Nr. 44. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Ginger. in der Post- Zeitungs- Preislife für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Gonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Der Versand des Flugblattes, enthaltend die Rede des Abgeordneten A. Bebel, welche derselbe in der Sigung vom Freitag, den 3. Februar, im Reichstag gehalten hat, hat gestern begonnen und wird in diesen Tagen fortgesetzt. Dienstag, den 21. Februar 1893. --OVO Einer großen Sache galt's! Mary hat einmal gesagt, wir zitiren nicht wörtlich die anglikanischen Bischöfe verzichteten lieber auf den Himmel und auf alle 39 Glaubensartitel, als auf einen Penny ihres irdischen Einkommens. Das ist hundertmal für eine schnöde Verleumdung erflärt worden. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Deutsches Volt! Das sind die Männer, die sich berufen glauben, Dich zu regieren! Das sind die Männer, die Milliarden von Dir genommen haben, nachdem schon ihre Väter, Großväter und Urgroßväter Jahrhunderte lang Milliarden über Milliarden aus Dir herausgepreßt. Das find die Männer, die Dir, Volt, Begehrlichkeit" vorwerfen, und Dir geduldige Ergebenheit in Dein Schicksal Bei den über alles Erwarten zahlreichen und umfänglichen Wohlan, die Edelsten der Nation haben vorige Woche anrathen. Bestellungenes find bis heute über 2%, Million Exemplare den Beweis liefern wollen, daß Mary die Großwürdenträger Und wie verhält sich die Regierung gegenüber dieser bestellt hat sich der unterzeichnete Vorstand veranlaßt gesehen, der Menschen richtig beurtheilt hat. Es war also gewisser- Rebellion der modernen Geusen? eine allgemeine Reduzirung der aufgegebenen Posten vorzu- maßen eine Ehrenrettung des Baters der Internationalen Die erste Rebellion ist es ja nicht. Das Junkerthum hat nehmen. Die Besteller mögen von dieser Mitthei- Arbeiter- Assoziation. Der Erzrevolutionär Karl Marx zu wohl die Manieren und die Kleider gewechselt, jedoch nicht Iung Notiz nehmen, um sich unnöthige Retla. Ehren gebracht durch die erzreaktionären preußischen Junker sein Wesen. Erst tomme ich, und dann nochmals ich, und mationen zu ersparen. - welcher Humor! Welcher Wiz der Geschichte! Nicht, brittens wiederum ich!" Das war allezeit der Wahlspruch Bugleich machen wir bekannt, daß die zum Selbstkostenpreis baß sie sich unmittelbar gegen die Bischöfe gewandt hätten. dieser ritterlichen Anbeter des goldenen Kalbs. Und es ging Sie erweiterten die Frage, stellten sich selbst an den Platz auch, bis vor etlichen hundert Jahren das Maß überlief angekündigte Ausgabe der vier Reden, welche die Ageordneten der englischen Bischöfe, und erklärten feck und fühn:" Wir und die faule Grete" ihnen die Staubschlösser zusammenBebel, Frohme und Liebknecht gelegentlich der Debatte Hochwürdenträger und Edelste der Nation, wir pfeifen auf schoß- auf Befehl eines Monarchen aus dem Hause der über die Ziele der Sozialdemokratie in den Tagen vom 3. bis alle idealen Güter der Himmel ist gut für die Spaßen Hohenzollern. 7. Februar gehalten haben, in dieser Form nicht er- und die bürgerliche und proletarische Kanaille,- wir, die Das ist schon lange her. Andere Zeiten, andere Fürsten. scheinen wird. Edelsten der Nation, wollen auf Erden schon glücklich sein". Der Kamm ist den Burschen wieder geschwollen, und auch Die Buchhandlung des Vorwärts" wird Wir pfeifen auf der Loyalität sie ist nur für die bürger- die Eßlust. Statt mit den Kugeln der faulen Grete" wird dafür eine Ausgabe der gesammten, auf jenen liche und proletarische Ranaille wir, die Edelsten der ihnen der Mund mit Liebesgaben" gestopft. Der gütige Gegenstand bezüglichen Debatte, welche vom Nation, wir sind zwar voll Königstreue, und bereit unseren Staat stopft und stopft und stopft- aber der Junter hat legten Tropfen Blut zu vergießen- aber nur für den König, einen noch größeren Magen wie die Kirche; er ist nimmer81. Januar bis 7. Februar 1893 stattfand, nach der unseren Willen thut". Und unser Wille das sind satt, beim Essen wächst ihm die Eßlust, und je mehr er dem stenographischen Bericht der Drucksachen nicht die 39 Glaubensartikel wir wollten sagen: verschlingt, desto gieriger fordert er mehr. des Reichstags veranstalten. das praktische Christenthum" der demagogischen Schwäger Der Staat hat das Bolt wieder und wieder " Mit fozialdemokratischem Gruße Der Parteivorstand. Man mache es mit den rebellischen Herren Junkern wie mit ungezogenen Buben: bluten" Die ca. 8-9 Druckbogen starke Broschüre soll zu den Servom Schlage der Bachem und Stöcker nicht die aposto- laffen, ihm das Herzblut abgezapft, um dem Nimmersatt stellungstoften abgegeben werden, auf keinen Fall wird lische Mission der Monarchie", nicht der echte lebendige den Mund zu stopfen hilft nichts: der Nimmersatt ruht der Preis des Einzelexemplars 15 Pf. über steigen. Gottesdienst, durch den die kranke Menschheit geheilt werden nicht, und weil der Staat ihm demüthig sagt: ich habe Die Broschüre wird im Laufe dieser Woche noch fertig ge- soll", wie süßholzras pelude Simpel falbadern nein mit nichts mehr für Dich! Du hast mich schon arm gefressen! stellt werden. Bestellungen sind an die Buchhandlung des solchen goldenen Nirchen und silbernen Nautchen lassen wir da droht der Nimmersatt, frondirt", rebellirt. uns nicht abspeisen wir wollen wirkliches Gold und Was thun? Nun, für den gesunden Menschenverstand ,, Vorwärts", Berlin S.W., Beuthstr. 2, zu richten. Silber,-wir wollen von jedem Bissen Brot, den der giebt sich die Antwort von selbst: Berlin, den 19. Februar 1893. hunge rnde Plebs sich in den ungewaschenen Mund steckt, unseren Zehnten, wir wollen unsere 5 Mark von jedem Doppelzentner russischen Getreides, der ins deutsche Land Man hänge ihnen den Brodkorb höher! tommt. Drei und eine halbe Mark bietet Ihr uns? Sind Man nehme ihnen die Liebesgaben! Man schaffe die wir Juden, die schachern? Wir lassen nicht mit uns Kornzölle ab! Man lasse sie die Grundsteuer bezahlen! handeln, wir wollen die ganzen fünf Mark! Und Man entziehe ihnen jede Begünstigung und jedes Vorrecht! wenn Ihr sie verweigert, gut, so fahren wir fort, die Man stelle sie auf gleichen Fuß mit den übrigen StaatsKönigstreue zu preisen das ist nöthig für den dummen bürgern! Man zwinge fie, statt um Almosen zu betteln Ein sonderbares und fomisches Schauspiel hatten wir Plebs! aber wir stürzen des Königs Regierung!"-- ehrlich zu arbeiten! im Rebellion um die 12 Mart! Und sie werden dem Nacker von Staat bald aus der vergangene Woche auf zwei Bühnen gleichzeitig: Deutschen Reichstag und im Preußischen Abgeordnetenhaus. Die 5 Mart à Doppelzentner, die bisher aus der Tasche Hand fressen. durch Nichts einfacher und nichts leichter. Allein es geschieht Die mise en scène( Inszenesetung) war ganz gut, und die des Volkes genommen wurden, sollen in Zukunft 32 biederen Akteure, die sich verdoppelten, um bei beiden den Handelsvertrag mit Rußland auf 3 Mart herab- nicht. Vorstellungen mitwirken zu können, arbeiteten im Schweiß gesetzt werden das ist das Verbrechen, dessen die Regieihres Angesichts, wie es bei diesen erlesenen Menschen- rung sich schuldig gemacht hat, das ist der Grund zu dieser findern sonst nicht vorzukommen pflegt. Es war aber auch modernen Geuseurebellion dieser Rebellion der bettelnden eine außerordentliche Gelegenheit, und die Anstrengung galt Landwirthschaft, des bei Austern und Champagner einer großen Sache, des Schweißes der Edeln werth. Und nothleidenden Junkerthums! der„ Edelſten". Denu„ Edelste" waren es, die Blüthe der Nation, die Stützen des Thrones, die allergetreuesten Vasallen des Souveräns. Den Brokkorb hoch! Feuilleton. Nadbrud verboten.] [ 20 Die Laufbahu eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Und warum sollte ich, wenn es Ihnen beliebt, dieses gewöhnlichen Troftes meiner Mitbrüder beraubt sein?" " Warum?" sagte Tanija gedehnt, in einem Tone, welcher erkennen ließ, daß er ja selbst am besten wissen müsse, warum.„ Weil," fiel sie rasch ein," Sie sagten es ja einmal selbst, Sie brauchten, wenn Sie sich bedrückt fühlten, es nur in Berse zu verwandeln, und alles ist wieder bei Ihnen beigelegt." Tanija lachte. Gregor glaubte wohl, sie habe durch das zur Schau getragene Unverständniß nach einem Komplimente fischen wollen; sie freute sich, ihn durch einen kleinen Hieb enttäuscht zu haben. " Ich ahnte nicht, daß sie so malitiös sein könnten, Tatijana Grigroriemna," sagte Gregor. Nächstens will ich vorsichtiger sein und Sie nur die Rehrseite meines Handwerts sehen lassen." Er erinnerte sich sehr wohl der Unterhaltung, auf welche Tanija anspielte. Es war bei Gelegenheit der Veröffent lichung eines fleinen Bandes Gedichte, welche in seinem Kreise Aufsehen erregt hatten. Tanija war durch sie außer ordentlich bewegt, und sie hatten ein Gespräch über künftBetrachte Dir diese Edelsten der deutschen Nation, o deutsches Volk! In dem Uebermaß ihrer Habsucht haben sie ihre wahre Gestalt enthüllt. lerische Gemüthsbewegungen, bei dem er natürlich nicht genau das gesagt hatte, was sie ihm zuschrieb. Das Mädchen hatte abfichtlich seine Worte verdreht, um ihm eins auszuwischen. Er scheute sich aber, über diese Erinnerungen zu sprechen und berichtigte sie nicht. Lena, welche ihnen rauchend zuhörte, legte die Bigarette nieder. Die Frage interesfirte sie von einem höheren Gefichtspunkte. " Ich denke," sagte sie, daß diejenigen, welche einer großen Sache wahrhaft ergeben sind, ganz gleichgiltig sein werden, ob ihr Antheil an derselben klein oder groß, glänzend oder unscheinbar ist. Wenn man danach strebt, eine große Rolle zu spielen, so ist es nichts weiter als erbärmlicher Ehrgeiz und Egoismus in anderer Form. Tanija protestirte dagegen, denn sie meinte nicht das Streben nach einer hervorragenden Stellung, sondern das Genießen derselben, wenn sie ungefordert kommt. " Rath- und hilflos steht der Staat da; er scheint ge lähmt. Nicht, daß der neue Reichskanzler dem alten an politischer Weisheit nachstände, wie die nationalliberale Bochumergesellschaft behauptet. Im Gegentheil! Durch seinen Nothschrei:„ Ich kann den Weltmarkt nicht zwingen! Ich kann den Arbeiter nicht zwingen, den Herren Großgrundbesitzern zu Gefallen zu sein", hat er in wenigen Minuten mehr staatsmännische Einsicht bekundet, als der Sie blickte Gregor an. Es war blos ein Blick, der um Beistand bat; denn er war der Einzige, der nicht gegen fie sprach. Aber Andrej, der diesen Blick jah, deutete ihn anders. Er war im Begriffe, dem mechanischen Triebe seiner gewöhnlichen Denkart folgend, auf der Ansicht, welche er früher ausgesprochen hatte, zu bestehen. Er konnte aber durch das Bewußtsein, daß er eine Lüge sagen würde, gehemmt, kein Wort äußern. In diesem Momente fühlte er, daß auch er im Innern diejenigen beneide, welche ohne ihr eigenes Buthun mit der Macht begabt waren, die Gemüther Anderer zu beherrschen. Das Gefühl seiner Mittelmäßigkeit erfüllte ihn mit einer Bitterkeit, die er bisher nie gefannt hatte. Er war unfähig, dem zu widerstehen und vers harrte in Schweigen. Die kurze Pause in der Unterhaltung, der die anderen keine Aufmerksamkeit schenkten, erschien ihm peinlich lang und läftig. Aber glauben Sie nicht," sagte Andrej zum Beweise Sehen Sie Andrej", sagte Lena von ihrem Plage am für Lena's Worte, daß Sie in einer so großen Sache so Fenster aus, wie schön diese weiße Häusergruppe uns vollständig aufgehen könnten, daß Sie weder Raum noch gegenüber in dem rothen Lichte der Abendsonne aussieht; Wunsch, ja fast feine Zeit haben, um an das individuelle es erinnert mich an das Alpenglühen auf den SchweizerIch zu denken, oder darüber nachzugrübeln, welches Verdienst gebirgen." Sie oder Ihre Freunde am Fortschreiten des Werkes Andrej war über diesen Wechsel des Themas, der ihn haben?" aus der Verlegenheit zog, sehr erfreut und näherte sich dem Nein", antwortete Tanija den Kopf schüttelnd, ich Fenster. habe mich nicht so weit emporgeschwungen. Ich fürchte, ich" Ja, sehr schön," sagte er und blickte über die Lands werde es auch nie können. Das Bewußtsein meiner Un- schaft hin mit der gespannten Aufmerksamkeit eines Knaben, bedeutenrheit wird immer an mir nagen, und ich würde der sich die Zeichnung einer Landkarte, über die er befragt diejenigen beneiden, welche besser als ich begabt sind. Es zu werden erwarten muß, einzuprägen sucht. Der Anblick, muß ein entzückendes und stolzes Gefühl sein, selbst etwas auf den Lena seine Aufmerksamkeit lenkte, war ganz hübsch; Werthvolles zu besißen, daß man der großen Sache weihen das blaue Himmelsgewölbe, an dem die blaffe Gestalt des Halbmondes kaum bemerkbar war, als ob er zart mit tann." Der " will Stimmung preußische Junker ciferne" Ey- Herkules in einem Vierteljahrhundert un-| Stadt Frankfurt und deren Gebiet vom 29. Juli 1841.| fennen: die Reduktion des. Fünfmarkzolls beschränkter Diktatur. Aber es war doch der Nothschrei Es handelt sich um eine Ausnahmebestimmung, deren Fort- machen gegen verzweifelnder Ohnmacht. Der Herr Reichskanzler hat be- fall ein Gebot der Billigkeit ist. Den Frankfurter Blättern auf russischen Roggen, er will ein bischen gegen die Re griffen und für einen Mann mit seiner Erziehung ist das ist nämlich bis heute die Ankündigung von Arznei- gierung demonstriren, die doch so nachgiebig und sänftlich sehr vieler hat begriffen, daß die ökonomischen Ent- mitteln bei einer Strafe von 10 Thaleru untersagt, verfährt mit den Edelsten und Besten", er will sich bewickelungsgesetze nicht geändert, nicht gebrochen, nicht während dies im übrigen Preußen gestattet ist. Bis zur merklich machen. Aber so sicher das Junkerthum in Preußischwegdekretirt werden können. Er hat begriffen, daß allgemeinen reichsgesetzlichen Stegelung des Verkehrs mit Ge- Deutschland eine Macht, die Macht ist, seine Mobilmachung der Racker von Staat kein Hexenmeister ist, der heimmitteln kann durch Polizeiverordnung genügende Vor- der Landwirthe ist eine Posse. Immer tiefer frißt der Inwillkürlich allen Entwicklungsgesetzen ein Schnippchen forge gegen das Anpreisen von Geheinmitteln getroffen grimm der Seleinen, der Bauern, der Landarbeiter über die schlagen und nach Belieben aus nichts Gold machen werden. Obmacht des Großgrundbesitzes, über den sozialen und poli tanu. Er hat begriffen, daß das Gold nicht vom Himmel tischen Druck. Wenn die Herren Agrarier brutal ihren fällt, und daß man den Peter nicht bereichern kann, ohne Das preußische Abgeordnetenhaus setzte heute die Vortheil verfechten, so treiben sie die Masse des Landvolks den Paul zu bestehlen. Allein damit hat es auch ein Berathung des Etats des Kultusministeriums fort. Die alte sicher in die Reihen der Arbeiterpartei. Und daß die Ende. Ueber die negative Weisheit ist er noch nicht hinaus Kulturkampfsleier wurde wieder gespielt; einen neuen Ton Agrarier nur ihrem Profit nachjagen, dafür bürgt der gekommen zu der Erkenntniß der schöpferischen Kräfte einer oder gar eine neue Melodie gab dieselbe nicht wieder. Die Zwang der geschichtlichen Entwickelung. Auch die neueste neuen Gesellschafts- und Weltordnung. Abgg. v. Plettenberg, Sattler, Dr. Schmelzer leierten die Tivoli- Kampagne wird am Ende für ihre Krähwinkelhelden Mit anderen Worten: Herr v. Caprivi ist noch nicht alte Melodie des Evangelischen Bundes ab, während die nichts anderes bringen, als den grauen Katzenjammer des - Sozialdemokrat geworden. Abgg. Bachem, Heereman und Porsch das Lob der katholi- Aschermittwochs. schen, der Jesuiten und anderer Orden sangen. er tann nicht wollen. " Doch so weit sind wir noch nicht!" sagte der alte Kanzler, als ihm vor 10 Jahren der Berliner Sozialdemokrat einen Wahlzettel für den sozialdemokratischen Kandidaten in die Hand drückte. Und so weit sind wir noch nicht", gilt auch von dem neuen Kanzler, der trotz allem und allem im alten Kurs fährt. Fahren muß, wenn er nicht Sozialdemokrat werden will. Und der böse Kreis! er darf nicht wollen, Und weil er nicht darf und kann, darum ist das groß mächtige Deutsche Reich nicht im stande, mit einer Hand voll rebellischer" Junker fertig zu werden, die der erste beste sozialdemokratische Vertrauensmann spielend zur Vermunft brächte und wenn jeder Potemkin'sche Bruder Bauer" der Tivoli- Radaugesellschaft echt wäre. Fürwahr hätte er nicht so schwer gesündigt, wir tönnten Mitleid haben mit diesem rath- und hilflosen Gegenwarts staat. Der deutsche Bauernbund hielt heute in Berlin Ob er es je werden wird? Wir wissen es nicht, und wir erwarten es nicht. Es ist auch ganz gleichgiltig. Einer mehr oder weniger was will das bedeuten in Der Bund der Landwirthe". Nachdem die Junker seine Generalversammlung ab. Sie war ein Abklatsch der diesen schöpfungsgewaltigen, fraftstrogenden Zeitalter, wo im Reichstage und im preußischen Abgeordnetenhause das Versammlung des Bundes der Landwirthe", mit dem sie überall die Saat der neuen Gesellschaft aufschießt, überall die Vorspiel lärmend und herausfordernd aufgeführt, ist am auch denselben Vorsitzenden, Herrn von Blöt, theilte. Keine der neuen Gesellschaft die Luft erfüllen, im Boden 18. d. M. in der Berliner Tivoli- Brauerei das eigentliche Derselbe theilte mit, daß in der Ausschußsigung, die Tags fich drängen? Was verfchlägt es, ob im Frühling ein Spektakelstück in Szene gegangen. Aus dem Osten Deutsch vorher stattgefunden, ihm der Auftrag ertheilt sei, in der Blatt, ein Grashalm mehr oder weniger wächst? lang maten zahlreiche„ nothleidende Landwirthe" nach Generalversammlung zu erklären, daß der Deutſche BauernEs wird Frühling, und der Völkerfrühling", den unser Berlin gepilgert, um mannhaft den„ Versuchungen der Welt- bund bereit wäre, seine Auflösung auszusprechen, um sodann Volk vor jezt 45 Jahren so sehnsüchtig, so hoffnungsfroh stadt" die Stirn zu bieten, aus dem Schwabenland, aus mit seinen 40000 Mitgliedern und seinem Kapitalvermögen dem träumte, er heißt: Sieg des Sozialismus. Unterfranken, vom Rhein waren die„ hungernden" Agrarier Bund der Landwirthe beizutreten. Der Ausschuß habe ihm gekommen. Nachdem sie 51 Wochen gebarbt, wollten sie in die Verhandlungen mit dem Bunde der Landwirthe über der 52. Woche Berlin zeigen, wie ein Teutscher gut ißt, bei tragen. Ueber die Resultate derselben werde eine spätere Hiller, bei Dressel, bei ühl und im Hotel Bristol, wie er Generalversammlung zu entscheiden haben. Hierbei beNachdem noch der desto besser trinkt Champagner und Bordeaux, Johannis- ruhigte sich die Versammlung. berger und Cognac. Ein starkes Aufgebot jubelfroher Hurrah- Reichstags- Abgeordnete von Luh, der Kammerherr von patrioten tausende von Eintrittstarten waren ausgetheilt Riepenhausen- Crangen und Freiherr von Thüngen- Roßbach worden drängte sich, den Reden der Plöge, der Ruprecht- gesprochen, wurde eine Resolution gegen den Handelsvertrag Ransern, der v. Frege, Lus, v. Riepenhausen, v. Thüngen- mit Rußland beschlossen. Roßbach, Mirbach Sorquitten zu lauschen und rechtzeitig zu applaudiren. Es handelte sich um die Gründung eines Ueber die Zukunftsstaats- Debatten schreibt Rein. Fa chvereins der Brotvertheuerer, Fach der Brotvertheuerer, ohne hold Ruegg, der wißige Sonntagsplauderer der Schminke und Schönpflästerchen, in biderber Offenheit den 3 üricher Post": Mein Gott," sagt Karoline Grundsatz verkündend: Laßt uns das arbeitende Hamelin auf dem letzten Blatte von Bola's Geld", über Bolt ausbeuten! Wie der von Plög es sagte:" Der all diesem endlos aufgewühlten Schlamm, über all den zerneue Verein soll frei sein von jedem politischen Partei- stampften Körpern und all den furchtbaren Leiden, die zwang", er soll ein Verein sein, der alle wirthschaftlichen jeder Schritt nach vorwärts die Menschheit kostet, muß es und wirthschaftspolitischen Fragen behandelt und der be- boch auch einen fernen lichten Punkt geben, etwas Ersonders für die Parlamentswahlen thätig ist". Ein Werk- habenes, Gutes, Gerechtes und Dauerndes, dem wir, ohne zeug im Dienste des ostelbischen Großgrundbesizes, der es zu wissen, entgegentreiben und das uns das Herz mit deutschen Schnapsbrenner, Kornwucherer, Lebensmittelzöllner, der unausrottbaren Sehnsucht schwellt, zu leben und zu dazu berufen, rücksichtslos die Interessen der Grundherren hoffen..." Diesen Glauben bewahrte sich auch die deutsche zu wahren auf Rosten der Kleinbauern, auf Kosten der Land- Sozialdemokratie, er war ihr Stern in aller Drangsal. Und arbeiter, auf Kosten des werkthätigen Volkes überhaupt. fie gedieh, breitete sich aus und schon hat sie ihre stimmWas fordern sie: 1. Genügenden Zollschuß für die Er- begabten Jungen, welche Herrn Bebel laut beschuldigen, er zeugnisse der Landwirthschaft und deren Nebengewerbe. tomme seinen revolutionären Vaterpflichten nur ungenügend Den Bericht der Wahlprüfungs- Kommission über 2. Deshalb keinerlei Ermäßigung der bestehenden Zölle, nach. Umgekehrt warf ihm Herr Eugen Richter fürzlich die Ahlwardt Wahl wird nicht der Referent teine Handelsverträge mit Rußland und anderen Ländern, vor, er sei über die häuslichen Einrichtungen im ZukunftsDr. Hermes( deutschfreisinnig), sondern der Konservative welche die Herabsetzung der deutschen landwirthschaftlichen staate selber noch gar nicht im Reinen, vermöge nicht anzuvon Hollenser erstatten, da Hermes nicht verhindert Bölle zur Folge haben, und eine entprechende Regelung geben, welche Gardinen, Möbel und Gartengeräthe dannzumal sein wollte, die Minderheits- Ansicht zu vertreten." unferes Verhältnisses zu Amerifa. 3. Schonung der land- Mode sein werden und ob die Forellen gebraten oder blau gePolitische Leberlicht. Berlin, den 20. Februar. Bei der Reichstags: Ersatzwahl im Wahlkreis wirthschaftlichen, besonders der bäuerlichen Nebengewerbe fotten auf dem Tisch erscheinen. Die Gegner athmeten glückselig Berent Pr.- Stargard am 17. Februar wurde der polnische in steuerlicher Beziehung. 4. Absperrung der Vieheinfuhr auf, da keine Auskunft erfolgte, erklärten den Sozialismus für 5. Einführung der abgethan und gratulirten sich, daß man das Werk des Herrn Kandidat v. Kalkstein Klonowo mit 13 853 Stimmen aus feuchenverdächtigen Ländern. gewählt. Albrecht- Suzemin( natl.) erhielt 3660, Paasch Doppelwährung als wirksamsten Schuh gegen den Rück- Professor Julius Wolf nun nicht zu kaufen brauche. Be( Antisemit) 1808, Engler( fonf.) 770, Jochem( Sozialdem.) gang des Preises der landwirthschaftlichen Erzeugnisse. wiesen war indessen nur wieder einmal, daß hundert Narren 134 Stimmen. Drei Ortschaften fehlten noch. Ueber den 6. Gefeßlich geregelte Vertretung der Landwirthschaft durch mehr fragen können, als ein anständiger Bürger zu beTerrorismus und die brutalen Gewaltthätigkeiten, welche Bildung von Landwirthschaftskammern. Genossenschaften. antworten im stande ist. Die Details eines Planes zu den Sozialdemokraten die Agitation fast unmöglich machten, 7. Anderweitige Regelung der Gesetzgebung über den Unter- veröffentlichen, den eine einzige fecke Erfindung an allen stützungswohnsiz, die Freizügigkeit und den Kontrattbruch vier Zipfeln ändert, wäre eitel Thorheit. Vielleicht wird haben wir bereits in der vorigen Nummer berichtet. Troß dem fängt auch in diesem Kreise die Sozialdemokratie an, der Arbeiter. Innere Kolonisation. 8. Revision der Arbeiter- schon in dieser Minute ein zweiter Edison von der HebWurzeln zu schlagen. Bei der Wahl 1890 wurden nur 43 schutz- Gesetzgebung. Beseitigung des Markenzwanges und amme gebadet; er spielt eine Weile nach Kinderart und Verbilligung der Verwaltung. 9. Schärfere staatliche Be folorirt harmlos die Windeln, bis ihm durchs Hirn ein sozialdemokratische Stimmen gezählt. aufsichtigung der Produktenbörse, um eine willkürliche, Gedanke blizt, an den die Weisheit aller Parlamente nicht Aus dem Abgeordnetenhause. Ueber die an das Landwirthschaft und Konsum gleichmäßig schädigende Preis- hinanreicht. Als 1868 die zürcherischen Demokraten die Abgeordnetenhaus gerichtete Petition des Berliner bildung zu verhindern. 10. Ausbildung des privaten und liberale Baracke durch einen Neubau ersetzten, blinzelten sie ,. Fabrikbesizers Freese und Genossen( Bodenreformer) öffentlichen Rechtes, auch der Verschuldungsformen des so oft bekümmerte Gegner fragten, wer denn das Nötchen wegen Uebertragung des Eigenthumsrechts an den Grundbesitzes und der Heimstätten- Gesetzgebung auf Grund- bezahle, einander verständnißinnig an, vermieden es zart, gesammten Wasserläufen auf das Reich oder die lage des deutschen Rechtsbewußtseins, damit den Interessen über Materien sich zu äußern, die ihnen selber sehr dunkel Einzelstaaten beantragt die Agrar kommission zur Tages von Grundbesitz und Landwirthschaft besser, wie bisher, waren, und die Sache prosperirte gleichwohl. Wer wußte ordnung überzugehen.- Dem Hause ist der Entwurf genügt wird. 11. Möglichste Entlastung der ländlichen damals, daß der Grütlianer Vogelsanger 1892 PolizeiDer Speisezettel ist lang, Oberhaupt, Herr Oberst Meister rabital bis unter die Nägel eines Gesezes zugegangen, betreffend die Aufhebung des Organe der Selbstverwaltung." § 124 Absatz 2 der Medizinalverordnung für die freie der Lärm ohrenzerreißend, die Absicht klärlich zu er- und Außersihl Geheimrathsviertel sein werde? Der Unschwachen Wasserfarben darauf gemalt wäre; die weißen Häusergruppen, welche in rosigem Lichte erglänzend von dem Grün des Birkenwäldchens sich abhoben, das untergehende Sonnenlicht, welches die Ränder der Federwölkchen mit Gold betupfte und sich am Horizonte in eine Purpurgluth senkte. Andrej konnte sich aber jetzt nicht in Naturschönheiten versenken, und er wandte sich seinen Gefährten zu, welche plaudernd am Theetische saßen. Tanja hatte den Glockenblumen- Kranz aus den Haaren genommen, doch Gregor hielt ihn in der Hand und bat sie, ihn wieder aufzusetzen, weil er ihr so wundervoll stehe. Das Mädchen lachte und erfüllte erröthend Gregor's Wunsch. Andrej wahr über beide solcher Spielereien wegen außer ordentlich ungehalten. " Uebrigens," sagte Lena, Andrej's verdrossenes Nachfinnen unterbrechend, habe ich Sie noch etwas zu fragen". Sie zog einen Stuhl für ihn herbei und lud ihn mit einer Geschäftsmiene ein, sich zu setzen. Werden Sie," fuhr sie fort, ein oder zwei Abende in der Woche erübrigen können, um mir bei meiner Arbeit beizustehen?" " Bei welcher Arbeit?" fragte Andrej, sich aufrüttelnd. " In den Klubs der jungen Leute. Sie müssen gegelegentlich kommen und zu ihnen sprechen. Ich denke, Sie werden es sehr gut machen." " Ich! von welchem Nußen kann ich dort sein? Sie wissen, daß ich für diese Arbeit nicht geeignet bin und einen armseligen Eindruck machen würde. Sie sollten Gregor bitten, der eignet sich besser dazu." Ich dachte es auch," sagte Lena offen, und ersuchte ihn schon darum; er sagte aber, er sei zu beschäftigt und tönne sich nicht einen einzigen Abend freimachen." Bollkommene Offenheit und selbst Schroffheit, wenn es nöthig ist, ist in dem gegenseitigen Verkehr der Mit verschworenen die Regel, besonders bei Angelegenheiten, in denen es sich um die Sache" handelt. In Lena's Bemerkung war nichts, was Andrej ihr unter ähnlichen Umständen nicht auch gefagt hätte; er war aber heute Abend entschieden in schlechter Laune. Lücke " Da brauchen Sie mich wohl als Nothbehelf, um die auszufüllen?" fragte er verdrießlich. Lena machte eine ungeduldige Bewegung. " " Reden Sie keinen Unsinn, Andrej," sagte sie. Antworten Sie einfach, haben Sie Zeit oder nicht?" " Ich bin mit meinen Arbeitern sehr beschäftigt, wie Sie wissen," antwortete Andrej noch mürrisch. „ Aber sagen Sie mir," fügte er hinzu, wobei er versuchte mehr versöhnlich und geschäftsmäßig zu sprechen, warum sollten Sie nicht ohne mich vorwärts fommen, wie bisher?" " Ich wünschte, wir könnten's," antwortete Lena. Bei den letzten Verhaftungen sind einige von den Unsrigen verwickelt worden, unter anderem auch Myrtow." „ D, ich verstehe," sagte Andrej, den Ton wechselnd. War dieser Myrtow ein Mitglied Ihrer Gruppe?" Lena nickte. " Ich bin nie mit ihm zusammengekommen," fuhr Anbrej fort, hörte aber davon, wie er arretirt wurde. Nach den Schilderungen zu urtheilen, muß er ein prächtiger Bursche sein. Haben Sie eine Ahnung, was ihm bevorsteht?" Das läßt sich unmöglich sagen. Es hängt gänzlich von der Laune der Gendarmen ab. Es ist ein Ausnahmefall." Die Stimme ein wenig erhöhend, fragte sie dann Gregor, welcher mit Tanija plauderte, ob er etwas Neues aus der Festung über Myrton's Angelegenheit gehört habe. " Taras lebte unter dem Namen Zachary Wolkow, Landbefizer von Rassimom, in demselben Hause, in welchem Myrtow wohnte. Als er aber seinen Baß nach dem Distriktsbureau zum Eintragen schickte, faßte die Polizei einigen Argwohn über die Echtheit des angeblichen Zachary Wolfow. Eine Haussuchung wurde angeordnet. Die Polizei tain Montag Nachts, irrte sich aber in den Thüren und zog Myrtow's Glocke, welcher im vierten Stock wohnte, während sich Tara's Wohnung eine Treppe höher befand. Myrtow war noch nicht zu Bett gegangen, da er gerade diesen verhängnißvollen Artikel schrieb. Er öffnete selbst die Thür und von der Polizei befragt, ob er Zachary Wolkow sei, verstand er sofort, um was es sich handle und entschloß sich, Er Taras durch Aufopferung seiner selbst zu retten. bejahte die Frage; die Polizei trat ein, fand alles, und er wurde sofort verhaftet und nach der Festung gebracht." Und Taras wurde gerettet?" fragte Zanija erregt. " " Ja. Alle Hausbewohner erfuhren am Morgen durch die Dienstboten, nach wem die Gendarmerie beim Portier gefragt hatte. Taras ließ natürlich der Polizei nicht Beit, ihren Fehler gut zu machen." Wie steht es aber mit Myrtow?" fragte Tanija. Haben sie herausgefunden, wer er ist?" " Ja, und sogar sehr bald. Zwar war er so vorsichtig, die ihm gesandten Briefe nicht aufzubewahren. Beim Durchsehen der Bücher, welche sie in seinem Zimmer aufgegriffen hatten, fanden sie aber auf dem Titelblatte des einen seinen Wir hatten einige Zeilen von ihm," antwortete Lena. vollen Namen, Wladimir Myrtow. Sie schlossen, daß das Seine Aussichten sind schlechter, als wir erwarteten. Die ein Freund des Gefangenen sein müsse, der ihm dies Buch Bolizei fand auf seinem Schreibpulte Papiere, die für die geliehen habe, und ein neuer Befehl zur Haussuchung bei geheime Druckerei, und in seinem Zimmer eine Menge von Wladimir Myrtow wurde erlassen. Natürlich entdeckten sie, Druckschriften, die zur Vertheilung bestimmt waren. Ich als sie hinkamen, daß sie den Mann, welchen sie suchten, fürchte, er wird verurtheilt." " Wer ist dieser Myrtow?" fragte Tanja flüsternd. Ein sehr ruhiger junger Student," sagte Gregor. Er wurde am vorigen Montag irrthümlich für Taras verhaftet. Sie wissen, dent' ich, wer Taras ift?" " Ja, natürlich weiß ich's," antwortete Tanija. Taras Rostrow war einer der begabtesten und populärsten Leiter der Verschwörung. bereits vor zwei Tagen aus Versehen an Stelle eines anderen arretirt hatten, und daß dieser ihnen in der Zwischenzeit entschlüpft war." ( Fortseßung fofgt.) besonnene, welcher mit solchen Prophezeiungen haufirt hätte, wäre eines Stipendiums für Rheinau sicher gewesen." " daß er auf dem Aussterbe- Etat sieht ist am Sonnabend I noffe Storch aus Stettin referirte. E3 wurde einstimmig über jeden Zweifel hinaus festgestellt worden. folgende Resolution angenommen: Die Boltsversammlung ist Selbst die Dreibundsschwärmer aus Pflicht können die mit dem Referenten durchaus einverstanden und verspricht für Thatsache nicht mehr bestreiten. den Fall, daß es zu einer Reichstagsauflösung kommen sollte, nur dem Kandidaten die Stimme zu geben, der dem Militarismus feinen Mann und keinen Groschen bewilligt, also nur einem Sozialdemokraten."* Inzwischen konspirirt Crispi nach Noten gegen Giolitti. Allein auch für ihn kommt eine schlimme Viertelstunde sein letztes Interview ist nämlich zum Gegenstand einer nterpellation gemacht worden, bei deren Begründung auch Herr Cornelius Herz als Banto's Geist in der Kammer fißen wird. Was das deutsche Heerivesen kostet. Der Militär tommiffion liegt folgende lehrreiche Uebersicht der Ausgaben für die Verwaltung des Reichsbeeres im Jahre 1879/80 zusammengestellt mit den Anfäßen im Etatsjahre 1893/94 vor. Die Jahre 1879/80 und 1893/94 find deshalb einander gegenübergestellt, weil nach dem Jahre 1880 die Erhöhungen der Präsenzstärke begonnen haben und die 1881, 1887 und 1890 erfolgten Heeres verstärkungen zusammengenommen( von 401 659 auf 486 983 Der Sozialismus in Italien. Ein neues soziaMann) ungefähr gleichkommen der jetzt geplanten neuen listisches Wochenblatt" Die soziale Gerechtigkeit"( Guistizia Heeresverstärkung( von 486 983 auf 570 877 Mann). Das Sociale) wird am 26. b. W. in Palermo erscheinen. Ordinarium fostet jetzt mehr einhundertunddreizehn Wir heißen das Bruderblatt herzlich willkommen und hoffen, Millionen Mark. Man betrachte die folgende Uebersicht: daß es der Arbeiterbewegung Sizilien's gute Dienste leisten 1. Fortdauernde Ausgaben. Etatskapitel. Kriegsministerium. Kassenwesen. • Intendanturen • • Geistlichkeit. Justizverwaltung Höhere Truppenbefehlshaber ze.. Gouverneure, Kommandanten 2c. Adjutantur- Offiziere 2c.. Generalstab 2c. • Ingenieur- und Pionier- Corps Naturalverpflegung · Train- Depots Ersatz- und Reservemannschaften 2c. Ankauf der Remontepferde Reisekosten und Transportkosten Gefängnißwesen Artillerie und Waffenwesen Technische Institute der Artillerie Wohnungsgeldzuschüsse • Nach der Rech nung pro 1879/80 M. 1866 083,38 260 509,96 1 630 097,47 564 444,27 608 702,38 2 501 799,00 642 725,56 907 083,00 1461 012,64 1497 803,82 Geldverpflegung Bekleidung und Ausrüstung. 91 113 566,85 67 184 282,12 20 904 546,33 Garnisonverwaltung. 32 356 476,88 Garnison- Bauwesen Medizinalwesen 5 381 227,43 504 945,01 2 601 455,84 Remontedepots. . 1 699 769,45 . Erziehungs- und Bildungswesen • . Unterhaltung der Festungen . Unterstüßungen Zuschuß Militär- Wittwenkasse Verschiedene Ausgaben. 5 198 565,02 4 432 337,46 916 158,44 12 967 016,96 580 659,68 2 690 617,66 6 969 664; 25 78 252,00 861 307,42 60 190,43 Gumme 273 961 411,99 41 271 544,00 Nach dem Entwurf pro 1893/94 M. 2456 640 314 489 2 231 624 766 218 wird. Aus Frankreich schreibt man über die geplante Abänderung des des französischen gesetzes: Den Parteifinanzen. Der Sozialdemokratische Verein für den 2. Hamburger Wahlkreis hatte im vorigen Jahre 19 311,49 M. Einnahme und 14 344,90 M. Ausgabe. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt gegenwärtig rund 2650. * „ Frankfurt, 31. Januar 1893, Auf die Beschwerde vom 23. d. M. erwidere ich Ihnen, daß der Bürgermeister und der Gendarm in Seckbach nicht aus eigenem Antriebe mit einer Anzahl von Mitgliedern des Vereins für volksthümliche Wahlen Aufenthaltsanzeigen vorgenommen haben. Ich habe vielmehr selber den Bürgermeister beauftragt, die Personalien mehrerer Personen, deren Kenntniß mir aus dienstlichen Gründen nothwendig schien, durch Vorladung derselben und Aufnahme von Aufenthaltsanzeigen festzustellen. Der Gendarm hat hierbei freiwillig dem Bürgermeister hilfreiche Hand geleistet, mogegen ich nichts zu erinnern finde. Mein Recht, von den betreffenden Personen den verlangten Ausweis zu fordern, gründet sich auf§ 3 des Reichs- Paßgefeges vom 12. Oftober 1867, wonach Reichsangehörige wie Ausländer verpflichtet sind, sich auf amtliches Erfordern über ihre Person genügend auszuweisen. Ihre Beschwerde muß daher als unbegründet zurückgewiesen werden. Der Polizeipräsident. v. Müffling. Eine neues Mittel, Arbeiter vom Beitritt zu politischen Vereinen abzuschrecken, hat das Polizeipräsidium in Frankfurt Orb gehört auch der Ort Seckbach, welcher seinerseits wieder der am Main entdeckt. Zu dem Wahlkreis Hanau- GelnhausenPolizei in Frankfurt unterſtellt ist. In Secbach bat nun der Verein für voltsthümliche Wahlen des Reichstags- Wahlkreises chriftsmäßig angemeldet. Bu allgemeiner Ueberraschung wurden Hanau 2c. eine Filiale gegründet und deren Mitglieder vorWahl- nun die Mitglieder dieser Filiale auf die Bürgermeisterei geladen und von denen, die dieser Ladung Folge leisteten, die genauen Anstatt die Abgeordnetenkammer nach Erledigung der noth- Personalien in Gegenwart des Gendarmen aufgenommen. Auf wendigsten geschäftlichen Arbeiten so bald als möglich nach Hause eine dieserhalb eingereichte Beschwerde erfolgte nachstehende zu schicken und das Bolksurtheil einzuholen, beabsichtigt man jetzt, Antwort: 778 818 der Kammer noch einen Geseßentwurf zu unterbreiten, dessen An728 559 nahme von einschneidendster Bedeutung für das ganze politische 2 827 416 Leben Frankreichs fein würde. Die französische Kammer wird 601 628 bekanntlich alle vier Jahre neugewählt; diese gänzliche Gr 1 086 972 neuerung will man durch eine theilweise ersetzen, und schlägt 2 392 011 beispielsweise vor, daß alle drei Jahre die Hälfte der Ab1937 666 geordneten neugewählt werden solle. Der Gedanke geht von 120 058 007 opportunistischer Seite aus; namestlich Jules Ferry, tritt 93 316 886 lebhaft für denselben ein. Selbstverständlich kann die jetzige 24 341 499 Rammer nicht daran denken, das Mandat der Hälfte ihrer Mit42 442 651 glieder verlängern zu wollen; die Maßregel würde nur bei späteren Rammern in Anwendung zu bringen 7446 028 fein. Als Hauptvortheil der vorgeschlagenen Reform" führen 1 058 581 die Vertheidiger des Gefeßentwurfes an, die Parlamentsarbeiten 3 280 185 würden dann mehr Beständigkeit haben; man würde dann nicht 5 570 120,288 473 786 mehr gezwungen sein, am Schlusse einer Legislaturperiode so viel 2 564 842 unfertige, oft sehr wichtige Geseze einfach unter den Tisch fallen 7 227 559 3u lassen und die neugewählte Kammer nöthigen, alles wieder 6 487 168 von vorn zu beginnen. Im Grunde handelt es sich bei dieser 906 276 Frage um eine Revision der Verfassung; die Antragsteller ver- Da diese Antwort des Polizeipräsidenten feinen Grund für 28 928 535 fuchen jedoch die Maßregel als eine einfache Abänderung des die Nothwendigkeit der mit der Aufnahme der Personalien ver 834 866 Bablgesetzes durchzubringen. Indeffen hat man den Vorschlag knüpften Scherereien angiebt, so wird sich die genannte Behörde 2 764 005 fast allerfeits sehr fühl aufgenommen. Sogar der„ Temps" sträubt auch nicht wundern können, wenn die Wahlvereins Mitglieder 9 123 630 ich gegen den Gedanken der theilweisen Erneuerung; er meint in Seckbach der unmaßgeblichen Meinung sind, die ganze Maß 154 770 nicht mit Unrecht, um die Beständigkeit der parlamentarischen nahme verfolge nur den Zweck, die Arbeiter vom Eintritt in den 2 422 972 Arbeiten zu sichern, bedürfe es nur einer zweckmäßigen Abänderung Verein abzuschreden. Wie weit dieser löbliche" Bweck erreicht der Geschäftsordnung. Pelletan sagt in der Justice": wird, mag dahin gestellt bleiben, daß man aber Sozialdemokrat " Nehmen wir einmal an, die vorige Kammer hätte diese Abände- fein und sogar in recht erfolgreicher Weise für diese Partei agitiren rung des Wahlverfahrens beschlossen; würden wir dann nicht kann, ohne daß man einem politischen Verein angehört, das heute nach dem Panamastandal in der Lage fein, das Gefeß tönnte man eigentlich auch schon auf dem Polizeipräsidium in wieder rückgängig machen zu müssen, um vollzählig vor dem Frankfurt a. M. wissen. Gerichtshofe des allgemeinen Stimmrechts zu erscheinen? Und Summe der fortdauernden lagen die Dinge nicht im Jahre 1889 bei dem Ansturm des Aus der Schweiz. Bei der Nationalrathswahl im Kanton Ausgaben... 315 232 955,99 428 172 899 Boulangismus ganz ähnlich?" Gleich ablehnend verhalten sich Waadt erhielt der Sozialist Fauquez 4037 Stimmen, etwa 2. Einmalige Ausgaben: die übrigen radikalen Blätter; Goblet fordert die Bertheidiger 2000 mehr als im Jahre 1890. In Lausanne hatte er die Mehrdes Entwurses auf, das Prinzip der Verfassungsrevision heit( 2185 gegen 1645 liberalkonservative Stimmen). Gewählt anzunehmen; bei der Gelegenheit könne man dann auch die wurde sein Gegner Cernsole mit 6829 Stimmen. Jedenfalls ist Frage der theilweisen Erneuerung erörtern. In Wahrheit der Stimmenzuwachs Fauquez' für den Sozialismus ein großer soll das Gesetz eine Garantie gegen die Ueberraschungen Erfolg. Des allgemeinen Stimmrechts" bieten, als об es Der Journalist J. Enderli in Zürich erklärt in deren in Frankreich nicht schon genug gåbe; man einer Buschrift an uns die Angaben Röster's für unwahr, daß er dente nur an den Senat. Es fällt in diefelbe Kategorie wie jene über diesen denunziatorische Nachrichten verbreitet habe und aus Gelegenheitsgesetze vor der 1889er Neuwahl, roelche die Biel der sozialdemokratischen Partei Zürichs ausgeschlossen worden sei. 315 232 955,99. 428 172 899 m. tandidaturen verboten und die Wahl nach Arrondissements ein- Er sei ausgetreten und habe gar nicht gewußt, daß er führten. Noch eine andere Folge würde das geplante Gefeß während seiner Parteimitgliedschaft von Röster angegriffen wor haben, die Erhöhung der Macht des Präsidenten der Republik; den sei. der Abgeordnete Tony Revillon macht hierauf im„ Radical" aufmerksam; während die Kammer sich jetzt verfassungsgemäß alle Einen nicht üblen Gebrauch von der Faschingsfreiheit Deutsche Preß ,, freiheit". Der verantwort: vier Jahre auflösen muß, würde es fünftig nur einen Mann machten Düsseldorfer Parteigenoffen, als sie wegen der liche Sezer und Maschinenmeister, schreibt geben, der das Recht der Kammerauflösung in seiner Hand hätte, Verweigerung des Platzes zum Heine- Denkmal einen Bug die„ Kölnische Volks- Beitung", taucht wieder auf. Dem nämlich den Präsidenten. Dies werden natürlich alle wahren durch die Stadt unternahmen, der folgendes Bild bot: Voran Personal der Gelsenkirchener Berg- und Hütten- Republikaner zu verhüten suchen. Nach alledem sind die Aus- marschirte ein Mann mit einem Gjelstopf, ein Plakat tragend, arbeiter Beitung" ist eine zwanzig Seiten lange Auflage- fichten auf Annahme des opportunistischen Gefeßentwurfes sehr worauf stand: Düsseldorf bekommt tein Heine- Denkmal! Der Mann war mit einem Orden dekorirt. Dann folgte ein Mann schrift zugestellt, in der u. a. auch zwei Sezer und der mit einem Schafstopf. Weiter wurde ein Schild getragen, dessen Maschinenmeister des genannten Blattes der Mithilfe" Ein Studentenradau wird aus Paris gemeldet. Jufchrift lautete: Seine bekommt doch ein Denkmal! Daran zum Bergehen gegen§ 110 des Strafgesetzbuchs angeklagt Die Studirenden der Sorbonne machten am Freitag und schlossen sich vier Mann, die auf einer Bahre die mit einem find. Unsere Staatsanwälte sollten den Begriff der Mit Sonnabend einen Höllenspektakel, um Damen, die den Vor- Lorbeerkranz geschmückte Heine- Büste trugen. Wohl etwa 500 hilfe noch viel gründlicher und umfassender ausbeuten und lesungen beiwohnten, zu ärgern und aus den Hörsälen zu Berfonen folgten dem Zuge mit Schilderrn des Inhalts: EntBapierfabrikanten, Papierarbeiter, Falzerinnen, Beitungs- graulen". Wohlgemerkt: es handelte sich nicht um hüllung des Heine- Denkmals, Gin Freund Heine's, Verehrer austrägerinnen, Bostbeamte, die Lieferanten der Drucker- medizinische Kollegien; und wie wir dem„ Temps" Heine's u. f. w. Der Bug wurde von der Düsseldorfer Einschwärze und den Schriftgießer, furz alle, die mittelbar entnehmen, wurde der Born der ingendlichen Herren das Bürgerthum der rheinischen Künstlerstadt" hat die berbe Kritik, wohnerschaft mit großem Beifall begrüßt. Das herrschende und unmittelbar an der Herstellung und Verbreitung durch erregt, daß die Damen gute Plätze besetzt hatten! Die durch den Bug zum Ausbruck gebracht wurde, jedenfalls redstrafwürdiger" Preßerzeugnisse mitwirken, ohne Gnade vor Da das Schreien nichts half, suchten die galanten Bürschchen lich verdient. Dazu: Militärverwaltung von Bayern. a) Ordentlicher Etat: 692 741 378 642 028 49 530 871 Rechnung pro 1879/80 Entwurf pro 1893/94 7 989 689,28. b) Außerordentlicher Gtat: 88 162 875,08 M. 43 103 014. 114 023 026 M. 1893/94 Busammenstellung. Fortdauernde Ausgaben Einmalige Ausgaben Summe. 1879/80 157 126 040 " " 46 152 564,36 361 385 520,35. 585 298 939 M. Eugen Richter erzählt in der Freisimmigen Beitung", daß seine Reden gegen Bebel in 5 Tagen in 30 000 Exem plaren, verkauft worden seien. Wie wenig Herr Richter von der Ueberzeugungskraft seiner Reden überzeugt ist, ersieht man schon daraus, daß er es für nothwendig erachtet hat, fie mit Randbemerkungen zu versehen, die von Gehässigfeiten und Entstellungen stroßen, wegen deren er bei seinen eigenen Parteigenossen sogar berüchtigt ist. gering. den Strafrichter führen. Unsere Preßfreiheit schießt, ja so das Damenpublikum durch- Boten zu vertreiben. Bfui! üppig ins Kraut, daß wir es ohne die staatsanwalt Der sprichwörtliche französische Wiz soll im Aussterben Todtenliste der Partei. In Lemberg ist der Maschinenschaftliche Gartenscheere überhaupt nicht mehr aushalten sein wie es scheint, geht es der Galanterie ebenso, die Ingenieur Stanislaus Rozlowsti, ein Ruthene, im tönnten. bisher für eine echt französische Eigenschaft galt. Wir Alter von 30 Jahren gestorben. Er war ein wackerer, opferwundern uns nicht über die Büberei. Die studirende freudiger Parteigenoffe. Als Hörer des Lemberger Politechnikums Jugend gehört der Bourgeoisie an, und die einst ob ihres der Partei als unermüdlicher Agitator. Im Jahre 1889 verwidmete er, mit Hintanjeßung eigener Interessen, seine ganze Beit Idealismus und ihrer Freiheitsbegeisterung so hochgefeierten büßte er fieben Monate Untersuchungshaft und wurde dann zu Bariser Studenten bringen nur die Verkommenheit und einer 14tägigen Arreststrafe verurtheilt, während acht andere PerFäuluiß ihrer Klasse zum Ausdruck. sonen freigesprochen wurden. Es hatte sich eben nur er offen zur Sozialdemokratie bekannt. Rozlowski mußte nun Lemberg verlassen, verweilte einige Jahre in Graz und kehrte nach Be endigung seiner Studien nach Lemberg zurück, wo er, ohne Ausficht auf eine Anstellung, ein fümmerliches Dasein fristete. Die lange Haft hat in seinen durch Entbehrungen ohnedies geschwächten Organismus den Todeskeim gelegt. Der Leichenzug gestaltete sich dem Todten die letzte Eyre. Sein Andenken wird den Genossen in Galizien ein Sporn sein, für die Befreiung des Proletariats immerdar mit derselben Treue und Uneigennüßigkeit zu wirken wie er.p Das Referendum in Belgien das heißt die frei willige Boltsabstimmung über das allgemeine Stimmrecht wird, troß des Entgegenwirkens der Regierung, am 26. d. M., also am nächsten Sonntag stattfinden. Da die Gemeinde Jm italienischen Parlament war am Sonnabend behörden gehindert worden sind, die Nathhäuser und wieder großer Skandal. Grund: Bankschwindel und Drei- fonftigen öffentlichen Gebäude zu diesem Zwecke herzugeben, bund. Das ist stereotyp. Und zu den alten dreibündlichen so wird die Abstimmung in Wirthshäusern stattfinden. Die " Verstimmungen" ist dieser Tage noch eine neue hinzu- reaktionären Blätter spotten darüber. Als ob die Regierung gekommen nämlich eine ultramontane Bapst feier in mit ihren jämmerlichen Maßregelungen den Gang der Ent Wien, die für das Königreich Italien nichts weniger wickelung aufhalten tönnte! als schmeichelhaft war. Die Opposition ging dem Ministerium tüchtig zu Leib und Herr Giolitti sammt seinen Der Streik in Lancashire dauert fort. Die Ar " Polizeiliches, Gerichtliches sc. -Kaufmann Boehle in Straßburg, der feinerzeit Kollegen spielte eine geradezu jämmerliche Rolle. Das beiter, welche sich einer Lohnreduktion von 5 pet. wider wegen Aeußerungen, die er in der Petri- Wahlerversammlung Wasser steigt höher und höher, und balb werden die Minister setzten, erklären sich jetzt bereit, eine Reduktion von 22 pet. gethan haben sollte, verhaftet, balb aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden war, ist jest wegen dieser Aeußerungen zu einer weggeschwemmt sein. De Cerpi, der Abgeordnete, welcher anzunehmen. Ueber diesen Vorschlag wird unterhandelt. Woche Gefängniß verurtheilt worden. Er soll staatliche Einin Sachen der Römischen Bantspitzbübereien als Opfer in Die Cholera. Während die deutschen Vertreter richtungen verächtlich gemacht haben. Die Anklage war auf den tosenden See der Voltsentrüstung geworfen ward, hat der offiziellen Medizin die Meinung aussprechen, eine grund eines stenographischen Berichts der Straßburger Post" zwar den Takt gehabt, zu sterben wie Reinach; aber man Cholera- Epidemie sei für dieses Jahr nicht zu befürchten, erhoben, der von Boehle als in vielen Punkten unrichtig besterben- wie weiß ja, daß der französische Panamasturm nach dem Tode find die medizinischen Autoritäten Englands der enteichnet worden war. Der Staatsanwalt hatte vier Monate GeReinach's erst recht entfesselt ward. Und ähnlich ist's in gegengesetzten Ansicht und bereiten sich auf eine neue Infängniß beantragt. Italien. Jeder Tag bringt neue und schmutzigere Ente vasion der Cholera vor. Bei dieser Gelegenheit fei er hüllungen; und Herr Giolitti wird sich in der Kammer wähnt, daß der Gesundheitszustand von Marseille fich pasion der Cholera vor. nicht mehr zeigen fönnen, wenn er sich der Bildung einer wesentlich gebessert hat, und daß durch wissenschaftliche parlamentarischen Untersuchungskommission noch fernerhin Untersuchungen die Nachrichten von dem Auftreten der widersetzt. Schon jetzt wird er offen der Mitschuld an asiatischen Cholera widerlegt worden sind. geflagt und mit ihm die meisten seiner Kollegen. Und wie viele sonstige Größen! Literarisches. Parteinachrichten.itätten. Literarische Rundfchan. pflege. Butunftsstaaten der Vergangenheit. Von K: KautfellenVon der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Dieh' 018 Verlag) ift foeben das 21. Heft des 11. Jahrgangs erschienen.ie Aus dem Inhalt heben wir hervor: Bürgerliche Recht? Notizen: Früfung Gegen die Militärvorlage fand, wie bereits furz mit Talisman". Bon F. Mehring. Der Schaden, den die ist natürItalien nur noch formelle Anerkennung findet und nirgends getheilt worden ist, auch in Stralsund eine Proteftanrichtet. Frauenemanzipation in Golmar. Feuilleton Innungsmehr lebendige Sympathien hat,- mit anderen Worten, versammlung statt. Sie war von 200 Personen besucht. Ge- Hamerling's Leben und Dichtungen. Von Robert Schoorzunehmen. Die Dreibund Debatte knüpfte abermals an die unglüc liche Kommissionsrede Caprivi's an. Sie war ergebnißlos und an sich ohne Belang. Aber daß der Dreibund in Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 21. Februar. Opernhaus. Bastien und Bastienne. Cavalleria rusticana, Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Des Meeres und der Liebe Wellen. Deutsches Theater. Zwei glückliche Lage. Berliner Theater. Esther. Geizige. Leffing Theater. Heimath. Der Circus Renz. ( Karlstraße.) Dienstag, den 21. Februar 1893, Abends 714 Uhr: Gr. brillante Vorstellung. Ein Künstlerfeft. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister Šiems. Auf das Glänzendste in Szene gesetzt v. Direktor Fr. Renz. Ueberraschende Lichtu. Wassereffecte. Ballet v. 100 Damen. Grosser Blumen- Corso. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. 4 arabische Vollblut- Schimmelhengste in Freiheit dressirt und vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Grande Quadrille de la haute équitation, geritten von 6 Damen und 6 Herren mit 12 der hervorragendfte Akrobaten der Gegenwart. Morgen, Mittwoch: Ein Künstlerfest. Wallner- Theater. Der Fall Cle- besten Schulpferde. Gebr. Trevally, menceau. Kroll's Theater. Norma. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Der Gardehusar. a Adolph Gruß- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Einen Jug will er sich machen. Neues Theater. Toska. National- Theater. Don Notre- Dame. Der Glöckner Billet- Vorverkauf an der Zirkustafse u. beim„ Invalidendant", Markgrafen ftraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Jeden Tag: Alexanderplah- Theater. Die Waise Gr. Spezialitäten- Vorstellung. von Lowood. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spes zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 59. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musit von G. Steffens. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Anf. Sonnt. 6 Uhr, Wochent. 71/2 Uhr. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété. Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Großartiger Erfolg des neuen DF Programms. Mr. Hendrik, Huguston, Massias, Clark, Valois, Vanoni, Hurley's, Laurence, Türk u. s. w. Das Theater ist gut geheizt. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Moritz Etablissement Blas. Buggenhagen. Moriz Play. Täglich: Intrumental- Konzert. Großer Frühstücks- n. Mittagstid. Spezial- Ausschank von Payenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Bersammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem am 19. d. Mts. erfolgten Ableben unferes Mitgliedes, Herrn Gustav Köhl in Kenntniß zu setzen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. d. Mts., Nachmittags 31/2 Uhr, von Moabit, Birkenstraße 62/63 aus nach dem Begräbnißplatz der Zions- Gemeinde in Weißensee statt. Treffpunkt für Mitglieder um 4 Uhr in Weihensee ( Bions- Kirchhof). Der Vorstand. Im Auftrage: H. Loppe. schlief heute Nachmittag 1 Uhr meine Nach langen, schweren Leiden entliebe Frau, unsere gute Mutter Emma Rensch, geb. Glame, im 82. Lebensjahre. Berlin, 19. Februar 1893. 14456 August Reusch. Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs statt. Todes- Anzeige. Allen Genossen und Freunden die traurige Nachricht, daß Sonnabend, den 18. d. M., meine liebe Frau gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittag 1/24 Uhr, vom Trauerhause, Wartenbergstr 68, statt. Friedrichsberg, 18. Februar. Bernh. Lange. 37052 Allen lieben Verwandten und Be fannten, welche mir bei der Beerdigung Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Süd- Ost", Waldemarstrasse 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Fritz Zubeil über: Französische und deutsche Schulen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. 376/ 13* Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 21. d. M., Abends 81/2 Uhr, im Lokale ,, Wedding- Park", Müller- Straße Nr. 178: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten J. Aner. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. NB. In dieser Versammlung gelangt die Broschüre Nieder mit den Sozialdemokraten" zur Bertheilung. Auch werden dieselben bereits in den Bahlstellen verausgabt. Das Mitgliedsbuch ist in dieser Versammlung mitzubringen und dem Rassirer vorzulegen. Der Vorstand. 289/20 Deutscher Tischler- Verband. Bahlstelle Berlin. Versammlungen. Südosten Mittwoch, den 22. Februar, Abends 8%, Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Dranienstraße 180. Vortrag. Referent: Robert Schmidt. Norden Donnerstag, den 23. Februar, Abends 8%, Uhr bei Hensel, Brunnenstr. 129. Vortrag über die Umwälzungen in der Produktion meiner lieben Frau ihre Theilnahme und in den Eigenthumsverhältnissen. Ref.: Th. Glocke. in so herzlicher Weise bezeugt haben, insbesondere aber Herrn Pastor Dahms für seine troftreichen Worte, und dem angelegenheiten, Verschiedenes." Gefangverein Deutsches Herz" für den 817/ 3* In beiden Versammlungen nach dem Vortrag, Diskussion, VerbandsIn der Südost- Bersammlung noch außerdem Vorschläge zu einem Schriftschönen Gesang, sage ich meinen herz führer und 4 Werkstatt- Kontrolleuren, lichsten Dank. Die Ortsverwaltung. Berlin, 20. Februar 1893. 1443b Leopold Kaufmann. Centralverein der Bildhauer Deutschlands Gauverein Berlin. Empfehle mein Geschäft in friscaеn Blumen und Kränzen. 8528 Leute, Dienstag, den 21. Februar, Abends 82 Uhr, Annenstr. 16: Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Allgem. Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 22. Febr., Ab. 81/2 Uhr, bei Saeger, Grüner 29: Große ( Rlemm- Gbe, Martin Bendix.) Gratweil's Bierhallen General. Berjammlung. Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47-49. Dienstag, 21. Februar: 1. VolksVorstellung zu ermäßigten Preisen. Anfang 8 Uhr. Parquet( 1. Play) 25 Pf. Alles Nähere die Bettel. 1440b PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchend. Castan's Rommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. BF Bwei Säle B zu Versammlungen und Vergnügungen. richt. Tages- Ordnung: 3. Wie stellen sich die MitVersammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Robert Schmidt über: Rartellverträge und Industrieverbände. Am 4. April findet ein Holzarbeiter Kongreß in Kaffel statt. Da wir durch Beschluß der konstituirenden General versammlung in Mainz einen Delegirten dorthin zu senden haben, ist Pflicht der Mitglieder, zahlreich zugegen zu sein, um Stellung hierzu zu nehmen. Der Vorstand. 117/1 Achtung! Maler! Achtung! Mittwoch, den 22. Februar, Abends 8 Uhr, in Mundt's Salon, Köpnickerstraße 100: Kombinirte Mitglieder- Versammlung der Filialen Berlins und Umgegend. 1. Rassenbericht. 2. Vorstands- Be- der Vereinigung der Maler, Lackirer und Anstreicher glieder zur Auflösung des Vereins. Tagesordnung: 1. Unser Arbeitsnachweis. 1. Unser Arbeitsnachweis. 2. Bericht der 4. Vereinssachen. Ehrenfache eines Siebener- Kommission. 3. Berschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen Der Einberufer. jeden Mitgliedes ist es, in dieser Ver- wird um zahlreiches Erscheinen ersucht C. Mannewitz, Süßowstr. 5. ſammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch 212/2 legitimirt. Um zahlreichen Besuch bittet 176/7 n. Der Vorstand. Achtung! Ost- u. Westpreußen! Achtung! Große öffentliche Versammlung Allgemeiner fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, Hilfsarbeiter- u. Arbeiterinnen- am Donnerstag, den 23. Februar er., Abends 8½ Uhr, F. Sodtke. Concordia- Festsäle. C. Saeger. Andreasstr. 64 u. Krautstr. 38. Sonntag, 26. Februar: Neu! Nen! Ein Abend am Meeresstrand. [ 50/2 Näheres i. d. Sonntags- Anzeigen. Sophastoff- Reste in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Morquets spottbillig! Proben franko! 3557L Berlin S., Panoptikum. Emil Lefèvre, Oranienstraße Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Lili. 158. Grosse TeppichAuktion. Mittwoch, den 22. d3., 10-4 Uhr, fleinft. lebend. Elefant d. Welt, versteigere ich im alten königl. Off90 Zentimeter hoch, 110 Zentimeter lang, 78 Kilo schwer. Tai- za- Wunder- IllusionenTheater. Grosses Künstler- Konzert. 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Vortrag des Reichstags- Abgeord 254/8 Siehe Donnerstag Auschlagsäulen. Die Agitationskommission. neten Wilhelm Schmidt Frankfurt. Verband deutsch. Gold- u. Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder sowie Annahme der Beiträge. 4. Vereinssachen. Es ist Pflicht der Mitglieder in der Versammlung zu er scheinen. Gäste haben Zutritt. 160/11 Der Vorstand. Verlag von Duncker& Humblot in Leipzig. Soeben ist erschienen: Ueber das Verhältnik von Arbeitslohn n. Arbeitszeit zur Arbeitsleistung. Von Professor Dr. Lujo Brentano. Bweite, völlig umgearbeitete Auflage. 7 Bogen. 1893. Preis 1 M. Der Kellnerberuf. Eine soziale Studie von Dr. Karl Oldenberg. 1883. Preis 1 M. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 128M Zahlstelle Berlin. Heute, Dienstag, den 21. Februar, Dresdenerstr. 45, Mitglieder- Versammlung. 168/3 Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Joel über: Das Salz, feine naturwissenschaftliche und wirthschaftliche Bedeutung mit Experimenten. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Frauen- Bildungsverein für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 22. Februar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: General- Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Vereinigung der beiden Frauenvereine. 2. Statutenänderung. 3. Bericht über die Thätigkeit des Vereins, 156/9 Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Zum 18. März 1893 erscheint( in ähnlicher Weise wie die Märznummer der Berliner Boltstribüne") eine auf rothem Papier M. Krüger's 18016* Blüsch- Neuheiten für die Hälfte der Damen- Masken- Garderobe ſtraße 2, Sof rechts, erbeten. gebrudte Extranummer zum Voltsblatt" der Kreise Teltow BeeskowCharlottenburg, Oberbarnim, Niederbarnim, Schwebt, Prenzlau- Angermünde. Vorbestellungen werden bis spätestens zum 1. März Berlin, Beuth Verkaufspreis 15 Pfennig. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. bon M. Roussel, Annoncenpreis für die fünfgespaltene Petitzeile 30 Pfennig. Speise Leinöl ist das anerkannt Beste. Bazar S. E. Leyser& Co., LeipzigerAuflage über 20 000. Fabrie- Lager Stalizerftr. 105. straße 91, 1 Treppe. Skalitzerstr. 43. 3683L Die Expedition. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2, Hierzu zwei Beilagen bisherigen Preise." Damen Mäntel 56/3 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 44. Dienstag, den 21. Februar 1893. 19. Jahrg. Alte und neue Arten und Abarten der direkten Gesetzgebung. v. Das Reklamationsrecht(Veto) der französischen Verfassung von 1793; Initiative und Refe- rendum der Baboeuf'schen Schule. Wer sollte es glauben, daß der Uebergang vom alten zum neuen, vom föderativen oder korporativen zum uniterritorialen oder persönlichen Referendum, das nicht die Stimme der Körper- schaften(Bezirke, Aemter, Gemeinden), sondern die einzelnen Bürger des Gesammtstaates zählt, so schwer zu erdenken, gleich- sam ein zweites Ei des Kolumbus gewesen sei? Und doch ist dem so; sogar ein Jean Jacques Rousseau ist über diesen Stein des Anstoßes gestolpert. Er. der fähigste Zögling der hehren radikalen Genfer Schule, er, der geistige Anstifter der französischen Revolution, er, der Kämpfer gegen das System jeglicher Re- Präsentation, hätte denn doch der Welt etwas Besseres leisten dürfen, als eine„taube Nuß". Rousseau erklärt zwar den Volks- willen für unveräußerlich und sagt, daß den Abgeordneten eines Volkes gesetzgebende Gewalt garnicht zukomme, aber wie machen in einem Großstaate?— Da stund der große Mann,„wie der Ochs am Berge" und ruft kleinlaut aus:„Nachdem ich alles wohl erwogen, begreife ich nicht, wie es kün'tig einem Volke in unseren Verhältnissen möglich wäre, seine Rechte auszuüben, e s müßte denn das Staatswesen(oitö) sehr klein s e i n."*) Wie es bei den alten Griechen in Athen war, daß wußte er wohl, wie es aber bei den Franzosen auf großem Territorium werden sollte, daran wagte Rousseau nicht zu denken— das wagten erst die Anhänger der eKalitg(Gleichheit), die Kommunisten Baboeuf und seine Schule, welche das Referendum und die Initiative für Großstaaten wenigstens erdacht, wenn auch nicht haarscharf formulirt haben, nachdem schon der geistreiche Philosoph Condorcet ein rudimentäres Veto, ein Recht der Zensur in seinem ausgearbeiteten Verfassungsentwurf vom Februar 1793 dem Volke eingeräumt hatte und nachdem im Juni 1793 eine Verfassung angenommen wurde, worin das Recht der„Reklamation" als ein wirkliches Veto auf dem Papier stand, wonach eine gewisse Anzahl Stimmberechtigter „reklamiren", d. h. Einsprache(vsto d. h. ich verbiete) erheben mußte, ehe die Volksabstimmung über das betreffende Gesetz erfolgen konnte. Artikel 53 der republikanischen Verfassung Frankreichs vom Jahre I, d. h. vom Jahre 1793, lautet: „Der gesetzgebende Körper(bs oorxs lejZslatik) schlägt Gesetze vor(propose des lois) und erläßt Verordnungen (et rend des decrets)." Art. 58.„Der Gesetzes-Entivurs wird gedruckt(Le proJet est imprime) und allen Geineinden der Republik zugeschickt(et envoye a toutes les communes de la republique) unter dein Titel: Gesetzes-Vorschlag(sous le titre: L o i p r o p o s e e)." Art. 59.„Wenn 40 Tage nach Versendung des Gesetzes-Vorschlages. in der Hälfte der Teparte- mente mehr eins(plus un), der zehnte Thcil(le dixiäwe) der Urversammlungen(des assemblees primaires) in jedem derselben(de chacun d'eux) nicht reklamirt hat(na pas röelame), ist der Entwurf angenommen und wird Gesetz(le projet est acceptö et devient 1 o i)." Art. 60.„Erfolgt diese Reklamation(841 y a räclamation), so ruft der gesetzgebende Körper die Urversammlungen ein(convoque les assemblees primaires)." Dieses so arg verklausulirte, durch fast unmöglich zu erfüllende Bedingungen(Art. 59) eingeschränkte Veto kam indessen n i e zur Anwendung, da die Wucht der äußeren und inneren Bedrängnisse der Republik eine friedliche Entwickelung nicht gestattere. Nach den, Sturze Robespierre's(9. Thennidor, Ende Juli 1794) folgte eine Periode der Reaktion; die neue reaktionäre Verfassung nierzte das Veto aus, schränkte überhaupt das Stimm- recht der Massen derart ein, daß diese neue Konstitution vom Jahre Hl(1795) nur mit 900 000 Stimmen, die Armee inbegriffen, angenommen wurde, während die radikale Ver- sassung von, Jahre I(1793) mit 4 800 000 Stimmen(von zirka 5 800 000 Stimmberechtigten) gutgeheißen worden war. Diese Volksabstimmung über diese republikanische Verfassung von 1793 ist auch in der Beziehung ein Markstein, als hier zum ersten Mal so abgestimmt wurde, wie es heute in der Schweiz beim Referendum geschieht, wo die Ja und Nein durch den ganzen Staat zusammengezählt werden und die Mehrheit der sümmtlichen, in ihre» Wohngemeinde» stimmenden Staatsbürger, welche man einzeln zählt, die Entscheidung fällt. Was Rousseau nicht gefunden, fanden doch seine Schüler Robespierre, St. Just u. Cie. Die kommunistische Schule von Gracchus Baboeuf fand aber noch mehr; sie erdenkt das Reserendum und die Initiative für große Territorien. Es ist freilich erst 30 Jahre später(1828) von Philipp Buonarroti, einem edlen und adligen(er stammte aus der berühmten Familie Michael Angelo's) Anhänger Baboeus's aus der Erinnerung in zwei Bänden von 666 Seiten niedergeschrieben und veröffentlicht worden"); es liegt aber kein Grund vor, die Aufrichtigkeit seiner Angaben zu bezweifeln. Die Verschivorenen wollten vor allein die volksthümliche Ber- sassung von 1793 wieder einsühren, wenigstens war dies ihr agi- tatarischer Hauptvorwand und unter anderem statt des ver- klausulirten Veto wollten sie, was man heute so nennt, Refe- rendum und Initiative einführen. Buonarrotti erzählt uns im ersten Band, Seite 260 und ff.: „Ehe ich von den Vorschlägen des Revolutionskomilees(les projets du comite insurreeteur) bezüglich der öffentlichen Ge- ivalt einen so genauen Bericht erstatte, als es i»ir eben die Länge der Zeit und die schwache und einzige Hilfe meines Gedäditnisses erlauben, muß ich zuvor sagen, daß all' diese Vorschläge dahin tendirten, die Ausführung des in der Ver- sassung von 1793 aufgestellten Fundamental-Dogmas zu sichern, nämlich:„„Das Volk berathet und entscheidet über die Gesetze— le peuple delibfere sur les lois""(statt delibere ftigt man heute decide= entscheidet).„.... Bei einem zahlreichen Volke, auf einem großen Territorium zerstreut woh- nend, kann man nicht alle Bürger(eitoyens) in einer Lands- gemeinde oder einzigen Versainmlung(en une seule assemblee) vereinigen, um in einem einzigen Wurf den Volkswillen, den Willen der Nation zu bekommen(recueillir d'un seul jet la volonte nationale). Daher entsteht die Nothwendigkeit, die Sektionen(seetions), in welche das ganze Volk sich zertheilt, auf eine einheitliche und bequeme Weise zu regeln und *) Contrat social, III. 15. M)»»Conspiration pour l'egalite dite de „aboef,(suivie du procfes auquel eile donna lieu, et des pifeces justificatives, etc., etc.) par Ph. Buonarroti. Bru- xelles. 1828.(Verschwörung für die sogenannte Babeuf'sche Gleichheit). Der zweite Band ist auch 1869— im Auszug— unter dem Titel erschienen:„Plülipps Buonarroti, Gracchus Baboeuf et la Conjuration des Egaux, Preface et Note par E. Ranc. Paris 1869(Philipp Buonarroti. Gracchus Baboeuf und die Verschivörung der„Gleichen"(d. h. Kommunisten). Vor- rede und Notizen von R. Ranc, Paris 1869). B einen schnellen und leichten Modus(un mode prompt et facile), die Wünsche gegen einander zu halten(comparer les voeux), ohne befürchten zu müssen, sie mißkannt oder entstellt zu sehen. Das Komitee glaubte, diesen Zweck zu erreichen ver- mittelst folgender drei Einrichtungen: 1. Die Souveränetäts- Versammlungen(les assemblees de souverainetö),(d. h. die lokalen oder Orts-Sektionen); 2. Die Zentralversammlung der Gesetzgeber(l'assemblöe centrale des legislateurs); 3. Der Körper(Rath) der Konservatoren(oder Bewahrer) des Volkswillens(le corps des conservateurs de la volonte nationale). I793«®ie zwei ersten sind anerkannt durch die Verfassung von Der dritte(eine Art Senat) sollte eine Ergänzung(Supplement) sein, welche das Komitee für nothwendig erachtete.... Man beabsichtigte aus diesen Konservatoren eine Art Tribunat (uns espece de tribunat) zu machen, beauftragt, dar- über zu wachen, daß die Gesetzgeber ihr Recht Ver- Ordnungen(decrets) zu erlassen, nicht mißbrauchen, keine Ein- griffe in die Gesetzgebung des Volkes sich anmaßen"... „Man erdachte also das Gesetz zu machen auf zweierlei Art (on concevait deux manieres de former la loi); es hätte entstehen können, entweder in der Zentralversammlung der Gesetz- geber oder in jeder der(ou dans chacune des) Souverainetäts- Versammlungen", d. h. der souverainen Sektionen oder Orts- Versammlungen von 200—600 Bürgern.(Hier steckt der Anfang der modernen Volks-Jnitiative).„... Im ersten Falle würde die Zentralversammlung allen Sektionen ihre Gesetzes-Vorschläge zusenden nebst einem beleuchtenden Bericht(adresser ses projets avec lexpose de ses motifs). Die Resultate der Volks- Entscheide(aller Sektionen) würden den Konservatoren zugeschickt, welche den Willen der Nation proklamirten durch Veröffentlichung der Stimmabgaben jeder Sektion als Fraktion des Souverains."(Bekanntmachung des Referendums- Ergebnisses.) „Im zweiten Falle könnte jede Sektionsversammlung(chaque assemblee de souverainete) ein neues Gesetz oder die Abschaffung eines alten Gesetzes vorschlagen(proposer une loi nouvelle ou 1 abrogation d'une loi ancienne); wird derselbe Vorschlag von der Mehrheit der Nation unterstützt(falte parla majorite de la nation), so gäbe» die Konservatoren davon Kenntniß den Gesetzgebern, welche dann gehalten wären, denselben zu r e d i g i r e n und dem Volke das von ihm verlangte Gesetz zur Annahme zu unterbreiten(tenus de rediger et de soumettre ä l'approbation du peuple la loi par lui demandee)." Dies ist das moderne Volks-Jnitiativbegehren, das vom Rathe zu einem Gesetz ausgearbeitet und dann dem Volke zur Abstimmung vorgelegt wird. ...„Diese Art, Gesetze zu machen(cette manifere de former la loi) ist jeder ander» vorzuziehen, denn es hat zur Grundlage die Einfachheit der Sitten und die Einheitlichkeit der Interessen(l'uniformite des interfets)... Die gesetz- gebende Gewalt ist ein Naturrecht des Volkes(appartient de droit naturel au peuple), es kann nicht, ohne sich zu Grunde zu richten, seine Gesetze einem andern Witten überlassen, es soll nie einen obern Gesehgeber anerkennen(reconnaitre jamais de superieur)"... Dies sind die hauptsächlichsten, die direkte Gesetzgebung betreffenden Bruchstücke aus dem Buche Buonarrolis(1. Band Seiten 260 bis 268), welche, denke ich, die deutschen Sozialdemo- kraten iuteressiren sollten.— Hier mußte also jedes Gesetz zur Abstimmung gebracht werde»; die Abstimmungsweise ist das Referendum, nicht das Veto, bei dem mau, wie die B a b o u v i st e n oder Baboeus's Anhänger klar voraussahen, allzusehr an die Freiheit eines jeden, abzustimmen oder nicht, gedacht. die Gefahr der Gleichgiltigkeit aber zu wenig erwogen hatte. „Es ist nur gerecht, wenn man es sehr genan nimmt mit den Beweisen der Zustimmung des Volkes(les preuves du consente- ment national) und die Vermuthung, daß Stillschweigen(la presomtion fondee sur un silence) innner Annahme bedeute, nicht gelten läßt; keine Verpflichtung soll dem Volke auferlegt iverden können, ohne seine ausdrückliche Einwilligung (saus son consentement reel)"; auch ist die unvermeidliche Agitation«m Abstimmung über ein mißliebiges Gesetz zu provo- ziren, verwerflich; in einem geordneten Staatshaushalt soll die organische, periodische Abstimmung über Gesetze erfolgen. Im zweiten Falle konnte— und damit haben wir die Volks- Initiative— jede Gemeinde- oder Sektions-Versammlung von 200 bis 600 Stinnnbereäit igten ein neues Gesetz oder die Ab- schaffung eines alten vorschlagen.— Wie einem so kleinen Bruchtheil des Volkes dieses allgewichtige Grundrecht ge- geben werden könnte, ohne große Verwirrung anzurichte», darüber hat Buonarroti freilich nicht genügenden Aufschluß geben können. Gracchus Baboeuf und seine Genossen waren starkmuthige, hochherzige Männer, denen das Volkswohl über Alles ging; wie antike Heroen stechen sie von der damaligen charakterlosen, wie ein giftiger Pilz ausschießenden Bourgeoisie ab. Ihr'Abgott Napoleon damals(Ende Februar 1796) General Bonaparte, Konimandirender von Paris, erkannte die Gefahr, gewaltsam löste er Baboenfs Gesellschaft auf; ihre innerste Absicht wurde(am 9. Mai) verrathen, und da es ihres großes Anhangs wegen ge- fährlich war, sie in Paris gesangen zu halten und zu prozessiren, so wurden sie(am 30. August 1796) nach der entfernten Provinzial- stadl Vendüme übergeführt, verurtheilt und am 7 Prairial des Jahres V, oder am 28. Mai 1797 wurden Baboeuf und Darthe hingerichtet, Bnonraroti und andere deportirl und gefangen ge- hallen.— Nun halte die Bourgeoisie und ihr Erzhelser Napoleon freie Bahn! Es interessirt vielleichtdie Leser des„Vorwärts" wie Burnarron den General Buonaparte oder Kaiser Napoleon I benrtheilte. Er sagt „Die Auflösung unserer Gesellschaft wurde vollzogen durch den General Buonaparte, der damals(den 9. Aentüse des Jahres V, 1796) die Armeen im Innern kommandirte; er war der wirk- liche Urheber dieser Maßregel. Durch seine zahlreichen Spione halte er die heimlichen'Absichten der Verschworenen erfahren und machte der Regierung große Angst. Er erhielt de» ersehnten Befehl zur Auslösung; er war persönlich bei der Ausführung und ließ sich die Schlüssel des Saales, wo die Gesellschaft in der Nähe des Pantheon ihre Sitzungen hielt, übergeben."„Die neue Aristokratie(Bourgeoisie) erkannte alsbald in diesem General ihren Mann, der ihr eines Tages als solide Stütze gegen das Volk behilflich sein könnte; es war die Erkenntniß, welche man von seinem hochinüthigen(hautain) Charakler und seinen aristo- kratischen'Ansichten halte, die ihn am 13. Brumaire des Jahres VIII (d. h. 9. November 1799) herbeirief zu Hilfe dieser Partei, welche ob der Schnelligkeit, mit welcher damals der demokratische Geist wieder erschienen, sehr erschrocken war." Bounaparte kam an die oberste Gewalt infolge des retrograden Marsches, welchen die Re- volution seit dem 9. Tbermidor des Jahres II(Sturz Robespierre) eingeschlagen hatte." „Bounaparte hätte, durch die Festigkeit(fermete) seines Charakters und des'Ansehens(ascendant) seiner militärischen Erfolge, der Wiederhersteller der französischen Freiheit werden können; als gemeiner(vulgaire) Ehrgeiziger zog er vor, ihr den Todesstoß zu geben. Er hielt das Glück Europas in seinen Händen, wurde aber seine Geißel(et il en fut le fleau) durch die systematische Unterdrückung, welche er auf ihm lasten ließ und durch den noch viel schrecklicheren Druck, welchen seine Politik veranlaßte und welcher nach seinem Fall so viele Völker Europas — und dazu sogar noch im Namen der Freiheit(Befreiung) in Knechtschaft und Elend versinken ließ." DolktÄles. Gewerbegerichts- Wahlen. Auf der Arbeitnehmek-Liste lautet das Resultat: Sieg auf der ganzen Linie k Neberall sind die Gewerkvereinler mit geradezu kläglichen Minoritäten hereingefallen. Anders lautet das Resultat natür» lich auf der Arbeitgeber-Liste. Doch auch dort gelang es in zwei Bezirken, nämlich im 12. und 37., die Liste unserer Genoffen durchzubringen. Die Zentrumsanträge, die das Verbot der Kolportage aller in Lieserungen erscheinender Werke und die Gleichstellung des Kolportagebetriebes mit dem Hausirhandel bezwecken, veran- lassen den Zentralverein Deutscher Kolportage-Buchhändler zu Montag, den 27. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr nach Dresden, Etablissement Helbig(grüner Saal) eine große Versammlung von Verlags- und Kolportage-Buchhändlern, Buchdruckereibesitzern und sonstigen Interessenten verwandter Geschäftszweige einzuberufen, in welcher gegen die beabsichtigten Beschränkungen Stellung ge- nommen werden soll. Einen lehrreiche» Einblick in die Verhältnisse, wie sie heute im Stande der Aerzte herrschen, empfangen wir beim Studium des Jnseratentheils der medizinischen Fachzeitschriften. Da sucht z. B. ein Arzt einen Assistenten gegen monat- liche Vergütigung von— 60 M. mit freier Wohnung. Immerhin überragt der betreffende Herr jenen Kollegen noch um Haupteslänge, der schlankweg 60 M. monatliche Vergütigung dem Assistenten bietet. Des weiteren wird man mit einigem Erstaunen die große Zahl der Kauf- und Verkaufgesuche wahrnehmen, die in jeder Nummer einer jeden Fachschrist zu sinden sind. Wie das erste beste Kasegeschäft, so wird„eine gute Praxis" zu kaufen bez. zu verlaufen gesucht, im letzteren Falle nicht selten unter genauer Angabe der Zahlungsmodalitäten. Selbst die religiöse» Fragen spiegeln sich in dem geschäftlichen Theil dieser wissenschastlrchen Organe ab. Ob die Hand eines Christen oder eines Juden die Rezepte schreibt, scheint für die Herren Aerzte von größerer Bedeutung zu sein, als die Frage, ob der gesuchte Assistent. Käufer u. s. w. die nöthigen Garantien sür seine Befähigung zu erbringen vermag. Das in dieser Be- ziehung bezeichnendste Inserat dürste sich m der letzten Nummer der„Klinischen Wochenschrift" verzeichnet finden, in welcher ein Arzt seine Praxis z» verkaufen wünscht mit dem Bemerken, daß er nur Reflektanten— katholischen Glaubens berücksichtigen werde. Bleichröder. Der„Reichsanzeiger" widmet ihm folgende» 91(idbruf• „Gestern Nachmittag verstarb hier in Berkin der Ge- Heime Kommerzien-Rath Gerson von Bleichröder, der erste Chef des große» Bankhauses S. B l e i ch r ö d e r, das von dem Vater des Verstorbenen im Jahre 1303 be- gründet wurde, un einundsiebzigsten Lebensjahre. Der Geheime Kommerzien- Rath Gerson von Bleichröder hat nicht nur das eigene Bankhaus zur Blüthe gebracht und ihm einen Weltruf verschafft, sondern auch zur Ent- Wicklung des gesummten privaten und öffentlichen Finanz- und Bankwesens in Deutschland während der letzten Jahr- zehnte hervorragend beigetragen. Der Verstorbene war bis zu seinem Tode auch General-Konsul Großbritanniens in Deutschland." Die Bourgeoisie- Presse hebt noch in längeren Nachrufen die Verdienste des Verstorbenen hervor; groß muß allerdings sein Verdienst gewesen sein, zum mindesten 100 Millionen. Bleichröder war der Intimus Bismarck's, und dieser gewissermaßen der Kompagnon Bleichröder's. Beide waren in gleicher Weise Zierden des„Reichs der Gottesfurcht und frommen ! i t t e." Bismarck wird mit dem Tode seines Busenfreundes ein Stein vom Herzen gefallen sein; denn der Mitwisser seiner „Geheimnisse" kann nicht mehr reden.— Ueber de» Nmfana des letzten Weihnachtspäckerei-Verkehrs beim Packet-Postamt in Berlin liegen in der„D. Verk.-Ztg." fol- gende vergleichende Zahlen mit dem Jahre 1387 vor. Das Per- sonal vom 21. Dezember ab bestand aus 240 Beamten und Hilfs- schreibern(gegen 232 im Jahre 1337), 1694(1438) Unterbeamte, Militärs, Einwohner, zusammen 1934(1670). Es kursirten 171 (151) ein- und zweispäunige Packetbestellwagen, 12(13) Feldpost- wagen. 220(167) Kremser. Im ganzen Postsuhrbetrieb von Berlin sind an den stärksten Tagen verwendet worden 1077 (820) Wagen und 1740(1400) Pferde. In der Zeit vom 12. brs 25. Dezember gingen beim Packet-Postamt insgesammt 430 000 (373 000) Packele ein. Die Gesammtzahl der am 24. Dezember bestellten Packete betrug 43 760(43 200). Moderne LehrlingSziichterei? Zu diesem— allerdings schon alten— Thema wird uns von einem alten Genossen fol- gendes geschrieben: In der Holzgeländer- Fabrik von L. u. B. in der Greisswalderstraße iverden im Durchschnitt immer 8—10 Lehrlinge ausgebildet. Bei der Aufnahme derselben kümmert sich kein Mensch um die körperliche oder geistige Beschaffenheit oder Veranlagung der Lehrlinge. Dieselben werden vielmehr ohne weiteres dazu angehalten,„Geld zu verdienen". Fst der Lehrling z. Ä. schwächlich, so wird er mit Beizen und Poliren beschäftigt, und stellt es sich etwa heraus, daß er zum Drechsler überhaupt nichts taugt, so sagt man ihm nicht etwa:„Du taugst zum Drechsler nicht, wir werden Dich vom Kontrakt entbinden", sondern— er beizt und polirt eben so lange, bis die vierjährige Lehrzeit um ist, der Junge„aus- gelernt" hat. Bei dieser Beschäftigung des Lehrlings verdient der „Lehrherr" am meiste», denn die Arbeitskraft ist billig. Daß ein Lehr- ling, welcher während der ganzen vier Jahre seiner Lehrzeit nichts weiter gelernt hat, als beizen und poliren. im günstigsten Falle auch eine gewöhnliche Traille zu drehen, sich nicht als Drechsler ernähren kann, liegt auf der Hand, zumal er in den weitaus meisten Fällen die Fabrik verlassen muß, sobald er Geselle ge- worden ist. Hat ein solcher„Geselle" nun nicht die nöthige Energie, d. h. fängt er bei einem anderen Meister nicht von neuem, oder besser gesagt, überhaupt erst zu lernen an, so wird er eben einfacher Arbeilsmann, zu welchem Zweck er vier lange Jahre„gelernt" hat und eine Behandlung erdulden mußte, die anständig nicht genannt werden kann. Nun aber kommt das Interessanteste, nämlich die Gesellen- Prüfung. Da kommen an dem denkwürdigen Tage der Prüfung zwei ehrwürdige Jnnungsmeister— der Fabrikant ist natür- lich, um überhaupt Lehrlinge halten zu können, Jnnungs- ineister geworden—> um die Prüfung vorzunehmen. bracht haben, wird niemand Wunder nehmen. halten. Der Laden, die Schlafstube und die Küche waren arg Der Prüfling dreht den Innungsmeistern eine zweizöllige, oder sträubende Unfittlichkeiten getrieben. Der aufgebrachte Bater des gar eine zweieinhalbzöllige Traille und der Junge ist Gefelle. Senaben hat der Kriminalbehörde Anzeige darüber erstattet, doch mitgenommen. Thatsächlich ist aber auch der Fall passirt, daß ein Lehrling, bezw. ist es bis jetzt noch nicht gelungen, den Thäter zu entdecken. Zu Prüfling auch dieses einfachste aller Gesellenstücke noch verpfuschte. Dem nichtsahnenden Knaben, der ihn gefragt hat, wer er sei, hat Mit der elektrischen Droschfe, über welche wir bereits Dem Prüfling wurde nun von einem dort arbeitenden Gefellen er gesagt, er fei Kaufmann und wohne in der Friedrichstraße. furz berichteten, sind im Lanfe dieser Woche mehrere Probeeine andere, gute Traille zugereicht, welche derselbe den Jnnungsfahrten unternommen worden, deren Resultate uns als ganz meistern vorlegte und auch dieser Lehrling wurde los= Durch vier Knaben ist ein Einbruch in einen Keller der vorzügliche bezeichnet werden. Das nur dreirädrige Gefährt, gesprochen, also zum Geselien befördert". Daß es bei diesem Brunnenstraße verübt worden. Vorgestern Abend zwischen 10 und dessen Erscheinen bei den Passanten bedeutendes Aufsehen hervor Ausbildungssystem eine ganze Anzahl Lehrlinge nach vier 11 Uhr bemerkte der Vizewirth Licht im Lagerfeller des Kauf- rief, bewegt sich mit großer Schnelligkeit vorwärts und kann bei Lehrjahren schon bis zum Sandkutscher oder Arbeitsmann ge- manns N. und machte deffen Kommis darauf aufmerksam, daß höchster Ausnutzung der Elektrizität in kaum 20 Minuten eine wahrscheinlich Diebe anwesend seien. Der Letztere holte die Meile zurücklegen. Bei einer unternommenen Probewettfahrt der Bezeichnend für unsere gangen sozialen Zustände ist aber füffel, bewaffnete sich mit einem Revolver und ging in elektrischen Droschke mit einem Einspänner- Fuhrwerk, Droschke auch die Art, wie der betreffende„ Behrherr" es versteht, den den Keller. Hier feuerte er einige Schreckschüsse ab, dann erster Klasse, errang schon nach wenigen Minuten das„ elektrische" Ertrag, welchen ihm die Arbeit der Lehrlinge abwerfen soll, leuchtete er den Raum ab. Als er sich einer Schmalstonne Koupee vor dem bisherigen Gefährt einen bedeutenden Vorsprung. künstlich, und auf Kosten seiner meist verheiratheten Gesellen zu näherte, erhob sich daraus eine menschliche Gestalt, der Gehilfe Uebrigens ist der fahrende Automat mittels eines Hemmschuherhöhen. feuerte in der Bestürzung in der Richtung dahin und verwundete Apparates fofort zum Halten zu bringen, er weicht sehr ge= Jni lehten Behrjahre werden nämlich die Lehrlinge auf sogenanntes den 18 Jahre alten Knaben Otto Janece, der in der Tonne geschickt und schnell entgegenkommenden Fuhrwerken oder Halbstück beschäftigt, d. h. der von den Lehrlingen gelieferten steckt hatte, schwer an der rechten Schulter. Jänecte hat vor anderen Hindernissen aus. Die Pferde der Straßenfuhrwerke Arbeit wird der Gesellenlohn zu Grunde gelegt und von diesem feiner Ueberführung in ein Krankenhaus noch eingeräumt, daß verhielten sich dem feltsamen Gefährt gegenüber ruhig und erhält die eine Hälfte der Meister, die andere ber Lehrling. Es er mit drei gleichaltrigen Knaben vom Hofe aus das Kellerfenster scheuten nicht, allerdings aber fanden die Probefahrten auf ist dies als ein ganz besonderer Verderb für die Lehrlinge zu eingedrückt, eingestiegen sei, Kisten erbrochen und den aus Würsten weniger belebten Straßen im Stadttheil Moabit statt. betrachten, denn bei dieser Beschäftigungsmethode vergißt der und Schinken bestehenden Inhalt in einen Korb gepackt habe. Lehrling natürlich das Lernen ganz und gar, und er ist nunmehr Bei dem Fortschaffen feien sie gestört worden. Zwei von den Den Werth des Tagameter fonnte gestern Abend ein nur auf den Erwerb bedacht. Selbstverständlich wird diesen Mitschuldigen sind ermittelt, der dritte ist noch unbekannt. Droschfenfutscher tennen lernen. Derselbe hatte das Glück, eine Lehrlingen nur die beste, d. h. diejenige Arbeit zugewiesen, bei junge, elegant gekleidete Dame längere Zeit in Berlin umberwelcher der Meister am meisten verdient, dadurch werden nun Gestörter Einbruch. In der Nacht vom 19. zum 20. d. M. fahren zu dürfen. Der Fahrpreis hatte so die Höhe von 4,90 m. aber wieder die Gefellen geschädigt, welche dann die weniger wurde in der Eckdestillation von C. Schulz, Plantagen- und erreicht, was der Kutscher seinem Fahrgast furz vor dem letzten Johnende Arbeit machen müssen. Leider sind ja nun unsere wirth- Adolfstraßen- Ecke ein Einbruch verübt. Der Geschäftsverwalter Halten, das vor einem Haufe der Wilhelmstraße nahe der schaftlichen Verhältnisse derart, daß die Eltern auf diesen Ver- Schulz, Bruder des Inhabers, hatte den Laden gegen Mitternacht Leipzigerstraße erfolgte, mittheilte. Beim Absteigen wollte die dienst der Lehrlinge angewiesen sind. Daß aber der Lehrling verschlossen und wollte noch einen Gang besorgen. Als er sich Dame dem biederen Roffelenter einen Thaler in die Hand drücken. nichts lernt, ist sein, und schließlich auch der Eltern größter noch nicht ausgedreht hatte, et fehrte um und fand das Gas bereits da er seinem Fuhrherrn für den vom Taxameter angegebenen bereits auf der Straße befand, fiel ihm ein, daß er das Gas Dieser tonnte sich selbstverständlich damit nicht zufrieden geben, Schaden. G3 fann den Eltern nicht gleichgiltig fein, wenn ihr Sohn in vier Jahren nicht soviel gelernt hat, um sich ausgelöscht. Er ftuzte; dann betrat er schnell entschloffen fein Preis verantwortlich ist; derfelbe war thatsächlich abe wenn ihr Sohn in vier Jahren nicht soviel gelernt hat, um sich Schlafzimmer und nahm von der Wand einen geladenen Re- gefahren"." Ne, det machen wir nich!" fagte er ruhig und ernähren zu können, und schließlich nach der Lehrzeit den Eltern volver. Während dessen sprang aus dem Kleiderspind ein Mann wies auf den Taxameter, da steht's jane fenau jeschrieben". noch zur Bast fällt. Die hier geschilderte Art der Lehrlingsausbildung steht feines hervor, ergriff durch das Fensier die Flucht und entfam. Eine Aber bevor der Gute noch den Bock verlassen konnte, verschwand wegs vereinzelt da. Der Schreiber dieser Zeilen würde sich schon Beute war ihm nicht zugefallen, da er zu früh bei seiner Arbeit die Dame" mit der furzen Antwort: Mehr habe ich nicht," vollauf belohnt fühlen, wenn auch nur ein fleiner Theil der gestört wurde. Es ist dies seit vierzehn Tagen bereits der vierte im Hause. Eine Fülle Berwünschungen" folgten ihr. Alsbald Eltern daraus die Lehre ziehen würde, bei Unterbringung ihrer Einbruch in der Plantagenstraße. sammelte sich eine große Menschenmenge an, die sich für den Söhne in eine Lehrstelle von dem Lehrherren die weitgehendsten Kutscher ins Zeug legte und gegen den Portier des betreffenden Garantien zu verlangen, daß der Lehrling auch wirklich so aus funft darüber, ob das Fräulein" im Hause wohne, bezweifelte Sauses Stellung nahm. Dieser verweigerte nämlich jede Ausgebildet wird, daß er sich später in seinem Berufe ernähren kann. dafür aber die Richtigkeit der Forderung des Kutschers. Gine Zu dieser Zuschrift haben wir zu bemerken, daß auch die Anschuldigung, welche der sicher arbeitende Taxameter aufs beste beste Lehrlingsausbildung feine sichere Garantie für eine spätere widerlegte. Natürlich hat der so schmählich betrogene Mann die Eristenz bietet und nicht vor Arbeitslosigkeit und Lebensnoth Absicht, der Geschichte ein Nachspiel zu verschaffen und die so schützt. Immerhin aber erscheint es angezeigt, daß, so lange das Handwerk noch besteht, die Lehrlinge in gehöriger Weise ausüberaus anständige" Dame polizeilich ausfindig machen zu lassen. gebildet werden. Jezt sind Lehrlinge allerdings nur willkommene Ausbeutungsobjekte. Von den verhafteten Ruffen sind sechs ausgewiesen, weil fie fich politisch läftig gemacht", und haben innerhalb 48 Stunden das preußische Staatsgebiet zu verlassen. Den anderen ist gestattet, hier zu verbleiben, doch ist ihnen anempfohlen, sich von der Politit fern zu halten. Was maßgebend gewesen sein mag bei der Auslese der Ausgewiesenen, ist vollständig in Duntel gehüllt. Auf Anordnung der königlichen Staatsanwaltschaft ist am Sonnabend der bekannte Antisemit Ingenieur Paasch aus Leipzig bei vorübergehender Anwesenheit in Berlin in einem hiesigen Hotel durch die Kriminalpolizei verhaftet worden. Am Sonntag erfolgte feine Einlieferung in das Moabiter Unterfuchungsgefängniß und am Montag Nachmittag die erste richter fiche Bernehmung vor dem Untersuchungsrichter Amtsrichter Dr. Frommel. Paasch ist beschuldigt, durch seine neueste Broschüre den gesammten Bundesrath, den Reichskanzler v. Caprivi, den Justizminister Schelling und einen geheimen Rath des Auswärtigen Ministeriums beleidigt zu haben. Polizeilich fiftirt wurde der aus vielen Versammlungen bekannte Gustav Koopmann. Heute Morgen um 6 Ühr wurde er in seiner Wohnung in der Wolliner Straße verhaftet und nach dem Polizeipräsidium geführt, wo er wegen geheimer Berbindung" vernommen und um 11 Uhr wieder entlassen wurde. Derfelbe erhielt ferner ein Strafmandat wegen Verbreitung von Flugblättern in Britwalt, erklärte jedoch, feine Flugblätter verbreitet zu haben. Von dem Möbelpolier Serrn Gustav Bock, Weidenweg 25, geht uns eine Mittheilung zu, in welcher derselbe be theuert, daß das auf Verlangen der Betheiligten in Nr. 24. d. Bl. veröffentlichte Schiedsgerichts- Urtheil, welches vom Agitationsklub „ Osten" und von den Vertrauensleuten des vierten Wahlkreises unterzeichnet war, auf durchaus falschen Voraussetzungen beruhe. Die betreffende Anklage gehe von einem im Jahre 1887 vom Möbelpolirer Herrn Frohmann geführten Zivilprozeß aus, in welchem er als Zeuge geladen worden sei. Aus den Akten dieses Prozesses hätten nun seine Gegner herausfinden wollen, daß er einen„ Meineidsversuch" gemacht habe; selbstredend sei er sich nicht im geringsten eines solchen Verbrechens bewußt gewesen. Es sei bezeichnend, daß das Schiedsgerichts- Urtheil in seiner 2bwesenheit gefällt fei; auch bedauere er, daß der betreffende Vertrauensmann dasselbe unterzeichnet habe. Seine Gesinnung bleibe nach wie vor dieselbe. um 4 Uhr am Reichstage- Ufer bei der Markthalle IV ein Mann In selbsimörderischer Absicht sprang gestern Nachmittag in die Spree, der Papiere auf den Namen Schneider Adoli Siegismund bei sich führte. Schiffer haben ihn noch rechtzeitig aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee befördert. Dort ist er bislang noch nicht zur Besinnung zurückgekehrt. Vom Dache gestürzt. Ein gräßlicher Anblick war es heute Vormittag um 11 Uhr, als ein Schornsteinfeger vom Dache des Gemeindeschulgebäudes Gipsstr. 23a auf die Straße hinabstürzte und schwerverlett liegen blieb. Jin St. Hedwigs- Krankenhause, wohin er gebracht wurde, sind mehrere Arm- und Schenkel brüche, eine Gehirnerschütterung und andere innere Verlegungen festgestellt worden. Die Persönlichkeit ist noch unbekannt. Eine Verwechselung von Flaschen ist gestern Nachmittag um 312 Uhr dem 45 Jahre alten Schlosser Gustav Lipinsky, der Waldfir. 50 wohnte, verhängnißvoll geworden. Er wollte aus einer Flasche Bier trinken, faßte aber eine solche mit Salmiat gefüllte und starb furze Zeit nach dem Trunke. " Marktpreise in Berlin am 18. Februar, nach Ermitte fungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von 15,80-15,20 m., mittlerer von 15,10-14,60 m., geringer von 14,50-14,00 M. Roggen per 100 g. guter von 13,60-18,80 M., mittlerer von 18,20-12,90 M., geringerer von 12,80-12,50 m. Gerste per 100 Kg. gute von 17,50-16,30 M., mittlere von 16,20-15,10 m., geringe von 15,00-13,80 M. Safer per 100 Rg. guter von 15,80-15,20 m., mittlerer von 15,10-14,60 m., geringer von 14,50-14,00 m. Stroh, Nicht per 100 kg. von 4,90-4,00 M. Heu per 100 Kilogramm von 8,00-5,20 m. Erbsen per 100 Rg. von 40,00-25,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00-20,00 2. Linfen per 100 Rg. von 80,00 Selbstmordverfuch. Am Sonnabend Abend gegen 83/4 1hr bis 30,00 m. Kartoffeln per 100 g. von 7,00-4,50 M. Rind bestieg ein elegant gekleideter junger Mann und eine Dame ein fleisch von der Keule per i Rg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch Droschte erster Klasse am Alexanderplatz, um nach Charlottenburg per 1 Kg. von 1,30-0,90. Schweinefleisch per 1 Kg. von zu fahren. Der Kutscher durchfuhr den Thiergarten und befand 1,60-1,20 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 m. Hammelich unweit der gleichnamigen Stadtbahnstation, als plöglich die fleisch per 1 Sg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 Thür des Wagens aufgerissen wurde und die junge Dame mit bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 8,00-3,60 m. Fische per angsterfüllter Stimme hinausrief, doch recht schnell nach Char- 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 M. Male von 3,00-1,00 9. lottenburg zu fahren, da ihrem Bräutigam sehr unwohl geworden Bander von 2,40-1,00 M. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche fei. Auf weitere Anordnung der Baffagierin fuhr der Kutscher von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 m. leie von 1,40 zu einem in der Berlinerstraße wohnenden Arzt und hier wurde bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 10,00-3,00 m. Der Ver gefunden. eine Frau erhängt vorTeufelsteller" der inzwischen bewußtlos gewordene Fahrgast, der start aus einer Polizeibericht. Am 18. b. M. Nachmittags wurde am Wunde am Halse blutete, von seiner Begleiterin aus dem Nordufer im Berlin- Spandauer Schifffahrtskanal bie Leiche eines Wagen gehoben. Nach Anlegung eines Nothverbandes mußte unbekannten, etwa 20 Jahre alten Mannes aufgefunden. der Wagenlenker den Verwundeten, in welchem später der Abends machte eine Frau in ihrer Wohnung in der Swine23 jährige Kommis S., der feit kurzer Zeit in einem Waaren- münderstraße den Versuch, sich zu vergiften. Nach Anwendung engrosgeschäft in der Spandauerstraße beschäftigt war, nach von Gegenmitteln wurde sie noch lebend nach der Charitee geeinem Berliner Krankenhause schaffen. Wie die Begleiterin des jungen Mannes, die 19 jährige Verkäuferin Agnes F. angiebt, bracht. Vor dem Hause Stallschreiberstr. 64 wurde ein Stapellhat der Handlungsgehilfe mit ihr während der Fahrt nach meister von einer Droschke überfahren, wobei er außer QuetCharlottenburg, woselbst Beide einem Kränzchen beiwohnen schungen der Knöchel an beiden Füßen einen Bruch des linken Oberarms erlitt. Am 19. d. Mt. vergiftete sich ein Schloffer wollten, Streit, und zwar aus Eiferfucht, angefangen und sich in seiner Wohnung in der Wallstraße. In ihrer Wohnung dann mit den Worten: Na warte, Dir will ich das Lanzen in der Jakobikirchstraße wurde schon stören", ein Dolchmesser in den Hals gestoßen. wundete, welcher ein recht exzentrischer Mensch zu sein scheint, Kommandantenstraße 67-69, versuchte ein obdachloser KonditorIn der Schankwirthschaft hatte sich vor Monatsfrist aus ähnlichem Anlaß durch Erhängen gehilfe, sich mittels eines Tascheninessers die Pulsadern der das Leben zu nehmen versucht. linken Hand zu öffnen. Er brachte sich jedoch nur eine Fleischwunde bei und wurde nach der Charitee gebracht. Vor dem Hause Leipzigerstr. 126 wurde ein Arbeiter durch eine Droschte überfahren und am Knie und an der Bruft bedeutend verlegt. Abends erfchoß sich in einer Schankwirthschaft in der Roßstraße ein unbekannter, etwa 30jähriger Mann mittels Revolvers. Im Lagerfeller des Materialwaarenhändlers Rauch, Brunnenſtraße 132a, überraschte der Handlungsgehilfe Wolff vier junge Burschen, die dort eingebrochen waren. Drei von ihnen entfloben; der vierte, der 18jährige Otto Jänide, versteckte sich in einer Zonne, wurde jedoch entdeckt und von Wolff durch einen Eisenbahn- Unfall. In der vorvergangenen Nacht sprang, wie amtlich mitgetheilt wird, aus bisher noch nicht bekannten Ursachen die Lokomotive des von Posen kommenden Personen zuges Nr. 206 mit der vorderen Laufachse aus dem Geleife, als er noch etwa 1%, Kilometer vom Bahnhofe Grtner entfernt war. Der Zug tam auf turze Entfernung zum Halten, so daß weder eine Beschädigung an den Betriebsmitteln, noch eine Verletzung an Personen entstanden ist. Die Reisenden wurden mit dem sonst in Erkner beginnenden Vorortzuge Nr. 1098, der zu diesem Der Berliner Naturheilverein I nahm eine Resolution 3wede bis an die Unfallstelle gebracht wurde, weiterbefördert. an, in welcher gegen den Entwurf des Reich 3- Seuchen- Die Strecke war gegen 4 Uhr Morgens geräumt, mußte aber bis Revolverfchuß an der Schulter so schwer verlegt, daß er nach Gesetzes protestirt wird, weil derfelbe eine Verletzung der heute gegen Mittag eingeleifig gefahren werden, weil die Aus- dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. persönlichen Freiheit und eine tiefergehende Schädigung des Bolts- befferung des Geleises, an welchem ungefähr 120 Berbindungs- und 19. d. M. fanden sechs kleinere Brände statt. wohls zur Folge habe. stangen durch die entgleisten Räder zerbrochen bezw. verbogen wurden, so lange Zeit beanspruchte. Größere Verspätungen erlitten nur die Vorortzüge Nr. 1098 von Ertner und Nr. 1290 von Fürstenwalde. Gerichts- Beifung. Am 18. Eine muthige Frau hat am verflossenen Freitag drei Diebe dingfest gemacht. Die Wittwe Sch., die eine Villa an der Berlin- Oranienburger Chauffee, etwa 11/ a Rilometer von Dalldorf entfernt, befigt, gewahrte an dem obenerwähnten Tage am Spät- Der Kutscher, dessen Droschke am Donnerstag Abend vor nachmittage brei Männer, die sich dem einsam belegenen Grund dem Schlosse mit einem Militär Gepäckwagen zusammenstieß, Wegen Körperverlegung in einer das Leben gefähr stücke näherten. Frau Sch. beobachtete nun hinter den geschloffenen wobei seinem Pferde die Deichsel des Gepäckwagens in den Leib denden Weise stand gestern der Arbeiter Karl Otto Wilhelm Fensterladen, wie zwei der Männer, handseste Bursche, mit fuhr, theilt uns mit, daß er das verendende Thier nicht mit Schmidt vor der VII. Straffammer des Landgerichts I. Knippeln versehen, sich über den Bretterzaun des Gartens Peitschenhieben trattirt hätte und auch nicht geflüchtet sei. Gr Wegen eines Glafes Bier war er mit einem Mulatten, einem schwangen, während der dritte Komplice mit dem Handwagen, wäre durch das Unglück so erschreckt worden, daß er alle Mühe gewissen Albert Klein in Streit gerathen, und als dieser auf ihn vor welchem ein großer Ziehhund gespannt war, auf der Chauffee gehabt habe, sich auf dem Bocke zu erhalten, gefchweige denn, fosging, versezte er ihm zivet Messerstiche in die Seite, die wohl Schmiere stand. Die Diebe begannen nun ganz rationell zu daß er das durchgehende Thier noch hätte schlagen fönnen. Ur gefährliche Folgen hätten nach sich ziehen können, wenn sie nicht plündern und wendeten zunächst ihre Aufmerksamkeit den Bintrohren, fache des Unglids sei das überschnelle Heranfahren eines an einer Rippe Widerstand gesunden hätten. Die Angeklagte die zur Bewässerung des Gartens dienen, zu. Frau Sch. rief ihre Schlächter- oder ähnlichen Wagens gewesen, dem er hätte aus wollte den Gerichtshof von dem Vorliegen eines Attes der Nothbeiden erwachsenen Töchter, ließ diefelben sich mit Besen und weichen müssen. wehr überzeugen; es gelang ihm dies aber nicht, vielmehr verSchrubber bewaffnen, sie selbst aber nahm eine alte Flinte, die ihrem verstorbenen Manne gehörte, und wenige Sekunden darauf Ein verhängnißvolles Feuer entstand in der Nacht zum urtheilte ihn der Gerichtshof zu zwei Jahren Gefängniß. schreckte ein donnerndes Halt die Einbrecher von ihrer Beschäf Sonntag gegen 11 Uhr in dem Posamentiergeschäft von Roesiger, Ein Jahr Gefängniß für ein Paar Stiefel legte die tigung auf. Vor ihnen stand Frau Sch., die Flinte im Anschlag Naunynstraße 5. Zunächst glaubten die Hausbewohner, die 7. Straffammer gestern dem schon bejahrten Arbeiter August haltend, daneben ihre handfesten Töchter. Mit starker Stimme wußten, daß die Eheleute einen Maskenball besuchten, daß Klein auf, welcher mit zwei sogenannten„ Abhängern", den rief die Wittwe den beiden Dieben zu, sich zu ergeben, widrigen die Tochter allein in der brennenden Wohnung anivesend Arbeitsburschen Saul und Krumm now, zufammen auf der falls sie schieße! Die Einbrecher wagten nun feinen Widerstand sei. Der Bildhauer Dehn mit mehreren Personen drang durch Anklagebant faß. Die beiden letztgenannten gehören zu derjenigen und ließen sich von den drei Frauen binden. Auch der Dritte ein eingeschlagenes Fenster das Innere, und ein Sorte von Spizbuben, welche die Straßen durchstreifen und bei der Burschen wurde festgenommen und so wurden die drei Schuhmann folgte ihnen. Bei dem Einschlagen der Scheibe hatte Gelegenheit Schaukästen oder Aushängestücke von den Thüren Gauner unter weiblicher Eskorte in das Amtsbureau nach Dall sich ein Mann, der unbekannt geblieben ist, an der rechten Hand der Läden abhängen. Sie waren in drei Fällen solcher Diebdorf geschafft, woselbst die Personalien der Diebe, die sämmtlich derart verlegt. daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. stähle überführt. Klein, der Schlafwirth der Angeklagten, hatte auf dem Gesundbrunnen wohnen, festgestellt wurden. Die Diebe Der Schußmann wurde durch den Qualm derart betäubt, daß ein Paar Stiefel von den Spizbuben angenommen. Da er schon find gestern nach Berlin überführt worden. man ihr herausholen mußte. Dehn, der gleichfalls an Arm und verschiedene Vorstrafen aufzuweisen hat, wurde er zu 1 Jahr Hand verwundet war, suchte erst die Räume nach dem Mädchen Gefängniß verurtheilt. Die beiden Abhänger" wurden mit Sittlichkeitsverbrechen. In der Linienstraße begegnete ab und begab sich, als er es nicht fand, nach der Sanitätswache je 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß bedacht. Dieser Tage in der Abendstunde ein junger Mann von hoher, in der Adalbertstraße. Bevor die Feuerwehr gerufen wurde, schlanker Statur, fein gekleidet, mit blondem Haar, fleinem hatte man die tolljalousie des Straßeneingangs hochgehoben und Ein interessanter Fall zum Kapitel der PersonenSchnurrbart und Brille, einem Knaben im vierzehnten Jahre war in den Laden eingedrungen, um angeblich zu löschen und zu verwechselungen beschäftigte gestern die siebente Straftammer und fragte denselben, ob er mit ihm baden gehen möchte. Der retten. Als aber die Familie Rösiger von dem unterbrochenen des Landgerichts I. Am Nachmittage des 22. Juli v. J. gegen Knabe, ein Kind sehr achtbarer Leute, noch sehr findlich und Mastenfest zurückkehrte, mußte sie die Wahrnehmung machen, 4 Uhr stand der Schuhmann Ebert auf Posten bei der Sieges harmlos, willigte ein, und der Fremde ging mit dem Knaben daß ein Theil der geretteten Gegenstände gestohlen worden war. fäule. Er bemerkte ein mit zwei Braunen bespanntes vier nach der Badeanstalt in der Schönhauser Allee, nahm dort ein Der Feuerwehr gelang es nur, das neben dem Laden befindliche räderiges Breat, welches in so schneller Gangart über den Billet zweiter Klasse, und hat im Bade mit dem Knaben haar- Bimmer, welches Geld und Werthpapiere barg, unversehrt zu er- Rönigsplaß raste, daß mehrere Fußgänger dadurch gefährdet in und In der wurden. Der Beamte hielt den Führer des Wagens an, um Außerdem ist die durch das Ausscheiden oes Arbeiter- sekretär Wassilieff beauftragte, einen Bund aller staatlich ane deffen Persönlichkeit festzustellen. Derfelbe gab an, daß er der vertreters Hartwig freigewordene Stelle des zweiten Stell- gestellten Arbeiter der Schweiz ins Leben zut rufen. Pferdehändler Grünberg sei und in der Karlstraße wohne. vertreters des nichtständigen Mitgliedes Kämpfe für den gleichen fistalischen Betrieben Deutschlands dürfen sich die Arbeiter nicht Als der Beamte um 6 Uhr Abends nach seinem Re- Beitraum im Wege einer Nachwahl wieder besetzt worden. einmal zu einer Kollektiv- Eingabe zusammenthun und das Vervier zurückkehrte, erstattete er Anzeige. Die von dem Kontra- Von den für diese Nachwahlen in Betracht kommenden eins- und Versammlungsrecht ist ihnen vollständig illusorisch venienten angegebenen Personalien stimmten mit Denen 3092 Arbeitervertretern mit zusammen 5 273 617 Stimmen find gemacht. des Pferdehändlers Grüneberg überein und dieser erhielt ein 4 685 021 giltige Stimmen abgegeben worden. Strafmandat. Er beantragte richterliche Entscheidung. Im Daß Ergebniß der Nachwahl ist folgendes: Ju Belgien besteht die Einrichtung, daß die Gerichte gegen Termine vor dem Echöffengericht stellte sich heraus, daß der Mit relativer Stimmenmehrheit sind gewählt worden als angeflagte unter gewissen Umständen die Durchführung des Schuldige den Namen Grüneberg's gemißbraucht hatte. An Stellvertreter: Urtheils davon abhängig machen, ob die Angeklagten rüdfällig einem Oktober- Nachmittage hatte der Schuhmann Ebert wiederum a) des ersten nichtständigen Mitgliedes, Hutmachers Kämpfe, wird das Urtheil nicht vollstreckt. Nach einer Statistik, die die werden oder nicht. Lassen sie sich nichts zu schulden kommen, so Dienst auf dem Königsplate, als er ein Fuhrwert sich nähern fah, welches er mit demjenigen vom 22. Juli identisch hielt. Er zivar 1. als Ersatz für Hartwig- Karl Gutheit, Schloffer au Boff. 3tg." aus Belgien bringt, werden mit diesem Syſtem recht hielt es an und fragte den Führer, den er ebenfalls wieder Berlin, Arbeitervertreter der nordöstlichen Eisen- und Stahl- gute Resultate erzielt. Danach haben die belgischen Zuchtpolizeizuerkennen glaubte, nach feinem Namen. Der Gefragte be- Berufsgenossenschaft mit 1427 376 Stimmen; gerichte im Jahre 1891 10 357 bedingte Verurtheilungen auszeichnete sich als den Pferdehändler Gustav Joachimsthal 2. Wilhelm Frede, Ruappschaftsältester zu Dortmund, gesprochen, wobei in 3907 Fällen auf Gefängniß, in den übrigen aus der Karlstraße. Der Beamte verlangte seine Giftirung, Arbeitervertreter der Knappschafts- Berufsgenossenschaft mit auf Geldstrafe erkannt wurde. Troß dieser großen Anzahl ſind da er am 22. Juli die Fahrordnung übertreten und sich eines 1 373 663 Stimmen; nur 581 Rückfälle vorgekommen; in diesen wurde die zuerkannte falschen Namens bedient habe. Joachimsthal betheuerte vor der Polizei, daß hier eine Personenverwechselung vorliegen müsse, vertreter der Sächsisch- Thüringischen Eisen- und Stahl- Berufs- die Zahl der Rückfälle nur 227. In Belgien besteht auch das 3. Franz Emil Riemann, Dreher zu Chemnitz, Arbeiter- Strafe fofort vollstreckt. Die Polizeigerichte haben noch bessere Ergebnisse gehabt; bei 21 712 bedingten Verurtheilungen betrug aber alle biejenigen Zeugen, die ihn am Nachmittage des 22. Juli genoffenschaft mit 1831 884 Stimmen; gesehen haben wollten, erkannten ihn mit Bestimmtheit wieder. Er erhielt nun eine Anklage wegen der genannten beiden Ueber vertreter 4. Friedrich Stügelmaier, Tischler zu Berlin, Arbeiter System ber bedingten Haftentlassung. Im Jahre 1891 find der Norddeutschen Holz- Berufsgenossenschaft mit 269 Anträge auf bedingte Saftentlaffung gestellt worden; 170 tretungen. Vor dem Schöffengericht wies Joachimsthal nach, daß 1303 501 Stimmen. wurden bewilligt, 9 Straferlasse angeordnet und 90 Gehilfen ab= er am erwähnten Nachmittage zwar über den Königsplah gefahren sei, aber nicht furz vor vier, sondern schon gleich nach 2 Uhr, Maurers Buchholz, b) als Arbeitervertreter des zweiten nichtständigen Mitgliedes, geschlagen. Seit dem am 10. Juni 1888 erfolgten Infrafttreten des Gesetzes find bis zum 31. Dezember 1891 319 Verurtheilte auch habe er feinen mit zwei Braunen bespannten vierräderigen 1. Albert Voigt, Gummi- Arbeiter zu Berlin, Arbeiter: bedingt entlassen und 32 Verurtheilte begnadigt worden; 50 bevertreter der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie mit dingte Entlassungen wurden endgiltige. 1348 965 Stimmen; Jedenfalls ist die belgische Art des Strafvollzuges sowohl für den Berurtheilten wie für den Staat weit prattischer als die in Deutschland übliche. 2. Josef Klingebeil III. zu Halle a. G., Arbeitervertreter der Sächsisch- Thüringischen Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft mit 1305 209 Stimmen; Versammlungen. Wagen, sondern einen mit einem Schimmel bespannten Zweiräder geführt, der von ihm, seinem Bruder, dem PolizeiLieutenant Dietrich und dem Stutscher besetzt gewesen. Trotzdem dieſe Behauptung bewiesen wurde, gelangte das Schöffengericht auf grund der übereinstimmenden Versicherung der Belastungs: zeugen, daß sie sich in der Persönlichkeit des Angeklagten nicht 3. Gregor Wirthmann, Maurer zu Bamberg, Arbeiterirren fönnten, doch zu einem Schuldi gfpruch. Es tönne nur an- vertreter der Bayerischen Baugewerts- Berufsgenossenschaft mit genommen werden, daß der Angeklagte vorher nach Friedenau 1 290 625 Stimmen. gefahren, wo er nachweislich gewesen sei, daß er schnell Der Rest der Stimmen zersplitterte sich auf eine große Annach Hause zurückgekehrt und dann eine zweite Fahrt mit zahl weiterer Kandidaten. einem anderen Fuhrwerk angetreten habe, mit dem er die Uebertretung beging. Weil der Angeklagte durch die Angabe eines Krankenkassenwesen. Die Puter beschäftigten sich in der am 19. Februar abDer Allgemeinen Arbeiterinnenfalschen Namens einen Unschuldigen auf die Anklagebank ge- Kranfenfasse in Erfurt und der Kranken- Unterstützungstaffe für gehaltenen Versammlung mit der Frage: Wie werden sich unsere bracht und da ihn eine Geldfirafe feiner günstigen Vermögens die Zimmergefellen in der Stadt Osnabrück ist vom Minister Arbeitsverhältnisse in diesem Jahre geftalten? Der Vertrauens lage wegen nicht empfindlich treffen würde, erkannte das Schöffen für Handel und Gewerbe die Bescheinigung ausgestellt worden, mann Greschte leitete die Debatte mit einer scharfen, aber gericht wegen beider Uebertretungen auf eine Haftstrafe von daß sie, vorbehältlich der Höhe des Krankengelde?, den An- treffenden Kritik des vom Sekretär des Hausbefizervereins im 14 Zagen. Der Verurtheilte legte Berufung ein und hatte unterforderungen des§ 75 des Kranken- Versicherungsgefeges genügen.fonstatirte sodann ein stetes zurückgehehen der Bauthätigkeit; Grundeigenthum" veröffentlichten Jahresberichts ein und Beistand seines Vertheidigers, Rechtsanwalt Katsche, zum gestrigen Termin einen noch größeren Entlastungsapparat aufgeboten, als Wegen angeblichen Fluchtverdachts ist der Vertrauens trobem mache sich aber ein rapides Anwachsen der leerstehenden zur Berhandlung vor dem Schöffengerichte. Wiederum blieben mann der Bergleute des Vorbecker Reviers, Berginann M. Müller, Wohnungen bemerkbar. Die Aussichten für dieses Jahr gestalteten fich sehr trübe, zur Zeit feien erst 100 Wohnungen angemeldet. die Entlastungszeugen mit aller Entschiedenheit dabei, daß ein Jrr- verhaftet worden. Es schwebt gegen ihn eine Anklage, die vom sich sehr trübe, zur Zeit feien erst 100 Wohnungen angemeldet. thum ihrerseits in der Person des Angeklagten nicht vorliege. Der Streik her datirt. Jedem Denkenden müsse sich angesichts dieser Thatsachen die Frage Alibibeweis des Angeklagten gelang vollständig. Joachimsthal war aufdrängen, wie man im Sommer soviel verdienen solle, um die am 22. Juli turz nach zwei Uhr mit seinen Gästen nach Friedenau Die Braunschweiger Polizeidirektion hat verfügt, daß im Winter gemachten Schulden zu bezahlen. Die organisirten gefahren und, wie der Wirth, bei dem sie abgestiegen waren, vom 1. Ottober ab in solchen Häusern, wo Prostituirte Puker hätten nun einen Lohntarif ausgearbeitet, der als Grundbekundete, bort bis nach fünf Uhr geblieben. Der Tag war dem wohnen, Hausbesitzer oder Miether, die Kinder unter 16 Jahren lage ihrer berechtigten Forderungen unbedingt hochgehalten werden Zeugen deshalb im Gedächtnisse, weil in dem Lotale, wo sie ein- haben, nicht wohnen dürfen, oder die Kinder anderweitig unter- müsse. Um denselben aber zur Durchführung bringen zu können, gefehrt waren, ein Kinder est stattgefunden hatte. Ferner wurde bringen müssen. Wer dieser Verjügung zuwider handelt, darf sei es nothwendig, daß jeder Kollege der Organisation beitrete. In der Diskussion wurde der Baustellenwucher und erwiesen, daß Joachimsthal zur fraglichen Zeit zwei Braune Prostituirte nicht aufnehmen. als das Submissionsunwesen überhaupt nicht in seinem Besige hatte. Der Gerichtshof gelangte Auswüchse des heutigen auf grund der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß die Die Lasten der Arbeiterversicherung werden bekanntlich Wirthschaftssystems scharf fritifirt. Ferner wurden von ver Belastungszeugen fich demnach in der Person des Angeklagten von den deutschen Unternehmern ins Ungeheuerliche übertrieben. fchiedenen Rednern die nicht organisirten Kollegen mit verant Belastungszeugen sich demnach in der Person des Angeklagten Wie sich die Herren aber sehr oft von diesen Lasten" zu drücken wortlich gemacht für die von den Unternehmern geübten Lohngeirrt hätten, das erste Urtheil wurde aufgehoben und ein frei- suchen, davon reden fie öffentlich nichts. Dafür enthält die drückereien. Es genüge nicht, daß man sich Sozialdemokrat sprechendes Erkenntniß gefällt. Februarnummer der Antlichen Nachrichten der Invaliditäts- nenne, man müsse dies auch durch Zugehörigkeit zur gewerkworden. " " " Emile Zola unterlag gestern wieder einmal bezüglich seiner und Altersversicherungs- Anstalt Hannover" hierüber interessante schaftlichen Organisation beweisen. Nachdem auf die GewerbeSittenreinheit oder Verderbtheit der Prüfung eines Berliner Bahlen. Eine Uebersicht ergiebt, daß im Jahre 1892. nicht gerichts- Wahlen aufmerksam gemacht war, beschloß die VersammGerichtshofes. Vor der achten Strastammer hiesigen Land- weniger als 2045 Strafverfügungen wegen unter lung noch, dem Kollegen König den ihm in einer Beleidigungsgerichts I hatte sich der Verlagsbuchhändler Ronge( Firma laffener oder ungenügender Verwendung von Beitragsmarten flage erwachsenen Prozeßtosten im Betrage von 55 M. aus dem Baumert u. Ronge) in Großenhain wegen Verbreitung gegen Arbeitgeber nach§ 143 des Gesetzes abgelassen Fonds der Vertrauensmänner zu ersetzen. In der nächsten Ver unsittlicher Schriften zu verantworten. Durch Urtheil worden sind im Gesammtbetrage von 6369 M., so daß im Durch- sammlung, am 26. Februar, erfolgt die Besprechung des Tarifs. des königlichen Landgerichts Berlin 1 vom 27. April 1882 ist in schnitt ein Strafbetrag von 3 M. 10 Pf. fich ergiebt. Von diesen Der Aufsichtsrath der Genossenschafts- Bäckerei hatte einem objektiven Verfahren der in erster Auflage erschienen gewesene Strafverfügungen entfallen nicht weniger als 366 auf den Stadt Bola'sche Roman Die Schuld des Pastor Mouret" frets Hannover und 112 auf den Kreis Hameln mit Einschluß für Sonntag, den 12. cr., eine außerordentliche Generalversammfür unfittlich erklärt und die Weiterverbreitung des Buches ver- der Stadt. Von den einzelnen Regierungsbezirken und Fürsten- lung behufs Neuwahl des Vorstandes einberufen, welche in Joel's boten worden. Im Laufe der Jahre hat der Verlag von thümern sind am höchften betheiligt Hannover mit 807 und Aurich Festsälen unter dem Vorsitze des Genossen Völkel tagte. Im Baumert u. Ronge eine zweite, dritte und im Jahre 1891 eine vierte mit 323 Straffällen. Die" Lasten" einer Strafverfügung scheinen Auftrage des Aufsichtsrathes entwickelte Genosse Gumpel die Auflage des Romans erscheinen laffen, und ein Theil der den sonst so loyalen Herren also erträglicher zu sein, als die Gründe, welche den Aufsichtsrath bewogen hatten, den früheren Vorstand, nämlich die Herren Adolf Scholz und Hugo letteren ist hier bei Cassirer ut. Danziger beschlagnahmt Basten" der Arbeiterversicherung. Lazarus, sowie den Buchhalter Herrn Lippmann aus Der Staatsanwalt erachtete den Inhalt des Der Kohl, den die Stumm, Richter u. f. w. über den ihren Stellungen zu entlassen. Nach Beendigung des an die Ver Zola'schen Buches für unfittlich und beantragte 200 M. Geldbuße. Rechtsanwalt ühsam bestritt in einem längeren fozialdemokratischen Zukunftsstaat" im Reichstage zum besten fammlung erstatteten Berichts erhielten die drei aus ihren Aemtern Plaidoyer entschieden, daß dem Zola'schen Werke eine unfittliche gaben, ist natürlich der Böhmert'schen Sozial- Korresponentlassenen Herren, unter Zusicherung vollkommenster Redefreiheit, Tendenz zu Grunde liege. Auf Gaumenfibel sei dasselbe feines- en 3" noch nicht fett genug. Dieses Blatt, dessen national- das Wort, um die Anschuldigungen des Aufsichtsrathes zu widerlegen. ökonomische Leiter es, nebenbei bemerkt, ja auch fertig brachten, Die Generalversammlung beschloß sodann, um die absoluteste wegs berechnet, es baue sich vielmehr auf tiefernſter fitzlicher bas polizeiliche Verbot der Dresdener Arbeits- Unparteilichkeit nach beiden Seiten hin walten zu lassen, eine Grundlage auf und schildere die schweren Herzenstämpfe, welche der junge Pastor Mouret zu überwinden hat, ehe bei ihm die ofen Statistit zu rechtfertigen(!), fchreibt:" Dem Dreizehner- Stommiffion einzufeßen, welche die Aufgabe erhielt, mit göttliche Liebe über die profane Liebe den endgiltigen Sieg da nichts als ein großes Zuchthaus, verbunden mit einem allgemeinen gesammte Buch, Kaffen- und Geschäftsführung einer Nachprüfung göttliche Liebe fiber die profane Liebe den endgiltigen Sieg da Einwande des Freiherrn von Stumm: Ihr Zukunftsstaat ist Hinzuziehung eines gerichtlich vereideten Sachverständigen die vonträgt. Das Urtheil des Gerichtshofes war Zola günstig. Im Gegensatz zu der erwähnten Entscheidung aus dem Jahre Kaninchenstall!" stellte Bebel mit wenig Glück u. a. auch die zu unterziehen und über das Resultat dieser Revision der dem1882 war der Gerichtshof der Meinung, daß das Zole'sche Buch Behauptung entgegen:„ daß die Fabrikordnung des Herrn nächst wieder einzuberufenden Generalversammlung Bericht zu 1882 war der Gerichtshof der Meinung, daß das Zole'sche Buch v. objektiv eine unfitttliche Schrift nicht darstelle. Der Angeklagte. Stumm einer Buchthaus- Ordnung gleiche". Er vergaß dabei, erstatten. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Mandat des objektiv eine unfitttliche Schrift nicht darstelle. Der Angeklagte daß man infolge der heutigen Freizügigkeit aus den Fabriken provisorischen Vorstandes verlängert. wurde daher freigesprochen. des Herrn v. Stumm jederzeit heraustreten und andere WeIn einer Versammlung, welche die Arbeiter der Leipzig, 18. Februar. Das Schöffengericht verfchäftigung suchen kann, während man der Bebel'schen Zwangsund Karton Papierbranche abhielten, urtheilte den Redakteur Tesdorpf von der Antisemitischen arbeit nur durch das Verlassen des Vaterlandes würde entgehen laceesprach Dr. Lütgenau über: Die Freiheit und ihre Rolle in der Korrespondenz" wegen schwerer Beleidigung des Pfarrers fönnen." Gräbner zu 2 Monaten 8 Tagen Gefängniß. Die Beleidigung Jederzeit andere Beschäftigung suchen können seht voraus, sozialen und geistigen Entwickelung der Menschheit." Unter Ge wurde gefunden in einem Artitel Wölfe im Schaipeiz etwas daß solche überhaupt da ist. Es herrscht aber ständig Arbeits- werkschaftlichem wurden sodann Branchenangelegenheiten bevom Judenschutz". Das Schwurgericht verurtheilte die mangel, und die Mehrzahl der Arbeiter scheut die notorische sprochen. Kollege Weigert war, entgegen dem von verschiedenen Handarbeiter Biegert und Nösel, welche im Oktober v. J. den Unsicherheit der Erwerbsgelegenheit so sehr, daß sie eben nur bei Rednern geforderten Beitritt zur Berufsorganisation, der Ansicht, Briefträger Knöfel überfallen hatten, zu 12 beziv. 7 Jahren der gröbsten, ganz außergewöhnlichen Unbill die Arbeit verläßt. Daß auch der Arbeiter als flaffenbewußt zu gelten habe, der nur Zuchthaus, 10 Jahren Ghrverlust und Polizeiaufsicht. Die Furcht vor Arbeitsmangel ist aber ein Zwang so gut wie bei Wahlen dem Arbeiterkandidaten seine Stimme gebe. Greifendemgegenüber treffend darauf jeder andere, zumal dem Arbeiter die Erwerosgelegenheit durchberg machte aufmert einmal sam, daß, wenn die schwarzen Listen noch mehr verkümmert wird. vom Proletariat die politische Herrschaft erobert ist, auch Organisationen vorhanden sein Der Streit der Brüger Berglente ist gescheitert. Die müssen, die gewillt und im stande sind, die Produktion in der Führer der Bergleute und diejenigen, die sich Ausschreitungen" betr. Branche zu übernehmen. Diese Organisationen fönnten aber, " Soziale Lebericht. Achtung, Töpfer! Der Streit bei der Firma Peeß in Spandau dauert fort. Wir ersuchen die Kollegen um Fernhaltung des Buzugs. Unfere Sache steht bis jetzt sehr gut; wenn unsere Mahnung beachtet wird, so ist bestimmt darauf zu rechnen, daß wir in diesem Kampfe den Sieg erringen. Der Vorstand. J. A.: Richard Zopf, Gipsstraße 3. B " " haben zu schulden kommen laffen, werden nicht wieder in Arbeit der Natur der Sache nach, nur die Gewerkschaften sein. Es sei genommen. Ueber die Ursache des Streits wird der in Aussig darum schon aus diesem Grunde, ganz abgesehen von der ererfcheinenden Gesellschaft" geschrieben: Auf einem der staat zieherischen und bildenden Wirksamkeit der Gewerkschaften, sowie lichen Schächte, Julius IV, wollten die Bergarbeiter am dem Gegengewicht, den sie gegen das Kapital ausübten, Pflicht 9. Februar um 62 Uhr Abends ausfahren. Als drei Schalen jedes klassen bewußten Arbeiters, sich der Organisation seines Behinausgezogen waren, fam der Steiger Hojer mit der nächsten rufes anzuschließen. Schale in die Grube und machte seiner Wuth über die frühe Ausfahrt" in allen möglichen Rohheiten Luft. Er ergriff einen Die Musiffrage bei Joel( Andrea sstraße) beschäftigte eine leeren Hund und wollte damit die Leute zurückstoßen. Dabei der letzten Versammlungen der Freien Vereinigung der drückte er einen Bergarbeiter an die Wand, so daß dessen Blech- 3ivil- Berufsmusiter Berlins." Rollege Schonert fanne zerquetscht wurde; ein Glück, daß dieser noch einen erhob gegen Herrn Joel den Vorwurf, daß er seinen Musikern Das Reichs Versicherungsamt erläßt folgende BeSoftlos bei sich hatte, welcher sich zwischen Hund einen so niedrigen Lohn zahle, wie er in Berlin einzig dastehe, fanntmachung, betreffend das Ergebnis der und Kohlenwand zwängte, so daß größeres Unheil ver- nämlich pro Mann und Abend 5 M. Eigentlich zable er 5,50 M., Nach wahl von weiteren Stellvertretern der hindert wurde. Hierauf legte fich der czechische Arbeiter aber die Musiker erhielten nur 5 M. indem die übrigen 50 f. nichtständigen Mitglieder des Reichs Ver- Pipfa ins Mittel und sagte, der Herr Steiger möchte der bisherige Dirigent( E. Kober) als Profit in seine Tasche ficherungsamt 3 aus dem Stande der gewerb doch nicht so roh und grob fein; da aber Hojer nicht czechisch stecke. Da nun gerade im Lokale des Herrn J. ausschließlich lichen Arbeitnehmer, vom 20. Februar 1893: versteht, so hat er feinen Vorgefeßten falsch berichtet. Pipta Arbeitervereine ihre Vergnügungen abhalten, so würde es In Ausführung des Gefeßes vom 16. Mai 1892, betreffend die wurde sofort entlassen. Daraufhin erfolgte der Streit, welcher wohl nur an ihm selber liegen, dahin zu wirken, daß Abänderung des§ 87 des Unfallversicherungs- Gesetzes zc.( Reichs sich auch auf andere Schächte erstreckte. Auf Schacht Julius" seinen Musikern der von uns aufgestellte Lohn gezahlt Gesetzblatt Seite 665), sind aus dem Stande der versicherten ist die Gendarmerie mit Bajonetten vorgegangen und hat mehrere werde, und es wäre anzunehmen, daß sich die Wehrgewerblichen Arbeiter von den Vertretern derselben für den Rest Arbeiter verwundet und verhaftet. Als Pipka seinen Lohn auf zahl der bei ihm verkehrenden Vereine auch gar nicht der bis Ende September 1893 laufenden Wahlperiode sechs dem Schacht verlangte, wurde ihm gefagt, er folle diesen in weigern würden, diesen zu zahlen. Herr Joel Schüßte hierauf weitere stellvertretende nichtständige Mitglieder des Reichs. Brür auf der Bezirkshauptmannschaft holen; er ging hin und eines Theils Unkenntniß der Tariffäße der Freien Vereinigung Versicherungsamts zur Theilnahme an den Verhandlungen des wurde sofort auf den Schub gebracht. Die Forderungen der vor, andern Theils aber die etwas unglaublich flingende felben in den Angelegenheiten des Unfallversicherungs: Arbeiter find: Einstellung sämmtlicher Entlassenen und des Behauptung, die Vereine weigerten sich, mehr für die Musik zu Gesetzes pom 6. Juli 1884, bes Ausdehnungsgesetzes Kameraden Pipka. Festfehung des Gedinges. Entlassung des sablen als jetzt; auch würden in vielen anderen Lokalen ebenfalls Die Streifenden nicht höhere Löhne gezahlt als bei ihm. Letztere Behauptung 28. Mai 1885, des Bau- Unfallversicherungs- Gesetzes Steigers Hojer, Achtstundenschicht u. s. w. vom 11. Juli 1887 und des Invaliditäts- und Alters- haben sich offenbar durch die angedrohten Massen- Entlassungen wurde von mehreren Kollegen widerlegt. Schonert wies dann versicherungs Gesetzes Dom 22. speziell an einem Fall nach, daß Herr J. bei einem Vergnügen Juni 1889 gewählt ins Bodshorn jagen lassen. worden, nachdem des Schneiderverbandes wohl unsern tariflichen Lohn für die bereits früher laut diesseitiger Be fanntmachung vom 13. Januar 1892 sechs Stellvertreter der Eine erfreuliche Nachricht liegt wieder aus der Schweiz Musit erhalten, trotzdem aber doch den Musikern nur 5 M. beiden für die Angelegenheiten der gewerblichen Unfall vor. In Münsingen tagte fürzlich eine Versammlung von refp. 5,50 m. gezahlt habe. Herr Joel führte hierauf die hohe versicherung gewählten nichtständigen Mitglieder aus dem Stande 300 Arbeitern der eidgenössischen Militär- Lokalpacht an, die er zable, infolgedeffen er von jedem Verein der Arbeitgeber nachgewählt worden sind. wertstätten von Bern und Thun, die den Berner Arbeiter- 20 Wt. Saalmiethe nehmen müffe, und diese 20 m. wären auch vom M bei dem von Sch. herangezogenen Fall mit im Gesammtpreis| heute Abend 9 Uhr, Raupachstr. 6. Vergnügungsverein Fidelio. Alle inbegriffen gewesen. Es entspinnt sich in dieser Sache noch eine längere Debatte, an welcher sich die Kollegen Forbrig, Blanchefsky, Rummer u. A. betheiligen und die vorläufig zu dem Ergebnis führt, daß Herrn J. aufgetragen wird, in Zukunft für höhere Löhne seiner Musifer zu sorgen. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe des deutschen Senefelderbundes ( G. H.) in Liquidation. Berm.- Stelle Berlin. Heute Abend 8 Uhr, im Restaurant Röllich, Neue Friedrichstr. 44: Mitgliederversammlung. Zages= ordnung: Abrechnung pro 4. Quartal. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe( E. S. 71.) Bureau: Holzmartiste, 67. Dienstag, den 21. Februar, im Restaurant P. Bodenburg, Rommandantenstr. 10-11. Vorstandssigung. Straße 8. Verband der in Holzbearbeitungsfabriken beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin 2 Nord. Dienstag, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, Bergstr. 12, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag der Frau Ihrer über 3 Monat Fabritarbeiterin. 2. Gewertschaftliches. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Dienstag, den 21. Februar, Abends 8½ Uhr, Borstandsfizung im Restaurant des Landsmanns H. Saß, Markgrafenstr. 102. Bitherverein Einigkeit". Uebungsabend bet Sauermann, AdalbertBentralverein der Bildhauer Deutschlands, Gauverein Berlin. Ver: sammlung, Annenstr. 16. Tagesordnung: Vortrag. Siehe heutige Annonce. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend 8%-10% Uhr: Südschule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres und unteres); Südost Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( mittleres und unteres): Ost- Schule, Markusstr. 31: Unterricht in Deutsch( mittleres und nnteres); Nord- Schule, Müllerstr. 179a: Geschichte( neue), Kaufmännisches Rechnen, Wechselrecht und Korrespondenz. In allen Fächern fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. " Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Empor", Abends 8% Uhr, bet 6. Behrend, Blumenthalstr. 5. und -Dienstag Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Oranienstraße 21. im Restaurant Proz Annenstr. 9. Bergnügungsverein Berolina, ehem. Boll'sche Tanzschüler, Abends 9 Uhr, Geselliger Berein mehr Licht Abends 9 Uhr, Große Frankfurterstr. 133 bet Golds. Touristentlub geselliger Arbeiterverein Hoffnung. Sereinsiotal bei peren Fr. Fröhlich, " 9 Uhr, und SchönhauserNaunynstr. 43. Jeden Dienstag, alle 14 Tage, Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Regina Gigung mit Damen Oranienstr. 153 bet Schönwalder. Bergnügungsverein una. Jeden Dienstag Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstr. 30, Fidelitas. " Die Partei Fusangel's und die Partei Baare's in holder Eintracht mit dem jüdischen Mommonismus um die kommunalen Aemter schachernd und feilschend, das ist eine Satire auf die bürgerliche Gesellschaft, wie sie so treffend und scharf eben nur die Logik der Thatsachen schreibt. Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Musit- Dilettantenverein, Preziosa", jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, Uebungsstunde in Scheffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Aufnahme. Bithertlub Freiheitstlänge" jeden Dienstag Abend bei E. Frante, Apostelfirche 7 b. Bitherverein, Einigkeit". Jeden Dienstag Abends y9 Uhr bei Sauer( Wolff's Telegraphen- Bureau.) mann, Adalbertstr. 8: Uebungsstunde. Sonntag: Gesellschafts- Abend. Liegnik, 20. Februar. Reichstagserfahwahl für den WahlAnfang 6 Uhr. Ebendaselbst. Orientalischer Rauchflub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, freis Liegnit- Haynau- Goldberg. Bisher sind gezählt: für Jungfer Reichenbergerstraße 24, bei Schröder. Rauchtlub Dammerworte,( freifinnig) 4662, für Kühn( Sozialdemokrat) 3917, für Hertwig Böchstr. 51.- Rauchflub Bruderbund, Abends 9 Uhr, Lausigerstr. 50, bei Grande. Rauchtlub Beitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant( Antisemit) 2266 und für Graf Rothkirch( konservativ) 375 zum Zeitgeist, Bernauerstr. 72. Rauchflub Unverzagt bet Müller, Stimmen. Fruchtstraße Nr. 1-2. Rauchklub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchtlub Gemüthlichkeit 2, Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauchklub Blaue Luft, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, bei Schulze, Weberstr. 10. Altdeutscher Rauchflub. Jeden Dienstag bei Wuttte, Graudenzerstr. 2.- Rauchtlub Abguß 1. Abends 8% Uhr bei Nawrod Markusstr. 23. Tambourverein Rothe Melte, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, bei Thiele, Brandenburgstr. 56. Tambourverein Vittoria, Uebungsstunde Dienstag und Freitag, Aufnahme nur geübter Mitglieder. Stümte's Restaurant. Ackerstr. 123.- Kegeltlub Fidelio 1, Klubhaus Süd- Ost, Falckensteinstraße 41, jeden Dienstag 8½ Uhr. Schüzenverein Freitugel". Jeden Dienstag vor dem 1. und 15. jeden Monats. Admiralstraße bei Lalow. Literarisches. " " Leipzig, 20. Februar. Der Generalanzeiger" erfährt aus Hildburghausen, daß unter dem dortigen Infanterie- Bataillon eine Typhusepidemie ausgebrochen ist. Das Lazareth ist fast vollständig besetzt. In der Stadt wurde Verkehrssperre an geordnet. Briefkaffen der Redaktion. W. G. Wie wir Ihnen neulich schon mittheilten, hat die Redaktion keinen Anlaß, für die eine oder andere Richtung Partei zu ergreifen. Auch diesmal fühlt sie sich von dieser Schuld frei. Unsere Pflicht ist es, über die Vorgänge, soweit sie vom öffentlichen Interesse, objektiv zu berichten; dies schließt doch feineswegs in sich, daß wir uns mit etwa geäußerten Ansichten und der Form, in welcher sie vorgetragen, einverstanden erklären. C. Mazz. Wir werden Ihre Einsendung demnächst in einem Artikel mit verwerthen. C. M. Ihre Einsendung haben wir einem zuverlässigen Arzte und Parteigenossen zugesandt. Die Masse Abonnementsquittungen einzusenden, war überflüssig. Eisenbahn- Werkstätten- Arbeiter. Anonyme Mittheilungen tönnen wir nicht berücksichtigen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 70. Dienstag, Abbs. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft 1, bet Oswald Berliner, Brunnenstraße 114.- Olympia, Alte Jatobftr. 68 bei Nichter. Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Miete. Allegro, Wrangelstr. 141, bei Schmidt. Alpenglocke, Grüner Weg 29, bei Gaeger. Berliner Buchdrucker, Alte Jakobftr. 83 bei Wienecte. Bruderherz, Manteuffelstr. 9 bei Nowack.hn'scher Humor, Straußbergerstraße 3 bei Birt. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Braueret. Soffnung 2, Deutsch Wilmersdorf Brandenburgstraße bei Gräß. Sozialpolitisches Zentralblatt( herausgegeben von Dr. albtapelle, Reichenbergerstr. 19 bet Roscher. Arbeiter- Mai- Heinrich Braun, Verlag von J. Guttentag in Berlin). Die bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner.- Sängertette, Gräfeſtr. 34 foeben erschienene Nummer 21 hat folgenden Inhalt: Die Grund-, bei Plög. Kreuzberg, Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter.- Alte Gebäude und Gewerbesteuer im Kommunalabgaben- Geset". Vorwärts 4, Nathenow, 2inde, Reichenbergerstraße 39 bei Fürftenau. Restaurant Zur Erholung bei W. Friesecke. Ginigteit 2, Landsberger- Von Privatdozent Dr. J. Jastrow.-Zentralisirung der ftraße 31 bei Musehold. Gorgenlos, Röslinerstr 17 bei Wendt. Arbeitsvermittelung in Berlin. Neue Arbeitsvermittelung in Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. Vorwärts 8, Darmstadt. Nothstandsforderungen in Dortmund. KomMarmiz, bet Wilhelm Nölte. Silaria, Darmstadt. Blumenstraße 46 bei Went Sänger- Ghor der Töpfer, Neue mission für Arbeiterstatistik. Arbeitslosen- Statistiken.- LohnFriedrichstr. 44, bei Röllig.- Wiederhall, Eisenbahnstr. 20 bei Siegmund. fristen für preußische Staatsbahnarbeiter. Die Entwickelung der Sängerfreiheit, 9 Uhr, b. Fröhlich, Naunynstraße 44- Gesangverein Mannheimer Gewerkschaften seit Aufhebung des SozialistenSenefelder, Fischerstr. 41 bei Seidemann. Johanni, Ostbahnhof 7 bei Schulz. Borwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 10 bei gesetzes. Der zweite Kongreß der französischen Arbeitsbörsen. H. A., München. Das Bittgesuch des Pfarrers Dr. LuschMomber. Gesangverein Rothe Relte 2, bet Rabe, Ruppiner Drohende Arbeitseinstellung der Kohlenarbeiter Englands.berger in Langendernbach betrifft eine spezifisch religiöse AnSchönholzerstraßen= Ecte. Schneeglöckchen 1, Berliner ftraße 36 bei Kummer. Gefangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Bur Frage eines Petroleumfartells in Desterreich. Von Heinrich gelegenheit und geht uns daher nichts an. Restaurant Hinz.. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Adler. Die Sonntagsruhe für das Handelsgewerbe im Reichs- M. A. Der§ 134b der Gewerbe- Ordnung besagt u. a., daß Gesangverein Frohsinn in Stralau bei Gafter. Deutsche tage. - Die Sonntagsruhe im preußischen Handelsgewerbe. die Arbeitsordnung Bestimmungen enthalten muß über die Art Siebertafel, Grüner Weg 29 bet Säger. Sängergruß, Vorwärts Rummels: Normal- Arbeitstag für Grubenarbeiter in Großbritannien. und Höhe der Strafen, über die Art ihrer Festsetzung, und wenn Friedrichshagen, Blant's Restaurant. burg, bei Borgmann. Epheu, Ackerstr. 123 bei Stümte. Gefangverein Fabritinspektion und deutscher Reichstag. Die belgischen sie in Geld bestehen, über deren Einziehung und über den Zweck, Freiheit 1", Culmstr. 36 bet Raumann.- Gesangverein„ Echo 2" 9 Uhr Industrie- und Arbeitsräthe. Von Dr. Adolf Braun. Ar- für welchen sie verwendet werden sollen. Alle Strafgelder müssen Abends Uebungsstunde bei Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Gesangverein Von Stadt- und Handelskammer- Sekretär zum Besten der Arbeiter der Fabrik verwendet werden. Diese beiter Speisehallen. Gerechtigteit Westen, Steinmeßstraße 36a bei Bredlow. Arbeiter: Männergesangverein Gängertrets" Weißensee, Königs- Chauffee 46, bei R. Bödicker. Görres, Dr. jur. K., Handbuch der gesammten Bestimmungen gelten erst seit 1892. Brennert. Gefang und Theaterverein Acacie"( gemisch. Chor). Arbeitergesetzgebung des Deutschen Reiches. 2. J. Weshalb sollen wir, etwa zum Gaudium der Stalizerstr. 54, bet A. Hente. Abdruck sämmtlicher Artikel ist Zeitungen und Zeitschriften Gegner und zu Ihrer Blamage diese ins Persönliche ausartenden gestattet, jedoch nur mit Angabe der Quelle. Streitigkeiten breiter treten, als irgend nöthig? Uns dünkt, daß Berlin als Kleinstadt. Von Paul Lindenberg. sache hat, davon zu gehen, wenn einmal ein scharfes Wort Bon Paul Lindenberg. jemand, der im stande ist, seine Sache zu vertreten, feine UrBerlin W., Verlag von Frobisch u. John. gefallen. Die Sozialdemokratie in Pommern. Von Fris Verein Frohsinn bei Möhrings, Admiralstr. 18c.- Rauchklub Amb a lemo Herbert, Stettin.( Im Selbstverlag.) bei Fanstmann, Reichenbergerstr. 73a. Tambourverein Deutsche Eiche bet Niederschuh, Fürbringerstr. 7.- Tambour Verein Borussia bei Leichniß, Keterblut. Sozialpolitische Stimmungen und kritische AbKönigsbergerstraße 24. Bergnügungsverein Klimbim bet Bredlow, schlüsse von M. G. Conrad, München. Verlag von M. Poeßl. Bülowstr. 65. Bergnügungsverein Amor II bei Bergemann, BrinzenMusikverein Tambourverein Ruf bei Sperling, Infelstr. 1. Hoffnung, Naunynstr. 86, Restauration Bubeil. " 7 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an P. Hentel, Bergmannstraße 21, Hof 3 Tr. Dienstag. Stattlub Kreuz- Solo bei Mühle, Krautstr. 2.- Theaterverein Blumenlese bei Ninge, Dresdener straße 105. Geselliger Verein Hoffnung bei Nemiz, Lebuferstr. 5, alle 14 Tage. Tambourverein Wirbel, bet Müller, Gartenstr. 52. Geselliger Verein Mehr Licht bei Golz, Gr. Frankfurterstr. 33. Louisenstädtischer Allee 10. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Seßner, Annenstraße 16.- Musikverein Nord 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, bei Gendte. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10 Uhr in der Zurnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Berliner Zurngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpnickerftraße 158 bei Buchs. Privattheaterverein Crescendo. Abends, bei Nicolay, Elisabethtirchstr. 14. Theaterverein Bultania bei Täger, Gartenstraße 13-14. Theaterverein Vultanta 2 Abends 9½ Uhr Acker: Straße 144 Borstädtisches Kasino. Vermischtes. P. S. 2. Die Annullirung der notariell erfolgten Bession einer Grundschuld muß schriftlich erfolgen. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Gesammelt bei der Gesellenfeier des Herrn Valentin 2,05. Rauchklub„ Ringelwolfe" 20,-. Fachverein der Steinmegen in Kommerzienrath Baare in Bochum, der bekannte München 20,-. Von einigen Patern durch Fatschel 3,55. Vom Schienen- Nichtflicker und Steuern- Nichthinterzieher, mit dem Fus- Verein der Former durch Thiele und Möwes 25,-. Wolter'sche angel in Fehde lag, hat, wie die Köln. Voltsztg." mittheilt, für Werkstatt 18,-. Gesammelt durch Kleemann bei Ernst Nudge die bevorstehende Stadtverordnetenwahl in der dritten Abtheilung 2,55. Richtfest in Schöneberg d. Karl Kandale 2,80. Vom ge den Katholiken zwei Kandidaten zugestanden"! In der selligen Klub der alten Moabiter durch Amberg 6,-. Gesammelt zweiten Abtheilung werden voraussichtlich neben zwei National- von den Arbeitern der Firma Lippmann u. Cohn, Lübeckerstr. 3, Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bet Schönnaget, Barnimstr. 47. iberalen ein Katholik und ein Ifraelit gewählt werden, während durch Amberg 9,- Bleisteg 2, Bergnügungsverein Reichstrone, Abends 9 Uhr, in Reichert's Fest: die Wähler der ersten Abtheilung ihre Kandidatenliste noch Summa 110,95 M. Bereits quittirt 11 338,40 M. In Summa sälen, Müllerstr. 7. Gefelliger Verein Brüderschaft, im Restaurant Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia, I nicht festgestellt hätten." Pape's Salon( früher Knebel), Badstr. 58. Sonntag, den 26. Februar 1893: Concert und Theater- Borstellung, arrangirt vom Arbeiter- Gesangverein Vorwärts II" ( Mitglied des Arbeiter- Sänger- Bundes), unter geft. Mitwirkung des Vergnügungsvereins ,, Amor II"( Mitgl. d. Bundes der gef. Arb.-V.) und verschiedener Spezialitäten. Zur Aufführung gelangt:„ Die Bismarckspende". Nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Entree 20 Pf. Anfang 6 Uhr. Programme find zu haben bei Braune, Reinsbergerstraße 71, Kunkel, 11 449,35 m. Musik- Instrumente. Größtes Lager in Zithern, Violinen, Guitarren, allen Blasinstrumenten, sowie Harmonikas jeder Art. Musikwerke zum Drehen und selbstspielend( mit Arbeiterliedern). Reparaturen schnell und gut. Großes Notenlager. Aug. Kessler, 51. Lausitzerstr. 51. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren. Ausstattungen in Mahagoni u. Nuhbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Berlin S.0., Franz Tutzauer, snickerstr. 25. Parteigenosse, durch Krankh. u. Arbeitslosigkeit in Noth, bittet um Darlehen von 75 M. Sicherheit: Wirthschaft. Adr. u. L. W. 55 Exp. d. 3tg. 5 34fund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. * Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Linienstr. 149. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Tresdomstr. 17, 1. Port. 3 E., Hopp, Antlamerſtr. 30, Wedding- Casino, J. Semmel, praft. 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