Nr. 160. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nunumer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft Ribonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 20 fg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zeppelin. Sonnabend, den 11. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. gemeint hat, wie er ihn niedergeschrieben hat. Der Brief ist von Schiff eigenhändig Wort für Wort geschrieben; das„ total vers loren" ist von ihm dick unterstrichen. Meine Herren! Wir beraten Unfallverhütungsvorschriften; Herr Schiff, ein Vorstandsmitglied der See- Berufsgenossenschaft, schreibt den Leiderbrief und gar an einen Kapitän, der den Gefahren der See trogen mußte, der sein Schiff und sein Leben mitsamt der Mannschaft verlieren konnte. doktors verliehen worden. Nun jubelt ihm alles zu, als ob seine Erfindung eine neue Aera der Menschheitsentwickelung einleite. Der Jubel ist, wie wir ausführten, psychologisch ja nur zu begreiflich, aber leider viel zu verfrüht! Der Erfolg Zeppelins hat mit einem Schlage die ganze Denn der Kapitalismus und sein Lieblingskind, der Welt in Aufregung und Enthusiasmus versetzt. Man vergißt Militarismus, werden schon dafür sorgen, daß die in dem begeisterten Rausche über den neuen gewaltigen Luftschiffahrt nicht in den Dienst der Kultur, sondern in Triumph des Menschengeistes ganz die Tatsache, daß das lent- den des massenmörderischen, kulturzerstörenden Militarismus Erwähnenswert ist aus dem Zirkular des Herrn Winters noch bare Luftschiff des Grafen Zeppelin nicht ein Kulturwerkzeug, gestellt wird. Man wird sogar alles aufbieten, um die Aus- die Mitteilung, daß er an der diesjährigen Festtafel der Seeberufssondern ein Kriegsinstrument ist, eine Art Luft- beutung der Erfindung für andere als militaristische Zwecke genossenschaft gegenüber früheren Anfeindungen den Versuch gefreuzer. Man vergißt, daß die Bezwingung des Luft- möglichst zu verhindern. Denn das freie Vagieren durch die macht hatte, den Fall Schiff aufzuklären, daß er aber dabei durch meeres, die durch Zeppelin, wenn auch noch primitiv, Lüfte, wo man ja teine Schuhleute zu Fuß und zu Pferde lautes Rufen und Singen unterbrochen wurde. Herr Winters gibt so doch wenigstens in einem fünftige gewaltige Erfolge postieren kann, müßte ja unserem Polizei- und Militärstaat deshalb die Aufklärung jekt um so ausführlicher durch sein verbürgenden Maße gelungen ist, daß die künftige Luft- geradezu als die Lösung aller Bande frommer Untertanen- Birkular. flottille, deren erstes Fahrzeug das Zeppelinsche Luftschiff dar- scheu erscheinen. Die Ausführungen Winters sprechen für sich selbst. Daß der stellt, nicht Friedens-, Verkehrs- oder Fortschrittszwecken dient, Schon die Entwickelung des Automobilismus be- Reeder Schiff auch nach der Veröffentlichung seines Briefes im sondern militaristischen Aufgaben! weist ja, wie wenig eine an sich glorreiche Erfindung der Masse Jahre 1892 noch Mitglied der Seeberufsgenossenschaft bleiber Und doch ist der Jubel der großen Masse nur zu ver- des Volkes zugute kommt. Von den Motoromnibussen und konnte, gibt der Sache nur ein um so interessanteres Relief! ständlich. Seit je beneideten die Menschen den Vogel wegen Motordroschken der Großstädte abgesehen, dient der Autoder spielenden Beherrschung des unbegrenzten Reiches der mobilismus. heute noch fast ausschließlich dem Sport der Lüfte. Der moderne Mensch, der sich alle Naturkräfte dienſt Neichen, die ebensoviel Ueberfluß an freier Zeit haben Flottenpolitik und Flottenpolitik und auswärtige Lage. die die Lösung des Flugproblems nicht den lenkbaren Ballons, Eine Säule der Seeberufsgenoffenfchaft. Campbell. Bannerman, der überdies ein über sondern den eigentlichen Flugmaschinen zuweisen, die ohne Ballon durch Luftschrauben, Flügel und Segelflächen gerade bar gemacht hat, dessen Riesenschiffe mit Eilzuggeschwindigkeit wie die frondende Masse Mangel daran. Das Automobil ist das Meer durchpflügen, der meilentiefe Schächte durch die gewiß ein wunderbares Verkehrsmittel. Statt dem Schienen- Seit längerer Zeit herrschen zwischen Lord Charles BeresGebirge gestoßen, um um einen Schienenstrang an den strange folgen zu müssen, kann der sich seiner bedienende ford, dem Oberfehlshaber der englischen Kanalflotte, und den anderen zu knüpfen, der mit der geheimnisvollen Kraft Tourist und Reisende seinen Weg durch die landschaftlich reiz- englischen Marinebehörden gespannte Beziehungen, die in der Elektrizität in Sekundenschnelle das chiffrierte Wort vollsten Gegenden nehmen, kann halten, wo er will, kann alle der letzten Zeit auch zu Anfragen im Parlament geüber Dzeane hinweg tausende von Meilen weit sendet, dieser Annehmlichkeiten dieser neuen Touristik nach Herzensluft aus führt haben. Man nimmt an, daß Lord Beresford den Albezwinger der Natur erschien hilflos an die Erdoberfläche kosten. Aber was hat die große Masse des Volkes Abschied nehmen müssen wird. Zugleich heißt es, daß gebannt, statt auf dem geradesten Wege durch die Lüfte die von dem Automobilismus? Nichts als den Staub und sich der unzufriedene Admiral um einen Unterhaussiz beEntfernungen durchmessen zu können. Denn der unlent- den Benzingestant, den die häufig im tollwütigsten werben werde, um der Flottenpolitik der Regierung Oppo bare Luftballon war ja nur ein Mittel, sich vom Erdboden Tempo vorbeikutschierenden oberen Zehntausende den auf sition zu machen. In welcher Richtung sich diese Kritik zu erheben. Einmal im freien Raume schwebend, war er ein Schusters Rappen wandernden Nichtbesitzenden zurücklassen! bewegen würde, ist aus einem Memorandum zu ersehen, das Spiel der Winde, deren Strömungen ihn launisch vor sich Noch weniger wird die Erfindung Zeppelins und seiner der Lord soeben an die Admiralität gerichtet hat. Er erklärt her trieben. Erst die Erfindung des lentbaren Ballons Nachfolger dem Volke selbst zugute kommen, solange das darin in den schärfsten Worten, daß er mit der unter seinen gibt dem Menschen die Möglichkeit, Weg und Ziel der Fahrt ta pitalistische System die Herrschaft be- Befehl gestellten unzulänglichen Flotte nicht imstande zu bestimmen. Allerdings ist das lentbare Luftschiff noch hauptet! Sie wird ein Mittel des Militarismus sei, die Sicherheit Großbritanniens gegen einen fremden Angriff immer ein ungefüger, schwer zu dirigierender Koloß. So fein, sie wird bestenfalls ein Sport für die oberen zu gewährleisten. brillant auch der Zeppelinsche Riesenballon manövriert haben 8 ehntausende werden! Das arbeitende Volk wird Der Vorfall ist als Symptom bezeichnend. Als die englische soll, so viel ist klar, daß er den Kampf gegen starke Luft- aber nach wie vor die Vögel um ihre Schwingen beneiden liberale Regierung ans Ruder kam, da stand auf ihrem strömungen, gegen heftigen Wind oder gar gegen Sturm nicht tönnen. Programm erhöhte Sparsamkeit und Einschränkung der aufzunehmen vermag. Vielmehr scheinen die Recht zu haben, Rüstungen, vor allem Verlangsamung des Flottenbanes. zeugter Anhänger der Friedensbewegung war, suchte ein inter nationales Einverständnis über die Beschränkung der Rüstungen zu erzielen. Vor allem lag ihm daran, mit Deutschland zu einem Uebereinkommen über die Einstellung weiterer Flottenvermehrung zu kommen. Man weiß, daß dieses Ziel vor allem an dem Widerstande der deutschen Regierung ge scheitert ist. Die Folge war einerseits die größere Isolierung Deutschlands: da England nicht, wie es die liberale Regierung wollte, mit Deutschland in ein engeres Einvernehmen kommen konnte, und die Vorbedingung dieses Einvernehmens mußte naturgemäß die Einstellung des sinnIosen Wettrüstens bilden, so vervollständigte es das asiatische Uebereinkommen mit Rußland durch ein europäisches, und Eduard VII. ging nach Reval zu dem Zaren. Zugleich Aus reiner Notwehr entschloß ich mich nun, den Leider- aber wuchs in England die Agitation jener Streise, die nun passus in dem Schifffchen Briefe, der mir einige Monate früher erst recht für die rascheste Vergrößerung der Flotte eingehändigt war, zu veröffentlichen. Ich erwähne dazu noch, eintreten, um den deutschen Rüstungen zuborzukommen. Es daß eines Tages ein früherer Kapitän des Herrn Schiff zu mir ist ganz gut möglich, daß Lord Beresford nach seiner Verfam und erklärte, daß er und fein alter Schwiegervater auf abschiedung die Führung dieser Agitation übernimmt. das empfindlichste von Schiff verlegt seien; er übergab mir den sogen. Leiderbrief mit dem Bemerken: Machen Sie damit, was Die englische Regierung aber, die durch die ablehnende Sie wollen. Dieser Kapitän, der Empfänger des Briefes, war, Haltung Deutschlands in ihrem Programm der Sparsamkeit wie er mir sagte, von Schiff beschuldigt, bei der Regulierung wankend geworden ist, wird dieser wachsenden Agitation einer größeren Schiffsreparatur nicht das Interesse der Reederei gegenüber nicht unnachgiebig bleiben. Bereits wird gemeldet, im Auge gehabt zu haben. Sein alter Schwiegervater, auch ein daß das Kabinett im Herbst 80 bis 100 Millionen früherer Kapitän Schiffs, hatte einen einzigen Sohn als Kapitän Mart für die Flotte fordern würde, wenn es nicht gelänge, des Herrn Schiff bei der Ankunft in Süd- Australien durch Er- ein Arrangement mit Deutschland über Ein. trinken verloren. Die Leiche wurde geborgen, beerdigt und aufstellung oder Verminderung der Rüstungen Veranlassung anwesender Kapitäne das Grab mit einem Denta In Sachen des bekannten Echiffsreeders Schiff- GI3fleth, den Widerstand der Luft zum Fluge auszunuzen vermögen. der in der Seeberufsgenossenschaft an leitender Stelle saß, Doch scheint die Lösung dieses Problems, namentlich sofern veröffentlicht der Seemann", das Organ des Zentralverbandes die gefahrlose Möglichkeit des Sicherhebens zu größerer der Seeleute, einen Brief des Reeders Karl Winters, der auf Höhe in Frage kommt, noch in ziemlicher Ferne zu liegen. den bekannten Brief des Echiff von neuem ein bezeichnendes Licht Bei alledem ist die Erfindung Zeppelins ein Triumph des wirft. Menschengeistes. Und nur das eine muß Verwunderung Der Brief des Reeders Winters ist in Gestalt eines Birkulars erregen, daß die Menschheit unseres Maschinenzeitalters diesen im Juni d. J. verbreitet worden. In diesem Zirkular gibt Herr Triumph so spät erlebte! Aber gerade das Schicksal Winters eine Darstellung des Falles Schiff, den er ja auch bereits Zeppelins zeigt uns, weshalb wir solange auf das lent im Jahre 1892 bekanntgegeben hatte. Herr Winters erklärt, daß bare Luftschiff warten mußten. Zeppelin soll ja, wie die er damals nur durch die Notwehr gezwungen worden wäre, den Zeitungen melden, einen minder glücklichen Vorgänger gehabt berüchtigten Brief des Schiff zu veröffentlichen. Herr Winters haben, der die Prinzipien seines starren Systems bereits für schreibt: ein lenkbares Luftschiff nußbar machen wollte. Aber dieser Vorgänger erlebte nicht den Sieg seiner Erfindung, weil es ihm an materiellen Mitteln zur Realisierung seiner Ideen fehlte. Graf Zeppelin war in der glücklichen Lage, über ein sehr bedeutendes Vermögen verfügen zu können, das er mit dem Wagemut des seiner Sache sicheren Erfinders an die Ausführung seiner Ideen sette. Nach manchem Fehlschlag gelang es ihm endlich, den Beweis für die Richtigkeit seines Systems zu erbringen und jene beträchtlichen Mittel flüssig zu machen, die ihm den Bau seines neuen großen Luftschiffes ermöglichten. Wäre Zeppelin fein reicher Mann gewesen, so wäre auch dieser Fortschritt der Aeronautik noch nicht erreicht! Und ständen nicht militaristische Interessen auf dem Spiel, so würde Zeppelin schwerlich jene Förderung erfahren haben, die ihm die Konstruktion seines zweiten fostspieligen Luftfahrzeuges möglich machte. Eine geradezu ungeheuerliche Tatsache eigentlich ist es, daß man für ein Problem, das die ganze Stulturmenschheit aufs lebhafteste interessieren sollte, bis jetzt so relativ unendlich geringfügige Mittel zur Verfügung gestellt hat. Ein paar mehr oder minder gut fituierte Erfinder und Sportsleute, eine Handvoll kapitalistischer Gönner das ist alles, was sich bisher für die Luftschiffahrt und das Flugproblem interessiert hat. Man vergleiche damit die ungeheuerlichen Summen, die alljährlich die sogenannten Kulturstaaten für den Militarismus ausgeben. Die Kosten dafür belaufen sich auf Milliarden! Und unzählige Milliarden sind verpulvert worden für eine Solonialpolitik, von der nur eine winzige Zahl von Interessenten einen Vorteil zieht. Aber so lohnend auch die Aufgabe war, den Menschen endlich zum Beherrscher des Luftmeeres zu machen, so wenig reizte dieses Problem unseren Rapitalis. mus, solange das Problem eben nur ein tulturelles, war, nicht aber auch Profit versprach oder unserem Militarismus neue Machtmittel in die Hand zu geben schien. Erst als der Militarismus sich für den Bau von Luftkreuzerflotten zu interessieren begann, fanden die privaten Versuche materielle staatliche Unterstützung! Nun hat man den Grafen Zeppelin zum Ehrenbürger gleich mehrerer Städte gemacht. Nun ist ihm gleich en masse von einer Reihe von Universitäten der Titel eines Ehrenstein geschmückt. Nicht allein über die Höhe der hierdurch ent- 8ur See zu treffen. Bei der finnlosen Haltung unserer standenen Kosten soll Herr Schiff dem alten Vater( er hat es mir auswärtigen Politik ist aber die Hoffnung auf ein selbst geklagt) Vorwürfe gemacht haben, sondern er soll ihm auch Vorhalt gemacht haben darüber, daß der Nachlaß seines Sohnes ganz außer Verhältnis zu dessen Einnahmen stände. Der alte Bater war über die Vorwürfe außer sich und weilte wochenlang zur Erholung außerhalb Elsfleths. Am 2. August 1892( der Streit begann bereits zirka 8 Monate früher, im November 1891) sandte ich an die AnnoncenExpedition von E. Schlotte u. Co. in Bremen die folgende Anfrage: solches Uebereinkommen aussichtslos, so sehr es im Interesse beider Nationen liegen würde und so sehr es Deutschland überdies die Reform seiner Finanzen erleichtern würde. Und so steht uns eine neue Epoche des dürfte, wenn es nicht den Völkern und vor allem den Wettrüstens bevor, die größere Dimensionen als je annehmen deutschen Arbeitern gelingt, dem Wahnwitz Einhalt zu tun. Zugleich bedeutet dieses Wettrüsten eine weitere VerIst es mit der Würde des Amtes eines Mitgliedes des Vor- schärfung des Gegensatzes zwischen den beiden Nationen. Aus standes der See- Berufsgenossenschaft, des Kaiserl. Reichs einem sehr einfachen Grunde: In England tragen zu den versicherungsamtes und eines Schiedsrichters verträglich, daß Kosten der Flotte vermöge der ausgiebigen direkten dasselbe in seiner Eigenschaft als Korrespondent- Reeder über Steuern, vor allem der Einkommens-, Bermögens- und Erbden Berlust von Schiffen folgendes an einen feiner Kapitäne schaftssteuern die besigenden Klassen bei, während in schreibt: Sugo" und„ Nebecca" total verloren und freue mich, die Assekuranzgelder eingeheimst zu haben; leider ist bei beiden Schiffen die Mannschaft gerettet. Der„ Hugo" ging in der Südsee, die„ Rebecca" bei Savanilla verloren." Außer dem eben erwähnten Leiderpaffus findet sich in demfelben Briefe noch folgender Sat: Deutschland auch diese Lasten durch die indirekten Steuern auf die Besiklofen abgewälzt werden. Dazu kommt, daß die Kosten vermehrter Rüstung auch die geplanten großen Sozialreformen, vor allem den Ausbau der eben begonnenen Altersversorgung gefährden. In England betrachtet man daher den Flottenbau als eine berhaßte Last in allen Streisen der Bevölkerung, eine Laft, die England durch das Verhalten der deutschen Regierung auferlegt ist. So steigert die Weigerung der deutschen Regierung, den Flottenbau im Einverständnis mit England зи begrenzen, nicht nur die finanziellen Lasten des Volkes, Meine Herren! Hiernach kann ich nur annehmen und viele sondern sie ist es, sie ist es, die England zum Bund mit Millionen tun es mit mir, daß Herr Schiff den Leiderpassus so den Westmächten und Rußland getrieben hat, die die Meine Nerven find auch gar nicht fo zart, als Reeber von so vielen Schiffen härtet man ab und erschrikt nicht so leicht!" Er schließt dann mit: " Hoffend, bald auch mal erfreuliche Nachricht von Ihnen zu erhalten." Isolierung Deutschlands verschuldet und in erster Linie mit- verantwortlich ist für die gespannte internationale Situation. Auch hier erweist sich der prinzipielle Widerstand, den die Sozialdemokratie von Anfang an den uferlosen Flotten- Plänen entgegengesetzt hat, als das einzig richtige Mittel zur Wahrung des Weltfriedens. Und fragt man nach � der positiven Forderung, die die Sozialdemokratie in der momen- tanen Situation an die deutsche auswärtige Politik stellt, so heißt sie: Verständigung mit England und Einstellung der Vermehrung der Kriegsflotte! I�oblesse oblige. Man muß es der Gegenkamarilla, die den Fürsten Eulen- bürg zur Strecke gebracht hat, schon lassen, daß sie g r ü n d- liche Aufräumungsarbeit besorgt. Noch nie ist der patriotischen und byzantinischen Heuchelei übler mit- gespielt worden, als von dieser patriotischen Meute, die hinter dem so lange mächtigsten Mann im Deutschen Reiche, dein Freund des deutschen Kaisers, so wütig einherhetzt. Es ist dabei nicht ihr letztes Verdienst, daß sie durch die schmutzige widerliche Art, wie die Kampagne von ihrem Manager Haiden geführt wird, zugleich trefflich dafür sorgt, daß die Gegner Eulenburgs— und darunter sind sehr mächtige, hohe und einflußreiche Herren— womöglich noch abstoßender und verächtlicher erscheinen, als der Gestürzte, den sie jetzt nach allen Regeln höfischer Kunst grausam zu Tode hetzen. Für heute muß nur besonders betont werden, wie diese Leute mit der deutschen Justiz umspringen. Freilich die deutsche Justiz erfährt ihr verdientes Schicksal: sie hat längst den festen Halt verloren, den die Justiz in der Ueberein- stimmung mit dem Rechtsgefühl des Volkes findet. Was Wunder, daß diese Herren die Justiz, die ihnen so oft ge- fügiges Werkzeug zur Aufrechterhaltung und Befestigung ihrer Klassenherrschaft schien, nun als nichts anderes be- trachten, wie als ein geeignetes Mittel, den Kampf um den Zugang zur Hintertreppe auszufechten. Was für ein Geheul haben diese Leute jedesmal angestimmt, wenn Sozialdemo- traten mit Einsetzung ihrer Person und in der sicheren Aus- ficht auf das Gefängnis schlimmste Fehlurteile kritisiert haben! Wie zeterten sie über die Verletzung des Respekts, wenn wir nicht in Ehrfurcht vor jedem Fehlspruch erstarrten. Und heute? Heute wird neben dem Prozeß in Moabit ein zweiter in den Spalten der Hardenpresse geführt und den Zeugenaussagen im Gericht geht zur Seite ein Beweisver- fahren in den Zeitungen. Besieht man sich aber die Stimmungsmache näher, so ist sie in der Tat von einigein Interesse und wirft vielleicht auf ihre Urheber ein charakteristischeres Licht als auf ihr Opfer. Der vergiftetste Pfeil, der gegen Eulenburg ab- geschnellt wurde, war die Veröffentlichung des Briefes des Fürsten Dohna, in dem Eulenburg ein„verlogener Kerl" genannt wurde. Inzwischen hat es sich herausgestellt, daß die Veröffentlichung dieses Briefes von dem früheren Inten- danten der Königlichen Theater, dem Grafen H o ch b e r g, ebenfalls einem Freund des Kaisers, veranlaßt worden ist. Solange Eulenburg an der Macht war, solange haben diese sauberen Herren vorsichtig geschwiegen, die die Harden- meute jetzt als Muster des preußischen Adels, als Vorbild- liche Charaktere und als wirkliche Stützen des Thrones, würdig der Kaiserfreundschaft, in dem ekelhaften Bedienten- ton feiert, der nur in Deutschland möglich ist; all diese Helden haben geschwiegen und haben den Verkehr mit Eulen- bürg eifrig aufrecht erhalten. Jetzt, wo Eulenburg angeklagt und wehrlos ist, veröffentlichen sie ihr„Material". Wahr- haftig, wir wissen nicht, ob der preußische Adel mehr kom- promittirt wird durch die Vergehen, die man Eulenburg nachsagt, als durch die Tugend, die dessen Gegner bewähren. Fast scheint es übrigens, daß Eulenburg gerade in der Pierson-Affäre sich nichts besonderes hat zuschulden kommen lassen. Wenigstens veröffentlicht Herr Konrad H a u ß- mann eine Erklärung, in der es heißt, daß Eulenburg durch die Schwägerin eines hervorragenden Schauspielers gebeten worden ist, seinen Jugendfreund, den Grafen Hochberg, auf die sehr gespannten Theaterverhältnisse freundschaftlich auf- merksam zu machen. Dann heißt es: „Wenn Fürst Eulenburg damals dem Grafen Hochberg der- traulich mitteilte, jene Dame habe wohlmeinende und ernste Besorgnisse geäußert, so war diese Mitteilung keine in tri- gante„Verlogenheit", fondern eine aufrichtige Wahrheit." Jedenfalls erscheint die Angelegenheit nichts weniger Kls geklärt. Sie in einem Momente, wo sich der Angegriffene nicht wehren kann, zur Beeinflussung der öffentlichen Mei- nung, und wohl auch zur Beeinflussung der Geschworenen vorgebracht zu haben, das mag vielleicht den Begriffen der Blüte des preußischen Adels entsprechen, uns kann es nur tiefen Ekel einflößen. Politische Ucbcrücht. Berlin, den 10. Juli 1908. Wofür die deutschen Steuerzahler ausgeplündert wurden! Die„Deutsche Tageszeitung" hat einen Sonderberichterstatter nach Südwestaftika geschickt. Dieser schreibt aus Swakopmund: „Woran leidet Südwestafrika? so muß zunächst gefragt werden, und die Antwort kann nur lauten: An den Eolgen der heillosen Wirtschaft während des riegeS. Schade, daß ich Swakopmund nicht vor dem Kriege gesehen habe. Wenn man jetzt aber aufmerksam durch die fand- erfüllten Straßen geht, im besseren Teile der Stadt durch Bürger» steige aus Holzbrettern begrenzt, dann tritt finnfällig hervor, daß mit jedem Transport Soldaten während des Krieges Händler und Unternehmer aller Art hier auf- getaucht sein müssen, die die Gelegenheit günstig erachteten, ihr Schäfchen inS Trockene zu bringen. Bars und Hotels schössen wie Pilze aus der Erde; Handlungen aller Art taten sich auf; wir haben jetzt mindestens zwölf Hotels hier und über zsto ei Dutzend Bars, die Restaurationen gar nicht gerechnet. So ungefähr muß eine Goldgräber st adt aussehen wie Swakopmund jetzt nach dem Kriege. Und während des Krieges sind Leute genug hier gewesen, die nicht säeten und nicht ernteten und sich doch ernährten. Leicht wurde Geld erworben, leicht glitt es wieder durch die Finger. Das war die goldene Zeit der Bars und Barmädchen; jetzt fitzen sie trübselig da und noch trübseliger die Besitzer und die vielen Hotels und Restaurationen dazu, ferner die meisten Klein» Händler. Selbst die großen Finnen und Unternehmer beginnen sich einzuschränken, sparen, wo sie können, und entlassen An- gestellte." Von der halben Milliarde, die das südwestafrikanische Kriegsabentcucr gekostet hat, sind also nicht nur höchst be- trächtliche Summen in die Taschen der Tippelskirch, Podbielski und Konsorten geflossen, sondem auch erheb- liche Bruchteile in die Taschen des Gesindels, das auf Kosten der Steuerzahler jahrelang in Südwestafrika während des Krieges schmarotzte. Vom Blute der Herero und vom Marke des deutschen Volkes mästete sich das Abenteurergesindel, das damals Süd- Westafrika heimsuchte! Man sieht, Kriege sind nicht für alle ein trauriges Verhängnis; es gibt Elemente, deren Weizen gerade bei lang- wierigen Kriegsabenteuern blüht. Freilich ist es der Aus- wurf der Gesellschaft, der bei dem Völkermord und der Rassenvertilgung auf seine Kosten kommt. Das Bild, das Südwestafrika im kleinen bietet, würde sich bei einem europäischen Kriege im große» Maßstabe wieder- holen!—_ Die Wirren im Flottenverein. Der Großadmiral v o n K ö st e r hat nunmehr die Wahl zum Präsidenten des Flottenvereins angenommen. Die Ab- sägung des Keim und des Salm hat jedoch in den Kreisen der Panzerplattenpatrioten die höchste Entrüstung hervor- gerufen. Die Blätter dieser Jnteressentengruppen künden an, daß nicht nur eine Sezession der kleineren thüringi- schen Gruppen, die nur 5000 Mitglieder umfassen, erfolgen wird, sondern daß auch der Austritt des 23 000 Mitglieder starken Landesverbandes„Westfalen" bevorstehe. Ja man spricht sogar von einem Austritt von 140000 Mitgliedern, von einer allgemeinen Auf- lösung des Flottenvereins! Und das alles, weil der Flottenverein nicht lediglich ein Werkzeug der Kanonen- und Panzerplattenfabrikanten und tobsüchtiger Alldeutschen sein soll, sondern auch auf die Wünsche der doch wahrhaftig mit Flottenbegeisterung hinläng- lich gesättigten Regierung eine gewisse Rücksicht nehmen soll! Christliche Erfahrungen. Die christlichen Gewerkschaften und die konfessionellen Arbeiter- vereine haben sich bekanntlich zur„christlich-nationalen Arbeiterbewegung" zusammengetan. Bei den christlichen Gewerkschaften scheint sich unterdes die Ueberzeugung eingestellt zu haben, daß sie durch die nattonale Etikette ihrer Sache keinen Dienst erwiesen haben. Auf dem Verbandstage der christlichen Holzarbeiter, der jüngst in München stattfand, sagte nämlich einer der Referenten: „Mancher organisationSreise Kollege kommt deshalb nicht zu UNS, weil Angehörige anderer Stände die christlichen Ge- werkschaften nur aus nationalen Gründen im Munde führen. Da leider nur zu häufig mit dem Worte „national" Mißbrauch getrieben wird, rterdcn unserer Bewegung dadurch mehr Leute entfremdet als zugeführt." Auch mancher andere Ausspruch verdient festgehalten zu werden. So sagte ein Redner aus Köln: „Nicht immer sind die christlichsten und natt analsten Gegenden am besten zu bearbeiten. Hier und da sind sie sogar die sozial rückständigsten, in denen noch eine jahrzehntelange Arbeit nötig ist. Man kennt hier zwar ein charitattves, aber kein soziales Wirken; im wirtschaftlichen und sozialen Leben herrscht der krasseste Egoismus." Ein Redner aus Stuttgart meinte:„Auf dem Lande wirkt die Umgebung abstumpfend auf den Geist der Leute ein, und hier ist die geistige Hebung der Arbeiterbevöllerung deshalb nur sehr schwer zu erreichen."— Ob der Redner daran gedacht hat, daß die einflußreichste„Umgebung" des Arbeiters aus dem Lande der Herr Pfarrer ist?—_ Ans dem zwanzigsten Jahrhundert. In der Umgegend von Euskirchen, einem Stadtchen am Eingange der Eifel, erzählt sich die fromme Bevölkerung folgende Schauermär: Einige Studenten in Düsseldorf(I) hatten sich in den Besitz einer Hostie gesetzt; einer von ihnen tat den geweihten Gegenstand in ein Trinkhorn mit Bier, das die Runde machte. Als einer der Studenten von dem Inhalt etwas verschüttete, stellte sich heraus, daß das Bier schwarz wie Tinte geworden war und— o Graus I— nach kurzer Zeit wurden auch die Studenten noch am selben Abend schwarz wie die Neger! Euskirchen liegt ein Stündchen von Köln, der Mettopole des aufgeklärten Westens. Das hindert nicht, daß die Leute sich mit ernster Miene solche Schauerdinge erzählen und denjenigen für einen Freigeist und Gottesleugner erklären, der an der Wahrheit oder auch nur Möglichkeit solchen Unsinns zweifelt.— Preustischer Polizeiterror. Der von den Behörden gegen die Sozialdemokratie angewandte Terror tritt immer offener zu Tage. Das ist erfreulich. Man gibt der Sozialdemokratie dadurch beweiskräftiges Material in die Hand, das nicht hinwegzuleugnen ist. Der Terrorraritätensammler dürfte eine besonders dankbare Aufgabe in der Verarbeitung sämtlichen Materials finden, zumal wenn es sich in so offener Weise ausspricht, wie das landrätliche Dekret zu Plön in Holstein. Der Genosse Böge in Laboe war im Januar d. I. von der Gemeindeverttetung als Mitglied des Schulvorstandes gewählt worden. Im März b e st ä t i g t e der Landrat v. R u m ö h r in Plön im Namen des Schulvisttatoriums die Wahl. Genosse Böge hatte nun das Vergnügen, bei der Landtagswahl am 16. Juni als Wahl- mann gewählt zu werden. Bei der Abgeordnetenwahl gab er als- dann seine Stimme für den sozialdemokratischen Kandi- daten ab. Wer so von dem schnurrigen preußischen Wahlrecht Ge- brauch macht, darf sich nicht wundem, wenn er dafür besttaft wird. Programmäßig ging denn auch folgendes Schreiben ein: ° V-». d-» 25. 3uni»8. J.-Nt. 1186 8. Schönberg, 2. Juli 1908. Bei der Landtagswahl am 16. d. M. haben Sie Ihre Stimme für den Kandidaten der fozialdemolratischen Partei ab- gegeben. Auch sonst haben Sie wiederholt für diese Partei Propaganda gemacht. Da sie somit einer außerhalb der Gesellschafts- ordnung stehende» sl) Partei angehören, so wird Ihre am 26. März d. Js.— Tgb. Nr. 513 8.— erfolgte Bestätigung als Mitglied des dortigen Schulvorstandes hiermit zurück- gezogen. v. Rumohr. Beekinann. An den Fischer Herrn Peter Böge in Laboe." Der Schulvorstand des am Ostseesttande liegenden Badeortes Laboe ist jetzt wieder seuchenrein, das Schulvisitatorium in Plön, wo bekanntlich preußische Prinzen angestrengte Tage verleben, hat seine Pflicht getan, und den Soziaidemolraten ist abermals amtlich attestiert, daß bei Ausübung des Bürgerrechts gegen sie der Bannstrahl ge- schleudert wird._ Nach den Kriegervereinen die— Feuerwehr! Dem WahlterroriSmus der Kriegervereine sollen sich nunmehr auch die Feuerwehren anschließen. Wenigstens ist das Wunsch und Willen des freisinnigen WahlrechtsmacherS und Verlegers deS reisinnigen„Hahiiauer Stadtblattes", des StadttatS Preibisch in Hayna», den Herr Fischbeck beim Reichstagswahlkampfe im Jahre 1907 stets als„seinen hochverehrten Freund" bezeichnete. In Hayna» besteht nämlich eine sogenannte„städtische" Feuerwehr, nicht etwa eine Berufstruppe, sondern sie setzt sich aus freiwillig sich meldenden Bewohnem der Stadt zusammen, die sich verpflichten, bei ausbrechenden Bränden Löschdienste zu leisten und dafür eine jähr- liche Entschädigung von etwa 60 Mark aus der Stadtkasse erhalten. Wie auch sonst der Gemeinsinn gerade unter der Arbeiterschaft am ausgeprägtesten ist, so besteht auch hier diese Feuerwehr fast aus- schließlich aus Arbeitern, und von diesen wieder bekennt sich ebenso erklärlicherweise� die gute Hälfte ganz offen und frei zur Sozial- demokratie. Als nun die Landtagswahl kam, da war es wiederum ganz selbstverständlich, daß diese Arbeiterfeuerwehrmänner zur Wahl gingen und sozialdemokratisch stimmten. Das alles ist so einfach und ebenso selbstverständlich, daß erst ein freisinniger Scharfmacher von der Fischbeck-Garde kommen muß. um dahinter eine Gefahr für den Staat zu erblicken. Im Bürger- verein war es, wo dieser edle Bekenner deS freien Wortes und der freien Ueberzeugung eine donnernde Brandrede gegen die„pflichtvergessenen" Feuerwehrleute hielt; eS sei e i n e S ch a n d e, daß Personen, die im Solde der Stadt(ganze 60 M. U) ständen, sozialdemokratisch wählten; da müsse un- bedingt Remedur geschaffen werden; die Stadtverwaltung müsse die nötigen Maßnahmen treffe»: Sie mögen es nur tun. Die Arbeiter werden die 80 M. ent- behren lönuen. Wenn aber dann bei einem ausbrechenden Brande die Hayuauer Bürger wehrlos dastehen werden, dann mögen sie sich bei dem freisinnigen Wahlterroristen und Stadtrat Preibisch be- danken. Zur Kennzeichnung der Verlogenheit und Verkommenheit des Fischbeck-FreisinnS verdient auch dieser Fall der Nachwelt er- halten zu werden.—_ Ein Soldatenschinder stand vor dem Kriegsgericht der 6. Division des 3. Armeekorps in rankfurt a. O. Der Unteroffizier Ernst K. vom 12. Grenadier- egiment Prinz Karl von Preußen war der Mißhandlung Unter- gebener in 22 Fällen und der„vorschriftswidrigen" Behandlung in 5 Fällen angeklagt. K. praktizierte als Backpfeifenverteiler, Haar- ausreißer und Schläger mit dem Seitengewehr seine idealeren Regungen. Seine Spezialität waren Fußtritte gegen den Unterleib, die zu mancherlei Erkrankungserscheinungen führten. Der Angellagre versuchte seine Roheiten durch Uebereifer und Aufregung zu ent- schuldigen. Das Kriegsgericht hielt ihn der Soldatenmißhandlung in 13 und der vorschriftswidrigen Behandlung in 7 Fällen schuldig und verurteilte ihn zu sechs Wochen Mittelarrefl. Von der äußerst milden Strafe wurde noch eine Woche auf die Unter- suchungshaft abgerechnet._ Wahlterrorismus. Die Kriegervereine im Bochumer Bezirk beginnen fetzt allent- halben mit den Mitgliedern aufzuräumen, die bei der Wahl sozial- demokratisch gewählt haben. In einem Kriegerverein in der Stadt Bochum wurden z. B. fünf Mitglieder dieserhalb ausgeschlossen, das gleiche wird von Witten und Langendreer gemeldet. Die evan- gelischen Arbeitervereine gehen ebenso vor. Im evangelischen Arbeiter- verein Uckendorf wurden z. B. fünf Mitglieder hinausgeworfen.— Belgien. Die Kongodebatte. Brüssel, 9. Juli. Deputiertenkammer. Im Laufe der Diskussion über Anträge auf Vertagung und Schluß der Kongodebatte stellte der Sozialist Furnemont das Ver- langen, daß die Regierung vor dem Schluß der Erörterungen die mit England erzielte Verständigung rechtfertige. Ministerpräsident Schollaert erklärte, die Regierung habe vor dem Lande dic Verantwortung für die nationale Unabhängigkeit. Sie werde dem Auslande keine unangemessenen Zugeständnisse machen. Den Ge- dankenaustausch mit dem Auslände müsse sie fortsetzen, werde aber, sobald die Besprechungen zum Abschluß gediehen seien, die betref- senden Schriftstücke mitteilen. Mehrere Deputierte beantragten. daß die Erörterungen bis zur Veröffentlichung des mit England gepflogenen Schriftwechsels ausgesetzt würden. Schollaert wandte dagegen ein, daß die Frage, über die mit England verhandelt werde, mit dem Angliederungsprojekt an sich nichts zu tun habe. Er bitte, den Antrag auf Vertagung deshalb abzulehnen. Die Kammer faßte in diesem Sinne mit 89 gegen 49 Stimmen Beschluß. Die Anträge auf Aussetzung der Erörterungen wurden mit 70 gegen 60 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Snglanck. Annahme der Altersversicherung. London, 9. Juli. Unterhaus. Das Alt er 8» pensionsgesetz wurde in dritter Lesung mit 315 gegen zehn Stimmen angenommen. OrKel. Die jungtürkische Betveauna. Konstantinopcl, 10. Juli. Nach Konsular-Depeschen ist Schemsi-Pascha von drei Offizieren getötet worden. Zwei Offiziere der Garnison von Mrniastir sollen geflüchtet sein. Die Nachricht, daß die Truppen sich weigern, gegen die Flucht- linge zu marschieren, ist unbestätigt. Der Marschall O s m a n- P a s cha, Mitglied der obersten Jnspektionskommission. ist zum außerordentlichen Kommandanten des Vilajets Mvnastir ernannt worden und gestern dorthin abgereist. Saloniki, 10. Juli. Die Ennordung Schemsi Paschas hat eine Panik hervorgerufen. Schemsi Pascha wurde im Wagen er- schössen, als er sich nach Resna begeben wollte, um die Truppen zum Gehorsam zu veranlassen. Ein Bataillon, welches nach Resna abgesandt wurde, verweigert den Weitermarsch. Die Bewegung hat das ganze Vilajet ergriffen. Perften. Die Haltung Englands. Im Unterhause stellte gestern der liberale Abgeordnete Lynch an die Regierung die Anfrage, ob die Kosaken, welche die Zu- gängc zu der englischen Gesandtschaft in Teheran bewachten. zurückgezogen worden seien, und ersuchte auch um eine Auf- klärung über die Stellung des Obersten L i a k o f f. Zugleich riet Lynch dazu, daß Greh der russischen Regierung freundschaftliche Vorstellungen machen sollte, um Sicherheit dafür zu schaffen, daß aktive russische Offiziere sich auf die Aufrechterhaltung der Ordnung beschränken und sich nicht an Maßnahmen zur Unterdrückung der Volksrechte beteiligen sollten. G r e y erwiderte, die persischen Truppen seien zurückgezogen worden; von Liakoff werde gemeldet, daß er bei Erklärung des Belagerungs- zustandes zum Gouverneur von Teheran ernannt worden sei. aber jetzt sei ein Zivilgouverneur ernannt worden. Der Schah hätte seine Absicht bekannt gegeben, die Konstitution aufrecht zu erhalten und es sei kein Anlaß, Vorstellungen zu erheben. In- betreff der weiteren Frage bezüglich Liakoffs führte Grey auS, daß Liakoff in Diensten des Schahs wäre, und jeder Schritt, den er im Drang der jüngsten Ereignisse unternommen hätte, habe er unabhängig von der russischen Regierung getan. D i l l o n(Na- tionalist) fragte mit Rücksicht auf die gemeldeten H i n r i ch t u n ge n und Folterungen, ob die englische Regierung gegen solche Handlungen Einspruch erhoben hätte. Greh erwiderte: Ich sehe nicht, was Gutes daraus sich ergeben sollte, wenn wir von der Politik der Richteinmischung abweichen würden. Ich schlage nicht vor, Schritte zu tun, welche eine Verantwortlichkeit für dic inneren Angelegenheiten Pcrsiens in sich schließen würden. Jn> habe bereits mitgeteilt, daß wir Garantien für die Sicherheit oder die angemessene Behandlung der in die Gesandtschaft Geflüchteten verlangt haben. Darüber kann ich nicht hinausgehen. In Beant- wortung einer weiteren Anfrage erklärte Staatssekretär Grey, die persische Regierung sei wegen der Mißachtung der englischen Ge- sandtschaft aufgefordert worden, um Entschuldigung zu bitten. Dem eBrnehmen nach sei das EntschuldigugnSschreiben in Vorbereitung: ehe es aber eingegangen End ehe festgestellt fef, baß es befriedigende Erilärnngen enthalte, sei der Zwischenfall nicht als erledigt anzusehen. Diese Haltung Englands'tviderspricht aber durchaus den libe- ralen Traditionen. England hat dies Prinzip der Nichtein- Mischung mit Recht nie beachtet und auch die Begründung des mazedonischen Reformprogramms geschieht gerade mit Hinblick auf die inneren Zustände der Türkei und die Grausamkeiten, denen die Bevölkerung ausgesetzt sei. In der Tat ist die Haltung Eng- lands nur die Folge der Entente mit dem Zaren. Die liberalen englischen Blätter bekämpfen auch die Haltung Greys immer schärfer und ihm schließen sich die Iren und die Arbeiterpartei an. Zugleich zeigt die Haltung der englischen Regierung, daß der Tod Campbell-Bannermans in der Tat einen Systemwechsel und eine Verstärkung der imperialistischen Strömung bedeutete. Der Mann, der das Hoch auf die eben aufgelöste Duma ausgebracht hatte, war nicht die Persönlichkeit, das Bündnis mit dem blutigen Zaren abzuschließen. Hmmfca. Brhan Präsidentschaftskandidat. Denver, 10. Juli. Der demokratische Nationalkonvent hat B r y a n zum Präsidentschaftskandidaten nominiert.' Die Nominierung erfolgte unter ungeheurem Enthusias- wus nach einer Sitzung, die die ganze Nacht hindurch gc- dauert hatte. Als der Sprecher den Namen des Staates Nebraska aussprach, folgte eine Demonstration, die 72 Minuten dauerte. Die Delegierten brachten Heilrufe aus und schwangen ihre Banner; die Musikkorps spielten. Auch die Namen Johnson(Minnesota) und Gray(Delaware) wurden dem Konvent vorgeschlagen, aber obgleich jeder von ihnen mit großem Beifall aufgenommen wurde, war es doch schon vorher bestimmt, daß, sobald der Name Bryans genannt würde, «seine Nomination mit erdrückender Mehrheit erfolgen solle. Der Kongreß nahm eine in entschiedenen Ausdrücken ge- haltene Resolution an, in welcher Bryans bekannte Ansichten über die Tarisreform, über Ersparnisse in der Ver- waltung, über die Zulassung gemischtstaatlicher Korporationen und über die Sicherstellung von Bankeinlagen bei allen Banken, die unter der Aussicht der Regierung stehen, kurz skizziert wurden. Hinsichtlich der Tarifreform spricht sich die Resolution für eine sofortige Revision durch Ermäßigung der Einfuhrzölle aus und erklärt, die Artikel, die mit den Erzeugnissen der unter Aufsicht stehenden Trusts konkurrieren, sollen auf die Freiliste gesetzt werden. Tie zum Lebensunterhalt notwendigen Erzeugnisse sollten eine wesentliche Zollreduktion erfahren, be- sonders die Artikel, die mit den amerikanischen Erzeugnissen konkurrieren und die im Auslande billiger als in den Ver- einigten Staaten verkauft werden. B r y a n erhielt 892 Stimmen, Gray 59, Johnson'46. Die Nomination Bryans erfolgte durch Zuruf. Hus der partei* Parteilitcratur. Im Verlag der Leiziger Buchdruckerei A.-T. in Leipzig(Verlag der„Leipziger BolkSzeitung') er- schienen soeben: Borchardt, Julian. Die Grundbegriffe der Wirt- s ch a f t s l e h r e. Eine populäre Einführung. 64 Seiten, Preis 40 Pf. Luxemburg, Dr. Rosa. Sozialreform oder Re» volution? Zweite durchgesehene und ergänzte Auflage. 84 Seiten. Im Verlag der Buchhandlung Volks st imme, Auer u. Co., Frankfurt a. M., erschien: Thomas, D., Proletarierkrankheit und kranke Proletarier. 2. Auflage, 6.— 15. Tausend. 48 Seiten. Preis 20 Pf. Die erste Auflage des Schriftchens hat in der Partei- und Gewerk- schaftspresse lebhafte Anerkennung gefunden und auch in ärztlichen Kreisen hat man der Arbeit Nufmerlsamleit und Anerkennung entgegengebracht. Der Wert des sehr billigen HeftchenS liegt darin, daß die Krankheitserscheinungen von, proletarischen Standpunkt aus ge- schildert werden und dabei ein Stück Arbeiterschicksal aufgerollt wird, das manchem als ein treues Spiegelbild seines eigenen Lebens er- scheinen wird. Die„Dresdener Volkszeitung" schrieb, daß die kleine Schrift epochemachend wirke, und die„Krankenkassen-Zeitung" forderte eine Massenverbreitung der Broschüre. Zum Nürnberger Parteitag. MS Delegierten zum Nürnberger Parteitage wählte die Landes« konferenz der Meininger Sozialdemokratie den Genossen Knau er« Sonneberg.__ Sozialdemokratische Wahlcrfolge in der Schweiz. In Zürich- A u ß e r s i h l waren am Sonntag zwei Ersatzwahlen in den KantonSrat zu treffen, wobei es sich um den Ersatz sozial- demokratischer Mandate handelte. Die Demokraten und Freisinnigen dieses Stadtkreises haben vor einiger Zeit nach„berühmten" Mustern einen Block gebildet, um die Sozialdemokratie zu besiegen. Und nun da« Resultat der ersten Blockaktion. Unsere Genossen Sigg und Schmid wurden mit 4100 Stimmen gewählt, während die beiden Blockkandidaten nur 1650 Stimmen erhielten. Im Kanton Solothurn haben unsere Genoffen am Sonntag bei den nach dem Proporz vorgenommenen Gemeindewahlen schöne Erfolge errungen. In der Stadt Solothurn haben unsere Genossen zu ihren bisherigen 2 Vertretern im Gemeinderat 3 weitere hinzugewonnen. Der Gemeinderat zählt 30 Mit- glieder. In Ölten wurden 9 statt der bisherigen 6 sozialdemo- kratischen Vertreter gewählt, in B i b e r i st wurden 10 statt der bisherigen 3 Sozialdemokraten gewählt, womit unsere Partei die Mehrheit besitzt; das Gleiche ist der Fall in �Derendingen, wo 12 Sozialdemokraten und 9 Bürgerliche gewählt wurden, ebenso in Lostorf, wo sich 6 Sozialdemokraten und 5 Bürgerliche gegenüber- stehen. In Grenchen sind 13 Sozialdemokraten und 15 Bürger- liche, in Trimbach 3 Sozialdemokraten gewählt. Die sozial- demokratische Saat reist. PoU-eilubes» Gmehtücheo ulw. Strafkonto der Presse. Genosse Bahr dt bonder„Leipziger Volkszeitung" wurde am Freitag vom Landgericht Leipzig wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten und der Polizei von Hannover zu zweihundert Mark Geldstrafe verurteilt. ffiuckehmilig des§ 153 der Gewerbe- Ordnung. In einer Verhandlung, die sich am Donnerstag in der Bemfungs- lnstanz(Landgericht Berlin I) abspielte, handelte es sich im wesent- iichen um die Frage, ob daS Verlangen der Arbeiter, die B e- trieb Sleitung solle die B est immu ng en der Arbeits- ordnung innehalten, als eine Äerabredung zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen im Sinne de* H 1öS anzu- sehen ist. Die Frage wurde auS Anlaß eines Vorganges bei dem Streik� in den Siemenswerken im Fahre 1906 aufgerollt. Bei dieser Gelegenheit soll der Eisendreher Westland als Streikposten mehrere Arbeits- willige beleidigt und gestoßen haben. Das Schöffengericht hatte ihn deshalb zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Auf die Be- rufung des Angeklagten hatte sich die Strafkammer mit der Sache zu beschäftigen. Hier gab einer der angeblich Beleidigten, Zeuge G r i e b e r l, an, er und sein Begleiter Sternberg seien vom An- geklagten ersucht worden, ihm ihre Arbeitsnachweisscheine zu zeigen, durch welche sie als Arbeitswillige nach der bestreikten Firma ge- sandt waren. Griebert kam dem Verlangen des Angeklagten nach, worauf Sternberg sagte, das solle er nicht tun. Infolgedessen hat der Angeklagte nach Angabe des Zeugen diesen beschimpft und gestoßen. Auf eine Frage des Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, gab Griebert zu, der An- geklagte habe da§ deshalb getan, weil er. der Zeuge, dem Sternbcrg gesagt habe, er solle dem Angeklagten den Schein nicht zeigen. Sie seien aber nicht deswegen vom Angeklagten beschimpft worden, um sie zur Teilnahme am Streik zu bewegen.— Der Angeklagte be- stritt, daß der Z 153 hier überhaupt angewandt werden könne, denn es habe sich ja bei dem Streik nicht um eine Verabredung zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen gehandelt. Die Streikenden verlangten nichts weiter, als daß die Firma Siemens u. Halske die Arbeitsordnung innehalte, wie es das Gesetz vorschreibt. Diese Angabe des Angeklagten wurde vollkommen b e st ä t i g t durch das Zeugnis des Ortsvorsitzenden des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Cohen. Dieser bekundete: Durch die Arbeitsordnung der Firma Siemens und Halske sei die Arbeitszeit ganz genau geregelt. Es werde auch in der Arbeitsordnung bestimmt, daß die Firma nur in Notfällen Ueberstunden anordnen dürfe. Obwohl ein Notfall nicht vorlag, habe die Firma Ueberstunden angeordnet und die Absicht bekundet, diese zu einer dauernden Einrichtung zu machen. Es seien noch genug Arbeitsplätze und Maschinen stei gewesen, um neue Arbeiter einzustellen. Der Arbeiterausschuß habe sich der Direktion gegenüber erboten, ihr qualifizierte Arbeitskräfte in ge- nügender Zahl zur Verfügung zu stellen, damit die vorhandenen freien Plätze besetzt und Ueberstunden nicht gemacht werden brauchten. Nachdem die Firma auf diese Vorstellungen nicht einging, sei der Streik ausgebrochen, durch den lediglich erreicht werden sollte, daß die in der Arbeitsordnung festgesetzte Arbeitszeit innegehalten werde. — Dr. Fellinger, der als Dezernent für sozialpolitische Angelegenheiten in den Siemenswerken fungiert, vertrat den Stand- Punkt, es stehe im freien Ermessen der Firma, ob sie Ueberstunden anordnen wolle oder nicht. Staatsanwalt Lehmann schloß sich dieser Ansicht an und be- gründete damit die Anklage.— Als der Verteidiger ausführte, den Arbeitern stehe daS Recht zu, Ueberstunden abzulehnen, die objektiv nicht notwendig waren, es liege somit keine Verabredung zur Er- langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen vor, da lachte der Staatsanwalt wiederholt, wohl in der Meinung, er könne dadurch die Ausführungen des Verteidigers abtun. Das Lachen des Staatsanwalts veranlaßte den Verteidiger zu dem Antrage, das Gericht möge die Sitzung aus eine halbe Stunde vertagen, damit in der Zwischen- zeit der Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel ersucht iv erden könne, einen Staatsanwalt in die Sitzung zu senden, mit dem der Verteidiger so verhandeln könne, wie er eS seiner Erziehung gemäß gewohnt sei.— Der Staatsanwalt bestritt', gelacht zu haben, und behauptete, er habe nur durch Kopffchütteln seiner entgegengesetzten Ansicht Ausdruck gegeben. Dieser Zwischenfall wurde dadurch erledigt, daß der Vorsitzende erklärte, wenn wirklich der Staatsanwalt die Ausführungen des Verteidigers durch Lachen beantwortet habe; so müsse er, der Vorsitzende, dies als ungehörig zurückweisen. Zur Sache selbst beantragte der Verteidiger noch, die gerrchtlichen Sachverständigen darüber zu hören, daß die Ausführungen Cohens nicht nur nach Ansicht der Arbeiter, sondern auch objektiv zutreffend sind und Ueberstunden keineswegs notwendig waren. Die Arbeitsordnung sage nicht, daß es der Willkür der Firma überlassen sei, ob Ueberstunden gemacht werden sollen, sondern die Arbeitsordnung bestimme vielinehr. daß Ueberstunden nur in Notfällen zulässig sind. Ob ein Notfall vorliege, sei nach Treu und Glauben zu entscheiden. Liege ein Notfall aber nicht vor, so fordere die Firma, die doch an die Arbeitsordnung gebunden sei, etwas Gesetzwidriges. Wenn die Arbeiter dies ab- lehnten, so erstrebten sie nicht günstigere Lohn- und Arbeits- bedingungen. Das Gericht hielt diesen Antrag für unerheblich. ES ver- warf die Berufung des Angeklagten mit der Be- gründung, daß er durch ehrverletzende Ausdrücke den Zeugen Griebert zum Anschluß an den Streik habe bewegen wollen. Eine Verabredung zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeits- bedingungen liege deshalb in objektiver und subjektiver Hinsicht vor, weil die Arbeiter gewünscht hätten, die Arbeitsordnung so auszu- legen, daß sie mitzuentscheiden hätten, ob Ueberstunden gemacht werden sollen oder nicht. Gegen das Urteil ist Revision eingelegt. Die Ansicht des Staatsanwalts und des Gerichts, es habe ein- seitig der Unternehmer das Recht, Ueberstunden zu verlangen oder gar von der Arbeitsordnung abweisende Arbeitszeiten festzusetzen, widerspricht so stark den elementarsten Vorschriften deS Vertrags- und Gewerbercchts, daß selbst das Kammergericht das Urteil schwerlich aufrechterhalten wird.. Auf der einen Seite die Möglich- keit, ländliche Arbeiter in der Landwirtschaft wegen angeblichen Vertragsbruchs zu bestrafen, auf der anderen Seite die Ver- urteilung eines gewerblichen Arbeiters deshalb, weil dieser Inns- Haltung des Vertrages vom Arbeitgeber verlangte, ist ein Widerspruch, den auch der geistig Blindeste empfinden muß und über den weder ein Kopfschütteln noch ein Lachen eines Staats« anwaltS hinweghilft.___ Huö Industrie und FtandeU Das Trustproblem in Australien. Ein interessanter Vorgang hat sich im australischen Parlament zugetragen. Vom dortigen Bundessenat wurde im Mai 1904 ein Antrag angenommen, zur Beschaffung von Gelder für Alterspensionen bedürftiger Australier aller Klassen(Arbeiter, Gewerbeleute, Farmer) die Tabakindustrie Australiens in Besitz der Bundes- staaten zu übernehmen und eine königliche Kommission zur Unter- suchung aller hierauf bezüglichen Fragen einzusetzen. Nach einer einleitenden Enquete wurden im August 1905 dieser Kommission präzise Aufgaben gegeben, nämlich, zu untersuchen: 1. ob in der Tabakindustrie Australiens ein Trust oder sonstiges faktisches Monopol seitens einer Gruppe von privaten Jnter- essen bestehe; L. im bejahenden Falle, welches die Einwirkungen eineS solchen Monopols auf das industrielle Leben sei; 3. ob sich die Uebcrnahme der Industrie resp. deS faktisch be- stehenden Monopols in die Hände des Bundesstaates empfehle. Die von der Regierung beauftragte Kommisfion beschäftigte sich nahezu zwei Jahre mit der Untersuchung dieser Fragen und sprach sich dann für die Verstaatlichung der Tabak- industrie unter folgender Begründung auS. Die Zeugenvernehmung habe dargetan, daß ein faktisches Tabaksmonopol infolge Einverständnisses der Wesentlichsten Tabaks- firmen in Australien bestehe. Die Vereinigung der industriellen Betriebe in einer Hand, die Konzentrierung derselben auf wenige Fabriken und Zentral- Verkaufsstellen haben große Ersparnisse im Gefolge gehabt(genau so wie bei Gründung der amerikanischen Trusts). Der Trust hat seine unbeschränkte Machtstellung zur Ver- schlechterung Jier Arbeitsbedingungen; seiner: Angestellten, desgleichen zur Bedrückung und Ausbeutung der tabakbauenden Farmer und zu bedeutender Erhöhung der Verkaufspreise gegenüber dem kaufenden Publikum mißbraucht. Somit ergeben sich alle Vorteile eines tatsächlichen Jndustriemonopols und alle Nachteile, die in seiner Beherrschung durch Privatinteressen liegen. Daher ist die Verstaatlichung zu empfehlen, weil die Erspar- nisse, die aus der Vereinheitlichung der Produktion erwachsen waren, sich dauernd gestalten lassen. Den privaten Beherrschern desselben ist die Möglichkeit des Mißbrauchs ihrer Monopolstellung zu nehmen und deren große Macht in die Hände des Staates und somit des Volkes zu legen. Dem Staate kann damit eine bedeutende Einnahmequelle erschlossen werden. Ter Versuch, den Trust zur Acnderung seiner Politik durch Erniedrigung der Einfuhrzölle zu bewegen, kann nicht zum Ziele führen, weil derselbe mit den bedeutendsten Tabakinteressenten Europas und Amerikas im Einvernehmen steht. Ein Versuch, den Trust zu sprengen und zur früheren Isoliertheit der einzelnen Tabakinteressenten zurückzukehren, würde das Aufgeben aller durch den Trust gemachten Ersparnisse und somit einen Nachteil für die australische Volkswirtschaft mit sich bringe», und die Ucbernahme in Staatsbetrieb würde die Vorteile des Monopols bewahren und seine Nachteile beseitigen. Mit Recht meint Broda, der in den„Dokumenten des Fortschritts" über diese Angelegenheit berichtet, daß die königliche Kommission hiermit in einem Einzelfalle und ohne sich selbst der allgemeinen Anwendbarkeit bewußt zu sein, den Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus gefolgt ist. Gegenüber der Konzentration der Industrie und der Vereinigung aller industriellen Interessen in immer weniger Händen hilft weder Fatalismus, noch utopistisches Liebäugeln mit einer Rücktehr zu überwundenen Zu-' ständen. Nur der Weg nach vorwärts zur Vcrgesellschaftlichung der Industrie kann alle einmal gewonnenen Vorteile des kapi- talistischen Systems bewahren und seine Nachteile beseitigen. Soziales* Mißstände des Kost- und LogiswesenS wurden in einer Verhandlung beleuchtet, die gestern vor der dritten Kammer des Kaufmannsgerichts stattfand. Die Verkäuferin Selma H. erhob gegen den Butterhändler Emil Schmidt einen Au- spruch auf Zahlung von 120 Mark rückständigen Gehalts. Sie hatte wenige Tage nach Antritt der Stellung ihre Tätigkeit aufgegeben, weil das Logis gänzlich unzureichend war und sie es vor der in den Nebenräumlichkeiten Herrichenden Uniauberkeit nach ihrer Angabe nicht mehr auSzuhalten vermochte. Die als Zeugin vorgeladene zweite Verkäuferin, die auS gleichen Gründen die Slellung aufgegeben hat, bestätigte die Behauptungen der Klägerin. Die 3 Ver- käuferinnen mußten sich nicht nur in einen Schlafraum teilen, sondern auch eine Schmalzsatte als g ein einsauge Waschschüssel benutzen. Die Buttergefäße waren mit Schimmel besetzt, ein Gefäß mit sogenannter„Kratzbutler" wimmelte von Maden und dergleichen Unsauberkeiten mehr. Der Schlafraum der Verkäuferinnen lag dicht neben dem Schlafzimmer des Chefs. Es gab zwar einen(eparaten Eingang über den Hof, aber der Bequemlichkeit wegen wurde von den Verkäuferinnen der Durch- gang durch das Zimmer des Prinzipals benutzt. Folgender Vorfall gab der Zeugin unmittelbare Veranlassung zum sofortigen Verlassen der Stellung. Als sie dem Chef eines Morgens die Anwesenheit des Geldbriefträgers melden wollte, lag jener noch im Bett, sprang dann auf und begab sich im Hemd an den Geldschrank. Als sich die Zeugin hernach die Hände rieb, sagte der Prinzipal zu ihr, wenn ihr kalt wäre, so solle sie zu ihm ins Bett kommen. Der Beklagte bestritt das zwar und behauptete, er habe nur gesagt, sie solle„in ihr Bett gehen". Die Beisitzer rieten ihm aber angesichts der ihn belastenden Aussage zu einem Vergleich, indem sie besonders darauf hinwiesen, daß bei»; Zusammen- liegen der Schlafräume des Cheffö und tiet Verkäufe- rinnen das Logisverhältnis ein sehr bedenkliches sei.— Der Beklagte zog es denn auch vor, 75 M. vergleichsweise zu zahlen. Bedauerlich ist, daß der Beklagte nicht durch Urteil zur vollen eingeklagten Summe verurteilt wurde. Kindcrausbcuter vor preußischen Richterm. Der Z 13 des Kinderschutzgesetzes bostünmt in bezug auf die Beschäftigung von Kindern in den Betrieben ihrer Eltern, daß sie. wenn jünger als 10 Jahre, überhaupt nicht, wenn sie älter als 10 Jahre sind, nicht in der Zeit von 8 Uhr abends bis 8 Uhr morgens und nicht vor dem Vormittags-Schulunterricht beschäftigt werden dürfen. Nun hatte die Köuigshütter Polizeibehörde in Er- fahrung bekommen, daß in der Backstube eines dortigen Bäcker- meisters dessen kaum 13 Jahre alter Sohn mit einer Arbeitsschürze bekleidet öfters in den Nachtstunden von 10—3 Uhr den Gesellen zur Hand gegangen sei. Gegenden Vater wurde daraufhin Anklage wegen Vergehens gegen den erwähnten Paragraphen erhoben. Doch der Angeklagte wußte sich Rat; er erklärte, daß sein Knabe ans freiem An- triebe„rein zu seinem Vergnügen" den Gesellen öfters einige Handreichungen geleistet habe. Tatsächlich erzielte der Mann auch vor dem Schöffengericht wie vor der Straf- kammer seine Freisprechung, die mit der Begründung erfolgte, es sei dem Angeklagten nicht nachzuweisen, daß«in Kind zu jener nächtlichen Beschäftigung angehalten habe. Damit war selbst die Staatsanwaltschaft nicht einverstanden. Sie legte Revision ein, mit der sich nun der Strafsenat des B r e s l a u e r Oberlandesgerichts zu befassen hatte. Entsprechend dem Antrage des Oberstaatsanwalts hob das Gericht denn auch das freisprechende Urteil auf, weil der ständigen Rechtsprechung cüt- sprechend schon die stillschweigende Duldung der verbotenen Arbeitsleistung zur Straf fällt gleit hinreiche._ Die Ferien als KindcrPqradieS bei ostclbifchen Junkern. In Zabrze flam zwei Tage vor Beginn der Volksschulferien der Verwalter des Dominiums Neuhof vor das Schulhaus und begann dort unter den Kindern seine Werbetätigkeit, um während der Ferien recht billige Erntekräfte zu erhalten. Weder die Lehrer legten ihm das Handwerk, noch verboten die Eltern ihren Kindern, dem Locken des Junkeragenten zu folgen; diese sind ja meist froh, wenn sie durch den Ferienverdienst ihrer Kinder einen kleinen Zuschuß zum schmalen Lohne erhalten. So machte der Verwalter recht gute Abschlüsse; gleich am ersten Tage gingen ihm 35 von den Unglücklichen ins Garn, die nun für 35 Pfennige Tagelohn die köstliche Ferienfreiheit hingeben und unter der Knute des Leutevogts sich werden schinden müssen._ Gegen die Konkurrenzklnnscl. DaS KauffnannSgencht in Alten- burg hat sich in einer am Miltwoch stattgefundenen' Sitzung, die sich mit der Konkurrenzklausel beschäftigte, mit großer Majorität für das strikte Verbot der Klausel ausgesprochen. Sexverkfekaftlidw. Berlin und Ilmgegend. Die Werkskantine boykottiert haben die Arbeiter der Schwartzkopffschen Maschinenfabrik in Wildau. Seit Wochen haben die dort beschäftigten Arbeiter durch eine Kommission(Betriebskommission genannt) Verhandlungen mit ihrer Direktion gepflogen, um die von der Direktion den Ar- beitern abgezogenen Strafgelder für Zuspätkommen sowie die Ueber- schüsse aus der Fabrikkantine auch allen Beschäftigten wieder zugute kommen zu lassen. Nach dem Bericht, den ein Mitglied der Betriebs- kommiffion einer in Königs-Wustcrhansen tagenden bis aus den letzten Platz gefüllten Versammlung der Arbeiter deS Werkes gab, hat die Direktion erklärt, daß ein Ueberschuß auS dem Bierkonsum nicht vor» Händen sei, daß aber auch eine AuSeinanderhaltung beider Kassen (Kantine, sowie die Unkosten sSr das von der Direktion für die Arbeiterschaft erbaute Kasino) kaufmännisch unmöglich sei.(?) Das Kasino, in welchem viele Feste gefeiert werden, welche die Arbeiter- schaft wenig interessieren und in welchem die Arbeiter sonst nichts zu suchen haben, wird also von den Geldern der Arbeiter unter- halten. Eine allgemeine Entrüstung unter den Versammelten rief es hervor, als der Versammlung mitgeteilt wurde, dasi ein Ueber- schuß vom Bierkonsum nicht vorhanden sein solle. Die in Frage kommende Brauerei(Schlotzbrauerei Königs-Wusterhausen) liefert öt Flaschen für 3 M. an die Firma, während die Arbeiter die Flasche mit 1» Pf. pro Stück bezahlen müssen. Als die Betriebskommission im Auftrage der gesamten Arbeiterschaft gar so vermessen war, das Ersuchen an die Firma zu stellen, den Arbeitern eine Kontrolle über Einnahme und Ausgabe von Kantine- und Strafgeldkasse zu gewähren, glaubten die Herren der Direktion den Arbeitern sagen zu müssen, daß ein solches Verlangen ein Mißtrauensvotum für die Firma bedeute. Aus die Frage der Kom- Mission, ob die Firma denn in keiner Weise den so berechtigten Wünschen der Arbeiter Rechnung tragen wolle, erfolgte ein bündiges Nein. Was dieselbe Direktion im Schwesterwerl Berlin, Schering- straße, bezüglich der Strafgelder sowie des Ueberschusses aus der Kantine zugunsten der Arbeiter getan hat, lehnt sie den Arbeitern in Wildau ab. In dem Berliner Werk wird den erkrankten Arbeitern eine Beihilfe zum Krankengeld aus diesen Geldern gewährt. Nach Berechnung der Arbeiter wird im Werk Wildau bei 2000 beschäftigten Personen ein Ueberschuß von 60—70 000 M. erzielt.— Die Arbeiter beschlossen gegen 5 Stimmen, Kantine und Kasino streng zu meiden und zwar so lange, bis die Direktion den berechtigten Wünschen der Arbeiter Rechnung trägt._ Kein Anlaß zur Amtsentsetzung des Sprechmeisters Bogel. Im November vorigen Jahres verhandelte, wie sich unsere Leser entsinnen, eine Berliner Strafkammer einen Beleidigungs- Prozeß gegen den Genossen Schneider vom Bäcker- verband. In diesem Prozeß kam der angeblich beleidigte Sprech- meister Bogel, der langjährige Arbeitsvermittler der Bäcker- innung„Germania", schlechter weg wie der Angeklagte, denn dem Herrn Vogel wurde durch verschiedene, vom Gericht als einwandfrei anerkannte Zeugen nachgewiesen, daß er vor Jahren Be- stechungsgelder von Arbeitsuch enden angenommen und diese bei der Arbeitsvermittelung, entgegendem Reglement, begünstigt hat.— Nach diesem Ergebnis des Prozesses hat der Gcsellenansschuß der Bäckerinnung„Germania" an die Gelverbedeputarion deS MagistratS, als der Aufsichtsbehörde für die Innungen, den Antrag gerichtet, den Sprech- meister Bogel seines Amtes als Arbeitsvermittler zu entsetzen. Es hat lange gedauert, bis die Gewerbedeputation eine Entscheidung in dieser Angelegenheit traf. Erst vor kurzem hat der Gesellenausschuß von der Gewerbedeputation folgende Antwort erhalten: „Dem Antrage des Gesellenausschusses auf Amtsentsetzung des Jnnungssprechmeisters Vogel können wir nicht stattgeben, da uns hierzu die gesetzliche Befugnis fehlt. Uebrigens sind wir auch der Meinung, daß zu dieser Amtsentsetzung eine Veranlassung nicht vorliegt, da die dem Vogel nachgewiesenen Verfehlungen schon lange Jahre zurückliegen." Also die Bäckerinnung„Germania" soll ihren Vogel behalten, dem vor Gericht zehn bis zwölf Fälle von Bestechungen nachgewiesen worden find, nachdem Vogel vor demselben Gericht als Zeuge be- schworen hatte, er habe niemals Bestechungsgelder angenommen. weshalb denn auch das Gericht in seinem Urteil aussprach, daß Vogels Zeugnis nicht einwandfrei ist,— Die Gewerbedeputation meint, dies? Verfehlungen könnten keinen Anlaß zur Amtscntsetzung geben, weil sie schon lange Jahre zurück- liegen. Das trifft allerdings für einige der vor Gericht fest- gestellten Fälle zu, jedoch ereignete sich der letzte gerichtlich fest- gestellte Fall erst im Herbst 1906, liegt also noch nicht sehr lange zurück. Wenn die Gewerbedeputation meint, ein Arbeits- vermittler, der sich bis zum Herbst 1906 nachgewiesenermaßen grobe Verstöße gegen eine gerechte nnd einwandfreie Arbeitsvermittelung zuschulden kommen ließ, stehe nunmehr als makellose Persönlichkeit da, iveil ihm aus der allerneuesten Zeit nichts Derartiges nach- gewiesen ist, so zeugt diese Meinung von einer leider für die be- troffenen Arbeiter gerade nicht erfreulichen Milde der Auffassung,— Unzutreffend scheint uns auch die Annahme der Gewerbedeputation, daß ihr die gesetzliche Befugnis zur Amtsentsetzung des Sprechmeisters fehle. Nach dem Gesetz hat der Magistrat die Aufsicht über die Innungen zu führen. Er hat darüber zu wachen, daß sich ihre Be- schlüsse und Handlungen im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes, der Jnnungsstatuten usw. bewegen. Vogels Handlungsweise, wie sie in dem erwähnten Prozeß festgestellt worden ist, muß als ein fort- gesetzter grober Verstoß gegen das Arbeitsnachweisreglement der Innung und gegen die guten Sitten angesehen werden. Was hat denn die behördliche Aufsicht über die Innungen für einen Sinn, wenn eS der aufsichtsführenden Behörde nicht möglich sein sollte, diesen Mann seines Postens zu entheben, wenn der Jnnungs- vorstand, wie es hier der Fall ist, den fortgesetzten Anträgen des Gesellenausschusses auf Amtsentsetzung des Sprechmeisters nicht nach» kommt. Wir meinen, nach dem Sinn des JnnungSgesetzes hätte der Magistrat wohl das Recht, dafür zu sorgen, daß die Arbeits- vermittelung von einer einwandfteien Persönlichkeit ausgeübt wird. Ist man anderer Meinung, so würde das nur beweisen, daß die be- treffenden Bestimmungen des Gesetzes nicht ganz klar sind und des- halb bei nächster Gelegenheit präziser gefaßt werden müßten.— Uebrigens pflegen sich die Aufsichtsbehörden gegen Krankenkassen, die in der Mehrheit von Arbeitern verwaltet werden, nicht so rücksichts- voll und schonend zu Verhalten, wie es hier gegen einen Innung?- funktionär geschieht. Hustand. Gewerkschaftliche Kämpfe in Skandinavien. Verhandlungen über die allgemeine Aussperrung im Bdu- gewerbe von Kristiania, die zwischen den Vertretern der Landes- organisationen der Gewerkschaften und der Arbeitgebervereinigung Norwegens geführt wurden, endeten am Sonnabend mit einem Einigungsvorschlag, der die Maurer, Bauhilfsarbeiter, Zimmerer, Bautischler und Klempner umfaßt. Es sollen in diesen Berufen neue Tarife abgeschlossen werden, die bis zum 1. Mai 1910 gelten. Merkwürdig ist, daß diese Nachricht mit der von dem vorläufigen Uebereinkommen für das Baugewerbe in Schweden zusammentrifft, ebenso wie seinerzeit in beiden Ländern der Aussperrungsbeschluß gleichzeitig gefaßt wurde. Die norwegischen Unternehmer hatten entrüstet den Vorwurf zurückgewiesen, daß sie mit ihren schwedi- schen Klassengenosscn in einem Unionsverhältnis ständen, bei dem, just so wie in der 1905 aufgelösten politischen Union beider Länder, die Oberregierung in Stockholm säße. Aber es ist offenbar doch so. Tatsächlich ist ja diese Union der skandinavischen Unternehmer, an der auch die Dänen teilhaben, auf einer gemeinsamen Konferenz abgeschlossen worden. Daß dabei den Norwegern gegenüber die viel kapitalkräftigeren Schweden die erste Geige spielen, ist selbstver- ständlich. Von den großen Arbeiterkämpfen in Norwegen ist nun auch der der Textilarbeiter, der drei große Fabriken umfaßte, durch Verhandlungen beigelegt; ebenso der Streik und die Aussperrung der Flößereiarbeiter auf den Glommen, wenigstens soweit zwei große Unternehmer in Frage kommen. Bei einem Unternehmen der Fetsund-Flötzerei, dauert der Kampf noch fort. Außerdem streiken in Telemarken in den großen Betrieben des Ingenieurs E y d e, der u. a. auch ein Salpeterwerk besitzt, über 2000 Mann, größtenteils Mitglieder des Arbeitsmannsvcrbandes. In S ch w e d e n steht, neben all den anderen großen Kämpfen, die ja schon Wochen- und monatelang dauern, eine allgemeine Ar- beitseinstcllung der Buch binder Stockholms bevor. Dort Vcrantw. Redgkt.: Georg Davidfohn, BerlinT�Jnseratentejl vxrantw,: sowohl wie in der kleineren Stadt Eskilstüna ist der alte Buch- bindertarif am 1. Juli abgelaufen, nachdem man seit Februar über einen neuen vergeblich verhandelt hatte. Auch der Buch- d r u ck e r t a r i f ist, und zwar von den Gehilfen wie von den Prinzipalen, gekündigt worden. Dieser Taris erstreckt sich auf das ganze Land; er gilt jedoch bis Ende dieses Jahres. In Dänemark, wo die Unternehmer einiger unbedeutender Konflikte wegen vor wenigen Wochen eine Generalaussperrung veranstalten wollten, kam es erst kürzlich durch Verhandlungen der Hauptorganifationen beider Parteien zu einer Einigung in allen Streitfragen. Aber nun, Anfang Juli, droht die Arbeitgeber- Vereinigung Dänemarks von neuem mit Aussperrungen. Erstens sollen alle Mitglieder der Sägewerksarbeitcr- und Maschinen- tischlerorganisationen zu Kopenhagen ausgesperrt werden, und zweitens alle Mitglieder des Tischlervcrbandes, soweit sie in den Betrieben der organisierten Eisenindustriellen beschäftigt sind. Die Veranlassung zu solcher Aussperrung bilden wiederum kleine Konflikte bei einzelnen Firmen. Inzwischen kommt aus K r i st i a n i a die Nachricht, daß der dort im Baugewerbe gemachte Einigungsvorschlag von den Ar- beitern sämtlicher fünf Bernfsgruppen abgelehnt wurde. Der Vor- schlag war übrigens auch von den Vertretern der Arbeitnehmer nicht gutgeheißen; sie hatten sich nur verpflichtet, in ihren Organi- sationen darüber abstimmen zu lassen. Der Kampf im Bau- gewerbe Kristianias dauert also fort. Gerichts-Zeitung, Kampf gegen den Antimilitarismus. Zu der gestern kurz von uns gemeldeten Verurteilung Fritz Katers wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze usw. (§ 110 Str.-G.-B.j erhalten wir noch einige ergänzende Mit- teilungen über den Sachverhalt der unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit geführten Verhandlung. Im Verlage des Lokalistenblattes„Die Einigkeit" erschien an- fangs 1908 eine Broschüre mit dem Titel:„Ter Sieg bei Jena. Ein Beitrag zur Geschichte Preutzen-Deutschlands. Die letzte Schlacht. Eine zukünftige Begebenheit."— Der erste Teil der Broschüre gibt im Anschluß an Mehrings„Lessing-Legende" eine Darstellung der Geschichte Preußens am Anfang des vorigen Jahr- Hunderts und schildert die Entstehung und Wirkung des Militaris- mus in Preußen. Der zweite Teil der Schrift führt den Lesern lediglich ein Phantasiebild vor Augen, dessen wesentlichste Umrisse so aussehen: Ein Krieg ist ausgebrochen, das Heer wird dem Feinde entgegengeführt, aber die Soldaten dieses Heeres hatten sich vorher verabredet, entgegen den Befehlen der Führer den Feind nicht anzugreifen, sondern weiße Parlamentärfahnen aufzuziehen, sich mit der feindlichen Armee zu verbinden und so den Krieg zur Unmöglichkeit zu machen. Obgleich dies Phantasiebild von großer Naivität und Harmlosigkeit des Verfassers zeugt und für die anti- militaristische Propaganda recht bedeutungslos ist, so erschien es der Staatsanwaltschaft doch wichtig genug, um es zum Gegenstand einer Anklage gegen Kater als Verbreiter der Broschüre zu machen. Und das Gericht hielt das Phantasieprodukt eines naiven Menschen für so gefahrdrohend, daß es auf Antrag des Staatsanwalts für die ganze Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausschloß— wegen Gefährdung der Staatssicherheit! Tie Staatsanwaltschaft meinte, durch die Erzählung der Phantasiegeschichte sollten die Leser aufgefordert werden, das Beispiel der zum Feinde über- gehenden Armee nachzuahmen, was gleichbedeutend sei ffnt einer Aufforderung an die gegenwärtig oder künftig dem deutschen Heere angehörenden Leser zum Ungehorsam gegen die gesetzliche Grundlage der militärischen Ordnung. Der Verteidiger des An- geklagten, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, trat der Auffassung des Staatsanwalts, der eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten bean- tragte, entgegen. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 309 M. unter folgender Begründung: Beide Teile der Broschüre bilden ein untrennbares Ganzes. Im ersten Teil werden die schäd- lichen Wirkungen des Militarismus geschildert, im zweiten Teil werde sodann angegeben, wie diese schädlichen Wirkungen zu be- seitigen seien, nämlich durch den Militärstreik. Wenn es sich hier auch nur um ein Phantasiegemälde handele, so sei darin doch eine Aufforderung an die Soldaten zum Ungehorsam zu erblicken. Daß die Broschüre in die Hände Wehrpflichtiger gefallen sei und fallen sollte, müsse angenommen werden. Es sei jedoch nur auf eine Geldstrafe erkannt worden, weil nur der letzte Teil der Broschüre strafbar sei, nicht auch der erste, der sich in besonders gehässiger Weise gegen die Monarchie richte. Den Richtern unbewußt, dem objektiven Beobachter aber beut- lich erkennbar, klingt als Grundton aus diesem Urteil das Gefühl heraus: Die Stütze der herrschenden Gesellschaft, der Militaris- mus, darf um alles in der Welt nicht angetastet werden. Sonst hätte aus der Broschüre keine Aufforderung zum Ungehorsam herausgelesen werden können._ Wegen Aufreizung verschiebener Klassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten gegeneinander hatten sich gestern vor der dritten Strafkammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirektor Lieber der Tischler und Redakteur Richard Fischer und der Lagerverwalter Berthold Cohn zu verantworten. Unter Anklage stand die Mai- nummer der anarchistischen Zeitung„Der Revolutionär", als dessen Redakteur der erste Angeklagte zeichnete. Die auf rotem Papier erschienene Mainummer enthielt einen Artikel:„Der 1. Mai, wie er ist und wie er sein sollte". Darin wurde der So- zialdemokratie der Vorwurf gemacht, daß sie viel zu zahm sei, da sich auf gesetzlichem Wege nichts erreichen lasse. Aus dem Wege der Gewalt müsse der Anarchismus durchgeführt werden. Diese Schlußfolgerung zog wenigstens der Staatsanwalt aus dem Inhalt des Artikels. Der zweite Angeklagte wurde wegen eines in der- selben Nummer enthaltenen Gedichts„Zum 1. Mai" zur Ver- antwortung gezogen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Fischer 6 Monate, gegen Cohn 4 Monate Gefängnis. Das Gericht sprach den letzteren frei, verurteilte dagegen den Angeklagten Fischer zu 4 Monaten Gefängnis. Der Artikel in Verbindung mit den hin- zugefügten Bildern sei wohl geeignet, zu Gewalt anzureizen. Als Milderungsgrund für die hohe Strafe wurde erwogen, daß der Angeklagte erst im 24. Lebensjahr steht und bisher unbescholten ist, auf der anderen Seite aber die Gemeingefährlichkeit einer solchen Agitation, wie sie durch den inkriminierten Artikel getrieben worden. Sechzig Mvnate Gefängnis für einige Steinwürfe. Während eines Streiks bei der Syndikatfreien Kohlenvereini- gung in Mannheim kam es am 23. April dieses Jahres zu einem Krawall, als in der Gegend des Neckars ein Fuhrwerk der Firma erschien, das von einem Streikbrecher geführt wurde, während noch eine Polizeieskorte diesen Transport in ihre liebevolle Obhut nahm. Es sammelten sich etwa 20 Arbeiter, die zum Teil schimpften, später auch kleinere Steine nach dem Wagen und den Schutzleuten warfen, teilweise auch trafen. Irgendeine bedeutendere Verletzung ist dabei nicht vorgekommen. Dafür wurde acht Personen der Prozeß teils wegen Aufruhr, teils wegen Landfricdensbruch ge- macht. Ueber die Anklage hatte das Mannheimer Schwurgericht am Mittwoch zu urteilen. Die Angeklagten, von denen drei erst 17 bezw. 19 Jahre alt sind, bestritten zum Teil ihre Schuld über- Haupt, zum Teil gaben sie sie nur in geringem Umfange und in geringer Bedeutung zu und wurden im Grunde auch nur wenig belastet. Der Verteidiger, Genosse Dr. Frank, gab für zwei den Landfriedensbruch zu, aber auch da in geringem Umfange, für zwei Angeklagte gestand er ein Vergehen gegen den§ 153 der Ge- Werbeordnung, während für die übrigen die Freisprechung geboten sei. Die Geschworenen aber bejahten die Frage der Zusammen- rottung für alle Angeklagte und bei dreien noch die Gewalttätig- keit gegen einen Schutzmann. Das Gericht verurteilte die drei jüngsten Angeklagten am schwersten, nämlich einen zu einem Jahre, zwei zu je zehn Monaten Gefängnis, ferner noch einen Ange- Nagten zu zehn Monaten, einen zu sechs und drei zu je vier Ms- naten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde allen voll ange- rechnet._ Hus der Frauenbewegung. Ei» norwegischer Franenkongreß. Die norwegischen Frauenwahlrechtvereine haben dlefer Tage zu Lillehammer, einer Kleinstadt am nördlichen Ende des Mjösensees, ihren Landeskongreß abgehalten. Es waren meist bürgerliche Frauen, die hier vertreten waren; die proletarischen Frauen sind ja meist im Frauenverband der Arbeiterpartei organisiert, jedoch gehören auch manche Iveiblichc Mitglieder der Arbeiterpartei den Frauenwahlrechtsvercinen an und in Stavanger bilden die orga- nisierten Parteigenossinnen sogar die Mehrheit im Frauenwahl- rechtsverein. Dieser Verein war denn auch auf dem Landcskongreß durch eine Parteigenossin, Frau Lehrer G j ö st e i n, vertreten. Der Kongreß hat sich mit einer Reihe verschiedener Fragen befaßt. Man sprach unter anderem über eine Reform der Ehegesetz» gebung, dann über die Anstcllungs- und Lohnverhältnisse der Tele» graphistinnen, verlangte, daß sie in jeder Hinsicht ihren männ» lichen Kollegen gleichgestellt werden, und beschäftigte sich ferner mit dem Mädchenschulwesen, wobei die Forderung nach planmäßigem Unterricht in häuslicher Oekonomie besonders hervorgehoben wurde. Unter den norwegischen Frauenrechtlerinnen gibt es viele, die in der Sozialgesetzgebung gegen besondere Arbeite- rinnenschutzbestimmungcn agitieren, in der Meinung oder unter dem Vorwand, daß auch in dieser Hinsicht der Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter gewahrt werden müsse. Damit man diese Auffassung eventuell im Storthing zur Geltung bringen könnte, schlug Fräulein Gina Krog vor, der Kongreß möge sich dafür aussprechen, daß die Storihingsberatung des Fabrikgesetzes bis nach den Neuwahlen verschoben werde. Bei diesen Wahlen, die im nächsten Jahre stattfinden, werden ja die norwegi- schen Frauen zum ersten Male ihr staatsbürgerliches Wahlrecht aus- üben, das ja allerdings kein allgemeines ist. Gelingt es dann dem Fräulein Krog oder ihren Gcsinnungsgenossinnen, gewählt zu werden, so wollen sie dafür sorgen, daß im Fabrikgesetz das Aus- beutungsrecht der Unternehmer an den Arbeiterinnen nicht mehr eingeschränkt wird, als das an den männlichen Arbeitern. Gina K r o g s Antrag wurde jedoch abgelehnt, nachdem die Genossin G j ö st e i n mit aller Entschiedenheit die Forderung der prole- traischen Frauen und der Arbeiterpartei auf besonderen und aus- reichenden Schutz der Arbeiterinnen zur Geltung brachte. Ueber die Stellung der Frauen zu den Stor» thingswahlen hielt Frau Quam Vortrag. Sie meinte, daß wenig Aussicht zur Wahl weiblicher Storthingsabgeordncter vorhanden sei. Man müsse darum vor allem auf die Ausklärungs- arbeit Wert legen und dafür sorgen, daß die Wahlrcchtsbedingungen der Frauen denen der Männer gleichgemacht werden, die Abhängig- keit des Frauenwahlrechts von einer Steuerleistung für ein Mindestjahreseinkommen von in den Städten 400, auf dem Lande 300 Kronen, also beseitigt wird.— Die bürgerlichen Frauen haben offenbar eingesehen, daß wenn auch das beschränkte Frauenwahl- recht ihren Klasseninteressen dienen kann, es doch für sie als Frauen nicht so vorteilhaft ist, wie das allgemeine Frauenwahlrecht.— Zum Schluß begeisterten sich die bürgerlichen Frauenwahlrccht- lerinnen noch für die„nationale V e r t e i d i gu n g s- Politik", worüber eine Frau Martha Steinvik sprach. Diese Dame hielt es nur für eine Frage der Zeit, wann ein Krieg ausbrechen werde; Krieg müsse einmal kommen, und da wäre es notwendig das Nationalgefühl zu reinigen und zu heben. Die Rednerin. die nun mit ihrem Vortrag im Lande herumreisen will, erinnerte stark an die dänischen„Kanonenweiber", meist Damen aus den höheren Gesellschaftsschichten, die dort für eine solche mords- patriotische„Frauenbewegung" agitieren. Solange noch die Union und der Unionsstreit mit Schweden bestand, hatten die norwegischen Militaristen einen guten Vorwand für kriegerische Rüstungen, Festungsbauten und dergleichen; seitdem aber die Union auf fried- lichem Wege gelöst, ein Friedensvertrag und eine neutrale Zone zwischen beiden Ländern geschaffen ist, sind die'Mordspatrioten ganz auf leere Phantastereien angewiesen, um das friedlich gesinnte Volk in kriegerischen Taumel zu versetzen. Daß Frauenwahlrecht» lerinnen den Schwindel mitmachen, ist ja um so trauriger. Versammlunge»— Veranstaltungen. Schöneberg. Montag, den 13. Juli, Neue Rathaussäle, Meininger- straße 3: Vortrag. Gemütliches Beisammensein. KönigS-Wusterhausen und Wildau. Montag, den 13. Juli, 8 Uhr, be? Wedhom: Zahlabend. Vortrag: Genosse Kurt Heinig. Letzte JNacbricbten und Depefcben. Strcikbruch per Torpedo. Fiume, 10. Juli.(W. T. B.) Infolge des Anfstandes der Schiffsmannschaft der Ungarisch-Kroatischen Schiffsgcsell- schaft ist der Verkehr auf den Dalmatiner Linien und nach Ancona und Venedig eingestellt worden. Fiume, 10. Juli.(B. H.) Wegen des Streiks bei der ungarisch- kroatischen SchiffahrtSgesellschost sind aus Pola mehrere Torpedo» boote eingetroffen, um den Postdienst nach den Küstenstädten zu versehen._ Jugendgerichtshöfe. München, 10. Juli.(B. H.) Die Errichtung von Jugend- gerichtshöfen in Bayern steht laut.Münchener Neuesten Nach- richten" unmittelbar bevor._ Jonas Lies Beisetzung. Christiauia, 10. Juli.(W. T. B.) Die Beisetzung des Dichters Jonas Lie fand heute hier unter außerordentlich starker Beteiligung statt. Der König hatte einen Vertreter entsandt. Im Gefolge waren zahlreiche Mitglieder der Regierung und des Storthings. Auch das diplomatische Korps sowie die Zivil- und Militärbehörden waren vertreten. Eisenbahn-Unfälle. Augsburg, 10. Juli.(B. H.) Am Bahnhof Buchloe wurde der Münchener Wagenwärter Eichhorn vom AugSburger Schnellzuge er- faßt und getötet. Winnipeg, 10. Juli.(W. T. B.) Bei einem Zusammenstoß von zwei Personenzügen der Canadian Pacific-Eisenbahn in der Nähe von Medicine Hat wurden sieben Personen getötet und eine Anzahl verletzt._ Erdbeben. Wie wir an anderer Stelle mitteilen, wurden vorgestern von der Erdbebenwarte Krietern zwei Erdbeben registriert. Telegramme vom Freitag bestätigen die Richtigkeit jener Mel- düngen: Graz, 10. Juli.(B. H.) Heute früh 3,15 Uhr wurde in ver. schiedenen Gegenden Steyermarks ein ziemlich heftiges Erdbeben verspürt. In der Zeit von zwei Minuten wurden eine Reihe starker Erdstöße beobachtet. Udine, 10. Juli.(W. T. B.) Heute früh um 1 Uhr 30 Min., 3 Uhr 25 Min. und 7 Uhr 30 Min. wurden hier Erdbeben ver- spürt, von denen das um 3 Uhr 25 Min. sich durch einen großen Teil der Provinz erstreckte und in Cividale, Tolumezzo, Codroipe und Lestizza eine Panik hervorrief. Schaden ist nicht angerichtet. Großbetrieb. Frankfurt M.. 10. Juli.(B. H.) In Offenbach wurde der Schwcinchändler Johann Mahl wegen Fälschungvonvierzig Wechseln verhaftet.___ Zh, Glocke. Berlin, Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr, u. Lerlagsgnstalt P.a.ul Singer& Co.. Berlin S.W, Hierzu 2 Beilage» u, stnterhaltungsbl. it. 160. 25. ZahtMg. L Keilize iw.Kmiick" Kerlim DcksdIM Zomchend, U. Juli lW. eulenburg vor den Gefcbworenen. In der Freitagvormittagsitzung waren mit Ausnahme des Grafen Kuno v. Moltke, der noch beurlaubt ist, die sämtlichen schon zu den früheren Verhandlungstagen geladenen Zeugen zur Stelle. Einige neue Zeugen waren noch erschienen, und nach der Zahl der Zeugen muß man annehmen, daß der Prozeß doch noch min- bestens zehn Tage dauern wird. Nach den Dispositionen des Vorsitzenden sollten am Freitag vernommen werden Graf Siegwart Eulenburg, Oberlandesgerichtsrat Fehle, der Untersuchungs- richter Landgerichtsrat Schmidt, Dr. Magnus H i r s ch f e l d. die Kriminalkommissare v. Tresckow und Dr. Kopp und, falls noch Zeit bleibt, noch einige weniger wichtige Zeugen. Noch immer Riedels Glaubwürdigkeit. Der als erster Zeuge vernommene Oberlandesgerichtsrat Fehle ist ein alter Herr, der von seinem Sohn, dem Assessor a. D. Fehle, zur Gerichtsstelle begleitet worden ist. Er ist viele Fahre Oder- amtörichter in Starnberg gewesen. Riedel hat früher in Willing, zum Amtsgerichtsbezirk Starnberg gehörig, ein kleines Gut besessen und eine A nzahlZivilprozesse verloren. Erist dann der Verbreiter eines Gerüchts geworden, welches seinerzeit am Starnberger See umlief. Einige Leute hatten ihm gesagt, einem Bauer«Hofbesitzer lächele bei Pro- zessen immer das Glück, weil seine Frau den Ober- amtsrichter mit Eiern und Schmalz günstig für ihn stimme. Auf Antrag des Münchener Landgerichtspräsidenten wurde damals auf Grund' dieses Geklatsches Anklage wegen 'Beamtenbeleidigung gegen Riedel erhoben. Es fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt, die das Gerede für völlig'haltlos erwies und das Ergebnis hatte, daß Riedel zu S Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Er hat dann aus Wut darüber, daß ihn einer seiner Hauptzeugen im Stich gelassen hatte, diesem recht fühlbare Beweise seines Unmuts gegeben und hat dafür eine Zusatz st rase erhalten. Oberlandesgerichtsrat Fehle soll über diese Affäre, über die Glaubwürdigkeit und den Charakter des Riedel, sowie über die Gerüchte, die über den Verkehr des Riedel und Ernst mit dem Fürsten Eulenburg umliefen, Bekundungen ge- macht haben. Riedel sei ein sehr exzessiver Mensch, sehr streitsüchtig und gewalttätig, der mit der Zunge immerborweg sei. Er sei dagegen niemals unehrlich gewesen und mache, wenn er nicht aufgeregt sei. einen ver- uünftigen und Vertrauen erweckenden Eindruck. Nach der Meinung des Zeugen sind die Gerüchte über die a n g e b- liche Bestechlichkeit des Oberamtsrichters nicht etwa von Riedel selb st erfunden, er habe sie vielmehr nur Leuten, die ihm so etwas aufgebunden haben, nachgeplappert. Neue Anträge der Verteidigung. Im Anschluß hieran stellte die Verteidigung den Antrag, den Stallschweizer Max Müller a»S Feldafing als Zeugen zu laden. Dies ist derjenige, von dem Riedel seinerzeit die Gerüchte gehört haben will, es aber seinerzeit vor Gericht in Abrede gestellt hat und dafür von Riedel verhauen worden ist. Dieser Zeuge werde nach Ansicht der Verteidigung beschwören können, daß er dem Riedel solche Gerüchte nie mitgeteilt hat, während Riedel hier unter seine in Eide das Gegenteil behauptet habe. Außerdem soll von der Vertcidi gimg beantragt worden sein, die fünf Richter der M ü n ch e n er Strafkammer zu vernehmen, welche im Fahre 1894 das Urteil gegen Riedel wegen fortgesetzter verleumderischer Beleidigung gefällt haben. Sie sollen über den Eindruck vernommen werden, den sie über die Glaubwürdigkeit des Riedel empfangen haben. Wie wir hören, soll bei dieser Gelegenheit von einem Geschworenen dem Unmute darüber Ausdruck gegeben sein, daß immer neue Zeugen geladen werden sollen, die eine Be- cndigung dieses Prozesses immer wieder hinausschieben. Der B e- schluß des Gerichtshofes soll dahin gegangen sein, den ge- nannten Max Müller, der damals in Feldafing wohnte, zu ermitteln und zu laden, während der zweite Antrag auf Ladung der fünf Richter abgelehnt Ivurdc, weil aus dem vorliegenden Urteil schon die Ansicht des Gerichts über die Glaubwürdigkeit des Riedel hervorgeht. Auf Befragen soll der Zeuge weiter ausgesagt haben, daß in den achtziger Fahren nrancherlei über spiritistische und sexuelle Neigungen des Fürsten E Ulenburg ge- sprachen worden sei, insbesondere sei direkt erzählt worden, daß Fürst Eulenburg den Zeugen Ern st verführt habe. — Nach diesem Zeugen wurde Landgerichtsrat Schmidt vernommen, der bekanntlich die ganze Voruntersuchung in dieser Strafsache geführt hat. Er hat sowohl den Riedel als kleines feuilleton. Lcamtcntum und Entvölkerung in Frankreich. Frankreich ist das Dorado der Beamten, die hier geradezu wild wachsen, und das Land der niedrigen Geburtenziffer. Bringt man diese beiden Tat- fachen zueinander in Beziehung, will man. mit anderen Worten, wissen, welchen Emflutz die Beamtenfamilien auf das Steigen oder Fallen.der französischen Geburtenziffer haben, so gelangt man zu Ergebnissen, die tief blicken lassen. Eine vollständige, abgeschlossene Untersuchung über die demographische Zusammensetzung der Fa- Milien der 723 892 Staats-, Departements- und Gemeinde- beamten Frankreichs(Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten und Matrosen sind nicht mit eingerechnet) liegt noch"nicht vor; aber der letzte Band deS„Bullstin de la statistique generale de la France" enthält einige interessante Nachweisungen über 2569 Staatsbeamte in Paris, deren Lebenshaltung mit der von 5967 Bahnwärteru und 4349 verschiedenen Arbeitern, die von der Stadt Paris abhängig sind, verglichen wird. Bei den Beamten ist schon die Zahl der Ehe- losen sehr groß: 273 auf 1990; bei den Arbeitern dagegen findet man nur 121 Ehelose auf 1999 und bei den Bahnwärtern, die am schlechtesten bezahlt werden, nur 66 auf 1999. Aehn- lich liegen die Dinge bezüglich der Kinderzahl, die 1,66 pro Beamtenfamilie, 2.51 pro Arbeiterfamilie und 2,84 pro Bahnwärterfamilie beträgt. Wie man sieht, triumphiert der Egoismus. der nur an sich selbst denkt, hauptsächlich bei den Beamten, die doch im Durchschnitt ein Jahresgehalt von 4999 Fr. haben, während Arbeiter und Bahnwärter im Durchschnitt weniger als die Hälfte dieser Summe verdienen. Unter den verheirateten, verwitweten oder geschiedenen Beamten haben 278 von 1999 nicht ein einziges Kind, während von 1999 Arbeitern nur 179 und von 1990 Bahnwärtern nur 146 keine Kinder haben; Beamtenfamilien, die nur ein Kind haben— die höchste Sehnsucht jedes braven Durchschnittsfranzosen— gibt eS 267 auf 1999, während die Zahl der Arbeiter und der Bahnwärter, die sich mit einem Kinde begnügen. sich auf nur 214 bezw. 181 pro 1999 beläuft. Die Höchstzahl det Kinder einer Beamtenfamilie ist zehn, während es Bahnwärterfamilien mit vierzehn und Arbeiterfamilien mit sechzehn Kindern gibt. DaS. Gehalt scheint der souveräne Regulator der Geburten nur bis zu zwei Kindern zu sein, das soll heißen, daß mit dem Steigen des Gehalts der Beamten auch die Zahl der Kinder wächst. Sobald aber die zwei erreicht sind, sind sich Beamte mit 1599 Fr. und Beamte mit 19 999 Fr. Gehalt in dem Wunsche, keine Kinder mehr zu haben, vollständig gleich, so daß von auch den Ernst wiederholt vernommen. Von Riedel soll er bekundet haben: er habe den Eindruck gewonnen, daß es Riedel ganz gleich sei, ob er etwas bekunden müsse, was zu seiner Schande gereiche oder nicht. Er sage alles frei her- aus und sei von ihm wiederholt in eindringlichster Weise vor einer falschen Aussage verwarnt worden. In Liebenberg sei Riedel dem Fürsten gegenübergestellt worden, und da hat sich denn die bekannte Szene entwickelt, wo de: Fürst den Riedel Lügner titulierte und dieser dem Fürsten wiederholt gutmütig zuredete, doch die Wahrheit zu sagen. Von E r n st habe er den Eindruck, als ob dieser noch mehr wisse, als er sage. Hierauf trat die Pause ein. Immer wieder Riedels Glaubwürdigkeit. Aus der Freitagssitzung wird weiter mitgeteilt: Oberstaats- anwalt Dr. I> e n b i e I stellte den Antrag, die beiden Herren zu laden, die im Staedele-Prozeß als Schöffen fungiert haben, um auch von ihnen zu hören, welches Maß von Glaubwürdigkeit nach ihrer Meinung den Zeugen Riedel und E r n st bei Ab- gäbe ihrer belastenden Aussagen beizumessen war. Wie schon er- wähnt, stellten die Verteidiger demgegenüber den Antrag, auch die Richter der Strafkammer in München zu laden, die vor 14 Jahren den Riedel wegen verleumderischer Beleidigung verurteilt hat. Es soll über diese neuen Anträge zu einer längeren, teilweise etwas erregten Debatte gekommen sein, die damit endete, daß der Gerichtshof die Ablehnung des von der Verteidigung ge st eilten Antrages beschloß. Justizrat W r o n k e r teilte mit, daß er eine Karte von einem Herrn R e i b e d a n z in der S ch u m a n n st r a ß e bekommen habe. In dieser werde mitgeteilt, daß Riedel in einem Cafe in Gegen- wart mehrerer Personen geäußert habe: Wenn er ordentlich Geld bekommen hätte, würde er ganz anders ausgesagt haben. Der Verteidiger stellte den Antrag, diesen Zeugen zu laden. Das Gericht beschloß demgemäß. Landgerichtsrat Schmidt soll sich dann noch auf Befragen über verschiedene Ergebnisse der Voruntersuchung ausgelassen und an der Hand eines Planes und einer Reihe von Photo- graphien die Situation des Würm-(Starnberger) Sees und der Würm erläutert haben. Riedel habe bei den verschiedenen Vernehmungen den Eindruck der Glaubwürdig- keit gemacht. Riedel hatte ihm genau die Oertlichkeiten in München und in Starnberg beschrieben, an denen sein Verkehr mit dem Fürsten stattgefunden habe und diese ort- lichen Angaben seien bei der Nachprüfung alsinjederBe- ziehung zutreffend fe st gestellt worden. Der als Zeuge vernoinmene Klavierttägcr Johann Schömmer war 1887 im Wittelsbacher Hof in Starnberg als Haus- diener angestellt gewesen. Er soll eine Geschichte erzählt haben, wonach der damalige Graf Eulenburg mit seiner Familie und in Begleitung eines anderen Grafen dort ab- gestiegen sei. Dieser zweite Graf habe ihm einen unsitt- lichen Antrag gestellt, dem er auch leichtsinnigerweise nach- gekommen sei. Der Zuge will auch bei einer anderen Gelegen- heit bemerkt haben, daß-Graf Eulenburg mit dem anderen Grafen in ein Zimmer gingen und die Tür ver- riegelten. Aus Neugier habe er durchs Schlüsselloch gesehen und beide in derangierter Toilette bemerkt. Der Angeklagte be st ritt, jemals im Wittelsbacher Hof abgestiegen zu sein und erklärte alle solche Erzählungen für direkt erfunden. Ueber die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen, der auch ein Strafregister hat, welches aller- dings sehr weit zurückliegt, entstanden längere Debatten, an welcher sich Staatsanwalt, Verteidiger und Geschworene beteiligten. Wiener Gerüchte. Als Zeuge wurde der Betriebsdirektor Schur ig von einer hiesigen Zeitungsdruckerei vernommen. Dieser soll in Wien geweilt haben, als Fürst Eulenburg dort deutscher Botschafter war. Damals bildete eine Aufsehen erregende Affäre, bei welcher es sich ebenfalls um homosexuelle Dinge handelte, das Tagesgespräch, und als er sich mit einem Kollegen darüber unterhielt, habe man ihm gesagt: „Na, bei Euch in der Botschaft i st's doch ebenso". Dem Vernehmen nach soll bei diesem Punkte eine schon in der Vor- Untersuchung eingeholte amtliche Auskunft deS früheren und des jetzigen Polizeipräsidenten von Wien und des Kriminalpolizeiinspektors verlesen worden sein, wonach amtlich über Verfehlungen in der Botschaft nichts bekannt gewesen sei. Eulenburgs Darlehen. Es wurden dann mehrere Zeugen vernommen, die von der Ver- tcidigung genannt waren und beweisen sollten, daß das Darlehen, welches der Zeuge E r n st vom Angeklagten erhalten, keinen AnlaßzuirgendwelchemV erdachtgebe. Diese Zeugen sollen bekundet haben, daß sie gleichfalls Darlehne vom Angeklagten erhalten haben. So zum Beispiel ein Zeuge 1999 Beamten nur 53 fünf Kinder haben, nur 29 sechs, nur 26 sieben bis neun und nur zwei die Höchstzahl zehn. Die Hitzwelle in New Jork. Aus New Jork wird berichtet: Seit einem Jahrzehnt haben die Oststaaten keine Sommerglut er- dulden müssen, die der furchtbaren Hitze gleichkommt, die in diesem Jahre Menschen und Tiere erschlaffen läßt und allein in New Uork in wenigen Tagen mehr als 39 Opfer gefordert hat. Am Dienstag zeigte das amtliche Thermometer am Dache eines Wolken- kratzers 34 Grad Celsius, während unten in den Straßen 33 Grad im Schatten und 47 Grad in der Sonne gemessen wurden. Ganz New Uork blickt sehnsüchtig nach dem Horizont und erwartet das Trostzeichen einer grauen Regenwolke. Die Kindersterblichkeit hat eine furchtbare Höhe erreicht und im Ostend New Dorks, dem Ar- beiterviertel, ist das Leiden unbeschreiblich. Die Mehrzahl der Einwohner sucht in der Nacht auf den Dächern Zuflucht, in den öffentlichen Anlagen, in den Hausfluren oder unten am Strande, um der lastenden Schwüle einige kümmerliche Stunden unruhigen Schlummers abzuringen. An der Küste kann man jetzt diese Frei- schläfer zu Hunderten beobachten, die den weißen Seesand zum Bette wählen. Allgemein schickt man sich an, die Arbeit einzu- stellen. In den vergangenen Jahren, wo die Hitzwelle zwar nicht die Glut der diesjährigen erreichte, aber doch wochenlang die Stadt in hoffnungslose Apathie hüllte, konnten die ärmeren Klassen wenigstens auf einige Stunden zum Strande gehen, aber die Krisis und die Not des neuen Jahres gestatten nicht mehr diesen Luxus. In einigen Distrikten hat man die Gratisverteilung von Eismassen eingeführt, aber dies Hilfsmittel mutz wirkungslos bleiben in Wohnungen, wo eng zusammengedrängt fünf oder sechs Leute in einem Zimmer schlafen. Die Sterbeziffer wächst von Tag zu Tag. Am Montag erlagen vierzehn Menschen der Hitze und achtzig kamen mit gelinden Hitzschlägen davon. Die Pferde leiden nicht weniger als die Menschen. Alle Augenblicke sieht man auf der Straße Tiere fallen, die so geschwächt sind, daß sie nicht wieder auf- zustehen vermögen. Mit hellem Geläute rasseln die Ambulanz- wagen die Fahrstraßen hinab, die Krankenhäuser sind überfüllt und die Aerzte stehen dem Massenandrang hilflos gegenüber. Die Frauen überhören unter dem Druck der Hitze alle Entrüstungsrufe der Sittlichkeitsapostel und kehren zu den verpönten„peelcaboo"- Blusen, den weitausgeschnittenen durchsichtigen Gewändern, zurück, die Männer wandeln, den Rock auf dem Arme, durch die Straßen, und in den vornehmsten Restaurants bricht die Hitzwelle alle Ge- setze des guten Tones, und die Herren setzen sich in Hemdsärmeln zu Tisch. Eine Reihe von Männern und Frauen ist irrsinnig ge- worden, Uni» die Polizei führt Klage, dgß die Hitzwelle zu m&c Wü« n a t, der seinerzeit Hoboist auf der„Hohenzollern" war und vom Angeklagten mehrere tausend Mark zur Eröffnung eines Geschäfts in Bremen geliehen erhalten hat; ferner ein Friseur, der gleichfalls zur Eröffnung eines Geschäfts 5999 Mar! ge- liehen bekommen hat. Liebcndcrger Gerüchte. Vernommen wurde auch der Amtsvorsteher Havemann aus Liebenberg, der seit über dreißig Jahren in Liebenberg an- sässig und schon bei dem Vater des Angeklagten in Diensten ge- standen hat. Der Zeuge soll dann erzählt haben, daß schon zu Lebzeiten des alten Grafen Eulenburg, Vaters des Angeklagten, ein alter Förster ihm erzählt habe: der junge Graf stehe in un« lauteren Beziehungen zu einem Waldwärter Kerle. Er sei darüber ganz perplex gewesen, aber der Diener des gräflichen Hauses habe ihm dann eine ähnliche Andeutung gemacht. Das Bild des Wald Wärters habe auch im Zimmer des jungen Grafen, des jetzigen Angeklagten gehangen. Der Waldwärter Kerle soll ermittelt werden.— Der Angeklagte suchte diese Erzählung auf ein Maß zurückzuführen, welches die ganze Sache sehr harmlos erscheinen ließ. Er soll darauf hingewiesen haben, daß schon damals ein Jäger jeden Abend zum Schloß bestellt worden war, um etwaige Befehle für eine abzuhaltende Jagd usw. entgegenzunehmen. Alles übrige seien haltlose Ver- mutungen und Klatschereien. Der Zeuge, welcher anscheinend es dem Angeklagten verübelt hat, day dieser ihm den Zeugen Geritz vorgezogen und mehr begünstigt hat. verwahrt sich. wie wir hören, dagegen, daß er einen Haß gegen den Fürsten habe.— Es wurden dann einige Zeugen vernommen. die als Diener usw. im Haushalt des Für st en angestellt waren. Wie verlautet, sollen diese bekundet haben, daß sie irgendwelche den Angeklagten belastende Tatsachen nicht wahrgenommen haben.--- Hieraus wurde die Sitzung auf Montag vertagt. illlgemeiner süriorge-Li'Äehungztag. Der Allgemeine Fürsorgc-Erziehungstag tagte am 8. und 9. Juli in Straßburg. Der Leiter der Frankfurter Zentrale für private Für>! sorge, Dr. Poligkeit, sprach über die Abhängigkeit des Erfolges der Zwangserziehung von einer Reform des Amnen- und Strafrechts. Hätten einst nur kriminalpolitische Motive zur Einführung der Fürsorge-Erziehung geführt, so sehe man die Frage der Er- ziehung jetzt tiefer, nämlich als ein soziales Problem an. DaS Ziel müsse sein: alle irgendwie beschädigten oder schädlichen Kinder wieder zu brauchbaren sozialen Gliedern zu machen. Leider fördere eine unzureichende Armenpflege und eine unzweckmäßige Straf» rechtspflcge vielfach die Verwahrlosung der Jugend. Durch bessere Zentralisation und Organisation der Aufsicht müssen Rechtsgarantien für die gesetzliche Ausübung der öffent- lichen Armenpflegegeschaffen werden. Durch Schaffung leistungsfähiger Armenverbände, besonders für die Kinderfürsorge. muß der jetzt bestehende Mißstand beseitigt iKe�den, daß in länd-, lichen und kleinstädtischen Armenverbändcn eine zweckmäßige Armen» Pflege an der geringen Leistungsfähigkeit scheitert. Die Ausgestaltung der strafrechtlichen Behandlung der Jugendlichen fordert Reformen des materiellen Strafrechts der Jugendlichen, nämlich die Heraufsetzung der Grenze für die be- dingte Strafmündigkeit auf das vollendete 14. Lebensjahr, eine Abgrenzung des Begriffs der Zurechnungsfähigkeit, der im richtigen Verhältnis zu der Enwickelung des Jugendlichen steht, die Ein- schränkung der Anklagepflicht des Staatsanwalts, die Möglichkeit. in besonderen Fällen statt auf Strafe auf Erziehung zu erkennen; in strafprozessualer Hinsicht Schaffung von Jugendgerichten zur gesonderten Aburteilung bedingt Strafmündiger, Ausbau der be- dingten Strafaussetzung bezw. Einführung der bedingten Ver» urteilung mit nachfolgender Gewährungsfrist und gleichzeitiger Er- ziehungsfürsorge. In der sehr angeregten Diskussion bestreitet Dr. med. Hammer-Charlottcnburg unter lebhaftem Widerspruch, daß Armut und Verwahrlosung je miteinander ursächlich zusammen. hingen. Man brauche nicht hier von halbamtlicher Seite einen unbegründeten Ständekampf zu schüren. Prof. K l u m ck e r und Magistratssyndikus Dr. Luppe aus Frankfurt a. M. schildern das gänzliche Versagen der Armenverbände. In einer bayrischen Gemeinde ist ein einjähriges Kind für 19 M. jährlich Pflegegeld mindestfordernd vergeben worden.(Hört! hörtl) Aehnlich traurig sehe es in ganz Ostdeutschland aus. Die schlimmste Ge- fährdung der Jugendlichen liege in dem Ver- sagen der öffentlichen Armenpflege in dem größten Teile Deutschlands. Der größte Teil der Für. sorgearbeit heile nur die Schäden, die öffentliche Behörden tag. Welle des Verbrechens zu werden droht, denn die Untaten häufen sich von Tag zu Tag. Humor und Äattre. — Zukunftsbild..Wie kommt es, daß der Andrang zum Drachenstein ein so enormer?"—„Ja. der Drachenstein ,st die letzte Ruine, die noch nicht restauriert wurde!" — Der Psychologe. Jtzig Feigelbaum kommt zum Klassen- vorstand seines Sohnes— erfährt aber nur ungünstiges.„Gott, mei' Moritz", bemerkt er darauf,.i' sog Ihne. Herr Professor— er is ä fchenialer Kopf. Aber ä psychologische Behandlung verlangt er. Sollen Se ihn doch nix fragen, woS er nix weiß!" — Kühnes Bild. Komponist(der seine Oper selbst dirigiert, zu den Musikern):„Sie spielen diese Stelle nicht richtig. Hier muß der Zuhörer die Empfindung haben, als liege er in einer Oase in einer an zwei Palmen befestigten blauseidenen Hängematte und werde vom Samum überrascht."(.Fliegende Blätter.") Notizen. — Rochefortkann warten. Henri Rochefort. Lanterneu» mann unterm zweiten Kaiserreich und nunmehr patriotischer Kinder» schreck, hat seit langem wieder einmal einen Witz gemacht. Sein Porträt, das preisgekrönt war, sollte nach seinem Wunsch im Pariser städtischen Kunstpalast(Petit Palais) Aufnahme find«- (offenbar zu Reklamezwecken). Die Kunstkommission lehnte daL indes mit der sehr törichten Motivierung ab, das Bild wär», solange Rochefort noch Brandartikel schreibt, vor Messerstichen nicht sicher. Die Sache sollte im Pariser Gemeinderate zur Sprach« kommen. Darauf erklärte der 78jährige Rochefort, er wolle geduldig den Tod des gegenwärtigen Gemeinderates abwarten, um sein Bild der neuen und hoffentlich einsichtigeren Stadtverwaltung anzubieten. — Wie weit eine Schwalbe wandert, dafür liefert eine in Mehlsecken bei Zofingen in der Schweiz gefangene Schwalbe ein Beispiel. Sie trug am Halse in einem ausgehöhlten Stück Holunder einen Streifen Papier mit dem Namen und der genaue» Adresse eines Spaniers sowie das Datum 25. August 1997. Prof. F. A. Forel ermittelte, daß der Bauer, dessen Namen der Papier» streifen trägt, in Vilabertran, Provinz Katalonien, etwa 199 Kilo« meter nordöstlich von Barcelona wohnt. Seit acht Jahren nistet in seinem Haus ein Schwalbenpaar. Am 25. August konnte der Bauer eine der Schwalben fangen und ihr den Heimatschein mit- geben. Fast drei Vierteljahre trug der Vogel die Botschaft am Halse; er nahm das Blatt init sich nach Afrika und über das Mee« wieder zurück ins Schweizer Land. täglich, entgegen ihren Pflichten, verursachen. Eine gründliche| legen dürfe. Man solle den Beruf zusammen mit ben 3öglingen| brauchten dazu eine Berufsausbildung.( Beifall.) Das Theme und vernünftige Reform der Armenpflege habe bisher nur die wählen, aber sie nicht pressen, nicht ihnen einen Beruf aufnötigen, der Berufsausbildung der Fürsorgezöglinge soll auf einer beson Sozialdemokratie bei der Novelle zum Unterstützungswohnsitzgesetz sondern sie beraten und bei der Berufswahl zum besten führen. deren Konferenz der männlichen Fürsorgeerziehungsanstalten in propagiert.( Teilweiser Beifall.) Das notwendigste sei, die Böglinge sozial zu heben." Hannover 1909 weiter diskutiert werden. Ueber Bum Thema: In der Beschlußfassung begnügte sich der Kongreß da mit, allgemein eine gründliche, flare Neuregelung des Armen- und Zwangserziehungsrechtes zu fordern und die neue Form der Behandlung jugendlicher Verbrecher erwartungsvoll zu begrüßen. Das Thema: Die Berufsausbildung der schulentlassenen männlichen Böglinge behandelte der Pastor P. Seiffert- Strausberg. 1. Diejenigen Berufe wählen wir mit unsern Zöglingen, für welche dieselben nach ihrer geistigen, technischen und bor allem sittlichen Begabung passen. Danach erledigt sich auch die Frage, ob Landwirtschaft, Handwerk oder Fabrik; ebenso die Zeit. dauer der Ausbildung innerhalb oder außerhalb der Anstalt. 2. Erziehung ist unserer Anstalt oberste Aufgabe. Päda gogische, psychologische und volkswirtschaftliche Gründe fordern für die Jugendstufe unserer Böglinge eine stetige Förderung durch planmäßige Meisterlehre und berufliche Pflichtfortbildungsschule. Dies ist auch für die ländlichen Berufe und die minderbegabten Zöglinge notwendig. 3. Was Staat und freie Berufsorganisationen bisher für die planmäßige Berufsbildung in Stadt und Land erarbeitet und festgelegt haben, müssen auch wir schaffen, die wir Pflegeeltern, Meister und Lehrer zugleich für unsere Böglinge sind. Die Vorarbeit unserer Vorfahren ermutigt uns. 4. Die Durchführbarkeit der planmäßigen Berufsausbildung Durch innig verbundene Meisterlehre und Fortbildungsschule beweisen Beispiele aus neuester Beit( München, Frankfurt, Strausberg usw.). Beides ist in Anstalten, Lehrlingshorten und Kolonien durchzuführen. 5. Die Behörden und Vorstände dürfen für diese allernotwendigste Anstaltseinrichtung in Anstalten für schulentlassene Böglinge weder an Menschen noch Räumen noch Kosten sparen. 6. a) Die Meisterlehre in Handwerk wie Landwirtschaft zeigt an halbjährigen Probestücken die stufenweise technische Ausbildung der Lehrlinge. In wöchentlichen Fachstunden belehrt der Landwirt, Gärtner, Handwerker seine Höglinge in Warenkunde über Rohstoff, Herstellung, Bezug, Aufbewahrung Wert usw. der Materialien, in Werkzeugkunde über die in Gebrauch befindlichen Klein- und Großwerkzeuge seines Berufs. Wertzeichnungen, Kalkulation bereiten jedes Werkstück einer neuen technischen Stufe vor. Fachschriften werden abends und Sonntags mit den Lehrlingen gelesen. Die Berufsausbildung der schulentlassenen weiblichen FürsorgeZöglinge Anstalts- oder Familienerziehung sprach Pastor Blochwik- Frankfurt a. D. Seine Aus. legten die vier Referenten gemeinsam folgende Resolution vor führungen gipfelten in folgenden Leitsäzen: Bei der Erziehung der verwahrlosten Jugend verdient neben 1. Auch die schulentlassenen weiblichen Fürsorgezöglinge unentbehrlichen Anstaltserziehung die Familienpflege besondere der in ihren Erfolgen durchaus anerkannten und in vielen Fällen sollen durch die ihnen zuteil werdende Fürsorgeerziehung nicht Berücksichtigung. Gute Erfolge tann fie aber nur zeitigen, wenn nur allgemein religiös sittlich beeinflußt werden, sondern sie eine sehr gewissenhafte Auswahl der Pflegestellen stattfindet und müssen im besonderen auch eine Berufsausbildung erhalten. 2. Diese Ausbildung muß in Anknüpfung an die natürlichen eine sorgsame Beaufsichtigung unter Heranziehung berufsmäßiger Anlagen und Fähigkeiten der Mädchen und im Erstreben bes Inspektoren geschaffen wird. Bieles, dieselben zu tüchtigen Hausfrauen heranzubilden, in erster genommen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Der nächste Von einer Abstimmung über diese Resolution wurde Abstand Linie eine hauswirtschaftliche sein. 3. Sie muß sich in theoretischer und praktischer Unter- allgemeine Fürsorgeerziehungstag findet 1910 in Rostod statt, weisung erstrecken auf Kochen, Waschen, Plätten, Nähen, Flicken, Bimmerreinigen, Hauswirtschaftslehre. Vermischtes. 4. 8ielbewußter, d. h. nicht bilettantischer, sondern systes matisch- methodischer Haushaltungsunterricht ist als wichtiger Die eingestürzte fübliche Rheinbrüde wurde gestern von einer Erziehungs- und Bildungsfaktor zu werten, durch welchen die Ministerialkommission untersucht. Gleichzeitig erschien eine GerichtsMädchen zu Tugenden wie Fleiß, Sparsamkeit, Ordnungsliebe, tommission. Die Untersuchung ergab, daß eine äußere Ursache des Charakterstärke u. a. erzogen und für Hauswirtschaftliche Tätig. Einsturzes weder an der Eisenkonstruktion noch an dem Holzunterteit interessiert werden. bau festgestellt werden konnte. Db etwaige Mängel in der Be 5. In Anbetracht der Erfahrungstatsache, daß viele Mädchen rechnung der Konstruktion vorliegen, wird noch genau geprüft nach Eintritt der Volljährigkeit nicht im hauswirtschaftlichen Be- werden. Bisher haben die Taucher noch keine Leichen gefunden. rufe bleiben oder später als Frauen gezwungen find, durch ihrer Hände Arbeit zum Unterhalt der Familie beizutragen, müssen die Böglinge neben der Hauswirtschaftlichen eine besondere gewerbliche Fachbildung erhalten. 6. Als besondere Berufe dieser Fachausbildung, die in Anfnüpfung an die Hauswirtschaftliche Ausbildung zu geben ist, seien die der Schneiderinnen, Weißnäherinnen, Blätterinnen, Stepperinnen usw. genannt. gestern die Erdbebenwarte Strietern. Das erste, stärkere Beben in Zwei Erdbeben registrierte, wie aus Breslau gemeldet wird, einer Entfernung von 400 Kilometern dauerte von 8 Uhr 15 Min. 42 Min. ab 8 Minuten. ab 5 Minuten, das andere in 100 Kilometer- Entfernung von 7 Uhr Maurienne in Savoyen ein Felssturz statt. Die Landstraße ist durch Felssturz. In der vergangenen Nacht fand in St. Michel de Felsstüde bon 60 bis 80 Rubikmeter versperrt. Ein Wohnhaus wurde vollständig zertrümmert. Es fonnte noch nicht genau festgestellt werden, ob Menschenleben zu beklagen sind. Die Arbeiter einer Metallwarenfabrik waren start bedroht. Weitere Felsstürze werden befürchtet. 7. Die Erziehungsanstalten, die für diese doppelte Berufsaus. bildung der Zöglinge in der Regel allein in Frage tommen, werden dieselbe nur dann durchführen können, wenn ihnen die Zeit mindestens 2 Jahre für den Bögling und die Mittel 3. B. zur Anstellung von geprüften Haushaltungs- und Gewerbe. schullehrerinnen von der Behörde zur Verfügung gestellt werden. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be In der Diskussion warnt der Vertreter des Bundes der nukung für jedermann, SW., Megandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Landwirte Dekonomierat Lude- Batershausen davor, Fürsorge- 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. zöglinge in die Fabrik zu schicken. Das Land brauche Arbeitskräfte in den Refesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Beitschriften jeder Art b) Die berufliche Fortbildungsschule der Erziehungsanstalten und könne sie förperlich und geistig gesund machen. Ihm wird und Richtung aus. Die Ausleih- Bibliothet ist bis auf weiteres gefchloffe n. verlangt 8 Tagesstunden in der Woche: 1 für Religion( Stellung erwidert, daß auch der Fabrikarbeiterstand so ehrlich und tüchtig in der Halle der Gemeinde, Bappelallee 15-17: Freireligiöse Borlesung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. Juli, vormittags 9 Uhr, der Böglinge in der Welt), 1 für Bürgerkunde( in Staat und sei wie jeder andere. Gemeinde), 2 für Gewerbe- resp. Landwirtschaftskunde( Ge- Direktor Berendt von Bethabara- Weißenfee protestierte von Herrn Prof. Dr. A. Gehrke über:„ Der Gang der Aufklärung in Vormittags 10%, Uhr in der Schule, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag schichte und Organisation seines Berufs, Geschäftsaufsatz usw.), gegen die Forderung einer besonderen gewerblichen Ausbildung der Europa". Damen und Herren als Gäste sind sehr willkommen. 2 für Werkstattkunde und Fachzeichnen resp. Naturkunde, zwei weiblichen Fürsorgezöglinge. Nichts fehle mehr in der Gegen- Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstage. für landwirtschaftliches resp. gewerbliches Rechnen und Buch- wart- als die Hausbildung und die Lust, ein rechtschaffenes Wahlkreis Kalau- Luckau.( Siz Berlin.) Morgen Sonntag, nachmittags | führung. Außerdem einige Abendstunden für Musik und Turnen. Dienstmädchen zu werden. 4 Uhr, bei Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56: MitgliederversammElementarunterricht wird nur den Zurückgebliebenen daneben In seinem Schlußwort erwidert Pastor Bloch wih, daß es lung. Gäste haben Zutritt. Nach der Versammlung: Gemütliches Beigegeben. eine zwar sehr alte, aber ganz falsche Vorstellung sei, als ob die sammensein mit Familie.: Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen In der Begründung betonte der Redner, daß man sich bei weiblichen Fürsorgezöglinge Dienstmädchen würden. Berliner Berlins und Umgegend. Abteilung Charlottenburg. Heute der Berufswahl nicht einseitig agrarisch oder industriell fest- Jungens und Berliner Mädchen würden gewerbliche Arbeiter und abend 8%, Uhr im Voltshause, Rosinenstr. 3: Versammlung mit Vortrag. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 11. Juli. tenes tgl. Operntheater. Tann häuser.( Anfang 7 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Brettlgräfin. Kammerspiele. Gelbstern. Neues. Der Zerrissene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2 × 2= 5. Berliner. Raffles. Urania. Castan's Panoptikum Kleines Theater. Neue Welt. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. ZCARTEN Täglich: Die Gr.Militär- Doppel- Konzert Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Walzertraum. Schiller 0.( allner Theater.) Hoffnung auf Segen. Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Friedrich silhelmstädt. Schau DERNHARD ROSE THEATER spielhaus. Die Diebin. Thalia. Der Mann mit dem Monocle. Bernhard Rose. Im Hause der Sünde. Metropol. Das muß man seh'n. Wintergärten. Spezialitäten. Apollo. London Suburbia. Spezialitäten. Bajjage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. ( Br. Frankfurter Str. 132. Im Haufe der Sünde Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Sommerbühne: Anjang 42 Uhr. Theatervorstellung. Spezialitäten. 1. a.: Gastspiel Rud. Mälzer. Metropol- Theater Bum 292. Male: Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater.) Morwit- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr Bum 1. Male: Die Hoffnung auf Segen. Sonntag, nach m. 3 Uhr, bei halben Preisen: Carmen. Sonntag, abends 8 U br: Gastspiel Heinrich Bötel: Das 36022* Riesen- Vivarium. Diez Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob Regen! Ob schön! Täglich: Das neue und befte Programm Berlins Wochentags Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Sonntags Anfang 3 Uhr. Entree 30 Pf. Großer Ball. Kaffeeküche. Voltsbeluftigungen aller Art. 00000000 WISLAND Schweizer Garten. Am Königstor Am Friedrichshain. Schluß der Saison: Täglich: Theater- Vorstellung, 15. Juli. Abwechslungsreiches Programm von Pollo Publikum und Presse Theater Ein Bomben- Lacherfolg. 10 Uhr: Sondon Suburbia. Große englische, Burlest- Pantomime in 2 Bildern, ausgeführt von Der Postillion von Lonjumeau. Bert Bernards Original- Stompagnie. Montag, abends 8 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Berliner Theater. Täglich: Raffles. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dstar Strauß. Friedrich- Wilhelmstädtisches Borher 8 Uhr: Die neuen Attraks tionen u. Die füßen Grifetten". Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute im Garten: Gala- Sommer- Fest. ,, Eine Trommelnacht auf dem Weinbergsweg." Anf. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 4 Uhr. Näheres die Anschlagsäulen. 8 115r. Schauspielhaus, 8 u Brunnen- Theater Sommerspielzeit. Leitung b. G. Bilt. Sonnabend, den 11. Juli: Die Diebin.( Leagh Kleschna) Sensationsschauspiel in 4 aften von C. M. S. Mc. Lellan. Sonntag: Die Diebin. Montag: Die Diebin. Lustspielhaus, Sommerpreise. Abends 8. Uhr: Babstraße 58. Dirett.: Willi Voigt. Be Täglich: Der deutsche Michel. Erftklassige Spezialitäten. Karl Braun, Berwandlungs- Künstler. 5 Schenk Marvelly's. Trio Busson. Paul Coradini. Die blaue Maus. Gröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. glänzend beurteilt. Passage- Theater. Der größte Spezialitäten, Ball u. Belustigungen. Chinesisches Nachtfest. Heute Sonnabend: Gr. Illumination des ganzen Gartens und Saales. Sonntag, den 11. Juli cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Dienstag: 2 mal 2 = 5+ Mittwoch: 2 mal 2= 5. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4, Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Wochentags 8 Uhr. Anfang Sonntags 7 Uhr. Hasenheide 108-114. Täglich: Doppel- Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Morgen Sonntag 10 Uhr: Mr. Gadbin II. tollkühner Kopfsprung aus der 6. Etage. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, ax Kliems Theater- und SpezialitätenMax Sommer- Cheater. Hasenheide 13-15. Gr. Festzug mit Fadel- Polonase. Artistische Leitung: Bernhard Lange Damen und Kinder erhalten Fächer Die und Fadeln gratis. Schluß: Piccards fom. Pantomime: Täglich: Großes Konzert, TheaterEinbrecher von New York. und Spezialitäten- Vorstellung. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Saisonerfolg Berliner Herzen. Saisonerfolg Gastspiel Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin in Stimmung! Das Tollste vom Tollen und die neuen Juli- Spezialitäten. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pr. Kinder, Soldaten 25 Pf. Bollsstüd in 2 Alten. Dazu erstklassige Spezialitäten. 000000 W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenitr. 16 Große Extra Vorstellung! 8 Uhr. Einmalige Aufführung! 8 Uhr. Das große Geheimnis. Vorher u. nachher: Spezialitäten. Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3-6 Uhr. Während u. nach der Borst.: Tanz. Volksgarten Theater am Bahnhof Gesundbrunnen. Konzert, Theater and Spezialitäten- Vorstellung. Sommerfest des vereinigten Vereins unter Mitwirkung des Mandolinenflubs„ Lyra". Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite- Tag. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Große Elite- Soireen und Tanzkränzchen Beg. Sonnt. 5, wochent.8 1. Morgen: Soiree Berliner Sänger. Landesausstellungspark Neu erbaut: Festsale Gartenrestaurant Konditorei und Café Täglich Konzert : von 4 Uhr ab Dejeuners von 2.50 an bis 2 Uhr nachm. Diners u. Soupers v. 4.00 an Vorstellung. ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin 0., Holzmarktstr.69-70. Preisl.gratis. Gitigit, flüssig, das Beste geg. Ungeziefer ( Kopf- und Filzläuse), tötet radikal mit Brut. Giftfrei, keine schmutzende Salbe, sauber, wohlriechend, Fl. 50 Pfg. Gebrauchsanweisung liegt überall bei. 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Mentes Volks= garten, Lichtenberg, Röderstraße. In den vier erstgenannten Lokalen finden besondere Aufführungen und Sehenswürdigkeiten statt, die reiche Unterhaltung bieten und die Gemüter erheitern werden. Mentes Volksgarten: Auftreten der Harburger Sänger, sowie Spezialitäten und Schaustellungen. In allen Lokalen erhält jedes Kind am Eingang einen Bon für Stocklaterne und Karussel. In allen Lokalen In jedem Lokal Konzert und Tanz. Preiskegelschieben und Feuerwerk bei Ludwig. Die Kaffeeküche steht auch bei Kellers( Inh. Freyer, Koppenstr. 29) den geehrten Damen für den Garten und die gesamten Räume zur Verfügung. Kasseneröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Billett 20 Pf. Das Komitee. Den Parteigenossen des sechsten Wahlkreises zur Nachricht, daß ich Bellermannstraße 81 ( Ecke Grünthaler Straße) ein Deutscher Metallarheiter- Verband. Zigarren- und Zigarettengeschäft arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: 36572* of I. Amt 3, 1239. eröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet Heute Sonnabend: Gr. Mondscheinfahrt Oskar Hanke. JA mit Militärmusik. Abfahrt: Schillingsbrücke nach Restaurant Kyffhäuser, Nieder- Schöneweide. Dort: Großer Ball. 4825 Abfahrt abends 9, 91, und 10 Uhr. Hin und zurüd a Person 50 Pf. nach 486b Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 7. Juli verstarb unser Mitglied, der Brauer Ludwig Bauer Stargarder Str. 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofs in Nieder- Schönhausen aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 227/20 Der Vorstand. Zentralverband d. deutschen Brauerei- Arbeiter. Berlin, Sektion I( Brauer). Am 7. Juli starb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied Ludwig Bauer im Alter von 42 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus mit Fahne und Musit statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 43/9 Der Vorstand. Am 9. Juli starb unser lange jähriger Mitarbeiter, der Schriftfeter Karl Mühl im Alter von 50 Jahren. Wir werden dem zu früh Ber storbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Allen Freunden, Bekannten und Berwandten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, mein guter Vater, der Kohlenhändler Christian Kubilluns ( Oppelner Straße 11) im 59. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden am Mittwoch, abends 10% Uhr, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. Juli, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle bes Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Dies zeigen ttesbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen: Ww. Emma Kubilluns nebst Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teil nahme bei der Beerdigung meines 4836 lieben Mannes Karl Bergau Montag, den 13. Juli, abends 7 Uhr, in Graumanns Festsälen, Sozialdemokratischer Wahlverein und Bekannten meinen aufrichtigsten Naunynstr. 27: Versammlung 119/1 aller in der Schraubenbranche befchäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Kollegen Busch id über: Die Arbeiterbewegung einst und jetzt. 2. Distuffion. 3. Ersakwahl zur Agitationskommission. 4. BerVon der Michaelbrücke an der bandsangelegenheiten. Michaelkirchstraße Die Kollegen folgender Firmen find ganz besonders eingeladen: heute Sonnabend, Große Mondscheinfahrt Stärke, Rosenthal, Ditrich, Reiche, Butzke, Rühle, Nevier& Weise, Müggelwerder. Dafelbft großer Ball. Abf. 9-9 Uhr abds. Mattey& Schulz, Lüben& Buhse. den 11. Juli: Preis hin und zurüd 50 Pf. Reederei G. Zachow. Achtung! Kopenhagener Klubhaus Achtung 1 Die Ortsverwaltung. !!! Achtung!!! Die Nebenstelle für Charlottenburg des Tel.: Amt III 2472. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzsvenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Paul Walter fage ich allen Verwandten und Befannten, dem Deutschen Metallarbeiter verband, der Zentral- Kranten und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, Holzarbeiter- Verband peziell ben Beamten und Arbeitern daß der Stollege, Bergolder Den Mitgliedern zur Nachricht, Gustav Böhm am 9. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Landsberg a. W. statt. Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Korbmacher Karl Kuschke am 7. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Gemeinde Friedhofes, Bornigstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 86/19 Die Ortsverwaltung. der A. E.-G. Turbinenfabrik, meinen herzlichsten Dant. 4846 Frau Walter nebst Sohn. 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Der Verbandstag votierte zum Vorstandsbericht fol- gende Resolution: „Der 16. Verbandstag hat aus der Diskussion bezüglich der Anstellung der Hilfsbeamten im Hauptbureau die Ueberzeugung gewonnen, daß die von einzelnen Mitgliedern der Zahlstelle Hannover gegen den Hauptvorstand gerichteten Angriffe jeder Berechtigung entbehren. Die Delegierten mißbilligen daher diese auf Zwiespalt gerichteten verwerflichen Bestrebungen und erklären sich mit der Tätigkeit des Verbandsvorstandes einver- standen." Die M i t t w o ch s i tz u n g, bei der die Oeffentlichkeit aus- geschlossen war, beschäftigte sich mit der Genosse nschafts- brauerei Augsburg. Der Verbandstag sprach sich mit allen gegen zwei Stimmen für die Maßnahmen des Verbandsvorstandes und des Ausschusses aus und bewilligte die Mittel zur zweck- entsprechenden Fortführung des Betriebes. In der Donnerstagssitzung wird die Diskussion über den Bericht vom Gewerkschaftskongreß fortgesetzt. Hauptvorsitzender Etz l- Hannover stellt fest, daß seitens der Brauer bisher der Boykott nur in den äußersten Fällen angewendet wurde. Er persönlich sei kein Freund dcs� Boykotts , und habe immer davon abgeraten.(Hört!) In vielen Fällen aber wurde der Hauptvorstand von den Kartellen zu Boykotts förmlich gedrängt!(Hört!) Was die Grenz st reitigkeiten betrifft, kommt es uns nicht darauf an. ein Mitglied mehr zu haben, son- dern darauf, daß dieses Mitglied mit uns arbeitet. Wir sind wohl damit einverstanden, daß uns die Funktionäre das Material senden, verzichten aber in Zukunft darauf, mit dem„Courier" zu polemisieren, weil wir der Oeffentlichkeit nicht das Schauspiel bieten wollen, daß unter den Gewerkschaften eine derartige Un- cinigkeit besteht. Der Hauptvorstand wird nichts unversucht lassen, eine Einigung und Verständigung mit den in Betracht kom- Menden Gewerkschaften herbeizuführen. Es folgt hierauf das Referat über die Verschmelzung zu einem Verbände der Arbeiter der Lebens- und Genußmittelindustrie. Referent Götz- Würzburg meint, die EntWickelung der Orga- nisationen sei der Schatten der EntWickelung der Großindustrie. Diese EntWickelung zeige den Organisationen, welchen Weg sie in Zukunft zu gehen haben. Der Gedanke der Verschmelzung der Organisationen der Rahrungs- und Genutzmittelbranche zu einem Jndustrieverband sei nicht neu. Die Frage habe schon 1894 den Geioerkschaftskongretz in Halberstadt beschäftigt, eine einige Zeit später in Hannover abgehaltene Konferenz der in Betracht kom- Menden Organisationen hatte sich mit 26 gegen 2 Stimmen für die Verschmelzung im Prinzip erklärt. Dagegen waren damals nur die Vertreter der Brauer und Konditoren. Redner weist darauf hin, daß auch die Mitglieder des Brauereiarbeitcrverbandes durch Urabstimmung im Prinzip sich für die Verschmelzung erklärt haben. Die Kämpfe in Rheinland-Westfalen haben gezeigt, wohin der Weg geht. Als Charakteristikum ist zu konstatieren, daß die Unter- nchmerorganisationen in der letzten Zeit immer mehr dazu kamen, ihre Vertretung Rechtsanwälten zu übertragen. Dadurch, daß diesen jeder Einblick in unsere Berufe fehlt, werden immer mehr Rcibungsflächen geschaffen und die Kämpfe immer schwieriger. Die Sympathie für die Verschmelzung hat in den letzten Jahren unter den Mitgliedern der beteiligten Organi- sationen zugenommen. Durch die Ausbreitung des Scharfmacher- tums werden für die Organisationen immer neue Reibungsflächen geschaffen. Redner verbreitete sich hierauf über die Mitglieder- stärke und die Jahreseinnahmen der beteiligten Organisationen und beklagt, daß unter diesen Organisationen keinerlei Zu- sammenhang besteht. Bei der Entscheidung der Frage dürfe man sich nicht von Idealen und Prinzipienreitereien leiten lassen, son- dern man müsse sich die Frage vorlegen: bringt eine Verschmelzung Nutzen für die beteiligten Organisationen? Bei einer Ver- schmclzung könne man die Kämpfe mit größerer Ruhe aufnehmen, weil immer ein Teil kampffrei sei und für die Mittel sorgen kann. Man solle nicht erst warten, bis sich das Scharfmachertum mehr ausgebreitet und sich immer neue Machtmittel verschafft hat, sondern man solle beizeiten dagegen Maßnahmen treffen. Das Grundprinzip der Verschmelzung sei, daß man bei Kämpfen und Abwehr sich gegenseitig die Hände reicht. Redner schlägt zum Schluß eine seinen Ausführungen entsprechende Resolution vor. Der Korreferent W i t t i ch- Frankfurt a. M. erklärte ein- gangs seiner Ausführungen, daß er kein prinzipieller Gegner von Jndustrievcrbänden. sei. Doch müssen die Voraussetzungen zu einer Verschmelzung erst gegeben sein, bevor er seine Zustimmung gebe. Redner verbreitet sich darauf über die Gesichtspunkte, die für den Holz- und den Metallarbeiterverband maßgebend waren für ihre jetzige Organisationsform. Die Ausschaltung des Klein- bctriebes und die Einführung der Teilarbeit brächte die einzelnen Organisationen unter sich in ein Abhängigkeitsverhältnis, das naturnotwcndig zum Zusammenschluß dieser Organisationen zu Jndustricverbänden führte. Solche Berührungspunkte und ähnliche Abhängigkeitsverhältnisse sind bei den Bäckern, Metzgern, Kern» ditoren und Brauern nicht gegeben. Notwendig sei es, alle Arbeiter der Brauerciindustrie in einer Organisation zu vereinigen. Wenn gesagt wird, daß unsere Organisation keinen Einfluß hat innerhalb der allgemeinen Gewerkschaftsbewegung, so niag das darauf zurückzuführen sein, daß wir zuviel gesündigt und anfangs zuviel geprahlt haben mit dem Boykott. Damit haben wir uns im Gegensatz zur Arbeiterschaft gestellt. Darauf dürfte auch die Animosität zurückzuführen sein. Bei der Verschmelzung zu einem Lebensmittclindustrieverband müßten für die einzelnen Berufe Sektionen gegründet werden, was nicht zur Vcrbilligung deS Verwaltungsapparates beitrage, ebenso würde auch die Agi- tation nicht einfacher und billiger werden. Die Verschicdenartigkeit der Berufe erschwere die Agitation; ebenso würden Schwierig- leiten bei Unterhandlungen mit dem Unternehmertum sich ergeben. Er sei mit Genossen P a e p l o w einig, der in Hamburg sagte, daß die bisher bestehenden Jndustrieverbände nicht das gebracht haben, was man von ihnen hoffte. Weit wichtiger sei es für die Gewerkschaften zunächst, mehr Einfluß in politischer Beziehung zu bekommen. Redner beantragt, die Verschmelzung zurzeit abzu- lehnen. An die Ausführungen deS Referenten und Korreferenten knüpfte sich eine lebhafte Debatte. Ein Antrag, über die beiden Resolutionen und über den Gcgenseitigkeitsvertrag namentlich abzustimmen, wurde ange- nommcn. Die Resolution des Referenten Götz wurde mit 43 gegen 23 Stimmen abgelehnt und folgende, von W i t t i ch- Frankfurt a. M. vorgeschlagene Resolution mit dem gleichen Stimmenverhältnis angenommen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: „Der Verbandstag erklärt sich im Prinzip für die Gründung von Jndustrieverbänden. Da der Zusammenschluß einzelner Berufsgruppen zu Jndustrieverbänden aus Zweckmäßigkeits- gründen geschieht, so kann nur dort der Zusammenschluß befür- wartet werden, wo durch die technische EntWickelung die eine Berufsgruppe in das Abhängigkeitsverhältnis der anderen ge- bracht wird. In Anbetracht dessen, daß in den Berufen der Bäcker. Metzger, Muller und Brauereiarbeiter die Berührungspunkte. welche andere Organisationen zum Zusammenschluß geführt haben, nicht vorhanden sind, vorläufig keine Notwendigkeit zum Zusammenschluß dieser Berufsgruppen gegeben. Es beschließt deshalb der 16. Verbandstag zu München, von einer Verschmelzung der Organisationen der Bäcker, Metzger, Müller und Brauereiarbeiter vorläufig Abstand zu nehmen, weil die Voraussetzungen für den Zusammenschluß fehlen." Der vorgelegte Entwurf eines Gegenseitigkeitsvertrages mit den obengenannten Verbänden wurde durch Stimmengleich- heit abgelehnt. Ein Antrag Karlsruhe: Der Hauptvorstand wird beauf- tragt, die Gründung eines Jndustrieverbandes in die Wege zu leiten. Er hat aber dafür zu sorgen, daß bei allen beteiligten Verbänden zuerst eine Urabstimmung stattzufinden hat und nur diejenigen Verbände zugelassen werden, bei welchen sich zwei Drittel der Mitglieder dafür erklären. Es folgt hierauf die Generaldebatte über die auf Abänderung des Statuts betreffenden Anträge bezüglich die Einführung von Staffelbeiträgen und Regelung der statutarischen Unterstützungssätze. München, 16. Juli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Dem Brauer-Verbandstag liegt ein Antrag vor, den Sitz nach Berlin zu verlegen. Der Antrag ist von 40 der 66 Delegierten unterschrieben. Die Verlegung ist sicher. Partei-?Zngelegenkeiten. Erster Wahlkreis. Sonntag, den 12. Juli: Ausflug mit Familie nach Restaurant Heidekrug, Kiekenial, Station Köpenick. Abfahrt 9.45 vom Stadtbahnhof Alexanderplatz. Für Nachzügler Treffpunkt in Heidekrug. Schönerlindc, Schönwalde(Bezirk Pankow). Sonntag, 12. Juli, nachmittags 4 Uhr, findet in Schönerliude bei Sperrlieski eine öffentliche Versaminlung statt. Tagesordnung: 1.„Zur Geschichte deS Lockspitzeltums." Referent: Genosse Dr. Max Schütte. 2. Diskussion. Pankower Genossen und Genossinnen, die an der Versammlung teilnehmen wollen, werden ersucht, sich am Bahnhof Pankow-Schönhausen einzufinden. Abfahrt nach Buch 2 Uhr 17 Minuten. Ober-Schöneweide. Dienstag, den 14. Juli, abends Z'/i Uhr, findet bei Dobslaw, Kaiserstraße, die Generalversammlung des Wahl- Vereins statt._ Berliner JVaebriebtem Chauffeurschnlen. Seitdem im öffentlichen und privaten Fuhrwesen der Be- trieb mittels Pferden immer mehr zurückgedrängt wird durch mechanische Betriebskraft, durch Automobile, hat sich natürlicherweise auch ein größeres Bedürfnis nach Führern dieser sogenannten K r a ftfahrzeuge herausgestellt, und um dieses Bedürfnis zu befriedigen, sind Fahrschulen eingerichtet worden, die teils von den Berfertigern der Fahr- zeuge, mehr noch aber von gerissenen Privatleuten unter- halten werden. Nach uns gewordenen Mitteilungen liegt diesen Unternehmungen in den meisten Fällen weit weniger an der Ausbildung der Fahrer, der Chauffeure, als an dem Gelde, das die Schüler dieser sogenannten Chauffeur- schulen„nicht zu knapp" bezahlen müssen. Tagtäglich be- gegnen wir in den Zeiturmen Inseraten dieser vielversprechenden Justitute, in denen es bGpielsweise heißt: .Automobilführer. Jedernmnn wird kürzestenS unter fachmännischer Leitung zu tüchtigem Chauffeur mit gediegenen theoretischen und praktischen Kenntnissen herangebildet. S t e l l en- Nachweis." Oder in noch mehr versprechenderer Form: „Erste Chauffeurschule. Leute, die den gut bezahlten Chauffeur« beruf erlernen wollen, werden auf mehreren Systemen von be- hördlich geprüften Lehrkräften theoretisch und praktisch zum tüchtigen Automobilführer ausgebildet. Auch Abendkurse. Garantiert kosten« loser Stellennachweis." Daß auf derlei Versprechungen viele hineinfallen, ist selbstvcrstäitdlich, sonst würden jene schlauen Unternehmer ihr Geld für die Zeitungsinserate sicherlich sparen. Ucber den Charakter dieser Schulen mögen folgende Einzelheiten dienen: Zunächt werden 26, ja 40— 50, ab und zu bis in die hundert Mark Honorar verlangt, je nachdem sich der Lern- begierige abknöpfen läßt. Aber er irrt, wenn er glaubt, mit dem Zahlen zu Ende zu sein. Er muß noch 15 Mark für die„theoretische" Ausbildung extra blechen, auch ein Buch zum gewiß nicht billigen Preise von 5 Mark sich an- schaffen. Alle diese„Kleinigkeiten" müssen natürlich voraus berichtigt sein, mindestens aber zum größten Teil, ehe der Eleve oder„Schüler" das vielversprechende Institut mit „Reparaturwerkstatt" und die„Autos verschiedener in- und ausländischer Systeme" zu sehen bekommt. Daß die Werkstatt gar nicht dem Schulleiter gehört, viel- mehr einem fremden Schlossermeister oder dergleichen, kommt häufig vor. Die Autos sind alte Kasten, neue läßt man den Lehrling nicht besteigen. Die Ausbildung, an der bis zu achtzig Schüler teil- nehmen, geschieht, wie uns mitgeteilt wird, oft nur durch einen einzigen Chauffeur, der von friih bis spät auf dem Marterkasten sitzen muß. Ein weiterer Trick ist auch noch der, daß, um Benzin zu sparen, die Wagen tagelang betriebsunfähig gehalten werden. Ein Fall aus allerletzter Zeit: Ausbedungen waren 60 M. Lehrgeld und sieben Wochen Lehrzeit; in dieser ganzen Zeit hatte der Schüler nur fünfmal Gelegenheit, 10—15 Minuten zu fahren. In einem anderen Falle genügten gar schon 16 Tage, um auszulernen. Und das nennt sich praktische Ausbildung. Die„theoretische Jngenieurausbildnng" nun gar soll gewöhnlich nur eine Stunde pro Woche betragen, wie uns ein Jnter- essent mitteilt, an manchen Schulen allerdings auch mehr. Aber häufig genug läßt sich der Herr Ingenieur gar nicht sehen, so daß seine Schüler sehen können, wie sie sich die Zeit vertreiben. Bei der oft sehr großen Zahl ist es dem einzelnen Schüler äußerst schwer, aufmerksam zu folgen und alles richtig zu verstehen. Hat der Chauffeur s ch ü l e r dies alles hinter sich, wird durch einen Zivilingenicur die„Prüfung abgenommen", die meistens bestanden wird; das kostet wieder fünf Mark, abgesehen von dem Trinkgeld für den„L e h r e r". IFn einem mit einer Mark beiverteten Zeugnis wird endlich dem nun„ausgebildeten" Chauffeur bescheinigt, daß er die Schule„mit Erfolg be- sucht hat" und„theoretisch und praktisch ausgebildet" ist. Er sucht jetzt Stellung und muß zu seinem Schrecken gewahr werden, daß auch dieser neuzeitliche Beruf bereits an Ueber- Produktion leidet; Hunderte mit ihm warten auf den ver- heißenen„kostenlosen Stellennachweis".„Nur längere Zeit gefahrene Leute", so heißt es überall, könne man ge- brauchen, und der Neuling kriecht bald darauf irgend- wo anders unter, der als so lohnend verschriene Chauffeur- beruf ist ihm verleidet, das Lehrgeld nutzlos fortgeworfen. Die paar gut bezahlten Stellen, die etwa heute noch vor- kommen, werden mit solchen jungen Chauffeuren nicht besetzt ihnen bietet man 75 Mark manatliches Gehalt an. Bei diesem Uebcrangebot im Chauffeurberuf fischen natürlich auch wie überall profithungrige Agenten im Trüben, und mancher arme Teufel hat diesen Bampyren seine letzten Groschen hingeworfen. Im„Courier", dem Ge- Werkschaftsorgan der Transportarbeiter, finden wir einen Fall verzeichnet, wo nicht weniger als 50 Mark Honorar für Nach- weis freier Stellen verlangt werden. Unsere vorstehende Darstellung des Chauffeurschul- Unwesens erschöpft den Gegenstand nicht völlig, trägt aber hoffentlich dazu bei, daß nicht mehr allzu viele auf die rcklamehaftcn Inserate hineinfallen. Es wird da viel ver- sprochen, nachher aber nicht gehalten. Die Behörden hätten Ursache, dem wucherischen Treiben derartiger Institute mit aller Schärfe auf die Finger zu sehen, einmal im Interesse vieler kleinen Leute und dann im Interesse der Verkehrssicherheit in den Straßen. Es bedarf doch keines weiteren Nachweises, daß auf diese oberflächliche Weise aus- gebildete Personen beim besten Willen gar nicht in der Lage sind, den Chauffeurberuf auszuüben, bei Verwertung ihrer erlangten Kenntnisse aber zweifellos die Verkehrssicherheit arg gefährden können._ Der diesjährige Ferienvcrlchr auf den Berliner Fernbahnhöfen hat nach den amtlichen Feststellungen den vorjährigen an Umfang übertroffen, wie die nachstehenden Zahlen(denen die vorjährigen zum Vergleich in Klammern beigesetzt sind) erkennen lassen. Der Verkehr setzte bereits am 3. Juli, Freitag, ein mit einer Anzahl von 49937(45 669) verkauften Fahrkarten, erreichte den Höhepunkt am 4. Juli, Sonnabend, mit 75658 (6 616 9) Fahrkarten und ging am 5. Juli, Sonntag, zurück auf 56 214(59 619), am 6. Juli, Montag, auf 56 353<49 255) und am 7. Juli. Dienstag, auf 37 844(33 637) Fahrkarten. In diesen fünf Tagen verließen also Berlin mit den Fern- zügen zusammen 276 666(247 689) Personen. Auch der Gepäck verkehr hat gegen das Vorjahr an Umfang bedeutend zugenommen. ES wurden abgefertigt: am 3. Juli 24 126(21796), am 4. Juli 23 576(17 759), am 5. Juli 14166(12 375), am 6. Juli 14 813(13 611) und am 7. Juli 12149(16 596) Gepäckstücke. Zur Bewältigung dieses Massenverkehrs wurden außer den fahrplan- mähigen Zügen 46 Ferien-Sonderzüge und 228 Vor« und Nachzüge abgelassen; davon entfielen auf den 3. Juli 59 und auf den 4. Juli 98 Züge. Auf die einzelnen größeren Bahnhöfe ver- teilte sich der Verkehr wie folgt: Stettiner Bahnhof 91499 Fahrkarten(36 967 Gepäckstücke). Anhalter Bahnhof 47 685 Fahrkarten( 25 549 Gepäckstücke), Lehrter Bahnhof 36 555 Fahrkarten(9265 Gepäckstücke). Schlesischer Bahnhof 25 811 Fahrkarten(3116 Gepäckstücke), Friedrich st raße 23 615 Fahrkarten( 9297 Gepäckstücke), G ö r l i tz e r Bahnhof 21536 Fahrkarten(5949 Gepäckstücke), Potsdamer Bahnhof 18 256 Fahrkarten(8461 Gepäckstücke), Zoologischer Garten 15 426 Fahrkarten(5565. Gevqckstücke), Alexanderplatz 14 879 Fahrkarten(3487 Gepäckstücke), Charlottenburg 16764 Fahrkarten(2319 Gepäckstücke) usw. Ein nichtswürdiger Bubenstreich ist gestem an zahlreichen Arbeitslosen verübt worden. In gestriger Nummer der.Morgenpost" war folgendes Inserat zu lesen: „26 Arbeiter zum Möbeltransport sucht sofort Dr. Hirschberg, Luitpold« straße 4, parterre. Meldung vormittags 8—9." Auf dieses Inserat hin eilten gestern früh noch lange vor der angegebenen Zeit viele Arbeitslose nach der Luitpoldstratze, um ihre Dienste anzubieten und einige Mark zu verdienen. Die Zahl der sich Meldenden belief sich auf mehrere Hundert. Dr. Hirschberg, der noch schlief, wurde geweckt und staunte ob der Massenversammlung. Es stellte sich heraus, daß H. kein Inserat erlassen hatte und daß irgend ein„guter Freund sich mit dem Doktor einen frivolen Scherz er- lauben wollte. In Wirklichkeit ist ein solches Verfahren, durch das arme Arbeitslose genarrt werden, nicht scharf genug zu brand- marken; es ist eine ganz elende Nichtswürdigkeit und Schuftigkeit. Bemerkt sei, daß schließlich die Polizei erschien, um die Massen« ansammlung zu zerstreuen. Wie uns mitgeteilt wird, hat sie sich bei dieser Gelegenheit sehr verständig benommen. Der vertagte Zwcckvcrband. Unter dieser Spitzmarke wird zu der Vertagung der letzten Konferenz in Sachen der Aenderung einiger Paragraphen des Statuts für den Berkehrszweckverband geschrieben:„Die Ortschaften können sich wegen der Untergrund- bahn nicht einigen. Wilmersdorf hat seinen Plan für sich usw. Als ob das nötig wäre! Es handelt sich doch nur um eine allgemeine Verständigung über die Prinzipien, die Geldfrage läßt sich von Fall zu Fall regeln. Aber es ist wohl noch viel Kräh« winkelet in Groß-Berlin." Wir können dazu mitteilen, daß die letzte Konferenz von Ver- tretern der beteiligten Kommunen nur schwach besucht war. Die weiteren Verhandlungen mutzten vertagt werden, weil fast sämtliche Vertreter beurlaubt waren. Erst nach ihrer Rückkehr können' die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Andere Gründe zur Vertagung lagen nicht vor. DaS Gewitter, das am Donnerstagnachmittag über Berlin hin« lvegzog, hat an mehreren Stellen Schaden durch Ueberschwemmungen und Blitzschlag verursacht. Unter anderem wurde in Treptow die elektrische Leitung der SicmenSbahn an der Köpenicker Landstraße vom Blitz getroffen und eine Tclcphonleitung zerstört. In Wandlitz schlug der Blitz in die erst kürzlich vollendete Villa„Heimchen am Herd", die in der unmittelbaren Nähe der drei heiligen Pfuhle er« baut worden ist. Im Tiergarten wurde eine alte Eiche vom Blitz arg mitgenommen. Die Rinde wurde von oben bis unten zersplittert und mehrere starke Aeste abgebrochen. Herabgesetzte Koksprcise in städtischen Gasanstalten. Es wird bekannt gegeben:„Im letzten Winter wurde darüber Klage geführt, daß von einigen städtischen Gasanstalten in Berlin nicht immer Koks zu haben sei. Es wird jetzt darauf aufmerksan» gemacht, daß zurzeit auf allen städtischen Gasanstalten Koksvorräte vorhanden ind und zu billigen Preisen Koks abgegeben wird. Wer jetzt die Gelegenheit benutzt, kann vorteilhaft einkaufen und kommt im Winter nicht in Verlegenheit." Das heißt, wer daS Geld zum Ein« kaufen hat. Die Frequenz der neuen städtischen Straßenbahn Stettiner Bahnhof— Landsberger Allee entwickelt sich in recht erfreulicher Weise. Die Wagen sind gut besetzt, zeitweise sogar derart, daß die Fahr« gäste auf die nächsten Wagen warten müssen. Die verbrannten Reste eines neugeborenen Kindes, die in einem Ofen entdeckt wurden, haben jetzt zur Verhaftung einer Arbeiterin Br. geführt, die sich zurzeit in Potsdam aufhält. Die Br. hatte bis zum 1. Juli eine Stube in der Voigtstraße zu Berlin bewohnt. Als gestern abend der Ofen dort gereinigt werden sollte, fand man die Reste verbrannter Knochen und den Schädel sowie anbere Gliedmaßen eines Heligeborenen Rindes bor. Das Mädchen| Pankow. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtitmen foll am Mittwoch vor Pfingsten geboren haben. Man nimmt an, Die Schulnot, in der sich die Gemeinde befindet, rief in der Ia 66-69, IIIa 56-58, Bullenfleisch Ia 63-69, IIa 52-57, Stühe, fett Markthallen Direktion.( Großhandel.) Ochsenfleisch Ia 68-73 pr. 100 ẞjd., daß es die Leiche ihres wahrscheinlich tot zur Welt gekommenen legten Sigung der Gemeindevertretung eine große Debatte hervor. 49-59, bo. mager 29-49, Fresser 52-60, Bullen, dänische 41-58. Kindes durch Verbrennen zu beseitigen versucht hat. Zum 1. Oktober 1908 werden sieben neue Klassen notwendig ge- Stalbfleisch, Doppellender 105-120, Mafttälber Ia 88-95, IIa 75-85, braucht. In der ersten, zweiten und vierten Schule find absolut Kälber ger. gen. 55-69, do. Holl. 52-57. Hammelfleisch, Mast feine Räume mehr vorhanden. Jezt schon ist der Unterricht durch lämmer 77--80, Hammel la 71-74, IIa 63-69, ungar. 0,00, Schafe die fliegenden Klassen fo außerordentlich erschwert, daß unmöglich 56-61. Schweinefleisch 54-61. Rehböde Ia per Pfd. 0,60-0,80, IIa 0,50 noch neue Klassen auf diese Weise unterzubringen sind. Außerdem bis 0,59. Notwild m. Absch. per Pfd. 0,55-0,57, Damwild 0,00. Wildschweine, find zwölf Klassen in der alten Schule in der Breitestraße vom bis 2,00, dito IIa Stud 0,80-1,40, bito junge, Stüd 0,60-1,00. Hamper Pfd. 0,30-0,42. Frischlinge per Pfd. 0,00. Hübner, Ia per Stüd 1,50 haupolizeilichen Standpunkt so unzureichend, daß das Bauamt eine burger Stüfen, Stüd 0,00, Boulets 0,60-0,80. Kapaunen, deutsche, Berantwortung hierfür nicht übernimmt. per Stüd 0,00. Tauben, junge, per Stüd 0,30-0,50, dito alte 0,00. Durch die Explosion eines Sprengkörpers wurden in der vergangenen Nacht die Bassanten und Bewohner der Langen Straße in Aufregung verfeßt. Gegen 11½ Uhr explodierte in einer Fensternische der im Keller des Vorderhauses Lange Straße 42 belegenen Wohnung der Witwe Minna Fischer, geb. Bindemann, ein Sprengförper mit weithin hörbarem Knall und durchschlug den Fensterrahmen sowie die Fensterscheibe. Personen sind glücklicher weise nicht verlegt worden. Der Körper bestand aus einem etwa 15 Zentimeter langen, sehr starken Gasrohre, das mit Pulver gefüllt war. Dieses ist durch eine Zündschnur zur Entzündung gebracht worden. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden, doch richtet sich der Verdacht gegen einen früheren Schlafburschen der Witwe Fischer. 10-20. 1906er 100. In der vorhergehenden Sigung wurde schon ein Provisorium bito italien. 0,00. Enten, per Bjund 0,00, dito per Stück 1,50-2,30, dito borgeschlagen. Das Lüschsche Grundstück in der Wollantstraße, das Hamburger, per Stüd 2,00-2,90. Gänse per Pfd. junge 0,50-0,62. Hechte die Gemeinde erworben hat, sollte für Schulzwecke ausgebaut dito per Stüd 2,00-3,50, dito, Hamb., junge, per Pfd. 0,00. werden mit einem Kostenaufwand von 9000 M. Die Schul- per 100 Bfd. 84-93, do. matt 72-83, do. groß 0,00, do. groß- mittel 71 bis 72. Bander 0,00, do. flein 0,00. Schleie, unj. 50-65, do. IIa 40-44. kommission hat jedoch diese Räume schultechnisch für unbrauchbar do. holl groß- mittel 0,00. Blößen 30-34 do. Ila 11-17, do. Klein 0,00. erklärt. Jetzt wird der Vertretung ein neues Projekt unterbreitet. Hale, flein 40-45, do. groß 0,00, do. groß- mittel 83, do. unfort. 0,00. Die ehemals Richtersche Anstalt am Stiftsweg ist für Schulzwecke Starpfen 0,00, Bleie, flein 52. Karauschen 0,00. Wels 0,00. Bunte Der Polizeibericht meldet: Gegenüber dem Grundstück außerordentlich geeignet. Es ist eine Zentralheizung vor- Fische 38-39, do. Klein 0,00, do. matt 0,00. Barfe 46-53, do. flein 0,00. Maybach- Ufer 1 nahe der Kottbuser Brücke wurde gestern nach- handen. Die Räume find 12 zu 6 Quadratmeter groß; eine Roddom 0,00, Winter Rheinlachs, pr. 100 Pfund 0,00, Amerikan. mittag die Leiche des 41 Jahre alten früheren Bauarbeiters Turnhalle könnte gut im Erdgeschoß untergebracht werden. Lachs la, p. 100 Pfund 0,00, do. Ila 0,00. Seelachs, p. 100 Pfund August H. gelandet. Die benachrichtigte Ehefrau erklärte, daß sich Die Kosten des Ausbaues würden 9000 Mart betragen, bo. Hamb. Stiege 3-5, halbe Stifte 2-3, pomm. Schock 1,50-7,00. Flundern, Kieler, Stiege Ia 2-6, do. halbe Stiste 0,00, ihr Mann am Sonntag abend aus der Wohnung entfernt habe und ohne die innere Einrichtung. Nur werden von der Terraingesellschaft Büdlinge, dänische, der all 4-5, Kieler 0,00, Bornholmer 0,75-1,00, nicht wieder zurückgekehrt sei. Er habe gesagt, er könne die hohen als Miete mindestens 10 000 M. berlangt, eine Forderung, die un- Stralsunder 5,00-6,50. Sprotten, Danziger, Stiffe 0,00, do. Rügenwalder, Steuern nicht bezahlen und werde sich das Leben nehmen. annehmbar ist. Die Finanzkommission erklärt sich einverstanden, eine 0,00. Aale, groß per fb. 1,10-1,50, do. mittelgroß 0,90-1,10, Summe von 3000 m. zu bewilligen. flein 0,60-0,90. Heringe per Schod 5,00-9,00. Schellfische, Rifte Da sich dieses Projekt wieder zerschlagen hat, schlägt die Schul- 3,00-5,00, dito ½, Stifte 2,00-3,00. Sardellen, 1902 er per Anter 0,00, fommission nun vor, sechs Schulbaracken mit einen Kostenaufwande 1904er 102, 1905er 102, Schottische Bollheringe 1905 von 40 000 m. zu bewilligen. Die Erfahrungen aber, die Lehrer peringe, neue Matjes, per 2, 20. 0,00. 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 30-40. Sardinen, ruff., Faz sowohl als auch Schüler mit den bereits stehenden Baraden gemacht 1,50-1,60. Bratberinge Faß 1,20-1,40, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. haben, sind nicht besonders gute, daher kann sich die Gemeinde- Reunaugen, Schociaż 8, do. fleine 4-5, do. Hiesen- 10. Strebje per Schod vertretung nur schwer zu dieser Forderung entschließen. Es wird gr. 42,50, do. mittelgr. 19-25, bo. flein- mittel 13, do. Kleine 3-4,50, schließlich beschlossen, als Mietspreis für das Richterſche Grundstück do. unfortiert 0,00, Galizier, groß 22,50-23,00, do. groß- mittel 10,50 bis bis zu 5000 m. zu bewilligen und auf dieser Grundlage noch einmal 11,50, Hein- mittel 4,50-5,50. Gier, Land-, unjortiert per Scho ₫ 3,40-3,50, zu verhandeln. Ferner soll versucht werden, durch eine Verteilung IIIa 104-110, abfallende 100-104. Sauve Gurten, p. Scho ₫ 4,50–5, do. neue do. große 3,75-4,00. Butter, per 100 fb. Ia 117--120, IIa 112-116, der Schüler in den verschiedenen Schulen, die in der neuerbauten 5-7. Bieffergurten Schock 4,50-5. Startoffeln, ber 100 Bjund, Magdeburger, Schule an der Straße K noch vorhandenen leeren Klassenräume zu neue blaue 6-6,50, do. Dabersche 4-4,50, do. weiße runde 0,00-0,00, verwenden. Gegen den Vorschlag, einzelne Klassen in Wohnräumen do. mag. bon. 0,00, do. Zerbster 6,00-6,50. Porree, per Schock unterzubringen, wendet sich der Baumeister. 0,75-1,25. Meerrettich, per Schod 8-14. Spinat per 100 Bfund 12-15. Unser Redner verwahrt sich ganz entschieden gegen den letzten Sellerie, grün, per Schodbund 0,80-1,25. Zwiebeln, per 100 Pfund 0,00. Vorschlag, indem er auf die Berliner Verhältnisse aufmerksam Beteriilie, grün. per Schodbund 1,00-2,00. Petersilienwurzeln, per macht. Die großen Kosten und alle anderen Unannehmlichkeiten Schodbund 6,00-7.00. Schnittlauch, Schodbund 0,50-0,80. Rettich, sprechen gegen ein solches Vorgehen. Ganz besonders kommt unser junger, per 100 Stüd 4-5. Mohrrüben, Schod 1,50-2,00, do. holländ., Redner auf die interessante Feststellung zurück, daß das Bauamt 100 Pfund 11-14. Salat, Schod 1-2, do. Gubener 0,00. Stohlrabi, per 100 Bund 5-6. Radieschen, per Schod 1,-1,25. Tomaten, ital. per teine Verantwortung für einen Teil der Klassen in der ersten Schule Schock 0,50-1,00 Spargel 0,00. Karotten, Schock 3-4. Schoten, übernimmt. Redner erinnert an das Gutachten unseres Schularztes 50 Pfd. 15-20. Wifingtohl, Schock 5-6. Weißkohl, per Schock 5-10. vor einigen Jahren, in dem festgestellt wurde, daß verschiedene Rotkohl, per Schock 8-10. Champignons, per 100 Pfund 50-100. Klaffen absolut nicht den schultechnischen und hygienischen An- Steinpilze 0,00. Pfefferlinge, per 50 Pfd. 26,00-30,00. Blumenkohl, forderungen entsprächen. Bald darauf wurde eine Untersuchung von Bittauer, p. 100 Stüd 10-14, do. Hamburger 12-14. Bohnen, grüne, der Schulbehörde vorgenommen und schließlich mußte Herr Sanitäts- per 100 ib. 17-22, do. Puff 2-4, do. ung. 0,00, do. ital. 0,00. Aepfel in Tiroler 0,00. Stiften per 100 Pfd., Koch- 0,00. Dr. Schäfer rat erklären, daß seine Ausführungen vielfach Italiener, lose, 100 Bfd. 0,00, do. in Körben per 100 Pfd. 0,00, do. in falsch aufgefaßt seien. Jezt kommt nun die Bestätigung, Stiften 0,00. Kirschen, ital., 100 Bfd. 00-00, do. schwarze, 100 Pfund daß in der Tat die Klassenräume nicht entfernt mehr 0,00, do. Gubener 10-17, do. Werdersche 10-17, do. Schlesische 5-10 den Anforderungen der Jetztzeit genügen. Es ist auch nicht weiter do: Natten, ung. 20-30, bo. ital. 30-35, do. Thüringer 6-12, do. Glas verwunderlich, wenn man bedenkt, daß das Gebäude etwa 60 Jahre 10-16, do. jaure 15-18. Erdbeeren, per 100 pfb. 0,00, holländische 24-25, steht. Jedenfalls wird es höchste Beit, daß bald andere Schul- Hiefige per 100 Pfd. 10-25, Beeliger 00-00, Wald, hiesige 25-60. Bierländer 18-30. Stachelbeeren, unreise, holländ., 100 Pfd. 0,00, do. austände geschaffen werden. hiesige 100 Pfd. 6-10. Ananas I, p. Pfd. 0,90-1,00, do. II 0,40-0,50. Bananen, fanar., per 100 Pfd. 10-14, Jamaica 20-25, Feigen, in Stiften 100 Bfd. 0,00. Zitronen, Messina, 300 Stid 9,00 bis 13,00, do. 360 Stud 8,00-13,00. Ein blutiger Raubanfall ist in der vergangenen Nacht auf dem Gesundbrunnen berübt worden. Der 35 Jahre alte Kaufmann Max Bernstein hatte vor kurzem ein Geschäft in Charlottenburg gehabt. Vor 14 Tagen verkaufte er es und zog nach der Buttmann straße 17. Gestern abend hatte er Bekannte besucht und nachts machte er sich auf dem Heimweg. In seiner Geldtasche führte er 2000 m. bei sich. Als er in der Buttmannstraße die Haustüre aufschließen wollte, stellte sich ihm eine Rotte junger Burschen in den Weg. B. bat fich Plak aus, doch kaum hatte er den Wunsch geäußert, so fielen die Rowdies wie auf ein verabredetes Zeichen über ihn her und schlugen ihn nieder. Mit Schlagringen und Stöden bearbeiteten die rohen Gesellen ihr wehrloses Opfer. Auch mit Fußtritten wurde B. trattiert. Die gefährlichen Burschen verfuchten nun, dem Ueberfallenen die Geldbörse aus der Tasche zu ziehen, doch B. hielt trampfhaft die Tasche mit den Händen zu. Als auf seine Hilferufe ein Schußmann hinzufam, ergriffen die Täter die Flucht. Einer von ihnen konnte festgenommen werden. Blutüberströmt wurde B. nach der Rettungsmache gebracht. Er wies am Kopf nicht weniger als acht starkblutende Verlegungen, die vom Schlagring verursacht worden sind, auf. Auch im Gesicht und an den Armen war er erheblich verwundet worden. Nach Anlegung von Notverbänden wurde er auf eigenen Wunsch nach seiner Wohnung gebracht. Die Polizei ist den anderen Teilnehmern an dem Raubanfall auf der Spur. In der Frage der Auslösungsgebühren" bei Beerdigungen auf anderen als den zugehörigen Gemeindekirchhöfen hat der Gemeindefirchenrat der Johannes- Evangelist- Gemeinde kürzlich eine Entscheidung getroffen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß in dieser Gemeinde ganz besondere Verhältnisse vorliegen, weil zu ihr eine Reihe großer Kliniken gehört. In der letzten Zeit waren die Forderungen der Gemeinde auf Auslösungsgebühren bei der Beerdigung von Personen, die sich nur vorübergehend in den Kliniken aufgehalten hatten, mehr und mehr auf Widerspruch gestoßen. Im Einverständnis mit dem fönigl. Konsistorium hat der Gemeindefirchenrat beschlossen, daß fortan eine Erhebung von Auslösungsgebühren nicht mehr auf Grund der in dem Berliner HofReffript von 1807 anerkannten Berliner Observang" stattfinden folle, sondern nur in Fällen, in denen sie nach den Vorschriften des Allgemeinen Landrechts gefordert werden können. Feuer tam am Freitagnachmittag auf dem städtischen Bentralviehhof zum Ausbruch. Die Gefahr wurde zum Glüd gleich bemerit und die Feuerwehr sofort alarmiert. Als der 7. Zug an der Brandstelle erschien, stand ein Luftschacht in der dortigen Albuminfabrit schon in hellen Flammen. Durch kräftiges Wassergeben gelang es, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Australier 0-00. Briefkaften der Redaktion. liegt. Die höhere Mädchenschule soll in der Görschstraße, die jetzige höhere Mädchenschule soll in eine Gemeindeschule für Mädchen umgebaut werden und daran anschließend eine Knabenschule nach der Wollantstraße. Die beiden Gemeindeschulen erhalten eine gemeinfame Aula. Die Turnhallen sollen zu ebener Erde errichtet und durch gebedte Hallen mit den Gebäuden verbunden werden. Um den gesamten Turnbetrieb aufrecht erhalten zu können, wird notwendig sein, noch eine vierte Halle zu errichten, die dann auch abends an Vereine vermietet werden kann. Die ganze Anlage soll einheitlich gestaltet werden, mit einer gemeinsamen Heizungsanlage, Ferner sind für später eine Badeanstalt mit Schwimmbassin und eine Lesehalle projektiert. Die Kosten find recht beträchtliche: Die höhere Töchterschule toftet kommando. A. B. 20. Der Wirt ist im Recht. 760000 M., die Gemeindeknabenschule 610 000 m., die Mädchenschule 335 000 M., Turnhallen 45 000 m. Busammen also ohne die vierte Turnhalle, Badeanstalt und Resehalle 1750 000 Mr. Es wird beschlossen, das empfohlene Projekt zu genehmigen mit dem Wunsche, recht flott zu bauen, daß möglichst die Gemeindeschule am 1. Oftober 1909 in Betrieb genommen werden kann. Lichtenberg. Chars 1 Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung hatte sich die Vertretung mit einem neuen großen Schulprozeß zu befassen. Aus der vorhergehenden Debatte geht hervor, daß sich Pankow in bezug auf die Schulen in großer Not in großer Not befindet. Zum 1. Of tober 1908 find 7 Klassen, notwendig. Im Jahre 1909 werden auch nur bei dem gleichen Zuwachs 9 Klassen erforderlich sein; im Jahre 1910 weitere 8 Klassen. Nach dem Die juriftische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, swelter neuen Schulgesetz, welches uns das Dreiflaffenparlament beschert hat, Sof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl müssen in Gemeinden, in denen mehr als 120 tatholische Schüler wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffuet 7 Uhr vorhanden sind, besondere Klassen errichtet werden. Für Pankow Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Das Revolverattentat bei Wannsee, das in der Nacht vom fommen jegt 260-270 derartige Schüler in Betracht. Nur durch wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 19. Mai d. J. etwa 150 Meter vom Wannseer Rathaus entfernt an den Umstand, daß bisher keine Räume vorhanden waren, haben sich M. 13. Wenden Sie sich direkt an das Marineamt. N. B. 4. dem Chauffeur Emil Richter, der in seiner Kometdroschte einen die Antragsteller mit dem bisherigen Zustande zufrieden gegeben. 1. Nur wenn Erwerbsunfähigkeit nicht mehr vorliegt. 2. Nein. 3. In der Berliner Fahrgast nach Potsdam führen sollte, vollführt wurde, be- Hierzu find weitere 7 Klassen notwendig. Es sind also bis zum Regel ein Viertel bis zur Hälfte des Krankengeldes. D. H. W. 50. fchäftigt jezt das Potsdamer Landgericht. Der der Tat verdächtige Jahre 1910 30 Klassen erforderlich. Das Bauamt unterbreitet Der Bertrag bleibt gültig. Ein einseitiges Rüdtrittsrecht gibt es nicht. Mechaniker Alwin Zenker aus Leipzig wird in diesen Tagen dem nun neun verschiedene Projekte für das große Grundstück, das G. A. 110. 1. Der Wirt tönnte, falls eine Einigung nicht zustande Untersuchungsrichter vorgeführt und mit einigen Personen tonfrontiert zwischen der Görsch-, Flora-, Wollant- und Neuen Schönholzer Straße fommt, die Sachen einbehalten und Miete bis zum April verlangen. werden. Benfer leugnet trop erheblicher Belastungsmomente die Tat. Auch fie erſtredt sich auch das Zurüdbehaltungsrecht des Bermieters. 2. Spiegel, Spiegelspind und Sofa würden für pfändbar erachtet werden, auf Richter wird zur Rekognoszierung des mutmaßlichen Täters heranlottenburg 22. Der Damenbesuch und die Duldung desselben ist straflos. gezogen werden. Falls Benter als Täter erkannt wird, soll gegen Stuppelei(§ 184 Str.-G.-B.) liegt nur vor, wenn die Gelegenheit zu unihn Anklage wegen versuchten Mordes erhoben werden. züchtigen Handlungen gegeben wird. Winkler. 1. 900 bis 1400 Mart. 2. An die Armendirektion, Dammmühlen. Schwarz 44. Nein. B. 2. 66. 1. Ja. 2. Nein. 5. 39. 1. In fünf Jahren; von jeder richterlichen gegen den Täter gerichteten Handlung ab läuft von neuem die Gründe zu wiederholen. 3. Die Mutter tann Herausgabe verlangen. Berjährungsfrist. 2. Es ist zwedmäßig, den Antrag unter Angabe der A. 23. 57. Alimente sind zu zahlen, falls nicht der betreffende nachweist, daß in der kritischen Zeit noch ein anderer Berkehr gepflogen hatte. G. S. 33. Versuchen Sie es mit einer Eingabe an das Bezirkss Else. Es tann In der Treptower Sternwarte spricht Dir. Dr. F. S. Archenhold auf Geldstrafe, aber auch auf Gefängnisstrafe erkannt werden. D. 14. am Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 5 Uhr, über: Einen AusWenden Sie sich an das städtische Heilstättenbureau, Neue Friedrichstr. 9/10. flug in die Sternenwelt". Das Thema für den 7 Uhr Vortrag mann abgewiesen. Sonst ist der Ausgang des Prozesses ein zweifelhafter. 2. T. R. 19. 1. Wenn Sie die Einwilligung nachweisen, würde der lautet:„ Was muß man von der Astronomie wissen?" und Montag 2. Das wäre gleichgültig; in Betracht täme die Notlage der Frau. 3. Nein, abends 9 Uhr: Die Sterne als Wegweiser in fremden Landen." aber zwedmäßig. 4. Das erfolgt, sobald Sie dem Kläger den Eid über Die Vorträge finden unter Vorführung von Lichtbildern im die Einwilligung zuschieben. E. N. 18, Putbuser Straße. Ja, eine Restaurant Benner, Treptower Chaussee 21 statt. Da für den 5 Uhr Klage der Mutter gegen die Söhne hätte Aussicht auf Erfolg. V. 2. Vortrag schon zahlreiche Besucher angemeldet sind, empfiehlt sich der 1908. 1. Eine Beschwerde gegen das Kuratorium wäre menig aussichts. Besuch der beiden anderen Vorträge. Mit dem großen Fernrohr Zum Kampf der städtischen Behörden gegen die Arbeiterturner des reich. 2. Keineswegs braucht ein Aufruf zu erscheinen. Davon, daß die wird den Besuchern am Tage die Venus, die jetzt auf die Weſtfeite Drtes, von dem wir in der Nr. 158 unter der Spigmarke„ Zweierlei Ihnen nur gewährt werden können, wenn Sie beweisen, daß die Erben unbekannt seien, ist uns nichts belannt. Das Armenrecht würde der Sonne gerückt und für das unbewaffnete Auge in den nächsten Maß" berichteten, wird uns eine Mitteilung gemacht, die das Ver- Erben unbekannt und Gie erbberechtigt find. 3.. 1878. Monaten als Morgenstern sichtbar ist, und in den Abendstunden der halten dieser Behörden noch unverständlicher macht. Der Bescheid Der Vormund ist im Recht. Er ist zur Lohnbeschlagnahme berechtigt: Mond gezeigt. des Magistrats, nach welchem die Schulkommission es ablehnt, dem Turnverein Lichtenberg zur Abhaltung eines Schaus Ruderregatta. Die diesjährige Regatta des Rudervereins Bor- turnens eine städtische Turnhalle zu überlassen, charakterisiert sich wärts" zu Stralau- Berlin findet am Sonntag, den 12. Juli, statt. mehr als Verhöhnung der Arbeiterturner, als eine ernst zu nehmende Beginn der Rennen 12 Uhr mittags. Start: Eisenbahnbrücke Antwort auf ein höfliches Ersuchen. Ganz abgesehen von dem mehr Stallonen Treptow. Biel: Schwanenberg. Einige notwendig gewordene Vor- als merkwürdigen Gebaren des Magistrats, eine gar nicht bestehende läufe finden um 9 Uhr statt. Die Regatta, zu welcher auch von den Kommission Beschlüsse fassen zu lassen, ist noch folgende RücksichtsRudervereinen Kollegia" Charlottenburg und Freiheit" Stralau lofigkeit beachtenswert. Am 12. April ersuchen die Turner höflichst Mannschaften gemeldet sind, verspricht für alle Freunde des Nuder- um Ueberlassung einer Turnhalle zum 24. Mai. Am. 2. Juni wird Spinembe. 762 SHI sports und der genannten drei Vereine sehr interessant zu werden. den Turnern mitgeteilt, daß die gar nicht bestehende Kommission die Hamburg 7614 wolfig Turnhalle, obwohl letztere am Sonntag, den 24. Mai, leer ge- Frantj.a.M. 765 NW Berlin 761 WSW 3 bebedt Die Beobachtung geschieht am besten vom Etablissement, Schwanenstanden verweigere. Es ist unglaublich, was die städtische Ver- Münden berg" aus. waltung hiesigen Bürgern zu bieten wagt. Grünau. G Die Stargarder Straße von der Schönhauser Allee bis zur Grenze des Asphaltpflasters wird behufs Umpflasterung vom 20. d. m. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Sien Witterungsübersicht vom 10. Juli 1908, morgens 8 Uhr. Barometer. ( land mm Bind citung 76623 Belter bebedt Temb. n. 6. 5°-4° R. Stationen Barometer fland mm Bind. richtung Windstarke 15 Haparanda 753 N Beller Temp. n. C. 15. М. 2 halb. bd. 14 11137 16 Betersburg 756 NNW 1 bedeckt 14 Scilly 15 Aberdeen 15 Baris 755 WSW 5 bededt 16 756 DSD 2 bedeckt 13 764 S5 2heiter 17 4 bedeďt 3 bededt 762 N 35eiter 17 Wetterprognose für Sonnabend, den 11. Juli 1908. Beschlußunfähig. Die zu Donnerstag, den 9. 5. M., anberaumte wieder zunehmender Bewölkung; nachher Gewitterregen und neue Abkühlung. Zunächst etwas wärmer bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden und Gemeindevertretersizung, in der unter anderem auch der Neubau Berliner Wetterbureau. Feuerwehrbericht. Die Berliner Feuerwehr hatte in der letzten einer Leichenhalle beschlossen werden sollte, konnte wegen BeschlußNacht in der Schreinerstr. 49 zu tun, wo ein Hängeboden und eine unfähigkeit nicht stattfinden. Der erst vor kurzem gewählte bürgerBadestube mit Inhalt brannten. Die Charlottenburger und Schöne- liche Vertreter der 3. Klaffe glänzte gleichfalls durch Abwesenheit. berger Wehr wurden fast gleichzeitig nach der Ansbacher Straße 9, Der hiesige Arbeitergesangverein" Sangesluft" veranstaltet am Ede Geisbergstraße, alarmiert, wo Brennmaterialien in einem Keller Sonntag, den 12. d. M., im großen Garten des Jägerhauses" ein in Flammen standen. Gestern früh um 9 Uhr hatte die Schöneberger Sommerfest, bestehend aus Musit, Gesang, sportlichen und artistischen ausgekommen war. Ferner liefen noch Alarme aus der Grunewald- Arbeiterschaft sich stets bereittvillig zur Verfügung gestellt hat, ist straße 108, Paulstr. 71, Bandelstr. 14, Schröderstr. 12, Cubrystr. 3 dem Fest ein reger Besuch seitens der Arbeiterschaft zu wünschen. Sozialdemokratisch. Wahlverein des Behr in der Rubensstr. 85 zu tun, wo in einer Tischlerei Feuer Aufführungen. Da der Verein bei Veranſtaltungen der organisierten 8. Berliner Reichstagswahlkreis. und anderen Stellen ein. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Der paritätische Arbeitsnachweis für das Steinfeggewerbe ist nunmehr, nachdem die Hinderungsgründe beseitigt find, am Sonn abend, den 1. Juli, im städtischen Arbeitsnachweis, Charlottenburg, Kirchstraße 5, eröffnet. Die Ver mittelungszeit ist auf die Vormittagsstunden von 8 bis 9 Uhr feſtgeſetzt. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Nowawes. Die hiesigen Gewerkschaften veranstalten am Sonntag, den 12. Juli, in den Lokalen von Mag Singer und Ernst Schmidt ihr diesjähriges Sommerfest, bestehend aus Konzert, Auftreten von Boltshumoristen, großer Spezialitäten- Vorstellung und Reigenfahren, ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter- Radfahrervereins. Die merksam gemacht. Genossen werden hiermit besonders auf die Veranstaltung aufPotsdam. Den Genoffen zur Kenntnis, daß unser langjähriges Mitglied, der Schriftfeter Genosse Karl Mühl am 9. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Juli, nach: mittags 3 Uhr, auf dem Emmaus Friedhofe in Rirdorf statt. b Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Blumen- und Kranzbinderci von Robert Meyer, Mariannen- Straße 2. uur Dr. med. Karl Reinhardt's spezialärztliche Institute für Haut-, Harnleiden, Potsdamer Str. 117( 12-2, 8-9 abds.) Neanderstr. 12( 210-11 u. 5-128). Verlangen Sie im eig. Interesse bor Beginn einer Kur ausführl. Broschüre über d. Wert sämtl. übl. 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