Nr. 168. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Boft.Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile ober deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", bas erfie( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Egbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Franz Jofeph Ehrhart+ Lichter und lichter werden die Reihen der Alten in unserer Partei. Nicht gerade alt an Jahren nur wenige Monate über 55 Jahre aber alt an Dienstjahren für die Partei ist gestern mittag 21 Uhr in Ludwigshafen " Franz Joseph Ehrhart " Dienstag, den 21. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Freiheit" und der Revolutionsidee, bis Most unter dem Einfluß Niederbayern auf; vor wenigen Wochen war er wieder mit feiner Umgebung Schritt für Schritt zum Anarchismus abschwentte. feinen Kräften zu Ende; er spannte aus", es war leider Auf diesem Wege folgte ihm Ehrhart nicht, sondern fündigte ihm zu spät. " offen und ehrlich aus dem Gefängnis in Mannheim seine Ge- Die Partei haf einen ihrer besten Genossen, die Seinen folgschaft. Mit Ehrhart, der für die Verbreitung der Freiheit" haben alles an ihm verloren; er war seiner Frau und seinen Opfer an Geld, Beit und persönlicher Freiheit vorbehaltlos Kindern der beste Vater und zugleich der beste Freund. Arbeit gebracht hatte, verlor Most wohl den ehrlichsten und auf- und Sorge für die Seinen, Arbeit und Sorge für die Partei richtigsten seiner Freunde. haben ihn frühzeitig aufgerieben das Los des ParteiInzwischen war Ehrhart auch einige Zeit in Paris ge- agitators, dem aber seine Freunde Dank bis übers Grab hinwesen und wie in London- natürlich für die Verbreitung aus und treues Andenken bewahren werden. der Sozialdemokratie unter den deutschen Arbeitern eingetreten. 1882/83 unternahm er eine Reise nach Deutschland und Desterreich, um die Verbreitung der Freiheit" zu organisieren. In Mannheim fiel er in die Hände der Polizei: nach monatelanger Untersuchungshaft tam er mit 3 Monaten Gefängnis davon und blieb nunmehr wieder in Mannheim. " " Die Auslieferung Wassiljews. Vom internationalen sozialistischen Bu reau erhalten wir folgende Kundgebung: gestorben. Seit Monaten leidend, war er vor einigen Wochen zur Beruhigung seiner Nerven mit seinem Töchterchen Hermine auf die Brandeck" bei Offenburg im Schwarzwald gegangen, wohin ihm in den Schulferien Frau und Kinder folgen sollten; es schien auch, als ob sich sein Zustand in der Ruhe jener Höhe besserte; da trat in den letzten Tagen wieder eine Jahre der gewerkschaftlichen und politischen Agitations. Verschlechterung ein, er kehrte am Sonntag nach LudwigsAn die Arbeiter aller Länder! hafen zurück und erlag wohl eine Folge seines Leidens, arbeit folgten; die Forderungen der Tagesagitation stellten Für zibilisierte Staaten war es bis jetzt Gesetz, stets die der Arterienverfalfung plößlich einer Herzlähmung. den klaren, lebensflugen Sohn der Pfalz vor praktische AufEin Proletarierschicksal ist das Leben unseres toten Freundes. gaben der rosig- romantische Nebel des Lebens im Eril ver- Auslieferung politischer Verbrecher zu verweigern. Noch Aus einer trüben Stindheit wuchs Ehrhart in eine trübe Jugend flüchtigte sich und die deutsche Sozialdemokratie hatte ihren während der letzten Jahre hatte z. B. Frankreich die Auslieferung Hartmanns zurückgewiesen, der an einem hinein. Geboren in Auweiler in der Pfalz, als Sohn einer temperamentvollen Ehrhart wieder. Dienstmagd, wurde er in Pflege" gegeben. Was seine Im gleichen Maße, wie die gewerkschaftliche und die Attentat gegen den Baren Alexander teilgenommen hatte. Mutter sich am Munde abdarben konnte, sandte sie den„ Zieh- Parteibewegung unter dem Sozialistengesetz und nach dessen Ebenso verweigerte Italien die Auslieferung von Michael eltern" ihres Franzl, und diese unterschlugen es dem armen Fall in Mannheim und Ludwigshafen wuchs, steigerten sich Got, der der Zugehörigkeit zur Kampforganisation der Knaben. Die ganze Misere einer freud- und liebelosen Kind- die Ansprüche an die Agitationskraft Ehrharts. Dazu tamen sozialistisch- revolutionären Partei beschuldigt wurde, die heit mußte Ehrhart ertragen, und Schmerz und Zorn brachen die Verfolgungen der Polizei und Gegner, die Brotlosmachung Sipjagin und Blehwe tötete. Schweden lehnte die Ausnoch in späten Jahren durch, wenn er auf diese Periode des Agitators" der sich inzwischen auch verheiratet hatte. lieferung Tscherniaks ab, der der Teilnahme an einen Attentat gegen Stolypin angeklagt war. Die Regierung d ſeines Lebens zu sprechen tam. Vor wenigen Monaten erst Die Verhältnisse zwangen ihn schließlich, sich selbständig zu Schweiz aber hat mit allen diesen Präzedenzfällen ge erzählte er dem Schreiber dieser Zeilen auf seiner letzten fröh- machen, wollte er nicht den Staub von den Pantoffeln Schweiz aber hat mit allen diesen Präzedenzfällen ge. lichen Fahrt durch die Pfalz, wie ihm seine Mutter einst schütteln" und damit die Absichten der Gegner erfüllen. brochen und ihre Zustimmung zur Auslieferung von ein paar Stiefel mit Hufeisenabfäßen" zum Namenstag Was Ehrhart in diesen Jahren an Agitation und Arbeit affiliem gegeben, der als Mitglied der sozialistischgeschickt habe, wie er sich darüber gefreut habe und wie für die Partei überhaupt geleistet hat, kann nicht im Rahmen revolutionären Partei im Januar 1906 Kandarow, den er fie nur ein einziges Mal hatte tragen dürfen: dann eines Beitungsartitels und nicht aus dem Handgelenk Polizeipräfekten von Bensa, tötete. Standarow hatte auf friedliche und gefeßmäßige Demon Daß er so vieles leisten tonnte, maren fie verschwunden, wie so manche andere Sendung mit heraus geschildert werden. Leckerbissen und besseren Kleidungsstücken. Und wie ein Er- hat die Partei seiner Lebensgefährtin zu danken, die in all ſtranten Ueberfälle organisiert, in denen Frauen und Kinder röten der Scham hufchte es über sein Gesicht, als er erzählte, diesen Stämpfen als wadere Stameradin ihm treu zur Seite maffatriert wurden. Er war der Urheber mehrerer Pogroms daß diese seine Pflege- Eltern" ihn nach allen Regeln der stand und die nur eine Aufgabe kannte: ihm nach des Tages auf die Intellektuellen. In den Gefängnissen ließ er die Kunst ausnutten, ja fogar zum Holzdiebstahl zwangen.„ Nie Arbeit und nach all' den Agitationen und Kämpfen ein Heim politischen Häftlinge aufs grausamste foltern. Es unterliegt in meinem Leben bergab ich die Schande, die mir angetan zu bieten, in dem er sich glücklich fühlte. Und Ehrhart daher nicht dem geringsten Zweifel, daß die Tat Wassiljews ebenso wie die Hartmanns oder Tscherniaks ausschließlich eine war, als mich armen kleinen Jungen, der ich ja noch ein fühlte sich im Streise seiner Familie glücklich. Bom Standpunkte des allgemeinen Parteiintereffes mag politische war. Das haben ausdrücklich auch solche Rechts. Bom Standpunkte des allgemeinen Parteiintereſſes mag Kind war, eines Tages der Gendarm holte und wie einen Verbrecher ins Gefängnis transportierte, wo ich wegen Holz- und muß man es bedauern, daß Ehrhart in den letzten lehrer zugegeben, die keinerlei Sympathie für den revolutiodiebstahls 24 Stunden abmachen mußte." Als dann seine Mutter 20 Jahren den allgemeinen Aufgaben der Gesamtpartei etwas nären Sozialismus verdächtig sind, wie Herr Fernand endlich erfuhr, wie es ihrem Knaben erging, nahm sie ihren Franz entfremdet wurde; aber die speziellen Aufgaben der Pfalz und Thiry, Profeffor des Strafrechts an der Universität Lüttich, aus dieser Pflege" fort; sie war inzwischen mit ihrer Dienst Bayerns nahmen seine ganze Straft in Anspruch. Was Voll- und Herr Ny 3, Professor des Strafrechts an der Universität herrschaft nach Fürth bei Nürnberg gegangen, und so tam mar für Südbayern, was Grillenberger für Nordbayern, das Brüffel und Rat am Appellgerichtshof. In dem Fall, der Ehrhart, der Pfälzer, nach Fürth, wo er Schule und Lehre war Ehrhart für die Pfalz. Und die Pfälzer liebten ihren uns beschäftigt," schreibt insbesondere Professor Nys, durchmachte. Pfalzgrafen", war er doch ganz Fleisch von ihrem Fleische ingen alle Umstände, alle Einzelheiten zu der Ent. Raum hatte er ausgelernt, so zog's ihn wieder nach der und Blut von ihrem Blut, helläugig und lebensflug und scheidung, daß die Tat, deren Viktor Wassiljew beschuldigt " Heimat" in Mannheim fand er Arbeit. Dort fing eben begabt mit dem weichen Herzen und dem goldenen Humor der wird, einen ausschließlich politischen Charakter die Arbeiterbewegung an, ihre ersten Wellen zu schlagen, und sonnigen Pfalz. Er hat die Pfalz für die Sozialdemokratie trägt. Der Zeitpunkt, der Tatort, die amtliche Stellung des noch nicht achtzehnjährig, stürzte sich der helläugige, erobert. Bu feiner Tätigkeit als Parteiagitator kam die des Opfers, der Zweck der Tat selbst, das alles beweist, daß fein fluge Pfälzer Junge sofort hinein. Und Franz Joseph war Stadtrates von Ludwigshafen. War er zuerst der einzige Gefühl persönlichen Haffes dem Afte zugrunde liegt. Rußland und besonders das Gouvernement von Pensa war in das Herz voller Ideale. Die sozial- Vorposten, der unablässig auf Wache stehen mußte, so hatten vollem Aufruhr. Das Opfer war durch seine amtlichen demokratische Gedankenwelt erfaßte sein ganzes Wesen, und unter seiner geschickten Führung die Genossen das Stadtparla: Funktionen das Hauptwerkzeug, deffen sich die Regierung fein anderer Gedante hatte Raum als die Partei, die ment erobert, dazu dann das Reichstagsmandat für SpeyerPartei. Er war„ Eisenacher", und mit der ganzen Leiden- Ludwigshafen und schließlich, nachdem Ehrhart jahrelang mit für die Unterdrückung der Unruhen bediente. Der Täter hat schaft seines Temperaments nahm er an den Stämpfen mit den Vertretern Nürnbergs im bayerischen Landtag war, im Interesse seiner politischen Partei gehandelt. Er wollte die russische Regierung treffen." den Lassalleanern teil. Aber dann kam der Lassalleaner" wurde neben anderen Pfälzer Mandaten auch das Ludwigs die russische Regierung treffen." Unter diesen Umständen durfte man glauben, daß die Dreesbach nach Mannheim und dessen höhere politische hafener Mandat für den Landtag erobert. Erfahrung gewann Einfluß: aus dem Lehrer wurde später Ehrhart war nicht das, was man einen glänzenden Regierung der Schweiz fich weigern würde, Wassiljew den der Freund, und die Freundschaft währte durch all die Jahre, Redner nennt; bedeutungsvoller und wichtiger und von vollem Folterknechten und Henfern des Baren zu überliefern. Diese bis der Tod sie vor zwei Jahren löste. Und dem Zusammen. Erfolg gefrönt war seine praktische Tätigkeit sowohl in offnung ist getäuscht worden. Mit fünf gegen fünf wirken der beiden Freunde ist es zu danken, wenn Mannheim der Gemeindeverwaltung als im bayerischen Landtag. Und Stimmen, mit der ausschlaggebenden Stimme feines Bräfidenten hat das Bundesgericht die Auslieferung beschlossen, und Budwigshafen, Baden und die Pfalz, in späteren Jahren bei dieser Fülle von Arbeit und bei seiner strengen Auffassung die den Tod bedeutet, den Tod durch Erschießen oder durch die stolzen und starken Festen der Partei geworden sind. von Pflichterfüllung war es begreiflich, daß seine ReichstagsBie nicht anders zu erwarten, brachte seine Parteitätigkeit tätigkeit nach außen nicht so sehr in den Vordergrund trat. schlechte Behandlung. In einigen Tagen wird Wassiljew in Ehrhart die üblichen Verfolgungen ein. Raum großjährig". Aber auch hier stellte Ehrhart seinen ganzen Mann, und mit den Händen der russischen Gendarmen sein, wenn nicht die stand er wegen Breßbergehen vor dem Mannheimer Schwur- dem sicheren Blid des Praktikers behandelte er die Fragen im Intervention einzelner Personen oder größerer Gruppen gericht. Staatsanwalt war der spätere Staatssekretär Freiherr Reichstag, die in erster Linie die Interessen seiner Heimat be- das neue Opfer noch im letzten Moment den Schergen ent v. Marschall und Gerichtspräsident der alte liberale rührten, auch da für die Intereffen der Partei sorgend, indem reißen kann. Wir appellieren an die Meinung aller fühlenden Menschen; wir klagen vor ihnen Baffermann, ein Onkel des jetzigen pomadenliberalen Block- er die Agitation der Gegner durchkreuzte, wenn sie behaup: an die elende Haltung einer Regierung, die offenbar beweisen politikers. Nicht die Strafe, aber eine Mahnung des Staats- teten, die Sozialdemokratie als ausschließliche Arbeiterpartei will, daß in dem Kampfe gegen die Revolution die bürger. anwalts an den jugendlichen Angeklagten sich erst Bind fümmere sich nicht um die Sorgen der kleinen Bauern und lichen Demokratien ebensoviel wert find als die Auto. um die Nase wehen zu lassen, die Welt anzuschauen und Handwerker. Erfahrungen zu sammeln", machte Eindruck auf Ehrhart. Er Fast vier Jahrzehnte hat Ehrhart für die Partei gefaßte den Entschluß, sich die Welt anzusehen, und wenn fämpft und gearbeitet. Die Partei hat es ihm gedankt, indem er diesen Entschluß auch nicht augenblicklich ausführte, sie ihm die ersten Ehrenstellen anvertraute, die sie zu versondern sich erst recht in die Agitation stürzte, so blieb der geben hat; so z. B. auch den Posten des Parteifontrol. Gedanke doch lebendig. Im September 1877 reiste Ehrhart leurs, auf den er von unseren Parteitagen seit Jahrzehnten nach London. Der historische Boden" des Kommunistischen immer wieder und wieder berufen wurde. Die Ernsteren unter Arbeiterbildungsvereins brachte ihm große Enttäuschungen; den Gegnern haben denn auch Ehrharts Bedeutung anerkannt, der junge Feuerkopf beging den alten ewigen Irrtum: er indem sie ihm ihre Achtung vor seinem Wissen und Können pfropfte feine deutschen Vorstellungen auf die ganz anders und seinem edlen Charakter offen bekannten. Aber die vier a wanzig im Internationalen Bureau vertretenen Ländern, gearteten Londoner Verhältnisse auf. In föstlicher Weise hat Jahrzehnte Arbeit und Kämpfe für die Sache der Arbeiter, darunter für Deutschland Bebel, Singer und Molken. er im vorjährigen Neuen Weltkalender" die Zeit feines neben denen er auch den Kampf um seine Eristenz zu führen bu hr.) Londoner Aufenthalts geschildert. hatte, haben seine Körper- und Geisteskräfte in einem Maße In seine Londoner Zeit fällt auch nach den Attentats- in Anspruch genommen, daß seine Natur versagte. Seit hehen und dem Erkaß des Sozialistengesetzes die Gründung der Jahren waren seine Nerven abgeheßt, immer wieder stellte er Mostschen Freiheit", Januar 1879, an der er selber in hervor- fich neue Aufgaben, und wenn seine Freunde, wenn seine Fast berührt es wie ein Symbol, daß der Prozeß der Kamarilla ragendem Weaße und mit dem ganzen Eifer seines jugendlichen Familie ihn mahnten, eine Zeitlang auszuspannen und sich Enthusiasmus beteiligt war. Auch ihn hatte die anscheinende endlich einmal etwas Ruhe zu gönnen, so hatte er immer nicht zu Ende geführt werden konnte. Dauern doch die Ursachen, Untätigkeit der Partei in Deutschland nach dem ersten Hagel- nur noch das" zu machen; wenn das" geregelt sei, dann die diesem Prozeß augrunde liegen, weiter fort. Eulenburg ist gestürzt worden, weil er als Freund des Kaisers ein unverantwort schlag des Sozialistengesetzes enttäuscht und mißgestimmt; wolle er dem Rate Folge leisten. dazu die gewinnende Persönlichkeit Mosts, die ihn gefangen Bor mehreren Monaten schon brach er einmal völlig zu- licher Ratgeber war, der den Gang der deutschen Politit im Innern nahm. So zählte Ehrhart bald zu den eifrigsten Vorfämpfern der sammen; auf ein paar Wochen suchte er eine Heilanstalt in wie nach außen wiederholt beim Kaiser beeinflußt hat. Aber mit fratien. Das Bundesgericht hat Wassiljewo überliefert. Wir überliefern das Bundesgericht dem Urteil des Gewissens der Welt. Das Exekutivkomitee: Eduard Anseele. 2. Furne mont. Em. Bandervelde. Der Sekretär: Cam. Huysman. Das Internationale Sozialistische Bureau. ( Es folgen die Unterschriften der Vertreter von Eine Lehre. seinem Sturz ist nur der Zweck derjenigen erreicht Worden, die ihn gestürzt haken und ihn nur stürzen konnten, weil sie jahrezehutelange Schmutzereien in Erfahrung gebracht haben. Deren Zweck aber war eö, ihren Einfluß an die Stelle des Gestürzten zu setzen.£)b sie ihr Ziel erreichen, können wir nicht sagen, sicher ist aber, daß diejenigen, die den An- griff auf Vulenburg unternahmen, das glauben. Denn wozu sollten sie sonst diesen Kainpf geführt haben? Daß sie es aber glauben können, beweist das nicht, daß das absolutistische Regime nach wie vor besteht, daß durch den Sturz Eulenburgs nur ein Personen Wechsel stattgefunden hat, während das S y st e m dasselbe geblieben ist? In seinem Sturze hat sich Eulenburg unfreiwillige Verdienste UM das deutsche Volk erlvorben. In seinem Sturz hat er einen guten Teil jener stupiden Ehrfurcht vor allem adeligen und Höflings- Wesen mitgerissen, die den deutschen Spießer erfüllt, und es wird einige Zeit dauern, bis der verblödende Einfluß seiner Leibpresse dem deutschen Bürger wieder die nötige Knechtselig- keit anerzieht. Wichtiger aber ist ein anderes. Der Angeklagt« Fürst Eulenburg hat endlich die preußische Justiz zur Humanität er- zogen. Gelviß, Eulenburg war krank, und der Prozeß mußte ab- gebrochen werden, weil dem Angeklagten sonst die Verteidigung un- möglich gemacht worden wäre. Aber irgend ein anderer Angeklagter iu seiner Lage wäre kaum je einer so langen und aufreibenden Verhandlung ausgesetzt worden. Vor dem Gericht stand ein des Meineid» Angeklagter. Wann wurden je einem solchen drei Tage zur Vorlegung seine? Charakters und seiner Lebensauffassung eingeräumt? Mehrere Zeugen wieder- holten eine Aussage, die sie schon vor einem anderen Gericht beschworen hatten, zum zweiten Male. Ihr Zeugnis, wenn wahr, hätte keinen Zweifel an der Schuld gelassen. Diesem An- geklagten wurden Wochen gewährt für die Aussage von Zeugen, die auf Grund der Kenntnis seines Charakters die Unmög- lichkeit der Beschuldigung darlegen sollten. und eine Woche für Zeugen, die über die Glaubwürdigkeit oder Uuglaubwürdigkeit der Belastungsaussagen urteilen sollten. Mußten wir da nicht alle an Meineidsprozesse denken, die gegen Arbeiter, gegen Sozialdemokraten ge- führt worden sind? Unauslöschlich lebt in dem Gedächtnis der deutschen Arbeiter der Prozeß gegen den Bergmann Schröder, den Führer der Deputation der Bergarbeiter bei Wilhelm II., der nicht lange danach wegen Meineids ins Zuchthaus ge- schickt wurde. Damals wurden keine Leuniuudszeugen ge- hört, die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugen nicht geprüft. Die Arbeiter, die Schröder kannten, hoben das Urteil revidiert, und der Zuchthäusler wurde ihr Kandidat bei der ReichStagswahl. Und ihre Neberzcugung ist unerschütterlich, daß Schröder nicht verurteilt worden wäre, wenn der Prozeß gegen ihn so gewissenhaft, so gründlich geführt worden wäre, wie der Prozeß gegen den F ü r st e n. Die deutschen Arbeiter führen den Kampf gegen ein System, und gegen die K l a s s e, die es vertritt. Sie führen den Kampf nicht gegen einzelne Personen, und ihnen erschien oft als Auswuchs und Entartung, was die Gegner als unerbittliche Gerechtigkeit empfunden haben, wenn es gegen Arbeiter angewandt wurde. Hat dieser Prozeß sie belehrt und werden sie auch dann für Menschlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit eintreten, wenn der Angeklagte ein einfacher Proletarier ist? Die jungtiiiMche Bewegung. Die jungtürkische Beivegung macht rasche Fortschritte. iFu M o n a st i r dauern die Desertionen von Offizieren und Soldaten an. Freitag wurde der Divisionsgeneral Osman Hidajet Pascha, als er in der Kaserne einen Befehl verlas, der auf die jungtürkische Bewegung Bezug nahm, von einem Offizier schwer verwundet. Die Aufregung unter den Albanesen nimmt zu. Sie drohen, sich der Durchfahr der Truppen, welche sich auf dem Wege nach Uesküb befinden, zu widersetzen. Die Bewegung dehnt sich nach I a n i n a aus und ein Bataillon aus Anatolien soll sich geweigert haben, nach Anatolien abzugehen. Die Pforte rüstet. �8 klein- asiatische Bataillone sind mobilisiert worden, wovon bereits L zu je 890 Mann in Saloniki eingetroffen find. Die Mobili sierung soll rasch vor sich gegangen sein. Aus Smyrna wird gemeldet, daß weitere 16 Redif-Bataillone des zweiten Korpsbereiches Adrianopel einberufen wurden. Das jung türkische Komitee hat einen Aufruf erlassen, wonach die Steuern nicht mehr an die Behörden, sondern an die Ne volutionäre entrichtet werden sollen. Und die Bevölkerung, die größtenteils mit den Jungtürken sympathisiert, soll diesen Weisungen in vollem Maße entsprechen. Nach Berichten der Wiener Presse sind die Behörden machtlos, weil das O f f i zierkorps und die Truppen solidarisch auf treten. Eine Offiziersdeputation überreichte den Konsuln ein Meniorandum und bat sie, ihre gerechte Sache bei den fitroßmächten zu unterstützen. Die Landbevölkerung soll durch die Revolutionäre fast völlig gewonnen sein. Das Räuber- und Bandenunwesen ist fast gänzlich ge- schwunden. weil das jungtürkische Komitee Räubereien standrechtlich bestraft. Wenn diese Nachrichten richtig sind, dann haben wir es mitaußerordentlichbedeutsamenErscheinun- g e n zu tun. Es handelt sich um eins Revolution, deren Ziel die Erringung einer Konstitution bildet, die Ein- führung eines Parlaments und die Befreiung der Türkei von der-lEinniischung der auswärtigen Mächte. Für alle Bewohner der Türkei verlangen die Jungtürken völlige Rechts gleichheit. Wie der„Köln. Zeitung" gemeldet wird, hat das jungtürkischc Komitee den Mächten eine Denkschrift überreicht, die folgendes enthält: „Als Ziocck der Bewegun« wird die Beseitigung des gemeingefährlichen Ringes einiger eigennütziger Leute angegeben, die durch andauernde Verleumdung und An- geberei dem Sultan sein Volk als Feind seiner Person dargestellt und-die Türkei in ihr jetziges Elend gebracht hätten. Das Konnte� umfasse Metglieder aller Stämme und Bekenntnisse. Die ganze Armee wolle die jetzige Regierungsform durch eine konstitutionell« ersetzen, wie sie von der Berfassung von 187b gegeben sei. und wolle dem Volk die Menschenrechte ge. Währen. Allen Ottonmnen ohne Unterschied müsse Sicherheit&3 Lebens und des Eigentums zugesichert werde». Das Komitee müsse zu diesem Zweck die Agenten des jetzigen Despotismus bc- fettigen, wenn es notwendig sei. Falls die jetzige Regierung, um üsich zu retten, die Rasien gegeneinander und besonders- die Mosllm gegen die Ehristrv Hetze, treffe das SVomilce keine Ver. antwortung für die Folgen. Das Bereich des Komitees dehnt sich über das ganze türkische Reich aus; es wolle die F r e i h e i t m i t P l u t« r k a u f e n und erwarte, daß sich E u r o p a d e r E i n- m i sch nng enthalte. In einem anderen Rundschreiben, das den Konsuln überreicht Vörden ist. wird ausgeführt, daß alle Mächte, selbst Rußland, anerkennen müßten, daß nur die Einführung einer Ver- fassung eine wirkliche Besserung der Lage bewirken könnte. Vis Mächte sollten deshalb tsn Sultan bewegen, denen vachzu- ! geben, die treue IMertemefl, abec empört über die schändliche Lage des Vaterlandes wären." liebet den jetzigen Stand dee Bewegung berichtet das genannte Blatt: Darüber, daß das Komitee hn der Armee, in der Beamten- und Bürgerschaft we i t d e r b r e i t e t ist, ist kein Zweifel möglich Augenblicklich werden große Aeistrengungen gemacht, die Christen und Ausländer von dem guten Willen des Komitees zu überzeugen, daß man ihr Leben und ihr Eigentum schützen wolle. Die Gewalttaten sind bis jetzt nur gegen S p i o ne gerichtet, die sich aus Angst- nach Konstantinopel flüchten. Die Stimmung des Komitees ist sehr zuversichtlich. Man behauptet, keineTruppewürdegegettdieGlaubens- genossen marschieren. Hierzu ist zu bemerken, daß den Bataillonen Schämst Paschas und den jetzt eintreffenden anato- tischen Landtvehrbataillonen gesagt war, es handele sich um einen Aufstand in Bulgarien oder um einen Krieg. Kenner der Verhältnisse bestätigen durchweg, daß die Pforte nicht mit Gewalt vorgehen wird. Faßt man alle diese Nachrichten zusammen, so scheint in der Tat an die Stelle der Einzelfragen, die bisher der Lösung harrten, wie die mazedonische oder armenische Frage, die türkische Frage in ihrer ganzen Vollständig- keit getreten zu sein. Mit der Stellung des Problems sind aber diesmal offenbar zugleich die M i t t e l z u s e i n e r Lösung gegeben. Eine konstitutionelle Bewegung in der Türkei würde nicht nur die Beseitigung einer schauerlich korrupten, verrotteten und blutigen Gewaltherrschaft bedeuten, sondern zugleich die Möglichkeit, daß sich die verschiedenen Nationen und Glaubensbekenntnisse zur Erringung einer modernen Verfassung, dem wichtigsten Mittel zu ihrer gegen- seitigen Verständigung, vereinen könnten. Ein Sieg der kon- stitutionellen. Bewegung liegt soimJnteressedeseuro päischen Friedens. Und deshalb darf diese Bewegung nicht von außen gestört werden. An der Aufrecht erhaltung des gegenwärtigen Systems in der Türkei hängen nur die Interessen des internationalen Kapitals, das die Finanznot des Despotismus zugleich ausbeutet und stetig veZchlimmert. Aber diese Interessen dürfen nicht den Vorwand bilden, um die aussichtsvolle konstitutionelle Be wegung durch Eingriff von außen zu erdrücken. Während der russischen Revolution haben die europäischen Regierungen, und vor allem auch Deutschland, fort und fort den Grundsatz der N i ch t i n t e r v e n t i o n in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates proklamiert. Wir wünschen, daß dieses Prinzip von den Regierungen auch gegenüber der türkischen Revolution be f o I g t wird. Sie Ashlen In flnnlsnS. HelsingforL, den 17. Juli. tElg. Ber.)' Der Wahlkampf ist vorüber. Bei dem bestehenden Pro- portionalwablsystem in Finnland beansprucht das Zählen der abgegebenen Stimmen längere Zeit, und erst heute(zwei Wochen nach den Wahltagen vom 1. und 2. Juli) liegen die endgültigen Resultate vor. Wie schon gemeldet, gestaltet sich der Wahlausgang zu einem glänzenden Siege der Sozial- demokratie: ihre Kandidaten haben die größte Stimmenzahl — 308 589— auf sich vereinigt und im neuen Landtage werden von 200 Sitzen der Sozialdemokratie 83 gehören.� Die Hoffnungen der russischen Bureaukratie und der finnischen Bourgeoisie auf eine erhebliche Sckiwächung der Sozialdemo- kratie sind jämmerlich zusammengebrochen. Die Wahlbeteiligung war diesmal nicht so rege wie vor einem Lohre, als nach dem Sturze des mittelalterlichen Ständelandtages der neue demokratische Landtag auf Grund des allgemeinen Stimmrechts(ohne Unterschied des Geschlechts) zum ersten Male in Finnland zusammentreten sollte. Ueberschwängliche Erwartungen wurden damals auf die neue Volksvertretung gesetzt. Doch die vorgenommene Reform- arbeit konnte während der kurzen Session keine großen Resultate aufweisen, die Vorschläge der Sozialdemokratie stießen auf Widerstand seitens der bürgerlichen Parteien, und außerdem trat es deutlich zutage, daß der Zar allen dem russischen Absolutismus unbequemen Reformen seine Be- tätigung verweigern wird. So fühlten sich viele getäuscht, sie von dem neuen Landtage eine unmittelbare Verwirk- ichung praktischer Reforrnvorschläge erhofft hatten, und so erklärt sich auch der Rückgang der diesmal abgegebenen Stimmenzahl. Im März 1907 nahmen an den Wahlen teil insgesamt 899 990 Männer und Frauen(70,7 Proz. von der ganzen Wählerschaft), während diesmal nur zirka 802000 Stimmen gezählt wurden(d. h. etwa 62 Proz.). Auch der Wahltermin, mitten im Sommer, wo die Landbevölkerung bei den Feldarbeiten beschäftigt ist. mußte ungünstig auf die Wahlbeteiligung einwirken. Die Wahlparole der bürgerlichen Parteien lautete: Kampf gegen die Sozialdemokratie, und erst an zweiter Stelle trat für sie die Aufrechterhaltung der finnischen Konstitution und die Durchführung der eigenen Programmpunkte. Tie Schuld an der eingetretenen Spannung zwischen Rußland und Finnland und an der un- sicheren politischen Lage wurde dem Bestehen einer starken sozialdemokratischen Partei und ihrer rücksichtslosen Politik zugeschoben und dabei hervorgehoben, daß nur die besonnene Taktik der bürgerlichen Parteien die finnländische Autonomie sicherstellen könne. Die Sozialdemokratie sollte auch bei uns „niedergeritten" iverdcn, und so wurde bei den Wahlen— besonders seitens der Altfinnen gegen die finnische Ar- beiterpartei eine wüste Agitation nach dem Muster deZ „Rcichsliigcnverbandes" eröffnet. Das Wahlresultat: relative Stärkung der Sozialdemokratie und moralische Niederlage der Altsinnen, die am heftigsten die Sozialdemokratie bc- kämpft und am nachgiebigsten der russischen Reaktion gegen- über sich gezeigt hatten. Die Rollen im politischen Leben Finnlands sind unter 4 Parteien verteilt: den Svedomanen(Schweden), Jung- sinnen, Altsinnen und Sozialdemokraten.— Die s ch w e- d i s ch e Partei besteht hauptsächlich aus der Landaristokratie. der Höhrren Beamtenschaft und der städtischen Groß- bourgeoisie: da aber die nationalen Gegensätze in Finnland noch immer scharf ausgeprägt find, so hält sich zu dieser Partei auch die schwedisch sprechende Bevölkerung in einigen Provinzen. Die Partei ist von reaktionären Tendenzen durchsetzt, aber nach der Revolution im Jahre 1905 war auch sie gezwungen, den deniokratischen Zeitforderungen Rechnung zu tragen und einige Reformen in ihr Wahlprograinm aufzunehmen. Unter Bobrikows Regime war die schwedische Partei in die Opposition gedrängt»vorden, doch als im Jahre 1906 ihre Führer zusammen mit den Jungfinnen in den Senat berufen wurden, versuchten sie, sich höchst loyal zu zeigen und wichen überall vor der russischen Reaktion zurück, zum Beispiel bei der Auslieferung russischer Revolutionäre. Doch Stolypin traute noch immer nicht recht dieser Loyalität, lind so bekam der jetzige Senat mit Leo M e ch e l i n an der Spitze seinen Abschied. Bei den jetzigen Wahlen brachte die schwedische Partei 102 329 Stimmen zusammen und er- hielt somit 25 Sitze im Landtage, aber über 10 000 schwc- dtsche Arbeiter und Handwerker_ in Helsingfors, Abo und Wasa stimmten schon für die Sozialdemokratie. Die jungfinnische Partei rekrutiert sich vorwiegend aus der städtischen Bourgeoisie und den Vertretern der intelli- genten Berufsarten. Vor etwa 10 Jahren trennten sich die Jungfinnen von der altfinnischen Partei, weil der reaktionäre Klerikalismus ihnen unerträglich wurde und hauptsächlich weil sie die feige opportunistische Politik der Altfinncn unter Vobrikow nicht mitmachen konnten. So wurden die Jung- sinnen damals eine liberale Partei und traten mit ihrer oppositionellen Taktik den Schweden nahe, mit denen zu- sammen sie im Jahre 1905 den neuen Senat bildeten. Doch zur Regierung gekommen, wurden die ehemaligen Radikalen recht zahm und nahmen der proletarischen Bewegung gegen- über eine feindliche Stellung ein. so z. B. durch eine uncr- hörte Vermehrung der Polizei. Sie haben kein festes sozial- politisches Programm, sondern helfen sich durch mit allge- meinen Redensarten und berufen sich nur fortwährend auf ihre konstitutionellen Prinzipien. Da sie aber in der Wahl» kampagne den Altfinnen gegenüber stets ihren„Konstitutio- nalismus" hervorhoben und auf ihre einstige Opposition gegen die russische Bureaukratie hinwiesen, so behielten die Jungfinnen nicht nur ihre früheren 25 Mandate, sondern gewannen auf Kosten der Altfinnen noch 2 dazu. Für die jungfinnische Partei wurden diesmal im ganzen 114325 Stimmen abgegeben gegen 121 604 im Jahre 1907. Die Alt sinnen(auch„Suometarianer" genannt) bilden neben der Sozialdemokratie die stärkste politische Partei in Finnland. Sie stützt sich auf die bäuerliche Be- völkerung; in ihren Reihen stehen die Priester und Küster und zum großen Teil auch die Volksschullchrer, was in Finn- land, wo die kirchlichen Traditionen noch so tief wurzeln, sehr viel zu bedeuten hat. Die Partei vertritt nationalistische und konservativ-klerikale Prinzipien, aber, um ihre bäuer- lichen Wähler an sich zu fesseln, hat sie sich auch für ziemlich weitgehende soziakokonomische Reformen ausgesprochen. Der nationale Antagonismus zwischen Schweden und Finnen be- steht noch jetzt, und seit altersher ist das Streben der Alt- sinnen darauf gerichtet, die schwedische Vorherrschaft zu stürzen und ihre Positionen einzunehmen. Zu diesem Zwecke sind sie sogar bereit, sich mit der russischen Bureaukratie zu der« bünden, wie das ja unter Bobrikow der Fall war, wo die da- maligen altfinnischen Senatoren durch ihre jämmerliche Diploniatie nur Schmach und Verachtung auf sich luden. In den letzten Jahren haben die Altfiuncn nun den jetzigen bür- gerlich-konstitutionellen Senat mit allen Mitteln bekämpft, ihn sogar der russischen Regierung denunziert, um für sich selbst den Weg zu den Senatorensesseln zu bahnen. Sie hatten sich schon als die kommende Regierungspartei be- trachtet und mit besonderem Nachdruck betont, daß man die Streitfragen mit Rußland gütig erledigen soll, bis sie aus der Stimmung der Wählerschaft merkten, daß ihr Spiel doch zu gewagt ist. Die Altfinnen mußten jetzt im Wahlkampfe immer und immer beteuern, daß die Autonomie Finnlands für sie heilig und unantastbar sei: doch nur ihrer ausgezeich- neten Organisation und ihrer beispiclloseu Agitation können sie es verdanken, daß ihre Niederlage nicht schmerzlicher wurde. Ihre Stimmenzahl ging von 243 574 auf 205262 zurück und von ihren 59 Plätzen im Landtage verloren sie 5. Der Wahlausgang war eine empfindliche Warnung für die altfinnische Partei, und sie kann es nicht mehr wagen, die eroberten Bürgerrechte Finnlands dem russischen Absolutis- mus zu verschachern.- Die Sozialdemokratie hatte bei diesen Wahlen einen äußerst schlveren Stand. Von allen Seiten wurde sie angegriffen: man warf ihr ihre radikale Taktik und ihre ver- hängnisvolle Solidarität mit der russischen Revolution vor; man legte ihr alle in den letzten Jahren hier vorgekommenen Raubansälle zür Last, obgleich die finnische Sozialdemo- kratie die anarchistischen Umtriebe und Abenteuer am chärfsten bekämpft hat: man wies auf ihre antikirchliche Ge- innung hin: man griff zu persönlichen Verdächtigungen und Verleumdungen. Und vor allem brachte man immer jenes echt bürgerliche Argument vor: die Wiederwahl der Sozial- demokratie bedeutet eine Gefahr für das ganze Land, sie wird in Petersburg als eine direkte Herausforderung aufgefaßt werden, und nur eine Stärkung der bürgerlichen Majorität kann Finnland retten! Man konnte anfangs darauf gefaßt sein, daß die Machtstellung der Sozialdemokratie in diesen, Zlnsturme doch teilweise erschüttert werden wird, doch die Arbeiterschaft zweifelte nicht im geringsten an ihren Sieg. So kam der Wahltag heran: nicht nur die demokratischen Volksmassen der Städte hielten sich wiederum treu zu ihrer roten Fahne, sondern die proletarischen Schichten der Land- Bevölkerung übertrugen der Sozialdemokratie auch ferner üic Vertretung ihrer Interessen. Vor allem war der Wahl- ausgang ein großartiges Vertrauensvotum seitens des innischcn Volkes für die feste, mutige Politik der revolutio- mren Sozialdemokratie. In allen Wahlkreisen behauptete sie Sozialdenwkratie ihre bisherige Stellung, ja teilweise hatte sie noch einen Fortschritt zu verzeichnen, so daß sie sich außer ihren früheren 80 Mandaten noch 3 neue(1 in Wasa, 2 hoch oben im Norden, in Uleaborg) aus dem Wahlkampfe holte. Wohl ist die absolute Stimmcnzahl der Sozmldemo- kratie aus den anfangs angeführten Ursachen auch um einige Tausende gesunken(von 329 990 auf 308 589), aber im Verhältnis zu den bürgerlichen Parteien hat sie am wenigsten verloren, so daß relativ der Prozentsatz der sozialdemo- kratischeu Wähler noch gestiegen ist(von 37 Proz. aller Wähler auf 38,4 Proz.). Und mit Recht kann man wohl sagen, daß man diesmal mit klarer Uebcrzeugung und fester Entschlossenheit für die Sozialdemokratie gestimmt hat. Ter neue Landtag tritt am 1. August zusammen. Die finnische Volksvertretung geht schweren, dunklen Tagen ent- gegen, denn Konflikte niit der zarischen Regierung sind un- vermeidlich. Doch wie dem auch sei, das finnische Volk hat durch diese Wahlen seinen Willen bekundet und die finnische Sozialdenwkratie wird ihre Pflicht tun. politilebe deberfkbt Berlin, den 20, Juli 190a Stumpfsinn! In einem Leitartikel der„D a n z i g e r Neuesten N a ch r i ch t c n" stand kürzlich zu lesen: Kaiser Wilhelm hat dein deutschen Volk ein gutes Beispiel gegeben. Kaltblütig mw ruhig ist er auf der«Hohen» zollern' in Begleitung eines Kreuzers und eines Torpedojügers durch die große britische Manöverflotte hindurchgefahren und hat deren Grüve dankend entgegengenommen. Er Hot damit einen Mut der Kaltblütigkeit bewiesen, der manchen: Deutschen in diesen Tagen bewegter internationaler Vorgänge bereits abhanden gekommen war. Konnte man doch vielfach die bange Frage vernehmen, ob der Kaiser denn wirklich auch diesen Sommer die gewohnte Nordlandreise antreten werde. Die Befürchtung sei doch nicht von derHandzu weisen, daß die Engländer die gute Gelegenheit benützen, den Krieg vom Zaun brechen und den fern vom heimatlichen Schutz weilenden Kaiser einfach fortfangen könnten. Das ist denn doch zu viel der Spekulation auf den Stumpfsinn„patriotischer" Leserl Denn wenn schon solche Leser dem„Perfiden Albion" eine kriegerische Attacke gegen Deutschland zutrauen möchten, eine solche strategische Dummheit dürsten selbst diese Leser England nicht zutrauen l—_ Zentrum und Wahlrecht. Dei der Beratung des preußischen Einkommensteuergesetzes vom Jahre ISA) versuchte das Zentrum die Herabsetzung des Wahl- zensus für die Gemeinden der Rhcinprovinz, die damals durch Ortsstatut einen zur Gemcindewahl berechtigenden Steuersatz bis zu 38 M. festsetzen konnten, durchzuführen. In der Kommission, der das Einkommensteuergesetz zur Behandlung überwiesen worden war, wurde auf die Gefahr hingewiesen, daß dadurch die rhei- Nischen Stadtgemeinden der Sozialdemokratie ausgeliefert werden würden. Der Abgeordnete Bachem trat in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 26. Februar 1891 diesen Befürchtungen entgegen und führte dabei unter anderem aus: »Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: Wäre es denn ■überhaupt bedenklich, wenn infolge der Zulassung einer größeren Zahl von Wählern zur Beteiligung an der Wahl wirklich in die Demcinderäte eine Anzahl Vertreter des Arbcitcrstandes, seien , es auch sozialdemokratische, gelangten? Das hätte für meine Auffassung nichts Schreckhaftes. Es würde den betreffen- ven Arbeiterkreisen zugute kommen, indem es die Vertreter dieser Kreise nötigte, an den praktischen Aufgaben des Gemeindewesens mitzuarbeiten. Eine besonders gute Einwirkung, glaube ich, würde die Anwesenheit einzelner BertreterderArbeiter- t l a s s e auf die betreffenden Stadtverordnetenkollegien selbst ausüben, indem es sie wachhält, indem es sie zwingt, den Blick auf die Interessen aller Stände gerichtet zuhalten, namentlich auf die so wichtigen, durch unsere ganze wirtschaftliche EntWickelung so sehr in den Vordergrund getrete. nen Interessen der Arbeiter, um hervorgetretene Mißstände zu beseitigen, während in dieser Beziehung manche Stadtverordnetenkollegien es noch an dem gehörigen Verständnis fehlen lassen." Das Lob, das hier der Zentrumsabgeordnete Bachem der Sozialdemokratie erteilt, verdient festgehalten zu werden. Zugleich sei aber auch darauf hingewiesen, daß das Zentrum nie für die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts für die G e» meinden eingetreten ist, sondern im Gegenteil eine solche Zu- mutung durch seine Führer immer abgelehnt hat. Die ultra- montanen Agitatoren reiten gegenwärtig mit besonderer Vorliebe auf den alten W i n d t h o r st herum, der im Jahre 1873 im preußischen Abgeordnetenhause den bekannten Antrag auf Ein- führung des ReichStagSwahlrechtS für Preußen eingebracht hat. Wohlverstanden nur für die Landtagswahlen, für die G e» meindewahlen lehnte Windthor st eine solche Maßnahme entschieden ab! So.sagte Wjndthorst am 27. Januar 1886 im preußischen Abgeordnctcnhause. als dort ein «utrag auf Einführung der geheimen Stimmabgabe verhandelt wurde: «Wenn ich den Antrag gestellt hätte, wäre er weiter ge- gangen. Ich würde geradezu für das preußische Abgeordneten. hauS dasselbe Wahlrecht verlangt haben, was für den Reichstag gilt. Für die Kommunen aber nicht. Die Kommunen haben eine durchaus andere Situation, das sind mehr Vermögens- Rechtliche Institutionen, und man kann bei denselben nicht so ohne weiteres darauf ausgehen. Und außerdem muß ich sagen, daß allerdings dort historische EntWickelungen stattgefunden haben, die zu zerstören ich meinesteilS nicht gewillt bin. Wir sind radikal genug bei unseren Bildungen in Provinz, Kreis und Gemeinde, daß ich nicht zu diesem Radikalismus beitragen will, weil ich der Sozialdemokratie die Wege zu bahnen Bedenken trag e."(Bravo im Zentrum.) Wie man sieht, ist es mit der Begeisterung des Zentrum» für Ivohlweislich, seine Wahlrechtsfreundlichkcit da zu bekundkJst tvo das tifl demokratisches Wahlrecht sehr faul bestellt l»» Christliche Kriegshetzer. Die evangelischen Arbeitervereine sind klägliche Gebilde. Politisch ohne Ueberzeugung, lassen sich ihre Mitglieder vom geistlichen Vorstand und ihren kapita- listischen Gönnern hier im nationalliberalen, da im konser- vativen und dort im antisemitische,: Sinne leithammeln. Sie ballen die Jaust im Sack, wenn sie— siehe die Landtags- Wahlen im Nuhrrevier— von ihren nationalliberalcn Freunden mit Fußtritten bedacht werden, um dann, natio- naler Gesinnung voll, getreulich wieder für diejenigen zu stimmen, die sie eben noch das ganze Maß ihrer Nichtachtung haben fühlen lassen. Sozialpolitisch haben die evangel:schen Arbeitervereine gar nichts zu bedeuten, und von allen Ge- danken und Bestrebungen der modernen Arbeiterbewegung haben sie sich völlig fernzuhalten gewußt, desto mehr machen sie im Begehen von Vereins-, Kreis- und Verbandsfesten, im Fahnenschwenken und Hurraschreien bei patriotischen Ge- legenheiten. Ist es schon bedauerlich genug, daß es Arbe:ter sind, die sich von nationalen Drahtziehern verleiten lassen, über derartigen Nichtigkeiten das Wohl ihrer Klasse zu ver- gessen, so ist entschiedene Entrüstung am Platze, wenn man sieht, wie übernationale Leute am Werke sind, einen Teil der deut- ,chen Arbeiterschaft, mag er auch wenig zu bedeuten haben. in eine Kriegsbegeisterung hineinzuhetzen, wie das Organ �es Gesamtverbandes der evangelischen Arbeitervereine, der Rheinisch- westfälische Arbeiterbot e". tut. Das Blatt beginnt seine letzte Wochenschau mit dem Worte des Kaisers:„Bitter not tut uns eine starke Flotte", singt dartn dem Flottenvercin ein Lob. der„bei Schlafenden und Träumenden den Wirklichkeitssinn wieder geweckt hat. der lange Zeit der einzige am Platze war, wo nationale Ge- oanken. losgelöst von Parteiinteressen, zu finden waren". Mit Bedauern wird dann der jüngsten Vorgänge im Flotten- verein gedacht, worauf es dann heißt: «Es ist traurig, daß diese Dinge sich zu einer Zeit ereignen, in der wir alle Ursache hätten, dem Auslgnd zu zeigen, daß wir in großen Fragen einig sind. In Marokko spitzen sich die Dinge immer mehr zu. Frankreich treibt ein unehrliches Spiel. Wäh- rend es in der Tat die Ergebnisse der Konferenz von Algeciras völlig mißachtet, geben seine Minister im Vertrauen auf die deutsche Langmütigkeit eine Erklärung nach der anderen ab, die mit den Tatsachen in direktem Widerspruch stehen. Die Ge- fahr eines offenen de u t s ch- s r a n z ö s i sch e n Kon- fli.ts rückt immer näher. Unserer Diplomatie mag es vielleicht gelingen, noch eine Weile das Schlimmste abzuwenden, aber wenn Frankreich ia der bMerigcn Weise fortjährt, dgnn m u ß m i t N o t w e:: d i g k e i t der Tag kommen, wo nvr, noch die Entscheidung der Waffen möglich ist. Das ist eine Tatsache, der wir unS nicht verschließen dürfen, und e i n e Möglichkeit, auf deren Eintritt wir uns schon jetzt vorbereiten müssen." Bei der Einsichts- und Interesselosigkeit der evangelischen Arbeitervereinler besteht leider keine Hoffnung, daß sie den unverantwortlichen Kriegshetzern in ihren Reihen das Hand- werk legen. Desto eifriger wird die Sozialdemokratie dafür sorgen, daß der unsaubere Plan, auch nur einen Teil der deutschen Arbeiterschaft den Interessen der Prozentpatrioten dienstbar zu machen, im Keime erstickt wird. Die preußische Sparpolitik als Mörder. Bei dem Brückeneinsturz in Köln sind acht Arbeiter- leben vernichtet worden. Ein fachmännischer Mitarbeiter der..Kölnischen Zeitung" untersucht nun die Frage, wen die Schuld und die Verantwortung für de» Einsturz trifft. Er stellt zunächst fest, daß höhere Gewalt den Einsturz nicht verursacht hat. Bauherr der Brücke, die hauptsächlich Eisenbahnzwcckcn dienen soll, sei der preußische Staat, insbesondere die dem Minister der öffentlichen Arbeiten unterstehende Staatseisenbahn- Verwaltung. Für solche Bauten würden besondere Bauabtei- lungen errichtet, die den Eisenbahndirektionen unterstellt seien. Die statische Berechnung und konstruktive Durcharbeitung der Pläne werde den großen Brückcnbaufirmen überlassen, weil es den Bau- abteilungen für solche umfangreichen Arbeiten an den Hülfs- kräften fehlt. Sämtliche Einzclpläne mit statischer Begründung seien der Bcmabtcilung zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen, auch bezüglich der nötigen Hülfskonstruk- t i o n e n. Sie habe zu überwachen, daß die Bauausführung genau nach den genehmigten Plänen erfolgt, daß die hierbei vom Unter- nchmer zu treffenden Matznahmen den Regeln der Technik«nt- sprechen und etwaige gefahrdrohende oder fehlerhafte Anordnungen vermieden oder untersagt werden. Die bauleitende Behörde sei gewissermaßen selbst Baupolizei in bczug auf ihre BauauSfüh- ruug. Der fachmännische Mitarbeiter geht dann an die Frage der möglichen Ursachen dcS Brückeneinsturzes heran und schreibt weiter: »In jedem Falle trifft den Unternehmer, der den Fehler be- gangen hat, die Hauptschuld. Sache der behördlichen Bauleitung aber wäre eZ gewesen, den Fehler, soweit es sich nicht um einen örtlichen Materialfehler handelte, zu be- merken und zu verhindern, wie sie denn auch bekanntlich seinerzeit, als die Brücke sich während der Verschie- bung als zu schwach h'erauS stellte, diese Arbeit bis nach dem Einbau von Verstärkungsgliedcrn untersagte, um da- mals einem Unfall vorzubeugen. Inwiefern die zuständige Bau- leitung mit Hilfe ihres anscheinend nicht zu zahlreichen Perso- nalS in der Lage war, eine wirksame Aufsicht auszuüben, entzieht sich der Beurteilung unbeteiligter Kreise." Dann wird in dem Artikel darauf hingewiesen, daß wohl jetzt, zur Ueberwachung der Aufräumungsarbeiten(!) an dem etnge- stürzten Brückenbau, ein verantwortlicher Regierungsbaumeister be- stellt worden sein sollte, daß aber ein solcher verantwortlicher Re- gierungSboumeister als besonderer örtlicher Bauleiter- für die eisernen Ueberbauten der Brücke nicht vorhanden ge« Wesen sei. Das sind schwere Anklagen gegen die Sparpolitik der preutzi. schen Eisenbahnverwaltung, die, wie schon so oft, auch hier wieder bei ihrer Spar- und Ueberschußwirtschaft ohne die gebotene Rück« ficht auf Betriebssicherheit und Menschenleben borgegangen zu sein scheint._ Reichsverband und Popzei! Am Sonnabend hatte sich bor der Strafkammer zu Hannover der Genosse Lein er t-Hannover wegen Beleidigung der Polizei zu Hannover zu verantworten. Der Kommissar der politischen Polizei. Herr Meyer, der Polizeipräsident und die Beamten der Kriminal, und politischen Abteilung sollten beleidigt sein durch Ausführungen, die Leinert in einer Protestversammlung am 18. März d. I. in Hannover gemacht hatte. Bekanntlich war die Hannoversche Polizei und der ReichSverband auf einen Brief der den Vermerk:„Streng vertraulich" trug, hinein- gefallen. Damit und durch einen Vorgang vor dem 13. März ist das Zusammenwirken de« Neichsverbandes mit der politischen Polizei erwiesen worden. In der Versammlung deutete Genosse Leinert an, daß damit noch öffentlich hervorgetreten werde, um zu zeigen, zu welchen politische» Dummheiten die Polizei fähig sei. Die Rede ist von dem überwachenden Polizeibeamten steno- graphiert worden, die auch als Zeugen die Richtigkeit des Steno- gramms besiegelten. Vom Gericht war nun auch der Kommissar Meyer, der treue Helfer des RcichsverbandeS, geladen, jedoch vom Polizeipräsidenten war ihm die Genehmigung zur Aussage verweigert worden. Die Vorgänge, die als politische Dummheiten der Polizei be- zeichnet waren, sind folgende: Der Reichsverband hatte erfahren. daß am 17. März, nachmittags 6 Uhr, eine Sitzung der Gcwerl- schafts- und Parteiführer in Wiedbraucks Hotel tagen sollte, um die letzten Beschlüsse wegen des 18. März zu fassen. Diese An- gaben waren falsch, eine solche Sitzung fand gar nicht statt. D e r Reichsverband ha» sofort den Kommissar Meyer unterrichtet und ihm im Bureau des Reichs- Verbandes, wo Herr Meyer ständiger Gast war. ist ihm der Vorschlag gemacht worden, die ganz« Gesellschaft zu verhaften und bis zum IS. Mär» mittag» in Haft zu halten. Anfangs sträubte er sich dagegen, zuletzt hatte er aber erklärt, er wolle sich das überlegen. Zur Stunde der angeblichen Sitzung war Wiedbraucks Hotel von Kriminalbeamten belagert und alle Straßen vor dem Hotel waren be- setzt. DaS war der erste Neinfall. Der zweite betraf den Brief, der im Laden des Reichs- verbändlers Rischmüller„verloren" wurde und in dem den Bezirks- führern noch einmal Verhaltungsmaßregeln wegen des Umzuges mit Transparenten am 18. März erteilt waren. Der Reichsverband und sein Kommissar Meyer hielten den Brief für echt. Der Minister und das Bureau des Reichs- Verbandes in Berlin wurden sogleich telegraphisch benach- richtigt. und am anderen Tage, am 17. März, hatte denn auch richtig der parlamentarische Vertreter des Reichsverbandes, Herr v. Arnim. Züsedom. im Abgeordnctenhause vorgebracht, daß er Material aus Hannover erhalten habe, nach dem es dort zu großen Demonstrationen kommen werde. Der Brief wurde auch sofort den Zeitungen zugesandt, von ihnen aber beiseite gelegt, weil er eben zu durchsichtig war, als daß ein politisch geschulter Mann darauf hineinfallen konnte. Die ganzen Tatsachen hat der Genosse Leinert später am 21. März in einer WahlvereinSversamm- lung mitgeteilt, deshalb ist aber nicht Strafantrag gestellt, sondern nur wegen formaler Beleidigung aus§ 185 des Strafgesetzbuches. Trotzdem kam es doch zu einer Beweisaufnahme. Das Ge- richt unterstellte die Tatsachen als wahr, nur über den V o r g a n g im Bureau des Reichsverbandeö, den es wahrschein- lich nicht glauben wollte, ist ein Rednerschüler des Reichsverbandes. Haake. vernommen worden, der den Borfall bestätigte! Herr Komoll, der Geschäftsführer des RcichsverbandeS, war leider nicht als Zeuge erschieuen, sonst hätte die Bewcisaujncchmc noch iuter- cjjagteie D�tgils bringt! Mneiz»~" Der SkaatZanEalt beantragte 390 M. Geldstrafe. Das Gs, richt ging darüber hinaus und erkannte auf 599 M. Die Be« leidigungen,„politische Dummheit der politischen Polizei" und „dümmer als es die Polizei erlaubt" sowie„wie kindisch die Polizei ist"- stieg geeignet- das Ansehen der Mzxi 5?� Italien. Nasi wiedergewählt. Rom, 20. Juli. Die Wähler von T r a ß a n l hasiek» den früheren Minister Nasi mit 2003 Stimmen gegen mehrere hundert Stimmen, die aus einen sozialistischen Kandidaten fielen, wiedergewählt. Zu.Ehren Nasis sandw große Kundgebungen statt, Snglanci. Das Pateutgese?. London, 29. Juli.(Unterhaus.) In der heutigen Sitzung er- klärte Unterstaatssekrctär im Reichsschatzamt Pease aus eine An- frage über das Pateutgcsetz, der Abschnitt 27 fordert nicht, daß jede patentierte Sache in England angefertigt wird, sondern sieht nur vor, daß, wenn es bewiesen werden kan,n, daß ein englisches Patent nach einer reichlichen, durch das Gesetz gewährten Frist vor- nehmlich oder ausschließlich im Auslande ausgeführt worden ist. daß dann jedermann von dem Patentinhaber den Nachweis fordern kann, warum sein Patent nicht in angemessener Weise in England zur Ausführung gebracht worden ist. Falls der Patentinhaber dem Patentkontrolleur und den Gerichten eine zufriedenstellende Er- klärung geben kann, soll sein Patent nicht widerrufen werden, wenn er beweisen kann, daß eS noch eines größereu Zettraums bedarf, um ihn in den Stand zu setzen: sein Patent in angemessener Weise zu verwerten, so kann ihm die notwendtae Frist vom Patentkontrolleur oder gerichtlich zuerkannt werden. Rußland. Nostjcsdweuski gestorBctfc Bad Nauheim, 20. Juli. Der Admiral Nostjes- dwenski, der Führer der russischen Flotte in der Schlacht bei Tschusima gegen die Japaner, ist vorgestern hier gestorben. Der Tod trat infolge Herz- schlages ein, der die Folge einer früher in China �erhaltenen Verwundung sein dürfte- Serbien. Lösung der Ministcrkrise. Belgrad, 19. Juli. Die jungradikale Partei hak dem von den Altradikalen angebotenen Kompromiß zugestimmt. Danach bildet W e l i m i r 0 w i t s ch das neue Kabinett. Dieses Kabinett erledigt das Budget für 1998 ohne die Apanagevorlage und den tandelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn und wiü> dann durch den intritt dreier Jungradikalen rekonstruiert. Die Neuwahlen finden spätestens am 3. September nächsten Jahres stfltü CUrkei. Die jungtürkische Bewegung. Konstantinopel, 19. Juli. Infolge der Nachgiebigkeit gegen die Forderungen der Offiziere in Adrianopel haben auch in den drei anderen Garnisonen des zweiten Korpshereiches, in Mustafa Pascha, Kulyliburgas und Dymo- vika, ähnliche Offizierdemonstrationen statt- gefunden. Am 16. b. M. traf in Adrianopel die Beförderung aller aus den Militärschulen hervorgegangenen Offiziere, Welche seit vier Jahren nicht befördert wurden, auf tele- graphischem Wege ein. Infolgedessen haben sechzig ältere, zubist Nrttlhttiepfsiziere, die keine Militärjchule absolviert haben, das Telegraphenamt besetzt und verlangen ebenfalls ihre Beförderung. Außerdem haben sich auch einige hundert Soldaten, deren Präsenzdienstzeit längst zu Ende ist, in' der Adrianopeler Bajaz-Moschee ver- sammelt Und verlangen ihre Entlassung. Durch Ver- sprechungen Mftea die beiden Demonstrationen bereits be- endet sein- Perkien. Die Lage i» Täbris. Täbris» 19. Juli.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Telegraphenverkehr nach Rußland ist noch unter- brachen. Der russische Generalkonsul besuchte den im Lustschloß des Schahs weilenden Rakhim Khan und stellte die Forderung an ihn, daß er sich mit seinen Reitern ruhig verhalte und die Stadt schone. Im Viertel Hiaban wurde der Wagen des Generalkonsuls von der Volksmenge angehalten, welche um Schutz für Frauen und Kinder vor Gewalttätigkeiten bat. Die Wortführer der Menge erklärten, nichts gegen den Schah zu haben und ihm gehorsam sein zu wollen. Der Generalkonsul bat die Menge, Ruhe zu beobachten. Der zeitweilige Gouverneur schlug dem Schah telcgraphisch vor. zur Beruhigung der Stadt den Polizeiches ebenso wie den Stadthauptmann zeitweilig zu entfernen und Rakhim Khan zu veranlassen, däß xx seine Reiter im Zaum halte. DaS Volk verhielt sich gestern ruhig; dys. Schießen war eingestellt. Indo- China« Tie Unruhen. Saigon, 19. Juli. Der H a u p t u r h e b e r dcS am 27. öorigen Monats entdeckten Komplotts eingeborener Militärs gegen europäische Soldaten der französischen Kolonialarmce in Hanoi (Massenvergiftung) wurde in Langson verhaftet. Eine Ge- richtSkommffsion verurteilte neun Teilnehmer am Komplott zy drei bis zwanzig Jahren Galemnstrsfe. JMarokko. Mulay Hafib in Nöten. »aris, 20. Juli. Aus Tet u a n wird berichkcl: Die MS- halla Mulay HafidS, welche nach Maralesch aufbrechen: soll, ist angeblich auf 299 Mann zusammengeschmolzen, sy daß der Abmarsch überhaupt in Frage gestellt sei. Hua der Partei. DaS Kop fschiittelu dcS„VolkSvlatt für Anhalt". Wie wir der Essener„Arbeiterzeitung" cutnehmen— wir selbst hatten das sträf- licherweise übersehen—, hat unser Leitartikel„Zeppelin" nicht nur das Mißsallen bürgerlicher Luftchauvinisten, sondern auch in der Redaltton deS Anhalter Parteiorgans das mißbilligende Schütteln von gleich vier Köpfen erregt. Diese vorbereitende Geistestätigkeit fand dann ihre Fortsetzung m einem kritischen Erguß, in dem nicht nur jener harmlose Artikel der vernichtenden Kritik besagter Lustchaubünstcn erbarmungslos preisgegeben, sondern auch dem„Vorwärts" gleich gründlich der Staudpuult folgeudermaße» klar gemacht wurde: „Der„Vorwärts" ist nicht die Sozialdemo- tratie. Unsere Gegner aber tun so, als ob jede„Vorwärts"- Aeußerung die ganze Sozialdemokratie verpflichte. Das ist natürlich Unstnn. Ter„Vorwärts" ist der„VorwäriL" und weiter nichts. Wem: er ll n s i n:: schreibt— und d a S kommt vor— dann ist noch lange nicht bewiesen,.daß die Sozialdemokratie als Ganzes für diese» UuHu» verantwortlich sei." Man tönnte meinen, daß diese parteiretterische Feststellung nicht gerade übertrieben liebenswürdig fei, fintemalen fich mindestens ein Dußend Parteiblätter durch Abbrud unseres Artikels fahrlässigerweise zur Weiterverbreitung unseres Unfinns" hergegeben haben. Aber das ist nur Schein! Das ,, Anhalter Voltsblatt" vollte offenbar nur in feinsinniger Weise zu verstehen geben, daß die bürgerliche Bresse für Auslassungen des Volksblattes für Anhalt" nicht die sozialdemokratische Partei verantwortlich machen dürfe. Dieser Wink mochte unserem Anhalter Parteiorgan um so not wendiger erscheinen, als die Parteipresse es sich längst abgewöhnt hat, ihrem Kopfschütteln über so manche Leistungen des Boltsblattes für Anhalt" durch besondere Verwahrungen Ausdrud zu geben! Bildungsausschus. Der Geschäftsführer des Bildungsausschusses, Genosse Heinrich Schulz, ersucht uns um die Veröffentlichung der folgenden Mitteilung: Ein Herr A. Toulé, Privatgelehrter aus Münster i. W. beruft sich in einer an die Gewerkschaftskartelle gerichteten gedruckten Offerte über einen Lichtbildervortrag auf den Bildungsausschuß als" Referenz". Ich mache darauf aufmerksam, daß Referenz nicht gleichbedeutend ist mit Empfehlung, was ver schiedene Empfänger der Offerte, tvie Anfragen an die Geschäftsstelle des Bildungsausschusses beweisen, irrtümlicherweise anzunehmen scheinen. Der Bildungsausschuß hat im übrigen Herrn Toulé nicht ermächtigt, sich auf ihn auch nur als Referenz zu beziehen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Tarifbewegung der Rohrleger. abfichtigt war, unterrichtet ist. Sollten die Arbeitgeber diefem berechtigten Verlangen in der nächsten Zeit nicht nachkommen, dann werden die Organisationsleitungen des Metallarbeiter-, Kupferschmiedes und Schmiedeberbandes hiermit beauftragt, eine gemeinsame Vertrauensmännerkonferenz einzuberufen, welche fich mit den zu treffenden Maßnahmen zu beschäftigen hat und dann der nächsten Versammlung einen dementsprechenden Vorschlag zur eventuellen Beschlußfassung zu unterbreiten." Kupferschmiede und Klempner! Bei der Firma Loeb u. Ro., Charlottenburg, Fritschestr. 27/28, sind Differenzen ausgebrochen. Arbeitsangebote seitens der Firma find bis auf weiteres zurückzuweisen. Verband der Kupferschmiede Deutschlands, Filialverwaltung Berlin Deutfches Reich. Die Aussperrung auf dem Stettiner„ Bulkan" ist perfekt geworden, zirka 7500 Arbeiter wurden brotlog „ Der festgelegte Lohn son 44 f. für Maurer und Zimmeret foll auch für Dachdecker bestehen. Die Dachdecer erhalten außer dem die vertraglich festgelegten Zulagen. Schon von heute ab soll den Dachdeckern der Lohnsatz von 44 Pf. bewilligt werden. Sollten die Dachdecker bis Freitag, den 17. d. M., die Arbeit zu diesen Bedingungen nicht aufgenommen haben, so wird nach den Bestimmungen des Deutschen Arbeitgeberbundes eine General ausfperrung für das gesamte Baugewerbe in Witienberg verfügt werden. Dieser Beschluß ist dem Verbande der Maurer, Zimmerer, Arbeiter und Dachdecker sofort schriftlich mitzuteilen. Begrün dung: Die Versammlung ist einstimmig der Ansicht, daß eine Lohnerhöhung für die Dachdecker über den festgelegten Lohn für Maurer und Zimmerer in hiesiger Gegend unberechtigt und un zulässig ist." Die Dachdecker, die inzwischen den Bürgermeister um seine Vermittelung angegangen waren, erhielten von diesem den Bescheid, die Arbeitgeber hätten eine Einigung abgelehnt, dazu wäre esjekt zu spät. Husland tung der Zentralorganisationen der Arbeiterschaft, sahen sich die nationale Abmachungen mit den dänischen und norwegischen Unterund Berufsorganisationen an die Landesorganisation der Gewerk nehmern vorbereiteten Plan aufzugeben. Wohl hatten einige Orts. fchaften Anträge gestellt, auf die Massenaussperrungsbeschlüsse der Unternehmer mit dem Generalstreit zu antworten. Aber die Landesorganisation hat von einem derartigen Beschluß Abstand ges nommen und statt dessen alles getan, um die Arbeiterschaft in dieser schweren Zeit der Wirtschaftskrise vor einem solchen Riesentampf zu bewahren, soweit das unter annehmbaren Bedingungen möglich war. Wie wir am Sonnabend meldeten, hat die Direktion des Vultan" einen Utas erlassen, der die Schließung des gesamten Betriebes für Sonnabend verfügt, wenn die Nieter sich fernerhin Einigung in Schweden, Dänemark und Norwegen. weigern würden, Ueberstunden zu machen. Dieser Utas stellt die Dinge vom Standpunkte der Unternehmer dar. Wie die Dinge Unternehmer ihren Generalaussperrungsbeschluß zurüdgezogen Ein Telegramm vom Sonntag meldet aus Stockholm, daß die sich in der Tat abgespielt haben, zeigt folgende uns von authentischer haben, nachdem der zwischen den Vertretern der Arbeiter- und der Seite zugesandte Darstellung. Die Nicter arbeiteten seit Anfang Arbeitgeberorganisationen zustande gekommene Einigungsvorschlag Mai dieses Jahres regelmäßig 11 Stunden pro Tag. Wer die von beiden Parteien angenommen worden war. Nieterarbeit kennt, wer da weiß, wie die Leute oft in gebückten, als hätten die Arbeiter einen Generalstreit beschlossen gehabt. Da Von einigen bürgerlichen Blättern wird die Sache so dargestellt, kriechenden Stellungen, im Rumpf des Schiffes, bei einer Tem- mit will man wohl die Tatsache verschleiern, daß es das organisierte peratur von 36 und noch mehr Grad, mit Aufwendung aller Kräfte Unternehmertum war, das durch eine Generalaussperrung das Am Sonntag tagte eine start besuchte Versammlung der arbeiten müssen, weiß, daß das eine unmenschliche Quälerei ist. ganze Erwerbsleben Schwedens lahmlegen wollte und diese AusRohrleger und Helfer. Sie war einberufen vom Deutschen Metall- Dazu kommt nun aber noch, daß über die 11stündige Arbeitszeit sperrung schon endgültig proklamiert hatte. Nur infolge der fort arbeiterverband sowie den Verbänden der Schmiede und der Kupfer- hinaus von einer ganzen Anzahl Kolonnen Nachtschichten verlangt gesetzten Bemühungen der Regierungsvertreter und der staatsange schmiede. Handte erstattete Bericht über die im" Borwärts" und geleistet wurden. Nachts bis 12 Uhr, ja sogar von Sonnabend stellten Schlichtungsbeamten, verbunden mit der friedfertigen Hal bereits bekannt gegebene Stellung der genannten Verbände zu früh 6 bis Sonntag früh 6 Uhr, also 24 Stunden in einer Tour den am 15. d. Mts. stattgefundenen Verhandlungen des Einigungsamtes, an denen der Deutsche Metallarbeiterverband aus den eben- follten die Leute arbeiten und haben sie gearbeitet. falls schon mitgeteilten Gründen nicht teilgenommen hat. Das Wenn nun jest die Leute, bei diesem fast beispiellos heißen Einigungsamt hatte über zwei Fragen zu entscheiden: 1. Ist die Sommer, nachdem sie so geschuftet haben, eine Verringerung der Bekanntmachung der Arbeitgeber, daß sich unorganisierte Rohrleger Ueberstunden verlangen, etwa wechselweise Ueberschichten oder sonund Helfer bei ihnen melden sollen, als Tarifbruch anzusehen, ftige Regelung, so wird jeder vernünftige Mensch das gutheißen und 2. welche der beiden Schlichtungskommissionen, die des Deutschen müssen. Die Nieter beschlossen in einer Versammlung einstimmig, oder die des Allgemeinen Metallarbeiterverbandes, hat die Tarif- den Arbeiterausschuß und die Nieterkommission in dem Sinne vorberhandlungen zu führen? Bur ersten Frage hat das Einigungsamt entschieden, daß die stellig werden zu lassen. Bekanntmachung nicht als Tarifbruch anzusehen ist. Diese EntDie Direktion hört taum, was die Leute wollen; fie erklärt, scheidung deckt sich mit der Auffassung des Deutschen Metallarbeiter- es würden nicht zu viel Ueberstunden verlangt, und die Ueberberbandes, denn er hat den Arbeitgebern nicht den Vorwurf des stunden müßten genau nach dem Willen der Direktion geleistet Tarifbruches gemacht. Die Entscheidung des Einigungsamtes werden, wenn das nicht geschehe, werde der ganze Betrieb geüber die zweite Frage geht dahin: Bei Erneuerung des Tarif- schlossen. Jede Erwiderung wurde abgeschnitten und die so bertrages solle dahin gestrebt werden, daß statt der jeßigen zwei genannten pakitätischen Kommissionen"( Arbeiterausschuß und Verträge mit zwei Organisationen der Arbeitnehmer nur ein Nieterkommission) wurden abgewiesen. Vertrag abgeschlossen werde. Da von den beiden bestehenden Nach dieser Verhandlung mit dem„ Arbeiterausschuß" wuchs Schlichtungskommissionen nur eine die Geschäfte einer solchen aus natürlich die Erregung der Nieter und fein Mensch Kapitalisten geübt habe, so solle diese Schlichtungskommission die Vorbereitungen natürlich ausgeschlossen für den neuen Tarifvertrag treffen. Zu den vorbereitenden Handwird sich wundern, daß am darauflungen solle jedoch eine Vertretung des Deutschen Metallarbeiter- folgenden Tage tatsächlich Ueberstunden verweigert wurden, als einverbandes eingeladen werden. fache Folge der skandalösen Verhandlungsweise der Direktion. Nun Zu dieser Entscheidung sagte Handke: Es sei nicht richtig, beachte man, mit welcher Plötzlichkeit die Aussperrung herbeidaß nur eine Schlichtungskommission( nämlich die des Allgemeinen geführt wurde. Verbandes) die Geschäfte ausgeübt habe. In dieser Hinsicht sei Am Mittwoch Versammlung der Nieter, Beschluß, den Ardas Einigungsamt von falschen Voraussetzungen ausgegangen, beiterausschuß vorstellig werden zu lassen, am Donnerstag die denn die Schlichtungskommission des Deutschen Metallarbeiter- famose" Berhandlung", am Freitag, die provozierte Ueberstundenberbandes habe ebenfalls die Obliegenheiten einer Schlichtungs- verweigerung und am Sonnabend Aussperrung der 7500 Mann tommission ausgeübt und öfter bei Differenzen eingegriffen. Eine solche überhaftete Aussperrung ist unseres Wissens einzig Mit Bezug auf die Entscheidung des Einigungsamtes hat die Ar- dastehend in der ganzen Arbeiterbewegung! Brutal wirkt die Ausbeitgeberorganisation die Vertreter des Deutschen Metallarbeiter verbandes zu einer auf den 17. d. Wits, festgesezten gemeinsamen perrungstaftif der Unternehmer ja ſtets, aber diese Aussperrung ladung ist aber abgelehnt worden unter Berufung auf den Ber- Mo aber ist der Schlüffel zu dem Rätsel? Wo aber ist der Schlüssel zu dem Nätfel? Man beachte fammlungsbeschluß vom 5. Juli, wonach der Deutsche Metall- folgendes Telegramm: arbeiterverband ein gemeinsames Verhandeln mit Vertretern des Allgemeinen Verbandes ablehnt. Riel!!! 17. Juli, 10 Uhr nachts( also am Tage, als der Bultan" die Aussperrung verfügte). Der Stapellauf des Panzerschiffes„ Erjah Württemberg" findet am 22. August auf der Bultanwerft in Stettin statt.( Tag.) Sofort hat unser Gewährsmann die Fachleute gefragt, und folgende Auskunft erhalten: In seinen weiteren Ausführungen. nahm Handke Bezug auf eine Veröffentlichung des Allgemeinen Verbandes, enthalten in der neuesten Nummer seines Blattes, welches vor dem Versammlungslokal an die Besucher der Versammlung verteilt wurde. In dieser Beröffentlichung des Allgemeinen Verbandes wird gesagt, in der Sigung des Einigungsamtes habe ein Vertreter der Arbeitgeber 13 Stunden arbeiten würden, ist es unmöglich, das Schiff zu Selbst wenn die Nieter bis zum 22. August täglich 12 bis ein Schreiben des Deutschen Metallarbeiterverbandes an den Ar- diesem Tage zum Stapellauf fertigzustellen. beitgeberverband verlesen. In diesem Schreiben bedauere der Deutsche Metallarbeiterverband die Kündigung des Tarifs, dessen daher sind die Stemmerarbeiten so umfangreich, daß die Fertig Die Nietungen erfolgen mittels Breßluftnietmaschinen, und Lohnjähe er für angemessen hoch genug halte. Der Deutsche Metall- stellung einfach unmöglich ist. Aber selbst wenn dies der Fall wäre, arbeiterverband hätte den Tarif nicht gekündigt, er werde auch keine so ist es nicht denkbar, daß der Schlitten, auf dem das Schiff abläuft, Lohnerhöhung fordern. Mit Bezug auf diese Mitteilung macht in dieser Zeit fertiggestellt werden kann. Die Schiffszimmerer das Blatt des Allgemeinen Verbandes den Vertretern des Deutschen sollen nach Informationen dazu nicht in der Lage sein. Metallarbeiterverbandes den Vorwurf, sie hätten Arbeiterverrat ge trieben, und fordert dieselben auf, den Redakteur des Blattes zu Durch die Vorgänge wird der Eindruck erweckt, die Direktion berklagen, damit er den Wahrheitsbeweis für seine Behauptung des Bultan" sperre 7500 Arbeiter aus, um der Zahlung von führen könne. Konventionalstrafen zu entgehen. gegen. Aufhebung des Generalaussperrungsbeschlusses gemacht, daß alle Das schwedische Unternehmertum hatte zur Bedingung der borliegenden Konflitte gelöst sein sollten. Ob nun wirklich in allen an den Kämpfen beteiligten Berufen eine Einigung zustande gekommen ist, ob z. B. auch hinsichtlich der Buchbinder aussperrung in Stocholm und Estilstuna, läßt sich nach den vorliegenden Meldungen noch nicht beurteilen. Der ber Aussperrungsbeschluß dänischen Unternehmer, der ja ebenfalls am 20. Juli durchgeführt werden sollte, ist nun auch rückgängig gemacht worden. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Organisationen der Arbeiter und der Arbeitgeber haben am Freitag zu einem Uebereinkommen geführt, wonach die Löhne der Tischler in den eisenindustriellen Be trieben an den einzelnen Orten durch friedliche Verhandlungen ge regelt werden sollen, und zwar unter Berücksichtigung der Lohnver hältnisse in den eigentlichen Tischlereibetrieben. Dies ist nichts anderes, als was die streitenden Tischler von den Gisenindustrie betrieben in Odense und Aarhus von Anfang an berlangten auf Grund eines im Jahre 1905 abgeschlossenen Uebereinkommens. Die Drohung mit der Wasseraussperrung war also überflüssig.. Die Bauarbeiteraussperrrung in Kristiania ist nun auch endgültig erledigt. Der Hauptvorstand der Arbeiterorganisationen hat am Freitag das durch die Verhandlungen er zielte Uebereinkommen gutgeheißen. Da diese Verhandlungen für alle fünf Gruppen der Baugewerbe gemeinsam geführt wurden, werden sich auch die Zimmerer und Bautischler, die fich bisher abs lehnend verhielten, dem allgemeinen Beschluß fügen müssen. Zusammenstoß mit der Bolizei. Bombay, 20. Juli.( W. T. B.) Heute früh um 7 Uhr vers Abteilung Infanterie begaben sich auf den Schauplatz der Unruhen. urjachten 4000 Spinnereiarbeiter außerhalb der Stadt Unruhen. Ein Spinnereiberwalter, Polizeis und andere Beamte sowie eine folgt von der Polizei. Die Arbeiter tehrten alsdann um und Der Verwalter forderte die Menge auf, auseinanderzugehen. Dia Menge weigerte sich und ging in geschlossener Masse weiter vor, ge= warfen die Polizei mit Steinen. Diese feuerte hierauf Revolver. schüsse ab. G3 wurden verschiedene Arbeiter getötet. Ihre Zahl ist noch nicht festgestellt. Die Menge wurde fofort auseinanders getrieben. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Revolution in Persien. Zabris, 20. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphenagentur.) Infolge der Weigerung des Schahs, die Muschtekhiden, gegen die das Volt aufgebracht ist, aus der Stadt zu entfernen, begann heute nachmittag heftiges Gewehr- und Artilleriefeuer zwischen den Revolutionären und den Anhängern des Schahs. Unwetter in Deutschland, Spanien, Rußland. wetters find im Verlaufe des Tages 5 Personen erheblich verleht München, 20. Juli.( B. H.) Infolge des vorgeftrigen Unworden. Gbrotal gewütet und sehr großen Schaden verursacht. Madrid, 19. Juli.( W. T. B.) Ein heftiger Ortan hat im hat ein Unwetter, das in den lezten Tagen wütete, in Bilbao, 19. Juli.( W. T. B.) Wie amtlich gemeldet wird, mehreren fleinen Häfen 42 Opfer gefordert. Handte erklärte hierzu, es sei nicht wahr, daß der Deutsche Jedenfalls tönnen die Ausgesperrten der Metallarbeiterverband dem Arbeitgeberverband geschrieben habe, Sympathie der organisierten Arbeiterschaft er bebauere die Kündigung; es fei auch nicht wahr, daß er gesicher sei schrieben habe, er fordere feine Lohnerhöhung. Wenn ein der artiger Brief beim Einigungsamt verlesen sein sollte, dann könne Tarifabschluß im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. es sich nur um einen gefälschten Brief handeln, den jemand unter Endlich, nach monatelangen Verhandlungen, ist die TarifMißbrauch des Namens des Deutschen Metallarbeiterverbandes bewegung im rheinisch- westfälischen Baugewerbe zum Abschluß gean die Arbeitgeber gesandt habe, oder aber die Mitteilung im langt. Die vertragschließenden Parteien müssen bis zum 1. August Blatte des Allgemeinen Verbandes sei eine Erfindung. In diesem die Unterschriften vollzogen haben. Der Arbeitgeberbund hatte gegen Falle erkläre er den Urheber und Verbreiter derselben, den ver- die Festsetzung der Lohnhöhe für Herne Einspruch erhoben, die Arantwortlichen Redakteur Wiesenthal, für einen Lügner und Ver- beitnehmerorganisationen protestierten jedoch für den Bezirk Wittenleumder und sehe einer etwaigen Klage desselben mit Ruhe ent- Gastrop. Die Schiedsgerichtssitung vom 26. Juni in Essen ent schied beide Streitpunkte zugunsten der Arbeiter. Cohen, der in der Diskussion das Wort nahm, warnte die Darauf legte der Rheinisch- westfälische Arbeitgeberbund Beschwerde Rohrleger dringend, sich vom Allgemeinen Verband irreführen zu bei dem Berliner Schiedsgericht gegen diesen Schiedsspruch ein, lassen. Besonders sollten sie sich hüten, einem verschlechterten Tarif wurde jedoch damit abgewiesen. In der Begründung heißt zuzustimmen. Eine Verschlechterung würde es sein, wenn ein es:" Der Antrag auf Zulassung der Berufung gegen den in Effen Affordtarif eingeführt wird, oder wenn die Stundenlöhne gekürzt gefällten Schiedsspruch vom 26. Juni 1908 wird als unzulässig werden, oder wenn zwischen Rohrlegern und Helfern noch eine zurückgewiesen, da gemäß§ 5 des Schiedsspruches die Entscheidung neue Arbeitergruppe, die Hilfsrohrleger, eingeschoben werden. Ein des Iotalen Schiedsgerichts endgültig ist. Außerdem hat der Tarif, der auch nur eine dieser Verschlechterungen enthält, müsse Schiedsspruch für die Parteien nach§ 1040 der Bibilprozeßordnung Petersburg, 19. Juli.( W. T. B.) Während der letzten Tage entschieden abgelehnt werden. Im Namen der Ortsverwaltung die Wirkung eines rechtsträftigen gerichtlichen Urteils. Auch hieraus des Deutschen Metallarbeiterverbandes erklärte der Redner: folgt, daß eine Berufung gegen diesen Spruch nicht mögWenn die Rohrleger und Helfer vom Allgemeinen Verband bereit lich ist." find, für eine Verbesserung des Tarifs oder gegen eine Verschlechte- Die zugeftandenen Lohnerhöhungen müssen vom 1. Juli an rung der bestehenden Verhältnisse den Kampf aufzunehmen, dann gezahlt bezw. nachgezahlt werden. Die Stadt Essen bleibt auf werden sie die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes dem bisherigen Lohn von 55 und 45 Pf. stehen; ab 1. April 1909 tonnten. an ihrer Seite finden. Wenn der Allgemeine Verband für die von erfolgt 1 Bf. Bulage die Stunde. Die Gemeinde Borbed bleibt ihm aufgestellten Lohnforderungen den Kampf aufnimmt, dann auf ihrem bisherigen Lohnfab von 58 Bf. bezw. 43 Pf. mit einer wird der Deutsche Metallarbeiterverband mittun. Sollte aber der sechstägigen Kündigungsfrist bestehen. In Altenessen, BredAllgemeine Verband einem verschlechterten Tarif zustimmen, dann ney und Rellinghausen muß für Maurer ein Stundenlohn Cuxhaven, 20. Juli.( W. T. B.) Der englische Dampfer wird der Deutsche Metallarbeiterverband den Kampf gegen die von 55 Pf., für Hilfsarbeiter 45 Pf. bei eintägiger Kündigungszeit, Grenadier", Kapitän How, von Newcastle nach Hamburg mit Verschlechterung führen. Stoppenberg, Rotthausen, Krah, Zeythe, Stüdgut unterwegs, ist auf Westerriff Spiekeroog gestrandet. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen: Caternberg, Schonnebed und Trillendorf derselbe Schleppdampfer sind zur Hilfeleistung abgegangen. Das Schiff ist " Die Versammlung protestiert ganz entschieden gegen den Lohn bei sechstägiger Kündigungsfrist gezahlt werden. In Wer noch dicht. Zwölf Passagiere find durch das Rettungsboot„ Emden" sogenannten Schiedsspruch des Einigungsamtes. Da dieses den, Kupferdreh, Seisingen und Ueberruhr 53 Pf. der Station Spiekeroog der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Einigungsamt in einer allen bisher üblichen Regeln entgegen- bezw. 43 Pf. bei cintägiger Kündigungsfrist. Schiffbrüchiger gerettet. Die See geht hoch. gesetzten Weise gebildet war, so tann auch der Schiedsspruch in Brest, 19. Juli.( W. T. B.) Der Kreuzer Dupuh de Lôme", keiner Hinsicht für die Versammlung als bindend erachtet werden Generalaussperrung für das gesamte Baugewerbe in Wittenberg. ber in nächster Zeit den Kreuzer" Defair" in Marokko ablösen und hat demzufolge keine Gültigkeit. Deshalb fordert die Ver sollte, erlitt während einer Schießübung Maschinenhaverie und sammlung, daß eine Sigung der Schlichtungskommission statt. Eine Generalaussperrung der Unternehmer für das Dachfing findet, wie es nach§ 30 des bestehenden Tarifs geschehen mug bedergewerbe in Wittenberg fagte im Einverständnis feuer, so daß er sich zur Ausbesserung ins Dock begeben muß mußte. und schon vom Deutschen Metallarbeiterverband mehrmals mit mit dem Arbeitgeberberband für das Baugewerbe Rom, 20. Juli.( B.$.) Ein Torpedoboot ist in dem Golf von Recht gefordert wurde, damit die Organisationsleitung über die der Provinz Sachsen, Anhalt und die Thüringischen Magdalena mit einem Kriegsschiff zusammengestoßen. Das Torpedo Aenderungen des Tarifes, wie es von den Arbeitgebern bestaaten folgenden Beschluß: boot mußte auf den Strand auflaufen, um das Sinken zu verhüten Berantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inferatenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 2 Beilagen u. Knterhaltungsbl. wurden die Gouvernements Minsk und Mohilew von heftigen Stürmen heimgesucht, die auch auf Teile des Gouvernements Riem übergriffen. Durch gleichzeitige Regengüffe litt der Verkehr auf den Südwestbahnen. An der Faftowobahn bildeten sich Seen, die den Bahndamm überschwemmten, so daß die Züge nicht weiter " Schiffsunfälle. 11.168. 25. Zahrgasg. t KeilM des.ImSrls" Knlim DcksdlÄ. Die»sl»!i,2l.Z«liM8. Sie cohnbemgungen, Streiks uns HuLlperruvge» im Zahre 1907. Die Erfolge der Gewerkschaften, soweit deren Tätigkeit sich auf die Regelung und Verbefferung der Lohn- und Arbeitsbedingungen erstreckt«, stehen im Jahre 1907 nur wenig denen vom Jahre 1900 nach und sind gröher als die vom Jahre 1905. Das ist von ganz besonderer Bedeutung für die Beurteilung der gewerkschaftlichen Tätigkeit, denn die Jahre 190S/06 standen im Zeichen guter Kon- junltur, während das Jahr 1907 schwer unter der industriellen Krise zu leiden hatte. In Nr. S der Statistischen Beilage" des„Correspondenz- blatteS" veröffentlicht die Generalkommission die Ergebnisse der Erhebungen über die Lohnbewegungen und Lohnkämpfe, die sich in der Hauptsache auf die Erfolge derselben erstrecken") und aus denen wir die wichtigsten Zahlen hier wiedergeben. Forderungen wurden in den letzten drei Jahren insgesamt 22 2b5 gestellt. Davon ent- fallen auf das Jahr 1906 6659— 25,4 Proz., auf daS Jahr 1906 8543- 38,4 Proz. und auf das Jahr 1907 8053- 36,2 Proz. Im Sahre 1907 wurden also bedeutend mehr Forderungen hinsichtlich erbesserung von Lohn- und Arbeitsbedingungen gestellt, als im Jahr« 1905, und so sind auch die Erfolge veS Jahres 1907, wenn auch nicht ganz so hoch wie im Jahre 1906, so doch ungleich höher als die des JahreS 1905. Von der in den Jahren 1905— 1907 errungenen Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung entfällt der ge- ringste Teil auf das Jahr 1905. ES wurde Arbeitszeitverkürzung erreicht für 774 743 Personen, von denen 24,1 Proz. auf 1905, 43,8 Proz. auf 1906 und 32,1 Proz. auf 1907 entfallen. Lohn- erhöhung wurde erreicht für 1632 103 Personen. Davon kommen auf 1905 L6L Proz., auf 1906 42,4 Proz. und auf 1907 31,4 Proz. Von den 6206 korporativen Arbeitsverträgen, welche in den letzten drei Jahren zwischen Gewerkschaften und Unternehmern abge. schlössen worden sind, entfallen auf das Jahr 1905 24,3 Proz.. auf 1906 38 Proz. und auf 1907 37,7 Proz. Von den 8053 im Jahre 1907 gestellten Forderungen wurden in 12 412 Orten insgesamt 56272 Betriebe mit 1 113 233 Beschäftigten betroffen. 235 Forde- rungen wurden wieder zurückgezogen, dagegen wurden die Forde. rungen in 166 Fällen stillschweigend von oen Unternehmern an- erkannt und in 4652 Fällen wurden die Differenzen durch erfolg- reiche Unterhandlungen beigelegt. 14 Fälle waren am Schlüsse des JahreS noch nicht erledigt. An diesen Bewegungen ohne Arbeits- einstellung waren insgesamt 625 235 Personen beteiligt. Von den insgesamt 5067 ohne Arbeitseinstellung verlaufenen Lohn- bewegungen waren 4801 Angriffbewegungen und 266 Abwehr. bewegungen. Die Angriffbewegungen erstreckten sich auf 8540 Orte und 82 531 Betriebe mit zusammen 659 094 beschäftigten Personen. Au diesen Bewegungen beteiligten sich 507 728— 77 Proz. aller in den Betrieben Beschäftigten. 3733 Bewegungen mit 410 839 Beteiligten hatten vollen Erfolg, 843 Bewegungen mit 73 641 Beteilig- ten hatten teilweisen Erfolg und 205 Bewegungen mit 15 700 Be. tetligten waren erfolglos, während 14 Bewegungen mit 7201 Be- teiligten am Schlüsse des JahreS noch nicht beendet waren. Die 266 Abwehrbelvegungen erstreckten sich auf 193 Orte und 320 Betriebe mit zusammen 42 665 Beschäftigten. Daran beteiligt waren 17 507— 41 Proz. der in den betroffenen Betrieben be- schäftigten Personen. Von den Abwehrbewegungen endeten mit vollem Erfolg 226, mit teilweisem Erfolg 18 und ohne Erfolg 22. Von den an Abwehrbewegungen beteiligten Personen hatten 15 929 Hollen Erfolg, 1197 teilweisen und 881 keinen Erfolg. Die Gesamtkosten der Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung betrugen im letzten Jahre 69 729 M. Während 61,8 Proz. der Differenzfälle des JahreS 1907 ohne Arbeitseinstellung erledigt wurden, kam es in 2986— 38,2 Proz. der Fälle zum Streik oder zur Aussperrung. Die Gesamtzahl der an den Streiks und Aussperrungen beteiligten Personen beträgt 281030, ist also wesentlich geringer als in den beiden vorhergehen. den Jahren. Die Kosten der Lohnbewegungen, Streiks und Aus- sperrungen betragen insgesamt 12 533 561 Mark, davon allein für Aussperrungen 6147 079 M., für Angriffstreiks 5 932 221 M. und für Abwehrstreiks 1 134 782 M. '•) Die besondere Statistik über die Streiks und Aussperrungen soll später erscheinen. kleines feuiUeton. Bilder ans der russische» Hungersnot. Die entsetzliche Armut de» russischen Bauern, sein rasch fortschreitender Ruin, sein systema- tischeS Hungern lenlt die Anfmerlsamkeit der ganzen Knlturwelt auf sich. Früher war der Hunger als Massenerschemung häufig in Frank- reich, Irland und Schlesien, jetzt wird er im Westen kaum mehr an- getroffen und ist. wenn man von China und Indien absieht, mehr nur ein Privilegium des russischen Volkes. Der Hunger ist nicht etwa bloß eine Folge der Mißernte, sondern wird vielmehr durch die Korruption und die Mißwirtschaft der die Bauern ausbeutenden Regierung her- vorgerufen; aber das russische Volk verhält sich den fortgesetzten Hungersnöten gegenüber passiv. eS rebelliert nicht, wie es in der Geschichte des Westen? der Fall war.— Das viele Hungern hat hier die Energie untergraben und nur stumpfe Gleichgültigkeit zurück gelassen. Wie der Hunger jetzt wieder wütet, schildert die.Birsh. Wed.' in einem Stimmungsbild aus dem Gouvernement Samara, das einfach.Der Hunger" überschrieben ist. Es heißt dort: »Er kommt, er schreitet heran, der schreckliche Gast, der Hunger. Und ihm folgen seine Begleiter: der Skorbut, der Hungertyphus. und weiter naht schon... der Tod. Und nirgends kann man sich vor ihm verbergen. Fast übers ganze Gouvernement hat er sich ausgebreitet und trifft ohne Wahl Erwachsene und Kinder, Männer und Frauen. Hilfe ist aber nicht vorhanden. Man kann eS ja nicht Hilfe nennen, das wenige, was das Rote Kreuz, die allgemeine Landschaftsorganisatton, was Privatpersonen und Serzte tun können. Das ist keine Hilfe, wenn kleine Kinder vor Hunger hinwelken, wenn sie an dem blutrünstigen Skorbut, am Typhus erkranken und sterben. Auch ist man nicht gleich über alles unterrichtet. Oft trifft ganz plötzlich die Nachricht ein, daß an einem Ort über dreißig Personen an Skorbut erkrankt find. Rasch wird ein Arzt ausgesandt, der dann die Tatsache konstatiert.■— Ein Dorf von 1500 Seelen hungert. Hilfe wird auch organisiert, aber es ist wahrlich schmerzlich und fast lächerlich, darüber zu berichten. Da» Note Kreuz richtet Speiseanstalten für 120 Personen ein während loOO Menschen hungern. Ein Arzt macht sich an die Behandlung der Skorbut- und Typhuskronken. Es ist kein Geld da. kein Geld das hört man auf Schritt und Tritt. Man hat «in SpeisehauS eröffnet, aber der Skorbut hört nicht auf. DaS ist ja begreiflich. Und wie werden die Hungernden verpflegt? Wenn die Familie aus acht Personen besteht, so hat sie das Recht, heute nur zwei Familienglieder in das SpeisehauS zu schicken; morgen hungern die ersten beiden, und das zweite Paar kommt an die Reihe, übermorgen daS dritte Paar ufw, So speisen sie denn einmal in vier Tagen I! So geht es in den Dorfern zu, in denen Hilfe geleistet wird. Und der Skorbut, der Typhus und dann der Tod verlangen ihre Opfer....«m schmerz- uchslen fft der Anblick der Kinder, der kleinen Kinder. Man denkt an die Bilder, die die Familien der Hindus während einer Hungersnot darstellen. Kleine ausgemcrgelre Wesen,, nager wie Späne, mit Augen, die vor Entsetzen aufgerissen sind. Hier ist es nicht besser. I« l«der Hütte, die man betritt, fallen einem diese dllrren Körperchen Die unmittelbaren Erfolge der Lohnbewegungen und Lohn kämpfe des JahreS 1907 sind: Arbeitszeitverkürzung für 248 911 Personen zusammen 912 660 Stunden pro Woche und Lohnerhöhung für 513 213 Personen zusammen 992 695 M. pro Woche. Ferner wurde erreicht Lohnausschlag für Ueberstunden in 1884 Fällen. Lohnaufschlag für Nacht- und Sonntagsarbeit in 1374 Fällen, Beseitigung der Akkordarbeit in 75 Fällen, Berbeffc- rung der Fabrik- bezw. Bau- oder Werkstatt-Ordnung in 38 Fällen, Maßregelung wurde abgewehrt in 179 Fällen und Sonstiges wurde erreicht in 1837 Fällen. Korporative Arbeitsverträge wurden ins, gesamt in 2339 Fällen für 272 046 Arbeiter und Arbeiterinnen abgeschlossen. Die errungene Arbeitszeitverkürzung beträgt durchschnittlich für jeden Beteiligten pro Woche 3% Stunden und die Lohn- erhöhung beträgt für jeden Beteiligten im Durchschnitt wöchentlich 1,93 M. Die Beteiligung der verschiedenen Berufs- und Industrie- gruppen an den Errungenschaften des letzten Jahres zeigt die folgende Tabelle: Beruftgruppen Baugewerve.. Metallind., Masch. u. Schissbau. Graph, Gewerbe u. Papierinduftr. Holzindustrie., NahrungS- u. Ge- niiiiminclinduflr. BckleidungS-, Le« der-u. Textilind. Handels- u. Trans- Portgewerbe Sonstige Berufe. Zusammen Arbeitszeit. Verkürzung für Per- sonen 50792 92144 3025 25515 14448 35155 10173 16657 zus. Stun den pro Woche 201650 289292 6020 64611 74695 106049 59280 111063 248911| 912660 ei «■ fs ZG 3'l, 2 n -Li. 5'/. £ii S'i- Lohnerhöhung für Per. Ionen 151843 97585 3456 51040 43538 70694 36055 59002 & pro Woche 364626 157586 5102 80027 64924 103676 92127 104627 &13213| 992695 2,40 1,61 1,48 1,57 1,95 1,47 2,65 1,77 1,93 Korporative Arbetts» verträg« in Fällen 1013 230 49 245 245 235 222 100 2339 teillgte 95622 33915 12514 39392 22424 31052 22644 14485 272043 Wie in den beiden vorhergehenden Jahren weist die Statistik auch für 1907 nach, daß nicht durch Streiks, sondern durch Unter- Handlungen die besten Erfolge erzielt werden. Von insgesamt im Jahre 1907 erreichten 885 888 Stunden Arbeitszeitverkürzung(ohne die abgewehrte Arbeitszeitverlüngerung und die infolge Aus- sperrungen eingetretene Verkürzung) wurden durch Streik 21,(5 Proz. und ohne Streik 78,4 Proz. erreicht. Ebenso wurden von den Lohnerhöhungen 25,4 Proz. durch Streiks erkämpft und 74,8 Proz. ohne Arbeitseinstellung herbeigeführt. In den drei Jahren 1905—1907 hat sich das Verhältnis noch auffallend zugunsten der Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung gestaltet, wie sich aus folgender Zusammenstellung ergibt. ES erreichten in Prozenten: Jahr 1905 1908 1907 Arbeitszeitverkürzung Per ohne Streik 83.3 77,2 78,8 onen durch Streik 88.7 22,8 21.4 Stund, P.Woche ohne durch Streik Streik 88.0 76.2 78.4 32.0 23,8 21,6 Lohnerhöhung Personen ohne durch Streik Streik 71,8 76,1 78,0 28,7 23,9 22,0 pro Woche M, ohne durch Streik Streik 63.5 70.3 74,6 31.5 29,7 25.4 Zu diesem Ergebnis schreibt das.Correspondenzblatt" der Generalkommission: »Das sind keine Anzeichen von Schwäche der Gewerkschaften, sondern die besten Beweise der steigenden Kraft, des wachsenden Einflusses derselben. Je stärker die gewerkschaftlichen Organi. sationen werden, je größer der Kreis der ihrem Einfluß unter- stehenden Personen, je fester das Gesüge der Gesamtorganisation und je reichlicher die finanziellen Mittel vorhanden sind, desto mehr Achtung und Respekt werden sie dem Unternehmertum abgewinnen und um so mehr wird dieses geneigt sein, den terroristischen Herrenstandpunkt aufzugeben. Und dieser Einfluß ist in den letzten Jahren ganz gewaltig gestiegen, und daher auch die verzweifelten Anstrengungen der Unternehmerverbände, den Einfluß und die Kraft der Gewerkschaften durch die Aussperrungen zu brechen. Das mit gelblicher Gesichtsfarbe auf, die die Händchen entgegenstrecken und schreien:.Gib uns Brot, Herr, Brot I"... Aber es ist kein Brot vorhanden... Meteore im Juli und August. Der Meteorfall im Juli wird bereits Gelegenheit geben, einige interessante Erscheinungen zu be» obachten. Zeitweise werden frühe Meteorfälle des Perielden» schwarms mit ihren raschen Lichtblitze» und nachschleppenden Feuer schweifen sichtbar werden, nur daß� fie in dieser frühen Jahre» zeit vom Süden der Kassiopeia ausgehen. Viele lange Streifen von den langsam dahinziehenden Aquariden werden gleichfalls sichtbar werden und namentlich in den letzten Tagen des Monats vom 23. zum 80. ihre volle Pracht entfalten. Ge» nanere Beobachtungen der vielen Meteoritenschwärme teilt der eng tische Astronom Denning in der Wochenschrift„Naiure" mit. Danach hat er in den letzten Jahren in der Zeit zwischen Mitte Juli und der zweiten Hälfte des August nicht weniger als 58 Systeme registriert. Der gegenwärtige Augenblick gibt die erwünschte Gelegenheit. wenigstens einen Teil dieser Sternschnuppenströme neuerdings zu kontrollieren und ihren Ort nochmals zu bestimmen. In diesem Jahre ist allerdings der Mondschein der Beobachtung recht hinderlich, da er um den 13. Juli und 12. August einen Teil der Erscheinungen dem Blick entzieht. Namentlich wird das Feuerwerl des PersetdenschwarmS unter den Strahlen unseres Trabanten zu leiden haben, aber zwischen dem nennten und dreizehnten August werden verschiedene glänzende Metrorjälle beobachtet werden können, sosern der Himmel klar bleibt. Eine Statistik der Thcatcrbrände seit 1751 veröffentlicht Paul Marfan im„Eil Blas". In der Zeit von 1751—1760 zählte man 4 Theaterbrände; von 1780—1770: 10; von 1771—1780: 11; von 1781—1790: 13; von 1791—1800: 15; von 1801-1810: 17; von 1811—1820: 18; von 1821—1830: 82; von 1831-1840: 30; von 1841-1850: 54. Es find also von 1751-1850 nicht weniger als 204 Theater niedergebrannt, davon in Paris allein 29. Je mehr Theater gebaut wurden, desto mehr brannten auch nieder. So zählte man in der Zeit von 1881 bis 1870 schon 103 Theaterbrände, davon drei in Paris. In dem Dezennium 1871-1880 stieg die Zahl der Theaterbrände auf 189 (in Paris 4) und von 1881— 1885, in einem Zeitraum von fünf Jahren also, wurden nicht weniger als 174 Theater ein Raub der Flammen. Ueber die letzten beiden Jahrzehnte fehlen leider genauere statistische Nachweisungen. Pessimistisch veranlagte Statistiker be- Haupte», daß es kein Theater gebe, das im Laufe eines Jahrhunderts nicht nlin bestens einmal niederbrenne. Diesen, Gedanken gab auch der berühmte Gelehrte Berthelot Ausdruck, als er am 12. Mai 1837 als Unterrichts», inister auf eine Interpellation über die Opöra- Comiaue antwortete..Da alle Theater einmal abbrennen." sagte er,.können wir als wahrscheinlich annehmen, daß auch die Opöra- Comiqu«»ine» Tages brennen wird... Vierzehn Tage später hatte sich dwseS prophetische Wort erfüllt. Humor und Satire. Umwälzung? Und das ist Preußens neuer Stil, Wie letzthin dieser Jsenbicl verfloffene Jahr erschien den Unternehmern ganz besonders geeignet. einen Gewaltstreich gegen die Arbeiterorganisationen zu fuhren. Die Organisationen des Baugewerbes und der Holzindustrie waren besonders dazu ausersehen, der Vernichtung anheimzufallen, und das Resultat dieses Ansturms war. neben den ungeheuren direkten Verlusten der Unternehmer, ein Sieg der Gewerkschaften, der sich in folgenden Zahlen widerspiegelt. In beiden Organisationen wurde zusammen für 76 308 Personen eine Arbeitszeitverkürzung von 286 261 Stunden pro Woche und für 202 883 Personen ewe Lohnerhöhung von zusammen 444 653 M. pro Woche erreicht." Die Unternehmer werden trotzdem ihre Aussperrungstaktir auch in Zukunft amvenden; sie werden von diesem Kampfesmittel solange Gebrauch machen, bis der größere Teil derselben zu der Einsicht gekommen sein wird, daß diese Taktik ihrem eigenen Jnter- effe nicht entspricht, und dem Scharfmachertum die Gefolgschaft versagen wird. Bis dahin werden aber die Gewerkschaften noch manchen harten Kampf zu bestehen haben. Doch darauf sind die Gewerkschaften vorbereitet. Die Erfahrung lehrt, daß sie durch die Aussperrungen nicht kampfunfähig zu machen sind, sondern, daß sie immer stärker aus diesen Kämpfen hervorgehen, während stets ein Teil der Unternehmer dabei auf der Strecke bleibt. Die Aus- iperrungstaktik der Unternehmer und die periodisch wiederkehrenden trisen sind für die Arbeiterschaft gleichbedeutend. Beide sind ge- eignet, den an sich natürlichen, durch die kapitalistische Produktions- weise bedingten Entwickelungsgang zu beschleunigen. Oer CerroriftenlmDd der Grubenbarone. In Dortmund fand am Sonntag eine von 1500 Personen be- suchte Bergarbeiterversammlung statt, um Protest zu erheben gegen die terroristischen Gewaltakte des Geheimbundes der Zechenherren. Die Versammlung hat dadurch erhöhtes Interesse, als Genosse Sachse, der Borsitzende des Bergarbeiterverbandes, die Antwort er- teilte auf eine Erklärung der Zechenherren, die am Sonnabend durch die bürgerliche Presse veröffentlicht wurde, und in der eS u. a. heißt: Die in letzter Zeit in Blättern verschiedenster Parteirich- tungen ausgestellten Behauptungen von einem Geheimbund der Zechenverwaltungen und der niederrheinischen Industrie sind unzutreffend. Der Verband ist im Jahre 1890 gegründet worden und hat im Jahre 1908 durch ordnungsmäßig beratene Statuten eine breitere Grundlage erhalten. Me Satzungen sind der Verwaltung eingereicht und den Interessenten zugestellt worden. Auch war die letzte Generalversammlung vom 16. Mai cr. öffentlich und für alle Interessenten— eventuell für die Presse— zugängig. Der Verband bezweckt engeren Zusammenschluß der Bergwerke und Wahrung der gemeinsamen Jniereffen, besonders in Arbeiterfragen(� 1). und den vom Aus- stand betroffenen Mitgliedern Entschädigung zu zahlen. Na- mentlich macht eS sich der Verband zur Aufgabe, dem Kontrakt- bruch zu steuern, der bei der Eigenart der Betriebe eine Gefahr für die Sicherheit der Belegschaften bildet und eine geregelte Durchführung des Betriebes erschwert. Die über den Kontrakt- bruch niedergelegten Bestimmungen(K 8) haben erst im Februar diese? Jahres weitgehende öffentliche Erörterung erfahren. Es ist unwahr, daß wir die Liste der Namen Kontraktbrüchiger be- nutzen, um mißliebige Leute zu entfernen! Es ist ferner un- wahr, daß Taufende von Arbeitern von un» brotlos gemacht werden, da dieselben auf die Zeche, wo sie kontraktbrüchig ge- worden find, zurückkehren und weiterarbeiten oder daS Arbeits- Verhältnis ordnungsmäßig lösen können."-» Genosse Sachse konnte an Hand des Statuts des Geheim- bundes nachweisen, daß die Erklärung der Zechenherren auf eine Irreführung der öffentlichen Meinung berechnet ist. Aus dem Statut geht ausdrücklich hervor, daß es sich um eine Neugründung handele. DaS Statut, das zuerst durch die Parteipreffe beröffent- licht worden ist. wurde beschlossen in der konstituierenden Generalversammlung vom 22. Ja- nuar 1908! Der weiteren Erklärung der Zechenherren, der Verband habe am 16. Mai d. I. in Essen in aller Oeffentlichkcit getagt, steht entgegen der Bescheid der Essener Polizeibehörde, daß ihr von der Konträr den älteren Systemen Plaidiert, man solle Rücksicht nehmen Auf Angeklagte vor Gericht. Nein, so was gab es früher nicht! Er sprach— fast klingt eS unwahrscheinlich Dem Angellagten sei es„peinlich" — Ich bitte:„peinlich", wenn eS schon. Der Staatsanwaltschaftstradition Auch nickt entspricht, ich hab'S gelesen» ES ist kein anderes Wort gewesen, Und kurz, es bleibt bei dem Gesagtm „Sei peinlich für den Angeklagten. Wenn dies und das und icneS sich Etwa vollzöge öffentlich;" .Er wahre— das bleibt unvergessen— Des Angeklagten Interessen." Man horcht und traut sich selber nicht. Ist das ein preußisches Gericht? Ist das ein Ton für Staatsanwälte? Herrscht solche Wärme nach der Kälte? Das ist ja wie ein Hoffnungsstrahl Von oben in den Sitzungssaal! Nun kennt auch ihr— laßt euch umarmen—> Ihr Staatsanwälte, das Erbarmen!— „Nich so pathetisch, guter Mann. Wenn inail mal wirklich anders kann! Damit ist Wetter»lischt bewiesen Für andre Fälle als für diesen. Wir alle, auch der Jsenbiel, Wir bleiben bei dem alten Stil." (Peter Schlemihl im„SimplicissimuS".1 Notizen. — Otto Pfleiderer. Professor der Theologie an der Berliner Universität, ist am Sonnabend in Groß-Lichterfelde im 69. Lebensjahre gestorben. Er war aus der Tübinger Schule. die die Grundsätze wissenschaftliche: Kritik auf die Bibel anwandte, hervorgegangen, war in dem freieren Jena Pfarrer und Professor geworden und hatte 1875 einen Ruf nach Berlin bekommen. Pfleiderer zählte zu den„liberalen Theologen", die das Christentum historisch- kritisch auflösen, aber prakttsch weiter betreiben. Von seinen religionS- historischen und-philosophischen Schriften ist die über„das Urchristcn- tum" erwähnenswert. Obwohl weit entfernt von geschichtsmateria- listischer Methode bietet sie dem denkenden Leser das Material, das ihn die Anfänge des Christentums verstehen lehrt. — Die erste weibliche Dozentin an einer deutschen Hochschule. Frau Dr. Elisabeth L I t m a n n wurde an die Mannheimer Handelshochschule berufen, um Vorlesungen über Sozialpolitik zu halten. — Ein internationaler Kälte-Kongreß, der sich mit den Problemen det Herstellung niedriger Temperaturen und ihrer Anwendung zu industriellen und hygienischen Zwecken be- kchäftigen will, wird in Paris vom 5. bis 10. Oktober b. I. tagen. Eristenz des Bechenverbandes nichts bekannt sei. Giner muß nun die unwahrheit gesagt haben: entweder die Zechenherren oder die Polizei.Daß der Geheimbund tausende Bergleute brotlos macht, wird bewiesen durch die letzte schwarze Liste, die Ende Juni versandt worden ist, auf welcher 3876 Personen verzeichnet stehen. Diese annähernd 4000 Personen haben nicht gestreift und find auch sonst in ihrer Mehrheit nicht kontraktbrüchig geworden. Es ist erwiesen, daß eine Menge Bergleute auf der schwarzen Liste stehen und auf Monate ausgesperrt werden sollen, die ordnungsgemäß gekündigt haben. Es sind auch neuerdings Leute gemaß regelt worden wegen der Landtagswahl. Auch diese Gemaßregelten zieren die schwarze Liste. Der Bergarbeiterverband hat das Beweismaterial der Staatsanwaltschaft eingereicht. Das Sperrsystem wurde auch gehandhabt, als jüngst auf Beche Engelsberg" ein Schacht bruch erfolgte. Die Bergleute konnten nirgends Arbeit erhalten, weil die Verwaltung bon„ Engelsberg" sich weigerte, Ueberweisungsscheine auszustellen, die von den anderen Zechen verlangt wurden. Eine Bescheinigung, die schließlich ein Beamter der Bergbehörde ausstellte, wurde zurückgewiesen. Wollten die Bergleute unter allen Umständen Arbeit haben, hätten sie auswandern müssen. Daß sich die Bergleute diesen Terrorismus der Grubenherren auf die Dauer nicht gefallen lassen werden, kam in der Versammlung deutlich genug zum Ausdruck. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. Aus Induftrie und Handel. Saateustaud in Preußen Mitte Juli. Das Reichsversicherungsamt beurteilte den Fall anders und verurteilte die Berufsgenossenschaft zur Zahlung einer Rente. In bem am 15. Mai 1908, also nach fast zwei Jahren nach dem Unfalle ergangenen Urteile heißt es: Auch das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung in Wiesbaden| Rankenwert und Gestrüpp traditioneller Gefühle und An stellte sich auf den Standpunkt der Berufsgenossenschaft. Der schauungen. Betriebsunternehmer sei in der Hauptsache Schweinehändler, er Erziehung, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, staat. set monatlich etwa 50 bis 60 Stück Schweine um und habe da- liche Verfassung, Rechtsprechung, kurzum: die verschiedenen durch ein Jahreseinkommen von 4000 M. Daneben betreibe der Sändler wohl eine fleine Landwirtschaft von 1,49 hektar. Die Rollen, die die bestehende Gesellschaftsordnung dem Manne Verwendung des Holzes zur Zubereitung des Futters für die und der Frau im Staat und in der Familie zuweist, stellt eingelegten 3-4 Schweine macht die unfallbringende Tätigkeit die Frau als untergeordnetes Wesen unter die Oberhoheit nicht zu einem landwirtschaftlichen Betriebsunfall, da die Mästung des Mannes. Alle aktiven und passiven Lebensäußerungen der Schweine gegenüber dem Schweinehandel ebenfalls eine ganz der Gesellschaft, der ganze Kompler seiner Betätigungen demonstrieren den Grundsah: Er soll dein Herr sein! untergeordnete Stellung einnimmt." Als Staatsbürgerin ist die Frau rechtlos, der Mann macht die Geseze; die Ausübung der freien bürgerlichen Berufe, die Besetzung amtlicher und ehrenamtlicher Posten ist " Der Kläger war von dem Unternehmer R. am 15. Juni der Frau mit vereinzelten Ausnahmen immer noch verivehrt; 1906 und zwar fest nur für diesen Tag, zum Fahren von Holz Titel und Orden im allgemeinen ehren nur den Mann. Das alles aus dem Walde angenommen worden. Er hat für diese Arbeit muß sein Selbstbewußtsein stärken. Gewiß, über den Dekorations einen Lohn von 3 M. erhalten. Nach dieser Arbeit, für die ein unfug lacht ein verständiger Mensch, aber auch dieses VorBeitraum von 2-4 Tagen in Aussicht genommen war, sollte der recht der Männer ist nicht ohne psychologische Bedeutung. läger noch Gras mähen und andere landwirtschaftliche Arbeiten Viel wichtiger ist natürlich die Stellung der Frau in der verrichten. Das Holz, welches der Kläger aus dem Walde geholt hatte, diente nach der eidlichen Aussage des Zeugen K. zum weitaus Familie. Selbst da, wo die verheiratete Frau heute schon größten Teil als Brennmaterial in dem landwirtschaftlichen Be- durch gewerbliche Mitarbeit einen Teil der Haushaltungstriebe und zwar zur Bereitung der Speisen für das Gesinde und fosten aufbringt, fühlt der Mann sich immer noch als Herr, der zur Aushülfe angenommenen landwirtschaftlichen Arbeiter, als Haupt der Familie, als Herrscher, dessen Anordnungen die ferner zur Bereitung. des Biehfutters. Hiernach hat das Reichs- Frau sich zu fügen hat. In der von der modernen Entversicherungsamt als erwiesen angesehen, daß die Tätigkeit, bei wickelung noch nicht erfaßten Familie, wo die Frau„ nur“ welcher der Unfall sich ereignet hat, schon insofern zu einem er- das Hauswesen besorgt, der Kindererziehung obliegt, da tritt heblichen Teil der Landwirtschaft des Unternehmers gedient hat, in ungehemmter Wirkung das wirtschaftliche Verhältnis als als das vom Kläger angefahrene Holz in erheblichem Umfange Stärker des männlichen Herrschaftsgefühls auf. Die Arbeit zur Bereitung warmen Futters für den nicht unbedeutenden Viehbestand des Unternehmers verwendet wurde. Die unfallbringende der Frau in der Familie wird nicht bezahlt. Der Mann Tätigkeit ist deshalb gemäß§ 1 des Unfallversicherungsgesetzes fühlt sich als Ernährer seiner Frau. Und da er der für Land- und Forstwirtschaft landwirtschaftlich versichert ge- historischen Tatsachen und Faktoren gewöhnlich nicht gedenkt, wefen." glaubt er, aus seiner Aufgabe als Ernährer der Frau ginge mit Recht seine Herrscheransprüche und Rechte hervor. Und deshalb mußte ein armer Arbeiter fast zwei Jahre um Wenn 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet: Winterweizen 2,4, feine Rente kämpfen, die nach den Lohnfäßen für die LandwirtSommerweizen 2,7, Winterspela 2,2, Winterroggen 2,5, Sommer- schaft bekanntlich noch weit niedriger ist als die der gewerblichen roggen 2,9, Sommergerſte 2,8, Hafer 2,9, Erbsen 2,7, Aderbohnen Arbeiter! 2,7, Widen 2,7, Kartoffeln 2,8, Buckerrüben 2,8, Winterraps und Rübsen 2,6, Flachs 2,7, Slee 2,6, Luzerne 2,6, Riefelwiesen 2,4, andere Wiesen 2,8. Zegtilarbeiter in Rheinland- Westfalen. dazu oft weniger auf Scheinargumente gestützte Gefühlsäußerungen aus, als daß man den lapidaren Ziraden reakäußerungen aus, als daß man den lapidaren Tiraden realtionärer Repräsentanten der Gattung Mann, oder den sentimentalen Verlogenheiten bierphiliströser Auchgötter hier sonderliches Gewicht beizulegen hätte. Aber eine andere Er scheinung bedarf noch kurz der Erwähnung. Und das Gefühl der Oberhoheit ist durch Tradition und Gewohnheit beim Manne so start geworden, daß es nicht ohne weiteres mit der vielleicht nur aus Gerechtigkeitsgefühl geborenen prinzipiellen Anerkennung der Gleichberechtigung der Nach dem Bericht der Rheinisch- Westfälischen Tertil- Berufs- Frau überwunden ist. Ja, selbst dort, wo diese Anerkennung durch In den Bemerkungen der Statistischen Korrespondenz heißt es, genossenschaft ist die Zahl der versicherten Betriebe von 2629 im Erkenntnisreife gegeben ist, läßt die instinktive Reaktion es zu die Berichte beklagten einstimmig die ungewöhnliche Trockenheit, die Jahre 1906 auf 2738 im Jahre 1907 gestiegen. Es wurden in Kollisionen kommen, wenn der theoretischen Forderung praktische in manchen Gegenden schon bis zu sechs Wochen angehalten diesen Betrieben im Jahre 1906: 142 555 Arbeiter, im Jahre 1907 Gestaltung gegeben werden soll. Man vergißt, daß die skizzierte haben soll. So sei die gänzliche Regenlosigkeit in der zweiten Hälfte dagegen: 145 690 Arbeiter beschäftigt. Die Zunahme an Betrieben Stellung des Weibes in der Gesellschaft deren Fühlen und des Juni der gesamten Pflanzentvelt nicht günstig gewesen. Eine war also gegen das Vorjahr: 109, die der Arbeiter: 3135. Denken beeinflußt hat, und weise Männer„ konstatieren" weitere ungünstige Beeinflussung der Pflanzenentwickelung habe um Die Zahl der versicherten Arbeiterinnen ist im Bericht nicht zu die Monatswende ein Weitersturz gebracht, der in den Provinzen ersehen. Es wird aber angeführt, daß in den bisherigen bewährten weibliche Eigenheiten", aus denen sie glauben nachweisen zu Ost- und Westpreußen sowie im Regierungsbezirke Stöslin Lohnnachweisungsformularen eine Aenderung durch Einfügung können, daß die Frau unfähig sei, die aus der praktischen die Temperatur dermaßen abgekühlt habe, daß dort in mehrerer Kolonnen zur Feststellung der versicherten Arbeiter, ge- Gleichberechtigung erwachsenen Pflichten zu erfüllen. Was der Nacht zum 1. Juli das Thermometer bis unter den trennt nach Alter und Geschlecht, eingetreten sei". Dies sei infolge von überklugen Herren der Schöpfung über moralische, geistige Gefrierpunkt gesunken sei. Die Heftigkeit der Regengüsse einer Verfügung des Reichsversicherungsamtes vom 21. August und körperliche Unzulänglichkeiten des Weibes geschwafelt habe das Getreide im großen Umfange zum Lagern gebracht. 1907 für die von demselben beabsichtigte Bearbeitung einer Ge- wird, das können wir hier in erbarmender Weise übergehen. Mehr als die Nußpflanzen habe die Witterung des Gedeihen von werbeunfallstatistik für das Jahr 1907" geschehen. Hoffentlich Der Konkurrenzneid löst ja sonst im Leben häßlichere d Unkraut aller Art begünstigt, hauptsächlich das Hederichs, der alles bringt uns der nächstjährige Bericht dieses Zahlenmaterial. Die überwuchere. Weiter leide das Getreide vielfach durch Rost und Anregung des Reichsversicherungsamtes ist sehr gut, nur hätte sie Brand. Bon tierischen Schädlingen schienen die Pflanzen nicht über längst geschehen sollen, da uns bis jetzt jede derartige Statistit ge mäßig behelligt zu werden. Von den Winterhalmfrüchten dürfte fehlt hat. Wie die Strantentassen, so fönnen doch auch die Berufsder Weizen bisher unter den verschiedenen Witterungseinflüssen genossenschaften eine derartige Aufstellung leicht machen. wenig gelitten haben, nur die Rostbildung habe hier und da zus Der Durchschnittslohn eines Tertilarbeiters betrug im Jahre genommen. Der Roggen, der vielfach ins Lager gegangen 1906: 852 m., im Jahre 1907 dagegen: 889 M. im Bezirke der fei, laffe jegt erst deutlich erkennen, daß er infolge der heftigen Berufsgenossenschaft. Auf diese Hungerlöhne können diese UnterNiemand hat die durch die Sünden der Gesellschaft verNiederschläge im Mai in seiner Blüte doch mehr geschädigt nehmer wahrlich nicht stolz sein, wenn sie auch statistisch beweisen worden sei, als früher angenommen wurde; seine Störner wollen, daß seit dem Jahre 1886 die Löhne von 633 W. auf 889 m. schuldete Rückständigkeit der Frau besser erkannt und empfindet bildung sei, wie häufig gemeldet wurde, mangelhaft. Sodann werde pro Jahr gestiegen find. dringender die Notwendigkeit, die Frau zu staatsbürgerlicher bielfach berichtet, daß die Reife des Roggens infolge der langen Trockenheit Die Bahl der gemeldeten Unfälle betrug im Berichtsjahre 2508 und sozialer Erkenntnis, zum Bewußtsein der gleichwerten zu früh eingetreten sei. Die frühere Befürchtung, daß der Strohertrag gegen 2413 im Vorjahre. Für die Fürsorge an Verlekte während Persönlichkeit zu erziehen, um sie gesellschaftlich in vollem in schwach sein werde, trete diesmal wieder bestimmter auf. Nicht der ersten 13 Wochen des Unfalls hat die Berufsgenossenschaft Maße dem Manne ebenbürtig zu machen, als diejenigen günstig sei die Beurteilung über den Stand der Sommer ganze 216 M. berausgabt. Sparsamer fann man wahrlich nicht sein. Frauen, die sich der Organisation der Frauen, der Agitation Halmfrüchte ausgefallen. Die meisten Bemerkungen verursache Entschädigt wurden nur 440 Unfälle. Die technischen Aufsichtsbeamten unter ihnen widmen. Diesen Frauen hat das Verständnis der der Hafer wegen seiner Kürze; er soll auch in manchen Gegenden haben nur 1857 Betriebe revidiert. Der Bericht bemerkt hierzu: weiblichen Psyche und nicht zuletzt die praktische Erfahrung fast verdorrt sein. Die Hadfrüchte, Startoffeln und Bucker-" Nach den übereinstimmenden Berichten der Aufsichtsbeamten find rüben ständen im allgemeinen zwar nicht ungünstig, doch werde die geforderten Schuhvorrichtungen fast überall angebracht. Trok- gelehrt, daß die agitatorischen Erfolge abhängig sind von dem in sehr vielen Berichten hervorgehoben, daß sie nicht vorwärts bem finden sich noch ziemlich biele Verstöße vor, und läßt Grade der Anpassung der Aufklärungsarbeit an das soziale tommen wollten. Was die Futterpflanzen und Wiesen anlange, so die Durchführung der Unfallverhütungsvorschriften noch öfter zu und politische Auffassungsvermögen der Frau mit der Verwerde allgemein zugestanden, daß der erste Schnitt sehr reichlich wünschen übrig. An neuen Maschinen fehlen fast immer selbst die gangenheitserziehung. Mit dieser ist die große Masse der ausgefallen und zum größten Teil auch in vorzüglicher Beschaffen- notwendigsten Schutzverdecke, bei Neu- und Anbauten werden oft Frauen tatsächlich noch nicht reif genug, in der wirtschaftheit geborgen worden sei. Weniger gut dürfte nach den bisherigen die selbstverständlichsten Sicherheitsvorrichtungen nicht angebracht, lichen und politischen Organisation der Männer diesen GleichBeobachtungen der zweite Schnitt gedeihen, da auf den kahlen bei Reparaturen an der Maschine werden die abgenommenen wertiges zu leisten. Neben dem Recht der Organisation und Plänen infolge der großen Trockenheit und size die Pflanzen viel Schußvorrichtungen nicht wieder an ihren alten Blah angeschraubt." der politischen Betätigung bedarf die Frau noch Erziehungsfach ausgebrannt seien. Und das glauben die Aufsichtsbeamten, weil die Unternehmer solche und Aufklärungsveranstaltungen, durch welche mit dem Ausreden machen. Trotzdem schreiben dieselben faltblütig: Die Ursache sehr zahlreicher, wohl der meisten Unfälle ist in der un- Ballast rückständiger Auffassungen und Empfindungen achtsamkeit, unvorsichtigkeit und Ungeschicklichkeit zu finden." Na aufgeräumt wird, die der Frauen Leistungswert noch nicht mentlich die jugendlichen Arbeiter in den Spinnereien leisten hier zu dem der Männer hinaufreichen läßt. Daß selbst solche bei viel." Zum Schlusse wird aber diese Anklage etwas einge Männer, die dem Herrschaftsgefühl die Berechtigung absprechen, schränkt:„ Es mag jedoch dahingestellt bleiben, ob nicht durch ver- in solchen Bestrebungen Sonderansprüche sehen, die sie instinktiv mehrte Aufsicht uno eingehendere Anweisung mehrere Unfälle auf der Frauen Herrschsucht zurückführen, ist nur zu erklärlich. hätten verhütet werden können." Es ist die Reaktion, die sich ergibt aus der historischen Entwickelung des Verhältnisses zwischen Mann und Frau in der Gesellschaft. Die durch Karl Marr gekennzeichnete konservative Tendenz in der menschlichen Natur, die jeden zum Produkt der ihn umgebenden Verhältnisse macht, läßt die gezeichneten Unstimmigkeiten zwischen Theorie und Praxis für die Gegenwart und die allernächste Zukunft wohl kaum ganz ausgleichen. Eine 50prozentige Produktionseinschränkung eintreten zu lassen, beschloß der Siegerländer Eisensteinverkaufs- Verein. Fusion in der Maschinenindustrie. Eine Interessengemeinschaft ist abgeschlossen worden zwischen der Benrather, Maschinenfabrik, der Märkischen Maschinenbau- A.- G. in Wetter( Ruhr) und der Duisburger Maschinenbau- A.- G. Die drei Werke stehen an der Spizze der in Deutschland hochentwickelten Hebezeugfabritation, sie liefern heute schon zusammen mehr als die Hälfte der in Deutschland hergestellten Strane. An der Fusion sind mittelbar noch beteiligt: Die Berlin- Anhaltische Maschinenbau- A.- G. und die mit dieser fusionierte Stettiner Chamotte- Fabrik, die fast das gesamte Aktienkapital der Benrather Maschinenfabrit in Besiz haben. Die drei erstgenaunten Werke verfügen über 11 Million Aftiencapital, die beiden mittelbar berührten Unternehmen haben 21 Millionen Mark investiert. Soziales. Die Proletarierkrankheit unter den Steinarbeitern. Alljährlich nimmt der Steinarbeiterverband eine Krankheitsstatistit auf, an der fich 1907-7387 Mitglieder beteiligten. Von diesen tvaren 2079 oder 28 Prozent frant gegen 25,8 Prozent 1906, wie sich überhaupt herausstellt, daß der Würgengel Schwindsucht viel traffer wütet als vor 10 Jahren. Am höchsten war die Krankheitsgiffer unter den Sandsteinmeßen mit 30,64 Prozent gegenüber. 28,2 Prozent 1900. Weitaus die meisten Steinmezen sterben an der Tuberkulose und in einem Alter von durchschnittlich 38 Jahren. Verschlimmert wird die Lage dieser Arbeiter noch dadurch, daß sie weder in private Krankenkassen noch in Lebensversicherungen aufgenommen werden. Nur eine starke Verkürzung der Arbeitszeit fann hier nügen. Hauswirtschaftlicher oder landwirtschaftlicher Unfall? Zu welch feinen Unterscheidungen die Instanzen in der Unfall. rechtsprechung heute kommen und welche Gefahren diese für arme landwirtschaftliche Arbeiter haben können, beweist uns nachstehender Fall. Im Gegensatze zu den Beobachtungen anderer Aufsichtsbeamten steht auch folgende Bemerkung: Alkoholmißbrauch, häufiger Arbeiterwechsel und Einstellung ungeübter Arbeiter können nicht die Ursache von Unfällen sein." Sehr leicht fällt es daher der Berufsgenossenschaft, folgende Statistit über die Ursachen der entschädigten Unfälle der Welt zu verkünden: 438 entschädigte Unfälle waren danach zurückzuführen auf: Mangelhafte Betriebseinrichtungen. Fehlende, ungenügende Schutzvorrichtungen. Fehlende, ungenügende Anweisung. 7 10 2 Schuld des Arbeitgebers also. 19 Ungeschicklichkeit und Unachtsamkeit. 232 Nichtbenutzung vorhandener Schutzvorrichtungen Handeln wider die Vorschriften usw. 3 82 Leichtsinn, Valgerei usw. 5 Ungeeignete Kleidung usw. 2 Schuld des Arbeiters also 324 1 17 39 Schuld des Arbeitgebers und Arbeiters zugleich Schuld von Mitarbeitern Unvermeidliche Betriebsgefahr Sonstige Ursachen( höhere Gewalt usw.). 38 Das Ganze nennt man dann eine„ Unfallstatistik". Solange die Arbeitgeber nur allein die Verwaltung der Berufsgenossenschaften in Händen haben, werden solche" Statistiken" immer noch möglich sein, wonach dieselben nur in 19 Fällen, die Arbeiter dagegen in 324 Fällen die Schuld am Unfall tragen. Außerordentlich zu beflagen ist, daß die sogenannte amtliche Statistit ihre Angaben ein schließlich der Ursachen der Unfälle solch trüben, einseitigen Quellen entnimmt. Hus der frauenbewegung. Von unten herauf! Der Maurer J. V. in Hattersheim konnte infolge eines früher erlittenen Unfalles nicht mehr auf seinem Berufe arbeiten und follte auf Rat seines Arztes in gesunder Landluft" arbeiten. Er Jeder modern denkende Mensch bekennt sich selbstverständnahm deshalb landwirtschaftliche Arbeit bei einem dortigen Schweinehändler an. Am 15. Juni 1906 hatte er sich lich als Anhänger des Grundsatzes der Gleichberechtigung der aber bei einer Arbeit einen Unfall zugezogen. Der Verletzte hatte Frauen. In sehr viel Fällen bleibt das Bekenntnis aber auf den Auftrag, Holz zu fahren und wurde auf dem Wege vom Wald die Theorie begrenzt; ja, auch in Genossenkreisen sind die vom Fuhrwerk überfahren und schwer verletzt. Gleichheitsbekenner noch nicht ausgestorben, die unbedenklich Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft lehnte die Ent- für die politische und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau fchädigung des Unfalles ab, weil das fragliche Holz vorwiegend in mit dem Manne ihre Stimme in die Wagschale werfen, die der Haushaltung und im Interesse des gewerblichen Betriebes ( Schweinehandlung) Verivendung finden sollte. Das Mästen der aber an himmelhoch getürmte Schwierigkeiten glauben, wenn Schweine erfolgt aber vorliegend nicht im Interesse der Landwirt- der Gleichberechtigung in der Praxis Geltung verschafft werden schaft, sondern des gewerblichen Betriebes". foll. Wir hängen eben zu einem Teile noch allaufest in dem Die ungehemmte Fähigkeit des Gleichheitsprinzips auch in der Praxis voll und ganz zur Geltung fommen zu lassen, verlangt eine entsprechende Erziehung von Jugend auf. Und darin wird auch in Proletarierkreisen noch barbarisch gesündigt. Der Herrengeist wird im Knaben gedankenlos großgezogen; beim Mädchen erstarkt durch die gedankenlose Erziehung das Gefühl, sie sei etwas Minderwertiges. Demi Knaben werden mehr Freiheiten eingeräumt als dem Mädchen, das dadurch in der geistigen und körperlichen Entwickelung gehemmt wird. Bctätigungen, die des Knaben laut jauchzende Freude auslösen, werden dem Mädchen verboten, eben weil es„ nur" ein Mädchen ist; den Knaben lacht man aus, wenn er an Spielen der Mädchen sich ergößen will und der kleinste Knirps in Hosen weiß schon, daß häusliche Arbeiten für den Mann etwas Ent würdigendes haben, daß die niedrigen Arbeiten nur den Mädchen zukommen. kommene Erziehung streut den Samen, aus dem der nachher Die durch das Geschlecht bestimmte, historisch überso schwer ausrottbare Baum des Herrschaftsgefühls der Männer erwächst. Hier muß in der proletarischen Familie der Hebel angesetzt werden. Erziehung der Geschlechter zu gleichdenkenden, gleichfühlenden, gleichwollenden Persönlichkeiten, das ist unsere Aufgabe, das ist der Weg, der die volle Anerkennung des Gleichheitsprinzips in der Praxis garantiert. 8 " 1 Versammlungen Veranstaltungen. Deffentliche Versammlung für Hausangestellte, Stützen, Köchinnen, Haus- und Kindermädchen, Dienstmädchen, Aufwärterinnen, Waschund Reinemachefrauen. Heute Dienstag, den 21. Juli, abends Uhr, in den Prachtsälen des Westens", Spichernstraße 3: 1. Vortag:„ Die Ausbeutung der Hausangestellten durch die Gefindevermieter und die Beseitigung derselben". Referent: Hugo Boezich. 2. Diskussion. Ihr alle, die Ihr in häuslichen Diensten steht und schon oft Euer sauer verdientes Geld dem Vermieter geben mußtet, um eine Stellung au bekommen, tommt in diese Bersammlung, hört, wie diesem Uebelftande ab Brit. Am Donnerstag, den 23. d. M., abends 8 Uhr: Gerichts- Zeitung. Milde Richter für beamtete Erpresser. Wegen 60 Bf.- 3 Monate Gefängnis. einige Tage spätet ein gleiches Inserat in einer andern sogenann zuhelfen ist und erzählt selbst aus Eurer Erfahrung. Alle Haus- Die Straffammer Saarbrüden verurteilte am Freitag eine ten unparteiischen" Beitung. Die Sache tam ihm doch etwas angestellten, Stügen, Köchinnen, Haus- und Kindermädchen, Frau St. aus Bous zu drei Monaten Gefängnis, weil sonderbar bor; er ließ deshalb das„ wunderbare" Pianino durch Dienstmädchen, Aufwärterinnen, Wasch- und Reinmachefrauen fie von der Berghalde des Eisenbahnschachtes in schickt inszenierten Schwindel zum Opfer gefallen war. Das Klavier einen Sachverständigen untersuchen und erfuhr, daß er einem ge sind zu dieser Versammlung eingeladen. Mariendorf. Morgen Mittwoch, den 22. Juli, 8% Uhr, bei Reichardt, nsdorf einige Schürzen boll Kohlen gerafft war absolut minderwertig und eines derjenigen billigen und unChauffeestr. 27: Vortrag. Kurt Heinig. hatte. Der Wert der gestohlenen" Kohlen wurde auf 60 Bf. bollkommenen Instrumente, die ertra von Lehrlingen für derartige Bergeschätzt. Die arme Frau gestand den„ Diebstahl", führte jedoch Verkäufe angefertigt werden. Das Instrument hatte, nach Angabe sammlung bei Weniger, Briz, Werder Straße Eder der Nungius- an, daß die bitterste Not sie gezwungen habe, sich etwas Brenn- des Sachverständigen, wenn die noch fehlenden Teile ergärzt wurden, straße. Vortrag: Fr. M. Thiel. material fuchen zu müssen und bat deshalb um eine milde einen Wert von höchstens 400 M. Als Reinwarth voller Ingrimm Strafe. Das Gericht tam auch dem Wunsch der über den Reinfall nochmals dem Sekretariat der berühmten Opernarmen" Diebin" nach und bei sängerin einen Besuch abstattete, wurde er von dem Ehemann Eichberurteilte sie zu dem baum einfach an die frische Luft befördert. Die Folge dieses„ borDiebstahl im Rüdfall( Rüdfall liegt nach§ 244 des Straf- teilhaften Gelegenheitstaufes" war die jeßige Anflage wegen Bea gesetzbuches vor, wenn jemand nach zweimaliger Bestrafung wegen truges. Die Grinittelungen haben ergeben, daß der Angeklagte Diebstahls oder Hehlerei abermals feinen Diebstahl begeht) gesetzlich Eichbaum von einem Klavierfabrikanten die Instrumente, die Wegen Nötigung hatten sich vor der Elbinger Straf- zulässigen Mindestmaß. Mag sein, daß das Gesetz der Annahme höchstens 320 M. tosten durften, bezogen hatte. or Gericht bes tammer der frühere Gemeindevorsteher Eichhorn und eines Notstandes nicht entgegenstand und deshalb Freisprechung hätte ftritten die Angeklagten jede Schuld. Der Ehemann G. behauptete, der frühere Gemeindeschöffe Jakobsen aus Stuba zu erfolgen fönnen. Indes nicht den Richter, sondern das Gesez trifft er habe mit den Verkäufen keinen Gewinn erzielen wollen, sondern verantworten. Im Jahre 1906 hatte der Arbeiter Preuß, der in die Schuld an der enormen Strafhöhe. Seit Jahrzehnten ist ver- habe nur damit herbeiführen wollen, daß seine Gattin, deren Borträt auf den Instrumenten angebracht war, berühmt werde. Das Stuba bei einem Befizer im Dienst stand, aber keiner Krankenkasse geblich die Forderung erhoben, derartige Entwendungen von Gericht nahm an, daß der Ehemann E. die allein handelnde Person angehörte, sechs Wochen am Typhus im Krankenhause gelegen. Feuerungsmaterialien nur mit derselben Strafe wie die Ent- und die Ehefrau nur das Werkzeug in den Händen des Mannes Die Kosten im Betrage von 47 M. sollte das Dorf oder der Orts- wendung von Nahrungs- oder Genußmitteln von unbedeutendem gewesen war. Die Angeklagte E. wurde deshalb freigesprochen. armenverband aufbringen. Dem Gemeindevorsteher, der erfuhr, Wert oder in geringer Menge zum alsbaldigen Gebrauch zu belegen. Dagegen hielt das Gericht bezüglich des Ehemanns eine empfinddaß Preuß sich einige Mark erspart hatte, paßte das nicht. Er In solchen Fällen beträgt( auch bei sogenanntem Rüdfall) die Strafe liche Strafe für angemessen, weil durch derartige unlautere Ges und sein Schöffe berlangten eines Tages von Preuß, Geldstrafe bis zu 150 M. oder Haft bis zu sechs Wochen(§ 370 schäftspraktiken nicht nur die reellen Geschäftsleute, sondern auch das taufende Publikum empfindlich geschädigt werde. Das Urteil als er sich im Kruge befand, das Geld. Sie untersuchten Biffer 5 des Strafgesetzbuches.) lautete deshalb auf 3 Monate Gefängnis. auch seine Taschen, fanden aber teins, da Preuß das Geld in das Taschentuch eingewickelt hatte. Preuß sollte nun auf das Gemeindeamt kommen, um nochmals genau untersucht zu werden. Weil er sich weigerte, sollte er gebunden werden. Das wurde aber von lagen einer Anklage wegen Betruges zugrunde, welche den Archieiner Frau durch wegnahme der Stride verhindert. Gemeinde- tekten Adolf Eichbaum und dessen Ehefrau, die Operfängerin des Landgerichts I aufgerollt. Unter der Anklage des Sittlichkeits. Ilse E., genannt" lja Malena", vor den Strafrichter führten. vorsteher und Schöffe padten nun den Preuß und die mitangeklagte Chefrau hat wiederholt in Berlin unter ihrem brachten ihn awangsweise zum Gemeindeamt. Künstlernamen Konzerte veranstaltet, die aber wohl nicht den erHier sollte er seiner leider entledigt werden. hofften finanziellen Erfolg gehabt haben. Um einen solchen zu erUm das zu verhindern, zog er seinen Geldbeutel hervor und zielen, beschäftigte sich das E.sche Ehepaar mit dem einträglichen warf ihn mit den Worten:" Da habt Ihr mein bißchen Verkauf von Klavieren, wobei es sich aber eines Mittels bediente, Geld!" auf den Tisch. In dem Beutel befanden sich 75,60 Mart welches von der reellen Geschäftswelt in der schärfsten Weise be Eichhorn nahm das Geld an sich. Preuß, ein Mann von kämpft wird. In einer hiesigen bürgerlichen Beitung erschien ein Eichhorn nahm das Geld an sich. Preuß, ein Mann von Inserat etwa folgenden Inhalts:„ Pianino, Eigentum berühmter 59 Jahren, war nun gänzlich mittellos. Von den 75,60 M. find Opernsängerin, selbstverständlich hervorragend schöner Ton und Krankenkosten bezahlt und ber Rest zwischen Eichhorn und einem Stimmung, Wert 750 M., sehr billig zu verkaufen. Sekretariat der Gastwirt, der angeblich, von Preuß noch Geld zu erhalten hatte, Opern- und Konzertfängerin lfa Malena." Dieses Inferat las verrechnet worden. Das Urteil wegen dieses einem Raub sich der Klempnermeister Reinwarth, der mit der Absicht umging, ein nähernden Verhaltens der beamteten Nötiger und Erpresser lautete Bianino zu kaufen. Er fuhr nach dem in der Regensburger Straße gegen den Gemeindevorsteher. Gichhorn auf eine gelegenen Sekretariat" der berühmten Sängerin und wurde hier Woche, gegen den Gemeindeshöffen Jacobsohn auf- ben dem Herrn Sekretär, dem Ehemann Eichbaum, empfangen. bolle drei Tage Gefängnis. Als Verhältnisse in der Dieſer teilte ihm mit, daß das wertvolle Instrument erst von Lübeck unterwegs sei. Als Reinwarth am nächsten Tage wiederkam, wurde Schichauer Werft von Arbeitern abfällig fritisiert wurden, diktierte der Stauf perfekt. Er mußte für das Instrument, welches mit dem dieselbe Straffammer gegen die Kritiker, die zweds Besserung der Borträt der Sängerin geschmüdt war, den Betrag von 450 m. naten Gefängnis verurteilt, Mißstände diese besprochen hatten, vielmonatige Gefängnisstrafen. zahlen und war höchst erfreut darüber, einen so guten und billigen Aber es gibt feine Klassenjustiz. Stauf gemacht zu haben. Zu seinem größten Erstaunen las er 0006 t • Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 21. Juli Neues tgl. Operntheater. Mignon. ( Anfang 7 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Brettlgrafin. Rammerspiele. Gelbftern. Neues. Der Berrissene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2X2= 5. Die Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0.( Ballner Theater.) Die Zauberflötte. = Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Die Diebin. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Inferatenschwindeleien Archiwurden Sittlichkeitsbilder aus einem Kinematographen wurden gestern in einer Verhandlung vor der 2. Ferienstraffammer neun Personen vor dem Strafrichter verantworten, und zwar: der berbrechens im Sinne des§ 176,3 des Strafgesetzbuchs mußten sich Glasermeister Gustav Blumberg, der Schankwirt Georg Mitters nacht, der 17jährige Arbeitsbursche Bruno Bottel, der Kellner Robert Lange, der Stuftateurlehrling Friz Kortmann, der Musiker Reinhold Müller, der Schantwirt Gottfried Casper, der Portier Hugo Block und der Buchhändler Hans Fasolt. Zu der Verhandlung waren Blumberg und Mitternacht nicht erschienen. Der Schau platz der Verbrechen gegen die Sittlichkeit, welche den Angeklagten our Laft gelegt werden, war das in der Krautstraße gelegene Kinefast jeden Abend die damals erst 13jährige Schülerin Frieda Drescher. matographen- Theater. des Augeklagten Lange. In diesem erschien Sier traten Angeklagte mit der Drescher und auch mit andern Schulmädchen, welche die D. mitbrachte, in sträfliche Beziehungen. Später besuchte die D. Angeklagte auch in deren Wohnungen. Vor Gericht waren die Angeklagten zum Teil geständig. Das Gericht sprach Pottel, Lange und Block frei; Kortmann wurde zu 3 Tagen, Müller zu 9 Monaten, Casper zu 7 Monaten und Fasolt za 6 MoDiez Spezialitäten- Theater Metropol- Theater Serialdemokratischer Wahlverein Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Täglich: Ob schön! Ob Regen! Bum 303. Male: Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Ueber den Brenner nach Venedig. Das neue und befte Programm Berlinsang 8 Uhr. COLOGISCHER ✓ CARTEN Täglich: 9 Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Thalia. Der Mann mit dem DERNHARD ROSE THEATED nocle. MoBernhard Nose. Das Geheimnis von New York. Metropol. Das muß man feh'n Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. London Suburbia. Spe zialitäten. Passage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Winter- Thymian. 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Partei- TZngelegenkeiten. Wnhlvcrcin Trcptow-Baumfthulrnwcg. Die Genossen von Treptow- Baumschulenweg werden darauf aufmerksam gemacht, daß heute abend '/z S Uhr in Speers Festsälen eine Versammlung des Wahlvcreins stattfindet, in welcher Stadtverordneter Groger-Rixdorf einen Vortrag halten wird. Außerdem kommen noch wichtige VereinSangelegenheitcn zur Besprechung. Nieder-Schöneweide. Der Wahlverein hält heute Dienstag, den 21. d. M., abends SsVUljt, im Lokal des Genossen Karl Bottke, Berliner Straße 123, seine Generalversamlung ab. Tagesordnung: 1. Auf. nähme neuer Mitglieder. 2. Vorstands- und Kassenbericht. 3. Wahl der Delegierten zur Kreis» und Verbands«Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Zchlendorf. Heute Dienstag, abends 8-/. Uhr. findet im Lokale von Benno Miekley, Potsdamer Straße 25, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Alt-Glienicke. Der hiesige sozialdemokratische Wahlverein ver- anstaltet am Sonntag, den 26. Juli, sein diesjähriges Sommerfest im Lokale des Genossen Julius Knochen, Rudower Straße. Es besteht au? Gartenkonzert, Gesangsvorträgen des.Männergesang- Vereins Freier Sängerchor'(M. d. A.-S.-B.) usw. Für Belustigung für Jung und Alt ist gesorgt. Eintritt für Erwachsene 20 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach."' 3 Uhr. Von 4 Uhr ab im Saale großer Ball. Anfang Zossen. Am Mittwoch, den 22. Juli, abends Punkt 8 Uhr. findet im Lokal von P. Kurzner. Baruther Str. 10 unsere Wahl- Vereinsversammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. 2. Vortrag. 3. Ver- schiedenes. Die Genossen werden gebeten, zu dieser Sitzung ihre Frauen mitzubringen. Bezirk W-idmannSlust. Von der beim Sommerfest des Wahl- Vereins am 12. Juli stattgefundenen Verlosung find noch einige Ge- Winne nicht abgeholt. In Betracht kommen die Losnummern 102, 266, 355, 427, 430 und 450. Die Gegenstände können bis Sonntag, den 26. Juli« vom»Schweizerhaus', in WaidmannSlust abgeholt werden._ Das FestlomAe. Berliner jVacbricbten. Großstädtische Kleinstädter. 'Großstädte haben den Vorzug,... daß sie keine Klein� itadte sind. Daß sie wenigstens einige Auswüchse des Spieße bürgertums unmöglich gemacht haben. Wie unerträglich sind in deutschen Kleinstädten jene Festlichkeiten, wo mit Fahnen und Musik irgendeiner längst verstorbenen Idee gehuldigt wird! Wie sinnlos töricht sind in den kleinen Universitäts- städten die studentischen Aufzüge und Jubiläen, bei denen Dinge gefeiert werden, die kaum ein Klagelied, geschweige denn Jubelhymnen verdienen. Wie widerwärtig sind vollends Kriegervereinsfeste, Fahnenweihen, patriotische Sängerfeste und dergleichen Zeugt Und nun erst die Maskeraden, die dabei von erwachsenen, aufrechtgehenden Erdbewohnern vor- geführt werden! Die Studenten— man sieht derartigen Zirkus ja auch mitten in Berlin oft genug— ängeban mit ulkigen Tierbändigerjacken, auf dem Kopf lange Federn oder Schlvänze(leider nicht im Charakter des Trägers schalten), in der Faust jenes berüchtigte Stück Eisen, mit dem sie sich von Zeit zu Zeit gegenseitig die Jünglingswangen kitzeln. um vermittels künstlicher Furchen und Narben desto eher den Eindruck erprobter Männlichkeit machen zu können. Zum Quietschen!(Zum Weinen: dies sind die späteren Nichter, Erzieher, sogar Seelsorger des deutschen Volkes.) Die zahlreichen Vororte Berlins sind nicht nur kleine Städte, sondern zum Teil sogar wieder richtige Kleinstädte geworden. Wenigstens da, wo das bourgeoise Element über- wiegt. Hier blüht die Vereinsmeierei in den schönsten Exemplaren. Nicht etwa die berechtigte, ökonomischen und idealen Interessen dienende. Sondern auch die der richtigen Spießer und Banausen, vom karnevalistischen Verband bis zum Verein der Siebenmonatskinder. Ueberdies ist natür- lich alles patriotisch infiziert. Dieser Tage wurde in einem der Vororte— er zählt achttausend Einwohner— eine sogenannte Fahnenweihe abgehalten. Was marschierte da nicht alles auf im großen Festzug l Zwei Militärkapellen sorgten für das nötige Tsching-bum. Ueber fünfzig Vereine wackelten hinterher. Und was für Vereine! Einer bestand aus den sechs Briefträgern des Ortes. Die armen Luder werden natürlich kommandiert. Ebenso eine Kolonne Eisen bahner. Die Feuerwehr. Turnvereine. Die Siebenmonats linder waren äußerlich nicht kenntlich, aber sicher sind sie auch dabei gewesen. Und was für ein Spektakel wurde tagelang vollführt um die zu weihende Fahne! Erst das Schmücken der Häuser. Man sah so recht, wie der ganze Ort vom ödesten„Lokal-Anzeiger"-Publikum überschwemmt ist. Die Geschäftsinhaber mußten natürlich auch heran.(Man kann ihnen das kaum übelnehmen: es gehört in dieser korrupten Zeit nun einmal zur Reklame.) So stellte der eine drei Kerzen auf, der andere ein Kaiserbild.. usw. Am Vorabend des großen Tages zog schon die eine Militärkapelle durch die Straßen. Sie spielte stundenlang die nur allzu selten gehörten herrlichen Weisen von der Fahne schwarz weiß-rot und vom Siegerkranz. Das ging bis in die Dunkel heit. Dann folgte ein kleiner, lächerlicher Fackelzug, vielleicht achtzig bis neunzig Lichter. Aber es war doch ein Fackelzug! An den Straßenecken steckte jemand(der anscheinend mit dem Zuge ging und sein Amt ständig wiederholte) jedesmal ein bengalisches Streichholz an, wenn der Zug vorbeikam... Kurz: es war eine glorreiche Aktion. Am anderen Morgen in aller Frühe setzte wieder Blech- musik ein und verdarb gründlich den letzten und besten Schlaf. Aber welcher königstreue Bürger wird nicht mit Freuden sein letztes Auge voll Schlaf hergeben für eine Stange mit einem schwarz-wciß-roten Tuch daran! Na, so ging es dann den ganzen Tag. Was mag erst auf dem Festplatz alles getan und geredet worden sein! Köstlich sahen die eigentlichen ehemaligen Krieger aus. Es ist doch nichts so geschmackvoll, wie ein Zylinderhut, ein schwarzer Frack oder Gehrock, darum eine weiße Binde, und im Arm ein Gewehr, oder in der Faust ein Säbel! Kleine Städte haben den Nachteil,... daß sie leicht Kleinstädte werden. Und die Kleinstädte sind, viel mehr wie etwa das Land, die mächtigsten Horte der Reaktion. Denn das Land mit seinem Proletariat ist nur noch nicht er- schlössen, hat noch keinen Blick getan in die neue Zukunft, die auch ihm blüht, Aber dep gebpxerie Kleinstädter, der kleine Vorstädter— der hängt natürlich zäh an dem Her- gebrachten, haßt das Neue, weil es neu ist, und vor allem, weil es sein sattes Spießbürgerdasein bedroht, dessen einziges Ideal im Geldmachen und Geldhaben besteht. Ein„Ideal", zu dessen Verwirklichung ja Patriotismus und Kirchlichkeit ganz außerordentlich nützliche Werkzeuge sind. Die Berliner Stadtbibliothek zählte am Eröffnungstage, dem 15. Oktober 1907, rund 86 000 Bände. Sie haben inzwischen einen Zuwachs erfahren, so daß jetzt etwa 90 000 Bände vorhanden sind. Der Zugang 1907 betrug 8570 Bände. Die Bücherausgabe und der Lesesaal in der Zimmerstraße sind sofort sehr rege benutzt worden. Der Besuch steigt von Monat zu Monat. Im ersten Monat wurden 5000 Bände verliehen, im sechsten schon annähernd 10000. Vom 15. Oktober 1907 bis zum 31. März d. I. zusammen rund 41000 Bände. Im März dieses Jahre? wurden täglich 344 Bücher ver- liehen. In dem Lesesaal Zimmerstraße 90 lagen 148 Zeitschriften und 19 Zeitungen aus. Vom 15. Oktober d. I. bis zum 31. März d.J. würden 27 374 Besucher gezählt. Im Winter reichten oft die Sitzplätze nicht aus. 1133 Bände der Bibliothek wurden im Lesesaal benutzt. Interessant ist die Nachweisung über die Benutzung der einzelnen Abteilungen. Am meisten wurden Bücher über Literatur und Dichtung benutzt, nämlich 30 138 mal, dann Geschichte 4637 mal. Für Erdkunde zeigten 2238 Interesse und für Kunst 1825. Ferner wurden 569 Bände über Volkswirtschaft usw.. 535 über verschiedene Gebiete. 481 über Rechtswissenschaft. 286 über StaatSwissenschaft und 35 über das Jahr 1848(Friedländersche Bibliothek) verlangt. Ja die preußisch-deutsche Freiheit zurückgekehrt ist gestern der Genosse H a n s W e b e r. der in seiner Eigenschaft als verantwort- licher Redakteur unseres Blattes im Strafgefängnis Tegel zwei Monate und drei Tage Zellenluft atmen mußte. Jetzt befindet sich noch unser Kollege Mermuth da draußen, dessen Eintritt bekanntlich am 9. Juli erfolgte und der noch bis 9. Oktober dableiben muß. Bon einer eigenartigen WehltStigkeits-Spekulation für den neuen Dom weiß der„Berliner Lokal-Anzeiger' zu berichten. Ihm sind Klagen zugegangen, daß über den Haupteingang. ,n der Saulenvor- halle, noch mehrere große und kleine Felder mcht ausgefüllt find, sondern ganz rohes Mauerwerk zeigen. Diese leeren Flächen sollen Mosaikbilder erhalten, zu deren Bestellung es aber noch an dem nötigen kleinen Gelbe fehlt. Das Scherlblatt benierkt dazu, daß „nach italienischem Muster' die Dombauverwaltung versuchen will, ob fich nicht auch für diese Ausgaben, wie für Kanzel, Altarbilder i und andere fromme Sachen, geeignete Wohltäter finden. w Vielleicht spendet Onkel Scherl selbst die Mosaikbilder aus dem erhofften Millionenüberschuß seiner Massenverblödungs-Bibliothek. nachdem er bei Hofe in Gnaden wieder aufgenommen ist. Sonst können sich auf diese allerdings nicht ganz billige Manier unter- schiedliche Industrielle den Hoflieferantentitel oder ein Knopfloch- vögelchen verdienen.____ Ein„aufmerksamer" Gerichtsvollzieher. Wieweit die Oberflächlichkeit eines Vollziehungs- b e a m t e n gehen kann, von dem man doch ganz besondere Vorsicht erwarten sollte, zeigt folgende nette Geschichte. Hat da ein Kellner mit dem allerdings nicht seltenen Namen Schmidt bei einem Abzahlungsinstitut irgendwelche Gegenstände auf Kredit entnommen, ohne regelmäßig die festgesetzten Raten- Zahlungen innegehalten zu haben. Der Gläubiger schickt nun. wie bekannt, sebr rasch den Gerichtsvollzieher, um zu seinem Gelde zu kommen. Dieser macht sich pflichtschuldigst auf.den Meg nach der Rigaerstratze Nr.... und fragt zunächst em Kind nach der Wohnung des Schuldners, die schließlich im Hofe 1 Treppe ermittelt wird. Dwt wohnt dem Kell n er gegenüber.. ejp Tl tzch.ler mit demselben Vornamen, aber dem Zunatnen Schultz:" Ohne sich nun noch genauer zu vergewissern, begehrt der Gerichtsvollzieher bereits morgens um 8 Uhr Einlaß bei Schultz, um zu pfänden. Herr und Frau Schultz erklärten, nichts mit der Kreditfirma je zu tun gehabt zu haben, doch der Beamte reagiert nicht hierauf. Beide Eheleute waren ob des Erscheinens des Gerichtsvollziehers so aufgeregt, daß sie sich das betreffende Schriftstück erst gar nicht genau ansahen, sonst hätten sie doch den Namen Schmidt mit der Berufsbezeichnung Kellner gewahr werden müssen. Aber die Ueber. raschung ließ diese Ueberlegung nicht gleich zu. Mann und Frau wurden barsch angefahren, mutzten ihre Porte- monnaies vorzeigen, und als die Frau dem Beamten Vorhaltungen machte, daß sein Verfahren doch gar nicht zu recht- fertigen sei, bei ihren vier Kindern sei doch nichts zu pfänden. da meinte der Herr, daß doch noch Kleinigkeiten wie Bilder usw. da wären, die er versiegeln könnte, wenn er wollte. Er drohte auch, die Schubkästen nachsehen zu wollen, schrieb den Betrag des bor- gefundenen Geldes auf, fragte, ob die Frau auf der Nähmaschine für ein Geschäft arbeite und dergleichen. Schließlich begnügte er sich mit dem„Unfruchtbar" im Protokoll, welches mit Schultz richtig unterzeichnet wurde und ging von bannen. Jetzt mutzte ihm oie Sache doch wohl verdächtig vorgekommen sein, er hatte sich nachträglich besonnen, daß er an eine falsche Adresse geraten war und der richtige Schuldner Schmidt anderswo wohnen müsse. Er kam wieder, entschuldigte sich ob seiner Oberflächlichkeit,'„die Sache sei doch nicht weiter gefährlich, er hätte ja noch nichts versiegelt. Die Frau solle ihm das Schriftstück(Zahlungsaufforderung an S ch m i d t) zu- senden, das Porto wolle er gleich da lassen". Allerdings war die bessere Einsicht dem Herrn Gerichtsvollzieher— Jagusch ist sein Name, er wohnt Voigtstratze 12— i erst gekommen, nachdem Herr Schultz in dessen Bureau gewesen und auf die Personenverwechse- lung hingewiesen hatte. Herr Jagusch hat sich nachträglich zu recht- fertigen gesucht mit der Bemerkung, er habe die Unterschrift deS Herrn Schultz nicht erst gelesen, sondern„das Ding einfach zugeklappt und eingesteckt". Ob Herr Jagusch nunmehr die verfahrene Sache in Ordnung gebracht, dem richtigen Schuldner seinen Besuch gemacht und etwa auch dort in so derber Weise aufgetreten ist, wie bei Schultz, das wissen wir nicht. Jedenfalls ist sein Auftreten, ganz ab- gesehen von seiner Oberflächlichkeit, ein derartiges gewesen, daß es eine ernste Rüge verdient. Die Schließung der Aiitowatenvarie'töS der Uniongesellschaft sind entgegen anderweitiger Meldung nicht erfolgt. Die„B. Z. am Mittag', der wir diese Meldung entnahmen, war irrtümlich unter- richtet. Zur Bekämpfung der Nnsittlichkeit hat im vergangenen Jahre die Kreissynode Berlin ll das Polizeipräsidium angerufen. Das Präsidium hat sich hierauf geäußert, und zwar in folgender Weise: „Die Exekutivbeamten der Sittenpolizei sind angewiesen» dem Treiben, der Dirnen auf den Straßen fortdauernd und in erhöhtem Maße ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und gegebenen- falls nachdrücklich einzuschreiten. Durch die Kontrollvorschristen ist den der sittenpolizeilichen Aufsicht unterstellten Frauens- Personen bei Vermeidung gerichtlicher Bestrafung verboten, sich in öffentlichen Lokalen auffällig bemerkbar zu machen, namentlich Männer anzulocken, oder sich ihnen aufzudrängen, zu rauchen, zu lärmen uno zu singen, sowie die in den Lokalen etwa befindlichen abgetrennten Räume zu betreten. Ein Verbot des Verkehrs der Dirnen in Kaffeehäusern überhaupt ist nicht angängig. Zur Bekämpfung der Ucbelstände, die durch den Besuch der Kinematographcn-Thcater seitens der Schulkinder verursacht werden können, sind die Schulbehörden veranlaßt worden, die Kinder in den Schulen vor dem Besuch der Kinematographen- Theater zu lvgrnen. Ferner ist die scharfe polizeiliche Ueber- wachung der Theater angeordnet und eine strenge Zensur der Bilder eingeführt. Die beantragte Zurücknahme der Polizei- stunden-Verlängerung für die Kabarette ist gesetzlich nur aus Gründen zulässig, welche die Entziehung der Konzession selbst rechtfertigen würden, oder bei nachgewiesener Gefährdung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung; diese Voraus- setzungen liegen nicht vor. Die Tingeltangel haben zu einer Aenderung der bisherigen Observationspraxis keinen Anlaß gegeben. Es ist anzuerkennen, daß das Treiben auf Rummel» Plätzen in den letzten Jahren, namentlich.im Norden und Osten der Stadt., fortdauernd zu berechtigten Klagen Anlaß gegeben hat und daß diese Veranstaltungen innerhalb der Groß- stadt einen Mißstand bedeuten. Da sie indessen durchgängig auf Privatplätzen eingerichtet werden, wo die Befugnisse der Polizei an sich beschränkter sind und es sich meist um Veranstaltungen handelt, die einer besonderen Erlaubnis nicht bedürfen, ist die Polizeibehörde zu ihrem eigenen Bedauern nicht in der Lage» den Mißstand einfach durch ein Verbot zu beseitigen, mutz sich vielmehr im. wesentlichen darauf beschränken, durch fortgesetzte Beaufsichtigung Exzessen vorzubeugen." Berittene Schutzleute in den Bororte«. In Schöneberg und Wilmersdorf werden bekanntlich Ende dieses Monats infolge der vielen Ueberfälle auf den steten Gelände» berittene Schutzleute Dienst tun. Auch Rixdorf, Lichtenberg und Rumme�'- bürg sollen im nächsten Jahre berittene Schutzleute erhalten. Die entstehenden Kosten werden für 1909 etatisiert werden. In Lichten- berg sollen schon vom 1. August ab Berliner berittene Schutz- leute in Patrouillendienst treten. Sie werden besonders die großen unbebauten Gelände auch zur Nachtzeit durchreiten. Drei schwere Unwetter haben am Sonntag in Berlin und in der Umgebung getobt. Morgens in der siebenten Stunde brach ein Gewitter herein. daS von einem wolkenbruchartigen Regen de- gleitet war. Durch die enormen Wassermengen, welche nieder- gingen, wurden in den bekannten Ueberschwemmungsgebieten recht erhebliche Ueberflutungen herbeigeführt. Stellenweise drang das Wasser über den Bürgersteig in die Kellerwohnungen Schwerere Folgen hatte das Gewitter, das am Nachmittag gegen fünf Uhr tobte. Durch den gewaltigen Sturm, der dem Gewitter vorausging, wurde ganz erheblicher Schaden angerichtet. Tausende von Scheiben wurden im Innern der Stadt zertrümmert und zahlreiche Schilder losgerissen. Auch der Baumbestand hatte unter der Einwirkung des Orkans zu leiden. Als daS Unwetter cinl-V-. hielten sich viele Tausende von Berlinern in der Umgebung aus. Vollständig durchnäßt langten sie zum großen Teil abends in der Reichshauptstadt an. Eine beklagenswerte Katastrophe wurde durch daS Gewitter im Grunewald verursacht. Der 27jährige Rohrleger Heinrich Sprenger aus der Lübecker Straße 2 hatte mit einem Freund eine Radtour nach Wannsce unternommen. Als das Gewitter gegen 5 Uhr einsetzte, suchten die beiden in der Nähe des Kaiser Wilhelm» Turmes unter einer mächtigen Eiche Zuflucht. Plötzlich schlug ein Blitz in den Baum und zerspaltete ihn in zwei Teile. Springer, der sich an die Eiche angelehnt hatte, wurde durch den Blitzstrahl getroffen und auf der Stelle getötet. Sein Begleiter wurde durch einen elektrischen Schlag betäubt, doch erholte er sich bald wieder unter den Händen eines herbeigeholten Arztes. Bei Sp. waren alle Bemühungen vergeblich. Ter Bedauernswerte hinterläßt seine Frau und zwei kleine Kinder. Einen höchst deprimierenden Eindruck, so schreibt uns ein Freund unseres Blattes, machte es dieser Tage auf das Publikum, als die Kinder einer Ferienkolonie, die einen Ausflug nach Treptow gcinacht hatten, mit einer Saimnelbischse im Kaiserbad und Restaurant Pfitzner-Treptow von Tisch zu Tisch gingen. ES gab wohl fast jeder etwas, aber man konnte deutlich beobachten, wie der größte Teil der Spender ihren Widerwillen und ihre Entrüstung dahin ausließ. Väß es keine Art sei» die kleinen Ferienlolonijwn zu dieser Fechterei anzuhalten. DaS meinen auch wir. DaS Opfer einer Gasvergiftung ist das 22jährige Hausmädchen Herta Bernbusch, das bei dem Kaufmann D., Hagollsbcrgerstr. 46, in Stellung war, geworden. Hausbewohnern fiel es in der vor- gestrigen Nacht auf, daß sich auf dem Flur ein verdächtiger Gas- geruch bemerkbar machte. Man stellte bald fest, daß das Gas aus der Wohnung des Kaufmanns D. herausströmte. Als man die Tür gewaltsam geöffnet hatte und die Wohnstube betrat, ent- deckte man auf dem Teppich die B. in völlig IcHlosem Zustande. Einer der Gashähne am Kronleuchter war gpöfsnet und das Zimmer vollständig mit Gas angefüllt. Durch ei* verhängnisvolles Versehen hatte das junge Mädchen den Gashahn offen gelassen. Ein weiblicher„Fledderer" ist durch die Polizei verhaftet worden. Seit mehreren Wochen trieb ein. etwa 18jährigcS Mädchen in den nördlichen Vororten ihr Unwctzcn. Die gefährliche Schöne verstand es, Männer an sich heranzulpckcn und sie in der raffiniertesten Weise zu fleddern. Mit Kennerblick suchte sie sich nur solche Opfer aus, bei denen sie viel Gcäd vermutete. Ohne daß die Gerupften etwas davon bemerkten, verstand es das junge Mädchen, ihnen das Portemonnaie und Wertsachen zu rauben. Die Tat einer Lebensmüden rief am Sonntagabend in der Friedrichstratze ungeheueres Aufsehen hervar. Ein etwa 25 Fahre altes Mädchen, das vom Bahnhof Friedrichstratze herkam, eilte an der Wcidcndammer Brücke plötzlich an das Geländer, kletterte darüber hinweg und stürzte sich mit einem Aufschrei in die Spree hinab. Im Wasser stieß die Lebensmüde laute Hilferufe aus. Zwei junge Leute und ein Soldat bestiqgen sofort den Rettungs- kahn und versuchten die Selbstmordkandidatin zu retten. Aber erst nach längerem vergeblichen Suchen fanden sie die bereits Bewußtlose. Auf dem Transport nqch der Charits starb die Unbekannte. Entgleist. Amtlich wird berichtete Gestern abend entgleisten 8 Uhr 30 Minuten auf Bahnhof Potsdam von dem ausfahrenden Güterzug 8701 infolge Achsenschentctbruchs fünf Wagen. Der Verkehr auf der Wannsec- und Stadtbahn zwischen Station Wann- see und Potsdam wuroc für den Abend teilweise gesperrt. Per- sonen sind nicht verletzt. Der Materialschaden ist nicht erheblich. Wegen eines DachstuhlbrandeS wurde am Montag die zweite Kompagnie nach der Palifadenstr. 98 gerufen. Dort war in den Bodenverschlägen deS OuergebäudeZ Feuer ausgekommen. Bei An- kunst der Feuerwehr brannte schon der Fußboden, daS DachgcbM und anderes. Durch kräftiges Wassergeben gelang es die Flammen auf dem Dachstuhl zu beschränken. Die Entstehung ist nicht ermittelt. Radrennen in Spandau. Anläßlich des„Großen Preise« von Spandau", einem 100 Kilometer-Rennen mit der brillanten Besetzung von Stellbrink, Theile, Demke, Bnmi und Ryser. kam es zu unliebsamen Zwischenfällen, die in einen wüsten Tumult aus» arteten und mir einer teilweisen Zerstörung der Bahn endeten. DaS Nennen hatte bei drohendem Gewitterhimmel seinen An- fang genommen. Stellbrink erlangte als erster Anschluß, ge- folgt von Theile, Demke, Rvser und Bruni. Jedoch in der dritten Runde ziehen Theile und Demke an Stcllbrink vorbei, aber letzterer erobert sich bereits in der nächsten Runde den Platz bor Demke zurück und geht in der 6. Runde bor Theile. somit die Führung übernehmend. Ryser erleidet Motorschaden und fällt zurück, auch Bruni wird bald geholt, und so liegt das Reimen zwischen den drei Berlinern. In der 18. Runde will Stellbrink an Demke vorbei, doch dieser wehrt sich energisch und zieht davon. Inzwischen rückt Theile zu Stellbrink au? und jagt Stellbrink auf Demke zu; in der 28. und 29. Runde wird er von beiden passiert und somit stehen sich nur noch die augenblicklich besten Fahrer gegenüber. Stellbrinck vergrößert leinen Borfprung zusehends. Da jagt ein jäher Windstoß über die Bahn, Lichtenberg. 1 1 lungenes Boltsfet, bas leider für biele stt früh, Geranlagt durch den ununterbrochenen Regen gegen Abend, sein Ende fand; schwere Tropfen fallen und in der 41. Runde wird das Rennen Der Sozialdemokratische Wahlberein für Lihtenberg hielt am Fadelzug und Feuerwerk mußten deshalb ausfallen. Die Arbeiter abgeläutet. Unflugerweise läßt die Direktion sofort bekannt geben, daß die Rennen auf Montag abend verschoben und entfesselt Dienstag in Arnolds" Schwarzen Adler" seine Generalversamm Samariterkolonne hatte nur einige leichte Fälle" zu behandelw lung ab. Nach dem Vorstandsbericht haben im de rflossenen halben brauchen. Mit zweierlei Maß ging die liebe Polizei. hierdurch einen allgemeinen Entrüstungssturm, der dann später in Jahre 7 erweiterte und 18 engere Vorstandssitua igen, sowie zahlbehörde auch hier mal wieder vor: dem Johannisthaler Tumulten endigt. Das vorausgegangene auptfahren ge- reiche Bezirks- und Abteilungssigungen stattgefunden; ar gerdem missionsfest- Komitee war am Bahnhof eine Stan. wann urameier vor Techmer, Caraperri, Beter und Nudel Auch die Nabrennen in Treptow und geblendorf erfreuten sich die 7 öffentlichen Versammlungen eines guten Bedarte mit dem Hinweis auf sein Fest gestattet, bei uns gab's Auch die Radrennen in Treptow und Zehlendorf fuches. Die Frauen haben infolge des neuen Bere insgefehes ihren die Erlaubnis nicht! Na, es ging auch ohne dem. konnten der Ungunst des Wetters wegen nicht zum Austrag ge- uebertritt zum Wahlverein vollzogen und sind im angeren Vorstand bracht werden. In Treptow hatte man gegen 5 Uhr kaum mit vertreten. Im kommenden Winter sollen belehrende rträge gehalten dem Dauerrennen begonnen, als ein heftiges Gewitter einſegte werden. Die Arbeiter- Bildungs- Schule hat sich bereiterklärt, nach einer Bause von 1% Stunden war die Bahn abgetrocknet und einen Kursus über Nationalökonomie einzurichten.. Die Kaffender Versuch aufs neue gemacht; abermals fette der Regen ein und verhältnisse find folgende: die Einnahmen vom 1. Jernuar bis Ende nach 23. Kilometer mußte das Rennen zum zweiten Male ab- Juni 1908 erreichten die Höhe von 4479,40 m., demgo zenüber stehen gebrochen werden. Wie werall war Erster in 20 Min. 4 Set. Ausgaben von 3873,20 m., es bleibt somit ein Bestand von 606,20 bor Schadebrodt 600 Meter, de Bruin 2400 Meter und Hugo Mart. Die Mitgliederzahl des Wahlvereins ist auf 2124 gestiegen, Brahrembel 2700 Meter zurüd. Die Rennen werden am Mittwoch es wurde hierbei der Wunsch ausgedrüdt, nicht zu erzüden, damit abend 7 Uhr ausgefahren werden. Die Behlendorfer Rennen mußten gleichfalls verschoben bald das dritte Tausend erreicht ist. werden. Aus dem Bericht des BarGerichts- Zeitung. Neber die Haftpflicht des Korrektors hat die zuständige Polizeibehörde für den Berliner Vorort Num melsburg recht sonderbare Ansichten betätigt. Gelegentlich der Ge werbegerichtswahlen dortfelbst waren von interessierter Seite aus Flugzettel verbreitet worden, auf denen die Firmenangabe des Druders fehlte. Für dies Versehen wurde der Korrektor haft tar gemacht und mit einem Strafmandat über 3 M. nebst 1,40 m. Kosten bedacht. Der inzwischen aus jener Druderei ausgeschiedene Korrektor hat die Verantwortung von sich abgewiesen und gegen das Strafmandat richterliche Entscheidung beantragt. Nach der flaren Vorschrift der§§ 6 und 19 des Brezgesetzes haftet der Druder, nicht der Korrettor. Die richterliche Entscheidung muß deshalb zu einer Freispredjung führen, Eingegangene Druckschriften. dr Runft und Rünstler. Heft 10. Monatsschrift. Bierteljahr 6 m Berlag B. Cassirer, Berlin. La Grève et le Lockout en Allemagne par Ed. Bernstein. Bruxelles. Mitch et Thron. Briefkaften der Redaktion. Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Genosse Grauer machte auf den Unterschied im Mitglieder bestand vom Juli 1908 und heute aufmerksam. Bor nur ehn Jahren Zu dem Tumult auf der Spandauer Rennbahn, den wir im genügte der fleinste Saal des Ortes zur Aufnahme der General Rennbericht tura erwähnen, wird noch von anderer Seite berichtet: bersammlung. Von den vorhandenen 87. Mitgliedern tourden 43 Die Spandauer Radrennbahn hat von dem ersten Tage ihres Be- als Restanten gestrichen. Die etwa 30 in der Berjamin Lung An stehens an unter feinem glüdlichen Stern gestanden. Entweder ber- wesenden bemühten sich vergeblich obwohl ziemlich die Hälfte in regneten die Sennen, oder es ereigneten sich Todesstürze, oder es Vorschlag tam einen Vorsitzenden zu wählen! Der gemachte erschienen so wenig Buschauer, daß die Rennen abgesagt werden Fortschritt, der teilweise auch auf die rapide Entwicklung ihes Ortes mußten. Das Bublikum das auf diese Weise ständig um sein Gelb, zurückzuführen ist, ist unverkennbar, muß aber dazu veranlassen, feine Beit und feinen Genuß tommt, sollte auch gestern wieder in Zukunft weiter fräftig zu wirken. um seine Hoffnungen betrogen werden. Der Große Preis von Treptow- Baumschulenweg. Deutschland, ein 100- Kilometerrennen, das bon Stellbrint, Demte, Die legte ordentliche Generalversammlung des Wahlereins Günther, Ryser und Theile bestritten wurde, war bis zum 18. Nilometer gediehen, als ein Regeriguß die Rennleitung zwang, ab im Lokale der Rennbahn in Treptow beschäftigte sich in der Haupt zuläuten. Da neue Wolfen heraufzogen, ließ die Direktion an fache mit der zu einem bedauerlichen Zantapfel gewordenen die großen Tafeln aufschreiben, daß die Rennen auf Montag ver- Trennungsfrage. In einer fürzlich stattgefundenen außerordent schoben feien. Die Buschauermasse rührte sich aber nicht vom lichen Generalversammlung in Baumschulentweg war mit großer Fled und pfiff und johlte. Dadurch schienen bie Bielrichter außer Mehrheit beschlossen worden, den Wahlberein in zwei selbständige Die furiftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gweiter vier Treppen, Faffung gekommen zu sein, fie ließen die Tafelaufschrift ablöschen Vereine zu trennen. Da der Zentralvorstand des Kreises diesem Geöffnet 7 Uhr und anschreiben: Die Rennen werden fortgeseßt, sobald die Bahn Beschlusse seine Zustimmung in einem Echreiben, an den Vorsien of britter Eingang, trocken ist." Erst dann ist es den mit 80 bis 90 kilometergeschwindig- den bersagte, kam es erneut zu lebhaften Auseinandersetzungen, wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. keit dahinsausenden Radfahrern möglich, auf dem Bement ohne Nach langer Debatte wurde beschlossen, eine Entscheidung der Kra is, Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Lebensgefahr zu fahren. Aber diese zweite Inschrift wurde wieder generalversammlung herbeizuführen. E. 64. Sie fönnten auf Alimente für das Kind flagen, Ihr Mann entfernt und aufs neue angeschrieben:„ Die Rennen finden Montag standes ist noch das Ergebnis der Landtagswahl zu erwähnen. Van wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. statt." Jeht ergoß sich eine große Menschenmasse in den Innen- 3919 eingeschriebenen Wählern haben 1783 ihr Wahlrecht ausgeült hätte aber das Recht, bie Herausgabe und Erziehung des Kindes zu ver langen, M. 8. 24. 1. und 2. Wenden Sie sich direkt an die Große raum der Unglücksbahn. Die Barrieren wurden zerschlagen, die Von diesen stimmten 1320 für unsere Wahlmänner. Bon den 415 M. B. 300. Leider ist die Lösung Ostbahn. großen Tafeln zertrümmert und schließlich auch die Bielrichter- au wählenden Wahlmännern eroberten mir 22.3ur Kreisgenerals. Berliner Straßenbahn. 3. Nein. tribüne gestürmt und demoliert. Die Spandauer Schußleute ver- bersammlung werden die Genossen Mundt, Strieber, Wege, Hoff des Vertrages ohne Zustimmung des Wirtes nicht möglich. - B. 3. 134. Sie müßten sich an das Landfuchte vergeblich, das Zerstörungswert aufzuhalten. Die Richter mann und als Ersatz Haß, zur Verbandsgeneralversammlung die Ihr Kollege hatten sich unterdessen in Sicherheit gebracht und riefen bas Genossen Hartmann, Haß. Wege und als Ersatz Chm delegiert. gericht mit dem Antrag auf Bewilligung des Armenrechts und der UeberSachverhalt darstellen und beantragen, Ihnen zweds Erhebung der Klage Militär um Hilfe an. Im Laufschritt erschienen fünfzehn Zum Schlusse gab der Vorsitzende, Genosse Gramenz, seine Amts- reichung des Armenrechtsscheins wenden. In dem Antrag müßten Sie den auf unehelichkeitserklärung der Kinder das Armenrecht zu bewilligen. So Mann mit aufgepflanztem Bajonett. Jetzt entstand eine äußerst niederlegung bekannt. tritische Situation. Ein Polizeileutnant forderte die Tumultuanten Nowawes. A unge die Unehelichkeitserklärung nicht durch Gerichtsurteil ausgesprochen i, gelten Sie nach dem Gesek als Bater der Kinder und sind unterhaltsauf, die Bahn zu verlassen, widrigenfalls das Militär mit ge fälltem Bajonett anrücken werde. Die Berstörer michen aber A. 111. Sa. nicht. In diesem Moment brach ein Unwetter los, das WirbelTie Durchführung der Klage ist an fich schwierig und ist durch wind, Donner, Blitz und Regen auf einmal auf die Bahn ausdas lange Barten noch angerordentlich erschwert. Unreell 24. Lassen Sie es auf eine Stlage ankommen. Die Ent schüttete und alles zur Flucht auf die Tribünen trieb. Bon den ab angen. Alter Abonnent 37. Benden Sie sich an einen Münzen Tribünen wurden dann die Tumultuanten durch das Militär enthaibung würde von dem Gutachten eines gerichtlichen Sachverständigen handler. E. 23. 034. Bor der Beratung der Geschworenen stellen der fernt, und nun fuchte sich alles aus dem Gelände der Rennbahn in die Stadt zu retten. Die Polizei hat mehrere Personen verStatsanwalt und der Berteidiger die Einträge, ob die vorgelegten Schuld. haftet, aber nach Feststellung des Namens und der Wohnuna wieder nagyon bejaht oder verneint werden können. Nur über die Schuldfragen habe die Geschworen su urteilen. Berneinen die Geschworenen die Schuldentlassen." fragen, fo ist ber Angeklagte freizusprechen; bejahen die Geschworenen die Schull frage, so tonnen der Staatsanwalt und der Verteidiger Anträge Das Gericht( nicht die Ges wildfich tlich der Höhe der Strafe stellen. 19 Bei der Dampferpartie des Kanzlehrerberbandes Solidarität" am 7. Juli 08 ist ein Damenschirm gefunden worden. Derselbe kann jederzeit im Lokal von Pavel, Große Frankfurter Straße 99 in Empfang genommen werden. Feuerwehrbericht. Am Sonntag hatte die Feuerwehr schon früh um 6 Uhr einen Dachstuhlbrand in der Manteuffelstr. 96 zu löschen, der vermutlich durch Brandstiftung entstanden ist. Die 2. Kompagnie Löschte die Flammen mit zwei Rohren von Dampfsprißen. Um 10 Uhr brannten in der Friedenstr. 46 Bodenverschläge mit Inhalt. Auch bei diesem Brande, der schnell gelöscht werden konnte, nimmt man borsätzliche Brandstiftung aus verschiedenen Gründen an. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der Stralsunder Straße 14 84 tun, in einer Küche Feuer ausgekommen war. Nachmittags um 5 Uhr hatte die Wehr an drei Stellen zu tun. In der Lübbener Straße 11 brannten in einer Schneiderwerkstatt Stiften mit Inhalt, der Fußboden u. a., in der Neuen Jakobstr. 5 Buzwolle usw. in einer Druderei und alte Jakobstr. 71 Bapier. Wegen eines Wohnungsbrandes wurde die Wehr nach der Hussiten straße 73, wo Betten, Gardinen usw. in Brand geraten waren, alarmiert. In der Sefsischenstr. 1/4, in dem dortigen Chemischen Institut, brannte das Natrium- Laboratorium. Ferner hatte die Wehr in der Posener Straße 29, Sendelstr. 1, Mirbachstr. 38( Badestube), Greifswalder Str. 55/56 und auf mehreren Güterbahnhöfen zu tun. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Die Generalversammlung des Wahlvereins am Dienstag ehrte zunächst das Andenken der verstorbenen Genossen Buschheim, Brandes und Namroth. Im letzten Vierteljahr sind 250 Neuaufnahmen bezw. Uebertritte in den Wahlverein zu verzeichnen. Genosse Stiefenhofer erstattete den Bericht über die Landtagswahl. Während wir am Orte im Jahre 1903 7000 Stimmen erhielten, sind diesmal 19 000 Stimmen aufgebracht worden. Genoffe Bietsch würdigt das Ergebnis des näheren, betonend, daß unsere Genoffen über das tomplizierte Wahlgesetz sich beffer unterrichtet gezeigt hätten als die Gegner, denn lettere hätten sich vielfach bei unseren Leuten erst Bescheid holen müssen. Die Aufnahme einer Anleihe don 500 000 mt. bei der Aurigtig. Es tönnte auch mit Strafe gegen Sie vorgegangen werden. und Neumärkischen Ritterschaftlichen Darlehnstaffe zu einem Zins jabe von 4 Proz., Zahlung eines Verwaltungsbeitrages von 10 Proz. und Berechnung des Darlehns mit 1½ Broz, unter den jeweiligen Tagestursen der bei der Aufnahme zur Ausfertigung gelangenden Ritterschaftlichen Kommunalverschreibungen beschloß die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sihung. Die Summe foll zur Leistung der im Etat vorgesehenen außerordentlichen Ausgaben ( Kanalisation, Straßenpflasterungen usw.) dienen. Ein Antrag auf Erhöhung der Entschädigung für die Vers tretungsstunden der Volksschullehrer von 1 Mart auf 1,50 Mark gab dem Genossen Grusl Veranlassung, eine scharfe Kritik über die Art und die Höhe der Ueberstundenentschädigung an den verwonnen) hat unter Würdigung aller Umstände und unter Berücksichtigung der Ant der Beantwortung der Schuldfragen seitens der Geschworenen die schiedenen Schulen im Orte zu üben. So bekommen die Lehrer Höhe der Strafen zu bestimmen. Ist das Gericht eluftimmig der Ansicht, an der Fortbildungsschule je nach der Gehaltsstufe 2. 2,50 bis bab die Geschworenen zu ungunsten des Angeklagten enfchieden haben, so 3 Mart pro Ueberstunde; an den Vorschulen des Realgymnasiums tann es die Berweisung der Sache an ein anderes Schwurgericht aussprechen. B. Der Beamte braucht sich keineswegs firchlich trauen zu lassen. refp. der Höheren Töchterschule werden die Vertreterstunden mit R. G. 37. Der Bater 2,50 Mart bezahlt, während die Voltsschullehrer bisher nur 1 Mart 3hre Tochter braucht sich nicht taufen zu laſſen. A. G. 32. pro Stunde erhielten; hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß an der ist nicht erbberechtigt. Buständig wäre das Landgericht 8. F. G. 84. 1. Ja, aber nur, wenn wegen Fortbildungs- und Vorschule keine Vertreterstunden unentgeltlich und 3. Nein. 2. Ja. zu leisten sind, sondern jede Stunde bezahlt wird, während an den Ghebuds die The geschieden wird. 2. und 3. Ja, Ch. Br. 14. L. Sie fönnten die Klage abwarten oder auf Anerkennung lagen, daß Sie der Boltsschulen 180 Vertreterstunden ohne jede Vergütung zu leisten Firma nihts( chulden. Die Aussichten in dem Prozeß find aber für Sie find; dazu kommt, daß an den Vorschulen nur 26, an den Volts- ungünstig weil Sie nicht sofort reklamiert haben. 2. Ja. 3. Mein. schulen dagegen 30 Pflichtstunden pro Woche von den Lehrern zu 6. 10. 1. Ja. 2. Wenden Sie fich an einen Bilderhändler. absolvieren sind. Genosse Gruhl betonte, daß die Verhältnisse eine F. 23. 4. Füllen Sie eine Stärteliste mit Holzwolle oder Heu aus. große Ungerechtigkeit gegen die Volksschullehrer darstellen; daran Pfeil. 1. Auf Verlangen tann Aushebung außerhalb Sachfens statt. Stralan Rummelsburg. Sie find im Recht. feien aber die Sozialdemokraten unschuldig, da man sie gefliffentlich finden. Ja. P. P. 20. Benden Sie sich an den Vorfißenden des Schwimmers aus den Schuldeputationen fernhalte, so daß sie nur auf Umwegen bundes, Canil Gerstmann, Rigdorf, Bergstr. 9a. 2. Benden Sie sich an den von derartigen Uebelständen Kenntnis erhielten und so nicht Borfitenden bes Arbeiterradfahrerbundes Baul Lambed, Berlin, Usedomgenügend an der Beseitigung derselben mitarbeiten könnten; selbst straße 8 im Baden. 23. D. 23. Eine Beleidigungsflage wäre in Ihrem verständlich würden die Sozialdemokraten für den vorliegenden alle ausfchtslos, weil der Frau Wahrnehmung berechtigter Intereffen Antrag, den sie nur als Abschlagszahlung betrachten, stimmen, berechtigter 2Bahrnehmung zugebilligt werden würde. jedoch sei zu wünschen, daß die Lehrer in Zukunft ihre Anträge zehn Jahren. 3. Ja Benden Sie sich an ein Krankenhaus. Bis zur vor der Etatsberatung der Gemeindevertretung vorlegen. Die Wiederherstellang nach der Bruchoperation vergehen etwa 14 Tage. Die Aufforderung und die Pfändung kann wiederholt Bertretung schloß sich den Ausführungen Gruhls an und stimmte.. 100. in dreißig dem Antrage au. Nach Erledigung einiger fleinerer Sachen werden. 3. K. 40. 1. Die eingeklagte Forderung berjährt Jahren. 2. Die Entfagung hätte teine Rechtsgültigkeit. 8. A. 111. wurde die öffentliche Sigung geschlossen. Rigdorf. Gegen die Entscheidung der Innung würde Ihr Sohn mit Aussicht auf Erfolg innerhalb eines Monats Klage beim Amtsgericht erheben können. Fahrraddiebstähle tommen in letter Beit in unferem Orte außerordentlich häufig vor; besonders haben es die Diebe auf Räder abgesehen, die vor Geschäftslotalen unbeaufsichtigt stehen, während die Besiber in den Geschäften ihre Besorgungen machen; mit welcher Dreiftigkeit die Fahrradliebhaber" arbeiten, geht daraus hervor, daß fura hintereinander drei Fahrräder von den Rorridoren des Rathauses gestohlen worden sind, deren rechtmäßige Befizer in den Bureauräumen weilten. Die Hauskommission der Gemeindevertretung beabsichtigt deshalb, im Rathause für die Besucher desselben einen verschließbaren Raum zur Aufbewahrung ihrer Fahrräder einzurichten. Trebbin( Kreis Teltow). 105, 1. und 2. In Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Sentral- Martthallen. Wartilage: Fleti: fleisch nachgebend, sonst anziehend. Bild: Zufuhr mäßig, Geschäft lebSufuhr genügend, Befchäft flau Breise für Rindfleisch unverändert, Stalb. Geflügel: Zufuhr über Bedarf, Geschäft haft, Breise behauptet. Fische: Bufuhr mäßig, Geschäft ruhig ichleppend, Breise gebrüdt. Butter und Käse: Breise für Aale niediger, sonst wenig verändert. Dbst und Südfrüchte: Geschäft ruhig, Breije unverändert. Gemüse, Bufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Breise gebrüdt, Gurten und Kirschen schwer verläuflich. Witterungsübersicht vom 20. Juli 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Winb Windstärke Better 3wolfig Temp. n. C. 5° C. 4° R. 21 1 moltig 755 SSD 1 bedeďt 1 bedeckt Stationen Barometer stand mm Wind richtung aparanda 759 DND Bindstärke Better Temp. n. E. 5° E. 4°. 1 halb bb. 21 2 moltig 17 14 3 Dunft In der letten Sigung der Stadtverordnetenverfammlung wurden die wieder bezw. neugewählten Stadtverordneten in ihr Hierauf hielt Genosse Adolf Hoffmann einen Vortrag über Die Amt eingeführt und vom Bürgermeister auf die Pflichten des böse Sieben im Landtag". Hoffmann geht auf den Charakter des Amtes hingewiesen. Bei der Wahl des Vorstehers wurde Herr Junterparlaments näher ein und tennzeichnet die dort herrschende C. Binge gewählt, als Stellvertreter Herr F. Köppen. Reaktion in schärfster Weise, um schließlich die Aufgaben sozial- Durch Feuerlärm unterbrochen wurde die lekte Stadtver. amb 753 D Damburg N demokratischer Vertreter in diefem bisher sozialistenreinen pause ordnetenfißung. Auf bisher unaufgeklärte Weise brannte der Berlin darzulegen. Den Staffenbericht gab Genosse Müller. Die Gesamt Dachstuhl des dem Schloffermeister A. Binge gehörigen Hauses. Fran.a.m. 755 ND einnahme inklusive Bestand vom 1. Quartal betrug 1943,87 m., Das Feuer blieb auf seinen Herd beschränkt. Kurze Zeit darauf Münden die Gesamtausgabe 1547,79, M., dabon wurden an die Zentralkasse brannte die Scheune des nebenanliegenden Grundstückes des Bäder- Bien abgeliefert 1295,70 M., es verbleibt somit ein Ortsbestand von meisters Hille. Jedenfalls waren Funken von dem brennenden 396,08 m. Genosse Bietsch machte auf die Nachwahl im 5. Bezirk Dachstuhl des Nebenhauses in die Scheune geflogen. Bei beiden aufmerksam und beleuchtete das Verhalten der bürgerlichen Wahl- Bränden zeigte sich die Nützlichkeit unserer Wasserleitung, die vor schwachen nördlichen Minden und fortdauernder Gewitterneigung. borsteher, nur dadurch, daß der betreffende Wahlvorsteher das Wahl- handenen Hydranten konnten schnell ungeheuere Wassermengen reglement nicht tannte, muß eine Nachwahl vorgenommen werden. abgeben und weiterer Verbreitung des Feuers vorbeugen. Diese wird wahrscheinlich im Herbst stattfinden. B 755 768 NB 7639 763 NND 1 bebedt 13 4 bebedt, 14 18 Betersburg 7625 19 Scilly 19 berbeen 2 bedeďt 12 Baris 756 NND 1 Getvitt. 15 Wetterprognose für Dienstag, den 21. Juli 1908. Etwas fühler, teilweise heiter, aber sehr veränderlich bei meist Berliner Betterbureau Wafferftands.Nachrichten ber Landesanftalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt bom Berliner Betterbureau. Bafferstand am feit 19. 7. 18. 7. cm 100 cm¹) 0 Memel, Tilfit +3 Bregel, Insterburg-18 52+8 eichsel, Thorn 106 17 . Kroffen Frankfurt 74<<- 4 Bafferstand Saale, Grochliz Havel, Spandau) Rathenow) Spree, Spremberg) Beeskow am feit 19.7. 18. 7. cm cm¹) 92+7 52 Aus der Gewerkschaftskommission. Unter recht schwacher Be Das Bolksfest des Kreises Teltow Beestow Charlottenburg teiligung tagte am 17. Juli im Voltshause" eine Gigung der am Sonntag in Hasselwerder stand zu einem erheblichen Teil im Charlottenburger Gewerkschaftskommission, in welcher zunächst der Zeichen der Gewitter. Schon das Frühkonzert um 6 Uhr litt Raffenbericht pro 2. Quartal 1908 erstattet wurde. Die Gegenüber barunter, es mußte im Saale abgehalten werden, dennoch steigerte stellung der Ein- und Ausgaben ergibt einen vorhandenen Kassen sich der Bustrom der Festteilnehmer im Laufe des Tages von bestand am Schlusse des 2. Quartals von 461,39 Mart. Dem Stunde zu Stunde. Um Mittag bis gegen 5 Uhr, to erneute Rassierer wurde auf Antrag der Revisoren Decharge erteilt. Vom Gewitter mit fast ununterbrochenem Regen einsekten und manchen Obmann, Genossen Flemming, wurde hierauf bekanntgegeben, daß aus dem Garten vertrieben, war in dem Riesenetablissement taum am 1. Juli die Brauer der Gewerkschaftskommission beigetreten ein Pläßchen freigeblieben. Es wurde auch viel geboten: neben find. Des weiteren wies er auf die geplante Theatervorstellung dem Konzert, Gesangsaufführungen von Arbeitersängern, Radmit dem Stück„ Ausgewiesen" hin, die am 21. Auguft zum Besten fahrern, Turnern, trat das so beliebte Berliner Ult- Trio mit Barthe, Schrimm unferes Bolishauses" stattfinden soll. Die Protokolle des 6. Ge- feinen den Tagesereignissen entnommenen Couplets auf; auch der wertschaftstongresses find zum Vorzugspreise von 25 Pf. beim fogenannte" Teltower Kreis- Rummel" mit Bäntelsängern, Karita- nege, Borbamm Raffierer zu entnehmen. Die Besprechung über die Verhandlungen turen- und Raritätenkabinett, Bauernschänke und was sonst noch E1be, Leitmerit des 6. Gewerkschaftstongresses in Hamburg wurde wegen des fand den ungeteiltesten Beifall. Ein Genoffe hatte als Karikaturen. schwachen Besuches bis zur nächsten Sizung vertagt. zeichner wirklich Beachtenswertes geleistet und Politik und ParteiOhne jegliche Entschuldigung fehlten die Delegierten der leben mit gutem Wib unter feinen Beichenstift genommen. Das Fleischer, Gärtner, Holzarbeiter, Metallarbeiter, Schmiede und Sommerfestblatt, die Teltower Streis- Rübe", tat ihr übriges in Schuhmacher. puncto Sumor und Satyre. Es war mit einem Wort ein ge- leichsel ist morgen oder übermorgen ein stärkeres Steigen zu erwarten. " Dresden 87+10 efer, Münden Minden Rhein, Marimiliansau Kaub Landsberg 18-1 6-1 -1 3 204 -87 Stöln 194 -190 Nedar, Heilbron 40 Barby Magdeburg. 44 -6 65-11 Main, Wertheim 99 Mosel, Trier 1)+ bedeutet Buchs, Fall, 2) Unterbegel. An der preußischen Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.shl Mittwoch, den 22. Juli 1908, finden im gesamten Zweigverein die Todesanzeige. Allen Freunden und Genoffen bie traurige Nachricht, daß meine liebe Frau 37252 Friederike Biller geb. Stanscheit am 19. Juli, nachmittags 3 Uhr, nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Stichwahlen der Delegierten um 10. Verbandstag statt.es, day, br Die Bersammlungen der Zahlstellen der Maurer beginnen abends 8 Uhr in folgenden Lokalen: Berlin, im Saal I des Gewerkschaftshauses. Charlottenburg, im einen Saal bes Bollshauses. Rixdorf, bel htel Bergstraße 151. Wilmersdorf, bei Rafeler, Lauenburger Straße 21. Weißenfee, bei Rohtopf, Königchaussee 38. Gr. Lichterfeldt, sei affago, Chauffeestraße 55. Friedrichshageu, bei erche, Friedrichstraße 112 Friedrichsberg, 6. pierenhagen, Scharnweberfte.61. Ober- Schöneweide, he glan, Bilhelminen hofftraße 79. Steglik, bet& rüger, Seefeftraße 1 Marienfelde, bei Oberschmidt, Berliner Straße 114. Mariendorf, bei Lowenhagen, Chausseestraße 27. Tempelhof, sei wüller, Berliner Straße 41. Tegel, bei Kinzler, Schlieperstraße 64. Pankow, bei Clemen, Bollantstraße 122. Adlershof, set Raul, Bismardstraße 16. Alt- Glienicke, bet sas Grünauer Straße 29. Mahlsdorf, bei Schliefe, Sonower Straße& Die Versammlung der Puter findet abends 6 Uhr in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59( großer Saal) statt. Tagesordnung: 138/15 1. Stichwahl. 2. Abrechnung vom zweiten Quartal 1908. 3. Beschlußfassung über die Verlegung des Bureaus, sowie über die Verschmelzung der Lokaltassen im Gesamtzweigverein mit der Zweigvereinskasse. In allen Versammlungen legitimiert zum Eintritt bas Mitgliedsbuch! Die Zweigvereinsleitung. NB. Nach der Bibliothekordnung, muß die Zweigvereinsbibliothek im Juli jeben Jahres einer Inventur unterzogen werden. Da in diesem Jahre hiermit zugleich eine Neuordnung und Drucklegung des Katalogs verbunden sein muß, zweds Aufnahme der von der Freien Vereinigung übernommenen Bücher, fo forden wir alle Kollegen auf, die in ihren Händen befindlichen Bibliothek. bücher sofort abzuliefern, um die Neuausgabe von Büchern nicht zu sehr zu verzögern. Die Bibliothekkommission. Zentral- Verband der Zimmerer Zablftelle Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 22. Juli, abends 8%, Uhr, in Miethes Festfälen, Hauptstr. 5 zu Schöneberg: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag über Die Bildungsstätten in Breußen. Referent: Stadtberordneter Genoffe Hermann Schubert. 2. Diskussion. 8. Mittellungen über die am Sonnabend, den 8. August d. 3., in der Meuen Welt stattfindende Jubiläumsfeier des Verbandes. 254/15 Kameraden, agitiert für guten Besuch und seid pünktlich zur Stelle. Verband Der Vorstand. der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 22 Uhr, bom Nazareth- Stirchhof( Berliner Straße) aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen August Biller nebst Sindern. Todes- Anzeige. Allen Bekannten, Genossen und Kollegen hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Marie Lambrecht geb. Land nach langem Strantenlager ber storben ist. 37312 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Gethsemane- Friedhofes ( Nordend) aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Wilhelm Lambrecht, Buzer, Schliemannstraße 31, Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todes Anzeige. Den Mitgliedern geben toir hiermit bekannt, daß der Kollege Otto Franke am 18. Juli im Alter von 31 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 21. Juli in Letfchin statt. 163/12 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Verwandten und Freunden zur Nachricht, daß unsere Tochter Anna Globig im Alter von 21 Jahren am 18. Juli sanft entschlafen ist. Um stilles Beileib bittet Familie Otto Globig. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. b. M., nachmittags 4 Uhr, von der Reichen. balle des Nirdorfer Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Danksagung. Für die reichen Kanzspenden und liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich dem Bentral- Verbande der Maurer und dem Wahlvereine des vierten Streifes meinen tiefgefühlten Dant. Marie Schulz nebst Kindern. 87282 abusidatud ionsmen- old. Das hervorragendste Er zeugnis der deutsche Schuh Industrie usiT. 9163-7 12.50 SALAMANDER SCHUH- GES M& E BERLIN CENTRALE W. Friedrichstr. 182 C. Königstr. 47 SW. Friedrichstr. 221 Forders e Musterba Donnerstag, den 23. Juli, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Achtung! Portefeuiller Achtung! Unferem alten Genoffen Karl Heese nebst Gemahlin die herzlichsten Glückwünsche zur filbernen Hochzeit. 6325 Die Genossen des 347, Bezirks Teil I. 珍味 彩 毫 小 Unserem langjährigen Borfizenden und Parteigenossen Karl August Gadegast und seiner lieben Frau zur filbernen godheit 37/5 ein breifach donnerndes Hoch! Der Vorstand des Kranken- Unterstützungs- und Begräbnisvereins der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeigen. Am 18. Juli verstarb unser Mitglied, der Korbmacher 228/8 Fritz Rokohl Rorförer Straße 9. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes, NiederSchönhausen, aus ftatt. • Um 19. Juli verstarb unser Mitglied, der Restaurateur Robert Nitschke Stettiner Straße 26. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Robert Leopold geftorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 21. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstraße aus statt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Widler Fritz Rohkohl geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet 119/14 Die Ortsverwaltung. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Mitglieder- Versammlung. Ledergalanterie- Arbeiter. Arbeiterinnen sarveller Denischland's Zages Drdnung: 1. Bericht vom Gewerkschaftstongres in Hamburg. 2. Abrechnung bom II. Quartal 1908. 3. Wahl des Schriftführers. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Mittwoch, den 22. Juli, abends 8 Uhr: Allgem.Klempnerversammlung in den Andreassälen", Andreasstraße 21. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Ströbel. 2 Disluffton. B. Berbands. angelegenheiten. Kollegen! Da tegen der Landtagswahl unsere Versammlung 132/18 Die Ortsverwaltung. Blumen- und Kranzbinderei vou Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Hygienische Bedartsartikel. Neuest. Katalog Empfohl.viel. Aerzte u.Prof. grat. uts H. Unger, Gummiwarenfabrik Berila NW.. Friedrichstrasse 91/92 pünktlich 8, bei Graumann, Naunhnstr. 27: Ordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: Zweigverein Berlin u. Umgegend. ( Bezirk Schönhauser Borstadt) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treuer Kollege 1. Geschäfts. und Kaffenbericht. 2. Bericht vom Arbeitsnachweis. Gustav Renell 3. Das neue Bertragsverhältnis und welche Aufgaben haben die Kollegen zu erfüllen. 4. Ergänzungswahl aur Drtsverwaltung, desgleichen zum Ausu. 6. Bahl der Schlichtungstommiffion. 6. Anträge der Drisverwaltung Kollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der reichhaltigen Bund wichtigen Tages- Ordnung ist es notwendig, daß sämtliche Mitglieder bestimmt und pünktlich in der Versamulung er ( cheinen. Die gebrudten Tarife gelangen in dieser Versamm Blung zur Ausgabe. 109/8 Dhne Mitgliedsbuch kein Einlaß. Steinarbeiter Berlin I. im borigen Monat nicht stattgefunden hat und in dieser Versammlung num Mittwoch, den 22. Jult, abends 8, Uhr, in der Lebensquelle", wichtige Mitteilungen zu machen sind, ist das Erscheinen eines jeden Kollegen notwendig. Achtung! Graveure! Ziseleure! Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung Zages Drdnung: 2. Abrechnung Mittwoch, den 22. Juli, abends 8% Uhr: Erhebung über unsere gegenwärtigen örtlichen Arbeits- und Organisations. Branchen- Versammlung im Lokal, Dresdener Garten", Dresdener Straße 45. Zagesordnung: 119/13 1. Bortrag des Arbeitersekretärs Ad. Ritter über Altuelle Gewert schaftsfragen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Rege Beteiligung wird erwartet. Achtung! Achtung! Gemäß den neuen Bestimmungen unseres Ortsstatuts teilen wir hierdurch mit, daß die nächste ordentliche Generalversammlung am Montag den 31. August stattfindet. Anträge zur General versammlung müssen spätestens bis zum 4. August bei der Orts. verwaltung eingereicht werden. Die Ortsverwaltung. 1. Der Kaffeler Verbandstag und seine Bedeutung. bom II. Quartal. 3. Stellungnahme zu einer am 1. Auguft vorzunehmenden verhältnisse. 4. Berschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller 172/1 Kollegen. Noch nicht abgegebene Statistiken sind mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 18. b. M. verstorbenen Steinbruders Karl Hölzer findet am Mittwoch, den 22. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Halle bes neuen Jakobi Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 6415 Das Komitee. Danksagung. Sage allen denjenigen, die meinem lieben Bruder Ortskrankenkasse für das Goldschmiede- Gewerbe Friedrich Mesow zu Berlin. Freitag, den 31. Jali, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal III): Delegierten- Versammlung sämtlicher Herren Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 2. Diskussion. Zages Drdnung: 275/14 1. Beratung über den mit den Beamten abzuschließenden Tarifvertrag. S..: Otto Almendinger, Borfigender, Langenbedstr. 4, H. Hertz, Schriftführer. bet der Beerdigung die lezte Ehre ertiefen haben, meinen besten Dant. 37302 Anna Mejow als Schwester. Danksagung. verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. 31/4 Um recht rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 20. Am 20. Juli verstarb unfer treues Mitglied August Haader. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr, von der Reichen halle des Rigdorfer GemeindeKirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 254/16 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme als auch die außergewöhn lich zahlreiche Kranzspende bei der Beerdigung meines unvergeßlichen, lieben Mannes, unseres sorgsamen Baters fagen wir allen Verwandten, Freunden als auch Bekannten auf diesem Wege unseren innigsten Dant. 37292 itive Hermine Wichert Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Genoffen fowie Arbeitskollegen meinen tief gefühlten Dant. Wwe. Auguste Riebe.6875 cebit Stindern Deffentliche politische Versammlungen 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 211/5 Dienstag, den 21. Juli, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung im großen Saale der Bock- Brauerei( Tempelhofer Berg). Vortrag des Reichstagsabgeordneten Wolfgang Heine: Das neue Reichs- Vereinsgesetz. Männer und Frauen! Erscheint zu diesem instruktiven Vortrag in Massen. Fritz Schwemte, Grimmstr. 26. Engelhardt- Malzbier Preis 10 Pf. pro Flasche. das beliebteste, überall käuflich. 2190L Brauerei Ernst Engelhardt Machi. Pankow Größte Malzbier- Brauerei Deutschlands. Moabiter- Bürger- Säle, Sessel H.Pfau, Bandagist Achtung! Vereine! Straße 9. Jetzt: Dircksenstraße 20 Achtung! ischen Bahnhof Alexanderplatz und Bom September 1908 ab find meine Säle, 350 und 100 Personen fassend, außer an den üblichen Sonnabenden, auch Sonntags an Vereine zu vergeben. J. Kirschkowski, Gastwirt. Achtungsvoll Jenensia- Räder! 10 Jahre Garantie! Teilzahlung! Adler Räder! 2428L = Phänomen= Räder! Groskurths Social- Räder von M. 56.- an! Auswahl in gebrauchten Rädern! Motorzweiräder! Fahrradzubehör spottbillig! Polizeipräsidium. Amt VII, 13799. Für Damen weibliche Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen. 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