Nr 187. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich, Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Naum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jebes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Freihandel und Politik. Aus London wird uns geschrieben: Mittwoch, den 12. August 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Aber die sogenannten„ Anständigen" begnügen sich nicht damit, die schöne„ Taktik der Werftdirektionen zu verteidigen; einige Blätter suchen obendrein, so lächerlich das auch scheinen mag, die Sozialdemokratie für den Terrorismus der Unternehmer verantwortlich zu machen. So schreibt die von den Großindustriellen ausgehaltene Post", das Organ des bekannten Kronsbein: imftande anzugeben, wo England die alten Rechte Deutsch- Leitartikeln über die maßlose Unverschämtheit und Frivolität, den lands schädigt. Wir haben es hier mit Tendenzen und wahnsinnigen Terrorismus der westfälischen Berg- und HüttenBufunftsplänen zu tun. Seinem Engländer ist es völfer- arbeiter entrüsten. Mit Aufgebot der schönsten Logik würde rechtlich gestattet, gegen die deutschen Flottenrüstungen Ein- fie beweisen, daß es berrüdt sei, für Streitigkeiten, die die westspruch zu erheben, ebenso wie kein Deutscher das fälischen Bergwerks- und Hüttenbesizer gar nichts angehen, diese Der internationale Freihandelskongreß, Recht hat, gegen den Uebergang des britischen büßen lassen zu wollen, und sie für Dinge verantwortlich zu machen, der unter Beteiligung aller europäischen und nordamerikanischen Reiches zum Schutzzoll oder gegen die Konzentration auf die sie keinen Einfluß hätten. Länder in der ersten Augustwoche in London tagte, war der der britischen Flotte in der Nordsee Protest einzulegen. Bei dem jetzigen Streit der Nieter des Stettiner Vulfans" mit erste seiner Art, obwohl bereits 62 Jahre vergangen find, seit. Die Regierungen beider Länder sind, vom Standpunkte der der Direktion dieses Unternehmens liegt die Sache noch indem Cobden sein Vaterland dem Freihandel zuführte. Es war internationalen Diplomatie aus betrachtet, vollständig in ihrem sofern günſtiger für die Arbeiter, als die anderen unmöglich, die Reden der Delegierten anzuhören, ohne dabei zu Rechte. Und dennoch wächst das gegenseitige Mißtrauen und Arbeitergruppen des Betriebes selbst den Nietern geraten denken, daß sie von den besten und gebildetsten Elementen die gegenseitige Entfremdung. Ein derartiger undefinierbarer haben, nachzugeben und die Arbeit wieder aufzunehmen. Dennoch der bürgerlichen Klasse gehalten wurden. Die Delegierten Sonflift ist fast noch schlimmer als das Vorhandensein von fühlt sich in ihrem Machtbünkel die Direktion bewogen, nicht nur vertraten ein System, das eine realistische Grundlage mit greifbaren Kriegsursachen. In letterem Falle können wenigstens alle anderen Arbeiter der Werft auszusperren, die gar nicht mit dem einem idealistischen Ueberbau hat: Der freie Warenverkehr beide antagonistischen Staaten in Unterhandlungen mit ein Verhalten der Nieter einverstanden sind, sondern auch die am ganzen soll eine freie innere und eine friedliche äußere Politit ander eintreten, ohne sich etwas zu vergeben. Anders aber Streit unbeteiligten, in anderen Landesteilen lebenden Arbeiter schaffen. Aber ebenso unmöglich war es, sich beim An- ist das Verhältnis zwischen Deutschland und England. Die anderer Werften werden von den betreffenden Direktionen aufs hören der Reden des Gedantens zu entschlagen, daß die englische Regierung fann nicht der deutschen Regierung er- Pflaster geworfen, ganz ganz gleich, welcher Arbeitsbranche sie Redner doch im ganzen ziemlich einflußlose Männer sind, die flären, ihre Flottenrüstungen müßten aufhören; denn fein angehören, ob sie ebenfalls Nieter oder Schiffszimmerer oder ihre alternde Stlasse zu den Idealen ihrer Jugend zurück- Staat darf sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Maschinisten find. Sie alle, obgleich ganz unbeteiligt am führen möchten. mischen, und fein starker Staat würde sich eine derartige der Sache, sollen dafür büßen, daß die Stettiner Nieter es gewagt Die Beweisführung der Redner war die alte: Frei- Einmischung bieten lassen. Ebensowenig und aus denselben haben, gegen den Stachel zu löcken und den Befehlen ihres„ Arbeit. handel bedeutete billige Warenproduktion, moralische Politik Gründen aber kann die deutsche Regierung den Engländern gebers" Widerstand zu leisten. und Weltfrieden. Die amerikanischen Delegierten, die über ihre Schutzzollpolitik oder ihre Konzentration in der Nordsee Und kein bürgerliches Blatt empfindet dieses brutale Borgehen den ganzen Reichtum der Ausdrucksweise Cobdens und verbieten. als einen unlogischen und frivolen Streich, feines entrüstet sich über Brights verfügten, schilderten in brennenden Farben die Es sind also nicht heutige Interessendifferenzen, sondern den Terrorismus der Werftleiter, feines schreit nach dem Eingreifen Korruption und die Despotie, die die Folgen der Schutzölle die Befürchtungen, daß in der Zukunft ein Aufeinanderprall des Staates. Diesmal geht es eben auf Stosten der Arbeiten, und wären. Nach ihrer Ansicht sind die Trusts die Früchte des der beiderseitigen weltpolitischen Interessen unvermeidlich ist, denen gönnt man die Lektion. Da wird der Blödsinn zur Schutzzollsystems. Sie bedachten nicht, daß auch im frei welche die Kapitalistentlasse beider Länder mit Mißtrauen er- reinsten Logit. Händlerischen England die Trusts im raschen Wachsen begriffen füllt. Vielleicht ist dieses Mißtrauen zum größten Teil unsind. Die deutschen Delegierten, deren Reden große Beachtung begründet, aber dennoch ist es vorhanden; und es sind andere fanden, wiesen sowohl auf die Gefahren hin, die ein Ueber- Mittel als Kongresse und Fürstenzusammenkünfte nötig, um gang Englands zum Differentialzollsystem für den Weltfrieden es zu zerstören. Die Bourgeoisie vermag das entweder haben könnte, wie auf die unzufriedenstellende innere Lage nicht einzusehen oder sie will es nicht einsehen, sondern Deutschlands, die die Ueberhandnahme der Schutzölle zur steuert seelenruhig dem Konflikt entgegen, von dem sie Folge habe. materielle Sondervorteile für sich erhofft. Das Allein feiner der Redner war sich bewußt, daß der Frei- Proletariat hat deshalb die doppelte Pflicht, den Handel weniger eine ökonomische als eine politische Slaffenfrage Seonflittsstoff hinwegzuräumen! ist. Das Kapital tann ökonomisch ebenso gut unter dem Freihandel wie unter dem Schutzzoll gedeihen. Das Wachsen des tapitalistischen Reichtums hängt weniger von einer bestimmten Handelspolitik als von der Anwendung der Naturwissenschaften und der wirtschaftlichen Organisation ab. Wohl Das offiziöse Depeschenbureau weiß zu melden, daß dem aber bedeutet der Freihandel in manchen Ländern eine politische deutschen Stomitee für die Zeppelin- Spende wiederum eine Revolution: er bedeutet den Sieg des Bürgertums über die Reihe illustrer Personen beigetreten sind.- Wir junterliche Clique den Sieg der bürgerlichen Demokratie. unsererseits haben mehrfach darauf hingewiesen, daß durch Der Kampf um den Freihandel ist heute vielfach nicht in erster das Eintreten des Reiches für die Zeppelinsche Erfindung Linie ein Kampf um billiges Brot, sondern ein politischer( auch die sozialdemokratische Fraktion hatte Klassenkampf zwischen Stapital und Grundbesiz. Und da das für die Bewilligung gestimmt) das Kulturelle Stapital freiere politische Formen zu seiner Existenz braucht, der Erfindung völlig sichergestellt sei, daß sich find alle freiheitlichen Elemente für Freihandel. Das gilt also jede tommunale oder private Sammlung für selbstredend nur von Ländern, die teine gewaltsamen Revo- 8eppelin er übrige. Sollten die Angehörigen der belutionen der Bourgeoisie hatten, wo also die bürgerliche Freiheit izenden Klasse für die fünftige Luftschiffflotte beisteuern, nicht durch Gewalt hergestellt wurde oder hergestellt werden so sei dies allerdings wünschenswert. Die Proletarier konnte. Wo die Demokratie durch die Revolution hergestellt dagegen sollten ihr Geld für wichtigere Zwecke zusammenwurde wie zum Beispiel in Amerika und Frankreich halten, und namentlich auch die Kommunen, die das da ist der Kampf um die Zollpolitik von geringerer Be- Geld der Allgemeinheit zu verwenden hätten, sollten deutung. wichtigere soziale Aufgaben fennen, als Summen für eine Der Einfluß der Reden der deutschen Delegierten wird in Kriegsluftflotte zusammen zu bringen. England gleich Null sein; denn sie haben den wirklichen Grund Die Auffassung, daß es Sache des Reich es sei, für der Erschütterung des englischen Freihandels nicht berührt. Zeppelin einzutreten, teilt übrigens auch der Vorstand Meines Erachtens hätten sie nicht verfehlen sollen, gleichzeitig des preußischen Landes Kriegerverbandes. die Versicherung abzugeben, daß sie in ihrer Heimat für eine Ein- Er erläßt in der Parole" folgende Erklärung: schränkung der Flottenrüstungen eintreten werden. Schon mehrfach wurde an dieser Stelle hervorgehoben, daß die Siege der Tarifreformer nicht ökonomischen, sondern weltpolitischen Gründen geschuldet sind. Es hat nicht den geringsten Zweck, die Tatbielfache zu verhehlen, daß nun einmal ein großer Teil leicht sogar die Mehrheit- der britischen Nation an die deutsche Gefahr glaubt. Bis in die Reihen der britischen Sozialisten hat sich der Gedanke festgesetzt, daß Deutschland eine Flotte baue, um mit England abzurechnen. Um Gegenmaßregeln treffen zu fönnen, müsse England alles tun, um den kommenden Krieg mit Deutschland rasch und erfolgreich beendigen zu können. Zu diesem Zwecke brauche der Staat erstens Geld das nach Ansicht der Stonservativen am besten durch Schutzölle aufzubringen ist und zrtens ziehe Deutschland große Vorteile aus dem eng lischen Freihandel. Diese Quelle müsse also beizeiten berstopft werden. " Zur Beachtung! Wir nehmen an, daß von unseren Verbänden und Vereinen vielfach die Anregung gegeben wird, Sammlungen für den Grafen Zeppelin zu veranstalten. Wir bedauern aufrichtig den unglücklichen Ausgang der fühnen Fahrt, doch bitten wir, bei allem Interesse für den wackeren Helden und sein Werk, bon Samm lungen unter den Kameraden absehen zu wollen. Wir find fest überzeugt, daß das Deutsche Reich eingreifen wird. Der Vorstand des preußischen Landes- und Kriegerverbandes. b. Spit." „ Die Nieter waren von Anfang an nur der vorgeschobene Teil. Wie immer bei den neueren großen Arbeiterausständen wurde von den sozialdemokratischen Hintermännern niemals die ganze Arbeiterschaft zur Niederlegung der Arbeit bestimmt, sondern immer nur ein Teil, aber gerade derjenige, dessen Ausstand die Betriebsamkeit des ganzen Werkes lahmlegte. Die Arbeitgeber waren dann immer wohl oder übel gezivungen, die übrigen Are beiter wegen Mangels an Arbeitsgelegenheit auszusperren. Auf sie glaubten die Streifschürer daher vor der Welt das Ddium der Ausstandsbewegung wälzen zu können. Dementsprechend war auch in Stettin den Nietern die vornehmste Aufgabe zur Ent fachung von Schwierigkeiten zugewiesen, und dieser Aufgabe sind sie unterstellt geblieben bis zulegt. Die übrigen Arbeiter der Werft zeigten sich darüber vor der Welt stets sehr entrüstet. Aber mit Recht macht ein so herbor ragender Kenner der Werftverhältnisse, wie der Geh. Kommerzien rat Mend, der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller, darauf aufmerksam, daß die Arbeiter, wenn sie es ehrlich mit ihrem Protest gegen die Nieter meinten, mit Leichtigkeit aus ihren Reihen selbst Ersatzmänner für die Nicter hätten stellen können, da sehr zahlreiche Personen unter ihnen die Nieterarbeit verständen oder doch leicht erleruten. Infolgedessen rege ihr Verhalten von selbst zu einem berechtigten Mißtrauen an. Achuliches gelte von dem Vorgehen der Gewerk schaften. Es spiele sich anscheinend vor der Welt eine Komödie ab, um die breiten Massen über die geheime Hezarbeit ver schiedener sozialdemokratischer Parteigänger hier an täuschen. Doch wie dem auch sei, der Anteil der Sozialdemokratie an dem Stettiner Werftausstand ist mit Händen zu greifen. 500 mit fällt auch auf sie die Verantwortlichkeit für das Elend, welches ihre frivolen Quertreibereien im Gefolge haben. In welchem Lichte erscheinen dann aber auch die vielgepriesenen Arbeiterausschüsse, von deren Tätigkeit die Sozialtheoretiker wahre Wunder für den sozialen Frieden erwarteten! Was nügen auch die stets so dringend empfohlenen Tarifverträge zwischen Arbeit gebern und Arbeitnehmern in praxi?". " hauptet, die„ fozialdemokratischen Hintermänner" hätten die Nieter zum Eine verlogene Mache! Dhne irgend einen Beweis wird frech be Streit aufgereizt und von den übrigen Arbeitern des Bulfans" ge fordert, sie sollten zur Widerlegung dieser Behauptung ihren Kollegen, den Nietern, in den Rücken fallen, deren Arbeit überUebereifrige Genossen sollten aus dieser Mitteilung nehmen und fie aus dem Betrieb hinausdrängen. Und schließlich wenigstens ersehen, daß selbst die am Luftflotten- Militarismus wird dann noch aus der Nichtnachgabe der Nieter die Rote am meisten interessierten Kreise der Auffassung wendigkeit einer Abschaffung der Arbeiterausschüsse abgeleitet. find, daß das Reich auch ohne private Unterstützungen die weitgehend ste Fürsorge für Zeppelins Erfindungen und ihre Verwertung für militaristische Zwecke an den Tag legen wird! Die Arbeiterfreundlichkeit der ,, anitändigen" Preffe. Die Arbeiter werden sichs merken. Prämien für Unterfchlagungen der Unternehmer- harte Strafe Strafe ver. unglückten Arbeitern. Meines Erachtens kann der Friede zwischen Deutschland und England nur dauernd aufrecht erhalten werden, wenn eine Verständigung beider Länder über ihre Flottenpolitik erfolgt. Solange dies nicht geschieht, sind alle Kongresse nutzlos. Das gilt auch von dem Zusammentreffen des Am Montag stand vor der Straftammer in Königsberg ein deutschen Kaisers und des englischen Königs In ihren Aeußerungen über den Ausstand der Nieter des Bauunternehmer unter der Anklage, den bei ihm beschäftigten Ar. am 11. 6. Mts. Das Verhältnis zwischen Deutschland und Stettiner Vulkan" zeigt sich die innere Verlogenheit und Arbeiter- beitern Krankenkassenbeiträge in Höhe von 190,32 m. abgezogen, England, oder vielmehr zwischen der deutschen und englischen feindlichkeit der sogenannten anständigen" Presse wieder im schönsten die Beiträge aber der Ortskrankenkasse nicht abgeführt, vielmehr Bourgeoisie, ist eigenartig. Greifbare Konfliktspuntte gibt es Glanze. Würden morgen in einer Stadt, sagen wir Stettin, die für sich verwendet au haben. Der Angeklagte geftand die Straftat zwischen den beiden Ländern nicht. In den Zusammen- Uhrmacher oder Bäder mit ihren Gehilfen in Streit geraten und au. Er wäre in Bedrängnis gewesen und habe das Geld zur stößen der verschiedenen Länder im 19. Jahrhundert waren die Kohlenbergleute oder Hüttenarbeiter in Westfalen darauf an die Lohnzahlung verwendet. Die Straffammer erklärte, der An immer greifbare Ursachen vorhanden: Ansprüche auf bestimmte Stettiner Uhrmacher- oder Bäckermeister die Drohung richten, wenn Ihr geklagte hat glaubhaft versichert, daß er sich in Not befunden hat. Ländergebiete oder auf Einfluß in bestimmten Ländergebieten, Ver- Euch nicht mit Euren Gehilfen vergleicht, stellen wir die Arbeit ein- die unter Zubilligung mildernder Umstände wurde deshalb auf eine legung verbriefter oder vermeintlicher Rechte. Zwischen Deutsch- ganze bürgerliche Presse, von den aus dem Säckel der Groß- Geldstrafe von 30 M. als eine angemessene Sühne" seines Land und England gibt es derartige Striegsurfachen nicht. Kein industriellen gespeisten spezifischen Scharfmacherblättern an bis zu Bergehens erkannt. 190,32 M. unterschlagen, ab 30 M. Geldstrafe, Engländer kann sagen, wo Deutschland die verbrieften An- den angeblich für volle bürgerliche Gleichberechtigung eintretenden bleibt Prämie für die Unterschlagung 160 M. Seh'n Sie, das ist sprüche oder Nechte Englands verlegt, und kein Deutscher ist Blättern vom Schlage des„ Berl. Tagebl.", würden sich in gepfefferten lein Geschäft, das bringt noch was ein." " " ants In Bor berselben Straffammer betrat darauf den Anklageraum hingewiesen, daß diese daß diefe Grundlage den tatsächlichenskomitee wird nun noch einen Returs an die General. efn Hafenarbeiter. Dieser hatte aus einer Wohnung 8 M. ent- Verhältnissen im Raufmannsleben entspreche. direktion der Bundesbahnen in Bern richten. wendet und in der Wohnung auch Brot und Wurst verzehrt. Als Prinzipale und Angestellte find aufeinander angewiesen. Das Die Alters- und Invalidenversicherung. er acht Tage später an derselben Stelle zu dieben versuchte, wurde Wohlergehen des einen hat stets seine Rückwirtung auf das des er ertappt. Auch er gab auf Befragen an, er habe in Not gehandelt. anderen. Der paritätische Charakter berhindert auch, daß von in der Schweiz die Frage der Einführung der Alters- und InvalidenZürich, 8. Auguft.( Eig. Ber.) Immer brennender wird auc Vor einiger Zeit habe er bei der Arbeit einen Unfall erlitten irgend einer Seite extreme Forderungen erhoben versicherung, mit der sich ein Kanton nach dem andern zu bes und infolge der davongetragenen Handverletzung fönne er trob werden. Das Erheben extremer Forderungen würde aber der Einig schäftigen genötigt sieht und zu deren Besprechung jetzt eine Stonwiederholt gemachter Versuche in seinem Berufe nicht mehr feit im Handelsstande schaden, was im Interesse des ganzen ferenz von fantonalen Regierungen in St. Gallen stattfand, arbeiten. Die dem eben abgeurteilten Unternehmer gegenüber Standes tief zu bedauern wäre; denn die zeitige Lage des reellen an der die Kantone Zürich, Bern, Glarus, Solothurn, Baselso stark zum Durchbruch gelangte milde Stimmung des Vorsitzenden Kaufmannsstandes ist derart, daß er sich den Lurus eines stadt, Appenzell, Aargau und St. Gallen vertreten waren. - es war der aus dem Königsberger Hochberratsprozeß so be gwiespaltes in den eigenen Reihen nicht gestatten lann. Jede For- einer einstimmig angenommenen Resolution spricht sich die Konferenz fannt gewordene Direktor Schubert war nicht mehr vor- derung, mag sie nun zugunsten der Prinzipale oder Angestellten er- dahin aus, daß die Kantone von sich aus die Alters- und Ins handen. So, Sie wollen keine Arbeit finden können," ent- hoben werden, hat aber um so größeren Nachdrud, wenn sie von validenversicherung einführen, also nicht auf den Bund warten follen und dies umfomehr, als durch sie eine erhebliche Entlastung gegnete er mit erhobener Stimme dem Angeklagten. Gehen Selbständigen und Nichtselbständigen solidarisch erhoben wird." des Armenwesens bewirkt werden wird. Dabei sei die Sie nur aufs Land, dort finden Sie auch mit Ihrer geschädigten Die fatholischen Staufmannsgehilfen, die diesen Beschlüssen zu reizügigkeit von Kanton zu Kanton anzustreben. Ema Hand Arbeit. Aber das wollen Sie natürlich nicht. Es gefällt gestimmt haben, scheinen auf dem Monde zu Hause zu sein. Die pfohlen wird ferner die Reservierung bon Geldmitteln, Ihnen besser, hier in der Stadt herumzustreichen." Das Urteil christlichen Proletarier im Stehkragen sind in dieser Beziehung noch da bom Bunde eine finanzielle Unterstützung doch erft lautete auf ein Jahr und sechs Monate Gefängnis. nicht soweit wie die christlichen Proletarier im Arbeitstittel, die, zu erwarten, wenn die Kranken- und Unfallversicherung unter Dennoch gibt es leider immer noch Leute, die behaupten, durch die Erfahrung belehrt, längst nicht mehr an das Märchen von Dach gebracht sei. Die Versicherung foll für beide Geschlechter und Klassenjuftiz herrsche bei uns nicht, die gelehrten Richter könnten der Interessenharmonie und dem guten Herzen des Unternehmers obligatorisch eingeführt werden, daneben sei auch noch freiwillige gerecht urteilen. Würden an Stelle der gelehrten Richter aus glauben. Versicherung ohne Belastung des Staates für den Rest der Be allen Teilen der Bevölkerung durch das Volt gewählte Richter Es waren auch Vorschläge gemacht worden, die katholischen völferung zuzulaffen. Die Altersrente foll im Minimum 300 Fr. be geurteilt haben, so wäre nicht ber Unternehmer, der Arbeiter- kaufmännischen Vereine zwar bestehen zu lassen, die Gehilfen aber tragen und mit dem 65. Altersjahre beginnen, für die Invaliden beiträge einem gemeinnüßigen Unternehmen unterschlägt, mit zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Aufgaben anderen schon be- versicherung eine fünfjährige Karenzzeit gelten. einer Bestrafung davongekommen, die als Aufmunterung zu ähn- stehenden nichtkonfessionellen Handlungsgehilfenverbänden lichen Straftaten aufgefaßt werden kann, und ebensowenig hätte zuschließen oder neue derartige Verbände zu gründen. Auch gegen ein auf dem Schlachtfeld der Arbeit Berunglückter wegen seiner diese Borschläge wandte sich der Trierer Verbandstag und zwar mit Entgleisung eine so überaus harte Strafe erlitten. Aber der folgender Begründung: Diese Borschläge würden sich erstens gegen herrschenden Rechtsanschauung entspricht es: den Unternehmer, der den von uns für notwendig gehaltenen paritätischen Charakter der Landeskonferenz der sozialdemokratischen Partei Sachsens. 190 M. unterschlägt, mit 80 m., einen berkrüppelten Arbeiter fatholischen kaufmännischen Vereine richten. Die Konsequenz würde Blauen, 10. Auguft.. aber, der 8 M. entwendet, mit einem Jahr und sechs Monaten aber auch sein, daß die den Vereinen angehörenden Brinzipale Jm Plauener Arbeiterheim Schillergarten" trat heute das Gefängnis zu bestrafen, mam sit sid sich außerhalb des Verbandes nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten Bandesparlament der Sozialdemokratie zusammen in einer bisher organisierten. Damit wäre dem Verbande der Todesstoß gegeben; nicht bagewefenen Bahl Delegierter, und zwar 72. Ferner find die denn bislang find die K. K. V. stets als taufmännische Standes- vier Agitationsfomitees und das Zentralfomitee durch 15 Mitglieder, organisationen aufgetreten. Gine Abtrennung der wirtschaftlichen der Parteivorstand durch die Genossen Moltenbuhr und Fragen ist darum gleichbedeutend mit dem Untergange des Ber- Gerisch vertreten, ferner sind die Reichstagsabgeordneten Geher, Berlin, den 11. August 1908. bandes." Goldstein, Kaden, Noste und Stüdlen anwesend. Der Gendarm Jude freigesprochen. Es versteht sich, daß der Verbandstag, nachdem die Bischöfe in In der Begrüßungsrede wies der Genosse Breslauer auf die große Arbeitslosigkeit hin, die eine MitgliederWie unsere Leser aus dem ausführlichen Bericht an anderer ihren Glückwunschschreiben den Verband wegen seiner Treue zur fluftuation herbeiführe, und auf die intensive Bekämpfung Stelle ersehen, hat das Kriegsgericht den Gendarmeriewachtmeister tatholischen Kirche so eifrig gelobt hatten, auch fich dagegen ver- unserer Partei durch die Gegner. Es gelte für uns, die Kraft Jube von der Anklage freigesprochen, den Bimmerer Genoffen wahrte, an der konfeffionellen Grundlage rütteln zu lassen, denn zu verdoppeln, damit die Organisationen gestärkt, der Presse Adolf Herrmann aus Hohen- Neuendorf durch rechtswidrigen Miß der katholische Kaufmann sei der durch nichts zu erschütternden die weiteste Verbreitung verschafft werde. Aus dem vom Genossent brauch der Waffe körperlich verlegt und dadurch dessen Tod herbei- Ansicht, daß seine religiöse Weltanschauung nicht nur für Sindermann, dem Vorsigenden des Zentralfomitees gegebenen geführt zu haben. Der Ausgang dieses Prozesses das private, sondern auch für das soziale Leben die Bericht geht hervor, daß sich die Krise bemerkbar macht. Die in erster Instanz widerspricht dem Rechtsbewußt- Richtlinien darbiete." jend 3 Mitgliederzahl für Sachfen beträgt 86,940, eine Zunahme von 7000. Die Zunahme ist nur in einzelnen Wahlkreisen zu verzeichnen. Die Abonnentenzahl beträgt 161 370, eine Verminderung von 6500 gegen das Jahr 1906/07. Die Gefamteinnahme beträgt 401 442 m. gegen 362 382 M. im Jahre 1906/07. Der Partei stehen 1000 Säle zur Verfügung. In den Gemeindevertretungen hat die Partei 1260 Vertreter. Flugblätter sind 4 Millionen verbreitet. Boltsversammlungen sind 967 abgehalten worden. An den Parteivorstand find 68 799 M. gefanbt worden. aid o Politifche Uebersicht. " fein aufs entschieden st c. Am überraschendsten war bas Es bleibt also in den katholischen kaufmännischen Vereinen Verhalten des Antlagevertreter 3. Er selbst beantragte alles beim alten. Die Parität", an der einige Neuerer zu rütteln die Freisprechung mit der Konstruktion: die Gendarmen seien berechtigt wagten, ist gerettet und ebenso ist der konfessionelle Charafter unter gewesen, die angeblichen Anrempler festzustellen. Das ist dieselbe dem Zuspruch der Herren Bischöfe gesichert bis die Logit der TatStonstruktion, die das Reichsmilitärgericht bereits auf Grund fachen die Erkenntnis der christlich- katholischen Kaufmannsgehilfen des Atteninhalts als irrig bezeichnen mußte. Uebrigens: wollten fo weit zur Reife bringt, daß sie den Glauben an die Intereffen die Gendarmen eine Feststellung vornehmen: harmonie und die Notwendigkeit der religiösen Absperrung zum alten warum nahmen fie diese denn nicht vor? Ist etwa Eisen werfen. das leberfallen mit Knütteln und das Totschießen eine Feststellung von Personalien?" Ferner: in die Verhandlung fiel ein Moment hinein, das einem der Atten Unfundigen einen Augenblick hätte stugig machen Können. Im Widerspruch Gegenliber den verschiedensten Meldungen darüber, ob der Mehrmit der bestimmten Aussage des Bruders des Erschossenen behaupteten Dr. Rosenthal und der Bahnsteigschaffner Nidel, Herrmann habe ihnen erzählt, er sei mit seinen Genoffen davon gelaufen. Der Beuge Herrmann bekundete, daß hier ein Irrtum vorliegen müsse, da ja der tödlich Verwundete überhaupt nicht Laufen fonnte. Wie hoch stellt sich der jährliche Mehrbedarf des Reichs? bedarf des Reiches, der durch die Reichsfinansreform zu decken ist, 300 oder 450 Millionen Mart beträgt, erfährt die Dortmunder Beitung" angeblich von bestunterrichteter Seite ma Aus der Partei. Bei der Agitation fo führte Sindermann aus müsse fest befonders auf die Gegner hingewiesen werden, die gelbe Vereine gründen und den Reichsverband auc politischen Brunnenvergiftung benußen. Die Frage der Arbeitsruhe am 1. Mai miffé endgültig geregelt werden. Die fortwährende Bremseret tönne teinen Fortschritt in der Maifeier herbeiführen, ebenso müffe bie Frage der felbständigen Jugendorganisationen in Nürnberg entschieben werden. Zur Entwickelung der Jugendorganisationen jei deren Selbständigkeit notwendig.( Bustimmung.) Lebhaft wurde ein Antrag der Komitees biskutiert, der diese beauftragt, die Frage einer Neueinteilung der Agitationsbezirke und der Verbreitung der Presse zu prüfen und der nächsten Landestonferenz eventuell Vorschläge zu machen. tomment. Bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, daß die Kosten ber neuen Heeresvorlage von 1910 in die Steuervorlagen mit hinein Weshalb hat der Anklage. taltuliert werden sollen, die im kommenden Winter zur Verabschiedung durch den Block gelangen müssen. Gewisse in Aussicht bertreter diesen Puntt, ber auf Grund der genommene Steuerarten würben zu ihrer Entwickelung lange geit Atten leicht aufzutlären war, nicht aufgeheIIt? gebrauchen; die vollen Erträgnisse hieraus follen daher für die Die Chemnitzer Delegierten wehrten sich gegen den Antrag, weil Einmal ließ sich ja leicht durch Sachverständige festinzwischen eintretenden Ansprüche der Landesverteidigung zurüd fie annahmen, baß bei einer Reorganisation ihr Agitationsbezirk stellen, daß der Erschossene unmöglich fortgelaufen fein gestellt werden. Mit diesen Beträgen würde die vom Reich anzu verkleinert und ihnen die leistungsfähigen Kreise abgenommen fann. Und ferner: die zwei Jahre lang geführten Atten fordernde Summe rund 500 Millionen Mark betragen. werden könnten. Gegen eine Anzahl Stimmen wurde der Antrag ergeben ja, daß der Gruppe Herrmann eine andere Gruppe Werden die jährlichen Ausgaben für die geplante Heeres- angenommen. Durch Beschluß beauftragte die Landesversammlung voraus ging, beren Teilnehmer befundet haben, daß sie nach vermehrung mit hinzugerechnet, dann stellt sich sicherlich der Beschlüssen des Bremer Barteitages zu bringen und die Vorlage der die Komitees, das fächsische Kommunalprogramm in Einklang mit den dem Schuß leider fortliefen. Dffenbar hat Dr. Rofenthal Mehrbedarf des Deutschen Reiches auf mehr als 500 nächsten Landesversammlung vorzulegen. und der Bahnsteigschaffner eine Erzählung vom Fortlaufen dieser Millionen Mart. Fraglich ist aber, ob die Regierung zugestehen Eine lange, heftige Debatte rief der Antrag hervor, den 8e hu= Grappe mit der um den tödlich verwundeten Herrmann ver- wird, daß ihre Finanzwirtschaft die Beschaffung einer derartigen pfennig- ochenbeitrag in den Drganisationen bis zum wechselt. Weshalb wurden diese Zeugen nicht geladen? Riefensumme möglich macht. Wahrscheinlich wird sie die zur Deckung 1. Juli 1909 einzuführen. Die letzte Landesversammlung hat den Weshalb nicht diejenigen, die über das Verhalten der der Ausgaben nötige jährliche Summe weit niedriger anschlagen Behnpfennig- Beitrag beschlossen, eine größere Anzahl Kreisvereine Gendarmen bor ber at aussagen fonnten? Weshalb und dann nach altem Rezept in zwei, drei Jahren damit heraus- haben diesen Beschluß nicht ausgeführt, deshalb tam der Antrag, liefen die beiben Gendarmen nach verübter at tommen, daß schon wieder eine fogenannte Reichsfinanzreform nötig der den Beitpunkt feſtſeßt, bis zu welchem der Beschluß durchgeführt fort? Das ist ja einwandsfrei in der gestrigen Verhandlung, fei. Man scheint im Reichsschatzamt die Verschleierungsmethode ſein muß. Gegen einige Stimmen wurde der Antrag angeferner in den Borprozessen befundet und ergibt sich auch aus der mancher Bankrotteure für sehr gescheit zu halten. Abgelehnt wurde ein Antrag, daß die Landesversammlung den Tatsache, daß die Gendarmen die Feststellung, die sie angeblich Bezirken vorschreiben solle, eine Frau in die Bezirksagitafione Die badischen Amtsverkündiger auf dem Wege fomitees zu wählen. Der Kyffhäuserverband deutscher vornehmen wollten, nicht vorgenommen haben. Das Gericht ist ja den eigenartigen Deduktionen des Anflagevertreters nicht gefolgt. Es zur Säkularisierung. Striegerbereine hat eine offizielle Kriegsertlärung an hat die Sache nicht für genügend aufgeklärt gehalten und beshalb Das Ministerium des Junern gibt dem Drängen der Opposition die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften er freigesprochen. Gewiß ist der Grundfag in dubio pro reo( im nach; was der Minister von Schenkel für unausführbar erklärte, bei lassen und sich damit offen als eine politische Kampfes Bweifel zugunsten des Schuldigen) ein durchaus anerkennenswerter. feinem Nachfolger von Bodman wird's Ereignis. Das Reptilien- organisation aufgetan. Da der sächsische Kriegerverband dem Aber hier im Fall Jube liegt die Sache doch so, daß einmal bolt der großherzoglich badischen Amtsverkündiger verliert seine Kyffhäuserverband angehört, hält es die fächfische Sozialdemokratie Der Hauptentlastungszeuge, Gendarmeriewachtmeister privilegierte Stellung; der politische Borderteil verkündete die für geboten, aus ihrer Reserve herauszutreten und den Stampf gegen nationalliberale Regierungspolitik und bekämpfte die gegnerischen bie Striegervereine aufzunehmen, die in Sachsen angeblich 190000 MitTies lebiglich deshalb nicht auf die Anklagebant tam, weil der Parteien; dafür mußte jebermann, der sich für den amtlichen glieder haben. Das Kriegervereinswefen spielt im öffentlichen Leben armen Witwe des widerrechtlich Erschoffenen ein formelles interteil des nationalliberalen Blattes notgedrungen zu inter- eine immer größere Rolle, indem die Kriegervereine den bürgerlichen Recht, gegen die verfehlte Entscheidung der Oberstaatsanwaltschaft effieren hatte, fein Geld für das Abonnement ausgeben. Barteien als se ampfmittel gegen unsere Partei dienen. Ferner aber die des Gerichts anzurufen, fehlte. war mit der Beit verloren diese Neptilien ihren Einfluß durch Die angenommene Resolution lautet: leider die „ Das Kriegervereinsunwesen Deutschlands nimmt in neueſter selbst in der Verhandlung nicht als die Entwickelung der gegnerischen Blätter zur Tagespresse, Es gibt die Witwe Sie hatte heute Amtsverkündiger, die taum 500 Leser haben. Bentrum und Beit eine die moderne Arbeiterbewegung geradezu provozierende Nebentlägerin mit einem Beistand erschienen. wohl nicht angenommen, daß nicht das volle Belastungs- Sozialdemokratie machten wiederholt im Landtag Borschläge zur Gestalt an. Errichtung unpolitischer Amtsblätter; in der gegenwärtigen Seffion Nach den Berichten bürgerlicher Blätter hat der Kyffhäusermaterial aus den Atten angeführt werde. Sie wird, wie wir hören, brachte das Zentrum eine Vorlage ein. Die Regierung tam den verband deutscher Landeskriegerverbände, dem auch der fächſiſche nunmehr als Nebentlägerin Berufung einlegen, damit in zweiter Schwarzen sehr entgegen oder zuvor. Die unpolitischen Amts Militärvereinsverband angehört, Leitfäge für die nationale Tätigkeit Instanz volle Klarheit geschaffen werde und dem Recht endlich Genüge verkündigungsblätter erscheinen wöchentlich einmal in der Druckerei ber Striegervereine beschlossen, die eine offizielle und demonstrative geschehe. eines Tagblattes des Streises; fie enthalten teinen politischen Text Striegserklärung an die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften und feine Inferate. Das betreffende Tageblatt muß die Wer bedeuten. BerDie katholischen kaufmännischen Vereine fündigungsfchrift gratis beilegen; jedem anderen Beitungsverlag ist Die Landesversammlung der sächsischen Sozialdemokratie nimmt haben bei der Fülle von Festessen, Festkränzchen und geftfahrten, fie gegen Erfag ber Mehrkosten für Papier und Drud auf Wunsch von dieser, bie Militärbereine unverhüllt als arbeiterfeindliche womit fie ihren Verbandstag in Trier ausstatteten, doch noch Zeit in beliebiger Auflage zu liefern. In etwa 10 Aemtern geht der politische Stampfesorganisation charakterisierenden Tatsache Kenntnis an nichtnationalliberale, umeift Die Sozialdemokratie Sachfens nimmt den ihr angebotenen Kampf gefunden, sich mit einigen beruflichen Dingen zu beschäftigen. In Druck des Amtsverkündigers Letzter Beit machten sich innerhalb des Verbandes Stimmen geltend, Bentrumsverleger über. Die trauernden Nationalliberalen machen mit aller Energie auf, um den Treibereien der Striegervereine die wirksam zu begegnen. die sich gegen die konfeffionelle Beschränkung wandten gute Mienen dazu. Sic transit gloria! Kein politisch und gewerkschaftlich organisierter Arbetter darf und nach Art der christlichen Gewerkschaften die Vereine auf einem Militär- oder Kriegerverein angehören, da diese unter dent eine erweiterte Grumblage stellen wollten; auch wurden Ein28ie jest amtlich bekannt gegeben wird, ist dem bisherigen Re- Deckmantel der nationalen Borafe mit Hilfe der verwerflichstein wände erhoben gegen die paritätische", auf der Mitglied gierungspräsidenten v. Ba Lentini unter feiner Ernennung zum Mittel bie politischen und wirtschaftlichen lassenorganisationen der Arbeiter bekämpfen, schaft von Gehilfen und Brinzipalen beruhenden Geheimen Kabinettsrat die Beitung des Geheimen Ziviltabinetts Busammensetzung der Bereine, auch hier sollte das gewerkschaftliche übertragen worden. Brinzip als reine Gehilfenorganisation zur Durchführung gelangen. Aber derartige Stimmen brangen doch nur bereinzelt durch. Die Soziale Kommiffion des Berbandes sprach sich entschieden für die Beibehaltung der bisherigen Grundlage der Vereine aus und im Sinne ihrer Anträge hat denn der Trierer Verbandstag auch be- Blivich, 10, August.( Gig. Ber.) Bei den Kantonsratswahlen fchloffen. Einstimmig sprachen sich die Delegierten gemäß dem An zu Solothurn vor einigen Wochen wurden auch mehrere fozialbemo trage der Sozialen Kommission dahin aus, daß an der fratische und bürgerliche Eisenbahnangestellte als Abgeordnete ge- Bur Frage der Jugendorganisationen. Auf der Kreis Generalversammlung des Wahlkreises Erfurtparitätischen Grundlage des Berbandes fest- wählt. Die vorgesezte Behörde untersagte aber aus zuhalten ist und jeder Borschlag abgelehnt werden muß, der in dienſtlichen Gründen den Gewählten die Ausübung ihres Mandats, Schleusingen Siegenrüd, die am Sonntag stattfand, sprach der Geschäfts und nun hat die Kreisdirektion in Wajel als höhere Juftanz den führer des Bildungsausschusses, Genosse Heinrich Schulz Berlin feiner Wirkung auf eine einseitige Interessenvertretung ulas bestätigt. Dadurch wurden die Eisenbahner entrechtet, über die Frage der Jugendorganisation. Er hob hervor, daß die zu Bürgern und Republikanern II. Staffe, au Seloten degrabiert, wirtschaftlichen und sozialen Zustände die freien Jugenborganisationen In einem ebenfalls einstimmig angenommenen Antrag Bochum, wogegen eine fozialdemokratische Bersantung wie auch der Genotwendig gemacht und ihnen Aufgaben gestellt hat, die sie in ber der sich auch für die„ paritätische Grundlage ausspricht, wird darauf meinderat in Olten protestierten. Das sozialdemokratische Partei Hauptfache nur selbst und nicht die Gewerkschaften ohne weiteres hinausläuft." Der neue Lucanus. Schweiz. Schweizerbürger II. Klasse. Eine längere Debatte führte ein Antrag herbei, der Doppeltandidaturen berbietet. Beschlossen wurde, daß Doppelfandidaturen wie Mandate zu vermeiden find. Auf Mandate zu den Gemeindevertretungen erstredt sich ber Beschluß nicht. Die nächste Landesversammlung wird in Bittau abgehalten. Der Sig des Zentralfomitees ist Dresden. T Die Gesamteinnahme aus dem Personenverkehr betrug rund 47 880 000 W.( gegen 47 523 000 m. in 1906), wozu noch 56 214 M. aus dem Verkauf von Hundekarten kommen, ferner die Einnahmen aus der Gepäcfracht mit 1 869 000 M. An Fahrkartensteuer wurden 1435 048 m. vereinnahmt. In den fünf Monaten des Jahres 1906( vom 1. August bis 31. Dezember) 607 690 M. Die Einnahme aus dem Frachtenverkehr bezifferte sich auf 100 579 490 W., das ist 5 Millionen mehr als im Jahre 1906. Der Frachturkundenstempel brachte 875 651 M. Soziales. Raufmannsgericht oder ordentliches Gericht? Löfen können. Das sei leine bloße theoretische Annahme, sondern| 9 170 803 m., für Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung der Maschine verdrängt wird, wachsen rapid. Bon den intelligenten das hätten die Praxis und die Erfahrungen mit den norddeutschen Fahrzeuge und maschinellen Anlagen insgesamt 14 454 121 9. aus Berufen ist es besonders der des Rechtsanwalts, dem sich freien Jugendorganisationen bewiesen. Die Selbständigteit gegeben. immer mehr Frauen in den Vereinigten Staaten zuwenden. Sie diefer Organisationen sollten wir ihnen nicht nehmen, da uns Im Jahre 1907 wurden 88 188 428( 1906: 81 145 826) Personen sollen nämlich eine ausgedehnte Kundschaft, manche eine Jahresweder das neue Reichsvereinsgefez dazu zwingt, noch die Ver- befördert. In 1. Klasse 161 847= 0,19 Proz. der Gesamtzahl einnahme von 20 000-160 000 m. verzeichnen können. einigungen und ihre Erfolge irgendwie dafür Anlaß böten. Neben( 1906: 189 871), in 2. Klasse 4986 081 5,99 Proz.( 1906: dem Jugendschutz, führte Redner aus, sind es besonders die5 253 350), in 3. Slaffe 47 492 344-57,09 Bros.( 1906: 49 492 098), betrifft, so findet sich der höchste Prozentsatz in den südlichen Staaten ( 1906: 189 871), in 2. Klasse 4986 081 Was schließlich die geographische Verteilung der Frauenarbeit Erziehung zur Selbständigkeit und Selbstverwaltung, die freien Organisationen den Jugendlichen bringen. Als in 4, Klaffe 29 453 912= 35,41 Prog.( 1906: 25 150 774). Also des Dstrandes, in den alten Sflavenstaaten. Sozialdemokraten Laufen wir gegen den spießbürgerlichen infolge der Fahrkartensteuer ein Abwandern aus den höheren Klassen Jm allgemeinen ist die Lage der erwerbstätigen Frau in Amerika Autoritätsduje! in Familie, Schule, Gewer Ischaften, Partei in die unteren. Alle Klassen mit Ausnahme der vierten weisen eine eine günstigere als die ihrer Schwester in Europa. Dazu kommt Politik, dem öffentlichen Leben und überall Sturm, deshalb sollten Abnahme aus, die vierte allein eine Zunahme um über 4 Millionen noch, daß die meisten erwerbstätigen Frauen in Amerika sich verwir uns über das frische Leben und den Drang nach selbständiger Bersonen. Entsprechend dieser Erscheinung sind natürlich auch die heiraten, bevor sie 25 Jahre werden. Die Wahrscheinlichkeit spricht Betätigung freuen und sie fördern. Engste Fühlung mit älteren Genossen wird die Jugendbewegung nach wie vor halten müssen, Einnahmen der einzelnen Klassen verändert. So find zum Beispiel aber dafür, daß mit der zunehmenden Bevölkerungsdichte die Verdoch dürfen wir nicht die Zuchtrute über sie schwingen. Das Recht die Einnahmen in der 2. Klasse bont 7 749,000 m. im Jahre 1906 hältnisse sich immer mehr den europäischen nähern. In den Großder Gewerkschaften, Jugendabteilungen zu bilden und sie wirtschaftlich auf 7 226 000 7. in 1907, die der dritten Staffe von 29 452 000 m. städten, besonders sind schon jetzt manche Symptome der Verschlech und erzieherisch zu fördern, bleibt unbestritten. Aber wir müssen im Jahre 1906 auf 28 286 000 m. gefallen. Die Einnahmen terung der Frauenberufe wahrnehmbar. ebenso die Aufrechterhaltung der bestehenden und bewährten Jugend- aus der vierten Klasse von 8 686 000 Mart auf 10 896 000 Mark organisationen beanspruchen, da sie unter dem neuen Vereinsrecht gestiegen. genau so wirken werden wie bisher. Die Resolution des Gewerkfchaftstongresses ist unklar und widerspruchsvoll. Daß sie mit dem Parteivorstand vereinbart ist, fann noch kein Grund für den Partei tag sein, ihr bedingungslos zuzustimmen. In Nürnberg muß erklärt werden, daß solche Festlegungen nicht erfolgen dürfen; jedenfalls Vor der 4. Kammer des Kaufmannsgerichts machte am Montag kann die Partei nicht schon durch die Vereinbarung gebunden sein. ein Angestellter des bekannten wissenschaftlichen Instituts„ Urania" Arbeiterfekretär Gen. Schrader Erfurt betont, daß man jetzt, to endlich einmal eine gemeinsame Verständigung zwischen Gewert geltend. In einem früheren Termin hatte der Vorsitzende der ge= in der Taubenstraße eine Klage auf eine reftierende Gehaltssumme schaften und Partei erfolgt fei, nicht daran rütteln, sondern zu nannten Kammer, Assessor Dépène, dem Kläger erklärt, der Rechtsstimmen solle. Der Parteivorstand würde in eine ganz schiefe Lage tommen. Die Jugendlichen dürfen und können ihre wirtschaftlichen Interessen nicht selbst vertreten. Gauleiter der Maurer Genoffe im Jahre 1906, was wohl der wirtschaftlichen Kerise einesteils, andernteils Anraten des Vorsitzenden verzichtete der Kläger damals auf ein Das finanzielle Ergebnis der sächsischen Bahnen ist ungünstiger als streit gehöre vor das ordentliche Gericht, denn die„ llrania" sei ein gemeinnütiges Unternehmen und kein kaufmännisches. Auf Schenk- Erfurt wünscht, daß solche Debatten wie nach Stöln nicht ber sich stärker bemerkbar machenden Abwanderung aus den oberen in dahingehendes Urteil, nahm die Klage beim Kaufmannsgericht mehr aufleben möchten. Der Gewerkschaftskongreß habe nichts getan, was dazu veranlassen könnte, doch muß man jetzt wiederum die unteren Klassen gefchuldet ist: die Gesamteinnahme betrug zurück und reichte sie beim Amtsgericht ein. Sier wiederholte sich den Frieden stören. Es gibt eben immer Leute, die Strafeel machen 167 562 717,18 m. Sie ist gegen das Vorjahr um 6 985 154,38 W. Burück und reichte sie beim Amtsgericht ein. Hier wiederholte sich müssen. Frivol sei es, die Hamburger Resolution unklar und wider- höher. Dem steht aber eine Gesamtausgabe von 114 588 240,40 m. dasselbe Schauspiel, nur mit dem Unterschiede, daß der Amtsspruchsvoll zu nennen. Es war doch eine Vereinbarung, die auch gegenüber, was eine Steigerung der Ausgaben um es ließe sich daran nicht zweifeln, daß die Urania" als Aftienrichter sich für unzuständig zur Entscheidung erklärte. Er meinte, ber Barteitag akzeptieren muß, will er dem Parteivorstande keine 9.019 558,67 m. bedeutet. Der Betriebsüberschuß belief sich gesellschaft ein kaufmännisches Unternehmen sei. Auch der AmisOhrfeige verjeßen. Wir wollen uns angewöhnen, zu respektieren, auf 58 024 476 M., das sind 2 034 404 W. weniger als im Vorwas vereinbart ist. Genosse Schulz: Die Abmachungen fönnen jahre. Der tatsächliche Ueberschuß beträgt gar nur 42 524 227 m. richter gab dem Kläger den Rat, die Klage ohne Urteil zurückdoch nicht schon bindend sein, weil die Vorstände M. fie bereinbarten. Die Vorstände find teine on Die Einnahmen haben sich um 4,85 v.., die Ausgaben um 8,55 3uziehen und beim Kaufmannsgericht Kammerentscheidung zu be antragen, denn dort käme ihm das Urteil billiger als beim trahentent, die irgendeine Angelegenheit regeln". b. G. vermehrt. Das Anlagekapital verzinste fich mit 4,953 Pros Amtsgericht". Das tat denn der Kläger auch. In der gestrigen Der Parteitag hat hier das legte und entscheidende gegen 5,242 Broz. im Vorjahre. Wort. Wir wollen den Gewerkschaften laffen, was der erneuten Verhandlung übte wiederum Assessor Dépène an dem Gewerkschaften ist, aber wir wollen auch die freien JugendRat des Amtsrichters Kritik. Allerdings ist es hier, billiger," Verlängerung des oberschlesischen Roheisensyndikats. organisationen wie bisher in ihrer selbständigen form erhalten. erklärte er, aber der Herr( gemeint ist der Amtsrichter) hat Folgende Resolution Schulz wurde von der Kreistonferenz mit in Beuthen abgehaltenen Hauptversammlung wurde die Erneuerung des Amtsgerichts der Berufung unterliegt." Schließlich beschloß In der von dem oberschlesischen Roheisensyndikat am 8. August nicht bedacht, daß unsere Entscheidung rechtskräftig ist, während die großer Mehrheit angenommen: " Die Streis Generalversammlung des Wahlkreises Erfurt. des Verbandes für 1909, und grundsätzlich auch der Beitritt zu dem Schleufingen Ziegenrüd sieht in der Betätigung ber schuletwa zu bildenden Allgemeinen deutschen Noheisensyndikat beschlossen. Das Gericht, die Sache zu vertagen und von dem beklagten Unterentlassenen proletarischen Jugend in freien Wehmütig schreibt dazu die um die schönen Profite der rheinisch- nehmen die Statuten einzufordern. In der Sache selbst ist im vorliegenden Fall die Auffassung Jugendorganisationen ein erfreuliches geichen westfälischen Bochofenverle besorgte Rheinisch- Westf. 8tg.": des bei der heranwachsenden Generation erwachenden Tätigkeits sein mag, so wenig ist er von Bedeutung für das Zustandekommen wohl, ist der Form nach aber eine Aktiengesellschaft. Ihre " So erfreulich dieser. Beschluß für die oberschlesische Industrie des Amtsgerichts zutreffend. Die Urania" dient dem Allgemeindranges fowie ihres Freiheits- und Solidaritätsgefühls, zugleich eines allgemeinen deutschen Roheisensyndikats. Die Oberschlesier Gründer wollten statutarisch festgelegt haben, daß das Gründungsaber auch des berechtigten Bedürfnisses nach Vertretung ihrer haben von jeher als vollständig selbständige Gruppe ganz unabhängig fapital, die sogenannten Attien, teine Dividenden geben. Das besonderen wirtschaftlichen Interessen. Die Versammlung bedauert deshalb den Beschluß des Hamburger Gewerkschafts- von den westlichen Noheisensyndikaten bestanden und wollen kongresses, durch den die Zukunft der freien Jugendorganisationen in wenn das deutsche Roheisensyndikat nicht zustande kommt. Bei den gesellschaft eingetragen werden, es müsse wenigstens der Form tongresses, durch den die Zukunft der freien Jugendorganisationen in ist aus dem Beschluß zu entnehmen auch dann weiter bestehen, Amtsgericht erklärte, dann könne das Institut nicht als Attiens Frage gestellt ist. Sie erwartet vom Nürnberger westlichen Gruppen ist das im allgemeinen nicht der Fall. Ihr Fort- nach auf Erwerb gerichtet sein. Darauf wurde beschlossen, Barteitage, daß er der Auffassung des Gewerkschaftskongresses bestehen als Gruppen ist mehr oder weniger von dem allgemeinen statutarisch festzulegen, daß nie mehr als 5 Broz. Zinsen gezahlt nicht beitritt, sondern unter Aufrechterhaltung der Bes schlüsse des Mannheimer und des Essener Partei- Syndikat abhängig, wenigstens die Siegerländer Gruppe wird kaum werden dürfen. Tatsächlich verwendet die Gesellschaft ihre Ein= tages den freien Jugendorganisationen volle Be- weiter bestehen können, wenn das allgemeine Syndikat nicht zustande tünfte lediglich zu Berbesserungen und zahlt weder Dividenden wegungsfreiheit läßt. Die Bersammlung erwartet ferner, noch Zinsen. Sie ist aber eine Erwerbsgesellschaft. Für die daß die Partei für die planmäßige Erziehung der proletarischen Klagen gegen sie ist das Kaufmannsgericht allein zuständig. Jugend zum Klassenbewußtsein und zur sozialistischen WeltRichtiger als der erteilte Nat, die Klage zurückzuziehen, wäre anschauung nach besten Kräften bemüht ist, insbesondere durch der gewesen, durch Urteil eine Entscheidung zu treffens hat das Schaffung eines geeigneten Bentralorgans für die proletarische Ueber die Frau im Erwerbsleben der Vereinigten Staaten Kaufmannsgericht durch Urtett feine Unzuständigkeit ausgesprochen, Jugend." finden wir eine interessante Publikation von Dr. Ernst Schulze- fo ist, selbst wenn die Entscheidung falsch war, das ordentliche Ges Samburg in der Zeitschrift für Sozialwissenschaft". Die Ver- richt zuständig. Dann werden aber nicht die Parteien eventuell einigten Staaten find bekanntlich, im Gegensag zu allen Staaten von Pontius zu Pilatus geschickt. Europas, das Land, wo die Frauen den Männern gegenüber erBeinahe das Opfer eines starken ärztlichen Jrrtums. heblich in der Minderzahl find. Um so interessanter ist die Tatsache, Der 8immerpolier Heinrich Rieschte in Bidbg. daß dort im Jahre 1900 rund 20 Broz. aller Frauen, die das 16. Lebensjahr überschritten haben, dem Erwerbe ſelbſtändig nach bruch erlitten. Er wurde mit einer Stente von 20 Bros, enta hatte am 26. Juli 1894 einen rechtsseitigen Unterschentel gingen. Im Jahre 1900 war in der Union die Zahl von schädigt. Im Juli 1895 erleidet R. eine Duetschung desselben 5 007 069 erwerbstätigen Frauen อน berzeichnen, 3 712 144 im Jahre 1890. gegen Unterschentels. Die Duetschung hatte eine Geschwürbildung zur das ist 34,9 Prozent. eine Sunahme um Folge. Er wurde deswegen vom 1. Dezember 1897 bis 27. Januar Die Gesamtbevölkerung hat sich in dem- 1898 und vom 31. Oftober 1901 bis zum 15. Februar 1902 in dem selben Zeitraum von 62,6 Millionen auf 76,3 Millionen, d. H. um Marienkrankenhause in D. behandelt. Durch Bescheid der 21 Broz. vermehrt, so daß die Zunahme der erwerbstätigen Frauen Seftion IV ber Nordöstlichen Baugewerksberufs. mehr als anderthalbmal so rasch erfolgt ist als die der genossenschaft Bevölkerung. " Erfreuliche Fortschritte macht die Gewinnung neuer Mitglieder in den drei oldenburgischen und im 1. und 2. han noverschen Wahlkreise. Durch die Schaffung eines Barteisekretariats für diese fünf Wahlkreise im vorigen Jahre in Bant stieg die Mitgliederzahl im 1. Quartal dieses Jahres um über 1000, im zweiten um 588 und beträgt augenblidlich 5559, babon 5050 männliche und 509 weibliche. Ein Ortsverein wurde neu gegründet, zwei bestehende schlossen sich der Landesorganisation an. Der Beitrag beträgt in 31 Organisationen 40 Bf., in drei 30 f. pro Monat; die weiblichen Mitglieder zahlen 20 f., wofür ihnen meistens die Gleichheit" geliefert wird, eine Maßnahme, die sich sehr gut bewährt hat. " Sozialdemokratischer Verein Eintracht" in Zürich. Der Arbeiter bildungsverein„ Eintracht" hat sich mit der Mitgliedschaft deutscher und österreichischer Sozialisten verschmolzen und aus diesem Anlaß eine Namensänderung vorgenommen, indem er den neuen Titel Sozialdemokratischer Verein Eintracht" annahm. Wir wünschen ihm mit dem neuen Namen weiteres Blühen und Gedeihen wie bisher. Aus Induftrie und Dandel. Bauschwindel in Berlin. " tommt." Aus der Frauenbewegung. bas Безов K. feit bem 16. Februar eine Rente von 20 Prog. Inzwischen war eine Verschlimmerung in Die erwerbstätigen Frauen der Vereinigten Staaten fönnen im 5. August 1907 stellte St. nunmehr den Antrag auf Renten den Unfallfolgen eingetreten und K. war auch erblindet. Am großen und ganzen in vier Gruppen eingeteilt werden; die Ein erhöhung, da sein Zustand sich verschlechtert habe und er auch teilung umfaßt zu gleicher Zeit Rasse und Beschäftigungsart. Das die Erblindung für eine Unfallfolge hält. Die Berufsgenossenschaft größte Kontingent der erwerbstätigen Frauen, zugleich den nez darauf unter dem 14. August 1907 den K. durch den Sanitätsniedrigsten Grad des Eriverbs finden wir unter den gefärbten rat Streisarzt Dr. Wo... in Bldbg. nachuntersuchen. Dieser Rassen Amerikas, bor allem unter den Negerinnen. Von der Sachverhändige hielt indessen nach wie vor durch die Unfallfolgen Gesamtheit der erwerbstätigen Frauen machen die Negerinnen 48,2 Proz. aus. Man findet sie hauptsächlich unter den un gelernten Arbeiterinnen; in den qualifizierten Berufen spielen sie fast teine Rolle. nur eine Eriverbseinbuße von 20 Proz. für vorliegend. Darauf lehnte die Berufsgenossenschaft den Rentenerhöhungsantrag ab, die marienwerder lam ebenfalls zur Abweifung der Ansprüche Blindheit K.s fei teine Unfallfolge. Das Schiedsgericht in des St., ohne daß es den Verletzten von einem anderen Arzt hätte untersuchen laffen. Es folgte ohne weiteres dem Gutachten des se reisarates Dr. Wo. mit der Begründung: Daß eine mit ben beiden Unfällen in ursächlichem Zusammenhang stehende, eine Rentenerhöhung rechtfertigende Veränderung zum Schlechtern nicht eingetreten ist. Dr. Wo., ber ben S. St. aus Anlaß des ersten und weiten Unfalles wiederholt untersucht und begutachtet, hat eine Vers gericht angeschlossen und für tatsächlich festgestellt erachtet, daß in änderung nicht festgestellt. Seinem Gutachten, hat sich das Schieds dem Zustande des Rentenempfängers feit der letzten Mentenfefte ftellung feine derartige wesentliche Veränderung Verschlimmes rung eingetreten ist, daß sich die Erhöhung der Mente von 20 Broz. rechtfertigen laffen würde." Wie in manchen anderen Großstädten hat auch in Berlin der Bauschwindel sich in den lezten Jahren sehr entwickelt. Der Deutsche Dekonomist" beröffentlicht seit einiger Zeit allwöchentlich Die zweite Stufe nimmt die weiße Frau ein, die selbst nach die Subhastationen Berlins, aus denen sich lehrreiche, aber Amerika eingewandert ist. Da diese Klasse der Arbeiterinnen feineswegs erfreuliche Einblice in das Treiben auf dem Berliner Baumarkt tun lassen. So ist es zum Beispiel zumeist der Landessprache nicht mächtig ist, so besetzen fie die gering einem einzigen Bauunternehmer gelungen, für nicht weniger bezahlten Berufe und werden als Reinmachefrauen, Arbeiterinnen als 11 Grundstücke von derfelben Stelle Beleihungen zu in den Baumwoll- und Wollspinnereien, als Tabatarbeiterinnen usw. erhalten, die in die Millionen gehen. Der Bauunternehmer verwendet. Glücklich sind diese Einwanderinnen nicht: eine etwas felbst hatte dabei nicht die geringsten eigenen Wittel, um bessere pekumiäre Lage ist alles, was sie im neuen Vaterlande auch nur für einen einzigen Bau die über die Beleihungsgrenze finden. hinaus erforderlichen Baugelber borstreden zu können. Aber die Die Töchter dieser Emigrantinnen stehen sozial schon eine Kreditinstitute gaben immer neues Geld für neue Bauten, so daß Stufe höher. Sie findet man fchon als Buchhalterinnen, Steno der Unternehmer zunächst solvent blieb, aber allmählich in eine ganz unhaltbare finanzielle Position geraten mußte, so sehr auch die Bau- graphinnen und in all den Bureauberufen, die an die Stadt geGegen diefes Urteil legte der Kläger beim Steichsberfiches handwerker bei der Lieferung von Arbeiten gedrückt wurden. Zum bunden sind. Schluffe erfolgte dann schließlich doch der Zusammenbruch und der Die Frauen weißer Rassen, deren Eltern bereits Amerikaner rungsamt eturs ein, wiederholte seinen Antrag und bat Bauunternehmer geht jetzt mit elf Grundstüden in die Zwangs- waren, befeßen die höchste Stufe der amerikanischen Frauenberufe. termin vor dem fünfzehnten Nekursjenat war der Verlegte, da um Untersuchung durch einen anderen Arzt. Im Verhandlungsversteigerung. Sie findet man sowohl unter den Aerztinnen und Künstlerinnen wie feinem Antrag auf Untersuchung durch einen andern Arzt nicht entDer„ Defonomist" hat durchaus recht, wenn er die Deffentlichkeit unter den Anwälten und Literaten usw. Im allgemeinen sind es prochen war, persönlich erschienen. Er sowohl wie die wegen des fast schon zur Norm gewordenen Berliner Bauschwindels 306 Berufe, die in den Vereinigten Staaten von Frauen ausgeübt Berufsgenossenschaft wurden außerdem vertreten. alarmiert. Nach fachtundigem Urteil sollen faft sämtliche in den legten Jahren im Berliner Westen errichteten großen Häuser minder werben. Darunter find einige merkwürdige Berufe, in denen bie blößung des verlegten rechten Unterfchentels des wertig und unsolide hergestellt sein. Diese neuen Häuser von Frau in Ausnahmefällen tätig ist, so a. B. 10 Eisenbahngepädträger, S. ließ ohne weiteres ertennen, daß seit dem Jahre 1902 außen und innen pompose aussehend werben schon nach wenigen Lotsen, 2 Dachdecker, 45 2okomotivführer, 2 Pferdebahututscher Jahren so viele kostspielige Reparaturen erfordern, daß Besizer, die Faßt man die Hauptberufe ins Auge, so zeigt die Statistit von 1900 nicht sehr fapitalfräftig sind, daran zugrunde gehen. Selbst die ungefähr folgendes Bild: Gläubiger der ersten Hypotheken laufen bei diesen Berliner Schwindelbauten Gefahr, mit der Zeit Berluste zu erleiden. Die fächsischen Eisenbahnen im Jahre 1907. Der statistische Bericht über den Betrieb der fächsischen Staatseisenbahnen für 1907 ist erschienen. Danach hatten die sächsischen Bahnen eine Länge von 3318,41 kilometer gegen 3305,11 Kilometer in 1906. Davon ſtehen 8217,18 Kilometer im Eigentum des sächsischen Staates. Bis einschließlich 1907 wurden insgesamt für die Staatsbahnen einschließlich der Wagen, Lokomotiven usw. aufgewendet 1 135 102 M. Es waren Ende 1907 vorhanden 1411 Lokomotiven, 8839 Berfonenwagen, 32 709 Güterwagen mit einem Ladegewicht von 863 550 Tonnen, für Brennmaterial wurden im Jahre 1907 Dienstmädchen und ähnliche.... Schneiderinnen . Wäscherinnen.. Lehrerinnen Verkäuferinnen 1900 rund 1 214 000 842 600 882 600 327 900 gestiegen seit " 1890 um 6,0 Broa 18,0 54,6" 38,4 156,4 167,4 146 600 Buchhalterinnen 78 800 " Telegraphiſtinnen u. Telephonistinnen Geistliche 22 500 Journalistinnen 8 400 2190 Räherinnen 144 000 167,2 197,9 148,1 0,1 " " Alle Frauenberufe, mit Ausnahme Die Ent eine wesentliche Verschlimmerung in den Unfallfolgen infofern eingetreten ist, als die gefchloffen gewefene Wunde wieder auf gebrochen war. Der erkennende Senat hob denn auch das Urteil des Schiedsgerichts auf und berurteilte die Settion IV der Nordöstlichen Baugewerks Berufsgenossenschaft, dem R. bom 8. August 1907 ab eine Reute bon 50 Prozent zu zahlen und ihm an außer gerichtlichen Kosten den Betrag von 15 Mart au erstatten. Wäre der Verlegte in diesem Falle nicht persönlich vor dem Reichsversicherungsamt erschienen, dann hätte auch sein Vertreter nichts ausrichten tönnen. Denn der reisarat hatte feft gestellt, daß eine wesentliche" Verschlechterung in den Unfall folgen nicht eingetreten sei. Die Mittel zu einem weiteren Gute; achten gegen das freisärztliche Gutachten fehlten bem Werlegten. Das Schiedsgericht hatte es auch nicht für nötig befunden, einen des Berufs des Dienstanderen Arzt zu hören. Denn es erachtete eben auf Grund mädchens und des der Näherin, der mehr und mehr durch die des freisärztlichen Gutachtens für festgestellt", daß eine höre: " Eine naive Boykott- Schadenersaktlage " in infolge des durch das Flugblatt verursachten ablehnenden Verhaltens gelangt, daß, wiederum„ Brozentſageinſtellungen" borgefommen find. Letzte Nachrichten und Depeschen. Rentenerhöhung rechtfertigende erschlimme y Achtung, Brauereiarbeiter! Nach dem Statut des Arbeits- und es erscheinen infolgedessen nur wenige Zeitungen. rung nicht eingetreten ist". Der Fall läßt wieder einmal er- nachweises der Ringbrauereien ist es den Arbeitgebern gestattet, eine Die Verhandlungen wurden infolge der durchaus ablehnenden tennen, wie starke, selbst Laien sofort erkennbare Irrtümer ärztlichen, bestimmte Anzahl Arbeitnehmer ohne Benußung des paritätischen Haltung der Arbeitgeber troh aller von den Arbeitnehmern ges auch freisärztlichen Gutachten in Begutachtung von Unfallfolgen Arbeitsnachweises einzustellen. Alle schon in früheren Jahren so wie machten Einigungsvorschläge von letteren abgebrochen. Die Ar unterlaufen. Leider legen oft die rechtsprechenden Instanzen auf auch in diesem Jahre unternommenen Verfuche, diese selbst nach beitgeber haben daraufhin ihre Drohung zur Wahrheit gemacht dem Arbeiter ungünstige Gutachten, insbesondere„ beamteter" Aerzte Ansicht verschiedener Berliner Arbeitgeber der Brauindustrie und am 10. d. Mts. die übrigen Berufsgruppen, Buchbinder, viel zu viel Gewicht. nicht mehr zeitgemäße Bestimmung aus dem Statut des Buchdrucker und die Arbeiter der Papierfabriken ausgesperrt. Arbeitsnachweises zu entfernen, fcheiterten an der Hart Der Kampf fann auch noch größere Dimensionen annehmen, indem nädigkeit der Mehrzahl der Arbeitgeber. Obgleich diese Bes der dänische Arbeitgeberverband, gestützt auf die teilweise un hat die Firma König Friedrich- Auguftmühle Gebr. Braune in ſtimmung in feinem paritätischen Arbeitsnachweis zu finden ist, günstige Geschäftskonjunktur, an die anderen Arbeitgeber appelliert, Dresden- Blauen gegen die Firma Kaden u. Co.( Dresdener Partei- versteifen sich die Arbeitgeber darauf, ein altverbrieftes Recht die Aussperrung auch auf andere Berufe auszudehnen. Neue druckerei) angestrengt. In dem obengenannten Betrieb brach infolge diese Bestimmung wurde im Jahre 1890 geschaffen nicht ohne Berhandlungen sind zurzeit nicht vorauszusehen. des Verhaltens der Firma ein Streif der Bäcker aus. Im Verfolge Gegenleistung preisgeben zu wollen. Während nun eine kleine An- Das internationale Sekretariat der Lithographen, Stein des Kampfes wurde von der Streiffommission ein bei der Firma zahl von Betrieben, darunter die größten hiesigen Brauereien, von druder und verwandten Berufe, δας feinen Gib Kaden u. Co. gedrucktes Flugblatt herausgegeben, in dem u. a. dieser Bestimmung, dem sogenannten Prozentsag", teinen Ge- Berlin hat, hat bereits zu der Angelegenheit Stellung ge der Firma auch der Vorwurf der Ünsauberkeit gemacht brauch machen, benußen andere Brauereiunternehmer diesen nommen. Dem internationalen Sekretariat sind die Verbände wurde. Die Firma, Firma, die durch den Konflikt eine ganze Prozentsay" zur Unterdrückung der Organisation. Die der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe von fol Menge Kundschaft verloren hat, tlagt nun gegen den Drucker Aushilfskräfte," Vize", bezieht man gnädigst vom Arbeits- genden Ländern angeschlossen: vom Arbeits genden Ländern angeschlossen: Amerika, Belgien, Dänemark, des Flugblattes, trotzdem der Verleger und die Streiffommission nachweis, sind aber Stellen dauernd zu befeßen, dann holt Deutschland, England, Frankreich, Holland, Italien, Norwegen, natürlich für den Inhalt des Flugblattes verantwortlich sind. Die man Leute aus allen Gegenden Deutschlands aus fester Arbeit heraus Desterreich, Schweden, Schweiz und Ungarn. Um die streikenden Firma verlangt, wie schon furz gemeldet, 1281,50 W. und stellt sie in Berlin ein. Welche Wirkung ein solches organi Kollegen in Dänemark zu veranlassen, in ihrem Kampfe auszuHochkomisch aber ist, wie sie diese Summe begründet. Man fationsfeindliches Vorgehen einzelner Brauereileitungen, die der halten, hat das internationale Sekretariat beschlossen, daß sämt allgemeinen Arbeiterschaft als der besten Kundin gegenüber bei jeder liche angeschlossenen Verbände zur Unterstüßung eine Extrafteuer An jedem verkauften Brote hat die Klägerin 4 Pf. Reingewinn. Gelegenheit von Arbeiterfreundlichkeit triefen, ausübt, läßt sich von 10 Pf. pro Woche und Mitglied zu leisten und an die interNun hat sie in der genannten Zeit- nach Abzug der früheren einfach nicht beschreiben. Ueber 900 Brauereiarbeiter sind zurzeit in nationale Kasse abzuführen haben. regelmäßigen, zur Zeit der Verbreitung des Flugblattes aber ein Berlin arbeitslos, und mit einer unbeschreiblichen Rüdsichtslosigkeit Der Hauptvorstand des deutschen Verbandes hat bereits be. gestellten Lieferungen an dem Konsumverein Dresden- Löbtau im ziehen die Brauereiunternehmer die zur Einstellung beschlossen, diese Extrasteuer von den Mitgliedern nicht egtra zu er ganzen 10 000 Brote weniger als sonst an ihre übrige Kundschaft nötigten Arbeitskräfte aus Bayern, Schlesien usw. herbei; aus heben, sondern aus der Hauptkasse des Verbandes zu decken. absetzen können. Dieser Verminderung des Absatzes entspricht ein Gegenden, wo man annimmt, daß die Organisation noch Schaden von 400 m. feinen festen Fuß gefaßt hat. Die Erbitterung in den Reihen der Weiterhin wurden 500 Brote altbacken, weil sie durch den Kutscher Arbeitslosen steigt, wenn im Arbeitsnachweislokal die Hiobspost an= bis ins ungemessene. Sehr erklärlich: Monatelang warten die arbeitslosen Brauereiarbeiter in Sorge um Frau und Kind auf lohnZum Grubenanglück von Dudweiler bringende Arbeit und immer wieder sehen sie sich durch das rigorose ist nach Redaktionsschluß noch folgende telegraphische Meldung Verhalten einzelner Betriebsleitungen in ihren berechtigten Hoff- eingelaufen: mungen bitter enttäuscht. Ein solcher Betrieb, in welchem nach dieser Richtung hin geradezu systematisch verfahren wird, ist die Löwen Bergwerksdirektion über das Dudweiler Unglüd ist hervorzuheben: brauerei in Hohen- Schönhausen. Obgleich auch diese Betriebsleitung allmonatlich den Bericht des Arbeitsnachweises erhält, Die Schlagwettererplosion auf der Grube Dudweiler ereignete fich schenkt dieselbe der ungeheuren Arbeitslosigkeit im Braugewerbe nicht in der Verbindungsstrecke zwischen zwei Hauptquerschlägen, die die geringste Beachtung. Während die Löwenbrauerei in diesem teils als Grundstrecken zwischen den Flözen 15, 10a und 11, teila Jahre schon 12 Arbeitnehmer zur Aushilfe( Vize") bom Arbeits- als Richtstreden im Nachbargestein stehen. Die Strede ist seit nachweis bezogen hat, hat sie bei Fest" Einstellungen den gesamten 17 Jahren im Betrieb. Niemals haben sich in ihr Schlagwetter Bedarf von Brauern, außerdem noch drei andere Arbeitnehmer gezeigt. Sie führt auch die bei Stühlersah gebrauchte Wafferohne Benutzung des Arbeitsnachweises eingestellt, und dieselben, zumeist von auswärts, aus fester Arbeit herbeigeholt. Gin folches menge ab, ist also sehr naß. Infolgedessen ist die Explosion auch Gebaren der Direktion der Löwenbrauerei, die Arbeitskräfte für lokal beschränkt geblieben. Die benachbarten Kohlenarbeiten sind feste"( dauernde) Stellen ohne Benutzung des Arbeitsnachweises gänzlich unberührt. Soweit die noch nicht abgeschlossene Unterzu beziehen, die Aushilfsarbeit aber allergnädigst den Berliner fuchung eine Erklärung zuläßt, hat wahrscheinlich ein fallender arbeitslosen Brauereiarbeitern zu überlassen, ist eine beispiellose Bruch Unwetter aus dem Hangenden in die Strede gedrückt, wo Rücksichtslosigkeit gegen unsere arbeitslosen Kollegen. Solchen Vor- sie sich trotz des doppelten Drahttabels an der Sicherheitslampe tommnissen muß unsererseits mit größter Energie entgegengetreten entzündeten. Das Unglück hat nur dadurch soviel Opfer gewerden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die Brauereiarbeiter fordert, daß der verhängnisvolle Bruch gerade während der wenigen es sich zu ihrer heiligsten Pflicht machen, ihre Organisation zu stärken Minuten fiel, in denen die ausfahrenden Bergleute die Strecke be und zu fräftigen. nutten. Noch in der Nacht befuhr der Vorsigende der Bergwerks. direktion, Geheimer Bergrat Cleff, in Begleitung des Bergdirektors und der Bergrevierbeamten die Unfallstelle. Fünf Witwen und 15 Waisen haben ihre Ernährer berloren. Von den 8 Schwer verletzten sind vier verheiratet. der Händler nicht verkauft werden konnten. Durch das Altbacken, werden der Brote hat sich der 28 Pf. betragende Wert des Kilogramms auf 16 Pf. vermindert( zu diesem Preise kann das Brot als Viehfutter verkauft werden), so beläuft sich der Schaden der Klägerin auf 24 Pf. für das Brot, für die 500 Brote demnach auf 120 M. Jezt kommt aber das Non plus ultra der Naivität: Die Klägerin war natürlich gezwungen, sich gegen die unlauteren Angriffe zu wehren und hat daher in mehreren Tagesblättern Annoncen beröffentlicht. An Insertionskosten sind ihr 761,10 m. entstanden. Vielleicht hat der Firmeninhaber infolge der Aufregung über den Kampf noch eine Erholungsreise an die See oder sonstwo hinmachen müssen, und er verlangt auch dafür die Kosten?? Na, wir glauben noch nicht daran, daß selbst ein sächsisches Gericht dieser sonderbaren Schadenersatzklage entsprechen wird. Dem widersprechen ja auch vollständig die Entscheide des Reichsgerichts. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Darum auf, Brauereiarbeiter aller Kategorien, schart Euch alle Mann um die Fahne Eurer Organisation, damit wir mit Hilfe einer kraftvollen Organisation in die Lage versetzt sind, diese Mißstände im Ringarbeitsnachweis zu beseitigen. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Ortsverwaltungen Berlin I und II. Deutfches Reich. Kein Friede in Stettin. Saarbrüden, 11. August.( W. T. B.) Aus dem Bericht der Um den Arbeitsnachweis im Bäckergewerbe wird seit Jahren ein Kampf zwischen den Innungen und der Gewerkschaft geführt. Nach außen hin ist freilich von diesem Kampf wenig bemerkbar, desto mehr aber nimmt er die Kräfte der uns mittelbar Beteiligten in Anspruch. Mit ausdauernder Zähigkeit verfolgen die Jnnungen das Ziel, einen von ihnen abhängigen Zentral arbeitsnachweis für Groß- Berlin ins Leben zu rufen. Ein solcher Arbeitsnachweis würde natürlich in den Händen der InnungsDas türkische Wahlgeseh. führer ein vorzügliches Mittel zur Niederdrückung der gewerkKonstantinopel, 11. Auguſt.( Meldung des Wiener Dem Zentralverbande deutscher Brauereiarbeiter ist es gelungen, t. t. Telegr.- Storr.- Bureaus.) Das Wahlgesetz ist bereits den schaftlichen Bestrebungen der Gesellen sein. Daraus erklärt fich einerseits das konfequente Hinstreben der Innungen nach diesem zu We met abzuschließen. Es ist dies insofern von Bedeutung, als Verwaltungsbehörden zugegangen. nach eintägigem Streit einen Tarif mit dem Böhmischen Brauhause Die Wahlen erfolgen Biel, und andererseits der entschiedene Widerstand, den die im es der erste Tarif ist, der in Ostpreußen abgeschlossen ist, wo be- indirett. Fünfhundert oder wenigstens zweihundert Verbande der Bäder organisierten Gesellen den Absichten der fanntlich die Brauereien der Ostpreußischen Brauereivereinigung an undfünfzig Urwähler entsenden einen Wahlmann. Die Innungen entgegensezen. Ist es doch allgemein bekannt und durch gehören, die auf ihre Fahne geschrieben hat, niemals mit einer Wahlkreise decken sich mit den Sandschats, Auf, fünzigden Prozeß des Sprechmeisters Vogel gegen den Verbands- Arbeiterorganisation zu unterhandelt, noch viel weniger einen Tarif tausend männliche Einwohner entfällt ein Abgeordneter. Diebertreter Schneider bestätigt worden, wie weit die Geschäfts- abzuschließen. jenigen Sandschaks, in denen die Zahl der männlichen Einpragis im Arbeitsnachweis der Bäckerinnung von einer unwohner 50 000 nicht erreicht, entfenden einen Abgeordneten, parteiischen Arbeitsvermittelung entfernt. Während der Verband wenn sie wenigstens fünfundzwanzigtausend beträgt. Weitere der Bäcker seit Jahren die Errichtung eines paritätischen Der Stettiner Kampf nimmt seinen Fortgang. Das Grenzen sind folgende: Die Sandschaks mit 50 000-75 000 Arbeitsnachweises verlangt, lehnten die Innungen diese Forderung nicht ist das Resultat einer neuen Nieterversammlung, die männlichen Einwohnern erhalten einen Abgeordneten, mit nur ab, sondern sie bemühen sich fortgesetzt, einen Arbeitsnachweis gestern( Dienstag) in Stettin stattfand. Wir erhalten das 75 000-125 000 zwei, bis 175 000 drei, bis 220 000 bier Abins Leben zu rufen, der die Herrschaft der Jnnungsmeister über die folgende Telegramm: geordnete. Das attive Wahlrecht erlangt jeder selbständige Gesellen befestigt und verewigt. Dabei sezen sich die Innungen Stettin, 11. August. im Besige der bürgerlichen Rechte stehende Ottomane mit ganz dreist über die Bestimmungen ihres Statuts und der Gewerbe- Während es am Montag so aussah, als ob es zum Frieden ordnung hinweg, so daß sie schon öfter von der Aufsichtsbehörde in tommen sollte, hat sich über Nacht die Situation wieder voll zurückgelegtem 25. Lebensjahre, falls er irgend eine Steuer tommen geändert. Die am Montag vorgenommene b- entrichtet. Auch aktive Militärpersonen sind wahldie Schranken zurückgewiesen werden mußten, die ihnen durch Gesetz stimmung wurde angezweifelt, da Unbeteiligte mit berechtigt. Das passive Wahlrecht ist durch ein Mindeſtalter und Statut gesetzt sind. Neuerdings ist wieder eine derartige Vergestimmt haben sollen. Die Nieterkommission hatte daher zu heute von 30 Jahren bedingt. Staatsämter und Ministerstellen sind fügung der Gewerbedeputation des Magistrats ergangen. ( Dienstag) eine neue Rieterversammlung einberufen. mit der Ausübung des Abgeordnetenmandats unvereinbar. Schon von vornherein gab es erregte Gemüter. Der Ver- Die Wahlen werden durch Wahlkommissionen ohne Mitwirkung fammlungsleiter war aber sichtlich bemüht, die Ruhe aufrechtzu der politischen Behörden geleitet. erhalten. Trotzdem wurde es zeitweise stürmisch. Als bekannt gegeben werden sollte, daß sich der Reichstagsabg. Dohrn mit dem Genossen Herbert- Stettin( früheren Reichstagsabgeordneten) zwecks Friedensvermittelung in Verbindung gesetzt habe, brach ein förmlicher Tumult aus. Nur dem Versammlungsleiter ist es zu danken, daß bald wieder die Ruhe einigermaßen eintrat und zur neuen Ab stimmung geschritten werden konnte. Es erklärten sich jetzt 327 Rieter für die Fortsetzung und nur 65 für die Beilegung des Kampfes. Bekanntlich hatten die Innungen schon vor längerer Zeit ihren Plan, einen Zentralarbeitsnachweis für Groß- Berlin zu errichten, fig und fertig. Aber die Gesellenausschüsse der Innungen von Berlin und einigen Vororten gaben diesem Plan nicht ihre Zustimmung, weil sie mit Recht befürchteten, daß der geplante Arbeitsnachweis, auf dessen Verwaltung den Gesellen tein ausreichender Einfluß eingeräumt war, ein Maßregelungsinstitut werden würde. Die von der Berliner Innung angerufene Gewerbedeputation des Magistrats erkannte die Ablehnungsgründe des Gesellenausschusses als berechtigt an und verweigerte die ergänzende Zustimmung zur Errichtung des Arbeitsnachweises. Damit war der Morgen( Mittwoch) treten nun die Beschlüsse der Plan der beteiligten Innungen vereitelt. Nun suchten sie von hinten Gruppe deutscher Seeschiffswerften in Straft. herum an ihr Ziel zu kommen. Es wurde eine Sprechmeister- Wie es heißt, trifft auch schon der Gesamtverband deutscher Ordnung ausgearbeitet und von den einzelnen Inmungen an- Metallindustriellen( Siz Berlin) alle Vorbereitungen zu einer genommen, welche bestimmt, daß die Sprechmeister( Arbeits- Generalaussperrung. Es muß abgewartet werden, wie sich die vermittler) der beiden Berliner sowie die der Rigdorfer, Char Dinge entwickeln. lottenburger und Spandauer Innungen Spandauer Jnnungen Innungssprechmeister aller Bäckerinmungen in Groß- Berlin sein sollten. Auf Husland. Streit der dänischen Lithographen und Steindruder. Rüstungen zum Kriege zwischen den Niederlanden und Benezuela. Willemstadt, 11. August.( W. Z. B.) In Vorbereitung auf einen möglichen Zusammenstoß zwischen den Niederlanden und Venezuela soll hier eine Station für drahtlose Telegraphie eins gerichtet werden. Der Kreuzer Gelderland" lief gestern aus, um nach der bes nachbarten Aruba- Insel Gewehre und Munition für die Bewohner zu bringen, die vollkommen schutzlos sind. Ein Brief aus Maracaibo fündigt die Abreise des venezolanis schen Flußdampfers Felig" mit Truppen für die Bay von Mara caibo an. Man glaubt, die Soldaten seien dazu bestimmt, gegen die Nevolutionäre zu gehen. Nene Kämpfe in Marokko. war in Tanger zu hören. Maul- und Klanenfeuche. Berlin, 11. August. Das faiserliche Gesundheitsamt teilt mit: Der Ausbruch der Maul- und Klauenfeuche ist gemeldet aus Rahm ( Landkreis Dortmund) am 10. August 1908. Zanger, 11. August.( W. T. B.) Gestern nachmittag erfolgte: diese Weise wären die Innungen tatsächlich zu einem Seit 11. Juli befinden sich die Lithographen, Steindruder und in der Gegend von Chlot ein Zusammenstoß zwischen der Vorhut unter ihrer Botmäßigkeit stehenden Zentralarbeitsnachweis verwandten Berufe im Streit. Am 1. Juli war der Tarif abge- Bu Audas und Remitis. Bu Auda griff darauf mit seiner gea für Groß- Berlin gekommen. Bei diesen Festsetzungen wurden die laufen und die Forderung von seiten der Gehilfen gestellt, in famten Heeresmacht an, ehe das Lager Remitis benachrichtigt war, Gesellenausschüsse völlig übergangen. Auf die gefeßlichen Be- einem neu abzuschließenden Tarif statt der bisherigen 8% und Es wurden fünf Dörfer niedergebrannt und zahl stimmungen, wonach alle die Arbeitsvermittelung betreffenden Ein- stündigen Arbeitszeit die Sstündige festzusehen, ferner werden reiche Anhänger Mulah Hafids getötet. Die Parteigänger des richtungen der Zustimmung des Gesellenausschusses bedürfen, achteten 6 Tage Ferien pro Jahr bei Fortzahlung des Lohnes, eine allge- Abdul Asis hatten nur einen Toten und vier Verwundete. Heute die Innungen überhaupt nicht mehr. Nun hat aber die Gewerbe- meine Lohnerhöhung von 5 Proz. und ein Mindestlohn für Aus- früh griff Bu Auda das hafidische Lager an; der Kanonendonner deputation des Berliner Magistrats die Innungsmeister darüber be aweiten von 24 und im dritten Gehilfenjahre von 26 Kronen ver gelernte und zwar im ersten Gehilfenjahr von 20 Kronen, im lehrt, daß es unstatthaft ist, wenn man eine Einrichtung, die von den langt. Diese Forderungen wurden rundweg abgelehnt, die Argesetzlichen Instanzen abgelehnt ist, unter Umgehung dieser Instanzen beitgeber haben diese Streitfrage in die Hände des allgemeinen auf Umwegen einzuschmuggeln sucht. Arbeitgeberverbandes gelegt. Dieser hat zwar mit der ArbeiterDie in dieser Angelegenheit ergangene, dem Gesellenausschuß zentrale verhandelt, jedoch jedes Entgegenkommen abgelehnt, ja, dieser Tage in Abschrift zugestellte Verfügung der Gewerbebeputation fogar die Drohung ausgesprochen, falls die streifenden Litho sagt im wesentlichen, daß die Einführung der Sprechmeisterordnung, graphen und Steindrucker die Arbeit nicht bedingungslos aufBeft und Cholera in Rußland. mit der sich weder der Innungsvorstand noch die Innungs- nehmen, die Buchbinder, Papierarbeiter und die Buchdrucker ausNifchninowgorod, 11. Auguft.( W. Z. B.) Hier wurde ein töds versammlung befaßte, ein Verstoß gegen das Innungsstatut ist. Die sperren; die Buchdrucker in den Zeitungsbetrieben sollen jedoch nicht mit ausgesperrt werden. lich verlaufener Cholerafall festgestellt. Sprechmeisterordnung ist daher nicht ordnungsmäßig beschlossen Durch diese Drohung, die inzwischen verwirklicht ist, ließen sich Petersburg, 11. Auguft.( W. Z. B.) Aus der Kirgisensteppe worden. Die vorschriftsmäßige Beschlußfassung hat der Vorstand jedoch die streifenden Lithographen und Steindruder nicht beirren; wird ein neuer Beſtfall gemeldet. Im Gouvernement Saratow auch bgelehnt. Dem Vorstande wird daher die Ausführung der weil auch die Buchdrucker zurzeit die 8½stündige Arbeitszeit sind vorgestern 30 Personen an Cholera erkrankt, von denen 15 der Sprechmeisterordnung untersagt. Kommt der Vorstand dieser Ver- haben und vom 1. Januar 1910 ab laut Vereinbarung die acht Strankheit erlegen find. Davon entfallen auf Barizhn 18 Erkran fügung nicht nach, so wird jedes Vorstandsmitglied in eine Ordnungs- stündige Arbeitszeit festgelegt ist, beschlossen die Lithographen und tungen und 13 Todesfälle. Die Stadthauptmannschaft Rostow strafe bon 20 m. genommen. Steinbruder, im Streit zu beharren. Im Streit stehen 250 Kol- a. Don ist für choleragefährlich erklärt worden. Durch diese Verfügung ist nun auch der Umweg, auf dem die legen, nur ein kleiner Teil arbeitet weiter und zwar die, welche bei Arbeitgebern arbeiten, die dem Arbeitgeberverband nicht angeEine türkische Stadt in Flammen. Bäderinnungen unter Mißachtung von Recht und Gesetz an ihr Ziel hören und die Forderungen der Gehilfen zum größten Teil be Nestüb, 11. August.( Meldung des Wiener.. Telegr.- Rorr.. zu kommen fuchen, gesperrt worden. Sie werden nun wohl auf willigt haben. Ja, die Buchdrucker haben ihrerseits beschlossen, Bureaus.) In der letzten Nacht ist die Hälfte der Stadt nieders neue Mittel und Wege finnen, um ihren Plan auf irgend eine Weise sofort auch die Arbeit in den Zeitungsdrudereien niederzulegen, gebrannt. Es sollen hauptsächlich die türkischen Einwohner be. zu verwirklichen. falls die Aussperrung perfekt wird. Das ist ingwischen geschehen, troffen sein. Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Knterhaltungsbl Ar. 187. 25. Jahrgang. t ScilM des Jotiülrts" Setlinet WIKsblM. m«*« Gendarm Jude vor dem Kriegsgericht. Am Dienstag verhandelte das Kriegsgericht der t. Garde- division die gegen den Gendarmenwachtnreister Hermann Jude er- Habens Anklage, deren Vorgeschichte wir in unserer!Aonntags- nummer mitgeteilt haben. Ter Angeklagte Jude stellte den fraglichen Hergang so dar: Er habe sich an jenem Abend zusammen mit seinem Kameraden Tietz auf Patrouille be- funden. Beide trugen Zivilkleidung, wozu sie die Er- laubnis des Landrats hatten. Der Zweck der Patrouille sei ge- Wesen, auf Ruhestörunzen und Fclddiebstähle zu achten. Ange- tlagter und Tietz seien seit 8 Uhr abends abwechselnd im Borgfeld scheu Lokal und auf Patrouillcgängen gewesen. Als er gegen 3 Uhr nachts auf der Straße vor dem Lokal stand, in Gemeinschaft mit Tietz, dem Ziegcleibcsitzer Pagel und dem Jagd- aufseher Hase, kamen mehrere Personen aus dem Beckmannschen Lokal. Einer derselben habe ihn, den Angeklagten, so stark an- gerempelt, daß er zur Seite auf eine Hecke fiel. Das könne nicht ohne Absicht geschehen sein, denn er habe nicht mitten im Wege gestanden, auch sei es nicht ganz dunkel gewesen, denn ein aus dem Lokal kommender Lichtschein habe die betreffende Stelle soweit erhellt, daß man sehen konnte. Als die Leute weiter gingen. habe er, der Angeklagte, gesagt, es sei doch unerhört, solche Flegelei. Hierauf habe er gehört, daß einer von den Leuten sagte, das sind ja Gendarmen. Dann hätten die Leute geschimpft. Tietz sei ihnen nachgegangen, um zu sehen, was los sei, und der Ange- klagte sei ihm gefolgt. Als sie die Leute erreichten, seien sie von diesen mit Schlägen empfangen worden. Tietz habe ihn, den Angeklagten, um Hilfe angerufen, dann sei er hinzugesprungen und habe mit seinem Stock ganz gehörig eingeschlagen auf die Leute, welche ihn angriffen. Der Stock sei ihm entrissen worden. Er, der Angeklagte, sei seine Angreifer los geworden, er sei nun auf den Klumpen zugesprungen, der sich um Tietz gebildet hatte und habe mit seinem Revolver auf einen der Leute einge- schlagen, der sogleich zu Boden stürzte. Nun sei ein anderer Angreifer auf ihn losgegangen. Dann habe er die Sicherung des Revolvers gelöst, habe ihn nach den Beinen seines Angreifers gehalten und losgedrückt. Das sei alles. Fortge- laufen sei er nicht und Tietz auch nicht. Sie beide hätten ihre Sachen auf dem„Kampfplatz" zusammengesucht. Die Leute aber seien sogleich nach dem Schuß fortgelaufen. Ter erste Zeuge, Reinhold Herrmann, ein Bruder des Erschossenen, gab in ruhiger und bestimmter Weise folgende Darstellung des Herganges: Ich ging neben meinem Bruder. In der Dunkelheit lief ich ohne Absicht an einen Mann, der im Wege stand. Wer es war, wußte ich damals nicht. Ich entschuldigte mich und ging mit meinem Bruder weiter. Einer von unseren Genossen, der hinter uns ging, steckte ein Streichholz an und sagte dann: Das ist ja der Gendarm aus Birkenwerder in Zivil. Mein Bruder sagte zu mir, ihm habe jemand in die Tasche geschisft. Ich sah auch, daß der Ueberzieher meines Bruders naß war. Wir sind aber ruhig weiter gegangen. Die Sache war für uns erledigt. Aber die Gendarmen kamen hinter uns her und als sie uns er- reicht hatten, sagte einer von ihnen: Da haben wir ja die Schweinehunde. Gleichzeitig hörte ich klatschende Schläge. Wer zuerst gc- schlagen hat, weiß ich nicht. Einer der Gendarmen schlug meinen Bruder und mich, der andere hatte sich hinter der Kirchhofsmauer versteckt. Dieser kam, während ich und mein Bruder geschlagen wurden, in gebückter Haltung, den Hut ins Gesicht ge- drückt, hinter der Mauer hervor undalserzweiSchritte von uns entfernt war, gab er einen Schuß ab. Nachdem der Schuß gefallen war, packte ich den Gendarm Tietz an. Da rief mein Bruder: Ich bin geschossen.>— Nun ließ ich Tietz los und nahm meinen Bruder unter die Arme. Tietz lief, nachdem ich ihn losgelassen hatte, sogleich fort. Jude war gleich, nach- dem er den Schuß abgegeben hatte, kleines fcuilleton. In einer türkischen Provinzstadt. Es ist kaum etwas mehr als ein Jahr her, als es noch für gewagt galt, quer durch Mazedonien zu reisen. Von Verfassungsreformen war noch nichts in der Türkei zu spüren. In der mazedonischen Provinz ging alles„bunt durcheinander", obwohl das der durchreisende Fremde kaum verspürte, wenn er nicht gelegentlich durch die dick auf- getragenen Lügen der Presse sich„informieren" ließ. Daß etwas nicht ganz in der Ordnung war, merkte man am ehesten an dem starken Militäraufgebot, das in kleinen Abteilungen das ganze Land mit seinem Netz überspannte, das die Bahnhöfe bewacht hielt, an den Brücken und Flußübergängen stationiert war und den ganzen Polizeidienst des in Frage kommenden Distriktes„in eigene Regie" genommen hatte. In den Ortschaften selbst verspürte man nichts von den der- schärften Zuständen.� Eine türkische Stadt, und mag sie auch die Größe und wirtschaftliche Bedeutung von Ucsküb haben, von dem hier die Rede ist, hat etwas unsagbar toteS und erschlaffendes. Wer drei Tage in einem solchen Ztest verbracht hat, kennt seine geheimsten Winkel und Gassen in- und auswendig. Zeitungen oder gar Zeitschriften lassen sich selbst in dem vornehmsten Hotel kaum auftreiben. Man setzt sich in ein Kaffeehaus, am liebsten in eins von denen, die an der großen Wardarbrücke gelegen sind, trinkt eine Tasse Kaffee nach der anderen und läßt dabei die Zigarette nicht ausgehen. Der Kaffeewirt ist meist ein gefälliger und geselliger Mann. Er unterhält gern seine Gäste. Er ist über den Stadtklatsch genau unterrichtet und weiß, wie man eS macht, an keinem Menscklcn ein gutes Haar zu lassen, ohne dabei irgendwo anzuecken. Nur über die politischen Dinge äußert er sich nicht gern. Da blitzt rasch eine hinterhältige Schlauheit in seinen schwarzen Augen auf: erstens wird er dem Giaur nichts erzählen, und zweitens bat Neugier eines Fremden immer etwas zu bedeuten.- Er bleibt höflich und dienstbeflissen wie zuvor, ist aber krampfhaft bestrebt, das Gespräch nach seinem Wunsch und Gutdünken zu leiten. Und wie der Kaffeewirt, so auch der Barbier und die Handvoll anderer Leute, mit denen der Fremde bei kurzem Aufenthalt in in oberflächliche Berührung kommt. Nur der Kellner verplappert sich gelegentlich. Er ist ein Bulgare und fängt sofort Feuer, wenn man das Loblied seines Vaterlandes singt. Darüber, ob auch er eine kleine politische Rolle spielt, schweigt er. verschmitzt lächelnd. sich aus. Doch das ist kaum anzunehmen, denn sonst würde er sich wohl kaum elf lange Jahre an ein und derselben Stelle ae° halten haben. Man ist also rasch mit seinem Latein zu Ende. Man schlendert durch die Bazargassen. pilgert durch das staubig-schmutzige Türken- viertel, dessen Straßen aus fensterlosen Lehmmauern bestehen, geht hinauf auf die Höhe des Konaks, von der man eine recht hübsche Aussicht auf das Ljubetrngebirge und das Wardartal ge. uießt. hLmmelt SW As.hnhof herum Wd hcp.baKet dgZ Leben. davongelaufen. Mein Bruder brach bald»ach dem Schuß zusammen. Wir trugen ihn dann nach seiner Wohnung in Hohen-Neuendorf. Als wir dort angekommen waren, kam der Gendarm T e i l i g, der in Uniform lvar und uns aus einem Rade gefolgt war. Teilig fragte uns, ob wir wüßten, wer uns überfallen habe, ob wir mir Bauern eine Schlägerei gehabt hätten. Ich sagte: Wer uns überfallen hat, das werden Sie besser wissen wie wir. Er fragte nach dem Hergang der Sache. Dabei sagte er, die Wunde meines Bruders sei ja gar keine Schußwunde, sondern ein Messerstich. Die Angaben des Zeugen Herrmann wurden von sechs weiteren Zeuge», die gemeinsam mit dem Erschossenen in jener Nacht aus der Versammlung kamen und dem Vorfall beiwohnten, in allen wesentlichen Punkten bestätigt. Nur insofern war eine Abweichung vorhanden, daß zwei Zeugen sagten, der Zeuge Herrmann habe den Gendarm Tietz schon an- gegriffen, ehe Jude den Schutz abgab und habe nach dem Schuß den Tietz losgelassen, um feinem Bruder beizuspringen. Tarin stimmten aber die. Aussagen dieser Zeugen durchaus über- ein, daß sie ruhig ihres Weges gegangen, von den Gendarmen mit Stockhieben überfallen wurden, und daß Jude, der sich hinter der Mauer versteckt hatte, in gebückter Stellung herankam und den Schuß ab- gab, und daß die beiden Gendarmen sich dann so schnell entfernten, wie sie gekommen waren. Der ganze Vorfall habe sich in wenigen Minuten abgespielt. Der Sachverständige Medizinalrat Dr. Hoffniann gab sein Gutachten dahin ab, daß der Schuß, den Adolf Herrmann er- halten hat, die Ursache seines Todes war. Dr. Rosenthal- Hohen-Ncuendorf hat den Verstorbenen zuerst behandelt und auch die Gendarmen daß schon bei kürzerer Dauer desselben Bewußtlosigkeit eingetreten wäre. Außerdem hatte sowohl Tietz wie Jude Kratzwunden. — Dr. Rosenthal gab als Zeuge auch an, Reinhöld Herrmann habe am Morgen nach dem Vorfall zu ihm gesagt, er und seine Ge- noffen hätten einen Zusammenstoß mit Gendarmen gehabt, einer von diesen habe geschossen, dann sei Herrmann mit seinen Genossen davongelaufen. Zeuge Herrmann bestreitet ganz entschieden, so etwas gesagt zu haben. Er k ö n n c das gar nicht gesagt haben, denn sein schwerverwundeter Bruder konnte ja gar nicht laufen! Bahnsteigschaffncr Nickel, der das Gespräch zwischen Herr« mann und Dr. Rosenthal mit angehört hat, bestätigte die An» gaben des letzteren. Gendarmenwachtmeifter Tietz sagte aus: Nachdem Jude die Anrempelung als Flegelei be- zeichnet hatte, blieben die Leute, die sich etwas entfernt hatten, stehen und schimpften: Du bist tvohl niit der Mistgabel gepickt. Kommt mal her. wenn Ihr was wollt. Wir werden Euch mit Klamotten schmeißen. Ich fragte Jude, was denn los sei? Er sagte, er sei angerempelt worden. Da sagte ich. wir wollen doch die Leute feststellen. Als wir dahin käme», hatten die Leute Front gegen uns genommen. Ich habe nicht gesagt, da haben wir die Schweinehunde, ich habe auch diese Worte nicht gehört. Als ich zu den Leuten herankam, fragte ich, was denn los sei. Da bekam ich gleich einen Schlag. Ich hob meinen Stock und wollte mich wehren. Der Stock wurde mir entrissen. Eine zweite Person packte mich an der Kehle und drückte mich gegen den Zaun. Ich tonnte nur noch rufen:„Her- mann, Hilfe!" Dann wurde mir schwarz vor den Augen, ich hörte einen Knall und dann wurde ich frei. Jetzt kam Kamerad Teilig mit seinem Rade. Wir beauftragten ihn, die Leute, die fortgelaufen lvaren und die wir für Berliner Aus- flügler hielten, festzustellc». und Treiben, das die Ein- und Abfahrenden erregen, uird fängt immer wieder mit dem einen von neuem an, wenn man mit dem anderen zu Ende ist. Der Zufall treibt einem mitunter einen ins Jnnenland Reisenden in den Weg. Das ist ein Ereignis, das ausgenutzt wird. Das dickste Jägerlatein und die kompliziertesten ScemannLIügen sind gar nichts gegenüber dem, was ein im türkischen Jnnenland reisender Handlungsbeflissener zu erzählen vermag, zumal wenn es sich herausgestellt hat, daß er einem Landsmann seinen Bortrag halten kann. So jung dieser Kulturpionier auch sein mag. Gefahren hat er immer erlebt und siegreich bestanden, wie man schwierigere im Herzen Afrikas nicht bestehen kann. Nach seinen Erzählungen reist er niemals ohne militärische Eskorte, denn hinter jedem Busch, hinter jedem Baum, hinter jedem Felsen steckt mindestens ein Räuber, wenn nicht eine ganze Räuberbande. Wie Johannes in der Wüste, so mutz auch er, der feist und wohlgenährt aussieht. niindestens an fünf Tagen der Woche von Heuschrecken und wildem Honig leben. Bald waren es Griechen, die es nach seiner wert- vollen Persönlichkeit gelüstete, bald Serben, bald Albancscn. Und nun erst gar seine Abenteuer in den Zigeunerdörfern— mit den Zigeunerinnen! Sodom und Gomorra ist nichts gegen die der- wahrlosten Zustände, die dort herrschen. Aber makellos und un- versehrt ist er durch alle diese Gefahren und Verlockungen hindurch- gegangen. Nur seine Phantasie, welche selbst die eines Karl May in den Schatten stellen kann, blüht und treibt ins Ungemessene. In einer türkischen Provinzstadt nimmt man auch mit dem plumpsten Nachtreter des seligen Herrn Münchhausen fürlieb. Wenn er nichts weiter tut, so vertreibt er einem wenigstens die Zeit. Von dem aber, was an politischen Ereignissen in Wirklich- keit in einem solchen Nest vorgeht, davon merkt der Landes- unkundige nichts, bis er auf einzelne Charakteristika von Leuten aufmerksam gemacht wird, die sich in den Verhältnissen auskennen. Tann merkt man gar bald die feinen Unterschiede, die die Ein- geborenen untereinander in der Begrüßung machen. Dann sieht man die zahlreichen Erkennungszeichen, die im Tragen irgendeines Klcidungsgegenstandes liegen. Dann hat man es bald heraus, welches Kaffeehaus die Bulgaren bevorzugen, wohin die Albanesen am liebsten gehen und wo die Serben ihre Zusammenkünfte haben. An den Markttagen kann man da die besten Beobachtungen machen. Denn da strömt alles von weit und breit in Uesküb zu- sammen. Dann treibt sich auch mehr Militär auf den Straßen herum. Um die Mittagsstunde, wenn der Markt abgeräumt ist, kommen die Bekannten zusammen. Treibt der Zufall ein fremdes Gesicht in das Lokal, dann verstummt alles, wie auf Kommando. Mißtrauisch fixiert man den Eindringling. Das Gespräch ver- stummt oder wird nur un Flüsterton weitergeftihrt. Denn der politische Agent und der Polizeispitzel sind in der Türkei bei», Volke ebenso gefürchtet und gehaßt wie in anderen Ländern Europas, die sich stolz und selbstbewußt Kulturstaaten nennen. Tätlichkeiten aber kovMt eF in der Stadt feite«. Die Leute. Gendarmenwachtmcister Teilig, der, in Uniform, in Gesellschaft von Jude und Tietz im Borgfeld. scheu Lokal war und auf dem Rade später wie diese beiden am Ort des Zusammenstoßes anlangte, bestätigt, daß bei seinem Eintreffen Jude und Tietz noch da waren.— Die Frage, ob die Gendarmen etlva betrunken waren, wurde auch von diesem Zeugen in Ucbcreinstimmuug mit Tietz und Jude verneint. Sie wollen nur drei Weißen mit Himbeer und beim Weggehen mit dem Ziegeleibesitzer Pagel und dem Forstauffeher Hase ein Glas Bier getrunken haben. Zeuge Herrmann bemerkte zu dieser Angabe, die Gendarmen hätten seit 7 Uhr abends an einem Fest, einem Wurstessen im Borg- feldschen Lokal teilgenommen, Skat gespielt und immer eine Lage Bier nach der anderen getrunken. Dafür könnten Zeugen benannt werden.— Die Gendarmen blieben jedoch dieser Behauptung gegenüber bei ihren Angaben. Sie sagten, sie hätten nicht an dem Fest teilgenommen, sondern stets in einem besonderen Zimmer gesessen. Auf die Frage, ob sie Karten gespielt haben, verweigerten Tietz und Teilig die Aussage, tv e i l Kartenspielen im D i e n st verboten i st und sie sich nicht selbst bezichtigen brauchen. Die Zeugen Pagel und Hase, die mit den Gendarmen bor dem Borgfeldschen Lokal standen, sind der Meinung, daß die An- rempelung eine absichtliche war und wollen von einer Entschuldigung nichts gehört haben. Der Angeklagte suchte sich als das Opfer eines sozialdemokratischen Komplotts hinzustellen. Er behauptete, die Sozialdemokraten in Birkenwerdcr ständen den Gendarmen feindlich gegenüber und ihm sei nach diesem Vorfall gedroht worden, man wolle ihn erschießen.> Es wurden auch zwei Oberwachtmeister vernommen. Sie wußten zwar nichts von derartigen Drohungen, meinten aber, die Gendarmen hätten in Birkenwerder einen schweren Stand. Der Vertreter der Anklage hielt eine längere Rede, in der er ausführte, die Gendarmen seien angerempelt und beleidigt worden, sie seien des- halb berechtigt gewesen, die Täter festzustellen, hätten sich also in berechtigter Ausübung ihres Dienstes befunden. Dabei sei ihnen Widerstand geleistet worden, deshalb hätten sie auf Grund ihrer Dienstinstruktion das Recht gehabt, von der Waffe Gebrauch zu machen. Da aber Tietz in gefahrdrohender Weise angegriffen, worden sei, liege auch Notwehr im Sinne des 8 53 des Rcichsstrafgesctzbuchcs vor. Der Anklagevertreter bean- tragte deshalb Freisprechung. Das Gericht erkannte nach kurzer Beratung auf Freisprechung mit der Begründung: Da die Aussagen der Belastungszeugen und der Entlastungszeugen sich wesentlich widersprechen, so sei der Hergang der Sache nicht geklärt. Der Angeklagte könne nur verurteilt werden, wenn seine Schuld einwandfrei nach- gewiesen worden ist. Daß das hier. geschehen sei, davon habe sich das Gericht nicht überzeugen können. Da in Zweifelsfällcn immer zugunsten des Angeklagten entschieden werden müsse, so sei der Angeklagte freizusprechen. lugendorganifafloo und Arbclterichaft. Dies Thema stand auf der Tagesordnung einer öffentlichen Versammlung, die am Montag in den Arminhallen stattfand. Die Versammlung war sehr gut bejucht, zum größten Teil von Jugend- lichen beider Geschlechter. Der Referent, Genosse Katzenstein. führte unter anderem aus: Der Parteitag in Mannheim habe den Jugendorganisationen, sowohl den politischen in Süddentschland, als auch den unpolitischen in Norddeutschland, seine Sympathie erklärt. Auch die Berliner Gewerkschaftskommission habe der Berliner Jugendorganisation im November 1904 ihre Sympathie aus» gesprochen. Es habe deshalb unangenehm berührt, daß man jetzt von einflußreicher Seite eine andere Stellung gegenüber der Jugendorganisation einnehme. Als die süd- deutsche Jugendorganisation mit Rücksicht auf das ReichsvereiuS- gesetz ihre Auflösung beschloß, habe sich Robert Schmidt dahin ausgesprochen, daß die politische Heranbildung der Jugend trotzdem. wenn auch auf anderem Wege, betrieben werden müsse. Sonder- bar sei es, daß Robert Schmidt auf dem Gewerkschaftskongreß eine ganz andere Stellung einnahm, und daß der Kongreß sich gegen sind scheu und wissen, daß sie durch Gewalttaten der Sache, der sie anhängen, mehr zu schaden als zu nützen Vermögen. In den Dörfern, wo die Nationalitäten eng aneinander wohnen, mag das anders sein. Dort putscht die Geistlichkeit, und die politischen Agenten, die meist im Solde Rußlands oder Italiens stehen sollen, sorgen dafür, daß die Unruhe ine erlischt. Und jetzt ist wie mit einem Zaubcrschlage alleS anders geworden: Verfassung und Verwaltung wird reformiert, die Zeitungen schießen wie Pilze aus dem Boden, von den ersten türkischen Streitbewegungen wird berichtet— nun wird wohl auch aus den türkischen Provinzialstädten die Langeweile flüchten und die Heimlichkeit und politische Verbissenheit werden sich eine neue Heimat suchen müssen._— n. Notizen.. — Eine archäologische Expedition nach Klein» afien. Das archäologische Institut von Liverpool hat eine Expedition ausgesandt, die Ausgrabungen in Sakje Geuze an der syrischen Grenze von Kleinasien veranstalten soll. Die Stätte wurde im vorigen Jahre voil mehreren Mitgliedern des Instituts besucht und es wurden verschiedene hittitische Bildhauerarbeiten in der Nachbarschaft von Hügeln, die augenscheinlich die Trümmerftätten von alten Niederlassungen sind, bemerkt. Die Ausgrabungen werden unter Leitung von Professor Garstang vorgenommen, der von Horst Schliephack und Artur Wilkin unterstützt wird. — Ein kostbarer' Bucheinband. Blätter von wert- vollen alten Handschriften sind in früheren Zeiten häufig zu Buch- einbänden verwendet worden und es ist den Forschern hier schon mancher kostbare Fund geglückt. So hat jetzt M. Chatelain, Mitglied der Pariser Acadeime des Jnscriptions, ein Pergament aus dem 13. Jahrhundert entdeckt, das aus dem Roman von Lancelot du Lac stammte und das dazu gedient hat, einen Band de? „Augustinus" von JanseniuS, der der Pariser Universität gehört, zu binden. — An der„hohen Pforte'. Ueber den Ursprung der Bezeichnung.hohe Pforte", mit der man gewohnheitsgemäß die ottomanische Regierung bezeichnet, gibt eine französische Zeitschrift eine Erklärung. Die Geschichte dieses Beinamens ist sehr einfach; er stammt von einem alten orientalischen Brauche. Sowohl beim persischen als auch beim türkischen Hofe pflegten die Monarchen, die in strengster Abgeschlossenheit in ihrem Palaste lvohntcu, ihre Audienzen im äußersten Aorsaal zu erteilen, in der Nähe der „Pforte". In diesem Vestibül wurde auch immer der große Staats- rat abgehalten, dem die verschiedenen Minister und der Großwesir beiwohnten. Hieraus entwickelte sich nach und nach die Gewohnheit, die Regierung und alle hohen Würdenträger des Hofes unter den Begriff der„hohen Pforte" zusammenzufassen. Die„Pforte", die so der Sultansregierung gewissermaßen einen Namen gegeben hat, existirt noch heute und selten versäumt eS ein Besucher, das archäo- logisch interessante und historisch bedeutsame Architelturstück zu be« sichtigen. " Wendlandt- Magdeburg und Lange- Schöneberg erkenden die vielseitigen Vorzüge des gedruckt vorliegenden Geschäftsberichts des Verbandes an, wünschen aber die Abstellung einiger Mängel durch Herbeiführung größerer Uebersichtlichkeit des Berichts, Beifügung eines Inhaltsverzeichnisses usw. Die geschäftsführende Kasse( die Ortsfrankenkasse Dresden) verspricht, dem nachzukommen. Hierauf spricht Prof. Dr. Franke- Berlin, der Herausgeber der Sozialen Pragis", über felbständige Jugendorganisationen aussprach. Wenn man ohne selbe verbandes. Die gegenwärtige Tagung desselben sei die 15. Seine ständige Organisation die Jugend politisch schulen könne, dann Aufgabe sei, die Krankenversicherung auf eine höhere Stufe der fönnte man im Zweifel sein, ob es besser wäre, um diesen Preis Entwickelung zu bringen. Durch Besprechung von Aenderung der auf die selbständige Organisation zu verzichten oder diese beizu bestehenden Gesetze usw. habe er auch schon gute Erfolge erzielt. behalten und auf die politische Tätigkeit zu verzichten. Da aber Der Verband umfasse zirka 3½ Millionen Versicherte. Redner das Vereinsgefez den Jugendlichen auch die Teilnahme an öffent- kommt sodann auf die freie Arztwahl zu sprechen, die wohl nicht lichen politischen Versammlungen verbietet, so sei durch den Verzicht zur obligatorischen Einführung komme. Dagegen sei die Beseitiauf die Organisation nichts für ihre politische Aufklärung gewonnen. gung der Selbstverwaltung der Ortstrantentassen zu befürchten. Wenn die Süddeutschen, anstatt ihre Organisation aufzulösen, sich Bürgerliche Sozialpolitiker"( wie Freiherr v. Bedliß im Tag" den Norddeutschen angeschlossen hätten, dann wäre eine einflußreiche forderten ein Notgeses, um den Arbeitern dieses Recht zu nehmen. Organisation dagewesen und die heutige Streitfrage wäre nicht ent- Man müsse auf der Hut sein, und wenn eine solche Gesetzesvorlage standen. Auch eine unpolitische Jugendorganisation sei für die Ar- komme, das ganze Bolk aufrufen.( Beifall.) beiterbewegung von großem Ruzen, denn sie würde doch immer einen Einfluß im Sinne der Arbeiterbewegung auf ihre Mitglieder aus üben. In Hamburg habe man sich auf den Standpunkt gestellt, die Jugendlichen sollten sich nicht in politische und gewerkschaftliche Angelegenheiten mischen. Das brauchte man ihnen nicht nicht berbieten, denn sie hätten es ja gar nicht getan und auch nicht beabsichtigt, es zu tun. Die norddeutschen Organisationen haben Jugend- nnd Lehrlingsschuh betrieben. Das tönne man ihnen doch nicht verbieten wollen, umso weniger, da ja die Gewerkschaften auf diesem Gebiete recht wenig getan haben. Auch mit den Fragen des öffentlichen Lebens müßten die jungen Leute vertraut gemacht werden. Aus eigenem Antriebe hätten die Jugendlichen seinerzeit ihre Organisation geschaffen, dieselbe habe bisher erfolgreich gewirkt und es würde ein Fehler sein, wollte man die Selbständigkeit, die übrigens einen großen erzieherischen Wert habe, vernichten. Den fachkundigen Nat Erwachsener hätten die Jugendlichen stets gern gehört und befolgt. Zum Zweck des Jugendichuzes und der Bildungsarbeit seien selbständige Jugendorganisationen notwendig. Wenn daneben noch Kommissionen gebildet werden sollen, um an Orten, wo feine Organisation besteht, in deren Sinne zu arbeiten, so sei dagegen natürlich nichts einzuwenden. Dem Vortrage folgte eine rege Diskussion, an der sich eine Reihe junger, aber auch einige ältere Parteigenossen be teiligten. Außer einem jungen Mann, der für den Beschluß des Gewerkschaftskongresses eintrat, stellten sich alle Redner im wesentlichen auf den Standpunkt des Referenten. Unter anderem wurde ausgeführt, daß beide Jugendorganisationen zusammen etwa 10 000 Mitglieder zählen, daß die Zahl der Anhänger ihrer Beftrebungen aber viel größer sei, denn die beiden Blätter der JugendLichen in Nord- und in Süddeutschland hätten etwa 20 000 Refer. Eine Reihe von Jugendorganisationen in Württemberg, Baden und Hessen hätten den Auflösungsbeschluß schon wieder rüdgängig gemacht. Ein Beweis, daß der Gedanke der selbständigen Jugendorganisation großen Anhang habe. Gewerbekrankheit und Betriebsunfall. Seine einstündigen Ausführungen sind Erläuterungen folgender Leitsätze: 1. Gewerbefrankheit und Betriebsunfall find ihrer Ent stehung und ihrem Wesen nach grundverschieden und sind daher auch in der Versicherungsgesetzgebung getrennt zu behandeln. 2. Gleichwohl gibt es ein Grenzgebiet zwischen Gewerbefrankheit und Betriebsunfall, auf dem eine Unterscheidung schwierig, Zweifel und Irrtum häufig ist. 3. Es muß das Bestreben von Wissenschaft und Praxis sein, dies Grenzgebiet tunlichst einzuschränken. Vergiftungen z. B. sind zumeist als Betriebsunfälle anzusehen, ebenso die Wurmfrankheit, der Milzbrand. angefehen wird, weil bei ihr nicht diejenige Freiheit und Geheim. heit der Wahl besteht, die§ 37 Abs. 3 des Gesezes gewährleistet. Das Preußische Oberverwaltungsgericht erblickt in der für die Verhältniswahl notwendigen Aufstellung der Kandidatenlisten und deren Einreichung an die die Wahl leitende Stelle eine unzulässige Beschränkung der Wahlfreiheit, weil wenigstens eine Anzahl von Wahlberechtigten von vornherein gezwungen ist, durch Aufstellung, Unterzeichnung und Einreichung einer Vorschlagsliste öffentlich zu befunden, wen sie wählen wollen und damit wenigstens für sich auf die Geheimheit der Wahl zu verzichten. Danach hat die Einführung der Verhältniswahl bei den Krankenkassen eine Aenderung des Krankenversicherungsgesetzes zur Vorauss fegung." In der Diskussion wird von Wendlandt- Magdeburg hervor gehoben, das preußische Oberverwaltungsgericht habe sich nicht grundfäßlich gegen das Verhältniswahlverfahren ausgesprochen, sondern nur gesagt, das im gegebenen Fall beschlossene Verfahren sichere nicht die Geheimheit der Wahl. Gräf- Frankfurt schildert das Verfahren, das früher bei der von ihm vertretenen Kasse bestand. Die Leitsäge werden sodann angenommen. Referent für das Thema Mitglieds- und Quittungsbud ist Heffe- Dresden. Er empfiehlt folgende Anträge: 1. Die feit Bestehen der Ortstrantenfassen eingetretene Biet geftaltigkeit der Mitglieds- und Quittungsbücher macht die Bereinheitlichung und Vereinfachung der Ausweispapiere der berficherungspflichtigen Kassenmitglieder dringend notwendig. 2. In der von der Ortskrankenkasse Dresden, der geschäftsführenden Kasse des Zentralverbandes deutscher Ortskrankenfassen, vorgeschlagenen Mitgliedstarte ist eine wesentliche Vereinfachung der Mitgliedsausweise zu erkennen und dieselbe den deutschen Ortsfrantentassen zu empfehlen." In der Diskussion traten ihm Müller- Bremerhaven, Iserloh= 4. Gewerbefrankheit und Betriebsunfall müssen durch gründ- Krefeld und Wendlandt- Magdeburg entgegen. Die Redner find liche Durchführung und umsichtigen Ausbau der Arbeiterschutz- überhaupt für Beseitigung des Mitgliedsbuches. Da dasselbe nur gefeßgebung prophylaktisch bekämpft werden. In ersterer Hinsicht den Zweck haben kann, einen Nachweis über bestandene Mitgliedist namentlich die Heranziehung von Aerzten und Vertrauens- schaft zu führen, um vom Eintrittsgelde befreit zu sein, solle männern der Arbeiterschaft zur Gewerbeaufsicht notwendig, in man lieber das nicht mehr zeitgemäße Eintrittsgeld abfchaffen. der zweiten Richtung liegt die Verkürzung der Arbeitszeit, das Aus diesen Erwägungen werden die Anträge mit 165 gegen 154 Verbot der Verwendung entbehrlicher Giftstoffe und gefährlicher Stimmen abgelehnt. Arbeitsprozesse. Fräßdorf- Dresden erstattet sodann den 5. Bei der Untersuchung des Betriebsunfalls und der Festsehung der Entschädigung ist die obligatorische Zuziehung von Arbeitervertretern und Aerzten zu fordern. Die erste Instanz für die Entscheidung soll ebenso wie das Schiedsgericht der Arbeiterversicherung paritätisch befeht sein und als lokale Renten stelle fungieren. Hierzu haben Berufsgenossenschaft und Kranten taffe Beifiber zu entfenden. Die Unfallversicherung wird erst dann ihre Wirkung voll entfalten, wenn sie die Arbeiterschaft zur Mitwirkung heranzieht." Nach einem Schlußwort des Referenten wurde eine von ihm beantragte Resolution einstimmig angenommen, in der es heißt, die Versammlung erwarte, der Parteitag werde bei Regelung der Jugenderziehung den bereits vorhandenen bewährten und dem In der Diskussion hierüber wird der Antrag eingebracht, dem Vereinsgefez aegepakten Jugendorganisationen feine Hinderniffe in Gak 1 folgende Fassung zu geben:„ Gewerbekrankheit und Betriebsihrer nußbringenden Tätigkeit bereiten, sondern sie nach Möglichkeit unfall find Folgen der Betriebstätigkeit der Arbeiter und in der fördern. Die Verfammlung richtet außerdem an die jugendlichen Versicherungsgesetzgebung einheitlich zu behandeln." Arbeiter ganz Deutschlands die Aufforderung, sich zu einheitlicher zu streichen und Satz 3 entsprechend redaktionell zu ändern. Drganisation auf dem Boden der bestehenden Jugendvereine zusammenzuschließen. Zentralverband von Ortskrankenkassen im Deutschen Reich. Bericht des Zentraltarifamtes. Er fritt für möglichste Durchführung der mit den Kassenbeamten abgeschlossenen Tarifgemeinschaft ein. In der Diskussion, in der Schmidt- und Huberts- Hamburg, Hartmann- Braunschweig, GräfFrankfurt usw. sprechen, wird besonders der§ 5 des Anstellungsbertrags bekämpft, welcher das Recht der Kassenvorstände auf Ent lassung von Kassenbeamten nur auf bestimmte Vorkommnisse bes schränkt. Gerade deshalb hielten manche Behörden die Einführung dieses Anstellungsvertrages für unzulässig. Mit dem Abschluß übernehmen die Vorstände eine große Verantwortung. Fräßdorf= Dresden und Giebel- Berlin, Vorsitzender des Verbandes der KaffenSab 2 ganz beamten, treten diesen Anschauungen entgegen. Letzterer weist darauf hin, daß er verschiedene Autoritäten auf dem Gebiete der Bauer- Berlin begründet den Antrag. Er weist insbesondere Krankenversicherung, wie Amtsgerichtsrat Hahn- Berlin, gefragt auf die immer mehr für die Arbeiter ungünstig werdende Recht habe, die gegen die Zulässigkeit und Rechtmäßigkeit der Verträge sprechung des Reichsversicherungsamtes hin, welche den Begriff feine Bedenken haben. Schließlich wird eine Vorlage des Zentrala. tarifamtes gegen wenige Stimmen angenommen, nach welcher die Rechte der Kaſſenvorstände betr. die Entlassung von Beamten erweitert werden und sie schon stattfinden kann, wenn bestimmte unehrenhafte Handlungen des Beamten vorliegen. Ein Vertreter des Verbandes der Ortskrankenkassen Wilhelmshaven begründet folgenden Antrag: „ Kassen, welche die Familienversicherung eingeführt haben, follen gegenüber denjenigen Mitgliedern, welche sich in wechselnder Beschäftigung befinden, von der etwa bestehenden Karenzzeit feinen Gebrauch machen, wenn der zur Kasse Uebertretende in einer anderen Kasse mit seiner Familie versichert war." Betriebsunfall mehr und her, nie Gelverbefrankheiten und die Unmöglichkeit hervor, Betriebsunfälle genau auseinander zu halten. Eine solche Trennung zu dem Zwecke, die ersteren unentschädigt zu lassen, sei auch eine mit großer Mehrheit angenommen. Die Leitfäße werden fodann mit den beantragten Aenderungen Der nächste Berhandlungsgegenstand ist die Ungerechtigkeit. Braunschweig, 10. Auguft. Die heutige Hauptversammlung wird von Fräßdorf- Dresden eröffnet. Als Gäste sind erschienen Stadtrat Dr. von Frankenberg als Vertreter der Stadt Braunschweig, Oberregierungsrat von Hasse als Vertreter der braunschweigischen Regierung und der Landesversicherungsanstalt Braunschweig, ein Vertreter der Handelskammer Braunschweig und ein Vertreter der Reichskommission österreichischer Krankenkassen. Der Verband der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen hat ebenfalls eine Delegation gesandt, die zugelassen wird. Fräßdorf gibt einen Bericht über die Tätigkeit des ZentralFür den Inhalt der Inferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 12. Auguft. Anfang 7%, Uhr. Neues Egl. Operntheater. Tannhäuser.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches. Des Meeres und der Liebe Wellen. Rammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Menes. Der Berrissene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2 × 2= 5. Die Bustspielhaus. Die blaute Maus. Weften. Ein Walzertraum. Schiller 0.( Wallner-Theater.) Undine. Friedrich Wilhelmstädt. Schan: spielhaus. Ein Rabenvater. Hebbel. Cyprienne. Luisen. Suse. Bernhard Noie. Das Geheimnis von New York. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Bera Violetta. Spe zialitäten. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt davon. Borher: Es lebe das Nachtleben. Basiage. Spezialitäten. Berliner Prater. Die Welt ein Paradies. Anfang 7 Uhr. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. JOOLOGISCHER Zi CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Verhältniswahl bei den Krankenkassen. Hierüber referiert D. Pollender- Leipzig. Er begründet folgende Leitfäße: " Das System der Verhältniswahl ist das gerechteste und des halb feine allgemeine Einführung durch zwingende gesetzliche Bestimmungen anzustreben, da die Verhältniswahl unter der heutigen Fassung des Krankenversicherungsgefeßes als unzulässig Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Morwin- Oper. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bum legtenmal: Undine. Romantisch- komische Oper in 3 Alten von Albert Lorking. Donnerstag, abends8Uhr: Bum letztenmal: Carmen. Freitag, abends 8 Ubr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Eröffnung der Schauspiel- Saison. Ein Fallissement. Schauspiel in 5 Aufzügen von Björnstjerne Björnson. Donnerstag, abend38 Uhr: Philister. Hierauf: Die Lore. Freitag, abends 8 Uhr: Das letzte Mittel. Residenz- Theater. Lustspielhaus. Sonnabend, den 15. August 1908: Eröffnungs- Vorstellung zum Besten des Zeppelinfonds zur Erbauung eines neuen Luftschiffes. Zum 81. Male: Der Floh im Ohr. Näheres die Tageszettel. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Luisen- Theater. Sanssouci, Mittwoch, den 12. Auguft 1908, abends 8 Uhr: Suse. Täglich: Sufe. Sonntag, den 16. Auguft, nach mittags 3 Uhr, zum erstenmal: Das Schloß am Meer. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 15r. Schauspielhaus. 8 шhr. Kottbuser Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Berliner Sänger Sonntag, Montag, Donnerstag: Stets neues Programm. Gr.Elite- Soireen Einafter ust. Tanzkränzchen. Sonntags Beginn 5, wochent. 8 Uhr. Steffiner Gänger. Sommerspielzett. Leitung,.. it. Fröbels Allerlei- Theater. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 18/49. Bon der Zugspitze zum Wahmann. Sternwarte, Invalidenftr. 67/62. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Cyprienne. Donnerstag: Frau Barrens Gewerbe. Freitag: Cyprienne. Kleines Theater. Mittwoch, den 12. Auguſt cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 25. = Donnerstag: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. G. Mittwoch, den 12. August 1908: Schwant in 3 Atten v. Jarno u. Fischer. Donnerstag: Ein Rabenvater. Freitag: Ein Rabenvater. Ein Rabenvater. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 182. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Spezialitäten. Anfang 4%, Uhr. Metropol- Theater Bum 328. Male: Theater des Westens. Das muß man seh'n. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dslar Strauß. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Schönhauser Alloe 148. Täglich: Berliner Herzen. Boltsftüd in 2 Atten. Dazu erstklassige Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: BELLINI Der König aller Gedankenleser mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden ::: Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pt. In der Debatte ist man sehr verschiedener Ansicht über den Antrag, dessen Zwed man nicht berkennt. Goblenzer- Berlin und andere Redner find dafür, daß die Kassen die gedachte Karenzzeit überhaupt abschaffen. Die Mehrheit der Delegierten schließen fich dem an, weshalb der Antrag abgelehnt wird. Großes Korsofest auf der Oberspree Mittwoch, den 19. und Donnerstag, den 20. August 1908. Der Vorverkauf der Festkarten a 1 M.( Kinder 50 Pf.) und Festprogramms a 10 Pf. beginnt morgen: 1. an den Kassen der" Stern"-Gesellschaft und im Bureau Brückenstraße 6b, II; 2. an allen Dampferstationen der Oberspree und in den Festwirtschaften; 3. bei Wertheim, Leipziger Straße und Kantstraße 3; 3957L 4. im Invalidendank, Unter den Linden 24; 5. im Reisebureau der Hamburg- Amerika- Linie, Unter den Linden 8; 6. in den Bahnhofs- Buchhandlungen und Zeitungskiosken von Berlin und Charlottenburg; 7. in den größeren Hotels und Restaurants sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen. a pollo Theater 215 8 Uhr: Die bedeutenden Spezialitäten- Novitäten. 912 91/2 Vera Violetta. Vaudeville- Operette von Ed. Ehsler. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schier. 7% Uhr: Garten- Konzert der Theater Kapelle. W. Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brummenstr. 16 Letzte Woche: Kulicke im Familienbad 1/10 Wannsee. 1/10 Nene Spezialitäten. Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3-6 Uhr. Sonnabend z. erstenmal: Angeklagt. Walhalla Variete-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Brunnen- Theater Spezialitätenvorst. im Garten. Badstraße 58. Dirett.: Willi Voigt. Täglich: Bei ungünst. Witterung i.Theater. Dressierte Elefanten. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Unsere blauen Jungens. Berliner Prater- Theater Erfiklaffige Spezialitäten. Berliner Prater- Theater The 5 Violettes Powel and Powel Bollini Truppe Kurt Ellys Adolf Hartley. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4%, Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. Freitag, den 14. Aug.: Gr. Benefis borstellung für Käte Bach. Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 41, Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Max Kliems Hagenbeck- Schau Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Taglia: Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfeft. Donnerstag: Elite- Tag. Berlin, König, Ecke Neue Friedrichstraße. 218/8 Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12%, Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 1 Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund Ortsgruppe Berlin. Sonnabend, den 15. August: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Großes Sommerfest Donnerstag, 13. August, abends 8½ Uhr, bei Freyer, im Treptower Lustgarten( Parkstraße). Sänger- Gesellschaft Strzelewicz- Gartenkonzert- Kinderspiele unt. Leitung v. Kindergärtnerinnen.- Festrede: Gen. Peus- Dresden. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. Beginn nachm. 2 Uhr. Eintritt 20 Pt. Von 10 Uhr ab: 289/ 20* Großer Sommernachts- Ball. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Alkoholische Getränke werden in den Festräumen nicht ausgeschänkt. Billetts sind erhältlich bei: Michaelis, Langestr. 11, Berg, Pflugstr. 15, Pieleke, Luisenstr. 18, Gorjanc, Kürassierstr. 18, II. Koppenstr. 29: General- Versammlung. Tages Drdnung: Kaffenbericht, Bericht der Ortsverwaltung und der Arbeitsvermittler. Wahl der Beisizer zum Hauptvorstand, der Revisoren für die Hauptkasse und der Breßtommission. Ersazwahlen zur Ortsverwaltung und der Bureauangestellten. Bericht vom Gewerkschaftstongres in Hamburg. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Diez' Spezialitäten- Theater Deutscher Photographen- Gehilfen- Verband. Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Täglich: Ob Regen! Das neue und befte Programm Berlins. Die größte u. beste Raubtiergruppe d. Gegenwart. Gebr. Bügler. 10 Löwen 8 Bären. Anfang 3 Uhr. Entree Wochentags 20, Sonntags 30 Pf. 909 Täglich: Voltsbeluftigungen aller Art.00 Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Komödie in 3 Alten von Anton und Donat Herrnfeld. Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger. Schweizer Garten. Donnerstag, den 13. August 1908, abends 81, Uhr, in Wendt's Prachtjälen, Münzftr. 17( Eingang Königsgraben 14a: Oeffentliche Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Muß der Photograph Sonntags arbeiten?( ie steuern wir dem Mißbrauch des Sonntagsruhegesetes?) Referent Rollege Hänlein. 2. Diskussion. 290/3 Hierzu find alle Berufsangehörige( Atelierinhaber und Gegilfen) fomie Intereffenten, insbesondere die werktätige Bevölkerung höflichst eingeladen. Freie Aussprache jedermann zugefichert. Man beachte den Säulen- Anschlag am Donnerstag. Der Einberufer: Richard Jsralowitz, Bornholmer Straße 87. 88/ 13* Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die erwiesene Teilnahme und Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2.Berliner Reichstagswahlkreis ( Bezirk 149). Am 8. August verstarb unser Mitglied, der Bauhilssarbeiter Joseph Wittkowski, Schönleinstr. 16. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung bittet 211/12 Der Vorstand. zahlreichen Stranzſpenden bei der Be Verband der haugewerblichen erdigung meines lieben Mannes, unjeres herzensguten Baters und Schwiegervaters 39562 Karl Marquardt sagen wir allen Verwandten und Betannten unseren herzlichsten Dant. Emilie Marquardt nebst Kindern. Danksagung. Allen denen, die meinem Manne die lepte Ehre erwiesen, sowie für die schöne Kranzipende sage ich meinen herzlichsten Dant. 9695 Henriette Becker. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen KranzAm Königstor- Am Friedrichsha Deutscher Metallarhelter- vervapenbeh bet ber Beerdigung meines lieben Mannes Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Täglich: Theater- Vorstellung, 5 of 1. Amt 3, 1259. Spezialitäten und Ball, Jeden Abend Berliner Leben. 10 Uhr: Bollsstüd mit Gesang 3 Seben Mittwoch: Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Donnerstag, den 13. August 1908, abends 8 Uhr: tammten, insbesondere dem Deutschen Sinderfreundenen Bezirks- Verfammlung Boltsbelustigungen. Kinematograph. Entree 30 Bi. An Wochentagen ist Saal u. Garten für die Often- Bezirke an Vereine zu Festlichkeiten zu im Lokal ,, Prachtsäle des Often 3" Neue Welt. Hasenheide 108-114. Heute: Letztes Ernte- Dank- Fest. Große Gratis- Verlosung. 1. Preis für Mädchen: Eine goldene Damenuhr. 1. Preis für Knaben: Eine goldene Herrenuhr. Großes Doppel- Konzert und Spezialitätenvorstellung Ani. Bochentags 8 Uhr, Mr. Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Gstbalm- Park Abends 10 Uhr: Frankfurter Allee 152/153. Tagesordnung: 120/14 „ Der freie 1. Bortrag des Genossen Hoffmann- Bielefeld: Arbeitsvertrag und die gewerkschaftliche Organisation". Kollegen Angesichts des äußerst interessanten Bortrages ist es not wendig, vollzählig zu erscheinen. BB elle- Alliance- Garten.-Fortseßung der Großen internationalen Damen- Ringkampf- Konkurrenz um die Meisterschaft von Deutschland unter Leitung des bekannten Meisterringers Ferd. Dieckmann. Variété I. Ranges. Anfang: Konzert 6%, Variété 8, 9585* Ringtampfe 9, Uhr. II. Vereinslokal. Gadbin II. tollkühner Kopfsprung aus der 6. Etage. Anf. 4 Uhr. Entree 15 PL Am Kustrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Volksgarten- Theater Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und Spezialitäten J Vorstellung. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. - am Bahnhof Gesundbrunnen. Heute: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. 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An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! Die neue Lokalliste erscheint Anfang September. Wir ersuchen daher, alle Menderungen bezw. Neuaufnahmen bis spätestens Sonntag, den 16. August, an die nachverzeichneten Kommissionsmitglieder gelangen zu lassen: Für den I. Wahlkreis an den Genossen Paul Bartsch, NW. 23, Lessingstraße 32. Für den II. Wahlkreis an den Genossen Heinrich Schröder, SW. 47, Hagelbergerstraße 27. Für den III. Wahlkreis an den Genoffen Karl König, S. 59, Urbanstraße 93. Für den IV. Wahlkreis an den Genoffen Karl Rott, O. 34, Straßmannstraße 29. Für den V. Wahlkreis an den Genossen Albert Hahnisch, C. 54, Auguststr. 51, Quergeb. part. Für den VI. Wahlkreis an den Genossen Richard Henschel, N. 28, Wolliner Straße 51, II. Für Nieder- Barnim an den Genossen Hermann Elias, O. 112, Blumenthalstraße 24. Für Teltow- Beeskow an den Genossen Karl Rohr, Rigdorf, Seldhower Straße 15-16, IV. Für Potsdam Osthavelland an den Genossen August Paris, Welten, Luisenstraße 17. Für alle übrigen Orte der Provinz sind Mitteilungen zur Lokallifte durch die Vorsitzenden der Kreise an den unterzeichneten Obmann der Kommission zu richten. Sp Um das rechtzeitige Erscheinen der Botalliste zu ermöglichen, ersuchen wir die Parteigenossen dringend, alle Mitteilungen in Lokalangelegenheiten für Groß- Berlin dem zuständigen Kommissionsmitgliede, für die übrigen Orte der Provinz dem Vorsitzenden des betreffenden Kreises zu übermitteln. Ferner weisen wir wiederholt auf den in den Lokalkonferenzen der Lokalkreise so oft gefaßten Beschluß hin, wonach die örtlichen Kommissionsmitglieder unbedingt verpflichtet sind, vor dem Erscheinen jeber neuen liste rechtzeitig an den Obmann ihres Kreises einen Bericht einzusenden, gleichgültig, ob Veränderungen vorgekommen sind oder nicht. Orte, aus denen kein Bericht kommt, werden in der Liste nicht weiter aufgeführt und haben sich die betreffenden Genossen die etwa hieraus entstehenden unangenehmen Folgen selbst zuzu schreiben. Bezirksführer einzuliefern. erwartet Der Zentralvorstand. eines Muratoriums als Beirat des Grafen Zeppelin um eine An- durchaus unwürdig. Die Landesversicherungsanstalt regung von allerhöchster Stelle handelt, mit der der Graf von Hause Brandenburg und insbesondere die Vertreter der Ver aus einverstanden sein kann und tatsächlich auch ist. Keineswegs sicherten haben alle Ursache, schleunigst auf Abhilfe zu des genialen Erfinders lahmzulegen oder auch nur einzuengen. pro Tag und Patienten an das Genesungsheim zahlt, ist dieser beabsichtige man, die große Tatkraft und das selbständige Vorgehen bringen. Wir wissen nicht, wieviel die Landesversicherungsanstalt Vielmehr soll sich die Gestaltung der Dinge naturgemäß ganz in derselben Richtung vollziehen, wie sie Graf Zeppelin in seiner Ant- Betrag aber zu niedrig, um den dort untergebrachten Versicherten wort an die deutsche Nation angedeutet hat, in der er selbst es als faubere Kost zu geben, dann muß eben seitens der Anstalt mehr gewünschenswert bezeichnet, den Reichskanzler um die Pestimmung zahlt werden. ciner Stontrolle" zu ersuchen. Aus dieser Erklärung des„ LokalAnzeigers" folgt, daß entweder Geheimrat Rathenau, der den Ausfrager aus der Zimmerstraße empfing, sich diesem gegenüber mit fremden Lorbeeren geschmückt hat, da er die Palme des Gedankens für sich in Anspruch nahm, oder der betreffende Berichterstatter hat die gestellte Aufgabe herzlich schlecht erfüllt, wenn man nicht gerade annehmen will, daß die Scherlleute die günstige Gelegenheit ergriffen, um wieder mal ein bißchen zu byzantinern. Aller" Segen" muß ja von oben" tommen. Anders geht's nicht. Interessant ist auch die Bemerkung, daß der ursprüngliche Bwved, den Ersatz des verloren gegangenen Luftschiffes in die Wege zu leiten, bereits weit überholt sei. Demgegenüber denkt man unwillkürlich an die armen Abgebrannten in Donaueschingen, für die sich nur wenige Hände regen und taum nennenswerte Spenden einlaufen. Das ist ja allerdings auch kein „ nationales" Unglück! Die Stadt Berlin sollte sich hier mal in erfreulichen und kräftigen Gegensatz zu den andern deutschen Städten seßen und für die Abgebrannten eine erhebliche Summe aus städtischen Mitteln bewilligen. Welcher Grund sollte für die Stadtverordneten vorliegen, den Stadtsäckel zugunsten des Militarismus zu schröpfen, nachdem schon Millionen für die Zeppelinsche Sache eingegangen sind und das Reich Mittel für Erbauung von Luftballons in den Etat eingestellt hat. Abhilfe und zwar dringende Abhilfe ist not wendig! Die Beförderung von Flaschenmilch. Das Landesökonomies follegium hat den Landwirtschaftsminister ersucht, bei der Eisenbahnverwaltung zu befürworten, daß Milch in Flaschen der Milch in Kannen und Fässern tarifarisch gleichgestellt wird, d. h. die Fracht lediglich vom Gewicht der Milch berechnet wird. Fahrplanänderungen um Berlin. Der Winterfahrplan bringt für die Umgebung Berlins einige wichtige Neuerungen. Von Jüterbog über Beelitz nach Wildpark wird ein durchgehender Verkehr bis Nauen eingerichtet, dem der Fahrplan der beiden Strecken angepaẞt wird. Zwischen Jüterbog und Beelitz verkehren zwei Züge und außerdem zwischen Jüterbog und Treuenbriegen noch vier Züge mehr. Der Frübzug vom Anhalter Bahnhof nach Jüterbog verkehrt von Berlin 5 Minuten früher, also 5.35 und wird beschleunigt, so daß er in Jüterbog 20 Minuten früher, also 6.47 ankommt. Eilzüge zwischen Berlin und Kattowiz über Glazz werden auf die Strecke zwischen Berlin und Kottbus beschränkt, ab Berlin 8.45 früh, an Berlin 5.30 früh. Die Postpakete nach Südwest. Der Batetverkehr nach Deutsch Südwestafrifa hat eine gewisse Erweiterung erfahren. Nach den im Süden des Schutzgebietes liegenden Orten Warmbad und Ramansdrift konnten bisher Batete von einem Absender an denselben Empfänger nur in beschränkter Bahl aufgeliefert werden. Diese Beschränkung ist aufgehoben, so daß die Bafete wieder in unbeschränkter Zahl aufgeliefert werden können. Die Sargmonopol- Firma Julius Grieneisen in der Potsdamer Straße, fattsam bekannt durch ihre Beerdigungsreklame in den Abteilen der Stadtbahn- und Vorortzüge, hat nunmehr auch das altbewährte Sargmagazin von Kersten in der Französischen Straße fäuflich an sich gebracht. Damit scheint es immer klarer zu kommen die Eltern dem Ursprunge dieser richtigen Ferien- und Hunds„ Eiskatarrhe" suchen jetzt zahlreiche Kinder heim und nur selten werden, daß diese Firma in Nachahmung der modernen Bestrebungen tagskrankheit auf den Grund. Bildet schon die neuerdings immer anderer Branchen darauf hinarbeitet, möglichst viele größere mehr zu beobachtende Vorliebe für Fruchteis in oft nicht ganz einBeerdigungsinstitute der Reichshauptstadt in einer Hand zu verwandsfreier Beschaffenheit eine der Hauptursachen der überhandeinigen, so daß die Hauptkonkurrenz beseitigt ist und dem Publikum nehmenden chronischen Magenleiden selbst bei Erwachsenen, so zieht gepfefferte Preise diftiert werden können. An Geld zu solchem der Genuß unreinen Noheises, wie es die Schlächter und Schant Unterfangen mangelt es offenbar nicht, offenbar nicht, denn es ist ein wirte gebrauchen, die schlimmsten Folgen nach sich. Sich selbst Klingelbolles" mitarbeiten. Als eingetragene Eigentümer fungieren gnügen. Die fleinen Ledermäuler wissen genau, wenn der„ Eisfrize" „ Eislimonade" zu bereiten, gilt für viele Kinder als großes Verunter dem bisherigen Namen der Firma ein Sohn des Moabiter bei seinen Kunden in der Nachbarschaft erscheint. Kaum ist er Stommerzienrats mit der frommen Denkungsart. Angesichts dieser abgefahren, so balgen fich Knaben und Mädchen um die auf der stadtbekannten Frömmigkeit ist es um so leichter, die Dupende Straße zurückgebliebenen Eisstückchen, die schnell in einer mitKüster und sonstige Herzutreiber für das Bollesche Sargmonopol zu gebrachten Tasse geborgen werden. Dann werden die Gefäße interessieren, Vielleicht führt" Sargbolle" die Neuheit ein, daß die an der nächsten Pumpe mit Wasser gefüllt, ein bom Berliner Bevölkerung Patentjärge auf Abzahlung faufen kann. Es fehlt dann, da er in so felbftlofer Weise auch schon für die Säug linge und für das Seelenheil seiner jugendlichen Angestellteu sorgt, nur noch, daß er auch in die Berliner Hochzeitsfuhrwesen sein Geld hineinsteckt. offenes Geheimnis, daß für daß für die Firma bie Millionen nachdem die Eisstückchen geschmolzen sind, wird die LimoMorgenkaffee erspartes Stückchen Zucker hinzugetan und nade" mit ebenso großer Haft wie Behagen getrunken. Leider find es oft die Eltern selbst, die den Kindern das Rezept zu dem „ Erfrischungstrant" geben, ohne zu bedenken, daß Roheis zumeist aus Gewässern gewonnen wird, die von schädlichen mikroskopischeinen Pflanzen und Tieren wimmeln, zu denen sich noch Produkte der Fäulnis organischer Substanzen gefellen. Der Genuß des Roheises und der daraus hergestellten Getränke fann nicht nur„ Gislatarrh", sondern noch andere Gesundheitsstörungen nach sich ziehen. Vor dem Genuß kann nicht eindringlich genug gewarnt werden, weil nicht stets üble Folgen sich einstellen und viele dadurch in Sicherheit gewiegt werden. " Straße bis zur Ringbahn ist auf polizeiliche Anordnung behufs Der westliche Damm der Prenzlaner Allee von der Danziger Umpflasterung bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. Straße bis zur Ringbahn ist auf polizeiliche Anordnung behufs Alle nach dem 16. August einlaufenden Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden und ersuchen wir, dies zu beachten. Des weiteren ersuchen wir wiederholt, alle Mitteilungen in Lokalangelegenheiten nur durch die oben genannten Kommissions. mitglieder an den Obmann der Kommission zu richten und nicht direkt an den Vorwärts". Es entstehen hierdurch nur unnötige Verzögerungen, und da die meisten Ginsendungen immer erft in letter Stunde einlaufen, ist, wenn es sich um eine Sperrnotiz handelt( Vergnügen in einem gesperrten Lokal), eine Publikation nicht mehr möglich. Der Obmann der Lokalkommission: Richard Henschel, Berlin N. 28, Wolliner Straße 51 II. Achtung! Zweiter Wahlkreis( Friedrichstadt). Seute, mitt. Die gestörte Landpartie". Unter dieser Ueberschrift brachten woch, abends 8%, Uhr, bei Schmidt, Lindenstr. 3: Vortrag wir in Nr. 178( 2. Beilage) eine Mitteilung über einen Vorgang, des Genossen Peters: Die Erdrosselung der Jugend der sich in dem Restaurant Forsthaus Liepniksee" Drganisation". Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erwarten abgespielt hatte. Wir berichteten, der Wirt dieses Lokales habe bei Die Bezirksführer. einem Unfall, der einer Frau K. zugestoßen war, sich sehr wenig Wilmersdorf- Halensee. Heute findet der Zahlabend in allen hilfreich gezeigt. Nunmehr hat der Wirt, Herr Wilhelm Bezirken statt. Der 1. und 2. Bezirt tagen gemeinschaftlich beim Schmidt, uns eine Buschrift übersandt, in der er versichert: Genossen Bonszed, Kurfürstendamm 126, der 3. Bezirk tritt beim er habe sofort eines seiner Gastzimmer zur Verfügung gestellt; Genossen Wegner, Johann- Georg- Straße 13, zusammen. Die Verbandsmaterial habe er nicht liefern können, weil er feins geGenofsinnen des früheren Bildungsvereins nehmen an dem Zahl- habt habe; dagegen habe er zwei Bigarrentisten( deren Bretter zum Soweit es noch nicht geschehen, haben Einschienen des Fußes gebraucht wurden) hingegeben; auch würde abend ihres Bezirkes teil. die Genoſfinnen ihre Mitgliedsbücher zwecks Neuausfertigung dem er Gis hergegeben haben, wenn man es gefordert hätte. So schildert Herr Schmidt selber den Vorgang. Wir veröffentlichen seine Darstellung, damit auch die andere Seite zum Wort komme. Aber Gefunden und verloren. Bei dem am Sonntag im Gesellschafts.. Reinickendorf- West. Achtung, Parteigenossen! Seute abend, wir wollen nicht unterlassen, hervorzuheben, daß Augen- und Ohren- haus Felsch, Knesebeckstr. 48/49, stattgefundenen Bezirksvergnügen 8 Uhr, findet bei Muster, Berlinerstraße, ein kombinierter Bahl- zeugen, die wir befragten, denn doch eine wesentlich abweichende des 12. Kommunalwahlbezirks ist eine Kindermüze( Samitbarett) abend statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Ferner wird ge- Auffaffung gehabt haben und bei ihr verharren. Ein Zimmer gefunden, ein Damenportemonnaie mit 4 M. Inhalt verloren. Ber beten, die Mitgliedsbücher in Ordnung zu bringen. wurde, wie wir schon in Nr. 178 mitteilten, von einem Kellner zur fierer und Finder werden ersucht, sich beim Bezirksführer Richard Kaulsdorf- Ostbahn. Heute, Mittwochabend, findet im Lokal von Verfügung gestellt. Dieser machte dabei den Eindruck, daß er aus Spann, Warthestr. 56/57, zu melden. Mees, Berliner Chaussee, der Zahlabend statt. eigenem Antrieb handele. Nachdem dort schließlich ein Notverband Ein großes Korfofest auf der Oberspree veranstaltet am 19. und Mahlsdorf- Süd( Kickemad). Der Zahlabend findet heute im angelegt worden war, kam derselbe Kellner und meldete, das Zima 20. d. M. die Spree- Havel- Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern". Das Lokal von Meyer, Köpenicker Allee 25, statt. Zahlreiches Erscheinen mer müsse mun geräumt werden. Auch das wurde schon in Nr. 178 Nähere über die eigentliche Veranstaltung besagt das Inserat. Der Vorstand. von uns mitgeteilt mit dem Hinzufügen, die Räumung sei von dem Rigdorf. Die Mitglieder des Wahlvereins werden darauf auf- Wirt angeordnet worden. In der Zuschrift des Herrn Schmidt merksam gemacht, daß die Generalversammlung am Freitag, den wird diese Tatsache mit keinem Wort erwähnt, sie muß daher als 14. August, abends 8 Uhr, in hoppes Festsälen, stattfindet. Die von ihm selber zugegeben gelten. Herr Schmidt bestreitet auch das Tagesordnung ist folgende: 1. Fortsetzung der Diskussion über den nicht, daß der Verband erst angelegt werden konnte, nachdem TeilParteitag in Nürnberg und Anträge dazu. 2. Bericht von der nehmer der Landpartie ihre Taschentücher, mitgebrachten Servietten Landtagswahl. Referent: Genosse Bagels. 3. Diskussion. 4. Ver- und Hosenträger hergegeben hatten. Herr Schmidt selber hatte vorher dem Arzt auf die Frage, ob nicht wenigstens ein paar alte einsangelegenheiten, Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Handtücher oder Servietten zu haben seien, mit nein geantwortet. Berneint hatte er auch die Frage des Arztes, ob er nicht einige Seine Frau aus dem Fenster geworfen. Ein schreckliches Solzstäbe friegen könne. Erst sehr viel später brachte dann ein An- Eifersuchtsdrama rief in der elften Abendstunde in der Grünthaler gestellter des Lokals zwei Bigarrenfisten herbei. Wir können hier Straße großes Aufsehen hervor. Das Neuendorfiche Ehepaar aus nach uns nicht zu der Ansicht betehren, daß Herr der Grünthaler Straße 29 hatte an einem Laubenfest in der NachbarSchmiot so gehandelt habe, wie man es bei einem schaft teilgenommen. Die Ehefrau schäferte dabei mit anderen derartigen Unfall von dem Wirt eines Ausflugs- Männern herum, und von Freunden war dem Manne dies Totals zu erwarten pflegt. Hinterbracht worden. Er wurde gegen seine Frau förmlich In der Laubenkolonie tat N. jedoch, als ob Genesungsheim Hohenelse. Lebhafte Klagen aus den Kreifen aufgehetzt. weiter nichts merle, und ahnungslos folgte ihm Genesungsheim Hohenelse öffentlich zur Sprache zu bringen, um. sie zur Rede und nun entstand zwischen dem Ehepaar ein erFrau nach Hause. Auf der Treppe stellte findet ein großes Voltsfest in Wilhelminenhof statt. Ge N. regter Wortwechsel. Der Ehemann geriet schließlich in eine der werden die Genossen allerorts ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. auf diese Art Abhilfe zu schaffen. Billetts im Vorverkauf kosten 25 Pf. und sind bei den Bezirksleitern Das Genesungsheim dient der Landesversicherungs- artige ut, daß er das Flurfenster aufriß, seine Frau am Halse zu haben. Das Komitee. anstalt Brandenburg dazu, franke Versicherte zur Kur unter- padte und sie aus dem Fenster hinauswarf. Auf dem asphaltierten daher ein Recht zu be- of blieb die Aermste besinnungslos liegen. Sie wurde von Hauss Nieder- Schöneweide. Der heutige Zahlabend findet für den zubringen; die Versicherten haben 1. Bezirk im Lokal von Paul Stahlberg, Köllnische Str. 65, für den anspruchen, daß die Zustände im Genesungsheim durchaus einwands bewohnern nach der Rettungswache gebracht, wo der Arzt schwere innere Verlegungen sowie einen Bruch der linken Hand feststellte. 2. Bezirk im Lokal von Hermann Hielscher, Berliner und Fennstraßen- frei sind. In äußerst bedenklichem Zustande fand die Schwerverletzte im Ecke, für den 3. Bezirk im Lokal von Karl Bottle, Berliner Str. 123, Virchow- Krankenhause Aufnahme. Für den Ehemann dürfte der Vorstatt. Die Genossen werden ersucht, ihre Frauen mitzubringen begang noch ein peinliches Nachspiel zur Folge haben. treffs Eintritt in den Wahlverein. Der Vorstand. Ein schauriger Fund wurde gestern auf dem Lindenstr. 57 gemacht. Im Hausflur entdeckte ein Mieter unter dem Grundstück wurde auf de dem Treppenpodest ein Paket, das die Leiche eines Knaben enthielt. Eingehüllt war der tote Körper in weiße Windeln und rotbraunes Backpapier. Die Kleidung bestand aus einem weißen Hemdchen und einem Jädchen mit blauem Bändchen. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht und wird dort obduziert werden. Die Dbduktion wird ergeben, ob der Knabe eines natürlichen oder eines gewaltsamten Todes gestorben ist. Von der Mutter fehlt jede Spur. in zweiter Leichenfund wurde auf dem neuen Thomasfirchhofe gemacht. Zwischen den Gräbern stieß ein Friedhofbeanter auf die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Sie war in ein grobes Küchenhandtuch und in eine Berliner Tageszeitung vom 6. Auguft Der Vorstand. Johannisthal. Zu dem am Donnerstag, den 13. d. M., statt findenden Zahlabend werden die Parteigenossen ersucht, die Frauen mitzubringen zweds Beitritts zum Wahlverein. Der Vorstand. Steglik. Zu dem am 16. August im Birkenwäldchen stattfindenden Volksfest werden noch Hilfskräfte benötigt. Die Genossen wollen sich am heutigen Zahlabend in ihren Bezirken bei den Be zirtsführern möglichst zahlreich melden. Die Perlen der Gräfin Wartensleben. In der Straffache gegen die Kammerfrau Steger wegen Diebstahls des Perlenhalsbandes der Gräfin Wartensleben ist die Voruntersuchung nunmehr gefchloffen. Die Atten sind der Staatsanwaltschaft zur Stellung ihrer Anträge übersandt. Fran Steger hat ihre Verteidigung den Rechtsanwälten Dr. Alsberg und Hillebrand übertragen. haben unmittelbar nach Schluß der Voruntersuchung einen Antrag auf Haftenlassung gestellt. er der Versicherten veranlassen uns, Mängel und Uebelstände im abends die Ober- Schöneweide. Sonntag, den 16. August, nachmittags 2 Uhr, Trebbin. Am Sonnabend, den 15. August, abends 8 Uhr, bei Wolf Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder und Regelung der Kaffe. 2. Wahl von Delegierten zur Verbandsversammlung von Groß- Berlin. 3. Parteinachrichten. 4. Verschiedenes. Berliner Nachrichten. Der Zeppelin- Rummel. Der Lokal- Anzeiger" berichtigt, was felten vorkommt, fich felbft. Möglicherweise ist er auch von hoher Seite dazu gedrängt worben. Das Blatt teilt nämlich mit, daß es sich bei der Einfeßung Dieses scheint nicht der Fall zu sein. Von den Patienten wird besonders über das Effen geflagt; es wird so unschmadhaft wie nur irgend möglich zubereitet. Mit Butter und Belag wird gespart, Blut- und Leberwurst besonders bevorzugt. Nun läßt sich ja über den Geschmack streiten; soweit die Klagen sich nur darauf erstrecken, würden wir darüber hinweggehen. Es kommt aber eines hinzu, und das betrifft die Sauber teit. Am 31. Juli gab es Badobst und Klöße mit Maden, so, daß ein Teil der Patienten voller Ekel das Mittags mahl stehen ließen. Schwaben in den Semme In gehören gleichfalls nicht zu den Seltenheiten. Es ist daher kein Wunder, wenn Patienten sich efelten, überhaupt noch etwas au effen. Derartige Bustände find einer Anstalt Dieselben eingewidelt. Ueber die Leiche war Ephen gelegt worden. Auch in| Diebstahl noch etwas über die Personalien des Diebes erfahren diesem Fall muß erst durch die Obduktion festgestellt werden, ob ein fonnte. Wenn die Polizei auch noch nicht den Täter, so hat sie Kindesmord vorliegt. diesmal doch auffallend schnell die Straftat entbedt. Rummelsburg. Automobil Rowdys. Bei dem am 9. d. M. abgehaltenen Kinderfest des sozialdemo fratischen Wahlvereins ist auf dem Spielplate ein graues Kinder jackett berloren worden. Gefunden wurde ein Damenschirm und eine weiße Kindermüße. Die Sachen sind abzugeben resp. abzuholen in der Parteispedition, Alt- Borhagen 56. Ein Roheitsaft ist in der Nacht zum Dienstag in der FalkenBerger Straße verübt worden. In einem mit mehreren Personen besetzten Automobil war zwischen den Insassen ein Streit aus gebrochen. Plötzlich wurde die Wagentür aufgeriffen und einer der Streitenden wurde auf die Straße geworfen. Befimmungslos blieb der Bedauernswerte liegen. Hinzueilende Passanten leisteten dem Mittenwalde. Verletzten Beistand und schafften ihn zu einem Arzt. Leiftenfabrik zu beschränken. Vermischtes. Großes Grubenunglück im Saarrevier. Ein großes Grubenunglück ereignete sich am Montag, nachts 11 Uhr, auf der fiskalischen Grube Dudweiler. Eine Privatdepesche gibt folgende Schilderung: St. Johann, 11. Auguft. Gestern, nachts um 11 Uhr, fand beim Schichtwechsel auf der dritten Sohle des Westfeldes, als die Arbeiter auf dem Wege zur Ausfahrt waren, eine Schlagwetterexplosion auf Grube Dudweiler Ein Raubmordverfuch ist am Montag in Mittenwalde verübt statt. Es find 13 Berglente getötet. Ihre Namen find: Otto Trier aus Waldhausen, verheiratet, Mathias Finkler aus worden. Die dort wohnhafte unverehelichte Marie Knopfnateľ hatte Feuerwehrbericht. In der Nacht zum Dienstag fam ein größerer ihren ebenfalls in Mittenwalde wohnenden Schwager, den Bäcker- Gummersweiler, Mathias Schuhmacher aus Reinsbach, Mathias Brand in her Greifswalder Straße 156D, nahe Weißensee, zum Ausbruch. Als Brandinspektor Leybold mit dem 1. Löschzuge bort meister Dertel besucht. Als sie dann wieder heimkehrte, wurde sie hübschen aus Loetheim, Jakob Straß aus Wahlen, Johann Kloos antam, ftand ein freistehendes Gebäude der Saronia- Werke in beim Betreten ihrer Wohnung hinterrücs überfallen und durch aus Dudweiler, Johann Holzhauser aus Sulzbach, Johann Merl Flammen. Diese waren weithin fichtbar. Durch längeres fräftiges mehrere wuchtige Schläge mit einem stumpfen Instrument zu Boden aus Dudweiler, Adolf Roth aus Schwarzbach, Anton Doninger aus Wassergeben gelang es schließlich, den Brand auf dies Gebäude zu geschlagen. Der Täter schlug mun erbarmungslos auf das am Fuß. Dudweiler, Mathias Zimmer aus Brudweiler, Christ. Destruelle aus beschränken. Wegen eines Wohnungsbrandes wurde die Wehr boden liegende wehrlose Opfer ein. Als auf die verzweifelten Hilfe- Lisberg und Franz Henricus aus Dudweiler. Vier hinterlassen nach der Böttgerstr. 1 gerufen. Kleider, Möbel, der Fußboden und rufe der Ueberfallenen Bersonen nahten, ließ der Täter von seinem Witwen und Kinder. Außerdem sind acht Bergleute schwer, vier leicht anderes brannten dort. Der 7. Bug hatte in der Andreasstr. 32 Opfer ab und ergriff die Flucht. Er sollte auch leider entkommen. verletzt. Die Verletzten sind nach dem Knappschaftslazarett Sulzbac zu tun, wo in einer Leistenfabrik Harz, Türen, Fenster, Balkenlagen, Blutfiberströmt wurde Fräulein K. aufgefunden. Das Bewußtsein übergeführt. Bei den Rettungsarbeiten, die bis heute morgen at Fußboden u. a. brannten. Auch dort gelang es, den Brand auf die war ihr bereits geschwunden. Die Verlegungen, die ihr der breifte bauerten, machten sich Mängel an Rettungsbahren fühlbar. Ob die Ein Waldbrand. Am verflossenen Sonntag entstand in der Forst Bursche zugefügt hat, sind sehr schwerer Natur. Unter dem Verdacht furchtbare Katastrophe vermeidbar war, läßt sich zur Stunde noch Ein Waldbrand. Am verflossenen Sonntag entstand in der Forst jenseits von Adlershof zwischen Glienicke und Falkenberg ein Wald- der Täterschaft wurde noch gestern der Kutscher Zeidler, der bei dem nicht feststellen. Das Wolfffche Telegraphenbureau gibt als mutmaßliche Ursache brand, der leicht größere Dimensionen annehmen konnte. Wahr- Schwager der Ueberfallenen in Stellung ist, verhaftet. ber Explosion an, ein Stein habe sich losgelöst, hierdurch sei ein scheinlich haben unachtsame Ausflügler einen glimmenden Bigarrensogenannter Bläser freigeworden, der sich an einer Lampe entzündete. stummel fortgeworfen, denn in furzer Zeit brannte das durch die Auf der staatlichen Grube Dudweiler fand vor 23 Jahren anhaltende Dürre leicht entzündliche Gras und dadurch wiederum eine ganze Anzahl fleiner Fichtenbäume. Die hinzueilende freiwillige Feuerivehr aus Alt Glienice riß zunächst wurde gestern von der 3. Ferienftraftammer des Landgerichts I wegen Buhälterei. Der mehrfach vorbestrafte frühere Kellner Ro folstein ähnlich großes Grubenunglid statt. Ihm fielen 18 Bergleute zum Opfer. die längeren Zweige der gefährdeten größeren Bäume ab Bubälterei und gröblichster Wißhandlung zu zehn Monaten Die Unglüdsnachricht verbreitete fich noch während der Nacht Gefängnis unbleberweisung an das Arbeitshaus mit großer Schnelligkeit. Da die ersten Nachrichten über den Umbestraft. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr neun Monate be- fang des Unglüds sehr unbestimmt lauteten, versammelte sich alsbald auf der Grube eine große Menschenmenge, darunter schichtfreie Bergleute und die Familienangehörigen der Bergleute. Bei der Betanntgabe der Namen der Verunglüdten spielten fich erschütternbe Szeneu ab. und schlug damit au äußeren Rand des Feuers fräftig ein. Schon nach einigen Minuten hatte die Feuerwehr das Feuer ausgeschlagen" und konnte, nachdem Umschau nach event. noch be stehenden Brandstellen gehalten wurde, wieder abrüden. Leichtfertig ist es auf alle Fälle, zur jeßigen Jahreszeit im Walde zu rauchen oder sonstwie Feuer anzuzünden, weil hierdurch nicht allein der Waldbestand, sondern auch Wild und Menschen in Gefahr geraten. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. antragt. Gerichts- Zeitung. denn wenn man Das Gras auf den Straßen der Stadt Alt- Landsberg war der Gegenstand eines hochnotpeinlichen Strafverfahrens, welches voraus sichtlich auch in der zweiten Instanz noch nicht beendigt sein dürfte. Wegen Uebertretung der§§ 81 und 41 ber Polizeiverordnung vom Jahre 1884 mußten sich gestern die Landwirte Meth, Bahl, Orfan in Ungarn. Budapest, 10. August.( Depesche.) Einer intelmann und fint vor dem Strafrichter verantworten. Meldung aus Kaposvar zufolge hat ein mit Wollenbruch verbundener Die vier Angeklagten find wohlangesehene Bürger und Hausbesizer Drtan im Komitat Somogy mehrfach schweren Schaden angerichtet. in dem kleinen Städtchen Alt- Landsberg. Hier scheinen noch ziemlich In Marczali sind mehrere Häuser eingestürzt, in Balaton hat das Die Liste der stimmfähigen Bürger Schönebergs ist gemäß der idyllische Verhältnisse zu bestehen, auch Waffer den Damm der Somogy- Szobber- Eisenbahn in einer Länge §§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 unb§ 2 bes dort nicht das Gras wachsen hören konnte, so tonnte man es bon einem halben Kilometer fortgeschwemmt. Der Verkehr ist einGesetzes vom 30. Juni 1900, betreffend die Bildung der Wähler- wenigstens auf der Straße sehen. Hier wucherte es zwischen den gestellt. abteilungen bei den Gemeindewahlen sowie der dazu erlaffenen Steinen üppig empor, so daß mancher Wiederfäuer mit begehrlichen Ein Briefter verhaftet. Neapel, 11. August.( Depesche.) Ausführungsbestimmungen, vom 14. September 1900 aufgestellt Blicken fah, wie fein Hauptnahrungsmittel buchstäblich auf der und wird in der Zeit vom 15. bis einschließlich Straße lag. Auf den Bürgersteigen des Städtchens hätte sich viel- Die Polizei verhaftete auf dem hiesigen Bahnhofe den Priester Frai 30. august d. 3. an den Wochentagen von vor leicht noch eine feste Grasweibe gebildet, wenn nicht die Polizei- bom Seminar in Toronto, ber beschuldigt ist, 280 000 Frank zum mittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr und an den behörbe einen Stampf gegen die Begetation am unrechten Play begonnen Nachteile seines Bischofs unterschlagen zu haben. Großfener in London. London, 11. August 1908.( Depesche,) Sonntagen bon bormittags 11 Uhr bis nach hätte. Es wurde eine alte und beinahe längst vergessene Polizeiverordnung mittags 1 hr im Bureau M, Rathaus, Kaiser- herausgesucht, nach welcher jeder Hausbesiger verpflichtet war, den Eine Feuersbrunst brach gestern in einem Stadtviertel aus, Wilhelm lag 3, Quergebäude, 8immer Nr. 2, in Schmuß und Unrat vor feinem Grundstücke zu entfernen. Da sich die bier welches namentlich von Sigilianern betvohnt ist. Fünf Bersonen Schöneberg, aur Einsicht öffentlich ausliegen. Angeklagten gerade infolge ihres Berufes nicht dazu entschließen tamen bei dem Brande um, während 20 Verlegungen erlitten. Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste find während der konnten, das Gras als Schmug oder Unrat" anzusehen, weigerten Heuausfuhr Verbot. Belgrad, 11. August.( Depesche.) Wegen Dauer der Auslegung der letzteren bei dem Magistrat zu erheben. fie sich, dieses zu entfernen. Die Folge war ein Strafmandat, der Futternot hat die serbische Regierung die Ausfuhr von Heu verDie Gesamtsumme aller für die Abteilungsbildung zusammen- gegen welches die vier Betroffenen Widerspruch erhoben. Das boten. getragenen Steuern beträgt 5 011 225,53 M. Nach den hiernach be Schöffengericht sprach alle vier Angeklagten frei und stellte wirkten Feststellungen der drei Abteilungen gehören zur I. A 6- fest, daß diese nicht verpflichtet wären, das Gras zu entfernen, da teilung diejenigen Wähler, welche mindestens einen Steuerbetrag die Polizeiverordnung nur von Schmutz und Unrat" spreche. In laufener Cholerafall festgestellt. bon 1099,40 m. zahlen. Die II. bteilung beginnt mit dem Steuerbetrage von 1099 m. und schließt mit einem solchen von 187,80 m. ab, während die III. Abteilung mit dem Steuerbetrage bon 187,40 m. anfängt. Rigdorf. Eine Einschränkung der nachbarlichen Feuerhilfe hat der Rigdorfer Magistrat beschlossen. Die Bestimmung der Feuerpolizei- und Löschordnung, nach welcher in einem Umkreise von zehn Kilometern gegenseitige Feuerlöschhilfe geleistet werden muß, foll aufgehoben und den Nachbarorten fünftig mur dann bei Bränden die Nigdorfer Feuerwehr zur Verfügung gestellt werden, wenn dies vom Gemeindevorsteher oder Leiter der auswärtigen Wehr ausdrücklich verlangt wird. Bernau. 糖 B Cholerafall. In Nischnij- Nowgorod ist gestern ein tödlich verBriefkaften der Redaktion. dieser hochwichtigen Sache legte deshalb die Staatsanwaltschaft Berufung ein, so daß sich die Strafkammer nunmehr mit dieser Sache beschäftigen mußte. Das Berufungsgericht entschied dahin, daß das Gras nicht als Schmug" im Sinne der Polizeiverordnung anzusehen set, sondern an diesem Orte höchstens als Schönheits- Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter vier Treppen, fehler anzusehen fei, den zu entfernen die Angeklagten nicht ver- Sof, dritter Eingang, Geöffnet 7 lihe pflichtet wären. Das Urteil lautete deshalb wieder auf freiwochentäglich abends von 7 bis 9 Uhr statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein sprechung. Buchstabe und eine Bahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Bestätigtes Todesurteil. R. S. 102. Sie müssen sich zunächst an das Bezirkskommando, dann an das Polizeipräsidium wegen eines Auslandspasses wenden. Arnulf 30. 1. Rein. 2., 3. und 5. Dhne Kenntnis des Sachverhalts nicht zu beantworten. 4. Darin kann eine Beleidigung gefunden werden. 1. tönnen aber In nicht geringe Aufregung verfekt wurden am Sonntagabend eine Anzahl Ausflügler, welche sich auf dem Rückwege vom Liepnissee nach Bernau befanden. Auf der Chaussee zwischen den Dörfern Lante und Ladeburg wurden sie plöglich hinter sich einen Mann gewahr, welcher fie, nur mit Hemd und Strümpfen bekleidet, im Dauerlauf verfolgte. Bei einigen jungen Damen, welche allein Der Assessor und Amtmann als Betrüger. Vom Landgericht gingen, schien derselbe die Absicht zu haben, ein Gespräch an- Im ist am 22. Mai der Regierungsassessor Franz zufangen, weshalb sich dieselben in ihrer Angst an einige Aus- von Bourdon wegen vollendeten und versuchten Betruges zu flügler wandten. Aber feiner von den vielen Ausflüglern zehn Monaten, seine Mutter, die Kameralverwalterswitwe Jofephine schien fich an den heftig geftifullerenden Mann, welcher bon Bourdon in Stuttgart zu fünf Monaten Gefängnis fich inzwischen auch noch des Hemdes entledigt hatte, heran berurteilt worden. Der Sohn hat im Dezember 1901 die zweite zutrauen. Derselbe fegte nun, nur mit Strümpfen bekleidet, feinen juristische Prüfung bestanden und seitdem verschiedene Stellungen, Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Dauerlauf fort, bis ihn endlich nach einigem Ringen turz vor Lade- teilweise als stellvertretender Amtmann, innegehabt. den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: burg ein junger Mann überwältigte und nach Ladeburg brachte. Seit dem 16. August 1906 war er außer Stellung und ohne Mittel. Bujuhr reichlich, Geschäft schleppend, Preise unverändert. tld: Zufuhr Dort entschloß sich ein Bauer, seine Scheune zu öffnen und den Vermögen befaß er nicht, wohl aber etwa 15 000 M. Schulden. reichlich, Geschäft lebhaft, Breise unverändert. Geflügel: Zufuhr navy, Unbekannten dort einstweilen unterzubringen. Auf telephonische An- Schon im Dftober 1905 war er erfolglos gepfändet worden. Auch Geschäft rege, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft Butter und Käse: Geschäft frage in den Anstalten Buch und Eberswalde bekam man den Be- seine Mutter besaß schon seit Jahren fein Vermögen mehr und schleppend, Breise wenig verändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: scheid, daß es sich jedenfalls um einen Geisteskranken handelt, welcher bezog nur eine Witwenpension bon 1200, jegt 1300 M. Ihre gänz- lebhaft, Breise wie gestern. bor einigen Tagen aus der Anstalt Eberswalde entflohen ist. Der liche Vermögenslosigkeit erklärt sie damit, daß die Studien ihrer Bufuhr ausreichend, Geschäft lebhaft, Preise wenig verändert. Mann wurde, notdürftig bekleidet, nach dem Bernauer Krankenhause beiden Söhne und einzigen Kinder ihr Vermögen verschlungen habe. übergeführt. Wegen Raubmordes ist am 19. Juni bom Schlvur gerichte er den der Klempnergehilfe Friedrich Stolaritis zum Tode verurteilt worden. Er hat am 23. Mai in Geeste münde den Johann H. ermordet und ihm 2000 m. geraubt. In seiner Revision beschwerte er sich lediglich darüber, daß ihm 6. Glma 300 erausgabe bes stindes erwirten. 2. Sie haben das Recht, bie ihm dauernd hätten aberkannt werden müssen. Das Reichs- bierüber oder ein Ghefcheidungsverfahren geschwebt hat. 3. Erledigt sich die Ehrenrechte nur auf 10 Jahre abgesprochen sind, während sie herausgabe zu verlangen, es sei denn, daß bereits ein Streitverfahren gericht verwarf die Revision als unbegründet, da der An- dadurch, daß event. eine Stlage anzustrengen ist. 4. Die Frau, die gegen geklagte keinen Grund habe, sich über diese ihm günstige Ge- den Willen des Ehemannes außerhalb seiner Wohnung sich aushält, hat fegesverlegung zu beschweren. teinen Anspruch auf Unterhalt, falls sie nicht das Getrenntleben erwirft hat. R. 25. Erflären Sie, daß Sie weder verpflichtet noch imftande sind, die Schuld zu bezahlen.. 18. 1. Nein. 2. Eine Abfindungssumme für Alimente eines außerehelichen Stindes kann im Wege des Vergleichs gezahlt werden. Der Vergleich ist aber nur gültig, wenn der Vormund zustimmt und das Vormundschaftsgericht ihn genehmigt. 23. 50. 1. Das ist möglich. Das Standesamt wird voraussichtlich aber die Angelegenheit dem Gericht überlassen. 2. Das bestimmt das Standesamt event. das Gericht. Wilmersdorf. Witterungsübersicht vom 11. August 1908, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 2 better 5° C.= 4º R. Stationen Barometer stand mm Mindrichtung Windstärke 20 Haparanda 762 S 3 Gewitt. 17 Betersburg 764 Still 17 Scilly 1 wollig 15 Aberdeen 769 NNW 762 7669 Wetter 2beiter Nebel Temp. n. G. 6° E.= 4° R. 19 17 4 halb bd. 14 N2 beiter 9 Bwolfen! 15 2 Regen Frank.a.m. 761 SW 762 S 3 balb bb. 17 Baris 761 2 2 heiter 18 Wetterprognose für Mittwoch, den 12. August 1908. Ihr zweiter Sohn hat eine Stellung als Fabriltechnifer inne und lebt mit feiner wohlhabenden Frau in Gütertrennung. Franz v. B. wurde durch verschiedene Gläubiger hart bedrängt, deshalb nahm Seine Frau, fein Kind und sich selbst zu töten verfuchte am er 1905 verschiedene Darlehen auf und dachte daran, sich durch eine Montag nachmittag der 30 Jahre alte Arbeiter Peter Belzer in feiner reiche Heirat zu rangieren, ohne daß er eine bestimmte junge Dame Wohnung in Wilmersdorf, Augustastr. 20. Da. schon seit in Aussicht genommen hätte. Seine Mutter nahm die letztere Sache mehreren Monaten vergeblich nach Arbeit sich umgefehen hatte, er- in die Hand und wählte für ihn eine reiche Wirtstochter aus. Dhne flärte er in legter Zeit wiederholt, daß er die Sorgen und Klagen daß er sie je gesehen hätte, wurde nun diese junge Dame als seine Sminembe. 760 feiner Frau über diefes elende Leben nicht länger ertragen könne, Quasi- Braut ausgegeben, und Mutter wie Sohn nahmen Darlehen amburg 768 Berlin und aller Not mit einem Mal ein Ende machen müsse. Als er gestern auf oder suchten sie aufzunehmen unter Hinweis auf die Damit war die schiefe München nachmittag von der Arbeitssuche wieder resultatlos heimkehrte, bevorstehende reiche Heirat fam es wegen der mangelnden Nahrung für ihr dreijähriges Ebene betreten. Da die Darlehengeber ihr Geld nicht wieder- Bien Kind zwischen den sonst friedlichen Eheleuten zu einem furzen Wort erhielten und die reiche Wirtstochter einen anderen heiratete, fam es wechsel, der mit einer erschütternden Szene endete. Mit den zum Zusammenbruch und bas Ende war das obenerwähnte Urteil. Etwas fühler, zunächst meist bewölft bei mäßigen westlichen Winden; Worten: Nein, nein! Nicht verhungern! Machen wir Schluß 1" er Die Revision der beiden Angeklagten wurde in der legten später aufflarend, teine erheblichen Niederschläge. griff B. ein großes scharf geschliffenes Küchenmesser und stürzte fich Sitzung des Reichsgerichts als unbegründet verworfen. auf seine Frau, die ihr Kind auf dem Arm trug. In diesem Mo ment sprang der zufällig anwesende Arbeiter Paul Schulz aus der Sigmaringerstraße 5 dazwischen und fiel dem Rasenden in den Arm, so daß die Stöße fehl gingen und Mutter und Kind mit nicht tödlichen Verlegungen davonkamen. P., der von Hausbewohnern als ruhiger und nüchterner Arbeiter geschildert wird, wurde von der Schöneberger Polizei wegen Mordversuchs verhaftet. Potsdam. Gewerkschaftsfeftzug. Bum erstenmal tvar es am Sonntag den Gewerkschaften gestattet, in feftlichem Zuge nach ihrem Versamm lungslokal Vittoriagarten" burch die Stadt zu ziehen. Ueber tausend den Gewerkschaften angehörende Mitglieder beteiligten fich an dem Umzuge, der ohne jede Störung verlief. Berliner etterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Wasserstand Memel, Silfit Bregel, Susterburg-23 Schutz vor Schuhleuten. Wie Schußleute mit Verhafteten umzugehen pflegten, sobald sie mit denselben allein sind, illustrierte wieder einmal recht deutlich eine Verhandlung, die sich vor dem Schöffengericht in Bosen abspielte. Der jezige Strafs gefangene Josef Hammacher ging eines Abends nach Eintritt der Dunkelheit die Ritterstraße in Bosen entlang und traf daselbst mit dem Schutzmann Marquard zusammen. Da ihn Marquard bereits cm cm³) 177-13 einmal denunziert hatte, rempelte er ihn deswegen an. Der Schutz39-1 mann Sellbig tam dazu. Beide schleppten den Hammacher nach dem Rathenow³) 48 –4 Spree, Spremberg) Polizeipräsidium. Im Hofe desselben wollen fie nun den An Kroffen Beeston geklagten nicht mehr weiter haben bringen können. Nachdem sie sich ejer, Münden Frankfurt vergewiffert hatten, daß sie unbeobachtet seien, bearbeiteten fie den Menschen furchtbar mit ihren Säbeln und Barthe, Schrimm Minden Der Vorsitzende Landsberg Rhein, Marimiliansau 463+17 Der bestohlene Polizeipräsident. Der Potsdamer Polizeipräsident i lugen ihm zwei 3ähne aus. Staub Köln b. Stard hatte vor einiger Zeit einen neuen Diener engagiert. Der rügte eine solche Handlungsweise mit energischen Worten. Er hob Neze, Bordamm herbor, wenn die Schutzleute den Verhafteten auf der Straße über- E16e, Leitmerit Dresden Mann hatte taum seine Obliegenheiten fennen gelernt, da führte er wältigen fonnten, so hätten sie denselben wohl erst recht auf die Barby feinem Chef einen Tausendmarkschein aus und ber Polizei schaffen tönnen. Der Angeklagte Hammacher wurde wegen schwand mit der guten Beute. Wo sich der Spigbube auf Widerstandes zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Werden hält, scheint nicht genau bekannt zu sein, da man bisher weder den nun auch die beiden Schußleute angeflagt werden? Berantwortlicher Nebatteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co ,, Berlin SW Magdeburg 68 -2 80 -87 0 -12+4 am feit am feit 10. 8. 9.8. Wasserstand 10. 8. 9. 8. cm 110 cm¹) +6 -5 Saale, Grochlit Havel, Spandau) 178-16 252+40 175-13 190-15 118-24 82+2 -18 +2 231 -3 -52 +5 229 -168 +13 Nedar, Heilbronn 74 68 +16 Main, Wertheim 138+16 70+4 Mojel, Trier Fall, 1 )+ bedeutet Buchs, 1) Unterpegel. 53