Nr. 163. Abonnements- Bedingungen: . Abonnements Breis pränumerandos Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 M möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz. • Ericheint täglich außer Montags. dm mad bed sto di bili Vorwürts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". 5b Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Unsere Chauvinisten. Mittwoch, den 15. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. deshalb eine solche Verfügung niedriger. Sie lautet: Polizei- Verwaltung. Thorn, 22. Juni 1908. Aus sanitäts- und sicherheitspolizeilichen Gründen werden Sie hierdurch aufgefordert, uns 24 Stunden vor dem Beginn jeder Versammlung, die in Ihrem Lokale abgehalten werden soll, eine schriftliche Anzeige zu erstatten. Es muß aus ihr Zeit, sowie der Name, der Wohnort und die Wohnung des Veranstalters ergeben. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge geben, so wer den wir für jeden Fall der Zuwiderhandlung gegen Sie eine Bwangsstrafe von 30 M. evtl 3 Tage Haft festseßen, die wir Ihnen auf Grund des§ 132, Abs. 2, des Landesverwaltungsgefehes hiermit ausdrücklich androhen. An den Gastwirt.... Namen. aufhörlich von unserer Regierung, von unserem Parlament, Art gründlich zu schüßen, hat sich nicht erfüllt. Wir hängen feine Unflugheiten zu begehen, den deutschen Chauvinisten keinen Vorwand für ihre Agitation, für die Beunruhigung der öffentlichen Meinung Deutschlands zu geben. Wir rufen Die deutsche chauvinistische Presse fährt in ihren Ber- dem Lande zu, daß es Gefahr bringt, die Gefahr zu übersehen! Unsere deutschen Genossen versuchen, die fuchen fort, das Verhältnis zwischen den großen Kulturvölkern chauvinistische Hebe zu erstiden. Und wir, wir fordern von Europas zu vergiften. Namentlich die Heze gegen Frankreich ist um so unverschämter, weil sie aller unserer Regierung, daß sie das Spielen mit dem Heuer lasse! tatsächlichen Grundlagen entbehrt. Es ist einfach eine Lüge, Sicher, sagt Jaurès, weder in Frankreich, noch in Deutschwenn uns erzählt wird, daß das französische Volt an nichts land, gibt es eine ausgesprochene Kriegspartei. Aber auf anderes dente als an eine Revanche für Elsaß- Lothringen. bungen, unflugheiten, Mißverständnisse, beiden Seiten gibt es Fehler, uebertreiDie Generation, in der die Erbitterung über den Ver- welche plötzlich eine fürchterliche Situation lust der Provinzen noch lebendig war, ist längst ausgestorben, und die Masse des französischen Voltes, chaffen können. In Gemeinschaft mit unseren Brüdes französischen Volkes, dern, den deutschen Sozialdemokraten, werden wir unermüdbor allem die französischen Arbeiter, denkt nicht im entlich an der Aufklärung des Volkes arbeiten! Diese Verfügung stellt ein krasses Stück Ungefeßlichkeit ferntesten daran, die wichtige Friedensarbeit um die Hebung dar. Wir möchten wünschen, daß die Gastwirte gegen dieder Lebenshaltung, um die Erringung sozialer Reform, um frivolen Uebermut der Chauvinisten muß endlich proletarischer Strafverfahren wegen Androhung eines Amtsmißbrauchs Und in der Tat. Diese Aufklärung ist nötig, und dem selbe nicht nur das Verwaltungsstreitverfahren, sondern das die Vermehrung der Kampffähigkeit für die großen prole- Ernst entgegengesetzt werden! Was soll das freche Spiel? einleiten. Das Vereinsrecht und ebenso das Gastwirts tarischen Ziele, der Ueberwindung der Klassenherrschaft, durch die Gräuel eines Strieges unterbrechen zu lassen, eines Glaubt man, daß die Striegsheze gerade gut ist, um das gewerbe ist lediglich den im Reichsgesetz vorgesehenen Eindurch die Gräuel eines Strieges unterbrechen zu lassen, eines deutsche Volk bei der Reichsfinanzreform im Herbst schränkungen unterworfen. Das Verlangen, Zeit der VerKrieges, in dem auf der anderen Seite die Arbeiter Deutsch- durch die Vorspiegelung einer Kriegsgefahr zu über- fammlung, ja Namen, Wohnung und Wohnort des Verlands stehen, die dieselben Ziele, dieselbe weltgeschichtliche Aufgabe zu erfüllen haben wie die Arbeiter törpe In? Meint man wirklich, daß nach den Erfahrungen anstalters anzugeben, ist ein rechtswidriges und wird auch Frankreichs und Englands und der ganzen kapitalistischen bug der letzten Reichstagswahlen die deutschen Ar- Gründen" nicht zu einem gefeßlichen. Die Androhung einer der 3ollkampagne, nach dem patriotischen Hum- durch die Phrase aus sanitäts- und sicherheitspolizeilichen Die Verlogenheit der chauvinistischen Hezer wird aber um anderes sehen lernen werden, als einen unerhörten mißbrauches dar. Diese ist strafbar, falls der Beamte die Die Verlogenheit der chauvinistischen Hezer wird aber um beiter in der halben Milliarde indirekter Steuern etwas Strafe stellt sich mithin als Androhung eines Amtsso deutlicher, als zunicist in denselben Organen ein gar schreckhaft Bild entworfen wird von dem Nieder- tauban den Besiglosen? Oder meint man wirf- zur Strafbarkeit erforderliche Einsicht befigt, und zwar auch gar schreckhaft Bild entworfen wird von dem Niederlich, daß die Tage der Blockmajorität, daß die Regierungszeit dann, wenn der drohende Beamte der Ansicht war, rechtmäßig gang der Wehrfähigkeit der französischen Armee, die des Fürsten Bülow der geeignete Moment find, um phan- zu handeln, da er zu dieser falschen Ansicht nur durch fahrdurch die Agitation der Vaterlandslosen" so sehr unterwühlt sei. Aber anders als mit den handgreif- Arbeiter haben nicht die geringste Lust, dieses frivole Spiel Staatssekretär des Innern im Reichstage abgegebenen Ertastische Pläne zur Ausführung zu bringen? Die deutschen lässige Unkenntnis der gesetzlichen Vorschriften und der vom lichsten Lügen kann eben eine Kriegsheze in einem kapita- fortseßen zu lassen! Es wird Zeit, daß in die lauten Kriegs- flärungen gelangt sein fann. Was gedenkt der preußische listischen Lande heute nicht mehr unternommen werden. Denn wie fönnten die Herrschenden die Wahrheit gestehen, gesänge der Patrioten die Stimme des Volkes, die Stimme Polizeiminiſter gegenüber dem Vorgehen der Thorner die Wahrheit, daß ein moderner europäischer Krieg nichts anderes der Besonnenheit und das Verantwortlichkeitsgefühl hinein- Polizei gegen die Reichsgefeße zu tun? Ein Einschreiten ist bedeuten würde als die Aufopferung der Wohlfahrt und schallt. Die Arbeiter Berlins werden am Freitag in einigen dringend geboten., des Lebens des größten Teils der Bevölkerung für die Bersammlungen gegen die Kriegshebe unserer Chauvinisten Zwecke einer kleinen Schar von Kapitalmagnaten, deren Protest erheben! Wir hoffen, daß diese Stimme gehört wird, Drang nach kapitalistischer Expansion vor keiner Freveltat im Namen der deutschen Arbeiterklasse gesprochen werden und wir zweifeln nicht daran, daß das Wort, daß in Berlin zurückschreckt. Wie könnten sie die Wahrheit gestehen, daß es nur die Politik des Rapitalismus ist, die die wird, so ruhig und nüchtern es ſein mag, doch das Geheul der Gegensäke zwischen den entwickeltsten Völkern schafft, jene verantwortungslosen Meute, die jetzt durch ihr Geschrei Politik des Schutzolls und der folonialen Er- Deutschland im Auslande diskreditiert, übertönen wird! oberungen, die, während sie im Innern der Masse der Bevölkerung immer unerträglichere Lasten auflegt, Europa in ein Heerlager verwandelt, die Opfer des Militarismus fortgesetzt steigert und schließlich Situationen schafft, in denen nicht einmal dieser bewaffnete Friede mehr gesichert ist! Welt. Eine neue Militärvorlage. Die Märt. Volts 8tg.", der Ableger der„ Germania", des führenden Zentrumsorgans schreibt: = Die Vertagung. Der Prozeß Eulenburg ist heute bertagt worden, nachdem die Aerzte den Angeklagten verhandlungs unfähig erklärt haben. Das Gericht machte zwar den Versuch, die Verhandlung in der Charité fortzusetzen, jedoch auch dieses Vorhaben scheiterte an dem Widerspruch der Aerzte, die bei dem Angeklagten nicht nur Verschlimmerung seiner Benenentzündung, sondern auch Fieber fonstatierten. Es erhebt sich nun die Frage, welche Folgen die Unterbrechung des Prozesses nach sich ziehen könnte. Nach§ 228 der Strafprozeßordnung muß eine unterbrochene Hauptverhandlung spätestens am „ Eine neue Militärvorlage soll nach Informationen vierten Tage nach der Unterbrechung fortgesetzt werden, aus guter Quelle noch vor dem Ablaufe des Sextenats dem widrigenfalls mit dem Verfahren von neuem zu beginnen ist. Reichstage unterbreitet werden. Die jest geltende Friedens Eine auf diese Weise unterbrochene und dann fortgesette Hauptpräsenzziffer gilt zivar bis zum Jahre 1911, so daß nach dem bisherigen Modus erst im Winter von 1910 mit einer neuen berhandlung muß mit der abgebrochenen Verhandlung ein organisches Vorlage zu rechnen wäre. Aber man scheint die jeßige Ganzes bilden, so daß die zum ersten Termine vorgeladenen Lage fräftig ausnügen zu wollen und überlegt, und erschienenen Beugen und Sachverständigen, auf deren ob man nicht schon im nächsten Winter oder im Winter Bernehmung der Angeklagte nach§ 244 61. 1 St.-P.-D. 1909 mit der neuen Vorlage fommen soll. Die Mehr- ein Recht erworben hatte, das ihm durch die erfolgende forderungen find ganz ungeheuer und sollen mit der Aus- Unterbrechung nicht wieder entzogen werden kann, vernonimen landspolitik begründet werden. In den Reihen des werden müssen. Es fragt sich nun, ob die Verhandlung Generalstabes will man nicht länger warten. Db der So müssen denn die herrschenden Klaffen I ügen. Denn damit ein Krieg heute möglich ist, muß er wenigstens von einem Teil des Volkes gewollt sein. Das Volk aber führt Krieg nur, wenn es glaubt, im Dienste einer großen Idee zu handeln. Aber die Idee der Bourgeoisie ist heute, wo ihre Herrschaft bereits dem Abstieg zuneigt, nur mehr der Profit. Das einzige wirkliche große Ideal, das heute lebendig ist in der Welt des Kapitalismus, der alle alten Ideale des Bürgertums zu Handelsartikeln und Heuchelphrasen herabgewürdigt hat, ist das Ideal der Arbeiterklasse, ist der Sozialismus. Der Sozialismus aber, das ist der Friede! Die Arbeiter sind wahrhaftig nichts weniger als antinational. Die großen Schäße nationaler Kultur hat gerade die Sozialdemokratie der Arbeiterklasse näher gebracht, und unsere legten Ziele werden erst die Verwirklichung einer nationalen Kultur eröffnen, von deren Geistesschätzen nicht mehr wie heute die große Masse des Volkes ausgeschlossen ist. Aber die Arbeiter sind international, und sie kennen nicht den internationalen Gegensatz, den unsere Chauvinisten ihnen so gerne, aber vergeblich suggecieren wollen. Uns und das französische Proletariat, uns und die englische Arbeiterklasse trennt kein Gegensat! Wir wiffen, daß wir gemeinsam fämpfen müssen, jede Dabei find schon jetzt die militaristischen Lasten allein höher Arbeiterklasse gegen den Feind im eigenen als sämtliche Nettoeinnahmen des Reiches zusammengenommen! Bande, gegen die Herrschaft des Kapitals! Wir fennen feine Gegenfäße, und auf jedem internationalen felbst zum nachdrücklichsten Protest gegen diese militaristische Ber Es ist dringend notwendig, daß sich endlich einmal das Bolt Sozialistenfongreß, auf jedem internationalen Gewerkschafts- geudung der für Kultura we de so dringend erforderlichen Reichsfongreß berbrüdern sich die Arbeiter aller Länder. mittel aufrafft! Kriegsminister sein Versprechen, daß er nicht vor dem Jahre 1911 auch in Abwesenheit des Angetlagten weitergeführt mit der neuen Vorlage fommen werde, halten tann, steht auf werden könne.§ 230 der Straf- Prozeßordnung sagt hierüber: Enteinem anderen Brette. Man spricht auch von einem fernt sich der Angeklagte, oder bleibt er bei der Fortsetzung einer 28echfel im Kriegsministerium... Als etwaige Nach unterbrochenen Hauptverhandlung aus, so kann diese in seiner Abfolger von Einems nennt man die Generäle von Lochow und wesenheit zu Ende geführt werden, wenn seine Vernehmung über Gallwig. Letzterer steht derzeit in Köln; ersterer ist im Ministerium die Anflage schon erfolgt war und das Gericht feine beschäftigt. Die ersten Wochen im Monat September werden die fernere Anwesenheit nicht für erforderlich erachtet. Diese Entscheidung über diese Frage bringen, da man erst die Bestimmung ist aber nicht in Anwendung zu bringen Resultate des Kaisermanövers abwarten will." Das fehlte gerade noch! Eine neue Militärvorlage nach der und zum Termin nicht vorgeführt ist; desgleichen nicht gegen einen Angeklagten, der fich in aft Haft befindet neuen Flottenvorlage! Trogdem ist kein Zweifel daran, daß sie Angeklagten, dessen Entfernung durch eine plöglich eingetretene tommen wird! Es handelt sich nur um den Termin! Diesem Ideal halten die Bemühungen der Chauvinisten nicht Gerade jetzt, angesichts der frivolen chauvinistischen Hehe gegen stand. Wenn sie vorgeben wollen, daß bei ihnen die Ehre das Ausland, wäre es dringend geboten, daß die Massen des der Nation vertreten sei: die Arbeiter wissen es besser, und Bolles, über deren Schidjal zu entscheiden sich eine kleine fie wissen, daß, wo die Feinde der Arbeit von der Ehre der Schicht Besigender anmaßt, erklärten: Bis hierher und nicht Nation reden, sie nur den Profit des Kapitals weiter! meinen! Und so mögen fie lügen. Aber sie mögen sich nicht gegen einen Krankheit bedingt wird. Es ist daher erklärlich, daß das Gericht alle Anstrengungen Gesetzes zu erfüllen und den völligen Abbruch der Verhandlungen macht, wenigstens eine noch so furze Verhandlung, eventuell im Krantenzimmer selbst, herbeizuführen, um die Vorschriften des zu bermeiden. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 14. Juli 1908. Defraudanten und Denunzianten. täuschen und nicht glauben, daß sie nicht durchschaut werden! Preußische Polizei gegen Reichsvereins- ber forrupten Saltung des Blodfreisinns in Sachen der Auch in der auswärtigen Politik hat die Bevormundung des Volkes ihr Ende gefunden. Und wenn die Beziehungen zwischen der Regierung des Herrn Bülow und der Regierung des Herrn Clemenceau nicht ganz freundschaftlich sind, so find dafür die Beziehungen zwischen dem franzöfischen und deutschen Proletariat ganz auszeichntee. Mit Freude gibt die" Humanité" die Artikel des Vorwärts" gegen die Kriegsheber in Deutschland wieder, wie wir den mutigen Kampf unserer französischen Genossen gegen ihre Regierung bewundern. Auch wir, schreibt Jaurès, auch wir von der anderen Grenze erfüllen wie unsere deutschen Genossen unsere sozialistische Pflicht. Auch wir verlangen ungefetz. Der Vorwärts" hat fürzlich die beißende Kritik auszugsweise wiedergegeben, die der freisimmige Demokrat Dr. Breitscheid an Wablbeeinflussung geübt hatte. Es war uns von vorn herein Klar, daß diese freisinnige Kritit an der freisinnigen Korruption bei der Freis. 8tg." feineswegs das Gefühl beson Am 8. Juli teilten wir mit, daß die Polizeiverwaltung deren Wohlgefallens auslösen würde. Um so weniger, als die Freis. von Thorn in Westpreußen die Vorschrift, daß Versamm- 3tg.", das führende Organ der stärksten der freisinnigen lungen von Vereinen nicht anzumelden sind, dadurch zu um- Blockparteien, bisher die unerhörten Maßregelungen dreier gehen unternommen hat, daß sie von den Wirten aus Lehrer ihren Lesern vollständig unterschlagen hatte! fanitäts- und sicherheitspolizeilichen Gründen" Anmeldung Troß dieser verächtlichen Unterschlagung des freider Versammlungen verlangt. Unsere damals ausgesprochene sinnigen Blattes hatten wir nicht erwartet, daß die Freis. 3tg." Hoffnung, Herr v. Bethmann- Hollweg werde schleunigst die Atritit des Dr. Breitscheid mit einer so schoffen Denunziation Gelegenheit nehmen, die Autorität der Reichsgefeße auch in beantworten würde, wie sie sich in ihrer Nummer 168 leistet. Das Thorn gegen polizeiliche Reparaturgelüfte dieser fast russischen führende Organ der Freifinnigen Wollspartei" fordert durch folgende Äotiz zmn wirtschaftlichen Boykott, zur BrotloZmachung deZ Doktor V r e i t s ch e i d auf:, „Herr B r e i t s ch e i d sollte doch den Mund nicht gar so voll • nehmen. Sowohl er wie Herr Borgius werden ja doch von dem Handelsvcrtragsverein alimentiert, dem sonderbarerweise nicht nur Handelskammern von freisinniger Tendenz, sondern sogar auch freisinnige Volks- Vertreter angehören, obwohl dieser Verein durch indirekte bezw. personelle Unterstütznng der sogenannten„Demokratie" sich gem ei n schädlich gemacht hat, insbesondere in der Richtung derjenigen Bestrebungen, die der Handelsvertragsverein bei seiner Gründung in» Auge faßte." Solche Terroristen dürfen allerdmgs den Mund nicht voll nehmen, wenn vom Terror der R e a k t i o n die Rede ist.-» Zur Ovambo-Frage. Auch die„Kölnische Z e i t u n g", eins der maß- Lebendsten nationalliberalen Organe, ist mit der Freigabe des Ovambogebietes für raffgierige Händler nicht einverstanden. Das Blatt schreibt: „Wenn Hauptmann Franke von den Ovambohäuptlingen, wie es heißt, auch die Zusage erlangt hat, ihr Gebiet dem deutschen Handel zu öffnen, so können wir nur wünsche n, daß von dieser Erlaubnis der Ovambohäuptlinge zunächst inöglichsr wenig Gebrauch gemacht wird. Es wird wohl von niemand mehr ernstlich bestritten, daß das Auftreten der fliegenden Händler im Herero- lande und einzelner dort ansässiger gewalttätiger Farmer, die neben der ihnen kein genügendes Auskommen bietenden Farmwirtschaft den fliegenden Handel betreiben, einer der hervorragend st en Gründe zum Aus- brechen des letzten großen.Aufftandes in Deutsch-Südwestafrika gebildet hat. Die Zu- lassung unsicherer Leute zum Handel im Ovambogeb ietc könnte nur zu leicht wieder zu Verwickelungen führen. Unseres Erachtens kann daher nicht davon die Rede sein, daß infolge des Frankschen Zuges nunmehr das Ovamboland dem Handel allgemein freigegeben wird. In erster Linie muß das Land für uns eine reiche Arbeiter- bezugSquelle werden und aus diesem Gesichtspunkte her- aus verwaltet werden. ES scheint nunmehr die Zeit ge- kommen zu sein, im Ovambolande einen mit Land und Leuten besonders gut vertrauten und bei dein Eingeborenen beliebten Mann als Residenten einzusetzen, der den fortwährenden Verkehr mit den Häuptlingen aufrechtzuerhalten hätte,, und gleichzeitig die Ar b e i t e r be scha f f u n g für die übrigen Teile der Kolonie zu erleichtern. Den Häuptlingen sollte, um sie enger an die deutsche Verwaltung zu ketten, ein n i e d r i g e s Gehalt gegeben werden, sozusagen als Entgelt für die Arbeitcranwerbung und vielleicht auf den Kopf der Arbeiter zu bemessen. Für den Handel sollte das Gebiet nach wie vor geschlossen bleiben, jedoch mit der Maßnahme, daß der Resident einzelne zuverlässige Leute für be- stimmte Gebiete als Händler zulassen kann. Diese Händler müßten eine Kaution hinterlegen, aus der im gegebenen Falle nach Entscheid des Residenten die durch Betrug oder Gewalt- taten des Händlers geschädigten Eingeborenen entschädigt werden könnten. Mit militärischen Stationen und militä- rischen Zügen sind die Ovambo unbehelligt zu lassen." Es ist erfreulich, daß endlich auch eins der Hauptorgane der nationalliberalen Partei eingesehen hat, daß der Ausrottungskrieg gegen die Herero auf die s k a n d a- I ö s e n A n s r a ujj üb g s p.r,a kst i k e n g e w a l t t ä t i g e r. Hirn d l e r u tt o-- Fa-r m er znräckzuführen ist! Ebenso' richtig ist die Warnung davor, nunmehr das Ovamboland den.gleichen Händlerpraktiks«.,zu eröffypn.''.... Was allerdings die„Kölnische Zeitung" vorschlägt, vermäg nicht geringe Bedenken zu erregen. Dasi Ovamboland soll nunmehr an Stelle der durch den frivol an-' gezettelten und mit Trothascher Unerbittlichkeit durch- geführten Hererokrieg zum großen Teil ausgerotteten Herero Arbeitssklaven für die Minengesellschaften und Farmer liefern. Um diese neue„Arbeitsbezugsquelle" er- giebig zu machen, soll die H a b s u ch t der Häuptlinge angestachelt werden! Die Häuptlinge sollen für den Kopf des gelieferten Arbeiters gewissermaßen eine Per- mittel ungsprämie erhalten. Dadurch würde das System einer bis dahin unbekannten Gewaltherrschaft der Häuptlinge gefördert und die Unzufrieden- h e i t der Eingeborenen erregt werden. Durch solche Zu- Wendungen an die Häuptlinge würde nichts anderes geschehen, als was auch bei Samuel Maherero und anderen Herero- Häuptlingen geschah, die man durch Bestechungen zu Landverkäufen anreizte, zu denen sie nach der .Stammesverfassung gar nicht berechtigt waren! Will man also Verwickelungen mit den Ovambo vermeiden, so soll man nicht nur raff- und raubgierige Händler dem Lande fernhalten, sondern es auch den Eingeborenen s e l b st überlassen, ob sie sich als Arbeiter verdingen wollen. Jede durch ein Prämiensystem angestachelte Werbetätigkeit der Häuptlinge könnte nur die gleiche Folge haben, wie das von der„Kölnischen Zeitung" selbst gekennzeichnete Ansbeutungssystem der Händler! Die Wehrsteuer. Ilm da? Steuerbukett zu vervollständigen, das ja mindestens 500 Millionen neuer Steuern einbringen soll, wird jetzt auch die Einführung der Wehrsteuer befürwortet. Mit Recht weist das„Berliner Tageblatt" darauf hin, daß man in Oesterreich die Wehrsteuer eine Krüppel st euer nenne. Enthalte sie doch eine Besteuerung für diejenigen, die in- folge ihrer schwachen Konstitution zur. Erfüllung ihrer Wehr- Pflicht nicht sähig waren. Außerdem ist, wie das„Berliner Tage- blatt" des weiteren nachiveist, die Wehrsteucr recht wenig er- giebig. Selbst wenn man sie in einem angemessenen Verhältnis progressiv gestalten wollte, das heißt, wenn man die niederen Einlomnien völlig steuerfrei ließe, dafür die höheren Einkommen entsprechend besteuern wollte, so würde sich der Ertrag doch höchstens auf ein oder zwei Dutzend Millionen belaufen, also Lei der insgesamt aufzubringenden Steuersumme absolut nicht ins Gewicht fallen. Wohl aber würden diese Steuern gleich anderen sogenannten LnxuSsteuern, durch die angeblich auch die besitzenden Klassen getroffen werden sollen, nur einen Vorwand dafür bieten, daß man nicht durch eine wirkliche progressive Einkommens«, Vermögens« und Erb- schaftsstcuer diejenigen Kreise trifft, die vermöge ihres Ein- kommen? und Besitzes sehr wohl in der Lage wiiren, die neuen Steuern aufzubringen, ohne daß in irgendeiner Form, sei eS durch eine indirekte Steuer, sei es durch eine neue, auch die Nicht- Ibesitzenden treffende direkte Steuer, wie die W e h r st e u e r, Das mit Steuer« überlastete Proletariat herangezogen zu werden brauchte. Daß man trotzdem ernstlich an die Einführung einer Krüppel« peuer denkt, beweist nur, von welchen Absichten die Steuer- stnder gegen die nichtvesitz ende Klasse beseelt sind!— Ä m—mm Der Dreschgraf entmündigt. Der Graf P ü ck l e r- Klein-Tschirne. der jahrelang trotz offen- kundigster Beweise einer gestörten Geistestätigkeit feine Rolle als antisemitischer Agitator spielen konnte, ist nunmehr, wie ans Glogau gemeldet wird, vom dortigen Amtsgericht entmün» digt worden. Das Gericht kam in dem Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft beantragt worden war, zu dein Eni- mündigungsbeschlnß, weil Graf Piickler geisteskrank sei. Wäre Piickler nicht Reichsgras gewesen, so würde ihn dieses Geschick wahrscheinlich erheblich früher ereilt haben I— Eine berechtigte Frage. Unter der Stichinarke„Lange Galgenfristen" schreibt die„Frank- furter Zeitung": „Die Zeit zwischen der Fällung eines Todesurteils und seiner Voll st reck nng oder der Begnadigung des Ver- urteilten ist für diesen furchtbar. Leider werden diese Galgen- fristen in Preußen und in den Reichslandm. wo der Kaiser das Begnadigungsrecht ausübt, immer länger. Die Begnadigung der zum Tode verurteilten Landwirte Klein und Borgmann ließ viele Monate auf sich warten. Der 21jährige Arbeiter Eßling, der am 30. Oktober vorigen Jahres in Motz zum Tode ver- urteilt wurde, erhielt seine Begnadigung erst An- fang Mai d. I. Der 18'/? jährige Dien st kne cht Thouvenin, der am 12. Dezember v. I. einen Doppel- mord verübt hatte und bald darauf verurteilt wurde, erhielt seine Strafe erst am 4. Juli d. I. Sollte nicht eine Ver- k ü rzung der Galgenfristen möglich sein?" Auch w i r sind der Meinung, daß sich wirklich der Entscheid darüber, ob ein Todesurteil zu vollstrecken ist oder nicht, be- schleunigen ließe I—_ Landrätliche Zweiseelentheorie. Gleich seinem Hirschberger Kollegen hatte der Landrat von Neustadt O.-S. die Polizeiorgane seines Amtsbereichs ermahnt, sich mit den Bestimmungen des Rcichsvereinsgesetzcs genau vertraut zu machen und niemals in kleinlicher und unnötiger Weise das Gesetz gegenüber Versammlungen und Vereinen in Auwendung zu bringen, auch nicht auf Umwegen. Als daher eine rein gewerkschaftliche ivtaiversammlung in Neustadt trotz allem Proteste von der Polizei überwacht wurde, reichte der Einberufcr im vollen Vertrauen auf den landrätlichen Erlaß eine Beschwerde gegen die Neustädter Polizei an den Kreischef ein mit dem Ersuchen, dieser möge die ihm unter- stellte Polizei zur Anerkennung seines Willens anhalten. Wer aber beschreibt das Erstaunen des Einberufers. als er dieser Tage ein Schreiben erhielt, worin ihm derselbe Landrat eröffnet, daß die Polizei in ihrem Rechte gewesen sei l „Die Polizei ist berechtigt, in öffentliche Versammlungen Deputierte zu entsenden, wenn in ihnen politische Angelegenheiten erörtert werden sollen.... Es ist in der Versammlung... über sozialpolitische Angelegenheiten verhandelt worden. Der Absatz 3 des Z 56 des Vereinsgesetzcs vom 11. April 1908 findet in diesem Falle keine Anwendung, da über den Rahmen des§ 152 R.-G.-O. hinausgehende und auf politischem Ge- biete liegende Angelegenheiten, wie Organi- sation, Eintritt in den Bauhandwerker-Ver- band, in der Versa»imlung... erörtert worden sind..." Ja, was mögen denn nun eigentlich gewerkschaftliche Ver- sammlungen für Dinger sein, wenn in ihnen nicht über die GeWerk- schaften und den Eintritt in diese gesprochen werden darf! Wie eigenartig malt sich doch manchmal die Wirklichkeit des Lebens in dem Kopfe eines preußischen Beamten! Nun bleibt eben nichts übrig, als daß der Herr Landrat durch das Gericht darüber belehrt wird, daß sein Erlaß auch für ihn Geltung hat.— Die Wahlterroristen der Ferdinandgrnbe, die bekanntlich elf auf dieser Grube beschäftigte Arbeiter wegen ihrer ZentrumZabstimmung bei der letzten Landtags- Wahl entlassen' haben, lehnen in hochfahrender Weise ab, mit der vom polnischen Arbeiterverein zur gegenseitigen Hilfe gewählten Deputation zu verhandeln, ge- schweige denn auf deren auf Wiedereinstellung der Gemäß- regelten und verschiedene Verbesserungen der Lohn» und Ar- beitsbedingungen gerichtete Forderungen einzugehen. Im Ge- genteil, in ungeniertester Weise betreiben diese national- liberalen Hakatisten ihre Wahlrache weiter; so haben sie jetzt zwei kleinen Fuhrwerks Unternehmern, die ebenfalls für das Zentrum eingetreten waren, verboten, in Zukunft die Abfuhr von Deputatkohle vom Gr üben hose zu übernehmen. S« wird es also voraussichtlich zum Kampfe kommen.! /' Steuersondierungen. Die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten badischen Kammer versuchte am Montag bei der Beratung des Eifenbahnbetriebsetats die Stellung der Regierung zu der neuesten ReichSsteuerversion, zur Elektrizitätssteuer, aus- zuforschen. Es kam deshalb bei der Position des Lörracher Bahn- hofeS unter Bezugnahme auf ein elektrisches Straßenbahnprojekt Lörrach— Basel der Genosse Abg. Rösch auf eine Verteuerung der künftigen elektrischen Unternehmungen zu sprechen, wenn solche unter der Wirkung einer Besteuerung dieser aus der Rhein- st r ö m u n g gewonnenen Kraft durch das Reich entstünden. Präsi- dent Fehrenbach(Zentrum) bezeichnete aber diese Anregung als eine Abschlveifung. deren Erörterung bei der noch kurz bemessenen Zeit der Session zu weit führen könnte und deshalb als nicht statt- Haft. Bielleicht nimmt jetzt das Zentrum den Faden durch eine formell eingereichte Interpellation wieder auf, um die Regierung, wenn es dazu käme, vielleicht zur lakonischen Antwort zu ver- anlassen: wir wissen von nichts und verzichten deshalb auf jede Er- klärung!_ Wegen Soldateuqnälerel wurde der Sergeant Augustin vom 3. bayr. Feldartillerie-Regiment vom Kriegsgericht in R c g e n s b u r g zu 22 T a g e n M i t t e l- a r r e st verurteilt.—_ Ocrumicfo. Entschädigung für Reservisten. Wien, 14. Juli. Das Abgeordnetenhaus nahm die Regierungsvorlage betreffend Entschädigung der F a m i l t e n- A n g e h ö r i g e n von zur Waffenübung ein- berufenen Reservisten an. Snglancl. Das Wettrüsten. London, 13. Juli. Unterhaus. In der Diskussion über daS Schiffsbaubudget kritisierte Lee das Flottenprogramm der Regierung als unzulänglich. Er stellte es dem Programm Deutschlands, gegenüber und erklärte, im Herbst 1912.werde Deutschland 17 Schiffe der Dreadnought- und Jnvincible-Klasse haben, während England nur 12 besitzen werde. Bezüglich der Zwistigkeiten innerhalb der Marine bemerkte der Redner, jedermann hege das Vertrauen, daß die Regierung dieser ernsten Angelegenheit sich gewachsen zeigen werde. M c K e n n a be- merkte, er glaube nicht, daß das HauS Ursache habe, über die Dread- nought-Frage in Unruhe zu geraten. In diesem Augenblick seien in Deutschland fünf große Schiffe auf Stapel gelegt, während in England zehn beinahe fertiggestellt feien. Im Juni 1911 werde Eng- lanv acht Dreadnought» und vier Kreuzer haben, während Deutschland siebenSchiffe vom Dreadnought« und zwei vom Jnflexible-Typ besitzen werde— vorausgesetzt, daß eS sein Programm in der von ihm selbst fixierten, außerordentlich kurzen Zeit zur Ausführung bringe. Eine Kritik, die die Situation vom Jahre 1912 ins Auge fasse, habe mit dem Programm des gegenwärtigen Jahres nichts zu tun. In Ausführung dieses Programms hätte sich England nur zu versichern. daß Deutschland nicht schneller bauen könne als Großbritannien und daß nach dem Programm des laufenden Jahres Großbritannien Mitte 1911 Deutschland überholt haben werde. Die große Ueberlegenheit, die England in den älteren Schiffstypen besitze und das Uebergewicht, das 12 Dreadnoughts und Jiwincibles gegenüber neun auf feiten Deutschlands verleihen, verbürge Englands Vollkommeue Sicherheit im Jahre 1911. Diese unbedingte Sicherheit sei eine Lebensfrage für Großbritannien, aber darüber hinaus zu gehen, wäre nichts als Verschwendung. Im nächsten Jahre würde die Regierung in der Lage sein, die Fort- schritte im Schiffsbau anderer Staaten zu berücksichtigen und aus Stapel zu legen, was notwendig fein werde— nicht mehr und nicht weniger—, um England bis zum Jahre 1912 seine Sicherheit zu verbürgen. McKenna schloß, indem er auf die kürzlichen Zwischenfälle innerhalb der Marine zu reden kam. Es scheine ihm, daß diese Differenzen in der Preste stark übertrieben worden seien. So- weit sie die Admiralität beträfen, beruhten sie jedenfalls auf un- erwiesenen Gerüchten, auch glaube er, daß durch sie schon zu einer befriedigenden Gestaltung der Dinge Beranlassung gegeben wurde. (Beifall.) W y n d h a m(I.) meinte, aus McKennas Erklärung könne nur der Schluß gezogen werden, daß eine starke Vermehrung der F l o t t e n a u s g a b e n für die nächsten zwei Jahre stattfinden müsse. Der ParlamentSsckretär der Admiralität McNamara erklärte, daß die Negierung entschlossen sei, die unantastbare Vor- Herrschaft Englands zur See aufrecht zu erhalten. Nach einer weiteren Debatte kam McKenna auf neue ans die Debatte über das Schiffsbauprogramin zurück und bemerkte, daß dabei wiederholt Vergleiche mit dem Deutschen R e i ch e gezogen worden seien. Er habe den Wunsch, zu erklären, daß in Vergleichen dieser Art eine feindliche Gesinnung gegen Deutschland nicht zu erblicken sei und daß ihnen auch nicht die Annahme zu gründe liege, daß es während dieses laufenden oder während eines zukünftigen Programms zu Feindseligkeiten kommen werde.(Beifall.) Das deutsche Ftotteuprogramin werde nur zum Vergleich herangezogen, um für die eigenen Fortschritte im Schiffsbau einen Maßstab zu haben.— Sodann gelangte das Schiffsbaubud get zur Annahme.— Cörfcci Die mazedonische» Reformen. Paris, 14. Juli. Offiziös wird gemeldet, daß die russische Rc> gierung gleich England demnächst an die Mächte eine Rote betreffend Mazedonien richten verde. Während die englische Note sich mit den unmittelbar zu ergreifenden Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung befaßt. wird die russische Note die Frage der Reformen behandeln, da die englische Regierung vorgezogen habe. Rußland betreffs dieses Teils der mazedonischen Angelegenheiten die Initiative zu über- lassen. Der.TempS" will wissen, daß der türkische B ot- schafter in Berlin gestern den Auftrag erhalten habe, die deutsche Negierung zu ersuchen, sie möge sich mit den Mächten verständigen, um in Sofia einen energischen Druck auszu- üben, da die Pforte nach wie vor Bulgarien für die Unruhen in Mazedonien verantwortlich mache. Der„Temps" spricht sich sehr beifällig über die englische Note aus und rühmt insbesondere deren Klarheit und Einfachheit. Die Polizeioffiziere, denen nach den englischen Vorschlägen die zu bildenden fliegenden Kolonnen unter Befehl eines türkischen Offiziers übertragen werden sollen, würden not- gedrungen sehr energisch sein müssen. Die Pforte werde gegen das System, das nicht nur den Grundsatz, sondern aucli die Betätigung ihrer Souveränität respektiere, keinen Einwand er- heben. Die englische Regierung habe da große Geschicklichkeit an den Tag gelegt und die gegen sie gerichtete Kritik erfolgreich zurückgelviejen. Die Befürchtung, daß England intraiisigente Vorschläge machen würde, welche die Türkei und sodann auch Oesterreich- Ungarn ablehnen würden, habe sich als ungerechtfertigt herausgestellt. Man müffe anerkennen, daß England, soweit es von ihm abgehangen habe, alles getan habe, um das europäische Konzert zu erhalten. Frankreich, das aus seinen Ansichten über die mazedonische Frage in London niemals ein Hehl gemacht habe, beglückwünsche sich dazu, daß Eng- land diesen Ansichten in so klarblickender Weise Rechnmig getragen habe. Man müsse den Türken, Serben, Bulgaren, Griechen und Wallachen in Mazedonien zeigen, daß ihre Einzelbestrebungen nicht alle? sind, daß Europa über diesen stehe und daß das mazc- donische Problem nicht zugunsten einer Nation, sondern zum Wohle des allgemeinen Friedens gelöst werden müffe. Eine jnngtürkische Erklärung. Wie«, 14. Juli. DaS jungtürkische Zentralkomitee in Paris dementiert in einer Zuschrift an daS„Neue Wiener Abend- blatt" die Meldung ausländischer Blätter, daß die in Mazedonien ausgebrochene jungtürkische Bewegung gegen die Christen ge- richtet sei, vielmehr kenne die jnngtürkische Richtung keine religiösen Unterschiede.— Das Attentat. Konstantinopel, 13. Juli. Zu dem Anschlag auf General F a z i l- P a s ch a wird noch gemeldet, daß der General nur v e r- wundet wurde. Der Attentäter soll ein Albanese sein. perftcn. Flucht zu»» Sultan. Frankfurt a. M., 14. Juli. Die„Frankfurter Zeitung" meldet auS Konstantinopel: Der Bruder des Schahs von Persie» Schua es Saltaneh und dessen Sohn Fathollah Mirza haben den Sultan um ein Asyl in der Türkei gebeten. Der Sultan willfahrte der Bitte der persischen Prinzen und»vird dem Vater wie dem Sohne hier einen standesgemäßen Wohnsitz anweisen. Fathollah Mirza ist heute mit größerem Gefolge hier eingetroffen. Ein neues Bo»i«bardenle»t. Täbris, 14. Juli.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Gestern vormittag 7 Uhr begann dieBeschiesjung des Stadtviertels Ümirakhis mit zwei Geschützen. Dw Revolutionäre antworteten mit heftigem Gewehr- feuer. Im Stadtviertel Bazischaman,»vo Rakhim Khan mit Reitern steht, dauert die Auslieferung der Waffen fort. Der Verkehr zwischen Dschulfa und Täbris ist eingestellt. Die Wirkung der Beschießung ist noch unbekannt. Hus der Partei. Der Sozialdemokratische Verein Breslau(Land)-Neumarkt gibt nach 16 monatigem Bestehen soeben seinen ersten Jahres- b e r i ch t heraus. Als er sich am 1. April 1907 vom Sozialdemo- kratischen Verein BreSlan-Stadt trennte, betrug die Mitgliederzahl 1370; sie stieg im ersten Jahre ans 1800, darunter 40 Frauen. Die Vcrivaltmig der Geschäfie liegt in den Händen des Parteisekretärs Ge- nossen S ch o I i ch. Der gesamte räumlich ziemlich ausgedehnte Verein zerfällt in 14 Distrikte mit 68 Bezirken. Die Zahl der„ Vo lks w a cht"- Ab o nnenten stieg in dem erwähnten Zeitraum von 1650 auf 2930. DaS politische Leben war im Berichts- jähre innerhalb des Vereins ein außerordentlich reges, namentlich zur Zeit des WahlrechtSkampseS, der eino groß« Zahl von Versammlungen und die Verteilung von 32 000 Flugblättern brachte. Von dem für die Landbevölkerung herausgegebenen „Landboten" wurden im Kreise 13 Nummern in 250 000 Exemplaren unentgeltlich verbreitet.— In 15 Orten beteiligten sich die Genossen an den G e m e i n d e w a h l e n und in acht Orten gelang es ihnen, in der dritten, teil- weise auch in der zweiten Abteilung ihre Kandidaten zum Siege zu bringen. An der L a n d t a g s w a h l nahmen die Ge- nossen in 30 Orten teil. In 18 wurden 32 Wahlmänner mit 1500 Stimmen durchgebracht.— Das Jahr war auch reich an Kämpfen aller Art mit der P o l i z e i, die sich besonders an die Namen der Amtsvorsteher Dr. Guradze und Wollenberg knüpften. Die Zahl der Prozesse belief sich auf 30, zu denen noch 40 Strafbefehle kamen, bei denen auf eingelegten Einspruch hin in 20 Fällen Freisprechung erzielt wurde. An Strafe und Kosten waren 585,55 M. zu zahlen, wozu noch 225 M. Jnhastierten- unterstützung kamen.— Um die Bedeutung des durch den ersten Jahresbericht gekennzeichneten Ausschivunges richlig zu verstehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß der Wahlkreis Breslau(Land) -Nenmarkt nur schwach mit Industrie durchsetzt ist. Die Träger der Bewegung sind hier Bauhandwerker und Bauarbeiter, die meist zu gleicher Zeit kleine Grundeigentümer sind. Die 17. Landeskonferenz der Sozialdemokratie Sachsen- Meillingens wurde am Sonntag in S a a l f e l d abgehalten. Vertreten waren 35 Orte durch 120 Delegierte. Außerdem waren als Vertreterinnen der Genossinnen sieben weibliche Delegierte au- wesend, ferner ein Vertreter der Jugendorganisationen im Gau Thüringen, fünf LandtagSabgeordncte, fünf Mitglieder der Bezirksleitungen, der Neichstagskandidat des Wahlkreises Sonncberg- Saalfeld, Genosse Reiß Haus, und die Ge- nossin S a l i n g e r als Referentin. Als L a n d e s v e r- trauensmann erstattete Genosse S e i g e Bericht über seine Tätigkeit. Die Einnahmen im Jahre 1907 betrugen ' 3533,60 M., die Ausgaben 3238,85 M., so daß ein Kassenbestand von 299,75 M. verblieb. An die Hauptkasse in Berlin wurden 977,73 M. gesandt. In beiden Wahlkreisen(Meiningen und Sonne- bcrg-Saalfeld) hat die Organisation 3012 männliche und 345 wcib- liche Mitglieder. Die Abonncntenzahl des„Saalfelder Bolks- "Illatt* betrug 5080(wovon 2363 auf das Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt entfallen), die des Sonneberger„Volks- freund" 5300(wovon 1300 auf das Herzogtum Koburg entfallen). Die Organisation sowohl wie die Presse haben eine aufsteigende Eutwickelung genommen. 47 639 Flugblätler, Broschüren und Kalender sind verbreitet worden. Auf 2000 Petitionsbogen betreffend die Steuervorlage wurden innerhalb 8 Tagen 14 207 Unterschristen ge- sammelt und dem Landtage eingereicht. Angenommen wurde u. a. der Antrag:„Zum nächsten Partei- tag soll auch eine Uebersicht über die Gewerkschafts- bewegung in den einzelnen Orten gegeben werden, mit Angabe ter Zahlen der organisationsfähigen Arbeiter und Arbeiterinnen." An Stelle des bisherigen LandeSvertraneusmannes wurde ein fllnfgliedrigcr Landesvorstand eingesetzt. Zu seinem Vorsitzenden lvnrde der bisherige Landesvertrauensmann Genosse S e i g c- Pößneck gewählt. Die anderen Mitglieder sind vom Ortsverein Pößneck zu ernennen. Nach einem Referat der Genossin S a l i n g e r über die Organisation der Frauen unter dem neuen ReichSvereinsgesetz wurde eine Resolution angenommen, worin die Landeskonferenz die Wichtigkeit und Bedeutung der Frauenorganisation anerkennt und die Genossen auf- gefordert werden, für sie zu wirken. Zur leichteren Auf- klärung der Frauen sind möglichst häufig Versammlungen zu veranstalten, mit Themen, die auf die wirtschaftliche. soziale und politische Stellung der Frauen Bezug nehmen. An Orten, wo bereits gewerkschaftliche Frauenorganisationen bestehen. solle» die Genossen mit ganzer Kraft dafür eintreten, daß deren Mitglieder der politischen Organisation beitreten. Auch soll in weit- gehenderer Weise, als dies bisher geschehen ist, für die Ver- breituug der„Gleichheit" Sorge getragen werden. Ueber die Gründung von selbständigen Jugend- organisationen sprach Genosse Schumann- Jena. Dazu wurde folgende Resolution angenonunen: „In allen Orten S.-Memi»genS sind gemäß dem Vorschlage des Parteivorstandes Aktionskomitees von Genossen über 13 Jahren ein- zusetzen, die sofort die Vorbereitungen für eine Jngendorgani- s a t i o n an dem betreffenden Orte zu treffen haben. Die Aktionskomitees der Jugendlichen haben stets im Einvernehmen mit dem LandcSvorstande der sozialdemokratischen Partei S.-MeiningenS zu handeln. Der Delegierte zuin Parteitage in Nürnberg wird beauftragt, in diesem Sinne mitzuhelfen an dem Ausbau der Jugendorgani- sation." Außerdem wurden Referate über die Landtagswahlen 1909(Gen. Wehder), das neue Bolksschulgesetz(Gen. H o f m a n n), die korrigierte Gemeindeordnung(Genosse S e i g e) und die Abänderung des E i n k o m in e n st e u e r g e s e tz e s(Genosse K n a u e r) gehalten. Als Neichstagskandidat für Sonne- berg-Saalfeld wurde Genosse R e iß h aus«Erfurt wieder auf- gestellt. Hu9 Induftnc und Ftandd* Zur Geschäftslage i» der Textilindustrie. Der geschäftliche Niedergang hat in der Textilindustrie weitere Fortschritte gemacht. Am besten hatte sich bisher noch die Baum- Wollspinnerei gehalten. Die vielen sehr langfristigen Auf- träge, die die Spinner von den Webereibesitzem m den letzten Monaten der Hochkonjunktur erhalten haben, sichern den Spinnern auch für 1903 ein noch gutes Jahr. Die Vaumwollwebereien haben ihre Produktion bis zur Hälfte gekürzt. Es werden vier Tage pro Woche oder sechs Stunden pro Tag gearbeitet. Abgehende Weber oder Weberinnen werden nicht wieder ersetzt. Unter solchen Umständen konnten die Webereibesttzer das gekaufte Garn nicht brauchen. Alle Versuche der Spinner, die Erfüllung des Kaufvertrages zu erzwingen, mußten scheitern. Die Macht der Verhältnisse ist in solchen Fällen stärker als die irgendwelcher Gesetzesparagraphen. Soweit die Weber zur Abnahme des Garnes veranlaßt wurden, suchten sie, um wenigstens etwaS zu retten, dasselbe anderwärts an den Mann zu bringen. Der Weber erschien als Verkäufer auf dem Garnmarkte und drückte den Preis. So wurde auch die Lage der Spinnereien immer trostloser. Vor kurzem haben die süddeutschen Baumwollipinner Betriebseinschränkungen beschließen müssen. Dem Beispiele folgten die in Deutschland an erster Stelle marschierenden Elsässer und setzt die rheinisch-westfälischen Unternehmer. Die meisten anderen Länder haben schon vordem die Produktion eingeschränkt und es dürsten von den 120 Millionen Spindeln, welche in der Welt im Betriebe sind, nur wenige Millionen noch voll arbeiten. Durch die Betriebseinschränlung in den Baumwollspinnereien find viele Zehntausende Arbeiter in Mitleidenschaft gezogen, die die Zahl der vielen bereits Arbeitslosen und nur Halbbeschäftigten noch vermehren. Die Jutefabrikanten Deutschlands haben am 25. Juni eine löprozentige Betrieböeinschränkung beschlossen, zunächst auf die Dauer von drei Monaten. Die Leinwebereien Schle- sieus arbeiten gleich den dortigen Vaumwollwebereien mit verkürzter Arbeitszeit. Die deutschen Flachsspinnereien haben gemein- sam mit den österreichischen und belgischen Unternehmern die Pro- duklion durch Verkürzung der Arbeitszeit um ein Sechstel ein- geschränkt. Sehr schlecht sieht es auch in der Damenkleiderstoffbranche (Kammgarn) Sachsen-Thüringens aus. Das Julandgeschäft liegt vollständig danieder und der Export wird durch die Handelsverträge erschwert. Ein Unternehmerkorrespondent auS Gera- Greiz findet eS „bedmierlich, daß konstatiert werden muß. daß die Auslandsgeschäfte durch die Handelsverträge immer mehr eingeengt worden sind, was um so fühlbarer ist in der jetzigen Zeit". In der Posamenten- branche der Großstädte sowie des Erzgebirges und in der Stickerei- branche Berlins und deS' sächsischen Vogtlandes ist von Nachfrage nichts zu merken. Die Unternehmer hoffen, vergeblich von einer Woche zur anderen auf das Eintreffen von Einkäufern. Der Seiden- m a r k t liegt nach wie bor matt. Die Arbeiter müssen wochenlang aussetzen. Jetzt diskutiert man die Frage, ob nicht außerdem eine allgemeine Verkürzung der> Arbeitszeit durchführbar sei. Gleich ungünstiges läßt sich auch ans der Handschuh- branche berichten. Die Arbeiter haben unter der KrisiS furchtbar zu leiden. Die„industrielle Reservearmee"— Zahl der Arbeitslosen und der Halbbeschäftigten— schwillt zu be- ängstigendem Umfang an. Die Löhne sind für Hunderttausende Textilarbeiter gesunken, nicht nur relativ, sondern auch absolut. Das Unternehmertum sucht sich für den Ausfall an Gewinn durch Reduzierung des Arbeitslohnes schadlos zu halten. Nor und Elend bei den Arbeitern sind die Folgen. Aber man hört nichts davon. daß sich jene wahren„Freunde" der Arbeiter hierüber entrüste». die noch vor Jahresfrist immer neue Exempel aufstellten und der Welt zu beweisen suchten, wie sehr die Löhne der deutschen Arbeiter gestiegen seien._ Deutschlands Rohcisenerzcngnilg. Nach den Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Roheisen- erzeuaung in Deutschland und Luxemburg während des Monats Juni 1903 insgesamt 956 425 Tonnen gegen 1 010 917 Tonnen im Mai 1903 und 1044 366 Tonnen im Juni 1907. Die Erzeugung während der Monate Januar— Juni 1908 stellte sich auf 6 049 721 Tonnen gegen 6 355 953 Tonnen in dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres._ Der Zentralverband deutscher Konsumvereine im Jahre 1907. Am 1. Januar 1907 bestanden nach einem Bericht im„Konsum- genossenschaftlichen Volksblatt" in Deutschland 2021 eingetragene Konsumvereine mit insgesamt 1 181 753 Mitgliedern. Die Zahl der nichteingetragenen Konsumvereine schätzt man auf 129 mit 68 247 Mitgliedern. Somit stellt sich der Stand der deutschen Konsum- gcnossenschaftsbewegung für den 1. Januar 1907 auf 2150 Ge- nvssenschaften mit 1% Millionen Mitgliedern. Rechnet man die Familie zu 5 Köpfen, so repräsentiert die deutsche Konsum- genossenschaftsbewegung eine Bevölkerungszahl von 6s4 Millionen oder den zehnten Teil des ganzen deutschen Volkes. Vom 1. Januar 1906 bis 1. Januar 1907 stieg der Umsatz, den die Konsumvereine im eigenen Geschäfte bewältigten, von 279,4 Millionen Mark auf 299,5 Millionen Mark und der erzielte Rein- Überschuß von 29,1 Millionen Mark auf 29,5 Millionen Mark. In eigener Produktion wurden von den Konsumvereinen für 32,6 Mil- lionen Mark Waren hergestellt. Die überwiegende Masse der Konsumvereine, 985 mit 885 074 Mitgliedern, ist im Zentralverbande deutscher Konsumvereine orga- nisiert. Zusammenfassend seien hier die Geschäftsergebnisse der dem Zentralverbande angeschlossencn Konsum- und Arbeitsgenossen- schaften wiedergegeben: 959 Konsumvereine hatten 879 221 Mitglieder, 2562 Verkaufs- stellen, 135 Zcntrallager, 11472 beschäftigte Personen, 26 914 173 M. Erlös aus sclbstproduzierten Waren, 238 203 100 M. Erlös aus dem Gesamtumsatz und 20 3Z7102 M. Erübrigung. Die Gesamtbilanz am Jahresschlüsse weist auf unter Aktiva: Kassenbestand 2 410 505 Mark, Warenbestand 29 764 822 W., zinsbar angelegte Kapitalien, Wertpapiere 13 274 933 M., Geschäftsinventar 6 056 282 M., Grundbesitz 38 741 367 M., Außenstände für den Mitgliedern auf Kredit abgelassene Waren 1898 762 M., Kautionen 865 640 M.; Passiva: 16 964 536 M. Geschäftsguthaben der Mitglieder, 5 880 443 M. Re- scrvefonds, 3 216 264 M. Hausbau«, Produktions-, Dispositions- und andere Fonds, 14 219 281 M. Anlehen und Spareinlagen, 20 700949 M. Hypotheken, 2 700 902 M. Hausanteile der Mit- glieder, 6 439 425 M. Warcnschulden der Genossenschaften, 1 873 586 M. Kautionen der Vorstandsmitglieder und Angestellten, 1465 592 M. noch zu zahlende Unkosten, 19 552 616 M. Reinüber- schütz. 25 Arbeits- oder Produktivgcnossenschaften und Genossenschaften anderer Art hatten 5853 Mitglieder, 1039 beschäftigte Personen, 5 720132 M. Erlös und 153 214 M. Erübrigung. Die Gesamt- bilanz am Jahresschlüsse weist auf unter Aktiva: Kassenbestand 34 087 W., Warenbestand 663 381 M„ zinsbar angelegte Kapitalien und Wertpapiere 216 456 M., Inventar 472 963 M., Grundbesitz 2 088 761 M., Außenstände 291 062 M., Ikautionen 923 M.; Passiva: 449 853 M. Gcschäftsguthaben der Mitglieder, 327 742 M. Reserve- fonds, 140946 M. andere Fonds, 595 669 M. Anlehen und Spar- einlagen, 1 506 050 M. Hypotheken, 66 773 M. Hausanteile der Mitglieder. Warenschulden 530 493 M., Kautionen 30 665 M., Reinüberschuß 119 427 M._ China als— Roheisenexportenr. Wie die„New Dorker Handels- zeitnng" mitteilt, versorgt auch China den amerikanischen Markt mit Roheisen und zwar, abgesehen von gelegentlichen Zufuhren der Art, welche im hiesigen Hafen eintreffen, sind die Verschiffungen von chinesischem Eisen für die Pacificküste bestimmt. Sie entstammen hauptsächlich den nahe Han-Kau gelegenen Eisen- und Stahlwerken, deren Hochöfen täglich 250 Tonnen Roheisen produzieren. Gep?erkfd)aMicdes. Berlin unck rlmgegend. Achtung, Rohrleger und Helfer! Am S. d. MtZ. ist der Ortsverwaltung vom Berliner Gewerbe- gericht folgende Postkarte zugegangen. Berlin, den 7. Juli 190�. Gewerbegericht zu Berlin. SW. 68. Zimmerstr. 90/91. J. Nr, 439. Gew. Ger. 08. In der Tarifangelegenheit des RohrlegcrgewerbeS findet am IS. d. Mts., vormittags 9 Uhr, in unserem Verhandlungssaale 1 Treppe, eine Sitzung des EinigungsamteS statt, zu welcher Sie als Vertreter der Arbeitnehmer hierdurch ergebenst eingeladen werden, mit dem Ersuchen, die sonstigen Herren Vertreter der Arbeitnehmer hiervon in Kenntnis zu setzen und sie zum Er- scheinen zu veranlassen. Beglaubigt Deubitz, Gerichtsschreiber. Die sofort von uns beim Gewerbcgericht und bei der Organi- sation der Arbeitgeber eingezogenen Erkundigungen ergaben fol- gcndes: Es soll das Einigungsamt darüber entscheiden, t. Ob die Bekanntmachung der Arbeitgeber, wonach sich unorganisierte Rohr- leger und Helfer im Kontor der Firmen melden sollen, einen Tarif- bruch darstellt. 2. Mit welcher Schlichtungskommission sind die Tarifverhandlungen zu führen. Die Ortsverwaltung hat in Verbindung mit Mitgliedern der Schlichtungskommissiön, ihre Stellung zur Einladung des Ge- Iverbcgerichts und zu den Verhandlungen vor dem Einigungsamt folgendermaßen präzisiert: Zur Frage 1: Da wir den Arbeitgebern wegen ihrer Bekanntmachung nicht den Lorwurf des Tarifbruchs gemacht haben, sehen wir von einer Beteiligung an den dieöbezüg- lichen Verhandlungen ab. Zur Frage 2: Da die Arbeitnehmerbeisitzer in diesem Eini- gungSamt vor der an uns ergangenen Einladung ein- seitig vom sogenannten Allgemeinen Metallarbeiter-Vcrband er» nannt sind, erscheint uns eine objektive Beurteilung dieser Frage vor dem am 15. d. Mts. zusammentretenden Einigungsamt aus- geschlossen, und lehnen wir schon deshalb auch die Beteiligung an der Beratung der zweiten Frage ab. Sollte trotzdem in der zweiten Frage ein Entscheid gefällt werden, so erklären wir von vornherein, daß wir UNS in keiner Weife-sn diesen Beschluß gebunden erachten. Dieser Beschluß ist dem Gewerbegericht und der Organisation der Arbeitgeber mitgeteilt. Hinzugefügt haben wir der Mitteilung noch folgende Bemerkung: „Ausdrücklich sei aber, um Mißverständnisse vorzubeugen. nochmals darauf hingewiesen, daß wir zu Verhandlungen, so wie sie im§ 30 des Tarifs vorgesehen, stets bereit waren und noch > sind." Eine andere Stellung konnte auch gar nicht eingenommen werden. Denn daß wir einem Eiuigungsamt, das von Arbeit- nchmcrseite nur durch Mitglieder des Allgemeinen Metallarbeiter- Verbandes besetzt ist. nicht die Entscheidung der Frage überlassen können, welche Schlichtungskommission ist die richtige, unsere oder die des allgemeinen Verbandes, dürfte jedem Kollegen klar sein. Deutscher Mctallarbeiter-Verband. Ortsberwaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! In der bürgerlichen Presse wird behauptet, dafi der Streik bei der Firma Tcnncr zuungunsten der streikenden Kollegen be- endet ist. � Demgegenüber bemerken wir, daß diese Gerüchte unwahr sind. Der Streik bei der Firma Tenner, Lehrter Straße 18/19, dauert fort und ist diese Firma bis auf toeiteres für Metallarbeiter gesperrt., Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Dir Bewegung in der Wäscheindusirie. Die Wäschearbciter hielten am Montagabend eine gutbesüchte öffentliche Versammlung in Frehers Festsälen, Koppcustraßc. ab. In der Mehrzahl waren Arbeiterinnen die Besucher; Näherinnen, Plätterinnen, Wäscherinnen, Heimarbeiterinnen und alle in Wasch- und Plättanstalten beschäftigreu Arbeiter und Arbeiterinne» waren besonders eingeladen. A. MiruS besprach zuerst in eiixem längeren Bortrage die Wichtigkeit der gewerkschaftlichen Orgaiüsaiion und ihren Einfluß auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen. Daraus erstattete Stühmer den Bericht über die letzte Sitzung der Schlichtungskommission, in der die Wäschefabrikanten Berlins ihre Tarifkündigung begründeten. Die im Jahre 1995 abgeschlossenen Tarifverträge sind gekündigt worden, so daß sie am 30. September ablaufe». Die 36 organisierten Arbeitgeber beabsichtigen, reduzierte Tarife auf die Dauer von fünf Jahren einzuführen. Eine unverbindliche Aussprache der Schlichtungskommission, vom Gewerbegericht veranlaßt, fand am 2. Juli statt. Nach den: Protokoll der Sitzung geben die Arbeitgeber als Begründung ihrer Kündigung an, es sei keineswegs die Absicht vorhanden gewesen, den Frieden zu stören. Die bereits bei früheren Tarifverhandlungen ausgesprochene Befürchtung, daß die Tarife„den erhofften Segen" nicht bringen würden, hatten sich bewahrheitet. Veranlaßt durch die teilweise „hohen" Tarifsätze habe sich zur Herbeiführung des notwendigen Ausgleichs im ganzen Gewerbe mehr und mehr das Bestreben nach Einführung anderer Arbeitsmethoden bemerkbar gemacht. Maschinen- arbeit ersetze in größeren Betrieben die Handarbeit; das Zuschneiden der Wäsche besorgen die Maschinen; in dcrNäherei werde der Fußbetrieb durch elektrischen Betrieb ersetzt. In den Plättereien erfolge das Plätten durch die Hand nur noch bei besseren Sachen. Die Hausindustrie wachse, das Angebot von Arbeitern sei ein ganz enormes. Die Konjunktur sei schlecht, das Exportgeschäft lahm gelegt, die Zahl der großen Aufträge gehe dauernd zurück und die Ausgaben seien im Steigen begriffe»— kurz und gut, die Tarife müßten gekündigt werden und dielArbeiterinnen und Arbeiter mehr als bisher aus- geboutet werden; das ist aus den„Gründen" deutlich zu entnehmen; man nennt dies„Ausgleich".— Es wurde schließlich in der Schlich- tunaskommission vereinbart, daß bis zur dritten Woch? im Juli Por- schlage zu einem neuen Tarif vorliegen sollen. Am 21. Juli soll eine Unterlommission im Gewerbegerichtsgichäude.mit Bor« beratungen beginnen.' Die Versammelten nahmen Kenntnis von dem Stand der Dinge And.... sprachell sich entschieden gegen jede Reduktion der jetzigen Tarife auS. In einer Resolfftiön erklärten sie, an der Organisation mtter allen NmsWffen IdstMMten und nach Kräften für den Ausbau derselben Sorge zu trägen, um gewappnet den Angriffen der Unternehmer gegenübertreten zu können. Die Arbeiterinnen und Arbeiter wurden gewarnt, Sonderverträge mit den Unternehmern abzuschließen; in allen Fällen muß der Verband erst von solchen Absichten in Kenntnis gesetzt werden. Mißstände in den Werkstätten der Hochbahn. Eine Betriebsversammlung der Wcrkstattarbeiter der Hoch- und Untergrundbahn tagte am Montag im Litfinschen Saale. Sie be- fchäftigte sich unter anderem mit der Erörterung von Mißstände». unter denen die Arbeiter zu leiden haben. In dieser Hinsicht wurde ausgeführt, daß die Löhne sehr niedrig seien. Sie betragen anfangs 30—40 Pf. und erst nach langer Beschäftiguugsdaucr kann jemand auf kleine Zulagen hoffen. Die Strafgelder, welche für Zuspät- kommen erhoben werden, fliehen in eine UnterstiitzungSkasse, deren Mitgliedschaft man durch ein Eintrittsgeld von 50 Pf. und einen Jahresbeitrag von 1 M. erwirbt. Der Bezug von Unterstützungen ist jedoch an mancherlei Formalitäten geknüpft und erfolgt ganz nach Belieben. Die Waschgelegenheit lvnrde als sehr mangelhaft und die vorhandenen Klosetts als nicht ausreichend bezeichnet. Lebhafte Klage wurde geführt über die schlechte Beschaffenheit der Speisen und Getränke, welche durch einen Gastwirt für den.Konsum im Be- triebe geliefert werden.— Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die Versammlung beauftragt den Arveiterausschuß, mit der BetriebSleitmig in Verbindung zu treten wegen Umänderung der Unterstützungsrasse. Die Versammlung steht auf dem Standpunkt, daß eine Uiiterstützungskasse wie die unsrige unwürdig ist für einen modernen Großbetrieb. Einmal muß den Kollegen eine genaue Abrechnung über die eingegangenen und Verwendeten Strafgelder vorgelegt werden, dann muß das Strafgeld den in der Werkstatt selbst beschäftigten Personen zugute kommen und nicht dem gesamten Personal. Ferner protestiert die Versamnilung dagegen, daß Unterstützungen aus dieser Kasse nur nach Beliebe» gezahlt werden.— Die Ver- sammelte» wünschen ferner, daß eine Acnderung in der Be- schaffenheit der in der Werkstatt verkauften Speisen und Getränke eintritt. Wir verlangen für unser Geld gute, brauchbare Ware und vor allen Dingen eine anständige Behandlung von feiten des Lieferanten._ Ein gefährlicher Arbeitgeber ist der Bauimtemehmer Friedrich Brack in Rixdorf. Auf seinen Bauten in der Böhmischestraße haben die Maurer sich einige Male schon geweigert, weiter zu arbeiten. weil sie befürchten, daß sie ihren Lohn nicht erhalten. Brack zahlt nur 20 M. pro Woche auf Abschlag und die Arbeiter haben sich auch zuerst damit einverstanden erklärt und sogar einen Kontrakt unterzeichnet, laut welchem sie nicht mehr auf Abschlag verlangen können. Dann erwachte ihr Mißtrauen und sie verlangten ihr Geld. Am Sonntag geriet Brack mit einigen Arbeitern der Zahlungsforderungen wegen in Streit, der so weit ging, daß Brack seinen Revolver zog und auf die Arbeiter zwei Schüsse abgab. Der eine Schuß ging fehl, der andere traf einen Arbeiter in d e n R ü ck e n, ein Zeichen, daß Brack auf einen Fliehenden schoß. Trotzdem behauptet der Schießbold, daß er in der„Notwehr" gehandelt habe.— Vor einem Arbeitgeber, der mit dem Revolver in der Hand auf Lohnforderungen antwortet und nicht zögert, von der gefährlichen Waffe Gebrauch zu machen, müssen die Arbeiter gewarnt werden. Im übrigen sollten sie in allen zloeifelhaflcn Fällen stets bei ihrem Verbände um Rat fragen und niemals Kontrakte unterschreiben, welche die Zahlungsbedingungen noch besonders erschweren. Die Schlohbranerei Königswusterhaxfien ersucht um Aufnahme folgender Berichtigung: „In der Nr. 160 Ihre? werten Blattes vom Sonnabend, iben 11. d. M. schreiben Sie unter Rubrik„Gewerkschaftliches"-be» treffend die Bohlottierung der WerkSkantine der SchtvartzkopffscheN Maschinenfabrik in Wildau: „Die in Frage kommende Brauerei sSchlotzbrauerei Königs- Wusterhausen) liefert 64 Flaschen für 3 M. an die Firma, während die Arbeiter die Flasche mit 16 Pf. pro Stück bezahlen müssen". Dieses ist unrichtig? Wir verkaufen in Königswuster- Hausen an die Berliner Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. L. Schwartzkopff in Wildau die Flasche Bier zu 7 Pf., mithin werden für 3 M. nicht ganz 43 Flaschen unsererseits geliefert. Da uns durch obige unrichtige Acutzerung ein großer Schaden erwächst, bitten wir höfl. um gefl. Berichtigung." Unsere Ausführungen richteten sich bekanntlich nicht gegen die Schloßbrauerei, deren Berichtigung wir gern Raum geben. Auch bei den von der Brauerei angegebenen Preisen bleibt der Kantine der Schwartzkopffschen Fabrik noch ein recht anständiger Gewinn aus dem Bierverkauf. Dcutfcbco Reich. Verband der Isolierer und Steinholzleger Deutschlands.> Der am 30. Juni in Celle bei der Firma Haacke u. Co. aus- gebrochene Streik der Isolierer gewinnt immer mehr an Ausdehnung. Nachdem nach einigen Tagen die bei der Hamburger Filiale bc- schäftigten Isolierer die Arbeit einstellten, folgten ani Montag, den 13. Juli, 14 Kollegen der Filiale Berlin. Wir hoffen be- stimmt, daß in allernächster Zeit auch die übrigen Filialen Breslau, Düsseldorf usw. folgen werden, um dadurch den Sieg der Celler Kollegen zu einem vollständigen zu machen. Wir richten daher an alle Bauhandwerker wie Maurer, Zimmerer, Rohrleger usw., die dringende Bitte, uns dadurch zu unterstützen, daß sie dem Unterzeichneten Mitteilung machen, wenn auf irgend einem Bau oder Betrieb Streikarbeit für obige Firma verrichtet wird. Der Vorstand. Hermann Lange, Berlin, Steinstr. 38. k Der Zicgeleiarveiterstreik in EiscnVerg S.-A., der am Freitag früh in dem Randhahnschen Ziegel- und Chamottewerk ausbrach, ist beendigt. Ein EiuigungSamt, das am Sonnabendnachmittag tagte, hat nach zweistündiger Verhandlung die Differenzen beseitigt. Aussperrung der Holzbildhauer in Nürnberg. Zwischen der Vereinigung der Prinzipale im Holzbildbauer- gewerbe und der Arbeiterorganisation in Nürnberg lvurde ein Tarif- verlrag abgeschlossen, in dem unter anderem die Z'/zstündige Arbeits- zeit festgelegt ist. Da nun in der Eysserschen Möbelfabrik noch die neunstündige Arbeitszeit besteht, forderte die Vereinigung der Unter- nehmer, die bei diesen beschäftigten Arbeiter sollten ebenfalls neun Stunden arbeiten oder dafür sorgen, daß auch in der genannten Fabrik die Arbeitszeit auf 8>/z Stunden reduziert werde. Darauf konnten sich die Arbeiter umso weniger einlasse», als in der Eyffer- schen Fabrik fast gar keine Bildhauer beschäftigt sind und die Firma ihre Bildhauerarbeiten bei den Mitgliedern der Prinzipalvereinigung herstellen läßt. Ebenso wenig waren sie geneigt, sich die Arbeits- zeit verlängern zu lassen, weshalb die Aussperrung verfügt wurde. Z« be« gescheiterten Verhandlungen im Plattcngewerbe des Rheinisch-Westfälischen Industriegebiets. Die Arbeitgeber hatten sich bereit erklärt, bei ihren Kollegen dafür einzutreten, daß ein Stundenlohn von 72 Pf., der bisher bereits überall gezahlt, auch weiterhin gezahlt werde. Da in den bestehenden Akkordsätzen des in Frage kommenden Vertrag- gebietes erhebliche Differenzen bestehen, wurde eine Kommission gewählt und beauftragt, einheitliche Akkordsätze aufzustellen. Diese Kommission hatte zu dem Zweck in zwei Sitzungen der- handelt und einen Entwurf vorgelegt, nach welchem bedeutende Verschlechterungen der Akkordsätze für einen Teil der Lohngebiete «ihlteten sollte.''.•.'.. 1.. Dieser Entwgxf Mxh/ ,pon.chnpp Konferenz, an her Vertreter sämtlicher Lohngebiete teilnahmen, einstimmig abgelehnt. - Darauf fand am 16. Juli in Essen unter Leitung des Assessor Hüttncr eine Verhandlung statt, die nach dreistündiger Tagung scheiterte. Während die Unternehmer einen Einheits- tarif für das ganze Vertragsgebiet forderten, erklärten sich die Arbeitnehmer bereit, zu den bestehenden Akkordsätzen in den ein zelncn Lohngebicten weiterzuarbeiten. Mit der Schaffung eines Generaltarifs sei man einverstanden unter der Bedingung, daß ein Ausgleich nach oben und nicht, wie die Unternehmer es wünschten, nach unten vorgenommen werde. Dieser Aus- gleich könne in einigen Monaten herbeigeführt werden. Da die Unternehmer diesen Vorschlag ablehnten, waren weitere Berhandlungen zwecklos und als gescheitert zu betrachten. Huolanck. Das Bombenattentat in MalmS und die Arbeiterschaft. Allen Berichten der schwedischen Presse nach zu urteilen, ist tatsächlich in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Bombenan- schlag auf das Streikbrecherlogisschiff„Amalthea" in Malmö ver- übt worden, augenscheinlich, um den Streikbrechern einen Schreck einzujagen. Nach einer Meldung des schwedischen Telegramm- bureaus ist bereits ein blutjunger Mann verhaftet, den man für den Täter hält. Er soll ein sehr fanatisches Mitglied der jung- sozialistischen Partei sein, und man glaubt, daß er die Tat allein vollbracht hat. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft hat selbst. verständlich mit jenem Verbrechen nichts zu tun. Die Jungsozialisten oder Anarchisten, denen der angebliche Attentäter angehören soll, bekämpfen mit allen Mitteln der Verdächtigung und Verleumdung gerade die Sozialdemokratie, ebenso wie ihre ärgsten Widersacher auf der Rechten, die Konservativen, die nun wieder in besonders blutgierigen Artikeln und Reden gegen die Arbeiterschaft des eigenen Landes Hetzen, während sie die englischen Streikbrecher als Muster der Tugend in ihr Herz geschlossen haben. Ist wirklich jene Bluttat von einem ehrlichen Fanatiker begangen, der darin wie der Schillersche Tell ein Mittel der Volksbefreiung erblickte, so könnte man sie ebensogut als eine Frucht der konservativen, wie der anarchistischen Propaganda der Tat bezeichnen. Die Abteilung Malmö deS TransportarbeiterverbandeS hat am Montag einstimmig eine Resolution angenommen, in der sie ihre entschiedene Verurteilung ausspricht über„jenes rohe und törichte Verbrechen, das unsere Feinde� natürlich zum Schaden der Sache der organisierten Ar- beiterschaft ausnutzen werden." Durch die Bombe wurde bekannntlich einer der Engländer ge- tötet und sieben wurden verwundet nach dem Krankenhaus gebracht. Zwei sind bereits wieder entlassen worden, und die übrigen sind auch außer Gefahr. Der schwedische König hat es für gut befunden, die verwundeten Streikbrecher zu besuchen. „Socialdemokraten" schreibt dazu: „So scharf wir auch die Schandtat sowohl wie ihre Hinter- männcr verurteilen, sind wir doch genötigt, zu konstatieren, daß der königliche Besuch bei den Verwundeten eine besonders un- passende Demonstration war. Die englischen Streikbrecher werden dadurch nicht moralisch besser, daß eine brutale Schandtat gegen sie verübt wurde. Sie haben sich verkauft, um schwedischen Arbeitern das Brot aus dem Munde zu nehmen, und eS durfte unter keinen Umständen der Anschein erweckt werden, daß Schwedens König zu solcher Tat ermuntert. Es liegt auch sehr nahe, daran zu erinnern, daß einer dieser importierten Eng- länder, ein gewisser Collins. in Norrköping seinerzeit ein paar schwedische Arbeiter mit Messerstichen arg verwundete, wofür er auch zu Strafe verurteilt wurde. Aber d a m a l s hörte MäN' Vichts von diner zur Erkundigung nach der Verwundeten."— Automöbiltour dem Befinden Der unter dem Verdacht, das Attentat auf das LogiSschif „Almathea" verübt zu haben, Verhaftet, ist ein 21 Jahre alter Bautischler A. Nilsson aus Malmö. Der Verhaftete jst in letzter Zeit ohne Arbeit gewesen.- ,, Von der Aussperrung in Schweden. Bei den Buchbindern hat die Aussperrung bereits begönnert, und zwar find am 13. Juli in Stockholm 1266 und in Eskilstuna ISO Mitglieder des schwedischen Buchbinderverbandes ausgesperrt wordeir, weil sie einen fünfjährigen Tarifvertrag, der sehr niedrige Lohnsätze enthielt, nicht akzeptieren wollten. Zuzug von Buchbindern nach Schweden ist daher strengstens fernzuhalten. Lohnkürzungen in Amerika.' Ein Uebereinkommcn, das zehntausend Stahlarbeiter in Penn sylvanien und den mittleren Westen betrifft, und das am 36. Juni 1666 endigende Jahr umfaßt, wurde am Sonnabend in Detroit festgestellt. Es sieht Lohnkürzungen von zwei bis acht Prozent vor. Versammlungen. Die Gruppe der Zementierer, Einschaler und Hilfsarbeiter vom Zentralverband der Maurer versammelte sich am Sonntag morgen im Gewerkschaftshause, um zur Akkordarbeit Stellung zu nehmen und das Resultat der Bautcnkontrolle vom 16. Juni zu hören. Die Gesamtzahlen sind dieselben, die schon im Bericht über die Versammlung der Rabitzspanner veröffentlicht worden sind. Die speziellen Zahlen für die Verhältnisse der Angehörigen der versammelten Gruppe sind wie folgt: Unter den 3627 Kon- trollierten befinden sich 326 Zementierer, 326 Einschaler und 666 Hilfsarbeiter. Von den übrigen sind SS8 Rabitzputzer, 113 Einschalwandputzer, 383 Rabftzspanner und 424 Träger. Organisiert waren von den Zementierern 273, unor- ganisiert S6, von den Einschalern 367, unorganisiert 13, von den Hilfsarbeitern.634, unorganisiert 266. Im Lohn arbeiten von den Zementierern 253, im Akkord S, arbeitslos waren am Tage der Kontrolle 41, krank 9, in anderen Berufen beschäftigt 21. Von den Einschalern arbeiten im Lohn 215, im Akkord 15, arbeitslos waren 66, krank 12, in anderen Berufen beschäftigt 18. Von den Hilfs arbeitern arbeiten im Lohn 822, im Akkord 9, arbeitslos waren 36, krank 5, in anderen Berufen beschäftigt 28.— Von den Jemen- tierern arbeiten 171 für 72)6 Pf. und 26 für 75 Pf., einen höheren Lohn erhielten 38, unter dem Lohn arbeiteten 23 Zementierer. Von den Einschalern arbeiten 182 zu 62)6 Pf. und 27 zu 65 Pf., einen höheren Lohn erhielten 16, unter dem Lohn arbeiteten zwei Einschaler. Von den Hilfsarbeitern arbeiten 218 zu 56 Pf., 526 zu 55 Pf. Stundenlohn, einen höheren Lohn erhielten 24, unter dem Lohn arbeiteten 63 Hilfsarbeiter. Die Arbeitszeit beträgt in der Gipsbranche meistens 8)6, höchstens 6 Stunden, in der Zement- blanche 6, höchstens 16 Stunden. Die Akkordarbeit kommt bei dieser Gruppe wenig in Betracht, denn von den 1549 oben aufgezählten Zcmcntierern, Einschalern und Hilfsarbeitern arbeiten nur 29 im Akkord. Dagegen hat das System der Zwischenmeister, der„Akkordschieber", überhand- genommen und muß bekämpft werden. Die Versammelten er- klärten sich prinzipiell sehr scharf gegen die Akkordarbeit, über- lassen es aber der Generalversammlung, in bezug auf den be- stehenden Beschluß, Akkordarbeiter vom Verband auszuschließen, eine Entscheidung zu treffen. Gericbta- Zeitung. VC. Haftpflicht bei Kanalisationsarbeiten. Gegen die Tiefbau- und Maschinenfabrik Friedrich von Hof in Bremen hatte der Maurer Ohl in Köpenick Klage auf Schadlos- Haltung aus folgendem Unfall erhoben. Aus Anlaß von Kanali- sationsarbeiten, die von der beklagten Firma für die Stadt Köpenick ausgeführt worden waren, war in der Müggelheimer Straße eine längere, 2 Meter breite Grube ausgeworfen worden. In diese Grube ist der Kläger am Abend des 26. Juli 1665 ab- gestürzt. Die Grube war mit Mauersteinen umgeben, und über sie war eine nicht befestigte Bohle gelegt. Nach der Feststellung des Kammergerichts ist diese Bohle aber nicht dazu bestimmt ge- Wesen, um vom Publikum für das Ueberschreiten des Grabens benutzt zu werden. Das Kammcrgericht nimmt jedoch auf Grund der tatsächlichen Feststellungen an, daß die Grube der Ver- Wahrung bedurft hätte und daß die Mauersteine nicht als Ab- sperrung hätten dienen können. Infolgedessen und unter Be- rücksichtigung der Unvorsichtigkeit des Klägers erklärt das Kammer- gcricht, daß die Beklagte schuldhaft unterlassen habe, die ihr ob- liegende Pflicht zur Verwahrung der Grube zu erfüllen und deS- halb dem Kläger gegenüber zur Hälfte für die entstandenen Schäden ersatzpflichtig fei. Gegen dieses Urteil hatte die Beklagte Revision beim Reichs- geeicht eingelegt. Der 6. Zivilsenat erkannte auf Zurück- Weisung der Revision, indem er dazu in seiner Be- gründung unter anderem folgendes darlegt: Die Vorschrift des § 367 Nr. 12 Str. G. B., worin die Verwahrung einer auf einer öffentlichen Straße, befindlichen Grube gefordert wird, richtet sich an die Beklagte, die die Unternehmerin der Kanali- sationsarbeiten Wae und über die Art ihrer Ausführung zu be- stimmen hatte. Sie ist also diejenige gewesen, die sich der Unter- lassung schuldig gemacht hat und sie haftet auf Grund von§ 823 Absatz 2 B. G. B. Das Berufungsgericht hat mit Recht ange- nommen, daß, was die Beklagte geltend gemacht hat, nicht ge- eignet gewesen ist, sie zu entlasten. Sie hat nur behauptet, bei der Auswahl derjenigen Personen, denen sie die Ucberwachung der Arbeiter in Köpenick übertragen habe, die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt zu haben. Sie sei auf Verlangen bereit, die Zeugnisse, auf Grund deren sie Z. und G. angestellt habe, vorzu- legen und sie beantrage, beide Personen auch über den Inhalt der Zeugnisse zu vernehmen. Auf Befragen des Gerichts hat die Beklagte dann noch erklärt, sie könne über den Inhalt der Zeugnisse oder über Tatsachen, aus denen sich die Befähigung und Zuver- lässigkeit der beiden Personen ergebe, Einzelheiten nicht anfuhren. Es kann nun schon in Zweifel gezogen werden, ob die gestellten Anträge überhaupt eine Beweisantretung sind und nicht vielmehr ein bloßer Versuch, mit Hilfe des Gerichts Beweise zu ermitteln. Aber auch bei der für die Beklagte günstigsten Deutung ihres Vorbringens ist es ungenügend. Denn hier handelt es sich nicht um die allgemeine Brauchbarkeit der beiden Personen für die Ausführung von Kanalisationsarbeiten, sondern um die Frage, ob ihre Anstellung der Beklagten die Sicherheit geben durfte, daß die Baugrube genügend verwahrt wurde. Nach dieser Richtung hat die Beklagte keine Tatsachen behauptet und unter Beweis gestellt._ Grabreben strafbar? Der erste Strafsenat des Kammergerichts hat bisher die Fest- stellung der Strafkammern, daß das Halten einer Ansprache am Grabe eines Parteigenossen, verbunden mit der Niederlegung eines Kranzes mit roter Schleife, ein Leichenbegängnis zu einem un- gewöhnlichen mache, zur Verurteilung der betreffenden Grabredner wegen Vergehens gegen das nunmehr aufgehobene preußische Ver- einsgesetz für ausreichend erachtet. In der Strafsache wegen einer gleichen Handlung gegen den Töpfer W., der am 26. Oktober v. I. bei der Beerdigung eines Genossen im Namen des Berbandes der Töpfer einen Kranz mit roter Schleife niedergelegt hatte, war im Gegensatz vom Schöffengericht von der Strafkammer des Landge richts aiigenolNmen, daß sich die gesprochenen Wolke in dem Nähme« einer einfachen Trauerkundgebung bewegten, und daß sie nichi geeignet waren, die Feierlichkeit und die öffentliche Ordnung zu gefährden. Aus diesem Grunde hat das Berufungsgericht die schöffengerichtliche Verurteilung aufgehoben und auf Freisprechung erkannt. Hiergegen hat die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Revision beschritten und geltend gemacht, daß das Halten einer Grabrede ohne die erforderliche Genehmigung und gleichzeitige Niederlegung eines Kranzens mit roter Schleife stets ein außer- gewöhnliches Leichenbegängnis darstelle. Der Verteidiger, Rechts- anwalt Dr. Herzfeld, hatte sich in der Revisionsbcantwortung da- rauf beschränkt, den Angriff, da er sich gegen die tatsächliche Fest- stellung richte, für verfehlt zu bezeichnen. Hierin trat das Kammer- gericht mit dem Oberstaatsanwalt dem Verteidiger bei. Die staats- anwaltliche Revision wurde zurückgewiesen,, Die Höllenmaschine in der Berufungsinstanz. Vor dem Kulmbacher Schöffengericht war der Vorsitzende deS Sozialdemokratischen Vereins Wilsberg, Steinschleifer Guntow, beschuldigt, am 27. Februar, als die Arbeiter der Müllcrschen Steinschleiferei in den Streik traten, vor Verlassen der Arbeit in seinem Werkzcugschrank eine Büchse mit Schwefelsäure derart auf- gestellt zu haben, daß sie bei Oeffnen des Schrankes umfallen und den Oeffnenden begießen mußte. Der Fall gab auch der Reichs- Verbandspresse Stoff zu einer großartigen Schauergeschichte. Vor dem Schöffengericht wurde nachgewiesen, daß Guntow diesen „Apparat" schon seit Jähren in seinem Schrank aufgestellt hatte, weil ihm öfters Sachen abhanden gekommen waren, und daß die Büchse lediglich Wasser aus oem Schleifkübcl enthielt, das mit einer ganz geringen Dosis Schwefelsäure versetzt, aber voll« kommen unschädlich ist. Guntow selbst hat sich schon wiederholt, wenn er seinen Schrank, ohne an die„Höllenmaschine" zu denken, öffnete, mit dem Wasser begosien. Trotzdem wurde er damals wegen Körperverletzung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Das Landgericht Bayreuth verwarf seine Berufung in der Annahme, daß er nachträglich noch einmal in den Betrieb zurückgekehrt sei und die Büchse mit Schwefelsäure gefüllt habe. Zu dieser An- nähme kam das Gericht durch die Aussage des Werkmeisters Bau- mann, der. als er den Schrank Guntows nach Ausbruch des Streiks kontrollierte und der Inhalt der Büchse sich über ihn ergoß, ein Brennen auf der Wange verspürt haben will. Wäre wirklich. Schwefelsäure in der Büchse gewesen, so wäre es mit einem ein- fachen„Brennen" wohl nicht abgegegangcn. Das Urteil kann als ein gerechtes bei dieser Sachlage nicht angesprochen werden. 9 Jahre Zuchthaus gegen eine« Lehrling!' Der Steinmetzlehrling Josef Tausend war. jedenfalls nicht ohne Grund, seinem Lehrherrn entlaufen und auf die Wanderschaft gegangen. Als sein Schreiben an die Vormundschaftsbehördc um Zusendung eines Geldbetrages aus seinem Vermögen ohne Erfolg geblieben war, glaubte er, sein Lehrmeister sei daran schuld. Aus Atzrger darüber zündete der Bursche bei seiner späteren Rückkehr des Lehrmeisters Haus an. Das oberpfälzische Schwur- gericht in A m b e r g verurteilte nun den einfältigen Jungen zu der ungeheuren Strafe von 9 Jahren Zuchthaus, 16 Jahren Ehrcnrechtsverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht._ Die unfehlbare Justiz. Vor dem Schöffengericht in Mitterteich(Bayern) hatte sich ein Arbeiter wegen Diebstahls zu verantworten. Er beteuerte seine Unschuld. Der Richter sagte, wenn er hartnäckig leugne, könne dies unter Umständen strafcrschwcrend in Betracht gezogen werden. Der Angeschuldigte„leugnete" aber weiter. Man ver- urteilte ihn dann zu acht Tagen Gefängnis, weil er trotz feines Leugnens"„überführt" sei.— Der Verurteilte wäre nun beinahe unschuldig ins Gefängnis gekommen, wenn sich nicht kurz vor Eintritt der Rechtskraft der eigentliche Schuldige freiwillig gc- meldet hätte. Der„Leugner" mußte nunmehr freigesprochen werden.. Letzte JVaebnebten und Depefebea Der 88 tc. Wie». 14. Juli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Im österreichisch-schlesischen Landgemeindebezirk Freiwaldau wurde heute im harten Stichwahlkampf Genosse Müller zum Reichsratsabgeordneten gewählt.- Die erste Nachwahl im neuen Hause hat unseren östcr- reichischen Genossen also einen neuen schönen Sieg gebracht. Glückaus zu weiteren Kämpfen I Zum Mannheimer Lohnkampf. Mannheim, 14. Juli.(B. H.) Die Verhandlungen zwischen dem Verband der Industriellen und dem Metall- arbeiterverband wegen des Ausstandes bei der Firma Brown. Bovery u. Co. wurden gestern bis spät in die Nacht hinein ortgesetzt. Wie die„Volksstimme" erfährt, verlief die Ver- ämmlung r e s u l t a t l o s. Es sei zweifelhaft, ob sich j» nächster Zeit eine Einigung erzielen lassen werde. Der Streik dauert über 5 Wochen. Beendeter Streik. Fiume, 14. Juli. obachtungen gehen dahin, daß manche Unternehmer nicht davor zurückschrecken, die in ihren Betrieben beschäftigten Personen an äusserst gefährlichen Stelle» und Maschinen arbeiten zu lassen, ohne auch nur für den primitivsten Schutz Sorge getragen zu haben!!!!" „An solchen Stellen wurden in einzelnen Fällen auch jugendliche und weibliche Personen angetroffen." „Sowohl vorgenommene Nachrevisionen als auch das sonstige Benehmen bieler Unternehmer ließen erkennen, welch geringes Vcr- ständnis den Schutzvorrichtungen entgegengebracht wird. Als Be- weis mag hierfür gelten, daß der Inhaber des einen der nach- revidierten Betriebe erklärte„er werde die Angelegenheit seinem Rechtsanwalt übergeben, sobald von Seite der Bcrufsgenosscnschaft noch weiter auf Herstellung der geforderten Schutzvorrichtungen bestanden werden..„Und dabei hatte dieser Unternehmer zwei höchst sicherheitsgesährliche Auszugsanlagcn in seinem Betriebe." „Neue und insbesondere unfallsichere Anlagen habe ich nicht gesehen, hingegen war ich häufig in der unangenehmen Lage, Neueinrichtungen jeglicher Art, wie Aufzüge usw. revidieren zu müssen, die mich, infolge ihrer in bezug auf Unfallverhütungs- Vorrichtungen höchst mangelhaften, ja sogar gänzlich ungenügenden Ausführung fast sprachlos machten!"„In allen diesen Fällen habe ich meine Ansicht offen kundgegeben und zwar mit dem aus- drücklichcn Bemerken, daß mich die betreffende Maschinenfabrik, wenn ihr mein Urteil nicht gefallen sollte, nur verklagen möge, dies ist aber bis heute von keiner Seite geschehen, da die in Betracht kommenden Firmen einer öffentlichen gerichtlichen Vcr- Handlung nicht Stand zu halten vermögen."„Würden solche Firmen mit entsprechenden Geldstrafen belegt werde» können, dann würden diese schrecklichen Zustände, wodurch den Maschinen» abnehmern ganz bedeutende Ausgaben verursacht werden, bald bc- seitigt sein." Die Unfallverhütungsvorschriften fehlten(in 146 Betrieben gänzlich, und meinte der Beamte:„DaS häufige Fehlen der Vor- schriftcn kennzeichnete allein schon die Gleichgültigkeit vieler Unter- uehmer und ist eine gründliche Besserung hierin sehr notwendig." Ter Aussichtsbeamtc der Sektion IV schreibt: „Bei den Betriebsbesichtigungen wurde nicht selten mit großer Erbitterung nicht nur über die Lasten, welche die Berufsgenossen- schaftcn auferlegen, sondern auch über die stets wachsenden Steuern und Abgaben geklagt. Insbesondere hat der neue Gerstenzoll, welcher sowohl von den Brauern, als auch von den Malzfabrikanten schwer empfunden wird, häufig zu Klagen Anlaß gegeben, und ging die Ansicht vieler Unternehmer dahin, daß die Eisistenz deS Klein- und Mittel- brauerS sehr in Frage gestellt sei. Weiter beschwerten sich mehrere Arbeiter eines größeren Be- triebes über hastende Arbeiten eines Obcnnälzers und zwar deshalb, weil durch dieses Verfahren ein Versicherter nicht unerheblich verletzt wurde, dies veranlatzte mich, bei der nächsten Revision sowohl den betr. Vorarbeiter als auch die Betriebsleitung auf die evtl. Folgen im Wiederholungsfalle aufmerksam zu machen." „Verstöße gegen die Unfallvcrhütungsvorschriften wurden in den 254 schon wiederholt revidierten Betrieben in großer Anzahl konstatiert, und waren insgesamt 5398 Auflagen nötig." Wieder waren die Verkehrswege mit 28,7 Proz. und die Auf- züge mit 20,39 Proz. an der Spitze. Entschiedene Mängel bestehen in der nicht selten beobachteten Oberflächlichkeit, womit pikle Unternehmer ihren Ketrieh ausüben. Huq der frauenbeweejung. Das Zentrum und die Frauen. Die Einführung des Reichsvereinsgesetzes gibt den politischen Parteien ein mehr oder minder anderes Gepräg», können doch jetzt Frauen als Mitglieder aufgenommen werden. Man ist sichtlich be- müht, die Frauen um das eigene Parteibanner zu scharen. Eine Ausnahme von diesem Werben um die Frauen machen nur die äußerst rechtsstehenden Parteien, die noch niemals von einer Be- tätigung der Frauen innerhalb deS politischen LebenS etwas haben wissen wollen. Ganz besonders frauenfreundlich stellt sich schon seit längerer Zeit daS Zentrum. Die Klerikalen haben ja stets ein wachsames Auge für Dinge, die sich entwickeln und der Kirche nützen können. Rechtzeitig hat daS Zentrum erkannt, welche Macht mit Hilfe der Frauen zu erringen ist, und hat es seine Agitation und Organisation ber«it» danach eingerichtet, die Frauen seinen politischen Zwstken dienstbar zu machen. Dem Zentrum kommt die polittsche Freiheit der Frauen gar nicht ungelegen. Schon längst steht eS dem Frauenwahlrecht nicht mehr extrem feindlich gegenüber; in weiser Erkenntnis der ausgelösten politischen Kräfte begrüßt eS nun mit Freuden das endlich errungene Verelnsrecht der Frauen. Die„Germania" geht auf die Materie näher ein, und erörtert, welche Taktik in Zukunft eingeschlagen werden muß, um die Frauen zu fesseln und im Sinne der Partei zu beeinflussen. ES heißt da: „Bisher waren die zentrumstreuen Frauen nicht müßig ge- blieben." Das stimmt! Genügend bekannt ist die Tatsache, daß weder Kanzel noch Beichtstuhl unbenutzt blieb, um die Frauen politisch zu bearbeiten. Unter dem Banne des religiösen Dogmas gelang daS nur zu gut. Keine andere Partei ist imstande, moralische Kräfte von solcher Werbefähigkcit, wie die Klerisei auszulösen vermag, in den Dienst politischen StrebenS zu stellen. Der Mißbrauch der Religion als politisches Propagandamittel ist konkurrenzlos. Ganz besonders schwer ist eS, die im Banne der Klerikalen gehaltene Frau auf- zuklären. Und Ivo die Frauen in den Fangarmcn der katholischen Kirche liegen, sind sie ein mächtiges Stärkungsmittel der Reaktion. Dasselbe Zeugnis, das wir den indifferenten Frauen immer ausstellen müssen, nämlich, daß es ihnen an Empfänglichkeit für Politik mangelt, stellt auch die„Germania" den Frauen aus. Sie lesen lieber„unter dem Strich", lesen außer Feuilleton höchstens noch lokale und vermischte Nachrichten, anstatt sich um die weit wichtigeren politischen, sozialen und sonstigen öffentlichen Angelegenheiten zu kümmern. DaS Zentrum wird nun in Zukunft die Agitation so ausbauen, daß die Frauen rechtzeitig den Kurs der verschiedenen Parteien studieren und bei den Wahlen„die einzigste Partei, die sich auf dem Boden der Gerechtigkeit und christ» lichen Nach st en liebe, der Verfassung und der Gleichberechtigung aller Bürger stellt," mit allen Mitteln zu unterstützen. Genau so, wie eS die Sozialdemokratie schon seither immer getan hat, soll in Zukunft in der Zentruinöpresse und in Zentrums- organisationcn auf die Frauen, die zum Teil Neulinge in der Politik sind. Rücksicht genommen, dem ungeschulten politischen Verständnis der Frauen Rechnung getragen werden. Die Organisationen werden mehr gemischte Versammlungen abhalten, deren Themata die Frauen Über Politik aufklären sollen. Daß politisierende Frauen ein Greuel seien, hörte man bis vor kurzem auch noch in Zentrumskreisen. Der Zweck heiligt die Mittel l Mancher Spießer wird sich notgedrungen von setner bisherigen selbstgefälligen Ansicht belehren müssen. Die Frau ist ein Objekt, das der ZentrumSparter besonders nützlich werden kann, und es werden nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses Objekt so zu bearbeiten, daß eS auch seinen Zweck erfüllt. Die Anstrengungen, die daS Zentrum macht, um die Frauen für sich einzufangen und durch die Kirche in seinem Bann zu halten, können für unS nur ein Ansporn sein, die der Frauenbewegung zu schenkende Beachtung zu erhöhen, deren Ausbreitung und Vertiefung mit allen Kräften zu fördern. Die Stärke der Parteien, der Geist, von dem diese in der Zukunft getragen sein werden, ist bedingt von dem Grade der Anteilnahme der Frauen und der Qualität der politischen Erziehung, die sie empfangen. Diese Tatsache muß unseres Handelns Bestimmer fein._ Heimglück. In allen Tonarten wird in bürgerlichen Kreisen das„deutsche Familienglück" oepriesen« in schwungvollen Dithyramben der traute" Herd gefeiert. Mit sentimentalen, bis zum Ueberdruß abgedroschenen Phrasen zaubert man ein sonniges Heim, ein inniges Zusammenleben hin. Mit Vorliebe führt man es als Ideal dem Arbeiter bor, bas er sich erringen fönne, fofern er fleißig und zufrieden sei und sich allen verhetzenden Einflüssen fernhalte. nicht. Luisenpart, Wilhelmsaue 112. Tiroler 0,00. Galizier, groß 16,50-17,00, bo. groß- mittel und a to ei Erwachsene gerichtet werden, und soll in ein bis atei| do. unfortiert 5,50-7,50, Tagen alles gewaschen und die Wohnung gereinigt werden. 13,50, bo. mittel 7,00, bo. flein- mittel 4,50-5,00. Gier, Land, unsortiert per Butter, per 100 Bib. Sonntags wird geflidt und Montags geht es von neuem an. Schod 3,40-3,50, bo. große 3,75-4,00. Ia 117--120, Ia 112-116, IIIa 104-110, abfallende 100-104. Ein solch abgeheztes Leben kennen eben die Leute auf dem Lande Saure Gurten, per Schod 4,50-5,00, bo. neute 4-6. Bieffer gurten Schock 4,00-4,50. Startoffeln, per 100 Pfund, Magdeburger, 1700 Mt. betragen die Einnahmen, 1800 Mt. die Ausgaben, neue blaue 5,25-6, do. blaue 5,25-6, do. Daberschje 0,00, do. weiße runde 0,00, do. Zerbster 4,50-5,00. Borree, per Schock Wie in Wirklichkeit das Familienglück aussieht, bezeugt die wie die Familie das Defizit deckt, geht aus dem Schreiben nicht do. mag. bon. 0,00, Buschrift einer Arbeiterfrau an ein weitberbreitetes Familien hervor." Der Milchberbrauch muß eingeschränkt werden, er darf 0,75-1,25. Meerrettich, per Schod 8-14. Spinat per 100 Bfund 15-20. blättchen. Der Mann dieser Frau hat regelmäßig Arbeit und ist 33 Bfg. im Tag nicht übersteigen..." Ist das nicht der Schmers Sellerie, grün, per Schockbund 0,80-1,50. 8wiebeln, per 100 Pfd. 5,50-6. Beterfilienwurzeln, per Hettich, relativ gut entlohnt. Er sowohl foie seine Frau find, allem zensschrei einer gequälten Mutterbrust! Das ganze Martyrium Beterfilie, grin. per Schockbund 1,00-2,00. Schockbund 6,00-7,00. Schnittlauch, Schockbund 0,50-0,80. Anschein nach, durchaus noch nicht von sozialdemokratischen Klassen einer Arbeiterfrau offenbart sich in dieser schlichten zuschrift. Aber junger, per 100 Std 4-5. Mohrrüben, Schock 1,25-2,00, do. Holländ., haßbazillen infiziert. Um so interessanter und überzeugender flingt lagen hilft nichts. Nur der Kampf bringt Erlösung. per 100 Bund 0,00. Radieschen, per Schock 1,25-1,50. Tomaten, ital. per die Schilderung des trauten" Familienglüds. Die Zuschrift 100 Pfund 8-12. Salat, Schod 1,50-2,00, do. Gubener 0,00. Kohlrabi, Lautet: Versammlungen Schoten, Veranstaltungen. Schod 0,50-1,00 Spargel 0,00. Starotten, Schod 3-4. Wir wohnen nun schon über zehn Jahre hier in Mannheim, Wilmersdorf. Donnerstag, den 16. Juli, 8%, Uhr, bei Dable, Rottohl, per Schod 8-10. 50 fb. 15-22. Wirsingkohl, Schod 5-6. Weißtohl, per Schod 5-10. Champignons, per 100 Pfund 30-50. wo auch alle Begleiterscheinungen der Großstädte herrschen, und Steinpilze 0,00. Pfefferlinge, per 50 Pfd. 25,00-40,00. Blumenkohl, das ja auch in Wirklichkeit schon seit vielen Jahren zu den GroßBittauer, p. 100 Std 10-14, do. Hamburger 12-14. Bohnen, grüne, städten selbst schon zählt. Wir haben fünf Kinder im Alter von Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtlichen per 100 fb. 15-18, bo. Buff 2-4, do. ung. 0,00, do. ital. 0,00. Aepfel in 16 Monaten bis zu 14 Jahren. Wohnung: zwei kleine Bimmer Seisten per 100 Bfd., Stoch 0,00. Australier 0,00. und kleine Küche im Seitenbau, wir zahlen dafür 27 Mt. Martthallen Direktion.( Großhandel.). Ochsenfleisch In 68-73 pr. 100 lb. Staliener, per 100 ib. 18-25, bo. in störben per 100 Bfb. 0,00, do. in IIa 66-69, IIIa 56-58, Bullenfleisch Ia 63-69, IIa 52-57, Stübe, fett monatlich, find im Jahre 324 Mt. Unser Einkommen beträgt 49-59, do. mager 29-49, Freffer 50-60, Bullen, bänische 44-58. Stiften 0,00. Birnen, ital. 100 Bfd. 15-25. Pflaumen, ital. gelbe 100 Bfd. mit einem Verdienst als Heimarbeiterin 1700 mt. im Jahr, die sealbfleisch, Doppellender 105-120, Masttälber Ia 85-95, IIa 72-85, 17-20, bo. runde 100 Pfd. 18-20, bo. blaue lange 100 fb. 18-22. 100 Pfd. 30-35, bo. schwarze, 100 fund 0,00, Ausgaben ohne Kleidungsstüde und Neuanschaffungen ungefähr Kälber ger. gen. 52-69, bo. boll. 52-57. Hammelfleisch, Mast Stirschen, ital., do. Shlesische 7-14. 1800 m. Nun die Kinder. Wir Eltern sind beide gesund, lämmer 77-80, Hammel la 71-74, IIa 63-69, ungar. 0,00, Schafe bo. Gubener 10-17, do. Werderfche 10-17, Rheumatismus und akute Krankheiten, die wir beide schon früher 56-61. Schweinefleisch 58-60. Rebböde Ia per fb. 0,60-0,76, IIa 0,30 bo. Matten, ung. 20-30, do. ital. 30-35, do. Thüringer 9-14, do. Glas durchmachten, abgerechnet. Die Kinder tamen ausnahmslos bis 0,59. Rotwild m. Absch. per Pfb. 0,40-0,57, Damwild 0,55. Wildschweine, 10-16, do. faure 15-18. Erdbeeren, per 100 pfb. 0,00, holländische 10-15, Wald, hiesige 35-60. per pfb. 0,30-0,40. Frischlinge per fb. 0,00. Kaninchen Stud 0,00. Siefige per 100 Bfb. 10-20, Beelizer 0,00, fräftig zur Welt, nicht dick und schwer, aber gesund, und gewildenten Stüd 0,50-1,30. Stridenten Stud 0,40-0,65. Bierländer 18-30. Stachelbeeren, holländische, 100 Pfund 10,00, do. Hübner, Ia per diehen auch alle gut, bemerke jedoch, daß ich alle stillen konnte, Stüd 1,30-1,60, bito IIa Stüd 1-1,25, dito junge, Stüd 0,70-0,90. biefige 100 Bfb. 7-12. Blaubeeren, 100 fb. 20-22. Himbeeren, 100 Bid. und auch erst seit drei Jahren mit meines Mannes Gehalt und Hamburger Stüfen, Stüd 0,00, Boulets 0,60-0,90. 24-28. Johannisbeeren, Heidelberger, 100 fd. 8-10, do. biefige 100 fb. Sapaunen, deutsche, meinem Verdienst rechnen muß, während wir früher ein Geschäft per Stüd 0,00. Tauben, junge, per Stud 0,80-0,45, bito alte 0,00. 8-12. Apritojen, ital, 100 Bib. 20-25, do. ung. 13-18. Pfirsiche, frang. betrieben. Und dennoch haben wir unter unsern Kindern eines, bito italien. 0,00. Enten, per fund 0,00, bito per Stüd 1,50-2,25, Sito 12 Stück 2,50-3, bo. 1, 12 Stüd 2-2,50, 5o. 2, 12 Etüd 1,30-2,20, welches an Muskelschwäche leidet. Und woher kommt diese Gr. Hamburger, per Stüd 2,50--3,00. Ganse per Pfd. junge 0,50-0,57. Stal. per 100 Bid. 40-65. Ananas I, p. 3jb. 0,90-1,00, bo. II 0,40 bis scheinung? Sehr viel durch die zu engen Wohnungen. Für finder- dito per Stüd 2,00-3,50, dito, Hamb., junge, per Pid. 0,00. Hechte 0,50. Bananen, tanar, per 100 Bfd. 10-14, Jamaica 20-25, Felgen, in Bitronen, Meffina, 300 Stüc 7,00 bis 13,00, reiche Familien ist es ja fast unmöglich, überhaupt Auswahl in ber 100 Bid. 70-84, bo. matt 66-75, 50. groß 0,00, bo. groß- mittel Stiften 100 fb. 0,00. 0,00. Bander 0,00, do. Klein 0,00. Schleie 106-119, bo. holl. IIa 0,00. do. 360 Stüd 5,00-9,00. ben Wohnungen zu treffen. Dann auch macht viel aus die bo. hon. groß- mittel 0,00. Plöken 0,00, do. Ila 0,00, do. flein 0,00. Auswahl in den Speisen, für das Kindesalter entsprechend. Wer state, flein 0,00, do. groß 0,00, do. flein- mittel 106--107, bo. unfort. 79-102. Eingegangene Druckfchriften. aber kann die Kinder extra berücksichtigen in diesen Verhält Starpfen 70-77, Bleie, flein 0,00. Starauschen 74-80. els 42. nissen? Muß ich doch zuerst darauf sehen, daß der Mann als Fische 54, do. Klein 0,00, do. matt 30-40. Barse 0,00, bo. Klein 0,00. Albrecht Dürer in seinen Briefen. Von M. Buder.( Deutsche Winter Rheinlachs, pr. 100 Pfund 0,00, Amerikan. Charaktertöpfe, von 2. Capelle, Band II.) In Leinwand gebunden 2 M. Ernährer der Familie eine kräftige, wenn auch recht eine Noddow 0,00, Seelachs, p. 100 Pfund B. G. Teubner, Leipzig. fache Kost erhält, diese aber sagt den Kindern nicht immer so zu, Der Kampf. Heft 10. Sozialdemokratische Monatsschrift Desterreichs. für jene wären wieder Milch und Gierspeisen mehr am Plaze. Der bo. Hamb. Stiege 3-5, halbe Stifte 2-3, bomm. hod 1,50-7,00. Bro Jahr 6 Str. Vierteljährlich 1,50 Kr. Einzelheft 50 Heller. Verlag: Milchverbrauch muß eingeschränkt werden, er darf 33 Pf. im Büdlinge, dänische, ber all 4-5, Kieler 0,00, Bornholmer 0,50-0,75, Bien VI, Mariahilferstr. 89. Tag nicht überschreiten, und was bleibt uns Frauen des Stralsunder 5,00-6,50. Sprotten, Danziger, Stifte 0,00, do. Rügenwalder, Die Handlungsgehilfen Bewegung und Sozialpolitit von P. Lange. Arbeiterstandes, die wir noch mitverdienen müssen, übrig zur 0,00. Aale, groß ber fb. 1,10-1,50, bo. mittelgroß 0.90-1,10, 112 Geiten. Berlag: M. Josephsohn, Hamburg. Heringe per Shod 5,00-9,00. Schellfische, Stifte Kinderpflege? Man muß es ja fast als ein Wunder betrachten, tiein 0,60-0,90. Straubes Spezialkarte der Umgegend von Budow, Märkische wenn die Kleinen gesund und träftig sind. Als Heimarbei- 3,00-5,00, dito, Stifte 2,00-3,00. Sardellen, 1902 er per Anter 0,00, Schweiz, nebst Führer. 75 Pf. Verlag: Sul. Straube, Berlin SW. 18. 1904er 102, 1905er 102, 1906er 100. Schottische Bollheringe 1905 Der Monismus. Zeitschrift für einheitliche Weltanschauung und terin berfertige ich jede Woche 25 bis 30 blauleinene Hosen, 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 30-40. Kulturpolitik. Serausgegeben vom Deutschen Moniſten- Bund in Berlin W. 57. bie mit 16 Pfg. per Stück bezahlt werden. Also ein Verdienst Heringe, neue Matjes, per Zo. 0,00. Sardinen, ruff., Faß Jährlich 12 Hefte. Jahresabonnement 2,40 M. bon 4 Mt. bis 4.80 Mt. Nun nähe ich die ersten bier Tage 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, bo. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. Neue Deutsche Schule. Eine Monatsschrift für pädagogische Reform. ununterbrochen, in einer wahren eye oft. Freitag Reunaugen, Schodjaj 8, do. fleine 4-5, bo. Niesen 10. Streble per Schod Heft 1. Herausg.: H. Winterfeld. Verlag: Freie Schulgemeinde. Chars ist Ablieferung. Dann muß gleich die Wäsche für fünf Kinber gr. 0,00, bo. mittelgroß 0,00, bo. flein- mittel 9,00, do. fleine 4,00, Ilottenburg. 60 f. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Görliker Viertel. ( Bezirk 219, II.) Nachru f. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der NabigSpanner 219/8 August Hahn ( Grünauer Str. 35) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Nachruf. Am 9. Juli verstarb unser Mite glied, der Tischler Ferdinand Pinkpank Brunnenstraße 84. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung hat am 13. Juli auf dem Städtischen Friedhof in Friedrichsfelde bereits stattge funden. 228/2 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 13. Juli verstarb mein lieber Mann, unser guter Vater, der Restaurateur Max Schuhmann Marienburger Str. 8. Im Namen der Hinterbliebenen we. Schuhmann nebst Kindern. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Juli, nachm. 5%, Uhr, von der Halle des Bartholomäus Stirchhofs in Faltenberg aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verivaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Julius Wiechmann gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes in der Bappel- Allee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 119/5 Die Ortsverwaltung. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 11. Juli verstorbenen Lithographen Heinrich Benckert findet statt am Mittwoch, den 15. Juli, nachmittags 5 Uhr, bon der Leichenhalle des Petri- Kirchhofes, Friedenstr. 84. 5565 Das Komitee. Hierdurch allen Freunden, Betannten und Parteigenossen bie traurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter 36922 Elfrieda im Alter von 4% Jahren nach furzem, aber schwerem Krankenlager verstorben ist. Dieses zeigen, um stilles Beileib bittend, tief= Betrübt an Emil Barkowski. Luise Barkowski. geb. Sziedat. Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. b. M., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des St. Georgen- Friedhofes, Landsberger Allee, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Waters, des Kohlenhändlers Christian Kubilluns sagen wir hiermit allen Bekannten und Berwandten sowie dem Wahlbezirk 210 und dem B. Sp.-C. Apollo 1905" unseren herzlichen Dant. Wwe. Emma Kubilluns b Jhr Hut und Sohn. muss gereinigt werden mit Hutwäsche 81452* Feuerrad 1 Pack 25 Pi. 3 Pack 65 Pf. ZurRenovierung bereits gefärbter Hüte in gleicher Farbe od. dunkler Eck- Destill. ete 2200. Fritz Kratz, Berlin N. 39 Altes Gefchäft! 1 Pack 35 Pf., 3 Pack 1 M. Lorkingstr. 7, Ede Putbuserstraße Reinickendorferstr. 119. aum Ditober zu vermieten! Gute Rage. In allen Drogerien, Apothek. usw. Danckelmannstr. 29, Herstweg 25 amstaiserdamm u.Kaif Friedrichstr.103, Charlbg. bill. 2-5 8immer Wohnung. m. 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Darlehens- Conto • 2312,01 . 6727,45 5181,35 85, 41,10 1470, 9.6727,45 Gewinn- und Verlust- Conto pro 1907. Handlungs- Untoften- Conto. 8532,74 Badwaren- Berluft- Conto. 4062,78 Lohn- Conto Bruttogewinn pro 1907. Berlust pro 1907 B 11914,41 9.24509,93 22197,92 2312,01 M. 24509,93 1. Eingetretene Genoffen pro 1907: Steine. 2. Genossen am Jahresschlusse: 11. 3. Ausgeschiedene Genossen in 1907: 6. 4. Verminderung der Geschäftsguthaben: 600 M. A 5. Gesamt Haftsumme der Ge noffen: 830. [ 106/12 Rigdorf, den 13. Juli 1907. Bäckerei- Genossenschaft. eingetragene Genossenschaft mit be schränkter Haftpflicht. Der Vorstand: 6. Fachse, Geschäftsführer. Otto Jahn, Staffierer. Der Aufsichtsrat: Louis Krusemart, Borsitzender. Der große Inventur- und Total- Ausverkauf im Anschluß an die Reise- Saison bei Westmann 1 der Jerusalemer Straßo, von der' Andreasstraße, Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a koin Eckhaus, 2. Haus v. und Berlin NO., Große Frankfurter Straße 115 kein Eckhaus, 2. 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Mittwoch, den 15. Juli cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Donnerstag: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 25 Sonnabend: 2 mal 2 5. Passage- Theater. Der größte Saisonerfolg Gastspiel Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin in Stimmung Das Tollste vom Tollen und die neuen Juli- Spezialitäten. chweizer Garten. Am Königstor Am Friedrichshain. Theater des Westens. Täglich: Theater- Vorstellung, Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dslar Strauß. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 ur. Schauspielhaus. 8 uhr. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Pilk. Mittwoch, den 15. Juli: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Spezialitäten und Ball. Neu: Piccards tomische Pantomime: Die Einbrecher von New York. Jeden Abend Das Lieserl. 10 Uhr: Singspiel in 1 Aft. Boltsbelustigungen. Sinematograph. Jeden Mittwoch: Kinderfreudenfeft. Sensationsschauspiel in 4 Atten von Berliner Prater- Theater E. M. S. Mc. Lellan. Donnerstag: Die Diebin. Freitag: Die Diebin. Lustspielhaus. Sommerpreise. Abends 8 Uhr: Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 412 Uhr. Die blaue Maus. Im Saale: Täglich gr. Ball. DERNHARD ROSE THEATED Sr. Frankfurter Str. 132. Im Hause der Sünde Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Anfang 4 Uhr. Theatervorstellung. Spezialitäten. 1. a.: R. Mälzer Der grüne Teufel. Kottbuser Sanssouci, Str. 6. Dir. Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Don nerstag: Stets neues Berliner Brogr. Große Elite: Sänger Soireen, Einafter 2c. Diriamber und Tanzkränzchen. Beginn Sonntags 5, wochentags 8 Uhr. Metropol- Theater Max Kliems Das muß man seh'n. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Revue in 12 Bildern m. Gef. und Tanz. Täglich: Großes Konzert, TheaterAnfang 8 Uhr. Rauchen gestattet und Spezialitäten- Vorstellung. Cpollo Theater 10 11hr: Ein Bomben- Lacherfolg. London Suburbia. Große englische Burlest- Pantomime in 2 Bildern, ausgeführt von Bert Bernards Original- Stompagnie. 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Glode, Berlin, Drudu, Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u Berlageanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. auf. Nr. 163. 25. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Zeppelins Fernfahrt verunglückt. Konstanz, 14. Juli. Graf Zeppelin fuhr über die Stadt hin und kehrte unterhalb derselben wieder um. Eine Depesche aus Ueberlingen bestätigt die Rückfahrt des Luftschiffes. Um vier Uhr kreuzte das Luftschiff über dem See auf der Höhe von Friedrichshafen. " " " Mittwoch, 15. Juli 1908. fröhliche Grüße aus mit wehenden Tüchern. Schnell und sicher wird von in der angeblichen Berichtigung Reklame für sein Beitungsunter uniformierten Pflegern und Pflegerinnen Ordnung gebracht in die nehmen macht. Dieser Reklame werden wir natürlich nicht die lärmenden Reihen. Aus dem Portal des„ Herrenhauses", der leichtesten Spalten des Vorwärts" öffnen. Im übrigen sollen unsere Leser, Das Deutsche Reich hat bekanntlich das lenkbare Zeppelinsche Männerstation, taucht ein seltsames Festbanner auf, und noch seltsamer ist um sich selbst ein Urteil über Hartmanns Angaben zu bilden, den Luftschiff anzukaufen beschlossen unter bestimmt festgesetten Be- die kostümierte Gestalt des Trägers, beides wie die Faust aufs Auge dieselben den preßgesetzlichen Bestimmungen nicht entspricht. fachlichen Inhalt der angeblichen Berichtigung erfahren, obwohl dingungen. Diese Bedingungen bestehen in der Hauptsache in der zum Irrenhause passend. Mit brausendem Jubel wird die Musik Herr Hartmann sagt, es sei unwahr, daß er jemals behauptet Zurüdlegung einer bestimmt vorgeschriebenen Luftstrecke. Die begrüßt, eine echte Berliner Radaukapelle. Die Instrumente sind habe, er gebe seine Fachzeitschriften, Bücher und Broschüren aus Fahrt soll vom Bodensee über Basel- Straßburg rheinabwärts nach zumeist aus Holz und Bappe, selbst die Baute haben intelligente reinem Jdealismus heraus. Wahr fei, daß er dadurch seinen Mainz gehen und eventuell nach Kreuznach- Metz. An den wich- Geistestrante aus einem alten Faß zurechtgezimmert. Zwei Geigen, Lebensunterhalt will bestreiten. Nicht wegen der ausgiebigen figsten Punkten sind der Kontrolle halber Automobile aufgestellt, eine Gitarre, eine Ziehharmonika sorgen dafür, daß in dem höllischen redaktionellen Besprechungen habe die Diamalt"-Gesellschaft ihre die das Luftschiff verfolgen sollen. An der Fahrtbeobachtung sind Spektakel wenigstens etwas Melodie kommt!„ Achtung 1" schallt es Inserate höher bezahlt als anderswo, sondern weil sie sich in dem 22 Automobile beteiligt, in jedem befindet sich ein Offizier. jegt in fräftigem Unteroffizierston die langen Reihen entlang. Vor- anderen Blättern. Es sei unwahr, daß die" Diamalt"-Gesellschaft Blatte Hartmanns bessere Insertionserfolge versprach als in Der Aufstieg erfolgt von Friedrichshafen aus. Es ist eine wärts marsch!" Und mit dem Pariser Einzugsmarsch, der hier den Aus einen ungewöhnlich hohen Insertionspreis bezahlte und Hartmann 24ftündige Fahrt in Aussicht genommen. marsch aus dem Gefängnis verherrlicht, setzt sich der Zug von etwa acht noch höhere Forderungen stellte, wahr sei dagegen, daß die Ueber die Fahrt selbst liegen bisher folgende Nachrichten vor: hundert Geistestranten taktmäßig in Bewegung. Sie find gut Diamalt"-Gesellschaft nicht einmal die Preise des Hartmannschen Friedrichshafen, 14. Juli, 2 Uhr 10 Min. Während man die dressiert. Vorsichtig hat man alles, was die kurze Freude stören Inferatentarifs zahlte. Weiter sagt Herr Hartmann, er habe der Abfahrt Zeppelins erst für 4 Uhr erwartete, ist zu aller Ueber- tönnte, zu Hause gelassen. Als die ersten Frauenabteilungen mit Diamalt- Gesellschaft" nicht zu verstehen gegeben, daß ihr vor taschung das Luftschiff punkt 2 Uhr aufgestiegen. Es fuhr mit den Männern zusammen treffen, gibt es ein wahres Freudengeheul. anderen Firmen ein Vorteil für redaktionelle Besprechungen ein eleganter Wendung, wenn auch durch die starke Belastung für die Bei den allerwenigsten ist der Geist so abgestumpft, daß sie nicht geräumt werden fönnte, wenn ein größeres Inserat aufgegeben 24ftündige Fahrt etwas schwerfällig, in der Richtung nach Konstanz auch das arme Menschenherz schlagen hören. Und heute darf man würde, sondern er habe der" Diamalt"-Gesellschaft geschrieben, daß, wenn sie Vorzüge vor anderen Firmen haben wolle, fie sich jogar richtiges Süßholz raspeln, darf ganz in der Nähe die holde diese Vorzüge, d. h. bessere Insertionserfolge, durch ein Konstanz, 14. Juli, 2 Uhr 28 Min. Konstanz ist in fieber- Weiblichkeit anhimmeln und ohne viele Umstände die erste beste Maid größeres Inserat verschaffen könne. Die Diamali", hafter Aufregung. Auf den Ufern vogt eine niegesehene Menschen in den Arm nehmen. Gesellschaft habe ihre Inserate nicht wegen der hohen Preise zurüd. menge. In nervöser Spannung erwartet man Zeppelins große Der Festplatz ist erreicht. Ein Stück Wildnis ist's draußen vor gezogen, sondern er selbst habe die Annahme von Aufträgen ver Fahrt. Schon um 12 Uhr sind die Türme der Kirchen, die Dächer den Anstaltsmauern. Geschäftige Hände haben Tische und Bänke weigert. Weiter berichtigt" Hartmann, er habe nicht, wie die der Häuser, alle Straßen und Plätze dicht von Menschen besetzt. aus dem Erdboden gezaubert. Auch für eine Art Pariser Tanzplatz Diamalt"-Gesellschaft behauptet, deren Briefe bei der Konkurrenz Gegen zwei Uhr bemerkt man, wie der Ballon seiner Halle ent- ist unter grünem Dach gesorgt. Noch ein Weilchen zieren sich Männ- Firma zirkulieren lassen; wahr sei dagegen, daß er einen Brief schlüpft, einige Minuten später ist er in der Höhe und nimmt als- lein und Weiblein. Bald aber geht auch die legte Schen verloren, halten habe, der Konkurrenzfirma zeigte. der Diamalt"-Gesellschaft, der keine Redaktionsgeheimnisse ent bald Richtung gegen Konstanz, wo er von Geschüßsalben und dem und das feltene Vergnügen spielt sich programmäßig wie eine Mit diesen Berichtigungen" vergleiche man unseren Artikel, tausendstimmigen Jubel der Schuljugend und der wohl 40 000 Bu- richtige Berliner Landpartic ab, mit Drittabschlagen und, reisspielen, und man wird finden, daß sein Inhalt durch Herrn Hartmanns schauer begrüßt wird. Eben hat er die Stadt in der Richtung Brezelschnappen und Preiswettlausen, Tanz und Gesang. Jedem„ Berichtigungen" vollinhaltlich bestätigt wird. Er gibt unumwunden Schaffhausen passiert; es herrscht prachtvolles, Wetter. einzelnen wird sein Teilchen spärlich bemessener Freude. Etliche zu, daß feine Zeitschriften, welche der Bekämpfung der Roten, soAlte, denen das Zipperlein in den morschen Knochen sigt, dreschen auf wie der Förderung der Gelben dienen, nur geschäftliche Unterneh duftendem Waldboden munter ihren Stat. Hunderte von Flaschen, mit mungen sind, durch die er seinen Lebensunterhalt verdient. Was unschädlichem Braunbier und Limonade gefüllt, werden von durftigen zwischen redaktionellen Artikeln und Inseraten bestehen, die höher die Beziehungen betrifft, welche in der Hartmannschen Presse Kehlen geleert. Zum Abendessen wird so gut und reichlich auf- bezahlt werden als anderswo, so geben die, Hartmannschen Berich getischt, daß viele das Gebotene nicht zwingen können. Den Vater tigungen ein zwar etwas verschleiertes, immerhin aber so deutlich feiner Stranten" suche ich vergebens. Bielleicht brütet er foeben an erkennbares Bild von diesen Beziehungen, daß wir zur Kennzeich einem hochwissenschaftlichen Gutachten, das einem armen Menschen- nung des Geschäftsmanncs, der in dem gelben Bäckerverein ein so finde die Freiheit für immer verschließen foll. Oder ihm schlägt große Rolle spielt, nichts mehr hinzufügen brauchen. das Herz so lebenswarm, daß er es nicht über sich bringt, diese Waldkomödie, dieses Eintagsvergnügen der Geisteskranken mit meldet: Den vereinten Bemühungen der Berliner und sächsischen Zu dem Raubmordanfall auf den Chauffeur Nichter wird ges anzuschen. Auch die Herren Ober" haben mehr zu tun, Behörden war es gelungen, in der Person des Chauffeurs Albin als zu zeigen, daß sie nicht daß sie nicht bloß Hochgelahrte Aerzte, Bänker denjenigen Menschen zu ermitteln, der am Abend des 15. Mai Damit hat für heute die so groß angelegte Probefahrt Fiasto sondern auch auch fühlende Menschen sind. Nur ein bluts am Anhalter Bahnhof den Chauffeur Richter ersucht hatte, ihn nach junger Assistent hat sich eingefunden. Ist er aus Neugier Potsdam zu fahren. Bänker ist Sonnabend vormittag allen seiner Eine weitere Depesche über die Fahrt enthält folgende Mit- gekommen? Ist ihm das Herz noch nicht so verknöchert wie den zeit in Berlin ermittelten Zengen gegenüber gestellt worden. Die teilungen: älteren Kollegen? Lachend stecken die Hübschesten unter den Pflege- Bengen haben ihn mit ziemlicher Bestimmtheit wieder erkannt, inse Friedrichshafen, 14. Juli. Bu der heutigen Fahrt des Grafen rinnen die Köpfe zusammen. Und als der noch harmlose Nestulap besondere der Chauffeur Richter selbst, der nur hinzufügte, der Täter Zeppelin wird ergänzend gemeldet: Bei frischem Südwestwind ver- jüngling von einer dreisten Patientin nach dem Tanzplatz entführt wäre etwas dicker geworden, wohl infolge der guten Gefängnisfoft. lich der Ballon heute nachmittag 2 Uhr die Halle, umschwärmt von wird, ist der Vann gebrochen. Der junge Arzt fliegt aus einem Arm Bänker war nämlich in der Zwischenzeit zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe in Leipzig in Strafhaft gewesen. zahlreichen Booten und Gondeln. Um 2 Uhr 15 Min. erfolgte der in den anderen, bis er nicht mehr kann und pustend um Gnade bittet. gelang dein Untersuchungsrichter in Potsdam am Sonn Aufstieg. Langsam bewegte sich der Ballon zuerst einige Minuten Wie schön könnte es sein, wenn alle so dächten! Aber lange hält die abend nicht, Bänker zu einem Geständnis zu veranlassen, auf der Seefläche, stieg dann auf mit dem Kurs nach Konstanz, Gemütsregung nicht vor. Nirgends legt sich schneller eine Eisrinde dagegen hat Bänker auf dem Rücktransport nach Leipzig gefolgt von dem Drachenboot Gna und dem Sonderschiff Königin ums Menschenherz als im Irrenhause. Auch an ernsten Intermezzos seinem Transporteur ein teilweises Geständnis abgelegt und zu Charlotte. Um 2% Uhr schwebte der Ballon über Konstanz und fehlt es nicht. Mehrere Patienten haben auf geheime Verabredung gegeben, daß er der geheimnisvolle Fahrgast gewesen sei. Er habe umfreiste in größerem Bogen die Rheinbrüde in etwa 200 Meter den engen Nordon der Wärter durchbrochen. Wie auf Fligen jagen aber nicht die Absicht gehabt, Richter zu erschießzen oder zu berauben; Höhe und führte hierbei verschiedene Manöver aus. Er schlug fie dahin, hinter ihnen her eine ganze Schar von Auffchern. Ziveien er habe nur mit dem Revolver gespielt und dabei sei dieser Tos dann die Richtung nach Friedrichshafen ein. Um 3 Uhr 10 Min. gelingt die Flucht durch das dichte Nadelholz, den dritten hat man hat der Transporteur fofort telegraphisch nach Potsdam zurüc gegangen und die Kugel habe Richter getroffen. Dieses Geständnis ließ sich der Ballon in der Höhe von Meersburg auf das Wasser eingefangen. Das gibt Strafverlegung nach einer strengeren Station. gemeldet, worauf telegraphisch um Rücktransport des Zänker ersucht nieder, um sich neuerdings wieder zu erheben. Auf der Höhe von Als gleich darauf Appell abgehalten wird, stellt sich heraus, daß auch wurde. Am Sonntag vormittag ist Bänker dann drei Stunden lang Immenstaad fuhr er die Ufer entlang bis zur Halle, wo er um zwei weibliche Krante fehlen. Es sind ausgerechnet die beiden, im Potsdamer Gerichtsgefängnis unter Gegenüberstellung aller 34 Uhr einige Meter seeeinwärts landete. Von dem Dampfboot welche sich zur Feier des Tages ihre Privatkleidung erbettelt hatten. Zeugen vernommen worden und hat dabei ein volles Geständnis Buchhorn ins Schlepptau genommen, kehrte der Ballon 4% Uhr Weiberschläue! abgelegt; nur blieb er dabei, daß er den Richter nicht habe be in die Halle zurüd. Mit Einbruch der Dunkelheit geht's in geschlossenem Zuge, jetzt rauben und ermorden wollen. doppelt und dreifach sorgfältig bewacht, zurück zur Anstalt. Die Ein Opfer der Hite wurde gestern ein unbekannter, etwa meisten schwelgen noch im Momentbliz des Glücks, werden sich noch 30 Jahre alter Mann. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes der nicht bewußt, daß man ihnen nur einen Strohhalm von den Freuden Reinickendorferstraße wurde er auf den Gleifen plötzlich von einem des Lebens hingeworfen hat. Aber damit wollen wir nicht rechten. sammen. In diesem Augenblid tam ein Straßenbahnwagen der sikschlag betroffen. Besinnungslos brach er auf den Schienen zuDiese humane Sitte des modernen Jrrenhauslebens hat gewiß Linie 32 in schnellem Tempo herangefahren. Der Führer bremste manches für sich. Sie föhnt ein klein wenig aus mit den vielen zwar fofort, doch fonnte er nicht mehr vermeiden, daß der Ver Mißständen, an denen unser Irrenhauswesen trotz des geflissentlichen unglückte vom Vorderperron erfaßt und mitgeschleift wurde. Der Geschreis von Menschenliebe wahrlich nicht arm ist. Kopf wurde dem Ueberfahrenen schrecklich zugerichtet. Auch schwere innnere Verlegungen hat der Unbekannte anscheinend erlitten. In Der dankbare Kapellmeister. Die Glanztage der Berliner hoffnungslosem Zustand fand er im Virchow- Krankenhaus AufMilitärtapellen find wohl vorüber. Unsere alten populären Mili- nahme. tär- Stapellmeister haben fast sämtlich ins Gras gebissen. Neue Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod. Auf dem Friedhofe der Männer find an ihre Stelle getreten. Aber die enge Fühlung mit Märzgefallenen hat sich vorgestern nachmittag der 64 Jahre alte dem musikliebenden Publikum ist ihnen immer mehr abhanden Maurergeselle Robert Schulz aus der Grünauer Straße 6 erschossen. es alle so machen, wie am gekommen. Wenn die Modernen Eine weitere Depesche aus Friedrichshafen lautet: Friedrichshafen, 14. Juli. Gegen vier Uhr ist Graf Zeppelin in Manzell gelandet. An dem vorderen Motor ist der Kühlwasserventilator gebrochen. Der Schaden ist vorläufig behoben. Während der Fahrt konnte beobachtet werden, daß der vordere Motor nur felten arbeitete. Zeppelin hofft, morgen wieder aufsteigen zu tönnen. gemacht. Ulm, 14. Juli. Der Fortifikation Ulm ist vom Luftschiff des Grafen Zeppelin folgende Nachricht zugegangen: Westlich Konstanz brach der Flügel des Wasserkühlventilators um 2 Uhr 50 Min. Deshalb wurde die Rückkehr beschlossen. Jetzt ist der Schaden provisorisch gehoben. Morgen wird die Dauerfahrt wieder angetreten werden können. Graf Zeppelin, Partei- Angelegenheiten. Bierter Kreis. Den Mitgliedern des Wahlvereins geben wir Hiermit bekannt, daß am Dienstag, den 28. Juli bei Freher, KoppenStraße 29 die regelmäßige Generalversammlung stattfindet. Karlshorst. Heute, Mittwoch, den 15. Juli: 8ahlabend bei Sabrowski. Diskussion über den Vortrag des Genossen Umbreit, die Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses betreffend. " Mahlsdorf- Süd( Kiekemal.) Am Mittwoch, den 15. Juli, abends 8 Uhr findet eine Besprechung der Vorwärts"-Leser von Stiekemal im Lokal von Dräger( Heydekrug) betreffend lebernahme der Spedition durch den Wahlverein statt. Es werden alle Borwärts" Leser ersucht, sich zu dieser Besprechung einzufinden. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Landpartie im Irrenhause. " legten Sonntag jener Königliche Musikdirigent in einem Berliner Schulz hatte schon seit neun Monaten keine Arbeit mehr und flagte, Vorort, so darf das sinkende Interesse des Publikums nicht ver. daß er wegen seines Alters überall abgewiesen werde. Den Lebens wundern. Es wurde hier nämlich höchst abfällig bemerkt, daß der unterhalt erwarb seine Frau mit Bigarrenmachen, wobei er ihr betreffende Dirigent über den wiederholten Applaus des übrigens ettvas half. Sie konnte aber nicht verhindern, daß sie mit der durchweg guten Publikums nicht ein einziges Mal mit dem feit Miete in Rückstand gerieten. Vorgestern ging Schulz unter dem Jahrzehnten üblichen Dank durch Werbeugen quittierte. Anfangs Vorwande, daß er den Krankenkassenbeitrag für seine Frau bezahlen stugten die Konzertbesucher nur. Als sie aber bemerkten, daß der wolle, von Hause weg, begab sich nach dem Friedrichshain und tötete Herr Dirigent fich tonsequent setzte, ohne von dem Beifall die ge- fich auf dem Friedhof der Märzgefallenen durch einen Revolver ringste Notiz zu nehmen, ging es zum Angriff wie auf Kommando über. Bei den nächsten auserlesenen Konzertnummern erster Ton- schuß. Ein Parkwächter, der den Knall hörte, fand den Unglücklichen fünftler blieb alles fühl bis ans Herz hinan; keine Sand rührte tot auf. sich. Selbst der Knalleffekt des Abends, ein militärisch- humo- Der Vorfall wirft ein grelles Schlaglicht auf unsere heutigen ristisches Potpourri, erhielt nicht den geringsten Beifall. Aber gleich Zustände. darauf bei einer ganz minderwertigen Einlage rächte sich das Pu Drei Personen erfrunken. Der Wassersport hat wieder einmal blikum mit ebenso frenetischem als ironischem Beifallsklatschen. Gin drei Opfer gefordert. In der Havel ertrant der sechsjährige Sohn Tauber hätte die Absicht einer guten Lehre heraushören müssen. Paul des Mechanikers Haupt aus der Bergstraße in Nixdorf. Der Ob es auch der Dirigent gemerkt hat? Spötter wollten behaupten, Sleine hatte mit anderen Kindern in der Havel gebadet und war Entgegenkommen", das man für gewöhnlich Dank und Höflichkeit den Salt unter den Füßen und verschwand in der Tiefe. Er erc3 sei neuerdings den Militär- Kapellmeistern das rechtwinklige ahnungslos tief in das Waffer hineingegangen. Blötzlich verlor er nennt, von maßgebender Stelle streng verboten worden. Für die trant, che der Vorfall von anderen Personen bemerkt worden war. sehr hohen Spielhonorare, die den Militär- Musikdirigenten zum Im Tegeler See fand ein unbekannter, etwa 25 Jahre alter Schaden der Zivil- Berufsmusiker gezahlt werden müssen, haben sie solche Anstandsverbeugung auch nicht nötig. Wer es noch vor wenigen Jahrzehnten für möglich gehalten, den Kühnen Gedanken in die energische Tat umzusetzen versucht hätte man würde vielleicht ihn selbst für verrückt erklärt und ins Irrenhaus gesteckt haben. Heute huscht durch das Einerlei der Anstaltsordnung mit langen, hurtigen Sprüngen ein Freuden feufelchen, bald die Herren der Schöpfung anfeuernd, sich schmuck und fein zu machen, dann wieder all den weiblichen Schönen zu Mann den Tod in den Wellen. Er hatte sich zu weit auf den See raunend, wie sie den Männern am besten gefallen. Und wie sie's hinausgewagt und als er wieder zurückschwimmen wollte, verließen beherzigen, die Kurzsichtigen und Blinden im Geiste, dieses Wispern ihn die Kräfte ,, so daß er unterging und ertrank. Bei dem Verund Raunen des seltenen Gastes mit Namen Freude! In fie Aus der geschäftlichen Pragis cincs Häuptlings der Gelben. fuch, ein in die Schwemme getriebenes Pferd, das in der Spree in alle ist der Kobold hineingefahren. Die Mürrischsten hat er teil. Unter dieser Ueberschrift brachten wir in Nr. 144 des Vor eine Untiefe geraten war, zu retten, fand der Stutscher Hermann nehmend, die Verschlossensten gesprächig, selbst die Lustigsten erwartungs- warts" einen Artikel, welcher besagt, der Buchdruckereibefizer Wil- aus Alt- Stralau den Tod im Wasser. H. Hatte hinter dem Grundvoll gemacht. Denn da zupft er immer von neuem die grellbunte helm Hartmann, der angeblich aus reinem Idealismus für die Be- stück Alt- Stralau 34 das Pferd in die Spree getrieben. Das Tier Krawatte zurecht, und für jenen, der nur salonfähig mittun freiung der Bäckergesellen aus den Klauen der roten Heber, sowie geriet in einen Strudel und als H. hinzuschwamm, wurde er gleich will, treibt er noch im letzten Augenblic einen hoch im für die Sebung des Bädergewerbes fämpft und zu diesem Zived falls hineingerissen und ertrant. Die Leiche konnte noch nicht geBeitungen und Broschüren herausgebe sei in einem Flugblatt der borgen werden. Kreise stehenden Papierkragen auf. Leichter hat das Freudenmännchen Diamalt"-Gesellschaft gekennzeichnet worden als ein Mann, Selbstmord einer Vittoria- Schwester. Durch Morphinm hat sich es bei den Damen da drüben. Die wissen sich schon selber zu helfen, welcher das Fabrikat dieser Gesellschaft im redaktionellen Teil die 22jährige Krankenschwester Gertrud S., die im Pavillon X des nähen Spigen und Stickereien auf die Hellblauen Festkleider, steden seines Fachblattes anerkennend besprach, so lange er Inseraten- Urban- Krankenhauses Dienst hat, vergiftet. Die Schwester teilte mit tolette Tanzschuhe an die wollbestrumpften Füße und Füßchen, schürzen aufträge von derselben Gesellschaft erhielt, die für diese Inserate ciner anderen das Schlafzimmer und wurde von ihrer Zimmer das Haar in seltsame oder hochmoderne Frisuren, winden billigen, mehr bezahlte als anderswo sonst und daß mit der Entziehung der genoffin am Morgen tot im Bett aufgefunden. Welche Motive das glitzernden Schmuck und schillerude Bänder hinein. Inserate auch die redaktionellen Besprechungen der Diamalt"- Mädchen, das vom Bittoria Haus nach dem Urban entfandt worden war, in den Tod getrieben haben, steht noch nicht fest; es wird an Es ist drei Uhr nachmittags. Ganz gegen die Gewohnheit Fabrikate aufhörten. Mit Bezug auf diesen Artikel erhielten wir von Herrn Hertz genommen, daß es die Tat in einem Anfall von Schwermut auss öffnen sich wie auf Kommando die sonst fest verschlossenen Flügelmann ein Schreiben, welches er unter Beziehung auf das Preß geführt hat, obwohl von anderer Seite erklärt wird, daß Schwester türen der zahlreichen Stationen, lassen Hunderte lachender, kreischender, gefeß und unter Drohung mit dem Gericht als Berichtigung ab-. nie Andeutungen gemacht habe, daß sie lebensmüde sei. Die jauchzender Patienten an die Freiheitsluft. Hie Männlein, hie Weib- gedrudt zu sehen wünscht. Herr Hartmann ist so sehr Geschäfts- Angehörigen der Berstorbenen wurden von dem Tode ihrer Verlein auf taum hundert Schritt stehen sie sich gegenüber, tauschen mann, daß er, vielleicht ohne daß es ihm zum Bewußtsein fommt, wandten verständigt. Die bedrohte Sittlichkeit. Bu der Notiz, die wir in unserer gestrigen Ausgabe unter obigem Titel brachten, läßt das Berliner Polizeipräsidium durch Wolffs Telegraphenbureau folgende Meldung berbreiten: Infolge der gerade jeht in der Solsindustrie herrschenden großen Arbeitslosigkeit meldeten sich eine stattliche Anzahl Tischler, von denen aber nur 8 eingestellt wurden. Auch Herr Kaselow oder dessen Stellvertreter hätten besser getan, wenn sie die Arbeitsnachweise in Rigdorf oder in Berlin in Anspruch genommen hätten. Ober- Schönewveide. Berlin, den 14. Juli 1908. In der heutigen Ausgabe des Borwärts", Nr. 162, wird die Behauptung aufgestellt, daß ein in einer Diebstahlssache als Zeugin im Polizeipräsidium vernommenes junges Mädchen zunächst mit Fragen nach seinem sittlichen Vor- Bertretung im Kreistag. Bislang war die Gemeinde Oberleben und dann mit unsittlichen Anträgen durch den vernehmenden Schöneweide troh einer Einwohnerzahl von 18 000 im Kreistag Beamten belästigt worden sei. In dem betreffenden Zimmer des gar nicht vertreten, sondern hatte lediglich in Verbindung mit Polizeipräsidiums arbeiten gleichzeitig drei Kriminalfommiffare einer Anzahl ganz fleiner Landgemeinden einen Kreistagsabgemit den ihnen zugeteilten Unterbeamten, die sämtlich erklärt ordneten zu wählen. haben, daß keinem von ihnen derartige Vorgänge bekannt ge- hierin eine wesentliche Veränderung eingetreten, als die Gemeinde Durch das Ausscheiden Lichtenbergs aus dem Kreise ist worden seien. Die Redaktion des" Vorwärts" hat einem dort- fortab zwei Abgeordnete in den Kreistag senden wird. Die Gehin entsandten Kriminalfommissar, welcher um nähere Angaben neindevertretung wird in nächster Zeit die Wahl dieser Verüber diese Angelegenheit ersuchte, jede Auskunft verweigert. Die treter vornehmen. Aufklärung des Sachverhaltes wird daher durch ein gerichtliches Es wird sich zeigen, ob man ganz im Geifte der LandgeVerfahren wegen Beleidigung gegen den Vorwärts" herbeigeführt meindeordnung auch hier den überwiegenden Teil der Bevölkerung werden. nicht berücksichtigen wird. Wir wollen für heute zu diefer ganz kurz vor Redaktions- Lichtenberg. fchluß eintreffenden Erklärung nur bemerken, daß wir der so schnell und so nachdrücklich angekündigten Klage mit Seelenruhe entgegensehen. Ein großes Fischsterben ist seit einigen Tagen in der Havel eingetreten. Taufende von toten Fischen kann man auf der Oberfläche des Wassers treiben sehen. Die Ursache dieses Massensterbens ift auf die Nachwirkungen des letzten starten Gewitters zurückzuführen. Den Flußläufen wurde bei dem Unwetter viel Unrat zugeführt, wodurch die Fische zugrunde gehen. Wieder festgenommen. Der Gattenmörder Otto Ernst Lipple wurde in einer Stellerwohnung in der Bernauerstraße ergriffen. Der am 3. Juli 1879 in Berlin geborene Verbrecher hatte am 13. Juni 1902 seine Frau Anna geb. Nehmiz ermordet. Nachdem er zum Tode verurteilt worden war, erfolgte feine Ueberführung nach der Frrenanstalt Dalldorf, weil er für geiftestrank erklärt tourde. Zweimal gelang es ihm, aus Dalldorf zu entspringen. Nach seiner nunmehrigen Wiederergreifung ist er erneut der Jrrenanstalt zugeführt worden. ,, Menschenleben in Gefahr!" Dieser Alarm veranlaßte am Dienstagnachmittag das Ausrücken der gesamten Charlottenburger Feuerwehr nach Westend. Dort war an der Ecke der Ahorns und Afazien- Allee bei den Ausschachtungsarbeiten für die dortigen Kanalisationswerte ein 11 Meter tiefer Schacht trop der borschriftsmäßigen Spundwände in sich zusammengestürzt. Dabei waren drei Personen verschüttet, zivci von ihnen hatten sich noch vor Ankunft der Feuerwehr in Sicherheit bringen können. Der dritte, ein Arbeiter Oswald Behnisch, lag anter den Trümmern. Dank der Anstrengungen der braven Mannschaften gelang es, den Schacht so weit zu erweitern, daß man zu dem Verschütteten gelangen konnte. Dieser troch dann matt und Jollständig erschöpft aus seinem tiefen Verlies heraus. Mit einem Personenwagen der Südwache wurde dann der Mann nach dem Personenwagen der Südwache wurde dann der Mann nach dem Städtischen Krankenhause auf Westend gebracht und dort in Pflege genommen. Die Unfallstätte wurde polizeilich abgesperrt. Eine internationale Gaunerbande, die besonders Nennpläge unsicher macht und alles stiehlt, was nur zu ergattern ist, wurde gestern in Hoppegarten von der Berliner Kriminalpolizei erwischt und dem Gefängnis in Alt- Landsberg zugeführt. Sommerfeste haben die Genossen des vierten und des dritten Kreises am Sonntag bezw. Montag abgehalten. Der vierte Kreis hatte fünf Lokale gewählt, die alle mehr oder weniger überfüllt waren; war doch unseren Genossen das Wetter auch sehr günstig. Für Unterhaltung war in reichlichem Maße gesorgt. Große Heiter feit erregte das Museum für preußische Kultur", viel belacht wurde von den ausgestellten Gegenständen eine mit Streide gezeichneter Starrikaturentwurf, den Einzug der bösen Sieben im preußischen Landtag darstellend. Das Sommerfest des 3. Kreises in der Neuen Welt, das am Montag stattfand, hätte besser besucht sein können. Das Spezialitätenprogrammi, das geboten wurde, zeigte einige recht beachtenswerte Nummern. Die wundervollen Lichteffekte beim Ballett vie das das Programm abschließende Brillantfeuerwerk boten dem Auge der Zuschauer reiche Genüsse. Ein um 9 Uhr einsetzender Gebitterregen ließ den beabsichtigten Kinderfackelzug leider nicht zu, und die geräumigen Säle, in denen selbstverständlich das Tanzbein toch lange geschwungen wurde, nahmen die festesfrohen Genossen ait ihren Familien schnell auf. Was das Fest des dritten Kreises a seiner Aeußerlichkeit von dem des vierten Streises unterschied, war as Fehlen jedweder Dekoration, wie das sonst bei Parteifeftlichkeiten lblich ist. Andenken an die„ felige Dorfzeit" aufgeräumt wird, und fordert Kommunales. Der Polizeipräsident wünscht, daß mit einigen zu dem Zweck etwas mehr„ Deffentlichkeit". Das Anschlagwesen soll moderner geregelt werden. aber eine lebernahme des Anschlagwesens in Gemeinderegie ab Die Verkehrskommission lehnt und fordert die Privatunternehmer zum Wettbewerb auf. Der Kreisausschuß Niederbarnim hatte seinerzeit der Gemeinde Lichtenberg 12000 M. Beihilfe zur Neupflasterung der Hohenschönhausener Straße zugesichert. Die schwerreichen Anlieger dieser Straße haben aber an einer anbaufähigen Herstellung zurzeit noch fein Interesse! Der Wert ihres Spekulationsterrains soll noch wachsen". Es hat also wegen des größeren Interesses", das die Eigentümer an der Entwickelung der Gemeinde betätigen, nur eine teilweise Herstellung neuen Pflasters erfolgen können! Der Kreis trägt dem Rechnung und fürzt seinem neuen Nachbarkreise Lichtenberg die Beihilfe um 7000 M. und läßt nur 5000 m. zur Auszahlung bringen. Trebbin( Kreis Teltow). Zum Kölner Brüdeneinsturz Schivere Auflagen werden jetzt von einem Gachverständigen Dortmunder Union erhoben. Der Sachverständige, der die im Kölner Lokal- Anzeiger" gegen die Erbauer der Brücke, die einzelnen Stadien des Brückenbaues gut beobachtet und bereits früher in dem Blatte die Zweckbestimmung und Aufstellung des nun eingestürzten Hilfsmontageträgers geschildert hatte, schreibt: Vor einigen Wochen war bekannt geworden, daß bei der Verschiebung des Montageträgers von links nach rechts mit Hilfe des sog." Schnabels" fich einige Vertitalträger berbogen hätten und auf Grund dieses Umstandes die Aufstellung des Montagegerüstes in seiner endgültigen Lage erst nach dem Einbau einiger Verstärkungen vorgenommen worden fei. Wie das bedauernswerte Unglüd nun gezeigt hat, hat sich der Montageträger als nicht fragkräftig erwiesen, und aus den Photographien, die der Kölner Lokal- Anzeiger" gebracht hat, fann flar und deutlich ersehen werden, daß der Bruch des Trägers lediglich aus feinem zu großen Eigengewicht und der ihm zügemuteten Belastung mit Konstruktionsteilen folgert. Das ist auch für den Laien augenscheinlich und dürfte eigentlich nicht mit dem Anstoßen eines durch den Rauch zerfressenen Schiffs- Schornsteins in dem Hunderte von Tonnen schweren Gerüftträger entschuldigt werden. Die amtliche Untersuchung, der natürlich auch ivir voll vertrauen, muß da einsetzen, wo man mit dem nachträglichen Einbau bod Verstär fungen begonnen hat. Das Bauunglück an der Südbrücke, das für den deutschen Brückenbau einen empfindlichen Schlag bedeutet, hat gezeigt, daß bei aller Routine und allem Selbstvertrauen, das unsere großen Brückenbaufirmen schließlich auch mit Recht zeigen, ein gewisses Maß von Vorsicht und Gewissenhaftigkeit doch auch am Blake ist. Bei dem Bau des Montageträgers ist dieses iv a hrscheinlich nicht immer eingehalten worden; wir erinnern an den Absturz zweier Monteure von den Gerüsten, an die dürftige 3ahl von Rettungsschiffen und an die Karambolage eines Schleppers der Firma Raab, Karcher u. Co. mit dem Gerüftträger, weil versäumt worden war, die Senkung des Trägers um einige Meter den Schiffahrtsinteressenten rechtzeitig mitzuteilen." Ein gewaltiges Sturmwetter fegte gestern und vorgestern über einen großen Teil Mitteleuropas hin. Wir geben hier einige Nachrichten wieder. Landsberg a. W., 14. Juli. Ein schweres Unwetter ging gestern abend über die Feldmark nieder. Die Sommerung ist zum großen Teile vernichtet. Zahlreiche Blitzschäden sind vorgekommten. besonders auf der Feldflur von Neuhaldensleben großen Schaden In der Provinz Sachsen richtete Sturm und Hagelschlag an; die großen Gurtenpflanzungen wurden völlig vernichtet. Aus Westfalen schreibt man der Deutschen Tageszeitung": Am Sonntag hat ein Unwetter, Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelschlag, großen Schaden im Industriebezirke bis nach Bielefeld angerichtet. Ein orfanartiger Sturm, der dem Gewitter boranging, hat zahlreiche alte Bäume zerstört und der Kronen beraubt. Das Getreide auf dem Felde liegt an vielen Stellen flach auf dem Boden und kann nicht gemäht werden. In zahlreichen tief gelegenen Orten stand das Wasser in den Straßen und hat an und in den Häusern Schaden angerichtet. Am Freden baum bei Dortmund wurde ein vierjähriges Mädchen von einem niederstürzenden Baume zerschlagen und getötet. Das Dach des Schloffes des Freiherrn von Böselager bei Hamm wurde teil weise abgedeckt und ein Turm umgeworfen; hundertjährige Pappeln wurden hier entwurzelt. Der Schaden in einigen Wäldern ist auch sehr groß. Deffentliche Stadtverordnetenversammlung vom 9. Juli 1908. Der Vorsteher- Stellvertreter E. Binge gibt den Rüdtritt des Herrn Vorsteher Rathnow bekannt. Sodann verliest er ein Schreiben des Herrn Regierungspräsidenten an den Magistrat, welches dahin geht, daß bei der am 2. Januar vorgenommenen Wahl des Vorſtehers ein Verstoß gegen die§§ 38 und 32 begangen ist, insofern, entscheiden müssen. Infolgedessen beschloß der Magistrat, die Wahl daß gleich nach dem ersten Wahlgang bei der Wahl das Los hätte zu beanstanden und der Stadtverordnetenversammlung die Neuwahl aufzugeben. Auf Antrag des Herrn Ribbeck wurde die Neuwahl verschoben, bis durch Einführung der neuen Stadtverordneten das Haus wieder voll befeht ist. Herr Haase, früherer Vor. steher und Gegenkandidat des Herrn Rathnow, teilte dann noch mit großem Bathos mit, daß sowohl bezüglich der Wahl sowie bezüglich seiner Weigerung, als Schriftführer zu fungieren, bis zum Regierungspräsidenten gegangen und ihm der Bescheid ge. worden sei, daß er nicht zur Ausübung verpflichtet werden könne. Die Versammlung beschließt auf Antrag des Herrn Vorsteher Stellvertreters Binge, die Verlängerung des Ausschließlichkeits. vertrages mit der E. 2. G. in geheimer Sigung zu erledigen, Die Beschlußfassung, den Bau einer Badeanstalt betreffend, liegt ein vom Nuthe- Schau- Verband ausgearbeiteter Plan vor, welcher den Bau der Badeanstalt an der alten Stelle vorsicht und zu beiden 3700 M. vor, die sich jedoch, wenn nur an der östlichen Seite der Seiten der Nuthe Eingänge aufweist. An Kosten sieht das Projekt Aus dem Rheinlande wird gemeldet, daß das Sturm. Ruthe Badezellen gebaut würden, um 1000 Mt. berringern würden. wetter auch in der Gegend von Wesseling große Verwüstungen angeIn der Baukommission war die Meinung vertreten, einen massiven richtet habe. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, kleine Gebäude Unterbau zu errichten, während der Plan nur Holzbau vorfieht. stürzten ein. Ein Zug der Bonner Kreisbahn hatte eben den Ort Herr Bürgermeister Baudach gibt über die Verhandlungen Aus- passiert, als schwere Balten auf das Gleise niederstürzten, infolge funft. Der in Aussicht genommene Blatz am Einfluß des Mühlen des Einsturzes eines Hauses, dessen Bewohner mit knapper Rot fließes tonnte nicht in Betracht kommen, da dann die Anstalt ihr Leben retteten. Auf dem Rheindampfer Kriemhild" entstand während des Winters durch die Zusekung der Schleuse in einem bei dem Ausbruch des Unwetters eine große Panik unter den Fahr. See stände. Er sowohl wie verschiedene Herren sprachen sich für gästen, zahlreiche Frauen wurden ohnmächtig. In Bottrop wurden einen massiven Unterbau aus, wozu Herr Schottmaller den Antrag dreizehn Häuser abgedeckt und Hunderte von Bäumen entwurzelt. stellt, die Vorarbeiten der Baukommission zu übertragen, welche In der Maingegend schätzt man den durch Wolkenbruch unter Hinzuziehung des Technikers Ehrenteit vom Nuthe- Schau- angerichteten Schaden auf Millionen. Verband, der den Plan ausgearbeitet hat, über die praktische Aus Süddeutschland Tommen gleichfalls Siobsposten. Ausführung beraten soll. Mit der Anlage soll möglichst bald, In München und Umgebung, namentlich im fartal, hauste bei vielleicht noch in diesem Jahre begonnen werden. Der Antrag einer Temperatur von 30 Grad furchtbares Hagelwetter. Darauf wird angenommen. Der Magistrat bringt der Versammlung zur trat ein gewaltiger Temperatursturz ein. Eisstücke von 50 Gramm Kenntnis, daß er dem Rendanten Benesch die Genehmigung zur Gewicht fielen und zerschlugen die Fensterscheiben ganzer Häuser. Uebernahme der Kaffengeschäfte des Rabatt- Sparvereins unter der reihen. In der Westermühlstraße zersprengte der Luftdruck einer Bedingung jederzeitigen Widerrufs erteilt habe, sowie die Ge- elektrischen Entladung 300 Fensterscheiben zugleich; die Anlagen nehmigung der Benutzung des Kaffenlokals. Herr Schottmüller der Gärtnereien, namentlich auch in der Ausstellung, find total wunderte sich sehr, da doch die städtischen Beamten immer über verwüstet. Ruderregatta. Am Sonntag, den 12. Juli cr., hielt der Ruder- Ueberlastung flagten und sogar Hilfskräfte beantragten und nun Ueber einen Luftballonunfall wird aus übed, 14. Juli, berichtet: erein„ Vorwärts" unter der Beteiligung der Rudervereine Collegia". mit einem Male noch für Privatunternehmen Arbeit leisteten, Charlottenburg und Freiheit"-Berlin bei herrlichem Wetter seine man folle doch die städtischen Beamten nicht so belasten, denn eine Der heute früh in Hamburg mit vier Insassen aufgestiegene Ballon niesjährige Vereinsregatta ab. Die Regattaftrede war vom Start müsse doch immer vor dem andern zurüdtreten. Der Herr Bürger- Hamburg des Hamburger Vereins für Luftschiffahrt berunglüdte Eisenbahnbrüde Treptow) bis zum Ziel( Schwanenberg ,. Stralau) meister nahm sich der dem Rabatt- Sparverein angeschlossenen Ge. um 11 Uhr, als er in Travemünde landen wollte. Die Gondel 1600 Meter lang. Für die ausgeschriebenen 10 Rennen hatten im schäftsleute an, erläuterte die einfache und geringe Arbeit, welche schlug gegen den Giebel eines Hauses. Dabei wurden einer anzen 40 Boote gemeldet. Von den gefahrenen Rennen find als damit verbunden ist, und erklärte ferner, daß durch die Webernahme Meldung der„ Eisenbahnzeitung" zufolge Kaufmann Saringhausen anz besonders interessant das Junior- Doppel- Biererrennen, das der Ein- und Ausgabe der Marken, sowie Auszahlungen durch und Baron Pohl aus Hamburg schwer verletzt. Juniors und Senior- Achterrennen hervorzuheben. Der Zeitunter die Kämmereikasse jedem etwaigen Zweifler die vollste Garantie Passagier und der Führer blieben unverletzt. Die Verunglüdten chied bei diesen 3 Rennen zwischen dem siegenden und dem alsdann gewährleisten werde. Das Lehrerkollegium erhält von der König wurden in das hiesige Krankenhaus geschafft. unächst placierten Boot war ein ganz geringer. lichen Regierung eine einmalige Gratifikation von 1275 M. zuge Als Sieger aus den gefahrenen Rennen gingen folgende Ver- sprochen. Die Lehrer erhalten 150 M., die Lehrerinnen 125 M., ine hervor: 1. Doppel- Zweier für Senioren, Boot Freiweg", iedoch bleibt die Zurüdforderung vorbehalten. 6 Min.; 2. Doppel- Vierer für Junioren, Boot Marg", 520 Win.; Ein Art brutaler Roheit wurde in der Sonntagnacht in 3. Bierer für Junioren, Boot Dahme", 6 Min. Nuderverein Bor Dobbrifom verübt. Nach 12 Uhr überfielen einige Ortseinwohner värts". 4. Einer für Junioren, Boot Pirat", 715 Min. Nuderverein den zirka 55 Jahre alten Ortsarmen Kracht und mißhandelten ihn Collegia". 5. Achter für Junioren, Boot Grillenberger", 583 Min. mit Knüppeln derart, daß er noch in derselben Nacht seinen Ver Ruderverein Vorwärts". 6. Vierer für Senioren, Boot Einigkeit", lekungen erlag. Der Ortsarme trant etwas und war auch in der 7. seinem 640 Min. Ruderverein Collegia". 7. Doppel- gmeier für Damen Gemeinde, da er von derselben erhalten werden mußte, wenig Strede nur 1200 Meter lang), Boot Fritz", 685 Min.; 8. Vierer beliebt. Die angestellten Ermittelungen des Gendarmeriewacht für Anfänger, Boot Müggel", 543 Min.; 9. Doppel- Zweier für meisters haben bereits zu einem Resultat geführt und find awei Junioren, Boot rig", 638 Min.; 10. Achter für Senioren, Boot Ortseingesessene verhaftet und dem Amtsgericht Ludenwalde aus Grillenberger", 525 Min. Ruderverein„ Vorwärts". geführt worden. Dieselben sind der Tat geständig. " " " Das Schleswiger Ufer vom definitiven Pflaster( Flotowftraße) is zur nördlichen Bordkante( Curhavener Straße) wird behufs Ampflasterung vom 15. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerfe and Reiter gesperrt. Vermischtes. Ein schwerer Eisenbahnunfall Die studentischen Arbeiterunterrichtsturse veranstalten am Sonn ag, den 19. 5. M., abends 8 Uhr, in den Zentral- Festfälen, alte hat sich gestern vormittag in der Nähe der Spreewaldstadt Lübben Jatobftraße 32 einen Vortragsabend: Die Grundgebanken ereignet. Amtlich wird darüber telegraphiert: der Entwidlungslehre"( mit Lichtbildern). Hierauf geHeute vormittag 9,25 Uhr stießen unweit des Bahnhofes elliges Beisammensein mit fünstlerischen Vorträgen. Starten Lübben am Bahnübergang der Berliner Chauffee, die dort eine à 25 Pfennig an der Abendkasse. Gäste sehr willkommen. große Kurve macht, der Güterzug 7874 und der Arbeitszug 4117 Arbeiter- Samariter- Kolonne. Donnerstag abend 9 Uhr: 3. Ab- auf dem Gleise Kottbus- Berlin zusammen. Ein Bremser ist tot, teilung in Schöneberg bei Wieloch, Grunewaldstr. 110. 4. Ab- ein Zugführer und zwei Bremser sind leicht verletzt. Der Material teilung in Lichtenberg bei Bedmann, Samariterſtr. 11. 5. Ab- schaden ist erheblich. teilung in Rigdorf bei Thiel, Bergstr. 151-152. In allen drei Abteilungen Vortrag über Ertrinken Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Daran anschließend praktische Uebungen. Der dritte Wieder ein Opfer. Die 13jährige Tochter des Porzellanmalers M. in Meuselwit S.-A. war am Sonntag mit ihren Eltern spazieren gegangen. Gegen Abend befahl ihr die Wutter nach Sause zu gehen und Kaffee zu kochen. Sie benutzte zum Feueranmachen Petroleum. Hierbei gerieten die leider des Mädchens in Brand und in eine Feuersäule gehüllt stürzte sie auf die Straße. Ein Knabe, der die Flammen erdrüden wollte, zog sich ebenfalls schwere Brandwunden zu. Das bedauernswerte Kind wurde in das Altenburger Landeskrankenhaus übergeführt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Ein Wunderkind. Jn der Deutschen Tageszeitung" wird folgende wundersame Geschichte erzählt: " Die Eheleute Hiot in Paris, in der Rue Michelle- Comte wohnhaft, haben das Unglück, eine fünfjährige Tochter zu besiben, die ungewöhnliche Anlagen für die Verbrecherlaufbahn an den Tag legt. Die Eltern der Kleinen arbeiteten in der Nachbarschaft 7 und 8 Jahren des Tages über sich selbst überlassen. Eines in einer Hutfabrik und mußten folglich ihre drei Kinder von 5, Tages wollte nun die fünfjährige Louise ihren achtjährigen Bruder durch Messerstiche töten, fie verwundete diesen ziemlich schwer. Ein andermal versuchte das Mädchen seiner fiebenjährigen Schwester die Zunge abzuschneiden. Dreimal hatte die Kleine versucht, die Wohnung ihrer Eltern in Brand zu stecen, indem sie babei in raffinierter Weise vorging. Sie begoß die Dielen guerit mit Petroleum. Infolge der wiederholten schlimmen Streiche des Ein Privattelegramm meldet noch folgende Einzelheiten: Der mißratenen Kindes gab die Mutter die Arbeit außer Hause auf, Güterzug war mit Briketts, der Arbeitszug mit Sand beladen. um sich ganz deffen Ueberwachung zu widmen. Es leistet im Die Lokomotive des Arbeitszuges schob den Zug vor sich her, so Lügen Unübertreffliches und weiß geschickt einen Jrrsinn zu fimu daß der Lokomotivführer infolge der starken Kurbe den heran- lieren, weshalb es auch schon einer Anstalt anvertraut wurde, die nahenden Güterzug nicht rechtzeitig bemerken fonnte. Ein Wagen feinen Geifteszustand unterfuchte. Gestern beging das Mädchen des Arbeitszuges ging mit voller Wucht über die Lokomotive und eine neue Tat, die feine Internierung im Beobachtungszimmer den Badwagen des Güterzuges hinweg und riß den Schornstein des Polizeigefangenhauses notwendig machte. Die Eltern hatten mit fich fort. Mehrere Wagen des Arbeits- und des Güterzuges nämlich den fälligen 3ins nicht gezahlt, und es war in der Die Umgehung des Arbeitsnachweises durch Arbeitgeber toird schoben sich ineinander und bildeten einen Trümmerhaufen. Vom Wohnung ein Gerichtsvollzieher erschienen. Mit einem Messer in don der Verwaltung der Zahlstelle Rigdorf des Deutschen Holz- Jägerbataillon in Lübben gingen sofort 30 Mann zur Hilfe- der Hand stürzte sich die kleine Louise auf den Beamten und ver arbeiterverbandes gerügt. Anstatt den kostenlosen Arbeitsnachweis Leistung ab. Ein Hilfszug aus Rottbus brachte eine Anzahl von wundete ihn, da sie nicht höher hinaufreichte, oberhalb des Knies. in Anspruch zu nehmen, zog es beispielsweise die Bautischlerfirma Arbeitern, ärztliche Hilfe und Sanitätsmannschaften. Die Ver- Jeht schritt die Polizei gegen die frühreife Attentäterin ein." Rafelow u. Co. in Rigdorf bor, lieber den Inseratenteil des wundeten wurden ins Kreiskrankenhaus eingeliefert. Der Verkehr So knapp find doch die Nachrichten nicht, um solche Enten in Sofalanzeiger" zu benutzen, um 20 Bautischler zu verlangen, I wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. die Höhe flattern au lassen. Rigdorf. Vorort- Nachrichten. Berein ehemaliger Beeliker( bteilung B). Heute abend 9 Uhr bei Wuthe, Brunnenstr. 3. Lese: und Diskutierklub„ Südost". Heute abend 8%, Uhr bei Tolksdorf, Görlizer Straße 58. Generalversammlung. Vortrag: Unser Parteiprogramm". Gäste willkommen. Briefkaften der Redaktion. Witterungsübersicht vom 14. Juli 1908, morgens S Uhr. Stationen Wetter Stationen 4 wolfig 6 heiter Wetter Temp. n. E. 5° C. 4°. 18 Haparanda 758 ND 17 Betersburg 19 Scilly 760 NNW 756 NW 761 SS 2bebedt 13 3 bedeckt 13 3bedeckt 10 2bededt 15 4 halb bd. 16 Aberdeen 763 S23 2 bedeckt 15 Paris 763,25 3 bedeckt 17 Wetterprognose für Mittwuch, den 15. Juli 1908. Ein wenig fühler, vielfach heiter bei ziemlich frischen westlichen Winden Rechte eines Vaters. Das Vormundschaftsgericht kann ihn zum Vormund keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Betterbureau. Wafferstands- Nachrichten St. St. 157. 1. Nein. 2. Durch 1. erledigt. 3. Das ist unmöglich. Sie müßten bei dem Amtsgericht persönlich erscheinen. 4. Gütertrennung besteht auch ohne Vertrag. 5. Eine solche Reduzierung ist nicht empfehlenswert. Offenbarungseid. Erscheint der Schuldner in dem zur Ableistung des Offenbarungseides anberaumten Termin nicht, so tann auf Antrag des Gläubigers Haftbefehl zweds Leistung des Dffenbarungseides gegen den Schuldner erlassen werden. Auf Berlangen muß der Schuldner nach der Berbaftung sofort zum Eide zugelassen werden und ist nach Leistung des Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Eides sofort zu entlassen. Die zweds Leistung des Eides anzuordnende Swinembe. 758 Sof, dritter Eingang, bier Treppen, Fahrstuhl Haft darf sechs Monate nicht übersteigen. Nach Ablauf dieser Frist ist der gamburg 758 23 twochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Schuldner, auch wenn er den Eid nicht geleistet hat, zu entlassen. Berlin 759 WSW 3 bedeckt Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 1hr. Jeder Anfrage ift eiu J. K. Dem außerehelichen Kinde seiner Frau kann der Ehemann, Franfi.a. M. 761 SW Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort der nicht Vater des Kindes ist, seinen Namen beilegen. Erforderlich ist München wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. hierzu eine bei dem Standesbeamten oder bei Gericht oder bei einem Notar Bien 5. T. Sie haben das Recht, zu wählen, ob Sie nach dem Rechte des abzugebende Erklärung des Ehemannes sowie der Mutter und des BorMärkischen Erbrechts oder nach dem des Bürgerlichen Gesetzbuches erben mundes des Kindes. Durch die Namensbeilegung wird das Fortkommen wollen. In Ihrem Falle empfiehlt es sich, nach dem Rechte des B. G.-B. des Kindes erleichtert. Der Ehemann der Mutter tritt aber nicht in die zu erben. Würden Sie nach dem Rechte des Märkischen Rechts erben, so würde aus dem hinterlassenen Vermögen und Ihrem eigenen Vermögen bestellen. Die Verpflichtungen des außerehelichen Erzeugers gegen das Kind eine gemeinsame Masse zu bilden sein. Von dieser Masse würden Sie als werden durch die Namensänderung nicht berührt. Erfinder. Die Bücher Bitwer die Hälfte erhalten. Die andere Hälfte fiele den anderen Erben tönnen Sie sämtlich in den öffentlichen Bibliotheken einsehen und können zu. Erben Sie aber nach dem Rechte des B. G.-B., so bleibt zunächst auch durch die Buchhandlung ein billiges Buch beziehen. 5. S. 100. Ihnen Ihr eigenes Vermögen. Von dem Nachlaß würde die Hälfte Ihnen Im Berliner Adreßkalender II. Teil S. 228 finden Sie die Adresse von 33 zufallen, die andere Hälfte den Schwiegereltern oder den Geschwistern. Sie solcher Zeitungen. E. N. 28. Das Gesch gestattet nicht, Wäsche, die erhalten aber als voraus die Haushaltungsgegenstände und die Hochzeits- nicht abgeholt ist, zu verkaufen, wenn eine bestimmte Frist nicht abgelaufen geschenke. In dem lekteren Falle würde als Nachlaß eventuell die Hälfte ist. Von der Pflicht der Aufbewahrung wird man nur dadurch befreit, daß des auf Ihren beiden Namen Eingetragenen in Betracht kommen. man die Forderung eintlagt und gleichzeitig Rücknahme der Wäsche verlangt. Kammer 5. Nach§ 123 Absatz 1 können gewerbliche Arbeiter ohne Ein- Ch. Bg. 115. Wenden Sie sich an das Voltshaus, Rosinenftr. 8. haltung der Kündigungsfrist entlassen werden, wenn sie eines Diebstahls, A. 3. 12. 1. Auch ohne Fabrikanschlag wäre nach§ 9 und 10 des Reichseiner Entwendung, einer Unterschlagung oder eines Betruges sich schuldig geseges über den unlauteren Wettbewerb eine Mitteilung über die betr. gemacht haben. Die sofortige Entlassung ist aber nach Absatz 2 desselben Dinge unzulässig. 2. Die herrschende Ansicht geht dahin, daß eine ArbeitsParagraphen nicht mehr zulässig, wenn die zugrunde liegenden Tat- ordnung bereits durch den Aushang in der Fabrit auch dann rechts fachen dem Arbeitgeber länger als eine Woche bekannt sind. 2. Sa. verbindlich ist, wenn sie nicht dem Arbeiter ausgehändigt ist. Die Ansicht, D. R. Fordern Sie den Wirt zur Beseitigung des Mißstandes auf, daß die Arbeitsordnung erst durch Aushändigung rechtsverbindlich wird, seben Sie eine Frist, innerhalb derer das erledigt sein soll, teilen Sie dem erscheint uns zutreffender. Eine Unterschrift des Arbeiters ist nicht ers Birt ferner mit, daß Sie nach Ablauf der Frist auf Kosten des Wirtes den forderlich. R. F. 29. Bur Zurückzahlung ist die Eisenbahndirektion Mißstand beseitigen lassen würden, führen Sie die Androhung aus und nicht verpflichtet, vielleicht hat aber eine schriftliche Eingabe an die EisenHagen die Kosten ein. K. 2. 761. 1. Das Testament, welches als bahndirektion unter Schilderung des Sachverhalts Erfolg. 2. M. 100. cigenhändiges Rechtskraft haben würde, muß datiert, selbst geschrieben und Nein: Die Beschäftigung ist invalidenversicherungspflichtig, aber nicht • unterschrieben sein. Beispiele und Anleitung für ein solches Testament frankenversicherungspflichtig. A. H. 34. Sie müßten sich an das Vorfinden Sie auf den lezten Seiten des dem Arbeiterrecht" beigefügten mundschaftsgericht schriftlich wenden und gleichzeitig anfragen, wer Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. Die Aufbewah. das Geld hat. Wahrscheinlich ist es im Besitz des Vormundes. rung des Testaments in der eigenen Wohnung ist zulässig. 2. Auch wenn 2. 30. 1. Nein. 2. Das Gewerbegericht ist zuständig und die Eltern nicht bedacht werden, haben sie das Pflichtteil zu verlangen. würde eine Berurteilung aussprechen. 3. Gefängnis. æ. Nein. Achtung! 28.00 OR -VO ber Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. afferstand Memel, Tilsit Bregel, Insterburg-15-11 Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Krossen Frantjurt Barthe, Schrimm Nee, Bordamm Ibe, Leitmerik Dresden Barby Magdeburg Landsberg 2)+ bedeutet Wuchs, Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow") Beeskow am ſeit 13. 7. 12. 7. cm cm³) 106-3 cm am feit 13.7. 12. 7. cm³) 86-6 58 36 118 0 94 -28 60+2 Spree, Spremberg²) 68 97= 1 67-2 18+6 -4 Beser, Münden Minden -81 10 Rhein, Marimiliansau 422 Kanb 208 72 Köln 200 -194 Nedar, Heilbronn 40 50 0 Main, Wertheim 100 66 0 Mofel, Trier Fall, 2) Unterpegel. S 14 Achtung! Zentralverband der Maschinisten und Heizer Freitag, den 17. Juli, abends 8 Uhr: 12blised 3 große па sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungstelle Groß- Berlin. nadooans finden Bezirksverfammlungen fat. folgende bei Schalm, Ererzierstr. 3a. 1 siqmirtan Bezirk Rixdorf. Donnerstag, den 16. Juli, 8%, Uhr, bet Thiel, Bergstr. 151/152. Bezirk Moabit, Sonnabend, 18. Juli, 8%, Uhr, bei Pielicke, den Waldstraße. Bezirk Gesundbrunnen. Donnerstag, den 16. Juli, 8%, Uhr, Bezirk Wedding.nnerstag, 16. Juli, 8%, Uhr, bei Milbrodt, Müllerstraße. Daselbst Neuwahl des Bezirksführers. olqaüdan Bezirk Osten. Donnerstag, den 16. Juli, 8, Uhr, bei Keller, Siquiden Bezirk Südost, Donnerstag, den 16. Juli, 8% Uhr, Nitterfäle. elqmirten Bezirk Schönhauser Vorstadt. Freitag, den 17. Jult, 8%, ubr Volksversammlungen. Kliems Fest- Säle, Hasenheide 13-15, Kellers Fest- Säle( Inhaber Freyer), Koppen- Straße 29, Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclef- Straße 24. 1. Tages- Ordnung: Stoppenstr. 29. Ritterstr. 75. bei Sauer, GSchönhauser Allee 134a. In allen Bezirksversammlungen ist die Tagesordnung u. a. Stellung von Anträgen zur Generalversammlung. Bahlreiches Erscheinen ist dringend notwendig. Sonntag, den 26. Juli, nadm. 4 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Generalversammlung. Zages Drdnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Bericht der Urabstimmung. 4. Bestätigung bezw. Neuwahl des ersten Vorsitzenden. 5. Bericht vom Ges werkschaftskongreß. Kollege Scheffel. 6. Bericht von der Gewerkschaftstommission. 6. Anträge. Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig. J. A.: H. Schwittau. 145/14 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Achtung, Bautischler! Mittwoch, den 15. Juli, abends 8 Uhr, bei Walter, Adalbertstraße 62: Sigung der gesamten Kommission mit Vorortvertretern. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es erforderlich, daß jedes Kommissionsmitglied pünktlich erscheint, auch die neugewählten Mitglieder. Der Branchenleiter. 87/3 Achtung! ,, Die Kriegshetzer an der Arbeit." Bewilligte Bäckereien! 2. Diskussion. Referenten die Abgeordneten: Borgmann, Ad. Hoffmann, Ledebour, Robert Schmidt, Stroebel, Zubeil. Parteigenoffen und Genoffinnen! Erscheint in Maffen! Eugen Ernst, Acker- Straße 62. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Hof I. Amt III. 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt III. 1987. Aeltestes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! A Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Donnerstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr, in den„ Germaniafälen", Chauffeeftr. 110: Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. 2. Diskussion. Versammlung der Former und Gießereiarbeiter. Tagesordnung: 119/4 1. Die Aussperrung der Former und Gießereiarbeiter bei der Firma Gebauer. Referent: Kollege Handke. 3. Bericht über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Sternmacher und Sternmacherinnen. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Mit Rücksicht darauf, daß die Aussperrung der Former und Gießereiarbeiter bei der Firma Gebauer eine Berechtigung in jeder Hinsicht entbehrt, ist es notwendig, daß für einen guten Besuch der Versammlung agitiert wird. Deshalb erwarten wir, daß ein jeder von Ihnen in der Versammlung erscheint. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. NB. Die Tagesordnung für die an diesem Tage bestimmte Versammlung der Kernmacher und Kernmacherinnen wird in dieser Bersammlung auch erledigt. Die Ortsverwaltung. Wir erklären hiermit, daß nunmehr die Differenzen zwischen Herrn Schiemetzeck und dem Verbande der Bäder und Konditoren zur Zufriedenheit geregelt sind und damit diese Bäckerei wieder als bewilligt gilt. Hans Schiemetzeck, Bäckermeister, Badstr. 37a. Der Vertrauensmann der Bäcker und Konditoren. Große Dampfer- A Ferienfahrten nad Wernsdorfer Schleuse( Gosener Berge). Jeden Wochentag( außer Sonnabend) Uhr früh 9½, Uhr, nachmittags 2 brab Schillingsbrücke. Hierzu ladet freundlichst ein 36392 Paul Schwedler Restaurant zum Oder- Spree- Kanal. Bon nachmittags ca. 2 Uhr an( halbftündl.) Sonntags 30 Bf., wochentags 20 Pf. Portieren, Ohne Anzahlung! Stores, Gardinen, Steppdecken, Teppiche, Uhren, Bettwäsche und Kleine Raten! Federbetten. L. Matzner, Auguftstr. 50. Nur Postkarte erbeten. 36196+ Achtung! Kunstgeigenbauer E. 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