Nr. I9L nbonnementS'Redlnsangen: BBonnemcntä. Preis prSnmneraiiba, vicrteljährl.»L0 monati 1.10 Mk., »vöchenllich 23 Wg. frei in 5 Hau». Einzelne Kummet 6 Pfg. Könnings. nu nun er mit illustrierter Sonntags- Beilogt.Die Neue»elf 10 Pfg. Soft» Abonnement: 1,10 Mari pro Monat. Eingetrogen in die Post- ZeitungS. Vreisliiie. Unter Kreuzbond fiir Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Morl, für dos übrige Ausland 8 Morl pro Monat. LoftobonnementS nehmen an: Belgien. Tnnemari, Holland. Italien. Luxemburg. Pormgal. ' neu. Schweden und die Schweis tlaOik üb« BmO» 25, Jahrg. Verlinev Volksblnlk. Zmtralovqan der fozialdemohratifcben Partei Dcutfcblands. {He Tnfertlons'Gebabr tehSgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeilc oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerlschafiliche Vereins- und BersammItmgS-Anzeigen 30 Pfg. „Aieine Anreisen". daS erste ffeit» gedruckte) Wart 20 Psg.. jedes weitere vart lO Pfg. Stellengesuche und Schlaf- ftellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numiner müssen diS SUHrnachniMagS in der Expedition abgegeben«erden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abend» geöifnet. Telegramm. Adresse: „SoziaMciiiolint BcrüD". Redaktion t 851. 68» Llndenstraaac 69* Kerttsprechert Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 1«. August 1««8. Expedition: 851. 68» I-Indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IT. Rr. 1981. Der Katholikentag tritt heute unter Glockengeläute und Tedeum in Düsseldorf zusammen. Die Zentrumspresse verkündet, daß der heute mittag stattfindende Arbeitersestzug gewaltiger als seine Vorgänger sein wird, daß die Festhalle umfangreicher als je ist, und daß der Glanz der Studentenumfahrten alles bisherige in Schatten stellen wird. Düsseldorf eignet sich vortrefflich zur Abhaltung der ultramontanen Parade; die Stadt ist bekannt durch ihre herrliche Lage, ihre prächtigen Alleen und schönen Straßen— der richtige Hintergrund zur Ent faltung eines glänz- und geräuschvollen Schauspiels. Sie ist zudem der Mittelpunkt eines industrie-, Verkehrs- und Volkse reichen Gebietes, vortrefflich geeignet, gewaltige Massen anzuziehen und zu unterhalten. Die Bedingungen, daß die 55. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands� wie es in der üblichen Schlußrede lauten wird, ein neues, besonders herrliches Ruhmesblatt in der„Geschichte des katholischen Volkes" darstellt, sind in vollem Maße gegeben. Düsseldorf hat schon zweimal den Katholikentag in seinen Mauern beherbergt. Zuerst im Jahre 1869. In der deut- schen Arbeiterschaft hatte es sich seit, einem halben Jahrzehnt zu regen begonnen. Die Katholikentage, die in die Zeit von Lassalles Wirken fielen(Frankfurt a. M. 1863, Würz bürg 1864), hatten sich bereits mit der sozialen Frage be schästigt, allerdings in einer Weise, die die völlige Ratlosigkeit der klerikalen Welt gegenüber den Aufgaben der neuen Zeit offenbarte. Das ergab sich schon aus dem Umstände, daß die ins soziale Gebiet fallenden Anträge von der Kam Mission für Charitas, also als Wohltätigkeitsfragen behandelt wurden. Die Katholikentage der nächsten Jahre waren nicht glücklicher. Die Beschlüsse ließen nicht nur die Unfähigkeit, sondern mehr noch die Abneigung erkennen, den drängenden Forderungen, die aus der Tiefe des Volkes fawen, gerecht zu werden. Dem Katholikentag in Inns brück(1867) war der Auftrag erteilt worden, die soziale Frage bei der nächsten Versammlung zur Sprache zu bringen. Innsbruck bekannte sich auf dem nächsten Katholikentag (Bamberg 1868) zu der Ueberzeugung, daß die soziale Frage„immer brennender" würde, aber„guter Rat" sei „teuer": deshalb müsse eingestanden werden, daß man der „ungeheurenAufgabenichtgenügen" könne und sich bequemen müsse,„die Aufmerksamkeit der Gcneralver sammlung auf den Gedanken zu leiten, daß die St. V i n zenzvereine die lokale Erscheinung der sozialen Frage ins Auge fassen und ihre Tätigkeit danach einrichten." Die soziale Frage wurde nach fünfjähriger Behandlung durch die Katholikentage den Vinzenzvereinen, d. h. den privaten Anstalten für Armen-, Kranken- und Alterspflegen überwiesen! Unterdes hatte die Agitation Lassalles und seiner Nach- folger auch auf die katholische Arbeiterschaft gewirkt. Bischof Ketteler bediente sich in seiner Kritik der herrschenden Gesell schaftsordnnng vorwiegend Lassallescher Argumente, und seine sozialpolitischen Forderungen waren dem Programm der Arbeiterpartei entnommen. Katholische Kapläne trugen seine Lehren und Forderungen unters gläubige Volk: christlich soziale Vereine, aus kleinbürgerlichen und proletarischen Ele mcnten gemischt, entstanden, die ihrerseits wieder Forde rungen stellten, darunter manch Wirres, aber auch manch Vernünftiges und Berechtigtes. Dieser Bewegung im eigenen Lager mußte der Klerikalismus Beachtung schenken, und so wurde denn auf dem Katholikentage in Düsseldorf be- schlössen, für die Behandlung der sozialen Anträge eine eigene soziale Sektion zu schaffen, zugleich mit der Aufgabe, die„Bildung christlich-sozialer Vereine zum Zwecke der ökono« mischen wie moralischen Hebung des Arbeiterstandcs" und die „Verbreitung der einschlägigen literarischen Erscheinungen" zu fördern. Weiter empfahl der Katholikentag für die Be- strebungen der christlich-sozialen Vereine, die von Bischof Ketteler in seiner Offenbachcr Rede(Juli 1869) aufgestellten Grundsätze und Forderungen(Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung des Lohnes, Gewährung von Ruhetagen, Verbot der Kinder- und Frauenarbeit in Fabriken): endlich forderte der Katholikentag„die christlichen Männer aller Stände auf, sich der arbeitenden Klassen anzunehmen und für das ökono- mische und sittliche Wohl derselben zu wirken." Das sah nun wenigstens nach etwas aus. Die Soziale Sektion, die in Düsseldorf geschaffen worden war, berief im März 1876 eine Versammlung christlich-sozialer Vereine von Rheinland und Westfalen nach Elberfeld ein, wo über Spar-, Kredit- und Konsumvereine verhandelt, die eigentliche Arbeiterfrage aber gar nicht berührt wurde. Im übrigen verhielt sich die Sektion passiv, und ebensowenig machte das Zentrum im Reichstag und im Landtag Anstalt, etwas für die Arbeiter zu tun. Die Resolutionen der Katholiken- tage wurden immer langatmiger, aber auch immer nichts- sagender: auf dem Katholikentag in Würz bürg 1877 blieb von der ultramontanen Arbeitcrfreundlichkeit nicht übrig als der Beschluß,„katholische korporative Verbände zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern" zu empfehlen, als Mittel„zur Wiederherstellung der christ- lichen Familie und zur Förderung des sittlichen und mate- riellcn Wohls der Mitglieder." 1883 war der Katholikentag wieder einmal in Düsseldorf versammelt, und wiederum spielte die soziale Frage in den Verhandlungen eine gewaltige Rolle. Eine beträcht liche Anzahl von Anträgen lag vor, und in den Reden, auch -denen, die nicht speziell zu diesem Thema gehalten wurden, lkam es immer wieder zu Hinweisen auf die Bedeutung der sozialen Frage. Man war nicht umsonst im industriellen Westen, wo das Zentrum um diese Zeit vorwiegend mit den Liberalen im Kampfe lag und hierzu der Unterstützung der katholischen Arbeiter und kleinen Leute bedurfte. Wieder einmal sollte etwas Bedeutendes auf sozialem Gebiete geschehen Der vorhergehende Katholikentag(F r a n k f u r t a. M. 1882) hatte beschlossen, ein sozialpolitisches Komitee zu errichten. Es war unter dem Vorsitz des Fürsten Löwenstein ins Leben getreten: unter seinen Mitgliedern, die im übrigen meist aus Geistlichen bestanden, zählte man 2 Fürsten 4 Grafen und 5 Barone— offenbar die berufensten Leute um zu wissen, wo dem hungernden und rechtlosen Volke der Schuh drückt. Selbstverständlich war kein Arbeiter in dem Komitee, dessen Unfruchtbarkeit nicht hätte erst durch die Versicherung des Vorsitzenden, daß es keineswegs ein sozialpolitisches Aktionsprogramm entwerfen, sondern nur durch mündlichen und schriftlichen Verkehr die sozialen Fragen erörtern wolle, nicht erst hätte erwiesen zu werden brauchen Die erste Rede zur sozialen Frage hielt in Düsseldor Herr P 0 r s ch aus Breslau. Ohne die Kirche sei die soziale Frage nicht zu lösen: aber um sie zu lösen, bedürfe die Kirche der Freiheit, namentlich um auf dem Gebiete der Armenpflege ihre Tätigkeit voll entfalten zu können.„Die Güter der Welt— meinte der Redner— hat Gott gleichmäßig für alle Menschen bestimmt, aber nicht gleichmäßig unter die Menschen verteilt: nach dem Millen Gottes soll es immer Arme und Reiche geben Aber diese Ungleichheit soll die Welt nicht in zwei feindliche Lager zerreißen, sondern gerade.diese Ungleichheit soll zwischen Arm und Reich ein gesellschaft- liche s, brüderliches, heiliges Band bilden. indem die einen durch mildtätige Liebe, die anderen durch dankbare Ergebung und Resignation sich den Himmel zu verdienen suche n." Rechtsanwalt Bachem(Köln) gab der Meinung Aus druck, daß die soziale Frage„mit Nesseln behaftet" sei: er wolle sich deshalb mit wenigen„abgerissenen Sätzen begnügen und sich bemühen, nur solche Dinge zu erwähnen, bezüglich deren unter den Katholiken Einverständnis herrsche. Als solche Dinge nannte er die Schwindelgeschäfte (Schlcuderausverkäufc, Pleitemachen usw.) und den Fest schwinde!(Vergnügungssucht, blauer Montag). Pfarrer Wassermann(Isenburg) redete über die Sonntags ruhe, die er, weil an ihr jeder teilnehme, als die Ver wirklichung der Gleichheit auf Erden erklärte. Damit über so grundstürzende Gedanken und Forderungen aber das katholische Volk nicht in Entsetzen gerate, erhob sich, von„nicht endenwollendem Beifall" empfangen, Herr Windthorst und sprach:„Wir müssen uns überhaupt ge- wöhnen, daß wir die Ideen, die wir persönlich vielleicht schon für richtig erkannt haben, und die wir deshalb gern ins Leben rufen möchten, immer von neuem der Beobachtung auch anderer aussetzen, mit diesen darüber sprechen, die öffentliche Diskussion voran- lassen und dann erst, wenn sie reif geworden, meine ich, kann man mit Erfolg zu praktischen Resultaten kommen. Auf diesen Boden hat sich die Generalversammlung gestellt." Den Verhandlungen entsprechend waren die.Beschlüsse des Düsseldorfer Katholikentages zur sozialen Frage, wie sie unter dieser Rubrik das amtliche Protokoll verzeichnet. Es wurde empfohlen, die Errichtung von Anstalten für Idioten(!): die Bekämpfung der Trunksucht durch Anstalten zur Verabreichung unschädlicher Getränke an Arbeiter und durch Griindung von kirchlichen Mäßigkeitsbruder- schaften: die Förderung einer Sicherung der Sonntags- ruhe: die Fürsorge für entlassene Gefangene und Vagabunden(I): Einigung des Handwerks in ge- werblichen Körperschaften und seine Wiedergeburt auf christ- licher Grundlage, Einschränkung der öffentlichen V e r g n ü- g u n g e n. Weiter wurde gefordert die Freiheit der Kirche, ohne deren Mithilfe an die Lösung der sozialen Frage nicht zu denken sei, sodann die„Korporative Organisation der pro- duktiven Arbeit". Endlich wurde noch die Aufmerksamkeit der katholischen Christenheit hingelenkt auf den Verband „Arbeiterwoh l", eine Organisation katholischer Jndu- strieller und Arbeiterfreundc und das von ihm heraus- gegebene„Häusliche Glück", das bekannte Büchlein mit den billigen Kochrezepten. Das waren die Leistungen des zweiten Düsseldorfer Katholikentages. Heute wird der dritte eingeleitet, und inorgen beginnen seine Verhandlungen. Werden sie frucht- barer sein als die seiner Vorgänger am selben Ort? Es wäre unrecht und unklug zu verkennen, daß der Klerikalismus zu lernen weiß. Man darf sicher sein, daß der bevorstehende Katholikentag sich hüten wird, die Empfehlung von Idioten- anstaltcn als soziale Tat auszuschreien: ebenso wird er es unterlassen, die Wassersüppchen und Kartoffellleefsteaks des Verbandes„Arbciterwohl" als Mittel zur Lösung der sozialen Frage anzupreisen: und es wird wohl auch kaum noch ein Redner auf den Gedanken verfallen, den katholischen Arbei- tern am Rhein vorzureden, es sei ihre Bestimmung, sich„durch dankbare Ergebung und Resignation den Himmel zu ver- diene»". Dafür sind c»ich die gläubigen Arbeiter nicht mehr, dumm genug, dafür haben sie(in enger Berührung mit der klassenbewußten Arbeiterbewegung) doch einiges gelernt. Der Klerikalismus hat sich genötigt gesehen, dem Fortschritt der Zeit Zugeständnisse zu machen: aber nach wie vor bleibt es sein Bestreben, den Arbeitern nur einen geringen Teil dessen zu gewähren, was sie bercchtigterweise auch unter den bestehen» den Verhältnissen zu fordern berechtigt sind. Vor allen Dingen bleibt es sein Bestreben, ihnen den Weg zu versperren zur völligen Befreiung von den Mächten der Volksausbcutung, Volksbedrückung und Volksverdummung. Davon werden auch die Verhandlungen des dritten Düsseldorfer Katholikentages Kunde geben. Aber wie im Jahre 1908 die klassenbewußte Arbeiterbewegung im katholi- schen Westen anders dasteht als im Jahre 1883 oder gar im Jahre 1869, so sind wir sicher, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo die katholische Arbeiterbevölkerung das Spiel der kleri» kalen Volksverführer durchschaut und nicht mehr die Reihen der Zentrumsparaden formiert. Sie Budgetbcwilligungen. Ein mit den bayerischen Verhältnissen vertrauter Reichstags- abgeordneter schreibt uns: Nach den Badcnsern die Bayern! Haben die Badenser ihre Zustimmung zum Budget noch mit dem Zusatz verbrämt, daß darin kein Vertrauensvotum für die Regierung liegen solle, so vermeinte man in München, von einer solchen Einschränkung absehen zu sollen. Mit vollem Recht! Wenn man sich schon einmal zu der Auffassung„durch- gerungen" hat, daß parlamentarische Vertreter der Sozialdemo- kratie einer klassenstaatlichen Regierung das Budget bewilligen können und müssen, dann hat es eigentlich keinen Sinn, noch eine einschränkende Bemerkung zu machen. Jeder Regierung kommt es darauf an, daß ihr daS vorgelegte Budget bewilligt wird, ob das mit zwei heiteren oder nur mit einem nassen und einem heiteren Auge geschieht, das ist ihr wirklich herzlich gleichgültig. Der sozialdemokratische Fraktionsredner in München, Genosse Segitz, hob in seiner Erklärung hervor, daß in dem Budget Mittel für wichtige Kulturaufgaben enthalten seien. Wenn sie auch nicht in allen Einzelheiten genügten, so sei doch ein Fortschritt un- verkcnnbar. Die Sozialdemokratie habe keinen Anlaß, ihre grund- sätzliche Stellung gegenüber dem herrschenden System zu ändern, aber die Schaffung des Landtagswahlrechtes, des Proporzes zu den Gemeindewahlen und die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Sozialdemokraten bedeuteten einen Ansatz zu einer besseren Entwickclung. Das hat die Sozialdemokraten bestimmt, ohne daß sie für alle Teile des Budgets oder für alle Maßnahmen der Regierung die Verantwortung tragen wolle, das Budget zu bewilligen. Eine solche Erklärung mag in den Augen mancher Leute „staatsmännisch" erscheinen, sozialdemokratisch ist sie nicht! Man wird bei dieser Gelegenheit ganz unwillkürlich an einen Vorgang im Reichstage erinnert. Der Zusammenstoß Paasches mit dem Kriegsminister v. Einem hatte zu der bekannten Blockkrisis geführt, die Bülow durch eine Besprechung mit den Blockführern ausglich. Die Führer der Blockparteien gaben in der folgenden Sitzung des Reichstages Erklärungen ab. Der frei». sinnige Abg. Dr. W i e m e r erklärte, daß seine Partei die Politik des Reichskanzlers unterstützen werde und er fügte hinzu:„Unter Wahrung unserer Grundsätze." Ein höllisches Ge- lächter durchbrauste das Haus. Die Heiterkeit war eine ganz allgemeine, weil eben jeder denkende Mensch das Gefühl! haben mußte, daß Unterstützung konservativer Politik� unter gleichzeitiger Wahrung freisinniger Grundsätze� völlig unvereinbare Dinge sind. Auf derselben Höhe steht die Erklärung des Genossen Segitz! Man kann den Klassenstaat nicht bekämpfen dadurch, daß man ihm, ob verklausuliert oder nicht. die Mittel bewilligt, die er zu seiner Fortentwickelung braucht. Nach dieser Theorie hätten die einzelstaatlichen Minister blofy nötig, gelegentlich kleine Konzessionen, die den Charakter des Klassenftaates nicht tangieren, zu machen, und die Sozialdemokraten müßten dann das Budget bewilligen! So geht das nicht weiter! Das führt auf die schiefe Ebene, die im Sumpfe einer bürger- lichen Reformpartei endet. Weder in Bayern noch in Baden lag ein„zwingender" Umstand vor. für das Budget zu stimmen. In der Lübecker Resolution besagt der dritte Absatz klar und deutlich: „Die Zustimmung zu dem Budget kann nur ausnahmS- weife, aus zwingenden, in besonderen Ver- h ä l t n i s s c n liegenden Gründen gegeben werden." Wo liegen denn nun die zwingenden Gründe in Bayern? Das Landtagswahlrecht fällt nicht einmal in diese Budgetperiode, denn es ist vom verflossenen Landtag be, willigt worden. Das Proportionalwahlsystem ist nicht geschaffen worden den Sozialdemokraten zu Liebe, sondern weil die tärkste Partei des Landtags, das Zentrum, es un- angenehm empfindet, daß seine Anhänger in den größeren Städten keinen oder doch nur einen geringen Einfluß auch in der Gemeinde. Vertretung haben. Es soll keineswegs bestritten werden, daß die äußere politische Gleichberechtigung in Bayern nicht so schamlos mit Füßen getreten wird, wie in anderen Bundesstaaten. ES fei nur daran erinnert, daß der sozialdemokratische Landtags- abgeordnete Roßhgupter heute noch einem StggtS, = betriebe als Arbeiter angehört und für die Dauer schied. Der Monarch mag er nun heißen wie er will stimmt hat für diesen heiligen Krieg" feine Aräfte zur Verfügung der Landtagssession nicht bloß Urlaub, sondern auch seinen Arbeits- selbstverständlich dem Antrage zu, denn die„ bewährten Tradi- gestellt. Die Ungläubigen werden in wüstester Weise beschimpft. BeJohn erhielt. Für ein einigermaßen modernes Staatswesen ist tionen" des Offizierkorps müssen erhalten werden. Damit stehen sonders wider die Sozialdemokratie war die zelotische Philippita das aber eine solche Selbstverständlichkeit, daß kein wir vor der seltsamen Tatsache, daß der nämliche Fürst, gehalten. Die russische Geistlichkeit versteht es sehr wohl, daß die Wort darüber zu verlieren ist. Weil es aber solche Staats- in dessen Namen Duellanten gerichtlich beschaftlichen Sozialismus und durch ihre leitende Rolle in der Arwesen in Preußen- Deutschland nicht gibt, verdiente das Verhalten straft werden, einen Offizier entläßt, weil beiterklasse der Kirche starken Abbruch tut. Freilich haben die der bayerischen Regierung in diesem konkreten Falle in der er sich nicht duelliert, also sich geweigert hat, Missionäre äußerst geringe Chancen, in dem geplanten Stampfe Tat Anerkennung. Aber das ist doch beileibe noch kein zwingender" eine strafbare Handlung zu begehen. gegen die Sozialdemokratie wesentliche Erfolge zu erzielen; die Grund für sozialdemokratische Vertreter, dem Etat Ein drastisches Symptom dafür, daß die Armee einen Staat Geschichte des russischen, von Subatoff und Japon inszenierten zuzustimmen. Stimmt trotz alledem eine sozialdemokratische im Staate bildet, liefert auch das Militärstrafgesetzbuch, das den Polizeisozialismus, die Erhebung der von Agenten der Regierung Fraktion dem Etat zu, so bedeutet das weiter nichts, als daß damit modernen Rechtsanschauungen Hohn spricht. Die Tatsache, daß bearbeiteten Arbeitermasse gegen die eigenen Lehrer und den Abder klassenstaatlichen Regierung Dank und Anerkennung dafür dieser Koder noch immer die Tortur des strengen Arrestes aufrecht solutismus haben zur Genüge bewiesen, welch eine unzuverlässige ausgesprochen wird, daß sie vergleichsweise anständig und erhält, sagt genug. Dazu kommen die milden Strafen für Ver- den Händen der Regierung ist. Eine Verschärfung der Repressalien und zweischneidige Waffe die Agitation unter den Arbeitern in nicht allem bürgerlichen Fortschritt abhold war. Unter diesen Um- fehlungen von oben nach unten und die barbarischen für Vers gegen die Sozialdemokratie aber ist unmöglich. Noch grausamere ständen noch seine prinzipielle Haltung so nebenbei erwähnen, fehlungen entgegengesetter Natur. Der Reichstag hat vor ein Verfolgungen laffen sich überhaupt gar nicht erdenken. Die gerichtbedeutet weiter nichts als eine Verschleierung der paar Jahren schon den Antrag gestellt, daß diese Strafen mit- liche Praxis straft ja, wie bekannt, in letterer Zeit für die bloße einander mehr in Einklang gebracht werden sollen, aber der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei mit Buchthausarbeit. Bundesrat hat sich nicht bewogen gefunden, eine Zustimmung zu Ueberhaupt sind alle künftigen Maßnahmen der Regierung geben. Und dieweilen die Reichstagsmajorität gut deutsch- bürger- zur Wiederbelebung und Festigung des„ rechten Glaubens", lich ist, d. H. jeden Fußtritt aus höheren Sphären geduldig ein- welcher Art sie auch sein mögen, zu völliger Unfruchtbarkeit verh. bammt. Die Kirche stirbt, die Beiten ihrer Herrschaft über die steckt, so ist selbst dieses bißchen Reform unter den Tisch gefallen. Massen sind vorbei und kommen nicht wieder. Motive! Die Ursachen liegen aber tiefer und es muß einmal offen ausgesprochen werden, was ist! Schon auf dem Parteitage in Frankfurt, wo es sich um die bayerische Budgetbewilligung handelte, kämpften die Genoffen b. Vollmar und Grillenberger hauptsächlich mit dem Argument, der bayerische Parteitag habe die Haltung der Fraktion gebilligt; und der Hintergedante fonnte dabei nur der sein: Euch Preußen, Sachsen usw. geht das nichts an; wir reden in eure speziellen Landesangelegenheiten auch nichts drein." Diesen Gedankengang greifen nun auch die Badenser auf, wenn der ,, Volksfreund" betont, der badische Landesvorstand und die Redaktionen der badischen Parteipresse sind einverstanden gewesen und Der Militarismus bedeutet leider ein großes Stück Barbarentum. Unter den Etiketten höhere Ehre und Disziplin" berfündigt er sich schwer an den Gefeßen der Humanität und den einfachsten Begriffen von Gerechtigkeit. Er, dessen Ziel der Krieg ist, verfeucht das Volk moralisch, indem er die Gewalt zum Gözen erhebt, den alles verehren, dem alles untertan sein soll. Politische Ueberlicht. Berlin, den 15. August 1908. Ersparungen im Militäretat. und nun kommt auf einmal der Berliner Barteiborſtand Die Krife der rechtgläubigen Kirche äft, werden ohne dicht auf sie ginamiteit ber Der wollen Techtelmechtel stören. in Rußland. II. Mit Verlaub, nicht der Berliner Parteivorstand hat eingegriffen, sondern der Vorstand der deutschen Sozialdemokratie, der auf Beschluß der jeweiligen Parteitage feinen Sitz in Berlin hat und zu dessen Aufgaben es gehört, In den alten Ideen des Polizeistaates befangen, suchen Geistdarüber zu machen, daß mit Parteitagsbeschlüssen nicht Schindlichkeit und Regierung nach einem Urheber" der religiösen Iuder getrieben wird. Der Hinweis auf den Berliner Partei- Gärung in den Massen. Nach der Meinung des Metropoliten vorstand ist nichts weiter als ein Appell an partitularistische Antonius find an dem Unheil lediglich die grimmigen Feinde der Instinkte, wie das Bestreben gewisser Kreise ganz offensichtlich christlichen Kirche und Staatsordnung schuld", denn diese seien es, Darauf hinausläuft, eine deutsche Sozialdemokratie die allerorten die unserer Seelsorge anvertraute Heerde Christi auf streng föderalistischer Grundlage 8 u schaffen! Diesem neuesten revisionistischen Schachzug kann nicht scharf genug entgegengetreten werden. Und wenn Parteigenossen in hervorragender Vertrauensstellung, statt anderen mit gutem Beispiel voranzugehen, sich mit Leichtigkeit über programmatische Parteitagsbeschlüsse hinwegsehen, dann müssen die Massen, die sich ihr proletarisches Klassenempfinden bewahrt haben, zur Entscheidung aufgerufen werden, damit ihre Führer den Weg zum Boden des Klassenkampfes zurüdfinden! Blut! Von einem früheren Offizier wird uns geschrieben: Vor kurzem las ich in mehreren Zeitungen, daß ein gewisser Oberleutnant v. Bismarck ehrengerichtlich entlassen worden war, weil er, als er sich in Zivilfleidung befand, von einem Rohling einen Schlag erhalten hatte und dafür nicht die„ standesgemäße Satisfattion" erlangen fonnte. Bei der Lektüre dieser das " glänzende Elend" auch nicht übel illustrierenden Nachricht mußte ich mich unwillkürlich an folgende Episode erinnern: Als ich vor ungefähr 20 Jahren als junger Leutnant zu Hause auf Urlaub weilte, bemerkte mein Vater mit Staunen, daß ich, wenn ich in Bivil ausging, stets einen scharfgeladenen Revolver bei mir trug. Eines Tages fagte mein Vater zu mir:„ Warum hast Du immer einen. Revolver in der Tasche? Wir leben doch nicht in den Abruzzen." Darauf gab ich ihm ungefähr folgende Aufklärung:" Wenn ich in Zivil von einem Mann, der nicht fatisfattionsfähig ist oder teine Satisfattion geben will, einen Stoß oder Schlag erhalte, so werde ich unbarmherzig bom Ehrengericht ohne ensionsanspruch zum Teufel gejagt und außerdem fomme ich in den Verdacht der Feigheit. Schieße ich aber jeden, der mich tätlich beleidigt, zusammen, so werde ich vielleicht ein paar Wochen eingesperrt das Militärgericht wird mich wahrscheinlich über haupt freisprechen- im übrigen bleibe ich weiter ein Herr Leutnant." Meinem Vater, der nicht preußisch gedrillt war, kam die Geschichte etwas spanisch vor, aber er fand sie von meinem da maligen Standpunkt aus begreiflich. Bestraft der Staat, der sich so eifrig für Religion, Sitte und Ordnung ins Zeug legt, Leute mit dem Verlust ihrer Existenz, wenn sie wegen eines empfangenen Schlages nicht das Blut des Gegners vergießen, so darf man fich nicht wundern, daß viele diefer Leute vorsichtshalber sich mit einem Revolver oder einem scharfen Stilett ausrüsten und nach dem Muster eines raufluftigen niederbayerischen Bauernburschen fagen:„ ßer mir hergeht, den schieße ich nieder oder steche ihn zusammen!" Allerdings wird der Bauernbursche, der nach diesem Rezept verfährt, tüchtig eingesperrt, während der Offizier auf eine sehr milde Strafe hoffen darf, denn seine Richter, die ja selbst der Armee angehören, wissen genau, daß er auch um seine Existenz gefämpft hat. durch ihre verderblichen Lehren irreführen und das rechtgläubige Bolf zu Abscheu gegen die Kirche, Verleugnung des Glaubens und der christlichen Liebe aufftacheln"( Nowoje Wremja Nr. 10 945). Den Weltlichen ist beizubringen," lautet die unlängst ergangene Vorschrift des Erzbischofs Antonius an einen der Geistlichen seiner Eparchie, daß Hebräer und Revolutionäre in Erkenntnis dessen, daß ihr Komplott gegen Rußland hauptsächlich durch den Einfluß des rechten Glaubens vereitelt worden ist, beschlossen haben, das durch Vermittelung verabschiedeter Soldaten und Matrosen unVolt gegen feine Seelenhirten aufzuwiegeln und ihm deswegen gereimtes Zeug einflößen(?)"...( Netsch", 22. Januar 1908.) Die Urheber" der religiösen Krise waren also entdeckt: Es sind das die Feinde der Kirche", und zwar Juden, Revolutionäre, ehemalige Soldaten und Matrosen. Auf diesem Polizeistandpunkte basieren auch die einschlägigen Maßnahmen des regierenden Synods zur Bekämpfung der Grzfeinde der Kirche". Zu diesem Zweck hat der Synod ein Reglement über die Errichtung innerer Missionen der rechtgläubigen Kirche erlassen und im Juli berief er einen allrussischen Missionskongreß. Es ist bekannt, daß nirgends mehr drauflos gewirtschaftet wird, als beim Militär. Obgleich das Reichsdefizit stetig wächst, Rücksicht Finanzlage überflüssigsten Ausgaben verlangt, die für Schlagfertigkeit Armee ganz unwesentlich sind und nur den Zweck haben, die Vorliebe für äußerlichen Prunk zu befriedigen. Das sieht sich selbst Freiherr v. Zedlig im„ Tag" zuzugeben genötigt, dem man kaum Unkenntnis auf diesem Gebiete, noch Voreingenommenheit gegen das Militärwesen vorwerfen kann. Er schreibt: Wenn dem Hinweis auf die Iuguriöse Ausstattung einzelner höherer Kommandostellen mit Dienstwohnungen, Adjutanten und Rationen oder auf die zahlreichen Versetzungen höherer Offiziere ohne Rücksicht auf Reise und Umzugs. tosten und ähnliches mit dem Bemerken begegnet zu werden pflegt, daß es sich dabei nur um Einzelheiten von geringer finanzieller Tragweite handelt, so kann dieser Einwand als durchschlagend nicht angesehen werden. Einmal summieren sich zahlreiche Kleine Beträge doch zu recht beträchtlichen Summen, vor allem find jene Einzelfälle aber ein sicheres Zeichen dafür, daß aus dem Bollen gewirtschaftet wird und der rechte Geist sparsamer Wirtschaft berloren gegangen ist. Hier wird mit eiserner Hand durchgegriffen werden müssen. Der Reichsschatzsekretär allein ist dazu schwerlich stark genug. Seine Stellung gegenüber den Reichsressorts ist ungleich schwächer als die des preußischen Finanzministers gegenüber seinen Kollegen, der umgekehrt die Heeres und Marines verwaltung vermöge ihres Rückhaltes bei dem dem obersten Kriegsherren sehr viel stärker als die irgendeines preußischen Ministeriums. Der Reichskanzler wird sich also persönlich dafür einsetzen müssen, wenn der Sparsamkeitsgedante in den Reichsverwaltungen in die Tat umgeset werden soll. " Warum sollte man denn auch sparen? Wenn vor den fogenannten militärischen Sachverständigen" die Bewilligung neuer Ausgaben im Reichstag gefordert wird, kennt die Mehrheit keine Finanznot. Der badische Landtag Diesem Reglement gemäß bestehen die Aufgaben der Kirchspielmissionen in Festigung der Rechtgläubigen im Glauben und guter Sittlichkeit, Schutz der Rechtgläubigen gegen die Irrlehren Andersgläubiger, Dissidenten, Seftierer und Atheisten und schließlich auch in der Wiederbekehrung Verirrter in den Schoß der Kirche." Der Synod will angeblich in diesem Kampf nur geistigmoralische Waffen gelten lassen. Doch es unterliegt feinem Zweifel, daß die Kirchspielmissionen gegen weltliche, z. B. polizeiliche Kampfmittel nichts einzuwenden haben werden. Daß diese Annahme nicht ganz unbegründet ist, beweist folgende Stelle aus den Shnodregeln:" Die Mitglieder der geistlichen Kirchspielbehörden erstatten dem Priester Bericht, wenn im Kirchspiel Beute erscheinen, die Irrlehren predigen, ferner über Gemeindeglieder, wurde Freitag, den 14. August, geschlossen; er trat am 26. November die im Glauben wankend oder gar demselben bereits abtrünnig borigen Jahres zusammen und hat in den nahezu neun Monaten gworden sind." Bei den russischen Verhältnissen bedeuten nun aber 127 Plenarsigungen abgehalten. Dem Landtag lagen vor: 32 GesetzBerichte über solche, die im Glauben wanten", eben nichts entwürfe, welche mit Ausnahme einer Novelle zum Polizeistrafgefeganderes als Spionage und geheimpolizeiliche Aufsicht über die buch sämtlich ihre Erledigung fanden. Die wichtigsten, wohl dieLandesbewohner, namentlich solche, die nicht gewillt sind, die jenigen über die Aenderungen des Beamtengefeges, der Liebesdienste der Geistlichkeit freigebig zu bezahlen. Daß es so tommen wird, ist um so wahrscheinlicher, als ein zweiter Bunft des Gehaltsordnung und des Gehaltstarifs. Im Zusammenhang damit Reglements für Geistliche" die Empfehlung enthält, die Ge- fand auch eine Vorlage betreffs Aufbefferung gering meindeglieder in ihren Wohnungen zu besuchen und mit ihnen besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln die Zustimmung des Landtages. Den Volksschullehrern dagegen blieb Gespräche über religiöse Fragen zu führen. der von der Zweiten Kammer befürwortete Wunsch, in den Gehaltstarif der Beamten eingereiht zu werden, auch diesmal wieder versagt, da die Regierung ihre entschieden ablehnende Haltung nicht aufgeben wollte. Ferner empfiehlt der Synod den örtlichen Missionen, freiwillige Gehilfen zu befolden oder, wie es im Reglement heißt, Männer aus dem Volte, die sich im Interesse der Mission abmühen, materiell zu entschädigen." Hier eröffnet sich ein er giebiges Tätigkeitsfeld nicht bloß für Polizeibeamte, sondern auch für Freiwillige im Dienste des Verrats und der Provokation, auf den Kopf eines jeden im Glauben Wankenden" wird voraussichtlich ein ansehnlicher Preis gesetzt werden.... Als voltswirtschaftlich bedeutsam find hervorzuheben die Gesetze betreffs Erweiterung des Staatsbahnnetzes, betreffs die Benutzung der natürlichen, nicht öffentlichen Wasserläufe, welch letzteres jedoch nur bis zu einer gründlichen Aenderung des badischen Waffergefeges in Kraft bleiben soll, ferner ein neues Ortsstraßengefeß, eine Novelle zum Enteignungsgesetz und ein Gesetz betreffend Bersicherung gegen Hagelschaden. Der Missionstongreß, der im Juli stattfand, war der vierte. Die ersten zwei Kongreffe tagten in Mostau in den Jahren 1886 und 1891, der britte in Kafan 1896. Alle diese Kongresse zeichneten sich durch ihre grimmige Intoleranz gegen die sogenannten Altgläubigen und die Settierer aus. Seine Arbeiten durchdrang in Auf dem Gebiete des Steuer wesens sind zu erwähnen ein deutlichster Weise ein drohender Ton der Aufhebungen des Geseg betreffend das Höchstmaß der allgemeinen Stirchensteuer, zur Befämpfung religiöser Spaltungen mit den scheußlichsten Waffen Mittelalters. Go wurde 3. B. ernsthafte Beratung gehalten über sowie eine Novelle zum Verkehrssteuergesetz. Die Stechtspflege die Frage, ob es nicht ratsam wäre, den„ Altgläubigen" die betreffen Gesetze über die Abänderung des badischen EinführungsKinder abzunehmen und sie zum Zweck der Erziehung in gesetzes zu den Reichsjustizgesetzen, über das Amt des Gemeinderechtgläubige Klöster zu stecken. Verhandelt wurde ferner über richters und Schiedsmannes, über die Zuständigkeit zur Beglaubi die Konfistation der Dissidentengüter und ihre Daß solche Zustände eines kultiviert sein wollenden Landes zwangsweise lebersiedelung nach dem Weißen gung von Unterschriften und zur Aufnahme von Protesten über den unwürdig sind, bedarf keines besonderen Beweises. Aber kultiviert Meere. Die Verhandlungen des Kasaner Kongresses wurden Die Verhandlungen des Kasaner Kongresses wurden Waffengebrauch der Gefängnisbeamten sowie über die Kosten in hin, kultiviert her: der Militarismus etabliert einen Staat im bon den Russkija Wedomosti" veröffentlicht und erzeugten einen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Drei Gesetzentwürfe Staate, der sich verflucht wenig um das kümmert, was um ihn solchen Sturm des Unwillens in der Gesellschaft, daß sogar Pobe- verfügen die Eingemeindung bisheriger Dorfgemeinden in die Städte Staate, der sich verflucht wenig um das kümmert, was um ihn bonoszeff erklärte, er würde nie wieder einen Missionsfongreß zu Karlsruhe, Baden und Lörrach; ein Gesetz übernimmt die Pension vorgeht. Der eigentliche Staat verbietet in seinem Strafgeset lassen, solange er als Oberprofureur des Synods die Macht dazu mehrerer Hofbeamten des Großherzogs auf die Staatskasse. Die buch das Duell, die Armee aber sagt:" Ich pfeife auf euer Straf haben werde. übrigen Gesetze sind von geringerer Bedeutung. gesetzbuch. Ein Offizier, der sich nicht duelliert, wenn der Ehren- Das Programm des letzten Kongresses enthielt u. a. auch Während die Erste Stammer von ihrem Initiativrecht fast rat es für notwendig hält, fliegt hinaus." Und das interessanteste folgende Fragen: Ueber das Seftierertum".Erforschung der an der Sache ist, daß der, der den hinauswurf eines Lehren, Lebensweise und Art der Propaganda in den verschiedenen gar keinen Gebrauch gemacht hat, sind seitens der Zweiten Stammer folchen Offiziers besorgt, meistens zugleich Seften Rußlands"" Die neue fonfeffionelle Politik des Staates" eine ganze Reihe von Initiativanträgen und Interpellationen Die berjenige ist, in dessen Namen sonst im Lande tischen Lehre" lleber die Mission bei den Juden" usw. " Aufgaben der Missionäre im Kampf mit der sozialdemokras und auch einige Gesetzesvorschläge eingebracht worden. Interpellationen betrafen hauptsächlich Wünsche der Arbeiter, Recht gesprochen wird. Dies trifft auf Preußen, Bayern, Von der herrschenden Priestertaste, also der eifrigsten Ber- des gewerblichen Mittelstandes und der Landwirte, zum Beispiel die Sachsen und Württemberg zu, weil dort die Ehrengerichte teine fechterin der Interessen des anclen régime" organisiert, in einer Errichtung von Arbeitskammern, die Beschäftigung der Arbeitslosen, Urteile fällen, sondern nur Anträge stellen dürfen. Das Urteil Epoche des triumphierenden Faustrechts einberufen, hat der Kon- die Kohlennot, die Warenhaussteuer und die Verwendung niedererläßt der in Betracht kommende Monarch, ohne an den greß sowohl in seinem Personalbestand als in seinen Tendenzen verzollter Futtergerste als Brangerste. Im Wege des Initiativ Spruch des Ehrengerichtes irgendwie gebunden zu sein. Nehmen den reaktionären Charakter deutlich offenbart. Seine Beschlüsse wir z. B. an, die Frau eines preußischen Offiziers begehe mit fordern den Staat zur Einschränkung der in den Manifesten vom antrages fordert die Zweite Rammer ferner eine gründliche Reform 17. April und 17. Oftober 1905 verheißenen aber noch gar der Gemeinde- und Städteordnung, sowie ein entschiedenes Eintreten einem Kameraden ihres Mannes einen Ghebruch. Der Verkehr nicht burchgeführten- Gewissensfreiheit auf. Neben Berboten, der Negiemung für die staatliche Pensionsversicherung der Privatwird entdeckt, und der militärische Ehrenrat hält ein Pistolenduell die den Uebertritt aus der orthodoyen Kirche zu anderen Kirchen beamten. Abgelehnt wurde ein Antrag auf Umwandlung der konmit schweren Bedingungen für nötig. Der beleidigte Ehegatte, oder Setten untersagen sollen, haben die Frommen auch Trink- fessionellen Lehrerseminare in fimultane. der auch Vater mehrerer Kinder ist, stellt sich aber auf den Stand-| gelder für die der Kirche Getreuen in den bedrohten westlichen Eine Aufforderung an die Regierung, im Bundesrat gegen jede punkt, daß er sich seinen Kindern erhalten müsse und sie seiner Gebieten in Form von Landzuteilungen vorgeschlagen die Steuer auf Elektrizität und Gas zu stimmen, fand bei zahlreichen untreuen Frau nicht in die Hände fallen lassen dürfe. Daher nötigen Ländereien sollen durch zwangsversteigerung Ungläubiger Stimmenthaltungen mit knapper Mehrheit Annahme. lehnt er das Duell ab. Das ist aber eine Sünde gegen die in beschafft werden. In einer Resolution werden die„ patriotischen den Offizierstreifen herrschenden und offiziell aufgepäppelten An- Airche Hilfe zu leisten und im Schoß des Kongresses erwuchs der Organisationen", d. h. die schwarzen Hundert, aufgerufen, der Erholung auf Staatskosten. schauungenes lebe Religion, Sitte und Ordnung! und Gedante, eine Maffenbewegung gegen die Verfassung, gegen die Dr. Diederich Hahn, der streitbare Direktor des Bundes det darum beantragt pas Ehrengericht Entlassung mit schlichtem Ab- Duma ins Leben zu rufen. Ein bedeutender Teil des Kongresses Landwirte, ist auf der Suche nach einem Ruheposten. Als solchen Erhöhung der Soldatenlöhnung. Wie die Vossische Zeitung" aus sicherer Quelle erfährt, soll tommenden Herbst vom Reichstag eine Erhöhung der Löhnung der Soldaten gefordert werden. Es dürfte sich dabei um eine Zulage von 8 Pf. für den Tag handeln, wodurch Mehrausgaben für den Heeresetat von jährlich 15 Millionen entstehen. Außerdem soll in Zukunft den Mannschaften auch das bisher von ihnen beschaffte Bugzeug kostenfrei geliefert werden. Die Aufbesserung der Soldatenlöhnung ist als ein Erfolg der Sozialdemokratie zu betrachten. Ihre Mitglieder in der Budgettommission hatten dieses Frühjahr den Antrag gestellt, der nur deshalb abgelehnt wurde, weil er von den Sozialdemokraten ausging. Nun kommt der Kriegsminister selbst mit diesem Antrag. Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß die Erhöhung der Soldatenlöhnung auf eine sozialdemokratische Anregung hin erfolgt. Unbeschadet unserer grundsätzlichen Gegnerschaft zum Militarismus hielt es unsere Fraktion für ihre Pflicht, nach Kräften für unsere Brüder im Waffenrock, die diesen Rock ja nicht frei willig tragen, einzutreten. Die Dividendensteuer. Schweiz. Die Durchführung des schweizerischen Fabrikgesetzes. Amerika. Negerheze. Hus der frauenbewegung. Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft. Betrachtet er die Stelle eines Landeshauptmanns der Provinz Hannover, um die er sich beworben hat. Der Deutsche Bote" bestätigt, daß Herr Dr. Hahn deshalb ausspannen will, weil die Nach den fürzlich für 1906/07 erschienenen Amtsberichten der Ein wilder Raffenkampf wütet in der Stadt Springfield bündlerische Agitation seine Nerven start mitgenommen habe. Mit seinem Versuch, diese Sinekure zu erhalten, hat er freilich an- schweizerischen Fabrikinspektoren hat die Industrialisierung im Staate Illinois. Das Kabel meldet am 15. August: Der scheinend keinen Erfolg, denn die nationalliberale Presse erklärt, der Schweiz in der Berichtsperiode weitere Fortschritte gemacht( angebliche) Angriff eines Negers auf eine weiße Frau beranlaßte gestern einen Kampf zwischen Weißen und Negeri, daß seine Ernennung eine Brüstierung der nationalliberalen und waren Ende 1907 7278 Betriebe und 307 128 Arbeiter dem der die ganze Nacht hindurch anhielt. Nachdem eine weiße MenFabrikgesetz unterstellt. Im Jahre 1901 ergab die amtliche Statistik schenmenge zahlreiche Häuser im Regerbiertel in Partei wäre. Warum verlangt man nicht ein staatliches Genesungsheim für 6080 Betriebe und 242 534 Arbeiter, so daß in den verflossenen Brand gesteckt und verschiedene Geschäfte er. sechs Jahren 1198 neue Betriebe und 64 594 Arbeiter hinzugekommen brochen hatte, ergriff fie einen Neger, schoß zahl. erholungsbedürftige Agitatoren des Bundes der Landwirte? sind. Da in dieser Zeit in der Anwendung des Fabrikgesetzes keiner- reiche Kugeln auf ihn ab und knüpfte die Leiche an lei Aenderung vorgenommen wurde, so haben wir es in diesen einen Paum auf. Die Menge tanzte dann unter ungeBahlen mit einem reinen Zuwachs zu tun. Diese Tatsache ist die heurem Jubelgeschrei um die Leiche herum. Wäh rend der wüsten Szenen wurden zwei Weiße getötet und beste Widerlegung der albernen Behauptung, daß die Arbeiter- 75 Personen verlegt. Der Hilfsschahmeister des Bezirks ist von bewegung die Industrie schädige und ihre Entwickelung hemme. einer Negermenge angegriffen und tödlich verletzt worden. Da die Im Gegenteil ist diese durch die Arbeiterbewegung gefördert worden Miliz der Lage nicht Herr wurde, wurden Truppen aus Chicago und erscheinen daher die Ausnahmegeseze gegen die Arbeiter zur herbeibeordert. Sie feuerten über die Köpfe der Menge hinweg und vertrieben sie endlich. Zahlreiche Männer, Frauen und Kin Erschwerung der Streits um so frivoler. Auffallend rasch vollzieht sich der Uebergang von der verlassen die Stadt. Die größeren Geschäfte sind geschlossen. Die Unruhen haben sich am am Sonnabend erneuert. Dabei Einzelunternehmungen in Aktiengesellschaften. murben sechs Weiße getötet, ein Neger gelynch t. " Der Einzelunternehmer", sagt Dr. Wegmann, wird namentlich An in großen Betrieben immer seltener. Gesellschaften treten mehr an verschiedenen Stellen brach Feuer aus. Der Böbel beherrscht die Stadt. Das Militär fuhr Maschinengewehre auf. und mehr an seine Stelle. Auch die Vereinigung früherer Kon- Der Gouverneur hat alle Milizen des Staates nach Springfield furrenten zu Verbänden gleichartiger Interessen und damit die beordert. Konzentration des Großkapitals hat weitere Fortschritte gemacht." Und der Fabrikinspektor Rauschenbach in Schaffhausen konstatiert ebenfalls den unaufhaltsamen Aufsaugungsprozeß, durch den die Großen die Kleinen verschlingen, Daneben ist in einigen Industrien, so in der Stickereis und Tabakindustrie, die Beobachtung zu machen, daß die industrielle Tätigkeit aus der Fabrik in die Ueber die Lage der Arbeiterinnen im Bäcker- und Konditor Hausindustrie verlegt wird, um die gesetzlichen Bestimmungen be- gewerbe erschien dieser Tage in einem Parteiblatt ein Artikel, der treffend die Arbeitszeit umgehen zu können. Der Aufsichtsbeamte, grelle Streiflichter auf den kapitalistischen Raubbau wirft, der mit der der früher selbst Fabrikant war, bemerkt sachkundig dazu:" Die weiblichen Arbeitskraft in diesem Berufe getrieben wird. Das immer guten Leute merken nicht, daß sie damit ihr eigene Eristenz unter- wieder aufgewärmte Märchen von der Zerstörung und Auflösung graben, denn die nächste Folge dieses Vorgehens ist eine ruinöse der Familie und den demoralisierenden Folgen wird durch Preisbrüderei. Die schwachen Organisationen der Stickerei und den betreffenden Artikel in trefflicher Weise illustriert. Tabakarbeter vermögen diese Vorgänge, die ihre Lage immer mehr in fast allen Gewerben, so hat auch im Bäcker- und Konditorverschlechtern werden, leider nicht zu verhindern. beruf die Großindustrie ihr Hauptaugenmerk auf die Heranziehuna Die verflossene wirtschaftliche Hochkonjunktur verursachte einen williger und billiger Arbeitskräfte gerichtet, die zum größten Teil allgemeinen Mangel an Arbeitern, der die Heranziehung vom weiblichen Proletariat gestellt werden. Nicht weniger als von Arbeitermassen aus Italien, Rußland, Polen, Bulgarien, 14 290, also 66,6 Prozent aller im Bäder- und Konditorberuf Griechenland und sogar aus Montenegro zur Folge hatte. Die beschäftigten Arbeiter sind weiblichen Geschlechts. Die Löhne, die da gesteigerte Nachfrage nach Arbeitern begünstigte die Lohnfämpfe gezahlt werden, müssen auch von solchen, die nicht im Verdacht der der organisierten Arbeiterschaft, deren in den letzten zwei Jahren jozialdemokratischen Hezzerei stehen, als geradezu fluchwürdige Zu den in der letzten Zeit in der Presse aufgetauchten und er zirka 1400 mit mehr oder weniger Erfolg geführt wurden. Die Sungerlöhne bezeichnet werden. örterten Steuerplänen nimmt endlich die Norddeutsche All- Arbeitslöhne stiegen wohl in allen Industrien, aber Herr Dr. Weggemeine Beitung" Stellung. Das Drgan Bülows erklärt: mann hält es für sehr fraglich, ob das Verhältnis „ Die verbündeten Regierungen werden die Vorlagen zum Beginn zwischen Verdienst und Kosten der Lebenshaltung der parlamentarischen Kampagne veröffentlichen, und es wird damit zu ein für den Arbeiter günstigeres geworben fei, einer mehrmonatlichen eingehenden Diskussion im Parlament und denn die letzteren sind auf der ganzen Linie ebenfalls gestiegen. Presse Zeit und Spielraum gegeben sein. Nichts ist falscher als Bald unerschwinglich sind an manchen Orten die Wohnungsmicten die Annahme, mit den neuen Steuergesetzen solle der Reichstag und daß die Lebensmittel erheblich teurer geworden sind, hat jederoder sollten die deutschen Steuerzahler überrumpelt werden; im mann selbst beobachten können." In der Tat ist die Lage der Gegenteil, eine möglichst gründliche Behandlung der Finanzfragen schweizerischen Arbeiterschaft in der Zeit der Hochkonjunktur liegt im allgemeinen vaterländischen Interesse. Halbfertige materiell nicht gehoben worden, da die Lohnerhöhungen von der einzelne Entwürfe aus dem Zusammenhang zu reißen und zu Teuerung vollständig absorbiert wurden. Dabei kommen ja, namentpublizieren ist aber niemals üblich gewesen und entspricht auch lich in der Textilindustrie, noch immer Tagelöhne von 2 Frank vor Die humanen Arbeitgeber scheinen aber selbst der Meinung zu wohl kaum dem Ernst der Lage. Werden aber die Entwürfe selbst und erklärte ein Webereifabrikant einen Tagelohn von 2,50 Frank sein, daß diese„ horrenden" Löhne es nicht ermöglichen, davon den nicht veröffentlicht, so kann natürlich nicht jede neue Steuer- für einen jungen Mann als einen schönen Lohn"! meldung berichtigt werden. Denn daraus entsteht eine halbe, mißSchöne Fortschritte hat die Berkürzung der Arbeits- Lebensunterhalt zu bestreiten, denn die Arbeiterinnen müssen auch Schöne Fortschritte hat die Verkürzung der Arbeitsverstandene Deffentlichkeit, die in niemandes Interesse liegt. Aus seit gemacht. Das am 1. Januar 1906 in Kraft getretene neue noch die entehrende Prozedur einer Leibes visitation auf sich dieser Reserve im Dementieren wird sich die Regierung auch dann Gesetz mit dem Neunstundentag und Feierabend um spätestens nicht herauslocken lassen, wenn einmal eine 100 prozentige Ber- 5 Uhr nachmittags an den Sonnabenden hat sich sehr gut eingelebt mögensstener oder die Enteignung der Jsarwasserkraft von Reichs- und bewährt. wegen gemeldet wird." Auf die Mitteilung der Deutschen Reichs- Korr.", daß sich das Reichsschazamt zurzeit sehr eingehend mit dem Projekt einer BantSteuer befaffe, antwortet höhnisch die" Deutsche Tagesztg.": " Daß das Reichsschapamt sich mit dem Gedanken einer Bankamfaßſteuer beſchäftigt hat, ist möglich. Es hat sich in der letzten Be mit vielen Plänen befaßt. Auch die von uns empfohlene Dividendensteuer unterliegt der Erwägung. Wie es scheint, ift man dem Grundgedanken dieser Steuer nicht abgeneigt." Die Vorsichtigkeit des Reichsschaamtes. " Steuerpläne, die tief in das Wirtschaftsleben der Nation ein greifen werden, werden also erst dann veröffentlicht, wenn die Veröffentlichung nicht mehr zu umgehen ist. Gerade darin liegt die Ueberrumpelung. Die Disziplinarverhandlung gegen den Bürgermeister Schücking fft auf den 19. August angesetzt. Die Berhandlung wird in Schleswig sein. Wie mitgeteilt wird, hat Schücking die Herausgabe der Städtezeitung" in Berlin übernommen; die Nachricht flingt sehr sonderbar. Der Mann, um deswillen doch immerhin sowohl in Husumer wie auch in fortschrittlich gesinnten, politischen Kreisen ziemliche Aufregung entstand, wird doch nicht vor dem Disziplinar berfahren seinen Posten verlassen?... Posadowskys Kandidatur in Ludwigshafen. Nach einer Münchener Meldung soll Graf Posadowsky bereit gewesen sein, eine Kandidatur zu übernehmen, aber nur unter der Boraussetzung, daß ihm dieselbe gleichzeitig auch vom Zentrum an geboten werde. Das Zentrum soll aber abgelehnt haben, eine Kandidatur Bofa dowskye zu unterstüßen. Soldatenmißhandlung in zwei Fällen hatte sich der Unteroffizier Paul Martens von der 4. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 151 vor dem Ober. triegsgericht in Königsberg zu verantworten. Am 12. Mai d. J. mußte der Musketier Albert einen Eimer scheuern; als er damit fertig war, fand die Arbeit keine Gnade vor den Augen des Herrn Unteroffiziers. Deshalb mußte der Eimer noch einmal gescheuert werden. Als nun Albert abermals zur Besichtigung vor dem Unteroffizier erschienen war, und dieser die Arbeit abgenommen" hatte, ging Albert zu seiner Mannschaftsstube zurück. Er hatte einen engen Gang zu passieren, in dem der Unteroffizier Martens stand. Natürlich wollte der Soldat seinen Vorgesetzten nicht berühren; deshalb machte er sich möglichst dünn. Aber das half ihm nichts, er geriet doch mit dem Unteroffizier zusammen. Dieser hob seinen Säbel auf und mit den Worten:" Willst Du nicht schneller vorbei" stieß er den Soldaten mit dem Säbel in den Leib. Das Opfer erklärte vor dem Oberkriegsgericht, daß es noch jezt besonders wenn es beim Laufen tief Atem hole -Schmerzen empfinde. Wie Der Lohn beträgt 7-25 Pf. Nur in zwei Betrieben erhalten die Arbeiterinnen 20-25 Pf. Wie die Frauen und Mädchen bei einem solchen Einkommen ihren Unterhalt bestreiten, wird für viele ein Rätsel bleiben, wenn man von den beiden einzigen Auswegen abjieht, entweder hungern oder sich der Schande hingeben. Die Firma od u. S o. in Leipzig entlohnt ihre Arbeiterinnen gar mit 9 f. pro Stunde. Drastischer kann wohl die vielgerühmte Fürsorge des Unternehmertums für seine Arbeitssklaven nicht zum Ausdruck tommen. Durchschnittlich beträgt der Wochenverdienst der im Bäckerund Konditorgewerbe beschäftigten Arbeiterinnen 3-6 M., in seltenen Fällen 12-14 M. nehmen. Daß in den Betrieben auch ein raffiniertes Prämiensystem besteht, das den alleinigen Zweck hat, die Sklaven an der Arbeitsstelle festzuhalten, macht dem verschmigten Unternehmergemüt alle Ehre. Der Artikel schließt: „ Leider war bisher ein großer Teil der Arbeiterinnen bemüht, statt durch Macht der Organisation durch Ue berarbeit und mitnahme der Arbeit nach Hause(!)( Baden) ein höheres Einkommen zu erzielen." Wie gütig vom Unternehmertum, daß es die Lage der Arbeite rinnen dadurch verbessern hilft, indem es noch Ueber- und Heimarbeit gestattet". Solche Leute liebt das das Kapital, die sich 12-14 Stunden in der Fabrik für einen Sundelohn abradern, dann noch abends bis in die späte Nacht schuften und somit gegen aufwiegelnde Agitation gefeit sind. Eine Wirkung der verflossenen Hochkonjunktur auf die Arbeiterschaft ist über alle Zweifel festgestellt, die ganz bedeutende Vermehrung der Unfälle, deren Darstellung Dr. Wegmann als ein schwarzes Blatt bezeichnet. So ist in seinem Kreise die Zahl der Arbeiter von 1905 bis 1907 um 10 Proz., die der erheblichen Unfälle dagegen von 1904 bis 1906 um 28 Proz., auf 24 012 gestiegen. Die Ursachen dieser großen Unfallhäufigkeit werden u. a. in dem Haften und Jagen und der Ueberbürdung des einzelnen Arbeiters erblickt. Die Vermehrung der Unfälle und der verkrüppelten Arbeiter ist auch eine Wohltat" der wirtschaftlichen Prosperität für die Arbeiterschaft. Bei der Besprechung der Durchführung des Fabrikgesetzes wird Was aber, fragen wir, sagt die Gesundheitskommission dazu, die strenge Aufsicht der Arbeiterorganisationen daß Eßwaren nach Hause mitgegeben werden? Ganz abgesehen über die Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften anerkannt und davon, daß ein solches Verfahren unappetitlich wirkt, kann es auch fonstatiert, daß ohne sie an manchen Orten sich überhaupt niemand um den gesetzlichen Arbeiterschutz fümmern würde. So erfekt der von unheilvollen Folgen begleitet sein. Im Namen des Volkswohls muß dagegen protestiert werden. Eifer der Gewerkschaften die Pflichtvergessenheit der Behörden! Belgien. " Ein Eingeständnis. Brüffel, 15. Auguft. Das offizielle Journal de Brurelles" gibt jekt zu, daß im Kongostaat die Sklaverei in der Nähe der Eisenbahnlinien noch fortdauert. Die Frauen dieser Sklaven werden gezwungen, sich in der Nähe der Arbeitsstellen ihrer Männer niederzulassen. Türkei. Gegensätze. Achtung, 5. Kreis! Am Montag, den 17. August, abends präzise 7 Uhr, findet bei Rausch, Winsstr. 12, für die Genosfinnen des 5. Kreises eine wichtige Besprechung statt. Die Wahlvereinstarte ist mitzubringen. Ferner wollen die Genoffinnen, welche noch im Besiz von Beitragsmarken sind, daselbst dieselben abrechnen. Die Vertrauensperson. Gewerkschaftliches. Wenn zwei„ Ehrliche" sich zanken! Die allgemeine Harmonie, die die ersten Tage der Revolution Im Lager der gelben Arbeiterschaft ist ein Zwist so tieftennzeichnete, ist, wie zu erwarten war, nicht von langer Dauer gewefen. Die gegensäblichen Interessen beginnen sich zu sondern, gehender Art entstanden, daß er zur Spaltung führte. Der Parteien und Klassen wollen sich bilden. Das Proletariat tritt mit Beiersdorf hat dem Lebius Fehde angesagt. Beiers. Lohnforderungen auf, was den revolutionären Organisationen der dorf und seine Gefolgschaft verbreiten folgendes Flugblatt: besigenden Klasse sehr unangenehm ist. Schon wird berichtet, daß Zur Aufklärung! die jungtürkischen Komitees Streikenden, die Arbeitende bedroht haben sollen, Militär entgegengesandt haben. Auch der junge Friede zwischen den Nationalitäten scheint bedroht durch die starr zentralistischen Tendenzen eines Flügels der Jungtürken; ein anderer Flügel dieser Partei soll den Autonomieforderungen der christlichen Nationalitäten günstiger gegenüber treten. Unzufrieden sind die Beamten, die durch die Reformen, die mit vielen überflüssigen Posten aufräumen, die Stellung verlieren Ferner hatte eines Tages der Musketier eine Arbeit zu oder deren Gehalt gekürzt wird. Sie haben auch schon zu Demonmachen, die er nach Ansicht seines Beinigers nicht schnell genug| strationen gegriffen und die Ordnung mußte durch Gewalt und erledigte. Der Unteroffizier schlug dem Soldaten den Verhaftungen wieder hergestellt werden. Diese entlassenen Günst Helm auf den Kopf und stieß ihm auch mit dem be- linge und Schmarozer werden die Partei der Alttürken, der ber schuhten Fuß in die Seite, wobei er ausrief:„ Kannst Du Konstitution Abgeneigten verstärken. Schwein, es nicht besser machen." Beide Vorgänge spielten sich unter vier Augen ab. Der Mißhandelte brachte die Angelegenheit aber doch zur Anzeige. Vom Kriegsgericht wurde der Unteroffizier wegen des ersten Falles freigesprochen, da ihm das Gericht glaubte, daß der Soldat bersehentlich auf sein Seitengewehr gerannt sei. acht Tage MittelWegen des zweiten Falles bekam er ganze arrest. Das Urteil wurde aber vom Gerichtsherrn angefochten. Das Oberkriegsgericht glaubte dem Angeklagten nicht, daß die erste Mißhandlung nur auf ein Versehen zurückzuführen sei. Es hielt es für ganz unerklärlich, wie ein Mann versehentlich in die Spize eines Seitengewehres rennen fönne, das ein anderer vorgeschnallt habe. Milde genug tam der Soldatenschinder aber auch bor dem Oberkriegsgericht weg, denn er erhielt eine Gesamtstrafe bon drei Wochen Mittelarrest für beide Fälle. Marokko. Die Lage. Die Franzosen rüften zu neuen Kämpfen an der Süd. grenze Algeriens. Eine Meldung aus Oran bom 15. August sagt: General 2yautey brach gestern abend nach dem äußersten Süden auf, von wo die Annäherung marottani scher Truppen gegen Aoufonz, 15 Kilometer von Bu Denib, ge meldet wurde. Starte Truppenansammlungen werden auch aus dem Tafiletgebiet signalisiert, Zwei hafidische Abteilungen sollen im Gebiet der Mlad Mesudia von zwei scherifidischen Mahallas vernichtet worden sein. Nach einer Meldung aus Tanger foll Mulay Hafid ernstlich erkrankt sein. Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß die unterzeichneten Drganisationen ihren Arbeitsnachweis nach berlegt haben. " Blankenfelder Straße 4 bornim aden Kollegen! Durch das Verhalten des Bundesvorstandes waren wir gezwungen, uns selbständig zu machen. Lange haben wir uns wie Kinder bevormunden lassen, haben gesehen, wie unsere Interessen mit Füßen getreten wurden. Kollegen! Diese Fesseln mußten wir uns abwerfen. Wir wollen mit unseren Arbeitgebern in Frieden leben, wollen aber ehrliche Arbeiter bleiben, die sich auch die Achtung der Gegner verschaffen wollen. Mögen bie Herren Bürger sehen, wie sie ihr Geschäft weiter betreiben tönnen. Wir wollen einem arbeitslosen Kollegen nicht für eine wertlose Sache 50 Pf. abnehmen und dann wochenlang ohne Arbeit laufen lassen. Macht Eure Augen auf und gebt denselben die richtige Antwort, wenn sie ehrliche Arbeiter verleumden wollen. Laßt Euch nicht erzählen, daß unsere Organisationen polizeilich nicht genehmigt sind. Alles Schwindel! Jeder kann bie polizeiliche Genehmigung bei unserem Arbeitsnachweis ein sehen. Klärt die Kollegen auf und bleibt was Ihr seid: ein chrlicher, nationaler Arbeiter. Deutscher Handwerker Schutverband Gelber Metallarbeiter- Berband Deutscher Automobilführer Verein. Diese Aufklärung" ist für die Arbeiterschaft nach mehreren Richtungen hin interessant. Der Bund wird als ein„ Geschäft" bezeichnet und gesagt, daß den Arbeitslosen dort für eine wertlose Sache 50 Pf. abgenommen werden. Also hat Herr Beiersdorf in einem Anfall von Ehrlichkeit das Lebiussche Geschäft verlassen? Oder brachte die Kompagnieschaft nicht den erwarteten Gewinn? Macht sich die Krise auch bei den , Gelben" bemerkbar? Und versiegen in der Zeit, wo die Not allein die Masse der Arbeiterschaft schon gefügig genug für das Unternehmertum macht, auch die Goldquellen in Scharfmacherkreisen? Alles Fragen, auf die uns wohl die Zukunft Antwort bringen wird. Denn Herr Lebius und Herr Beiersdorf sind sehr für das Silber des Redens, wenn ihnen das Schweigen nicht goldbringend erscheint. " Berlin und Umgegend. Die Antwort der Direktion der A. E.-G. Die Arbeiter und Arbeiterinnen des Werkes der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft in der Brunnen- und Voltastraße hielten am Sonnabend bei Ballschmieder wieder eine Versammlung ab. Wie im Vorwärts" berichtet wurde, waren die Arbeiter bei der Direktion vorstellig geworden, weil sie mit der Stellung des Arbeiterausschusses im Betriebe nicht länger zufrieden waren. Die Neunerfommission wurde beauftragt, bei der Direktion dahin vorstellig zu werden: 1. Daß die Bestimmungen, welche in dem§ 7 der Satzungen für die Arbeiterausschüsse festgelegt find, von der Direktion res spektiert werden. 2. Daß der statutenwidrig zusammengesetzte Gesundheits- und Sicherheitsausschuß beseitigt wird. 3. Daß die Mitglieder des Gesundheits- und Sicherheitsausschusses nach dem klaren Wortlaut der Sagungen durch den Arbeiterausschuß bestimmt, nicht aber von der Direktion ernannt werden. Am Montag fand die Konferenz der Kommission mit dem Direktor Elfes statt. Aus den Berichten der Teilnehmer der Konferenz über die Antwort des Direktors ergaben sich einige Unstimmigkeiten. Elfes scheint sich in einigen Punkten etwas gewunden und unklar ausgedrückt zu haben, er wollte seine Antwort jogar als ein„ Entgegenkommen" aufgefaßt wissen, während die Arbeiter eine Ablehnung, mehr oder minder scharf, herausgehört haben. Die Direktion will dem Arbeiterausschuß nicht die Stellung und Bedeutung. einräumen, die er nach Ansicht der Arbeiter haben muß, wenn sein Vorhandensein nicht einem Komödienspiel gleichkommen soll. Dies tam auch in der Diskussion zum Ausdruck. Die Arbeiter sind nicht länger damit zufrieden, daß der Ausschuß zur Bedeutungslosigkeit verurteilt ist; lieber wollen fie überhaupt darauf verzichten. Die folgende Resolution wurde von der Versammlung angenommen: Die Antwort, die der Neunerkommission auf die wichtigsten Punkte der Resolution vom 8. August seitens der Direktion des Werkes gegeben ist, entspricht nicht den gerechten Forderungen, die in der Resolution festgelegt waren betreffend§ 7. Auch die weitere Erklärung des Direktors Elfes, daß die Generaldirektion erst die entscheidende Antwort geben kann, kann die Arbeiter des Werkes nicht befriedigen, weil die Generaldirektion durch Schaffung und Betätigung der bestehenden Satzungen die Funktionen des Arbeiterausschusses festgelegt hat, und die Arbeiter weiter nichts als die Junehaltung dieser Satzungen berlangen. Die heutige Betriebsversammlung sieht in der Antwort des Direktors Elfes einen weiteren Schritt in dem bisherigen unwürdigen Komödienspiel, und weil sie nicht gewillt ist, dies weiter mitzumachen, fordert die Versammlung die Mitglieder des Ausschusses auf, ihre Posten niederzulegen." Achtung, Töpfer! Die versammelten Berufsangehörigen und Interessenten| bladet" einen Vertrag geschlossen, wonach die letzte Seite mit erachten den 3wölfuhrschluß der photographischen Politikens" dänischen Nachrichten bedruckt in Dänemark verAteliers für eine dringende Notwendigkeit, und zwar nicht breitet werden sollte. Das gelang aber nur einmal, am Dienstag, nur deswegen, um die Uebertretung der gesetzlichen Bestim- dem nächsten Tag, weigerte sich das Druckereipersonal im Einvermungen zu verhüten und den Angestellten ihre freie Zeit zu ständnis mit dem Schwedischen Typographenverband einstimmig, garantieren, sondern auch, weil das Offenhalten der Ateliers das Blatt in dieser Form und in größeren Auflagen als bisher rückwirkend ist auf andere gewerbstätige und hausangestellte fertigzustellen. Der Herausgeber mußte sich fügen, hat allerdings Personen. Die Ausnahmestellung der Inhaber photographischer die Sache der Allgemeinen schwedischen Buchdrudervereinigung Ateliers ist durch nichts gerechtfertigt. Sie öffnet nur der Ge- berichtet, und es scheint nicht ausgeschlossen, daß diese Prinzipalssegesverlegung alle Wege. Nur dann, wenn wirklich geregelte organisation Gegenmaßregeln veranstaltet. In Kopenhagen verVerhältnisse in der Scnntagsarbeit eingeführt werden, werden suchen die Zeitungsverleger gemeinsam fleine Blättchen heraus auch die sonstigen Verhältnisse des Berufs eine Besserung er- zugeben, gesezt und gedruckt von Streifbrechern aus den Reihen fahren. Die Versammlung beauftragt die leitenden Personen, der Kleinmeister im Buchdruckgewerbe. So haben verschiedene bei den Behörden entsprechend vorstellig zu werden." große Zeitungen ein gemeinsames Blättchen Pressen"( Die Presse") hergestellt, aber nun beschlossen die Zeitungsträgerinnen, die Bestellung an die Abonnenten abzulehnen, aus Solidarität mit den Ausgesperrten und Streifenden. Die große 150 Jahre alte Die Firma Konrad Viek u. Klemm, Bankow, Florastr. 25," Berlingske Tidende" ist dieser Tage in der Größe eines halben läßt die altdeutschen Arbeiten es kommen nur Nutenöfen in Bogens Briefpapier herausgekommen, einseitig beschrieben mit der Frage in Lohn ausführen, die Maschinen dagegen in Afford. Schreibmaschine. Die Presseausstellung, die demnächst in Kopen Dies verstößt gegen den Tarif, weil die Defen dadurch im Preise hagen stattfindet, wird durch den Streik mit allerlei dergleichen bie Sperre. gedrückt werden. Wir verhängen deshalb hiermit über die Firma Kuriositäten bereichert werden. Das Unternehmertum sucht nun durch Boykott auch die sozial. Grebenstein, Otto Haußmann und Birr. Stehen geblieben sind: Hermann Diedmann, Gustav demokratische Bresse lahmzulegen; man will ihr die Papierlieferung entziehen. Socialdemokraten" ist jedoch so gut darauf vorbereitet, daß sein Erscheinen auch bei längerer Dauer des Kampfes gesichert ist. Voraussichtlich wird aber der bereits in der Donnerstags nummer des" Vorwärts" erwähnte Vermittelungsvorschlag des Ministers des Innern zu einer Beilegung der Kämpfe führen. Die Vertreter der an den verschiedenen Konflikten beteiligten Gewerk schaften haben am Mittwoch zwar die endgültige Anerkennung der ministeriellen Vorschläge abgelehnt, aber die Entscheidung der Repräsentantschaft des Gesamtverbandes der Gewerkschaften übers wiesen, deren Vertreter aus dem ganzen Lande dann auf Freitag nach Kopenhagen zusammenberufen wurden. Straße. In Betracht kommt der Bau Neinickendorf- Ost, an der Holländer und Runge immer noch gesperrt find. Weiter geben wir bekannt, daß die Firmen Witt u. Neubert Die Verbandsleitung. Lebius, der Eisenstirnige. Auf unsere neuliche Festnagelung einer gelben Bundesgröße erklärt der Bund", das Organ des Herrn Lebius, in feiner Nummer 33 vom 16. August: " Der Vorwärts" bringt in seiner Donnerstagnummer einen Anklageartikel gegen den Werkzeugmacher Ernst Schmidt, den er in dem Artikel zum Vorsitzenden des Bundes der gelben Metallarbeitervereine in Berlin macht. Ein solcher Bund existiert nun nicht, weswegen Schmidt auch nicht Vorsitzender desselben sein tann. Schmidt gehört der gelben Arbeiterbewegung, deren Vertretung der Gelbe Arbeitsbund" ist, nicht an. Infolgedessen erübrigen sich alle Schlußfolgerungen des„ Vorwärts". " Die Vorschläge selbst enthalten die Verkürzung der Arbeitszeit im Steindruckgewerbe auf 8% Stunden. Diese Arbeitszeit soll bis zum 1. Januar 1910 gelten, dem Datum, mit dem für die Buchdrucker der Achtstundentag in Kraft tritt. Auch bei den übrigen Konflikten kommen die Vorschläge des Ministers den Forderungen der Arbeiter einigermaßen entgegen, jedoch berühren sie das Interesse der gesamten Arbeiterschaft dermaßen, daß diese Berufe allein nicht über Annahme oder Ablehnung entscheiden können. Vermutlich wird die Arbeitgebervereinigung" sich nun doch zur VerVielleicht blättert die Redaktion des Bund" einmal die handlung bereit finden, nachdem die am Montag über mehr als Nummer 32 ihres Blattes vom 9. Auguſt nach. Da wird sie auf Aussperrung einen so unerwarteten Kampf heraufbeschworen hat, 5000 Buchdrucker, Buchbinder und Papierfabrikarbeiter verhängte Seite 3 des Hauptblattes folgenden Bericht finden: Am Sonntag, den 2. August 1908, fand im Kriegervereins- und von der Generalaussperrung Abstand nehmen, die am 24. August hause die erste Generalversammlung des Gelben Arbeiterbundes über mehr als 21 000 Arbeiter der verschiedensten Berufe verhängt statt, die sich eines recht starken Besuches erfreute. Zum ersten werden soll. Borsitzenden wurde Bürger Ernst Schmidt wiedergewählt. Stell- Bewegung unter den arbeitslos gewordenen. Journalisten hervor. Der Streik in den Zeitungsdruckereien hat übrigens auch eine Vielleicht geht der Bund" nun nachträglich doch auf unsere gerufen, die energisch fordern, daß ihnen Ersatz auch für das verSchlußfolgerungen ein. Oder wird er eine neue Ausrede finden? lorengehende Zeilenhonorar zuteil werde. Dann, bitte, keine so oberfaule! " bertreter wurde Kollege Reul." Deutfches Reich. Das Ende des Stettiner Nieterstreiks. Zwischen den Stettiner Nietern und und der Direktion des Bultan" ist gestern endlich Friede geschlossen worden. Volle vier och en hat der Kampf angedauert. Ein Telegramm aus Stettin meldet uns: Stettin, 15. August. " Verfammlungen. Die Filiale Berlin des Töpferverbandes hielt am Freitag im großen Saale des Gewerkschaftshauses ihre Generalversammlung ab, in der der Bericht vom zweiten Vierteljahr auf der Tages ordnung stand. Dem Bericht, den der Ortsvorsitzende Segawe gab, ist unter anderem zu entnehmen, daß die Arbeitslosigkeit noch Ueber Nacht sind die streikenden Nieter zu einem anderen in Zunahme begriffen ist, die Krise sich offenbar verschärft hat. Entschluß gekommen. In einer heute vormittag im Volts- Am 1. April waren 495 Arbeitslose eingeschrieben, neu einschreiben garten" abgehaltenen neuen Nieterversammlung zeigte sich ließen sich im Laufe des Monats 592 und am 30. April war die teine Kriegsstimmung Zahl der Arbeitslosen 518 gegenüber 464 am selben Datum vorigen mehr. Alle Anwesenden Jahres. Im Mai ließen sich 508 Arbeitslose einschreiben, und am stimmten darin überein, daß es die höchste Beit sei, einzu- Ende dieses Monats zählte man 301 Arbeitslose gegenüber 280 im Ienten. Es wurde geltend gemacht, daß sich nach der Er- Jahre 1907. Im Juni meldeten sich 542 Arbeitslose, die Zahl der flärung der Gewerkschaftsführer, es gäbe teinen Streit, Arbeitslosen sank allerdings im Laufe des Monats auf 186, jedoch also auch teine Streitbrecher mehr, in der nächsten waren Ende Juni vorigen Jahres nur 97 Arbeitslose eingeWoche doch genug Arbeitswillige auf dem„ Vulfan" ein- schrieben. Gegenwärtig ist die Zahl der Arbeitslosen wieder auf finden würden, wodurch die Drganisation leicht zersplittert über 300 gestiegen. Bei dem Vergleich mit den Zahlen vom vorigen werden könne. Jahre ist zu bedenken, daß eine Menge von Mitgliedern teils abgereist ist, teils einen anderen Beruf ergriffen hat, so daß die rise tatsächlich viel verderblicher wirkte, als es nach der Arbeitsnachweisstatistit anzunehmen wäre. Dazu kommt, daß ein Teil der Mitglieder die An- und Abmeldung der Arbeitslosigkeit ver nachlässigte; der Redner forderte die Mitglieder dringend auf, doch auch in dieser Hinsicht im eigenen wie im Interesse der Gesamtheit ihrer Pflicht nachzukommen. Von der Bibliothek berichtete der ben. Die Bibliothet wird nun renoviert und ergänzt. Redner, daß im Laufe des Quartals 111 Bände ausgeliehen tours Die Sonntagsarbeit im Photographengewerbe. Die zur Ausführung der Vorschriften des§ 105b Abs. 1 und 105e der Gewerbeordnung erlassene Verordnung vom 11. März 1895 bestimmt, daß die Beschäftigung von Arbeitern in photographischen Anstalten gestattet werden kann: 1. an den letzten bier Sonntagen vor Weihnachten zum Zweck der Aufnahme bon Bei der schließlich vorgenommenen Abstimmung erflärte Porträts, des Kopierens und Retouchierens für zehn Stunden bis sich die überwältigende Majorität für die Beilegung des Streiks. spätestens 7 Uhr abends; 2. an allen übrigen Sonn- und Festtagen Die Arbeit soll am Montag früh wieder aufgenommen werden. zum Zweck der Aufnahme von Porträts im Sommerhalbjahr für fechs Stunden bis spätestens um 5 Uhr nachmittags, im Gleich nach Schluß der Versammlung begab sich die NieterWinterhalbjahr für fünf Stunden bis spätestens um 3 Uhr tommission nach der Direktion des Vultan", wo in Gegen nachmittags. Die Ausnahme unter 2 findet teine Anwendung wart der drei Direktoren ein Protokoll aufgenommen wurde auf den ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertag. Die Ver- des Inhalts, daß die Direktion, sobald die Nieter am Montag ordnung enthält dann noch Bestimmungen über die unter gewissen die Arbeit auf dem„ Vultan" wieder aufnehmen, unverzüglich Voraussetzungen zu gewährende freie Zeit. Die Abrechnung der Filiale die bereits im„ Töpfer" ver. die Gruppe deutscher Seeschiffswerften hiervon öffentlicht wurde, schließt für die Zentraltasse mit der Bilanzverständige und ferner dafür sorge, daß die Vereinigung summe bon 10 544,48 W. Unter den Ausgaben find 1282,65 207. der Stettiner Eisenindustriellen die Ausfür Krankenunterstübung und 5200 M. wurden an die Hauptkasse perrungen rüdgängig mache. Außerdem wurde auf des Verbandes abgeliefert. Die Lotalfaffe hatte 9129,44 M. Ein besonderen Wunsch der Nieterkommission in das Protokoll nahmen und 8099,45 M. Ausgaben. Das Vermögen der Filiale aufgenommen, daß Maßregelungen nicht statt- belief sich am Quartalsschluß auf 36 396,89 M. Die Mitglieder Husland. " 1 zahl war zur selben Zeit 1984. Dem Kassierer Bohnhammel, der zu der gedruckten Abs rechnung eine Reihe Ergänzungen und Erläuterungen gab, erteilte die Versammlung einstimmig Decharge. Innerhalb dieser Normen sind nun die Arbeitsverhältnisse an Sonntagen örtlich sehr verschieden geregelt worden. In einer Anzahl von Städten ist um 2 Uhr Schluß der sonntäglichen Arbeitszeit. Zu den Orten, wo im bollen Umfange von der Befugnis der Berordnung Gebrauch gemacht ist, wo also die Verhältnisse für die Gehilfen am ungünstigsten liegen, gehört Berlin. Der Deutsche Photographengehilfenverband, der mit Ernst und Ausdauer die finden. Interessen der Angestellten vertritt, hat auf seinem Delegiertentag Der Inhalt des Protokolls wurde von der Direktion noch zu Pfingsten in bezug auf die Sonntagsarbeit als nächstes Biel die im Laufe des heutigen Tages durch Maueranschlag be Durchführung des Atelierschlusses um 12 Uhr mittags aufgestellt. tannt gegeben. Einige einſichtsvolle Prinzipale haben nun in Berlin beim Polizeipräsidenten beantragt, die erforderlichen Schritte zur Durchführung wenigstens des 3 wei uhratelierschlusses zu tun. Natürlich haben die von der Polizei gutachtlich gehörten Vertreter des Gehilfenverbandes dessen Standpunkt gewahrt und den Antrag als einen Schritt nach vorwärts gegenüber dem bisherigen Die Buchdruckeraussperrung ist wohl die größte Dummheit, Bustande bezeichnet. Andern Atelierbefizern ist der Schreck in die die die dänische Arbeitgeberbereinigung jemals begangen hat. Diese Glieder gefahren; sie bildeten ein Komitee zur Bekämpfung des nun in der Zeit der Wirtschaftskrise wieder außerordentlich kampfZweinhrschlusses und zur Erhaltung des bestehenden Zustandes. lustige Unternehmerorganisation lebte wohl in der törichten HoffUm eine Besprechung der Angelegenheit herbeizuführen, hatte nung, daß die Zeitungsseßer und-Drucker ruhig zusehen würden, Im übrigen beschäftigte die Versammlung sich mit einigen inneren der Deutsche Photographengehilfenverband zum wie ihre Kollegen vom Buchgewerbe aufs Pflaster geworfen wurden, Donnerstag eine öffentliche Versammlung der Ge- weil einige hundert Lithographen und Steindruder streiften. Aber hilfen, Atelierinhaber und Interessenten nach wie alle anderen Arbeiter Dänemarks, so stehen auch die TypoWendts Festsälen, Am Königsgraben, einberufen. Genosse än graphen solidarisch im Kampfe. Die Zeitungsherausgeber, die es lein referierte. Er legte unter eingehender Beachtung der Berufs- für zweckmäßig ansahen, der allgemeinen Arbeitgeberbereinigung" berhältnisse dar, daß gar kein Grund vorliege, den Photographen beizutreten, sind außer Etande gesezt, ihre Blätter drucken zu 0 Die Aussperrungen in Dänemark und der Streit in den Zeitungsdruckereien. Sodann wurde auf Vorschlag des Borstandes ein Antrag an genommen, wonach Mitglieder, die zu einem anderen Beruf übergehen, ihrer alten Organisation weiter angehören, jedoch nicht zum Lokalfonds beisteuern wollen, erst eine einjährige Karenzzeit durch machen oder die Lokalbeiträge nachzahlen müssen, ehe sie wieder Anspruch auf die Leistungen des Lokalfonds machen können. Ferner wurde beschlossen, daß Darlehnsgesuche von Mitgliedern zunächſt an ihren Bezirksleiter zu richten sind, der sie dem Vorstand zur Entscheidung überweist, und außerdem wurde ein Regulativ über die Gewährung und Rückzahlung von Darlehen angenommen. Im übrigen beschäftigte die Versammlung sich mit einigen inneren Angelegenheiten der Organisation eine besondere Ausnahmeftellung einzuräumen. Das Publitum lassen. Die sozialdemokratische Preſſe beherrscht den Martt. Nur Letzte Nachrichten und Depefchen. Reffelexplosion. er würde sich bei einem frühen Sonntagsschluß danach richten. Auch eines ihrer Blätter, Lolland- Falsters Socialdemokrat", das in viele Prinzipale würden es als einen Vorteil empfinden, des Sonn- einer Privatdruckerei hergestellt wird, ist von dem Streit mit betags frühzeitig aus dem Geschäft zu kommen. Scharfe Kritit übte troffen; die Abonnenten erhalten jedoch als Erjazz Kopenhagens Medner an denjenigen Prinzipalen, die die Vorschriften über die Socialdemokraten" zugestellt. Dem Unternehmertum fehlt es an Paris, 15. August.( W. T. B.) Auf der Lokomotive eines bon Paris nach Boulogne- sur- Mer Sonntagsruhe häufig übertreten. Um das Gefeß zu umgehen, der Preffe, die seine Gewaltmaßregeln mit den üblichen Schwinde Bergnügungsauges triege man es sogar fertig, Gehilfen als Teilhaber anzu- leien zu verteidigen sucht. Die wenigen bürgerlichen Blätter, die eignete sich heute vormittag zwischen Louvres und Survilliers melden, da ja heute die Prinzipale auch außerhalb der für Ge- noch erscheinen tönnen, weil ihre Herausgeber und Druckerei- eine Steffelerplosion. Der Führer wurde getötet, der hilfen zugelassenen sonntäglichen Arbeitszeit das Atelier offenhalten prinzipale nicht der Arbeitgebervereinigung angehören, berurteilen eizer und ein Schaffner schwer berlegt, awölf dürften. Der heutige Zustand sei auf jeden Fall unhaltbar. Nur mehr oder minder scharf die Aussperrungsmaßregeln. So erklärt Wagen entgleisten; die Reisenden blieben unverletzt. burch geregelte Arbeitsbedingungen könne der Beruf gefunden. es das Kristeligt Dagblad" für ganz vernunft widrig, Das Referat fand lebhaften Beifall. daß Hunderte von Prinzipalen und Tausende An der sehr regen Debatte, in der mehrere Photographen von Arbeitern zur Untätigkeit mit ihren nur gehilfen und Interessenten aus dem Publikum sich den Ausführungen Unglüd bringenden physischen und moralischen Petersburg, 15. August.( W. T. B.) Vom 8. bis zum 14. b. M. bes Referenten anschlossen, beteiligten sich auch einige Geschäfts- Folgen gezwungen werden sollen, lediglich weil find in den von der Cholera ergriffenen Bezirken 508 Erkrankungen inhaber, die sich dagegen aussprachen, weil sie immer noch des z. B. einige Arbeiter nicht nach Verlauf von zwei und 270 Todesfälle vorgekommen. Die Stadt Nishnijnowgorgd Wahns sind, bei einem früheren Atelierschluß geschäftlich geschädigt Jahren eine um eine Stunde türzere Arbeitszeit ist für choleragefährlich erklärt worden. zu werden. Als Hän lein im Schlußwort gemäß der Auf- erhalten können." Ebenso äußert sich die radikale Provinzforderung, Namen zu nennen, als einen Gesetzesübertreter auch den Diskussionsredner Hein( Frankfurter Allee) nannte, erhob dieser im Verein mit einigen anderen Chefs solch Geschrei, daß die Bersammlung in große Erregung geriet und der Redner erst fortfahren fonnte, als jene Herren das Lokal verlassen hatten. presse dahin, daß die Arbeitgebervereinigung und die Zeitungsherausgeber allein die Schuld tragen an der gegenwärtigen Situation. Dagegen suchte das große radikale Organ„ Polititen", solange es noch in der einen oder anderen Weise erscheinen Lonnte, oie Oeffentlichkeit irrezuführen. Dieses Blatt hatte bei Ausbruch des Streits mit der Malmöer Zeitung Staanfte AftonDie Cholera. Immer wieder: giftige Bilze! Fürth, 15. August.( B. H.) Durch Genuß selbstgepflückter Bilze erkrankte hier eine fünftöpfige Familie. 4 Kinder befinden sich auf dem Wege der Genesung, ein zehnjähriger Knabe jedoch ist gestorben. Folgende Resolution wurde dann einstimmig angenommen: Verantw. Rede Georg Davidsohn, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Gloce, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen. Nr. 191. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Disziplinbruch und die Parteipreffe. Die Erklärung der bayerischen Fraktion liegt nunmehr im Wortlaut vor: Das heißt also klar und deutlich: Weil der Klassensta at dem Arbeiter nicht die volle Gleichberechtigung( also nicht nur die äußere politische, sondern auch die foziale Gleichberechtigung) nicht einräumt und seinem Wesen ( nach nicht einräumen kann, ist das Budget abzulehnen! Wäre Idas nicht der( für einen auf dem Standpunkt des Klassentampfes stehenden Genossen selbstverständliche) Sinn, so bestände ja für die Genossen in kapitalistischen " „ Das vorliegende Budget enthält außer den Mitteln zur Er- Staaten mit einem wirklich liberalen Verwaltungssystem füllung einer größeren Anzahl von Kulturaufgaben,( wie Frankreich, England, selbst Holland!) keinerlei grund. u. a. für den so wichtigen Ausbau unserer Wasserkräfte fäßliches Bedenken, den Etat zu bewilligen! und die Elektrisierung von Eisenbahnstrecken, Aber auch abgesehen von dieser Vertauschung der Beauch erhebliche Beträge für die Aufbesserung der Argriffe ist der Kommentar der gränt. Tagespost" eiter en Staatsbetrieben, der Lehrer und Be- geradezu erstaunlich! Die bayerische Fraktion will danach durch amten. Wenn nun auch diese Aufwendungen in zahlreichen ihre Anerkennung der bayerischen Regierung auf die Einzelnheiten selbstverständlich feineswegs genügen anderen Staaten erzieherisch wirken. Offenbar soll Bülow fönnen, so erblicken wir doch in ihrer Gesamtheit einen Fort- neidisch auf die der bayerischen Regierung gespendete Anschritt und haben ihnen deshalb zugestimmt. erkennung gemacht werden! Wenn das uns nicht von der Obwohl wir keinen Anlaß haben, unsere grundsäz. preußischen Reaktion befreit, hilft gar nichts mehr! Aber auch die bayerische Regierung soll vor fünftigen Rückfällen ins liche Stellung dem herrschenden System gegen über zu ändern und diesem irgend welches Ber- Preußische dadurch bewahrt werden, daß ihr bei gelegentlichen trauen auszusprechen, erkennen wir doch an, daß durch Rückfällen mit einer schlechten Zensur gedroht wird! Errungenschaften, wie die des diretten Wahlrechts für als ob das Lockmittel von Lob oder Zadel auch nur den den Landtag, der Verhältniswahl für die Gegeringsten Einfluß auf eine Regierung auszuüben bermeinden und die Anerkennung der staatsbürger- möchte, sofern nicht die Sozialdemokratie an sich eine Macht lichen Gleichberechtigung der Sozialdemokratie in repräsentiert. Die" Fränt. Tagesp." behauptet das nun. Bayern, sich Ansätze zu einer besseren Entwickelung zeigen, die Wie aber kann dann diese in den politischen Verwir im Interesse des bayerischen und des hältnissen wurzelnde Macht dadurch beeinträchtigt werden, deutschen Woltes mit allen Kräften fördern daß die einflußreiche Sozialdemokratie ihrem Klassenprinzip gemäß den klassenstaatlichen Etat ablehnt? Deshalb werden wir, ohne damit vor dem Volke die Ob die bayerischen Genossen sich wirklich durch solch sinnBerantwortung für die Regierungspolitik oder den loses, feuilletonistisch aufgeputztes LirumLarum blenden Gesamtinhalt bes Budgets zu übernehmen und ohne lassen werden?! damit unserer fünftigen Stellung irgendwie vorzugreifen, dem vorliegenden Finanzgesetz unsere Zustimmung geben." wollen. An anderer Stelle unserer heutigen Nummer finden die Leser eine Würdigung dieser Erklärung. Besonderer Erwähnung aber scheint uns folgende Verteidigung der Budgetabstimmung durch die„ Fränk. Tagespost" wert zu sein. Das genannte Parteiorgan schreibt: " Diese Erklärung schließt sich insofern eng dem Lübecker Parteibeschluß an, als jener Beschluß ausschließlich die normale Ablehnung des Budgets mit der Verweigerung der staatsbürgerlichen Gleichheit begründet hat. Der " Fall Roßhaupter" allein ist allerdings schon geeignet, in Vollstreckung des Wortlautes und des Sinnes des Lübecker Beschlusses die Zustimmung zum Budget zu rechtfertigen. Aber das Verfahren der bayerischen Fraktion ist nicht nur durch die Lübecker Entschließung bedingt, sie ist auch eine äußerst wirksame politische Demonstration gegen die Einzelstaaten, die noch nicht die bescheidensten Anfäße zu einer besseren Entwickelung zeigen; es ist nicht minder ein verpflichtender Anspruch an die Regierung, durch ihre künftige Politik mum auch dieses Votum zu verdienen. Unsere Abstimmung ist teine Vertrauenstundgebung für die Regierung und ihr System, sondern eine einfache Feststellung der Tatsache, daß die Regierung und die Parteien in Bayern die Arbeit und die Macht der Sozialdemokratie zu respektieren be gonnen haben." Den„ engen" Anschluß an die Lübecker Resolution bringt die Fränk. Tagespost" nur durch eine sagen wir einmal Höflich Bertauschung der Begriffe zustande. Die Lübecker Resolution soll so behauptet das Nürnberger Parteiorgan durch Sperrdrud- die„ normale Ablehnung" des Budgets mit der Verweigerung der staatsbürgerlichen Gleichheit" begründet haben. In Wirklichkeit aber lautet der betreffende Absatz der Resolution: " In Erwägung, daß die Einzelstaaten ebenso wie das Reich den Charakter des Klassenstaates tragen und der ArbeiterKlasse die volle Gleichberechtigung nicht einräumen sondern in ihrem Wesen als Organisation der herrschenden Klassen zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft anzusehen sind!... Kleines feuilleton. Die Leipziger Volkszeitung" bemerkt zu der bayerischen Abstimmung: Sonntag, 16. August 1908. Leider darf man gar nicht annehmen, daß es sich um einen unüberlegten Seitensprung, um einen durch zufällige Stimmung oder augenblickliche falsche Auffassung verursachten Fehler handelt. Denn das Verhalten der Fraktion steht ja ganz zweifellos in innerem Zusammenhang mit der Stuttgarter Konferenz und ist aus deren Geist, wie die badischen Abgeordneten ihn auffaßten, ges boren. Die Berufung auf das Schweigegebot, vom Parteiborstand richtig, aber mit dem mildesten Ausbruck als Kinderei bes zeichnet, bestätigt nur, daß überlegt worden war, was man tun wollte, daß man aber den Blan geheim zu halten für nötig fand, weil man die Stimme der Genoffen fürchtete. Die badische Landtagsfrattion stand aber vor teinem Ausnahmefall. Ehre Erklärung stellt obendrein noch fest, daß die Regierung den Arbeitern die politische Gleich. berechtigung nicht gewähre und wichtige Voltsrechte schädige. Lediglich um die Mittel für Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiterlöhne nicht zu versagen, sei das Mißtrauen nicht durch Budgetverweigerung ausgedrückt worden. Nun finden sich zwar in jedem Budget, auch dem des Reiches, immer Ausgabeposten, die die Sozialdemokraten billigen und für die sie eintreten; aber deswegen mit diesen Posten auch die anderen im Gesamtbudget annehmen, das hat die Reichstagsfraktion, das haben die meisten Landtagsfraktionen noch nicht getan, und das würden die in ununterbrochenem Klassenkampf stehenden Ges nossen auch nie verstehen. Zudem es bedurfte der Zustimmung der Sozialdemokraten nicht einmal, um die größere it Mittel für die Beamten und Arbeiter zu sichern. Auch ohne sie hätte das Budget die Bewilligung des Landtages gefunden. Wenn also an diese Ausrede gedacht würde, müßte sie bon bornherein zurüdgewiesen werden." Die Schieber an der Arbeit. In einigen süddeutschen, auch ein paar norddeutschen Ton" des Vorwärts" und derjenigen anderen Parteiblätter auf, die, statt statt diplomatisch zu säufeln und die Rebellion süddeutscher Parteiführer mit froschdie Dinge beim Wir ahnten ungefähr, was tommen würde, und blütiger Pomadigkeit zu behandeln, gerade, weil wir das ahnten, suchten wir von den süddeutschen rechten Namen nannten und ihrer leider nur zu begründeten Barteigenossen möglichst schnell eine Antwort zu provo- Entrüstung ehrlich unverblümten Ausdruck gaben. Diese zieren. Jetzt wird man ihr tagelanges hartnäckiges Schweigen sanften, diplomatisch temperierten Blätter entrüsten sich bereits besser würdigen" fönnen und auch auf die so böllig inhaltsleere, über die Grobheit des Parteivorstandes und die Leidenschaftgestern von uns wiedergegebene Erklärung der Münchener Post" lichkeit des Vorwärts". Die Gründe dieser Grobheit und fällt jetzt ein ebenso bezeichnendes Licht, wie auf die Weigerung Leidenschaftlichkeit eristieren für diese Partei- Knigges nicht der Fränkischen Tagespost", sich zur Sache zu äußern. Man was in Baden und Bayern geschah, war ja ganz in der wußte, was in der bayerischen Kammer bevorstand, Parteiblättern regt man sich bereits über den, schlechten " man wollte aber die Partei vor vollendete Tatsachen stellen; deshalb Ordnung. Nur der Parteivorstand war ein Grobianus, und die schwieg man liftig und suchte eine Auseinandersetzung über die scharfe Kritik übenden Parteiblätter machen Strakeel", zur Frage der Etatsbewilligung so lange hintanzuhalten, bis eben in Freude der Gegner! Als ob nicht die bürgerlichen der bayerischen Kammer der entscheidende Schlag gefallen war. Breß stimmen bewiesen, wer ihr Wohlgefallen erregt. Bei der Beurteilung des Falles ist diese Seite der Affäre nicht Ueber diesen Versuch, das Kampffeld nach gewohnter aus dem Auge zu lassen. Revisionistenmanier zu verschieben, findet das Liegt der Fall der badischen Kammerpolitiker schlimm, so liegt der der bayerischen unendlich viel schlimmer. Die bayerische Stammer hat bekanntlich, worauf wir wiederholt hingewiesen haben, auch den Militäretat für Bayern zu beraten und zu bewilligen. Die Zustimmung zu diesem Etat, wie er jegt vorliegt, steht im schärfsten Widerspruch nicht nur zu der jahrelangen Braris der Reichstagsfraktion, sondern auch zu dem grundlegenden Gefichtspunkt proletarischer Politik. Wer an diese Dinge rüttelt, der greift der Partei ans Mart und gehört geistig nicht mehr zu ihr. Daß es sich hier feineswegs etwa um ein sogenanntes" tademitergezänt" handelt, das für die Pragis der Partei keine große Bedeutung hat, womit man bekanntlich von gewiffer Seite aus seit Jahren jede grundsätzliche Erörterung abtun will, das geht nicht nur aus der Haltung der Parteipresse, sondern aus der Sache selber hervor. Hamburger„ Echo". ,, Die Mehrheit der badischen Landtagsfraktion hat das Budget offenbar bewilligt, weil sie es eben bewilligen und sich an den Parteitagsbeschluß nicht fehren wollte. Vielleicht betrachtet jie diefen als einen Ausfluß jener " grauen Theorie", die, weil Konsequenz, Disziplin und Programmtreue verlangend, bon manchen Leuten als ein Hemmnis ihrer praktischen Bolitit" angesehen wird. Hamburger Echo" beherzigenswerte Worte: " „ Leider macht sich schon wieder das Bestreben bemerkbar, die Behandlung der eminent wichtigen Frage zu einer Streiterei zu machen. Daß dem Partitularismus und dem Opportunismus im Interesse der Partei entgegengetreten wird, das suchen nun einzelne Leute, um vom Kern der Sache abzulenten, so darzustellen, als hätten die bösen„ Radikalen" aus purer Zanklust einen Skandal veranstaltet oder, wie die Mainzer, Voltszeitung" höhnisch schreibt:„ So hätte die Partei also endlich wieder einen Fall", der geeignet erscheint, in der Parteipresse und wohl auch auf dem Parteitage den Ton zu ,, beleben“.„ Und auch das Bo chumer, Wolfsblatt" weiß sich sehr pikant auszudrücken:„ Endlich haben wir den fälligen Parteitrach. Es ging wie immer: die Leipziger Voltszeitung" pfiff vor und der Vorwärts" tanzte nach. Am 8. August stellte die Leipziger Volkszeitung" in durchschossenem Drud die hochnotpeinliche Frage, ob es wahr sei, was sie gehört habe, daß nämlich die sozialdemokratischen Mitglieder der süddeutschen Landtage beschlossen hätten, für die Landesbudgets zu stimmen. Das ließ den Vorwärts" nicht schlafen." Wahres Geschichtchen. " Aussicht: über Hecken hinweg auf einen Weideplak, auf dem ebenda Meltzeit ist die Kühe zusammengetrieben werden. Gelangweilt wendet er sich ab. Da werden die Kameraden lebhafter. Gelächter, Ausrufe, wie Ich halte fünf auf die Rote!"" Ich auf die Schwarze!"" Ich sehe zehn auf die Bunte, wer hält dagegen?" dringen an sein Ohr. Neugierig tritt er näher. Auf seine Frage erklärt man ihm lachend: Was soll man hier tun? Man muß die Feste feiern, wie sie fallen. Dort zur Melfzeit die Weide ist unser Totalisator. Wir wetten täglich, welche Kuh zuerst den Schwanz hebt." " heit" findet sich folgende hübsche Stelle: -Stilblüte. In dem Roman Die Macht der Vergangene Notizen. Hafenstadt veranschaulichen und andere, in denen er das gemächLeutnant 2., nach der liche, schläfrige Leben beim Markte in Chester kennen lernt. Er fleinen Garnison N. in Schleswig versett, hat das erste Mittagwird in Liverpool Ballen mit Baumwolle sehen, wird nach der Her- essen im Kasino genommen und wird nun von den Kameraden auf Der Unterricht durch das Bild. In England berkunft der Baumwolle fragen und sieht dann Photographien von die Veranda geführt, wo man zwanglos plaudert. folgt man mit wachsendem Interesse alle Bestrebungen, die auf eine den Erntearbeiten auf amerikanischen Baumwollfarmen. Eine Umgestaltung des Jugendbildungswesens abzielen, und insbesondere große Landkarte veranschaulicht ihm die Verbreitung der Kautschutist es die von Alexander Divine geleitete Clayesmore School in industrie; hier sind die Gebiete, die Kautschut produzieren, schwarz Bangbourne, die in letzter Zeit die Aufmerksamkeit auf sich zieht durch angezeichnet; allerlei Proben verschiedener Gummiforten usw. verihre neue Erziehung", durch reformatorische Bestrebungen, die die vollständigen dann die Vorstellungen des Kindes, dessen Phantasie lebendige Anschauung als ein Hauptmoment des Kinderunterrichts angeregt wird und ganz von selbst immer neue Fragen findet, die mit aller Konsequenz in den Vordergrund stellt. Von der Weise, Anitvort verlangen." Die Schule besitzt eine große Sammlung in mit der in dieser Anstalt die bildliche Anschauung den Geschichts- derartigem Anschauungsmaterial; gegen 20 000 Bilder, Stiche und unterricht begleitet, gibt ein englischer Schriftsteller, der kürzlich Photographien für alle Unterrichtszweige sind gesammelt, in jedem die Schulräume besucht hat, cine fesselnde Schilderung. In einem Semester wird in den verschiedenen Räumen das Material gegroßen Raume laufen längs den Wänden zwei schmale Leisten wechselt und die neue Sammlung bietet dann den Ausgangspunkt aus Eichenholz. In diesem Rahmen sind eine reiche Menge von für den Unterricht des nächsten Schulabschnittes. Prüfungen Stichen und Photographien eingeschoben, Darstellungen berühmter werden während der Schulzeit nicht abgehalten, und nur bei der Meister, Schlachtenbilder, fulturhistorisch interessante Szenen aus Entlassung, also bei den ältesten Zöglingen, die zu ihrem Ueber- staunlichen Herrschaft, die sie darüber behielt, und schleuderte ihr ... Etwas ganz anderes zerrte an ihren Nerven, trop der er dem Leben vergangener Zeiten oder bildliche Darstellungen von tritt zur Universität oder zur Armee dessen bedürfen, kommt es wild flopfendes, geängstigtes Herz gleich einem im Käfig zappelu entscheidenden Augenblicken aus dem Leben berühmter Persönlich zu einem Eramen. Selbstverständlich werden des öfteren sozusagen den Vogel gegen die beengende Wand ihres Korsetts." teiten. Sie hängen nicht wahllos nebeneinander, sondern stets ist Stichproben angestellt, um ein Bild zu gewinnen über die Fort( Jugend.") es eine einheitliche Gruppierung aus einer bestimmten Geschichts- schritte der Schüler, aber von einem Examen ist keine Rede. Denn periode, die hier längere Zeit im Klassenzimmer ausgehängt wird nach Ansicht Devines verschüchtert das Eramen die Knaben und und deren Erläuterung nun eine Art Geschichtsunterricht begleitet, macht sie einseitig; sie sehen dann nichts vor sich als eine Liste von bei dem die Kinder von den Bildern ausgehend, also auf fonkreten Fragen und die Gedächtnisprobe, die sie ablegen sollen. Man Friedrich Paulsen, Professor der Philosophie an Vorstellungen fußend, die geschichtlichen Ereignisse und ihre Ver- frage einen Durchschnittsschuljungen, wer Dante oder Savonarola der Berliner Universität, starb am Sonnabend im 63. Lebensjahre. tettung tennen lernen. Als der Besucher die Schuleinrichtungen gewesen ist; er wird den Kopf schütteln. Bei unserer Methode Paulsen vertrat kein selbständiges philosophisches System, sondern besichtigte, war es die Periode der Stuart, die hier den Augen der erhalten die Kinder gewissermaßen unbewußt Kenntnis über war Eflektiker. Unter den Berliner Dozenten war er infolge seiner Kinder vorgeführt wurde und die dann nicht nur wenige Unter- Menschenwert und Geschehnis durch lebendige Anschauung. Im rednerischen Gewandtheit einer der beliebtesten. Von seinen zahl richtsstunden, sondern längere Zeit die lernbegierige Jugend be- Alter von 14 Jahren bilden sie dann für den weiteren Unterricht reichen Schriften ist am meisten gelesen worden die„ Einleitung in schäftigt. Unser erstes Ziel ist es," so äußerte sich der Leiter der ein unvergleichliches Material, ihr Interesse ist geweckt, ihr Blick die Philosophie". Anstalt, in den Kindern unter 14 Jahren das Interesse und die geweitet und alle Dinge feffeln fie." Handwerksstuben geben den Vom Tiger. In der indischen Zeitschrift Modern Wigbegier zu weden und zu entwideln. Bis zu diesem Alter be- Rindern Gelegenheit, sich manuelle Fertigkeiten anzueignen; Bänke, Review" werden einige interessante Mitteilungen über die Bedeu tommen unsere Böglinge, was das" Vollstopfen" mit Tatsachen Bulte, Spielgeräte, alles wird von den Zöglingen selbst an- tung der Tigerplage gemacht. Danach sind in den Jahren 1900 anbetrifft, allerdings nur eine langsame und gemächliche Er- gefertigt. Sie haben ihre Chorvereinigungen, ihre Streich bis 1904 nicht weniger als 4000 menschliche Wesen der Mordlust ziehung; dagegen suchen wir alle ihre Anlagen zu wecken und zu quartette und lernen es von früh auf, durch ein nahes Verhältnis diefer Raubtiere zum Opfer gefallen. Während der Hungersnot entwideln, ihren Verstand, ihre Phantasie, ihre Dentfähigkeit. zur Kunst gute Musik von schlechter zu scheiden. In den Ferien zeigt die Statistik eine Bermehrung der menschlichen Opfer, da die Kinder unter 14 Jahren streben zum Konkreten und bringen der aber ziehen die Böglinge in großen Karawanen durchs Land, fie halbverhungerten Tiere aus den Bergen in die Ebene vordringen Welt des Abstrakten nur geringeres Interesse entgegen. Nehmen lernen tochen, der Aufenthalt im Freien bietet Anlaß zu natur- und in diesen Zeiten doppelt gefährlich werden. So lehrt die Stas fie ein Beispiel aus dem geographischen Unterricht. Man kann geschichtlichen und geographischen Betrachtungen, und eine robuste tistit z. B., daß in der Zeit von 1880 bis 1884 nicht weniger als einem Kinde wohl sagen, daß Liverpool ein berühmter Hafenplatz Gesundheit verbindet sich dann zwanglos mit der Aneignung pratti- 190 000 Stück Bieh den Tigern zum Opfer fielen. Die Gesamtzaht am Mersey ist, so und so viel tausend Einwohner hat und daß es schen Sinns und praktischer Kenntnis. der menschlichen Opfer, die von Tigern getötet wurden, bildet für ungleich bedeutender ist als das Jahrhunderte ältere Chester, das fich allein 37 Proz. der Gesamtzahl von Menschen, die überhaupt faum Handel treibt und nur wenig Einwohner hat. Das Kind wilden Tieren erlegen sind. Uebrigens gelten feineswegs alle Tiger wird das nicht interessieren und anregen; es wiederholt die Zahlen-Kindermund. Der Rektor einer Volksschule geht durch als Menschenfresser, aber hat der Tiger einmal Menschenfleisch ges und wird sie mechanisch in seinem Gedächtnis einprägen. Aber die Korridore seiner Schule und findet vor einen Klassentür ein kostet, so wird er außerordentlich gefährlich und richtet in ganzen nun zeigen sie ihm ein Bild von der Mündung des Mersch und weinendes Mädchen. Auf seine teilnehmende Frage, was ihm denn Gegenden furchtbares Unglüd an. So wird von einem füdlichen ein zweites von der Mündung des Dee. Es beginnt zu fragen. fehle, antwortet es schluchzend:" Ich kann dem Fräulein ihre drei Tiger berichtet, der allein gegen 200 Menschen getötet hat, und von Der Knabe begreift den Vorsprung, den Liverpool vor Chester hat. Männer nicht behalten." Es wurde in der Religion die Geschichte einem Himalajatiger, der nicht weniger als 300 Menschenopfer Er ficht Photographien, die ihm das hastige Treiben der großen von den Erzvätern durchgenommen. forderte, ehe es endlich gelang, das Raubtier zu erlegen. Humor und Satire. " Gewiß: Wenn niemand ein Wort sagte über daS Verhalten einzelner Personen oder Körperschaften, wenn es jedem überlassen bliebe, nach seiner Fasson.sozialdemokratisch' zu sein, wenn keinerlei Kritik geübt würde, dann wäre es ruhig in der Partei und freudig und ungestört könnten sich besonders begabte Leute „entwickeln" bis zur höchsten Vollendung der Staatsmäniclichkeil Nur wäre dann eben die Partei keine sozialdemokratische mehr, sondern ein Konglomerat von.Individualitäten". I m v«rau s v er w a h re n wir uns dagegen, daß wiederum die Streitfrage verschoben wird und daß Nebensächlichkeiten, wie der. T o n". den Lesern der Parteipresse als das Wesentliche vorgeführt werden. Dies Manöver beginnt nämlich auch schon wieder. So gibt das „Norddeutsche Volksblatt" in Bant seinen Lesern folgende.Aufklärung":„Der.Vorwärts" läßt in seiner Kritik der Geheimniskrämerei, die auch wir für falsch halten, das Partei- genössische Verhalten wieder einmal vermissen. Wenn man das Verhalten von Parteigenossen, die Jahrzehnte im Kamps stehen, sich bewährt und Opfer für die Partei gebracht haben, ein- fach für Kindereien erklärt, kurzum einen Schulmeisterton an- schlägt, der verletzen mutz, so ist das nicht parteigenössisch und mutz die Diskussion ganz unnötig verschärfen. Gewiß mutz Partei- disziplin berrschen, gewiß dürfen Demokratie und die Einheit der Partei nicht untergraben werden. Aber die Aenderung der frag» lichcn Beichlüsse der Parteitage von Frankfurt und Lübeck an- zustreben, ist ein Recht jedes Parteigenossen, und wenn er diese Absicht nicht gleich an die grotze Glocke hängt, so ist das kein Parteiverrat." Natürlich mutz nun der Leser glauben, die badi- scheu Genossen seien vom„Vorwärts" oder anderen Blättern des Parteiverrats beschuldigt worden, und man wolle ihnen verwehren, die Aenderung eines Parteitags- beschlusscS anzustreben. Beides ist gleich falsch; aber wer nur das.Nordd. Volksbl." liest, mutz daran glauben. So wird eS gemacht und s o entsteht die„Vergiftung der Diskussion", über die dann dieselben zahmen und sanften Organe klagen."_ Positive Vorschläge zur lugendorpniiationsfrage. Die Vorschläge des Gewerkschaftsbeamten Waclawiak sind in- sofern zu begrüßen, als sie möglicherweise den Anlaß zu einer gütlichen Verständigung aller an der Jugendorganisationssrage her- vorragend Beteiligten bieten. Die Jugendorganisationen können aber den Vorschlägen des Genossen Waclawiak nicht zustimmen. Soweit sie sich auf die Hauptmittel zur Gewinnung und Erziehung der Fugend, wie Jugendheime, Bibliotheken usw. beziehen, wird kein vernünftiger Mensch Einwendungen gegen sie zu erheben wagen. Solche Institute haben bereits schon vor vier Jahren die freien Jugendorganisationen gefordert. Daß diesen berechtigten Wünschen der Jugend in Gewerkschaftskreisen jetzt offenbar mehr Sympathie entgegengebracht wird als früher, ist sicherlich auch ein Erfolg der freien Jugendorganisation. Allerdings sind mit den Vorschlägen die schönen Jugendheime noch nicht geschaffen. Die Frage der Organisation der Jugend will Genosse Wae- lawiak augenscheinlich so geregelt wissen, daß neben den Jugend- Organisationen der Gewerkschaften Jugendvereine bestehen sollen, die alle jugendlichen Berufsangehörigen und auch die Mitglieder der gewerkschaftlichen Jugcndsektionen zu umfassen haben. Damit wären wir einverstanden. Die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisierung jugendlicher Arbeiter der Gewerbe, in denen solche in den wirtschaftlichen Kämpfen entscheidend mitwirken, haben wir stets anerkannt. Lediglich dagegen mußten wir uns wenden, daß die gewerkschaftlichen Jugendsektionen als Ersatz der be- steheniden Jugendorganisationen gelten sollten. Der Jugerchverein soll nach den Vorschlägen Waclaiviaks ein reiner Bildungsvercin sein. Davor ist nicht entschieden genug zu warnen! Aus agitatorischen und erzieherischen Gründen muß ein Jugendverein auch praktischen Jugendschutz be- treiben.„Schließlich ist die Aufklärung über die wirtschaftliche Lage auch für die geistige Fortbildung der Jugendlichen von ein- schneidender Bedeutung. Niemand wird leugnen, daß alles, was in dieser Beziehung bisher versucht worden ist, mehr oder weniger Versuch- oder Stückwerk geblieben ist. Warum? Weil es fast nie gelang, die Jugendlichen dauernd für ihre freiwillige Weiter- bildung zu interessieren. Man hat die Jugendlichen Deutsch, Stenographie, Geschichte, Naturwissenschaft, selbst fremde Sprachen gelehrt, immer aber fehlte der einheitliche Boden, aus dem das alles hätte wie natürlich herausgetrieben werden können, der ge° meinsame Sinn, der alle diese Lerngegenstände als ein lebendiges Ganzes zusammenhielt, der sie den Jugendlichen fesselnd, verständlich Und erstrebenswert machte. Die starke und vorwiegende Aufklärung über die wirtschaftliche Lage in den Vereinen schafft meines Er- achtens das bisher fehlende Interesse dauernd. Denn die Be- schäftigung mit den wirtschaftlichen Dingen ist Lebensbedürfnis. Ja, diese Beschäftigung und Einsiihrung der Jugendlichen in die Erkenntnis ihrer eigenen sozialen Verhältnisse ist selbst schon Unter- richt, und zwar der grundlegende Unterricht in dem gerade für den modernen Arbeiter wichtigsten Zweige des Wissens und Lebens. Auf dieser Grundlage baut sich dann ganz von selbst die Be- trachtung anderer ökonomischer Vorgänge, eine Uebersicht über die moderne Arbeiterfrage, das' verständnisvolle Anhören einfacher nationalökonomischer Vorträge auf. Und daran schließt sich dann weiter ebenso folgerichtig, natürlich und fesselnd Unterricht in Ge- schichte und Naturwissenschaft an. So gibt die Betonung der Wirt- schastlichen Verhältnisse der Jugendlichen für und in ihren Vereinen geradezu die Grundlage und Elemente einer geschlossenen und ver- ständlichen proletarischen Bildung, �die dann später auch der Er> Wachsens lieber und erfolgreicher weiterpflegen wird, als es bisher meist der Fall war."") Obwohl die freien Jugendorganisationen keine Jugendheime und ähnliche Annehmlichkeiten der Jugend bieten konnten wie ihre christlichen Gegner, haben sie dennoch eine ansehnliche Zahl Jugendlicher zu sammeln und den gegnerischen Ver- einen abzuringen vermocht. Der Erfolg der Jugendorganisation erklärt sich zum Teil daher, daß sie der Jugend materielle Not zu lindern suchten. Das ist die eine Lehre, die wir aus unserer und des Auslandes Jugendorganisationsbewegung zu ziehen haben. Auch die gegnerischen Vereine haben den Jugendschutz in ihr Pro- graiwm aufgenommen. Ebenso zeigt die Praxis, daß den Jugendlichen die weiteste Selbstverwaltung ihrer Organisation einzuräumen ist'— zwecks Anziehung und Erziehung der Jugend. Sehr richtig schreibt der Reichstagsabgeordnete Pieper in dem kürzlich im Verlag des Volksvercins für das katholische Deutschland erschienenen Buch: „Jugendfürsorge und Jugendvereine":„... Nicht aus Willkür, nicht aus Uebcrhebung, sondern dem Zwang der ihn umgebenden Verhältnisse folgend, sozusagen weil er eine freiheitlichere Luft atmet, weist der Jugendliche heute einen stärkeren Drang nach Selbständigkeit, Selbstbestimmung, Selbstbetätigung auf. Wollten wir in der Jugend chese Grundstimmung unterdrücken, so würden wir, selbst wenn uns das gelingen könnte, den künstigen Männern das nehmen, ohne was sie sich heute in den neuzeitlichen Verhält- nissen nicht mehr behaupten können. Aber es würde uns auch nicht gelingen, da alles gegen ein solches Bestreben arbeitet; viel- mehr würden wir die Jugend uns nur entfremden und »znserem Einfluß entziehen... DaS schreibt ein klerikaler Jugenderzieherl Selbst der preußische *) Vergl.„Der Weg zum Licht".„Ein Weckruf an die arbei- tende deutsche Jugend", von Max PeterS. Buchhandlung Vor- VärtS. 2. Auflag«. S. 5 und ö des Vorworts von P a u l G ö h r e. Handelsminister äußert sich in einem kürzlich an die Oberpräst- 1 Der zEeite und dritte Wahlkreis, die schon vorige deuten und Regierungspräsidenten gerichteten Erlaß, der für die Woche zum Parteitag Stellung genommen haben, nahmen folgen- schulentlassene Jugend die Schaffung von Einrichtungen an den den Antrag an: gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsschulen fordert, die neben dem eigentlichen Ziel der Fortbildungsschulen der kürper- lichen und geistigen Weiterbildung, wie dem Unterhaltungsbedürfnis der jungen Leute dienen sollen, also: „Häufig wird es zur Förderung der Fürsorgeeinrichtungen wesentlich beitragen können, wenn die Fortbildungsschüler an ihrer Verwaltung selbst beteiligt werden. Ich würde kein Be denken darin sehen, sondern es vielmehr willkommen heißen, wenn die Fürsorgeeinrichtungen sogar auf Vereine gestützt werden, die sich zum Zwecke der gemeinsamen Verwaltung der zu ihrem Besten bestimmten Einrichtungen unter den Schülern bilden. Selbstver- ständlich müssen Leiter und Lehrerschaft der Fortbildungsschule an diesen Vereinen beteiligt sein. Diese Teilnahme kann, wenn sie ohne Engherzigkeit und mit verständigem Eingehen auf die Art und Weise der Jugend erfolgt, dazu beitragen, ein VertrauenSver- hältnis zwischen Lehrern und Schülern zu bilden und zu befestigen, das für beide Teile gute Früchte trägt. Sodann müssen von ven Fürsorgeeinrichtungcn jedes Streben nach Uniformität und jedes bureaukratische Schema fernbleiben." Zwar ist auch Genosse Waclawiak für die„freie geistige Eni- Wickelung des jugendlichen Menschen". Aber folgende im selben Atemzuge gehaltenen Ausführungen:„Der einzelne Jugendliche braucht sich dann nicht etwas darauf einzubilden, daß er Karten ausschreiben und 2— 300 M. revidieren darf", lassen erkennen, daß er nur in beschränktem Maße die Jugendlichen bestimmen lassen möchte. Deshalb ist zu betonen: Nicht Heranziehung der Jugend zur Mitarbeit, sondern vollständige Selbstverwaltung der Organisation durch die Jugend— natürlich unter Aufsicht älterer, pädagogisch gebildeter Genossen, die mit feinem Takt die Jugendlichen beraten, nicht nach dem Krundfatze: So will ich. so befehle ich! Der erziehliche Wert der Selbstverwaltung ist genügend in der Arbeiterpresse und der„Arbeitenden Jugend" dar- gelegt worden. Auch die gegnerischen Jugendvereine erheben mehr und mehr das Selbstverwaltungsrecht der Jugend zum Prinzip. Die Form ihrer Organisation dürfte für uns lehrreich sein. Die christlichen (evangelischen) Jünglingsvereine hatten sich ursprünglich„wild" entwickelt. Allmählich traten sie in nähere Beziehung zueinander. Heute gehört jeder Verein einem Bund an(gleichbedeutend mit einem Gau unserer Gewerkschaften). Diese, sagen wir Landes» bünde, sind einem Nationalbund(Sitz Barmen) ange- schlössen, der sich über ganz Teutschland erstreckt. Und dieser gehört dem Weltbunde an. Daß das von Waclawiak vorgeschlagene Programm des Jugend- Vereins sehr bedeutend der Korrektur bedarf, sei nur nebenbei er- wähnt. Er legt zu sehr Wert auf die Unterhaltung der Jugend. Nicht Rezitationsabende, humoristische Vorträge und ähnliche Dar- bietungen, sonder« Vorträge aus dem Gebiete der Ratio- nalökonomie, Geschichte sind an die e r st e Stelle zu setzen. Gewiß soll auch die Jugend fröhlich sein. Aber sie soll auch zur edlen Freude an der eigenen geistigen Bereicherung erzogen werden. Die praktische Ausftihrung des Programms wollen wir heute unerörtert lassen. Was Waclawiak Bildungsverein nennt, besteht heute in der freien Jugendorganisation, nur daß diese selbständig ist und prak- tischen Jugendschutz Pflegt. Da letztere Tätigkeit nur im Verein mit den Gewerkschaften auszuüben ist, also nicht diese ersetzen soll, dürfte eine Einigung über diese Frage leicht zu erzielen sein. Den Gewerkschaften soll ja nichts genommen werden, im Gegenteil, sie werden von dieser Arbeit der Jugendorganisation nur gewinnen. Als Grundlage der weiteren Diskussion und eventueller VerHand- lungen könnten folgende Leitsätze gelten: Die Jugendorganisation hat alle unter 20 Jahre alten Jugend- lichen ohne Unterschied des Berufes, des Geschlechts und der Kon- fession aufzunehmen. Die Mitglieder der Jugendorganisation sind, wenn ausnahmefähig, den Gewerkschaften zuzuführen. Anderer- seits müssen die jugendlichen Mitglieder(Lehrlinge und ungelernte Arbeiter unter 18 Jahren) der Gewerkschaften zugleich Mftglieder der Jugendorganisation sein. Die Jugendorganisation beruht auf demokratischer Grundlage. Dem Vorstande der Jugendorganisation ist ein von den öckt- lichen Arbeiterorganisationen zu errichtender BildungSausschuß zur Seite zu stellen. Um die Arbeit der Jugendorganisationen einheitlich zu ge- stalten, sind die örtlichen Vereine zu einer Zcntralorganisation zu- sammenzuschweißcn, die ebenfalls auf demokratischer Grundlage beruht. Die Zeutralleitung der Jugendorganisationen ist ebenfalls durch einen von den Zentralleitungen der Arbeiterorganisationen zu wählenden Bildungsausschuß zu beraten und zu unterstützen. Der Zentralbildungsausschuß hat in Gemeinschaft mit der Zentralleitung der Jugendorganisationen eine einheMche Jugendzeitung herauszugeben, zu deren Mitarbeit(nicht nur Expedition) die Jugend heranzuziehen ist. Die Tätigkeit der Jugendorganisationen hat im Rahmen der Gesetzgebung zu geschehen. Die Aufgaben der Jugendorganisation sind: Pflege proletarischer Jugendbildung im Sinne der modernen Weltanschauung, körperliche Ausbildung der Jugend und Pflege des Jugendschutzes— letzteres in Gemeinschaft mit den Gewerk- schaftcn. Mit diesen meinen Vorschlägen dürsten alle Jugendorgani- sationsleiter einverstanden sein. Wenn die Gewerkschaftsführer dem berechtigten Ruf der Jugend nach relativer Selbständigkeit und Pflege des Jugendschutzes verständiges Entgegenkommen zeigen. dürfte eine alle Beteiligten zufriedenstellende Einigung erreicht werden. Im Interesse der Arbeiterbewegung wäre eine solche noch vor Nürnberg erwünschtl Max Peters Em der Partei. Zum Parteitag. In einer stark besuchten Parteiversammlung für den ersten Hamburger Wahlkreis unterzog am Freitagabend Genosse Stalten die Tagesordnung des Parteitages einer eingehenden Betrachtung. Er ist der Meinung, daß die S o n d e r o r g<5n i sation der Frauen aufzuheben sei. Mit dem Schematismus in der Frage der Jugendorganisation aus dem Gewerk- schaftskongreß könne er sich nicht befreunden. Von einer Aufgabe der Maifeier könne unter den heutigen Umständen keine Rede sein, das würde nur den Hohn der Gegner auslösen; die Unterstützungsfrage werde man nicht aus den Augen lassen dürfen. Was die Frage der Budgetbewilligung in Baden und Bayern anlangt, so werde hierzu der Parteitag ein ernstes Wörtlein zu sagen haben. Die in der Lübecker Reso- lution ausgedrückte Voraussetzung für eine eventuelle Etatzustim- mung liege dort durchaus nicht vor. So wie in Baden und Bayern hätten die Verhältnisse in Hamburg und anderen Bundesstaaten schon oft gelegen, ohne daß man daran gedacht hätte, dem Etat zu- stimmen zu sollen. Mit den in Süddeutschland geltend gemachten Gründen könnte schließlich jede Zustimmung zum Etat gerechtfertigt werden. Man sollte doch stets im Auge behalten, daß die Arbeiter im Klassenstaat immer als minderen Rechts angesehen würden. (Allseitige Zustimmung.) Alle Redner äußerten sich in dieser Angelgenheit im Sinne Stoltens. Genossin Z i e tz bemerkte, sie habe schon im Juni in Süddeutschland vernommen, daß man gegen den Lübecker Beschluß Sturm laufen wolle; sie habe aber geglaubt, daß man die Frage vor den Parteitag bringen würde. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Als Delegierte wurde St ölten, Frau Z ie tz und Schaumburg gewählt. Ter zweite Wahltreis wählte als Delegierte Paul Hoff- mann und Frau Heuer. Im dritten Wahlkreis, der distriktsweise wählt, ist daS Resultat noch nicht zusammengestellt. „Die Institution der weiblichen VcrtraucnSperson ist auf- zugeben und der Parteivorstand um eine rcsp. zwei Personen zu verstärken. Unter den Mitgliedern des Partcivorstandcs muß ein weibliches Mitglied sein, welches die Agitation unter den weiblichen Arbeiterinnen zu betreiben hat." Ter dritte Kreis beschloß: „Die Maifeier ist nach den Beschlüssen des internatio- nalcn Kongresses sowie des letzten Parteitags unter Fortfall der Unterstützungfrage zu regeln." Im Distrikt Eilbeck(3. Kreis) wurde ein von Paul Lange begründeter Antrag angenommen, der in seinem ersten Teile sich in Uebereinstimmung mit dem Parteitagsbeschluß in München für die staatliche Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenversicherung aller Schichten der lohnarbeitenden Bevölkc- mag erklärt und sich gegen eine Sonderversicherung der Privatange st eilten— wie sie vom Reichsamt des Innern vorgeschlagen wird— wendet. Gefordert wird in dem Antrage eine ausreichend« Versicherung der genannten Angestellten im Rahmen des Jnvalidenversicherungsgesetzes durch höhere Lei- stungen in den jetzt bestehenden Lohnklasjen und Errichtung höherer Lohn- und Beitragsklasjen. In einer außerordentlichen Generalversammlung des Sozial- demokratischen Vereins Königsberg-Stadt erferierte Ge- nosse Hugo H a a s e über den Parteitag. Nach lebhafter Diskussion wurden folgende Anträge an den Parteitag beschlossen: „Der Parteitag wolle beschließen, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen:„Die Landarbeiterfrage und die La n d a r be i t e r o r ga ni sa t ion." „Der Parteitag empfiehlt allen Parteiorten, denen geeignete Redner zu Gebote stehen, im September jeden Jahres, möglichst im Einverständnis mit den Gewerkschaften, eine Rekrutenab- schiedsfeier zu veranstalten, in der, neben geselligen Unter- Haltungen, die zum Militär einberufenen Genossen noch einmal an ihre innere Zusammengehörigkeit mit ihren Klassengcnossen er- innert und über ihre militärischen Rechte und Pflichten aufgeklärt werden sollen." „Gemäß dem Mannheimer Parteitagsbcschluß werden die Parteigenossen aufgefordert, Gründung und Ausbau von unpoli- tischen Jugendorganisationen zu fördern, welche Weiter- bildung, Pflege geselliger Unterhaltung und die, im Einverständnis mit den zuständigen Gewerkschaften zu bewirkende wirtschaftliche Interessenvertretung der Arbeiterjugend zur Aufgabe haben sollen. In Parteiorten, wo solche Organisationen nicht bestehen können, soll ein in öffentlicher Versammlung gewählter Vertrauensmann der Arbeiterjugend im Einverständnis mit dem örtlichen Bildungs- ausschuß und Gcwerkschaftskartell die Jugendbewegung leiten. Die Verpflichtung der Arbeiter über 18 Jahren, sich politisch und der jugendlichen Arbeiter, sich nach Möglichkeit gewerkschaftlich zu orga- nisieren, bleibt unverändert bestehen." „Für die Regelung der Unter st ützung von Maifeier- Gemaßregelten sollen in erneuten Verhandlungen des Parteivorstandes mit der Generalkommission folgende Grundsätze maßgebend sein: 1. Ueber die Arbeitsruhe wird nach zu vereinbarenden all- gemeinen Grundsätzen, für die bei einigen Gewerkschaften bereits bestehende als Vorbild dienen, entschieden. 2. Den Gcmaßregelten wird die Unterstützung vom dritten Werktage ab gezahlt, und zwar a) für sechs Tage aus lokalen Mitteln, die durch obligatorische Beiträge der am 1. Mai arbeitenden Organsierten, Sammlungen usw. aufgebracht werden; reichen die Mittel dieses Maifonds nicht aus, so sind die noch erforderlichen Summen am Orte aus die Parteiorganisation und die Gewerk- schaften, denen die Ausgesperrten angehören, angemessen zu ver- teilen; b) vom neunten Tag ab aus den zentralen Hauptkassen der Partei und der Gewerkschaften in angemessener Verteilung. Als angemessene Verteilung gilt die Zahlung der Unterstützung für die allein politisch Organisierten aus Parteimitteln, für die allein gewerkschaftlich Organisierten aus Gewerkschastsmittteln und' sül- die beiden Organisationen Angehörigen von beiden Seiten zu gleichen Teilen. 3. Die Gewerkschaften werden ersucht, von Erhebung be- sonderer Maibeiträge für anderer Gewerkschaftszwecke in Zukunft Abstand zu nehmen." Die beiden letzten Anträge stehen im Widerspruch zu den Re- solutionen, wie sie über diese Punkte zwischen Parteivorstand und Generalkommission vereinbart sind. Die Generalversammlung war aber hier eines Sinnes mit den Ausführungen des Genossen Haase, der erklärte:„Es ist gewiß sehr erfreulich, daß sich Parteivorstand und Generalkommission über Fragen, die Partei und Gewerk- schaften gemeinschaftlich berühren, verständigen. Aber eS wäre eine schlechte Praxis, wenn sich unser Parteitag, nachdem auch noch der Gewerkschaftskongreß das Siegel unter jene Vereinbarung ge- setzt hat, sich in seiner Entschließung gebunden fühlen würde. Einmütig erfolgt auf Vorschlag der Königsberger Partei- leitung die Wahl des Genossen Haase als Delegierter für den Nürnberger Parteitag._ Zwistigkeiten im Wahlkreise Dortmund. Das Tele» graphenbureau Hirsch verbreitet über Streitigkeiten in der sozialdemokratischen Partei Dortmunds Nachrichten, die die bürgerliche Presse übernommen und mit der sensationellen Ueberschrift„Krach im roten Lager" aufgeputzt hat. Danach gegen eine Anzahl hervorragender Genossen Anträge auf Ausschluß aus der Partei gestellt sind, und zwar befinden sich darunter zwer führende Genossen vom Lande. Was diesem Streit zugrunde liegt, ist bis jetzt noch nicht zu erfahren gewesen, aber man darf wohl die Anfrage stellen: hängt die Geschichte etwa mit dem steckbrieflich ver- folgten, früheren Geschäftsführer Becker zusammen? Auf dies« Liebenswürdigkeit boshafter Gegner antwortet die Dortmunder„Arbeiterzeitung": Es bestehen allerdings zurzeit Zwistigkeiten rein persönlicher Naiift unter einigen Ge. nassen des Landkreises Dortmund-Hörde. Diese Zwistigkeiten, die mit prinzipiellen und taktischen Parteiangelegcnheiten nicht das allergeringste zu tun haben, verdichteten sich in der letzten Zeit zu der Anregung auf Einsetzung eines Schiedsgerichtes. Ob sich die Kreisorganisation hiermit beschäftigen wird, bleibt der am 23. dieses Monats stattfindenden Generalversammlung überlassen. In dieser, als der allein zuständigen Instanz wird von der die Oeffcntlichkeit nicht im geringsten interessierenden Angelegenheit Kenntnis gegeben werden. Unsere Leser ersehen, daß die Affäre sich keineswegs in dem von der„Dortmunder Zeitung" behanpteten Stadium befindet.— Mit dem früheren Geschäftsführer H. Becker von der„Arbeiter- zeitung" hat die ganze Sache nichts zu tun. lvasierstandS. Nachrichten der LandeZanilait für Gewässerkunde, mitgeleM vom Berliner Wetterbureau. vasserftand Kemel, Tilsit B r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thor« Oder, Ratibor . Krassen Frankfurt Warthe. Schriinm , Landsberg Netze, vordamm Elbe, Leiwreritz , Dresden , Bardo , Magdeburg ?+ bedeutet Sucht.— Fall.—•) UMerpegel. Bitte aufbewahren! " Jede Sendung trisch hergestellt. Apotheker A. W. Kumbier's Drucksachen kostenlos. Berliner Stahlbrunnen enthält das Eisen GG im Gegensatz zu den aus Badeorten versandten Brunnen in dauernd gelöster und leicht verdaulicher Form; ist frei von den Verunreinigungen der natürlichen Brunnen. Er erzeugt guten Appetit, fördert die Berbauung, regt den Stoffwechsel an, verbessert das Blut. Aus diesem Grunde bewährt sich derselbe nachweisbar seit über 22 Jahren ganz besonders gegen Slutarmut, leichfusht, Hervenleiben aller Art, Schwäche, Kopfschmerz, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Magen-. Leber-, Gallenkein-. Nieren-, Darm- u slatenleiden selbst allerschwerster Art, Abmagerung, Hals-, Kehlkopf- u. Lufträhren- Verschleimung, Rheumatismus, Gicht, Ischias, Shrofeln, Drüsenanschwellungen, leichten Lungenkatarrh, Atembeschwerden( Asthma), Schlaflosigkeit. Lähmungen, Rückenmarksleiden, unreines Blut. Flechten, Fettleibigkeit, Herzverfettung, Sterilität, Unterleibsleiden aller Art, Leiden der Wechseljahre. Hysterie, Epilepsie. 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Rach auswärts: Kiste mit 30 Fl. frei zur Bahn M. 15, 2 Stiften augleich M. 28 gegen Einsendung oder Nachnahme des Betrages. Anschließende Fortsetzung: 1 Rifte M. 13. Für frankiert zurückgesandte Seiften mit Flaschen werden je 4 m. vergütet. W. Kumbier, Mineralbrunnenfabrik, Berlin NW, Marienstr. 30. usa brusly Gegründet 1885. Geschäftszeit: 9-1, 4-7 Uhr, Sonntags geschlossen. Fernsprecher: Amt III, Nr. 5631. Erfolgbestätigungen. Sehr geehrter Herr Stumbler! Mit Freuben teile ich Ihnen mit, daß ich durch Ihren Stahlbrunnen wieder arbeitsfähig geworden bin. Ich bin herz- und lungenleidend, und die Verdauung lag bet mir vollständig barnieder. Appetit batte ich gar nicht mehr. Ich habe dos Nachts oft nur eine Stunde geschlafen, und bet der geringsten Arbeit hatte ich Bluthusten, es war also ausgeschlossen, dass ich anch nur leichte Arbeit verrichten konnte. Nachdem ich 4 Monate vom Arzt ohne Erfolg behandelt wurde, versuchte ich Ihren Stahlbrunnen, den ich vor Jahren schon einmal wegen meines Herzleibens getrunken hatte, obisohl ich keine Soffnung hatte, daß der Brunnen auch Lungenfranken Hilfe bringen fann. Doch ich hatte ungefähr 14 Tage jeden Tag eine halbe Flasche getrunken, da mertte ich, wie der lästige Nachtschweiß nachliess und ich wiedor Appetit zum Essen bekam; und so allmänlich stellte sich auch regelmässiger Stuhlgang ein. Ihrem Stahlbrunnen verdanke ich es, dass ich jetzt wieder meiner Beschäftigung nachgehen kann ohne große Beschwerden. Der Bluthusten ist gänzlich vorschwunden, nur fühle ich mich mitunter fehr müde, boch hoffe ich, daß ich durch Ihren Brunnen noch weitere Fortschritte machen werde. Ich gestatte Ihnen, fehr geehrter Herr, von meinem Schreiben weitgehendsten Gebrauch zu machen, damit allen ähnlich Loidenden Ihr Brunnen die Gesundheit zurückbringen kann. Indem ich Ihnen noch für pünktlichfte Lieferung meinen herzlichften Dant ausspreche, zeichne mit größter Hochachtung Berlin N, Schulstraße 6, IV., den 25. Juni 1908, Marg. Werschnitzke. Sehr geehrter Herr Kumbier Nachdem ich 120 Flaschen Shres Berliner Stahlbrunnens" getrunken, teile ich Ihnen mit, daß mein Asthmaleiden. an welchem ich soit zirka zehn Jahren litt, mir so gut wie gar tome Beschwerden mehr verursacht. Beim geringsten Witterungswechsel traten diese so schredlichen Atembeschwerden von Jahr zu Jahr immer heftiger auf, ich hatte stets kalte Hände und Füße, fonnte nie beim Schlafen liegen, immer nur dann ein wenig fehlafen, wenn ich eine fast sigende Stellung annahm. Zum Essen hatte ich nie Appetit. Ich quälte mich nur so hin, wurde wortkarg, aber auch ebenso aufgeregt, nervös. Doch nun ist es anders, die Witterung tut mir nichts mehr an, Hände und Füsse besitzen diese eisige Kälte nicht mehr, auch kann ich wie wie jeder ganz gesunde Mensch beim Schlafen beliebig liegen, Ebenso ist mein Temperament ein besseres geworden, ich befige eine ziemliche Ruhe; bann habe ich sehr guten Appetit und kann auch solche Speisen essen, die ich vordem nicht vertragen konnte. Auch die Ausübung meines Dienstes täit mir in dieser Weise nicht mehr schwer. So fann und muß ich denn, wenn ich offen sein will, wohl fagen, daß ich biefen meinen jezigen Bustand, welcher meiner Familie auch so viel Freude bereitet, dem Gebrauche Ihres Berliner Stahlbrunnens" zuzuschreiben habe. Ich werde den Brunnen, wenn ich noch einige Monate paufiert habe, ganz bestimmt weitertrinken. Ich bin der Ueberzeugung, daß jeder Seidenbe, welcher Ihren Berl. Stahlbrunnen" in vernünftiger Weise behutsam trinkt, quf den Erfolg nicht zu warten braucht. Obige Zeilen bitte ich Sie, in Ihren Anzeigen zu veröffentlichen, und ertelle Ihnen die unbeschränkte Ermächtigung dazu. Wit herzehem Dant hochachtungsvoll Berlin N 58, Behmstr. 38, den 20. Mai 1908. F. Gerlach, Oberpoftfchaffner. Sehr geehrter Herr! Zelle Ihnen hierdurch mit, daß ich Ihren Berliner Stahlbrunnen gegen nervöse Störungen verschiedener Art( Folgen eines Unfalls) verbunden mit Appetitlosigkeit und häufigem Erbrechen, mit sehr gutem Erfolge angewandt habe. Auch ein damals bestehender Katarrh ist überaus günstig beeinflusst worden, und hatte ich nach der Kur( 3 Sendungen) eine Gewichtszunahme von 10 Ptd. zu verzeichnen. Ich fühle mich seitdem bedeutend wohler und habe ein viel gesunderes Aussehen als früher. Angesichts diefer guten Wirkung habe ich mir vorgenommen, in jedem Jahre wenigstens 3 Sendungen zu txinten; ich bitte Sie hiermit gleichzeitig, mir zum Montag, dem 9. b. M., eine neue Sendung schicken zu wollen. Mit Hochachtung verbleibe ich Ihr dankbarer Paul Guddat, Architekt. Berlin O 112, Niederbarnimftr. 14, I. r., ben 6. März 1908. und nach etwa e Woohen blieben dieselben ganz fort. Mein Ausfehen wurde wieder ein gutes, und ich fühlte mich seitdem wohl; ioh habe bis heute keine Anfälle mehr gehabt, wozu ich jedoch bemerle, daß ich, um eine Wiederkehr zu verhüten, Ihrem Rate folgend, die Stur etwa alle 2 Jabre mit 60 Flaschen wiederholt habe. Nach diesen Erfolgen tann ich Ihren Stahlbrunnen allen ähnlich Leidenden nur warm empfehlen, und gebe Gott, daß noch recht viele leibende Menschen burch den Gebrauch besselben ihre Gesundheit wiedererlangen wie ich. Ich habe auch in diesem Jahre eine Kur mit dem Berliner Stahlbrunnen" durch gemacht und finde wieder seine außerordentlich günstige Wirkung auch zur Kräftigung des Allgemein befindens bestätigt. Ihre Ihnen sehr dantbare Frau Agnes Finster. Berlin, Chriftburger Straße 2, den 17. Dezember 1907. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ich kann nicht umhin, Ihnen mitzuteilen, daß ich mit Ihrem Stahlbrunnen bereits nach 14 Tagen guten Erfolg erzielt habe, alle ärztliche Hilfe war vergebens. Ich litt seit 3 Jahren an Zuckerkrankheit hatte 7%, Prozent Zucker seit einem Jahre an schwerer Nierenentzündung.verior furchtbar Elweiss. Als ich 14 Tage Ihron Brunnen getrunken hatte( alle Tage%, Flasche), war alles gehoben, und fühlte ich mich kräftig und gesund. Ich habe vielen Leuten, welche dieselben Leiden haben, Ihren Brunnen warm empfohlen; denselben hat er ebenfalls gute Dienste geleistet. Meine Frau litt seit Jahren an nervösen Kopfschmerzen, auch an Rheumatismus: sie war so matt, konnte sich nicht mehr erholen. Sie hatte viele Aerzte zu Rate gezogen; diese haben ihr ja Linderung verschafft, sie aber nicht geheilt. Nun hat meine Frau zwei Monate Ihren Brunnen getrunken und ist wieder froh und munter und hat keine Sohmerzen mehr. Das haben wir nur Ihrem Stahlbrunnen zu verdanken, der ja im Verhältnis viel. billiger ist als Arzt und Medizin. Derselbe kann allen leidenden Menschen nur heifen; denn der Brunnen ist für alles gut. Wir sagen Ihnen, Herr Kumbler, unseren wärmsten Dank dafür, wir sind wieder fröhliche Menschen geworden. Hochachtungsvoll Martin Spors und Frau. Berlin SW, Großbeerenftr. 44, den 29. Oftober 1907. Alle leidenden Menschen können sich persönlich bei uns erkundigen; wir haben alle 6 Wochen den Urin untersuchen lassen auf Zucker und Eiweiss, aber nichts ist mehr vorhanden- ohne Diät zu halten. Nochmals beston Dank. Sehr geehrter Herr Kumbler! Meine Frau flagte ständig über Kreuz- und Kopfschmerzen und außerdem im schwangeren Zustande über Lähmung der Arme und Atemund Beine, ich über rheumatische Schmerzen beklemmungen. Da wurde uns Ihr Berliner Stahlbrunnen von meiner Schwiegermutter, welche denselben schon jahrelang im Gebrauch hatte, empfohlen. Die Wirkung Ihres Stahlbrunnens blieb nicht aus; denn wir wurden von den quälenden Leiden befreit. Außerdem trant meine Frau den Brunnen auch als Wöchnerin; dies hat zu ihrer eigenen wie zur Stärkung des Kindes sowie zur Förderung des Stuhlganges beigetragen. Meine vierjährige Tochter ließ ich den Brunnen wegen Appetitlosigkeit und Stuhlverstopfung trinken, und blieb auch hier die Wirfung nicht aus. Einen Versuch mit Ihrem Berliner Stahlbrunnen fann ich nur bringend empfehlen. Bugleich fann ich Ihnen mitteilen, daß ein Kollege von mir, bem ich den Brunnen empfohlen habe, ebenfalls guten Erfolg gehabt hat. Halle a. S., Voltmannstr. 10, IL r., den 14. Mai 1908. Hochachtungsvoll G. Falk. Geehrter Herr! Auf Ihre werte Anfrage wegen meiner Strankheit kann ich Ihnen mitteilen, daß ich den Brunnen gegen Gicht, Rheumatismus, auch körperliche Schwäche trinke. Jeyt Dktober vor 4 Jahren fing die Strankheit damit an, daß ich eines Morgens steife Glieder hatte. Ich habe dann gebottort, habe Einreibungen und Bäder genommen, wurde aber immer schwächer, so dass ich zuletzt bald nicht mehr imstande war, die Treppen zu steigen; ich sah gelb und fahl aus und hatto nachts keinen Schlaf. Weihnachten vor einem Jahre lajen wir dann von Ihrem Brunnen; mein Wann lam zu Ihnen selbst und bestellte ihn, wusste auch von meiner Schwester, dass er dieser vor etwa 12 Jahren gut bekommen war gegen Schwäche und Blutarmut. Als ich dann 2 Lieferungen( 60Flasohen) geranken katte, fühlte ich mich schon bedeutend wohler, mein Aussehen wurde besser, und ich konnte dann im Sommer sohon wieder kleine Spaziergänge mit meiner Familie machen. Bin ja num wieder so weit, dass ich meine Wirtschaft besorgen, auch zeitweise meinem Mann beim Verdienen etwas beistehen kann. Sehr geehrter Herr Kumbier Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäß, daß Jhr ,, Berliner Stahlbrunnen" bet meinem schweren Leber- u. Gallensteinleiden wahr haft überraschende Erfolge hervorgebracht hat. Vor jezt etwa Auch in bezug auf den Stuhlgang ist es jetzt besser bei mir; 14 Sabren ertranfte ich an Gallensteinkolik derart, dass ich zeitweise während der Brunnen bet anderen vielleicht mehr zum Abführen dient, war es täglich mit den grässlichsten Schmerzen verbundene heftige bei mir bas Gegenteil; ich mußte vorbem immer viel laufen, da die Berbauung Krampfanfälle bekam. Meine Farbe war erdfahl mit dunklen wohl eben schlecht war, baher rührt wohl auch viel bie Schwäche her. Ioh kann Schatten unter den Augen, dazu trat Gelbsucht hinzu, so dass das don Brunnen nur allen ähnlich loldenden Personen sehr empfehlen. Weisse im Auge solb war. Die Behandlung mehrerer Aerzte Hochachtungsvoll Frau M. Janicke. nacheinander brachte mir keine Hilfe, nur Linderung auf kurze Berlin, Matternstraße 12, ben 3. November 1907. Zeit, anch im Krankenhause erzielte ich solche nicht. Eine Dpe ration follte das einzige sein, das mir helfen fönne Da mir aber ein ficherer Sehr geehrter Herr Fortfall der unerträglichen Schmerzen auch nicht in Aussicht gestellt Der Wahrheit muß ich die Ehre geben und telle Ihnen ergebenft mit, dass wurbe, lab ich von der Operation ab und unternahm eine Rur mit ich mit Ihrer Stahlbrunnonkur sehr zufrieden bin. Ich danke bestens Ihrem Stahlbrunnen, der mir von anderen Leidensgefährten für die pünktliche Zusendung. Erstaunt bin ich über den guten Erfolg Warm empfohlen wurde, well er ihnen grosse Erfolge ge- und die Wirkung und kann allen ähnlich Magenleidenden thre bracht hatte. Je trant nun 4 Monate hintereinander Ihren Stahl Stahlbrunnenkur nur aufs wärmste empfehlen. brunnen, er betam mir vorzüglich, ioh konnte wieder essen Sur Information über mein Magenleiden telle ich mit, dass ich seit über verdante wieder gut, kam wieder zu Kräften, die Schmerzen, essen nach, die Anfalle wurden seltener, auch weniger schwer fünf Jahren an starkem Aufstoßen, Blähungen, wenig Appetit, wenig Schlaf und schwerem Stuhlgang gelitten habe. Erstaunt war ich über die sofortige Wirkung; schon nach der zweiten Flasche habe ich eine bedeutende Erleichterung empfunden, und nach dem Verbrauche von 60 Flaschen fühle ich mich wieder wle neu belebt, gekräftigt und gesund. Behandlung von 5 verschiebenen Spezialärzten für Magenkrankheiten, die mit wiederholten qualollen Magenuntersuchungen verbunden waren, hat mir teine Befferung gebracht, trotzdem ich als sechzigjähriger Mann sehr solide und diät lebe, Wein, Bier, Spirituosen und schwer verdauliche Speisen nicht zu mir nehme und wenig effe und trinke. Dagegen hat Ihre so angenehme häusliche Stahlbrunnenkur mir geholfen, so dass ich mich wieder vollständig wohl fühle. Der Berliner Stahlbrunnen" hat bei meinem Leiden wie ein Wunder gewirkt. Ich habe mich infolge Vertrauens zu Ihrem Fabrikate entfchloffen, noch weitere 60 Flaschen zu trinten, um die Wirtung zu einer um so nachhaltigeren zu machen. Mit beftem Dante Hochachtungsvoll M. Steinberg, Maler. Berlin NO, Linienftr. 2, L, ben 12. November 1907. Sehr geehrter Herr Kumbier! Antwortlich Ihres werten Schreibens vom 11. b. M. bin ich gern bereit, Shnen die Art meines Leidens, bei welchem mir Ihr Stahlbrunnen so vorzügliche Dienste getan, mitzuteilen. Ich litt an hartnäckiger Stuhlverstopfung, hatte oft 4-5 Tago lang koinen Stuhlgang, dazu Kopfschmerzen a. Ohrensansen ferner litt ioh an Verdauungsstörungen; beim oder vielmehr währond des Essens hatte ich kolossalen Appetit, wahren Heisshunger, eine Stunde nach dem Essen dann furchtbareMagenbeschwerden, ein Gefühl, als wenn ich einen heissen, sohweren Stein im Magen hätte, verbunden mit heftigom, heissem Aufstoßen; dazu war der Leib in der Magengegend angeschwollen. Forner hatte ich sehr an Schlaflosigkeit zu leiden. Schon nach dem Gebrauche von 15 Flasohon Ihres Stahlbrunnens verspürte ich Besserung; nua hat mich der Gebrauch von schon 30 Flaschen wieder hergestellt, was ich Ihnen hiermit dankbar bezeugen kann, Essen und Trinken schmeckt, und schlafen kann ich auch sehr gut. Ich werde jede Gelegenheit wahrnehmen, Ihren Stahlbrunnen bet Kollegen und Bekannten zu empfehlen. Hochachtungsvoll Fr. Hensohko, Berlin, Hohenlohestr. 5, ben 21. November 1907. Sehr geehrter Herr Rumbier! Ueber den bisherigen Erfolg der Kur folgendes: Ich bin sehr zufrieden. Das erste, was sich einstellte, war ein kräftiger Appetit. Ram ich sonst aus dem Dienst, vermochte ich taum infolge der bspannung zu effen. Jegt habe ich einen wahren Heißhunger. Früher litt ich stets an kalten Händen und Füssen: jetzt sind Hände und Füsse warm, und die Empfindlichkeit gegen Witterungseinflüsse hat sehr nachgelassen. Dazu erfreue ich mich jetzt auch einer besseren geistigen Frische, einer allgemeinen Kräftigung u.eines bossoren Aussehens. Wagenbeschwerden habe ich durch den Brunnen nicht gehabt; der Stuhlgang wurde gut geregelt. So fann ich mit gutem Gewissen fagen: Ihre Vorsprechungen haben sich erfüllt. Ich habe auch schon Gelegenheit genommen, den Brunnen weiter zu empfehlen. Mich Ihnen beftens empfehlend, zeichne Ihr erg. Otto Seiffert, Behrer. Schöneberg, den 30. Juni 1907. Derfelbe Herr fchreibt auf die Bitte um Erlaubnis dazu, am 2. Juli 1907: Sehr geehrter Herr! Ich geftatte Ihnen gern, meinen Kurbericht zu veröffentlichen; benn das darin Gesagte sind Tatsachen. Hochachtungsvoll 0. Seiffert, Sehr geehrter Herr Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu önnen, daß sich Ihr ,, Berliner Stahlbrunnen", den ich bisher in bret Bieberholungen gebrauchte, so wirklich vorteilhaft bei mir bewährte, dass ich dousetben einem Verwandten gegen ein Magenleiden bestens empfehlen konnte, worauf mir eine gleich gute Wirkung auch in diesem Falle gern bestätigt wird. Ich habe beim andanorndon Gobranoh des Brannens eine ganz wesentliche und offenbare Besserung meines daroh ,, nervöse Magenkrankheit" sehr beeinträchtigten Allgemeinbefindens verspürt. Gegen früher ausgeprägte Untust zum Esson empfand ich bald einen äusserst regon Appetit; der Stoffwechsel wurde regelmässig, und in merklich wohltuender Weise wirkte der Brannen auch auf die Nierentätigkeit ein und schaffte mir allgemein eine seither langentbohrte Ruhe in den Verdauungsorganen. Ihr Stahlbrunnen erscheint für mich also als das Mittel, mir Wohlbefinden zu sohaffen und zu erhalten, und ioh worde denselben stets gern gebrauchen. Hochachtungsvoll G. Hasenbank, 80. Auguft 1907. O, Mirbachstr. 46. Herrn A. W. Kumbler, Marienftr. 30. Auf ihre Anfrage vom 9. Wara d. J. teile ich Ihnen höflichst mit, dass mir Ihr Stahhlerannon, welchen ich fett fechs Monaten infolge meines nervösen Magen- und Darmleidens trinte, sehr gut bekommt and sich mein Leiden bedeutend gobessert hat, was loh dom regelmässigen Trinken des Brannons zuschreibe Ich möchte Ste bitten, mir noch eine Sendung von 30 Flaschen möglich bald zuschicken zu wollen. Hochachtungsvoll Frau Lamla. Kopenhagener Str. 18, IV, ben 1. mai 1908. Werter Herr Rumbier! Bitte Ste höflichft, die 30 leeren Flaschen abholen zu laffen. Ihr Stahlbrannen hat mir für Blasonkatarrh sehr gute Dienste getan, woHochachtungsvoll Carl Thiolo. Berlin O. Schreinerstr. 13. ben 22. Anguft 1907. für ich bestens danke. Viele weitere Originaldaufschreiben aus neuerer und nenester Zeit liegen zur Einsicht bereit. Herbstoli- Raucher! Von einer Seite wird die falsche Nachricht verbreitet, daß unsere Arbeiter streiken. Wir erklären, daß dies eine Lüge ist und daß Differenzen mit unseren Arbeitern überhaupt nicht bestehen. Zigarettenfabrik Herbstoli. 948b* Paul Liffins T Restaurant und Festsäle Memeler Str. 67. Fernsprecher Umt VII. 1075. Empfehle den geehrten Vereinen Saal mit Bühne sowie Tunnel für Sonnabende und Sonntage im Herbst und Winter. 39962* Hochachtungsvoll Paul Litfin. Rauchen Sie Phänomen Cigaretten! Devise: Qualität ist die beste Empfehlung. Damenhemden A. WERTHEIM WÄSCHE 2 Mk., 2.10, 2.85 Mk. Achselschluss mit Besatz oder Stickerei Damenhemden 2.10, 2.50, 3 M Achselschluss mit handgestickten Madeira- Passen Damenhemden Achselschl., Fasson- 2.65, 2.85 Mk. schnitt mit Stick. Untertaillen mit Stickerei- Vorderteil 2.30, 2.85 Mk. 3.10 Mk. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 16. August 1908. 10. Verbandstag der Schneider und Schneiderinnen 18 Deutschlands. Teilnahme an der Maifeier zahlt die Hauptkasse die Einnahmen um 423 245,86 m. Die laufenden Ausgaben haben Unterstüßung in der Höhe der Streikunterstützung." eine Steigerung um 356 793,48 M. erfahren. Die Mehrausgabe für Lohnbewegungen betrug allein 195 644,72 M. Der Geschäftsbericht Verfammlungen. Es Internationale Beziehungen werden mit fast allen Bruderorganisationen unterhalten. Für die reisenden Kolliegt gedruckt vor. Er beginnt mit einer historischen Schilderung legen ist durch die Gegenseitigkeit der Unterstützung namentlich Frankfurt a. M., 15. Auguft. der Entwickelung des Verbandes. Bei Zusammentritt des Ver- auf der Reise manche Verbesserung geschaffen worden. Auch die Im hiesigen Gewerkschaftshaus wird am Montag, den 17. Au- bandstages find gerade 20 Jahre seit der Gründung des Schneider- Bereinheitlichung der Mitgliedsbücher, Beitragsmarten usw. hat gust, der zehnte Verbandstag des Verbandes der Schneider, berbandes verstrichen, und der zehnte Verbandstag beginnt seine in den letzten Jahren weitere Fortschritte gemacht, so daß die Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands eröffnet. Der Verhandlungen an demselben Jahrestag, an dem 1890 in Halber- Bücher beim Ueberschreiten der Landesgrenze nicht mehr umDelegierten harrt eine reiche Arbeit. Umfaßt doch die Tagesordnung stadt der erste Verbandstag eröffnet wurde. In diesem zwanzig getauscht zu werden brauchen, wie dies bei anderen Verbänden der nicht weniger als 18 Punkte. Unter diesen sind neben den Ge- jährigen Werdegang hat sich der Verband gewaltig ausgedehnt und Fall ist. Besondere Vorsorge wurde getroffen, daß bei stattschäftsberichten die wichtigsten: Die Entwickelung der Tarifver- an Macht gewonnen. Zählte er am Jahresschlusse 1888 3470 Mit- findenden Kämpfen Arbeitswillige und Streifbrecher ferngehalten werden. Es dürfte nun den Streifbrecheragenten nicht mehr so träge in unserem Beruf; Stellungnahme zur Einführung der Ar- glieder, so am Ende des Jahres 1907 32 631 männliche und 7640 beitslosenunterstübung; die Agitation in der Wäscheindustrie; weibliche, insgesamt 40 271 Mitglieder. Der Vorstandsbericht er- leicht fallen, für Ausgesperrte und Streitende Ersatz aus dem Generardebatte über die zum Statut gestellten Anträge. Zu den streckt sich über die Geschäftsperiode vom 1. Juli 1906 bis zum Auslande herbeizuschaffen. An den Verbandstag schließt sich einzelnen Tagesordnungspunkten liegen eine fast endlose Bahr 30. Juni 1908. In dieser Zeit schlossen sich dem Verbande die eine Internationale Schneiderkonferenz ,. die einer weiteren Ausbon Anträgen vor. Zur Tagesordnung selbst beantragen die Zahl- Berliner Zuschneidervereinigung und der Verband der Wäsche- gestaltung der internationalen Beziehungen die Wege ebnen wird. arbeiter an. Seine Haupttätigkeit mußte der Vorstand in der stellen Bremen, Rostock und Wilhelmshaven, die Frage der Gründung eines Industrieberbandes mit zur Be- Berichtszeit den Streits und Lohnbewegungen widmen. ratung zu stellen. Mit dem Abschluß von Tarifverträgen befassen In der Berichtszeit fanden insgesamt 169 Lohnbewegungen zur fich 13 Anträge. Acht Filialen beantragen" Der Verbandstag Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit 20 368 Beteiligten statt. wolle die Uebernahme der Tarifverträge durch die Hauptvorstände Diese wurden sämtlich erfolgreich durchgeführt und erreichte ablehnen." Diese Mitgliedschaften sind der Ansicht, daß es heute man für 938 Beteiligte eine wöchentliche Arbeitszeitverkürzung Der Verein Berliner Hausdiener, Verwaltungsstelle I des noch ein Unding sei, die Verantwortung über Hunderte von Tarif- um 5220 Stunden, oder für eine Person um rund 5% Stunden. berträgen, die in ihrem Inhalt noch sehr verschieden sind, von Eine Erhöhung des Arbeitslohnes wurde für 20 368 Beteiligte Deutschen Transportarbeiterverbandes, hielt seine Generalversammlung am Donnerstagabend im Gewerkschaftshause ab. Der Vorsigende einer einzigen Zentralinstanz zu übernehmen. Jeder Filiale solle um 46 229 M., oder für eine Person um 2,26 M. pro Woche er- appler gab in seinem Verwaltungsbericht die Liste der Veres freigestellt sein, eventuell Tarifverträge mit den Arbeitgebern zielt. Angriffstreits wurden 56 inszeniert und davon 45 eram Orte selbst abzuschließen. Mit den Abmachungen des Haupt- folgreich durchgeführt. Es beteiligten sich an ihnen 5316 Personen Sammlungen und Sigungen der Kommissionen usw. bekannt. oorstandes und des Vorstandes des Arbeitgeberverbandes sind viele und wurde für 765 Beteiligte eine wöchentliche Arbeitszeit- fanden unter anderem 10 Borstandsfizungen, 66 Betriebsbesprechungen Die Der Kassenbericht lag gedruckt vor. Mitglieder nicht einverstanden und wird eine Aenderung der Ver- verkürzung um 2514 Stunden und für 3261 Beteiligte eine Ar- und 17 Verhandlungen in dem zweiten Quartal dieses Jahres statt. Einnahme betrug einbarungen beantragt. Eine größere Debatte wird voraussicht- beitslohnerhöhung um 7800 M. pro Woche errungen. Abwehr 86 312,46 M.( intl. Bestand von 57 755,21 M. am 1. April 1908). lich der Punkt Einführung einer Arbeitslosen- treits und sonstige Lohnbewegungen zur Abwehr von Berunterstübung herbeiführen. Bis jetzt hat der Verband nur schlechterungen fanden 7 mit 3198 Beteiligten statt. Für 3173 Ber. Die Ausgabe betrug 35 864,89 M. Mithin bleibt ein Bestand von 50 447,57 M. am 30. Juni 1908. eine Krankenunterstützung, und wäre die Einführung einer Ar- onen wurde dadurch eine Lohnverschlechterung um 3293 M. pro 50 447,57 M. am 30. Juni 1908. Die Zahl der Aussperrungen be- Die Hauptkasse zahlte im Laufe des zweiten Quartals 1908 an die Woche abgewehrt. beitslosenunterstützung von besonderer Bedeutung, weil Schneider Saisonarbeiter sind und mit den eigenartigen Verhält- trägt 56 mit 11 783 Beteiligten, und endeten sämtliche mit einem 40 Pf. zahlende Mitglieder folgende Unterstügungen: Für 4225 Personen wurde dabei eine nissen Heimarbeit uſtv. in ihrem Berufe rechnen müssen. Erfolge des Verbandes. Einem Beschlusse des Dresdener Verbandstages im Jahre 1904 wöchentliche Erhöhung des Arbeitslohnes um 8450 M. erzielt. nachkommend, hat der Hauptvorstand eine Vorlage für eine ein- Tarifverträge wurden im Jahre 1907 122 abgeschlossen. zuführende Arbeitslosenunterstüßung ausgearbeitet. Er beantragt, Am 1. Januar 1907 bestanden 136 von dem Verbande abgeschlossene im Falle der Erwerbslosigkeit, je nach Dauer der Mitgliedschaft, Tarife für 4790 Betriebe mit 44 202 Personen, und am 31. Dezember 6 bis 10 M. für männliche und 3 bis 5 M. Unterstüßung pro Woche 1907 217 Tarife für 6395 Betriebe mit 55 944 Personen. Im für weibliche Mitglieder. Die Beiträge müßten bei der Ein- Jahre 1908( bis 30. Juni) wurden 94 Tarife abgeschlossen, darführung der Erwerbslosenunterstüßung bedeutend erhöht werden. unter 59 erstmalige Tarife. Am 30. Juni 1908 bestanden 276 Tarife Der Borstand beantragt bei der Einführung eine Beitrags- für 7579 Betriebe mit 59 050 Personen. Und zwar beziehen sich erhöhung um 25 bezw. 15 Pf. Bei den Mitgliedern ist anscheinend diese Tarife auf folgende Branchen: ebenfalls wie beim Vorstand keine große Sympathie für die Einführung vorhanden. Nur 3 Mitgliedschaften beantragen sie; ebensoviel beantragen aber auch, die Einführung abzulehnen resp. vorläufig abzulehnen. Eine Beitragserhöhung wird wohl aber auch kommen, wenn die Erwerbslosenunterstüßung nicht eingeführt Damenschneiderei 1 wird. Außer dem Vorstand haben 42 Filialen beantragt, den Korsettbranche Der folgende Antrag fand die Zustimmung der Versammelten: bon Der Kassenbericht schließt mit einem Saldo Beitrag zu erhöhen. Davon wünschen 18 einen Staffel. " Diejenigen Mitglieder der Verwaltung I, welche 50 f. Wochenbeitrag und 24 eine Erhöhung des Einheitsbeitrages. 168 061,31. mit 1 285 133,14 M. Einnahmen und 1 117 071,83 m. beitrag zahlen, erhalten einen örtlichen Zuschuß zur Streit- und Fünf Bahlstellen haben sich gegen eine Erhöhung des Beitrages Ausgaben ab. An Beiträgen wurden 926 326,90 M. bereinnahmt. Maßregelungsunterstüßung, und zwar nach einer Mitgliedschaft von erklärt. Die beantragte Beitragserhöhung bewegt sich zwischen Von den Ausgaben heben wir hervor: Fachzeitung für Schneider 6 bis 26 Wochen 1 M., bis 104 Wochen 2 M., nach mehr als 105 Wochen 5 und 15 Pf. pro Woche( mit Ausnahme des Vorstandsantrages 68 236,75 M., Reiseunterstüßung 29 373,53 M., Krantenunter: 3 M. pro Woche."- Die Beitragsleistung von 50 Pf. ist freibei Einführung der Arbeitslosenunterstützung). Die Einführung stüßung 121 891,49., Lohnbewegungen im eigenen Beruf einer Sterbeunterstüßung wünschen 15 Filialen, und haben diese 474 437,70 m., Agitation rund 28 000 m., Unterrichtsturse 2240,80 willig und ausdrücklich beantragt von den Handtuchfahrern. Anträge Aussicht auf Annahme. Von Allgemeininteresse ist noch Mark. Ein Vergleich des Kassenberichts mit dem für die vorher ein Antrag Düsseldorf, der besagt:" Bei Maßregelung wegen gehende Geschäftsperiode zeigte eine Steigerung der laufenden Herrenmaß- und UniArbeitslosenzuschußunterstützung Arbeitslosenunterstützung Krantenunterstützung. Gemaßregeltenunterstützung Notfallunterstützung Beerdigungsbeihilfe Rechtsschutz.. • 8573,10 M. 2180,85" 2466,20 1088,20 300, 420, 24,40 Summa 15052,75 m. Ausgeschlossen wurde das Mitglied H. Henede wegen unsolida rischen Verhaltens bei der Maifeier und den sich daraus ergebenden Differenzen. Ebenso wurde das Mitglied Fengler ausgeschlossen formbranchen. 244 Tarife für 7154 Betriebe mit 40 916 Perf. vegen unwürdigen Betragens gegenüber seinen Arbeitskollegen, die Herrenkonfektion. durch seine Schuld in ihren Stellungen geschädigt wurden. Nach genauer Prüfung aller Umstände sah man sich zum Ausschluß gegen diese Mitglieder genötigt. B 17 191 14 495 " 1 " " " 14 " " P 233 1 3 519 " " " 120 " " " " " RAE BBS BS BES RAFP BARTINES BAGIN ⑱S BAN BS Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN neuerdings auch mit Mundstück hergestellt. JOSETTI VERA 1968 enthalten dieselbe Köstliche Mischung wie Vera ohne Mundstück, die stets bei allen urteilsfähigen Rauchern in bestem Ruf gestanden. ( BS) BARN BS Einsegnungs- Anzüge. BS m.Mundstück BAN BS Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden u. Webarten, Kammgarnen, Satins, Cheviots, Drapés, Meltons, Tuchen usw. BA CIGARETTEN 33.- 30.- 27.- 24.BS Josetti- Vera m/ M. 21.- 18.- 15.- 12 M. Jed. Käufer eines Ein segnungs Anzuges erhält reizend, Belgaben umsonst ( BS 10 St. 30 Pfg. BS Wäsche, Hüte, Handschuhe usw. zur Einsegnung BS BAGAIN BS zu sehr niedrigen Preisen. BS BS Prüfungs- Anzüge BS BS moderne, gemusterte Webarten in Cheviots, Buckskins, Kammgarnen usw. allerneuester Geschmacksrichtungen, 27.- 24.- 21.- 18.- 15.- 12.- 10 M. 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Nevue in 12 Bildern m. Ges.und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 upr. Schauspielhaus,& ur. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Bilk. Sonntag, den 16. August 1908: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Sensationsschauspiel in 4 Aften von 6. M. S. Mc. Lellan. Montag: Ein Rabenvater. Dienstag: Die Diebin. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dstar Strauß. Luisen- Theater. Sonntag, den 16. August 1908, abends 8 Uhr: Suse. Täglich: Suse. Sonntag, den 16. August, nach mittags 3 Uhr, zum erstenmal: Das Schloß am Meer. DERNHARD ROSE THEATED ( Gr. Frankfurter Str. 132. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Spezialitäten. Anfang 4%, Uhr. WIND STARTEN Morgen, Montag, d. 17. August: EröffnungsVorstellung. The Zanzigs- Joseph Josephi, Sänger Ephraim Thrmpson, dressierte Elephanten Okabe, JapanerTruppe Die 5 Mowatts, KeulenJongleure Die 12 Tiller Girls, Eng Gesangs- u. Tanztruppe Cornalla und Eddie, Amerikanische Excentrics großes Rennbild Zauberkünstler Der Zukunftspreis, Karl Hertz, Boyer de Lafory, französ. Sängerin- Der Biograph. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria- Rustikana und die urkomische Burleske ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 8, Uhr. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7 Uhr( kleine Preise). Abends 8-11 Uhr. BELLINI der König aller Gedankenleser mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden :: Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei ungünst. Witterung i.Theater. Großes Progr. Dress. Elefanten. Anjang der Borstellung 8 Uhr. Anf. d. Gartenfonz. 5 Uhr. S. Br. ene a Theater Ab 8 Uhr: Die Attraktions. Novitäten. 914 91 Vera Violetta. Vaudeville- Operette von Ed. Eysler. 10: Graf Zeppelin auf seiner großen Fahrt. Täglich: Stettiner Sänger. Anf. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen Garten und Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Kottbuser Blumenkohl mit Schnitzel. Rindersaftbraten oder Schinken in Burgunder. Stompott oder Salat. Abends: 50 Pf. Stamm 50 PY. Montag: Kalbskamm m. Straßburger Kartoffel. Dienstag: Szegediner Goulash. Mittwoch: Kalbsbrust in Bier. Donnerstag: Ungarisch Kotelette. Freitag: Pökelrippchen mit Meerettig sauce und Klöße. Sonnabend: Bichelsteiner Fleisch. R. Augustin. Charlottenburg, Volkshaus, raise 3. Ab 7%, Uhr: Konzert im Theatengart. Restaurant: Militär- Konzert. Sanssouci, Straße 6. Jeden Sonntag: Gr. Mittagstisch Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität Gau 9. Gau 9. Provinz Brandenburg. Gau 9. Sonntag, den 16. August 1908, im Moabiter Schützenhaus, Plötzensee: Gau- Sportfest weuA aft Doppel- Konzert.* Gesang ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter- Gesangverein nas ,, Vereinte Sangesbrüder von Moabit"( M. d. A.-S.-B.). Auftreten der Volkssängergesellschaft Lewandowsky. Kunst, Duett- u. Reigenfahren der Bundesvereine. Kinderbelustigungen: Kinder erhalten am Eingang zwei Bons zur beliebigen Benutzung des Karussells oder Luftschaukel und eine Stocklaterne gratis. Um 9 Uhr: Im Saale von 4 Uhr an: Kinder- Polonäse. 12/ 18* Großer Ball. Herren, die daran teilnehmen, Anfang 12 Uhr. zahlen 50 Pf. nach. Billetts im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Es ladet freundlichst ein Der Ganvorstand. Fahrgelegenheit: Nordring, Station Beusselstraße. Straßenbahnlinien: Nr. 11 und 12 bis zum Festlokal, Nr. 6, 8, 9, 10 und 14 bis Beusselstraße. Schwarzer Friedrichsberg Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh. Gebr. Arnhold. Fernspr. Friedrichsberg No. 8. Jeden Sonntag: Gr. Künstler- Konzert und Gr. Spezialitäten- Vorstellung Anfang 4 Uhr. Jeden Mittwoch: Entree 20 Pf. Gr. Militär- Konzert ausgeführt von der Jugendwehr und Soiree der Apollo- Sänger. Anfang 8 Uhr. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, 3528L* König-, Ecke Neue Friedrichstraße. 218/ 8* Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 1 Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger a Stuv. 60 Bf., reichhaltige Abendkarte. Jeden Donnerstag: Norddeutsche Sänger. und Tanzkränzchen. Einakter, Ensembleszenen. Atuelle Vorträge in Bort 0 und Lied usw. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8. Morgen: Große Elite Soiree. Tanz. Entree 15 Pf. Ad. Bartsch, Defonom. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Schweizer Mit vollen Segeln. Garten. Lebensbild in 3 Dazu Am Königstor- Am Friedrichshain. erstklassige Spezialitäten. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Jeden Abend Berliner Leben. 10 Uhr: Boltsstüd mit Gesang in 3 Bildern. Jeden Mittwoch: Gebrüder Kinderfrendenfe. HerrnfeldBoltsbelustigungen. Kinematograph. Entree 30 Pf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. A Theater. Vorverk 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Max Kliems Das kommt Sommer- Cheater. -W Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Täglich Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite- Tag. davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Brunnen- Theater Stomödie in 3 Bitten von Anton Badstraße 58. Direft.: Willi Voigt. Täglich: und Donat Herrnfeld. Der jüngste Leutnant. Volksgarten- Theater Erstklassige Spezialitäten. Bollini Truppe Kurt Elis The 5 Violettes Powel and Powel Adolf Hartley. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. Mittwoch, 26. August: 40jähriges Bühnenjubiläum von Karl Möller. am Bahnhof Gesundbrunnen. Heute: Konzert, Theater- und Spezialität.- Vorstellung. Der Desperado. Sturz durch die Luft aus einer Höhe von 6 Etagen, ausgeführt von Mstr. Morton, dem wirklichen Gadbin II. Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Täglich: Ob Regen! Das neue und befte Programm Berlíns. Die größte u. beste Raubtiergruppe d. Gegenwart. Gebr. Bügler. 10 Löwen 8 Bären. Anfang 3 Uhr. Entree Wochentags 20, Sonntags 30 Pf. Täglich: Voltsbeluftigungen aller Art.000 Diez' Seeterrasse, Lichtenberg Roederstr. 11-13. Berger Allee mit der Stadt Lichtenberg. breite Moederstraße verbindet Lands25 000 Personen fassend. 11 000 qm großer See. Fahrverbindungen ab Alexanderplat: Linien 58, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 75, 81. Heute sowie Uhr: Auftreten der J. H. Liepelt u. Miß jeden Sonntag: Gr. Konzert foi um 5%, u. 9% besten Turmseilkünstler der Welt Mary Im BrillantGrewinis Totenzahnfahrt über den See. Erstklassiges Spezialitäten- Theater und Ball. -Feuerwerk. 15 Ruderboote. X Riesen- Kaffeeküche. X Bier verdedte Kegelbahnen. Boltsbeluftigungen. Anfang 2 Uhr. Theater frei. Bei ungünstiger Witterung Schutz für 6000 Personen. Entree 20 Bf., Kinder unter 12 Jahren in Begleitung Erwachsener frei. 6000000006 E ♦ 3° C ♦ 3Berliner Prater- Theater Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Sonnabend, den 22. August 1908 findet zu Ehren des 25jährigen Wiederbestehens der Zahlstelle Berlin eine Jubiläumsfeier im großen Saale der Brauerei Friedrichshain ( früher Lipps) statt. 187/8 Großes Künstler- Konzert ausgeführt vom Berliner Sinfonie- Orchester, Kapellmeister M. Fischer, unter Mitwirkung des Arbeitergesangvereins ,, Nord"( M. d. A.-S.-B.), Dirigent Herr Koblenz. Auftreten des beliebten Berliner Ulk- Trio. Festrede gehalten vom Reichstagsabg. Kollegen H. Molkenbuhr. Nach dem Konzert: Großer Sommernachts- Ball. Eröffnung 7 Uhr. Anfang 8, Uhr. Billett 50 Pfg. inkl. Tanz. Den geehrten Gästen steht schon am Nachmittag der große Garten ohne Zuzahlung zur Verfügung. Die Kollegen und Kolleginnen der umliegenden Zahlstellen sind hiermit freundlichst eingeladen. Das Fest- Komitee. SPREEBERLIN SO DAMPFSCHIFFFAHRTHAVEL Stern GESELLSCHAFT POTSDAM BROCEE Billige Dampfersonderfahrten 1. Ab Jannowitzbrücke( Belvedere) und Schlesisches Tor: Täglich( außer Sonnabend und Sonntag) früh 9 und nachm. 2 Uhr nach Woltersdorfer Schleuse. Sonntag} früh 9 Uhr nach Woltersdorfer Scbleuße " 10 nach Schmöckwitz " einf. J Fahrten. 50 Pt. 2. Ab Brandenburger Ufer und Schlesisches Tor: Montag 2 nach Rauchfangswerder| Dienstag 25 nach Müggelheim Freitag 2 nach Rauchfangswerder hin und zurück. Die Rückfahrt findet bereits um 7,30 Uhr abends statt. 3. Ab Weidendammer Brücke( Friedrichstraße): Täglich( außer Sonntag) Potsdam u. Werder. Kinder 40 Pf. früh 9 Uhr Hin- u. Rückt. 80, Der Dampfer legt an der Moabiter Brücke, in Charlottenburg, Schloßbrücke, und in Spandau an.-- Sonntags früh 9 Uhr: Tourendampfer nach Potsdam. 4. Ab Potsdam( Eisenbahnhotel), nachmittags 3 Uhr: Montag, Dienstag und Umfahrt um Potsdam. Donnerstag: Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20. August 1908: Große Korsofahrt auf der Oberspree, von früh 10 Uhr ab Verkehr ab Jannowitzbrücke, mit Musik. Großes Korsofest auf der Oberspree Mittwoch, den 19. und Donnerstag, den 20. August 1908. Der Vorverkauf der Festkarten a 1 M.( Kinder 50 Pf.) und Festprogramms a 10 Pf. findet nur bis einschließlich den 18. August, mittags 12 Uhr an folgenden Stellen statt: 1. an den Kassen der" Stern"-Gesellschaft und im Bureau Brückenstraße 6 b, II; 2. an allen Dampferstationen der Oberspree und in den Festwirtschaften; 3. bei Wertheim, Leipziger Straße und Kantstraße 3; 4. im Invalidendank, Unter den Linden 24; 3957L 5. im Reisebureau der Hamburg- Amerika- Linie, Unter den Linden 8; 6. im Weltreisebureau„ Union". Unter den Linden 5/6; 7. in den Bahnhofs- Buchhandlungen und Zeitungskiosken von Berlin und Charlottenburg; 8. in den größeren Hotels und Restaurants sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen. Die Festkarten berechtigen zu beliebigen Dampferfahrten der" Stern"-Gesellschaft von und nach allen Stationen des Festbezirks mit Unterbrechungen sowie zum freien Eintritt in alle Festwirtschaften an einem Tage. Berliner U Felix Scheuer Ik- Trio.+ Hygienische Bedarfsartikel+ billigste Bezugsquelle, Versand nach außerhalb. Frau Wichert, Berlin 18, 145/ 10* Stralsunderstr. 1. Grüner Weg 34. 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Amt Rigdorf 946 Teilnahme und für die vielen Kranz Spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters Franz Kuhring sagen wir hierdurch allen Freunden und Bekannten, Kollegen und Genossen, sowie dem Gesangberein der Puzer und dem Sparverein" Dalles" unseren aller innigsten Dant. 10225 Augufte Kuhring und Kinder. Danksagung. Allen Denen, die dem Genossen Friedrich Bredlau die lezte Ehre erwiesen, sowie für die Blumen- und Kranzbinderei schönen Strangipenden sage ich meinen Bou Aug. Krause Wienerstraße 7. Vereinskränze, Palmen- Arrangements, Girlanden usw. liefere zu den billigsten Preisen. 16462 Es empfiehlt fich bet eintretendem Trauerfall möglichst sofort Westmanns Trauermagazin Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a, an den Kolonnaden, 2. Haus von der Jerufalemerstraße, und NO., Gr. Frankfurterstr. 115, 2. Haus von der Andreasstraße, zweds Auswahl d. passenden Trauergarderobe aufzusuch. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hausdiener 70/13 Für die überaus zahlreiche und herzliche Teilnahme und die reichen Seranzspenden bei der Beerdigung unferes teuren Entschlafenen, des Wilhelm Kühn Restaurateurs Gustav Rau sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Zentral- Raucherbunde und allen übrigen Bereinen und Korporationen unseren herzlichen Dant. Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Elise Ran Groß- Lichterfelde- Dft, Reft. Kaiserhof. Bon der Reise zurüc 9636* Dr. Leopold Lilienthal Arzt für Haut- und Harnleiden. ( Licht und Röntgen Behandlung.) Große Frankfurter Straße 107. Von der Reise zurüc 10455 = Dr. Hannemann Kurfürstenstraße 170. Fritz Hoppes Festsale Rixdorf. Fritz Heute Sonntag: Hermannstr. 48-49. Telephon 1015. am 14. August im Alter von 17 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. August, nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause, Rummelsburg, Alt- Boxhagen 8, aus nach dem Rummelsburger Gemeinde- Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung er sucht Die Verwaltung II. Todes- Anzeige. Allen Berwandten, Bekannten und Genossen die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau und unsere gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Henriette Fischer geb. Breuer am 14. Auguft nach längerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. August, nachmittags 3 bom Trauerhause, Waldstr. Vergnügen des Wahlvereins. alb. 24, nach dem flädtischen Säle von 250-1000 Perfonen. Große u. Kleine Vereinszimmer( 45 bis 100 Personen) mit Pianino. Schöne große Theaterbühne. Die Säle stehen den geehrten Bereinen sowie zu Privatfestlichkeiten und Hochzeiten auch Sonntags zur Verfügung. Einige Sonnabende sind noch zu vergeben. Sonntag, den 23. August: Theater- Verein ,, Thalia". Zur Aufführung gelangt:„ Ein toller Einfall". Hasenheide 108-114. Arnold Scholz. Neue Welt. Gr. bayerisches Keller- Fest. Baron Muckls Original- Bauernkapelle. Max vom Heede's 1.Tyrolertruppe. Bedienung durch 50 echte bayerische Madl. Dienstag, den 18. August 1908: Kongreß der Dickleibigen. Drei Preise: Mark 60.- Mark 40.- Mark 20.Zwecks Besichtigung der eingegangenen neuen Pariser Original- Modelle Einladung zum Besuch für die Herbst- Saison Westmann Mäntel! Hauptgeschäft: bei Berlin W., Mohrenstr. 37a( kein Eckhaus, 2.Haus v. d. Jerusalemer Straße, und Berlin NO., Gr. Frankfurterstr. 115 kein Eckhaus, 2. Haus von d. Andreasstraße. Paletots! Kostüme! Röcke! Blusen! Uebergangs- Paletots! Einzelne Modelle bereits bedeutend unter Preis! Nur eine Total- Räumungs- Ausverkauf einige wenige Tage! wenige Tage! der Bestände der diesjährigen Sommermoden: Sommermäntel, Reisemäntel, Staubmäntel, Gummimäntel, Paletots, Kostüme, Kleider, Röcke, Blusen, Taffet- Konfektion. 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Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 40152 Um stille Teilnahme bittet Familie Nordmann. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. ( Verwaltung Berlin.) Den Kollegen zur Nachricht, daß am 13. August unser Mitglied, der Holzbildhauer Rudolf Kudernatsch im Alter von 26 Jahren berstorben ist. 20/15 Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 16. August, nachm. 3 Uhr, vom Strankenhause am Urban aus nach dem neuen St. Michael- Friedhof in Tempelhof, Mariendorfer Weg, statt. Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Bentral- Verband der Schmiede Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Emil Hein an Gehirnblutung infolge erlittenen Unfalls am Mittwoch, den 12. August, im 38. Lebensjahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. August, mittags 12 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs der Friedens gemeinde in Nieder- SchönhausenNordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 176/12 Die Ortsverwaltung. Wieder zu Hause chir. dent. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6.Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 13. August verstarb unser Mitglied, der Tischler August Feder Brunnenstr. 88. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Auguft, nach mittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/18 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler August Feder am 13. Auguft gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. August, nach mittags 2 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 88/15 Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Storbmacher Johann Nawrocki am 12. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Auguft, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Den Tob meines lieben Mannes und unseres Baters Johann Nawrocki zeigen hiermit tief betrübt an Die trauernde Witwe nebst Sohn. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. August, nachmittags 8 Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Koliegen Fischer, Henriette geb. Breuer, Bezirk I, am 14. b. M. berstorben ist. Chre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet a Dienstag, den 18. b. M., nach mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Waldstr. 24, aus nach dem städtischen Friedhof. Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 75/11 Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gastu. Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Sachs, Antonie geb. Schmidt, Bezirk I, am 14. b. Mts. verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. d.., nad) mittags 4%, Uhr, von der Halle Philippus- Apostel- Kirchhofes aus nach dem städtischen Friedhof, Müllerstr. 44/45, statt. Um rege Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung. 75/10 Verhand der Buch- und Steindruckerei- Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Zahlstelle II. Am 13. August starb nach langen, schweren Leiden unser Kollege, der Anleger 27/11 Karl Falkenberg im Alter von 37 Jahren. Ein ehrendes Andenken wird ihm stets bewahren Die Zahlstelle II. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 16. b. M., mittags 1 Uhr, vom Virchowkrankenhause nach dem Nazareth- Kirchhofe in Reinickendorf. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Verstand. Bon der Reise zurück 39212* Freischmidt, 269/10 prakt. Arzt u. Geburtshelfer, Dr. J. Seligmann. Charlottenburg, Berlinertir. 98. JANDORF's Spitzen-& Gardinen Woche Bis Sonnabend den 22. August Soweit Vorrat Unser diesmaliger Spitzen- u. Gardinen- Verkauf übertrifft alles bisher dagewesene Tüllstoffe in neuen Mustern, elfenbein- oder butterfarbig, ca. 45 cm breit......... Meter ca. 45 cm breit... Meter Grosse Posten 75,95, 1.25 Spachtelstoffe elfenbein od. butterfarbig, 95, 1.45, 1.95 Valenciennestoffe in feinen aparten Dessins, 85, 1,50 Glatte Waschtülle ca. 100 cm breit,... ca. 45 cm breit...... ... weiss, elfenbein, 85, 1.10, 1.35 Meter Wäsche- Cambric- Stickerei gutes Deutsches Fabrikat........ ca. 41, Meter Kupon ca. 4% Meter Kupon 50, 60, 75 Pf. Schweizer Wäsche- Stickerei prima Ausführung.... ca. 4,10 Meter Kupon 95, 1.45 ..... ca. 4,10 Moderne Einhefte- Rüsche 5, 8, 12 75PL Spachtel- Bolero- Jäckchen 4.75, 7.50 Spachtel- Doppelpasse Jäckchen- Fasson... jetzt 2,90 Tüllspitzen o. Einsätze in verschiedenen Breiten und Farben,........... Meter Spachtelspitzen o. 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M. findet in Heinersdorf bei Weißenfee das Ernte fest statt. Das einzige freie Sofal dortselbst befindet sich Rothenbachstraße 51 8um Lindenbaum", Inhaber Otto Neumann. Wir ersuchen, dies zu beachten. " " " " Außerdem weisen wir nochmals darauf hin, daß in Johannisthal, Erdmanns Waldschänke" nicht zum danebenliegenden Boltsgarten" von Senftleben gehört. Ersteres Lotal steht der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung und ersuchen wir, dies zu beachten. Die Lokalkommission. Treptow- Baumschuleuweg. Am Dienstag, den 18. August, abends 8 Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvereins in Speers Festjälen, Baumschulenstr. 78, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Berichterstattung von der Kreisgeneralversammlung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand macht darauf aufmerksam, daß es in Anbetracht des für den Ort überaus wichtigen Tagesordnung Pflicht eines jeden Mitgliedes ist, für guten Besuch der Versammlung zu agitieren; denn die Kreisversammlung am Sonntag beschäftigt sich auch mit der weite Streise interessierenden Trennungsfrage und foll geführt werden. eine Regelung dieser Angelegenheit in der Ortsversammlung herbeiMariendorf- Südende. Dienstag, den 18. August, abends 8 Uhr, im Restaurant Zierod, Kurfürstenstr. 44: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag: Das neue Vereinsgesetz. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Vom Magen der Kirche. Die evangelischen Kirchengemeinden Berlins rüsten sich Sen Mehrertrag der erhöhten Kirchensteuer in Empfang zu nehmen. Die Stadtfynode macht jetzt bekannt, daß die Kirchensteuer nach dem im Mai gefaßten Beschluß fortan in Höhe von 20 Prozent der Einkommensteuer entrichtet werden muß. In den latholischen Kirchengemeinden hatte die Kirchensteuer bereits diese Höhe, die evangelischen Gemeinden sind nunmehr ihrem Beispiel gefolgt. Die Aufnahme in die städtische Taubstummenschule findet anfangs Ottober statt. Eltern, Vormünder taubstummer schul fähiger und noch nicht eingeschulter Kinder haben Anmeldungen um bevorstehenden Wintersemester bis spätestens 1. Oktober b. J. bei dem Direktor Gusmann, Markusstraße 49, anzubringen. kann. Der gefährdete Tegeler See. Das Schießplakkommando des Tegeler Uebungsplates hat eine neue Einrichtung getroffen, um die Schiffe und den Tegeler See benutzende Ausflügler bei Uebungsschießen zu warnen. Während bisher bei den den Tegeler See ges nicht umgehen; die Gemeinden brauchen eben Geld, weil die großer, rot angestrichener Storb treten, der weithin sichtbar ist und Die Erhöhung auch für die evangelischen Gemeinden ließ sich fährdenden Scharfschießen nur eine fleine Flagge, sogenannte Feuer flagge, gezogen wurde, wird vom Montag ab an ihre Stelle ein Pastoren, deren Beruf es sonst ist, gegen die Begehrlichkeit anderer im Gegensatz zu der kleinen Flagge so hoch angebracht werden soll, daß zu predigen, selber begehrlich" geworden sind und mehr Gehalt er von dem Schießplaßgebäude abfiicht. In Eichwalde bei 8euthen steht uns nur das Lokal haben wollen. Die Pastoren dürften aber den Erhöhungs- Hoffentlich trägt diese Borrichtung zur Verhütung von Unglücks Wittes Waldschlößchen" zur Verfügung; Wicherts beschluß, den sie herbeigefehnt hatten und an dem von ihnen selber fällen bei. Gesellschaftshaus und das Schwedische Blod- eingewirkt worden ist, doch nur mit einem heiteren und haus werden uns beharrlich verweigert und find daher einem nassen Auge begrüßt haben. Er ist nämlich für fie densten, einander völlig widersprechenden Urteile hören. Der eine Ueber den Eifer der Polizei kann man zuweilen die verschic zu meiden. Magen der Kirche zunächst die größeren Portionen zugeführt werden, gebraucht wird. ein zweischneidiges Schwert insofern, als durch ihn zwar dem findet, daß sie nicht rasch und forsch genug einschreitet, wenn sie Der andere flagt, daß sie blind zugreift und nach denen er hungert, aber andererseits wieder mal recht unsanft dabei eine Schneidigkeit entwidelt, die höchft überflüssig ist. iene Gleichgültigen aufgerüttelt werden, die inner- tommt eben bei solchen Urteilen immer darauf an, welche perlich längst nicht mehr zur Kirche halten und dennoch den Bruch sönlichen Beobachtungen von dem einzelnen gemacht worden sind. mit ihr immer noch nicht auch äußerlich haben vollziehen wollen. Jede Sache hat nun mal ihre zwei Seiten, und auch ein Schub. mann will von beiden Seiten betrachtet werden. Die Erhöhung der Kirchensteuer auf 20 Prozent muß bewirken, daß wir selber find die letzten, die ihm sein Recht auf Berücksichtigung die Austritte aus der Kirche sich nun noch weiter feiner beiden Seiten streitig machen möchten. Zum Beweise dessen mehren werden. Kirchensteuer wird erhoben in den wollen wir heute ein paar Beispiele mitteilen, aus denen der geevangelischen Gemeinden von Einkommen über 1500 m., in neigte Leser ersehen möge, daß der Schußmann bald so, bald anders den katholischen schon von Einkommen über 1200 m. Auch wer ein Einkommen in solcher Höhe heute noch nicht hat, aber darauf Am Weidendamm wurde kürzlich aus einem Lokal, das rechnet, es einmal zu erlangen, wird beizeiten durch Austritt aus sich" Bayrische Bierschwemme" nennt, ein angetrunkener der Kirche seine Heranziehung zur Kirchensteuer verhüten wollen. Gast hinausgeworfen. Das Wort hinausgeworfen" ist hier buchstäblich zu nehmen, denn der Mann flog der Länge nach vollzogen hat, der Kirche zunächst immer noch eine Zeitlang tribut- hinein zu gelangen, ging es ein bißchen sehr stürmisch zu, so daß er Freilich bleibt der Kirchensteuerzahler, wenn er seinen Austritt aufs Pflaster. Bei seinen Versuchen, noch einmal in das Lokal pflichtig. Bis zum Schluß desjenigen Kalenderjahres, das auf das Blut lassen mußte. Man sagt uns, daß von seinen WiderJahr feines Austritts folgt, muß er die Kirchensteuer noch zahlen. fachern der Stock und anscheinend auch ein Gummischlauch gegen Diese Bestimmung bewirkt, daß regelmäßig in der zweiten Hälfte ihn gebraucht worden seien. Selbstverständlich wurde durch die des Jahres und ganz besonders in den Monaten Oktober, November, Schlägerei eine große Menschenmenge herbeigelockt, die ihre EntDezember die Austrittserklärungen fich häufen, weil viele noch Das Lokal liegt in nächster Nähe der Weidendammer Brüde, auf rüftung über die dem Gast widerfahrene Behandlung äußerte. vor Jahresschluß den Austritt vollzogen haben ber ja wohl jederzeit ein Schußmann postiert ist. Von dort aus steuer frei zu kommen. Wer eine Austrittserklärung abgeben Schrittes herangependelt. Er wandte sich an die Menge wollen, um ein ganzes Jahr früher von der Kirchen- kam dann auch schließlich ein Schußmann gemessenen will, der wird das beachten müssen. Schon manchem, der das bis mit dem Kommando:" Gehn Sie weiter, es ist alles er. in die allerletzten Monate des Jahres verschoben hatte, erivuchsen ledigt!" und ging dann selber weiter. Jm Publikum war man plöglich allerlei unvorhergesehene Schwierigkeiten bei der Beschaffung erstaunt darüber, daß ihm diese„ Bierschwemmen"-Affäre so ohne der Papiere( Taufschein oder Konfirmationsschein), so daß er den Anschluß weiteres als erledigt" galt. Ein anderer Leser unseres Blattes weiß von einem Schuhmann berpaßte und wieder noch ein Jahr länger der Kirche tributpflichtig zu erzählen, der ihm zu eifrig war. An der& deder Andreas. blieb. Zu beachten ist ferner, daß, wenn nicht auch die Ehefrau und Blumenstraße war ein Straßenhändler von ihren Austritt erklärt, diese zur Zahlung der Hälfte des einem Schußmann aufgefordert worden, mit seinem Kram weiter. Stirchensteuerbetrages herangezogen wird, auch dann, zuziehen. Das ging wohl nicht schnell genug, unt so forderte wenn sie zur Erwerbung des Einkommens nicht durch Mitarbeit schließlich der Schußmann den Händler auf, ihm zur Wache zu beiträgt. Bei Mischehen meldet sich die Gemeinde des anderen folgen. Der Händler war dazu bereit, nur hätte er gern noch eine Bekenntniffes und nimmt der noch nicht ausgetretenen Ehefrau die Dame bedient, die schon längere Zeit an seinem Wagen stand und Hälfte des Kirchensteuerbetrages ab. faufen wollte. Nunmehr ging der Schuhmann gegen die Dame ber, die ihm mit ihrer auflust in die Quere ges Zur Austrittserklärung ist, wie wir hier auf immer- tommen war. Der Händler benutte diese Gelegenheit, um sich wiederkehrende Anfragen in Erinnerung bringen wollen, mit seinem Wagen aus dem Staube zu machen. Der Schußmann erforderlich, daß der Austrittslustige dem zuständigen Amtsgericht jagte leichtfüßig hinter dem Ausreißer her, aber er erwischte ihn schreibt oder mündlich zu Protokoll gibt, er melde hiermit nicht. Zurückkehrend wurde er von dem wartenden Publikum mit feinen Austritt aus der( evangelischen oder katholischen) Landeskirche lautem Hallo empfangen. Da bemerkte er, daß auch die Dame noch da war, die ihm diesen Reinfall verschafft hatte. Und werden, damit vom Gericht die Vorladung zum Termin, in dem er warum? fragten die verdußten Zuschauer. Ja, warum! Lesen Selbstverständlich muß Name und Wohnung genau angegeben mit raschem Entschluß nahm er jetzt sie fest und führte sie ab. dann gewöhnlich seinen Austritt zu erklären hat, übersandt werden wird man's in dem Strafmandat, das der Schuhmann dieser Dame tann. Auch wenn er etwa eine solche Vorladung besorgen wird. nicht erhält, muß er frühestens a 29. Tage und spätestens am Da wir gerade dabei sind, die eifrige Seite" des Berliner 42. Tage nach Eingang seines Anteges sich mit Ausweispapieren Schußmanns zu beleuchten, so wollen wir noch einen anderen Fall, Ober- Schöneweide. Dienstag, den 18. August, abends 8 Uhr, bei dem Gericht persönlich einfinden( in Berlin vormittags zwischen der hierher gehört, erwähnen. Durch die Dirdsen. und findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im„ Wilhelminen 11 und 1), um feinen Austritt zu erklären. Uebrigens wird nähere runerstraße wurde nach dem Polizeipräsidium von vier hof" statt. Auf der Tagesordnung steht ein Referat über den bebor Auskunft über alles das an den unseren Lesern be- Polizeibeamten ein angetrunkener Mann transportiert, der aus stehenden Parteitag und der Bericht über die Kreisgeneralversammtannten Stellen erteilt, wo auch Formulare zur Aus- worden war. An den Armen und den Beinen hielten sie ihn fest und einer benachbarten Kneipe hinausgeworfen lungen in Bankow und Rummelsburg. Bollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet trittsanmeldung unentgeltlich abgegeben werden. Brit- Buckow. Am Dienstag, den 18. August, abends 129 Uhr, findet im Landhaus", Chauffeeſtr. 97, eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1." Revolutionen in der christlichen Religion". Referent: Genosse Störmer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Heute Sonntag früh 8 Uhr findet eine Handzettelverbreitung statt. Zahlreiche Beteiligung an beiden Veranstaltungen erwartet Der Vorstand. Zeuthen, Miersdorf. Die Genossen werden auf den am Mittwoch, den 19. d. M., stattfindenden Zahlabend aufmerksam gemacht. Der Zeuthener Zahlabend findet bei Lindemann statt. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. Die Bezirksführer. Bankow. Am Dienstag, den 18. Auguſt cr., pünktlich 19 hr abends: Außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins im Kurfürsten", Berliner Straße 102. Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Bericht aus den Kommissionen. 3. Bericht von der Kreisgeneral versammlung. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Zahl reiches und pünktliches Erscheinen dringend notwendig. Der Vorstand. Reinickendorf- West. Am Dienstag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, fundet in den Eichbornsälen die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Die Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert. Tegel. Dienstag, den 18. August, abends 8 Uhr, findet in Klippensteins Seeschlößen", Spandaner Str. 4, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. " Der Vorstand. Ebenfalls sei nochmals auf das heute stattfinde Volksfest hingewiesen. Köpenid. Heute abend 8% Uhr Versammlung des Wahlvereins im Lotal des Herrn 2. Scheer( Wilhelmsgarten"). Zehlendorf. Dienstag, den 18. d. M., abends 8%, Uhr, findet bei Mickley, Potsdamer Straße 25, die Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung:„ Der Parteitag in Nürnberg". Referent: Genosse Küter- Schöneberg. Diskussion. Gäste haben Zutritt. Berliner Nachrichten. Zerstörung des Grunewalds. an. so schleppten und schleiften sie ihn über das Pflaster. Dabei schrie der Mann, sie möchten doch die Fesseln zahlte ich dieser Tage Im katholischen Kirchensteuerbureau hinter der Hedwigskirche be lodern, die sie ihm um die Handgelenke gelegt hatten und durch die - so schreibt uns eine Protestantin für er ohnedies wehrlos gemacht worden war. Einer der Zuschauer einen Bekannten die Stirchensteuer. Schon die fünf Minuten Auf- gab seiner Entrüstung Ausdrud, aber da hatte man auch enthalt genügten, um mich zu überzeugen, mit welcher Geschäfts- ihn schon beim Kragen und schleppte ihn mit. Auch ein gewandtheit" der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden Kriminalbeamter, der in der Menge herumhorchte, trat plötzlich Groß- Berlins, dem die Steuerveranlagung und Steuereinziehung obs in Aftion, als ein anderer Bassant sich entrüsten wollte. Da sage liegt, arbeitet. Ein Herr protestierte gegen die Veranlagung nach noch einer, daß die Polizei nicht auf dem Posten sei! dem Steuerfaße von 12 M., da er seitens der Staatsbehörde nur zu einem solchen von 6 m. veranlagt ist. Der Beweis tonnte fofort Verlegung von sechs Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn durch das staatliche Veranlagungsschreiben erbracht werden. Also hat verlegt wegen Gleisarbeiten die Linie 2, Außenring, vom 18. bis fich die Kirche, geirrt". Ein Wort der Entschuldigung fand man nicht. 20. August von der Bülow, Potsdamer, Haupt- und Kolonnenstraße Gleich darauf befchtverte sich ein zweiter Herr über die Ver- in die Bülow, Manstein, Bahn- und Kolonnenstraße. Ferner wird anlagung zur Kirchensteuer, da sowohl er wie seine Ehefrau nicht in den Nächten vom 17. zum 18. und vom 18. zum 19. August die der fatholischen Kirche angehören. Wieder hörte ich kein Wort der Linie 72 anstatt über die Gertraudtenstraße, den Köllnischen FischStatt aufzuforsten, wird die Umgebung von Berlin immer weiter Entschuldigung. Dann berappten drei oder vier Personen mit füß- markt, den Moltenmarkt, die Stralauer, Schickler- und Blumenabgeholzt. Berschwunden ist der Hochwald, der sich von Lichtenrade fauren Mienen. Und noch ehe ich mich entfernte, erklärte ein Dritter, straße, den Grünenweg, vom Spittelmarkt durch die Seydel-, Alte daß seine allerdings katholische Chefrau teine Einnahme habe, auch und Neue Jakob-, Köpenicker, Brücken-, Holzmarkt-, Markusstraße bis nach Klein- Beeren erstreckte und unter dem Namen„ Birkholzer nicht selbständig zur Staatssteuer veranlagt sei und er als Protestant und den Grünenweg und zurück geleitet. Vom 18. bis 20. Auguſt Domforst" bekannt war. der prächtige Hochwald verkauft und vom Holzlontor nieder- daher die Kirchensteuer unter keinen Umständen bezahlen werde. Die werden die Linien 58, 65, 66 und 67 statt durch die Stralauer und geschlagen. Von demselben Schicksal ist die Hasenheide betroffen weitere Erklärung des Mannes, daß er seine Ehefrau zum Austritt Jüden durch die Stralauer- und Stönigstraße geführt. worden. Und nun kommt die Königsheide an die Reihe. Schon aus der katholischen Kirche beranlassen werde, nahmen die Nächste Briefpoft nach Südwest. Eine Briefpoft nach Deutschist der Anfang gemacht worden. Mehr als 100 Morgen find Herrschaften achielzudend entgegen. Man muß wohl hier an so bereits fahl geschlagen. Die Wuhlheide wird auch bald ver- etwas tagtäglich gewöhnt sein. Das alles spielte fich immer Südwestafrika geht von Europa wieder am 18. August ab. Sie Schade, daß ich hier nicht ein wird an diesem Tage in Southampton dem Reichspostdampfer der schwinden. Große Teile sind schon an Gas- und Wafferwerke, Anstalten halb fünf Minuten ab. berweilen konnte. paar Stunden Dann wären und die anliegenden Gemeinden zu Bauzwecken aufgeteilt werden. wohl noch Deutschen Ostafritalinie übergeben, der am 12. August Hamburg Der Rest soll nun auch noch verschwinden. Die Verhandlungen über Dugende von Irrtümern zur Sprache gekommen. Zwei Beamte verlassen hat, und am 18., abends 6 Uhr, von dort seine westliche waren nur mit dem Kubertieren den Verkauf sind dem Abschluß nahe. Köpenick plant den Verkauf ganzer Berge Ver- Rundfahrt ausführt. Der Dampfer ist am 6. September in Swa der Forsten an der Müggel. Bereits ist der Anfang gemacht worden. anlagungsschreiben beschäftigt. Wie viele unberechtigte Schröpfungen topmund und am 7. in Lüderizbucht. Befördert werden ausDas Beispiel des Fistus wirkt ansteckend. Von dem Hochwalde bei mögen fich darunter befunden haben! schließlich Brieffendungen. Die Heimat verlassen sie am 17. August, Schönwalde hat der Fiskus den wertvollsten Teil um den idyllischen Gorin- Ganz ähnliche Schilderungen gehen uns über die Zustände im abends 6.01 Uhr, in Köln mit der Bahnpost nach Verviers oder fee in einer Ausdehnung von 4000 Morgen verkauft. Die ausgedehnte Bureau für evangelische Kirchensteuern zu. Der einzig richtige Weg, 7.54 1hr in Oberhausen mit der Bahnpost nach Bortel, um weiter Hermsdorfer Forst hat eine Terraingesellschaft erworben und jetzt den pladereien zu entgehen, ist Austritt aus der Kirche. Wie nach England befördert zu werden. Auch nach Ramansdrift, WarmHermsdorfer Forst hat eine Terraingesellschaft erworben und jetzt wenig muß diefe ihre Schäflein kennen, wenn sie fortdauernd ihr bad, Kaltfontein und Utamas gehen sämtliche Brieffendungen über aufgeteilt zu Bebauungszwecken. Lüderitzbuch. Die Spandauer wollen nicht zurückbleiben. Mit den Waldungen nicht zugehörige zur Kirchensteuer veranlagt. bon ist nichts anzufangen. Einen Teil hat das Johannisstift erworben, Endlich soll das Radialsystem XI seiner Bollendung entgegengehen. Nachtrag zum Fernsprechverzeichnis. Zu dem Verzeichnis der um nach der Abholzung dort ein neues Heim zu bauen. Der Rest Die magistratsoffiziöse Korrespondenz teilt mit: Durch den Bau Teilnehmer an den Fernsprechneßen in Berlin und Umgegend hat foll nun trockengelegt und dann veräußert werden. Wohin man eines Notauslasses für das neue Radialsystem XI war die Sperrung die kaiserliche Ober- Postdirektion einen Nachtrag hergestellt, der in geht, überall das gleiche Bild. Von dem Grunewald, der noch vor der westlichen Seite der Greifswalder Straße notwendig geworden. den nächsten Tagen zur Verteilung kommt. Der Nachtrag schließt wenigen Jahren von Berlin aus bequem zu Fuß zu erreichen war, Jetzt, nach etwa dreiviertel Jahren gehen die Arbeiten ihrer mit dem 9. Juli ab. Er bringt 4300 neue Anschlüsse, außerdem fällt ein Stück nach dem andern. Bollendung entgegen, während der Bauzeit ist die Bauleitung zahlreiche Aenderungen und Streichungen. In den Vorbemer Damals fonnte man noch den Halensee umwandern. Und bemüht gewesen, die Arbeiten so zu verteilen, daß die Sperrung für fungen ist zu ändern, daß jetzt weitere Abdrücke des Verzeichnisses heute? Die Hälfte der Jungfernheide hat Charlotten die einzelnen Grundstücke immer nur einige Wochen dauerte. Ferner nebst Nachträgen sowie Uebersichten über den inländischen Sprech burg erworben, der Rest ist bereits zu Fabritzwecken ist dafür gesorgt worden, daß im Falle eines Brandes die Feuerwehr bereich mit Angabe der Gebühren nicht mehr bei der Annahmestelle, bestimmt und ein Teil schon bebaut worden. Die zu jeder Beit an sämtliche bewohnten Grundstücke herankonnte. sondern bei der Zeitungsstelle des Briefpoftamtes, Ede der Heiligens Zehlendorfer Forst ist eingezäunt, und, wie es heißt, soll nur das Inzwischen sind die Arbeiten so gefördert worden, daß mit der geist- und Königstraße, gegen Erstattung der Selbstkosten zu beöstliche Ufer der Strummen Lante zu Bauzwecken verkauft worden größten Sicherheit zu erwarten ist, sie im nächsten Monat dort be- ziehen sind. Jm Orts- Fernsprechneße von Berlin find neue öffentfein. Wenn das so weiter geht, dann ist in 15 Jahren die Um- endigen zu können. Der Umzug der Mieter wird danach auf der liche Fernsprechstellen bei den Bostämtern C. 45, Roßstraße 29/30, gegend von Berlin verschandelt, das Tempelhofer Feld der Terrain- bisher von der Sperre betroffenen Seite ohne Schwierigkeiten und und C. 76, Hackescher Markt 4, eröffnet worden. Für den Monat fpefulation überantivortet, der Tiergarten ein Garten ohne Tiere Störungen vor fich gehen können. Die dort noch erforderlichen Ar- Ottober ist eine Neuauflage beabsichtigt, die Mitte November zur mit Hunderten von Denkmälern, die tein Mensch achtet, der Grune beiten werden eventuell in der geschlossenen Baugrube unter Tage Ausgabe gelangt. Anträge auf Aenderung oder Vervollständigung wald die reine Vogelwiese, die Schönholzer Heide eine Kaserne, die vorgenommen werden. In der Friedenstraße wird jetzt schon unter der Eintragungen sind möglichst früh, spätestens bis zum 8. OlJungfernheide eine Fabrilstadt mit ungezählten Schloten, die Müggel- Tage gearbeitet und ein Stollen von der Prenzlauer Straße durch tober, schriftlich und frantiert an das zuständige Fernsprechamt zu berge ein zweites Westend usw. usw., und nur die Namen erinnern die Brenzlauer Allee und Friedenstraße nach der Greifswalder Straße richten. Der ganze Nachtrag für Berlin und die Vororte im Ber noch an die Vergangenheit. I getrieben, wobei sehr oft Sprengingen stattfinden müssen. liner wie im Botsdamer Bezirk umfaßt 132 Seiten. Wie mal der Armut geholfen wird. Unter der Ueüersdmft„Die Satten am Tische des Herrn' be» richteten wir in Nr. 185 nach einen, hiesigen Wochenblatte, wie eine eheverlassene gebildete s?rau, deren Not auf den Höhepunkt, ja bis zur Obdachlosigkeit gestiegen war, alles mögliche versucht habe, um ihren Hunger zu stillen und ein Unterkommen zu finden. Sämtliche öffentliche Hülfsstellen, die zur Hülfeleistung berufen und verpflichtet sind, versagten vollständig. Private Institutionen gaben gerade soviel, daß für ein paar Stunden der Magen befriedigt wurde. Dann fing das alte Elend von neuem an. Namentlich haben geistliche Stellen, an die sich die Frau wandte,' in verknöchertster Herzlosig- keit jede Hülfe verweigert. Wie die Frau schildert, war sie einmal Vor körperlicher Schwäche, lediglich aus Hunger, nahe daran, ihren moralischen Halt zu verlieren und im Groststadtsumpf unterzugehen. Im letzten Augenblick fand sie sich wieder und entging der Schande. Von zahlreichen Seiten sind der Frau Spenden zugegangen, nahezu tausend Mark, für eine Frau, der vor acht Tagen noch das Stück trockene Brot fehlte, eine gewaltige Summe. In diesem einen Falle ist vor der Hand geholfen. Bei der Hilfeleistung mag auch die Entrüstung über derartige moderne Zu- stände, über das Versagen der Hilfstätigkeit bei höchster Not, mit- gespielt haben. Diese goldglänzende Autwort aus der Mitte des Publikums ist die Quittung auf den immer wieder zu be- obachtenden Bureaukratismus der modernen Armenpflege und auf den faulen Zauber des privaten Wohltätigkeitsrummcls vornehmer Kreise. Erst die Presse muh an gebefreudige Herzen appellieren. um einen einzigen Menschen satt zu machen. Das ist wahrhaft beschämend. Aber wir wollen auch gleich feststellen, dast in ähnlich verzweifelter Lage sich jeweilig noch viele andere Großstadt- menschen befinden, denen nicht geholfen wird und nicht ebenso ge- Holsen werden kann. Denn es ist selbstverständlich nur vereinzelt möglich, daß die Presse einen besonders kraß liegenden Fall fest- nagelt. Mögen sich den vorliegenden Fall alle diejenigen aintlichen und nichtamtlichen Stellen hinter die Ohren schreiben, welche schnell fertig sind mit dem Wort, daß- in Berlin niemand zu verhungern braucht._ Vom Schlachtfeld der Arbeit. Ein schrecklicher Betriebsunfall hat sich am Freitagnachmittag in einer Maschinenfabrik in der Uferstraße zugetragen. Die Lbjährige Arbeiterin Hedwig Biese aus der Schulstr. Eö geriet während der Arbeit mit der rechten Hand in das Getriebe einer Presse. Die Finger wurden der Un» glücklichen in das Maschinenwerk hineingezogen. Zwei Arbeiter, die sofort hinzusprangen, rissen die Verunglückte zurück. Sie wäre andernfalls vollständig in das Getriebe hineingezogen worden. Es konnte jedoch nicht mehr verhindert werden, daß der Bedauerns- werten von der rechten Hand sämtliche Finger abgerissen wurden. Die Schwerverletzte fand in der Kgl. Klinik Aufnahme. Gestern um die Mittagszeit(11 Uhr 60 Minuten) ereignete sich bei Borsig in den Gernrania-Werken Gießerei II in Tegel ein leider tödlich verlaufener schwerer Unglücksfall. Der Former Ernst Schauer wollte auf Geheiß des Meisters eine 15 Zentner schwere Platte von Hochkant auf Wagerecht wenden. Die Platte fiel aus den Ketten auf den Former. Dieser trug schwere Verletzungen des Rückens und im Innern davon. Die Lungenflügel wurden dem Unglücklichen zusammengequetscht. Nach etwa 20 Minuten erlöste der Tod das Opfer seines Berufes von seinen furchtbaren Schmerzen. Als der Arzt, Dr. Rosenthal, nach%1 Uhr erschien, konnte er nur noch den Tod feststellen. Das geheimnisvolle Verschwinden eines Schulknaben, dem möglicherweise ein Verbrechen zugrunde liegt, beschäftigt die hiesige Lkriminalpolizei. Seit dem vergangenen Donnerstag wird der 12 jährige Schüler Alfred Bieta auS der Landsberger Allee 52 ver- mißt. Der Knabe hielt sich häufig bei einem Verwandten in der Samariterstraße auf und erledigte für diesen kleine. Gänge. Hin und wieder brachte er auch Geldsummen zum Einzahlen zur Post. Am DonncrStagnachmittag schickte ihn der Verwandte wiederum mit einigen hundert Mark nach dem Postamt 112. B. ist aber dort nicht eingetroffen und wird nun vermißt. Er ist ohne Kopfbedeckung von daheim fortgegangen. Daß der Knabe vielleicht daS Geld m die eigene Tasche gesteckt haben könnte und auf und davongegangen wäre, ist so gut wie ausgeschlossen. Er hat schon weit größere Geldsummen nach dem Postamt tragen müssen und hätte also schon bessere Gelegenheiten gehabt, das Weite zu suchen. Außerdem ist es bei der Charakterveranlagung kaum an- zunehmen, daß B. sich vielleicht von einem anderen hätte überreden lassen, mit ihm gemeinsam das Geld durchzubringen. Vielmehr wird be« fürchtet, daß der Knabe Verbrechern in die Hände gefallen ist. Was nun mit dem Verschwundenen geschehen ist, daS bedarf vorläufig noch der Aufklärung. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Vermißte einem schiveren Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Es wäre daher von größter Wichtigkeit, wenn sich solche Personen bei der. Polizei oder bei der Mutter des Verschwundenen melden würden, die irgend welche entsprechende Beobachtungen gemacht haben. B. ist 1,20 Meter groß, für sein Alter kräftig gebaut und hat blondes, kurz- geschorenes Haar. Bekleidet ist er mit grauer Joppe und gleich- farbiger kurzer Kniehose, hohen Schnürstiefeln und schwarzen Strümpfen. Eine Mütze trug er, wie bereits erwähnt, nicht. Vier Tage und vier Nächte hilflos im Walde. Der Fall der unglücklichen Frieda Cziemer, über de» wir gestem berichteten, scheint nach neueren Meldungen eine Folge unserer inhumanen Armen- gesetzgebung und der Danziger Armenverwaltung zu sein. Es wird nämlich über die Lage des bedauernswerten Geschöpfes folgendes gemeldet: Das vcrkriippelte Mädchen hat bis zum 14. April bei den Hallmannschen Eheleuten in der Weißenburger>str. 34 in Berlin in Schlafstelle gewohnt und ihre Wohnung anscheinend aus Furcht ver- lassen, weil sie gezwungen werden sollte, aus Berlin nach Danzig überzusiedeln. Nach dem Tode der Eltern, die von Danzig nach hier gezogen waren, hat die Cz. sich öfter wochenlang in den Wäldern der Umgebung Berlins aufgehalten, während sie zu anderer Zeit wiederum sich ihren Lebensunterhalt in geschickter Weise durch Anfertigung von Handarbeiten verdiente. Im Wald sei sie eines Nachts bei großer Kälte auf Polsdamec Ge- biet eingeschlafen, von Arbeitern am nächsten Morgen in be- sinnungslosem Zustande, fast im Schnee versteckt, aufgefunden und nach dem Potsdamer Krankenhause gebracht. Beide Beine mußten amputiert werden und die Cziemer erhielt dann zwei künstlich konstruierte Beine aus Gummi bis zu dem Oberschenkel. Zwischen dem Magistrat von Potsdam und Danzig, wohin die Cz. heimats- berechtigt war, ist es dann der Kurkosten wegen zu einem Prozeß gekommen, den Danzig verlor. Auch mußte der dortige Magistrat für die zum Krüppel Gewordene von nun an Armen- Unterstützung bezahlen. Diese städtische Behörde ver- langte nun im April dieses Jahres, daß das Mädchen nach Danzig übersiedele. ES scheint, daß die Cziemer aus Furcht vor der Abschiebung den Tod gesucht hat. Seit Mitte April hat sie ihre feste Wohnung verlassen und es ist bisher noch nicht festgestellt, wo sie sich seit dieser Zeit aufgehalten hat. Eine Liebestragödie, die mit dem Tode zweier junger Menschen endete, hat sich im Grunewald abgespielt. Nicht weit vom Bahnhof Grunewald entfernt wurden in einer Schonung im Jagen 4 die Leichen eines Liebespaares aufgefunden. Ueber die Personalien der beiden Toten konnte bishcp noch nichts ermittelt werden. Jedenfalls handelt es sich aber um zwei Berliner. Beide Leichen wiesen in der Brust Schußwunden auf und es ist wohl anzunehmen, daß der junge Mann, der etwa 24 Jahre alt gewesen sein mag, zuerst ssine um einige Jahre jüngere Geliebte und dann sich selbst durch Revolverschüsse getötet hat. Die Leichen wurden nach der Fricdhofshalle übergeführt. Die Kleidung des Mädchens bestand aus einer Iveitzen Bluse, dunkelkarriertem Rock, weißem Strohhut und Knopfstiefeln, während der junge Mann mit einem dunklen Anzug, steifem Hut und Schnürstiefeln bekleidet war. Im Grdncwalbsee ertränkt hat sich ein unbekannter etwa Llljähriger Selbstmörder. Der Unbekannte, der vermutlich dem Kaufmannsskande angehört, sprang in der Nähe des Schlosses Grunewald in den See und ging sofort unter. Bald darauf wurde die Leiche des Lebensmüden ans Ufer gebracht. Aus Not zum„Fledderer" geworden ist der Schlosser D. aus der Rummelsburger Straße. Infolge andauernder Arbeitslosigkeit war D. in die größte Notlage geraten und da er bald keinen anderen Ausioeg mehr wußte, so faßte er den unseligen Entschluß, sich auf das Gebiet der Fledderci zu begeben. Aber schon bei feinem ersten Debüt ereilte ihn das Verhängnis. D. hatte sich in der gestrigen Nacht einen Möbelpolier, der vor dem Hause Frankfurter Chaussee 8 eingeschlafen war, als Opfer erkoren und ihm die Uhr sowie das Portemonnaie gestohlen. Der Vorgang war jedoch von einem Nacht- Wächter beobachtet worden und D. wurde sogleich festgenommen und zur Polizei gebracht. Er legte ein reumütiges Geständnis ab. Ein raffinierter Taschendieb, der mit einem dreisten Tric „arbeitet", treibt gegenwärtig im Osten der Stadt sein Unwesen. So fing er mit dem Teppicharbciter Hahnke aus der Kronprinzen- straße 31, dem er in der Frankfurter Allee begegnete. Streit an. Er vertrat ihm den Weg und ging bald zu Tätlichkeiten über. H. setzte sich zur Wehr und jagte den Angreifer auch in die Flucht. Später mußte er die unangenehme Entdeckung machen, daß der Streit nur Mittel zum Zweck gewesen war. Der freche Bursche hatte ihm unbemerkt die Taschenuhr sowie die Kette gestohlen. Ein gefährlicher Kinderfreund. Unter dem Verdacht einer Reihe schwerer Sittlichkeitsverbrechen, begangen an schulpflichtigen Mädchen, wurde in Köpenick der Kutscher Hermann Knape ver- haftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Der erst 18 Jahre alte Mensch soll Kinder durch Süßigkeiten an sich gelockt und sich dann schwer an ihnen vergangen haben. Unter der Maske einer Krankenschwester tritt eine dreiste Schwindlerin auf, die ihre Opfer unter den Zimmervermietcrinnen sucht. Sie mietet möblierte Zimmer und versucht dann unter den verschiedensten Vorwänden Geld von den Wirtinnen zu erlangen. Bald schwindelt sie ihnen bor, sie habe ihr Portemonnaie mit der ganzen Barschaft verloren, bald gibt sie an, sie habe ihr Geld noch bei ihrem Gepäck in Magdeburg. In einem Falle ist es der Gaunerin, die einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck macht, geglückt, von einer Zimmervermieterin nahezu hundert Mark zu erhalten. Beim Diabolospiel überfahren wurde gestern die elfjährige Schülerin Erna Schmidt aus der Lenaustr. 12 in Rixdorf. Die Kleine hatte vor dem Hause Reuterstr. 50 auf dem Fahrdamm Diabolo gespielt und wurde von einem vorüberfahrenden Straßen- bahnwagen der Linie 46 umgerissen, überfahren und schwerverletzt nach der Unfallstation gebracht. Mit einer tödlichen Schußwunde im Kopfe aufgefunden wurde heute früh am Nettelbeckplatz ein etwa 29 Jahre alter, anscheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden konnten. Schutzleute brachten den Schwer- verwundeten nach der Unfallstation in der Lindower Straße, von wo auS die Ueberführung des Lebensmüden nach dem Virchow-Krankcn- Hause erfolgte, wo er in hoffnungS- und besinnungslosem Zustande daniederliegt. Auf der Jagd erschossen. Ein Jagdunfall, bei dem ein junges Menschenleben vernichtet wurde, trug sich am Donnerstag auf dem Rittergut Briefen bei Gerswalde in der Nähe von Templin zu. Ein Ibjähriger Gutsarbeiter meldete dem Pächter des Gute?, Herrn B., daß ein Rehbock an einer Waldecke äse. Darauf soll der Pächter dem jungen Burschen den Auftrag erteilt haben, den Bock schußgerechter zu treiben. B. gab dann einen Schuß auf das Wild ab und dabei nahm die Kugel infolge Aufsetzens auf einen harten Gegenstand eine so unglückliche Richtung, daß das tödliche Geschoß dem Treiber in den Leib drang und dessen augenblicklichen Tod herbeiführte. Der unglückliche Schütze stellte sich selbst der Polizei. Auffällige Glastransportwnzcn, die in ihrer Art eine starke Ver- kehrSgefahr bedeuten, sieht man feit kurzem in den Straßen. Auf dem gewöhnlichen Plattenwagen liegt horizontal ein denselben zu beiden Seiten um nahezu einen Meter überragendes, gepolstertes Holzgitter, das zur Aufnahme der Spiegelscheibe bestimmt ist. Da- durch wird der Wagen breiter, als in den meisten Straßen der Raum zwischen der äußeren Straßenbahnschiene und der Bord- schwelle beträgt. Der Glaswagen muß also bei jedem Zusammen- treffen mit einem Straßenbahnwagen so weit nach rechts ausbiegen, daß das Holzgitter auch noch die Bordschwelle überragt und fast die Laternenpfähle streift. Passanten, die nicht aufpaffen, geraten dann in Gefahr, von dem HolzgilLr überrannt zu werden. Muß man denn die Glasscheiben un bringt wagerecht transportieren? Es sollte doch ebenso leicht sein, sie auftecht oder schräg in einer ent- sprechenden Gestalt unterzubringen, wie das viele andere Spiegel- glasgeschäfte schon tun. Sollte wirklich der wagerechle Transport gewisse Vorteile bieten, so darf deshalb doch nicht das Straßen- Publikum in Gefahr gebracht werden. Der„Berliner Eis- Palast", dessen Bau vor mehr als Jahres- frist auf dem früheren Gelände der Gasanstalt an der Luther-, Motz- und Augsburger Straße von einer Gesellschaft in Angriff ge- nommen wurde, soll nunmehr definitiv am 1. September d. I. dem öffentlichen Berkehr übergeben werden. In einer großen Halle be- findet sich die durch Borsigsche Kältemaschinenerzeugungsanlage hergestellte, rund 200) Quadratmeter umfassende künstliche Eislauf- bahn. Im ersten Stock befinden sich Festsäle, im zweiten Stock ein orthopädisches Institut nebst Bäder- und SportauSbildungS- abteilungen, auf dem offenen Söller der Dachzinne ein Luft» und Sonnenbad. Der Eintrittspreis soll 1 M. bettagen. Es sollen auch Hefte mit 30 Gutscheinen zu 22,60 M. abgegeben werden. Danach scheint das Etablissement nur den obersten Tausenden nutzbar werden zu können. Fcuerwehrbericht. In der Nacht zum Sonnabend wurde der 12. Zug nach der B ü low straße 45 alarmiert, wo im Keller Papier und anderes in Brand geraten war. Ein kleiner Wohnungs- brand mußte Kleine Hamburger Straße 18 gelöscht werden. In der Jägerstraße 1 brannten Hobelspäne und anders in einer Küche Weitere Alarme liefen aus der Simon- Dachstraße 22 und anderen Stellen ein. Gefunden ist auf dem Jubiläumsfest des Zentral- Verbandes der Zimmerer, das am 8. August in der „Neuen Welt" stattfand, ein goldener Herren-Manfchettcnknopf mit Damenphotographie. Der Verlierer kann den Manschettenknopf im Berbandsbureau, Engelufer 15, v. III, Zimmer 50, in Empfang nehmen. Im wissenschaftlichen Theater der Nrania gelangt in dieser Woche der Vortrag„Von der Zugspitze bis zum Watzmann", der die schönsten Gebirgspartien Oberbayerns in voller Farbenpracht an dem Beschauer vorüberziehen läßt und die bayerischen Königs- schlösscr in Wort und Bild zur Darstellung bringt, am Sonntag, Mittwoch und Sonnabend zur Aufführung. Am Montag und Frei- tag wird der Vortrag„Ueber den Brenner nach Venedig wiederholt werden, während am Dienstag der Vortrag„Durch Dänemark und Südschweden" und am Donnerstag der Vortrag„Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat" gehalten wer» den soll. Arbeiter-Samnrittr-Kolonne. Montag abend 9 Uhr I.Abteilung DreSdenerstr. 45: Vornag der praktischen Aorztin Dr. med. Profö über Vergiftungen und verschiedene gefahrdrohende KrankheitSznstände. Daran anschließend praktische Uebungen. Am Sonntag, den 23. d. M., findet eine Tagespartie Erkner-StranSberg statt mit Besicbtignng der Riidersdorfer Kalkberge unter sachverständiger Führung. Abfahrt früh 7" Uhr vom Siblesischen Bahnhof. Treffpunkt bis 8'/.2 Uhr in Erlner. BrodtS GesellschaftshauS._ Vorort- JVacbricbtm* Nixdorf. Die Liste der stimmfähigen Bürger RixdorfS. Für die im Herbst dieses JahreS stattfindenden Stadtverordnetenwahlen liegt in der Zeit vom 15.— 30. August d. I. während der Geschästsstuntett wochentags von vormittags 10 Uhr bis nach- mittags 3 Uhr und Sonntags von 8 bis 10 Uhr vor« mittags im Rathaus, Berliner Straße 62—63, 1 Treppe rechts, zur Einsicht öffentlich aus. Einsprüche gegen die Richtigkeil der Liste sind während der Dauer der Auslegung der letzteren schriftlich beim Magistrat oder zu Protokoll dortselbst zu erheben. Wahl- berechtigt ist derjenige, welcher das 24. Lebensjahr vollendet hat, sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindet, ein Jahr am Orte wohnt und während dieser Zeit keine Armenunterstützung er- halten hat. Wer nicht in der Lilie steht, kann nicht wählen.— Verabsäume daher niemand, sich persönlich von der Richtig» keit der Wählerliste zu überzeugen um nicht des ohnehin schon kümmerlichen Wahlrechts verlustig zugehen; denn es gilt in die zweite Abteilung siegreich einzudringen. Der sozialdemokratische Wahlverein Rixdorf hielt am 14. August eine außerordentliche Generalversammlung in„Hoppes Festsälen" ab, um die neulich abgebrochene Diskussion über den Parteitag in Nürnberg fortzusetzen. Genosse Holland ist dafür, die Frauen der Organisation ebenso anzuschließen wie die Männer.- und zwar mit einem Monatsbeitrag von 30 Pf., wofür die„Gleich» heit" gratis zu liefern wäre. Die Jugendorganisation sei der Jugend als selbständige zu belassen, da die älteren Genossen ja doch die Leitung behielten. Er glaube nicht, daß die Jugend den größten Rückhalt in den Gewerkschaften hätte.— Genosse Wilhelm Schulz von den Jugendlichen betonte, daß die Frage der Jugend- organisation vor allem eine Erziehungsfrage und nicht bloß eine reine Organisationsfrage sei, wie es von den Vertretern der Ge- werkschaftcn hingestellt werde. Die Aufgabe sei, bei der Jugend die Grundlagen für Solidarität, Opferfteudigkcit und s o z i a- l i st i s ch e s Wissen zu legen. Dazu stehe im Gegensatz die Auffassung, welche von den Gewerkschaftsführern aus dem Gewerk- schaftskongreß vertreten worden sei. Als Erziehungsinstitution für die proletarische Jugend könnten danach die Gewerkschaften nicht in Betracht kommen. Unter anderem auch schon deshalb nicht, weil die Gewerkschaften wirtschaftliche Kampfesorganisationen seien und die wirtschaftlichen Kämpfe immer schwieriger würden, so daß die Gewerkschaften ihre ganze Kraft darauf verwenden müßten. Auch wolle die Jugend eine Organisation, worin sie sich selbst betättge, sie wolle eine Jugendbewegung, wie sie sich in den be- stehenden Organisationen zeige.— Genosse R e tz e r a u glaubte, daß Parteivorstand und Generalkommission in bezug auf die Jugend schon das Nichtige getroffen haben.— Genosse Franke erklärte im Gegensatz zu Schulz die Gewerkschaften als die beste Schule für die Jugend. Man sage, sie solle zu Kämpfern erzogen werden. Das geschehe aber zuerst in der Werkstatt und durch die Gewerk» schaft. Die Jugendlichen spielten eine hervorragende Rolle be, der Regelung der Arbeitsverhältnisse. Das habe namentlich die Praxis des Verbandes der Handels- und Transportarbeiter be- wiesen. Aus den Tarifverträgen sei zu ersehen, daß für die Jugendlichen manche Vorteile festgelegt seien. Eine gewisse Selb- ftändigkeit sei der Jugend in der Organisation auch gewährleistet. Der Verein der jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge werde nicht Tarife vorweisen können, wo die Jugend so stark berücksichtigt werde. Von der Neutralität der Gewerkschaften könne heute keine Rede mehr sein. Gewerkschaft und Partei seien p.l n s. Die Gewerkschaften könnten und würden auch die sozialistische Bildung bei der Jugend vorbereiten. Eine politisch« Zentral- organisation und eine Zentraloraanisation der Gewerkschaften wollten wir, nicht aber daneben noch eine Partei der Jugendlichen. — Genosse H o f f m e i st e r trat Franke bei und äußerte sich dann zu dem Verhalten der badischen und auch zu dem der bayerischen Landtagsfraktion. Er verurteilte es aufs schärfste als Disziplinbruch und schlug eine entsprechende Resolution bor.— Genosse Erkner sprach im Smne von W. Schulz für Beibehaltung selbständiger Jugendorgam- sationcn.— Nachdem sich Genosse Zirkel namens des Vorstandes zu den vorliegenden Anträgen geäußert und einige Vorschlage dazu gemacht hatte, wurde zunächst die Resolution der Jugend- organisation in folgender durch Stteichung des letzten Teiles veränderter Fassung angenommen: „Der Parteitag erhebt flammenden Protest gegm die von der Blockmehrheit des Reichstages beschlossene politische Entrechtung der proletarischen Jugend.— Bei Beratung des Rcichsvereins- gesetzcs hat sich die Verkommenheit des Freisinns abermals gezeigt. der mithalf, das Gesetz reaktionärer zu gestalten, als die Regierung vorgeschlagen hatte, und der mitwirkte, die Kritik der Sozialdcnm. kratie an dem Gesetzentwurf gewaltsam einzuschränken. DaS Be- streben der Gegner, die heranwachsende Jugend der sozialdemo- kratischen Aufklärung zu entziehen, verpflichtet die Partei, in einem stärkeren Maße als bisher die proletarische Jugend im Smne der sozialistischen Weltanschauung zu erziehen.— Als ein geeignetes Mittel zur Aufklärung und Erziehung der Jugend erachtet der Parteitag vornehmlich die Jugendorganisationen, denen die Partei in Mannheim(1906) ihre Sympathie erklärt hat. Unter Beachtung des Gesetzes sind überall Jugendorganisationen zu bilden und tat- kräftiger als bisher zu unterstützen. Um die speziell politische Auf- kläruiig der Jugend zu betreiben, können an jedem Orte Komitees errichtet werden, die sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Gewerkschaften, der Parteiorganisationen, des BildungSauSschusseS und der Jugend zusammensetzen." Annahme fand ferner ein Antrag, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages die„Genossen» schaftsbewegung" zu setzen, sowie folgende Resolution: „Die Versammlung erblickt in dem Verhalten der badischen und der bayerischen Landtags- fraktion einen Disziplinbruch und erwartet vom Nürnberger Parteitag, daß er in ganz ent« schiedener Weise dazn Stellung nimmt." Den schon mehrmals vertagten Bericht über die Land» tagswahl gab Genosse Pagels. Er gab eine Zusammen- stellung der mit vielem Fleiß festgestellten Zahlen, aus der die Versammelten ein gutes Bild der Vorgänge gewinnen konnten. Vor allem ging daraus hervor, welche kolossale Arbeit seitens der Genossen geleistet werden mußte. Interessant ist. daß sich in Rix- dorf mit der unvergleichlichen EntWickelung der Stadt die Verhält- nisse in der Richtung verschoben haben, daß Rixdorf aufgehört hat. reine Arbeiterftadt zu sein. Ein gut Teil von Beamten unh anderen Leuten, die etwas mehr in die Suppe zu brocken haben, hat in Rixdorf Wohnung genommen. Die Zahl der Urwähler hat sich in der Stadt vermehrt um 72 Proz. in der 3. Abteilung, um 123 Proz. in der 2. Abteilung und um 144 Proz. in der 1. Ab- teilung. 1903 beteiligten sich 50 Proz., 1908 aber 58 Proz. der Stimmfähigen an der Wahl. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen ist um 114 Proz. gestiegen. 1903 fielen 85 Proz. der abgegebenen Stimmen aus die Sozialdemokratie, 1908 aber 89 Proz. Und das trotz aller großen Schwierigkeiten. In der 1. Abteilung erhielten wir im ersten Wahlgange 30, in der zweiten Abteilung 135 und in der dritten Abteilung 204 Wahlmänner, also zusammen 369. Rixdorf habe sehr Tüchtiges geleistet und e» sei zu hoffen, daß beim nächstenmal mit Energie noch mehr erreicht werde. Eine Reihe Unregelmäßigkeiten habe die Genossen zum Wahlprotest veranlaßt.— Wenn die Ausgaben die zu Wahl- zwecken gesammelten Einnahmen um etwa 1000 M. überstiegen, so erkläre sich dies einerseits aus der schlechten Konjunktur, aber ganz besonders daraus, daß die Landtagswahl ganz erheb« liche Ausgaben erforderte. ©S wurden dann verschiedene Anträge auf Einleitung des Verfahrens zum Ausschluß von Genossen wegen Nicktteilnahme an der Wahl erledigt. Zwei betrafen die Buchdrucker Ebel und Heuer, welche als Delegierte am Verbandstag der Buchdrucker in Köln teilgenommen hatten, der am Abend vor der Wahl ge- schloffen worden war. Ihnen wurde(wie in den beiden früheren Fällen) zum Vorwurf gemacht, daß sie nicht den Nachtzug benutzt hätten, um zur Wahl zu kommen, sondern sich an einer Rheinfahrt beteiligten.— Ebel hatte den Antrag gegen sich selbst gestellt, um ihn durch längere Ausführungen zu bekämpfen. Er meinte» daß die Teilnahme einer Anzahl Delegierter des Verbandstages den Verkehr an de Rheinfahrt bei der zur Entscheidung stehenden Frage aus- die laut Tafeln mur im Schritttempo durchfahren werden darf, Sonntag: Die Bohème.( Anfang 6%, Uhr.) Montag: Tannhäuser.( scheiden müsse. Ein Teil der Berliner Delegierten hätte nicht an wurde ein schnelleres Tempo innegehalten. Der Ingenieur fang 7 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Die Räuber. Montag: Bas Ihr der Rheinfahrt teilgenommen und sei doch nicht in der Nacht nach wurde deshalb wegen Uebertretung der Oberpräsidialverordnung wollt. Dienstag: Des Meeres und der Liebe Wellen. Mittwoch: Bas Berlin gefahren. Maßgebend sei nach seiner Ansicht, daß es un- über mit Kraftwagen angeklagt. Er be Ihr wollt. Donnerstag: Die Räuber. Freitag: Was Ihr wollt. Sonnmöglich ein grober Verstoß gegen das Parteiprogramm sein könne, stritt, strafbar zu sein, da auf jener Strecke der Chauffeur abend: Ein Sommernachtstraum. Sonntag: Was Ihr wollt. Montag: wenn die Delegierten nach zehntägiger schwerer Arbeit sich nicht und nicht er die Lenkstange in der Hand gehabt habe. Die Räuber.( Anfang 7%, Uhr.) fofort nach Schluß der Tagung in den Zug setzten, um die mehr Lederer wurde jedoch vom Landgericht III zu einer Geldstrafe Deutsches Theater( Sammerspiele). Sonntag: Frühlings als 600 Kilometer von Köln in der Nacht zurückzulegen. Von verurteilt. In der Begründung wurde gesagt: Der Chauffeur Erwachen. Montag: Gyges und sein Ring. Dienstag, Mittwoch: Lysistrata. den mehr als 30 Berlinern, die in Köln waren, hätten sechs aller- hätte ebenfalls angeklagt werden können, aber auch der Angeklagte Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Nju. Sonnabend: Frühlings dings gewählt, das seien aber solche in Bezirken gewesen, wo es habe sich strafbar gemacht. Der Chauffeur sei noch wenig aus- Erwachen. Sonntag: Nju. Montag: Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Leffing Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die Weber. Abends: von einzelnen Stimmen abhing. Wenn das bei ihm zugetroffen gebildet gewesen im Führen eines Kraftwagens. Der Angeklagte habe Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Nora. Dienstag: Hedda Gabler. hätte, wäre er auch noch nachts gefahren. Das sei aber nicht der ihn beaufsichtigt bei der Fahrt und ihm zur Uebung die Lenkstange Mittwoch: Der Raub der Sabiner innen. Donnerstag: Die Stüten der Fall gewesen. Er gehörte zur 3. Abteilung. Redner ließ sich dann in die Hand gegeben. Es entschuldige ihn auch nicht, wenn er, wie Gesellschaft. Freitag: Die versunkene Glocke. Sonnabend: Der Raub der noch über seine eifrige Parteitätigkeit aus, über sein Mitwirken er behaupte, den Chauffeur auf die Warnungstafeln aufmerksam Sabinerinnen. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Der bei der Wahlarbeit vor der Abreise und darüber, daß er, der eine gemacht hätte. Denn er hätte überhaupt verhindern müssen, Raub der Sabinerinnen. Montag: Die Weber. Neues Theater. Täglich: Baccarat. Bescheinigung über die Annahme des Mandats zurückließ, in der daß der Chauffeur das zu schnelle Tempo innehielt. Er fei Mit2. Abteilung zum Wahlmann gewählt worden sei und als solcher täter, teil er es geschehen ließ. Das Sammergericht ver bei der Abgeordnetenwahl seine Pflicht erfüllt habe. Er protestiere warf fürzlich die Revision. Der Angeklagte sei schon deshalb mitdagegen, mit den ausgeschlossenen Geschäftsleuten, die nur ihr verantwortlich für die Schnelligkeit der Fahrt, weil ein noch nicht Geschäft durch die Mitgliedschaft machen wollten, auf eine Stufe ausreichend ausgebildeter Chauffeur unter seiner Leitung gestellt zu werden. den Wagen führte. Hoffmeister beantragt, den Buchdruckern nur eine Rüge zu erteilen. Heuer, der sich im wesentlichen Ebel anschloß, erregte großen Unwillen durch die Erklärung, daß er, wenn das Ausschlußverfahren wegen solcher Kleinigkeit befchloffen werde, überhaupt auf die Partei verzichte. Den Standpunkt des Vereinsvorstandes vertraten u. a. Scholz, Strasser, Beiersdorf. Die anstrengende Eisenbahnnachtfahrt tönne unmöglich entschuldigen. Viele Genossen hätten wegen der Wahl Nächte geopfert. Man könne die Buchdrucker nicht anders behandeln, wie die ausgeschlossenen Geschäftsleute. Ja, diese Geschäftsleute hätten noch eher mildernde Umstände geltend machen können, weil der Drud ihrer bürgerlichen Kundschaft auf ihnen lastete und sie vielleicht in ihren Anschauungen noch nicht so gefestigt gewesen wären. Gerade von solchen Genoffen, die wie Ebel in den vorderen Reihen fechten, müsse ganz besondere Selbstüberwindung verlangt werden. Wie andere Delegierte, hätten auch Ebel und Heuer gleich nach Schluß des Verbandstages nachts zurückfahren können und es müssen, wenn es mit einem anderen Zuge nicht möglich wäre. Die Versammlung beschloß die Einleitung des Ausschlußber fahrens. Reinickendorf- Rosenthal. Der Bahnübergang bei der Station Reinickendorf- Rosenthal der Nordbahn, wo schon so häufig schwere Unglücksfälle eintraten, wird im nächsten Monat verschwinden. Die Anschüttungsarbeiten für die Nordbahn find soweit gediehen, daß an den Umbau des Bahnhofes Reinickendorf- Rosenthal gegangen werden kann. Der neue Vorortbahnhof, den heute schon rund 200 3 üge passieren, wird hoch gelegt und die Kopenhagener straße, welche bisher im Niveau gekreuzt wurde, obgleich die Schranken täglich 1800 Fußgänger und 600 Fuhrwerke durchlassen mußten, überbrückt. Der neue Bahnhof erhält einen 10 Meter breiten Mittelbahnsteig und große Wartehallen, die dem Massenverkehr entsprechen. Während der Bauzeit soll eine Fußgänger brüde, welche über die heutigen Gleise führt, angelegt werden. Die provisorischen Betriebsgleise werden auf dem Blaze zwischen der Nord- und Reinickendorf- Ziebenwalder Bahn gebaut. Hohen- Schönhausen. Ortskrankentassenwahl! Die Genoffen mögen in den einzelnen Betrieben sofort nach geeigneten Delegierten Umschau halten und die Namen spätestens am Dienstag, den 18. August, in der öffentlichen Gewerkschaftsversammlung, die bei Herschleb, Berliner Straße 98, abends 5 Uhr, stattfindet, dem Obmann der Berliner Gewerkschaftskommission, Abteilung Lichtenberg, Genossen Ferdinand Kupfer, angeben. Neues Schauspielhaus. Täglich: Die Dollarprinzeffin. Kleines Theater. Täglich: 2X2= 5. Residenz- Theater. Täglich: Der Floh im Dhr. Hebbel Theater. Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Cyprienne. Montag, Mittwoch, Freitag und nächsten Sonntag: Frau Warrens Gewerbe. Montag: Unbestimmt. meine Frau. Lustspielhaus. Täglich: Die blaue Maus. Trianon Theater. Täglich: Frl. Josette Theater des Westens. Täglich: Ein Walzertraum. Schiller- Theater O. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die Zauberflöte. abends 8 Uhr: Der Prophet. Montag: Der Troubadour. Dienstag: Figaros Hochzeit. Mittwoch: Die weiße Dame. Donnerstag: Der Prophet. Freitag: Der Bostillion von Lonjumeau. Sonnabend: Die Jüdin. Sonntag Abends 8 Uhr: Der Troubadour. nachmittags 3 Uhr: Die Afrikanerin. nächsten Montag unbestimmt. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Montag: Philister. Ein Fallissement. Abends 8 Uhr: Hans Hudebein. Dienstag: Stein unter Steinen. Mittwoch: Der Revisor. Die Lore. Donnerstag: Das letzte Mittel. Freitag: Ein Falliffement. Sonnabend: Das Stiftungsfest. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Stein unter Steinen. Abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Montag: Ein Fallissement. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus.. Täglich: Ein Rabenvater. Thalia Theater. Sonntag bis Sonnabend: Mitternachtsmädchen. Sonntag nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Abends 8 Uhr und Montag: Mitternachtsmädchen. Luisen- Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Das Schloß am Meer. Allabendlich 8 Uhr: Suse. = Den Bod zum Gärtner gesezt hatte man in der Person des früheren Schloffergesellen, jebigen Privatwächters Richard Röske, welcher sich gestern unter der Anklage des schweren Diebstahls vor der 3. Straffammer des Landgerichts I verantworten mußte. Kurz nach Pfingsten wurde bei dem Kaufmann Karfunkelstein, der in dem Hause Alexandrinenstraße 20 wohnhaft ist, einer der üblichen Ferieneinbrüche verübt. N. war mit seiner Familie während der Pfingstferien verreist gewesen, und während seiner Abivesenheit hatten Einbrecher der unbewachten Wohnung einen Besuch abgestattet. Gestohlen wurden Goldsachen und Kleidungsstücke im Gefamtwerte von über 2000 M. Die Täter waren, wie Lichtreste bewiesen, in der Nachtzeit eingedrungen und hatten in aller Gemütsruhe die Wohnung ausgeräumt, obwohl diese in ganz besonderer Weise von der Wach und Schließgesellschaft bewacht worden war. Die Kriminalpolizei ging allen möglichen Spuren nach, um die Einbrecher zu ermitteln, jedoch blieben alle Recherchen erfolglos. Auffällig war es, daß der bei der Wach- und Schließgesellschaft angestellte Wächter Röste, der gerade jenen Bezirk zu überwachen hatte, sich sehr gleichgültig benahm, als man ihm Mitteilung von dem Einbruch machte. Niemand fam jedoch auf den Verdacht, daß der Täter in der Person des zur Ueberwachung angestellten Nachtwächters selbst zu suchen sei. Nach längerer Zeit wurde ermittelt, daß einzelne Teile der bei Karfunkelstein gestohlenen Sachen in einer Pfandleihe auf den Namen eines Fahrstuhlführers Röske" versetzt worden waren. Unter Anwendung des sogenannten Rückfragesystems stellte die Polizei fest, daß vor mehreren Jahren ein gewisser Röske in einer hiesigen großen Fabrik als Fahrstuhlführer angestellt gewesen war. Das Signalement, welches die Fabrikleitung gab, stimmte genau mit dem des jetzigen Angeklagten überein. Dieser wurde in ein Kreuzberhör verwickelt, bei welchem er, als er sah, daß er sich hineingeredet hatte, folgendes Geständnis" ablegte: Er selbst habe den wirklichen Dieb bei frischer Tat abgefaßt und habe ihn der Polizei übergeben wollen. Unterwegs habe dieser ihn himmelhoch gebeten, ihn und seine Familie nicht unglücklich zu machen, er wolle ihm auch einen Teil der gestohlenen Schmucksachen als Schweigegeld überlassen. Da er selbst damals in Not gewesen sei und der Täter ihm leib getan habe, habe er sich verleiten lassen, einen Teil der Schmucksachen anzunehmen, die er später in der Pfandleihe versetzt habe. Dieses Märchen tischte der Angeklagte auch dem Gericht auf, er fand da mit aber nicht den geringsten Glauben. Der Staatsanwalt bean- nahme neuer Mitglieder bei Ralfs, NO., Hufelandstr. 5, von 10-12 Uhr. tragte eine Gefängnisstrafe von 1½ Jahren mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten. Das Gericht war jedoch der Ansicht, daß ein Mann, der gerade zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit berufen sei und dann selbst einen raffinierten Einbruch begehe, reif für das Zuchthaus sei. Das Urteil lautete deshalb auf 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. 3 Monate Gefängnis!! Bernhard Rose Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Jm Hause der Sünde. Allabendlich 8 Uhr: Das Geheimnis von New York. Nächsten Sonntag nachmittags 3 Uhr: Jm Haufe der Sünde. Gebr. Herrnfeld- Theater. Täglich: Das tommt babon! Es lebe das Nachtleben.( Anfang 8 Uhr:) Metropol- Theater. Allabendlich: Das muß man seh'n!( Anf. 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Wegen 38 Pf.. --Apollo Theater. Allabendlich: Vera Violetta. Spezialitäten. Vassage- Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. Heute nach mittags 3 Uhr: Spezialitäten. Berliner Prater- Theater. Allabendlich 7 Uhr: Die Welt ein Paradies. Walhalla- Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Carl Haverland- Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Fröbels Allerlei Theater. Allabendlich: Mit vollen Segeln. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag, Mittwoch und Sonnabend: Von der Zugspitze zum Wahmann. Montag und Freitag: lleber den Brenner nach Benedig. Dienstag: Durch Dänemark und Südschweden. Donnerstag und Sonntag, den 23. August: Die Gletscher der Hochgebirge und die Giszeit unserer Heimat.( Anfang 8 Uhr.) Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Familien Sterbekasse Pietschmann. Heute: Bahltag und Auf Nebensche Kranken- und Sterbefasse Nr. 5( gegr. 1795). Heute Bahltag, Elisabethkirchstr. 14. = Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. wahlkreis Züllichan Schwiebus- Krossen Sommerfeld( Ortsverein Berlin). Dienstag, den 18. d. M., abends 9 Uhr bei Hoffmann, Koppen. straße 47, Berichterstattung von der Streis- Generalversammlung. Vermischtes. Die Regreßansprüche wegen der vom Gemeindesekretär Linhard Ein Bild vom Elend beim Militär liefert ein Fall, der jetzt vor begangenen Unterschlagungen beschäftigte eine im Auftrage des Landrats vom Schöffen Giese einberufene außerordentliche Gemeinde- dem Kriegsgericht der 28. Division in Dresden zur Ver vertretersizung. Da die Gemeindevertretung einstimmig der Ansicht handlung gelangte, wodurch auch gleichzeitig die harten Strafist, daß der Gemeindevorsteher für die Unterschlagung haftbar zu bestimmungen für schweren Diebstahl eine grelle Beleuchtung ernachen sei, der Kreisausschuß aber auf eine diesbezügliche Anfrage fuhren. Auf der Anflagebant mußte der bisher unbestrafte fich bahin ausgesprochen hat, das Versehen des Gemeindevorstehers Golbat Richter vom 177. Infanterie- Regiment Platz nehmen. sei nicht so grober Art, daß derselbe für die veruntreute Summe Der von Hause aus gänzlich mittellofe Angeklagte war am 30. Juli Brönlund trennten sich am 27. Mai 1907 am Beary- Kanal bon erfazpflichtig ist, beschloß die Gemeindevertretung, zunächst den Er hatte Hunger und der Gemeindekasse wieder zuzuführen und, falls diese Aufforderung, wollte sich etwas zu essen kaufen. Er beschloß daher, mit seinem was bei der Mittellosigkeit des Linhard zu erwarten ist, erfolglos Schrantschlüssel den Schrank eines Kameraden zu öffnen, in welchem bleibt, gegen den Gemeindevorsteher die Negreßllage bei dem ordent- er Geld vermutete. Sein Schlüffel paßte zufällig zu dem Schloß seines lichen Gericht anzuftrengen. Marienfelde. früheren Sekretär Linhard aufzufordern, die veruntreute Summe ohne einen Pfennig Bargeld. Amtsvorsteher noch Märtyrer der Polarforschung. Kopenhagen, 15. Auguft. Das Komitee der Danmark. gpedition erhielt von Kapitän Trolle folgenden telegraphischen Bericht: Expeditionsleiter Mylius Erichsen samt Sagen und Kochs Schlittenabteilung. Nachdem sie durch Kartenaufnahmen bis Ende Juni aufgehalten waren, berhinderte Schnee schmelze ihre Rüdreise. Sie waren gezwungen, den Sommer über 125 dänische Meilen vom Schiff entfernt zu bleiben ohne Proviant und ohne Petroleum, lediglich auf ihr Jagdglüc Kameraden und der Angeklagte entwendete aus einem Geldbeutel, angewiesen. Infolge unergiebiger Jagd waren sie bei Beginn ihrer der 8-10 M. enthielt, eine Mark. Er ging nach der Kantine und Heimreise am 19. Oftober, die sie mit vier Hunden antraten, ent Der sozialdemokratische Wahlverein für Marienfelde und Um- faufte fich für 38 Pf. Eswaren. Der Diebstahl wurde gleich ent- fräftet. Wahrscheinlich reisten sie auf fürzestem Wege über das gegend hielt feine Mitgliederversammlung im Lofal von Oberschmidt deckt und der Angeklagte gestand auch gleich die Tat ein, die noch Inlandseis. Sie marschierten unter verzweifelten Verhältnissen bei Man nahm den heit und Stälte wurde ihre Kraft gebrochen. Ungefähr 40 dänische Reichsvereinsvereinsgesetz den Inhalt desselben in ausführlicher Verbrecher" gleich in Haft. Vor dem Gericht erklärte er weinend, Meilen über das Inlandseis vorgedrungen, fuchten sie wahrschein ab. Genosse Gehrmann legte in seinem Vortrage über das neue übrigen 62 f. gab er seinem Kameraden zurück. Man nahm den angel an Proviant und Fußbekleidung. Durch zunehmende Dunkelflarer Weise dar. Redner fritisierte unter anderem scharf den er habe Hunger gehabt, wenn Kleineres Geld im Beutel gewesen lich nach einem Drte, wo die Resultate ihrer großen Arbeit aufMinisterialerlaß bom 13. März 1907 und andere behördliche Maß wäre, hätte er weniger genommen. Der Tatbestand des schweren gefunden werden konnten. Sie wählten hierzu das Depot auf nahmen, die verlangen, daß bei Kanalarbeiten nur oder vorwiegend Diebstahls war gegeben und das Gericht verurteilte den Angeflagten 79 Grad. Mylius Erichsen und Hagen starben vor Erreichung ausländische Arbeiter beschäftigt werden sollen. Bei der Besprechung zu der Mindest strafe von-- drei Monaten Gefängnis!! dieses Bieles. Nur Brönlund erreichte den Depotplatz, er feste der preußischen Ausführungsverordnung zum Reichsvereinsgesetz sein Testament auf und schrieb die lezten Berichte ins Notizbuch. geißelt Redner die Auswahl der Publikationsorgane. In Jüterbog Grabrede" und Polizeiverordnung. Der Eigentümer Schulz zu Darauf legte er sich refigniert mit der Büchse in der Hand nieber 3. B. ist die Brandenburger Zeitung" die meist gelesenste. Aber nicht etwa die„ Brandenburger Zeitung", sondern die„ Berliner Bergheim, der einer Sefte„ Evangelische Gemeinschaft" angehörte, und erlitt den Tod durch Erfrieren. Aus dem Notizbuch geht her. Morgenpost" wurde als Publikationsblatt bestimmt. In Marien- ließ sein verstorbenes Kind auf dem evangelischen Kirchhof beerdigen. vor, daß Hagen am 5. November starb; Mylius Erichsen ungefähr Brönlund ist begraben worden, Hagens und felde besteht eine ähnliche Vorschrift noch nicht, weil der Nach dem Ritus jener Sette sprach der Settenprediger Bachmann 10 Tage später. am Grabe Bibelstellen und Gebete. Dadurch sollte er eine für die Erichsens Leichen waren bis dahin unauffindbar, da alles mit meternichts Passendes hat tönnen. finden Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Nebners. In der Kreiſe Wirsiz und Schubin erlassene Bolizeiverordnung übertreten haben, bohem Schnee bedeckt ist. Distussion sprach Genosse Greulich im Sinne des Referenten, welche bestimmt:" Auf den evangelischen und katholischen Begräbnis. hob die Entrechtung der Jugend hervor und richtete an die Ver- plägen dürfen Grabreden von anderen Personen als Geistlichen sammelten die Mahnung, ihre Kinder unter 18 Jahren zu wirklichen nur mit Genehmigung des ersten Geistlichen gehalten werden." Das Landgericht Bromberg berurteilte auch den tlassenbewußten Kämpfern zu erziehen. Unter Vereins. angelegenheiten befaßte sich die Versammlung mit der Angeklagten, weil er ohne die erforderliche Genehmigung eine Grab- wochentäglich abends von 2 bis 9 by Hatt. Geöffnet 7 Uhr rede auf dem evangelischen Kirchhof gehalten habe, zu einer Geld Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Gründung einer Spedition. Nach ausführlicher Begründung durch Genossen Berger wurde die Gründung einer Sie widerspräche nicht dem in Artikel XII der preußischen Verfaffung wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage strafe. Das Gericht erachtete die Verordnung für rechtsgültig. Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort eigenen Spedition beschlossen. Als Spediteur wurde Genoffe Adolf Berger, als Speditionstommission die Genoffen ausgesprochenen Grundsatz der freien Religionsübung. Diefer bedeute, vergehen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. daß Handlungen nicht deshalb verboten oder berhindert werden O. S. 62. 1. Interventionsflage oder Widerspruchsflage nennt man Greulich, Feuerstad und Müller aus Lichtenrade gewählt. follten, weil fie fich als öffentliche Ausübung einer bestimmten die lage, die der Eigentümer eines Gegenstandes gegen den erhebt, der Als Delegierte zur Generalversammlung bon Er bedeute nicht, daß jedermann befugt wegen einer fremden Schuld die dem Eigentümer gehörige Sache ge Groß- Berlin wurden die Genossen Hampel und Rudolf Schmidt Religion darstellten. gewählt. Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie pflichtet wäre, auf seinem Eigentum Handlungen eines anderen zu verpflichtet, die ohne Schuld des Mieters zerbrochene Scheibe zu ersetzen, 2. Die Leistung des Offenbarungseides hat feinerlei Ent fei, feine Religion überall auszuüben, und daß jedermann ver- pfändet hat. ziehungen von Rechten zur Folge. Schaufenster. Der Hauswirt ist schloß der Borsigende die gutbesuchte Versammlung. dulden, nur weil sie Religionsübungen seien. Im übrigen falls nicht der Mietsvertrag das Gegenteil besagt. In den meisten Berliner Nowawes. werde die Polizeiverordnung rechtlich gestützt durch§ 6d Mietsverträgen ist die Ersatzpflicht des Hauswirtes auf den Mieter ab In der sehr gut besuchten Versammlung des Wahlvereins sprach des Polizeiverwaltungs- Gesezes, welcher zu den Gegenständen gewälzt. Trifft dies auch bei Ihnen zu, so ist es ratsam, die Scheibe au Gesetzlichkeit verfichern. P. D. Friedenau. Nein, aber einem Antrag fann unter Genosse Dr. Borchardt über Genossenschaftswesen. Der mit Beifall polizeilicher Vorschriften rechne: Ordnung und aufgenommene Vortrag zeitigte eine sehr rege Diskussion, an der beim öffentlichen Busammensein einer größeren Anzahl von Umständen Folge gegeben werden. Ratsam ist es, eventuell auch bei der sich unter anderem die Genossen Maaß, Zöllner und Gruhl be- Personen. Auch sei es als Grabrede" anzusehen, wenn An- Invalidenversicherungsanstalt einen Antrag auf Schadenersatz zu stellen. D. M. 75. Nein, Sie müßten zunächst den Klempnermeister zu der teiligten. Alsdann berichtete Genosse Krohnberg über den Erfolg geklagter Bibelstellen und Gebete am Grabe vortrug. Gine direkte Reparatur innerhalb einer angemessenen, von Ihnen gesetzten Frift auf Das Kammer fordern und ihm androhen, daß Sie nach Ablauf der Frist auf seine se often der lezten Agitation. Danach wurden gewonnen 76 Mitglieder für Ansprache setze der Begriff nicht voraus. die Reparatur vornehmen lassen werden. Die dann verauslagten Kosten den Wahlverein, 22 Leser für die Brandenburger Beitung", Bericht verwarf die gegen das Urteil eingelegte Revision. müßten Sie dann einflagen. Jenen liegt aber der Nachweis ob, daß in 16 Leser für die Gleichheit" und 5 Vorwärts"-Lefer. Als Deleder Tat zu fehlerhaft gearbeitet war. Mz. A. 1. Leider würde eine gierte für die Generalversammlung des Teltower Klage auf Lohnzahlung wenig Aussicht auf Erfolg haben.-. A. 1. Die reises wählte die Versammlung die Genoffen Krohnberg, von Ihnen genannten Papiere sind sicher. Oberschöneweide 2. Die Reinfeldt und Plath. Zur Bersammlung von Groß Verjährungszeit für Sittlichkeitsverbrechen beträgt 10 Jahre. C. S. 100. Berlin wurden gewählt Fütterer, Neumann, Schön 1. Ja. 2. Erst müßte geflagt werden. beck und Zöllner. " " Gerichts- Zeitung. Mitverantwortlichkeit bei der Automobilfahrt. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Bis Mittwoch geschlossen. Donnerstag: Tristan und Isolde. Freitag: Mignon.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Madame Butterfly. Sonntag: Carmen. Montag: Fidelio. Königl. Schauspielhaus. Bis Mittwoch geschloffen. Donnerstag: Minna vou Barnhelm. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: Ballen fteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag: Wallensteins Tod. Montag: Die Journalisten. Neues fönigl. Opern Theater. Sonntag: Die Bohème.( Anfang Der Ingenieur Lederer, der bei der Automobilzentrale angeftellt 7, Uhr.) Montag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Die Bohème. ist, machte gemeinsam mit einem noch wenig ausgebildeten Chauffeur Mittwoch: La Traviata. Donnerstag: Die Baltüre. Freitag: Lohengrin. eine Automobilprobefahrt durch den Grunewald. Auf einer Strecke,( Anfang 6%, Uhr.) Sonnabend: Die Meistersinger.( Anfang 7 Ühr.) Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3. zweitet Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den 8entral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr schwach. Geschäft ruhig, Preise unverändert. Wild: Zufuhr ge nügend, Geschäft lebhaft, Breise gut Geflügel: Bufuhr sehr knapp, Geschäft sehr rege, Breise sehr hoch. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. Butter und säje: Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bufuhren genügend, Geschäft sehr ruhig, Preise gedrückt. HERMANN TIETZ ALEXANDERPLATZ LEIPZIGERSTRASSE Diese Woche soweit Vorrat reicht: FRANKFURTER ALLEE 109-111 Extra preiswertes Angebot Press- Glas Kompotteller diverse Muster......... 5 Pf. Kompotschalen rund... 10, 15 bis 45 Pf. Kuchenteller rund, gross............ ...... 28 Pf. Zuckerschalen....... 10, 14 Pf. Butterdosen... rund 20 Pf., eckig 48 Pf. Käseglocken 43, 45, 55 Pf. Apfelreiben oval.... Zitronenpressen Wasserbecher. Tafel- u. Kaffee- Geschirre Echtes Porzellan, dekoriert FestonTafelgeschirre Form 3 blaue Linien u. Goldrand Gold- Empire- Guirlande Deckel Speiseteller flach od. tlef 38 Pf. Dessertteller...... 18, 23, 28 Pf. Suppenschüsseln Deckel mit 310 425 Kartoffelschüsseln mit 245 Salatschüsseln viereckig 55, 70 Pf. 100 150 210 Bratenschüsseln oval.. 85 Pf. 115 140 bis 380 Platten rund, flach od. tief Saucièren.. Salz- u. Pfeffergefässe 155 210 110 150 45 PT. Emaille 38 Pf. 22, 25, 28 Pf. Wannen oval Wannen rund 315 525 245 50, 75 Pf. 105 155 95 Pf. 125 155 bis 350 165 210 125 55 Pt. Kaffeegeschirrecuconische 3 blaue Linies u.Goldr. Gold- Empire- Guirlande ...... 25 Pf. Kaffeekannen 7,10 Pf. 5,6 Pf. Teekannen.... Kompotteller ,, Kohinoor"... 10 Pf. Kompotschal. Kohinoor" 10, 14, 20, 32 Pf. rund oval Kompotschalen Kohinoor" 35, 45, 60 Pt. Käseglocken ,, Kohinoor"...... 75 Pr. Zuckerdosen ,, Kohinoor"... 32 Pt. Marmeladedosen ,, Kohinoor"... 18 Pt. Salz- u, Pfeffergefässe ,, Kohinoor" 10 Pf. Form 70, 90 Pf. 110 bis 295 90 Pf. 120 150 180 Milchkannen........ 20,28,40,48 bls 95 Pf. Zuckerdosen Kaffee- od. Teetassen 65, 90 PT. 110 28 Pf. 70, 90 Pf. 110 bis 295 95 Pf. 120 150 23,30,45,55 bis 95 Pf. 65, 85 Pf. 28 Pf. Echtes Porzellan weiss Speiseteller Suppenteller tief.... 18 Pf. Dessertteller... 9, 12, 14 P. Suppenschüsseln 95 P. 145 175 Bratenschüss.48,70,85,135 175 flach... 15 Pr.| Salatièren viereckig 42, 48 rd.,, flach Pf. Bratenplatt." und tief 28bis55 Beilagenschal, oval 22, 28 Pf. Saucièren...... 45, 55 Kaffee- od. Teetassen... 9 PT. ..... 140 175 2⁰⁰ 120 160 200 Schmortöpfe ohne Ring.. 35, 40, 50, 60 Pf. Schmortöpfe mit Ring 45, 55, 70, 80 P ** Gaskochtöpfe mit Deckel 50, 65, 75, 85 Pf. Maschinentöpfe...... 32, 40, 45, 50 Pf. Wasserkessel für Gas..... 85 Pf. 100 120 140 Kasserollen mit Stiel..... 30, 35, 45, 55 Pf. Kaffeekannen Durchschläge mit Stiel.. Eimer gute Qualität. Toiletteeimer mit Rohrbügel......... ...... 100 115 135 155 38, 45, 55, 65 Pf. ....... 75, 85, 95 Pf. Mülleimer mit Deckel und Aufschrift.. Schüssel flach. ... 325 245 24, 26, 28, 30 Pf. ..38, 45, 50, 65 Pf. Küchenschüssel te.... 38, 45, Teller nach... Lenkester- Cigaretten Wer- Stoff- hat fertige Anzüge nach Maß 20 m. Labellofer Sib, haltbare Fuitersachen. Bei Stofflieferung billigste Preise. Franke, Aderstraße 143, 35242* Ede Invalidenstraße. af Teilzahlung Wöchentlich nur 1 Mark! Große Auswahl Uhren, Goldwaren jeder Art. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th, Gloce, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 191. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sountag, 16. Auguf 1908. Aus Industrie und Handel. Einfluß der Krise auf den Außenhandel. Richt nur in Deutschland hat die zurzeit herrschende Wirtschaftskrise einen Rückgang der Ein- und Ausfuhr bewirkt, sondern auch in den meisten anderen Industrieländern. Während die deutsche Ausfuhr im ersten Halbjahre 1908 gegenüber dem gleichen Zeitraume des Vorjahres von 3306 Millionen auf 3270 Millionen Mark, also um 36 Millionen oder 1,1 Proz. gefallen ist, sank die Ausfuhr: Belgiens von 1296 Millionen auf 1265 Millionen Frant, das find 2,4 Proz. Frankreichs von 2783 Millionen auf 2608 Millionen Frant, also um über 6 Proz. " er sich vor kurzem erst über eine Notiz, die Krise im Solinger des Kaufmannsgerichts in einem zur Verhandlung gekommenen Fall Industriebezirk betreffend, ereifert hatte( wir antworteten auf die entschieden, daß ein Stadtreisender, der mit Erlaubnis des Anpöbelung, in der man der Notiz die verrückte Absicht unterschob, Chefs noch einen anderen Artikel mitführt, als faufdie Krise aus der Rückständigkeit" der Solinger Arbeiter erklären männischer Angestellter, nicht als selbständiger Agent anzu wollen, nicht), hält er sich in der Nr. 32 über eine Notiz inzusehen ist. Der Kläger Sigismund E. war bei der MargarineNr. 177 des Vorwärts" über den Solinger Bankkrach auf. Wir firma D. Müller gegen einen festen Spesensaz von 100 m. pro würden ruhig auch über diese Anpöbelung hinweggehen können. Denn die Monat und Provision angestellt. Er hatte die Bäckerkundschaft zu Schreibweise des„ Stahlwaren- Arbeiter" ist derart unanständig, daß besuchen und von seinem Prinzipal die Genehmigung erhalten, der fie eine Erwiderung kaum zuläßt. Verwahren müssen wir uns aber selben Kundschaft Mehl für eine bestimmte andere Firma offerieren dagegen, daß der Vorwärts" der Solinger Arbeiterschaft alles zu dürfen. Das Kaufmannsgericht hielt sich in diesem Falle für Schlechte" wünscht. Ebenso sehr müssen wir gegen die Absurdität, zuständig, weil E. trotz der genehmigten Nebenvertretung zu als wollten wir die Krise in Solingen aus der Rückständigkeit" der Firma M. in einem festen Abhängigkeitsverhältnis stand. der Arbeiter erklären, protestieren. Wir suchten nur nachzuweisen, daß die Heimarbeiter in Solingen von der Krise doppelt Die Sicherung der Existenz bis in das hohe Alter hinein. schwer betroffen werden, weil ihnen auch der Zins für die Immer schwieriger wird den Invaliden die Erlangung der zum Teil sehr teuren Arbeitsgerätschaften berloren geht. Invalidenrente gemacht. Die Ansicht, daß die Krise die Existenz des Industriearbeiter- Verbandes bedrohe( die öfter anderwärts vertreten wurde), haben wir stellte im Mai 1907 bei der Landesversicherungsanstalt Schlesien Die 64 Jahre alte Arbeiterin Christiane Sch. aus Eisendorf nie geteilt; im Gegenteil erwarten wir, daß wie bisher, so auch von neuem den Antrag auf Invalidenrente. Zur Unterstützung Die Ausfuhr der Schweiz im ersten Vierteljahr 1908( neuere weiterhin der Verband in der Lage sein wird, seinen Mitgliedern ihres Antrages brachte sie ein ärztliches Gutachten des Dr. W. Bahlen liegen zurzeit noch nicht vor) ging gegen den gleichen Beit- im vollsten Maße die Segnungen der Organisation zukommen zu bei. Daraufhin wurde die Antragstellerin vom 22. November bis raum des Vorjahres von 279 auf 268 Millionen Frant, also um lassen. Ueber die Berechtigung der Arbeiter, sich möglichst gute zum 2. Dezember 1907 im Krankenhause der Landesversicherungs3,9 Proz. zurüd, während Italien in den ersten fünf Monaten Arbeitsbedingungen zu schaffen, brauchen wir wohl überhaupt nicht anstalt untersucht und beobachtet. Der Arzt Sanitätsrat Dr. B. des Jahres 1908 Waren im Werte von 761 Millionen Lire gegen zu streiten. Damit ist für uns der„ Stahlwaren- Arbeiter" er- gibt sein Gutachten dahin ab, daß die Antragstellerin noch zu 791 Millionen Lire im gleichen Zeitabschnitte des Vorjahres ausledigt. führte. Der Rüdgang beträgt hier 3,8 Proz. Großbritanniens von 206 Millionen Pfund Sterling auf 190 Millionen, d. H. um 7,8 Proz. " Soziales. Die Zurückweisung Verbandsangestellter zum zweiten leichten häuslichen Arbeiten, im Sommer auch zu leichten Gartenarbeiten, zur Beaufsichtigung von Kindern usw. fähig sei. Die verstärkte untere Verwaltungsbehörde bejahte das Verliegen von Invalidität bezt. Erwerbsunfähigkeit; trotzdem wurde die Frau von der Landesversicherungsanstalt mit ihrem Rentenantrage wiederum abgewiesen. In Desterreich- Ungarn ist der Rückgang der Ausfuhr in den ersten fünf Monaten geringer gewesen( 931 Millionen Kronen im laufenden gegen 932 Millionen Kronen im Vorjahre); in den Vereinigten Staaten von Amerika fiel die Ausfuhr amerikanischer als Barteibertreter durch Gewerbegerichte und Kaufmannsgerichte Frau Sch. legte gegen den Ablehnungsbescheid beim SchiedsErzeugnisse von 1854 Millionen Dollar im Fiskaljahre 1907 auf haben wir häufig beklagen und eine Aenderung der Gesetzgebung gericht für Arbeiterversicherung in Breslau Berufung ein, mit 1835 Millionen Dollar im abgelaufenen Fiskaljahre. verlangen müssen, weil unferes Erachtens freilich irrig in der Bitte, ihr die Invalidenrente zu gewähren. Das SchiedsZum bei weitem größten Teil ist der Ausfall im Export der wachsendem Maße Gewerkschaftsbeamte als geschäftsmäßige" Ver- gericht hörte noch den Professor Dr. Alexander in Breslau über europäischen Länder durch die geringere Ausfuhr nach den Vertreter erachtet und zurückgewiesen werden. In der letzten Ver- den Zustand der Klägerin. Dieses Gutachten ist typisch für die einigten Staaten von Amerika veranlaßt. Das tritt handlung vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts traf Auffassung der Aerzte über das praktische Erwerbsleben. Es sei eine solche Zurückweisung den Berliner Bezirksleiter deutlich hervor in den Anschreibungen der amerikanischen Einfuhr. des daher nur der Schluß hier angeführt: Während die Vereinigten Staaten im Fiskaljahre 1907( 1. Juli 1906 deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes" bis 30. Juli 1907) für 1434 Millionen Dollar importierten, betrug Male. Durch das Auftreten des Bezirksleiters sah sich das Gericht die Einfuhr im Fistaljahre 1908 nur 1194 Millionen Dollar. Das auch zur Berhängung einer Ungebührstrafe veranlaßt. Der ist eine Abnahme von 240 Millionen Dollar oder 16,7 Proz. Borsigende der Kammer, Assessor Dr. Gordan, hatte bereits tn dem voraufgegangenen Vergleichstermin den als Vertreter einer Klägerin erschienenen Verbandsbeamten Waltz zur Vertretung nicht zugelassen, weil dieser sich selbst als Geschäftsführer des Berliner Verbandsbureaus bezeichnet hatte. Als er im gestrigen Kammertermin piederum als Vertreter erschien, fragte der Vorsitzende, warum nicht im Interesse der Klägerin eine andere Persönlichkeit erscheine, denn er wisse doch, daß er( der Vorsitzende) ihn das vorige Mal nicht zugelassen habe. Der Geschäftsführer Walz replizierte darauf: Das ist mir nicht maßgebend". Das Gericht zog sich Auch in anderen Staaten ist die Einfuhr dieses Jahres erheblich geringer als im Vorjahre. In Deutschland betrug fie im ersten Halbjahr 1907 4344 Millionen Mart, im gleichen Zeitraume diefes Jahres dagegen 4160 Millionen Mark, in Großbritannien in der felben Zeit 328 bezw. 298 Millionen Pfund Sterling, in Frankreich im ersten Semester 1908 3049 Millionen Franken gegen 3185 Millionen im ersten Semester 1907. Belgien führte im ersten Halbjahr 1907 für 1835 Millionen Franken ein, 1908 dagegen nur für 1702 Millionen Franken. Die Einfuhr der Schweiz belief sich im ersten Vierteljahr 1908 nur auf 385 Millionen Franken gegen 896 Millionen in den " " Die Untersuchte ist noch nicht dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Invalidenversicherungsgesetzes, das heißt infolge ihres förperlichen und geistigen Zustandes noch nicht voraussichtlich dauernd außerstande, durch irgendwelche Lohnarbeiten, welche ihr unter billiger Berücksichtigung ihrer Ausbildung und ihres bisherigen Berufes zugemutet werden können, ein Drittel, das jährlich 66% Mart( vom Schreiber dieses unterstrichen) beträgt, zu verdienen. Eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit liegt zurzeit ebensowenig vor. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkte können der Sch. noch leichte häusliche Arbeiten, Wartung und Beaufsichtigung von Kindern, Pflege des Geflügels, im Sommer auch ganz leichte Arbeiten in Feld und Garten zugemutet werden." Es bedarf keiner weiteren Frage, das Schiedsgericht hat auf Grund des vorstehenden Gutachtens den Anspruch der Klägerin auf sondern noch imstande ist, ersten drei Monaten des Jahres 1907. In Italien stellte sich die schlus fofort zurück und faßte nach längerer Beratung den Be- Invalidenrente abgelehnt, weil die Klägerin noch nicht Invalide ist, Einfuhr der ersten fünf Monate dieses Jahres auf 1209 Millionen Lire gegen 1261 Millionen Lire im Vorjahre. Roheisenerzeugung. Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Roheisenerzeugung in Deutschland und Luxemburg während des Monats Juli 1908 insgesamt 1010 770 To. gegen 956 425 Tonnen im Juni 1908 und 1 123 966 Tonnen im Juli 1907. Die Erzeugung verteilte sich auf die einzelnen Sorten wie folgt, wobei in Klammern die Erzeugung für 1908 angegeben worden ist: Gießereiroheisen. Bessemerroheisen Thomasroheisen. Stahl- und Spiegeleisen Buddelroheisen. 185 563( 183 649) Zonnen 29 680( 41 881) 668 669( 739 884) 9 68 845( 92 216) die niedrige", nur 66 Mart betragende Mindestverdienst. grenze jährlich zu erreichen." Gibt es eine treffendere Jllustration unserer heutigen tapitalistischen Gesellschaft und der Invalidenversicherung, als es durch diese Entscheidung geschieht? 2. wegen ungebührlichen Benehmens gegenüber dem Gericht in eine Ordnungsstrafe von 20 Mart zu nehmen und ihn wegen seiner Eigenschaft als Verbandsbeamter nicht zur Vertretung zuzulaffen. Den auf Nichtzulassung des Verbandsbeamten lautenden Beschluß halten wir aus den wiederholt von uns dargelegten Gründen für Weil ein 64jähriges armes Weib noch angeblich imstande ist, einen nicht dem Gesez entsprechenden. Läßt man nicht allein den 66% Mart im Jahr zu verdienen, daher ist sie noch nicht der InBuchstaben, sondern den Zweck des Gesetzes entscheiden, so ist die validenrente bedürftig bezw. dieselbe fann ihr nach dem Buchstaben Praris, Gewerkschafts- oder Verbandsbeamte als geschäftsmäßige" des Gesetzes nicht gewährt werden. Es ist blutiger Hohn auf die Vertreter anzusprechen, verfehlt, selbst wenn eine besonders un- mit 66% Mark pro Jahr oder 18% Pf. pro Tag ihre LebensArbeiter und Arbeiterinnen, wenn man ihnen die Zumutung stellt, geschickte Persönlichkeit, die der hier in Betracht kommende Ber- bedürfnisse decken zu können. Die alte 64jährige Frau mag, wenn bandsbeamte zu sein scheint, durch seine Erklärungen Anlaß zu der sie bei ihrem gebrechlichen Zustande überhaupt noch Arbeit erhält, Annahme, er betreibe die Vertretung von Parteien geschäftsmäßig", bei den 18% Pf. pro Tag verhungern. Die Invalidenversicherungsgibt. Wenn im vorliegenden Fall das Gericht dem Beamten anstalt Schlesien" indessen speichert zu ihren von der Arbeitereine Ordnungsstrafe wegen seines ungebührlichen Benehmens schaft aufgebrachten Millionen an Vermögen weitere Millionen bedauern wir auferlegt, so das aus Gründen: hinzu. Die Versicherten bringen die Gelder zur Invalidenber atvei Von der Befugnis, eine Ordnungsstrafe auszusprechen, sicherung auf, Rente indessen erhalten sie aber oft auch dann nicht, sollte ein Gericht überhaupt Abstand nehmen, zum mindestens aber wenn sie fast verhungert sind. Und da spricht man in gewissen nur in Fällen besonders gröblicher absichtlicher Verlegung des schüffel" gleiche. Gröbster Humbug ist es, wenn man von der durch Anstandes vorgehen, da, wo ein ungebührliches Benehmen dem Be- unsere Sozialgesetzgebung gesicherten Gristenz" bis in das hohe teiligten so in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß er die Ein- Alter hinein spricht. Das zeigt der vorliegende Fall auf das Der Juliverfand des deutschen Stahlwerksverbandes. ficht von der Ungebührlichkeit seines Benehmens nicht befigt, sollte deutlichste. Der Versand des Stahlwerksverbandes an Produkten A betrug, ein Gericht, auch wenn es grundsätzlich der Zudiktierung einer Unwie drahtlich aus Düsseldorf gemeldet wird, im Juli d. J. 388 709 gebührstrafe in besonderen Fällen geneigt ist, nicht einschreiten. Die Tonnen Rohstahlgewicht gegen 378 361 Tonnen im Juni 1908 und Frage aber, об der Verbandsbeamte des deutschnationalen 488 426 Tonnen im Juli 1907. Von dem Juliversand entfallen auf Handlungsgehilfenverbandes die nötige Erkenntnis von der UnHalbzeug 114 335 Tonnen( 98 056 Tonnen im Juni d. J. und gebührlichkeit seiner Handlung besessen hat, scheint das Gericht nicht 121 574 Tonnen im Juli 1907), auf Eisenbahnmaterial 147 420 Tonnen richtig gewürdigt zu haben. ( 165 196 Tonnen im Juni d. J. und 187 151 Zonnen im Juli 1997) und auf Formeisen 126 954 Tonnen( 115 109 Tonnen im Juni d. J. 13 Haparanda 765 Still wollig 13 und 179 701 Tonnen im Juli 1907). Der Versand von Eisenbahn12 Betersburg 758 DND 3 Regen 13 Die wegen der gerichtlichen Zuständigkeit wichtige Frage, ob pamburg 763 N 2 bedeckt Berlin 761 NW 11 Scilly 763 NNW 1 wollig 16 material stellte sich 17 776 Tonnen niedriger, der von Halbzeug um jemand als gent oder Reisender anzusehen ist, wird meist Franks.a.m. 761 ND 3 bedeďt 12 Aberdeen 767 SD 1 bebedt 13 16 279 Tonnen und der von Formeisen um 11 845 Tonnen höher durch das mehr oder minder große Vorhandensein eines Ab- Münden 761 NW 2 bedeckt 13 Paris 761 ND 3 bedeckt 13 hängigkeitsverhältnisses zu entscheiden sein. Auch ist Bien 759 28 1 bebedt 15 als, im Vormonat. für die Reisendenqualität gewöhnlich Vorbedigung, daß der BeWetterprognose für Sonntag, den 16. August 1908. Dem Stahlwaren- Arbeiter", Organ des Solinger Industrie- treffende nur für eine firma reist. Das ist aber feineswegs Biemlich fühl und veränderlich bei mäßigen nördlichen Winden, bisarbeiter- Berbandes, gefällt der„ Vorwärts" nicht mehr. Nachdem stets der Fall. So hat am Freitag mit Recht die vierte Kammerweilen leichte Regenschauer. 58 013( 66 336) Die Erzeugung während der Monate Januar- Juli 1908 stellte fich auf 7 060 491 Tonnen gegen 7 479 919 Tonnen in dem gleichen Beitabschnitt des Vorjahres. Zahn- Klinik, beliebige Zeil. Preise zahlung.* InvalidenOlga Jacobson, straße 145. W. Hermann Müller, Berlin, Magazinstr. 14. Sumatra Decke Nr. 6198 a 1,70 m. verzollt. Java- Sumatra Nr. 6195 a 2,50 M. verzollt. 35272* Bollblätter mit guten Farben und ffeinem Brande. Billige Rohtabake. # Max Jacoby, Strelitzerstr. 52. Heinrich Franck Berlin, Brunnenstr. 185 Billiger St. Felix hochfein, 125 Pf. verz. leicht Geschäftsschluß 7 Uhr. 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Auguft 1908, abends präzise 8 Uhr: General- Versammlungen der Wahlvereine. 1. Kreis. Dräsels Fest- Säle, Nene Friedrichstraße 35. Zages Drbnung: 4. Kreis. Louis Kellers Fest- Säle, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Der Parteitag in 1. Der Parteitag zu Nürnberg. Referent Genosse Ströbel. 2. Anträge zum Nürnberg und Wahl der Delegierten. 4. Die Brandenburger Konferenz und Wahl der Dele- Parteitag und Wahl der Delegierten. 3. Die Brandenburger Konferenz, Anträge und Waht gierten. 5. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. der Delegierten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 2. Kreis. Berliner Bockbrauerei( großer Saal), am Tempelhofer Berg. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes vom letzten Halbjahr. 2. Provinzial- Konferenz und Wahl der Delegierten. 8. Parteitag in Nürnberg. Referent Genosse N. Fischer. Anträge dazu und Wahl der Delegierten. 4. Verbands- Generalversammlung von Groß- Berlin. Anträge dazu und Wahl der Delegierten. 5. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der reichhaltigen Tages- Ordnung halber wird präzise 8 Uhr begonnen. 3. Kreis. Der Vorstand. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tages- Ordnung: Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 5. Kreis. Altes Schühenhaus, Linienstraße 5. Tages Ordnung: 1. Vorstandsbericht und Sassenbericht. 2. Der Parteitag zu Nürnberg. Referent Genosse Siepmann. 3. Wahl der Delegierten. 4. Die Brandenburger Provinzial- Konferenz. 5. Wahl der Delegierten. 6. Die Generalversammlung des Verbandes. Mitgliedsbuch legitimiert. B Niemand darf fehlen! 6. Kreis. Der Vorstand. Germania- Festfäle, Chauffeestraße 110. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Sassenbericht. 2. Die Generalversammlung von GroßBerlin und Wahl der Delegierten. 3. Der Parteitag in Nürnberg. Referent Redakteur 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Erledigung Hans Block. Wahl der Delegierten. 4. Die Provinzialkonferenz und Wahl der Delegierten. 5. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puzer. Achtung! Putzer. Achtung! Mittwoch, den 19. August, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen: Bezirks- Sitzungen. 134/15 Tagesordnung: 1. Bekanntgabe der Bautenkontrolle vom 28. Juli. 2. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in der Sitzung zu erscheinen. J. A.: E. Schulze. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Wanzen. Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankenfeldestr. 10. Mittwoch, den 19. August, abends 8½ Uhr: General- Versammlung bei Boeker, Weberstr. 17. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht pro zweites Quartal. 2. Bericht vom Gewerkschaftstongreß in Hamburg. Referent: Kollege Hamacher. 8. Diskussion. 4. Berschiedenes. Die Ortsverwaltung. Erfrischend Durststillend! 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Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen bringend notwendig. Die Kommission. Treppengeländer- Branche! Montag, den 17. Auguft, abends 8½ Uhr: Branchenversammlung Berlin Vororte für und bei Boeker, Weberstraße 17. Zages Drdnung: 1. Die Machinationen der Unternehmer in unserer Branche und unsere Stellungnahme dazu. 2. Disfuffion. 3. Verbands. und Branchenangelegenheiten. Kollegen! Erscheint alle in dieser notwendigen Versammlung, um das Vorgehen einzelner Herren Unternehmer gebührend zurückzuweisen. Die Kommission. Bezirke Wedding, Gesundbrunnen> Moabit! und Mittwoch, den 19. August, abends 6 Uhr ( gleich nach Feierabend): Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Montag, den 17. August 1908, abends 8 Uhr: Bezirks- Verfammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: 1. Often und Lichtenberg: bei Litfin, Memeler Str. 67. 2. Stralau Rummelsburg: in den Markgrafensälen, Markgrafendamm 34. 3. Weißensee: bei Roßkopf, König- Chaussee 38. 4. Süden: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( gr. Saal). 5. Rigdorf: bei Hoppe, Hermannstr. 49. 6. Westen und Schöneberg: bei Zühlke, Dennewigstr. 13. 7. Moabit: in Brünings Prachtsälen, Wiclefftr. 24. 8. Norden: im Brunnentheater, Badstr. 58. 9. Charlottenburg: im Volkshaus, Rosinenstr. 3. 10. Steglig: bei Schellhase, Ahornstraße. Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Sonntag, den 16. August, vormittags 10 Uhr: Sektions- Verfammlungen Sektion der Dachdecker- Hilfsarbeiter im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15, Saal 7. " Rohrer bei Hoffmann, Stoppenstr. 47. " Staater im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. „ Fahrstuhlarbeiter bei Huth, Michaelfirch " hausener Straßen- Ede. 81/8 und Wuster Putzerträger vorm. 11, Uhr bei Obiglo, Schwedter Str. 23. Tagesordnung wird in den Versammlungen bekannt gemacht. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Deutscher Kürschner- Verband Filiale Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Barnim Straße 21, v. pt. Tel.: Amt VII 6789 Mittwoch, 19. Auguft, abends 8 Uhr, im Alten Schützenhause, Mitglieder- Versammlung. Linienstr. 5: Tages- Ordnung: 102/8 1. Vortrag des Genoffen A. Störmer über: Religion und Arbeiter. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 11. Ober- Schöneweide: im Lokal Haffelwerder, Hassel- schaft". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. werder Straße. 12. Spandau: bei Böhle, Havelstraße, früher Ulrich. 13. Köpenick: bei Lehmann, Bahnhofstr. 34. 14. Tegel: in Trapps Festsälen, Bahnhofstr. 1. Tagesordnung in allen Versammlungen: Beratung der Tagesordnung für die am 31. Auguft stattfindende Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch hat niemand zu diesen Versammlungen Zutritt. Zahlreichen Besuch ertvartet 120/16 Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 19. August, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung Versammlung für sämtliche Branchen bei Schölzel, Bohenstraße 12. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Rollegen Reiche. 2. Wahl eines Obmanns und der Rommission. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Donnerstag, den 20. August, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen bei Freher, Koppenstraße 29. Zages Drdnung: 1. Stellungnahme zur Arbeitsvermittelung. 2. Der Verbandstag des Arbeitgeberschutzverbandes der Tischlermeister." Referent: Stollege Glocke. 3. Berbandsangelegenheiten. 88/14 Drechsler! Treppengeländer! Luxusbranche! Sonnabend, den 22. Auguft 1908: Gr. Sommerfest in Anton Boekers Festsaal, Weberstr. 17, bestehend in Konzert fowie Auftreten der berühmten Driginal Grotest Duettisten und Erzentriks Gebrüder Heralf. Verlosung und Tanz.- Anfang des Konzerts 8 Uhr. Eintritt: Damen 30 Pi., Herren 50 Pf. Um gütigen Zuspruch ersucht Oranien- Salon, Tanz frei. Das Komitee. Oranien- Str 170. Jeden Sonntag: Gr. BALL. Ginige Sonnaller in der Gold- und Silberwaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal I). Tages Ordnung: 1. Die Kündigung des Tarifvertrages durch die Arbeitergeber und unsere Stellungnahme. Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. Kollegen und Kolleginnen! Am 1. Dktober d. J. ist der im Jahre 1906 mit den Arbeitgebern vereinbarte Tarifvertrag abgelaufen. Da die Arbeitgeber diesen Tarif gekündigt haben, so ist es nicht ausgeschloffen, daß man bersuchen wird, die bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Darum ist es notwendig, daß alle in der Gold- und Silberwarenindustrie beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in dieser Versammlung erscheinen, damit unsere weiteren Handlungen möglichst einheitlich beschlossen werden. Deshalb ermahnen wir einen jeden, für einen guteu Bersammlungsbefuch zu agitieren, denn diese Versammlung soll beweisen, wie die Kollegen und Kolleginnen über unseren zukünftigen Zavij denken. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin II. Mitglieder aller Branchen! Die zum Donnerstag, den 20. d. M., in den Musikersälen festgesetzte Generalversamm= Iung der Verwaltungsstelle II findet wegen der sich zurzeit abwickelnden Lohnbewegung der Kollegen im Speditionsgewerbe und der damit verbundenen Abhaltung von Versammlungen nicht statt. geben. 70/14 Den neuen Termin werden wir unseren Kollegen rechtzeitig bekannt Die Verwaltung II. J. A.: Albert Uthek. Ackerstr. 6/7. Borussia- Festsäle, Inh.: Georg Wolffgramm Empfehle meine 4 Säle, 100-1000 Bersonen faffend, für Bereine und Berfammlungen. Mehrere Sonnabende und Sonntage noch frei abende( 200-300 Pers.) noch zu vergeben. 99362*] Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Die Ortsverwaltung. Hofjäger- Palast- Testsäle. 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