Nr. 190. Abonnements- Bedingungen: • Ebonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. BoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Brestags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. „ Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Beriln". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zur Abstimmung der badischen Fraktion schreibt uns Genoffe Eichhorn: Kolb schreibt: Sonnabend, den 15. August 1908. unterlassen, ihr Mißtrauen gegen die Regierung durch Ablehnung des Gesamtetats zum Ausdrud zu bringen." Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. gegangenen materiellen Beschlüsse in keiner Weise mehr beeinflußt werden. Die badische sozialdemokratische Landtagsfraktion hat nun einstimmig allen Einzeletats, sowie allen Gesetzen, die diesem Landtag vorgelegen haben, zugestimmt. Unter diese Geseze fällt auch das erst vor einigen Tagen verabschiedete Steuergefeß, dem auch die beiden diffentierenden Fraktionskollegen zugestimmt und damit der badischen Regierung de facto die Mittel zum Vollzug des Budgets bewilligt haben... Es hat gar keinen Sinn, bei der rein formellen Abstimmung über den Gesamtetat„ Nein" zu sagen, wenn man zuvor allen Gesetzen und allen Einzelbudgets zugestimmt hat." nur Es ist noch sehr zweifelhaft, ob es notwendig ist, sich für ein Beamtengefeß, wie das vorstehend charakterisierte, und für einen Gehaltstarif, der nach oben wohl sehr erheblich, nach unten aber recht bescheiden aufbessert, so start ins Zeug zu legen. Aber gut, die Fraktion hat beiden zuNachdem Genosse Stolb, einer der Wortführer der gestimmt, und es ist von feiner Seite ernsthaft die Ablehnung Fraktionsmehrheit, die für das badische Budget stimmte, diese begehrt worden. Aber anders steht es mit der Beschaffung Abstimmung begründet, wird es nicht verfrüht sein, wenn auch der Mittel: das Vorgehen der Regierung war hierin im Abstimmung begründet, wird es nicht verfrüht sein, wenn auch ersten Stadium wirklich fortschrittliche Politit: ich als bisheriges Mitglied der badischen Kammerfraktion sie verlangte Erhöhung der Vermögenssteuer von So wie Kolb die Sache darstellt, liegt sie nun doch nicht; meine Meinung zu der Frage ausspreche. 11 auf 12 Pfennig pro 100 Mark Steuerkapital und wollte erstens hat die Fraktion sicher nicht allen Einzelbudgets durch die erzielte Mehreinnahme eine alte ungerechte zugestimmt. Ich weiß es zwar nicht genau, da ich mich in " Irgendwelche Einmischung in unsere spezielle badische Politit Fleischsteuer, welche jährlich zirka 800 000 Mart bringt, dieser Session infolge meiner Anwesenheit im Reichstag und die ihr entsprechende Tattit von Berlin aus aufheben. lehnen wir ebenso höflich wie entschieden ab. Damit foll recht wenig an den Landtagsarbeiten beteiligen nicht gesagt sein, daß wir gutgemeinten Rat Die Vertreter des Besizes, die nationalliberale fonnte; aber ich kann nicht glauben, daß von der schlägen, auch wenn sie aus Berlin fommen, kein Gehör und die Zentrumspartei lehnten eine Erhöhung der Ver- Fraktion dem Kultusbudget, der Zivilliste, den schenken. Wo man aber solche für angebracht und zweckmäßig mögenssteuer ab. Ganz begreiflich. Sie wollten Rücksicht auf Ausgaben für Gesandtschaften, für die Ordens. hält, müssen sie in einem Tone und in einer Form gemacht ihre Klasse nehmen und gleichzeitig Wahlpolitit treiben, tanzlei usw. zugestimmt wurde! Dann aber ist die werden, die nicht verlegend sind." denn im nächsten Jahre sind Landtagswahlen! Aber Abstimmung über die Einzeletats in Erwartung der namentKolbs Auffassung von dem Charakter der deutschen Ge- unbegreiflich ist, daß unsere Genossen schon zu lichen Abstimmung über das Gesamtbudget auch eine so samtpartei ist grundfalsch. Es gibt keine spezielle badische Beginn der Session bei der Festsetzung des provisorischen formlose, daß nicht auf Zustimmung eines sozialdemokratische Politit, wie es teine selbständige Steuerfußes der vorläufigen Forterhebung der jeden, der sich bei den Hunderten von Positionen, die badische oder sächsische oder preußische Partei gibt, deren jede Steuer, dem niederen Steuerfuß von 11 Bf. Vermögens- ihm nicht passen, nicht dagegen erhebt, geschlossen sich die Einmischung der Parteileitung verbitten könnte. Der steuer zustimmten! werden tann! Das Schwergewicht liegt im Landtage Föderativcharakter des Reichs ist nicht übertragen auf die Bei der definitiven Festsetung ist nicht mehr wie im Reichstag eben im Finanzgesetz, das alle EinzelPartei, wir haben vielmehr eine geschlossene viel zu retten gewesen. Die Vermögenssteuer wurde positionen zusammenfaßt! Und wie das Budget als deutsche Partei. Bestimmt durch den internationalen trotz der Anträge unserer Vertreter in der Budgetkommission Ganzes aufzufassen ist, als Ausdruck des gesamten RegierungsCharakter der Partei, maßen wir uns sogar an, uns in die nicht erhöht, dafür aber eine weitere Erhöhung der systems, so muß auch die Schlußabstimmung darüber das sozialistische Politik ausländischer Staaten einzu- Eintommensteuer von 10 Proz. vorgenommen. Vor Fazit unserer Stellung zu diesem System sein! mischen und wie die Ergebnisse unserer internationalen einigen Jahren wurde diese Steuer bereits um 20 Proz. erhöht; Man kann da nicht willkürlich sagen, die Zustimmung Kongresse zeigen nicht ohne Erfolg! es ruht also jetzt ein volles Drittel Steuern mehr auf den soll tein Vertrauensvotum sein. Selbst dann nicht, wenn ein Einkommen, wobei was hier ausschlaggebend auch die Minister zu Hilfe kommt und sich über das„ Mißtrauen" der tleinen Einkommen getroffen werden, während die Ver- budgetbewilligenden Sozialdemokraten beklagt! Die badische sozialdemokratische Landtagsfraktion ist ber mögen des landwirtschaftlichen und des industriellen Sapitals Der Minister Honsell hielt es vielleicht aus Rücksicht pflichtet, innerhalb des Rahmens der Parteigrundsäge und Partei- Schonung finden! auf den gegenwärtig etwas fozialistenfeindlichen Regierungsbeschlüsse tätig zu fein." Und um diese tapitalistische Steuerpolitik zu krönen, furs in Baden für nötig, die Staatsfeindlichkeit Dieser Satz ist ihm gewissermaßen Voraussetzung seiner lehnte die Mehrheit des Landtages den Regierungs- der Sozialdemokraten besonders zu unterstreichen. Um so mehr Ablehnung einer Berliner" Einmischung. Gut! Gegen vorschlag, die Fleisch steuer aufzuheben, ab! Der bemühte sich der Führer der Demokraten, Professor Heimihn aber verstößt die Zustimmung der Referent, Oberbürgermeister Dr. Wilckens, zitiert selbst aus burger, im Interesse eines bei den nächsten Wahlen etwa Fraktionsmehrheit zu dem Budget! In der einer Fleischerpetition: nötig werdenden Großblocks, eines Bundes von NationalLübecker Resolution, die hier maßgebend ist, heißt es ganz" Die vielfach verbreitete Annahme, diese Steuer werde liberalen bis zu den Sozialdemokraten, sofort nachzuweisen, flar: eine Zustimmung zu dem Budget kann nur aus- regelmäßig vom Megger getragen, ist irrig. Die daß die Sozialdemokraten keineswegs staatsfeindlich seien, nahmsweise aus zwingenden, in besonderen Ver. Fleischsteuer bildet bielmehr einen Teil der wenn sie einem Minister ihr Mißtrauen aussprechen! Recht hältnissen liegenden Gründen gegeben werden!" Produktionstosten, die unter normalen Wer hat er damit, nur galt es bisher für selbstverständlich. hältnissen dem Megger im Verkaufspreis Genosse Bebel, der Vater dieser Resolution, der sie vor der Einbringung mit Ulrich, David, Stolten und wahrscheinlich auch noch anderen Vertretern in bundesstaatlichen Landtagen besprach, gab auch die beiden seiner Auffassung. nach einzig in Frage tommenden Beispiele, was unter solchen ausnahmsweisen Fällen zu verstehen sei: einmal, wenn durch unsere Zustimmung zu dem einen ein anderes für die Steuerzahler und δαξ Volk schlechteres Budget ferngehalten werden tönne( Anwendung der Theorie bom fleineren Uebel), und dann, wenn wir in einem Parlament die Mehrheit haben und in die Lage kommen, ein nach unserer Auffassung gestaltetes Budget zur Annahme und Durchführung zu bringen. Und nun zur Budgetbewilligung selbst. Kolb schreibt: " 19 feiner Ware wieder erjest werden. In Zeiten hoher daß Sozialdemokraten Feinde des Gegenwartsstaates find! Wiehpreise mag er vorübergehend außerstande sein, sie wieder Wenn es so weiter geht, wird allerdings die Mehrheit abzuwälzen; er wird sich dann aber bei sintenden Wie hpreisen der sozialdemokratischen Landtagsfraktion dieses bürgerliche für jene Ginbuße wieder zu entschädigen suchen. Der eigentliche Lob bald verdienen! Aber man darf dann nicht Träger der Fleischsteuer ist also der Fleisch mehr behaupten, daß man innerhalb des tonfument. Doch wird dieser von ihr nicht nach seiner Rahmens der Parteigrundsäge und und der Leistungsfähigkeit, die den einzigen Maßstab einer gerechten Be- Parteitagsbeschlüsse handelt! fteuerung bildet, sondern nach seinem Verbrauch belastet, berhauptsächlich von der Größe seiner Familie und von der Intensität seiner Tätigkeit ab hängt." vielleicht ein Grund mehr, gegen die Abschaffung Diese Erwägungen waren für die bürgerliche Mehrheit dieser Fleischsteuer zu stimmen; aber wie in aller Welt das on einem relativ niederen Steuerfuß bei einer start tommen Sozialdemokraten dazu, einem Steuergesetz, Beide Fälle liegen hier nicht vor! Es sind aber auch keine anderen zwingenden und besonderen Gründe" vorhanden, die ausnahmsweise die Zustimmung rechtfertigten. agrarisch gearteten Vermögenssteuer festhält, das die Aufhebung der indirekten Fleischsteuer ablehnt In der offiziellen Erklärung der Fraktionsmehrheit und dazu noch die Einkommensteuer für die niederen Einheißt es: tommen um 10 Proz. erhöht, zuzustimmen? ,, Mit Rücksicht darauf, daß für die kommende Budgetperiode Man kann also suchen, wie man will, die zwingenden" berhältnismäßig erhebliche Beträge zur Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiter- Gründe, welche die Fraktionsmehrheit nötigten, gerade wegen Löhne angefordert werden, stimmt die sozialdemokratische Fraktion der Gehaltserhöhungen dem Budget zuzustimmen, finden sich nicht! für das Finanzgesetz." Auch in anderen Sessionen mußten die erbärm Dagegen enthält die Motivierung der Zustimmung selbst lichen Löhne der Eisenbahnarbeiter usw. etwas erhöht werden, eine Reihe von Gründen, die, unabhängig von der prines wurden auch dringend nötige Erhöhungen der Lehrer- zipiellen Seite, für strikte Ablehnung des Budgets sprechen. gehälter beschlossen; die Fraktion hatte gewiß das größte Die Erklärung besagt in dieser Beziehung: Der Disziplinbruch und die Parteipreffe. Die füddeutsche Parteipresse. Münchener Post": Es sieht nicht gut aus, daß der„ Borwärts" in seiner Eigens schaft als Zentralorgan sich derart in eine unberechtigte Aufregung hineinredet. Bei der ganzen Angelegenheit ist nur eine tage zu entscheiden, nämlich die, ob die Erklärung der badischen Parteigenossen die Bedingungen des Lübecker Beschlusses erfüllt oder nicht. Der Vorwärts" ist der Meinung, das sei nicht der Fall; die süddeutsche Parteipresse ist anderer Ansicht. Zu entscheiden hat nun der Parteitag. Im Interesse der Partei liegt es, die fachliche Entscheidung nicht durch unangebrachte Vorwürfe wie„ Minierer"," wohlerwogener Disziplinbruch". und ähnliche negative Liebenswürdigkeiten zu stören." " " " Fränk. Tagespost": " Wir beabsichtigen nicht, auf diese sonderbar aufs geregten und übertreibenden Ausführungen des Vorwärts" einzugehen, wir wollen ihn vielmehr ausreden lassen, um dann in aller Ruhe unsere Anschauungen klar zu legen. Wir begreifen ja einigermaßen diese Stimmung des Vorwärts", hat er doch seinen Groll über süddeutsche Etatsabstimmungen länger als ein Jahr im Busen schweigend bewahren müssen. Kein Wunder, daß sich da die aufgespeicherte Erregung, die seit der Schwabenabstimmung des Vorjahres ihn bedrängt, in so gewaltiger Weise entleert." Verdienst um diese Fortschritte, aber sie stimmte deswegen Diese Abstimmung soll ein Vertrauensvotum für doch gegen das Gesamtbudget! Die Arbeiter und Beamten die Regierung sein. Die Politik des Ministeriums wird vielmehr, wie bisher, von der Fraktion energisch wären auch diesmal nicht um ihre Zulagen gekommen, wenn bekämpft werden, da die Regierung wiederholt in die neun Mann der Frattion am Prinzip festgehalten hätten, Wort und Tat, wie z. B. im Falle des Eifenbahn. denn das Budget wurde ja einstimmig- mit zirka arbeiters Schäufele, den Grundsatz der st aatsbürger70 Stimmen angenommen! Ja, hätten wir die Mehrlichen Gleichheit gegenüber Angehörigen der sozialdemoheit gehabt und unter solchen besonderen Ver- fratischen Partei verlegte und durch ihre Haltung im hältnissen das nach unserer Auffassung ge- Bundesrate, namentlich auch bei Beratung der Reichsstaltete Budget angenommen, dann wären die kleinen finanzreform, wichtige Boltsinteressen schädigte." Beamten ganz wesentlich besser bei der Gehalts- Na, also! Keine durchschlagenden Gründe, für das regulierung weggekommen, und das Beamtengesetz wäre kein Budget zu stimmen, aber Ursache genug, der Regierung ein snahmegeset gegen Frauen geworden, als direktes Mißtrauensvotum auszustellen! Und doch Zustimwelches man es ohne Uebertreibung ansprechen kann. Aber die Mehrheit der Fraktion legte Wert darauf, die Stolb sieht schließlich die Schwierigkeit ein, diese Wider- Bruches der Parteidisziplin und des Versuches, einen füdBerantwortung für dieses Beamtengeset, sprüche begreiflich zu machen, er spielt die ganze Budget- deutschen Sonderbund in der Partei zu gründen, nennen die er spielt die ganze Budget das die Frauen niedriger einschätzt als die Männer und das abstimmung auf eine reine Formsa che hinaus und stößt" M. P." und die Fr. Tagesp."" unberechtigte" und" fonderbare Aufregung". Die Fr. Tagesp." würzt diesen frampffeine Gewähr gegen Maßregelung politifch damit natürlich wieder unbequemer Leute bietet, mitzutragen! Und es über den Haufen, die sowohl der Frankfurter als haften Scherz noch durch die unwahrheit, daß der Vorwärts" heißt in der offiziellen Motivierung der Abstimmung weiter: der Lübecker Parteitag der Budgetbewilligung seinen Groll über die vorjährige Etatsbewilligung der Württemberger schweigend" habe im Busen bewahren" müssen, „ Nachdem die sozialdemokratische Fraktion am Zustandekommen gaben! Kolb sagt: der Beamtengesetze nach besten Kräften mitgearbeitet hat, hält sie fich für verpflichtet, mitzuwirken bei der Beschaffung derjenigen Mittel, die zur Ausführung dieser Gesetze notwendig sind. Nur aus diesem Grunde hat die Fraktion es l mung zum Budget?! die Detlaration Die gebotene Schärfe der Kennzeichnung eines doppelten " " Vor der Abstimmung über den Gesamtetat wird im während der Vorwärts" gerade im August vorigen Jahres badischen Landtag über jedes einzelne Budget bedie Abstimmung der württembergischen Landtagssonders abgestimmt. Die Gesamtabstimmung ist nur frattion in zwei recht eingehenden Leitartikeln ein formeller att, durch welchen die vorher- behandelt und gemißbilligt hat! Auch der Straßburger„Freies Press hätte diese Tatsache bekannt sein dürfen l „Schwöb. Volkszeitung"(Augsburg): „Nach unserem Dafürhalten ist es das gute Recht der siid« deutschen parteigenvssischcn Landtagsfraktionen, zur Besprechung gemeinsamer Fragen sich so oft zusamnienzufinden. als sie es eben für nötig halten, ohne er st in Leipzig um gütige Erlaubnis und in Berlin um freund- liche Mitwirkung anzufragen. Wir halten auch die Darstellung des„Vorwärts" vor der Hand für viel zu wenig er- schöpfend, um darauf ein Urteil aufzubauen, und möchten daher den bayrischen LaudeSvorstand um seinerseitige erschöpfende Auf- klärung ersuchen, die allerdings nicht lange auf fich warten lassen dürfte. Ein Schweigeverbot gegenüber dem Parteivorstand würden wir freilich unter allen Umständen auch für eine Kinderei ansehen." „Mannheimer Volksstimme": „MitihrerErklärung hat die sozialdemokratische Fraktion sBadenS) bewiesen, daß ihr Beschluh, dem Budget zuzustimmen, durchaus auf dem Boden der bisherigen Parteibeschlüsse, insbesondere der Lübecker N e's o- l u t i o n steht. Damit fällt natürlich auch der Vorwurf dahin, daß eine„Auflehnung gegen die Parteidisziplin" vorliege, die geahndet werden müsse. Die„grundsätz- liche" Frage, ob die Lübecker Resolution richtig oder falsch sei, wird durch die Stellungnahme der badischen LandtagSfraktion in keiner Weise berührt, und wenn überhaupt eine Diskussion über die Abstimmung unserer badischen Abgeordneten geführt werden soll, so wird sie loyaler- weise nur auf dem Boden geführt werden dürfen, auf den die Fraktion selb st sich ausdrücklich gestellt hat. Die Frage wird dann einzig die fein, ob die Gründe, die die Fraktion zur Bewilligung des Budgets bestimmten, im Sinne des Lübecker ParteitagSbeschlusfeS„zwingende" waren oder nicht. Und auf diesem Boden wird sich, dessen find wir sicher, bei gutem Willen leicht eine Verständigung herbeiführen lassen. Jedenfalls ist es bei dieser Lage der Dinge absolut unangebracht, die Diskussion in einer Weise und in einem Tone zu führen, als ob die heiligsten Grund- sähe der Partei verletzt worden wären." Dieser Auffassung der„Mannheimer Volks- st i m m e" treten besonders scharf zwei mitteldeutsche Parteiblätter entgegen, deren Aeusterungen wir deshalb gleich an dieser Stelle wiedergeben wollen: „Thüringer Bolksfreund"(Sonneberg): Diese Erklärung mag begreifen, wer kann.„Es soll kein Vertrauensvotum für die Regierung fein", aber: wir drücken der Regierung durch die Zustimnuing zun, Bugdet unser Vertrauen aus.„Wir werden die Regierung nach wie vor bekämpfen", des- halb geben wir die Waffe der Budgetverweigerung aus der Hand.„Die badische Regierung hat in Wort und Tat den Grundsatz der Gleichheit gegenüber Angehörigen der Sozial« demokratie verletzt, und durch ihre Haltung im Bundesrat bei der Finanzreform wichtige Volksrechte geschädigt"; und daS belohnen wir badischcn LandtagSabgeordneteu dadurch, daß wir es„unter- lassen, der Regierung ihr Mißtrauensvotum durch Ablehnung des Gesamtetats zum Ausdruck zu bringen". Wahrlich, widerspruchsvoller hätte man sich nicht gut aus der Affäre ziehen können. Und eine solche Haltung muß die badische LandtagSfraktion gerade jetzt einnehmen; zu einer Zeit, in der die Sozialdemokratie gegenübersteht einer einzigen reaktionären Masse— dem Block. Anstatt gerade in dieser Zeit die allerstrengste Disziplin zu üben, erlaubt man sich in Baden solch rollenwidrige Seitensprünge." „Erfurter Tribüne": „Die Erklärung ist reizend. Sie paßt so ungefähr auf alles, was wir bekämpfen und ablehnen. Nach diesem Schema kann auch die NeichStagSfraktion nicht mehr so spröde sein und den Reichs- etat ablehnen, denn eS paßt auch dazu ganz vortrefflich. Die zu- künftige Erklärung der ReichStagSfrattion dürfte etwa lauten: Die Regierung hat der Gleichheit der Staatsbürger ins Gesicht ge- schlagen; die Regierung läßt Klassenjustiz gegen die Arbeiter- klasse üben; die Regierung vertritt nur die Interessen der besitzenden Klasse usw. usw. Da aber im Etat auch ein paar Pfennige für irgend einen der Arbeiterklaffe zugute kommenden Zweck ausgeworfen sind, deshalb stimmen wir für das Budget. Aber das meint noch lange keine„Verttauenskund- gebung". Bewahre I Wir mißtrauen nach wie vor,— um aber natürlich nächstes Jahr und in Zukunft in gleicher Weise„ja" zu sagen. Eine solche Komödie wäre eben eine Komödie, ein Widerspruch in sich selbst; denn die Gewalt der Klasienregierung bricht man nicht durch eine platonische „Erklärung", wenn man ihr zugleich damit die Mittel zur Aufrechterhaltung ihrer Klassen- gewalt bewilligt. Entweder oder! Jede Opposition schlägt sich selbst die Waffe aus der Hand, wenn sie den Fort- bestand der Klasienregierung durch Belvilligung der Mittel sichert." Weitere Verteidiger des DisziplinbruchcS. „Bergische Arbeiterstimme"(Solingen): „Aus diesen Mitteilungen geht hervor, daß die badische Land- tagSfraktiou im Einverständnis mit dem badischen Parteivorstand und den Redaktionen der badischcn Parteiblätter gehandelt� und sich durch daS diktatorische Eingreifen des Berliner ParteivorstandeS verletzt gefühlt hat. Die Kompetenzfrage liegt, wie wir schon gestern hervorgehoben, nicht ganz, leicht, da eine LandtagSfraktion und ein LandcSvorstand unzweifelhaft für sich daS Vertrauen beanspruchen müssen, zunächst einmal auf eigene Verantwortlichkeit hin handeln zu dürfen. Daß sie über ihre Handlungen sowohl den Genossen im Lande wie der Gesamtpartei Rechenschaft abzulegen haben, versteht sich von selbst." Eine pflichtgemäße Anfrage des Parteivorstandes an die Vertretung einer Landesgruppc wird hier also zum „diktatorischen Eingreifen des B e r l i n e r(I) Partei- Vorstands". Offenbar stanimen diese Sätze, die an Parttku- larismus und Demagogie wirklich Hervorragendes leisten, von dem bekannten ehemaligen Nationalsozialen, der bereits im vorigen Jahre bei der Kolonialdebatte bewies, daß er die Elementarbegriffe des Sozialismus noch nicht bewältigt hatte. Hier beweist er nun, daß er auch keine blasse Ahnung vom Wesen einer demokratischen Parteiorganisation besitzt! „VolkSblatt"-Bochm«: „Endlich haben wir den fälligen Parteikrach. ES ging wie immer: die„Leipziger Volkszeitung" pfiff vor und der„Vorwärts" tanzte nach. � Am 8. August stellte die„Leipziger Volkszeitung" in durchschossenem Druck die hochnotpeinliche Frage, ob es wahr sei, was sie gehört habe, daß nämlich die sozialdemokratischen Mitglieder der süddeutschen Land- tage beschloffen hätten, für die Landesbudgets zu stimmen. DaS ließ den„Vorwärts" nicht schlafen. In seiner Sestrigen Nummer veröffentlicht er unter der alarmierenden Ueber- hrift„Auflehnung gegen die Parteidisziplin" einen Leitartikel, der dem„Vorwärts" sofort wieder die bisher lange vermißte Beachtung bei der bürgerlichen Presse verschaffte. Sie behandelt den Artikel des„Vorwärts" bereits in Leitartikeln mit angemessenen Kommentaren. Wir ziehen aus dieser Geschichte zunächst einige anders Schlöffe als der„Vorwärts". Erstens entspricht der Sachverhalt selbst in der uns allein bekannten Darstellung des„Vorwärts" keineswegs der aufregenden Ueberschrift des ,Vorwärts"-Arttkels. Von einer Auflehnung gegen die Parteidisziplin zu reden, ist nichts als unangemessene SensationS macherei. Der„Vor- wärtS" weiß nur zu melden, daß eine Anzahl süddeutscher Ge- Nossen den Plan gefaßt haben— nicht etwa gegen den Lübecker ParteitagSbeschluß zu handeln—, sondern„eine Beseitigung des Lübecker' Parteitagsbeschluffeö anzustreben".... Die Frage der Budgetbewilligung ist eine taktische. Selbstverständlich wird kein aufrechter und urteilsfähiger Demokrat dem gegenwärtigen Re- giment im Reiche oder der gegenwärtigen preußischen Regierung oas Budget bewilligen. Dennoch kann man über die Zweck« Mäßigkeit des Lübecker Beschluffes geteilter Meinung fein, wie denn sogar der Lübecker Parteitag selbst geteilter Meinung dar- über war." Weiter will aber der„Vorwärts" erfahren haben, daß die sozialdemokratische Fraktion deS badischen Landtages beslbkoffen habe, diesmal daS Budget zu bewilligen. Daß dieser Beschluß eine Wirkung der Stuttgarter Verhandlungen sei, ist eine bloße Vermutung des„Vorwärts"... Was schließlich der„Vorwärts" über das Eingreifen des ParteivorstandeS mitteilt, ist vollends seltsam. Nach der Be- hauptung deS„Vorwärts" hätte der Parteivorstand, alS er— nicht etwa von Handlungen der badischen Genossen Kenntnis— sondern von Absichten der Genossen hintenherum erfuhr, diese zur Rechtfertigung aufgefordert. An sich schon ein ungewöhnlicher Vorgang. Ob die Berufung des badischen LandeSvorstandeS auf das Schweigegebot angemessen war, bleibe zunächst dahingestellt. Immerhin würde sich auf eine ungewöhnliche Anfrage eine ungewöhnliche Antwort rechtfertigen. Wenn aber darauf der Partei- vorstand an den badischen Landesvorstand in dem Tone, mit den Worten telegraphiert hat, wie der„Vorwärts" das wiedergibt. dann würden wir vollständig begreifen, wenn der badische Landesvorstand darauf einfach schwiege. Wir hätten eS dann— immer vorausgesetzt, daß die Angaben deS „Vorwärts" über das Verhalten des ParteivorstandeS richtig sind, was uns bis jetzt noch sehr zweifelhaft erscheint wohl mit einer durchaus angemessenen Form der Auflehnung gegen unangemessenes Auftreten des Parteivorstandes zu tun, eine Auflehnung gegen die Parteidisziplin vermöchten wir aber auch darin nicht zu sehen. Die Pflicht der Subordination be- steht wohl im preußischen Heere, nicht aber in der deutschen Sozialdemokratie". Darauf hat schon der selige Heine geantwortet: „Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, Wir kennen auch die Verfasserl" „Volkswille"-Hannover: „Diese Erklärung(der badischen Fraktion) ent- spricht unseres ErachtenS durchaus dem Lübecker Beschluß. Bemerkt sei noch, daß die badische Landtagsfraktion in Uebereinstimmung mit allen Landesinstanzen gehandelt hat. ES haben also weder die süddeutschen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten im allgemeinen, noch die badischen im besonderen gegen die Parteidisziplin ver- stoßen. Bleibt also nur noch die„Geheimnis- krämerei" gegenüber dem Parteivorstand. Die„Münchener Post" stellt nun fest,„daß der Parteivorstand nach dem Organisationsstatut keinerlei Aufsichtsrecht über die Landtagsfraktionen ebensowenig wie über die Reichstagsfraltion habe. Wenn er etwas tadelnswert finde, so sei der Parteitag der Ort, die Beschwerden vorzubringen... Das ist alles ganz gut und schön. Trotzdem meinen wir, daß der badische Landesvorstand, ohne sich und den übrigen Ge- Nossen etwas zu vergeben, dem Parteivorstand von der bestehenden Absicht sehr wohl hätte Mitteilung machen können unter Angabe der Gründe, die sür den bereits gefaßten Beschluß ausschlaggebend gewesen. Vor dem Parteivorstande braucht man doch derartige „Geheimnisse" nicht ängstlich zu hüten, noch dazu, wenn es sich um eine Angelegenheit handelt, die die gesamte Partei interessiert und die noch obendrein in wenigen Tagen zu jedermanns Kenntnis gelangt." Proteste. Frankfurter„Volksstimme". „Dieser parlamentarische Vorgang hat bei weitem nicht die grundsätzliche Bedeutung, die ihm beigemessen wird. Unsere außerparlamentarische Arbeit unter dem Proletariat selbst ist v i e l w i ch t i g e r. Im Einzelfalle können zwei ganz grundsatzfeste Parteigeuosten ganz verschieden zu der Frage stehen, wie im Parlament abgestimmt werden soll. DaS besagt aber auch, daß von denjenigen süddeutschen Genossen, die für Bewilligung deS Budgets aus Gründen find, wie sie gestern Genosse Franck im badischen Landtag darlegte, die Nach- teile weit überschätzt werden, die unserer Agitation auS einer Ablehnung des Budgets erwachsen würden. Wir können in der Agitation wirklich den Vorwurf sehr leicht wagen, daß wir eine StaatSrechuung in ihrer Gesamtheit ablehnten, trotz- dem wir an der Einstellung einer großen Anzahl von Einzelposten mitarbeiteten und für sie stimmten. DaS machen wir bei jedem Gesetz so.. Im jetzigen badischen Falle macht eS die Haltung unserer Geuossen eher schlimmer als besser, daß sie erklären, ihre Regierung sei reaktionär, sie stimmten aber wegen der veamtengehälter und Arbeiterlöhne für daS Budget. DaS ist ganz verkehrt. Die magere Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiterlöhne tritt auch ohne unsere wenigen Stimmen ein; da- gegen gaben unsere badischen Genossen mit ihrer Zustimmung eine Waffe aus der Hand, die sie als Klaffenkämpfer so lange Hand- haben müssen, als der badische Staat überwiegend reaktionär regiert wird. Sonst fehlt ihrer ganzen parlamentarischen Altion die proletarische Spitze.... Die Hervorkehrung des Schweigegebots gegen den Parteivorstand vollends halten wir für ganz besonders ungeschickt. Die badischen Genossen konnten der Gefahr, daß sich der Parteivorstand als übereifriger Zensor für einzelne Landtags- fraktionen aufspiele, nicht besser begegnen, als dadurch, daß sie ihm das Muster kameradschaftlichen Verkehrs gaben, das ihre Ant- wort nur zu sehr vermissen läßt." „Mülhäuser VolkSzciwing": „Den Ausführungen des„Vorwärts" haben wir nichts hinzu- zufügen, wir legen nur Gewicht darauf, festzustellen, daß wir durchaus damit einverstanden find." „Düsseldorfer Volksztg.": „Nach diesen Darlegungen wird der Nürnberger Parteitag nicht um die Behandlung dieser Angelegenheit herumkommen. Vielleicht findet sich bei dem Punkt„Finanzreform" Gelegenheit, unsere Stellung in der Steuer- und Budgctbewilligungssrage er- neut zu präzisieren. Doch möchten wir hierbei gleich betonen, daß unseres Erachtens die Parteiorganisationen unserer süddeutschen Genossen zu diesen Dingen nicht werden schweigen können. Bisher war es Usus in der Partei und in dem Charakter der Partei als proletarische Klasscnbewegung begründet, daß die sozialdemokratischen Reichs- und LandtagSabgsordneten ebenso wie Stadtverordnete und Gemeindeverweter die Vertrauensmänner der Parteiorganisationen der betreffenden Kreise darstellten, in st e t e r Fühlungmit ihnen blieben und ihren Inten- tionen entsprechend handelten. Sollten unsere süd- deutscheu Abgeordneten dieses einzig richtige Verhältnis nicht mehr weiter sühren wollen und sich als über der Parteiorganisation stehend bewachten, so wäre eS an der Zeit, den Genossen diesen Irrtum so bald wie möglich zu nehmen." „Norddeutsche Bolköstimme"(Bremerhaven): „Diese Ausführungen des„Vorwärts" werden in der ge- samten Partei daS aller stärk sie Befremden, um nicht zu sagen die gerechteste E n t r ü st u n g hervorrufen. Wem, die süddeutschen Landtagsavgeordneten schon so weit sind, daß sie sich dem Parteivorstand gegenüber hinter ein selbst gegebenes „Schweigegebot" Verstecken, so ist es dringend nötig, diese» Genossen klarzumachen, daß die Gesamtparte'i derartige Aus- wüchse des parlamentarischen Kretinismus mit glühendem Eisen ausbrennen wird. Wir können uns dem Gesagten nur vollinhaltlich anschließen. Der Lübecker Parteitagsbeschluß muß auch von den Partei- Vertretern in den süddeutschen Landtagen respektiert werden. Sind sie aber der Meinung, daß der Beschluß nicht mehr �zeitgemäß" fei, dann mögen sie mit ihren Gründen vor die Partei offen hintreten, nicht aber sich in den Mantel des Geheimnisses hüllen. Schon daraus scheint uns das Bewußtsein zu sprechen, sich auf unrechten Wegen zu befinden. In der Tat liegt heute a m wenigsten Grund vor, von der alten Praxis ab- zuweichen." „Braunschweiger Bolksfreund": „Wie man sieht, sind unsere badischen Genossen um Gründe nicht gerade verlegen, indessen wird ihr Disziplinbruch dadurch nicht aus der Welt geschafft." „Sachs. Volksblatt"(Zwickau): „Soweit der„Vorwärts", dem wir uns in allem voll- ständig anschließen. Ebenso seinem Protest gegen ein System der Geheimniskrämerei und Sonderbündelei, das jede Demokratie und Einheit der Partei zunichte macht. Auch wir erwarten. daß die süddeutschen Genossen da? Zweierlei von Disziplin nicht mitmachen. Es wäre zu waurig, wenn jede Laudtagsfraktion sich über die Köpfe der Parteigenossen hinweg eine eigene Stellung schaffen und bestehende Be- schlüsse des deutschen Parteitages ignorieren wollte, als wenn sie nicht da wären. Die Geheimhaltung des unter Aus- schluß der Parteiorganisationen zustande gekommenen Beschlusses keimzeichnet am besten das Schuldbewußtsein in der vorliegenden Frage." „Bremer Bürgerzeitung*: „Aber man darf dann doch wohl daran erinnern, daß die LandtagSfraktion selbst in ihrer Erklärung bemerkt, sie habe der Regierung unter den obwaltenden Verhältnissen nicht ihr Miß- trauen durch Ablehnung deS Etatsgesetzes ausdrücken wollen. Wenn die Regierung dennoch für Mißtrauen hält, waS weder Ver trauen noch M i ß trauen sein sollte, dann hat die Fraktton sich ja völlig umsonst bemüht. Oder besser: sie hat dem Teufel kapitalistische Regierung, dem AuSsibuß der herrschenden Klassen den kleinen Finger gereicht und er ver- langt die ganze Hand. Das ist nur natürlich. Wir sind überzeugt, daß die revisionistische Tendenz, aus der heraus die badische LandtagSfraktion zur Bewilligung des Etats- gesetzeS kam, dahin führt, der Regierung weiter als geschehen entgegenzukommen. Denn was man mit der Nachgiebigkeit der'Budgetbewilligung bei gleichzeitiger Un- Nachgiebigkeit dem Parteivorstand gegenüber begann, das war der erste Schritt auf der schiefen Ebene, die zum parlamentarischen Kretinismus führt. Dabei wird die Sozialdemokratie aus einer revolutionären zu einer simplen Reformpartei. Wie der Re- visionismuS es immer wünschte." „Harburger BolkSblatt": „Somit stehen wir also vor einer vollendeten Tatsache und die„Leipziger Volkszeitung" hat eine vollgiltigc Antwort erfahren. Ueber das Verhalten der süddeutschen Genossen, die d i s z i p l, n- los einen feststehenden Beschluß deS Lübecker Parteitages durch- brachen, wird aus dem bevorstehenden Parteitag in Nürnberg ein ernstes Wort gesprochen werden müssen." „Essener Arbeiter-Zeiwng": „Demnach scheinen unsere süddeutschen Genossen in bezug auf Parteidisziplin auS der Reihe tanzen zu wollen. Ob das ohne weiteres geht, darüber wird ja wohl noch ein Wörtchen zu reden sein. Wenn erst die Beschlüsse deS Gesainiparteitags nicht mehr respeltiert werden sollen— die Budgelverweigerung ist Beschluß deS Parteitages in Lübeck— wo sollen wir da hinkommen!" „Dortmunder Arbeiter-Zeitung": „Wir müssen sagen, daß ein gleich skandalöser Vorgang in der Partei lange nicht vorgekommen ist. Alles ist unerhört an diesen Geschehnissen: Erstens die Geheimhaltung einer Konferenz von sozia- listischcn Parlamentariern, die sich mit wichtigen Fragen der Parteitaltik befaßt, vor der Masse der Genossen. Ja — waS zum Teufel denken sich denn die Herren Parlamentarier eigentlich? Sind etwa sie es, die der Parte» die Marsch- route vorzuschreiben haben? Oder sind sie nicht vielmehr ein- fach Beauftragte der Masse der organisierten Arbeiter- schaft, Beauftragte, die die Ehre haben, auf einem besonders vor- geschobenen Posten gestellt zu sein? Nicht die Fraktionen haben die Direktiven zu geben, sondern die Parteitage. Und diesen Direktiven haben die Abgeordneten sich genau so gut zu fügen wie jeder andere Genosse. Genoffen erster und zweiter Klaffe gibt es nicht. Die Abgeordneten haben nicht über, sondern i n der Masse zu stehen l Sie dürfen keine Parteiaristokratie bilden, dürfen keinen Moment die engste Fühlung mit der Masse der organisierten Arbeiterschasc verlieren. Gehciinkonfereuzen von Parlament iriern. die sich mit Fragen beschäftigen, die der Beschlußfassung der Parteitage unter- liegen, sind im OrganisationSstatut der Partei nicht vorgesehen und deshalb schlechtweg unzulässig— und besonders unzuverlässig eben als Geheim konferenzen, die sich der Kontrolle und Kritik der Gesamtpartei und ihrer Instanzen entziehen. Daß gerade die sozialistischen Abgeordneten der süddeutschen Staaten und nur der süddeutschen Staaten sich zu solcher parteiwidrigen Gebeimbündelei zusammengetau haben, gibt der Sache einen sehr fatalen Beigeschmack von P a r ti k u l a r i S m u S, der sich in der internationalen Sozialdemokratie besonders schön macht I Zweitens: Die Pfinastkouferenz hatte wenigstens noch von einer formellen Beschlußfassung abgesehen. Die b a d i s ch e n LandtagSabgeordneten aber beschließen für sich auS eigener Machlvollkoiiimeuheit, sich direkt gegen den Beschluß deS Lübecker Parteitags aufzulehnenl Wenn das kein parlaincutarischcr Größenwahn, keine parlamentarische Ueber- hebung ist, so wissen wir nicht, was wir so nennen sollen. So handeln Abgeordnete, deren Pflicht es sein sollte, der Masse der„gewöhn- lickien" Genossen in allen Fragen der Parteidtsziplin mit gutem Bei- spiele voranzugehen! Wenn daS am grünenHolze geschieht, so darfman sich über Disziplinwidrigkeiten in der Masse wirklich nicht wundern! Wir hoffen dringend, daß die Partei, die gegen Disziplinwidrig- ketten„untergeordneter" Genossen oft sehr scharf einschreitet, nicht mit zweierlei Maß messen, nicht die großen Diebe laufe»» lassen wird, während sie die kleinen hängt! Endlich drittens: DaS„Schweigegebot" in einer wichtigen Frage der Parteitaktik gegmüber dem Parteivorstandel Man ver- Iveigert der Parteileitttng Auskunft über einen Beschluß, der das Parteilebeu in der ttefsten Weise berührt I DaS ist mcht mehr bloß „Kinderei", wie der Parteivorstand schonend sagt, daS grenz» geradezu an Meuterei-» an Meuteret vor dem Feinde! Die Kriie der rechWubigen Mrche in iußiaud. I. AuS dem das heutige Rußland einhüllenden blutigen Nebel sieht der unbefangene Beobachter eine bedeutsame Erscheinung auf- tauchen, die in letzter Zeit immer deutlichere Gestalt annimmt. Die Volksmassen erwachen aus ihrem religiösen Dämmerschlaf, der Ztöhlerglauben an die Unerschüttcrlichleit der göttlichen Offen- barung wankt. Und wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß die religiöse Krise verschiedene in Rußland vertretene Konfessionen ergriffen hat, so ist es doch sehr auffällig, wie besonders schwer der Schaden ist,'den die offiziell herrschende, also die„rechtgläubige" 5tirche dabei gelitten hat. Immer häufiger kommt die rechtgläubige Kirche in die. unangenehme Lage,'ihre Verluste zählen zu müssen, immer größer wird die Zahl derer, die zur katholischen, lutherischen, mosaischen Kirche, zum Stundismus, Baptismus und anderen Sekten übergehen. Die Zeitungsberichte zeugen von unverkenn- baren Symptomen eines tiefgehenden Zersetzungsprozesses im Organismus des alleinseligmachenden rechten Glaubens. Regie- rung und Geistlichkeit äußern begreiflicherweise lebhafte Bestür- zung.„WaS sehen, was hören wir ringsum?" zetert Synod- Mitglied ersten Ranges Mitropolit Antonius.„Der Glaube ver- armt, die altrussische Frömmigkeit verdirbt."(„Nowoje Wremja", Nr. 10 845, 1887.)„Welch eine Zukunft erwartet unsere Kirche?" fragt das gesstsiche Blqtt„Lutschsweta"(Nr. 2, 1988). Die Ne- folutionen vieler Eparchialkongresse jammern über den„Bruch jedes ideellen und religiösen Zusammenhangs zwischen Volk und Geist- lichkeit".„Unsere Bauernschaft," klagte u. a. ein Geistlicher auf dem Smolensker Kongreß,„zeigt große Abneigung gegen die Geistlichen..., verfolgt sie mit unverhohlener Gehässigkeit.. „Wir russische Scelenhirten haben freilich die Gunst unserer Herde eingebüßt, würden es aber noch schlimmer machen, wenn wir des- wegen zur Regierung unsere Zuflucht nehmen wollten. Nein, nicht diese ist es, die uns unserer schwierigen Lage entheben kann. ... Sperren Sie doch Augen und Ohren auf, und Sie werden es « bald merken, mit welchen Augen das Volk seine Geistlichen ansieht; es verachtet sie, speit sie an..."(�sscwer", Nr. 31, Januar 1883.) Wer mit der Geschichte der russischen rechtgläubigen Kirche einigermaßen vertraut ist, für den tvird es nichts Neues sein, daß sie gerade in den letzten drei Dezennien einen hohen Gvad der Blüte erreicht hatte, namentlich zur Zeit der Regierung Alexanders III. Dieser ganz vom berüchtigten Pobodonoszeff beherrschte Zar war der eifrigste Förderer und Beschützer der Kirche. Im ersten Dezennium der Herrfchaft Alexanders III., in den Jahren 1881 bis 1898, sind beispielsweise 188 neu« Klöster gestiftet worden. Der jährliche Zuwachs der dem Kloster Geweihten betrug alljährlich im Durchschnitt 1234 Menschen beiderlei Geschlechts. In zwanzig Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Klösterbrüder und »Schwestern; im Lause von fünfzehn Jahren(1888 bis 1885) ist der Landbesitz der Kirche um 28 888 Deßjatinen größer geworden: an Klosterlandeigentum kommen jetzt im Durchschnitt in den fünfzig Gouvernements des europäischen Rußlands etwa vierzig Deßjatinen auf jeden Mönch und jede Nonne. So ist z. B. das Sarowkloster der Besitzer von 28 888 Deßjatinen Land. Die Gesamtmenge des russischen Kirchenlandbesitzes wurde im Jahre 1985 auf 1,8 Millionen Deßjatinen im Werte von 116 Millionen Rubel geschätzt. So entwickelte und befestigte sich die materielle Lage der Kirche. Es schien auch in moralischer Beziehung ein entsprechender Blütezustand eingetreten zu sein. Das hat sich schnell gewandelt. „Glaubensarmut" und Verfall der„altrussischen Frömmigkeit" sind das schlimme Ende! Welche Ursachen mögen nun wohl Lieser Erscheinung zugrunde liegen? Ihren blühenden Wohlstand verdankte die rechtgläubige Kirche an erster Stelle einer weitgehenden staatlichen Unterstützung; was Wunder, daß sie auch ihrerseits für die herrschende Staatsordnung, das heißt den Absolutismus, eifrigst Partei nahm. Es wäscht eben eine Hand die andere. Die religiöse Tätigkeit der rechtgläubigen Geistlichkeit trug demgemäß in den letzten Jahrzehnten einen aus- geprägt politischen Anstrich und manifestierte sich nicht sowohl in der Fürsorge für die„sündige Mcnschenscele, als vielmehr in stetigen Bemühungen um die„Festigung der Grundpfeiler der historischen Macht". Somit hat der ÄleruS im Lande eine durch und durch reaktionäre Rolle gespielt. Als nun die Revolution in Rußland begann, schwur die Geistlichkeit, wie es ja auch gar nicht anders zu erwarten war, offenkundig zur Fahne des Absolutismus. Sie spielt auch noch heute in der konterrevolutionären Organisation „Russischer Volksbund" eine hervorragende Rolle, verteidigt in un- zweideutiger Weife die Todesstrafe gegen die Feinde des Zarismus und scheut auch nicht vor Proklamationen zurück, in denen das Volk zur Vertilgung der unrechtgläubigen Nation aufgehetzt wird. Gerade die Revolution und der sie begleitende offene Kampf zwischen den zwei feindlichen Lagern— den ausbeutenden Bedrückern und den ausgebeuteten Bedrückten— drängte dem Volke die Ueberzeugung auf, daß die Geistlichkeit mit Leib und Seele dem elfteren Lager angehöre. Dieses durchaus volksfeindliche Ver- halten der Geistlichen im Verein mit dem Ausbruch einer exstatischen Verzweiflung, den der große Kampf in der tieferschütterten Volks- seele herausbeschworen hatte, muhte zu einem religiösen Rückschlag rn der Weltanschauung der Massen führen. politifcbe GeberHebt Berlin, den 14. August 1908. Die„Klassenjustiz" der„Deutschen Tageszeitung". Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht einen Leit- artikcl„Die Stadtgewächse in Jurisprudenz undNationalökonomi c", in dem ein„juristischer Professor" nachzuweisen sucht, daß nicht nur Stadtkinder und de- sonders Großstadtkinder zu sehr von„b o r n i e r t e n V o r u r- teilen" erfüllt wären, um die Bedeutung der Landwirt- schaft für das Gesamtwirtschaftslebcn zu verstehen und sich deshalb zu guten Nationalökonomen nicht eigneten, sondern daß auch die deutsche Rechtsprechung durch die Stadtkinder in eine ganz einseitige Richtung gedrängt würde, da nur rein städtische Anschauungen auf den juristischen Nachwuchs über- flössen. Wörtlich heißt es in dem Landbündlerblatt: «Hätten wir auch mehr Landkinder unter den Richtern, so würde die Rechtsprechung in vielen Fragen ein ganz andere» Gesicht zeigen. Denn gerade für die prak- tischen Fragen bringt das Landkind bessere Vorbedingungen aus seiner Erziehmig mit als das Stadtlind. Der Städter ist der eigentliche Träger und Erfinder aller doktrinären Theorien, und Stadtkinder sind es, die in der Rechtsprechung durch die blinde Befolgung blutleerer Theorien so viel Unheil anrichten.(Vergleiche die Rechtsprechung in der Tierhalterfrage.) Man kann ruhig sagen: DaS geistige und wisstnschäftliche Milieu einer städtischen Familie ist doktrinär, jedenfalls doktrinärer als das einer ländlichen." Die ehrsame„Deutsche Tageszeitung" gehört zu den Blättern, die jedesmal einen hysterischen Krampfansall de- kommen, wenn wir von Klassenjustiz sprechen und ausein- andersetzen, daß die deutschen Richter als Leute, die aus einer anderen Klasse hervorgegangen, in einem anderen Milieu aufgewachsen, durch andere Anschauungen und Interessen de- cinflußt sind, vielfach die Psyche und Motive des Arbeiters, seine Lebensverhältnisse und seine Lebensauffassung gar nicht zu verstehen vermögen, und deshalb, vornehmlich wenn/ es sich um' Jnteressenkonflikte zwischen Arbeiter und Unternehmer handelt, zu g'aiiz einseitigen Urteilen, zu Klassen- urteilen kämen. In dem oben zitierten Artikel aber findet das Blatt sogar, daß selbst die Tatsache, ob jemand aus dem Lande oder in der Stadt aufgewachsen ist, schon einen großen Unterschied macht und die Rechtsprechung„in vielen Fragen" ungünstig beeinflußt. Ist dann etwa das Auswachsen unter ganz verschiedenen Existenzbedingungen und das Leben in ganz verschiedenen Arbeitsverhältnissen, Interessen- und Anschauungskreisen von geringerem Einfluß? Und heißt es die Richter mehr beleidigen, von ihnen zu sagen, sie vermöchten nicht über ihr Milieu hinauszukommen, als wenn man von ihnen behauptet, ihre Rechtsauffassungen hingen davon ab, ob sie in der Stadt oder auf dem Lande geboren seien?. Bank- Umsatzsteuer. Auf der Suche nach Steuerqucllen ist Schatzsekreiär Sydow auch auf den Gedanken einer Banksteuer verfallen. Diese Steuer ist, wie die„Deutsche Reichskorrespondenz" erfahren hat, in der Form eines Stempels gedacht, der in Höhe von zwei zehntel Prozent von jedem erhoben werden soll, der irgendwo bei einer Bank Geld in Empfang nimmt, sei es nun beim Diskontieren eines Wchsels, beim Lombardgeschäft oder im Giroverkehr, kurzum bei jedem Geldumsatz, der sich im Bankverkehr vollzieht. Man rechnet mit einem Bankumsatz von 488 Milliarden pro Jahr, das würde eine Einnahme von 888 Millionen Mark ergeben. Namentlich aber habe dieser Neichsbankstempel den großen Vorzug völliger Beweglichkeit, indem der zu erhebende Prozentsatz in jedem Jahre, je nach den Bedürfnissen des Reiches, durch den Reichstag besonders festgesetzt werden könne; wenn also 488 Millionen für das Reich genügen sollten, dann würden ein zehntel Prozent, also 18 Pf. von 188 M., als Stempel ausreichen. Sollte die beabsichtigte Ausdehnung der Reichserbschaftssteuer auf die Deszendenten einen nennenswerten Ertrag abwerfen, dann ließe sich der Bankstempel in zwanzigstel Prozent teilen; kurz und gut, er lasse sich den jeweiligen Erfordernissen des Reiches in einer Weise anpassen, wie keine andere Steuer, und ergäbe somit die zuverlässigste Grundlage für die Gesundung der zerrütteten Reichsfinanzen. Der Aörscnfreisinn sieht bereits seinen Profit bedroht und schickt sich an, gegen diesen Steuervorschlag Sturm zu laufen. Das„Berlmer Tageblatt" schreibt nämlich: „DaS Projekt einer Bankumsatzsteuer gehört im übrigen zu den Mitteln, die von konservativer Seite der Regierung zur Besserung der Reichsfinanzen eindringlich empfohlen werden. Daß dabei die Banksteuer ein Mittel ist, das den gesamten Handel, das fpcZ'iR das Kapital und den Bankverkehr schwer treffen würde, macht sie den Agrariern noch besonders sym- pathisch. Nur vergessen diese Leute, daß auch der Kleinkaufmann und Handwerker, der heutzutage häufig ein Bankkonto unter- hält, durch die Erhebung einer Steuer für jeden Geldumsatz im Bankverkehr stark belastet würde. lind wie steht es mit der Begründung einer solchen Steuer? Zu ihrer Rechtfertigung führt man an, daß durch sie diejenigen Elemente eine angemessene Belastung erführen, die beim Ertrag und seiner Besteuerung noch nicht und beim Einkommen nicht mehr vorhanden seien. Allein man beachtet nicht, daß man damit einer höchst willkürlichen Besteuerung das Wort redet. Der Verkehrsakt, der sich bei einem Geldumsatz im Bankverkehr vollzieht, kann durch die allerverschiedensten Ursachen hervor- gerufen werden und den allermannigfaltigsten Zwecken dienen. Darauf kann natürlich eine Bankumsatzsteuer keine Rücksicht nehmen, sie kann nur den Verkehrsakt als solchen besteuern und wird daher höchst ungerecht sein müssen. Daß die Steuer außerdem für viele Kreise des Publikums mit zahlreichen Un° bequemlichkeiten und Belästigungen verbunden fein würde, läßt sie gewiß nicht empfehlenswerter erscheinen."— Der Arbeitskammergesetzentwurf dürfte dem Reichstage, wie eine hiesige parlamentarische Korre- spondenz berichtet, in diesem Jahre nicht mehr zugehen. Der Ent- wurf, der dem Bundesrate vorliegt, wird im Herbst umgearbeitet werden und infolgedessen vorläufig zurückgestellt werden. Da dem Reichstage im November die Finanzgesetze vorgelegt werden und auS der Sommertagung noch Beratungsmaterial vorliegt, so dürfte der Arbeitskammcrentwurf. selbst wenn er noch vor Weihnachten zur Vorlegung gelangte, vom Reichstage erst viel später beraten werden können. ES herrscht auch sonst die Stimmung bor, den Reichstag im Winter nicht zu sehr mit ArbcitSstoff zu belasten. Auch die Strafprozeßrcform und die Arbeiterversicherungsreform gelten als Materien, die vom Reichstag erst nach Erledigung der sinanz- und etatstechnischen Arbeiten in Angriff genommen werden können und dem Reichstage deshalb auch erst später zugehen sollen. Schwarze Listen. Der„Bergknappe", das Organ des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands, teilt in der neuesten Nummer mit. daß eine im Juli zur Ausgabe gelangte schwarze Liste des Zecheuvcrbandes aus 68 Seiten über 4000 Namen von Bergarbeitern enthalte, die unter Kontraktbruch die Arbeit niedergelegt haben sollen und deshalb für drei Monate ausgesperrt werden. Der„Bergknappe" fordert die Mitglieder des Gewerkvcreins christlicher Bergarbeiter auf, der Leitung behilflich zu sein, um festzustellen, ob auch Ar- bciter ans der Liste stehen, die nicht unter Kontraktbruch die Arbeit niederlegten. Die Staatsanwälte stehen diesem dreisten Vorgehen an- geblich„hilflos" gegenüber._ Württemberg«nd die Schiffahrtsabgaben. Auf die Stellung SüddeutschlandS zu den von Preußen ge- planten Schiffahrtsabgaben wirft der soeben erschienene JahreS» bericht der Handelskammer Reutlingen ein bezeichnen- des Licht. Die Kammer betont zunächst, daß sie sich bisher(l) grundsätzlich gegen die Erhebung von Schiffahrtsabgaben ausge» sprachen habe. Denn diese bedeuten„eine Belastung des Verkehrs und damit eine Verteuerung der Warenerzeugung". Seit aber die preußischen Vorschläge für eine„Finanzgemcinschaft" der Rhein- uferstaaten bekannt geworden seien, habe sich die Kammer einer völlig veränderten Sachlage gegenübcrgesehen. Nunmehr werde durch die Schisfahrtsabgaben für Württemberg keine Verteuerung. des Wasserweges, sondern eine wesentliche Verbilligung des Ve» kehr? eintreten. Jene Finanzgemeinschaft bedeute für Württemberg das Mittel, zu einem Großschiffahrtswege auf dem Neckar zu ge- langen, und dadurch werde sich die Stellung der württembergischen Industrie im Wettbewerbe bedeutend heben. Württemberg dürfe „die ihm gebotene Gelegenheit" daher nicht versäumen und müsse sich jener Verkehrsgcmeinschaft anschließen. Also auch die Herren von der Reutlinger Handelskammer haben sich überzeugen lassen, daß Preußen mit seinen Schiffahrts- abgaben eigentlich eine Verbilligung des Verkehrs plant. Wie hat man nur so lange schnöde übersehen können, daß sich die preußi- scheu Gcheimräte seit fünf Jahren höchst uneigennützig nur des- halb um Schiffahrtsabgabcn im Schweiße ihres Angesichts abmühen, um für Württemberg die Durchführung umfassender Kanal» Pläne zu ermöglichen!-- Gegen die Reichs-Elektrizitätssteuer. Die Gemeindckollegien Stuttgarts beschlossen in ihrer heutigen Sitzung eine Eingabe an die königlich Württembergische Staatsregierung und die Landstände, worin dieselben aufge- fordert werden, gegen die geplant« Reichs-Elektrizitäts» und Gas- steucr Stellung zu nehmen, sowie darauf hinzuwirken, daß diese Frage auf die Tagesordnung des diesjährigen Städtetages gesetzt wird._ Posadowsky als Rettungsanker. Die„Rat. Korr." befaßt sich mit der geplanten Kandidatur des Grafen Posadowsky in Speyer-Ludwigshafen' und faßt ihre Ansicht in die Sätze zusammen: „Wir würden die Kandidatur des Grafen Posadowsky als einen ersten, verheißungsvollen Versuch ansehen, in Kreisen, in denen sonst keine der bürgerlichen Parteien eine Möglichkeit des Erfolges hat, durch Einigung auf eine bestimmte prominente Persönlichkeit der bürgerlichen Sache den Sieg zu sichern, zu- gleich solchen ragenden Männern, die sich in keine Partei zwängen lassen, und darum unter regulären Umständen keine Aussicht auf ein Mandat hätten, einen Sitz im Reichstage zu verschaften; sie gehören in ihn hinein. Wobei man gewiß den praktischen Einfluß, den sie üben werden, nicht überschätzen soll. Schließlich wird nach Parteien abgestimmt und nach Fraltionsbeschlüssen. Aber deshalb werden bedeutende Männer, die außerhalb der Parteien stehen, als Anreger doch auch im Reichstag ihren Wert behalten." Graf Posadowsky ist konservativ, die Nationalliberalen würden also von vornherein darauf verzichten, als Partei in den Wahl- kämpf einzutreten. Vorerst steht aber noch nicht fest, ob Graf Posadowsky will und dann hätte der warme' Verteidiger der Zucht- hauSvorlage ohne Zweifel auch den zum Zentrum gehörigen Ar- beitern gegenüber einen schweren Stand.— Folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Hafenarbeitern und Arbeitswilligen. Seit Wochen streiken die Hafenarbeiter der Firma „Wickinsche Hobel- und Sägewerke" am Düsseldorfer neuen Hafen. Der christliche Transportarbciterverband, der am Hafen fast gar keine Mitglieder hatte, lieferte Streikbrecher. Diese erfreuten sich des weitgehendsten Schutzes der Polizei. Provokationen gegen die streikenden Atbeiter kamen öfter vor. Am 21. Juli wurde ein Krüppel, der ein künstliches Bein hat, bei einer Auseinander- sctzung mit den Arbeitswilligen von drei Streikbrechern mit Eß- kesseln und Messern schwer mißhandelt. Streikpostenstehelt wurde den Streikenden fast unmöglich gemacht. Nicht nur wurdx den Leuten der Aufenthalt im Häfen verboten, sondern auch mit Protokollen wurden die auf der Straße außerhalb des Hafens patroullierenden Posten reichlich bedacht. Es erhielten Leute Strafbefehle über 38 Mark, die nachts um 2 und 3 Uhr an der menschenleeren Hammer st raße Passanten belästigt habem sollen! Die Erbitterung der streikenden Hafenarbeiter wurde immer größer. Dienstag abend gegen 7 Uhr entstand nun zwischen Hafenarbeitern und Arbeitswilligen der Firma„W. H. S. W." in der Nähe deS neuen Hafens unter einer Bahnunterführung eine schwere Schlägerei. Die Arbeits- willigen machten von ihren Nevolvern Gebrauch. Dort wohnende Leute sprechen von vielen Schüssen, die gefallen sind. Es gab auf beiden Seiten schwer und leicht Verwundete. Der Vorarbeiter Weitzborn aus Neutz von der Firma„W. H. S. W." erhielt einen Messerstich in die Lunge, so daß er in das städtische Krankenhaus gebracht. werden mußte, doch haben die Aerzte Hoffnung, den Mann am Leben zu erhalten. Von den Hafenarbeitern wurden, wie schon gemeldet, 14 Mann ver- haftet. Von einer Verhaftung der revolverschicßenden Arbeits- willigen ist nichts bekannt geworden. Das Protokoll des Münchener Städtetages. Am 6. und 7. Juli tagte in München der Deutsche Städtetag. Bis heute, also nach fünf Wochen, ist das Stenogramm noch nicht erschienen. Anscheinend legen die Veranstalter dieser Tagung diesen Verhandlungen so wenig Wert bei, daß eS ihnen gleichgültig erscheint, ob und wann der stenographische Bericht das Licht der Welt erblickt. Dann kann aber auch das viele Geld, was so ein Städtctag kostet, besser gespart tverdcn. Und wenn sich die Herren Bürgermeister nach zwei oder drei Jahren mal wiedersehen und die Hand drücken wollen, mögen sie die Kosten nur aus ihrer Tasche bestreiten.—_ Landwirtschaftlicher Unterricht im Heer. Im nächsten Winter soll im preußischen Heer nach bayrischem Muster bei einzelnen Truppenteilen ein landwirtschaftlicher Unter- richt eingeführt werden. Die Teilnahme am Unterricht ist eine„frei- willige", und darf der Kursus nur in den Freistunden nach dem Tagesdienst stattfinden und nicht mehr als zwei Stunden in der Woche beanspruchen. Teilnehmen dürfen nur Mannschaften des 2. bezw. 3. Jahrganges und Unteroffiziere. Als Zweck der Kurse wird angegeben: „Der Soldat, der auS dem landwirtschaftlichen Beruf stammt. soll, nachdem er längere Zeit seinem Berufe entfremdet worden war, zunächst wieder für seinen Beruf interessiert werden. Er hat in seiner Dienstzeit, namentlich in Jndustriebezirken, andere Arbeitsverhältnisse kennen gelernt und das Leben und der Bet- dienst mag ihm beim Industriearbeiter verlockender erschienen sein als beim Landarbeiter. Die sozialistische Propaganda. die auch von den sozialistisch angehauchten Kameraden sehr geschickt in der Kaserne indirekt betrieben wird, trägt auch ihr Teil bei, den Gedanken der Landflucht beim ländlichen Soldaten reifen zu lassen. Aufgabe des landwirtschaftlichen Unterrichts wird eS sein, die alte Liebe für die Landwirtschaft im ländlichen Soldaten wieder wachzurufen und dadurch der Landflucht im Interesse der Landwirtschaft vorzubeugen."— Belgien. Die Kongoannektion in erster Lesung beschlossen. Brüssel, 14. August. Die Kammer hat heute nachmittag die letzten Artikel des Kolonialgesetzes angenommen und damit die e r st e Lesung der Vorlage beendet. Portugal. Neue Gärung. Lissaion, 14. August. In der Stadt macht sich erneut rev o- lutionäre Agitation bemerkbar. Verschiedene H a u S» u ch u n g e n wurden abgehalten, wobei zahlreiche Gewehr« beschlagnahmt wurden. IVIarokko. Mnlay Hafid rührt sich. Einem Telegramm der„Kölnischen Zeitung" auS Tanger zu- iolge ist am 8. d. M. früh entgegen aller Erwartimg eine acht- tausend Mann starke Diahalla Mnlay HcifidS aus FeS nach dem Schaujagebiet aufgebrochen. Die Mahalla steht unter dem Befehl deS Bruders Mnlay HafidS, Mulay Kebir. Mulay Hasid will den treu zu ihm haltende» Süden bei dem zu erwartenden Ent» cheidungskampfe mit Abdul Asis durch diese Truppen- macht stärlen. Die Mahalla, die gut a u s g e r ü st e t ist und ünfztg Geschütze mit sich führt, soll durch Safan ziehen.— Kleine Kämpfe. Paris, 13. August. Nach einem Telegramm des Generals d' A m a d e ans Casablanca lagerte A b d u I A s i S am Montag bei El O n e l a a. Die Scheragna haben Omar Sektani, der eine h a f i d i s ch e Mahalla kommandiert, g e s ch l a g e u. In der Gegend bot! Demnat befanden sich Parteigänger Abdul Asts' mit Leuten des Bruders von El Glaui im Gefecht, doch ist über dessen Ausgang nichts belannt.— GewerkfchaftUcbc� Der �ampf ums wahre Christentum. Die deutschen christlichen Gewerkschaftsführer haben auf deminterna ti analen chri stli ch en Gew erk scha fts- kongreß in Zürich dem Papst und den Bischöfen das Recht bestritten, den katholischen Arbeitern vorzuschreiben, wie sie sich zu organisieren haben. Herr G i e s b e r t s meinte, die Kirche könne die Verantwortung für die Jntcressenkämpfe der Arbeiter nicht auf sich nehmen und müsse sich deshalb eines Einspruches in die wirtschaftlichen Bestrebungen der Arbeiter enthalten. Derartige Aeutzerungen haben nun den ganzen Zorn der katholischen Fachabteiler hervorgerufen, Ihr Organ, der„Arbeiter" in Berlin, hält Herrn Giesberts entgegen, daß die Kirche für jeden Kampf eintreten könne, der im Geiste wahren Christentums geführt werde, dagegen müsse sie allerdings die Verant- Wartung für jeden Kampf ablehnen, der den christlichen Grundsätzen widerspreche. Herr Giesberts bestätige demnach 1. daß die Kämpfe der christlichen Gewerk- sch asten den Grundsätzen des Christentums widersprechen, 2. daß also die christlichen Gewerkschaften gar keine christlichen GeWerk- sch asten sind, 3. daß selbstverständlich in solchen Gewerkschaften kein Geistlicher, vor allen Dingen aber kein wahrhaft christlicher Arbeiter hinein- gehört. Herrn Schiffer, der die christlichen Gewerkschaften für rein wirtschaftliche Unternehmungen erkläre, denen gegenüber den Bischöfen kein Machtwort zustehe, hält das Blatt entgegen: „Seine anmaßenden Aeußerungen beweisen nur, daß er nicht die gering st e Ahnung von der sitt- l i ch e n Würde und den Pflichten der Arbeit hat, die die Kompetenz des Episkopats in seiner doppelten Eigenschaft als goitgesctzter Lehrer und Hirt der Christenheit in vollem Umfange begründen." In einer Zuschrift an den„Arbeiter" wird die Mahnung an die katholischen Arbeiter gerichtet, weit ab von solchen Führern(Giesberts. Schiffer. Weber) z u rücken,„denn wir sind katholische Männer und wir wissen auch, daß die Züricher Vorgänge auch in den Kreisen helle Entrüstung hervorgerufen haben, die in der Gewerk- schaftsfrage nicht auf unserem Standpunkte stehen". Es gehöre ein trauriger Mut für Leute dazu, die sich als Katho liken bezeichneten, den Ratgeber. Korrektor und Kritiker des hochwürdigen Episkopats zu spielen.„Eine solche Sprache in einer auch von Andersgläubigen besuchten Versammlang— das hat uns die Schamröte ins Gesicht ge- trieben. Nicht bloß die 120 000 Arbeiter unseres Ver- bandes, nein, mit uns protestieren Hundörttausendr andere katholische Arbeiter und Mitglieder anderer Stände gegen eine solche Sprache. Wir haben Priester in den letzten Tagen gesprochen, die wahrlich nicht in der Gewerkschaftssrage mit uns übereinstimmen: sie waren in tiefster Seele e n t r ü st e t." So tobt in der katholischen Arbeiterschaft seit dem Be- stehen der christlichen Gewerkschaftsbewegung der Streit über die Art und das Maß, wie Religion und Kirche in der Ar- bciterbewegung mitzusprechen haben. Die christlichen Gewerk- schaften haben sich das Süppchen selber eingebrockt, indem sie wirtschaftliche Bestrebungen mit religiösen Anschauungen ver- mischten und dadurch den Vertretern der Kirche den Anlaß gaben, sich als Vormünder der gewerkschaftlichen Be- strebungen der katholischen Arbeiter aufzuspielen. Die katholischen Fachabteiler ziehen nur die Konsequenzen aus den Grundsätzen, die einst die Herren Giesberts, Schiffer usw. als Arbeiterzersplitterer im Dienste des Zentrums verkündet haben und die ihnen jetzt selber unbequem werden. Es ist ein Un- ding, wirtschaftliche Bestrebungen auf„christlicher Grundlage" durchzuführen, aber wer das als notwendig anerkennt, wie das die christlichen Gewerkschaften tun, der muß sich auch ge- fallen lassen, daß noch frommere Leute die Konsequenzen ziehen und sich völlig unter die Vormundschaft der Kirche stellen._ ßerUn und Nm gegen d. Der freisinnige Arbeitgeber Karl FloHr. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Karl Flohr, Chaussecstraßc, versammelten sich dieser Tage im Saale der nahen Bockbrauerei, eingeladen vom Deutschen Metallarbeiterverband. „Der freisinnige Stadtverordnete Karl Flohr und die Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Arbeiterinnen", so hieß das Thema, über welches I o h a n n s e n vor der stark besuchten Ver- sammlung referierte. Die gegenwärtig sich abspielenden Ereignisse bei der Firma Flohr zeigen mit aller Deutlichkeit, wie das Streben des„freisinnigen" Herrn Flohr darauf gerichtet ist, den Arbeitern das Koalitionsrecht zu rauben. Man erinnert sich noch der Post- karten, die der„Bundcsbruder" Karl Flohr im März d. I. an seine Arbeiter schrieb, wie dann der gelbe Werlsverein gegründet wurde, für den der„Kommcrzienrat" Flohr 300 M. spendete. Die Gelben entwickelten eine lebhafte Agitation,„Obergelbe" wurden eingesetzt, die Agitation zu überwachen, und Mitglieder für den so- genannten Untcrstützungsverein versuchte man mit allen Mitteln anzuwerben. Wer dort eintrat, mußte sich zugleich verpflichten, keinem anderen Verein von Metallarbeitern oder irgend einer freien Gewerkschaft anzugehören. Mit dem Einfluß der Gelben wuchs auch das Bestreben der Firma, die Löhne zu kürzen, und Abzüge waren überall an der Tagesordnung. Arbeiter, die sich die neue Ordnung nicht gefallen lassen wollten und gegen die Ab- züge an den ohnehin schon geringen Löhnen opponierten, waren gezwungen, den Betrieb zu verlassen. Und im Rathaus machte der freisinnige Stadtverordnete Flohr schöne Phrasen, daß man „mehr tun müsse, um die Arbeiter seßhaft zu machen". � Aus seinem eigenen Betriebe aber wurden sie verjagt, sobald sie die ihnen gesetzlich zustehenden Rechte in Anspruch nahmen und sich da organisierten, wo es ihnen beliebte. Unter den Arbeitern wuchs die Opposition gegen den gelben Verein um so mehr, als sie Beiträge leisteten, die für sie nur verlorenes Geld bedeuteten, und zugleich wurden immer mehr Abzüge gemacht und der geringe Verdienst noch weiter geschmälert. Einzelne Arbeiter, die ihren Austritt aus dem gelben Verein erklärten, erhielten ihre Ent» lassung. Auch in anderer Beziehung wurden die Verhältnisie immer unerträglicher. Die Obergelben erhielten größere Macht- befugnisse, und Arbeiterinnen klagten über Belästigungen von dieser Seite; ein Beamter der politischen Polizei wurde zur Be. spitzelung der Arbeiter angestellt und war eine Zeitlang als Mit- arbciter im Betriebe tätig. Diebstähle kamen vor und als Spitz- bube entpuppte sich ein Gelber. Gegen diese Zustände erhob ein Teil der Arbeiterschaft endlich energischen Protest. In der vorigen Woche erklärten 40 Mann ihren Austritt aus dem gelben Verein, und gleich darauf wurden sie allesamt entlasicn._____' �Verantw. Redakt.: Gcora Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw Dieses Vorgehen rief helle Entrüstung herbor. Einige fragen, wieso die freisinnige Partei Herrn Flohr noch länger als Mit- glied ansehen und als Stadtvcrorndeten auftreten lassen kann? Andere fragen, warum der Staatsanwalt in diesem Falle nicht einschreitet, da doch offenbar der 8 153 der Gewerbeordnung in grober Weise verletzt worden ist. Die Arbeiter von Flohr stehen direkt unter einem Zwange und einer Nötigung, ihren Rechten zu entsagen und dem gelben Verein, den sie hassen und verabscheuen, anzugehören. Man verlangt jetzt von jedem, der eingestellt wird, die Beitrittserklärung und eine Unterschrift, die dazu verpflichtet, nur dem gelben Verein anzugehören. Solcher Mittel bedient sich Herr Flohr im Kampfe gegen die freien Gewerkschaften. Dagegen geschlossen Front zu machen, die Unterschrift zu ver- weigern und nicht länger im gelben Verein zu bleiben, wird zur unabweisbaren Pflicht eines jeden Arbeiters, der Selbstachtung besitzt.(Beifall.) In der Diskussion sprach Adolf Cohen, der den„libe- ralen" Herrn Flohr noch weiter kennzeichnete. Nichts sei von ihm und seiner Partei zu erwarten, die einzige Hilfe liege in dem festen Zusammenstehen der Arbeiter in einer einheitlichen Organisation. Cohen erinnerte daran, wie vor Jahren nach kurzem Streik der Neunstundentag bei Flohr erobert wurde. Seitdem ist Flohr be- strebt, die Einheit der Arbeiter zu zerstören und er bedient sich dazu der Gelben. Cohen kritisierte die Gelben und ihr Treiben in scharfer Weise und zeigte, welche zweifelhaften Elemente an der Spitze der gelben Vereine stehen; er warnte vor dem Werkzeug- macher Schmidt, dem Vorsitzenden des Bundes der gelben Metall- arbeitcr, der wegen Unterschlagungen und allerlei Krummheiten aus dem Deutschen Mctallarb�iteIverbande, mit Schande bcdi/kt, ausgeschlossen wurde und jetzt als Führer der Gelben angesehen ist.— Franke vom Handels- und Transportarbeiterverband nahm dann das Wort und sprach für die Hilfsarbeiter des Be- triebes im gleichen Sinne wie die Vorredner. Einige Arbeiter standen auf und legten ihre Erfahrungen dar, aus denen hervor- ging, wie die Gelben bei Flohr begünstigt werden, trotzdem sie meist unfähige Arbeiter sind. Johannsen bemerkte in seinem Schluß- wort dazu noch, daß die Meister bei Flohr in den Ruf gekommen seien, daß sie die„Roten" vorziehen, wenn es sich um gute Arbeit handelt. Das liegt aber einfach daran, daß die Meister wohl wissen, die Gelben sind nur sogenannte„Murkser" und können nichts Brauchbares leisten. �— Vergeblich wurden die Gelben ausgefordert, sich zum Wort zu melden; niemand wagte es, Herrn Flohr zu ver- leidigen. A. E.-G. Die Arbeiter und Arbeiterinnen des Werkes Brunnen- und Voltastraße sind mit der Tätigkeit des bestehenden Arbeiteraus- schusscs unzufrieden. In einer Versammlung derselben ging der Referent Cohen, mit reichhaltigem Material verschen, mit dem Ausschuß scharf ins Gericht und warf demselben vor, daß er durch Vernachlässigung seiner Pflichten sich die ihm statutarisch zu- stehenden Rechte wegnehmen ließ. Durch Beispiele aus den Proto- kollen war den Versammelten der Beweis erbracht, daß tatsächlich dem Arbeiterausschutz jede Bedeutung fortgenommen ist und das Bestehen des Ausschusses in der jetzigen Gestalt gar nicht im Interesse der Arbeiter liegen kann. In der Diskussion erklärten die am meisten angegriffenen Mitglieder der Ncunerkommission des Ausschusses, daß die Aus- führungen des Referenten, soweit sie die- Dedeutung des Ausschusses in dem Werke Brunnen- und Voltastraße betreffen, richtig seien, daß der Arbeiterausschutz tatsächlich als Dekorationsstück dienen muß und von einem Recht, das dem Arbeiterausschuß durch die Satzungen garantiert ist, heute keine Rede sein kann. Die Neunerkommission weist aber ganz entschieden den Vorwurf der Vernachlässigung ihrer Pflicht zurück. Sie erklärt, daß die Direktion des Werkes durch Schaffung des sogenannten Gesundheits- und Sicherheitsausschusses, dessen Mitglieder nach dem Statut auS den Reihen der Ausschutzmitglieder entsendet sein sollen, durch die Direktion von außerhalb des Ausschusses stehenden Personen be- setzt wird und daß diese Körperschaft stets gegen den Ausschuß ausgespielt wird. Die Neunerkommission stimmt dem Referenten zu, daß der heutige Zustand unhaltbar ist. Die Versammlung be- auftragte einstimmig die Neunerkommission des A?beiterausschusses bei der Direktion vorstellig zu werden, daß: 1. die im Statut des Arbeiterausschusses§ 7 vorgesehenen Bestimmungen innegehalten werden, wonach die Mitglieder der Unterausschüsse, des Gesund- heits- und Sicherheitsausschusses aus den Reihen der Mitglieder des Arbeiterausschusses genommen werden. 2. soll die Direktion darauf aufmerksam gemacht werden, daß der zurzeit bestehende Ge- sundheits und Sicherheitsausschutz statutenwidrig zusammengesetzt ist. 3. daß der ArbeiterauSschuß die Mitglieder der Unterausschüsse, des Sicherhcits- und Gcsundheitsausschusscs bestimmt, nicht aber vom Direktor ernannt werden oder die betressende Körperschaft be- stimmt, wer zu ihr gehören soll. Des weiteren ersuchte die Versammlung die Neunerkommission, dahin vorstellig zu werden, daß allgemein die Freitagslohnzahlung eingeführt wird, wenigstens soweit es sich um die Arbeiter handelt, deren Arbeitszeit Freitags abend beendet ist. Schließlich wurde der Arbeiterausschutz ersucht, bei Erledigung von Differenzen eine den Interessen der Kollegen entsprecliende entschiedene Haltung einzunehmen und sich nicht, wie dies in letzter Zeit beliebt wird, beiseite schieben zu lassen. Sollle all diesen be- rechtigten Wünschen nicht Rechnung getragen werden, dann sei es besser, die ganze Institution der Arbeiterausschüfle wird aufge- hoben. Deutsches Reich. Die Wiedereröffnung der Stettincr„Vulkanwerke". Wie am Mittwoch von der Gruppe deutscher See- schiffswerften in Hamburg beschlossen wurde, hat gestern der Stettiner«Vulkan" seinen Betrieb versuchsweise mit einem Drittel der Arbeiterschaft wieder eröffnet. Es handelt sich, wie gesagt, lediglich um einen Versuch. Nehmen die Nieter bis Dienstag, den IS. August, die Arbeit nicht in ausreichendem Umfang wieder auf. wird der B e- trieb sofort wieder eingestellt, also der Beschluß der deutschen Seeschiffswerften ausgeführt. Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Dinge gestalten werden. Die Nieter haben, wie gestern be- richtet, abermals beschlossen, weiter im Streik zu verharren. Gestern früh erschien denn auch nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Nieter auf dem„Vulkan" zur Arbeit. Ein T e l e g r a m m aus Stettin meldet uns hierüber: Stettin, 14. August. Auf dem Stettiner„Vulkan" meldeten sich heute früh von den Nietern nur einige 80 Mann. Die übrigen Nieter halten den gestrigen Beschluß hoch und streiken weiter. Dem Ver- nehmen nach findet aber bereits morgen vormittag im.Stettiner Volksgarten" wieder eine neue Nieterversammlung statt, die hoffentlich die Beilegung des Streiks beschließen wird. Wie verlautet, soll in dieser Versammlung eine Kommission gewählt werden, die bei der Direktion des„Vulkan" vorstellig werden und dort angeben will, daß die Nieter am Montag die Arbeit freiwillig wieder aufnehmen wollen. Die ausgesperrten Arbeiter hielten gestern abend im Volksgarten eine Versammlung ab. Ueber die letzte Rieterversammlung wird uns telephoniert, die- selbe sei nicht, wie es im„Vorwärts" heißt, stürmisch ver- laufen. Genosse Schulz habe fünfmal gesprochen; er ist mit voller Ruhe angehört worden. Leider ändert das an der Tatsache nichts, daß die Ablehnung der Arbeitsaufnahme beschloffen wurde. Hoffentlich behält unser Berichterstatter recht, der für heute einen anderen Beschluß ankündigt._ VTh�Glvckr, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdr. u. VerlagSanstall SergolderauSstand i« Magdeburg. Sieben Wochen stehen die Vergolder bei der Firma Grukfl u. Co. Nachfolger in Magdeburg im Ausstande, um Akkordreduzierungen ab- znwehren. Die„Deutsche Arbeitaeber-Zeitung", welche bei jeder Lohn- bewegung Gras wachsen hört, faselt in ihrer letzten Nummer auch über obigen Ausstand, daß es der Firma gelungen sei. für die AuS- ständigen Ersatz erhalten zu haben. Nur schade für die Firma, daß das Geschreibsel der„Arbeitgeber-Ztg." hoffentlich nicht in Erfnlluug qehen wird, wenn die Berliner Kollegen etwas mehr Solidaritäts- gefühl bewahren. Für die neun in Ausstand getretenen hat sich erst ein Eremplar nach dem Wunsche der„Deutschen Arbeitgeber- Zeitung" gefunden und zwar der Vergolder Robert Riese aus Wcißensee.— Allerdings hat derselbe das Bestreben, noch mehr Leute seiner Qualität nach Magdeburg zu importieren und wie sehr die Firma darauf wartet, zeigt folgende Karte: Herr Frz. Pudlich— Berlin N. Der Vergolder Herr Riese sagt uns soeben, daß Sie bei uns antreten wollen. Wir sehen Ihrem Eintritt per bald entgegen. Magdeburg. 11. 8. 08. Hochachtend G r u h l u. Co. Pudlich, welcher von der Bewegung am Ort nicht informiert war, reiste natürlich nach Aufklärung zurück. Hoffentlich sorgen nun aber die Vergolder aller Orts dafür, daß die Firma„per bald" keine Arbeitswilligen erhält. Ein Tarifvertrag ist auch für Nichtorganisierte gültig. Das Gewerbegericht in Würzburg entschied in einem Streit- fall, daß die vor dem Gewerbegericht abgeschlossenen Tarifverträge für alle Arbeiter des betreffenden Berufes— auch kür nicht organisierte— bindend seien. Achtung, Maurer und Bauarbeiter! In Castrop ber Dort- m u n d wurde zwischen dein Unternehmerverband und den Organi- sationen der Maurer und Bauarbeiter ein Tarif abgeschlossen. Erstere erhalten 55, letztere 45 Pf. Mindeststundenlohn. Die außer- halb des Unternehmerbundes stehenden Unternehmer Kleine, W e l l e u r und L a m p e r t s weigern sich, den vereinbarten Lohn zu zahlen. Die Unterhandlungen mit ihnen verliefen rcsultatlos, so daß sämtliche Arbeiter in den Streik traten. Der Zuzug ist fernzuhalten! Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Husland. Die Gewerkschaften im Staate New York haben mit September vorigen Jahres 38 210 Mitglieder verloren. eine Folge des Wirt- schaftlichen Niederganges. Im Baugewerbe von New Dork sind mehr als 50 Prozent der organisierten Arbeiter ohne Beschäftigung. Wie der Arbeitskommissar des Staates amtlich festgestellt hat, waren in den drei ersten Monaten des Jahres 1903 mehr gewerkschaftlich or- ganisierte Leute arbeitslos, wie je in einem Vierteljahre des Jahres 1907. Von 386 115 Mitgliedern von Gewerkschaften waren näm- lich 101 446 beständig außer Arbeit. Diese Zahl ist gleich dem Prozentsatz von 26.3, der aber am letzten Arbeitslage des März aus 35,7 Proz. stieg. Als Ursache wird in den meisten Fällen Ge- schäftsstille genannt und nur in wenigen Fällen ist der Grund der Arbeitslosigkeit eine Differenz über die Arbeits- bedingungen. In dem Bericht des Kommissars wird auch auf die starke Abwanderung der europäischen Arbeiter über New Aork und aus die Verminderung der Zuwanderung um mehr als die Hälfre hingewiesen. Letzte jNTacbricbtcn und Depefcben. GencralauSsperrungcn. Brünn, 14. August.(W. T. B.) Da die in der Brünner Kamm- garnspinnerei wegen der Entlassung eines nachlässigen(!) Ar- beiters in den Ausstand getretenen Spinner und Andreher trotz der Aufforderung der Organisation der Wollindustriellen Mährens bis zum 13. August die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, be- schloß die Arbeitgeberorganisation nach erfolglos gebliebenen Verhandlungen mit der Arbeiterschaft, die angedrohte Aussperrung sämtlicher Arbeiter vom 22. August ab durc�uführen. Tie Aus- sperrung wird 42 Fabriken umfassen. Der dänische Typographcnstrcik beigelegt! Kopenhagen, 14. August.(W. T. B.) Die Vertreter der Gewerkschaften haben heute abend mit 116 gegen 22 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen den Vorschlag des Ministers des Innern zur Beilegiina des Typoaraphenkonfliktes an- genommen._ „Beteiligungsgelder." Brüssel, 14. August.(W. T. B.) Heute erfolgte die Ver» Haftung des Vorstehers des Arbeitsamtes Van den Putte, der die Geschäfte des Bürgermeisters in der Brüsseler Vorstadt Schaerbcek versieht. Ferner wurden verhaftet Chefingenieur Houssa und der städtische Ingenieur Neelleus nach Gegenüberstellung mit dem Unternehmer Puvage, der den Zeitungen zufolge zugab, diesen Beamten Betciligungsgelder(I) gezahlt zu haben. Alle drei er- klärten sich für unschuldig._ Die schwarzen Pocken! Duisburg, 14. August.(B. H.) Von der hiesigen Polizei- Verwaltung wurde ein amtlicher Bericht veröffentlicht, in dem darauf hingewiesen wird, daß bei dem in das Epidemiehaus ein- gelieferten Kranken tatsächlich die Erkrankung an den schwarzen Pocken konstatiert worden ist. Von den vier erkrankten Personen ist ein elfjähriges Mädchen gestorben. Von feiten der Polizei sind alle zur Verhütung der Weiterverbreitung erforderlichen Maß. nahmen getroffen worden._ Schwerer Luftschifferunfall. London, 14. August.(B. H.) Zu dem Unglücksfall des Luft- schiffers Lovelace wird gemeldet, daß der Luftschiffer selbst und seine Sekretärin, ein Fräulein Hill, lebendig verbrannt sind. Von dem Fräulein wurden nur noch einige Korsettstäbe gefunden. Außerdem sind 6 Personen verletzt, drei davon schweben in Lebens- gefahr. Der Vorfall verursachte auf dem Ausstellungsplatze große Aufregung._ Zur„Couronne"-Katastrophe. Toulon, 14. August.(B. H.) Einer der Verletzten der Katastrophe auf dem Schulschiff„Couronne" ist seinen Verletzungen erlegen. Damit steigt die Zahl der Toten auf acht. Die Unter- suchung wird behördlicherseits noch fortgesetzt. Dorfbrand. Madrid, 14. August.(W. T. B.) In dem Dorfe Castmeira in der Provinz Orense wurden durch eine Feucrsbrunst 32 Häuser zerstört. Bei dem Brande wurden mehrere Personen zum Test schwer verletzt; der Materialschaden ist sehr bedeutend. Giftige Pilze. Straßburg, 14. August.(B. H.) In der Lehrersamilie Boeren in Wollmar erkrankte Mutter und Sohn schwer nach dem Genüsse von s e l b st g e s u ch t e n Champignons. Der 14 jährige Sohn ist bereits gestorben. Paul Singer Li Co., Berlin Hierzu 3 Beilage» u.UnterhalluogZbl. Hr. 190. 25. Aehrgllllg. L ßtilnp des ,|otiüitts" finlititt DolteMntf. Zsllvabevd. 15. Allguß 1908. Die bürgerliche(Prelle über den Disziplinbruch. „Berliner Tageblatt"; »Daß der sozialdemokratische Parteivorstand über diese„<3 e- heimniSkramerei* entrüstet ist, kann nicht weiter über- raschen. Er wittert Verrat und ketzerische Gelüste. Und er hat von seinem Standpunkt nicht einmal so sehr unrecht. Denn in Süddeutschland hat man natürlich ganz genau gewußt, daß der Beschluß der Budgetbewilligung beim sozialdemokratischen Partei- vorstand« auf schroffen Widerstand stoßen würde. Man wollte aber die Parteipäpste vor eine vollendete Tatsache stellen. Daraus geht allein schon hervor, daß man sich in Süddeutschland stark genug fühlt, entscheidende Beschlüsse über den Kopf der Partei- leitung hinweg zu fassen. Es mag auf den ersten Augenblick nebensächlich erscheinen, ob die sozialdemokratische Fraktion eines Einzellandtages für oder gegen das Gesamtbudgel stimmt. Indessen handelt es sich dabei letzten Grundes um die konstitutionelle oder die revolutionäre Taktik. Wer wie Herr Bebel den bürgerlichen Staat zerstören will, der mutz ihm folgerichtig auch die Mittel seiner Existenz verweigern. Wer für das Budget stimmt, der er- kennt die Möglichkeit einer Fortentwickelung des bürgerlichen zum sozialen Staat an. Man sieht, tvie sehr hier der Gegensatz zwischen Süd und Nord mit dem Gegensatz zwischen Revisionis- mus und Radikalismus zusammenfällt." „Rheiinsch-Westfälisckie Zeitung": »Der Gegensatz von Süd und Nord war in der Parte immer vorhanden, aber jetzt scheint er zu einem klaffenden Riß zu werden. Die Süddeutschen haben auS der Erfahrung gelernt, sie neigen zu praktischer Mitarbeit, die Gewaltigen in Berlin be- harren bei ihrer zum Dogma erstarrten Negation, Werden die im sonnigeren Süden gewillt sein, die Grobheilen hinunterzuschlucken, die der.Vorwärts" ihnen bereits hingeworfen hat? Es sind ja keine vereinzelte Ketzer, und mit dem Scheiterhaufen, den der Parteivorstand etwa für sie rüsten wollte, müßte wohl der ganze Zukunftsstaat in Flammen aufgehen." „Kölnische Zeitung": „Daß süddeutsche Sozialdemokraten vom Lübecker Programm abweichen und gemeinsam mit den bürgerlichen Parteien das Budget beraten und auch bewilligen, ist nicht neu. Als sich die württembergischen Genossen bei den Etatsverhandlungen des letzten JahreS zum erstenmal überwanden und für das Budget stimmten, gab es in der orthodoxen Genossenpresse zwar ein großes Hallo, man wußte aber damals schon, daß man erst am Anfang einer Entwickelung stand und daß man in den übrigen süddeutschen Staaten nicht zögern würde, den Schritt nachzutun. Was aber einigermaßen überrascht, ist die Selbständigkeit und Un- abhängigkeit, mit der die süddeutschen Sozialdemokraten in dieser wichttgen programmatischen Frage vorgehen. Sie setzen sich weder mit dem Zentralvorstand, noch mit der hauptstädtischen Presse über ihre Absicht ins Einvernehmen; sie ziehen keine Parteiinstanzen hinzu, geben ihnen nichts einmal Nachricht von den Ergebnissen der Zusammenkunft. Es ist begreiflich, daß die Zentralleitung in Berlin und ihr Sprachrohr, der„Vorwärts", über dieses Verfahren in große Aufregung versetzt sind; anderseits beweist aber das eigen- mächttge Vorgehen der Süddeutschen, daß sie es ernst meinen und sich von der Berliner Leitung in ihre Absichten nicht hineinreden lassen wollen. Vielleicht mag auch ein wenig die Beklemmung bestimmend gewesen sein, daß man vor dem Willen der Partei- leitung kapitulieren könnte. Jedenfalls würde die Bewegung, wenn sie nicht gewaltsam gehemmt wird, schließlich dahin führen können, daß die übrigen Parteien in ein Verhältnis zur Sozialdemokratie träten, das nicht nur dem parlamentarischen Leben, sondern auch der wirMchen Bedeutung der sozialdemokratischen Partei zustatten käme." „Post": „Man kann darüber streiten, was bei dem soeben aus- gebrochenen sozialdemokratischen Froschmäusekrieg fesselnder ist: die Wurstigkeit, mit der die Süddeutschen über grundlegende Be- schlüsse der sozialdemokratischen Parteitage hinweggehen und selbst den Blitzen der regierenden Olympier Trotz und Spott bieten. oder der Frontwechsel eines ganzen Flügels der Sozialdemokratie kleines feuilleton. Enthüllungen über Orsinis Bombcnattcntat gegen Napoleon III. Als Major a. D. der Vereinigten Staaten-Armee lebt in San Francisco der Graf Carlo de Audio aus Belluno, der einzige Ueber» lebende von den Männern, die am 14. Januar 18W in Paris mit Felice Orsini das berühmte Bombenatlentat gegen Napoleon IH. begingen. An diesen Mann, der damals zum Tode verurteilt, dann aber auf Bitten der Königin Victoria von England begnadigt und nach Guayana deportiert wurde, von wo er später geflüchtet ist, wandte sich anläßlich der fünfzigsten Wiederkehr deS Jahrestages jenes Attentats der italienische Historiker Paolo Mastri mit der Bitte um nähere Mitteilungen über die Tat Orsinis. Die Antwort des Grafen, die jetzt in dem in Bologna erscheinenden„Resto del Earlino" veröffentlicht wird, enthält Enthüllungen, die das Attentat in ganz anderem Lichte erscheinen lasten. De Rudio er- zählt unter anderem folgendes: Die Bomben, mit welchen das Attentat verübt wurde, waren nicht in London fabriziert worden, sondern in der Gießerei Taylor zu Birmingham; konstruiert hatte sie ein früherer Oberst der österreichischen Artillerie, Egassy Baron v. Torocfalda. Es war ausdrücklich ausgemacht worden, daß Orsini jeden einzelnen von den Verschworenen kennen sollte; die Verschworenen aber sollten einander um keinen Preis kennen. Orsini, der sehr mutig, aber nicht sehr vorsichtig war, handelte gegen die Abmachungen und stellte mich Pieri und Gomez vor. Ich erkannte sofort, wie unklug er gehandelt hatte, und bat ihn, nicht nutzlos so viele Leben aufs Spiel zu setzen und lieber das Attentat von mir allein ausführen zu lassen. Ich wollte mir eine SchutzmannSunisorm verschaffen, mich in einem günstigen Augenblick unter die Schutzleute mischen, den Schlag des kaiserlichen Wagens öffnen und in dem Moment, in welchem Napoleon den Fuß auf das Trittbrett setzen würde, das Attentat be- gehen. Aber Orsini wollte davon nichts wissen. Eine halbe Stunde vor dem Attentat trat an uns ein Mann mit langem Schnurrbart heran und fragte Orsini halblaut:„Wie gehl die Sache? Alles gut?"—„Alles gut l erwiderte Orsini ebenso leise. Der Mann mit dem langen Schnurrbart drückte ihm die Hand und entfernte sich rasch.„DaS ist ja Francesco Crispil" sagte ich zu Orsini. Ihm schien das unangenehm zu sein.„Teufel auch," sagte er,„ich glaubte, daß Du ihn nicht kennst." Die Verschwörung war eben weit umfangreicher, als die Geschichte wahr haben will. Wir hatten zwölf Bomben vorbereitet. Geworfen wurden aber nur drei. Die erste warf Gomez. Da sie weit von dem Ziel explodierte, gegen welches sie geschleudert worden war, tötete sie mehrere Soldaten. die längs des Bürgersteiges, und zwar gerade dort, wo Orsini und ich standen, Spalier bildeten. Orsini wurde am Auge verletzt, und da das herabfließende Blut ihn am Sehen verhinderte, legte er, um das Blut abzuwischen, seine Bombe, die er in ein Taschentuch ge- hüllt hatte, auf die Erde. Hier fand sie später ein Spazier- dem bisher so konsequent und grimmig befehdeten Klassenstaat gegenüber. Unzweifelhaft hat das sozialdemokratische Parteischiff einen gefahrdrohenden Leck erhalten. Es wird taktisch behindert durch die Lockerung der Disziplin in seinem Offizierkorps. Und Disziplin, vollends in den leitenden Sphären, ist für ein fast nur durch Terrorismus und Phrasentum zustande gebrachtes und zu- sammengehaltenes Kampfgebilde der alleinige Lebensnerv." „Weser-Zeitung": „Der Gegensatz zwischen der norddeutschen und der süd- deutschen Sozialdemokratie wird immer größer. Unverkennbar hat sich eine scharf markierte„Mainlinie" zwischen Nord und Süd auf- getan. Die doktrinären Norddeutschen mit ihrem unpraktischen Radikalismus sind aber auch wirklich stimmungsgemätz meilenweit entfernt von den untheoretischeren, dafür aber praktischen Er- wägungen um so zugänglicheren Süddeutschen... Wir haben es hier anscheinend mit einem wirklich wichtigen Vorgang in der Entwickelungsgeschichte der sozialdemokratischen Partei zu tun. Daß die Süddeutschen Geheimniskrämerei treiben und den erlauchte» Parteivorstand nicht in ihre Karten sehen lassen wollen, widerstrebt sicherlich den Traditionen der Sozialdemokratie durchaus. Wenn es aber geschehen konnte, so ist es ein Beweis dafür, daß die Süddeutschen innerlich schon sehr weit von ihrer eigenen Parteioberinstanz abgerückt sind und daß sie das nord- deutsche Dareinreden in ihre Angelegenheiten fürchten und ver- urteilen. Für die Einheit der Partei freilich ein sehr trübes Zeichen I" „Freisinnige Zeitung": „Die Parteileitung ist sich durchaus dessen bewußt, was auf hier dem Spiele steht. Schon die Frage, ob die Sozialdemokratie von jetzt ab ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Gesamtetat auf- geben soll oder nicht, ist, wie unlängst hervorgehoben, von weit- gehendster Bedeutung, und es ist von höchster Wichtigkeit, daß in Süddentschland eben diese Frage in positivem Sinne beantwortet ist. Noch viel bedeutsamer aber ist die Form, in der der Bruch mit der bisherigen Taktik vollzogen wurde. Korrekt wäre es ge- Wesen, wenn die süddeutschen Sozialdemokraten dje Angelegenheit vor den allgemeinen Parteitag gebrackit und hier durchgesetzt hätten, daß entweder die Gesamtpartei den Lübecker Beschluß bedingungs- los aufhob oder daß wenigstens den Fraktionen der Einzelland- tage freie Hund in bezug auf die Abstimmung gegeben wurde. DicS Verfahren ist nicht eingeschlagen worden; im Gegenteil handelt man in bewußtem, offenbarem Widerspruch gegen den Parteibeschluß, ohne die Parteileitung auch nur einer Be- nachrichtigung oder Auseinandersetzung zu würdigen, gleich als ob es gar keine Zentralinstanz gäbe und jede Landsmannschaft tun könne, was sie will. Von seinem Parleistandpunkt hat also der „Vorwärts" volles Recht, wenn er dies als eine Auflehnung gegen die Demokratie selbst bezeichnet." „StaatSbürger-Ztg.": „Wenn die süddeutschen Landtagsabgeordneten Männer von Charakter sind, werden sie es durchsetzen, daß in einer so bedeut- samen Frage wie der Budgetbewilligung die gesunde Ver nunft wenig st ens bei einem Teil der Sozial- demokratie ihren Einzug hält. Bei Rosa Luxemburg und Artur Stadthagen ist allerdings in dieser Richtung keine Aus- ficht vorhanden, aber darüber wird man sich in Süddeutschland und anderwärts zu trösten wissen." habe ich unverändert gelassen, dagegen sind die Seitenflächen in be« merkenswerter Art umkonstruicrt worden. Diese Seitenflächen, die auch schon an dem alten Ballon den Eindruck von Fischflossen machten, haben diese Gestalt beibehalten; während sie aber früher aufgeblasene Matratzen waren, sind eS jetzt Holzrahmen mit flachen Lust- kissen. Ich beabsichtige, damit den Widerstand der Luft zu verringern, und glaube, auch dies Ziel erreicht zu haben. Die Länge des ersten Ballons hatte 52 Meter und der Durchschnitt 8.9 Meter betragen. Das jetzige Schiff mißt 58 Meter in der Länge bei einem Durchmesser von 9.3 Meter. DaS frühere enthielt 2809 Kubikmeter Gas. das jetzige vermag deren 3290 zu fassen. Es nimmt 499 Liter Benzin mit auf, die es besähigen würden, 19 bis 12 Stunden in der Lust zu bleiben. Im ganzen hat der Ballon mit fünf Mann Besatzung etwa 3699 Kilo- gramm zu tragen. Nicht unbemerkt sei, daß auch die Ballonhülle eine Verbesserung dahin erfahren hat, daß sie das Gas länger und unverdorbener zu erhalten vermag. Wie bekannt, ist seine jetzige Füllung bereits vor fünf Wochen erfolgt. Ucber die Fahrt selbst wird gemeldet: In flotter 2Vzstündiger Fahrt und in einer Höhe von 209 bis 490 Meter ging" die Reise rund um Berlin über Pankow, Weißensee. Stralau. Oberschöneweide in der Richtung nach Britz. Das Fahrzeug überquerte sodann das Tempelhofer Feld und schlug die Richtung nach Friedenau und dem Grunewald ein, um längs der Bahn über Steglitz. Schlachtensee und Wannsee den Heimweg anzutreten. Gegen%9 Uhr erschien eS frisch und prall wieder auf dem Tegeler Schießplay, wo es in Gegenwart des Inspekteurs der Verkehrstruppen General v. Lyncker glatt landete. Parseval selbst äußerte sich dem Berichterstatter deS»B. T." gegenüber über die Fahrt: Das Luftschiff stieg mit seiner vollen Besatzung von 5 Personen auf. Die Fahrstrecke betrug 88 Kilometer, die Zeit 2 Stunden 49 Minuten. Die Witterung war sehr ungünstig, und das Luftschiff hatte namentlich über den Höhen an der Havel und des Grüne- Wäldes stark unter Böen zu leiden, was seine Geschwindig- keit natürlich stark beeinflußte. Die grüßte Höhe betrug 499 Meter. Weil in dieser Luftschicht sich_ starke, regenartige Niederschläge an der Hülle festsetzten, ging der Ballon loieder herab. Noch beim Eintreffen in Tegel war die Hülle vorn naß. Sie trocknete dann aber rasch. Es dürfte interessieren, zu erfahren, daß das Luftschiff heute gerade fünf Wochen ein und die- selbe Wasserstoffüllung enthält. Wenn die Witterung, die eine starke Neigung zu Regen zeigt, nicht zu ungünstig wird, wird der Parseval- Ballon morgen wieder aufsteigen. Die eigentlichen, die höchste Leistungsfähigkeit des„Parseval" beweisenden Abnahmefahrten sollen erst in etwa zehn Tagen erfolgen. Die neueste HYoMahN des„Parseval". Der„Parseval", das nach dem.halbstarren" System des Majors v. Parseval erbaute lenkbare Luftschiff, unternahm am Frei tag in früher Morgenstunde eine Fahrt, die als Probe zu der be- absichtigten Zwölfstundenfahrt betrachtet werden kann. lieber den Ballon selbst, der einer Veränderung unterzogen worden ist, wird vom„Tag" über eine Unterredung mit dem Er bauer des«Halbstarren" gemeldet: Wenn der erste Ballon sich mehr an die Form eines Zylinders gehalten hat, so ist dem jetzigen Luftschiff eine mehr fischähnliche Gestalt gegeben. Es kommt dies besonders im Querschnitt zum Ausdruck. Ich habe zu dieser Veränderung in der Ueberzeugnng gegriffen, dadurch die Stabilität des Fahrzeuges zu verbessern, d. h. ihm in der Fahrt eine größere Ruhe zu verleihen. Der Daimler-Motor, der früher nur 85 LL aufwies, verfügt jetzt über deren 199, und es ist ein ganz neuer Typ zur Anwendung gelangt, der, wie die beiden Fahrten mir erwiesen, mit Sicherheit arbeitet. Das Hauptsteuer gänger, der sie durch einen Fußtritt beinahe zum Explodieren gebracht hätte. Während das Soldatenspalier in Unordnung geriet, schritt ich über die Leichen hinweg bis zum kaiserlichen Wagen, wo ich die zweite Bombe warf. Sie beschädigte den Wagen und tötete die Pferde. Die Kaiserin wurde leicht ver- letzt. Pieri, der vor dem Attentat verhaftet worden war, befand sich im Gefängnis. Wer also warf die dritte Bombe? Mögen eifrige Geschichtsschreiber das zu ergründen suchen. Soweit de Rudios Bericht. Danach ließe sich also nur insofern von Orsinis Bombenattemat sprechen, als Orsini die Verschwörung leitete, während man bisher angenommen hat, daß er auch an dem Bombenwurf selbst aktiv beteiligt gewesen sei. Orsini wurde be- kanntlich mit Pieri zusammen hingerichtet, wogegen de Rudio im letzten Augenblick zur Deportation begnadigt wurde; Gomez war von vornherein nur zu lebenslänglicher Galeerenstrafe verurteilt worden. De Rudio schreibt dazu:„Heute noch, nach einem halben Jahrhundert, schaudre ich, wenn ich denke, wie trügerisch die mensch- liche Gerechtigkeit ist. Felice Orsini und Giuseppe Pieri, die beiden, die am strengsten bestraft und enthauptet wurden, waren von den vieren, denen man den Prozeß machte, die einzigen, die keine Bomben geworfen und kein Blut vergossen hatten." DaS elektrische Licht der alte» Aegypter. DaS berühmte Wort „Nichts Neues unter der Sonne" hat in neuerer Zeit einen so axio- malischen" Charakter angenommen, daß man selbst von den aller- modernsten Eroberungen der Wissenschaft schon in uralten Zeiten eine Spur, wenn nicht gar ein Modell finden will. Ein ameri- konischer Professor, Dr. Cady, hat jüngst die immerhin etwas seit- same Vermutung ausgesprochen, daß schon die alten Aegypter das elektrische Licht oder wenigstens ein sehr ähnliches Beleuchtung?- system gekannt haben dürften. Diese wundersame Meinung sucht er folgendermaßen zu erklären: Man findet in den Hypogäen, in den dunkelsten unterirdischen Gewölben und Totengrüften deS Niltales Gemälde und Skulpturen, die so sein gemalt und modelliert sind, daß eS jedem klarwerden müsse, daß sie nur in einem ganz hell erleuchteten Räume haben aus- geführt werden können. Fackeln hätten ein so helles Licht nicht geben können, und außerdem hsitten sie bei der Verbrennung an den Wänden und an den Wölbungen der Katakomben Spuren des harzigen Rauches hinterlassen müssen. Dazu bemerkt der„Etendard Egyptien":„Ueber die mutmaßliche Beleuchtung der ägyptischen Katakomben ist schon oft gestritten worden und wir erlauben unS, dem amerikanischen Gelehrten mitzuteilen, daß eine weniger merkwürdige Lösung der Frage abgenommen worden ist: die alten ägyptischen Künstler haben wahrscheinlich Spiegel benutzt, die so aufgestellt waren, daß sie durch zahlreiche Wider- strahlungen daS Sonnenlicht bis zu den Wänden lenkten, die ge- schmückt werden sollten." Das Blatt erzählt dann eine hübsche Anekdote: Ein Aegyptenforscher hatte in den Hypogäen Drähte ge- funden und daraus den kühnen Schluß gezogen, daß die alten Aegypter de» elektrischen Telegraphen kannten.„So weit sind Ihre Huö der partei* Zum Parteitage. Die Nürnberger Genossen beschloffen, an den Parteitag zwei Anttäge zu stellen. Der erste fordert eine ständige A r b e i t s k o n, m i s s i o n, die für den nächsten Parteitag eine Er- örterung der Agrarfrage vorbereitet, der zweite verlangt, der Parteitag wolle die deutschen Arbeiter auffordern, im Sinne der Beschlüsse der internationalen Kongresse die Maifeier durch Arbeitsruhe zu begehen und in gemeinschafllicher Aktion von Partei und Gewerkschaft für die Ertveiterung und Steigerung des internationalen Feiertags deS Proletariats z» kämpfen. Den Antrag über die Agrarfrage begründete Genoffe Kurt Eisner mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Behandlung dieser Frage. Nicht mit theoretischen Streitfragen soll sich diese Arbeitslommission beschäftigen, sondern beispielsweise mit der Land- arbeiterfrage des Ostens, mit der Organisierung des„Gesindes", mit der Bodenzinsfrage usw., dann mit dem Thema der Verbindung ländlicher Produktionsgenossenschaften mit Arbeiter-Konsumgenossen- schasten der Städte und der Kommunen selbst; schließlich fei schon lange brennend die Frage der Kleinbauern als Lohndrücker in Jndustrieorten. Zu dem Antrage über die Maifeier meinte EiSuer, er würde eS als Erniedrigung des Nürnberger Parteitages empfinden, wenn er die Maifeier aufheben oder wenn er sich lange über die Kostenfrage streiten würde. Die Kostenfrage sei Sache persönlichen Empfindens, zum mindesten aber könne sie nicht Gegenstand öffentlicher Diskussionen sein. Bezüglich der machtvollen Durchführung der Maifeier dürfe man nicht leichtsinnig sein, aber auch nicht zaghast; Assyrier sicher noch nicht gewesen", sagte er ironisch zu einem her« vorragenden Assyriologen. Der Gelehrte tat, als wenn er ganz niedergeschmettert wäre; nachdem er sich aber die Sache ein Weilchen überlegt hatte, platzte er triumphierend heraus:„Man hat in assyrischen Bauwerken keine Drähte gefunden?! Ja, das beweist doch nur, daß die Assyrier schon die drahtlose Telegraphie gekannt haben l" Humor und Satire. — Entrüstung..... Sind Sie doch nicht so grob I Sie tun ja gerade so, als wenn ich Ihnen die drei paar Stiefel schuldig geblieben wär'— und nicht Ihrem seligen Baterl" — Neuer Börsenfluch.„Kassierer sollst De sein, und im Luftschiff sollst De durchgehen, und das Geld sollst De müssen wieder auswerfen als Ballast!" — Der Protz.„Jetzt heiratet ja schon wieder cine Tochter von Ihnen, Herr Goldberg I"—„Ja— eine Million nach der anderen geht dahin I" — Gegenbeweis. Junggeselle:„Eheleute, die schon lange verheiratet sind, können sich doch eigentlich nichts mehr zu sagen haben!" Ehemann:„Na— da sollten Sie nur einmal meine Frau hören, wenn ich vom Wirtshaus spät heimkomm' I" — Aus einem Theaterzettel.„Zwischen dem zweiten und dritten Akt liegt ein Zeitraum von zehn Jahren— außerdem eine Pause von fünf Minuten!" l, Fliegende Blätter".) Notizen. — Edison und die Aeroplane. Wie aus New Aort gemeldet wird, hat nun auch Edison sich mit der Konstruktion von Aeroplanen beschäftigt. Er hat sich mit Farman, der gegenwärtig in Amerika weilt, in Verbindung gesetzt und diesen seine Entwürfe vorgelegt; der Luftschiffer soll erklärt haben, daß ein Aeroplan nach diesem Entwurf seinem eigenen entschiedenen überlegen sein würde. Auch von der berühmten Batterie, deren Erfindung Edison schon seit Jahren ankündigt, ist in diesem Zusammenhang wieder die Rede; wenn sie für Flugmaschinen angewendet werden könnte, so würde die jetzt so schwierige Motorfrage eine völlige Umwälzung erfahren. — Ein vulkanischer Ausbruch in Samoa. Nach- richten über die vulkanische Eruption auf der zur Samoagruppe ge» hörenden Insel Sawaii gelangen nunmehr an die Oeffentlichkeit. Nach dem bisherigen Verlauf wäre der Ausbruch erst in drei Jahren zu erlvarten gewesen. Er kündigte sich durch Erdstöße an. in deren Gefolge sich eine neue große Spalte öffnete. Die Lavaglut im Innern dieser Spalte zeigte sich am Himmel, bevor ein eigentlicher Krater gebildet wurde. Der Lavastrom ist sehr mächtig und ergießt sich in einer Breite von 8 Meilen in die See. DaS Meer kocht im Umkreis einer halben Meile von der Eintrittsstelle; die Tätigkeit des Vulkans hält noch immer an. daS Unternehmertum verliere jeden Respekt vor der Macht der Arbeiterschaft. Wollen die Unternehmer aussperren, dann tun sie's, ob der 1. Mai gefeiert wird oder nicht— im letzteren Falle finden sie eben einen anderen Grund—, müssen sie jedoed die Arbeiter haben, dann sperren sie einfach nicht aus. Wenn du Generalkommission und der Parteivorstand zum 1. Mai einen Ausruf erlassen, dann dürfe er niemals in Ermahnungen ausklingen, sondern nur einen begeisternden Appell zur Durch- führung einer machtvollen Deinonstralion enthalten'.— Die auf daS Referat EiSners folgende Diskussion bewegte sich in gleichem Sinne. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung gab ein Genosse den Parteitagsdelegierten die Parole mit auf den Weg:»In der Mai feicrfrage keinen Schritt zurück I* Als Delegierte zum Parteitage wählten die Nürnberger Partei- genossen GewcrkichaflSsekrctär Bohl, Landtagsabgeordneten Dorn und Redakteur Kurl Eisner. Die Genossen von Kassel beschlossen, am Parteitage zu be- antragen, bei Punkt 3 der TageSorduuug sParlamentarischer Bericht) die Frage der Budgetbewillig ung in den bundes- staatlichen Landtagen zu erörtern. In der Sache selbst wollte man sich noch nicht festlegen, sondern erst die Begründung des Schritts der badischen Genossen abwarten. — Ansterdem wurde ein Antrag angenommen, den Parteivorstand zu beauftragen, den von dem Essener Parteitag gefaxten Beschluß betreffend Einführung einheitlicher Mitglieds- b ü ch e r unverzüglich allgemein zur Ausführung zu bringen.— In der Diskussion über die Jugendorganisation sprachen drei Redner für die Beschlüsse des Hamburger GewerkschaflS- longresseS, einer dagegeu. Schließlich wurde eine Resolution an- genommen, die besagt, daß von den zur Lösung der bedeutungS- vollen Fragen vorgeschlagenen Wegen der von dem Ham- burger Gewerkschaftskongreß empfohlene als der glücklichste bezeichnet werden müsse. Er verbürge auch, wenn man die keineswegs unwichtige finanzielle Seite der Frage in Be- tracht ziehe, die alsbaldige tatkräftige Inangriffnahme der Jugend- erziehung._ Angriff« auf die Parteischule. In Cassel erklärte in der Generalversammlung des Sozial- demokratischen Vereins der Genosse Wegener in seinem Referat über den Parteitag in Nürnberg:..... Die Parteischule in ihrer jetzigen Anlage müßte auf Grund der bis jetzt gemachten Er- fahrungen als ein verfehltes Unternehmen betrachtet werden. Das dafür aufgewendete Geld könne in anderer Form zweckmäßiger für BildungSzwecke verwandt werden....." Womit der Redner feine Behauptung begründet hat, teilt der Bericht unseres Casseler Parteiblattes nicht mit. Ein ähnlicher Vorstoß ist vom Genossen Kurt E i S n e r in Nürnberg, ebenfalls im Referat über den Parteitag gemacht worden. EiSner führte auS:„Der Wert der neugeschaffenen Partei- a k a d e m i e ist sehr zweifelhaft, zum mindesten steht der damit erzielte Erfolg in keinem Verhältnis zu den aufgewendeten Geld- Mitteln. Ich meine, wir sollten keinen Antrag stellen, die BildungS. schule des Parteivorstandes aufzulösen, aber wir können erwägen, ob sich die Schule dezentralisieren läßt, erwägen, ob es nicht vorteilhafter ist, die Lehrer des Instituts, die in Berlin auf einem Haufen sitzen, auf das Reich zu verteilen." Die nähere Begründung der Behauptungen des RednerS läßt auch der Bericht des Nürnberger ParteiblatteS vermissen. Sie ist indes leicht zu ergänzen. Am einfachsten faßt man sie in die Worte:„Die ganze Richtung paßt uns nicht I" Nämlich die Richtung der Lehrer an der Parteischule. Sie ist den Kritikern zu.orthodox"! DaS ist der ganze Schmerz. Was den ferneren Vorschlag«mf Dezentralisation der Schule anlangt, so weiß Genosse Eisner ganz gut, daß die meisten Lehrer der Schule nur nebenamtlich unterrichten und daß ihre Haupttätigkeit ihnen gar nicht erlauben würde, die Provinzen zu beglücken. Dieser Eisnersche Vorschlag ist also ebenso aufrichtig, wie die Gründe, die er für seinen Angriff auf die Schule anführt. AuS den Organisationen. Die Mitgliederzahl des Sozialdemokratischen V e r- eins Nürnberg ist im vergangenen Jahr von U 000 auf 14 000 gestiegen. Mitglieder, die zu gelben Vereinen übergetreten Sind, wurden vom Sozialdemokratischen Verein-- und auch von »en Gewerkschaften ausgeschlossen. Hud Induftrlc und Ftandel Nooscvelt und Nockefeller. Ms vor etwa zwei Jahren unter der Initiative des Präsidenten Roosevelt ein Kampf gegen die Trusts eingeleitet und als erstes Opfer die Standard Oil Company ausersehen wurde, da glaubte der größte Teil der Oeffentlichkcit an den Erfolg des aufgenommenen Kampfes. Von der ersten gerichtlichen Instanz wurde auch über die Standard Oil Company eine ganz exemplarische Strafe in Höhe von 29 Millionen Dollar verhängt. Aber schon damals tauchten Zweifel auf. ob das Urteil juristisch unanfechtbar sein würde. Verklagt war eine Tochtergesellschaft der Standard Oil Company, die eine so hohe Strafe nie hätte be- zahlen können. Der Bundesrichter Landis verurteilte daher die Muttergesellschast. Diese Gesellschaft ging an die höhere gericht- liche Instanz und hat nunmehr den Erfolg zu verzeichnen, daß der Appellgerichtshof in Chicago daS Urteil des Vorderrichters in wenig schonender Weise umgestoßen und eine neue Verhandlung des Falles angeordnet hat. Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck diese Entscheidung auf die öffentliche Meinung in Amerika ausgeübt hat: Rockefeller. der Trustmagnat, triumphiert über den scheidenden Roosevelt. den Vertreter der Staatsmacht! Man findet in dem Resultate des gerichtlichen Vorgehen« bestätigt, was der Richter David Davis amtlich so ausgedrückt hat: „Große Körperschaften, fest verbündete Riesenbetriebe besetzen die Wege zur Macht... Es ist ein öffentliches Geheimnis, daß sie durch Einsetzung von gesetzgebenden Versammlungen einige Staaten beherrschen und die Gerichte korrumpieren, daß sie mächtig im Kongreß und skrupellos in der Anwendung von Mitteln sind... Was sind in Amerika für Enqueten, für Unter- suchungen, für Prozesse geführt worden. Es ist niemals etwas anderes erreicht worden, als daß man eine Form aufgab, während die Sache genau so blieb wie bisher." Man wird vielleicht einwenden, daß ja noch nicht aller Tage Abend sei, daß eine neue Verhandlung wieder zur Verurteilung führen könne. Man mag diese Möglichkeit ruhig annehmen— bis aber die Verurteilung perfekt werden wird, würden noch Jahre ver- gehen, und der Effekt bleibt vorläufig auf alle Fälle der. daß die staatliche Macht vor der Ueberlegenheit der Truste kapitulieren muß. Selbst bei einer definitiven Verurteilung läge der Fall nicht viel anders, wenn freilich auch der Eindruck der Oeffentlichkcit für die staatliche Autorität weniger nachteilig wäre. Denn nichts anderes hat das impulsive und unbedachte Vorgehen des Präsidenten Roosevelt erzielt, als eine erhebliche Schädigung der staatlichen Autorität: der Präsident konnte nicht einmal die von ihm gewollte Verurteilung des Rockefellerschen Oel« trustS durchsetzen. DaS war aber vorauszusehen, und es war des- halb unklug, trotzdem die gerichtliche Aktion einzuleiten. Oder sollte etwa daS vergebliche gerichtliche Vorgehen die Oeffentlichkett von der Notwendigkeit eines gesetzgeberischen Einschreitens gegen die Trusts überzeugen? Auch bei dieser Taktik würde indes ein Miß- erfolg herauskommen; denn weder im Senat noch im Kongreß fände sich bei ihrer dermaligen Zusammensetzung eine Mehrheit, die regressive Gesetze gegen die Trusts beschließen würde. EruteanSsichten in Oesterreich. Der Saatenstands- und Erniebericht des österreichischen Ackerbau- Ministers für die erste Hälfte des August stellt die Beendigung der diesjährigen Gelreideernle fest. Der Roggen ergab ziemlich guten Ertrag bei verschiedener Qualität. Der Weizen lieferte eine bessere Ernte, die Gerste hatte fast allgemein mittlere Erträge und Hafer mittlere bis ziemlich gute Ergebnisse aufzuweisen. Raps wurde bereits angebaut, ebenw Buchweizen. Frütstein verspricht ziemlich guteS bis mittleres Ergebnis. Recht gut sind die Aussichten in der Kartoffelernte. Auch die Zuckerrübe gedeiht recht gut und zeigt guten bis mittleren Stand. Wärme und Sonne käme ihr zustatten Vortreffliche Aussichten haben die diesjährigen Weinreben mid Obstbäume._ vaumwellerzeuglmg der Welt im Jahre 1907. Nach einer Zusamineiistellung des ZensusbureauS im Bundesamt für Handel und Arbeit zu Washington wurden im Jahre 1907 in den Baumwolle erzeugenden Ländern der Welt folgende Mengen dieses Spinnstoffes erzeugt und in den Handel gebracht: Erzeugung Anteil a._z, in Ballen von an der Welt- öOO Pfund erzeugung Nettogewicht Proz. Vereinigte Staaten von Amerika 10 882 385 65,9 Britisch Indien...... 2 444 800 14,8 Aegypten......... 1 296 000 7,8 Rußland........ 620 000 3,8 China.......... 428 000 2,6 Brasilir i........ 370 000 2,2 Mexiko.......... 85 000 0,5 Peru.......... 65 000 0,3 Türkei.......... 80 000 0,5 Persien......... 51 000 0,3 Andere Länder....... 200 000 1,3 Summa... 16 512 185 100,0 Im Vorfahre betrug die Erzeugung, soweit sie für den Handel in Betracht kam, 19 942 000 Ballen, 1905 nur 15 747 000 Ballen und 1904 rund 18 803 000 Ballen. Die Mengen Baumwolle, die nichi aus den Markt kamen, sondern in China. Indien, dem asiatischen Rußland und anderen Gebieten des Orients sowie in Süd« und Mittclamerika für den Lokalverbrauch im Kleinbetrieb verwendet wurden, sind hierbei außer Ansatz geblieben. Während des Zeitraumes von 1786 bis 1790 lieferte Westindien ungefähr 70 Proz. der in Großbritannien verarbeiteten Baumwolle, auf die Mittelmeerländer entfielen 20 Proz., auf Brafilien 8 Proz., auf die Vereinigten Staaten und Ostindien nur 1 Proz. der engli- fchen Spinnereien gelieferten Baumwolle: Aegypten brachte damals überhaupt noch nichts von diesem Spinnstoff auf den Markt. Hua der frauenbewegung. Krise und Prostitution. Große Schichten der Bevölkerung leiden furchtbar unter der infolge der Krise eingetretenen Arbeitslosigkeit. Ganze Industrien stocken seit Monaten. Alte Austräge sind erledigt und neue Be- stellungen lassen auf sich warten. Kein Wunder, wenn die Unter- nehmer ihre Betriebe aufs äußerste einschränken. Arbeiter werden entlassen oder nur einige Stunden am Tage beschäftigt. Da wird denn Schmalhans Küchenmeister in manchen Arbeiterfamilien. Der Magen ist schon daran gewöhnt, ab und zu nicht zu seinem Rechte zu kommen. DaS Gespenst der Arbeitslosigkeit schwebt stets über dem Haupte der Arbeiterschaft. Von der gesicherten Existenz ist wenig zu spüren. Bei der kapitalistischen Produktionsweise wird dieser Zustand auch niemals völlig zu beseitigen sein. Wandel wird erst durch eine völlige Umgestaltung der kapitalistischen in die sozialistische Wirtschaftsweise geschaffen �werden können. Bis zur Einführung der letzteren hat es jedoch noch gute Welle und der Kapitalismus wird noch riesige Opfer fordern. Zahllose Exi- stenzen gehen bei dieser Krise unter in Sumpf und Verderben. Nur um den Profit nicht zu schmälern, werden in Perioden des wirtschaftlichen Niederganges häufig männliche Arbeiter aufs Pflaster geworfen und durch billigere weibliche ersetzt. Oft holt man auS den entlegensten Gegenden Arbeiterinnen herbei, die, unbekannt mit den örtlichen Verhältnissen, die Arbeit unter Be- dingungen antreten, die sich gar bald als haltlos herausstellen. Das Streben der aufgeklärten Arbeiterschaft ist diesen weltfremden Menschenkindern meist nicht bekannt, schutzlos bleiben sie daher dem ausbeuterischen Getue deS Unternehmers ausgesetzt. Haben sie noch so viel Wertsachen im Besitz, um in die Heimat zurückzukehren, sind sie gerettet, ist daS jedoch nicht der Fall, so verfallen sie dem Elend und der Schande. Ein großer Prozentsatz von Prostituierten besteht auS Mädchen, die dem heimatlichen Boden entrissen, in der Fremde jeglichen Schutzes beraubt,. notgedrungen sich der Prostitution ergeben, um dann nie wieder in gesittete Verhältnisse zu gelangen. Die einheimische Arbeiterin ist demselben Lose unterworfen. Sie ist gewöhnlich von Hause aus nicht zu völliger BcdürfniSlosig- keit erzogen, wie ihre auS kulturell niedrigstehenden Gegenden stammende Gefährtin. Durch das ewige Herunterdrücken des Lohnes, verbunden mit der steten Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel und sonstiger Gebrauchsgegenstände wird es ihr schwer, von ehrlicher Arbeit ihr Leben zu fristen. Kein Wunder, wenn solche Mädchen, die von zu Hause keine Unterstützung erwarten können, ja vielleicht keine näheren Angehörigen mehr haben oder solche noch durch ihrer Hände Arbeit unterstützen müssen, einen Nebenverdienst in der Prostitution suchen. Einmal auf schiefer Ebene angekommen, braucht nur noch Entlassung auS der Arbeits- stelle einzutreten, um den bereits befchrittenen Pfad des Lasters weiter zu verfolgen, nur noch von der Prostitution zu leben. Schrecklich wütet der Kapitalismus unter der nichts als ihre Arbeitskraft besitzenden Arbeiterschaft. Sie nicht durch aufge- drungene Arbeitslosigkeit dem Verfall preiszugeben, wäre eigent- lich ein Gebot der Nächstenliebe. Aber so sentimental veranlagt ist heute wohl kein Kapitalist mehr, um seine Handlungen von Nächstenliebe bestimmen zu lassen. AuS dem Gesichtskreise deS Kapitalisten heraus liegt keine Ursache vor, die Angestellten vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Für sich nehmen freilich die Ange- hörigen der besitzenden Klasse das Recht in Anspruch, ein ange- nehmeS Leben zu führen und daS Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu werfen. Dieselben Arbeiterinnen, die einstmals durch redliche Arbeit nicht imstande waren, ihr Dasein erträglich zu gestalten, leben später durch das Geld eine» reichen Lebemannes in SauS und Braus DaS arme Mädchen, das früher kaum feine Blöße bedecken konnte, geht in hckrlichen Gewändern einher. DaS Wenige, was ein Mädchen bedarf, um sich recht und schlecht durch- zuschlagen, kann eS durch redliche Arbeit nicht erlangen; erst wenn es gefallen ist, vermag es ein auskömmliches Leben zu führen. Doch wir wollen nicht daS Leben dieser von der guten Gesell- schaft auSgestoßenen Mädchen preisen; gäbe eS ein Zurück, sie würden zu Tausenden umkehren. Aber die Wenigen, die eS von Zeit zu Zeit versuchen, sehen nur zu bald, daß es noch genau so schwer und für eine Abtrünnige noch viel schwerer ist. lohnende Arbeit zu finden. Gar gewaltig schimpft man über die zunehmende Sittenlosig- keit in den unteren Bevölkerungsschichten, und doch wird der Weg zur Moral durch undurchdringliche Mauern versperrt. Man sollte an den maßgebenden Stellen endlich einsehen, daß alle die Maß- nahmen, wie Kasernierung der Prostituierten, die vielen in den verschiedenen Städten bestehenden Ausnahmegesetze gegen die unter polizeilicher Kontrolle stehenden Mädchen, nicht geeignet sind, um der Unsittlichkeit Einhalt zu tun. Wohl werden die Mädchen in ihrer Bewegungsfreiheit beschränkt, aber gebessert werden sie nicht. Will wirklich hier und da ein Mädchen aus dem Sumpfe heraus, so machen ihm Gesetze oder polizeiliche Bestimmungen es unmög- lich, die guten Vorsätze zu verwirklichen. Ueberall und so auch in dieser Beziehung sieht man. daß an faulen Stellen des Gesellschafts- körperS Pflästcrchen hauptsächlich zum Schutze der Besitzenden an- gebracht werden. Wo sich schadhafte Stellen im Staatsorganismus bemerkbar machen, verkleistert man wohl hier und da etwas, selten -oder niemals kommt es jedoch dazu, das Uebel an der Wurzel aus- zurotten. Mit verbundenen Augen geht die Bourgeoisie den Ur- fachen des Verfalles aus dem Wege, anstatt diese zu beseitigen. Wird dann von feiten der Sozialdemokratie auf Beseitigung ge- drungen, so ergeht man sich in wüsten Schimpfereien auf die Leute, die alles besser wissen wollen. Prostitution und Kapitalismus gehen Hand in Hand. Solange der Kapitalismus die Völker regiert, werden schwerlich bessere Zustände herbeigeführt werden. Gerichts-Leitung. Die Vorteile der Aktenvernichtung zeigte eine Verhandlung, mit der sich gestern die Ferienstrafkammer des Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Wegen schweren Dieb- stahls im strafverschörfendcn Rückfalle war der Glaser Otto B. angeklagt.— Der Angeschuldigte hatte vor 18 Jahren einmal im jugendlichen Leichtsinn eine Straftat sich zuschulden kommen lassen, wegen welcher er wegen Diebstahls zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Er führte sich dann volle fünfzehn Jahre tadellos und war stets nur als ein fleißiger, nüchterner und ehr- licher Mensch bekannt. Vor drei Jahren hatte er daS Unglück, schwer zu erkranken, so daß er seine Arbeit aufgeben mußte. In der bittersten Not ließ sich B. verleiten, einen Diebstahl an Nahrungsmitteln zu begehen, wofür er, mit Rücksichtnahme auf den geringen Wert, zu einer Gefängnisstrafe von drei Tagen ver- urteilt wurde. Der Angeklagte fand dann auch wieder Arbeit, die er erst Anfang dieses Jahres, als ein Rückfall seiner Krankheit eintrat, wieder aufgeben muhte. Er geriet wieder in eine sehr bedrängte Lage. Ueberall. wo er um Arbeit anftagte, wurde er als älterer und kranker Mann abgewiesen mit dem Bemerken, daß eS genug junge und gesunde Leute gäbe. Als B. eine? Tages auf einem Grundstück in der Köpenicker Straße um Arbeit an- fragte, bemerkte er, daß ein auf dem Hof gelegenes Kontor offen stand. Er unterlag der Versuchung, ging hinein und erbrach ein Pult, aus dem er 2,15 M. Bargeld und zwei Zehnpfennigmarken entwendete. Als er stch mit dem gestohlenen Gelbe entfernen wollte, um damit seinen Hunger zu stillen, wurde er von Haus- bewohn ern festgenommen und der Polizei vorgeführt. Die rechtliche Lage in dieser Sache war nun so, daß bei dem Angeklagten die Bestimmungen des Rückfalles in Anwendung kommen mußten, die eine ganz erhebliche Verschärfung der Strafe herbeiführen. Da der Angeklagte bereits zweimal wegen Dieb- stahl? vorbestraft ist. so kamen bei ihm die Bestimmungen des § 244 des Strafgesetzbuches in Anwendung, nach welchen derjenige Täter, der einen einfachen Diebstahl begeht, mit mindestens drei Monaten bestraft werden muß, daß aber gegen einen Täter, der. wie im vorliegenden Falle, einen schweren Diebstahl mittels Er- brechenS eines Behältnisses begeht, eine Mindeststrafe von zwei Jahren Zuchthaus oder bei Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahre verhängt werden muß. Der Angeklagte wäre also im günstigsten Falle mit einem Jahre Gefängnis davongekommen. In der gestrigen Verhandlung stellte Rechtsanwalt Dr. Max Kantorowicz den Antrag, aus den Akten festzustellen, ob der Angeklagte die vor 18 Jahren gegen ihn verhängte Strafe auch verbüßt habe, da nur dann die straf- schärfenden Bestimmungen des Rückfallparagraphen in Anwendung kommen können, wenn die den Rückfall begründenden Strafen ver- büßt, erlassen oder verjährt sind. Diese Feststellung war nicht mehr möglich. Nach den betreffenden Vorschriften werden Gerichts- alten nach zehn Jahren vernichtet und nur dt« UrteilsauSferti- gungen werden dreißig Jahre aufbewahrt, bis auch sie der Ver- nichtung anheimfallen. DaS vor 13 Jahren ergangene Urteil war zwar zur Stelle, aus diesem ging aber nicht hervor, daß der Angeklagte auch die Strafe verbüßt hatte. Diesem Umstand hatte eS der Angeschuldigte zu verdanken, daß er einer enorm hohen Strafe entging. Der Staatsanwalt mußte die Anklage wegen RückfalldiebstahlS fallen lassen und beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger plädierte auf Zuertennung der gcringstzulässigen Straf« von drei Monaten, da auch diese bei der ganzen Sachlage noch eine sehr harte sei. Das Gericht er- kannte auf vier Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Eine WilddiebSaffäre, die in einer Berliner Markthalle zur Entdeckung gekommen war, beschäftigte gestern daS Schäffengericht in Lichtenberg. Wegen un- berechtigten JagenS war der Maler Georg Wunderlich angeklagt. während sich der Wildfmndler Franz Freigang wegen Hehlerei ver- antworten mußte.— Die hiesige Kriminalpolizei hatte in Erfahrung gebracht, daß trotz der bestehenden Schonzeit für Rehwild in der Markthalle in der Lindenstraße Wildpret verkauft werde ES war auch in den Räumen der Markthalle ein offenes Geheimnis, daß der letz'ge Angeklagte, der dort einen Stand und größere Kellereien inne hatte. gew.lderteS Wild verkaufe. Am 28. März d. I. be- obachtete deshalb die Polizei den Stand des Anacklaaten. Don dem Aufseher Payer wurde den Schutzleuten mitgeteilt, daß soeben ein Mann mit einem großen Paket in den Keller deS F. hineingegangen sei. Ein Kriininalschutzmann ging diesem Mann nach und nahm ,hn auf der Straße fest. Auf der Polizeiwache fand man be, einer Durchsuchung des Festgenommenen in dessen Hosentaschen einen zufammengeiegten Teschinglauf. ferner wurde noch be.'hm der Flintenschaft, ein Feldstecher und mehrere Jagdpal ronen vor. gcftinben. Es tDiithe festgestellt, daß der Festgenommen- d-r schon wegen Wilddieberei vorbestrafte jetzige Angeklagte Wunderlich war. Er g°b zu zwi,chen KarlShorst und Sadowa ein R-h geschossen zu haben, behauptete aber, er sei bei dem Aufbrechen von Spazier- gangern gestört worden und habe das Wild liegen lassen müssen. In der Zwischenzeit war eine Durchsuchung de» Freigangschcn Kellers vorgenommen. Hierbei wurden drei Damwildkeulen und mehrere Rehpfoten beschlagnahmt. Freig-ng behauptete, er wisse nW. w,e die Rehteile in seinen Keller gelangt seien. Von Wunder- lich habe er nie etwas«kauft Da» Gericht hielt auch die dem F- zur Last gelegte Hehlerei für nicht genügend aufgellärt und ) brach ihn frei. Tagegen wurde Wunderlich wegen Jagdfrevels zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Unlauterer Wettbewerb wurde dem Zahnarzt Thormeyer zur Last gelegt, welcher sich gestern vor. der 1 Strafkammer des Land. gerichts I verantworten mußte. D.e Anklage aegen T. lautete auf Vergehen gegen den Paragraphen 4 des Metzes bett� die Be, kampfung des unlauteren Wettbewerbes dom 27. Mai lSW. welcher denjenigen mit Strafe bedroht, der in der Absicht, den dnschem emes besonders günftigen Angebots hervorzurufen in öffentlichen Bes fanntmachungen, Inseraten usw. unwahre und zur Irreführung des Publikums geeignete Angaben tatsächlicher Art macht. Der Angeklagte hatte in verschiedenen Inseraten mitgeteilt, daß er vollkommen schmerzlos" unter Anwendung von Bromäthyl Zähne ziehe und diese Behandlung ohne jede nachteiligen Folgen wäre. Wegen dieser Annoncen wurde von einer hiesigen Vereinigung von Bahnärzten gegen den Angeklagten Anzeige wegen unlauteren Wettbewerbs erstattet. Das Schöffengericht verurteilte den Angeschuldigten zu einer Geldstrafe von 100 M. Hiergegen legte T. Berufung ein und behauptete vor der Strafkammer, daß der Inhalt der Inserate böllig auf Wahrheit beruhe. Der gerichtliche Sach verständige Bahnarzt Dr. Ritter behauptete jedoch, daß sehr wohl durch Anwendung von Bromäthyl schädliche und gesundheitsstörende Nachwirkungen entstehen können. Es täme dies ganz auf den Gesundheitszustand des Patienten und auf viele andere Neben umstände an, wie der Angeklagte aus einem Fall, der ihm passiert sei, auch habe wissen müffen. Keinesfalls fonne man pofitiv be haupten, daß die Behandlung mit Bromäthhl nicht unter Umständen höchst schädliche, ja direkt gefährliche Folgen nach sich ziehen könne, sondern völlig unschädlich sei. Das Gericht hielt es nach dem Gutachten des Sachverständigen für festgestellt, daß der Angeklagte in seinen Anpreisungen unwahre und zur Irreführung geeignete Angaben gemacht habe und wies deshalb die Berufung kostenpflichtig surüde Bereits Vermischtes. Winter im Riefengebirge. Nachdem bereits am Mittwochnachmittag die Besucher des Riefengebirgskammes durch ein starkes Schneetreiben auf der Höhe überrascht wurden, trat abends und nachts bei startem Sturm ein heftiger Schneefall ein, der das gesamte Gebirge bei einer Stälte von 5 Grad in eine weiße Decke hüllte. Am Donnerstag schneite es weiter. Auf dem Kamm und an den Abhängen lag der Schnee bis zu einem halben Meter hoch und vielfach wurden auch die Touristenwege für Stunden hindurch unpaffierbar. Die Schneewolfen brangen in die Täler, eine Erscheinung, die zu dieser Jahreszeit schon seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden ist. Der Neufchnee lagert gegenwärtig bis zu einer Tiefe von 850 Metern herab. Das Gebirge ist ganz weiß. Auf der Stoppe liegt der Schnee 10 Bentimeter hoch. Schneefälle. Auf dem Glayer neeberge herrschte nach einem Tele. gramm gestern ſtarter Schneefall; auf auf dem Gipfel liegt die Schneedede bereits einen biertel Meter hoch. Auch aus Oberbayern wird starlet Schneefall gemeldet. Aus ien wird telegraphisch berichtet: In Desterreich ist ein mächtiger Wettersturz eingetreten, von dem nur das Busterthal und das Drtlergebiet verschont geblieben sind. Es traten Schneefälle bis zu achthundert Meter Seehöhe in den ganzeu Alpen und auch im Riesengebirge ein. Die Niederschlagsmengen in selten beobachteter Stärke lassen große Hochwasser befürchten. M. B. 08. A. Ja. G. B. 1. Tellen Sie der Invalidenversicherung den Sachverhalt mit der Ein Paftor wegen Berleitung zum Meineid auf der Anklagebank. 5. B, 73. Sie fönnten gegen Ihre Frau auf Herausgabe der Sachen Ein kleinbäuerliches Jbyll hat gestern vor der zweiten Ferien- Umständen den Bersuch einer Ehescheidung zu machen. flagen. Das geratenste scheint aber, unter den von Ihnen geschilderten B. N. 22. Sa: straffammer des herzoglichen Landgerichts Braunschweig begonnen. der Erfolg wird voraussichtlich von einem Ihnen oder Ihrer Schwester Kantor Wunstorf, Leiter der Gemeindeschule zu Bankelsheim, auferlegten Gid abhängen. Boghagen- Numinelsburg. 1. Ja. 2. Nein. hatte mit seinem Schulinspektor, dem Pastor Lang, biel- E. 2. 23. Nicht verwendbar. M. S. 15. Nein. fache Streitigkeiten, die mit der dienstlichen Stellung beider nichts zu ein. R. 111. Nachteiliges über die von Ihnen genannte Stasse ist uns tun hatten. Insbesondere beschuldigte der Kantor den Pastor, daß er nicht bekannt. Wenden Sie sich aber vorsichtshalber an Genossen Simamit seinem Dienstmädchen intimen Berkehr unterhalte, mithin he- nowski, Engelufer 15. Sadrcuter. Es werden nur 14 Tage berechnet. bruch treibe. 2. Das Gemeindewahlrecht lebt in jedem Fall wieder auf, nachdem ein Pastor Lang strengte deshalb gegen Kantor Jahr selt Entlassung aus dem Krantenhause verflossen ist.-A. 50. Die Wunstorf die Beleidigungsflage an, die damit endete, Aenderung würde als Urfundenfälschung erachtet werden fönnen. daß Kantor Wunstorf alle Beschuldigungen gegen Pastor Lang mit A. P. 43. 1. und 2. Wenden Sie sich an die Stadt Lindow und an dem Ausdruck des Bedauerns zurücknahm, eine Buße von 50 M. den Regierungspräsidenten. Daß die Sache fich so verhält, wie Sie zahlte und die Kosten übernahn.- Kurz darauf bemerkte Pastor schildern, ift wenig wahrscheinlich. Eine Verjährung liegt wahrscheinlich Lang bei einer Kanzelverkündigung: Ein paar der im ber nicht bor. 3. Unverständlich, legen Sie ausführlicher dar, was Sie meinen. flossenen Jahre Getrauten ist in Unehren in die Bitte um Beschleunigung mit und beantragen Sie ferner bei der Gewerbe Kirche gekommen." Landwirt Jörn bezog diefe Aeußerung deputation, Stralauer Str. 1-3, die Staffe zur Weiterzahlung zu verurteilen. auf seine Tochter, die in dem betreffenden Jahre Hochzeit gehabt Sanji finis. 8weds Erwirkung der Ehescheidung ist zunächst ein hatte. Er machte seinem Aerger durch abfällige Aeußerungen Sühnetermin bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirke der Ehemann wohnt, gegen den Pastor Luft. Jufolge der deshalb von dem Pastor gegen zu erwirten. Der Antrag fann unter Ueberreichung der Heiratsurkunde Jörn angestrengten Beleidigungsflage wurde letzterer zu 100. bei Gericht zu Protokoll abgegeben werden. Fällt der Sühnetermin Geldstrafe verurteilt. In der Berufungsinstanz tam es zwischen fruchtlos aus, so ist die Ehescheidungsklage durch einen Rechtsden Parteien zum Vergleich. Inzwischen wurde Kantor anwalt bei dem Landgericht anzustrengen, in dessen Bezirke der Ches Wunstorf infolge einer neuen, vom Pastor Lang angestrengten fo läßt er sich zunächst( durch den Armenvorsteher) vom Magistrat bemann wohnt. Will der Kläger das Armenrecht für diese Klage erwirten, Beleidigungsflage zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Die Verhand- cheinigen, daß er zur Tragung der durch den Prozeß entstehenden Soften außer Lung in der Berufungsinstanz wurde auf Antrag des Verteidigers, stande ist. Diese Bescheinigung überreicht er dann dem Landgericht, schildert zwecks Ladung weiterer Zeugen, vertagt. Balb darauf erhielten die Ehescheidungsgründe, gibt die Beweismittel für dieselben an und beantragt mehrere als Beugen genannte Leute anonyme bezw. pseudo- Bewilligung des Armenrechts.$. 2. 85. 1. und 2. Nein. 3. Französisch. nyme Schreiben, in denen fie unter Versprechungen ge beten wurden, nichts Belastendes gegen den Landwirt Müller erhielt ein Bastor auszusagen. solches Schreiben unter Beifügung eines Zwanzigmarkscheines, mit dem Versprechen, er werde noch zwanzigmal soviel bekommen, wenn er vor Gericht befunde, daß er nichts wisse. Die Anklage. behörde hält Pastor Lang für den Schreiber dieser Briefe, sie bat daher Anflage wegen Berleitung zum Meineid erhoben. Pastor Lang bestreitet, zu den Briefen in Be ziehung zu stehen. Ueber den Ausgang des Verfahrens werden wir berichten. Cholera. Die Choleraepidemie wütet in China stärker als im Vorjahre. Sie fordert besonders am mittleren Jangtie in Santau Opfer. Auch viele Europäer find erkrankt. In Rußland erkrankten im Gouvernement Astrachan am 12. d. M. 21 Personen an Cholera; 18 Fälle verliefen tödlich. Jm Gouvernement Saratom ertranften am 11. b. M. 23 an der Cholera. 15 Fälle berliefen tödlich. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter bier Treppen, Fahr ft u bl Sof, dritter Eingang, wochentäglich abende von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 1hr Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Bahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertellt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage bergehen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. 2. P. 139. Wenn Sie weiter zahlen, habeu Ste das Recht wie jedes Stammtisch 106. 1. u. 2. Ja. andere Mitglied, auch auf Strantengeld. Frau Helen 100. Der Pfandlether hat dem Gesez entsprechend gehandelt. Die Firma fönnte Bestrafung des Neffen wegen Unterschlagung er wirken. S. 24. Wiederholen Sie die Anfrage unter Ergänzung nach der Richtung hin: wo und wann der Mann, die Frau und die Kinder gestorben sind. 23. G. 100. Das 1500 W. jährlich übersteigende Gehalt ist pfändbar. Wafferstands- Nachrichten der Landesaustalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Basserstand Memei, Tuft Bregel, Insterburg eichfel, Thorn Ober, Ratibor Strossen Frankfurt am feit am jeit 13. 8. 12. 8. Bafferstand 13. 8. 12. 8. cm cm) cm cm³) 121 0 Saale, Grochliz 118 4 -10 +2 Habel, Spandau) 44 144 -14 Rathenow³) 42 162 15 Spree, Spremberg) 72 142 -7 Beeston 82 154 -11 eser, Münden -82 Barthe, Schrimm 80-10 Minden -18 Landsberg 65 12 Rhein, Marimiliansau 446 Reze, Bordamm Elbe, Leitmeriz -23 8 Kaub 251 -50-5 Köln 242+9 -157+2 Nedar, Heilbronn 53 86-8 Main, Bertheim 98 165 33 27 - fal, Dresden Barby Magdeburg + bedeutet Buchs, Mosel, Trier Unterpegel. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Massenvergiftungen. In den Magdeburger Vororten Groß- Kaufmann. Sit bei den Handlungsgehilfen über die Sündigungsfrist den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: ottersleben und Lemsdorf sind über 200 Personen nach dem Genuß nichts vereinbart, so beträgt die Kündigungsfrist sechs Wochen zum Quartals Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Wild: Bufuhr ge von Pökelfleisch schwer erkrankt. Betroffen sind fast ausfluß. fann auch eine monatliche vereinbart werden. Aber nur für den nügend, Geschäft ruhig, Breife feft. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft Monatsschluß. Stürzere Kündigungsfristen für Handlungsgehilfen sind ungültig. febr rege, Preiſe fehr hoch. Fische: Bufuhr genügend, Geschäft ruhig, fchließlich Fabritarbeiter. Fleischproben find an das Strauß 5. Die Reichstagsfraktion ist dem Programm entsprechend für Breise für Seefische nachgebend, sonst wenig verändert. Butter und Gesundheitsamt in Berlin eingereicht worden. Trotz einzelner recht Bewilligung von Diäten eingetreten. A. S. 33. Eine Beschleunigung Safe: Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Gemüse, Db st schwerer Fälle hoffen die Aerzte, daß Sterbefälle nicht eintreten würde dadurch nicht erreicht werden. Bweifelhaft erscheint, ob Sie unter und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, Blumenkohl über Bedarf am den geschilderten Berhältnissen eine Lohnbeschlagnahme durchsetzen. Markte, Geschäft flau, Preise gedrüdt. werden. Müller- Straße 182-183 Verkauf der aus der Jacques Cohn'schen Konkursmasse erworbenen und anderen Waren. Müller- Straße 182-188 Billige Kurzwaren- u. Weißwaren- Woche Extrangebot für Nähnadeln 25 Stück Blitznadeln • . • Brief Pf. Jaconetband 8 m Stek., hellblau, rosa, rot 7 Pf.| Goldgürtel mit Stickerei... Stück 48 Pt. Jaconet Brief 6 Pf. Sicherheitsnadeln gekapselt, Dutzend 6 Pt. Goldgummigürtel... Stück 95 Pf. Croisée 6 Brief 10 Pt. Hosenknöpfe . . • • . 12 Dutzend 10 Pf. Seidene Gummigürtel.... Stück 95 Pf. Reversible 200 Stück 4 Pf. Prima Mech. Hosenknöpfe 2 Dutzend 5 Pt. Valencienne- Spitze 1-2 om br. Mtr. 4 Pf. Alpacca 2 Brief IP. 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Am heutigen Sonnabend findet in NiederSchönhausen im Lokal von Liedemit das Sommerfest der Freiwilligen Sanitätstolonne Nieder- Schönhausen statt. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Lokal bon Liedemit uns seit Jahren beharrlich verweigert wird. Am Sonntag, den 16. und Montag, den 17. d. M. findet in Nieder- Schönhausen ein Erntefest in folgenden Lokalen statt: Thiele( Donat Nachfl.), Liedemit, Retschlag und Settetorn. Wir bemerken hierbei, daß uns von den genannten Lokalen nur das von Settetorn, Lindenstr. 1 zur Verfügung steht und ersuchen daher, die übrigen meiden zu wollen. Am Sonntag, den 16. und Montag, den 17. d. M. findet in Heinersdorf bei weißensee das Ernte fest statt. Das einzige freie Lokal bortselbst befindet sich Rothenbach Straße 51 3 um Lindenbaum", Inhaber Otto Neumann. Wir ersuchen, dies zu Die Lokalkommission. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg. beachten. H Am Sonntag, den 16. August, mittags 12 Uhr, findet im Lokale des Genossen Hoppe in Rixdorf, Hermannstr. 49, die Generalversammlung des Kreises statt. Tages- Ordnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Der bevorstehende Parteitag. Referent: Frizz 8ubeil Anträge und Wahl der Delegierten. 8. Die Provinzialfonferenz. Anträge und Wahl der Delegierten. 4. Abrechnung von der Landtagswahl. 5. Sonstige Anträge. Die Delegierten der Wahlvereine müssen mit Mandaten bersehen sein. Gäste haben Zutritt. Der Zentralvorstand. Waidmannsluft. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet nicht heute, sondern nächsten Sonnabend, also den 22. b. M., statt. Neuenhagen und Umgegend. Die regelmäßige Mitgliederbersammlung des Wahlvereins fällt diesen Monat aus.. = Wilhelmsruh Nieder- Schönhausen- West. Morgen Sonntag früh 8 Uhr: Handzettelverbreitung: der 1., 2. und 5. Bezirk Lokal von Kollmann, Kronprinzenstr. 2; der 3. und 4. Bezirk Lokal von Barth, Bittoriastr. 7. Zahlreiche Beteiligung ist Pflicht. Der Vorstand. und des Provinzialrates. Sie wäre an und für sich Aufruf oder ein Preisausschreiben im Vorwärts" oder einem nach Lage der Gesetzgebung keineswegs ausgeschlossen; man darf anderen Parteiblatt? Aehnlich wie beim Gewerkschaftshause lag aber von unseren Behörden mit aller Bestimmtheit erwarten, es auch beim Metallarbeiterhause. daß sie in einer Frage von solcher Tragweite, bei einer Entscheidung auf Menschenalter hinaus, Berlin, seine Nachbarstädte und Vororte nicht bergewaltigen werden. In diesem Bertrauen stimmen alle Beteiligten überein." Würde man Leuten mit sozialdemokratischer Gesinnung der artige Ausführungen übertragen, so könnten untarifmäkiae Arbeiten niemals möglich sein." Einschulung. die Sollten von den Schulvorständen Die Zuversicht des ausgefragten Herrn auf die Ergebnisse der Unterredung Kirschners bei Hofe und auf die Nichtvergewaltigungs: 1. Oktober dieses Jahres das 6. Lebensjahr vollendet haben werden, gelüfte der oberen Behörden teilen wir nicht. Die Aktiengesellschaft also schulpflichtig sind, seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Die Eltern folcher Kinder, welche bis zum hätte mit ihrem Antrage auf Konzessionsverlängerung rund weg von den Behörden abgewiesen werden können. Das ist sie nicht. Anmeldungen für den Schulbesuch spätestens bis zum 15. September Vielmehr ist die auffällig furze Frist den Gemeinden gestellt. Das zu erfolgen haben. Es ist zweckmäßig, bei dieser Gelegenheit gleich läßt viel eher der Befürchtung Raum, daß eine der Selbstver- falls die betr. Familien ihre Wohnung wechseln sollten gekartete Sache ist. Das wäre freilich eine ungeheuerlich starke Geburtsurkunden verlangt werden, so können Unbemittelte sie waltung ins Gesicht schlagende Konzessionsverlängerung längst ab- neue Wohnung anzugeben. Fürsorge für den Geldbeutel der Aktionäre und Mißachtung der Formulare zur Erlangung derselben bei den Vorstehern ihrer Schul, Interessen des Verkehrs und der Gemeinden. Aber ist in dem bezirke kostenlos erhalten, vorausgesetzt, daß die einzuschulenden Streit mit der„ Großen" je anders berfahren? Kinder in Berlin geboren sind. Ebenso find ärztliche Atteste, auf Soll Berlin und seine Nachbargemeinden nicht Grund deren eine einstweilige Zurücksetzung vom Schulbesuch erungeheuren Schaden nehmen, so ist ein ge= folgen soll, bis zum oben genannten Termin( 15. September) der schlossenes, Ichleuniges Vorgehen aller betei zuständigen Schulkommission einzureichen. ligten Gemeinden gegen die Anmaßung der Er. werbsgesellschaft dringend erforderlich. = Senefelder Der Vorstand des Vereins für Kinder- Vollsküchen teilt mit, daß er heute Sonnabend, den 15. August, seine Kinder- Volksküchen eröffnet. Verabreicht wird mittags von 12 bis 2 Uhr an Kinder Zum Achtuhrladenschluß in Berlin Mittagessen; auch können die Speisen aus den Anstalten geholt bemerkt eine halboffiziöse Korrespondenz:" Am 11. August ist der werden. In den Küchen findet der Markenverkauf nicht statt. lebte Abstimmungstermin zur Achtuhrladenschlußbewegung abge- Marken sind zum Preise von 10 Pf. in folgenden Verkaufsstellen zu laufen. Bis dahin konnten die Abstimmungsäußerungen noch be- haben: Küche 1, Freiligrathstr. 7. Martenverkauf bei: Emil richtigt werden. Wie wir erfahren, steht eine Zweidrittelmehrheit Bär, Gneisenaustr. 57, Kaufmann. Rühl, Hafenheide 49, KaufBäckerei R. Doherr, Camphausenstraße 2. Ernst für den Achtuhrladenschluß außer Zweifel, die genauen Ergebnisse mannn. Milchgeschäft. werden nach der Zusammenstellung amtlich bekanntgegeben werden. Völlner, Freiligrathstraße 8, Karl Ermler, Ob oder zu welchem Zeitpunkte die Behörden den Achtuhrladen- Urbanstr. 32, Seifengeschäft. Küche 2, Bredow str. 22. schluß einführen werden, ist noch zweifelhaft, da die Verwaltungs- Martenverkauf bei:&. Berlin, Wiclefstr. 3, Gemüsehandlung. Richard behörde an die Abstimmung nicht gebunden ist, doch steht die Ein- Franzte, Bredowstr. 27, Gemüsehandlung. Klein, Buggenhagenerführung außer Frage. Der Zeitpunkt läßt sich allerdings jetzt noch traße 9, Seifengeschäft. Kaufmann Georg Kroll, Wilhelmshavener nicht bestimmen, da einzelne Gewerbezweige( Lebensmittel- und Straße 41. Kaufmann A. Walter, Birkenstr. 33. Küche 3, Tabakbranche) Ausnahmen beantragt haben. Für bestimmte Tage Anton str. 35. Markenverkauf bei: Kaufmann Hauschild, Basewalfer follen auch für alle Gewerbe Ausnahmen gestattet werden. Nicht Straße 6. Kaufmann F. Kruse, Ruheplasstr. 21. F. Warhold, unmöglich ist es, daß mit dem Achtuhrladenschluß auch der Verkauf Antonstr. 17, Seifenhandlung. Frau Jäuchen, Adolfstr. 7, Milchüber die Straße aus Gastwirtschaften, die an den Achtuhrladen- geschäft. Frau Tang, Prinz- Eugen- Straße 20, Bäckerei. schluß nicht gebunden sind, verboten wird, um die Geschäftsleute Stü che 4, Grünthaler str. 17. Markenverkauf bei: Fr. Neunicht zu schädigen." Unseres Erachtens ist die volle Einführung mann, Kristiania Straße 124, Seifengeschäft. Kaufmann Bruno des beschlossenen Achtuhrladenschlusses eine Pflicht der Behörden. Richter, Freienwalder Straße 8. R. Tietsch, Grünthalerstr. 15. Frau Wabersti, Bellermannstr. 17, Gemüsehandlung. Frau Wer ist schuld am Hauseinsturz in Charlottenburg? Wittke, Stettiner Str. 49a, Seifengeschäft. Küche 5, Swinemünder Str. 26. Markenverkauf bei: W. Kersten, SwineAus Anlaß unseres Artikels in der Mittwochsnummer er- münder Str. 99, Gastwirt. Kaufmann J. Neumann, Wolliner Str. 29. halten wir von einem Architekten Ausführungen, deren wesent- Frau Käse, Swinemünder Str. 34. Frau Rabuske, Ruppiner Str. 22, Rigdorf. Sonntag, den 16. August, mittags 12 Uhr, findet im lichsten Inhalt wir nachstehend wiedergeben: großen Saale von Fritz Hoppe, Hermannstr. 49, die KreisSeifengeschäft. Frau Krüger, Wolliner Straße, Ecke Bernauer Str., Zu Ihrem Artikel„ Wer ist schuld am Haus Seifengeschäft. MarkenKüche 6, Senefelder str. 3. generalversammlung statt. Wir bitten unsere Mitglieder, Kaufmann fich als Gäste recht zahlreich zu beteiligen. Der Wahlberein einsturz in Charlottenburg?" erlaube ich mir als verlauf bei: Kaufmann R. Lehmann, Rykestr. 21. hat im Anschluß daran für die Parteigenossen und deren Angehörige Fachmann einige Beilen. Es wird zunächst von schlechtem R. Scheer, Weißenburger Straße 48. Frau Effenberger, Brenzein gemütliches Beisammensein unter Mitwirkung des Material geredet. Ein so schlechtes Material, daß ein der- lauer Allee 20, Seifengeschäft. Frau L. Haack, Frau Walther, Dunderstr. 83, Seifen Gefangvereins Rigdorfer Männerchor", Rezitation und darauf artiges Unglück passieren kann, gibt es einfach nicht. Selbst der Straße 41, Seifengeschäft. Küche 7, Mulad str. 35. Markenverkauf bei: folgenden Tanz arrangiert. Nur Mitgliedsbuch legitimiert. schlechteste Stein, wie er hier gehandelt wird, ist noch druckfest geschäft. Der Vorstand. genug für ein gewöhnliches Wohnhaus. Nach meiner Ansicht liegt Raufmann J. Gabel, Mulachstraße 7. Kaufmann H. Tugendhaft, Gormannstr. 24. G. Buchholz, Linienstraße 216, Seifengeschäft. der Fehler vor allem an der Akkordarbeit und an G. Lazarus, Konditor, Rosenthaler Str. 60. J. Morlock, Bäckerei 5. schlechter Verankerung, was ja schließlich and Alte Schönhauser Str. 12.- Küche 8, Wilhelm Stolze. in Hand geht. Die Maurer schlagen die Baltenanter an Straße 10. Markenverkauf bei: Kaufmann A. Bischoff, Peters und verlegen die sonstigen Zuganter, auch werden dieselben ja dann burger Plaz 2. Kaufmann Wagner, Wilhelm- Stolze- Str. 35. E. Kujath, von den Leuten vermauert. Ich bin selbst Praktiker genug( habe A. Pionthowski, Tilsiter Str. 46, Milchgeschäft. Frau Rode, Zorndorfer fechs Jahre die Kelle geschwungen), daß ich diese Finessen ge- Langenbedstr. 8, Gemüsehandlung. nügend kenne. Sie schreiben sehr richtig von der saumäßigen Straße 14, Gemüsehandlung. Frau L. Riesche, Wilhelm- StolzeStraße 9, Papiergeschäft. Küche 9, Gubener Str. 13. Gerade Kalksteinfundamente Markenverkauf bei: Der Ueberfall der Gemeinden durch den Antrag der Großen" Herstellung der Fundamente. Karl Günther, Günther, Memeler Straße 65, auf Konzessionsverlängerung um 90 Jahre hat selbst bei solchen erfordern die sachgemäßeste Behandlung. Es genügt hier nicht ein- Bäckerei. Voigt, Gubener Straße 12a, Milchgeschäft. Frau Mitgliedern einzelner Gemeindevorstände und Magistrate, die mal Stein auf Stein zu packen und die Lücken mit Mörtel zu A. Stallweit, Gubener Straße 57, Buchhandlung. Frau Lina leider der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft günstig ge- füllen, sondern die Steine müssen lagerhaft, das heißt, die ge- Booß, Gubener Str. 18, Buchhandlung. Frau Jahn, Kopernikusstr. 36, stimmt waren, arg verschnupft. Hat doch die" Große" nicht ein- wachsene Schicht muß flach parallel und nicht ettva sentrecht zur Milchgeschäft. Frau Heuer, Romintener Str. 6. Küche 10, mal den Versuch gemacht, mit den beteiligten Gemeinden zu Ebene der Fundamentgrube liegen. Außerdem müssen die Hohl- Forster Str. 51. Markenverkau bei: Kaufmann Domaschte, Forster verhandeln. Schon einmal hat die Große bekanntlich von der Regierung eine Stonzessionsverlängerung für ihr Berliner Unter- räume sauber mit kleineren Stückchen ausgeklopft werden und so Straße 6, Reichenberger Str. 73. nehmen von 1919 auf 1949 erlangt, ohne daß damals Berlin ge- wenig Mörtel als möglich verwendet werden. Der hiesige Mörtel Seifenhandlung. Fr. Rahn, Grünauer Str. 29, Milchhandlung. Kaufmann Völkel, Wiener Str. 19. A. Hinze, Forster Str. 51, hört wurde. Ob die damals hinter dem Rüden der Stadt ist ein Luftmörtel und erhärtet nur bei genügendem Herantritt Bigarrengeschäft.- Wegen Werabfolgung von Bescheinigungen für Berlin erteilte Konzessionsverlängerung gültig ist, mag an dieser der Luft. Daß dieses beim System der Akkord- unentgeltliche Portionen muß man sich vorher an den Rektor Stelle unerörtert bleiben. Das damalige und jebige Vorgehen der maurer ausgeschlossen ist, ist klar. Großen"" hinten herum" ist für die Finanzinteressen der Großen" hier alles mögliche passieren. Weinbergsweg. Heute vor 60 Jahren, am 15. August 1848, und ihrer Fahnenträger charakteristisch. In den rechts stehenden Nun zum Punkte Baupolizei. Unsere Baupolizeibeamten erhielt der Weinbergsweg seinen Namen. Er führte, bevor die Berl. N. Nachr." wird folgende Auskunft wiedergegeben, die dem Blatt auf Anfrage aus dem Hause der Berliner Stadtverwaltung mögen wohl die tüchtigsten Theoretiker sein, aber auf dem Gebiete Stadtmauer gezogen ward, nach dem, im 16. Jahrhundert ange der Pragis können sie mit keinem Maurer konkurrieren. Wenn in legten Wollantschen Weinberge, auf dem sich jetzt das Reichenaugegangen ist: Wenn behauptet worden ist, daß die Gesellschaft bei ihrem der Fassadenzeichnung ein Turm oder sonstige Aufbauten die vor- heimsche Waisenhaus befindet, und hieß früher die WeinbergsVerlangen die Bestimmungen des Kleinbahngefeßes auf ihrer schriftsmäßige Höhe um 10 Zentimeter überragen, so müssen diese gaffe. Hier war das einer Feuersbrunst zum Opfer gefallene Seite habe, und daß der Provinzialrat unter Umständen nach unweigerlich runter. Ebenso, wenn meinetwegen die Durchschnitts- Nationaltheater, über dessen Terrain jetzt die Zehdenicker Straße dem Gesetz gezwungen sein könnte, die beantragte Ergänzung höhe einer Waschküche nicht 2,80 Meter, sondern vielleicht 2,75 Meter führt, sowie das volkstümliche Lokal von" Mutter Gräbert". Heute auszusprechen, so trifft das nicht zu. Das Gesez erlegt dem beträgt. Erstere muß unter allen Umständen da sein. Es gibt befindet sich dort auch, dem ehemaligen Nationaltheater gegen. und die Gründe, die von der Großen Berliner angegeben werden, so viele solcher Sachen, um die sich die Baupolizei zu bekümmern über, das Walhalla- Theater. Briz- Budow. Morgen Sonntag, früh 8 Uhr, findet von den bekannten Stellen aus eine Handzettel- Verbreitung statt. Die Beteiligung aller Genossen erwartet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Hinten rum!" " um die Konzessionsverlängerung und die Fahrpreiserhöhung zu hat, daß für Kontrollen teine Zeit übrig ist. " G3 tann wenden. Der erste Gedanke! . rechtfertigen, sind bereits dadurch hinfällig geworden, daß die Zu einer anderen Seite. Darüber sind wir uns völlig einig, Man wird es keinem Geschäftsmann verübeln dürfen, daß er Stadt Berlin sich bereit erklärt hat, die( vielfach übertriebenen) daß die Akkordarbeit bei den Maurern unter zu seinem Gelde kommen will. So kann auch keinem HausVerkehrsschwierigkeiten durch geeignete Maßnahmen au be allen Umständen zu verwerfen ist. Nun möchte ich befiber ein Vorwurf daraus gemacht werden, daß er seine seitigen. Neubau der Sternwarte in Mieten möglichst vollzählig hereinzukriegen sich bemüht. Doch Die in dieser Richtung seinerzeit dem Kaiser unterbreiteten Sie aber auf den Neubau der Vorschläge haben dessen Zustimmung gefunden, und es handelt Treptow hinweisen. Dieser ist erst möglich gewesen durch gegenüber einem hilflosen, der vom Unglüd heimgesucht worden sich gegenwärtig nur noch um Einzelfragen. Im wesentlichen Hingabe von 50 000 M. seitens der Gewerkschaften, und trotzdem ist. wird einem Menschen mit normalen Empfinden schwerlich der werden die vom Stadtbaurat Krause ausgearbeiteten Straßen- sind die Maurerarbeiten in Akkord ausgeführt erste Gedanke die Frage sein:" Wer bezahlt mir nun, was der mir noch schuldet?" Aus dem Hause Utrechter Straße 22, das durchbrüche und vereinfachten Tunnelanlagen angenommen wer- worden. Warum machte man die Hergabe des Geldes nicht ebenso, wie das Nebenhaus Utrechter Straße 23 einem den. Damit erledigt sich eigentlich der gesamte Plan der von anständigen Arbeitsbedingungen abhängig? Daß die Inhaber Herrn eIm gehört, wird uns ein Vorkommnis dieser Art geGroßen Berliner" und die damit verbundene starte Mehr- der bauleitenden Firma königliche Bauräte sind, mußte allerdings meldet. Dort wohnte bisher eine Witwe B., die sich und ihre belastung der die öffentlichen Verkehrseinrichtungen benubenden für gute Verhältnisse bürgen, nicht aber, daß der eine Herr der- pier Kinder durch Schürzennähen ernährte. Frau B. ist seit Bevölkerung. Bezüglich der erwähnten Pläne bedürfen nur noch einige untergeordnete Punkte der Erörterung; sobald diese selben ein„ liberaler" Stadtverordneter ist und der ausführende langem lungenleidend, fie mußte aber vom frühen Morgen bis abgeschlossen sein wird, soll das Ganze der Oeffentlichkeit über Unternehmer ebenfalls. Letterer scheint überhaupt bei diesem zum späten Abend Nähmaschine treten, um beranzuschaffen, was gebraucht wurde. Schließlich stellte sich Lungenbluten ein, und geben werden. Die Stadtgemeinde steht auf dem Standpunkt, gemeinnüßigen Bau unter allen Umständen anständig" verdienen ihr Leiden verschlimmerte sich so, daß der Arzt anordnen mußte, bag die bezeichneten Maßnahmen, obgleich sie teine hohen Kosten zu wollen. Wer garantiert, daß an diesem Gesie einem Krankenhause zuzuführen. Als vor dem Hause Utrechter erfordern, vollkommen genügen, um die Verkehrsbedürfnisse zu bäude nicht auch so etwas wie in Charlotten Straße 22 der Krantenwagen borfuhr, erregte das natürlich die befriedigen, und an der in diesen Fragen maßgebenden Stelle burg passiert? Die Aufsicht von seiten der bauleitenden Aufmerksamkeit der übrigen Hausbewohner. Auch Frau Kelm, die wurde dieser Auffassung, wie gesagt, zugestimmt. Der Kaiser Firma kann nur ungenügend gewesen sein. Denn der Bauführer Gattin des Hausbejizers, wurde stubig. Wer war es, der da hat ausdrücklich erklärt:„ Wenn Berlin machen will, kann keine große Pragis haben und ist ferner täglich nur zwei bis nach dem Krankenhause umziehen wollte? War's ein was nötig ist, um die Verkehrsschwierigkeiten am Potsdamer Blat und am Brandenburger Tor zu beseitigen, so wird auf drei Stunden auf der Baustelle anwesend. Ich will Ihnen durch Mieter, der noch Miete zu zahlen hatte? Frau Kelm stellte alsbald fest, daß der Krankenwagen für Frau B. bestimmt war. diesem Wege die ganze Frage am besten erledigt." letztere Ausführung nur darlegen, daß es selbst bei einer re- Für Frau B., die die Miete für den laufenden Monat noch nicht Was den Verkehrsverband anlangt, so besteht kein nommierten Architekturfirma unter Umständen möglich sein kann, gezahlt hatte und auch von der Miete des vorhergehenden Monats Bedürfnis nach einer außerordentlichen Beschleunigung der An- daß ein Unglück ähnlich wie in Charlottenburg stattfinden kann. noch einige Mark schuldete! Spornstreichs lief Frau Kelm hinauf gelegenheit, da an dem übereinstimmenden Willen aller in Be- Als Gegenstück zum Neubau der Sternwarte ist jetzt der in die Wohnung der Kranken und fragte aufgeregt, wie sie nun tracht kommenden Gemeinden, sich in dieser Form zusammenzu- Neubau des Vereinshauses Deutscher Apotheker zu ihrem Gelde kommen werde, wer ihr die rück. schließen, nicht zu zweifeln ist. Abgesehen von der Aufnahme in der Dortmunder und Lebetowstraße in Angriff ständige Miete zahlen werde, und so weiter. Eine in der Schnellbahnen in die Vereinbarung, handelt es sich im wesentlichen nur noch um Einzelheiten in der Fassung der genommen. Architekten: dieselben, Ausführende: Held u. Franke, der Wohnung anwesende Schwester der Frau B. bat, die Wirtin möge sich doch gedulden, möge Mileid haben mit der Kranken, deren Sazungen. Man darf auch nicht vergessen, daß es auch keine Maurerarbeit: Akkord. Es ist einfach schändlich; es hilflosigkeit sie doch sehe. Aber Frau Kelm antwortete schroff: Kleinigkeit ist, 28 Gemeinden, die alle ihre eigenen Wünsche trieb mir die Schamröte ins Gesicht, als ich hörte, daß auch mit mir hat auch keiner Mitleid!" Noch als die Kranke auf der haben, unter einen Hut zu bringen. Ist das erst geschehen, dann dieser Bau, ein Millionenobjekt, in dieser Bahre zum Wagen getragen wurde, schalt die Wirtin hinterher, wird die Maschine schon arbeiten; ihr Aufbau ist natürlich viel sch undhaften Akkordarbeit ausgeführt wird. sie habe noch Miete zu kriegen. Die ganze Art, in der diese mitschwieriger als ihr regelmäßiger Betrieb. Jedenfalls ist nicht Ich habe mich so oft im stillen gewundert und gefragt, wie kommen leidverweigernde Frau ihrer Sorge um den Mietsrest Ausdruck anzunehmen, daß auch nur eine einzige Groß- Berliner Ge- die Gewerkschaften bloß dazu, den königlichen Bauräten das Ge- gab, wurde bon Ohrenzeugen als überaus herzlos meinde der 90jährigen Konzessionsverlängerung zustimmen werkschaftshaus zu übertragen? Die Herren selbst machen doch empfunden. Man versichert uns, sie sei dabei auch vor grober könnte, da in diesem Punkte die Interessen von ganz Groß- das Projekt nicht, es sind doch immer die Angestellten. Es gibt, gefahren war, gab Frau Kelm Acht, daß wenigstens nichts von der Schimpferei nicht zurückgeschreckt. Nachdem der Krantenwagen abBerlin vollkommen dieselben sind. Ebenso ausgeschlossen erscheint eine leberglaube ich, genügend tüchtige Architekten, die auf sozialdemo- Wirtschaft aus der Wohnung herausgeschafft würde. Selbstver tumpelung von seiten des Oberpräsidenten kratischem Standpunkt stehen. Warum erläßt man da nicht einen ständlich mußte sich aber jemand um die Kinder kümmern, die ja «tt 1M snice Böft 2 FfS TT fahren stchm. Das kai die Schwester der Frau B., indem sie die Kinder zu sich nahm. Um ihnen bei sich ein Nachtlager bereiten zu können, bedurfte sie der Betten. Sie ging ohne viel Besinnen, ihrem Pflichtbewußtsein folgend, nach der verlassenen Wohnung und holte die Betten heraus. Die Wirtin soll hierüber nicht wenig gelärmt und geschimpft haben, auch soll sie schwere Drohungen ausgestoßen haben gegen jeden, der ein Stück aus der Wohnung herausholen werde. Im Hause ist man empört über das Benehmen der tytavi Kclm, die als Gattin eines „zweifachen" Hausbesitzers allerdings wohl sicher davor ist, einmal selber in eine bedrängte Lage ähnlicher Art zu geraten und dann auf das Mitleid anderer angewiesen zu sein. AuS der gestrigen MagistratSsihung. Der Magistrat hat bc- MjivflCtt, für den Graf Zeppelin-FondS 30 000 M. und für die Abgebrannten von Donaueschingen 5000 M. zu bewilligen und die Zustinimung der Stadtverordncten-Versammluny hierzu ein- zuholen. Der Berkehr im stübtischon Obdach, sowohl im nächtlicheil als auch im Familienobdach, hat in den letzten Tagen infolge der kühlen Witterung stark zugenommen. Täglich melden sich gegenüber dem Vorjahr annähernd 250 Personen mehr zur Aufnahme. Ncbcr die Geheimkontrolle der Gelddriefträgcr, deren Einrichtung bor mehreren Jahren so vielen Staub aufwirbelte, werden neuer- dingS wieder Klagen laut. Noch bevor damals die Geheimkontrolle in Aktion treten konnte, gelangte über die beabsichtigte Bevor- mundung der Gcldbriefträger ein Bericht in die Presse. Sehr richtig wurde darauf hingewiesen, die Geldbriefträger seien aus dem besten Beamtenmaterial ausgewählt; sie müßten also die Kontrolle als ein Mißtrauensvotum auffassen. In erster Linie sollte sich nämlich die Kontrolle dagegen richten, daß die Geldbriefträger während des Bestellganges Restaurationslokale aufsuchen, falls sie nicht gerade amt- lich in diesen zu tun haben. Als ob der Geldbriefträger, der an- erkannt einer der besten Postunterbeamten ist, sich in der Kneipe an einem Glase Bier berauschen könnte I Oder fürchtete man einen Ueberfall in der Kneipe? Das Ganze war also wieder mal Arbeit vom grünen Tisch. Der Geldbriefträger wird mit seiner Bestell- arbeit unregelmäßig fertig, je nachdem er die Geldempfänger sofort zu Hause antrifft oder nicht. Man kann es ihm also nicht verargen, und es ist auch nicht weiter bedenklich, wenn er eine freie Viertel- stunde benutzt, um sich ein wenig zu restaurieren. Das aber wollte die Postverwaltung nicht haben. Die Postunterbeamten beriefen da- mals Protestversammlungen ein. Tatsächlich unterblieb auch zunächst die Geheimkontrolle. Mittlerweile hat sie aber doch eingesetzt. So soll, um nur ein Beispiel anzuführen, kürzlich ein Geldbriesträger, der in eine Kneipe zum Markenverkauf hineingerufen wurde und dabei ein Glas Bier trank, dienstlich bestraft worden sein. Man sollte doch diesen Beamten, die keineswegs einen leichten und dazu einen sehr verantwortungsvollen Dienst haben, da? Leben nicht un- nötig sauer machen. Ter Hausverwalter ist das Produkt unserer großstädtischen Grundbesitzvcrhältnisse. Wer sein Haus nicht selber bewohnen kann oder mag, der muß einen Verwalter hineinsehen. Je schnei- diger dieser gegen die Mieter auftritt, desto lieber ist es dem Herrn Wirt. Ein Verwalter von derjenigen Sorte, die gewissen Haus- besitzern die liebsten sind, scheint ein Herr Friedrich zu sein, der über das Haus RigaerStraße 101 kommandiert. Gegen ihn hat ein Mieter dieses Hauses Strafantrag wegen B e l e i d i- g u n g und Körperverletzung stellen müssen. Der Herr Verwalter war mit der Frau des Mieters B. aus nichtigem An- laß in Streit geraten und hatte dabei eine drohende Haltung an- genommen, so daß die Frau ihren Mann zu Hilfe rufen zu� sollen glaubte. Den Mann überschüttete der Verwalter mit den ärgsten Beschimpfungen und schließlich schlug er mit einem Milchtops auf ihn los. Erst durch das Dazwischentreten zweier fremden Männer. die von der Siratze in das Haus hineineilten, konnte B. aus den Händen des Verwalters befreit werden. B. hatte im Gesicht mehrere Wunden, die ihm durch die Scherben des TopfeS beigebracht worden waren, darunter einen klaffenden Riß von vier Zentimeter Länge. Er mußte sich von einem Arzt verbinden lassen und war am andern Tage genötigt, das Bett zu hüten. Seine Frau ging dann zum Polizeirevier und gab den Vorfall zu Protokoll. Die Affäre erhält einen pikanten Beigeschmack dadurch, daß der Herr Verwalter Friedrich, über dessen Walten im Hause Rigaer Straße 101 die Polizei ein Protokoll aufnehmen mutzte, selber Polizeibeamter ist. Man weih ja, daß vielen HanS- besitzern die Polizisten— solche, die noch im Amt sind, oder auch solche, die sich schon des Ruhestandes erfreuen— im Hinblick auf ihre berufliche Tätigkeit als ganz besonders geeignet für den Posten eines Verwalters gelten. Warten wir'S ab. ob dem Strafantrag gegen den hausverwaltenden Po- lizisten. der am Kopfe eines Mieters den Milchtopf zerschlug, statt- gegeben werden wird. Beschädigte Postwertzeichen usw. Den Verkauf von Postwert- zeichen durch die Postanstalten betreffen ewige neue oder abge- änderte Bestimmungen des Reichspostamts, die von allgemeinem Interesse sind. Mangelhafte oder beschädigte Wertzeichen, die in die Hände des Publikums gelangt sind, haben die Postanstalten auf Ersuchen zurückzunehmen und gegen probemäßige Stücke um- zutauschen. Die Postanstalten haben stets einen angemessenen Vorrat von Postwertzeichen sowie von Postpaketadressen mit auf- geklebten Freimarken zu L0 Pf., 25 Pf. und 50 Pf. bereitzuhalten. Bei Bedarf sind auch mit Freimarken beklebte Formulare zu Post- anweisungcn vorrätig zu halten. Wenig bekannt ist ferner, daß auch die Beträge für Wertzeichen im Girow�ge beglichen werden können. Die Bestimmungen darüber sind dieselben geblieben. Staatliche Knrse in Groh-Berlin. Staatliche Kurse verschiedener Art finden im Herbst in Groß-Berlin statt. Vom 19. Oktober bis 2. November läßt der Handelsminister einen staatlichen Heiz- kursus in Ober-Schoneweide abhalten. Die Teilnehmer müssen mindestens ein Jahr lang einen Dampfkessel bedient haben. An- Meldungen nehmen die Gewerbeinspektionen von Niederbarnim Süd-Ost in Berlin mV. 52, Tomasiusstratze 22, und von Teltow-Ost in Berlin dIW. 52, Werftstraße 2, sowie der Amtsvorsteher in Ober-Schöncweide bis zum 1. September an. Im Herbst findet ferner ein neunstündiger Kursus zur Ausbildung öffentlicher D eS- infektoren an der Desinfektorenschule in Potsdam statt. Die Bewerber müssen zur Anstellung als öffentlicher Desinfektor für einen bestimmten Bezirk in Aussicht genommen sein. Bier Tage und vier Nächte hilflos im Walde gelege». In einem furchtbaren Zustande lvurde Dienstag, spät abend«, ein junge« Mädchen in der Wuhlheide ausgefunden. Es handelt sich um die 20 Jahre alte Frida Z. aus der Weißenburger Str. 34. Das zunge Mädchen ist vor einiger Zeit das Opfer eines schweren Unfalles ge- worden und es verlor dabei beide Beine. Seitdem trug sie kunst- liche Stelzbeine und sie vermochte mit deren Hilfe recht gut vor- wärts zu kommen. Am Montag vormittag fuhr die Z. nach Köpenick und machte einen Spaziergang in die nahe belegene Wuhlheide. Sie wurde durstig und um den Durst zu löschen, schnallte sie die kunst- lichen Beine ab und kroch ans Ufer der etwas tief liegenden Wühle. Währenddessen nahten drei junge Leute der Stelle, an der die künst- lichen Beine lagen. Zwischen ihr und der Trinlstätte befand sich em dichtes Gestrüpp. Die drei, die die Z. möglicherweise nicht sahen, eigneten sich die Beine an und entfernten sich damit. Erschrocken rief ihnen das junge Mädchen nach, doch vergeblich. Ruhig gingen die Unbekannten weiter. In verzweifelter Stimmung kroch nun das junge Mädchen zurück nach einem dichten Gestrüpp, unter dem eS sich niederließ. Sie stieß Hilferufe aus. doch da die betreffende Stelle gänzlich abgelegen ist. so verhallten die Rufe ungehort. So war denn diis bedauernswerte Geschöpf gezwungen, den ganzen Tag und auch die Wacht über hilflos im Walde zu bleiben. Aber auch am nächsten Tag änderte sich die Siruation nicht. Die Z. lvurde immer kraftloser und als auch am dritten und vierten Tag niemand der fraglichen Stelle nahte, ergab sich das junge Mädchen seinem Schicksal. Es wäre auch zweifellos elend ver- hungert, wenn nicht zufällig gestern abend einige Köpenicker Bürger, die in einem Restaurant gewesen waren, an der Stätte, an der die Z. lag. vorübergekommen wären. Hilferufe konnte die Unglückliche nicht mehr ausstoßen. Sie war zu schwach dazu. Die Spazier- gänger sahen die Kleider aus dem Gestrüpp herausschimmern und als sie hinzutraten, fanden sie das junge Mädchen in einem außer- ordentlich bellagenSwerien Zustand vor. Anfassen durften sie das Mädchen nichtz es schrie sonst schmerzlich auf. Sie war kaum fähig, über ihre Persönlichkeit die allernoiwendigsten Angaben zu machen. Man benachrichtigte die Polizeibehörde in Köpenick. Diese ließ die Z. um 11 Uhr in einem Krankenwagen nach dem Köpenicker Kranken- haus bringen. Der Körper des jungen Mädchens ist vollständig heruntergekommen, doch dürfte es der behutsamen Pflege und Be- Handlung der Aerzte gelingen, die Lebensgesahr zu beseitigen. Die künstlichen Beine sind bereits wieder gesimden worden. Sie waren auf dem Bahnhof Sadowa als Fundobjekt abgegeben. Nach den bisherigen Ermittelungen kann eS als feststehend erachtet werden, daß drei junge Leute in böswilliger Ab- s i ch t die künstlichen Beine forigenommen haben. Die drei waren kurz vorher in einem Restaurant in der Nachbarschaft gewesen und hatten dort Billard gespielt. Geld hatten sie nicht bei sich. Das verzweifelte Rufen der Z., das sie unbedingt hören mußten, rührte die rohen Gesellen keineswegs. Mitsamt den Stiefeln, die daran befestigt waren, nahmen sie die Beine fort. Der Polizei war später die Nachricht zugegangen, daß die entwendeten Gegen- stände auf dem Bahnhof in Sadowa als Fundobjckte abgegeben worden seien. Dies trifft jedoch nicht zu. Jedenfalls haben die drei Burschen die Absicht, die künstlichen Beine, die einen Wert von 400 M. haben, in Berlin zu verkaufen, um dadurch wieder zu Gelde zu kommen. Die Z. war bereits seit vier Wochen aus ihrer Schlafftelle in der Weißenburger Straße verschwunden. Die Be- dauernswerte hatte die Miete nicht bezahlen können und da sie sich keinen anderen Rat wußte, fuhr sie nach der Wuhlheide heraus und hielt sich dort Tag und Nacht auf. Einen ganzen Monat hindurch brachte sie es fertig, nur von Beeren und Pflanzen zu leben. Nachts suchte sie unter Sträuchern Zuflucht, unter denen sie schlief. Sie führte ein unendlich trauriges Dasein. Bei ihrem Zustand wagte die Bedauernswerte es nicht, sich zu den Menschen wieder zurückzubegeben. Natürlich ging das junge Mädchen bei einem derartigen Leben körperlich zurück, und schon am Montag, als ihr der verhängnisvolle Zwischenfall passierte, befand sie sich in einem entsetzlich ausgehungerten Zustand. Sobald sie Menschen im Walde ansichtig wurde, zog sie sich in die Gebüsche zurück. Zu verwundern ist es, daß die Z., die übrigens eins ausnehmend hübsche Erscheinung sein soll, es überstanden hat, fortwährend die kalten Nächte da draußen im Forst zuzubringen. Ihr Zustand hat sich bereits gestern im Krankenhaus etwas gebessert. Die Polizei sucht jetzt die drei jungen Leute zu ermitteln. Ein Rcvolverattcntnt ist am Mittwochnachmittag auf der Ehaussee zwischen Grünau und Nieder- Schöneweide verübt worden. Der Kutscher einer hiesigen Kolonialwarengroßfirma hatte in Grünau Ware abgeliefert und als er sich mit seinem Fuhrwerk auf der Heimfahrt befand, wurde plötzlich ein Revolverschuß auf ihn ab- gefeuert. Dicht am Kopfe sauste das Geschoß vorüber. Der Ge- sährdete schlug nun auf seine Pferde ein und jagte, um weiterer Gefahr zu entgehen, davon. Vermutlich hat es sich um einen Raub- anfall gehandelt. ES wurde auf der erwähnten Chaussee schon öfter auf Kutscher geschossen, bei denen viel Geld zu vermuten war. Der entkommene Straßcnräubcr. Eine Diebeskomödie hat sich zu gleicher Zeit in der Wissmannstraße abgespielt. Die in der Wissmann- straße 10 wohnhafte Frau des Brauers St. hatte ihren sechsjährigen Sohn nach einem Kaufmann in der Nachbarschaft geschickt. Sie hatte dem Kleinen ein Zweimarkstück mitgegeben und als er den Laden betreten wollte, fiel ein fremder Bursche über ihn her, entriß ihm das Geld und ergriff die Flucht. Der Verwalter G., der den Vorfall beobachtet hatte, machte sich sofort an die Verfolgung des dreisten Stratzenräubers und eS glückte ihm auch, den Flüchtling festzu- nehmen. Mit Gewalt setzte sich der junge Bursche jedoch zur Wehr; er versuchte sich zu befreien und eS dauerte nicht lange, so war ein großer Menschenauflauf entstanden. Trotzdem der Verwalter den Umstehenden erklärte, um was eS sich hier handle, ergriffen die Leute für den Dieb Partei und G. wurde dermaßen vom Publikum bedrängt, daß er den Räuber schließlich freigeben mußte. Dieser verschwand dann so schnell als möglich. Die Zuschauer hatten den Angaben des G. keinen Glauben geschenkt und waren aus diesem Grunde gegen ihn vorgegangen. Die Polizei sucht nachträglich den Dieb. I» der Bombenafföre in der Krausenstraße wird die von uns gegebene Darstellung des Falles jetzt auch von anderer Seite be- stätigt. Die Bomben-Jngredienzien waren nicht völlig gefahrlos, hätten aber zur Herstellung explosiver Stoffe nicht ausgereicht. Frau aus dem Fenster gestürzt. Die traurige Affäre in der Grünthaler Straße, über die wir wiederholt berichteten, spielte sich nicht in der Grünthaler Straße 29, sondern im Hause Nr. 5 ab. Anscheinend verschleppt ist die 17jährige Tochter des Drechslers Kohlhoff, Markgrafendamm 36, die seit vierzehn Tagen Ipurlos ver- schwunden ist. Ohne irgendwelchen Grund verließ das junge Mädchen das Elternhaus und kehrte nicht wieder zurück. Nur eine Mark hatte die Vermißte bei sich. Bekleidet ist sie mit heller Bluse, schwarzem Rock, rotbraunen Halbschuhen und roter Tändelschürze. Kann ein Leser vielleicht Auskunft geben? Feuerwehrbericht. Gestern früh um 3 Uhr wurde die Feuer- wehr wieder einmal böswilligerweise nach der Schulstr. 1 alarmiert. Diesmal wurde aber der flüchtende Täter erwischt und mit nach der Feuerwache genommen. Er entpuppte sich dort als der 24jährige Arbeiter Richard Meilitz aus der Sparrstraße 18. Er wurde der Polizei übergeben und sieht nun einer Strafe entgegen. Gleich- zeitig hatte die Wehr in der M a r s i l i u s st r a ß e 11 zu tun, wo in einem Laden Kohlen u. a. brannten. Ein kleiner Wohnungs- brand mutzte Wisbyer Straße 74, nachts um 11 xh Uhr, gelöscht werden. Der 5. Zug wurde nach der Köpenicker Straße 71 gerufen, wo durch die Explosion einer Flasche Tosal der Arbeiter Sprenger Verbrennungen zweiten Grades am rechten Arm erlitten hatte, der ihm von einem Arzt verbunden wurde. Am Kottbuser Ufer 33 war in einer Metallschmelze Feuer ausgekommen, daZ Holz u. a. ergriffen hatte. Es gelang, die Flammen auf ihren Herd zu besckränken. Die Schöneberger Feuerwehr hatte in der Ebersstratze 34 zu tun, wo eine Person mit Sauerstoff be- handelt werden mutzte. Auf der Trcptow-Sternwarte spricht Direktor Dr. Archcnhold am Sonntag, den 16. August, nachmittags 5 Uhr über.Die Be- wohnbarkeit der Welten" und abends 7 Uhr über „Kometen und Sternschnuppen". Ferner Montag. den 17. August, um 9 Uhr abends über„Allgemeine Astro- n o m i e". Alle drei Vorträge find mit zahlreichen Licht- und Drehbildern ausgestattet. Die Borträge, die gemeinverständlich sind, finden während des Neubaues der Treptow-Sternwarte stalt im Restaurant Knape, vormals Zenner, Treptower Chaussee 22(Hörsaal 1 Treppe). Mit dem großen Fernrohr wird jetzt am Tage die VenuS, welche als Sichel sichtbar ist, abends Mond, Saturn und das vierfache Sonnensystem Beta in der Leyer gezeigt. Arbeiter-BildungSschule. Morgen, Sonntag, den 16. August, Familienausflug nach Sadowa-Kiekemal. Abfahrt des Zuges: Alexanderplatz 8,59, Jannowitzbrücke 9,01, Schlesischer Bahnhof 9,04; Treffpunkt für Nachzügler bis 10� Uhr„Restaurant zur Waldschänke", am Bahnhof Sadowa gelegen: von 12 Uhr mittags ab„Restaurant Heidekrug"(Jnh. Dräger) in Kiclcmal. Zu erreichen vom Bahnhof Köpenick zu Fuß oder mit der städtischen Straßenbahn. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. Der Verein der Polnischen Genossen von Berlin, Rixdorf, Charlottcnburg veranstaltet am Sonntag, den 16. August, einen Familienausslug nach Baumschulenweg-Königsheide. Vorort- I�acdrlcdten. Lichtenberg. Sitzung der Gewerkschaftskommisston. Die Unterkam- Mission der Berliner Gewcrkschaftskommission hielt eine Sitzung ab. Die Delegierten wählten zu ihrem Obmann den Genossen F. Kupfer(Metallarbeiter), Kronprinzen- straße 16. Als dessen Vertreter den Genossen O. Liebermann (Holzarbeiter), Gürtelstr. 2. Mit dem Amte eines Schriftführers wurde Genosse H. Schulze(Maler) betraut. Aus den Mitteilungen ist hervorzuheben, daß am 27. August die Wahlen der Delegierten zur Ortskran kenkafse Hohen-Schön- Hausen stattfinden. Da auch dieser Ort der Kommission in Gewerkschaftsangelegenheiten untersteht, wurde beschlossen, sofort die Vorbereitungen in die Hand zu nehmen. Bemerkt sei, daß die Wahlen noch nach dem alten Gruppensystem stattfinden. Es sind daher die Gcwerkschaftsgenosscn in den einzelnen Betrieben ver» pflichtet, die Kommission sofort durch Angabe geeigneter Kandidaten zu unterstützen. Es wird zu diesem Zweck am Dienstag, den 18. August, abends 5% Uhr, eine Gewerkschaftsversammlung ab- gehalten werden. Es fehlten ohne Entschuldigung die Vertreter der Barbiere, Fabrikarbeiter, Maschinisten und Heizer, Handlungsgehilfen, Schmiede und der Vertreter von Wilhelmsberg. Nicder-Schönhausen. Als einen Eingriff in die Selbstverwaltung betrachten die Berliner Vororte eine Verfügung der Aufsichtsbehörde, welche ihnen empfiehlt, zukünftig die Kassenrevisioncn von Beamten der Provinz vornehmen zu lassen. In ollen Gemeinden lagen sowohl die außerordentlichen als auch die regelmäßigen Kassenrevisioncn bisher einer von den Orts- Parlamenten gewählten Kommission ob, in welche selbstverständlich in erster Linie mit den Kasscnverhältnissen vertraute Personen ge- wählt wurden.— Die Vororte sehen in der Verfügung einen Ein- griff in ihr Selbstvcrwaltungsrecht.— AIS erste Gemeinde hat sich Niederschönhausen mit der Angelegenheit beschäftigt und nach einem Referat des Bürgermeisters Dr. Abraham einstimmig beschlossen. eS bei der bisher geübten Praxis zu belassen und den Antrag der Aufsichtsbehörde abzulehnen, weil die Niederschönhauser Kassenverhältnisse in bester Ordnung seien und von der zuständigen Gemeindekommission regelmäßig auf das gewissenhafteste geprüft würden. Bon diesem Beschlüsse ist der Aufsichtsbehörde Mitteilung gemacht worden. Zossen. DaS Gewerkschnftskartell veranstaltet am Sonntag, den 16. August, im Lokale deS Herrn Kurzner von nachmittags Vi 3 Uhr ab ein Gewerkschaftsfest. Spandau. Die Arbeiter der Staatswerkstätten, welche in fiskalischen Häusern oder in der Kolonie Haselhorst Wohnung genommen haben, sind neuerdings mit neuen HauS- ordnungen beglückt worden, die von der Kgl. Feldzcugmeisterei ausgearbeitet sind. In nicht weniger als 83 Paragraphen wird in diesem Unikum von Hausordnungen festgesetzt, was verboten und was erlaubt ist. Es dürfte sich vielleicht empfehlen, für die Mieter solcher Wohnungen allwöchentlich einige Jnstruktions- stunden anzusetzen, damit sie nach und nach mit diesen 83 HauS- gesetzparagraphen bekannt werden, denn anders ist es gar nicht möglich, durch diesen Paragraphenwulst hindurchzuftnden. Es seien hier einige der neuen Paragraphen auszugsweise wiederge- geben: Für jedes Wohnhaus wird vom Direktor ein Bewohner zum Hanswirt und einer zum Stellvertreter bestimmt, die die Bc-> solgung der Hausordnung zu überwachen haben. Alle Treppen und Flure sind täglich zu fegen und mindestens jeden Sonnabend nas; zu wischen. Arbeiten jeder Art sind nur in der Zeit von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen gar nicht gestattet.(Da der Mann von morgens 6 bis abends 7 Uhr ar- beitet, so wird z. B. die Frau die Zerkleinerung des Holzes, die Gartenarbeit usw. allein machen müssen. Eine Reinigung der Zimmer, Bcttenmachen, Kochen, Stieselputzen usw. darf danach Sonntags gar nicht gemacht werden, da ja Arbeiten jeder Art ver- boten sind.) Verboten sind ferner das Reinigen der Wäsche in den Wohn- und Badestuben, sowie in den Kochküchcn, das Heraus- hängen von Betten usw. aus den Fenstern, der Betrieb eines Ge- werbes in den Dienstwohnungen usw. Die Anbringung von Mar- kisen, Gartenzäuncn, elektrischen Lichtanlagen usw., das Legen von Linoleum, die Errichtung von Gartenlauben und Hühnerställen bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. Zur dauernden Unterbringung von Schlafburschen oder Angehörigen in den Wohnungen ist die Genehmigung des Direktors nachzusuchen. Der Genehmigung des Direktors bedarf auch das Halten von Haus- tieren. Jeder Wohnungsinhaber hat bei längerer Abwesenheit sämtliche Schlüssel dem Hauswirt zu übergeben, damit die Wohnung im Notfälle betreten werden kann. Das Anbringen von Blumenbrettern ist nur mit Genehmigung des Direktors ge- stattet. Die Garteninhaber haben die Verpflichtung, beim Abzüge alle gcpflanzten Bäume, Sträucher und solche Pflanzen, die im fteien Lande überwintern, dem Nachfolger ohne Eni- schädigung zu überlassen. Für die Beleuchtung der Treppen und Flure haben die Wohnungsinhaber selbst zu sorgen. Verstöße gegen die Hausordnung werden vom Direktor mit einer Ordnungsstrafe von 50 Pf. bis 10 Mk. belegt. Muß das herrlich sein, in solch einem Kasernement zu wohnen. Für solch eine Reglementierung müssen die Mieter aber obenein noch ihre schwere Miete zahlen. Man hat in Zeiten von Wohnungs- not immer über die sogenannten Berliner Mietsverträge geklagt, diese sind aber noch golden gegen diese 82paragraphische HauS. Ordnung der fiskalischen Wohnhäuser. Es fehlt bloß noch, daß man noch das Verhalten der Mieter nach Feierabend regelt, daß jeder um 10 Uhr im Bett sein muß und wer länger auf- und ausbleiben will um Urlaub nachzusuchen hat, und das Zuchthaus ist fertig. Diese Sorte von Arbeiterwohlfahrt, denn so wird es ja genannt, kennzeichnet so recht den preußischen Militärgeist. Wenn die Mieter solcher Wohnungen noch ein Fünkchen Gefühl für Freiheit be- säßen, dann würfen sie dem Direktor eine solche Hausordnung vor die Füße und zögen aus. Aber ein großer Teil der Staats- arbeiter fühlt sich ja nicht wohl, wenn nicht immer einer mit der Knute hinter ihnen steht. Sie werden ja danach erzogen. Nun, vielleicht kommt eS hier auch noch mal anders. Oeffentliche Bibliotvek und Lesehalle z««»entgeltlicher Be- Nutzung sür jedermann, BW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 6Y,— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 und 3—6 Uhr. In den Lefcfälen liegen zurzeit StS Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus.— Die Ausleih-Bibliothck ist bis auf weiteres gcfchlossen. Kranken, und Sterbekasfe der Metallarbeiter.(E. H. 29.) Filiale Berlin 4: Heute abend 8'/, Uhr bei MerkowSki, Andreas- straße 26. Mitgliederversammlung: Wahl eines Revisors. Freie Jugciidorganiiation Berlin. Heute(Sonnabend) abends 8 Uhr in den Lokalen:„Moabiter GcscllfchastShauS", Wiciefftr. 24, Fritz Wille, Brunnenftr. 188,„Zum Freischütz", Fruchtstr. 36a.„Reichcnberger Hos", Reichcnberger Str. 147, ö s s c n t l i ch e V e r s a m m I u n a e n. ES sprechen die Genossen: Karl Böttcher über„Der hessische Landbote", Simon Katzen st ein über„Bildungsarbcit", Georg U ck o über„Die deutsche Revolution von 1848", Dr. I. Z a d« k über„Die arbeitende Jugend und die Gesundheit". Zahlreiches Erscheinen der Jugend wird erwartet. Erwachsene willkommen. Freireligiös,: Gemeinde. Sonntag, den 16. August, vormittags 9 Uhr, in der Halle der Gemeinde, Pappclallee 15— 17:' Freireligiöse Borlesung. Vormittags 103/. Uhr in der Schulaula, Kleine Frautjurter Str. 6: Bortrag von Herrn Professor Dr. A. Gehrke über„Der Gang der Aufklärung t» Europa". Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 15. Auguft. Anfang 7, Uhr. Nenes königl. Operntheater. Cavalleria rusticana. Bajazzi. Deutsches. Was ihr wollt. Stammerspiele. Gyges und fein Ning.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. Der Biberpelz. Neues. Der Berriffene. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2 × 2= 5. Die Residenz. Der Floh im Dhr. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Lustspielhaus. Die blaue Maus. Westen. Ein Walzeitraum. Smiller 0.( Wadner Theater.) Der Freischütz. Schiller Charlottenburg. Hans Hudebein. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: B spielhaus. Ein Rabenvater. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. Luisen. Suse. Thalia. Mitternachtsmädchen. Bernhard Rose. Das Geheimnis von New York. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Vera Violetta. Spe zialitäten. Gebrüder Herrnfeld. Das kommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Pasage. Spezialitäten. Berliner Prater. Die Welt ein Paradies. Anfang 7 Uhr. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Kruppschen Werke. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Hebbel- Theater Königgräßer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Uften v. Bernard Shaw. Sonntag: Frau Warrens Gewerbe. Neues Theater. Voranzeige. Sonntag und folgende Tage: Baccarat. Borverkauf täglich an der Tagestasse. Kleines Theater. Sonnabend, den 15. Auguft cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2 Montag: 2 mal 2 5. 5. Dienstag: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dstar Strauß. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Eröffnungs Vorstellung M zum Besten des Beppelinfonds zur Erbauung eines neuen Luftschiffes. Bum 81. Male: Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: schen Werke. Werke. Die Krupp so 0OLOCISCHER ZCARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Morwin- Oper. Schiller Theater Charlottenburg. う Brunnen- Theater Berliner Prater- Theater Sonnabend, abends8uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Babstraße 58. Direkt.: Willi Voigt. Populäre Vorstellung b. halb. Preisen: Hans Huckebein. Der Freischütz. Gr. romantische Oper in 4 Aften bon Carl Maria v. Weber. Gonntag, nam. 3 Uhr, bei halben Preisen: Die Zauberflöte. Gonntag, abends 8 Uhr: Der Prophet. Montag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. Täglich: Schwant in 3 aften v. D. Blumenthal Der jüngste Leutnant. und Gustav Kabelburg. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Ein Fallissement. Sonntag, abends 8 Uhr: Hans Huckebein. Montag, abends 8 Uhr: Philister. Hierauf: Die Lore. Gr. Militär- Doppel- Konzert Castan's Panoptikum Eintritt M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Metropol- Theater Bum 331. Male: Das muß man seh'n Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: BELLINI der König aller Gedankenleser mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute Premiere: Cavalleria- Rustikana und die urfomische Burleske ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 82 Uhr. Opollo a Theater Ab 8 Uhr: Die bedeutenden Spezialitäten Novitäten. 912 9% 2 Vera Violetta. Der Floh im Ohr. Baudeville- Operette von Ed. Eysler. Schwant in 3 Akten von J. Feydeau. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Luisen- Theater. Sonnabend, den 15. August 1908, abends 8 Uhr: Suse. Täglich: Sufe. Sonntag, den 16. August, nach mittags 3 Uhr, zum erstenmal: Das Schloß.am Meer. In Szene gefekt vom Dir. R. Schier. 7 Uhr: Garten- Konzert der Theater Kapelle. WING BARTEN Eröffnungsvorstellung 165 Friedrichstr. 165 Heute Sonnabend: Letztes Auftreten der heiligen Dsungusen. Morgen Sonntag: Erstes Auftreten Goldini. des Illusionisten Ohne Extra- Entree. X X X X Vereinsbilletts: halbe Preise. E ♦ 3•€ ¢= Arbeiter- Radfahrer- Bund ,, Freiheit" Sonntag, den 16. August: Großes Kreis- Fest des I. Kreises( Provinz Brandenburg) Etablissement ,, Hasselwerder"( an der Oberspree). im Konzert, Theater, sportl. Aufführungen. = Im Saale: Großer Ball. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um 8 Uhr: Korsofahrt. 5 Uhr: Theater- Vorstellung. Um 7 u. 9 Uhr: Sportliche Aufführungen der Brudervereine. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 2 Uhr an zur Verfügung. Entree 20 Pf. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Programm an der Kasse gratis. Für sichere Aufbewahrung der Räder ist gesorgt. 12/20 Das Festlokal ist zu erreichen mit der Stadtund Ringbahn sowie Görlitzer Bahn bis NiederSchöneweide- Johannisthal. Dampferverbindung ab Waisen- Brücke und Jannowitz- Brücke bis :::::: zum Festlokal.====== Um gütigen und zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Arnold Scholz. Neue Welt. Hasenhelde 108-114. Vom 16.- 30. August 1908: Erstklassige Spezialitätet. Bollini Truppe Kurt Elis The 5 Violettes Powel and Powel Adolf Hartley. Gröffnung 2 Uhr.& infang 4 Uhr 4%, Borverkauf von 10 Uhr ab. Mittwoch, 26. August: 40 jähriges Bühnenjubiläum von Karl Möller. Valhalla. Walha viete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. 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Es darf vorgefunden werden, daß man Bedenken tragen nicht jeder kleine Reaktionär, auch wenn er zufällig ein Staatsamt muß, mit solchen Stoffen Wunden zu berühren. betleidet, der Meinung sein, der Volksschullehrer sei politisches Besichtigt haben die Aufsichtsbeamten 297 Betriebe und beFreiwild. Daß das nicht geschieht, ist ein vitales Interesse des merken:" In 129 oder 43 Broz. der besichtigten Betriebe waren Staates und wohl eine der wichtigsten Aufgaben des Unterrichts- Ausstellungen nicht zu machen, in den übrigen 168 Betrieben waren ministers." insgesamt 422 Mängel zu verzeichnen." Die Korrespondenz des Deutschen Lehrervereins bringt folgende Busammenfassung: „ Der Volksschullehrerstand hat den reaktionären Barteien immer als verdächtig gegolten. Daran ist nicht so sehr die oft So zutreffend die Korrespondenz das Tatsächliche schildert, Mit der Rechtsprechung im Reichs- Versicherungsamt ist die behauptete Hinneigung der Lehrer zum politischen Radikalismus bergißt sie zu erwähnen, daß Lehrer selbst zum guten Teil daran Berufsgenossenschaft immer noch nicht recht zufrieden. Es heißt im Ueber die Anrechnung der Schaffnertrinkgelder als als die Aufgabe der Volksschule schuld. Mag auch die Wirksamkeit schuld find, daß die konservativ- liberale Reaktion so stark geworden Bericht: des Volksschulunterrichts noch so sehr auf der positiven, auf- ist. Biele Lehrer haben bei den Wahlen leider Handlangerdienste Arbeitsverdienst sei bemerkt, daß auch im Berichtsjahre wiederholt bauenden und erhaltenden Seite liegen, so werden durch einen gegen die Arbeiterklasse geleistet. Daß gegen den Rest freiheitlicher diese Frage Gegenstand des Rekurses gewesen ist, aber alle erUnterricht, der auch dem ärmsten Kinde in vollem Umfange zugute Auffassung so gewütet werden kann, wie geschieht, ist eine der gangenen Entscheidungen die Anrechnung der Trinkgelder zum Es war also nichts mit dem Antommt, die Kräfte aus der Tiefe des Bolfslebens emporgehoben naturnotwendigen sichtbaren Erfolge der liberal- konservativen Jahresverdienst bejaht haben." und dadurch das Gewicht der sogenannten unteren Bollsschichten Blodpolitit. Bedauerlich, wenn es Lehrer gibt, denen die Er- griff im letzten Jahre. Dabei hat die Berufsgenossenschafi gar keine Ursache, dem Reichs- Versicherungsamte böse zu sein. Denn bon den verstärkt und wirtschaftliche, soziale und politische Umbildungen, kenntnis hierüber auch jetzt noch mangelt. Refursen wurden 45 zugunsten der Berufsgenossenschaft und nur 14 zugunsten der Verletzten entschieden. arten. Von den Straßen- und Kleinbahnen. Die Unfallgefahr steigt auch im Straßenbahnbetrieb, denn im Jahre 1907 wurden insgesamt 5120 Unfälle angemeldet gegen 4574 im Vorjahre. die von gewissen staatserhaltenden" Parteien und Cliquen als staatsgefährlich denunziert werden, langsam, aber sicher herbeigeführt. Der Volksschullehrer, der seine Mission insbesondere als Nach dem Bericht der Berufsgenossenschaft waren bet thr Pfleger der Aermiten im Wolfe auffaßt, wird mit gewissen politi- 441 Betriebe gegen 428 im Vorjahre versichert. Die Zustände im Geschäftsbetriebe des Kaufhauses Franz schen Anschauungen niemals auf gutem Fuße stehen. Da Träger Diese Betriebe beschäftigten im Jahre 1907 insgesamt 97 989 Ber- Sonntag wurden am Donnerstag gelegentlich der Verhandlung jener Anschauungen auch in der Staatsverwaltung nicht gerade sonen oder 69 465 Vollarbeiter. Der Arbeiterwechsel ist also einer gegen dieses Kaufhaus gerichteten Maffenklage vor der felten sind, so find Lehrermaßregelungen aus politischen Gründen sehr groß gewesen. Aus der Uebersicht des Berichtes ergibt sich fünften Kammer des Kaufmannsgerichts beleuchtet. Sieben frühere auch immer vorgekommen. Seit geraumer Zeit ahmte man indessen folgendes Bild: Verkäufer klagten auf Zahlung des Gehalts bis zum Ablauf der das Beispiel der Reaktion in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, Es wurden beschäftigt: bei Straßenbahnen mit tierischer gesetzlichen Kündigungsfrist. Sie waren sämtlich auf Grund eines als mit Diesterweg und Wander viele andere Führer der Lehrer- Kraft, Bergbahnen usw.: 831 Personen mit einem Durchschnittslohn Vertrages sofort entlassen worden, in welchem sie als zur Ausschaft aus dem Amte gedrängt wurden, nicht nach. Man begnügte von 1036 M. pro Jahr, bei Straßenbahnen mit elektrischem hilfe mit täglicher Kündigung angestellt bezeichnet wurden. Nun sich meistens damit, nicht genügend vorsichtige, weniger bekannte Betrieb: 76 176 Personen mit einem Jahresverdienst von 1276 M., hat das Geschäft im letzten Jahre häufig feinen Besitzer gewechselt, Vertreter liberaler und demokratischer" Anschauungen in Dorf bei Straßenbahnen mit Dampfbetrieb: 20 721 Personen mit so daß die Angestellten fast alle Monate mit einem neuen Prinzipal und Kleinstadt zu drangsalieren, durch Ordnungsstrafen und Vereinem Jahresverdienst von 968 M., bei den Anschlußbahnen zu tun hatten. Bald figurierte Frau Regina Cohn als Inhaberin, setzungen zu befehren und junge Lehrer zu entlassen. Erst in den mit Dampfbetrieb: 139 Personen mit 1875 M. Jahreslohn bald ihr Ehemann. Nach dem Anfangs März d. I. erfolgten lezten Jahren der Aera Studt hat sich das geändert. Einer der und bei den Anschlußbahnen mit Handbetrieb oder tierischer Konkurse mußte das Personal gegen die Konkursmasse klagen, und Führer der hessischen Lehrer, Lehrer Kimpel in Kassel, mußte, Bugkraft 122 Personen mit 902 M. Jahreslohn. drei Tage lang war sogar Jandorf der legitime Besizer des Untertrotzdem er seit langer Zeit als ein Vorkämpfer des Liberalismus Der elektrische Betrieb überflügelte also alle anderen Betriebs- nehmens. Auf Umwegen fam es wieder in den Besitz von Frau bekannt ist, eine Maßeregelung als Sozialdemokrat" über sich er Regina Cohn zurück, und gegen diese ist auch die jeßige Klage ge gehen lassen, und Herr Dr. Holle, dem der Sachverhalt genügend richtet. Das Kaufhaus Sonntag hielt nun die Angestellten dadurch bekannt gegeben ist, hat diese Studtsche Maßregelung nicht rückin einer dauernden Aushilfsstellung, daß es sie bei jedesmaligem nominellen Besitzwechsel einen neuen Aushilfevertrag unterzeichnen gängig gemacht. Auch andere sehr bekannte Lehrer hatten sich in Der letzten Amtszeit des Herrn bon Studt liebevollster Aufmerkſam- Auf 1000 Bollarbeiter entfallen somit durchschnittlich 73,82 Un ließ. Die Beklagte wendet ein, daß jeder Aushilfevertrag für sich keit der Behörden zu erfreuen. Aber gewissermaßen als Massen- fälle gegen 70,82 im Vorjahre und 69,74 im Jahre 1904. gültig sei, da jeder Vertrag immer wieder mit einem neuen Chef erscheinung traten die Lehrermaßregelungen erst unter Dr. Holle Die den Bericht beigefügten Tabellen und graphischen Dar- abgeschlossen sei. Die Kläger halten indessen dem entgegen, daß auf. Wegen einer nicht genügend schematischen Kaisergeburtstags- ftellungen sollen beweisen, daß in der Unachtsamkeit der Verlegten ebenso angreifbar wie der von der Firma arrangierte ewige Ausrede wurde der Lehrer in Josefowo gemaßregelt, und weil er beziehungsweise deren Leichtsinn, Handeln wider Vorschrift, Be- verkauf", der bald als„ Konkurs-", bald als" Totalausverkauf" be bie Luftklappen in der Tür nicht rechtzeitig geschlossen und dem feitigung oder Nichtbenutzung von Schutzvorrichtungen ein recht er- zeichnet werde, auch die ewige Aushilfsstellungen" seien. Daß Schulinspektor nicht schnell genug einen Sitz angeboten hatte", heblicher Teil der Unfälle, nämlich 30,9 Proz., seine Ursache findet, in Wirklichkeit kein Totalausverkauf vorliege, gehe daraus hervor, Lehrer Hansen in Tönning mit einer Ordnungsstrafe von 90 m. während nur 3,3 Proz. der Unfälle auf mangelhaften Betriebs- daß im Juni noch für 15-20 000 Mark Ware nachgeschoben wurden. bedacht. Als Zweck dieser letzteren Bestrafung wird in einem einrichtungen, ungenügenden Schutzvorrichtungen oder mangel- Demgegenüber erklärt der Vertreter der Beklagten, daß diese amtlichen Bericht allerdings angegeben, den sozialdemokratischen hafter Unterweisung des Personals beruhen". Unser Unternehmer- Waren aus dem Engrosgeschäft des Herrn Cohn des Ehemannes der Inhaberin Agitator" später kurzerhand auf die Straße zu werfen. Liberale tum versteht wahrlich eine Statistik zu Lehrer als Sozialdemokraten zu denunzieren, war auch sonst ein damit nicht genug. Die Statistit" geht weiter: Aber auch bei den der sich durch Revere seiner Rechte begeben hatte, allen Klägern Das Kaufmannsgericht sprach mit Ausnahme eines Klägers, beliebtes Mittel der Reaktion. Die peinlichste dieser Maßrege- Unfällen, welche durch die Schuld dritter 12,2 Proz.- und in der das geforderte Restgehalt zu. Das Gericht ist der Ansicht, daß lungen traf indessen den hochverdienten Vorsitzenden des Bommer- allgemeinen Betriebsgefahr 44 Proz. ihre Ursache haben, gab offenbar eine Umgebung des Gesetzes stattfinden sollte. Wenn auch schen Provinziallehrervereins, Neftor Jude in Kolberg, einen nicht selten das Verhalten des Verletzten selbst erheblichen Anlaß formell ein Firmenwechsel stattfand, so hat eben die neue Firma Mann, der nicht nur in der Lehrerschaft der Provinz Pommern, dazu, daß der Unfall eingetreten ist". Danach haben die Krüppel sondern weit darüber hinaus sich des höchsten Ansehens erfreut. und Toten gar ein besonderes Vergnügen, eine Art Sport in dem die Sünden des alten Geschäfts mit übernommen. Es handelte Die Kösliner Regierung bestätigte die Wahl des Herrn Juds in Erleiden von Unfällen gefunden. Das schönste ist aber, daß der schon früher gegen das Kaufhaus Sonntag in ähnlichem Sinne er ich in allen Fällen um keine vorübergehende Aushilfe. Bericht selbst zugeben muß, daß der sehr große In der Lehrerschaft haben diese und viele andere Vorgänge Arbeiterwechfel in den Straßenbahnbetrieben die Haupt- gangene Entscheidung ist bereits in der Berufung vom Landgericht den peinlichsten Eindruck gemacht. Die Lehrer fragen mit Recht: ursache vieler Unfälle ist, denn 34 Broz. aller entschädigten Unfälle Was sagt der Minister dazu? Es ist den Lehrern nichts Neues, aus dem Berichtsjahre haben Personen betroffen, welche noch nicht daß man die aufstrebende Bolksschule und ihre Träger an manchen ein Jahr lang im Dienst gestanden haben. Stellen argwöhnisch beobachtet und über jeden Schritt vorwärts in Aufregung gerät. Aber von der verantwortlichen Stelle im, 171 Unfälle oder 34,7 Prozent sind im ersten Dienstjahre ent Staate, wo derartige Auffassungen schlechterdings nicht bestehen standen. Bei weiterer Untersuchung ergibt sich, daß 90 von diesen fönnen, erwartet die Lehrerschaft Schutz und Genugtuung. Soll Unfällen oder 18,4 Prozent im ersten Vierteljahr und bei den Lehrern etwa der Eindruck entstehen, daß gewisse politische unter diesen wiederum 49 oder 10 Prozent im ersten Monat Cliquen stärker sind als die Staatsverwaltung und daß ostentativ vorgekommen sind. die Schuldeputation nicht. " machen. Aber Die Aufsichtsbeamten führen dies noch näher aus. bestätigt worden. stammten. - Gine Witterungsübersicht vom 14. Auguft 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer ſtand mm Wind Bunipp Windstärke Better 7560SD 4 bebedt 757 SD 52 Temp. n. T. Stationen Barometer stand mm Winde richtung Windstärke 12 Haparanda 767 11 Petersburg 761 MD 2 bedeckt 12 Scilly 5 Regen 11 berdeen 5 bedeckt 11 Baris Regen 10 763 NN 763 NW 761 SS gegen den Bülowschen Kurs regiert werde, etwa im Sinne der Die Unfallhäufigkeit ist daher zum großen Teil auf starten Smtnembe. 758 DSD 4 heiter bekannten, wenig respektvollen agrarischen Aeußerungen über die Personalwechsel und damit verbundene mangel- pamburg Minister im Zirkus Busch? Dr. Holle hat öffentlich ausgesprochen, ha fte Uebung zurückzuführen. Was das Lebensalter der Ver- Berlin daß mit dem Wohle der Volksschule das der Volksschullehrer un- unglückten anbelangt, so ergibt sich, daß die Jahrgänge vom Franj.a.M. 757 S löslich verbunden sei" und daß" Unterrichtsverwaltung und Lehrer 25. bis 35. Lebensjahre am stärksten an der Unfallziffer beteiligt München 759 in vollem Vertrauen gemeinsam arbeiten" müßten. Dazu gehört sind, und zwar mit 38 Prozent der Unfälle, ein Prozent der Ver- Bien aber vor allem, daß sich die Lehrer in ihren staatsbürgerlichen unglückten stand im Alter von 15 bis 16 Jahren." Rechten und in ihrer beruflichen Wirksamkeit sicher fühlen. Wohin Und wie sorgt man bei diesen modernen Großbetrieben für die es führt, wenn sich ein großer Stand von seinen berufenen Ver- erste Hilfe bei Unfällen? Die Aufsichtsbeamten flagen:" Es muß tretern berlassen sieht, zeigt der Fall Beyhl in Bayern. Sollen jedoch immer wieder betont werden, daß diese Verbandsmaterialien Donnerstag früh starb nach langen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Marie Ritzenhain geb. Klein. 10076 Karl Ritzenhain. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Heilig KreuzStirchhofes, Mariendorf, aus statt. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschl. Verwaltungssteile Groß- Berlin. Todes- Anzeige. Am 13. August verstarb das Mitglied Max Maasch. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. M., nach mittags 2 Uhr, auf dem Ge meinde- Friedhof, Schöneberg, Marstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 145/16 Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todes Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Gustay Strobel am 12. b. W. im Alter von 27 Jahren geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 16. August, nachmittags 3, Uhr, in Wilhelmsberg auf dem Pius- Friedhofe statt. 163/17 Die Ortsverwaltung I. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltung Berlin 11. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Arbeiter Gustav Rüstig am 12. d. M. nach schwerem Leiden im 38. Lebensjahre geftrrben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 15. August, nachmittags 5 Uhr, von der LeichenHalle der Gethsemane Gemeinde in Nieder- Schönhausen Nordend aus statt. 1008b S Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 12. August verstarb unser Mitglied, der Restaurateur Gustav Rüstig, Pappel- Allee 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 15. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Friedhofes in Nieder- Schönhausen( Nordend) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/17 Der Vorstand. Strangspenden bei dem Begräbnis Dr. Schünemann meiner lieben, guten Frau und guten Mutter Emma Rose fagen wir hierdurch allen Berwandten und Bekannten aus Tegel, insbeson dere Herrn Prof. Gehrke der Frei religiösen Gemeinde für die trost reichen Worte am Grabe, sowie den Kollegen aus der Lokomotivmontage, Abteilung Häuserbau, der Firma A. Borsig unseren herzlichsten Dant. Tegel, den 13. August 1908. Emil Rose, Tochter, Mutter, Schwester, Schwager, Großvater. SchutzMarke. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Ertzsänger ( 16. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4%, Uhr von der Leichenhalle des neuen JakobiKirchhofes( Hermannstraße), aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 236/7 Der Vorstand. Dr. Simmel für Haut- und Harnleiden. Spezial- Arzt Svezial- Arzt für 36462* Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Haut- und Harnleiden, Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Better Temp. n. 180709 2 wollent 17 2 mollig 15 2 wolfig 16 3 bebedt 12 2wolfig 13 760 Still Wetterprognose für Sonnabend, den 15. August 1908. Beitweise aufflarend, aber noch veränderlich bei meist schwachen östlichen Winden, keine erheblichen Niederschläge, um Mittag etwas wärmer. Berliner Wetterbureau. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere eleg. fertige Herren- Moden Massanfertigung feinste Verarbeitung. Grosses Stofflager. Erstklassige Schneiderwerkstatt im Hause. Spezial- Geschäft für Herren Bekleidung Kein Waren- Kredithans. J. KURZBERG Rosenthalerstrasse 40-41 ( Hackescher Markt) und An der Jannowitzbrücke 1, I Bahnhof Jannowitzbrücke. Vereinslokal. Wollen Sie Kinder Unsere Bereinszimmer für 30, 80 Sonntags und an mehreren WochenBedarfsartikel, tagen an Vereine und GewerkGummiwaren, 1000e Anerk. schaften zu vergeben. 49542* ygienische und 150 Personen find Sonnabends, V. Prof. u. Aerzt, empf., bill. Verbandshaus der Gastwirtsgehilfen Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin O., Holz- t III Gr. Hamburger Str. 18/19. marktstr. 69-70. Preis!. gratis. 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