Nr. 47. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluk Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 24. Februar 1893. Die Erhebungen der Reichskommission für Arbeiterstatistik. der anderen Mitglieder etwas ausrichten tönnten! Der in = Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " daß ja Schippel und Molkenbuhr bei den Enqueten Enquete nach bewährtem englischem Muster ganz meisterlich mitgearbeitet hät ten. Als wenn diese gegen die Mehrheit vertreten, vermuthlich aber auch nicht parteioffiziell". Soviel über die Thätigkeit der Reichskommission. Nach meinen früheren Artikeln erhobene Vorwurf, daß man bei ihrem Regulativ fehlt ihr nun jede Möglichkeit, bei der Der Verfasser unserer früheren Artikel über den gleichen den Enqueten ängstlich je de Berührung mit Ar Ausführung beschlossener, schriftlicher Enqueten Gegenstand schreibt uns: beitervertretern fliehe, bezog sich aber doch außer- mitzuwirken, und der Abg. Hirsch sollte, wenn er wirklich " In der Reichstagssigung vom 21. d. M. haben meine dem auf die unterlassene Buziehung von Berufsein so großes Interesse für gute Arbeiterstatistik hat( die bisherigen Artikel über die Erhebungen der Reichskommission arbeitern aus den speziellen Branchen, Statistiken seiner Gewerkvereine sind nebenbei Muster greulichen für Arbeiterstatistik mit einen Gegenstand der Diskussion deren Verhältnisse zur Erforschung standen. Diese hätten Dilettantismus, jeder Fachverein macht's besser!), dankbar gebildet und den Anlaß zu recht interessanten Auseinander- allerdings sowohl bei der Ausführung der Enqueten, wovon dafür sein, daß die stümperhafte Ausführung der von der fetzungen gegeben. Mit diesem Ergebniß der an dieser weiter unten zu sprechen sein wird, als bei der Vor- Reichskommission beschlossenen und durch die Verwaltungs- und Stelle geübten Kritik können wir recht zufrieden sein, auch berathung derselben im Schooße der Reichskommission Polizeibehörden durchgeführten Enquete im Vorwärt 3" so wenn Genosse Bebel der letzteren den parteioffiziellen herangezogen werden müssen, da sie eine wesent- energisch getadelt worden ist; denn das liegt ja ganz im InterCharakter abgesprochen hat, den sie ja thatsächlich nicht hat liche Beihilfe dazu hätten leisten können, daß die effe der tüchtigen Kommissionsmitglieder, für welche damit festund nicht zu haben braucht. Eine auf bewährten Fragebogen von vornherein sachgemäß und vollsthümlich gestellt wird, daß sie an der schauderhaften Ausführung praktischen und wissenschaftlichen Grund- gehalten worden wären. Wären z. B. Müller bei der ihrer Ideen keine Schuld tragen. Dem Abg. Hirs scheint sägen fußende Kritik der neuesten sozial- Abfaffung des Fragebogens über die Müllerei- Enquete zu aber jedes Verständniß für diese Unterscheidung zu fehlen. statistischen Erhebungen trifft deswegen gezogen worden, so hätte das Reichsamt des Junern der Er hat es sogar fertig gebracht, die elende Ausführung nicht weniger zu, weil sie nicht partei- Kommission jenen Entwurf nicht vorlegen können, der erst durch die Polizei insofern in Schutz zu nehmen und sich offiziell ist, und was an dieser Stelle über die wesentlich infolge der scharfen Kritik des badischen Fabrik- gewissermaßen mit derselben zu identifiziren, als er die Erhebungen der Reichskommission gesagt wurde, ist inspektors Wörrishofer so von Grund aus um- Mitwirkung von Schippel und Molkenbuhr in der Komcigentlich für jeden wissenschaftlich gebildeten Sozial- gestaltet werden mußte und wahrscheinlich jetzt noch seine mission als Entschuldigungsgrund dafür anführte, daß die politiker so etwas Landläufiges, daß eben Mängel hat. Hätten Bäcker bei der Feststellung des sie Verwaltungs- und Polizeibehörden bei der Auswahl der nur die absolute Unfähigkeit der bürgerlichen Presse es ver- betreffenden Fragebogens mitgearbeitet, so hätte es der Erhebungsorte, Erhebungsbezirke in den Großstädten und hindert, daß die Arbeiten der Kommission nicht überall Kommission nicht passiren können, daß in ihren Fragebogen der Geschäfte, in welchen Erhebungen stattfanden, ja ebenso beurtheilt werden, wie es hier geschehen ist. Leider die wichtigsten Unterabtheilungen der Bäckerei- Arbeiter mit der Gehilfen, welche Fragebogen bekamen, die bebringen es ja die Raumverhältnisse, mit denen auch der ihrer ganz verschiedenen Arbeit und Arbeitszeit völlig aus- theiligten Arbeiterorganisationen vollständig übergingen. Borwärts" zu rechnen hat, mit sich, daß hier nicht das gefallen sind. Man sieht, ich kenne die Jutima der Neichs- Einen Theil feiner Konfusion habe ich ihm gesammte Material der Protokolle und Berichte der Reichs- kommission so gut, wie irgend ein Mitglied derselben. schon oben nachgewiesen. Hier tritt es aber noch tommiffion aufgefahren werden kann, sonst würde die Kritik Und dasselbe gilt für den Fragebogen, das Handels- traffer zu Tage, wie wenig Empfindung dieser freisinnige wohl noch schlimmer in Einzelheiten ausfallen. Das läßt gewerbe betreffend, 100 die Üeberarbeit zu Zeiten Arbeiterapostel für die Nothwendigkeit einer Betheiligung fich aber vielleicht in der Neuen Zeit" nachholen, wo außergewöhnlichen Geschäftsandrauges so gut wie vergessen der Arbeiterorganisationen auch bei der Ausführung zu zeigen sein wird, daß man mit jenem mir genau be- ist. Gerade Schippel aber hat die Herauziehung der Be- von Sozialenqueten hat. In dem gesammten Altenstück kannten Material nur zu einem noch ungünstigeren Urtheile rufsorganisationen und die breiteste Deffentlichkeit für die über die Bäckerenquete fommt eine einzige Berufsgelangt. Kommissionsarbeiten verlangt natürlich, ohne damit organisation vor, von welcher gesagt wird, daß sie zuge" " In der Reichstags- Sigung vom 21. d. M. ist bei den durchzubringen. Hätten sich Schippel oder Molkenbuhr nun zogen sei und das ist eine Innung, die bei einer Debatten zwischen Bebel und Hirsch nicht genug unter- vollends blo 3 auf den theoretisch allein richtigen Stand- gänzlich verunglückten Vertheilung der Fragebogen in einer schieden worden zwischen der Einwirkung, welche die punkt gestellt, daß uns hauptsächlich die mündlich e norddeutschen Stadt mitwirkte. Wenn das nicht Bände Reichskommission auf die Arbeiterenqueten aus- fontradiktorische Befragung und ihr Ergebniß, die aus- redet! Und wenn dagegen nicht der schärffte Einspruch erüben kann und ausgeübt hat, und der Ausführung führliche Beschreibung der Arbeiterverhältnisse, hoben werden muß! Ich meine, der Abgeordnete Hirsch der Erhebungen, auf welche die Reichskommission fehlt, hätten sie infolge dessen die Herbeischaffung des jeßt hätte viel mehr Ursache gehabt, gegen diese unglaubnach ihrem auch vom Abg. Hirsch kritisirten Reglement gar vorliegenden todten statistischen Zahlenwustes gan 3 ab- lichen Dinge aus der Ausführung der Enqueten Verteinen Einfluß hat. Wenn der sozialdemokratische gelehnt und sich an den Berathungen darüber gar nicht wahrung einzulegen, selbst wenn er von der ar Delegirte in der Reichskommission alles, was den Grund- betheiligt, so wäre noch viel Schlimmeres herausgekommen, beitsstatistischen Thätigkeit uniformirter Schutzleute fäßen der praktischen und wissenschaftlichen Sozialstatistik als thatsächlich herausgekommen ist, und wir hätten dann hätte schweigen wollen, als gegen die im Vorwiderspricht, bekämpfen und nicht mitmachen wollte, so einmal das Geschrei der Herren von Bötticher, Hirsch, Möller wärts" gemachten Kritiken. Bebel hat ihn deshalb ganz würde er überhaupt nicht fertig. Außerdem verfügt er und Genossen darüber hören wollen, daß die Sozialdemokratie vorzüglich als freiwilligen Regierungs- Kommissarius" geeben doch nur über eine Stimme und kann also grund- jede positive Arbeit ablehne"! Es geht den Genossen in der kennzeichnet. sätzliche Verbesserungen überhaupt nicht durchsetzen, da nie- Reichskommission eben wie der Fraktion im Reichstag z. B. beim Zum Schluß sei festgestellt, daß gegen die thatsäch mand im Sinne der richtigen Arbeiterstatistik mit ihm Arbeiterschutz: sie müssen versuchen, wenigstens Einiges im Lichen Ausführungen unserer Artikel in der ganzen Reichsstimmen würde, sondern er muß sich nothgedrungen Interesse der Arbeiter zu retten und zu bessern, wenn sie tags- Debatte vom 21. d. M. auch nicht ein Wort hat gedarauf beschränken, das Schlimmste und Augenfälligste zu auch prinzipiell die ganze Art und Weise verurtheilen, wie fagt werden können; natürlich sie waren ja Silbe für fritisiren, in dessen Verurtheilung ihm die übrige bei uns Gesetze und Statistiken gemacht werden. Bebel hat Silbe aus den Aktenstücken der Reichskommission genommen! Kommission schließlich beistimmen muß. Insofern schon jetzt im Reichstage den richtigen Standpunkt bei der Wahl Außerdem mußten selbst Minister Bötticher und Abg. Hirsch war es also eine höchst alberne Bemerkung des Abg. Hirsch, zwischen unvollständiger, trockener Statistik und lebensvoller zugeben, daß unsere Anregung bezüglich reichlicher VerFeuilleton. Madbrud verboten.] [ 23 Die Lanfbahn eines Nihilisten. Bon S. Stepniak. wenn selbst dieser Phantasiemantel mit der Zeit fadenscheinig wurde und in Stücke zerfiel, so würde er einfach einen neuen an Stelle des früheren weben. Er eignet sich genau für eine solche Aufgabe, und es wird für beide um so beluftigender sein. Andrej saß jetzt vor dem Tische. Er hatte die Ellbogen aufgeftüßt, blickte niedergeschlagen auf die kahlen Wände, welche mit billigen Tapeten bedeckt waren, und verfolgte mechanisch die Linien, welche die häßlichen, grünen Quadrate des Musters in zwei symmetrische Theile trennen sollten, zu ziehen. Er konnte aber nichts daraus machen und wendete seine Augen ermüdet dem Schreibtisch zu. Gregor zu jener Zeit noch nicht liebte, wie konnte sie dann jetzt noch Bedenken tragen, wen sie von beiden wählen sollte? " Gut, mag es denn so sein," sagte Andrej, und ein düsteres Licht flammte in seinen Augen auf. „ Auf den traurigsten Lebenspfaden wachsen Blumen. mögen fie andere pflücken und sich ihrer in Frieden freuen. Wir, die im Geheimen arbeiten, wollen die Dornen für uns behalten und uns nicht beklagen." Er seufzte und setzte sich dann entschlossen an die Arbeit. Seit mehreren Stunden lebte er in der Welt der Gestalten, des Geflüsters, der Zahlen, berieth den Schlüssel, stellte Berechnungen an und schrieb mit angestrengtem Fleiße, voll der Mann, welcher nach Dubrawnik ging, am Nachmittag Erregung, kaum den Kopf erhebend. Er wollte den Brief zur rechten Zeit nach dem Hauptquartier befördern, weil abreisen sollte. Autorisirte Uebersetzung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Ein so wahrer, aufrichtiger, ernster Mann konnte kein Geck sein. Er hatte Gregor in Gedanken Unrecht gethan. Aber Zwei Monate! Ja, zwei Monate waren es her, Gregor's sonderbar verdrehte Ansichten über das Mädchen? seitdem er sie zum ersten Mal getroffen hatte. Er fannte Natur. Er konnte sich ihrer nicht enthalten. Er nahm alles in fannt gewesen wäre. Er begann fast von dem ersten Tage Seine absurden Uebertreibungen? Nun, sie lagen in seiner sie aber ebenso gut, als wenn er zwei Jahre mit ihr bedieser Weise. Dennoch liebte er sie wahrhaft. Liebt nicht ab, an dem er sie sprach, in ihrer Seele zu lesen. jeder Mensch verschieden, seiner Natur gemäß? Auch sie Jetzt fannte er sie besser, als sie sich selbst kannte, liebte ihn. Es war natürlich, daß ein Mädchen mehr Reiz und errieth Eigenschaften in ihr, die sie zu bescheiden gewesen an Gregor's erhabener und poetischer Liebe fand, als an der wäre, zuzugestehen, und Schwächen, gegen welche sie in ihrer nüchternen und prosaischen, wie sie eben ein prosaischer mädchenhaften Gereiztheit empört protestirt hätte. Und es Mann, wie er, bieten konnte. wäre ihm schwer gefallen zu sagen, welche dieser beiden sie " Festigkeit, Stetigkeit, Dauerhaftigkeit!" sagte Andrej ihm theurer machten. Er liebte sie gerade so, wie sie war, bitter zu sich selbst. nichts Besseres konnte er sich vorstellen, weil das Beffere Wenn Liebe von derselben Sorte Stoff wäre, aus dem anders gewesen wäre. Kleider und Schuhe gemacht werden, würde er die besten Er ließ alle Vorfälle ihrer kurzen Bekanntschaft an sich Aussichten haben. Aber Frauen erblicken die Liebe nicht in vorüberziehen. Er erinnerte sich jedes Wortes, das sie ge- find" Berwirrungen eingetreten"- hier stand die Zahlendiesem Lichte und sie haben ganz Recht. Warum sollte sagt hatte, jedes Ausdruckes ihres Gesichtes. Nein, es war Gregor's Liebe überdies unbeständig sein? Sicherlich hatte feine Hoffaung für ihn. Eine Freundschaft! Mädchen gruppe und er würde gut thun, hierher zu kommen, er von der wirklichen Tanja keinen Begriff und verehrte an gewähren diese sehr gerne den Freunden terer, welche sie wenn er es so einrichten könnte." Im Hauptquartier fand er Lena, die heute Dienst hatte. ,, Da ist für Sie etwas betreffs Dubrawnit," sagte sie. Sie nahm aus der Schublade einen Brief von Sina, welcher von der Anwendung der Chemikalien noch naß war. Finger auf eine vereinzelte Zahlengruppe auf der letzten Hier ist er und da ist Ihr Name", sagte sie, mit dem Seite zeigend. Andrej las die Stelle, welche folgendermaßen lautete: ,, Was die Angelegenheit anbetrifft, die ich handhabe, so ihrer Stelle ein Jdeal, welches er mit Flittergoldhüllen lieben. Sie liebte bereits Gregor, als er sie zum ersten Wenige Dinge konnten Andrej so willkommen sein seiner eigenen Phantasie bekleidet hatte. Was schadete es Male traf. Wenn er dies nur für einen Moment be- als diese Aufforderung, und er entschloß sich, sie sofort antaber, wenn er nie entdeckte, daß diese Hüllen falsche waren? Und zweifelte, so betrog er sich absichtlich selbst. Und wenn sie zunehmen. theilung der Rommissions- Drucksachen durchaus berechtigt sei; 1 Und das gleiche Intereffe hat die Regierung, die sehr mir möchten nur noch hinzufügen, daß es Interessenten wohl weiß, daß eine Neuwahl ihr sicher eine Niederlage ( Arbeitervereine) und Sachverständige in Sachen der Arbeiters bringt, und die sich darum an die Hoffnung antlammert, statistik auch außerhalb des Reichstages giebt, und daß man es werde ein Ausgleich doch noch gelingen! auch diesen die Drucksachen leichter zugänglich machen sollte. Jedenfalls haben die Wähler allen Grund, auf der Unsere Kritik hat also, um vulgär zu reden, rechtes Leben Gut zu sein und ihren Vertretern auf die Finger zu sehen. in die Bude" gebracht. Das ist es, was wir wollten, das Die Gefahr eines Kompromisses ist noch weitere wird sich allmälig schon gehen, am fortgesetzten nicht vorüber. Anbohren", um mit Bebel zu reden, soll's nicht fehlen." Politische Itebersicht. Berlin, den 23. Februar. " auch in seiner neuesten Steuerreform den Herren Bon und Woßu die feinsten Gerichte auf, doch was verschlägt dies? Schreien wir, schreien wir, schreien wir!" denkt der Klüngel der Brotvertheuerer mit Ruprecht- Ransern, und so ertönt ihr profitgieriger Lärm auf offenem Markt, in den Barlamenten und im Königsschlosse. Aber auch das machtvollste Königswort" ist gebunden durch den Zwang der wirthschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen Zustände, der Einzelne, und sei er noch so hoch gefürstet", ist ein Ge Die Militärkommission beschäftigte sich heute mit den schöpf des sozialen Mittels, worin er lebt, und setzt er fich verschiedenen Finanzanträgen. Ein Tag wurde wieder todt- in Widerspruch mit dem Gange der geschichtlichen Entgeschlagen. Morgen wird die Penelope- Arbeit fortgesetzt wickelung, so geht diese über ihn zur Tagesordnung in diesem Fall doppelten Sinns Arbeit pour le Roi de über. Und ein machtvolles Königswort" ist und bleibt nur die private, subjektive Meinung der Monarchen, so Prusse. " " Zur Militärvorlage. Offiziös wird geschrieben: lange fie ohne die Gegenzeichnung der dazu berufenen Aus dem Reichstage. Der erste Bürgermeister von Wenn in einigen Blättern neuerdings die Idee besprochen Minister auftritt. Auf jeden Fall aber hat die BoltsDanzig, Dr. Baumbach, hat mit seinen näheren Partei- wird, die Entscheidung in der Militärfrage eventuell pertretung nicht nach den Wünschen und Ansichten freunden den vernünftigen Antrag eingebracht, die von dem bis zum Herb ste zu verschieben und eine Vertagung des Kaisers oder der Regierung, sondern allein gemäß dem Bundesrath erlassenen Vorschriften über den Nachweis der bes Reich stags eintreten zu lassen, so sind wir in der Auftrag und im Interesse ihrer Wähler, der deutschen Befähigung als Arzt einer Revision in dem Sinne zu Lage, zu versichern, daß in den leitenden Kreisen eine solche Nation, zu rathen und zu thaten. Die Abgeordneten, unterziehen, daß auf grund dieses Nachweises auch Frauen Möglichkeit als nicht biskutabel bezeichnet wird." Auch welche sich anderen Einflüssen beugen, sind nicht Volts. die Approbation als Arzt ertheilt werden muß". solche Dementis gehören zur Verschleppungstaktif. Gerade vertreter, sondern feile Höflinge. Freilich, bequemer und Dieser Antrag, welcher zu dem Kapitel des Etats: so wie während des 1887er Wielinit- und Baracken- ach! um wie viel willkommener wäre es den selbstherrlichen Reichs- Gesundheitsamt heute verhandelt wurde, gab Aulaß Rummels werden jetzt schon auch Truppen- Granden östlich der Elbe, herrschte noch das alte absolute zu einer ziemlich ausgedehnten Debatte. Dabei zeigte sich, bislotationstarten Frankreichs und Rußlands an Regiment, und ein neuer Ludwig XIV. träte gestiefelt und daß die Anschaunngen über die Möglichkeit der Zulassung der deutschen Grenze den Zeitungsredaktionen zum Abbruck gespornt, die Reitpeitsche in der Faust, vor das Parlament, der Frauen zum Studium sich gegen früher ungemein zu angeboten. Auf diese Weise sucht Bruder Offiziosus den um ein„ lit de justice", ein machtvolles Königswort" zu gunsten der Forderung abgeklärt haben. In Herrn Ende- Philister zu ängstigen und mürbe zu machen. Der Reichs- sprechen, dem zu gehorsamen wäre ohne Einspruch, ohne mann, dem Bertreter für Kaffel, fand zwar der Konkurrenz tanzler Graf Caprivi hat am 27. November im Reichs- Widerstand. neid gewiffer Mediziner, welche die Frauenärzte um jeden tage ein für allemal diese bösartige Stimmungsmache ge- Der neue Bund. Nach Sachsen tommt Baden. Breis ferne halten wollen, einen beredten Vertreter, sonst fennzeichnet. Er sagte: Ich möchte den Herren, die in Die offiziöse Badische Korrespondenz", das Organ der aber sprach sich sogar der konservative Redner für die Noth- dieser Beziehung zur Beunruhigung neigen, den Vor- nationalliberal angehauchten badischen Regierung, erklärte, wendigkeit aus, daß den Frauen durch Geschlechtsgenossinnen schlag machen, sich einmal eines Zirkels und einer Karte zu es handele sich bei dem neuen Bunde, diesem Vorstoß der ärztlicher Rath und Beistand geleistet werde. Nur das bebienen, einer solchen Karte, wo die Garnisonen eingetragen extremkonservativen Bolitiker mehr um die Schwächung des Zentrum bleibt in dieser Frage nach wie vor auf seinem sind. Sie können aus jedem genealogischen Kalender Ansehens der Reichsregierung als um die fachliche Bes bornirten Philisterstandpunkt stehen. Den Herren schwebt die Standquartiere der Generalfommandos in Deutsch- handlung wirthschaftlicher Fragen. Die Landwirthe müßten eben das Beispiel vom kleinen Finger und der ganzen Hand land und in Rußland entnehmen. Wenn Sie berücksichtigen, daß sie nur ein Theil des Staatsganzen vor. So ganz unrecht haben die Schwarzröcke in dieser dann nun die russischen Truppen nehmen, die zu seien, und daß ihre Intereffen in Einklang gebracht werden Beziehung ja auch nicht. Ihren Standpunkt rednerisch ver- der Armee gehören, die an unserer Grenze steht, so müßten mit jenen der Gesammtheit. Wenn auch eine getreten zu laffen, dazu famen fie aber heute nicht. Da in werden Sie wahrscheinlich von der Garnison bis zur Grenze bührende Berücksichtigung der landwirthschaftsichen Internächster Zeit Petitionen, welche das gleiche Thema be- einen Raum bis zu 300 Kilometern bekommen. Nehmen effen erforderlich sei, so dürfe man den Bogen doch nicht zu handeln, an das Plenum kommen, so zogen die Antrag Sie diesen Raum in den Birkel und setzen Sie ihn auf die straff spannen. Druck erzeuge Gegendruck, und nichts wäre für steller ihren Antrag zurück, womit die Debatte ge- preußische Grenze, und messen Sie ab, wie viel Armee die Landwirthschaft verhängnißvoller als ein durch überschlossen war. Bei dem Titel Reichs- Versicherungs- torps liegen in Preußen und in Desterreich mäßige Forderungen hervorgerufener Widerstand der amt versuchte der Abgeordnete Rösicke auf die auf demselben Raum, in dem diese, unsere Laien übrigen Bevölkerungsklassen. Die Handelsverträge lägen Angriffe zu antworten, welche der Abgeordnete Wurm oft erschreckende Masse Russen liegt, so werden Sie die Grim Interesse der ganzen Bevölkerung Deutschlands einlegthin gegen gewiffe Unternehmerkreise gerichtet hat. Unser fahrung machen, daß diesseits der Grenze mehr schließlich der Landwirthschaft. Genosse gab die gebührende Antwort auf der Stelle. Ein liegen als jenseits( hört! hört!) Wie leichtven dem Abgeordneten Auer vorgebrachter Fall standalöser finig die Welt mit diesen Dingen umgeht, Den Konservativen ins Stammbuch. Der genialste Berschleppung der Spruchentscheidung seitens des Schieds- dafür ist mir vor einigen Tagen ein Beispiel in die Augen Kopf der Konservativen, Stahl, der getaufte Jude, sagte gerichtes der Glas- Berufsgenossenschaft Gektion III fand gefallen. Es ist durch die Zeitungen die Nachricht ge- in einer Rede zum Antrage des Grafen von Jhenpliz und auch pom Staatssekretär von Bötticher entschiedene Ver- gangen, ein russisches Armeekorps, dessen Garnison weit Genoffen gegen die Spielhäuser in den deutschen Bundesurtheilung. Der Minister theilte bei der Gelegenheit mit, hinter Kiew, in Chartow, liegt, sei zu der Armee in Kiew staaten( Sigung des preußischen Herrenhauses am daß Klagen über derartige Verzögerungen Anlaß gegeben geschlagen worden; diese Armee in Kiew sei bestimmt, gegen 17. April 1858, fiehe: Siebenzehn parlamentarische Reden ze hätten att einem Rundschreiben des preußischen Handels: Desterreich vorzugehen. Das Faktum mag richtig sein. Der von Stahl, Berlin. 1862. S. 42): minifters, worin die Schiedsgerichte zu beschleunigter Gr Ort Charkow liegt aber, in der Luftlinie gemessen, zu dem ledigung der vorliegenden Unfallsachen angewiesen werden. nächsten Ort der österreichischen Greuze in der Richtung aus Morgen dürfte die Berathung über den Etat des Reichs Lemberg, genau so weit ab, wie Koblenz in der Luftlinie gemessen über Posen von dem nächsten Ort der polnischen amtes des Innern endlich zu Ende geführt werden. Grenze( Heiterkeit), Ich habe noch nicht gehört, daß ein Weusch das Dasein des föniglich preußischen 8. Armeekorps in Roblenz als eine Kriegsdrohung für Rußland anfähe. Dies alles führe ich an, um den nicht berechtigten Beunruhigungen entgegen zu treten." wenn Wenn wir nun unseren Antrag auf die Spielbanken bes schränken, so sprechen wir damit in feiner Weise eine Billigung aus für das Lotto, sei es die Zahlenlotterie, sei es die Klassenlotterie. Ich für meine Person muß mich verwahren gegen ein Motiv, welches der Kommissionsbericht als ein in der KomDie Furcht vor der Auflösung des Reichstages bemiffion geäußertes aufgenommen hat, daß man die Klassenherrscht augenblicklich die politische Lage in Deutschland. lotterie noch beibehalten müsse aus Rücksicht auf die Gewährung, alle Jahre doch für einen kurzen Moment dem Glücke wenigstens Die Mehrheit der Abgeordneten, welche den Wählern die die Thür zu öffnen. Mit einem solchen Motive habe ich, und Ablehnung der Militärvorlage versprochen haben, fürchten ich glaube, auch die meisten meiner Herren Antragsteller, nichts eine Auflösung; und die Regierung fürchtet eine Aufgemein. Die Zahlenlotterie ist gleichfalls von lösung, die nur den radikalen Parteien, vor allen der Einen Generalmajor z. D., der jegt kaiserlichhöchst verderblicher Wirkung, fowohl für den Sozialdemokratie vortheilhaft sein würde. Das Zentrum, türkischer" Generallieutenant" ist, den Herrn v. d. Golz, Wohlstand als auch für die Gefittung der Bewelches den Ausschlag giebt, hat freilich auch noch läßt die Kölnische Zeitung" jezt für die Militärvorlage völkerung und gerade der niederen Bevölteandere Gründe, die sein zögerndes Handeln bestimmen. Es Reflame machen. Militärs find natürlich die unbefangenften rung; die Klaffenlotterie hat dieselbe Wir Hung, a uch in will Geschäfte machen. Aber es hätte längst die Militär- und fachlichsten Kritiker militärischer Forderungen. Herr geringerem Maße, überall aber ist ein solches Spiel der Obrig vorlage verworfen mit dem Hintergedanken, fie von der Goltz schließt seinen bombastischen Artikel mit der teit mit ihren Unterthanen, um Gewinn aus später, nachdem die Mandate auf 5 Jahre erneuert worden, Nedensart:" Die Annahme der Militärihnen zu ziehen, um eine Finanzquelle daraus zum Gegenstand eines guten Schachergeschäfts zu machen, porlage ist bereuropäische Friede." Bumm! sich zu bereiten, gewiß gegen die Dignität wenn nicht die Furcht vor der Auflösung wäre. ( Würde) der obrigteitlichen Stellung.( Bravo!" Der„ Thurm" wackelt. Die verschiedenartigen Elemente, Das deutsche Heer hat im Monat Dezember 1892 Nachdem die„ Norddeutsche Allgemeine" ihr von uns aus denen das Zentrum besteht die junkerlichen und durch den Tod 127 Mann verloren. Davon kamen 12 nach Gebühr gebrandmarktes Toblieb auf die Klassenlotterie fleinbürger- und bäuerlichen, die aristokratischen und demo: durch Verunglückung ums Leben, 24 gaben sich selbst gesungen, könnten die Herren von der Rechten bei der kratischen werden nicht mehr durch den Kulturkampf, nicht den Tod. Also 18,8 Prozent sind durch Selbstmord Lotteriedebatte im Landtage einmal nach Stahls mehr durch das diplomatische Genie eines Windthorst zu aus dem Leben geschieden! schen Heften lesen. Sie werden sich hüten! sammengehalten fie streben auseinander der Zerbröckelungsprozeß hat begonnen, und die vernichtete" Klaffenjuftiz. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Postalisches. Auch für Januar, schreibt triumphirend Sozialdemokratie wird bei der nächsten Wahl manchen Riß Beser auf das Urtheil, welches gegen den Bergarbeiter die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", erweisen die Einfinden, durch den sie in den Thurm eindringt. Kein Wunder, Bunte gefällt worden. Wer den Bericht in unserer nahmen der Post- und Telegraphen- Verdaß das Zentrum den bösen Tag der Abrechnung mit den heutigen Gerichtszeitung" lieft, wird sich an den Kopf waltung eine weitere Zunahme des Verkehrs. Wählern möglichst hinauszuschieben sucht. greifen und fragen: Ist das möglich? Wenn er aber das Die Brutto- Einnahme für Januar 1892 betrug Wort Dortmund liest, wird das Erstaunen aufhören. 20 506 586,29 M., dagegen für Januar 1893 21 658374,61 M., Wir werden uns mit dem Urtheil, sobald die Begründung mithin mehr 1 151 788,32 M. Der reine Ueberschuß Nun, was sagen Sie," fragte Lena ziemlich falt. vorliegt, noch näber beschäftigen, und zweifeln nicht, daß es betrug für Januar 1892 893 273,44 m., dagegen für " Werden Sie dem Rufe folgen?" auch im Reichstage gebührende Würdigung finden wird. Jannar 1893 1 272 092,51 M., mithin mehr 378 819,07 m. Für den Zeitraum vom 1. April 1892 bis Ende Januar 1893 beträgt der reine Ueberschuß 22 792 628 M., das ist ein Mehr gegen denselben Zeitraum des Vorjahres von 2 288 497 M. Aber die Lage der Post- Unterbeamten bleibt so fläglich wie bisher, fie werden auf's äußerste angespannt, schlecht bezahlt und wenn sie sich zu organisiren versuchen, gefischert, will fagen gemaßregelt. „ Selbstverständlich," antwortete Andrej. " Ich erwartete das," sagte das Mädchen stirnrunzelnd. Andrej wußte, daß Lena dieser Schritt, den er machen wollte, mißfallen würde, und er wußte auch warum. " Ich muß gehen," sagte er rechtfertigend. Obgleich Sina's Aufforderung feine bestimmte ist, weiß ich, daß sie sie überhaupt nicht gesandt hätte, wenn mein Kommen nicht von Wichtigkeit wäre." Und wollen Sie die Propaganda unter den Arbeitern und alles andere, das Sie so gut begonnen haben, wieder im Sande verlaufen lassen?" erwiderte Lena ärgerlich, ohne auf seine Einwände zu hören. Das ist immer die Art unserer Revolutionäre edler Abkunft, welche nur auf die erfie Gelegenheit warten, um sich in terroristische Geschäfte zu stürzen." " " J " " ,, Schreien wir!" Unter der Führung des bekannten Krautjunkers von Below Saleste ist am 22. d. M. eine Abordnung der landwirthschaftlichen 3entral vereine der östlichen Provinzen, d. h. des or ganisirten Agrarierthums, beim Kaiser gewesen, um die bereits von uns gewürdigte Dentschrift", ein dickes Bündel schutzöllnerisch reaktionärer Wünsche, zu überreichen. Die nothleidenden" Großgrundbesiger erklärten, fie tämen in schwerer Gorge wegen des Niederganges wie wegen der Gegen die geplante Kommunal- Schlachtftener Zukunft des landwirthschaftlichen Gewerbes" und baten, der wendet sich der rheinisch- westfälische Bezirks= Herrscher solle mit einem machtvollen Königsworte" sich verein des deutschen Fleischerverbandes. ihrer annehmen, wie dies von des Kaisers Vorfahren zum Die Steuerkommission des preußischen Abgeordnetenhauses Segen des Landes" wiederholt geschehen sei. Der Kaiser hat bekanntlich den§ 8 des Kommunalabgaben Gesetzes an entgegnete darauf, er wünsche den Schwierigkeiten und genommen, der die Bestimmungen des Schlachthaus- Gesetzes Lena war eine Bauernfreundin von Ueberzeugung oder Sorgen abzuhelfen, mit welchen die Landwirthschaft, zumal vom 18. März 1868 in§ 5 aufheben und den Kommunen genauer gesagt, eine einfache Propagandistin. Die sozia in den östlichen Provinzen," zu kämpfen habe, die Mittel das Recht geben soll, die Schlacht und Fleischschaulistische Propaganda unter den Bauern und Arbeitern war, hierzu feien schwieriger Natur", dazu bedürfe es vor allem gebühren bis zu 8 Prozent des Anlagekapitals erhöhen zu nach ihrer Ansicht, die einzige Form der Thätigkeit, welcher des Friedens, zu dessen Erhaltung Sie beitragen dürfen. Da in dem obigen Gesetze bestimmt ist, daß die die Revolutionäre ihre Kräfte widmen sollten. Sie sollten können, indem Sie für die Stärkung der Wehr Schlachthausgebühren eine Höhe von 5 Prozent des Auden wilden Verfolgungen der Regierung, welche nur darnach fraft eintreten." Die Wünsche der Agrarier würden von lagefapitals nicht überschreiten sollen, so stellt die neue strebte, sie in die politische Bewegung zu verwickeln, nicht der Regierung eingehend geprüft und nach Möglichkeit" Bestimmung eine wesentliche Bertheuerung des Schlachthausdie geringste Aufmerksamkeit schenken. berücksichtigt werden. Wilhelm II. hat es offenbar nicht verkehrs in Aussicht. Sollte das aber eintreten", heißt es " Sie schäßte Andrej sehr hoch als erfolgreichen Pro- für zeitgemäß gehalten, den Großgrundbefizern mehr zu in der Eingabe des Bezirksvereins an das Abgeordnetenpagandisten und zürnte ihm besonders, daß er sein Werk geben als wohlwollende Versprechungen. Ein machtvolles haus, so wird es besonders die arbeitende Klasse, der das vielleicht für immer aufgeben wollte. Nichts war leichter, Königswort" hat er, vorläufig wenigstens, nicht ge- Fleisch ein Hauptnahrungsmittel ist, sein, welche die neue als bei einem Unternehmen, wie es das in Dubrawnik sprochen, wohl aber die Herren wohl aber die Herren von der Rechten erhöhte Abgabe des Fleisches durch den bedingten Preisgeplante war, zu Grunde zu gehen. Sie griff ihn heftig an auf ihre Basallenpflicht, für die Militärvorlage aufschlag zahlen muß, der besser fituirte Konsument wird und beschuldigte ihn des Mangels an Ausdauer. rückhaltslos einzutreten, recht nachdrücklich hingewiesen, ein in der Lage sein, das Fleisch von dort zu beziehen, wo ein Andrej protestirte gutmüthig." Ich würde gerne bei Wint, der sicherlich verstanden werden wird. Unsere Reichs- Schlachthauszwang nicht besteht, bezw. wo der Fleischer so meiner Arbeit bleiben," sagte er, es wäre aber entehrend und Staatspolitit ist zugeschnitten auf die treibhausmäßige hohe Abgaben nicht zu entrichten hat. Eine Besteuerung für unsere Partei, wenn sie nicht einige Anstrengungen Pflege der agrarischen Intereffen, die Gesetzgebung verbürgt des wichtigsten und nothwendigsten Nahrungsmittels der machen würde, um unsere Freunde zu befreien." ihnen wirthschaftliche Vortheile, im Heerwesen und in der ärmeren Schichten der Bevölkerung kann doch wahrlich nicht ( Fortseßung fofgt.) Verwaltung herrscht das Junkerthum, Herr Miquel tischt die Absicht der bestehenden gesetzgebenden Körperschaften fein." Miquel weiß, was er will. Rann er den Ge Iblack lift, eine Unmöglichkeit. Sie scheitert entweder, oder sie muß In Gotha fprach am 19. Februar ber Reichstagsvertretungen der preußischen Gemeinden ein schöneres zu einer allgemeinen britischen Somerules Abgeordnete Bod über daffelbe Thema. Er geißelte besonders Geschenk machen, als mit der Wiedergeburt der städtischen Bill erweitert werden. Was den Fren recht, ist den Eng- den Erzeuger der Spar- Agnes und der Strampel- Anni. Den Schlachtsteuer, die auf die Reichs- Vieh- und Fleisch- ländern, Schotten und Wälschmännern billig. Und dann Pfaffen gab er den Rath, anstatt die Sozialdemokratie zu ver unglimpfen, zum Thema ihrer Predigten sich doch lieber die Auszölle noch eine städtische indirekte Steuer pfropft, die den hört auch die tolle Anomalie auf, daß es im gemeinsamen fprüche ihrer Heiligen zu nehmen, welche mit nicht mißArbeiter in erster Reihe und am wuchtigften trifft. Parlament Mitglieder erster und zweiter Klasse giebt, wie bas suverstehender Deutlichkeit den Reichthum als Teufelswerk und Gute Einkommensteuern, die den reichen Bürger, der die Gladstone'sche Bill plant. Es zeigt sich hier wieder bie Reichen als das zum Bau des Reiches Gottes ungeeignetfte Leiſtungsfähig iſt, treffen, find ja vom Uebel.- 2 einmal, wie durch Halbheit die wir wollen nicht sagen Material bezeichnen. Sätten Gugen Richter, Bachem und Ges gleichteften aber boch tlarsten Aufgaben erschwert werden. noffen bas Spotlächeln fehen können, was der befucher beg Der Fall Steck. Im Großen Rath des Kantons Sätte der große alte Mann" das ABC der Demokratie Bersammlung für ihre oratorischen Kraftleistungen allein übrig Bern wurde, wie der" Bund" berichtet, die Angelegenheit begriffen und den sämmtlichen Theilen des britischen Reiches hatten, sie würden in ihrer Meinung, bie Sozialdemokratie Steck endgiltig erledigt. Der in den Großen Rath gewählte neben der gemeinsamen je eine Sondervertretung zu geben fritisch vernichtet zu haben, einigermaßen irre geworden sein. Sozialdemokrat Fürsprech Sted bat bekanntlich sich entschloffen, so würde der Gedanke nicht auf den Widerden von der Berner Regierung vorgeschriebenen religiösen stand gestoßen fein, den er jetzt findet. Partei- Organisation. Der Sozialdemokratische Verein in Den Engländern gabed zählt gegenwärtig rund 400 Mitglieder. Eid unter Berufung auf die in der Bundesverfassung ge- fann man in der That nicht übel nehmen, daß sie keine In Achern( Baden) wurde nach einem Referat des währleistete Gewissensfreiheit verweigert, worauf ihm der Luft haben, sich einen stelbständigen Staat vor die Nase zu Apothekers ut aus Baden- Baden ein fozialbemokratischer Große Rath den Eintritt versagte. Steck ergriff dagegen stellen, der ihnen gelegentlich im Bund mit einer auswärtigen Wahlverein gegründet. Das Schicksal der Spar- Agnes und der Rekurs an den Bundesrath, der ihm Recht gab, weil Macht tödtliche Verlegenheiten bereiten könnte. Bleibt aber das Strampel- Anni, das Eugen Richter so erschütternd schilderte, Bundesrecht vor Kantonsrecht gehe, und der ihm erlaubte, britische Parlament als Mittelpunkt und Band des Ganzen läßt die verhärteten Naturen der Arbeiter überall kalt. Eine den Eid in Form eines Gelöbnisses(„ Ich gelobe auf Ehre bestehen, werden diesem Zentralparlament die lokalen und schreckliche Welt! Nicht wahr, Herr Abg. Richter? und Gewissen") zu leisten. In der Sigung des Großen die blos die einzelnen Reichstheile betreffenden Angelegen- Parteipresse. Aus Kiel meldet das Hamburger Echo": Raths am 20. d. M. kam dieser Entscheid zur Verhandlung. heiten entzogen, und den zu schaffenden Sondervertretungen Die Borarbeiten zu der am 1. April d. J. ins Leben tretenden Dürrenmatt beantragte, vom Bundesrath an die Bundes der einzelnen Reichstheile zugewiesen, so fällt dieser Gin- neuen fozialdemokratischen Zeitung find größtentheils erledigt. versammlung zu appelliren, die große Mehrheit aber gab wand weg. Das Barlament, welches jetzt mit einer Menge, Beim Umbau des Gebäudes in der Bergstraße sind die größten sich zufrieden und beschloß, das Gelöbniß Steck's entgegen das Gesammtreich nicht betreffenden Fragen überbürdet ist, Schwierigkeiten überwunden. Es wird schon am 19. März zunehmen. Der Präsident forderte hierauf die Mitglieder würde bei einer solchen Entlastung nur gewinnen, die die erfte und zum 26. März die zweite Probenummer in 20 000 des Rathes in gewohnter Weise auf, sich von ihren Sitzen Zentral Regierungsmaschine würde leichter und besser Exemplaren herausgegeben. während der Gelöbnißablegung Sted's zu erheben. Dürren arbeiten, und die einzelnen Reichstheile hätten den Vortheil, matt erklärte, es sei dies nicht nöthig, da ein bloßes Ge- ihre Angelegenheiten besser erledigen zu können. Wird dem hat Genosse Fris Herbert in Stettin eine Broschüre Die Sozialdemokratie in Pommern. Unter diesem Titel Löbniß fein religiöser Aft sei. Das Präsidium widersprach gesammten britischen Bolt das gewährt, was jest blos die herausgegeben, die eine gefchichtliche Darstellung der Entwicklung dieser Auffassung; gleichwohl bleiben nun, während Steck Srländer bekommen sollen, und wird die Verfassungsreform der pommerschen Sozialdemokratie seit dem Jahre 1869 enthält. das Gelöbniß ablegte, eine Anzahl Mitglieder des Rathes auf demokratischer Basis durchgeführt und von den nöthigen Das intereffante Schriftchen ist vom Herausgeber zum Preise von ( Ultramontane) in demonstrativer Weise figen. Diese sozialen Reformen begleitet, so find alle Wünsche der Irländer 15 Pf. exti. Porto zu beziehen. Demonstration ist unschädlich, Steck ist Großrath. weit vollständiger erfüllt, als durch die Gladstone'sche Bill, und In Italien wieder höllischer Kammerspektakel. kein Engländer, Schotte und Wälschmann ist unzufrieden Giolitti, der jezige, Crispi, der frühere Ministerpräsident, mit Ausnahme einer Hand voll Aristokraten und Geld- Wahlkreife, die am 19. Februar in Augsburg stattfand, war und andere Minister und hohe Herren schimpften einander proßen. wie die Fischweiber und wälzten sich, keifend und doch voll " Die Parteikonferenz im erften schwäbischen Reichstagsaußerordentlich zahlreich besucht und in jeder Beziehung von vor trefflichem Verlauf. In bezug auf die gefaßten Beschlüsse ist hervorzuheben, daß eine engliedrige Kommiffion gewählt wurde, welche die Kandidaten für den Meichstag und den baye rischen Landtag der Wähtrichart in Vorschlag zu bringen hat. Todtenliste der Partei. Gestorben in Edenheim die Genoffin Frau Katharina Greul. In Bischofsheim Polizeiliches, Gerichtliches c. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind brüderlichen Solidaritätsgefühls, im Schlamm der Bantam Borabend eines Regierungswechsels, der, so weit dies ffandale. Herausgekommen ist bei diesem Gebalge bis jetzt möglich, auch ein Systemwechsel ist und nirgends be nichts, denn so schwer diese Männer einander angriffen gegnen wir einem Zeichen der Aufregung oder gar der Be und beleidigten feiner trieb es zum Aeußersten, feiner unruhigung. Während wir Bürger der alten Welt mit sprach das letzte Wort denn es bringt ja die ganze unseren festen" Regierungen schon aus dem Häuschen ge- der Genoffe See. schöne Gesellschaft- Aukläger und Angeklagte ins gerathen, wenn eine Ministerkrise ausbricht, und durch eine mein me Zuchthaus! Kanzlerkrise so erschüttert werden, daß noch nach drei - Der Redakteur des Offenburger BoltsFranzösisch- Panama. Ein kleines Pariser Blatt ver Jahren das Keifen, Gepolter, Konspiriren und Radauen fort- freund 3", Otto Bielowski, hat in dem dortigen Geöffentlicht eine Liste derjenigen, die aus Panama- Fonds bauert, vollzieht sich in der transatlantischen Republik der fängniß die Strafen angetreten, bie ihm wegen mehrerer Breß" Bublizitätsgebühren" empfangen haben. Publizitäts. Wechsel des Staatsoberhaupts mit derselben Ruhe, wie bei vergeben auferlegt find. Bunächst verbüßt er wegen Beleidigung gebühren" find zur Bestechung der Presse auf uns der Wechsel eines städtischen Bürgermeisters. wohlgemerkt die Vereinigten Staaten find gegen gewendete Gelder. Die Lifte ist entnommen dem Berichte des Sachverständigen Flory, der seit dem Prozeß der wärtig das weitaus mächtigste Reich der Erde und so geBanama- Administratoren ein öffentliches Dokument geworden waltig wachsend, daß sie nach einem weiteren Vierteljahr iit. Wenn kein anderes Blatt, sagt die„ Franks. hundert ganz Europa an materieller und moralischer Macht 3tg.", bisher von dieser Liste Notiz genommen hat, so er überholt haben werden. klärt sich das einfach daraus, daß fast alle Journale darauf figuriren. Folgendes sind die interessantesten Daten: Figaro 169 500 Fr. Mermeix( Deputirter 25 000 Artikel finanzieller Theil Programm 1.720 La Cocarde( boulangistisch) Le Gaulois( fons.) Agence catholique La Croix( levital orthodoxes Organ) L'Autorite La Lanterne La Patrie Le Soir Gil Blas 213.500 11 Und des katholischen Pfarrers Wacker 14 Tage. Aus Crimmitschau wird uns geschrieben: Bei einer im November vorigen Jahres abgehaltenen Bürger- und Steuerzahler- Bersammlung, in der Reichstags- Abgeordneter W. Stolle während der Diskussion von einigen Rednern unter scharfem über die bevorstehende Stadtverordneten- Wahl referirte, wurde Tadel erwähnt, daß bei der vorjährigen Stadtverordneten- Wahl Am 4. März, also in 10 Tagen, zieht Cleveland, der verschiedene Unregelmäßigkeiten oder Gesezwidrigkeiten vorneue Präsident, ruhig in das Weiße Haus“ ein ben be- gekommen fein follen. Dabei entschlüpfte dem Genossen Dinger scheidenen Palast des amerikanischen Staatsoberhauptes in der Erregtheit das Wort: Das ist eine Frechheit der Be und Harrison, der alte Präsident, packt ruhig ein, um dem hörde". Daraufhin stellten die Stadträthe Kirchhübel und Nachfolger Blaz zu machen. Und das amerikanische Volk v. Roda Strafanttag wegen Beleidigung und Dinger wurde vom ist so ruhig wie der alte und der neue Präsident- Staat Schöffengericht zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Das und Gesellschaft gehen ihren ruhigen Gang. Die Gesammt: Landgericht verwarf seine Berufung gegen dieses harte Urtheil. heit, das Bolt ist eben bort alles, der Einzelne nichts- und sei er auch Staatsoberhaupt. 1950 Fr. und Journalist) Ducret( Chefredak= # teur der Cocarde) 3.000 " " Edwards( Chefredak teur der Nation) 6.000 13 . Cornély( politischer Mitarbeiter des Gaulois). Ernest Daudet. G. Daudet Hément( parlamen tarischer Bericht erstatter d. Temps) Gondchaut u. Co. Agence Havas( offi2000" 11 000 500 " ( 2) ข 21500 " 189 000. 6.000 " 550 61 000 " 21 206 000 " 75 700 R " 107.700 " 163 400 Arton " " " " n Annoncen finanzieller Theil 17.000 " Aberer( Redakteur des Temps). 6.000 193 000 110 000 5 000 " " 18.000 • # Journal des Débats giöses Telegraph. ( opportunistisch) 68 000 " Bureau) 21 897 " Crespin( Aeltester " Der Parlaments 1.000 92 800 " " 3.000 " Sociét Générale 25 000 " 6.860 " 80 000 " 197 700 " 19.000 194 000 " " Intransigeant ( Rochefort's Blatt) 156 421 " Diverse Administrat. # 11 Annoncen Le Temps( Organ der honetten" Republikaner) 119 000. . Portalis( Chefredak teur des XIX. Siècle) Magnard, 70 000" Chef= redakt. d. Figaro 30 000 Perivier( Redaktions" fetretär d. Figaro) 30 000 " Rodays( Administras tor des Figaro) 30 000 A. Meyer, Chef Berichterstatter) Dépots et Comptes Courants Ernest May Laurent( Chefredak teur des Jour) Le Télégraphe. Indépendance Belge . ( das bedeutendste Brüsseler Bourgeois organ) Canivet( Chefredak teur des Paris) Baron Reinach Total: 8 177 362 Fr. = 2C. 2C. 38 800 " 75 000 " 8 849 145 • 11 Parlamentarisches. Die Wahlprüfungskommiffion beschäftigte sich heute an erster Stelle mit der Petition aus dem Dortmunder Wahlkreis, in welcher die nationalliberalen Wahlmacher verlangen, daß die Kommission den Wahlprotest und die dagegen geltend gemachten Ginwürfe einer nochmaligen Prüfung unterziehe. Außerdem lag eine zweite Petition vor, in der 4-500 Hörder Wähler mit ihrer Namensunterschrift bestätigen, daß sie vollständig unbeeinflußt und aus ganz freiem Entschlusse" ihre Stimme für Möller abgegeben haben. Die Kommission entschied mit 9 gegen 5 Stimmen auf die Behauptungen der Petitionen, als zur Sache unerheblich, nicht weiter einzugehen und an dem früheren Be: fchluffe, die Wahl des Abgeordneten Möller für ungiltig zu er tären, festzuhalten. Daß es dem neuesten Versuch, Herrn Möller das Mandat zu retten, im Plenum besser gehen sollte, ist aus gefchloffen und steht die Kassirung der Wahl sicher bevor, es set denn, Herr Möller zieht es vor, sein Mandat vorher nieder zu Tegen. Die Prüfung der Wahl des Abgeordneten Stumm tonnte, 21 Soziale Lteberlicht. Aufruf au fämmtliche Kutscher und im Fuhrwesen beschäftigte Arbeiter Berlins. Der langersehnte Wunsch vieler Sollegen, daß endlich eine Vereinigung nnter den ver fchiedenen Organisationen in unserem Gewerbe zustande komme, fcheine endlich in Griüllung gehen zu wollen. Die heute am 24. Februar in der Königsbant, Frankfurterstr. 117, stattfindende Bersammlung wird zeigen, daß wir eines Sinnes und gewillt find, gemeinschaftlich unsere Rechte dem Unternehmerthum gegenüber zu vertheidigen. Um aber ein günstiges Resultat zu erzielen, ist es nothwendig, daß jeder Berufsgenosse in dieser Versammlung anwesend ist und daß die von gegnerischer Seite zum felben Abend einberufene Verfammlung unbeachtet bleibt. Also Kollegen, seid heute Abend Mann für Mann in der Königs. bant" am Play! Mit sozialdemokratischem Gruß Hermann Böttcher, Rutscher. Ueber die Arbeitsverhältnisse in der königlichen Ge fchoßfabrik zu Siegburg wird uns geschrieben: Die Arbeiter sind hier in zwei Schichten, eine Morgen- und wegen Beginn der Plenarverhandlungen, nicht zum Abschluß ge eine Nachmittagsschicht eingetheilt, die Morgenfchicht arbeitet von bracht werden. Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die Militärvorlage fanden weiter ftatt in Steinbach im Taunus( Ref. Betmann Oberursel) und in Barmen( Referent: Reichstags- Abgeordneter arm). redakt. d. Gaulois 72 000, Aus Effen wird uns mitgetheilt, daß in der am 19. Fe Ein prächtiges Bild der Verderbniß, eine günstige Gebruar zu gunsten der Militärvorlage abgehaltenen fegenheit für unsere christlich deutschen Chauvinisten und Versammlung, in ber der Landgerichtsrath Schneider referirte, Preß- Pharisäer, voll sittlicher Entrüftung über die korrupten die Mehrzahl der Unwesenden gegen die Militärvorlage ge stimmt habe, obwohl die Gegner der Vorlage zum Verlassen des Franzosen herzufallen! Daß aber die deutsche Bourgeois Totals aufgefordert worden waren, welchem Begehren jedoch nur preffe direkt und mittelbar in den innigsten Beziehungen theilweise entsprochen wurde. zur Börse, wie überhaupt zum Gründer und Spekulantenthum steht, das ist urkundlich erwiesen nicht blos aus der Gründerzeit. Wer kennt nicht die Geschichte des Börsenschwindels, die liebliche Betheiligung der Schlußschein Empfänger und Konsortialzeichner von der Spree bis an den Main, von der Maas bis an den Belt? = Neichstags Kandidatur. Die Kreiskonferenz für den 3. fchleswig holsteinischen Wahlkreis, die am 12. Februar in Schleswig tagte, beschloß, den Hamburger Genossen von Elm, Vorsigenden der Zabalarbeiter- Genossenschaft, mit der Kandidatur zu beauftragen. Die Ernennung des ZentralWahlkomitees wurde dem Vorort Schleswig übertragen, Morgens früh 3 Uhr ohne Unterbrechung bis 8 Uhr, erst dann ist eine Frühstückspause von sage und schreibe 10 Minuten; um 1 Uhr ist Schluß der Schicht. Die Nachmittagsschicht arbeitet von 1 Uhr Mittags bis 11 Uhr Abends, die Pause ist dieselbe wie Morgens. 10 Minuten Verspätung wird mit 20 Pf. be= straft. Wer über 10 Minuten bis 1 Stunde zu spät kommt, zahlt 30 f. und hat außerdem eine Stunde Lohnabzug zu erdulden. Bor furzer Zeit war hier eine Normalarbeitszeit von 8 Stunden eingeführt, dabei wurde pro Stunde im Afford ein Lohn von 40 bis 50 Bf. verdient, während jeßt, infolge geringerer Atfordföhne zc. bet 10stündiger Arbeitszeit 35 Pf. verdient werden. Es besteht hier ein Arbeiterausschuß, in dem unlängst die Lohnverhält niffe zur Sprache gebracht wurden. Dabei trat einer der gewählten Vertreter für Ausbesserung der Löhne ein, wurde aber von dem den Borfiz führenden Direktor, dem Major Simons, mit der Be merfung abgewiesen, er folle fich darum nicht fümmern, das wäre feine des Arbeiters Sache nicht. Der Direktor tritt hier überhaupt sehr militärisch auf, und seine Meister ahmen ihm das nach. Weber den Ausstand der Baumwollindustrie- Arbeiter in Lancashire berichtet die Londoner Allgem. Korresp.": Gegenüber vem Anerbieten der ausständigen Baumwollenarbeiter, die Arbeit zu um 21%, pet. ermäßigten Lohnfäßen wieder aufzunehmen, In Frankreich taucht Jules Ferry, der fain ber Bund der Fabrikanten zu einem ablehnenden Bescheid. Das Zukunftsstaats- Geschwäs Bachem's wird jekt vom Das Anerbieten sei nicht annehmbar, namentlich weil während Tonkinese", wieder auf. Er ist zum Präsidenten des Senats vorgeschlagen und hat Aussichten, gewählt zu Orten Haus für Haus vertheilt. Die Neben unserer Abgeord- worden sei, ohne daß sie streiften, und in keinem Falle die LohnBentrum in Form eines Flugblatts in Koblenz und anderen der testen 25 Jahre den Arbeitern jede Lohnerhöhung gewährt werden was bei der Prinziplosigkeit dieser zopfigen neten find natürlich nicht mit abgedruckt, andernfalls würden ja erhöhung weniger als 5 pet. betragen habe; die von den Arbeitern Körperschaft nicht zum Verwundern wäre. Die einzige die Wähler des Zentrums schwarz auf weiß bewiesen finden, daß zugestandene Lohnkürzung um 2/2 pet., und die Zeit von drei praktische Bedeutung der Wahl des außerordentlich un- Bachem die Bezeichnung Blechschmied", die ihm von Bebel zu Weonaten, während der sie eintreten sollte, falle nicht ins Gewicht beliebten Ferry würde die sein, daß Carnot dadurch an gerufen wurde, nur zu sehr verdient. gegenüber den Verlusten der letzten Jahre; ferner müßten in dem Bopularitat gewänne und seiner Wiederwahl als Präsident Reichstags- Abgeordneter Schumacher aus Solingen in einer ungünstige Bilanz überwunden werden fönne, während welcher Ueber die Zukunftsitaats- Debatte sprach am 21. Februar denkbar günstigsten Falle Jahre verstrichen sein, bevor die der Nepublik sicher wäre. zahlreich besuchten Volfsversammlung zu Vokert. Die Verbas Rapital im Baumwollenbandel mit 1 pet. Nugen oder Ge Die Homerule- Bill hat bereits dazu geführt, daß nun fammlung spendete den Darlegungen unferes Genossen großen winn gearbeitet habe. Um jedoch den guten Willen des Bundes auch die Schotten die nämlichen Rechte für sich ver- Beifall und nahm einnimmig eine Resolution an, in der fie fich zu zeigen, folle die Lohnkürzung erst 6 Monate nach Abschluß des Langen, die den Frländern ertheilt werden sollen. In mit ihm vollständig einverstanden erklärte und für die Verwirk Vergleichs eintreten. Wales beginnt es sich ebenfalls schon in gleichem Sinne lichung der fozialdemokratischen Grundfäße mit aller Kraft einautreten verfprach. Es wurde dann der Genoffe Julius Every zu regen. Und schließlich würden, wenn der Somerule zum Vertrauensmann für den Bezirk widdert gewählt, und mit sutreten verfprach. Es wurde dann der Genoffe Julius Every Wibbert Gedanke fiegt, auch die Engländer nicht zurückbleiben einem stürmischen Hoch auf die Sozialdemokratie ging man aus können. Die irische Homerule- Bill Gladstone's ist, so wie sie leinander. Aus Chicago meldet ein Wolff'sches Telegramm, daß alle Weichensteller der Chicago Western Indiana- Eisenbahn wegen der Verweigerung einer Lohnerhöhung ausstehen. Der Waarenverkehr der Eisenbahn ist unterbrochen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 24. februar. Opernhaus. Der Waffenschmied. Schauspielhaus. Don Carlos. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Dorf und Stadt. Rehden Theater. Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Leffing Theater. Heimath. Wallner- Theater. Der Fall Clemenceau. Kroll's Theater. Lucie von Lammermoor. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Neues Theater. Tošta. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Don Cäsar. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Einen Juy will er fich machen. National- Theater. Die Kunst des Lebens. Alexanderplatz- Theater. Die Königstochter als Bettlerin oder: Die Schule des Lebens. Apollo Theater.. SpezialitätenVorstellung. Theater der Reidjshallen. Spezialitäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe= zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 62. Male: Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 24. Februar 1893, Abends 714 Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister Siems. Auf das Glänzendste in Szene gesetzt v. Direktor Fr. Renz. Ueberraschende Lichtu. Wassereffecte. Ballet v. 100 Damen. Grosser Blumen- Corso. Bum Schluß: Gr. Brillant- Feuerwerk. Außerdem: 6 Springpferde, vorgeführt v. Direktor Fr. Renz. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Mr. Ein donnerndes Hoch unserm Pfropfen| bruder Louis Niemann zum heutigen Deutscher Tischler- Verband. Geburtstage! 1478b Pfropfen- Verein Wedding. Db's dem schmecken wird? Bahlstelle Berlin. Versammlungen Weissensee am Sonnabend, den 25. Februar, Abends 81% Uhr, bei Klebs, Allen Verwandten, Freunden und Be tannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Gattin, unfere gute Mutter Jeanette Rössler geb. Becker am 21. d. Mts., Abends 9 Uhr, nach längerem Leiden im 40. Lebensjahre fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. Mts., Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krisen. Referent: Robert Schmidt. Prinzen- Allee) aus statt. Elisabeth Kirchhofes( Gesundbrunnen, A Berlin, den 24. Februar 1893. Invalidenstr. 2. 1482b Röhlke u. Charlottenburgerstraße- Ecke. Vortrag über: Die Ursachen der wirthschaftlichen Montag, den 27. Februar, Abends 8½½ Uhr, Der trauernde Gatte Otto Rössler nebst Branche: Konkurrenz- Schule, geritten von den Damen Fräul. Clotilde Hager und Oceana Renz. Morgen, Sonnabend: Ein Künstlerfest. Sonntag: 2 gr. Vorstellungen um 4 Uhr( 1 Kind frei). Auf Wunsch: Die lustigen Heidelberger. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. u. beim„ Invalidendant", MarkgrafenBillet- Vorverkauf an der Zirkustasse straße 51a. Fr. Renz, Direktor. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Großartiger Erfolg des neuen Programms. Mr. Hendrik, Huguston, Massias, Clark, Valois, Vanoni, Hurley's, Laurence, Türk u. s. w. Das Theater ist gut geheizt. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Play. Moriz Play. Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Atten v. Ed. Jacobson Täglich Juftrumental- Konzert. den 4 unmündigen Kindern. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten sowie auch Herrn Prediger Grauenhorst für die freundliche Betheiligung an der Beerdigung und für die trostreichen Worte am Grabe meiner lieben Frau und unserer guten Mutter meinen innigsten Dant. A. Rensch. Danksagung. Für die freundliche Theilnahme an der Beerdigung unseres verstorbenen Sohnes und Bruders, des Musikers Gustav Köhl, fagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker unseren verbindlichsten Dank. Berlin, den 23. Februar 1893. Wwe. Auguste Köhl. Rudolf Köhl. Danksagung. Allen, die meinen lieben unvergeßlichen Sohn, den Lackirer Gustav Lindner, zur letzten Ruhestätte begleitet haben, speche ich hierdurch meinen innigften Dank aus, besonders dem zahlreich erschienenen Personal von Schuster 1476b und Bär. Berlin, den 22. Februar 1893. Die trauernde Mutter Emilie Lindner nebst Kindern. Morig Etablissement Buggenhagen. und W. Mannstädt. Couplets theilweise Großer Frühstücks- u. Mittags- Tanzlehrer- Verein Solidarität. von G. Görss. Mufit von G. Steffens. tifd. Spezial- Ausschank von Paken- Freitag, den 24. Febr., Abends 8 Uhr, Paten- Freitag, 82 In Szene gesetzt von Adolph Ernst. hofer Lagerbier, hell und dunkel. Anfang 71/2 Uhr. An Sonn- und Festtagen in Ehrenberg's Lokal, Annenstr. 16. Beschl. Versammlung. Morgen: Dieselbe Vorstellung. findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Tages- Ordnung: Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. American- Theater.Säle für Berfammlungen, Kommerse, Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) 4 Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Festlichkeiten 2c. 1. Antrag des Vorstandes. 2. Wahl des zweiten Rassirers und ersten Revisors. 332/6 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Der Vorstand. Gratweil's Bierhallen Befuch erfucht Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Die der Frau Jlg zugefügte Beleidigung nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe für ehrbar. 1477b Ernst Jahn. Die Beleidigung, welche ich dem Bigarrenhändler Fafforte zugefügt, nehme ich zurück. 1474b. Scheer. Musikinstrumenten- Arbeiter bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Die Stellung der Instrumentenarbeiter zum Deutschen Tischler- Verband. Referent: Kollege C. Koblenzer. West u. Südwest bei Weigt, Markgrafenſtr. 87. Vortrag über Trust's und Kartelle. Referent: Th. Glocke. in Schneider's Gesellschaftshaus, Friedrichsberg Brauerstr 37-38. Bortrag über den Werth der Organisation. Ref.: Emil Wiedemann. Tagesordnung in sämmtlichen Versammlungen: Vortrag, Diskussion, Verbandsangelegenheiten, Verschiedenes. Die nächste Vorstandssitung findet am Donnerstag, den 2. März, Abends 82 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29, statt. Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung der 317/ 4* Maurer u. Putzer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 26. Februar, Vormittags 10 Uhr, in den Concordia- Sälen, Andreasstr. 64. Zages Drdnung: 1. Wie regeln wir in diesem Baujahr unsere Lohn- u. Arbeitsverhält niffe? 2. Stellungnahme zu der am 2. Osterfeiertag hier stattfindenden Maurerkonferenz event. Wahl der Delegirten zu derselben. 3. Gewerkschaftliches. Einen zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauenslente. Heinrich Schigolsky, Schwedterstr. 27. 242/ 6* Friedrich Gräschke, Bübbenerstr. 26. Feen- Palast. Hente, Freitag, den 24. Februar: Griechisch- römischer Preis- Ringkampf zwischen Mr. Antonio Pierri und Herrn Ludwig Zelius. [ 3718L Gr. Frühkücks- u. Mittagstisch. Meyer's, Brockhaus' Lerikou,& hampion- Preisringer von Dänemark. Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. Bücher u. ganze Bibliotheken kauft stets sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, 37092* F. Sodtke. Prämie 100 und 500 Mark. Borher: Gr. Spezialitäten- Vorstellung ga Sophastoff Reste Amerika. ca un Anfang 7% Uhr. Hannemann, Kochstr. 56, 1 Zr. 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Vor Eintritt in die Berathung macht Abg. Büfing als Vorfizender der Petitionskommission die Mittheilung, daß die Kommission sich mit einer Anzahl von Petitionen, welche diese Frage und mehrere andere die Frauenfrage betreffende Angelegenheiten behandeln, beschäftigt und sie dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen habe. " Freitag, den 24. Februar 1893. " " 10. Jahrg. Bekanntlich Wunsch des Antragstellers ausgeführt werden soll. Der Uebel- Deutschland nicht allein, sondern auch in anderen Staaten Frauen stand liegt nicht im Reiche, sondern in der Schulorganisation der im medizinischen und in verschiedenen anderen Berufen thätig. Einzelstaaten, welche Frauen bisher zum Universitätsstudium und Natürlich gehen wir weit über den Rahmen dieses Antrags hinzur Reiseprüfung nicht zulaffen. Will der Antragsteller Remedur aus. Wir wünschen auf Grund unseres Programms, daß alle schaffen, dann muß er in den Einzelstaaten vorgehen. Der gesetzlichen Schranken der freien Bethätigung der Kräfte der Bundesrath würde in große Verlegenheit kommen, einen Vor- Frauen beseitigt werden. Herr Baumbach ist allzu ängstlich. schlag zu machen, der im Sinne des Antrages gangbar ist; der Wie lange ist es denn her, daß seine Forderung von der Bundesrath ist zu helfen absolut nicht im stande. ungeheuren Mehrheit des Reichstages als unerfüllbar zurückAbg. Hartmann( dt.): Auf das Gebiet der Frauenfrage im gewiesen wurde? Und so ist es mit vielen anderen Forderungen allgemeinen folge ich dem Antragsteller nicht. Das ist bei dem der Fall, die heute als selbstverständlich angesehen werden. Darin beschränkten Umfange des Antrages nicht nöthig noch räthlich, da unterscheiden wir uns von einander: Wir sind gewissermaßen wir unsere Zeit nöthig gebrauchen, um den Gtat fertig zu stellen. die Bannerträger, wir marschiren immer voraus, Sie hinterIch erkenne die Nothwendigkeit an, für das weibliche Geschlecht drein.( Lachen.) Wer einmal A gesagt hat, muß auch sagen. einen weiteren Spielraum zur Bethätigung und zur Be- Wenn man die Frauen zum medizinischen Studium zuläßt, dann gründung ihrer Gristenz zu schaffen. Man wird nur Schritt muß man fie auch zum juristischen philosophischen für Schritt vorgehen können. Abgesagte Gegner jedes Vorgehens theologischen, turz zu allen Studien zulaffen. sind wir nicht. Die Frau kann gegenwärtig die Heilkunde als haben sich Frauen auf allen Gebieten der Wissenschaft Gewerbe ungehindert betreiben. In der Gewerbe- Ordnung wird ausgezeichnet. Es ist noch nicht lange her, daß eine Professorin auch bei der Approbation immer uur von Personen" gesprochen. der Mathematik vom damaligen Kultusminister v. Goßler in Es würde auch der Approbation der Frauen dem Wortlaut nach Gesellschaft geladen wurde. In Amerika find die Frauen als nichts entgegenstehen. In der Ausführungsvorschrift des Bundes- Advokaten, in England in der Schulaufsicht thätig, und vom rathes ist allerdings nur von männlichen Personen die Rede, Gemeinde Wahlrecht bis zum politischen Wahlrecht ist nur ein aber der Kandidat" tann ein Männlein oder ein Weiblein sein, Schritt. An dem Tage, an welchem dem Deutschen Reichstage denn der Bundesrath hat sicherlich den Inhalt des Gesetzes nicht die Ehre zu theil wird, daß eine Frau in seiner Mitte erscheint, Abg. Baumbach( dfr.): Die Frage, welche unser Antrag ändern können noch wollen. Der Mangel liegt also darin, daß würde sie ihrem Geschlecht ebenso zur Ehre gereichen, wie denen, behandelt, steht auf der Tagesordnung der Nation und nicht der die Frau den Anforderungen nicht genügen fann, welche der die sie hierher geschickt haben. Es macht allerdings einen wunderder Volksvertretung. Günstig resolvirt haben über denselben Bundesrath vorgeschrieben hat. Für diese Borbedingungen selbst baren Eindruck, wenn ein Vertreter der priviligerten Stände wie bereits die zweite Kammer in Baden und in Hessen; ent- ist der Bundesrath nicht zuständig; sie sind Sache der Einzel- Herr Endemann auftritt und vom Standpunkte der Konkurrenz gegenkommend find auch die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses staaten. Die Adresse, an welche der Antrag gerichtet werden muß, lebhaft gegen die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium in Preußen. Auch aus Desterreich ist gleiches gemeldet. Der ist nicht der Bundesrath. Der Antrag fann also, wie er liegt, proteſtirt, während man die Konkurrenz der Arbeiterinnen Antrag ist seiner Beit vom Reichstag auf Antrag seiner Petitions- nicht angenommen werden. In den Einzelstaaten ist die auf industriellem und gewerblichem Gebiete ruhig mit fommission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt worden. Stimmung für dieses Verlangen im allgemeinen eine ansieht. Wo steht denn in der Verfassung oder im Gesetze Diesmal hat unsere Petitionskommission einstimmig einen anderen günstige. In Preußen hat schon vor einem Jahr der Unter- irgend etwas geschrieben von dem Recht auf standesgemäßes Standpunkt eingenommen. Das früher dem Reichstag unterrichtsminister Gutachten von den Universitäten eingefordert, er Einkommen? Dieses Recht hat niemand in Deutschland, auch breitete Petitum ging auch weiter; es forderte die Bulaffung der stellt sich also auch wohlwollend zu der Angelegenheit. Aus die Agrarier nicht. Die Frauen wünschen von weiblichen Aerzten Frauen zum ärztlichen Studium und zur Ablegung der Reife- allen diesen Gründen empfehle ich dem Reichstage, den Antrag behandelt zu werden. Professor Fournier in Paris hat auf die prüfung auf den höheren Schulen. Man machte dagegen be- abzulehnen. erschreckende Zahl derjenigen Prostituirten hingewiesen, welche fonders Kompetenzbedenken geltend. Diese fallen unserem heutigen Abg. v. Bar( dfr.): Es kommt uns lediglich auf die Haupt sich aus Scheu vor der männlichen Untersuchung der sittenpolizeiAntrage gegenüber weg. Was wir heute verlangen, untersteht fache an, nämlich ob die Approbation auch von Frauen verlangt lichen Kontrolle zu entziehen gewußt haben. Es ist unrichtig, durchaus der Kompetenz des Bundesrathes. Das Einzelne fann werden. fann. Herr Hartmann selbst hat schon darauf hin- daß die russischen Studentinnen in der Schweiz zu schlimmen man ganz ruhig und vertrauensvoll der Weisheit des hohen gewiesen, daß die Gewerbe- Ordnung von Personen" spricht, Erfahrungen Veranlassung gegeben hätten. Die Professoren in Bundesrathes überlassen. Wir sind es ja leider gewöhnt, daß die also feinen Unterschied hinsichtlich des Geschlechts macht. Es Zürich haben den russischen Studentinnen das allergünstigste süddeutschen Herren vom Zentrum die Kompetenz des Reiches steht nun nach unserer Meinung nichts im Wege, daß der Bundes- Beugniß gegeben. Auch das Verbot der russischen Regierung bestreiten, mag es sich um die Zulassung der Frauen zum rath verfügt, daß die Universitäten diejenigen Frauen, welche sich richtete sich nicht gegen unfittliche Ausschreitungen, sondern es Studium oder um die bayrischen Briefmarken handeln; ich zur Prüfung melden, in derselben Weise wie die männlichen entsprang der Furcht, daß die zahlreichen russischen Studenten glaube aber, wir werden dies diesmal nicht erleben. Kandidaten der Prüfung unterwirft. Was die Vorbedingungen und Studentinnen in ein politisches Fahrwaffer gerathen können, Der Einwurf, daß das weibliche Geschlecht an geistiger betrifft, so könnte doch die medizinische Prüfung wegfallen und welches dem russischen Staat gefährlich werden könnte. Da man Kapazität dem männlichen nicht ebenbürtig sei, ein die Ableistung der Reifeprüfung würde sich ohne Schwierigkeit aber einsah, daß die männlichen Aerzte nicht ausreichten, so ließ man Einwurf, an welchen sich dann eine sehr gelehrte Deduktion über vollziehen lassen; dann ist es nicht anzunehmen, daß ein Gym- in Nußland die Frauen zum medizinischen Studium im eigenen Lande das geringe Gewicht des weiblichen Gehirns anzuschließen pflegt, nasium sich weigern würde, dem Ausuchen einer medizinischen zu. Der Einwand, daß die Frauen zur ärztlichen Praxis körperlich findet seine schlagende Widerlegung in dem Buch unseres Kollegen Fakultät nachzukommen, einer weiblichen Person die Reise zu schwach seien, ist unbegründet. Erleben wir es doch, daß Bebel: Die Frau". Es wird allerdings heute kaum noch der prüfung abzunehmen, wie ja schon heute jeder zum Hebammen in den Gebirgsgegenden oft stundenlange Wege machen Vorwurf der Inferiorität des weiblichen Geschlechts erhoben Abiturienteneramen zugelaffen wird, der sich dazu meldet. müssen. Beim Etat des Reichs- Gesundheitsamts konnte allerwerden können. Professor Leyden macht freilich den beachten? In Frankreich hat man schon seit den 60er Jahren medizinische dings ein weitergehender Antrag taum gestellt werden. Er ist werthen Einwurf, daß zur Ausübung der ärztlichen Praxis nicht Kurse für weibliche Studirende, in England desgleichen an den ficher eine Halbheit, wenn aber der Staatssekretär das Reich für blos Kenntnisse, sondern auch Charaktere gehören. In dieser Be- beiden Universitäten Oxford und Cambridge, ferner in Schweden, inkompetent in dieser Frage hält, so muß ich dem widersprechen. ziehung fällt er über die Frauen unseres Mittelstandes ein ziem- Dänemark, Belgien. In England hat das medizinische Studium Wird der Antrag angenommen, dann werden die Einzelstaaten lich abfälliges Urtheil. Herr Leyden geht aber viel zu weit; er der Frauen eine ganz außerordentliche Bedeutung erreicht. Es gezwungen sein, auf dem vom Bundesrath betretenen Wege macht die Ausnahme zur Regel. In ähnlicher Weise hat sich ja handelt sich für uns darum, eine künstliche Schranke aufzubauen, weiter zu gehen, um die Schranken zu beseitigen, welche der auch über die Frauen des Mittelstandes Herr Bebel in feinem welche so lange zwischen den beiden Geschlechtern bei uns be- Zulassung der Frauen zum medizinischen Studium entgegenstehen. Buche ausgesprochen. Im Grundgedanken begegnen sich beide standen hat. Das Deutsche Reich hat alle Veranlassung, die freie Außerdem kann ja der Bundesrath das Verbot des Studiums Herren. Wo Herr Bebel seine Studien über die Frauen des Berufsthätigkeit der Frauen zu erweitern. auf einer schweizerischen Universität wieder aufheben. Dem Mittelstandes gemacht hat, weiß ich nicht; ich kann ihm doch Staatssekretär von Bötticher: Einen Zwang des Reiches deutschen Reichsbürger, welcher in der Schweiz Medizin eine große Anzahl Frauen vorführen, auf welche sein abfälliges auf die einzelstaatlichen Universitäten will offenbar auch studirt hat, tönnen ja die Studienjahre als voll Urtheil nicht zutrifft. Uebrigens bildet auch bei den Frauen der Vorredner nicht. Ich wiederhole gegenüber seinen angerechnet werden, und er hat dann nur noch in ein Talent sich in der Stille, ein Charakter in dem Strom der letzten Ausführungen, daß der Fehler nicht beim Reiche liegt, Deutschland fein Staatsexamen aut machen. Natürlich Welt. Ein anderer Einwand wird aber heute sicher wieder erhoben fondern in der Schulorganisation der Einzelstaaten. Wenn der darf eine solche Bestimmung nicht blos für die Frau gelten. Die werden, daß es unweiblich sei, wenn die Frauen aus der Häus Vorredner meint, man folle die Prüfungs Vorbedingungen Ansprüche an die medizinischen Studenten sind in der Schweiz lichkeit heraustreten, sich nicht mehr darauf beschränken, das für die Männer bestehen laffen, aber für alle Frauen, welche gerade so hoch wie bei uns. Meine Partei wird für den Antrag heilige Herdfeuer zu pflegen und zu bewahren. Ja, wieviel außerhalb studirt haben, in Fortfall bringen, so muß ich das Baumbach stimmen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Frauen verfügen denn über dieses nothwendige Requisit? Sind gegen geltend machen, daß auf diese Vorbedingungen allseitig Abg. Dr. Höffel( Rp.): Die geistige Kapazität der Frau denn alle Frauen verheirathet, haben sie einen eigenen Herd? außerordentlicher Werth gelegt wird, und daß eine verschiedene stehe gewiß so hoch, wie die des Mannes; im ärztlichen Beruf Für diese schönen Redewendungen ist der Platz nicht im Reichs- Behandlung der Geschlechter in dieser Beziehung eine Ungerech- handele es sich vor allem um Thatkraft, Einsicht und Sachlichtage, nein, bei festlichen Gelegenheiten, beim Toast auf die Damen. tigkeit wäre. Wollten Sie die im Auslande studirenden Damen feit. In dem Gefühlsleben der Frau sei begründet, daß ihre Die Frauen müssen doch in die Fabrik geben; weshalb soll es ohne weiteres vor deutschen medizinischen Fakultäten prüfen Urtheilskraft zu sehr dem Gefühl unterworfen ist. Im allgemeinen also unweiblich sein, wenn sie sich dem ärztlichen Berufe wid- lassen, so müßten sie dasselbe auch für die Männer fonzediren. stehe ich auf dem Standpunkte des Dr. Endemann; wir werden men? Die Sozialdemokraten zitiren immer die schlechtere Be- Was soll dann weiter aus der medizinischen Praxis werden? gut thun, den Antrag abzulehnen. zahlung der Frauenarbeit. Leroy Beaulieu fagt darüber, die Unsere Aerzte wachen schon jetzt mit Eifersucht darüber, daß der Abg. Rickert( dfr.): Ich bedauere, daß Herr Endemann von schlechte Bezahlung rühre daher, daß das Arbeitsfeld der Frau Zuzug aus dem Auslande fern gehalten wird. Die Gesuche um einer Zweckmäßigkeitsfrage spricht. Er begiebt sich da auf die ein zu geringes und das Angebot auf diesem geringen Feld zu Zulassung ausländischer Aerzte mehren sich in der That ganz er fehr schiefe Ebene, Naturrechte von Zweckmäßigkeitserwägungen groß sei. Deshalb müssen wir ihr Arbeitsfeld vergrößern. In heblich. Ich glaube im übrigen zu wissen, daß die Unterrichts- abhängig zu machen. Ich fürchte die Konsequenzen der Petitionen neuerer Zeit hat sich ja dieses Arbeitsfeld bereits erweitert, wir minister der Bundesstaaten Modifikationen der Vorbildungs der Frauenvereine absolut nicht. Was mir nicht gefällt, ist das haben Turnlehrerinnen, Handarbeitslehrerinnen, die Frauen vorschriften nicht abgeneigt sein werden. Gehen Sie an die richtige von Herrn v. Bötticher angeregte Kompetenzbedenken. Da wir werden auf dem Gebiete der Photographie, der Telephonie, Schmiede, das Reich würde in Verlegenheit sein, wie es dem An- doch noch einmal auf die ganze Sache zurückkommen müssen bei Des Komptoirdienstes verwendet. Ueber die Verdienste trage gerecht werden sollte. der Verhandlung über die Petitionen, so beantrage ich, sie heute der Frau auf dem Gebiet der Krankenpflege herrscht nur eine Abg. Endemann( natl.): Für mich ist die Frage der Zu- von der Tagesordnung abzusehen. Stimme; warum will man den Schritt nicht weitergehen und die lassung der Frauen zum ärztlichen Beruf nicht eine Rechts-, Frauen Aerztinnen werden lassen? Unter den Diakonissinnen sondern eine Zweckmäßigkeitsfrage. Wäre es ein Recht, dann finden sich bereits solche, die auch den Apothekendienst versehen. müssen wir folgerichtig zur Frauenemanzipation kommen. Die Der Einwand, daß die Studentinnen in Zürich keinen guten Ein- Frauen können bei der Zulassung zur Approbation nicht besser druck auf ihre Umgebung gemacht, ja einen ungünstigen Einfluß gestellt werden, als die Männer. Setzen wir die geistigen Fähig ausgeübt haben sollen, hat auch keine große Bedeutung mehr. In feiten ganz gleich, so bleibt doch immer an einer Frau, die aus Zürich spielten ja russische Persönlichkeiten eine Rolle, aber das ihrer Sphäre heraustritt, etwas Fremdartiges. Ueberall sehen ist längst überwunden. Heute studiren an fämmtlichen schweizer Sie in den gelehrten Ständen die Ueberfüllung der Berufe. Der Universitäten Damen, und zwar bei drei verschiedenen Fakultäten. Antrag würde das wissenschaftliche Proletariat nur vermehren. Es folgt das Kapitel„ teichs- VersicherungsDen Standpunkt, daß jede Studentin auch eine Nihilistin sein Die Eingaben der Frauenvereine sind viel zielbewußter, als der amt". müsse, hat die russische Regierung längst verlassen. Dieser An- Antrag Baumbach. Die angeführten Beschlüsse der Einzel- Land- Abg. Röficke( wild) bittet zunächst die verbündeten Retrag steht voll und ganz auf dem Boden der heutigen Gesellschafts- tage scheinen mir doch mehr ein Begräbniß erster Klaffe zu sein. gierungen, dem Reichstage auch die Berichte der einzelnen Landesordnung. Die Sozialdemokraten gehen ja viel weiter; sie wollen Viel eher tönnte ich mir denken, daß eine Frau Advokatin würde Versicherungsämter zugänglich zu machen. Er erwähnt dann, alle Gesetze aufheben, welche irgendwie die Frau öffentlich recht- Sie wollen doch auf die Gleichberechtigung der Frauen hinaus; daß der Reichskanzler die Staatsbetriebe und Kommunalverbände lich oder privatrechtlich anders stellen als den Mann. Wir die Frau soll auch als Aerztin von ihrer Praxis leben. Nach für berechtigt erklärt hat, aus einer Berufsgenossenschaft auswollen das Erreichbare erreichen, nicht Utopien nachjagen. meiner Meinung würde das die Mehrzahl der Frauen, welche zuscheiden, nachdem ihre Leistungsfähigkeit einmal anerkannt. Für die Frau hat es immer etwas Beinliches, wenn sie in fich dem ärztlichen Berufe widmen, einfach in's Elend stürzen. Redner bestreitet die Kompetenz des Reichskanzlers und des den Krankheiten ihres Geschlechts sich einem Manne anvertrauen Ich bin durchaus kein prinzipieller Gegner der Zulaffung der Bundesrathes zu solchen Entscheidungen. Kompetent dazu sei muß. In Indien sind bereits Frauen als Aerzte für Frauen Frauen zum akademifchen Studium, tann Sie aber nur bitten, allein das Reichs- Versicherungsamt. In den Kommunalfrankheiten angestellt, in Bosnien und der Herzegowina ebenfalls. den Antrag Baumbach abzulehnen. verbänden, welche bei Tiefbauten Arbeitgeber sind, stellt In Berlin beneht die Frauenklinik der Frau Dr. Franziska Abg. Bebel( Soz.): Es ist erfreulich, daß heute im Gegen- es fich praktisch so, daß der Arbeitgeber über Ansprüche Tiburtius, welche schon 1877-1892 nicht weniger als 17 000 satz zu den Verhandlungen desselben Gegenstandes vor anderthalb des Arbeiters zu entscheiden hat. Das liegt nicht Frauen behandelt hat, darunter 2000 unentgeltlich. Wir er Jahren fein Redner, auch der Vertreter der Rechten nicht, sich im Interesse der Arbeiter, welche ihr Recht besser bei einer obfennen nicht ein Recht auf Arbeit an, aber wohl ein Recht zur unbedingt gegen die Zulassung der Frauen zum medizinischen jektiv entscheidenden Behörde, also bei der Berufsgenossenschaft Arbeit. Im Interesse der Gerechtigkeit empfehle ich die Annahme Studium ausgesprochen hat. Ebenso angenehm ist mir, daß der finden. Was die Verhütung der Unfälle betrifft, so hat Herr des Antrags. Abg. Baumbach in vielen Punkten mit meinem Buch einver- Wurm auf die in neuerer Zeit gestiegenen Unfälle hingewiesen und Staatssekretär von Bötticher: Ich muß doch einen Tropfen standen ist. Daß er es in anderen Punkten nicht ist, ist nicht dabei den Berufsgenossenschaften mit Unrecht Vorwürfe gemacht. falten Waffers in die Begeisterung des Antragstellers gießen. auffallend; an dem Tage, wo Freifinn und Sozialdemokratie Sie haben die Unfallverhütungs- Borschriften durchweg erlassen, Man fann sich auf seinen Standpunkt stellen, daß es nicht allein vollständig übereinstimmten, würde ich mich fragen:" Bist Du und es liegt in ihrem eigenen Interesse, nicht blos die Unterder Billigkeit sondern auch im öffentlichen Intereffe liegt, den überhaupt noch Sozialdemokrat?" Der Abg. Baumbach versuchte nehmer, welche sich dagegen vergehen, höher zum Tarif heranzuärztlichen Beruf der Frauenwelt mehr als bisher zugänglich zu mich in Verbindung mit den Professoren Bergmann und Leyden ziehen, sondern auch mit Strafen zu belegen. Für die gute Bemachen. Außer Zweifel aber steht, daß das Reich außer zu bringen, da ich mich ebenso wie jene Herren gegen die Quali: währung der erlassenen Verhütungsvorschriften braucht man nur Stande ist, dieses Biel durch seine Gesetzgebung oder durch die filation der bürgerlichen Frauen ausgesprochen hätte. Das ist die Zeugnisse der Fabrikinspektoren anzuziehen. Die große Verdem Bundesrath zu ertheilende Befugniß zu erreichen. Schon nicht richtig. Es giebt eine sehr erhebliche Zahl von Frauen mehrung der Zahl der Unfälle liegt hauptsächlich an der Verjezt dürfen Frauen die Heilkunde ausüben. Frau Tiburtius steht aus den Mittelschichten, welche gebildet genug sind, um sich dem größerung der Zahl der versicherten Personen; es ist nicht richtig, nicht allein; es fungiren zahlreiche im Auslande geprüfte und Studium widmen zu können. Daß Mädchen und Frauen daß die Zahl der gemeldeten Unfälle an sich zugenommen hat. promovirte Damen. Die Gesetzgebung hindert nur, daß Franen sich dem Studium widmen, beweist in der Regel ein Die Höhe der Entschädigungssumme ist allerdings gestiegen, die als Aerzte approbirt werden können. Wie soll das geändert werden? Maß Energie Ausdauer und Intelligenz, das Bahl der schweren Unfälle ist feit 1886 ziemlich gleich geblieben; Die Prüfungsvorschriften enthalten gewisse Bedingungen, das weit über den Durchschnitt ihres Geschlechts hinausgeht. Kein was in dieser Hinsicht früher die Abgg. Möller und v. Stumni Reisezeugniß von einem Gymnafium, Besuch der Universität und einziger Redner hat auch an der geistigen Qualifikation der gesagt haben, ist nicht ganz zutreffend." gewiffer Kurse. Diese Bedingungen müßten wegfallen, wenn der Frauen auf diesem Gebiet gezweifelt. Es sind denn auch in Bayrischer Bundesbevollmächtigter geheim er Oberregierungsvon = Abg. Baumbach( dfr.) erklärt sich namens der Antragsteller damit einverstanden. Abg. Gröber( 3.) will die Debatte ihren Verlauf nehmen lassen. In der Abstimmung wird die weitere Berathung des Antrags entsprechend dem Antrage Rickert abgefeßt, das Kapitel Gesundheitsamt" unverändert bewilligt, ebenso ohne Debatte das Kapitel" Patentamt". Prinzipien zu sehen. Wolle man vielleicht die Privatschulinhaber wingen, für jede Schule noch einen Park anzulegen? Fort mit den Ausschußanträgen, damit die Sache auf Jahrzehnte hinaus zur Ruhe tommt. Stadto. Scheiding ist über die Ausführungen des Stadtv. Meyer aufs äußerste verwundert; in der Bürgerschaft denke man darüber ganz anders und halte namentlich die Schule vor dem Halleschen Thore für unbedingt nothwendig.( Unruhe.) Durch Uebergang zur Tagesordnung sollen erledigt werden: Stadtschulrath Fürstenau: Ich habe Vorwürfe gegen unser 1. die Petition der Bronce und Zinkgießerei für Kunst und städtisches höheres Mädchenschulwesen von Herrn Meyer nicht Architektur, Bildgießerei, in Firma A. W. Kastner Nachfolger, gehört: ich erkläre, daß unsere Direktoren, Lehrer und Lehrerinnen Chauffeestraße 24, wegen Nichtberücksichtigung bei Bergebung ge- ihre Pflicht in vollstem Maße thun, daß sie auch den Unterricht triebener Arbeiten für die Friedrichsbrücke; 2. die Petition des in tattvollster Weise leiten und sich auch bezüglich der griechischen Bürgerklubs" Wohlfahrt" des Rosenthaler Thores und Umgegend, Mythologie durchaus korrekt verhalten. um Beschleunigung der Verbreiterung der Rosenthalerstraße an Stadtv. Meyer II: Ich habe lediglich den Lehrplan be der Ecke der Gipsstraße. mängelt. Die Stadt Berlin hat für das höhere Mädchenschulals fie verpflichtet war; wesen sehr viel mehr gethan, Die Stadt ist denn verpflichtet war fie zu gar nichts. nicht dazu da, jedem Wunsche eines Privatmanns entgegen zu fommen. Die Folgen der Ausschußanträge tönnen wir absolut nicht übersehen. Darauf wird die Debatte geschloffen. Zur Berücksichtigung soll an den Magiftrat über wiesen werden die Petition des Bezirksvereins im Spandauer Stadtrevier um Verbreiterung der Großen Hamburgerstraße vor den Grundstücken 28 und 29. Der Ausschuß hat die schleunige Verbreiterung des nur 0,90 Meter breiten Bürgersteiges vor den genannten beiden, im Besitz der Sophiengemeinde befindlichen Grundstücken als ein dringendes Bedürfniß anerkannt. Referent Stadtv. Schwalbe weist den Vorwurf zurück, Ohne Debatte werden die Ausschußanträge gutgeheißen. daß der Ausschuß seine Befugnisse überschritten habe. Erstaunt Zur Erörterung der Frage, ob die Stadt mit der Errichtung sei er über die Einmüthigkeit des Widerstandes gegen den Aushöherer Mädchenschulen in größerem Maßstabe vor schuß, der erft vor furzem mit großer Mehrheit gegen die Haltung zugehen habe, ist von der Versammlung, nachdem der Magistrat des Magistrats eingefeßt worden sei. Bleibe die jeßige Stimdie Einfegung einer gemischten Deputation abgelehnt hatte, ein mung vorherrschend, dann werde von Weiterentwickelung des Ausschuß niedergesetzt worden, der in drei Sigungen über die Mädchenschulwesens so bald nicht mehr die Rede sein. Frage berathen hat. Das Resultat der Berathungen gipfelt in In der Abstimmung werden sämmtliche Anträge des Ausfolgendem Antrage: schusses abgelehnt. Die Bersammlung ersucht den Magiftrat dahin Vor- Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Versorgung forge zu treffen: verschämter Armen mit freiem Brennmaterial a) daß mit der Errichtung ft ädtischer höherer hat um eine Beihilfe aus städtischen Mitteln nachgesucht. Der Mädchenschulen mehr dem Bedürfniß entsprechend dauernde, strenger anhaltende Winter hat durch gesteigerte Anals in dem legten Jahrzehnt vorgegangen und in dem forderungen die Mittel der Gesellschaft erschöpft, die augenblicklich Stadttheile vor dem Halleschen Thore mit der Erbauung mehr als 2000 Gesuche nicht berücksichtigen kann. einer folchen Schule der Anfang gemacht werde; Der Magiftrat beantragt die Gewährung einer Beihilfe von b) daß die fernere Errichtung von höheren Privat- 3000 M.( Im vorigen Winter hatte dieselbe Gesellschaft aus Mädchenschulen nur gestattet werde, wenn für die dem Nothstandsfonds von 400 000 M. einen erheblichen Betrag Schulräume, die Nebeneinrichtungen( Klosets und Turns überwiesen erhalten.) hallen) und für die Größe der Schulhöfe möglichst diejenigen Bedingungen erfüllt werden, welche bei Errrichtung städtischer höherer Mädchenschulen als erforderlich an erkannt sind. Ferner ersucht die Versammlung den Magiftrat, zur Errichtung von Mädchen- Mittelchulen Schritte zu thun und die Organisation einer solchen zu versuchen. Die Vorlage wird ohne Debatte genehmigt. Die Stadtov. Frenzel und Gen. beantragen, zum§ 3 des Regulatives betr. die Erhebung der Gemeinde Ginfommen steuer vom 15. März 1892 folgenden 3 faz zu beschließen: Stadtv. Sa ch 3 L. beantragt die Streichung der Worte oder gemeinnüßige". rath Landmann: Der Bundesrath hat sich für kompetent erachtet, Stadtv. Bogtherr hält den Antrag nur formell für er-| bedenken, die nicht mehr erlaube, Millionen leichten Herzens an das Ausscheiden von Staatsbetrieben und Kommunalverbänden ledigt; der Antrag und alle ähnlichen hätten den Zweck, abgeaus der Tiefbaugenossenschaft zu verfügen, denn nach§ 12 des sehen von der Beseitigung einzelner Uebelitände, für die Zukunft Gefeges unterliegen Veränderungen des Bestandes einer Berufs dem Magistrat Anregungen zu geben. Jedenfalls würden die genossenschaft der Entscheidung des Bundesraths. Der Reichs- Antragsteller bei anderer Gelegenheit auf die Sache zurück fanzler hat sich dieser Auffassung angeschlossen. Desgleichen sind kommen. die größten Staaten, Preußen, Bayern, Württemberg zu derselben Der Antrag wird darauf für erledigt erklärt. Meinung gekommen, Kommunalverbände, wenn sie von ihren Auf der Tagesordnung stehen eine Reihe von Vorschlägen Landesregierungen für leistungsfähig erklärt worden sind, aus des Petitionsausschusses. dem Verbande der Berufsgenossenschaft ausscheiden zu lassen. Auch materiell liege gar kein Bedenken gegen dies Verfahren vor; die Tiefbau- Berufsgenossenschaften gehören zu den beftfundirten, und Herr Rösicke sieht unnöthiger Weise in dieser Beziehung schwarz. Abg. Wurm( Soz.): Wir machen nicht die einzelnen Ber: sonen verantwortlich für die Unfälle der Arbeiter, sondern das System der ganzen heutigen Wirthschaftsweise, welches es mit sich bringt, daß das Unternehmerthum fich all den Maßregeln widersetzt, die seinen Profit in irgend einer Weise schmälern. Die Maß regeln zur Verhütung von Unfällen sind oft sehr kostspielig, und deshalb haben wir jene erschreckende Zunahme der Unfälle, erschreckend deswegen, weil feit dem Bestehen des Unfallversiche rungs- Gefezes die Technik neue Maßregeln zum Schuße der Arbeiter gefunden hat. Aber diese Maßnahmen finden im praktischen Betriebe feine Anwendung, weil das Unternehmerthum seine fapitalistischen Intereffen obenanstellt. Als ich fürzlich über den mangelhaften Schuh der Arbeiter gegen das Herausspringen der Webschüßen sprach, da wurden diese Angaben für übertrieben erklärt. Der Zufall hat es gewollt, daß zu der felben Stunde in Gera wieder ein Arbeiter durch das Heraus springen eines Webschützen in Lebensgefahr gerieth. Die Schutzvorrichtung toftet pro Stück nur 300 M. und aus einer Fabrit mit 600 Webstühlen, wo diese Schuhvorrichtung eingeführt ist, ist mir geschrieben, daß bisher noch kein einziger Unfall vorgekommen sei. Die Unfall- Berufsgenossenschaft thut nichts, um einen ausreichen den Schutz der Arbeiter zu erhalten. Ich muß das harte Wort wiederholen: Die Schußmaßregeln fosten viel Geld. Menschen Toften fein Geld. Auch die überlange Arbeitszeit, die schlechte Bezahlung spielt bei den Unfällen eine Rolle; befonders aber durch die unsichtbare Hehpeitsche der Affordarbeit wird der Arbeiter getrieben, zu ristiren. Die Herabfegung des Gedinges hat in den Bergwerfen dazu geführt, daß die Stollen nicht genügend abgefteift werden. Wenn die Berufsgenossenschaften feststellen laen möchten, wie die Arbeitsverhältnisse an dem Orte des Unfalls lagen und zu welcher Tageszeit derfelbe passirte, dann würden meine Behauptungen bestätigt werden. Wir, die wir die Interessen der Arbeiter rücksichtslos vertreten, müffen eine „ Der Magistrat ist ermächtigt, juristische Per schärfere Kontrolle verlangen und zerren alle solche Fälle, wo die fonen, welche nur wohlthätige oder gea Arbeitgeber nicht ihre Pflicht thun, an bas Tageslicht. meinnügige 3wede verfolgen, von Stadtv. Meyer II bittet um absolute Verwerfung der Einkommensteuer zu befreien." Es giebt eine große Anzahl fleiner Stumms; ist doch die deutsche Brauerzeitung jetzt nicht mehr in den Brauereien geduldet, feit. Ausschußvorschläge( 3uftimmung), namentlich des Gedankens der Stadtv. Fren el empfiehlt kurz den Antrag und stellt dem sie sich losgemacht hat von der Führung, die zu gunsten der Mittelschulen, der vollständig ungeklärt sei. Die Mittelschulen anheim, ob die Befreiung solcher juristischen Personen, die Brauereibesizer getrieben wurde. Bezüglich der Berufsgenoffen würden lediglich Elementarschulen fein, auf denen vielleicht lediglich gemeinnüßige Zwecke verfolgen, aus dem Antrage wegschaften muß ich noch erklären, daß alle Renten und Entschädi- etwas Französisch gelehrt würde, weil so' n bischen Franzöfifch fallen foll. gungen an die Arbeiter von denselben nicht freiwillig gewährt ganz wunderschön sei.( Heiterfeit.) Höhere Mädchenschulen Stadtrath Voigt: Es handelt sich etwa um 60 veranlagte werden, sondern die Arbeiter müssen sich ihr Recht erst an den feien alle 5-6 Jahre von der Stadt begründet worden und juristische Personen mit einem Steuerbetrag von 29 000 M. Da Schiedsgerichten und dem Reichs- Versicherungsamt erkämpfen. Dieses Tempo entspreche durchaus den Berliner Anforderungen. der Magistrat noch nicht zu der Frage Stellung genommen hat, Wenn man meint, burch unsere scharfe Kritit lähmen wir die Man lebe in einer Zeit, wo eine Frau als gebildet anerkannt empfiehlt fich Ueberweisung des Antrags an den Magistrat zur Thätigkeit derjenigen, welche es gut mit den Arbeitern meinen, werden müffe; ohne daß fie fich mit fremden Sprachen beschäftigt Erwägung. so erwidere ich, würden wir Sozialdemokraten nicht hier im habe( Buftimmung). Der Knabe werde für einen bestimmten Reichstage fein, fo wäre auch nicht ein Finger au gunsten der Beruf ausgebildet, daß sei die zwingende Regel. Bei Mädchen Arbeiter gerührt worden.( Lebhafter Widerspruch) Das beweist fei es die Ausnahme. Die höheren Mädchenschulen gäven nicht Mit dieser Streichung wird der Antrag angenommen. Die Orts Krantentasse der Maurer hat ihren die Entwicklung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung, die fonform die Vorbildung für einen bestimmten Beraf, sondern eher für den geht mit der Entwicklung der sozialdemokratischen Partei in Salon; dafür zu sorgen fei nicht Sache der Stadt. Jedenfalls Refervefonds aufgezehrt und zur Deckung der laufenden, bis zum Deutschland. Wir sind dazu da, scharfe Kritik zu üben, und sei zunächst eine gründliche Reform des Lehrplans der höheren Wiedereintritt der Arbeitsfaison noch entstehenden Ausgaben werden dadurch das Interesse der Arbeiter und der Allgemeinheit Mädchenschulen anzustreben, vor allem müsse endlich die griechische einen Darlehn3vorschuß beim Magistrat nachgesucht. Der zu fördern wissen. Mythologie daraus verschwinden( Heiterkeit und Zustimmung.) Magistrat glaubt, dem Ersuchen entsprechen zu müssen und schlägt Abg. Merbach( Rp.) protestirt dagegen, daß nur auf An- Die Privatschulen feien nicht die Ursache davon, daß der vor, aus dem Vorschußfonto der Stadthauptfaffe Darlehns regung der Sozialdemokraten etwas für die Arbeiter geschehen franken Mädchen und der franken Frauen so viele feien; vorschüsse bis zur Gesammthöhe von 30 000 m. zu gewähren. sei.( Lebhafter Beifall.) daran sei viel mehr das Uebermaß im Tanzen und in der Be- Nach der Begründung der Vorlage hat die Gemeinde das Abg. Bollrath: Man hat sämmtliche in den Bureaus schäftigung mit Feinitiderei und dergleichen schuld.( Zustimmung). größte Interesse daran, daß durch die organisirten Krankenkassen der Berufsgenossenschaften angestellten Beamten versicherungs- Auch der Mangel an Schulhöfen fei nicht ein so großer Uebel- die Aufgabe der Gemeinde- Krankenversicherung und die dafür pflichtig machen wollen, mit Ausnahme der Assessoren. ftand; im Winter verbiete sich die Benutzung der Höfe doch von seitens der Gemeinde zu bringenden Opfer möglichst eingeschränkt Darunter befinden sich aber auch manche Beamte, welche felbft. Die öffentlichen Mädchenschulen wolle er lieber als die werden. Durch die Uebernahme der ca. 20 000 versicherungsein Gehalt von 2000 Mark und mehr beziehen und sich Privat- Mädchenschulen preisgeben. Der feine Taft, den die pflichtigen Maurer würde die Stadt eine sehr beträchtliche Be durch diese Verpflichtung beschwert fühlen. Sie erheben den An- Leitung einer solchen Schule durch eine Frau innehalte, tönne faftung erfahren, da die Kasse im Jahre 1892 für Gehälter Spruch auf grund einer Ausnahmebestimmung des Gesetzes, von von männlichen Schulleitern, mögen sie als Pädagogen fich noch 26 197,78., für fächliche Verwaltungskosten 10 525,27. diefer Pflicht enthoben zu werden. Es sollte sich um ein Recht, so bewährt haben, nicht durchweg geübt werden. Redner bittet, verausgabt habe. Auch scheine die Rückerstattung des Darlehns nicht um eine Picht handeln. mit den sämmtlichen Anträgen reinen Tisch zu machen. gesichert, weil die Gemeindebehörde durch Statutenänderung das Stadtv. Stadthagen: Dem Wunsche des Vorredners Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herbeiführen schließe ich mich an und führe nur noch wenige Punkte vor. Wir könne. Der bisherige Beitrag von 3 pet. des ortsüblichen Tagefind gegen jede Einführung von höheren Töchterschulen über lohns tönne auf 41/2 pet., oder um 200 000 M. erhöht werden; haupt, weil wir glauben, die Stadt hat fein Recht und gewiß zulässig und event. im Verwaltungswege zu erzwingen fei die nicht die Pflicht, den Klassenunterschied noch zu vermehren. Das Herabsetzung der bisher für 52 Wochen gewährten Krankenwürde aber herbeigeführt werden, wenn die Pläne des Ausschusses unteritügung, event. bis auf die gefegliche Mindestleistung von Geftalt gewinnen. Schon aus diesem Grunde würden wir den 13 Wochen. Beides hat der Magistrat bereits beantragt; die neuen Anregungen widerstreben. Vielmehr aber müffen wir noch Erhöhung der Beiträge auf 81/2 pet. ist schon verfügt. Weitere dagegen sein wegen des Mangels der Berechtigung der Stadt, in Ersparnisse seien durch Heravfehung der Sterbegelder und Einden Lehrplan einzugreifen. Gewiß wollen auch wir nicht Mode führung der Kürzung des Krankengeldes bei Doppelversicherung Abg. Aner lagt darüber, daß die von Unfällen Betroffenen und Salonpuppen erziehen. Wir meinen, die weibliche Jugend zu erzielen. Die Kasse sei daher bei richtiger Abwägung der sehr schwer zu ihrem Rechte kommen. Redner schildert einen hat ganz dasselbe Recht wie die männliche, nämlich Beiträge und Leiftungen durchaus lebensfähig, und es liege bei Fall, wo die betreffende Person Jahre lang auf die Entschei in allen Fähigkeiten des Geistes und Körpers ausgebildet zu der Zustimmung der Versammlung zu dem Magistratsvorschlage dung der Behörde habe warten müssen. Man fagt, daß die werden. Protestiren muß ich nur gegen den Gedanken, der durch keinerlei Gefahr eines materiellen Berluftes für die Gemeinde vor. Bebörden mit Arbeit überlaftet seien. Dem widersprechen aber den Bericht geht, als wenn wir irgend ein Recht hätten, die Stadtv. Sa ch 3 II empfiehlt die Annahme der Vorlage selbst die Thatsachen, daß Termine verschoben werden, bis mehrere Privatschulen zu fonzessioniren oder auf sie in der Richtung auf die Gefahr hin, daß die Summe nicht zurückerstattet wird. Fälle gleichzeitig erledigt werden können. Diesem Uebelstande einer andern Gestaltung der Lehrpläne einzuwirken. Glaubt der Man müsse aber doch den Fall festnageln, daß eine so große muß abgeholfen werden. Wenn jemand drei Jahre auf die Magistrat das Gegentheil, dann würden wir ja überhaupt über Kaffe leistungsunfähig geworden. Das rühre daher, daß die Kasse Rente warten müsse, dann habe die ganze Bersicherung feinen deu ganzen Lehrplan zu beftimmen haben, dann würden wir ein fofort die Erhöhung der Mindestleistungen vorgenommen, eine so großes und so wünschenswerthes Recht für die Stadt erlangt Kürzung der Leistungen bei mehrfachen Versicherungen aber nicht Staatssekretär v. Bötticher: Wenn dieser Fall wirklich haben, daß ich den Magistrat doch bitten möchte, feine Ansicht vorgenommen hat. Die Kasse scheint im Einzelnen mehr eine pafsirt ist, so nehme ich feinen Anstoß, zu erklären, daß derselbe hier offen flar zu legen. Kaffe zur Versicherung gegen mangelnde Arbeit als gegen Krankdem Geist des Unfall Versicherungsgesetes widerspricht. Eine Stadtschulrath Fürstenau: Die gesetzlichen Bestimmungen beit gewefen zu sein. Ein Fortschritt würde sein, wenn mehrere Verzögerung der Entscheidung sei jedenfalls zu mißbilligen. Bei bezüglich der Privatschulen beruhen in einer Rabinetsordre von Rassen leichter zusammengelegt werden könnten. So lange das der Novelle zum Unfall- Versicherungsgesetz werden wir auch über 1839. Die Aufsicht über sie wird ausgeübt durch das Provinzial- nicht gehe, müsse dankbar anerkannt werden, daß der Magistrat Die Kaffe diese Frage zu sprechen haben und eine Zusammenlegung von Schulkollegium und die Schuldeputation. Desgleichen erfolgt die in der vorgeschlagenen Weise einschreiten wolle. Schiedsgerichten ins Auge faffen können. Man hätte sich in Prüfung der Lehrpläne durch dieselben Jusianzen. Mädchen- müßte eine Reserve von 400 000. haben, sie habe nur diefem Falle nn das Reichs- Versicherungsamt wenden sollen, Mittelschulen fann ich mir nur denten aufgebaut auf den 20 000 M. 28o bleibe diesen Ergebnissen gegenüber das Verwelches sicherlich eine Beschleunigung herbeigeführt hätte. Elementarschulen und nur mit praktischem Unterricht, wie langen der Sozialdemokraten, auch die Leistungen der GemeindeUm 3/4 Uhr wird die Weiterberathung auf Freitag französischer und englischer Korrespondenz, nicht aber mit fremd- versicherung zu erhöhen? Stadtv. Dinse: Die Zahlung der Krankengelder auf 32. 1 Uhr vertagt. Außerdem noch erste Berathung des Gefeßentwurfs, sprachlichem Litteraturunterricht. Im übrigen verweise ich noch betr. die Poftdampfer- Berbindungen. auf die enormen Kosten, welche die Steigerung der Anforderungen Wochen ist nicht plöglich beschlossen worden, sondern eine alte an die Inhaber der Privatschulen diesen verursachen würde. Eigenthümlichkeit der Kaffe. Es handelt sich hier um eine Orts Stadtv. Spinola beantragt besondere Abstimmung über frankenkasse, die erst zu Neujahr aus dem Gewerfs- Krankenverein die 4 verschiedenen Fragen, in welche die beiden Ausschußanträge ausgetreten ist und bis dahin die Zügel der städtischen Aufsicht eigentlich zerfallen, und erhebt gegen den Ausschuß den Vors nicht gar start empfunden hat. Wären die Zügel so scharf anwurf der Kompetenzüberschreitung.( Zustimmung.) Die Ein- gezogen worden, wie s. 3. bei der Maschinenbauer- Krantenfasse, richtung von Mädchen- Mittelschulen würde die Art an den so wäre die Kaffe nicht so tief gefunfen. Ich empfehle die Einblübenden Baum des städtischen Gemeindeschulwejens legen. ziehung der hö.bsten Beträge, nicht aber die Herabsehung des ( Sehr richtig! Sterbegeldes und der Wochenzahl bis zum Minimum. 18 Wochen Unterstüßung sind durchaus ungenügend. Die städtische Ver waltung braucht auch durchaus nicht rigoros zu verfahren. Staatssekretär v. Bötticher: Die gewünschte Befreiung von der Versicherungspflicht ist nur möglich durch Beschluß des Bundesraths, und zwar auf Antrag der Betheiligten. Ein solcher Antrag ist aber bisher von den Beamten nicht gestellt worden. Abg. Vollrath spricht nach dieser entgegenkommenden Er flärung des Staatssekretärs die Hoffnung aus, daß ein Antrag der betheiligten Beamten berücksichtigt werden wird. Staatsjetretär v. Bötticher hat feine bindende Erklärung abgeben wollen, zweifelt aber nicht, daß ein solcher Antrag wohl wollend geprüft werden wird. 8wed. . Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 23. Februar, Nachmittags 5 Uhr. Die Ausschüsse für die Anlage von Pierdebahnen über die Linden und für die Schloßplay- Angelegenheit sind gewählt und haben sich konstituirt. Borsigender des ersteren ist Dr. Stryd, des zweiten Dr. Langerhans. Der noch bestehende Ausschuß für die Ueberführung der Pferdebahn über die Straße Unter den Linden wird für aufgehoben erklärt. Stadtv. Kaffel tritt den Ausführungen des Stadtv. Alex. Meyer entgegen. Durch Wize allein werde die Frage doch nicht Stadtrath Roch hann: Die Krankenkassen sind jetzt gelöit( Widerspruch). Auch Herr Meyer wolle den bestehenden städtischen Schulen nichts in den Weg legen, nach feinen beutigen ein Schmerzenstind der Stadt. Die Kassen follen fich torporativ Ausführungen, auf welche der Stadtschulrath nicht eingegangen erhalten; wir müssen darauf sehen, daß die Solvenz aufrecht jei, könne man aber nicht begreifen, maram überhaupt noch die erhalten wird, und werden ferner nicht dulden, daß die über ein Jahr hinaus angegriffen wird. neue Schule in Moabit bewilligt worden fei. Auf das Urtheil Rejerve E3 der Eltern müsse er mehr geben als auf die fubjektive Empfindung ist unzutreffend, daß verschiedenen Raffen gegenüber mit Am Schluffe der vorigen Eigung war über einen schleunigen des Dr. Meyer, und dieses Urtheil neige überwiegend dahin, daß zweierlei Maß gemessen worden ist. Der neu eingetretene Frost Antrag der Sozialdemokraten verhandelt worden, welcher die Er- die städtischen Schulen vermehrt werden sollten. daß sie den wird dazu nöthigen, daß der städtische Kredit in diesem Falle leichterung des Wahlgeschäfts bei den Gewerbegerichtsbeisiger- Privatschulen vorzuziehen feien. Der Ausschußantrag fei, ab: in Anspruch genommen wird; sonst wäre es vielleicht garnicht Wahlen zum Gegenstande hatte. Die Berathung fonnte wegen gesehen von den Mittelschulen. sogar sehr bescheiden, früher habe erforderlich geworden. Beschlußunfähigkeit der Versammlung nicht zu Ende geführt Stadtschulrath Soffmann viel weitergehende Pläne vertreten. werden. Inzwischen haben am Montag die Wahlen statt Mittelschulen für Mädchen feien allerdings überflüssig. gefunden. Stadtv. Gerth spricht sich für Ablehnung der Ausschußs anträge aus, die dem Privatschulwesen den Todesstoß geben würden. Die Versammlung müsse unzweideutig erklären, daß sie an den derzeitigen Zustand des Mädchen- Schulwefens in Berlin nicht gerührt wissen wolle. Man müffe auch die finanzielle Lage der Stadt Vorsteher 2 angerhans hält die Angelegenheit aus legs terem Grunde für erledigt und fügt nachrichtlich hinzu, daß der Magistrat der Anregung der Antragsteller wegen vermehrter Mafftellung von Wahltischen entsprochen habe. Stadtv. Heute: Herr Sachs ist verwundert, daß eine Kasse, zu welcher größtentheils Sozialdemokraten gehören, au den Stadt: fäckel herantritt. Mich nimmt das nicht Wunder, sämmtliche Arbeiter sind eben Sozialdemokraten( Unruhe). In diesem Saale sind schon ganz andere Summen bewilligt worden, die auch blos einem fleinen Kreise von Leuten zu gute tamen( Burufe: Welchen? Unruhe). Herr Sachs trug uns einfach die Begründung der teit.) Die erste Berathung wird geschlossen. In der zweiten Berathung wendet sich Zum Nachfolger des Polizeiobersten Paris soll der jetzt stellvertretende Kommandeur der Schußmannschaft, Polizei hauptmann Krause in Aussicht genommen sein. Magistratsvorlage vor. Warum sind die Verwaltungskosten fo| Abend gegen 9 Uhr der Privatlehrer Georgi, als er sich auf dem| aufgefordert; ferner sei in den Versammlungen die Unterstützung hoch? Da liegen schwierige Beitreibungsverhältnisse zu Grunde. Wege nach seiner in der Stettinerstraße belegenen Wohnung be- in Geldform ebenso abgelehnt worden, wie die Kündigung auf Wie hoch ist die Summe der Beiträge, welche die Unternehmer fand, auf dem Trottoir der Badstraße so unglücklich, daß er er- Montag, den 9. Januar, oder Mittwoch, den 11. Januar; es jährlich an die Kasse nicht abliefern? Mit den Ausführungen hebliche Kopfwunden und Bruch des rechten Unterarmes erlitt; liege alfo eine indirekte Aufforderung zum Streit und zwar ohne Des Kollegen Dinse bin ich durchaus einverstanden. Den Kaffen- der Berlegte wurde zuvörderst nach der nächstgelegenen Sanitäts- Kündigung um deswillen vor, weil Bunte nach diesen Abmitgliedern würde es viel angenehmer sein, höheren Beitrag zu wache und von da nach Anlegung eines Nothverbandes nach stimmungen in den Versammlungen der Bergleute wiederholt zablen und länger Krankengeld zu erhalten. Auch wird die feiner Wohnung geschafft. Schließlich stürzte noch in der zur Gesezesübertretung aufgefordert habe in Redewendungen wie: Kaffe so fich wieder auf den höheren Stand bringen Chauffeestraße beim Ueberschreiten des Fahrdammes an der Ihr habt jezt Eure Beschlüsse gefaßt, als Männer werdet Ihr Iaffen. Die Schuld liegt zum theil auch an dem Invalidenstraße die in angetrunkenem Zustande befindliche wissen, was Ihr zu thun habt. Die Verrufungserklärung soll in Magistrat, der durch sein Aufsichtsrecht verhindert unverehelichte W., fiel gegen die Bordschwelle und erlitt so be- dem Saße liegen, daß man Diejenigen für Alles halten fönne", mußte, daß solche Zerrüttung eintrat. Das hat er aber ver- deutende Kopfverlegungen, daß sie nach der Sanitätswache in der welche jetzt diese Beschlüsse faffen, dann aber nicht durchführen, fäumt. Für die Zukunft soll ja geeignete Vorkehrung getroffen Eichendorffstraße gebracht werden mußte. sondern nur andere aufs Glatteis führen. werden. Im allgemeinen möchte ich Sie ersuchen, dafür zu Die Verhandlung war reich an interessanten Details. Jm stimmen, daß diefe 30 000 Mart hergeliehen werden. Sie sollen Anfang fonnte man insbesondere bei den Fragen des Ersten nicht geschenkt werden, wenn auch Tausende sonst an Einzelne Staatsanwalts Haarmann unter dem Eindruck stehen, als ob geschenkt worden find.( Wiederholte Zwischenrufe: Wer dieser Herr schon den Streit an fich als ein Verbrechen bedenn?) trachtete. Im Laufe der Zeugenvernehmung aber fam der GeThe erite Berath Eine eigenartige Blüthe des Industrialismus finden richtspräsident wiederholt dazu, das Unterlassen der Kündigung wir gestern in der Veröffentlichung der angemeldeten Batente. als das strafbestimmende Moment zu betonen. Der Staats Gin Patent ift angemeldet worden für ein Verfahren, schlechtem anwalt donnerte stets gegen den Streik schlechtweg. Besonders Haarpelz den Anschein von edlerem Material zu geben". Fälscht charakteristisch für die objektive Beurtheilungsfähigkeit einzelner und laßt Euch dann die Geschicktheit Eurer Fälschung patentiren! Polizeibeamten des Kohlenreviers war die Zeugenvernehmung Infolge unglücklicher Liebe versuchte sich in der ver- des Polizeiwachtmeisters Müntermann aus Effen. Auf die Frage wichenen Nacht gegen 1 Uhr die 24 Jahre alte Arbeiterin des Gerichtspräsidenten, welchen Eindruck die Rede Bunte's ge Klara P. mittels Budersäure in ihrer Wohnung Stallschreiber- macht habe, ob fie ruhig war, ob Bunte die Entscheidung den straße 20 zu vergiften. Sie hatte den Trant im Bette liegend Bergleuten habe überlaffen oder unter allen Umständen einen zu sich genommen, und die Wirthsleute waren auf ihr Stöhnen Streit habe herbeiführen wollen, antwortete der Polizeiwachthinzugeeilt. Ein Arzt fand den Zustand für derart bedenklich, meister ohne jegliche Bögerung: Selbstverständlich! Bunte ist daß er die Kranke durch die Polizei der Charitee zuführen ließ. ia der General- Agitator; im Lande herumzureifen und die Leute Genaueres über den Beweggrund läßt sich noch nicht ermitteln, aufzuheben, das ist ja sein Geschäft! Dieser sichere Redeftrom da die P. vernehmungsunfähig ist und schriftliche Auszeichnungen versiegte aber sofort, als der Bertheidiger, Dr. Blumenthal, den nicht hinterlassen hat. Herrn Polizeiwachtmeister fragte, ob er eine einzige Redewendung, eine einzige Thatsache aus der Rede Bunte's anführen könnte. Darauf wußte der martialische Herr Polizeiwachtmeister nur ein bescheidenes Nein! zu antworten. Andere Zeugen wieder, wie die Bergarbeiter Mauracher aus Essen, Maibert und Siebeck aus Dortmund hatten aus Bunte's Reden gerade den entgegengesetzten Eindruck gewonnen; sie erklärten, Bunte habe geradezu abgemahnt und ausdrücklich auf die Strafbarkeit des Kontraktbruches hingewiesen. Letztere Thatsache ergab sich aus den Stenogrammen der Bunte'schen Reden, aber der Stenograph, Getreidehändler Dieckmann aus Dortmund, hatte wieder den Eindruck, das Ergebniß der Bunte'schen Rede fei der Streit gewesen; Bunte habe die Fragestellung ja so eingerichtet, daß als Antwort nur der Streit ohne Kündigung geblieben sei; feine Rede sei also eine indirekte Aufforderung gewesen, den Streif herbeizuführen. Er meinte sogar, wenn es Bunte mit seiner Warnung ernst gewesen wäre, hätte er direkt vom Streik abrathen müssen, nachdem durch die Abstimmung eigentlich fein anderer Beschluß mehr möglich gewesen sei, als der Streit ohne Kündigung. Stadtv. Sa ch& II gegen den Stadtv. Hente, deffen Bugeständniß, daß der Magistrat schon früher die Herabsetzung der Leistungen und die Erhöhung der Beiträge gegen die Kaffenverwaltung hätte durchführen sollen, er dankbar afzeptirt.( Buruf von den Sozialdemokraten: Hat er gar nicht gemacht! Heiter Darauf wird die Vorlage angenommen. Die Verfammlung hatte am 16. Juni 1892 beschlossen, an die zuständigen Behörden das Gesuch zu richten, daß die bei der Feuerwehr anzustellenden Beamten und Arbeiter, unter Festtellung einer Altersgrenze von 30 Jahren, vor ihrer Anstellung durch usern Vertrauensarzt in betreff ihrer Gesundheit und Tauglichkeit untersucht werden." Das Polizeipräsidium bat auf entsprechende Anregung des Magistrats diesem mitgetheilt, daß schon seit 1887 Leute über 30 Jahre nicht mehr eingestellt werden und auch zukünftig nicht mehr eingestellt werden sollen. Dagegen lehut das Polizeipräsidium ab, auf das zweite Grfuchen einzugehen; es macht geltend, daß die Untersuchung der Einzustellenden in jeder Hinsicht, besonders auch ärztlicherfeits, mit ganz besonderer Sorgfalt geschieht und z. B. sehr häufig eben vom Militär entlassene und dort für vollkommen gefund erklärte Leute als für den Feuerwehrdienst ungeeignet zurückgewiesen werden. Zie Vorlage wird ohne Debatte zur Kenntniß genommen. Schluß 8 Ühr. Tokales. Ein entfehlicher Unglücksfall, der leider mit dem Tode eines Kindes geendet, wird uns aus dem Norden der Stadt ge meldet. Die Frau des in der Hochstr. 22 wohnenden Klempners H. wusch am Dienstag in der Küche Wäsche; sie hatte soeben einen Kessel mit kochendem Wasser vom Heerd genommen, als plößlich an der Korridorklingel gezogen wurde. Den Refsel auf die Erde sehend eilte Frau H. hinaus, um die Thür zu öffnen und diese Abwesenheit der Mutter benutte das dreijährige Söhnchen der H.'schen Eheleute, das bis dahin in einer Ecke der Küche geseffen, sich mit dem Kessel zu beschäftigen. Der Kleine muß dabei gestolpert sein, er ftürzte kopfüber in das kochende Wasser und erlitt derartig furchtbare Verlegungen, daß er nach dem Lazarus- Krautenbause gebracht werden mußte, wo das uns glüdliche Kind am Mittwoch den Folgen der Brandwunden erlag. Plöglicher Todesfall im Kroll'schen Theater. Vorgestern Abend um 92 Uhr bewegte fich ein älterer Herr in Begleitung Die Gewerkvereinler sind nicht mit ihrer einfachen Nieder- einer Dame auf dem zum Tunnel des Theaters führenden Flur Tage zufrieden, sondern fuchen sie durch nachträgliches Schimpfen hin und her, und es schien, daß der Herr von Unwohlfein benoch zu einer recht schmählichen zu gestalten. In der Volts- fallen worden sei. Dann brach er zusammen und war bald Zeitung" suchen sie die Vergewaltigung durch die Sozial darauf in den Armen der Dame gestorben. Der hinzugerufene demokratie in den gräßlichsten Farben auszumalen, weil vielleicht Theaterarzt Dr. Zippert fonnte nur den infolge eines Herz irgend ein Bettelträger, den das fozialdemokratische Wahlkomitee schlages eingetretenen Tod feststellen. In dem Verstorbenen ist fofort beseitigt, fich irgend welche ungebührlichkeiten erlaubte. ber 59 Jahre alte, in Paris geborene Fabrikant Julius FormWelche Mittel aber die Gewerkvereinler bei der Wahl brauchten, stecher, Tempelhofer Ufer 12, ermittelt worden, der mit feiner davon sei hier nur ein Pröbchen mitgetheilt. Sie versandten eine ganze Anzahl sozialdemokratischer Flugblätter und legten ihre eigene Kandidatenliste bei, um so die Täuschung zu erregen, daß ihre Kandidaten die der Sozialdemokratie feien. Ein schmutzigeres Wablınanöver ist kaum denkbar. Die Gewert vereinler haben allen Anlaß den Mund zu halten, wenn sie sich nicht noch ärger blamiren wollen. Frau die Vornellung befucht hatte. Die Wittwe wollte die Leiche nach ihrer Wohnung mitnehmen, fonnte aber dazu die Genebinigung des dritten Polizei- Reviers nicht erlangen, das die Todesursache nicht für bestimmt festgestellt erachtete und den Leichnam dem Schauhaufe überwies. Polizei Inspektor Richard fand, daß Bunte eigentlich den ganzen Streit im Dortmunder Revier in Szene gesetzt habe; freilich habe er sich gehütet, direkt gegen das Gesetz zu verstoßen. Und wenn schon vor den Versammlungen auch die Reigung zum Streit vorhanden gewesen sei, so habe eben Bunte diefe ganze Stimmung gemacht; die ganze Geschichte sei eine bloße Mache gewefen.. Als der Präsident den unfern Lefern aus feiner Stendaler und hiesigen Thätigkeit rühmlichst bekannten PolizeiInspektor frug, ob er denn diese seine Meinung auf Thatsachen gründen könne, meinte Herr Richard: Jawohl; Leute, die er nicht gern nennen möchte, hielten ihn über alle Vorgänge auf dem Laufenden; er wisse genau, mit wem Bunte ftets verkehre; vor allem mit Schröder, Mattern u. f. w."; mit Namen könne er nur diese nennen; die anderen habe er Zu rekogno8ziren. Gestern Morgen um 9 Uhr wurde aus augenblicklich vergessen, da sei noch einer, der zur Zeit noch dem Engelbecken die stark in Verwefung übergegangene Leiche auf Beche Kaiserstuhl" arbeite, aber auch diesen Namen habe er einer 20-25 Jahre alten Frau gelandet und dem Schauhaufe vergessen. Leider unterließen es sowohl Bunte wie sein Verzugeführt. Spuren von Gewaltthätigkeiten sind an der Todten theidiger, den so gut unterrichteten Polizei- Inspekeor nach den nicht wahrnehmbar, so daß entweder Selbstmord oder Unglücks: Namen feiner edlen Gentlemen zu fragen, um die Zuverlässigkeit iall vorliegt. Die Kleidung besteht aus einem schwarzen Trikot: der Angaben dieser Ehrenmänner, die Thatsachen", auf die der mieder mit einer Reihe schwarz überzogener Knöpfe, einem blau Polizei- Inspektor fich fügt, etwas näher zu prüfen. Nicht fo und grau gestreiften Rock, einer blau und weiß gestreiften Schürze sicher im Auftreten wie Herr Richard war Bolizeikommissar und dunklen Strümpfen. Schuhe fehlen. Das Taschentuch trägt Wagner( Dorstfeld), der troß einer Weifung des Präsidenten fast Das Beichen W. S. 7. Als besonderes Erkennungsmerkmal mag seine ganze Aussage von einem aus seiner hinteren Rocktasche geDer„ Berliner Börsen Courier" legte gestern für seine dienen, daß die Leiche an der Oberlippe eine Hafenfcharte zeigt. zogenen Schriftstid ablas. Leser den in der Druckerei der Norddeutschen Allgem. Zeitung" In der Begründung der Anklage gab der Staatsanwalt au, gedruckten und bisher nur durch dieses Blatt verbreiteten Bericht Polizeibericht. Am 22. d. M. Abends versuchte eine Arüber die neuliche Bersammlung der Kartell Leute in der Bittoria- beiterin in ihrer Wohnung, in der Stallschreiberstraße, fich daß eine direkte Aufforderung zum Streit nicht vorliege; aber Brauerei zu Gunsten der Militärvorlage bei. Das freisinnige" mittels Buckersäure zu vergiften. Sie wurde nach der Charitee das fei auch nicht nöthig; wäre das obsolutes Grforderniß, Blatt, das sich selbst um die Stellungnahme zur Militärvorlage gebracht. Vor dem Hause Brunnenstr. 44 fiel ein Märchen dann wäre der Paragraph überhaupt faum anwendbar. In den drückt, macht so für die Militärvorlage Propaganda. Uebrigens infolge der Glätte zur Erde und brach den Fuß, so daß seine Volksversammlungen bedeuten die Worte gar nichts; auf den fann man hier beobachten, daß vieliach unter den Juden eine Ueberführung in die Charitee erforderlich wurde. Im Laufe freundliche Haltung für die Militärvorlage beobachtet wird, weil des Tages und in der darauf folgenden Nacht fanden drei kleine man glaubt, durch möglichste Loyalität" fich bei der Regierung Brände statt. lieb Kind zu machen und so dem Antisemitismus den Wind ab zujagen glaubt. Eine vergebliche Mühe, die dem Judenthum nicht nur nichts nützen, sondern vielmehr das Gegentheil be wirken wird. In Schöneberg fiegten bei den Gemeinderaths- Wahlen der 3. Wählerklasse die vereinigten Ordnungsparteien". Die Schuld an der Niederlage der Genoffen liegt nicht blos an der für die Arbeiter am ungünstigsten gewählten Zeit, die es vielen unmög: lich machte, das Wahlrecht auszuüben, fondern vielleicht noch mehr daran, daß aus diesem Grunde einige Genossen sogar auf forderten, sich der Wahlbetheiligung zu enthalten. Wir erhalten folgende, vom Vertrauensmann des 4. Wahlfreifes abgeftempelte zuschrift: Bezüglich der Berichtigung, welche der Möbelpolirer Guftav Bock in Nr. 44 bes Borivärts" veröffentlicht hat, erklärt das Echiedsgericht des fozialdemokratischen Agitationstlubs Often, daß Bock zu der Sigung, in welcher feine Angelegenheit entschieden wurde, durch fämmtliche Mitglieder des Schiedsgerichts eingeladen worden ist, damit er feine Ebre vertheidige. Bock gab auch das feste Versprechen ab, in der Sigung anwesend zu sein, theilte jedoch am nächsten Tage schriftlich mit, daß er nicht fommen werde. Im Uebrigen erklären wir, daß wir unser Urtheil im vollen Umfang aufrecht erhalten und bemerken, daß Genosse Frohmann nur einer der vielen uns zur Verfügung stehenden Beugen ist. Gerichts- Beifung. Die Stöck'schen Eheleute theilen uns berichtigend mit, daß nicht sie es gewesen sind, welche die Senunziation gegen die Frau Herbong, über deren Freisprechung wir in Nr. 84 berichteten, verübt haben, sondern daß sie in dem betreffenden Prozeß nur einfach als Zeugen vorgeladen gewesen seien. Es ist selbstredend, daß wir unter dieser Voraussetzung unfere Bemerkungen zu dem Fall, soweit sie auf die Stöck'schen Eheleute Bezug haben, als unzutreffend zurücknehmen. Tonjall, auf die Situation, die Anreihung der Säße komme es an. Sogar wenn Bunte ausdrücklich vom Streit abgerathen hätte, so wäre für ihn die Straflosigkeit noch nicht dargethan; man fönne in die Worte auch den entgegengesetzten Sinn legen. Bunte stehe an der Spitze des Bergarbeiter- Verbandes; die Voroussegung seiner Thätigkeit, ja sogar seiner Kundschaft sei die Unzufriedenheit, die Aufreizung. Das sehe, wie der Polizeitommiffar Richard sehr richtig bemerkt babe, sogar der dümmste Junge ein. Das Strafgesetz gestatte für einen Fall zwei Jahre Gefängniß, wenn er für jeden der vier Fälle neun Monate ins Auge faffe, fo halte er anderthalb Jahre Gefängniß als Gefammistrafe der Sachlage entsprechend. Versammlungen. Troh der energischen Bertheidigung durch Herrn Blumenthal der treffenden Zurückweisung der staatsanwaltlichen und Deduktionen durch Genosse Bunte, der die ganze Haltlosigkeit der Beß- und Aufreizungs- Argumente feitens des Staatsanwalts nachwies und klarlegte, wie sowohl der Verband wie er als Geschäftsmann ein Interesse an der Verhinderung des Streifs ge= Der frühere Hauptlehrer der fatholischen Prihabt habe, weil beide durch den Streit nur materiellen Schaden vatschule in Rigdori, D. Thiele, stand am Donnerstag haben tönnten, tam der Gerichtshof zu einer Verurtheilung in wegen Unterschlagung von Schulgeldern vor der ersten Straf allen 4 Fällen mit je 5 Monaten Gefängniß, insgesammt zu einemt fammer vom Landgericht II. Vom Schöffengerichte in Rirdori Jahr Gefängniß, wovon 1 Monat Untersuchungshaft abgeht. In wegen dieses Deliktes mit drei Monaten Gefängniß bestraft, hatte der Antlage wegen Berrufserklärung erfolgte Freisprechung. 2other. Welzig. Frante. Otto. Sperber. der Angeklagte Berufung eingelegt. Er war Vorsteher der Schule 3n der Notiz Allen Warnungen der Preffe zum gewesen, die durch freiwillige Gaben und Fonds erhalten wurde. Trot in der Mittwochs- Nummer schreibt uns der Bureau- Ein bestimmtes Schulgeld wurde von den Kindern nicht erhoben, vorsteher Opit, daß er die in der Notiz erwähnte Frau nicht doch war es den Eltern überlassen, freiwillige Liebesgaben zu beim Verloffen des Gerichtssaales angesprochen, sondern diese ihn spenden, und so zahlten denn die Eltern 50 Pf., 1 M. und für in seiner Wohnung aufgesucht habe. Er habe der Frau erklärt, 2 oder 3 Kinder 2-3 M. pro Monat. Dieses Geld zog der ein, und da daß die Frist zur Einlegung der Revision entweder am Tage Angeklagte die Einnahmen, schwer tonDer fozialdemokratische Wahlverein für den sechsten ihres Besuches oder Tags darauf ablaufe, daß aber ein Versuch, trollirbar waren, so benutzte der Angeklagte die günstige Berliner Reichstags- Wahlkreis begann in feiner am 21. b. M. mehrere Hundert Mart in wenn sie es wünsche, gemacht werden könne. Nachdem ich mich Gelegenheit, den Jahren abgehaltenen Mitgliederversammlung in Ausführung eines früher jedoch überzeugt hatte, daß die Frist abgelaufen fei, unterblieb 1890/91 in feinem Intereffe zu verwenden. Früher hatte Barrer gefaßten Beschlusses mit der Vertheilung der Bracke'schen Weiteres. Hierauf habe ich im speziellen Auftrage der Schubert von St. Michael die Oberaufsicht über die Schule, Broschüre: Nieder mit den Sozialdemokraten!" an die VereinsFrau ein Gnadengefuch verfaßt, ferner Gefuche um Straf- später wurde die Dueraufsicht dem Kuratus Klose von mitglieder." Die Broschüre fann auch auf den Bahistellen er aufschub an die tönigliche Staatsanwaltschaft gerichtet. St. Hedwig übertragen, der, ein geborener Luxemburger, vom hoben werden. Den Vortrag des Abends hielt ReichstagsErft auf diese seine Gefuche habe die Frau zuerst Angeflagten als Ausländer" vielfach zu diskreditiren verfucht abgeordneter Auer, dessen Ausführungen mit Beifall aufdie Nachricht erhalten, daß die Strafvol stredung bis zur aller wurde. Kuratus Klose fah dem Angeklagten, der stets behauptet genommen wurden. Dem Vortrage folgte die Erledigung von höchsten Entscheidung ausgefeht und später daß das Gnaden hatte, daß Schulgeld so gut wie gar nicht eingehe", schärfer auf Bereinsangelegenheiten, unter denen die Wahl von 10 Genossen gesuch abschlägig beschieden sei und sie sich zur Verbüßung der die Finger, und so famen die Unterschlagungen an den Tag. In zu Ordnern 2c. Für das am 4. März ftatthabende Stiftungsnunmehr rechtsfäftigen Strafe zu gestellen habe. Ferner habe der Berufungsinfianz fuchte fich der Angeklagte damit 3 feft des Vereins zu erwähnen ist, und die Erledigung des ihn die Frau beauftragt, die Gerichtstoften für sie zu zahlen, da extulpiren, daß er in der Lage gewesen wäre, das Defizit jeder Fragekaftens, nach welcher der Schluß der Versammlung erder Ehemann nur werftäglich einen einzigen Nachmittag frei seit aus dem Vermögen seiner Frau zu decken, aber dieser Ver- folgte. have und sie selbst sich nach Antritt der Strafe nicht darum such mißlang, die Berufung wurde fostenpflichtig verworfen. fümmern fönne. Nach Lage der Sache werde er nunmehr dem Die Kranken und Begräbnißkaffe der Gürtler und Ehemanne das Geld zur Verfügung stellen. Dortmund. Gegen den Bergarbeiter Bunte Bronceure( E.. 60) wählte in der Generalversammlung Zen letzteren Punkt, auf den es besonders ankommt, läßt fand heute vor der Straffammer des Landgericht die Verhand vom 12. Februar folgende Mitglieder in den Vorstand: D. Jäckel Herr Opih im dunfe.n. Er befeitet nicht, 87 M. erhalten zu lung statt megen Aufreizung zum Streit, bezw. zum Ungehorsam zum Vornzenden, W. Teichert zum Stellvertreter, W. Meisterfeld haben und behauptet nur, daß diese Summe auf mehrere Straf- gegen die Gejeze und wegen Verrufserklärung(§ 110 des R. zum Rendanten, H. Neuendorf zum Schriftführer, Henning zum fachen sich beziehe. Eeine Berichtigung gebt über das wichtigste St.-G. und§ 153 der Gewerbe- Ordnung). Die Sirafthaten foll Stellvertreter, sowie Phlueger, Malchin, O. Schulz, Strobach und Moment der gegen ihn erhobenen Beschuldigung leicht hinweg. Bunte Anfang Januar in Versammlungen zu essen und Dort Seidel zu Beisigern. In den Ausschuß wurden Rünecke, Konrad mund, bezw. Torstield begangen haben; eine dirette Aufforderung und Kaden gewählt. Der plötzlich eingetretene Schneefall hat verschiedene zum Kontrattbruch macht ihm zwar weber die Staatanwaltschaft Die Filiale Berlin des Werbandes der Sitho. Unglücksfälle zur Folge gehabt. So stürzte infolge der Glätte zum Vorwurf, noch ergaben die vorgelesenen Stenogramme vorgestern Abend vor dem Hause Invalidenstr. 38 die 23jährige feiner Reden oder die Beugenaussagen, daß Bunte eine folche graphen, Steindruder und verwandten Beruf&= unverehelichte Anna Polte und erlitt dabei einen Bruch des rechten enßerung gethan. Aber im Saarrevier habe der Streit genoffen nahm in ihrer legten Versammlung folgende RefoUnterschenfels, welcher die Ueberführung der Berlegten nach der unter Kontrattbruch stattgefunden, und Bunte habe jenen Streif lution an: Tie Filiale verpflichtet ihre Delegirten zur General Königlichen Klinit nothwendig machte. Ferner fiel vorgestern als gerechtfertigt erklärt und zur Unterstützung der Streitenden i versammlung, nach Möglichkeit für die Arbeitslosen- Unterstügung " Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) einzutreten. Die Berliner Delegirten haben daher den Auftrag, von 20 Pfennig wöchentlich 9 Mart auf 4 Wochen gewährt. Bei auf der Generalversammlung die Vornahme einer allgemeinen diesem Sage steht sich der Verein gut, und glaubt deshalb Urabstimmung über die Frage der Arbeitslosen- Unterstützung zu Redner die Arbeitslosenunterstützung empfehlen zu müssen. beantragen. Andererseits wird betont, daß, wenn die Unterstützung eingeführt wird, der Beitrag bedeutend erhöht werden muß. Leipzig, 23. Februar. Das Reichsgericht verwarf die NeIn der kombinirten Versammlung aller Filialen Auf Vorschlag des Vorsitzenden erhält der als Gast heute ein- vision des Redakteurs der antisemitischen Wochenschrift„ Rheinische der Maler, Lacirer und Anstreicher stand als erster getroffene Vorsitzende des Buchdrucker- Verbandes Döblin das Wacht", Gerhard ten Winkel in Elberfeld, welcher am 4. NoPunkt der Arbeitsnachweis zur Tagesordnung. Da Genosse Wort, um seine Erfahrung auf dem Gebiete des Unterstüßungs- vember v. J. vom Landgericht Elberfeld wegen Beleidigung des Gründel sein Lokal, in dem jetzt der Arbeitsnachweis stationirt wesens mitzutheilen. Er empfiehlt im allgemeinen die Arbeits- Ersten Staatsanwaltes Baumgard, des Landgerichtsrathes Brixius ift, aufgiebt, so trat die Frage heran, ein anderes Lokal für den losen- Unterstüßung, weil die heutige Misère dazu zwänge. Um und des Richterkollegs zu Cleve im Buschoff- Prozesse zu drei Arbeitsnachweis zu finden. war. Die Revision Mit den Vorarbeiten hierzu wurde einen Fortschritt in der Organisation zu erreichen, müßten in Monaten Gefängniß verurtheilt worden eine Kommission betraut. Kollege Wendker gab bekannt, daß folge der wirthschaftlichen Verhältnisse die Unterstüßungskaffen wurde damit begründet, daß der jüdische Aſſeſſor Salomon als er zum 1. April das Amt eines Arbeitsvermittlers aufzugeben eingeführt werden. Selbst die Vertreter der Arbeiter im Reichs- Richter nicht abgelehnt worden war. genöthigt sein werde. Die Berathung dieser Angelegenheit wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Demnächst erstattete die Siebener Kommission über die Fachschule Bericht. Derselbe betraf den Lehrer Ahelle und die Filiale Friedenau. Die Streit fache fand dadurch ihre Erledigung, daß nach langer Debatte der von der Siebener Kommission angenommenen Resolution des Inhalts, daß sie mit dem Verhalten der Fachschul- Kommission nicht einverstanden ist, seitens der Versammlung mit Majorität zugestimmt wurde. = Die Versammlung der Posamentiere am 22. Februar wählte zunächst in der Person des Herrn Hartung einen Dele girten zur Streit- Kontrollkommission. Darauf hielt Frl. Ba a der einen Vortrag über: Die Frau und der Sozialismus". Rednerin gab eine Darstellung der Entwickelung der Arbeits- und Austausch- Verhältnisse seit der Zeit des Urkommunismus und zeigte, wie mit den Veränderungen im wirthschaftlichen Leben der Menschen auch die gesellschaftliche Stellung der Frau eine andere wurde. Sie ging dann näher auf die Zustände in der kapitalistischen Gesellschaft ein, besonders die Verhältnisse berücksichtigend, welche der Frauen Leben mehr oder minder berühren. Die kritisirten Ungerechtigkeiten aller Art, so führte Referentin zum Schluß aus, würden nur mit der Beseitigung der bestehenden Klassenwirthschaft aus der Welt geschafft. Pflicht aller Arbeiterinnen sei es, den dahin zielenden Kampf der Männer kräftig zu unterstützen. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. Ihm schloß sich eine lebhafte Debatte an, in welcher die Herren klau, Wolter, Berger u. a. den Standpunkt vertraten, nur ein intensiver wirthschaftlicher Kampf ermögliche die Abschaffung des Klassenstaats, während die Herren Kretschmann und Müller sowie der Vortragende es für richtiger erklärten, alle fich bietenden Kampfesmittel zu benutzen, und somit auch den politischen Streit nicht zu vernachlässigen. Die Diskussion wurde in ruhiger, vollständig fachlicher Weise geführt. Die in Holzbearbeitungs- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen waren am Dienstag zahlreich versammelt. Ursprünglich war ein Vortrag der Frau Emma Ihrer über das Buch 31/2 Monate Fabrikarbeiterin" auf die Tagesordnung gesetzt worden. Da Frau Ihrer aber durch anderweite Verpflichtungen am Erscheinen verhindert war, so hatte Frau Rohrlack es übernommen, über dasselbe Thema zu sprechen. In eingehendster Weise übte dieselbe Kritik an der bekannten Broschüre der Frau Dr. Wettstein- Adelt und kennzeichnete den in der Schrift hervorleuchtenden Bourgeoisstandpunkt, von dem aus die Verfasserin alles, was sie gesehen und erlebt, behandelt. Auf Antrag wurde von einer Diskussion über den Vortrag Abstand genommen. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten schloß die gut besuchte Versammlung. Köpenick. Der hiesige Arbeiterverein hielt am 21. d. Mts. feine Mitgliederversammlung ab. Nach erfolgter Vorlesung aus " Moses oder Darwin" wurde vom Vorsitzenden bekannt gemacht, daß von der Verloofung im letzten Vergnügen noch drei Gewinne abzuholen seien; daffelbe hatte einen Ueberschuß von 22,25 M. ergeben. Ein Antrag, eine Agitationstour zu unternehmen, wurde angenommen und der 19. März hierzu festgesetzt. Versammlungsort ist der Heuplay, Aufbruch Morgens 51/2 Uhr. Ferner wurde noch auf die Vereins- Bibliothek und auf den hiesigen NaturheilVerein aufmerksam gemacht und dann die Versammlung geschlossen. Im Arbeiterverein für Pankow und Umgegend hielt am 12. Februar Genosse Dr. Pinn einen Vortrag über„ Die Lügen unserer Zeit und die Sozialdemokratie". Auf Anregung des Vorstandes wurde sodann beschlossen, in allen hiesigen Lokalen, wo Arbeiter verkehren, durch Aushang die stattfindenden Vereinsversammlungen, Leseabende, Uebungsstunden der Gesangsabtheilung u. f. m. bekannt zu machen; die Art und Weise dieser Bekanntmachungen wurde dem Vorftande überlassen. Bei der Berathung der Bibliothekordnung führte der Antrag betreffs Einfühvon Strafgeldern für nicht rechtzeitig abgelieferte Bücher eine lebhafte Besprechung hervor, nach welcher für gewisse Fälle die Erhebung von 10 Pfennigen Strafgeld beschlossen wurde. Nachdem noch der neue Wirth sich den Genossen in furzer Rede vorgestellt und erklärt hatte, daß er sich dem Geschäft hier anschließen" werde, und der Vorsitzende noch einige Mittheilungen betreffs der Abrechnung über den durch Beschluß der Hauptverfammlung aufgelösten Lese- und Diskutirverein Proletarier" gemacht hatte, fchloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem üblichen Hoch auf den Verein und die Sozialdemokratie. Sodann folgte ein gemüthliches Beisammensein. rung " tag treten für die Arbeiterversicherung von Reichswegen ein, und dieses genügt uns doch auch, daß diese Unterstützungen nothwendig sind. Die Organisation würde sich bedeutend heben. Ein Schlußantrag wird angenommen. Es wird beschlossen, die Arbeitslosen- Unterstüßung obligatorisch einzuführen; 25 Stimmen sind für, 7 gegen. Briefkaffen der Redaktion. 66. Kinderlosigkeit ist kein Ehescheidungsgrund. Eine EheDem Vorstand wird Entlastung ertheilt, ebenso dem Kassirer. scheidungsklage dauert im allgemeinen 1-2 Jahre. Ueber die prinzipielle Frage, ob der Verband sich in Gaue Papengarten. 1. Nein, nur Preußen können in Preußen falls nicht der Richter oder Mitgliedschaften eintheilen soll, erhält Döblin das Wort. aus der Landeskirche giltig austreten Derfelbe glaubt, daß die Eintheilung des Buchdruckerverbandes ein Versehen begeht. 2. Bebel's" Frau" in spanischer Uebersetzung nicht auf die Buchbinder angewandt werden könne. Er empfiehlt, ist im Erscheinen begriffen und nach Erscheinen fowohl durch erst auf grund der Erfahrung, die sich ergeben werde, die Dies, Stuttgart, wie durch die Buchhandlung des Borwärts", Eintheilung entsprechend dem Buchdruckerverband zu vervoll- Berlin, beziehbar. R. P., Pallasstr. 3. Die Mutter haftet für die Sachen nicht, dari sich an den Sachen auch nicht pfänden. ständigen. Die nächsten Redner erklären fich vielfach für Eintheilung in Gaue, die aber nicht eine solche weitgehende Verwaltungsbefugniß haben sollen, wie bei den Buchdruckern. werden soll, ergab sich einstimmige Annahme. Bei der Abstimmung, daß der Verband in Gaue eingetheilt die Gaue die Űrabstimmungen nur unter Beaufsichtigung der Ein Antrag, die Befugniß der Gaue betreffend, besagt, daß Vereine vorzunehmen haben. Der Antrag wird angenommen. Um 124 Uhr wird die Sigung auf 2 Uhr vertagt. Dienst- Droschkenkutscher Berlins und Umgegend. Große Versammung am Freitag, den 24. Februar, abends Uhr, te öffentliche Chausseestr. 88. Tagesordnung: Wahl eines Delegirten zur Streit- Kontrou Kommission und Anderes. Referent Rollege Schütte. Mufterzeichner- Verein Berlin, Freitag, den 24. Februar, Sigung im Vereinslotal, Landsbergerstr. 82. 9 Uhr, Schüßenstr. 29: Sigung. Lepidopt. Vereinigung„ Orion". Freitag, den 24. Februar, Abends Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% Uhr: Süd Schule, Sagelsbergerſtr. 43: Unterricht in doppelte Buchführung und oberes); Rechnen. Süd- Ostfchule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in mathematit und mathematische Geographie. Oft Schule, Martusstraße Nr. 31: Unterricht in Geschichte( neue). Nord- Schule, Mülleritraße Mr. 179a: Unterricht in Physiologie, Rechnen. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bei H. Werner, Bülowstr. 59. - Holzarbetter". Abends 8% Uhr im Lotale des Herrn Peterson, Veteranenftr. 22. Wilhelmshavenerstr. 23 bei kuba. Lese- und Diskutirtlub Otto Reimer, Abends 8 Uhr Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser fcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey.- Nord, Bergftraße 68, bei Keller. Vorwärts 1, S.O. Adalbertstr. 21, bet Roll. Buch= kummer'scher Gesangverein, Langeftraße 65, bei Tempel. 1 binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. glöckchen, Hochstr. 320, bei Wilte. Gemüthlichkeit Buser, Bismarckstr. 74. Ein Bureausklave. So sehr wir selbst für die Ersetzung der gothischen Verschnörkelung, die man deutsche Schrift nennt, durch die einfache lateinische Schrift sind, so wenig ist ein Tageblatt dazu geeignet, in dieser Beziehung einseitig vorzugehen. monatelangen Gewöhnung, und eine Zeitung, die den Zweck Für viele tausende Leser bedürfte es erst einer wochen- und hat, ihre Ideen möglichste und wirksamste Verbreitung zu fchaffen, würde ihre Wirksamkeit felbft hemmen, wenn sie den Lesern das Eingehen in den Inhalt des Blattes durch ihnen ungewohnte Schrift erschwerte. In gelehrten Zeitschriften oder solchen, deren Leserkreis diese Rücksichtnahme nicht erfordern, ist es etwas anderes. C. W. S. O. Theilen Sie die Thatsache Ihrer Gewerkschaft oder Ihrem Fachverein mit, damit sie die Richtigkeit der mitgetheilten Thatsachen prüfen und bestätigen kann. F. R. Ob Zigarren die Verdauung befördern, insbesondere bei blutarmen Personen, deren Verdauungsorgane sehr geschwächt sind? Ohne Arzt zu sein, kann man diese Frage entschieden verneinen. Bant- Wilhelmshafen. Die Legislaturperiode des Reichstages dauert 5 Jahre. Wird der Reichstag vor Ablauf der 5 Jahre aufgelöst, so beginnt eine neue Legislaturperiode mit dem neugewählten Reichstag, die wieder 5 Jahre währt. J. G., Marburg. Das Zitat im Leitartikel:„ Zum Fall Schwand" ist eine freie Uebersetzung einer Stelle aus dem Juvenal. F., Frankfurt. Kurze, thatsächliche Mittheilungen sind uns immer willkommen. Ein todter Proletarier, Görlig. Die Zusendung ist nicht verwendbar, so vortrefflich sie im übrigen auch geschrieben ist. Senden Sie uns thatsächliche Mittheilungen über die Stimmung im Kreise, und lassen Sie die Zuschrift vom Vertrauensmann beglaubigen, da wir Sie nicht kennen. dorf in Schmargendorf, Wirthshaus. im Gambrinus. Offenbacher Sängertranz Restaurant Broß. Arbeitgeber zur Aufbewahrung übergeben. 4. Ein bestimmtes Nr. 47/49. Mai Seydelfiraße 30. Fris, Naunynstraße 86, bet Zubeil. Balme, Blaue Schleife, in Bantow, Mühlenstr. 24, in Belten, bei Schröder. G. K., Stettin. Die Zuschrift ist nicht verwendbar. bei Stöhr. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Wahrheit, An der Zwölf- Aposteltirche 7b, bei Framte. Karthaus: Ziethenstraße.§§ 6, 30, 32, 146, 156, 157. Vielleicht scher Gesangverein, Lichtenbergerstraße 21, bet Heise. Gesangsprechen Sie auf der Redaktion zwischen 12 und 1 Uhr vor. verein Eintracht gu Alt- und Neu- Glienicke, bet H. Stabelhof, Lauban. 1. Der Meister darf nicht für mehr als zwei Gesangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Rudowerfraße. berg, Friedrich- Karlstraße 11 bet seinecke. Arbeiter- Gefangverein Fretes Sied 1, Friedrichs: Wochen Invaliditätsbeiträge abziehen. 2. Den Lohn müssen Sie Gefangverein Berliner einklagen. Sie müssen angeben, was Ihnen an Lohn zusteht Typographia, Kommandantenfir. 20, Arminhallen. Gesangverein Nord wacht, Müllerstr. 7, bet Reichert. Gesangverein Sch margen- und wie viel an Sie gezahlt ist, und verlangen die Differenz. Butunft i, Stegliz, Ahornstraße ,, 3. Die Invalidenkarten können Sie selbst aufbewahren oder dem Annenftr. 9.- Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Mowiacs. Gesangverein Freiheit Moabit, Aronen- Braueret, Alt- Moabit Geschäft, das Fischwaaren liefert, fönnen wir an dieser Stelle Vereinte Sangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 nicht angeben: die Redaktion kann nicht Reklame für irgend wen bei Lange. Sängerverein Sorgenfrei" Melchiorstr. 15 bei Stehmann. machen. Gesangverein Rosalia" Blumenstr. 45 bei Went. Nord-- Weft: 5. K. 1. Die Sachen Ihrer Schwägerin haften für die Stern", Leffingstr. 2 bei J. Griethe. Junge Eich e", Reinickendorf, Miethe; fie muß zusehen, sich in Güte auseinanderzusehen. bei 2. Sartmann. Gersten- Aebre", Alte Jatobftr. 83 bei Wienecke. Freie Siedertafel, 2. Der Erfolg einer Scheidungsklage, richtiger im vorliegenden Vineta", Swinemünderstr. 122 bei Gnadt. neue Königitr. 73 bei Hahn. Einig, Lebuferstr. 5 bei Nemig. Bund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. Falle, Klage auf Ungiltigkeit wegen Irrthums und Betruges alle zuschriften find zu senden an B. Sentel, Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. erscheint nicht aussichtslos. Tambour Freitag: Vergnüg ungsverein Grüne Zanne, Markusstr. 8.Berein Borussia, Königsbergerstr. 24. Tambour- Verein Ruf, Insel: straße 1.- Tambourverein Wir bel Gartenstr. 52. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Freitag. Männer- Gefangverein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Quartettverein wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, eue Hochstr. 49. Waldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Wartgrafenftr. 87. Privat: Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunouſerſtr. 35. uit- Dilettantenverein" onita" Abends sy thr bei Schent, Krautr. 9. Uebungsstunde. Musikverein Frischauf, Restaurant Schröder, Neichenbergerjir. 24. im Restaurant. Männerchor Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnballe des Lessing- Gymnasiums, Pantsir. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9% Uhr, bet Brauns, Oranienftr. 183 p. Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% uhr, Unterhaltungsflub Schiller, Abends alte Jatobftr. 128( 2ogenhaus). 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfestraße 3. Regeltlub Sintered, Abends 9 Uhr Sigung Schüßenstr. 29. Mujitverein" offnung", Abends IV. Verbandstag der in den Buchbindereien beschäftigten von 9-11 hr lebungsstunde prostauerſtr. 35-37 bei Schneider. Arbeiter und Arbeiterinnen. Frankfurt a. M., 21. Febr. Dritte Sigung. Vormittag. Um 9/4 Uhr wurde die Sigung mit der Verlesung der Präsenzliste eröffnet. Abends 8% Uhr im Klubhaus Süd- Ost. Lepidopt. Vereinigung Orion, " Stat= atro" bei Simeonftr. 23. Tanzlehrerverein Solidarität". Freitag, den 17. Februar, Abends 8% Uhr, bet Ehrenberg, Annenstr. 16, Uebungsstunde. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Vermischtes. Alter Abonnent Oranienstraße. 1. Sie wollen sich bei russischen Schriftstellern über die revolutionäre Bewegung in Rußland informiren? Lesen Sie die Werke von Kennan, Plechanoff, Lawroff, Arlerod, Stepniat, fowie, die im Jahre Die 1891 und 1892 in der Neuen Zeit" erschienenen Artikel. Bücher erhalten Sie durch jede Buchhandlung. 2. Wenn Sie finderlos und über 50 Jahre alt find. P. M., Oderbergerstr. 14. Das Kind wird nicht mit vollendetem 14. Lebensjahre, sondern zum April aus der Schulpflicht entlassen. A. K., Wienerstraße. Sie müssen um ein Attest behufs Erlangung des Armenrechts beim Bezirksvorsteher oder Magistrat einkommen, und dann den Antrag auf Bewilligung des Armen rechts unter Ueberreichung des Atteftes und Darlegung des Sachverhalts beim Landgericht I, Ziviltammer, einkommen. Alsdann wird Ihnen ein Anwalt beigeordnet. Durch Bewilligung des Armenrechts verlieren Sie teine politischen Rechte. F. W. 68. Es ist möglich, daß Sie zum Ersatz der Uhr verurtheilt werden. H. R., Kottbuserdamm 18/19. Versuchen Sie es mit einer Eingabe an die Reklamations- Kommission, per Adresse: Magiftrat. Bertha 68. Sie scheinen kein Recht auf die Sachen zu haben; Sie wenden sich am besten an einen Rechtsanwalt. Junger Abonnent, Die Anfrage ist unverständlich; besuchen Sie uns zwischen 12 und 1 Uhr. Memelerstr. 66. 1. Der Gerichtsvollzieher ist im Recht. 2. Sie können vom 1. April ab beim Gewerbegericht lagen. 2. S. 117. Mangels schriftlichen Kontraktes und mangels erfolgter Uebergabe ist der Miether berechtigt, vom Vertrage abzugehen; Entschädigung hat er nicht zu zahlen. H. M. 72. Der Name des Kindes läßt sich nicht ändern. 5. S. Erben sind, falls Sie und Ihre Ehefrau ein wechselseitiges Testament machen, diejenigen, die Sie in giltiger Weise zu Erben einsetzen. Machen Sie kein Testament, so erbt Ihre Frau und Ihre Mutter bezüglich Sie und die Verwandten Jbrer Frau. Es ist zu rathen, ein wechselseitiges Testament zu machen und dem Ueberlebenden das Recht zu geben, bis zu seinem Tode G. W. 19. Wenden Sie sich an irgend einen Anwalt. J. B., Reinickendorf. Es kommt auf die Höhe des Miethszinses an; vielleicht detailliren Sie Ihr Miethsverhältniß schriftlich oder sprechen zwischen 12 und 1 Uhr vor. Göller berichtet hierauf über das Ergebniß der Angelegenheit des Vereins Annaberg. Die Kommission hat jeden einzelnen Fall nochmals eingehend geprüft und hat dann eine Resolution ausgearbeitet, welche in einzelnen Fällen das Vorgehen des Verbandsvorsitzenden tabelt, aber es im allgemeinen für richtig erklärte. Schubert Liegnig glaubt, daß die Dresdener Kollegen sich nicht mit der Resolution zufrieden stellen lassen. Ein Schluß- Hinrichtungen und kein Ende! In Darmstadt wurde antrag wird angenommen. Da die Resolution jeden einzelnen der zwanzigjährige Pflasterer Kramm von Alzey, welcher den Fall behandelt, so wird dementsprechend beschlossen, abzustimmen. Mörfelder Landwirth Schulmeyer ermordet hat, hingerichtet; in Der erste Fall, der ein besseres Entgegenkommen seitens des 2y cf der Arbeiter Grussewsti, der den Holzhauer Hofer ermordet Vorstandes gegenüber dem Verein Aarau kontra St. Gallen und beraubt hat. ausspricht, aber im allgemeinen das Vorgehen für richtig befindet, Ein Scheusal von Vater wurde am 22. d. M. auf Verwird gegen 1 Stimme angenommen. Bezüglich Annaberg stimmt anlassung der„ Gesellschaft zum Schutze der Jugend gegen grauder Verbandstag der Kommission, daß das Vorgehen des Ver- fame Behandlung", in Bolton bei London verhaftet. Derselbe, bands- Vorstandes ein zu schroffes war, mit allen gegen 6 Stimmen ein Berginann, hatte sein siebenjähriges Kind so lange vor das zu. Der Fall Wiesbaden wird dahin erledigt, daß auf Vorschlag Feuer gestellt, bis ein Theil des Körpers geröstet war, worauf im Besiz des gesammten Nachlasses zu bleiben. der Kommission zur Tagesordnung übergegangen wird. Gegen er in die Haut des Kindes mit Nadeln stach. Das Opfer das Dresdener Flugblatt wird gegen 4 Stimmen ausgesprochen, dieser Unmenschlichkeit befindet sich in lebensgefährlichem Zudaß dasselbe die Verbandsinteressen sehr schädigte. Auf Bor stand. schlag des Vorsitzenden wird zunächst über die zukünftige Ge staltung der Reise- Unterstützung debattirt, um zunächst festzustellen, in welcher Weise die Reise- Unterstüßung in dem neuen Statut Aufnahme finden solle. Die Abstimmung ergiebt, daß die Reise- Unterstützung nach Kilometern ausgezahlt werden soll. Hierauf erfolgt die Besprechung über die Gewährung der Arbeitslosen- Unterstützung. Dietrich wendet sich gegen die Einführung der Unterfügung, weil nicht durchführbar. Bon anderer Seite wird die Unterstügung aus dem Grunde befürwortet, um den am Orte Anfäffigen und älteren Kollegen etwas zu bieten und sie so der Organisation zu erhalten. Es wird ein Antrag eingebracht, welcher besagt, daß für die Konditionslosenkassen die Ortsvereine eintreten sollen, wenn sie es für nothwendig halten. Scherr- Leipzig theilt die Erfahrungen mit, die in Leipzig mit der Konditionslosenunterstügung gemacht seien. Bei der Einführung haben sich viele einschreiben lassen, die die Unterstüßung aus nützten, so daß die Karenzzeit bedeutend verlängert werden mußte. Bei einer Karenzzeit von 60 Wochen wird jezt mit einem Beitrag Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Aus Prag meldet das„ Berliner Tageblatt": Der bei der Böhmischen Estomptebant in Dienst stehende Kanzleidiener Franz Söller wurde am Dienstag mit zwei Geldsendungen, welche an die Filialen der Bank in Karlsbad und Trautenau adressirt waren und Geldbeträge in der Gesammthöhe von 52350 Gulden enthielten, zur Beförderung nach dem Postamte gesandt. Am Mittwoch Morgen langte jedoch aus beiden Filialen die telegra phische Meldung ein, daß die eingetroffenen Briefe der Bank, 8 Posamentiere, gesammelt bei Zubeil 5,50. Moabit, A. J. ftatt mit Geld, blos mit Zeitungsausschnitten gefüllt waren. 10,-. Zigarrenfabrit Richard Schulze und Arbeiter, Berlin, Söller, der von den Telegrammen erfuhr, flüchtete nach Karolinen Friedrichsfelderstr. 21 9,-. Von einigen Freunden gesammelt thal, schnitt sich den Hals mit einem Rafirmesser durch und starb durch Bandelow, Neu Ruppin 7,50. Gesammelt bei Feist, nach wenigen Augenblicken. Inzwischen fand sich ein mit Söller Weißenfee, bei einer Geburtstagsfeier 1,-. Verband aller in befreundeter Gastwirth in der Bank ein und deponirte ein Packet, der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend das ihm Söller am Vorabend durch einen Dienstmann zur Auf- 500,-. Schmitt gen. Kolbe 5,50. bewahrung übersendet hatte. Man öffnete das Packet und fand der Bergmann nicht wär", gesammelt bei Bläschte 2,60. Gesangs darin den gesammten von Söller defraudirten Betrag von 52350 FL. verein Melodia", Rirdorf 5,-. Söller war zwölf Jahre im Dienste der Bank und galt als red= Summa 546,10 M. Bereits quittirt 11 596,75 Mark; in Summa 12 142,85 m. licher, verläßlicher Mann. " Wenn unten in der Erde