Nr. 46. Erfcheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 fg fret in's Haus. Einzelne Summer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter freuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn a Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile ober deren Raum 40 fg., für Bereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werben. Die Expedition in an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und gefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernfprech- Anschluk Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Praktisches Agrarierthum. Donnerstag, den 23. Februar 1893. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. durch den Zoll bei den dortigen hohen Lebens- ihren Pferdefuß. Warum den der Steferent im Bandmittelpreisen noch Abnahme fände also auch wirthschaftsrathe so deutlich durchblicken ließ, als er sich fort mit den Staffeltarifen, die nur ein Recht haben zu be- über den sächsischen Makler entrüstete, der einen Trans stehen, wenn sie den Agrariern etwas nügen! Und wenn port von verkommenen Handwerkern und Kaufleuten" Nach dem Radau in den Parlamenten und vor dem dann ein gehöriges Existenz- Mindestmaß für den noth brachte, Kerle, die die rothe Fahne aufpflanzten und erPronunziamiento auf dem Tivoli haben die Herren Agrarier leidenden Agrarier geschaffen ist dann noch recht viel klärten, die ihnen zugemuthete Arbeit sei nicht für Menschen, in einer Reihe von Versammlungen ihrer organisirten sonstige Wohlthaten für die Landwirthschaft" und für die sondern für Vieh", bis man froh war, fie mit Hilfe der Interessenvertretungen, in denen Politik nach Noten trot lohnenden Nebenbetriebe derselben. Deshalb gehörte eine Polizei wieder loszuwerden"? Der Mann enthüllte so offen allen Vereinsgesetzen getrieben werden darf, ihre praktischen Resolution zu Gunsten der Branntweinsteuer unbedingt zur das wahre Interesse der Agrarier an einer Regelung der Forderungen für die allernächste Gegenwart aufgestellt. Vollständigkeit der Beschlüsse, welche der deutsche Land- Gesindevermittelung, weil es einem Agrarier nun einmal Sie haben so ungefähr Dasjenige formulirt, was der wirthschaftsrath faßte. Die Vorlage an den Reichstag nicht gegeben ist, lange mit seiner Un- genirtheit hinterm agrarische Gegenwartsstaat als allererste Vorbedingung wegen Aufrechterhaltung des 40 Millionen- Geschenkes an Busch zu halten; und so lieferte der Landwirthschaftsrath haben muß, unbeschadet aller der schönen Wünsche für die adligen Schnapsbrenner hat ja einen so unendlich selbst den besten Kommentar zu der Sorte von Arbeiterfeinen weiteren Ausbau, die an dieser Stelle kürzlich füßen Beigeschmack für die Agrarier, daß man hier schon fürsorge", die ein Agrarier pflegt. schon beleuchtet worden sind. Lassen die großen Be- etw as Uebriges thun und die Pille, die man sonst, Es ist beinahe erquicklich, zu sehen, wie töftlich roh schwerden und Forderungen der Herren Agrarier den Um- bitter wie sie ist, dem Publikum verabreicht, etwas und brutal also beim praktischen Agrarierthum und seinen fang der Un- geniertheit erkennen, zu denen sich verzuckern kann. Man thut, als könnte die Erhöhung der Beschlüffen der letzten Woche das unverhüllte Klassenein preußisch- deutscher Landjunker in erhabenen Augen Verbrauchsabgabe zu Militärzwecken vermieden und dem intereffe an jedem Bunkte zum Ausdruck kommt. Noch blicken aufschwingen fann, so gestatten die Augenblicks- Proletarier der Fusel zum bisherigen Preis erhalten werden, ein paar Jahre solcher Thätigkeit", und der neue Bund wünsche mehr intime Blicke in die verborgensten Falten des bittet um Ablehnung der Erhöhung, im übrigen aber um der Landwirthe" hat auch in den verbohrtesten Röpfen alle Herzens dieser zum Herrschen geborenen Menschenklasse. Annahme des Entwurfes, als den Interessenten der deut- Zweifel über die Rücksichtslosigkeit seiner agrarischen Nebenbei sieht man auch, daß selbst ein waschechter Agrarier schen Landwirthschaft in voller Unterordnung unter das Tendenzen beseitigt. Dann ist aber auch das flache Land nicht alles so heiß ist, als er es sich einbrockt. Er stößt bei allgemeine Volkswohl dienlich". Die Unterordnung unter für uns gewonnen und was bleibt dann der Neaktion der praktischen Formulirung seiner Wünsche doch bereits das allgemeine Volkswohl" ist eine schöne Redewendung; noch übrig? Vielleicht der Mond, und den gönnen an so manche harte Ecke, die ihn vorsichtiger auftreten läßt; nur muß man wünschen, daß sich die Agrarier in dieser wir ihr. die Welt ist schon zu weit aus der Junkerherrschaft heraus- Weise möglichst wenig dem Boltswohl unterordnen" es gewachsen, als daß sie sich ohne weiteres gleich nach agra- möchte dem deutschen Volte auf die Dauer zu schlecht berischen Wünschen ummodeln ließe. Daher erklärt sich die kommen. verhältnißmäßige Bescheidenheit der praktischen agrarischen Wünsche. Wir werden freilich gleich sehen, was verhältniß- Rührung" für ben lleinen Mann"; so widelte fich auch mäßige Bescheidenheit" bei den Agrariern heißt." das Verhandlungsprogramm der Agrarier ab. Nach BrotBerlin, den 22. Februar. Im deutschen Landwirthschaftsrathe und Branntweinsteuer ein paar Nedensarten über Heim- Aus dem Reichstage. Ueber dem Etat des Reichs. wurden vorige Woche diejenigen agrarischen Beschlüsse ge- ftätten und bessere Arbeitsvermittelung für Bauer und amts des Innern waltet in diesem Jahre wirklich ein Un faßt, die am bezeichnendsten sind. Die Einen werden durch Arbeiter; so macht sich's gut". Das Heimstätten- Gesetz, stern. Es will die Berathung nicht vorwärts gehen und ihre Begehrlichkeit charakterisirt. Das sind dieResolutionen, welche das von den Nationalliberalen angeregt worden ist, paßte sie geht nicht vorwärts. Nachdem heute nach Erledigung den russischen Handelsvertrag, die Staffeltarife für Getreide und den Agrariern längst nicht in den Kram. Als hergebrachte der Debatte über das Statistische Amt, die Verhandlungen die Branntweinsteuer betreffen. Sie sind in ihrer Art folge- Baueruleger können sie es nicht vertragen, wenn dem kleinen in einen etwas rascheren Fluß zu kommen schienen, gerichtig. Durch einen Handelsvertrag mit Rußland träte Landwirth ein kleiner unangreifbarer Besiz garantirt werden riethen dieselben beim Reichs- Gesundheitsamt sofort wieder für das Zarenreich derselbe ermäßigte" Bollsatz von 3,50 M. foll, so kurze Zeit dem Bauer dieser Besiz auch nur helfen ins Stocken. Zunächst waren es die Vertreter der Brauereifür Getreide in Kraft, der für die anderen Grenzen seit ungefähr würde. Deshalb die Resolution, die dem Bauer graulich interessen aus der Brausteuergemeinschaft, welche gegenüber Jahresfrist gilt. Von 5 M. sänke der Brotvertheuerungs- machen soll vor der Heimstätte als praktisch under immer fühlbarer werdenden Konkurrenz der echten bayerischen fatz auf" nur" 3,50 M. auch für das russische Getreide, zureichend und wirkungslos". Deshalb der Hinwe is Biere, nach ähnlichen Bestimmungen verlangten, wie sie in welches dann etwas reichlicher zufließen und dem Volk die auf eine sozialreformatorische Ausgestaltung des Erb- Bayern bestehen, nämlich, daß Bier nur aus Malz, Hopfen Ernährung etwas erleichtern würde. Wie kann das ein echter rechts in" Grundbesitz, des Liegenschaftsverkehrs, sowie und Wasser hergestellt werden dürfe. Als der Abgeordnete Agrarier bulden? Die höchste Barriere zwischen uns und des Grundverschuldungsrechts", Redensarten, die nichts Auer im Jahre 1887 einen bezüglichen Antrag einbrachte, den billigen Getreidemarkt der unermeßlichen russischen fosten, während die Freiheit der Aufsaugung von Bauern waren es die Freifinnigen Alexander Meyer und Dr. Mendel, Ebenen der preußisch- deutsche Agrarier muß standes- gütern einen sehr reellen agrarischen Werth hat. Und welche sich für die Freiheit der Bierpantscherei ins Beug gemäß" leben und entsprechend viel für sein schlechtes Korn schließlich die übliche Arbeiterfürsorge"! Bei der Ver- warfen und in dem Auer'schen Antrag einen einnehmen fönnen; wie das Volk dabei lebt, ist ganz egal. befferung der Gesindevermittelung hat sie diesmal der unberechtigten Eingriff in die Erwerbsfreiheit erAber damit ist die agrarische Arbeit" nur halb gethan; Landwirthschaftsrath angepackt. Der ländliche Arbeiter blickten. Heute waren die ebenfalls Freifinnigen Rösicke russisches Getreide könnte mittels der deutschen Eisenbahn- wird betrogen und ausgebeutet vom ländlichen Stellenver- und Goldschmidt die entschiedensten Vertreter eines gesetztariffäße, die auf größere Entfernungen von Oft nach West mittler. Hier liegt die Ursache aller sozialen Uebel auf lichen Verbotes für Surrogate. Herr Meyer brach zwar staffelweise immer billiger werden, durch Ost- und Mittel- dem Lande. Stramme Gefeßesvorschriften gegen unreelle auch heute wieder eine Lanze für die Pantscherei; das deutschland hindurch wenigstens in den Westen bringen, Gesindevermittler her wer fann's besser mit dem Land- Trinken der auf diese Weise hergestellten Mixturen überläßt es vielleicht trog seiner hohen Belastung arbeiter meinen, als die Agrarier? Nur hat die Sache er aber wohlweislich seinen Nebenmenschen. 100 Feuilleton. Na brud verboten.) [ 22 Nach Erledigung der Geldſackfragen die übliche Politische Nebersicht. " solchem Fuße zu stehen, war für ihn schlimmer, als ganz ihr. Es schien ihm, daß er erst heute Abend eingesehen zu brechen. Schließlich mußten sie sich trennen. Die Laufbahn eines Nihilisten. mir vorlesen." Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Er versant wieder in mürrisches Stillschweigen und beantwortete Gregor's Fragen nur einfilbig. Er war böse; niedergedrückt und fühlte sich elend. Diese verhängsnißvolle Entdeckung brachte ihn in ein neues Verhältniß zu Gregor, das ihm höchft peinlich war. " Ich werde Dich morgen früh besuchen," sagte Gregor. Sei zu Hause. Ich muß Dir einige neue Sachen von " Ich wette eine Hymne auf Tanja," war Andrej's erfter Gedanke, er antwortete aber mit Anstrengung. „ Kannst Du es nicht sofort zum Drucke schicken?" Dies war zuviel. Gregor war auf's empfindlichste verletzt und seine Stirn zog sich in düst're Falten. hatte, was Liebe zu einer Frau ist. Er war voll davon, ließ sich gehen, indem er sich in jene Zauberwelt der Träume, die schön, wie die Jugend und fesselnd, wie die Wahrheit ist, versenkte, und über welcher das schwarzäugige Mädchen thronte, die strahlende Stirn in die Hand stützend. Das geliebte Bild lächelte ihm Hoffnung zu. Die Hand, welche sie ihm entgegenstreckte, drückte die seine warm und zärtlich. Wer weiß, ob sie nicht, wenn auch nicht heute, so doch in nicht zu ferner Beit eine wärmere Antwort auf den Ausdruck seiner Ergebenheit ertheilen würde. Warum sollte " Ich konnte natürlich nicht, oder wollte wenigftens er länger über seine Gefühle Stillschweigen beobachten? Er nicht", sagte er in halb beleidigtem, halb überraschtem Tone. hatte lange genug gezögert. War er aber nicht seiner selbst Ich traue in meinen Sachen nie meinem eigenen Urtheile". sicher, wenn seine Seele nur Liebe und Bewunderung für Gut, bis morgen also", sagte Andrej. Es war in fie aushauchte? gewisser Beziehung Geschäftssache und seine Pflicht, wenn Er entschloß sich beim nächsten Zusammentreffen zu ihr Gregors Benehmen schien abscheulich. Andrej glaubte es Gregor für nöthig hielt, zu hören. zu sprechen. nicht an die Ernsthaftigkeit von Gregor's Neigung zu Tanja. Was fehlt nur heute Andrej?" fragte sich Gregor auf Rapitel IX. Wie fonnte er ein Mädchen lieben, das er sich nicht einmal dem Heimwege. Ich habe ihn noch nie in solch einem Gregor's Verse. die Mühe genommen hatte zu verstehen? Es war alles Bustand gesehen. Am nächsten Morgen saß Gregor im Zimmer feines nur eitle Aufgeblasenheit, Feuerwerk, von seiner über- Hätte er seinen lebhaften Geist darauf verwendet, Freundes und hatte ein Packet Manuskripte in der Tasche. schwänglichen, poetischen Einbildungskraft erzeugt. Gregor gewisse Zeichen und Fingerzeige zusammenzustellen, so Andrej hatte der Verdruß die ganze Nacht wachgehalten. hätte beffer gethan, diese Ergüsse dem Papier und der Feder würde er wahrscheinlich die Wahrheit herausgefunden haben; Er sah abgequält, aber ruhig aus. Er empfing seinen Beanzuvertrauen, als sie einem jungen, unerfahrenen Mädchen heute Abend war er aber zu sehr von Hoffnungen und sucher wie gewöhnlich, fügte sogar einige Aufmerksamkeiten vorzuleiern. Bewunderung erfüllt, um sich in ernsthafte Nachforschungen hinzu, wie sie bei den leichten und einfachen Sitten RußAll' dies hätte ihm Andrej tagszuvor gesagt, wenn er bis in's Einzelne einzulassen. Der Ton von Tanja's Worte lands nicht beobachtet werden. Der arglose Gregor schrieb damals fähig gewesen wäre, tlar in die Sache zu sehen. tlang noch in seinen Ohren. Das Gesicht, die Haltung, dies dem Wunsche Andrej's zu, die gestrige schlechte Laune Aber jetzt, nach der Entdeckung seiner eigenen schändlichen in welcher fie sie geäußert, standen ihm noch deutlich vor vergessen zu machen. Berwickelung fonnte er unmöglich in diesem Tone sprechen. Augen. Jetzt verstand er vollkommen, was hinter jenen In seinen nächtlichen Ueberlegungen hatte Andrej auch Er mußte es für sich geheim halten und ein anderes Gesicht Worten lag; er war durch das, was er sah, geblendet, und die Frage über sein Verhältniß zu Gregor erwogen. Mit zeigen. Ihr Verhältniß, welches bis jetzt so frei von jedem empfand Reue sich angemaßt zu haben, solch ein Mädchen diesem Geheimniß in der Brust konnte er mit Gregor nicht in alter Makel der Täuschung war, wurde durch unerhörte Falsch auf dem Weg der Selbstvergessenheit und Ergebung für die Weise verkehren, das wäre niedrig von seiner Seite geheit bejubelt. Mit seinem besten Freunde von nun ab auf große Sache zu führen. Er ein Erdenkloß im Vergleich mit wesen. Ehe er aber ein offenes Bekenntniß machte, hätte | Nach dem Bier die Feuerbestattung. von Don bie auf ihn gefallene Wahl nicht annehmen wird."-[ baten gegen den Weißenburger Unteroffizier fich ves Der Abgeordnete Lingens, seiner Frömmigkeit wegen Wir tragen heute nach die ausführliche tonservative gangen haben, wird nicht gemeldet. Wer die Gescherzweise der heilige Joseph von Trier genannt, regte die Abstimmungsübersicht in Sachen des deutsch- schichte des Krieges im Frieden tennt, wie sie zum Frage der Feuerbestattung an, indem er deren Bulaffung österreichischen Handelsvertrages( nament mindesten bruchstückweise ab und an in die Deffentbekämpfte. Damit war das Thema zu einer sehr umlich e Abstimmung in der Reichstagssigung vom 18. De lichkeit bringt, wer sich an die Erlasse des Prinzen Georg faffenden Debatte gegeben. Der Abgeordnete Frohme zember 1891): zu Sachsen und des bayrischen Kriegsministers v. Safferling behandelte den Gegenstand in sehr eingehender Weise vom Für den Bertrag baben geftimmt: Graf von Arnim erinnert, mer fich die Fälle Schwengber u. s. m. vergegen hygienischen, ökonomischen und ethischen Standpunkte aus,( Rothenburg- Hoyerswerda), Baumbach( Altenburg), Landrath wärtigt, der weiß, daß in dem Dunkel bes hinter verwährend Megger, der Vertreter für Hamburg III, die Graf von Behr( Greifswald- Grimmen), Bock( Minden), schlossenen Thüren fich abspielenden geheimen Berfahrens standalösen Bustände der Hamburger Trinkwasser Vervon Flügge( Naugard- Regenwalde), Dr. Giefe( Dfchat). Frei ein gut Stüd furchtbarer Tragit verborgen ist. Erst dann herr hältniffe zur Sprache brachte. Die Debatte wird morgen von Gültlingen( Württemberg), Regierungspräsident wird Wandel geschaffen werden, wenn das geheime Vers fortgesetzt. Dr. Prinz Handjery( Teltow), Dr. Hartmann( Plauen), Fürst von Haßfeldt( Militsch- Trebniz), von Helldorff( Schlochau), fahren beseitigt, die Militärgerichtsbarkeit demokratifirt ist, ( Landrath von Hellmann( Liffa), Graf von Holstein( Plön), und Soldat wie Bürger vor einem Boltsgerichte ihre Hultsch( Dresden), Keudell( Stralfund), Graf Sache zu führen haben. Kleist- Schmenzin( Dramburg), Leuschner( Eisleben), von Levezom( Königsberg i. N.), Lucius( Erfurt), Freiherr Klägliche Tröpfe find die evangelischen Freiherr Männer", die im Wupperthal( Barmen) und in der RheinMalzahn- Banselow( Anflam), Landrath von Manteuffel( Kalau- Lucau), Merbach( Freiberg), von Nor pfalz, Einspruchsversammlungen gegen die Wiederzulaffung der mann( Greiffenberg), Graf von Saldern Ahlimb( Ruppin Jesuiten" abhalten, den Raiser und den Reichskanzler anZemplin), Landrath Frhr. von Schleinih( Hersfeld), Landrath telegraphiren und den Jesuitenorden für den Ruin Deutschvon Steinrüd( Frankfurt Lebus), Uhden( Krossen), Landrath lands erklären. Wir haben nichts dagegen, daß die Bäter Frhr. von Unruhe- Bomft. Der Abstimmung enthielten fich: Landrath Bohh der Gesellschaft Jesu ins Deutsche Reich zurückkehren, die ( Sternberg), Graf von Donhoff- Friedrichstein( Landkreis Königs Sozialdemokratie hat das Jesuitengeses grundsäglich be= berg). fämpft und wird für seine Aufhebung stimmen. Uns soll OhneEntfchuldigung fehlten: Ober- Regierungs- es recht sein, mit den Schülern des Loyola, die das Benrath Debillet( Gumbinnen), Graf zu Dohna- Schlobitten( Marien- trum als die berufenen Sozialistentooter ausgiebt, die burg- Elbing), Ministerialrath Gamp( Deutsch- Krone), Regierungs- Klinge zu freuzen; auch diese geistigen Waffen" scheuen Präsident Steinmann( Lyck). wir nicht. Aber der Protestantismus stellt sich das kläglichste Armuthszeugniß durch seine schlotternde Furcht vor einem Bopanz aus, der nur Thoren und Kinder schreckt. Unseres Bürgerthums erschreckende Ohnmacht tritt eben klar zu Tage: es bekennt, daß es geistige Mächte nicht anders mehr zu befämpfen vermag als mit dem Polizei sto d. Nichts ist so dumm, daß es die Offiziösen nicht als Hilfsmittel für die Militärvorlage ins Gefecht führten. Vor allem zeichnet sich Herr Pindter aus, der in seinem Blatte, das fich rühmt, niemals Fraftionspolitif" zu treiben es ist eben unwandelbar nur der Bediente des Zentralverbandes deutscher Industrieller und des jedesmaligen Kursus die ergöglichsten Steifleinenen aufmarschiren läßt. Nachdem er die Campagne zu gunsten der neuen Boltsbelastung mit| einem alten Wachtmeister" und einem Ratholiken" eröffnet, und dann etwelche Arbeiter" mobil gemacht, erscheint jetzt ein guter Deutscher in Rußland". Selbiger Biedermann schreibt: Wenn das Gros der Boltsvertreter wirklich in seiner Ablehnung verharren sollte, dann sollte das ganze deutsche Volk seine Stimme erheben und ertlären: Wir haben Vertrauen zu unserm Raiser und obersten Kriegsherrn, er wird mit seinen alten, im Kriegsdienst erfahrenen Generalen am besten wissen, was zur Erhaltung des Deutschen Reiches nothwendig ist, wir sind zu jedem Opfer bereit, das zur Ehre für Kaiser und Reich und zum Schuge unseres Eigenthums erforderlich ist." Wenn der gute Deutsche" zu jedem Opfer" bereit ist, so mögen er und seinesgleichen ihren Beutel aufthun und die Kosten der neuen Borlage decken. Hier gilt tein Mundspigen mehr, hier muß geblecht werden. Also die Taschen auf! $ Entschuldigt fehlten: Fürst von Bismard, Stöcker ( Stegen), Oberpräsident Graf Stolberg( Raftenburg), Landrath von Winterfeldt( Prenzlau). Beurlaubt fehlten: Adermann( Dresden), Gehlert ( Sschopau), Hempel( Baußen). Krant waren: Klemm( Sachfen), von Staudy( Angerburg), Frhr. von Stumm( Ottweiler- St. Wendel). Es haben also gestimmt Konservative und Freifonservative: für die Handelsverträge und die Berabfegung der Bölle 28; ausgeblieben find 17. eg en die Handelsverträge haben gestimmt die nicht aufgeführten 86 tonservativen und frei fonservativen Reichstags- Abgeordneten. Reichstags- Erfahwahl für den Wahlkreis LieguizSaynau- Goldberg. Das vollständige Resultat ist noch nicht festgestellt. Bisher sind gezählt: Für Jungfer( frei finnig) 10 355 Stimmen, für Hertwig( Antisemit) 5999 St., für Kühn( Soziald.) 4931 St., für Graf Rothkirch( konservativ) 1302 St. Nur wenige Orte, welche diese Bahlen nur unbedeutend ändern können, stehen noch aus. Auch ein Grund für die Militärvorlage". Jm In einem zweiten Artikel, so bettelhaft wie der erfte, Organ bes Schienenflicker, Steuerdefraudanten und Rohlen schneidet ber Lakai der Reichsregierung, ber Pindter, noch Die Junker ritter, der Rheinisch Westfälischen Beitung" luftigere Kapriolen vor dem neuen Bunde. vom 22. b. M. lieft man: quittiren mit spöttischer Freude über diesen ihren Erfolg. Kolonialpolitisches. Ueber den Gouverneur von Angesichts diefer planmäßigen Verführung des Volkes Was verschlägt es, wenn die Norddeutsche Allge durch die sozialdemokratischen Hezer ist es gewiß von ungemeine 8eitung" fiebengescheidte Betrachtungen über Deutsch- Ostafrika, Freiherrn von Soden, welcher vorausheurem Werth für die Erhaltung unseres chriftlichen Staates, bie Nothwendigkeit der Einfuhr fremden Brodkorns anstellt, fichtlich von seinem Posten zurücktreten wird, weiß die daß wir eine frenge Schule des Boltes haben, in da sie doch die Kornvertheurer demüthig umschmeichelt? Bossische Beitung" recht Erbauliches zu melden. welcher ein großer Theil der männlichen Bevölkerung längeren ben Samburger Nachrichten" giebt Bismarck, Soden, der vorher in Kamerun als oberster Beamter war, Zeit ben fozialdemokratischen Einflüffen der Regiffeur des Spettafels, über deffen Erfolg ihm der hat dort ein wenig empfehlenswerthes Andenken zurückentzogen und anderen Einwirkungen zugeführt wird. Diese von Plög persönlich Bericht erstattet hat, dem Raubritter gelaffen. Wie jetzt bekannt wird, hat er trotz seiner Stellung Schule ist die Armee, in welcher alle wehrfähigen jungen bunde seinen väterlichen Segen und streut einen Sprüh als höchfter Regierungsbeamter es nicht unterlassen, auf Manner au brauchbaren Soldaten herangebildet werden sollen. Das heißt, der Wehrpflichtige lernt bort diejenigen Pflichten, regen von Bosbeiten über den Staatsanwalt" von Mar eigene Rechnung Landantäufe zu machen. welche im zweiten Striegsartitel wie folgt bezeichnet sind: schall, der den genialen" Herbert im Staatssekretariat Wenn auch bei anderen Nationen", sagt die Bossische Die unverbrüchliche Wahrung der im Fahneneide gelobten des Auswärtigen Amtes abgelöst hat, über den Troupier" Beitung"," vor allem bei ben Portugiesen, solche Fälle nicht Treue ift des Soldaten erfte Pflicht. Nächstdem erfordert der Caprivi, der nicht säe, nicht ernte und doch sein Gehalt selten find, daß Kolonialbeamte durch Kauf und Verkauf Beruf des Soldaten Striegsfeitigkeit, Muth bei allen Dienst beziehe; der Reichskanzler hat bekanntlich feinen Ar, auf von Landgebieten innerhalb ihrer Rolonie ihr Einkommen obliegenheiten, Tapferfeit im Kriege, Gehorsam gegen den Vor dem ein Halm wächst", ist also nicht so vorurtheilsfrei wie zu vermehren bestrebt sind, so war dies doch im deutschen gesezten, ehrenhafte Führung in und außer dem Dienst, gutes ber Guts, Wald, Papiermühlen- und Schnapsbrennerei- Beamtenstande bisher nicht blos nicht Sitte, sondern es galt und rechtliches Verhalten gegen den Kameraden." Es liegt auf der Hand, daß durch die sorgfältige Durchbildung des Befizer von Varzin.- Die Agrarier machen für sich geschäftiger geradezu als verpönt. In der That find ähnliche Fälle Körpers und Geiftes nach diesen in militärischen Katechis Reklame, als irgend ein weiland Aureißer vom Mühlendamm. bisher nicht zu verzeichnen gewesen, und wir glauben gut mus" niedergelegten Grundsäßen nicht nur aus Wehrpflichtigen Dieselben Hurrah- Heckenreiter, die vorgestern als Bund der unterrichtet zu sein, wenn wir behaupten, daß man an triegsbrauchbare Soldaten gemacht werden, sondern daß der Landwirthe", gestern als Bauernbund" ihre Absicht aus maßgebender Stelle Herrn von Soden seine Handlungsweise brave Golbat, bei welchem folche Durchbildung voll sprachen, dem Bolte das Fell über die Ohren sehr verübelt hat. Wir wollen hinzufügen, daß das Jahres gelungen ist, auch ein treuer Staatsbürger und darum ein uiehen, tagen heute zum gleichen Zwecke als Ver- gehalt des Herrn von Soden als Gouverneur von Deutschnugbringendes Mitglied unserer bürgerlichen Gesellschaft, ein einigung der Steuer- und Wirthschaftsreformer". Diefelben Dstafrika einschließlich der Repräsentationsgelder insgesammt Feind des sozialdemokratischen Zukunftsstaates werden wird." Statisten, dieselben Komödianten, dieselben Souffleure, die 50 000 M. betrug." Die Kolonialabenteuer, in die das Wie der Heeresdienst siehe Soldatenmißhandlungen, felbe Poffe, nur mit einem etwas stärkeren Schuß Doppel- Deutsche Reich verstrickt ist, schädigen daffelbe und nüßen Selbstmorde in der Armee, Hilfeleistung bei Treibjagden währungs- Humbug. nur einer Handvoll Großhändler und anderer Kapitalisten u. f. 1. für unsere Sache ohne unser Buthun agitirt, und avancementsluftigen Junkersprößlingen, die ihre braucht nicht erst erörtert zu werden.- Wie sie in Aengsten Schneidigkeit" bei den Schwarzen bewähren. find, das Baare- Gesindel! " Aus der Ferienkolonie". In Weißenburg ( Elsaß) sind, wie die Volts- Zeitung" meldet, wegen Ber weigerung des Gehorsams und hätlich. # 7 Panama. Auf der Basler Fastnacht erschien Der neue Bund. Bwar find die Zentrumsleute teiten gegen einen Unteroffizier außer im Mastenzug ein als Präsident Carnot Maskirter, der auf schutzzöllnerisch bis auf die Knochen, aber sie laviren gleich halb bes Dienstes zwei Soldaten des dem Rücken einen Riesencheck von 500 000 Frants mit der den edlen Polen", um oben" nicht anzustoßen. Nach der 60. Infanterie- Regiments zu 5 refp. 10 Jahren Festung Unterschrift: Pour acquit( Empfangen) trug. Der Chef des Kreuz- Beitung" war in die Leitung der Tivoliversammlung verurtheilt worden. Die. Trunkenheit, in der sich die Auswärtigen, Bundesrath Lachenal hat, wie die Frank" und für die weiteren Veranlassungen" durch Buruf erfieft Soldaten befanden, wurde als erschwerender Um- furter Beitung" berichtet, dem französischen Botschafter Arago, worden das Zentrums mitglied Mooren Eupen. it and in Betracht gezogen. Die brafonische Strenge der der sich über den betreffenden Vorfall bei ihm beklagte, erDarauf erklärt die Germania", das ultramontane Militärgerichte tritt zu Tage in den Urtheilen, gefällt gegen flärt, der Bundesrath werde über das Vorkommniß eine Hauptorgan: Betreffs des einzigen Zentrumsabgeordneten, Soldaten, ihre Milde in dem Ausmaß der Strafen, wie sie Untersuchung anordnen. Sollte wirklich eine strafbare Wlooren, find wir in der Lage richtig zu stellen, daß der verhängt werden über Vorgesetzte, die ihre Untergebenen Handlung vorliegen, so schreitet der Bundesanwalt nur ein, felbe in der Versammlung nicht anwesend war und gemißhandelt und gequält haben. Weshalb die Sol- nachdem die französische Regierung beim Bundesrath unter " er sich lieber die Bunge abgebissen. Da es unmöglich war, dem verächtlichen Lurus des reichen Mannes in der Mitte Der junge Mann auf dem Todtenbette in der Gefängnißfich auszusprechen, war die einzige Möglichkeit, die ihm hungernder Millionen einen Ausweg sucht. Der folgende zelle personifizirte vielgeliebte, in gutem Andenken stehende blieb, den vertrauten Umgang mit Gregor aufzugeben und Abschnitt, betitelt: In grünen Gefilden", war der längste Freunde, welche thatsächlich dieses Schicksal und aus dem mit ihm von nun ab auf nur tameradschaftlichem Fuße zu und abwechslungsreichste. Hier war die harte Arbeit und selben Grunde betroffen hatte. verkehren. Das war Andrej außerordentlich unangenehm; die reine Freude der ersten Propagandisten besungen. Der Eine edle und reine Rührung, welche durch den Zauber da es sich aber nun einmal nicht ändern ließ, so mußte es Ton dieses Theiles wirfte äußerst anregend. In die der Poesie erweckt wurde, beruhigte Andrej's hochgesteigerte sein. Gregor war fein einziger Freund, was man unter bald rührenden, bald erheiternden Abenteuer waren Bilder Gemüthsbewegung und rief wieder beffere Gefühle für Gregor Freundschaft in der Welt, in welcher er lebte, verstand. des ländlichen Lebens und Treibens verflochten. Das in ihm wach. In ihren Bestrebungen, Jdealen und ChaJezt würde er feinen Freund haben, das war alles. Schlußgedicht war das ergreifendste und vom fünft rafteren war so viel Gemeinsames, daß eine Verstimmung Andrej pflegte von seinen Entschlüssen, welcher Art fie lerischen Standpunkte aus das beste des Ganzen. zwischen ihnen nicht lange währen konnte. auch sein mochten, selten abzuweichen. Aber diesmal fiel Es war der Echwanengesang eines jungen Pro- Das Vorlesen hatte nicht länger als eine Stunde gees ihm schwer. Nur mühsam suchte er sich in die neue pagandisten, bei dem Uebergange aus seinem zeit- dauert. Als Gregor geendet hatte, brach Andrej in offenen Situation hineinzufinden. Er athmete erleichtert auf, als weiligen Grabe" der Gefängnißzelle in das ewige. und warmen Beifall aus, der auch vollkommen berechtigt Gregor seine Manuskripte hervorzog und zu lesen begann. Dieser Gesang war mild und sanft wie die Zeit, welche er war, denn es war bei weitem das Beste, was Gregor geEr hatte nicht einen seiner politischen Artikel oder behandelte. Das künstlerische Gefühl hatte Gregor davor ichrieben hatte. Andrej machte einige kritische Bemerkungen Flugschriften, die er im Schweiße seines Angesichts" schrieb, bewahrt, seinen Helden zum Träger seiner jetzigen Ansichten und gab einige Rathschläge. Sie sprachen leicht und frei, sondern die Frucht seiner Mußestunden mitgebracht. Verse, und Gefühle zu machen. Sein Propagandist war ein wirk- und Gregor brauchte nicht länger nach einer Erklärung für theils lyrische Gedichte, theils spike Epigramme; jedes ein- licher Wann seiner Beit, einer jener Arbeiter am Beginn Andrej's Benehmen zu suchen, denn es war ebenso natürlich zelne behandelte ein besonderes Thema, aber alle waren so des Tages, der noch nicht durch die langen Jahre der Grau- und ungezwungen wie immer. eng durch eine gemeinsame Jdee verbunden, daß man sie samfeit verbittert ist. als Theile einer einheitlichen Sammlung betrachten konnte. Die Morgendämmerung der russischen Revolution wurde in diesen Gedichten besungen. Er verherrlichte die Propaganda der gebildeten Jugend unter dem Volke" und verkündete das Evangelium des Sozialismus und die Herr schaft des Glückes und der Brüderlichkeit. Andrej mußte aber ablehnen, an dem Spaziergange theilzunehmen, den Gregor vorschlug, weil er noch einen dringenden chiffrirten Brief zu schreiben hatte. Das Er vergißt das ihm angethane Unrecht und beklagt nicht ein Leben, welches in seiner Blüthe gefickt wird. Er findet einen bescheidenen Trost in dem Gedanken, daß er Lange Zeit blieb er in derselben Stellung, in der seinem Volte, dem er verhindert wurde, durch seine Arbeit Gregor ihn verlassen hatte, am Fenster stehen. Er befand zu dienen, noch durch seinen Tod dienen könne. Gregor's Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit erfuhren sich noch unter dem Einfluß des Wertes, das er soeben Da Gregor's Werte zu verschiedener Beit und in ver- wie immer reichliche Belohnung. Die rührende Gestalt gehört hatte, es war in der That bezaubernd. schiedener Stimmung geschaffen waren, so trugen fie den feines Helden, der mit solch muthwilliger Grausamkeit hin- Talent Gregor's hatte sich schnell entwickelt, und er verwahrer Dichter zu werden. Glücklicher Charakter des Fragmenterischen und waren von ungleichem gemordet wird, spricht machtvoller zum Herzen als irgend prach ein Werthe. Humoristisches wechselte mit Bathetischem; furzen eine Aufforderung zum Unwillen und zur Nache es vermöchte. Wensch! Auf seiner Stirne ftand das Siegel der AusStanzen folgten längere Gedichte. Aber diese Unregel- Andrej lauschte entzückt und fürchtete fich, ein Wort zu erwählten. Er besaß auch Herz; die Dinge, die er schrieb mäßigkeit und der anscheinende Mangel an Einheit ermög- sprechen. Er befand sich unter dem Zauber von Gregor's founten nicht das Werk der bloßen Einbildung sein. Gr lichten es Gregor, die vielen Seiten des Stoffes, den diese melodischen Gedanken, welche die bösen Geister, die von ihm mußte tief und stark empfinden, um solche zu Herzen gehende Worte zu finden. Epoche voll Edelmuth und Aufopferung der poetischen Be- Besiz ergriffen hatten, besänftigten, und fürchtete sich, diesen handlung entgegenbrachte, zu bewältigen. Zauber zu brechen. Gregor's Dichtungen begannen mit einer furzen Diefe Gefänge aus der jüngsten Vergangenheit waren Sammlung: Unter dem väterlichen Dache". Dieser Bykius für ihn mehr als bloßes Kunstwert, sie waren Zeugen und schilderte die innere Unruhe einer empfänglichen jungen Erinnerungen seines eigenen Lebens. Sowohl er als Gregor Seele, die leidenschaftlich nach Wahrheit und Gerechtigkeit waren seinerzeit aktive Propagandisten gewesen. Bevor sie verlangt und aus den schmachvollen Kompromiffen und Terroristen geworden, hatten fie all' diese Gefühle getheilt. Der Schriftsteller trat in den Hintergrund. Andrej begann an den Wienschen zu benten und die Wunde in einem Herzen, welche sich für einen Moment geschlossen hatte, öffnete fich aufs neue. Aber Gregor's Betragen erschien ihm nicht in demselben Lichte wie letzte Nacht. ( Fortsetzung fofgt.) Kchchenmß brt VegenrechtG etn svrmlicheS Chafonfangen gestellt und de, BundeSrath die Slrafuntersuchung beschlossen hat. Aus Betreiben B i s m a r ck's, des kleinlichsten aller Nörgler, wurde bekanntlich der junge Handelskommis Schill verfolgt und mit 300 Franks Buße bestraft, weil er auf der Basler Fastnacht von 1883 die deutsche Regierung durch ein .Vive lokVkmoe"(Es lebe Frankreich) betiteltes Gedicht beleidigt hatte. Wenn die Regierung der französischen Republik das schlecht» Beispiel Bismarck's, der sich dabei bis auf die Knochen blamirt hat, nachahmte, würde sie damit zeigen, daß sie gegen die öffentliche Kritik und Satire empfindlich wäre, wie ein hinterrussischer Krautjunker, und vor der Rede- und Preßsreiheit Furcht hätte. Es ist stets ein Zeichen des Verfalls, wenn das politische PaSquill, der Spott und Hohn, gerichtet gegen öffentliche Einrichtungen, der politische Witz verfolgt werden. Maskensreiheit!— Gegen das allgemeine Stimmrecht in Belgien kämpfen die Gewalthaber mit den schäbigsten Vlitteln. Das offiziöse»Journal de Bruxelles'(Brüffeler Journal) warnt in der R e s e r e n d u m s s r a g e die opponirenden j Ge- meinderäthe vor der bisher in ahnlichen Fällen niemals angewendeten durch das Strafgesetz vorgesehenen Bestrafung bis zu S Jahren Gefängniß. Wird alles nichts nützen.— Rumänisches. Die Debatte wegen der Zulassung fremder d. h. jüdischer Zöglinge zu den G e w e r b e- schulen, die in der Deputirtenkammer stattfand, endigte damit, daß den Fremden der Eintritt in die staatlichen Ge- Werdeschulen als zahlende Zögling« bewilligt wurde.— Die italienischen Panamisten sind in furchtbarster Aufregung— was ausreißen kann, reißt aus. Aber die „Großen' können es meist nicht, ohne daß sie aus Amt, Würden und soziale Stellung verzichten. Und die Ursache des Schrecks? Tanlongo, der gefangene Direktor der „Römischen Bank', hat eine Generalbeichte abgelegt und dem Gericht die Liste der Hauptsünder über» geben. ES befinden sich daraus zwei Ministerpräsidenten und zahlreiche Minister und Exminister, sonstige hervor- ragende und hervorragendste Stützen deS SlaatS und der Gesellschaft. Und nun, wo ist der Herkules, der den Augiasstall reinigt?— Frankreich. Die Regierung hat mit den Vor- bereitungen für die llieuwahlen begonnen, und an die Behörden entsprechende Weisungen ergehen lassen. Unsere Genossen sind auf dem Plan— wie wir mit Ge- nuglhuung feststellen.— Aus Paris wird unS unterm 20. d. M. geschrieben: Der Nationalrath der französischen Arbeilerpartei, zu dessen Mitgliedern Guesde, Lasarg ue, Ferroul u. s. w. ?ehoren. hat ein Manifest an die politischen und gewerkschast- ichen Organisationen der Partei erlassen, in welchem dieselben aufgesordert werden, schon jeyt mit den Borbereitungen aus den im Ceplemder stattfindenden Wahlkampf zu beginnen, tonds zu sammeln, AgliationSreisen zu veranstalten, christen über das Marseiller ländliche Arbeiterprogramm zu verbreiten u. s. f. Wenn de» Parteigenosse» von gegnerischer Seite, mögen es nun Radikale, Boulangisten oder Monarchisten sein, die Forderung der Versassungs- revision«ntgegengehalle» würde, so sollten sie, empstehlt ihnen der Natioualrath, diese Forderung unbedingt zu der ihrigen machen, denn mehr als alle anderen Parteien hätten die Sozialisten, welche die Revision der ganzen GeseUschaitZ« ordnnng anstrebten, das Recht und die Pflicht, ein solches Ver- langen zu stellen.— Genosse C u l i n e ist in R oubair zum dritten Male als sozialdemokratischer Kandidat für die Arrondiffements« rachswahl ausgestellt worden. Obwohl die Regierung seine Wahl bereits zweimal als ungesetzlich annullirt hat, steht seine Wiederwahl am S. März auster allem Zweifel.— Ter Metallarbeiter-Ausstand in Rive-de-Gier wird mit Beharrlichkeit sorigesetzl; zu bedeutenderen Ruhestörungen ist es bis jetzt nicht gekommen, trotzdem die Regierung die dortige Gegend militärisch besetzt hat. Es handelt sich bei dem Streik um die grundsätzliche Beantwortung der Frage: Hat die Gewerkschaft, welche doch fast durchgangig nur einen Theil der Arbeiter umfaßt, das Recht, im Namen aller Arveiter mit den Unternehmern zu verhandein? Die Hültenbesitzer verneinen diese Frage entschieden; die organisirlen Arbeiter bejahen sie. Eine Veruuttelung zwischen diesen beiden Standpunkten ist un- möglich; es wird stch zeigen, wer beim Kampfe der Schwächere ist und weichen muß; nur die Macht wird entscheiden. In ver- schiedenen größeren Städten Frankreichs haben Versammlungen zur moralischen und materiellen Unterstützung der streikenden Arbeiter staltgesunden, so u. a. letzthin in Marseille, wo der Ab- geordnete Antide Boyer und der Stadlrath T r e s s a u d als Referenten austraten. Interessant und«rwähnenswerth ist »och ein Zugestündniß deS Senators von Rive-de-Gier, de la Berge, über den Ursprung des Streik?; dieser Senator, der über die Sachlage genau uuterrichtel ist und bereits mehrere Artikel über de» Ausstand in kapitalistischen Blättern veröffentlicht hat, schreibt im„S'.öcle", dessen regelmäßiger Mitarbeiter er ist, der Streit sei besonders von einer Firma, die er nennt, gewünscht worden, und die Leiter dieser Firma hätten Haupt- sächlich dazu beigetragen, den Ausstand zu provoziren. ES handelt stch hierbei vermnthlich um die Beseillaung einiger schwächerer Konkurrenten, deren Ruin man durch dic Streilvrrluste herbeizuführen sucht.— Gladstone hat Eile. Er will die zweite Lesung der H o m e r u l e- B i l l am 13. März— also schon vor den Osterferien— beginnen lassen. Dadurch wird min- bestens ein Monat gewonnen, und den Konservativen die eit der Agitation beträchtlich abgekürzt. Die Taktik ladstone's ist also durchaus klug.— Was ist ein Partei- Organ? DaS ist eine Frage über die Herr Dr. M a x Hirsch, wie über so viele andere Tinge, sich nicht klar geworden ist. Aus seinen gestrigen Bemerkungen über einige Artikel des„Vorwärts' erhellt, daß er der Meinung lebt, ein Partei-Organ könne nichts bringen, was nicht von der offiziellen Vertretung der Partei mit ihrem Zunststempel versehen worden. Von anderen Parteien mag das ja richtig sein, allein dem Herrn Dr. Max Hirsch ist auch hier wieder einmal passirt, was das komische Mißgeschick fast aller Sozialistentödtei. ist, er schiebt der Eozialdemokratie die Eigenschaften der alten Parteien unter und führt Lusthiebe gegen daS eigene Spiegelbild. Die Sozialdemokratie hat keinen Nürnberger Trichter, sie kennt keine Schablone, sie hat die vollste Meinungsfreiheit und das unbeschränkte Recht der Kritik innerhalb des Kreises unseres Programms und unserer Weltanschauungen. Wir lassen jeden nach seiner Fa?on selig werden. Wir pflegen die Selbständigkeit des Denkens, weil in ihr daS Element höchster Stärke liegt— und Verschieden- heit der Auffassung ist uns nicht etwas Lästiges oder gar Verwerfliches, sonder» km Gegenthest ein ersrenkiche« Zeiche« schöpferischer Kraft. Der„Vorwärts' ist nicht Organ des Parteivorstandes, nicht Organ der sozialdemokratischen Fraktion oder sonst einer Körperschaft oder Gruppe— er ist Organ der Partei, und zwar der G e s a m m t p a r t« i, und soll nach Möglichkeit den Gesammtgeift der Partei zum Ausdruck bringen.„Offiziell' sind nur d i« Veröffent- lichnngen, die sich als solche kundgeben. Die Bekannt- machungen des Vorstandes, die Erklärungen der Fraktion— wie z. B. in Sachen des Marx'schen ProgrammdriefS— sind offiziell. Im übrigen findet, natürlich so weit der Raum es erlaubt, jede Einsendung Aufnahme, die nach Form und Inhalt den vernünftigen Anforderungen ent- spricht. Und die Redaktion hält sich nicht für berechtigt, von ihren eigenen abweichende Meinungen aus dem„Vor- wärts' zu verbannen, der ja ebenso wenig Eigenthum der „Redaktion" wie des Vorstands oder sonst einer Körper- schaft ist. Wenn Herr Hirsch unser Blatt regelmäßig liest, wird er in derselben Nummer nicht selten auf entgegen- gesetzte oder wenigstens nicht übereiitstlmmenbe Urtheile stoßen. Nichts ist leichter, als geistige Uniformität, platte, stramme Einerleiheit herstellen, nichts bequemer— aber auch nichts gefährlicher für eine Partei, namentlich eine demokratisch- revolutionäre wie die sozialdemokratische. WaS die von Herrn Dr. Max Hirsch in der gestrigen Reichstags-Sitzung an- gegriffenen Artikel des„Vorwärts' betrifft, so rühren sie von einem Parteigenossen her, der in den einschlägigen Fragen einer der Kundigsten und Berufensten ist, und dessen Namen auch über die Grenzen Deutschlands hinan? Geltung bat. Der Standpunkt, den dieser Genosse in den ein- schlägigen Fragen vertritt, ist im wesentlichen der unsrige. Was die Ausstellungen des Herrn Dr. Max Hirsch und anderer betrifft, so würden wir unseren Freund und Mit- arbeiter beleidigen, wenn wir in sein Recht der Antwort und der Abfertigung eingriffen.— Varlanrenkarisckzes. Die XL Kommission setzte in ihrer heuligen Sitzung den Wortlaut der£§ 2 und 8 des Gesetzes gegen den Benrath militärischer Geheimnisse in erster Lesung fest. Der§ 2 erhielt folgenden Wortlaut: Wer außer dem Fall» de?§ 1 vorsätzlich und rechtswidrig Gegenständ» oder Nachrichten der daselbst bezeichneten Art in den Besitz oder zur Kenntniß eineS anderen gelangen läßt, wird mit Gefängniß nicht unter drei Monaten oder mit Festungshaft von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Nebe» der Freiheitsstrafe kann aus Geldstrafe biS zu 8000 M erkannt werden. Der Versuch ist strafbar. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängniß- strafe oder Festungshaft bis zu 3 Monaten ein. 3 wurde nach dem Wortlaute der Vorlage angenommen. «selbe lautet:„Wer vorsätzlich den Besitz od« die Kenntniß von Gegenständen oder Nachrichten der in ß 1 de- zeichneten Art in der Absicht sich verschafft, davon zu«mer die Sicherheit des Deutschen Reichs gefährdenden Mittheilung an andere Gebrauch zu machen, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestrast, neben welchen auf Geldstrase bis zu 10000 M. erkannt werden kann.' Gegen diesen Paragraphen stimmte nur der Abgeordnete Molkeubuhr. In der PetittonSkommisflou wurden heute die Petitionen d« Frauenvereine zu Leipzig und Weimar, dt« Zulassung des weiblichen Ge- schlechts zum medizinischen und philosophischen Studium:c. betreffend, verhandelt. In der Debatte, an der sich die Abgg. Schröder, freis., B ü s i n g. nalionallibnal. Geyer und K u n e r t. soz., bctheiligten, kam unwidersprochen der Standpunkt zum Ausdruck, daß dem Andrängen der Frauen auf diesem Gebiet mehr Berücksichtigung als bisher zu schenken sei. Auch die Ansicht wurde von einigen Rednern kundgegeben, daß die früher gegen das Eingreifen des Reichs erhobenen Kompetenz- bedenken, die nie genügend snbstantiirt waren, im Schwinden de- griffen seien. Der Regierungskommissar. Geheimer Reg.-Rath Werner, brachte den Petitionen keine Sympathie eiitgegen und verwies daraus, daß es wüuschenswerlh wäre, wenn diese Frage, falls sie in Angriff genommen werden sollte, möglichst einheitlich, d. h. in Uebereinstimmung mit den Einzelreg,«ungen geregelt würde. Es wurden dem Reginungskominissar einige Erwiderungen daraus zu theil. Bei der Beralhung desselben Gegenstandes im Jahre lSSI entschied sich die Petitions- Kommission, die Petitionen dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen. Leider waren in der Plenarsitzung des Reichstags in jenem Jahre die Kompetenz- bedenken überwiegend und der Reichstag ging deshalb gegen«ine starke Minorität zur Tagesordnung über. Heute fleUle der Referent in der Kommisston, der freisinnige Abg Schröder. den Antrag, die betreffenden Petitionen obne Rucksicht aus den Initiativantrag Baum da ch'S für das Plenum, der nur zum Theil dasselbe wie die Petitionen fordert, dem Reichskanzler zur Berücksichtigung z» überweisen. Dieser Antrag fiel gegen die Stimmen der Freisinnigen. Sozialdemokraten und V o l k s p art et l er, worauf ein Antrag, die Petttionen dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, bei ahe einstimmig angenommen wurde. Die Angelegenheit wird jeden- falls das Plenum lebhaft beschäftigen. Pnvfetnacfividifen. Protestversammlungen gegen die Milttärvorkage wurden weiter abgehalten in N e u st a d t a. O.(Res.: Leven» Gera), Hadersleben lRef. S tr o m b e rg- Hamburg), Stadt Sulza(Ref.: L e u t e r l- Apolda). Aus M e e r a n e i. S. wird uns geschrieben: Wie wenig Sympathie für die neue Militärvorlage sogar in den Kreisen der Militärvereine herrscht, kann man deutlich aus folgendem er- sehen. D« hiesige reaktionäre städtische Verein, der sich nur mit städtischen und politischen Angelegenheiten beschäftigt, hielt am 18. Februar eine öffentliche Vereinsversammlung zu gunsten der neuen Militärvorlage ab. Als Referent war zuerst der Land- gevichtöralh Schneider aus Essen, dann aber der Gen«al- sokrelär Patzig aus Berlin genannt. Der Verein, der selber gegen 400 Mitglieder zählt, hatte noch die fünf hier besiehenden Mililärverelne öffentlich eingeladen, von denen die größeren 2S0 bezw. 130 Mitglied« zählen. Trotzdem waren in der Ver- sammlüng ganze 73 Mann anwesend. Ein Beweis dafür, wie wenig die Regierung sich aus die Militärvereine verlassen kann. ReichStagS-Kandidatur.'Für die am 7. März im Wahl- kreise A m b e r g-stattfindende Reichstags- Ersatzwahl ist der Genosse I. Siebenbürger als Kandidat ausgestellt worden. Gemeindewahlen. In Lehrte(Braunschweig) wurde in der dritten Klasse ein Sozialdemokrat in den Geineindetath gewählt. Aach in B r a u n l a g e a. H. siegte in derselben Klasse ein Genosse. Z,«i» Elfe»*, Nu Orga,»et«matMtet im Saarrevin, finde» wir folgende Mittheilung:„Bildstock. Unser Kamerad Warken ist am 20. d. Mts. aus der Unter« suchungshaft entlasse» worden und weilt nun wieder, zum größten Leidwesen unser«„Freund«', in unserer Mitte. Glück auf dazu!' Warken wurde bekanntlich im verein mit drei anderen Vorstandsmitgliedern des Rechtsschutzvereins mitten tm Streik und zur Zeit der höchsten Aufregung in den Kreisen der Kohlenarbeiter»«hastet. AIS Grund für diese Verhaftung wurde angeblich« Unterschlagung von Vereinsgeldern angegeben, und die Vet.reter der Interessen d« Gruben besitz«, die Herren Stumm, Psähl« und der HandelSmtnist« von Berlepsch, konnten stch vor Entrüstung nicht geuug thun üb« dies« „Treubruch an Kameraden'. Im Reichstag fand dies« billige Tugendmeieret d«eitS durch den Abgeordneten Au« dl« gebührend« Zurückweisung. Jetzt hat man Warken wieder aus freien Fuß setzen müssen, nachdem vor dessen Jnhastnahme die Untersuchung bereits zwei Jahre an« Hüngig war. Diese ganzen Vorgänge werfen ein recht bezeichnendes Licht auf die Art, wie die Arbeiter und ihr« ButrauenSmänn« im Eaarrevier dehandelt �werden. Dt« politischen Zustände Elsaß- Lothringens bildet«» daS Thema ein« Rede, die Genosse B u e b aus Mülhausen in einer Volksversammlung zu Ludwigshasen hielt. Nachdem er vorausgeschickt hatte, daß« die Galtfreundschaft eine? Nachbar- landes in Anspruch nehmen müsse, um üb« sein Vaterland zu sprechen, weil daS d« Sozialdemokratie in Elsaß-Lothringen ver- boten sei, schilderte« die Preß-, Vereins- und VersammlungS- Unfreiheit, unter der die Arbeit« der Reichslande seufzen und die in den französischen Gesetzen ihre Ursache hat, und wus dann die Bezichtigung deS Chauvinismus zurück, mit«elcher die deutsche Regierung daS Begehren nach Abschaffung der sran« zöstschen und Einführung der deutschen Gesetz« stets und ständig zu begründen sucht. Franzosensreundlich im Sinn« des Chauvi- niSmus sei das arbeitend« Boll Elsaß-LothringenS nicht, es sei international und verabscheue jeden Krieg, zumal«inen solchen zwischen Frankreich und Deutschland, weil dies« zuerst Elsaß- Lothringen treffen würde. Das«lsäsflsche Volk wolle ein Ver- bindungsglied zwischen den französischen und deutschen Proletariern, ad« kein Sturmnock sein. Die Volksversammlung nahm das Referat mit lebhaftem Beifall aus und faßte einstimmig folgende Resolution:„Die heutig« Versammlung hat die Ucberzeugung 8 eivonnen, daß die Zustand« ,n Elsaß-Lothringen eineS RechtS- autes unwürdige sind. Die Versammlung prolestirl mit all« Entschiedenheit gegen die Behandlung der Elfaß-Loihring« Be- völkerung in dem Preß-, Vereins- und Versammlungsgesetz« und spricht die l1eb«zeugung aus, daß die Eozialdemokratie. alS Feindin all« Ausnahmegesetz«, mit ihrem Siege auch der unt«« drückten Elsaß-Lotbringer Bevölkerung di««nogiUige Befreiung von der Diktatur oringen w»rd.' «» Parteifinanzen. L ü b«/- mal so viel Mitglieder ausgeschieden und eingetreten, als überhaupt vorhanden waren. Diese Dinge dürfen nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Ebenso müsse die wichtige Frage der ärztlichen Behandlung der Mitglieder hier wieder berührt werden. Das Prinzip der freien Aerztewahl gewinne immer mehr Anklang, eine tief gehende Bewegung im Lande habe dieses Prinzip für das beste erklärt. Dann klagt Redner über die Benachtheiligung der freien Hilfskassen, welche diese sortgesetzt den Zwaugskasse» gegenüber erfahren. obwohl Licht und Schatten für beide Kategorien gleich vertheilt sein sollen. In einer Berliner Ortskrankenkasse sei den gesetz- lichen Bestimmungen entgegen kein Reservefonds angesammelt worden, jetzt brauche die Kasse eine Anleihe, und der Magistrat beantragt ohne weiteres die Genehmigung dieser Anleih«. Was würde wohl geschehen sein, wenn eine freie Kasse keinen Reserve- fonds angesammelt und die Genehmigung einer Anleihe nach- gesucht hülle? Staatssekretär von Bötticher: Die von dem Borredner vermißten Angaben über die Distrikte der Orts-Krankenkassen sind«m Zentralblatt für daS Deutsche Reich bereits gegeben , vorden. Die Austritts- und Eintrittsziffern für die Gesetzgebung uutzbar zu machen scheint mir nicht möglich. Wir haben schon jetzt mit außerordentlichen Schwierigkeilen zu kämpfen, um die Verwalter und Rechnungsführer der Kaffen dahin zu bringen. daß sie willig und gern die erforderlichen statistischen Angaben machen. Ich kann daher den Vorredner nur bitten, mit seinen Anregungen in dieser Hinsicht recht sparsam zu sein. Wir haben bei der Verwaltung immer den Standpunkt „cui bona?" eingenommen. ehe wir eine neue statistische Aufnahme ins Werk setzten. Dasselbe gilt von der Nachforschung über die Zahl der Fälle, in denen die freie Arztwahl angenommen ist, wie auch von der Nutzbarmachung der Betriebsergebnisse der Krankenkassen für die Frage des Grades der Gesundheitsgefährlichkeit der einzelnen Betriebe. Die Notiz betreffend die Orts-Krankenkasse der Maurer ln Berlin kenne ich nicht näher; ich glaube, die Sache hängt so zusammen, daß die Kaffe ihren Verpflichtungen gegen die Mitglieder nicht nachge- kommen ist und zwar deswegen nicht, weil ein Theil der Unter- »ehmer die Beiträge nicht gezahlt hat.(Sehr richtig! links.) Wenn hier ein Darlehen bewilligt wird, so ist damit noch keine Subvention unter Umgehung des Gesetzes erfolgt. Gleiches Licht und gleichen Schatten will ich auch heute noch für beide Arten von Kaffen, freie und Zwangskassen. Abg. Schräder(dfr.): Die Aufsichtsbehörde wird zu prüfen haben, ob der Magistrat in Berlin, der hier in Betracht kommt, dem Gesetze gemäß gehandelt hat. Herr von Bötticher ist da- gegen, daß zu große Anforderungen an die Geschäfts- und Rech- »ungsführer der Krankenkassen gestellt werden bezüglich statisti- scher Zusammenstellungen. Ganz einverstanden! Aber wir brauchen dieses nothwendigste Material sehr nöthig, und die Leiftungs- fähigkeit der Persönlichkeiten ist doch im allgemeinen nicht zu unterschätzen. Man verfährt bei uns darin immer noch viel zu ängstlich. In England stehen aus dem Arbeiterstande hervor- gegangene Leute an der Spitze des babour Departement. Das Verfahren, solche dem Arbeiterstande angehörige Personen in autoritative Stellungen zu bringen, trägt unbedingt am meisten dazu bei, das Vertrauen der Arbeiter zu der staatlichen Gesetz- gebung und ihren Organen zu erzeugen und zu fördern. Ich bitte daher im Punkte der Stastitik nicht nachzulassen und auch unsere Kommisston für Arbeilerstatistik immer mehr sich auswachsen zu lassen zu der ihr gebührenden Bedeutung für die Ermittelung der deutschen Arbeiter- und Arbeitsverhältnisse. Abg. Buhl(natl.) warnt vor Ueberlastung der ehrenamt- lichen Organe mit derartigen Arbeiten; man müsse sich viel- mehr auf diesem Gebiete der weitgehendsten Beschränkung befleißigen. Abg. Möller(natl.) schließt sich diesem Wunsch namentlich auch in Ansehung der Kommission für Arbeiterstatislik an. Die Wünsche des Herrn Hirsch, und namentlich des Herrn Schräder, setzten eine so vollständige, konzentrirte ge- werkschaktliche Organisation voraus, wie sie zwar England, aber nicht Deutschland besitzt. Abg. Dr. Hirsch: Bei den Verwaltungsstellen mag ja eine Ueberlastung vorhanden sein, bei den Arbeitern ist das nicht der Fall. Gewiß ist ein großer Theil des statistischen Apparates überflüssig, das gilt aber nur von den oberen Behörden, mit ihrem vielen überflüssigen Schreibwerk. Herr Schräder will keine neue oberste Behörde für die Arbeiterverhältnisse haben; es würde gar keiner großen Anstrengungen bedürfen, um aus der Kom- Mission für Arbeiterstatistit ein reichsstatistisches Arbeitsamt als Abtheilung des statistischen Amtes zu machen. Den von mir vorgelragenen Wünschen wird hoffentlich der Staatssekretär Rechnung tragen. Wir haben es mit der Kranken-„ V e r s i ch e« r u n g" zu thun und diese setzt doch eine gewisse Stetigkeit vor- aus. Ein Arbeiter, der blos aus Wochen oder Monate gegen Krankheit versichert ist, fft kein versicherter Mann. Wenn die Austritte und Eintritte die Zahl des Bestandes der Mitglieder einer Kasse überragen, so ist das ein Zeichen dafür, daß das ganze System der Krankenkassen krankt. Arbeitslose Perioden von Monaten, von Bierteljahren kann man nicht mit dem Hinweis darauf abthun, daß ja die freiwillige Weiterversicherung gegeben ist; diese steht lediglich aus dem Papiere, die Möglichkeit der Ausführung ist nicht vorhanden. WaS die freie Arztwahl an betrifft, so darf doch nicht außer Acht gelassen werden, daß es auch eine innere Entwickeluna der Kaffen giebt und daß es für diese von höchster Wichtigkeit sein kann zu erfahren, welche Fort- schritte oder Rückschritte das Prinzip der freien Arztwahl in Deutschland gemacht hat. Das Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel„Normal-AichungSkommisston" bringt Älbg. Goldschmidt(dfr.) eine Eingabe zur Sprache, welche die Ausdehnung des Aichzwangs auf Bierfässer betrifft. Die Petition des Brauerbundes an den Reichskanzler schildert die Uebelstände des gegenwärtigen Zustandes, wonach geaichte Fässer nicht vorgeschrieben sind. Dieser Mangel verursacht Streitigkeiten zwischen Brauern und Wirthen und üble Konkurrenzmanöver der Brauereien unter einander. Der Aichzwang bestehe in Oesterreich seit langem zur Zw friedenheit aller Betheiligten. Wenn die Brauer sich an die Reichsregierung wenden, verweist diese sie an die Einzelstaaten, diese dann an die Orlsbehörde und diese wieder an das Reich zurück. Ich bitte die Regierung um Berücksichtigung dieses Wunsches der Brauer und um entsprechende Aenderung des s 12 der Maß- und Gewichtsordnung. Staatssekretär von Bötticher: Der Reichstag hat seiner Zeit den bezüglichen Vorschlag der Regierung mit großer Mehrheit verworfen. Wir haben auS Anlaß der Petitton die Sachlage von neuem geprüft und auch die Rormal- Aichungs- kommission wird damit befaßt werden. Schwierigkeiten stehen dieser Einführung des Aichzwanges nicht entgegen. Die Frage ist also in Fluß, eine Entscheidung aber noch nicht getroffen. Das Kapitel wird bewilligt. Es folgt Kapitel 13„Reichs- Gesundheitsamt" 203 770 M. Auf eine Anfrage des Abg. L i n g« n S(Z.) betreffs der Massenbeerdigungcn aus Anlaß der Cholera in Hamburg stellt Staatssekretär von Bötticher ausführliche Auskunft in Aussicht. Abg. Rösicke(wild) erkundigt sich nach dem Stande der Frage des Verbots der Surrogate zur Bierbcreitung. Die Frage ist feit 1872 in Deutschland akut, seit nämlich das Reich auch von dem Verbrauch der Biersurrogate seinen Tribut zieht. Das Verbrauchsquanttim ist sehr gering, aber den Brauern traut man seitdem nicht mehr so recht; man schob ihnen zu, den Hopfen durch Herbstzeitlose, durch Krähenaugen, ja selbst Weidenrinde, Wermuthkraut, Aloe, Belladonna, Quassia u. s. w. zu ersetzen. AlleS das sind Dinge, die die meisten Brauer nicht einmal dem Namen nach kennen. I» dieser Richtung that sich besonders Herr Auer 1886 hervor. Inzwischen hat man wohl eingesehen, daß es mit diesen Surrogaten nicht so schlimm ist. Während aber früher die Regierung erklärte, daß Verbot könne nur ausgeführt werden mit einer Veränderung des Steuergesetzes selbst, hat jetzt Herr v. Maltzahn gesagt, wir wollen zwar die Steuer erhöhen, aber nicht tiefer in die Produktionsverhältnisse eingreifen. Die Frage ist um so mehr akut, als durch daS Reichsgericht Brauer wiederholt wegen Verbrauchs von Surrogaten bestraft worden sind, obwohl sie für diesen Surrogatenverbrauch besteuert werden. So gut wie Bayern ohne Surrogate auskommen kann, kann eS das norddemfche Brauereigewerbe auf. Es hat zwar in den letzten Jahren in der Brousteuergemeinschaft eine gewisse Zu- nähme stattgefunden, aber der Verbrauch im Ganzen ist sehr mäßig. 175 000 Zentner Surrogate im Jahre 1891/92 oder IV« pCt. des MalzverbrauchS; und in der Hauptsache figuriren unter den Surrogaten Zucker und Reis. Neuerdings legt man sich darauf, Surrogate ausfindig zu machen, welche der Be- steuernng nicht unterliegen; so wird das Saccharin jetzt in allen Tonarten angepriesen, und mancher Brauer kommt dadurch in Versuchung und Gefahr. Helfen können hier nur klare, un- zweifelhafte Vorschriften. Schatzselretär v. Maltzahn:_ Fast sämmtliche Stoffe, die Herr Rösicke aufführte, sind nicht Malz-, sondern Hopfensurrogate. Von solchen spricht das Gesetz von 1872 überhaupt nicht. Nur daS Malz, nicht der Hopfen ist besteuert. Die Verwendung von Surrogaten ist in Norddeutschland ganz verschwindend. Das Verbot der Surrogate ist aus dem Grunde, den Herr Rösicke schon angeführt hat, nicht in der Brausteuervorlage ausgenommen worden. Abg. Metzcr-Berlin(dfr.): Derjenige, welcher das Beste genießt, soll demjenigen, der sich das Beste nicht gönnen kann. wenigstens das Gute gönnen und ihn nicht auf das Schlechteste verweisen. Warum soll der, der reinen Wein und reines Bier nicht bezahlen kann, rettungslos verurtheilt sein, Schnaps zu trinken? Ich spreche in keiner Weise pro domo, ich fühle aber als Abgeordneter die Verpflichtung, mich gewisser Interessen an- zunehmen, die hier im Hause keine Vertretung finden, aber eine solche verdienen. Ein Verbotsgesetz würde für eine Anzahl von Brauereien, welche bisher ihren Erwerb ehrlich gemacht haben. ein Todesstoß fein. Ich bin vollständig mit dem Verbot der- jenigen Surrogat« einverstanden, welche einen gesundheitsgefähr- lichen Charakter haben. Die anderen unschädlichen werden schon mit Unrecht Surrogate genannt; es sind Rohstoffe, welche einer besonderen Bearbettung unterworfen werden. Gewisse nord- deutsche Brauereien stellen ein obergähriges Bier her, welches stark exportirt wird und dem unterjährigen Bier gar keine Konkurrenz macht. Zu diesem muß Zucker verwendet werden, nicht Kartoffel- nicht Stärkezucker, sondern der Regel nach Rohrzucker. Zucker aber kann doch unmöglich als der Gesundheit nachtheilig dargestellt werden. Ein Verbot der Surrogate müßte um der Gerechtigkeit willen für die obergährigen Brauereien die Verwendung von Zucker nach wie vor zulassen. Es ist aber nur das Minimum dessen, was ich verlange. Ich ziehe reines Bier vor und fürchte sogar, daß meine Anhänglichkeit für dasselbe den zulässigen Grad überstiegen hat.(Heiterkeit.) Das reine Malzbier ist aber theuer. Bier ist kein logische«, sondern ein historischer Begriff(Heiterkeit). Nicht von allem Anfang an hat das Dogma gegolten, daß das Bier aus Malz und Hopfen gebraut werden soll; wohl aber hat sich herausgestellt, daß auf diesem Wege das beste Bier hergestellt werden kann. Die Technik wird aber fortschreiten, wie die absolute Vervollkommnungsfähigkeit der Menschen und der Brauer zu meinen Glaubenssätzen gehört.(Heilerkeit.) Man muß des- halb vermeiden, die Technik festzulegen. Das Verbot von Hopsen- surrogaten ist mir recht, aber warum die Verwendung von Reis und Zucker verbieten? Was Herr Rösicke als das Mindeste fordert, will ich als das Höchste zugestehen.(Beifall links). Abg. Goldschmidt: Herr Rösicke hat schon angedeutet, daß es nicht in seiner Absicht liegt, die Surrogate für die ober- gärigen Exportbrauereien zu verbieten. Ich halte die Vorlage wegen der Brausteuer für gescheitert und lege also kein großes Gewicht daraus, ob das Verbot der Surrogate darin steht oder nicht. Vor einigen Jahren hat der Herr Schatzsekretär aber noch mitgetheilt, daß man in Preußen und im Reiche mit Erwägungen über den Erlaß des Verbots beschäftigt sei, und Aehnliches hatte schon 1881 Herr v. Scholz erklärt. Was ein Verbot der Malz- surrogat« überhaupt mit der Steuererhöhung zu thun hat, ist mir unfaßbar. Die großen Brauereien haben kein Interesse am Ver- bot, vielmehr die mittleren und kleinen Brauereien. Weil einmal die Surrogate in Norddeulschland quasi erlaubt, in Süddeutsch- land verboten sind, hat sich ein Mißtrauen gegen die nord- deutschen Brauereien herausgebildet. Es ist doch ein unhaltbarer Zustand, daß die Surrogate versteuert werden und gleichwohl der Staatsanwalt auf grund des Nahrungsmittel- Gesetzes An« klage erheben kann. Die Regierung sollte doch endlich ihr alteS Versprechen einlösen. Staatssekretär von Maltzahn: Die verbündeten Regie« rungen haben kein Versprechen gemacht und können jetzt av.ch nicht des Wortbruchs beschuldigt werden. Die Anträge der Regierung sind abgelehnt worden. Es ist auch keineswegs das Interesse aller Brauereien, die Surrogate verboten zu wissen. Namentlich haben sich Bremer Brauereien obergärigen Export- bieres an uns in diesem Sinne gewendet. In der Kommisston für das Brausteuergesetz wird sich die Sache weiter erörtern lassen. Abg. Möller: Für die Mehrzahl der Brauereien besteht der Wunsch nach dem Verbot der Surrogate und zwar berechttgter Weise. Die Kleinbrauereien obergäriger Biere sollten in der Steuer ermäßigt werden. Staatssekretär von Maltzahn stellt fest, daß dem letzteren Gedanken in der dem Reichstag gemachten Borlage auch Ausdruck gegeben ist. Abg. Röficke ist verwundert über die rührende Fürsorge de? Abg. Meyer für den Gebrauch von Surrogaten. Herr Meyer fei der Urheber des geflügelten Wortes:„Das Bier, das nicht getrunken wird, hat seinen Beruf verfehlt!" Wenn er durch Gesetz verurtheilt würde, Zeit seines Levens Surrogatbier zu trinken, würde er wohl anders über seine Anregung denken. Jedenfalls dürfe nur dasjenige Bier heißen, welches aus Malz und Hopfen erzeugt ist. Die deutschen Brauer würden also auch zufrieden sein, wenn alles das, was aus Surrogaten hergestellt »st, den Namen Bier nicht mehr führen dürfte. Abg. Fürst Hatzfeldt(Rp.) ist auch gegen ein Verbot der Surrogate, nur müsse man nach dem Vorgange bei der Kunst- butler auch dazu übergehen, die mit Hilfe von Surrogaten her- gestellten Biere mit besonderen Unterscheidungsnamen zu ver» sehen. Staatssekretär v. Bötticher: Ich nehme an, daß daS Be- dürfniß des Hauses, Bierreden zu hören(Heiterkeit) erschöpft ist, und kann dazu übergehen, die Frage des Abg. Lingens zu be- antworten. Es hat sich herausgestellt, daß der Cholerabazillus bei den Cholcraleichen in den Massengrabstätten sich nicht lange hält und eine Ansteckungsgefahr hieraus also sich nicht ergiebt. Was den Milzbrand betrifft, so erhält sich da der krankyeits- erzeugende Keim zwar länger, aber es sind in dieser Beziehung vollständig genügend vorbeugende Maßregeln durch den Bundes- rath vorgeschrieben worden. Abg. Lingens(Z.): Ich freue mich zwar dieser Auskunft, bedauere aber um so mehr, daß Hamburg die Erlaubniß zur Feuerbestattung gegeben hat, ein Vorgang, der auf ein christ- ttches Gemüth nur verletzend wirken kann.(Widerspruch links.) Abg. Gottschmidt: Ich bin persönlich kein Freund der Feuerbestattung, sondern würde vorziehen, dereinst in kühler Erde zu ruhen. Die Frage ist aber eine sanitäre und hat mit Christenthum und christlichem Gefühl nichts zu thun. Die großen Städte hätten schon längst Krematorien bewilligt erhalten sollen, zumal es nur noch eine Frage der Zeit ist, daß sie die bisherigen Kirchshofseinrichtungen aufgeben müssen. Ich bitte die Regierung sich bei dieser Frage von nicht in der Sache liegenden Neben- rücksichten nicht leiten zu lassen. Staatssekretär von Bötticher: Die Errichtung oder Ge- stattung von Krematorien ist nicht Reichssache; das Reich be- gräbt niemand, noch weniger aber verbrennt es ihn.(Heiterkeit.) Abg. Schröder(dfr.): In großen Städten wie Berlin muß zu den Kirchhöfen schon jetzt beinahe eine Reise angetreten werden, und es wird die ärinere Bevölkerung durch Beerdigungs- kosten in einer Weise belastet, die geradezu den kirchlichen Jnter- essen widerspricht. Eine Reihe von Kirchenkassen ist ausschließlich in ihrer Existenz auf Beerdigungsgebühren von einer Höhe an- gewiesen, die sich mit den christlichen Interessen nicht mehr ver- trägt. In manchen Gemeinden ist die Sache bis zum öffent- lichen Skandal gediehen. Diese thatsächlichen Verhältnisse haben namentlich das Bedürfniß nach der Feuerbestattung hervor» gerufen. Das christliche Gefühl kann in dieser Beziehung sehr wohl gewahrt werden. Ich selbst habe einer solchen Zeremonie in Gotha beigewohnt und bezeuge, daß von der Feier dort ein ebenso würdiger und erhebender Eindruck als von den Beerdigungs- seiern zurückbleibt. Man soll diese Frage nicht mit kirchlichen und religiösen Rücksichten verquicken, es handelt sich um die Ent- wickelung einer Sitte, die von dem historifchen Gebrauch der Väter abweicht, aber durch bestimmte hervorgetretene Bedürfnisse unadweislich geworden ist. Der Präsident ermahnt die Redner, die Frage der Feuer- bestattung nicht weiter zu verfolgen, da es sich dabei nicht um eine Reichssache handle. Abg. Baumbach(dfr.): Ich kann dieser Mahnung nicht folgen. Nach Artikel 4 Ziffer 15 der Reichsverfassung ist das Retch zuständig für Maßregeln der Medizinal- und Veterinär- polizei. Die Seuche in Haniburg hat die Maßregel des Senats durchaus nothwendig gemacht. Ich bin kein Freund der kühlen Erde, sondern würde die Verbrennung durchaus vorziehen und entsprechende Anordnungen treffen. Das religiöse Moment stellt Herr Lingens in den Vordergrund. Die Katholiken glauben, daß sie in diesem Leibe wieder auserstehen. In Danzig sind bei einem großen Brandunglück mehrere Feuerleute verunglückt, ihre Ueber- reste sind noch jetzt nicht gefunden. Kann dieser Umstand irgendwie darauf von Einfluß sein, daß die Auferstehung dieser armen verunglückten Leute dadurch betroffen wird?(Zustimmung.) Es wird uns ja demnächst das Reichsseuchengesetz zugehen; ich muß dem Abg. Lingens den Schmerz bereiten, bei dieser Gelegenheit einen Antrag aus Einführung der Fakultativen Feuerbestattung einzubringen und hoste bestimmt auf seine Annahme. Die Art. wie auf den Kirchhöfen die Gebeine der Verstorbenen umherliegen, wie die Schädel hier und da aus- gehäuft, aus Etageren zusammengestellt werden, ist auch alles andere als erhebend. Abg. Frohme(Soz.): Es steht keineswegs wissenschaftlich fest, daß die Beerdigung der Leichen keine Gefahren für die Gesellschaft habe. Es giebt hervorragende Stimmen in der Wissen- schaft— und wir haben uns in Hamburg unter dem Eindruck der Choleraseuche eingehend damit beschäftigt— welche das genaue Gegentheil behaupten. Beispielsweise hat aus einem hygienischen Kongreß in London Henry Thomson die Erklärung abgegeben, die einzige Methode infektiöse Leichen wirk- lich unschädlich zu machen sei die Leichenverbrennung. Die Bakteriologen haben sich schon lange dafür aus- gesprochen, um der Verbreitung der Cholera zu steuern. Man sollte sich hüten, diese bedeutsame Frage unter Berufung auf die Religion abzuthun. Herr Lingens würde vielleicht anders reden, wenn er die schrecklichen Massen- beerdigungen von an der Cholera oder ähnlichen Krankheiten Gestorbenen zu beobachten Gelegenheit gehabt hätte. Ob es dem christlichen Geist und dem Humanitätsgesühl mehr eiitspricht, die menschlichen Leichen so schnell wie möglich einzuscharren oder sie zu verbrennen, darüber dürfte die Entscheidung nicht schwer sein. Diese Frage gehört gewiß zur Kom- petenz des Reichs- Gesundheitsamts. den» dies hat die Ausgabe, der öffentlichen Gesundheitspflege zu dienen. Die fakultative Feuerbestattung sollte durch Gesetz anerkannt werden. Wie wenig diefe Frage mit dem chriftlichen Gefühl zu ,,, Borwärts" gewefen. Diese werben in ihrer Traurigkeit durch getrieben wird, für den fie aber moralisch und rechtlich verant thun hat, beweift, daß die Feuerbestattung erst von Karl dem Sie Hamburger Wohnungsverhältniffe weit übertroffen. Das wortlich sein dürften. Großen als mit der chriftlichen Lehre in Widerspruch stehend grauenhafte Ümfichgreifen der Seuche ist in Hamburg mit durch war, gegen verboten worden ist. Wenn man in tonservativen und ultra- die jammervolle Wasserversorgung verschuldet worden. Das Die Cholera in Europa. Fm Saalfreise ift die Seuche montanen Blättern Bemerkungen findet wie die, daß die ganze Hamburger Trinkwasser war als gesundheitsschädlich den Be als erloschen anzusehen. In Hamburg ist seit dem 21. v. M. Forderung der Leichenverbrennung ein Ausfluß modern- jüdischen hörden schon seit Jahrzehnten bekannt; aber alles Hinarbeiten auf nur noch eine einzige Erfranfung an Cholera vorgekommen; Wesens und Strebens sei, dann muß man allerdings daran ver- eine Aenderung hat nichts genügt. Die Seuche mußte also einen während in Altona die Zahl der Erkrankungen in der Woche vom zweifeln, mit den Vertretern einer derartigen Geistesrichtung zu ungeheuren Umfang annehmen. Auf die Gefährlichkeit des Glbwaffers 22. bis 28. v. M. fieben mit fünf Todesfällen, in derjenigen verhandeln. In absehbarer Zeit wird man wohl oder übel zur wurde erst sehr spät durch öffentliche Anschläge hingewiesen. In dem vom 29. v. M. bis zum 4. 6. M. fünfzehn mit neun in der nächsten Woche elf mit vier Leichenverbrennung übergehen müffen, weil in der Nähe der Elbwaffer, wie wir es in Hamburg zu trinten befommen, würde Todesfällen großen Städte kaum mehr der Platz für die Beerdigung der mancher von Ihnen Bedenken tragen, sich zu waschen. In den Todesfällen betrug. In Galizien sind seit dem 30. v. M. keine Leichen gefunden werden kann. Wie viele schöne und gesunde Reservoiren schlagen sich nicht blos Schmus und Staub, sondern Cholerafälle mehr zur amtlichen Renntniß gelangt. In Budapest Wohnungen könnten da nicht errichtet werden für die Masse auch zahlreiche Thier- und Pflanzenleichen, Hale, Krabben, Neun- betrug die Zahl der Erkrankungen vom 22. bis 28. v. W. fechzehn des Bolts, welches jetzt unter der Wohnungsnoth leidet. augen u. f. 1. nieder; der Hauswirth ist nicht verpflichtet, diese mit elf Todesfällen, in der nächsten Woche vierzehn mit neun Man tröste fich ja nicht mit dem Gedanken, daß wir die Cholera Wafferkasten reinigen in lassen, ja es besteht sogar vielfach ein Sterbefällen. Ueber den Stand der Cholera in Rußland liegen nicht wieder herbekommen werden, es fann noch viel schlimmer fontrattliches Verbot der Reinigungen, weil bem Hauswirth feine näheren Nachrichten vor, dagegen wird das Auftreten der Tommen. Wir find fie in Hamburg und Altona den ganzen durch die Benuzung der Kasten Roften erwachsen tönnten. Die Seuche aus Marseille gemeldet. Jm preußischen KultusWinter nicht losgeworden und wir blicken mit einigem Bangen Behörde hat auch nach dem Ausbruch der Cholera die ministerium ist am 10. d. M. unter dem Vorsitz des Ministerialin die Zukunft. Was hat denn das Reichs- Gesundheitsamt in Hauswirthe nicht zur Reinigung aufgefordert. Erst als direktors Bartscheim Konferenz zur Berathung von Maßnahmen diefer Richtung bis jest gethan? Außer einigen bakteriologischen Professor Koch zum zweiten Male in Hamburg die Cholera zusammengetreten, an der Kommissare aus Untersuchungen nichts! Ich mache den Mitgliedern dieses Amtes wurde diese Reinigung angeordnet. Zunächst fügte sich die den Ministerien für Handel, Landwirthschaft, öffentliche Arbeiten teinen Vorwurf, aber ich behaupte, daß dieses Amt eine ganz Mehrzahl der Grundeigenthümer diefer kategorischen Bestim und Medizinalangelegenheiten, der Oberpräsident v. Goßler und andere Organisation befommen muß, wenn es den immer mung; bei der Aufforderung zur Wiederholung murrte man be der Regierungsrath Delbrück aus Danzig theilgenommen haben. Dringender werdenden Aufgaben der öffentlichen Hygiene gerecht reits, und jetzt hat der Senat diese Verpflichtung wieder auf Die Verhandlungen beziehen sich auf eine in Dresden abzuhaltende werden soll. Es muß ihm die Machtvollkommenheit beigelegt werden, gehoben( hört! hört!) Infolge Unterbrechung durch den Brä internationale Konferenz behufs Berathung der gegen die Cholera gegen gesundheitswidrige Einrichtungen mit Erfolg vorzugehen. fidenten verzichtet der Redner an dieser Stelle auf weitere Aus- mit Rücksicht auf den Verkehr zu ergreifenden Maßregeln. Eine sehr dankbare Aufgabe für das Reichs- Geſundheitsamt wäre laffungen, wird aber beim Reichs- Seuchengefeh darauf zurück Die Verwerthung des Fleisches Franker Thiere hat in die Untersuchung, welche ungünstigen Einflüffe die schlechte Bolts tommen. ernährung, die schlechten Wohnungsverhältniffe in Rücksicht auf Auf eine Anfrage des Abg. Buhl erklärt Staatssekretär ber lezten Zeit infolge der Bemühungen des Magistrates in die Cholera ausüben. Vom Desinfiziren wollen manche wiffen von Malyahn, daß über die Frage, ob die zum Verschnitt Berlin Fortschritte gemacht, und sie hat, nach dem gegenwärtigen schaftlichen Männer überhaupt nichts wiffen, und bei uns in italienischer Weine vorgeführten deutschen Weine auch nach dem Wein- Stande dieser Angelegenheit, alle Aussicht, in bälde noch weitere Hamburg sind, das kann ich mit gutem Gewissen ans Erfahrung gefeß unter den Begriff Wein zu fallen haben, eine endgiltige Fortschritte zu machen. Als die Sache vor einigen Jahren behaupten, eine ganze Anzahl von Personen durch die unerhörten Entscheidung noch nicht ergangen fei. Es bestehe die Absicht, begann, beschränkte man sich nur auf die Verwerthung des Desinfektionsmittel der Krankheit nahe gebracht worden. In dem zu gelegener Beit diese Frage in dem Sinne zu entscheiden, das Fleisches finnenfranker Rinder und Schweine. Es ist bis jezt unter Beterinär- Aufsicht zu Speiseschmals verarbeitet oder gefocht und neuen Reichsfeuchen Gesetz ist die Frage der Wohnungs- der Begriff Wein nach dem Weinverkehr- Gefeß maßgebend ist. Hygiene mit feiner Silbe erwähnt. In Hamburg haben Vertreter Aug. Buhl( natl.) ist von dieser Auskunft nur theilweise als getochtes Fleisch fammt der Brühe für Rechnung der Eigen. meiner Partei unter dem Eindruck der Seuche auf eigene Fauft befriedigt, die Sache sei sehr dringlich und erfordere schleunigste thümer verkauft worden. Wir haben wiederholt Mittheilungen Darüber gebracht, in welchem Umfange das geschehen ist, und und mit dankenswerther Unterstüßung der Behörden eine Woh- Erledigung. nungsenquete veranstaltet, die geradezu grauenhafte Mißstände Staatssekretär von Malhahn bleibt bei seinen vorigen Aus- mit welchem Ungestüm besonders in den wirthschaftlich ungünstigen Monaten dieses minderwerthige, aber billigere Fleisch von der zu Tage ge ördert hat. Bon Seiten der Altonaer Behörden führungen stehen. haben wir leider eine solche Unterstützung nicht gefunden, sondern ärmeren Bevölkerung an der Verkaufsstelle verlangt worden ist. um jedoch den Schaden, welchen die Eigenthümer bezw. die das Gegentheil. Vielleicht tritt das Reichs Gesundheitsamt der Vieh- Versicherungsfaffen durch eine Konfistation franker Thiere Wohnungsfrage näher. Ich weiß sehr wohl, daß für das ganze vertrages. Neich eine Bauordnung schwerlich erlassen werden tann; man fann aber wenigstens bestimmte allgemein gil tige und bleibende Grundsäge in hygienischer Beziehung geben. Ohne ein solches Gesetz ist auf dem Gebiete der Wohnungsfrage feine Abhilfe zu erwarten. Die großen Hausbesitzer, welche in der Vermiethung schlechter Wohnungen eine Rentenquelle sehen, haben gar kein Juteresse, auf diesem Gebiete irgend welche nennenswerthen Reformen eintreten zu lassen. Alle Mahnungen aus den Kreisen der Wissenschaft haben nichts genugt, auch nicht bei den Behörden. Es wäre uns sehr erwünscht von der Regierung hierüber etwas zu erfahren. Man hat die Verdienste des Professors Koch im Reichstage zu würdigen gewußt, diejenigen aber, welche den Arbeitern eine bessere Lebenshaltung erringen, ihnen ein menschenwürdigeres Dasein sichern wollen, werden als Ausheher, Störer der öffentlichen Ordnung gebrandmarkt. lange Sie den Arbeitern nicht eine bessere Lage verschaffen, werden Sie vergeblich gegen die Seuchen lämpfen. Welch' ein Wider spruch: Die Wissenschaft verlangt beffere Wohnungen, eine beffere Ernährung für die Maffen und Sie bekämpfen uns, die wir dafür eintreten! Befiegen Sie das Elend mit uns, das ist die ficherste Gewähr gegen die Seuchengejahr.( Lebhafter Beifall bei Den Sozialdemokraten.) W So Abg. Endemann( natl.): Der Kommabazillus fragt nach der Kompetenz des Reiches oder der Einzelstaaten nicht. Das Reichs Gesundheitsamt hat schon recht viel geleistet und seine Maßregeln in der Choleraperiode sind nicht so ganz von der Hand zu weisen. Namentlich sind die Stationen an den deutschen Flüssen nicht ohne Erfolg gewefen. Sie glauben nicht an bie Desinfektion, ich erkläre, daß wir ohne sie überhaupt keiner Seuche Herr werden würden. Fest steht, daß die hohe Temperatur den Bazillus am schnellsten tödtet und darum wünsche ich eine fatultative oder noch lieber eine obligatorische Leichenverbrennung bei Seuchen. In dem neuen Gesez ist ja, wie Herr Frohme noch nicht gelesen zu haben scheint, ein Reichs- Gesundheitsrath vorgesehen, der nur besser ausgestaltet zu werden braucht. Abg. Vingens: Nur die sanitäre Seite fönnte der Frage der Feuerbestattung einige Berechtigung geben, aber in dieser Be ziebung ist uns nichts nachgewiesen. In Berlin soll die Feuerbestattung 300 Thaler tosten( Widerspruch links). Von einer Berbilligung der Beerdigung kann also keine Rede sein. In Preußen ist ja die Sache entschieben, indem die Minifter auf Petitionen ablehnend geantwortet haben. Es wird sich fragen, ob der von Herrn Baumbach angekündigte Antrag durchkommt. Um 54 Uhr wird die Fortsetzung auf Donnerstag 1 Uhr vertagt. Vorher dritte Lesung des egyptischen HandelsTokales. A18 Illustration zum Klebegesek brachten wir in der Nr. 27 vom 1. Februar einen Artikel, in welchem der Fall des Lohgerbers Dellrich besprochen war, der, nachdem er von dem Vertrauensarzt der Alters- und Juvaliditäts- Versicherungsanstalt, Sanitätsrath Dr. Becher, untersucht war, unter abschriftlicher Mittheilung folgenden Gutachtens: erleiden, noch weiter zu mindern, hat sich das Kuratorium des städtischen Zentral- Biehhofes seit langem bemüht, die Frage einer besseren Verwerthung auch der tuberkulösen Radaver in Fluß zu bringen. Der letzte Berwaltungsbericht des Magistrats über den Bentral- Biebhof sowie über die städtische Fleischschau äußert sich über diesen Bunft mit liebevoller Breite. Unter" besserer" Verwerthung versteht das Kuratorium natürlich wieder die Verwendung dieser tuberkulösen Kadaver zur menschlichen Nahrung. Gin diesbezüglicher Antrag des Kuratoriums harrt noch der Entscheidung der Deputation für das Medizinalwesen bezw. des Ministeriums. Mit bezug auf einige andere Krank heiten ist das von dem Kuratorium erstrebte Ziel bereits erreicht Der Lohgerber Dell rich ist noch im Besis so vieler worden. Polizeipräsidium und Magiftrat haben durch gemeinKraft, daß er noch Düten fleben und im Jahr bei diefer schaftlichen Beschluß genehmigt, daß das Fleisch der wegen Arbeit 181,05 m. verdienen kann. Mithin muß sein Ge- multipler Blutaustretungen zurückgewiesenen Schweine, ſowie such um Invaliden- Unterstügung abgewiesen werden. das Fleisch von Schweinen, die wegen Raltconcrementen, MiescherDie Wochenschrift Medizinische Reform", die in dankens fchen Schläuchen oder wegen Nesselausschlag zurückgewiefen werther Weise, ebenso wie wir es bereits öfter gethan, es tadelte, wurden, unter denselben Bedingungen in dem Becker- Ullman'schen daß Aerzte ihr Gutachten nicht blos auf die Arbeitsunfähig Apparat gefocht werden darf, welche für das Kochen und den feit, sondern auch auf die Erwerbs unfähigkeit ausdehnten, Verkauf des schwachsinnigen Fleisches vorgeschrieben sind. Auf brachte den Artikel des Vorwärts" zum Abdruck. Hierauf diese Weise konnten im Etatsjahr 1891/92 verkauft werden: wandte sich der Sanitätsrath Dr. Becher mit einer Berichtigung 236 Rinder mit Finnen, 235 Schweine mit Finnen, 32 Schweine nicht an die Quelle des Artikels, den Vorwärts", sondern an mit Kalfconcrementen, 508 Schweine mit multiplen Blutausdie Medizinische Reform". Diese Berichtigung hat folgenden tretungen. Das gekochte Fleisch fand stets willige Abnehmer", sest Wortlaut: der Magistratsbericht hinzu. Daß das Kuratorium Aussicht hat, mit Wahr an dem Artikel ist nur die Thatsache, daß ich seinen dem Interesse der Unternehmer dienenden Bestrebungen den Lohgerber Dell rich als Vertrauensarzt der Invali- noch weitere Erfolge zu erringen, fagten wir bereits oben. Die ditäts- und Alters. Versicherungsanstalt auf Invalidität Regierung steht diesen Bestrebungen durchaus freundlich gegenuntersucht und die Frage des Vorstandes, ob der pp. über und fucht sie zu fördern. Am 26. März 1892 sind durch Delirich noch fraft feiner geistigen und förperlichen eine Ministerial- Verordnung im Reichs Anzeiger" die BeFähigkeiten jährlich 186 M. 06 Pf. zu verdienen im ftande stimmungen vom 15. September 1887 über die Beurtheilung der fet?"" mit" ja" beantwortet habe. Dell rich hatte in Genießbarkeit und Verwerthung des Fleisches von perlsüchtigem ber rechten Lungenspige verschärftes Athmen; die übrigen Schlachtvieh aufgehoben und unter neue, für den Bieh- und Theile der Lungen waren gesund, Fieber war nicht vor Fleischverkehr günstigere" Gesichtspuntte gestellt worden. Die handen.Versuche mit einem neuen Dampf- Kochapparat, über die den unwahr ist: 1. daß der pp. Dell rich zum Stelett mangebenden Behörden vom Kuratorium ein besonderer Bericht abgemagert war, 2. daß ich denselben im Bette fand, überreicht worden ist, haben die Aufmerksamkeit der höchsten 3. daß das Resultat der Untersuchung folgendes Gutachten Medizinalbehörden auf sich gezogen". Der Bericht fonstatirt mit war, welches dem Dettrich abschriftlich zuging: Der Genugthuung, daß auch Se. Erzellenz der Herr Kultusminister Lohgerber Dell rich ist noch im Besiz so vieler Kräfte, in Begleitung hoher Medizinalbeamten einem solchen Versuch daß er noch Düten fleben und bei dieser Arbeit 181 M. 05 f. beiwohnte und sich auf das eingehendste von dem Kochverfahren, verdienen kann"", 4. daß in meinem Gutachten überhaupt dem beabsichtigten Nugen u. f. w. Vortrag halten ließ." Der von Dütentleben die Rede ist." Abg. Langerhans: Herr Lingens hat nicht das Recht, im mit Namen des Christenthums gegen die Leichenverbrennung zu fprechen. Der Magistrat von Berlin ist allerdings abschläglich befchieden auf seine Bitte um Errichtung eines Krematoriums. Die Konen betragen nicht 300 Thaler, auch lange nicht 300 M. Die Verbrennung ist in Amerita heute schon ganz besonders billig geworden und wird es auch bei uns werden. Krematorien müssen bald gebaut werden. Tritt die Cholera wieder auf, dann ist es zu spät. Bei einer Epidemie fann die Beerdigung der Leichen einfach nicht gefordert, noch durchgeführt werden, dann würden die Wohlthaten eines Krematoriums um so deutlicher hervortreten. Es handelt sich ja vorläufig nur um die fakultative Verbrennung. Wir Protestanten vertragen absolut feine Bevormundung in bezug auf die religiösen Rücksichten, die hier geltend gemacht werden. Verboten ist es nirgends die Leichen zu verbrennen, fein Staatsgefez hält uns davon zurück; nur die Sitten, das Herkommen verbietet es und hinter diesem steht die allerdings außerordentlich große Polizeivollmacht. Herr von Bötticher sollte in Preußen ein gutes Wort für diese Forderung einlegen. " Die Medizinische Reform" begleitet diefe Berichtigung" beabsichtigte Nutzen liegt, wie gesagt, in erster Linie auf folgenden treffenden Bemerkungen: Was Herr Sanitätsrath Becher in der vom 18. b. Wits. batirten Berichtigung als unwahr" bezeichnet hat, hätte er 12 Tage Zeit gehabt im Vorwärts" be berichtigen zu laffen, wir drucken es hier troß der Berufung auf den§ 11 des Preßgefeges ab. " Seiten der Unternehuier, und der Bericht gesteht das auch unumwunden ein. Die Unternehmer verdanten diesen Nugen aber ausschließlich dem Umstande, daß die Arbeiterbevölkerung weniger faufträftig ist und daher gezivungen ist, selbst bei den Nahrungsmitteln nach dem Billigften zu greifen und alles andere, die Nahrhaftigkeit, Buträglichkeit und Appetitlichkeit, außer Betracht zu lassen. Daß das ausgefochte Fleisch Was Herr Sanitätsrath Becher als wahr zugiebt, ganz unbedenklich" fei, wollen wir schließlich glauben. Aber beweist, daß er die Frage des Vorstandes nach der Grbaß es noch nahrhaft sei, glaubt. wohl felbft das Biehhofs- Kurawer b3 fähigkeit beantwortet hat. Wenn er die torium nicht. Und schließlich wird bei den Nahrungsmitteln Antwort wie wir den Kollegen hinsichtlich des Formulars mehr wie bei irgend einer auderen Waare der Gebrauchswerth empfohlen haben abgelehnt hätte, wäre die Un- noch durch ein unbestimmtes Etwas beeinflußt, durch die persönzufriedenheit nicht erregt und der Artikel des Borwärts" liche Neigung des Kaufenden. Warum laufen die Reichen nicht geschrieben worden. Es bleibt also erwiesen, daß die Beantwortung derartiger Fragen von Seiten der Aerzte ein Fehler ist, insofern als sie geeignet ist das Ver trauen der Arbeiter zu erschüttern, das wir als Aerzte nicht entbehren können." Wir stimmen dem vollständig bei, daß das Vertrauen auf Aerzte vollständig schwinden muß, wenn sie ihre Eigenschaft als medizinische Sachverständige auch auf die wirthschaftliche Sachverständigkeit ausdehnen, zu der fie vielfach taum und der Sanitätsrath Becher gewiß nicht berechtigt. find. tein finniges Fleisch? Aus demfelben Grunde, aus welchem sie das Pferdefleisch verschmähen. Die Abneigung gegen solche übel beleumundeten Nahrungsmittel, deren Begründung unferetwegen wirklich nicht ganz unanfechtbar fein mag, lehrt nur die Noth überwinden. Die befizende Klaffe bält die Ueberwindung dieser Abneigung, natürlich nur bei der befitlosen Klaffe, für sehr wünschenswerth im Interesse des Nationalwohlstandes", unter dem sie immer nur ihren eigenen versteht. Die neuerbante Gemeindeschule in der Prinzen= Allee 8 ( Gesundbrunnen) ist am Montag voriger Woche eröffnet worden und wird vorläufig von fliegenden Klassen" aus den Gemeindeschulen der angrenzenden Stadtbezirke benußt. Die eigentliche Eröffnung der Schule als selbständige Lehranstalt findet am 1. April d. J. ftatt. die Staatssekretär von Bötticher: Ich habe bisher keine Veranlaffung gehabt, amtlich zu der Frage der Errichtung von Krematorien Stellung zu nehmen. Die Kompetenz des Reichs habe ich mit vollem Recht bestritten, weil es sich hier blos um die Den Lohgerber Bellrich möchten wir, da einige that wirthschaftliche Seite handelte, das Reich ist nicht im stande, Städte fächliche Mittheilungen über seinen Fall uns noch erwünscht zur Errichtung von Krematorien zu zwingen. Nach der Ver- wären, bitten, in der Redaktion zu erscheinen, oder seine Adresse faffung muß die Nothwendigkeit dieser Errichtung Vorausseßung anzugeben. für eine Reichsinitiative fein; würde medizinal oder feuchenpolizeilich die Nothwendigkeit gegeben sein, dann muß die Ver Eine eigenthümliche Pragis, die auf die soziale Nothlage Rigdorf. Der Verein Vorwärts" veranstaltet am Sonntag, brennung obligatorisch eingeführt werden.( Widerspruch links.) und Rücksichtslosigkeit einiger erste in Berlin ein grelles Bei dem Seuchengefeg würden wir mit einem solchen Antrag zu Schlaglicht wirft, scheint fich in Berlin einbürgern zu wollen. den 26. Februar, eine Agitationspartie. Genoffen, welche daran feinem gedeihlichen Ende tommen. In weiten Kreifen der Be Daß Aerzte sich mit Beitreibung ihrer Forderungen nicht felbft theilnehmen wollen, mögen sich einfinden Knesebeck- und Hermannvölferung besteht gegen die Verbrennung starte Gegnerschaft; abgeben, sondern dem fog. Rechtsschutz- Verein Berliner Aerzte" ftraßen- Ecke im Lofale von Schmidt früh 7 Uhr. Für Material und ist eine obligatorische Berbrennung burchführbar? Wenn übergeben, ist etwas, gegen das wohl mit Unrecht von einigen ist gesorgt. Aber in einer nicht geringen eine folche Sterblichkeit wie in Hamburg einreißt, sind auch ganz Seiten Klage erhoben wird. Mangel an Ortsfenntniß in Berlin ist geftern einem andere Einrichtungen nothwendig, als sie Krematorien bieten. Anzahl von Fällen steigert der Arzt die Forderung, welche Diebe verhängnißvoll geworden. Bei dem Gastwirthe W., liegen also in der Sache außerordentliche Schwierigkeiten. Herr er dem Patienten gegenüber, der bäufig wegen Arbeitslosigkeit, Große Samburgerstraße 25, erschien am Dienstag Abend ein Frohme verlangt eine Reorganisation des Reichs Gefundheits- felten aus bösem willen nicht zahlt, früher geltend gemann, ließ sich ein Glas Bier geben und bot dem Wirth einen amtes. Für jeden öffentlichen Uebelitand ist bereits jest jemand macht hatte, um nicht geringe Quoten. Go liegen uns 2 Fälle großen Handmöbelwagen für 6 W. zum Kaufe an. Den billigen da, der ihn unter Aufsicht zu nehmen und für Abhilfe zu vor, in denen die Aerzte bei Ueberweisung ihrer ein Jahr alten Preis erklärte er damit, daß er einen Wechsel sofort zu bezahlen Das Reichs Forderung dieselbe um 1/5, alſo um 20 pCt., bei der Ueber- habe. W. fragte ihn, wo forgen hat, soweit es das Reich angeht, er wohne." In der Jakobstraße," Gesundheitsamt ist gar teine exekutive Behörde teine exekutive Behörde und es weisung ihres Guthabens willkürlich gesteigert haben. entgegnete der Fremde, und als der Wirth weiter fragte:" In einer solchen zu würde auch gar teinen Rechtsschutzverein Berliner Aerate" verlangt z. B. die Einsendung der Großen oder Kleinen?", meinte der Freunde: Natürlich in Bortheil haben, vielmehr blos die Intereffen anderer Refforts von 24 statt 20 M., die der Arzt vom Patienten verlangt hatte, der Großen." Nun wußte der Wirth, baß er einen Dieb vor zu trz kommen lassen. Das Reichs- Gesundheitsamt hat mit Auf und fügt dieser Forderung noch hinzu: bei nicht ich babe, der erst furze Zeit in Berlin sein konnte, denn bekannt opferung und Pflichttreue vom ersten Auftreten der Cholera- Epidemie erfolgter Bahlung und im Wege der Klage wird eine Erhöhung lich giebt es nur eine" alte" und eine neue Jakobstraße"; er nach der Medizinaltare vorbehalten". Nicht nur die in diefem hielt den Verkäufer fest, bis ein Schußmann geholt war und den feine Aufgabe erfüllt, Abg. Metzger( Soz.): Die Samburger Wasserverhältnisse Busatz liegenden starten Verstöße gegen ein richtiges Deutsch, Fremben verhaftete. Diefer will ben Wagen in der Oranien Bremben verhaftete. Dieser will den Wagen in der Oraniene fehren uns, daß in einem Seuchengefeh nicht blos Borschriften fondern vor allem find viele Arbeiter über diesen Hinweis mit burgerstraße von einem Unbekannten getauft haben, verweigert über die Wohnungshygiene, sondern auch über die Trintwaffer- Recht deshalb entrüftet, weil er mindestens in sehr vielen Fällen aber jede weitere Auskunft. versorgung aufgenommen werden müffen. Die Berliner Wohnungs- moralisch auf gleicher Stufe wie Erpressungsversuche steht. Diefer verhältnisse in der ärmeren Bevölkerung sind in neuerer Beit Hinweis wird genügen, um den anständigen Theil der Aerzte Gegenstand der Erörterung in Berliner Zeitungen, auch im vor dem Mißbrauch zu schützen, der vielleicht ohne ihre Kenntniß Die Polizeibehörden des Regierungsbezirks Potsdam fahnden gu 4 " 7 Der Ein Nanbmordverfuch wird aus Hohenfinom gemeldet, M 0 feit dem 15. d. M. nach zwei Unbekannten, die am Abende diefe3| 86tägiger Berhandlung von der Anklage des wiederholten Be- liegen wird; für heute sei nur bemerkt, baß wir die Verurtheilung Tages versucht haben, den im obengenannten Orte ftationirten truges und der Untreue durch das Landgericht I in Berlin frei- Buntes wegen Aufreizung zum Streif" für einen Att der KlaffenLandbriefträger Hänfite zu tödten. Auf diesen Beamten wurde gesprochen worden. Hiergegen lag Revision der Staatsanwalt juftig halten, was den Richtern nur deshalb nicht zum Bewußtin der Dämmerung in der unmittelbaren Nähe des Schloßgartens schaft vor.- Der Vortrag des Urtheils, welches außer fein gekommen fein mag, weil sie die Bitterniffe des Bergmannsein Schuß abgegeben, der den Briefträger an der linten Schläfe ordentlich umfangreich ist, nahm lange Beit in Anspruch. Ge lebens nicht kennen und deshalb eine leichte Beute der Hegerei traf. Nur dem Umstande, daß die Dienstmüze das Gefchoß etwas ist nicht möglich, im Umfange dieses Berichts auch nur sind, die durch die von den Bechenbefizern beeinflußte Presse abschwächte, ist es zu danken, daß H. nicht getödtet wurde, viel- einigermaßen vollständig die einzelnen Punkte des Urtheils gegen die Bergleute betrieben wird. mehr fonnte die Kugel, ein Rehposten, bald durch einen operativen zu stizziren, wir begnügen uns daher mit dem Kern der Anklage. Gegen das Ausscheiden der Staaten und Berbände Eingriff entfernt werden. Der That verdächtig find zwei Männer, Diese ging dahin, daß der Angeklagte den Verkauf seiner Attien die den Brieiträger furz vorher begegneten und sich bemfelben in ber Berliner Façon, Schmiede- und Schraubenfabrit Attien aus den Berufögenoffenschaften soll, wie die Boffische auffälliger Weise zu nähern versucht hatten. Gesellschaft" für nominell 360 000 m. auf betrügerische Weise zu Beitung" berichtet, demnächst im Petitionswege vorgegangen stande gebracht habe, und zwar durch Täuschungen, die er im werden, um, wenn möglich, eine Aenderung der bisherigen Be Selbstmord! Noch ist der Name der unglüdlichen Selbst Brieftaften des von ihm herausgegebenen Berliner Börsen- ftimmungen zu erzielen. Wenn die Staaten ihrerseits den Ausmörderin, die sich vor 8 Tagen in der Nähe von Seebad Lehnik Journals" begangen haben soll, sowie durch mündliche Vor- tritt mit dienstlichen Rücksichten begründen, so kann die am von einem Eisenbahnzug hat überfahren laffen, nicht ermittelt spiegelungen. Die genannte Fabrit hatte in früheren Jahren sehr meisten betroffene Tiefbau Berufsgenossenschaft dies nur be und schon wird uns wieder ein ähnlicher Vorgang von der Nord- fchlechte Resultate erzielt und im Jahre 1886 vor dem Konkurse flagen, weil, abgefehen von der ungünstigen Bertheilung der bahn berichtet. Durch den um 312 Uhr Nachmittags von Oranien- gestanden. Polke hatte dann bei der Gründung der früher in Zanten auf eine geringere Zahl von Schultern, die Mitarbeit burg nach Berlin abgelaffenen Vorortszug wurde am vergan- Privatbesitz gewefenen Fabrit sich hervorragend betheiligt und vieler befonders brauchbarer Staatsbeamten für die ehrengenen Freitag zwischen Hermsdorf und Waidmannsluft ein an- burch allerlei Manipulationen es dahin gebracht, daß wieder eine amtliche Thätigkeit verloren geht. Noch bedenklicher aber dürfte scheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann überfahren, der Dividende von 5 pt. vertheilt werden konnte. Unter anderem hatte er es fein, daß in Zukunft die Staaten und Verbände als Arbeitfich schon vorher durch sein eigenartiges Benehmen an den be- große Quantitäten der von der Fabrit hergestellten Meffinglinien geber augleich gewissermaßen als Partei ihren Arbeitern gegen nachbarten Bahnübergängen bemerkbar gemacht hatte. Der Ueber- an Buchdruckereien verkauft, die für den Kaufpreis Inferate über die Renten felbst festzusetzen haben, ein Verfahren, das fahrene wurde noch lebend unter den Rädern der Lokomotive Bolte's zum Abdruck brachten. Im allgemeinen glaubte aber immerhin weniger objektiv als die jezige Behandlung der Geldhervorgezogen, hat jedoch schwere Verlegungen am Ropfe erlitten Bolfe felbst nicht an die Rentabilität des Unternehmens und er fragen durch die Genossenschaftsvorstände ausfallen dürfte. Die und dürfte die Sehfraft auf beiden Augen eingebüßt haben. benutte deshalb den Briefkasten seines Blattes dazu, den Lesern Beschwerde in dieser Hinsicht, an denen vor allem auch die Der Unbekannte, über deffen Personalien nichts zu ermitteln ift, in allen Tonarten den Anfauf von" Façon- Schmieden" zu em- Arbeitnehmer ein Interesse haben, konnte um so lebhafter fich wurde nach Waidmannslust überführt. pfehlen und den Kurs in die Höhe zu treiben. Durch seine Thätig- gestalten, als im besonderen die Tiefbau Berufsgenossenschaft Der Pankestrom" hat gestern ein Opfer gefordert. Die feit bei der Gründung und seine sonstigen theilweise unter Antlage unter fachmännisch sehr angreifbaren Entscheidungen des Reichsfechs Jahre alte Tochter der Sandstr. 1a wohnenden Dennert'schen gestellten Kunstgriffe hat er sich ein Vermögen von etwa 8 Mill. Versicherungsamtes über die Bugehörigkeit der Betriebe zu leiten zu Gheleute spielte am Nachmittage zwischen 3 und 4 Uhr in der die sogenannten fingirten Brieftaften- Notizen, 2. auf die Art, rechnen sei, hat gewiß oftmals ihre Schwierigkeiten; doch würden Badstraße an der Ueberbrückung der Banke. Dabei fiel fie fopf: wie er au seinen Aftien gekommen ist, 3) auf seine Behauptung, diefe bei stärkerer Vertretung der Technik in der entscheidenden Eheleute spielte am Nachmittage zwischen 3 und 4 Uhr in der Mark verdient. Die einzelnen Anklagepunkte bezogen fich 1. auf hat. Die Unterscheidungen, wohin diese oder jene Bauarbeit au über in das Wasser und die schnell dahinbrausende Fluth riß den Körper mit sich fort. Das Kind ist sicherlich ertrunken, die daß eine Dividende von 18-20 pet. vertheilt werden könnte, Instanz leichter zu beheben sein." 4) auf die fernere Behauptung, daß es möglich fei, Pazenhofer Leiche hat aber noch nicht aufgefunden werden können. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnreduktion. Auf den Dividenden"( d. h. solche von mehreren 100 pt.) zu vertheilen, Marktpreise in Berlin am 21. Februar, nach Ermitte- 5) auf feine Notizen über die Baissezeit und 6) auf seine Be Salforder Gifenwerken der Herren Mather und Platt lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von bauptungen bezüglich der Rentabilität. Die Freisprechung des wird jetzt, wie der teichs- Anzeiger" mittheilt, 48 Stunden 15,80-15,20., mittlerer von 15,10-14,60 M., geringer von Angeklagten ist damit begründet, daß er zwar Täuschungs- ftatt der früheren 58 gearbeitet; ein Verfuch, von dessen Ausfall m., 14,50-14,00 M. Roggen per 100 Stg. guter von 18,50-13,20 m., handlungen vorgenommen habe, daß aber ein Caufalzufammen in den Beziehungen zwischen Fabrikanten und Arbeitern vieles mittlerer von 13,10-12,90 M., geringerer von 12,80-12,50 m. hang zwischen seinen Vorspiegelungen und den bei seinen Lesern abhängen kann. Die Veranstalter der Neuerung haben zunächst Gerste per 100 kg. gute von 17,50-16,30 M., mittlere von entstandenen Irrthümern nicht nachgewiesen sei, endlich daß ob- feine Ausgleichung von ihren Arbeitern verlangt, weil sie glauben, 16,20-15,10 M., geringe von 15,00-13,80 m. Hafer per 100 kg. jeftiv eine Schädigung nicht habe festgestellt werden können, und daß durch größere Pünktlichkeit, gesteigerte Energie und lebhaf guter von 15,80-15,20 M., mittlerer von 15,13-14,60 m, baß dem Angeklagten das Bewußtsein, er werde seine Leser teres Interesse an der Arbeit die Zeitverkürzung eingebracht geringer von 14,50-14,00 m. Stroh, Richt per 100 Kg. von Schädigen, gefehlt habe. 4,50-4,00 m. Heu per 100 Kilogramm von 6,60-5 M. Grbfen Reichsanwalt Galli begründete die Revision, für deren Die böse Unzufriedenheit! Auf der 18. Generalversamms per 100 g. von 40,00-25,00 2. Speifebohnen, weiße per Verwerfung die Bertheidiger Polfe's, die Rechtsanwälte Dr. lung des fatholischen Verbandes„ Arbeiterwohl", die am 6. d. M. 100 Rg von 50,00-20,00 m. Linsen per 100 kg. von 80,00 Friedmann, Dr. Staub und Munckel, sprachen. in Münster stattfand, sagte der Fabritbesiger Brandts u. A.: bis 30,00 m. Kartoffeln per 100 Rg. von 7,00-4,50 M. Rind Das Reichsgericht hat die Revision des Staatsanwalts in Es muß ein Weg gefunden werden, um es dem Arbeiter zu er fleisch von der Keule per i Rg. von 1,60-1,20 m. Bauchfleisch den Fällen für begründet erachtet, wo materielle Rechts möglichen, daß er auf gefeßlichem Wege die Befferung feines per 1 Kg. von 1,80-0,90. Schweinefleisch per 1 Kg. von verlegungen behauptet werden. Es sind dies fieben Fälle. Be Booses erstreben fann. Die Forderungen der Sozialisten mögen 1,60-1,20 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 M. Hammel- züglich dieser sieben Fälle wurde das Urtheil des Landgerichts noch so absurd sein, fonügt uns das gar nichts, wenn fleisch per Rg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 Berlin aufgehoben, weil die Vermögensschädigung irrthümlich wir nicht das Maß der Unzufriedenheit zu vermindern bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 8,00-3,40 M. Fische per verneint worden war, und auch bezüglich der Frage des verstehen." Wie recht hat der Mann! Und da„ das Maß der 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 m. Aale von 3,00-1,20 M. Betrugsversuchs, der Untreue und des Dolus( betrugerische Unzufriedenheit" bei den Arbeitern durch die kapitalistische Ent Bander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 m. Barfche Absicht) Rechtsirrthümer vorliegen. Bezüglich der erwähnten wicklung, deren Gang eben nur die Sozialisten erfannt haben, von 1,60-0,70 m. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 Fälle ist die Sache an das Landgericht Berlin zurückverwiesen sicher immer höher gefüllt wird, so mögen nur die Chriftlich bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 10,00-3,00 m. worden. " Soziale Leberlicht. Polizeibericht. Am 21. d. M. Nachmittags fiel ein brei jähriges Mädchen von der in der Badstraße belegenen Brücke in die Banke und ertrant. Eine Frau sprang aus einem Fenster ihrer im 4. Stock des Hauses Urbanstr. 85 belegenen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb bald darauf. An der Ecke der Neuen Friedrich- und Königstraße gerieth Abends ein Bäcker Achtung, Zinkgießer und Stürzer! Die Arbeitseinstellung unter die Räder eines Rollwagens und wurde am Fuße so be in der Lampenfabrik von R. Gerling, Fürstenstr. 4, ist beendet. unter die Räder eines Rollwagens und wurde am Fuße so bedeutend verletzt, daß seine leverführung nach der Charitee er- nachdem der alte Lohnfah von dem Prinzipal wieder eingeführt forderlich wurde. Vor dem Hause Invalidenstr. 163 fand worden ist. J. A.: Mar Schulz. zwischen einer Handelsfrau und einem Händler eine Schlägerei statt, bei der Erſtere zur Erde fiel und durch die Scherben einer ihren Händen entglittenen irdenen Schüffel am Halfe schwer ver: Tegt wurde. Sie mußte nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden. Gerichts- Beitung. Ueber den Ausstand in der Riftenfabrit von S. Mannbeim geht uns die Mittheilung zu, daß die Streitenden beim Unternehmer beantragt hatten, fie auf Stück arbeiten zu laffen, weil sie im Lohne troy allen Fleißes nie genug fertig fchaffen fonnten. Doch trotz aller dahingehenden Versprechungen sei es bis jetzt beim alten geblieben. Um endlich ihren Wunsch, der darin begründet sei, daß die Ansprüche des Fabrikanten auf Lohn sich unter den schlechtesten Affordpreis stellten, zur Durchführung zu bringen, sei den Arbeitern nichts weiter übrig geblieben, als bie Arbeit am Dienstag einzustellen. Es arbeiten weiter die Herren Jhle und Wießnack. werden tönne. Sozialen mit ohne Tonsur bald einpacken; der Sozialismus trägt doch den Sieg davon, trotz allen Abfurditäten"! Kapitalistische ,, Entbehrungslöhne". Es zahlen Dividende: Thüringer Gas Kredit und Sparbank zu Leipzig 7 pCt. Gefellschaft 93 pet. Gelsenkirchener Bergwerfs- Aftiengesell fchaft 9 pet. Allgemeine deutsche Kreditanstalt in Leipzig 81/2 pet.- Feuer- Versicherungsbank für Deutschland in Gotha 70 p.- Deutsche Kontinental- Gasgesellschaft 10 pet.- Magde burger Bergwverts- Aktiengesellschaft 20 p. Die Porzellanarbeiter Böhmens hielten am 12. und 13. februar in Eger einen Kongreß ab, der von 32 Delegirten besucht war. Nach den Berichten aus den einzelnen Distrikten ist die Lage der Porzellanarbeiter überaus erbärinlich. namentlich aber in der Karlsbader Gegend. Die Behandlung der Ar beiter durch die Fabrikanten und durch die von diesen angestellten Beamten wurde im allgemeinen als unwürdig bezeichnet. Maßregelungen der Arbeiter wegen der Organisationsbestrebungen sind an der Tagesordnung. Der Kongreß erklärte den Anschluß an den Verband der Porzellanarbeiter in Turn und beschloß, daß in allen Orten Böhmens, wo sich Porzellanarbeiter befinden, Mitgliedschaften dieses Verbandes gegründet werden sollen. Aufrührerische Reden wurden dem Zuschneider Hermann Bogs zur Laft gelegt, der gestern dieserhalb vor der ersten Sämmtliche Gelbgießer der Firma Gebr. Ruhlmann In Chicago hat sich ein Syndikat der Schuhleute Straitammer des Landgerichts I stand. In einer größeren sozial- in der Ober Grüne bei Iserlohn haben wegen zehnprozentiger gebildet. Sie fordern höheren Lohn und zwar mit der Begründemokratischen Versammlung hatten mehrere Reichstags- Lohnherabfegung die Arbeit gekündigt und ersuchen um strenge bung, daß ihnen durch die Weltausstellung, welche zahlreiche Ver Abgeordnete der Partei gesprochen. Nach ihnen nahm der An- Fernhaltung des Zuzuges. Die Firma zahlte bisher schon niedrige treter der Verbrecherwelt nach Chicago locken werde, mehr Arbeit getlagte das Wort. Er bekannte sich zu den Unabhängigen." Löhne und will nun Arbeiter aus Schlesien tommen laffen. Die erwachsen würde. focht die Ausführungen der Vorredner als zu lau und unzweck- Gelbgießer Schlesiens werden deshalb dringend ersucht, den Inseraten mäßig an und meinte, dieselben müßten unter das Volk gehen, der Firma teine Folge zu geben. Anfragen über die Angelegenheit Die Viehzählung, welche am 1. Dezember vorigen Jahres um es zur offenen Revolution aufzufordern. In diefem Sinne find an den Verlag der Märkischen Arbeiter Beitung" in Ifer- im Deutschen Reiche vorgenommen wurde, hat im Vergleiche au machte der Angeftagte noch mehrere Ausführungen. Der Ge- lohn zu richten. den früheren Zählungen folgendes Ergebniß gehabt: richtshof verurtheilte ihn zu einem Monat Gefängniß. Deutsches Reich: 1867 1873 1888 2341 150 2 282 485 2417 867 Die Drechsler der ehrenpfennig'schen Holz= wertzeug Fabrik in Braunschweig haben die Arbeit niedergelegt und ersuchen dringend um Fernhaltung des Buzugs. Ursache des Streits sind die Lohnverhältnisse, die nach der uns zugegangenen Mittheilung sehr unbefriedigende sein müssen. Pferde. Maultbiere und Maulesel. Efel. Rinder. . 747 9 070 8 024 245 22 304 984 4 889 223 984 8 784 6.639 514 19 666 794 4294 926 592 6446 8 787 641 14 752 328 1892 2 647 888 247 4284 9 850 960 10 092 568 5 819 136 7 704 354 1 847 678 1481 461 1 680 686 1953 748 . 1 312 757 1 249 500 1459 415 1 238 040 davon in Preußen 1892 nach Prozenten: Provinz gen stöcke Oftpreußen... 15,96 9,69 9,28 9,04 1,28 11,67 Westpreußen 8,84 5,61 9,43 5,50 4,01 8,08 Stadtfreis Berlin. 1,66 0,07 0,04 0,06 0,05 0,01 Brandenburg Pommern Pferde Minder Schafe Schweine Bie Bienen . • 7,47 10,03 7,71 11,75 9,87 13,04 8,28 7,57 6,07 18,32 8,21 4,12 9,48 8,71 7,62 9,89 7,11 5,29 7,91 11,19 14,78 6,49 8,34 10,51 10,10 7,07 10,53 11,56 14,81 5,88 8,85 2,87 4,47 2,27 8,58 . 8,39 9,98 11,68 18,46 11,28 12,94 • 5,02 6,11 8,13 8,37 10,55 5,88 2,84 5,54 4,08 5,23 7,76 3,16 Die Frage, ob ein Hauswirth nach Beendigung eines Miethsvertrages gegen den Willen des Miethers in dessen Woh nung eindringen und denselben ohne richterliches Urtheil zur Räumung zwingen darf, unterlag gestern der Entscheidung der aweiten Straffammer des Landgerichts I. Der Hauseigenthümer 3. hatte in feinem in Moabit belegenen Hause eine kleine Woh In Urbeid streifen die Arbeiter und Arbeiterinnen der brei nung an die Eheleute P. zunächst auf einen Monat vermiethet. erzog'schen Fabriten, an Bahl gegen 500 Berfonen, Schaje Nach Ablauf dieser Frist verlängerte sich der Vertrag still- weil man ihnen, nach der Straßburger Post," so schlechtes Rob- Schweine schweigend immer wieder auf einen weiteren Monat. Die material verabreicht hat, daß sie ihr Brot nicht mehr verdienen Biegen. Bienenstöcke Miether lebten jedoch des Glaubens, daß ihr Vertrag auf ein fönnen. halbes Jahr gelte. Als nun die B.'schen Cheleute mit der Miethe Eine Versammlung von Glasarbeitern, die in Tiefenfür den Juli v. J. im Rückstande blieben, fündigte ihnen 3. am bach bei Sablons in Böhmen tagte, beschloß am 6. März die 15. Juli die Wohnung zum 1. August. Diese Kündigung hielten die Arbeit niederzulegen und wählte ein 20gliedriges Streiffomitee. Miether für rechtsungiltig und zogen am 1. Auguft nicht aus. Ursache des Streits find die geringen Löhne, die von den Glas Darauf begab sich 3. am folgenden Tage mit mehreren Hand- industriellen, natürlich unter Berufung auf die ausländische wertern in die P.'sche Wohnung, ließ die Thüren aus Konkurrenz", gezahlt werden. ben Füllungen und die Fenster aus den Rahmen entfernen und bedrohte die Miether mit einem Alters- und Invalidenversicherung. Der nach Maßgabe Bosen. Gummischlauch. Er zwang diefelben auf diese Weise allerdings zum des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesezes erworbene Schlesien Verlassen der Wohnung, der Staatsanwalt erblickte aber hierin Anspruch auf Invaliden und Altersrente ruht Sachfen den Thatbestand der Röthigung und erhob dieferhalb An- für diejenigen Berfonen, welche eine Unfallrente beziehen, so Schleswig- Holstein 6,50 flage gegen den Hauswirth. Rechtsanwalt Leop. Meyer lange und soweit diese lettere unter Hinzurechnung der InvalidenHannover machte im Termin geltend, daß sich der Angeklagte in einem bezw. Altersrente den Betrag von 415 M. übersteigen würde. Westfalen Rechtsirrthum befunden habe. Nach der Ansicht des- Die Durchführung dieser gefeßlichen Bestimmung ist insofern auf Beffen- Nassau. felben batte der Miethsvertrag Auguft sein Schwierigkeiten gestoßen, als die Invaliditäts- und Alters Rheinland Ende genommen und die P.'schen Eheleute hielten sich versicherungs- Anstalten, welche beim Zusammentreffen von Unfall: Hohenzollern von Diesem Tage ohne ohne Rechtsgrund tn der Wohnung renten einerseits und von Invaliditäts- und Altersrenten andererauf. Angeflagter sei der Meinung gewesen, daß er gegen die feits die Zahlung der letzteren gemäß der erwähnten Vorschrift widerrechtliche Weiterbenutzung der Wohnung Selbsthilfe an- einzustellen haben, zuweilen von dem Vorhandensein der Unfallwenden dürfen. Habe er sich hierin geirrt, so tonne er doch nicht rente überhaupt nicht oder doch nicht rechtzeitig Renntniß erlangt bestraft werden, da ihm bei feinem Handeln das Bewußtsein der haben. Auf den Vorschlag des Reichs- Versicherungsamtes haben des Rechtswidrigkeit gefehlt habe. Der Gerichtshof erachtete ob halb die Reichs- Poftverwaltung, wie die Sentral- Pontbehörden von jeftin allerdings eine strafbare Handlung für vorliegend, da die Bayern und Württemberg den Boftanstalten ihres Ressorts auf Die Handlungsgehilfinnen- Bersammlung welche zum vom Angeklagten gebrauchte Selbsthilfe unberechtigt gewefen fei. gegeben, wenn das gleichzeitige Vorliegen zweier solcher ReutenDer Vermiether fei feineswegs berechtigt, felbft wenn nach feiner anweisungen für denselben Berechtigten bemerkt wird, der be- 21. Februar er. einberufen war, hatte sich eines so zahlreichen Meinung die Miethszeit abgelaufen fei, gegen den Willen des theiligten Versicherungsanstalt hiervon Mittheilung zu machen Besuchs weiblicher Handlungsangestellten zu erfreuen, daß alle Mietbers in deffen Wohnung etuzudringen und denselben ohne und vor Ausführung der Anweisungen eine Rückantwort der Erwartungen der Einberufer übertroffen wurden. 400 anwesenden Personen waren über die Hälite Damen. Frau richterliches Urtheil zur Räumung au nöthigen. Der Gerichtshof Bersicherungsanstalt abzuwarten. 6. Ihrer referirte, öfter von lebhaftem Beifall unterbrochen, nahm aber in diesem Falle an, daß dem Angeklagten das BeJuftig im Kohlenrevier. Der Bergmann Bunte wurde über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, Sie betonte die wußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt habe und sprach ihn aus diesem Grunde frei. vom Dortmunder Gericht zu 4 mal o Monaten, zufammengezogen Nothwendigkeit einer vollen Sonntagsruhe für die körperlich, in 1 Jahr Gefängniß, verurtheilt, weil er in 4 Versammlungen geistig und sittlich gute Entwickelung auch der weiblichen AnDer Prozek Wolfe vor bem Reichsgericht, zum Streit aufgereizt" haben soll. Der Antrag auf einstweilige gefteilten dieses Gewerbes und verwies gegenüber diefer MothLeipzig, 21. februar. Der größte der Berliner Senfations- Freilassung wurde mit der Begründung abgelehnt, es liege bei wendigkeit auf das Stück und Flickwerk, welches die Novelle zur prozesse gegen Bantiers, welche im vorigen Jahre von sich reden ihm als Sozialdemokrat Fluchtverdacht vor. Soviel ist aus dem Gewerbeordnung bezüglich der Sonntagsruhe geschaffen habe. machten, nämlich der gegen Paul Polte, tam heute vor dem Telegramm zu entnehmen, das uns zuging. Wir verfparen uns ezt fei man daran, das bischen vorhandene SonntageDa wäre es gut, weiten Straffenat des Reichsgerichts in der Revisionsinfianz zur bas endgiltige Urtheil über den Entscheid des Dortmunder Ge- ruhe noch mehr zu zerstückeln. thre männlichen Kollegen Berhandlung. Der Angeklagte war am 3. Juni v. J. nach richts bis dahin, wann ein Bericht über die Verhandlung vor- wenn die Bertäuferinnen, wie 1. am " • • 6,12 10,92 2,46 8,38 14,88 7,61 0,20 0,48 0,10 0,80 0,15 0,57 Dersammlungen: Bon etwa ebenfalls auf ben Blan träten und bagegen pro- Die Filiale Weißenfee des Allgemeinen Arbeiterinnen-| persönliche Wohl am besten gewahrt ift. Um nun Rinder zu testirten. In fog. humanen Geschäften sei die gefeßlich zulässige Vereins von Berlin und Umgegend hatte am 12. Februar eine solcher Erkenntniß und fittlichen Kraft zu erziehen, bedarf es auch fonntägliche Thätigkeit bis zum Mittag erledigt gewesen, neuer Versammlung, in welcher Genosse Rein einen belehrenden Vor- bei sorgfältigstem und gewissenhafteftem Streben einer gewissen dings wolle man aber dieselbe auf den Vor- und Nachmittag trag über„ Armuth, Luxus und Müßiggang" hielt. Nach Be- Beit. Wir erachten es daher für nothwendig, zumal da die vertheilen. Diejenigen, welche vom Geschäft aus Kost und Woh- endigung desselben trat die Vorsitzende der Behauptung der Land- wöchentliche Stundenzahl ja nur eine beschränkte sein kann, nung haben, z. B. die Mädchen in Eßwaaren- Geschäften, würden rathsbehörde entgegen, daß der Verein ein politischer sei. Hierauf unseren Kindern mindestens vier Jahre hindurch den Sittenveranlaßt werden, in der Zwischenzeit Stubenmädchendienste zu folgte ein gemüthliches Beisammensein. unterricht ertheilen zu lassen. Wir nehmen sie in denselben auf verrichten. Ihnen täme aber nicht nur die halbe Sonntagsruhe nach vollendetem achten Lebensjahr. auf diese Weise nicht zu gute, auch über die noch übrig bleibenden Sonntag eine gutbesuchte Versammlung ab. Genoffe Met ger in unseren Unterricht geschickt werden, dieselben von den Eltern In Friedrichsfelde hielt der Arbeiter- Bildungsverein am( Wir betrachten es als selbstverständlich, daß, bis die Kinder Stunden des Sonntags befäßen sie nicht einmal vollständig aus Berlin sprach in einem anderthalbstündigen Vortrag über in unseren Anschauungen erzogen und jedenfalls vom fonMegger freies Verfügungsrecht. Beweis dafür sei die Motivirung Wechselrecht und Korrespondenz; Unterricht Abends Mai= Literarisches. Der Fluch der Mannheit. Von Henry Barley. Deutsch von Rob. v. Zwingmann. Leipzig. Verlag von Reinh. Werther. 3. Auflage. Der christliche Standpunkt in der Franenfrage. Bon Herm. Köschte. 3. Auflage. Leipzig, Verlag von Reinh. Werther. Das Vaterland ist in Gefahr. Von R. Belit. Dresden und Leipzig. Verlag E. Pierson. Vermischtes. ber Zurückweisung einer Klage durch den Magdeburger das Thema: Was lehrt uns die Schule und was lehrt uns das feffionellen Religionsunterricht in der Schule ferngehalten Staatsanwalt, in welcher der betreffende Chef der Freiheits- Leben? Nach stattgehabter Distussion, in welcher auch die ört werden), wir entlassen sie aus dem Unterrichte am Ende des beraubung geziehen wurde. In Süddeutschland wolle man gar lichen Verhältnisse scharf kritisirt wurden, gelangte eine Petition schulpflichtigen Alters, um sie nunmehr als jugendliche Mitglieder die Sonntagsarbeit auf den Nachmittag verlegt wissen. Dem an die Ortsbehörde zur Annahme, in welcher um Regulirung in unsere Gemeinde aufzunehmen. müsse entschieden entgegengetreten werden. Ueberhaupt sei es und beffere Beleuchtung der Straßen sowie um Beseitigung der Nur in ganz besonderen Fällen, wo das Kind nicht nur an der Wunsch jedes Handlungsgehilfen und jeder Gehilfin, nach sanitären Mißstände ersucht wurde. Ferner wurde zum 11. März Jahren, sondern namentlich in geistiger Entwickelung vor fechs Zagen langer und angestrengter Thätigkeit einen ganzen ein Maskenball in Aussicht genommen. geschritten ist, genügt eine fürzere Unterrichtszeit. In feinem Tag für sich zu haben. Diese Forderung, von einer fleinen Schaar wirklicher Volksvertreter im Reichstage gestellt, sei immer schule pagelsbergeritraße 43: Unterricht in Deutsch( oberes). Südost die nicht mindestens volle zwei Jahre regelmäßig an dem SittenArbeiter- Bildungsschuls. Donnerstag, Abends 8-10% Uhr: Süd- Falle wollen wir jedoch Kinder zur Jugendfeier zulassen, mit dem Hinweis darauf zurückgewiesen, daß die Arbeiter- Schule, Reichenbergerstr. 133: Geschichte( mittl.), Kaufmännisches Rechnen, unterrichte theilgenommen haben, den wir unentgeltlich ertheilen frauen und Arbeiterinnen erst am Sonntag einkaufen gehen erectie? Ror- Ghule," Müllertr. 1799; Unterricht in Chemie, laffen. Wir machen also auf Vorstehendes alle diejenigen auftönnten. Rednerin protestirt dagegen, daß man in diesem Falle In allen unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, merksam, die selbst unserer Gemeinde beitreten oder auch als die Arbeiterinnen als Popanz benute. Sie wären die legten, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest, im Laufe des Semesters, außerhalb derselben Stehende uns die fittliche Erziehung ihrer welche den ebenso und manchmal noch mehr als sie aus- eintreten. Rinder anvertrauen wollen. Tele- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dießgen, Abends 8% Uhr, gebeuteten Leidensgenossen aus dem Handlungsberufe den bet Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Bett, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei J. A.: Frante, Wasserthorstr. 26. freien Sonntag nicht gönnten. Sorge man doch dafür, daß Gieshoit. Süd Oft, bet Zoltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecke. die Arbeiter und Arbeiterinnen ihren Lohn nicht erst am späten august Geib, Donnerstag bei Bubeil, Naunynitraße 86, Klub der Freunde" bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. Abend erhalten, dann werden fie gern ihre etwaigen Be- 9 Uhr. Hafen clever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulendürfniffe am Sonnabend befriedigen. Rednerin geht dann weg Treptow.& manzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 noch auf die schlechten Arbeitsbedingungen, auf die lange tägliche Grünftr. 21: Sigung. Distutirtlub der ausdiener, Abends 9 Uhr bei Sommer, Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Arbeitszeit und die miserablen Gehaltsverhältnisse der Ver- Abends 8% Uhr, Manteuffelstr. 60.- Diskutirklub" 8eitgeist" jeden DonKäuferinnen ein, die Versammelten auffordernd, von jest ab felbft nerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langestr. 65, Abends Hand anzulegen und sich um die Vertretung ihrer Interessen be- 8% Uhr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen im züglich der letztkritisirten Mißstände wie der Sonntagsruhe selbst Vereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70 zu fümmern. Man merde zwar Jhnen fagen, es passe sich für Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog. Kornblume, Damen nicht, in die Versammlungen zu gehen und in der Nacht Buttle. Frühlingsluft, Bülowstr. 69, bet Werner.- Bregelschluß, Blumenstr. 54, bet den Weg nach Hause allein zurückzulegen. Stoße man sich nicht Annenstr. 16, bet Reßner.- Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bei daran, denn von denselben Leuten werde es für höchst anständig Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. angesehen, daß die ermattete Verkäuferin nach wer weiß wie orfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguststr.- Ecke bei Schulz. Ginigteit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- harmonte, langer Beschäftigung spät Abends ihr Heim aufsuche, ob sie Tempelhof, Dorfftr. 10, bei Gerth. Butu nft 2, Nieder- Schönhausen, Buchfittlich Schaden nehme oder nicht. Ja, oft verweise man die holzerstraße bei Hempel. Ost- und Westpreußischer Männer= Mädchen, wenn sie über zu geringes Gehalt flagen, sogar darauf, Gesangverein, Holzmarttstr. 3, bet Deter.- Ebelweiß, MelchiorBoray, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. ftraße 15, b. Stehmann. ,, daß sie reif genug feien, sich Abends noch etwas zu glöckchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Päzold.- Ginigteit 2 zuverdienen", wie es ein Münchener Unternehmer des Handels- Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, b. Sann. Freie Sänger, Krautftr. 6, 8utunft 3, Belten, bei 23. Grunow. Kreuz Wieder Einer. Wegen erheblicher Beruntreu ftandes thatsächlich gethan habe. In den Versammlungen handele bet Rudolf. berger Harmonie, Fichtestraße 29, bei Kräfche. Nordstern, ungen bei der Krankenkasse und der Herbergstasse ist der es fich aber um die Verbesserung der eigenen und der Lage der Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Bürgermeister Wagner in Radeburg bei Riesa vom Kolleginnen und Kollegen. Trete man in die Deffentlichkeit und Nachmittags, Gipsstraße 3 bei Ported. Steinfeger Sängerchor, Stedes Echo, Reichenberger- und Amt suspendirt worden. fordere das Urtheil des arbeitenden Voltes heraus, welches immer Raftanten Allee 28 bei Maiwald. Forsterstraßen Ede, bei Spindler. Liedertafel Westend, Blumenthal- Bei der Explosion schlagender Wetter in der Rohlengrube Antheil nimmt an den Leiden und Schmerzen derer, welche zu ftraße 5 bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 ihm gehören wollen. Und dazu gehörig müsse sich jede Handlungs- bei Stahl. Gesangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bei 3 Stalis sind, wie nunmehr authentisch festgestellt worden ist, gehilfin rechnen, wolle sie vor sich und anderen ehrlich sein. Das Oswald Berliner. Gefangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei 17 Arbeiter getödtet, 6 schwer und 7 leicht verlegt worden. Gefangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Seydel- Eine unterirdische Gasexplosion sprengte in Brüssel Referat fand den ungetheilten, anhaltenden Beifall der Versamm- straße 30 bet Preußer.- Arbeiter- Gesango. Spandau Cynarstraße Restaurant die Kanalisation von der Devirèrestraße bis zur Gazmesterstraße lung. In der Debatte sprachen die Herren Gerson, Blum Rieters. Gefangverein Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei Kuhlund die Frauen Fahrenwaldt und Luh. Gerson erklärte, lange.- Gesangverein Felsen fe ft( Gem. Chor), Badfir. 12, Victoriagarten. auf. Die Pflastersteine wurden bis auf die Dächer geschleudert, Arbeiter- Gesangverein 2yra 2, Charlottenburg, Cauritr. 23, bei in Laeken in die Lust und riß die Diphonstraße 40 Meter weit nicht ganz auf sozialdemokratischem Standpunkt zu stehen, jedoch Gesangverein Collegia 2( freie Vereinigung der Zivil- Berufsmufiter), Neue Fenster und Hausgeräthe in weitem Umkreis zertrümmert und Wort für Wort den Vortrag unterschreiben zu können. Er fordere Friedrichstr. 44, bei Röllig. Gesangverein der Kürschner, LandsbergerDie Straßen liegen voll Trümmer, die Gefangverein Proletariat( gem. Chor). Möbel umgeworfen. die Damen auf, rege die Agitation der Gehilfen für die Sonntags- Straße 31 bei Seehausen. Böckhstr. 8, bei A. Moewes. Gesangverein Arion in Wittenberge, bei Ursache der Explosion ist unbekannt. ruhe voll und ganz zu unterstützen. Herr Blum schrieb das Gesangverein Glockenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. Verdienst, nur allein für die Sonntagsruhe voll und ganz ein- Steinnette, Röslinerstr. 17. Sängerrunde, Kottbuserstr. 7, Alpenrose, Grenzfir. 16 bei Seidel. Frohsinn 2, getreten zu ſein den sozialdemokratischen Abgeordneten zu, was Cafee Braun. Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bei Müller. einige anwesende Freifinnige zu Proteftrufen bewog und den Beschluß Fest, Rebuferstr. 5 bei Nemiz. Gefangverein Brüderschaft( Hausveranlaßte, nur Handlungsgehilfinnen reden zu lassen, damit diener), Fischerstraße 41 bet Seidemann. der Charakter der Versammlung gewahrt bleibe. Solche meldeten Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. fich nicht zum Wort. Einstimmig angenommen wurde folgende Alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Bentel, Resolution: Die Versammlung hält es für unerläßlich noth- Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Rauchklub Graue wolte, wendig, daß die weiblichen Handelsangestellten nach einer sechs Zage währenden anstrengenden Arbeit einen durch die Gesetzgebung garantirten Ruhetag haben. Sie erklärt, daß das Gefeß, das den Handlungsgehilfen und Gehilfinnen faum den freien Sonntag Nachmittag garantirt, nur ein vorläufiger Mothbehelf fein tann. Jedenfalls protestirt sie energisch dagegen, daß die Sonntags Arbeitszeit auf den Nachmittag verlegt wird." Frl. Haase, Frl. Hippler und Herr Heimann wurden bann beauftragt, die fernere Agitation zu betreiben und möglichst bald( in 14 Tagen) eine Gehilfinnen- Versammlung für den Sonntag Nachmittag anzuberaumen. Es wurden Listen ausgegeben, in welche sich die Verkäuferinnen einzeichnen sollten, welche die neue Bewegung zu unterstützen bereit sind. Ueber 100 Verfäuferinnen zeichneten sich ein. Mit einem Hoch auf die Sonntagsruhe, welches begeisterte Aufnahme in der Versammlung fand, Schloß der Vorsitzende Türk diefelbe. Die Freie Vereinigung der Kanflente" hielt am 16. d. eine interne Mitgliederversammlung ab. Dieselbe war sehr gut, namentlich von neuen Mitgliedern besucht, und widmete sich der Besprechung von Agitationsfragen. An der angeregten Diskussion betheiligten sich die Herren Borchardt, Heymann, Kat, Blum, Adler, Türk und Cohn. Es wurde die Einberufung einer großen öffentlichen Versammlung geplant, die sich mit der Statistik über die Arbeitszeit im Handelsgewerbe, wie sie von der Regierung ausgeführt wurde, beschäftigen soll. Ferner wurden die Mitglieder aufgefordert, alle ihnen zu Ohren kommenden Umgehungen der Sonntagsruhe sofort dem Redakteur des Handelsangestellten", Julius Türk, Solmsstr. 24, anzuzeigen, welcher die betreffenden Firmen allwöchentlich in diesem Blatte publiziren würde. Man hoffte so den immer mehr um sich greifenden Uebertretungen des Gefeßes entgegentreten zu können. Alsdann wurde die Abhaltung eines Winterfestes am 25. März beschlossen. Mölter. men. Goring. " 1 1 Treu und Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Karlsbad, 20. Februar. Im Rudolfschachte bei Patschirn 48. Musikverein Dfiris, bei Roll, Adalbertstr 21. Geselliger Berein Grüne Giche( por bem balle'schen Thor), bet Raporte, Golms: bei Chodan sind durch den Einbruch von Zagwässern 6 BergBergnügungsverein Alpenveilchen 2, Straußbergerftr. 3 bet arbeiter verunglückt. Birts. Bimmer- Schüßenverein Fein torn bet flatt, Boedhftr. 51. Regel- Klub 2uftige 13", präzife 8 Uhr, bet Boll, Wiener Straße 1. Sumorinischer Verein Bautenschwengel, Stallschreiberstraße 58. gnügungsverein Bruderbund, bei Noll, Andreasstr. 8. ftraße 1. " -O Ber Gesangverein Alt- Dessau, Abends& Uhr, bet kind, Wrangelstr. 91. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Männer Sonnabends Donnerstags und Abend; Gefangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für weißensee und umgegend. Tyrolienne, abends 9 Uhr bei Faufmann, Reichenbergerstr. 73a. bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chaussee. Männer Gefangverein Gesangverein Glodenrein, gemischter Chor, jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr bei Knapp, Kaftanten- Allee 95/96. Musikverein Frisch Auf, Annenftr. 14, bet Ehrenberg. Privat- Theaterverein Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Sof, Admiralitr. 18.- Theater- Berein, Bultanta 2" 9% Uhr, Vorstädtisches Rafino, Ackerstr. 144. Turnveein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Pantstr. 26. 1 1 Beretn Fraubrunnen, 22. Februar. Das hiesige Amtsgericht hat sämmtliche Eisenbahn- Angestellten, welche angeflagt waren, in fahrlässiger Weise das Eisenbahnunglück bei Zollikofen am 16. August 1891 verursacht zu haben, freigesprochen. London, 22. Februar. Bei der in Northmeath( Irland) stattgehabten Wahl für das Unterhaus wurde an Stelle des der Nationalisten Davitt, dessen Wahl wegen Beeinflussung Wähler durch die Geistlichkeit für ungiltig erklärt worden war, der Nationalist Gibney mit 2635 Stimmen gegen den Parnelliten Mahony gewählt, der 2876 Stimmen erhielt. Briefkaffen der Redaktion. R. B. Der Welfenfonds ist das beschlagnahmte Vermögen des Königs von Hannover, etwa 16 Millionen Thaler. Die 3infen sollten, so lange die Beschlagnahme währte, zur Befämpfung der Pläne des Königs von Hannover gegen Preußen und das Deutsche Reich dienen. G. N. 1000 Millionen sind eine Milliarde. A. H., Tegeler Chauffee. Den 3 wed Ihrer Einsendung haben wir wohl verstanden, alles andere ist uns aber unverständlich geblieben und ist uns auch durch Ihr zweites Schreiben nicht verständlicher geworden. " Geselliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwebter straße 44. Geselliger Klub Blau Veilchen, Abends 9 Uhr, Annenstr. 9 bet 6. Broß. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, puntt Pfropfenverein Webbing. Abends Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5.- Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, abends im Restaurant Göz, Oranienftr. 153. Bithertlub Gleich beit Abend 9 Uhr, bet Sohn, Zionstirchplay 11a. Gefangverein Broletariat Geselliger Verein ( gem.Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böckhir. 8.Universum, Sigung mit Damen Abends 9% Uhr b. Hagemann, Lothringerstraße 81. Borträge, Fidelitas. ber Geselliger lub alten Moabiter, Stephanjir. 23, bet Littto, jeden Donnerstag um 8% Uhr und Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Gefelltger Verein univerfum, Gizung Abends 9½ Uhr, im Reuaurant Neumann, intenftr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthitch tett und klub umor, Abends 9% Uhr, Lothringeritr. 105: Geselliges Betsammensetn mit, abends 9-11 Uhr, Bazenhofer Ausschant, Landsbergersir. 82. Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein angesfreunde J. N. Ob der Name des Randidaten auf dem Stimmzettel albesgrün, abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. geschrieben oder gedruckt ist, hat auf die Giltigkeit desselben keinen Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Deftillation, Einfluß. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant G. E. Sie fenden uns einen Ausschnitt der Gastwirths Stalizerfir. 41. A. Gašpar, Reichenbergeritr. 113a. Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr Restaurant Buder, Gräfeftraße 18. Rauchtlub Kernfpige, Abends Beitung". Wir werden uns doch nicht um das Gefläff jedes 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferftr. 8. Rauchtlub Arabi Pafcha, fleinen Röters fümmern. Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub Dhneftrett, Alter Abonnent. In 2 Jahren vom 31. Dezember des Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Be- Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flid. Abend 9 Uhr bet Fürstenau, Reichenbergerstraße 39. Rauchklub Theaterverein Mat Jahres ab gerechnet, in dem Zechschulden gemacht sind, verenfsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin, nahm in feiner glöd chen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3.- Rauchflub Brüderlich- jähren dieselben. Die Verjährung wird durch Anerkenntniß unterGeneralversammlung am 16. Februar den Kassenbericht des fett, von 9 bis 11 Uhr bei Lehmann, Katser Franz- Grenadier- Platz 7. brochen. legten Quartals entgegen. Hiernach beläuft sich die Einnahme auch tlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet E. Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg.- Rauchflub Eldorado, auf 1594,75 M., die Ausgabe auf 1850,40 M.; mithin war ein abends 8 Uhr, Restaurant W. Schulze, Ostbahnhof 7. Rauchtlub Su Zuschuß aus der Hauptkasse im Betrage von 255,65 M. er- matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Krause, Gitschtnerstr. 93. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei üürich, Wrangelstr. 84. forderlich. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kassirer ein- tub tüd wärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Ballifadenſtr. 47. stimmig Decharge ertheilt. Der Mitgliederstand war am Schlusse Ruderverein Borwärts. Sigung Abends 8 Uhr, bei Bodenburg, des Quartals 1106. Schießtlub Tell, Den Bericht der Statutenberathungs- Rommandantenftr. 10-11. Gäste willkommen. Kommission gab Kollege Leuchner. Ein Antrag, die Kommission Abends 8 Uhr bei Nikolet, Elifabethkirchstr. 17. Lehrkurfus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten noch weiter bestehen zu laffen, damit sie mit der Verwaltung das gilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 23. Februar, Abends 8% Uhr, statistische Material betreffs Arbeitslosen- Unterstüßung verarbeite, bet Bots, Alte Jakobstraße 75: Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag des wurde angenommen. Als Delegirte zum Kongreß wurden fol- SHerrn Dr. Guttmann. gende vier Kollegen gewählt: Dübelt, Lithograph, Albert Schulz, Steindrucker, Rose, Schleifer, Scharnow, Präger. Zum Arrangement des nächsten Sommerfestes wurde sodann eine Kommission von sieben Kollegen gewählt. Zum Schluß ersuchte Friedewald die Personen, zu der am 5. März stattfindenden Matinee recht fleißig Billets umzusetzen. Die Allgemeine deutsche Zuschuß- Kranken- und Sterbetaffe( Siz Mainz) theilt in einer an uns gerichteten Zuschrift mit, daß sie ihren Mitgliedern für einen wöchentlichen Beitrag von 20 Pf. 6 M., für einen Beitrag von 25 Pf. 9 M. und für einen Beitrag von 35 Pf. 12 M. Krantenunterstüßung gewährt. Das Einschreibegeld beträgt bis zum 45. Lebensjahre 1 M. 30 Pf.; ferner werden bis zum 18. März Personen im Alter von 45 bis 55 Jahren gegen ein Einschreibegeld von 5 M. 30 Bf. auf genommen. Die Zahlstelle für NW befindet sich im Lotal von Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28, Beiträge, sowie Anmeldungen zur Aufnahme werden dort Sonnabends von 8-10 Uhr entgegengenommen. Sprecisaal. StatDie Rebattion ftellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; ste wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Jugendunterricht in der Freireligiösen Gemeinde. Viele Eltern, sowohl Mitglieder unserer Gemeinde, als auch außerhalb derselben stehende Dissidenten, schicken ihre Kinder zu uns, damit diese an unserem Sittenunterrichte wie der denselben abschließenden Jugendfeier theilnehmen. Es ist eine Aufgabe von hoher fittlicher Bedeutung, die uns hiermit zufällt, und wir gehen mit großem Ernst an ihre Lösung. Wir geben den Kindern in der Erziehung zu unseren Anfchauungen und Grundsägen alles das, was fie befähigt, felbständig denkende, sich der Motive wie der Verantwortlichkeit für ihre Handlungen voll bewußte Menschen, nüßliche, das Gemeinwohl ördernde Gesellschaftsglieder zu werden. Wittenberge. Ist theilweise vor Eingang Ihres Briefes in Nr. 45 beantwortet. Nach Entscheidungen des Kammergerichts tann einer geschlossenen Gesellschaft das Verweilen und Trinken nach 12 Uhr nicht untersagt werden. A. M. Auf Naturalisirung in Preußen hat niemand ein Recht. Das Gesuch muß zu polizeilichem Protokoll in dem Polizeirevier, wo Sie wohnen, gegeben werden. Aussicht auf Eriolg hat dasselbe nicht, falls Sie, wie Sie mittheilen, aus politischen Gründen bestraft sind, denn zur Naturalisirung ist die Zustimmung der Polizeibehörde bezüglich der Regierung er= forderlich. W. R. 1893. Das Aufgebot muß in den beiden Gemeinden, in denen die Verlobten ihren Wohnüz haben und, wenn einer der Verlobten seinen Wohnsiz innerhalb der letzten 6 Monate gewechselt hat, auch in der Gemeinde seines früheren Wohnfißes Jerfolgen. Das Aufgebot muß mindestens 2 Wochen hängen. Sie thun gut, wenn Sie zu Pfingsten heirathen wollen, nicht zu lange mit dem Antrag auf Aufgebot zu warten. B. T. 1. Die Militärpension kann Ihrem Vater nicht ents zogen werden, auf Festsetzung des Pflegegeldes hat Ihr Vater ein gesetzliches Recht nicht; bei der Festsetzung von Pflegegeld pflegt berücksichtigt zu werden, ob der Betreffende Pensionen oder sonstige Bezüge anderswoher hat. W. H. Der Ehefrau die Wirthschaft verschreiben, um vor Gläubigern sich zu schützen, ist kostspielig, anfechtbar, wirkungslos und strafbar. Alle derartigen Manipulationen müßen auch gegenüber dem Retentionsrecht des Wirthes nichts. A. K. 14. Die Frau eines Erfahreservisten erhält zwar während der ersten Uebung nichts, wohl aber während der zweiten und dritten Uebung dieselbe Unterstüßung wie die Frau eines Reservisten. Luther- Worms. The shirtmaker of Manchester. Arbeiter- Sanitätskommission. Druckfehler- Berichtigung. Der sozialdemokratische Wahlverein für den 5. Wahl freis hatte zum 21. Februar eine Versammlung anberaumt. Dieselbe war wie immer polizeilich angemeldet, jedoch hatte der Unser leitender Grundsay ist:" Freie Selbstbestimmung ge Borsigende, wie er Abends 91/4 Uhr mittheilte, die Bescheinigung mäß der fortschreitenden Vernunft und Wissenschaft auf allen nicht erhalten. Der Vorsitzende mußte daher zur Räumung des Gebieten des Lebens", unsere höchste sittliche Forderung das In unserem Bericht in Nr. 44 soll es unter Wald st r. 30 statt: Saales auffordern, ohne die Versammlung eröffnet zu haben. Streben nach demjenigen Gemeinwohl, in welchem zugleich das 8-10 Wochen heißen: 8-10 Tage. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. "