Mr. 182. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pranumerando Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Eidrint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes meiiere Bort 10 Pig. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig., fedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zeppelin. Donnerstag, den 6. August 1908. Luftschiffproblems hervorzuheben, um die über Zeit, Raum und unseren Kapitalismus hinwegstürmende Begeisterung naiver Luftschiffenthusiasten durch die Erinnerung an die militaristisch- kapitalistische Realität zurückzurufen! Ueber den erneuten Aufstieg Zeppelins Stuttgart, 5. August, 5 Uhr nachmittags. ( Privatdepesche des Vorwärts".) 3eppelin passierte 6 Uhr morgens Stuttgart. 8 Uhr zwang ihn ein Motordefekt, in Echterdingen bei von 2 aubenheim bei Oppenheim wird gemeldet, daß das LuftStuttgart zu landen. Die Landung ging auf einer schiff sich am Dienstag um 10 Uhr abends plötzlich erhob, um 11 Uhr Wiese glatt von statten. Während Reparaturen maina passierte und sich von Biebrich aus rüdwärts wandte. vorgenommen wurden, wurde mittags vom Ge- Um 1 Uhr 20 Minuten wurde es bereits in Worm 3 gesichtet. wittersturm das Flugschiff 100 Meter hoch gerissen und 1000 Meter nach Stuttgart abgetrieben. Plötzlich senkte fich die Spitze. Es folgte eine furchtbare Explosion. Das Gerippe fiel als einziges Ueberbleibsel des stolzen Fahrzeuges nieder. Insassen und Arbeiter wurden schwer verletzt und nach Stuttgart geschafft. Zeppelin weilte zur Zeit des Unglücks in Stuttgart. Er ist deshalb unverlegt, wenn auch untröstlich. Die Bevölkerung beweist ihm die größte Teilnahme. " Bei Stuttgart 150 Kilometer Luftlinie von Mainz trat bann die Katastrophe ein. Die Landung erfolgte wegen eines Motordefeltes. Das Bureau Herold" berichtet darüber: Stuttgart, 5. August. Graf Zeppelin erklärte einem Vertreter des Neuen Stuttgarter Tagblatt" über den Grund seiner zweiten Landung folgendes: Die Weiterfahrt von Nierstein mußte ich infolge eines Motordefetts mit nur einem Motor zurüdlegen. Da aber die Luftströmung in den oberen Schichten ziemlich start war, hielt ich einen Motor zur Fahrt bis nach Friedrichshafen nicht für ausreichend und beschloß deshalb zu landen, wozu mir das Gelände bei Echterdingen beZeppelins Fernfahrt, die unter den günstigsten Auspizien sonders geeignet erschien. Der Aufstieg wird voraussichtlich erst begann und trotz leichter Havarie unmittelbar vor Mainz, dem heute abend spät erfolgen, wenn er überhaupt noch heute erfolgt. äußersten Ziel der Rundfahrt, noch am Dienstagabend fort- Es ist außer dem Motordefekt ein starter Gasverlust zu gesezt werden konnte, hat auf der Rückfahrt bei Stuttgart verzeichnen, der vor der Auffahrt noch ergänzt werden soll. ein tragisches Ende gefunden. Während dort das Flugschiff Das Luftschiff nahm dann seine Fahrt über Ludwigs infolge eines neuerlichen Defektes eines Motors landen mußte burg Stuttgart in direkter Richtung nach Friedrichshafen. und einer Reparatur unterzogen wurde, die, wie Zeppelin 10 Kilometer südlich von Stuttgart mußte bei Echterdingen die hoffte, noch am Mittwochabend die Beendigung seiner Rück- a to eite Landung erfolgen. Es wird darüber berichtet: fahrt ermöglichen sollte, brach plötzlich ein Gewittersturm herein, der das leichte Fahrzeug vom Anfer losriß und davontrug. Aus noch nicht genauer erkannter Ursache erfolgte eine Explosion, die das Luftschiff vollständig zerstörte. Leider trugen bei der Katastrophe auch eine Anzahl Arbeiter schwere Berletzungen davon. Das ist das Ende der Rekordfahrt Zeppelins. Von seinem stolzen Fahrzeug, das mit Millionenaufwand erbaut worden, eriftieren nur noch einige zerbrochene Aluminiumstäbe und zertrümmerte Maschinenteile! Alle Hoffnungen, die ihm vom Reich gestellten Bedingungen zu erfüllen, sind für den ausdauernden Erfinder jäh zerstört. Das nächste Frühjahr wird ins Land gehen, bevor er mit einem neuen Fahrzeug seine 24- Stunden- Fahrt auszuführen vermag. Ein Schicksalsschlag, der auf einem Siebzigjährigen ganz anders lastet, als auf einem Manne in der Blüte der Jahre! So ist denn Zeppelin nichts von der Tragit des Erfinderschicksals erspart geblieben, und bis zur Neige hat er den bitteren Kelch leeren müssen. Auch dieses Leben ist ein Leben der Arbeit und des Stampfes gewesen, und in der Stunde, die dem unermüdlichen nochmals den Preis seines Mutes entriß, drängt es uns, die wir uns mit Stolz Arbeiter und Kämpfer nennen, auszusprechen, wie sehr wir sein Unglück bedauern. Aber auch feine Mitarbeiter, Ingenieure und Monteure, die der Fehlschlag aller Hoffnungen kaum weniger schwer trifft als Zeppelin selbst, und die obendrein zum Teil ihr Leben und ihre Gesundheit dem Experiment zum Opfer brachten, seien nicht vergessen! Der Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. an das Werk gehen. Dann kehrte er auf sein Zimmer zurück. Als ihm eine Dame auf dem Wege abermals Mut zusprach, fagte er, da fällt einem der Mut nicht in die Hosentasche. Es ist ein tragisches Geschick, daß während des Brandes Graf Zeppelin in seinem Zimmer ein Telegramm an seine Tochter aufgab, in dem er ihr Mitteilung von der glüdlichen Fahrt machte. Von Mannheim bis Echterdingen hat das Luftschiff größtenteils nur mit einem Motor gearbeitet und es war beabsichtigt, morgen früh wieder aufzusteigen. Das Wolfffche Depeschenbureau meldet über die Katastrophe: Echterdingen, 5. Auguft. Der Unfall des Zeppelinschen Ballons wurde dadurch verursacht, daß infolge eines überaus heftigen, plöt lich einsetzenden Gewittersturmes eine Gondel des Ballons in die Höhe gehoben wurde. Als sie wieder auf den Boden aufprallte, explodierte ein Motor und der betreffende Teil des Ballons fing Feuer. Mehrere Soldaten, die mit dem Halten der Gondel beschäftigt waren, wurden mit in die Höhe gerissen und bei der Explosion schwer verlegt. Graf 3eppelin stand tief. erschüttert vor seinem vernichteten Lebens. werte; er wurde mit einem Automobil nach hierher gebracht. Die Zahl der Verwundeten steht noch nicht fest. Die im Augenblicke des Unfalls anwesende Menschenmenge wird auf 40- bis 50 000 ẞerfonen geschätzt. Der Ballon wurde vom Sturme weggerissen und, in der Luft brennend, völlig vernichtet. Stuttgart, 5. Auguft.( W. T. B.) Nach weiteren Meldungen über die Ballonkatastrophe steht es fest, daß niemand getötet, aber zwei oder drei Personen schwer verletzt sind. Es bestätigt sich, daß der Ballon vollständig verbrannt ist; das Gerippe ist vom Sturme weggeweht worden. Von Echterdingen hat Stuttgart, 5. August. Die Landung des Grafen sich der Graf im Automobil nach Stuttgart begeben, wo er im Zeppelin bei Echterdingen ist glatt erfolgt. Nur eine Gondel- Hotel abstieg und sodann um 6 Uhr 9 Minuten mit dem Schnellstange ist gebrochen. Motorschaden besteht in einer Ausschmelzung des Kolbenstangenlagers des ug nach Friedrichshafen abgereist ist. Die Blätter eröffnen Samm lungen für den Grafen. borderen Motors. Oberingenieur Dürr hat die Ansicht ausgesprochen, daß eine Auffahrt heute nicht mehr stattfinden könne. Das Luftschiff soll nach einer Blätlermeldung in der Nacht bis zu einer Höhe von 1800 Metern aufgeftiegen sein und dabei ben Gasverlust erlitten haben. Eine tausendtöpfige Menschenmenge, die über Mittag immer mehr anschwillt, bringt Zeppelin von Beit zu Zeit begeisterte Sundgebungen dar. Der Graf und seine Mitarbeiter find sehr zuversichtlich. Bei der Absperrung wird die Infanterie jezt auch noch von Dragonern unterstützt. Weiter meldete das" Wolfsche Depeschenbureau" aus Stutt gart: Einspringen des Reichs. Berlin, 5. August.( W. T. B.) Der Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. von Bethmann- Holl. eg hat im Einvernehmen mit allen beteiligten Ressortchefs den Betrag von 500 000 M., der im Reichshaushaltsetat für 1908 als Entschädigung des Generals der Kavallerie Dr. ing. Grafen bon Beppelin für sein langjähriges opferreiches und schöpferisches Wirken im Bau lenkbarer Luftschiffe vorgesehen ist, an den Grafen Zeppelin zur Auszahlung gelangen lassen. Im Auftrage des Staatssekretärs des Innern fährt Geheim rat Rewald heute abend nach Friedrichshafen zum Grafen Zeppelin. Die Opfer der Katastrophe. aus Stuttgart Stuttgart, 5. August. Außer den Mannschaften sind von Friedrichshafen auch drei dort stehende Eisenbahnwagen mit Gas beordert worden, die als Expreßzug hierhin befördert werden. Dieser Transport sowie die Abfüllung des Gases wird längere Zeit in Anspruch nehmen, so daß das Luftschiff vor neun Ein Privattelegramm Uhr abends nicht mehr aufsteigen kann. Nach Echterdingen meldet uns: Es sind zwei Monteure tödlich verunglückt. findet zurzeit die reine Bölferwanderung statt. Die Filder Ein Soldat wird bermißt. Bahngesellschaft läßt Egtrazüge fahren, die stark überfüllt sind. Tausende kommen zu Fuß, viele auch mit dem Rade, in Automobilen und sonstigen Wagen. Die Stuttgarter Grenadiere, die in der Gegend von Echterdingen eine Feldübung hatten, waren rasch zur Stelle und halfen mit anderen Mannschaften des GrenadierRegiments Königin Olga" die Drdnung aufrechterhalten. Die Gründe zu dem Niederstieg des Ballons liegen nicht " Die deutiche Diplomatie als Hort der Reaktion. in einem Defekt des vorderen Motors, der wie schon Das Geschäft der Diplomatie ist in Deutschland eine Domäne heute morgen bei der Fahrt des Luftschiffes über Stuttgart des Hochabels. Die Karriere eines Bürgerlichen endet in der beobachtet werden konnte, nicht arbeitete, sondern in einem Regel mit dem Generalfonful, nur ter ganz besonderes Glück hat, Bedürfnis nach weiterer Gasfüllung. Von Nadenheim wurde die kann es auch noch zum Ministerresidenten in einem erotischen Staat Fahrt nur mit dem hinteren Motor bewerkstelligt, woraus sich auch zumal gegen bringen. Daß es der jezige Unterstaatssekretär im Auswärtigen ziemlich heftigen Gegenwind angulämpfen war die Amt, Herr Dr. Stemmrich, zum Gesandten in Teheran hat fehr mäßige Geschwindigkeit der Bewegung erklärt. Das bringen können, ist eine von den Ausnahmen, die nur die Regel flache Gelände von Echterdingen erschien dem Grafen zur bestätigen. Die Junker gelten sonst, bis weit hinein in bürgerliche Landung besonders geeignet. Der Motordefelt wird durch Streise, als unfähig zu nugbringender Arbeit. Des Monteure der Daimlerschen Werke in Cannstatt beseitigt, die in halb ist es auffallend, daß die Junkersprößlinge gerade besonders Automobilen und mit den nötigen Werkzeugen zu der Landungs- bazu befähigt sein sollen, die diplomatische Laufbahn einzuschlagen. stelle gefahren sind. Die Ratastrophe. Ueber die Grundsäge, nach denen die Diplomaten in Deutsch land ausgesucht werden, ist nicht viel bekannt. Fürst Bülow, Ueber den Gewittersturm, der dann das Luftschiff bernichtete, ber sich gern in der Pose eines Großmeisters der Diplomatie Diplomat müsse es bers Echterdingen, 5. Auguft. Um 3 Uhr 5 Minuten erhob sich ein gefällt, fagte gelegentlich, der starter Windstoß von Westen, der den Ballon nach Often trieb. stehen, hinter den worten feine Gedanken zu An den beiden Gondeln befanden sich je 30 Mann, welche, nach- berbergen. Diese Gaben befigt des Reiches Kanzler dem fie 8 Meter in die Höhe gerissen worden waren, auf Rom- nun unbestritten in hohem Maße. Man lese einmal einige mando losließen. Der Ballon flog etwa 800 Meter fort. Der feiner schwülstigen Reben nach und man wird in dem bordere Teil fant infolge Gasverlustes. Der feichten Geplätscher allerdings kaum einen ernsten, Ballon drehte sich um und blieb in einigen Obstbäumen hängen, Logischen Gedanken finden. Auch der Staatssekretär des welche vollständig umgerissen wurden. Alsdann schlug der Ballon Auswärtigen Amtes v. Schön hat sich gelegentlich der letzten auf den Boden auf. Ein Monteur, der sich in der hinteren Etatberatung dahin geäußert, daß für die Aufnahme in den Gondel mit dem defekten Motor befand, eilte durch den Gang Das von Zeppelin vertretene starre System hat durch die Katastrophe keine Niederlage erlitten. Daß ein Ballon einem Sturme gegenüber hilflos ist, daß gerade ein ankernder Ballon des starren Systems durch Sturm der bölligen Vernichtung preisgegeben ist, war schon vor dem Unfall selbstverständlich. Ein Ballonluftschiff, das bei einem Gewittersturm nicht die rettende Ballonhalle aufzusuchen vermag, wird auch fünftig den größten Gefahren, beim Antern sogar jedesmal der Vernichtung ausgesetzt fein. Die Zeppeline" ist eben ein höchst gebrechliches und nur bei günstiger Witterung verwendbares Fahrzeug. Ein Fahrzeug, das für die spätere Luftschiffahrt nur experimentelle Aufgaben erfüllen kann, für Verkehrszwecke wird gemeldet: völlig außer Betracht steht und höchstens dem Militarismus, der ja bei uns nicht mit dem Gelde zu fnaufern braucht, Dienste zn leisten vermag. Durch diese nüchterne Feststellung sollen weder Zeppelins persönliche Verdienste um seine Erfindung, noch seine und seiner Mitstrebenden und Nachfolger Verdienste um das Problem der Luftschiffahrt verkleinert werden. Die Flugtechnik wird aus den Versuchen der Zeppelin usw. wertvolle Lehren ziehen: aber das steht zweifellos fest, daß auch das starre System Zeppelins für absehbare Zeit ausschließlich dem Militarismus zu statten kommen kann. Ein Luftfahrzeug, das jederzeit unvorhergesehenen Störungen der Motore ausgesetzt ist und vor allen Dingen nur bet günstigem Wetter manövrieren tann, tommt( ganz abgesehen von den zum Teil enormen Betriebskosten) für jeden regelmäßigen Verkehr nicht in Betracht und kann außer exklusiver Sportfegerei nur militaristischen Zwecken dienen. " Sollte sich aber der Militarismus dieses Hilfsmittels ernstlich annehmen, so würden wir mit der Schaffung einer ganzen Flotte bon Zeppelinen" und einer entsprechenden Anzahl von Schutz gegen die Unbill der Witterung bietenden Luftschiffhäfen, d. h. Ballonhallen, zu rechnen haben! Es ist also feineswegs ausgeschlossen, daß die Forderungen für unsere Luftkreuzerflotte sich in den nächsten Jahren bereits auf Dugende von Millionen belaufen werden! Es ist dringend geboten, diese militärische Seite des nach der vorderen Gondel, um den dortigen Motor in Betrieb diplomatischen Dienst mancherlei Vorbedingungen unerläßlich seien. zu sehen und so das Luftschiff in seine Gewalt zu bekommen. Der Anwärter müsse aus gutem Hause stammen, reich sein, Durch den Aufstoß der Vorderseite wurde das Luftschiff wahr gute umgangsformen befizen und über ein angenehmes scheinlich durch eine Explosion dessen Motors in Brand ge- Aeußere verfügen. Das sind einige der„ Grundsäße", die der febt und in wenigen Gefunden war die Hülle aer Staatssekretär aufstellte. Möglich, daß wir die elegantesten und stört. Der Monteur wurde schwer, ein Soldat leicht schönsten Diplomaten befizen, die Iügsten sind sie aber ohne berlebt. Von dem stolzen Werk Zeppelins ist nunmehr nut Zweifel nicht. noch ein schwach rauchendes Gewirr der Rippen übrig. Nachdem Streis, den sich die Regierung für die Auswahl zur Verfügung Das mag zusammenhängen mit dem engen Graf Zeppelin von der Unglücksstelle in sein Standquartier zurückgekehrt war, begab er sich durch die spalierbildende schwei- hält, bestimmt aber liegt es daran, daß für die Aufnahme in gende Menge fichtlich schwer niedergedrückt in sein den diplomatischen Dienst nicht die Befähigung allein, sondern ganz Bimmer, begleitet von dem Oberingenieur Dürr. Da die ber- besonders die gesellschaftliche Stellung entscheidend ist. fammelte Menge nach dem Grafen verlangte, ließ er sich nach Aufgewachsen in den engen, verzopften Anschauungen des preußischen einiger Zeit bewegen, wieder herunterzukommen und hier hielt Junkers und erfüllt mit dem Geist des preußischen Landrats, vollein Herr eine Ansprache, in der er dem Grafen das Mitgefühl gepfropft mit den Ansichten des preußischen Gardeoffiziers, be ausdrückte für das Unglück, das ihn betroffen. Er sprach die Hoffnung aus, daß bald der Zeppelin Nr. 5" wieder steigen ginnt der junge Diplomat feine Laufbahn. Die Bedürfnisse des werde und forderte zu einer Sammlung auf. Der Graf er praktischen Lebens kennt er nicht, freiheitliche Einrichtungen erscheinen viderte, das würde wohl nicht notwendig sein, das Reich ihm mit dem Ludergeruch der Revolution behaftet, aus seinem würde ihm an die Hand gehen. Er freue sich auf engen, exklusiven Zirkel tritt er nicht heraus, so daß ihm Land, richtig über die reichen Sympathien und werde mit frischem Mut Leute und Verhältnisse in dem Lande, in dem er wirkt, ziemlich Mit Herrn Professor Natorp über Klassenscheidung zu debat" Politifche Ueberficht. Berlin, den 5. August 1908. Bevorzugung ausländischer Arbeiter. fremb bleiben. Andere Staaten senden ihre fähigsten, auch Sie also fonfequent! Wenn Sie fein Sozialdemokrat werden! wenn sie die Initiative zur Abberufung der unnüz gewordenen boltswirtschaftlich geschulten Männer in das Ausland, wir sehen vor| können, so brechen Sie gefälligst auch mit der nichtsozialdemo-| Offiziere ergriffe. Aber es hieße unsere auswärtige Politik überallen Dingen darauf, daß unsere Vertreter einen möglichst guten fratischen, das heißt doch„ bürgerlichen" Politik! Die frostige schäzen, verlangte man von ihr Initiative. Die offiziöse„ Köln. Eindruck bei den Höfen machen, an denen sie beglaubigt sind, mit Aufnahme, die die Frankfurter 8tg." Ihrem Bekenntnis gewährte, Beitung" zieht es vor, eine ganz unberechtigte Warnung ergehen zu einem Wort, wir entfenden viele Sa I onmenschen, aber wenig zeigt, wie man sie dort betrachtet. Wollen Sie weder bürgerliche lassen, die Türken mögen ja den Respekt vor den europäischen praktische Leute. Darin zum Teil liegt das Elend der noch proletarische Politit treiben, so erklären Sie gefälligft offen, Gendarmen nicht verlegen. Solche unerbetene Ratschläge sind deutschen Diplomatie. daß Sie ebenso antibürgerlich wie antisozialdemokratisch sind, offenbar alles, was die deutsche Regierung tun tann, um sich im Man hat im Reichstag wenig über diese Dinge geredet, und nähren Sie durch Ihre jezige haltlose Lage nicht das Vorurteil, als Auslande beliebt zu machen. wenn im verflossenen Tagungsabschnitt unseres Parlaments dieses gehörten Sie noch zur bürgerlichen Demokratie! Brechen Sie offen Stapitel einmal etwas eingehender behandelt wurde, dann weniger, auch mit unsern Gegnern! Den Begriff einer bürgerlichen Geweil die bürgerlichen Parteien reformieren wollen, als vielmehr, sellschaft, die irgendeine Volksklasse ausschlösse, kenne ich nicht. weil die bürgerliche Hochfinanz, die sich das ja leisten könnte, So bewahre ich... mir volle Unabhängigkeit jeder Parteischablone ihre Söhne auch in der höheren Diplomatie unterbringen möchte. gegenüber" so lautet der Schluß der Zuschrift. In anderen Parlamenten werden die Abgeordneten viel mehr über den Stand der auswärtigen Beziehungen unterrichtet, als man tieren, hat keinen Zweck. In den Höhen, in denen er sich zumeist Der von uns niedriger gehängte Bescheid des Ministers für das dem deutschen Reichstag gegenüber für notwendig erachtet. Ent- aufzuhalten pflegt, dort, wo das Denken gleich dem Sein ist, mag öffentliche Arbeiten an den Verband der deutschen Tiefbauunternehmer schließt sich die Regierung wirklich einmal ein Weißbuch heraus- die Klassenscheidung sich in einer höheren Staatsidee auflösen. wird in der heutigen Nordd. Allg. 3tg." zu verteidigen versucht. angeben, dann darf man stets davon überzeugt sein, daß der Inhalt Von dort oben mag auch das wohl disziplinierte Heer einer Völker. Die in dem Bescheid geforderte Bevorzugung ausländischer derart Iückenhaft ist, daß absolut nichts damit anzufangen ist. bewegung, die wie keine zweite eine Fülle von Indi. Arbeiter vor inländischen und die Aufhebung der früheren In das Wirken der Diplomatie soll der Reichstag nichts hineinreden. vidualitäten unter sich zählt, nach Barteischablone aus allgemeinen Vertragsbedingungen, welche die vorzugsweise BerücksichtiUnd doch muß das endlich einmal anders werden. Von welchem sehen. Natorp müßte ja eben kein Jdeologe sein, wenn er anders gung inländischer Arbeiter für die Ausführung von Tiefbauten Geist die deutsche Diplomatie beseelt ist, das lehren zwei Vorgänge über diese Dinge urteilen sollte. Man würde uns ja auch berlangte, war von uns als eine Folge des nationalen" Talmis aus der letzten Zeit. Als der Aufstand in Berfien losbrach, total mißverstehen, glaubte man, wir wollten patriotismus bezeichnet, der die herrschende Klasse beseelt. Die den man mit Hilfe der von russischen Offizieren befehligten Natorp zu unserm proletarischen น proletarischen Klassen= Klaffen Staatsbürger 8eitung" und das, Reich" hatten denn Kosalen niederzuschlagen versuchte, flohen in Teheran einige fozialismus herüberziehen: Das aufgerollte Problem auch den Erlaß als ein antinationales Vorgehen bezeichnet, gegen der Kämpfer für die bürgerliche nicht etwa ist vielmehr eins, das die Jdeologen völlig unter sich auszumachen das Sturm gelaufen werden müsse. Als wir darauf hinwiesen, daß proletarische Freiheit in die fremdländischen Gesandtschaften. haben. Uns interessiert es hauptsächlich in seinem Werte für die der Bescheid lediglich eine Folge des der deutschen Arbeiterklasse Die englische Gesandtschaft hat die Flüchtlinge bereitwillig auf Psychologie der Bourgeoisie. feindlichen Ministerialerlasses vom März 1906 ist, den seinerzeit die genommen und ihnen den völkerrechtlichen Schutz gewährt, die bürgerlichen Parteien in der Presse, im Landtage und im Reichstage deutsche Gesandtschaft hat den Fliehenden bie Herr Professor Natorp sendet uns folgende Erklärung: mit Freuden begrüßt hatten, und als die Deutsche Tageszeitung" Türe vor der Nase zugeschlagen und sie einfach ihrem " Der Vorwärts" hat in seiner Nummer vom 2. August in und die" Post" die nationalen" Stürmer zurückpfiff, da die LandSchicksal überlassen! Eine Gefälligkeit für den Schah, für den einem Artikel unter der Ueberschrift„ Akademisches" auf meine wirtschaft durch Einschränkung der Beschäftigung ausländischer Arbeiter geschädigt würde, unterblieb das angekündigte Blasen der Helden des Staatsstreiches! Daß man im umgekehrten Erklärung in der„ Frankfurter Zeitung" vom 28. Juli geantwortet. Arbeiter geschädigt würde, unterblieb das angekündigte Blasen der Falle dem Schah die Türe gewiesen hätte, ist natürlich aus- Ich entnehme daraus, daß die angeblich von mir getane Aeußerung Staatsbürger- Zeitung" usw. in den nationalen Sturm. geschlossen. Der zweite Fall spielte sich in Konstantinopel ab. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" wiederholt jezt die ArguAus in einer Versammlung gefallen sein soll, die am 18. Februar 1907 Anlaß der Wiederherstellung der Verfassung hatten, wie bereits er hier in Marburg gehalten wurde, und in der nach Referaten von mente der" Post" und der Deutschen Tageszeitung" zur Ver wähnt, alle im Hafen liegenden fremden Schiffe geflaggt, nur zwei Sozialdemokraten und einem Alldeutschen über das Thema: teidigung der Bevorzugung ausländischer Arbeiter trotz die deutschen nicht. Das ultige Dementi nimmt natürlich Sozialismus, Nationalismus und Etudentenschaft" debattiert der furchtbaren Arbeitslosigkeit. Der Zwed ist flar ersichtlich. Heute tein Mensch ernst. Welchen Eindruck ein solcher Vorgang auf das wurde. Der Wortlaut meiner damals in der Diskussion getanen foll in Berlin eine Protestversammlung„ national gesinnter" Arbeiter Wolt im Ausland machen muß, darüber unsere Aeußerungen läßt sich nicht mehr feststellen. Der allgemeine Sinn stattfinden. Die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" sucht den rollenDiplomatie offenbar nicht flar. Deutschland zeigt sich auf dieser Aeußerungen aber wird zweifellos festgestellt durch das Zitat widrigen Seitensprüngen der Staatsbürger- Zeitung", des„ Reichs" diese Weise als der Hort der internationalen des Vorwärts" aus einem in der Frankfurter Voltsstimme" am usw. von vornherein entgegenzutreten. Das war sehr überflüssig, Reaktion. Die Rolle, die Rußland bis jetzt gespielt hat, 22. Februar 1907 erschienenen Bericht über jene Versammlung, in ba der Protest der genannten Drgane leider kein ernsthafter ist. Denn hat das Deutsche Reich übernommen, sich überall in der Welt welchem es heißt, daß meine Aeußerungen zur Widerlegung wer ernsthaft die zum Himmel schreienden Bevorzugungen aus dem als den Beschützer reattionärer Gewalten auf Ausland herübergelockter Arbeiter vor den Deutschen bekämpfen zuspielen. Freilich, vielleicht hatte Frhr. v. Marschall, der das will; muß den Ministerialerlaß vom März 1906 und den ferneren Deutsche Reich am Bosporus vertritt, die Empfindung, daß es doch vom 21. Dezember 1907( betreffend Legitimationstarten von Ausblutiger Hohn sei, wenn am Goldenen Horn deutsche Schiffe ländern) sowie die Rechtlosigkeit der Ausländer bekämpfen. Der in zu Ehren einer Konstitution flaggen, die das allgemeine, geRede stehende von der Nordd. Aug. 8tg." verteidigte Bescheid des heime Wahlrecht in sich schließt, das dem Bolte in Ministers ist lediglich eine Folge dieser. Preußen beharrlich verweigert wird. Je mehr das junterliche Deutschland sich in der Rolle des Beschügers der Neaktion verhaßt macht, desto mehr muß das proletarische Deutschland dem Auslande zum Bewußtsein bringen, daß es mit diesem Treiben nichts gemein haben will. Die beste Gelegenheit dazu dürfte in der kommenden Tagung des Reichstags die Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes bieten, wo stets ein Teil der geschniegelten Herrschaften aus dem Reiche der eleganten Diplomatie zugegen ist. " " ber lassentampftheorie" bestimmt waren. Darauf allein tommt es an, und damit erledigen sich alle weiteren Betrach tungen, zu denen der Artikel des Vorwärts" Anlaß geben könnte. , Natorp, Universitätsprofessor in Marburg. Jungtürkische Erfolge. " Der Reichsfinanzschacher. Der Sultan tut keinen Schritt, der ihm nicht von den Jungtürken mühsam abgerungen worden. Die deutschen Offiziösen, die ausgearbeitet worden, die die Grundzüge der Reichsfinanzreform Wie bie Post" erfährt, ist im Reichsschazamt eine Denkschrift seine Initiative preisen, fälschen die Tatsachen und machen sich darlegt und eine Berechnung der neuen Bedürfnisse des Reichs auflächerlich. In Wirklichkeit beherrschen die Jungtürken die Situation stellt. Diese Denkschrift soll verschiebenen, innerhalb ber und zwingen dem Sultan ihre Forderungen auf. Parteien maßgebenden Parlamentariern zugestellt Mit vollem Recht weist das Konstantinopeler Organ der Jung werden, selbstverständlich streng vertraulich, und soll die türken, Tanin", darauf hin, daß die Pforte erst zehn Tage Grundlage für die Norderneyer Konferenzen abgeben, zu denen nach der Wiederherstellung der Verfassung die Notwendigkeit eines Fürst Bülow bereits Einladungen hat ergehen lassen. Wie berMinisterwechsels anerkannt habe. Die Geschichte werde zeigen, lautet, soll beabsichtigt werden, neue Mittel in Höhe von 300 Millionen während welcher die Patrioten Todesqualen litten, auf sich ge- Das Schachergeschäft tann also beginnen. Glückt es dem Fürsten Bülow, zu einer Verständigung mit den Führern der Blodparteien zu kommen, dann steht der Reichstag im Herbst vor einer bereits abgefarteten Tatsache, an der nichts mehr zu ändern ist. Diese Art der Kulissenarbeit kommt geradezu einer Ausschaltung des Reichstags gleich. ,, Sozialiit und Demokrat." welch große Verantwortung die Pforte durch diese Verzögerung, zu verschaffen. Man schreibt uns: Wir berlangen nicht viel. Wir verlangen nicht, daß der deutsche Profeffor mit einem Male auf die Marysche Ideenlehre schwört. Wir verlangen nicht, daß er sich morgen in den sozialdemokratischen Wahlberein aufnehmen läßt. Nur das eine fordern wir, daß seine Jdeologie erstens aufrecht und zweitens konsequent sei. Vor einigen Tagen nannten wir Professor Natorp einen aufrechten Ideologen. In einer halb gegen uns gerichteten Buschrift an die" Frankfurter 3tg." afzeptiert er diesen Titel. Akzeptiert ihn mit einem offenen politischen BeTenntnis: Will man mein politisches Glaubens bekenntnis? Es ist einfach. Ich bin Sozialist und Demotrat." " nommen habe. Meferit, den 1. August 1908. Nachdem der verhaßte Günstling Izzet Pascha, der zweite Sekretär des Sultans davongejagt worden ist, folgt ihm sein Kollege, der erste Sekretär Tach fin Pascha auf dem Fuße. Noch wichtiger aber ist, daß auch bei der Besetzung der Minister posten die jungtürkische Organisation entscheidenden Eins fluß ausübt und von Erfolg zu Erfolg schreitet. Die " Der Bürgermeister von Meserit." Jungtürken arbeiten mit aller Kraft darauf hin, daß alle Der Zentralverband der Maurer Deutschlands hat auch in unbeliebten und einflußreichen Militär- und Hofwürdenträger vom Meseritz mehrere Mitglieder, die eine„ Bahlstelle" des Pofener Zweigyildiz entfernt werden und jungtürkische Vertrauensmänner an ihre vereins bilden. Um die Lohnverhältnisse in Meseritz zu erörtern, Stelle treten. Die Ernennung der neuen Minister hat sie aber aus berief die Zweigvereinsleitung eine Versammlung ein, zu der auch zwei Gründen nicht befriedigt, einmal wegen der Personen, dann mehrere Nichtorganisierte schriftlich eingeladen wurden. aber wegen eines verfassungsrechtlichen Vorganges. Der Sultan Der Bürgermeister von Meserit, der davon erfahren hatte, erWir geben sonst nicht viel auf Worte. Ein Harnack hält sich behielt sich nämlich die direkte Ernennung des Marine- und Kriegs- ließ darauf folgenden Utas: für einen Sozialisten und ein Naumann glaubt, er sei Demokrat. ministers vor, während die anderen Minister nur auf Vorschlag des Polizeiverwaltung der KreisNichtsdestoweniger aber ist Natorps aufrechtes Bekenntnis von einer Großwefirs, der die Stellung eines Ministerpräsidenten einnimmt, stadt Meserit gewissen politischen Bedeutung. Die wirklichen Demokraten sind erfolgt. Dieses absolutistische Vorrecht wurde von den Jungtürfen jeder monarchischen Regierung unbequemer als die platonischen als Verlegung der Verfassung bezeichnet, und sie haben den Erfolg. Sozialisten. Das Hauptgewicht scheint uns in der Natorpschen Er- daß der Sultan bereits auf dieses Recht verzichtet hat. Ebensowenig flärung gar nicht auf dem Sozialismus, sondern auf dem demo- hat der neu ernannte Marineminister den Angriffen der Jungtürken tratischen Sozialismus zu liegen. Als Naumann feinen fozia- standgehalten. Ihr Komitee telegraphierte dem Sultan, sie würden listischen Koller hatte, schritt keine Regierung gegen seine Anhänger diesen Unwürdigen nicht das Ministerium betreten lassen. in der gesunden Einsicht, daß sie viel Lärm um nichts Der Sultan mußte gehorchen und der Marineminister ist bereits machten. Naumanns nationalistische Rage war ihr viel wichtiger entlassen. So muß dem Sultan jedes Bugeständnis abgerungen als sein sozialistischer Koller. Aber Natorp ist nicht nur tein werden und so kommt er mit allem zu spät. Nationalist. Er hat vielmehr in Dortmund sehr scharfe Worte Auf der anderen Seite suchen die Jungtürken jede Ruheftörung gegen den Hurrapatriotismus gesprochen. In dieser aufrechten zu vermeiden, um jeden Vorwand einer etwaigen auswärtigen Betonung des Demokratischen im Zeitalter der politischen Maß- Intervention unmöglich zu machen. In Konstantinopel haben die regelungen liegt das Beste der Natorpschen Erklärung. Seine Straßen wieder ihr gewöhnliches Aussehen angenommen, und das Ideologie ist aufrecht. jungtürkische Organ beröffentlicht eine Rundgebung des ottomanischen Stomitees für Einigkeit und Fortschritt, in der es heißt: ein Aber auch sein Bekenntnis zum Sozialismus ist ernster zu nehmen, als wir es sonst zu tun in der Lage sind. Mit seinem Freunde Cohen zusammen hat er ein hinter gelehrten Floskeln verborgenes sozialistisches Gedankensystem herausgearbeitet, das freilich von der deutschen Sozialdemokratie abgelehnt werden muß, - das aber für die bürgerliche Ideologie ungefähr das Lehte ist, wozu sie in ihrer Dialektik gelangen kann. Auf jeden Fall haben wir hier zum ersten Male einen preußischen Universitätsgelehrten bor uns, der sich rundweg zu einer sozialistischen Weltanschauung befennt. Und daß er das gerade jetzt tut, in Zeiten, ba schon ein objektiver Kritiker der Sozialdemokratie, wie Dr. Schücking, bes Verbrechens, Sozialist zu sein, beschuldigt und angeklagt wird stellt aufs neue seinem Mute ein schönes Beugnis aus. Seine Ideologie ist wirklich aufrecht. Tagebuch Nr. II Sch. 47/08. Wie ich in Erfahrung gebracht habe, foll morgen, nachmittags 2 Uhr, bei Ihnen seitens des Zentralverbandes der Maurer eine Versammlung stattfinden. Mit Rücksicht auf den beschränkten Raum ihrer Gastzimmer, die aus diesem Grunde für Versammlungszwecke böllig ungeeignet find, verbiete ich hiermit, daß Sie das Abhalten einer Versamm lung in Ihren Räumen gestatten. Sollten Sie dem entgegenhandeln und morgen oder später in Ihren Räumen Versammlungen abhalten lassen, so würden Sie für jeden einzelnen Fall in eine Ordnungsstrafe von 30 M. Dreißig Mart genommen werden, auch hätten Sie die sofortige Räumung und zeitweilige Schließung Ihres Lokals zu ge wärtigen. Krüger. An den Gastwirt Herrn Drebert, hier Brägerstr. 12. Mit Behändigungsschein. Das Komitee habe sich zum Ziele gefeßt, eine tabelDer beschränkte Raum der Gastzimmer ist folgendermaßen beLose Haltung zu beobachten, und bedauere, fehen zu müssen, daß einige Individuen fich von persönlichem Hasse schaffen: das eigentliche Schank- und Gastzimmer hat 6,20 X 5,94 Meter= 36,82 Quadratmeter Bodenfläche X 3,05 Meter Höhe, Teiten ließen, und in welcher der Rat erteilt wird, perfönliche Gefühle hintanzusetzen, da die Aufrechterhaltung also 112,30 Stubikmeter Luftraum; und das zur Versammlung der öffentlichen Ordnung die oberste Pflicht der Regierung vorgesehene Billardzimmer: 5,76 X 5,60 Meter= 32,25 Quadrats sei. Das Komitee fordert die Beamten auf, ihre Pflicht zu ermeter Bodenfläche X 3,05 Meter Höhe 98,36 Kubikmeter Luftfüllen, sich bei jeder auftauchenden Schwierigkeit an das raum. Als Höchstzahl der Beteiligung rechnete man auf 40 PerRomitee zu wenden, und bittet die Bevölkerung, feine sonen; es finden aber deren 60 in diesem Raum Plaz, und da Ratschläge im Interesse des Landes zu befolgen; wer ihnen diese Versammlung eine nichtanmeldepflichtige ist, geht die Frage der zuwiderhandele, werde als Verräter bezeichnet werden. Uebrigens folle man sich mit persönlichen Wünschen nicht an bas Ueberfüllung dem Herrn Bürgermeister nichts an, sondern ist Sache Balais wenden. Das Komitee wünscht lebhaft, daß zwischen der des Versammlungsleiters. Regierung und dem Volfe durch beiderseitige Beobachtung der Nach dem Reichsvereinsgesetz fönnen Versammlungen aber Verfassung Eintracht herrsche, und fordert die Deffentlichkeit auf, nur verboten werden, wenn eine unmittelbare Gefahr" für die jeder Anordnung der Regierung, die innerhalb der gefez- Versammlungsteilnehmer vorhanden ist. Eine solche Gefahr scheint Die aufrechte Jdeologie Natorps ist aber auch ein beschämen- lichen Grenzen ihres Wirkungsfreises liege, Folge zu leisten. aber selbst der Bürgermeister von Meseritz nicht zu eröinien, denn des Zeichen für manche von seinen Kollegen. Es ist notorisch, daß Bisher haben die Jungtürken ja auch die Ordnung beffer zu sonst hätte er sicherlich davon Notiz genommen. von unseren heutigen Akademikern nicht wenige gleich Natorp an- wahren verstanden als die gesamte Reformgendarmerie und nur in Nach den Erklärungen des Staatssekretärs des Innern bei geefelt find vom Monarchismus, daß sie ihre politischen und geselle vereinzelten Fällen ist ein besonders verbrecherischer Vertreter des Beratung des Gesetzes ist dieser Eingriff nichts weiter als ein schaftlichen Jdeale in einem Bustande sehen, der mit bürgerlichen alten Regimes vom Bolte bestraft worden, wie der abgesetzte Chef Mißbrauch der Amtsgewalt und müßte der Bürgermeister bon Jdealen gar nichts mehr gemein hat. Noch einmal: wir der Geheimpolizei Fehim Pafcha, der seine Amtsgewalt zu Meseriz nach§ 839 des Strafgesetzbuches mit Gefängnis bestraft verlangen nichts Unmenschliches. Wir verlangen nicht, daß zahlreichen Verbrechen mißbraucht hatte und heute auf der Flucht werden. fie Parteimitglieder werden. Aber sie sollen wenigstens von seinem Verbannungsort Bruffa der Boltsjustiz zum Opfer ges ihre Ideologie bekennen, sollen aufrechte und keine verfallen und erschlagen worden ist. steckten Ideologen sein, sollen durch ihr Bekenntnis mithelfen, Die türkische Revolution hat auch in Mazedonien Ordnung die elementaren Staatsbürgerrechte zu erfämpfen. Bis jetzt aber geschaffen. Für die europäischen Gendarmerieoffiziere ist dort nichts steht Natorp allein. Diese Ideologen sollen aber nicht nur aufrecht sein, sondern auch fonsequent. Sie wehren sich, Herr Professor Natorp, dagegen, wenn man Sie als bürgerlich bezeichnet; Cie verab scheuen ebenso den tlassenbewußten Sozialismus. Seien mehr zu tun und der Wunsch der Jungtürken nach ihrer Abberufung ist durchaus begreiflich. Deutschland ist an der Sache am wenigsten intereffiert, es hat nur einen einzigen Offizier gestellt. Die deutsche Regierung könnte jetzt einen Beweis ihrer an geblichen Sympathie für die türkische Verfassungsbewegung liefern, Kriegervereine und Sozialdemokratie. Der Kyffhäuserbund deutscher Landes- Kriegerverbände hat für die Tätigkeit der Kriegervereine folgende Zeitfäge aufgestellt: Die Kriegerverbände und Kriegervereine haben, soweit es die Berschiedenheit der Verhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten gestattet, die nachstehenden Grundsätze zur Durchführung zu bringen: 1. In den Verbands- und Wahlvereinsversammlungen sind die Kameraden über die Sozialdemokratie aufzu k lZren und Bei geeigneter Gelegenheit an die Betätigung ihrer Pflicht zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu erinnern. 2. Mitglieder der Kriegerbereine können nicht gleichzeitig freien Gewerkschaften angehören, solange diese sozialdemokratische Organisationen sind oder die sozial- demokratische Partei unterstützen. 3. Die Beruflichen Interessen der Kameraden, die ArBeiter sind, sind auherhalb der VerBands- und Bereinstätigkeit durch ge- eignete Kameraden tunlichst zu fördern, insbesondere durch solche. die als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer oder in anderer Eigenschaft dein gewerblichen und industriellen Leben nahe stehen.' Bekanntlich behaupten die Macher des KnegervereinswesellS, daß Me KnegecOcreiue keine politischen Vereine seien. Gleichberechtigung, die sie meinen. Die„Freis. Ztg.' konstatiert trotz deS Falles Schücking und des Falles Juds einen Bedeutsamen Fortschritt Deutschlands in der Richtung auf Gleichberechtigung. Sie schreibt: Vor ein paar Wochen ging durch die Presse eine Notiz über einen Erlaß"von höchster Stelle des Inhalts, daß bei der Offizier- Wahl keine Rücksicht zu nehmen sei auf die Konfession der Aspi- ranten. Diese Notiz ist von den Blättern verschiedener Parteirichlung in verschiedener Weise ausgedeutet lvorden, vielfach auch so, daß er nur auf Christen verschiedenen Glaubens Bezug habe. Diese Deutung ist falsch! Gemeint ist, daß nicht bei der Auswahl der Offiziere Unterschiede gemacht werden sollen zwischen Christen und Juden, sondern daß nur ausschlaggebend sein soll, ob die Aspiranten militärisch und nach ihren persönlichen Verhältnissen für das Offizier« iorpS qualifiziert sind. Der Erlaß bewegt sich also zweifelsohne in der Richtung bürgerlicher Gleichberechtigung. Wenn die Söhne jüdischer Kommerzienräte erst Offiziere werden können, vielleicht sogar Kürassier- und Dragoneroffiziere, dann bleibt allerdings kaum noch etwas zu wünschen übrig— dann ist die Gleichberechtigung gesichert. Der Block hat also doch enorme Erfolge aufzuweisen. Die„Erziehung zur Arbeit". In der„Deutschen Tageszeitung" feiert ein Landlehrer— es gibt ja auch konservative Lehrer!— das„aus Anlaß der Enthüllung des Bosse-Denkmals" kund- gegebene Volksschulprogramm des neuen Kultusministers Holle. Er sagt darüber: „Als ersten Grundsatz stellt er auf: Die Erziehung des heranwachsenden Geschlechts zur Arbeits- freudigkeit... Wenn man die Pädagjogik der letzten Epoche von diesem Standpunkte aus kritisch betrachtet, so. muß man zu- geben, daß sie sich dieses Zwecks nicht st e t s bewußt gewesen ist..... Das Erziehungsziel der höheren Schulen richtet sich in erster Linie darauf, ihre Zöglinge zu befähigen, denjenigen Aufgaben gewachsen zu sein, die Staat, Ge- meinde oder Gesellschaft in leitender Stellung von ihnen fordern. Die Aufgabe der Volksschule dagegen ist es, die Kinder der Volksschule mit den Fähigkeiten und Kenntnissen auszurüsten, die sie für die Ausübung ihres späteren Be» rufes nötig haben...RückkehrzurEinfach hei t, zur intensiven Behandlung des für das praktische Leben Notwendigen ist dringend notwendig. Die Land» und klein» städtischen Schulen sind ja vor diesen pädagogischen Modetorheiten infolge ihrer einfacheren Verhältnisse im großen und ganzen bewahrt geblieben. Aber oft haben sie sich dennoch nicht ganz dem von der Großstadt ausgehenden Einfluß entziehen können." Was die Junker, deren Interessen die„Deutsche Tageszeitung" vertritt, unter„Erziehung zur Arbeit" und„Rückkehr zur Einfachheit" v e r st e h e n, das legt in der„V o l k s z e i t u n g" ein aufmerksamer Beobachter der Zustände im Jsergebirge— offenbar ein Lehrer—» folgendermaßen dar: „Aber auch auf diesen großen Gütern finden die Be- wohner der Umgegend selten lohnende Arbeit, denn hier be- schäftigt man Polen, Galizier und— Schulkinder! Wir haben ein Gesetz, daS den gewerblichen Kinderschutz garantiert; ebepso nötig aber wäre, woraus die„Bolks-Zeitung" wieder- holt hingewiesen hat, das andere, das den land Wirtschaft- lichen Kinderschub bringt. Denn solche Zustände, wie ich sie hier sah, sind einfach unglaublich. Man denke: Dorfkinder im Alter von 13 bis 14 Jahren Werden im Sommer gegen einen Stundenlohn von in Worten: fünfundeinhalben Pfennig täglich sechs Stunden, nachmittags von 1 bis 7 Uhr im Heu, in den Rüben, Kartoffeln und- dergleichen, das heißt in schatten- loser Feldarbeit unter der Aussicht eines Vogtes beschäftigt. Die Unterrichtszeit dieser Kinder liegt vormittags von 7 bis 10 Uhr. Also: drei Stunden Unterricht und sechs Stunden Feldarbeit, so sieht die„goldene Jugendzeit" dieser Kinder auSl Hier haben sich die Verhältnisse seit 25 bis 33 Jahren wesentlich ver- schlechter t, denn damals wäre es keinem Dorfbewohner eingefallen, sein Kind auf den Acker des Rittergutes zu schicken, heute sind die Eltern froh, wenn ihre' Kinder einen Verdienst von 33 Pfennigen für den Tag nach Hause bringen! Wenn nun aber viele Kinder nach ihrer Schulentlassung in die Industrie abwandern, so finden sie auchdortnu reinen kärglichen Lohn. Denn dort kommt nur der Arbeiter mit guter Schulbildungvorwärts. Diese fehlt aber den in solcher Umgebung aufgewachsenen Kindern. Die Halbtagsschule, die hier überall die Reget ist(der bekannte Lehrermangel macht aus ihr freilich noch an vielen Stellen zeitweise sogar eine Drittel- tagsschule), kann trotz aller Mühe deS Lehrers den Kindern kaum das Notwendigste an Kenntnissen fürs Leben mitgeben." Hier ist das Programm Holles verwirk- ki ch t! Daß ein solches Schulprogramm allen Junkern und ihren Gesinnungsgenossen besonders wohlgefällt, ist nur zu begreiflich!_ Neue Mnrineanlage. Der Marinefiskus hat, wie die„SonderBuraer Zeitung� hört, auf der Halbinsel Broecker ein Stück Land erworben, von dem au« die Einfahrt zum Wenningbund beherrscht wird. Wie eS heißt, soll dort außer der Errichtung einer Landungsbrücke eine Anlage für Entfernungsschätzen vorgesehen sein. Klein fängt man an. Es wird natürlich nicht lange dauern, Bis aus der einfachen Landungsbrücke eine mehr oder weniger kost- spielige Marinestation geworden ist.— Dr. Peters und die„Kölnische Zeitung". In der Privatklagesache Dr. Peters gegen den verantwortlichen Redakteur der„Kölnischen Zeitung" Dr. BrÜggemann und den Gouverneur a. D. v. Bennigsen hat das Oberlandesgericht, der .Kölnischen Zeitung" zufolge, die Revision Dr. PeterS' gegen das Urteil der vierten Strafkammer deS Köluer Landgerichts vom 23. Mai verworfen. Danach ist das Verfahren gegen den Redakteur Dr. Brüggemann wegen zu spät erhobener Klage eingestellt, das Verfahren gegen den Gouverneur a. D. v. Bennigsen wegen Ver- jährung der Strafverfolgung für unzulässig erklärt. Dr. Peters hat die gesamten Kosten zu trogen._ Polizei. Gericht und Presse. Nach den Stadtverordnetenwahlen von 1335 kam via E l B e r« eldct Polizei auf den grandiosen Gedanken, die ihr durch die ozialdemokratische Partei zuieil werdende Kritik im Gerichts- s a a l niedertreten zu lassen. Der Dezernent deS Elberfelder Polizeiwesens, Beig. Pfeiffer, ein echter preußischer Bureaukrat, erklärte wiederholt an Gerichtsstelle, jeden Angriff auf die Polizei oder einzelve Organs. derselben mit einer Beleidigungsklage heantworten zu wollen. Und so regnete es PolizeibeleidigungSprozesse gegen die„Freie Presse", die ihren Gipfel in dem großen Polizei rnißhandlungsprozeß fanden, über den der„Vorwärts" seinerzeit berichtet hat. Denn da die sozialdemokratische Presse ihre Kritik nicht der Kritik wegen übt, sondern um nach bester Ueberzeugung vorhandene M i ß- st ä n d e zu bekämpfen, so konnten jene Drohungen die»Freie Presse" natürlich nickt davon abhalten, nach wie vor ihre Pflicht zu tun. Herr Pfeiffer trat in sämtlichen Prozessen als Zeuge und Nebenkläger auf und er legte in seinen Plädoyers das Schwergewicht darauf, das Gericht zu überzeugen, daß die„Freie Presse" ihre Artikel einzig und allein aus böser Absicht bringe, nämlich um die Polizei zu diskreditieren. Während nun die.Freie Presse" nach Wie vor ihrer Ueberzeugung gemäß ihre Pflicht tut. hat Herr Pfeiffer schon vor einigen Monaten sich veranlaßt gesehen, von der Leitung der Polizeiverwaltung zurückzutreten. DaS Publikum nahm damals die Nachricht verständnisinnig ent- gegen lind wir könnten über den Herrn zur Tagesordnung über- gehen, hätte er mit seiner Verfolgungswut gegen die„Freie Presse" nicht den Elberfeld er Richtern einen gar schlimmen Dienst erwiesen. Die in Frage kommenden Urteile des Elberfelder Landgerichts stehen in äußerst starkem Kontrast z u dem U r- teile des Volks und nicht nur des sozialdemokratisch denkenden Volkes. Daß man im großen Mißhandlungsprozesse Dutzenden ver- eidigter Z i v i l z e u g e n einfach die Glaubwürdigkeit absprach, weil ihre Aussagen in striktem Widerspruch zu den Aussagen der Polizisten standen, hatte denn doch das Blut der.guten Bürger' in Wallung gebracht. Bei seinein Bestreben, nach wie vor dem Gutachten des Herrn Pfeiffer zu folgen, das heißt den sozialdemokratischen Siedakteur unter allen Umständen zu verurteilen, hat das Landgericht gar merkwürdige Gedankengänge zutage gefördert, besonders Hinsicht- lich der Anwendung des§ 133 Strafgesetzbuchs. So nahm das Landgericht an, daß ein Redakteur gar kein Interesse zu wahren habe, wenn er gegen die Mißhandlung von Berhafteien ankämpfe! Das Reichsgericht schloß sich in der Tat dieser Auffassung an. Als ob in Deutschland noch niemals einem verhafteten oder gefangenen Redakteur ein Haar gekrümmt worden sei, ganz abgesehen von den A llg e me i n interessen, die eine Zeitung vertreten soll I In einem anderen Falle dagegen sah sich das Reichsgericht veranlaßt, das Elberfelder Landgericht zu rektifizieren. Zwei Kriminalbeamte glaubten sich beleidigt, weil an einem Sonntage in einem Walde, der von Spaziergängern viel aufgesucht wird, ein Pfiff ertönte. Es kam zu einer Rempelei zwischen den Beamten und zwei Spaziergängern, wobei die erstcren nach dem Bericht sich Uebergriffe zuichulden kommen ließen. Diese Auffassung wurde durch die Zivilzeugen in hohem Maße be- st ä t i g t. Das Landgericht erklärte nun in seinem ersten Urteil, der Angeklagte, Genosse H o s f m a n n, habe hier allerdings berech- tigte Interessen wahren können, aber er habe dazu nicht den richtigen Weg gewählt. Statt seiner Kritik in der Presse habe er sich bei der Polizeiverwaltung beschweren sollen. Das Reichsgericht hob dieses Urteil auf mit der Begründung, es leide an Widersprüchen. Ein Redakteur habe zwar nicht mehr Recht als ein anderer Bürger, aber er habe auch nicht weniger Recht, wie das Elberfelder Landgericht irrtümlich angenommen habe. ES sei niemand auf die Wahl eines Weges zur� Wahrung seiner Interessen beschränkt und für einen Redakteur fei die Zeitung der ihm am nächsten liegende Weg. Das Elberfelder Landgericht ließ sich durch diese Zurückweisung in seiner bisherigen Taktik nicht weiter beirren. Im Widerspruch mit dem ersten Urteil nahm eS in der zweiten Verhandlung an, der An- geklagte habe berechtigte Interessen überhaupt nicht vertreten wollen und erkannte wiederum auf 133 Mark Geldstrafe. Ein Kriminal- beamter erwähnte als besonderes Belastunasmoment, daß der eine der Zivikzeugen 14 Tage vor dem Vorfall dem sozialdemokratischen Verein beigetreten sei. Bemerkt zu werden verdient auch noch, daß der Staats« anwalt Beseler nicht nur die Vorstrafen des Angeklagten, sondem auch die seiner Kollegen heranzog! Und das just jetzt, wo soviel von der neuen Strafprozeß- r e f o r m und der Einschränkung der Fragen nach den Vorstrafen die Rede ist! Die bürgerliche Presse nimmt an allen diesen Dingen nicht daS geringste Interesse. Die freisinnigen Elberfelder„Neueste Nachr.", denen gleichfalls die Mitteilungen zugegangen waren, die den Untergrund des Prozesses bildeten, brachten es sogar fertig, die Einsendung mit der Unterschrift au die Polizei zu schicken, mit der Anfrage, ob die in dem Schriftstück behaupteten Dinge auf Tatsacken beruhten. Daß übrigens der Wupperthaler Freisinn, der bei der letzten ReichstagSstichwahl bis auf den letzten Mann für den Konservativen und Antisemiten Linz stimmte, völlig auf den Hund ist, beweist die am 1. August erfolgte Fusion des Elberfelder Freisinnsblattes mit der national- liberalen„Elberfelder Zeitung", die zu den schlimmsten Scharsmacherblättern und Reichsverbands- Orgauen gehört.—_ frankmeb. Sozialistische Protestversammlungen. Paris, 4. August.(Eig. Ber.) Die Seine-Föderation hat zum Protest gegen die gegen die Arbeiterklasse eingeleitete blutige Unterdrückungspolitik die Abhaltung von V e r s a m m- lungen in allen Pariser Bezirken und in den Vororten beschlossen. Sie werden am Sonnabend statt- finden und sollen sich namentlich auch zu Demonstrationen gegen den famosen ArbeitLminister, den„Sozialisten" Vi Viani gestalten, der Clemenceau bei seinen Gewalt- maßregeln hilfreich die Hand bietet. DaS Begräbnis eines Massakrierte«. Paris, 4. August.(Eig. Ber.) Von Vertretern der Partei und der Gewerkschaften zum Grabe geleitet, ist heute der von den Dragonern massakrierte Schriftsetzer Marchand auf dem Friedhof von Villeneuve-Saint- Georges beigesetzt worden. DaS Leichenbegängnis war auf eine frühe Morgenstunde angesetzt, anders wollte der Präfekt die öffentliche Bestattung am Orte selbst nicht gestatten. So großmütig und menschlich wie das zweite Kaiserreich, das dem revolutionären Paris gestattete, die Leichenfeier für den von einem Bonaparte er- schossenen Viktor Noir zu bereiten, ist das Regime Clemenceau nicht. Am Grabe wurden von Genossen Dubreuilh, Willen. Luquet (von der Konföderation) u. a. Ansprachen gehaltet!. Nachklänge des Proteststreiks. Paris, 5. August. DaS Strafgericht verurteilte einen Kundgeber, der gestern abend die Rufe.Nieder mit Clemenceau! Es lebe Bousquet! Morgen werden wir Revanche haben!" aus- gebracht hatte, z u Monate u Gefängnis. In der Provinz. Paris, 5. August. Blättermeldungen zufolge veranstalteten in AmienS die Arbeiterverbände Kundgebungen gegen die Vorgänge in Draveil. Die Manifestanten durchzogen unter Ab- singung der Marseillaise die Stadt. Nach einer Kundgebung vor dem Hause des Generals Wenetrez wurden die Manifestanten durch Truppen und Polizei zerstreut, wobei etwa zehn Ver- Haftungen vorgenommen und mehrere Personen ver« letzt wurden. Albiu(Frankreich), 5. August. Der Ausstand der Gruben« a r b e i t e r von Sagnao ist gestern abend von den Grubenarbeitern selbst proklamiert worden. Alle Gruben sind geschlossen. Die Zahl der Streikenden Belauft sich auf üBer 500. In den GruBenBezirkm von PaS be Calais streiken 333, in Droueout 233 Arbeiter. Corbei, 5. August. Nachdem gestern die Streikenden die Wieder» aufnähme der Arbeit beschlossen hatten, ist heute morgen die Arbeit überall aufgenommen worden. Die Gefängnisrevolte. NimeS, 6. August. Der Aufruhr unter den Sträflingen des hiesigen ZentralgesängnisseS ist beigelegt, nachdem der Sträflingen einige Zugeständnisse gemacht worden sind. Die Ge* fangenen werden die Arbeit wieder aufnehmen. LuftmilitarismuS. Paris, 5. August. In den ersten Tagen deS Oktober wird ei» neues M i l i t a r l u s t s ch i s f von 5333 Kubikmeter Inhalt«ii» seinen Versuchen beginnen; es soll den Namen.Ville de Bordeaux' führen. Das Luftschiff.Fayard" wird in den nächsten Tagen zun Ausstieg in Stand gesetzt. Pariö, 5. August. Der Ingenieur Sureoul ist gestern in Meaux eingetroffen, um im Auftrage der Regierung einen großen Land- komplex in Beauval zu erwerben, wo ein Luftschifferpar� errichtet werden soll. Die in Aussicht genommene Landstrecke Hai eine Ausdehnung von über 333 Hektar. Das Material, welches zur Errichtung eines neuen Schuppens für Mlitürballons bestimmt ist, wird in den nächsten Tagen eintreffen. Lelgien. DaS Kongogeseh. Brüssel, 5. August. Die Kammer nahm die Artikel 3 und 4 der Kolonialverfassung an, nach denen der Gouverneur des Kongo über die Verbesserung des Loses der Eingeborenen zu wachen hat. Weiterhin soll er die P o l tz g a m i e unterdrücken die Gewinnung von Eigentum erleichtern und alle Unternehmungen begünstigen, welche religiösen, wissenschaftlichen und mildtätigen Zwecken dienen. Die christlichen Missionare und die Wissenschaft- lichen Forscher sind einer besonderen Obhut empfohlen, Italien. Die Situation i« Parma und die Sozialiste». Rom, den 1. August.(Eig. Ber.) Die von den sozialistischet Organisationen ernannte Enquetekommission hat am 33. Juli ihrer Bericht einer Zusammenkunft in Bologna vorgelegt. Leider ist der Bericht nicht so genau und gründlich, wie ihn der Ernst der Lage gefordert hätte. Immerhin zeigen sich zwei wichtige Tatsachen: daß der Streik zu Anfang nicht so umfassend, die Zahl der Streikenden nicht so groß war, wie behauptet worden, und daß das Abflauen am Ende bei weitem nicht so stark war, wie die Presse aller Parteien angab. Die Kommission hat 35 Streikorte Besucht, ohne festzustellen, in welchem Verhältnis sie das Streikgebiet in den Bereich ihrer Beobachtungen gezogen hat. ES dürften annähernd drei Viertel des Gesamtgcbietes sein. In dem Beobachtungsgebiet traten am I.Mai 11 243 Arbeiter und Personen deS Hofgesindes in Streik. Abgefallen sind im Laufe des etwa 83tägigen Streiks 1253 oder 11 Prozent, ausgewandert 1339 oder 11,3 Proz. Von den 3333 Arbeitern, die die Arbeit bei ihren Besitzern nicht wieder aufgenommen haben, hat der größere Teil sich mit den kleinen Besitzern auf der Grundlage der Streikforderungen akkordiert und arbeitet bei diesen. Arbeitslos waren zur Zeit der Enquete nur noch 2813; exmittiert wurden 1333 Familien. Schließlich befinden sich in den 35 Ortschaften etwa 3333 Streikbrecher; die Gesamtzahl der Streikbrecher wird auf 4333 geschätzt. Es handelt-sich vorwiegend um im Gebirge der verschiedenen Gegenden Italiens und auch der Provinz Parma an- geworbene Leute. Im ganzen Streikgebiet schätzt die Kommission die Anfangszahl der Streikenden auf weniger als 23 333..Au Unterstützungen wurden von der sozialistischen Zeitung von Parma „Salea" 84 333 Lire gesammelt, von der Konföderation der Arbeit 34 892 Lire. Die direkt an daS Streikkomitee gesandten und von diesem verwalteten Unterstützungen dürfen das Doppelte dieser beiden Summen betragen. Referent war Genosse D u g o n t. An der Sitzung nahmen Bertretcr der sozialistischen Partei, der sozialistischen Parlaments- fraltion, des Landesverbandes ber Landarbeiter, der Provinzial- verbände der Landarbeiter von M i r a n d o l a und M a n t u a, der Arbeitskammern von Ravenna, Codigoro, Mirandola, Alexandria. Porto maggiorss. Modena und R e g g i o Emilia, ferner ein Vertreter deS AuswanderungSamteS der „ U m a n i t a r i a die Konföderation der Arbeit und der republi- kaiiischen Partei. Die Enquetekommission beantragt, daß man die Sammlung für die Streikenden einstellen sollte und die noch ver- fügbaren Streikgelder au die noch im Streik stehende» und die Familien der Gefangenen verteilen solle. Dagegegen vertrat L a l i die Ansicht, daß man weiter Unterstützungen sammeln sollte. Die Diskussion wurde durch das gewaltsame Eindringen von einigen 60 Syndikalisten gestört, die sich unter heftigen Angriffen und Beschimpfungen gegen die Sozialisten wandten.' Um unnötigen Lärm zu vermeiden, verließen die Versammelten das VolkshauS und tagten an anderer Stelle weiter. Nach längerer Diskussion wurde mit allen gegen eine Stimme die folgende Tagesordnung Dugoni angenommen: .Die Zusammenkunft konstatiert, daß die Lage in Parma (mit Ausnahme einiger Ortschaften) sich verändert hat, so daß an Stelle des Streiks eine Reihe von Boykotts und Aussperrungen getreten sind, durch die etwa 25 Prozent der Arbeiter arbeitslos sind; sie erachtet daher, daß man nicht länger die Organisationen zu Sammlungen für den Parmenser Streik auffordern könne, auch weil nach der bisher gewährten Unterstützung andere Organisationen gleichfalls das Recht haben, die Solidarität des Proletariats in Anspruch zu nehmen, und beschließt, die dem Unterstützungskomitee verbleibende Summe direkt den Opfern des Streiks zuzuwenden: den Familien der Gefangenen, den Ex- mittierte» aus den Konsumvereinen, die durch unentgeltliche Lieferung von Lebensmitteln an Streikende Einbuße erlitten haben." Dieses Votum wird natürlich von den Syndikalisten angegriffenen werden, obwohl ihm nur ein moralischer Einfluß auf den Verlaus des Streiks zukommt. Wichtig ist, daß man einen halbwegs klaren Einblick in die Situation gewonnen hat, welcher Einblick voll be- stätigt, daß sich die Proletarier von Parma heldenhaft ge- halten haben. Ohne den Zuzug der Streikbrecher von außerhalb wäre der Sieg ihnen sicher gewesen. Heute, nach Beendigung der Erntearbeiten, ist der Kampf ailssichtslos. ES wäre wünschenswert, daß der Landesverband der Landarbeiter sich mit noch im Streik Verharrenden ins Einvernehmen setzte, um für sie Verhandlungen mit den Besitzern einzuleiten.— Klassenjustiz. Rom, 5. August. 17' Angeklagte, welche an dett Un. ruhen vom 2. April gelegentlich der Beerdigung des Arbeiters Premuci sich beteiligt hatten, wurden gestern zu einer Gesang- n i s st r a f e von 4 bis 43 Monaten verurteilt, Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Englancl. Dcr FreihandclLkougreft. London, 4. August. Auf einem Diner, das der Cobden Club heute abend zu Ehren der Mitglieder des Internationalen Frei- haiidcls-Kongresses veranstaltet hafte- hielt Prepijevtn.inister Asquith eine Rede, in der er ausführte, er freue sich, mit den Dafür müssen die Engländer aber auch auf eine preußische Ausländern übereinzustimmen, die an den Freihandel glaubten, Junterherrschaft verzichten. England hat nicht den Ruhm, Typen der den besten Interessen der Welt diene. Asquith sprach dann von zu züchten, wie ein Dr. Dertel, Dietrich, Hahn, Kanik, Zedlig und der stets wachsenden Gemeinsamkeit der Interessen, die von den wie die Edelsten alle heißen. immer mehr entwickelten Verkehrsmittel zustande gebracht werde und die zu enger gegenseitiger Abhängigkeit zwischen den Völkern führe. Freihandel bedeute Freundschaft unter den Völkern. Dem Handel sollte gestattet sein, seine natürlichen Wege zu gehen, dann würde er den gemeinsamen Besitz an Reichtümern und Wohlwollen bermehren und vertiefen. Rußland. Die Eröffnung des finnländischen Landtages. Helsingfors, 5. August. Der Landtag ist heute eröffnet worden. Generalgouverneur Baeckmann verlas folgende Thronrede: Salpeter- Syndikat. Ausbruch kommt. Gegenwärtig wären durch eine Generalaussper. rung der Metallarbeiter die Arbeitgeber unvergleichlich weniger ges schädigt als die Arbeiter. In vielen Betrieben der Metallindustrie müßten ohnedies schon Betriebseinschränkungen erfolgen, weil nicht genügend Arbeit vorhanden ist. Den Arbeitgebern sei bekannt, daß die Mittel der Arbeiterorganisation nicht allzu bedeutende seien, gesellschaften zusammengetreten und haben beschlossen, den Verlauf hätten Lohnreduktionen erfolgen oder die Arbeitszeit verkürzt wer In Iquique find die Vertreter der Direktionen von Salpeter- schon mit Rücksicht auf die infolge der schlechten Konjunktur lang famer eingehenden Beiträge der Arbeiter. In vielen Betrieben von Salpeter zu zentralisieren und zu diesem Zweck in London ein den müssen, um den vollen Stand der Arbeiter trotz der mangeln. Hauptbureau mit Vertretungen in allen europäischen Hauptstädten den Aufträge aufrechtzuerhalten. Alles dies beweise, daß die einzurichten. Der Vorsitzende der Versammlung führte aus, die Zentralisation werde die Zwischenhändler, die den Verkaufspreis Generalaussperrung nur zuungunsten der Arbeiter erfolgen würde. erhöhten, ausschalten, sowohl dem Nußen des Abnehmers wie der Trotzdem hoffen die Metallindustriellen aus arbeiterfreundlichen Produzenten dienen und ermöglichen, daß die verschiedenen Märkte Motiven", daß es dem wahrscheinlich schon auf dem Wege von nach Bedarf versorgt würden. Stuttgart nach Stettin befindlichen Vorsitzenden des Metallarbeiter berbandes gelingen werde, die streikenden Nieter zur Wiederauf nahme der Arbeit zu bewegen, und so die Generalaussperrung der Metallarbeiter in ganz Deutschland im letzten Augenblick zu ver hindern.": Gewerkschaftliches. Unternehmerterrorismus in verschärfter Form. Vertreter des finnischen Boltes! Fast hundert Jahre find verflossen, seitdem Finnland ein Teil des russischen Reiches geworden ist. Unter dessen mächtigem Schutze ers reichte dieses Gebiet eine bedeutende materielle und geistige Entwickelung. Zu unserem tiefsten Bedauern Daß die großen Hüttenwerke am Rhein und an der Ruhr Diese Ausführungen von„ maßgebender Stelle" sollen ja entwickelte sich nicht gleichzeitig auch das Gefühl der Soli- Vereinbarungen unter einander getroffen, wonach tein Ar- wohl in der Hauptsache ein Bluff für die Arbeiterschaft sein. darität der Bevölkerung Finnlands mit dem russischen Wolfe beiter, der auf dem einen Werke, wenn auch ordnungsgemäß, Sie zeigen auch nach mehreren Richtungen hin, daß die beund das Bewußtsein, daß die dem Gebiete vom russischen Reiche, aufhört, innerhalb dreier Monate auf einem anderen Hütten- treffende Stelle sich über die Bedeutung und die Mittel der zu dessen souveränem Besitz es gehört, auferlegten Verpflichtungen oder Walzwerke Arbeit bekommt, ist ja schon bekannt. Auch Arbeiterorganisation täuscht. Immerhin sind sie insofern begerecht seien. In den Debatten des Anfang Februar 1908 er hat das Gewerbegericht in Duisburg einen Arbeiter, der aus achtlich, als sie bestätigen, was jeder Renner der Verhältnisse öffneten Landtages wurden wiederholt Meinungen ausgesprochen, obigem Grunde feine Arbeit bekam und ein Hüttenwert auf ohnedem wußte, daß nämlich den Unternehmern jetzt jeder die das Bestehen einer ganz falschen Auffassung über die Lage Finnlands im Bestande unseres Reiches und die Schadenersatz verklagte, mit der Klage abgewiesen. Das ist Vorwand zu einer Betriebseinschränkung willkommen ist. Das kraft dieser Lage der Bevölkerung Finnlands auferlegten Ver- nichts Neues mehr, es wird jetzt noch viel toller ist ein Moment, das auch von den beteiligten Arbeitern bepflichtungen beweisen. Schließlich wurde durch den in getrieben. Dieses beweist folgender Brief, den eine achtet werden sollte, der Nacht vom 15. März gefaßten Beschluß des Landtages ein niederrheinische Hütte an einen Monteur, der äußerst scharfes Urteil über die gemäß allerhöchstem Willen ge- auf Neubauten angestellt ist, gerichtet hat. Der Brief lautet: troffenen Maßnahmen gefällt. Als wir den Landtag auflösten, Wir haben in letzter Zeit häufig fonstatieren müssen, daß haben wir befohlen, die Neuwahlen anzuberaumen und diesen Arbeiter und junge Burschen, welche bei uns entlassen worden Landtag einzuberufen. Wir vertrauen fest darauf, daß Sie durch- sind, von den hier zurzeit mit Neubauten beauftragten Firmen drungen sein werden von der Solidarität der Interessen Finnlands angenommen worden sind. mit denen ganz Rußlands. Es liegt nicht in unserem Interesse, daß der artige Elemente weiter auf dem Plage tätig sind und wir ers suchen Sie deshalb, für die Zukunft Leute, die früher in unseren Diensten gestanden haben, unter feinen Umständen anzunehmen.“ Das ist die Herrschaft des Kapitalismus in brutalster Form! Berlin und Umgegend. Achtung, Rohrleger und Helfer! Schwarze Liften. Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes der Glasermeister Hannover- Linden" hat an seine Mitglieder folgendes Rundschreiben gerichtet: Infolge ausgebrochener Tarifftreitigkeiten( der Tarifvertrag mit den Gesellen läuft am 1. August d. J. ab) versuchen es heute schon die hier arbeitenden Gesellen, sich im voraus in anderen Städten Arbeit zu suchen. In Anbetracht dieser Sachlage appellieren toir an Ihr Solidaritätsgefühl und bitten Sie, die in beifolgender Liste aufgeführten Gesellen nicht in Arbeit zu nehmen und, wo solches schon geschehen ist, dieselben wieder zu entlassen. Wir bitten höflichst, diese Listen an die Herren Kollegen zu berteilen." Sobann folgen die Namen von 71 Gehülfen. Nach Berlesung einer Rede durch den Vizepräsidenten des Senats wandte sich der Talman, Swinhuvud an den Generalgouvereur mit folgenden Worten: Den Grundgesetzen gemäß versammelt sich der finnische Landtag nach den Neuwahlen zur Teilnahme an der Ordnung der Finanzen, an der Gesetzgebung und der Verwirklichung seines Petitionsrechtes. Viele wichtige Reformen harren ihrer Berwirklichung. Der Landtag ist bereit, diesen seine Mühe mit aufrichtigem Eifer zu widmen. Als Bedingung jeden Fortschritts erscheint bei uns die Wahrung der politischen Lage und der Rechtsordnung, unter deren Schutz das finnische Bolt seine materielle Die Differenzen mit der schweizerischen Firma Deco- Gesellund geistige Entwidelung erlangte. Den Edstein dieser Lage und schaft" find nunmehr vollständig erledigt. Vom 3. August an arRechtsordnung bilden die besondere Verwaltung des beitet auch die sanitäre Abteilung nach dem Berliner Tarif. Bei finnischen Volkes wie auch die selbständige Durchsicht und den Verhandlungen beschwerte sich der Oberingenieur darüber, daß unmittelbare Berichterstattung über die Finanzangelegenheiten bon dritter unberufener Seite ohne Verhandlungen versucht worden beim Monarchen. Jede hiervon abweichende Maßnahme ist als sei, den Bau für Rohrleger und Helfer zu sperren. Nichtberücksichtigung der Rechte Finnlands zu be Auf Grund unserer vor einiger Zeit in derselben Differenz trachten und führt zu verderblichen Folgen. Eben veröffentlichten Notiz, worin auch das Verhalten der Schweizer deshalb rufen einige einige in letzter Zeit getroffene Maß- Monteure kritisiert wurde, erhalten wir aus Zürich die Mitteilung, Im ersten Halbjahr 1907 betrug die Beitragseinnahme 830 808 M.; nahmen im Bolfe ernste Beunruhigung hervor. daß die nach Berlin gekommenen Monteure in bezug auf Organi- es tamen alfo 61 356 M. mehr ein. Der Vermögensbestand betrug Der Landtag hofft, daß die mit den Grundgesetzen überein- sation nicht gerade die besten Leute sind. Wirklich gut organisierte beim Jahresabschluß 1907 2000 494 M., am Ende des ersten Halbstimmenden Bedingungen das Vertrauen, das stets zwischen dem Monteure in Zürich haben es abgelehnt, zu den im Vertrag fest- jahres 1908 2410 690 m., folglich ein Mehr von 410 196 M. An Bolt und dem Monarchen bestehen muß, sichern und träftigen gelegten Bedingungen nach Berlin zu fahren. Wir ersuchen des Unterstützungen zahlte der Verband im verflossenen Halbjahr für werde. Ich bitte zu den Füßen Seiner Majestät und der Groß- halb unsere Kollegen, auf dem Bau des Esplanade- Hotels den Gemaßregelte 12 298 M., für Streits 34 222,83 m., für Rechtsschutz fürsten die Gefühle der alleruntertänigsten Ehrfurcht und Er- Schweizer Kollegen den Wert einer guten Organisation flar zu 36 427,54 m., für angeklagte oder ihr Recht suchende Mitglieder gebenheit des Landtags niederlegen zu dürfen. Hierauf fündigte machen. Durch eine gute Organisation wird der Zusammenhalt ge- 6908,86 M., an Sterbegelder 36.840 M., Unterstübung an ArbeitsSer Generalgouverneur die dem Landtag zugehenden Vorlagen fördert und gelingt es leicht, das was jekt erreicht ist, auch zu er- lose 7267,54 m., an Krantenunterstüßung 128 552,45 M. an. Mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser schloß die Eröffnungsfeier. Uebrigens erklärt der Vertreter der Firma es als durchaus unzutreffend, wenn behauptet wird, daß die Arbeit der schweize20tonbangun tim da Justsped_pupi Abrechnung des Bergarbeiterverbandes. Der am 31. Juli erfolgte Kassenabschluß für das erste Halbjahr 1908 des Bergarbeiterverbandes zeigt, daß er gut vorwärts mars schiert. An reinen Beitragsgeldern tamen 892 163,85 m. ein; außerdem 19 950,50 M. an Eintrittsgeldern und sonstigen Einnahmen. Die Rede des Gouverneurs ist eine Kriegserklärung rifchen Firma nur deshalb zuerteilt wäre, weil sie billiger als Letzte Nachrichten und Depefchen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Die Sektionsleitung. an die Verfassung Finnlands. Die Auflösung wird Berliner Firmen sei. Eher wäre das Gegenteil richtig. noch nachträglich ausdrücklich als Maßregelung der Volksvertretung, die ihre selbständigen Rechte zu wahren versucht hatte, dargestellt und fein Zweifel darüber gelassen, daß auch der neue Landtag sich Achtung, Kleber! Die Sperre über das Eisenbahnministerium, bedingungslos den Befehlen des Zaren zu fügen habe. Die Boßstraße, Unternehmer Bag, Mittenwalder Straße, ist auf Antwort des jungfinnischen Präsidenten zeichnet sich trotz aller gehoben, loyalen Phrasen zum Schluß durch ihre mannhafte Betonung der Rechte des finnländischen Volkes aus. Man wird aber abwarten müssen, ob den Worten auch die Tat folgen wird. Das Schicksal Finnlands aber ist, das zeigte diese feindselige Eröffnungsrede des russischen Satrapen, unauflöslich verknüpft mit dem Schicksal der russischen Revolution. Indo- China. Drei Todesurteile. Saigon, 5. August. Die Kriminalkommission berurteilte drei eingeborene Soldaten, die an der geplanten Massenbergiftung französischer Kolonialtruppen in Hanoi beteiligt waren, zum Tode. Es handelt sich um den Haupträdelsführer und zwei seiner Genossen. Zwei weitere wurden in contumaciam zum Tode verurteilt, zwei Amerikaner, ein Chinese und zwei Frauen wurden ins Bagno geschickt. Hus Industrie und Bandel. Gesundes billiges Fleisch. Deutfches Reich. Der Konflikt auf der Bulkan"-Werft. Eine Privatdepesche meldet uns: Stettin, 5. Auguft. Die Nieter des Vultan" hielten heute eine Versammlung ab, die resultat los verlief Die Organisationsleiter erklärten, daß die Unterstützung an die Nieter nicht weiter gezahlt werden könne, weil die Forderungen der Nieter während der Aussperrung gegen den Willen der Drganisationen aufgestellt worden seien und nicht nur gegen die Abmachungen bom 3. Mai 1907 verstoßen, sondern auch gegen das Statut. Aus der Aussperrung hätten die Nieter einen statutenwidrigen Angriff gemacht. Mit Rücksicht auf den Ernst der Lage hat die Allgemeine Berliner Correspondenz", ein bürgerliches Unternehmen, bei den Metallindustriellen Erkundigungen eingezogen und über die gegen wärtige Sachlage in dieser für die Arbeiter und Unternehmer gleich bedeutungsvollen Angelegenheit folgende Auskunft erhalten: Eine badische Stadt in Flammen. Donaueschingen, 5. August.( B. H.) Heute nachmittag um 4 Uhr brach hier Großfeuer aus. 20 Häuser stehen in Flammen. Der Hauptherd ist bei der Restau ration Schmid in der Rosenstraße. Besonders betroffen sind bis jetzt die Bierstraße, die Mühlstraße und Karlstraße. Da s Feuer nimmt noch zu. Es herrscht großer Wassermangel. Ein Telegramm von 5 Uhr berichtet: Bei starkem Nordwind breitet sich das Feuer immer mehr aus. Der dritte Teil der Stadt steht völlig in Flammen. Es sind eine Anzahl Menschenleben zu beklagen. Das Unglüd gestaltet sich zu einem Riesenunglüd. Die Straßen sind unpassierbar. Die Meldungen aus anderen Orten lauten: Frankfurt a. M., 5. August.( B. H.) Nach einer aus Donaueschingen eingetroffenen Meldung soll der ganze Ort in Flammen stehen. Alles sei vernichtet. Die Feuerwehr aus der ganzen Umgegend eilte herbei, stand aber dem Brande machtlos gegenüber. Soeben tritt ein leichter Regen ein. Einzelheiten fehlen noch. mangel. den steht in Flammen. Die Stimmung der Einwohnerschaft ist Villingen, 5. August.( B. H.) Ganz Donaueschingen verzweifelt. Gegen 6 Uhr ging ein leichtes Gewitter nieder. Wenn die Nieter der Stettiner Vulkanwerft von ihren völlig Konstanz, 5. August.( B. H.) Der Brand in Donauunberechtigten Forderungen nicht schleunigst abfommen, dann wird eschingen nimmt kolossale Dimensionen an. Bis Man schreibt uns: Seit einigen Monaten bringen deutsche unabänderlich der Stettiner Bezirksverband der Metallindustriellen 6 Uhr standen 50 Häuser in Flammen. Mehrere Zeitungen Berichte über eine" Fleischnot" in England, die jeder am 8. August über seine sämtlichen Arbeiter die Aussperrung ver- auswärtige Feuerwehren sind eingetroffen. Die Geschädigten Begründung entbehren; namentlich ist es die agrarische Presse, hängen. Sollte dieses Mittel nicht fruchten, dann folgt als zweite find meistens Landwirte. welche fich die Gelegenheit nicht entgehen läßt, auf diese unrichtigen Seeschiffwserften. Die Aussperrung der Arbeiter durch den Donaueschingen brennt weiter. Es herrscht großer WaſſerMaßregel die Betriebseinschränkung der Gruppe der deutschen Konstanz, 5. August, 6 Uhr 10 Minuten.( B. H:) Mitteilungen hin die Absperrungspolitit in Verbindung mit den deutschen höchsten Fleischzöllen der Welt und Gins Stettiner Bezirksverband der Metallindustriellen tann also nur fuhrverboten mit einer Logit für Dumme zu preisen. Was ist denn dann berhindert werden, wenn bis zum nächsten Freitag zwischen nun eigentlich von diesen Berichten wahr? Weiter nichts, als daß der Leitung der Bultanwerft und den streitenden Nietern eine Der Fluch der Erbschaft. Nordamerita im ersten Halbjahr 1908 nur zwei Drittel der Un- Einigung dahin erfolgt, daß am Sonnabend früh in der Stettiner zahl lebender Schlechtrinder und die Hälfte des Quantums ge- Bulfanwerft die Arbeit in ihrem gesamten Umfange wieder auf- Hamburg, 5. August.( B. S.) Der in der Thalftr. 67 fühlten Rindfleisches gegenüber 1907 nach England exportiert hat genommen werden kann. Wenn dieses Resultat bis dahin nicht wohnende frühere Bote und jezige Rentier Schnelle gab heute und infolgedessen für dieses Fleisch ein höherer Preis bewilligt erzielt wird, und auch die Betriebseinschränkung in den deutschen früh auf seine noch schlafende Frau einen Schuß ab, wurde, denn die Bevölkerungsklasse, welche dieses erstklassige Fleisch Seeschiffswerften, die eine Woche später erfolgt, nicht den ge- der sie in die linke Schläfe traf, dann schoß er sich wünschten Eindruck auf die Arbeiter macht, dann wird, wie bereits felbst in Mund. Schwerverlett wurden tauft, ist in der Lage, den höheren Preis zahlen zu können. beide in Am Londoner Fleischmarkte fostete in der letzten Juliwoche in der Leitung des Gesamtverbandes der deutschen Metallindu- das Krankenhaus gebracht; an dem Aufkommen der Frau wird 1908 nordamerikanisches Rindfleisch in Hälften, frisch geschlachtet, striellen beschlossen worden ist, unbedingt eine Generala u 3- gezweifelt. Die Eheleute machten vor kurzer Zeit eine Erb58 fg. und gefühlt herübergebracht 50 bis 52 fg. per Stilo; iperrung über die Arbeiter aller Betriebe des fchaft, worauf der Ehemann seine Stellung aufgab. Gestern wohlgemerkt, fette junge Ochsen und Stiere im Gewichte von 500 Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller begab er sich auf das Erbschaftsamt, bis 700 Pfd. Schlachtgewicht. Wie kann man da von Fleisch zu zur Durchführung gebracht werden. Die borbe zu erheben, die ihm aber verweigert wurde. Schnelle schrieb darauf 150 Pfg. per Pfd. sprechen, welches die" Deutsche Tageszeitung". reitenden Schritte zu dieser Generalaussper einen Brief an einen Bekannten, worin er erklärte, nicht länger das Agrarierblatt, in ihrem Reitartikel in Nr. 348 noch um rung aller Metallarbeiter in Deutschland sind leben zu können, worauf er die Tat begangen zu haben scheint. weitere 10 Broz. wegen des fleineren englischen Gewichtes erhöht! bereits getroffen. Von dieser äußersten Maßregel würden Wie schon gesagt, ist das erwähnte, hochwertige Ochsenfleisch aber weit mehr als 500.000 Metallarbeiter betroffen werden. Gegen ebensowenig ein Boltsnahrungsmittel in England wie in Deutsch wärtig sind von der Vulkanwerft allein 6000 Mann ausgesperrt. land. Die große Menge des englischen Boltes, welches einen viel Die Metallindustriellen erklären, daß die Führer des Metallarbei- gestern herrscht, hat bereits wiederum mehrere Opfer gefordert. New York, 5. August.( B. H.) Die schwüle Hike, welche seit größeren Fleischverbrauch pro Kopf hat als Deutschland, fauft terverbandes sich in dem vorliegenden Falle sehr vernünftig ver- gestern herrscht, hat bereits wiederum mehrere Opfer gefordert. kräftiges Rind- und Hammelfleisch zu viel niedrigeren Preisen. In halten, aber die Autorität über die Arbeiterschaft, namentlich über Bier Personen sind der Hiße erlegen, unzählige haben sich in ärztder letzten Juliwoche 1908 foſteten in London im Engroshandel: Die streitenden Nieter verloren haben. Es wiederhole sich das je liche. Pflege begeben müssen. gefühltes argentinisches gemästetes Ochsenfleisch, Hinterviertel, desmalige Vorkommnis, daß die Organisationsleitung der Arbeifer 46 Pfg., Borderviertel 35 fg. per ½ Kilo, dasselbe in gefrorenem zuerst heftig agitiere und dadurch die Arbeiter zu unbedachten Bustande: Hinterviertel 33 Bfg., Borderviertel 27 Pfg. Australisches Schritten fortreiße, dann aber, wenn die nicht zu verantwortenden New York, 5. August.( B. S.) New York Herald zufolge wird gefrorenes Ochsenfleisch kostete dasselbe, während argentinische und Folgen sich einstellen, einlente und die Arbeiter zum Friedens- der Schaden, der durch die Feuersbrunst in Femie und Umgegend australische Schafe, erste hochklassige Ware 34 Pfg. und schwere schlusse bewegen wolle; dann aber sei es gewöhnlich, wie auch in verursacht worden ist, auf 100 Millionen Frant veranschlagt. fette oder Nr. 0 11 bis 27 fg. per ½ Kilo herunter tosteten. Den dem vorigen Falle, zu spät, und die fanatisierten Arbeiter wollen leber 10000 Personen sind obdachlos. Den letzten ganzen Sommer über waren die Preise nicht höher, und kann selbst ihren Führern zum Guten nicht folgen. Bei der gegen Nachrichten zufolge wird die Zahl der Toten nicht auf 500, wie also der englische Bürger seine Fleischnahrung für die Hälfte dessen wärtigen ungünstigen Konjunktur fönne tein vernünftiger Freund anfangs berichtet worden, sondern nur" auf 70 veranschlagt. erstehen, was der Deutsche zu zahlen hat." der Arbeiter wünschen, daß ein Kampf auf so breiter Basis zum 7000 bis 8000 23ohnhäuser sind zerstört. Verantw. Redatt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Amerikanische Gluthige. Feuersbrunst in Amerika. um eine Summe Kr. 182. 25. AahkMg. 1 KkiliP des Juraiärts" KM« KolMlott. Kfontfi Derb«ndstag des Verbandes der Fabrik-, Fand-, Hilfsarbeiter«nd Arbeiterinnen Aentschlands. München, 3. August 1908. Die Generaldiskussion über den Geschäftsbericht wird auch in der Dienstagssitzung fortgesetzt. Es wird der Wunsch aus- gesprochen, daß den Gauleitern bei Lohnbewegungen ein größeres Befugnisrecht eingeräumt werden möge, dadurch würde man um die Anstellung eines eigenen Agitationsleiters hinwegkommen. Ebenso wünschenswert sei die Verschmelzung kleinerer Zahlstellen zu größeren. Geklagt wurde auch über mangelnde Information der Verbandsfunktionäre. Die vom Vorstand angekündigte Herausgabe eines Leitfadens wurde begrüßt. Ebenso wurde von einigen Dele- gierten verlangt, daß die Kosten für die gewerkschaftlichen Unter- richtskurse von der Hauptkasse getragen werden sollten. Von mehreren Rednern wurde der vom Vorstand mit dem Gemeinde- und Staatsarbeiterverbande abgeschlossene Kartellvertrag kritisiert. In bezug auf die Agitation unter den Ziegeleiarbeitern wurde empfohlen, die Agitation nicht erst im Frühjahre, wenn durch die Agenten die Arbeitskräste angeworben werden, sondern schon im Winter damit zu beginnen. Mit dem Antrag, für die weiblichen Mit- glieder die„Gleichheit" obligatorisch einzuführen, konnten sich ver- schiedene Redner nicht befreunden. Die weiblichen Kollegen sollten dazu erzogen werden, den„Proletarier" fleißig zu lesen. Der Vor- stand hätte die Beschlüsse des Leipziger Verbandstages durchführen müssen. Einzelne Redner verlangen bezüglich des Ausbaues des Verbandsorgans, gleich ganzeArbeit zu machen, den„Proletarier" Sseitig erscheinen zu lassen und einen zweiten Redakteur anzustellen. Der Leipziger Delegierte macht die Anregung, eine internationale Rundschau zu gründen, um Material zu bekommen und die Kolle- gen des In- und Auslandes über die Verhältnisse im Berufe in- formieren zu können. Dadurch könnte dem gemeinschädlichen Treiben der ausländischen Agenten am besten gesteuert werden. Aachdem ein Schlußantrag angenommen, weist der Hauptvorstand die Ausführungen Bruns-Berlin zurück. Diese Ausführungen könnten nach außen hin den Anschein erwecken, als sei im Haupt- vorstand kein harmonisches Zusammenarbeiten vorhanden. Die Grenzen der Streik- und Maßregelungsunterstützung seien im Statut streng gezogen. Mit Ausnahme der Zahlstelle. Berlin sei in keiner Zahlstelle in diesem Punkte ein Zweifel vorhanden. Der Redner geht dann auf die in der Generaldiskussion vorgc- brachten Wünsche, Beschwerden und Anregungen des näheren ein. In der Agitation durch Anstellung eines eigenen Beamten eine Zentralisation herbeizuführen, wie das der Antrag Dresden bc- zweckt, wäre nicht die glücklichste Lösung der Frage. Die zur Haus- agitation gestellten Anträge seien ebenfalls nicht durchzuführen. In dieser Beziehung lasse sich nichts schematisieren. Hier kämen| nicht allein Berufsfragen, sondern vor allem die örtlichen Ver- hältnisse in Betracht. Daher lasse sich die Frage auch nur örtlich regeln. Der vom Vorstand geplante Leitfaden dürfte den An- sprüchen der Kollegen genügen. Auf die gemachten Ausstellungen bezüglich der mit anderen Gewerkschaften gemeinsam ab- geschlossenen Tarifverträge, betonte Redner, daß daran nichts ge ändert werden köyne, nur müsse darauf geachtet werden, daß der Vertrag auch eingehalten werde, waS er von der anderen Seite nicht immer sagen könne. Den Antrag, den mit dem Staats- und Gemeindearbeiterverband abgeschlossenen Vertrag nicht zu sanktio- nieren, bitte er unter allen Umständen abzulehnen, da der Vor- stand in eine unangenehme Situation gebracht würde. Der Be- schluß über die Landarbeiterfrage konnte nicht ausgeführt werden, weil er nicht ausführbar war. Ueber die Gründe habe sich der Vorstand ausführlich im„Proletarier" geäußert und sich diesbezüg- ltch mit den Gauleitern und dem Ausschuß verständigt. Angenommen wurde ein Antrag, die VerschmelzungSftage zwecks Vorbereitung einer fünfgliedrigen Kommission zu über weisen. Dem Gesamtvorstand und dem Ausschuß wurde hierauf ein- stimmig Decharge erteilt. Angenommen wurden u. a. folgende Antäge: Dresden: Der Hauptvorstand hat in jedem Jahre Flug- schriften für Organisierte und solche für Unorganisierte heraus- zugeben, unter Berücksichtigung von Berufskrankheiten und-Ge- fahren, sowie des gesetzlichen Arbeiterschutzes. Allen in der Agitation stehenden Kollegen ist vom Vorstand in geeigneter Weise gesammeltes- und zusammengestelltes Agitationsmaterial zu übermitteln. kleines feuilleton. Himmelserscheinungen im August. Im Monat August nimmt der nördliche Abstand der Sonne vom Himmelsgleichen, während sie vom Krebs in den Löwen wandert, ganz erheblich ab. Dadurch ver- ringert sich die TageSlänge von Ib'/z auf 13'/z Stunden; die größte Höhe der Sonne am Mittag beträgt schließlich nur noch 46 Grad. Infolge der unregelmäßigen Bewegung der Erde in ihrer Bahn soder der scheinbaren Sonnenbewegung unter den Fix- steinen) findet der mittlere Mittag jetzt etwa 6>/z Minuten vor dem wahren statt. Beide nähern sich aber im Laufe des Monats, bis Anfang September die größte Sonnenhöhe in der MittagSlinie zurzeit des mittleren Mittags stattfindet. Dann muß eine die mittleuropäische Zeit anzeigende Uhr westlich des Längengrades von Stargard im Augenblick der größten Schatten- länge soviel Minuten nach 12 Uhr anzeigen, als der Längenunter« schied gegen Stargard beträgt, und östlich davon ebensoviel bor 12 Uhr. Infolge der bürgerlichen Dämmerung wird der helle Tag am Morgen und am Abend um je etwa 45 Minuten verlängert. Die„hellen Nächte" sind nun vorüber, und schon beträchtliche Zeit vor und nach Mitternacht zeigt der Himmel wieder seine tief- schwarze Färbung, so daß auch die schwächeren der überhaupt ficht- baren Sterne gesehen werden können. Jetzt gegen 10 Uhr, um die Mitte des Monats um 9 Uhr und Anfang Seprember um S Uhr haben die Sternbilder die folgende Stellung: Nahe dem Scheitelpunkt er- glänzen Wega in der Leier(etwas südlich) und Deneb im kreuz- förnngen Schwan(etwas östlich desselben). Mit dein hell- weißen Atair, dem wesentlich tiefer und etwas nach Osten zu stehenden Hauptsterne des Adlers, bilden die beiden ein auffälliges, ungefähr gleichschenkliges Dreieck, durch das sich das schimmernde Band der Milchstraße hindurchzieht. Ihr weiterer Verlauf, jenseits des Scheitelpunktes nach Nordosten zu, führt über die �V-förmige 5tassiopeia und, nahe dem Horizont, zum PerseuS, dessen zweithellster Stern Algol zu den folgenden Zeiten in seinem Lichtminimum(etwa vierter Größe, gewöhnlich zweiter) beobachtet werde» kann: 22. August 2 Uhr morgens, 24. August 11 Uhr und 27. August 8 Uhr abends. Die Zu- und Abnahme seiner Helligkeit währt je vier Stunden. In gleicher Höhe und näher dem Nordpunkte findet man die gelbe Kapella im Dreieck des Fuhrmanns. Unter der Kassiopeia zieht sich die Reihe der Andromeda-Sterne hin, deren letzter mit den benachbarten d.cS Pegasus ein großes, auffallendes Viereck bildet. Unter diesem er» scheint, fast genau über dem Ostpunkte, der Planet Saturn. Zwischen Schwan, Adler und Pegasus steht ein kleines, merkwürdiges Viereck schwacher Sterne, der Delphin. Unterhalb der angeführten Stern- bilder zeigen Wassermann, Steinbock und Schütze(dieser fast genau im Süden) den Lauf des Tierkreises an. Auf der Südwestseite nimnit das ausgedehnte Bild des Herkules die Gegend nahe dein Scheitelpunkte ein. An ihn schließt sich nach rechts die kleine, schöne diademförmige Krone mit dem Hauptsterv Braunschweig: Zur weiteren Ausbildung unserer Ver- bandsbeamtcn und Funktionäre erachtet der 9. Verbandstag die Teilnahme derselben an den Unterrichtskursen der Generalkom- Mission für unbedingt notwendig. Die Unkosten fallen zur Hälfte der Hauptkasse und zur an- deren Hälfte derjenigen Zahlstelle zur Last, deren Beamte und Funktionäre an einem Kursus teilnehmen. Braunschweig: Vom Vorstand ist zur Bekämpfung der gegnerischen Gewerkschaften Material zu sammeln und dieses in Broschürenform zusammengestellt unentgeltlich an die in der Agitation tätigen Genossen zu verabfolgen. Höchst a. M.: Der Vorstand soll Material sammeln über die Gesundheitsgefährlichkeit der Arbeit in der chemischen In- dustrie und in handlicher Broschürenform oder in Flugblättern für Agitationszwecke herauszugeben. Hierauf referierte zum 3. Punkte der Tagesordnung: Ausbau der Organisation Verbandssekretär Sack. Der Verband habe mit seinen Anträgen nicht an eine Aufteilung der Gaue gedacht, sondern es sollen dort, wo es notwendig sei, den Gaubeamten Hilfskräfte beigegeben wer- den. Ost- und Westpreußen sollen getrennt werden. Der Verbandstag möge sich aber nicht mit dem Vorstandsantrag begnügen, sondern dem Vorstand das Recht geben, dort, wo es notwendig sei, den Gau- leitern Hilfskräfte beizugeben. Die Verschmelzungsfrage lasse sich nickst realisieren; es sei kein Vorteil, wenn die Mitglieder verschie- dener Verbände zu einem Verbände zusammengeworfen werden. Es wäre dann wohl ein großer Verband vorhanden, ob er aber leistungsfähig sei. sei eine andere Frage. In der chemischen In- dustrie seien beispielsweise 31 Branchen mit mehr als Hunderten von Fabrikationsarten vorhanden. Unsere Organisation hätte mit mehr als 80 Branchen zu rechnen, man würde also auf große Schwierigkeiten stoßen, würde man an eine Verschmelzung heran- gehen. Aufgabe sei zunächst, in den Zahlstellen das Vertrauens- männersvfkem auszubauen und siir diese wieder eine eigene Branchenleitung zu schaffen. Deshalb denkt der Vorstand zu dem schon angestellten Agitationsleiter für die Ziegcleiarbeiter weitere 4 Branchenagitationsleiter anzustellen, die ihren Sitz im Hauptvorstand und das Material zu sammeln und zu sichten haben. Dadurch hätte der Redakteur eine wichtige Hilfe. Erst dann könne dem Antrag Hannover, eine Konferenz für die chemischen Arbeiter einzuberufen, Rechnung getragen werden. Der Redner bittet die auf Verschmelzung gestellten Anträge abzulehnen. An die Ausführungen des Redners knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, in der die einzelnen Redner die von den Zahlstellen zu diesezn Punkte gestellten Anträge begründen., während die Magd das verdorbene verzehren mußte. Brandt aber beschwor, daß er niemals Brot aus Jakobshagen geholt, auch be- cidete er, daß er sie nicht geschlagen, sonderni sie nur bei der Schulter geschüttelt hätte, weil sie geschlafen habe. Das Schöffen- gericht glaubte dem Eide des Herrn Besitzers und fällte das Urteil aus 3 M. Strafe gegen das Mädchen. In'der Stargarder Bc- rufungskammer mußte zwecks Zeugenladung bereits ein Termin vertagt werden. Am Dienstag beeidete eine Zeugin Schliep, daß sie die Bettelei nach Abendbrot angehört. Jedoch Frau Brandt habe sich nicht darum gekümmert. Frau Heineinann erklärt, daß sie dem Mädchen aus Mitleid Brot gegeben habe. Auch hat sie gesehen, daß das arme Ding während der Ernte mit verschimmel- tem Brot genährt wurde. Die Arbeiterfrau Hedwig Lüdtke, die mit im Kuhstalle saß und molk, hat sich mit dem Mädchen unter- halten bis kurz vor den Schlägen. Sie hält es für ganz aus- geschlossen, daß das Mädchen geschlafen habe. Der Knecht Her- inann Lorenz gibt das eingangs Erwähnte an, und hat in seiner Kammer gehört, daß Emilie im Kuhstall schrie. Ebenfalls hörte er nachdem in der Küche Geschrei, wo sie der Herr, nach ihrer An- gäbe, am Zopf gepackt hatte. Nur Herr Besitzer Friedrich Brandt» der zwar in seiner Aussage recht unsicher war, auch nunmehr es als möglick» erklärte, daß er ab und zu Brot aus Jakobshagen geholt haben könne,— nachdem der Knecht bekundet hatte, schon Stadtbrot erhalten zu haben,— stellt jede Schläge, schlechte Bc- Handlung, Ernährung usw. in Abrede. Trotz eindringlicher vieler Ermahnungen des Gerichtsvorsitzenden beschwört er dennoch seine Aussage. Das Gericht schenkte ihm keinen Glauben, sondern sprach die Emilie Hein frei. Nun wird notgedrungen das Schwurgericht den Eid des Be- sitzers Brandt untersuchen müssen. Höchst selten haben die Väter solcher armen Mädchen Geld und Mut, sich einen Rechtsanwalt zur Verteidigung zu nehmen. Dann werden die Straftaler ge- zahlt und der Oeffentlichkeit bleibt das Madenflcisch, das schimm- lige Brot, Pellkartoffeln in Salz, Hunger und Prügel verborgen. Um so lauter aber schreien die Junker über Begehrlichkeit der Dienstboten und über Leutenot. Air ceutenot. Fleisch mit Maden, verschimmeltes, schlecht gebackcües Brot, Pellkartoffeln mit Salz» Prügel bei tüchtiger Arbeit noch oben- drein» manchmal auch kein Abendbrot— so lautete das Klagelied. das das Dienstmädchen Emilie Hein ans Rchwinkel dieser Tage vor dem Stargarder Landgericht anstimmte, und dessen Berechti- gung voll erwiesen wurde. Die 20jährige Sklavin diente seit dem 2. April 1907 bei dem 30jährigen Freischulzcngutsbesitzer Friedrich Brandt in Kcmpendorff, Kreis Saatzig. Anfangs war's zum Aus- halten. Aber nachdem im Juni sich Herr Brandt ein Weiblcin angeheiratet, brach für Knecht und Magd eine Zeit des Leids und Fastens an. Der Knecht bekundete eidlich, er habe mehrmals Fleisch mit Maden, oft schlecht gebackencs, verschimmeltes Brot und auch nicht genug zu essen bekommen. Er sei aber oft zu seinen Eltern nach Hause gegangen und habe sich dort satt gegessen. Das Mädchen konnte leider nicht nach Hause und hat daher aus Hunger die arme Tagelöhnerfrau Heincmann um Brot angebettelt, wie diese auch bekundet. Am 10. November hat Emilie ihre Herrin dreimal um Abendbrot angebettelt, jedoch ohne Erfolg. Sie mußte hungrig zu Bett. Am anderen Morgen früh um liiS Uhr mußte sie aufstehen und in den Kubstall zum Melken. Als sie nach 6 Uhr noch mit dem Melken beschäftigt war, dauerte der gnädigen Frau Brandt die Zeit zu lange. Ihr Herr Gemahl lief schnurstracks in den Kuhstall und schlug das Mädchen mehrmals auf den ftop?. Das war dem Mädchen doch zu toll: sie verliest den Dienst. Des- halb erhielt sie ein Strafmandat. Vor dem Jakobshagener Schöffengericht klagte sie ihr Leid und erklärte, daß Brandt für seine Familie öfter anderes Brot aus Jakobshagen geholt hätte, Gemma an. Etwas tiefer fällt ein heller Stern fast genau im Ost- westkreise auf: es ist der rötliche Arkturus im Bootes, unter dem noch einige Sterne der untergehenden Jungfrau sichtbar sind. Unterhalb dcS Herkules breiten sich die ausgedehnten Stern- bilder des Schlangenträgers und der Schlange aus. Unfern dieser, tief im Südwesten, leuchtet wieder ein heller Stern, der rote Antares im Skorpion, an den sich als weiteres Tierkreis- bild die Wage anschließt. Den nordwestlichen HimmelSteil füllen die allbekannten Sternbilder des großen Bären und feines umgekehrt gestellten, verkleinerten Abbildes, des polnahen kleinen Bären aus, zwischen denen sich, vom Scheitelpunkte ausgehend, die lange Reihe der schwächeren Sterne des Drachens hindurch windet. Die Wandelsterne sind in diesem Monat bis auf Saturn und Venus unsichtbar. Benus ist anfangs l'/z, zuletzt S1/« Stunden am Morgenhimmel in den Zwillingen sichtbar und entwickelt sich wieder zu prachtvoller Erscheinung. Am 11. d. M. strahlt der Planet in seinem größten Glänze. Er geht dann etwa gegen 2 Uhr auf. Am 22. d. M. zieht der Mond als abnehmende Sichel(ö'/g Grad nördlich) an ihr vorüber. Saturn. dessen Stellung in den Fischen wir bereits oben beschrieben haben, ist während des größten Teiles der Nacht zu sehen. Sein Aufgang erfolgt jetzt etwa gegen 10 Uhr, Anfang September gegen 8 Uhr abends. Am 15. August findet ein Zusammentroffen des Planeten mit der zum größten Teile noch beleuchteten Mondscheibe statt. Der Mond steht etwas nördlich des Saturn. Ein grostartiges Projekt in Indien. Die britisch-indische Re- gierung beschäftigt sich mit einem außerordentlichen Projekt auf dem Gebiete des Wasserbaues, das die Regulierung der Strom- Verhältnisse im Pendschab Vorsicht. Der Indus, Jelum, Chenab, Bcas, Ravi und Sutley sollen in einer Weise durch Kanäle mit einander verbunden werden, daß das Niveau der Gewässer sich bei Anschwellen eines der Ströme stets ausgleicht. Durch diese Kana- lisierung soll gleichzeitig eine sichere ausreichende Bewässerung des Pendschab vorgesehen werden. Bisher war die Bewässerung, von zwei Faktoren abhängig, da einesteils im Norden die Eisenbahn Sind-Bombay und andcrnteils im Süden der Rao von Cutch aus die Frage Einfluß nahmen, so daß es stete Erörterungen zwischen der Eisenbahngesellschaft und dem Bewässerungsdepartement gab. Wenn einmal die großen Bewässerungsanlagen im Pendschab, die im Bau begriffen sind, vollständig sein werden, wird das Bc- wässerungdcpartcment in der Lage sein, die tief gelegenen Land- striche sowie die Salzmarschen mit Wasser zu versehen. Augenblick- lich ist man bereits imstande, für die nächsten dreißig Jahre über das nötige Kapital zur Ausführung der Arbeiten zu verfügen. Mnschelgeld. Auf den Inseln der Salomongruppe in Australien kommt, wie Mr. Woodford in der Wochenschrift„Nature" mitteilt, das sogenannte Malaita-Schalenperlen-Geld in den Handel. Man unterscheidet drei Arten in der Fabrikation desselben: eine weiße aus der Muschel der Area granosa, eine rote ans der Charna paeiflea und eine schwarze ans einer großen, schwarzen Muschel hergestellt. Die Schalen werden zuerst in regelmäßige Stücke in Sozialem „Appetitliches" aus Bäckereien und Fleischereien wird wieder einmal mitgeteilt in dem amtlichen Bericht über „das Gesundheitswesen des preußischen Staates im Jahre 1906", der von der Medizinalabteilung des preußischen Kultusministeriums bearbeitet worden ist und jetzt ge- druckt vorliegt. Die Klagen, daß eS in Betrieben dieser Art manch- mal recht unsauber zugeht, waren immer noch sehr zahlreich. Sie tarnen im Berichtsjahr wieder aus fast allen Bezirke» und lieferten aufs neue den Beweis, wi e sehr hier eine strenge Ueber- wachung not tut. Im Regierungsbezirk Königsberg wurde von den Kreis» ärzten in ihren RevistonSberichten oft hervorgehoben, daß in Schlachfftätten der Oclanstrich fehlte und der Zementfußboden schadhaft war und daß auch die Einrichtung der Abwassergruben zu wünschen übrig ließ. In den Bäckereien mangelte es oft an Sauber« keit der Wände und der Geräte sowie an Reinlichkeit bei der Auf- bewahrung des MehleS. AuS dem Regierungsbezirk G u m b i n n e»> wurde berichtet, daß im Kreise Niederung die Werkstätten der Bäckereien und der Fleischereien bielfach unsauber und zu klein waren. In einer Bäckerei diente der Verkaufsraum gleichzeitig als Schlafraum, in einer anderen wurde die Backstube zugleich als Küche benutzt. Daß die Bäckerei- und Fleischereiwerkstätten bisweilen unsauber waren, ist auch im Regierungsbezirk A I l e n st e i n beobachtet worden. Im Kreise L h ck wurde mehrfach von Schlächtern Wurst in Schlafräumen her- gestellt, bei einem Bäcker fand der revidierende Kreisarzt im Backraum Betten. Aus dem Regierungsbezirk D a n z i g wurde ge- meldet, daß in Elbing in zwei Bäckereien schmutzige Backtücher be- anstandet werden mußten. In Marien bürg hauste ein Bäcker in einem Keller, der so niedrig, eng und dunkel und mit Ungeziefer besetzt war, daß man den Meister nötigenmußte, auszuziehen. Auch ländliche Bäckereien des Kreises waren sehr unreinlich. Im Re- gierungsbezirk Marien Werder beobachteten dte Kreisärzte wiederholt Mißstände in Fleischereien und Bäckereien. In Graudenz wurden in 37 besichtigten Bäckereien zahlreiche Mängel gefunden; sie waren in einer Bäckerei so arg. daß diese geschlossen werden mutzte. In Marienwerder stellte ein Psefferküchler seine Ware in Wohn- und Schlafräumen her, die Zutaten standen umher in schmutzigen Bs- bin. Jedes persische Herz, höher schlagen bei dein sich an Meine Fahnen sind bei dieser Gelegenheit Meine Regierung lvird nicht der Größe eine» Pfennigstücks gebrochen. Zunächst werden sie in der Form einer rauen kreisförmigen Scheibe geschnitzt, die den Durch- schnitt einer Erbse hat. Endlich gibt man ihnen die Gestalt auf einem Stein, indem die Bruchstücke auf der platten Oberfläche eines Stück weichen Holzes, das halbkreisförmig geschnitten ist, befestigt werden. Dieser Stein ist sehr selten und ungeheuer kostbar. Nach- dem man ihn vermittelst einer Pumpe durchbohrt hat, werden die Perlen an Schnüren aufgefädelt. Die Art und die Farbe der letzteren bestimmen ihren Wert als Münze. Humor und Satire. Thronrede. (Zur Eröffnung des neuen persischen Parlaments.) Erlauchte, edle und geehrte Herren I Seit Ihrer letzten Tagung ist in Meinem Reiche mancherlei vorgefallen. Der unerbittliche Tod hat erhebliche Lücken in Ihre Reihen gerissen. ES hat Allah ge- fallen, daß Ich Ihr Haus mit russischen Kanonen bombardierte. I» seinem unerforschlichen Ratschluß hat er eS so gefügt, daß Ich in diesem Kampf Sieger geblieben besonders also das Ihrige, muß Gedanken, daß das Waffcnglück gehestet hat. Zwölf von Jljnen erschossen worden. Ehre ihrer Asche! verfehlen, Sie deswegen um Indemnität zu bittem Denn über alles Seht Mir die Konstitution. Und dieser konstitutionelle Gedanke hreibt vor. jedesmal Ihre nachttäaliche Genehmigung einzuholen, wenn Ich Parlamentarier einzeln oder in Gruppen füsilieren lasse. Nur auf diese Weise wird ein gedeihliches Zusammenarbeiten von Negierung und Volksvertretung gesichert. Sieben von Ihnen sind gehenkt worden. Es wird Ihnen alsbald ein Gesetz j zur Neliktenversorgung zugehen. Im Anschluß hieran werden Sie eine neue Galgenverordnung zu beraten haben, damit alle Abgeordneten, die. Ich im Laufe der eben begonnenen Legislaturperiode aufknüpfen lasse, gleichmäßig, hoch hängen. Eine differentiolle Behandlung in dieser Hinsicht verträgt sich nicht mit der Gleichheitsidee, die Unsere von mir beschworene Verfassung zum Ausdruck bringt. Siebenunddreißig Abgeordnete sind eingesperrt und tragen zur Zeit Ketten von verschiedener Länge und Dicke. Das Gesetz läßt eS im Unklaren, ob diese eingekerkerten, er« tauchte, edle und geehrte Herren meines Parlaments, während Ihrer Haftzeit Diäten beziehen sollen oder nicht. Sie werden sich mit der Ausfüllung dieser Lücke im Gesetz durch Neliordnung der Materie zu beschäftigen haben. Ein weiterer Entlvurf lvird Ihnen den Ausbau der Immunität bringen und für alle Folgezeit verbürgen. Meine Regierung steht auf dem Stand« Punkt, daß kein Abgeordneter für das, was er in Ausübung seines Mandates spricht oder tut. verfolgt werden darf, es sei denn durch Soldaten, die ihn niederknallen oder verstümmeln, beziehungsweise durch Büttel, die ihn auspeitschen oder erdrosseln. Kein Abgeordneter darf seinen zuständigen Kosaken entzogen werden. Und so heiße Ich denn die Ucberlebenden«ir neuen Session herzlich willkommen! („Lustige Blätter".) hältern, der Stubenofen diente als Badofen, schmutzig waren auch 15 e funden wurden. Ebenda zeigten sich alle 25 be der Pfefferküchler und seine Frau. In Mewe fand sich in einer fichtigten Schlächtereien schmuzig und auch sonst und verstaubter Tortenbelag auf schmutzigem tocht. Verfammlungen.$ 8.0 Konditorei faulendes Ei in schmußigem Glase mangelhaft; in einer wurde im Wurstfessel wäsche ge Buchbinderverband. In der Generalversammlung, welche die Zahlstelle Berlin am Donnerstag abhielt, wurde der GeschäftsZeitungspapier. Jm Regierungsbezirt Potsdam Solche Mißstände und efelerregenden Schweinereien bilden eine und Stassenbericht für das zweite Quartal erstattet. Der Vors wurden in den Städten vom Kreisarzte zu den Be- Gefahr für das Arbeitspersonal wie für die konsumierende Be sigende Klaar gab einen Ueberblick über die Tätigkeit der Organi fichtigungen der Schlächtereien vielfach auch der Kreistierarzt völkerung. Der Bericht erwähnt, daß in Düren der Kreisarzt und fation. Es ging daraus hervor, daß in der Abhaltung von Ver und der Gewerbeinspektor hinzugezogen. Mangel an der Gewerbeinspektor bei Besichtigungen von Bäckereien mehrfach sammlungen, Sizungen usw. eine lebhafte Tätigkeit in allen Sauberteit, an genügender Belichtung, an vom Personal gebeten wurden, die Abschaffung der Kellerbäckereien Branchen entfaltet worden ist. Durch Verhandlungen mit vers Waschgelegenheit wurde wurde oft festgestellt. In zu bewirten. Tatsächlich wird der Kampf gegen die schiedenen Firmen, wo Differenzen bestanden, sind die Interessen Schlächerei lag ein Kellerraum so tief, daß am Schmutzereien, denen man in Bäcker- und Schlächterwerkstätten der Mitglieder gewahrt worden. Eine größere Zahl von Ver hellen Tage tünstliche Beleuchtung nötig war; in einer anderen begegnet, fast nur von der Gehilfenschaft unterstützt. Nur zu ſammlungen machte sich nötig aus Anlaß der Portefeuillerlag ein Raum zur Bereitung von Dauerwurst un- oft wehren Meister und Unternehmer sich hartnäckig gegen jede noch bewegung, die, wie bekannt, mit dem Abschluß eines neuen Vermittelbar über dem Abort des Hauses. In den so notwendige hygienische Verbesserung, sobald sie ihnen unbequem trages endete. Im allgemeinen fönne man mit den Ergebnissen Bädereien lagerten oft die Backwaren im Hausflur auf der werden und Geldausgaben verursachen könnte. " Aus der Frauenbewegung. Ethik oder Egoismus? " 1 des Quartals zufrieden sein. Zwar sei ein geringer Mitgliederverlust eingetreten, doch werde es durch rege Agitation gelingen, die Mitgliederzahl bald wieder auf ihre seitherige Höhe zu bringen. -Der Kassenbericht zeigt für die Hauptkasse in Einnahme und Ausgabe die Summe von 31 783 M. Die Bokaltasse verzeichnet eine Einnahme von 53 246,58 M.( einschließlich Bestand), eine Ausgabe von 9015,36 M., und einen Bestand von 44 231,22 m. Für Unterstützungszwecke( aus der Haupt- und der Lokaltasse zua sammen) wurden verwandt: An Arbeitslose 13 483 M., an Stranke 1710 M., an Gemaßregelbe 443 M., für Lohnbewegungen 465 M. fächlich deshalb, weil eine größere Bahl wegen rüdständiger Beiträge gestrichen wurde. Auf dem paritätischen Arbeitsnachweis wurden verlangt 281 männliche und 626 weibliche Personen. Be setzt wurden 235 Stellen mit männlichen, 411 Stellen mit weiblichen Personen. Zur Aushilfe wurden verlangt 208 männliche, 353 weibliche Personen. Aushilfsarbeit erhielten 206 männliche, 317 weibliche Personen. Die Arbeitsvermittelung war im zweiten Quartal, was die Zahl der verlangten Arbeitskräfte betrifft, geringer als im ersten Quartal, auch waren die vergebenen Arbeiten von fürzerer Dauer als im ersten Quartal. Nachdem die Diskussion über die Berichte erledigt war, beschloß die Versammlung, den ausgesperrten Stollegen in Pforzheim den Ertrag der Maisammlung, 1800 M., zu überweisen. Ferner wurde beschlossen, den arbeitslosen Mitgliedern, welche seit länger als vier Wochen im Bauge von Arbeitslosenunterstützung ausgesteuert und mindestens ein Jahr Mitglied find, eine Ertraunterstübung von je 10 M. zu zahlen. Dieser Beschluß soll bis zum 1. Januar 1909 gelten. Als Revisoren wurden kalisch und Frau Schemien geZentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk NO. Heute abend 9 Uhr in Bachuras Klubhaus, Landsberger Straße 85: Bortrag. Erde oder auf den Treppen. Mehrere Bäckereien und Schlächtereien, die in Kellern untergebracht waren, mußten geschlossen werden, bei anderen wurde nach Verbesserung der BeLeuchtung und Entlüftung die Weiterbenutzung gestattet. Im Regierungsbezirk Frankfurt a. D. besichtigte in Frankfurt der Streisarzt 33 Bäckereien; 13 davon lagen im Keller und hatten nicht die vorgeschriebene Höhe, aber auch bei Auf dem Verbandstage der deutschen Bureaubeamten" wurde den anderen zeigten sich Mängel, bielfach eine nicht genügende Be auch die Frage der Frauenarbeit behandelt, wobei es zu lebhaften Leuchtung infolge von Enge der Höfe. Uebelstände wurden auch bei Auseinandersetzungen" über einen diesbezüglichen Vortrag von einem Schlächtereien festgestellt, Unſauberkeit, Mangel an Brunnen, Fehlen Berliner Referenten gekommen sein soll. Auf den Inhalt des Ne- Die Mitgliederzahl ist von 6252 auf 6008 zurückgegangen, hauptdes Delanstrichs. Mehrfach war kein besonderer Schlachtraum vorhanden, geschlachtet wurde auf schmutzigen Höfen; in einem Fall ferates, das in den Zeitungsberichten nicht wiedergegeben ist, läßt diente die Wursttüche als Schlafraum. Aus dem Regierungsbezirk aber eine vom Borstande eingebrachte und gegen 3 Stimmen vom Stettin meldet der Bericht, daß im Kreise Cammin die Verbandstage angenommene Resolution schließen. Sie lautet: Bäckereien meist alt und dunkel sind und infolge der Wir betrachten die Frauenarbeit auf den Bureaus der RechtsSchweinezucht schmuzige Höfe haben. Jm Kreise Greifen- anwälte und Notare aus ethischen Gründen für schädlich und berg fanden sich in den Backstuben gewöhnlich bekämpfen sie deshalb. Wir sind aber überzeugt, daß wir unter Wirtschaftsabfälle und Schweinefutter. Auch in den heutigen Verhältnissen die Frauenarbeit in den Bureaus dulden Stettin wurden gesundheitsschädliche Mängel festgestellt. Im Re- müssen, aber nur insoweit, als sie sich auf die Bedienung der gierungsbezirk Röslin gab es eine Bäckerei, in deren Backstube Schreibmaschine und Aufnahme von Stenogrammen beschränkt, Jauche eindrang. In Posen hatten namentlich die Keller- halten uns jedoch für verpflichtet, dahin zu wirken, daß die Zahl bädereien teils zu enge Räume in unsauberem Zustande, teils der beschäftigten weiblichen Angestellten zurückgeht, insbesondere da, Rattenplage, und die Fleischereien zeigten ähnliche Mißstände. Jm wo diese Zahl zur Zahl der beschäftigten männlichen Angestellten Kreise osch min lagen in einer Fleischerei neben Fleisch in feinem angemessenen Verhältnis steht." und Wurst alte Lumpen und schmutzige Kinder= Warum die Frauenarbeit in den Schreibstuben der Rechtswäsche; in Bäckereien standen mehrfach Teig und Backware anwälte aus ethischen Gründen schädlich und bekämpfenswert sein auf Gestellen neben Düngerhaufen. Klagen find auch soll, ist nicht recht ersichtlich. Vielmehr scheint uns, daß aus den Regierungsbezirken Bromberg, Breslau, Oppeln, sich hinter den ethischen ziemlich materielle und egoistische Sprottau verzeichnet. Dreizehn Bäckereien Bres wählt. Die letzten Säße der Resolution lassen laus mußten geschlossen werden. Im Regierungsbezirk Gründe verbergen. Liegni förderte in Lüben die Besichtigung der Bäckereien bas deutlich erkennen. Es ist ja bekannt, daß in den unerhörte Schmuzereien"( so sagt der Bericht) zutage. bürgerlichen faufmännischen Gehilfenkreisen eine feindselige Stimmung Namentlich fehlte jede Waschgelegenheit. Zwei Meister wurden be- gegen die weiblichen Berufsgenossinnen herrscht, die sich oft in recht straft, weil sie trotz Verwarnung Hunde und Katzen in den Back- eigentümlichem Lichte tundgibt. Gut wäre es, wenn die Herren bestuben hielten und die Brote im schmugigen ausflur greifen würden, daß die einzigen ethischen" Gründe, die gegen die lagerten. Der Raum gestattet uns nicht, alle Mitteilungen des Frauenarbeit sprechen, die oft miserablen Löhne find, und statt in Berichtes hier wiederzugeben, die Klagen aus den Regierungs- realtionärem Eifer ihre Straft zwedlos zu verpuffen, sollten die Verbezirken Merseburg, Erfurt, Magdeburg, Münster, Osnabrück, Kaffel, Düsseldorf, Aachen, Trier müssen wir unberücksichtigt lassen. Berid bändler lieber versuchen, ihren Kameradinnen zu menschenwürdigen fichtigt fei nur noch der Regierungsbezirk Lüneburg, to im Streise Arbeitsbedingungen zu verhelfen. Gifhorn von 36 besichtigten Bädereien 30 unsauber Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 6. Auguft. Neues fgl. Operntheater. Die Meistersinger.[ Anfang 6 Uhr./ Anfang 8 Uhr. Neues. Der Berriffene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2X2= 5. Die Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Walzeitraum. • Schiller 0.( Wallner Theater.) Fidelio. O Friedrich Wilhelmistädt. Schanspielhaus. Ein Rabenvater. Bernhard Rose. Das Geheimnis von New York. Metropol. Das muß man feh'n. Ripollo. Bera Violetta. Spe zialitäten. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt davon. Borher: Es lebe das Nachtleben. Pafiage. Berlin in Stimmung. Spezialitäten, Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. COLDCISCHER Z CARTEN Heute, ab 5 Uhr nachm. Gastspiel der Kapelle d. Leib- Gren.- Rgts. ,, König Friedr. Wilhelm III." ( 1. Brdbg.) No. 8, Dirigent: Kgl. Stabshoboist W. Lebede- Frankf. a. O. Passage- Theater, Abends 8 Uhr: BELLINI Berliner Prater. Die Belt ein Der König aller Gedankenleser Paradies. Anfang 7 Uhr. Carl Saverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Schiller- Theater O. ( Wallner- Theater.) Morwin- Oper. Donnerstag, abends8Uhr: Fidelio. Dper in 3 Aufzügen v. L. v. Beethoven. Freitag, abends 8 Uhr: Gaftspiel Heinrich Bötel: Alessandro Stradella. Sonnabend, abends 811 br: Oberon, König der Elfen. Kleines Theater. Donnerstag, den 6. Auguft cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. abendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dstar Strauß. mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden ::: Gedankenübertragungen:: Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Heute abend 10 Uhr: Rofenthaler Straße 11/12: Generalversammlung 8, Uhr bei Buhl, Danzigerstr. 93. Leje und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Heute abend Eingegangene Druckschriften. März", Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: 2. Thoma, H. Hesse, A. Langen, K. Aram. Erstes Augustheft. Preis 1.20 M. Berlag von A. Langen in München. Diez? Spezialitäten- Theater Metropol Theater Schweizer Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Ob Regen! Das neue und befte Programm Berlins. Täglich: Die größte und beste Raubtiergruppe der Gegenwart. Gebr. Bigler. 10 Riefen- Löwen u. 8. Riefen- Bären. Anfang 3 Uhr. Entree Bochentags 20, Sonntags 30 Pf. 000 Täglich: Boltsbeluftigungen aller Art.0000000 Vereinsbrauerei Rixdorf Hermannstr. 214-219. Hermannstr. 214-219. Allen meinen werten Gönnern, Freunden und Bekannten mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Oekonomie des oben genannten Etablissements 3860L* am 1. Oktober d. J. übernehme. Es soll mir eine ehrenvolle und angenehme Aufgabe sein, auch an der neuen Stätte meiner Wirksamkeit den Ruf meiner guten Küche zu erhalten. Hierdurch und durch sorgsame Pflege der vorzüglichen Bierc der Vereinsbrauerei Rixdorf( Berliner Kindl u. JohanniterBräu) werde ich bestrebt sein, den Kreis meiner verehrten Bekannten zu befestigen und zu erweitern. Für die kommende Wintersaison erbitte ich Bestellungen auf Säle und Vereinszimmer, zur Abhaltung von Hochzeiten sowie jeder anderen Festlichkeit möglichst frühzeitig nach meiner jetzigen Wohnung und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Max Wendt Wohnung: Rixdorf, Hermannstr. 31 I. früher Inhaber der Industrie- Festsäle, Berlin. Gebrüder pollo a HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Täglich die Novität: DERNHARD ROSE THEATED Das kommt Br. Frankfurter Str. 182. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Spezialitäten. Anfang 4%, Uhr. 11. a.: Vineta. Karl Braun. P. Coradini. Friedrich- Wilhelmstädtisches Reichshallen- Theater 8 r. Schauspielhaus, 8 upr. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Pily. Donnerstag, den 6. August: Ein Rabenvater. Schwant in 3 Aften v. Jarno ut. Fischer. Freitag: Ein Rabenvater. Sonnabend: Gin Rabenvater. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Täglich: davon! mit dem Vorspiel: „ Es lehe das Nachtleben!" N Komödie in 3 ften von Anton und Donat Herrnfeld. Promenaden- Konzert im herrlichen Sommergarten und auf der Pergola. Novität! 9½ Theater Novität! 9½ 322. Das muß man seh'n. Revue in 12 Bildern m. Gef. undan. Anfang 8. Uhr. Rauchen gestattet. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direkt.: Willi Voigt. Täglich: Unsere blauen Jungens. Erstklassige Spezialitäten. Bollini Truppe Kurt Ellys The 5 Violettes Powel and Powel Adolf Hartley. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. Freitag, den 14. Aug.: Gr. Benefizs vorstellung für Käte Bach. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Berliner Herzen. Bollsstud in 2 Aften. Dazu erstklassige Spezialitäten. Garten. Am Königstor Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Jeden Abend Berliner Leben. 10 Uhr: Bolts stüd mit Gesang in 3 Bildern. Seben Kinderfreudenfeft. Borsbeluftigungen. Sinematograph. Entree 30 Pf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei ungünst. Witterung i.Theater. Dressierte Elefanten. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Ostbahn- Park 00000000000000000000 Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71 Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 41, Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. 28ir empfehlen unseren Lesern: Max Kliems Unser Wald Hasenheide 13-15. Vera Violetta.rtifische Zeitung: Bernhard Lango von Curt Grottewitz, Baubeville- Operette v. Edm. Eyster. Täglich Großes Konzert, Theater- Gerausgegeben von Wilhelm Bölsche. In Szene gejezt vom Dir. N. Sier und Spezialitäten- Vorstellung. Vorher Uhr: Die neuen Attraktionen. W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16 Benefiz: Käte Reich. Die Haubenlerche ob. Die Ehre eines armen Mädchens. Borher: Die nenen Spezialitäten. Anf. 6 Uhr. Kaffeetüche 3-6 Uhr. Mittwoch: Kinderfest. Heute Donnerstag: Elite- Tag. Volksgarten- Theater am Bahnhof Gesundbrunnen. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. ,, Goldene Herzen" Boltsposse mit Gefang in 3 Affen. Nenes RiesenProgramm. Kottbuser reis broichtert 2,50 M., gebunden Mit zahlreichen Abbildungen. 3,-M. Das Buch ist von der Presse durchweg günstig besprochen worden. 2. Aufl. Preis brosch. 60 Bf., geb. 1,-M. Bon bemfelben Verfasser ist noch erschienen: Sonntage eines großstädtischen Arbeiters in der Natur. Mit einem Vorwort von Wilh. Bölsche. Bährend und nach der Borstellung: Sanssouci, Strasse Expedition des Vorwärts, Benefiz- Ball. Stettiner Herren- Stoff- Reste Wer- Stoff- hat Sänger. Anf. Wochentags 8 Uhr, Sonntags Uhr. Neichs hallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. zu Herrenanzügen spottbillig, feinste fertige Herren ohne Konkurrenz Cheviots, anzug, 20 m. Fabritate, Stammgarne, neueste Muster von 4 M. an ver 2 Unpr., feinste But, gold. Medaille. Meter, reine Wolle. 148/8 Für gut. Sig betam Ludwig Engel, Prenzlauer Ludwig Engel, Prenzlauer ftraße 23, II.( Alexanderplatz.) ftrafe23, II.( Alleganberpl.) Gegr.1892 Spezialität: Anzug kompl. nach Maß ,, Napoleon". 36,00. Ein Versuch führt zur dauernden Kundschaft! Direktion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Erstklassige Nummern. Tanz Gr. Elite- Soiree Kränzch. Hoffmanns Nordd. Sängern bon Beg. Sommt. 5, mochent. 81. Der große Theaterfanl ift noch für einige Mitt woche zu vergeben. Lindenstr. 69, Laden. Möbelfabrik Julius Apelt 6 Adalbert- Straße 6 Hochbahnhof Rottbuser Tor ( früher Stalizer Straße 6). Freie Volksbühne. Eröffnungsvorstellungen des Spieljahrs 1908/09 Sonntag, den 30. August, nachmittags 3 Uhr: Lessing- Theater Friedrich- Karl- Ufer 1. Neues Schauspielhaus Nollendorf- Platz 7/8. Die versunkene Glocke. Die Kinder der Exzellenz. Lustspiel in 4 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen u. W. Schumann. 1. Abteilung. Thalia- Theater Dresdener Str. 72/73. Te Deum. Komödic in 5 Aufzügen von Ernst Rosmer. Märchendrama in 3 Aufzügen von Gerhart Hauptmann. 4. Abteilung. 11. Abteilung. Sämtliche Nachmittagsvorstellungen sind geschlossene. zensurfreie Vereinsvorstellungen, zu denen nur Mitglieder Zutritt haben gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte. Die Mitgliedskarten müssen aus den Zahlstellen abgeholt werden und müssen je 2 Marken enthalten. Das Einschreibegeld beträgt 90 Pfennig, ebenso der Augustbeitrag der alten Mitglieder. Die Vereinsschrift ,, Freie Volksbühne" erscheint einige Tage vor der ersten Vorstellung und wird in den Zahlstellen unentgeltlich an die Mitglieder ausgegeben. Das Programmheft enthält außer den einführenden Besprechungen der Stücke, Aufsätze, Gedichte, die Protokolle der Generalversammlungen, Vereinsmitteilungen, Inserate und die Theaterzettel mit den Verzeichnissen der mitwirkenden Künstler. erste 12.( Abend.) Abteilung Montag, den 7. September, 8 Uhr im Neuen Schauspielhause: Goethe: Faust I. Teil. ( Für die Abendvorstellungen sind vorläufig mit der Direktion des Neuen Schauspielhauses zur Aufführung vereinbart: Goethe: Faust I. Teil, Hebbel: Judith, Shakespeare: Julius Cäsar.) Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. 241/10 25 Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands Am Sonnabend, den 8. August 1908 findet zu Ehren des 25jährigen Bestehens des Zentral- Verbandes der Zimmerer Deutschlands eine Jubiläumsfeier des Verbandes in den Gesamträumen der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114, statt. I. Großes Gartenfeft. Beginn nachmittags 4 Uhr. ** a) Doppel- Konzert, b) Turnerische Aufführungen, c) Gesangsvorträge, d) Künstlerische Darbietungen. Großes Monster- Feuerwerk. Abends: 1. feftaufführung im großen Saale. Beginn abends 7, Uhr. a) Musikaufführung, ausgeführt vom Berliner Sinfonie- Orchester, b) Festrede, gehalten vom Verbandsvorsitzenden Fritz Schrader- Hamburg, c) Festgesang, gesungen vom Gesangverein Typographia. Die neue Macht. Festspiel in drei Aufzügen von E. Preczang, aufgeführt von 16 erstklassigen Schauspielern und Schauspielerinnen. Festspielleiter: Herr Emil Walkotte. Nach Beendigung des Festspiels in beiden Sälen des Etablissements: Großer Sommernachts- Ball. Herren, die daran teilnehmen wollen, zahlen 50 Pf. nach. 254/17 Eintrittskarten a 30 Pf. sind in allen Bezirkszahlstellen sowie im Bureau des Verbandes, Engelufer 15, vorn 3 Treppen, Zimmer 50, zu haben. HasenArnold Scholz Neue Welt. belde 10-114. Elite- Tag! Abends 10 Uhr: Großes Doppelkonzert. Spezialitäten- Vorstellung. Mr. Gadbin II. tollkühner Kopfsprung aus der 6. Etage. Monster- Feuerwerk Anfang des Konzerts 5 Uhr. Entree 50 Pf. Abgerissen a. unmodern an Garderobe brauchen Sie bei unseren Preisen nicht zu gehen. Wir empfehlen getragene Monatsgarderobe in feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herr schaften, Doktoren, Kavalieren nur Wochen gebrauchte 8846L* Monats- Anzüge. 7, 10, 14, 18 M. Monats- Paletots 5, 8, 12, 16 M. Hauptgeschäft: J.Wand Große Frankfurter Str. 116 2. Geschäft: Chausseestr. 89 8. Geschäft: Chausseestr. 86 Bekanntestes Spezial- Geschäft für Monatsgarderoben Berlins. Das Komitee. Müllerstraße 142 Pharus- Säle Millerstraße 142 Sonnabend, den 8. Auguft 1908: * Großes Sommerfeft* unter Mitwirkung 66/9 des Gesangbereins ,, Nordwacht", M. d. A.-S.-B., Dirigent R. Blobel. Außerdem: Auftreten erstklassiger Spezialitäten sowie turnerische Aufführungen. Großes Feuerwerk. Fackelpolonäse. Kinder erhalten einen Bon zur Stocklaterne gratis. Eintritt 20 Pf. Programm an der Kasse 10 Pf. Anf. 6% Uhr. Im Empire- Saal: TANZ. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in beiden Sälen ftatt. Der Oekonom. פשר Die ersten Oderbruch- Gänse, I. Qualitat, treffen Am 3. August 1908, morgens 5 Uhr, verschied nach schwerem, langem Leiden meine inniggeliebte Frau Anna Ulrich geb. Kawier im Krankenhause Westend. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4, Uhr, statt. 38592 Der trauernde hinterbliebene Ehemann Albert Ulrich, Tegeler Weg 6, 1 Tr. rechts. Nach langem, schwerem Leiden entfchlief am 4. Auguft meine liebe Frau, Mutter Antonie Ziepke geb. Wünsche im 28. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an 8885 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 7. August, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Ge meindefriedhofes in Reinidendorf, Humboldt straße, aus statt. Am 2. August verstarb plötzlich, bom Herzschlage getroffen, meine liebe gute Frau, Lante und Schwägerin Antonie Wichert im 35. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. August, nachmittags 5 Uhr, vom Gethsemane Friedhofe, Nieder Schönhausen8915 Nordend, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Teilnehmern bei der Beerdi gung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Robert Vogel fagen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dant. 8905 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes Friedrich Bartolein sage ich allen Bekannten besonders den Kollegen der Firma Salomon meinen besten Dant. 38612 Witwe Charlotte Bartolein. Es empfiehlt sich bei eintretendem Trauerfall möglichst fofort Westmanns Trauermagazin Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a, an den Kolonnaden, 2. Haus von der Jerusalemerstraße, und NO., Gr. Frankfurterstr. 115, 2. Haus von der Andreasstraße, sweds Auswahl d. passenden Trauergarderobe aufzusuch. Um dem Publikum einen besonderen Vorteil zu bieten, gewähre ich auf diese Auzeige hin bei Kauf 10% Rabatt in bar! Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Reinhold Nerlich ( 18. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Heilig KreuzKirchhofes( Mariendorf) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 236/5 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Reinhold Nerlich am 4. d. M. an Blutvergiftung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freis tag, den 7. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuzkirchhofes in Marien120/7 dorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Am Montag, den 3. d. Mts., verschieb am Herzschlag in Bad Dehnhausen mein innigftgeliebter Mann, unser herzensguter Bater, Sohn, Bruder und Dntel, der Gastwirt 8895 Vinzent Poremba im 43. Lebensjahre. Dies zeigt im tiefften Schmerz im Namen der trauernden Hinter bliebenen an Hohenschönhausen, 4. Aug. 1908. Mathilde Poremba geb. Ungner. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des St. Hedwigs- Kirchhofes in Hohenschönhausen aus statt. SEO Steppdecken Extrapreise! Emil Lefèvre Berlin Süd. 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Bericht der Delegierten von der Gaut fonferenz. 3. Wahl dreier Mitglieder zum Gauvorstand. 4. Nechnungslegung des Verbandes und der Lokaltasse. 5. Verbandsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen Pflicht. Der Vorstand. 3..: F. Runge. Fr. Ia Gänseschmalz, gar. rein, Pfd. 1,40 Verband der Schneider, Schneiderinnen sowie alle Wurstwaren in bekannt guter Qualität. Die Eröffnung meiner Filiale Schöneberg Barbarossaplatz 2 und Wäschearbeiter Deutschlands. Donnerstag, den 6. Auguft, abends 8 Uhr, in Wilkes Fest. sälen, Brunnenstraße 188: Außerordentliche erfolgt am 13. August, und gelangen da Mitglieder- Versammlung selbst allle Waren in guter Qualität wie im Hauptgeschäft und zu gleichen Preisen zum Verkauf. Berlin, Fernspr. Max Schönwald, Luckauer Str. 16, Amt 4, 514. Filiale Barbarossaplatz 2, Fernspr. 6, 16852. Spezialgeschäft für feinen Aufschnitt und Mastgeflügel. Tages- Ordnung: 1. 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Vororten belief sich Anfang Juli 1908 die Zahl der KrankenkassenAn die organisierten Frauen des dritten Kreises. Heute abend ... Ueber den prinzipiellen Wert der Speisewagen ist mitglieder auf 845 082, um nur noch 484 mehr als Anfang Juli 1907, wo ihre Zahl auf 844 598 ermittelt wurde. Dagegen hatte 8 Uhr findet im Gewerkschaftshause, linker Seitenflügel, 3 r., fein Wort zu verlieren. Er ist selbstverständlich. Aber wie der zwölfmonatige Zeitraum von Juli 1906 bis Juli 1907 nody eine Besprechung über unsere fünftige Agitation und Organisation alles in diesem herrlichen Vaterlande, wird auch er zum einen Zuwachs von 23 217 Mitglieder gebracht. Bon Juli 1907 statt. Die Genoffinnen werden dringend um ihr Erscheinen ersucht. Monopol der Besitzenden. Sie fahren in diesem Monopol zu Juli 1908 hat die Zahl der weiblichen Mitglieder sich erhöht Die Vertrauensperson. gewohnheitsmäßig vorbei an den vollgestopften Wagen bon 300 923 auf 304 845, das macht noch ein Plus von 3922, wäh Bezirk Waidmannsluft. Diejenigen Genossen, welche noch vierter Güte, aus denen wenig liebevolle Blicke herüber- rend in den vorhergehenden zwölf Monaten 22 278 weibliche MitBilletts vom Sommerfest in Händen haben, werden aufgefordert, Die Zahl der männlichen Mitbis spätestens Sonnabend, den 8. August, bestimmt abzurechnen. fliegen. Und so werden die Speisewagenaristokraten ihre glieder hinzugekommen waren. Billetts, welche bis dahin nicht abgerechnet sind, gelten als berfauft. eigenen Totengräber. Sie essen und trinken sich selber das glieder hat von Juli 1907 au Juli 1908 fich ermäßigt von 543 675 Der Vorstand. Gericht, würde Luther sagen. Denn nichts kann auf- auf 540 237, um 3438, während hier von 1906 zu 1907 noch eine reizender" und„ berheßender" wirken als das Nebeneinander leine Zunahme, um 989, eingetreten war. von Speisewagen und vierter Klasse, von Sauberkeit und Schmutz, von Diner und Butterbrot. Berliner Nachrichten. Im D- und Ekzug. Kurz vor Mittag geht der D- Bug ab. Sehr voll ist es nicht, aber trotzdem zieht der Reisende es vor, in den Speisewagen überzusiedeln. Ein unerwartetes Honorar gestattet's, und neben der schönen Aussicht( und dem teuren Essen) winkt die belehrende Neisegesellschaft, die sich dort zum Diner zusammenfindet. Man sieht sich um und denkt an die Nacht, wo man im Personenzug vierter Klasse, mit fünfzig Menschen in einem Wagen, zwölf Stunden lang dahinpolterte, auf der selben Strecke. Das waren schlechtere Zeiten. Eines fällt im Speisewagen angenehm auf, wenn man aus dem Berliner Restaurationsleben kommt: die Abwesen heit der Dirnen, die in Ausübung oder doch Vorbereitung ihres traurigen Gewerbes nachgerade sämtliche Lokalitäten frequentieren. Nun, im Speisewagen ist am Ende bloß zu wenig Platz. Die paar Dutzend Leute müssen sich sowieso damit abfinden, daß mancher manchem fast auf den Teller spuckt. Bufällig find diesmal lauter Einzelgäste vorhanden, so daß man kaum ein Wort hört. Nur Klappern und Klirren, meist auch noch überdonnert vom Schüttern des Zuges. Er gehet seinen Schlendrian. Ueber die mangelhafte Benachrichtigung der Der Stadtverordnete Hermann Plischke wurde gestern unter Angehörigen von Personen, die in städtischen Angroßer Beteiligung auf dem alten Sophien- Friedhof an der Bergstalten verstorben sind, haben wir schon des öfteren leb straße neben seiner vor kurzem verstorbenen einzigen Tochter zur hafte Beschwerden anführen müssen. Es gewinnt fast den Anschein, legten Nuhe bestattet. Biele Vertreter des Magistrats und aller als ob eine prompte Erledigung von Todesnachrichten an die Hinter Stadtverordnetenfraktionen befanden sich unter den Leidtragenden. Noch einmal der städtische Friedhofsverwalter. Die Fahrt geht nach dem Westen: eine Anzahl unangenehmer Herren mit Grubenbesizermienen weist deutlich darauf hin. Einer hat seinen Sohn bei sich, einen älteren Nach nochmals über diesen Fall angestellten Recherchen müssen Studenten, der offensichtlich bös darüber ist, daß er über- wir zu unserm Bedauern erklären, daß die gesamte, in haupt mit anderen zusammen essen muß. Ihm wäre zu unserem Artikel vom 18. Juli gebrachte Sach empfehlen, daß er es machte, wie vielerorts die Schwestern darstellung von uns durchaus aufrecht erhalten in den Krankenhäusern, die während der oft sehr langen werden muß. Dienstzeit nichts genießen dürfen und deshalb, ein bischen Vorrat in der Tasche führend, sich zur Agung auf einen Ort zurückziehen, der ursprünglich nicht zur Aufnahme, sondern zur Absonderung von Nahrungsstoffen( wenn man da noch so sagen darf) bestimmt ist. unter anderem ers bliebenen für den Magistrat rein unmöglich ist. Jetzt ist uns abermals ein Fall dieser Art unterbreitet worden. Es handelt sich um In Nr. 166 vom 18. Juli schilderten wir das eigenartige Ver- den früheren Gastwirt Albert Warschun. Dieser war halten des Verwalters des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde feit 1870 in Berlin ansässig, von hier aus auch Soldat ge Emil Protz der Witwe Thies gegenüber. Herr Broz hat uns worden, zirka 20 Jahre Geschäftsinhaber, ein längeres Schreiben übersendet, in dem er bestreitet, die Witwe Herbergswirt der Bäderinnung in der Elisabethstraße, und gefragt zu haben, ob sie Geld habe und gleich bezahlen könne. Auch hatte prompt seine ziemlich hohen Steuern bezahlt. In den letzten sei es unrichtig, daß die Witwe die Beschaffung des Geldes für den Jahren hatte er unter mißlichen wirtschaftlichen Verhältnissen zu leiden. selben Tag versprochen habe. Er habe ferner die Frau nicht gänzlich Bor vier Jahren mußte er ein Strantenhaus aufsuchen. Von diesem abgewiesen, sondern ihr anheimgestellt zu wählen, wo es für sie am wurde er als hospitalit nach einer der Reinickendorfer An billigsten sei. Auf unsere Darstellung endlich, daß er von gestalten entlassen. Hier wurde Warschun in lezter Zeit derart leidend, zwungenen Sozialdemokraten" gesprochen und der Witwe bedeutet daß er ins Lazarett nach Summelsburg geschafft werden habe, sie solle doch mal zu den Sozialdemokraten hingehen, Geld mußte. In diesen Anstalten ist der Vater von seinen Angehörigen, werde sie wohl nicht erhalten, allenfalls einen Kranz mit roter besonders seinem Sohne Bernhard häufig besucht worden. Der Schleife, die Tür würde man ihr wahrscheinlich weisen" erwidert Rummelsburger Anstalts- Backmeister kannte den ehemaligen Bäckers der Herr:„ Der fettgedruckte Satz ist in gänzlich entstellter Form so kollegen und dessen Sohn. Dieser ist vom Vater auch dem Obergefaßt, daß er vollständig unwahr wird." Wie nach seiner Auffassung wärter gelegentlich der Besuche besonders vorgestellt worden. feine Bemerkung gelautet habe, gibt der Friedhofsverwalter in dem Am 25. Juli verstarb Barschun und wurde am 28. Juli auf dem städtischen Begräbnisplay in Friedrichs. Brief freilich nicht an. felde unter den Massengräbern beerbigt, ohne daß hiervon die Angehörigen Kenntnis hielten. Zwar hatte man dem Sohne unter dem 27. Juli die Todesnachricht zugesandt, aber nach einer Wohnung, die dieser vor 10 Jahren mal innegehabt hatte. Diese Nachricht kam an die AnDer Friedhofsverwalter hat es danach an dem angesichts des ſtalt als unbestellbar zurück. Eine weitere Forschung nach den An Schmerzes einer Witwe über den herben Verlust ihres Mannes gehörigen unterließ man und beerdigte den Verstorbenen wie ges doppelt erforderlichen Takt durchaus fehlen lassen. Er hat seiner schildert, trotzdem für ihn auf dem Georgen Kirchhof schon ausdrücklichen Dienstpflicht, gegen das Publikum höflich und be- feit dem Tode der Gattin eine Stelle reserviert war und scheiden zu sein und ihm in den dazu geeigneten Fällen die nötige bierbon. im hospital wiederholt Der Zug hält. Als er wieder in Bewegung ist, er- dienstliche Auskunft zu erteilen, nicht nur zuwidergehandelt, sondern hatte. Daß der Anstaltsleitung auch die je pige Adresse des fcheint der Zugführer: ft hier vielleicht noch jemand zu- hat seine Stellung als Beamter und die Natlosigkeit einer Witwe Sohnes bekannt sein mußte, beweist eine diesem aus dem gefommen) in Brandenburg?" und man stellt, während des au Schmähungen gegenüber dem Verstorbenen und Dritten aufs Rachlaß des Vaters behändigte Postkarte, die deutlich als Wohnung Fischganges, Betrachtungen an über das Wörtchen vielleicht" gröblichste mißbraucht. Die Bürger Berlins haben ein Recht, gegen läßlich des üblichen Besuchstermins, erfuhr der Sohn den Tod des Stralsunder Straße 44, I angibt. Erst am 1. August, an als Höflichkeitswendung. Eigentlich recht sinnlos! Entweder folches Verhalten energisch in Schutz genommen zu werden. Der ist Einer zugekommen oder nicht. Vielleicht? Das geht Friedhofsverwalter Protz hat offenbar auch jetzt noch nicht das Vaters zunächst vom Portier beim Eintritt. Nach weiteren Ernicht. Was anderes wäre es, wenn man einen preußischen richtige Empfinden für sein Verhalten. Er schreibt an uns fundigungen beim Direktor wurde die zurückgelangte Todesbenach Richter fragte:" Sind Sie vielleicht ein Klassenrichter?" unter anderem: Ich fühle mich schuldlos an dem Umstand, richtigung vorgelegt, aber nicht ausgehändigt; sie müsse bei den Denn das kann man in der Tat nie wissen.*) daß der Mann Ihnen zum Berbruß auf einem firchlichen Aften bleiben, hieß es. In der Anstalt erfuhr der Sohn, daß sein Vater Friedhofe Beerdigt worden ist." Noch jetzt ist also dem Herrn nicht am 21. Juli einen Schlaganfall erlitten hatte. Nachdem der Vater sich hier( Anmerkung für den Staatsanwalt:„ Klassenrichter" find flar, daß nicht die Frage, ob jemand auf einem kirchlichen oder von etwas erholt hatte, habe er nach seinem Sohne ber feine bewußten Rechtsverdreher, sondern ihrer selbst unbewußte auf dem Gemeindefriedhof beerdigt wird, in Betracht kommt, sondern langt. Diefer Bitte wurde aber nicht entsprochen. Produkte ihrer Klasse.) Unter den Papieren, die Warschun bei sich hatte, befand sich aber lediglich, daß durch gröbliches Verschulden des zur Naterteilung Aber die preußischen Zugführer sind schon auf dem und Unterstützung der Witwe verpflichteten Beamten der noch der Impfschein des Sohnes, der alle nötigen Personalien Wege der Erkenntnis und haben deshalb das überflüssige Wunsch des Verstorbenen, dessen Steuern zur Besoldung enthielt. Eine telephonische Requisition hätte hierdurch Höflichkeitswesen bereits ein wenig eingeschränkt. In der bes Friedhofsverwalters mitverwendet sind, unerfüllt geblieben wohl auch die nötige genaue Adresse beschafft, wenn die Verwaltung vierten Klasse 3. B. haben sie gänzlich damit aufgeräumt. und die Witwe aufs tiefste getränkt ist. Der Mangel erklärte der Oberwärter Stint zunächst, daß Papiere nicht bei ein flein wenig mehr Interesse an den Tag gelegt hätte. Uebrigens Und dies mit Recht: um 2 Pf. für den Kilometer kann man an Berständnis hierfür und die jeder Grundlage bare, uns ge-. vorgefunden worden seien. Die Anstalts Expedition aber in Preußen noch keine Höflichkeit dreinbekommen. machte Unterstellung in dem oben angezogenen Bassus des Briefes, Interessant ist, was alles gepuzt wird im Speise ist für die Unfähigkeit des Friedhofsverwalters zur Verwaltung fand Papiere, fortierte sie und übergab einen Teil an den Sohn, wagen. Biele puzen erst das sämtliche Eßgeschirr. Eine un feines Postens tennzeichnend. Der Magistrat wird sich die Frage barunter jene Karte mit dessen genauer Adresse; vollkommene Methode! Konsequenterweise müßte man auch die Speisen erst säubern, desinfizieren, vielleicht mit einem borlegen müſſen, ob denn keine Abhilfe gegen solche empörende der Rest wurde zu den Atten genommen. die Speisen erst säubern, desinfizieren, vielleicht mit einem mißstände auf dem städtischen Friedhof möglich ist. Der Friedhofs- Rathaus, um Beschwerde zu führen. Von einem Beamten Ueber diese Behandlung empört, ging der Sohn nach dem Vacuum- Reiniger bearbeiten. Andere puten die Fenster. verwalter ist doch wohl nicht angestellt, um Leidtragende zu berDer eine benutzt dazu die Vorhänge. D, daß Dich...! legen und die Erfüllung des Wunsches Verstorbener zu durchkreuzen. wurde er an die Nummelsburger Anstalt verwiesen. Als er erklärte, D erzählt Wenn Du das in der vierten Klasse wagtest...! Ein zweiter daß sich seine Beschwerde ja gerade gegen diese Direktion wischt gelassen mit der Hand. Aber dann pugt er diese an In der Tiefbaudeputation wurde gestern unter anderem be- richte, gab man ihm den schriftlichen Weg anheim. Diesen der Serviette ab. Die Konsequenz wäre, daß er das Fenster schlossen, die Infektionsabteilung des Krankenhauses im Friedrichs- Weg lehnte er zunächst ab, um mündlich zu verhandeln. Da gleich ableďte, statt den Umweg über Hand und Serviette hain zu erweitern. Der spezielle Entwurf und ein Sostenanschlag in wurde ihm der verwunderliche Bescheid, daß der zuständige zu nehmen. Aber dies ist nun einmal sein Geschmack. Höhe von 574 000 m. wurden genehmigt. Ferner wurde ein Ent- Stadtrat Fischbed wegen Arbeitsüberhäufung nur un Die meisten trinken Wein. Der ist im Verhältnis billig, wurf und Kostenanschlag, der mit 254 000 W. abschließt für einen bestimmte Sprechstunden hätte. nicht einmal schlecht. Nur einer ist so fein, daß er vor lauter Erweiterungsbau des Börsengebäudes auf dem städtischen Soweit die uns über diesen sonderbaren Fall gemachten Mits Bentralviehhof an der Eldenaer Straße angenommen. Zugestimmt teilungen. Kann denn dem Schlendrian, der in diesem System liegt, Feinheit nur Bier trinkt. Wein ist hier zu demokratisch. wurde ferner dem Rostenanschlage für die Beschaffung von Sig- teilungen. Unter dem Grubenbefizertypus fallen zumal ein paar bänken nebst ansteigendem Bodium für die südliche Galerie der nicht endlich ein wohlverdientes Ende bereitet werden? Vertreter jener eselsmäßigen Gattung auf, die da zu sagen städtischen Turnhalle in der Prinzenstraße, sowie dem Kostenüberschlag Eine Genugtuung eigener Art ist den Angehörigen des ber pflegt:„ Ich habe nur für zwei Dinge Sinn: für Weiber und und dem Entwurf für einen Umbau im Waisenhause Rummelsburg, storbenen Warschun geworden: dem Sohn ist vom Rummelsburger für Pferde der zur Aufnahme masern franter Kinder dienen soll. Außerdem Direktor, als er dort vorstellig wurde, die Mitteilung geworden, daß Wer sich flug beherrscht hat, sieht jetzt, daß es eines Ab- beschäftigte sich die Deputation mit dem Blane für einen Anbau bei für seinen Vater am 26. Juli eine sogenannte. Trauerandacht" puzens der Fenster gar nicht bedurft hätte: derselbe Essens- der 9. städtischen Reaischule, Badstraße 22. Der Kostenanschlag in veranstaltet worden sei! dampf, der sie erst beschlug, läßt jetzt fleine Bächlein herunter- Göhe von 18 660 M. wurde genehmigt. riefeln, die in kurzem die ganze Scheibe frei und durchsichtig Der internationale Kongreß für historische Wissenschaften beginnt machen. Will also die Eisenbahnverwaltung in allen Ab- heute im Reichstag seine Verhandlungen. teilen die Vorhänge schonen, so braucht sie nur ordentlich auf- Die neuen Prüfungsordnungen für Lehrerinnen der weiblichen tragen zu lassen, recht warm von der Pfanne. Handarbeiten und der Hauswirtschaftskunde wurden soeben mit dem Bemerken amtlich veröffentlicht, daß die Prüfungsordnungen vom 22. Oftober 1885 und 11. Januar 1902 mit dem 1. Septem ber d. J. außer Kraft treten. Die Meldungen für die im Herbst d. J. abzuhaltende Handarbeits- bezw. Hauswirtschafts- Lehrerinnenprüfung sind dem königlichen Provinzial- Schultollegium zu Berlin W. 9 bis zum 15. Auguft d. J. einzureichen. Die Prüfungstermine sollen noch bekanntgegeben werden. Das Gelände an der Ecke der König- und Neuen Friedrichstraße, auf welchem jetzt die Hagenbecksche Tierschau errichtet wird, hat in der Geschichte Berlins eine bedeutsame Rolle gespielt. Das Edgrundstück gehörte dem Kaufmann Wilhelm Kaspar Wegely, der hier 1751 die erste Porzellanbrennerei errichtete. Das Diner ist zu Ende. Jetzt eine Bigarre! Pfui, nein Das Wegelysche Porzellan, von dem sich noch Proben im Märkischen Breitenbach leidet's nicht. Es sind zwar Luftklappen und im Kunstgewerbe- Museum befinden, war eine teilweise recht genug da, überdies bleiben nur wenige Leute figen, und gelungene Nachahmung des von Johann Friedrich Böttger in Kurendlich gibt es ja zwei Abteilungen. Aber nein, ja nicht sachsen erfundenen weißen Kaolinporzellans. Dennoch konnte es mit dem als Weißener Porzellan" berühmt gewordenen Original rauchen! Warum nicht? Als ob dies Problem so einfach nicht in Wettbewerb treten, so daß die Fabrik nach sechsjährigem wäre! Bielmehr hat die verantwortliche Behörde, um den Bestehen einging. Im Jahre 1760 faufte Gokkowsky für 30 000 m. Grund ihres Rauchverbots erst selber einmal zu erfahren, das Fabrikationsgeheimnis und errichtete im Dorvilleschen Hause, die Absicht, nach der vollständigen Lösung des Luftschiffahrts- Die Orts, Fabriks- und Innungskrankenkassen Berlins Leipzigerstraße 4, eine Porzellanmanufaktur, die am 24. August problemes die gelehrte Welt zur Erforschung der Ursache hatten Anfang Juli 1908 nur 717 148 Mitglieder, um 2910 m en is 1763, nachdem ihr Gründer in Vermögensverfall geraten war, bon dieses Rauchverbotes aufzufordern. Bis 1950 hofft man... ger als Anfang Juli 1907, wo 720 058 Mitglieder gezählt wurden. König Friedrich II. übernommen wurde. Auch eine Tierschau ist Erlauben Sie mal, Sie irren sich! Laut§ 9 der Vorschriften Dagegen war für den Zeitraum von Juli 1906 bis Juli 1907 noch in der Gegend schon bagewesen. Hier lag der 1693 von Nehring des Deutschen Eisenbahnverkehrs- Verbandes) find die früheren eine Mehrung der Mitglieber um 16 924 zu verzeichnen gewesen. errichtete fogenannte Heggarten, ein rundes Gebäude mit einem ( Die freiwillig Versicherten sind überall miteingerechnet.) Die großen Blaze in der Mitte, in dem allerhand wilde Tiere, WildBestimmungen über das Rauchen in den Speisewagen wieder Sonderung der Mitglieder nach dem Geschlecht ergibt allerdings, faßen, Bären, Auerochsen, aber auch Löwen und Tiger gehalten in Kraft getreten!" taß bei den weiblichen Mitgliedern auch von Juli 1907 zu und Tierkämpfe vorgeführt wurden. „ Man darf also rauchen?"„ Ja“. Seit wann?" Juli 1908 noch eine kleine Mehrung stattgefunden hat, Alexanderplatz- Hohenschönhausen. Die Straßenbahnlinie ,, Seit dem 1. Mai 1908". ,, Aber warum hat man das von 264 357 auf 264 552, um 195. Dafür ist dann bei den män n- Waßmannstraße- Hohenschönhausen ist bis zum Alexanderplatz dem Publikum nicht bekannt gegeben?"" Ja", Verehrtester, lichen Mitgliedern die Minderung desto bedeutender dazu sind doch die Bestimmungen nicht da. Bekanntgemacht gewesen; ihre Bahl sant von 455 701 auf 452 596, um 3105. Jn berlängert worden und geht jetzt durch die Elisabethstraße bis zur Alexanderplatz- Passage. wird bloß, was das Publikum nicht darf!"-„ Ach " Ach so. dem vorhergehenden zwölfmonatigen Zeitraum, von Juli 1906 zu Juli 1907, hatte die Zahl der weiblichen Mitglieder sich noch um Der Vorortsverkehr nach Velten wird nun endlich mit dem Aber wäre es nicht praktischer, die paar Dinge bekanntzu- 15 528 erhöht. Erhöht hatte sich in denselben zwölf Monaten auch Winterfahrplan am 1. Oftober zur Einführung gelangen. G3 geben, die das Publikum tun darf, und die große Menge die Zahl der männlichen Mitglieder, aber für sie war schon damals werden jedoch vorläufig nur zwei Büge in jeder Richtung verkehren, der verbotenen Dinge gar nicht erst aufzuzählen? Bis man das Plus nur noch gering, es betrug nur noch 1396. weil für den vollen Vorortsbetrieb bedeutende Bahnhofsumbauten alle Verfügungen studiert hat, ist man schon am Ziel der Berücksichtigt man auch die entsprechenden Krankenkassen der erforderlich sind. Diese können jedoch erst im Jahre 1910 beender Fahrt angelangt und hat vielleicht die Hälfte der Para- näheren Vororte Berlins( der Gemeinden Charlottenburg, werden. Da jedoch verschiedene der beteiligten Gemeinden die graphen übertreten." Na, na!"- Ich weiß z. B. nicht, Schöneberg, Tempelhof, Nixdorf, Treptow, Stralau, Rummelsburg, Bahlung des Bauzuschusses von einer vorherigen Einführung des " Gerichts- Zeitung. Unfanterer Wettbewerb von Angestellten. Vorortsverkehrs abhängig gemacht haben, sollen schon bom 1. Oktober| Chausseestr. 54 wohnende Frau Naffe, die für einen Bäder Frühstüd begutachtet hatte, der Pfarrer Habe im pathologischen Rausch ab einzelne Vorortszüge mit dem niedrigeren Tarife verkehren. austrägt, ließ gestern früh ihre beiden Kinder, einen Knaben von zustande" gemopft. Der Pfarrer ist in ein Sanatorium in der Nähe Das Fernsprechnes von Groß- Berlin. Das Fernsprechnet der 4 Jahren und ein dreijähriges Mädchen, allein in der Dresdens untergebracht. Eigenartig, wie oft Arbeitern gegenüber Berliner Bororte umfaßt nach der letzten Aufnahme vom 1. Juli ohnung. Dem Jungen war es gelungen, eine Streichholz ein Rausch als Straffchärfungsgrund, bei Gebildeten" und Wohl, 1908 zusammen 33 005 Anschlüsse. Da die Berliner Aemter zu schachtel zu ergreifen, mit der er spielte. Die Hölzer entzündeten ein Rausch als Straffchärfungsgrund, bei„ Gebildeten“ und Wohlsammen 98 613 Anschlüsse haben, so sind in allen Vororten zu- fich und die Kleidung des Kindes wurde von den Flammen ergriffen. habenden als strafausschließende Krankheit erachtet wird. fammen etwa nur ein Drittel von der Zahl der Sprechstellen wie Durch das Geschrei der Kinder herbeigerufene Hausbewohner zerbei den Berliner Aemtern. Zu den letteren gehören allerdings trimmerten die Wohnungstür und es gelang ihnen, durch Aufwerfen auch große Teile von Charlottenburg, ganz Schöneberg usw. Trok- bon Decken den Brand zu ersticken. Der Kleine hatte jedoch bereits dem hat das größte Fernsprechnet unter den Vororten Charlotten schwere Verlegungen im Gesicht, an den Händen und an der Brust burg mit 13 814 Sprechstellen. An zweiter Stelle kommt jetzt erlitten und mußte nach dem Groß- Lichterfelder Kreiskrankenhause Wilmersdorf mit 5596. Weit weniger zählt Rigdorf mit 2580 An- übergeführt werden. schlüssen. Ueber 1000 Anschlüsse haben ferner noch Friedenau mit 1625, Groß- Lichterfelbe 1586, Steglit 1262, Lichtenberg 1117, BanNieder- Schönhausen. foto 1039. Die übrigen Vororte erreichen noch nicht 1000 Anschlüsse. Die leste Gemeindevertretersitzung beschloß, die neu zu errichtende Am größten ist Tempelhof mit 971, dann Weißensee 899, Ober- Schule nicht auf dem Wasserwerksgrundstück, sondern auf dem Schöneweide 885, Reinickendorf 702, Tegel 596 und Adlershof 220. geeigneteren, im Vorjahr von der Gemeinde angekauften Grundstück Kleinnete unter 100 haben Hoppegarten mit 91, Großbeeren mit 13 in der Charlottenstraße zu erbauen. Die neue Schule foll zum und endlich das kleinste Berliner Nez Mühlenbeck mit nur 9 An- 1. April 1910 fertiggestellt fein. In derselben Sigung wurde ein schlüssen. Bei diesen Zahlen sind Haupt- und Nebenanschlüsse, ob Beitrag von 50 M. für ein in der Stadt Stavenhagen zu errichtendes sie von der Post oder von privaten Firmen hergestellt sind, zu Frizz Reuter- Denkmal bewilligt. fammengerechnet. Die Zahl der Hauptanschlüsse erreicht noch nirgends 10 000. Selbst Charlottenburg hat beren nur 8783, WilCharlottenburg. mersdorf 3788, Rigdorf 1540, Friedenau 1072, Groß- Lichterfelde 1040. Alle übrigen haben weniger als 1000 Hauptanschlüsse. Neuer Reklameauswuchs. Gine neue aufdringliche Art der Reklame, wie sie bisher nur in den anderen Weltstädten im Schwunge ist, scheint sich nun auch in Berlin breitmachen zu wollen. Wenigstens sieht man seit gestern mehrere junge in Weiß gekleidete fordere. Der nächste Charlottenburger Pferdemarkt findet laut amtlicher Bekanntmachung des Provinzialausschusses der Proving Branden burg am 12. August in Charlottenburg, Königsdamm bei Blögensee, Zoffen. statt. Falkenhagen- Seegefeld. Das Opfer eines rohen Ueberfalles ist am Dienstagabend der 44 Jahre alte Bierfahrer H. geworden. H. war in einer Weißbierbrauerei in der Swinemünderstraße beschäftigt. Als er gestern abend mit seinem Die Generalversammlung des Wahlvereins fand am 1. August Fuhrwerk heimgekehrt war, machte er den Sohn seines Arbeit bei Schöneberg statt. Genosse Jakobsen, Ober- Schöneweide, hielt gebers, einen neunzehnjährigen Menschen, darauf einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über:" Die preußische Volksschule". Aus den dann folgenden Berichten des Vorstandes ist aufmerksam, daß ein Stunde bessere Flaschen und Flaschenverschlüsse eine gute Entwidelung des Wahlbereins zu ersehen. Die Mitglieder Statt einer Antwort ergriff der junge Mann eine aahl betrug bei Gründung am 1. Januar d. J. 88, am 80. Juni 47. gefüllte Weißbierflasche und schlug sie an dem Stopf& fanden statt: eine Generalversammlung, vier öffentliche und eine des Bierfahrers entzwei. Es folgte eine zweite und dritte Mitgliederversammlung, acht Vorstandssigungen und fünf Sigungen Flasche und bald lagen die Scherben von sieben Bierflaschen, die der der erweiterten Barteileitung. Die 150 Bände zählende Bibliothek rohe Mensch an dem Schädel des H. zertrümmert hatte, auf wurde von 17 Mitgliedern 46mal benut. Verbreitet wurden 5000 dem Hofe. Blutüberströmt brach der Mißhandelte zusammen. Erst Flugblätter und sonstiges Agitationsmaterial. Die Kaffenabrechnung durch das Einschreiten von Hausbewohnern wurde dem Vorgehen balanziert mit 104,15 M. Der Bibliotheffonds weist einen Bestand des Attentäters ein Ende bereitet.. wurde nach der Rettungswache gebracht, two ihm nicht weniger als neun bis auf den wache gebracht, wo ihm nicht weniger als neun bis auf den Knochen gehende Verlegungen verbunden werden mußten. Der robe Uebeltäter wurde zur Polizeiwache gebracht. Wegen Betruges, Werrats von Geschäftsgeheim niffen, Unterschlagung, Diebstahls, Hehlerei, verleumderischer Beleidigung und unlanteren Wettbewerbes war gestern der Reisende Georg Günther hier angeklagt, während sich der Fabritant Lorenz Fröts, der Kaufmann Gustav Diedrich, der Kaufmann Hugo Wittig, der Neisende Willi Lippert und der Gamaschenmacher Ernst John wegen Anstiftung beziv. Beihilfe zu diesen Vergehen verantworten mußten. Der Angeklagte Günther war seit dem Jahre 1908 bei der Firma Koch u. Co., die Reise-, Jagd- und geriet Günther mit seinem Brinzipal, dem Kaufmann Koch, in Diffe Sportartikel fabriziert, als Reisender angestellt. Im Herbst v. J. renzen, die schließlich zu einer Sündigung führten. Nach der Ent laffung des Angeklagten erfuhr St. erst, erst, daß daß sich dieser schon während des Engagementsverhältnisses nicht gerade fehr fair benommenen hatte. Günther hatte, obwohl er Automobilunfall. In der Nacht zum Mittwoch kollidierte auf von der Firma Koch ein festes Gehalt und zirka 20 Mark Chaussee ein Automobil mit einem Lastwagen. Der welche weiße Sonnenschirme tragen, auf deren Rändern in großen Chauffeur wurde durch den heftigen Anprall aus dem Automobil mitgereift. Hierin lag natürlich eine doppelte Schädigung der Firma. roten Lettern eine neue englische Zigarettenfirma ihre Ware an- geschleudert und fofort getötet. Das eine Pferd des Laftwagens Günther fie zu einem Rendezvous in den Wartefaal zweiter Klasse Einige Tage darauf erfuhr Koch von seiner Buchhalterin, daß preist. Ob diese Art, Reklame zu machen, zugkräftig ist, mag wurde hierbei auch getötet, während der Stutscher mit dem bloßen auf dem Görliger Bahnhof bestellt und sie hier veranlassen wollte, dahingestellt bleiben; geschmadlos aber ist sie entschieden und mit der weiblichen Würde der Trägerinnen nicht zu vereinbaren. Schrecken davonkam. Automobil und Lastwagen wurden wenig ihm Stoffproben von den gangbarsten Farben auszuhändigen. Roch beschädigt. stellte nun Ermittelungen an und erfuhr, daß Günther bei dem Mit angeklagten Fröls in Aachen eingetreten war, der dort ein Konturrenzgefchäft betreibt. Da st. vermutete, daß es fich um ein groß angelegtes Konkurrenzmanöver handele, erstattete er Anzeige. Eine teisemuster zutage, die G. ohne Erlaubnis zurückbehalten, sowie Haussuchung in der Wohnung des Günther förderte verschiedene Haussuchung in der Wohnung des Günther förderte verschiedene verschiedene Proben, die nach Ansicht des Koch nur gestohlen sein fonnten. Außerdem wurden Preisnotierungen und Maßangaben beschlagnahmt, die G. schon der Konkurrenzfirma ausgehändigt hatte. Schließlich wurde noch ermittelt, daß G. dem Vertreter einer anderen Firma gegenüber Bemerkungen über die Zahlungsfähigkeit der Firma toch gemacht hatte, welche als Verleumdung anzusehen waren. Anfäßlich der Recherchen in dieser Angelegenheit ergaben sich eine Anzahl Dinge, die zur Entlastung der jezigen Mitangeklagten führten. burch Arbeitsruhe, an der Abendfeier nahmen 100 Personen teil. Dr. Ebride beantragte Geldstrafen von 25 bis zu von 40,10 m. auf. Den ersten Mai feierten 25 Genossen Vor Gericht bestritten die Angeklagten, sich nach irgend einer Bei den Landtagswahlen wurden 52 fozialdemokratische Urwähler 1000 Mart. Das Gericht hielt nur die Angeklagten Günther durch Arbeitsruhe, an der Abendfeier nahmen 100 Personen teil. Richtung hin strafbar gemacht zu haben. Staatsanwaltrat stimmen gezählt und ein Genosse als Wahlmann gewählt. Sur und& röls des umlauteren Wettbewerbes für überführt und er Kreisgeneralversammlung wird ein Vertreter und ein Grfagmann " Bug" im Zuge. Verschiedene Vereine haben sich in letzter Beit gewählt. Ein Antrag, bei der Streisgeneralversammlung eine fannte mit Rücksicht darauf, daß diese sich schwer gegen Treu an das Eisenbahnministerium gewendet und gebeten, daß die Fenster beffere Expedition des Vorwärts" nach den Orten unseres Kreises und Glauben vergangen haben, auf eine Geldstrafe von in den Eisenbahnwagen während der Heizperiode überhaupt anzuregen, fand einstimmige Annahme, ebenso der Antrag, bie ie 200 Mart. Im übrigen wurden die Angeklagten freinicht und während des Sommers nicht an der Windseite nächste Kreisgeneralversammlung in Faltenhagen stattfinden zu laffen. gesprochen. geöffnet werden dürfen. Es wurde gewünscht, daß diese An- Mit der Aufforderung zu kräftiger Weiterarbeit schloß die gutbesuchte ordnung durch Aushang, besonders in den Abteilen, bekannt- Versammlung. gegeben und die Eisenbahnbeamten führung der Anordnung angeiviesen werden. Das rücksichtslofe Aufreißen der Fenster gefährde die Gefundheit der gegen" Bugluft" empfindlichen Reisenden und führe oft zu Streitigkeiten unter den Fahrgästen. Auch die neue Eisenbahnverkehrsordnung bringt hierin teine Aenderung. Bei den Beratungen, die vor furzem zwischen Vertretern der beteiligten Reichsrefforts und den Bundesregierungen über den Entwurf einer neuen EisenbahnVerkehrsordnung stattgefunden haben, ist die Vorschrift bes jezigen Baragraphen wegen des Deffnens und Schließens der Fenster in den Personenwagen während der Fahrt beibehalten worden. Nach den Erfahrungen, die mit den früher erlassenen Bestimmungen gemacht wurden, versprach man sich von einer Aenderung keinen Erfolg. Der betreffende Paragraph in der Verkehrsordnung lautet auch fünftig: Die Fenster dürfen nur mit Zustimmung aller in derfelben Abteilung mitreisenden Personen auf beiden Seiten des Wagens gleichzeitig geöffnet sein. Im übrigen entscheidet, soweit die Reisenden sich über das Deffnen und Schließen der Fenster nicht verständigen, der Schaffner." In Bayern lautet die Bestimmung folgendermaßen:" Auf Verlangen auch nur eines Reisenden find bei falter und stürmischer Witterung alle Fenster geschlossen zu halten." zur strengen Durch Borsicht vor Eisenbahnfledderern! In einem Nordringzuge beraubt wurde in der Nacht zum Mittwoch der Rabizputer Friedrich G. G. war auf der Station Charlottenburg in einen Nordringzug gestiegen, um nach dem Bahnhof, Hermannstraße zu fahren. Unterwegs schlief er ein und erst an dem Endziel wachte er wieder auf. Hier mußte er nun eine recht unangenehme Entdeckung machen. Während der Fahrt war er vollständig ausgeraubt worden. Gin unbekannter Täter hatte ihm das Portemonnaie mit 64 M. Inhalt und Wertgegenstände aus der Tasche gestohlen. Kirchenräuber. Als Täter des Kirchenraubes in Reinickendorf find gestern früh der 19 Jahre alte Chauffeur Borkuhn und der 21 jährige Arbeitslose Ernst Lau verhaftet worden. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Heute abend 9 Uhr Uebungsstunde: 3. Abteilung in Schöneberg bei Wieloch, GrunewaldStraße 110; 4. Abteilung in Lichtenberg bei Beckmann, Samariterstraße 11; 5. Abteilung in Rigdorf bei Thiel, Bergstraße 151 bis 152. Bortrag über Gefahrdrohende Krantheitszustände". Daran anschließend praktische Uebungen. " Zu dem am Sonntag stattfindenden Sommerfest der Kolonne bei Obiglo, Schwedter Straße 23, ersucht der Vorsitzende um bollzähliges Erscheinen der Mitglieder. Vorort- Nachrichten. Friedrichshagen. Vermischtes. Die Maus im Waffenrod. Frankfurter Zeitung" folgendes ergößliche Erlebnis, das unfer Ein früherer Hauptmann berichtete vor einer Woche der Militär- und Bureaukratensystem trefflich zu illustrieren geeignet ist. " Da ist während der Krankheit des bisherigen Herrn Kompagniechefs eine Sache liegen geblieben, die jest wohl erledigt werden müßte", sagte der Feldwebel, als ich meine erste Befehlsausgabe als neuernannter Hauptmann abhielt, und legte mir eine bon meinem Vorgänger dem Regiment erstattete Meldung bor, laut welcher eine Maus ein Loch in den befferen Waffenrock des Gefreiten Flügge gefressen hatte, den dieser auf Wache des Abends vorschriftsmäßig gegen einen schlechteren umgetauscht und an einen Nagel gehängt haben sollte. In der Rüdschrift lehnte das Regiment den beantragten Ersatz des Roces ab mit dem Hinzufügen:" Der Gefreite Flügge ist disziplinarisch zu bestrafen, weil er seinen besseren Waffenrock auf Wache nicht, wie es fich gehört, im Tornister aufbewahrt, sondern an einen Nagel gehängt hat, wodurch eine Maus Gelegenheit fand, ohne Ueber windung irgendeines Hindernisses ein Loch in den Rock zu fressen." Mit dem heiligen Gifer des Neulings verhörte ich den Flügge nebst seinen Wachtgefährten, um gewissenhaft Art und Maß der Strafe mit Berücksichtigung der Eigenart des zu BeStrafenden, sowie der Natur des Vergehens und des Grades der Gefährdung des Dienstinteresses" bestimmen au fönnen, wie es die humaner Weisheit entstammende Vorschrift der Disziplinarstrafordmung verlangt. Da stellte es sich heraus, daß der Rock im Tornister verpackt gewesen war und nicht am Nagel gehangen hatte, wie mein Vorgänger versehentlich gemeldet hatte. Gilends berichtete ich dem Regiment den Sachverhalt und erhielt schon bei der nächsten Befehlsausgabe die Anweisung: Der p. Flügge ist nunmehr zu bestrafen, weil er seinen besseren Waffenrod auf Wache nicht, wie es sich gehört, an einen Nagel gehängt, sondern im Tornister aufbewahrt hat, wodurch eine Maus Gelegenheit fand, im Schutz der in letterem herrschenden Dunkelheit ungestört ein Loch in den Rock zu fressen."" Der Herr Adjutant und ich", erläuterte der Feldwebel, haben alle möglichen Vorstellungen gemacht und hatten schon den Herrn Obersten beinahe herumgefriegt, aber da erklärte der Herr Zahlmeister, wenn das dem Flügge so hinginge, werde das Regiment bald nackt herumlaufen und da hat der Herr Oberst den Be fehl unterschrieben." Die Erzählung könnte man als eine recht gelungene gut erfundene Satire betrachten. Da aber die Militärbehörde bislang noch nicht berichtigt hat, darf man annehmen, daß in der Tat die Gerechtigkeit in der beschriebenen Weise im herrlichen Kriegsheer behandelt ist. Eine Rote- Kreuz- Schwester verhaftet. Der Forstfistus muß zahlen. Verschiedene Berliner Borortgemeinden, so Nieder- Schönhausen und Friedrichshagen, in deren Gebiet der Forstfiskus Waldgelände der Bebauung erschließt, sind vor einiger Zeit gegen den Fiskus auf Zahlung der Grundwertsteuer vorgegangen, und im Falle Friedrichshagen ist nun von der ersten Instanz die Veranlagung des Fistus auch als zu Recht bestehend anerkannt worden. - Die Gemeinden hatten schon bei der Uebereignung der Waldgelände teine umfassteuer erhalten, weil die Forsten nicht Sirekt verkauft worden waren, sondern die in Betracht kommende Firma beispielsweise die Schönholzer Heide nur für den Fiskus auf- Die ehemalige Schwester des Roten Kreuzes in München, Charteilte, d. h. die Straßenregulierungskosten usto. zahlte und den Ver- lotte b. Bergoffsky, hielt sich seit Anfang Mai in Begleitung ihres fauf ber einzelnen Barzellen in die Wege leitete, ohne Eigentümer Bräutigams, des Kaufmanns Heinrich Hildebrandt aus Danzig, in Dresden auf, nachdem das Paar vorher in Hamburg bereits zu werden. Die Auseinandersetzung mit dem Fistus erfolgte immer Schwindeleien verübt hatte und auch von dort aus stedbrieflich vererst, nachdem die einzelnen Grundstüde umgefegt waren. Auch folgt wurde. Die ehemalige Note- Streuz- Schwester war ebenso wie gegen die Veranlagung zur Grundwertsteuer wehrte fich der ihr Geliebter von allen Mitteln entblößt und während der letztere Fistus, weil diese Steuer auf forstwirtschaftliche Betriebe nicht er- fich als Reserve- Offizier ausgab, trat Fräulein v. Bergoffsty als hoben werden kann. In erster Instanz ist nun aber im Falle Schwester Beate" auf und trug meistens Schwesterntracht. Unter Friedrichshagen entschieden worden, daß die in Betracht kommenden allerlei falschen Angaben und Vorspiegelungen erschwindelte das Waldgelände als Bauland anzusehen sind, weil der Fiskus Paar sich Geld und die Zahl der Gerupften soll sowohl in Dresden, Bebauungspläne für fie aufgestellt hat. Friedrichshagen erhält das Hamburg und in anderen Städten eine sehr große sein. Am burch 35000 Mart an Grundwertsteuer von der Forst- Dienstag wurde die Schwester in Dresden verhaftet. verwaltung. Groß- Lichterfelde. " Der Gefängnisgeistliche als Dieb. Pfarrer Caspari, dessen Verhaftung wegen Diebstahls wir am Schon wieder ein Kind verbrannt. Ein schweres Brandunglück Dienstag aus Dresden meldeten, ist am 4. d. M. aus der Haft ent wird vom Dienstag aus Groß- Lichterfelde gemeldet. Die dortselbst laffen, nachdem der Nervenarzt Dr. Hofmann als seinen Eindruc Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Ein Kautionsschwindel einen wurde dem Bädermeister Karl Andrä zur Last gelegt, welcher sich gestern vor der achten Ferienstraffammer des Landgerichts I berantworten mußte. Der Angeklagte betrieb seit längerer Beit in der Scharnweberstraße in Lichtenberg eine Bäckerei, welche anfänglich sehr gut ging. Durch unpünktliche Lieferungen verscherzte wußte, ich A. den größten Teil seiner Kundschaft, so daß das Geschäft immer mehr zurückging. Als der Angeklagte nicht mehr aus noch ein tam er auf den Kautionsschwindel wieder in den Besitz von Geldmitteln zu Gedanken, sich durch setzen. Er erließ in verschiedenen Zeitungen Inserate, in denen er Ehepaare suchte, die sich gegen Stellung einer Kaution eine lohnende Einnahmequelle verschaffen wollten. Auf dieses Inserat hin meldeten sich eine große Anzahl von Personen. Der eine Bädereifiliale einrichten wolle unter der Bedingung, daß von angeklagte erklärte, daß er gegen Stellung einer Kaution von 200 m. ihm die Badware бezogen werde. 8u den Leuten, die sich gemeldet hatten, gehörte auch ein Arbeiter P., der sich einige Ersparnisse gemacht hatte. Zwischen ihm und dem Angeklagten kam ein Vertrag zustande, nach welchem sich dieser verpflichtete, gegen Hinterlegung einer Kaution von 200 m. den P.schen Eheleuten eine Filiale einzurichten. Vertrauensvoll gab B. auch sein sauer erspartes Geld her, trobem traf der Angeklagte teinerlei Anstalten, das Geschäft ein zurichten. über Als schließlich waren, fam P. schließlich zu der Ueberzeugung, daß er einem zivei Monate verstrichen Schwindler in die Hände gefallen war. In gleicher Weise erging es einem Ehepaar G.- Das Schöffengericht hält den An geklagten nur in einem Falle für schuldig und erkannte auf einen Monat Gefängnis. Gegen dieses Erkenntnis legte A. und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. In der gestrigen Verhandlung tam der Angeklagte mit seiner Berufung aus dem Regen unter die Traufe, denn die Strafe fammer verurteilte ihn wegen beider Fälle zu sechs Wochen Gefängnis. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Bentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bild: Zufuhr Bufuhr schwach, Geschäft ruhig, Preise unverändert. reichlich, Geschäft lebhaft, Breise nachgebend. Geflügel: Zufuhr nicht ganz genügend, Geschäft lebhaft, Breise gut. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft etwas lebhafter, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Gemüse, Dbst und SüdGeschäft ruhig, Breise unverändert. früchte: Zufuhr genügend, Geschäft still, Preise wenig verändert. Witterungsübersicht vom 5. August 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Sminembe. 758 23 Better 2mollig 2 bebedt Temp. n. 6. 5° 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind Bump Windstärke Better Temp. n. E. 14221 5° C. 4°. 2 heiter 17 3 bedeckt 14 4 bedeckt 16 16 Haparanda 757 NND Hamburg 757 6 15 Betersburg 748 N Berlin 758 G 1 halb bd. 16 Scilly 764 NNA 4 bebedt 18 Aberdeen Frantj.a.M. 758 SB 761 NN 3 wollig 12 Münden 760 S 2 heiter 19 Baris 760 SS 1 bededt 17 Wien 762 Still polfent 17 Wetterprognose für Donnerstag, den 6. August 1908. Bunächst etivas wärmer, zeitweise aufflarend, aber sehr veränderlich mit Stegenfällen und mäßigen westlichen Binden; später wieder tühler. Berliner Wetterbureau Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Bafferstand Memel, Zilfit Bregel, Insterburg seichsel, Thorn Dder, Ratibor Strossen Frankfurt Landsberg Nee, Bordamm Elbe, Leitmeriz • Dresden Barby Magdeburg am feit 4.8. 3.8. cm cm¹) 100+4 -19+3 356-60 201 14 295+18 249+19 am feit Wafferstand 4. 8. 3. 8. cm cm) Saale, Grochliz Havel, Spandau) 96 45 -2 Rathenow) 55 Spree, Spremberg) 70 Beeskow 82 efer, Münden -99 +12 Minden -18 Nh'e in, Maximiliansan 455 -11 Kaub 238 -10 Köln 242 10 Nedar, Heilbronn 35-12 66-2 81-5 Main, Wertheim 105 -3 Mosel, Trier 18 -10 Fall, 3) Unterbegel. 168 52+2 -12-2 -77+3 185 )+ bedeutet Wuchs, Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.