Nr. 171. Abonnements- Bedingungen: 9 Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummes mit Wustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts 3 Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 fg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die konfessionellen Jugendvereinigungen. Man schreibt uns: In der Aussprache über die Drganisation der Jugend ist vielfach auch hingewiesen worden auf die Anstrengungen, die bon firchlicher und bürgerlich politischer Seite gemacht werden, die schulentlassene Jugend zu sammeln, um sie zu bewahren bor Unglauben und Umsturz". Da dürften einige Angaben über die Geschichte, das Wesen und den Umfang der katholischen und evangelischen Jugendvereinsbewegung von Nuzen sein um so mehr, als wir darauf zu sehen haben, die Arbeiterjugend vor den Netzen der zweifelhaften Volks- und Menschenfreunde im christlichen Gewande zu bewahren, und um das zu können, vor allen Dingen über die Bestrebungen, die Ziele und die Erfolge im gegnerischen Lager unterrichtet sein müssen. Freitag, den 24. Juli 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. und Gesellenbereine, zu gestalten. Bisher standen zu machen. Hand in Hand damit geht ein verstärktes Bemühen, die Jugendvereinigungen ebenso isoliert untereinander wie die schulentlassene Ingend für die Jünglingsvereine zu gewinnen, den anderen Arbeiterorganisationen auf katholischer Seite um sie von dem Uebergang ins sozialdemokratische Lager abgegenüber. Um den hier fehlenden Zusammenhang her zuhalten, ein Bestreben, das durch die wohlwollende Haltung zustellen, soll sich nach den Beratungen einer im Januar 1907 der Behörden gegenüber den fonfessionellen Jugendabgehaltenen Konferenz von Vertretern der in Betracht vereinigungen wesentlich gefördert wird. Die Nukanwendung tommenden Organisationen das katholische Jugendvereinswesen für uns ergibt sich von selber: noch eifriger als unsere in Zukunft wie folgt gestalten: Gegner müssen wir sein, um die arbeitende Jugend für unsere I. Für die Jugend vom 14. bis 17. Lebensjahre: Sache zu gewinnen. Partei und Gewerkschaft sind an dieser Rongregationen als gemischte Vereinigungen mit vor- Frage in gleichem Maße beteiligt. wiegend, aber nicht ausschließlich religiösem Charakter für die gesamte erwerbstätige Jugend. II. Für die Jugend vom 17. Lebensjahre bis zur Verheiratung: 1. für die jungen Handwerker: a. Gefellenvereine als Vereine ausschließlich für Handwerks- und Fabriksgesellen, Cendenzen und Aussichten der jungtürklichen Bewegung. b. Josephsvereine als gemischte Vereine für junge Hand- Offizieren verübt werden. werfer und Arbeiter in Gemeinden, wo besondere Standesbereine nicht möglich oder nicht nötig find, 2. für die jungen Arbeiter: a. Vereine junger Arbeiter in Gemeinden mit großer Arbeiterbevölkerung, b. Jugendabteilungen des Arbeitervereins oder auch Kongregationen mit einer älteren Abteilung in Gemeinden mit fast mur Arbeiterbevölkerung. Josephsbereine( siehe oben); a. 3. für die Angehörigen der übrigen Stände: a. ältere Abteilungen der Kongregationen, wenn genügende Anzahl dafür vorhanden ist, sonst b. die gewöhnliche Seelsorge. Jeder Tag bringt jezt aus der Türkei eine Kunde über Militärrevolten und über Attentate, die fast ausschließlich von Keine der politischen Zeitungen weiß aber von dem Verhalten der großen Schichten der türkischen Bevölkerung zu dieser Bewegung zu berichten. wegung, sondern stehen ihr, wenn auch nicht gerade feindselig, so Wie es scheint, nehmen die Voltsmassen keinen Anteil an dieser Bedoch gleichgültig gegenüber. gewählte sein." Also Vertreter aller Nationalitäten und NonDie tatholische Kirche hat schon zeitig angefangen, die schulentlassene Jugend zu organisieren. Die Art, wie das geschah, war sehr mannigfach, und verschieden waren auch die Namen, unter denen diese Organisationen auftraten: Jünglingstongregationen, Jünglingsvereine, Lehrlingsvereine usw. Dieses Verhalten der Boltsmassen ist nicht durch ihre politische Gemeinsam war ihnen der religiöse Charakter, der bei der einen Indifferenz, sondern durch den Charakter der jungtürkischen Partei Art stärker, bei der anderen weniger start hervortrat, immer selbst bedingt. Stonstitutionell war diese Partei von jeher. Schon aber die Grundlage der Vereinsbestrebungen blieb. Im Jahre in ihrem ersten Manifest( 1868) erklärte sie kategorisch:" Der Ab1899 hat der Voltsverein für das katholische Deutschland durch trefflichsten persönlichen Eigenschaften befizen." solutismus ist immer gefährlich, mag auch der Autokrat die vor. feine Zentralstelle mittels Fragebogen im ganzen Deutschen Allein in ihren Reiche eine Umfrage gehalten und dabei festgestellt, daß es Bestrebungen nahm sie stets zu wenig Rücksicht auf die Interessen damals gab 115 Lehrlingsvereine, 25 Vereine für jugendliche der Volksmassen, sie stellte nie Forderungen, deren Erfüllung zur Das Geschick des Klerikalismus, fich den jeweiligen Um- Besserung der wirtschaftlichen Lage dieser Vollsmassen führen Arbeiter und 605 Jünglingsvereine( Sodalitäten, Non- ständen gregationen), insgesamt 745 Vereinigungen mit rund ständen anzupassen und für jeden Interessenkreis und jede tonnten. Auch in rein politischer Hinsicht war sie nie demo. 140 000 Mitgliedern. Nach den einzelnen Diözesen be- Bestrebung die geeignete Drganisation zu finden, offenbart tratisch. In einem 1876 an die europäischen Großmächte trug die Zahl der Vereine in Köln 140, Trier 120, sich auch hier. Ohne Zweifel machen sich im ultramontanen gerichteten Memorandum erklärte die Partei nur:„ Das türkische Münster 201, Paderborn 140, Limburg 16, Hildes Lager gegenwärtig starke Bestrebungen geltend, die katholische Reich wäre gerettet, hätte es, anstatt eines Despoten, einen MonJugend in weiterem Umfange als bisher zu sammeln, fie enger archen, der Unterstüßung finden tönnte in einer, aus Vertretern heim 9, Dsnabrück 35, Delegaturbezirk Berlin 17, Breslau 1, Augsburg 18, Bamberg 8, München 8, den bestehenden Organisationen anzuschließen und sie dadurch aller Nationalitäten und Ronfeffionen bestehenden Regensburg 6, Speyer 17, Würzburg 2, Rottenburg 20, Frei- böllig der Zentrumspolitik unterzuordnen. Es sei noch er- stammer. Hier liegt die richtige Lösung der Frage und diese Löſung burg 22, Mainz 26, Met 6, Straßburg 43. Die Statistit ist, wähnt, daß diejenige Richtung der katholischen Arbeiter- widerspricht da sie sich auf eine Umfrage gründete, unvollständig; sie ist bewegung, die ihren Sit in Berlin und ihren hauptsächlichen widerspricht nicht dem Koran: die türkische Regierung muß eine auch, da es bisher an einem engeren Zusammenschluß der Anhang in den Diözesen Breslau und Trier hat, die Organi- feffionen", da man ja die„ Mächte" für Beschüßer der türkischen Katholischen Jünglingsvereine fehlte, nicht vervollständigt aber auch nur im Sinne und zum Besten des Zentrums. sation der Jugend auf eigene Faust betreibt, selbstverständlich Christen hielt. Aber kein Wort über die soziale Buſammens worden. Nach privaten Mitteilungen, die mir von kundiger segung der erwünschten Kammer". Und nicht bloß aus VerStelle zugegangen sind, rechnet man gegenwärtig in DeutschWährend auf evangelischer Seite die Arbeiter fehen werden in dieser, wie in anderen Kundgebungen der land mit rund 1800 Jünglingsvereinigungen, die ebenso wie bewegung viel jüngeren Datums, dazu viel verworrener ist jungtürkischen Partei die sozialen und ökonomischen den einheitlichen Zusammenschluß, so auch die einheitliche als auf katholischer Seite, verhält es sich bezüglich der Jugend- Fragen verschwiegen: die Partei vertrat nämlich die Interessen Verfassung vermissen lassen. Was Westdeutschland betrifft, so vereinigungen umgekehrt. Evangelische Jünglingsvereine gibt der ländlichen Aristokratie und eines Teiles der Kaufherrschen in der Diözese Paderborn die Marianischen es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts. Im Jahre 1845 mannschaft, die natürlich teine weitgehenden Reformen Sodalitäten bor, die die teils ausschließlich, teils vor- traten die Jünglingsvereine des Westens bereits zu einem wünschten. Das einzige, was man dem Volke versprechen konnte wiegend in der Kirche ihre Vereinstätigkeit aus- rheinisch- westfälischen Jünglingsbunde zusammen, der sich war eine gewisse Linderung der Steuerlaft. Mehr konnte die Partei üben. In der Diözese Münster weist die bald darauf zum westdeutschen Jünglingsbunde erweiterte. dem Volke nicht versprechen, da sie eben eine Partei der Arbeiter vom 17. Lebensjahre den Arbeitervereinen zu; sehr Seit 1896 gibt es einen deutschen Nationalbund, höheren, besitzenden Stlassen war. Das war aber viel zu verbreitet sind die Jünglingstongregationen, vielfach auch mit dem außer dem westdeutschen noch angehören der ostdeutsche wenig, um Unterstützung durch die Voltsmassen zu finden. außerkirchlichen Veranstaltungen. In der Erzdiözese Köln( Berlin), füddeutsche( Stuttgart), norddeutsche( Altona), Ohne diese Unterstützung aber sah sich die Partei nur auf ihre sind die Kongregationen vorherrschend, die Ausbreitung welt- fächsische( Bautzen), thüringische( Weimar), südöstliche( Breslau), eigene Kraft angewiesen. Außer einem Teil der Offiziere, die licher Jünglingsvereine ist auf große Schwierigkeiten gestoßen. oberrheinische( Karlsruhe), elsässische( Straßburg). Nach§ 1 die Interessen der aristokratischen Grundbefizer vertreten, bestand die In Süddeutschland ist das Bild noch vielgestaltiger; es des Statuts des Nationalbundes betrachten es die ihm an- Partei noch aus liberalen Beamten, die des Kamarillaregimes gibt dort reine Lehrlingsvereine, Jugendabteilungen im An- geschlossenen Vercine als ihre höchste Aufgabe, christliche überbrüssig waren, und aus den gebildeten Teilen der Bourgeoisie. schluß an die Arbeiter- und Gesellenvereine, Jünglings- Gesinnung und christliches Leben unter der heranwachsenden von Zeit zu Zeit fand sie auch Unterstützung bei den Softas tongregationen mit faft nur religiösen Zwecken, Jugendvereine männlichen Jugend unseres Voltes zu pflegen, ohne dabei( Studenten der Theologie in Konstantinopel). Daß man mit solchen mit vorwiegend sozialwirtschaftlichen und geselligen Aufgaben, andere berechtigte Bedürfnisse ihres Alters außer acht zu Sträften feine großen Revolutionen machen kann, war flar. Daher endlich solche Organisationen, die das religiöse mit dem sozial- lassen". Gegenwärtig gibt es in Deutschland 1952 eban- fuchten die Jungtürken stets ihre Bestrebungen mittels Militärwirtschaftlichen und geselligen Moment verbinden. gelische Jünglingsvereine mit 115 164 Mitgliedern; 112 Ver- revolten und Palastrevolutionen zu verwirklichen. Im Im allgemeinen tann man sagen, daß die Kongregationen, eine besigen Vereinshäuser im Werte von 8 Millionen Mark; Jahre 1876 gelang es ihnen in der Tat, auf diesen Wegen einen d. h. die rein kirchlich- religiösen Vereinigungen, überwiegen 117 Berufsbeamte sind im Dienste der Jünglingsvereinssache Sieg zu erreichen. Durch eine Palastrevolution, verbunden mit einer und daß auch in den übrigen Vereinigungen mit den mancher- tätig; außerdem gibt es noch 290 Vereine mit 5763 Mit Militärrebolte und Softameuterei, gelang es den„ Jungtürken", den lei Namen die religiöse Betätigung und Gesinnung die Grund- gliedern, die nicht dem Nationalbunde angeschlossen find. Be- Sultan Abdul- Afis und in wenigen Tagen feinen Nachfolger lage des Vereinslebens bilden. Neuerdings machen sich nun im sonderen Eifer verwenden die Jünglingsvereine auf die Erhaltung Murad V. zu entthronen und von dem neuen Sultan, dem jetzt Bereiche der katholischen Jünglingsvereine Reformbestrebungen der unter der Jahne stehenden Mitglieder( Soldatenmission, regierenden Abdul- Hamid, eine Konstitution zu erzwingen. geltend, und zwar in drei Richtungen: 1. bezüglich des Zu- Soldatenheime, Soldatenzeitung). Der Nationalbund unterhält Die Konstitution für deren eigentlichen Verfasser man den sammenschlusses der Vereine unter sich; 2. bezüglich der eine Unterſtügungskasse, Bruderliebe" für Sterbe- und Krankheits- damaligen Führer der jungtürkischen Partei, Midhad- Bascha, hielt Erweiterung der Aufgaben nach der sozialpolitischen Seite fälle; im übrigen erstrecken sich die Bestrebungen der evan- wurde im Dezember 1876 veröffentlicht. Es war eine recht elende hin; 3. bezüglich der Annäherung oder des An- gelischen Jünglingsvereine vorwiegend auf das religiöse Ge- Konstitution mit einem Zweikammerparlament und ziemlich be. schlusses an die Arbeiter- und die Gesellenvereine. Die biet und die Pflege der Geselligkeit, wobei das Posaunen schränktem Wahlrechte. Am 7. März 1877 wurde das Parlament Bentralisationsbestrebungen nahmen ihren Aus- blasen eine bedeutende Rolle spielt. Neuerdings bemühen fich mit großen Feierlichkeiten und einer vielversprechenden Thronrebe gang von den Vereinspräsides der Erzdiözese Köln, die be- die Stöckerschen Christlichsozialen, Einfluß auf die Jünglings- eröffnet. Aber noch vor der Eröffnung des Parla reits 1895 ein Diözesankomitee bildeten und ein Korrespondenz bereine zu gewinnen und die aus dem Jugendalter aus- ments war die Konterrevolution bereits reif. blatt für die Präsides der katholischen Jugendvereinigungen tretenden Mitglieder zum Eintritt in die evangelischen Ar- Dem Sultan gelang es nämlich durch Auszahlung des rückständigen Deutschlands gründeten; dem Kölner Diözesanverbande folgte beitervereine und die christlichen Gewerkschaften zu ber Soldes und durch Versprechungen, die Soldaten für sich zu ge der Trierer und Paderborner. 1897 wurde dann in Köln pflichten. winnen. Auf dieselben Soldaten, die die Revolution gemacht" man " im Beisein von Vertretern aus zehn Diözesen ein Zentral- Der Zahl nach sind die Jugendvereine auf evangelischer hatten, geſtüßt, begann er die Verfolgung der Jungtürken, verband der Jünglingsvereine Deutschlands gegründet. Indes wie auf katholischer Seite nicht unbedeutend. Dem Gesamt wodurch die Partei in furzer Frist vollständig lahmgelegt blieb diese Gründung auf dem Papier bestehen; erst auf der verbande der katholischen Jugendvereinigungen sind bis jetzt wurde. Aus Furcht vor einer Boltserhebung wagte es Generalversammlung der Präsides in Mainz 1907 tam die 1200 Vereine mit rund 150 000 Mitglieder angeschlossen, man der Sultan zuerst nicht, gegen die Verfassung entschieden Frage zur endgültigen Regelung. Dort schlossen sich die kann rechnen, daß auf katholischer Seite die vorhandenen vorzugehen. Das Parlament wurde also einige Tage nach der ErDiözesanverbände zu einem Gesamtverbande zusammen, Jugendvereinigungen ihre 200 000 Mitglieder zählen; dazu öffnung zwar aufgelöst, aber neue Wahlen vorgenommen. Doch auch ein Zentralfomitee wurde eingerichtet, ein Generalsekretär ge- tommen 120 000 evangelisch organisierte Jünglinge was die zweite Session" dauerte nur wenige Tage. Da sich das Volk wählt, dem Sekretäre für die Diözesanverbände zur Seite beiderseits immerhin eine Mitgliederzahl von 320 000 erwährend der Konterrebolution ebenso gleichgültig verhielt wie vor stehen, außerdem noch der Gesamtverband in eine west, oft-, gäbe. So gering nun die Bedeutung der konfeffio- und während der Revolution, so fand es der Sultan nach der zweiten mittel- und füddeutsche Gruppe zerlegt, die selbständige nellen Jugendvereine für Jugendvereine für das politische das politische und soziale Auflösung des Parlaments nicht mehr für nötig, weiter Konstitution zu Generalversammlungen abhalten. In Mainz wurde so Leben bisher war, so verdient doch das Augenmerk spielen. Er schaffte zwar die Konstitution nicht ausdrücklich ab, bedann auch die Notwendigkeit der sozialen Schulung darauf gerichtet zu werden, daß neuerdings sich die Kirche im rief aber das Parlament nicht mehr ein und regiert seit dreißig der katholischen Jugend betont, die dazu dienen soll, Bunde mit der bürgerlichen Welt eifrig bemüht, die Jünglings Jahren als unbeschränkter Selbstherrscher. die Jünglingsvereine als Vorstufe für die sogenannten vereine der christlichen Arbeiterbewegung näher zu führen und Schon aus dieser bösen Erfahrung könnten die Jungtürken den Standesvereine, d. h. die katholischen Arbeiter sie durch den Anschluß an diese der bürgerlichen Bolitik dienstbar| Schluß ziehen, daß, wenn man auch durch Militärrevolten und Palastrevolutionen den Sturz eines Herrschers oder unter Umständen gar einer ganzen Dynastie erreichen kann, diese Mittel durchaus nicht genügen, um eine wirkliche politische Revolution durchzuführen und tatsächlich und dauernd die politischen Verhältnisse in einem Staate zu ändern. Solch durchgreifende Umwälzungen können nur unter der Bedingung der ent- schieden st en Teilnahme der großen Bolksmassen durchgeführt werden. Leider aber scheinen auch die gegenwärtigen Führer der juilgtiirkischcn Partei nicht ganz im klaren zu sein über die wirklichen Ursachen der Niederlage, die diese Partei vor 30 Jahren erlitten hat. Wenigstens haben Sie, wie es scheint, nichts getan, um sich eine nähere Verbindung mit den Volks- mästen zu schaffen. In ihrem Programm findet matt auch jetzt keine Forderungen ökonomischer oder sozialpolitischer Natur. Auch in rein politischer Hinsicht ist das Programm genau dasselbe wie vor 30 Jahren: in keinem Punkte ist es zugunsten der arbeitenden Klassen geändert worden. Hier dieses Programm, wie eS ein Führer der Jungtürken dem Pariser Korrespondenten der„Daily Mail" vor einigen Tagen mitgeteilt hat:„Ein Parlament, dessen Mitglieder durch Volksdelegierte gewählt werden salso: indirekte Wahlen), ein Senat, der zum Teil durch den Sultan/z Uhr, bei Content, Lehder- straße Ecke Friedrichstraße: Leseabend. Stellung für den Attentäter, und eS fanden stürmische, massen. Haft beiuchte Protestversammlungen gegen die Auslieferung statt. Die Regierung, die Frankreich noch nicht an die Moskowiter ver- kuppelt hatte, zögerte, denn auch ein großer Teil der Kammer war einer Auslieferung nicht gut gesinnt. Der russische Gesandte Mohrenhcim arbeitete gemeinsam mit Andrieux. der russischen Lohn erwartete; beide hatten die Krallen schon nach dem Opfer ausgestreckt. So war das Ministerium auf eine harte Probe ge- stellt. Die Reaktionäre, denen die Auslieferung der entflohenen Kommunehäupter Anno 187l für das Blutfeld von Satory ver- weigert wurde, versuchten deshalb nun der Regierung ein Bein zu stellen; hoffend, sie zu stürzen, förderten sie auS Rache heimlich die Bewegung für Hartmann.. Es bildete sich ein Aktionskomitee, das den PetitionSsturm organisierte. Auch mir war eine Straße meines Quartiers zu- geteilt. In kurzer Zeit hatte ich die Unterschrift des größten Teiles ber Bewohner; nur wenige hatten sich zu unterzeichnen geweigert. Wäre hie Begeisterung für Hartmann eine weniger gewaltige gewesen, ich hätte mit nieinem Kauderwelsch den Er. folg sicherlich nicht erreicht. Ich war einer der erste», der seine Bogen an die Zentrale ablieferte, und war nicht wenig stolz, meinen Fleiß belobt zu sehen. Dje meisten meiner deutschen Ge- nossen stellten sich mit mir i» den Dienst der Sache. Drei lange, bange Wochen dauerte die Haft. Mit jedem Tage wuchs die Erregung über die Ungewißheit des Schicksals dcS Ge- fangenen. ES begannen sich auch ausländische Einflüsse geltend zu machen. Dem alten Holzfuchs Freycinet, der an der Spitze de? Ministeriums stand, war die Affäre, die seine Zirkel störte, in der Seele zuwider; er wollte den Vogel um jeden Preis los sein, er verwünschte den ihm untergebenen intriganten Andrieux, der ihm diese bose Suppe eingebrockt hatte. Schließlich fand der Staats- anmalt, ledenfallS einem zarten Wink von oben folgend, den rechten Weg, dem Ministerium dem schmerzenden Nagel auS dem Fuße zu ziehen. Er bezweifelte nämlich, daß der gefangene Hart- mann der echte fei und ließ ihn in einer späten Abendstunde an die Grenze briiigen. von wo er am anderen Morgen durch ein englisches Schiff nach England gebracht wurde. DaS war in ganz Paris, in Frankreich und selbstverständlich auch bei unS. die wir so lebhaften Anteil an dem Falle nahmen, ein Freudentag. Andrieux Stellung war untergraben; zum Minister— nach welchem Posten er strebte— hatte er es durch seine rujsische Liebe- dienerei nicht gebracht. Dafür rächte er sich durch Herausgabe seiner Memoiren, in denen er unter anderem auch diesen Fall eingehend besprach und sich zu rechtfertigen suchte. Daß er mich darin infolge meine» Eingreifens der deutschen Polizei denunzierte, fei nur nebenbei bemerkt. Er ist alöbaltz in der Versenkung ver. schwunden. , dritter Et»,mig, dier Treppe». woiiicutäglich abends vo»?>/, bis v'i, Übe Sonnabends deninut die Sprcchstliude»IN C Übt. gebet Auftpge ist ei» Buchstabe und eine Zahl als wietkzeiche« beizufügen. BtielNche Zlnlioori wird«ich» erteil». Eilige Fragen trage nian tu der Sprechstunde dar. ®. K. 58. 1. Ja. 2. und 3, Beides. 4. Keineswegs.— Frut. 1. Eine Klage bötte keine Aussicht aus Ersolg. 2. Sie löiincn auf Zahlung klagen. 3. Soviel Kosten lsnnen entstanden sein. Sie hätten einen Ainvalt in Nürnberg mit Ihrer Vertretung bcaustragei, sollen.— fH. B. 54. 1. Di« Charits und die Anstalt in der Artilleriestratze nimmt Schwangere aus. Wenden Sie sich an dieselben. 2. krankenbäuser können abweisen. 3. 2.50 bis 3 Mari. 4. DaS bängt von der Bcreinbartmg ab.— 31, B. 4. 1. Moralisch. wenn auch nicht gesetzlich, ja. 2. Sie konnten dem Anspruch c»t- gegentreten.— M. Z. Baden-Baden. Der volle Monat mutz bezahlt werden. —<£. B. 11. Ersorderlich ist die Einwilligung dcS Vormundes und der Mutter, sowie Ihre Erklärung, daß Sie dem außercbclichen von Ihnen nicht erzeugten Kinde Ihrer Frau Ihren Namen beilegen. Diese Erllärungeu können beim Standesbeamten, vor dem Notar oder bei Kci-icht abgegeben werden.— H. H. 1. Adlershof. Nein: Warten Sie ruhig das Weitere ab.— PH. 10. Zeugcngebühreii gehören zu den Gerichtskoslcn.— M. K. 86. Ja.— B. B. 18. Die Geschwister hasten nicht. Eventuell bat die Gemeinde Rügenwalde auszukommen.— McrtiuS. Sie sind zur Zahlung verpftichtet, wenn Sie nicht in dem Antrag ausdrücklich ertlärt haben, daß der Bertrag erst vom Okiober ab gelten soll.— N. W. 87. l. und 2. Zweckmäßiger Ist die Wetteroersicherung. 3. Schlesisch« Bahn- hos und EberSwalte.— M. W. Grone Frankfurterftrasse. Nein. — Ucberzeugnug, 1. Leider ja. 2. Straiversoigung wird nicht ersolgen. 3. Sie sind jetzt Dissident.— Genosse. Eine Klage aus Scheidung hätte wenig Aussicht aus Erfolg, wohl aber eine Klage aus Gewährung des Unter» Halts. Zwecks Erwirkung des ArinenrechtS wendet sich die grau zunächst an die Annelidirektion oder an den ArntenlomniisstonSvorsteher mit dem Antrage, ihr zu bescheinigen, daß sie zur Traaung der Kosten nicht imstande ist. Dies« Bescheinigung überreicht sie dann dem Gericht, legt dar, weshalb und woraus sie klagen will, sührt die Beweismittel an und beantragt, ihr das Armenrecht zu bewilligen.— O. R. 1000. 1. u. 2. Nein. 3. Ja. — 40. 68. 1. Der Vertrag ist gültig. 2. Keineswegs: wenn ein Bcvoll- mächtlgter da» aus Grund seitier Vollmacht Erhobene in seinem Nutzen verwendet, sa macht er sich der Unterschlagung schuldig. 3. Legen Sie den Fall näher dar. Die Erblchaltssteucr richtet sich nach dem Grade der Ver- waiidtschast.—«r.«00. Hie würden nur solange, al» der übernommene Mielsvertrag läust, a» den Vertrag gebunden sem. Also soweit ersichtlich. bis zum Oktober.— 100. Nein.— M. O. 50. Koppenstraß« 24 bei R. Schröder ist die GeschältSstelle bei TurnvereiitS.Fichte-,_ 50. Nein. lllmtlieher Marktbericht der städtischen Narkthallett-DireNion über den Großhandel in den Zcnlral-Markthalleii. Marktlage: Fleisch: Zufuhr ziemllch stark, Geschäft schleppend, Preise für Rindsteisch unverändert, sonst anziehend. Ailh: Zusuhr nicht genügend, Geschäft stau. Preise unverändert,»«f lü-el! Zufuhr g-migend. Geschäft ,iwaS lebhafter. Preis« anziehend. F t f ch«: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preis« wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhtg. Preise unoerändcri. G-müse. Obst und Südjrüchte: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig. Preise wenig verändert."'* ll a' 1 llJasserstandö-Nachrichten der LandeSmistalt für Gewässerkunde. mitgeteU» oo» Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit B r« g« l, Jnsterburg Weichsel, Thor» Oder, Ratibor , Krassen . Frankfurt Warth«, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elb«, Leimieritz , Dresden » Larbh , vlagdeburg Wasserstand Saal», Kroch lltz Havel. Spandau') Rathenow') Epr»», Sprcniberg'j \ BceSkow «efer. Münden Minden R h'e i n, MaxtmtlianSau Kaub l Köln Neckar, Heilbronu Main. Weclheüu Mosel. Trier am 2-3.7. cm 327 59 60 C8 81 -67 -1 546 233 213 185 108 21 seit 91.7. cm1) +79 +2 +1 0 —1 +4 +1 + 52 +91 +15 +60 +1 +4 •)+ bedeutet Wuchs.«■ Fall,—*) Unterpegel. Nach telegraphischer Meldung ist di« Ode» M Ratibor bi» heut« morgen schon aus 535 Zentimeter gestiegen und steigt dort, ebeuso wt« bei Brieg, n o ch w e i t e r. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 24. ult. Neues tgl. Operntheater. La Traviata.( Anfang 7%, Uhr.) Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Brettlgräfin. Nenes. Der Berriffene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2 × 2= 5. Die Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Walzeitraum. Sajiller 0.( Wallner Theater.) Die weiße Dame. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Die Diebin, Thalia. Der Mann mit dem Mo nocle. Bernhard Nofe. Das Geheimnis bon New York. Metropol. Das muß man seh'n. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. London Suburbia. Spe zialitäten. Bajiage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten. Berliner Prater. Die Welt ein Paradies. Anfang 7 Uhr. Carl Haverland. Spezialitäten. Steichshallen. Winter- Thymian. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mofellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Schiller- Theater 0. ( Wallner Theater.) Morwin- Oper. Freitag, abends 8 Uhr: Gaftspiel Heinrich Bötel: Die weiße Dame. Sonnabend, abends 8 Uhr: Undine. Sonntag, nach m. 3 Uhr, bei halben Preisen: Carmen. Sonntag, abends 8 Ubr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Kleines Theater. Freitag, den 24. Juli cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dstar Strauß. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 115r. Schauspielhaus. 8 ur. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Bilh. Freitag, den 24. Juli: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Sensationsschauspiel in 4 Alten von C. M. S. Mc. Lellan. Sonnabend: Die Diebin. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. DERNHARD ROSE THEATED ( Br. Frankfurter Str. 132. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Anfang 4, Uhr. Theatervorstellung. Spezialitäten. Metropol- Theater Bum 309. Male: Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Apollo Theater Ein Bomben- Lacherfolg. 10 Uhr! 10 Uhr! London Suburbia. Szenen aus Londons Vorstadtleben. Große englische Burlest- Pantomime in 2 Bildern, ausgeführt von Bert Bernards Original Stompagnie. Borher 8 Uhr: Die foloffalen Attraktionen u., Die süßen Grisetten' W.Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16 10: Der Reichtum des Arbeiters. Borher das große Spezialitäten. Programm! Karl Cook, der Urtomische, prolongiert. Fredo Seyband, Berwandl.- Schauspiel. Unf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3-6 Uhr. Sonnab.: Extra- Borst.: Das Forsthaus. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei schlecht. Witterung i. Theater. Neues Programm. Anf. der Borstellg. 8 Uhr. Anf. des Gartentons. 7 Uhr. Kleine Preise. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. OOLOGISCHER CARTEN Täglich: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Zentral- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Berlin, Sektion II.: Sonnabend, 25. Juli, in der Brauerei Friedrichshain: Gr. Sommerfest. Garten- Konzert ausgef, v, Neuen Berliner KonzertOrchester. Dir. Herr Rud. Tietz, Volkssänger Gesellschaft Hugo Anke. Kinematograph. X Kinderpolonäse.( Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis.) Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet! ☛☛ Von 9 Uhr ab im großen Saale: Ball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. Billett 25 Pf. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Neue Welt. Hasenheide 108-114. Täglich: Doppel- Konzert und Vorstellung. Hente: Mr. Gadbin II. tollkühner Kopfsprung aus der 6. Etage. Am Montag, den 20. Jult, ver starb plöglich infolge Herzschlages mein lieber Mann, unser guter Pflegebater, der Schneidermeister Franz Boche im Alter von 62 Jahren. 87412 Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Witwe Anna Boche geb. agen nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. Suli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes, Pappelallee 15-17 aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis ( Hansa- Biertel), Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Genosse, der SchneiderDiez' Spezialitäten- Theater Fröbels Allerlel- Theater. Franz Boche Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemfte Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Täglich: Ob Regen! Das neue und befte Brogramm Berlins 2lb 23. Juli: Die größte u. beste 10 Riesen- Löwen u. 8 Riesen- Bären. Raubtiergrpp.d.Gegnw.Gbr.Bügler Anfang 3 Uhr. Entree Wochentags 20, Sonntags 30 Bf. 0000 Täglich: Volksbeluftigungen aller Art.000 Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 2. August, im Schloß Weißensee: Schönhauser Allee 148. Täglich: Berliner Herzen. Bollsstüd in 2 Alten. Dazu erstklassige Spezialitäten. 000000 Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Divettion Wilhelm Reimer, Montag, Donnerstag und Sonntag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Einakter, Ensemble- Szenen Aktuelle Vorträge in Wort und Lied 2c. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Der gr. Theatersaal ist für nächste Saison noch fret. ax Kliems Max im Alter von 62 Jahren plöglich am Herzschlag gestorben iff. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. b. M., nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle der Freireligiösen Gemeinde, Pappel Allee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 208/6 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Adolf Kube am 15. Juli im Alter von 57 Jahren plöblich am Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 138/19 Der Sektionsvorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Sommer- Cheater. Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Ernst Ast Hasenbeide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Taglia: Großes Konzert, Theater- agen wir allen Berwandten und Be und Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfest. 17. Sänger- Fest.shahn- Park 17/ 8* 200 Gesangvereine. Massenchöre Einzelchöre Rich. Blobel. Sänger- Festzug. Doppel- Konzert. 888Feuerwerk o Von 4 Uhr ab in beiden Sälen: Tanz gegen Nachzahlung von 50 Pf. Die Kaffeeküchen sind von früh 8 Uhr bis abends 6 Uhr geöffnet. Billetts im Vorverkauf a 20 Pfennig, an der Kasse 30 Pfennig. ::: Festheft mit Programm an der Kontrolle gratis. Anfang früh 8 Uhr. Straßenbahnverbindungen: Linien 59, 60, 61, 62, 62 E, 63, sowie Einsetzwagen vom Alexanderplatz. Ferner Nord- und Vollring bis Bahnhof Weißensee. Billetts sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben, ebenso bei J. Meyer, Oranienstr. 103, H. Bartel, Brunnenstraße 95, A. Seikrit, Bergmannstr. 104, E. Karg, Rixdorf, Fuldastr. 58, O. Müller, Schivelbeinerstr. 2, Przibilla, Weißensee, Kronprinzenstr. 13. Passage- Theater. Der größte Saisonerfolg Gastspiel Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin in Stimmung Das Tollste vom Tollen und die neuen Juli- Spezialitäten. Volksgarten- Theater am Bahnhof Gesundbrunnen. Zäglich: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neues RiesenProgramm. Der Vorstand. Berliner Prater- Theater Brunnen- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Im Saale: Täglich gr. Ball. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4, Uhr. Schweizer Garten. Am Königstor- Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Neu: Piccards fomische Pantomime: Die Einbrecher von New York. Seben Abend Das Lieserl, 10 Uhr: Singspiel in 1 Att. Boltsbelustigungen. Kinematograph. Mittwoch: Kinderfrendenfeft. Babstraße 58. Direkt.: Willi Voigt. Täglich: Der deutsche Michel. Erftklassige Spezialitäten. The 5 Violettes Trio Busson Kurt Ellys The 4 Berlings Rudolf Mälzer der urkomische Grotesk- Komiker. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. ReichshallenTheater. Gastspiel WinterTymian mit feiner berühmten Herren. Gesellschaft. anfang wochent. 8, Sonnt. 7 Uhr. Sonnabend, den 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen ber Stettiner Sänger. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Kreuzberg- Festsäle und Garten SW., Kreuzbergstr. 48, an der Katzbachstraße. Jeden Freitag: fannten, insbesondere den Sport genoffinnen und Genossen des Ber finer Arbeiter- Radfahrer- Bereins, dem Gefangberein des Berliner Arbeiter Rabfahrer Vereins, den Genossen des 4. Berliner Wahlkreises, dem Berband der Portefeuiller, dem Sparverein Goldgrube" fowie seinen Arbeitsfollegen für die zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden unseren herzlichsten Dant. 37442 Familie G. Ast. Danksagung. Allen Berwandten und Bekannten, insbesondere ben Kollegen der Firma Selas- Beleuchtung und dem Metall arbeiter Berband, die unserem lieben Sohne und Bruder die lekte Ehre erwiefen haben, den besten Dant. 37432 Familie Wittenberg. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme fowie für die Kranzfpenden bei der Beerdigung unseres lieben Bruders 37422 Robert Leopold Frick- Krause- Sänger. fagen wir allen Berwandten und Be Jeden Montag: tannten, insbesondere seinen Kollegen Max Eichler- Sänger, ber Firma Sugo Hartmann unferen herzlichsten Dant. Sonnabende: Dftober, Gebrüder Leopold. November an Vereine zu Fräulein Haberland als Braut vergeben. 6735 Danksagung. Speise- Eishändler! gür bie zahlreiche Beteiligung ber Feinste Frucht- Essenzen hocharomatisch zu SpeiseEis sowie zugehörige Substanzen am billigsten u. besten zu kaufen bei 3745L Otto Reichel, Berlin SO., Eisenbahnstr. 4. der Beerdigung meines lieben Mannes August Kerst sage allen Bekannten, den Kollegen ber. E.-G. Brunnenstraße, somie dem Verband der Schmiede, Bahlstelle Berlin, meinen herzlichsten Dant. Die trauernde 28w. Alma Kerst nebst Bater. 3740 Herrenkleidung für 1 Mark wöchentliche Teilzahlung, fertig und nach Maß, liefert das bekannte am Versandhaus Berliner Herren- Moden, nur Stralauer Str. 28, pollenmarkt, obne Breisaufschlag. Berarbeitung haltbarer Stoffe unter Garantie für tabel lofen Sig. Befuch mit luftern feberzeit. Michtabgeholte Maßanzüge, Paletots ( Monatsgarderobe) werden nur im Konsumhaus Frankfurter Allee 188, Ecke Müggelstraße, su spottbilligen Stäumungspreisen nur gegen Staffa verkauft. ( 2.40 Verband der Capezierer. Achtung! Sektion der Kleber. Filiale Berlin. Kleber! Achtung! Sonntag, den 26. Juli, vormittags 9 Uhr, finden in folgenden Lokalen Morgensprachen statt. W. Steinmetzstraße 54, bei Stief, Rigdorf, Berliner Straße 14, bei Schmidt, So. Wiener Straße 31, bei Stephan, N. Kastanien- Allee 95/96, bei Bugge. N. Kolberger Straße 29 bei Mechtel, NW. Perleberger Straße 32, bei Pankow. Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. 177/13 Sozialdemokrat. Kreis- Wahlverein Potsdam- Spandau- Osthavelland. Sonntag, den 23. August, mittags 12 Uhr, im Saale des Herrn Papproth in Kremmen: Kreis- Generalversammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Das neue Vereinsgeset und die Drgani fation der Frauen. 3. Stellungnahme zum Parteitag und zur Provinz Konferenz. 4. Anträge. 5. Wahl der Delegierten und des Borstandes. Hierzu ladet ein J. A.: August Paris, Belten, Luisenstraße 17, 289/12 Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. „ Berliner Arbeiter Radfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes Solidarität. Touren zum Sonntag, den 26. Jult. 1. bis 5. Abt. früh 6 Uhr: Berns. dorf. Nachm. 1 Uhr: Eichwalde ( itte). 6. bis 10. Abt. früh 6 Uhr: Nedlik ( Römerschanze). Nachm. 1 Uhr: Pichelswerder( Freund). Sämtliche Abteilungen von ihren Starts 11. Abt. Donnerstag, den 30. Juli, borm. 10 Uhr, nach Nüdersdorf. Start: Verbandshaus, Große Ham burger Straße 18/19. Bankow- Schönhausen früh 6 Uhr nach Senzig. Start: Mühlenstraße Heute, Freitag, 24. Juli, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause( Bahnbrüde). Engel- Ufer 15( Saal 1): Bauvertrauensmänner- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Otto Berg über: Die Altoholfrage. 2. Die Situation im Berufe. 3. Verschiedenes. 192/17 In Anbetracht des wichtigen Vortrages und der Tagesordnung im besonderen ist es notwendig, daß jeder Bau vertreten ist. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Lichtenberg früh 5 Uhr: Freien walde. Start: Pfarrstraße 74.[ 12/13 Billigste Bezugsquelle für Hygienische Bedarfs- Artikel Drogerie Zaremba, Berlin N., Weinbergsweg 1. Ein Versuch führt zu dauernder Kundschaft. Suche Fabrikations- Rezept oder Erfindung zum Betrieb in der Schweiz fofort 213/ 2* Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: bar zu laufen. Sitzung der Ortsverwaltung. Branche der Jalousie- Arbeiter. Sonnabend, den 25. Juli 1908: S. 4052 Lz an Haasenstein & Vogler, Luzern( Schweiz). Eine Arbeiter: Produktiv. Genossenschaft sucht eine Hypothek von 6000 Mark auf ein neuerbautes Grundstüd an zweiter Stelle, weil unter der Großes Sommerfest Brandkaffe. Die Hypothet ist und Sommernachts- Ball in A. Boekers Festsälen, Weberstraße 17. mündelsicher. 6685* Geneigte Offerten unter O. 1 an die Expedition des„ Borwärts" erbeten. Hühner, Enten, Tauben, 87/10 ig. Gänse empfiehlt zeell und billigst Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 27. Juli, abends 8, Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Dupont. 2. Branchen- Angelegen heiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Branchenleitung. Montag, den 3. August: Gr. Dampferpartie mit Musik nach Voigts Krampenburg gegenüber Schmöckwik. Spiele und Belustigungen aller Art im Freien. Während derselben BALL in den geräumigen Sälen. Aufstieg eines lenkbaren Luftballons vom See aus und andere Ueberraschungen. Abfahrt morgens 7 Uhr von der Jannowißbrüde, Anlegestelle der Sterngesellschaft. Rüdfahrt abends 8 Uhr. Fahrpreis pro Person hin und zurüd influfive Zanz und Teilnahme an allen Beluftigungen 75 Pf., Kinder über 6 Jahre 20 Pf. Billetts find jederzeit im Verkehrslokal bei Bieberstein, Adalbertstr. 59, zu haben. Dieselben sind auch durch alle Werkstatt- Bertrauensleute zu bestehen. Das Vergnügungskomitee. Treppengeländer- Branche. Montag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, bei A. Boeker, Weberstraße 17: Vertrauensmänner- Versammlung. Jede Werkstatt sowie jede Branche muß vertreten sein. Die Kommission. 66 Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies' 99 zu Berlin. E. G. m. b. H. Sonntag, den 26. Juli 1908, vormittags 9½, Uhr: 6. ordentliche General- Verfammlung in den Rittersälen, SW. Ritterstraße 75. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Borlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung. 2. Bericht der Revisoren und Genehmigung der Bilanz, sowie Beschlußfassung über die Verteilung des Gewinnes oder Berlustes. 3. Neuwahlen des Vorstandes. 4. Ersakwahlen zum Aufsichtsrat. 5. Antrag des Vorstandes betr. Grundstücksangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Genossen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden, bestimmt zu erscheinen! Niemand darf fehlen!! Nur Mitglieder haben Zutritt!! Ohne Mitgliedsbuch kein Einlak! Die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Geschäftsstelle SO., Kottbuser Ufer 44, Hof r. I links in den Kassenstunden( vormittags 8-10 und nachmittags 4-7 Uhr) einzusehen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Der Vorstand. 106/15 Otto Oppenborn. P. Müller. G. Dorner. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Achtung! SO. 16, Michaelfirchplatz 1, born part. Herrenkonfektion! Achtung! Sonnabend, den 25. Juli, abends 8% Uhr: Versammlung der Werkstatt- u. Heimarbeiter im Restaurant von Schulz, Am Königsgraben 14. Tagesordnung: Die gegenwärtige Krise und das Verhalten der Arbeitgeber in der Berliner Herrenkonfektion. Insbesondere find eingeladen die Kollegen der Firmen: Adalbert Stier, Bender u. Gattmann, Cohn u. Gerschlowik, 2. Elsbach Nachflg., Esbers u. Dyckhoff, Beck u. Cloppenburg, Leinweber und Julius Lindenbaum. ab JOSETTI VERA CIGARETTEN Ihr Gewicht wert In Gold, trotzdem 10 St. nur 30 Pfg Josellis Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zement- Branche. Wegner, Berlin SO, Mariannenstr. 34 Montag, den 27. Juli, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Meltestes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. Danckelmannstr. 29, Horstweg 25 amstaiserdammu. Kaif Friedrichstr.103, Charlbg. bill. 2-5 Bimmer- Wohnung. m. Warmwasser, sofort bezieh., ohne Miete bis Ditober zu vermieten. großer Saal: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Abrechnung vom 2. Duartal 1908. 2. Endgültige Beschlußfaffung über unsere Stellung zur Affordarbeit. 3. Situationsbericht. 4. Verschiedenes. 138/ 18* Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Der Sektionsvorstand. 99 Flora" Spandau, Pichelsdorfer Str. 39. Sonntags Anfang 3 Uhr: Gr. Ball. Familien tönnien Kaffee tochen! Tel.: Spandau 53. E. Koepnick. Alte Gastwirtschaft im Dderbruch verkäuflich. Preis 27 000 M., Anzahlung 9000 m. Off. unt. N. 1 an die Erped. d.„ Voriv.". H. Joseph& Co. von Berliner Str. 54/55 Rixdorf Berliner Str. 54/55 Nur kurze Zeit Freitag, den 24. d. Mts. ab Doppelte Rabattmarken auf sämtliche Artikel. Auf Lebensmittel den üblichen Rabatt. Zahlreichen Besuch erwartet 163/13 Die Kommission. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co ,, Berlin SW, M!,.»-.w» 2. KcilM Ks Lmirts" Knlim WllisM Partei-?Zngelegenbeiten. Zweiter Wahlkreis. Am Sonntag, den LS. Juli, veranstaltet ver.Süden' des Kreise? einen Familicnausflug nach Grünau. Treffpunkt 8 Uhr am Görlitzer Bahnhof; Abfahrt pünktlich 8.25. Die Genossen der anderen Teile des Kreises werden ebenfalls gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. Die Bergnügungskommission. Stcglitz-Groß-Lichterselde. Den Parteigenossen zur vorläufigen Kenntnisnahme, dah die Gewerkschaften und Wahlvereine von Steglitz und Grofi-Lichterfelde am 16. August im.Birkenwäldchen' ein größeres Volksfest abzuhalten gedenken. Mühlenbrck.(Bezirk Nieder-Schönhausen). Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 4 Uhr findet im Gasthof zur Sonne(Inhaber A. Bärsch) die Monatsvers ammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dentzer(Waidmannslust):„Warum organisieren wir uns.' 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheilen und Verschiedenes. Die Genossen von Schildow und Blankenfelde sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Abmarsch der Nieder-Schönhausener Genossen pünktlich um 2 Uhr von Brat- vogel, Nordend. Spandau. Der Wahlvewn Spandau hält am Sonnabend, den 25. Juli ein Sommernachtsfest, das mit Dampferfahrt verbunden ist, beim„Allen Freund' in Pichelswerder ab. Der Eintrittspreis ist auf 30 Pf. pro Person mit Dampferfahrt bemessen. Abfahrt der Dampfer mit Musik von der Chaclottenbrücke(Spandau) nach Pichels» Werder um 7'/z. s'/e und 9'/, Uhr. Für die Rückfahrt sind die besten Vorkehrungen getroffen. Luch Berliner Parteigenoffen find herzlich willkommen. Das Komitee. ßerliner JVachncbten. Entschwundene Berliner Hofidhlle. Nivellierendes Prinzip der Großstadt! Unter diesem Schlagwort steht die moderne bauliche EntWickelung Groß- Berlins. Reichlich die Hälfte der gesamten Berliner Boden- fläche ist in den letzten drei Jahrzehnten bewegt worden, eine Leistung, die für die EntWickelung einer Großstadt von er- heblichster Bedeutung sein muß. Was unsere Ahnen hoch in Ehren hielten, woran sie sich pietätvoll festklammerten, das vernichteten rücksichtslos die Nachkommen. Ganze Häuser- viertel, in denen Generationen gelebt und gewebt hatten, sanken in Trümmer. Straßen und Plätze, die in ihrer Art den alten Berlinern heilig waren, streiften das verschlissene Gewand ab, ließen sich schmücken von den prachtliebenden Stadtvätern. Wo an der Weichbildgrenze noch eine blumige Wiese, ein wogendes Kornfeld die Herzen erfreut, zeigt gar bald Moloch Bauspekulation die Allmacht roten Goldes. Berkehrsinteressen, hygienische und soziale Fragen werfen tausend alte Anschauungen und Gewohnheiten mit einem Federstrich über den Haufen. Wie ein Vogel Phönix steigt überraschend schnell Groß-Berlin mit glänzendem Gefieder aus begrabenen Erinnerungen empor. Und auch hinter Straßen und Häusern räumt moderne Bauweise aus dem Wege, woran Generationen sich nicht stießen. Welch ein Hauch von Poesie wehte über diesen alten Berliner Höfen! Wo sind sie geblieben, diese liebsten Er- innerungen unserer eigenen Kindheit� Trauliche, idyllische Bilder steigen vor uns auf. Eng im schmutzig— diese Prädikate kamen den allerwenigsten Höfen zu. Selbst im alten und ältesten Berlin gab es zahlreiche Höfe, die dem Auge eine Freude waren. Ein Stück Garten mit hohen Kastanien und duftenden Linden dicht am Vorderhause, neben den Seitenflügeln oder im weiten Hintergrunde. Und wo das Grundstück zu geringe Tiefe hatte,' da stand sicher unter schattigem Akazienbaume oder vor ein paar Fliedersträuchern eine grüngestrichene Bank mit rundem Tisch, der abendliche Versammlungsort der Väter und Mütter des Hauses nach des Tages geschäftiger Arbeit. Ringsum spielten im Sande, zwischen holperigem Steinpflaster, die Kleinen, nach der Straße mit ihren Gefahren sich gar nicht sehnend. Und auf dem Hauklotz, diesem längst ausrangierten Inventar, das auf keinem Berliner Hofe fehlen durfte, entlockte irgendein mu- sikalischer Hausgenosse der unvermeidlichen Ziehorgel har- manische Töne. Dann fuhr es wohl den herzigen Menschen- kindeisi, die da im Hintergrund der grüngestrichenen Bank geplaudert hatten von Glaube und Liebe und Hoffnung, prickelnd durch die jugendlichen Glieder, und ohne Zieren drehten sie sich über ihren alten lieben Hof im Tanze. Solche idyllischen altberliner Höfe sind selbst im innersten Berlin nur noch verhältnismäßig selten zu finden. Und auch auf diesen wenigen Resten einer besseren Zeit ist ihr einstiger gemütlicher und gemütvoller Typus arg ins Wanken geraten. Fast sie alle, die allabendlich auf der grüngestrichenen Bank am runden Tisch rings um die Oellampe saßen, sind zu den Vätern heimgegangen. Kinder und Kindeskinder, die im Kampf ums tägliche Brot kaum Zeit haben, die Poesie ihrer Gcburtsstätte zu würdigen, haben den Zug ins Moderne mitmachen müssen. Nur ein paar silberhaarige Alte sind seßhaft geblieben. Klug und doch so traurig blicken sie aus blindgcwordencn Fenstern halbverfallener Häuserchen in. die komische neue Welt.' Vor einigen Jahrzehnten setzte mit der neuen Bauweise auch die gründliche Umgestaltung der Berliner Höfe ein. Der moderne Hauswirt, der nur auf das Praktische und Einträg- liche sieht, nahm den Höfen ihren alten freundlichen Charakter äußerlich und innerlich fast bis aus den letzten Rest. Alles, was nicht für den Hof unerläßlich nötig war, verschwand. Die runden Holpersteine mit den Grasbüscheln dazwischen wichen dem glatten, kalten Asphalt, die wohlriechende„Müll- kute", in der Hühner und Katzen hausieren gingen, wurde durch„staubfreie" Blcchkästen ersetzt, den Brunnen machte die Wasserleitung so gut wie überflüssig, Bäume und Sträucher kielen unter der unerbittlichen Art. Nur die Teppichklopf- stange blieb und hier und da wohl auch der Hauklotz. Nüchtern und kahl liegt der Hof vor dem naturhungrigen Auge des Großstadtbewohncrs, kalt und grau wie der Asphalt vorn auf der Straße. Und was bisher vielleicht das allerschönste war— auch das fröhliche Kinderlachcn, das Kinderspiel auf dem Hofe erstarb langsam. Das Kind mit seinem harm- losesten Spiel wurde vom Hofe, wo«s das Ruhcbedürfnis des nervösen Hausobersten störte, auf die gefahrbringende Straße verbannt. Unseren Kindern ist der Hof als Spiel- platz wohl für immer versperrt, bis auf die wenigen ..Renommiertage" im Jahre, wo der Hauswirt sich die Er- laubnis zu dem beliebten„Hoffest" abringen läßb I Es nutzte nichts, daß sich die naturliebenden Berliner gegen die neue Wandlung auflehnten. Wollte man ihnen doch selbst das Blumenbrett am Fenster der Hinterwohnung nehmen, den einzigen sonnigen Lichtblick in ein bißchen grünende, blühende Natur. Leider nur sehr wenige Berliner Hauswirte haben die starre Hofwelt verschönt mit Blättern und Blüten. Und wo wirklich neben dem Asphalt so ein Stück Rasenfläche mit dürftigen Blumenbeeten, mit Muscheln und einer Glaskugel prangt, muß der Hinterhausbewohner den schmalen Ausguck auf Mutter Natur mit mindestens zehn Prozent Mietsaufschlag bezahlen. Glücklicherweise hat alles in der Welt seine zwei Seiten. Nichts ist so häßlich, daß nicht auch ein Körnchen Gutes hervorsieht. Solche Austreibungen von engbegrenzter Scholle erweitern den Gesichtskreis der davon Betroffenen, regen dazu an, sich noch Schöneres zu schaffen, als sie es verloren haben. Es ist nicht zuviel gesagt, daß unsere idyllischen Laubenkolonien so recht erst gerade dadurch in Schwung und Blüte kamen, daß der Hausbewohner seinen Kohl nicht mehr in einem stillen Gartenwinkel des Hofes bauen durfte. Und als wertvolle Folge des ver- hinderten Kinderspiels auf dem Hofe muß man schließlich auch die vielen neugeschaffenen Parkanlagen und öffentlichen Kinderspielplätze betrachten, die dem Kinde sicher mehr Be- wegung, mehr Licht und Luft vergönnen als der immer stark beengte Hof._ Die steigende Benutzung der städlischcn Bolksbibliotheken, deren eS jetzt 28 gibt, illustrieren folgende Zahlen: Es wurden verliehen 1897: 600 853 Bände und 1907 schon 1 524 876 Bände, daS heißt 924 023 Bände mehr als vor 10 Jahren. Gegen das Jahr 1906 ist die Zahl der nach Hause verliehenen Bücher um 105 838 gestiegen. Die 20. Volksbibliothek auf dem Weddiug(Ravensstraße), die bei einem Bücherbestände von rund 11000 Bänden mehr als 160 000 Bülder verliehen hat, steht an erster Stelle. Es ist eine für eine deutsche Volksbibliothek ganz ungewöhnliche Erfchei- nung, daß im Durchschnitt jedes vorhandene Buch 15 mal im Jahre verliehen worden ist. Diese Bibliothek hat im Jahre 1907 1400 neue Leser aufgenommen, 106 560 Quittungen und 800 Kataloge verkauft. Bei diesem lebhaften Betriebe ist es leider nicht zu ver- meiden gewesen, daß die Leser mitunter dicht gedrängt eine Stunde auf Abfertigung zu warten hatten. Oft warteten 50 Leser zugleich auf Abfertigung, und an manchen Abenden sind über 800 Bücher umgetauscht worden. Um diesem Uebelstande in der Abfertigung abzuhelfen, wird diese Bibliothek jetzt stets schon um 4 Uhr statt um 6 Uhr geöffnet. Ein Tarifkuriosum, das den meisten Berlinern nicht bekannt fein dürfte, gibt es auf der Kleinbahn Reinickendorf-Liebenwalde- Gr.-Schönebeck. Diese direkt nach dem schönsten Teile der Mark (Liepnitz-Wandlitz-See ic.) führende Kleinbahn verabfolgt sogenannte ..Sonntagskarten' zu ermäßigten Preisen. Diese billigeren Sonntags karten werden aber auch Donnerstags aus- gegeben, während sie an den übrigen Tagen keine Gültigkeit haben. Von der Existenz dieser billigen Fahrkarten haben sehr viele Fahrgäste keine Ahnung. Sie verlangen eine..Fahrkarte" und bezahlen dann ahnungslos den viel höheren Fahrpreis, während sie für dasselbe Geld eine Sonntagskarte, die auch zur Rückfahrt berechtigt, also eine„R ü ck f a h r t k a r t e" ist, hätten benutzen können. Bemerkenswert ist noch, daß diese„Sonntagskarten", die auch Donnerstags gelten, nur auf dem Bahnhof in Reinickendorf- Rosenthal ausgegeben werden. Auf den anderen Bahnhöfen Blankenfelde, Schildow usw. sind sie unbekannt. Die Fahrgäste. die von diesen Bahnhöfen abfahren, müssen fast die doppelten Fahrpreise bezahlen. Ein neuer Militör-UebungSplatz. Die Militärverwaltung hat sich ein 2 000 Morgen großes Gelände bei Egs darf im Teltower Kreise gesichert. Der Kaufpreis beträgt rund eine Million Mark und berteilt sich auf 26 Besitzer. Das Ge- lände ist vorbehaltlich der Zustimmung des Reichstages erworben worden und soll zum April 1910 gerichtlich aufgelassen werden. Auch die Auszahlung deS Kaufpreises erfolgt erst zu diesem Termin, jedoch werden den Verkäufern die auf sie entfallenen Be- träge vom 1. April 1909 an verzinst.— Der neue Militär» Uebungsplatz soll lediglich großen Truppenübungen, nicht aber Schießübungen dienen.— Auch für ein großes Militär- I a g e r ist die Gegend EgSdorf-Teupitz in Aussicht ge- nommen. Es ist beabsichtigt, an der M i l i t ä r b a h n Zossen— Berlin ein Gleife nach Egsdorf abzuzweigen. Ferner hat sich die Militärverwaltung in der Gemarkung Jachzenbrück große Gelände gesichert und das ganze Dorf ZehrenSdorf angekauft, welches an dem Uebungsgelände anstößt. Zur späteren Vergrößerung des neuen Militärplatzes hat sich das Kriegsministerium daS Vor- kaufsrecht für Waldgelände des Fürsten SolmS-Baruth zwischen Radeland und Dornwalde gesichert. Ein schwerer Betriebsunfall bei der Firma A. Borsig in Tegel, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am Mittwoch, den 22. d. Mts., gegen 2 Uhr nachmittags. Dem 17 Jahre alten Lehrling Bruno Winkel wurde von einem im Kran hängenden Kompressor der Schädel derart zertrümmert, daß der Tod kurz darauf eintrat. Es muß wiederum die Frage auf- geworfen werden, weshalb sorgt die Werkstattleitung nicht dafür, daß bei Beförderung schwerer Maschinenteile die Wege frei sind, damit so schwere Gegenstände nicht über die Köpfe der Menschen, im Kran frei hängend, transportiert werden. Russische Waisenkinder in Berlin. Am gestrigen Tage kam wiederum eine Anzahl Opfer der letzten russischen Pogrome in Berlin an. Zehn Knaben und sieben Mädchen im Alter von 3 bis 11 Jahren � nur ein Knabe ist 16 Jahre alt— trafen in direkter Fahrt aus Odessa über Alexnndrowo auf dem Babnhof Friedrich- straße hier ein. Zwei russische Damen führte» die kleine Karawane. Die Kinder sind samt und sonders elternlos; entweder haben sie bei den russischen Massakers beide Eltern verloren oder sie hatten nur noch Mutler oder Vater zur Zeit der Pogrome, und diese letzte Stütze ist ihnen alsdann durch Mord entrissen worden. Von eiueni Mädchen lebt freilich noch die Mutter. Sie ist aber infolge des Pogroms wahnsinnig geworden. Der Hilssverein der deutschen Juden und der Großloge für Deutschland hat sich der Kinder an- genommen. Dampferpartie mit Hindernissen. Bei den Dampferfahrten, die jetzt massenhaft nach der herrlichen, wasserreichen Umgebung Berlins veranstaltet werden, ist noch recht vieles nicht in Ordnung. Dieser Tage— so schreibt uns eine Leserin— benutzte ich von der Weidendammer Brücke aus einen Sterndampfer zur Fahrt nach dem schönen Havelstädtchen- Werder. Di-> Tour dauert, wenn alles klappt, mehr als 4 Stunden. Trotz dieser langen Fahrdauer konnte ich als Abstincntin auf dem Dampfer nicht mal eine Flasche Sclter- Wasser auftreiben. Auch andere Damen, die sich nicht mit eigenen trinkbaren Vorräten ausgerüstet hatten, litten empfindlich unter diesem Mangel. Die Rückfahrt dauerte gar 5V£ Stunden! Vor der Eisenbahndrehbrücke bei Spandau lagen wir fast eine halbe Stunde fest, da mehrere Güterzüge durchpassierten. Auch an der Charlottenburger Schleuse entstand unerwarteter Zeitverlust wegen des Durchschleuscns einer ganzen Anzahl vor uns liegender Spree- kähne. Bei der Ankunft in Berlin erklärte selbst der Kapitän zu einem dort stehenden Strompolizisten, daß solche Hindernisfahrt die Wasserverkehrszuständc der Zweimillionenstädt nicht in das beste Licht stelle. Von mehreren Freunden, die mit von der Partie waren, hörte ich neben bewundernden Ausdrücken von der reiz- vollen Havellandschaft auch scharfe Entrüstungsworte über das langweilige Fahren. Einen zur Heiterkeit stimmenden Anblick hatten wir bei der Anlegestelle hinter der Langen Brücke in Potsdam. Hier prangt dicht am Dampfersteg, der unmittelbar ins Lokal führt, eine große Tafel mit folgender Aufschrift:„Ver- einen und Schulen ist der Durchgang durch das Lokal nur dann gestattet, wenn sie etwas verzehren." Das„etwas" klingt wenigstens bescheiden. Man sollte indes der Meinung chein, daß der betreffende Restaurateur kein Reckst zu solcher Drohung hat, wenn die Dampferfahrgäste sein Lokal passieren müssen. Die Stcrngesellschaft aber hat die Pflicht, eventuell durch eine andere Anlegestelle dafür zu sorgen, daß ihren Fahrgästen solche lächerliche Drohung nicht erst zugemutet wird, noch dazu Schülexw die nicht Ausflüge machen, um kneipen zu gehen. Ucber das Fischfierben äußert sich Dr. Hoffmann, Professor vom Institut für das GärungS- gewerbe, folgendermaßen:„Die Ursache besteht meines Erachtens in dem Gasgehalt der Moderreste des FlußbodenS. Ich konnte an der Hand meteorologischer Zahlen den Nachweis führen, daß ein Sterben der Fische gerade dann auftritt, wenn sich der Luftdruck rasch und stark erniedrigt. In diefem Falle wird nämlich das Gleichgewicht der im Moder absorbierten Gase erheblich gestört; eine große Menge davon wird plötzlich frei, steigt an die Oberfläche und verursacht das Sterben der Fische aus dreifache Weise: Zunächst sind die Gase giftig; die Fische werden hiervon wohl nicht in Maist-� sterben, aber ihre Widerstandskraft wird verringert. Ferner ent- ziehen diese Gase dem Wasser den Luftsauerstoff, weil sie zum Teil leicht reduzierbarer Natur sind. Endlich werden durch die Gas- beivegung kleine Teilchen fester Stoffe in die Höhe getrieben, welche das Wasser trüben, den Sauerstoff gleichfalls absorbieren, vor allen Dingen aber sich in die Äiemenöffnungen der Fische setzen und deren Verschluß hindern. Ich weiß nicht, inwieweit die von manchen Seiten aufgestellte Behauptung gerechtfertigt ist, gemäß welcher der letztgenannte Umstand für das Sterben der Fische am meisten ber- antwortlich zu machen sei. AnS den vorstehenden Betrachtungen folgt, daß es nur ein Mittel gibt, das auf solche Weise entstehende Sterben der Fische zu verhindern, und dieses besteht darin, daß man den Boden der Flußläufe zu säubern sucht. Eine solche Säuberung läßt sich mit Hilfe einfacher Baggcrung ausführen. Zwar würden an jenen Stellen, wo ein Bagger arbeitet. Gase und feste Stoffe leb- hast aufgerührt werden: aber dieses find nur einzelne lokalisierte Punkte, von welchen sich die Fische mit Leichtigkeit fernhalten können. Ist die Baggerung vorüber, dann ist die Stelle für die Fische eine Zeillang ungefährlich, und eS können andere Teile des FlußlaufeS gereinigt werden.' Der ehrwürdige Berliner Kremser dürfte in wenigen Jahren seine Rolle als volkstümlichstes Fuhrwerk an der Spree ausgespielt haben. Als„Torwagcn" war er schon längst zum Ausruhen in der Remise verurteilt. Aber auch sonst ist die echt berlinische Ge- pflogenheit. mit Kind und Kegel im Kremser über Land zu fahren, auf ein Minimum gesunken. Das liegt hauptsächlich daran, daß andere Verkehrsmittel bevorzugt werden, die billiger sind. Für wenige Nickel, allerdings mit etwas weniger Bequemlichkeit, doch dafür mit sehr erheblicher Zeitersparnis, leistet man sich heute das- selbe Vergnügen nach allen möglichen Ausflugsorten. Selbst größere Vereine und Gesellschaften verzichten zumeist auf den kost- spieligen Kremser. Sie belegen ganze Eisenbahnwaggons und sind auch hier vollständig unter sich. Die gefährlichste Konkurrenz ist dem Kremser im Motoromnibus entstanden. Solche werden jetzt fast schon für denselben Preis vermietet wie der Kreniser. Wer den Vorzug verdient, ist Geschmacksache. Wozu die Polizei da ist. Seit einigen Tagen sind mehrere Schutzleute vor dem Lokal Seelowerstr. 15 aufgestellt, um Wache zu halten. Das Publikum steckt die Köpfe zusammen nnd frägt sich, ob das Lokal unter Polizeiaufsicht steht oder ob da Einbrecher ver- kehren. Die Lösung deS Rätsels ist sehr einfach. Weil der Inhaber deS Lokals infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse nicht die Miete zahlen konnte, hat die Wirtin die Exmissionsklage an- gestrengt, außerdem aber das Polizeirevier gebeten, aufzupassen, daß der Lokalinhaber in der Zwischenzeit nicht zieht. Und weil die Polizei glaubt, der Hauswirtin private Hilfe leisten zu müssen, stellt sie Posten. DaS ist einfach unerhört. Wie kommt sie dazu, sich in diese privaten Angelegenheiten hineinzumischen Z Wir meinen, die Polizei hätte beffereS zu tun. An seiner elfjährigen Tochter vergangen hat sich in trunkenem t»stände der in der Parochialstraße wohnende Bauarbeiter Kalbdack. ls seine Frau diesen Vorgang der Polizei melden wollte und nach dem Polizeirevier ging, erhängte sich K. währenddessen am Bett- Pfosten. Ncber fortgesetzten Skandal in der Badeanstalt„Römerbad", Boxhagen, Sonntagstraße 4, klagen Personen, die dort baden wollen. Die Anstalt hat der Besitzer seinem Sohne übertragen, der dort haust wie der Ochse im Porzellanladen. Fortgesetzt wird über laute Szenen berichtet, die sich zwischen ihm und dem Personal abspielen. Am 21. Juli waren Badende Zeuge eines wüsten Auf- trittes zwischen dem jungen Mann und dem Bademeister. Nach einem schrecklichen Wutgeheul stürzte sich der junge Herr auf den Angestellten und es entstand ein förmlicher Wcttkampf, der nur sein Ende fand, bis Badegäste nackend aus ihrer Zelle kamen und die Kämpfenden trennten. Derartige Vorgänge sollen sich öfter wiederholen. Demnach scheint eS sich im vorliegenden Falle um ein recht kampflustiges Herrchen zu handeln. In einen Krankentransportwagen fuhr gestern früh kurz nach (�6 Uhr ein Autoomnibus an der Oranicnstraßen-Brücke und Luisenufer und zertrümmerte das rechte Hinterrad. Während die zu transportierende Kranke, eine noch junge Frau, mit dem Schrecken davonkam, stieß der sie begleitende Ehemann bei dem Anprall mit dem Arm durch die Scheibe deS Wagens und verletzte sich denselben. Erst durch einen anderen telcphonisch herbei- gerufenen Krankenwagen konnte nach Umbettung der Kranken der Transport fortgesetzt werden. Ein schweres Bootsniigljick hat sich am Mittwoch bei KonradS- höhe zugetragen. Mit einem gemieteten Boot fuhren der 35 Jahre alte Restaurateur Hermann Kraft aus der Salzwcdeler Straße 13, der 26 Jahre alte Maler Ernst Kleist aus der Wilhelmshavener Straße 19 und dessen 20 jähriger Bruder Willi Kleist aus der HavelSberger Siratze 34 auf den Tegeler See und die Havel hinaus. Während der Fahrt wechselten die Freunde die Plätze, das Boot kam dadurch zum Kentern und alle drei stürzten ins Wasser. Trotzdem man den mit den Wellen kämpfenden Freunden sofort zu Hilfe eilte, gelang es nicht, sie zu retten. Alle drei Personen ertranken Die Leiche eines IZjähngen Knaben wurde gestern in der Oberspree angetrieben und gelandet. Der Verstorbene war, wie festgestellt wurde, der Sohn eines auf der Fahrt von Berlin nach Breslau begriffenen Schiffers, der seit vier Tagen vermißt wurde. Jedenfalls ist der Knabe, ohnö daß es bemerkt wurde, in das Wasser gestürzt und ertrunken. DaS leidige Anhänge». Am Mittwochuachmittag fuhr der Kutscher August Szloze mit einem zweispänuigen, mit Stückgütern beladenc» Rollwagen der Vahimmilicheii Rollsuhrgesellschaft(Lehrter Güterbahnhof) die Schwartzkopffstraße entlang. Vor dem Hause Nr. 12 lief der 5jährige Willi Wunrich an den Wagen heran und hängte sich an die an der rechten Seite des Wagens herabhängende Kette. Blöglich ließ er los, fam gu Fall und geriet mit dem rechten Bein| Köpenick. Schl. zu 20 m. und den jügendlichen Karl Schlünz zu einem Bet unter das rechte Hinterrad. Der in nächster Nähe wohnende Bater Die Delegiertenwahlen zur Generalversammlung für die am weis. Dem Gericht lagen die sechsmal berkleinerten Fischerei. rief sogleich einen Arzt herbei, der aber nur noch den Tod feststellen 11. August in Kraft tretende Neue Ortskrankenkasse finden am Donners- geräte im Modell vor, fonnte. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schauhaufe über- tag, den 80. Juli statt. Zeit und Lotal wird noch mitgeteilt werden. Spandan. wiesen. Die Schuld trifft lediglich den Knaben. Be An die Kaffenmitglieder, gegenwärtig noch zur alten Staffe gehörig, Die konservativen Zettelverteiler hatten sich am 3. Juni im Die Kinderspiele des Berliner Arbeiter- Turnvereins Fichte" ergeht das dringende Ersuchen, sich an der Wahl zu beteiligen und Wahlbureau der fonservativen Partei hier Breitestr. 6 eingefunden, werben fortgesetzt am Sonntag, den 26. Juli. Gespielt wird in ben für die vom Gewerkschaftskartell aufgestellte Liste au stimmen. Bu um ihren Lohn in Empfang au nehmen. Man hatte die nicht Vormittagsstunden unter Leitung von Turnern und Turnerinnen wählen find 55 Vertreter der Arbeitnehmer und 27 Delegierte der an fünf folgenden Stellen: 1. auf dem Spielplatz im Friedrichs- Arbeitgeber. Die Stimmzettel werden am Tage der Wahl vor dem geringe Anzahl der Leute in den Hausflur des Hauses Breitestr. 6 untergebracht, wo fie dicht gedrängt der Auszahlung ihres hain, 2. auf dem Spielplak im Treptower Part, 3. auf dem Tempel- Wahllokal verteilt. Wahlberechtigt find sämtliche fiber 21 Jahre fauer verdienten Lohnes harrten. In demselben Hause Breitehofer Felb, 4. auf dem Sportplatz Behmstraße, 5. in der Jungfern- alten Staffenmitglieder, auch die freiwilligen Mitglieder. traße 6 wohnt auch der Klempner Ernst 2 angfrig. Der heide. Kinder, die teilnehmen wollen, fönnen sich vorher verfelbe tam abends in der 10. Stunde nach Hause und fand fammeln an folgenden Sammelpunkten: 1. für Friedrichshain: Wilhelmsruh- Niederschönhausen- Weft. a) am Kriegerdenkmal vor dem Landsberger Tor, b) in der Peters- In der lebten Mitgliederversammlung wurde die Frage der ben Hausflur, den er durchschreiten mußte, bollgepfropft boll wartender Leute. Er mußte fich durchdrängen, und hierbei wurde burger Straße am Baltenplay; 2. für Treptower Part: an der Frauenorganisation diskutiert und die vom Parteivorstand und ihm, wie er behauptet, fein Jadett vom Leibe geriffen und dasselbe Oberfreiarchenbrüde; 3. für Tempelhofer Feld: a) auf dem Cha- der Frauenkonferenz vorgeschlagenen Leitfäße ohne wesentliche beschädigt. In seiner Erregung öffnete er, als er in seine Wohnung miffoplak, b) in der Hagelbergerstraße, Ede. Vorkstraße, c) auf der Aussetzungen angenommen. Für die Kreisgeneralversammlung angekommen, das Fenster und machte durch laute Worte seinen Fontanepromenade am Kaiser- Friedrich- Play; 4. für Sportplatz wurden die Genossen Elvers und Koffert, für die Generalversamm Unmut Luft. Der anwesende Bolizeisergeant Resten verbot Behmstraße: a) auf dem Vineta- Plaz an der Normaluhr, b) am lung Groß- Berlin die Genossen Krette und Hennig als Delegierte ihm dies und als Erividerung soll ihn Langfriz beBahnhof Gesundbrunnen, e) auf dem Nettelbeckplatz, d) in der gewählt. Als Delegierter für den Provinzialparteitag soll Genoffe teibigt haben, indem er ihn mit Du anredete und ihm Reinidendorfer Straße, Ede Schulstraße, e) in der Schönhauser under vorgeschlagen werden. erwiderte, daß er ihm gar nichts zu fagen habe und daß Allee, Gde Schibelbeiner Straße; 5. für Jungfernheide: am Bahn- Stralan. er lieber die Leute aufschreiben sollte, die ihm das Jackett zerrissent hof Beuffelstraße. Abmarsch bon allen Sammelstellen morgens vor dem Schöffengericht hier zu verantworten. batten. Langfris hatte sich wegen Beamtenbeleidigung am Mittwoch Er bestreitet, die Abficht gehabt zu haben, den Beamten zu beleidigen, er habe diesen nur ersucht, die Leute festzustellen, die ihm das Jadett zerrissen hatten. Der Polizeisergeant stellt dies in Abrede, und als der Angeklagte beantragt, die Aussage zu protokollieren, fährt ihit der Schöffenrichter scharf an mit den Worten: was protokolliert wird, Bestimme ich nach der Strafprozes ( Sollte der Schöffenrichter nicht wissen, daß ein An ordnung. geflagter berechtigt ist, den Antrag auf Protokollierung einer bestimmten Aussage zu stellen und eventuell einen Gerichtsbeschluß barüber herbeizuführen?) Langfrig wird zu 15 M. Geldstrafe verurteilt. Die vernommenen Zeugen bestätigen, daß der Flur von Bettelberteilern dicht befegt war und daß diese lange Beit auf ihr Geld warten mußten. 8% Uhr( nur von Beusselstraße 8 Uhr). Wilkommen ist jedes Kind. Lebensgefährliche Brandwunden erlitt in der lebten Nacht die Zimmerstraße 71 wohnhafte, unter Sittenkontrolle stehende Elife Geiger. Sie war nach einem Trinkgelage gegen 2 Uhr nachts nach dem Klosett auf dem Hofe gegangen. Dort explodierte beim Anzünden eine Schachtel mit Wachsstreichkerzen, wobei das Nachtgewand der Geiger in Brand geriet. Laut schreiend lief ste über den Hof in ihr Zimmer, wo es gelang, die Flammen zu ersticken. An beiden Armen, am Ober- und Unterförper war die Berfon zum Teil recht schwer verbrannt. Sie wurde bon Samaritern der Feuerwehr und einem Arzt der Unfallstation verbunden und dann mit einem Tender der Feuerwehr nach der Charité gebracht. Zwei nene Sonnenfledengruppen von gewaltiger Ausdehnung sind geftern am Dstrande der Sonne auf der Treptower Sternwarte beobachtet worden, so daß jegt im ganzen fünf große Fleckengruppen an berfchiedenen Stellen der Sonnenoberfläche zu sehen sind. Da jede Gruppe wieder aus einer großen Bahl von fleinen Sternflecken besteht, so erinnert dieses Bild an die geit der größen Sonnen fledentätigkeit, obgleich schon seitdem drei Jahre verflossen find. Die Treptower Sternwarte wird, um auch die Beobachtung bei hohem Stande der Sonne au ermöglichen, baher am Freitag, ben 24. und Sonnabend, den 25. b. Mits., statt um 2 Uhr nachmittage ausnahmsweise schon um 10 Uhr morgens für das Publikum geöffnet werden. Am Sonntagnachmittag 5 Uhr spricht Direktor Dr. Archenhold über:" Die Einführung in die Astronomie", um 7 Uhr über:„ Die Bewohnbarkeit der Welten" und Montag, abends 9 Uhr, über: Die Boten der Unendlichkeit". Alle drei Vorträge find gemeinverständlich und mit zahlreichen Licht- und Drehbildern ausgestattet. Die Oberwallstraße von der Jägerstraße bis zum Hausvoigtei plaz und die Norbseite bes Hausboigteiplages von der Taubenstraße bis zur Oberwallstraße werden behufs Beseitigung von Kanälen ufiv. fofort bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Weißenfee. Vorort- Nachrichten. " Aus dem Wahlverein. Die am Dienstag, den 21. 8. M., im Prälaten" tagende Generalversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins ehrte zunächst das Andenken des verstorbenen Bezirksfaffierers Genossen Liebenow. Der gebrudt vorliegende Halbjahrs. Kaffenbericht weist eine Einnahme von 2346,66 m. und eine Ausgabe von 1975,82 M., mithin einen Bestand von 370,84 M. auf. Sodann wurden die Genoffen Kaufhold als Raffierer und Brzibilla als Revisor gewählt. Die Maifeier ergab einen Ueberschuß von 204,45 M. und die Kommunalwahlen einen solchen von 24,20 m. Dann sprach Genosse Schumann Berlin über: Was lehren uns die Landtagswahlen?" Redner meint: Ohne Soffnungen gemacht zu haben, betämpfte die Sozialdemokratie das Dreiflasien wahlgejet. Wider Erwarten zogen 7 Genoffen in den Landtag. Dann beleuchtete er den Terrorismus der Gegner im Wahlkampfe und tennzeichnete das Gebaren ber anderen Parteien, namentlich aber die jämmerlichen Machenschaften des Freisinns. Der Erfolg des Sieges sei lediglich der unermüdlichen Arbeit der Partei genossen und unserer Presse zuzuschreiben. Auch die Frauen hätten in diesem Wahlkampfe bewiesen, daß sie politisches Verständnis haben. In der hierauf folgenden Diskussion weist Genosse Suhn darauf hin, aus den Wahlen die richtigen Lehren zu ziehen. Die Arbeiterschaft habe sich die Wähler anzusehen, und zwar zunächst mal die Geschäftsleute, welche uns den Gegnern auslieferten. Die Arbeiterschaft sei danach verpflichtet, ben bestehenden Konfumgenossenschaften beizutreten. Genoffe Pau schließt sich dem an. Ein Antrag Masche, diesen Vortrag bezirksweise vor allen Landtagswählern halten zu lassen, wird dem Vorstande überwiesen. Genosse Robert Fendel gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Jugend organisation nur von erwachsenen, erfahrenen Genoffen geleitet werden dürfe. In seinem Schlußwort tritt Genosse Schumann für die Selbständigkeit der Jugendlichen ein. Am 11. August findet die nächste Vereinsversammlung statt. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. in ber, älten Zaverne" statt, unter Mitwirkung bes Ruberflubs Unfer diesjähriges Sommerfest findet Sonntag, den 26. 7. 08, Vorwärts" und des Gefangvereins" Vorwärt II", auch Athleten und Radfahrer haben ihre Beteiligung zugesagt. Billette a 20 f. sind an der Kasse und in allen Parteilokalen zu haben. Ein Wahlvereinssuch, ausgestellt auf den Namen Ernst Schipp mann, Buchnummer 227, ist verloren gegangen. Der Finder ivirb gebeten, dasselbe einzusenden an Ernst Wessel, O. 17, MarkgrafenDamm 7. Nowawes. 10 Die Nowawefer Sundemifere. Die Sunde haben von jeher in unserem Nachbarort Nowaves eine Rolle gespielt. Entweder es fanden sich Liebhaber, die die herrenlofen oder auch angefetteten Sunde wegfingen, ihnen das Fell über die Ohren zogen und einen fchmorenden Hundebraten bereiteten, oder aber die herrenlosen Bierfüßler wurden auf andere Weise bertilgt, ohne auf der Speifes farte eine Rolle zu spielen. Die Straffammer befaßte sich auch heute wieder mit einem Berufungsprozeß, in dem der Bauunternehmer Gustav Hoenice aus Nowawes angeflagt war, ben schönen, wertvollen schwarzen Budel bes Tapezierers Stagermann erschossen au haben. Der Angeklagte führte an, er und feine Wieler feien burch den schwarzen Bubel belästigt worden. Gr brachte auch bafür einige Beugen auf. Das Gericht berwarf aber die Berufung und H. muß wegen Sachbeschädigung 20 M. Geldstrafe bezahlen. Potsdam. Eingegangene Druckschriften. 1 1 Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 43. eft des 26. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Schlagen und Bertragen. Offener Brief an Jean Jaurès. Bon Roja Luxemburg. Die weltpolitische Lage, Bon W. Beer. Gewerkschaftliche aufionen. Von Barvus. Berelendung und Bufammenbruch. Bon R. Kautsky.( Schluß.) Bur Organisation der Jugend. Bon Mar Frankenthal( Hamburg). Noch ein Wort zur Ausbildung der Arbeiter ferretäre. Von Richard Schiller( Breslau). Ein Netz. Von Rudolf Krafft. Literarische Rundschau: Dr. Ludwig Bräutigam, Professor, Ein moderner Pädagoge. Meinungen. Bon Ph. Dr. Konrad Guenther, Bom Die elektrischen Fischer" vor der Straftammer. Die Ferien- Urtier zum Menschen. Bon ew. Beitschriftenschaut. Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchh straffammer des Potsdamer Landgerichts verhandelte gestern unter dem Vorsitz des Geh. Justizrates Rademacher gegen die elektrischen bandlungen, Bostanstalten und Stolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Fischer, die in diesem Frühjahr mittels Glettrizität den Fisch- Duartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal reichtum des Teltowfanals bei Albrechtstheerofen erheblich ber- abonniert werden. Das einzelne Seft foftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. ringerten. Angeklagt waren als Haupttäter die Gheleute Sured, der alte Schlüng mit seinen vier Söhnen Heinrich, ber die Trieb-( Stuttgart, Berlag von Baul Ginger), ist uns foeben Nr. 15 des 18. Jahr Bon der Gleichheit", Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen feber der Fischerinnung war, Ludwig, Otto und start, ferner der ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Aufruf des BarteiRestaurateur Stoch und der Kellner Hoppe aus Wannsee und ein borstandes zum Barteltag. Aufruf der Vertrauensperson der Genossinnen getoiffer Lange. Die Angeklagten, die anfänglich die Tat in Abrede Deutschlands zur Frauenkonferenz. Die Gewerbeaufsichtsbeamten über stellten, haben im Februar d. J. und, wie ein Beuge bekundete, auch die Frauenarbeit in Bayern. Bon gh. Schulspeisung. V. Von Luiſe Agitation schon lange vorher, den lohnenden Fischfang ausgeübt. Sie be- Kautsky. Der fiebente internationale Textilarbeitertongreß. Wesen und Entwidlung bienten sich zweier 3 Meter langer Stangen. Die eine hatte am unter den Dienstboten. Von Helene Grünberg. Aus der flerifalen Hochburg oberen Ende einen Messingbügel, ber als Kontakt an die Ober- bes Rechts. Von Simon Statenstein. Aachen. Von W. Reimes. Aus der Bewegung: Von der Agitation. leitung des Treibelwerkes gehangen wurde, ein entsprechend starkes Bon den Organisationen. Jahresbericht des Bildungsvereins für Frauen Stabel leitete den abgefangenen Strom zu der am Ende der anderen und Mädchen von Keyin und Umgegend. Politische Rundschau. Von H. B. Stange befestigten Stahlplatte, die dann ins Wasser schräg ge- Gewerkschaftliche Rundschau. Bom Niederrhein. Genossenschaftliche Arbeitshalten wurde. Die Energie des elektrischen Hochspannungsstromes Rundschaut. Bon H. Fl. Notizenteil: Dienstbotenfrage. Gesundheitsschädliche Frauenarbeit. betäubte nun im weiten Umkreise alle Fische, so daß sie mit bedingungen der Arbeiterinnen. Leichtigkeit mittels Unterfangnezes herausgeholt werben fonnten. Frauenstimmrecht. Weibliche Fabrikinspektoren: Sozialistische FrauenFrauenbewegung. Quittung. Feuilleton: Die Fischzüge wurden meist in hellen Nächten ausgeführt. Bur bewegung im Ausland. Der Umzug. Sicherung des Geschäftes wurden Posten ausgestellt. Das Treiben Im Hochgebirg. Von Friedrich Theod. Vischer.( Gedicht.) Bon A. R. Mudis Luftballon. Don E. Leopold. Noch nicht Sei der elektrischen Fischer fam durch ihre eigenen Brahlereien ans wadh! Bon Franz Diederich.( Gedicht.) Licht, da sich der Heinrich Schlüna feiner ingentösen Jdee überall Für unsere Mütter und Hausfrauen: Hochsommer. Die Seele des Kindes. Von Dr. H. K. rühmte und als gute Seele andere Personen zur Teilnahme ein- Bon Herm. Lingg.( Gedicht.) Etwas vom Leben. Von Hannah lud. Die Beute wurde immer nach der Kopfzahl der Beteiligten Epilog. Bon Heinrich Heine.( Gedicht.) verteilt, und Koch war der Hauptabnehmer der Fische. Meist konnte Dorfch. II.( ortfegung.) Für die Hausfrau. ieder der Fischer einen größeren echt und eine Schüffel leiner 10 Bf, burth bie Boft bezogen beträgt ber vibonnementspreis vierteljährlich Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Fische für sich beanspruchen, war der Fang spärlich, erhielt nur 10 f., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich einer die Beute. Das nächtliche Treiben wurde von den Beuginnen ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement Bachnid, Wünsch, Poser und deren Ehemann beobachtet. Genbarmeriewachtmeister Werrbach aus Wannsee brachte dann die elektrische Fischerei zur Anzeige. Das Gericht konnte mangels weiterer Betreise nur zwei Fälle aburteilen, boch wurde das steuerfreie Gewerbe, wie Zeugen befundeten, schon jahrelang ausgeübt. Heinrich Schlüng fam auf den Trid, als er beim Bau des Teltow fanals beobachtete, daß zur Reduzierung der Stromstärke manch mal ein Pol ins Wasser geschaltet wurde. Sleine Fische waren damals auch sofort tot. Almählich bequemten sich die Angeflagten Brüder Schlüng, Koch und Hoppe zu einem Geständnis. Das Ghe paar Gured war nicht erschienen, stellte jedoch jede Beteiligung in Abrede. Es wurde durch die Zeugenaussagen völlig überführt. Staatsanwalt Dr. Guichard beantragte gegen die geständigen Angeklagten Geldstrafen, gegen Lange mangels Beweises Freisprechung. Das Gericht berurteilte die Angeklagten wegen Bergehens gegen § 1 des Gefehes vom 9. April 1000 in Verbindung mit§ 296 bes Str.-G.-B. Seinrich Schlüng und Koch zu 60 M. Geldstrafe, das Ehepaar Sureck zu 50 M., Ludwig Schl. und Hoppe zu 30 M., Otto 2,60 M. 1 Witterungsübersicht vom 23. Juli 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Wetter Stationen minentbe. 766 Camburg 767 Still Berlin 765 N 2 heiter Franti.a.. 766 O 2 volfen! Münden 765 D 1 beiter Wetter 2 heiter 15 2 wolten! 15 ND 8beiter Dunst 20 Baparanda 766 S 16 Petersburg 768 NND 19 Scilly 766 SW 1 beded 15 15 berbeen 762S 1 tollig 14 14 Paris 17 Bien 768 MNA 8 wollig 766 NNO 1 wokent 14 Wetterprognose für Freitag, den 24. Juli 1908. Etwas tvärmer, vorwiegend belter bei mäßigen nördlichen Winden; Gewitter nicht ausgefchloffen, font trođen. Kleine Anzeigen Allee 110. Spottbilliger Verkauf vers fallener Pfänder, Herrengarderobe, Gardinen, Aussteuerwäsche, Schmud fachen, Betten, Teppiche, uhren. Monatsanzüge und Sommer Pfandleihhaus Schönhauser paletots von 5 Mart sowie hojen von 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Frads von 2,50, fotie für forpulente Taschenbuch für Gartenfreunde. Figuren. Neue Garderobe zu staunend Ein Ratgeber für die Pflege und billigen Breijen, aus Pfandleihen fachgemäße Bewirtschaftung des häus- verfallene Sachen lauft man am lichen Bier-, Gemüse- und Obst- billigsten bei Nak, Muladstraße 14. gartens bon Mar Hesdörfer. Mit Teppiche mit Farbenjehlern, Fabrit 109 Zertabbildungen. Preis 2,50 M. niederlage Große Frantjurterstraße 9, Expedition Vorwärts, Lindenstr. 69. " Gloffen zu bes Guyots und 6 Prozent Rabait. Sigismund Lactoir Die wahre Gestalt des Christentums" bon August Bebel. Preis 75 Pf., billige Ausgabe 30 Pf. Expedition Lindenstraße 69, Laben. 6305* 197/4 6716 Möbel. Teilzahlung. Möbeleinrichtung Stube und Küche, Anzahlung 15 Mart an. Einzelne Möbelstüde 8 Mart an. Verliehen gewejene Möbel spottbillig. Berolina", Staftanienallee 49. 4625+ Verschiedenes. Kunststopferei von Frau Rotosty, Schlachtenfee, Surftraße 8, III. Patentanwalt Bessel, Gitschiner 25555 Berliner Wetterbureau. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Vermietungen. Wohnungen. Mietsgesuche. Arbeiter mit einem Sohn, zwölf Jahre, sucht zum 1. Auguft bei an ständigen Leuten mit einzuwohnen, Nahe Stottbufer Tor. Offerten 100" Bringenstraße 31, Expedition.+133 " Prächtige billige Balfonwohnungen jojort Soldinerstraße 32/34. 98850* Herr fucht beffere Schlafstelle, allein. Am Friedrichshain. Preis Soldinerstraße 9, 2 Stuben, offerten F. S. Parteifpedition RüdersKüche, Ballon, Stube, Küche, Balkon, dorferstraße 3. +138 billig, bei Stender. Soldinerstraße 8, 2 Stuben, Küche, Balton, Stube, Küche, Balkon, billig, bei Schnaal. * Grünthalerstraße 42, 2 Stuben, Stüche, Balton, Stube, Küche, Balkon, billig, bei Stange. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Gerstenkornhandtücher. Duzend 2,95, Stubenhandtücher 3,75, Betta bezug nebst zwei Stopftiffen 4,25, Bettlaten 1,20, Damenhemden, gestiďte Paffe 1,25 Herrenhemden 1,30, parterre, Mauerhoff. Borwärtslefern Normalwäsche, Herrenhemden sowie elegante Reijemuster ſpottbillig. Wäschefabrit Salomonsly, Dirdjen Pfandleihhaus! Germannplag 6. ftraße 21, Alexanderplatz. Eyirabilliger Pfänderverkauf! Hoch- Littauer Nähmaschinen ohne An elegante staunendbillige Jadettanzügelzahlung, wöchentlich 1,00, gebrauchte, Gehrodanzügel Herrenhofen! Sommer- pottbillig ,, Wienerstraße 1-6, Barrage 948. paletots! Riefenauswahl Bettenber- hauerstraße 67. Bernt die Muttersprache beherrschen! auf! Wäscheberlauf! Teppichverkauf! Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht brenverkauf! Stettenbertauf! Ringein Wort und Schrift der deutschen verkauf! Goldene Uhren! Braut Fahrräder. Sprache erteilt Damen und Herren gefchente! Rähmaschinen! GardinenFahrräder, Grammophone, Teil( feparat) auch abends cin tüchtiger Schlafstellen. verkauf! Sonntags ebenfalls geöffnet. zahlungen, ohne Aufschlag, Loth- und gewissenhafter Bribatlehrer. Die Möblierte Schlafftelle an sei 6745 Stunde foftet eine Mart. Eine UnterKlaffiter- Ausgaben, Goethe, Heine, ringerstraße 40. Reuter, Schiller, Shakespeare, je bier Herrenfahrrad, Damenjahrrad richtsstunde wöchentlich genügt Ge- Herren bermietet Rigdorf, Herrfurth +110 fällige Angebote find unter G. 4 an fraße 6, II geradezu. 16,00, Schlafdeden 1,15. Pfanbleih je zwei Bände 3,50 Mart. Bürger, ftraße 86 b. 9775 Expedition des Borwärts zu richten. Möblierte Schlafstelle Dresdenev haus, Küstrinerplat 7. 910 Stleist, Lenau, Uhland, Wieland und " Leihhaus Merkur", Große Frant ftraße 38, III rechts. +133 Fahrräder. Teilzahlungen. Inva- furterstraße 116 I. Hohe Beleihung Riefenposten Teppiche, Sofa- und andere, je ein Band 1,75 Mart. Erpedition, Lindenstraße 69, Laden. lidenstraße 20 Stalizerstraße 40. 320St* für Uhren, Goldwaren, Garderoben, Schlafstelle, beffere, für Herrn. Salongröße, 4,35, 6,75, 10, 800 Mart. Eine Bartie mit fleinen Webfehlern Spezialfarte von Eberswalde, Opelfahrrad, befferes 35,00, Belzwaren, Wäsche, Möbel sowie jeden Schmidt, Sorauerstraße 9, born I.* fpottbillig. Teppichhaus Emil Lefèvre, 75 f. Expedition, Lindenstraße 69, dringend. Pantstraße 45, parterre Wertgegenstand. Schlafstelle, Herren. Bartel, Dranienstraße 158. rechts. +145 Hausmacherwurst Stolbergerstr. 2. Solbergerstraße 30, of parterre. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW. Steppbecken spottbillig, Fabrit Große Frankfurterstraße 60. 2993se Teppiche!( feblerbafte) in allen Größen für bie Hälfte bes Bertes tm Teppichlager Brünn, Sadeider Marti 4, Bahnhof Borse. 264/11 Beberbetten, Stand 11,00, große Bände 6,-Mart. Eichendorff, Sauff, 9148 Laden. wote net, 45,00. Qola Blumen 95258* Blinder Stubiflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurüdgeliefert. 2. Glajer, Mulad 14686 traße 27. Stellenangebote. Backofenmaurer stellt ein 23. Busch, Dulkowstraße 186.+119 Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnende Beschäftigung( Tour Modernstraße, Hornstraße). Mel bunge Blicherstraße 69, Laben.