, dem die endgiltige Entscheidung zustand. danten. Dies war aber nur eine Formalität. Sie wußten von Mit wem?" Mit Tanija Repina, die Sie soeben gesehen haben." " Oh, das ist sehr angenehm," sagte Lena. Jst Tanija hier gewesen? Ist etwas Besonderes vorgefallen?" fragte Sina, In der Erregung, welche durch die Dubrawnik'schen Nachrichten hervorgerufen wurden, hatten sie alle den kleinen Vorfall einer Haussuchung bei Repin vergessen. a t 8 Millionen Mark jährlich, im Höhepunkt der Belastung| Sr. Königl. Hoheit des Prinzregenten stehen, Sie aber als noch dazu 22 Spalten zu dem Beweise verwendet, so läßt ( nach 10 Jahren) 3 Millionen Mark jährlich. Von der offener Anhänger der sozialdemokratischen Partei und als sich mit Bestimmtheit auf dessen volle Verkehrtheit schließen. Ausgabe des ersten Jahres entfallen auf den Reichs- In- eifriger Agitator derselben dieses Protektorates nicht würdig Ein dem Kinde gegen den Willen und die Ueberzeugung validenfonds 3 Millionen Mark. find. Hochachtungsvollst: Der Verwaltungsrath der freis des Waters aufgedrängter Religionsunterricht ist eine Ge willigen Feuerwehr." wissensvergewaltigung dem Vater, Bauchrutscherei wirklich nicht mehr, was man sagen soll. auch sagen mögen. Man weiß angesichts einer solchen Jämmerlichkeit und was der Kultusminister und sämmtliche Pindter der Welt Diesen Jämmerlingen hat unser nationalster Dichter Männerftolz vor Königsthronen gelehrt! Gegen den Handelsvertrag mit Rußland zogen, wie im Reichstag, auch in der heutigen Sitzung des Ab geordnetenhauses die Agrarier zu Felde. Den Anlaß bildete eine diesbezügliche Petition bes landwirth schaftlichen Zentralvereins. Nachdem der Antrag des freitonservativen Abg. Arendt, welcher der Regierung ein Die Lage der Volksschullehrer in Preußen wird förmliches Mißtrauensvotum ertheilte, zurückgezogen, war, in den Drucksachen des Abgeordnetenhauses zu dem Gesetz traten die beiden konservativen Parteien für den An- entwurf, betreffend die Verbesserung des Volksschulwesens trag Dziembowski ein, welcher die Staatsregierung er durch eine Reihe sehr interessanter Zahlen illustrirt. Danach suchte, im Bundesrathe, im Anschluß an die auf grund der waren nach einer Statistik von 1891 auf dem Lande Wirkungen der Handelsverträge mit Desterreich, Italien 45 414 vollbeschäftigte Lehrkräfte vorhanden. Von diesen und der Schweiz gemachten Erfahrungen, die Interessen der bezogen inklusive der staatlichen Alterszulagen und ohne Landwirthschaft und Industrie im russischen Handelsvertrag Anrechnung der Dienstwohnung und des freien Feuerungsausgiebig zu wahren. Der Ministerpräsident, Graf Eulen- materials: burg, lehnte es ab, auf den Inhalt der Petition einzugehen, und erklärte es für selbstverständlich, daß die Regierung die Interessen der Landwirthschaft und der Industrie wahre. Es folgten nun die üblichen agrarischen Klagen der Abgg. v. Erffa, v. Schalscha, v. Kardorff, v. Minnigerode und Szmula. Herr v. Kardorff ritt hier wieder sein Steckenpferd der Silberwährung und offenbarte als Ergebniß seiner Weisheit, daß Irland von England durch den Freihandel und die Goldwährung vernichtet sei. 9 Lehrer ein Einkommen unter 300 M. 78 " " 2309 " " 6127 " 2938 " 5754 6952 " " 5041 13 020 von " 301-450 M. 451-600 601-750 " " " 751-810 " " 811-900 " " 901-1030 " " " " 1051-1200 1201 M. und mehr. Die Summe ergiebt 42 228 Lehrer, und nicht 45 414, wie in der Statistik behauptet wird. Solche kleine Scherze gehören zu den berechtigten Eigenthümlichkeiten der preußischen Statistit.-Wie dem auch sei, jedenfalls hat / der Lehrer ein Einkommen unter 750 Mart, beinahe 3/5 ein solches zwischen 750 und 1200 Mart, und nur der Rest ein solches von über 1200 Mark. Wie für die Militärvorlage Stimmung gemacht wird, darüber wird uns aus hoch ftra ß bei Woers gemeldet: Von den hiesigen Liebhabern des Ordnungsbreis ist speziell für Hoch- Emmerich ein Mann gemiethet, der von Haus zu Haus mit einer Liste für die Militärvorlage geht, in die, wenn der Inhaber der Wohnung nicht daheim ist, Die genaue Bahl der städtischen Lehrer ist nicht andie Frau den Namen ihres Mannes eintragen kann. Der gegeben; nach einer Bemerkung, daß die Zahl 10 216 rund Unterschriftensammler giebt vor, von der Regierung" die Sälfte sei, fann man sie auf 20 500 annehmen. geschickt zu sein, was natürlich nur ein grober Frrthum Bon diesen hatten, gleichfalls inklusive der staatlichen sein tann. Da, wie überall, unter den oberen Behn- Alterszulagen und ohne Einrechnung der Wohnung und tausend in Hochstraß und Umgegend kein Nothstand Feuerung: herrscht, meint man hier, dem geduldigen deutschen Michel die Lasten der neuen Militärvorlage schon noch zumuthen zu dürfen. 89 2 Lehrer ein Einkommen bei 854 1544 800. " " " 800 von 801-450 451-600 601-750 751-810 # " " " " " 811-900 a " " " W " 2306 2220 901-1050 1051-1200 Also im Ganzen hatten 8788 Lehrer, 1/3 der Lehrer in den Städten, ein Einkommen unter 1200 Mart. steigen. Vom Nothftande. In dem soeben erschienenen Be re waltungsberichte der Stadt Magdeburg 1518 für 1891/92 wird u. a. ausgeführt wir zitiren nach der Magdeburgischen Beitung", die ungünstige wirth chaftliche Lage habe sich im Berichtsjahre noch versch är ft; insbesondere sei das Baugewerbe, wie in anderen Großstädten, im Niedergange begriffen, wenn auch der Rück- Dagegen hatten nach dem Etat für 1891/92 die sechs gang der privaten Bauthätigkeit durch den schnellen Fort Ranzleidiener und Portiers im Hofamt 1200-1800 m. gang der umfangreichen städtischen Bauten für den Schlacht Gehalt, die neun Botenmeister, Kanzleidiener und Portiers und Biehhof, die Kanalisation, den Hafen, die Sudenburger im Bureau des Staatsministeriums 1200-1800.; Krankenanstalt, das neue Generalfommando, das neue ebenso viel die zwei Kanzleidiener der General- Ordens städtische Geschäftshaus und einige Schulen einigermaßen fommission, und zwei Diener beim Staatsarchiv in Berlin; ausgeglichen worden sei". Er erörtert dann den Rothstand 1000-1500 M. hatten neun Archivdiener in den Provinzen, im Winter 1891/92 und die Nothstandsarbeiten, und so fort. Subalternbeamte in den Bureaux und Kanzzu denen sich 2157 Personen gemeldet hätten, von welchen jedoch leien, zu denen man hauptsächlich Militäranwärter nimmt, nur 1734 in Arbeit getreten feien; 1824 hiervon seien verheirathet haben ein Minimum von 1800 M. und können bis 5400 M. gewesen und hatten im ganzen 3268 Kinder zu ernähren. Dem Berufe nach waren es überwiegend gewöhnliche Arbeiter, dann Bauhandwerker; minder zahlreich waren andere Hand werksleute vertreten. Die Arbeiten nahmen von Ende Fe bruar an wesentlich ab und wurden Ende April ganz einstellt; die Gesammtzahl der geleisteten Arbeitstage betrug rund 97 000, der Aufwand rund 165 000 M. Wenn wir ferner erfahren, daß 25 053 oder 55,4 pCt. der gesammten Wohnungen nur ein, 10 488 oder weitere 23 pCt. nur zwei heizbare Wohnräume hatten, daß für Wohnungen mit nur einem heizbaren Zimmer eine Miethe bis zu Unternehmergewinn und öffentliche Gesundheits200 M. gezahlt wird( eine gewiß bedeutende Höhe der pflege. Am 14. Februar interpellirte der Abgeordnete Miethspreife," bemerkt dazu die Magdeburger Beitung"), Senffardt im preußischen Abgeordnetenhause daß ferner wohl zwei Drittel der Bevölkerung ein Einkommen unter 900 W. besaßen, so zeigt sich auch wegen der Verunreinigung des Elbwassers M. bei Magdeburg. Seyffardt führte aus, daß das hier wieder, daß die Arbeiterpresse teinen Strich zu viel durch die Abwässer der zahlreichen Salzmacht bei ihrer offenherzigen Elendmalerei. Rali Bergwerte, Buderfabriken, BraunOhne Frage muß ein Voltsschullehrer nicht nur mehr wissen und mehr leisten, wie ein solcher Subalternbeamter, sondern hat auch eine viel größere moralische Berantwortung; in seiner Hand liegt die Zukunft des Volkes, das ja seiner Erziehung anvertraut ist. Ein Staat, welcher diesen Leuten ein niedrigeres Gehalt anweist, nicht nur wie solchen Subalternbeamten, sondern sogar wie Portiers und Dienern, beweist damit offenbar, wie wenig ihm an der Bildung des Volkes liegt. Als höheren Ule darf man wohl folgenden Utas be- tohlengruben verunreinigten Elbwassers auch nach einer zeichnen, der einem Bürger des bayrischen Städtchens Filtration zu häuslichen Zwecken anerkanntermaßen unWiesentheid zuging. Das famose Schriftstück lautet: " Wir eröffnen Ihnen, daß durch Beschluß des Ausschusses vom 12. 6. M. Ihr Ausschluß aus dem Verband der frei willigen Feuerwehr Wiesentheid beschlossen wurde, da die freiwilligen Feuerwehren des Königreiches Bayern unter dem Protettorate Sr. Maj. des Königs und in Stellvertretung Gina war von dieser Nachricht betroffen, mehr als die Sache es zu rechtfertigen schien. Kennt Repin den Grund für den polizeilichen Besuch?" " Durchaus nicht. Es wurde ihm nichts gesagt, und er weiß nicht, wie er errathen soll, woher es fommt, ebenso wie wir alle," antwortete Gregor. " Dann glaube ich es zu wiffen," sagte Sina. In der That!" Ueber die Wolfenkukuksheimerei, welche die Geldsacksparteien jüngst im Deutschen Reichstag verübten, urtheilt ein schweizerisches Blatt, der St. Gallener Stadt- Anzeiger", wie folgt: Im Deutschen Reichtag haben sich die Herren Abgeordneten fürzlich über den Sozialismus überhaupt und den sozialdemokratischen Zukunftsstaat im besonderen vier Tage lang herumgestritten. Glückliches Volk, das deutsche, dessen Ver treter nichts Dringenderes und Wichtigeres zu thun wissen! Was würde man bei uns in der Schweiz sagen, wenn unsere Nationalräthe vier Tage über derartige Dinge hin- und herreden würden? Doch, das ist bei uns einfach undenkbar. Für solche Diskussionen haben wir ja die Vereine, Versammlungen und Vorträge, die Zeitungen und Zeitschriften; in den Rathsfälen dagen handelt es sich nicht um Theorien, sondern um praktische Dinge, um einzelne, bestimmte Gefezesvorlagen, Berwaltungsangelegenheiten u. dgl. Interessant war übrigens die Debatte im deutschen Reichstag gleichwohl. Allerdings nicht sowohl ihres Inhaltes wegen, denn der war nichts weniger als neu und originell, so daß wir in der That nicht begreifen, wie so viele liberale und fonservative Zeitungen unseres Landes ihre Spalten tagelang damit füllen mochten. Dieselben müssen furchtbar arm sein an Stoff, entfeglich verlegen um Diskussionsgegenstände, daß sie ihren Lesern diese abgenagten Knochen vorfesten. Das Interessante, das diese Reichstagsdebatte bot, liegt unferes Erachtens vielmehr in einer ganz anderen Richtung. Und zwar erstens darin, daß der Reichstag eben, wie schon gefagt, einer solchen Diskussion vier volle Tage widmen fonnte, während so viele andere Fragen von höchfter Dringlichkeit schon so lange der Berathung harren. Muß man da nicht auf den Verdacht verfallen, der deutsche Reichstag habe entweder nicht die Fähigkeit oder dann nicht den Willen, diese anderen dringenden Fragen zu behandeln und zu erledigen, und gebe sich darum mit solchen theoretischen Grörterungen ab, bei denen praktisch absolut nichts heraustommt? Ja, liegt nicht, wenn man die Sache weiter über legt, der Berdacht nahe, man wolle auf diese Weise bie Aufmerksamkeit des Boltes, der Bürger und Wähler von etwas anderm abe Ienten? Und da nun zur Zeit die neue Militärvorlage unbestreitbar bie allerwichtigite, ja in gewiffem Sinne die einzig wichtige Angelegenheit ist für den deutschen Reichstag und das deutsche Bolt, fo fann man fich taum des Verdachtes erwehren, daß diese Debatten über die Sozialdemokratie und den sozialdemo fratischen Zukunftsstaat nur darum so lang fortgesponnen und so breitgeschlagen wurde, um dabei für die Militärvorlage im Trüben fischen zu können. Denn es muß doch einleuchten, daß auf diese Weise die innere" Gefahr so recht ins Grelle gemalt werden konnte. Und das hat natürlich für die Regierung und die regierungstreuen Parteien einen großen Werth, nachdem vor kurzem die äußere" Gefahr so eindringlich geschildert worden war. Denn je mehr die Leute Angst bekommen vor der Menge der Feinde, welche den deutschen Staat von außen und von innen bedrohen, besto weniger werden sie sich mehren gegen eine Verstärkung der Regierungsgewalt durch Vermehrung der Soldaten, Flinten und Kanonen. In diefem unserm Urtheil über die Bedeutung und Tragweite der Soziali fiendebatte im Reichstag tann uns die Thatsache, daß Eugen Richter, der Fahrer der freisinnigen Oppofition gegen die Militärvorlage, auch der Führer im Niede fampf gegen die Sozialdemokratie war, nicht irre machen. Richter ist zwar ein gefcheidter Stopf, soweit es sich um Verwaltungsfragen und parlamentarische Angelegenheiten handelt; aber in sozialen Dingen ist er so zurückgeblieben, huldigt er so veralteten manchesterlichen Anschauungen, wie wohl fein einziger unserer National. und Ständeräthe. Und was nun speziell die Sozial demokratie betrifft, so ist er derart auf die Bekämpfung der felben versessen, daß man ihm nur den Sozialdemokrat im Gütterli zu zeigen braucht, um sicher darauf rechnen zu können, daß er alles andere vergißt, um sich sofort mit Aufbietung aller Kräfte auf dieses Angriffsobjekt zu werfen. E3 will uns daher scheinen, irgend ein Schläuling aus regierungsfreundlichen Kreisen sei auf ben Gedanken verfallen, eine Sozialistendebatte ju ver anlaffen, um Den Sozialistentodter Eugen Richter zum Führer der vereinigten Ronservativen und Liberalen gegen Die Sozialdemokraten zu machen und so die Waffer der öffentlichen Meinung auf die Mühle der Re gierung und ihrer Militärvorlage zu leiten. Jedenfalls hat bie Debatte teine andere Wirkung gehabt, als diese, und konnte teine andere Wirkung haben, als diese. Denn es wird doch niemand glauben, daß auch nur ein Sozialdemokrat durch solche Debatten befehrt werde? Jm Gegentheil, die Sozialdemokraten werden sich ganz einfach fagen: Wenn unsere Partei für so wichtig gehalten wird, daß man thretwegen alles audere vernachlässigt, ja sogar alle Partei- Unterschiede vergißt und sich zum gemeinsamen Kampfe gegen uns zusammenschließt, dann find wir offenbar eine Wacht, eine gewaltige Macht, vor der Thron und Altar er zittern. Und so werden auch hier die Sozialdemokraten die einzigen sein, welche dauernden Gewinn aus dieser Redeschlacht ziehen werden. brauchbar set. Die furchtbare Gefahr beim Ausbruch einer Seuche( Cholera) läge tlar zu Tage, der Genuß des Elb waffers schädige die sanitären Zustände auf's ernstliche. Der Minister für Sozialreform, Herr v. Berle psch ertannte von vornherein an, daß das Elbwasser zum Trinkwasser sich nicht eignet. Ein Einschreiten dagegen mit gefeßlichen Mitteln, erklärte er sodann, würde die Existenz großer Industrien gefährden; indeffen werde bie Regierung nach Möglichkeit eine Verständigung fördern, die den Interessen der Industrie und Magdeburgs gerecht werde. Am besten sei es, wenn die Stadt Magdeburg ihren Wasserbedarf nicht mehr aus der Elbe dece, sondern ihr Trinkwasser aus einem Quellengebiet mit Grundwasser beziehe. Mit welch zarter Schonung die Interessen der Unternehmerschaft, die in diesen Bezirken glänzendste Ges schäfte macht, geschont werden, ist gar erbaulich zu hören. So lange die Wasserversorgung Magdeburgs die alte bleibt, Die ganze Komit dieser Zukunfts- Nebeldebatte kommt Es ist mit den Dubrawnik'schen Verhaftungen ver wird trotz aller Gebote und Grundsäge der Hygiene übrigens erst dann zum Verständniß, wenn wir bedenken, knüpft. In ihrem Briefe ist eine unbestimmte Bemerkung, die Volksmaffe zum Genuß gesundheitsschädlichen Trink- daß die nationalen Parteien", die 1866 und 1870 unter deren Bedeutung ich bis jetzt nicht herausfinden konnte. waffers gezwungen. Denn die Industriellen dürfen nicht die Bismarck'schen Rockschöße trochen, nach der WiederSie erwähnen die Verhaftung von Nowokowsky, eines Ad- geniret" werden, ihr Ruin", ruft schmerzlich bewegt der geburt" Deutschlands nicht Worte des Hohns finden konnten, vokaten, zu dem Repin, glaube ich, in freundlichen Be- Bimetallist Arendt, muß verhütet werden. Wären nicht scharf genug, um die unpraktische Wolfenfufufsheimerei" ziehungen stand, und fügen hinzu, daß ich in erster Linie die Industriemagnaten die Herren im Hause, so gäbe es des Frankfurter Parlaments zu geißeln, das über Pandect I" warnen müsse. Jch fonnte nicht heraus nur die Alternative: entweder die Gesetzgebung zwingt die feine Träumereien die Wirklichkeit vergessen! Und nun bekommen, wer mit diesem Spitznamen gemeint sein sollte. Brunnenvergifter durch gute, großartig angelegte machen diese Realpolitiker eine noch verrücktere Wolkens Jezt vermuthe ich, daß Repin gemeint war. Mit dem Einrichtungen( Klärung u. s. w.) die Abwässer unschädlich fukuksheimerei als weiland die Frankfurter Traumsimpel". lebereifer ist es immer so." zu machen und die Trinkbarkeit des Elbwassers zu sichern, Apropos, da der St. Gallener Stadtanzeiger" von " Sie hätten aber keine Beit gehabt, ihn zu warnen, mögen auch die Kure und Attien einige Prozent weniger befehren" spricht wir erhalten täglich Buschriften von selbst wenn Sie's errathen hätten", sagte Andrej. Der abwerfen, oder die Wasserversorgung Magdeburgs und aller Leuten, die durch die Richter'sche Spar- Agnes bekehrt worden Befehl, bei Repin eine Haussuchung zu veranstalten, ist ähnlich gefährdeter Orte wird gut geregelt durch rasche Erfind augenscheinlich telegraphisch ertheilt worden. Da ihm schließung neuer Quellengebiete, unter angemessener Heranübrigens nichts lebles zustieß, müssen wir uns deshalb ziehung der zahlungsfähigen Kapitalisten zu den Anlage Nach preußischem Muster handelt die hams toften. So aber wird weiter gewurstelt", bis eine Seuche burgische Regierung, wenn sie das im übrigen gesetzlich Es ist wahr. Ich fürchte aber, daß das noch nicht wie die Hamburger von 1892 ihre graufige Ernte hält. verbotene Glücksspiel für sich monopolisirt und aus ihm das Ende ist. Nowotowsky hat sich bei erusten Angelegen- Dann werden unsere Geheimräthe vielleicht sich entschließen, immer reichere Gewinne herauszuschlagen sucht. Bekanntheiten betheiligt. Dies fann auch zu irgend einer Zeit ent- eine Neuordnung-in Erwägung zu ziehen." lich ist das Hazardspiel als Lotterie staatlich organisirt, beckt werden, und bei Repin wird wieder eine Haussuchung und die Budgets verzeichnen unter den Einkünften die Gr stattfinden, und vielleicht mit ernsteren Folgen. Wir Pindter definirt die Religionsfreiheit. Wir haben trägnisse der Blödsinnssteuer, zu welcher die kleinen müssen ihn warnen, sich nicht in eine falsche Sicherheit ein bereits die vorgeftrigen Erklärungen des Kultusministers Leute den Hauptantheil beitragen. In dem vom Hams zulullen." Bosse im preußischen Abgeordnetenhause erwähnt, aus burger Budgetausschuß herausgegebenen Bericht zum Staatsdenen mit logischer Bestimmtheit hervorgeht, daß Gewissens haushalt 1893 wird zu dem Bosten Hamburger Lotterie", zwang eigentlich Gewissens freiheit sei. Heute fommt mit einer Einnahme von 1870 000 M., bemerkt:„ Bei der Bindter mit einem langen Artikel, um dem Kultusminister so nöthigen Bermehrung der Einnahmen zu sekundiren. Wenn Pindter etwas zu beweisen sucht und Ides Hamburgischen Staats glaubt der Ausschuß eine Ver. nicht sehr beunruhigen." Da es unsicher war, zu Repin hinzugehen, tam man überein, daß einer von ihnen Krivoluzky besuchen und es durch ihn sagen lassen sollte. ( Fortsegung folgt). zur Sozialdemokratie. nt e h ru n c\ d e r Loose anrescil zu sollen. Bei der gejzen, rvärtig nicht zu befriedigenden Nachfrage nach Hamburger Loosen dürfte die Unterbringung einer vergrößerten Anzahl derselben keine Schwierigkeiten machen, es darf auch auf vor nicht langer Zeit in Preußen beliebte Maßnahmen in dieser Beziehung hinaewiesen werden." Nun steht es fest, daß ein außerordentlich hoher Brnchtheil der Hamburger Loose im A u 8 l a n d e, V. h. außerhalb Hamburgs, vor allem in Preußen, abgesetzt wird. Und so wenig wir an der bluthcnweißeu Unschuld der Hamburger Säckeinieister und Finanzgewaltigcn den leisesten Zweifel hegen,— denn selbstverständlich wissen sie nichts davon, daß die Hamburger Loose, denen das preußische Gesetz den Eintritt wehrt, die schwarzweißen Grenzpfähle als Schmuggelwaare Yassiren— so ist an dieser Thatsache trotzdem nicht zu rütteln. Wie sollte man die während der Cholera- Epidemie so glänzend bewährte Staatsweisheit nicht bewundern, welche achrlos an den gefüllten Feuerfesten der Patrizier, der Rheder, Importeure und Börsenherren vorüber geht, anstatt durch eine einschneidende Einkommensteuer« Politik den Staats- finanzen zu Hilfe zu kommen.— Aus de« russischen Geheimpapieren. Wie die russische Regierung im Auslande arbeitet, ist durch die Ent- hüllungen des ehemaligen Dolmetschers der russischen Gc- sandtschaft in Bukarest, Jakobsohn's, urkundlich dargethan worden. Unsere Leser sind über die Zetteleien des Zarismus, gerichtet gegen Bulgarien, eingehend unterrichtet worden. Kürzlich sind die Aktenstücke in Buchform veröffentlicht wor- den. Das Schriftchen enthält auch Beiträge zur Tbätigkeit der russischen Beauftragten in Bosnien und Rumänien. Nur Eines sei ohne weitere Erläuterung mitgetheilt: Chifsrirtes Telegramm des Chefs des Asiatischen Departements in Petersburg an den kaiserlichen Geschäftsträger in Bukarest vom L3. Dezember 1883:„Der Borsitzende der Slavischen Wohlthätigkeits- Gesellschaft in Petersburg hat an den Direktor der Staatspolizei das Ersuchen gestellt, die Agenten der Staatspolizei mögen den Bulgaren zur Entfer- nnng des Prinzen von Koburg aus dem Fürstenthum und zur Beseitigung der dortigen Machthaber Beistand und Hilfe leisten. DiealsrussicheFischerverkleideten, nachBulgarien entsendeten Agenten der Geheimpolizei haben den Slaalsralh Durnmvo benachrichtigt, das» sie nach genauer Be- sichligung der R u st schuk-Barna» Eisenbahn die Sta- tionTschukur-Tschiflik als sehr geeignet befunden haben, um dort eine Zugentgleisung hervorzu- rufen. Indem Durnowo mich von dieser Thatsacke benach- richtigt, bringt er zu meiner Kenntnis, daß die ihm unter- geordneten Agenten, welche diese Thal vollbringen können, sich in Ismail befinden, und im Falle, daß es notbivendig sein sollle, in Rnstschuk als russische Fischer eintreffen können. Infolge dessen ersuch« ich Sie geehrter Herr, den zur Aus- führung dieser That bereitwilligen Per- fönen zu erklären, daß S p r e n g st o f f e, fo,v,e der Plan des Ortes ihnen zur bestimmten Zeit von unseren Fischern nach Rustschuk gebracht werben wird, was Sie auch dem Gendar- meriechef in Ismail mitzutheilen haben."— Italien. Der Eindruck des G r i m a l d i' s ch e n Budgets ist der denkbar ungünstigste. Die Kommer gab dem Herrn Fiuanzminister ihre Mißachtung dadurch zu er- kennen, daß sie ihn seine„große Finanzrcde" vor leerem Haus halten ließ— in der italienischen Kammer etwas Unerhörtes. Daß das Budget mit seinem Ueberschuß— auf dem Papier der reinste Schwindel ist, darüber herrscht unter allen Parteien nur eine Meinung. Aber auch darüber herrscht Einstimmigkeit, daß Herr Grimaldi vor den Untersuchungsrichter gehört, nicht aber in ein Mini- sterium. Herr Grimaldi steckt nämlich bis über die Ohren in dem Schmutz des„italienischen Panama"; und daß Herr Giolitti, der italienische Minister- Präsident, sich mit seinem Finanzminister solidarisch erklärt hat, und mit Klauen und Zähnen gegen die Nieder- setzung einer parlamentarischen Untersuchungskomnnssion ankämpft, hat nicht zur Wirkung, daß Grimaldi in besserem, sondern daß Giolitti in schlechterem Lichte erscheint,— daß der Verdacht gegen ihn und die übrigen Minister sich mächtig gestärkt hat. Die parlamentarische Lage ist in Italien unhaltbar Seworden; der Strom des Skandals und der öffentlichen mtrüstung schwillt mehr und mehr an, und das schwache Ministerium Giolitti wird bald bei Seite geworfen oder weggeschwemmt sein— weggeschwemmt vielleicht auf die Anklagebank.>— Das Bindeglied zwischen dem französischen und dem italienischen Panama lst jetzt gefunden worden. Es heißt TriSpi. Unter den Papieren Reinach's hat man einen ausgedehnten Briefwechsel mit dem„italienischen Bismarck" gesunden. Die Aktenstücke sind bei den Panama- Prozeßakten und werden bei den im März(vom 6. März an) bevorstehenden Verhandlungen gegen die parlamentari- schen„Panamiten" gewiß nicht unter dem Scheffel ver- bleiben; und sehr bedenkliche Streiflichter dürften auf das Treiben in Italien fallen.— Der Kongres, der französischen Arbeitsbörsen hat folgende Fragen zu verhandeln: 1. Aenderung der Statuten des Arbeitsbörsen-Verbandes. 2. Beziehungen der Arbeitsbörsen zu den Gemeinden; obligatorische Gründung von Arbeitsbörsen überall da, wo die Gewerkschaften es verlangen; 8. Gründung einer allgemeinen Streikkasse und von Lokal- lassen durch die Arbeitsbörsen; 4. Unbedingte und vollständige Uebertragung der Stellen- vermittelung an die Arbeitsbörsen und Gewerkschaften; S. Allgemeine Organisation der Gewerkschaften und Fach- vereine; Schaffung von gewerkschaftlichen Verbänden; 6, Organisation der Feier des 1. Mai durch alle Gewerkschaften; 7. Vereinigung sämmtllcher ftanzösischen Gewerkschaften und Arbeitergruppen zur Beschickung des allge- meinen Gewerkschafts-Kongresses, der im Juli dieses Jahres zu Paris tagen wird; 8. Beschaffung von Geldmitteln durch die Departements und die Gemeinden zur Unterstützung der Arbeitslosen, welche den Aufenthalt wechseln wollen; Verwaltung der betreffenden Geldmittel durch die Arbeitsbörsen; 9. Gründung eines monatlichen oder vierteljährlichen Verbandsorgans. Nach den letzten Berichten war man gestern bis zum sechsten Punkte gelangt und hatte sich betreffs aller Fragen Einmüth, gleit herausgestellt. Der Kongreß wird heute ge- schloffen.— Diebe iibernll. Nüch dem Panamaskandal in Paris, dem Bankskandal in Rom, der Eisenbahnskandal in Lissabon! Bei der Verwaltung der p o r t u a i e s i- schen Staatsbahnen sind große U n t e r s ch l e i f c aufgedeckt worden. Zuerst hieß es, die Gerichte würden einschreiten, die öffentliche Kritik zerzauste die hochgestellten Ehrenmänner, die sich an Staatsgcldern vergriffen, aber bald ebbte die erregte Flnth. Jetzt schreibt der gut unter- richtete Lissaboner Berichterstatter der Münchener„Allge- meinen Zeitung":„Plan kann schon heute mit ziemlicher Sicherheit voraussehen, daß es angesichts der delikaten Natur der Sache, und bei der hohen Stellung einiger B e t h e i l i g t e r zu diesem Aeußersten nicht kommen wird."„Delikat" ist jede Angelegenheit, bei welcher die Verderbniß der herrschenden Klassen enthüllt wird, und es ist„staatsmännisch", jeden Skandal zu vertuschen, der einflußreiche Vertreter jener Klassen an den Pranger stellt. Diese Politik ist keineswegs eine portugiesische Eigenart.— Die neue Homerulebill G l a d st o n c's stimmt im wesentlichen mit seiner ersten Homerulebill überein, die er 1886 einbrachte und die ihm sein Müiisicrportefeuille kostete. Die Grundzüge sind genau dieselben, die Aenderungen meist Abschwächungen, um die Opposition zu entwaffnen. Dieser Zweck ist freilich nicht erreicht worden. Dw Stärke der prinzipiellen Opposition, wir meinen die Op- Position derer, die überhaupt keine Aenderung des Ver- hältnisses zwischen Irland und dem übrigen„Reich"(Empire) wollen,— liegt darin, daß die große Mehrheit der Vertreter von England, Schottland und Walles gegen die Homerule in jeder Gestalt ist. Dies giebt den konservativen und liberalen Unionisten(Anhängern der Union— der Verbindung mit Irland) ihre geschlossene.Kraft, während das Ministerium Gladstone nur dank der- Unterstützung der Jrländer eine Majorität hat. Die Opposition ist deshalb auch sieges- gewiß und geht, wie wir den Telegrammen entnehmen, dem Ministerium mit großer Heftigkeit zu Leibe. Ueber den Ausgang des Kampfes läßt sich noch nichts voraussagen. In einem Punkt hat Gladstone bis jetzt einen Erfolg ge- habt, die orthodoxen Parnelliten haben sich, wenn auch nicht unbedingt, für die Vorlage erklärt. Was die Vorlage selbst betrifft, so ist sie, wie wir gestern schon hervorhoben, nichts weniger alz demokratisch. Sie ist ein Kompromiß mit dem Bestehenden und hat alle Blängel eines Kompromisses. Der Kardinalfehler ist die un- geschickte Regelm, g dcsVerhältnissesderJrländer zudem Reichs- parlamcnt. Sie sollen ihre eigene Vertretung haben, zu- gleich aber auch im Reichsparlament sitzen— allerdings in verminderter Zahl— und zwar als Parlamentarier zweiter Klasse, die nicht witzustimmen haben in allen das übrige R e i ch ausschließlich betreffenden Angelegenheiten. Es ist dies eine, obendrein praktisch kaum zu verwirklichende Anonialie, die daraus entspringt, daß Gladstone sich nicht entschließen konnte, England, Schottland und Wales mit Irland gleichzustellen, jedem dieser vier Landestheile eine besondere Vertretung— nach Art unserer Land- tage— und allen vier zusammengenommen ein gemeinsames Parlament— nach Art unseres Reichstags— zu geben. Gelingt es ihm, die jetzige Homerulebill wenigstens in ihren Hauptbestimmungen durchzusetzen, so ist eine Reform, wie die oben angedeutete, unabweisbar und nicht aufzuschieben.— Panama in de« Bereinigten Staaten. Charles de Lesseps hat bekamulich vor dein Pariser Untcrsuchungs, richter erklärt, es sei seiner Zeit einem aus amerikanischen folitikern, Kongreßmitgliedern und Bankiers bestehenden omitce seitens der Panamakanal-Gesellschaft ein Kor- r uptionsfonds von 2 400 000 Dollars zur Ver- fügung gestellt worden. An der Spitze des betreffenden Komilees stand der ehemalige Marinemimster Richard W. Thompson, der von dem alten Lesseps selbst mit einem Jahressalair von LS 000 Dollars enaagirt worden sein soll, um die Interessen der Kanalgesellschaft in den Ver- einigten Staaten gegenüber denjenigen der Nicaraguakanal- Gesellschaft wahrzunehmen. Das Repräsentantenhaus des Kongresses hat nun einen Ausschuß ernannt, der die Angelegenheit hinsichtlich Verwcnoung des amerikanischen Korruplionsfonds untersuchen soll. Bei dieser Untersuchung wird— eine Krähe hackt der andern kein Auge auS— nichts oder so gut w,e nichts hcrausspringen. Das nord- amerikanische Parlament ist ein solcher Klüngel kapitalistischer Gruppen, eine so festgeschlossene Vereinigung von Agenten der Eijenbahngesellschaften, Ringe und Trusts, die Käuflich- keit der Stimmen ist eine so selbstverständliche Einrichtung, daß dieser Bestechungssonds nur als eine Geschäftspraktik unter vielen erscheint.— Varlamenkartsikxes. ?u heutiger Sitzung der Militärkommission wendete steh ie der(ultr.) gegen die gestrige Rede des Reichekanzlers, namentlich gegen dessen Aeuherung, daß es u n l o g i s ch sei, von einer„Einführung der zweijährigen Dienstzeit im Rahmen der gegenwärtigen Friedenspräsenz" zu sprechen. Herr Lieber will nicht als„unlogischer" Kopf gelten; er meint, es gebe viele Leule, die lieber für schlecht als für dumm angesehen werden wollen. Der Antrag Rickert genüge nicht, um die für beide Seilen— Reichstag und Regierung— nölbige Gewährschafl zu bieten, die er m i t B e n n» g f« n für geboten erachle.— Die Regierung balle die Vermehrung des Heeres für die Hauptsache uud die 2jährige Dienstzeit als Mittel zur Erreichung dieses Zweckes. das Zentrum halte die Einführung der 2 jährigen Dienstzeit für die Hauptsache und die Truppenvermehrung nur als nöthigen organischen Ausgleich sür die Ausrechterhaltung der gegen- »värtigen Friedensstärke. Das Zentrum hätte also eigentlich einen dahtn zielenden Gesetzentwurf einzubringen; nach den schroffen Albweisungen seitens der Regierung sei dazu aber jetzt keine Möglichkeit. Als Ausgleich für die längere Dienstzeit der Kavallerie und reitenden Artillerie bei der Fahne schlage er vor, die Mannschaften dieser Waffengattungen ein Jahr weniger in der Landwehr ersten Aufgebots dienen zu lassen. v. Hammerstein bedauert, daß das Zentrum seine Vorschläge nicht gleich sormulirt vorgelegt habe. Er ist kein Freund der zweijährigen Dienstzeit, will sie aber als eine Art„nothwendiges Hebet" für die Verstärkung der Wehrkraft mit in den«auf nehmen. Auch vom voltSwirthschastlichen Standpunkt aus sei die l» n g« r e Dienstzeit der kürzeren vorzuziehen! Die konservative Partei sei nicht in der Lage, sich auf eine gesetzlich« Festlegung der zweijährigen Dienstzeit einzulassen. General von Goßler berichtet über die militärischen Versuche, die betreffs Durchführung der zweijährigen Dienst. zeit seit 188, gemacht wurden. Es ser von 81 Stellen Bericht erstattet worden, davon hätte» sich 10 dagegen ausgesprochen. Diese sahen die Verbesserung der Armee vielmehr in der volle» Durchführung der dreijährigen Dienstzeit(also Beseitigung des Systems der Dispositionsurlauber) u n d in Vermehrung der Truppcnzahl; 21 Stellen sprachen sich g ü n st i g aus und machten die Vorschläge, die jetzt in der Gesetzes- vorläge niedergelegt sind; diese Stellen berichteten, daß Aus- bildung und Disziplin befriedigend waren und nur die Schießübungen etwas an Ueberstürzung gelitten hätten. Dr. B>-l h l vertherdigt mit großem Eifer die gestrigen Aus- führungen v. Bennigsen's, Haußmann(Bolksp.) vertritt den R i ck e r t'schen Autrag. Dem Antrag Bebel uud Gen. auf gleiche Dienstzeit für alle Waffengattungen, zu dem er sich seine Stellung noch vorbehalte, feie» von niililänscher Seite so gut wie gar keine technischen Gründe entgegengesetzt worden. Er stellt deshalb die bestimmte Frage an die Militär- Verwaltung: welches sind die militärisch» t e ch- » i s ch e n Gründe, welche die Einführung der zwei- jährigen Dienstzeit bei den berittene» Truppen angeblich unmöglich machen?— Aus den Mittheilungen des Generals v. Gabler gehe hervor, daß die Ausbildung der Truppen bei der dreijährigen Dienstzeit unbefriedigend ist, daß daher bei der zweijährigen Dienstzeit nicht so zu sagen von einem Geschenk der Regierung an das Volt die Rede sein könne, es sich vielmehr bei der Dienstzeitverkürzung durchaus um ein selb- ständiges Interesse der Militärverwaltung handele. General v. Goßler antwortet auf die Frage Haußmann's nach den militärischen Gründen für Nichtherabsetzuag der Dienstzeit für die Reilerei, diese lägen in der Unmöglichkeit, dre Pferde in zwei Jahren abzurichten. Eine Kavallerie, die nur auf zugerittenen Pferden reiten lerne, nicht aber auch auf un- gerittenen Pferden, sei eben keine Kavallerie. Die dreijährige Dienstzeit sei das Minimum für die Reiterei. Um diese ganz und gar unzureichende, nichtssagende Antwort etwas zu„würzeil", leistete der Herr General sich den Scherz, zu behaupten, die schweizerische Kavallerie reite auf den Pferden, die unter Aufsicht der Fremdenführer von den Touristen geritten werden! v. Komier owsky(Pole) theilt mit, daß er und sein Fraktionskollege vorläufig gegen alle Anträge stimmen werden. Freiherr v. Friesen(sächs.-kons.) vertheidigt den Parade- drill jegen Bebel, die Parade sei eine„geistige Ausbildung" für den Mann. Er erzählt aus seiner Militärlaufbahn, daß er vor 32 Jahren auch von der Ansicht ausgegangen sei. daß alles Paradcmäßige zu beseitigen fei, dafür habe man ihm den Vor- ivurf gemacht, den man heute auf politischem Gebiete gegen ihn erhebe, nämlich, daß er demagogisch vorgehe. Nach seiner Ueberzeugung habe die Armee heute nichts ZopfinähigeS mehr au sich. Durch einige Geschichten aus den Jahren 18KS und 1870/71 sucht er den Nachweis zu führen, daß nur langgediente Kavalle- rillen im Kriege brauchbar seien. Zum Schluß bittet er die Opposition gar beweglich, doch der Negierung, die den Wünschen des Volkes ia so weitgehende Zugeständnisse mache, auch die unbedingt nothwendigen Kompensationen zu bewilligen. Die bis jetzt vorliegenden Vermittelungsvorschläge seien sur ihn unan« nehmbar, die Bennigsen'schen mindestens noch verfrüht. Schluß der Sitzung 1 Uhr. Nächste Sitzung morgen Vormittag Vell Uhr. Die Kommission deS Reichstag« für den Gesetzentwurf über die Abzahlungsgeschäfte hat am Dienstag Abend die beiden ersten Paragraphen in folgender Fassung angenommen: § 1. Hat beim Verkauf einer dem Käufer übergebenen be- weglrchen Sache, deren Kaufpreis in Theilzahlungen berichtigt werden soll, der Verkäufer sich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen vom Vertrage zurückzutreten, so ist im Falle dieses Rücktritts jeder Theil verpflichtet, dem anderen Theile die empfangenen Leistungen zurückzugewähren. Eine entgegenstehende Vereinbarung ist nichtig. Dem Vorbehalte des Rücktritts steht es gleich, wenn der Ver- käuser wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Ver- pflichtungen krast Gesetzes die Auflösung des Vertrages verlangen kann. §2. Der Erwerber hat im Falle des Rücktritts dem Veräußerer die in- folge des Vertrages gemachten Aufwendungen, sowie benzenigen Schaden zu ersetzen, welcher durch«ine von ihm auö Vorsatz oder Fahrlässigkeit verursacht« oder von ihm zu vertretende Ver- schlechterung der Sache entstanden ist. Für geleistete Dienste, sowie für die Ueberlassung des Gebrauchs oder der Benutzung der Sache ist der Werlh zu vergüten. Eine entgegenstehende Vereinbarung, insbesondere die vor Ausübung deS Rücktritts» rechts erfolgte vertragsmäßige Festsetzung einer höherei, Ver- giUimg, ist nichtig. Auf die Festsetzung der Höhe der Vergütung finden die Vorschriften des§ 260, Absatz 1 der Zivil-Prozeßordnung entsprechende Anwendung. Weiter gehende Anträge, welche auch die Anrechnung des entgangenen Geschäftsgewinnes u. f. w. besonders zulassen wollten, wurden abgelehnt. Da auch für die Kommission eine zweite Lesung beschloffen ist. so darf die jetzige Fassung der beiden Paragraphen noch nicht als endgillig betrachtet werden. Die Kommisston zur Vorberathung der Wucheraesels- Novelle hat ihre zweite Lesung geschloffen und ihre Thäiigkert beendet. Sie hat nach lebhaften Debatten die Regierungsvorlage in ihren wesentlichsten Theüen angenommen. Die Anträge unserer Genossen in der Kommisston, ausdrücklich die Ausübung deS Retentionsrechts an der unrntbehr- lichen Habe, ferner die Ausbeutung der Nothlage des Einzelnen und der arbeitenden Klasse durch Arbeitsverträge durch besondere Zusätze als Wucher zu bezeichnen, wurden abgelehnt, weil die Regelung bei Retentionsrechts nicht in dieses Gesetz gehöre, und weil es einer besonderen Hervorhebung, daß auch ein strafbarer Wucher durch einen, zu niedrige Löhne enthaltenden Arbeitsvertrag geschaffen werden könne, nicht be« dürfe. Desgleichen wurde ihr Antrag, über AnUagen wegen Wucher durch— 16 Ml. Diäten beziehende— Laienrichter entscheiden zu lassen, abgelehnt. Die WahlprüfuugS-Kommtsstou des Reichstage» hat die Wahl des Abg. Grasen zu Stolberg in Rastenburg geprüft und beschlossen, zu beantragen, daß die Giltigkeitserklärung ausgesetzt und Beweiserhebung über die in den Protesten behaupteten That- fachen vom Reichskanzler augestellt werde. Vavkeinrick,rilk,kett. Eine eindringliche Warnung vor dem Textil- arbeiter Karl Kästner, zuletzt in Frankfurt a. M., richten die Parteigenossen dieses Ortes namentlich an die Genossen in Holland, wohin sich Kästner begeben haben soll. Näheres über die Angelegenheit ist durch den Vertrauensmann G. Meier in Frankfurt a. M., Katharinenpforte 11, zu er- fahren. »» Ei» amüsante» Beispiel' von der Konfusion, die unter unseren Gegnern über den Sozialismus herrscht bringt die„Schwäb. Tagwacht". Das in Stuttgart erscheinende ultra- montane„Deutsche VolkSblatt� veröffentlichte in der letzten Sonntagsnummer einen Arttkel gegen die Sozialdemokratte, auf dessen erster Spalte eS hieß:„Wir sind weit entfernt, nun einen großen Abfall im sozialdemokratischen Lager zu erwarten; dieser Erwartung giebt man sich auch nirgends in der Presse hin. Der Sozialismus ist eben keine Wissenschaft, wie die Führer prahlen, sondern eine Religion, so weit man von einer Religion ohne Gott sprechen kann." Aus der dritten Spalte desselben Artikels aber hieß es wörtlich:„Aber wie ge- sagt, der Sozialismus ist nicht b l o S ein« Wissenschaft, er ist ein« Religion, dt« des konsequente» sozialen Materialismus." Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 16. Februar. Opernhaus. Bajazzi. Vorher: Die Jahreszeiten. Schauspielhaus. Basantasena. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Der Hütten besitzer. Leffing- Theater. Heimath. Wallner Theater. Der Fall Clémenceau. 9 Kroll's Theater. Der schwarze Domino. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Gläubiger, von Strindberg. Familie Bont- Biquet. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Gardehusar. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Circus Renz. ( Karlstraße.) Donnerstag, den 16. Februar 1893, Abends 71/4 Uhr: Soirée équestre und Gr. Gala- Vorstellung. Ein strammer Sozialdemokrat ist an- 1 gekommen. 54/28 2. Ehlert u. Frau, geb. Daum. Unserem Freunde Wilhelm Schachow zu seinem heutigen Geburtstag ein donnerndes Hoch, daß die olle Dachlute wadelt. F. Z. A. E. 1. B. N. E. R. Versammlung 1351b Achtung, Maurer! Sonntag, den 19. Februar, Vorm. 10 Uhr: Gr. öffentl. Maurer- Versammlung Hippologischer Kongress v. 36 Bollin Joël's Salon, Andreasstr. 21. blutpferden, vorgef. von Dir. Fr. Renz. Konkurrenz- Schule geritten von Frl. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über das Verhalten der freisinnigen Stadtverordneten gegenüber der Baubudenfrage. 2. Stellungnahme in Husaren Uniformen. Mr. James und auf Holzplätzen beschäftigten Clotilde Hager und Frl. Oceana Renz der in Holzbearbeitungs- Fabriken zu der nächsten in Berlin stattfindenden Maurer- Konferenz. 3. Gewerkschaftliches. Das Erscheinen aller Maurer Berlins ist nothwendig. Fillis mit d. Schulpferde Markir. Zum Der Vertrauensmann. 1. Male: Jeu de la rose, Fantasie Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschéquestre von den Damen Frl. Clotilde lands. Berlin, Filiale 11. Nord. Hermann Jänisch, Kastanien- Allee 74. Hager und Frl. Edith. Zum Schluß Dienstag, den 21. Februar, der Vorstellung: Gin Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime auf das Glänzendste in Szene gefeßt v. Direktor Fr. Renz. Ueberraschende Licht- und Wassereffecte. Ballet von mehr denn 100 Damen. Großartiger in solcher Pracht noch niemals ge sehener Blumen- Corso 2c. Morgen: Vorstellung mit neuem Programm u. ,, Ein Künstlerfest". Billet- Vorverkauf an der Zirkuskasse u. ftraße 51a. Thomas- Theater. Einen Jux will u beim Invalidendant", Markgrafen er sich machen. Neues Theater. Toska. National- Theater. Preciosa. Alexanderplatz- Theater. Philippine Welser. Apollo Theater. Spezialitäten Fr. Renz, Direktor. Feen- Valast Abends 81/2 Uhr, im Vereinslokal Bergstr. 12. 242/5 Tagesordnung: 1. Vortrag der Frau der " Emma Jhrer( Belten) über 31/2 Monate Fabritarbeiterin." 2. Gewerk fchaftliches. 3. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. 4. Fragekasten. Der Vorstand. Frauen werden besonders hierzu eingeladen. Glas- Industrie. 174/6 Für sämmtliche in der Glas- Industrie Gr. öffentl. Versammlung Bäcker u. Konditoren Berlins u. Umg. Donnerstag, den 16. Februar 1893, Nachmittags 32 Uhr, bei Buggenhagen, Moritzplatz. • Zages Ordnung: Die Beschlüsse der Reichskommission. Referent: Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitations- Kommission. 128/5 beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen Frauenbildungsverein für Berlin u. Umg. findet am Sonnabend, d. 18. d. Mts., Abends 81/2 Uhr bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79, eine große öffentliche Versammlung statt. 1353b Alles Nähere durch Flugblätter. General- Versammlung Mittwoch, den 22. Februar, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Statutenänderung. 3. Bericht des Vorstandes über die Theater der Reichshallen. Spezia. Burgstr. 22, neben der Börje. Tanzlehrer- Verein Thätigkeit reins. des litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Vorstellung. Heute: Großer DoppelRingkampfen ,, Solidarität“. 156/8 Den Vereinsvorständen zur gefälligen gagements und Bestellungen an den Der Vorstand. Kenntniß, daß von jest ab alle En Achtung! Bildhauer. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Bildhauer Berlins Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- Gr. Spezialitäten Vorstellung. berzeitigen Vorsitzenden und nach dem stellung. Adolph Ernst- Theater. 3um 54. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. American- Theater. Novität! Novität! A Anf. 28 Uhr. Entree 50 Pf. Vereinslokal Annenstraße Nr. 16, zu am Donnerstag, 16. Februar, Abends 8% Uhr, im Lokale Moriz 332/ 5* richten sind. Richard Heinrich, Wienerstr. 61. Etablissement MorigBlas. Buggenhagen. Bla. Jede Uhr unter Garantie des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16. Tagesordnung: = 1. Vortrag über:„ Staat und Zukunftsstaat". Ref. Herr Dr. Lütgenau. foftet bei mir 2. Bericht des Delegirten zur Streit Kontrollkommission event. Neuwahl des au repariren Täglich: Juftemmental- Konzert. 1,50 Mk. felben und Erfahwahl zur Kommiſſion. 8. Wie stellen wir uns zu der vom Zentralverein für Arbeitsnachweis geplanten Zentral- Stellenvermittelung sämmtGroßer Frühstücks- u. Mittags-( außer Bruch) tifd. Spezial- Ausschank von Pahen- Rleine Reparaturen entsprechend billiger. licher Arbeiter Berlins? 4. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber bittet um zahlreichen Besuch hofer Lagerbier, hell und dunkel. Uhren, Gold- u. Silberwaaren An Sonn- und Feẞttagen Die Kommission. findet das Konzert in den beren C. Wunsch, D. Drantenplas Naunynr. 38, Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. 11. Säle für Versammlungen, Rommerse, Damen- Masken- Garderobe Festlichkeiten 2c. Der Dussel Gratweil's Bierhallen ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm- Ede Martin Bendix.) = Alfred Bender in seinem neuesten Driginalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassageKommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger fowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Gr. Frühüdts- u. Mittagstisch. 3wei Säle von M. Roussel, Skalitzerstr. 43. 116/ 20* Grosser Wiener Maskenball Sonnabend, d. 18. Febr., in Kliem's Volksgarten, Safenhaide 14/15. Arrangirt vom Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Arbeitsmarkt. Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Gef. a. Jaqu. vert. Hofrichter, Naunynftr. 82 I. 1354b Mädchen zur Erlernung des Wäschenähens verl. Breslauerft. 22, 2 T. I. 13506 Vergolderinnen, welche in einer Goldleistenfabrikt gearbeitet haben, verDeutschlands. Ortsverwaltung Berlin I. Um 1 Uhr: Großer Mastenaufzug. Entree 50 Pf. Freunde u. Gönner des Verbandes ladet ergebenst ein Der Vorstand. 178/8 Grosser Wiener Masken- Ball Des zu Berſammlungen und Bergnügungen. langt sofort. Joers u. Sohn, Unterstützungs- Vereins der Maurer des Westen Berlins sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen,[ 13556] F. Sodtke. Ein großes Lokal, in welchem Logis bis 25 Betten eingerichtet sind, fann an eine größere Gewerkschaft als Herberge vergeben werden. Reelle genossenschaftliche Behandlung zugesichert. Geft. Off. Panopticum.sub. 3765. Poſtamt 61. Nen! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Lili. fleinst. lebend. Elefant d.Welt, 90 Zentimeter hoch, 110 Zentimeter lang, 78 Kilo schwer. Tai- za- Wunder- IllusionenTheater. Grosses Künstler- Konzert. Sämmtlich ohne Extra Entree. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Großartiger F Erfolg des neuen Programms. Staligerstr. 28. * Plätterinnen a. geschweifte Umlegekragen finden dauernde u. lohnende Beschäftigung bei van Laack, Schunn. Eltschig, Greifswalderstr. 9. Mamsells auf bessere Knabenanzüge 1352b verl. Stein, Adalbertstr. 22. 122M* Sonnabend, den 18. Februar 1893, im Etablissement Königshof, Bülowstraße 37. Anfang 8 Uhr. Billets à 50 Pf. find bei folgenden Komitee Mitgliedern zu haben: Kühn, Pallasstr. 5; Böhm, Kolonnenstr. 34; Dominique, Bahnstr. 6a; Nibbe, Lüßow- fer 22; Hensel, Steinmetzstr. 67, 246/ 2* Um rege Betheiligung bittet. Das Komitee. Sonntag, den 19. Februar, Vorm. 11 Uhr: Berliner Bock- Brauerei Grosse Matinée Unsere SW., Tempelhofer Berg. 54. Bockbier- Saison 1893 wird eröffnet am Sonnabend, den 18. Februar. Am 15. d. M. begann der Versand nach außerhalb. In Gebinden: 1/8 Tonne 4 M. 50 Pf., 1/4 Tonne 9 M., 1/2 Tonne 18 M. 1/1 Tonne 36 M. In Flaschen: Riste à 50 Flaschen, intl. Pfand für Kiste und Flaschen, 12 m. 50 Pf. frei hiesiger Bahnhof gegen Nachnahme. Bei freier Retournirung zahlen wir 5 M. Pfand für Kiste und Flaschen zurück. Die Tonne enthält zirka 125 Liter, in demselben Verhältniß die fleineren Gebinde. 8669L* Bockbier in Flaschen für Berlin nur echt, mit zwei in die Flaschen eingeblasenen Böcken, liefern wir: 20 Flaschen für 3 M., ohne Pfand frei Haus. Unsere Bockflaschen sind nicht verkäuflich und werden auch dann als unser Eigenthum zurückverlangt, wenn Händler folche unbefugt an sich bringen. Sonnabend, den 18. Februar: E Eröffnung der 54. Bock- Saison. Anstich des Bockbieres. von den Regiments- Rapellen Großes Militär- Doppel- Konzert des 1. u. 2. Garde- DragonerRegiments unter Leitung der Kgl. Musikdirektoren Voigt u. Rosin. Mr. Hendrik, Huguston, Massias, Wichtig für Musikinstrumenten- Händler Clark, Valois, Vanoni, Hurley's, Laurence, Türk u. s. w. Das Theater ist gut geheizt. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. M. Krüger's 13016* Speife- Leinöl ist das anerkannt Beste. Fabrik- Lager Staligerstr. 105. und Artisten. Jin Laden Invalidenstraße Nr. 35 findet ein Maffenverkauf von noch durchaus guten, zurückgesekten Instrumenten aus den Inventurbeständen einer Instrumentenfabrik statt. Der Ankauf von schweizer Musifwerken, Mundharmonikas, Accordeons, Concertinas 2c. ist Wiederverkäufern und Artisten dringend zu empfehlen, da ein Nachlaß von 25 pet. auf Normal preise gewährt wird. 8675L in den Concordia- Festsälen, Andreas- Strasse No. 64. Zum Besten der ausgesperrten Bergarbeiter u. deren Familien im Saar- und Ruhrgebiet. 376/ 12* Ausgeführt von 60 Musikern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker", zirka 120 Sängern und des Genossen Gent. Alle Aufführungen sind unentgeltlich. Billets à 25 Pf. an allen bekannten Stellen, sowie bei Friß Zubeil, Naunynstr. 86. Das Komitee. Tischler- Verein. Gr. Wiener Masken- Ball am Sonnabend, den 18. Februar, in Keller's Hofjäger. Billets sind zu haben bei den Herren Winter, Elifabeth- Ufer 55; Wolf, Prinzenstr. 8; Kreuschner, Lausigerstr. 44. 1348b Der Vorstand. Verein Berliner Gastwirthsgehilfen. Unser Vereinsbureau befindet sich vom 1. März ab statt Annenfstraße 14 Annenstr. 16, prt.( Lonisenstädt. Clubhaus). ( Telephon Amt IV 1116.) 368/ 8* Der Vorstand. Bum 18. März 1893 tribune") eine erscheint( in ähnlicher Weise wie die Märznummer der Berliner Volks auf rothem Papier gedruckte Extranummer zum Volksblatt" der Kreise Teltow Beeskows Charlottenburg, Oberbarnim, Niederbarnim, Schwedt, Prenzlau- Angermünde. Vorbestellungen werden bis spätestens zum 1. März Berlin, Beuth ftraße 2, Hof rechts, erbeten. Verkaufspreis 15 Pfennig. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Annoncenpreis für die fünfgespaltene Petitzeile 30 Pfennig. Auflage über 20 000. Die Expedition. 3683L Der Massenverkauf dauert nur kurze Zeit. B Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Sierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 40. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 16. Februar 1893. 10. Jahrg. Reihe von Fehlern gemacht worden sind. Beiläufig halte würdig ist es, daß gerade die konservative Partei uns Bersteine ich nicht für gut, wenn der führende Staat zu sehr in rung und Verknöcherung vorwirft, während sie mit derartigen Fragen eingreift, welche der Reichskompetenz unterliegen. Vorschlägen tommt! Diese Vorschläge sind dem ganzen Charakter, Während der Verhandlungen sollte die Regierung die Verbindung den ganzen Bestrebungen der Zeit so zuwider, daß ich nicht be44. Sigung vom 15. Februar 1893, 1 Uhr. mit den wirthschaftlichen Fattoren des Reiches nicht verlieren. greife, wie man auf dergleichen tommt. Das Streben nach Am Bundesrathstische: Graf v. Caprivi, v. Bötticher,( Sehr richtig!) Gegen einen Handelsvertrag mit Rußland fann Gleichberechtigung ist der Ausgangspunkt auch der sozialisti D. Marschall. ich mich aus politischen Gründen nicht ablehnend verhalten; ich schen Bewegung. Herr Buhl hat am Schluß seiner Eingegangen ist der Geschäftsbericht des Reichs- Versicherungs- halte außerdem dafür, daß die Erstreckung der Meistbegünstigungs- sehr agrarischen Rede doch die Freizügigkeit hochgehalten. amtes für 1892. flaufel für Getreide auf Rußland für den Westen Deutschlands Es handelt sich hier um ein Grundrecht des deutschen Bolkes. Vor der Tagesordnung macht Präsident v. Levehow darauf feine oder nur untergeordnete Bedeutung hat. Die geftrigen Herr v. Manteuffel hat freilich einmal im Herrenhause die Freis aufmerksam, daß im Durchschnitt der früheren Jahre die Etats- Ausführungen des Abg. Barth gegen den Großgrundbesiz fann zügigkeit als nationalen Gözen bezeichnet. Es handelt sich aber berathung 13 Sigungen in Anspruch genommen habe, während ich nicht unterschreiben, ebenso wenig wie seine Angriffe auf die um ein Grundrecht des Reiches, für welches wir stets mit der jetzt schon 11 Tage zur Erörterung eines eingen Zitels ver- Politit seit 1879, die er als eine reine Gunstpolitik bezeichnete. größten Entschiedenheit eintreten werden, und der Erfolg wird wendet wurden. Wenn das so fortgeht, tönne der Etat bis zum Ich muß auch zurückweisen, daß die Getreidezölle für den kleinen uns dabei nicht fehlen.( Beifall links.) 1. April nicht erledigt werden. Grundbesitz und für den Bauernstand feine Bedeutung hätten. Abg. Graf Mirbach( df.): Die Petition, welche zu der Das Haus seht dann die Etatsberathung fort. Zur Debatte Ich habe schon früher das Gegentheil nachgewiesen.( Ruf links: Stellungnahme der fächsischen Regierung bezüglich des Freizügige steht noch immer das Gehalt des Staatssetretärs 3 pet.!) Mein, die Zahl der Benzer ist viel größer und mit teitsgesetzes führte, ist nur der Ausdruck der Stimmung im ganzen des Innern. ihnen hängt der größte Theil der Bevölkerung des platten Landes sächsischen Lande. Wenn die Landwirthschaft schwer um ihre Reichskanzler Graf Caprivi: Graf Kanit hat gestern eng zusammen! Gerade die Getreidezölle ermöglichen es, daß Existenz ringen muß, so ist jede, auch noch so minimale Gins Aeußerungen von mir zitirt, welche ich am 10. November 1891 die landwirthschaftliche Bevölkerung auf dem flachen Lande wirkung auf die Preise verhängnißvoll. Die heutige Misère ist gethan habe und wo ich den Werth der Industrie für unsere bleiben kann und nicht in die Städte gedrängt wird, wo sie auf nicht in erster Linie eine Folge des österreichischen Handelsvertrages. Staatswirthschaft nachzuweisen bemüht war. Graf Canig meinte, die Löhne drücken muß. Die Herabsehung des Bolles von Das gebe ich zu. Unsere Minister haben aber die Aufgabe, sich daß diese Worte hauptsächlich die Unzufriedenheit in den Kreisen 5 Mart auf 3,50 Mart ist feine so große, daß der zu bemühen und darauf zu sinnen, Nothlagen dieser Art von uns der Landwirthschaft erregt hätten. Wenn meine Worte diese Be- ermäßigte Boll der Landwirthschaft das Leben erschwert; er abzuwenden. Ich weise die Theorie zurück, als würden irgend deutung gewonnen haben, so hätte Graf Kanit sich doch an die ist ausreichend und darum habe ich für ihn gestimmt. wie innerhalb der Machtsphäre des Deutschen Reiches irgendwem richtige Quelle wenden sollen, um den wahren Sinn meiner Auch ich bin dem Reichskanzler dankbar dafür, daß er sich so zu gunsten der Landwirthschaft Opfer auferlegt. Das System Aeußerungen zu erfahren. Ich habe am 12., zwei Tage darauf, bestimmt für die Aufrechterhaltung der Bölle auf 12 Jahre aus der landwirthschaftlichen Schußzölle ist noch nicht genügend aus ausgeführt, daß ich mich in einer Weise geäußert hätte, gesprochen hat.( 3wischenruf links.) Die englischen Verhältnisse gebildet; ich erinnere nur an die Wolle. Das ist kein Vorwurf wie fie wohlwollender für die Landwirthschaft nicht sind mit den unsrigen absolut nicht zu vergleichen. Außerdem gegen den jeßigen, sondern gegen den vorigen Reichskanzler. fein tann. Nichts hat mir ferner gelegen als eine ver- ist die Bewegung für landwirthschaftliche Schutzölle dort im Andererseits haben wir eine schwere Doppelbesteuerung der legende Bemerkung für die Landwirthschaft zu machen. Wachsen. Die Landwirthschaft zu zerrütten würde ich für einen Landwirthschaft, eine Prägravation durch die Stempelgesetzgebung ( Der Reichskanzler verliest den betreffenden Bassus.) Den Vor- verhängnißvollen Fehler halten.( Beifall rechts.) Der Zug der gegenüber dem mobilen Kapital, auch eine schwere Ueberlastung wurf, welchen Graf Kanis mir macht, namentlich auch den, daß ländlichen Arbeiter in die Städte ist eine verhängnißvolle Er- durch die Alters- und Invaliditätsversicherung, die allein höher ich die Wehrkraft des Landes nicht genügend bei meiner Stellung scheinung. Nicht blos die Lohnverhältnisse, sondern auch die als die Grundsteuer ist. Eine ganz anormale Stellung nimmt nahme zur Landwirthschaft berücksichtigte, habe ich danach nicht Vergnügungen, welche die Städte bieten, wirken bei dieser Ver- die Landwirthschaft ein in bezug auf die Verschuldung dadurch, daß verdient. Im Sommer 1891 verlangte Graf Kanik die temporäre schiebung mit. Zu dem Versuch einer Abänderung sind wir um man sie in die Formen des römischen Rechts hineingezwängt Herabsetzung oder gar Suspendirung der Kornzölle, und ich glaube so mehr berechtigt, weil für eine große Menge der nach der Stadt hat. Wenn wir Sie auffordern, mit uns an einer Rückbildung mir gerade ein Verdienst erworben zu haben dadurch, daß ich Gegangenen das Glück nur ein sehr kurzes ist. Eine Statistit unserer Schulden mitzuarbeiten,( Gelächter links) dann versagen diesem Verlangen widerstand. Machte man solche Ausnahme der Arbeitslosen würde das zweifellos ergeben. Die Arbeiter auf Sie sich uns; aber nur dann ist der Grundbesitz in der Lage, einmal, dann fämen die Zölle überhaupt in Gefahr. Ich habe dem Lande zu halten, ist in vieler Beziehung eine Wohlthat für die ihm obliegenden Aufgaben zu erfüllen, und wer ein Herz für damals der Landwirthschaft einen Dienst geleistet( Bustimmung). Die Arbeiter selbst. Andererseits darf an der Freizügigkeit nichts die arbeitenden Klassen hat, wird unfere Forderungen ernsthaft Als wir mit Desterreich verhandelten, lagen sehr starke Motive geändert werden.( Lachen links.) Es wird also zu prüfen sein, zu überlegen haben.( Erneutes Gelächter links). Wenn die vor, welche uns nahe legten, weiter mit den Zöllen herunter- wie am Unterstützungs- Wohnsizgesetz geändert werden kann. Die Landwirthe fich jetzt rühren, um eine größere Berücksichtigung zugehen; auch dagegen bin ich eingetreten, und die Festlegung Hauptsache ist, daß von den Besitzern selber entsprechende Maß ihrer Interessen zu erreichen, so ist diese Bewegung berechtigt; der jezigen Zölle auf 12 Jahre ist ein weiteres Verdienst, welches regeln getroffen würden, die den Arbeitern das Bleiben auf dem sie muß nur in die richtigen Bahnen geleitet werden. Wenn ich mir um die Landwirthschaft erworben habe. Daß wir damit Lande erwünscht machten, vor allem, daß den letzteren die Mög. jezt ein Staatsmann in dieser Richtung Zusagen machte, dann feinen Dant ernten würden, habe ich vorhergesehen. Die ver- lichkeit gegeben würde, Grundbesiß zu erwerben.( Sehr gut! würde die Unzufriedenheit schwinden.( Lachen links). Wir verbündeten Regierungen für den Nothstand der Landwirthschaft, lints.) langen ein größeres Maaß von Wohlwollen und Fürsorge als den auch ich anerkenne, verantwortlich zu machen, ist ein sehr Abg. Dr. Baumbach( dfr.): Es ist gestern gewissermaßen bisher hervorgetreten ist. Was die Aenderung des Unterstützungseigenthümliches Vorgehen. Jetzt wird von Versammlungen der im Namen des Ostens wiederholt davon die Rede gewesen, daß wohnsiz Gesetzes betrifft, so sind wir im Osten darüber einig. landwirthschaftlichen Interessenten berichtet, welche die niedrigen man dort sich zu dem Abschluß eines russischen Handelsvertrages daß eine Herabsetzung des Alters zur Erwerbung des Unter Kornpreise allein von der Herabsetzung der Bölle ableiten. Die nicht günstig stelle. Jm preußischen Abgeordnetenhaus hat man stügungswohnsthes erzielt werden muß. Die Freizügigkeit Preise sind ja bis zu 100 m. niedriger, als vorher; wenn ja diese Bestrebungen und Strömungen zu einem Mißtrauens- wollen wir nicht gänzlich aufheben, aber eine Be das der Fall ist, so hat darauf eine Zollerniedrigung um votum gegen die Regierung verdichtet. An der Size der Ver- schränkung liegt auch im Interesse der Arbeiter. 15 M. nur einen Einfluß von 15 M., aber nicht von 100 M.; waltung eines Haupthandelsplages des Ostens stehend, muß ich Gegenwärtig überwiegt der Schaden den Nußen. Wir haben aber auch diesen hat sie nicht einmal gehabt. Es werden nun diese Anschauung als eine ganz einseitige erklären; eine große jest niedrige Preise; die Handelsverträge sind gemacht, und trotz andere Dinge angeführt in großer Zahl, unter denen die Land- Anzahl von Großgrundbesitzern lehnt es ab, sich gegen einen dem haben wir eine wirthschaftliche Depression, so groß wie nie wirthschaft leidet. So einfach, wie man sich in agrarischen Handelsvertrag mit Rußland zu ereifern. Aber nicht blos zuvor. Das liberale Rezept für die allgemeine Glückseligkeit ist Kreisen das vorstellt, lassen sich diese Zustände nicht ändern, auch Danzig, fondern alle westpreußischen Städte haben auf dem letzten also auch nicht das richtige. Bei der Frage des Identitäts- Nach nicht durch Aenderung des Unterstüßungswohnsizes. Woran die westpreußischen Städtetag in Thorn sich einmüthig dafür aus weises handelt es sich für mich uur um die Preisbildung. Schon Landwirthschaft leidet, ist die Folge mehr universeller Verhält- gesprochen, die guten Beziehungen mit Rußland in Zukunft zu Herr von Scholz hatte uns erklärt, daß eine Gefahr für die Fis nisse, mit denen wir rechnen müssen, und auch eine kleine Hilfe erhalten und zu verbessern und sehen also dem Zustandekommen nanzen in der Aufhebung nicht läge; aber die verbündeten Refür die Landwirthschaft, wo sie möglich ist, werden wir nicht eines Vertrages mit Rußland mit Freuden entgegen. Selbst Herr gierungen wollten sich darauf nicht einlassen. Die Aufhebung von der Hand weisen. Aber es läßt sich doch nicht leugnen, daß von Kardorff hat es ja als den Ruin des Ostens bezeichnet, würde ergeben eine annähernde Ausgleichung der Getreidepreise die Verhältnisse der Landwirthschaft von vor 40, 50 Jahren nicht wenn der Handelsvertrag nicht zu stande kommt, während seine im ganzen Deutschen Reiche. Sie tönnte den Westen und mehr vorhanden sind, daß wir jetzt einen Weltmarkt haben, von agrarische Parteigenossen, so Herr Graf Mirbach, das Gegentheil Süden nicht schädigen, würden aber dem Osten ganz erheblich dem wir bis zu einem gewissen Grade abhängen. Aehnlich liegt behaupten. Diese Discreganz mögen die Herren unter sich aus- nüßen. An Rußland will ich aber um keinen Preis eine Kons es mit der Frage des Arbeitermangels. Der Zug der Menschen machen. Wir haben hiernach alle Ursache, für diese Herstellung session machen, weil wir hier nicht an einzelne Landestheile, in die Städte und nach dem Westen folgt, wie es scheint, einem freundschaftlicher Handelsbeziehungen mit Rußland zu wirken. sondern an die Lage der ganzen deutschen Landwirthschaft denken Naturgesetz, und dagegen ist mit fleinen Maßregeln nicht viel zu In Rußland glaubt man vielfach nicht an Angriffsabfichten der müssen.( Sehr wahr! rechts.) Aufhebung des Jbentitätsnach machen. Es ist das die schwerste Aufgabe, welche Regierung russischen Regierungsfreise gegen Deutschland, sondern umgekehrt weises oder andere Gestaltung des Tarifs müssen Sie dem Osten und Reichstag erfüllen sollen. Wir haben es mit Naturgesehen glaubt man daran, daß im Deutschen Reich irgendwo starke bewilligen, um ihm zu helfen. Den Werth eines autonomen zu thun, welche sich unserer Einwirkung großentheils entziehen. Interessen für ein aggressives Vorgehen gegen Rußland vor Bolltarifs hat Herr v. Marschall gestern anerkannt. Ich hoffe, Mit Klagen gegen die Regierung follte man also vorhanden seien. Herr von Below- Saleste hat neuerdings behauptet, daß man von unsern autonomen Zöllen als Kampfzöllen ge= sichtiger sein. Wenn Graf Kanit erklärt, teine Bevorzugung daß an diesem Handelsvertrag nur 30-40 Großhandelsfirmen eignetenfalls recht ausgiebigen Gebrauch macht. Die Silberentder Landwirthschaft zu wollen, so glaube ich ihm das; aber ein Interesse hätten. Diese Auffassung ist irrthümlich. In werthung als Mitursache des Rückganges der Preise der landwenn er gleiches Maß und gleiches Recht verlangt, so Westpreußen gab es eine gute Mittelernte; der Preis für Roggen wirthschaftlichen Produkte hat Herr v. Marschall ebenfalls anerweckt das den Anschein, als ob wir noch in einem ist so niedrig, wie nie zuvor. Der unverzollte russische erkannt( Widerspruch links); ja, Herr Barth leugnet das natür halb barbarischen Staate lebten. Bei uns bekommt jeder Roggen stand auf 101, westpreußischer Roggen auf 120 lich, er hat schon ganz vergessen, daß mit dem Steigen des fein gleiches Recht und soll auch sein gleiches Maß bekommen. an der vorgestrigen Danziger Börse. Fracht und Silbetpreises ein Steigen der Getreidepreise in Indien durch die Rornzölle sind schwere Lasten für das Land. Nicht Opfer, welche Spesen sind bei den russischen Roggen bereits berechnet. ganze Börsen- und freifinnige Presse voriges Jahr gemeldet wurde. die Landwirthschaft bringt, sondern welche für sie gebracht wer- Bei diesem Preise läßt sich westpreußisches Getreide nicht expor- Nach den gestrigen Ausführungen des Herrn Barth scheint es den( sehr richtig! links) find es, um die es sich handelt. Ich tiren, gleichviel ob der Zoll auf 50 oder 35 M. bemessen wird. ihm das Liebste zu sein, wenn die Landwirthschaft einfach in die halte für recht, daß solche Opfer gebracht werden, bitte aber dem Biel besser stände es mit dem Export, wenn der Identitäts- Pfanne gehauen würde. Herr Barth verwirst die ganze Schutzgemäß, auch mit Klagen gegen die Regierung vorsichtig zu sein nachweis aufgehoben würde. Bei dem letzten Ministerbesuch zollpolitik als" thöricht"; das ist überhaupt ein Lieblingswort und sie nicht zu Antlagen werden zulassen. wurde uns diese Maßregel in Aussicht gestellt. Geschehen ist von ihm.( Heiterkeit rechts.) Herr Barth hat dabei übrigens Abg. Graf Kanit( dk.): Ich bin dem Reichskanzler dant- aber nichts. Ich möchte um eine Auskunft bitten, was in dieser kaum etwas Anderes gesagt, als was auch in dem Wahlaufruf bar dafür, daß er die Landwirthschaft als gleichberechtigt neben Beziehung zu erwarten ist. Die Ueberzeugung von der Noth- der Freisiunigen für Arnswalde- Friedeberg über die Werthder Industrie anerkannt hat. Ich habe gestern nichts gethan, wendigkeit des Abschlusses eines Handelsvertrages ist in Danzig schätzung der Landwirthschaft gesagt war. als daß ich die Klagen eines gewiffen Herrn Ruprecht wieder eine allgemeine. Herr v. Manteuffel bat vorausgesagt, es werden Staatssekretär von Marschall: Dem Wunsche des Abgegeben habe. Daß die Interessen der Industrie denen der Konservative nicht stimmen für den Vertrag. Ich hoffe, auf der geordneten Buhl, vor Abschluß eines Vertrages die Interessenten Landwirthschaft vorgezogen sind, ist doch nicht zu leugnen. Ich Linken werden die fehlenden Stimmen ergänzt werden. Wir zu hören, halte ich für durchaus berechtigt. Wir haben auch will aber heute darüber nicht weiter sprechen, sondern laffe mir haben im Gegensatz zu den Agrariern des preußischen Abgeord- dementsprechend gehandelt. Ich hebe nur hervor, wie schwierig an den positiven Erklärungen des Reichskanzlers genügen. Wenn netenhauses das Vertrauen zur Regierung, daß sie es an sich die Auswahl von Sachverständigen ist, und betone, daß es nicht er aber die Suspension der Zölle im Sommer 1891 nicht zu- nicht fehlen lassen wird. Wir werden es bezüglich der Unter so sehr darauf ankommt, die Interessenten zu hören, als das gelassen hat und damit die Landwirthschaft gefördert zu haben stüßung auch nicht an uns sehlen lassen. Wir sollen den Ruin Gehörte zu verarbeiten und zu verwerthen. Die Ausführungen glaubt, so fann ich nur darauf verweisen, daß damals sowohl der Landwirthschaft wollen, sagte gestern Herr v. Manteuffel. des Grafen Mirbach lösen nicht den Widerspruch, der zwischen in Frankreich, als in Schweden die Zölle temporär aufgehoben Solche Vorwürfe sollte man doch blos in landwirthschaftlichen der Forderung hohen Zollschutzes und der Aufhebung des Iden nicht thun, aber im wurden und daß diese Maßregel beiden Ländern außer Vereinen Deutschen Reichstage. titätsnachweises besteht. Der gestern sichtbare Eifer, die Handelsordentlich genützt hat, ohne die Zölle zu gefährden. Ich glaube Wir wollen verhindern, daß Landwirthschaft oder verträge zu fritisiren, hat heute merklich abgenommen. Nur die heute noch, daß es bei uns ebenso gekommen wäre. Daß die Zölle gar Großgrundbesitz eine dominirende Stellung im Lande ein- allgemeine Behauptung hat man wiederholt, daß diese Tarifauf 12 Jahre gebunden sind, glaubt man im Lande noch nicht recht; nehmen. Es muthet seltsam an, wenn bei einer Debatte über verträge nicht nur der Landwirthschaft, sondern auch der Inin dieser Beziehung wird jedenfalls die heutige Erklärung des Differentialzölle von dem gleichen Recht für alle geredet wird; dustrie zum Schaden gereicht haben. In der Rede des Herrn Reichstanzlers von der Landwirthschaft mit Freuden begrüßt werden. in diefer Beziehung sind ja wir es gerade, die das gleiche Recht Vopelius, auf die man sich hier bezieht, habe ich auch nicht Ueber die Währungsfrage hat sich der Reichskanzler nicht aus vollen. Der Zug nach dem Westen hat Ost- und Westpreußen ein einziges fachliches Wort zum Beweise dieser Behauptung aus Ich möchte umgekehrt fragen, was gesprochen. Die Goldwährung hat alle Waaren verbilligt; das stark betroffen; Ostpreußen hat eine Verminderung der Be- gefunden. hat auch gestern noch Herr Barth ausgeführt( Widerspruch des völkerung, Westpreußen auch nur eine Zunahme, welche hinter düsteren Behauptungen geworden ist, welche beim Abschluß die Todesfälle er der Verträge Verträge geäußert wurden. Abg. Barth). Ich afzeptire dieses Zugeständniß dankbar. Wir dem Ueberschusse der Geburten über Warum spricht Graf zurückbleibt. Der dürfen daher einen Nachdruck auf die Währungsfrage legen. heblich Grund tafür liegt darin, Ranih gar von gar nicht mehr dem deutschen Weinbau? aus die Umwandelung dem Bedeutet der Uebergang von der Goldwährung zur Silber- daß Agrikulturstaat in Der anderweitig normirte Weinzoll hat alle Vortheile gebracht, währung eine Verschlechterung des Geldes, so müßte doch der den Industriestaat sich im Osten noch nicht vollzogen hat. welche die Regierung davon erwartete. Der Vertrag mit der umgefehrte Uebergang eine Verbesserung des Geldes und eine Die Landwirthschaft hat gar feinen Grund, in diesen Ent- Schweiz wurde von demselben Grafen Ranih lebhaft getadelt. Verschlechterung der Lage des Grundbesitzes bedeutet haben wickelungsprozeß einzugreifen oder ihn gar durch künstliche Maß- Die Erfahrungen haben aber der Regierung Recht gegeben. Wir ( Zwischenruf des Abg. Barth). Ich bitte den Reichskanzler, diese regeln hintanzuhalten und zu durchkreuzen. Ueber eine Revision hätten heute ohne den Vertrag den schönsten Zollkrieg mit der Frage unausgesetzt im Auge zu behalten. Wenn die Kornzölle des Unterstützungswohnsiz- Gesetzes ließe sich reden, anders aber Schweiz und hätten Hunderte von Millionen verloren. Dank eine Last für das Land find, so müßte doch auch von den liegt es mit dem Freizügigkeitsgefeß, und wir möchten gern er dem Handelsvertrag haben jezt Andre den Zollkrieg mit der Industriezöllen dies gelten. Wir tragen aber diese Bölle freudig. fahren, ob bei den Regierungen die Absicht besteht, auch dieses Schweiz mit allen diefen Folgen( Sehr richtig! links). Man Die landwirthschaftlichen Zölle kommen auch der Industrie zu Gefeß zu ändern. Vielleicht äußert sich der Reichskanzler auch prophezeite den Ruin der Glas- und Papierindustrie, namentlich gute. Diese fann gar nicht bestehen ohne konsumträftige Land- über diese Frage. In Sachsen hat sich die Regierung bereits ging Herr v. Kardorff in dieser Richtung vor. Mit dem vollwirthschaft. Das hat Herr Vopelius im Abgeordnetenhause gegen ein solches Vorgehen ausgesprochen. Ernstgemeinte Vor- fomunenen Ruin hat es aber nach den Ein- und Ausfuhrzahlen erklärt. Wenn man hier von Last reden wollte, müßten die ichläge auf Abänderung in dieser Hinsicht sind mit Rücksicht auf seine guten Wege. Kann man nichts weiter vorbringen, so muß Landwirthe sich bitter über die hohen Eisenzölle beklagen. Den sozialen Frieden sehr bedenklich. Die Konservativen sollten gesagt werden, daß die Erfahrungen auf industriellem Gebiete im Gleiches Maß und gleiches Recht für Alle! Diese Worte wieder doch bedenken, ob es klug ist, die Arbeiter, um die allein es sich wesentlichen gute und günstige sind. Graf Mirbach hat die hole ich auch heute. handelt, auf diese Weise aufzureizen. Schränkt man die Frei- Preisrückgänge wieder auf die Bollermäßigung zurückgeführt. Den Abg. Buhl( nl.): Ich habe seinerzeit mich auch entschließen zügigkeit ein, so wird bald die Verehelichungs- und die Preß- Beweis dafür hat er nicht erbracht, weil er nicht erbracht werden müssen, für die Handelsverträge 31 stimmen, bin aber freiheit an die Reihe kommen. Es würde sich schließlich um ein tann. Ein Zoll, der die Preisrückgänge aufhielte, müßte so hoch noch heute der Meinung, daß im Einzelnen eine ganze neues Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter handeln. Sehr merk- sein, daß er auch nicht zwei Jahre bestehen tönnte. 11ur den Wenn an links.) Parteinachrichten. Zu der Unterhaltung, die der Reichstag über den Bu funftsstaat" pflog, meint der" Correfpondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer":" Die Zukunftsstaats- Debatte müßte den Mehrheitsparteien nur das lehren: sie sollen trachten bie Mißstände aus der Welt zu schaffen, die sie glaubten am Bukunftsstaate zu entdecken, als sie in den Spiegel schauten und das Bild ihres eigenen Staates darin erblickten. Beeilen sie sich bei dieser Mission mehr als man seit Menschengedenten von ihnen gewöhnt ist, dann wird der Zukunftsstaat ihren Schlaf nicht mehr Mitte bem Zoll von 5 M. festgehalten würde und Tarifverträge also dem Vorwurf von Jlloyalität und Baterlandslosigkeit über uns nicht zu stande gekommen wären, dann würde der 5 Mart- 3oll hergefallen! Den Herren rechts aber ist so etwas erlaubt. Was das Opfer der ersten Mißernte, mangels einer solchen aber der ich dabei am meisten bedauere, ist diese Art, Mißtrauen zu Gegenstand fortwährender Agitation geworden sein. Eine verwecken gegen die Ehrlichkeit der Regierung, die diese Berhand nünftige Bollpolitit soll doch Gegenfäße nicht zu erweitern, lung führt. Was muß es im Auslande für eine Vorstellung von sondern zu mildern bestrebt sein. Es bleibt für mich daber, daß der Desorganisation der Regierung erwecken, wenn es heißt, der die Handelsverträge ein Segen für das Land gewefen find und preußische Handelsminister hätte Anstrengungen gemacht in der daß auch die Landwirthschaft keinen Schaden dadurch erlitten hat. erwähnten Richtung, aber die Reichskommissarien hätten ihn nicht Reichskanzler Graf von Caprivi: Im Anschluß an diese unterstüßt! Die Herren organisiren jetzt mit allen Mitteln den Ausführungen trete ich nochmals für die Beamten ein, welche Ansturm und werden auch das Lob des Herrn Ruprecht ernten, ob die Handelsverträge abgeschlossen haben. Es hat an Verdächti- aber auch die Anerkennung des Landes, das ist eine andere Frage. gungen derselben nicht gefehlt, und ich halte es für eine der Daß es dem östlichen Großgrundbesig schlecht geht, wissen wir; tören." fchönsten Pflichten der Vorgesetzten, für diese Angegriffenen ein- aber die gegenwärtige Bollpolitik dafür verantwortlich zu machen, treten zu können. Nur ungern befasse ich mich hier mit Aus- tönnen blos Agrarier fertig bekommen. Es ist undankbar, daß In Herzberg( Kreis SchweinitWittenberg) sollte am führungen in irgend einem Einzel- Landtage, aber eine Aeußerung der Reichsfanzler fich für die Großgrundbesitzer so geopfert hat. 29. Januar Genoffe Theodor Mehner aus Berlin über die im preußischen Abgeordnetenhaus vom 9. Februar zwingt mich Sie sind ihm nicht dankbar, und wir sind ihm auch nicht dankbar, Militärvorlage sprechen. Das Landrathsamt wies jedoch die dazu. Da heißt es bei einem Redner:" Es ist mir nun aus daß er einen so hohen 3oll festgelegt hat, den auch Fürst Bis: Drtspolizei an, die„ Erlaubniß" zur Versammlung nicht zu erösterreichischer Quelle befannt geworden," baß der Vertreter des mard früher als einen solchen bezeichnet hat, an den auch der theilen. Auf das unberechtigte seiner Handlungsweise aufpreußischen Handelsministeriums bei den Berhandlungen in Wien verrüdtefte Agrarier nicht denken würde. Trifft denn die gegen merksam gemacht, verwies der Landrath den Einberufer der Veralles aufgeboten hat, um die einmal beschloffene Herabminderung wärtige Regierung die Schuld an der Unzufriedenheit der Landder landwirthschaftlichen Zölle auszugleichen, aber der Vertreter wirthschaft? Wir glauben die Fäden, von wo aus die jeßige Be- fammlung auf den Beschwerdeweg und meinte, er fähe nicht ein, warum sich hier die Leute um die Militärvorlage bekümmern des preußischen Handelsministeriums fand bei seinen Kommissarien wegung dirigirt wird, ganz genau erkennen zu fönnen. Wer sollten, denn es gäbe doch niemand einen Pfennig dazu. Da die nicht die geringste Unterstützung." Diese nicht zu qualifizirende trägt denn die Schuld an der Unzufriedenheit, wer ist der eigent Einladung zur Bersammlung nicht widerrufen werden konnte, Infinuation( Hört! hört! links) richtet sich gegen den Gebeimrath liche Sündenbock? Es tommen jezt die Früchte jener Saat der begann am 29. Januar aus der ganzen Umgegend Herzbergs eine Huber, den ich hier öffentlich nenne, um ihm ein ehrendes Zeugniß Bismard'schen Politik zum Vorschein( Große Unruhe rechts). wahre Bölkerwanderung nach dem Lokale, wo Megner fprechen auszustellen. Geheimrath Huber ist seit 1871 von mir und Die fächsische Petition, welche den Anlaß zu der Schlacht im follte. Als die Menschenmenge von dem Verbot in Kenntniß meinem Borgänger verwandt worden, um Handelsverträge ab- Abgeordnetenbaufe giebt, ftellt als Ursache der Unzufriedenheit zuschließen. Es ist gar nicht möglich, daß ein Beamter ober die fozialpolitischen Gesetze und die Steuer- Gefeßgebung hin. gelegt war, äußerte sie ihre höchste Entrüftung. Man dürfte sich mehrere einen solchen Einfluß gewinnen fann; fie bekommen Graf Mirbach hat damals ein sicheres Vorgefühl für die Miß- fo etwas nicht gefallen laffen, wurde zornig erklärt, und mit Hochrufen auf die Sozialdemokratie und die nächste Reichstagseine feste Marschroute und bestimmte Instruktion mit; in allen ftimmung der landwirthschaftlichen Kreise gehabt, greift aber jegt wahl ging die Menge auseinander. Das Verbot hat uns nur zweifelhaften Fällen wird angefragt; viermal ist Herr Huber mit den andern Herren Agrariern den jehigen ganz unschuldigen persönlich hier erschienen, um neue Juſtruktion zu holen, und Reichstanzler an! Sie sind doch mit Hosiannah in jene Politit genügt. Die Landbevölkerung fagt sich einfach: Wenn die Sozialdemokraten Unrecht hätten, dann müßte man ihnen die da scheut man sich nicht, einen solchen Beamten zu verdächtigen! hineingezogen, als wir Sie warnten. Das find jetzt die Früchte Bersammlungen nicht verbieten, denn es wäre ja leicht, sie zu Bersammlungen nicht verbieten, denn es wäre ja leicht, sie zu Greifen Sie mich doch, aber nicht meine Beamten an! Wo foll biefer Politit. Je schneller der Reichstanzler mit diefer Bolitit widerlegen; da man sie aber nicht auftreten läßt, so werden fie die Disziplin bleiben, wenn folche Angriffe weiter erhoben werden? bricht, desto besser für uns und das Vaterland!( Beifall links). widerlegen; da man sie aber nicht auftreten läßt, so werden fie Dann werden ja diese Beamten versucht sein, solchem Ginfluffe Staatssekretär von Bötticher: Bei den Verhandlungen mit wohl Recht haben, und ihre Versammlungen werden einfach des mehr nachzugeben, als den Vorschriften ihrer Vorgesehten. Ihr Desterreich find Kommissarien des Reichstanzlers, des preußischen halb verboten, weil man ihre Redner nicht zu widerlegen vermag. Selbstgefühl müßte darunter leiden. Aber auch den Beamten Handelsministers und Kommissarien von Bayern und anderen Aus dem Wahlkreis Marburg- Kirchhain wird uns ge aus dem preußischen Handelsministerium muß ich in Schutz Einzelstaaten zugezogen worden. Die Berathungen sind sehr ein- fchrieben: Unser Wahlkreis ist der Hauptsitz des hessischen Radaunehmen; denn nur der könnte die Aeußerung gethan haben; es gehende gewesen, das Material lag in den Berichten der Handels- schrieben: Unser Wahlkreis ist der Hauptsiz des hessischen Radauist aber ganz unmöglich, daß ein preußischer Staatsbeamter seine fammern, in dem Gutachten des deutschen Handelstages und in große Rundreise, wahrscheinlich ist ihrem Häuptling Dr. Böckel Antisemitismus. Die Judenfresser unternehmen hier jegt eine Pflicht der Kollegialität so weit vergessen haben sollte!( Beifall den Aeußerungen der einzelnen Bundesregierungen vor, worin bange um seinen Sitz im Reichstage. Gelbst der ununterrichtetste auch die Landwirthschaft zu Gehör gekommen ist, da die Regie: Abg. Schulte Königsberg( Soz.): Es wird hier immerfort rung fie unzweifelhaft darüber befragt hat.( Buruf rechts.) Auf Bauer muß freilich einmal einsehen, daß ihm von diesem Allervon dem Nothstande der großen und fleinen Besitzer gefprochen, grund der Prüfung dieses Materials wurden die Instruktionen welts- underdoktor nicht geholfen werden kann, und die Mehraber kein Wort hört man von dem Nothstande der ländlichen vom Auswärtigen Amt und vom Steichsamt des Innern auszahl scheint es denn auch schon eingesehen zu haben, denn die Spenden fließen in den Opfertasten der Redaktion des ReichsArbeiter in den östlichen Provinzen, der traurigen Frucht Jahr gearbeitet. In Wien war ein Vertreter des Reichsamts des herold" sehr spärlich und die Mitgliederzahl des antisemitischen hunderte langer Mißwirthschaft in diesen noch heute halb feudalen Innern, des Schaamtes, des preußischen Handels- und Finanz- mitteldeutschen Bauern und Handwerker- Bundes nimmt stetig Bezirken. Aus diesem Zustande ist für den ländlichen Arbeiter minifters, 2 Kommiffare des Auswärtigen Amtes und 4 Vertreter ab. Es wäre nun an der Zeit, daß die hiesigen Parteigenoffen ab. Es wäre nun an der Zeit, daß die hiesigen Parteigenoffen des Oftens nur ein Entrinnen möglich und zwar durch die Frei von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden anwesend. Gs eine rege und planmäßige Agitation organisirten, um die Lands zügigkeit, und diese will man jezt den armen Leuten auch noch ist ganz undenkbar, daß ein Vertreter auf die anderen irgend bevölkerung mit den Zielen und Grundsägen der Sozialdemokratie nehmen! Im Durchschnitt sind die ländlichen Arbeiterfamilien einen maßgebenden Einfluß gewinnen konnte; die Instruktion vertraut zu machen. Da uns die Säle systematisch abgetrieben im Often, namentlich in Ostpreußen so gestellt, daß eine Familie war absolut bindend und andere Kongeffionen, als in der In: werden, müßte das durch die Vertheilung von Broschüren, Flugnach Abzug der Kosten für die Scharwerke den jämmer ftruktion enthalten waren, tonnten gar nicht gemacht werden; blättern 2c. geschehen. Die Thätigkeit der Genossen in unserm lichen Betrag von 288. jabrlich übrig behält! Davon foll fie fämmtliche Berichte sind von fämmtlichen Kommiffarien vollzogen Wahlkreise läßt aber noch recht zu wünschen übrig; den persön leben!( Hört, hört! lints.) Redner giebt eine ausführliche Auf- worden. Gine abweichende Meinung hätte in den Berichten zum lichen Angelegenheiten wird ein viel zu großer Raum gewidmet, rechnung der Einkommensverhältnisse der ländlichen Arbeiter und Ausdruck gebracht werden müssen. Die ganze Behauptung leidet so daß die Agitation darunter leidet. Deshalb, Genossen in bestreitet gegenüber dem Abg. Buhl, daß die ländlichen Arbeiter also an einer außerordentlich großen unwahrscheinlichkeit. Stadt und Land, laßt uns brüderlich zusammen arbeiten; immer Durch die Bergnügungssucht in die Städte geführt werden. In Der Defterreicher dürfte ein dunkler Ehrenmann sein,( Heiterfeit unermüdlich vorwärts für die Sache des arbeitenden Bolles, Ostpreußen gebe es teine entwickelte Industrie, und es feien in links) denn ich habe von Desterreichern ganz andere Urtheile gehört. daneben jede Gelegenheit benutzen, um unsere Kenntnisse zu er ben oftpreußischen Städten der Gelegenheiten zu Vergnügungen der ungarische Handelsminister Baros war auf die Wahrung der äußerst wenige; die Möglichkeit für die Arbeiter, noch efte zu ungarischen agrarischen Interessen sehr bedacht und erfuhr oft weitern, das sei die Parole; wenn wir in diesem Sinne wirken, feiern, werde schon durch die Fürsorge der Behörden beseitigt. energischen Widerspruch von den deutschen Kommiffarien. Er wird uns auch der Erfolg sicher sein. Jedes Lokal, welches Arbeiterversammlungen aufnehme, werde fagte bei einer Gelegenheit zu dem deutschen Kommissar: Sie Aus der Stadt der reinen" Vernunft. Die Genossen von allen Behörden, in erster Linie von der Militärbehörde, schnüren mir ja die Kehle zusammen! Und darauf antwortete in Königsberg i. Pr. batten bekanntlich nach langem vergeblichen boykottirt; aber nicht blos die Lohnverhältnisse, sondern der deutsche Kommiffar rubig: Dahin lautet meine Instruktion Mühen wieder einen Saal zu Bersammlungen bekommen, wenn auch die Wohnungsverhältnisse und die Behandlung drängen nicht!( Heiterfeit.) Gerade diese Haltung hat unseren Kom- auch vor dem Thore der Stadt, in dem dann die Arbeitslofenauch vor dem Thore der Stadt, in dem dann die Arbeitslosen= die ländlichen Arbeiter aus ihrer Heimath fort. Unglaub- missarien zu Erfolgen verbolfen: sie werden auch bei ferneren Versammlungen stattfanden, die den Freisinnigen und sonstigen liche Fälle von Mißhandlungen und Bestialität der Grundherren Bertragsverhandlungen ihre Schuldigkeit thun und das Ver: Liberalen so viel Kopfschmerzen machten. Die Herrlichkeit hat gegen die ländlichen Arbeiter und Arbeiterinnen werden mir be- trauen der Regierung zu den Beamten wird durch solche Zwischen- aber nicht lange gedauert. Am Sonntag wollte in dem für uns richtet. Graf Ramiz ist ärgerlich darüber, daß in den Vororten trägereien nicht erschüttert. gewonnenen Lokale, der Villa Bella, der Arbeiter- Wahlverein der großen Städte Arbeiterviertel und große Miethstafernen ent- Abg. Bamberger( dfr.): Bei der eigenthümlichen Bufein Stiftungstest feiern. Alle Vorbereitungen waren getroffen. stehen, und meint, daß der billige Vororttarif daran Schuld sei. fammenfegung des Hauses ist absolut unabsehbar, wann diese Zwei Tage vorher verbot der Amtsvorsteher das Fest. Der Diese Verhältnisse geben aber doch gerade den Großgrundbefizern Debatte zu Ende kommen wird. Die Debatten der letzten Tage Wahlverein sei ein politischer Verein, Frauen dürften an seinen feine Beranlassung zur Klage, weil auf dem Lande die Wohnungs find eine fonfequente Fortsetzung der von den Sozialdemokraten Bersammlungen deshalb nicht theilnehmen, und da das doch der verhältnisse noch viel schlechter find. In fünf- oder sechsstöckigen eingeleiteten Nothstandsdebatte. Ich halte den Nothstand der Fall sein werde, so müsse das Fest verboten werden. Und so Häusern zu wohnen ist fein Vergnügen, aber in den Wohnungen Broletarier allerdings für viel thatsächlicher, als den der Agrarier. weiter im Amtsstil. Daß zwischen Fest und Versammlung seit ihrer armen ländlichen Arbeiter würden die Herren Konservativen Auch das Auftreten der ersteren ist viel weniger bedenklich für Dlims Beiten ein Unterschied ist, kümmert die Bureaukratie nicht, auf ihren eigenen Gütern doch nicht einmal probeweise wohnen den Zustand und die Zukunft unserer Gesetzgebung, als dasjenige Gie gönnt es vermuthlich dem Arbeiter nicht, daß er nach des wollen.( Seiterfeit links.) Man weist hier immer darauf hin, der Agrarier. Wenn die Mehrheit nicht will, kann die Sozial- Werfeltages Mühe und Sorge sich mit seiner Familie unter daß die Landwirthschaft teine hohen Löhne zahlen kann. Aber demokratie nichts durchsetzen; wenn aber die Agrarier anstürmen Gleichgesinnten ein paar Stunden erholt. Bemerkt sei noch, daß ist es nicht ein Unding, daß die ländlichen Arbeiter gegen alle Grundlagen der Gesetzgebung und Verfassung wie im das Feit so harmlos wie möglich geplant war: Instrumental nicht Antheil nehmen sollen an dem allgemeinen preußischen Abgeordnetenhause, so ist das viel bedenklicher, weil Kulturfortschritt? Gerade fie find es ja, welche durch sie in der Macht und an der Regierung figen, so sehr an der und Bokalkonzert, sowie Tanz, weiter nichts enthielt das Proihre intensive Arbeit den Kulturfortschritt der übrigen Be- Regierung fizen, daß die Regierung Frondeure aus ihren eigenen gramm. Um so befremdlicher ist das Verbot. Auf die Vervölkerung ermöglichen. Was nun die Herabsetzung der Getreide Meihen zu entfernen nicht im Geringsten für angezeigt hält. mehrung unserer Anhängerzahl wird's indeffen nur günstig zölle gegen Rußland betrifft, so hat Herr Buhl zwar behauptet, Jch ehre die Kourage und Schneidigkeit der Junterpartei, die 9 wirken. Tokales. Gewerbegericht. Nachtrag der Arbeitgeber Kandidatenliste. Wahllokal: Gemeindeschule Langestraße 76, Klassenzimmer lints. Paul Scholz, Tapezirer, Grüner Weg 2. Hermann Wiesner, Bigarrenfabrikant, KI. Andreassir. 10. May Bolzmann, Graveur, Breslauerstr. 20. Albert Meyer, Posamentier, Andreasstr. 83, Wahlbezirk. 3 Beisitzer. 53 Wähler. aber nicht erwiesen, daß auch für die ländlichen Arbeiter ein sich vor feiner Regierung scheut; ich versage ihr nicht die Achtung, Partei- Organisation. In Arnstadt i. Th. beschloß Nußen aus den Getreidezöllen erwächst. Nach statistischen Zeug- fo lange fie forrekt auftritt. Aber bedenklich bleibt ihr Bor: eine gutbesuchte Boltsversammlung nach einem Vortrage des nissen hat sich gerade in Bayern die Lage des fleinen Grund- gehen im höchsten Grade. In den Worten des Herrn Ruprecht: Genossen Hülle aus Erfurt über die gegenwärtige wirthschaftbefizes und der ländlichen Arbeiter durch die Getreidezölle ver- Wir müssen unter die Sozialdemokraten gehen! liegt ein tiefer liche Krise einstimmig die Errichtung eines Reichstags= schlechtert. Was man als mäßigen Getreidezoll ansehen soll, Sinn; man nimmt die sozialdemokratische Methode an. Gegen Wahlvereins für Arnstadt. Gine große Anzahl Ber barüber besteht ja eben der Streit. Die Lage der ländlichen Ar diese protestire ich und bekämpfe sie. Die Methode, immer von fonen zeichnete sich sofort als Mitglieder ein. beiter ist eine ganz außerordentlich traurige; bei ihnen besteht neuem Unzufriedenheit zu predigen, wird jetzt vervollkommnet in ein allgemeiner Nothstand. Die fortschreitende Grfenntniß ihrer Bersammlungen. Es ist das alles ja nur ein Vortheil für die Polizeiliches, Gerichtliches ze. Klassenlage wird auch diese Massen revolutioniren und ihnen große Aktion, die am 18. Februar von den Agrariern gegen das -Wegen einer Rede über die Militärvorlage ist gegen die Ueberzeugung beibringen, daß sie von dem Grafen Kanit Deutsche Reich und gegen die Parteien, welche die Handels- Dr. 2ux in Magdeburg Anflage erhoben worden. und feines gleichen nichts zu hoffen haben. Wenn Sie sich da verträge angenommen haben, in Szene gefegt werden soll. Waren gegen wehren wollen, daß wir Ihnen die ländlichen Arbeiter Sie denn mit 5 M. Boll zufrieden? Die Landwirthschaft war abspenstig machen oder wegtreiben, dann sorgen Sie dafür, daß immer unzufrieden( Widerspruch rechts). Diese Methode ist es, fie eine menschenwürdige Behandlung erfahren und menschen welche ich vor dem Lande beklage; fie past am wenigsten für würdige Löhne erhalten.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) eine tonservative Partei. Ihr System ist ganz einfach: Der Abg. Rickert( dfr.): Ich kann mir wohl deuten, daß es Staat bin ich! Da ist mir ein absoluter König viel lieber, denn bem Reichsfangler nicht flar geworden ist, woher diefe Sturm der repräsentirt wenigstens noch die Gesammtheit. Die Ronzeichen kommen, die jest auftauchen. Diese Sturmzeichen, welche jervativen sagen: Wir erhalten den Staat, folglich müssen wir Herr Arendt im preußischen Abgeordnetenhause so nannte, find von ihm erhalten werden. Das ist ein logischer Widerspruch. nichts als ein Kunstprodutt, erzeugt von den Agrariern und Wenn Sie alles betämen, was Sie verlangen, Aufhebung der 23. Wahlbezirk. 4 Beisiger. 68 Wähler. denen, bie hinter ihnen stehen. Herr Arendt ist ja, wie wir Freizügigkeit, höhere Zölle, Doppelwährung, Sie würden immer wissen, auch persönlich verletzt und daher besonders eifrig in noch nicht zufrieden sein. Die Imagination spielt hier eine Dabei weiß man absolut nicht, woher den viel größere Rolle als der Eigennut. Jetzt fommen Sie mit der Dieser Arbeit. Agrariern im Lande jetzt plöglich die Erleuchtung kommt, daß Währungsfrage wieder, die erst vor wenig Wochen gründlich erder Handelsvertrag mit Rußland den Ruin der Landwirthschaft örtert wurde. Ich halte blos theoretische Währungsreden nicht mehr. bedeutet. Herr v. Kardorff hat sich direkt für einen solchen Ber- Herr von Marschall hätte doch mit seiner Bemerkung über die trag ausgesprochen. Welche Gründe sind vorhanden für diese Entwerthung des Silbers vorsichtig sein sollen. Man weiß doch veränderte Stellung? Sie brauchen einen Frontangriff gegen nicht, ob seine Kollegen vom Reichsschaamte ebenso denken. Mit Den Reichskanzler und gegen den Landwirthschafts- Minister. Wir dieser Aeußerung hat Herr von Marschall eine Stange herausFönnen boch unsererseits nicht die Details hier öffentlich be- gereicht, an welche sich die Bimetallisten gleich anhängen werden. handeln; Ihre Gründe aber enthalten Sie uns vor. Wir glauben Graf Mirbach greift zwar meinen Freund Barth persönlich an, unentwegt, daß der russische Handelsvertrag hier im Reichstage hat aber dessen Behauptungen und Ausführungen nicht widerlegt, mit großer Mehrheit angenommen und dem Reichsfangler zum sondern nur Gegenbehauptungen aufgestellt, unter denen die von Berdienst angerechnet werden wird. Der Ton, den heute Graf dem Steigen des Getreidepreises tonform dem Steigen des SilberMirbach anschlug, erinnert sehr lebhaft an die Verhandlung der preises die überraschendste aber auch die haltloseste war. Die jüngsten Bauernversammlung in Belgard und Bromberg. Der Reichs Silberproduktion hat sich in den letzten Jahrzehnten verdreifacht, fanzler ist lediglich eingelenkt in die Wege der alten preußischen da kann doch der Breis unmöglich gleich hoch bleiben, er muß Handelsvertragspolitik, die gerade Herr v. Bismarck 1862 beim finten. Ich kann die Regierung nur bitten, fest auf dem Stand: 26. Abschluß des französischen Handelsvertrages so warm vertreten hat. punkt zu stehen, daß an der deutschen Währung nicht gerüttelt Sie( rechts) haben diese Politit ebenso warm vertheidigt, jeht werden soll. Wäre es denn gerechtfertigt, lediglich um der Landaber verlassen. Bei Ihren Forderungen fehlt bloß noch, daß Sie wirthschaft willen ein anderes Währungssystem zu machen? Mit auch verlangen, der Staat solle einfach die Schuld der Land- diesen Bestrebungen verfündigt man sich an dem nationalen wirthschaft auf sich nehmen! Graf Kanit hat Herrn Vopelius Interesse im weitesten Sinne des Wortes. Der Abschluß des gitirt; aus seiner Rede stammt der Ausfall gegen den Geheim- Handelsvertrages mit Rußland ist für uns eine Armee werth. rath Huber. Herr Bopelius will es allerdings von einem öfterHierauf wird die Debatte vertagt. reichischen Kommissar erfahren haben. Heute hat nun Herr Arendt im preußischen Abgeordnetenhause direkt den Geheimrath Huber als eine in dieser Beziehung Bedenten hervorrufende Bersönlichkeit bezeichnet, weil er ein ausgesprochener Freihändler fei. So weit gehen die Herren nun schon. Golche Kritit hätte fich ein Freifinniger erlauben sollen! Bie wäre man da mit Schluß 46 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. 24. Wahllofal: Stoppenstraße 75 a. Turnhalle. Wilhelm Zippte, Gastwirth, Markusitr. 14. Adolf Brintmann, Schuhmacherinstr., Alexanderstr. 45. Julius Henke, Gastwirth, Blumenstr. 38, Wahlbezirk. 3 Beisitzer, 58 Wähler. 25. Wahllotal: Mühlenstr. 49,50, Turnhalle. Konrad Hupe, Bigarrenfabrikant, Gubenerstr. 13. Wilhelm Graf, Schneidermstr., Königsbergerstr. 10, Franz Berndt, Tischlermstr., Pallisadenstr. 35. Wahlbezirk. 6 Beisiger, 75 Wähler. Wahllofal: Friedenstr. 37, Turnhalle. Emil Böhl, Gastwirth, Frankfurter Allee 74. Otto 3 abel, Destillateur, Frankfurter Allee 90. Karl Bohn, Zigarrenfabrikant, Frankfurter Allee 135. Wilhelm Lock, Gastwirth, Friedrichsbergerstr. 11. J. S. Wiaderny, Schlossermstr., Kleine Boststr. 6. Ernst Nadge, Gastwirth, Ballifadenstr. 64/65. 27. Wahlbezirk. 4 Beisiger, 75 Wähler. Wahllokal: Strausbergerstr. 8, 1. Klaffe, parterre. Wilhelm Thurow, Kistenfabrikant, Strausbergerstr. 28. August 3 ander, Schildermaler, Frankfurterstr. 87. Ferd. Weber, Gastwirth, Landsbergerstr. 41. Ostar Weinberg, Gastwirth, Elifabethstr. 10. 28. Wahlbezirk. 6 Beisitzer, 69 Wähler. Wahllofal: Georgenfirchstr. 11, Turnhalle.. Delar Weinberg, Gastwirth, Elisabethstr. 10. Wilh. Gräf, Schneidermstr., Königsbergerstr. 10. Adolf Brinkmann, Schuhmachermstr., Alexanderstr. 45. Franz Berndt, Tischlermftr., Pallisadenstr. 35. Max Bolzmann, Graveur, Breslauerstr. 20. August Motes, Bigarrenfabrikant, Posenerstr. 11. • Das vierte Gebot" von Anzengruber. Die Hauptrollen liegen fleisch von der Reule per 1 Kg. von 1,60-1,20 M. Bauchsleisch in den Händen der Damen Seraphine Detfchy, Marie Ernst, per 1 Rg. von 1,80-0,90 20. Schweinefleisch per 1 Kg. von Jenny Groß und Marie Meyer, der Herren Brandt, Horn, 1,60-1,20 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 M. HammelRober, Brechtler, Schönfeld und Waldow. fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 1 Rg.: Rarpfen von 2,40-1,20 M. Male von 8,00-1,00. bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 8,00-3,60 m. Fische per Bander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 m. Barsche von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 m. Bleie von 1,40 bis 0,80. Krebse per 60 Stück von 10,00-3,00 2. Theater. Religion und Pragis. Sechs Tage follit Du arbeiten, und am siebenten ruhen, sagt die Heilige Schrift". Auf dem Kirchenbau an der Stargarder Straße foll aber am legten Sonntag fogar während des Hauptgottesdienstes gearbeitet worden fein, Herr Selle kam, Herr Kunze rief: laßt mir herein während viele Taufende arbeitslos die Straßen Berlins durch den Alten. Der Schloßplay fteht wieder einmal in Gefahr irren, so daß es ein Leichtes wäre, durch Mehreinstellung von mit der Grüße, die in Ententeichen sich bildet, überzogen Arbeitern die Arbeit wochentags verrichten zu lassen. Wie denken Drechslergeselle von der Bellealliance- Brücke in den LandwehrPolizeibericht. Am 14. d. Mts. Vormittags fiel ein zu werden. Wie lang ist es her, daß die Herren vom Freifinn unsere Frommen über diese Nichtbeachtung der Sonntagsruhe? fanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Waffer gezogen und im Rothen Hause und im Abgeordnetenhause vom Wasser- Meinen sie, auch in diesem Falle gelte das Wort, wonach man nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Stiefel- Eugen bis zum Bierreden- Meyer ihren Muth vor Königs- die linke Hand nicht wissen lasse, was die rechte thut? Dann sind ein unbekannter Mann von der Augusta- Brücke in den Kanal Abends sprang thronen", der in ihrer zottigen Brust teine Spannkraft übe, thren wir bibelfester als sie, denn Sonntagsarbeit ist mit jenem Worte und ertrant. Vor dem Grundstücke Spittelmarkt 11 glitt ein Wählern als völlig intakt auszuposaunen und sich deshalb über nicht gemeint. die Kunze'schen Schloßplays, Schloßfreiheits-, Ententeich und Schneider aus und erlitt burch den Fall eine bedeutende VerRampenprojefte zu entrüften? Schon damals verhehlte fich kein Die Rücksichtslosigkeit gegen Arbeitsuchende bei der werden mußte. In seiner Wohnung in der Blumenstraße legung am Fuße, so daß er nach der Universitäts- Klinik gebracht Arbeiter, daß diefer Bourgeois, muth" zerfließt wie Butter an Nothlage, in welcher sich die Arbeiter befinden, fennt faum noch wurde ein Zimmermann erhängt vorgefunden. An der Ede der Sonne. Er ist zerflossen: Herr Oberbürgermeister 3elle eine Grenze. Da fragt ein Maurer nach mehrmonatlicher Arbeits der Straße Unter den Linden und der Friedrichstraße wurde eine legt auf einstimmigen Beschluß all Derer vom Magiftrat lofigkeit auf einem Bau in der Köpenifer Straße beim Polier Frau durch einen Rutscher überfahren und an beiden Beinen bes mit der goldenen Kette ein Projekt zum Umbau der Kurfürsten- nach Arbeit an. Dieser erklärt fich bereit, ihn einzustellen, wenn deutend verlegt. Sie wurde nach der Charitee gebracht. brücke nebst Nachbarschaft der Stadtverordneten- Bersammlung er von dem Meister eine Bescheinigung hole. Ein vor, deffen Ausführung der Ausführung von drei Vierteln des zu demselben nach dessen Komptoir in ber Greifswalderstraße. Moabit todt aufgefunden. Dasselbe hat sich anscheinend durch Der Maurer eilt Mädchen wurde in der Wohnung seiner Dienstherrschaft in AltKunze'schen Ententeichprojektes gleichtommt. Der Magiftrat Dort erklärt der Geschäftsführer, daß er zwar fein Mitglied der Ginathmen von Leuchtgas getödtet. Im Laufe des Tages und beantragt einstimmig, den bereits am 8. Januar 1891 freien Hilfskaffe einstellen solle, aber diesmal eine Ausnahme in der darauf folgenden Nacht fanden vier kleine Brände statt. Don der Stadtverordneten Versammlung gefaßten Be- mache. Schon hat er den Annahme- Schein ausgefüllt und will schluß betreffend ben Umbau der Kurfürsten Brücke den Stempel darauf drücken, als er ans Telephon gerufen wird, und gleichzeitige Erweiterung der Nordfeite der König- und von demselben Polier, der den Maurer den weiten Weg ftraße aufzugeben und statt dessen einem Projeft zuzustimmen, gefandt hatte, benachrichtigt wird, denselben nicht einzustellen. das die Häuser auf dem Schloßplas zwischen der Breiten. Der Maurer, der sich bereits gefreut hatte, endlich Arbeit zu Straße und der Brücke niedergelegt und die Süd seite der König- finden, war also genasführt. Diese Behandlung Arbeitsloser ift ftraße verbreitert sehen will. Weshalb foll der zwei Jahre alte in der gegenwärtigen Gesellschaft so gang und gäbe, daß Beschluß nicht ausgeführt werden? Ist er unausführbar? es feinem von den Arbeitern einfällt, sich mit den Beschuldigungen Berwaltung des Leffing- Theaters fteht, gelangte am Dienstag Jm Wallnertheater, das gegenwärtig unter Zeitung ber nein im Gegentheil, der Magiftrat theilt mit, daß selbst der der Herren Richter und Bachem gegen den Bukunftsstaat" dieser zum ersten Male„ Der Fall Clemenceau" von Alexander Minister der öffentlichen Arbeiten, an den die Prüfung des am Herren zu beschäftigen. Jedenfalls, denken sie, kann es in diesem Dumas und Armand d'Artois zur Aufführung. Das Schauspiel 20. Januar 1891 eingereichten Bauplanes schließlich ging, am ihnen nicht schlimmer gehen, als in dem gegenwärtigen. 6. Januar 1893 bezeugt habe, daß gegen dies Projekt in techbildete lange Beit ein Haupt- Repertoirstück des Leffing- Theaters, nischer und architektonischer Hinsicht Einwendungen nicht zu Woche an der Berliner Universität statt. Der betreffende Dofio- Stücke, in denen er verwickelte Probleme weiter verwickelt, und die Eine bemerkenswerthe Promotion fand in voriger dessen Hauptkräfte wir vorgestern im Wallner- Theater wieder fanden. erheben sind. Aber derselbe Minister hat den Magiftrat darauf rand, Max Meyer, wurde im Jahre 1865 zu Berlin blind geösung in einer gewaltfamen Pointe fucht. Clemenceau ist ein Der Fall Clemenceau" ist eines der Dumas'schen Problemstücke, aufmerksam gemacht, daß das von patriotisch- ersterbenden Stadt boren und besuchte, nachdem ihm der erste Unterricht von einem vätern aus dem Stadtfädel gefchentte Fordenbeckenden Berkehr beeinträchtige- einem gefchentten Gaul sieht man nicht ins Blindenlehrer ertheilt worden war, das hiesige Sophien- Real- funger, talentvoller Bildhauer, der es bereits zu großems daß der von ihm vorgeschlagene, jezt vorgelegte( in voller Ueber- bestand mit Auszeichnung das Abiturienteneramen, wobei ihm haftem Dienste der Kunst verbracht und sich eine trenge gymnasium. Er wurde stets als bester Schüler versezt und Erfolg gebracht hat. einstimmung mit dem bekannten Kune schen Schloßterraffen die schriftliche Prüfung erlassen wurde. Darauf fludirte er Sittenreinheit bewahrt. Er verliebt sich in ein junges Mädchen, und Ententeichsprojekten bestehende) Plan dem Schloßplag eine feinem monumentalen Charakter entsprechende Form geben" mehrere Jahre hindurch auf der hiesigen Universität Mathematit, die Tochter der polnischen Gräfin Dobronowska, die in bettel würde, und daß er das Bertrauen hege, daß die Auffassung der Thattraft verfaßte er nach beendetem Studium eine Differtation auf die Schönheit ihrer Tochter Isabella alle möglichen Luft Physik und Philosophie. Mit raftlofem Fleiß und feltener haften Berhältnissen und aristokratischen Prätentionen lebt, und städtischen Behörden eine von höheren Gesichtspunkten aus dem Gebiete der Differentialgleichungen, die, wie einer der schlösser baut. Die Tochter tennt teine größere Sehnsucht, als geleitete" fein werde. Den Ueberfluß an Streberthum und Kriecherei, der nothwendig ist, um das ministerielle Vertrauen Opponenten, der Privatdozent Dr. Schlesinger, bemerkte, eine aus dieser Betteleriftenz herauszukommen und sie nimmt die nicht zu täuschen, hofft Herr Belte auch bei der Mehr- Dankenswerthe Bereicherung der mathematischen Wissenschaft Band Clemenceau's an, nachdem sie ein Verhältniß mit einem heit der Stadtverordneten zu finden. Er hat auch nicht einmal Birschfeld, beglückwünschte nach der üblichen Vertheidigung der und die angedrohte Enterbung nicht scheut, abgebrochen. Der Defan der philosophischen Fakultät, Professor russischen Jugendfreunde, der selbst den Bruch mit seiner Familie angedeutet, mte viel Millionen die Spielerei toften würde: er hofft, daß wie fie Thefen den jungen Doftor, der mit Ueberwindung so großer Isabella, oder und Don Mutter die Mehrheit muthig Gatten ge= vor ihren eigenen Beschlüffen zurückweichen wird. Auch dar: Schwierigkeiten diese akademische Würde erlangt habe." wird, za, zeigt fich gleich von Anfang mit über, ob die fönigliche Rabinetstaffe einen Beitrag zu den einer so nackten Offenheit, wie sie eben aus dem Mangel jedes Kosten leisten wird, oder ob diefelben durch eine Lotterie auf- gestern Abend an der Ede der Friedrichstraße und Unter den in seiner Verblendung sieht darin jedoch nur ein Seichen rüh Von einer kaiserlichen Equipage überfahren wurde Pflicht und Verantwortlichkeitsgefühls hervorgeht; Clemenceau gebracht werden sollen, schweigt Herrn Belle's Höflichkeit. Selbst- Linden eine etwa vierzigjährige Frau. Diese war gerade mit renoster Unschuld. Die Entwickelung ist von Anbeging vorausredend werden unsere Genoffen im Rothen Hause die in der fnapper Noth einer Droschte ausgewichen und lief blindlings zusehen. Iza liebt zwar Clemenceau, soweit sie eben lieben kann. Borlage ihnen gestellte Sumuthung rundweg, deutlich und direkt auf die Pferde der Hof- Equipage, in der sich Gäste aus Serge zu ihr zurückkehrt, und zwar als Erbe der unermeß bündig ablehnen: aber sollte Herrn Belle's Vertrauen auf seine dem im Schlosse stattfindenden Fasnachtsball befanden, zu. Sie lichen Reichthümer feines Baters, fnüpft sie wieder das Verhältpolitischen Freunde Täuschung sein? Warum nicht Prachtbauten wurde niedergeriffen und die beiden feurigen Pferde stürmten niß mit ihm an. In der schamlosesten Weise betrügt sie ihren auf Volts fosten bewilligen, während der Nothstand der über sie weg. Da der Kutscher keine Anstalt machte, zu halten, Mann und weiß sich gegen etwaige Aufklärung durch feine Arbeiter schlankweg geleugnet wird? Weshalb nicht höheren" gingen der bedauernswerthen Frau die Räder über den Leib Freunde mit raffinirtefter Perfidie zu sichern. Gesichtspunkten zugänglich fein? Heute( Donnerstag) findet die und über die Beine. Die anscheinend Schwerverlegte wurde von Clemenceau den an ihm geübten Berrath entdecken; er trennt Ein Zufall läßt Berathung im Rathhause statt. mehreren Schuhleuten in eine Drofchte getragen und dann zur sich von ihr, die sich nunmehr anderwärts verkauft. Doch hängt Der städtischen Desinfektions- Anstalt, zu welcher der Charitee gejahren. Ein berittener Schugmann sprengte der Hof- er in Liebe an ihr und fehrt nach längerer Reise zu ihr zurück. Zugang nur vom Rottbuser Ufer 19 stattfinden darf, find wieder- Equipage fofort nach, um die Personalien des Kutschers festzu- Er will ihr alles vergeben, nur soll sie mit ihm Baris verlassen. holt von außerhalb Betten, Kleider, Wäsche und andere Gegen Sie weigert fich dessen, erklärt ihn auch weiter zu lieben; ftände zur Desinfektion zugegangen, welche durchaus ungenügend fahren. Diefelben haben Verlegungen an den Beinen und Füßen ehrenwerthen Mannes zu fein; aber sie wil seine Geliebte fein, Kurz vorher waren an derselben Stelle zwei Kinder über- ste halte fich felbft für unwürdig, noch länger die Frau eines verpadt gewesen sind. Da bei ungenügender Verpackung der infizirten Sachen leicht eine Uebertragung von ansteckenden Krant erlitten, so daß fie ebenfalls mittels einer Droschte zur Charitee über die er gebieten könne, wenn ihn die Luft anwandele, sie zu heiten auf das mit dem Transport betraute Personal stattfinden transportirt weroen musten. fehen und zu besigen. Von dieser Schamlosigkeit empört, nimmt fann, so hat der Magistrat bestimmt, daß alle der städtischen er einen auf dem Tisch liegenden Dolch und ersticht sie. Auf Desinfektionsanstalt, Kottbuser Ufer 19 hierselbst, von außerhalb, dreht sich stets die Diskussion weiter Kreise um die Frage, was ruft: Was hast Du gethan?" antwortet er: Wenn ein Mörder ergriffen und überführt wird, dann das Herbeieilen der Mutter und feines Freundes, der ihm zueinschließlich der benachbarten Ortschaften, zur Desinfektion zu wird mit ihm geschehen, wird er geföpft oder zu lebenslänglicher tödtet Eine Dirne ge gehenden Gegenstände in festen, im Innern mit Blech ausge- Buchthausstrafe verurtheilt werden. Ist der Mörder aber noch Gine pointirte Phrase ist teine Lösung; so tief JIza auch dastehen Das ist alles!" Mit diesen Worten schließt das Stück. schlagenen Kisten verpackt werden müssen. Zuwiderhandlungen fo jung, daß er zur Zeit der That das 18. Lebensjahr noch nicht mag, ist sie doch auch nur ein Produkt ihrer Erziehung und der gegen vorstehende Bestimmungen werden dem königlichen Polizei vollendet hat, er daher weder zum Tode noch zu zuchthaus ver- Verhältniffe, in denen fie aufgewachsen. Im übrigen aber nimmt Präsidium behufs nachdrücklicher Bestrafung angezeigt werden. urtheilt werden tann, dann lautet die zur Diskussion stehende sie den Standpunkt ein, welchen die Männer der Gesellschaft", Die Rückgabe der von auswärts zur Desinfektion eingelieferten Frage fo: Was wird aus dem Menschen werden, wenn er seine welche Dumas darstellt, Gegenstände erfolgt nur nach vorheriger Bezahlung beziehungs- höchstens fünfzehn Jahre Gefängniß verbüßt hat und wieder in und nur bei der Frau verwerfen. Die Männer, welche in dem für sich als berechtigt erachten weise unter Nachnahme der tarifmäßigen Gebühren. Freiheit gesetzt wird?" Der Spießbürger ist schnell mit der Ant- Stücke als Ehrenmänner vom reinsten Wasser erscheinen, wie Den Amtsvorsteher Schmock in Schöneberg laffen die wort zur Hand:" Dann schlägt er bei nächster Gelegenheit einen Konstantin, halten sich für vollberechtigt, Frauen zu verführen, Lorbeeren nicht ruhen, die er sich im vorigen Monat durch das anderen todt!" Momentan ist die Frage wieder aktuell. Es ohne sich den mindesten Vorwurf zu machen, falls sie nur nicht Aufsehen erregende Werbot der Arbeitslosen- Bersammlungen er dürfte daher viele Leser interessiren, daß im Osten Berlins ein zu dem betrogenen Ehemann in besonderem Vertrauensverhält worben hat. Auf ein am 6. Februar vom Arbeiter- Bildungs- hat. Es sind 25-30 Jahre her, daß in Berlin em SchneiderMann wohnt, dem es feiner anfieht, welche Vergangenheit er niß stehen. Die Aufführung war größtentheils eine vorzügliche zu nennen, bildet. ftellen. wieder in im nannt verein in Schöneberg an den Amtsvorsteher gerichtetes Gesuch um Ertheilung der Erlaubniß zur Abhaltung eines vom Berein meister durch seinen Gesellen ermordet wurde. Der Geselle war Fr. Jenny Groß gestaltete die Rolle der Iza mit dem für den 11. d. M. geplanten Mastenballes erhielt der Verein am noch im jugendlichen Alter, er wurde mit fünfzehn Jahren Ge- ganzen Reiz des verderbten, schönen, und mit der anscheinendsten 9. d. M. Abends folgenden bündigen Bescheid: Ihrem in der fängniß bestraft und hat diese Strafe verbüßt. Als er Naivetät berechnenden Weibes. Ebenso vorzüglich war die Dars Eingabe vom 6. d. M. gestellten Ersuchen um Ertheilung der die Freiheit trat, brachte er eine verstellung der Gräfin Dobronowska durch Frl. Detschy. Die hältnißmäßig beträchtliche Summe Erlaubniß, am 11. d. M. einen Maskenball veranstalten zu Gefängniß er Rollen des Clemenceau( Herr Prechtler), des Bildhauer Riez dürfen, kann nicht entsprochen werden. Dasselbe wird somit ab- parten Ueberverdienstes mit. Es gelang ihm, fich von zudring( Herr Horn) und des Konstantin( Herr Molenar) waren treff gelehnt. Der Amtsvorsteher, gez. Schmock. Welche Gründe den ichen früheren Genossen fernzuhalten, mit seinem Gelde begann lich vertreten. Herrn Amtsvorsteher zu seiner Ablehnung veranlaßt haben, Heute ist der Mann einer der reichsten Kartoffelhändler Berlins. er einen fleinen Kartoffelhandel, der fich allmälig vergrößerte. bleibt, wie ersichtlich, in geheimnißpolles Dunkel gehüllt. Man wenn er des Abends aus dem Konzert oder dem Theater kommt, scheint sich mithin in Schöneberg eifrig zu bemühen, den Arbeitern wenn auf seinem starten Embonpoint die goldene Halfterkette die Ueberzeugung von der Bortrefflichkeit unserer Staatsein- und an seinen fleischigen Händen die Brillanten blizen und richtungen so drastisch wie möglich vor Augen zu führen. glitzern, wenn er dann seinen„ Johann" ruft und er in die eigene Der unbekannte Mann, der in dem Hause Weinstraße 2 todt aufgefunden und der gestern durch seine Braut als der ArStranßbergerstr. 2 in Schlafstelle. Die vermißten Sachen dürften beiter Karl Prüfer erkannt wurde, war 27 Jahre alt und wohnte on jemand bei Seite gebracht sein, der mit dem Vorfalle in teiner Berbindung steht. Eine Agitationstour wurde vor kurzem von ca. 40 Ge- Equipage steigt, dann ahnt niemand, daß der Manu einst einen nossen aus Wilmersdorf und Schmargendorf unternommen. Die Word verübt hat. Der Erfolg ist für uns noch kein Beweis der Fahrt wurde früh Morgens vom Anhalter Bahnhofe aus an- fittlichen Hebung; wohl aber zeigt diefer Fall, wie der Besiz getreten und endete in Ludwigsfelde. Von dort aus ging es eines fleinen Stapitals und glückliche Umstände dazu führen, Surch die Ortschaften Kerzendorf, Wittstock, Wendisch- Wilmers jemanden, der unter anderen Berhältnissen zum Verbrecher gedorf, Muhnsdorf, Christinendorf, Gadsdorf und Lüdersdorf. Als worden, zu einem Musterbürger" umzugestalten. Agitationsmaterial gelangte in den genannten Dörfern die neueste Nummer des Bolksblatt für Teltow", ferner die Broschüren Nieder mit den Sozialdemokraten", Zur Land agitation", sowie einige Nummern des Vorwärts" und" Wahren Jakob" zur Vertheilung. Wenn auch der letztere weniger von agitatorischem Werthe ist, so konnte doch die Nachfrage der Landbevölkerung nach wat Buntes" befriedigt werden. Die Aufnahme war, abgesehen von einigen Ortsschulzen, im Großen Die elektrische Droschke ist für Berlin in Sicht. Das und Ganzen eine freundliche. Ja, selbst in Lüdersdorf, wo es von elettrotechnischen Fachschriftstellern schon lange angekündigte während der letzten Reichstagswahl zu einer Schlacht" tam, Bufunftsfahrzeug dürfte vielleicht in naher Zeit schon die Straßen war man jezt friedlicher gesinnt. Immerhin wird es noch mancher Anstrengungen bedürfen, ehe hier auf Erfolge zu rechnen ist, denn es gilt vor allen Dingen Vorurtheil und Un wiffenheit, beides in Fülle vorhanden, zu beseitigen. Berlins durchsausen. Ein süddeutscher Erfinder ist beim Polizei Präsidium vorstellig geworden, feine elektrische Droschte einer amtlichen Prüfung unterziehen und die Genehmigung zur Inbetriebstellung ertheilen zu wollen. Gerichts- Beitung. Wegen Verleitung fremder Kinder zum Diebstahl und der Sedanstraße in Neu- Weißensee am Dienstag vor der ersten wegen Hehlerei war die Lederarbeiterfrau Elisabeth Prossert aus Straffammer am Landgericht II angeklagt. Im Januar d. J. wurden in Weißenfee zwei Kinder, ein 12jähriges Mädchen und ein 9jähriger Knabe bei einem Diebstahl abgefaßt. Die Kinder gestanden eine Reihe von Diebstählen ein und wollten die gefohlenen Sachen zu der Angeklagten gebracht haben, der sogar der Haussuchung in der Proffert'schen Wohnung förderte eine Rorb gehörte, welchen sie bei der Ergreifung mit sich führten. Gine Menge gestohlener Sachen zu Tage, von denen die 12 jährige Hedwig Olinsti viele Gegenstände sogar der eigenen Mutter ge stohlen hat. Da das Mädchen schon früher wegen Diebstahls mit einem Verweise bestraft worden ist hat es vom Schöffengericht sechs Monate Gefängniß erhalten für die letzten Fälle so nahm der Gerichtshof an, daß es bei dem total verdorbenen und verlogenen Kinde der Anstistung nicht bedurfte, in dieser Beziehung erfolgte Freisprechung, dagegen wurde die Angeklagte wegen gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu einem Jahre Ge fängniß verurtheilt. Der Verein Freie Wolfsbühne" veranstaltet am Sonn Marktpreise in Berlin am 14. Februar, nach Ermitte. Gerade in den mit Arbeitern augefüllten Gegenden abend den 18. Februar, Abends 9 Uhr, ein Winterfest, das aus lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von Berlins muß die Autorität der Sicherheitsbeamten aufrecht ers einem mit Deklamation verbundenen Rünstlerkonzert befteben foll. 15,80-15,20., mittlerer von 15,10-14,60 M., geringer von halten werden. Mit diesem sehr bezeichnenden Ausspruche war Mit freundlicher Bewilligung der Herren Mender und Meding 14,50-14,00 M. Roggen per 100 kg. guter von 13,60-13,30 m., die Strafe motivirt worden, welche das Schöffengericht der werden 50 Mitglieder der Meyder'schen Kapelle unter der mittlerer von 13,20-12,90 M., geringerer von 12,80-12,50 M. Handelsfrau Bichau wegen öffentlicher Beleidigung eines PolizeiDirektion des Konzertmeisters Herrn Hellriegel das Konzert aus- Gerste per 100 kg. gute von 17,50-16,30 M., mittlere von beamten, groben Unfugs und Straßenpolizei- Kontravention aufe führen, deffen Hauptstücke Beethoven's e moll Symphonie Nr. 5 16,20-15,10 M., geringe von 15,00-13,80 M. Safer per 100 Kg. erlegt hatte. Nach dem schöffengerichtlichen Urtheil follte der und St. Saëns danse macabre bilden. Für die Deflamationen guter von 16,00-15,40 M., mittlerer von 15,30-14,70 M., Schußmann Junscha an der St. Andreas- Kirche Frau Zichan am haben die Herren Molenar vom Leffing- Theater und Parts vom geringer von 14,60-14,00 M. Stroh, Richt per 100 kg. von Abend des 19. August v. J. mit ihrem Obstwagen haltend gefunden Bittoria- Theater ihre Mitwirkung zugefagt. 4,50-4,00 m. Seu per 100 Kilogr. von 6,80-5,20 M. Erbfen haben. Auf seine Aufforderung, weiterzufahren, soll die Frau Die nächste Serie der Vorstellungen des Vereins findet im per 100 Kg. von 40,00-25,00 m. Speisebohnen, weiße per nach der Schillingsbrücke gefahren sein, dort aber wieder mehrere Leffing- Theater statt, und zwar für die 1. Abtheilung am 19. und 100 Kg. von 50,00-20,00 M. Linsen per 100 Rg. von 80,00 Minuten gehalten haben. Als schließlich Junscha, der sie von für die 2. Abtheilung am 26. Februar. Zur Aufführung gelangt bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 7,00-4,50 m. ind- ferne eine Beitlang beobachtet haben will, herangetreten und sie als er " weg Treptow. Abends Arbeiter- Sängerband Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelſtr. 70. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prop.-Kornblume, Blumenftr. 54, bei Wuttte.- Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner. Brezelschluß, Annenfir. 16, bei Reßner. Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bet Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, b. Hann. " 6, Vorwärts 9 Charlottenburg, Schillerstr. 102 nach ihrem Namen gefragt nnd den Gewerbeschein von ihr ver- Tele- u. Diskutieklubs. Donnerstag. Dieggen, bends 8% Uhr, - Neue Zeit, Abends sy Uhr, Boyenstr. 40, bei langt habe, habe die Frau die Angabe des Namens und die bei Schröder, Wiefenſtr. 39. Gieshott. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Hergabe des Scheines verweigert und den Beamten beschimpft. lub der Freunde" bei Gnadt, Gminemünderstraße 120. In Folge ihres Standalirens sei Publikum stehen geblieben. August Geib, Donnerstag bei Bubeil, Naunynfiraße 86, Die Angeklagte hatte deshalb wegen der öffentlichen Be- 9 Uhr.- Safenelever, Abends 8 Uhr, Reftaurant Biſchof, Baumſchulenleidigung 2 Monate Gefängniß, wegen Verursachens eines manzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 Distutirklub der Hausbiener, Abends 9 Uhr bei Sommer, Auflaufs( grober Unfug) drei Tage Haft und wegen Grünftr. 21: Sigung.. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Ginnahme einer festen Handelsstelle auf öffentlicher Straße außer nerstag nach dem 1. und 15. des Monats bet Tempel, Langeftr. 65, Abends Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 60.- Distutirtlub, 3eitgeist" jeden Don halb der Marktpläge 5 Mark Geldstrafe bekommen. Gegen dieses s uhr. Urtheil hatte sie Berufung eingelegt, die am Dienstag verhandelt würde. Frau Zichan bestritt, mit ihrem Wagen anders gehalten zu haben als zum Verkauf an die schon herangekommenen Kunden. Der Schutzmann beschwor dagegen, er habe von ferne die Frau 10 Minuten auf der Schillingsbrücke halten sehen, ohne daß sie dabei verkaufte; verkauft habe sie erst wieder, zu ihr herangekommen sei. Von den übrigen zehn Zeugen bekundeten nun, sie hätten gesehen, daß die Frau, während dies felbe auf der Schillingsbrücke hielt, eine Menge Kunden zu bedienen hatte; der zehnte Zeuge, ein 16jähriger junger Mann, fagte aus, als die Frau auf der Schillingsbrücke stand, seien Käufer herangekommen. Die Zeugen bekundeten ferner sämmtlich, daß die Leute auf der Brücke nicht infolge des Standalirens der Frau stehen geblieben feien. Die Angeklagte bestritt nun des weiteren, den Schuhmann beleidigt zu haben. Als er sie zur Feststellung ihres Namens nach ihrem Gewerbeschein gefragt, habe sie gesagt: Was? Sie wissen ja meinen Namen, Sie haben ja ein Jahr lang mit mir auf einem Korridor gewohnt." Da habe sie der Schuhmann mit einer Hand vorn und mit einer Hand in das Genick gefaßt und in diesem Augenblick möge fie wohl in ihrer Entrüstung gesagt haben: Sie sind ja betrunken!" aber weiter habe sie nichts zu ihm gesagt. Der Schutzmann fei aber auch betrunken gewesen. Letzteres bestritt der Polizeibeamte, der auch dabei blieb, daß die Frau ihn nicht blos Betrunken genannt, sondern auch ihm sonst noch Beleidigungen augerufen habe. Dies bestätigte der sechzehnjährige junge Mann. Der Wachtmeister, zu welchem der Schußmann Frau Richan behufs Feststellung ihres Namens geführt hatte, befundete, daß Junscha nicht betrunken gewesen sei. Alle übrigen Zeugen hatten von den Beleidigungen nichts gehört, mehrere von ihnen befundeten, es habe geschienen, als ob der Schuhmann, der nach dem Einen sich an den Wagen anlehnte, nach dem Anderen hinund hertaumelte, betrunken resp. angeheitert war. Jeden dieser Beugen fragte bei folcher Aussage der Gerichtsvorsitzende, ob es nicht möglich sei, daß der Beamte nur aufgeregt war, was die Beugen als möglich zugaben; eine Zeugin begründete diese Einschränkung damit, daß sie erklärte: Ja ich kenne den Schutzmann ja sonst nicht." Gin Gastwirth, bei welchem die Handelsfrau an dem Tage, an welchem der ganze Vorfall sich zugetragen, nachgefragt hatte, ob der Schuhmann an diesem Tage dort getrunken habe, verneinte dies heute wie damals schon. Bemerkt sei hier, daß in dem erstinstanzlichen Urtheil es der Handelsfrau als ein Zeichen vor besonderer Rachsucht angerechnet war, daß sie auf diese natürliche Weise sich einen Zeugen hatte verschaffen wollen. Nach der hier vorstehend wiedergegebenen Be weisaufnahme kam das Gericht zu der Ansicht, daß die Angeklagte zwar den Auflauf nicht verursacht hatte und deshalb von der Anklage des groben Unfugs freizusprechen sei, daß aber im übrigen das erstinstanzliche Urtheil zu bestätigen, daß also die Frau sowohl der öffentlichen Beleidigung des Beamten schon deshalb, weil sie diesen nicht blos betrunken genannt, sondern ihn auch noch geschimpft habe, und ferner der Polizeifontravention ( Einnahme einer festen Handelsstelle) schuldig sei. Das Gericht nahva als erwiesen an, daß der Schuhmann nicht betrunken war. Die Strafe von zwei Monaten für die Beleidigung sei, so führte Der Vorsitzende aus, eine sehr milde, deshalb bleibe es auch bei dez von dem Vorderrichter erkannten Strafe, nur daß die drei Fage Haft für groben insug aufzuheben waren. Das Reichsgericht verwarf am 19. Januar 1893 die Revision des Genossen F. Kater von Barleben. Unser Genosse ist durch Urtheil des Magdeburger Landgerichts zu 2 Monaten Gefängniß und die Kosten wegen Beleidigung des Magdeburger Schwurgerichts und Verächtlichmachung von Staatscinrichtungen verurtheilt. Versammlungen. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Zweigverein Berlin, Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 16. Februar, Abends 10 Uhr, Nosenthalerstr. 38. 3onentarif, Verein für Eisenbahn- Reform. Berlin West, Stegliger: firaße 70. Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, General- Versamm Tung im Restaurant ,, Tettenborn", Wallstr. 91, Ecke Neue Grünstraße. Privat- Theaterverein Fideler Geist 3. Sigung am Donnerstag, den 16. Februar, Abends 9 Uhr, im Lotal bei Zrittelwig, Klubhaus Südost", Faltensteinstr. 41. " Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Bilfe bei Anglücksfällen. Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8% Uhr, bei Boly, Alte Jakobstr. 75. Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Uebungsstunde. Billetausgabe zum Stiftungsfest. Glasindustrie. Sonnabend, den 18. Februar, bends 8% Uhr, große öffentliche Versammlung aller in der Glasindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77-79. Berliner Naturheilverein 2. Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8% Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Böhm, über Gicht und Rheumatismius", Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Zreu und dem zur Zeit flüchtigen Arton, ¡ gegen den das Gericht weiter Beschlüsse sich vorbehält. ( Depeschen des Bureau Herold.) Dresden, 15. Februar. Der Seuchenkongreß der Hygienifer Deutschlands und Desterreichs findet am 24., 25., 26. Mai hier statt. Aufgabe desselben sind Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen, namentlich der drohenden Cholera- Epidemie. Wien, 15. Februar. Vom Streit im Brüger Rohlenrevier sind noch drei weitere Schächte erfaßt. Briefkaffen der Redaktion. Dähne 15. Das Recht, Steuern durch Straßenarbeit abarbeiten zu lassen, steht teiner Gemeinde zu. Legen Sie wegen dieser Drohung Beschwerde beim Landrath ein und beantragen überdies bei der Staatsanwaltschaft beim Königlichen Landgericht Berlin II Einleitung der Untersuchung wegen Androhung eines bestimmten Amtsmißbrauchs. Halten Sie uns auf dem Laufenden. Böttcher. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. Dorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner: und Auguftstr.- Ecke bei Schulz. Einigteit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- Harmonte, 303. B. Mit dem Antrage auf Geftattung ratenweiser 3ufunft 2, Nieder- Schönhausen, BuchTempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth. holzerstraße bei Hempel. Ost- und Westpreußischer Männer Bahlung müssen Sie sich an die Gerichtskaffe wenden. Zu den Gefangverein, Holzmarktstr. 3, bet Deter. Edelweiß, Melchior- Kosten, die Sie dem Gegner zu erstatten haben, gehören nur die firaße 15, b. Stehmann.- Borar, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. Maitarifmäßigen, nicht die vereinbarten Kosten. Wegen Stundung glöden 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Täplanget, strautstr., dieser müssen Sie sich mit Ihrem Gegner in Verbindung sehen. bet Rudolf. Butunft 3, Velten, bei W. Grunow. Kreuz= F. Schulz. 1. Der Ihnen von der Polizei ertheilte Beberger Harmonie, Fichteftraße 29, bei Sträſche. Nordstern, scheid ist zutreffend. 2. Eine totale Sonnenfinsterniß hat weder Morgengrauen,( Bäder), 3 bis 5 Uhr Müllerstr. 7 bei Reichardt. Nachmittags, Gipsstraße 3 bei Pyrted. Steinfeger Sängerchor, 1882 noch 1888 stattgefunden. Sie hatten wohl die im Jahre Staftanien Allee 28 bei Maiwald. Liebes Echo, Reichenberger- und 1888 stattgefundene partielle Sonnenfinsterniß im Gedächtniß Forsterstraßen- Ede, bei Spindler. Liebertafel West end, Blumenthal und wollen die 3 Mark- Wettgelder zum Parteifonds oder zum raße 5 bei Behrendt. bei Stahl. Gesangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bet Bergarbeiter- Sammelfonds oder dergl. abführen lassen. Nach Oswald Berliner. Gefangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Eingang der Quittung theilen wir Ihnen dann gern mit, wann mölter. Gesangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Seydel in den legten beiden Jahrhunderten totale, wann partielle ſtraße so bei Breußer.- Arbeiter- Gefango, Gp and a u pnarſtraße Reſtaught Sonnenfinsternisse stattgefunden haben haben und wann sie im Rieters. Gefangverein Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, Kuhlmen. Arbeiter- Gefangverein 2yra 2, Charlottenburg, Gaurftr. 23, bei nächsten Jahrhundert stattfinden werden. Lange.- Gefangverein Felsenfest( Gem. Chor), Badftr. 12, Victoriagarten.Gefangverein Collegia 2( freie Bereinigung der Zivil- Berufsmusiker), Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig. Gefangverein der Kürschner, Landsberger ftraße 31 bet Seehausen. Gesangverein Proletariat( gem. Chor) Böchstr. 8, bei A. Moewes. Gesangverein Arion in Wittenberge, bei Goring. Gesangverein Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. Steinnette, Röslinerstr. 17. Sangerrunde, Rottbuserstr. 7, Cafee Braun. Alpenrose, Grenzstr. 16 bei Seidel. Frohsinn 2, Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bet Müller. Diener), Fischerstraße 41 bet Geidemann. Fest, Lebuserstr. 5 bei Nemiz. Gesangverein Brüderschaft( HausB. 52. Vereine können ihre ständigen, im Voraus beBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. stimmten Versammlungen im Voraus auf einmal anzeigen. alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Rentet, Unterhaltungsabende mit Gästen unterliegen polizeilicher GeBergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Bonnerstag: Rauchklub Graue Bolte, nehmigung. Nur geschlossene Gesellschaften sind an die Krautstr. 48.- Musitverein Osiris, bei Roll, Adalbertfir 21. Geselliger Vielleicht sprechen Sie einmal Beren Grüne Giche( vor dem Halle'schen Thor), bei Raporte, Solms: Polizeiſtunde nicht gebunden. ftraße 1. Bergnügungsverein Alpenveilchen 2, Straußbergerstr. 3 bei zwischen 12 und 1 Uhr vor. Birts. Bimmer- Schüßenverein Fein Korn bei Klatt, Boechstr. 51. Weißenfels. Beantragen Sie Einschätzung der Militär, 2uftige 13", präzise 8 Uhr, bei Boll, Wiener Straße 1. Regel- Klub musiker zur Gewerbesteuer. Humorinischer Verein Pautenschwengel, Stallschreiberstraße 58. Die Ausübung des Gewerbes gnügungsverein Bruderbund, bet Noll, Andreasftr. 8. unterliegt auch für Militärmusiker feiner weiteren gesetzlichen Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer Schranken. Die ihnen vorgesetzte Behörde kann die Ausübung Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. verbieten und genehmigen, wie sie will. Arbeitervereins für weißensee und Umgegend. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Do nnerstags und Sonnabends Abend; bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Männer Gefangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Fauffmann, Reichenbergerstr. 73a. Gesangverein fodenrein gemischter Chor, jeden Donnerstag von bis 11 Uhr bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. Musttverein Frisch Auf, Annenstr. 14, bei Ehrenberg. Privat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen C. H. Das Gericht tann jeden als Vertreter zurückweisen, Theater- Berein„ Vultan ia 2" 9% Uhr, Worstädtisches der gewerbsmäßig( auch Entschädigung der Arbeitszeit kann als Hof, Admiralftr. 18.Safino, Ackerstr. 144. Turnveein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag folche gelten) vor Gericht auftritt. Sie thun am besten, persön und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Bankstr. 26. Geselliger Verein Freiheit, abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwedter lich mit dem Gewerbegerichts- Vorsitzenden betreffs Ihrer Bu straße 44. Gefelliger flub Blau- Weilchen, Abends 9 Uhr, Annenstr. 9 bei lassung zu sprechen und den Wunsch der Arbeiter, daß Sie ver 6. Prog. Berein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punti treten sollen, ihm zugleich mittheilen. 9 Uhr bei Echröder, tegligerfir. 18. H. G., Berlin. Sie theilen uns mit, daß der Apparat Bergnügungs- Verein Renata s uhr, des Dr. M. in F. von vielen tausend Aerzten angewendet wird. abend 9 Uhr, bei Hohn, Bionstirchplay 11a. Gefangverein Proletariai Das ist uns nicht neu. Sie beweisen uns eben nur damit, wie ( gem.Ghor) Abd. 9 Uhr, Uebungsjunde b. Möwes, Böchstr. 8.- Geselliger Berein forrupt die Gesellschaft ist, und wie sehr wir mit dem Artikel üniverfum, Sigung mit Damen Abends of Uhr b. Gagemann, Cothringer ins Schwarze getroffen haben. Ob die Anwendung solcher Appamoabiter, Stephanstr. 23, bet Littfo, jeden Donnerstag um 8% Uhr und rate ekelhaft ist, das fragen Sie am besten eine anständige Ghejeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damien. Geselliger frau. Wir glauben, daß eine solche sich nur unter schweren Berein Univerfum, Sigung Abends 9% Ubr, im Renaurant Neumann, Druck fapitalistischer Bedenken zu diesen jedes Schamgefühl tief BerPfropfenverein Wedding, Abends 8 Uhr, bet Selterhoff, Antonftr. 5.Abends im Restaurant Göz, Oranienstr. 158. Bitherklub Gleich hett, straße 81. Borträge, Fidelitas. Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthitch tett und Klub Verein K. Locle. Das Bergehen verjährt in fünf Jahren: jede Handlung des Richters, die gegen Sie gerichtet war, z. B. Steckbrief, Haftbefeht, unterbricht die Verjährung. Vom Zeitpunkt der Unterbrechung ab laufen abermals 5 Jahre Verjährungszeit. Die Kosten verjähren in 4 Jahren. mens hr, Lothringerstr. 105: Geselliges Betsammensein mit, beleidigenden Manipulationen hergiebt. Hierin liegt aber gar nicht Damen, Fidelitas und Tanz. Männergefangverein Gangesfreunde des Pudels Kern, sondern in der Frage, ob all dieses dunkle und Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerfir. 82. schmußige Treiben mit der von Kanzel und Katheder der Bour Waidesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Dessillation, geoisie gepredigten Moral übereinstimmt. Und angesichts des Staligeritr. 41.- Rauchflub Waldesgrün, Abends 8 Uhr, Restaurant Breslauer Prozesses und Ihrer Einsendung, die selber zugesteht, . Gaspar, Reichenbergeritr. 113a.- Rauchtlub before, bene daß viele taufend Aerzte Apparate anwenden, um den Kinder8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchtlub Arabi Pafcha, segen hintanzuhalten, müssen wir sagen, daß die Moral der Fa Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub Ohneftrett, milie und Religion zerstörenden Sozialdemokratie doch die besserer Abend 9 Uhr bei Fürstenau, Reichenbergerstraße 69. Süd- West, Abends 9 1hr, Simeonstr. 23 bei Flick.. Theaterverein Mai Menschen ist. glöckchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Rauchtlub Brüderlichteit, von 9 bis 11 Uhr bei Lehmanit, Kaiser Franz- Grenadier- play 7.Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Rauchflub ernipige, Abends Rauchklub Rauchflub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet E. Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg. Rauchklub Eldorado, Rauchtlub Su Abends 8% Uhr, Restaurant W. Schulze, Ofibahnhof 7. matra, Abends 8 Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Brangelstr. 84. Stat flub Rückwärts, Abends 8 Uhr bei Arndt Pallisadenitr. 47. Ruderverein Vorwärts. Sigung Abends 8 Uhr, bei Bodenburg, Kommandantenftr. 10-11. Gäste willkommen. Abends 8 Uhr bei Nifolet, Elisabethkirchstr. 17. Depeschen. 7 Erust Nitschke, Großenhain. Es giebt fein Ronversations lexikon, das in Geschichte, Nationalökonomie und überhaupt sozialwissenschaftlichen Dingen objektiv wäre. Sie sind alle tendenziös. Ats reichhaltigstes wird häufig das Meyer'sche Konversationslegifon bezeichnet; Brockhaus ist indessen auch sehr gut. Robert Blum. Der Staatssekretär hat im Reiche dieselben ressortmäßigen Befugnisse, wie der Minister im Einzelstaate, nur Schießtlub ell, ist er dem Reichstanzler untergeordnet, während der Minister im Einzelstaate dem Ministerpräsidenten gleich gestellt, sein Kollege ist. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Gelsenkirchen, 15. Februar. Der Redakteur der BergArbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8-10% thr: Südarbeiter- 3tg.", Ruth, ist heute verhaftet worden. Schule: Hagelsbergerstraße 48: Unterricht in Deutsch( oberes). Südost: Paris, 15. Februar. Das Schwurgericht verurtheilte heute Schule, Reichenbergerftr. 133: Geschichte( mittl.), Staufmännisches Rechnen, Wechselrecht und Korrespondenz; Ost- Schule, Martusftr. 31: Unterricht den vormaligen Senator Le Guay zu 5 Jahren Gefängniß und in Physiologie; Nord Schule Müllerftr. 179a; Unterricht in Chemie, 3000 Frts. Geldbuße und den Kafürer Prévost zu 3 Jahren In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, Gefängniß und 100 Frks. Geldbuse wegen Unterschlagung, betönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt, im Laufe des Semesters, gangen zum Schaden der Dynamit- Gesellschaft in Mitschuld mit eintreten. Bairisch- Lagerbier- Brauerei Oswald Berliner Berlin N., Brunnenstrasse 112-114. Hierdurch beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem Ausstoss meines diesjährigen Bock- Bieres am Sonnabend, den 18. Februar, beginne und werden gefällige Bestellungen hierauf in Gebinden und Flaschen prompt ausgeführt. 3684L 3687L* Hochachtungsvoll Oswald Berliner. ( Pernsprech- Anschluss Amt III No. 681.) Musik- Instrumente. Größtes Lager in Zithern, Violinen, Guitarren, allen MusikBlasinstrumenten, fowie Harmonikas jeder Art. werke zum Drehen und selbstspielend( mit Arbeiterliedern). Reparaturen schnell und gut. Großes Notenlager. Aug. Kessler, 51. Lausitzerstr. 51. Moabit! Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Verein Berliner Schirmmacher 20,00. Geselliger Verein grüne Eiche" vor dem Hallischen Thor 10,00. Fruchtstr. 31, Schäfe, Tischlerwerkstatt 2,60. Ueberschuß der öffentl. Vers. d. Ortsfr.- Kaffe der Schuhmacher 2,20. Zapezirerwerkstatt H. G. 5,30. Klub Kollegenschaft 15,00. Bei einem gemüthl. Eisbein essen d. C. P. 1,50. Gesammelt von den Arbeitern Stettins und Umg. d. Herbert 200,-. Summa 256,60 M. Bereits quittirt 10 629,15 M.; in Summa 10 885,75 m. Moabit! Ein grosser Posten schadhafter Steppdecken Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Zeitungsspedition des Herrn F. Voss, Lübeckerstr. 8, mit übernommen habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, durch pünktliche und foulante Bedienung das Herrn Voß geschenkte Vertrauen auch für mich zu erwerben. Bestellungen werden à 3, 4, 5 9. Werth das Doppelte! nach wie vor bei Herrn Voss, Lübeckerstr. 8, entgegengenommen. Hochachtungsvoll 3682L A. Brehmer, Chausseestr. 52a. Echter Langensalza'er Kantabak 31062 von Gebrüder Adler. Bu haben in den meisten Tabakhandlungen Berlins und Umgegend. mit fleinen Steppfehlern! circa 1000 Stück schwere buntfarbige Normal- Schlafdecken mit kleinen Maschinenflecken, in reizenden Jacquard Mustern, Grösse 150 x 200 cm. = fonftiger per Stück 4,50 M. gresim. Meine illustrirte Preisliste über hochfeine Stepp- und Schlafdecken gratis und franko. 3558L Cigarren- Engroslager in den Preislagen von M. 25, bis t. 100,- Steppdecken- Emil Lefèvre, Haupt- Niederlage: Jüdenstrasse 20. |* Die billigsten Wohnungen, be-| Maskengarderobe, neu, f. Herren stehend aus1 St. u.2 St., Küche, sep. Korr., und Damen, preiswerth. Hochzeitskleider, sind Schulstr. 50. 1325b* Gesellschafts- u. Ballkleider, Neanderst.34. Neue Rohstr. 3. 3ahnarzt Cohn. Schmerzlos: Zahnziehen von 1,-M. Füllen u. Zahnersay. Theilzahlung. Poliklinik. Freundl. Kleine Wohnungen mit Wasserl., 50-56 Thlr., zu vermiethen, Rixdorf, Prinz Handjernstr. 50. 13136* 2 Stuben und Küche. Füsilierstr. 13 1356b 3 Tr. 288 M. Schwarzdrosseln 5,00, Graudroff. 4,00, Staare, Dompfat. 2,50, Kreuzschnäb.1,50, Singlerch. 1,50, Kanarienr., Zuchtweibch., Heckb. billig, Invalidenstr. 7. 1347b 3653L* Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Größtes LagerBerlins Kinderwagen. Andreasar. 23. Hp Vereinszimmer, Simeonst.23, Flid. Achtung! Kein Laden. Homöopathische Klinik, Brunnen- Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren straße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg. 9-10. 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabate. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pfg. F. Sonnabend u. Montag i. e. Ber: 3561 L 5. F. Dinslage, 13496 einszimmer m. Piano z. verg. Rottbuserstr. 4, Hof part. E. Wensch, Blumenstr. 46 p. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Beuthstraße 2.