Nr. 166. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerandor Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Eulenburg. Sonnabend, den 18. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. daß die marottanische Frage mit aller Ruhe Bentrumswahlfreise beträgt die Zahl der Bentrumsstimmen weit und Kaltblütigkeit, mit aller Versöhnlichkeit über 50 Broz. der Wahlberechtigten. Darum ist das Frankreich gegenüber behandelt werden müsse. Bentrum eventuell wohl für Einführung der geheimen Wahl, Harden aber vertrat die Auffassung, daß das lächerliche Maroffo- nicht aber für Neueinteilung der Wahlkreise zu haben! Das längst Erwartete ist nun eingetreten: Der Prozeß Abenteuer eine Frage der deutschen Ehre" sei, und daß dieser Aus Parteiegoismus höhnt das Zentrum das Prinzip der gegen Eulenburg ist nunmehr auf unbestimmte 8eit nationalen Ehre wegen die deutsche Regierung den Stand- Gleichheit! bertagt worden. Die Aerzte erklären, daß sich ein puntt weltpolitischer Händelsucht mit rücksichtsloser Trotzdem hat die Demagogenpartei es verstanden, sich als Blutgerinnsel gebildet habe, das bei heftigen Auf- Energie zu vertreten habe. Seltsam, daß gerade eine Ver- Reformanhängerin einige Mandate zu ergattern. Im Ruhrrevier regungen durch Eintritt in die Blutzirkulation möglicher- förperung literarischer Dekadence, wie Herr Maximilian haben verschiedene Zentrumskandidaten unsere bekannten Forderungen weise den Tod Eulenburgs herbeiführen könnte. Der Gerichts- Harden, den Eisenfresser zu spielen für notwendig hielt! Die unterschrieben, nach denen sie sich für die Zusage sozialdemokratischer hof hat sich trotz des Protestes Eulenburgs mit Rücksicht auf Sache erhält jedoch sofort einen anderen Anstrich, wenn die Wahlhilfe verpflichten, die Einführung des Reichstagswahlrechts in die ärztlichen Gutachten veranlaßt gesehen, den Prozeß aus Hardens Vorgehen sich von selbst ergebende Konjunktur Breußen und die Neueinteilung der Wahlkreise zu zu vertagen. Eulenburg selbst benuste als gefchickter richtig ist, daß Harden nur das Werkzeug einer Anti- erstreben. Sturz nach der Wahl erklärte aber die pfäffische NuhrTaktiker die Gelegenheit, für sich Stimmung zu Eulenburg- Clique war, die jenen Scharfmacherstand preffe, einer Neueinteilung der Wahlkreise werde das Zentrum machen. Er erklärte, daß an seinem seinem Leben nichts punkt in der auswärtigen Politik vertrat, von dem Eulenburg niemals zustimmen! gelegen sei, wenn es ihm nur gelinge, den schweren Verdacht nichts wissen wollte. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß hinter Als von sozialdemokratischer Seite auf die durch die Unterschrift des Meineides und der ihm von den Belastungszeugen nach dem ganzen Treiben des Harden Herr v. Holstein stand, der der Zentrumskandidaten eingegangene Ehrenpflicht, der Neueinteilung gefagten Schmukereien zu zerstören. Und in der Tat könnte ja jezt, nach dem Sturze Eulenburgs, wieder zu Ansehen und zuzustimmen, hingewiesen wurde, antwortete die schwarze Presse in man wirklich aufrichtiges Mitleid mit dem Mann empfinden, Einfluß gelangt ist, dessen Politik wenigstens in der letzten echt jesuitischer Weise: Die respektiven Zentrumsabgeordneten, die wenn Eulenburg früher ebenso bereit gewesen wäre, ohne Beit von den so überaus wandelbaren Reichskanzler in der durch Unterschrift sich für ein Eintreten zugunsten einer Neueinteilung Rücksicht auf seine Gesundheit vor dem Gericht zu erscheinen. Maroffofrage vertreten worden zu sein scheint. Also der der Wahlkreise verpflichtet haben, sind nicht das Zentrum, das So macht dieser Appell an das Menschlichkeitsgefühl nur den politische Hintergrund des Hardenprozesses und der ganzen sind nur ein paar Abgeordnete, die natürlich ihr Wort einlösen Eindruck letter berzweifelter Notwehr. Eulenburgiana, der ganzen Päderastenorgien und normwidrigen müssen, aber dem 8entrum wird es im Traum nicht einfallen, Daß der Gerichtshof dem Gutachten der Aerzte, die eine Schmutzereien war im letzten Grunde nichts, als ein wider den gleichen Weg zu gehen! Lebensgefahr für den Angeklagten bei Weiterverhandlung be- liches Intrigenspiel höfischer und diplima- Da hat man einen neuen Beweis für die Hinterhältigkeit des zeugten, entsprochen hat, ist verständlich. Schließlich liegt es tischer Kamarillen! Hätte dies Intrigenspiel nicht Bentrums. ja im Interesse der Rechtsprechung selbst, eine Verhandlung bestanden, hätte Eulenburg nicht mißgünstige Neider besessen, Das Zentrum tviderstrebt übrigens nicht nur einer Neueinteilung zu vertagen, deren Gegenstand nach ärztlicher Beurteilung fo würden sich höchstwahrscheinlich die Hohenau, der Wahlkreise, sondern aus Abneigung gegen das- Volt jeder schon bisher zeitweilig verhandlungsunfähig war und dessen Lynar, Eulenburg noch immer der Sonne der ernstlichen Wahlrechtsreform. Verschiedene Blockparteiler Leben durch eine Forcierung der Verhandlungen bedroht wird. t aiserlichen Gnade erfreuen! haben den Vorschlag gemacht, die Reichsfinanzreform als zu ,, Wir haben schon neulich darauf hingewiesen, daß der Abg. Dr. Bachnide, ein sehr getreuer Blockmann, als Gegenleistung für die Steuerbewilligungen im Reich die Reform des preußischen Wahlrechts verlangt. In demselben Sinne spricht sich jetzt der Regierungsrat Dr. Poensgen in den Inngliberalen Blättern" Die besonnenen Elemente der Liberalen dürfen daher die Finanzgesetze nicht bedingungslos annehmen, sondern müßten ihre Zustimmung von der Garantie gegen die Zentrumsherrschaft, also( 1) von den entsprechenden Reformen des Landtagswahlrechts abhängig machen." aus. ... Interessant ist das ultramontane Geständnis, daß die Zentrums Nur möchten wir allerdings wünschen, daß sich der Ge- Aber gleichviel: So unsympathisch uns auch die Gegner Handelsobjekt zugunsten einer Wahlreform zu benutzen. Daß sundheitszustand Eulenburgs bei der ausgezeichneten Pflege, der Eulenburg- Clique erscheinen mögen und aus so widerlichen der Vorschlag gemacht wird, um die von den Freisinnigen beab die ihm ja in der Charité zuteil wird, bald wieder der- Motiven heraus die ganze Kampagne gegen die Päderasten- sichtigten Attentate auf das Voltsinteresse zu beschönigen, ist eine artig bessert, daß die Verhandlung wieder aufgenommen wirtschaft geflossen sein mag, so haben wir doch keine Ursache, Sache für sich. Charakteristisch für die Wahlrechtsfreundschaft und und zu Ende geführt werden kann. Denn sollte der Prozeß die Aufdeckung dieses Sumpfes auf den Höhen mit schonendem Tücke der Ultramontanen ist deren Stellungnahme zu dem erwähnten überhaupt aus dem einen oder anderen Grunde verfanden, Schweigen zu übergehen. Es bleibt auf jedem Fall für den Vorschlag. Die Zentrumspresse wir zitieren nach der, Essener so würde in der Tat das eintreten, was Eulenburg angeblich Stulturhistoriker ein denkwürdiges Ereignis, daß durch Voltsztg."- beeilt sich, dem Blodpapst Bülow zu beweisen, befürchtet, daß der Matel mit voller Schwere auf die Reihe der Harden Eulenburg- Prozesse ertiefen worben baß er auf Wahlrechtswünsche Rüdsicht zu nehmen ihm haften bleibt! Jst doch das bisherige Er ist, daß eine beispiellose moralische Lotter gar nicht nötig hat, da er auf jeden Fall sicher sein gebnis der Zeugenvernehmungen ein derartiges, daß an der wirtschaft in den höchsten Kreisen unserer fanm, jede gewünschte Steuer einzuheimfen! Es Schuld Eulenburgs kaum zu zweifeln ist. Aristokratie einreißen fonnte. Und speziell der Münchener heißt da in dem betreffenden Artikel( E. V." vom 14. Juli): Wenn überall im Lande dieser Eindrud vorhanden ist, Hardenprozeß und der jezige Eulenburgprozeß haben beso hat dazu vielleicht nicht zuletzt jener un greifliche Auswiesen, daß Fürst Philipp Eulenburg, dieser Günstling des schluß der Deffentlichkeit, die streibung Staisers, der sich bei jeder passenden und unpassenden Gealler Journalisten beigetragen, die in diesem legenheit während der letzten Prozeßverhandlungen auf seine Prozeß beliebt wurde. Gerade dieser Ausschluß der freundschaftlichen Beziehungen zum Kaiſer berief, nicht Deffentlichkeit führte einer wüsten Stimmungs nur das Opfer einer unglückseligen normwidrigen Naturmache der Eulenburg- Clique und der Harden Clique, veranlagung ist, sondern auch ein Mann, - der durch wie sie schlimmer nicht gedacht werden werden kann. Erst die strupellofesten Handlungen auch andere in moraallzuspät sah der Gerichtshof selbst ein, daß sein Beschluß das lische Verkommenheit und verbrecherische Handlungen Gegenteil von dem erreicht hatte, was beabsichtigt war. Man hineinzuziehen suchte. Daß Eulenburg normwidrige hatte offenbar die Absicht, der Deffentlichkeit jene Schmutz- psychische Eigenschaften aufwies, war nicht seine Schuld. wogen fernzuhalten, die in dem Prozeß aufgewühlt wurden. Daß er aber seinen Rang und sein Vermögen dazu benutzte, herrschaft die Erhaltung des bestehenden Wahlunrechts Man war dabei den törichten und kurzsichtigen Mahnungen andere seinen perversen Neigungen dienstbar zu machen und bedingt. Und weil man das. Unrecht und damit die schwarze Herrunserer Scharfmacherpresse gefolgt, die von der daß er, zur Zeugnispflicht gezwungen, nicht nur des Bekenner- fchaft erhalten will, ruft man den Konservativen ein: Haltet Wacht 1" Enthüllung der aristokratischen Schmuzereien, die mutes ermangelte, nicht nur selbst falsches Zeugnis ablegte, zu. Das ultramontane Blatt schreibt nämlich: uns ja die früheren Prozesse gegen Harden gebracht sondern auch andere zur gleichen Handlung zu veranlassen haben, nicht ohne Grund eine Aufreizung der Volks- suchte, das macht aus dem Unglücklichen das, was unsere massen gegen die anmaßende klassenherrschaft bürgerliche Justiz und Weltanschauung sonst rücksichtslos unseres Juntertums befürchtet hatten. Nur hatte der als einen Verbrecher zu kennzeichnen pflegt! Gerichtshof nicht mit dem Sensationsbedürfnis unserer kapita- Trotz alledem würde die Sozialdemokratie den immerhin listisch korrumpierten Bourgeoispresse gerechnet, die bei allem tragischen Fall Eulenburg mitleidig ignorieren können, wenn Haß gegen die Sozialdemokratie, bei aller Sorge um die nicht gerade durch die neuerliche Entwickelung des Privilegien der Herrschenden doch gierig jede Nachricht auf politischen Stampfes gegen die Sozialdem oder Finanzreform nicht nur die anderen Schultern zu belasten, griff und weiter verbreitete, die ihr aus dem vermeintlich fratie, durch die schamlose Heze des Reichsverbandes und fondern wenn möglich auch noch neue Vorteile für sich heraus. so hermetisch abgeschlossenen Gerichtssaal zugetragen wurde. die unflätige Polemit unserer gesamten bürgerlichen Gegner- zuschlagen, was durch eine Besteuerung von Gas und Elektrizität So erlebte man denn das tragikomische Schauspiel, daß selbst schaft auch die Sozialdemokratie gezwungen wäre, in der geschähe, und sie könnten sich aus diesem Grunde vielleicht bereit zuschlagen, was durch eine Besteuerung von Gas und Elektrizität das offiziöse Regierungsorgan, die" Norddeutsche Abwehr schonungslos von ihren Waffen Gebrauch zu finden laffen, einige Wahlrechts- änderungen, die ihnen selbst nicht Allgem. Zeitung" jene Berichte wiedergab, gegen die der Vor- machen! Wenn unsere Gegner in ihrem Stampfe gegen schaden, in Tausch zu geben. Flugs belehrt sie die pfäffische Tücke, fizende des Gerichtshofes bergebens seinen Bannstrahl die Sozialdemokratie jede individuelle Verfehlung daß die ausschweifendste konservative Begehrlichkeit ohne jede schleuderte! Ja, daß selbst das ob dieser Indiskretionen eines Sozialdemokraten generalisieren und wutschnaubende Agrarierorgan seinen Lesern eben diese angeblichen Ausfluß sozialdemokratischer Welt- iesuitischen Nat zu befolgen: als Gegengabe Befriedigung finden kann, sie brauchten nur folgenden Indiskretionen in aller Breite vorſetzte! Auch an diesem anschauung an den Pranger zu stellen sich nicht Treiben zeigte sich die Korruption unserer Zustände, die genieren, so braucht die Sozialdemokratie erst recht teinen groteste Heuchelei unserer scharfmacherischer Tugendrichter! Anstand zu nehmen, die ungeheuerliche Korruption, die sich in Aber die ganze Geschichte des Eulenburg- Prozesses ist ja der Kette der Harden- Eulenburg- Prozesse den schaudernden nichts als eine einzige Riesenblamage unserer Geruchsnerben der Deffentlichkeit offenbart hat, als Symptom herrschenden Klassen. Man erinnere sich nur des des politischen und moralischen Verfalls unserer privilegierten Ausgangspunktes dieses Sensationsprozesses. Ein be- Klasse zu kennzeichnen! gabter, aber moralisch und journalistisch verwahrloster Publizist, der mit Sensationen handelt, wie ein Trödler mit alten Kleidungsstücken, hatte bereits seit einer Reihe von Jahren durch Zuträgereien hösischen Geschmeißes Kenntnis Das Zentrum als Volksfeind. von allerhand Schmutzereien erhalten, die sich in der nächsten Jm letzten Landtagswahlkampfe hat das Zentrum in recht aufUmgebung des Kaisers zugetragen hatten resp. zugetragen fälliger Weise Wahlrechtsreformeifer zur Schau getragen. Wer an haben sollten. Aber all diese Kenntnisse trug dieser die Reformfreundlichkeit der Schwarzen geglaubt hat, darf ruhig Journalist jahrelang verschwiegen in seinem Busen, bis sagen: ich bin betrogen! " Hat dieser Versuch eines Kuhhandels" Aussicht auf Erfolg? Fürst Bülow mag ja zu den schönsten Versprechungen bereit sein; aber zur Einlösung derfelben braucht er die Konservativen, und die müßten plöglich ihre ganze politische Erbweisheit(!) verloren haben, wenn sie felber den Liberalen zur Herrschaft im Preußischen Landtag berhälfen." Aber die Konservativen haben ein großes Interesse daran, bei " Fürst Bülow wird einfach dem Blockfreisinn fagen:„ Wenn Ihr nicht annehmt, so geht der Block in die Brüche und die Zentrumsherrschaft ist sofort wieder da!" Daraufhin werden sie diensteifrig sein, wie bisher schon, nur damit die unsichere Sache" der Blockherrlichkeit noch ein Weilchen sich weiterschleppen kann." Leider hat ja das Zentrum mit seinem Hinweis auf den Diensteifer der Freifinnigen recht, es zeigt aber auch durch sein Verhalten, daß es mindestens ebenso wahlrechtsfeindlich ist wie das Junkertum und die industriellen Scharfmacher, und daß es mit Bergnügen daran mitarbeitet, dem Volte neue Laften aufzubürden! Es gibt keinen schlimmeren Voltsfeind als bas 8entrum! Eine internationale Kundgebung. ihn nach seiner eigenen Darstellung der Ehrgeiz fizelte, Und wer mit Zentrumshilfe eine Wahlreform betreiben will, auch einmal in der hohen Politik, über deren Getriebe wird stets betrogen sein. Natürlich verstehen wir unter Wahlreform er bisher nur allerhand Erschnüffeltes erzählen durfte, die Einführung des allgemeinen, gleichen und ge= Brüssel, 15. Juli.( Eig. Ber.) Brüssel und Gent haben in den eine attive Rolle zu spielen. Und seltsamerweise heimen Wahlrechts auf der Grundlage einer gerechten Neu- letzten Tagen sozialistischen Besuch aus Frankreich erhalten. Ein von war das gerade in einem Augenblick, wo das Treiben der einteilung der Wahlfreise. Die jetzt bestehende Wahlkreiseinteilung der Humanité" bestellter Ertrazug brachte am Sonntag 800 frans Eulenburg- Gruppe, die dieser eigenartige Held der Feder zu wirkt kaum weniger reaktionär wie die Dreiflaffeneinteilung. Aber zösische Genossen her. Es war feine bloße Vergnügungsfahrt. schildern unternahm, eigentlich auf Anerkennung An- fie garantiert dem Zentrum seinen Befitstand! Db in den meisten Die Pariser Genossen tragen fich jezt mit dem Plan, endlich spruch gehabt hätte. Herr Harden begann seine Enthüllungen Bentrumskreisen nach dem Pluralsystem oder dem Gleichheitsprinzip, einmal ein sozialistisches Voltshaus zu erhalten, über die Päderastenwirtschaft der Eulenburg- Gruppe just da, ob öffentlich oder geheim, ob direkt oder indirekt gewählt und da follte die Besichtigung der zwei berühmten Schöpfungen als Eulenburg den vernünftigen Standpunkt einnahm, wird, ist für das Resultat gleichgültig. In zirka bier Fünfteln der des belgischen Proletariats, der Maison du Peuple" und de?„Booruit' anschaulichen Unterricht und Ansporn geben. Natürlich aber mußte eine solche Unternehmung bei den belgischen Arbeitern sympathisches Interesse wecken, und so wurden beide Städte Schauplätze imposanter sozialistischer Soli- daritätSkunggebUngen. In Brüssel erloarteten gut 10 600 Personen den Pariser Zug und die Ankommenden wurden mit Musik und flatternden roten Fahnen zur Maison du Peuple geleitet, vor der auf offenem Platz ein gewaltiges Meeting abgehalten wurde. Nicht minder freundschaftlich und temperamentvoll als im halb- französischen Brüssel war der Empfang im reinvlämischen Gent, wo Anseele mit herzlicher Beredsamkeit als Vertreter des proletarischen Hausherrn den Willkomm bot. Ehe die Gäste den belgischen Boden verließen, sahen sie sich noch einmal in den KreiS einer internationalen Kundgebung gezogen. In der„Maison du Peuple� fanden sie sich mit den Brüsseler Ge- nassen zu einer Abschiedsversammlung zusammen, zu der auch die deutschen Sozialisten der Stadt zahlreich erschienen waren. Nach einem Vortrag de? Genossen Albert Thomas, Redakteurs der„Humanitü", über die Bedeutung des 14. Juli und der bürgcr- lichen Revolution für das Proletariat, sprach Eduard Bernstein über die Friedenspolitik der sozialistischen Parteien aller Länder. Nachdem noch Furnemont im Namen der belgischen Genossen den Gedanken der Völkerverbrüderung im Zeichen des Sozialismus gefeiert hatte, zogen die Anwesenden in stattlichem Zuge unter dem Gesang der„Internationale" durch die Hauptstraßen nach dem Süd- bahnhof und die Pariser Genossen tauschten mit den Brüsselerl» beim Abschied das Versprechen eines baldigen Wiedersehens— bei der Eröffnung de? Pariser Parteiheims. vs! Fazit der DumateifiOD. Das russische«Parlament" ist also am 11. Juli zum ersten Mal vertagt und nicht auscinandergejasit worden. Ein weltgeschichtlicher Erfolg der russischen„Freiheit"! Freilich mußte die Duma— nach einem höchst unoffiziellen, doch sehr zutreffenden Ausdruck ihres Vorsitzenden— sich mit ..gesetzgeberischen Nudeln" abgeben, um auf diese Weise ihre Existenz durch ihre Nichtigkeit zu kompensieren. Aber par- lamentarische Nudeln sind doch überhaupt das internationale Nahrungsmittel des Liberalismus, und wir sehen keinen Grund, warum Rußland eine Ausnahme von dieser Regel bilden sollte. Die herrschenden Parteien verlassen nichtsdestoweniger das Taurischc Palais mit einem beklemmenden Gefühl. Und sie haben genug Grund dazu. Die Oktobristen machten — im Auftrage des Premiers— großen Lärm gegen das Tschusima-Ministcrium und gegen die wilde Mißwirtschaft der Großfürsten in der Militärverwaltung. Das Resultat des Feldzuges war aber verteufelt gering. Der Reichsrat hat den Beschluß der Duma, der den Bau der neuen Panzer- schiffe verweigerte, wieder aufgehoben, die Hände der Groß- fürsten sind im Staatsschatz bis über die Ellenbogen versunken geblieben, und Stolypin hat, nachdem der Plan mißlungen war, seine armseligen Helfershelfer verräterisch im Stiche gelassen. Die Peterhof-Kamarilla fühlt sich stark wie nie zuvor. Auf ihren Befehl haben sich jüngst die zankenden Pogromistcnfiihrer versöhnt. Und im Laufe des letzten Mo- natö haben die Bevollmächtigten deS vereinigten Adclstandes von 32 Gouvernements an den Zaren ein Meniorandum üherreicht, in dem sie die unveränderte Aufrcchterhaltung der StändcSisolicrtheit des Baulwntums und der historischen Privilegien des Adels fordern und der„in verbrecherischer Nachgiebigkeit und in.; mechanischer Gleichmacherei versumpften" Regierung Stolypins unerbittlichen Kampf ansagen. An der Spitze dieser braven Leute steht der gewesene Gehilfe Stolypins, G u r k o, der wegen allzu offenkundiger unsauberer Handlungen in der Ernährungsverwaltung vom Senat im vorigen Jahre verurteilt werden mußte. Während der drei langen Icriennionate kann diese Bande manche Ucbcrraschungen selbst für die so philosophisch veranlagten Oktobristen bereiten, die ihr politisches Schicksal mit dem Stolypins so eng verbunden haben. Nicht hier aber liegt die größte Gefahr verborgen, son- dern wieder und tvieder in der B a u e r n f r a g e. Die«r> sprüngliche„Idee" Stolypins bestand darin, den kontcrrcvo- lutionären Terrorismus mit der notwendigen gesetzgeberischen Reformarbcit zu vereinigen, also nicht nur aus den Ma- schincngewehren in die Brust der Revolution zu schießen, son- dern versuchen, ihr den Grund unter den Füßen weg- zuziehen. Dazu brauchte er eben die Vertretung des Grund- eigentumS und des 5kapitals. Es erwies sich aber in der Duma recht bald, daß der famose„Block", durch den Haß gegen die Revolution geeinigt, durch die ökononiischen Jnter- essen getrennt, sich über die Verspeisung der gesetzgeberischen Nndclll nicht aufzuschwingen vermag. Die vollständige Lähmung der Duina verlieh den Konterrevolutionären san» (pbraae die Oberhand und diese zwangen Stolypin, den zweiten Teil seines Plans vollkommen auszusieben und bei der einfachen Henkerarbeit zu verbleiben. Die Oktobristen, sogar die Kadetten, haben sich mit dieser Lage— selbstver- ständlich nur„zeitweise"— versöhnt: die Duma soll die Kon- stitution schon durch die bloße Tatsache ihrer Existenz be- festigen. Aber die B a u e r n v e r t r e t e r und zwar die- jenigen, die unter der politischen Kuratel des Adels am rechten Flügel der Duma ihren Platz haben, erwiesen sich viel realistischer. Noch an» Anfang der Session hat die Gruppe der„patriotischen" Bauernvertreter einen Gesetzent- Wurf über die obligatorische Enteignung des Grundbesitzes ausgearbeitet. Natürlich gelangte er nicht zur Verband- lung. Nachdem aber diese Abgeordneten während der Öfter- ferion mit ihren Gemeindegenossen in Berührung getreten waren, fingen sie an, immer drastischere Zeichen des Miß- trauen s und der Ungeduld zu äußern.„Wir kriegen nichts bei dem ganzen Hcrrcngetue. Mit leeren Händen können wir doch nicht in das Dorf kommen!" Die Duma- Mehrheit konnte aber ihnen nichts Greifbares vorschlagen und mußte deshalb ohnmächtig zusehen, wie„ihre eigenen" Bauern sich zum Keil herausbilden, der dem Block mit der Gefahr der Spaltung bedroht. Die Pyoblcme, die ihrem inneren Wesen nach revo? lutionär sind, kann man durch scheinkonstitutiönelle Zere- monien und Mystifikationen nicht hinweglügen. Das ist das Fazit der„sieggckrönten" Duma, die— russischen parlamentarischen Traditionen zuwider nicht auseinandergejagt worden, sondern nur vertagt ist.~ politische Gcberlicbt* Berlin, den 17. Juli 1908. Die Kulturaufgaben leiden nicht! Schon seit manchen Jahren hört man in Kreisen, die genötigt iilld. die Bonner Universitätsbibliothek zu benutzen, Klagen über den unzureichenden Bücherbestand, der seinen Grund darin hat, daß eS an Mitteln fehlt, den Bücherbestand zu ergänzen und auf der Höhe zu halte». In der UniversitätS- chronik für das Jahr 1907 läßt sich der Direktor der Bonner Universitätsbibliothek. Geheimrat Ermann, genauer über diese Verhältnisse anS. Danach genügt die Auswahl der literarischen Neuerscheinungen, die mit den verfügbaren Mitteln ermöglicht wird, fast auf keinem Gebiete den Anforderungen, die von den Vertretern der einzelnen Fächer an der Universität gestellt werden könne». Von dem etatmäßigen FondS für die Bibliothek im Betrage von 20 800 sl!) Mark wurden für das Einbinden der Bücher rund 6 600, für Zeitschriften und Fortsetzungen 15 500 gebraucht, so däß für dste Anschaffung von Neuerscheinungen und zur Ergänzung von Lücken nur 6000 sl!) Mavk blieben. Unter solchen Verhältnissen, heißt es in dem Bericht deS BibliotheklciterS, sei es ganz unmöglich, eine den Anforderungen einer der größten Universitäten und einer de: am reichsten entwickelten Provinzen genugende Vermehrung deS Bücher- bestandes durchzuführen. An der stark benutzten königlichen Biblio- thek in Berlin betrage die Zahl der negativ beschiedenen Bestellungen im Jahre 1908 28,5 Prozent, an der Bonner Universitätsbibliothek dagegen stieg diese Zahl in den letzten fünf Jahren von 27 auf 35,8 Prozent! 1500 Millionen Marl für Kasernen. Kanonen. Panzerschiffe, Generals- und Admiralsgehälter— und 5000 Mark für die Neu- anschaffung von Büchern an der Bibliothek einer der größten deutschen Universitäten I Diese beiden Zahlen verdienen als Kulturdokument jener Zeit, da„Deutschland in der Welt voran" war, festgehalten zu werden. Bonn ist bekanntlich die P r i n z e n- U n i v e r s i t ä t. Ist bei dem sicher sehr eifrig betriebenen Studium den erlauchten Herr- schaften nicht der mangelhafte Zustand der Bonner UniversitätS- bibliothek aufgefallen? Oder lieben es die Sprößlinge unserer Fürstenhäuser nicht, die Weisheit, deren sie später zum Regiere» bedürfen, aus trockenen Büchern zu holen?— Demonstration gegen Polizeibrntalitate». Zu einer großen Demonstration gegen die Polizei ge- staltete sich die Beerdigung des von derPolizei in Bohrbeck erschossenen Parteigenosse>t Z a g e n b e r g, die am Donnerstag nachmittag stattfand. 1600 Teilnehmer zählte der Leichenzug. Auf dem Kirchhofe mußten die roten Schleifen von den Kränzen entfernt werden. Am Grabe dursten keine Widmungsworte gesprochen werden. Die Polizei war massenhaft aufgeboten. Ein Polizist ließ sich in dem unvermeidlichen Gedränge dazu hinreißen, nach dem Revolver zu greifen und zu sagen:„Man langsam, sonst wird geknallt." Es bedurfte der größten An- strengung der bekannten Genossen, um der Empörung der Massen Einhalt zu tun!—_ Scharfmacher an der Arbeit. Die„Post" führt eine scharfe Polemik gegen den christlich« sozialen Reichstagsabgeordneten Behrens, weil dieser, wohl mehr der Rot gehorchend als dem eigenen Triebe, eine Bestrafung der Verbreiter schloarzer Listen verlangt hat. Das fretkonservative, mit der„National-Zeitung" versippte Blatt tritt demgegenüber mit aller Enischtedenhett für den Ausbau des BerfemungSsystemS gegen mißliebig geivordene Arveiter ein. In dem fraglichen Artikel wird mit vollendeter Brutalität ausgeführt: ,„Das Unternehmertum ist dabei iin Anfang lau und schlapp genug verfahren. Seit 1904 aber hat es sich besonnen, ulrd eö benutzt die gegen lvärtige, niedergehende Konjunktur, um wieder Herr in seinem Hause zu werden. Es wird jeden Agitator und Leutebennrubiger auf die Straße setzen, dessen es habhaft werden kann, und eS hofft damit die gewerkschaftliche Ueberhebung ganz bedeutend zu dämpfe». Allzu lange hat eS sich vom Sozial« liberalismus verhetzen lassen, der ihm aufgab, gegen den Arbeiter, der eS drangsalierte, Edelmut zu üben. Jetzt wird glatte Rechnung gemacht werden. Geschäft gegen Geschäft. Gegen Streik und Sperre— Aussperrung und schwarze Listen. DaS Arbeitgebertnm ist den Arbeitern viel zu lange p o I i- tisch nachgelaufen. Heute gibt eö kaum noch einen Arbeit- geber im Deutschen Reiche, der von dieser Torheit nicht gänzlich geheilt wäre. Politisch Front machen gegen die Forderungen der Handarbeiterschaft, das ist das beste Mittel für das Unternehmer« tum. sich auch wirtschaftlich durchzusetzen." Wohlgemerkt, dieser WutauSbrnch richtet sich nicht sowohl gegen die freien als auch gegen die auf dem Boden der„göttlichen Weltordnung" stehenden christlichen Gewerkschaften l--- Eine Gogenrechnung für den Rcichsverband. Gestern erwähnten wir eines AnwurfeS, den die„ReichSver- bandSkorrespondenz" verübt hat, indem sie der Ordnungspresse eine Liste von 20 sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Uebeltälern übersandte, jedoch verschwieg, daß diese Liste mühsam aus den Ereig- nisse» dreier Jahre zusammengestoppelt ist. ES ist verloerslich, auf Grund einer solchen Zusamme'nstellung die Lüge in die Welt hinan«- zutrompeten, daß die Inhaber von VertrauenSäintern in der Arbeiter« bewegung in wachsendem Maße mit dem Strafgesetz in Konflikt kämen! aber da der Retchsverband dies tut, wird es irnS niemand verdenken, wenn»vir den Spieß umdrehen und die sittlichen Qualitäten dieser Organisation von einer Liste der Bestrafungen hervorragender Reichsverbändler ablesen. Da wurde an» 4. Juli dieses Jahres berichtet, daß der Bor- sitzende der Darmstädter Gruppe des Reichsverbandes, Dr. Merck, da« Weite gesucht hat. nachdem die Betrügereien, die er an den ihm unterstellten Arbeitern verübte, ans Licht gekommen waren. Am 14. Mai teilte die Presse mit, daß die in ver kaiserlichen Gewehrfabrik zu Spandau angestellten Reichsverbändler Müller und Pottratztt große Unterschlagungen begangen haben. Am 14. Februar wurde der Reichsverbändler Oberverlvaltniigsschreiber EggcrS von der königlichen Munitionsfabrik i» Spandau wegen Unterschlagung zu 20. Jahren Gefängnis verurteilt. An, 29. Januar wurde mitgeteilt, daß der Reichsverbaudsschützling Amandus Schubert in Chemnitz wegen Erpressung verhaftet worden ist. Das sind in einem knappen halben Jahre fünf ge- borstene OrdnungSsäulen unter den ReichSverdändlern!- Stellen wir nun einnial»ach ReichSverbandsprinzipien eine Rechnung auf. Die ReichSverbandSlifte sozialdemokratischer und sreigetverkschaftlicher Uebeltäter— mit im ganzen 24 Namen— erstreckt sich, wie er« wähnt, ans drei Jahre? obgleich in sozialdemokratischen Wahlvereinen Ende de» vorigen Jahres etwa 400 000 und in den freien Gewerk- schaften an die zwei Millionen Mitglieder organisiert waren, wollen wir doch nur zwei Millionen in Betracht ziehe». DaS ergibt auf je 80 006 Organisierte in drei Jahren einen Uedeltäter! Der NeichSverband verschweigt wohlweislich feine Mitglieder- zahl; in seinem letzten Rechenschaftsbertcht gibt er nur an, daß er 451 Zahlstellen zählt. Wir wollen nun einmal die moralischen Qualitäten de« deutschen Volkes weit niedriger einschätzen, als ste eö verdienen und annehmen, daß es 200000 Personell gibt, die sich durch ihre Mitgliedschaft zum Reichöverband zu dessen verwerflicher Kriegsführung bekennen. Nach relchtverbändlerischer Rechnung kämen dann bei den fünf vgl» uns heraus- geholten Uebeltäter» je einer in sechs Monaten ans 40 000; auf drei Jahre verteilt also je einer auf 7000. Daraus wäre— immer nach reichsverbändlerischer Rechnung--- zu schlteßen, daß zwar überall Lumpev in der Welt de rumlaufen, baß aber besagte, wegen gemeiner Verbrechen mit dem Strafgesetz ht KonflM gekommene Lumpen unter den Bekennern des Reichsverbandes elf- bis zwölfmal stärker vertreten find als in der organisierten Sozialdemokratie und in den sreiorganisierte» G e lv e r k s ch a f t e n. Wie gefällt den Ordnungshelden diese bei- leibe nicht nach sozialdemokratischer, sondern nach reichsver- bändlerischer Praxis aufgestellte Gegenrechnung? „Bestrafter" Soldatenschinder. Wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung Unter- gebener halte sich vor dem OberlriegSgericht in T h o r n der Leutnant Becker von der 2. Eskadron des 4. Ulanen-Regiments zu verant- Worten. Der Leutnant hatte während der Jnstruktionsstuichen unter anderem den Ulanen Jäger längere Zeit in der Kniebeuge stehen lassen und dabei einen mit Wasser ge- füllten Eimer st recken lassen. Außerdem hatte er sich noch der Mißhandlung dadurch schuldig gemacht, daß er den Ulanen fort- während in die Arme kniff, was diesem, der sich nicht wehren konnte, furchtbare Schmerzen verursachte. In der ersten Instanz hatte der Angeklagte nur zwei Tage Stubenarrest erhalten. Der GertchtSherr legte dagegen Berufung ein. und so verurteilte das OberlriegSgericht den Leutnant zu acht Tagen Stubenarre st. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung militärischer Interesse» Ullter Ausschluß derOeffentlichkeit statt. Wegen einer Dummheit 2% Jahre Gefängnis erhielt der Kanonier M i e n e r t vom Fußartillerie-Regiineut Nr. 13 in B r e i s a ch. Er hatte am 2. Osterfeiertag den Urlaub überschritten, war, als er die K a s e r n e n m a u e r überklettern mollto, vom Posten aufgefordert worden, herabzukommen und mit zur Wache zu gehen, und hatte diesen dann mit der Faust ins Gesicht und auf den Kops gc- schlagen. Für diese Dummheit erhielt M. � vom Kriegsgericht der 31. Division in Straßburg zwei Jahre sechs Monate Gefängnis! Beantragt waren fünf Jahre Gefängnis. Damit vergleiche man die Strafen für Soldatenschinder aus dem Offizier- und Unteroffizierstande.— Bischöfliche Zettsur. Der Bischof von Metz scheint kein rechtes Gottbertrauen mehr zu haben. Er verbot sämtlichen Geistlichen und PriesteramtS- kandidaten seiner Diözese das Lesen der Werke von L e s s i n g, Herder. Hamerling und R o s e g g e r. Sollte das Wort Gottes diese Geistlichen wirklich nicht gegen die furchtbaren Irr- lehren dieser Bücher gefeit haben? Und hat nun Bischof Benzler weniger zu seinem Gotte oder zu seinen Priestern Vertrauen?— Staatliche Kohlenversorgung. Miillcheit, 17. Juli. Der Finanzausschuß der Abgeordnelen- kaminer hat den Antrag der Regierung auf einen Pachtvertrag mit dem Kohlenbergwerk Stockheim nach längerer Dis- kussio» a n g e n o m m e n. Die Regierung hat sich baS Recht vorbehalten. innerhalb 30 Jahren vom Vertrage zurückzutreten, wenn die Mächtigkeit der Kohle erheblich geringer als 5 Meter sein sollte. Der Kohlenvorrat der Grube ist auf 5125000 Tonnen berechnet. In dem Bergwerk sind zirka 400 Arbeiter beschäftigt. Ein Reichstagsabgeordneter gestorben. Wie uns ein Privattelegramm meldet, ist der Reichstags- abgeordnete v. Kaufmann in Linden bei Wolfenbnttel an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Kaufmann vertrat den 2. Braunschweigischen WahllreiS. Er war Hospitant der National- liberalen uad gehörte dem Reichstage seit 1898 an. Er wurde bei den letzten Hanptwahlen mit 14122 Stinnnen gewählt; die Sozial-- demokratie erhielt 7993, die Welsen 4878 Stimmen.— Oesterreick?. Der 88. Die Räch wähl im schlesischen Landgemeindebezirk Freiwakdan hat der Sozialdemokratie einen bedeutsamen Sieg gebracht. Genosse Rudolf Müller, der Kassierer der Eisenbahnerorgani- sation, siegle in der Stichwahl mit 4512 Stimmen gegen den Kandidaten der Agrarier, der 4233 Stimmen erhielt. Das Mandat war bisher agrarischer Besitz. Lei der Hanptwahl. hatte der Agrarier 3433, der Sozialdemokrat 3484 und der Christlichsoziale 1977 Stimmen erhalten. Bei der Stichwahl hat also ein Teil der Christlichsoziale», trotzdem diese Partei einen Aufruf erlassen hatte, Mann für Mann für den A g r a r i e r zu stimmen, für unseren Kandidaten gestimmt. DaS erklärt sich daraus, daß eS eigentlich keine christlichsozialcn Wähler waren, die sich von der christlichsozialen Agitation einsangen ließen. Die Sozialdemokraten haben den unerwarteten Sieg vor allem ihrer vorzüglichen Wahlarbeit zu danken. Nicht nur hat unser Kandidat Genosse Müller schon vor dem ersten Wahlgang in 57 V e r s a m in l u n g e Ii gesprochen, sondern eS waren auch Sonn- tag um Sonntag Genossen ans anderen Bezirken sowie zahlreiche sozialdemokratische Abgeordnete im Bezirk tätig. Und die Gc- nosscn im Wahlbezirk selbst haben geradezu vewunderungs- würdiges geleistet. Wenn man bedenkt, daß die Arbeiter in dem Bezirk nur zum geringen Teile Fabrikarbeiter, vielmehr meist Heimarbeiter, Stei narbeiter und Waldarbeiter sind, so kann man ermessen, welche Summe von Agitation in diesem Wahlerfvlg.steckt. Nach der Hanptwahl wurde die Werbearbeit unserer Genossen noch vervielfacht. und Hunderte von Genossen waren in dieser letzten Woche Tag und Nacht an der Arbeit, ohne sich auch nur den nötigen Schlaf zu gönnen. So gehören den» von den 15 Mandaten Schlesien« jetzt 7 der Sozialdemokratie. Auch hier hat die Einführung der Wahlpflicht den Bürgerlichen gar nichts genützt. Es war die erste Nachwahl, die seit den Neuwahlen stattfand. Daß sie mit einem un- erwarteten Erfolg« abschließt, daß e« sogar geluugen ist. die Zahl der sozialdemokratische» Stimmen noch zu ver-- mehren, obwohl bei der Wahl im vorigen Jahre nicht lveniger als 97 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt hatten, darf alö gute Lerheißung für alle Zukunft angenommen werden. Der sozialdemokratische Wahlsieg in der ersten Nachwohl des Parlaments zerstört die Legende, daß die geivaltigen Siege bei der Hauptwahl ein Zufall waren. Nun werden auch die Gegner einsehen müsse», daß die Sozialdemakratie in Oesterreich nicht auf Flugsand gebaut ist, daß sie auf ehernein Fundament« ruht, das durch nichts erschüttert werden kann.-- Der Kamps ums LaudtagSwahlrecht. In Salzburg haben in den letzten Tagen große Wahlrechtsdemo u st rationen stattgefunden, an denen sich Tausende von Arbeitern und Bauern beteiligten. In Salzburg zog die Menge nach Schluß der Versammlung vor das Landespräsidtum und entsendete eine Delegation an den LandeLpräsidcnten. Dieser erklärte, daß die Regierung eine Wahlrefonn Plane, durch welche die bisher vom Wahlrecht Ausgeschlossenen dasselbe erhalten sollten. Der Landtag werde höchst wahrscheinlich im Herbst zusamnicn- treten, um die Wahlreform durchzusühren. Auch in allen übrigen größeren Städten de» Landes haben Versammlungen stattgesuuden.— Schweiz. Der Mehlkonflikt. Bernt, 17. Juli. Der Bundesrat genehmigte heute die Ant Marokko. Bet Häuser Genußt, um anzuzeigen, daß hier der Verband der Schneider mit seiner Forderung nach Werkstätten Erfolg hätte. Es fann uns angenehm sein. wenn auf diese Weise der Einfluß der Mulay Hafids Sorgent. Lonbolt, 17. Juli. Wie Morning Post" untelin 12. d. M. aus Arbeiterschaft auf die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wortnote in der Angelegenheit des Me Hlfonflittes. Er Fes gemeldet wird, ist wulay Hafid entschlossen, Fes borläufig in der Oeffentlichkeit bekannt wird. Tatsächlich kommt es vor, daß hält barin, wie bereits gemeldet, an dem Standpunkte fest, das nicht zu verlaffen, aus Furcht, daß sonst die Bevölkerung, die von den Werkstätten weiter nichts vorhanden ist, als die Inschrift Schiedsgericht folle in erster Linie die Frage entscheiden, ob die im vergangenen Jahre keine Abgaben zu zahlen hatte, von Hafid am Hause oder die Reklame in der Zeitung. Wanchem GeschäftsBollrüdvergütung eine Ausfuhrprämie bildet. Er macht aber dem dagegen zu Steuern herangezogen wird, in seiner Abwesenheit inhaber tommt zustatten, daß in demselben Hause ein Heimarbeiter deutschen Standpunkt insofern eine Stonzession, als er feine wieder Abdul Afis Sultan prottamieren wohnt, der ihm eilige Sachen zu jeder Zeit ändert, auch wenn sie Zustimmung dazu erklärt, daß das Schiedsgericht in zweiter Linie tönnte. Die Drohung Abdul Asis, nach Marrakesch zu erst am Sonntagmittag turz vor 2 Uhr berfauft werden. Dem Sie Zulässigkeit eines eventuellen Zollzuschlages der Schweiz prüfe marschieren, wird hier nicht ernst genomment. Mulah Hafid Käufer wird der Arbeitsraum des Heimarbeiters als„ Werkstätte und darüber entscheide. fürchtet aber, daß die Stämme sich seiner Aufsicht ent- im Hause" bezeichnet und glaubt der Käufer natürlich, daß die Italien. giehet tönnten und ist infolgedeffen ständig bestrebt, jeden Einrichtung einer solchen Wertstätte Eigentum des Unternehmers einzelnen Mann in die Organisation seiner Streitfräfte einzugliedern, fei, sowic, daß dieser die Wiete für die Räume zahle. Das geschieht Sozialistenprozeß. die 5000 Mann umfaßt und auf die er sich unbedingt berlaffen fann. aber nicht. Gin englischer und ein französischer Instrukteur wurden ernannt, um die Truppen einzuüben. Rom, 17. Juli. Gestern begann hier der Prozeß gegen 20 Sozialisten wegen der blutigen Ereignisse im April auf dem Genieplage, bei denen vier Personen getötet und zahlreiche berlegt worden waren. England. Die Schankbill. London, 17. Juli. Das Unterhaus nahm mit 289 gegen 89 Stimmen die sogenannte Guillotine- Resolution an, durch welche die Debatte über die noch übrigen Punkte des Gesezes betreffend die Schanttonzessionen auf 25 Tage beschränkt wird, von denen nur zwei auf die Zeit bot der Sommerbertagung ent fallen. Premierminister Asquith erwähnte bei Begründung der Resolution, daß ihn die Stellung von nahezu tausend Ab= änderungsanträgen von verschiedenen Mitgliedern an gekündigt worden sei. Eine Nachwahl. London, 17. Jult. In der Erfahwahl für den in das Oberhaus berufenen Wynford Philipps( liberal) wurde für die Grafschaft Pembrokeshire Roch( liberal) mit 5460 Stimmen gegen Williams( Unionist), der 3286 Stimmen erhielt, in das Unterhaus gewählt. Rußland. Der Wahlfieg in Finnland. Helsingfors, 15. Juli.( Cig. Ber.) Jekt liegen die Endresultate der Wahlen bor: für die Sozial demokratie sind im ganzen abgegeben 307 891 Stimmen ( von 800 347 insgesamt gezählten Stimmen), folglich haben für die Sozialdemokratie gestimmt 38,4 Proz. aller Wähler im Lande( bei den vorigen Wahlen waren es 37 Broz.). Die Sozialdemokratie zieht wiederum als die stärkste Par tei in den finnischen Landtag: sie behauptet ihre früheren 80 Mandate und eroberte von neuem noch 3( 1 in Wasa und 2 in Wiborg). Die Altfennomanen erhalten 54 Size ( früher 59), ihre Stimmenzahl beträgt 204 842( bei den bori gen Wahlen 243 574); die Jungfinnen 27 Size( früher 25), die Schweden 25( früher 24), die fortschrittlichen Kleinbauern( Agrarier") 9( früher 10), die christlichen Arbeiter 2. Die Wahlen bedeuten einen Sieg der Sozial demokratie und der entschiedenen 2pposition gegen Rußland. Türkei. Die jungtürkische Bewegung. Typhus. Paris, 17. Juli. Aus Dran wird Berichtet, daß unter der franzöfifchen Besagungstolonne voit udschda eine Typhusepidemie ausgebrochen ist. Die ertrantten Soldaten find nach den Militärlazaretten von Marnia und Tlemcen gebracht worden. Gewerkschaftliches. Christlicher Terrorismusschwindel. Auf den Betriebstverkstätten werden natürlich" nur" crstHlassige Arbeiter beschäftigt. So lesen wir z. B. in den Annoncen der Firma Julius Lindenbaum, Frankfurter Straße 141: ..... Tadellose Verarbeitung. Spezialität: Anfertigung nach Maß in eigenen Wertstätten im Hause, unter Leitung erster Zu schneider. In dieser Abteilung leistet meine Firma anerkannt das Beste." geschlossenen Vertrag, die Betriebswerkstätte wieder einzurichten, ist bas bis heute noch nicht geschehen! Die Ortsverwaltung des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen. Deutfches Reich. Eine Aussperrung im Stettiner ,, Bulkan." Nachdem seit Beendigung des Streits im Mai die Nieter Wie man aber mit Arbeitern umzuspringen hat, welche die Firma in den Stand sehen, anerkannt das Beste" zu leisten, dafür gibt Herr Lindenbaum häufig Beispiele. Wenn die stille Beit kommt, wo der Verkauf wesentlich geringer ist, werden im Hause Lindenbaum oft alle Werkstattarbeiter entlassen, mit der Begründung, es sei keine Arbeit mehr da. Aber merkwürdigerweise ersucht man die Arbeiter zugleich, für die Firma als Heimarbeiter weiter In der ultramontanen Gewerkschaftspresse findet man tätig zu sein. Stürzlich hat die Firma den verheirateten Arbeitern unter der stehenden Rubrik: Sozialdemokratischer wieder den Vorschlag gemacht, zu Hause zu arbeiten, während sie Terrorismus gar haarsträubende Moritaten über Ber- den ledigen Arbeitern zumutete, bei einem früheren Streitbrecher gewaltigung und Verhöhnung der christlichen Brüder. Das auf Plat" Beschäftigung zu nehmen. Jener Mann verlangt für fleinste Borkommnis zwischen Arbeitern innerhalb einer Sergabe seiner Werkstätte 10 Proz. vom Wochenverdienst für Miete. Werkstätte wird, auch wenn es mit der Arbeiterbewegung Im Winter sollte dieser geniale Plan schon einmal zur Ausnichts zu tun hat, zu einer Staatsaktion aufgebauscht und als führung gelangen, wurde damals aber verhindert. Nachdem aber die Saison vorbei war, wurde den Arbeitern, welche anerkannt Beweis für die Schlechtigkeit der„ Roten" an die Deffentlich das Beste leisten", wieder jenes Anfinnen gestellt. Natürlich bleiben feit gezerrt. In München hat ein Maler einem christlichen trotzdem die Schilder am Hause hängen, welche auf die verSchlosser ein paar Ohrfeigen gegeben, weil der christliche schwundene Werkstätte als eine noch bestehende Einrichtung hin Bruder den Maler während seiner Arbeitszeit berulfte. weisen. Abends wurde der christliche Maler entlassen, und zwar, 3u gleicher Zeit war der Firmeninhaber bereit, die Einrichtung wie ihm vom Arbeitgeber ausdrücklich bestätigt wurde, wegen der Wertstätte zu bertaufen.( 1) Obwohl die Organisation versuchte, mit Sinweis auf den abunterbreitete die Geschichte seiner Organisation, und diese veranlaßte ihn, den Klageweg zu beschreiten. Dieser Tage fand nun vor dem Schöffengerichte München I die Verhand lung statt, der auch der christliche Gewerkschaftssekretär Brüdner beiwohnte. Und in der Verhandlung wurde nun erwiesen, daß der Maler von dem Schloffer während der Arbeit fortgesezt verulft wurde und als er sich Ruhe ausbat, auch noch beleidigt wurde. Daraufhin bekam der christliche Schlosser ein paar Ohrfeigen. Der Schlosser war aber bebes Stettiner" Bultan" sich verschiedene Akkordlöhneverkürzungen strebt sich als Opfer feiner christlichen Ueberzeugung und gefallen lassen mußten, schoß in letzter Zeit das Ueberstundenfozialdemokratischen Terrorismus aufzuspielen. Durch einen unwesen üppig ins Straut. Nicht allein, daß nun den Arbeitern Sengen, der nicht organisiert ist, wurde auf Eid eine regelmäßige tägliche Ueberstundenzahl zugemutet wurde, deponiert, daß ihn der christliche Schloffer au einer mußten sie auch an jedem Sonnabend die Nacht hindurch arbeiten, falschen Aussageberleiten wollte, indem er ihm so daß ihre Arbeitszeit an diesem Tage 24 Stunden betrug dieje zumutete, zu sagen, er habe die Ohrfeigen bekommen, weil er fünftliche Verlängerung der Arbeitszeit in Verbindung mit der Mitglied einer chriftlichen Organisation fei. Als der Beuge Nadelstichpolitik der Direktion wurde schließlich den Nietern zubic!. meinte, daß er das nicht sagen könne, habe der Kläger er- Sie haben deshalb verschiedentlich die Leistung von Ueberstunden widert: Sag's nur! Der Christliche suchte diesen Vor- verweigert. So als am letzten Donnerstagabend die Antwort der Es scheint, daß die Bewegung, die in Monastir mit gang natürlich auch in der Verhandlung wegzuleugnen; Direttion, mit welcher der Arbeiterausschuß vergeblich zu verhan den Soldatenmeutereien angefangen hat, tiefere Bedeutung aber der beeidete Beuge blieb bei seiner Aussage. beln suchte, eintraf: die Drohung, am Sonnabend den ganzen und weitere Verzweigung hat als die sonst in der Türkei üb. Das Schöffengericht verurteilte den Maler wegen leich. Betrieb zu schließen und sämtliche Arbeiter auszusperren, falls lichen Militärrebolten. Es sollen etwa 25 Offiziere mit ter Körperverlegung zur Geldstrafe von 9. M. und stellte in die Mieter auch heut die leberstunden verweigerten. Die Direktion ihren Bataillonen reboltiert haben, und in Ston- der Urteilsbegründung fest, daß der Beklagte durch unnötige begründete ihr Vorgehen damit, daß durch die Nieterstreits im März und Mai sämtliche Mieterarbeiten derartig in Rückstand ftantinopel befürchtet man, daß die Bewegung gegen die Ausdrücke gereizt wurde. Hauptstadt gerichtet sei. Die Führer der Bewegung, aber In der chriftlichen Gewerkschaftspresse werden wir natür- gekommen seien, daß es, um das Versäumte nachzuholen, unbedingt notwendig sei, die Nieter länger arbeiten zu lassen. Die fehlenden find die Jungtürten, und ihr Ziel ist eine& on itilich etwas anderes lesen. Mieterarbeiten behinderten das geordnete Arbelten fämtlicher tution für die Tütei. Die konstitutionelle Bewegung anderer Gewerke. Am Freitagabend verließen die Mieter demonin der Türkei ist schon älteren Datums. Und einen Moment Die Aussperrung der Former und Gießereiarbeiter bei der strativ die Arbeit, so daß die Direktion heute wahrscheinlich ihre lang hatte sie sogar Erfolg. Am 23. Dezember 1876 oftroy- Firma Gebauer wurde am Donnerstag in einer Former- und Drohung wahr machen wird. Damit werden 6000 Mann auf die ierte der jeßige Sultan Abdul Hamid eine Verfassung, Gießereiarbeiterversammlung besprochen, die im Germaniasaal Straße geworfen. Die Erbitterung über dieses brutale Vorgehen die der fortschrittliche Großvezier Midhat Pascha ent- tagte. and te, der über die Aussperrung berichtete, führte unter ist in der Stettiner Arbeiterschaft ungeheuer. worfen hatte und die allen Untertanen der Pforte, also auch anderem aus: Die Ursache des Konfliktes ist eine äußerst geringe den Christen, Rechtsgleichheit garantierte. Midhat Pascha Lohndifferenz. 12 Ständer, für die bisher ein Alfotblohn von 15 M. Ein für die deutsche Arbeiterschaft beschämendes Vorkommnis wurde jedoch bald das Opfer von Balastintrigen und der pro Stüd bezahlt tourbe, follten für 14 M. angefertigt werden. Sultan schickte die Kammern nach Hause. An diese Ver- Zwei Former, denen die Arbeit angeboten wurde, erklärten, daß hat sich bei dem Streit der Maurer und Bauarbeiter in Staßfurt fassung knüpft die jungtürkische Bewegung an, die den grauen- fie diefelbe beim besten Willen nicht für den herabgefeßten Preis zugetragen. Dort haben sich zwölf Berliner Maurer und Baubollen türkischen Despotismus endlich beseitigen will. Sie hat wurden, die Arbeit zu übernehmen, lehnten dies aus Solidarität italienischer Arbeiter sofort wieder von dem Arbeitsvertrage machen könnten. Andere Former, welche unmehr aufgefordert arbeiter als Streitbrecher eingefunden, während eine Anzahl ihre Anhänger hauptsächlich in den herrschenden Klassen und mit ihren Kollegen ebenfalls ab. Die Folge war, daß am 7. Juli zurüdiraten, als sie erfuhren, daß sie Streifarbeit verrichten zum Teil auch in der Armee. Nun versucht sie einen neuen morgens die Former und abends die Kernmacher und Hülfsarbeiter follten. Dabei waren den italienischen Arbeitern höhere Löhne Vorstoß. Und man muß fagen, daß die Einführung einer entlassen wurden. Die Entlassung der beiden lettgenannten Ar- und bessere Arbeitsbedingungen zugestanden worden, als die Streis Konstitution, die allen Glaubensbekenntnissen und Nationen beitergruppen begründete die Firma mit Arbeitsmangel aus Anlaß tenden fordern. Die Berliner Streitbrecher besaßen außerdem der Türkei freie Betätigung gewährte, eine viel bessere Lösung der Arbeitsniederlegung" der Former, obgleich hier teine Arbeits- noch die Unverschämtheit, den Streifenden zu sagen: Wir fallen der Schwierigkeiten bedeuten würde, als alle von außen auf- niederlegung, sondern eine Aussperrung borliegt, denn die Firma Euch doch nicht in den Rücken, denn wir arbeiten doch in Akkord gedrängten Reformen, die den türkischen Despotismus selbst par es ja, welche die Former entließ, die nicht mit der Lohnherab- und bekommen infolgedessen mehr Geld, als Ihr verlangt." Dazu febung einverstanden waren. Nur die nichtorganisierten Steen stellten sie an die Streifenden das Anfinnen, in ihre Atfordbestehen lassen. Für Europa wäre damit die Balkanfrage macher und Hülfsarbeiter blieben von der Entlassung verschont. folonnen mit einzutreten, sie würden sie sofort aufnehmen. gelöst und die Türkei würde aufhören, der Herd diplomatischer 10 Maschinenformer und Buber, die zunächst noch weiterarbeiteten, Bei den Arbeitgebern, die keine Opfer scheuen, um die StreikenIntrigen zu sein, die periodisch in eine Kriegsgefahr umzu- legten am 11. aus Solidarität mit ihren Stollegen die Arbeit nieder. den zum Nachgeben zu zwingen was ja die den Italienern schlagen drohen. Jedoch ist zu fürchten, daß die herrschenden Bon der Aussperrung sind im ganzen 73 Former und Gießerei augestandenen höheren Löhne beweisen wird über diese braven Klassen der europäischen Großftaaten eine Bewegung, die arbeiter betroffen. Auch aus der Maschinenbauerei sind 40-50 deutschen Arbeiter sicherlich besonders große Freude herrschen. schließlich zu gefunden Zuständen im Balkan führen könnte, Arbeiter entlassen, ebenfalls mit der unzutreffenden Begründung, nicht nur nicht unterstüßen, sondern sogar zu hindern versuchen baß es wegen der Arbeitsniederlegung" der Former an Arbeit werden. Denn fie alle suchen die Schwäche und Berrüttung der Türkei auszunuzen und dem nationalen Kapital auf Kosten des unter der Steuerlast und den Mißbräuchen einer berkommenen Beamtenschaft erliegenden türkischen Volkes Privilegien und Monopolprofite zu verschaffen. Nur wenn es der jungtürkischen Bewegung gelingt, sehr rasche und große Fortschritte zu machen, können ihr Erfolge beschieden sein. Berlin und Umgegend. fehlt. Unter den im Maschinenbau Entlassenen befinden sich jedoch folche, die mit Formerarbeiten gar nichts zu tun haben. Die Firma hat also nach zwei Nichtungen hin eine unzutreffende Begründung für diese Entlassungen gegeben. Die Firma Gebauer hat hier einen größeren Stonflitt aus einer lächerlich, geringen Ursache herborgerufen, denn es handelt sich ja nur um eine Lohn differenz in einem einzigen Falle, die im ganzen nicht mehr wie 12 M. beträgt. Versuche der Firma, Arbeiten auswärts anfertigen zu lassen und Former von auswärts anzuwerben, sind bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Nur 5 Former und 3 Maschinenformer find als Ausdehnung der Bewegung. Arbeitswillige tätig. Die Ausgesperrten halten treu zur Sache, so Salonifi, 17. Juli. Trotzdem Osman Pascha das Kom- daß der Konflikt für sie keineswegs ungünstig steht. mando in Monastir übernommen hat, hat sich die Situation Nachdem dieser Punkt der Tagesordnung erledigt war, besprach verschlimmert. Das jungtürkische Komitee in die Versammlung die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Kernmacher. Resna gewinnt immer mehr Anhänger, das Pro- Durch eine im April vorgenommene Erhebung ist festgestellt, daß die gramm der Jungtürfen wird von der Bevölkerung mit Bahl der in den Berliner Gießereien beschäftigten Kernmacher von Enthusiasmus aufgenommen. Falls die Pforte mit 503 auf 474 gegen das Borjahr zurückgegangen, der Lohn aber im Gewalt vorgehen follte, dürften schwere Busammen. allgemeinen derfelbe geblieben ist. stöße nicht ausbleiben. Perfien. Die Kämpfe in Täbris. Achtung, Metallarbeiter! In der Worthington Blat Pumpen Comp., Wilhelmsberg, haben sämtliche Dreher und Maschinenarbeiter wegen fortwährender Maßregelung unserer Kollegen am Freitag die Arbeit niedergelegt. wir ersuchen, den Beirieb streng zu meiden und event. Streitarbeit zurüdzuweisen, Die Polizei gegen die Gewerkschaften. Wohnung des dortigen Gauleiters des Bauhilssarbeiterverbandes Auf Requisition des Amtsgerichts Dortmund wurde in der Genossen Peters ein Patet Flugblätter beschlagnahmt. Das Flugblatt war in holländischer Sprache abgefaßt und enthielt weiter nichts als eine Aufforderung an die holländischen Arbeiter im Bezirk zum Beitritt zur gewerkschaftlichen Organisation. Unternehmer und Behörden scheinen sich einig darin, daß die fremden Arbeiter aus den Organisationen ferngehalten werden müssen. Unternehmerschläue, Die überaus niedrigen Gedinge auf den Konfolidierten Alkaliwerken Westeregeln( Regierungsbezirk Magdeburg) veran laßten 60 Förderleute von Schacht 3, die Forderung auf Erhöhung Des Gedinges zu stellen. Berginspektor Schwarzenhauer versprach den Bergleuten, die Sache zu regeln; fie follten nur anfahren. Das taten die Leute auch, nachdem der Inspektor die alten Gedingezettel abgenommen hatte. Als die Schicht beendet war, fanden die Bergleute jedoch, daß die Gebingezettel nur insoweit geändert waren, als fie eine neue Unterschrift trugen. Der Berginspektor hatte nämlich mittlerweile eine Probe vorgenommen, um festzustellen, ob das Gedinge tatsächlich au niedrig sei. Die Probe hatte das Gegens teil ergeben und das war so gekommen: Der Inspektor hatte givei besonders fräftige Säuer zur Probearbeit herausgesucht. Petersburg, 16. Juli. Der Petersburger Telegraphen Ieder von ihnen bekam einen Loshader bestellt, während sich sonst Agentur wird aus Täbris gemeldet: Der Telegraph brei Mann mit einem Boshacker begnügen müssen. Die beiden nach Rußland wurde abermals durchschnitten. Die Probehäuer hatten teime Störungen auf der Bahn zu ber. Resultate des gestrigen gegen Abend eingestellten Bomzeichnen, die leicht vorkommen, wenn die Bahn gleichzeitig von sechs bardements des Stadtbezirks Umirafhis sind augen. Mann benutzt wird. Und schließlich hatten die beiden nicht über scheinlich nicht entscheidend gewesen. Satarkhan Wagenmangel zu flagen, was sonst fortgesezt der Fall ist. behauptete sich mit seinen Anhängern in der gewonnenen Po- Wem wäre diese Aufschrift nicht schon an einem Herren. Unter so günstigen Umständen konnten die beiden Brobehäuer brei sition. Reiter des Khan Nakhim plünderten in den tonfettionsgefchäft aufgefallen. In regelmäßig erscheinenden Inse- agen mehr heranbringen als die Förderleute. Mit gutem äußersten Stadtbezirken viele Häuser. Heute herrscht Ruhe. raten wird feitens findiger Geschäftsleute nicht versäumt, auf bie Gewiffen" konnte der Berginspektor ben alten Gedingezettel wieder Man wartet ab. Bewohner des Stadtbezirks Umirathis eigenen Wertstätten im Hause" aufmerksam zu machen. Seitdem anheften. Die Bergleute wollen sich mit dieser Regelung ihrer der Schneiderberband mit Erfolg die Forderung nach Errichtung Forderung aber noch nicht zufriedengeben. fandten an den Schah ein Telegramm, in dem sie ihn um von Betriebswerkstätten erhoben hat, wird diese Errungenschaft Gnade anflehten. Bisher blieben die Basare geschlossen. Der weiblich für die Reklame ausgenupt. Wo noch Platz für eine AufSandel erleidet große Verluste, fchrift oder ein Schild vorhanden war, hat man die fahlen Mauern Der Betrieb ist für Metallarbeiter gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Betriebswerkstätten im Hause! Die Maler in Sagan versuchen schon seit längerer Zeit, burch Vereinbarung eines Lohntarifs ein wenig Ordnung in ihre Lohn and ArbeitSdllhältnisse zu vringen. Zweimal bereits haben sie die JnnungSkrauter mit Nichtachtung behandelt, und als jetzt von den Verbandsgehilfen zum dritten Male ein Tarifentwurf nebst Be- gründungsichreiben ihnen überreicht wurde, gingen sie wieder hoch« nästa darüber zur Tagesordnung über. Den Gehilfen ist nun be- greiflicher Weise der Geduldsfaden gerissen und die am IS. d. M. stattfindende entscheidende Versammlung wird jetzt möglicherweise den Streik beschließen. Die Aussperrung der Gipser in Straßburg i. E. dauert nun bereits die dreizehnte Woche und noch immer ist kein Ende abzu- sehen. Die Unternehmer versuchen mit allen Mitteln, Arbeitswillige heranzuziehen, aber nur vierzehn Mann folgten bis jetzt ihrem Rufe, dafür aber arbeiten verschiedene Kleinmeister für die großen Unternehmer. Die Posten der Ausgesperrten werden auf der Straße von den Unternehmern belästigt. Ausgesperrte werden in den Wohnungen aufgesucht, um sie zum Abfall zu bewegen, mit Bier sucht man sie betrunken zu machen, um sie besser be- einflussen zu können, aber nur wenige und gerade solche, die es am allerwenigsten notwendig hätten, sind zum Verräter an ihren Kollegen geworden. Die Polizei steht den Unternehmern treu und hilfsbereit zur Seite. Sie bewacht die einzelnen Bauten, damit ja kein Ausgesperrter mit den Arbeitswilligen in Verbin- dung treten kann. Trotz aller Schikanen harren die Ausgesperrten fest im Kampfe aus. Am Mittwoch wurde in einer Versammlung mit 74 von 80 abgegebenen Stimmen beschlossen, weiter im Kampfe zu verharren. Zuzug von Gipsern nach Straßburg ist streng fernzuhalten._ Hus Induftnc und Handel. Fleischpreise in Frankreich und Deutschland. In Frankreich haben die Fleischpreise im laufenden Jahre einen Rückgang erfahren. Für sämtliche Fleischsorten ist gegenüber dem Vorjahre eine deutliche Ermäßigung eingetreten. Am kräftigsten war der Rückgang bei Schweinefleisch, das um 13 Proz. billiger ist als im Vorjahre. Die Preisermäßigung in Frankreich ist um so beinerkenswertcr, als hier wie in Deutschland die Fleischpreise in den letzten Jahren stark hinaufgegangen waren, der Höhepunkt der Aufwärtsbewegung wurde im Jahre 1907 erreicht. Im laufenden Jahre ist nun bereits wieder eine so erhebliche Senkung des Preis- Niveaus erfolgt, daß zum Teil die Preise sogar noch wieder niedriger stehen als vor dem letzten Aufstieg. 1 Kilogramm kostete nämlich im Juni der letzten drei Jahre Frank(Durchschnittspreis für drei Sorten): 1900 1907 1908 Rindfleisch... 1.31 1,58 1.50 Kalbfleisch... 1,82 2,00 1,90 Hammelfleisch.. 1,90 2,12 1,90 Schweinefleisch.. 1,03 1,90 1.05 Hammelfleisch ist sogar erheblich billiger als im Juni 1905. Der Preis für Rind- und Hammelfleisch ist immer noch höher als de� der Aufwärtsbcwegnng; Rindfleisch zeigt außerdem in der letzten Zeit wieder eine leicht ansteigende Preistendenz. Dagegen bewegt sich der Schweineprcis in Frankreich, ganz im Gegensatz zu dem für Schweinefleisch in Deutschland, in den letzten Monaten abwärts. Stellt man die Prcisverändcrungen in Frankreich mit denen in Deutschland pro Juni der letzten beiden Jahre in Vergleich, dann ergeben sich folgende Resultate: Im laufenden Jahre traten gegen daS Vorjahr Verände« rungen ein: Frankreich Deutschland Rückgang- Ste�rung+ in Nro,ent Nuckgang— in-Prozent Prozent bei Rindfleisch....— 5.00— 1,88 , Kalbfleisch....— 5,00— 0,02 „ HammelfMch.... � 10,37— 0.M „ Schweineflestch..— 13,15+ 0,47 In Frankreich ist, wie Figura zeigt, die Preisentwickelung für den Konsum' erheblich günstiger als im junkergesegncten Preußen- Deutschland._ Der deutsche Ausieuhandel 19V8. Der Wert des deutschen Außenhandels betrug im ersten Halb- jähr 1908 in der Einfuhr 4303 Millionen Mark gegen 4424 Millionen im gleichen Abschnitt des Vorjahres, in der Ausfuhr 3304 gegen 3345 Millionen Mark. Die Einfuhr ließ demnach um 121 Millionen Mark nach, während die Ausfuhr um 41 Millionen Mark abge- nommen hat. Der in den vorstehenden Zahlen enthaltene Edel- metallverkchr erreichte in der Einfuhr 143 gegen 79 Millionen, in der Ausfuhr 33 gegen 39 Millionen Mark. Deutschlands Aktienbanken 1907/08. Am 30. Juni 1908 haben In Deutschland insgesamt 187 Aklien-Kreditbanken mit 1 Million Mark Kapital und darüber bestanden(abgesehen von 40 Hypotheken- bauken). Sie setzen sich zusammen aus 0 Notenbanken(darunter eine koloniale), 53 Bauken mit mehr als 10 Mill. Mark Kapital und 128 Banken mit einem Kapital von 1—10 Mill. Mark. Zu- sanimen verfügen die Banken ohne Notenprivileg, wie aus einer umfassenden Statistik der Monatsschrift„Die Bank" hervorgeht, über 2718 Mill. Mark Aktienkapital und 039 Mill. Mark Reserven. Die Depositen und Kreditoren machen 0905 Millionen, akfo mehr als das Doppelte, des Einlagekapitals aus. An Dividende haben die großen Banken im letzten Jahre durchschnittlich 0,9 Proz. verteilt, die übrig 7,09 Proz. Der Gesamtdurchschnitt der Dividende beträgt 7,03 Proz. Bei den fünf Großbanken, die am längsten Ui. Berlin ansässig sind(Deutsche Bank, Diskonto-Gescllschaft, Dresdner Bank und Berliner Handelsgesellschaft), haben Akiienkapital und Reserven sich in den letzten 30 Jahren auf das S'/a fache, die fremden Gelder dagegen auf das 20 fache der Ziffern von 1873 erhöht. In den letzten zehn Jahren haben bei diesen Banken die Eigen- kapitalien um 00 Proz., die fremden Gelder um 400 Proz. zu- genommen._ Amerikanische Baumwollernte. Die endgültigen amtlichen Ziffern über daS Ergebnis der Baum- wollernte von 1907—1908 liegen nun vor und zeigen bei Annahme eines Durchschnittsgct�fchtes der Baumwollballen von 500 Pfd. und unter Einrechnung der sogenannten ,.Imtei"-Baumwolle ein Total von 11375 401 Ballen. Im Vergleiche mit dem vorhergehenden Jahre ist das eine Minderproduktion um 2 220 037 oder um 10,3 Proz. Gegen das bisher größte Erntejahr 1904 beträgt das Minderergebnis 2 304 493 Ballen. Das in der Saison 1907—1903 mit Baumwolle bepflanzte Areal von 31 300 000 Ackern war, mit Ausnahme des Vor- jahres, größer, als in jedem Jahre vorher. Das Ernteresultat von letzter Saison hatte ein Totalgewicht von 5 087 730 718, und nach Abzug von 240 538 251 Pfund Tara verblieb ein kommerzieller Ertrag im Gewichte von 5 441 192 457 Pfund. Die letzte Baumwollernte hat einen Erwäg an Baumwollsaat von 4 952 402 Tonnen geliefert. An sogen. Sea Jsland-Baumwolle sind in letzter Saison 60 495 Ballen produziert worden, gegen 57 500 in 1900. Der Durchschnittspreis von midcUinZ upland- Baumwolle war im letzten Jahre 11,40 Cent und der für Baumwollsaat betrug 17,08 Dollar pro Tonne. Der Wert der Baumwollernte von 1907 bis 1903 wird von der amtlichen Stelle mit 700 950 011 Dollar an- gegeben, welche Ziffer hinter der vorjährigen um 20 091 220 Dollar zurückbleibt. Für die mit 1907 beendete' fünfjährige Periode stellt sich der Durchschnittspreis pro Ballen Baumwolle auf 57,3a Dollar gegen 31,75 Dollar für die gleiche mit 1899 beendete Periode. Das Volk gegen die Kriegshetzer! Gestern abend hielt Berlins Arbeiterschaft Abrechnung mit den brutalen Kriegstreibern und-Hetzern, deren infame Tätigkeit wir in der letzten Zeit gebührend gewürdigt haben. Drei der größten Säle Berlins vermochten nicht die Tausende und Abertausende von Männern und Frauen zu fassen, die herbeigeströmt waren, um ihre Stimme mit in die Wagschale zu werfen gegen die gemeingefährliche Minierarbeit der kriegslüsternen Hetzer und Wühler. Die drei Säle waren überfüllt; sie mußten lange vor Beginn der Versammlung abgesperrt werden. Auf den Straßen wogte eine Menschenmenge von so großer Kopf- zahl, daß sie ausgereicht hätte, noch drei Säle von gleichen Riesendimensionen zu füllen.— Die Polizei verhielt sich mit ungewohnter Reserve, so daß es nirgends zu irgend welchen unliebsamen Auftritten kam. Den drei Versaminlungen wurde folgende Resolution vorgelegt, die allenthalben stürmische Zustimmung und be- geisterte Annahme fand: „Die heutige Volksversammlung protestiert auf das ent- fchiedenste gegen die frivole Kriegstreiberei, die in den letzten Wochen in einem Teil der bürgerlichen Presse, selbst in frei- sinnigen Blättern, getrieben worden ist. Die arbeitende Klasse Deutschlands weist mit allem Nachdruck die Hetzereien gegen das Ausland zurück, die immer eine Gefahr für den Frieden bilden. wenn auch bei der jetzigen chauvinistischen Stimmungsmache die Tendenz mitwirkt, eine„patriosische Erregung" anzufachen, um dann leichter den Raub der Halden Milliarde indirekter Steuern in Sicherheit zu bringen. Die deutschen Arbeiter verurteilen die Unbesonnenheit und die Gewissenlosigkeit von Herausforderungen, die nur dazu dienen, die durch die reaktionäre preußisch-deutsche launenhaft- impulsive Auslandspolitik hervorgerufene Miß- stimmung im Ausland zu erhöhen. Die Versammelten der- wahren sich namens der breiten Massen des arbeitenden Volkes dagegen, daß durch das marokkanische Abenteuer oder durch diplomatische Intrigen in Mazedonien oder Vorderasien die nationalen Interessen oder die nationale Ehre Deutschlands in irgendeiner Weise verletzt worden feien oder verletzt werden könnten. Die Versammelten erwarten von der deutschen Re- gierung. daß sie eine Politik der Kaltblütigkeit und nüchternen Besonnenheit beobachtet, und erklären es für die Pflicht der Re- gierung, den Kriegshetzereien unverantwortlicher Beutepolitiker mit der gebotenen Entschiedenheit entgegenzutreten. Das arbeitende Volk Deutschlands erklärt es für ein Gebot der nationalen Ehre und der wahrhaft nationalen Jntereffen, eine Friedenspolitik zu treiben, bei der durch innere Reformen die wirtschaftlichen und Kulturinteressen der großen Maffe der Nation gewahrt werden können. Als nächste Forderung dieser Friedenspolitik erkennt es die Notwendigkeit einer Verständigung mit England und Frankreich auf der Basis einer Einschränkung der Rüstungen zu Wasser und zu Lande. Die Versammelten begrüßen eS mit Freuden, daß auch das Proletariat Frankreichs und Englands den diplomatischen Intrigen und chauvinistischen Hetzereien in ihrem Lande mit allem Nachdruck entgegengetreten ist und auch seinerseits für die Einhaltung einer Politik des internationalen Friedens und der nationalen Kulturwohlfahrt demonstriert und sendet den Kampf- genossen jenseits der Grenzen den Ausdruck ihrer Sympathie und ihrer unverbrüchlichen internationalen proletarischen Solidarität." Ueber den Verlauf der imposanten Demonstration gingen uns folgende Sondermeldungen zu: In der Hasenheide war eine gewaltige Menschenmenge zusammengeströmt. Kliems großer Saal bot trotz Beseiti» gung aller Tische lange nicht Raum genug für alle die Männer und Frauen, die hier Einlaß suchten. Schon lange vor 8 Uhr war ab- gesperrt I Die Ordner vor dem Tore wiesen höflich aber bestimmt die vielen wohl zu rechter Stunde, aber doch zu spät Gekommenen zurück. Mehrere Polizcibeamte waren bestrebt, auf der Straße An- sammlungen zu verhüten. Im Saale herrschte trotz der drückenden Hitze musterhafte Auf- merksamkeit. Zuerst sprach der Landtagsabgeordnete S t r ö b e l, der in schärffter Weise die törichte, frivole und niederträchtige Hetzerei gegen das Ausland geißelte, wie sie namentlich von der Presse der Panzerplattenpatrioten infolge des Marokkokonfliktes betrieben wird, jene Hetze, die ja sogar auf die freisinnige Presse übergegriffen hat. Der Redner zeigte, wie dieses gewiffenlose Treiben mit unseren traurigen innerpolitischen Zuständen zu- sammenhängt: mit der Flottenrüsterei, mit der törichten, nach allen Richtungen schwankenden Welt- und Auslandspolitik. Besonders scharf hob er hervor, daß vor allem eine Demokratisierung Preußens wie des Reiches notwendig ist/ um den Frieden zu sichern. Mit den Worten:„Vorwärts für den Kultur- wettkamps der Völker, für den internationalen Bölkerfriedcni" schloß der Redner seinen Vortrag, der oft von lebhaften Beifallsäußerungen unterbrochen worden war. Der zweite Redner. Rcichstagsabgeordneter Ledebour, be- handelte besonders die mazedonische Frage, die ja gleich- falls verschiedenen Leuten Veranlassung zu wahnwitzigen Kriegs- treibereien gegeben hat! In Worten tiefster Entrüstung verurteilte der Redner das Gebaren der Reichsregierung: gerade solche Potentaten, wie der Zar und der türkische Sultan, die die Völker aufs ärgste unterdrücken, knechten und hinmorden lassen, zu unter- stützen. Mit beißendem Spott, dem bitterster Ernst zugrunde lag, geißelte er auch jene Redereien, wonach Deutschlands Zukunft ein- mal auf dem Wasser, nun wieder in Marokko und in Mazedonien, dann vielleicht gar in der Luft liegen soll. Der Redner schloß seinen inhaltreichen Vortrag mit der Bemerkung, daß gerade uns deutschen Sozialdemokraten, weil wir tatsächlich in der Welt voran sind, die Hauptpflicht obliegt, auch in der Tat alles aufzubieten im Kriege gegen den Krieg und gegen die Kriegs- Hetzereien. Mit stürmischem Beifall wurde auch dieser Vortrag aufge- nommen. Gegner, zum Reden aufgefordert, meldeten sich nicht zum Wort. Einstimmig wurde die Resolution angenommen. Mit einigen kernigen Worten des Vorsitzenden, Genossen Wels, und mit begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie und die internationale Völkerverbrüderung endete die Versammlung. Im Moabiter GescllsckiaftShauS war der große Saal bereits um 8 Uhr überfüllt. Unsere Genossen sperrten aus Sicherheits- rücksichten selber den Saal ab, und ruhig fügten sich die Andrängen- den den Bestimmungen der an roten Schleifen kenntlichen Ordner. Eine solche Versammlung und kein Schutzmann, weder im Saale, noch vor den Eingängen, das war eine Neuheit, aber die muster- hafte Versammlung bewies, wie überflüssig der Schutzmann in Berliner Arbeitcrvcrsammlungen, sogar nur als Wächter der Ord- nung und Sicherheit ist. Die Redner des Abends waren die�Genossen Z u b e i l und Adolf Ho ff mann, die von den Versammelten aufs herzlichste begrüßt wurden. Zubeil gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Arbeiter in solchen Massen herbeigeströmt kamen, um keinen Zweifel darüber zu lassen, welches Interesse sie an der äußeren Politik nehmen. Dieses ihr Interesse und ihr Verständnis für die gegen- wärtige Lage beweist, daß sie nicht gesonnen sind, mit sich spielen Zü lassen. Schärf kritisierte der Redner die deutsche Politik, ei schilderte, wie furchtbar der Militarismus geworden ist und welche Lasten er dem Volke auferlegt. Der Vortrag wurde oft von Beifall unterbrochen, besonders als der Redner die Friedensliebe des Prole- tariats betonte und als er erklärte, daß man heute mit der auf- geklärten deutschen Arbeiterklasse, die der internationalen Sozial- demokratie anhängt, rechnen müsse. Wenn der Kaiser jüngst in einer Rede ausgerufen habe:„Sie mögen uns nur kommen, wir sind bereit", und wenn er damit die Majorität des deutschen Polles 'gemeint haben sollte, dann irre er sich. Wir sind nicht bereit zum Kriege, wir wollen den Frieden!(Lauter, anhaltender Beifall.) Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Kopf an Kopst ge« drängte Menge Zubeils Ausführungen. Mit demselben wachen Interesse hörte sie Adolf Hoffmanns kernige Ansprache, der durch seinen trockenen Berliner Witz bald stürmische Heiterkeit auslöste und durch seine zündenden Worte gegen Unterdrückertum und Heuchelei bald wieder helle Begeisterung erweckte. Die Ver« sammlung demonstrierte mit Nachdruck für die Friedensidee. Zahl» reiche Frauen waren anwesend» die den Protest gegen jegliche Kriegshetze lebhaft unterstützten. Kellers Saal in der Koppenstraße sah eine Volksversammlung, so imposanks wie wir sie seit den wirkungsvollen Wahldemonstra- tionen des Berliner Proletariats nicht gesehen haben. Zu Tausenden strömten die Genossen und Genossinnen dem Versamnilungslokal zu. Bald waren denn auch Saal und Galerien von einer dicht-� gedrängten Menge bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem die Polizei das Lokal wegen Ucberfüllung abgesperrt hatte, kamen noch nach und nach Tausende von Friedensdemon- stranten, die keinen Einlaß mehr fanden. Obgleich die Polizei Ansammlungen vor dem Versammlungslokal nach Kräften zu hin- dern suchte, bewegte sich doch während der ganzen Dauer der Ver« sammlung eine große Menschenmenge auf der Straße hin und her, ruhig und selbstbewußt, durch ihre Anwesenheit die machtvolle De» monstration im Saale unterstützend. Eine macht- und wirkungS- volle Kundgebung— eine Kundgebung derjenigen Volksschichten, welche die Kosten an Gut und Blut zu zahlen haben, falls es den gewissenlosen, an einem Völkerkricge interessierten Hetzern gc» lingcn sollte, Teutschland in ein blutiges Abenteuer hineinzu- drängen.> Klar und scharf zeichneten die Referenten, die Genossen Borgmann und Robert Schmidt, die politische Situation und die verwerflichen Treibereien der Kriegshetzer, die ein frevel- Haftes Spiel mit dem Wohle eines großen Kulturvolkes treiben. Treffend wiesen die Redner auf die tieferen Ursachen dieser Treibe- reien hin und zeigten, daß das deutsche Volk kein Interesse daran hat. einer gewaltsamen, blutigen Auseinandersetzung mit anderen Kulturnationen das Wort zu reden. Scharfe Verurteilung fand die ungeschickte Politik unserer leitenden Diplomaten, jene Politik, die alle Welt vor den Kopf stößt und dadurch Reibungen und Kon- fliktsstoffe an allen Ecken und Enden schafft. Durch spontane Aeußerungen der Zustimmung sowie durch häufigen lebhaften Beifall und einstimmige Annahme der Reso- lution gab die begeisterte Versammlung unzweideutig zu erkennen» daß die große Masse des Volkes nichts gemein hat mit den gegen- wältigen Kriegstreibereien, daß für Angriffs- und Eroberungs- kriege keine Neigung im Volke vorhanden ist, daß vielmehr die Erhaltung des Friedens und die Förderung der Kulturgüter eins höhere Aufgabe ist als die etwaige Erringung von Kriegslorbeeren, Letzte JVachnchten und DepeCcben« Achtstundentag und Arbeiter-Grubenkontrolle. München, 17. Juli.(W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus nahm einstimmig die Novelle zum Berggesetz an. in der gegen den Widerspruch" der Regierung der Achtstuudentag für die Arbeiter unter Tag gesetzlich festgelegt und die Heranziehung der Arbeiter zur Grubenkontrolle bestimmt wird. Pearys Aufbruch zum Nordpol- Halifax, 17. Juli.(B. H.) Der Dampfer„Roosevelt" mit der arktischen Expedition Peary an Bord ist heute nach! dem Nordpol abgedampft. Der Kommandant Peary erklärte vor der Abfahrt, er werde, wenn notwendig, drei Jahre in den arktischen Gewässern verbleiben, um den Pol zu erreichen, „Schutz"mann Schmunk. Offenbach, 17. Juli.(B. H.) Der vom Amte suspendierte Schutzmann Schmunk wurde heute aufAntragderStaats- anwaltschaft Darmstadt in Untersuchungshaft abgeführt. Es handelt sich um die Ausschreitung desselben bei einem Schützenfest. Schmunk hatte eine Dame belästigt und deren zwei Begleiter mit dem Säbel verwundet. Eine ärztliche„Untersuchung". Karlsruhe, 17. Juli.(B. H.) Die Freiburger Strafkammer verurteilte den Arzt Dr. Siegfried N. aus Emmendingen wegen tätlicher Beleidigung einer Dame, begangen während der Unter- suchung, zu 3 Monaten Gefängnis. Der Kaiser von China hat Durchfall... Peking, 17. Juli.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Kaiser ist seit mehreren Tagen krank. Bisher ist eS nicht gelungen. das Wesen der Krankheit genau festzustellen, da man im Palast von der ärztlichen Kunst des Westens nichls wissen will. Die vorliegenden Berichte bezeichnen die Krankheit als Dysenterie. Bleivergiftung durch Trinkwasser! Hannover, 17. Juli.(B. H.) In dem benachbarten Stoecken ist der Eisenbahnarbeiter Ernst Weßling sowie seine Familie an Bleivergiftung erkrankt. Seine Frau und sein Sohn sind bereits tot. Der Arbeiter wurde am Donnerstag in das Krankenhaus ge. bracht. Die Vergiftung rührt von Wasser, das in dem Bleirohr des Brunnens längere Zeit gestaKiden hatte, her. Die Bombe in der Hosentasche." Odessa, 17. Juli.(B. H.) Auf belebter Straße explodierte eine Bombe, welche ein Arbeiter in der Hosentasche trug. Dem Arbeiter wurde der Kopf weggerissen. 0 Personen, darunter zwei Kinder, wurden schwer verletzt. Wolkenbruch. Lemberg, 17. Juli.(B. H.) Als Opfer des Wolkenbruche». der in Juszczhna niedergegangen ist, sind bisjetzt 20 Leichen aus dem Solaflussc gezogen worden. 20 Häuser sind total zerstört, desgleichen ist eine große Menge Stall» vieh umgekommen._ Berhängmövolle Explosion. Bremerhaven, 17. Juli.(W. T. B.) Auf dem Dampfer „Schwaben" explodierten gestern im hiesigen Hafen während der Beladung zwei Kisten bengalischer Zündhölzer aus unbekannter Ursache. Der erste Schiffskoch Schiller aus Lehe erlitt schwere Verletzungen, denen er erlegen ist. Das Schiff hat keinen Schaden genommen und wird fahrplanmäßig am Sonnabend nach Australien expediert._ Sperrung des Binger Lochs. Bingen, 17. Juli.(B. H.) Die Durchfahrt des Bingcr LochS ist gesperrt. Ein Schleppkahn, der sich im Anhang eines Rad» schleppdampfers befand, ist heute im Bingcr Loch auf Grund geraten und festgefahren. Sämtliche Schiffe, die zu Berg fahren, müssen in Ahmannshausen vor Anker gehen. Berantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Jnseratewkeil verantw,:Zh. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer& Eo., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.llntrrhaltungSbl« Br. 166. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 18. Juli 1908. Eulenburg vor den Geschworenen. auszusprechen. Gesundheitszustand des Angeklagten Präf.: Denken Sie sich in die Lage des Angeklagten, an sein Die Staatsantvaltschaft ist zu ihrem schmerzlichen Be Alter, an feinen Zustand; würden Sie sich dann so ruhig verteidigen dauern nicht in der Lage, einer Fortsetzung der Ver tönnen, wie es notwendig ist? handlung in der jezigen Art zuzustimmen. verhandelt werden können. Ich Dr. Steyrer: Vielleicht eine Viertelstunde. Der brauche nicht zu sagen, daß mir diese Erklärung nicht leicht Das Straßenbild zeigt wieder das alltägliche Aussehen. Hin Angeklagte hat ja eine große Willenstraft, wir haben ihm klar ge- fällt, denn ich hatte von vornherein das dringendste Intereffe, zur und wieder bleibt einmal ein Neugieriger einige Augenblicke stehen, macht, daß es für ihn gefährlich ist, zu verhandeln. Nach meinem Wahrung der deutschen und preußischen Rechtspflege dieses Verfonst aber scheint das Intereſſe für den Prozeß sehr stark ver- Ermessen würde nicht länger als eine Viertelstunde fahren so schnell und energisch wie irgend möglich durchzuführen. mindert zu sein. Landgerichtsdirektor Sanzo to eröffnet um Ich habe diesen meinen Willen deutlich betätigt durch Handlungen, Bunft 211 Uhr die Sizung. Oberlandesgerichtsrat Maher ist auf die telegraphische Ladung des Gerichts hin wieder aus München oder Gicht?- Dr. Steyrer: Gicht ist es absolut nicht. Es handelt hauptet noch immer die Ein Geschworener: Jst die Schwellung im Beine Thrombose an denen niemand imstande ist, irgendwie zu deuteln. Freilich bes eingetroffen. Der Fürst befindet sich leidlich wohl, gestern sich um eine Verstopfung der Venen, und diese ist immer nach der Verhandlung zeigte er eine große Ermattung. Nach gefährlich. Ich habe also, obgleich ich weiß, daß dies gegen den Presse, die Maximilian Harden nahesteht, dem der Konferenzsaal gelüftet worden war, hat der Angeklagte unsch des Angeklagten ist, Bedenken gegen eine Verhandlungs- daß die Staatsanwaltschaft nur zögernd habe die Anklage erhoben. 1 Stunden geschlafen und ist dadurch sehr erfrischt gewesen. fähigkeit. Ich stelle vor dieser beschränkten Deffentlichkeit Als ihn der Oberarzt Dr. Steyrer heute morgen besuchte, Präs.: Ist es möglich, daß starke seelische Erregungen für fest, daß diese Behauptung unwahr ist. Ich bin vom gab er wieder seiner Hoffnung Ausdruck, daß er bei Anspannung den Angeklagten gefährlich werden können? Wir find nicht bloß 22. April an, Wir sind nicht bloß 22. April an, dem Tage nach dem im Staedele- Prozeß er aller seiner Sträfte aushalten werde, da er das dringendste Richter, sondern auch mitfühlende Menschen. Sind solche Aufgangenen Urteil, mit voller Energie eingeschritten und habe keinen Interesse an der Beendigung des Prozesses habe. Moment geschwankt oder gewankt, sondern alles getan, was im Der Vorsigende Landgerichtsdirektor Kanzow bittet den regungen gefährlich für einen Herzfranken? Dr. Steyrer: Jawohl Ein Herzkranker kann durch Interesse der Rechtspflege unabweisbar erschien. Ob mir dies leicht Medizinalrat Dr. Hoffmann zunächst sich über den feelische Erregung plöglich sterben. Wenn gleichzeitig noch ein Blut- oder schwer fiel, ist völlig gleichgültig, ich habe nichts als meine gerinsel vorhanden ist, welches plötzlich durch einen Impuls los- Pflicht getan. Wenn ein Preßorgan sagte, der Staatsanwalt habe gerissen wird, so ist dies Lebensgefährlich. Unsere Stellung feine verdammte Pflicht und Schuldigkeit zu tun, so ist dies nicht sehr Medizinalrat Dr. Hoffmann: Ich muß sagen, daß eine als Arzt ist ja hier sehr schwer. Auf der einen Seite drängt der schön, aber richtig. Mir fällt gar nicht ein, wie es in der Presse auch eins Aussicht auf Transportfähigteit in absehbarer Zeit Fürst auf Fortgang der Verhandlung, auf der anderen Seite müssen mal hieß, irgendwie die bayerische Justiz der Saumfeligkeit böllig ausgeschlossen ist. Das Bein ist am Unterschenkel wir auf unser ärztliches Gewissen Rücksicht nehmen. zu zeihen. Diese hat ebenso ihre Pflicht getan, wie die preußische. noch dider geworden, während die Schwellung des Oberschenkels Medizinalrat Dr. Hoffmann: Ich mache auf ein Moment Daß die Uebersendung des Protokolls der Verhandlung im Staedele nicht nachgelassen hat. Angeflagter bemerkt unterbrechend: aufmerksam, welches die Verhandlungsfähigkeit illustriert. Gestern Prozeß erst eine Woche später erfolgte, liegt an der Unvollkommenheit Es ist mir vollkommen gleichgültig, was mit waren ein paarmal Momente vorhanden, wo es schien, als ob der der menschlichen Einrichtungen. Der Oberlandesgerichtsrat Mayer hat meiner Gesundheit vorgeht. Vorf.( zum Sach- Fürst schliefe. In Moabit war er während der Verhandlung besonderen Wert darauf gelegt, das Protokoll fehr forgfältig und gewissen verständigen): Halten Sie den Angeklagten für verhandlungs- richtig eingeschlafen. Das zeugt doch für einen großen haft herzustellen. Der Eingang des Protokolls mußte von mir vor weiteren fähig? Schritten erst abgewartet werden. Weder dem Oberlandesgerichtsrat Hoffmann: Wir haben doch gestern schon gesehen, Kräftenachlaß. daß in der zweiten Stunde der Verhandlung die Kräfte des Fürsten Es wird sodann Geheimrat Kraus vernommen. Er erklärt, Mayer noch mir fällt das geringste Verschulden zur Last. ersichtlich abnehmen. Eine Viertelstunde oder halbe er habe den Angeklagten heute früh besuchen wollen. Da habe Ich habe alles, was notwendig war, getan, auch die Untersuchung Stunde würde eine Verhandlungsfähigkeit wohl vorliegen, ihm Dr. Steyrer gesagt, daß der Fürst sehr schwach sei. Er habe ist vom Landgerichtsrat Schmidt mit Energie und Eifer gefördert was darüber ist, ist schon zweifelhaft. Der An- ihn heute noch nicht gesehen. Eine Schwellung des Beines ist sicher und das enorm große Material mit der größten Schnelligkeit bes geklagte selbst hat sich sehr gegen eine Verhandlungs- noch vorhanden. wältigt worden. Dies zur Aufklärung der Deffentlichkeit. Wenn unfähigkeit gewehrt und gesagt, daß es viel schlimmer für Präs. Nun möchte ich wissen: Halten Sie einen Transport jezt noch weiter in der Presse behauptet werden sollte, daß der Staatss ihn ist, wenn er noch weiter unter einem Damoklesschwert stehen des Angeklagten nach Moabit für möglich? anwalt nur nach anfänglichem Zandern zugegriffen habe, dann mögen müsse. Wir müssen den Wunsch des Angeklagten, soweit es möglich Geheimrat Dr. Kraus: Eine Ueberführung ist zweifellos die Herren mir weiterschreiben! Die Staatsanwaltschaft ist, respektieren, aber als Arzt müssen wir über diesen Wunsch des schädlich. Die Schwellung ist doch zurückzuführen auf die Transporte hat alle Bedenken gegen eine Verhandlung übertvunden und Kranten hinaus unsere Pflicht erfüllen. Ich kann nicht sagen, daß nach Moabit, denn so lange der Fürst hier in Ruhe war, war eine mit ihr das Gericht. Man hat mit aller Gewalt die eine Verhandlungsfähigkeit ad infinitum in Aussicht gestellt werden Schwellung nicht vorhanden. Ein Transport wäre also immer für Sache durchführen wollen und man hat alles mögliche fann. So frisch ist er nicht, daß er zwei bis drei Stunden lang den Angeklagten schädlich. Eine Verhandlung in diesem Saale, selbst versucht. Es ist auch in den ersten Tagen trotz aller Beschwerden verhandeln kann. in dieser Luft, wäre für den Angeklagten weniger unzuträg- gegangen, wir haben länger als zwei Stunden, sogar bis zu vier Präs.: Würde eine starke Aufregung, die doch in der Verhand- lich, als ein Transport. Stunden verhandelt, das alles war aber nur Notbehelf. Bei Tung nicht ausbleiben kann, dem herzleidenden Angeklagten Bräf.: Eine Verhandlung würde hier nicht ohne Aufregung einer so kurzen Verhandlungszeit täglich ist eine solche Sache nicht gefährlich werden? für den Fürsten vorübergehen können. Würden Sie eine solche für durchzuführen, wenn sie sich nicht ins Unendliche ber Medizinalrat Dr. Hoffmann: Sicherlich! Der An- den Angeklagten für gefährlich halten? schleppen soll. Bei dem traurigen Krankheitszustande geflagte. hält mit seinen Klagen über förperliche Beschwerden sehr Geheimrat Kraus: Sicher. Wenn aber dem Fürsten diese des Angeklagten find noch einzelne Nuhetage nötig und die zurück. Ich habe mit Herrn Geb. Nat Kraus und dem Herrn Ober- ganze Angelegenheit nicht erspart werden kann, so wäre es da leidige Benenentzündung jegt eine Ueberführung fo wuchsen die arzt Dr. Steyrer gesprochen. Letzterer hat den Transport gewisser beffer, es geschieht jegt als fpäter, wo dann die des Angeklagten unmöglich macht, Bes maßen für einen Sunstfehler erklärt, der eventuell straf- gauze Sache von vorn beginnen müßte. denken ins Riesenhafte. Nun sagt man, die weitere Verhand Präs.: Wir müssen hier ganz sicher sein, daß sich der lung wäre zum Schaden des Angeklagten, denn Angeklagte selbst so vollgültig verteidigen kann, wie jeder gefunde dieser geniale und hochbegabte Mann würde sich Angeklagte. Ist dies bei dem Fürsten zu bejahen? ganz anders verteidigen fönnen, wenn er gefund wäre. Geheimrat Kraus: Nein, weil bei ihm die Ermüdung Bu bedenken ist aber auch die andere Seite: Welchen Menschen stärker ist. würde nicht das Mitleid in das Herz schleichen, wenn Bräf.: Die Rechtspflege darf feinerlei Schaden man den Fürsten jetzt so ficht und dieser Anblick allein dürfte die leiden. Ich frage also nochmals: Ist der Angeklagte imstande, sich Herzen so bewegen, daß mancher ohne sein Gewissen zu belasten, voll zu verteidigen? sich vielleicht fragt: Geh. Rat Kraus: Wie ein gesunder Mensch gewiß nicht, bar wäre. Geheimrat Kraus hat schon seinerzeit gesagt: Der Transport ist nur erfolgt auf den dringenden Wunsch des Fürsten, weil dieser das dringendste Interesse hat, die Sache zu Ende zu führen. Präs.: Sie halten also nicht dafür, daß der Angeklagte in der Lage ist, sich so zu verteidigen, wie es in einer so wichtigen Sache eigentlich notwendig ist?-Oberstaatsanwalt 3fenbiel: Ist eine leber führung des Angeklagten in das Untersuchungsgefängnis möglich? Medizinalrat Hoffmann: Das halte ich für ab jolut ausgeschlossen.- Bräf.: Ich bitte den Herrn Oberarzt Stehrer, sich zu äußern: fann der Angeklagte felbfttätig fo in die Verhandlung eingreifen, wie es notwendig ist. in wünschenswerter Weise eingreifen fann, weil schon ein gesunder Mensch in diesem Raum ermüden muß. Wir viel mehr ein Kranker, der noch vor kurzem gefiebert hat! Das Leiden des Angeklagten ist in einem Stadium, daß in absehbarer Zeit die Oberarzt Dr. Stehrer: Es ist mir zweifelhaft, daß er erscheint. möglich? Transportfähigkeit ausgeschlossen Präs.: Ist ein Transport in das Untersuchungsgefängnis Dr. Stehrer: Das ist gänzlich ausgeschlossen! Kleines feuilleton. besonders, wenn die Verhandlung stundenlang dauert. Der Schaden wäre für den Angeklagten aber viel größer, wenn zweimal ber handelt werden müßte. Medizinalrat Dr. Hoffmann: Der Schaden, den wir jetzt schon anrichten, ist doch so, daß wir begründeten Zweifel an der Berhandlungsfähigkeit haben. Oberstaatsanwalt senbiel: Auch Sie halten eine leberführung in das Moabiter Untersuchungsgefängnis für ausgeschlossen? Geheimer Rat Kraus: Das wäre für ihn ein Unglück. Ich halte eine solche Ueberführung auf absehbare Zeit für ausgeschlossen. Der Antrag des Staatsanwalts. Hierauf erhebt sich der Oberstaatsanwalt Dr. Jfenbiel: Meine Herren! Ich habe einen Antrag zu stellen: Aber das Recht kann vor solchen Gefühlsregungen nicht alt Ist denn dieser Mann nicht schon genügend bestraft? machen. Für die Staatsanwaltschaft und die Rechtspflege ist nichts ungünstiger, als eine Verhandlung in diesem Zustande, welches ich fordern muß. Dazu kommt, daß wir der Deffentlichkeit denn da wird es manchem schwer, das hartea" auszusprechen, gegenüber einen schweren Stand haben würden. Würde der Angetlagte verurteilt, so würde man dies gegenüber einem so kranken so würde man mit Recht sagen: Bei den schweren SchuldMann für ungerecht halten, würde er freigesprochen, beweisen habe wohl nur das, Mitleid den Ausschlag gegeben. Dazu kommt, daß die Geschworenen, die eine Riesenleistung hinter sich haben, ungeduldig werden. Aber auch die fachliche Ver handlung leidet unter dem jetzigen Zustande. Gestern beispielsweise " Sven Hedins letter Brief. Seit einem Jahre hat man von und rief im Weiterreiten: Erst kommen wir!! Denn wir sind die Hedin, dem kühnen und erfolgreichen Entdecker, so gut wie nichts Staatsfeuertvehr!" gehört. Im Jahre 1905 trat er seine letzte Reise in das verschlossene Modernes Christentum. Seitdem der Kirchenplatz and Tibet an. Im Dezember 1907 erreichten die letzten Briefe 200 Mart loftet, kann man glauben, der liebe Gott halte Sonntags seinen Bater und seinen Verleger Brockhaus. Ein sechzehn Seiten feinen Jourfig ab 1 langer Brief an lekteren ist aus dem westlichsten Tibet am 7. Dt( ,, Der wahre Jacob".) tober 1907 abgesandt worden und erreichte die erste Poststation am 23. November jenes Jahres. In diesem Briefe fündigt Hedin wichtige Notizen. Der Eisenbahnfistus als Förderer der Maum für alle hat die Erde! Das Zigeuner problem beschäftigt nicht bloß die ordnungsstiftende Polizei, die dem fahrenden Volte natürlich Todfeindschaft geschworen hat, auch die Wissenschaft hat sich wiederholt damit befaßt. In England hat sich eine besondere Gesellschaft für Zigeunerkunde gebildet, die sich nicht bloß mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser in Entdeckungen an, die freilich noch geheim gehalten werden. Es heißt vielem rätselhaften Volfsstämme befaßt. Sie sucht für die stets darin u. a.: gehetzten Nomaden Schutz und Verständnis zu schaffen. Im" Ich werde Ihnen jetzt einige Mitteilungen über den Verlauf Sundliteratur. Dag auf den Berliner Stadtbahnhöfen fast neuesten Heft ihrer Zeitschrift erhebt, wie der Globus" berichtet, meiner Reise geben, die aber- aus allerhand Gründen nicht die Hälfte der ausgestellten Bücher zur Kategorie blutrünſtiger eine Anzahl hervorragender Kenner dieses Wandervoltes laute veröffentlicht werden dürfen, sondern nur für Sie persönlich bestimmt Schund- und Schauergeschichten gehört, wurde hier kürzlich festgestellt. Klage und Widerspruch dagegen, daß von verschiedenen Staaten sind. Sogar für mich, der ich ja von Anfang an in der Mitte der Daß der Eisenbahnfistus an diesen Zuständen durch die Forderung jezt neue Geseke und verschärfte Maßregeln gegen das Wander- Handlung stehe, gleicht diese Reise bei einem Rückblick einem Märchen hoher Lofalmiete mitschuldig ist, dürfte bekannt sein. Es kann aber volk ergriffen werden. In ihrer Liebe zu den Zigeunern ver- und einem Roman. Ich glaube, daß es selbst für Jules Verne un- nicht schaden, wenn das noch einmal ausdrücklich festgestellt wird. teidigen sie deren Recht zu leben, auf Luft, Sonnenschein und möglich gewesen wäre, etwas Aehnliches auszudenken-Die Der Frankf. 8tg.", die unsere Feststellung übernommen hatte, wird Wandertrieb". Die Gesetzgeber, so sagen sie, verständen nichts von haben alles Mögliche getan, um mich zu hindern und in der Hinsicht geschrieben: der Psychologie des Zigeunergehirnes, sie stellten das Wandervolt Schwierigkeiten in den Weg zu bauen und doch bin ich Die billigen und guten Wiesbadener Volfsbücher, die Schriften auf gleiche Stufe mit Landstreichern. Es tritt hier die gleiche jest feit fünfzehn Monaten in unbekannten Teilen von der Deutschen Dichter- Gedächtnis- Stiftung und anderer Samm habe mehr Erscheinung zutage, wie wir sie bei Kolonialprozessen, Kolonial- Tibet herumgereist und große, epoche- lungen bringen den Bahnhofsbuchhandlungen gerade wegen des gesetzgebung für Eingeborene usw. erleben, daß einfach, ohne Rück- machende Entdeckungen gemacht, als auf allen billigen Preises einen so schmalen Gewinn, daß sie dabei nicht ficht auf Raffeneigenschaften, unsere europäischen Anschauungen, meinen früheren Reifen zusammengenommen... existieren können; sie verdienen natürlich viel mehr an Büchern, Rechtsbegriffe und Gefühle auf ein ganz anders geartetes und Wie oft bin ich wie ein de wet gejagt worden, aber meine Verfolger die 1, 2 und 3 Mart tosten, als an Heftchen zu 10, 15 oder denkendes Volk übertragen und dadurch grobe Mißgriffe be- baben mich entweder nicht finden können oder sie sind nicht schnell 20 Pfennig. Die Bahnhofsbuchhandlungen fönnen ganz hervor gangen werden. Frankreich, Belgien und die Schweiz wollen dem- genug gewesen, um mich zu erreichen, bevor ich wieder auftauchte, vorragend zur Verbreitung guter Literatur beitragen. Das hängt aber nächst in Bern zusammentreten, um die Zigeuner von ihrem wo sie es am mindesten fürchteten....( Es folgt die Erzählung vor allem von der Herabsetzung der übermäßig hohen Plazmieten Grund und Boden womöglich ganz auszurotten. Dabei werden seiner Forschungen und Abenteuer.) Aber die größte und geographisch ab. Tritt diese ein, dann kann die Eisenbahnverwaltung damit die verschiedene Geschichten erzählt, wie an den Grenzen das Wander- wichtigste Entdeckung, die ich mit dieser Reise machen konnte, eine Forderung verbinden, daß alle Sensationsliteratur ausgeschlossen wird. bolt( es handelt sich auch um elsässische Zigeuner) hin und her ge- Entdeckung, derengleichen nicht wieder gemacht werden kann auf Es ist doch merkwürdig, daß in dem Staat der frommen Sitte, schoben wurde, da keiner die Leute haben wollte. In einem Falle, unserer Erde, ist die folgende."...( Es folgen nun die Einzel- der Konfessionsschule und anderer schönen Dinge, Organe der der sich im Februar 1908 an der französisch- belgischen Grenze bei heiten.) Regierung durch ihre Sucht, recht hohe Einnahmen zu erzielen, zur Mont St.- Martin ereignete, wollte feiner von beiden Staaten eine Hedin gehört nicht zu der Sorte ruhmrediger und phantastischer Verbreitung sehr minderwertiger und unheilstiftender Kriminal aus acht Köpfen bestehende Zigeunerbande zulassen, die in ihrem Abenteurer, die sich im Glanze erfundener Heldentaten und lebhaft romane beitragen. Statt den Verkauf fozialdemokratischer Zeitungen Zeltwagen dort kampierte. Bier Monate lang wurde sie dort von vorgestellter Entdeckungen zu fonnen pflegen. Wir können also mit zu verbieten, täte der Eisenbahnminister besser daran, wenn er die Gendarmen bewacht, die sich zu diesem Zwecke Baraden bauten Recht sehr viel erwarten. Wohl ist beängstigend lange Zeit ver- Berbreitung wirklich guter Bücher durch die ihm unterstellten Bahnund hohe Kosten verursachten. flossen, seitdem die lezte Kunde von Hedin kam. Aber bei einem fo hofsbuchhandlungen förderte." Vom ethnologischen Standpunkte aus ist, wie der Globus" unternehmungsluftigen und doch vorsichtigen Pfadfinder und Forscher, mit Recht hervorhebt, bei der ganzen Angelegenheit von Belang, der auf eine Erfahrung von 16 Jahren innerasiatischer Tätigkeit oaß es sich als unmöglich erwiesen hat, dieses Wandervoll zu einem zurücblidt, braucht man die Hoffnung noch nicht aufzugeben. jeßhaften zu gestalten, denn wenn auch hier und da einzelne Erfolge nach vielem Bemühen verzeichnet werden, so ist es doch, trotz nun Die stellvertretende Regierung. S. M. der mehr als hundertjährigen Anstrengungen nicht gelungen, das Volk in dieser Richtung umzuformen. Die englischen Zigeunerfreunde Schuhmann: Alle Wetter! Majestät und Reichskanzler sind veroringen neue Belege für diese lange bekannte Tatsache. Gegen reist, jest ruht also alle Verantwortung auf mir, da heißt's aufcen Aderbau und damit gegen die Seßhaftmachung haben bisher passen, daß der Staat in Ordnung bleibt!" sie Zigeuner, die auf einer gewiffen Stufe allgemein menschlicher - Die Staatsfeuerwehr. Mit Klingendem Spiel Entwicklung stehen geblieben sind, den größten Widerwillen be- marschierte ein töniglich preußisches Infanterieregiment als lebendige wiesen. Auch die zahlreichen ungarischen Zigeuner sind auch nur Verkehrsstörung durch die Hauptstraße der Stadt. Da kam von einer zu einem geringen Teil, soweit sie Musikanten sind, ansässig. In Nebenstraße her im Galopp die nügliche Feuerwehr. Sie mußte Spanien, in Norwegen, in Deutschland und England überall die- halten.... Aber ihr Chef ging an den Kommandeur Heran und seinen Berehrern noch aus seinem Nachlaß geboten werden. Ein selbe Erfahrung: der Zigeuner will frei sein und wandern. Darum fagte, militärisch salutierend: Drei Züge der städtischen Feuerwehr, neuer Verlag in München fündigt für den Herbst die Herausgabe fordert die englische Zigeunergesellschaft im Einklang mit der Herr Major! Dürfen wir rasch durch? Es ist Großfeuer ge- von 95 Blatt zum Teil farbiger Zeichnungen mit Versen an. Das Ethnologie: man bleibe den Wandervögeln mit der sogenannten meldet." Der Major blickte feinen Kollegen von der Sprizen- Buch führt den bezeichnenden Titel, hernach"; es stammt aus den Kulturbeglückung vom Reibe, und lasse sie in ihrem Elemente der schlauch- Artillerie wie ein verrüdtes wildes Tier an. Sie haben 90er Jahren und ist von Busch zur Veröffentlichung nach seinem Tode Freiheit. woll jut jefrühstückt, mein Lieber?" fragte er dann wohlmeinend bestimmt worden. Humor und Satire. " Es ist nur die Frage, ob dem Eisenbahnfiskus, dem wir unter keinen Umständen irgend eine Bücherzensur anvertrauen möchten, an derartigen Kulturzielen das geringste gelegen ist. Wir bezweifelt das ausdrücklich. Denn wie könnte sonst die sozialdemokratische Bresse von den Bahnhöfen ausgeschlossen sein, die ja wie auch von Nichtsozialdemokraten zugestanden wird das beste in der Be fämpfung der Sensationsgier leistet. Theaterchronit. Ruederers, Wolfenfududs. heim", das feine erste Aufführung im Münchener Künstler- Theater erlebte, wird von Reinhardt im Deutschen Theater diesen Winter aufgeführt werden. Eine Münchener Zeitung stellt dies gewissen hämischen Cliquenversuchen gegenüber ausdrücklich fest. Eine Wilhelm- Busch Gabe wird überraschenderweise HZtte der Zeuge Ernst dem Angeklagten gegenüber gestellt werden müssen, eZ war aber bei dem Zustande des Fürsten nicht mehr möglich. Da wird es dramatische Szenen und Vor- g ä n g e geben, denen jemand nur mit ganzer geistiger Frische folgen kann, aber nicht ein armer kranler Mann. Dazu kommt weiter die Zerreißung der ganzen Verhandlung und die ilnterbrechung eines einheitlichen Planes. Unter diesen Um- ständen beantrage ich: Die Sache wegen Lcrhandlmigsunfiihigkeit des Angeklagte» zu vertagen. Die Aerzte sind übereinstimmend der Ansicht, daß der Angeklagte nicht voll verhandlmigsfähig ist, die Justiz hat aber nur ein Interesse an einer völlig verhandlungssähigcn Person. Die vom Geheimrat Kraus angeregten Bedenken gegen eine zweimalige Verhandlung können nicht mitsprechen, wir können auch nicht darauf Rücksicht nehmen, ob überhaupt eine weitere Verhandlung möglich ist. Ich hoffe es zuversichtlich, ich hoffe, daß das Befinden des Fürsten sich bald so weit gebessert haben wird, daß die Verhandlung in kürzester Frist in geschlossener Weise und hinter- einander durchgeführt werden kann. Die Verteidigung. Justizrat W r 0 n k e r: Die Voraussetzungen für eine rechtsgültige Verhandlung fehlen, denn drei Aerzte haben die Vcrhandlungs- Unfähigkeit bestätigt. Wir Laien haben schon lange leise Bedenken gehabt. Würde man unter solchen Verhältnissen die Verhandlung fortsetzen, so würde die I u st i z zur Farce und die Verhandlung zur Tortur. Wir müssen deshalb Pflicht- gemäß dem Antrage des Oberstaatsanwalts zustimmen, so sehr sich auch der Fürst dagegen sträubt. Der Fürst hat nnS gesagt, wir sollten alles in Bewegung setzen, selbst wenn er seine Gesundheit und sein Leben aufs Spiel setze, denn er habe ein ungeheures Interesse, die Sache zu Ende zu bringen. Wenn der Oberstaats- anwalt gesagt hat, daß er die Sache mit größter Energie be- schleunigt habe, so hat er den besten Bundesgenossen in dem Fürsten gehabt, der auch seinerseits alles getan hat, was er zur Beschleunigung tun konnte. Mit blutendeni Herzen und schwerem Kummer müssen wir der Unter- brechung der Verhandlung zustimmen, weil der Angeklagte sich nicht so verteidigen kann, wie er muß. Die jetzige Situation zwingt zu einer Vertagung und wir befinden uns damit in Uebereinstimmung mit jedem denkenden Menschen, mit der Oeffentlichkcit und mit der ganzen Welt. Auch Rechtsanwalt ChodzieSner schließt sich mit eindring- lichen Worten dem VertagnngSantrage an. Mit fester und lauter Stimme erklärt hierauf der Angeklagte Fürst Eulcnburg: Ich möchte hier wiederholen: Ich habe keine Ahnung, wie weit die Rechte eines Angeklagten gehen, aber ich widerspreche aus vollem Herzen und voller Ueberzeugung dem, was hier vorgetragen ist, sowohl von der Seite, die gegen mich auftritt, als auch von der Seite, die mich zu ver- teidigen hat. Meine Gesundheit ist nur vollkommen einerlei, ich fühle auch die Kraft, daß ich weiter verhandeln kann. Es tut mir leid, wenn die Aerzte anderer Ansicht sind. Ein Schuldloser kämpft hier für seine Unschuld, was bedeutet demgegenüber das Leben? Jetzt loird die Verhandlung unterbrochen und ich kann nicht wissen, ob ich noch weiter leben werde. Ich bin ein k r a n k c r M a n n, ich kann zusammenbrechen und dann schließt sich das Grab über einem, über dem nicht der Richterspruch gefallen ist. Ich loiderspreche deshalb und wiederhole, daß ich die Kraft in mir fühle. Alle Herren, die Herren Richter, der Ober- staaisanwalt, die Herren Geschworenen tun mir VonHerzen leid, daß ich ihnen diese Schwierigkeiten bereitet habe, aber ich kann auf nie- niand Rücksicht nehmen. Wüßte ich, daß ich als gesunder Mensch noch einmal vor Sie hintretcn könnte, so würde ich sagen: Nun gut I Ich bin aber krank und kann nicht wissen, ob ich mein Leiden überstehen werde. Sie sprechen mit diesem Beschluß ein Urteil über mich, das schwer auf mir lastet, denn es ist die U n g e w i ß h e i t I Was soll ich damit machen?' Denken Sie daran, das ist meine Bitte I Der Gerichtshof zieht sich hierauf zur Beratung zu- rück, die über eine Stunde dauert. Landgerichtsdireltor K a n z o w verkündet de» Beschluß dahin: Angesichts des vorliegenden Antrags des Oberstaatsanwalts und der Verteidiger sieht sich der Gerichtshof vor eine sehr schwere Entscheidung gestellt, zumal sich der Antrag nicht mit den Wünschen des Angeklagten selbst deckt. Eine schwere Arbeit, die wochenlang gedauert hat, soll umsonst g e- tan sein I Aber ZweckmäßigkeitSgründe können hier nicht in Frage kommen, wie sie hier angeregt sind, indem ans daS Urteil der Oeffentlichleit, auf die Ungeduld der Ge- schwornen usw. hingewiesen wurde. Den Richtern kann eS ganz gleichgültig sein, was die Oeffentlichkeit dazu sagt, ob ge- schrien wird oder nicht. Dagegen ist der Richter gefeit. Er hat nur daS Interesse der Rechtspflege zu berücksichtigen, Ivelches unbedingt gewahrt werden muß. In dieser Sache ist nun alles geschehen, was geschehen konnte, mit der Gewissenhaftigkeit, die bei preußischen Beamten üblich i st. Auch der Untersuchungsrichter hat voll seine Pflicht getan, es ist auch in späteren Stadien alles geschehen und auch hier in der Verhandlung hat die Sache allseitig, auch seitens der Herren Geschworenen, möglichste Förderung gefunden. Wir haben alles versucht, was versucht werden konnte, wir sind sogar in die Charits gedrungen, obwohl schon Bedenken vorliegen könnten, ob der Richter in das Krankenzimmer dringen soll. Auch die technischen Bedenken bezüglich dieses Raumes waren nicht entscheidend, sondern nur Gründe rechtlicher Natur für den Beschluß deS Gerichts. Schon in Moabit tauchten Zweifel auf, ob der Angeklagte voll verantwortlich sei. Jetzt haben sich die Bedenken verstärkt. Schon gestern hatte man den Eindruck, daß der Angeklagte nicht in vollem Umfange folgen könne, heute aber haben die Aerzte Lebensgefahr als vorhanden erachtet. Der Angeklagte hat den begreifliche» Wunsch geäußert, die Sache zu Ende au bringen, mag kommen, was will. Aber es ist mit Recht auf die Behinderung der Prozeßleitung hingewiesen, es ist ferner richtig, daß die Bilder der Verhandlung zerrissen werden und sich verschieben, wenn diese so oft unterbrochen wird. Der wesent- l i ch st e Grund ist aber, daß dem Angeklagten bei seiner Krank- heit die S e l b st v e rt e i d i g u n g beschränkt ist. Das Gericht ist der Ansicht, daß der Fürst nicht jederzeit selbst in die Vcrhand- lung eingreifen kann, und da dies nach den Grundsätzen der Rechts- pflege jedem Angeklagten in jedem Stadium möglich sein muß, hat daS Gericht beschlossen: Die Verhandlung wird vertagt. Die Unter- suchungShaft dauert in dem bisherigen Maße fort. Man könnte zweifelhaft sein, ob diese Fortdauer der Haft angezeigt ist, da der kranke Mann nicht fluchtverdächtig ist; nach Ansicht deS Gerichts liegt aber Verdunkeln«gSgefnhr vor, weil er den Brief an Ernst geschrieben und Kistler zu Ernst ge- schickt hat. Mit herzlichen DankeSworten an die Geschworenen für ihre treue selbstlose Arbeit schließt hierauf der Vorsitzende die Ver- Handlung._ Soziales* Privatrcchtliche Folgen der Mai-AnSsperrung. Am 10. d. M. hatten wir über die sehr bemerkenswerten Aus- lassungen deS Professors L o t m a r in der Zeitschrift„Gewerbe- und Kaufmannsgericht" berichtet. Lotmar gelangt bekanntlich auf Grund rein wissenschaftlicher Forschung zu dem Ergebnis, daß nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch und nach der Gewerbeordnung die qon der Mai-AuSsperrung betroffenen Arbeiter von ihrem Arbeitgeber den Lohn für die Arbeit beanspruchen können, die sie infolge ihrer Aussperrung nicht geleistet haben. Hierbei hatten wir dargelegt, daß Lotmar für die Fälle dem Arbeiter eine Klagerecht nicht zubillige, in denen die Kündigungsfrist ausgeschlossen ist. DaS trifft indes nicht zu. Lotmar nimmt an, daß auch für die Fälle, in denen dem ohne Kündiguiigsfrist eingestellten Arbeiter gegenüber von der Kündigung am 2. Mai Gebrauch gemacht wird, ein Klagerecht deS Arbeiters besteht. Er führt wörtlich aus: „Der Pflicht, dem Arbeiter den auf die AuSsperrungSzeit treffenden Lohn zu ersetzen, kann der Arbeitgeber nicht einfach da- durch vorbeugen, daß er den Arbeiter am 2. Mai entläßt, nämlich von der exzeptionellen unbefristeten oder entfristeten Kündigung Gebraiich macht. Wenn er hierbei entschlossen ist, den Arbeiter nach Umflnß der AnssperrungSzeit wieder aufzunehmen, dies wohl gar dem Arbeiter mitteilt, wenn er also die Stelle nicht frei- lassen, sondern wieder besetzen, aber nicht möglichst bald und mit einem andern, sondern erst nach der Aussperrung und dann mit dem Ausgesperrten wieder besetzen will, so ist die Entlassung als solche ungültig; denn dann geschieht sie entweder nur, um dem Arbeiter einen Schaden zuzufügen, oder es ist gar nicht auf rechtliche, sondern nur auf faktische Aufhebung des Arbeitsverhältnisses ab- gesehen, und eine solche Scheinentlassung hindert nicht den recht- lichen Fortbestand des Arbeitsoerhältnisses. Beide Male wird der Annahineverzug mit seinen Rechtsfolgen nicht ausgeschlossen. Um dies zu bewirken, müßte die Entlassung ohne die Absicht der Wiederanstellung erfolgen, was sich nicht schon aus der Einhändigung der Ausweispapiere ergibt." Diese Auffassung wird einer sozialen Auslegung deS Z 615 des Bürgerlichen Gesetzbuchs» gerecht. Mag man sich aber zu diesem Spezialfall der unbefristeten Kündigung stellen, wie man will: auf jeden Fall legen die Lotmarschen Ausführungen über die privat- rechtlichen Folgen einer Maiaussperrnng die Frage nahe, wegen Aussperrungen, die im Jahre 1966, 1307 oder 1308 erfolgt sind, Schadenersatzklagen noch jetzt anzustellen. Abraten möchten wir mir von einer Klage- erhcbmig in dem Fall, in dem vor dem 1. Mai Entlassung er- folgt ist._ Suvmissionsblüten. Ordentlichen Respekt bekommt man von der KalkulationSfähigkcit unserer Kapitalisten, wenn man zuweilen den Unterschied in ihren SubmissionSaiigeboten betrachtet. Ein allerliebstes Stückchen auf diesem Gebiet haben einige Posen« Firmen wieder geleistet. Bei der am 15. Juli stattgehabten Submission von Erdarbeiten zwecks Erhöhung eines Straßeiidaniincs im Inner» der Stadt wurden folgende Offerten abgegeben: G. Weimann 13714 M., R. Bergemann 14 620 M., A. Ory 15 645 M., Hoffmann u. Co. 17 730 M., G. Labsch 16 365 M., Gebr. Klose 13 350 M.. A. Vollhahn 18 750 M., Th. Schmidt 22 645 M, R. Lenz 38 217 M. DaS letzte Angebot ist also rund dreimal so hoch als das erste. Fortbestehen von Verträgen bei Einverleibungen. Zwischen der Stadtgemeinde Königsberg und der Königsberger Straßenbahn- Aktiengesellschaft war es infolge Einverleibungen von einzelnen angrenzenden, dem 51reise Königsberg gehörigen Landteilen zum Stadtbezirk zu einem Rechtsstreit über die weitere Gültigkeit der früher zwischen Kreis- und Königsberger Straßenbahn bezüglich der einverleibten Teile geschlossenen Verträge gekommen. Nach diesen Verträgen mit dem Kreis Königsberg hatte die Straßenbahn bestimmte Unterhaltungs- pflichten für die von ihr benutzten Straßen übernommen. Als diese Straßen nach vorhergehenden Auseinandersetzungsverträgen mit dem Kreise zu der Stadt Königsberg einverleibt worden waren, berief sich die Straßenbahn darauf, daß der mit dem Krebse ge- schlossene Vertrag privati;echtlicher Natur sei und für die Stadt Königsberg keine Gültigkeit habe. Sie bestritt deshalb jede Ver- Pflichtimg zur Straßenunterhaltung. Das Landgericht Königsberg verurteilte die beklagte Straßenbahn auf die Klage der Stadt Königsberg hin zur Anerkennung des alten Vertrages auch der Stadt gegenüber. Auf die Berufung der Straßenbahn hob das Oberlandesgericht Königsberg das landgerichtliche Urteil auf und trat der Straßen- bahn bei. Gegen das BerufungSnrteil hatte die Klägerin mit Erfolg Revision beim Steichsgericht eingelegt. Der dritte Zivil- senat erkannte für Aufhebung des BerufnngsnrteilS und stellte das zugunsten der Stadt Königsberg ergangene Urteil des Landgerichts Königsberg wieder her. Die Entscheidungsgründe des Reichsgerichts hierzu besagen unter anderem folgendes: Die Bedeutung einer Teileinverleibung, wie sie hier erfolgt ist, ist nach der Auffassung des erkennenden Senats der einer völligen Einverleibung einer Gemeinde durch eine andere insoweit gleichzustellen, als es sich um diejenigen Rechts- Verhältnisse handelt, welche in dem von der Klägerin einverleibten Teile des Kreises wurzeln. Für die Einverleibung ganzer Ge- meinden aber gilt die— u. a. von dem erkennenden Senat im Urteil vom 17. Januar 1308 Hl 248/07 ausgesprochene Rechtsnorm, daß kraft öffentlichen Rechts diejenige Gemeinde, in welche die andere aufgeht, in deren Rechtsverhältnisse ohne weiteres eintritt, soweit diesem Uebergang der Rechte nicht besondere Bestimniungen entgegenstehen. In gleicher Weise wirkt, wie der Senat annimmt, auch hier die Eingemeindung der Kreisteile in die Stadt ohne weiteres, auch hinsichtlich der zwischem dem Kreise und der Beklagten durch den Vertrag vom 24. Mai/10. Juni 1888 und die Nachtragsverträge vom 23. November 1300 und 30. März 1301 begründeten Rechtsverhältnisse. Daß diese Rechtsverhältnisse im engsten Zusammen- hange mit den der Stadt einverleibten Kreisteilen stehen, in diesen ihre Wurzel und ihren Sitz haben, ergibt die Tatsache, daß die Bestimmung des Eintritts der Klägerin in diese Verträge als ein Teil deS die Eingemeindung borbereitenden Auseinander- setzmigsvertrages vereinbart worden ist. Der Eintritt der Klägerin in die Verträge zwischen der Beklagten und dem Landkreise Königs- berg ist somit als die unmittelbare staatsrechtliche Folge der Ein- verleibung der Krcisteile anzusehen. Damit ist der auf die Wieder- Herstellung des erstinstanzlichen Urteils gerichtete Antrag der Klägerin gerechtfertigt."— Als Streitobjekt sind 360 000 M. an- genommen._ Alkohol und Bicrfahrcr. Ucbcr das Verschulden der Arbeiter bei Unfällen und Alkohol- genuß äußert sich der Aufsichtslicamte der Sektion VI (Berlin, Brandenburg, Westprcutzen usw.) nach dem Bericht der Brauerei- und Mälzereigcnosscnschaft:„Die Schuldsrage bei Un- fällen ist nicht immer leicht festzustellen, doch sind die Unfälle im Maschinenbetrieb nur zu häufig Schuld der Arbeiter. Man muß allerdings dabei berücksichtigen, daß bei einem MaschincnbetrieO von dem die Maschine bedienenden Arbeiter selbstverständlich ein großes Maß von Vorsicht angewendet werden muß.— Wieweit der Biergenuß in den Brauereien Unfälle herbeiführt, ist schwer festzustellen, ganz ohne Einfluß ist derselbe jedenfalls nicht, ganz besonders nicht bei den Bierkutschcrn. Bei dem rücksichtslosen Wettbewerb der Brauereien untereinander sind bis jetzt die Bier- kutscher, namentlich die der kleineren Brauereien, darauf ange- wiesen, möglichst viel bei den Gastwirten zu verzehren, um Bier umzusetzen, insbesondere deswegen, weil die Kutscher meistens Ber- kaufsprämien beziehen"... Das ist wenigstens mal ein offenes Wort über diesen Unfug. Im Gegensatz zu vielen AufsichtZbeamten, die sich darüber beklagen, daß heute jeder geringfügige Unfall gemeldet wird, meint der Beamte: „Leider versäumen die Arbeiter eS noch häufig, auch kleinere Unfälle zur Anzeige zu bringen." Auch der zweite Beamte der Sektion, welcher die Betriebe in der Provinz Posen besllchte, äußert sich über die Alkoholfrage wie folgt t »Die Mehrzahl der tödlichen Unfälle ereignet sich borwiegend durch den Fuhrwerksbetrieb, ein Uebelstand, der, durch die Eigen- ort deS Braugewerbes bedingt, anscheinend nicht leicht zu beseitigen ist. Durch übermäßigen Alkoholgcnuß verursachte Unfälle wurden mir nicht bekannt, doch ist wohl anzunehmen, daß auch selbst ein nüchterner und solider Bierfahrer, der sonst dem Trünke abhold ist, während des Kundenbesuches genötigt wird, mehr zu trinken, als er vertragen kann, und dadurch unverschuldet in eine» Zustand versetzt wird, der eine Nnfallgefahr außerordentlich begünstigt!!!" Ebenso meldet der Aufsichtsbcamte der Sektion.VII(Hannover- Provinz Sachsen usw.): Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschriften finden sich am häufigsten beim Fuhrwerksbetricb. Namentlich die Bierwagen, welche im Gegensatz zu dem Stadtverkehr für den Landverkchr bc- nutzt werden, ermangeln nur allzu häufig eines sicheren Sitzes für den Kutscher. Bei Ausständen in dieser Richtung hat man aber gegen so alt eingewurzelte Uebcl anzukämpfen, daß es nicht leicht ist, hier allmählich eine Besserung zu schaffen. Dazu kommt noch, das, die Wagen für die landwirtschaftlichen Betriebe erst recht jedes Schutzes für die Arbeiter entbehren, und mir wurde, wenn ich für die Bierwagen einen besseren tsitz für den Kutscher verlangte, fast regelmäßig erwidert, in der Landwirtschaft sieht es ja noch viel schlimmer aus. In der ganzen Altmark der Provinz Sachsen sitzen unter anderem die Kutscher fast immer in der Schoßkelle des Wagens, dicht über der Deichsel, direkt hinter den Pferden. Durch den Körper der Pferde wird dem Kutscher der Ausblick nach vorn und nach dem Wege sehr erschwert, mit den Füßen baumelt er bei diesem Sitz meist in der Luft, so daß er im Falle der Not die Zügel gar nicht sehr kräftig bedienen kann, und schließlich kann er gar nicht entweichen, wenn eines seiner Pferde einmal nach hinten ausschlägt, und das kommt selbst bei dem ruhigsten Pferde wohl vor, wenn es von einem Insekt gestochen wird. ES ist bei solchen Verhältnissen nicht zu verwundern, wenn das Fuhrwerk unsere gefährlichste BctriebSeinrichtung ist!" Der AufsichtSebeamte der Sektion VIII(Königreich Sachsen) feiert den„Frieden", der im Braugewerbe herrscht.„Ueber Be- fchwcrdcn der Versicherten, oder Streitigkeiten zwischen diesen und den Arbeitgebern habe ich nichts vernommen!" Aber von einem richtigen Unfallschutz kann er auch nichts berichten. Denn er schreibt vorsichtig:„Betriebe, in denen keinerlei Schutzmaßnahmen zu treffen waren, wurden nicht vorgefunden!" Die Zahl wird leider verschwiegen. Aber auch dieser Beamte muß erklären: „Durch Alkoholmißbrauch verursachte Unfälle kamen nicht zu meiner Kenntnis, auch ist es fraglich, ob solche überhaupt zu verzeichnen waren, da der BetricbSunternehmer ja doch das größte Interesse hat, betrunkene Personen in seinem Betriebe nicht zu dulden. Hingegen ist die Kontrolle hierüber außerhalb der Bc- triebsräume, also im Fuhrwerksbetricb, der alljährlich die schwersten Unfälle verursacht, ziemlich schlver, und dürften Fälle, in denen der Bicrfahrcr im Interesse seines Brotherrn notge- drungen zu viel trinkt, wohl zuweilen vorkommen!!!" Hoffentlich kommt auch noch die Zeit, in welcher es der Or- ganisation der Brauereiarbeiter gelingen wird, diesem Unfug ganz zu steuern, daß die armen Fahrer nicht mehr gezwungen sind,„im Interesse ihres Brotherrn" zu viel zu trinken und sich gesundheitlich schwer zu schädigen, den größten Betriebsgefahren auszusetzen._ Huö der frauenbewegung* Die Frauenehre der Arbeiterinuen. Ein besonders krasser Fall, der dartut, wie die Ehre der Arbeite- rinnen seitens gewissenloser Vorgesetzter mit Füßen getreten wird, wurde vor einigen Wochen durch eine Gerichtsverhandlung in der Oeffentlichkeit bekannt. Der.Braunschweiger Volksfreund" brachte einen Versammlungsbericht, in welcher die jeder Kritik hohnsprechende Umgangsform, die in einer der dortigen Jutespinnereien herrscht, gebrandmarkt wurde. Einer der Fabrikausseher fühlte sich beleidigt und stellte Strafantrag und es kam zur Verhandlung. Was vor Gericht von den Zeuginnen ausgesagt wurde, das war ein Notschrei der an ihrer Frauenehre gemiß- handelten Arbeiterinnen. Um Arbeit und Ver« dienst zu haben, mußten sich die Arbeiterinnen die Zudringlich- leiten und unsittlichen Angriffe deS Vorgesetzten gefallen lassen.— Es wurde festgestellt, daß eine Arbeiterin einem Aufseher über 1000 mal hatte zu Willen sein müssen; andere Arbeiterinnen mußten sich deS Paschas Besuch in ihrer Wohnung gefallen lassen. Die Beschwerde einer Arbeiterin wurde vom Inspektor dahin beantwortet:„ES wäre das beste, wenn sie ginge, dann gäbe eS Ruhe."— Eine andere Zeugin bekundete, daß sie den Inspektor schon früher über neun. Fälle unsittlicher An- griffe eines Beamten unterrichtet habe. Durch Handschlag hat sie versprechen müssen, nichts davon in die Oeffentlichkeit zu bringen. Die Beschwerde hat nichts genutzt. Die Fabrik wurde bor Gericht als eine©-tut statte der Prostitution bezeichnet. Die Fabrikinspcktion versagt da vollständig. sie kann ihre Auf- gaben schon deshalb nicht erfüllen, weil der revisionSpflich- tigen Betriebe zu viel und der Beamtinnen zu wenig sind. Die Gewerbeaufsicht ist auch unzulänglich, weil keine Aussicht-'- beamten aus den Reihen der Arbeiter genommen werde,-.. Die Jnspektorinnen sind Damen, die dem Leben der Arbeiterklasse...eist vollständig fernstehen. Damen nutzen der Arbeiterin blutwenig, auch dann, wenn sie den Namen„VerttauenSdame" führen. Unter diesem Namen hat z. B. die Steingutfabrik Villeroy u. Boch- Dresden vor kurzem eine Dame für ihren Betrieb eingestellt, die für das Seelenheil der Arbeiterinnen sorgen soll. Wie sie ihre Ans- gäbe auffaßt, zeigt ein von ihr gehaltener Vortrag, in dem eS u. a. heißt: „Ohne Erziehung und den festen Halt im Innern, der Gott und Glaube heißt, kommen solche Kinder nach ihrer Schulzeit und Konfirmation in die Fabrik... Nur als Kostgänger fristen sie ihr Leben in der elterlichen Wohnung. Ihre noch von der Schule herrührende Religion werden sie oft gezwungen zu verleugnen, wenn in ihrer Familie sozialdemokratischer Sinn herrscht, der von Kirche und Christentum nichts wissen will." An einer anderen Stelle heißt eS:„Diese Menschen tragen daS Zeichen ihrer niedrigen DenkungSart an der Stirn! In einzelnen Fällen, wo meine Ermahnungen erfolglos blieben und wo ich Gefahr für die Mitarbeiterinnen erblickte, sah ich mich genötigt, um die Eni- laffnng der Betreffenden bei der Direltion zu bitten."— Solche Tätigkeit der VertranenSdamen müssen die Arbeiterinnen entschieden ablehnen. Die Gefahren, die Leben und Gesundheit der Arbeiterklasse be- drohen, müssen durch Ausdehnung und strenge Handhabung der Gewcrbcinspektion beseitigt werden. Die sittlichen Gefahren, die der Arbeiterin drohen, können am besten durch gewerkschaftlichen Zusammenschluß beseitigt werden. Die einzelne Arbeiterin ist meist ein willenloses Objekt für skrupellose„Brotherren"; anders lvird die Sache, wenn ein starker Verband den Kampf gegen lumpige Ge- sellen ausnimmt._ Eine Frauenversanttulung auf einem Friedhofe. In dem Städtchen Paugthkcepsie am Hudson kehrten, so berichtet die„New Yorker VolkSzcitung". vor einiger Zeit Frauenrechtlerinnen ein, um dort eine Versammlung abzuhalten. Sie luden hierzu die Studentinnen des dortigen Mädchengymnasiums ein. Da der Di- rektor die Abhaltung der Versammlung innerhalb des Schulgrund-| Kämme, Pinsel und sonstige im Betriebe verwendeten Geräte, aus- und beiseite geschleudert, so daß sein Tod alsbald eintrat. Die von stücks verbot, zogen die Mädchen nach dem katholischen Friedhof und genommen Bürsten, nach jedem Gebrauch mit Seifenlauge zu M. Hinterlassene Witwe erhob nebst ihren beiden minderjährigen hielten dort die Versammlung ab. Unter den Rednerinnen befanden reinigen sind. Der Friseur Fuhrmeister in Halberstadt erachtete Töchtern gegen den Württembergischen Eisenbahnfiskus Schadenfich zwei Sozialistinnen und zwar Arbeiterinnen, die bei den jungen sich zu der vorgeschriebenen Art der Reinigung seiner Geräte nicht ersazansprüche aus Betriebsunfall. Studentinnen großen Beifall fanden. Gerichts- Zeitung. -verpflichtet und reinigte dieselben in der bisherigen Art weiter. Das Landgericht wie auch das Oberlandes. Diese Nichtbefolgung trug Herrn Fuhrmeister ein Strafverfahren gericht Stuttgart erkannten die Ansprüche der Kläger dem wegen Uebertretung der Regierungsverordnung ein, das vor dem Grunde nach zu zwei Dritteln für gerechtfertigt an. Im Schöffengericht mit seiner Verurteilung zu einer Geldstrafe endete. selben Sinne entschied auf die Revision des Beklagten das Reich 3Auf die von ihm hiergegen eingelegte Berufung hob die Strafgericht, indem es die Revision zurück wies und hierzu kammer des Landgerichts zu Halberstadt das erste Urteil auf und folgendes ausführt: Das Berufungsgericht geht bei der WürdiStrenge Auslegung des Postregals. sprach den Angeklagten frei. Es wurde angenommen, daß die Vor- gung, ob und wie weit dem Verunglückten ein eigenes Verschulden Wegen Bergehens gegen das Postgeset hatte sich am 17. De- schrift zum Zwede der Verhütung einer Ausbreitung ansteckender an dem Unfall nachgewiesen sei, zutreffend davon aus, daß der zember v. J. vor dem Landgericht Hamburg der Kaufmann Mag Krankheiten erlassen sei und daß sie deshalb, wie das Kammer- Reisende bei einem Halten des Zuges, das nicht deutlich erkennbar Joseph Ebstein zu verantworten. Die Verhandlung endete mit gericht in seiner Rechtsprechung annehme, der Rechtsgültigkeit ent- nach der Ankunft in der Station erfolgt, damit rechnen müsse, der seiner Freisprechung. Ein Verein in Altona verteilt alljährlich behre, da die Materie in dem Reichsgesetz betreffend Verhütung Zug fönne auch vor der Einfahrt halten, und daß er die pflichtsein Handbuch nebst Mitgliedstarte durch seine Vertrauensmänner der Verbreitung ansteckender Krankheiten vom 18. August 1905 er- mäßige. Sorgfalt verlege, wenn er aussteige, ohne sich zu ver= in der Weise, daß diese alles Erforderliche erhalten und an die schöpfend geregelt sei. Das Berufungsurteil wurde von der gewissern, daß der Zug in Wirklichkeit an der bestimmungsmäßigen Mitglieder weitergeben. Seit 1904 geschah dies durch Vermittelung Staatsanwaltschaft mittels der Revision und mit der Begründung Haltestelle angelangt sei. Aus verschiedenen Gründen folgert das des Angeklagten, der eine Privatbeförderungsanstalt betreibt. Die angefochten, daß in demselben die kammergerichtliche Auffassung Berufungsgericht aber, daß den Verunglückten kein Vorwurf Druckerei fandte die gesamte Auflage an ihn und er machte dann berkannt sei. Diese habe nur solche Vorschriften im Auge, die die treffe, weil er, als der Bug- etwa 300 Meter von dent Stationsfür jeden Vertrauensmann ein festperschnürtes Batet, welches Verhütung der Ausbreitung ansteckender Krankheiten bezwecken, gebäude hielt, sich wie andere Mitreisende in der Meinung, die zwei und mehr bis 300- Jahrbücher enthielt. Die Ber während die Vorschrift des Regierungspräsidenten von Magdeburg Station sei erreicht, zum Aussteigen anschidte. Das Berufungs fendung erfolgte durch die Boten des Angeklagten. Die Anklage nur zur Erhaltung der Sauberkeit der Barbiergeräte erlassen sei. gericht zeiht ihn aber der Außerachtlassung der gebotenen Vorsicht, lautete dahin, daß der Angeklagte unverschlossene Briefe in ver. Der Staatsanwalt schloß sich dieser Ausführung an und beantragte veil er von der letzten Trittstufe des Wagens auf den Bahnförper schlossenen Paketen auf andere Weise als durch die Post versandt Aufhebung des Vorderurteils sowie Zurückverweisung der Sache hinabgestiegen sei, obwohl er bei gehöriger Umschau an dem Mangel habe. Das Landgericht war der Ansicht, daß die Sendungen behufs anderweitiger Verhandlung und Entscheidung in die zweite des Verkehrs und der Beleuchtung hätte merken können, daß der einzeln betrachtet als Brief nicht anzusehen seien. Es schloß Instanz. Diesem Antrage entsprach das Kammergericht. Der Zug noch nicht in die Station eingefahren sei. Von einem weiteren sich dabei den durch das Reichsgericht gegebenen Definitionen des Begründung entnehmen wir folgende Stellen: Der Berufungsrichter Verschulden, das nach der Ansicht des Beklagten darin bestehen soll, Begriffes Brief an, wonach eine gedankliche Mitteilung vorliegen habe unter Verkennung der angezogenen fammergerichtlichen Ent- daß der Berunglückte das Nebengleis trok dem Herannahen des und die äußere Form des Briefes annähernd gewahrt sein muß. scheidung sein Urteil zu Unrecht auf dieselbe gestützt. Sie erkenne Schnellzuges überschritt, spricht ihn das Berufungsgericht frei; Das Jahrbuch habe, so wurde ausgeführt, den Umfang einer der Polizei nicht das Recht zu, Vorschriften zur Verhütung der er habe den Zug, den er verlassen, und der sich sofort wieder in Broschüre und stelle fich weder nach seiner äußeren Erscheinungs- Ausbreitung anstecender Krankheiten zu erlassen, weil diese durch Bewegung setzte, nicht mehr besteigen können und nur die Wahl form noch nach seinem Inhalte als Brief im gewöhnlichen Sinne das Reichsgesetz vom 18. August 1905 erschöpfend geregelt werde, gehabt, zwischen den Gleisen stehen zu bleiben oder das Gleis zu des Wortes dar. Daran werde nichts geändert dadurch, daß den wohl aber dürfe sie, auf Grund des Tit. 17 TI. II A. 2.-R. die überschreiten. Das erstere sei, weil fein Plaz zum Stehen Paketen eine Anzahl Mitgliedskarten beigefügt waren. Die Reinlichkeit der in den Barbiergeschäften gebrauchten Geräte zwischen den Gleisen vorhanden war, ebenfalls lebensgefährlich Revision der Oberpostdirektion Hamburg gegen dieses Urteil wurde regeln. Denn durch Unreinlichkeit derselben werden die anderen gewesen, und die Entscheidung zwischen den zwei Gefahren ge bom Reichsanwalte für begründet erklärt. Die Beifügung der Mit- Kunden gefährdet. In solchem Falle sei also nicht von der An- reiche dem Verunglückten nicht zur Fahrlässigkeit. gliedstarten falle sehr erheblich ins Gewicht. Die Sendung erhalte steckung durch einen anderen die Rede. In der erneuten Verhanddadurch den Charakter eines Briefes. Jm Sinne der Postordnung lung werde die erlassene Polizeiverordnung nach dieser Richtung habe das Wort Brief eine besondere Bedeutung. Das Reichs hin zu prüfen sein. gericht hob am Donnerstag das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. Eine in die Geschäfte der Barbiere und Friseure tief einschneidende Entscheidung Hat der erste Straffenat des Kammergerichts getroffen. Durch Verordnung des Regierungspräsidenten zu Magdeburg ist vorgeschrieben, daß in den Barbier- und Friseurgeschäften Scheren, Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 18. Juli Nenes tgl. Operutheater. Tann häuser.( Anfang 7 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Bentfches. Die Brettlgräfin. Kammerspiele. Gelbstern. Neues. Der Berrissene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2X2= 5. Die Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Balzertraum. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Der Freischüß. Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Die Diebin. Thalia. Der Mann mit dem Monocle. Bernhard Rose. Im Hause der Sünde. Metrovol. Das muß man seh'n. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. London Suburbia. Spe zialitäten. Passage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Winter- Thymian. Berliner Prater. Die Welt ein Paradics. Anfang 7 Uhr. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater.) Morwitz- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Freischütz. Sonntag, naam. 3 Uhr, bei halben Breisen: Der Wildschütz. Sonntag, abends 8 u br: Oberon, König der Elfen. Montag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. Kleines Theater. Sonnabend, den 18. Juli cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Dienstag: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dstar Strauß. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 up. Schauspielhaus. 8 ur. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Pilk. Sonnabend, den 18. Juli: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Sensationsschauspiel in 4 Aften von C. M. S. Mc. Lellan. Sonntag: Die Diebin. Montag: Die Diebin. DERNHARD ROSE THEATED ( Sr. Frankfurter Str. 132. Im Hause der Sünde Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Anfang 4 Uhr. Theatervorstellung. Spezialitäten. 1.a.: R. Mälzer Der grüne Teufel. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich: Haftpflicht der Eisenbahn beim Unfall eines Reisenden durch verfrühtes Aussteigen aus dem Zuge. Als der Weingärtner M. aus Uhlbach am 12. März 1906 gegen 10 Uhr abends mit einem Personenzuge nach Obertürkheim fuhr, verließ er den Zug, als dieser zirka 300 Meter vor Eine fahrt in die Station anhielt. Beim Ueberschreiten eines Nebengleises wurde M. bald darauf von einem Schnellzuge erfaßt pollo Schweizer Theater Ein Bomben- Lacherfolg. 10 Uhr: Garten. Am Königstor I Am Friedrichshain. London Suburbia. Täglich: Theater- Vorstellung, Große englische Burlest- Pantomime Spezialitäten und Ball. in 2 Bildern, ausgeführt von Bert Bernards Original- Stompagnie. Neu: Biccards komische Pantomime: Außerdem ab 8 Uhr: Das große Die Einbrecher von New York. Attraktions- Programm u. Die füßen Grifetten". Seben Abend Das Lieserl, 10 Uhr: Singspiel in 1 Aft. Gr.Militär- Doppel- Konzert Brunnen- Theater beluftigungen. Stinematograph. Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Lustspielhaus. Sommerpreise. Abends 8 Uhr: Die blaue Mans. Metropol- Theater Bum 300. Male: Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Gej. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Passage- Theater. Der größte Saisonerfolg Gastspiel Willi' Agoston in der tollen Burleske Berlin in Stimmung! Das Tollste vom Tollen und die neuen Juli- Spezialitäten. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. ReichshallenTheater. Gastspiel WinterBadstraße 58. Direkt.: Willi Voigt. MS Täglich: Jeden Mittwoch: Kinderfreudenfeft. Kottbuser Der deutsche Michel. Sanssouci, Straße 6. Erstklassige Spezialitäten. Karl Braun, Bertandlungs- Stünstler. 5 Schenk Marvelly's. Trio Busson. Paul Coradini. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. Walhalla Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Berliner Sänger Dinfriante Berliner Sänger Erstklassige Künstler und Tanzkränzchen. ( Kolossales SoireeProgramm.) Varieté Theater Beginn Sonntags 5, wochent. 8 Uhr. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei schlecht. Witterung i. Theater. Neues Programm. Anf. der Borstellg. 8 Uhr. Anf. des Gartenkonz. 7 Uhr. Kleine Preise. Morg.: Hoffm. Nordd. Sängor. Tanz. Ostbahn- Park Bei der Anwendung des§ 254 B. G.-B. und der Verteilung des Schadens unter die Parteien hat das Berufungsgericht in Betracht gezogen, daß hier die Betriebsgefahr der Eisenbahn durch schwierige Verkehrs- und Betriebsverhältnisse besonders erhöht und andererseits das Verschulden des Getöteten nach Lage des Falles nicht schwer gewesen sei. Die Ausführungen des Berufungsgerichts lassen nirgends einen Rechtsverstoß erkennen. Die von der Revision angegriffene Abwägung des Selbstverschuldens mit der Betriebsgefahr beruht wesentlich auf der Beurteilung tatsächlicher Umstände und ist teinesfalls rechtsirrig." Deutscher Tabakarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Todes- Anzeige. Am 16. Juli berstarb unser Stollege, ber Bigarrenmacher Franz Zucker. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ant nachSonntag, ben 19. Juli mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. JohannesStirchhofes in Plökensee aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Uhr verschied Heute morgen nach furzem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, der Bäckermeister Oswald Diettrich im 47. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetrübt, um stille Teilnahme bittend, an Witwe Marie Diettrich, am Hermann und Otto als Kinder. Die Beerdigung findet Montag, den 20. Juli, nach der mittags um 5 Uhr, von Leichenhalle des Emmaus- FriedHermannhofes in Rigdorf, ftraße 129-137, aus statt. für den Sozialdemokrat. Wahlverein 4. Berliner Reichstagswahlkreis Köpenicker Viertel. Bezirk 194. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gärtner Friedrich Mesow ( Büdlerstraße 30) gestorben ist. 219/10 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Brig aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltung I. Verein Berliner Hausdiener. Todes- Anzeige. Hiermit diene den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied 69/19 Martin Lücke am 16. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. 5. M., pünktlich 1/21 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens Kirchhofes in Niederam Berliner Prater- Theater Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 W. Noacks Theater Schönhausen- Nordend aus statt. Kastanien- Allee 7-9. Täglich Hermann Imbs. Täglich: Die Welt ein Paradies Großes Konzert, große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4, Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Castan's Die Theater- und SpezialitätenVorstellung. Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16 Vollständig neues Programm! 10: Der Reichtum des Arbeiters. Berl. Boltsstud m. Gesang in 2 Aften. Vorher die durchweg neuen Spezialitäten! Anj. 6 Uhr. Kaffeeküche 3-6 Uhr. Heute: Marianne, ein Weib aus d. Volke. Volksgarten- Theater am Bahnhof Gesundbrunnen. Neu! heiligen Dsungusen Neu! Großes Sommerfest aus dem Reiche der Mitte. Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob Regen! Ob schön! Täglich:" Zahlreiche Beteiligung erivartet Die Ortsverwaltung I. Nachruf! Am 7. Juli schied der Kollege Paul Schöpe freiwillig aus dem Leben.[ 69/20 Ehre seinem Andenken! Die Verwaltung I. Zentralverband der vereinigten Nord- Klubs deutscher Brauerei- Arbeiter. unter Mitwirtung des Mandolinenklubs„ Lyra". Berlin I( Brauer). Todes- Anzeige. Am 16. Juli vormittags 10 Uhr verstarb unser Mitglied Max Kliems Franz Sommer- Cheater. Hasenheide 13-15. Das neue und beste Programm Berlinsche Leitung: Bornhard Lango Wochentags Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Sonntags Anfang 3 Uhr. Entree 30 Pf. Großer Ball. 060000 A Kaffeeküche. Volksbeluftigungen aller Art. Große Dampfer- MondscheinPromenaden- Fahrt mit MilitärMusik. Sonnabend, den 18. Juni: Tymian Rundfahrt auf dem Müggelsee, dann zurück mit seiner berühmten Herren: Gesellschaft. Anfang wochent. 8, Sonnt. 7 Uhr. Sonnabend, den 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. nach Kyffhäuser ab Shillings- Brücke. Abfahrt: 9-10 Uhr abends. Rückfahrt: Erster Dampfer 2 Uhr nachts Hin u. zurüd 50 Pj. Uebrige 412 früh. Im Restaurant ,, Kyffhäuser": Gr. Sommernachts- Ball. Gawlich ( Brauerei Pfefferberg). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 19. Juli, nachTaglia: Großes Konzert, Theater- mittags 4 Uhr, von der Leichenund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite: Tag. Fröbels Allerlei-Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Berliner Herzen. Bollsstück in 2 Alten. Dazu erklassige Spezialitäten. 00000000000 halle des Gemeinde Friedhofes in Friedrichshagen, Wilhelmstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 43/10 Der Vorstand. Elysium Landsberger allee 40/41. Heute jowie täglich: Vorstellung. Im Riefensaal: Ball. Familien- Staffeekochen. Entree frel. Anfang 7 Uhr. Avis. An Wochentagen ist Saal und Garten mit Sängergesellschaft an Vereine gratis zu vergeben. Karl Eisermann. Amt VII, 2617. [ 36762 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 2 Mtr. Schürzenstoff Lvielen Dessins 3 Küchenhandtücher banter Kante 3 Stubenhandtücher. Gerstenkornm. 95 PL 95 PL. 95 PL. 95 PL 95 Pf. 95 PL 1 Dtz. Linon- Taschentücher gesäumt. 95 Pf. Dtz.Batist- Dam.- Taschentüch. mit bunter Kante 95 Pf. 3 Stck. Batist- Hra.- Taschentüch. mit bunter Kante 95 PL. 95 Pt. 1/2 Dtz. bunt.Herren- Taschentüch. 95 Pf. 1 Dtz. Staubtücher 95 Pf. ·• • 1 Damen- Taghemd Achselschluss m. Trimmingbesatz 95 Pf. Unsere enormen Vorräte des Parterre, I., II., III. Etage haben wir weiter im Preise reduziert und bringen solche, ohne Rücksicht auf den bisherigen billigen Ausverkaufspreis, der schnellen Räumung wegen zu drei Einheitspreisen zum Verkauf. 95 PE 1.95 Ausserdem verabfolgen wir bei einem Einkauf 2.95 von je 1 Mark 10 Rabatt- Marken gratis! schwarz oder • 1.95 1 eleganter steifer Hut mit Atlasfutter 1.95 1 eleganter weicher Hut farbig 1.95 1.95 • 3 Paar bunt. 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Kinderkleidchen habsch garn., 50-60 cm lang 1 elegante Leinen- Bluse mit relcher 1.95 Stickerel .2.95 • • • 95 Pf. 1 Russen- Kittel für Knaben u. Mädchen 1.95 1 Satin- Bluse weiss/ schwarz Karos mit 1 Lammfell- Cape mit farbiger Kapuze 1.95 aparten Stickerel- Einsätzen.. .2.95 • od. Dimiti u. Trimming besatz.... 95 Pf. 1 Kaffeeservice • • 95 PL. 1 eleg. Untertaille mit Spitzen- od 1 Satz Töpfe bunt B 95 PL Stickereibes. u. Seidenbanddurch z.. 95 Pf. 1 Matinée( Geishafasson)....... 1.95 1 Morgenrock imit. Mousseline. 1 eleganter Jupon m.Serpentin- Volant 2.95 1.95 6 bunte Kompottschälchen... 95 PL 1 Gewürzschrank mit 6 Tonnen. 1 Hausschürze extra weit • . 0 • 95 Pf. 1/2 Dtz. Jacquard- Servietten. 1.95 1 Alpacca- Jupon mit vierfachem Volant 2.95 1 Staubmantel mit Besatz ... 2.95 1 Halb- Reformschürze 95 Pf. 95 Pt. 1 Dtz. Wischtücher 1.95 1 eleg. Kinderkleid Leinen mit Garn, 1 Kinder- Hänge- Reformschürze Grösse 45-65 cm . 95 Pf. ausgebogt 95 Pt. 3 Tändelschürzen gemust. Batist n. 95 Pf. Hohlsaum oder 95 Pf. 1 Kopfkissen mit bunter Besatz. · 1 Emaille- Waschservice 8 tellig. 95 Pf. I Waschständer m. Schüss. u. Selfnapt 95 PL. 1 Brotbüchse. 6 Victoriabecher/ Liter... 95 Pf. 1 weisse Batist- Bluse m. Garnierung 95 Pf. 1 Mull- Bluse m. farbig. Satin- Kragen 95 PL 1 Zephir- Bluse m. schönen Karos. 1 Jupon imit. Leinen m. Spitzeneinsatz 110 m breit 1.95 Reinwoll. Cover- coats jetzt Mtr. Reinseidene Chiné- Blusenstoffe 1.95 jetzt Mtr. Reinwoll, Kostümtuche 140 cm br. Wert 4.00 M., jetzt Mtr. 1.95 Engl. Tüll- Gardinen Fenster. 1.95 Engl. Tüll- Stores.. 1.95 Engl. Tüll- Bettdecke 1.95 95 Pf. 95 Pf. früher 3.00 M. 1 Kinderkleidchen 50-60 cm lang 95 Pf. 1 Russenkittel.... 95 Pr. 1 Matinee 95 PL. 95 Pt. 1 Kopfbürste, 1Frisier-, 1Staubund 1 Taschenkamm. 3 Stck. Lilienmilchseife, 3 Pck. Shampoon m. schwarz. Kopf 95 Pt. 95 Pf. 2 Scheuertücher, 3 Stck. Oberschalseife, 5 Pck. Seifenpulv. . 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Während dieser Zeit war die Königgräger Wasserwege bis zu der Nagöser Schleuse des Finow- Kanals gebracht Straße teilweise für den Fußverkehr gesperrt. werden, ist eine besondere Feldbahn errichtet worden. Bei den Betonierungs und Dammarbeiten sind mehrere hundert Arbeiter beschäftigt gewesene Schlosser Nintel. Beim Baden ertrunken ist der in der Schwarzkopffschen Fabrit dem Spreewald ersuchen wir die Parteigenossen, Vereine, Klubs und zeitig ist eine Küche hergestellt, in der ein besonders angestellter Freibad nehmen, war jedoch kaum in das Wasser gegangen, als er Zur Lokallifte! Anläßlich der bevorstehenden Ausflüge nach beschäftigt, die in extra erbauten Varacen untergebracht sind. Gleich beschäftigt gewesene Schlosser Rintel. R., der in der Abteilung Wildau tätig war, wollte nach dem Essen in dem Rottefanal ein Gesellschaften, sich vor Arrangierung derartiger Partien rechtstüchenmeister für die Zubereitung des Effens sorgt. Das Bauwert auch schon in den Fluten verschwand. Zahlreiche Arbeitskollegen, frühzeitig mit folgenden Genossen in Verbindung zu setzen: foll im Laufe des nächsten Jahres fertig gestellt werden, worauf die den Vorfall mitangesehen hatten, bemühten sich sofort um die flhelm Zachow, Rottbus, Klosterstr. 56 II, und dann die weiteren Arbeiten auf der Anschlußstrecke zwischen Ragösen Rettung des Schlossers, doch konnte dieser nur noch als Leiche ges August Maschofins, Lübbenau, Färbergasse 60. und Liepe zur Ausführung kommen. Dieselben sind jederzeit gern bereit, jede gewünschte Auskunft über Nachtquartier zu erteilen sowie bei Beschaffung von Fährleuten Stadt Berlin den Antrag der„ Großen Berliner" auf KonzessionsDie Große Berliner" und Nieder- Schönhausen. Seitdem die streng darauf zu achten, daß teine Ueberborteilung der Ausflügler burch zu hohe Berechnung der Fahrpreise stattfindet. Darauf hin- berlängerung abgelehnt hat, zeigt die Straßenbahngesellschaft den weisen wollen wir noch, daß im Spreewaldgebiet uns nur folgende Gesellschaft die 90jährige Konzessionsverlängerung erteilt, weil alle Bororten das größte Entgegenkommen. Nieder- Schönhausen hat der Lokale jetzt zur Verfügung stehen: Schwarzer Adler"( Baumgart) in Lübbenau und Schützenhaus" in Betschau. Verkehrswünsche des Vorortes von der Großen Berliner" be- Anstalt Helgoland eine wertvolle Sendung Nordseetiere zugegangen. Bei Ausflügen von Betschau über Burg nach dem Spreewald Gemeindevorstand von Nieder Schönhausen, bevor er rücksichtigt wurden. Wie jett bekannt wird, hat der Durch sie hat, was die wirbellofen Tiere anbelangt, das als„ Nordseewende man sich um Auskunft an Genossen Aug. Klünte, den becken" bekannte große Seewasserbassin des oberen Grottenganges Vetschau, Bahnhofstraße. neuen Vertrag mit der Großen Berliner" schloß, diesen der einen prachtvollen lebenden Schmuck erhalten, indem es mit In 2übben stehen uns teine Lokale zur Verfügung. Straßenbahn- Aktiengesellschaft Siemens u. Halste, deren Aftien fich 200 Blumentieren von wunderbarer Schönheit besetzt werden konnte, zum größten Teil im Besitz der Stadt Berlin befinden, und deren insbesondere mit jener Art, die man wegen ihrer kurzen, breiten, Lichtenberg. Heute, Sonnabend, findet in Paul Schwarz Linie Mittelstraße- Pantop in Nieder- Schönhausen endet, mit der am Rande gefransten, den Kronenblättern einer Nelfe zu ber Sommertheater, Dorfstr. 25/26, das Sommerfest der Parteigenossen Anfrage zugestellt, ob sie bereit sei, an Stelle der Großen Berliner gleichenden Fühler als Seenelten bezeichnet, und hier sich nun in Lichtenbergs statt. Außer Konzert, Spezialitätenvorstellung, Gesangs in das Vertragsverhältnis einzutreten, und erst nachdem eine ab- allen Größen und Farbentönungen den Bliden zeigt. Auch zwei aufführung und anschließenden Ball ist für Kinderbelustigungen lehnende Antwort erfolgt war, mit der Direktion der Großen Ber- Seevögel, die in den nordeuropäischen Meeresgebieten heimaten, reichlich Sorge getragen. liner Straßenbahngesellschaft abgeschlossen. Die Große Berliner hat trafen mit ein, die als ausgesprochene Wasserbewohner und ausNeuenhagen. Am Sonntag, den 19. 5. M., nachmittags 4 Uhr, gleise 2,50 Mark pro Jahr zu zahlen. Bisher erhielt Nieder- räumigste der drei Seewasserbecken nahe dem unteren Ausgange Neuenhagen. Am Sonntag, den 19. d. M., nachmittags 4 Uhr, fich unter anderem verpflichtet, für das laufende Meter Straßenbahn- gezeichnete Schwimm- und Taucherfünstler das mittlere und gefindet im Lokale von Schmidt, Baufelde, die Generalversammlung Schönhausen von der Gesellschaft jährlich 4011,57 M. an Ent- angewiesen erhalten haben. Es find Vögel von der Größe einer des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Stellungnahme zur Schaffung einer Zeitungsspedition für Freders- schädigung, nach dem Ausbau des Straßenbahnneges erhöht sich diese Ente, die sich durch ihre furzen schmalen Flügel, weit hinten eindorf- Petershagen sowie Bruchmühle. 3. Verschiedenes. Summe entsprechend dem neuen Vertrage auf jährlich 30 000 m. gelenkte Füße, schwarzbraun und weiße Befiederung usw. dem Die Vororte schädigen sich durch solche Sonderunternehmungen Stundigen als" Lummen" zu erkennen geben und zwei verschiedenen Mahlsdorf, Ostbahn. Heute Sonnabend, den 18. Juli, abends mit der Großen Berliner" auf das schwerste, indem sie sich voll- Spezies angehören, deren eine, die Ringellumme, im Aquarium noch 81 Uhr, findet im Lotale von Schliefe, Hönowerstraße, die Monats- ständig in die Hände dieser rücksichtslosen Erwerbsgesellschaft begeben. nicht vertreten war. bersammlung des Wahlvereins statt. Wenn diese Einsicht kommt, dürfte es zu spät sein. Heinersdorf( Stettiner Bahn), Bezirk Weißensee. Morgen Sonntag, den 19. Juli cr., früh 10 Uhr, bei Neumann: Morgensprache. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Bezirksführer. Berliner Nachrichten. Und wieder der städtische Friedhofsverwalter. Nicht zum ersten Male ist es, daß wir über ein absonderliches Verhalten des Verwalters des städtischen Begräbnisplages zu Friedrichsfelde gegenüber Angehörigen Verstorbener zu berichten hätten. Feuerwehrbericht. Brandwunden an den Händen erlitt gestern Ueber die Anmeldestube im Gerichtsgebäude an der Neuen Friedrich- der Arbeiter Hooge in der Chausseestraße 7 durch unvorsichtiges Umstraße geht uns folgende berechtigte Beschwerde zu: Die Erschienenen gehen mit Benzin. Samariter der Feuerwehr nahmen sich des werden nach der Reihe der Ankunft abgefertigt. Früher nahm man, Verletzten an. Der 16. Zug wurde gestern früh um 8 Uhr nach wie das noch heute auch an anderer Stelle üblich ist, eine der aus der Dalldorfer Straße 25 gerufen. Dort stand die Wohnung des liegenden numerierten Pappfarten an sich und wartete, bis die be- Monteurs Rabe, der seit 14 Tagen mit seiner Familie verreist ist, treffende Nummer aufgerufen wurde. Jezt muß man seinen Namen in Flammen. Die Feuerwehr löschte die Flammen und stellte fest, in eine Liste eintragen und sich die vor dem Namen stehende Bahl daß der Brand vorfäßlich angelegt worden war. Einbrecher hatten merken. Die Reihenzahlen werden aufgerufen. Was praktischer ist, sich Eingang verschafft und dann zur Verdeckung des Ginbruchs die alte oder die neue Einrichtung, soll unerörtert bleiben. Not- Kleider, Wäsche, Betten, den Fußboden usw. angezündet. Der wendig erscheint es jedoch, daß auf diese Einrichtung, die nur dem Brand konnte bald gelöscht werden. fleineren Teile der Interessenten bekannt ist, durch einen entsprechenden Bei dem Brande in der Oranienstraße 163 sind leider zivei Anschlag an der Eingangstür, und zwar auf beiden Seiten; deutlich Personen zu Schaden gekommen. Der Feuerwehrmann Majewski hingewiesen wird. Jetzt kommt es täglich sehr häufig vor, daß von der 2. Kompagnie wurde infolge der großen Hize und vom Diesmal handelt es sich um folgendes: Außer den„ Armenteichen" Gerichtsunkundige erst eine halbe Stunde nach dem Erscheinen Ginatmen von Rauch schwer frank. Von Kameraden des werden bekanntlich in Friedrichsfelde zunächst die aus den verschiedenen merfen, was sie zu tun haben, und dadurch ihre Abfertigung er- 17. Zuges wurde er nach dem Krankenhause am Urban gefahren. Kirchengemeinschaften Ausgeschiedenen beerdigt, dann aber auch die- heblich verzögern. Ein Handlungsgehülfe der Firma Wilde Nachfolger erlitt Brandjenigen Verstorbenen, für die die üblichen Auskaufsgebühren" an wunden an beiden Händen und mußte auf der nächsten Unfallstation verbunden werden. Bei diesem Brande sind der Firma Vorräte die Kirchentasse bezahlt sind, denn die meisten Kirchengemeinden an Schinken, Wurst usw. verdorben worden. Ferner hatte die Wehr heischen von den ihr Verfallenen bis zum Lebensende ihren Tribut. in der Friedrichstraße 160 zu tun, wo in einem Apothekerteller Ein solcher Fall der letzteren Art liegt heute vor: sich Staub u. a. entzündet hatte. Um Mitternacht mußte Görliger Ein Kürschner namens Thies hatte vor seinem Tode den Wunsch Straße 32 ein Wohnungsbrand gelöscht werden. Früh um 3 Uhr geäußert, nicht auf dem firchlichen, sondern auf dem städtischen Bebrannte in der Schulstraße 6 und früh um 6 Uhr in der Borhagener gräbnisplay in Friedrichsfelde seine letzte Ruhestätte zu finden. Straße 32 Prestohlen u. a. in Stellereien. Außerdem hatte die Die Witive begab sich zunächst nach der zuständigen Küsterei der Wehr Borhagener Straße 41, Söpenicker Straße 183, HausburgBartholomäusgemeinde und erledigte hier die notwendigen Angelegen straße 15, Reichenberger Straße 51 und verschiedenen anderen heiten mit dem Hervorheben des letzten Wunsches ihres verstorbenen Gatten Ihr wurde hierauf die Belehrung zu teil, daß sie in Ein aufregender Borfall ereignete sich gestern vormittag in der Stellen zu tun. Friedrichsfelde durchaus teinen Vorzug gegenüber den Kirchengebühren Franklinstraße gegenüber den Siemens- Werken. Der Straßenbahnzu erwarten hätte, Träger usw. müßten dort ebenso bezahlt werden, fahrer Vogel, der einen Zug der Berlin- Charlottenburger Straßendie Beerdigung selbst sei eher noch teurer, denn bahnlinie Kniprodestraße- Halensee in der Richtung nach der legteren fie foste 30 bis 32 W. Alles dies verwunderte die Frau fo- Endstation führte, wurde, während sich der Zug in voller Fahrob sie auch Gelb habe und gleich bezahlen könne. auch " 7 Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod. Jm Tiergarten am Gartenufer nahe der Hopfengrabenbrücke wurde Donnerstag früh ein unbekannter, etwa 35 Jahre alter, anscheinend dem Arbeiterstande an gehörender Mann an einem Baume mit einer Buckerschnur erhängt aufgefunden und abgeschnitten. Hilfe tam jedoch zu spät, der Tod war bereits eingetreten. Die Leiche ist dem Schauhause zugeführt worden. Als Beweggrund des Selbstmordes dürfte nach den Aufzeichnungen im Notizbuch des Lebensmüden Arbeitslosigkeit anzuschen sein. Werke, woselbst jedoch eine Behandlung Vorort- Nachrichten. Krankenhausbau für die östlichen Vororte. -wieso schon, im Bureau in Friedrichsfelde wurde sie aber gefragt, geschwindigkeit befand, plöglich von einem Sigschlage betroffen Mit den Vorarbeiten für den Bau eines großen Krankenhaufes Sie versprach, noch am selben Tage das nötige Geld beschaffen und stürzte von der Plattform auf den Straßendamm hinab. Der in der Wuhlheide ist bereits begonnen worden. Die Verträge zu wollen, man möchte sie doch abfertigen und die Reit der Beerdi- durch Fahrgäste auf den Unglüdsfall aufmerksam gemachte zwischen dem Kuratorium des bisherigen Elifabeth- Kindergung feststellen, damit Todesanzeigen und was sonst noch nötig sei Schaffner zog schnell die Kontaktstange von der Drahtleitung, ospitals, dem Kreise Nieder Barnim und den großen besorgt werden könne. Jetzt wurde ihr erwidert, die Festsetzung der um die weitere Stromzuführung zu verhindern und brachte östlichen Vorortgemeinden, nach welchen das jezige Beerdigungszeit ginge um deswillen nicht, weil der Totenschein noch den Straßenbahnzug durch Anwendung der Handbremse zum Stehen, Hospital in der Hasenheide eingeht und als großes modernes beim Küster sei. Infolge dieser erneuten Schererei wurde die bevor der führerlose Kraftwagen Unheil anrichten konnte. Fahr- Strankenhaus in der Wuhlheide aufgebaut wird, find perfekt geWitwe Th. aufgeregt und mag wohl nicht gleich dem gäste brachten den Verunglückten nach der Unfallstation der Siemens- worden. Der Kreis Nieder- Barnim zahlt zu den entstehenden Herrn die richtige Antwort gegeben haben. Sie versichert des Rosten 60 000 m., die Gemeinde Friedrichsfelde 90 000 m., uns aber, daß der sie abfertigende Beamte ihr gegenüber etwas von gezwungenen Sozialdemokraten" gesagt und sich weiter Straßenbahnbeamten abgelehnt wurde. Bogel Friedrichshagen 61 000. und Ober- Schöneweide 150 000 m. dahin ausgelassen habe, fie- Frau Th. solle doch mal zu den wurde dann nach der Unfallstation vom Roten Kreuz in der Berliner Der Kreis hat sich außerdem verpflichtet, Baugelder bis zur Höhe Sozialdemokraten hingehen, Geld werde sie wohl nicht erhalten, straße in Charlottenburg geschafft, woselbst ihm die nötige Hilfe ge- bon 500 000 m. zu gewähren. Das Krankenhaus wird, ähnlich allenfalls einen Kranz mit roter Schleife; die Türe würde man ihr währt und eine durch den Sturz herbeigeführte leichte Quetschwunde wie das Virchow- Krankenhaus in Pavillonart erbaut und erhält wahrscheinlich weisen", und noch einiges andere. Die hierüber er- am Kopf verbunden wurde. Dann konnte der Berunglückte nach vorderhand 100 Betten, 80 für Erwachsene, 20 für Kinder. In Schrodene Witwe rechtfertigte so gut fie fonnte ihren verstorbenen seiner Wohnung entlassen werden. dem Krankenhause kommen dieselben Säße zur Erhebung wie sic Mann, der feineswegs ein gezwungener Sozialdemokrat" gewesen, die Berliner städtischen Krankenhäuser von Berliner Drtsangehörigen sondern seit langem Mitglied der Partei und Gewerkschaft. Bom Bock gestürzt und überfahren. Unter den Rädern des erheben. Das Krankenhaus soll so eingerichtet werden, daß mit Der so ungezwungene" Beamte indes beharrte wie Shylod eigenen Fuhrwert ist der Kutscher Bensch aus der Stegligerstraße ihm eine den medizinal- polizeilichen Vorschriften und der Größe der auf seinen Schein und wies die Frau ganz ab, indem tödlich verlegt worden. B. hatte einen schiver beladenen Arbeits- Anstalt entsprechende Abteilung für Infektionskranke verbunden werden er sich auf eine eventuelle Kontrolle berief, die zu ihm gerade an wagen die Potsdamer Chauffee entlang geleitet. In der Nähe des tann. dem Tage noch kommen tönnte. Der letzte Wunsch des toten Groß- Lichterfelder Krankenhauses stürzte er infolge Uebermüdung Gatten fonnte also nicht erfüllt werden, die Frau ging zur Bartho- plöglich vom Bock herunter und fam unglüdlicherweise unter die Steglik. Iomäus- üsterei zurück, und hier wunderte man sich über die in Räder zu liegen, die ihm über Kopf und Arme hinweggingen. In Friedrichsfelde einer trauernden Witwe gegenüber beliebte Be- hoffnungslosem Zustande wurde der Schwerverletzte in das nahe mehr? Dieser Refrain eines alten Volksliedes ist nun schon seit Ach, wie lange wirds noch dauern, gibts denn keine Rettung handlung. Jetzt ruht unser Genosse nun auf dem tirchlichen Strantenhaus geschafft. Begräbnisplatz. Wochen, ja Monaten der tägliche Stoßseufzer der Bewohner der Wenn der Friedrichsfelder Beamte vielleicht in Rücksicht auf den In der Sommerfrische ertrunken sind in Beuthen a. D. bier herderstraße. Wer diese Straße, das Stiefkind unserer GeFormalismus betreffs des im Augenblid noch fehlenden Toten Perionen aus Berlin. Die Frau des Architekten Heidepriem meindeverwaltung, in der letzten Zeit passieren mußte, der wird fcheines und Geldes berechtigt zu seiner Beanstandung ge- aus Berlin weilte mit ihrem neunjährigen Sohn Kurt und ihrem die Klagen der Bewohner vollauf gerechtfertigt gefunden haben. wesen sein mag, so möchten wir doch betreffs feiner elfjährigen Sohn Willi bei Verwandten zur Sommerfrische. Alts Das Pflaster und die Bürgersteige der Herderstraße, die zunt sonstigen, von der Frau wie angeführt verstandenen Aeußerungen die beiden Stuaben gestern in der Oder badeten, gerieten sie an eine besseren Verständnis sei das bemerkt allerdings fast nur von entschieden Verwahrung einlegen. Er walte seines Amtes, wie der tiefe Stelle und sind vor den Augen der Mutter ertrunken. Die Arbeitern bewohnt wird, befinden sich schon seit Jahren in Magistrat das von ihm verlangt, enthalte sich aber aller be- Mutter sprang beiden Kindern ins Wasser nach, um sie zu retten. einem Zustande, der als miserabel bezeichnet werden muß. Da leidigenden und verletzenden Aeußerungen einer ihm nicht zu Auf ihre Hilferufe sprang ein Verwandter, Handelsmann Werner endlich drang in diesem Frühjahr die frohe Kunde durch, daß die fagenden politischen Bartei gegenüber. Ueberhaupt scheint der Mann aus Berlin, rasch entschlossen den Bedrängten ins Wasser nach. Das Straße neu gepflastert werden solle. Es wurde auch wirffich nicht auf der richtigen Stelle zu stehen. Als städtischer Beamter Rettungswerk gelang jedoch nicht. Alle vier Personen ertranten. schon vor Monaten mit der Anfuhr von Bordschwellen und Stics b gonnen, aber dabei ist es auch geblieben. Die Hauptgeduldsprobe hat er die Pflicht, ohne Ansehen der Person und der politischen Die Leichen sind schon geborgen. der Bewohner scheint erst jest stattfinden zu sollen. Anstatt, daj Richtung sein Amt auszufüllen. Dazu gehört allerdings auch etwas Birka 150 Telephonleitungen durch einen Blitstrahl zerstört. nach Anfuhr der Materialien die Neupflasterung energisch in AnTaftgefühl und nicht zulegt bei einem Friedhofsbeamten. Es wird Bei einem Gewitter, das gestern vormittag in der südlichen Um- griff genommen wird, beabsichtigt anscheinend die Gemeindevers die höchste Zeit, daß der Magistrat für Abhilfe sorgt, will er sich die höchste Zeit, daß der Magistrat für Abhilfe sorgt, will er sich gebung Berlins stattfand, traf ein Bligstrahl in Fürstenwalde ein waltung jetzt einen Ausverkauf von altem Kopfstein. nicht als Mitschuldiger bezeichnen lassen. Telephongestänge, an welchem jedenfalls der Blitzableiter schadhaft flaster zu veranstalten, dessen Ende noch gar nicht abzusehen gewesen war. Der elektrische Funte teilte sich und sprang nach den ist. Wie wir hören, hat die Gemeinde die alten Pflastersteine an Der Bau des Großschiffahrtsweges Berlin- Stettin bereitet ver- beiden benachbarten Gestängen hinüber, wo er schadlos an den Blizz- einen Unternehmer verkauft, der nun ganz nach seinem Bedarf schiedene technische Schwierigkeiten, die zum Teil mehrfache Aendes ableitern verlief. Die sämtlichen durch den Mastträger geleiteten das Pflaster aufreißt und die Steine abfährt. Ist dieser Zustand rungen des Bauplanes herbeigeführt haben. Dies ist auch der Fall Drähte waren unter der Einwirkung der elektrischen Entladung ge- schon bei trockenem Wetter standalös, so wird er bei heftigem Regen bei der Durchquerung des Ragöser Tals bei Eberswalde, woselbst schmolzen und eine Anzahl Schußeinrichtungen an den angeschlossenen direkt verkehrshemmend und lebensgefährlich, ein Verkehr von der interessanteste Teil des Kanalbaues zur Ausführung gelangt. Fernfprechapparaten zerstört worden. Die Fernsprechleitungen wurden Bürgersteig zu Bürgersteig ist dann einfach unmöglich. Haben sich Das an dieser Stelle zu errichtende Bauwerk ist das größte und im Laufe des Tages wiederhergestellt, so daß eine größere Betriebs- die Wassermassen endlich wieder verlaufen, so bleibt ein Schlammtechnisch schwierigste, das bisher in Deutschland ausgeführt ist. störung nicht entstand. meer zurück, das an heißen Tagen gesundheitsgefährliche Dünste Ursprünglich war beabsichtigt, daß der Berlin Stettiner emporsteigen läßt. Die Bewohner der Herderstraße fragen sich bergebens, wie unsere Gemeindeverwaltung solche Zustände verant Kanal das Nagöser Tal in gerader Linie durchschneiden Unter einem Heuwagen begraben. Merkwürdige Folgen hatte sollte. Da aber der Untergrund des jetzigen Fließbettes des ein Zusammenstoß eines Straßenbahnzuges der Linie 23 mit einem worten und wie die Polizeibehörde sie dulden kann. Sie richten das Tal durchbrechenden Gewässerchens sehr moorig ist, mußte hochbeladenen Heuwagen, der gestern nachmittag gegen 1/2 Uhr in deshalb öffentlich an den Amtsvorsteher Buhrow die die Linienführung so weit geändert werden, daß der Kanal in einer der Königgräger Straße in der Nähe der Lennéstraße stattfand. Frage, ob ihm dieser standalöse Zustand bekannt ist, und ferner, Bogenform das Tal treuzt. Das letztere liegt aber so niedrig, daß Dort fuhr der Straßenbahnzug auf den unmittelbar vor dem Motor- was er zu tun gedenkt, um den Gemeindevorsteher der Schiffahrtsweg auf einen Erddamm gebaut werden muß, der waggon auf das Gleis biegenden Heuwagen auf, wobei das Last- Buhrow endlich zur Beseitigung der Salamität zu veranlassen. nicht weniger als 28 Meter Höhe über der Sohle des Ragöser fuhriverk zur Seite gestoßen und ihm das rechte Hinterrad gebrochen um baldige Antwort wird höflichst gebeten! Fließes erhält. Gleichzeitig muß das Ragöser Gewässerchen auch wurde. Der Heuwagen stürzte um und fiel auf einen an der Bordüberbrückt und seine Laufrichtung verändert werden. Bei dem be- schwelle haltenden Kutschwagen des Kaufmanns Krüger, so daß ein Durchlaß Wagen, Stutscher und Pferde unter der Last begraben wurden. Der Das Parteileben am hiesigen Orte war, wie in der letzten für das Fließ aus Stampfbeton hergestellt. Der Kanal wird Kutscher und die Pferde konuten mit leichter Mühe befreit werden. Generalversammlung des Wahlvereins berichtet wurde, im leßten. über ein Gewölbe von gewaltiger Mächtigkeit fortgeführt, dessen Um jedoch die Heuladung von dem Gefährt zu entfernen, mußte die Bierteljahr ein recht lebhaftes. Der Vorstand hielt sieben Sizungen Sohle aus Kiesbeton bestehen wird. Zur Heranschaffung der er Feuerwehr requiriert werden, die das Hindernis nach etwa halb- lab. Vereinsversammlungen fanden drei statt, davon eine in Budom reits in Angriff genommenen Bau wird Britz- Buckow. Oeffentliche Versammlungen wurden zwei avgehalten, neben den zum Zwecke der Ausstellung der Wahlmänner zur Landtagswahl ein- berufenen Zusammenkünften für die einzelneu Urwahlbezirke. Uug- blattverbreitungen haben vier stattgefunden, zwei zur Landtagswahl, je eine zur»Vorwärts"- und zur Konsumvereins-Agitation. Auszer- dem wurde eine AgitationStour aufs Land unternommen. Der Mit- gliederbestand stellte sich bei 16 Abnieldungen und 22 Neuaufnahmen auf 286, Die Einnahme beltef sich auf 258, IS M., die Ausgabe auf 68, SS M. An den Kreis wurden ab- geliefert 172,10 M., so dasi am Ort ein Bestand von 17,10 M. verblieb. Die Abrechnung von der Gcmeindewahl am 16. März ergab eine Einnahme von 60,75 M.. der eine Ausgabe von 91,45 M. gegenüberstand, mithin ein Defizit von 40,70 M. erwuchs. Der Einnahme von der Maifeier in Hohe von 90,60 M. stand eine AuS- gäbe von 71,60 M. gegenüber, ergab also ein Mehr von 1» M.— Zur Kreisgeneralversammlung am 16. August wurden die Genossen Raatz und Beuthmann delegiert. Nieder-Tchönhausen. In der letzten Gemeindevertretersltzung machte der Schöffe Rathnow ausdriicksich auf den§ 106 der Landgemeinde-Ordnung aufmerksam, dah diese Sitzung ohne Rücksicht auf die Anzahl der erschienenen Vertreter beschlußfähig sei, da die Sitzung am 19. d. M. mit der gleichen Tagesordnung beschlußunfähig war. Erschienen waren fünf Gemeindevertreter und zwei Schöffen. Zunächst wurden 120 M. Nichtegeld für die beim Bau der Turnhalle beschäftigten Bauhandwerker bewilligt; zugleich wurde der Wunsch ausgesprochen, daß in Zukunft bei dem Richtefest bei Gemeindebauten auch die � Baukommission vertreten sein soll. Betreffs der Auflassung einer Strahenlandparzelle in der Kaiser- Wilhelm» Straße 1 teilte Schöffe Rathnow mit, daß die Vertretung im Setzten, ber v. I. mit dem Eigentümer Winkelmann einen Vertrag geschlossen habe, wo- nach sich dieser verpflichtet hatte, sein Haus bis zum 1. April d. I. abzureißen und das frei werdende Stratzenland kosten- und lasten- fre, an die Gemeinde abzutreten. Die Gemeinde sollte ihm dann 5000 Mark als Entschädigung bezahlen. Da W. seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, so wurde beschlossen, die 5000 Mark auszuzahlen und den Schöffen Sörger mit der Auflassung zu betrauen. Die Vergebung der Asphaltierungs- arbeiten der Buchholzer Straße erfolgte an die Firma Spier. Die Kosten für die Asphaltierung einschließlich einer UnterhaltungS- Pflicht seitens der Firma auf die Dauer von zwanzig Jahren be- tragen 71 960,50 M. Die Festsetzung der Anliegerbeiträge für Rasen- anlagen in der Lindenstraße wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da d,e Vertretung der Meinung war. daß die Gemeinde die ganzen Kosten zu tragen habe. Hierauf erfolgte eine nichtöffentliche Sitzung. Tempelhof. In der Generalversammlung des Wahlvercins am 14. Juli gab Genosse Wilsdorf den Vorstandsbericht vom letzten Vierteljahr. Zur Erledigung der Geschäfte waren 6 erweiterte Vorstandssitzungen not- wendig. Außerdem fanden statt: 1 Generalversammlung. 2 Mit- gliederversammluNgen und eme öffentliche Urwählerversammluug; ferner 3 Flugblattverteilungen am Orte und eine Landagitationstour nach den uns zugeteilten Dörfern Mahlow und Diedersdorf. Der Mitgliederstand des Wahlvereins ist im letzten Quartal infolge der intensiven Hausagitation von 195 auf 246 gestiegen. Die Abon- nenteitzahl hat sich von 349 auf 362 erhöht. Der von uns ein- gelegte Protest gegen die Wahl von zioei bürgerlichen Gemeinde- Vertretern bei' der letzten Gemeindewahl ist vom Ge- meindrvorstand zurückgewiesen worden, da derselbe die von uns gegebene Begründung nicht anerkennt. Die Versammlung war sich einig, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Der vom Kassierer ge- gebene Kassenbericht für das zweite Quartal schließt mit einer Ge- samteinnahme von 181,88 M. ab. Die Ausgaben ain Orte betrugen 42,21 M., an die Zentralkasse des Kreises wurden 121,24 M. abgeliefert, so daß ein Kasienbestand von 18,24 M. am Orte verbleibt. Der Bibliothekar bemängelt die geringe Inanspruchnahme der Bibliothek. Die Versammlung beschließt, die Bücher nicht mehr am Dienstag, sondern am Sonnabendabend auszugeben. Als BezirkSfllhrer für den ersten Bezirk wurde der Genosse Sippli gewählt. Ferner wird der Vorstand beauftragt, beim Gemeinde- vorstand die Errichtung eines Gewerbc-Schiedsgcrichts zu beantragen, da Tempelhof längst über 10 000 Einwohner hat.— Eine rege Dis- kussion entspinnt sich über den vorgelegten Entwurf zur Frauen- organisation und wurde beschlossen, im Absatz 1 den zweiten Teil zu streichen und zwar vom zweiten Satz an(Heber das Fortbestehe�. Der dritte Absatz soll lauten: Der Beitrag beträgt 20 Pf. Spandau. Eine Frrirnsitzung hielten am Donnerstag die Stadtberord- neten ab. Di« Tagesordnung der öffentlichen Sitzung umfaßte 50 Nummern, außerdem waren noch zwei dringliche Vorlagen ein- gegangen. Von den 43 Stadtverordneten hatten sich 39 ringe- funden. Daß diese umfangreiche Tagesordnung nicht in einer Sitzung erledigt werden konnte, war vorauszusehen. Es wurden dann auch genau die Hälfte der Vorlagen, nämlich 25, und eine dringliche Borlage von der Tagesordnung abgesetzt. Dafür sollen nun aber noch eine oder zwei Feriensitzungen abgehalten werden. Den Vorsitz führte diesmal der stellvertretende Stadtverordneten- Vorsteher, Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter L ü d i ck e. Von den zur Verhandlung gelangenden Vorlagen interessiert zu- nächst der ablehnende Bescheid des Unterrichtsministers agf die Petition des hiesigen Magistrats betreffend die Verkürzung der Ferien für die Volksschulen. Der Minister begründete seinen ab- lehnenden Standpunkt damit, wenn er mit Spandau eine Aus- nähme mache und hier die Ferien für die Volksschulen wieder der» längere, so würden andere Stadtgemeinden sich darauf berufen und .dies auch für ffich verlangen. Es herrschte, wie nicht zu der- kennen, eine gewisse Entrüstung über diesen ablehnenden Bescheid. Der Magistrat hatte nicht allem für Spandau, sondern allgemein -um Verlängerung dieser Ferien petitioniert. Da aber Spandau noch an der Charlotienburger Petition gleichen Inhalts beteiligt ist, so will man zunächst die Antwort hierauf abwarten(die ja natürlich auch nicht anders ausfallen wird), um später bei Wieder- zusammentritt des Landtages an diesen zu petitionieren. Ob es was helfen wird, bleibt abzuwarten.— Eine etwas längere und zugespitzte Debatte zeitigt die Vorlage betreffend Bewilligung von 4000 Mark aus der demnächst aufzunehmenden Brückenanleihe zur Entwurfsbearbehung der Charlottenbrücke. Die Versamm- lung hatte kürzlich beschlossen, 7500 Mark zu bewilligen und so- wohl da» Brückenprojekt wie auch das der dadurch notwendigen Anrampungen durch eine Spezialfirma vornehmen zu lassen. Der Magistrat aber wollte wieder einmal sparsamer sein als die Ver- sammlung, und forderte nur 4000 Mark. Es sollte dafür nur daS Brückenprojekt von einer Spezialfirma gemacht, hingegen die Aus- arbcitung des AnrainpungSprojektS aber im hiesigen Bauamt ausgeführt werden. Dafür soll aber eine technische Hilfskraft ein» gestellt werden. Seiten« der Versammlung wurde dem Bauamt der Vorwurf gemacht, daß man hier wieder ohne eine bestimmte Grundlage ins Ungewisse arbeiten wolle und daß sich die Projekte, wenn man die Zinsverluste, welche durch die Verzögerung ent- stehen, berechne, auf diese Weise nach teurer stellen. Die Versammlung blieb dann auch bei ihrem ersten Beschlüsse stehen, bewilligte 7500 Mark und lehnte die Magistratsvorlage ab.— Der Vertrag mit Charlottenburg betreffs der Druckrohrverlegung gelangte zwar zur Annahme, jedoch lieh man jetzt Aon durchblicken, daß es ohne blieb denn auch bei ihrem ersten Beschlüsse stehen, bewilligte 7500 Enteignung wohl nicht abgehen werde.— Für die teilweise Höherlegung der Brückenstraße werden 60 000 Mark bewilligt. Auch diese Vorlage ruft eine längere Debatte hervor. Man bemängelt auch hier wieder das Fehlen eines einheitlichen Projekts, stimmt jedoch der Vorlage schließlich zu, um so bald wie möglich die Terrains in der Brückenstraße verkaufen zu können, damit nicht ein zu großer Zinsverlust entsteht.— Für die Herstellung eines Anschlußgleises der Artillerie-Wagenhäufer an die Kleinbahn Spandau-Bötzow, zu welchem die Stadt vertraglich ver- pflichtet ist, werden 22 500 Mar! bewilligt. Um die Vorflut- «rhältnijse-des LoHgnneSftifttS Md in laMgüsmäßigen An- bauung zu regulieren, soll die im Stadklvald befindliche Kuhlake ausgebaggert und verbreitert werdon. Es werden dazu 40 000 Mark benötigt. 12 000 Mark stehen dazu aus den Etats von 1907 und 1908 zur Verfügung. Der Rest von 23 000 Mark soll mit je 14 000 Mark in die nächstjährigen Etats eingestellt werden. Man will auf diese Meise auch den Stadtwald verbessern und die dortigen vielen Sumpflöcher beseitigen. Der Vorlage wird nach längerer Debatte zugestimmt.— Zur Erbauung eines Hallen- schivimmbades für die nach hier zu verlegende Turnlehreranstalt soll eine Anleihe von 350 000 Mark aufgenommen werden, welche mit 81-2 bis 410 Prozent verzinst und mit 1 Prozent getilgt wer- den soll. Die Vorlage wird angenommen.— Zum Verbandstage deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte in Jena soll ein De- legierter entsandt werden. Die Arbeitnchmerbcisitzcr hatten sich mit einem dieSbzüglichen Gesuch an den Magistrat gewandt und den Beisitzer Böttcher vorgeschlagen. Ter Magistrat und der Referent, Stadtverordneter Betrieböschreiber Simon, einer der letztgewählten Stadtverordneten der dritten Abteilung, schlagen hingegen den Vorsitzenden des Gewerbe- und KaufinannSgcrichtS, Stadtrat Stritte, vor. Genosse Stadtverordneter Pieck bean- tragt, wie bisher, den Vorsitzenden des Gewerbegerichts, sowie je einen Beisitzer der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber zu deputieren. Die Versammlung beschließt jedoch nach dem Antrage deS Ma- gistrgts, nur den Stadtrat Stritte abzuordnen. Eue der fraiienbewegung. Zunsse Mädchen unter Obhut der Inneren Mission in Dänemark. Es ist noch nicht lange her, daß in Dänemark ein Mann der Inneren Mission, der die Aufgabe hatte, verwaiste oder verwahr- loste Kinder und junge Mädchen nach einem Erziehungsheim zu geleiten, seine Tätigkeit mit einem Lustmord beendete. Der Inneren Mission ging damit ein Laicnprediger verloren, der zwar schon vor Jahren einmal wegen Sittlichkeitsverbrechen bestraft worden war, den man aber offenbar für einen durch Gottes Gnade gründlich bekehrten Sünder hielt, bis der Teufel ihn zu jener scheußlichen Mordtat verführte. v Seitdem hat die sozialdemokratische Presse, und namentlich auch der FolkcthingSmann S a b r o e alles getan, um die scheuß- lichc Wirtschaft, die in mehreren der vom Staat unterstützten„Er- ziehungsheime" der Inneren Mission herrscht, aufzudecken, die unfähigsten und verderblichsten„Erzieher" und„Erzieherinnen" unschädlich zu machen, und eine gründliche Aenderung der ganzen Fürsorgeerziehung durchzusetzen. So ist es unter anderem ge- lungen, die Frau Brausholm zu beseitigen, die die ihr ander- trauten Mädchen von dem kleinsten bis zum größten schändlich zu mißhandeln und dann in Jesu Namen abzuküssen pflegte. Dieser Tage nun veröffentlichte Genosse Sabroe in„Sozial- dcmokraten" einen Artikel, der über eine andere„Erzieherin", Frau Sira Lind, und ihren Gemahl MadS Lind Aufklärung gab. Diese beiden frommen Leute haben unter Protektion der Inneren Mission ein vielverzweigtes Spekulationsgeschäft mit der Gründung von Kinder-, Wöchnerinnen- und Krankenhcimen getrieben und auch in gewissenloser Weise mit Staatszuschüssen gewirtschaftet. Am Kalkbranderivej in Kopenhagen hat Frau Lind ein Kinder- imb Krankenhcim gegründet, und ihr Mann, Sekretär der Inneren Mission, sorgt für die nötige Zufuhr von Ausbeutungsmaterial. Den Kranken wird verdorbenes Essen vorgesetzt, sie weisen es zurück und da sollen die Kinder damit gefüttert werden. Sie können es auch nicht genießen, und einige Angestellte erbarmen sich und kaufen für eigenes Geld Brot für die Kleinen. Ein Kind, das an Keuchhusten leidet, wird verprügelt, damit eS auf- höre mit der scheußlichen Husterei. In einem ihrer Kinderheime stellt Frau Lind eine Pflegerin an, die zuvor acht Tage bei ihr zu Gast und während dieser Zeit jeden Tag betrunken war. Eines Tages, wie sie just dabei ist. die Kinder in Gottesfurcht und guter Sitte zu unterweisen, bekommt die Dame einen Anfall von Delirium tremene. Die meisten Kinder wissen nicht, was mit dem Fräulein los ist; einzelne aber, die schon gleich traurige Er- fahrungeu in ihrem elterlichen Heim gemacht haben, wisscn's und sagen:«Sic hat die Dille"(der Kopcnhagener Ausdruck für Säuferwahnsinn). Diese.Erzieherin" ist nun in einem Trinker- asyl untergebracht. Neuerdings ist der Inneren Mission auch aus den eigenen Reihen ein Ankläger erstanden. Es ist eine ältere Dame, Fräulein Thorn Esche. Vorsteherin des Magdalenenheims in Kopen- Hagen. Sie hielt jüngst auf der Jahresversammlung der Inneren Mission einen Vortrag über„Die Sittlichkeit im dänischen Volke." Sie erzählte, daß die Mädchen, die schon mit 12—14, ja manchmal schon mit 10— 12 Jahren verdorben seien, nicht selten von Leuten aus der„Christlichen Vereinigung junger Männer" v er führt worden sind. Selbst Leiter christlicher Vereine wurden von ihr in dieser Weise angegriffen. Aber damit nicht genug. Sie erklärte auch, ein kaum 15 Jahre altes Mädchen habe ihr mitgeteilt, daß es auf Amalienborg-Slot— dem könig» lichen Schloß in Kopenhagen— von der Garde verführt worden sei. Viele junge Mädchen, sagte Fräulein Esche, wären schon von der königlichcn Garde verführt worden, und unter 20 von ihnen hätten nur 2 das 16. Lebensjahr voll» endet. Aber nicht nur Mädchen seien es, denen es so ergehe. sondern auch junge Männer würden verführt. In einer 160 Mann starken Abteilung Soldaten seien nur wenige, nicht mehr als 10, die nicht sich selbst für 5 Kronen verkauften. Die streng christgläubige alte Dame, die als eine tüchtige und liebebolle Vorsteherin bekannt ist, hat mit ihren Enthüllungen die „wohlgesinnte" Presse in Raserei versetzt. Man verlangt, daß sie vor Gericht gezogen werde. Solange einer über die Unsittlichkeit der„Gottlosen" zetert, ist er Licbeskind in der Gemeinde; wehe aber, wenn einer sagen wollte wie Paulus von der ersten Christen- gemeinde:„daß Hurerei unter Euch ist, und eine solche Hurerei, da Euch die Heiden nicht von zu sagen wissen."— Areireligiöse Gemeinde. Sonnlag, den 10. Juli. bonnIHaoS 9 Uhr. in der Halle der Gemeinde. Pappelallce 15—17: Freireligiös« Vorlesung. Vormittag« lO"/, Uhr in der Schule, Kleine Frankfurter Straß« 6: Vortrag von Herrn Dr Bruno Wille über:„Das Freireligiöse m GoelheS Faust" und„Das höchste Wesen und der Sinn deS Lebens."— Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Allgemeine Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H.) Berlin 3: Heule abend'/zg Uhr bei Kaiiscr, Ncichenbergerstr. 157.— Berlin 4: Heule abcttd>/,S Uhr bei MerkoivSki, AudreaSstr. 26.— Berlin S: Heute abend ff, 10 Uhr bei Gundlach. Waldenseerstr. 24.— Filiale Nixdorf: Heute abend ff,S Uhr bei Thiel, Bergstr. 151.— Filiale RummelSvurg: Heute abend ff, 9 Uhr bei Tempel, Boxhagen. Ecke der Neuen Bahnhosstraße. ßrUfhzttcn der Redaktion. DI« furlftlsch« spreihstnxde findet Ltnd-nstraft« Ar. S, zweiter Hof, dritter Eingang, vier Trcpvc», BW F a d r st n h I Wl wochentäglich abends von 7'/, bis O'/i Übt statt. Griiffnct 7 Ulir Sonnabends beginnt die Svrechstnud« nm 0 Ulir. Jeder Slnfrag- ist ein Buchstabe und eine Kahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen«rag- man in der Evrechfiundc vor. M. G. 7. Beaniragen Sie beim Vormundschaftsgericht dl« Bestallung eines VornnmdeS und die Erteilung des UnvcrmögcnSscheincs für das Kmd zwecks Erwirkung des Armenrechts in dem anzustrengenden Alimenten. Prozeß.— L. L. 10. Lassen Sie sich vom Borinuiidschastsgcricht zwecks Erwirkung des Armenrechts bescheinigen, daß das Kind vermögenslos ist. Sodann beantragen Sie unter Darlegung des SachverhaliS und Uebcr- reichung der Bescheinigung beim Prozeßgericht(Amtsgericht Meißen) Bcwillignng deS ArmenrechtS.— St. g. 5. Richte» Sie ein Gesuch an die Sttstungsdeputation. Postslr. 16.— P. 100, Kö»igs-W. Rein.— Lauer. 1. und 2. Ja.— A. B. 17. Klagen Sie aus Zahlung des aus Sie entsallenden Anteils.— F. tt. 53. 1. und 8. Ja. 2. Der Vormund und das VormundschastSgericht.— X, B. 3- Nein. — 21. F.. KraukcuhauS. Ein Bericht nach der Heimat findet nicht statt. — SM. 30., Bluinenstr. 78. Die S ä u g l l n g s s n r s o r g e st e ll e I, Blumenstr. 78, umsaßt die Stadtbezirke 1-10. 145-166. 468-188, 183.4, B, 0, 190B, C, B, 193—201. Die Säuglingssür sorge st eile II, Elsasscrstr. 27, umfaßt die Stadtbezirke 202—245, 251—256, 255—259, 264 bis 274. Die S ä u g l i n g s s ü r s o r g e st e II e III, Bnggenhagener Str. 7. umsaht die Stadtbezirke 11—14, 279—304. Die S ä u g l i n g S sürsorgc. stelle IV, Naunyustr. 63, umsaßt die Stadtbezirke 15—19, 22—28, 72—74, 76—144, 167Ä, B. 0. Die SSuglingSsarsorgestelslo V. Pankstr. 7 umfaßt die Stadtbezirke 254, 260-263, 275-273, 305-326. Die S ä u g. lingssürsorge stelle VI, Großbeerenstraße 10, umsaßt die Stadt- bezirke 20, 21, 29—71, 75A«nb B. Die Säuglingssür sorge. stelle VN. Prenzlauer Allee 45. umsaßt die Stadtbezirke 246-250; 189 1) 199 A und D, 191—194.— G. P. 65. Leider ist der WirPm Recht), eS ist »nr gütliche Einigung möglich.— F. H. Dtff. 1. Ja. 2. Sie. 3. Unseres Erachtens ja. UeberdieS raten wir zu eurer(straf- anzeige wegen versuchter Erpressung gegen die Kirchengemeindc. Singegangene vruckfckriften. Tbc National Review. Edited by B. L. Masse. 2 s. 6 d. London SW.-. Des Wäldes und des Meeres Rauschen. Gedichte von Arnold Hellmann. Hamburger Vertag Paul Härtung K. m. b. H. Der Mensch und die Erde. Lieserunge» 51—55. SerauSgegeben von H. Kraemer. 120 Lieserungen a 60 Ps. Verlag Bong u. Co., Berlin W. 57. 12. Bericht be» Vereins für Volksheilstätten für Oberbahern 1907. Druck R. Oldenbourg. München. Jahresbericht 1007 der Allgemeinen OrtSkrankenkasse in Magdeburg. 57 Setten. Selbstverlag. Berliner Marktpreise. Aus dem amtllchen BeAcht der städtische«! Martthallen-Direktion.(Großhandel.) Ochsenfleisch In 68—73 pr. IVO Psd.. IIa 66-69, m» 56-58, Bullenfleisch I» 63-69, IIa 52-57, Kühe, feil 49—59, do. mager 39—49, Fresser 50—60, Bullen, dänische 44—58. Kalbfleisch, Dopp eilender 103—120, Mastkälber la 85—95, II» 72—85 Kälber ger. gen. 52—69, do. Holl. 52—57. Hammelsteiich, Mast. lämmer 77—80, Hammel la 71—74. IIa 63—69. Ungar. 0.00, Schale 56-61. Schweinefleisch 64-61. Rehböcke la per Psd. 0,60-0,80, Na 0,40 bis 0,55. Rotwild m. Absch. per Psd. 0,50—0,53, Damwild 0,55. Wildschweine, per Psd. 0,28—0,40. Frischlinge per Psd. 0,30—0,40. Kaninchen Stück 0,30. Wildenten Stück 0,50—1,30. Krickenten Stück 0,40—0,60. Hühner. la per Stück 1,30-1.80, dito Na Stück 0,90-1,10, dito jmige. Stück 0,60-0,80. Hamburger Küken, Stück 0,00, PouletS 0,70—0,90. Kapaunen, deutsche. per Stück 0,00. Tauben, junge, per Stück 0,35—0,50, dito alle 0,00. dito Italien. 0,00. Enten, per Pfand 0,00, dito per Stück 1,40—2,25, dito Hamburger, per Stück 2,75—3,00. Gänse per Psd. junge 0,50—0,62. dito per Stück 2,00—4,00, dito, Hamb., junge, per Psd. 0,80. Hechte ver 100 Psd. 83—94, do. matt 74—86, do. groß 0,00, do. groß-mtttcl 0,00. Zander 0,00, do. klein 0,00. Schleie 113— 131, do. Holl. IIa 0,00. do. Holl, groß-mittcl 0,00. Plötzen 0,00, do. Na 0,00, do. klein 0,00. Aale, klein 50, do. groß 123—134, do. mittel 113—120, do. unsort. 0,00. Karpfen 0,00. Bleie 71—76. Karauschen 70—76. Wels 40. Buir!« Fische 40—70, bo. Nein 0,00, do. Matt 0,00. Barse 0,00, do. Nein 0,00. itoddow 72, Winter< RheiniachS, pr. 100 Pfund 0,00, Amerilair. Lach» 1», p. 100 Pfund 0,00. do. IIa 0,00. Seelachs, p. 100 Pfund 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, do. halbe Kiste 0,00, do. Hamb. Stiege 3—5, halbe Kiste 2—3, pomm. Schock 1,50—7,00. Bücklinge, dänische, Per Wall 4—5, Kieler 0,00, Bornholiner 0,50—0,75, Slraljunder 6,00—6,50. Sprotten, Danziger, Kiste 0,00, do. Rügcnwalder, 0,00. Aale, groß per Psd. 4,10—1,50, do. mittelgrog 0.90—1.10, klein 0,60—0,90. Heringe per Schock 0,00. Schellsische, Kiste 3,00—5,00. dito>/, Kiste 2,00—3,00. Sardellen. 1302 er per«nker 0,00, 1904er 102, 4905« 402, 4906er 100. Schottische Vollhcringe 1905 0,00, lorge 40—44, füll. 38— 40, med. 36—42, deutsche 30—40. Heringe, neue MatjeS, per ff, To. 0,00. Sardinen, vuff.. Faß 1,60—1,60. Bratheringe Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen, Schocksaß 8. do. kleine 4—5, do. Rlesen- 10. Krebse per Schock gr. 0,00, do. groß-mittel 27,50—31, do. mittelgroß 12,50—20,50, do. Nein. mittel 2,60—3,00, do. kleine 2,10—3,50, do. unsortiert 4,50—8. Galizier, groß-mittel 0,00, mittel 0,00, llein-mittel 0,00, große 0,00. Eier, Land-, uns. Schock 3,25-3,50, do. große 3,75-4,50. Butter, per 100 Psd. l» 117—120, Da 112—116, lila 104—110, abfallende 100-104. saure Gurken, per Schock 4,00—4,50, do. neue 4—6. Psesiergurken, Schock 4,00—4,50. Kartoffeln, per 100 Pfund, weiße 4—5, Magdeburger, neue blau» 4,25—5,25, do. Dabersche 0,00, do. weiße runde 0,00, do. ma�. bon. 0,00, do. Zcrbster, neue 3,75—5,00. Porree, per Schock 0,75—1,25. Meerrettich, per Schock 8—14. Spinat per 100 Psund 15—13. Sellerie, grün, per Schockbund 0,80—1,50. Zwiebeln, der 100 Psd. 5,50—6. Pcierlllie, grün, per Sckockbund 1.00—2,00. Pelerstlienwurzelu, per Schockbund 6,00—7.00. Schnittlauch, Schockbund 0,50—0,80. Rettich, sungcr, per 100 Stück 4—5. Mohrrüben, Schock 1,50—235, do. Holland., oer 100 Bund 0,00. Radieschen, per Schock 1,25—1,50. Tomaten, ital. per .00 Psund 12—15. Salat, Schock 1,25—2,00, do. Gubener 0,00. Kohlrabi, Schock 0,50—1,00 Spargel 0,00. Karotten, Schock 3—4. Schoten, 100 Psd. 15-23. Wtistngkohl. Schock 5-6. Weißkohl, per Schock 5-10. Rotkohl, per Schock 8—10. Champignons, per 100 Psund 80—100. Steinpilz« 0,00. Psefferltnge, per 100 Psd. 25,00-38.00. Blumenkohl, Zittaucr, per 100 Stück 0,00, do. Hamburger 0,00. Bohnen, grüne, per 100 Psd. 8—12, do. Pufs- 4—5. Wachsbohnen 18—23. Gurken, Zerbster, Schock 1,75—2,00, do. hiesige 4,50—5,50. Kohlrübe», Schock 5—6. Aepsel tu Kiste» per 100 Pid., Koch- 0,00. Tiroler 0,00. Australier 0,00. Italiener, per 100 Psd. 18—25, do. in Körben per 100 Psd. 0,00, do. in listen 0,00, Ungar., per 100 Psd. 20—22. Birnen, ital., per 100 Psd. 15—22, do. Muskateller 24—27. Pflaumen, ttal. gelbe, per 100 Psd. 15-20, do. runde 100 Psd. 15-2», do. blaue lange 100 Pfd. 18-22. Kirschen schwarze, lOOPsundO.OO, do. Gubener 10—17, do. Werdersche 10—17, do. Schlesijche 4-17, do. Natten, ung. 20-30, do.ttal. 30-35, do. Thüringer 9-14, do. Gins 10—16, do. saure 15—18. Erdbeeren, per 100 Psd. 0,00, holländische 0,00, Hiesige per 100 Psd. 10-20, Beelitzer 0.00, Wald-, hiesige 50—80. Bierländer 13—30. Siachelbecren, holländische, 100 Psund 0,00, do. hiesige 100 Psd. 7-12. Blaubeeren. 100 Psd. 15-20. Himbeeren. Ivo Psd. 25—28. Johannisbeeren, Heidelberger, 100 Psd. 8— 10, do. hiesige 100 Psd. 8—12. Aprikosen, ttal., 100 Psd. 25—30, do. ung. 10—20, do. sranzös. 28—34. Pfirsiche, franz. 12 Stück 2,50-3, do. 1, 12 Stück 2—2,50, do. 2, 12 Stück 1,30 bis 2.20. Ital. per 100 Psd. 65—70.«nanaS I, p. Psd. 0,90-1.00, do. 110,40 bis 0,50. Bananen, kanar., per 100 Psd.«0—16, Jamaica 24—26. Feigen, in Kisten 100 Pid. 0,00. Zitronen, Mesfino, 300 Stück 7,00 bis 13,00, do. 360 Stück 5,00-9,00._ Witterungsübersicht vom 17. Juli 1908, morgens 8 Uhr. Wetterprognose für Sonnabend, den 18. Juli 1908. Ein wenig kühler, zunächst meist trübe und regnerisch bei ziemlich lcdhasten südwestlichen Winden; später langsam ausklarend. Berliner Wetterbureau. Wasserstandö-Nachrichten ')+ bedeutet Euch».— Fall,.—•) Untervegel.— Die preußisch« Weichsel wird voraussichtlich heute oder morgen etwas weiter steigen. Deuticher Metallarbeiter- Verband. Gemeinsame Ortskrankenkasse für Köpenick Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III. 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Charitéstraße 3. Haupt- Bureau: Hof III. Amt III. 1987. Sonntag, den 19. Juli 1908, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins n. Umgegend im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 4. Zages Drdnung: 1. Unsere Stellungnahme zu d dem Schiedsspruch des Ginigungsamtes. Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. Kollegen! Wie in der letzten Versammlung beschlossen war, hat unser Vertreter vor dem Ginigungsamt eine dementsprechende Erklärung abgegeben. Da aber ein Schiedsspruch trotzdem erfolgt ist, so ist es notwendig, daß wir zu demselben Stellung nehmen. Mit Rücksicht darauf, dak in letter Zeit sich die Situation in anderer Beziehung geändert hat, so ist es um so mehr er forderlich, daß ein jeder Einzelne in dieser Versammlung erscheint. Kollegen! Die Zeit, wo der Tarif abläuft, rückt immer näher, erscheint darum in Maffen, egitiert für einen guten Besuch der Versammlung, damit die Unternehmer erkennen, welche Organisationen für fie maßgebend sein müssen. Verband der Kupferschmiede. Filialverwaltung Berlin. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Zentralverband der Schmiede. Zahlstelle Berlin. Die Mitglieder des Kupferschmiede und Schmiedeverbandes, welche als Rohrleger und Helfer arbeiten, werden von ihren Vorständen zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes und das Berliner Gewerbegericht find zu dieser Versammlung eingeladen. Arbeiterhaugenossenschaft Paradies“ zu Berlin. E. G. m. b. H. Sonntag, den 26. Juli 1908, vormittags 9% Uhr: 119/6 66 6. ordentliche Generalversammlung in den 20, Rittersälen", SW. Ritterstr. 75. Tagesordnung: bou 1. Geschäftsbericht: Borlegung der Bilanz nebst Gewinn und Berlustrechnung. 2. Bericht der Revisoren und Genehmigung der Bilanz, sowie Beschlußfassung über die Verteilung des Gewinnes oder Verlustes. 3. Neuwahlen des Vorstandes. 4. Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat. 5. Antrag des Vorstandes betr. Grundstücsangelegenheiten. 6. Eventuelle Anträge der Genossen. 7. Verschiedenes. Niemand darf fehlen!! Genossen! Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden, bestimmt zu erscheinen!!! Nur Mitglieder haben Zutritt!! Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß! Die Bilanz nebst Gewinn und Verlustrechnung sind in der Geschäftsstelle SO., Kottbuser Ufer 44, Hof r. I links 106/14 Etwaige Anträge der Mit. in den Kaffenstunden( bormittags 8-10 und nachmittags 4-7 Uhr) einzusehent. glieder müssen bis spätestens Dienstag, den 21. Juli, schriftlich beim Vorstande eingegangen fein! Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Orts- Krankenkasse Vergolder der und Berufsgenossen. Einladung zu der am Montag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 5, stattfindenden außerordentlichen General- Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Tages- Ordnung: 1. Die augenblicklichen Verhältnisse der Kaffe. 2. Diskussion. 3. Stafsenangelegenheiten. 275/00 Der Vorstand. Centralhaus moderner Herrenkleidung Nene Friedrichstr. 35, neben der Zentral- Markthalle, liefert an jedermann elegante fertige Herren- Garderoben fowie nach Maß unter Garantie für tadellosen Sig gegen wöchentl. Teilzahlung von 1 M. an Zuschneiderei u.Wertstätten i.Haufe. Auf Wunsch besucht Sie unser Stadtreisender mit den neuesten Stoffmustern. Sonntags geöffnet. Kein Waren- Kredithaus; daher billigste Preise. Gitigit, TiQesig, das Beste geg. Ungeziefer ( Kopf- und Filzläuse), tötet radikal mit Brut. 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Ab SchillingsBrücke Jeden Montag Uhr früh nach Woltersdorfer 19, U. früh in. Wernsd.Schleuse Jeden Dienstag 2 U.nachm. Gosener Berge Uhr nachm. Schleuse 20.nachm. Gosener Berge 10 Uhr Vormittag nach Neue Mühle nach Woltersdorfer 91%, U. früh a.Wernsd.Schleuse Jeden Mittwoch Uhr früh nach Woltersdorfer| 9, U. frühen.Wernsd. Schleuse Schleuse 2 U. 2 U. nachm. 20. nachm Gosener Berge 2 U.nachm. Gosener Berge 9 früh( nach Woltersdorfer 92 U. früh n.Wernsd.Schleuse 2 Sohleuse 20.nachm. Gosener Berge 10 Uhr Vormittag nach Neue Mühle. Jeden Donnerst nach Woltersdorfer 94 U. früh in. Wernsd.Schleuse Jeden Freitag Uhr nachm. 9 Jeden Sonnabend Uhr früh 2 Uhr rachm. nach Woltersdorfer Schleuse Jeden Sonntag 8 und 9 Uhr früh nach Woltersdorfer Schleuse Einfache Fahrt 50 Pf. N Alle diese Fahrten( ausser Sonntag) pro Person 50 Pf. hin u. zurück. Täglich von ca. 2 Uhr an Einfache Fahrt: Wochentags 20 Pl., Sonntags 30 Pt. 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