Nr. 41. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Eernsprech- Anschlu Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Freitag, den 17. Februar 1893. Die Reichsenquete über die Arbeitszeit im Bäckereigewerbe. welche Bezirke in den Großstädten denn nun für die selbst ebung ausgesucht werden. Nun muß man beachten, ermittelt worden wäre # bei der Erhebung nach dem ersten Plane jeder Kommentar ist wohl daß sich gerade die Arbeitsverhältnisse der Bäcker überflüssig! Und ähnlich ging es überall: hier wurden in den Großstädten als außerordentlich verbesserungs- zu viel Arbeitgeber, dort zu viel Arbeiter gefragt, Man erinnert sich, daß vor einigen Wochen zuerst die bedürftig herausgestellt haben, daß es also von be hier erhielten überhaupt nur Meister den Fragebogen, offiziöse„ Nordd. Allgem. 3tg." im stande war, die Haupt- sonderer Wichtigkeit ist, zu wissen, welche Bezirke bort ließ die Ortsbehörde die Fragebogen statt durch ergebnisse nach ihrer Wahl! nach ihrer Wahl!- der Reichsenquete über dieser Großstädte das Ergebniß lieferten. Es geht eben die Interessenten durch die Schußleute ausfüllen, in die Arbeitszeit im Bäckereigewerbe mitzutheilen, welche von nichts über die offizielle statistische Weisheit. Aber weiter! anderen Fällen waren die Fragebogen von den Meistern der neuen Reichskommission für Arbeitsstatistik im Juni In einem großen Theile Deutschlands haben sich die ausgefüllt und von den Arbeitern nur unterschrieben. vor. Jahres begutachtet und dann im September v. Js. Behörden einen Pfifferling um das System der Stich Kurz man muß den amtlichen Bericht selbst lesen, um ausgeführt worden ist. Die„ Nordd. Allgem. Ztg." brachte proben gekümmert. In Sachsen Weimar hat man mit einen Begriff von dem Unsinn zu bekommen, den die deutsche ihren offiziösen Artikel, ehe sonst jemand in der Beffentlich- tühnem Griff einfach die Stadt Apolda herausgenommen, Bureaukratie bei dieser angeblichen Arbeiter, recte Schutzkeit die Drucksache über die Enquete besaß und ehe die dort die Bäcker befragt und dann den ganzen übrigen mauns- Enquete geleistet hat. Reichskommission für Arbeitsstatistik zusammentrat, um über Staat" für die Erhebung unter den Tisch fallen lassen; Man will jetzt durch nachträgliche mündliche Verdie Enquete zu diskutiren. Letzteres ist bekanntlich vorige Woche ebenso in Mecklenburg- Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, nehmungen einen Theil der Ungereimtheiten wieder gut geschehen, und der Vorwärts" hat über die Sigungen schr Sachsen- Meiningen, Sachsen- Altenburg, Anhalt, Schwarz- machen, die bei dem schriftlichen Verfahren vorgekommen ausführliche Berichte gebracht. Wenn man jetzt diese burg- Rudolstadt und least not last in Reuß jüngerer find. Auch darüber hält man wieder lange Erörterungen Debatten durchsieht und das Enquete- Ergebniß und die Linie, wo man überall nur eine einzige Stadt in die Er- für nothwendig als wenn es fein altbewährtes englisches offiziöse Kundgebung des Pindterblattes vergleicht, so findet mittelungen einbezog. Gerade diese Staaten weisen aber Enqueteverfahren gäbe! Was da wohl herauskommen wird! man die Erklärung, weshalb man es so eilig mit dem auch außerhalb der einzigen Stadt, die für jeden ausgewählt Die Lehre des Ganzen aber heißt: der bürgerliche Staat offiziöfen Lobpreisungsartikel hatte, der schon einmal an wurde, interessante Verhältnisse auf: Bäckereien, die unter besitzt noch nicht einmal diejenigen Organe, welche geeignet dieser Stelle beleuchtet worden ist: die Bäderhalb ländlichen und halb städtischen Verhältnissen existiren sind, ihn vollständig und wahrheitsgemäß über die ArbeitsEnquete ist in den Händen der Bureau- und deren Arbeiterlage doch nicht einfach nach den Er- verhältnisse des größten Theils seiner Bevölkerung aufzu fratie so gründlich mißglückt, wie es gründlicher mittelungen von anderswo beurtheilt werden kann. Es wäre flären. Er flieht geradezu die Berührung mit den Arbeiternicht gedacht werden kann. Diese blamable Thatsache sollte sogar möglich, daß die Weglaffung en gros dieser ausgedehnten vertretungen, und er wird wohl so lange Statistik stümpern, durch den offiziösen Artikel vertuscht werden. In der ländlichen Gebietstheile die Ergebnisse geradezu gefälscht bis die Zeit zu Statistiken längst vorüber ist. That hat sich ja auch die bürgerliche Bresse von dem hätte, die auf eine längere Arbeitszeit in den Großstädten offiziösen Auszug täuschen lassen, und es ist ihr ebenso hinauslaufen. Hinzukommt, daß auch anderswo, in Baden, wenig eingefallen, den Sachverhalt nach dem Original- Hessen und der Provinz Sachsen in kleineren Orten nicht bericht nachzuprüfen, wie es den bürgerlichen Reichstags- alle Betriebe befragt wurden, weil die Fragebogen nicht Abgeordneten eingefallen ist, sich viel um den Bericht selbst ausreichten. In Halle und Nürnberg haben die Ort Politische Beberlicht. " dort zu kümmern, der dem Reichstag wohl in Borahnung der behörden auch ohne diesen Grund, einfach willkürlich, die Berlin, den 16. Februar. Interesselosigkeit dieser hohen Körperschaft nur in einigen Fragebogen nur an eine ganz beschränkte Zahl von Be50 Exemplaren zur Verfügung gestellt wurde. Desto schärfer trieben ausgegeben. Das Schönste passirte aber Der Militarismus unterliegt dem Zwangsgesetze der soll an dieser Stelle der beispiellosen Unfähigkeit der in Lübec. Hierüber heißt es im amtlichen Bericht: Konkurrenz, er ist genöthigt, die Fortschritte der WaffenBureaukratie, auch nur eine einfache Enquete über die Ar- Bezüglich Lübecks ist zu bemerken, daß nach dem Ver- technit sich zu eigen zu machen und auf Kosten der Steuerbeitszeit in einem bestimmten Gewerbe durchzuführen, auf theilungsplan"( der auch schon beim Mangel jeglicher Bezahler ungezählte Millionen für jede neue Verbesserung auf die Finger gesehen werden. rufsstatistik auf ganz willkürlichen Schäzungen aufgebaut diesem Gebiete zu verpulvern. In der Marine wetteifert die Bekanntlich wurde die Erhebung von vornherein auf war! D. V.)„ dorthin 40 Fragebogen entfielen. Ausbildung des Geschüßbaues mit der Konstruktion immer vorhanden gewaltigerer und widerstandsfähigerer Panzerplatten. Hat 10 pCt. aller Bäckereibetriebe im Reich beschränkt soviel Da aber mehr als 40 Bäckereien Arbeit und Geld, als die vollständige Erforschung gekostet sind, wurde für Lübeck, obwohl es nur 63 590 die Jugenieurkunft eben einen Panzer geschaffen, der gegen hätte, kann natürlich der heutige Staat für die Arbeiter Einwohner hat, das für Großstädte vorgesehene Verfahren die Durchschlagskraft bestimmter Geschosse gesichert scheint, flugs unmöglich aufwenden! Um nun aus den ins Auge gefaßten angewendet und als Erhebungsbezirk das Johannesquartier werden neue Geschosse hergestellt, die mit Leichtigkeit die an10 pCt. wenigstens einigermaßen ein richtiges Bild zu ge- gewählt. Bei der Einsammlung der Fragebogen"( bei der geblich schußfeste Stahlschicht durchbohren. In der frans winnen, sollten in jedem Bundesstaat kleine, mittlere und Bertheilung hatte es die Polizei also gar nicht gemerkt!! 3ösischen Marine agitiren jetzt hervorragende Fachs große Ortschaften ausgewählt und in diesen sämmtliche D. V.) stellte sich jedoch heraus, daß in diesem Stadttheil männer gegen große Panzerschiffe, die den Melinitgranaten Bäckereibetriebe wegen ihrer Arbeitszeit befragt werden; nur 12 Bäckereien mit Gehilfenbetrieb vorhanden seien, nicht Widerstand leisten können. Man solle statt dessen rasche nur in den Großstädten sollte die Ermittelung auf einen und da es an Zeit(!!) für Erweiterung die Erhebung Kreuzer, Torpedoboote, Mörserboote zum Bombardement Stadtbezirk beschränkt bleiben. Was ist aus diesem an und fehlte, so blieben 28 Fragebogen unbenüßt". Der Sinn friedlicher Küstenstädte und unterseeische Fahrzeuge bauen. „ Diese Ausfür sich schon so beschränkten Programm, nach dem bei dieser kläglichen Mittheilung ist also: man hatte sich von Die Bossische Zeitung" bemerkt dazu: richtiger Ausführung wenigstens einiges Typische hätte Anfang an in der Zahl der Lübecker Bäckereien ganz führungen verdienen auch in Deutschland auf ihren erhoben werden können, unter den Händen der Ver- gehörig verrechnet; als dies bei der falschen Werth sehr genau geprüft zu werden, und sie mahnen zur waltungs Behörden und Polizei Organe geworden? Beschränkung die Ermittelungen auf einen Theil Vorsicht allen Projekten gegenüber, welche auf eine BerEin reines Berrbild! Zunächst enthält das der Stadt herauskam, fehlte es -Zeit mehrung der großen Panzerschiffe hinzielen." Wie die Verhand amtliche Schriftstück nicht ein einziges Wort darüber, und ermittelte also noch weniger, als lungen im Plenum des Reichstags und in den verschiedenen Feuillefont. Nabrud verboten.) [ 17 man aber an letzliches Gesetz, einen Beamten, der aus eigenem Antriebe alle Stände zur Arbeit oder zur Erholung den grünen Dies ruft eine aus dem Wege geht, und aufhört gefährlich zu werden, auf Gefilden zueilen. allgemeine Er Gebieten des feinen Fall um der bloßen Nache willen niederzustrecken. schlaffung der Spannkraft auf allen So entgingen einige Feiglinge ihrem Schicksale. geistigen und sozialen Lebens der Hauptstadt hervor. Die revolutionäre Bewegung schlummert, wie alles andere breit über das Land verstreut sind. Die Laufbahn eines Nihilisten. gebracht waren, zerstreuten sich nicht. Da sie einmal da während der heißen Jahreszeit, da ihre Kämpfer weit und Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Kapitel VII. Repin sinnt über die Zukunft seiner Tochter na ch. Sina und Wassilij Werbitzky reiste nach Dubrawnik ab. Einige Tage später tam ein Brief an, welcher ihre fichere Ankunft ankündigte. Doch die Leute, die zu dem Werk der Nache zusammenwaren, Hauptquartiere, Schildwachen hatten und sonst alles bereit war, wurde der Vorschlag gemacht, das weit schwerere Werk die Befreiung der drei Revolutionäre Boris und seiner beiden Gefährten Lewschin und Klein zu unternehmen, welche ihrer Berurtheilung in dem Gefängnisse zu Dubrawnik entgegen fahen. Sina schrieb zu diesem Zwecke an die Genossen in St. Petersburg, die diesen Vorschlag gerne billigten und versprachen, die Abtheilung von Dubrawnik mit Geld und, wenn es nöthig wäre, mit Mannschaften zu unterstützen. Der Sommer, in welchem die auf diesen Seiten beschriebenen Ereignisse vorfielen, verstrich weniger arbeitslos wie gewöhnlich. Dies war hauptsächlich der ausgedehnten Propaganda unter den Arbeitern zuzuschreiben, welche sowohl im Sommer als im Winter immer zahlreich in der Hauptstadt vertreten sind. Diesem Werke widmete sich Andrej, so lange seine Dienste nicht anderweitig. in Anspruch ges nommen wurden, mit voller Energie. Ein beträchtlicher Andrej erwartete jeden Tag nach Dubrawnik gerufen Theil seiner früheren Thätigkeit war der Propaganda unter zu werden, aber er wunderte sich nicht, daß eine Woche den Arbeitern gewidmet. Er hatte in ihren Reihen viele Nach zehn Tagen tam ein anderer Brief von Sina, nach der anderen verging, und er noch auf seinem alten Bekannte, von denen noch einige früher in der Stadt waren welcher berichtete, daß die Angelegenheit in vollem Gange Plage war. Man war überein gekommen, daß Sina, und ihn als alten Freund bewillkommten. In vierzehn war, und daß binnen Kurzem die Rechnung beglichen welche die Leitung der Vorbereitungen auf sich genommen Tagen war Andrej mit seiner Aufgabe und seinen Leuten werden würde." Es war aber der Zeitpunkt dieser Abrechnung hatte, ihn nicht eher rufen sollte, als bis der entscheidende vertraut geworden. Die Arbeiter liebten ihn wegen seiner noch nicht beschlossen. Das Lange und Breite der Sache Moment des Handelns nahe war, und er wußte aus eigener ernsten Einfachheit und Gründlichkeit, und lauschten gern war, daß der Beamte, welcher diese infame That an Erfahrung, wie schwer Anschläge dieser Art zu organisiren seinen nüchternen, ungeschminkten Worten. Andrej fühlte befohlen hatte, als er die Nachricht seines Todesurtheils find. So verging der Sommer, ohne etwas Besonderes aus sich seinerseits bei ihnen wie zu Hause, und die Propaganda empfing, von solch' grenzenloser Furcht ergriffen wurde, daß Dubrawnik zu bringen. unter ihnen war auch die Arbeit, die ihm am meisten zuer die Stadt sofort mit Urlaub, welchen er unter dem In St. Petersburg war es so schwül, wie gewöhnlich sagte. Hierin bildete er den wahren Gegensatz zu Gregor, Vorwande einer plöglichen Krankheit erhielt, verließ. Nach um diese Jahreszeit. Die brennende Hitze des kurzen der unter den Studenten und gebildeten Leuten, einem Monat wurde es ruchbar, daß er den Dienst in der Sommers, welche durch ihren schneidenden Kontrast zu dem bei denen seine glänzenden Eigenschaften die beste Justiz ganz aufgegeben habe. übrigen Theil des Jahres um so fühlbarer ist, zieht aus Wirkung hervorbrachten, einen ihm zusagenderen Wirkungsder stickenden und miasmatischen Stadt alle hinweg, die die treis fand. Es war ein herrlicher Sonntag Nachmittag in der Mittel haben, sich einen frischen Lufthauch zu verschaffen. Die Sommersaison ist diejenige, in welcher, in Rußland ersten Hälfte des August; Andrej kehrte von einer ArbeiterDen Genossen in Dubrawnik blieb, so wüthend sie gegen ihn waren, nichts übrig. als ihn sich selbst zu über lassen. Bei den Terroristen ist es unbedingtes und unver " M V Militärkommissionen dargethan haben, ist auch diedeutsche Flotte den bürgerlichen Bewerbern Vorrechte schafft| von einem Typ zum anderen übergegangen, fostspielige und eine Gunstpolitik treibt, von welcher er bei den die Zukunftsstaats Debatten getödtet", aber der" todte" Sam iel, hilf! Zwar ist die Sozialdemokratie durch Bauten waren in kürze durchaus werthlos, und auch bei Wahlen und uns wird schon der Wettbewerb den llebergang zu den Daut mit im öffentlichen Leben überhaupt einen Gegner geht um und erschreckt die braven Ordnungsphilister. Zinseszins erwartet. modernften Konstruktionen erzwingen. Alles aus der Tasche Kasernenhof gebrillte Menschenmaterial haben, so ungläubige Thomase, daß sie an die Todesnachricht Das auf dem Sind doch die Massen, welche dem Sozialismus sich ergeben der großen Masse, Alles auf Kosten des werkthätigen wird in alle Berufskreise, in alle öffentlichen Thätigkeiten ein- gar nicht glauben. Hier muß Wandel geschafft werden. Volkes! geschoben, um so den herrschenden Klaffen willfährige Werk- Lesen die Arbeiter erst die Reichstagsreden im Wortlaut, Die Novelle zum Militär Pensionsgefet, welche, sichern. Gin Rechenerempel, das am Ende doch falsch Weiblein wallfahrten zum heiligen Ünterrock der Spar- Agnes. zeuge, regierungstreue Stimmen und loyale Gesinnung zu dann wird Eugen Richter kanonisirt und Männlein und wie bereits gemeldet, nunmehr dem Reichstage zugegangen ist! Den Militäranwärtern soll die Militärdienst Darum erläßt der Verein zur Wahrung der geist, schlägt für die Militärpersonen der unterzeit bei Ermittelung der Pension als pensionsfähige meinsamen wirthschaftlichen Interessen in tlassen( fiche die Begründung" des Entwurfs S. 16 ff.) Dienstzeit in Anrechnung gebracht werden, wenn und Rheinland und Westfalen, jener berufene Unterfolgendes vor. Die Kriegszulagen für Mann- insoweit nach Landesrecht die Zeit angerechnet wird, welche nehmerverband der Baare und Genossen, folgendes Rundfchaften sollen von 6 auf 9 Mart monatlich erhöht im Zivildienst vor Erlangung einer festen, mit Anspruch schreiben, das ein Dhngefähr auf unseren Schreibtisch gewerden. Da Ende März 1890 32 321 Jnvaliden aus dem oder Aussicht auf Pension verbundenen Anstellung verbracht weht hat: Kriege 1870/71 in den unter preußischer Militärverwaltung wurde. Landesrechtliche Bestimmungen, welche hinsichtlich ftehenden Kontingenten die Kriegszulage bezogen, so bedingt der Anrechnung der Militärdienstzeit günstiger sind, bleiben die Erhöhung der Kriegszulage für diese Invaliden eine unberührt. Die Unteroffiziers- Prämien, die jährliche Mehrausgabe von 1 163 556 M., rechnet man der Reichskanzler als nothwendiges Stärkungsmittel für den hierzu das sächsische, württembergische, bayerische Kontingent, Rampf gegen den inneren Feind empfahl, werden durch so ergiebt sich ein Gesammtbetrag von 1504 010 M. Jn Art. 18 des Entwurfes eigenartig in Erinnerung gebracht. Da folge des allmäligen Aussterbens der Kriegsinvaliden von heißt es: Der Anspruch der Unteroffiziere auf die ihnen bei 1870/71 werden fich diese Ausgaben von Jahr zu Jahr ihrem Ausscheiden gewährten Dienstprämien kann mit rechtverringern und insofern nicht inzwischen ein neuerlicher Wirkung weder verpfändet, noch übertragen, noch geKrieg ausbricht", nach etwa einem Bierteljahrhundert pfändet werden. Auch ist bei Unteroffizieren während ganz wegfallen. Gine Mehrausgabe von zunächst 108 000 Breier Monate nach Auszahlung der Prämie ein dieser Mart kommt auf die Erhöhung der Zulagen für Nicht- gleichkommender Geldbetrag der Pfändung nicht unterbenuzung des Zivilversorgungsscheins von worfen. Die im Absah 2 und 3 festgesetzten Beschränkungen 9 auf 12 Mark pro pro Monat, sie tritt für die der Pfändung finden keine Anwendung auf die im§ 749 Invaliden ein, die keine Verstümmelungszulage er Absatz 4 der Zivil- Prozeßordnung bezeichneten Forderungen " " " Kopie eines Zirkulars des Vereins zur Wahrung 2c. 2c. an seine Mitglieder. Düsseldorf, 10. Februar 1893. An die ergebenst unterzeichnete Geschäftsführung ist in den letzten Tagen mehrfach die Anregung ergangen, eine Ausgabe der den sozialdemokratischen Zukunftsstaat betreffenden jüngsten Reichstagsreden zwecks Vertheilung unter die Arbeiter unserer industriellen Werke zu veranstalten. Inzwischen hat die Sam. Lucas'sche Verlagshandlung diesen Gedanken bereits in die Wirklichkeit überseht und bietet in dem beifolgenden Rundschreiben so billige Preise für Massenbezüge an, daß wir das Unternehmen unsererseits nur auf das wärmste empfehlen fönnen. Wir ersuchen demgemäß die Mitglieder, sich bei Bedarf direkt mit der Firma Sam. Lucas in Elberfeld in Verbindung setzen zu wollen. Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen. Die Geschäftsführung: ( gez.) Dr. W. Beumer, Generalsekretär. halten. Eine rückwirkende Kraft hat diese Erhöhung der Ehefrau und der ehelichen Kinder des Schuldners." In nur für solche Invaliden, welche am Kriege von 1870/71 der Begründung"( S. 28) heißt es: Hinsichtlich des Austheilgenommen haben oder seit diesem Kriege durch eine schlusses der Pfändbarkeit der Unteroffizier- Dienstprämien militärische Aktion oder durch Seereisen invalide geworden wird bemerkt, daß vor deren Bewilligung ein pfändbarer find. In Zukunft wird diese Zulage bei Nichtbenutzung Anspruch überhaupt nicht besteht, weil der Etat, in dem Sam. Lucas preist in seinem Zirkulär die von ihm für des Zivilversorgungsscheins gewährt, wenn der Invalide sie zum Ansatz gekommen sind, Privatrechte nicht begründet." den Massenverschleiß hergestellte Waare nach Gebühr an, zur Zeit der Anerkennung des Anspruchs auf den Zivil- Wir fürchten, auch diese Prämien sind kein Schutz gegen fast so geschäftskundig wie Herr Richter seine literarischen versorgungsschein unfähig zur Benugung desselben ist, oder den inneren Feind". Machwerke. Da ist die Rede von der Haltlosigkeit der wenn diese Unfähigkeit innerhalb eines Jahres nachher sich sozialdemokratischen Zukunftsideen" von dem Unvermögen Die Agravier toben jetzt im Landtage und im Reichs bei sozialdemokratischen Führer über ihr Endziel ab ergiebt. Aufgehoben werden soll ferner eine Beschränkung bei der Bemessung der Pensionsberechtigung für diejenigen tage. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde heute die Aufschluß zu geben." Aber es geht doch ein Ausdruck des bei der Bemessung der Pensionsberechtigung für diejenigen gestrige Debatte fortgesetzt. Der freifonservative Abgeordnete Bedauerns durch die gesammte Presse und findet Widerhall Invaliden der Unterklassen, deren Invalidität erst nach der Entlassung oder bei Kriegsinvaliden nach einer opelius protestirte gegen die Abfertigung, die ihm im der allen Gegnern der Sozialdemokratie, man befürchtet, der nach der Entlassung oder bei Kriegsinvaliben nach einer im Reichstage durch den Reichstanzler zu Theil geworden. irregeleitete Arbeiter werde von der Niederlage der sozialbestimmten Frist anerkannt wird. Diese Bestimmung ents hält eine große Härte gegenüber denjenigen Soldaten der Herr von Caprivi hatte nämlich den beim Abschluß der demokratischen Führer nichts erfahren, weil die Organe der felben Kategorie, welche selbst wenn sie sich vor dem Feinde Handelsverträge thätigen Geheimrath Huber gegen die Sozialdemokratie ihm das Ergebniß der Verhandlung verbesonders ausgezeichnet- zwar eine Verwundung nicht unqualifizirbaren Verdächtigungen" des Herrn Bopelius schweigen oder entstellen werden."" Ich habe mich de 3davon getragen, aber infolge anderer Leigen, welche sie vertheidigt. Der Angriff des Abgeordneten von Kardorff ha Ib," sagt Sam. Lucas, für den der Buchhändlerprofit fich lediglich durch die Kriegsstrapazen zugezogen haben, gegen die Kohlenringe in einer früheren Sizung fand heute natürlich gar keine Bedeutung hat, deshalb entschloffen", in einem vielleicht noch beklagenswertheren Zustande sich eine Erwiderung tom nationalliberalen Abgeordneten sämmtliche Reden nach dem stenographischen Reichstagsbefinden, als wenn sie verwundet wären. Aber auch den Schmieding, der den Kohleuring als ein höchst wohlthätiges bericht herauszugeben unter dem Titel: Der sozialdemoFriedensinvaliden gegenüber kann dieser Paragraph nicht einem Ring spricht, fragte er, was ist denn die fatische Zukunftsstaat vor dem Deutschen Reichstag." Nun und gemeinnüßiges Unternehmen pries. Wenn man von Wenn man von mehr aufrecht erhalten werden." Rückwirkende Kraft solltönigliche Bergwertsverwaltung anderes Verein mit dem langen Namen rief nicht umsonst sein: werden den verführten Arbeitern die Augen aufgehen, der diese Bestimmung nur haben für die zur Zeit des Inkraft als ein großartiger Ring?" Diese Bemerkung Samiel, hilf! Wenn, ja wenn nur die Frregeleiteten" nicht tretens dieses Gesetzes bereits vorhandenen Invaliden, welche ist eines Königs Stumm würdig. Ob der Staat einen dächten:„ Getretener Quark wird breit, nicht stark," trotz aller unter das Gesetz vom 27. Juni 1871 fallen.- Große Auft sprüche an die Steuerzahler macht die Bestimmung des Ent- Gewinn einsteckt, oder ob ein Paar Geldproßen das ist Beumer und Lukase! wurfs, wonach die Einkommenssäte erhöht werden, bis günstigung der agrarischen Junker und des industriellen Aus dem antisemitischen Lager. Wegen Wiederdoch dasselbe. Freilich, der Staat hat durch seine Bezu welchen die im Zivildienst angestellten Offiziere, Brozenthums die Unverschämtheiten des Herrn Schmieding veröffentlichung der zum zweiten Male gerichtlich beschlagUnteroffiziere und Mannschaften thre Pension fortbeziehen dürfen. Die Mehrausgabe beträgt für Offiziere im ersten wohl verdient. nahmten Druckschrift:„ Eine Protesteingabe" ist wider den Ingenieur Karl Paasch ein neues Verfahren wegen Beleidigung des Justizministers von Schelling eingeleitet worden. Bekanntlich war der erste Strafantrag vom Uebernahme der entstandenen Kosten. Minister zurüdgezogen worden, und zwar unter Jahre 167 400 Wt. und im Beharrungszustand 208 500 m., Die Reichstags- Erfahwahl im Wahlkreise Olpefür Mannschaften im ersten Jahr 1 300 000 M. und im Meschede- Arnsberg für den verstorbenen Abg. Peter Beharrungszustand 2 140 000 9. Es soll die Kürzung der Reichensperger ist auf den 20. März anberaumt.Pensionen erst eintreten, wenn Pension und Zivileinkommen den Betrag überschreitet für Premier- und Sefondelieutenants von 3000 M. Feldwebel. Gemeine Unteroffiziere von zwölfjähriger Dienstzeit ." 1200 500 " " 1400 " " Reichstags- Kandidatur. Unsere Parteigenossen im 17. hannoverschen Wahlkreis( Harburg) haben beschlossen, den Schuhmacher Baerer für die nächste Reichstags- Wahl als Kandidaten aufzustellen. Harburg ist z. 3. von einem Nationalliberalen im Reichstag vertreten, und früher waren dort die Welfen sehr stark vertreten, das nächste Mal wollen aber unsere Genossen den Nationalliberalen die Hölle ordentlich heiß machen. " Verkauf von Spirituosen an Nordseefischer. In Haag ist am 14. d. M. das zwischen den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Deutschland und England vereinbarte Protokoll betreffend die Ausführung der Uebereinkunft vom Jahre 1887 über den mißbräuchlichen Verkauf von geistigen Getränken unter den Nordseefischern unterzeichnet worden. Ferner sollen Offiziere bei Anstellung im Gemeindedienst eine Kürzung der Pensionen nicht mehr erleiden. Zum Schluß soll die den Reichs- und Staatsbehörden obliegende Deutschland an der Wende des 19. Jahrhunderts. Verpflichtung zur Austellung der Invaliden auch Gegen den verantwortlichen Redakteur des Würzburger Es giebt noch Richter in Stettin. Das gegen auf die Gemeindebehörden ausgedehnt werden, und Journal" ist Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben unsern Genossen Herbert in Stettin wegen angeblicher zwar so, daß nicht blos Invaliden, sondern überhaupt worden, weil derselbe bei einem Hoch auf Prinzregent Beleidigung der dortigen Offiziere eingeleitet gewesene Militäranwärter anzustellen sind. Moloch Milita- und Bap ft in einer ultramontanen Versammlung sizen Verfahren ist eingestellt worden. Das Landgericht hat, wie rismus beutelt nicht blos unmittelbar das Bolt aus, er geblieben ist. der Boltsbote" mittheilt, nicht gefunden, daß Herbert die verschärft auch den Kampf ums Dasein für das Zivil", Ob Tacitus heute noch seine Germania" schreiben Offiziersehre verlegt hat. Seine Behauptung, daß ein indem er für die Militäranwärter gegenüber würde, wenn er dies läse? sozialdemokratischer Redakteur über etwas mehr Wissen verfügen müsse, als ein Offizier habe, enthalte für den deutschen versammlung des Wyborg- Distrikts, seinem Arbeitsfelde, gebildet. Die Aussicht war eine glänzende, und er war ge- mangelnden Wissens. Denn selbstrebend, wie ja jeder BeOffizier feineswegs den Vorwurf der Unwissenheit oder des zurück. Als er die Litainij- Brücke erreichte, sah er auf die neigt, alles mit dem Auge eines Optimisten zu betrachten. ruf sein eigenes Wissen erfordere, sei das Wissen eines Reühr. Es war sechs, und er begann zu erwägen, ob er die Durch das geöffnete Fenster fonnte er die Paffagiere bakteurs, und zumal das eines sozialdemokratischen, wegen Newa überschreiten und nach seiner Wohnung zurückkehren wie Häringe in einer Tonne zusammengepfercht, die Kinder seiner besonderen Parteibestrebungen, ein ganz anders oder einen Omnibus nehmen sollte, der ihn in ungefähr auf dem Schooß der Eltern sigend, sehen. Die meisten geartetes als das eines deutschen Offiziers. Außerdem hat einer Stunde an die Thür von Repin's Sommerwohnung von ihnen waren in Sonntagskleidern und ein gewiffer bas Gericht den Strafantrag des Generalkommandos des am schwarzen Flusse bringen würde. Die Zeit und der Feiertagszug lag auf ihren Gesichtern. Schreiber, kleine 2. Armeekorps nicht für ausreichend erachtet, weil sich in Tag waren zu einem Besuche geeignet. Doch hatte er einige Handelsleute und niedrige Beamte, die sich den Luxus eines der Notiz keine Beziehung zu den Offizieren der Garnison Bedenken, ob er dem heftigen Wunsche, dort hinzugehen, Sommeraufenthaltes außerhalb der Stadt nicht gewähren Stettin ergiebt. nachgeben sollte oder nicht. In der letzten Woche war er konnten, benußten das schöne Wetter zu einem Ausfluge. zweimal bei Repin's gewesen und es war entschieden weit Andrej erinnerte sich, daß an den Sonntagabenden im Park flüger, nicht sobald wieder hinzugehen. Die Wolken, welche Musik war. Tanija werde jemanden brauchen, der ihr Gesich vor zwei Monaten um Repin's Haupt zusammengezogen sellschaft leistete, da ihr Vater an den Abenden arbeitete hatten, waren vorüber gegangen. Nowakowsky war, da Wenn nicht Kriwolusky fich auch unglücklicher Weise einfand, die Dubrawnit'sche Polizei seine kompromittirenden Ver- würden sie wohl einen köstlichen Abend verbringen. bindungen nicht entdeckt hatte, freigelassen worden. Nepin Seitdem sie sich vor zwei Monaten zum ersten Mal wurde nicht weiter belästigt und sein Haus war so sicher, getroffen hatten, verging kaum eine Woche, ohne daß er als das eines Russen eben sein kann. Tanija gesehen hätte, zuerst durch einen Zufall, dann bei Doch der Besuch eines Illegalen" ist schon an und Gelegenheiten, die zu glücklich waren, um ganz zufällige zu für sich gefährlich und darf nicht zu oft wiederholt werden. sein. Seitdem Repin's nach dem schwarzen Flusse gezogen Andrej beschloß vorsichtig zu fein und nach Hause zu Freiheit, welcher sich die Einwohner dieses Sommerwaren, trafen sie sich sehr häufig. Die verhältnißmäßige gehen, obgleich sein Zimmer ihm jetzt sehr einsam und traurig aufenthaltes erfreuen, gestattet es etwas mehr die strengen Verdrängung des Handwebstuhles durch den mechanischen Haodwebstuhl und mechanischer Stuhl. Ueber die erschien. Er ging der Brücke zu, überschritt den Fluß und Vorsichtsmaßregeln des gewöhnlichen Stadtlebens außer Stuhl enthält der soeben für das Jahr 1892 erſchienene überlegte sorgfältig, was er thun würde, wenn er zu Hause angelangt wäre. Dies war aber reine Henchelei, denn er wußte Acht zu lassen. Den größten Theil der freien Abende ver- Bericht der Zürcherischen Geidenindustriesehr gut, daß er nicht nach Hause ging. Als er ans Ende ein kleines Zimmer in der Nachbarschaft für die Sommer- Danach ist die Zahl der von der Zürcherischen Induſtrie sehr gut, daß er nicht nach Hause ging. Als er ans Ende brachte Andrej bei Repin oder Lena Subowa. Sie hatte Gesellschaft bemerkenswerthe statistische Mittheilungen. der Brücke kam und den Omnibus, der nach dem schwarzen monate gemiethet und Tanija war ein häufiger Gast bei ihr. beschäftigten Handwebstühle, welche in der Periode Fluffe führte, auf sich zukommen und einen Stehplatz auf demselben frei sah, sicherte er ihn fich hastig, indem er sich So sah Andrej das Mädchen sehr oft. 1871/81 von 27 531 auf 30 398 gestiegen war, im Jahre 1892 Desterreichisches. Bei den Wahlmännerwahlen für die bevorstehende Reichsrath 3wahl in den Reichenberger Landgemeinden drangen in Schumburg und Albrechtsdorf die sozialdemokratischen Randidaten durch, in anderen Orten verfügen sie mindestens über eine starke Minderheit. In Nordböhmen, befonders in dem Brennpunkt des Textilgewerbes, dem Reichenberger Bezirk, hat die Arbeiterbewegung tiefe Wurzeln geschlagen. Troß des jämmerlichen Wahlsystems ist ein bemerkenswerther Erfolg zu verzeichnen. scharfsinnig sagte, daß, da es Sonntag war, der nächste daß dieses neunzehnjährige Mädchen ihm fast ein Kind Bierteljahrhundert vorhanden war( 1867: 18,665, 1868: Er war ihr so sehr durch Lebenserfahrung überlegen, auf 20 625 zurückgegangen, eine Zahl, wie sie vor einem Omnibus vollgepfropst sein würde. schien. Aber in ihren Bestrebungen und Neigungen und 22 103). Die Zahl der mechanischen Webstühle, Man muß nicht übervorsichtig fein; es verdirbt die ihrer ganzen Geistesrichtung bestand eine Verwandtschaft, welche vor 25 Jahren ca. 500 betrug( 1867: 400, 1868: Laune, dachte er. In den Vorstadtdistrikten ist die Polizei welche den Umgang mit ihr für ihn zu einem höchst fesseln- 600), ist inzwischen auf 7173 gestiegen. In den letzten drei so sorglos, die Bewachung so schlaff und das Leben so un den gestaltete. Er hegte teine Befürchtung, daß dieje Ver- Jahren haben die Handwebstühle um 11 pet. zugenommen. gestört. Ein Besuch mehr faun nichts schaden, und besonders traulichkeit mit einem reizenden Mädchen je seinen Gemüths- Von den rund 20 000 Handwebstühlen fallen 11 000 auf am Sonntag werden von der Stadt immer Gäfte erivartet. frieden gefährden würde. Was sie anbetrifft, so stand das den Kanton Zürich, 9000 auf andere Kantone( Aargau und Die Versammlung, welche Andrej soeben verlassen hatte, außer Frage, er hatte nichts an sich, das die Einbildungs- Bern, Innerschweiz und Ostschweiz. Die Zürcherische war eine sehr erfolgreiche gewesen. Eine neue Abtheilung traft hätte fesseln tönnen. Seidenfabrikation beschäftigte rund insgesammt 37 000 rhatte sich in einer der größten Fabriken der Nachbarschaft! beiter( Weber 24 500, Hilfsarbeiter 10 500; die größere ( Fortsetzung folgt). dieser beiden Kategorien gehörte dem weiblichen Ge- schlechte an; dazu 16S0 Färber und Appreteure, sowie 1000 Angestellte auf Komtoir und Abliefeuingsstnbe). Die Arbeiter für Gaze(Mühlebeutelstoffe) sind hier mitgezählt, so weit sie für Häuser in Zürich arbeiten. Dagegen ist die Bandfabrikation, Seidenzwirnerei und Floretspuuierei in diesen Zahlen nicht einbegriffen. Die Zahl der Fabritations hänser(Firmen) hat sich lvieder um etwas vermindert. Dieselbe beträgt nur' halb so viel(73), als im Jahre 1825(140). Die stärkste Verminderung er- folgte in den sechziger Jahren. Tie fabrizirten Stoffe hatten 1891 einen Gesammtwerth von 91 Mill. Franken, wovon 71 Millionen Export in Ganzseide und ca. 16 Millionen in Halbseide. Der Verbrauch iin eigenen Lande mag zwischen 4 und 5 Millionen betragen. In den Vereinigten Staaten waren 1890 in der Sridcnindustrie 51 000 Arbeiter und 24 216 Webstühle (92 569 mechanische und 1647 Handwcbstühle) beschäftigt. Die Verdrängung und Vernichtung der Handweberei ist in Amerika gar nicht uöthig, weil sie nur einen bescheidenen Umfang zu erreichen vermochte, während in der alten Welt dieser Prozeß eine eberrso langwierige wie folgenschwere Periode durchlaufen muß.„Amerika, Du hast es besser."— In Spanien bereitet sich wieder einmal eine K ri sis vor. Jüngst hieß es dort, irgendwo seien wieder„Anarchisten" aufgetaucht— das heißt, ans dem spanischen Polizei- und Regienmgsstil in richtiges Deutsch übersetzt: Die Regierung fürchtet sich. Und sie hat auch Grund. Das dünne Härchen, an dem die Monarchie hängt, ist noch dünner als das Härchen, au dem das Leben des wieder erkrankten Königs- bübchcns hängt. Und von allen Seiten wird daran gezerrt. Nach den jüngsten Berichten hatten die Karlisten ein Komplott gemacht, um das Bübchen in ihre Gewalt zu bekommen und seine Mutter— die„Königin-Redentin"— aus Spanien zu entfernen. Der Plan ist vorläufig mißlungen. Ernst- baster ist die republikanische Bewegung, die seit der Einigung der verschiedenen Fraktionen oder Gruppen einen bedeuten- den Aufschwung genommen hat. In allen größeren Städten finden Massenkundgebungen zu gnusten der Republik statt, und jeden Augenblick kann man eines allgemeinen Ausbruchs gewärtig sein. Nachschrift. Telegramme vom heutigen Tag melden schon von„Unruhen" in Granada und Madrid.— Der dicke Milan ist ein kostlicher Bursche. Erst ver- höhnt er durch sein Leben und Reden den Stand seiner Kollegen, wie kein Beaumarchais") es je fertig gebracht; «nd nun verhöhnt er auch den eisernen W-lfenfonds-Kanzler, indem er sich eine verletzte Ehre zulegt und Strafformulare en gros und en masse gegen die sündhafte Presse entsendet. Er hat die Frankfurter Zeitung und ein Dutzend anderer Blätter verklagt, die über die Komödie spotteten, die Milan aufführte, indem er mit der reichen und obendrein im russischen Dienst und Sold stehenden Natalie sich wieder ausgesöhnt und seinen verschiedenen anderen Lieben den Abschied gegeben hat— bis auf weiteres.— Frankreich. Die französischen Kammerradikalen haben im Bund mit der Regierung beschlossen, daß heute eine Debatte über die allgemeine Politik der Regierung beginnen, und daß sie mit einem V e r t r a u e n s v o t u m für die Regierung enden soll. Ob die Parlaments-Komödie nach Wunsch und Verabredung verlaufen wird, ist freilich die Frage. Außer Zweifel aber scheint es zu stehen, daß das Koniplott Cavaignac endgiltig gescheitert, und daß auch C o n st a n s— bis zu den Wahlen wenigstens— bei Seite geschoben ist. Was nach den Wahlen sein wird, entzieht sich jeder Berechnung. Wie werden sie ausfallen? Wann werden sie sein? Alles dunkel und ungewiß.— Eine Klaviersteuer hat die französische Kamnier auf den Antrag Robert Mitchell und Genossen beschlossen. Jedes Piano soll mit 10 Franks jährlich besteuert werden. Man hat einen Jahresertrag von 5 Millionen Franks (4 Millionen Marl) herausgercchnet. Anstatt solche Steuer- scherze zu treiben, sollte die Kammer das direkte Steuer- wesen von Grund aus umgestalten und die auf den Besitz- losen am schwersten lastenden zahlreichen indirekten Steuern und Abgaben beseitigen.— Aus Frankreich. Man schreibt uns: Paris, dm 13..Februar 1333. Ter nengewählte sozialistische Abgeordnete von C a r m a u x, JeanJauräs, ist in diesen Tagen gleichfalls in die Re- daktion der„?stits rkpubllguv frarnjaise" eingetreten, zu deren bervorragcndsten Mitarbeitern Goblet, Millerand, Vasly, Malon und Fourniäre gehören. Mit einem sehr beachlenswerthen„Die sozialistische Politik" überschriebcnen Artikel leitet Jauräs seine Thäligkeit in der Redaktion des Blattes ein. Nachdem er die kürzlich so großes Aufsehen er- regende Rede des Abgeordneten Cavaignac und die Rath- und Programmlostgkeit des Ministeriums, welche es dahin ge« bracht habe, daß der Bonlangist Döroulöde in einer gegen den Boulangismus gewählten Kammer zu den Häuptern der Majorität gehöre, krilisirt bat, fährt er folgendermaßen, auf sein eigent- liches Thema übergehend, fort:„In dieser Ungewißheit und in diesem Chaos ist es die erste Pflicht von uns sozialistischen Republikanern, aufzutreten und uns sehr deutlich auszusprechen. Wir haben eS gethan und werden es trotz alles Wider- strebens und Murrens bei jeder Gelegenheit thun. Und dann müssen wir angesichts dieser möglichen und fast sicheren Vereinigung der Zentrumsfraklionen, gegenüber der wahr« scheiulichen Konzcniration ver gemäßigten und reaktionären Kräfte, alle demokratischen und sozialistischen Kräfte konzentriren. Unter den Sozialisten scheinen manche mit Ruhe dem bevor- stehenden Einbruch der„konstitutionellen Rechten"(d. h. derjenigen frühere» Monarchisten, welche erklärt haben, die Republik als die rechtmäßig bestehende Staatsform anerkennen zu wollen) in die republikanische Politik anzusehen; zu jenen gehören wir nicht. Sicherlich wird es möglich sein, durch die Wirksamkeit der versprochenen sozialen Reformen einen Tbeil der ehemaligen konservativen Gefolgschaft, welche die rein politischen Ideen nicht interessirtcn, direkt zu uns herüberzuziehen. Aber mit den Rekruten des Sozialismus dürfen wir niemals vergessen, daß wir vor allem Republikaner sind. Möge über diesen Punkt niemals Zweideutigkeil bestehen! Auch handelt es sich sicherlich für il»s nicht darum, die Radikalen durch Zugeständnisse auf Kosten unseres Programms mid unserer Grund« sähe zu gewinnen und eine rein politische Agitation an stelle der sozialen zu setzen. Wir haben nichts von unseren Bestrebungen und Auffassungen wegzustreichen, um dieselben in den Rahmen der alten radikalen Partei eintreten zu lassen. Aber die von uns zum Sozialismus gerufene Gefolgschaft der radikalen Partei darf dabei nicht absolut aus der Fassung gebracht und aus ihrem Jdeenkreise herausgerissen werden. Sie muß bei uns einige der sehr edlen politischen Bestrebungen wiederfinden, welche ") Der Verfasser von Figaro'S Hochzeit. sie zum Radikalismus geführt hatten. Die Arbeiter und Klein- bürger, welche von unseren sozialistischen Systemen noch nicht gewonnen worden sind, die aber demokratischen Instinkt und Sinn besitzen, müssen im Sozialismus mit einer weiteren ökono- mischen Auffassung einige ihrer besten Herzensangelegenheiten von gestern wiederfinden. Zeigen wir ihnen deutlich, daß wir die Freiheit um ihrer selbst willen lieben, daß wir uns niemals zu zäfaristischen oder klerikalen Versuchen bereit finden lassen werden, daß es für uns keine soziale Gerechtigkeit ohne politische Freiheit giebt, daß wir die volle Befreiung der Gewissen»nd der Gesellschaft wollen, daß uns, wenn wir vor allem die soziale Revision anstreben, die politische Revision nicht gleichgiltig ist, da dieselbe ohne Zweifel die nothwendige Vorbedingung der erstercn bildet, und daß wir in Erwartung der gänzlichen Erneuerung der gesellschafrlichen Ordnung die Leiden der Kleinen durch thcilweise, fiskalische oder andere, Reformen z» lindern wissen. Wir müssen ohne irgend welche Abdankung oder Veruiengung das politische Programm der Radikalen mit dem ökonomischen des Sozialismus verknüpfen, um die ganze Demokratie zu uns zu rufen und der möglichen Koalition der Gemäßigten und der Reaktionäre die energische Konzentration der demokratischen und sozialistischen Kräfte ent- gegen zu stellen."— Der zweite Kongreß der Arbeitsbörsen Frankreichs wurde Sonntag, den 12. Februar, in Toulouse eröffnet. Schon am Tage vorher waren Delegirte von Paris, Roanne, Saint-Etienne, Lyon, Cette, Mont- pellier, Co gnac. Alger, Nantes u. s. w. fein- getroffen. Auf dem Rathshause wurden sie Sonntag früh feier- lich vom Maire der Stadt empfangen und mit einem Ehrenwein bewirthet. Es handelt sich auf dem Kongresse darum, die Be- Ziehungen zwischen den Nrbeitsbörsen und den Gemeinderäthen festzustellen, nationale und lokale Streikkassen zu gründen, neue Mittel zur Gründung und Stärkung der Fachverbände zu finden, alle Gewerkschaften zur Stellungnahme zur Maidemonstration zu veranlassen und die Vereinigung säiumtlicher Gewerkschaften und ihre Vertretung auf dem allgemeinen Pariser Kongresse im Juli 1333 anzubahnen.— Der Kongreß des französischen Arbeitsbörsen- Verbandes hat gestern seine Arbeiten beendigt. Unter den gefaßten Beschlüssen sind noch die beiden hervorzuheben, daß sür alle öffentlichen Arbeiten— des Staats, der Departe- mcnts und der Gemeinden— das Kontrakt- und Sub- missionssystem abgeschafft, und den Gewerkschaften das Recht der Bewerbung zuerkannt werde; und ferner daß die Regierung Geld für die Entsendung von Arbeitern zur Welt- ausstellung von Chicago bewilligen möge.— Malon ist in Cannes(Südsrankreich), wo er um seiner Gesundheit willen seit längerer Zeit weilt, operirt worden. Der Luftröhrenschnitt wurde glücklich vollzogen, nnd nach den letzten Nachrichten war das Befinden des Kranken so gut, als es unter den Umständen nur sein kann. Die Aerzte hoffen auf volle Genesung.— Belgien. Die pfäsfisch-kapitalistische Kammermajorität, welche sich der Einführung des allgemeinen Wahlrechts widersetzt, hat, wie wir schon vor Monaten sagten, ihre Hoffnungen auf einen, im Blut zu erstickenden Putsch gesetzt. Nun ist es aber eine eigene Sache nnt dem„im Blut er- sticken". Bon selbst macht sich das nicht; es muß gemacht werden. Und wer soll es machen? Natürlich die Sol- daten mit„der Flinte die schießt, und dem Säbel der haut". Aber da steckt der Haken. Werden die Soldaten auch schießen und hauen? Das ist eine Frage, welche die belgischen Reaktionäre sich jetzt zagenden Herzens vorlegen. Sie trauen der Armee nicht. Uiid sie habe» recht. Wie General Brialmout, der tüchtigste Militär Belgiens, denkt, das sahen wir dieser Tage. Er ist für das allgemein Wahlrecht. Und unter den Mannschaften befinden sich sehr viele Sozialisten; insbesondere die Rekruten sind, wie sich das jetzt bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt hat, durch und durch sozialistisch gesinnt, und sie thcilen ihre Ideen den älteren Mannschaften niit, die den- selben um so zugänglicher sind, als sie miserabel behandelt werden und vom Siege des Sozialismus nur eine Verbesserung ihrer Lage zu erwarten hätten. Die Soldaten und Milizen be- theiligen sich sehr zahlreich an den Kundgebungen zu gunsten des allgemeinen Wahlrechts, und mit Entsetzen melden die Regierungsblätter, daß die vornehmsten„Stützen des Thrones und Altars" mit großer Begeisterung die„sozialistischen Nevolntionslieder" mit singen. Das ist allerdings gefährlich. Was soll aus dieser besten der Welten werden, wenn die Flinte nicht mehr schießt, und der Säbel nicht mehr haut?— Inzwischen wächst die Aufregung im Lande mehr und mehr. Von verschiedenen Orten werden blutige Zusammenstöße zwischen Volksmassen und Gendarmerie gemeldet. Und dabei nimmt— infolge der steigenden Roth— die Be- wegung der Arbeitslosen einen immer, drohenderen Umfang an. Kurz alles vereinigt sich in Belgien, um die Krise zu beschleunigen und zu verschärfen.— England. Die Redeschlacht um die H o m e r u l e- b i l l tobt fort. Es wäre thöricht, das Ende prophezeien zu wollen. Bei der ersten Lesung wird es wahrscheinlich noch nicht zur Abstimmung kommen, obgleich dies nach englischem Brauch angeht. Die Opposition will im Land, und namentlich auch in dem protestantischen Theil Irlands (der Grafschaft Ulster) einen Aaitationssturm entfesseln, und hofft dann sicher zu siegen. Jndeß alle Berechnungen sind vorläufig in die Lust gemacht.— Der Kongresi der Vereinigte» Staaten hat das Quarantänegcsctz in einer Fassung angenommen, wonach der Präsident der Republik ermächtigt ist, die Ein- Wanderung von Passagieren aus infizirten Häfen zu suspen- diren und die Einsuhr insektionSverdächtiger Waaren zu verbieten. Die Zentralbehörden haben das Recht, in allen Häfenplätzen, in denen die Lokalbehördcn sich säumig zeigen, die nöthigen Maßregeln zur Vorbeugung, Verhütung und Unterdrückung von ansteckenden Seuchen selbst zu treffen. Dem Präsidenten werden für diesen Zweck 350 000 Dollars zur Verfügung gestellt.— DQvlolnrenkÄlvrfÄxes. Sitznng der Militärkommission. Als erster Redner kommt Richter auf die Frage der kürzeren Dienstzeit für die berittenen Truppen zu sprechen, die er seitens der Militär- Vertreter etwas weniger ironisch behandelt sehen möchte, da sie in der That gar nicht so unwichtig sei und über kurz oder lang insofern entschieden werden müsse, ob nicht eine gewisse Arbeits- lheilung zwischen Remontereitern und eigentlichen Kavalleristen einzutreten habe, um fiir letztere die kurze Dienstzeit zu ermög- lichen. Er wolle jedoch die gegenwärtige Militärvorlage nicht mit der Frage bepacken, wünsche aber irgend eine Ausgleichung, vielleicht dadurch, daß die Kavalleristen eine kürzere Zeit in dcr Re- fem zu dienen hätten, was durch einige organisatorische Aenderungen möglich zu machen wäre. Er wünscht statistische Mittheilunaen über Einjährig-, Drei- nnd Vierjährig-Freiwillige seit 1373. Der Ansicht Lieber'?, daß die Anträge Bennigsens, betr. gesetzllcher Festlegung der zweijährigen Dienstzeit richtiger seien als der Antrag Rickert's, tritt Redner in längerer Red? entgegen. Gen. v. G oßler giebt diverse Aufschlüsse, die jedoch kein wesentliches öffentliches Interesse haben. Abg. v. d. Schulen bürg, der für die längere Dienst- zeit der berittenen Truppen plaidirt, wünscht auch irgend ein Aequivalmt für diese Mehrbelastung, glaubt aber, daß eine sinanzielle Entschädigung zweckmäßiger sei, als eine Verkürzung des Reservedienstes. Bei der Truppe aber müsse der Kavallerist drei Jahre bleiben, nicht blos der Abrichtung der Pferde wegen, sondern weil er drei Waffen handhaben lernen müsse: Säbel, Lanze und Karabiner.— Er appellirt „an die gedienten Soldaten" in allen Fraktionen, daß wenigstens sie sich in der Bewilligung des Nothwendigen zusammenfinden möchten. Von der Regierung wünscht er, daß sie einer präziseren Fassung des§ 1 insofern zustimme, daß die auf den zweijährigen aktiven Dienst sich be- ziehenden Worte:„im allgemeinen" nicht einer Mißdeutung ausgesetzt werden, an einen Mißbrauch seitens der Militär- Verwaltung glaubt er selbstverständlich nicht. Dr. Lieber verbreitet sich in einer höchst„tiefsinnigen" Rede, der es gar nicht geschadet hätte, wenn sie ungehalten ge- blieben wäre, über die Windthorst'schen Resolutionen, über kon- stitutionell« Garantien, Verankerung der Präsenzzisser mit der Bevölkerungszahl und ähnliche Probleme, sagt aber nichts Neues. Wenn es nach seinen Wünschen ginge, würde die Kommission ungefähr bis Weihnachten zu sitzen haben. General v. G o ß l e r giebt den Windthorst'schen Resolutionen eine der gegenwärtigen Militärvorlage günstige Deutung. Herr v. Hammer st ein giebt noch einmal seiner Abneigung gegen die zweijährige Dienstzeit Ausdruck. Stumm konstatirt, daß die dreitägige Debatte über den Z 1 zwecklos war. Singer giebt der Meinung Ausdruck, daß der sozialdemo- kratische Antrag auf Einführung einer gleichen Dienstzeit sür alle Waffengattungen eine sachliche Widerlegung nicht gefunden hat. Im Volke nehme man die Sache nicht so humoristisch, wie von seilen der Herren Militärvectreter, sondern werde künftig die Aushebung zur Reiterei als eine Art Strafe betrachten. Interessant sei es übrigens, daß die Anregung zu dem nun mehrfach besprochenen Ausgleich, der zu gunsten der Reitertruppen für deren längeren aktiven Dienst wünschenswerth erscheine, lediglich durch den sozialdemokratischen Antrag ge- geben wurde. Der Schulenburg'sche Vorschlag würde aus geradem Wege zum Söldnerheere führen.— Grundsätzlich ist die sozial- demokratische Partei auch gegen die zweijährige Dienstzeit, weil sie dieselbe für n o ch viel zu lang halte; werde dieselbe aber eingeführt, so müsse die kleine Erleichterung, die darin liege, auch der Kavallerie und reitenden Artillerie zu gute kommen. Werde der sozialdemokratische Antrag abgelehnt, so werden die Vertreter unserer Partei, ohne sich irgend für den Inhalt der Vorlage zu engagiren, für den nächstgunstigen, d. i. vorläufig der Rickert'sche, stimmen. Graf v. Kleist wendet sich gegen Singer, ebenso Hinze(freist), welcher sich bezüglich der Dienstzeit der Kackallerie vollständig auf den Standpunkt der Bernfs-Kavalleristen stellt und den sachlichen Nachweis für die„Nothwendigkeit" dreijähriger Dienstzeit der berittenen Truppen für erbracht hält. Bei der endlich erfolgenden Abstimmung wird der Antrag Bebel-Grillenberger-Singer mit allen Stimmen gegen die der Antragsteller und des Abg. Haußmann abgelehnt. der Antrag R i ck e r t wird mit allen gegen neun(Freisinnige, Volksparlci und Sozialdemokraten), der Bennigsen'sche mit allen gegen vier(Nationalliberale und Stumm), der Regierungs- antrag mit allen gegen fünf(Deulsch-Konservative und Stumm) abgelehnt. Tie Kominission steht daher vor einem Vakuum. Schluß der Sitzung 3/U Uhr. Die nächste Sitzung findet am Montag statt und zwar Vor- mittags 10 Uhr, wenn Plenarsitzung, um 11 Uhr, wenn keine Plenarsitzung stattfindet. Die Kommission zur Vorberathung der lex Heinze setzte heute in 3 ständiger lebhafter Debatte oie Berathung über den Lattenarrrest-?lntrag(§ 16a lex Heinze) fort, kam aber noch zu keinem Resultat. Die nächste Sitzung findet morgen Vor- mittag statt. Vsvkeittkrrütfickitcu. Eine Protestversammlnng gegen die Militärvorlage ist weiter abgehalten worden in Stade(Referent: Lorenz- Hamburg). Von der Agitation. Aus Waren wird der„Mecklen- burgischen Volks-Ztg." berichtet: Am 5. Februar unternahmen ungefähr 30 Genossen eine Agitationstour nach den umliegenden Landschaften und Dörfern, um daselbst die Broschüre„Ge- spräche u. s. w." zu verbreiten. Wir waren in der angenehmen Loge, noch verschiedenes Material, das wir von Berlin bekommen hatten, verbreiten zu können. Biit Zufriedenheit können wir aus diese Agitationstour blicken, indem die Genossen überall mit Freuden empfangen wurden. Die Leute fragten bei uns an, ob die sozialdemokratischen Abgeordneten denn nichts thun könnten, um dieses Wahlsystem abzuschaffen, denn sie könnten nie- m a l s f r e i w ä h l e n, da sie bei der Wahl unter strenger Aufsicht der Gutsherrschaft ständen. Nachdem wir ihnen Klarheit gegeben und ihnen die Uebelstände vor Augen geführt halten, versicherten sie uns, wenn es wieder zur Wahl gehen sollte, würden sie keinen Konservativen, auch keinen Liberalen, sondex» sie würden für den Sozialdemokraten stimmen. Sie theilten noch mit, daß sie von Morgens früh um 4 Uhr bis Abends um 11 Uhr für 50 Pst arbeiten müßten und klagten auch über die Behandlung. Trotz Einschreitens der Gendarmerie und verschiedener Pächter auf dem Lande, die den Leuten wieder die Schriften abgenommen haben, können wir mit dieser ersten Agitationstour zufrieden sein, und die nächste Wahl wird uns zeigen, daß die junkerliche Feudalwirthschast ihrer Auflösung, wenn auch langsam, entgegengeht. „Die ZukunftSstaatö-Phaiitasien der Geguer" lautete das Thema einer am Montag im großen Tivolisaale zu V e g e- s a ck stattgehabten imposanten Volksversammlung, in welcher der Reichstags-Abgeordnete Metzger aus Hamburg referirte. Seine Ausführungen, die häusig von lebhaftem Beifall unterbrochen wurden, fanden, außer bei wenigen Gegnern, allseitige Zu- stimmung. Zwei Gegner, ein Seifenfabrikant aus Vegesack und ein Kontorist aus Vlumenthal, suchten die Versammlung gegen die sozialdemokratischen Grundsätze und gegen die Agitatoren, die sich„von den Arbeitergroschen mästeten", einzunehme», hatten aber kein Glück, sondern wurden vom Referenten in gebührender Weise heimgeschickt. Die Versammlung nahm dann, gegen ein halbes Dutzend Stimmen, eine Resolution an, worin sie sich mit den Aussührungen Mehger's in allen Punkten einverstanden er- klärt«nd worin weiter das Geschwätz der Gegner über den Zukunstsstaat als eine verfehlte Spekulation charakterisirt wird. Polizeiliches, Gerichtliches ,e. — Dw Entfernung der Frauen aus einer öffent- lichen Versammlung hat wieder einmal ein Polizeibeamter, dies- mal in S ch w e i d n i tz. verlangt. Er ließ sich auch durch den Hinweis nicht davon abbringen, daß das preußische Vereinsgesetz der Frau nur das Verweilen in politischen Vereinen verbiete, andern drohte mit der Auslösung der Versammlung. Beschwerde wird natürlich geführt. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 17. februar. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Die gelehrten Frauen. Deutsches Theater. Zivei glückliche Tage. Berliner Theater. Rönig Lear. Leshug- Theater. Eine BalastRevolution. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Kroll's Theater. Undine. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Gläubiger, von Strindberg. Familie Pont- Biquet. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Gardehusar. Adolph Grunt- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Einen Jug will er sich machen. Neues Theater. Toska. National- Theater. Medea. Alexanderplatz- Theater. Die Waise aus Lowood. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 17. Februar 1893, Abends 74 Uhr: Auf allgemeines Verlangen 4. Wiederholung der mit so grossem Beifall aufgenommenen Gala- Fest- Vorstellung Ein Töchterchen ist angekommen! Siegfried Manaffe und Frau. Ein dreifach donnerndes Hoch unserem Gen. u. Kollegen Frik Vinte zu seinem Freie Volksbühne. Am Sonnabend, den 18. Februar, findet im Feen- Palast, Burgheutigen Wiegenfeste. A. W. E. S. und Wolfgangstraßen- Ecke, Eingang Wolfgangstrasse, bas MorizPlaz. Etablissement Buggenhagen. Moritz Play. v. 27. Januar. Großer Fest- Aufzug: 1. Festreigen der Ritter u. Edeldamen Täglich Juftrumental- Konsert. 2. Militärisches Divertissement( Gegen- Großer Frühüüdis- u. Mittags- des Vereins statt. wart), ausgef. v. ges. Personal. Ferner tildi. Spezial- Ausschant von PahenVorführung von 6 englischen Spring hofer Lagerbier, hell und dunkel. Mr. James Fillis mit dem Schulpferde findet das Konzert in den oberen pferden durch Direktor Franz Renz. An Sonn- und Festtagen Germinal. Grande Quadrille de la Sälen statt. haute équitation, ger. von 6 Damen Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. und 6 perren mit 12 der besten Schul- Säle für Versammlungen, Kommerse, pferde, arrang. v. Direktor Fr. Renz. Festlichkeiten 2c. Zum Schluß der Vorstellung: Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomine auf das Glänzendste in Szene gesetzt v. Direktor Fr. Renz. Ueberraschende Licht- und Wassereffecte. Ballet von mehr denn 100 Damen. Großartiger in solcher Pracht noch niemals gesebener Blumen- Corso. Großes BrillantFeuerwerk in gleicher Vollkommenheit noch nie im geschlossenen Raume ausgeführt. Morgen: Vorstellung mit neuem Programm u. ,, Ein Künstlerfest". Billet- Vorverkauf an der Zirkustasse u. beim„ Invalidendant", MarkgrafenTheater der Reichshallen. Spezia- straße 51a. litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Fr. Renz, Direktor. Feen- Valast 1. Winterfest Gratweil's Bierhallen Bigarrenbandlung, Ackerſtr. 153. 17. H. Gumpel, Bigarrenhandlung, Barnim Gr. Kommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Frühstücks- u. Mittagstisch. 3wei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Zur Einsegnung empfehle einen Posten schwarzen reinEröffnung des Saales 7 Uhr, Beginn des Konzerts 9 Uhr. Ein Festblatt enthaltend: Festzeichnung. Prolog, gedichtet von Franz Abend bei den Ordnern für 10 Pf. zu haben. Garderobe kostet an diesem Mehring. Inhalt der Tonstücke von Gustav Lichtenstein. Programm ist am Abend nur 15 Pf. Billets à 30 Pf. find noch in folgenden Zahlstellen zu haben: 23. 0. Brückner, Restaurateur, Lothringerstr. 67. 24. A. Hinze, Bigarren 13. Fellenberg, Restaurateur, Brunnenstr. 122. handlung, Pantstr. 14a. 28. Aug. Penn, Zigarrenhandlung, Demminerstr. 62. 22. M. Winkelmann, straße 42. 4. E. Böhlert, Bigarrenhandlung, Mariannenstr. 5. 1. J. Gädicke, Bigarrenhandlung, Gräfeftr. 93. 2. G. Schulz, Bigarrenhandlung, Admiralftraße 40. 5. W. Börner, Bigarrenhandlung, Ritterstr. 108. 6. H. Baake, Buchhandlung, City- Passage. 8. Windthorst, Bigarrenhandlung, Junkerstr. 1. 9. A. Laege, Restaurateur, Fürbringerstr. 22. 10. Göpel, Bigarrenhandlung, Razzbachstr. 1. 11. 0. Antrick, Bigarrenhandlung, Steinmeistr. 60. 12. P. Voss, Bigarrenhandlung, Moabit, Lübeckerstr. 8. 20. Albert Löwenberg, Bigarrenhandlung, Neue Schönhauserstr. 18. 21. P. Horsch, Zigarrenhandlung, Gipsstraße 5. 31. u. 27. M. Raff( Jnh. Frau Dahms), Puz- Geschäft, Spandauer Brücke 14. 889/4 Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, SW., Golmsstr. 24. Arbeiter- Bildungsschule ( Norden). wollenen Cachemirs, doppeltbreit, Am Sonntag, den 19. Februar 1893, Abends 6 Uhr: Mtr. von 1 M. an.[ 36632* Winter- Garten. Spezialitäten- Bor Burgstr. 22, neben der Börse. doppeltbreit, Mtr. von 1,10 M. an. stellung. Adolph Ernst- Theater. Jum 55. Male: Modernes Babylon. Heute: Großer DoppelRingkampf Gr. Spezialitäten Vorstellung. D Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson Anf. 28 Uhr. Entree 50 Pf. und W. Mannstädt. Couplets theilweise oon G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Nopität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Lili. Lili. Kleinst. lebend. Elefant d. 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Februar, Vormittags präz. 10 Uhr, bei Bolt( fr. Feuerstein), Alte Jakobstr. 75 ( im oberen Saal): Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1367b 1. Die Abschaffung der Mißstände in unserem Gewerke. 2. Diskussion. 3. Der ,, neugewählte Gehilfenausschuß der Innung. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, vollzählig zu erscheinen. Die Werkstätten- Kontroll- Kommission. Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Rene Friedrichstr. 44: Außerordentl. Generalversammlung. Tages Ordnung: 145/6 1. Borstands- Anträge. 2. Wahl einer Kontroll- Kommission. 3. Jnnere Vereinsangelegenheiten. Der Arbeitsnachweis befindet sich Neue Friedrichstraße 44, Abends von 8-9, Sonntags von 10-12 Uhr. Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Sonntag, den 19. Februar, Vormittags 10 Uhr: öffentl. Steinmez- Bersammlung Gr. öffentl. bei Müller, Johannisstr. 20. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Generalfonds. 2. Urabstimmung über den nächst folgenden Steinmegfongreß. 3. Abrechnung von dem legten Steinmetz- Vergnügen. 4. Verschiedenes. " 286/3 7 " 3686L Einsegnungs- Anzüge in großartiger Auswahl von M. an bis zu den elegant. Ein jeder Kollege ist verpflichtet zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Verein der Gummi- Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 18. Februar, Abends 82 Uhr, bei Rud. Wendt, Köslinerstr. 17: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die gewerkschaftliche Bewegung und die Sozialdemokratie. Referent: Gentoffe Otto Thierbach. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Entrichtung der Beiträge. 5. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Nach der Versammlung: 1358b Gemüthliches Beisammensein mit Tany. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Mr. Hendrik, Huguston, Massias, Wichtig für Musikinstrumenten- Händler Verein schlesisch. Sozialdemokraten. Clark, Valois, Vanoni, Hurley's, Laurence, Türk u. s. w. Das Theater ist gut geheizt. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Achtung! und Artisten. Sonntag, den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Nieft's Lokal, Weberstr. 17 Oeffentl. Versammlung. Tagesordnung: Jun Laden Invalidenstraße Nr. 35 findet ein Massenverkauf von noch durchaus guten, zurückgesetzten Instrumenten aus den Inventurbeständen einer Instru mentenfabrit statt. Der Ankauf von schweizer Musikwerken, Mundharmonikas, Accordeons, Concertinas 2c. 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Sklaverei im Alterthum und in ist Wiederverkäufern und Artisten dringend zu der neuen Zeit. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes empfehlen, da ein Nachlaß von 25 pet. auf Normal- und Fragekasten. Alle schlesischen Genossen werden dringend eingeladen. preise gewährt wird. Der Vorstand. Der Massenverkauf dauert nur kurze Zeit. B Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 123 Mittagstisch mit Bier 50, Abendtisch von 30 Pf. an. Angenehmer Aufenthalt. Prinzessinnenstr. 17. Krüger. 3675L 1360b Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 41. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 45. Sigung vom 16. Februar 1893. 1 hr. Am Bundesrathstische: Reichskanzler Graf v. Caprivi, v. Bötticher, v. Marschall, v. Maltzahn. Die Berathung des Etats wird bei dem Titel„ Gehalt des Staatssekretärs des Innern" fortgesetzt. Freitag, den 17. Februar 1893. 10. Jahrg. fich sogar verringert hat. Diese ungünstige Entwickelung hat Handelsstädte ist diese Frage allerdings von der höchsten Be auch die Landwirthschaft zu tragen gehabt, aber den Schaden deutung. Die Frage des Bimetallismus und unsere Haltung auf hat sie niemand als sich selber zu verdanken. Herr v. Hammer- der Brüsseler Konferenz hat Herr von Kardorff gestern berührt stein verweist auf die patriarchalischen glücklichen Zustände in und dabei gemeint, unsere Delegirten hätten die allerfeindlichste ihre Wahlfreise infolge der neuen Bewegung unter den Land- Instruktion unserer Delegirten vorgelesen, wir stehen noch heute Mecklenburg und spricht von der Besorgniß der Freisinnigen um Stellung dort eingenommen. Ich habe schon vor Monaten die wirthen. Solche Bewegung hervorzubringen ist feine Kunst. Wirft auf diesem Standpunkt, und eine persönliche Unterredung des jemand einen Knochen auf die Straße, so laufen alle Thiere diesem Herrn von Kardorff mit den beiden Herren würde ihn leicht Knochen nach. Es ist keine Kunst, auf diese Weise eine neue Partei zu vom Gegentheil überzeugen. Die Staffeltarife berühren zuerst die Abg. Graf Arnim( Rp.) wendet sich gegen die geftrigen gründen. Die Frage ist nur, für welche Prinzipien diese Partei eintritt. Ginzelstaaten. Ueber die Einrichtung als solche sind in DeutschAusführungen des Reichstanzlers. Es entspreche nicht den That Wenn Sie zur Beschränkung der Freizügigkeit übergehen, ver- land die Meinungen ebenfalls sehr getheilt, und deutsche Resachen, wenn dieser behaupte, daß gleiches Recht und gleiches greifen Sie sich an den heiligsten Rechten des Deutschen. Es gierungen fenne ich, welche ein lebhaftes Interesse daran Maß in Deutschland auch für die Landwirthe gelte. Schon der heißt, man folle die Freizügigkeit nicht beseitigen, sondern nur haben, daß diese Einrichtungen nicht weiter ausgedehnt werden. Unterschied, der sich zeige, wenn das mobile Kapital und beschränken. Ich kann darin feinen rechten Unterschied erkennen. Was den Wunsch nach Wollzöllen anbetrifft, so darf ich auf wenn der Landwirth Kredit suche, müsse jedem Unbefangenen( Sehr richtig! links.) So lange nicht der Nachweis geführt wird, einen Erlaß des Fürsten Bismarck vom 25. November 1885 vervor Augen führen, daß mit dem gleichen Maße in dieser Be- daß die Uebelstände allgemein sind und nicht beseitigt werden weisen, worin es heißt, daß die Frage eines Wollzolles sehr ziehung nicht gemessen wird. Ganz unrichtig sei es, von Opfern tönnen, wäre es ein schreiendes Unrecht, in die Selbstbestimmung gründlich erwogen worden sei, daß sich aber ergeben habe, daß zu sprechen, die für die Landwirthschaft gebracht werden. Wenn weiter Kreise der Bevölkerung von Staatswegen mit 3wang ein Wollzoll von wirksamer Höhe nicht auferlegt werden könne, die Landwirthschaft erhalten bleibt, so tomme der Erfolg dem einzugreifen. Die Liebe zum Grund und Boden, das Bestreben, ohne unsere Wollindustriezweige zu vernichten, während der ganzen Lande zu gute.( Buftimmung rechts.) Die Landwirthe aus der Bewirthschaftung des Grund und Bodens einen Gewinn Nugen eines solchen Bolles für die Wollproduzenten nicht nach bringen im Gegentheil die größten Opfer, um dem Wohle des zu erzielen, ist in der deutschen Natur tief begründet; wenn es gewiesen werden könne. Ich bemerke dies hier ausdrücklich, um Ganzen zu dienen. Er, Redner, würde wirthschaftlich viel besser den Grundbesitzern ernst ist mit der Erhaltung eines ländlichen über die Stellung der Regierung feinen Zweifel zu lassen, wenn daran sein, wenn er seinen ganzen Acker eingeschont hätte. Die Arbeiterstandes, so brauchen Sie ihnen nur die Mittel zu geben, diese Forderung etwa in dem deutschen Landwirthschaftsbund ertiefgehende Bewegung in landwirthschaftlichen Kreisen, die Folge Grund und Boden zu erwerben und die Zufriedenheit wird in hoben werden sollte. Graf Mirbach sagte, die Staatsbeamten der allgemeinen Unzufriedenheit, werde zur Gründung eines vollem Umfang wieder da sein. Die Freizügigkeit ist ein Grund- haben die Pflicht, nicht blos von Nothständen als Naturprozessen Bundes der Landwirthe führen, die am 18. Februar hier in pfeiler deutschen Einigkeit, der niemals hinweggeräumt werden zu reden, sondern sich zu bemühen, uns von solchen Nothständen Berlin erfolgen solle. Redner hofft, daß, was dort etwa darf, wenn nicht das ganze Gebäude zusammenstürzen soll. Der zu befreien. Ich erkenne das an, unter„ uns" hat er jedenfalls an scharfen Worten gegen die Regierung gesagt werde, nicht deutsche Reichstag, der auch ein Schuß und Schirm des Reiches die Landwirthschaft gemeint.( Graf Mirbach: sehr richtig!) wieder der konservativen Partei in die Schuhe geschoben wird. und der Verfassung sein soll, hat die Pflicht, ein flares und ent- Wir gehen noch weiter. Staatsbeamte und also auch ReichsFür einen Handelsvertrag mit Rußland könne man sich nur er- fchiedenes Nein solchen Bestrebungen rechtzeitig entgegenzustellen. beamte haben die Pflicht, auf alle Zweige des Erwerbslebens, flären, wenn jemand garantiren könnte, daß dadurch der Preis Abg. von Manteuffel( dk.): Mir sind in der gestrigen auch auf Konsumenten Rücksicht zu nehmen.( Sehr richtig! links.) des deutschen Getreides nicht gedrückt wird. Diese Garantie Debatte ungemein viele Liebenswürdigkeiten zu theil geworden, Wir glauben unserer Pflicht genügt zu haben. Wenn wir noch fönne aber niemand übernehmen. Die Zahlen des Staats- auf welche ich hauptsächlich antworten muß, denn die Aus teinen Plan haben, der Landwirthschaft zu helfen, so liegt die sekretärs, welche die Zunahme des Exports an Glas und Papier führungen des Vorredners geben zu ernster Erörterung faum Sache eben nicht so einfach; mit dem Aufstellen von sechs oder beweisen sollten, seien formell richtig; die Quantität des Export Anlaß. Die große Entdeckung, daß daß zwischen Landwirth, neun Punkten, wie man das jetzt in Zeitungen liest, produkts habe zugenommen, die Qualität aber und die Preise schaft; und Landwirthe ein Unterschied ist, war nicht ist wenig gewonnen. Wenn wir noch kein Auskunftsfeien ganz unverhältnißmäßig zurückgegangen. Diese Thatsache neu, und die Behauptung, daß die Doppelwährung für die mittel gefunden haben, soll man uns nicht vor= treffe gleichmäßig auf Glas wie auf Papier zu.( Beifall rechts.) Landwirthschaft gleichgiltig sei, steht auf derselben Höhe. werfen, wir hätten es an uns fehlen lassen. Daß die Staatssekretär v. Marschall: Ich habe wiederholt an- Herr Rickert erklärte gestern, ich stehe auf einem verlorenen Landwirthschaft bei der Vereinbarung über die Handelserkannt, daß der Wunsch der Landwirthschaft, bei Handelsver- Posten. Ich habe das Gefühl, daß ich eine sehr gute Position verträge nicht berücksichtigt wurde, kann ich nicht akzeptiren. Als trägen ihre Interessen gewahrt zu wissen, ein berechtigter ist. Es vertheidige. Der Bund der Landwirthe, welcher am Sonnabend wir mit der Berathung aufingen, tagte der deutsche Landwirthist aber doch eigenthümlich, daß schon jetzt der Vorredner von hier gegründet werden soll, scheint doch Herrn Rickert sehr viel schaftsrath. Diese Behörde ist doch eine der kompetentesten für möglichen Ausschreitungen auf dem nächsten Kongresse der Land- Kopfschmerzen zu machen. Der Zweck dieser Versammlung ist nur die Landwirthschaft; sie hat sich mit der Frage beschäftigt, in wirthe hier in Berlin spricht und den Versuch macht, die kon- der, daß die Landwirthschaft sich organisiren will, und wenn sie ihrem Berichte 100 Seiten damit gefüllt. Die Herren sind, da servative Partet von der Verantwortung für dieselben zu ent- dies thut, folgt sie nur einem Rathe des landwirthschaftlichen sie nur eine einseitige Interessenvertretung sind, zu dem Ergebniß laften. Ich habe den Eindruck, daß die Klagen über die Noth- Ministers. Der Ton, der in dieser Versammlung herrschen wird, gekommen, daß es nicht wünschenswerth sei, Handelsverträge einlage der Landwirthschaft einigermaßen erschöpft sind; ich bin dürfte allerdings bestimmt werden durch die Antworten, welche auführen; wir haben das auch von anderen Landwirthen gehört, aber trotzdem bereit, Rede und Antwort zu stehen, auch wenn im preußischen Abgeordnetenhause und hier von den Regierungen wir hätten uns das auch selbst sagen können; aber andererseits die Herren wünschen sollten, beim Etat des auswärtigen Amtes gegeben werden. Sind diese Antworten ruhig, dann wird auch stand es ebenso fest für uns, daß wir diese Verträge nicht erdie Sache nochmals und gründlich zu erörtern.( Heiterfeit links.) Der Ton ein ruhiger, gemessener und fachlicher sein.( Hört! langt hätten ohne eine Konzession auf landwirthschaftlichem GeIch beziehe mich auf meine wiederholten Darlegungen, daß Hört! links.) Herr Rickert beschwert sich über meinen Ton; sein biete. Wir weisen also den Vorwurf von uns, daß wir taube Die Tarifverträge nothwendig wurden, weil ohne sie auch Ton ist derartig, daß der meinige gegen ihn der reine Alberti Ohren für die Landwirthschaft hätten. Das ist nicht der Fall die Landwirthschaft einen schweren Schaden erfahren haben würde. ist. Was der Abg. Barth gegen den Großgrundbesiß ausgeführt gewesen. Wir haben ihre Klagen gehört, und soweit es angänglich Wenn Graf Arnim von der Papier- und Glas- Industrie ge- hat, giebt mir vollständig recht. Die Freisinnigen sind in der war, berücksichtigt. sprochen und eine Resolution andeutungsweise erwähnt hat, That darauf aus, den Großgrundbesiß, wie er sich durch die Ver- Abg. Graf Hoensbroech( 3.): Die schweren Fragen, welche welche die Glasindustriellen gefaßt haben, so nehme ich von dieser hältnisse gestaltet hat, zu grunde zu richten. Die Liebe zur hier zur Zeit verhandelt werden, löst man nicht in turbulenten Resolution an, daß Herr Vopelius ihr nicht ganz fern stand. Scholle ist beim deutschen Landmann so groß, daß er sich nur Volksversammlungen, in welche sich sehr leicht unlautere Elemente ( Heiterkeit links.) Es ist ein immerhin glückliches Resultat, wenn ungern von ihr trennt, und dann tritt oft der Fall ein, daß er, hineinmischen, welche derartige Agitationen zu ganz anderen die Einfuhr bei der Papierindustrie im Jahre 1892 um zwei, die weil er zu geringe Mittel hat, seine ererbte Scholle Zwecken benutzen würden, als in der Sache liegen. Hier im Ausfuhr aber um drei Millionen zugenommen hat. Im Ab- verlieren muß. Den Großgrundbesitzer, der 51 Wochen Reichstage unsere Anficht auszudrücken, ist unser Recht und unsere geordnetenhause haben sich gestern Herr Arendt und Herr zu Hause hungert, um die 52. Woche in Berlin Pflicht. In der Frage der Aufhebung des Identitätsnachweises von Erffa gleichmäßig auf Herrn Vopelius berufen( Heiterkeit Champagner zu trinken, den verwerfe ich mit dem Abg. Barth. bin ich mit den Konservativen durchaus nicht einverstanden. links), der follte den Nachweis der ungünstigen Wirkung Ich will Herrn Barth ein Brennereigut mit der Liebesgabe zum In dieser Frage haben die Konservativen ihre Bundesgenossen der Handelsverträge auf die deutsche Industrie geführt Zagpreis verkaufen; er wird bald einsehen, daß es schwer ist nur links, das sollte ihnen doch zu denken geben. Durch die Aufhaben. Ich habe diese diese Rede gelesen und bin so auszukommen und bald wird er auch entdecken, daß es mit der hebung wird momentan eine Steigerung des Getreidepreises erflug geblieben als wie zuvor.( Große Heiterkeit.) Mit Liebesgabe nichts auf sich hat. Die Freizügigkeit als solche will reicht werden, aber der Rückschlag wird unt so schlimmer sein, Gründen scheinen die Herren also ziemlich bankrott zu sein. ich gar nicht beseitigen, sondern nur einige nothwendige Ein- weil dann die Schwankungen des Getreidepreises noch erheblicher Nun hat Herr Arendt den Handelskammerbericht von Frank schränkungen einführen. Die Herren von links sind nun sammt werden. Die Aufhebung des Identitätsnachweises muß zur Auffurt a. M. als Zeugniß angerufen. Was aber steht darin? und sonders über mich hergefallen und haben mir viel weiter- hebung der Zölle führen. Bedauerlicherweise hat der ReichsEine Lobeserhebung für die Handelspolitik der deutschen Regie: gehende schwarze Absichten unterstellt. Ich habe die drei Punkte, fanzler teine entschiedene Stellung zur Frage genommen. Die rung, für den Abschluß der Tarifverträge, welche in Deutschland wo man abhelfen kann, genau bezeichnet. Wenn man die jungen Staffeltarife stellen in letter Konsequenz eine Ermäßigung des allgemeine Befriedigung hervorgerufen hätten. Dasselbe gilt von Leute unter 18 Jahren hindern will, in die Stäbte zu ziehen Bolles für Rußland dar; sie sind eine Importprämie für das der ebenfalls angezogenen Handelskammer in Essen. Nur der und dort der Verwahrlosung zu verfallen, wenn man ein Ein- Ausland. Ich habe 1891 selbst für die Staffeltarife mich entBericht von Dortmund lautet etwas anders, das gebe ich zu; zugsgeld einführt, wenn man die Abziehenden anhalten will, den schieden, aber nur, weil es sich damals uin einen Nothstand aber als ein Beweismittel gegen unsere Handelspolitit Besitz einer gesunden Wohnung nachzuweisen, sind das Beein handelte. Daß seither der Reichskanzler Preußen nicht verläßt auch er sich nicht verwerthen. Wenn Herr Arendt trächtigungen der Grundrechte des Deutschen Reichs und seiner anlaßt hat, die Staffeltarife wieder aufzuheben, macht mich sehr schließlich die Nähmaschinen- Fabrikanten ins Gefecht führt, so Bürger? Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, daß diese bedenklich. Die Handelsverträge haben wir aus höheren Gehat thatsächlich die Herabsetzung des Bolles in Desterreich eine Forderungen bewilligt werden, um den herrschenden Nothständen sichtspunkten bewilligt, während die Landwirthschaft im Osten nicht unerhebliche Vermehrung der deutschen Ausfuhr gebracht. abzuhelfen. Im Herrenhause will Herr Baumbach den Kampf nicht patriotisch genug sein will, die schweren Opfer zu bringen; Zum Schluß hat Herr Arendt von Sturmzeichen gesprochen, mit mir fortsetzen. Ich bin dazu bereit, für ihn wird aber dort gelangen wir zu einem Handelsvertrag mit Rußland, so ver welchen die Regierung doch rechtzeitig Rechnung tragen möchte. die Situation sehr viel schwieriger sein. Am Sonnabend werden stärken wir auch die Gefahr des Panslavismus für Europa. Die Sturmzeichen sehen auch wir; die Regierung darf sich aber es drei Wochen, daß wir über das Gehalt des Staatssekretärs Warum soll bei solchen Verhandlungen immer die arme Landdadurch nicht einschüchtern lassen. Sie wird den Weg einer verhandeln, wenn aber über vierzehn Tage über alles Mög- wirthschaft die Beche bezahlen? Viel besser wäre das Petroleum maßvollen Handelspolitik zur Ausgleichung der verschiedenen liche gesprochen worden ist, soll man doch der Land- als Stonzessionsobjekt Rußland gegenüber. Die Bemerkung des Intereffen des Handels, der Industrie und der Landwirthschaft wirthschaft nicht verwehren, zwei oder drei Tage ihre Klagen Reichskanzlers, daß die Kornzölle ein Opfer sind, welche weiter gehen. Wir finden in den Sturmzeichen eine Warnung vorzutragen, nicht aber mir vorwerfen, daß ich diese das Land für die Landwirthschaft bringt, führt mich zu für die, welche jett Wind säen und Sturm ernten werden.( Bei- Debatte inszenirt habe, wie Graf Behr es gethan hat. der Ansicht, daß die verbündeten Regierungen fich fall links.) Daß wir unsere Meinung über den russischen Handelsvertrag prinzipiell auf manchesterlichem Standpunkt stellen. Billiges Abg. Wilbrandt( dft.): Graf Mirbach hat gestern die Be überall zur Geltung zu bringen suchen, ist doch um so selbst Brot macht es nicht allein, venn man nicht das Geld hauptung aufgestellt, daß die Landwirthschaft ruinirt sei durch verständlicher, als man unseren bescheidenen Antrag, den öster- hat, es auch zu bezahlen. Der Reichskanzler meint, in Deutschdas römische Recht, und weil der Staat das römische Recht ein reichischen Handelsvertrag in eine Kommission zu verweisen, ab- land bekomme jeder sein Recht und das gleiche Maß. Wir im geführt habe, sei er verpflichtet, die Landwirthschaft zu entlasten! gelehnt hat. Herr Bamberger macht uns den Vorwurf, wir seien Bentrum werden bei anderer Gelegenheit den Reichskanzler und Die Debatte hat mich zu der betrübenden Ueberzeugung gebracht, eine absolute Partei. Nichts ist ungerechter als dieser Vorwurf. die verbündeten Regierungen an dieses Wort erinnern, aber lassen daß die Agrarier nicht verstehen, den Unterschied zu machen, den Schlimm genug, daß blos die konservative Partei für die Land- Sie auch der Landwirthschaft den Schuh, wie Sie ihn der fie als Voltsvertreter unzweifelhaft zu machen verpflichtet sind, wirthschaft eintritt( 3wischenrus) und der Abg. Buhl( Heiterkeit Industrie in so reichem Maße gewähren!( Beifall rechts und nämlich zwischen der Landwirthschaft und den einzelnen Personen, lints). Herr v. Marschall hat von der Silberentwerthung ge- im Zentrum.) die Landwirthschaft treiben.( Sehr wahr! links.) Der Staat ist sprochen und sich dadurch sofort die Warnung der Herren Barth gar nicht in der Lage, irgend jemand dazu anzuhalten, daß er, und Bamberger zugezogen. Ich hoffe aber, daß diese Aeußerung wenn er sich ein Gut fauft, es nicht zu theuer fauft; er kann des Herrn v. Marschall unsere Wünsche ihrer Verwirklichung in niemand verhindern, Schulden über Schulden zu machen; und bälde entgegenführen wird. Die warmen Ausführungen des so kann in feiner Weise die Forderung begründet werden, daß Herrn Dr. Buhl für die Landwirthschaft sind für uns eine große der Staat die Aufgabe habe, für das Wohl der einzelnen Land Errungenschaft. Noch vor zehn Jahren wäre eine solche Rede wirthe zu sorgen. Auf diese Deduktion bin ich namentlich eines Nationalliberalen nicht möglich gewesen. Charakteristisch Abg. Barth( dfr.): Graf Mirbach hat mich gestern perdadurch geführt worden, daß auch in diesen Tagen wieder die in der Debatte aber war die ablehnende Haltung der Freisinnigen fönlich angezapft. Er meint, meine Reden feien zu unbedeutend, Währungsfrage vor uns verhandelt wurde. Die Landwirth- gegen die Landwirthschaft. Aber mag das freisinnige Roß mit um sich mit ihnen zu beschäftigen; seine Kollegen aber beschäftigen schaft als solche hat keinen Nutzen davon, daß eine der Goldwährungsschabracke in die Arena geritten werden von sich eifrig mit mir; Herr v. Manteuffel hat mir sogar ein Doppelwährung eingeführt wird, sondern 11ur einzelne wem es will, hoffentlich wird es bald heißen: Und Noß und Brennereigut zum Kauf angetragen und muß also doch meinen, Landwirthe, einzelne Landwirthschaft betreibende Personen. Reiter fab man niemals wieder!"( Heiterkeit und Beifall rechts.) daß ich ein von Agrariern verwirthschaftetes Gut wieder auf die Die Landwirthschaft macht es also feineswegs erforderlich zu Reichskanzler Gras Caprivi: Der Vorredner hat ausgesprochen, Beine bringen kann. Graf Mirbach liest seinen Wählern zueiner Währung überzugehen, die wir gar nicht haben wollen. der Ton auf der landwirthschaftlichen Versammlung würde von den weilen zum Vergnügen meine Reden vor, unt unsere UnNach den Ausführungen des Grafen Mirbach erscheint die Land- Tone abhängen, den die Vertretung der Regierung hier anschlage. wiffenheit zu zeigen; das ist ist aber ein Beweis, daß wirthschaft wie verrathen und verkauft, wie vollständig vom Nach dem guten Zeugniffe, das er uns gegeben hat, würde dieser Ton die Leute, seit Jahr und Tag mit der geistigen Staate verlassen. Vergißt man denn ganz, was noch in den ja ein vorzüglicher sein, aber die Verantwortung dafür möchte ich Rost genährt, die er ihnen zu bieten in der Lage letzten zehn Jahren für die Landwirthschaft geschehen ist? Haben doch nicht übernehmen. Ich bin indeffen gern bereit, Auskunft ist, dadurch intellektuell etwas heruntergekommen sind. wir jemals bis 1887 einen Kornzoll von 30 m. gehabt? Und über einige der angeregten Fragen zu geben, beschränke mich aber Daß Herr Wilbrandt ein Gegner der Agrarier, obwohl selbst hat es etwa an der Regierung gelegen, daß der Zell in diesem dabei auf die das Reich angehenden; die preußischen Gravamina Landwirth ist, sollte Ihnen beweisen, daß Sie nur den GroßJahre nicht auf 60, sondern nur auf 50 m. erhöht wurde? Die hätten besser im preußischen Abgeordnetenhaus vorgebracht werden grundbesit vertreten. Es ist gerade ein Vorzug unserer Partei, Agrarierpartei und mit ihr Herr Buhl, dessen gestrige Rede sehr follen. Die Frage der Aufhebung des Jdentitätsnachweises hat Bertreter des fleinen und mittleren Besitzes in erheblicher Anzahl agrarisch war, sollten doch ernsthaft nachforschen, ob die Zölle die preußische Regierung nicht aus den Augen verloren. Die zu besigen. Die Großgrundbefizer sind mit ihren Interessen oft von 1879 ihnen etwas genützt haben oder ob sie nicht viel mehr Minister, welche die Reise nach den Ostprovinzen gemacht haben, auf ganz anderer Seite als die Landwirthe, welche keinen Grundlediglich neue Bollschranken in der ganzen Welt aufrichten halfen. stehen noch heute auf ihrem damals vertretenen Standpunkt; besit ererbt haben, sondern als Inspektoren und Verwalter ihr Es ist gerade der Vorzug der deutschen Landwirthschaft, daß wir aber während der Verhandlungen mit Rußland ist es vielleicht Dasein fristen müssen. Werde der Bodenpreis nicht so hoch eine so entwickelte Industrie haben und gezwungen sind, Jahr nicht möglich, jedenfalls nicht wünschenswerth, darauf einzugehen. getrieben, so würden diefe Leute sich auch viel leichter Grundfür Jahr bedeutende Getreidemengen einzuführen. Ziehen Sie Bekanntlich hat auch der Süden und Westen von Deutschland besitz erwerben und der Betrieb würde dadurch im allgemeinen Die Statistik unserer Ausfuhr an Industrie- Erzeugnissen zu Rathe, dieser Frage gegenüber eine andere Stellung, als der Norden viel rationeller werden. Vernünftige Wirthschaft erfordert vorso werden Sie finden, daß die Ausfuhr in den legten Zeiten und Often, und auch die Landwirthschaft nahm bisher eine andere herige gründliche Ueberlegung, ob auch die Mittel ausreichen. lange nicht in dem wünschenswerthen Maße stattgehabt, ja zuletzt Stellung dazu ein als heute. Für die ost- und westpreußischen Diese nothwendige Raltulation stellen die Grundbesitzer eben nicht Reichskanzler Graf Caprivi: Ich habe meine Ansichten über den Kornzoll schon vor einem Jahre vorgetragen. Jeder Schußzoll ist ein Opfer, welches das Land bringt, und jede Steuer ist eine Last, welche vom Lande gefordert wird; daraus ist aber nicht der Schluß zu ziehen, daß die Regierung manchesterliche Tendenzen verfolge. fich I. daß nach Maßgabe des überreichten Projekts 1. eine Pferdebahn, abzweigend von den Geleisen in der Französischen Straße durch die Straße Hinter der fatholischen Kirche direkt nach Norden zur Verbindung mit den Geleisen in der Dorotheenstraße, 2. eine fernere Bahn von den Geleisen in der eben gedachten Straße durch die verlängerte Charlottenstraße über die Weidendammer Brücke zum Anschluß an die dort vorhandenen Geleise, 3. weiter eine Bahn, abzweigend von der zu 1 aufgeführten Linie bei der Straße am Festungsgraben, über die Eiserne Brücke, Friedrichsbrücke, durch die Burgstraße zum Anschluß an die Geleise auf dem Monbijou Plate und dem Hackeschen Markte ausgeführt werden; " an und wirthschaften daher häufig bloß unter verdedter In- schaffungen nöthig durch Umzug und Umschulungen, Die Vorlage will die Ueberschreitung des folvenz. Beim Kaufmann wird solche Kalkulation für selbst welche durch Umzug oder Ueberfüllung einzelner Klassen Straßenzuges Unter den Linden- Schloßbrücke verständlich gehalten; er wird wegen betrügerischen Bankrotts uöthig werden. Eltern, welche mehrere Kinder zur Schule durch die Pferdebahn ermöglichen und ersucht die Ververklagt, wenn er fie nicht anstellt. Das muß auch von den schicken, verlieren dadurch die Möglichkeit, die vorhandenen Lehrsammlung, ihre Zustimmung dazu zu geben: Landwirthen verlangt werden. Rann jemand in der alten Weise bücher durch die jüngeren Kinder benutzen zu laffen. Auch der nicht mehr fortwirthschaften, so muß er eben seine bisherige Existenz Stadt selbst erwachsen daraus relativ höhere Kosten. Es eraufgeben und eine neue begründen. Roscher, der Führer der übrigt sich zwar, andere Angaben jetzt noch zu machen, umſomehr, deutschen Nationalökonomen, hat ausdrücklich die ganze neuere als der Antrag auf Ausschußberathung schon gestellt ist, von Wirthschaftspolitik eine Kunstpolitit genannt. Er hält es auch für welchem wir uns eine gründliche Prüfung der Verhältnisse verganz selbstverständlich, daß die Getreidezölle ein Opfer sind und zwar sprechen. Hingewiesen werden muß aber doch auf den Umstand, ein viel größeres als der Gewinn, der der Landwirthschaft zugeführt daß selbst in solchen Schulen, welche ganz dicht aneinander gewird. Es giebt 6 Mill. Familien in Deutschland, welche im Laufe legen sind, oft die verschiedensten Gruppen von Lehrbüchern in des Jahres eine Tonne Getreide brauchen; es fließt also die Gebrauch sind. Näheres darüber werde ich im Ausschuß vorganz horrende Summe von über 200 Millionen Mark in die bringen. Ich werde dort mit einem Material aufwarten können, Tasche derjenigen, die mehr Getreide bauen als verbrauchen; welches allerdings größer sein würde, wenn nicht das Verbot be diese 200 Millionen werden erhoben von den Armen und Nerm- stände, daß die Lehrer weder dem Publikum noch uns Stadtften der Bevölkerung. Das Argument, daß durch die Kornzölle verordneten Angaben über die einschlagenden Verhältnisse in den die konsumirende Bevölkerung kaufträftig erhalten wird, geht Schulen machen. Allerdings erfahren wir manche Aufklärung über die landesübliche Logik hinaus. froß des Verbots; aber es entspricht nicht dem Interesse der Abg. von Kardorff( Rp.) geht auf die Währungsfrage ein. Schule, noch der Schüler, noch des Publikums, daß ein solches II. daß die Genehmigung zur Ausführung der zu I gedachten Für die bimetallistischen Bestrebungen seien viel mehr wiffen- Berbot besteht. So schreibt mir ein Schulrektor, daß er bei der Bahnanlagen der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn- Attienfchaftliche Rapazitäten ins Feld zu führen, als für die Gold- gemessenen Verfügung der Schuldeputation zu seinem größten Leid- gesellschaft unter den vertragsmäßig festgesetzten Bedingungen währung. Daß Soetbeer sich für Doppelwährung ausgesprochen, wesen außer stande sei, Aufklärung zu geben. Woher sollen wir ertheilt wird, wenn die genannte Gesellschaft dafür an die fönnten die Goldwährungsmänner nicht wegleugnen. Auch die unsere Kenntnisse auf diesem Gebiete nehmen, die wir doch An- Stadtgemeinde die Summe von 1 000 000. zahlt, wodurch Bornesausbrüche des Herrn Bamberger könnten daran nichts regungen zu geben haben, wenn der kompetentesten Stelle der sie von den Kosten befreit wird, welche infolge der Bahnändern. Für die Berücksichtigung der Interessen der Landwirth- Mund verfchloffen ist? In einzelnen Lehrfächern haben wir eine anlagen, für Benußnng oder Erwerb von Land oder für schaft müsse man dem Fürsten Bismarck alle Zeit Verehrung große Anzahl verschiedener Lehrbücher. Geradezu wohlthuend Aenderungs- und Umbauten an Brücken nothwendig werden. Bollen. Der Wind fei jest umgeschlagen. Zulegt wendet fich wirkt es dagegen, wenn man sieht, daß wenigstens im Religions Zur Begründung dieser Vorlage macht der Magistrat, der Redner gegen die Ausführungen des Staatssekretärs von Mar- fach dasselbe Lehrbuch durchgeführt ist, das Fürbringer'sche Lese- einstimmig für dieselbe erklärt hat, u. a. folgendes geltend: schall bezüglich der günstigen Wirkungen der Handelsverträge buch für den Religionsunterricht, herausgegeben von dem Stadt- Schon seit dem Abschluß des Vertrages vom 26. Juli 1880 auf die deutsche Industrie. In England dächten fehr verständige Schulrath Bertram. Dieser Umstand beweist, daß es doch möglich mit" der Großen Berliner Pferdeeisenbahn war es ein allgemein Politiker an die Wiedereinführung der Kornzölle. Schließlich ist, eine Gleichmäßigkeit durchzuführen. Jedes einzelne der im empfundener Wunsch, eine möglichst direkte Pferdebahn Verhält Redner feine Behauptung aufrecht, daß die deutschen Dele Gebrauch befindlichen Bücher muß doch an sich nach der Ansicht bindung von Süden nach Norden ungefähr im Zuge der Friedrichgirten in Brüssel die allerfeindlichste Stellung zu den Bestrebungen der Schuldeputation gut und brauchbar sein. Wenn wir den straße oder doch einer nahe belegenen Parallelstraße unter Ser Konferenz eingenommen hätten. Antrag stellen, erklären wir uns natürlich nicht im entferntesten Ueberschreitung der Straße Unter den Linden herzustellen. Staatssekretär v. Malzahn: Der Abg. v. Kardorff hat mit dem Inhalt der einen oder der anderen Sorte von Lehr- Von fast gleichwerthiger Bedeutung ist ferner eine Vergestern im Abgeordnetenhause den Borwurf erhoben, daß die büchern einverstanden. Wir sind nicht mit einem einzigen ein- bindung der Geleise am Monbijou- Platz und Hackeschen Markt deutschen Delegirten auf der Brüsseler Münzkonferenz den auf verstanden( Gelächter), nicht mit einem einzigen! Auch gehen mit den Geleisen ungefähr des Werder'schen Marktes, um so Hebung des Silberwerthes gerichteten Bestrebungen anderer wir mit dem Antrage nicht um Haaresbreite von dem prinzipiellen einen Werkehr von Nordost nach Südwest zu ermöglichen, eine Staaten gegenüber eine feindselige Saltung angenommen hätten. Antrage ab, den wir schon früher gestellt haben auf unentgelt- Berbindung, welche schon in dem Nachtragsvertrage voni Diefer Vorwurf ist unbegründet. Die den Delegirten mitgegebene lichteit aller Lehrmittel. Wir sind im Gegentheil der Meinung, 6. November 1884 mit der Großen Berliner Pferde Instruktion geht allerdings davon aus, daß die Goldwährung in daß schon die theilweise unentgeltliche Lieferung der Lehr- eisenbahn- Attien Gesellschaft vorgesehen war. Während bei Deutschland gut funktionirt, sie nimmt aber den Bestrebungen mittel für die Durchführung der von fins verlangten Gleich der erstgedachten in Hauptschwierigkeit auf Hebung des Silberpreises gegenüber feine feindselige Stellung mäßigkeit spricht, zumal es früher oder später doch zur Annahme Ueberschreitung der Straße Unter den Linden zu erblicken war, ein. Wir verkennen nicht die fortwährenden Schwankungen des jenes Antrages fommen wird oder kommen muß. Wir betrachten wurde für die zweite Verbindung der Umstand erschwerend, daß Silberpreises und daß dessen starkes Sinken auch für Deutschlands ben jetzigen Antrag aber als einen Vorposten für jene weitere eine Durchkreuzung der Umgegend nördlich und westlich des wirthschaftliches Intereffe sehr unerwünscht ist, und daß eine nach: Forderung. Wenn Sie den Antrag nicht so wie er ist, an föniglichen Schlosses( Luftgarten, Schloßfreiheit) scheinbar nicht haltige Minderung dieses Uebelstandes auch für uns sehr nüßlich nehmen wollen, bitten wir Sie, ihn einem Ausschusse zu über- vermieden werden konnte, und eine Verbindung der Geleiſe in fein würde. Unsere Delegirten haben genau nach dieser In weifen. der Spandauerstraße durch die Königstraße und über die Lange struktion gehandelt. Es hat sich aber herausgestellt, daß England Stadtv. Gerstenberg: An diesem Antrage ist neu nur Brüde mit den vorhandenen Geleisen auf dem Schloßplate wegen und Frankreich der Hebung des Silbers feindlicher gegenüber feine absolute Unausführbarkeit. Vom 16. Februar bis Ostern der ungünstigen örtlichen Verhältnisse zuständigerseits wiederholt standen als Deutschland, und ein einzelner Staat fann doch ist es absolut unmöglich, diefe Angelegenheit zu verwirklichen. abgelehnt worden ist. unmöglich allein eine Hebung des Silberwerthes unternehmen. Jedes Buch müßte in einer Stärke von 175 000 Exemplaren an- Neuerdings hat sich nun eine Aussicht eröffnet, ein Projekt Daß wir diesen Bestrebungen nicht feindlich sind, beweist schon geschafft werden, das kann kein Verleger leisten. Neue Bücher zur Ausführung zu bringen, welches die in der zweiten Linie der Umstand, daß wir mit der Ausprägung der Behnmarkstücke einführen, das muß auf einem anderen Wege gemacht werden, Verbindung von Nordost nach Südwest) liegende Aufgabe sehr vorsichtig gewesen sind, um dem Silber Raum zu lassen. von der untersten Klasse aufwärts, sonst würden wir den Eltern durchaus befriedigend löst und andererseits die erstgedachte BerWir werden uns durch nichts beirren lassen, pflichtgemäß so zu nur neue Lasten auferlegen. Dann müssen foie Bücher bindung von Süden nach Norden herbeizuführen oder zu ersehen handeln, wie wir es für nothwendig halten zur Aufrechterhaltung doch ausgewählt werden; wer soll das in der furzen im stande ist." der Währung des Landes und zur Einschränkung der Miß: Beit besorgen? Bekanntlich sind wir allein garnicht zuständig. Stadtv. Stryd beantragt, einen Ausschuß von 15 Mitftände, welche sich seit Einführung der Goldwährung gezeigt Mit den vorhandenen Büchern ist Herr Vogtherr nicht ein- gliedern niederzusetzen. Schon 1880 habe man diese Berbindung haben. verstanden; andererseits schafft ein einheitliches Buch ein Mo- herzustellen verlangt. Die Verbreiterung der Friedrichstraße sei Abg. Buhl( natlib.): Auf die gestrigen Ausführungen des nopol. Es laffen sich aber auch zahlreiche, felbft pädagogische früher hauptsächlich in Betracht gekommen, und die Ber Staatssekretärs erwidere ich, daß wir im vorigen Jahre eine Gründe für den Wunsch anführen, der in den weiten Kreisen fammlung babe 31/2 Millionen dazu beifteuern wollen, schlechte Weinernte gehabt haben und jetzt eine gute Weinernte der Bürgerschaft gehegt wird. Um eine gründliche Prüfung um die Pferdebahn über bie Linden zu erlangen. haben und daß trotzdem der Preis etwas niedriger ist, als im dieses Antrags, der, so wie er liegt, unausführbar ist, zu er vorigen Jahre. möglichen, bitte ich, Ausschußberathung zu beschließen. Abg. v. Schalfcha( 3entr.): Der Reichstanzler versichert die Stadtschulrath Bertram: In 6 Wochen läßt sich allerLandwirthschaft immer seiner Liebe, aber noch niemals hat er dings nichts erreichen. Die fluttuirenden Kinder sind auch feines Diese Liebe praktisch bestätigt. Ich wünschte, er hätte weniger wegs die Mehrzahl. Für die stabilen Kinder aber ist doch viel Wohlwollen auf der Zunge und mehr Wohlwollen in der That leicht eine gewiffe Mannigfaltigkeit vorzuziehen. In Paris wird für uns. Mit welchem Recht legt uns der Abg. Bamberger das der Individualität des Lehrers überlassen, welche Bücher er wählen Wort in den Mund: Der Staat, das sind wir. Wir sind der will. Deshalb wählen dort die Lehrer aus einer großen, Meinung, daß die Lebensbedingungen Allen in gleichem Maße stets vervollständigten Liste von Lehrbüchern. Man hat ja auch zugewiesen werden sollen. Es geht eine gefunde Agitation durch dort auf eine gewiffe Gleichmäßigkeit gedrängt; aber nur für das Land. Redner legt hierauf unter großer Heiterkeit der die Grammatik ist sie durchgeführt worden. Wenn die SchulLinken seinen Standpunkt in der Währungsfrage dar. Er habe deputation bisher verschiedene Bücher, namentlich Lesebücher, zu zahlreiche Zuschriften aus Ost und West, welche darthun, daß gelaffen hat, so liegt das auch daran, daß das Lesebuch die Handelsverträge nicht so nothwendig feien, als eine Regelung Kinder mit den Gegenständen vertraut machen sollte, für welche der Baluta. Ein Kommissar der Regierung sei nach dem Gifen- es fyftematischen Unterricht nicht giebt. Aus dieser Erwägung wert Wittkowitz gereift, um sich über die Produktionspreise zu ging eine Anzahl verschiedener Lefebücher hervor, die von den informiren. Er bitte die Regierung, mitzutheilen, was der Grundbegriffen der Realien bis zu den Elementen der Gesches Kommissar erfahren habe. Dann werde sich auch herausstellen, tunde mit der Zeit vorgeschritten sind. Die Abfassung der Lehrwarum der Eifenzoll nach Desterreich doppelt so hoch sei, wie bücher auch noch von Amtswegen zu dirigiren, ist eine zu der Zoll aus Desterreich. Er sei auch der Meinung, daß man in neuthung, die Sie der Schulverwaltung nicht machen sollten. der Auswahl der Kommissare bei den Handelsverträgen nicht Stadtv. Vogtherr: Der Antrag soll nicht ausführbar vorsichtig genug sei. sein, weil nur noch 6 Wochen bis Ostern fehlen. Auf alle Einwände war ich gefaßt, nur auf diesen nicht. Es handelt sich doch bei meinem Antrage um die Sache, nicht um den Zeitpunkt. Wir lassen da durchaus mit uns handeln. Wir sind durchaus einver standen, wenn Sie alles, was wir beantragen, nicht blos diesen Antrag, annehmen, wenn es auch erst Ostern übers Jahr ist. Wenn Herr Gerstenberg fragt, wie man den Eltern zumuthen fönne, so große Ausgaben zu machen, so freut mich diese Ausführung einmal deswegen, weil Sie sich hier plößlich des Geld beutels der armen Eltern erinnern, und dann deshalb, weil es auf feinen besseren Beweis für die Berechtigung unserer Forderung auf unentgeltlichkeit der Lehrmittel giebt als diesen. Mit dieser Argumentation hat Herr Gerstenberg in dankenswerther Weise für unseren prinzipiellen Antrag gesprochen. Mit Recht wird mir vorgeworfen, ich hätte erklärt, die Bücher tauchen alle nichts. Gewiß! Aber ich habe damit feineswegs sagen wollen, daß nun von Obrigkeit wegen neue Bücher gemacht werden. Wir sind entgegenfommend genug, Ihnen zu überlassen, aus den Büchern, die alle nichts taugen, wenigstens eine Sorte auszuwählen. Aus einer gemeinschaftlichen Berathung, welche das einschlagende Material prüfen tanut, wird sich zweifellos ein Erfolg ergeben. Stadtschulrath Bertram protestirt dagegen, daß die Gemeindeschulen als die Schulen der armen Leute hingestellt werden, und fragt, welchen Eindruck es wohl auf die Bürgerschaft machen folle, wenn hier erklärt werde, die Schulbücher taugen alle nichts". Staatssekretär v. Malyahu: Unsere Kommissare bei den Bertragsverhandlungen handeln lediglich nach bestimmten von uns gegebenen Instruktionen. Ich muß fie also gegen persönliche Angriffe in Schuh nehmen. Sollte der Abg. von Schalfcha dem in Defterreich thätigen Kommiffar Pflichtwidrigkeit vorwerfen, so hätte er seine Auflagen unter der erforderlichen Begründung dem vorgesetzten Beamten mittheilen follen. Abg. v. Schalfcha fonstatirt, daß er keinem Beamten habe eine Pflichtwidrigkeit vorwerfen wollen. Hierauf wird, um 3/46 Uhr, die weitere Berathung Freitag 1 hr vertagt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Oeffentliche Sigung vom Donnerstag, den 16. Februar, Nachmittags 5 Uhr. V In die Kanalisations Deputation wird Stadtv. Süben, in die Steuer- Deputation Stadtv. Liebermann gewählt. Das Proh- Neusch'sche Grundstück an der Petersburgerstraße soll für den Preis von 260 000 n. erworben werden, um die Straße und den Play N. völlig freizulegen. Nach einer Mittheilung des Magistrats hat das Provinzial Schullollegium die Direktoren der höheren Berliner Lehranstalten ermächtigt, von den öffentlichen Prüfungen zu Ostern d. J. Abstand zu nehmen. Um 6 Uhr erfolgt die Einführung des neugewählten Bürgermeisters Kirschner. Derselbe wird vom Oberbürgermeister Belle und sodann vom Vorsteher Langerhans begrüßt und von ersterem verpflichtet. Bürgermeister Kirschner spricht beiden für die freundliche Begrüßung und der Versammlung für die Wahl seinen Dant aus. = Linie die der Seit 1888 aber sei bekannt, daß die Friedrichstraße nicht hergegeben werde. Es sei nun zu prüfen, ob der vor geschlagene Ausweg gewählt werden müsse, und dazu beantrage er Ausschußberathung. Stadtv. Borgmann: Die Vorlage hätte doch mit dem nächsten Gegenstande, der Verschönerung des Schloßplates, zusammengeschweißt werden sollen( Widerspruch), weil beide in untrennbarem Zusammenhang stehen. Wir sind ja den Pferdebahnen nicht sehr grün, freuen uns aber, daß endlich einmal die Hindernisse, welche der Ueberführung der Pferdebahn über die Linden in den höchsten Regionen entgegenstanden, überwunden sind. Wenn wir indessen der Vorlage zustimmen sollen, darf es nicht mit der Million abgethan fein, welche die PferdebahnGesellschaft zahlen soll, sondern sie muß ganz andere Konzessionen gewähren. Der Zehnpfennig- Tarif muß eingeführt werden, es müssen der Gesellschaft im Punkte der Arbeitszeit und der Ausnugung der Arbeitskraft ihrer Angestellten( Ruf: Zur Sache!) einschränkende Vorschriften gemacht werden. Die Pferdebahnen müssen den Leuten angemessene Ruhepausen gewähren und Zeit zur Einnahme des Mittagbrotes.( Gelächter.) Sie lachen darüber, würden das aber nicht mehr thun, wenn Sie einmal einige Tage als Pferdebahn- Kutscher oder Schaffner Ihr Brot suchen müßten. Sogar der Kommissar für das öffentliche Fuhrwesen. steher Langerhans: Sie gehen doch zu weit vom Thema ab; Bedingungen für die Konzession zu stellen, ist Sache späterer Gr wägungen). Wir haben geglaubt, die Bedingungen aufzählen zu müssen, unter welchen wir für die Vorlage stimmen können. Wir erklären, wenn die Gesellschaft nicht in dieser Beziehung und im Betriebe felbft Verbesserungen einführt, dann werden wir solchen Vorlagen niemals zustimmen. ( VorStadtv. Spinola beantragt ebenfalls Ausschußberathung. Ginen Zusammenhang mit der Schloßplay- Borlage fann er nicht entdecken; die Vorschläge des Magistrats hält er für einen ausgezeichneten Wurf. gliedern. Die Vorlage geht darauf an einen Ausschuß von 15 MitZur Beschlußfassung steht sodann eine Magistratsvorlage, betr. Die Umgestaltung des Schloßplages und eines Theils der Königstraße. Nach der Begründung ist die Vorlage veranlaßt durch ein Schreiben des Ministers der öffentlichen Arbeiten, wonach dieser Bedenken trägt, das eingereichte Projekt zum Umbau der Kurfürstenbrücke zu genehmigen, vielmehr im Berkehrsinteresse eine Imarbeitung wünscht. Der Zugang zur Brücke von der Südseite des Schloßplates her sei, wie täglich beobachtet werden tönne, insofern ein höchst ungünstiger, als die Fluchtlinie der Häuserreihe zwischen der Breitestraße und der Spree den Verkehr von Stadtv. Kalisch: Die Verfügung, daß die Lehrer, nicht und zu der Brücke in unzulässiger und gefahrbringender Weise aus der Schule plaudern" sollen, ist auf fönigliche Verordnung verengt, was seit der Ausstellung des Schloßbrunnens noch zurückzuführen; das tönnte Herr Vogtherr doch wissen, wenn er schärfer hervortrete. Der Minister hält es nicht für wünschenssich besser orientirt hätte. Ein Monopol dürfen wir unter werth, diesen Zustand zu verewigen, sondern ist der Ansicht, daß feiner Bedingung schaffen, schon 11111 die Schaffens die genannte Häuserreihe abgebrochen und dadurch die Einfreudigkeit der Lehrer nicht zu zerstören und 11211 den engung dieses Theils des Plages beseitigt werden sollte. Der Charakter der Kinder nicht zu verderben. Die Frage ist schon Berkehr würde dadurch wesentlich verbessert und dem Schloßplat ein Dugend Mal besprochen worden; wir brauchen keine neue eine seinem monumentalen Charakter entsprechende Form ge Prüfung. Lehnen wir den Antrag einfach ab! geben, zumal nach Beseitigung der Gebäude die Ausgestaltung und Ausschmückung des Giebels des Marstalles nach den noch vorhandenen Schlüter'schen Stizzen erfolgen würde. Ein Schlußantrag wird angenommen. Das Schlußwort erhält Die Stadtov. Borgmann u. Gen. haben folgenden Antrag Stadty. Stadthagen: Es ist vollkommen irrig, daß die Der Magistrat hat, der ministeriellen Anregung entsprechend, Dorgelegt: erwähnte Verfügung auf eine Verordnung der Regierung zurück- zwei Projekte A und B aufgestellt und schließlich dem Projekt B, Die Versammlung ersucht den Magistrat, dafür Sorge zuführen ist. Die Verfügung ist von der Schuldeputation, vom welches die Verbreiterung der Königstraße auf der Südseite zu tragen, daß von Ostern d. J. an in den torrefpon- Stadt- Schulrath Bertram ausgegangen. Unsere Forderung auf voraussetzt, den Vorzug gegeben. Letteres Projekt kann, wie der direnden Klassen sämmtlicher Gemeindeschulen die Aufhebung der Verfügung ist wiederholt abgelehnt worden.( Die Magistrat meint, ohne Beseitigung der Grundstücke Schloßplay gleichen Unterrichtsbücher Verwendung finden. folgenden Ausführungen des Redners bleiben auf der Tribüne 7-16 nicht wohl gedacht werden, er nimmt deren Beseitigung Dieser Antrag soll nach einem Borschlage Gerstenberg's einem bei der herrschenden Unruhe unverständlich.) aber auch aus den vom Minister angeführten, auf die architektoAusschusse von 15 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen Der Antrag auf Ausschußberathung wird abgelehnt, nischen Verhältnisse bezüglichen Motiven in Aussicht. Korreebenso gegen die Stimmen der Antragsteller auch der Antrag spondirend mit dieser Verbreiterung des Schloßplazes soll die Stadtv. Bogtherr: G3 ist seitens derjenigen Kreise, welche selbst. Verbreiterung der Königstraße bis zum Rathhause( Spandauerdas größte Kontingent der Gemeindeschullinder stellen, längst als Bur Berathung steht ferner eine Vorlage des Magistrats, straße) hin durchgeführt werden. Geplant ist, das jenseits der Mißstand empfunden worden, daß die gebräuchlichen Lehrbücher betr. Genehmigung, von Pferdebahnlinien zur Kurfürstenbrücke befindliche, bis zur Poststraße hinreichende Ge nicht in allen Schulen in den korrespondirenden Klassen überein- Berbindung der schon vorhandenen Geleise in der Französischen bäude der alten Post" nicht abzureißen, sondern nur die Vorderftimmen. Die Aussehung einer Summe zur unentgeltlichen Straße mit den Geleisen nördlich der Weidendammer Brücke, räume des Erdgeschosses in einen kolonadenartigen, ver Hergabe eines Theiles der Bücher hat diesen Uebelstand nicht sowie auch mit denen auf dem Monbijou- Platz und dem Hace'schen deckten Bürgersteig zu verwandeln, Don der Post bis verringert. Es werden doppelt, ja dreifach verschiedene An Markt. zur Spandauerstraße aber eine neue Fluchtlinie für die werden. Königstraße herzustellen, durch welche dieselbe eine Verbreiterung dieses auch noch nicht todt ist aber daran gedacht hat, welchen in Kraft, wonach auf Anordnung der oberen Aufsichts. auf 17 bezw. 18 und 18,5 Meter erfährt. Durch diese Ver- Betrag zu der Ausführung des Projektes B das Hausministerium behörde die Beisitzer zum breiterungen wird auch die neue Kurfürstenbrücke eine Verbreite zu zahlen hat. Bei der vor einigen Jahren erfolgten erheblichen Stadtverordneten- Versammlung ernannt werden. Gewerbegericht von der rung um 2 Meter stromaufwärts erhalten. Mit der gleichmäßigen Verbreiterung des Straßendammes stattlichen Beitrag handeln wird.( Heiterkeit.) Und wer wird Erhöhung der Zivilliste glaube ich, daß es sich um einen sehr des engeren Theils der Königstraße auf 10 Meter und der Brücken- für die Schlüter'sche Marstallfaçade die Kosten tragen? Das beiter Berlins zu veranlassen, die ihnen durch das Ortsftatut Es bedarf, glauben wir, nur dieses Hinweises, um die ArErweiterung auf 18 Meter wird endlich, so meint der Magistrat, Projekt B ist überhaupt nicht geeignet, in weitere Erwägung ge- zugemutheten Lasten zu übernehmen und sich der Aufforderung eine neue, ansehnliche, für starken Verkehr geeignete Zufahrtlinie zogen zu werden. Mit seiner Ausführung würden der Bürgerhidht nur vom föniglichen Schloß und dem Schloßplaz nach dem schaft so enorme Stoften auferlegt, daß ich den Muth des Wa- der Wahlvorsteher, bei den Wahlen als Beisitzer zu fungiren, nicht Rathhause eröffnet, es wird vielmehr eine Leben und Verkehr aistrats bewundern muß, uns jetzt mit solcher Vorlage zu tommen. zu entziehen. abtritt. und damit eine Steigerung der Grundstückswerthe dortselbst be- Die Versammlung wird gezwungen sein, diesen hochfliegenden fördernde Arterie in den ganzen Osten der Stadt geführt. Der Plänen des Magistrats Bügel anzulegen. Was die gestellten gericht dürfen nicht umsonst gemacht sein und in Frage gestellt Die mühevollen Vorarbeiten für die Wahlen zum GewerbeMagistrat erachtet dies als eine fommunal- politische Aufgabe, da Anträge anbelangt, so werden wir für den Antrag Barth werden durch den Umstand, daß aus Mangel an Beisitzern es unablässig dafür zu sorgen gilt, daß die natürliche Präponderanz stimmen, weil auch wir der Meinung sind, daß eine Prüfung des Westens sich nicht in dem Maße und schließlich auch dieses Projekts im Ausschuß, wenn nicht schädlich, so doch zum teine rechtsgiltigen Wahlen vorgenommen werden können. zum Nachtheil des Westens so vermehre, daß darunter und Mindesten ganz überflüssig ist. Durch Ueberweisung an den Ausdabei die Hälfte der ganzen Stadt, die eigentliche alte Stadt, schuß würde der Schein erweckt werden, als ob die Versammlung Aufforderung, dafür zu sorgen, daß die Wahlausschüsse in geAus diesem Grunde richten wir an die Arbeiter Berlins die mehr und mehr leidet, der alte Mittelpunkt der Stadt Schloß sich damit für die Sache erklärte. Der Antrag Barth lehnt das und Rathhaus- dies zu sein aufhört, und seine Bedeutung an Brojekt ab, weil teine Möglichkeit der Beurtheilung der Kosten nigender Zahl besetzt werden, damit die Wahl selbst voreine andere historisch und architektonisch bedeutungslose Stelle gegeben ist; er ist mir auch nicht sehr sympathisch; aber ich genommen werden kann und nicht an diesem formellen Mangel ftimme für ihn, weil er gegenüber dem Antrage auf Ausschuß scheitert. guild Ueber die Kosten wird in der Vorlage nur bemerkt, daß berathung der vernünftigere ist. Ich würde sonst für pure Abfie nicht unbedeutend" sein werden, in Aussicht zu nehmen sei lehnung sein und den Magistrat dringend bitten, uns mit Bor: des Gewerbegerichts- so weit Arbeitnehmer in Frage kommen Vor allem muß vermieden werden, daß die Zusammenfegung das Enteignungsverfahren. Die Versammlung wird ersucht, sich lagen zu verschonen, deren Kosten er nicht übersieht. Die Art, grundsätzlich mit der Durchführung des Projekts einverstanden wie uns hier zugemuthet wird, uns mit einem abenteuerlichen- anders als durch die Wahl der Arbeiter stattfindet, und dieser zu erklären und den Magistrat zu weiteren Verhandlungen zu ermächtigen. den erforderlichen Projekt zu befassen( Vorsteher Langerhans bittet solchen Aus- Umstand würde eintreten, wenn eine Wahl wegen Mangel an Ueber den Er- bruck nicht zu gebrauchen), es im Prinzip zu genehmigen und uns Beisitzern für die Wahlausschüsse nicht vorgenommen werden werb der qu. Grundstücke und die Deckung der Kosten vertrösten zu lassen auf die finanziellen Mittheilungen, wenn die würde dann später besonders Beschluß zu fassen sein. grundsätzliche Zustimmung gegeben ist, die möchte ich aus der C Von den Stadtverordneten Wagner und Kyllmann ist Aus- Finanzverwaltung Berlins gänzlich entfernt sehen. Nach der schußberathung beantragt; Stadtverordnete Barth und Ge Stimmung der Versammlung ist allerdings kaum darauf zu bei den Wahlvorstehern der betreffenden BeDeshalb noch einmal, Arbeiter, melbet Euch noffen beantragen: Die Bersammlung lehnt eine prinzipielle rechnen, daß die Versammlung a limine die Borlage abweist, irte zur Uebernahme der Beisigerposten und Stellungnahme zum Projekt Bab, weil jede Möglichkeit der Be- und urtheilung des Rostenpunktes fehlt. fo werde ich für den Antrag Barth stimmen in der Hoffnung, daß eine Majorität sich zusammenfindet, welche ihr sorgt dadurch dafür, daß am 20. Februar bei großes Mißfallen an dieser Vorlage ausdrückt. Sollte aber ein den 23 ahlen zum Gewerbegericht der Wille der Ausschuß beliebt werden, dann empfehle ich, den Ober Ver Berliner Arbeiter Geltung erlangt. waltungsgerichts- Rath Kunze als Sachverständigen von diesem Ausschuß vernehmen zu lassen!( Große Heiterfeit; Widerspruch und Zustimmung.) Stadtv. Wagner will nur den einen Punkt erwähnen, der ihn zur Stellung des Antrages auf Ausschußberathung führte, den Geldpunkt. Die Prüfung der Vorlage in dieser Beziehung sei unmöglich, da sie sich über den Kostenpunkt voll und ganz ausschweige. Das müsse im Ausschuß nachgeholt werden. = wird von der Versammlung mit großer Unruhe aufgenommen. Wiederum ist ein Schlußantrag eingegangen. Der Antrag Die Sozialdemokraten beantragen durch den Stadtv. Bogtherr abermals namentliche Abstimmung. Nach längerer Geschäftsordnungs- Debatte wird diesem Antrage entsprochen. Der Schluß wird mit 57 gegen 49 Stimmen abgelehnt. tönnte. " Zu den Gewerbegerichts- Wahlen. Wir erhalten folgendes Schreiben: Da es mir bis heute unmöglich war, die nöthige Zahl der Beisitzer und Protokollführer resp. 1. Stellvertreter aus der Zahl der Wähler zur Vervollständigung des Wahlausschusses des 38. Bahlbezirks aus dem Stande der Arbeitnehmer zu erhalten, so bitte ich doch gefälligst, eine Notiz in ihrem Blatte aufzunehmen, daß sich Herren bei mir bis spätestens Sonnabend, den 18. d. M., melden. H. Rastaedt, Wahlvorsteher, Bergfir. 5, I." Berichtigung. Das Wahllokal im 81. Bezirk ist nicht, wie irrthümlich im Aufruf angegeben, Auguststraße 37/38, sondern Stadtv. Selle: Der Magistrat spricht in der Begründung auch davon, daß schon früher innerhalb der städtischen Kollegien in der Richtung des zweiten Projekts verhandelt worden sei. Die damaligen Verhandlungen haben aber gar feine Rücksicht auf die Südfeite genommen, das Projekt für die Nordseite wurde festgestellt. Jetzt plötzlich sind seltsamer Weise die Gründe des Ministers für den Stadtv. Bailleu spricht sich sehr sympathisch für die Magistrat die maßgebenden geworden! Die Jdee des Kolonnaden- Borlage aus. Er bemängelt, daß der Stadtv. Singer von der ganges giebt ja auch feine Möglichkeit einer freien Durchlegung Ausschußberathung als einer Berathung hinter verschlossenen Thüren Der Straße; andererseits aber würde in diefer Kolonnade der spricht; die Ausschußverhandlungen seien für alle Mitglieder felige Mühlendamm neu erstehen.( Zustimmung.) Gewiß wird zugänglich. Auch sei der frühere Beschluß nicht fast einstimmig, eine Zufahrt nach dem Often geschaffen: aber um dem Zug nach fondern gegen 29 Stimmen gefaßt worden, und habe die VerWeften entgegenzutreten, dazu bedarf es denn doch stärkerer schönerungsprojekte nicht für immer, sondern nur insoweit sie Auguststraße 67/68. Mittel, als der Verbreiterung einer Straße. Sehr seltsam ist, sich mit dem Namen Kunze verknüpften, ablehnen wollen. daß der Kämmerer heute fehlt. Wenn sonst jemand z. B. auf Wiederum geht ein Schlußantrag ein. Derfelbe wird in Unser Genoffe Redakteur R. Cronheim hat gestern seine Ermäßigung der Miethssteuer drängt, dann ist der Kämmerer namentlicher Abstimmung mit 54 gegen 52 Stimmen a b- dreimonatliche Festungshaft auf der Feftung Glah angetreten, zu anwesend, um sofort zu erklären, daß dafür kein Geld da ist. gelehnt. Hier aber sollen wir einem Projekt zustimmen, das zahlreiche der er wegen eine Majestätsbeleidigung verurtheilt worden ist, Millionen fosten kann! Wir werden aus diesen Gründen gegen Magistrat ein prinzipielles Ginverständniß von uns verlangt, foll. Wir wünschen unseren Genoffen, daß seine Geistesfrische Stadtv. Barth: Es ist bisher nicht dagewesen, daß der die der Vorwärts" unter seiner Verantwortlichkeit verübt haben die Vorlage stimmen. ohne finanzielle Grundlagen zu geben. Der Ausschuß ist nicht und sein guter Humor, die ihm schon über so manche Fährlichdazu ba, mangelhaft fundirte Vorlagen zu ergänzen; er foll gut feit hinweggeholfen haben, ihn auch in dieser seiner unfreifundirte Vorlagen prüfen( Bustimmung). Es ist ungewöhnlich willigen Muße nicht verlassen werden. und unpraktisch, wie hier zu prozediren uns zugemuthet wird. Es geht ein Schlußantrag ein.( Große Unruhe.) Gemeldet find noch 7 Redner. Stadtv. Singer stellt den Antrag auf namentliche Abstimmung über den Schlußantrag. Der legtere wird hierauf zurückgezogen. Stadtv. Kyl Imann begrüßt die Vorlage mit Freuden und erflärt sich ebenfalls für Ausschußberathung. Damit schließt die erste Berathung. In namentlicher Abstimmung wird mit 71 gegen 28 Stimmen beschlossen, die Borlage einem Ausschusse von 15 Personen zu überweisen. Als Nachtrag zur Tagesordnung liegt folgender schleunige Antrag der Stadtv. Borgmann u. Gen. vor: gewählt wird. " " Hanssuchung. Nach„ Die Erlebnisse eines Zuchthäuslers" straße 40, Henschel, Swinemünderstr. 22, und dem Schlosser Bingau, Bionstirchstr. 7, statt. Heute wurden die Haussuchungen fortgesetzt, u. a. auch beim Schankwirth Wizel, Elisabethkirchstr. 18. Stadtv. Nam slau: Der Vorredner verlangt eine genaue Rostenrechnung vom Magiftrat, bezeichnet aber uicht genau, was er denn eigentlich berechnet haben will. Der Magistrat tann auch nur eine Tage machen, die er gewiß bereits gemacht hat, Vertraulich könnte der Ausschuß die Sache doch nicht be- Die Versammlung für die Militärvorlage, welche am aber wohlweislich im Interesse der Stadt nicht preisgiebt handeln. Nachdem der Magistrat seinen Beschluß einstimmig Mittwoch Abend in der Viktoriabrauerei in der Lützowstraße ( Unruhe), sondern dem Ausschusse vorbehält. Gewiß werden zu gefaßt hat, wissen doch die Eigenthümer der in Betracht kommen- ftattfand, zeigte, daß es in Berlin nicht an Profefforen, Kommerden Kosten noch anderweite Zuschüsse gesucht werden müssen; den event. zu expropiirenden Häuser längst, wie der Hase läuft. stenräthen, Hoflieferanten, Beamten und Offizieren a. D. fehlt, auch in der Presse hat man auf Krone und Fiskus hingewiesen. Ich kann mich also auf eine Vorlage wie diese nicht einlassen, bie, wenn es ihnen teine besonderen Kosten macht, gerne ein Ein Recht dazu haben wir nicht; auf dem Wege der Verhand- weil ich mich nicht mit einem Finger binden will, ehe ich bezüg- Beugniß ihrer Gutgesinntheit ablegen. Landes- Dekonomierath Iung wird es aber wohl gelingen, noch etwas Bufschuß zu erlich des Geldpunktes völlig flar sebe. bezüg- Stobbe präfibirte der Versammlung, als Beisiger fungirten Stadtlangen. Die große Entwickelung Berlins rührt doch von dem Stadtv. Scheiding bedauert die Haltung Singer's, der baurath Hobrecht, Berlagsbuchhändler Luckhardt, Generalsekretär Wiedererstehen des Reiches her; Verkehrshindernisse zu beseitigen fein Intereffe für die Arbeiter mit einer puren Ablehnung ganz Bued, Professor Adolf Wagner und als Schriftführer Postist unsere Pflicht. In der Presse hat sich Widerspruch gegen den gewiß nicht bekunde.( Seiterkeit.) Giner so wichtigen Frage sekretär Rachvoll. Professor Dr. Hans Delbrück hielt feine Plan nicht erhoben. müsse Jeder im Saale seine geistige Thätigkeit widmen. Der bekannte Rede. Der Patriotismus" fordere, die Militärvorlage Antrag Barth würde die Sache auf zwei Jahre vertagen, und zu bewilligen. Lächerlich seien die Klagen über die Steuerlast. nachher würde die Ausführung des Projekts lediglich um einige So lange in Deutschland noch so viel Geld für Bier und BranitMillionen theurer sein. wein ausgegeben werde, können die Bier- und BranntweinKonsumenten auch den Militäraufwand tragen. Der GeneralLieutenant 3. D. von Boguslawski warf mit den Soldaten millionenweise umher. Wir hätten nur 3 600 000 Mann, die Stadiv. Singer: Ich bin nicht in der Lage, dieses GeFranzosen über 4 Millionen; wir müssen also, um überlegen zu fühl der Freude zu theilen. Als der Oberbürgermeister sich vor fein, unfere 4/2 Millionen stellen können. Als ob wir mit 4 einiger Zeit hier beklagte, daß die Arbeiten der städtischen Verwaltung hauptsächlich in der Nähe, hier in Berlin am schärfsten Den Magistrat zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, oder 5 Millionen Mann wehrkräftiger wären; ehe die 3. Million fritifirt würden, war ich nicht der Meinung, daß sich sobald die daß bei den am 20. Februar stattfindenden Gewerbe voll ausgehoben ist, wären Deutschland und Frankreich gleich gerichts- Wahlen im 11. und 12. Wahlbezirke nicht bankrott. Die tolle Jdee eines Krieges mit den 4 oder Veranlassung zu einer scharfen und bitteren Kritik hier erneuern nur in der Turnhalle, sondern auch in der Aula der Schule 5 Millionen Mann eines Staates tann nur in den würde. Mag sein, daß die Schatten dieser Vorlage schon in Köpfen von Hunnen und Mongolen, oder in denen die damalige Rede des Herrn Belle gefallen sind und er Der Antrag wird als dringlich erklärt und vom Stadtv. ausschließlicher Militärs und Profefforen ausgeheckt werden. daher scharfe Kritit vorausgesetzt hat. Mehr wie je bin ich in Bubeil begründet. Im 11. Bezirk seien 3700, im 12. Bezirt Die Agrarier und und kapitalistischen Prozen stimmen wohl ber Lage, beni Bedauern Ausdruck zu geben, daß eine solche 2860 Wähler. Bei 9 Stunden Wahlzeit lassen sich höchstens der Militärvorlage zu; einmal tragen sie nicht die Kosten Vorlage an uns gekommen ist. Bor kaum Jahresfrist hat die 120 Wähler in der Stunde abfertigen, wenn jeder nur eine halbe und anderntheils suchen sie ihren Profit dabei. Versammlung fast mit Einstimmigkeit die Pläne, welche eine Minute in Anspruch nimmt. 8-400 Wähler in der Stunde ab Die Versammlung war von 800 Personen besucht, also von Verbreiterung des Schloßplates betreffen, abgewiesen und der aufertigen ist ein Unding Wenn die Wähler, die bis 9 Uhr er einem halben Prozent der Reichstagswähler; viel höher dürfte so gerühmten Einmüthigkeit der städtischen Behörden wäre besser fcheinen, berechtigt find, ihr Wahlrecht auszuüben, so werden fie fich die Zahl der sämmtlichen Bertheidiger der Militärvorlage in gedient gewesen, wenn man nicht nach so kurzer Zeit mit dieser zum Theil bis 11 und 12 Uhr festgehalten werden. Der Stadt- Berlin auch nicht belaufen. Vorlage gekommen wäre. Sie ist aber da, wir müssen uns mit rath Hübner habe erklärt, es verstieße das Verlangen des Anihr beschäftigen, und der Magistrat mag es uns nicht übel trages gegen das Gesez, welches die rechtzeitige Bekanntmachung fand gestern eine ergebnißlofe Haussuchung bei Gishoit, Boyennehmen, wenn wir jetzt ihr die einzig mögliche Antwort entgegen- des Wahlortes vorschreibe. Wahlortes vorschreibe. Der Antrag umgehe diese fetzen, ein einfaches Nein! Die Vorlage wird begründet mit der Schwierigkeit. Nothwendigkeit der Verbreiterung der Königstraße aus Verkehrs- Stadtrath Hübner bestreitet dies. G3 handle sich immer rücksichten. Aber ist nicht die Kaiser- Wilhelmstraße, der Mühlen- um 2 Lokale ftatt des einen, welches nach dem von der Verdamm verbreitert worden, um den Verkehr in der Königstraße fammlung selbst genehmigten Ortsstatut nur zulässig sei. zu entlasten? Was dann das Projekt A betrifft, so halte ich Stadtv. Bog therr schlägt als Ausweg vor, im Wahlauch dieses in der gegenwärtigen Beit für durchaus nicht noth- lokal eine doppelte Anzahl von Wahltischen aufzustellen. wendig. Ich habe in der Vorlage die erfreuliche Mittheilung Nach weiterer Debatte, an der sich die Stadtvo. Fr engel, gelesen, daß der Magistrat einstimmig feinen Beschluß ge- Stadthagen und Zubeil betheiligen, wird die Versamm faßt hat. Diese Mittheilung ist ein Novum; früher wurde uns lung beschlußunfähig und die Sigung muß abgebrochen werden, über das Stimmverhältniß keine Mittheilung gemacht, und auch sodaß es zu einer Beschlußfassung über den Antrag der Sozial diesmal scheint sie mehr eine Deckung für den Magistrat dar- demokraten nicht mehr tommt. zustellen. Ich habe da auch an den Kämmerer denken müssen: Hat Schluß/ 49 Uhr. denn dem sein Kämmereigewissen nicht geschlagen, als er zustimmte zu einem Sprung ins Dunkle, den die Versammlung machen soll, zu einem Projekt, welches eine sehr gefüllte Hand voll Millionen erfordert, ohne daß der Magistrat für nöthig hält, sich auch nur mit einem Worte über die finanzielle Tragweite auszusprechen? Wenn der Magistrat sagt, er würde an geeigneter Stelle die Mittheilungen machen, so weiß ich nicht, ob es eine geeignetere Stelle giebt, als das Plenum der Versammlung. Ich hoffe nicht, Achtung! Von zuständiger Seite erfahren wir, daß sich für daß er mit Herrn Namslau gewillt ist, solche Sachen hinter ver- die Bildung der Wahlausschüsse bei den Wahlen zum Gewerbeschlossenen Thüren abzumachen. Wir haben gar feine Scheu, gericht insofern Schwierigkeiten ergeben, als sich vielfach Arbeiter folche Dinge, die den Stadtsäckel angehen, hier vor der gesammten Bürgerschaft zu verhandeln. Die Art, die Sache erst einem kleinen weigern, das Amt eines Beisitzers zu übernehmen, weil ihnen gewählten Kreise schmackhaft zu machen, ist nicht die richtige. dadurch der Arbeitsverdienst für einen halben Tag entgeht. Herr Namslau hat in der Presse tein Wort des Widerspruches So richtig es nun auch wäre, den Beisigern eine Entschädigefunden. Ja es kommt darauf an, welche Presse er lieft.( Große dung für entgangenen Arbeitsverdienst zu gewähren, so wird es Heiterkeit.) Die Kreuz- Zeitung" befürwortet die Vorlage. Die Bresse aber, welche die Bürgerschaft vertritt, enthält diese Bu- für die am 20. d. M. stattfindende Wahl kaum möglich sein, den stimmung nicht. In einer Zeit, wo das nächste Jahr uns Mitgliedern des Wahlausschusses Diäten zu zahlen, weil das 21/2 Millionen auferlegt für das Polizeifosten- Gefeß, in einer Ortsstatut teine diesbezügliche Bestimmung enthält. Zeit, wo an die Stadt durch Einverleibung der Vororte sehr beFür die formelle Giltigkeit der Wahl ist es jedoch unbedingt deutende Ansprüche gemacht werden, in einer Zeit stärkster erforderlich, daß der Wahlausschuß richtig, und zwar zur Hälfte wirthschaftlicher Depression auf allen Gebieten, in einer Zeit des Nothstandes fann man nicht solche Millionen aus Arbeitnehmern und zur Hälfte aus Arbeitgebern zusammen projekte in Aussicht nehmen. Die Verkehrsverhältnisse jener gefeht ist. Eine unvollkommene oder gar nicht erfolgte Befehung Stadtgegend find nicht derartig, daß man heute auch nur das des Wahlausschusses hat ohne Weiteres die Ungiltigkeitserklärung Projekt A zur Ausführung bringen follte. Viel stärker find natürlich die Bedenken gegen das Projett B, welches die halbe ber Wahl zur Folge. Lokales. boch unbeb Seite des Schloßplages abreißen will. Ich frage den Magistrat, Wenn auf diese Weise rechtsgiltige Wahlen nicht ob er bei der Borlage nicht an das Terrassenprojekt, obwohl zu stande kommen, so tritt eine Bestimmung des Gefeßes Bergehungen ihrer Arbeiter gegen die Fabrifordnung in einer Strafgelder fehen manche Arbeitgeber für die leichtesten Höhe feft, die weit über die Grenze des Zulässigen hinausgeht. So wird in der Liste derjenigen, die im Monat Januar 1893 der städtischen Haupt- Stiftungstaffe Vermächtnisse und Ge schenke" überwiesen haben, auch Herr G. Bolle, Alt- Moabit Nr. 99-103, aufgeführt mit dem Bermert: Ueberwiesenes Strafs geld einer Portierfrau 10 M." Wohlgemerkt, es heißt nicht etwa, wie bei einem anderen, in derselben Liste aufgeführten Arbeitgeber: überwiesene Strafgelder", sondern nur: überwiesenes Strafgelo". Es handelt sich also um einen einzigen Fall. Was fann die Portierfrau des Herrn Bolle so Schweres verbrochen haben, daß ihr mit einem einzigen Schlage 10 M. abgenommen werden dürfen? Und warum fließt dieses Strafgeld nicht wenigstens in eine Kaffe, deren Einkünfte wieder dem Personal zu gute kommen? Kann es für Herrn Bolle etwas übermäßig dern von Vermächtnissen und Geschenken" aufgezählt zu werden? Berlockendes haben, aus solcher Veranlassung unter den Spen und endlich: Ist ihm diese Ehre schon einmal aus einer für ihn weniger billigen Veranlassung zu Theil geworden? mittag um zehn Uhr der 48 Jahre alte Monteur Rudolf Teltow, Durch einen Sturz von der Leiter ist gestern VorBelle- Alliancestr. 79 wohnhaft, vor dem Hause Alexander- Ufer 7, sehr schwer verlegt worden. Er war daselbst bei dem Legen von Gasröhren beschäftigt, fiel aus einer noch nicht bekannten Veranlassung von einer Leiter und trug außer einem Bruch des rechten Armes schwere innere Verlegungen davon, sodaß seine Ueberführung nach der Charitee erfolgen mußte. vom gestrigen Tage: Einen unfreiwilligen Fang machte am Mitt Soldaten- Selbstmord. Aus Rathenow meldet man uns woch Vormittag der Fischereibesitzer Beyer in der Havel bei den hinteren Archen. Mit dem ziemlich tief gehenden Fangnes för berte derselbe die Leiche eines Husaren zu Tage, der mit vollDie Leiche wurde als mit dem seit dem 5. d. Mts. verschwundenen ständiger Uniform bekleidet war, außerdem noch Handschuhe trug. und vom Regimentskommando gesuchten Husaren Schrebler von ber 5. Eskadron der Ziethen- Husaren identisch befunden. Was p den jungen Soldaten in den Tod getrieben, ist noch nicht ermittelt; ein Unglücksfall erscheint ziemlich ausgeschlossen. Die Eheschließungen vertheilen sich sehr ungleich auf die einzelnen Wochentage. In den vier Wochen vom 1.- 28. Januar 1893 3. B. find nach einer Veröffentlichung des Statistischen Amts der Stadt Berlin hier an den 4 Montagen zusammen 138, den 4 Dienstagen 107, den 4 Mittwochen 109, den 4 Donnerstagen 90, den 4 Feiertagen 49, den 4 Sonnabenden 348 und an einem Sonntag 1 Che geschlossen worden. Der Unterschied zwischen Freitag und Sonnabend ist Jahr aus Jahr ein derselbe. Ohne Zweifel ist dort der Aberglaube und hier die Rücksicht auf den freien Sonntag als Ursache anzusehen. Versammlungen. Arbeiter- Bildungsfdule. Freitag, Abends von 8-10% uh r: Südoberes); Rechnen. Süd- Ostschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in doppelte Buchführung und Mathematit und mathematische Geographie. Oft- Schule, Martusstraße Nr. 31: Unterricht in Geschichte( neue). Nord- Schule, Müllerstraße Nr. 179a: Unterricht in Physiologie, Rechnen. In allen unterrichtsfächern, Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8 Uhr, bei Grube, Mariendorferfir. 10. Westen, bei H. Werner, Bülowstr. 59. Beteranenitr. 22. – Lese- und Distutirtlub Otto Reimer, Abends 8 Uhr Wilhelmshavenerstr. 23 bei Kuba. - Holzarbeiter". Abends 8% Uhr im Lofale des Herrn Peterson, -Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen glöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. 1 Buch= Hälfte von Madagaskar; die Ernte ist zerstört, zahlreiche Dörfer sind verwüstet. Drei große Schiffe und zahlreiche Barken sind untergegangen. Briefkaffen der Redaktion. August Diener, Frankfurt a. M. Einverstanden! Otto Stichhalm. Wir wissen von keiner Beleidigung. Wegen der Adresse müssen Sie sich an die betreffende Organisation wenden. Der Vorwärts" nennt die Absender der ihm zugesandten Manuskripte nicht unbefugt. " " Einer für viele. Ihre Einsendung ist zur Aufnahme im Vorwärts" ungeeignet. C. H., Schulzendorferstraße. Einen Dissidenten- Friedhof in Berlin giebt es: es ist der Begräbnißplat der hiesigen freireligiösen Gemeinde an der Pappel- Allee. Senden Sie uns die Annonce selbst ein. Scheibenberg i. S. Ihr Schreiben ist unverständlich. B. K. L. A. Wulf in Uelzen, Rosenstr. 62. 2. S. 8,1a ist eine Ihr Wehrverhältniß kennzeichnende Bezeichnung seitens der Militärbehörde. im Bereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Polizeibericht. Am 15. d. Mts. Vormittags versuchte auf ich er Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey.- Nord, BergFreitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser= dem Winterfeldtplate eine Schneiderin sich mittels Revolvers z31 ftraße 68, bei Keller. Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. erschießen, indem sie mehrere Schüsse auf sich abgab, von denen um mei' scher Gesangverein, Langestraße 65, bei Tempel. einer fie am Kopfe verlegte. Sie wurde nach dem Elisabeth- binder- Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. mai Krankenhause gebracht. Vor dem Hause Reichenbergerstr. 144 Gendelstraße 30. Gemüthlichkeit Buyer, Fris, Naunynstraße 86, bet Bubeil. Palme, entstand Abends eine Schlägerei, bei der ein Arbeiter einen in Belten, bei Schröder. Blaue Schleife, in Pantow, Mühlenstr. 24, Rippenbruch erlitt, so daß seine Ueberführung nach dem Kranken- ahrheit, An der Zwölf- Apostelkirche 7b, bei Framte. bei Stöhr. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Karthaus= hause Bethanien erforderlich wurde. Im Laufe des Tages fcher Gefangverein, Lichtenbergerstraße 21, bet Heiſe. Gesang fanden vier kleine Brände statt. verein Eintracht zu Alt- und Neu- Glienicke, bet 5. Stabelhof, Rudowerstraße. Gefangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74. Arbeiter- Gesangverein Freies Lied 1, Friedrichs: W. W. Zur Uebernahme des Ehrenamtes eines Protokollberg, Friedrich- Karlstraße 11 bei Heinecke. Gesangverein Berliner führers bei den Gewerbegerichts- Wahlen ist jeder Bürger verTypographia, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. GesangvereinNordwacht, Müllerstr. 7, bei Reichert. Gesangverein Sch margen pflichtet. Sind Sie behindert, so theilen Sie dies rechtzeitig dorf in Schmargendorf, Wirthshaus. Butunft i, Stegliz, Ahornstraße ,, dem Wahlvorsteher mit, damit für Ersatz gesorgt werden kann. Offenbacher Sängertranz, Restaurant Prog. Annenstr. 9. Fey, Eupen. Der Wahre Jakob" erscheint im Verlage Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowiacs. Gefangverein Freiheit Moabit, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit von J. H. W. Diez, Stuttgart; der Südd. Postillon" bei Ed. nr. 47/49. Vereinte Sangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 Schmidt, München. bei Lange." Sängerverein Sorgenfrei Melchiorstr. 15 bei Stehmann. . 2. 99. Gewiß, jeder freistehende Schornstein schwank Gesangverein„ Rosalia" Blumenstr. 45 bei Went. ,, Nord- West: Stern", Leffingfir, 2 bei J. Griethe. Junge Eiche", Reinickendorf, bei 2. Hartmann. ,, Gersten Mehre", Alte Jakobstr. 83 bei Wienecke. W. 2. Es heißt: Ich laß es Dich wissen. ,, Vineta", Swinemünderftr. 122 bei Gnadt. Frete Liedertafel, im lerandergarten, Aleranderstr. 30. Ginig, Lebuferstr. 5 bei Nemiz. geselligen Arbeitervereine Amgegend. Theater. Im Thomas Theater fand am Mittwoch Abend die erste Aufführung der vierattigen Poffe von Johann Nestroy:„ Einen Jur will er sich machen" durch das Gesammt Gastspiel des Wiener Ensemble unter Leitung des Direktors Herrn Franz Joseph Grafelli statt. = 4 Das belustigende Stück, welches schon vor länger als einem Menschenalter ein beliebtes Repertoirstück war, fand auch gestern, wo es uns im Thomas Theater wieder und zwar im Wiener Dialekt vorgeführt wurde, den vollen Beifall des fehr zahlreich erschienenen Publikums, welch letzteres durch die vielen im Stück vorkommenden komischen Episoden gar nicht aus dem Lachen herauskam. Sämmtliche Darsteller bewiesen durch die vortreffliche Durch führung ihrer Rollen, daß das Wiener Ensemble aus vorzüglich gefchulten Kräften zusammengesett ist. Soziale Lteberlicht: An die Maurer Berlins und Umgegend! Kollegen, Genossen! Der rauhe und gestrenge Winter, der so manchen unserer bravsten Kollegen durch nicht nur wochen, sondern monatelange Arbeitslosigkeit zum Hungern und Darben mit fammt seiner lieben Familie verdammit hat, scheint seinen Rückzug antreten zu wollen. Damit wird die Baubuden- Frage wieder zu einer brennenden Angelegenheit in unserem Gewerbe. Wenn es auch wahr ist, daß die Auswüchse der kapitalistischen Produktionsweise nothwendige Begleiterscheinungen derselben sind, wenn es auch wahr ist, daß selbst die einzelnen Unternehmer den Gesezen Der Fortentwickelung unterworfen, und hierdurch Zu ihren Handlungen be stimmt werden, so haben wir doch mindestens ein Recht auf an= ständige Behandlung, und auf Errichtung solcher Baubuden, welche den nöthigen Schutz gegen Wind und Wetter gewähren. Nur die Frechheit kann es wagen, die Behauptung aufzustellen, daß durch Errichtung solcher sicheren Schutz bietenden Baubuden die Wohnungen erheblich vertheuert werden würden. " im Gambrinus. Alle Buſchriften find zu ſenden an N. Sente1, Bergmannſtr. 21, 501 3 Tr. Freitag: Bergnüg ungsverein Grüne Tanne, Martusstr. 8.- Tambour Verein Boruffia, Königsbergerstr. 24. Tambour- Verein Ruf. Insel straße 1.- Tambourverein Wir be! Gartenstr. 62. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang: verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. wedding, Abends 8% Uhr, bet Schäfer, eue Hochitr. 49. aldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, tartgrafeuftr. 87. Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Burrouferstr. 85. Mufit- Dilettantenverein" Tonita", Abends 8½ Uhr bei Schenk, Krautnr. 9, Uebungsstunde. Musikverein Frischauf, Restaurant Schröder, Reichenbergerstr. 21. Quartettverein Männerchor Brivat Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums Panffir. 9-10.- Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Vergnügungsverein Esperance, Abends 93 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9 Uhr, bei Brauns, Oranienftr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Alte Jakobftr. 128( Logenhaus). Unterhaltungstlub Schiller, Abends 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfeftraße 3. Regelflub Sintered, Abends 8% Uhr im Klubhaus Süd- Ost. Lepidopt. Vereinigung Orion, Abends 9 Uhr Sigung Schüßenstr. 29. Mujitverein offnung", Abends von 9-11 1hr Uebungsstunde Proskauerstr. 35-37 bei Schneider.- Stat tlub, Kairo" Abends 8 Uhr bei Flic, Simeonftr. 28. 8% uhr, bet Ghrenberg, Annenstr. 16, Nebungsstunde. Tanzlehrerverein Solidaritat". Freitag, den 17. Februar, Abends English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Dermischtes. im Winde. " 1 " E. 3. 11. Leider nein! Das Gedicht ist verboten. Gustav Bock. Wir bitten Sie um Ihren Besuch. $ Witten Pielhof. Mit Leuten, die an irgend einer Mistgrube sich beschäftigen, oder mit deren Produkt sich näher zu befassen, heißt, die betreffenden Genossen beleidigen: Das würden wir an Ihrer Stelle solchen fruchtlosen Versuchen, den guten Ruf hochbewährte Genossen meuchelmörderisch erdrosseln zu wollen, antivorten wenn wir überhaupt antworten würden. S. W. 19. Die Bewilligung des Armenrechts in der Berufungsinstanz schließt die Beiordnung eines Anwalts in Zivilfachen in sich; in Strafsachen ist ein besonderer Antrag und ein besonderer Gerichtsbeschluß nöthig. 3631. Wenn Sie nach weisen können, daß der Barbier an Ihrer Flechte schuld ist, so haftet er für den dadurch erwachsenen Schaden. 3. G. 3. Fettflecke können aus Schreibpapier wie folgt entfernt werden. Man legt das beschmutzte Papier auf einen Bogen Löschpapier, tupft Benzin auf den Fleck, legt darauf wieder einen Bogen Löschpapier und legt auf diesen ein heißes Plätteisen. Zur Beachtung! Am Sonnabend Mittag sind von einem Besucher unserer Redaktion zwei Aftenstücke aus Versehen mitgenommen worden; wir ersuchen um baldige Rückgabe. Amerika- Moabit. Die Steuern müssen nach wie vor bezahlt werden. Sie thun gut, der Polizei zu melden, daß Sie fich vorübergehend nach Amerika begeben. Den Vorwärts" fönnen Sie, wenn Sie Ihre dortige Wohnung angeben, von der hiesigen Expedition sich zusenden lassen. Kennen Sie die Wohnung noch nicht, thun Sie besser, ihn dort zu bestellen. Mauteuffelstraße A. S. Wegen Zeugnißverweigerung fann man bis 6 Monate lang in Haft genommen werden. Einen gut gerathenen Sohn besitzt der in der Auguften- H. Kl. Es ist gut, wenn Ihr Schwiegersohn vor der Verstraße in Gohlis- Leipzig wohnende Fabrikbesizer Friedrich. heirathung auf Gericht( Neue Friedrichstr. 13) zu Protokoll erWie die Herren Vertreter des Unternehmerthums im Rothen Er machte auf seinen Vater einen Mordversuch. Der Herr Sohn, flärt, daß die betreffenden Sachen Ihrer Frau gehören und daß Hause über diese durch unsere Vertreter gestellte Forderung Reserve- Offizier, der in der chemischen Fabrit des Vaters be- er auf das Verwaltungs- und Nießbrauchsrecht verzichte. denken, das haben sie laut Bericht der Nr. 35 des Vorwärts" schäftigt war, fam mit dem ihm monatlich gewährten Taschen- A. J., Aachen. Nach§ 70 des Militär Strafgesetzbuches vom 10. Februar zur genüge bewiesen. Der Kern des An- gelo von 200 m. nicht aus, wie er auch sein Einjährigenjahr, das ist die Fahnenflucht mit Gefängniß von mindestens 6 Monaten trages, sanitäre Baubuden zu errichten, bezwecke nur, daß die er in Wiesbaden abdiente, gut genoffen hat, denn er verbrauchte bis zu 2 Jahren, im ersten Rückfall mit einem bis 5 Jahren, im Arbeiter bequem ihr Mittagsschläfchen halten können." Diesen dafür nicht weniger als 170 000 M. Wie gewöhnlich, kam der wiederholten Rückfalle mit Zuchthaus von 5 bis zu 10 Jahren und ähnliche faule Wize gaben die Vertreter des Geldsacks zum Sohn seines Vaters" auch Sonntag und Montag Abend" erst bestraft. Der Versuch ist strasbar. Auch muß auf Degradation Besten. gegen 3 Uhr nach Hause und wurde vom Vater, einem Millionär, zur II. Klasse erkannt werden. Das gegen Sie vollstreckte Urtheil gerade nicht sanft empfangen. Darüber ergrimmt, nahm er die war daher das mildeste zulässige. Fahnenflucht liegt nach Theorie Gelegenheit wahr, seinem Vater Vorwürfe über das zu geringe und Praxis vor, selbst wenn der Betreffende noch nicht den Taschengeld" zu machen, und als er entschiedener Ablehnung blauen Rock angezogen oder den Fahneneid" geleistet hatte. einer Erhöhung begegnete, zog er den Revolver. Jufolge einer Bum Thatbestand der Fahnenflucht gehört, daß jemand in der rascher Wendung des Vaters ging der Schuß in das Bein, der Absicht, sich einer gesetzlichen oder von ihm übernommenen Herr Sohn aber wurde auf Antrag des Vaters noch in der Verpflichtung zum Dienste dauernd zu entziehen, sich der unerNacht verhaftet. laubten Entfernung im Sinne der§§ 64, 65, 68 des MilitärStrafgesetzbuchs schuldig machte. Das Weitere lesen Sie wohl eventuell dort selbst nach. Von Ihrer Aushebung ab fielen Sie unter die vorstehend angeführten Bestimmungen. 2 3. Ihr Brief an Bebel wurde seinerzeit besorgt. Nun, Maurer Berlins und Umgegend! Wie Ihr über ein solches Verfahren dieser Herren freisinnigen Stadtväter denkt, Darüber sollt Ihr in der am nächsten Sonntag, den 19. Februar, in Joels Salon, Andreasstr. 21, stattfindenden öffentlichen MaurerVersammlung, in welcher ein sozialdemokratischer Stadtverordneter Bericht erstatten wird, die wohlverdiente Antwort geben. In der Erwartung, daß alle alten und jungen Kampfgenoffen Mann für Mann in der erwähnten bedeutungsvollen VersammTung erscheinen, zeichnet mit solidarischem Gruß F. Wilke, Urbanstr. 124, Vertrauensmann der Maurer Berlins. Ein Wirbelsturm vernichtete einen großen Theil der japanischen Fischerflotte. Im chinesischen Meere find über 100 Fahrzeuge untergegangen. Einige 500 Fischer sind umgekommen. Schwere Stürme verwüsteten die ganze südliche Achtung, Putzer!( Maurer.) Sonntag, den 19. d. M., Vorm. 10% Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11: Gr. öffentliche Versammlung. D Tages Ordnung: 1. Wie werden sich unsere Arbeitsverhältnisse in diesem Jahre gestalten? 2. Gewerbegerichts- Wahlen. 3. Bericht in einer Prozeßfache. 4. Anträge des Vertrauensmannes und Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um zahlreichen Besuch. Der Vertrauensmann. 244/ 10* Maurer Berlins! Sonnabend, den 11. März, in der Brauerei Friedrichshain( früher Lips): Grosser Wiener Maskenball. Arrangirt vom Verein zur Wahr. der Interessen d. Maurer Berlius u. Umg. Anfang 8 Uhr. E Billets à 50 Pf. sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben: C. Pfeil, Arndtstr. 11, 2 Tr.; Hermaun Jaensch, Barnimstr. 20, 4 Tr.; Hermann Legelow, Kreuzbergstr. 77, H. i. R.; F. Pinkowsky, Bülowstr. 53; H. Zöllner, Noftis ftr. 32; Albert Siedow, Swinemünderstr. 49; Albert Schlösser, Rheinsbergerstr. 22; Sarmann, Laufiberstr. 21; W. Schwalofsky, Stürassierstraße 10a; Ch. Pahnke, Belforterstr. 18; A. Brandes, Rönigsbergerstr. 34; A. Matull, Münchebergerstr. 27; H. Hutt, Grüner Weg 35; F. Grontzki, Roppenstr. 66; Otto Mecke, Elbingerstr. 17; H. Schwabe, Grünauerstr. 6; H. Kiekbach, Johanniterstr. 11. 380/11 Fachy. der Marmor- u. Granitarbeiter. Sonntag, den 19. Februar, Vorm. 10% Uhr: Mitglieder- Versammlung in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobstr. 48a. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. ( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) Um zahlreiches Erscheinen ersucht 260/6 Achtung! Moabit! Große öffentliche Volksversammlung am Montag, den 20. Februar, Abends 8½ Uhr, in der Kronenbrauerei, Alt- Moabit 4749. Tages Ordnung: = Sophastoff Reste in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Proben franko! Mocquets pottbillig! 3557L Emil Lefèvre, Oranienstraße Berlin S., 158. Homöopathische Klinik, Brunnen1. Warum haben wir fein freies Wahlrecht? Referent: Reichstags- str. 40. Spr. 11-12, 4-5. Sommt. 9-10. Abgeordneter A. Stadthagen. 2. Distussion. 3. Verkündigung des Wahlresultats der Gewerbegerichtswahl. Schöneberg. 1368b Jede Uhr 2 Der Einberufer. zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie foftet bei mir 1,50 Mk. Achtung! Metallarbeiter! Den Kollegen zur Nachricht, daß die Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Statutenberathung des zu gründenden Uhren, Gold- u. Silberwaaren der Metallarbeiter Freie Vereinigung der Bau- Gesangvereins und gewerbl. Hilfsarbeiter Abends 8 Uhr, bei Albert Poppe, " Often am Sonnabend, den 18. Febr., C. Wunsch, Maunynr. 38, Schönebergs u. Umgegend. Stralauer Platz 10/11, stattfindet. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 19. Februar, in Jakob's Salon, Grunewaldstr. 110. 121/5 Der Vorstand. Verband der Sattler u. Tapezirer. Sonnabend, den 18. Februar, Abends 9 Uhr, bei; Wienecke, Alte Jakobstr. 83: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlesung des Koll. Matschulat aus dem Freidenfer- Almanach. 2. Dis fussion. 3. Verschiedenes. 261/10 Der Vorstand. 1374b Der Beauftragte. Achtung, Genoffen und Kollegen v. m Wedding und Moabit! Da ich nicht gewillt bin, andere Zeitungen als wie Arbeiterblätter und Broschüren zu verbreiten, einpfehle ich mich zur pünktlichen Lieferung des" Borwärts", sowie von Broschüren. Achtungsvoll Carl Weiße, Zeitungsspediteur, 1363b Tegelerstr. 27, v. 8 Tr. a. d. Dranienplay Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabake. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pig. 3561 L H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Unter dem Miethspreis! Frdl. Wohn.. 2 Stuben, Küche, Keller, wegen Ilmzugs nach außerh. für 100 Thlr. zu verin. Hildebrandt, Bethanien Ufer 8, H. p. = 50 kleine Wohnungen zu verm., billiger und besser wie in Berlin, bei Arthur Ziemer, Charlottenburg, Goetheftr. 67a, 10 Minuten vom 3oologischer Garten- Bahnhof. Auch drei Wohnungen Cuvrystr. 25. 3568L 1000 Regenmäntel à 3,50 M., 500 Backfisch Jaquets à 2,50 M. im Damenmäntel- Bazar S. E. Leyser& Co., 56/2 Leipzigerstr. 91, 1 Tr. Uhrenreparaturen führt gut und Ges. a. Lagerjaqu. verl. 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Auf der Tagesordnung steht zunächst die Petition des Direktoriums des landwirthschaftlichen Zentralvereins der Provinz Sachsen betreffend den zwischen Deutschland und Rußland abzuschließenden Handelsvertrag. Die Petitionskommission, Berichterstatter Abg. v. Bredow, beantragt, die Petition der Staatsregierung als Material zu überweisen. Am 9. Februar, als die Petition zum ersten Male auf der Tagesordnung ftand, beantragte Abg. Rickert, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Dieser Antrag liegt auch heute noch vor. Fezner beantragt der Abg. Arendt: Die Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung dahin zu überweisen, daß diese im Bundesrath dahin wirke, daß bei den bevorstehenden Handelsvertrags- Verhandlungen mit Rußland die Intereffen von Landwirthschaft und Industrie besser gewahrt werden, als bei den Handelsverträgen mit Desterreich- Ungarn, Italien und der Schweiz. Freitag, den 17. Februar 1893. 10. Jahrg. der Landwirthe irgend etwas folgen fönnte, was die Die neue landwirthschaftliche Bewegung fämpft nicht für Wehrhaftigkeit des Reiches beeinflußen könnte. Ich halte ein wirthschaftliches Intereffe, sondern für ihre Existenz. das für eine Beleidigung der Landwirthe.( Lebhafter Bei- Wenn der Ministerpräsident seinem Vertrauen Ausdruck gegeben fall.) Die Grundlage des Deutschen Reiches ist die Einheit hat, daß die nothwendigen Heeresausgaben bewilligt werden, so 31. Sigung vom 15. Februar 1893. 11 Uhr. des Zolltarifs. Es ist bedenklich, wenn ein Einzel- fann ich auch sagen: Die treue monarchische Gesinnung ist noch Am Ministertische: Graf zu Eulenburg, von Ber- Landtag sich durch seine Beschlüsse in Gegensatz stellt zur Handels- die alte; aber es giebt ein Stadium der Noth, wo die Leistungs Tepsch, von Heyden. politik des Reichstages.( Widerspruch rechts, Zustimmung links.) fähigkeit aufhört. Wenn es sich um die Frage handelt: Soll die Diese Grenze wurde überschritten durch den Antrag des Vor- Goldwährung oder die deutsche Landwirthschaft aufrecht erhalten redners. Deswegen war der Finanzminister vollständig im Recht, werden, so ist mir die Landwirthschaft doch mehr werth. Ich als er sich gegen diesen Antrag aussprach. An solchen Verhand hoffe, daß die Staatsregierung diese Frage sehr ernsthaft zu lungen über Reichsangelegenheiten fann sich die Regierung nicht Herzen nimmt und nicht mehr von dem rein manchesterlichen betheiligen. Der neue Antrag ist aber ein wesentlich anderer, Standpunkte aus betrachtet; der zu meinem Bedauern beim und es ist vergebliches Bemühen, den früheren und jetzigen An- Reichsschaamt immer noch herrscht. trag gleich zu stellen.( Widerspruch rechts.) Die Regierung ist Abg. Eneccerus( ntl.) wendet sich zunächst gegen Angriffe fich bewußt, daß sie die Interessen der Industrie und der Land. des Abg. Arendt auf die nationalliberale Presse. Wenn ein wirthschaft vollständig wahren wird. Wenn Sie diesem Wunsche Unterschied in der Beurtheilung der Angelegenheit besteht, so aber besonderen Ausdruck geben wollen, so hat die Regierung liegt er darin, daß bei den Nationalliberalen der kleinere und feinen Anlaß, diesem Antrage zu widersprechen. Was den Ju- mittlere, bei den Konservativen meist der große Grundbesitz Aber bei gemeinsamen und berechtigten halt der Petition angeht, so fann, ich einer feststehenden Praxis vertreten ist. folgend, wegen der schwebenden Verhandlungen auf die Einzel- Interessen werden wie gemeinsam vorgehen.( Hört! rrchts.) heiten nicht eingehen. Ich würde es erwünscht finden, wenn Die ausgiebige Wahrung der Interessen der deutschen Industrie dieser Grundsah auch hier befolgt würde. Ich sage das nicht, und Landwirthschaft ist auch unser Wunsch. weil ich dem Hause das Recht bestreiten wollte, über diese Dinge Abg. v. Minnigerode( t.): Von der Reichsregierung ist die zu sprechen. Aber solche Verhandlungen führen zu Erörterungen, Verbilligung der Voltsernährung als Grund der Ermäßigung der die für die Verhandlungen günstig sind. Sonst werden Sie uns Getreidezölle angeführt worden. Die Erfahrungen liegen ja Den hohen Preisen von 1891 bereit finden, zu verhandeln über die Beschwerden der Land- nun reichlich genug vor. von niedrigen Preise 1892 gefolgt. Ist wirthschaft, nicht blos mit warmem Herzen, sondern auch mit sind dem vollen Bestreben, da zu helfen, wo es moththut. denn eine Verbilligung des Brotes eingetreten? Da hat Inzwischen ist ein Antrag Bröm el eingegangen, sowohl man den Beweis, daß billige Getreidepreise noch lange nicht dem Antrage v. Dziembowski als in dem Antrage v. Eynern billige Brotpreise garantiren. Der Landwirthschafts- Minister an Stelle der Worte:„ Landwirthschaft und Industrie" zu setzen: sprach von der Verschuldung der Landwirthe und von dem Landwirthschaft, Gewerbe und Handel". Arbeitermangel. Die Verschuldung ist allgemein bekannt, Ferner ist vom Abg. Seer ein Antrag eingegangen:" Die der Arbeitermangel ist namentlich dadurch herbeigeführt, Regierung möge auf den Abschluß eines Handelsvertrages mit daß die niedrigen Preise nicht Zahlung hoher Deshalb muß Spanien hinwirken, durch welchen dem deutschen Spiritus das Löhne gestatten, wie sie verlangt werden. verlorene Absatzgebiet wiedergewonnen wird." auf die Beibehaltung des Zollschutzes bestanden werden. Der Antrag wird heute zurückgezogen. " die die Es liegt folgender neuer Antrag der Abgg. v. Dziem bowski und v. Erffa vor: Die Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung dahin zu überweisen, daß diese im Bundesrath dahin wirke, daß bei ben bevorstehenden Handelsvertrags- Verhandlungen mit Rußland in im Anschluß an die Erfahrungen, welche auf grund der Wirfungen der Handelsverträge mit Desterreich- Ungarn, Italien und der Schweiz gemacht sind, die Interessen von Landwirthschaft und Industrie ausgiebig gewahrt werden. Der Präsident v. Köller giebt dem Abg. v. Kröcher das Wort, ohne die verschiedenen Meldungen zur Geschäftsordnung, welche von den Abgg. Francke und Rickert ausgingen, zu beachten. Abg. v. Erffa( tons.): Die Regierung wird nicht bestreiten Die Gruppe von Herren, welche mit Rußland verhandelt, scheint Abg. v. Kröcher( f.) polemifirt zunächst gegen Rickert und fönnen, daß sich schon schlechte Erfahrungen aus dem öfter mehr internationale als nationale Ziele dabei zu verfolgen.( Bu fährt dann fort: Die Petition ist ausgegangen von der Proving reichischen Handelsvertrag gezeigt haben. Dieser Vertrag ist aller- stimmung rechts.) Nach den Auslassungen des Herrn v. Marschall Sachsen, die landwirthschaftlich eigentlich am besten gestellt ist; dings an der jetzigen Preislage des Getreides nicht allein schuld, gilt der Konventialtarif als Basis. Damit ist also die Landdie Leute haben dort guten Boden für Zuckerrüben u. f. w. aber er trägt mit die Schuld neben andern Verträgen. Was wirthschaft von vornherein preisgegeben. Das hat die LandWenn die Provinz Sachsen schon stuhig wird wegen eines hätte denn auch sonst die Redewendung von den Opfern, die die wirthschaft beunruhigt und erbittert. Was uns bevorsteht, zeigt russischen Handelsvertrages, dann muß es schlimm stehen. Die Landwirthschaft bringen müßte, bedeutet? Rußland hat seit die Bestrebung in Rußland, das Zwanzigmarkstück in seinem niedrigen Preise der landwirthschaftlichen Produkte wirten um so 1888 durchschnittlich 80 pet. der deutschen Einfuhr an Roggen Werthe herabzudrücken. Danzig und Königsberg haben kein so nachtheiliger, als die Mehrausgaben der sozialpolitischen Ver- geliefert, ist das nicht ein gefährlicher Zustand, der Vorsicht beim großes Interesse an Rußland. Beide Städte haben ein gesicherungsgesetze die Landwirthschaft sehr erheblich belasten. Bei Abschluß dieses Handelsvertrages verlangt? Die Unzufriedenheit, nügendes Hinterland. Sie sollten nicht einer Taube nachlaufen dem Abschluß der Handelsverträge mit Desterreich u. s. w. sind die sich jetzt elementar bemerkbar gemacht hat, wollen wir in und den Sperling mißachten. Ihr Hinterland ist ihnen die Vertreter der Landwirthschaft gar nicht gehört worden. Das fonfervative Bahnen lenfen; aber eine solche Bewegung können sicher, der Verkehr mit Rußland ist ungewiß, nament Den offenkundigen hat der Reichskanzler 1891 bei der Debatte über die Handels- wir nicht ignoriren; fie verdient auch die Beachtung der Re- lich wegen der Währungsverhältnisse. verträge ausdrücklich anerkannt. Daß die Industrie nicht glück- gierung. Die Auslassungen des Herrn Vopelius zeigen, daß auch Verhältnissen gegenüber follen wir schweigen. Ausgepovert! war das richtige Wort, welches der Altreichslich über die Handelsverträge ist, hat Herr Vopelius neulich aus- die Industrie nicht zufrieden ist. Den Antrag des Herrn von das geführt. Die Landwirthschaft hat durch die Deffnung der Grenze Gynern kann ich daher nur mit Freude begrüßen. Ich bitte tanzler in die Welt schleuderte, als er die Schutzzoll- Politik eindie Viehfeuchen bekommen, es herrscht Mangel an Arbeitern, die unsern Antrag anzunehmen, den Antrag Rickert abzulehnen. leitete. Wenn früher der Getreidezoll von 1 M. als KompenAenderung des Unterstüßungswohnsit- Gesehes ist ausgeblieben, Abg. von Schalfcha( Zentrum): Die viel gerühmte Fest- sationsobjekt Defterreich gegenüber die Rede war, so muß ich die neue Landgemeindeordnung, alles das hat Grund zur Miß- legung des Bolles ist gerade ein Fehler. Er ist nur nach oben bemerken, damals gab es teine Schutzölle, sondern nur Finanzstimmung in den ländlichen Kreisen gegeben. Die Begin hin festgelegt, eine gesunde Entwicklung des Zolles ist aus- zölle. Keinem Menschen ist es aber je eingefallen, tie Schutzzölle Damal hieß es: stigung der unteren Voltsklassen und die Mißachtung des Mittel- gefchloffen; aber nach unten hin ist er nicht festgelegt. Es tommt als Rompenfationsobjekt zu betrachten. standes macht ebenfalls böses Blut.( Schr richtig! rechts). Un- uur darauf an, welche Wirkung die Hetze derjenigen haben wird, Deutschland für Deutschland und fein Tummelplay des Jetzt scheinen vir vor einer Rückwärts zufriedene hat es immer gegeben. Gefchimpft ist in Preußen welche über die Bertheuerung schreien. Ich vertrete seit Jahren Auslandes. immer worden. Aber ob es wohlgethan ist, eine tönigstreue die Ansicht, daß wir noch immer nicht dahin gekommen sind, daß revidirung zu stehen. Der Reichskanzler hat von dem Bevölkerung durch gesetzliche Maßregeln ohne zwingende Noth der Zoll irgend welche Einwirkung auf die Preise gehabt hat. Beunruhigungsbazillus gesprochen. Ist die noch unzufriedener zu machen, stelle ich anheim. Ich Ob der Zoll 32 M. oder 5 M. beträgt, macht für den Preis folgung dieser Handelspolitit etwa ein Beruhigungsbazillus? habe Stimmen gehört, die mich stuhig gemacht haben. nicht viel aus. Ein Zoll ist nur wirksam, wenn er die Verhält-( Heiterkeit.) Ich bedauere, daß der Minister der auswärtigen Ein alter Bauer hat mir gesagt, die Regierung müßte doch end- nisse der Valuta ausgleicht, sonst ist er nur ein Finanzzoll, der Angelegenheiten, trozdem das Haus es verlangt hat, nicht hier lich ein Ginsehen haben. Das ist heutzutage sehr schwer.( Heiter die Reichstaffette füllt. Wenige Monate nach Einführung des ist; ich würde ihn persönlich fragen: Sie wollten dem Lande die feit rechts.) Es ist schlimm, daß man so etwas hier sagen muß. Fünfmartzolls hatten wir die allerniedrigsten Preise, weil der Last der Getreidezölle auch weiter auferlegen und trotzdem ein Für den Handelsvertrag mit Oesterreich und Italien wurden Rubel 165 stand. Heller Jubel entstand darüber, daß Defiereich neuer Handelsvertrag? Wir wollen der Regierung deutlich auch politische Gründe geltend gemacht; wie weit die Worte des zur Goldwährung überging; der Jubel hat sich in Trauer ver machen, was wir wirthschaftlich und staatlich für nothwendig Reichskanzlers, daß wir unsere Verbündeten stärken müßten, auch wandelt, denn es ist eine weitere Depression des Silbers erfolgt halten. Wir wollen ausgiebigen Schutz der Landwirthschaft auf Rußland passen, weiß ich nicht. Erfahrene Männer haben und der Import wird dadurch erleichert. Rußland soll die Ab- und der Industrie Rußland gegenüber. Der Antrag Rickert mir gesagt, daß durch den Handelsvertrag mit Rußland unsere ficht haben, den Rubelkurs zu stabilisiren. Das flingt sehr schön; auf Tagesordnung bezeichnet ehrlich und knapp, was die Stellung eine viel schlechtere als früher werden würde. aber was soll stabilisirt werden, das Gute oder das Elend? Landwirthschaft von den Freisinnigen zu erwarten hat.( ZuIch bitte Sie, den Antrag des Herrn v. Dziembowski, über den Wenn der Rubelkurs 300 steht, brauchen wir keine Zölle.( Sehr ſtimmung.) Gine Modifizirung dieses Antrags ist nicht mehr nöthig. namentlich abgestimmt wird, einstimmig anzunehmen. richtig! rechts.) Der Ministerpräsident hat sich gewundert, daß Wenn nach der Tivoliversammlung schon bekannt gewesen wäre, Von dem Abg. v. Eynern und Genossen ist folgender Zusatz- man diese Dinge mit der Militärvorlage in Zusammenhang ge- wie die Landwirthe sich jetzt zum russischen Handelsvertrag antrag zum Antrage v. Dziem bowsti eingegangen: bracht hat. Aber wenn der Landwirthschaft neue Opfer für Sie stellen, dann wäre das Anathema über die Agrarier vielleicht Gleichzeitig wird die Staatsregierung aufgefordert, vor und Militärlast zugemuthet werden, dann darf die Regierung in dem- damals verhängt worden. Wenn man so etwas erlebt, dann bei Abschluß von Handelsverträgen sich mit den Interessenten felben Augenblicke nicht eine Blutabzapfung vornehmen. Denn muß man sagen: Wer die Zügel des Regimentes führt, der muß und Sachverständigen der Landwirthschaft und Industrie in aus die höchsten Ideale schwinden, wenn die Noth eintritt.( 3u- auch die Zeichen der Zeit erkennen; das nennt man regieren! reichende Verbindung zu setzen." stimmung rechts.) ( Beifall rechts!) Wir stehen vor schweren Zeiten und müssen weitere VerAuf Antrag des Abg. Rickert verliest der Referent Abg. vou Kardorff( ft.) Ein Beweis für den Nothstand immer wieder die Frage aufwerfen: Wem nützt der russische v. Bredow den Wortlaut der Petition. der Landwirthschaft ist die Entvölkerung der östlichen Provinzen, Handelsvertrag, wem nühen die anderen Handelsverträge? Der Minister fagt, wir sollen tragen, Abg. Arendt( ft.): Zu meinem Antrage gab mir u. a. die ein zweiter Beweis ist der Rückgang der Domänenpacht- Preise landwirthschaftliche Wir wollen uns aber nicht Haltung des landwirthschaftlichen Ministers Anlaß, der sich hier bis zu 30 pet. Es wird gesagt, die Kapitalisten seien auch ge- was uns auferlegt ist. faffen, wir wollen nicht auf zehn auf eine Debatte über den russischen Handelsvertrag nicht ein- schädigt; der Binsfuß sei auch zurückgegangen. Wer das sagt, mehr auferlegen Luftpumpe, aus der wir nicht weg lassen wollte. Diese Zurückhaltung der Regierung, die eine Ver- zeigt, wie wenig er von der landwirthschaftlichen Noth begriffen Jahre unter diese änderung ihrer Haltung bedeutet, hat große Unzufriedenheit unter hat.( Sehr richtig! rechts.) Wie man eine Bevölkerung wirth- tommen können. Wir sind keine Fatalisten, sondern Vertreter den Landwirthen erzeugt. Der frühere landwirthschaftliche schaftlich vollständig zu Grunde richten kann, haben wir an Jr- einer sehr guten Sache: der Intereffen des thatkräftigen deutschen Minister Dr. v. Lucius führte eine ganz andere Sprache. Wenn land gesehen, welches eine größere und wohlhabendere Bevölke- Landmannes, der nicht mehr willens ist, sich stillschweigend ich meinen Antrag zurückgezogen habe, so geschah es nicht, um rung hatte als jezt. England hat das Land durch Freihandel scheeren zu lassen. Daß es sich dabei um das Wohl und Wehe einen Rückzug anzutreten, ich bin vielmehr der Ansicht, daß der und Goldwährung ruinirt. Ich möchte nicht, daß wir die öst der Landwirthschaft, Preußens und des Reiches handelt, da neue Antrag fich vollständig inhaltlich mit dem meinigen deckt. lichen Provinzen den Weg Jrlands gehen lassen.( Zustimmung rüber ist unter Wissenden kein Zweifel.( Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Szmula( 3.) weist darauf hin, daß der ArbeiterEs steht zu befürchten, daß es bei den Unterhandlungen mit Ruß- rechts.) Unser Mißtrauen gegen den Abschluß der Handelsland bei uns geht wie bei Desterreich. Rußland hat eine Papier- verträge wird jetzt allseitig getheilt. Was haben wir seitens der mangel, wenn auch nicht allein, so doch zum Theil von den valuta, deren Schwankungen leicht das ausgleichen fönnen, was Regierung des neuen Kurses alles gegen die Landwirthschaft er- Polenausweisungen herrührt. Die Maßregeln, welche getroffen Zollherabsetzungeu uns Vortheil bringen. Ein Unterhändler foll er- lebt? Erleichterung der Grenzsperre, welche die Einschleppung sind, reichen nicht aus, der Minister ist darüber nicht informirt. flärt haben, er tönne einen Zusammenhang zwischen Zollvertrag der Seuchen mit sich brachte; die Freigebung der amerikanischen Er meint, die Arbeiter, welche über die Grenze kommen, müßten und Baluta nicht erkennen( Hört!). Es sollen politische Gründe Trichinen; die Aufhebung der Rübenzucker- Grportprämien, wozu am 1. November zurück, weil dann die Sachsengänger zurückkominen. maßgebend sein. Wird Rußland seine Truppenmassen von der man Desterreich nicht veranlaßt hat. Desterreich und Frankreich Aber die Sachfengänger verjubeln erst ihre Ersparnisse, wenn sie Wejigrenze zurückziehen? Es kommt aber noch auf etwas anderes haben ihre Prämien aufrecht erhalten und machen jetzt dem zurückkommen und treten nicht gleich in Arbeit. Die Zulassung an. Wenn das Deutschthum und die evangelische Kirche in Ruß- Deutschen Zucker auf dem Weltmarkt Konkurrenz. Man scheint der Arbeiter von jenseits der russischen Grenze macht viele land verfolgt werden, dann muß Deutschland fich wohl darum in den höheren Instanzen die Verhältnisse nicht recht zu kennen. Scheerereien mit dem Landrathsamt. Von dem österreichischen Eümmern. Ich muß immer lachen, wenn ich die offiziöse Presse Darin haben wir uns entschieden verschlechtert gegenüber Handelsvertrage haben allerdings die Industriellen in Oberfannte das deutsche Landschlesien wenig Bortheil gehabt, eher Nachtheile: denn die Zolllefe, die mit einem Auge weint, mit dem andern lacht; der dem Fürsten Bismarck, der Handelsvertrag soll den Frieden befestigen, und daneben wird Für unsere Seestädte und auch für die Industrie tann der ermäßigung ist eine so geringe, daß die Ausfuhr deutschen Eisens Etwas anderes wäre es, immer der Krieg nach zwei Fronten als unausbleiblich hingestellt. Handelsvertrag manchen Vortheil bringen, aber venn er nicht nach Desterreich nicht möglich ist. Erkläret mir, Graf Derindur, diesen Zwiespalt der Natur!" Die ruinirend wirken soll, müssen entweder zu den Zollfäßen bei wenn die Kohlenpreise für unsere Industrie heruntergesetzt Ermäßigune der Bollsätze müssen die Steuerzahler schwer büßen. fintender Valuta Buschläge erhoben werden, oder Rußland muß würden; darauf ist aber der Handelsminister nicht eingegangen. Deshalb gaube ich, daß wir abwarten müssen mit dem Abschluß eine Regelung feiner Währungsverhältnisse, aber in ehrlicher Wenn die oberschlesische Eisenindustrie nicht vollständig wir ihr die russische Grenze des Vertrages. Die Petition geht von Sachsen aus, also Weise eintreten lassen. Die Desterreicher haben sich durch ihre erlahmen soll, müssen von einer Provinz, wo der Großgrundbesiz nicht vorherrscht. Regelung der Valuta eine Exportprämie von 15 pet. ohne öffnen, allerdings unter Schonung der Interessen Wir werden dem Abschlusse eines HandelsIch weiß, daß die hessischen Bauern derselben Ansicht sind. weiteres gesichert.( Hört! rechts.) Wenn es möglich wäre, be- Landwirthschaft. Es ist eine Lüge, daß die Agrarier für ihre Bereicherung arbeiten; züglich der Spiritus& pportprämien eine Garantie zu finden, so vertrages zu widerstreben nicht im stande sein, schon damit die fie arbeiten für ihre Existenz und die Existenz der Landwirth- würde das sehr zweckmäßig sein; es wird ab schwierig sein, das Gefahr aufhört, daß man bei Ueberschreitung der Grenze ans schaft hat ein allgemeines Interesse. Troydem die Demokratie zu erreichen. Namentlich aber müssen unsere Delegirten auf einer geschossen wird. Minister v. Berlepsch: Aus den Aeußerungen des Vorin Frankreich herrscht, besteht zum Schuh der Landwirthschaft neuen Münzkonferenz eine andere Haltung annehmen als bisher. ein hoher Getreidezoll, von dem bei Verhandlungen mit anderen Gerade unfere Delegirten haben aber die feindseligste Stellung redners werden Sie wohl entnommen haben, daß die Stimmung Staaten nicht abgelassen wurde. Ohne Aenderung der Währungs- dem Eilber gegenüber eingenommen. Die Zeit selbst drängt der deutschen Industrie doch keine so ablehnende ist, wie man verhältnisse wird keine gründliche Besserung eintreten. Die Zu- dazu, daß das Silber wieder in sein Recht eingesetzt werde. Ich hier hat glauben machen wollen. Die Stimmung hängt blos von friedenheit der Bevölkerung ist im Schwinden begriffen und die möchte auf die Vorgänge im westfälischen Kohlenrevier ver- dem eigenen Interesse ab. Daß die oberschlesische Industrie ein guten Finanzen werden auch untergraben dadurch, daß man die weisen, denn die Kohle aus Oberschlesien wird vielleicht bei anderes Interesse an dem russischen Handelsvertrage hat als die Grundlage des Staats, die Landwirthschaft, vor den Kopf stößt. dem Handelsvertrage mit Rußland eine große Rolle spielen. Industrie, welche nach Süddeutschland oder England ihre Davon wird auch Wer sehen will, der erkennt, daß Sturmzeichen vorhanden sind Es bildet sich in Westfalen ein Kohlenring, größer als je. Waaren absetzt, ist selbstverständlich. und ich möchte die Regierung bitten, diese Sturinzeichen zu Die Gefahr dieses Ringes wird verstärkt, wenn die ober das Opfer abhängen, welches man dabei Anderen zumuthet. beachten. Deshalb bitte ich, den Antrag anzunehmen. schlesische Kohle den Export nach Rußland gewinnt. Dann wird Die Frage muß richtig gestellt werden; wenn Sie fragen, ist die Ministerpräsident Graf Eulenburg: Ich muß Ver- unbedingt ein Streit stattfinden; wie leicht ein solcher Streit Industrie durchaus zufrieden, so antworte ich: Nein, und der wahrung dagegen einlegen, daß aus der Unzufriedenheit ins Leben zu rufen ist, haben Sie im Saarrevier gesehen. Meichskanzler würde heute derselben Meinung Ausdruck geben Der den Es wäre und lieber gewesen, mit mehr Gewinn vor Sie hin- 1 nennen; da tönnte jedes Mal ein Heines Parlament zusammen- tann mehr als ich gute politische Beziehungen mit Rußland autreten und mit weniger Ronzessionen unsererseits. Aber die berufen werden. Handelsverträge wären so nicht zu haben gewesen( Unruhe wünschen, von Rußland trennen uns wenige politische Gründe, redits). Abg. Dr. Ritter( ft.) bestreitet, daß der Antrag von Dziem- mit Rußland vereinigen uns aber große maßgebende Fragen. Als die Handelsvertrags- Verhandlungen begannen, bowsti denselben Inhalt habe wie der Antrag Arendt, und be- Es ist aber nicht nothwendig, durch handelspolitische Abmachungen hat eine eingehende Befragung stattgefunden. Einundzwanzig fämpft den Antrag Brömel, wonach auch der Handel befragt die politischen Beziehungen zu beeinflussen. Bei dem Vertrag mit der ersten Vertreter der Industrie habe ich bei mir vers werden solle; dadurch würde der ohnehin schon übermächtige Rußland wird ein gedeihliches Resultat noch viel schwerer zu sammelt gehabt. Sie haben einstimmig geantwortet, die Börsenhandel' Einfluß gewinnen. Die Bedenken gegen den Ab- erreichen sein als bei dem mit Defterreich, denn Rußland hat keine deutsche Industrie bedürfe in ihrer jebigen Lage unbedingt des schluß von Handelsverträgen werden ziemlich allgemein in allen Export- Industrie, und dazu kommen noch die russische Valuta und Exports, ohne welchen sie nicht mehr existiren könne. Dazu landwirthschaftlichen Kreisen und auch in industriellen Kreifen ge- die Möglichkeit, durch Tarifmaßnahmen die Zölle illusorisch zu braucht sie die Handelsverträge. Es wurden Verhandlungen mit theilt. Der Landtag vertrete die Intelligenz des Landes beffer machen. Ich kann an den Ministerpräsidenten unbefangen die Defterreich- Ungarn, Italien und der Schweiz verlangt. Bei als der Reichstag, Bei als der Reichstag, deffen Wahlsystem dieser Versammlung wäre es unzweifelhaft zum Ausdruck ge- Garantien biete.( Sehr richtig! rechts.) Geschadet hat der als er mit dem öfterreichischen Handelsvertrag nichts zu dessen Wahlsystem nicht die nöthigen Aufforderung richten, unsere Interessen zu vertreten, umſomehr kommen, wenn die Herren damals der Landwirthschaft keine Handelsvertrag mit Defterreich nicht, aber auch nichts genügt. thun hatte. Ich hoffe, daß wir wieder zu normalen Zeiten Opfer auferlegen wollten. Die Herren haben damals ihre in Schaden ist dadurch indirekt eingetreten, daß die Landwirthe zurückkommen werden, wo wir die Regierung wieder vollkommen eigenen Interessen vertreten. Daß die Herren der Meinung waren, die Industrie begünstigt glauben und daß fein Zusammengehen unterstügen und hier im Landtag über den Reichstag schweigen daß die Interessen der Landwirthschaft möglichst wenig ge- bei den Wahlen mehr statt findet. Redner hält die können. Ich hoffe, daß die Verhandlungen über den russischen schädigt werden sollen, halte ich für ganz felbstverständ- Militärvorlage für eine Nothwendigkeit und befürwortet deren Handelsvertrag uns feinen Anlaß zu ferneren Klagen geben. lich. Die Industrie wird nicht allgemein der Ansicht Annahme, aber gerade deswegen müsse die Landwirthschaft( Lebhafter Beifall rechts.) fein, daß die Bouherabseßung um 1,50 M. die deutsche aufrecht erhalten werden. An den Handelsminifter richtet Redner Abg. Knebel( ntl.): Für den Westen kommen die GetreideLandwirthschaft so schädigt, daß die Industrie auf den die Frage, in wie weit früher und jetzt die Landwirthschaft über sölle nicht so erheblich in Betracht; es handelt sich bei uns mehr durch die Herabjegung erlangten Bortheil verzichten müßte. Die Handelsverträge gehört worden sei. Wenn wir vor demselben Tarife wie 1891 ftänden, würde die um den Wein- und Obstbau und um die Lohe. Die billige EinAbg. v. Eynern( ntl.) erklärt, daß er mit feinem Nenderungs- fuhr italienischer Trauben schädigt den Weinbau, denn der Industrie heute wohl dieselbe Stellung einnehmen, wie damals. antrage nicht beabsichtigt habe, dem Börsenhandel einen beson- Weinbauer fann, wenn er den Ruf feines Weinberges aufrechtHerr Arendt hat es so baritellen wollen, als wenn die ganze deren Einfluß zu verschaffen. Auf die schwebenden Verhand- erhalten will, die Trauben nicht kommen lassen, um feinen Industrie unzufrieden sei. Das ist durchaus nicht der Fall. Die lungen brauche man nicht so sehr Rücksicht zu nehmen. Diese schlecht gerathenen Wein zu verbessern, der billige fremde Zollreduktionen werden den Export schließlich doch fördern. Die parlamentarische Gepflogenheit fei auch in England längst außer Wein macht aber seinem Wein Konkurrenz. Der Schutz Vorwürfe gegen die Regierung sind unberechtigt. Uebung gekommen. Wenn Herr Meyer- Berliu sich in diese par- soll für Lohe ist aufgehoben worden; daneben sind andere Abg. Meyer- Berlin( ofr.): Es ist feit einer Reihe von lamentarische Tugend- Toga hüllt, so hat er vergessen, daß die Gerbstoffe in Aufnahme gekommen, so daß man Jahrzehnten ein Bedürfniß des deutschen Boltes, mit Rußland in freisinnige Agitation gegen die Getreidezölle zur Zeit der Ver- Eichenschälwald- Betrieb einfach aufheben muß, was sozialpolitisch Lebhaftere Handelsbeziehungen zu kommen als bisher. Als Sefretär handlungen mit Defterreich in diese Toga ein großes Loch geriffen und wirthschaftlich sehr gefährlich ist namentlich in einer Gegend der Handelstammer in Breslau ist es vor 25 Jahren eine meiner hat, sodaß man die Wadelftrümpfe dadurch sieht.( Heiterkeit.) mit so zersplittertem Grundbesiz. Deshalb bitte ich die Regierung, Hauptaufgaben gewesen, immer von neuem die Nachtheile zu Wer durch einen Handelsvertrag geschädigt ist, der flagt laut, auf unsere Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. schildern, welche durch das handelsfeindliche Borgehen Rußlands wer aber Bortheile hat, der schweigt still.( Sehr richtig! links). Nachdem der Pole v. Zoltowski für den Antrag v. Dziementstehen. Ein Herr, der nachher für die Schußzölle eintrat, Deshalb wird man über die Wirkungen eines solchen Vertrages bowsti fich erklärt, Abg. Seer( natl.) für seinen Antrag wegen entwarf damals Zeichnungen, Karten und Karrikaturen, niemals authentische Mittheilungen erlangen fönnen. Daß des Spirituserports gesprochen, erklärt in denen er die schlechte Lage der östlichen Provinzen Aften im Handelsministerium in großer Fülle vorhanden Abg. Graf Strachwin( 3.), daß er und seine Freunde für schilderte. Alle bisherigen Bestrebungen scheiterten an find, ist wohl anzunehmen; allein damit ist noch nicht die dem Willen der russischen Regierung. Zur Zeit der Sicherheit gegeben, daß alle Interessenten genügend befragt find. Hochfluth der westeuropäischen Handelsverträge machte Es fehlt auch unferen Beamten die nöthige Vorbildung; sie sind diese Bewegung Halt an der Grenze von Rußland. Jetzt immer aus den Kreisen der Juristen, die vom Leben nichts verfind wir dahin gekommen, daß die russische Regierung gestehen. Industrie und Landwirthschaft müssen immer Hand neigt ist, in Handelsvertrags- Verhandlungen einzutreten, und in Hand gehen; wir wollen nicht die Klagen der Landwirthschaft avenn nun der Ruf erschallt: Keinen Vertrag mit Rußland! so mit dem Schlagwort Agrarier beseitigen, aber wir wollen die liegt doch eine Situation vor, auf die der Name Faschings- Ursache der Klagen untersuchen. Die Landwirthschaft hat schon scherz" nicht mit Unrecht angewendet werden tann.( Lachen schlechtere Zeiten gehabt, wie aus dem Anfange von Friz Reuter's rechts.) Ich bin überzeugt, daß Ihr Ansturm auf die Regierung Ut mine Stromtid" zu ersehen ist. Gute und schlechte Beiten scheitern, daß die Regierung im Reichstage obfiegen wird. Die wechseln ab, wie bei der Industrie. Die Wanderung der ArRegierung thut in dieser Sache nicht was fie will, sondern was beiter vom Often nach dem Westen macht der Industrie im Westen fie muß, was ihr von der Nothlage der Verhältnisse aufgedrängt durchaus kein Vergnügen. Denn das Mehrangebot von Arbeitern wird. Wir müssen wieder zu anderen handelspolitischen Be- fördert nur die Ausheßung der Massen. Die Regierung, als die ziehungen tommen. Den Werth des österreichischen Handels- größte Unternehmerin, könnte hier helfen. Das Sparsamkeitsvertrages darf man nicht ermessen nach dem positiven Nußen den system des Finanzmininers führt zur Einschränkung der Zur Geschäftsordnung erfären die Abgg. Dr. Lieber und er gebracht hat, danach dürfte er wenig Sugen gebracht haben Betriebe, die nach einiger Zeit einem schwindelhaften Auf von Heereman, daß fie für den Antrag Dziembowsti stimmen ( Hört! rechts); ich meffe den Nugen danach, welchen Schaden er schwung Platz macht, wodurch die Arbeiter wieder angelodt in dem Sinne, daß derselbe keinerlei Spiße gegen den Reichstag verhütet hat, wenn Handelsverträge nicht au stande gekommen werden. Wenn die Landwirthschaft über die Lasten der sozial- und den Reichskanzler enthalte. wären. Am 1. Februar 1892 lief eine Reihe von Handelsver politischen Gefeßgebung flagt, so tönnen wir hoffen, daß man endlich Persönlich bemerkt Abg. Meyer- Berlin( dfr.): Herr trägen völlig ab, und im Laufe des Jahres hätten sich weitere den herrschenden Humanitätsdusel aufgeben und sich bei den be- von Eynern hat durch die Löcher meiner Toga meine WadenBerträge diesem Ablauf angeschlossen. Europa wäre in den 3u- stehenden Einrichtungen begnügen lassen wird. Der Staat tann ftrümpfe entdeckt. Er hat falsch gefehen; ich habe niemals stand völliger Vertragslosigkeit hineingerathen, bei welcher von nicht für jeden Einzelnen forgen( Sehr richtig! rechts.) Deshalb Wadenstrümpfe getragen und werde sie niemals tragen, weil ich Export keine Rede mehr sein konnte. Die Regierung mußte des- ist auch das Musterinstitut in Saarbrücken nach dem ersten glaube, mich im gewöhnlichen bürgerlichen Kleide hinreichend halb die Verhandlungen einleiten. Deshalb sagen wir von unserem Anlauf fehlgeschlagen. Die Landwirthe sollten den Bimetallismus höflich ausdrücken zu können. Ich bin in den letzten Tagen von Standpunkt: Die Regierung hätte viel mehr Kommissionen nicht zum Gegenstand der Agitation machen. Wenn Herr Arendt Herren, die dem Abg. von Eynern nahe stehen, darauf aufmachen können, um dafür viel mehr Konzessionen zu erhalten. Finanzminister würde, so würde er bei den ersten Schritten der merksam gemacht, wie bedenklich eine solche Tracht ist, indem sie Daß ihr gewisse Ronzessionen gewährt worden sind, zeugt von Ausführung seiner Theorien Antibimetallist werden.( Buruf zeigt, auf wie schwachen Grundlagen eine Existenz ruhen kann, großer diplomatischer Geschicklichfeit, und ebenso groß ist die Arendt's: Abwarten!) Der Zoll von 3,50. ist doch im Ver-( Große Heiterfeit). Ich möchte die Herren nicht beschämen. Geschicklichfeit, mit welcher Rußland von seinem ablehnenden hältniß zum Preise hoch genug; ein höherer Zoll tönnte bei( Heiterfeit.) Standpunkt abgebracht ist. Parlamentarische Gewohnheit ist es, steigendem Preise dem Anfturm des Voltes gegenüber auf die über schwebende Verhandlungen nicht zu sprechen, namentlich Dauer nicht aufrecht erhalten werden. Alle Industrien und auch haben die Oppositionsparteien in England stets diese Gewohnheit die Landwirthschaft haben ein erhebliches Interesse an Handels befolgt. Wir unterdrücken unsere Bedenken, Sie( rechts) machen verträgen; aber wir brauchen uns nicht wegzuwerfen. Deutschden eifrigen, aber erfolglosen Versuch, die Verhandlung zu stören. land ist start genug, um abwarten zu lönnen, daß die anderen Deshalb haben wir den Antrag auf einfache Tagesordnung ge- Staaten an uns herankommen. In diesem Sinne möchte ich die ftellt; den einzigen den wir annehmen können.( Beifall links.) Verhandlungen mit Rußland geführt wissen.( Beifall). bowsti. Abg. Lehmann( 3.) erklärt sich für den Antrag Dziem Darauf wird um 4 Uhr die weitere Berathung bis Donnerstag 11 Uhr vertagt. 32. Sigung vom 16. Februar 1893. 11 Uhr. Am Ministertische: v. Berlepsch, v. Heyden. Das Haus seht die Berathung der Betition des Zentralvereins der Provinz Sachfen gegen den russischen Handelsvertrag und die dazu vorliegenden Anträge fort. Nach einer persön lichen Bemerkung gegen die gestrigen Ausführungen des Reichstanziers im Reichstage führt den Antrag Dziembowski stimmen würden, aber nicht wegen seiner Begründung, sondern wegen seines Inhaltes, der sehr ab weiche von dem Inhalt des Antrages Arendt, was ausdrücklich festgestellt zu werden verdiene. Der Handelsvertrag mit Rußland sei nur eine Konsequenz des Vertrages mit Defterreich; er sei nothwendig, um unseren östlichen Landestheilen den Verkehr mit Rußland zu erleichtern. Gegen die Auffassung des Reichstanglers, daß die Getreidezölle eine Last für das Land seien, müsse entschieden protestirt werden. Von diesem Gesichtspunkte laffe sich die Regierung hoffentlich nicht leiten. Der Regelung der Bieheinfuhr sollte die Regierung aber besondere Aufmerkſamfeit zuwenden. Daß die Nothlage der Landwirthschaft allein den Handelsverträgen und der Regierung zugeschrieben wird, dagegen müsse er Widerspruch erheben. Damit schließt die Debatte. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag des Abg. von Dziem bowski mit 313 gegen 25( freifinnige) Stimmen angenommen; die Zufazanträge von Eynern und Seer werden gegen die Stimmen des Zentrums und der Freifinnigen ebenjalls angenommen. Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr. ( Fortsetzung der Berathung des Kultusetats.) Soziale Lebersicht. Achtung, Gewerbegerichts. Wähler! Arbeiter! Parteigenossen! Sie Abg. Broemel( ofr.): Daß Deutschland sich an Rußland fortwirst, ist nicht zu befürchten; das erste Anerbieten zu solchen Berhandlungen ist von Rußland ausgegangen. Das Haus finkt zu einem Debattirklub herao, wenn es sich mit allen Fragen beschäftigen will, die hier angeregt werden, ohne daß es zu einem Ergebniß tommt. Warum stellt denn Herr von Kardorff feinen Antrag auf Einführung des Bimetallismus? Wir haben in die Berhandlungen mit Desterreich nicht eingegriffen durch einen Angriff. Der Reichskanzler, der damals noch Ministerpräsident Wie Euch bekannt ist, finden am 20. Februar von Mittags war, tam aus eigener Initiative hier in das Haus, um gegen 12 Uhr bis Abends 9 Uhr die Wahlen zum Gewerbegericht statt. über der Bewegung, welche sich damals im Lande gegen Unsere Gegner bieten alles Mögliche und Unmögliche auf, um die Getreidezölle bemerkbar machte, die Entschließungen der ihre Kandidaten in das Gewerbegericht hineinzubringen. Regierung kundzugeben. Erst darauf hin haben wir den Antrag verschmähen es sogar nicht einmal, Stimmenfang zu treiben, gestellt, die Regierung möge das Material für ihre Beschlüsse dem indem sie sich unseren unausgeklärten Arbeitsbrüdern als„ ArbeitsAbg. Schmieding( natl.) aus: Deutschlands Zustände er Hause vorlegen. Der heute vorliegende Antrag wird von jedem genoffen" empfehlen. Sie gebärden sich, als ob sie wirklich die innern an den Berfall Roms. Die großen Städte, namentlich anders gedeutet; die einen sehen ihn als eine Waffe gegen den einzigen vom Kapital und Unternehmerthum unabhängigen, bie Hauptstadt, wachsen übermäßig an, daneben besteht eine Ent russischen Handelsvertrag, die anderen halten den Antrag für ge- felbft bewußten Männer des praktischen Arvölkerung des platten Landes, welche der Landwirtschaft zum eignet, den Vertrag zu fördern. Troydem die Agrarier eine beiterlebens" feien, wie es in dem Flugblatt heißt. Sie Schaden gereicht. Die Konkurrenz, welche die Provinzen Italien Ermäßigung der Getreidezölle Rußland gegenüber nicht vergessen dabei gänzlich, daß sie es gerade von jeher waren, die machten, wird heute von fremden Getreideländern der deutschen wollen, hofft Herr v. Eynern noch, daß die Landwirthschaft mit dem Unternehmerthum bei jedem Sohnkampfe, jeder gewerblichen Landwirthschaft gemacht; sie kann diese Konkurrenz nicht aus der Industrie Hand in Hand gehen werde! Das heißt eine Streitigkeit gegen die organisirten Arbeiter als Streitbrecher 2c. halten und muß im Interesse der Staatserhaltung geschüßt Vogel- Strauß- Politit treiben. Gegen einen Handelsvertrag mit Handlangerdienste leisteten. Sehen wir uns doch einmal diese werden. Der Schuh darf aber nicht hinausgehen über das, was Rußland sind nur ganz allgemeine Bedenken geltend gemacht unabhängigen selbstbewußten Männer des praktischen Arbeiter zur Aufrechterhaltung einer gesunden Landwirthschaft nothwendig worden. Wenn der Bollschuß auf die Tonne um 20 Wharf er lebens", die Hirsch Duncker'schen Gewerkvereinler an, was sie ist; geht der Schuß darüber hinaus, dann liegt die Gefahr mäßigt wird, so muß man bedenken, daß die größere Menge der bezwecken und erreichen wollen; sie stehen heute noch, wo der einer radikalen Aenderung nahe. Dann folgt bei hohen Grute doch auch Vortheile bringt. Am intereffantesten ist die Kampf Aller gegen Alle, d. h. der Kampf zwischen Besitzenden Preisen bie Suspension der Zölle, und die Suspension Methode der Agitation. Seitdem Herr Ruprecht gefagt hat, und Nichtbesigenden in seiner heftigsten Form tobt, auf dem dehnt sich schließlich so weit aus, daß sie der Aufhebung gleich flagen hilft nicht mehr, wir müssen schreien, seitdem wird hier Standpunkt der Versöhnung und des sozialen Friedens", wie sie tommt. Der Zoll ist ausreichend, und die Klagen der Agrarier geschrien möglichst laut!( Heiterkeit.) Man darf sich nicht wun es so phrasenhaft schön in ihrem Flugblatt zur Kenntniß aller find unberechtigt. Hat nicht die Steuerreform die Absicht, die dern, wenn nun auch die anderen wirthschaftlichen Gruppen fich Dentenden und Denkunfähigen bringen. Freilich, die große Doppelbesteuerung der Landwirthschaft zu beseitigen? Freilich ist zusammenschließen. Maffe der Denkenden wird sich nicht mit schönen Worten und dabei eine Doppelbesteuerung der Aktiengesellschaften neu ein- Abg. Graf Limburg Sticum( f.): Wenn wir eine unter- brafen über die wirthschaftlichen Verhältnisse hinwegtäuschen geführt worden. Die Angriffe gegen das Kohlensyndikat find un- geordnete Rolle spielen, wie stimmt es damit überein, daß alle unsere lassen; über derartige Dinge ist das arbeitende denkende Volk berechtigt; das Syndikat ist fein Ring, der die Preise werfen Worte im Reichstage beachtet werden, daß man darauf reagirt? längst hinweg. Es lächelt über die Thoren, die das oder übermäßig fteigern will, sondern es soll die Produktion der Die Sache liegt so, daß unsere Berhandlungen hier ein sehr schweres Rad der wirthschaftlichen Entwickelung mit Worten Konfumtion angepaßt, jede Schwankung vermieden und ein Gegengewicht gegen Ihre( nach links deutend) Stellung im Reichstage zurückbrehen wollen; die heute noch noch eine Harmonie Mittelpreis festgehalten werden. Geradezu verwunderlich ist die bilden!( Zustimmung rechts.) Das ist Ihnen unangenehm. Die agra- zwischen Kapital und Arbeit predigen und dabei überAnnahme des Herrn v. Kardorff, daß das Syndikat den Streit rische Bewegung ist hervorgebrochen mit einer Urwüchsigkeit, die uns sehen, daß diese Harmonie eine dem schwächeren Theile aufbefördere; Streits entstehen bei Hausse und Baisse der Montan- selbst überrascht hat. Ihnen vom Freifinn muß nach und nach gezwungene ist. Wenn sich die Gewerkveremler in ihrem Flugwerthe an der Börse, die Preisschwankungen veranlassen die Ar- angst und bange werden bei der Sache, und es wird Ihnen klar blatte nun jedoch zu dem Ausspruche versteigen:„ Selbstverständbeiter zum Ausstande, Mittelpreise sichern auch den Arbeitern einen werden, welchen Fehler Sie begangen haben, daß Sie den rich lich müssen die Arbeitervertreter ganze Männer, fefte ftändigen Lohn und dauernde Arbeitsgelegenheit. Bei den tigen Kern der Sache nicht erkannt haben.( Buftimmung rechts.) Charattere fein," so wollen wir uns einmal die bescheidene früheren Handelsverträgen ist auch die Industrie nicht aus: Die Stellung der Nationalliberalen uns gegenüber ist eine beffere Anfrage erlauben, wo diese ganzen Männer" und" festen reichend befragt worden. Deutschlands Position ist eine gute, es geworden; Herr von Eynern hat nicht mehr von der vollständigen Charaktere" bei ihnen zu suchen sind. Sind das vielleicht braucht auf den Abschluß eines Vertrages nicht zu drängen, Abschaffung der Getreidegölle gesprochen. Aber Herr Enneccerus die ganzen Männer und festen Charaktere, die sondern es kann warten.( Buftimmung rechts.) hat noch den Unterschied zwischen dem kleinen und großen bei der geringsten Differenz zwischen Arbeiter Abg. Schmitz- Erkelenz( Zentr.): Wenn das Haus zu einem Grundbesitz aufrechterhalten; ich bin von Herrn Lamprecht, einem und Unternehmer sich sofort auf Seite der Beschlusse auf grund der vorliegenden Anträge fomme, dann fleinen Landwirth unserer Partei beauftragt zu erklären, daß die Unternehmer schlagen und gegen ihre Arbeitswerde die Regierung denselben beachten müssen, auch wenn es sich fleinen Landwirthe sich in ihren Interessen mit uns vollständig genossen" Stellung nehmen; die vor dem Unter hierbei um eine Reichssache handle. Einem Handelsvertrage mit solidarisch fühlen. Wir haben auf das Recht verzichtet, Reichs- nehmer tatbudeln und niebeugen, wenn er in Rußland an sich kann die Landwirthschaft sich nicht wider angelegenheiten hier zu besprechen, wissentlich haben wir ver- dem Bewußtsein feiner Macht am Arbeitssetzen, sie fann nur die Berücksichtigung ihrer Intereffen verzichtet, weil früher der preußische Ministerpräsident der maß- verhältnisse willkürliche Aenderungen( ohn Tangen. gebende Mann im Reiche war, und weil wir mit der abzüge, Arbeitszeitverlängerung u. f. w.) einanerkannte. Abg. Bittinger( ntl.) giebt zu, daß die Regierung fich stetig Reichspolitik im ganzen und großen einverstanden waren, treten läßt? Sind das vielleicht" gange in Fühlung mit der Industrie gehalten habe. Aber die Vertreter also schweigen konnten. Zu unserm Bedauern ist das Männer, feste Charaktere", die dann noch von der Regierung feien nicht immer genügend injormirt gewefen jest nicht mehr der Fall( Hört! links). Beim österreichischen der sogenannten Harmoniebuselei beseelt sind? über Verhandlungen, welche die Regierung, mit einzelnen In- Bertrage ist die Landwirthschaft schlecht weggekommen, die Wir behaupten Nein! dustriellen führte über Klagen, deren Berechtigung die Regierung Industrie hat keinen Vortheil gehabt. Mit Desterreich wäre ein Im Gegentheil, die ganzen Männer und befferer Handelsvertrag zu erreichen gewesen( Hört! rechts). Es die festen Charattere sind wo anders zu finden: Minister v. Berlepsch: Der Vorredner scheint nicht zu über ist traurig, die maßgebenden Kreise den Werth der Zölle im In den Lohntämpfen der Gewertschaften mit zeugen zu sein, daß genügende Informationen eingeholt find; er Reichstage herabsetzen zu sehen. Für den Konsumenten ist es ihren oftmals schweren Folgen und Nach= möge fich in meine Bureaus bemühen, es wird ihm dort Material gleichgiltig, ob der Zentner Kohle einen Pfennig mehr foftet, wehen, als Hunger und Arbeitslosigkeit; unter vorgelegt werden, mit dem er länger als acht Tage zu thun haben aber für den Produzenten hängt der ganze Gewinn davon ab, politischer Rechtlosmachung und Unterdrückung, dürfte. Wir können doch nicht von jeder einzelnen Handelskammer Die Landwirthschaft hat durch diesen Vertrag gelitten, bie Da haben sich unsere Genoffen als ganze Männer für jeden einzelnen Betriebszweig einen Sachverständigen er- Industrie hat nichts bekommen( Zustimmung rechts). Niemand und feste Ebarattere bewährt. Hier sind alle die zu finden, die den Muth haben, für die Intereffen ihrer Klaffe ein- Wahlmodus angeordnet hätte. Aber weit gefehlt, sämmtliche Menschen, der offenbar nur ein Bordellftammgaft fein tann autreten. Darum, Arbeiter Berlins, laßt Euch nicht bethören Vorftandsmitglieder glänzten durch Abwesenheit. Ein derartiges und das andere Der Schufter und der Bäck", zu fingen nach von schönen Worten, denkt wohl darüber nach, wer Eure Inter- Verhalten verdient die schärffte Verurtheilung; wir ersuchen der Melodie„ Jm schwarzen Walfisch", ist nach anderer Richtung effen als Arbeiter im Gewerbegericht am besten vertreten fann daher die Mitglieder, am Sonntag auf dem Posten zu sein und nicht minder widerwärtigen Inhalts. In Rücksicht auf die und wählt unsere Genossen, die oft bewiesen haben, daß sie für vor allem die Liften oder Stimmzettel genau anzusehen, welche guten Sitten sowohl, wie auch in Rücksicht auf die Strafihre Ueberzeugung auch Opfer zu bringen verstehen. am Eingange des Saales ausgegeben werden. Wir erwarten gefeße müssen wir es uns versagen, nähere Andeutungen von den Mitgliedern, daß sie dem Vorstand zeigen, wohin er über den Inhalt des schmutzigen Machwerks zu geben oder gehört. J. A.: A. Winter. gar eine Probe daraus abzudrucken. Der Verfasser ber Boten ist nicht genannt, aus der tadellosen Form geht aber hervor, daß er in sogenannten gebildeten Kreifen au fudjen ist. Der Druck ist ausgeführt von der C. Rich. Gärtner'schen Buchdruckerei( H. Niescher) in Dresden. Wir empfehlen der Staatsanwaltschaft, sich der Sache anzunehmen, vielleicht macht sie dabei noch intereffantere Endeckungen. Den Moralpredigern und Sittlichkeitsaposteln aber rathen wir, mit ihren BesserungsDas vom preußischen Staate bezahlte Blatt der versuchen sich an die richtigen Leute zu halten, nämlich in ihren eigenen Reihen damit zu beginnen. Dem Verband Dresoner Für den 9., 10., 11. Wahlbezirk Restaur. Grube, Marien- theilt offiziell mit, daß von den für immer abgelegten Berg- viehischen Festgefängen" vorgesezt hat, machen wir den VorBergmanusfreund"-" Der Bergmannsfeind" sollte es heißenRegelklubs, der die Devise„ Gut Holz" führt und sie auch den dorferstr. 10. Obmann A. Massini, Belleallianceftr. 66. Leuten niemand wieder angenommen wird. Von Naunynftr. 86. Obmann Alwin Körsten, Stalizerstr. 63/64. feiner aur Grubenarbeit zugelassen. Was würden die Beamten, bonetten zweibeinigen Schweine angehören, wird die lex Heinze für ben 12., 13., 14., 15., 16. Wahlbezirk Restaur. 3 u beil, ben zeitweilig abgelegten werde in den nächsten Monaten schlag, zu seiner richtigen Kennzeichnung doch lieber die Devise Gut Schwein" zu wählen." In derselben Gesellschaft, der diese Für den 17., 18., 19., 20., 21. Wahlbezirk Restaurant die das fertig gebracht haben, wohl sagen, wenn sie für immer mit Begeisterung aufgenommen. So ruft der Spitzbube, um sich Gründel, Dresdenerstr. 116. Obmann W. Börner, Ritter- und zwar ohne Pension abgelegt" würden. Wir würden es zu retten, am lautesten: Haltet den Dieb! ftraße 108. Zur Wahl felbft würden wir empfehlen, daß Ihr Euch mit irgend einer Legitimation verseht; damit Ihr auf Erfordern Euch legitimiren tönnt; Steuerzettel oder Miethskontrakt u. f. w. genügt. Achtung, Buchbinder! Den Mitgliedern der Bentral Ferner geben wir Euch bekannt, daß für folgende zusammen- Kranten- und Begräbnißkasse der Buchbinder 2c. zur Nachricht, daß gefaßte Wahlbezirke Bureaus am Wahltage errichtet sind: die Kaffenlokale tros des am 18. Februar stattfindenden MaskenFür den 1., 2., 3., 4., 5. Wahlbezirk Restaurant Seiden- balles in den Industrie- Festfälen, Beuthstr. 20, bis 10 Uhr geftü der, Kanonier- und Jägerstraßen- Ede. Dbmann Genoffeöffnet bleiben. Zäterow, Mauerstr. 9. Für den 6., 7., 8. Wahlbezirk Restaurant H. Werner, Lühowstr. 59. Obmann A. Faber, Neue Maaßenstraße. Für den 22., 23., 24., 25., 26., 27. Wahlbezirk Restaurant gewiß nicht beklagen. Hente, Blumenstr. 38. Obmann B. Jost, Greifswalderstr. 68. Für den 28., 29., 30., 31., 82. ablbezirt Restaur. Pyrtet, Gypsstr. 3. Obmann G. Busse, Sophienstr. 28. Für den 33., 34., 35., 36., 37. Bablbezirk Restaur. Gnadt, Swinemünderstr. 120. Obmann D. Böltet, Dunderstr. 6. Für den 38., 39., 40., 41., 42. Wahlbezirk Restaur. Gleinert, Müllerstr. 174. Obmann August Jacobey, Hochstr. 33. Das Zentral Bureau B befindet sich Annenstraße 16 bei Stefner. Die Genoffen, welche am Tage der Wahl Hilfe leisten wollen und die Kandidaten( Arbeitnehmer und Arbeitgeber) haben sich Sonntag Vormittag pünktlich 10 Uhr in ihren oben an= gegebenen Bureaus einzufinden, wo das weitere geregelt und die Eintheilung der Hilfskräfte vorgenommen wird. Ferner ist zu bemerken, daß laut Besprechung die Kandidaten vom 9., 10. und 11. Wahlbezirk Sonntag Vormittag bei Klein, Schönleinstraße, fein wollten; es wird jedoch ersucht, baß sich die selben wie oben angegeben, bei Grube einfinden mögen. Das Zentral Bureau, Annenstraße 16, ist erft von Montag früh 8 Uhr an geöffnet und nicht wie in den Versammlungen angeführt wurde, vom Sonnabend Mittag an. Die Hilfskräfte, die sich dort einfinden wollten, tönnen sich Sonntag an die Bezirksbureaus wenden. Mit solidarischem Gruß Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Streit Rontrolltommission. Der Vorstand. " Der sächsische Bundesraths- Bevollmächtigte Graf Rölner Polizisten Sperling, der, bis zur BesinnungsIn schreiendem Gegensatz zu der Freisprechung des Sohenthal erklärte fürzlich im Reichstage, die Dresdener Tofigkeit betrunken, seinen Befugnissen aufs gröblichste zuwider Arbeiter hätten gegen das bekannte Vorgehen der Polizei in Sachen der Arbeitslosen Statiftit teine Begehandelt hatte, steht folgende Mittheilung der in Kiel er Der Heizer Fr. K. fch werde erhoben. Damals war jedoch die Beschwerdefrift noch scheinenden Norddeutschen Volkszeitung". nicht abgelaufen. Die Arbeiter haben die Beschwerde bei der Kreis- aus Rethmisch hatte in Lägerdorf das Unglück, am 15. Januar hauptmannschaft noch rechtzeitig eingebracht unb gedenken die in einen hohen Schneeberg zu fallen. Er war etwas angetrunken, beim Ersteigen einer Anhöhe von dem schmalen Fußsteig herab Sache bis zur letzten Instanz zu verfolgen. tonnte fich aus dem Schnee nicht herausarbeiten, da ihm die Arbeitslosen Statistit auf. Die Arbeiter Kölns nahmen am 19. Februar eine Hände bald erstarrien, und er rief nun laut um Hilfe. Ein Gendarm, der zufällig in der Nähe war, zog ihn aus dem Schnee heraus. Der Amtsvorsteher Söthge in Lägerdorf hat nun Die Arbeitslosenstatistik, die von den Arbeitern Iber- den Heizer wegen des Hilferufs zu 5 Mt. Geldstrafe oder 1 Tag feld Barmens aufgenommen wurde, hat folgendes Ergebniß Haft verdonnert, weil er in start angetrunkenem Zustand un gehabt. In Elberfeld ermittelte man 1889 Arbeitslose, gebührlicher Weise ruheftörenden Lärm erregt" habe. darunter 1102 Verheirathete; die Zahl der von diesen zu er nährenden schulpflichtigen Kinder betrug 2201, wovon 135 bes Vom Aschenbrödel Volksschule. In Lautenbach im schäftigt waren. Die Zahl der von den Arbeitslosen sonst au Elsaß beschloß der Gemeinderath, das Gehalt der drei dort anunterstüßenden Angehörigen belief fich auf 529. Die Gesammt- gestellten Lehrer zu erhöhen. Der Bezirkspräsident versagte jedoch zahl der durch die Arbeitslosigkeit betroffenen Personen betrug diesem Beschlusse seine Genehmigung, weil die Gemeinde keine 4619 Personen. In Barmen find 1820 Arbeitslose gezählt Mittel besige, um die Mehrausgabe bestreiten zu können. Für worden, davon waren 755 verheirathet. Die Zahl der von den Militarismus muß jede Gemeinde Mittel beschaffen ihnen zu erhaltenden Kinder unter 14 Jahren betrug 1457 und und wenn die Forderungen über die Hutschnur gingen. Für die die der sonstigen zu unterstützenden Personen 221. Um die Volksschule hat der Staat der Bötticher, Bachem, Stöcker und arbeitslofen Familien vor dem buchstäblichen Verhungen zu Richter nur so viel übrig, als er Schanden halber bewilligen muß. schüßen, suchten die Frauen durch Waschen, Bügeln, Nähen 2c. etivas zu verdienen, jedoch haben nur drei Viertel volle oder theilweise Beschäftigung finden können. Die privaten Straßenbahnen machen nicht nur in Berlin gute Geschäfte. Die Kontinental Pferde- Eisenbahn= Attiengesellschaft in Dresden vertheilt 5 Prozent Dividende, die Breslauer Straßen Eisenbahnen 7 p@ t. P Aus Posen wird der Breslauer Boltswacht" berichtet: J. A.: Hermann Faber, SO., Grünauerstr. 4, Hof I. Ein weiterer Beweis für das Bestehen des Noth. Aufruf an alle weiblichen und männlichen Mitglieder standes liegt in folgender, im übrigen nicht zu billigender Bekanntmachung des Duisburger Ober- Bürgermeisters vor: der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kauflente, Handelsleute und Apotheker. Witglieder ber Orts- egen der gegenwärtig herrschenden ungünstigen Gr. Jest soll hier eine Pfanbleib- Attiengesellschaft ge werbsverhältnisse wird hierdurch unter Bezugnahme auf Bersammlung, sowie von einzelnen Borstandsmitgliedern an die daß in diesem Jahre an den Karnevalstagen hierorts feinerlei ausgegeben werden. Die behördliche Genehmigung des Planes kasse! Trozdem wiederholt von Mitgliedern der General die allerhöchste Rabinetsordre vom 20. März 1828 angeordnet, gründet werden. Der Pfandleiher Giteles ift der Gründer. Das Kaffenleitung das dringende Verlangen gestellt wurde, die daß in diesem Jahre an den Karnevalstagen hierorts feinerlei Attienkapital von 100 000 m. foll in 200 Antheilen zu 500 m. brennende Tagesfrage die freie Wahl der Aerzte be öffentliche Maskeraden einzelner oder mehrerer Personen, Auf- ift bereits ertheilt. Daß überall das Pfandleihwesen von den treffend den Mitgliedern zur Beschlußfaffung zu unterbreiten, süge u. bergl. stattfinden dürfen, ebenso wie auch das Abfingen Gemeinden in die Hand genommen, auf sie beschränkt und so von Liedern auf den Straßen und auf den öffentlichen Pläzen lehnte es der Borstand beharrlich ab, den Mitgliedern Gelegen verboten ist. Wasfenfarten werden nicht ausgegeben. Buwiber- günftig wie möglich für die zum bitteren Nothbehelf des Pfand= heit zur Aussprache zu geben. Er beweist damit, daß er für Neuerungen, die im Intereffe der Mitglieder unbedingt erfordermögensfalle mit entsprechender Haft geahndet. Die Polizei- fich eigentlich von selbst; aber die bürgerliche Gesellschaft ist viel Neuerungen, die im Interesse der Mitglieder unbedingt erforder handlungen werden mit Geldstrafe bis zu 30 M., im Unverleihens gezwungenen Armen eingerichtet werden müßte, versteht lich find, absolut unzugänglich ist. Der Unterzeichnete fommt nunmehr dem berechtigten Verlangen einer großen Anzahl von beamten find angewiesen, alle Masten unnachfichtlich von der 8 profitlüftern, als daß sie einen so lukrativen Erwerbszweig Straße zu entfernen und zur Bestrafung anzuzeigen." gänzlich aus dem Privat in den Gemeindebetrieb übergehen Delegirten und Mitgliedern nach und wird in der am SonnIteẞe. tag, ben 19. Februar, Vormittags 101/2 Uhr, im In den Gärtnereien Bremens waren, nach der neulich Feenpalast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke, von den organisirten Gehilsen aufgenommenen Lohnstatistit, in einer& ohnbewegung. Unter ihnen zirkulirte ein AufAuch die k. k. österreichischen Hofbeamten befinden sich stattfindenden öffentlichen Bersammlung die 127 Gärtnergehilfen und Gartenarbeiter beschäftigt, während Nachtheile des heutigen Systems, gezwungen zu deren Zahl im Frühjahr vorigen Jahres 291 betrug. Die Arbeits- ruf zu einer Versammlung, in dem zunächst die erforderliche Anfein, zu einem von der Kasse bestimmten Arzt zu zeit ist zwölfstündig, der Lohn beträgt 18 M. wöchentlich im Sommer zahl von Loyalitätsversicherungen abgegeben wird, worauf ein gehen, gegenüber der Einrichtung, einen frei gewählten und 16,50. im Winter. Hinweis auf die erhebliche Steigerung der Lebensmittel- und Wohnungspreise folgt, und dann heißt es weiter: Zwischen Arzt benußen zu dürfen, eingehend, durch die Herren Dr. Mug dan und R. Aßmann erörtern, sowie die Stellungnahme der Mitihrem Einkommen und ihren unbedingt nothwendigen Ausgaben, glieber zu dieser Frage veranlassen. Es ist somit erforderlich, zwischen dem Nimbus, der sie umgiebt, und der Dürftigkeit, der daß alle tommen; wer nicht erscheint, vernachlässigt schwer feine sie sich ausgefeßt fühlen, zwischen ihrem Soll" und ihrem Pflicht und darf sich dann später nicht über das Zwangsarzt Haben" herrscht ein Widerspruch, den kein Rechenmeister zu System beklagen. lösen vermag, und der sie zwingt, nach Nebeneinkünften Umschau zu halten, welche mit ihrer Anstellung bei Hofe durchaus nicht Wie die Dinge heute stehen, sieht sich jeder immer harmoniren. vermögenslose Hofbeamte der unteren Rangstlassen vor die traurige Wahl gestellt, entweder ledig zu bleiben oder seine Familie den schwersten Entbehrungen auszusehen, oder bei Gründung eines Hausstandes Argumente in Erwägung zu ziehen, die vielleicht praktisch, aber gewiß nichts weniger als erhaben Die Hamburger Schauerleute hatten sich bei der Behörde darüber beschwert, daß die Unternehmer ihnen den Lohn in den Schankwirthschaften auszahlten, welcher Brauch für die Arbeiter von erheblichem Nachtheil war. Die Behörde hat versprochen, ungefäumt die nöthigen Schritte zu thun, um dieses gefezwidrige Treiben der Unternehmer zu verhindern; die reichsgefeßlich vor gefehene Erlaubniß der unteren Verwaltungsbehörde zum Leuteannehmen und Lohnauszahlen in Schantwirthschaften habe bisher weder einer der Unternehmer nachgesucht, noch erhalten. Wilh. Arndt, Vorstandsmitglied, Gneisenaustr. 82. An die Parteigenoffen und Genoffinnen Berlins! Die faufmännische Gehilfenschaft tritt an Euch mit einer Auf forderung heran, der Ihr um so eher nachkommen werdet, als es ja felbstverständliche Pflicht eines Sozialdemokraten ist, das Auf- Im Gegensatz zur Berliner Bäckereigenossenschaft, feimen des Klaffenbewußtseins in einer jeden Bevölkerungsschicht wo der Unfriede nicht aufhört, wirthschaftet die Lübec er thatkräftig zu unterstützen. Die kaufmännische Bewegung, die Genossenschaftsbäckerei. An dieser fann sich fein hungriger sind. Unter diesen Umständen wird niemand daran zweifeln, Ihr an der Hand der Vorwärts"-Berichte bereits seit Jahren bürgerlicher Zeitungsreporter Geld mit Standalnachrichten ver- daß die zwingende Nothwendigkeit vorliegt, endlich einmal einen habt verfolgen tönnen, ist an einer Art Wendepunkt angelangt. dienen. Ihr letzter Jahresabschluß stellt sich wie folgt: Es find Stollettivschritt zu unternehmen und den allgemeinen Wunsch nach Es ist durchaus erforderlich, um eine Berbreiterung und Ver- im Jahre 1892 18 257 Sad und 15 Kilo Getreide verbraucht einer Sanirung der Verhältnisse der t. u. t. Hofbeamten zum tiefung der Bewegung zu erzielen, daß auch die weiblichen worden, 1438 Sack und 15 Kilo mehr als im Jahre 1891. Die Ge- Ausdrucke zu bringen." Angestellten des Handelsgewerbes in den Bereich der sammteinnahme des Jahres 1892 betrug 390 277,20 Pf. gegen Ueber die Arbeitslönhe der englischen Arbeiter machte Agitation und Organisation gezogen werden. Da nun der 869 276,04. des Jahres 1891. Die Gesammtausgabe belief weitaus größte Theil derselben sich aus den Kreisen des Klein- sich auf 363 065,86., so daß ein Bruttogewinn von 27 211,34 M. Der Statistiker Robert Ginen in einer Sigung der Arbeitsinteressante Mittheilungen. Nach Giffens Erbürgerthums und der Arbeiterschaft refrutirt, so ist es für Euch erzielt wurde. Hiervon wurden 7024,87 M. zu Abschreibungen Commission interessante Mittheilungen. ebenso naheliegend wie leicht, uns in der Arbeit der Aufklärung verwandt. Die noch verbleibenden 20 177,97. ftellen den mittelungen erhalten etwa 25 pet. aller Arbeiter in England auch dieser Kreise erfolgreich zu unterstüßen. Reingewinn des Jahres 1892 dar, in Prozenten berechnet betrug einen Wochenlohn von weniger als 20 sh(= 20 M.), doch ist Bei der sich auch im Handelsgewerbe rapide vollziehenden dieser im Jahre 1892 51/6 pGt., im Jahre 1891 54/10 pCt. Das die überwiegende Mehrzahl der auf dieser Lohnstufe stehenden ökonomischen Entwickelung vom vom Kleinhandel zum Groß Schuldkonto, das am 1. Januar 1892 22 800 m. betrug, ist am Arbeiter nur wenig oder gar nicht geschult. Giffen erblickt in den 20 sh einen für den Lebensunterhalt in England nicht betrieb ist die Entlohnung sowohl, als auch die Lebens- Schluß des Jahres nur noch mit 6800 M. belastet. ausreichenden Betrag. Giffen erklärt je doch, dadurch, daß von haltung und Behandlung der faufmännischen Hilfsarbeiterinnen eine so durchaus proletarische, durch nichts von der der übrigen Nicht sehr viel scheint der angebliche oder wirkliche Arbeiter jeder Familie mehrere Glieder arbeiten, stelle sich das jährliche Arbeiterinnen unterschiedene, daß es nicht zu schwer sein wird, seiner Solibität zumuthen zu können, der in der Kreuz- Ginkommen einer Familie auf etwa 80 Pfd. St.( 1600 M.). In auch bei ihnen das Bewußtsein ihrer Klaffenlage zu wecken. Um Beitung" folgendes Gingesandt veröffentlichte:" Ich bin Müller den letzten 50 Jahren habe die Zahl derjenigen, welche weniger den ersten Schritt dazu zu thun, findet am Dienstag, den geselle, arbeite schon 18 Jahre auf einer Stelle; ich bin durch als 20 M. verdienen, immer mehr abgenommen.( Was nichts 21. Februar bei Bolt, Alte Jakob str. 75 eine Ver- und durch ein Gegner der Achtstunden- Arbeit; besagt, denn dafür ist auch der Werth des Geldes gefallen. Red.) sammlung statt, in der Frau Ihrer über, die Maß- benn Müßiggang lehrt viel Böses; ich arbeite Auch der Sozialist Hyndman wurde in der Kommission vernahmen der Regierung zur Einschränkung der 18 Stunden und noch darüber hinaus und fühle mich ganz wohl. nommen. Das Verhältniß zwischen Arbeitern und Unternehmern, Sonntagsruhe" und alsdann ein Kaufmann überage Aber nach Sonntagsruhe ist mein sehnlichster Wunsch. Nun erklärte er, sei in England ein schroff entgegengesettes. Der und Behandlung der weiblichen Angestellten habe ich gehört, daß für die landwirthschaftlichen Gewerbe auch leichthum habe sich in England sehr vermehrt, aber die Verin den Berliner Geschäften" referiren wird. Bur die gesetzliche Sonntagsruhe geschaffen werden soll. Ist das mehrung der Löhne stehe in feinem Verhältniß zu diesem Anweiteren Agitation für diese Versammlung ist ein Flugblatt her wahr und sind da wir Müller auch mit einbegriffen, und wann wachsen. Das Einkommen des Landes beträgt, nach seiner Berechnung 14-15 000 000 Pfd. Sterl. jährlich; die arbeitenden gestellt worden, welches jeder von Euch tagsüber in dem Putz- tritt die Sonntagsruhe in Kraft?" Dieser Müllergeselle wäre geschäft von M. Raff, Spandauerbrüde 14, in einem oder wenn er wirklich echt sein sollte leider nicht der einzige Thor Klassen aber erhielten, obwohl die überwiegende Mehrzahl, mehreren Gremplaren erhalten fann. Wer von Euch nicht Zeit unter den Arbeitern, der von den Angehörigen seiner eigenen weniger als 1/8 aus dieser Summe. oder Gelegenheit hat, sich dieselben selbst zu holen oder sie zu lasse so schlecht denkt, weil er, im Bann fapitalistischer Anverbreiten, der theile dem Unterzeichneten schriftlich die genaue schauungen befangen, nicht weiß, daß die Arbeit des Menschen Adresse und die Anzahl der erforderlichen Exemplare mit, worauf wegen da ist und nicht umgekehrt der Mensch wegen der Arbeit. Kürzung die Arbeit niedergelegt. hin fie prompt versandt werden sollen. Wir erwarten von Euch Wenn der durch die Arbeit ja disziplinirte Arbeiter mehr Muße Der Bergarbeiter- Ausstand in Mons( Belgien) soll im Allen, insbesonders von denen, welche durch ihren Beruf als hat als jeßt, so wird er nicht böse Streiche verüben, sondern die Rückgang begriffen sein, da die Hälfte der Bergarbeiter von Staufleute oder Hausdiener mit Berkäuferinnen, Buchhalterinnen freie Zeit zum Lernen verwenden. Sind denn Kunst, Wissen- Framerie die Lohnherabsehung angenommen hätte. und sonstigen Hilfsarbeiterinnen des Handelsgewerbes zu thun schaften und andere edle Vergnügungen wie z. B. der Genuß nur für die geadelten und haben, eine lebhafte und umfassende Unterstügung der jungen an den Schönheiten der Natur Bewegung. bürgerlichen, grab- und trummmasigen Kapitalisten da, Herr Müllergeselle von und woßu der Kreuz- Zeitung"? Mit sozialdemokratischem Gruß Die Weber in Dinant( Belgien) haben infolge von LohnZonentarif in Rußland. Die Kommission für die Regelung der russischen Eisenbahntarife beschloß, wie die Zeitschrift Der Zonentarif" mitiheilt, der Regierung die Einführung des Bonentarifs nach dem Muster Ungarus zu empfehlen. Versammlungen. die Agitationstommission der Raufleute J. A.: Berthold Heymann, C., Rochstr. 18, IV. ,, Gut Schwein!" Für die fittliche Rückwärts Mauferung des herrschenden Bürgerthums Achtung, Mitglieder der Ortskaffe der Klempner bringt die Sächsische Arbeiterzeitung" einen neuen Beleg. Das Berlins! Am Sonntag, den 19. Februar, Vormittags 9 Uhr, Blatt schreibt: Vor uns liegen zwei Lieder, die bestimmt waren, findet die Delegirtenwahl bei Bolz( früher Feuerstein), Alte ein Fest des Verbandes der Dresdener Regelfluba Jakobstraße 75, statt. Es gilt in derselben, die Delegirtenliste zu verschönern". In diesen Klubs ist zumeist das honette burchzubringen, welche in der Versammlung am 9. Februar auf Bürgerthum vereinigt. Die etelhajtefte, vertommenfte Bordell- Der Wahlverein für den 4. Reichstags- Wahlkreis gestellt ist. Man hätte doch erwarten müssen, daß der Vorstand phantafie macht sich in diesen beiden Liedern" breit. Das eine wählte in seiner Versammlung vom 7. Februar, wie uns als Nachwegen der Nichtbestätigung der im November v. J. stattgefundenen Lied, überschrieben Ein Besuch im Harem". zu singen nach der trag zu unserem Bericht in Nr. 34 mitgetheilt wird, den Genossen Wahl Bericht erstattet und gleichzeitig eine Besprechung über den Melodie des Schunkelwalzers", schildert den Traum eines Petrick zum ersten und den Genoffen Lothar zum zweiten Schrift " " = " führer. Der Vorwärts" hatte irrthümlich die Namen Betri und| demokratischen Sehzrednern empfohlenen Mittel, nichts zur die Berliner Kollegen ihre so oft betonte Sielbewußtheit" be Botha genannt. Genoffe Tempel brachte sodann noch zur Sprache, Bessergestaltung der Lage der arbeitenden Klaffen beitragen thätigen mögen. Dies könnte nur zum Segen der Zentraldaß in der Denunziation gegen seine Person vom Vorwärts" tönnten. Der Zweck all diefer Leute sei ja nur der, Thron und organisation ausfallen, Die Ansführungen des Vortragenden nicht unparteiisch verfahren worden sei. Man" habe dem Altar umzustürzen, jede Autorität zu untergraben, Ehe und wurden mit Beifall, aber auch mit Widerspruch aufgenommen. Denunzianten" mehr geglaubt, als ihm, was er daraus erkenne, Familienleben zur zerstören. Sehr leicht wurde es Letterer gelangte in der Diskussion zum Ausdruck durch die haß der Vorwärts" erklärt habe, er habe sich von der Unschuld dem Referenten auf diese„ ollen Ramellen" die gebührende Kollegen Börner und Bod's. Die Auseinandersehungen Ber Herren Otto und Arnold überzeugt, obgleich Erwiderung zu geben. Nachdem noch einige Genoffen sich mit diesen nahmen den üblichen Verlauf und endeten ba diese in der Strafverfügung gegen ihn als Beugen in zustimmenden Worten für die obige Resolution mit, daß die Gegner ber Bentralisation, unter verzeichnet gestanden hätten. Seine nachträgliche Be- ausgesprochen hatten, wurde dieselbe mit allen Stim ihnen auch der Schriftführer, mit den beiden Rednern richtigung sei Don der Redaktion nicht aufgenommen men, gegen die Stimmen der Unternehmer, angenommen. demonstrativ die Versammlung verließen. Die Gründung bezw. werden.( Der Genosse Tempel ist mit seinen Behauptungen im Es würde zu weit führen, die Debatten der einzelnen Ver- Bestätigung der zweiten Filiale des Vereins deutscher SchuhFrithum. Die Herren Arnold und Otto haben in einer uns sammlungen in ihrem Verlaufe zu schildern; wir wollen nur macher, speziell für den Norden Berlins, vollzog sich hierauf in glaubwürdigen Weise die seiner Zeit vom Genoffen Tempel ge- darauf hinweisen, daß es den Referenten sehr leicht würde, ein- ruhiger Weise. In den provisorischen Borstand wurden gewählt brachte Notiz dahin berichtigt, daß fie fich zufällig in seinem zelne Ausstellungen gegen die Schuhmarke, so z. B. die angeb- die Kollegen Krause, Böhm und Strud, zu Revisoren Lolal befunden haben, als ein Polizeibeamter dort die Ueber- liche Bertheuerung der Waaren, als unbegründet nachzuweisen. die Kollegen Jessert und Kirsch. Zum Schluffe gab Kollege schreitung der Polizeistunde zu fonstatiren suchte. Derselbe hätte So sei in der Tabakindustrie für die Konsumenten noch ein Fleischer Anweisungen, die Wahlen zum Gewerbegericht befie dann einfach als Zeugen aufgeschrieben, wie dies eben unter Vortheil zu erzielen, indem dem betrügerischen Zwischenhandel treffend, worauf Schluß der Versammlung erfolgte. folchen Umständen üblich sei. Irgend welche böswilligen Ab- ein Ende bereitet wird, der es ermöglicht, daß Bigarren, die, fichten gegen Tempel hätten ihnen durchaus fern gelegen. Die in den Strafanstalten verfertigt, 16-25 M. im Eintaufe toften, Der Fachverein der Stellmacher Berlins und Umgegend Redaktion hatte, wie gesagt, feine Ursache an dieser Richtig an die Arbeiter mit 5 Pf. verkauft werden, also 50 M. bringen. hielt am 12. d. M. eine Mitgliederversammlung ab, in welcher stellung zu zweifeln, und war daher zur Ehrenrettung der be- Ebenfalls werden auch die in der Hausindustrie, unter gesund- wiederum eine Reihe Beschwerden über den Arbeitsnachweis treffenden Herren verpflichtet, deren Angaben zu veröffentlichen. heitswidrigen Verhältnissen hergestellten Fabrikate von dem der Innung vorgebracht wurden. Das Verhalten des HerbergsBei ruhiger Ueberlegung sollte Genoffe Tempel übrigens zu dem Markte verschwinden. Abgesehen von den Einwendungen im wirthes Milde, sowie des Arbeitsvermittlers, Stellmachermeiſters Schluß kommen, daß dem Vorwärts doch wirklich nichts daran obigen Sinne aus den Reihen der Genoffen, fanden auch Aus- Müller, wurde aufs schärffte gegeißelt. U. A. wurde von einigen gelegen sein fonnte, ihm eins anzuhängen. Hoffentlich ist hiermit einandersetzungen mit solchen Unternehmern statt, welche sich für Kollegen mitgetheilt, daß Herr Müller 6 Kollegen bei Engel, die unerquickliche Angelegenheit für die Genossen erledigt. D. Red.) die Schußmarte erklärten, aber an den Bedingungen für die Ver- Demminerstraße, Arbeit nachgewiesen hatte. Als sich dieselben abfolgung derselben Ausstellungen zu machen hatten. So erschien zum dort aber meldeten, mußten sie zu ihrem Erstaunen hören, Die Banarbeiter hatten am Sonntag eine Versammlung. Beispiel der§6 des Reglements vor allem geeignet, die Einführung der daß Herr Engel feine Gesellen brauche. Selbstverständlich in wellcher Genoffe allenthin einen Vortrag über die Be- Schuhmarke wesentlich zu erschweren. Es würde den Fabrikanten gingen die Kollegen wieder zu Herrn Müller, um deutung der Streits hielt. Der Kern seiner Auseinander- unmöglich gemacht werden, mit ihren bisherigen Abnehmern, den wenigstens ihre 20 Pf. zurückzuerhalten, die sie vorher für das setzungen war, daß der Streit ein nothwendiges Kampfesmittel Händlern, in Verbindung zu bleiben, wenn diese Händler, außer Ausschreiben" bezahlen mußten. Herr Müller habe ihnen, wie der Arbeiter sein und bleiben werde. Seine Anwendung werde den mit Schuhmarken versehenen Waaren, noch andere Waaren, weiter ausgeführt wurde, aber nur 10 Pf. gegeben und zwar den Arbeitern von ihren wirthschaftlichen Gegnern, den Unter- von anderer Seite, ohne Schutzmarken, beziehen; der§ 6 müsse mit dem Bemerken, sie möchten doch nicht glauben, daß er umnehmern, aufgezwungen. Daß der Streit mit Vorsicht angewendet also unbedingt gestrichen werden. Diesen Einwendungen gegen- sonst schreibe! Als Kuriosum sei noch mitgetheilt, daß ein aus werde, dafür biete eine möglichst gute Organisation die beste über wurde betont, daß, wenn sich in der Praxis herausstellen wärtiger Meister einen Gesellen mit der Motivirung verlangt Garantie; sie sichere auch den Erfolg. Eine unorganisirte Masse sollte, daß diese oder eine andere Bestimmung der Einführung hat, sein jebiger Geſelle arbeite zwar schon anderthalb Jahre könne wohl durch eine plöglich entfachte und emporlodernde Be- im Wege steht, sich derartige Bestimmungen unschwer beseitigen bei ihm, doch sei derselbe Sozialdemokrat, und deshalb wolle geisterung zur Bekämpfung des Unternehmerthums veranlaßt resp. abändern ließen; im übrigen seien die Bestimmungen für er jemand anders haben. Für die Ausführung dieses Auftrages werden, einem Strohfeuer gleich erlösche diese jedoch sehr bald die Verabfolgung der Schuhmarke so gehalten, daß sich jeder ein- wolle er übrigens auch 1,50 Mt. entrichten. Die Kollegen Geese und mit ihr alle Energie und aller Muth. Redner empfiehlt sichtige Fabrikant denselben unterwerfen könne. und Marreck, welche fich bei der Gewerbe Deputation über seinen versammelten Kollegen, sich zu vereinigen und tüchtig für die Vereinigung zu wirken. In der Diskussion betonten Diese und ähnliche Widerlegungen hatten denn auch zur für eine Auflage an den Wirth zu entrichten hat, beschwert Diese und ähnliche Widerlegungen hatten denn auch zur das Plakat, nach welchem jeder arbeitsuchende Stellmacher 40 Pf. alle Redner die Nothwendigkeit der Organisation, wobei Folge, daß obige Resolution an allen obenerwähnten Orten von hatten, erhielten, wie sie mittheilten, folgenden Bescheid zurück. sie die Form derselben mehr oder minder für neben den größtentheils sehr zahlreich besuchten Versammlungen einsächlich erklärten. Die herrschenden Nothstandsverhältnisse wurden stimmig oder gegen wenige Stimmen angenommen wurde. Anebenfalls diskutirt. Natürlich wurde dabei scharfe Kritik geübt gesichts dieses Erfolges können wir annehmen, daß, wenn die an denen, welche keinen Nothstand sehen wollen. Kollegen allerwärts in gleicher Weise thätig sind, unsere DrHerr A. Müller führte aus, daß er, schon lange arbeitslos, mit ganiſation mit der Wahl dieses Mittels feinen Fehlgriff geTausenden von Leidensgenossen an einem Morgen vor dem Dom macht hat. geftanden habe, um Arbeit zu erhalten. Da habe man sie, die Eine öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie fich bemühten, um ihren Verpflichtungen gegen Familie und beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am 13. d. M. Staat nachkommen zu können, einfach auseinander getrieben. Zweck der Versammlung war die Gründung einer zweiten Filiale Nachdem Genosse Maurer Wilte noch ein furzes Referat ge- Des Verbandes deutscher Schuhmacher und Ergänzungswahl zur halten und Wallenthin eine irrthümliche einiger feiner Ausführungen berichtigt hatte, wurde folgende und sollte nunmehr auf 7 Personen verstärkt werden. Da zwei Auffaffung Agitationskommission. Diese bestand bislang aus 5 Personen, Nachdem noch eine Reihe anderer Beschwerden vorgebracht Resolution einstimmig angenommen:" Die Versammlung er- Kommissionsmitglieder zurückgetreten waren, hatte die Ver- waren, wurde beschlossen, am 5. März, Rosenthalerstr. 38, eine kennt die von allen Rednern angeführten Schäden an, welche den Arbeiter der Möglichkeit berauben, für ſeine und Ergebniß die Wahl der Kollegen Strud, Günther, dem Arbeitsnachweis beschäftigen wird. Die Kollegen werden welche den Arbeiter der Möglichkeit berauben, für seine und ſammlung vier Neuwahlen zu vollziehen; dieselben hatten als öffentliche Stellmacherversammlung abzuhalten, welche sich mit feiner Familie Existenz zu sorgen, und spricht der Majorität der Ergebniß die Wahl der Kollegen Strud, Berliner Stadtverordneten- Versammlung, welche mit gefülltem Böhm und Jessert. Zum ersten Punkte der Tages ersucht, weitere Mißstände, welche in letzter Zeit in der MulackMagen den Nothstand der Berliner Arbeiter nicht anerkennen Magen den Nothstand der Berliner Arbeiter nicht anerkennen ordnung hielt Reichstags Abgeordneter Bock den einleitenden straße 9 vorgekommen find, den Kollegen J. Brüß, Brunnenwill, ein Mißtrauensvotum aus. Die Versammlung verspricht, der gewerkschaftlichen Bewegung und bezeichnete die gewerkschaft filiusstraße, Quergebäude 3 Tr., umgehend mitzutheilen. Zum will, ein Mißtrauensvotum aus. Die Versammlung verspricht, Vortrag. In demselben veranschaulichte derselbe die Bedeutung traße 113, 1 Tr. und F. Cafar, Blumenstr. 69, Eingang Marimmer weiter zu arbeiten, um die oben angeführten Schäden zu liche Organisation als eine Nothwendigkeit, insbesondere für das Schluß wurden die Kollegen noch aufgefordert, sich zahlreich an beseitigen und die Ideale der darbenden Arbeiter zu verwirt Schuhmachergewerbe, da dieses ganz hervorragend der fortschreiten- den Gewerbegerichts- Wahlen sowie an der Flugblättervertheilung lichen." Hierauf berichtete Herr Giese über die Thätigkeit der Vertrauensmänner- Revisoren. Diese hatten den Auftrag aus den Technik unterworfen sei, welche immer weitere Tausende, besonders zu betheiligen. zuführen gehabt, einigen Schuldnern der Agitationskasse, ehe- gelernter Arbeitskräfte überflüssig" mache. Redner bedauerte Im Fachverein der Stuckateure sprach am 7. Februar maligen Vertrauensleuten, etwas auf die Finger zu sehen und desto mehr die gänzlich ungenügende gewerkschaftliche Organideren Schulden im Gesammtbetrage von etwa 100 Mart Die Hoffnung auf das Eingreifen der Gesetzgebung zu gunsten der wirthschaftlichen und politischen Entwickelung Rußlands aus. deren Schulden im Gesammtbetrage von etwa 100 Mark fation der deutschen, namentlich aber der Berliner Schuhmacher. Herr Literat Stöt über den Schriftsteller Leo Tolstoi. Von einzutafsiren. Die Betreffenden restiren zum Theil schon der Arbeiter sei, wie die letzten Nothstandsdebatten im Reichs- gehend, entwarf der Redner eine lebhafte Schilderung von dem feit 1889. Erfolge konnte Genosse Genosse Giese nicht melden. In der diesem Bericht folgenden Debatte wurden jene Leute tage zur Genüge bewiesen hätten, eine fast hoffnungslose. Des- bedeutenden russischen Schriftsteller. An der Diskussion bescharf fritisirt. Der Kassirer Genosse Klinge, theilte mit, daß halb seien die Arbeiter auf sich selbst angewiesen. Der Vor- theiligten sich die Kollegen kleinert, H. Grünenberg, jetzt ein Bestand von 3,60 M. vorhanden ist, nachdem die letzte tragende legte die Zwecke und Ziele des Vereins, wie auch die ich te und W. Schulz. Die hierauf erfolgte Abrechnung bereits erzielten Erfolge in längeren Ausführungen flar. vom 4. Quartal 1892 ergab eine Einnahme von 496,22 M., eine öffentliche Abrechnung 14,16 m. als Bestand ergeben habe. Berlin hätte die Pflicht, der deutschen Kollegenschaft Ausgabe von 224,99 M., so daß ein Bestand von 271,23 m. Giese erklärte betreffs der Kaffenverwaltung des Genossen mit gutem Beispiele voranzugehen, was bislang leider verbleibt. Unter den Ausgaben ist anzuführen, daß an durchKlinge, daß alles in Ordnung sei. Die Versammlung beschloß, nicht der Fall gewesen sei. Die Majorität der Berliner Arbeiter- reifende Kollegen 10,50 M. und an frante Kollegen 35 M. ge die Revisoren Giese, Schröder und Kersten zu beaufschaft stehe auf dem Boden der Zentralisation. Wenn die zahlt wurden. Bei den Ausgaben für Referate wurde bemängelt, tragen, eine Listensammlung vorzunehmen und mit deren Ertrage minorität es ehrlich mit fich und der Arbeiter daß verschiedene Referenten zu hohe Ansprüche gemacht haben; die Kosten einer gerichtlichen Ginklagung der betreffenden Gelder schaft meine, zu bestreiten. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung ging schaft meine, so sei es Pflicht derselben. endlich die es sei doch Pflicht der Genossen, ihr Wissen in den Dienst der Streitagt zu begraben; die Kollegen in der Provinz würden Allgemeinheit zu stellen. Die nächste Versammlung ist am die Versammlung dann auseinander. den alten Weg gehen. Redner schloß mit dem Wunsche, daß 21. Februar; in derselben hält Kollege Lichte einen Vortrag. Zur Einführung der Schuhmarke für die Tabak Industrie unternahmen im Auftrage des Vorstandes des Unterstützungsvereins deutscher Tabatarbeiter die Kollegen Börner, Butry, Dechand, Drescher und Kiesel je eine Agitationstour nach den Städten Spremberg, Finsterwalde, Kottbus, Luckenwalde, Dessau, Staßfurt, Coswig, Zerbst, Rathenow, Stendal, Magdeburg, Brandenburg, Dresden, Wurzen, Neudamm, Guben, Liegniß, Breslau, Stargard und Fürstenwalde. Die Tagesordnung für die zu diesem Zweck einberufenen öffentlichen Volksversammlungen war eine gleichlautende:" Die Schuhmarte als gewerk. schaftliches Rampfesmittel." Sämmtliche Redner gingen von der Ueberzeugung aus, daß die heutige wirthschaftliche Ge sammtlage der Arbeiter im allgemeinen und die Lage der Tabakarbeiter im besonderen, mit Nothwendigkeit dahin drängt, die bestehenden Organisationen immer und immer mehr auszubauen und zu kräftigen, dieselben mit neuen und geeigneten Kampfes mitteln auszurüsten. Als ein derartiges Kampfesmittel wird in neuerer Zeit von den Arbeitern solcher Berufszweige, wo die Produkte von der breiten Masse des Boltes konsumirt werden, die Kontroll- Schuhmarte empfohlen und in Anwendung gebracht. Von der Nothwendigkeit ausgehend, die so überaus traurige Lage der Tabatarbeiter aufbessern zu müssen, hat die Generalversammlung der Tabatarbeiter- Organisation beschlossen, sich dieses Kampfesmittels fortan zu bedienen. So einleuchtend auch die Vortheile der Kontrollmarke für die Arbeiter dieser Berufe sein müssen, so würde Der Erfolg dennoch ausbleiben, wenn diesen Berufen nicht die Unterstützung der gesammten tlassenbewußten Arbeiterschaft zu theil wird. Dadurch würde aber auch, wenn es gelänge, die Lage dieser Arbeiter aufzubessern, der erzielte Vortheil der Gesammtarbeiterschaft, selbst den Berufen, wo die Einführung der Schuhmarfe nicht möglich ist, zu gute tommen. Es sollte doch jedem denkenden Arbeiter einleuchtend sein, daß durch die Besserstellung, z. B. der Tabatarbeiter, der Zextilarbeiter, der Hutmacher 2c. 2c. ein Mehrverbrauch eintrete und die Konfumtionsfähigkeit wechselseitig gehoben wird. Dieses der Arbeiterschaft flar zu machen, ihre Mithilfe zur Einführung der Schutzmarte zu erstreben, war der Zweck der zu diesem Behufe einberufenen Versammlungen. Zum Schluß wurde von dem Referenten der Versammlung nachstehende Resolution unterbreitet: " In Erwägung, daß der im März v. J. in Halberstadt stattgehabte Gewerkschaftstongreß sowohl wie der Berliner Parteitag, Die Kontroll- oder Schußmarte als gewerkschaftlich es Kampfmittel anerkannt und empfohlen haben, beschließt die betr. Volfsverfammlung, für die Einführung und Ausbreitung derselben einzutreten und zwar dadurch, daß die Theilnehmer nicht nur mit Schußmarte versehene Waaren zu kaufen, sondern auch haupt sächlich jede Agitation für die Schutzmarke zu unterstützen haben." Die an diese Vorträge sich anschließende Diskussion war an einzelnen Orten eine recht lebhafte, beispielsweise in Neudamm, wo das Unternehmerthum es für gut befunden hatte, in der Person des Herrn von Lühow einen Korreferenten aus Berlin zu verfchreiben. Derselbe wies darauf hin, daß, wo die drei Hauptbedingungen, Zufriedenheit, nochmals Zufriedenheit und immer wieder Zufriedenheit nicht vorhanden sind, auch die von sozial- I " B Berlin, den 4. Febr. 1893. Auf die Beschwerde vom 10. Dezember v. J. gereicht Ihnen folgendes zum Bescheid. Laut Bericht des Innungsvorstandes ist das Plakat, nach welchem jeder arbeitsuchende Stellmacher auf der Herberge 40 Pf. zu zahlen verpflichtet sein soll, nunmehr beseitigt, und es wird eine Erhebung von Gebühren fernerhin nicht mehr erfolgen. Gewerbe- Deputation des Magistrats. J. V.: Hübner. 3. Ziehung der 2. Klasse 188. Königl. Preuß. Lotterie. 177 97 425 649 86 736 890 941 47 Biehung vom 16. Februar 1893, Bormittags. Nur die Gewinne über 105 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 45 59 142 54 97 305 80 432 782 88 985 1059 114 299 370 417 70 73 564 70 93 796 806 916 2160 61 86 251 57 300 33 468 89 97 579 639 875 3068 232 363 73 437 57 559 605 25 735 89 878 900 43 4000 145 269 406 565 734 836 46 67 923 5026 304 503 19 93 612 857 941 6056 125 228 49 58 578 690 802 3 34 37 77 937 58 7006 75 148 88 294 321 647 51 62 733 71 77 818 24 38 60 77 8045 79 107 225 407 29 533 13001 828 993 9118 83 207 47 84 347 694 868 10097 308 19 439 507 608 27 59 60 87 829 913 15 24 88 11055 164 260 318 51 413 765 841 72 91 12104 90 12001 280 309[ 150] 13 430 514 31 601 37[ 150] 763 882 91 13079 172 255 787 946 54 14000 [ 3001 91 410 56 771 873 94 15023 36 88 146 96 278 311 488 730 819 944 56 95 16046 274 447 653 75 714 96 998 17073 278 407 569 702 4 12 41 70 72 937 60 18076 107 27+ 304 29 494 588 99 697 713 810 85 88 19013 192 372 533 80 670 758 858 911 41 92092 218 368 435 75 643 755 824 971 93000 45 133 12001 205 72 320 99 418 72 508 35 620 747 847[ 150] 951 94216 23 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beutystraße 2.