Nr. 154. * Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerands? Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. summer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Bumänien, Schweden und die Schweis Erideint taglio außer Montag Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg Die Infertions- Gebühr Betragt für die fechsgespaltene Rolor geile oder deren Raum 50 Pig., bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Bort 20 Bfg., jede weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zum Flensburger Skandal. Ein Beitrag zur Psychologie des Freisinns. Man schreibt uns: Sonnabend, den 4. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " einberufen und von Mitgliedern des Wahlvereins für Stadt Daß eine Vertretung der Voltsinteressen von dem nun und Land", unter ihnen Dr. Liedtke, geleitet wurde, sprach gewählten liberalen" Agrarierschüßling Duus im Junterder freifinnige Volksparteiler und Generalsekretär des Reichs- parlament in teiner Weise erwartet werden darf, ist ja an berbandes Schaper und erregte bei den anwesenden sich selbstverständlich. Für seine Auffassung von den Pflichten Bündlern großes Wohlgefallen durch agrarfreundliche eines Volksvertreters dürfte aber doch folgendes Vorkommnis Erklärungen wie die, daß das Koalitionsrecht bezeichnend sein: Die Flensburger Polizei hatte durch ein Der perfide Handel der Flensburger Freisinnigen, der zu der Landarbeiter unbereinbar sei mit der tattloses Vorgehen gegen den hochpatriotischen Gesangverein" der Wahl des Herrn Dr. Duus zum Landtagsabgeordneten Sicherung der Voltsernährung und dem Ge- auch bei den gutgesinnten Spießern allgemeines Aergernis mit agrarkonservativer Hilfe geführt hat, beruht auf einer seit deihen der nationalen Landwirtschaft! erregt, zu dessen Mundstück sich Dr. Duus im Stadtparlament langem vorbereiteten, wohlerwogenen Taktik sowohl der Frei- Die Seelenverwandtschaft der freisinnigen machte. Obwohl Duus nur eine schüchterne Anfrage über die sinnigen wie der Konservativen. Als Beweis dafür mögen Kleinbürger mit den agrarischen Bauern und Gründe des Vorgehens der Polizei stellte, wurde doch die folgende Tatsachen angeführt werden: antisemitischen Mittelständlern hat aber noch Beantwortung von dem Oberbürgermeister schroff abgelehnt Auf den ersten Blick freilich macht der zwischen beiden tiefere als bloß taktische Gründe. So unglaublich es flingt, mit der Begründung, daß die Handlungen der Polizeiverwaltung Gruppen abgeschlossene Vertrag den Eindruck, als sei es den es ist doch wahr: Die Flensburger Freisinnigen sind leichter nicht Gegenstand von öffentlichen Erörterungen der StadtFreifinnigen gelungen, die Bündler zu überlisten. Da nämlich für einen antisemitisch mittelständlerischen Kandidaten verordneten sein dürften, weil ihnen kein Disziplinar bei der Reichstagswahl 1907 der nationalliberale Kandidat, vollzählig an die Wahlurne zu bringen als für einen recht zustehe; nur zu privaten Auskünften sei die i Gutsbefizer Bommelsdorf, der schließlich siegreich blieb, Nationalliberalen! Auf die allgemeinen ökonomischen Gründe verwaltung bereit. Mit dieser dreisten Erklärung gab schon im ersten Wahlgang die höchste Stimmenzahl, mehr als dieser Erscheinung, den gemeinsamen Haß gegen liberale Herr Duus zufrieden und trat mit einig doppelt so viel als der Kandidat der Bündler, Reventlow, die sozialistische Arbeiterschaft, die Furcht und schuldigungen einen fläglichen Rückzug an. erhielt, so könnte es scheinen, als ob die Freifinnigen bei der den Neid andererseits gegen die nationalliberale Groß- Dieser grandiose Politiker, der jahrzehntelange Durchfallsnächsten Reichstagswahl gar nicht in die Lage kommen würden, bourgeoisie, braucht hier nicht eingegangen zu werden. Für kandidat der Flensburger Freifinnigen, ist freilich nun endlich ihre kontrattliche Zusage einzulösen, dem in die Stichwahl Schleswig- Holstein und Flensburg kommen noch besondere an das Ziel seiner Eitelkeit gelangt und hat sich ein Mandat gelangten Agrarier ihre Stimmen zu geben. Doch dem ist in Ursachen hinzu. Es besteht nämlich in Schleswig- Holstein erschlichen. Aber die Nemesis wird nicht ausbleiben: Die Wirklichkeit nicht fo. Der Nationalliberale erhielt nämlich eine besonders intensive traditionelle Rivalität und Ver- nächste Reichstagswahl wird voraussichtlich zeigen, daß die 1907 nur deshalb eine so große Stimmenzahl, weil außer ärgerung zwischen den Nationalliberalen und dem auf die Freisinnigen auch bei diesem Schacher die be. seinen engeren Parteifreunden der größte Teil der Klasse der kleinen Kaufleute und Gewerbetreibenden genügten trogenen Betrüger sind und daß die Konservativen Landbevölkerung für ihn eintrat. Das geschah aus Freisinn. In Flensburg kommen Ursachen hinzu, die in der als die Schlaueren das bessere Geschäft dabei machen. De taktischen Gründen, um eine Wahl des Sozialdemokraten in- Person des bisherigen nationalliberalen Landtagsabgeordneten, Flensburger Freifinn wird diesen Schlag, diesen Pyrrhussi folge Zersplitterung der bürgerlichen Stimmen zu verhüten, des Professors Metger, liegen. Dieser ist nämlich den nicht verwinden; er wird wieder einen großen Teil seiner bisunter dem Einfluß des Wahlvereins für Stadt und Land", freisinnigen, vom Rottoller beherrschten, politisch herigen Anhänger an die Sozialdemokratie verlieren, und seine einer politischen Gruppe von reichsparteilichen Scharfmachern bornierten und unwissenden Kleinbürgern Neste werden unter der Masse des reaktionären Bürgertums und nationalistischen Mittelständlern, die eine Einigung Flensburgs noch zu liberal! verschwinden. Die Haltung des Flensburger Freisinns kann " N Stimmungsmache. Sensationellewendung im Prozeß Eulenburg. Die Allgemeine Berliner Korrespondenz" erfährt aus athentischer Quelle, daß die bisherigen Verhandlungen in dem Meineidsprozesse gegen den Fürsten Eulenburg auch nicht das geringste beweisträftige Belastungsmaterial ergeben haben. Durch die Aussage einiger Zeugen haben sich gewisse Vorgänge, die in der Untersuchung als homosexuelle, wenn auch nicht u den§ 175 fallende Betätigungen des Fürsten aufget wurden, als vollkommen harmlose Atte einer herablassenden ttraulichkeit Eulenburgs gegenüber Personen in Senender Stellung herausgestellt. So ergab die Vernehmung eines Beugen, daß der Fürst einem beim Speisen serbierenden früheren Soldaten, indem er ihn freundschaftlich mit der Hand anstieß, wie eben hochstehende Personen die Leute aus ihrer dienenden Umgebung zuweilen an zusprechen pflegen, ungefähr mit den Worten apostrophierte:„ Na, strammer Junge, wo hast Du denn gedient?" Auch die Legate des Baron Rothschild haben durch die Zeugenaussage seines Bruders eine natürliche und unauffällige Klärung gefunden. Vor allem aber macht der Fürst selbst durch seine ruhigen sachlichen Angaben und die geradezu geistvollen Aufflärungen, die er für alle etwas zweifelhaften Borgänge gibt, bisher einen so ausgezeichneten, ja geradezu bertrauenerwedenden Eindruck auf die Geschworenen, baß bereits jett, selbst wenn der Zeuge Ernst nicht umfallen sollte, mit der Möglichkeit eines Freispruches gerechnet werden der nationalliberalen Industriellen Flensburgs mit den Zur Illustration diene u. a. folgendes: In der Flens- als typisch gelten: Die Freisinnigen unterscheiden" ch Landbündlern anstrebt zum 8wed gemeinsamer Be- burger Stadtverordnetenversammlung beantragte der Magistrat von den übrigen Reaktionären nicht politisch, sondern kämpfung der Sozialdemokratie. Es gelang dem Wahl- die Einführung der Wertzuwachssteuer. Der Antrag moralisch, nämlich durch größere Perfidiel verein jedoch nicht, die Gesamtheit der Agrarier wurde mehrere Male, ehe er mit einer Stimme Majorität für den Kompromißkandidaten zu gewinnen. Ein Teil durchging, zu Fall gebracht durch die freisinnigen bon ihnen, die entschiedeneren Bündler, gaben ihre Hausbesiker in der Versammlung, während Professor Stimmen dem ziemlich furz vor der Wahl aufgestellten Metger für ihn eintrat. Ferner: als es sich um den Bau Sonderkandidaten der antisemitischen Mittelständler( deutsch- einer neuen Schule handelte, wünschten die Freisinnigen soziale Reformpartei), dem Bündler Grafen Reventlow. Es eine zweite Realschule, Es eine zweite Realschule, um durch Zuschüsse der Stadt ist nun so gut wie gewiß, daß Herr Wommels- den Söhnen des Mittelstandes eine höhere Schulbildung dorf zur nächsten Reichstagswahl nicht wieder billig zu verschaffen, während sich Metger gegen die aufgestellt werden wird. Schaffung einer neuen Standesschule zwischen Oberrealschule Die Landbündler haben verlautbaren lassen, daß sie ent- und Volksschule wendete und für Vermehrung und schlossen sind, das nächste Mal einig borzugehen und einen ebung der Volksschulen plädierte, als Grundlage für ihre Zwecke sicheren Stantonisten aufzustellen. Es ist einer späteren Einheitsschule. ziemlich wahrscheinlich, daß die Bündler auf den Grafen Die Flensburger, Freisinnigen" haben überhaupt Reventlow zurückgreifen werden. Dieser energische Herr, stets den borniertesten Kleinbürgerſtandpunkt vertreten. Früher ehemaliger Marineoffizier, jest Gutsbesitzer und Mitglied des beherrschten sie unter Führung des Stadt berordnetenBundes der Landwirte, würde einerseits als Mitglied der vorstehers Bruhn die städtische Vertretung völlig. Zur antisemitischen Reformpartei" die Stimmen Kennzeichnung dieses echt freisinnigen Herrn diene folgendes: eines großen Teils des Kleinbürgertums für sich haben, Obwohl er auf Grund feiner Informationen über andererseits genießt er als imperialistischer Flottenfanatiker einen geplanten Straßendurchbruch glänzende Grundstücksund durch seine Versprechungen, für die nationale" Export- gefchäfte auf Kosten des auf Kosten des Stadtsäckels gemacht hatte, industrie einzutreten, bei den nationalliberalen mußte dennoch wegen umfangreicher Steuerhinterziehungen Reedern und Industriellen Flensburgs Sym- Anklage gegen ihn erhoben werden, die zur Verpathien. Auch der freikonservative Wahlverein für urteilung führte. Seine kulturellen Anschauungen beStadt und Land" wird infolge dieser Sachlage, um leuchtet u. a. sein Widerspruch gegen die Errichtung einer eine agrarisch- antisemitische Sonderkandidatur zu verhüten, neuen städtischen Badeanstalt, wobei er die föstliche Bebei der nächsten Reichstagswahl seinen Kandidaten weiter gründung riskierte: zu seiner Jugendzeit habe man sich rechts wählen und arbeitet demgemäß auf einen solchen Mann weniger gebadet als jetzt und sei doch gesund geblieben. Frei- Die hier wiedergegebene Notiz ist gestern der Presse zugegangen. der reaktionären mittleren Linie" hin, wie Reventlow es sinnige Stadtväter dieser Art, völlig beherrscht von eng Sie zeigt, wie der Ausschluß der Deffentlichkeit beziehungsweise der ist. Nachdem nun die Freisinnigen in dem mit den Agrariern herzigsten Privatinteressen, haben seit Jahr- Preffe von intereffierter Seite ausgenügt wird, um im Trüben zu abgeschlossenen Landtagswahlvertrage die bindende Ver- zehnten die finanziellen und kommerziellen Interessen fischen und die Geschworenen zu beeinflussen. Die Mache ist freilich pflichtung übernommen haben, in der Stichwahl für der Stadt bernachlässigt durch ihre turzsichtige, in so außerordentlich plump, daß sie ihren gwed ficherlich verfehlen den agrarischen Kandidaten einzutreten, hat dieser von halben Maßnahmen stecken bleibende, mechanische Spar- wird. Man könnte daher fast auf den Gedanken kommen, daß bornherein die größte Aussicht, als bürgerlicher Kom- samkeitspolitik, ganz à la Eugen Richters fleinlicher Feinde, des Liebenbergers dahinter steden, die ihn auf raffinierte promißkandidat die meisten bürgerlichen Stimmen auf sich Abstrichpolitik. Dadurch ist es so weit gekommen, daß Weise zu diskreditieren suchen. zu vereinigen und so die Wahl eines Sozialdemokraten wie unter anderem Flensburgs Hafenverkehr stetig zurückgegangen " " im Jahre 1903 zu verhüten. tann. ist, weil seine Hafeneinrichtungen zurückgeblieben sind selbst In der Donnerstagsfigung des Prozesses hat der Zeuge Stan des " Ueber Soldatenmiẞhandlungen Daß ein intimes Einverständnis zwischen Konservativen hinter denen benachbarter viel fleinerer Orte. Um diese hope, Berliner Korrespondent des New York Herald, die und den Freisinnigen schon seit längerer Zeit an- früheren Versäumnisse zum Teil auszugleichen, sind jetzt, nach Leistung der Eides formel verweigert. Er erflärte, gebahnt war, fonnten Beobachter der Vorgänge in Flens- einem Personalwechsel des Magistrats, verhältnismäßig große er glaube nicht, daß es ganz bestimmt ist, daß Gott allmächtig ist. burg aus mancherlei Zeichen im vergangenen Winter ent- Ausgaben in furzer Zeit an die Stadt herangetreten, was zu Das Gericht beschloß darauf, auf das Beugnis Stanhopes nehmen: Zu den Hauptmachern im Wahlverein für Stadt einer Erhöhung der Kommunalsteuern auf 225 Prozent ge- au verzichten, da eine unbeschworene Aussage nicht zuläffig fei. und Land" gehört ein Rechtsanwalt Liedtke. Dieser Herr führt hat. Dieser Umstand verschärft natürlich die But der Herr Stanhope sollte Auskunft darüber geben, ob er in Wien gehört den Ansprüchen ist Gründer und Vorsitzender eines der in Flensburg besonders Besitzenden und die Furcht vor habe, daß man sich im dortigen Jodeyklub von Eulenburg und Moltfe ferngehalten, weil ihr überaus zärtliches Verhalten zueinander allblühenden Kriegervereine, ein typischer Vertreter des preußischen Proletariats. Die reichsten Bürger entziehen sich gemeine Mißbilligung gefunden habe. Referbeoffiziersgeistes bei jeder unpassendsten Gelegenheit freilich in stets wachsender Bahl den hohen Kommunalsteuern tritt er in Uniform auf mit solcher Eitelkeit, daß er die auch durch Verlegung ihres Wohnsizes nach dem von Konservativen viel bewigelte komische Figur des miles nahen Badeort Glücksburg. gloriosus darstellt und im ganzen Wahlkreis als frei- Ein sehr wirksames Mittel, die Steuererträge ohne weitere fonservativer Scharfmacher und wütender Sozialistenfresser Erhöhung des Steuersages zu vermehren, hat man im letzten efannt; er war auch zum Vorsitzenden der Flens- Jahre angewendet, indem man bei der Arbeiter urger Ortsgruppe des Reichslügenverbandes ausersehen. fchaft die Steuerschraube so scharf wie Kit der Landbevölkerung steht er in vielfachen persön- möglich angezogen hat! ichen Beziehungen. Recht bemerkenswert war daher Es verrät das böse Gewissen des Flensburger Bürger- habe, in dem System der Soldatenmißhandlungen. Es sei möglich, in Vorkommnis in einer Versammlung des frei- tums, daß man durch terroristische Saalabtreiberei die sozial- daß früher mehr geschlagen worden fei als heute, aber man müsse innigen Vereins im vorigen Winter, in der demokratischen Arbeiter zu hindern sucht, sich zu wehren und berücksichtigen, daß heute das militaristische Prügelsystem mit viel er freifinnige Boltsparteiler Dr. Leonhart aus die Wirtschaft des brutalen Klassen- und Cliquenegoismus größerer Empörung empfunden wird als früher. Dem Wandel Riel die Bloc politit pries: Der Vorsigende sowie der öffentlich zu brandmarken. Unseren Genossen steht außer derzeiten, dem Empfinden des Boltes and der öffentlichen Meinung sei man Referent eilten auf Herrn Dr. Liedtke zu, begrüßten ihn mit einer an der Stadtgrenze gelegenen Wanderherberge fein Lokal im preußischen Heere leider nicht gefolgt. Man sei im starrten großer Wärme und unterhielten sich längere Zeit mit ihm. zur Verfügung, so daß sich die Parteibewegung in Flensburg Konservatismus steden geblieben, und der Geist der militäri Auch während des Wahlkampfes 1907 deutete manches auf größtenteils sozusagen unter der Wasseroberfläche abspielt. Erziehung stelle sich vielfach fremd, ja feindselig dem eine Annäherung zwischen Freifinnigen und Agrariern: In Dieser mit so perfiden Mitteln arbeitende illiberale Terro- gegenüber, der sich in den breiten Schichten des Bolles me einer öffentlichen Bersammlung z. B., die vom Reichsverband rismus wird von dem, freisinnigen" Bürgertum eifrig unterstützt. Imehr fiegreich durchringe. So sei zum guten Teil de veröffentlicht der ehemalige Oberst Gädte im Berliner Tageblatt einen lefenswerten Artikel. Er nennt es pharifäische Heuchelei, auf den Antimilitarismus loszuschlagen, da dieser seinen Ursprung doch nur in den Mißständen unseres Militarismus selbst Militarismus nur daS Ergebnis des preußischen Militarismus. G ä d k e führt weiter aus, daß ausgesprochene und bekannte AntiMilitaristen und überzeugte Sozialdemokraten vor Mißhandlungen ;i& Brutalitäten verhältnismäßig am allersichersten seien. „Man wird sie sorgfältig beobachten, ihnen im Dienste nichts schenken, sie bei Ausschreitungen mit der vollen Wucht des Ge- setzeS treffen: man ivird sie aber unter keinen Umständen schlagen, sie auch nicht böswillig schikanieren. Denn diese Leute lassen sich das nicht jahrelang ruhig gefallen, sie beschweren sich sofort und wissen auch Mittel und Wege, jeden Mißbrauch der Dienstgewalt ihnen gegenüber vor die Oeffent- lichkeit zu bringen. Auch der roheste Unteroffizier hütet sich schwer, sich ihnen gegenüber etwas zu vergeben. Nebenbei gesagt gehören diese Leute im allgemeinen zu den intelligenteren Soldaten, denen der Dienst leicht wird, und die rasch lernen, ihn sich noch leichter zu machen." Dem kulturwidrigen preußischen Militarismus stellt Gädle dann folgende Stelle der schweizer Verordnung gegenüber: „Die Armee ist das Werkzeug zum Schutze der Selbständigkeit und Unabhängigkeit eines Volkes und Staates. Sie wird ver- sagen, wenn sie ihre Wurzeln nicht im Volke hat. Aus ihm fließt ihre Kraft und ihr innerer Halt; in seinem Vertrauen und in seiner Liebe findet sie den Ansporn zu höchster Leistung und die Genugtuung für ihre Hingebung, für ihre Opfer und für ihre Leiden. Volk und Armee müssen eins und einig sein, wenn sie die Probe des Krieges erfolgreich bestehen sollen. „Wer seine Truppen erziehen will, muß sie lieben und ehren. Das Ziel der soldatischen Erziehung ist EntWickelung männlichen Wesens, der echte Soldatengeist, der Mühsale gleichmäßig erträgt, dem gewissenhafte Pflichterfüllung in allen Lagen selbstverständ- lich ist, und dessen Willensenergie durch Hindernisse und Ge- fahren nur gestählt und gekräftigt wird, ist nichts als die höchste Potenz von Männlichkeit. Männlichkeit läßt sich nie erziehen durch Vorgesetzte, welche das Recht der Persönlichkeit des Untergebenen mißachten, und welche Ehre und Selbstgefühl als etwas betrachten, um das man sich nicht zu kümmern braucht.... Man vergesse nicht, daß je höher der einzelne in der Kultur und im Intellekt steht, und je mehr er deshalb die Notwendigkeit militärischer Disziplin einsieht, desto höher seine Empfindlichkeit gegen miß bräuchliche Behandlung ist. Der intellektuell hochstehende Wehr Pflichtige begreift die Notwendigkeit der Subordination, er ist willig, sich ihr zu fügen und wird daher rasch zum Soldaten. m er aber Gewaltmißbrauch des Vorgesetzten erleben mutz, geben wollen!________ kehörckllcher terrorlsmus. Das„Tageblatt für Vorpommern", ew bürgerliches Organ, schreibt: „Zur Stelle." „Ich rufe alle Parteien zum Zeugen auf. wer bei d-n Wahlen Terrorismus geübt hat."— So der Minister v. Rheinbaben im preußischen Abgeordnetenhause gegenüber dem sozialdemokratischen Abgeordneten Ströbel. Wir melden uns zur Stelle. Wi willen tügen! Aber nicht nur über den Terrorismus bei den Wahlen, sondern über den Terrorismus schlechtweg. Und dabei wollen wir uns für heute auch noch beschränken: auf amtlichen und halbamtlichen TerrorismuS. Auf Fälle, wo die wirtschaftliche Schädigung im politischen Kampfe von einer Stelle ausgeht, bei der man nicht unterscheiden kann, wo der Beamte aufhört und wo der politische Agitator anfängt, oder gar, wo diese Frage überhaupt ausscheidet, wo klipp und klar feststeht, daß es der B e a m t e mit der vollen Folie des- jenigen Teils von Staatsmacht ist, den zu verkörpern und zu vertreten sein Recht und seine Pflicht. Aufgerufen von so hoher Stelle, wollen und können wir uns der bürgerlichen Pflicht, Zeugnis abzulegen, nicht entziehen. So möge denn Herr v. Rheinbaben erfahren: ES gibt in Preußen eine Provinz. Pommern. Es gibt in Pommern einen Kreis. Grimmen. In diesem preußischen Kreise Grimmm folgt seit sechs Jahren ein Fall dem anderen, der der Oeffentlichkeit, darunter auch uns, Gelegenheit gegeben hat, Klage zu führen, daß der Königliche Landrat dieses Kreises, der Freiherr v. Maitz ahn, das Mittel wirtschaftlicher Schädigung von Kreiseingcsessrnrn im polttischen Kampfe fortgesetzt anwendet. Spezialität: Schädigung von Gastwirten.— Der Herr Mnister braucht nur einmal Unter den Linden an- zuftagen, bei seinem Kollegen vom Inneren. Dort ist alles da. Man weiß dort ganz genau Bescheid. Man ist dort über jeden Einzelfall bis auf den letzten unter- richtet. Wir meinen den Fall deö Gastwirts Rehls in Grinimen. von dem an dieser Stelle und auch in der groß- städtischen Fachpresse vor Monaten unwidersprochen behauptet worden ist, er sei von den Knechten des Oberprästdenten der Provinz boykotttert. weil er dem Wunsche des land- rätlichen Sohnes nicht nachkam, den Grimmer Gewerk- fchaften fein Lokal zu versagen. Und dort wird der Herr Minister auch erfahren, was die höchftvorgesetzte Behörde gegen diese Kampfart deS dienstuntergebenen Landrats bisher unternommen hat: Nichts! Für die Oeffentlichkeit rein nichts I Man hat es sich gefallen lassen, daß an dieser Stelle e i n F a l l nach demandern sechs Jahr eh indurch höher gehängt w seine Behauptungen nicht nur der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und den Herren Ministern, sondern auch der Oeffentlichkeit unterbreiten wollte l -ch höher geh.... urde. ohne daß man der Bevölkcrmig des Kreises auch nur das leiseste Anzeichen zu geben für nöttg hielt, daß man eine der- artige Agitationsweise des vom Kreise bezahlten Landrats nicht wünsche.... Soviel für heute zur Auffrischung des GedächtniffeS. Man wird dieses Blatt der„Norddeutschen Allgemeinen" zusenden, dem offiziellen Sprachrohr der Negierung. in der sicheren Voraussicht, daß. wenn an jener Stelle wieder einmal vom „sozialen Kannibalismus' gesprochen werden sollte. bestimmt auch eine Lanze eingelegt werden wird für die Gast- Wirte, sonstige Gewerbetreibende, und vielleicht auch für Privatpersonen im Kreise Grimmen, die das Gefühl haben, mehr oder minder erheblich unter sozialem Kanniba- lismus gelitten zu haben, aber nicht durch die Sozial« e ni o k r a t i e. Beibringung ausführlichen Zeugnismaterials vorbehalten! r werden uns nie und nirgend der Zeugenpsticht entziehen." �aä„Tageblatt für Vorpommern" würde ■ Verdienst erwerben, wenn es das Bewcismatcrial sür politilchc Gcberficbt Berlin, den 3. Juli 1908. Freisinn und indirekte Steuern. Nach einer Meldung der„Frankfurter Z e i t u n g" hat man sich in einer unter dem Vorsitz des Schatz sekretärs S y d o w abgehaltenen Besprechung der Finanz m i n i st e r der Bundes st aaten über die Grundlagen der Neichsfinanzreform und die ihr zugrunde liegenden neuen Stcuerprojekte ohne Schwierigkeit v e r st ä n d i g t. Die neuen Steuergesetzentwürfe werden danach im Bundesrat auf keine Schwierigkeiten mehr stoßen. Wenn der Reichstag am 2. November zusammentrete, werde er die Reichsfinanzreform als Vorlage der verbündeten Regierung vorfinden. Auch mit Parlamentariern der ausschlag- gebenden Parteien des Reichstages sind nach der „Frankfurter Zeitung" bereits vertrauliche Verhandlungen über die Finanzreform gepflogen worden.„Es sei e r r e i ch t worden, daß die Führer„so ziemlich aller Parteien" die Notwendigkeit anerkannt hätten, Ordnung in die Reichs- finanzen zu bringen und zu diesem Zwecke neue Anleihen von mehreren Hundert Millionen zu bewilligen! Danach ist unzweifelhaft, daß die Reichsfinanzreform zunächst in einem kolossalen neuen Pump und neuen indirek- ten Steuern von kolossaler Höhe bestehen wird! Denn gerade gegen die Einführung direkter Reichssteuern haben sich ja die Finanzminister der Bundesstaaten bekanntlich mit größter Entschiedenheit ausgesprochen. Der G e l d s a ck soll wiederum geschont, dagegen die n i ch t b e j i tz e n d e Klasse durch neue indirekte Steuern, in erster Linie eine Tabak-, Bier- und Branntweinsteuer, unbarmherzig geschröpft werden! Bezeichnend für die Haltung der Konservativen und die Jämmerlichkeit der führenden Freisinns- kreise ist eine Auslassung der„K r e u z z e i t u n g". Die „Weserzeitung" hatte als Voraussetzung der freisinnigen Helfersdienste bei dieser reaktionären, die Massen von neuem unerhört ausplündernden„Finanzreform" die B e s e i t i- gung der Branntwein»Liebesgabe gefordert. Sie wird dafür von der„Kreuzzeitung" mit beißendem Hohn Übergossen. Dagegen erhält die„Freisinnige Z e i- t u n g" das Lob des ehemaligen Hammersteinblattes! Habe doch die„Freisinnige Zeitung" schon früher erklärt. daß in der Hauptsache auf indirekte Abgaben zurück- gegriffen werden müsse. Und wenn die„Freisinnige Zei- tung" erklärt habe, daß sie alle Steuerfragen wohlwollend prüfen werde,„unbekümmert um das Geschrei von Radau- Politikern in unverantwortlicher Stellung, die bei jeder Ge- legenheit das Wort demokratisch unnützlich im Munde führen, ohne von dem Wesen der Demokratie mehr als den Namen zu kennen", so passe diese Zurückweisung nicht nur auf die Herren Barth und Gerlach, sondern auch auf die„Weser- z e i t u n g"! Sollte der Freisinn wirklich bereit sein, sich durch sein Verhalten bei der Beratung des unter dem Namen der Finanzreform gePlanten Attentats auf die Taschen der nicht- besitzenden Klasse dauernd das Lob der agrarischen Block- beherrscher zu verdienen, so kann er je eher je besser sein Testament machen!_ Das offizielle Freifinnsbekenntnis zum Terror! Das Wahlkomitee der Freisinnigen Volks- Partei für den 12. Berliner Landtagswahlkreis und der Vor- stand des Freisinnigen Vereins Moabit haben in ihrer gestrigen gemeinschaftlichen Sitzung folgenden Beschluß gefaßt: „Gegenüber den Angriffen, die der„Vorwärts" gegen einen Artikel gerichtet hat, den Herr Schriftsteller S ch ö l e r im „Moabiter Bezirksanz." vom 27. Juni d. I.— das Resultat unserer LandtagSsttchwahl vom 23. Juni betreffend— veröffent- licht bat, erklären wir: Der Artikel enthält die ebenso zulässige wie notwendige öffentliche Feststellung, daß diejenigen bürger- lichen Wahlmänner, die sich ohne zwingende Gründe an der Stich- Wahl am 23. Juni nicht beteiligt und dadurch den Wahlsieg der Sozialdemokratie herbeigeführt haben, sich einer Pflicht- Verletzung schuldig gemacht haben. Wenn der„Vorwärts" hierin einen Akt des Terrorismus und der Boykottausübung zu erblicken vorgibt, so ist daS eine haltlose Verdächtigung, deren Zweck hinreichend durchsichtig ist." Was die„haltlose Verdächtigung" deS„Vorwärts" an- langt, daß die Proskriptionsliste des Schöler tatsächlich die brutalste, offenste Boykott-«nd Terroraufford ernng darstellt, so genügt es, folgende Bemerkung der„Deutschen Tages- z e i t u n g" vom Freitag abend wiederzugeben: '„Die Feststellung, daß die betreffenden Wahlmänner sich einer schweren Pflichtverletzung schuldig gemacht haben, ist aller« ding? in keiner Weise zu beanstanden. Ob eS zu einer Fest- stellung— oder besser wohl Erklärung nötig war. Namen und Wohnung der einzelnen Wahlmänner, die sich dieser Pflichtverletzung schuldig machten, der Oeffentlichkeit mitzuteilen, das ist eine andere Frage." Jetzt mag der Freisinn noch von sozialdcmokra- tisch em Terror schwätzen!— Vom„gleichen" Recht. Einer Meldung deS„Verl. Tagebl." zufolge hat die Staats- anwaltschaft in Essen den Strafantrag des Reichstags- abgeordneten Behrens gegen den neuen Zechenverband wegen des Schwarzelisten-SystemS abgelehnt mit der Begründung, daß irgendein ungesetzliches, unter Strafe gestelltes Ver- gehen nicht in Frage komme und daß das Vorgehen deS Zechen- Verbandes oder seiner Geschäftsführung keine Zuwiderhandlung gegen die§§ 240 oder 263 oder 153 der Gewerbeordnung abgebe. Arbester, die Unternehmern einen Streik der Arbeiter oder das Verhängen der Sperre in AuSficht gestellt haben, sind wegen„Er- pressungSversuch" angeklagt und verurteilt worden. Hier aber, wo Unternehmer als Täter in Frage kommen, findet die „objektivste Behörde der West" keinen Haken zum Zupacken. Wie Jordan v. Kröcher gewählt wurde. Dem„Volksblatt für Halle" wurde darüber geschrieben: „ES dürfte Sie interessieren, wie die Wahl des langjährigen Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses, Herrn v. Kröcher, und die des Herrn v. Davier in dem Wahlkreis Gardelegen-Salz- Wedel zustande gekommen ist. Ich fragte am 3. Juni, dem Wahl- tags, mehrere bekaimte Bauern, ob sie denn nicht zur Wahl gingen. Darauf wurde mir die verblüffende Antwort:„Ach, da gchn wir nicht hin, da schicken wir immer den Schulzen, der wählt für die ganze Gemeinde". Auf meine erstaunte Frage:„Ja. aber cS sind doch dre, Klassen?" wurde mir die Auskunft erteilt, es wählen Siösm ämwiBCß,& gcheo dtuui Äi im nach dem Wahlort, setzen ein Protokoll auf, daß jeder von ihnen eine Klasse als Wahlmann vertritt. Diese drei sich einstimmig wählenden Dorfpaschas gehen dann am Wahltage nach Salzwedel und wählen die eingangs genannten hochedlen„Voltsvertreler". Ich hatte erst angenommen, das geschähe bloß hier, in der Nahe von Vinzelberg, dem Stammsitz derer v. Kröcher, cs wurde mir aber versichert, daß auf diese Art in der weiteren Umgebung die Wahl- männer gewählt würden. Auch konnte ich mich in der Tat Pfingsten davon überzeugen, daß diese Art zu wählen noch nicht mal die schlimmste war. Ich fuhr am ersten Feiertag nach meinem Geburti- ort, welcher an der Braunschweiger Grenze liegt, in der Nähe der Wolfsburg, dem Stammschloß der Grafen von der Schulenburg, während die eingangs erwähnten Orte an den Stendalcr Kreis grenzen, also gerade entgegengesetzt von Gardeicgcn liegen. Be- greiflicherweise war ich gespannt, auf welche Art denn hier gewählt worden war. Ich fragte auch hier mehrere Großbauern, frühere Schulkollegen vor mir.„Na, wie ist denn die Wahl hier abgelaufen?" „Wat denn vorne Wahl? Wei wellen von nischt, unjch hat der Graf kene Stimmzettel schickt, da kommer doch ook nich wählen!" Da bin ich dann vor Lachen bald umgefallen; ich habe dann meinen lieben Schulfreunden sarkastisch erwidert: , erfolgte die Bestrafung der Bourgeois zu mehrere hundert Mark; der Polizist wurde aber tatsächlich entlasse» Er strengte jeyt eine Klage gegen die Bestrasten an, sich einen Au- spruch gegen die Stadt vorbehaltend, doch wurde er in der ersten Instanz schon abgewiesen, weil nach so langer Zeit nicht mehr zu konstatieren sei, daß das Gehörleiden von der Mißhandlung herrühre. Der Mann wandte sich jetzt an die Stadtverwaltung um Unter- stützung und die Stadtverordneten bewilligten ein Darlehn von 200 M. Doch zahlte der Bürgermeister eS nicht aus, weil der frühere Polizist sich weigerte, eine Erklärung zu unterschreiben, nach welcher er einem gewissen Stadtverordneten, einem entschiedenen Gegner des Stadtoberhauptes, keinerlei Mitteilung über die An- gelegenheit gemacht habe. Nun zeigten der Polizist und auch der Stadtverordnete den Bürgermeister wegen Nötigung und Mißbrauchs der Amtsgewalt an. Gleichzeitig wurde das Einschreiten des Regierungspräsidenten ver- langt. Während der Staatsanwalt noch eine Untersuchung an- ordnete, wurde vom Regierungspräsidenten die Beschwerde ver- w o r f e n. Die Strafkammer in Krefeld lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens ab mit der Begründung: Objektiv habe sich der Bürgermeister gegen§ 346 des Strafgesetzbuchs vergangen, denn er habe die jungen Leute ihrem ordentlichen Richter entzogen, aber subjektiv f e h l tje ihm das Bewußtsein der strafbaren Handlung. Der Bürgermeister gab nämlich an, daß er bei Anzeigen gegen Leute, die in der Trunkenheit solche Exzesse machen, stets so ver- fahre. Daß dieses nicht der Fall ist, läßt sich durch eme Gerichts- Verhandlung feststellen. Eine Anzahl junger Arbeiter hatte Pfingstmontag einen AuSflug nach Viersen gemacht und nachher in etwas gehobener Stimmung ein Liedchen gesungen, und zwar nur in einigen Borortstraßen. Aus die Anzeige deS Biersener Bürger- Meisters hin waren die jungen Leute vom Schöffengericht zu ganz hohen Strafen verurteilt wordenl Dieses Urteil wurde nachher von der Strafkammer in Krefeld aufgehoben. doch beweist diese Verhandlung, daß der Bürgermeister auch anders kann, allerdings handelt es sich ja um Arbeiterl Ob die Staatsanwaltschaft jetzt nach den eidlichen Bekundungen des Polizisten, die von mehreren Zeugen unterstützt und von dem Bürgermeister nicht entkräftet werden konnten,"noch einmal Stellung zu der Sache nehmen wird, bleibt abzuwarten. Ein Peters-Zögling. Im„Tag" macht ein gewiffer Paul Leutwein(nicht zi verwechseln mit dem ehemaligen Gouverneur von Südwestafrikr dem Generalmajor Theodor v. Leutwein) Ausführungen im Stund im Geiste des PeterS. die niedriger gehängt zu werden r dienen. Er bezieht sich auf einen Bericht der„Täglichen Rundscha wonach bei der Beerdigung eines Schutztrnppenfoldaten„schwär Gesindel" außen am Kirchhofsgitter den Gang der BeerdigungSfe in einer Weise gestört haben soll,„welche die Kameraden! Toten mit Zorn und Empörung erfüllte". Herr Paul Leutwein- merkt dazu: „Was weiter geschah, wird nicht gemeldet. Vielleicht nicht indem man den Schwarzen ihre eigene Dummheit, dß ihnen bei jeder Gelegenheit ein blödes Grinsen entlockt, zugute hielt. Vielleicht brachte man die Sache zur Anzeige un wurden nach längerer Untersuchung einige Dumm verhastet und an Stelle der Rädelsführer, die jene natürlich vor geschoben Hutten, mit einer körperlichen Züchtigung be dacht. Das uuzig Richtige in diesem Falle, daS sofortige AuLewandertreiden der Bande mit blanker Waffe, wurde wahr- scheinlich unterlassen, so sehr wohl die Schutztruppler dazu Lust gehabt haben mögen. Nirgends in Südwestafrika wird ja so streng darauf geachtet, daß kein Weißer eine eigenmächtige Bestrafung Eingeborener vornimmt, wie gerade in Wiudhuk. Kein Verständiger wird verlangen, daß den Weißen das Recht körperlicher Züchtigung Eingeborener zuerkannt wird, aber die Schutztruppe müßte wenigstens berechtigt sein, gegen Ruhestörer und Demonstranten mit blanker Waffe vorzugehen. Wenn die Schwarzen wüßten, daß sie bei solchen Gelegenheiten stels mit flacher Klinge eins über die Wollköpse bekämen— selbst bei scharfen Hieben könnten hierbei niemals edle Körperteile verletzt werden dann würde ihnen die Lust zu lümmelhaftem Zu- sammen rotten bald vergehen." Herr Paul Leutwein ist offenbar durch die Verherrlichung, die — Dem Referenten trat als Kor- referent der Genosse Haupt aus Magdeburg entgegen. AlS alter und erfahrener Gewerkschaftler konnte Genosse Haupt, auf ein reichhaltiges Tatsachenmaterial gestützt, überzeugend nach- weisen, daß die sogenannte syndikalistische Taktik, die uns jetzt von gewisser Seite als etwas Neues empfohlen wird, im Grunde ge- nommen auf recht alte Anschauungen zurückzuführen ist, welche man in der deutschen Arbeiterbewegung glücklicherweise längst über- wunden hat. Auch in den deutschen Gewerkschaften gab es eine Zeit, wo man glaubte, mit kräftigen Worten, mit Begeisterung und Idealismus allein große Erfolge erringen zu können und keinen Wert legte auf starke, gut fundierte Organisationest. So manche Mißerfolge sind auf diese überwundene Anschauung zurückzuführen und immer hat sich gezeigt, daß diejenigen, die am stärksten auf den Idealismus pochten, die ersten waren, welche sich nach materieller Unterstützung umsahen. Heute wissen die deutschen Gewerkschaften und die klassenbewußte Arbeiterbewegung längst, daß mit großen Worten und niedrigen Beiträgen nichts zu erreichen ist, und daß vielmehr eine starke Organisation, die auch über die nötigen materiellen Mittel verfügt, die Voraussetzung des Erfolges ist. Die deutsche Arbeiterbewegung hat keine Ursache, den Weg zn verlassen, auf dem sie ihre bisherigen Erfolge errungen hat und aus dem sie auch ihr Zies erreichen wird. Nachdem ein Diskussionsredner im Sinne des Referenten gesprochen hatte, beschloß die Versammlung, von einer weiteren Debatte abzusehen, da es schon ziemlich spät geworden war und der Saal sich zu leeren begann. Die Mehrheit war jedenfalls der Meinung, daß ihre Anschauung durch den Korreferenten in ouS- reichender Weise vertreten war und die vom Referenten empfohlene Prüfung der syndikalistischen Taktik für den Schuhmacherverband sich erübrige._ Letzte J�achncbtcn und Depefeben. Eine Demonstration. Metz. 3. Juli.(B. H.) Ueber eine Demonstration von Metzer Maurern berichtet die„Volkszeitung": Etwa 300 Maurer protestierten am Mittwochnachmittag gegen die Zustände in den Kasernenneu- bauten am Elisabethfort. Dort beschäftigt der Bauunter- nehmer Heller aus Mannheim nur Nichtorganisierte Maurer aus Dieburg, und zwar nicht zu den Tarif- bedingungen. Nach Annahme einer Resolution formulierten die Versammlungsteilnehmer einen Demonstrationszug nach dem Elisabethfort. Dort hatte sich ein Schutzmannsaufgebot aufgestellt. Ferner hatten Soldaten mit dem Gewehr im Arm das Gelände zu überwachen. Es wurde der Befehl„Laden zum Schuß!" erteilt. Die organisierten Maurer zogen, nachdem sie ein Hoch auf ihre Gewerkschaft ausgebracht, wieder ab. Rangierers Ende. Mainz, 8. Juli.(D. H.) Gestern wurde der Rangierer Darm» stadt aus Nierstein im hiesigen Hauptbahnhof« totgefahren. Er wollte am nächsten Sonntag heiraten. Die Cholera auf den Philippinen. London, den 3. Juli.(B. H.)„Daily Mail" berichtet au» New Dork: Eine Choleraepidemie ist, wie telegraphisch aus Manila gemeldet wird, auf den Philippinen ausgebrochen und greift in cr- schreckender Weise um sich. Täglich werden über 399 neue'Krank- heitSfälle gemeldet._ Selbstmord-Epidemie. München, 3. Juli.(83. H.) In den letzten Wochen haben sich hier außerordentlich viele Selbstmorde ereignet. In den letzten zwölf Stunden sind neuerdings drei Selb st morde vorgekommen. Außerdem hat sich ein Lehramtskandidat durch mehrere Revolver» fchüffe schwer verletzt._ Der Tod im Wattenmeer. Cuxhaven, 3. Juli.(W. T. B.) Heute mittag begab sich ein Hamburger Schüler bei der Kugelbake ins Watt, wurde von der Strömung erfaßt und ertrank. Ein Hamburger Lehrer, der ihm zu Hilfe eilte, kam gleichfalls ums Leben._ Z!S»idWvder ordinär-blauen Küchcnmesser wären hunderte Arbeiter brotlos geworden. Der Zeuge Bosawe war früher Geschäftsführer des lokalen Reidervereins und ist jetzt Angestellter des Metallarbeiterverbandes. Er hat in der dritten„Kaisersaal"°Versammlung damals Bericht erstattet. Nachdem die Anerkennung der Organisation bei Hammes- fahr durchgedrückt und auch der zweite Punkt der Forderungen anerkannt wurde, habe keine Ursache mehr vorgelegen, wegen des Fabrikationsverbots der ordinär-blauen Messer noch den General- streik zu erklären. Der Borsitzende macht den Zeugen darauf aufmerksam, daß seine heutigen Aussagen in direktem Gegensatz zu dem Protokoll' der Versammlung stehen. Der Zeuge bleibt aber bei seinen Aussagen. Nachdem dann noch der Redakteur Genosse May, früher in Solingen, jetzt in KottbuS, darüber vernommen worden ist, daß ihm Spiegel in der zweiten„Kaisersaal"-Versammlung erklärt habe:„Wir machen den Generalstreik ja doch nicht mitl" und Spiegel diese Aeußxzung entschieden abstreitet, wurde die Beweis- aufnähme geschlossen. Das Urteil der Strafkammer ging dahin: Die Berufung der Privatkläger wird verworfen. Das in erster Instanz ergangene Urteil, wonach Ern wegen Beleidigung Scherms zu 30 M. Geldstrafe verurteilt wurde, wird aufge- hoben und auch Ern freigesprochen. Begründet wurde das Urteil damit, daß der Wahrheitsbeweis erbracht sei. Die Behauptungen drt»„Stahlwarenarbeiters" seien erwiesen. Scndlers und Spiegels Taktik bei der Generalstreiksbewegung habe das Ziel gehabt, die Lokalorganisationen unter falschen Vorspiegelungen in den Streik zu hetzen, um dadurch die vom Beklagten an- gegebenen Zwecke zu erreichen. Der Vorstand müsse von der Sache gewußt haben. Ebenfalls müsse Scherm orienttert gewesen sein. In der Form wurden keine Beleidigungen gefunden. AuS- drücke wie Arbeiterverrat, Verbrechen, Schmach, Cliquenwesen. Verworfenheit usw. wurden nicht als beleidigend angeschen. Die gesamten Kosten trägt der Deutsche Metallarbciterverband. * DaS Urteil ist verfehlt, soweit eS annimmt, die Kläger hätten von dem angeblich unsolidarischen Verhalten Kenntnis gehabt«Her seien mit ihm einverstanden gewesen. Der Solinger„Stahlwaren- arbeiter" betrachtet die Dinge recht einseitig, und in dieser ein- fettigen Betrachtung ist ihm das Gericht gefolgt, und hat sich viel- leicht gefreut, der Leitung der 309 990 Arbeiter umfassenden Or- ganisation eins auswischen zu können. Die vom„Stahlwaren- arbeiter" erhobenen Vorwürfe schießen— für jeden Sachkenner ist das unzweifelhaft— weit über das Ziel hinaus. Das gespannte Verhältnis zwischen dem Solinger Verband und dem Bevollmäch- tigten des MetallarbeiterverbandeS macht eS erklärlich, daß jede der beiden Parteien von der Sachlage eine andere Auffassung l«t. Außerordentlich bedauern wir, daß in solcher Angelegenheit überhaupt Klage angestellt wurde. Die Verhältnisse in Solingen liegen eigenarttg. Neben den fabrikmäßig betriebenen neueren Metallindustriebetrieben, wie den Schirm, und Fahrradfabriken, hat sich die ältere Produktionsform für Solinger Stahlwaren, wie Messer, Gabeln, Säbel, die seit Menschenaltern einen Weltruf ge- nietzen, erhalten; sie ist lokalisiert und es wird fast ausschließlich in Heimbetrieben oder größeren Kollektivbetrieben für die einzelnen Teilarbeiten gearbettet. Der dieser Produktionsform entsprechende alte Lokalverband, der Messerschleiferverein, ist keine Lokalorgani- sation im sonstigen Sinne. Eine Aenderung der OrganisationS- form und schließlich ein Anschluß an die Zentralisation sind nur allmählich zu erringen. Die historische EntWickelung verleiht der Solinger Organi- sation ein eigenartiges Gepräge. Man kann nur wünschen, daß die dortige Organisation sich dem Deutschen Metallarbeiterverbanv anschließt. Aber die Erhebung solcher Prtvatbeleidigungsklage und das stundenlange Wühlen in den Vorgängen von 190S, bei denen beide Seiten im Interesse der Arbeiterschaft glaubten so vorgehen zu müssen, wie sie vorgegangen sinsss vermag die Erreichung dieses Zieles nicht zu beschleunigen. Im Interesse der Arbeiterklasse und im Interesse beider Organisationen liegt ein engerer Zusammen- schluß an den Deutschen Metallarbeiterverband. Die Anstrengung der Privatklage hat leider Oel ins Feuer gegossen. Das bürgerliche Gericht ist unseres Erachtens die ungeeignetste Instanz, um die Erreichung dieses Ziele? oder eine wirkliche Klarstellung des Sach- Verhalts herbeizuführen. ES wird viel Arbeit, Selbstüberwindung und kühles Blut bedürfen, um die Hemmnisse zu beseitigen, die dieser Prozeß der zur Wahrnehmung der Arbeiterinteressen got- wendigen Verwirklichung einer Zentralisation geschaffen hat, ftus Induftrie und Handel Allerlei interessante Angaben enthält der Jahresbericht des Königsberger Vorsteheramts der Kaufmannschaft. Er verweist zu- erst auf den wirtschaftlichen Niedergang im vorigen Jahre und auf die ungewöhnlich hohen Getreidepreise als Folgeerscheinung einer ungünstigen Welternte. Der Bericht meint, daß im vorigen Jahre die hohen Getreidezölle voll in die Erscheinung ge- treten seien. Die Königsberger Zufuhr von Getreide betrug rund 120 000 Tonnen weniger als im Vorjahre. Die seewärtige Ver- schiffung sank von 480 000 auf 320 000 Tonnen. Infolge der schlechten Ernte in Rußland ist die russische Regierung genötigt ge- Wesen, für ihre Notstandsdistrikte Aussaat- und Dedarfsgetreide in Handelsplätzen zu kaufen, nach denen für gewöhnlich der Ueber- schütz des russischen Getreides sich richtet. Danach kann man er- inessen, welch große Not in Rußland im vorigen und in diesem Jahr« geherrscht hat. Im Königsberger Bauberuf ist im vergangenen Jahre eine Million Mark weniger Lohn gezahlt worden. Die Bautätigkeit hat fast gänzlich danieder gelegen; sie ist auch jetzt noch keine intensive. Bemerkenswert ist, daß die Einfuhr- und Absatz- ziffern des Königsberger Herings Handels im vorigen Jahre die höchste n Karen, die je sttsichk worden sind. Die Einfuhr flieg von Sil 000 auf 802 000 Faß; der Absatz nach Rußland war um fast 60 000 Faß größer als im Vorjahre. Der Bericht jammert dann über die große Kaffeeernte in Brasilien, die einen Preissturz zur Folge hatte. Die brasilische Regierung hat, um einen weiteren„Preissturz" zu ver- hüten, acht Millionen Sack Kaffee aufgekauft und ein- gelagert, so daß, wie der Bericht konstatiert, ein jäher Preis- stürz verhindert worden ist._ EntWickelung der Warenpreise seit 1821. Eine interessante Zusammenstellung über die EntWickelung der Durchschnittspreise einer Anzahl wichtiger Marktwaren seit dem Jahre 1821 veröffentlicht da-° Statistische Amt der Stadt München. Die ungeheuere Preissteigerung fast aller Massen- gebrauchSartikel, die in dem Sinken des Geldwertes bei weitem kein ausreichendes Aequivalent findet, wird daraus ersichtlich. Wir teilen in nachstehendem auszugsweise die Bewegung für die wichtigsten Wo sind die guten alten Zeiten hin, wo das Pfund Rindfleisch 21 Pf., ein Täubchen 24 Pf., ein Pfund Butter 47Vs Pf-, ein Ei 2 Pf. kostete? Verhältnismäßig am wenigsten sind noch die Ge- treidepreise gestiegen; doch ist, wenn man die ganze Periode ins Auge faßt, von einer allgemein sinkenden Tendenz, wie unsere Agrarier sie wieder und wieder behaupten, nichts zu spüren. Weizen flieg von 12,94 M. pro Doppelzentner im Jahrfünft 1821/2S aus 18,37 M. im Jahrfünft 1901/05 und sogar auf 21,72 M. im Jahre 1907. Roggen, die deutsche Hauptkörnerfrucht, von 8,10 M. auf 14,93 resp. 19,19 M., also auf mehr als das Doppelte. Zieht mau die Ge- samtheit der in Frage kommenden Waren in Betracht, so unterliegt eS keinem Zweifel, daß die Geld- und Naturallöhne der Land- arbeiter nicht annähernd in dem gleichen Verhältnis gestiegen sind, Demnach hätte von einer AgrarkrffiS niemals die Rede sein können, wenn nicht eben die Bodeupreise unter Vorwegnahme einer er- hofften zukünftigen Preissteigerung der landwirtschaftlichen Artikel, zum Teil auch infolge der hohen sozialen Werwng deS Grund- befitzes dauernd in dre Höhe gegangen wären, so daß der Land- wirt ein immer höheres Anlagelapital resp. Hypothekenkonto zu ver- zinsen hat. So ist auch die letzte durch den neuen Zolltarif bewirkte Preis- erhöhung der Agrarprodukte in einer allgemeinen Steigerung der Grundstückspreise in Deutschland zum Ausdruck gekommen, so daß der alte Jammer über die mangelnde Rentabilität— ein ewiger circulus vitiornis— nun Wohl bald von neuem losgehen wird. Hm der frauenbenegung. Herrschaftsrechte. Wie soll ein Dienstmädchen sich gegen UeberbürdunS wehren? Was soll sie tun, ivenn in einem Dienst ihr gegen die Abrede eine Fülle von Arbeiten zugemutet wird, die über ihre Kräfte geht? Soll sie, wenn ihr Einspruch erfolglos bleibt, kurz entschlossen die vertragswidrige Mehrarbeit verweigern? Oder soll sie vor Gericht gehen und beantragen, daß die Herrschaft verurteilt wird, sich mit der verabredeten Arbeitsleistung zu begnügen? Der Inhaber der„K ö n i g S s ä I e". Herr B ü h l e r, hatte durch eine Mitinhaberin seines Lokales ein Mädchen, Frl. Sp., mit der Zusage gemietet, daß daneben noch ein zweites Mädchen beschäfttgt sein werde. Als Frl. Sp. die Stellung antrat, war sie unangenehm davon überrascht, kein zweites Mädchen vorzufinden. Sie wurde vertröstet, die versprochene Hilfe werde kommen, so rasch habe sie sich nicht beschaffen lassen. Frl. Sp. fügte sich und arbeitete von früh 9 Uhr bis nachts 12 Uhr. Das tat sie an einem Tage, das tat sie am anderen Tage— am dritten Tage aber warf sie die Arbeit beiseite und gingfort. Doch sie hatte die Rechnung ohne Herrn B. gemacht. Bei ihm waren ihre Sachen samt ihrer Jnvalidenkarte zurück geblieben, und auch ihr MietSbuch wähnte sie in seinen Händen, weil bei Antritt der Stellung verabredet worden war, daß die Herrschaft eS sich von der Mietsfrau aushändigen lassen solle. Daß Herr B. nicht geneigt sei, guttvillig etwas herauszugeben, das mußte Frl. Sp. aus einem Briefe schließen, durch den er sie auf- forderte, zu ihm zurückzukehren. Wir wollen hier aus diesem umfangreichen Schreiben einige Sätze wiedergeben, durch die die Anschauungen B.'s über seine Herrschaftsrechte gekennzeichnet werden. Er schreibt: „Sind Sie bis mittags 2 Uhr nicht hier, so stelle ich beim königlichen Polizeipräsidium zwei Anträge und zwar: erstens stelle ich Strafantrag wegen heimlichen Verlassens Ihrer Stelle, wenn Sie dann in Moabit auf der Anklage- dank sitzen, werden Sie es dann schon bereuen, denn so leicht, wie Sie eS denken, ist es nicht; zweitens stelle ich polizeilichen Antrag um Zurückführen in Ihre Stelle, ob eS Ihnen dann angenehm ist, wenn Sie durch einen Schützmann aus Ihrer Wohnung abgeholt werden und sich zurückführen lassen durch die Straßen von Berlin, ist ja Ihre Sache, diese Unannehmlichkeit haben Sie ja dann selbst ver- schuldet; Sie müssen denken: die Rechte, was Sie bei Gericht haben, haben wir bei der Polizei... Mir steht das Recht zu. auf Ihre Kosten bis 1. August Aushilfe zu nehmen und mich an Ihrem Korb schadlos zu halten, denselben kann ich pfänden lassen durch einen Gerichtsvollzieher und dann verkaufen lassen durch öffentliche Versteigerung." Durch all diese Drohungen des Herrn B., der von seinen Rechten keine ganz klare Borstellung zu haben scheint, ließ Frl. Sp. sich nicht einschüchtern. Es fiel ihr nicht ein, zu ihm zurückzukehren. Da sie aber keine Papiere hatte, so war eS ihr freilich auch nicht möglich, sich eine neue Stelle zu suchen. aurüd. Die Ausleih- Bibliothet ist bis auf weiteres geschlossen. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter vier Treppen, Hof, dritter Eingang, Fahrstuhl Herr B. Hatte in feinem Brief frohlodt: Die Rechte, diefem Vergehen Berantworten mußten. Der Erstangeklagte war| In den Refefälen tegen zurzeit 515 geftungen und Zelfschriften feber Art was Sie bei Gericht haben, haben wir bei der bei einem Baumeister in Friedenau beschäftigt und war von seinem und Richtung aus. Polizei." Deffen ungeachtet wollte Fri. Sp. erst mal versuchen, Arbeitgeber in ordnungsmäßiger Weise bei der Ortskrankenkasse fich bei Gericht ihr Recht zu verschaffen. Sie flagte auf Herausgabe zu Friedenau angemeldet worden. Im Mai 1906 erkrankte Genz ihrer Papiere und ihrer Sachen und zwar vor dem Jnnungs- und bezog von der Kasse das übliche Krankengeld. Er arbeitete schiedsgericht, das in Anbetracht der Art ihrer Stellung und dann, um Mitglied der Schöneberger Krankenkasse zu werden, einige der Zugehörigkeit des Herrn B. zu einer Innung für diese Tage bei einem dort wohnhaften Baumeister und wurde von diesem wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Vor Gericht erklärte B., die auch bei der Kasse angemeldet. Nach einigen Tagen meldete er Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Angelegenheit zuständig war. Invalidenkarte habe er bei sich, das Mietsbuch sei bei der Mietsfrau fich dann krant und bezog von nun an von der Friedenauer und Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Da dieses wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. geblieben, an den Sachen aber wolle er sich schablos halten, Frl. Sp. zugleich von der Schöneberger Kasse Strankengeld. E. 2. 2. Gemeindesteuern würden bereits bei einem Einkommen von habe ihn durch plögliches Verlassen des Dienstes geschädigt, er habe Manöver so gut flappte, gelang es ihm schließlich auch noch, von Liebrenz. Wenden Sie sich direkt an den mit Mehrkosten sich ein anderes Mädchen beschaffen müssen. Der der Krankenkasse in Mariendorf Krantenunterstüßung zu erhalten, 600 M. an möglich sein. G. 5. 999. 1. Wenn kein Borsigende nötigte ihn, die Invalidenkarte sofort herauszugeben. so daß er insgesamt 48 m. wöchentlich Krankengeld bezog. Diese Handels- und Transportarbeiterverband. Zur Frage der Schadloshaltung bemerkte der Vorsitzende, B. folle Einnahmequelle des Angeklagten bestand längere Zeit hindurch, Testament vorliegt, erbt der Witwer oder die Witwe ein Viertel, die Kinder doch nicht sich und dem Mädchen noch Scherereien bereiten, ein bis es der Zufall fügte, daß zwei Beamte der Krankenkassen in der drei Viertel des Nachlasses. 2. Die Forderung ist noch nicht verjährt; ausjeder Pfändung von neuem. A. 08. Was unentbehrlich ist, ist von Dienstmädchen habe doch gewöhnlich keine Wertstücke im Befiz. Wohnung des Angeklagten zusammentrafen. Die Ehefrau sorgte geklagte Forderungen berjähren erst in 30 Jahren. Die Frist läuft von Den Vorschlag, sich zu einigen, wies B. zunächst mehrfach zwar in geschicker Weise dafür, daß einer der Beamten als" guter Fall zu Fall, eventuell auf Beschwerde vom Amtsgericht zu entscheiden. Der Er sagte, dem Mädchen müſſe ein Dentaette Die Maſſe ſchöpfte jedoch Verdacht und stellte genaue Recherchen an, ſteigt. ein Denkzettel Bekannter" vorgestellt und in ein Nebenzimmer bugsiert wurde. Lohn ist in Ihrem Falle nur soweit pfändbar, als er 1500 m. jährlich überNäffe. Sie können auf Aufhebung des Vertrages und auf gegeben werden. Der Vorsitzende warf ein, die doch wirklich nicht so aus, wie wenn etwas Derartiges nötig die schließlich die jebige Anklage zur Folge hatten. Der mit- Schadenersatz mit Aussicht auf Erfolg beim Amtsgericht flagen. Befei. Herr B. blieb dabei, er müsse zum mindesten Schadenersaz angeklagte Dr. B. soll sich dadurch der Beihilfe zum Betruge schuldig antragen Sie unter Ueberreichung des ärztlichen Attestes über die haben. Erst als Frl. Sp. einwilligte, die Kosten des Verfahrens zu gemacht haben, daß er dem Angeklagten noch einen zweiten Kranken- Gesundheitsschädigung die Anberaumung eines möglichst nahen Termins. D. F. 78. 1. Eltern gegenüber sind die Kinder nach dem Gesetz nur übernehmen, gab B. nach und ließ sich zu einem Vergleich schein ausstellte, obwohl er gewußt haben soll, daß Sent bereits soweit verpflichtet, als sie dazu ohne Beeinträchtigung des standesgemäßen herbei. Er wird nun die Sachen ausliefern, und beide Krankengeld bezog. Die Beweisaufnahme erbrachte jedoch nach unterhaltes ihrer eigenen Familie imstande sind. In Ihrem Falle dürfte dieser Richtung hin nicht das geringste Belastungsmaterial, so daß eine rechtliche Verpflichtung Ihrerseits nicht vorliegen. 2. Die Gemeinde Parteien verzichten auf weitere Ansprüche. Dr. B. kostenlos freigesprochen wurde. Gegen den Ehemann Sent kann nicht ohne weiteres pfänden, sondern hätte auf Bahlung zu flagen. lautete das Urteil auf 500 Mart, gegen die Ehefrau auf 250 Mark Bird im Verwaltungswege gegen Sie entschieden, so würden Sie hiergegen bei Gericht Klagen können. 8. Die Frau ist zur Zahlung der Miete ver pflichtet. Geldstrafe. D. 2. 1. und 2. Ist im Vertrage keine bestimmte Zeit der Wohnungsbesichtigung vereinbart, so muß eine angemessene Zeit gewährt werden. Welche Zeit angemessen ist, entscheidet im Streitfalle das Gericht. 3. Sie müssen innerhalb der angemessenen Zeit, über die Sie sich am besten mit Ihrem Wirt verständigen, die Möglichkeit des Zutritts gewähren. N. W. 23. Ja, Sie tönnen aber bei der Gewerbedeputation unter Schilderung des Sachverhalts Niederschlagung der Soften beantragen. 2. E. 100. Klagen Sie gegen die Staffe zunächst bei der Gewerbe100 A. Der Berkauf müßte gericht. Soweit lich oder notariell erfolgen. deputation, Stralauer Str. 1-3. zur Benachteiligung von Gläubigern abgeschlossen wird, ist er ungültig. Der Käufer hätte eventuell die Schulden des Verkäufers zu bezahlen. A. B. 95. Schriftliche Form würde genügen. Ob der Kauf aber etwa mangels uebergabe ungültig ist, entzieht sich unserer Kenntnis. " Vor Gericht teilte Herr B. noch mit, auch bei der Polizei habe er Antrag gegen das Mädchen geftelt". 28 as er da " beantragt" hat, barüber ließ er sich an dieser Stelle nicht näher aus. Dem oben mitgeteilten Brief ist aber zu entnehmen, wie er's meinte. Die Rechte, was Sie bei Gericht haben, haben wir bei her Polizei". Herr B. weiß wohl nicht, daß Frl. Sp. bei ihm gar nicht Dienstmädchen, sondern Gewerbegehilfin war. Offenbar erwartet er nun von der Polizei, daß sie ihm helfen werde, dem Frl. Sp. den, Dentzettel zu geben, von dem er vor dem Innungsschiedsgericht sprach. Wir werden, falls wir von dem weiteren Verlauf der Angelegenheit Kenntnis erhalten, unseren Lefern mitteilen, was Herr B. bei der Polizei erreicht hat. " Versammlungen Veranstaltungen. Steglit. Sonntag, den 5. Juli: Ausflug nach Schmargendorf, Restaurant Schützenhof", Ede Nuhlaer Straße. Treffpunkt 2 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15 a. Abmarsch pünktlich 2 Uhr. Bahlreiche Beteiligung wird erwartet. Die nächste Versammlung findet Mittwoch, den 15. Juli 82 Uhr, bei wahrendorf statt. Pantow. Montag, den 6. Juli: Partie nach dem Gorinsee. Abfahrt Bankow- Schönhausen morgens 7.47 bis Bepernik. Kaffeekochen im Waldhaus, Waldspiele. Tegel- Borsigwalde. Die am 8. Juli festgesette Dampferpartie findet des Bahlabends wegen erst am Montag, den 18. Juli, statt. Dienstag, den 7. Juli, Beginn der Kinderspiele. EN Gerichts- Zeitung. Bom polnischen Kampfschauplate. " 1209 Die verantwortliche Redattrice der seit dem 1. April d. J. er scheinenden polnischen Frauenwochenschrift Stimme der Groß polinnen" ist von der Posener Straftammer wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten mit einer Geldstrafe von 180 m. bedacht worden. Das Blatt hatte in mehreren Artikeln seine Leserinnen aufgefordert, der Losung Kosziuskos zum Kampfe um die Freiheit des Vaterlandes zu folgen. Der Jahrestag der Schlacht bei Reclawice müsse in den Herzen der Polen den festen Glauben an das baldige Erscheinen des Morgensterns der Freiheit erweden. Zu wieviel Millionen Mart Strafe müßten bei ähnlicher Auslegung von Auslassungen der Hakatistenpresse die Nationalen" berurteilt werden! Kassenbetrügerei. " Wegen Betruges war gestern der Stuttateur Gustab Sent bor Cec.3. Straffammer des Landgerichts I angeklagt, während sich die Ehefrau S. und der praktische Arzt Dr. B. wegen Beihilfe zu Der Angeklagte Unbekannt". Eine Straffache gegen einen namenlosen". Angeklagten befchäftigte gestern das Schöffengericht Berlin- Mitte. Eines Tages im April d. J. erschien in dem Café Unger ein besser gekleideter Herr, der sich Speise und Trank in nicht unbeträchtlichen Quantitäten gut schmecken ließ und eine Beche von etwa zehn Mark machte. Als es zum Bezahlen tam, erklärte der Gast in aller Gemütsruhe, daß er nicht einen Pfennig Geld bei sich habe. Die Folge war, daß der Inhaber des Cafés und der Kellner Anstalten trafen, den Zechpreller an die frische Luft zu befördern. In diesem Augenblick zog der Unbekannte einen Revolver hervor und brachte ihn in Anschlag. Die Bedrohten verstanden nunmehr feinen Spaß, der Gaft wurde im Handumdrehen entwaffnet und dann, nachdem er eine gehörige Tracht Prügel erhalten hatte, der Polizei zugeführt. Schon hier weigerte sich der Festgenommene, irgendwelche Angaben über seine Person zu machen. In seinen Papieren wurde ebenfalls nichts gefunden, woraus man Schlüsse über seine Person ziehen konnte. Der Bechpreller wurde als„ Unbekannt" in das Moabiter Untersuchungsgefängnis eingeliefert und weigerte sich auch hier hartnädig irgendwelche Angaben zu machen. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei blieben ebenfalls ohne jeden Erfolg, so daß der Behörde schließlich nichts anderes übrig blieb, als den Verhafteten unter dem Namen Unbekannt" unter Anklage zu stellen. Tatsächlich wurde der Angeklagte auch auf dem Terminszettel, wie auch in den Aften als„ Unbekannt" aufgeführt. Vor Gericht waren alle Bemühungen des Vorsitzenden, den Angeschuldigten zur Angabe feines Namens zu veranlassen, erfolglos. Dieser erklärte, daß er im Interesse seiner Angehörigen feinen Namen nicht angeben wolle. Der Angeklagte Unbekannt wurde in der Sache selbst wegen Betruges zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. er M. W. Nein. C. R. 28. Wenden Sie sich an einen Arzt. M. M. 17. Soweit R. B. 17. Der ersichtlich, ist lediglich der Gastwirt verantwortlich für den Schaden. Indeffen erscheint eine Stlage auch gegen den Theaterdirektor nicht aussichtslos, wenn er es unterlassen hat, die nötigen Sicherheitsvorrichtungen zu treffen. Maria, Rummelsburg. Das wäre strafbar. Mann würde mit einer Klage auf Rüdgabe feines Eigentums durchbringen. 2. B. 12. Solange Sie nicht polizeilich zur Nachimpfung aufgefordert find, hat eine Verschiebung der Impfung nichts auf sich. B. M. 46. Die Kündigung ist gültig.. P. K. 8. Die Schriftstücke besagen, daß Sie, der Ehemann, nicht etwa für die Zahlung haften, sondern lediglich dulden sollen, daß wegen der Forderung gegen Ihre Ehefrau die Pfändung in das Vermögen der Ehefrau vorgenommen wird. Ihre Frau fann gegen den Zahlungsbefehl zunächst Einspruch einlegen, pfändbar scheint von ihrem Eigentum nur ein Teil der Nähmaschinen zu sein. 2. 23. 100. 1. Sa, durch jede Buchhandlung, auch die des Vorwärts". 2. Die neue Gesellschaft für Bücherfreunde ist feineswegs mit dem August Scherlichen Unternehmen identisch R. 2. 71. Die von Ihnen gedachten Abzüge werden als nach dem Gesetz nicht zulässig erachtet. . 74. 1. Gegen die Einschäßung müßte reklamiert werden. Reklamation hat Aussicht auf Erfolg. 2. Zur Aufnahme in einer Heilstätte ist eine bestimmte Anzahl Marken nicht vorgeschrieben. Die Versicherungsanstalt hat das Recht, aber nicht die Verpflichtung, dem Gesuche stattzugeben. A. G. 21. 1 und 2. Fordern Sie den Wirt auf, das Ungeziefer inner. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. Juli, bormittags 9 Uhr, halb einer von Ihnen zu sehenden, angemessenen Frift zu entfernen, er in der Halle der Gemeinde, Pappelallee 15-17: Freireligiöse Borlesung. flären Sie, daß Sie nach Ablauf der Frist auf Stoften des Wirtes die Ent Vormittags 10% Uhr in der Schule, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag fernung vornehmen lassen würden und führen Sie die Drohung aus. von Herrn M. H. Baege über: Das Gesez von der Erhaltung der 3. Nein, wenigstens würde im Falle der Klage voraussichtlich der Birt obDamen und Herren als Gäste sind sehr fiegen. A. N. 100 Moabit. Den Saz der alten Miete, wenn der Energie und seine Bedeutung". Wirt nicht beim Umziehen Gegenteiliges erflärt. G. 5. 68. Sie sind Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen im Irrtum. Heimarbeiter sind nur soweit frankenversicherungspflichtig, als Berlins und Umgegend. Heute abend 8 Uhr: Abteilung XVI bet burch Ortsstatut die Versicherungspflicht eingeführt ist. Arbeitet jedoch eine Preuß, Magazinstr. 17. Abteilung Pankow bei Herrmann, Brehme- Heimarbeiterin nur für ein Geschäft eines Arbeitgebers, so ist sie nach zu ftraße 56. Abteilung Steglit bei Mäther, Marksteinstr. 1. treffender Ansicht, die freilich bestritten ist, unter allen Umständen ver. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- ficherungspflichtig. Verklagen Sie die Staffe bei der Gewerbebeputation, nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Stralauerstr. 1-3. Wenn Ihre Frau freiwilliges Mitglied einer Stasse werden 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. will, so ist die Offenbacher Strantentasse, Brinzenstr. 66 bei Hinz, zu empfehlen. willkommen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III. 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Burean: Charitéstraße 3. Hof III. Amt III. 1987. Montag, den 6. Juli 1908, abends 8 Uhr: 6 Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Germania- Säle, Chauffeestr. 110. Louis Keller( Inh. Freyer), Koppenstr. 29. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 4. Bühlkes Festfäle, Dennewitstr. 13. Rixdorf, F. Hoppe, Hermannstr. 49. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24. 1. Berichterstattung vom Gewerkschaftskongreß. 2. Distauffon. Kollegen und Kolleginnen! Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tages- Ordnung und da es notwendig ist, daß jedes Mitglied unserer Organisation über den Verlauf des Gewerkschaftskongresses unterrichtet ist, ersuchen wir, zahlreich und pünktlich diese VersammLungen zu besuchen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Setzen Sie sich Ausnahmepreise mit uns in Verbindung, Sie sparen für Lieferungen im Mai, Juni, Juli. Geld! Wir liefern moderne Herren. Garderoben fertig und nach Maß in guter Verarbeitung unter Garantie für tadellosen Siz. A. B. 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Knaben- Strohhüte zu jedem annehmbaren Preise. Warenhaus Fr. Pfingst& Co. Königstrasse 33, Ecke Neue Friedrichstrasse. Nr. 154. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Rigdorf. Die Genoffen, welche Bücher aus der Bibliothek entliehen haben, werden nochmals gebeten, dieselben wegen der Inbentur sofort zurückzubringen. Bis zum 15. Juli werden keine Bücher ausgegeben. Stralau. Sonntag, den 5. d. M., nachmittags 2 Uhr, findet im Lokal von Boeke, Alt- Stralau 5, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und Kassierers, Landtagswahl, Erfahwahlen und Neuwahlen zum Vorstand, Parteiangelegenheiten. Treptow- Baumschulenweg. Die Parteigenoffen werden ersucht, am morgigen Sonntag, zu dem vom Gesangverein Liedesfreundschaft" in der Königsheide arrangierten Waldfest zu erscheinen. Für Unterhaltung ist hinreichend gesorgt. Der Vorstand des Wahlvereins. Friedrichsfelde. Am Sonntag, den 5. Juli, findet bei Bube, Prinzen- Allee 30 das Sommerfest des Wahlvereins statt. Durch die Aufstellung eines reichhaltigen Programms ist für Unterhaltung bestens Sorge getragen. Um regen Besuch bittet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Vegetationsbild von der Havel. Sonnabend, 4. Juli 1908. in Berlin hat ja etwas Mißliches und gehört nicht gerade zu Seiten mechanische Leitern aufgestellt werden konnten. Außerdem den Annehmlichkeiten, allein so schlimm wie vor Jahren ist es im Augenblick nicht mehr. drangen ganze Scharen von Feuerwehrleuten über die Außentreppen nach oben, um durch Einschlagen von Fenstern in den brennenden Viele Reflektanten schaffen sich Schwierigkeiten erst selbst, Raum vorzudringen. Von der Westseite aus wurde mit vier und indem sie Wohnungen besichtigen, deren Unbrauchbarkeit von der Ostseite mit zwei Schlauchleitungen Wasser gegeben. Gleich ihnen nach dem Zettel oder nach der Auskunft des Wirtes zeitig wurde das Dach an mehreren Stellen durchschlagen, um dem von vornherein einleuchten sollte. Ja, es soll Leutchen Qualm Abzug zu verschaffen. In erster Linie galt es, dem Feuer geben, die sich auf die Socken machen, obwohl sie gar keine den Weg nach dem Bühnenraum zu verlegen, was auch gelang. Wohnung mieten wollen. Diese sonderbaren Schwärmer be- Schon nach halbstündiger Löscharbeit galt die Gefahr für beseitigt. sichtigen mit Vorliebe herrschaftliche Wohnungen, um zu Noch während des Brandes rückten zwei Kompagnien des zweiten renommieren, sich wichtig zu machen und etwas vorzustellen, Garderegiments an. Eine Kompagnie war ohne Gewehr, die andere das sie gar nicht sind. Andere können sich von der zu be- mit Gewehr. Die eine Kompagnie verschwand alsbald zum größten sichtigenden Wohnung kaum trennen, riechen in alle Ecken und Teil im Innern des Opernhauses, um wertvolle Requisiten, die Stochtöpfe hinein, sehen sich ungeniert auf das heilig gehaltene etwa durch Wasser beschädigt werden könnten, schleunigst in andere Sofa der guten Stube und müssen mit sanftem Zureden Räume zu schaffen Die andere Kompagnie hielt mit Gewehr bei hinauskomplimentiert werden. Fehlt bloß noch, daß sie einen Fuß und trat nicht in Tätigkeit. Da der brennende Dachraum so Bahnstocher und den Kloſettſchlüssel verlangen. In solchen gut wie leer wat, so ist der verursachte Schaden nicht so bedeutend. Fällen wird Fällen δας Wohnungzeigen sicher weit unan- Das Feuer ist anscheinend durch Klempner, die auf dem Dache genehmer empfunden als das Wohnungsuchen. das Wohnungsuchen. Lekteres arbeiteten, durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Lötofen vers ist, mit Geist und Grazie betrieben, mitunter ein Kapital- ursacht worden. bergnügen. Auf den abgedroschenen Kalauer von den sechs Kindern, die alle auf dem Kirchhof sind", aber mit dem Ein- Beschützt die Waldvögel. Nur spärlich konzertieren unsere geaug plöglich wie Orgelpfeifen auftauchen, weil sie die Gräber fiederten Sänger in den Wäldern und Büschen der Berliner Ausihrer Großeltern besucht hatten", fällt ja selbst ein Berliner flugsorte. Diese für jeden Naturfreund traurige Erscheinung ist Hauswirt nicht mehr hinein. oft darauf zurückzuführen, daß eine Anzahl Personen unsere In der gegenwärtigen Zeit legen auch immer weniger Zwischen Wannsee und der Pfaueninsel. Am hohen Ufer, Hauswirte das Schwergewicht auf die Kinderzahl. Ihnen ist das bald steil der feeartigen Havel sich nähert, bald ber- es in erster Reihe darum zu tun, zahlungsfähige Mieter zu flachend zurückweicht, dunkler Kiefernforst. Zwischen diefem bekommen, Mieter, die nicht in der schwarzen Liste stehen. und dem blaugrauen Gewässer wechselt zonenweise die Am schlimmsten sind die Arbeiter dran, die durch längere Vegetation. Die im Juni am höchsten entwickelte Gräser Arbeitslosigkeit nicht in der Lage waren, ihren Mietszins am welt befleidet die Abhänge, die hier und da weißer Sand Ersten dem Hauswirt hinzulegen; sie haben am meisten zu entblößt. Die roten Tupfen der Karthäusernelfe, die gelben leiden. der Habichtskräuter und die unscheinbaren Rispen des Sauerampfers lassen das Vorwiegen der Gräser nur um so schärfer Gegen die Schundliteratur Wälder durchstreifen und den Vogelraub betreiben. Gibt es doch Menschen, die, bar jedes Gemeinsinnes und jeder Naturfreude, nicht nur die alten Vögel einfangen, sondern gerade in der jetzigen Jahreszeit auch die Nefter ausnehmen. Das ist ein doppelter Frevel. Auf solche grausamen Störenfriede in der Natur müssen alle Ausflügler und Naturfreunde ein wachsames Auge haben, um ihnen eine Arbeiterfamilie, wie aus einer Zuschrift hervorgeht, ant Bades ihr schändliches Handwerk zu legen. Erst am Sonntag beobachtete strande des Müggelsees, unweit des Forsthauses im Gebüsch, wie ein solcher Vogelmarder darauf ausging, ein Hänflingpärchen, das hervortreten. Am feuchten Fußwege zwischen Abhang und fämpfen seit Jahren die von der Vorwärtsbuchhandlung heraus- den großen Appetit seiner fünf Jungen zu befriedigen suchte, eins See bilden Pappeln und Erlen ein Band aus Laubhölzern. gegebenen Freien Stunden" dadurch, indem sie nach Kräften be- fangen zu wollen. Die Familie hatte bereits längere Zeit die Sorge Wo der Boden trockener bleibt, sind niedrige Grastriften aus- müht find, nur guten Unterhaltungsstoff zu bieten. Sie wollen der Vogeleltern um ihre Jungen beobachtet. Sie war deshalb auch gebildet mit den rotblühenden Büscheln des Feldthymians, verhindern, daß der Klatsch und der Tratsch, der heute das öffent nicht wenig empört darüber, als im Gebüsch eine Gestalt heran. mit gelben Ranunkeln und Fünffingerfräutern, weißem und auf den Schleichwegen miserabler Groschenhefte in die Arbeiter- wünschung der Familie trat der Bursche den Rüdzug an. Auch mit gelben Ranunkeln und Fünffingerfräutern, weißem und iche Leben bergiftet, eingeengt wird, daß Kriecherei und Muckerei nahte, die sich an dem Nestchen zu schaffen machte. Unter Vergelbem Klee und mit den höheren gelben Rispen des wohnungen geschmuggelt werden. Welches Unheil und welche BerJohannestrautes. Dann folgt die feuchtere Zone, gefenn- heerungen die Schundromane in den Köpfen anrichten, dafür bedarf andere Ausflügler waren bereits auf den Vogelräuber aufmerksam zeichnet durch zahllose weiße, winzige Blütchen des dicht- es keiner weiteren Beweise. Tagtäglich gehen Mitteilungen durch geworden. Der Einsender bittet uns, den Fall mitzuteilen, damit gedrängt wachsenden Sumpflabkrautes, dem liebliches Vergiß- die Tagesblätter, daß das Lesen von Schauerromanen sehr oft andere Naturfreunde ein wachsames Auge auf solche Vögelvernichter meinnicht beigemischt ist. Darüber hinaus sinkt der Fuß ins Ursache zu den größten Verbrechen geworden ist. Die Freien haben mögen. Auf der Wohnungssuche. Wasser. Die eigentliche Sumpfzone beginnt. Zunächst ge- Stunden" bringen gute Romane und Novellen, die sorgfältig aus- Das Verfahren eingestellt hat die Staatsanwaltschaft gegen waltige Bestände einer unserer größten Gräserart( Glyceria gewählt und namentlich im Hinblick auf volkstümliche und fesselnde den Fabrikanten und Sattlermeister Jordan, der wegen Totschlags Schreibweise geprüft worden sind; sie bringen in jedem Heft in Untersuchungshaft genommen worden war. Es handelt sich um maxima), mit dunkelährigen Binſen und Seggen dazwischen. Illustrationen von Künstlerband; ferner fleine Auffäße, Sumo- in Untersuchungshaft genommen worden war. Es handelt sich um einen Vorfall, der sich am 10. Mai abends in dem Hause Diefe Zone beherbergt die bis zu meterlangen dunkelgrünen resten und Skizzen. Jede Woche erscheint ein 24 Seiten starkes Alexandrinenſtr. 80 abgespielt hatte. Hier wohnte die unverehelichte Blätter des großen Wasser- Ampfers. Die Rosetten der läng- eft, reich illustriert für 10 Pf. Friseurin Kappel, die mit dem schon 58jährigen Angeklagten ein lichen Blätter des Froschlöffels, aus deren Mitte sich eigen- Mit dem neuesten Heft beginnt ein neuer Roman:" Der Liebesverhältnis unterhielt. Zwischen der K. und ihrer Flurtümlich quirlig und weitläuftig verästelte Blütenstände mit Saidud", von Bucura Dumbrava, der die Erinnerung an nachbarin, der Chefrau des Buchdruckereiarbeiters Brehmer, Kleinen rötlichen Blümchen entfalten, die faft Mannshöhe Deutschlands größten Freiheitsdichter heraufbeschwört. Der Roman war es häufig zu Streitigkeiten gekommen. Am Abend des 10, Mai erreichen können, und viele andere Sumpfgewächse. Zuletzt zählt zu den hervorragendsten Erzeugnissen der neueren boltstüm dieses Jahres wurde die K. von dem Jordan bis vor die Haustür erst, an den naſſeſten Stellen am Wasser, schließt das Reichlichen Literatur. Er läßt uns in fremdartiger Farbenpracht ein begleitet, vor der die Frau B. mit einem anderen Manne stand. Stück auferstehen und fühnen des hohen Schilfes in dichten Beſtänden das Sumpfgelände, Bungen das alte, unüberwindliche Wölferibeal: die Freiheit. je kam auch hier wieder zu Auseinanderſekungen. Jordan beDer Münchener Maler Damberger hat es übernommen, in gleitete die K. schließlich die Treppen hinauf, um sie vor weiteren Schilf den Ausblick gestattet, zeigt sich aber noch eine letzte zahlreichen fünstlerischen Juustrationen den Haiducken" und die plötzlich ein Mann entgegen, mit dem Jordan sofort in ein hand. Belästigungen zu schüßen. Auf der dunklen Treppe trat ihnen Zone auf dem Wasserspiegel, die Blätter der gelben Seerose wichtigsten Szenen aus dem Roman bildlich vorzuführen. gemenge geriet. Plötzlich ertönte ein gellender Schrei, der von dem und anderer Arten ihres Geschlechts. Im Schilfe fliegt Klirren einer Fensterscheibe begleitet wurde. In demselben Augender Rohrsperling hin und her, aber der scheue Vogel ist ziem- Ein Irrenhausprozeß gegen den Redakteur Karl Schneidt, den blick vernahmen auf dem Hofe stehende Leute einen dumpfen Fall lich still geworden seit der Frühlingszeit. Große braune und Herausgeber der Zeit am Montag", wird am 6. Juli vor dem und fanden den Brehmer in seinem Blute schwimmend auf dem kleine ſtahlblaue Libellen schwirren über das Gelände und treiben tönigl. Landgericht I in Moabit seinen Anfang nehmen. Diesmal Steinpflaster liegend bor. Es stellte sich heraus, daß Brehmer, der ihr Spiel, das teils der Liebe, teils dem Fange fleiner Insekten Anlaß zahlreicher Spezialfälle die öffentliche Meinung und die Jordan einen Stoß erhalten hatte und durch das Flurfenster hinhandelt es sich um das, was gerade während der letzten Jahre aus furze Zeit darauf an den Folgen eines Schädelbruchs verstarb, von gewidmet ist. An den hohen Pflanzenstengeln im Sumpfe Presse in hohem Grade beschäftigt hat, nämlich um die schweren durch aus der dritten Etage auf den Hof gestürzt war. Jordan fann man ab und zu noch die leeren Larvenhüllen ſizen mißstände im Irrenhauswefen, welche nach einer Reform förmlich wurde unter dem Verdacht des Totschlages verhaftet. Nach einer sehen, aus denen die Libellen nach Beendigung ihres Lebens schreien. Schneidt hatte am 25. November v. J. einen solchen Spezialfall längeren Untersuchungshaft ist er nunmehr wieder auf freien Fuß im Wasser ausgeschlüpft sind. Ueber ihnen aber in den Lüften als Leitartikel mit der Ueberschrift," Moderne Irrenhaus Folter" gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen führen größere Räuber ein geschäftiges Dasein. Nebelfrähen, behandelt. Der Fabrikbefizer und Stadtverordnete Emanuel Lubedi ihn eingestellt, da die Ermittelungen ergeben haben, daß er von die, aus ihren Horsten in den Kronen der Kiefern hervor- aus Beuthen( Oberschl.) war vor drei Jahren auf Drängen feiner dem getöteten Brehmer angegriffen worden war und in Notwehr schießend, nach Mövenart über den Wassern treisen und Familie, insbesondere feiner jetzt von ihm geschiedenen Ehefrau ver- gehandelt hatte. Herniederstoßend dicht am Wasserspiegel irgendeine Beute anlaßt worden, zur Stärkung seiner durch geschäftliche Fehlschläge angegriffenen Nerven eine Privatheilanstalt aufzusuchen. Zu spät Aus Not erfchoffen. Im Viktoriapart erschossen hat sich in der zu erhaschen suchen, die sie in schnellem Fluge wieder zurück- bemerkte er, daß man ihn nicht nach einer Privatanstalt, sondern Nacht zum Freitag der Mechaniter Kahl aus Biegenheim in Hessen, tragen. Sonst, wenn der Chor der Krähen schweigt, ist es nach der geschloffenen Provinzial- Jrren- und Pflegeanstalt in der nach Berlin gekommen war, um sich hier eine Stellung zu still am hohen Ufer des Wannsees. Wer im Walde lagert Leubus( Schlesien) abgeschoben hatte. Hier ist Lubedi nach seiner suchen. Die Bemühungen des K., Arbeit zu erhalten, waren jedoch und durch die Stämme auf das leis bewegte Wasser schaut, Darstellung, die in allen wesentlichen Punkten aftenmäßig bestätigt vergeblich, und die geringen mitgebrachten Geldmittel waren in genießt einen der größten Reize, den märkische Landschaften wird, in einer Weise behandelt worden, die mit dem humanen Bug, wenigen Tagen erschöpft. Der Mechaniter besaß nicht mehr soviel aufzuweifen haben. der angeblich durch unser ganzes heutiges Jrrenwesen geht, schwer Geld, das Nachtlogis zu bezahlen und begab sich deswegen nach in Einklang gebracht werden kann. Einzelne Behandlungsmethoden, die dem Viktoriapark, wo er in einem Verzweiflungsanfall gestern seitens des leitenden Jrrenarztes vor Gericht in den später ent- morgen gegen 3 Uhr sich aus einem mitgeführten Revolver eine standenen Zivilprozessen bereits zugestanden sind, insbesondere die Kugel in die rechte Schläfe jagte. Der Lebensmüde wurde bald Warum zetern eigentlich die Großstadtmenschen so sehr ununterbrochen fortgesetzten stundenlangen Wafferbäder( bis zum darauf von einer Schuhmannspatrouille aufgefunden und nach der über diese ,, entseßliche, qualvolle" Zeit des Wohnungsuchens? Bundwerden!) find unmöglich zu verteidigen. Erwiesen ist, daß Unfallstation am Tempelhofer Ufer gebracht, wo jedoch nur der Von einem Halbjahr zum anderen begegnet man denselben Zubedi als Trinker und Baralytiker( Gehirnerweichung) behandelt bereits eingetretene Tod des. festgestellt werden konnte. Die Jeremiaden, und doch wird die Zahl der durch Mieter erfolgten wurde, während amtlich und durch ärztliche Gutachten feststeht, daß Leiche wurde nach dem Schauhause übergeführt. Kündigungen nicht kleiner. Selbst beim diesmaligen Kündigungs- er niemals Trinker war und auch nicht geistesgestört ist. Der Haustermin sind, obwohl die Hauswirte keine allgemeine Miets- arzt, der Zubedi 17 Jahre lang bis unmittelbar vor der Internierung ftraße statt. Durch die Aufhebung der Abdeckerei ist den Ratten, steigerung gewagt haben, außerordentlich viele Kündigungen behandelte, hat unter Eid erklärt, daß niemals auch nur die ge- die sich in jener Gegend in ungeheuren Maffen aufhielten, der bemerken gewejen Nahrungsstoff entzogen worden, wodurch die Tiere bertrieben Mietszettel beweisen. Vielleicht liegt's an der Tatsache, daß Lubecki an Eifersuchtswahn gelitten habe, fällt dadurch in sich zu zogen. Da man eine derartige Rattenplage von vornherein bevon einer Wohnungsnot heuer keine Rede sein kann. Mehr sammen, daß im späteren Ehescheidungsprozeß genügende Ursache fürchtete, wurden schon vor der Aufhebung der Abdeckerei Maßals 26 000 Wohnungen standen am 1. April 1908 leer; aller- zur Eifersucht festgestgestellt worden ist. Schließlich erklärten die nahmen getroffen, um die langgeschwänzten Nager zu vernichten dings meistens größere. Das macht vielen Leuten den Mut, Irrenärzte, daß Lubedi nur an einer„ einfachen Seelen törung" ge- und ein Kammerjäger mit dieser Aufgabe betraut. Die Bemüh ihre Wohnderhältnisse zu verbessern und in dieser Hoffnung litten habe. Er wurde nach fünf Monaten entlassen, nachdem mit ungen haben auch einigen Erfolg gehabt, doch war es natürlich nicht alle Unannehmlichkeiten des Umzuges mit in den Kauf zu dem Staatsanwalt gedroht war, und hat nun seitdem unablässig möglich, die Plage gänzlich zu beseitigen. mit zähestem Eifer an seiner Rehabilitierung gearbeitet. Bis zu nehmen. Sobald die Kündigungsbriefe in die Hände des den Ministern des Innern und der Justiz, ja sogar bis nach dem Eine Kindesleiche wurde gestern auf dem Treppenflur des Hauspafchas geflattert und mit überraschender Schnelligkeit Zivilkabinett des Königs ist die Sache durch Lubecki gebracht Hauses Schröderstraße 10 gefunden. Sie befand sich in einem in die ersten bunten Streidetafeln an der Haustür erschienen sind, worden, natürlich ohne Erfolg. Erst die Macht der Preise Beitungspapier eingehüllten Paket, und zwar in vollständig nadtem geht die Wohnungshat los, schon drei Tage vor dem Ersten hat zu der erwünschten Wendung geführt. Der wegen des Bustande. in aller Herrgottsfrühe. Ein Anrecht, vermietbare Wohnungen Schneidtschen Artikels angestrengte Prozeß wird hoffentlich Ein dreifter Fuhrwerksdiebstahl ist in der Lindenstraße ber schon so schnell zu besichtigen, besteht indes keineswegs. Vor dem nicht bloß dem gequälten Manne zu seinem Rechte verhelfen, sondern übt worden. Vor der Markthalle hatte ein mit Fleisch hochbeladener Monatsersten ist man noch sein eigener Herr in der eigenen aufklärend wirken und zur Beseitigung des morschen Irrenhaus Wagen der Firma Helfers, Juliusstraße 7, gehalten. Während der Wohnung. Auch nachher ist die Besichtigungszeit, worauf auch systems, an dem neuerdings so viele Existenzen gescheitert sind, Stutscher Fleisch nach der Halle trug, schwang sich ein fremder Mann an dieser Stelle hingewiesen sei, burch wiederholte Gerichts- wesentlich beitragen. Dadurch gewinnt er an Bedeutung weit über auf den Bod, schlug auf die Pferde ein und jagte davon. Als der an dieser Stelle hingewiesen sei, durch wiederholte Gerichts- die Privatsache hinaus. Dem Vernehmen nach ist der leitende Kutscher wieder zurückkehrte, war der freche Marder mit seiner entscheidungen zeitlich genau festgelegt. Für Groß- Berlin Direktor der Leubuser Jrrenanstalt inzwischen in Benfion gegangen! Beute bereits verschwunden. Das Fuhrwert hat einen Wert von gilt an Wochentagen die Zeit von 10 bis 1 und 3 bis 6, Daß diese Maßregel mit der vorliegenden Angelegenheit in. Ver- nahezu 3000 Mart. Sonntags von 11 bis 3 als durchaus angemessen. Je nach bindung steht, wollen wir natürlich nicht behaupten. Etwa 150 Zillen liegen gegenwärtig auf der Ober feft, weil besonderen Umständen wird man sich ja nicht streng auf die Minute in diesen Grenzen halten, aber ein Anspruch darüber fie infolge des niedrigen Wasserstandes auch bei der denkbar ge= ringsten Befrachtung die zahlreichen Untiefen nicht mehr passieren hinaus, wie er vielfach mit großer Bravour geltend gemacht Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern in der zehnten Vor- tönnen. Wenn der Wasserstand in dieser Weise weiter zurücka wird, existiert nicht. Wer vol 8 Uhr morgens und noch nach mittagsstunde Unter den Linden die Kunde: Das Opernhaus gehen sollte, dürfte bald die gesamte Schiffahrt brach liegen. Die 9 Uhr abends vorspricht, sollte sich doch von selbst sagen, daß steht in Flammen! Alles strömte dorthin, so daß die wenigen Folgen der anhaltenden Dürre machen sich auf den märkischen diese Zeitwahl eine nicht gerade günstige ist. Schuhleute Mühe hatten, die Anstürmenden im Baume zu halten. Gewäffern von Tag zu Tag fühlbarer. In den letten 24 Stunden Ueberhaupt hat die Wohnungssuche entschieden viel mehr Wenige Augenblide später rafselten aber auch schon Feuerwehr- ist die Spree mit ihren Verzweigungen um 10 bis 16 Bentimeter Beinliches für den Wohnungsinhaber als für den Suchenden. löschzüge von allen Seiten heran. Die Feuerwehrwagen, etwa 50 gefallen, so daß beispielsweise die Fahrrinne des Spandauer Schiffahrtskanals nicht unerheblich berengt ist. Aehnlich rapide Es ist deshalb höchst verkehrt, die zu vermietende Wohnung an der Zahl, besetzten die benachbarten Straßen. Das Feuer wütele ist der Rückgang der Elbe. An den oberen Meßitationen bei Aufsig aus häßlichen Gefühlen gegen den Hauspascha schlecht zu in dem Dachraume über dem Konzertsaal an der Front Unter der und Dresden ist der Strom in 12 Stunden um 10 bis 15 Zentis machen. Damit verlängert man sich ja nur die Unbequem- Linden. Hier züngelten Flammen aus den Fenstern hervor. Die meter, an den unteren Webstationen innerhalb 24 Stunden um lichkeit, wochenlang belästigt zu werden. Das Wohnungsuchen isolierte Lage des Opernhauses ermöglichte es, daß sofort von bjer 4 bis 12 Bentimeter gefallen. Da aber dieser Wasserrücgana Ein Kampf gegen die Ratten findet gegenwärtig in der Müllererfolgt, wie die zu Tausenden zum Vorschein gekommenen bekannten igsten Spuren geistiger Störung zu feien. Auch die fernere Begründung für die Internierung, daß wurden und sich nach den umliegenden Gehöften und Häusern verFener im königlichen Opernhause. ununterbrochen anhält, ist zu befürchten, ti'eß e? tföch hter bald ztt einer Störung der Schiffahrt kommt. Günstiger sind die Wasser Verhältnisse der Havel, die ja bis zum Anfang Juni einen unge wohnlichen Hochstand aufzuweisen hatte. Seit dieser Zeit sind auch hier die Fluten ständig und in den letzten Tagen rapid gefallen. doch ergaben die Pegelmessungen einen noch normalen Wasserstand. Allerdings dürste auch dieser in wenigen Tagen verloren gehen, wenn nicht durch ergiebige Niederschläge bald eine allgemeine Besserung des Wasserstandes herbeigeführt wird. Der Unglücksfall des Schriftsetzers Krüger am Donnerstag soll nicht, wie uns ergänzend berichtet wird, darauf zurückzuführen sein, daß K. auf einer achtlos fortgeworfenen Kirsche ausglitt, sondern auf das überaus schnelle Fahren des Kutschers, dessen Fuhrwerk K. mit der Deichselstange umstieß und ihn so unter die Räder brachte. Beim Angeln ertrunken ist vorgestern mittag der Kahnbesitzer August Steinmetz aus Templin. St. befand sich mit seinem Kohlenkahn im Spandauer Schiffahrtskanal am Bahnhos Jungferiu Heide. Als er vom Kahn aus angelte, fiel er ins Wasser und er- trank. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden. Ueber die Behandlung tobsüchtiger Geisteskranker durch die Polizei läßt an der Hand eines Spezialfalles, in dem kürzlich ein solcher Kranker durch einen polizeilichen Säbelhieb verletzt wurde, die„Voss. Ztg." durch einen praktischen Arzt bemerkenswerte Be- trachtungen anstellen. Hiernach soll es unter Umständen keinen anderen Ausweg als den der Gewalt geben. Jedoch dürfe ein solches Vorgehen erst das allerletzte Zwangsmittel sein. Wünschenswert sei es, so schnell wie möglich den ersten besten Arzt nach der Polizei- wache oder sonstwohin zu beordern, damit dieser eine bruhigende Injektion machen könne. Wie man uns hierzu schreibt, ist es ein Irrtum, daß solche Fälle als ganz besondere Ausnahmefälle vorkommen. Durchaus nicht selten werden Tobsüchtige, besonders delirierende Alkoholiker, durch Schutzleute auf den Polizeiwachen so scharf angefaßt, daß sie die Spuren davon noch wochenlang hinterher in der Irrenanstalt tragen. Mit Kopfwunden, die durch Säbelhiebe verursacht sind, werden sogar häufiger Geisteskranke nach den Berliner Irren- anstalten eingeliefert. Es soll damit nicht gerade behauptet werden, daß die betreffenden Beamten sich einer absichtlichen Mißhandlung schuldig machen. Sie packen vielmehr wohl nur aus alter Gewohn- heit so derb zu, in dem Glauben, dem Kranken einen Gefallen zu tun, und wenn dabei die Polizeifaust auch mal ins Auge oder an eine sonst sehr empfindliche Stelle fährt, so geschieht das selbstver- ständlich nur in der Hitze des Gesechts mit einem Kranken, der seiner Sinne nicht mächtig ist. Trotz dieser guten Meinung, die wir von den Berliner Schutzleuten haben, sollte generelle Anweisung gegeben werden, gegen Geisteskranke nicht mit der Faust vorzugehen. Das ist nicht mal in den Irrenanstalten erlaubt. Es ge- iiügt vollkommen, die Bedauernswerten in die Polizeizelle zu sperren und sie hier sich austoben zu lassen, bis der nächste zu er- reichende Arzt herbeigeholt werden kann. Schlägt der Geisteskranke inzwischen wirklich alles kurz und klein, so wird doch durch die entgegengesetzte Gewalt der Schutzleute absolut nichts gebessert. Selbst für. das Schnüren von Armen und Beinen sind ganz be- stimmte Vorschriften erlassen. Was soll also die Faust und der Säbel? Allenfalls könnte der Säbel zum dringendsten Schutze dritter Personen außerhalb der Polizeiwache bei äußerster Not in Aktion treten. Diese polizeiliche Notwehr wird aber nach praktischer Erfahrung bei hundert Tobsüchtigen kaum einmal unumgänglich notwendig sein. Sein Berbandsbuch verloren hat der Stukkateur Albert Jänicke, wohnhaft Pappelallee 44. Das Buch. West. Erswdungsschutz technischer Dienstnehmer. 1 M. Karl HeymannS Verlag, Berlin. Witterungsübersicht vom S. Juli 1908, morgens 8 Uhr. »01« Swwemde. 760 SN© Hamburg j 763 WSW Berlin 762 NA FrankUM. 765 Still München Wien 765 SS 7S3W I 3 bedeckt 4 bedeckt 4 bedeckt wolle nl 2 wölken! 2 wölken! il . x» H S> SUBmkb s r s= S«? m-c mranda 760 NNO eriburg 750NW Sctlly ilberde«, Paris 768 O 772 NNW 766 NO Wettn » s c §f wa» I 6 bedeckt 1 bedeckt 2 wolkig 2 bedeckt 2 heiter 8 8 18 13 19 Wetterprognose für Sonnabend, den 4. Jult 1908. Langsam ausklarend, am Tage wieder etwas wärmer bei mäßigen nordwestlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbure«». WasserstandS-Nachrtchteu der LandeSanstalt sstr Gewässerkunde, mitgeteA vom Berliner Wetterbureau. Vernrifcbtes. Zusammenstoß zweier Schnellzuge.> Ein schret-licheS Eisenbahnunglück, bei dem acht Personen ihr Leben verloren und eine große Zahl Paffagiere schwer verwundet wurde, hgt sich im Stgste MfifiZllj eil! Stimsum meldet Wasserstand Memel, Tilsit B r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thoru Oder, Ratibor „ Krosseu Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Bordamm Elbe, Leitmeritz „ Dresden „ Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') ... Rathenow') Spree, Spremberg') , LeeSlow Weser, Münden , Minden Rhein, MaxtmilianSau . Kaub . Köln Neckar. Heilbronn Mai», Werthcim Mosel. Trier 0-t bedeutet WuchS.— Fall,—•) Unterpegel. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 4. Jult Anfang 7, Uhr. Neues tgl. Operntheater. Mignon. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Brettlgräfin. Kammerspiele. Gelbstern. Neues. Der Berrissene. Neues Schauspielhaus. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich: Die Gr.Militär- Doppel- Konzert Dollarprinzeffin. Kleines. 2 × 2= 5. Berliner. Raffles. Lustspielhaus. Die blatte Maus. Schiller 0.( Wallner Theater.) König für einen Tag. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Die Diebin. Thalia. Der Mann mit dem Mo nocle. Westen. Ein Balzertraum. Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater. Der größte Bernhard Rose. Im Haufe der Saisonerfolg Sünde. Metropol. Das muß man seh'n. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. London Suburbia. Spe zialitäten. Paffage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten. Carl Haberland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Berliner Prater. Die Welt ein Paradies. Anf. 7 Uhr. Irauta. Zaubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Gastspiel Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin in Stimmung! Das Tollste vom Tollen und die neuen Juli- Spezialitäten. Schiller- Theater O. Passage- Panoptikum. ( Wallner- Theater.) Morwitz- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: König für einen Tag. Komische Oper in 3 Aften. Tert von A. 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Otto, Stallschreiberstr. 20; Tiedtke, Rixdorf, Hermannstr. 45; sowie im Rest. Denkelmann, Berliner Straße am Hermannplatz; Rest. Kube, Alte Jakobstr. 75 und an der Kasse. 66/1 Sozialdemokratischer Wahlverein Friedrichsfelde Sonntag, den 5. Juli 1908: Großes Sommerfest in den Lokalitäten von Franz Bube, Prinzen- Allee 30. Eröffnung 3 Uhr. 238/8 Anfang 4 Uhr. Konzert- u. Gesangsaufführungen. Humoristische Vorträge. Turnerische Vorführungen. Tanz. Lampionzug f. Kinder usw. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr an zur Verfügung. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Der Riese Diez' Spezialitäten- Theater aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Täglich: Ob Regen! Ob schön! Das neuefte u. befte Programm Berlins Wochentags Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Sonntags Anfang 3 Uhr. Entree 30 Bf. Großer Ball. Kaffeeküche. 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M., starb nach turzem Strantenlager unser Nollege Hugo Scholz. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittags 4 Uhr bon der Halle des Michael- Kirchbofes Rigdorf, Mariendorfer Weg aus statt. 4035 Baer Sohn Die Kollegen der Bianofabrik Chauffeestr.29/ 30. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Haupt- Katalog gratis und franto. bon R. Görs& Kallmann. Bei Bestellung von Hosen it bie Kunstgeigenbauer E. Toussaint Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. Nachdruck 35092* verboten! Billige Rohtabake. Max Jacoby, Strelitzerstr. 52. SALAMAND BERLIN C. Joachimstraße IIC, liefert Reparaturen auf Wunsch zugleich mi borzgl. Zonverbefferungs Spezialität: Erzeugung des alta italienischen Timbres für große Säle an alten :: und neuen Geigen. Mäßiges Honorar. Das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Schuh- Industrie. · Von Vielen nachgeahmt. Von Keinem erreicht. SALAMANDER Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. 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