Nr. 194. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit Mustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mari pro Monat Eingetragen in die Boft Beitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Dolksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegram Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Budgetbewilligung. I. Donnerstag, den 20. August 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Vom Katholikentag. Düsseldorf, 18. August.( Eig. Ber.) Von den zahlreichen Veranstaltungen, die mit den Katholiken M ist selbstverständlich; er läßt sich überhaupt nicht führen. führer 1500-2400 m. Die Postverwaltung zahlt den BriefträgerDenn wie motivierte die badische Fraktion ihre Ab- gehilfen 960-1200 M., Postboten 780-1080 M., Briefträgern stimmung? Damit, daß sie erklärte, sie halte sich für ver- 1230-1710 M., Bostadjunkten 1140-1680 M., Posterpeditoren pflichtet, nachdem die sozialdemokratische Fraktion am Zu- 2. Klasse 1380-1740 m. Bei der Forstverwaltung beziehen Forststandekommen der Beamtengeseze nach besten Kräften mit- gehilfen 1080-1260 M., Forstaufseher 840-900 M., WaldDie badische und die bayrische Landtagsfraktion haben den gearbeitet habe, auch mitzuwirken bei der Beschaffung der arbeiter, für die der Mindestlohn nicht angegeben ist, im Regierungen das Budget bewilligt. Auf die Angriffe wegen jenigen Mittel, die zur Ausführung dieser Geseze Durchschnitt 740 M. pro Jahr. dieser Abstimmung antworten sie mit der Behauptung, es notwendig seien. Also nicht, weil es sich um die Wahl des Wenn auch in Preußen die Löhne noch niedriger handele sich dabei doch nur um eine tattische Frage, um kleineren Uebels handelte, nicht, weil ein günstiger find, so kann das doch wirklich noch kein zwingender" eine Frage der Opportunität, über die man sich nicht Etat gescheitert wäre, nicht, weil die Beamten im Falle Grund für Sozialdemokraten sein, nun in Bayern das Budget im mindesten aufzuregen brauche. Denn wenn man eine der Budgetveriveigerung der Gehaltserhöhung verlustig ge- zu bewilligen! Unsere süddeutschen Genossen würden also Frage so oder auch so entscheiden könne, sei doch wahrhaftig gangen wären, also nicht aus irgend welchen zwingenden besser tun, anstatt den Norddeutschen stets Unkenntnis ihrer zu leidenschaftlicher Erhizung nicht der mindeste Anlaß ge- Gründen stimmte man für das Budget, sondern weil sich die Verhältnisse vorzuwerfen, einmal klipp und klar die Gründe geben. badischen Genossen verpflichtet glaubten, auch für die Auf- anzugeben, die sie als zwingend im Sinne des Lübecker Wir bestreiten, daß für die Partei die Frage der bringung der Mittel sorgen zu müssen! Und das, trotzdem Beschlusses angesehen haben! Budgetbewilligung eine rein tattische, eine bloße die Aufbringung der Mittel in einer Weise erfolgte, die bei 3wedmäßigteitsfrage ist. Wie der Vorwärts" be- der Beratung der betreffenden Steuergesetze den schärfsten reits vor ungefähr einem Jahre aus Anlaß der Bewilliugng Widerspruch der Fraktion gefunden hatte! des Budgets durch die württembergische Fraktion darlegte, Und weshalb stimmte man in Bayern für das Budget? traten sowohl der Frankfurter als auch der übe der Weil eine Reihe von Kulturaufgaben in Angriff genommen Parteitag dieser Auffassung in der schärfsten Weise ent- war, weil die politische Gleichberechtigung nicht so arg wie in gegen. Denn bereits der Frankfurter Parteitag Preußen mit Füßen getreten wurde, weil sich ein Ansatz lehnte im Jahre 1894 mit 142 gegen 93 Stimmen zur Besserung zeigte, die man durch Anerkennung des tagen zugleich stattfinden, ist ohne Zweifel die General. eine Resolution ab, durch die die Gesamtabstimmung guten Willens der Regierung fördern, ja auch auf andere bersammlung des Voltsvereins für das katho über die Finanzgefeße der Einzelstaaten für eine reine Bundesstaaten übertragen zu können glaubte. Das ist ganz lische Deutschland die wichtigste. Sie wurde heute morgen Zivedmäßigkeitsfrage" erklärt werden sollte ,, die nach genau dieselbe Politik, die den Freisiun zur Blockpolitik ver- durch den Vorsitzenden Fabritbesitzer Brandts( M. Gladbach) den örtlich und zeitlich gegebenen Umständen zu anlaßt hat! Auch der Freisinn hat ja, wie die Mugdan und eröffnet. Nach dem vom Generaldirektor Dr. Pieper erstatteten beurteilen" fei. Und die in Lübeck mit starter Mehrheit Wiemer so schön sagen, mit der starren Prinzipienreiterei" ge- Jahresbericht zählte der Wolfsverein Ende Juni dieses Jahres angenommene Resolution besagt ausdrücklich, daß die Partei brochen, die rein negierende Haltung" aufgegeben, uni schon für 610800 Mitglieder, gegen 565 700 im Vorjahre, was einen das Gesamtbudget normaler Weise abzulehnen habe, um fleine Sugeständnisse an den Liberalismus der Regierung Gegen Mitgliederzuwachs von 45 000 ausmacht. An der Zentralstelle sind sich nicht in Widerspruch mit dem Parteiprogramm und den dienste zu leisten! Und nachdem wir anderthalb Jahre lang gegenwärtig 16 akademisch gebildete, literarisch tätige Beamte, teils Grundsäten des proletarischen Klassenkampfes" zu setzen. Wie den Freisinn wegen dieses torrupten Systems, das der Geistliche, teils Laien angestellt; 50 weitere Angestellte sind mit der Bebel bereits 1894 eindringlich nachgewiesen hatte, daß es Regierung liberale Zugeständnisse abringen zu können meint, Buch- und Kassenführung, der Korrespondenz, den Arbeiten in der sich bei der Budgetabstimmung nicht etwa um eine tattische bis aufs Blut verhöhnt und gegeißelt haben, unternehmen Expedition und der Buchhandlung beauftragt. An Druckschriften Frage, sondern um eine prinzipielle Frage handele, so die Parteigenossen in Bayern und Baden den Versuch, die wurden im Berichtsjahre 15 633 072 verbreitet, 3000 2o1ts. legte auch in Lübeck neben anderen Rednern der Genosse Regierung genan nach demselben politischen Rezept durch Su- versammlungen fanden statt, zum Teil auch unter HeranWurm in seinem Bericht über die parlamentarische Tätigkeit geftändnisse zu Konzessionen zu verlocken! An die Stelle des ziehung der Frauen und der erwachsenen Jugend. Der der Reichstagsfraktion dar, daß die Fraktion gegen das Stampfes, an die Stelle des Drucks, der durch die Auf- zehntbödige bollswirtschaftliche Kursus, an dem 50 Arbeiter teilBudget gestimmt habe, nicht nur, weil die Reichs- rüttelung und Organisierung der Massen ausgeübt nahmen, wurde im Juni und Juli an der Zentralstelle abgehalten, einnahmen hauptsächlich auf den indirekten Steuern beruhten, wird, mit einem Wort: an Stelle des proletarischen Klassen- an dem Ferienkurse im Herbste beteiligten sich 300 Männer und und nicht nur, weil die Sozialdemokratie dem kulturfeindlichen kampfes will man jetzt das bürgerliche, blockliberale System des Frauen; im Winter fand ein 14 tägiger Kursus für selbständige Militarismus jeden Groschen verweigere, sondern auch, weil Parlamentelns, des Abschacherus und Abschmeichelns von Zn- Handwerker statt. Wie der Bericht hervorhebt, setzte der Boltsverein mit besonderem Nachdruck ein zur Förderung der durch die Ablehnung des Budgets der grundsätzliche Gegensatz geständnissen sehen! zum Ausdruck tomme. Man sieht also, daß die Mehrheit Und die Parteipresse, die die liberalen Blockdiplomaten ugend fürsorge, in der Ueberzeugung, daß die soziale und der Partei, wie es noch der Lübecker Beschluß vom Jahre so schonungslos kritisiert hat, sollte dem wenn auch noch religiös- sittliche Arbeit an den Bätern und Müttern vielfach ver1901 ausdrücklich in seiner Resolution aussprach, halb unbewußten- Versuch von Partei Parla- geblich bleiben muß, wenn nicht schon die männliche und die Frage der Etatsbewilligung für eine grundsägliche Frage mentariern, die schlechtesten Seiten des weibliche Jugend für thre späteren Aufgaben scharfe Kritik an dem Verhalten der beiden süddeutschen Landtags. ein zu schmuggeln, nicht mit äußerster Schärfe das Wesen und die Aufgaben des Volksvereins rebet, hat der Boltsdes proletarischen Klassenkampfes" erklärte. Deshalb war eine bürgerlichen Parlamentarismus a u ch in die Partei durch Belehrung und Schulung vorbereitet ist. Nach den Ausführungen des Direktors Dr. Brauns, der über frattionen, die vor wenigen Tagen für das Budget gestimmt entgegentreten?! haben, durchaus geboten! Selbst vom prattischen Standpunkte aus liegt nicht berein alle die großen Probleme, die in den letzten Jahrzehnten die Hinzu kommt, daß diese Abstimmungen nicht zufälligen die mindeste Ursache vor, die die süddeutsche Fraktion zur Gemüter bewegt haben, in den Bereich seiner Tätigkeit gezogen: Irrtümern zuzuschreiben sind, sondern einem bewußten Streben Budgetbewilligung veranlassen konnte! Dagegen die wichtigsten das Gewerkschaftswesen, die Handelspolitit, das Genossenentspringen, sich über die Verpflichtungen hinwegzusehen, die die Gründe, das Budget abzulehnen! Wie sieht denn das schaftswesen, Steuerproleme usw. Mit Melchem Eifer- so führte Parteitagsbeschlüsse der Partei auferlegen. Es steht außer Frage, bayerische Budget aus? Jm bayerischen Finanzgesetz der Redner aus sind die Getreuen des Volksvereins aus allen daß auf Konferenzen dies Vorgehen der süddeutschen Fraktionen find Militärausgaben nicht enthalten. Dagegen finden sich Ständen, nicht zulegt gerade aus dem Arbeiter vorbereitet ist. Und wenn es selbstverständlich auch das un- darin folgende Ausgaben: stande, in der letzten Zeit öffentlich für ihre Ideale aufgetreten. Hat nicht die jüngst verflossene Landtagswahl bestreitbare Recht jedes Parteigenossen und jeder Parteiin Breußen einen eklatanten Beweis dafür geliefert?"- Der förperschaft ist, eine Beseitigung von Beschlüssen anzustreben, die man für unrichtig hält, so sollte man diese Bolksverein hat sich mit der Zeit zur wertvollsten Stütze der Fragen doch im Rahmen der gegebenen Organisationen und Zentrumspolitik herausgebildet, ohne die Tätigkeit des Volksvereins auf politischem und sozialem Gebiete würde ohne Zweifel das in aller Deffentlichkeit behandeln, nicht aber in Fraktionssigungen, die gewissermaßen hinter verschlossenen Türen statt. An Zentrum die Reichstags- und Landtagswahlen nicht so erfolgreich finden. Das lettere ist aber geschehen: Man bestanden und die Massen nicht so zahlreich unter seiner Fahne gesuchte sich in internen Sigungen darüber zu verständigen, ob halten haben. Die Lobreden, die die Herren Gröber und Trimborn dem Voltsverein hielten, tamen aus dankbarem Herzen und man die Lübecker Resolution derart auslegen könne, daß fie fein Hindernis mehr für die Absichten der füddeutschen ihre Mahnungen an das katholische Volt, dem Volksverein zahlreich beizutreten und nicht nur Beitrag zahlen, sondern auch Mitarbeiter Abgeordneten bilde! Nachdem man durch derartige Aussprache für gegenseitige Dedung gesorgt, ging zu werden, entsprangen dem Bewußtsein, daß die Macht und die man alsbald zur Zat über! Bukunft des Zentrums in der Stärke und dem Wachstum des Volksvereins beruht. • 8ivilliste des Königs Kosten der Reichsverwesung Apanagen an Mitglieder des königlichen Hauses insgesamt für den Hof 4 231 044 M. 442 857 728 574 " 5 402 475 m. Kultusausgaben enthält das Finanzgesetz für den katholischen Kultus. protestantischen Stultus israelitischen Kultus • 5 270 055 M. 2 753 063 " • 14.000 • 1 682 754 " für sonstige tirchliche Zwede. zufammen für Zwecke der Kirche 9 719 872 M. Wir fordern die Trennung der Kirche vom Staat, desDas ist ein so undemokratisches, der Parteidisziplin halb müßte ein Budget für eine sozialdemokratische Fraktion spottendes Verfahren, daß es schärfste Rüge verdient und schon allein deshalb nicht annehmbar sein, weil in ihm Gelder gleichzeitig die Budgetabstimmung selbst als etwas biel der Allgemeinheit zu firchlichen Zwecken Verwendung finden! Die zweite geschlossene Generalversammlung Schlimmer es erscheinen lassen muß, als die württem- Aber weiter: Bayern zieht seine Einnahmen zum ge- beschäftigte sich mit einer Reihe von Anträgen des Ausschusses für bergische Abstimmung im vorigen Jahre, die zwar ent ringsten Teile aus direkten Steuern, die nur 41060000 firchliche Fragen: Bonifaziusverein( Seelsorge in der schieden kritisiert werden mußte und an fachlich Mark bringen. Die Erbschaftssteuer bringt ganze 3 000 000 Diaspora), Rafaelsverein( Fürsorge für katholische Auswanderer), fchärfster Stritit hat es damals der Vorwärts" wahr- Mark! Die Gebühren und Stempelabgaben ergeben 25231000 Missionswesen usw. Im allgemeinen gehen die Verhandlungen haftig nicht fehlen lassen aber nicht den geharnischten Mark Einnahmen. 3ölle und indirette Steuern über die Anträge recht gemächlich und trocken von statten; nur als Protest gegen ein System des Partikularismus nur für Rechnung Bayerns liefern 48 668 030 Mart, davon Mathias Erzberger, um einige beiläufige Worte zur Empfehlung und der Auflehnung gegen die Beschlüsse und entfallen allein auf den Malz aufschlag 41 405 000 Mart. der Herausgabe eines kirchlichen Handbuches zu sprechen, die prinzipiellen Richtlinien der Gesamtpartei Die Eisenbahnen sind mit einem Ueberschuß von 56 307 387 Tribüne besteigt, geht langanhaltender und starker Beifall durch notwendig machte, der diesmal eingelegt wurde. Mart, die Poft mit 8645 420 Mart, die Forsten mit den Saaler galt dem oppositionellen Zentrumspolitiker und Die füddeutschen Genossen haben allerdings bestritten, 24 368 093 Mart eingefeßt. Die Ueberweisungen aus der Reichs- Kritiker des Kolonialwesens, das durch die Missionen mit der daß in der Sache ein System liegt, daß es der Ausfluß tasse beziffern sich auf 20 746 850 Mart. Debatte in Zusammenhang steht. - revisionistischer Tendenzen, nämlich des Bestrebens sei, an Wie man sieht, zieht Bayern seine Mittel überwiegend Die Anträge des Ausschusses für christliche Bildung, die Stelle des rücksichtslosen und unversöhnlichen, den Klassenstaat aus indirekten Quellen! Auch die Ueberschüsse bei Post sodann zur Verhandlung gelangen, find sehr zahlreich. Ein Antrag schlechtweg negierenden Klaffenkampfes die Taktik jener par- und Eisenbahn sind doch zweifellos eine Folge der aus katholischen Lehrerkreisen spricht sich aus für die Errichtung und Lamentarischen do ut des Politit zu sehen, die im Wesen des zu höhen Tarife und der schlechten Bezahlung der Förderung konfessioneller Schulen und Erziehungs. bürgerlichen Parlamentarismus liegt. Sie behaupten Angestellten. Genosse Segit glaubte die Besser anstalten und für die Vorbildung der Lehrer in Semivielmehr, daß sie ganz ehrlich davon überzeugt gewesen stellung der Angestellten betonen zu müssen. Gewiß ist na rien, die in katholischem Geiste geleitet sind. Ein seien, daß wirklich jene ausnahmsweise" zwingenden", auf diesem Gebiet manches erreicht worden, und es steht fest, anderer Antrag, der der Bekämpfung der öffentlichen in„ besonderen Verhältnissen" liegenden Gründe vorgelegen daß noch weit mehr erreicht worden wäre, wenn es nach den Unsittlichkeit gewidmet ist, wendet sich gegen die Ausstellung hätten, die der Lübecker Beschluß im Auge hatte. Leider Wünschen der Sozialdemokraten gegangen wäre, denn auch das und den Vertrieb unjittlicher Bilder und Druckschriften, gegen die aber sind uns die süddeutschen Barlamentarier und Partei- Erreichte ist absolut unzulänglich. Nur einige überhandnehmenden skandalösen Bühnenaufführungen blätter bisher je den Nachweis darüber schuldig Beispiele aus den Besoldungskategorien: Bei der Eisenbahn und finematographischen Darstellungen; der Antrag empfiehlt den geblieben, worin denn die angeblich zwingenden Gründe beziehen an Gehalt: Bahnwärter 780-1080 M., Lokomotiv- Beitritt zum Verband der Männervereine zur Bekämpfung der bestehen! Daß dieser Nachweis bislang nicht geführt wurde, führer, Schaffner, Wagenmeister usw. 1280-1710 M., Bug- löffentlichen Unfittlichkeit. Ein Antrag, der angesichts der unsere Genossen gegenwärtig bewegenden Debatten über die Organisation der Jugendlichen von Bedeutung ist, betrifft die Fürsorge für die schulentlassene Jugend. Der von hervorragenden Führern der katholischen Jugendbewegung gestellte und von der Vsr- fammlung einstimmig angenommene Antrag zeigt den Eifer und die weiten Pläne, womit die Ultramontanen an den I u g e n d- fang heranzugehe» gedenken. Der Beschluß hat folgenden Wortlaut: Die 5S. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands betont von neuem die dringende Notwendigkeit einer plan- müßigen Fürsorge für die schulentlassene Jugend in Stadt und Land, wodurch die mit deren Austritt ans der Volksschule vorzeitig abbrechende religiös- sittliche Anleitung und Festigung, sowie die sonstige 'Bildung-?< und Erziehungsarbeit fortgesetzt, vertieft und er- gänzt wird. 1. Sie wünscht zu dem Zwecke die allgemeine Einführung eines den jeweiligen Verhältnissen angepaßten Fortbild ungs- Unterrichtes, muß jedoch bei demselben unbedingt den obligatorischen Religionsunterricht verlangen. 2. Außerdem sind aber noch weitere Einrichtungen für die schulentlassene, besonders für die männliche Jugend dringend Vonnöten, welche sich die religiös-sittliche Belehrung und Charaktererziehung, die allgemeine Bildung sowie die soziale Schulung und Fürsorge zur Aufgabe setzen und auch den jungen Leuten angemessene Gelegenheit und Anleitung geben zur Ausfüllung ihrer arbeitsfreien Zeit, verbunden mit körper- licher Kräftigung und gesitteter Erholung. 3. Diese Bestrebungen immer mehr in ihre Tätigkeit auf- zunehmen und den Verhältnissen entsprechend durchzuführen, sind zunächst die seit Jahren bestehenden, von Kirche und Staat empfohlenen katholischen Jugendvereiue berufen sJiinglingS-, Lehrlings-, Gesellen-, Burschen-, Dienstboten-, Ladnerinnen-, Jung- frauenvereine,-Kongregationen und-Sodalitäten). 4. Die 66. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt deshalb auf das nachdrücklichste die Gründung solcher Vereinigung und deren Ausgestaltung in geuamiter Hinsicht. Sie spricht die Erwartung aus, daß die Eltern ihre schul- entlassenen Söhne und Töchter diesen Ver- e i n i g u n g e n zuführen und zu reger Teilnahme an den Veranstaltungen und Einrichtungen anhalten. Ebenso erwartet sie von allen Freunden der Jugend eine tat- kräftige Unterstützung und Förderung dieser Vereine, besonders durch Mitarbeit und Beschaffung der nötigen Geldmittel, Einrichtung von Jugendheimen, Erholungsplätzen und Versammlungsräumen. 6. Damit diese Arbeit für die schulentlassene Jugend eine möglich st planmäßige sei, empfiehlt die 55. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands die Gründung be- sonderer Organisationen, wie sie schon mancherorts als Schutzvorstände, Jugendschutzkomitees, Jugendfürsorgevereine, Vereine katholischer Jugendfreunde u. a recht segensreich wirken. 6. Um diese, wie auch noch manche andere nicht hinreichend ge» klärten Fragen der Jugendfürsorge und dcS Jugendschutzes einer systematischen und möglichst einheitlichen Durchführung entgegen» zubringen, empfiehlt die 56. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands gemeinsame Beratungen aller die Jugendfürsorge pflegender Organisationen! sie erhofft von denselben für eine der nächsten Generalversammlung die Vorlage eines als Richtschnur geeigneten vollständigen Pro- grammes. � � Von den Darbietungen der heutigen öffentlichen Ge- neralversammlung verdient die Rede des Direktors Dr. Brauns vom katholischen Volksverein erwähnt zu werden. Der Redner, der über die Selbsthilfe der Katholiken im ivirtschaftlichen Leben sprach, begann seine priesterliche Tätigkeit im Gebiet deS rheinisch-westfälischen Bergbaues; er ist an der Schaffung des Gewerkvereins christlicher Bergleute und an der lveiteren Förderung der christlichen Gewerkschaftsbewegung hervor- ragend beteiligt. Er ist der Typ der Männer v�m Volksverein, der sozialpolitisch gebildete Geistliche, der ultramontane Parteigänger mit der Einsicht, daß die neue Zeit neue Mittel erfordert, daß der Arbeiter der Begnllgung am Almosen und an den Freuden des Jenseits entwachsen ist, daß er sich seinckr wirtschaftlichen Bedeutung beimißt zu werden beginnt und nach größerem Anteil an der Kultur und der politischen Verwaltung begehrt. Deshalb heißt es, dem drängenden Proletariat soviel bewilligen, als der UltramontaniSmus eben bewilligen kann, ohne sein Wesen als Glied und Stütze des bestehenden Systems aufzugeben. DaS ist gewiß nicht viel, aber es ist in den Augen zahlreicher Katholiken doch viel zu viel, und es steht fest, daß die Arbeiterpolitik der Herren an der Zentralstelle des Volksvereins in München- Gladbach in ultramontanen Kreisen manchem Unbehagen begegnet. Brauns rühmt in seiner Rede dem Katholizismus in Vergangenheit und Gegenwart große Ver- dienste für die Allgemeinheit wie für die einzelnen Stände nach und er verspricht sich noch größere Verdienste, die er sich für die Zukunft zu erwerben habe. Man kann Leuten seiner Art ruhig das Zeugnis ausstellen, daß sie berufen sind, das Ende einer niedergehenden Ge- sellschastsordnung und einer absterbenden Weltanschauung, wenn auch nicht auf ewig abzuwehren, so doch um einiges zu verlangsamen. Eine langweilige Rede des Fabrikanten Wiese(Werden) über August Reichensperger, die allgemeiner Gleichgültigkeit be- gegnete, sei mit Stillschweigen übergangen. Die sehr lange, mehr schwung- als inhaltvolle Rede des Professor MeyerS(Luxemburg) über die Stellung des Katholiken zur modernen Kunst und Wissen- schaft hielt sich in dem gewohnten Gedankenkreise: Der Katholizis- muL fördert die Kunst, er vertritt auch die Freiheit des künstlerischen Schaffens, nur nmß auch»wirkliche Kunst" dabei herauskommen. Leider verlangt aber auch der Katholizismus, daß die Herren Roeren und Gröber darüber zu bestimmen haben, was»wirkliche Kunst" ist._ Die Konferenzen der fiiddenffchen Candlagsabgeordneten. Ein süddeutscher Landtagsabgeordneter, der als solcher an den Konferenzen teilnahm, schreibt uns in Erwiderung auf die Darstellung eines bayerischen Ab- geordneten in der„ M ü n ch e n e r Post": Die Schilderung des verehrten Kollegen in der„Münchener Post" ist zum mindesten sehr ungenau, weshalb es not- wendig erscheint, ein paar Worte dazu zu sagen. Voraus- schicken will ich, daß ich unbedingter Anhänger solcher Konferenzen bin; sie könnten viel Gutes wirken, wenn sie ausschließlich dazu dienten, gemeinsame Abkommen im Sinne unserer program nt«tischen Forde- rungen und zur Abwehr reaktionärer Maß- nahmen der verbündeten Regierungen zu unternehmen. Man denke nur an die Finanzrcform, an die Eisenbahntarifreform, die Schiffahrtsabgaben usw. usw. Selbst- verständlich ist auch schon der Austausch gemeinsamer(Erfahrungen ein Gewinn. Aber die bisherigen süddeutschen Konferenzen haben— man möchte sagen vorwiegend!— tattische« Erörterungen gedient und trugen immer, zwar � unausgesprochen aber deutlich fühlbar, einen gewisse» frondierenden Charakter gegen die Parteibeschlüsse! Und es s'ind dabei auch Beschlüsse gefaßt w o r d e n I Der bayerische Kollege hat ein sehr kurzes Ge- dächtnis, wenn er sagt, jede Abstimmung sei grund- sätzlich ausgeschlossen, oder er sucht sich mit diesem Satz, der die äußere Form so stark betont, ein nicht ganz ehrliches Hintertürchen zu schaffen. Wie war es zum Beispiel auf jener Konferenz, die am 10. November 1901 in Stuttgart tagte? Der Mainzer Parteitag hatte ein Jahr vorher verkehrspolitische Leitsätze aufgestellt, die schon in Mainz auf Widerspruch aus süddeutschen Abgeordnetenkreisen stießen. Besonders bekämpften die Genossen Vellmar und David— allerdings vergeblich— den Passus, der die Uebernahme der Eisenbahnen auf das Reich forderte. Der Stuttgarter Abgeordnetenkonferenz legte nun Vollmar Leitsätze über Verkehrspolitik vor, welche gerade in dieser Richtung in schroffem Gegensatz z« den Mainzer Beschlüssen standen. Die Vollmarschen Leit- sätze wurden mit großer Mehrheit angenommen und dann veröffentlicht. Es knüpfte sich in der Parteipresse eine ziemlich lebhafte Diskussion an diese Beschlüsse der Abgeordneteukonferenz, die in einer Beziehung manche Aehnlichkcit mit der gegenwärtigen Diskussion hat; die Berechtigung der Konferenz und vor allem ihr nicht- öffentlicher Charakter wurden scharf getadelt. Genosse Parvus nannte den Weg, auf dem die von den Ab- geordneten beschlossenen Leitsätze zustande gekommen seien, einen disziplinwidrigen, durch kein Organisations- ftatut gedeckten. Und Genosse Keil- Stuttgart, welcher in der „Neuen Zeit" Stellung gegen die Leitsätze nahm(„Neue Zeit", 20. Jahrgang 1. Band Seiten 271 ff.), verlangte wenigstens eine bessere Berichter st attung. Er erzählt in seinem Artikel zur Begründung seines Verlangens: „In Würzburg fand bor zwei Jahren(189V) die erste Konferenz dieser Art statt, über deren Inhalt ein kurzer resümierender Bericht in der Presse erschien, der aber, wie man neuerdings aus einer Erklärung des Genossen Fendrich in Karls- ruhe vernehmen konnte, den wichtigsten Bcratnngsgegcnstand, näm- lich die Vereinbarung über die Budgetbcwilliguug, verschwieg." Genau wie in Stuttgart 1903 1 Hier wurde überhaupt nicht berichtet, auch das kümmerliche Surrogat eines offiziösen Berichts wurde den weiteren Kreisen der Parteigenossen vorenthalten, obwohl die Frage der Budget- bewilligung sehr eingehend erörtert wurde I So nützlich also solche Konferenzen sein können: so wie sie sich g e st a l t e t haben, sind sie keineswegs so harmlos, als der Münchener Kollege sie hinzustellen beliebt, und es wird gut sein, wenn die Parteigenossen ein wenig schärfer als bis- her darauf achten!_ poUtifcbe üeberficbt. Berlin, den 19. August 1903. Die Frage der Wehrsteuer. Der. freisinnige Abgeordnete Doormann stellt allerhand Be- trachtungen über die Wehrstcuer an. In einem Leitartikel weist er nach, daß für die Wzhrsteuer doch nur die zirka 200 000 Personen in Frage kommen könnten, die dem Landsturm oder der Ersatz- reftrve überwiestn würden, nicht aber diejenigen, die wegen erheb- licher Beeinträchtigung ihrer Kräfte zur Erfüllung des Wehr- dienstes außerstande seien. Zu einer wirklichen Ablehnung der Wchrsteuer, deren finanzielles Resultat sich höchstens auf einige Milliönchen belaufen würde, etwa ocn hundertsten Teil der neuen Steuern, die die Reichsfinanzerform schaffen soll, kommt aber Herr Doormann nicht. Er macht im Gegenteil allerlei Verbeugungen vor der unbestrittenen Popularität dieser Steuer. Aber selbst, wenn Herr Doormann und der Freisinn die Wchrsteuer strikte ablehnen würden, hätte er noch immer nicht der Pflicht genügt, zu den Stcuerproblemen der Reichsfinanzreform überhaupt ernstlich und unzweideutig Stellung zu nehmen. Denn mit der kindlichen Aus- rede, daß die Regierung erst die Notwendigkeit neuer Steuern nach- weisen müsse, kommt der Freisinn doch wirklich nicht weit. Damit, daß der Freisinn die eine oder andere Steuer kritisiert, drückt er sich nur vor der ernstlichen Stellungnahme. Seine Aufgabe wäre es vielmehr, selbständig Vorschläge zu machen, wie die 100 oder 500 Millionen Mark neuer Steuern am besten aufgebracht werden können. So lange das der Freisinn nicht tut, macht er sich zum Mitschuldigen derjenigen, die durch die Empfehlung indirekter Steuern dem Volke eine ungeheuerliche Mehrbelastung aufzu- erlegen versuchen._ Die„loyale" Ausführung des Ncichsvereinsgesetzes. Der Sozialdemokratische Wahlvcrein zu Magdeburg wollte am Mittwoch abend eine außerordentliche Goneralver- fammlung abhalten, zu der die Teilnehmer nur gegen Bor- zeigung des Mitgliedsbuches zugelassen wurden. Kaum hatte der Vorsitzende die Versammlung eröffnet und der verstorbenen Genossen E h r h a r t und Görlitz gedacht, da betrav ein Polizeikonunissar mit einem Schutzmann den Saal und erklärte, daß er zur Ueberwachung der Versammlung erschienen sei. Der Aufforderung, die Ver- fammlung zu verlassen, gaben die Beamten keine Folge. Die Ver- fammlung wurde daraufhin vertagt, und es begab sich sofort eine Deputation zum Polizeipräsidenten, um diesen zu ersuchen, die ungetzliche Ueberwachung zurück- zuziehen. Der Herr Polizeipräsident, dem noch einmal gesagt wurde, daß es sich um eine Mitgliederversamm- l u n g handle, bei der polizeiliche Ueberwachung nicht zu- lässig sei, erklärte er ganz kaltblütig, er wisse, daß eS sich um eine Mitgliederversammlung handle. Auf den Hinweis, daß das Schöffengericht in Breslau in demselben Falle entschieden habe. daß polizeiliche Ueberwachung nicht zulässig sei, gab der Herr Graf die Erklärung ab, die Tatsache sei ihm bekannt, trotzdem bleibe eS bei seiner Entscheidung. Die Versammlung, der diese Erllärung des Polizeipräsidenten mitgeteilt wurde, nahm sie mit st ü r m i s ch e n E n t r ü st u n g s- rufen auf. Um der Ueberwachung durch die Polizei zu entgehen, wurde die Versammlung geschlossen, nachdem em stimmig beschlossen worden war, an den Mini st er des Innern über baS ungesetzliche Vorgehen der Polizei tele« graphische Beschwerde abzusenden. Die Tagesordnung, Stellungnahme zum Parteitag und zum Bezirkstag sowie Wahl der Delegierten, soll in einer später statt- findenden Versammlung erledigt werden. Weitere Schritte gegen das Vorgehen der Polizei wurden dem Vorstand übertragen. In der Nähe des Versammlungslokals waren 26 Schutzleute untergebracht worden. So sieht die vom Minister versprochene loyale Handhabung des neuen VereinsgesetzeS aus I— Staatlicher Terrorismus. Die Aerztekammer der Provinz Sachsen veröffentlicht in ihren Mitteilungen einen Fall, der ein Schlaglicht darauf wirft, wie be- amtete Aerzte von den Behörden behandelt werden.' Dem Kreis- arzt Dr. Tampke in Quedlinburg war im Nebenamt die Stelle eines Gcfängnisarztes mit einer Besoldung von 165 M. übertragen worden. Dem Kreisarzt erschien diese Bezahlung zu niedrig. Er wollte um Erhöhung des Honorars cinkommen und befragte vorher den Vorstand der Aerztekanimer, ob die von ihm ins Auge gefaßte Suwme ongemesse» tri. Der Aerztekammervorstand antwortete« daß 600 M. für die zu leistende Arbeit ein bescheidenes Entgelt darstellen würden. Dementsprechend stellte der Kreisarzt sein Ge- such. Da antwortete ihm der Regierungspräsident in Magdeburg, er solle den höchsten der von der Aerztekammer ermittelten üblichen Sätze erhalten, nämlich 6 M. jährlich, für jeden Gefangenen, d. h. 300 M. im Jahr. Ginge er hierauf nicht ein, so würde der Regierungspräsident sich genötigt sehen, seine Versetzung beim Herrn Mini st er zu bean- tragen. Der Kreisarzt wünschte nicht versetzt zu werden und gab sich befriedigt. Die Beschwerde der� Aerztekammer an die Regierung wurde ab- gewiesen und der Vorfall soll nunmehr im preußischen Ländtag zur Sprache gebracht werden.—_ Das Fiasko der Fahrkartensteuer. Die Fahrkartenstcuer war im Etatsjahr 1907/03 mit einem Ertrag von 30 Millionen Mark eingesetzt. Nach dem jetzt vor- liegenden Ergebnis hat sie aber bloß 17 Millionen Mark eingc- bracht. Für das laufende Etatsjahr waren eingesetzt 24 Millionen Mark, das erste Quartal— April bis Juni—, das den Pfingst- rcisevcrkehr in sich schloß, hat aber bloß 4 Millionen Mark ergeben und blieb sogar noch um 800 000 M. hinter dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurück. Der Grund liegt in dem Abströmen der Reisenden in die niedrigen Wagenklassen.— Das neue Vcreinsgesetz in Oberschlcsien. Am Sonntag hat in Oberschlcsien die erste Versammlung unter freiem Himmel stattgefunden, und zwar in Neudorf im Kreise Kattowitz. Der Genosse Trabalski hatte mit dem Hausbesitzer Nowak einen Mictsvertrag abgeschlossen, nach dem dieser sein- Wiese auf drei Stunden verpachtete. Die Versammlung wurde zwar genehmigt, am anderen Tage erschien bei Nowak der Rendant der Gcmeindekasse und suchte ihn zu veranlassen, von seinem Ver- trage zurückzutreten. Auf das Polizeiamt bestellt, wurde er dort vom Amtssekretär gefragt, ob auch sein Gehöft in Ordnung sei und ob er denn auf die 10 M. für Vermietung der Wiese gar so gierig sei. Schließlich wurde ihm gesagt:„Sie werden das noch bedauerin Sie werden noch mehr zu zahlen haben." Zuletzt legte man ihm folgenden Brief an den Genossen Trabalski zur Unterschrift vor: „Mit Rücksicht darauf, daß ich den mir vorgelegten Vertrag mit Ihnen nicht abgeschloffen habe, gestatte ich unter keinen Umständen, daß die ani 16. August 1908 Ihrerseits angesetzte Versammlung auf dem mir bezw. meiner Ehefrau gehörigen Grundstücke stattfindet. Der Vertrag ist als ungültig zu erklären und mir zurückzusenden." Nowak unterschrieb, er selbst hat aber den Brief nicht abgeschickt und er hat auch die 30 Pf. Porto nicht bezahlt, mit denen frankiert er bei Trabalski anlangte. Am Sonntag war dann vor der Ver- fammlung der Amtssekretär noch einmal bei Nowak und belehrte ihn; er brauche nur zu sagen:„Ich verbiete das Betreten der Wiese", und auf sein Verlangen stände ihm Polizeihilse zur Seile. Als Trabalski dann am Nachmittag anlangte, trat Nowak in Be- glcitung zweier Gendarmen auf ihn zu und erklärte, er habe doch schon geschrieben, daß er zurückziehe.„Der Vertrag ist abgc- schloffen; Sie haben ihn unterschrieben," war die Antwort. Noch einmal wurde dann ein Ve»such unternommen, Nowak zu veran- lassen, als Eigentümer die Leute von der Wiese zu weisen, diesmal aber vergebens. Vor 700 Versammelten referierte kurze Zeit später Genosse Haase aus Kattowitz in polnischer Sprache über„Die Politik der Arbeiterklasse." Die Mühe der Polizei war also vor- erst vergeblich.—_ Die Mädchenschulreform. Die neue Ordnung über das höhere Mädchenschulwcsen ist nun- mehr durch königliche Kabinettsorder bestimmt und der Oeffentlich- keit unterbreitet worden. Durch diese neue Ordnung, die der höheren Tochter den Weg über die höheren Mädchenschulen, das Lyceum, die Studienanstalten und die Universität zu akademischen Berufen bahnt, soll, wie in der vorausgeschickten Einleitung erklärt wird, der„Verschiebung der gesellschaftlichen Erwerbs- und Bildungsverhältnisse" der Gegenwart Rechnung getragen und den mittleren und höheren Ständen, wo infolge der ungünstigen Kon- junklur des Heiratsmarktes»viele für die Gesamtheit wertvolle Frauenkraft brachliegt", die Möglichkeit gegeben werden, nicht „allein in der Overlchrerinnenlaufbahn, sondern auch in anderen auf Unibcrfitätsstudicn begründeten Lebensstellungen standcS- gemäßen Unterhalt zu verschaffen". Es wird also hier das Recht der Frau auf UniversitätSbildung anerkannt. Man darf diese Reform nicht überschätzen. Das einfachste und vernünftigste wäre ja gewesen, auch die Mädchen zum Gymnasium oder anderen höheren Lehrpnstalten für Knaben und dem daran sich anschließenden Universitätsstudium zuzulassen. Aber zu dem Prinzip der gemeinsamen Erziehung der Geschlechter vermochte man sich trotz des Bestrebens nicht zu bekennen, für die Frauen mittlerer und höherer Stände angemessene ErwerbSgelcgcnheit zu schaffen. Es handelt sich also um eine sehr schwächliche, unzuläng- lichc Reform.. Originell ist folgender Widerspruch in der Einleitung der Be- stimmung. Zux Empfehlung der Reform wird gesagt, es sei zu verhüten, daß die ästhetische und die Gefühlsbildung zu sehr über- wiege, während die VerstandeSbildung zurückstehen müsse. An anderer Stelle aber heißt es wiederum, dgß„Religion und Deutsch nach wie vor im Mittelpunkt der Frauenbildung stehen sollten". WaS man anfangs verfemte, wird später also als Hauptprinzip des Studienplancs für die höheren Töchter programmatisch fest- gelegt.—_ Bon der Militärjustiz. Die drei Arbeitssoldaten Worch, Lender und Nische standen am Mittwoch in Magdeburg vor dem Kriegsgericht. Sie hatten am 20. Juli zwei Vorgesetzte tätlich angegriffen und alsdann die Flucht ergriffen, wie sie in der Verhandlung zugaben, um zu desertieren. Sie hatten das vorher verabredet.'Besondere Beschwerden über die Behandlung, die Arbeit usw. hatin der Verhandlung keiner von ihnen vor- gebracht, nur Lender erklärte, der von ihm angegriffene Sergeant habe ihn beständig beschimpft. Die beiden Vorgesetzten, ein Sergeant und ein Gefreiter, sind zu Boden geworfen und mit Spaten verwundet worden, der erstere ziemlich erheblich, der andere nur unbedeutend. Der Ver- treter der Anklage beantragte gegen Worch wegen tätlichen Angriff-?, Gehorsamsverweigerung u. a. m. zwölf Jahre Gefängnis, gegen Lender elf und gegen Rifche zwölf Jahre Zucht- Haus wegen militärischen Aufruhrs. Das Kriegsgericht erkannte gegen Rifche und Lender auf je zehn Jahre Gefängnis, gegen Worch, der mit Gehorsamsverweigerung »ind tätlichem Angriff den Ailfang gemacht hatte, 10 Jahre 1 Monat Gefängnis sowie auf Ausstoßung aus dem Heere gegen alle drei Angeklagte. Gegen Lender und Nische kam die Zuchthausstrafe nicht in Anwendimg. weil das Gericht annahm, daß sie sich nicht deS militärischen Aufruhrs,- sondern nur des tätlichen Angriffs auf Vor- gesetzte schuldig gemacht haben, da nicht strikte nachgewiesen sei. daß sie bewußt gemeinsam bei dem Angriff gehandelt haben. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Richter da« schwerere Delikt des Aufruhrs nicht angenommen haben, und daß sie trotzdem mn so drakonische' Urteil fällten, so schaudert man zurück vor der Barbarei des Militärstrafrechts, das Vergeheu der Untergebeucn gegen die Vorgesetzten mit ungeheuerlichen Strafen bedroht, aber gegen Vorgesetzte, die Untergebene systematisch foltern und schinden, nicht ein Zehntel dieser blutigen Strenge aufzubringen hat.— Belgien. Vertagung der Kongoannexion. In Parkamcntskreiscn hört n.rni. daß die Kammer» scssion bereits in der nächsten Woche geschlossen werden kann. Der Senat dürfte die Beratung des Kolonialgesetzes bis zum Oktober vertagen,--- Türkei. Die Idylle ist zu Ende, der Kampf beginnt! Go fagen die ottomanischen Bulgaren in Protesten gegen das von uns gestern auszugsweise wiedergegebene Wahlprogramm des jungtürkischen Komitees von Saloniki. Die Bulgaren protestieren dagegen, daß die Jungtürken für die Mittel- und höheren Schulen die türkische Sprache fordern, was die Schließung der bulgarischen Gymnasien bezwede. Jm Hedschos( Arabien) herrscht offene Rebellion gerstören große Strecken der Hedschosbahn. Soziales. Holzarbeiter im Sachsenlande. " " Unter Ministeriell bestätigt. wird die Schaffung fester Mitgliedschaften der Jugend- die Bildung einer reaktionären Zweidrittelmehrheit für VerfassungsIn der Kammer hat am Dienstag der Minister des lichen unter Anlehnung an Bildungsausschüsse oder Jugend- verschlechterungen verhindert wird. In Mainz gilt es, die ältesten fommissionen gefordert.- Bur Maifeier soll der Parteivorstand Landtagsmandate in Deutschland gegen eine aus Rentrum und Aeußern, Davignon, auf die die Frage des Abgeordneten Roher über die Preßbureaus, welche der Kongobeauftragt werden, mit der Generalfommission, Vertretern der Ge- Nationalliberalen bestehende Koalition zu verteidigen. staat in Deutschland unterhielt oder noch jetzt unter- werkschaftsvorstände und der Parteibezirksverbände eine Revision anderem wurde noch beschlossen, die Gehaltsverhältnisse der Rehält, geantwortet, daß der Kölner Generalkonsul Cartvels als der Vereinbarung vorzunehmen. Vom Parteivorstand wird außer- dakteure nach den Bedingungen des Vereins Arbeiterpresse zu regeln. Der Kreistag des Wahlkreises Naumburg- Weißenfels belgischer Berufskonsul von der belgischen Regierung dazu autori- dem gefordert, daß er in Gemeinschaft mit der Generalfommission siert worden sei, das am Kongo vom Kongostaat eine Agitation für den Neun beziehungsweise Beit war von 26 Vereinen mit 64 Personen beschickt. In bollbrachte Wert zur Kenntnis der Oeffentlich- Achtstundentag vor Beginn der Reichstagsberatungen über die 27 Vereinen hat der Kreis 3776 feste Mitglieder, darunter 318 teit zu bringen". Der Generalfonful Behrends in Frant- große Gewerbenovelle einleite; die Reichstagsfraktion foll bei der Frauen. In Naumburg ist ein Genoffe fest angestellt worden. furt a. M. stehe dem Preßbureau fern.( In der Meldung des Beratung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgefeg An einem Unterrichtsturius des Genossen Stühle beDas BoltsPatriot" war von einem Generalfonsul Kulhe die Rede.) General- die Buziehung von Laien auch für die Zivilrecht teiligten sich 46 Genossen aus 11 Orten. hat über 8000 Abonnenten im Kreise. Bei fonful Stout in München, der Honorarkonsul ist, habe privatim iprechung fordern. Für den nächstjährigen Parteitag foll eine blatt" dem Kongostaat seine Dienste geliehen. Das sei kein Geheimnis Kommission eine Vorlage auf Aenderung des Organi den Stadtverordnetenwahlen find 6 Size in Beiz und Tenchern und sei zahlreichen Personen bekannt gewesen.( Fr. 3tg.) iations statuts borbereiten, die unter anderm eventuell das erobert, bei den Gemeindewahlen 34 Size in 30 Drten. Der Minister findet also, daß man sich über die Bestechungs- Proportionalwahlverfahren für die Parteitags- Bei der Landtagswahl wurden 168 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt und über 5000 fozialdemokratische Stimmen gezählt. Zwölf prattiken des Kongostaates und die Zugänglichkeit der Zeitungen beschid ung bestimmt. für Bestechungen nicht aufzuregen braucht! Die Parteigenossen in Weimar nahmen in einer gutbesuchten Monate und zwölf Tage Gefängnis und 705 M. Geldstrafe wurden Parteiverfammlung nach einem Referat des Genossen Hennig über Genossen verhängt. Gewerkschaftlich sind 12 000 Arbeiter Erfurt und reger Diskussion eine längere Refolution gegen die organisiert. Gingenommen hat der Kreis intl. Stassenbestand Budgetbewilligung an, die unter anderem die Streichung des von 6200 M. 27 501,60 m., ausgegeben 19 089,99 M., Kaffenbestand legten Abfazes des Lübecker Beschlusses fordert. ist 8411,61 M. Beschlossen wird die Anstellung eines Gin zweiter Antrag fordert Selbstverwaltung für die reissekretärs. Jugendorganisationen, eine Resolution bedauert, daß die Personalien. Genosse J. Bruhns, bisher Parteisekretär für erausgabe des Referentenführers einem einzelnen Genossen, anstatt dem Bildungsausschuß oder der Parteischule über- Oberschlesien, geht bekanntlich als Redakteur nach Offenbach. Das Parteisekretariat für Oberschlesien hat Genosse tragen wurde. Die Konferenz des Wahlkreises Hanau zu Bischofsheim. Sörsing in Beuthen, Virchowstr. 34 übernommen. Das Wort der Bulgaren kennzeichnet die Situation im Lande resolvierte gegen die Budgetbewilligung und erklärte sich mit der überhaupt. In Konstantinopel drängt ein Streit den anderen. Am Haltung des Parteivorstandes in der Sache einMittwoch wurde ein Streit der Beitungsseker in den Druckereien verstanden. Ferner wird eine Abänderung des Maifeierder fremdsprachigen Zeitungen, die einige Tage nicht erscheinen abkommens gefordert. konnten, beendet. Am Dienstag traten die Kohlenträger im Hafen Die Jahresversammlung der Diganisation im Wahlkreis in den Ausstand. Die Agitation unter den Funktionären Brandenburg Westhavelland beantragt die Bildung Der Bericht der Sächsischen Holzberufsgenossenschaft gibt uns und Bediensteten des Palais und der öffentlichen einer Sommission zum Studium der Agrarfrage. Die intereffante Aufschlüsse über die Lage der Holzarbeiter in Sachsen. Amtsstellen, die wegen Unterschleifen oder aus Gründen Erfahrung habe gelehrt, daß die Partei nicht mit genügendem Rüfte interessante Aufschlüsse über die Lage der Holzarbeiter in Sachsen. Die Zahl der versicherten Betriebe und Arbeiter war laut Beder Sparsamkeit entlassen wurden, nimmt beunruhi- zeug zur Gewinnung der Landarbeiter versehen sei. Der Referent richt im Vorjahre wie folgt: gende Dimensionen an. Man schätzt nach der Wiener Peus wie die meisten Redner sprachen sich für die Resolution 2542 Maschinenbetriebe mit 38 685 Arbeitern, " Beit" die Zahl der aufs Pflaster geworfenen Beamten auf zwei- des Gewerkschaftstangresses zur Jugendorganisation aus. 1-599 Handbetriebe 5005 taufend, und eine gleiche Anzahl erwartet in den nächsten Die Wahlfreiskonferenz zu Solingen nahm einen Antrag 4141 Betriebe mit 38 690 Arbeitern. Tagen dasselbe Los. In Anbetracht der Agitation diefer Leute, die an, der sich für die feste Form der Jugendorganisation ausspricht. auch in den Amtsstuben um sich greift, weil viele noch Angestellte Die Wahlkreistonferenz für Mainz beantragt, die Auf jeden Maschinenbetrieb entfallen fomit durchschnittlich für ihren Bosten fürchten, haben die Vorstände der Verwaltungs- Agrarfrage auf die Nürnberger Tagesordnung zu setzen. 18,3 Arbeiter, auf jeden Handbetrieb nur 3,1 Arbeiter. departements den entlassenen Beamten provisorisch eine Delegiert wurden die Genossen Adelung und Daschmann. Im Jahre 1906 waren 4002 Betriebe mit 39 524 Versicherten Penfion ausgeseßt, die ihnen über die Not hinweghelfen soll, Der Sozialdemokratische Verein Gera refolvierte für Selb- borhanden. Der Rückgang der Zahl der Versicherten erklärt der Bebis über ihr Schicksal endgültig entschieden ist. Man spricht davon, ständigkeit der Jugendorganisation und für Arbeits- richt damit, daß die Kamerafabriken mit zirka 1200 Arbeitern aus daß diese unzufriedenen Elemente und die übrigen Parteigänger rube am 1. Mai. Allgemeine Zustimmung fand der Genosse der Berufsgenossenschaft ausscheiben und der Berufsgenossenschaft des alten Regimes eine Liga bilden werden, die sich zu einer großen Fränkel, als er das Verhalten der badischen Landtagsfraktion als der Feinmechanik überwiesen wurden. Die Versicherten selbst haben Partei umwandeln und die neue Aera mit allen Mitteln bekämpfen unerhört bezeichnete. ja bei dieser Sache nichts mitzureden. Sie zahlen ja teine soll. Am Dienstag veranstalteten wegen nicht eingehaltener Ge- Die Kreis Generalversammlung für Sorau Forst ber- Beiträge". haltszahlung die Beamten des Finanzministeriums eine Demon- urteilte einstimmig die Budgetbewilligung und Jm Berichtsjahre wurden insgesamt 1642 Unfälle angemeldet, stration. fordert die Streichung des dritten Absatzes der Lübecker gegen 1549 im Jahre 1906. Die Zahl der versicherten Arbeiter ist die Araber Resolution. Aus Sparsamkeitsrücksichten wurde nur der Genoffe zurückgegangen, die Unfallziffer jedoch gestiegen. Maurenbrecher als Delegierter gewählt, da es genüge, Von den gemeldeten Unfällen ereigneten sich allein 430 in wenn der Genosse Maurenbrecher die taktischen und prinzipiellen An- den 478 versicherten Sägewerken, 152 in den Möbelfabriken, 282 in schauungen der Genossen des Kreises auf dem Parteitag allein Tischlereien, 150 in Holzwaarenfabriken, 184 in Stuhlfabriken usw. bertrete. In den Handbetrieben ereigneten sich nur 57 Unfälle, während in Der Sozialdemokratische Verein Mülhausen i. E. nahm ein den Maschinenbetrieben fast 1600 Unfälle passierten. Und wieder Referat des Genossen ich über Jugendorganisation waren es die Kreissägen, welche die meisten Opfer forderten. Der und Barteitag" entgegen, das sich für Selbständigkeit der Jugend- Bericht selbst bemerkt hierzu: organisation aussprach. Im selben Sinne äußerten sich fämtliche Auch im Jahre 1907 tritt wiederum hervor die hohe Zahl von Diskussionsredner. Die Versammlung resolvierte ferner gegen die Ausstellungen, welche besonders an Kreissägen und Abrichtmaschinen Budgetbewilligung und fordert; daß der Parteitag folchem und in etwas geringerem limfange auch an Fräsemaschinen zu machen Tun durch scharfe Präzisierung des Lübecker Beschlusses einen Riegel waren. Gerade durch diese Maschinen sind 1907 die meisten entvorschiebt". schädigungspflichtigen Unfälle herbeigeführt worden, und zwar durch Kreissägen 133, Abrichtmaschinen 98, Fräsemaschinen 41, zusammen mithin 267, alfo mehr als durch alle übrigen Maschinen, Betriebseinrichtungen usw. zusammen." Entschädigt wurden nur 484 Unfälle, wovon alfo 267 allein auf diese Maschinen entfielen. Wie eins die Unfallberhütungsvorschriften beachtet werden, Beigt uns auch der gehalten und Bericht des technischen Aufsichtsbeamten. Der Beamte hatte Betriebe im Berichtsjahre 609 Der Vorwärts" entdeckt endlich in der Sonntagsausgabe fichtigt und bemerkt:" Bu Anordnungen gaben Anlaß 442 Be die Erklärung des Genossen Segig. Ueber die bayerische Budget- triebe, in Ordnung befunden wurden 167 Betriebe. Insgesamt bewilligung gibt er das Wort einem mit„ bayerischen Verhält- machten sich 1251 Anordnungen nötig. Wenn trotz der nissen vertrauten Reichstagsabgeordneten". Das ist wenigstens wiederholten, eindringlichen Hinweise darauf, daß diesen gefährlichsten ein Erfolg des neuen Pressebureaus. Der eine Hilfsmitteln der Holzbearbeitung, Kreissägen usw. die größte Aufs Redakteur, Genosse Eichhorn, hat den„ Vorwärts" über Baden merksamkeit gewidmet werden muß, bei den Betriebsrevisionen fo informiert; in dem mit den bayerischen Verhältnissen vertrauten zahlreiche Ausstellungen zu machen waren, so beweist diese Tatsache, Mann ist unschtver ein zweiter Redakteur des Berliner Preffe- daß solche Hinweise seitens vieler Betriebsunterbureaus zu erkennen, der nun den Bayern die Leviten liest, wie nehmer noch nicht die nötige Beachtung finden." Solange diese Unternehmer nicht selbst an diesen gefährlichen der erste den Badenfern. Die Kapitalisten der Union haben Grund, zufrieden zu sein -weite Kreise der weißen Lohnsflaven haben nichts Wichtigeres Es läßt sich natürlich mit der Fränkischen Tagespost" nicht Maschinen arbeiten müssen oder doch empfindlich in Strafe zu tun, als gegen ihre schwarzen Arbeitsbrüder zu wirken. So über die bisherigen Erfolge des Pressebureaus streiten; ich bin sehr genommen werden, so lange werden wohl noch sehr viele Betriebe wird in einer Korrespondenz des Berl. Tagebl." berichtet: betrübt darüber, daß sie für ihr Blatt auch nicht den fleinsten ohne die nötigsten Schußvorrichtungen bleiben. Unter Titel: GeldAus Camp Perry in Ohio tommt die Meldung von einer Vorteil, der sich als ein Erfolg für uns auslegen ließe, von dem strafen" finden wir aber keinen Boften, daß Unternehmer wegen großen Schlägerei zwischen weißen Kellnern und schwar- Bureau gehabt hat. Aber ändern kann ich das leider momentan mangelhaften Schutzvorrichtungen bestraft worden wären. Es heißt zen Köchen, bei der nur durch das energische Dazwischentreten nicht. Indessen, was diese speziell die Fränkische Tagespost" be- da nur: wegen unterlaffener Betriebsanmeldung, Lohnangaben usw. Bei Titel: Veranlassung der Unfälle" finden wir, daß die Zahl der Behörden Blutvergießen vermieden wurde. In Jellico rührende Erfolglosigkeit mit dem Streit um die Budgetbewilligung der Unfälle, welche sich an den gefährlichen Werkzeugmaschinen er ( Tennessee) verhinderten weiße Grubenarbeiter ihre zu tun hat, das habe ich mir nicht zu erklären vermögen. Die schwarzen Kollegen gewaltsam am Einfahren. Sie trieben eine Gräntische Tagespost", welche gegenwärtig die Meinungsfreiheit in eignet haben, weit höher ist, als der Bericht zuerst angibt. Es ers eigneten sich z. B. an Kreissägen: 811 Unfälle, an Abrichtmaschinen große Anzahl von Negern, die im Dienste der dortigen Bergwerks- der Partei bis zur Disziplinlosigkeit vertritt, wird doch nicht 200, an Fräsen 118 usw. Daraus ergibt sich auch, daß die Unfälle unternehmungen stehen, bon den Arbeitsstätten zurüd. Daraufhin intolerant sein, den Rebatteuren des Preſſebureaus eben wegen an diesen Maschinen sehr schwer waren, fast 40 Proz. entschädigt haben die Gesellschaften die Neger mit Waffen gegen die weißen dieser ihrer Stellung die Meinungsfreiheit beschränken zu wollen? Arbeiter verfehen. Man fürchtet, daß diese verkehrte Maßnahme Das Pressebureau als solches hat sich bisher absolut neutral werden mußten. zu sehr ernsten Folgen führen werde. In Chicago ist es eben gehalten und wir haben das eifrigste Bestreben, es auch ferner so falls zu verschiedenen Kämpfen zwischen Regern und Weißen ge zu halten! Es soll uns noch die Zeile nachgewiesen werden, in tommen, die nur durch den gegenseitigen Rassenhaß entstanden, ohne welcher wir einseitig zu berichten versucht hätten. Außerhalb unserer daß ein äußerer Anlaß vorgelegen hätte. Mehrere Personen sind Verpflichtung für das Breffebureau aber zu schwebenden Parteidabei schwer verletzt worden. Daraufhin wurden die Polizei fragen Stellung zu nehmen, wie jeder andere Genosse auch, das fann uns fein Mensch verübeln. Ich habe das als badischer reserven zum Dienst herangezogen. In Springfield in Julinois wird die Lage allmählich Bandtagsabgeordneter und mit offenem Bisier getan, das ist jedenruhiger. Doch sind gestern wieder zwischen dem Militär und einem falls ehrlicher, als unter dem kollegialen Deckmantel der GesamtHaufen rebellischer Reger Schüsse gewechselt worden. Gegenwärtig redaktion gehässige Verdächtigungen auszustrenen, für die der befinden sich etwa 300 der Haupträdelsführer bei den letzten Un- Schimmer eines Beweises fehlt. ruhen in Haft. Die Soldaten sind Herren der Situation. Gine Versammlung, an der viele Tausende von Einwohnern teilMarokko. Mulah Hafid im Nachteil. Der Londoner" Standard" veröffentlicht ein Telegramm aus Langer vom 18. d. Mts., in dem es heißt, daß die Truppen Mulay Hafids eine neue Niederlage erlitten haben. Die Mehalla unter dem Befehl El Glauis ist in der Nähe von Fes bom Stamme der Beni Mter angegriffen worden. Diese machten viele Gefangene und erbeuteten zahlreiche Gewehre, Pferde usw. Die Truppen El Glauis, die vollständig umzingelt waren, konnten durch das Gebiet der Beni Mter nicht durchziehen, weil eine große Anzahl der Soldaten die Flucht ergriffen hatte. Von der Südgrenze. Alus Oran wird vom 19. Auguft gemeldet: Eine Abteilung des 80. Regiments ist gestern abend nach dem äußersten Süden ausgerückt. Ein Bataillon Schüßen wird unverzüglich Lalla Marnia mit derselben Bestimmung verlassen. Ein Bataillon des 2. Regiments der Fremdenligion hat Saida verlassen, um fich nach Colomb- Béchar zu begeben, wo sich eine aus 1600 Mann und mehreren Artilleriefektionen bestehende Abteilung der Truppen von Budenib, die wahrscheinlich den ersten Angriff der marokkanischen Harka auszuhalten haben werden, kon= zentriert. In Buanan befindet sich ein Posten in Stärke von 600 Mann sowie eine Artillerie- und Maschinengewehrabteilung. Amerika. Weiße gegen schwarze Proletarier. Die Genossen der Saarstädte delegierten den Genossen Leimpeters. Der Kreistag für Raumburg- Weißenfels Beis delegierte die Genossen Thiele Salle und Leopoldte Beig. Die Fränkische Tagespost" und das Pressebureau. Die Fräntische Tagespost" findet es geschmackvoll, das Preffe bureau in die Diskussion über die Budgetbewilligung zu ziehen. Sie fchreibt: Aus den Organisationen. Emil Eichhorn. genommen haben, hat sich für die ftrengste gerichtliche Verfolgung In Sorau fand am 16. August die Kreisgeneralversammlung und Bestrafung aller, die sich des Landfriedensbruches schuldig gemacht haben, ausgesprochen, und den Offizieren die weitgehendste Unterstützung durch die Bürgerschaft zugesagt. Man rechnet mit einer großen Zahl Berurteilungen zu schweren Strafen." Eine Vertröstung für die Philippinen. Präsident Roosevelt erklärte einem Journalisten gegenüber, er hoffe, daß die Philippinen innerhalb der nächsten 20 Jahre für die Unabhängigkeit reif sein würden. Also müssen die Philippiner nur Geduld haben und recht artig sein wird Uncle Sam sie eines Tags belohnen. Oh fie's glauben? Aus der Partei. Zum Parteitag. für Sorau Forst statt, von 25 Delegierten beschickt. Die Kreistasse hatte im Berichtsjahre eine Einnahme, von 4987,89 M., der eine Ausgabe von 8261,22 M. gegenübersteht. An Gesamtbarbestand hat der Kreis Sorau Forst 1743,50 m. Die Organisation hat 1076 Mitglieder. " mit 9331 Arbeitern be= Gewerkschaftliches. Ein neuer Verrat Hirsch- Dunderscher Arbeiter! In Potsdam fühlten sich die Töpfer der Firma en fel u. Ribe veranlaßt, die Arbeit niederzulegen. Die bestreifte Firma, die schon stets den Arbeitern gegenüber in rigoroser Weise aufgetreten war, brachte es zum endgültigen Bruch, als sie ganz unmotivierter Weise zwei, Gehilfen aufs Straßenpflaster warf. Das schlug dem Faß den Boden aus, die Potsdamer Töpfer beschlossen in einer in voriger Woche abgehaltenen Bersammlung einmütig, daß bei dieser Firma die Arbeit niederzulegen ist. Die Gehilfen famen dem auch nach, aber sie hatten die Rechnung ohne die gelben Sirsch Dunderfchen Töpfer Berlins gemacht. In ganz kurzer Zeit hatte der Ortsverein H.-D. Berlin den Potsdamer Bau besett! Unter uniformierter Obbut walten nun diese auchorganisierten Arbeiter ihres beneidenswerten Amtes als Rausreißergarde eines rigorosen Das Einheitsstatut für die reife der Markt Brandenburg wurde mit einigen materiellen Wenderungen an genommen; unter anderem wurde beschlossen, an das Provinzialfetretariat statt der verlangten 5 Bf. pro Woche nur 8 Pf, also Unternehmers. 3 dann 10 Prozent abzuliefern. Der Kandidat des Kreises, Genoffe Die Firma Wenkel u. Rübe in Potsdam, die die scharfaurenbrecher, hatte in einem längeren Schreiben fein Reichsmacherischste von ganz Potsdam ist, auf deren Betreiben in tagsmandat in die Hände der Genoffen zurückgelegt. Er betonte, daß er von den Nürnberger Genossen als Lehrer für den Gan Nord- diesem Jahre auch den Potsdamer Töpfern der Tarif gebayern engagiert und deshalb außerstande sei, während der sieben fündigt wurde, die alle Minen springen ließ, um einen neuen Wintermonate öfter im Kreise zu sein. Tarifabschluß zu verhindern und sich auch weiter durch ProboIn der anschließenden Debatte sprach sich indes die Mehrheit tation der Arbeiter, Einführung von Lohndüten usw. bei der Delegierten für die Wiederaufstellung des Genossen Mauren- den Arbeitern in jeder Weise verhaßt gemacht hat, so daß In Frankfurt a. M. sprachen der Referent Dismann und brecher aus, nur die Genossen Kunkel und May, der die Redaktion es der gänzlich unmotivierten Entlassung zweier Arbeiter alle Diskussionsredner mit einer Ausnahme gegen die Budget ber Märkischen Volteſtimme" vertrat, meinten, daß die Gründe nur bedurfte, um die Bombe endlich zum plaken zu bringen, bewilligung, besonders scharf Sie Genossen Doktor Maurenbrechers für die Mandatsniederlegung Beachtung verdienten. wäre durch die nun erfolgte Arbeitsniederlegung der Töpfer Quard und Opificius. Die Versammlung nahm Die Versammlung beschloß, die Kandidatur aufs neue dem Genoffen in eine arge Klemme geraten, da laut schriftlicher Abmachung einen Antrag an, der vom Parteitag die Mißbilligung Maurenbrecher anzutragen. der Budgetbewilligung fordert. Zur Frage der Jugend- Die Wahlkreisfonferenz zu Mainz war von 11 Orten mit der bestreifte Bau bis zum 22. August fertiggestellt sein muß. organisation wurde beschlossen, zu fordern, daß noch vor dem 51 Delegierten befchidt. Sie beschloß, fünftig die Delegierten Doch der Mann kannte seine Pappenheimer. Er erhielt so Barteitag eine Konferenz unter Parteivorstand, Genrralfommission, wahl zum Parteitag durch Urabstimmung vorzunehmen. fort Suffurs durch die Berliner gelben Hirsch- Dunckerschen, Bildungsausschuß und Delegierten der Jugendorganisationen zu Bei den heifischen 2andtagswahlen soll eine Verständigung die es sich zur Ehre anrechnen, auch dem arbeiterfeindlichsten fammentreten soll, um dem Parteitag eine Vorlage zu machen. Es I mit den Freifinnigen gesucht werden, damit die Linte gestärkt und Unternehmertum Nausreißerdienste zu leisten. Bekanntlich ist Kiese unker fter flagge Eet Hirsch. Dunckerei segelnde Streikbruchgarde dem Verband der Töpfer vor kurzem auch in Kottbus in den Rücken gefallen. Die Ver- bandsleitung der Hirsch-Dunckerschen Töpfer findet diese fort- gesetzten verräterischen Unternehmerdienste aber auch ganz in der Ordnung, deckt sie mit allen Mitteln und drückt ihre Aeb- linge verständnisinnig an das vor Harmonie übersprudelnde Herz. Hier sind beide einander wert: Leitung und Berliner Mitgliedschaft! Und so etwas nennt sich immer noch Organisation zur Vertretung von Arbeiterinteressen! Berlin«nck Nmgegenck. „Berechtigte" Wahrung von Unternchmerinteressen? Ein recht sonderbares Urteil ist jetzt vom Kammergericht ans- gehoben worden. Im Organ des„Zentralverbandes deutscher « Industrieller", der von Arnold Steinmann herausgegebenen und redigierten„Deutschen Jndustriezeitungch erschien am 4. Oktober 1007 ein gegen die Gewerkschaften gerichteter kritischer Artikel:„Aus der Arbeiterbewegung". Darin war ein aus dem Blatt des„Industrie- arbeiterverbandes Solingen" entnommener Artikel in Anführungsstrichen eingeschaltet, der also lautete:„Die Einsicht indieDoknmentezeigtunsein erschreckendes Bild von der Clique, von der der Deutsche Metallarbeiter- verband regiert wird. Soviel Verworfenheit, wie uns da entgegen- starrt, hätten wir an der Spitze der größten Gewerkschaft Deutsch- lands nicht zu finden gehofft. Es wäre eine Schmach für die deutsche Arbeiterbewegung, wenn sie an ihrer Spitze noch länger Leute dulden würde, die, um ihr Ziel zu erreichen, bor keinem Verbrechen an der Arbeiterschaft zurückschrecken". Die Wiedergabe dieses durch nichts gerechtfertigten groben Anwurfs veranlaßte die Genossen Schlicke, Reichel, Werner und Massatsch als Mitglieder des Hauptvorstandes des Deutschen Metallarbeiterverbandes, gegen Steinmann die Be- leidigungsklage anzustrengen. Die 4. Strafkammer des Berliner Landgerichts III sprach jedoch, gleich dem Schöffengericht, den An- geklagten frei. Und dazu kam das Gericht auf folgende wider- spruchsvolle Weise. Es erklärt zunächst für falsch die Behauptung Steinmanns, er habe die Stellen aus dem Solinger Blatt nur referierend wiedergegeben. Es sei vielmehr anzunehmen, daß er den Solinger Artikel dazu verwendet habe, um seiner Ansicht, daß sich in die Gewerkschaften Schäden und Mängel eingeschlichen hätten usw., Nachdruck zu verleihen. Dies lasse die F a s s u n g des Artikels:„Aus der Arbeiterbewegung" unzweideutig erkennen. Insoweit habe der Verfasser dieses Artikels(Stein mann) sich den Artikel des Solinger Verbandsorgans„zweifellos zu eigen gemacht". Daß der Artikel des Solinger Organs schwere Beleidigungen der Privatkläger enthalte, und daß die Wiedergabe eines solchen Artikels in einer Zeitschrift geeignet sein könne, die Privatkläger in ihrer Ehre zu verletzen und sie zu kränken, sei dem Angeklagten nach Annahme des Gerichts auch sehr wohl bewußt gewesen. Die in dem übernommenen Artikel enthaltenen Beleidigungen der Privatkläger seien gröblicher Natur.— Soweit ganz gut. Nun kommt aber der Umschwung in dem Urteil. Zunächst wird nun«fest- gestellt", daß Steinmann in Wahrnehmung berechtigter Jnter- essen gehandelt hätte und ihm der Schutz des§ 193 des Straf- gesetzbuches zukomme, weil er als Verleger und Redakteur des Verbandsorgans deutscher Industrieller verpflichtet gewesen sei, zugunsten der Arbeitgeber in dem Kampfe zwischen Arbeit- gebern und Gewerkschaften Stellung zu nehmen. Nur diese be- rechtigten Interessen hätte er wahrnehmen wollen. Auch lasse sich nicht aus den Umständen und der Form seines Artikels„Aus der Arbeiterbewegung" eine Beleidigung erkennen. Nur zur Unterstützung seiner sachlichen Kritik der Gewerkschaften sei der Artikel des Solinger Verbandsorgans in die kritischen Bemerkungen eingeschlossen worden. Der Wortlaut und der Sinn des Artikels„Aus der Arbeiter- bewegung" ließen„keineswegs den Schluß zu", daß St. sich den Behauptungen des übernommenen Solinger Artikels habe an- schließen wollen, daß er diese beleidigenden Behauptungen sich der Form oder dem Inhalt nach„habe zu eigen machen wollen". Daraus, daß er den beleidigenden Solinger Artikel in seinem Aufsatz„Aus der Arbeiterbewegung" aufnahm, lasse sich somit nicht schließen, daß auch letzterer über das zulässige Maß der Wahrnehmung berechtigter Interessen hinausging. Also Freisprechung. Das Kammergericht hob am 18. August auf die Revision der Privatkläger, für welche Rechtsanwalt Dr. Ja f f ü namentlich auf die immensen Widersprüche des Landgerichtsurteils hinwies, die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu noch- maliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Gründe: Es sei in der Tat ein nicht unbeträchtlicher Widerspruch. wenn das Urteil einmal damit rechne, daß Angeklagter sich den Inhalt des Solinger Aufsatzes zu eigen g e- macht habe, und wenn daS Urteil dann wieder das Gegenteil „ f e st st e l l e Den Widerspruch müsse das Landgericht aufklären. Dann könne es auch n o ch m a l erörtern, inwieweit§ 193 zur Anwendung kommen könne. Oeirtfthes Reich. Ein Erfolg der Organisation in der Zeit der Krise. Ende Juli lies der zwischen dem Deutschen Metallarbeiter- Verband und den Unternehmern im Düsseldorfer Feilenhauergewerbe bestehende Lohntarif ab. Bei Abschluß des alten Tarifs im vorigen Jahre hatten die Düsseldorfer Gehilfen während der guten Kon- junktur nicht unerhebliche Lohnerhöhungen durchgesetzt. Die Unter- nehmer hofften nun, jetzt— während der Krise— die Akkordsätze wieder herabsetzen zu können, hatten sie doch während der Krise 1901 die Lohnsätze um IS Proz. kürzen können. Doch diesmal war ihr Mühen vergeblich; infolge des einmütigen Zusammenstehens der Gehilfen sahen sich die Arbeitgeber gezwungen, in die Verlängerung des Tarifs aus ein weiteres Jahr einzuwilligen. Zum Streik kam es nicht, nur bei zwei Firmen mußte die Kündigung eingereicht werden, ehe die Bewilligung erfolgte. Beide Firmen gaben aber bald nach. BusUnd. Die Arbeiter der Tavakfabrik in Salonichi sind in den Aus- stand getreten. Sie fordern Ivstündige Arbeitszeit und eine SOproz. Lohnerhöhung._ Gerichts-Zeitung Schieber-Trick. Wegen gemeinschaftlichen Betruges hatten sich die Putzer Karl Friedrich und Paul Miethke vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg zu veranttvorten. Anfangs Mai 1907 hatte Friedrich mit dem(Architekten) Baumeister Cohn(Schöneberg) einen Bertrag abgeschlossen, laut welchem er einen dem Cohn ge- hörigen Neubau in der Gubenerstraße putzen sollte. Friedrich nahm sich Putzer an, unter anderen auch den Miethke. Die Putzer erhielten regelmäßig ihr Geld. Der Bau war noch nicht ganz fertig, als Friedrich im Juli wegblieb und dem Bauherrn von einer Schwester deS Friedrich mitgeteilt wurde, daß Friedrich in Stettin im Krankenhause läge. Der Bau wurde nun von den anderen Putzern fertiggestellt. Es war noch ein Akkordrest von dem Baumeister zu erheben. Da �Lerantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw. die Putzer aber in der Zwischenzeit böse Erfahrungen mit Friedrich gemacht hatten, wurde beschlossen, daß Friedrich den Akkordrest nicht erhalten sollte. Bei dieser Besprechung war Miethke zugegen. Die Putzer teilten diesen Beschluß dem Cohn mit. und dieser teilte ihnen mit, daß er laut Vertrag an Friedrich das Geld zu zahlen hätte, er würde es aber nur in ihrer Gegenwart zahlen. Als Zahlungstermin war der 7. August festgesetzt. Als einer der lautesten Rufer gegen Friedrich zeigte sich Miethke. Sehr erstaunt war der Baumeister Cohn, als Friedrich und Miethke schon am 6. August kamen. Friedrich erklärte ihm, daß er den Akkordrest von 19S,L5 M. erheben wolle, und Miethke bemerkte, daß er im Auftrage der anderen Kollegen, die in einer Kneipe in der Gubener Straße auf sie warteten, käme. Da Miethke sich bei den früheren Verhandlungen als ein heftiger Gegner des Friedrich gezeigt hatte, so übergab Cohn dem Friedrich das Geld, ließ sich von ihnen bestätigen, daß sie keine Ansprüche mehr an ihn hätten, und beide quittierten, Miethke auch noch im Namen seiner Kollegen. Von dem so ergaunerten Gelde erhielt Miethke 25 Mark ab, während Friedrich den Rest behielt. Die betrogenen Putzer erstatteten nun gegen beide Anzeige. Zu der Verhandlung am Dienstag war nur Miethke er- schienen. Friedrich ist nicht aufzufinden, hinter ihm soll ein Steckbrief erlassen werden. Miethke b e st r i t t, sich strafbar gemacht'zu haben; er wollte von den Abmachungen der Putzer untereinander nichts wissen, auch bestritt er, erklärt zu haben, im Namen seiner Kollegen zu kommen. Er hätte nur 25 M. erhalten, während ihm 49 M. zukämen. Der Zeuge Cohn wies durch Vorzeigung der Quittung nach, daß Miethke sich als Bevollmächtigter seiner Kollegen unterzeichnet hatte. Der A m ts a n w a l t beanttagte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Gericht erkannte auf acht Wochen Ge- fängniS. ES sei auf diese Strafe erkannt worden, bemerkte der Vorsitzende bei Verlesung des Urteils, weil der Angeklagte sich auf die gemeinste Weise gegen seine Arbeitskollegen vergangen habe. Ein eigenartiger Kindesraub beschäftigte gestern die erste Ferienstraskammer des Landgerichts II. Wegen Menschenraubes im Sinne des§ 235, 1 Str.-G.-B. war der Maurermeister Martin G. aus Schöneberg angeklagt.— Der Angeklagte heiratete im Jahre 1902. Die Ehe war anfänglich auch sehr glücklich; bald aber stellten sich Differenzen ein, welche die Frau veranlaßten, ihren Ehemann zu verlassen und zu ihrer in Nieder- Schönhausen wohnhaften Mutter zu ziehen. Durch gericht- liche Verfügung wurde es der Frau gestattet, schon vor Abschluß der eingeleiteten Ehescheidungsklage von ihrem Manne getrennt zu leben; auch wurde ihr daS Er- ziehungsrecht über den aus der Ehe hervorgegangenen jetzt vierjährigen Sohn Erich eingeräumt. Der von dem An- geklagten bezüglich dieses Punktes eingelegte Widerspruch wurde ver- worfen. Die Ehe wurde schließlich geschieden und das Kind wurde der Frau zugesprochen, da der An- geklagte als allein schuldiger Teil angesehen worden war. Am 27. Mai d. I. hatte der kleine Erich Geburtstag und um dem Kinde, an dem er mit großer Liebe hing, eine kleine Freude zu bereiten, kaufte der Angeklagte Schokolade und andere Dinge, die ein Kinderherz erfreuen, und fuhr nach Nieder-Schönhausen hinaus. Zufällig traf er sein Kind aus der Straße in Begleitung der Großmutter wieder. Der Kleine jubelte laut vor Freude, als er den Papa, der so lange verreist war, wiedersah und wollte sich garnicht wieder von ihm trennen. Die Liebe zu seinem Kinde verleitete den Angeklagten in diesem Augenblick zu einer Handlungsweise, die ihm die jetzige Anklage einbringen sollte. Er lief plötzlich mit dem Kleinen, der sich fest an seinen Hals gehängt hatte, davon und sprang schnell in eine vorllberfahrende Droschke, ehe sich die Großmutter von ihrem Schrecken erholt hatte. Er brachte das Kind sofort in einer be- freundeten und kinderlosen Familie unter, wo er es dann fast täglich besuchte. Die geschiedene Frau des Angeklagten stellte alle möglichen Nachforschungen an, um wieder in den Besitz des Knaben zu kommen, die aber sämtlich erfolglos blieben. Erst jetzt, anfangs August, gelang es der Frau mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers den Knaben auf der Straße aus den Händen ihres Mannes zu ent- reißen.— Vor Gericht behauptete der Angeschuldigte, er habe es nicht mehr mit ansehen können, wie sein Kind vernachlässigt worden sei. Der Knabe hätte stets vor Schmutz starrende Wäsche tragen müssen, die er zum Beweise der Richtigkeit seiner Angaben dem Gericht vorlegte. Der Staatsanwalt beantragte eine Ge- fängnisstrafe von drei Tagen. Das Gericht erkannte auf die niedrigste gesetzlich zulässige Strafe von einem Tage Ge- f ä n g n i s, da der Angeklagte lediglich aus dem edlen Motiv der Vaterliebe heraus gehandelt habe. Ein Nachspiel zu der Affare Alphons Röhll beschäftigte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Röchling die 5. Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Wegen Beihilfe zur Untreue und Konkursverbrechen mußte sich der frühere Rechtsanwalt Georg Mcrlecker vor dem Strafrichter verantworten. Der Angeklagte war mit dem Kaufmann Alphons Röhll, der seinerzeit durch seinen aufsehenerregenden Konkurs und seine Be- Ziehungen zu der Schauspielerin Rita Leon viel von sich reden machte, sehr intim befreundet. Röhll wurde nach Hinterlaffung einer Schuldenlast von über VA Millionen Mark flüchtig und hält sich bis jetzt im Auslande verborgen. Schon damals tauchten Ge- rüchte auf, daß sich Merlccker an den in großem Stile angelegten Pumpoperationen des Röhll beteiligt habe und ebenfalls stark über- schuldet sei. Diese Gerüchte fanden ihre Bestätigung, als Merlecker eines Tages ebenfalls spurlos verschwand. Es ergab sich, daß Merlccker ebenfalls eine Schuldenlast von mehreren hunderttausend Mark kontrahiert hatte, die zum größten Teil aus Freundschafts- diensten herrührte, die er dem Röhll geleistet hatte. Außerdem wurde festgestellt, daß M. in dem„Alten Klub" wiederholt Beträge bis zu 20 000 M. vershielt hatte. Die Ermittelungen der Staats- anwaltschaft ergaben, daß Röhll Wechsel in Höhe von über 200 000 Mark als angeblicher Inhaber der Knopffabrik in der Thaerstraße ausgestellt hatte, obwohl er hierzu gar nicht mehr berechtigt ge- wescn war. Diese Wechsel waren zum Teil von Merlecker akzeptiert worden, trotzdem dieser wußte, daß R. widerrechtlich handelte. Außerdem hatt- M., obwohl er die Finanzlage des Röhll kannte, verschiedentlich unwahre Gerüchte über dessen Bonität ausgestreut. Die Folge war die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Merlecker, der seinerzeit erst nach Konstantinopel geflüchtet war. Von hier aus gelangte der Angeklagte nach vielen Irr- fahrten nach Amerika, wo er sich mehrere Jahre aufhielt. Nachdem über die ganze Affäre einigermaßen Gras gewachsen war, kam M. nach Deutschland zurück und stellte sich freiwillig der Staats- anwaltschaft. Der Angeklagte wurde verhaftet und blieb längere Zeit in Untcrsuchungshast. Vor einigen Tagen wurde er gegen Stellung einer Kaution von 10 000 M. ans der Haft entlassen. Die Anklage legte dem Angeklagten eine Beihilfe zu der Untreue des Röhll zur Last und ferner ein Vergehen gegen die Reichs-Konkurs- ordnung, welches darin gefunden wird, weil er als Schuldner, welcher seine Zahlungen eingestellt hat, durch Aufwand, Spiel oder Wette, übermäßige Summen verbraucht hat bezw. schuldig ge- worden war. Der Vertreter der Anklagebchörde hielt den An- geschuldigten für vollauf überführt und beantragte eine Gefängnis- Tlb Glocke, Berlin, Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u.Vcrlagsanstalj strafe von 8 Monaten sowie 2000 M. Geldstrafe. Das Urteil des Gerichts lautete auf 3 Monate Gefängnis und 500 M. Geld- strafe eventuell 50 Tage Gefängnis, die aber durch die erlitten� Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Der Komposthaufen und der Pastor. Gestern war vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts II wegen einfachen Diebstahls, begangen an einem Komposthaufen, der Gärtner Albert Heller aus Steglitz angeklagt. Der Anklage liegt eine schon längere Zeit zurückliegende Vorgeschichte zugrunde. Der serbische Professor Herrmaün war Inhaber des Grundstücks Düppelstraße 42 in Steglitz, in welchem der Angeklagte seinen Laden und Wohnung innehatte. Als Herrmann im Jahre 1906 verstarb, ging das Grundstück in die Hände der beiden Söhne des Verstorbenen, des Pastors H. in Steglitz und des Kaufmanns H. über. Die eigentliche Verwaltung des Grundstücks hatte der Pastor Herrmann untep sich.— Auf dem Hofe des Grundstücks lag fett vielen Jahren ein großer Müllhaufen, der dadurch entstanden war, daß der verstorbene Vorbcsitzer die Kosten der Müllabfuhr gescheut und die Mieter deshalb allerlei Abfallstoffe in einer Ecke aufgc« stapelt hatten, so daß hier schließlich ein sehr umfangreicher Berg entstanden war. Dieser Müllhaufen machte dem Pastor H. sehr viel Sorge, da auch er die nicht unbeträchtlichen Kosten des Ab» fahrens scheute. Er war deshalb sehr erfreut, als sich eines Tages der Angeklagte Heller, in dessen Familie er verkehrte und häufig nachmittags Kaffee trank, anbot, den Müllhaufen zu beseitigen. Der Pastor war hiermit vollkommen einverstanden und kümmerte sich auch nicht mehr um diese Angelegenheit. Der Angeklagte hatte bei dem Wegschaffen des Mülls die Entdeckung gemacht, daß auS dem Müllhaufen mit der Zeit ein wertvoller Kompasthaufcn ge- worden war. Er verkaufte deshalb einen Teil des KomposthaufenS für 30 Mark, nachdem er sich die Mühe gemacht hatte, den Haufen zu sortieren und ungeeignete Stoffe, wie Glasscherben, fortzu- schaffen. Kaum hatte der Pastor H. von dieser Tätigkeit des ge» schäftstüchtigen Gärtners gehört, als er sofort zu dem Angeklagten ging und einen Teil des Erlöses für sich in Anspruch nahm. Es kam auch eine Einigung zustande. Heller zahlte an den Pastor gegen Quittung 30 Mark, wofür sich crsterer verpflichtete, den Komposthaufen völlig zu beseitigen. Zwischen Pastor und Gärtner entstanden später wegen einiger abgebrochener Akazienzweige Differenzen, die zu einer Privatbcleidjgungsklage führte. Nun» mehr erstattete der Pastor plötzlich eine Anzeige wegen Diebstahls gegen Heller und behauptete, dieser habe seinerzeit sich den Kompost» hausen ohne seine Genehmigung angeeignet. Heller wurde auch tatsächlich wegen Diebstahl von deni Schöffengericht Berlin-Schöne- bcrg zu einem Tage Gefängnis verurteilt, da der Pastor H. unter seinem Eide behauptete, er habe niemals dem Angeklagten die Er» laubnis gegeben, über den Komposthaufen ohne weiteres zu ver- fügen. Gegen dieses Urteil legte Heller Berufung ein. Vor der Strafkammer trat die Ehefrau des Angeklagten als Zeugin auf und bekundete, daß der Pastor H. seinerzeit bei der Unterhaltung am Kaffeetische sich sehr erfreut darüber gezeigt habe, daß ihr Mann den Komposthaufen wegzuschaffen versprach. Der Zeuge Pastor H. stellte dies unter seinem Eide in Abrede. Das Gericht hielt jedoch den Sachverhalt für nicht genügend aufgeklärt und er» kannte deshalb auf Freisprechung des Angeklagten. Und so viel Müh und Eide wegen eines pastorlichen Mist« Haufens l_ Berurteilter Bürgermeister. Vom Posener Schöffengericht war am 2. Juni d. I. der frühst in Schwerfeuz tätig gewesene Bürgermeister Hoppmann wegen Unterschlagung zu einem Monat Gefängnis ver- urteilt worden. Wie die Verhandlung seinerzeit ergab, hatte der Bürgermeister am 4. April 1907 in seiner Eigenschaft als Ver» tranensmann des Deutschen Ost markenvereinS zur Auszahlung an den Schneidermeister Frost, der sich auf Vör» anlaffung des Ostmarkcnvereins in Schwersenz niedergelassen hatte. einen Betrag von 400 M. übersandt erhalten. Als Frost das Geld in Empfang nehmen wollte, erklärte ihm der Angeklagte, daß dieses der Kämmerer Bsill, der sich zwei Tage vorher bei Gelegenheit einer Kassenrevision erschossen hatte, in Empfang genommen und unterschlagen hätte. Als Vertrauensmann des Ostmarkenvereins wolle Angeklagter aber diese unterschlagene Summe decken. Nach etwa einer Woche erhielt Frost 200 M. und kurze Zeit darauf 30 M. gezahlt. Den Rest von 170 M. soll er noch heute bekommen. Da Bürgermeister Hoppmann entgegen seiner Behauptung das Geld erst zwei Tage nach dem Selbstmorde des Kämmerers Bsill in Empfang genommen hatte, so konnte letzterer das Geld unmöglich unterschlagen haben. Dies hatte vielmehr der Angeklagte selbst getan und das Andenken deS Ver« storbenen zu Unrecht belastet Gegen das Urteil legte der Verurteilte Berufung ein. In der Verhandlung am Dienstag vor der II. Ferienstrafkammer bat der Verurteilte um Abänderung deS ersten Urteils in eine mäßige Geldstrafe. DaS Gericht be- zeichnete das schöffengerichtliche Urteil als ein überaus m r l d e S und verwarf aus diesem Grunde die eingelegte Berufung._ Ein Amtsrichter verurteilt. Gegen den Aufsicht führenden Amtsrichter Dr. Steinhardt in Gnesen, der, lvie wir mitteilten, in der Nacht zum Montag auf dem Bahnhof in Gnesen wegen Vergehens gegen den§ 175 verhaftet Wirde, ist bereits am Dienstag verhandelt worden. Er wurde von der Strafkammer des Landgerichts Gnesen wegen Vergehens gegen den§ 1 7 5 des ReichSstrafgesetzbucheS in zwei Fällen zu sechs Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt; ferner wurde auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffent- licher Aemter für die Dauer eines Jahres erkannt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Als strafmildernd wurde bei der Urteilsverkündung hervorgehoben, daß der Angeklagte unbescholten sei, und daß er sich während seiner langen Dienstzeit das Vertrauen seiner Vorgesetzten erworben habe._ Hus der Frauenbewegung. Versammlungen— Veranstaltungen. Achtung! 2. Kreis. Heute, Donnerstag, den 20. August 1008, abends 81/., Uhr, findet bei Hemp, Urbanstr. 170, unser Leseabend statt, wozu die Genossinnen freundlichst einladet Die Vertrauensperson. Letzte Nachrichten und Depeschen. Die Folter des Zeugniszivanges. Frankfurt a. M.» 19. August.(B. H.)'Gegen die„Frankfurter Zeitung" ist das Zeugniszwangsverfahren eingeleitet worden. Der verantwortliche Redakteur des politischen Teils, He m b er g er, wurde bereits von dem zuständigen Amtsrichter vernommen und vor» erst zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er sich weigerte, den Ver» fasser des ersten informatorischen Artikels in der„Frankfurter Zeitung" über den Fall Echücking vom 21. Juli d. I. zu nennett. Die Frage des Richters ging dahin, ob Bürgermeister Schückiug oder dessen Bruder der Verfasser fei. Etz wurden weitere Zwangs, maßregeln im Falle fortgesetzter Weigerung angedroht. PäUSingerLiCo.,BcrlinLÄ�Hierzu2Beilagcn u.Untcrhaltungsbl. Nr. 194. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dounerstag, 20. Auguf 1908. Die Berliner Genoffen und der Parteitag. fi efter entwidett, er ſelbſt glaubt, daß fie fich gut entwidein baran, die Jugend in möglichst großer Zahl für den wirtschaftlichen Am Dienstagabend nahmen die Genossen Verlins in sechs gut Besuchten Versammlungen Stellung zum Parteitag in Nürnberg. Auch die Frauen machten in erheblichem Umfange von ihrem Rechte der Teilnahme an den Generalversammlungen der Wahlvereine Gebrauch. Im Vordergrunde der Debatte standen überall die Fragen der Jugendorganisation, der Maifeier und der Budgetbewilligung. Während aber in der ersteren Frage am meisten, in der zweiten schon weniger sich Widersprüche in der Auffassung ergaben, waren alle Genossen sich einig in der Verurteilung der Budgetbewilligung Ueber die Versammlungen gehen uns folgende Einzelberichte zu: Erster Wahlkreis. an den modernen Staat. chrten. Genosse Bittner gibt hierauf den Kaffenbericht. Demnach beträgt die Einnahme 6423,03 M., die Ausgabe 3619,68 M., bleibt Bestand 2803,35 M. Abgeliefert an den Verband wurden 2310 M. Genosse Baum wünscht, daß die Abrechnung vervielfältigt und jedem einzelnen Genossen verabreicht werde. Der Vorsitzende verspricht, den Vorschlag der Vorstandssitzung zu unterbreiten. Gleichzeitig teilt er mit, daß Genosse Arons auf ärztliches Anraten von allen seinen Aemtern zurüdgetreten ist und vorläufig auch nicht mehr kandidieren wird. An seiner Stelle wird Genosse Woldt in die Breßkommission gewählt, desgleichen Genosse Tabert als 1. Schriftführer, Genossin taschevsti als 2. Schriftführer. dieser Frage gibt Genosse ut dem Wunsche Ausdruck, daß man lichen Bestrebungen nicht in Widerspruch geraten mit den Gewerkdie Jugendorganisation bestehen lassen und abwarten soll, wie sie schaften selbst. Andererseits haben die Gewerkschaften ein Interesse wird. Auch er ist gegen die Abwürgung der Maifeier. Wir wollen Stampf vorzubereiten, deshalb wird zu erwarten sein, daß die Geden Gegnern das Feld nicht räumen; sind wir erst einmal auf der werkichaften nach dem Grundsatz verfahren, der Jugend den zulässig schiefen Ebene, dann geht es immer tiefer. Täterow: Nur weitesten Anteil an der Mitarbeit einzuräumen. durch das viele Reden und Warnen ist die Maifeier so abgeflaut. Die Maifeier wird den Parteitag unter dem Gesichtspunkt Den jungen Keim der Jugendorganisation soll man nicht mit Ge- beschäftigen, daß an dem Borschlag des Unterstügungsrechtes und walt ersticken. Woldt ist für die Vereinbarung zwischen Partei der Unterstützungsmöglichkeit Kritik geübt wird. Daß diejenigen und Gewerkschaften in dieser Frage. Ege tritt für die süddeutschen Orte, die vor einem Maitampfe stehen, die Verantwortung tragen zufrieden sind, so haben wir keinen Grund, sie ohne weiteres zu lich. Daß hier, wie gesagt werde, die Zentralisation eintreten Abgeordneten ein. Wenn die Genossen dort mit deren Verhalten sowie die Tragweite ihrer Beschlüsse prüfen müssen, sei selbstverständverurteilen. Der Redner fann infolge der lebhaften Zwischenrufe müsse, flinge ganz schön, aber wie fann die Partei die und Unterbrechungen sich nur schwer verständlich machen. Eine aus dieser Regelung dieser Regelung entstehenden entstehenden Kosten tragen? Das Resolution von Täterow, die den süddeutschen Genossen das jei einfach unmöglich, und die Klugheit gebiete, diese Vertrauen ausspricht, daß sie den Disziplinwidrigkeiten ihrer Ab- Verpflichtung nicht zu übernehmen, auch weil dies von den geordneten entgegentreten werden, wird angenommen. Desgleichen Gegnern benutzt werden könne, zum Beispiel furz vor einer Wahl eine Resolution Bloch für die Selbständigkeit der Jugendorgani haben ebenfalls die Gewerkschaften. Auch sie sind solchen Andie Teltow- Beeskower Resolution, betreffend die Maifeier. Ebenso unsere Parteikasse zur Erschöpfung zu bringen. Denselben Grund forderungen noch nicht gewachsen und er, Redner, habe nicht den Mut, die Gewichtigkeit dieses Einwandes zu verneinen. sation. -OU Zweiter Wahlkreis. treten der Instanzen verlangt werde? Jedenfalls ist es Sache der Was soll herauskommen, wenn jetzt ein abermaliges ZusammenGegner der bisherigen Vorschläge, um ihrerseits mit besseren, neuen Vorschlägen zu kommen. So mißlich die Unterstügungsfrage auch sei, müsse aber doch gesagt werden, daß, wenn die Maitämpfe mit großen, die allgemeine Arbeiterschaft berührenden Fragen verknüpft sein sollten, dann die Unterstützung keine Rolle spielen werde, was ja das deutsche Proletariat von jeher bewiesen habe. In" Dräsels Festsälen" versammelten sich am Dienstag die Genossen des 1. Berliner Reichstagswahlkreises, um Stellung zu nehmen zum Parteitag in Nürnberg. Genosse Wolderski erAls Delegierte zum Parteitag werden Wolderski und öffnete die Versammlung und gedachte der zuletzt verstorbenen MitWeihnacht gewählt, zur Provinzialfonferenz Zadok, glieder, deren Andenken die Anwesenden in der üblichen Weise Gigner, Stoltner, außerdem 10 Delegierte zum VerbandsZum ersten Bunkt der Tagesordnung gab Genosse Moitag. Mit einem begeisterten Hoch schließt die Versammlung. derski den Geschäftsbericht für das verflossene halbe Jahr. Er gedachte der blutigen Wahlrechtsdemonstrationen, die ein Ereignis waren, wie es nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland seit den An der gutbesuchten Generalversammlung nahmen auch eine 48er Jahren nicht wieder erlebt hat. Auch die bei den Arbeitslosen- Anzahl Parteigenofsinnen teil. Genosse Stöckeriz gab den Vorversammlungen gezeigten Heldentaten der Berliner Polizei wür- stands bericht in gedrängter Kürze, da der Bericht den Zahldigte der Redner gebührend. Desgleichen wies er auf die groß- abenden bereits vorlag. Jm verflossenen Halbjahre wurden zwei artige Demonstration am 18. März hin, die den vor Angst schlot- Generalversammlungen und zirka 20 öffentliche Versammlungen ab- Die Budgetbewilligung in Baden und Bayern wird ternden Freisinn veranlaßt habe, Lärm zu schlagen gegen den von gehalten. Außer den Wahlflugblättern wurden im Wahlkreise noch vom Referenten scharf verurteilt. Es handle sich bei dieser Differenz der Sozialdemokratie beabsichtigten Generalstreik". Redner be- drei weitere Agitationsflugblätter verbreitet. Die Mitglieder aber um Genossen, die bis dahin mit uns Schulter an Schulter spricht die bewältigten Wahlarbeiten und erklärt, daß wir mit dem zahl des Wahlvereins stieg unt 700. An dem Vortrags- tämpften. Seit Dresden sollten wir gelernt haben, uns nicht in crzielten Erfolg vollauf zufrieden sein können. Die Parteiverhält- zyklus zur Vorbereitung der Landtagswahlagitation nahmen Stimmungen und Keßergerichte hineintreiben zu lassen. Obwohl nisse im 1. Wahlkreis sind durch dessen eigenartige Struktur nicht aus den zweiten Wahlkreis 30 Genossen teil. Die Landtags hier auf seiter der Gegner der Budgetbewilligung stehend, hat Redner sehr rosig. Doch soll das Möglichste getan werden, um auch hier be- wahlen standen überhaupt im Vordergrunde der Parteitätigkeit und den Wunsch, diese Differenz kameradschaftlich zu regeln. friedigende Resultate zu erzielen. Wir können uns mit den Geg- dankt Redner den Genossen für deren Mitarbeit. Von Geheimkonventikeln könne bei den Süddeutschen keine Rede 1ern trösten, denen es nicht besser ergehe. Von dem Beitritt der Aus dem Kassenbericht, den Genosse Schmidt erstattet, sein. Sie verfuhren so, wie wir das bei uns auch gewöhnt sind. Frauen in die Partei erwartet der Redner einen neuen Aufschwung seien hier lediglich die Schlußsummen wiedergegeben. Sie betragen Es ist begreiflich, daß bei solchen Beratungen von Parlamentariern des Parteilebens. Die weiblichen Familienmitglieder sollen in bei der Einnahme 12 060,82 9., bei der Ausgabe 11 584,63., so selbst die Parteipreffe ausgeschlossen bleibt, jedoch es können Momente einZukunft in Sonntagszusammenfünften durch belehrende Vorträge daß eine Mehreinnahme von 476,19 M. zu verzeichnen ist. Eine treten, wo die Parteileitung Wunsch und Verlangen hat, anivesend zu sein, und künstlerische Veranstaltungen mit unseren Bestrebungen ver- längere Debatte entspinnt sich über den Antrag der Revisoren, dem ja vielleicht sogar auf irgend welche Beschlüsse bestimmend einzuwirken. traut gemacht werden. Kassierer 15 M. Mankogeld pro Quartal zu gewähren. Schließlich Einem solchen Verlangen muß dann entsprochen wird der Antrag mit 322 gegen 203 Stimmen angenommen. werden. Hat der Parteivorstand von der Stuttgarter Konferenz Zur Provinzialfonferenz werden Anträge nicht gestellt, gehört, Auskunft gefordert, diese jedoch nicht erhalten, so sei das doch sollen die Delegierten beauftragt werden, gegen die Anstellung nicht Kinderei, sondern Mangel a n partei eines zweiten Sekretärs für das Provinzialbureau zu stimmen, da genössischem Empfinden. Geheimhaltung gegen Parteihierfür eine Notwendigkeit nicht vorzuliegen scheine. genosse Müller und Schulze, ja gegen die Parteipreffe aus taktischen In der Abstimmung wird die Anstellung gegen vereinzelte Stimmen Erwägungen; aber wenn der Parteivorstand frägt, dann gibt abgelehnt. 03 feine Geheimhaltung, feine Berteigerung der AntDelegiert werden die Genossen Schröder, Fendrich, wort. Zur Abstimmungsfrage in den Einzellandtagen können E. Schmidt und Bangermann als Ersagmann. die Ansichten in der Partei verschieden sein und waren es schon. Erst nach 11 Uhr konnte Genosse R. Fischer sein Referat In Frankfurt entschieden wir, daß die Budgetbewilligung eine grundüber den Nürnberger Parteitag beginnen. Die reiche fäßliche Frage und abzulehnen sei, in Lübeck dagegen haben wir Zum dritten Punkt leitet Genosse Woldersti die Dis- Tagesordnung des Parteitages werde diesmal noch durch einige zwei Stautelen festgesezt, unter welchen eventuell die Zustimmung fussion über die Parteitagsangelegenheiten ein und wendet sich wichtige Fälle erweitert. Schon beim Vorstandsbericht werde man erfolgen darf. Für Redner aber stehe fest, daß die Budgetscharf gegen das Gebaren der jüddeutschen Landtagsabgeordneten. fich mit Frauen und Jugendorganisation zu be- bewilligung auf alle Fälle eine Vertrauenstund Wie der Bliz aus heiterem Himmel hat die Nachricht von den felt- schäftigen haben. Ueber erstere habe man ja bereits in Berlin ge- gebung barstelle. Kommen nun die Bayern und Badenser und samen Beschlüssen und den noch seltsameren Antworten und Be- sprochen. Wir brauchen die Frauen für unsere Agitation, erklären, ja, was wollt ihr denn, wir sprechen der Regierung keineswegs gründungen gewirkt. Wenn die Antwort an den Parteivorstand wenn die Partei Fortschritte machen soll, und zur Heran- unser Vertrauen, sondern unser Mißtrauen aus, dann erinnert das feine Kinderei ist, dann fehlt cinem jeder Ausdruck, denn sie haben bildung der Jugend. Wir sind uns auch einig darüber, an jene Soldatenmißhandlungen, die auch keinSchmerzgefühl hinterlassen, die oberste Parteiförperschaft einfach zum Narren gehalten. Redner daß den Frauen bezüglich der Organisation gewisse Be ein Mißtrauensvotum also, das auch nicht weh tut. Der Vorwurf bespricht die Lübecker Resolution und erklärt die Gründe für Be- günstigungen, so bei Bemessung des Beitrages gewährt werden müssen. unserer angeblichen Negation mag einem unbelvanderten Agitator willigung des Budgets für nicht stichhaltig. Bezüglich der Mai- Daß die Jugendorganisation für unsere Partei erst so spät praktische Verlegenheit bereiten; der erfahrene Genosse jedoch wird leicht nach fcier dente fein Mensch daran, diese abzuwürgen. Für die Frauen Bedeutung erlangte, wird niemanden verwundern, der die Ent- zuweisen in der Lage sein, daß es sich hier um einen Trugschluß wünscht er leichte Uebertrittsbedingungen, niedrige Beiträge, aber wickelung der politischen Verhältnisse in Deutschland, das Sozialisten handelt, daß alle brauchbaren Gesetze mit unserer Unterstützung zu feine Sonderrechte. In der Jugendfrage stimmt Redner den Ver- gefeß mit seinen Gefahren für alle Organisationsbestrebungen usw. stande tamen. Die Bayern und Badenfer berufen sich zu unrecht cinbarungen zwischen Parteivorstand und Generalfommission zu. fennt. Das Verlangen der Jugendlichen nach Betätigung und Auf- auf den Lübecker Beschluß; für sie lag feine Zwangslage Die Jugend braucht bewährte Erzieher und Pädagogen, die die klärung versuche man jezt zu unterdrücken. Geben sie sich eine vor, dem Budget zuzustimmen, daß sie dafür stimmten, Psyche der Jugendlichen kennen. selbständige Organisation, so wird die Polizei das tun, wozu das ist ein Mißbrauch des Beschlusses. Hier scheint In der nachfolgenden ausgedehnten und äußerst lebhaften De- neue Vereinsgesetz geschaffen ist. Alle Klugheit der Reduer bei auch ein Mißbrauch des Taktgefühls vorzuliegen, welcher batte fam der Unwille über die süddeutschen Budgetbewilligungen den Jugendlichen sowie bei den Leitern der Jugendorganisation sich schon zeigte, als die Badenfer an dem Begräbnis des unverhüllt zum Ausdruck. Abgesehen von einem Genossen, waren wird nicht ausreichen, sie diesem Schicksal zu entziehen. Weil es Großherzogs teilnahmen. Dieser hat uns in seinem Leben nur jich alle Redner in der Verurteilung der betreffenden Abgeordneten eben unmöglich ist, eine selbständige Organisation der jugendlichen seine Mißachtung gezeigt; da mußte das Parteigefühl über das völlig einig und sie erklärten deren Vorgehen für einen Disziplin Arbeiter zu erhalten, deshalb sind Parteileitung und General- Menschlichkeitsgefühl gestellt werden. Genosse Fischer mißbilligt bruch, der den demokratischen Grundsäzen geradezu ins Gesicht kommission zu den von ihnen vereinbarten Vorschlägen gekommen. es entschieden, daß man von einer bayerischen, badischen usw. schlage. Besonders wirkungsvoll waren die Ausführungen des Ge- Ein Teil der Genossen vertrete die Ansicht, daß die Jugendorgani- Sozialdemokratie rede, was man selbst von Genossen zu hören nossen Gutmann, der die Budgetfrage eingehend behandelte. In ſation den Maschen des neuen Vereinsgesetzes genau so gut entgehen bekommt, die vor Jahresfrist noch ganz andere Ansichten vertraten der Frage der Jugendorganisation trat der Redner für deren Selb- könne, wie dies ja auch der Partei unter dem Ausnahmegefez ge- und doch erst furze Zeit in Süddeutschland sind. Diese Partikulariständigkeit cin. Noch schärfer kritisierte Genosse Bloch, der die lungen war. sierung muß unseren Widerspruch hervorrufen. Meinung vertrat, daß die betreffenden Abgeordneten auf Grund ihres Verhaltens ihr Landtagsmandat niederlegen und ausgeschlossen werden müßten. Auch er ist für Selbständigkeit der Jugend. In Kleines feuilleton. Redner bezweifelt dies und ist für jene Form der Organisation, wie sie nun von der Partei und den Gewerkschaften empfohlen sei. Die Jugendorganisation ist so zu leiten, daß ihre teils gewerkschaftIn Nürnberg handle es sich nicht darum, Sünder zu strafen oder Sühne zu schaffen, sondern den Parteistandpunkt allen Genossen tlarzumachen. Also wir wollen uns nicht entrüften, sondern ernst Das Wanzenmittel. Sie haben mir neulich ein Wanzenpulver verkauft, welches gar nicht hilft." Wie haben Sie es denn angewendet?" „ Nun, ich hab' es ins Bett gestreut." " " Das hilft nichts, Sie müssen es direkt auf die Wanzen streuen." " So ein Unfinn, wenn ich die Wanzen erst habe, kann ich sie doch viel einfacher totschlagen!" Na ja, totschlagen hilft auch!" immer?" Häusliche Szene. Mama, weshalb schreibt denn Papa " Das muß er, Kind. Papa ist doch Schriftsteller, und wenn er ( Am nächsten Vormittag): Ach, Papa, schreib doch heute mal Zeichenunterricht anwesend sein. Daneben laufen noch eine Reihe Der Künstler: Nicht das geringste, ich trinke ja Petroleum anderer Dinge: Sorgfältige Prüfung vielbestrafter Schüler wie drauf!" häufig wird z. B. Ünaufmerksamkeit angenommen, ivo Schwerhörigkeit vorliegt! beratende Teilnahme an -Fortschritt. Angehende Schauspielerin( stolz): den LehrerDer Schularzt in Deutschland. Es ist noch nicht viel Zeit ver- konferenzen, Empfehlung guter hygienischer Schriften, namentlich" Diefen Abend habe ich schon eine größere Rolle. In dem vorigen Stüd hatte ich nur zu sagen:" Es regnet, Mutter" aber in dem gangen, feit die Fragen der Schulhygiene zuerst in eingehender Weise über Alkoholismus und Tuberkulose, und schließlich die ungeheuer Stück hatte ich nur zu sagen:" Es regnet, Mutter" aber in dem zum Gegenstand öffentlicher Erörterungen und Prüfungen gemacht wichtige geschlechtliche Aufklärung. Der jungen Generation kann neuen:„ Es ist angerichtet, gnädige Frau!" worden sind. Bahnbrechend auf diesem Gebiete waren die Vereine Eriveiterung des ärztlichen Wirkens in solchem Sinne sehr ( Meggendorfer Blätter.") öffentlichungen des Breslauer Ophthalmologen Hermann Cohn, zugute kommen. Aus der Schule. Lehrer( in der Religionsstunde zum während unter den Lebenden besonders Baginsky- Berlin und Bungerstein- Wien sich Verdienste um diesen bedeutsamen Teil der Volts- Der Alkohol in Rußland. Das Ottobristenblatt, Golos Moskwy" fleinen Frig): Wen liebst du nächst dem lieben Gott am meisten? Frigchen: Die fleinen Mächens. gesundheit erworben haben. Zu einem der wichtigsten Probleme der erhält folgende Zuschrift: Die in Rußland in den letzten Jahren Schulhygiene nimmt jetzt die Zeitschrift für Krankenpflege" beobachtete Zunahme der Trunkenheit weist für das Gouvernement das Wort. Im Jahre 1895 erfolgte in Sachsen- Meiningen Ssimbirst folgende offizielle Daten auf: Der Konsum von Branntzum erstenmal die Anstellung von Schulärzten an Volks- und wein war im letzten Jahre um 35 583 Wedro höher als im vorherhöheren Schulen. Es folgten die Hansestädte und bald darauf gehenden Jahre, und erreichte das ansehnliche Quantum von 960 192 die übrigen Bundesstaaten, wobei es sich allerdings in der Wedro( ein Wedro 12,3 Liter). Wenn man dieses Quantum in Geld Regel nur um die Volksschulen handelte. Die guten Wirkungen, umrechnet, so erhält man die ungeheure Summe von 7 706 307 Rubel. 11. a. auf dem Gebiete der Zahnpflege, blieben nicht aus. Auch Im letzten Jahre wurden drei neue Branntweinbrennereien eröffnet, Schulärztinnen find an einzelnen Orten tätig, z. B. an dem Berliner die Gesamtzahl derselben ist seit der Einführung des Monopols von Lehrerinnenseminar. Auch zahlreiche private Unterrichtsinstitute 14 auf 34 gewachsen. Branntweinbuden gibt es im Gouvernement haben ihre eigenen Aerzte. Andere Kulturstaaten haben gleichfalls 318, d. h. fast ebensoviel wie Schulen. Wenn man diese Zahlen mit zur Schularztfrage Stellung genommen. An der Spige steht Japan, der Größe der Bevölkerung des Gouvernements( 1 807 006 Seelen und selbst Staaten wie Bulgarien haben seit einigen Jahren Schul- beiderlei Geschlechts) dem Konsum von Nahrungsmitteln, dem Landärzte angestellt. Der Schularzt ist tatsächlich im modernen Schul- hunger, dem Budget der Arbeiterfamilie und der Zahl der Ver- nicht schreiben würde, hätten wir nichts zu essen." wesen unentbehrlich. Es gibt eine ganze Reihe grundlegend wich- brechen zusammenstellt, so erhält man entsegliche Reſultate, von tiger Dinge, die der Stimme des Aerztes bedürfen. Schon die Be- denen einige im folgenden gegeben werden: Von jeder„ Seele", nicht Bacobst mit Klößen!" Ieuchtungsfrage und die damit Hand in Hand gehende Sigordmung, ausgeschloffen die Brustkinder, wurde durchschnittlich für 4 Rubel deren Regelung nach Maßgabe der Leistungen durchaus verwerflich 20 Kopeten Branntwein konsumiert. Auf jede„ Seele" fam mehr als scheint, bedarf des Arztes, der die Kinder schon untersucht hat und ein halbes Wedro. Dagegen beraubte das Branntweinbrennen jeden Wieder ein Burgbau. Die Burgruine Strahlenburg, ihren Körperzustand genau tennt. Ebenso ist die Bestimmung, wo und Bewohner des Gouvernements um 14 Bud Nahrungsmittel. Für eine der schönsten und malerischsten Ruinen der Bergstraße, bekannt wann im Winter Künstliche Beleuchtung playzzugreifen hat, außerordentlich das vertrunkene Geld wäre es möglich gewesen 55 047 Deßjatinen durch Kleists Drama Käthchen von Heilbronn", soll neu aufgebaut wesentlich un ebenso die Lösung der Temperaturfrage. Eine Land zu kaufen( 140 Rubel pro Deßjatine). Die Größe des mora- werden. Die erforderlichen Mittel, so heißt es, würden trotz des weitere Aufgabe bildet die Untersuchung, ob in einer Klaffe ver- lischen Verfalles, des Gesundheitsverlustes, der Zerstörung des Protestes der Bergstraßenstädte bereits in den nächsten Etat einschiedene Größen der Bänke erforderlich find. Man hört oft seitens Familienlebens usw. kann jedoch durch keine mathematischen Berech gestellt. Und das alles ist nur die Folge des der Schüler Klagen über unbequemes Sigen, die dennoch keine Be- nungen festgestellt werden. rücksichtigung finden. Das ist als durchaus schädlich zu betrachten. heutigen Regierungssystems, welches bestrebt ist, den BranntweinDer ärztliche Beirat der Unterrichtsanstalt hat dafür pu sorgen, konsum zu steigern, damit die Massen im Elend verkommen. daß die Beschaffenheit der Bänke der Körpergröße der Schüler cutspricht, und durch Umfragen festzustellen, ob teine derartigen Beschwerden vorliegen. - Bescheiden. Gast( der im Wirtshaus übernachten will): Dieser Punft ist ganz außerordentlich wichtig, da seine Beachtung den weit verbreiteten Rückgrat Es wird gut sein, wenn Sie mir eine Wärmflasche ins Bett verfrümmungen zu steuern geeignet erscheint. Auch die Anwesenheit stellen." des Schularztes beim Unterricht in gewissen Gegenständen Wirtin:„ A Wärmflasch'n hab'n wir net; aber vielleicht tuat's ist zu befürworten. Der Unterricht in den Sprachen käme nicht in Eahna der Bierivärmer!" Betracht. Wohl aber sollte der Schularzt den anatomischen Unter- Macht nichts. Herr( zum Variétékünstler):„ Wenn Sie richt felbst übernehmen und auch bei dem Gesang, Turn- und so Glas effen, macht Ihnen das gar nichts?" Humor und Satire. 22 Notizen. ( Lustige Blätter".) Ein Antiquitätenfabrikant. Einem Fälscher von Altertümern ist man der" Frankfurter Zeitung" zufolge in Bern auf die Spur gekommen. Ein Antiquar bot dem dortigen Historischen Museum Gegenstände zum Kaufe an, die angeblich aus der Pfahlbauer- Ansiedelung von Estavayer au Lac herrührten. Infolge dieser Offerte wurde eine Untersuchung eingeleitet und eine Hausfuchung bei einem Individuum vorgenommen, das schon seit mehreren Jahren im Rufe steht, mit gefälschten Antiquitäten Handel zu treiben. Bei dieser Haussuchung wurde ein beträchtliches Lager von PfahlbauGegenständen entdeckt, die sehr wahrscheinlich fabriziert sind. Das Judividuum erhielt häufig Besuche von Antiquaren, die ihm als Zwischenhändler dienten. beraten, wie der Wiederholung derartiger Dinge ein Riegel vorzu- schieben ist. Wir werden uns in Nürnberg bemühen, unS ohne Anathemas und lange Resolutionen zu verständigen, wie es möglich ist, wenn der gute Wille dazu vorhanden ist. Sonst aber mutzten unsere Grundsätze präzise festgelegt werden.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion polemisiert Genosse G r u n iv a l d gegen Fischers Stellung zur Jugend- organisation. Auch bezüglich der Maifeier teilt Grunwald nicht Fischers Anschauung; die Form der Unterstützung ist verfehlt. Die kleineren Orte mutzten z. B. von den bessergestellten Orten unter- stützt und so ein Ausgleich geschaffen lverden. Zur Budgctbewillignng unterbreitet dieser Diskussionsredner eine Resolution. Im wesentlichen kommt er in seinen längeren Aus- fllhrungen wie Fischer zur Mißbilligung der Zustimmung. Mit einer Aussprache werde man sich in Nürnberg jedenfalls nicht begnügen. Hier mützte die Ansicht der Genossen festgelegt werden.(Beifall.) Genosse P f a n n k u ch änhert sich zur Jugendorganisation da- hin, daß die gemachten Vorschläge reiflichen Erwägungen entsprungen seien. Voraussetzung der Jugendorganisation ist, datz sie er- ziele, datz die das 13. Lebensjahr überschreitenden jugend- lichen Arbeiter der politischen und gewerkschaftlichen Organisation beitreten. Zeige sich diese Wirkung nicht, dann werde sich vielleicht herausstellen, datz die Selbständigkeit der Arbeiterbewegung zum Nachteil war. Zur Regelung der llnterstützungsfrage bei der Maifeier möchten doch diejenigen Genossen, die in der Lage sind, bessere Vorschläge machen zu können, damit herausrücken. Schon in Lübeck habe Singer aufmerksam gemacht, welchen Auslegungen der fragliche Passus in der Nefolution betreffs der Bugelbcwilligung auS- gesetzt werden könne. Ganz richtig habe Fischer die Handlungs- weise der Süddeutschen als Mißbrauch des Vertrauens bezeichnet. Aber weil dieser Vertrauensbruch vorliege, nun zu sagen: Kommt her in unsere Arme, ihr lieben Brüder, alles ist vergessen und ver- geben, wäre grundfalsch. Den Süddeutschen mutz klar gemacht werden, datz wir nur eine einheitliche Sozialdemokratie haben können. Gelingt das, dann wird der Nürnberger Parteitag ein be- sonders denkwürdiger in der Partcigeschichte sein.(Beifall.) Die nachstehende Resolution des Genossen Grunwald wird mit überwältigender Mehrheit angenommen: Die Versammlung erblickt in den Budgetabstimmungen der Ladischen und bayerischen LandtagSfraktiönen einen groben Verstoß gegen die Lübecker Resolution; sie er- wartet deshalb, datz der Parteitag diese Abstimmungen schärf- stenS mißbilligt und Vorsorge trifft, datz sich solche Fälle nicht wiederholen. In dein Verhalten des badischen Landesvorstandes gegenüber dem Parteivorstande erblickt die Versammlung einen groben Verstoß gegen den Geist des Organis ations- statutS der Partei, einen Verstoß, der geeignet ist, die ein- heitliche Organisation der Partei auf das schwerste zu gefährden. Angenommen wird dann ferner eine längere Resolution, die gegen die politische Entrechtung der proletarischen Jugend, wie sie durch daS von der Blockmehrheit geschaffene VereinSgesetz zum Aus- druck kommt, protestiert. Schließlich erklärt sich die Resolution für die Selbständigkeit der Jugendorganisation. Eine cbensalls angenommene Resolution beauftragt die Reichs- tagSfraktion, gegen die den Zivilmusikern gefährliche Konkurrenz der Militärkapellen einzuschreiten. Beide Resolutionen gelten als An- träge zum Parteitag, zu welchem die Genossen Rösner, Witte und S ch ä f f e r delegiert werden; als Ersatzmann wurde Genosse Wendel gewählt. Zur Generalversammlung Von Grotz- Berlin wird folgender Antrag angenommen: .Be» wichtigen Anlässen(18. März usw.) sollen vorher die Zahlabende beraten, welche Stellungnahme hierzu einzunehmen ist." ES sollen die Genossen nicht wieder vor fertige Tatfachen gestellt werden, wenn sie den Anforderungen nicht voll und ganz nachkommen können. Nach Erledigung der Delegiertenwahl erfolgt in ziemlich vor- gerückter Stunde Schluß der Versammlung. Dritter Wahlkreis. .Der sozialdemokratische Wahlverein für den dritten Wahl- kreis tagte im großen Saale des Gewerkschaftshauses. Ter Vor- sitzende, Genosse Pohl gab im WorstandSbericht eine Uebersicht der Tätigkeit in der Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni, wobei er die große Arbeit vor und bei der Landtagswahl besonders hervor- hob und betonte, datz ein Teil der Genossen große Opfer gebracht habe. Ende Juni zählte der Wahlverein 2766 Mitglieder. 3100 .,VorwärtS"-Lescr waren vorhanden. Genosse iHavndt als Kassierer erstattete für die gleiche Zeit den Kassenbericht. Ein- schließlich eineS vom Vorjahr übernommenen Bestandes von 2787,63 Mark wurden insgesamt im halben Jahr 11 111,05 M. einge. nommen. Nach Verrechnung der Gesamtausgabe von 7068,74 M. verblieb am 30. Juni ein Bestand von 4043,21 M.— Dem Kassierer wurde Decharge erteilt. Für die Generalversammlung von Groß-Verlin wird aus der Mitte der Versammlung beantragt: „Parteigenossen, welche zwei Jahre politisch und gewerkschaft- lich organisiert sind, wird nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit oder Krankheit der„Vorwärts" gratis geliefert; der Antrag- steller mutz aber seit mindestens zwei Jahren Abonnent deS „Vorwärts" fein." Der Antragsteller K a w i e r wünscht, daß die Delegierten verpflichtet werden, in der Generalversammlung von Gro�Berlin für diefen Antrag einzutreten. Wegen der Schwierigkeit der Kon- trolle und der Höhe des zu erwartenden Ausfalls u. a. wurde der Antrag von verschiedenen Seiten bekämpft, während andere Redner lebhaft dafür eintraten. Die große Mehrheit stimmte für den Antrag. Darauf wurden die Delegierten zur Generalversammlung gelvählt. Den Parteitag in Nürnberg betraf der nächste Punkt der Tagesordnung. Genosse Redakteur Block hatte das Referat dazu übernommen. Der Parteitag werde, so führte er aus, harte Arbeit haben. Tie Ereignisse in den letzten Tagen hätten bewirkt, daß er ein Schlachtfeld sein werde, wo über einige der wichtigsten Fragen zu kämpfen sei. ES werde zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Die Frage der Budgetbewilligung werde einen großen Teil der Zeit in Anspruch nehmen.� Aber sie dürfe andere wichtige Fragen nicht in den Hintergrund drängen. Wichtig seien die Fragen, wie die Frauen- und Jugendorganisationen zu gestalten seien und welche Direktiven der Aildungsausschutz erhalte.� Sie erforderten eine sorgfältige Behandlung. Die geringste Meinungsverschieden- heit werde sich in bezug auf die Frauenorganisation herausstellen, denn da könnten nur in Zweckmäßiakeitsfragen abweichende Mei- nungen vorhanden sein. Jedenfalls dürfe mau nicht vergessen, daß die Frauen die Agitation unter den Frauen am besten selbst be- trieben. Minder leicht werde eine Einigung in der Frage der Jugendorganisation sein. Die Vereinbarungen zwischen Partei- vorstand und Generalkommission und die Stellungnahme des Gc- werkschaftSkongrcsseS. auf die Redner verweist, haben schon zu einer lebhaften Diskussion geführt. Besonders von solchen Genossen, die sich mit Erziehungsfragcn befaßt hätten, fei erklärt worden, daß der Lebensnerv einer wirksamen Jugendorganisation nur die Selb- ständigkeit der Jugendorganisation sein könne, datz sie nicht von oben herab, sondern gewissermaßen aus der Jugend selbst kommen müsse. Es sei bezeichnend, daß selbst von den Protektoren usw. der unter kirchlicher Fuchtel stehenden Jugcndvcreine eine gewisse Mit- betiitigung der Jugend empfohlen werde. Alles dränge nach einer gewissen Selbständigkeit. Wir müßten versuchen, uns von alten Autoritätsprinzipien frei zu machen und müßten anerkennen, daß eine Selbstcrziehnng möglich und nötig sei. die von feiten der Er- wachsenen Rat und Unterstützung, nicht aber Kommando erfahre. Von seinem Standpunkt aus, wäre es das beste, wenn der Partei- tag an die Frage der Agitation durch Komitees herantrete usw.; aber daneben solle eine selbständige Jugendorganisation, die Bil- dung, körperliche Erziehung und Unterhaltung pflege, ruhig weiter bestehen, und wo sie noch nicht bestehe, sich neu bilden können. ES ftzlle«ine Venbindung geschaffen werden zwischen den Erwachsenen und Jugendlichen; sie dürfe nicht zerreißen, falle aber nicht das Verhältnis des Korporals zum Untergebenen, sondern das des älteren zum jüngeren Freunde sein. Der BildungsauSschuß werde diesmal über Taten berichten können. Wahrscheinlich werde die Parteischule Angriffe erfahren. Im Lande sei schon die Meinung vertreten worden, daß die großen Ausgaben zu wenigen zugute käme, und Kurt Eisncr sei aufgetreten und habe verlangt, daß die Lehrkräfte verteilt würden, damit sie jedem Landestcil zugute kämen. Einem derartigen Verlangen müsse der Parteitag in schärfster Weise entgegentreten. Ihre Aufgabe könne die Partei- schule nur so erfüllen, wie sie sei. Da Eisner die Personalvcr- Hältnisse der Schule genau ikenne und wisse, daß alle Lehrkräfte, bis auf eine, an Berlin gefesselt seien, so sei die Auffassung wohl richtig, daß er die Dezentralisation nur verlangt, weil ihm die Richtung des Lehrkörpers nicht passe.— Im Anschluß cm Hinweise auf die Vorträge über„Sozialpolitik und neuer Kurs und„Reichs- finanzreform" unterwarf Redner die Budgetbewilligungen in Bayern und Baden einer längeren kritischen Besprechung, wobei er im wesentlichen den Standpunkt des„Vorwärts" vertrat und nach- wies, daß die fraglichen Landtagsfraktionen und ihre Freunde in der Presse sich nicht auf den Absatz 3 der Lübyker Resolution berufen könnten. Er schloß: Selbst wenn, was nicht der Fall sei, jene Etats unseren Anforderungen entsprächen, hätte kein Grund zur Budgetbewilligung vorgelegen, weil die Regierung auch dann noch der Ausdruck der Klassenherrschaft über das Proletariat bliebe und ihr keine Mittel bewilligt werden könnten. Er hoffe, daß die Mehrheit des Parteitages die grundsätzlich entschiedene Feindschaft dem kapitalistischen System gegenüber aufrecht erhalten und keine Abschwächung dulden werde.(Lebhafte Zustimmung.) Genosse M a s ch k e(von der Bewegung der Jugendlichen) be- gründete ausführlich folgende, von ihm gestellte Resolution: „Der Parteitag erhebt Protest gegen die von der Blockmehr- heit des Reichstages beschlossene politische Entrechtung der Jugend. DaS Bestreben der Gegner, die heranwachsende Jugend der sozialdemokratischen Aufklärung zu entziehen, verpflichtet die Partei, im stärkerem Maße als bisher die proletarische Jugend im Sinne der sozialistischen Weltanschauung zu erziehen. Der Parteitag sieht in der Betätigung der schulentlassenen Jugend in selbstän- digen unpolitischen Organisationen ein erfreuliches Zeichen des bei der heranwachsenden Generation erwachenden TätigkeitS- dranges, sowie ihres Frciheits- und Solidaritäts- gefühlS. Die Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen in Verbindung mit der Aufklärungsarbeit durch eigene Organi- sationcn der Jugend sind geeignete Mittel zur Heranbildung tüchtiger Kämpfer für die moderne Arbeiterbewegung. Unter Aufrcchterhaltung der Beschlüsse von Mannheim und Essen verpflichtet der Parteitag die Genossen in allen Orten, die Jugendbewegung nach Kräften zu unterstützen. Die Selbständigkeit der Jugendorganisation bleibt gewahrt. jedoch ist es ratsam, daß örtliche Komitees, die sich aus Vertretern der erwachsenen Arbeiterschaft zusammenfetzen, den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zur Förderung der Bildungsbestrebungen unter der prole- tarischen Jugend wird ein Zentralkomitee für Deutschland ein- gesetzt, das zu-gleichen Teilen aus Vertretern des Parteivorstandes, der Generalkommission, des BildungSausschusses und Praktikern der Jugendorganisation gebildet wird. An Orten, wo selbständige Jugendorganisationen nicht bestehen, werden Komitees für die Agitation unter der Jugend gebildet. Dem Zentralkomitee wird die Herausgabe einer Jugend- Zeitschrift übertragen." Genosse A p p i ch verurteilte scharf die Handlungsweise der süddeutschen Budgetbcwilliger.— Genosse H u b e r legte dar, daß die Gewerkschaften sehr wohl auf dem Gebiete der Jngendagitation und Erziehung Tüchtiges leisten könnten.— Genosse Geht- mann betont, daß die Jugend vom 18. Lebensjahre ab sich den Gewerkschaften und politischen Organisationen anzuschließen habe. Es bleib« die Jugend zwischen dem 14. und 18. Jahr. Diese könne aber nicht von Gleichaltcrigen erzogen werden. Daher der Ge- danke des Komitees, die Leitung zu übernehmen. Zur Budget- frage beantragt Gehrmann folgende Resolution: „Die Versammlung verurteilt die langerhand vorbereitete Budgetbewilligung der bayerischen und badischen Landtags- fraktion als einen schweren Verstoß gegen die Grundsätze und Beschlüsse der Gesamtpartei. Sie erklärt die Berufung auf den 3. Absatz der Lübecker Resolution als durchaus verfehlt. Zwin- gende Gründe hat keine der Fraktionen für ihre Zustimmung anzuführen vermocht. Die Versammlung verurteilt ebenso die Weigerung, dem Parteivorstand als der von der Gesamtpartei bestellten Parteileitung Auskunft über die Beschlüsse der Fraktionen zu erteilen, als einen groben Verstoß gegen den Sinn des Organisationsstatuts und die Einheit der Partei. Ebenso kann das Verhalten derjenigen Parteipresse, die dem Vorgehen jener Fraktionen zugestimmt hat, nicht gebilligt werden. Die Versammlung fordert eine Regelung in dem Sinne, datz der 3. Absatz der Lübecker Resolution gestrichen wird." Nachdem noch Rettich die Gewerkschaften für geeignet er- klärt hatte, sich der Jugendlichen anzunehmen, machte der Referent in seinem Schlußwort darauf aufmerksam, daß eine selbständige Jugendorganisation dem Anfchluß an die Gewerkschaften nicht entgegenstehe. Die obige Resolution Maschke, die Jugendlichen betreffend, und die Resolution Gehrmann zur Vudgetfrage wurden angenommen. Ferner machte die Versammlung den Antrag zu dem ihren, daß auf die Tagesordnung deS Parteitags 1909 die Frage der ländlichen Arbeiter als erster Punkt zu setzen sei.— Zu einem Antrag Paul Jahns auf Wieder- aufnähme in die Partei wurde gegen eine Stimme beschlossen, die Wiederaufnahme nicht zu empfehlen. Als Delegierte zum Parteitag wurden die Genossen Pohl, Justin Braun und Kawier und als Ersatzmann ijritz Schmidt gewählt. Nach einem kurzen Referat des Genossen Gehrmann zur bevorstehenden Provinzialkonferen� stimmte die Versammlung der Vorlage für dcflS Organisationsstatut zu. Als Delegierte sollen die Konferenz die Genossen Robert Hinze, Karl Ast und A h s ch e besuchen, als Ersatzmann eveutuell Riemer. Als Beisitzer im Vereinsvorstand wurden(für zwei Aus. geschiedene) die Genossen Gustav Müller und Aysche be- siätigt. Zum Revisor wählte man den Genossen Grimm. Vierter Wahlkreis. Die zahlreich besuchte, in Kellers Fcstsälen tagende Versamm- lung wurde um 9 Uhr von dem Genoffen Hoffmann eröffnet. Nach einer kurzen GeschäftsordnungLdebatte ergriff Genosse Ströbel das Wort zu seinem Vortrage über den Parteitag in Nürnberg. Der Referent streifte kurz die Frage der Frauenorganisation und wandte sich dann zum Punkt Jugendorganisation. Die bekannte Abmachung zwischen Parteivorstand und Generalkommission könne keinen endgültigen Beschluß bedeuten. Der Parteitag felbst habe in dieser Angelegenheit zu bestimmen. Man hat gesagt, die selb- ständigen Jugendorganisationen hätten sich nicht bewährt; sie hätten es vielfach an der nötigen Besonnenheit fehlen lassen. Selbst wenn das letztere zuträfe, so ist das kein Grund, gegen die selbständigen Jugendorganisationen zu sein. Auch Partei und Gewerkschaften hatten ihre Flegeljahre. Die Entwickelung von Partei und Ge- werlschaften hat bewiesen, daß eine solche Körperschaft nur lebens- sähig ist. wenn sie das Recht der Selbstverwaltung hat. Für die arbeitende Jugend liegt nicht nur die Aufgabe vor, sich sportlich und körperlich zu schulen, sondern es ist notig, sie geistig zu er- ziehen, ihr die sozialistische Weltanschauung einzuflößen. Die Jugendorganisationen sollen den modernen Geist auch in die jugendlichen Kreise hineintragen. In der Maiseierfrage hat bekanntlich der Parteivorstand Ab- machungen mit der Gewcrkschastskommission getroffen. Wir haben gesehen, daß die Maifeier nicht den Charakter angenommen hat, den sie eigentlich annehmen sollte. Aber doch hat die Arbeitsruhe am 1. Mai stetig stm sich gegriffen. Dort, wo die Organisationen, der Maifeier keinen Widerstand entgegengesetzt haben, hat sie bedeutende Fortschritte gemacht. Alle Parteitage, die sich mit der Frage beschäftigten, haben erklärt, die würdigste Form der Mai- feier sei die Arbeitsruhe. Andererseits haben sich die Gewerschaften mehr und mehr auf den Standpunkt gestellt, Laß cS sich nicht verlohn«. für die Maifeier Aufwendungen zu machen. Mit dieser Tatsache müssen wir rechnen. Wir müssen uns endgültig ent- scheiden. Das, was wir erobert haben, müssen wir möglichst halten. Wenn die Maifeier den Charakter der Arbeitsruhe behalten soll, müssen wir nach Mitteln und Wege suchen, um die Opfer dafür auszubringen. Es ist viefoicht ein akzeptabler Weg, Maimarken an diejenigen abzugeben, die verhindert sind, zu feiern und für die Unterstützungen eine Zentralkasse über daS ganze Reich zu schaffen. Wenn wir die Frage der Reichsfinanzreform und im Anschluß daran die der Budgetbewilligung richtig beurteilen wollen, müssen wir uns die allgemeine politische Situation ansehen. Die Block- Politik hat bewirkt, daß die Anforderungen unserer Weltpolitik ins Uferlose gestiegen sind, daß eine Acra des schärfsten internationalen Wettrüstens eingetreten ist. Auch der RcichSdallcs, an dem Deutschland krankt, ist eine weitere Folge der Blockpolitik. Freisinn und Zentrum sind bereit, der Regierung die erforder- lichen 500 Millionen Mark neuer Steuern zu bwilligen. Das ganze Bürgertum hat sich zu einer reaktionären Masse zusammen- getan, um der arbeitenden Klasse neue schwere Lasten aufzubürden. Diese Politik wird nicht nur von den reaktionären Parteien im Reich und in Preußen unterstützt, sondern auch von allen Par- teien in den süddeutschen Staaten. Man kann nicht eine künstlickze Scheidung machen zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten. ES gab für unsere süddeutschen Genossen keine zwingenden Gründe, für daö Budget zu stimmen. Wenn in der norddeutschen Partei- presse ein schärferer Ton angeschlagen ist, so findet das seinen Grund in dem Verhalten der süddeutschen Parlamentarier gegen den Parteivorstand und in der Geheimkonferenz. Da ist über eine Frage verhandelt worden, die vor den Parteitag gehört. Die Fraktionsmitglieder sind genau wie jeder andere Funktionär Bc- auftrage der Partei und haben im Sinne der Parlei zu handeln. DaS Ergebnis der Stuttgarter Beratungen hat sich in Baden und Bapern gezeigt. Wir wollen uns nicht darüber täuschen lassen, daß tatsächlich in Süddcutschland Minierarbeit gegen den Lübecker Be- schluß geleistet worden ist. Der Parteigtag muh in dieser An- telegenheit ein ernstes Wort sprechen. Wenn die„Fränkische iageSpost" streng darauf sehen will, daß die kleinen Kreise nicht zu stark vertreten sind, so regelt sich diese Frage einfach nach dem Organisationsstatut. Will sie eine proportionale Vertretung auf dem Parteitag, so kann das den Berlinern nur recht sein. Bayern, Baden. Württemberg haben zusammen 81000 Organisierte und können insgesamt 234 Delegierte entsenden, während Groß-Bcrlin mit 86 000 Organisierten nur 24 Delegierte stellen kann. Der Nürnberger Parteitag hat die Aufgabe, die Einheit und den Klassen- charakter der Partei zu wahren!(Lebhafter Beifall.) Der vsrsitzende verlas dann die eingegangenen Anträge und Resolutionen. Die Diskussion drehte sich zunächst um die Frage der Mai- feier. Tie Mehrzahl der Redner sprach sich für ein Festhalten an der Arbeitsruhe aus. Bei der Abstimmung über diesen Punkt wurde der Antrag, noch einmal in Verhandlungen über die Maifeier einzutreten, ab- gelehnt und mit großer V Majorität beschlossen: „Die Feier deS 1. Mai unter allen Umständen durch Ar- beitsruhe zu begehen und zu diesem Zwecke durch die Presse, durch Broschüren und Versammlungen geeignete Agitation dafür zu entfalten." Ter Antrag der Genossinnen, den§ 11, Absatz 1, Satz 9 des Parteistatuts zu streichen, wird ohne Debatte angenommen. Ein Antrag, als besonderen VerhandlungSgcgcnstand auf die Tagesordnung deS Parteitages zu setzen:„Die gegenwärtige Kriegshetze in Deutschland", wird nach einer beifällig aufge- nommenen Begründung durch Ostrowski einstimmig augc- nommen. Zur Frage der Jugendorganisation erhält dann das Wort noch Genosse Peters, der in temperamentvollen Ausführungen die Stellung der freien Jugendorganisation vertritt. Nach dem Bc- schluß deS Hamburger Gewerkschaftskongresses solle die Jugend- Organisation vernichtet werden. Man dürfe nicht achtlos über die Organisation der arbeitenden Jugend hinweggehen. Noch bestehen überall in Norddeutschland Organisationen und in Süddcutschland habe man die Auflösung schon bitter bereut. Der Genosse Schmidt hat in seinem Referat einen Standpunkt vertreten, den die Mehr- heit der Genossen nicht teilen kann. Der Gewerkschaftskongreß hätte nicht das Recht, in dieser Frage selbständig zu entscheiden. Es wäre Pflicht gewesen, den Genossen selbst die Entscheidung über diese wichtige Frage zu überlassen. Die Jugendorganisationen in Nord- und Süddeutschland haben eS ungefähr auf je 5000 Mitglieder und zusammen auf etwa 20 000 Leser der Presse gebracht. L0 000 Jugendliche sind zu einem gemeinsamen Zweck zusammen- geführt; diese Arbeit will man nun vernichten. Die Jugendorga- nisationen hätten ein reiches Betätigungsfeld. In konfessionellen Verbänden sind allein 325 000 Jugendliche vereinigt. Nur eine freie, selbständige Jugendorganisation könne die Jugendlichen für uns gewinnen. Wir wollen nicht die Zertrümmerung, sondern den Ausbau der Jugendorganisation. Genosse Schröder sprach im Sinne deS Hamburger Kongresses für Jugendabteilungen der einzelnen Gewerkschaften. In der Abstimmung wurde folgender Antrag PeterS mit großer Mehrheit angenommen: „Der Parteitag spricht den selbständigen proletarischen Jugendorganisationen seine volle Sympathie aus und verpflichtet die Parteigenossen allerorts, unter strenger Beachtung des VcreinSgescheS frei« Jugendorganisationen nach norddeutschem Muster zu bilden und ihre Entwickelung tatkräftigst zu fördern." Ein Antrag, auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen: „Sozialdemokratie und Genossenschaften" wurde vom Genossen Brückner begründet und von der Versammlung angenommen. Genosse H a ck c I b u s ch sprach dann zur Budgetbewilli- g u n g durch die süddeutschen LandtagSfraktiönen. Man könne dem Parteivorftand und dem„Vorwärts" für ihr energisches Eingreifen nur dankbar sein. Die Revisionisten seien der Ansicht, daß sie Oberwasser bekommen. Wir müssen auf dem Parteitag ganze Arbeit leisten. Er nehme an. daß die große Masse der süddeutschen Genossen mit ihren Führern nicht einverstanden ist. Adolf H o f f m a n n führt auS: Der Disziplinbruch liege darin, daß man dem Parteivorstand keine Auskunft gegeben habe. Die süddeutschen Abgeordneten hätten kein Mecdt, für den Etat zu stimmen. Ter Schwerpunkt ihres Verstoßes liege darin, daß sie selbständig in einer Frage entschieden haben, über die nur die Es- famtpartei beschließen könne. Anstatt die Sache in Geheimkonvem tikeln zu besprechen, hätten sie ihre Genossen um ihre Meinung fragen sollen. Die Versammlung nahm in dieser Angelegenheit folgende Re- solution an: „In der Stellungnahme der süddeutschen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten zur Budgetbewilligung der Einzellandtage erblickt die heute, am 13. August, tagende Generalversammlung des Wahlvereins für den vierten Berliner ReichtStagSwahlkreiS einen groben Verstoß gegen den Lübecker ParteitagSbcschluh und somit einen völligen Bruch der unbedingt erforderlichen und hoch- zuhaltenden Parteidisziplin. , Dieser Vorgang bedeutet einen kräftigen Vorstoß der rcvi- sionistischen Arbeit, einen Schritt nach rechts, einx Annäherung an die Bügerlichen, zur Reformpartei. Die Generalvcrsamlung erwartet deshalb, daß der in Nürnberg stattfindende Parteitag mit aller Deutlichkeit erklärt, daß die Beschlüsse der Parteitage auch für die süddeutschen LandtagSabgcordneten bindend sind. Die Stellungnahme des PartcivorstandcS als oberste Instanz der Partei und die Haltung deS„vorwärts" als Zentralorgan in dieser Angelegenheit ist deshalb nur zu billigen." Zur vrondendurger Konferenz werden keine Anträge gestellt. Fünfter Wahlkreis. SOPHOP Sechster Kreis. Drei Anträge liefen noch aus der Mitte der Versammlung ein, deren Beratung aber abgelehnt wurde, weil statutengemäß die Anträge zum Parteitag vier Wochen vorher beim Vorstand hätten eingereicht werden müssen. Fehler Als Delegierte sum Barteitage wurden gewählt Otto Bücherlegen wolle, fo follte man ihnen doch in Form eines Beschusses, und Bedeutung, die Teilnahme der Arbeiter an der Feier werde ner, Paul Hoffmann und Baul Litfin. Auf der Provinzial die Meinung der Mitglieder mit auf den Weg geben. Der Redner größer, wenn natürlich auch noch viel zu wünschen übrig bleibe. Ein besonderes Gepräge würden die Debatten über die jüngsten Konferenz wird der Kreis vertreten durch die Genoffen Sarl erhob sodann Beschwerde über einige Säße des Artikels Die Bethke, Wilhelm Eue und Ernst Wilhelm. Schlacht von Villeneuve" in Nr. 179 des Vorwärts", in denen da Borkommnisse in Baden und Bayern dem Parteitag geben. Freyvon die Rede ist, daß es dem Militär äußerst schwer gemacht har", thaler erinnert an die wiederholten heftigen Streitfälle innerhalb die Ruhe zu bewahren, und daß die Ereignisse nicht so leicht zu der Partei über den Wert des Parlamentarismus als Waffe in dem Die zahlreich besuchte Generalversammlung, die im Alten bermeiden" gewesen wären. Der Redner meinte, daß diese Säße Klaffenkampf der Arbeiter. Die große Befürchtung vieler Genossen, Schüßenhaus" tagte, ehrte vor Eintritt in die Tagesordnung das Entrüstung unter den deutschen Genossen hervorrufen müßten und daß die Partei der Veriumpfung anheimfällt, wenn sie sich dem Andenken der verstorbenen Mitglieder sowat sched und Thies sicherlich von den französischen Bourgeoisblättern zur Beschönigning Parlamentarismus ergibt, tritt da in ihr Recht, wo die Partei nicht der Militärbrutalitäten übernommen worden seien. We Is ber mehr als ein festgeschlossenes Ganzes die einzelnen Glieder kons fowie des Reichs- und Landtagsabgeordneten Ehrhart. Der Vorstandsbericht, den der Vorsitzende Friedländer sprach, diese Angelegenheit, dem Wunsche Weyls gemäß, in der trollieren kann. Wo eine einzelne Fraktion aus dem Gesamtrahmen gab, fonnte wegen der Reichhaltigkeit der Tagesordnung nur furz Preßfommission vorzubringen, zeigte aber auch, daß die Sätze im heraustritt, sich der Kontrolle der Partei entzieht, da ist die Gefahr ausfallen. Der Redner führte aus, daß wegen der Wahlrechts- ganzen Zusammenhang des Artikels in ein anderes Licht kommen. groß, daß sie auf eine schiefe Ebene gerät, und die Fühlung den Massen geht dann bald berloren, schwerer bewegung und wegen der Landtagswahlen die eigentliche Vereins- Bur Frage der Jugendorganisation wie zu dem Verhalten der sid- mit tätigkeit hintenangestellt werden mußte. Es fanden denn auch im deutschen Parlamentarier äußerte der Redner sich durchaus im Schaden erwächst daraus für die Partei. So sind die Liberalen Nach einem Schlußwort iepmanns gefunken von Stufe zu Stufe, mußten eine Konzession nach der verfloffenen Halbjahre nur drei Vereinsversammlungen statt. Bei Sinne des Referenten. der Landtagswahl war der 5. Kreis insofern besonders ungünstig wurde über die vorliegenden Anträge abgestimmt. Die Abteilung 3 andern machten, bis sie bei der Blockbrüderfchaft anlangten. In gestellt, als er an drei verschiedenen Wahlbezirken, dem 7., 8. und 30g ihren Antrag zugunsten der Resolution Böttchers zurüd. Diese Württemberg, Baden, Bayern und auch in Hessen machen sich Bes 10., beteiligt war. Im 10. Wahlbezirk war am meisten Aussicht Resolution wurde dann gegen eine starke Minderheit abgelehnt strebungen geltend, die die Gesamtpartei bekämpfen muß. Es muß vorhanden, den Kandidaten der Partei durchzubringen. Infolge Die Resolution Dr. Wehls über die Budgetbewilligung wurde die Pflicht der Delegierten sein, energisch dagegen Stellung zu der schlauen Bahlkreisgeometrie war es jedoch trotz der größten gegen eine Stimme angenommen. Ferner beschloß die Versamm nehmen.( Beifall.) Anstrengungen nicht möglich, die Wahl des Genossen Ledebour zu lung einstimmig, dem Parteitag die in Lübed 1901 von Beber fichern. An der Wahlrechtsbewegung wie den Straßendemonstra- borgeschlagene Resolution 104 zur Annahme zu empfehlen, allertionen haben sich die Genossen vom 5. Kreise nicht minder lebhaft dings unter Auslassung der nicht mehr den Tatsachen entsprechenden wie die übrigen Genossen beteiligt. Der Redner wies schließlich Worte dem Beispiel der bayerischen und badischen Genossen folIn der Diskussion über die Stellungnahme zum Barteitag noch auf die Veränderungen in der Organisierung der Frauen hin, gend". Als Delegierte zum Parteitag wurden die vom erweiterten wird von Genossen Lüpnig heftig polemisiert gegen Robert die das Reichsvereinsgefeh zur Folge hat, und sprach die Erwartung Vorstand vorgeschlagenen Genossen Liepmann, Fröbel und Schmidts Auffassung in der Frage der Jugendorganisationen, er aus, daß nach endgültiger Regelung die Genossinnen auch im Julius Bahr, sowie als Ersatzmann Hanisch gewählt. tritt unter reichem Beifall der Versammlung für die Selbständigkeit Verein mit größtem Eifer für die Partei tätig sein werden. Zur Provinzialtonferenz verzichtet Genosse 3ucht der Jugendorganisationen ein; die Jugendlichen branchen in erster Die Abrechnung, die der Kassierer Kirste vorlegte, schließt mit einer Einnahmefumme von 6751,40 M. und einer Aus der vorgeschrittenen Zeit wegen auf das Referat. Anträge lagen ginie soziales Wissen, um zu proletarischen Stämpfern herangebildet zu gabesumme von 5502,95 m., so daß ein Bestand von 1248,45 m. nicht vor. Als Konfernzdelegierte wurden die Genossen 3ippel, werden. Genosse Meyer spricht von der„ Entgleisung" der füdKarl Böttcher und Willi Bahr gewählt. deutschen Genossen, die der Parteitag wohl wieder auf den rechten übrig blieb. Unter den Ausgaben sind 1400 M. für Beiträge an Zur Verbandsgeneralversammlung stellte Rie. Weg führen werde. Die Maifeier will er besonders scharf als den Verbandsvorstand. Nach Beantwortung einiger Anfragen erteilte die Versammlung auf Antrag der Revisoren dem Kassierer liefert werden sollte, was die Versammlung jedoch nicht guthieß.nchmertum richten muß. Genosse Margi wendet sich ebenfalls erteilte die Versammlung auf Antrag der Revisoren dem Kassierer ger den Antrag, daß das" Mitteilungsblatt" allen Genoffen ge- Temonstration hervortreten sehen, die sich gegen das Untereinstimmig Decharge. 3um Parteitag in Nürnberg führte der Referent Die von den Abteilungen vorgeschlagenen 11 Delegierten zur Ver- gegen Robert Schmidt in der Frage der Jugendorganisation und gegen Meyers leichte Auffassung des Verhaltens der Siepmann unter anderem aus, er habe geglaubt, daß dieser bandsgeneralversammlung wurden einstimmig gewählt. Schließlich wurde noch ein Antrag der 1. Abteilung gutgeheißen, füddeutschen Genossen, das er als einen schweren einer von den ruhigen, nicht aufregenden Parteitagen sein werde. Inzwischen habe sich die Situation so verschoben, daß Gegensätze wonach hier in Zukunft die Flugblattverbreitung von den Bezirken binellt und als einen Berrat an der Arbeiterklasse" bezeichnet. prinzipieller Natur auftauchten, die gründlicher' Grörterung be- aus erfolgen soll. Die nächste Mitgliederversammlung soll sich je- Genosse andte hofft, daß der Parteitag eine befriedigende Lösung dürften. Die Delegierten würden nach Nürnberg gehen mit der doch mit der Frage befassen, wie nun die Hilfsleistung der Genossen in der Maifeierfrage finden werde. Man müsse die Angelegenheit nüchtern erwägen und fönne nicht große Demonstrationen erwarten, besten Absicht, die Einigkeit innerhalb der Partei zu befestigen, da- gegenüber den schwächeren Abteilungen geregelt werden soll. wenn z. B. eine schlechte Konjunktur im Wirtschaftsleben besteht. bei aber auch deutlich zum Ausdruck zu bringen, daß es feinen Besondere Wichtigkeit legt Handke der Frage bei, wie sich der ParteiUnterschied zwischen Nord und Süd geben kann, die Parteigenossen und ihre Abgeordneten sich dort wie hier unbedingt nach den Partei- Die Generalversammlung des Wahlvereins des sechsten Berliner tag diesmal zu den Lokalisten stellen wird. Er verlangt, der Parteitagsbeschlüssen zu richten haben. Falls wirklich der Lübecker Partei- Reichstagswahlkreises fand in den Germania Festsälen, Chaussee- tag folle endlich energisch handeln und diejenigen nicht länger als Barteigenossen betrachten, die die Zentralverbände als ihre Widertagsbeschluß über die Budgetablehnung irgendwelche Deutelung, straße, statt. wie man fie in Süddeutschland versuchte, zulasse, so müsse von Der Vorsitzende, Genosse Frehthaler, erstattete den Be- facher bekämpften; dabei erinnert er an das Verhalten von Wiesenneuem festgestellt werden, daß es nur ein Recht und eine Pflicht in richt des Vorstandes. Er erinnerte an die lebhafte Bewegung, thal. Wegen der vorgerückten Zeit wurde die Diskussion bald geder Partei gibt. Der Redner besprach sodann auf Grund des die der Wahlrechtskampf in Berlin. hervorgerufen hatte, und zeigte, Barteivorstandsberichtes die wichtigsten Ereignisse innerhalb der wie eifrig die Genossen des sechsten Kreisee sich daran beteiligten. fchloffen und man schritt zur Wahl der Delegierten zum Parteitag. Partei und ihrer Bestrebungen. Er erwähnt dabei, wie der Partei- Der Wahlkampf selbst nahm dann die ganze Energie der Genossen Gewählt wurden die Genossen Fahrow, Riez, Vieth. Als vorstand den Berliner Genossen das Zeugnis ausstellt, daß fie in in Anspruch und man kann wohl sagen, daß das Resultat nicht Delegierte für die Provinzialfonferenz wurden gewählt die Genossen der Wahlrechtsbewegung ihre Aufgabe ausgezeichnet erfüllt haben, unbefriedigt ließ; man fah eine erfreuliche Zunahme der Dobrohlaw, Dahms, Jahnte. wie aber andererseits in den Sozialistischen Monats- Stimmen auf der ganzen Linie. Redner gibt eine Uebersicht über heften" Dr. Bloch davon faselt, daß, wenn dem Elan, mit dem die Steigerung der gewonnenen Wahlmännerziffern und weist die die Genoffen den Kampf eröffneten, die strategische Tüchtigkeit ihres Vorwürfe über den angeblichen Terrorismus, den die Genossen Er follen, zurück. erinnert dann an Generalstabes entsprochen hätte, noch ganz andere Erfolge erzielt ausgeübt haben sollen, der Arbeitslosen im Kreise, an die worden wären. Der Redner erklärte hierzu, daß Bloch offenbar die Versammlungen an neue Vereinsgesetz, die teine Ahnung davon habe, wie der Kampf organisiert wurde, wie Protestversammlungen gegen das die Genossen schon lange vorher zu instruktiven Kursen zusammen- Verbreitung ungeheuerer Massen von Flugblättern und an die Aufberufen wurden, wie man in fürzester Zeit die Organisation der nahme der Frauen in die Organisation. Im Anschluß hieran führt In der Debatte über den Geschäftsbericht wenden sich einzelne Landtagswahlbezirke schuf, wie überhaupt die Organisation unserer er den Mitgliederbestand an. Ende lezten Jahres zählte Genoffen vortrefflich funktionierte. Die Bezirksführer und die Leis der Verein 22 821 Mitglieder, 3744 wurden in dem halben Jahre Delegierte scharf gegen die Abmachungen mit dem Arbeitgebertung hätten wahrlich etwas anderes verdient, als daß man sie als vom 1. Januar bis 30. Juni 1908 neu aufgenommen, aber 3535 verband, andere verstehen und billigen die Haltung des VorTann wird beschlossen, die Debatte über diese Frage ganz gute Sterle hinstellte, die es nicht besser zu machen verstanden mußten gestrichen werden, 22 wurden ausgeschlossen, 4468 waren standes. hätten. Ein Unrecht sei es, ihre Mühe und Arbeit in dieser Weise zu mehr als sechs Monate mit ihren Beiträgen im Rüdstande. Am zu schließen und nur noch über die weiteren Teile des GeschäftsAngenommen wird zunächst die berfleinern; das zeuge nicht nur von Untenntnis, sondern auch von 30. Juni war der Bestand an Mitgliedern 22 944, die gunahme in berichtes zu diskutieren. bösem Willen. Zur Frauenorganisation sprach der Redner die einem halben Jahre betrug also nur 123. Durch den Eintritt Resolution: Heffnung aus, daß die Genofsinnen sich so lebhaft und zahlreich im der Genoffinnen wurde der Bestand um 2914 erhöht, beträgt also Wahlberein beteiligen werden, daß die Genossen auf der Hut sein jezt 25 858. müffen, um es ihnen gleich zu tun. Hinsichtlich der Jugendorganisation steht der Redner auf dem Boden der von Parteivorstand und Generalfommiffion gemeinsam angenommenen Resolution. Da das fchofle Reichsvereinsgesetz eine sozialistisch- politische Organisatien der Jugend unmöglich macht, könne es sich in der Hauptsache nur um die sozialistische Erziehung handeln. Im übrigen aber habe die Partei alles Interesse daran, daß die jungen Leute, wenn fie 18 Jahre alt sind, der einheitlichen sozialistischen Organisation der Erwachsenen beitreten. Zu der großen Aufregung, die bei Genosse Müller erstattete den Kassenbericht für das letzte einigen Parteigenossen über die Vorschläge Platz gegriffen habe, halbe Jahr. Die Einnahmen betrugen 60 032,70 m., die Ausgaben liege gar feine Beranlassung vor. Bum Sassenbericht bemerkte der betrugen 58 772,99 M., der Bestand ist deninach 1259,71 M. Auf Redner, daß die Berliner diesmal in ihren Leistungen für die Antrag der Revisoren wurde der Kassierer entlastet. Er gab noch Bartei von den Hamburgern überflügelt wurden, aber nach wie vor eine Liste von 31 Personen bekannt, die wegen Pflichtverfäumnis bei den Ehrgeiz haben müßten, nach den Worten des verstorbenen Ge- der Landtagswahl von der Partei ausgeschlossen wurden. nossen Ehrhart als die Bankiers der Partei" zu gelten. In der Die eingegangenen Anträge tamen darauf zur ErMaifeier dürfe es felbft im eigenen Interesse der Gewerkschaften ledigung. Angenommen wurde der Antrag, der Verbands- Generalfein Zurüdweichen vor dem verbündeten Unternehmertum geben, versammlung zu empfehlen, daß denjenigen Mitgliedern, die länger und darum dürften aber auch bei der Unterstübungsfrage die als zwei Jahre politisch und gewerkschaftlich organisiert und zwei Hauptkassen nicht ausgeschaltet werden. Nachdem der Redner noch Jahre Abonnent des Vorwärts" find, nach zweimonatlicher mit einigen treffenden Worten die Punkte Finanzreform und So- Arbeitslosigkeit der Borwärts" auf Verlangen gratis geliefert berichte im Einverständnis mit dem Vorstand in der Fachzeitung 3 9 Das Andenken der verstorbenen Genoffen, 64 an der Bahl, wurde in der üblichen Weise geehrt und dabei auch des Genossen Ehrhart gedacht. Zwei Generalversammlungen fanden in der Berichtszeit statt, ferner 5 Versammlungen mit belehrenden Vorträgen, 21 Borstands figungen, 8 Streisfonferenzen und zahlreiche Sizungen zur Wahlagitation. Der Redner schloß seinen Bericht mit einem Appell zum eifrigen Werben für unsere Partei. 10. Herbandstag der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands. Frankfurt, 18. August. Zweiter Verhandlungstag. Nach Kenntnisnahme des Geschäftsberichtes des Vorstandes und nach Darlegung der in Betracht kommenden Verhältnisse während das Kampfes im Jahre 1907, erkennt der Verbandstag an, daß der Vorstand nicht anders handeln konnte, als er gehandelt hat. Der Verbandstag spricht jedoch die bestimmte Erwartung aus, daß in Zukunft derartig weitgehende Abschlüsse nur nach voraufgegangener Zustimmung des Beirats eingegangen werden." Mit überwiegender Mehrheit abgelehnt wurde die Resolution, die befagt, der Verbandstag ist mit der Haltung des Vorstandes nicht einverstanden. In der nun weiteren Diskussion werden hauptsächlich Wünsche bezüglich der Breffe vorgetragen. Die Arbeitsverhältnisse in der Wäschebranche hätten in der Fachzeitung mehr berücksichtigt werden müssen. Dem Lesebedürfnis der jugendlichen und weiblichen Mitglieder sollte mehr Rechnung getragen werden. Käming Berlin bc= fürwortet einen Antrag von Frankfurt a. M., die Fachzeitung auszubauen und spricht für die Wenderung des Zeitungstopfes. Sa bath= Berlin erklärt, daß er die ProtestversammlungsF aufgenommen habe. Durch die Aufnahme dieser Berichte sei den protestierenden Kollegen der Boden abgegraben worden, sagen zu können, die Meinung der Kollegen werde unterdrückt. Auf die vorliegenden Anträge zair Presse eingehend, wendet sich Sabath gegen liegenden Anträge zair Presse eingehend, wendet sich Sabath gegen einen Antrag von Berlin III und Herne, der verlangt, daß die Annoncen im Fachlatt betreffs Gesuche um Freiwillige zum Militär seitens der einzelnen Regimenter nicht mehr aufgenommen werden sollen. Dikese Inserate würden bezahlt und es liege fein zwingender Grund vor, sie nicht mehr aufzunehmen. Uebrigens bejage der§ 10 des Preßgefezes, daß Mitteilungen von öffentlichen Behörden aufgenommen werden müssen. Ihm sei es übrigens am liebsten, wenn alle Inferate aus der Fachzeitung herauskommen Stollegen in dieser Branche sollten aber für die Fachzeitung mehr mit arbeiten. Den Wünschen auf weitere Ausbauung des Fachorgans soll nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. zialpolitik gestreift hatte, ging er ausführlicher auf das Verhalten werde. der badischen und bayerischen Landtagsfraktion ein, verlas die Lü Ein weiterer Antrag, jedem Genossen, falls er ein Jahr Mitglied beder Resolution und zeigte, wie die füddeutschen Genossen, die bei ist, im Todesfalle einen Stranz zu liefern, und zwar auf Kosten der der preußischen Wahlrechtsbewegung in Telegrammen ihrer Sym- Kasse des Kreises, wurde vom Vorstande bekämpft, weil man un pathie und Solidarität Ausdruck gaben, mit ihrer Budgetbewilli- liebsame Erfahrungen in dieser Richtung gemacht habe. Die Vergung eben diese Solidarität verletzten. Der Redner erwähnte auch sammlung nahm aber den Antrag nach furzer Diskussion an. die neuesten Auslaffungen der Fränkischen Tagespost" über„ fünft. Die Vorschlagsliste der 181 Delegierten zur Verbands- Generalliche Häufung von Mandaten" und" Mandatskauf", die um so versammlung, wie sie von den 11 Abteilungen vorgelegt wurde, er törichter erscheinen, als die 81 000 organisierten Genossen Bayerns, hielt die Bestätigung durch die allgemeine Zustimmung der Ber Badens und Württembergs eine zehnfach größere Bahl von Deles sammlung. gierten als die 86 700 Berliner Genossen zum Parteitag schiden Bum Barteitag in Nürnberg lagen einige Anträge vor, fönnen. Der Parteitag müsse von neuem Klarstellen, daß es teine die ebenfalls Annahme fanden. Ein Antrag fordert eine Aenderung besondere badische, bayerische usw. Sozialdemokratie, sondern nur in der Delegiertenbeschichtung und zwar dahingehend, daß bis würden. Die Wäsche branche würde mehr berücksichtigt werden, die eine deutsche und internationale Sozialdemokratie gibt. 5000 Mitglieder durch brei Delegierte zu vertreten seien und für je In der Diskussion nahm zunächst Karl Böttcher das weitere 5000 noch ein Delegierter zu wählen sei. Die Versammlung Bort, sprach in halbstündiger Rede für Erhaltung der selbständigen war damit einverstanden und ebenso mit dem Wunsche der Ge Jugendorganisation und empfahl eine dementsprechende Refolu- nofsinnen, den§ 11 Absatz 1, Satz 2 des Parteistatuts zu streichen, tion. Der Redner hob besonders hervor, daß die Jugendorganisa- der dahin lautet, daß auch die Genoffinnen in eigenen Veriamm tion in manchen Betrieben für die Abstellung schwerer Mißstände lungen Delegierte wählen tönnen. In ihrem Antrage heißt es: hinsichtlich der Ausbeutung und schlechten Behandlung der Lehrlinge und jungen Arbeiter gesorgt habe, somit praktisch Jugendfdjuk betreibe, wo es den Organisationen der Erwachsenen nicht möglich sei, und daß die selbständige Jugendorganisation gerade bei der jezigen wirtschaftlichen und politischen Lage erhalten und gefördert werden müsse. Zu dieser Frage lag außerdem ein Antrag der 3. Abteilung vor, die Delegierten zu verpflichten, für die Erhaltung der selbständigen freien Jugendorganisation einzutreten. Jm selben Sinne äußerte sich Genosse Nietsch und wünschte, daß den Delegierten in dieser Hinsicht ein gebundenes Mandat gegeben werde. Bei der jegigen gemeinsamen Organisation von Männern und Frauen entspricht es nicht dem einheitlichen Charakter, noch in Extra- Frauenversammlungen weibliche Delegierte zu wählen." Weiter lag der Versammlung folgende Resolution bor: Die Generalversammlung des 6. Berliner Reichstagswahlfreises spricht der badischen und bayrischen Landtagsfraktion für ihr disziplinwidriges Berhalten anläßlich der Budgetbewilligung ihre schärfste Mißbilligung aus." Die Resolution fand einstimmige Annahme. Ein Schlußantrag macht der weiteren Debatte, in der auch Kritit an der Tätigkeit einzelner Gauleiter geübt wird, ein Ende. Verbandsvorsitzender( Stühmer Berlin geht in feinem Schlußworte auf die von den Delegierten erhobenen Wünsche und Beanstandungen ein. Nad weiteren Schlußreden werden diese Anträge angenommen. " Der Kopf der Beitung ist in Fachzeitung für Schneider und Wäschearbeiter" umzuändern und der Inhalt der Zeitung betreffs Wäschebranchemfragen, besser als bisher auszuarbeiten und zu erweitern.". " Die Fachzeitung" ist inhaltlich wie räumlich so auszubauen, um dem Lesebedürfnis der weiblichen Mitglieder möglichst genügen zu können, somit die Lieferung der Gleichheit" entbehrt werden kann." Die Fachzeitung soll so frühzeitig hergestellt werden, damit dieselbe spätestens Freitag abend in den Händen der Bebollmächtigten ist." Abgelehnt wird der Antrag, daß die Annoncen im Fac blatt betreffs Gesuche um Freiwillige zum Militär nicht mehr aufblatt betreffs Gesuche um Freiwillige zum Militär nicht mehr aufgenommen werden sollen. Die Verhandlungen werden dann vertagt. Genosse Freythaler referierte dann über den beborstehenden Parteitag. Die meiste Aufmerksamkeit in der vorliegenden TagesZu den Vorgängen in Süddeutschland lag folgender Antrag ordnung, fo meinte er, wird den Fragen der Jugendorganisation bon Dr. Mehl bor: und der Maifeier zuteil werden. Für die erstere wird der Parteitag " Die Generalversammlung des Gozialdemokratischen Wahl- taum sofort die günstige Lösung finden können, hier tauchen Probleme vereins für den 5. Kreis erblickt in dem Verhalten der badischen auf, die reiflich überlegt werden müssen und eine gründliche Disund bayerischen Landtagsfraktion einen Disziplinbruch, den sie fussion erfordern. Wir stehen vor neuen Aufgaben und beschreiten auf das schärffte mißbilligt. Sie erwartet, daß der Parteitag in ein neues Gebiet, wo wir in eigener Weise vorgehen müssen, verschieden Rürnberg in ganz entschiedener Weise dazu Stellung nimmt." von dem Vorgehen anderer Parteien, welche die Jugend in ihrem Babiel wendet sich gegen diefe Resolution und meint, daß Sinne leicht beeinflussen können. Man wird auf dem Parteitage die Berliner Genossen sich nicht so recht in die süddeutschen Ver- Richtlinien geben, die wertvoll sein können. Um solche Richtlinien Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über hältnisse hineindenken könnten. Wahrscheinlich werde der Partei- wird es sich auch bei der Diskussion über die Maifeier handeln, Marktlage: Fleisch: tag in der Frage einen nach beiden Richtungen schwankenden Be- wenn die Unterstüßungsfrage auftaucht. Der Redner erwartet, daß den Großhandel in den Zentral- Marktballen. schluß faffen. Dr. We hI begründet seine Resolution und wünscht die Delegierten jedem Bestreben entgegentreten werden, was etwa 3ufuhr schwach, Geschäft still, Breise unverändert. 23ild: Bufuhr genügend, Geschäft flau, Breise 1tachgebend. Geflügel: Zufuhr mäßig, ferner, daß der Parteitag die Lübecker Resolution erneuern möge, barauf hinzielt, die Maifeier zu unterbinden oder gar abzufchaffen. Geschäft still, Preise schwankerad. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft jedoch unter Ausschaltung der Säße, die eine Ausnahme von der Man habe durchaus keinen Grund, mit pessimistischen Stimmungen sehr schleppend, Breise wenig berändert. Butter und Käse: alein richtigen, prinzipiellen Haltung zulassen. Wenn man den auf die Entwickelung der Maifeier zu blicken, im Gegenteil fei man Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Gemise, Obst und Süd. Delegierten auch in dieser Frage tein gebundenes Mandat auf zu Hoffnungen berechtigt, denn die Maifeier gewinne an Ansehen irügte: Bufuhren genügend, Geschäft still, Breise wenig verändert. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2.Berliner Reichstagswahlkreis ( Bezirk 135). Am Dienstag, den 18. d. M., verstarb unser Parteigenosse, der Droschkenführer 211/14 August Lucas. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 21. d. M., nachmittags 5%, Uhr, von der Reichenhalle des KreuzKirchhofes, Mariendorf, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Am Dienstag, den 18. August, verstarb unser Parteigenosse, der Vergolder Hugo Thomas. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. d. Mts., nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Friedhofes, Bornißstraße, aus statt. 14/11 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Vergolder Hugo Thomas am 18. Auguft gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen: halle des Lichtenberger Gemeindefriedhofes, Bornißstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 89/2 Die Ortsverwaltung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Zeilnahme, sowie für die schönen Kranzspenden anläßlich der Beerdigung meines lieben Gattent Emil Hein sage ich allen Beteiligten, besonders den Verbandskollegen des Berstorbenen meinen innigsten Dank. Alma Hein nebst Sohn. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfohl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Bahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 16. d. M. die Frau des Kollegen Czarnecki Auguste geb. Bütow verstorben ist. Bezirk I Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. August, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Heiland- Kirchhofs in der Jungfern heide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 75/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Ernst Schauer am 15. d. M. infolge Unfalles gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute in Stettin statt. 120/10 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Henriette Fischer geb. Breuer sage hierdurch allen Verwandten und Freunden, insbesondere den Genossen des Bezirks 661B, dem Verband der freien Gast und Schankwirtle, dem Befangverein Nord- West" sind der Direktion sowie dem Haris: und Bühnenpersonal vom Marine Bariété, Alt- Moabit 1, meinen verbindlichsten Dant. 40342 Otto Fischer nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Johann Nawrocki sage ich hierdurch allen freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank. Witwe Marie( Mawrocki. Vorortparzelle, 290 M. an, Brunnhofer, Berlin, Not lendorfftr. 3. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Märkische Wanderfahrten. Einbis dreitägige Ausflüge in die Mart. Mit 10 Starten. 1,50 Mart. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnehme und die Kranzspenden bei Soeben erschien der Beerdigung meiner lieben Frau, in zweiter verbesserter Auflage unsever guten Mutter und Schwiegermutter 11135 Berta Arenhold fagers wir allen Verwandten und Befannten, insbesondere Herrn Wilhelm Hinz, unseren herzlichsten Dant. Heinrich Arenhold und Kinder. Dr. Simmel Spezial- Arzt Gustav Adolf Ein Fürstenspiegel zu Lehr und Nutz der deutschen Arbeiter bon Franz Mehring mit einem neuen Vorwort Preis 1.-M. 247/ 1* billige Ausgabe 40 Pf. für Haut- und Harnleiden. Expedition des, Vorwärts' Prinzenstr. 41, Moritzplatz, dicht am 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 000 Sie suchen einen haltbaren und doch schmiegsamen Stiefel. Tragen Sie die Marke Salamander" und Sie werden zufrieden sein. A Einheitspreis 1250 Fordern Sie Musterbuch V ORIGINAL SINGER Lindenstr. 69, Laden. SALAMANDER SCHUH- GES. m. b. H. BERLIN: W. Friedrichstr. 182 C. Königstrasse 47 SW. Friedrichstr. 221 v. L Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 34982* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. NAHMASCHINE Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Vereine!! Achtung!! Gewerkschaften!! Neue Armin- Hallen Kommandantenstr. 58/59. Fernspr. IV, 10 155. Säle von 50-1000 Bersonen fassend. Gute Beleuchtung! 6 Vereinszimmer. Sonnabende und Sonntage dieses und nächstes Jahr noch frei. Kleine Anzeigen Kinderwagen, Spoctivagen, Kinderbettstelle. Größere Raten Kassapreis, zurückgesetzte, gebrcaichte spottbillig Andreasstraße 53. 326 erworben? um Berlin mit 100 Ausflüge 12 Jllustrationen and 20 Karten, 1,50 Mark und 2, Mart, Expedition, Rindenstraße 69, La den. Wie wird die staatsangehörigkeit Bücher des deutschen Hauses. Ein Führer durch das Eine Sammlung guter Erzählungen, Recht der Staats- und ReichsGeschichten, Novellen usw. Gut aus angehörigkeit, von, H. Beims. Preis gestattet, zirta 300 Seiten umfassend, 25 Bf. Expedition Lindenstraße 69, zum Teil illustriert und gebunden. 75 Pfennige pro Band. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Installateure und Händler tausen Bronzegastronen, Zugampeln, Gasbeleuchtungs- Gegenstände, Hängegasbrenner allerbilligst Großhandlung Alte Jakobstraße 125. Geschäftsleuten Engrosrabatt. 1004 Laden. Bronzegastrinen!!! Baszug lampen! 9,00. Gasrohrlyren! 12 Schaufensterlicht spottbillig! Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. 10648+ Gardinen, 58, # Vereinsbrauerei Rixdorf Hermannstr. 214-219. 11005 Hermannstr. 214-219. Allen meinen werten Gönnern, Freunden und Bekannten mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Oekonomie des oben genannten Etablissements 3860L* am 1. Oktober d. J. übernehme. Es soll mir eine ehrenvolle und angenehme Aufgabe sein, auch an der neuen Stätte meiner Wirksamkeit den Ruf meiner guten Küche zu erhalten. Hierdurch und durch sorgsame Pflege der vorzüglichen Biere der Vereinsbrauerei Rixdorf( Berliner Kindl u. JohanniterBräu) werde ich bestrebt sein, den Kreis meiner verehrten Bekannten zu befestigen und zu erweitern. Für die kommende Wintersaison erbitte ich Bestellungen auf Säle und Vereinszimmer, zur Abhaltung von Hochzeiten sowie jeder anderen Festlichkeit möglichst frühzeitig nach meiner jetzigen Wohnung und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Wohnung: Rixdorf, Hermannstr. 31 1. Max Wendt früher Inhaber der Industrie- Festsälc, Berlin. Abgerissen u. unmodern an Garderobe brauchen Sie bei unseren Preisen nicht zu gehen. Wir empfehlen getragene Monatsgarderobe in feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herrschaften, Doktoren, Kavalieren nur Wochen gebrauchte 3846L* Monats- Anzüge 7, 10, 14, 18 M. Monats- Paletots 5, 8, 12, 16 M. J.Wand Hauptgeschäft: Große Frankfurter Str. 116 2. Geschäft: Chausseestr. 89 3. Geschäft: Chausseestr. 86 Bekanntestes Spezial- Geschäft für Monatsgarderoben Berlins. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Möbeltischleret liefert gediegene Komiker, billig, wohnt Köpenider- Herr sucht ruhige möblierte Wohnungseinrichtungen äußerst billig straße 147. Schwarz. 10905* Schlafstelle allein im Südosten. Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. erbeten unter A. Stein Laden. Harnad, Tischlermeister, girtel( monatlich 4 Mart) werden ge- Laufiber Platz 14/15. Teilnehmer an einem englischen Breisofferten +3 Dresdenerstraße 124, nahe Stottbaser sucht. Privatstunden für Anfänger Handwerker sucht Schlafstelle, Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* und Fortgeschrittene werden erteilt. allein, Nähe Kommandantenstraße, Möbelhalle„ Norden", Thiele, G. Swienty, Schöneberg, Sedan Dranienstraße. Offerten Preisangabe Aderstraße 120( Gartenplay). Filiale: straße 57, III. 1003 Heim 320, Postamt 26. Invalidenstraße 118( Stettinerbahn), Waschanstalt Starl Behrigt, Köpe- Suche möblierte Schlafstelle für Speicher. licher Wohnungs- Einrichtungen von dend weiße Wäsche, ohne Anwendung H. B. 100. Hauptpostlagernd.[+124 Riesenauswahl bürger nid, Glieniderstraße 29, liefert blen- Herrn Nähe Jannowigbrücke. Offerten 200 bis 3000 Mart. Gelegenheitsscharfer mittel. täufe gebrauchter wie neuer Möbel, wäsche, 3 Handtücher 0,10. Abholung fpottbillig. Aufbewahrung und Liefe: Sonnabend. 214S rung, frei. Bettwäsche, Leib10668 Wäsche wird sauber gewaschen, Freien getrodnet. Laten, Leibwäsche 0,10. Abholung Sonnabends. Frau Pankrath, Köpenid, Müggelheimerstraße 40. 11055 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. 177/17 Blinder Stublflechter billet um Arbeit. Stible werden abgeholt und zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad 1468b Straße 27. Möbel sowie ganze WohnungsEinrichtungen auf Teilzahlung bei geringer Anzahlung erhalten solide Leute in der Möbelfabrik August Krause, Schüßenstraße 73/74. 924* Auflösungen, Schränke, Bertikos 20,-, Billige Möbel aus Versteigerungen Taschensofas 45,- Salongarnituren 85,-, Büjette, Schreibtische 35,-, Bücherschränke Bierzug tische 68,-, Lederstühle, Klubsessel, Ledersofas, Trumeaus 30,- Bett ſtellen, Tische, bunte Küchen 45, Kronen, Delgemälde, enorm große Auswahl tompletter Wirtschaften jeder Stilart, billiger als überall. Lennerts Möbelspeicher, Lothringerstraße 55. Möbelfabrik, Dranienstraße 58, Fahrräder. direkt Morikplatz. In meinen fünf Fahrräder, Teilzahlungen. Invas Etagen stehen komplette Wohnungs einrichtungen von 165-5000 Mart. libenstraße 20 Staligerstrage 40. 320* Aufpolsterung. Bettmatrate 4,00, In jeder Holzart. Schlafzimmer 285, Sofa 5,00, auch außerm Hause. Salon, Herrenzimmer, Speisezimmer zahlungen, ohne Ausschlag, Fahrräder, Grammophone, Zeil Soffmann, Neue Königstraße 30. Lothmit Umbauten 390 Mart, farbige ringerstraße 40. 674* Jescheck: Eusemble Gethsemane Küchen 45,-. Besondere Gelegen ftraße 3. Herrenfahrrad, Damenfahrrad + 71* Stellenangebote. verliehen gewesenen Möbeln, Die Teppiche( febierbajte) in allen Automobil Betriebs Gesellschaft, Zigarrengeschäfte, zwei, zu ver- bedeutend herabgesezt sind. 9778 Haase- Bier vom Faß und in Flaschen. straße 36 b. Größen für die Hälfte des Wertes faufen event. init kleiner Anzahlung. fallend billig: AufRigdorf, Cannerstraße 4. Vereins- Hannoverschestraße 5, bildet junge Halbrenner und Chaiselongues 22, tm Teppichlager Brünn, Hadeicher Schönhauser Wee 63, Bigarrenfabrik. Schlafsofa 34, Plüschsofa 49, Paneel furze Zeit benutt 35,00. Damemad, zimmer. 101* Leute im Mindeſtalter von 21 Jahren Große Markt 4, Babnbot Börse. 264/ 11* Zigarrengeschäft, gute Existenz, fofa 59, Garnitur von 75 Mart an, Frankfurterstraße 14, Hof geradezu.* Vereinszimmer, geräumige mit 3 Motordroschkenführern aus, sofern fie den üblichen Bedingungen der Steppdecken billigst Fabrik, Große gegenüber jeymannscher Lesehalle, Säulentrumeau 33, Bettstelle mit Fahrräder, gebrauchte, Biano, Garten, Kegelbahnen empfiehlt Verkehrspolizei entsprechen. Eintritt Frankfurterstraße 9, parterre, Mauer- große Wohnung, billige Miete, Matrage 16, engl. Bettstelle mit billig. Berleihinftitut Weberstr. 52, zu Festlichkeiten ust. Szymczak, täglich. 1015b* boff. 10736* Adalbertstraje 51. 10986 Sprungfedermatraße 44, Muschelspind, Brigte. Chorinerstraße 50a.( Fernsprecher!) 10318 Kunstschmiede, selbständige, verTeppiche mit Farbenfehlern, Fabrik- Parteilotal mit Bahlstellen Bertiko 30. Besichtigung ohne KaufGeschäftsdreirad, äußerst stabil, Arbeitsloser Maler streicht Stüchen- langt R. Blume, Charlottenburg, niederlage Große Frankfurterstraße 9, änderungshalber billig zu verkaufen zwang erbeten. Getaufte Möbel tön 50,00. Holz, Blumenstraße 36b. möbel für 15 Mart. M. Teubner, Schillerstraße 97. + 110* parterre, Mauerhoff. Vorwärtslesern Bankow, Flo rastraße 32.+145 nen beliebige Zeit tostenfrei lagern. Eberthstraße 6, II. Tüchtige Stepper auf Joppeu 6 Prozent Rabatt. 10746* Eventuell Bahlungserleichterungen. Gutgehemde Kundentischlerei Malerarbeiten, Küchenmöbel verlangt Stamerunerstraße 46, Sciten frankheitshalber 300,00 zu verkaufen Rein Raden, direkt Fabrit. Sonnftreicht Eis, Große Frankfurterstr. 120. flügel IV. Königgräßer Straße 88. 11036 tags bis 2 Uhr geöffnet. Musterbuch gratis. Transport fret. 1054K* Steppdecken ſpottbillig, Fabril Große Frankfurterstraße 60. 29938* Bronzegastronen, Riesenauswahl. Gelegenheiten. Alte Jakobstr. 125.* Kinderwagen neu, bringend, 16,00. Mizichte, Ererzierstraße 25. Teppiche mit Farbfehlern für die Hälfte. Teppich- Thomas, Dianten firaße 160, Dranienplatz. 1058 Uhren, Goldwaren billigst Werner, Bappelallee 3. Anzüge, Paletots nach Maß. Aus Ia Stoffresten, Monats und nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Boß, Brunnenstraße 3, eine Treppe, am Rosenthalertor. 8598* Pfaubleihhaus, Weibenweg 19. Spottbilligster verfallener Bettenverfauf, Gardinenverkauf, Steppdecken, Bortieren, Taschenuhren, Schmud fachen, Ausstenerwäsche, Teppichverfauf, Bettinlette, Garderoben, Berschiedenes spottbillig. 1135* Gelegenheite auf! Stores, Portier en, Teppiche, Nuß baumbufett, Bitcherschrant, Säulentrumeau. Hofft nann, Naunhnstr. 52. Geschäftsverkäufe. +90 heit biete ich auch in zurüdgefekten, wie neu, 45,00. Holz, Blumen Ausschank bon echt Breslauer und bis neue, Verschiedenes. 11070 Vermietungen. aus+57 Mehrere Arbeitsburschen verlangt Redlich, Schönleinstraße 5.+79 Destillat ton, nachweislich gutgehend, Fal ritgegend, umständehalber Wegen Ueberfüllung unseres 2113 Verlobte empfehlen sich billig verkäuflich, Brauereihilfe. Er Speichers soll bis 25. Auguſt Gertrud Karohl, Ernst Brennigt. fragen Fili ale Aderstraße 36. Im Arbeitsmarkt durch +60 ein großer Posten Möbel, auch Lina Schaub geborene Sydow mit Restauration, boller Schant, berlichen gewesene zurüd Für Großdestillation oder besseres besonderen Druck hervorgehoben Möbel zum Teil Juga. Adresse gegen Vergütung an Restaurant mit Bereinszimmer ist Anzeigen kosten 50 Bf. die Zeile. 600,00 erforderlich, sofort zu ver- gesezte +134 40 Prozent unterm Wert verkauft Schaub, Adalbertstraße 20. zweisenstriger, hochmodern laufen Kolonieftraße 5. werden. Darunter Kleiderspind 24,-, Kunstgeigenbauer E. Toussaint, gebauter Laden per 1. Oftober ver- In meine Fabrik seiner Rahmen Bertilo 27,-, Tische 10,-, Säulen Berlin C., Joachimstraße 11c, Nepa- mietbar. Gute Lage, Verkehrsstraße. und Bilderleisten kann zu: Oktober ein trumeau, geschliffen, 28,-, Bett- raturen, Tonverbesserungen preis- Elbingerstraße 97. +147 anstelliger stelle mit Matraße 19,-, Sofas wert. 8716* 35,-, Waschtoilette 20,-; Büfetts Patentanwalt Weffel, Gitfchimer staunend billig, Herrenschreibtisch 28,-, ftrage 94a. 2555 Ankleideschränke, Paneelsofa 55 Mart, Plüschgarnituren Lernt die Muttersprache beherrschen! enorm billig. Moderne Küchen von 40,- an. Lage in Wort und Schrift der deutschen Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht rung, Transport frei. Stargardts Sprache erteilt Damen und Herren Möbelfabrik und Speichereien, Dres( jeparat) auch abends ein tüchtiger Möbel. benerstraße 107/108. Gonntags geRestaurationsräume, mit und Stnabe als Lehrling in die Bergolderei ohne Stonzession, fofort zu vermieten eintreten. 149/20 Nigaerstraße 80. Hans Gost, Kurfürstenstr. 45. +134 Auf Te ilzahlung. Möbeleinrichtung, Stube uni) Küche, Anzahlung 15 Mart an. Einzelne Möbelstüde 3 Mart an. Berliehen, gewesene Möbel spottbillig. Berolina", Kastanienallee 49. 10095+ Schlafstellen. Brau fleuten, Pensionaten bietet fich eine Gelegenheit, gediegene neue, Möblierte Schlafstelle für einen gebrauchte Einrichtungen für wenig und gewissenhafter Brivatlebrer. Die oder zwei Herren. D. Neumann, Geld ze erstehen. Tausende Gegen öffnet. 177/16 Stunde fostet eine Mart. Eine Unter- Kronprinzenstraße 5, vorn III. stände,.Lagerung fostenlos. Auktionsannahme: Rasch, Grüner Beg 3. Gelegenheitskauf! Kleiderspind richtsstunde wöchentlich genügt Ge10,00, Soja 18,00, Matraßenbett 15,00, fällige Angebote sind unter G. 4 an Zwei Kinderbettstellen und eine Trumeau 27,00, Plüschtoja, Sofatisch, Expedition des Vorwärts zu richten. große billig Grüner Weg 85, Hof, Regulator, alles gut erhalten, Kunststopferet von Frau Kotosty, Nadlerei. +40 Admiralstraße 16, im Steller. 1109b Schlachtensee, Sturstraße 8, III. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Steppdecken, volle Größe, Cretomne 3,00, Trikot 4,25, Similiseide 4,25, Bollatlas 5,50, Normalschlafdeden 1,85, Sonderangebot. Teppich haus Emil Lefèvre, Dranienstraße 158. Spezialkarte von Budow, 75 Pf. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. + Wegen Streiks und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher Firma Kaniga in Lichtenberg; Reichert in Mars zahn; Schmidt, Dresdenerstr. 82; für Vergolder Gruhl in Magdeburg. Mietsgesuche. Schlafstelle, alleinige sucht junger Deutscher Holzarbeiterverband Mann. R. Bostamt 33. Ortsverwaltung Berlin. Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. +3 Kr. 194. 2Z. Aahrgasg. 2. Knlm Ks Jowärts" Kerlim NcksdlM Dsttverstag. 30. August l908. Partei-?ZngelegenKeiten. Oranienburg. Am Sonntag, den 23. August, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale Waldhaus Sandhausen eine öffentliche Versamm- lung statt, in welcher Genossin Martha Zeetze über:„Warum müssen sich die Frauen und Mädchen organisieren?" spricht. Die Genossen werden ersucht, tatkräftig für diese Versammlung besonders unter den Frauen und Mädchen zu agitieren. Früh 8 Uhr findet von den bekannten Lokalen aus eine Handzettelverbreilung statt. Hierzu werden die Genossen ersucht, vollzählig zu erscheinen. Rudow. Am Sonntag, den 23. August, nachmittags um 3 Uhr, findet im Lokale und Garten von August Palm, Köpenicker Straße 81, eine Volksversammlung statt. ReichstagSabgeord- neter Genosse Fritz Aubeil referiert über:„Zweck und Ziele der Organisation". Die Einwohnerschaft von Nudow und Umgegend, auch die Frauen und Mädchen, mögen sich an der Versammlung recht rege beteiligen. Wildau-Hoherlchme. Die Parteigenossen werden auf die am Donnerstag abend 7'/z Uhr vom Bezirkslokal aus stattfindende Flugblattverbreitung aufnierksam gemacht.— Am Freitag, den 21. d. M., abends T'/a Uhr, findet im Lokal von Heiser eine öffentliche Wählerversammlung statt, die sich mit den am Dienstag, den 25. d. M. stattfindenden Ergänzungs- und Ersatz- Wahlen zur Gemeindevertretung beschäftigen wird. Referent: Stadt- verordneter G r o g e r» Nixdorf. Um rege Teilnahme an der Flug- blattverbreitung und an der Agitation für die Versammlung ersucht _ Der Vorstand. ßcrllncr JMacbncbteiv Die Gardcrobeaufbewahrung im Freibad„Wannsee" wurde kürzlich von uns in ihren Mängeln geschildert. Wir teilten unter anderem mit, daß es einer Spitzbübin gelungen ist. die Kleider einer Besuchxrin des Bades ausgeliefert zu kriegen, während diese noch im Wasser war. Eine Marke mit der betreffenden Nummer war verloren gegangen, gedanken- los hatte man eine neue Marke mit derselben Nummer an- gefertigt. Inzwischen hatte jene Spitzbübin die alte Marke gefunden und mit ihr konnte sie dann den Schwindel aus- führen. Wir hören jetzt, daß einer anderen Besucherin des Freibades„Wannsee" noch Tolleres passiert ist. Für einen Badeanzug, den sie dort lieh, sollte sie 2 Mark Pfand hinterlegen, sie hatte aber nicht soviel Geld bei sich und gab daher als Pfand ihre goldene Uhr nebst Kette. Die Bitte, ihr hierüber eine Bescheinigung oder einen sonstigen Ausweis zu geben, wurde abgelehnt mit dem Bemerken, das sei nicht nötig. Ein junger Mann, der das Pfand abnahm, begnügte sich damit, nach dem Namen zu fragen und diesen zu notieren. Als die Eigentümerin der Uhr das Bad wieder verließ und die Uhr zurückforderte, saß an Stelle des jungen Mannes eine junge Dame, die ihn inzlvischen abgelöst hatte. Hur großen Bestürzung beider Damen stellte sich jetzt heraus, daß d i e Uhr an eine geriebene Gaunerin aus- gehändigt worden war, die vorher bei NemMng des Namens zugegen gewesen war und dann mittels des ihr auf diese Weise bekannt gewordenen Namens die Hergabe der Uhr erschwindelte. Dem herbeigerufenen Pächter des Bades — oder war's ein Vertreter von ihm?— wurde erklärt, man fordere Schadenersatz, nur durch die hier herrsch endeLotterwirtschaft sei der Schwindel ermöglicht worden. Aber der Herr antwortete mit einem Achselzucken. Nachdem nunmehr Schritte zur Einleitung einer Schadenersatzklage get»n worden sind, hat der Pächter die beiden Angestellten, die er für den Schaden hastbar macht, zur Eigentümerin der Uhr geschickt, um eine „Einigung" anzubahnen. Es wird ihm nur übrig bleiben, dafür zu sorgen, daß Uhr und Kette zu ihrem vollen Werte ersetzt werden. Wenn jeder, der im Freibad„Wannsee" durch Schuld der Verwaltung geschädigt worden ist, ebenso energisch auftreten wollte, würde es da draußen wahrscheinlich bald anders werden._ Untergrundbahnen. In den nächsten Wochen soll die Nntergrundbahnstrecke Potsdamer Platz— Spittelmarkt dem Berkehr übergeben werden. Ohne Zweifel wird damit eine Umwälzung des Verkehrs auf dem Potsdamer Platz und in der Leipziger Straße verbunden sein. Aus diesem Anlaß ist jetzt schon in den Kreisen von Sachverstän- digen und Interessenten usw. die Frage erörtert worden, was notwendiger ist: der Bau von Tunnels unter der Leipziger Straße und Unter den Linden, vor dem Brandenburger �ore usw., die be- kanntlich gegen öl) Millionen Mark kosten sollen, oder der Bau von Schnellbahnen. Unterpflasterbahnen, die Herstellung von direkten Verbindungen zwischen den Berliner Fernbahnhöfen? Sachverständige von anerkannter Autorität haben diese Frage mit großem Eifer dahin beantwortet, daß eine direkte Verbindung zwischen dem Stettiner und dem Friedrichstraßen-Bahnhof sowie dem Potsdamer und dem Anhalter Bahnhof bitter not tut. Diese Verbindung wurde von einer e r st e n Autorität auf dem Gebiete des Verkehrswesens als das„Rückgrat des gesamten Berliner Verkehrs" bezeichnet. Ohne diese Verbindung fei an eine Entlastung des Verkehrs auf dem Potsdamer Platz nie- mals zu denken. Je länger mit der Herstellung dieser Verbindung gezögert würde, je größer würden die Schwierigkeiten' auf den Bahnhöfen, vor denselben und in den Straßenzügen, die diesen Verkehr vermitteln. Eine zweite Autorität sprach sich dahin aus, daß mit dem Ausbau der Untergrundbahn Potsdamer Platz>— Spittelmarkt der Beweis erbracht werden würde, daß Schnellbahnen dringend notwendig sind und nur diese geeignet sind, den wachsen- den Verkehrsschwierigkeiten zu begegnen. Neben dem schnellsten Aufbau der genannten Untergrundbahn sei daher die Herstellung der Unterpflasterbahnen von Moabit nach Rixdorf und vom Wed- ding nach dem Kreuzberg am dringendsten. Beide Herren meinten, daß man mit dem Bau von Tunnels unter der Leipziger Straße und Unter den Linden noch ivarten könne, bis sich ein Bedürfnis dafür zeige. Jetzt sei ein solches nicht vorhanden; später, nach Ans- führung der Kraust sähen Straßendurchbrüche und nach der Ab- lenkung des Straßenbahn- und Straßenomnibusverkehrs könne man ja immer noch auf diese Tunnelprojekte zurückkommen; zunächst solle man aber das A l l e r n o t w e n d i g st e zu erreichen suchen und das seien Schnellbahnen und direkte Verbindungen, Beseitigung der offen zutage liegenden Misere und damit auch eine Entlastung der Bahnhöfe sowie ihrer Zufahrtstraßen herbeiführen. Dieses Ziel sei schneller zu erreichen und verspreche besseren Erfolg als der Bau gigantischer Tunnels ohne Aussicht auf Rentabilität und Befriedigung des Verkehrsbcdürsnisses.— Vielleicht äußern sich noch andere Autoritäten zu diesen Fragen. Die„Große" berichtigt! Sie verwahrt sich dagegen, hinter dem Rücken der Vorort- gemeinden bei der Regierung das Ergänzungsversahren auf Ver- sängerung der Kspzessionsdguxr.um SV Jahre iiachgcsucht zu haben. Von keiner Seite sei dies behauptet worden. Es ist viel- mehr ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Regierung(der Oberpräsident), die beteiligten Gemeinden zu einer Aeutzerung binnen einer sechswöchigen Frist ausgefordert hat, im Gegen- s a tz zu der Verlängerung der Konzessionsdauer um 30 Jahre für die Berliner Straßenbahnen hinter dem Rücken des B e r- l i n e r Magistrats. Es wurde dieser Gegensatz betont. Die „Große" berichtet also etwas gänzlich Unzutreffendes. Dabei ist eins bemerkenswert: Den Antrag auf Verlängerung der Kon- zessionsdauer stellte sie erst, als sie einsah, daß die Verhandlungen mit den Vororten scheiterten und diese nunmehr einen Verkehrs- verband„Groß-Berlin" ins Leben rufen würden. Die„Große" kalkulierte sehr richtig, daß mit der Gründung des Verkehrsvcr- bandes ihre Monopolstellung gefährdet sei und das Monopol nur durch eine Verlängerung der Konzession gesichert werden könne. Gelingt es der„Großen", die Verlängerung der Konzession zu erreichen, dann ist natürlich auch der Verkehrsverband„Groß- Berlin" aufs höchste gefährdet. Die Monopolstellung der„Großen" ist dann so gestärkt, daß ohne ihre Zustimmung auch der Verband nichts für den Verkehr tun kann. Die Gemeinden sind dann auf die„Große" angewiesen, die hinlänglich bewiesen hat, daß sie ihren Vorteil zu wahren versteht. Die abgeschlossenen Verträge haben dann nur geringen Wert; Wert hat dann nur die Konzession, wie die„Große" bereits bei den Verhandlungen offen erklärt hat. Man soll sich also keiner Täuschung hingeben. Wird der Antrag der„Großen", ihre Konzessionen auf 90 Jahre zu verlängern, ge- nehmigt, dann hat die Gründung eines Verkehrsverbandes„Groß- Berlin" wenig Zweck, und kann man dann der„Großen" den ge- samten Berliner Straßenverkehr für alle Zeiten überlassen. Sie wird dann auch die Tarife, Fahrpläne usw. festsetzen und den Ge- meinden vorschreiben, was ihr gutdünkt. Weshalb die„Große" hofft,„von hinten rum" mit ihren gegen das Eigentumsrecht der Gemeinden und gegen das Verkehrsinteresse gerichteten Plänen zugunsten ihrer Aktionäre bei dem Ministerium für öffentlich« Arbeiten offenes Ohr zu finden, haben wir wieder- holt dargelegt._ Aus dem Hospital in Nummclsburg. Wegen gefährlicher Körperverletzung— begangen an dem 80jährigen Hospitaliten Schmidt— hatte sich am Dienstag vor dem Schöffengericht Lichtenberg der Hospitalit Karl Lehms zu verantworten. Beide sind als Hospitaliten in dem der Stadt Berlin gehörigen Hospital auf dem Terrain des Arbeitshauses zu Rum- melsburg untergebracht. Am 20. April d. I.<2. Osterfeiertag) hatte Lehms am Nachmittag de» Saalwärter, der weggegangen war, zu vertreten. Nachdem er gegen 3 Uhr im Speisesaal Brot verteilt hatte, wollte er sich nach der Küche zurückbegeben. Unterwegs fiel ihm auf, daß es stark gualmte. Als er einen anderen Hospitaliten tiacb der Ursache des Oualmes fragte, erfuhr er von diesem, daß der achtzig Jahre alte Schmidt sich auf der Kochmaschine in der Küche Essen ge- wärmt hätte. Lehms forderte nun den Schmidt auf, das Fenster zu öffnen. Als Schmidt das Fenster öffnen wollte, sprang Lehms hinzu und stieß den alten Mann so heftig vor die Brust, daß dieser zu Boden fiel. Der achtzigjährige Greis konnte sich nicht mehr vom Boden erheben. Der siebzigjährige Hospitalit Weinert und der 82jährige Hospitalit Wallenstein hoben dann den Schmidt auf und setzten ihn auf einen Stuhl; da Schmidt Schmerzen verspürte, wurde er von Weinert ins Bett gebracht. U m Schmidt kümmerte sich von nachmittag b i s zum nächsten Morgen niemand. Am 21. April früh wurde er dann nach dem Lazarett gebracht und hier wurde ein Ober- schenkelbruch festgestellt; er sollte nur kurze Zeit dort bleiben, denn am neunten Tage nach seiner Einlieferung starb er. Da nicht nachzuweisen war, daß der Tod im ursächlichen Zusammenhang mit der Körperverletzung stand, so wurde gegen Lchnis nur Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben. In der Gerichtsverhandlung bestritt der Angeklagte, den Schmidt gestoßen zu haben. Zwei Entlastungszeugen ließen ih» völlig im Stich. Dagegen bekundeten die Hospitaliten Weinert und Wallenstein, daß Lehm� den Schmidt zu Boden gestoßen habe. Amtsanwalt Koperski hielt den Angeklagten für überführt und beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen. Der Gerichtshof kam nach längerer Beratung zur Vertagung, es sollen noch Augenzeugen geladen werden. Wie ist es erklärlich, daß in dem Hospital in Rummelsburg der alte Mann einen halben Tag und die Nacht hindurch ohne ärztliche Hilfe war?_ Eiu forscher Polizeihund. Die Polizei unserer lieben Stadt Berlin hat bor einiger Zeit sich ein paar Hunde zugelegt, die bei der'Ermittelung und Ver- solgung von Verbrechen und Verbrechern mithelfen sollen. Ueber die Leistungen dieser vierbeinigen Gehilfen der Polizei sind durch Notizen, die vom Alexanderplatz auS an die Zeitungen versandt wurden, weitestgehende Hoffnungen rege gemacht worden. Erfüllt haben sich die Hoffnungen bisher noch nicht. Uns ist wenigstens nicht bekannt geworden, daß die Berliner Polizeihunde schon Gelegenheit gehabt hätten, sich in irgendeiner großen Sache erfolg- reich zu betätigen. Polizeihunde wurden bei der Suche nach dem Mörder deS Müggelseeförsters Schwarzenstein verwendet. Einer „umkreiste" Schwarzensteins eigenen Sohn, der dann als vermutlicher Mörder auf die Anklagebank geschleppt wurde, aber frei- gesprochen werden mußte. JndeS, vielleicht erleben wir'S doch noch, daß die Berliner Polizei, die bisher Großes darin geleistet hat. Mörder nicht zu finden, mit Hilfe ihrer Hunde einmal einen wirk- lichen Mörder oder mal einen Ausführer der zahlreichen Dachstuhl- brände erwischt. Verwendet werden die Polizeihunde einstweilen wohl hauptsächlich zur Aufsuchung und Verfolgung kleiner Uebeltäter, die im Tiergarten irgend eine Polizei- Verordnung übertreten haben. Es scheint, daß sie sich in diesem wichtigen Amt genau so forsch benehmen, wie ein richtiger Schutz- mann. Und auch das haben sie den zweibeinigen Polizisten sehr bald abgekuckt, wie man bei solcher Tätigkeit in blindem, gegen ganz harmlose Leute sich wendenden Eifer danebengreift. Am letzten Sonntag haben vier Männer, die in der Morgen- stllhe durch den Tiergarten gingen, einem dieser Polizeihunde als Studienobjekt dienen müssen. Sie hatten nichts Böses im Sinn, nur an die vielen Fische dachten sie, die heute anbeißen würden. Denn das Angelvergnügen wars, was die vier am Sonntag so früh, noch vor 6 Uhr, herausgelockt hatte. Angeln wollten sie in der Havel, aber auf dem Wege zum Potsdamer Bahnhof wollten sie im Tiergarten sich erst noch eine tüchtige Portion Regen- Würmer sammeln, die ihnen als Köder für die Fische dienen sollten. Ein Haufen alten Laubes, das verlockend sich ihnen darbot, versprach reiche Ausbeute. Vergnügt wollten sie sich an die Wühl- arbeit machen, da kläffte ein Hund heran, ein Hund ohne Maulkorb, und ein Schutzmann folgte ihm. Die vier begriffen sofort, daß der Schutzmann nicht etwa zu dem Zweck hinter dem Hunde herlief, um ihn„festzustellen", weil er dem bestehenden Verbot zuwider(vergl. Z 63 der Berliner Straßenordnung) an öffentlichen Orten sich ohne Maulkorb blicken ließ. Offenbar war das ein Polizeihund. der vielleicht den allerneuesten Mörder suchen sollte und nach berühmtem Muster sich in der Adresse irrte. Noch überlegten sie, da wurden sie auch schon gepackt, teils von der Faust des Schutzmanns, teils von den Zähnen des Polizeihundes.«Machen Sie, daß Sie hier fortkommen l" schrie der Schutzmann sie am und mit kräfttgem Arm schubbste er den einen der vier vor sich her. Ebenso erging es einem anderen, der ihn er- sucht hatte, den immer wieder nach den Beinen s ch n a p p e n d e n H u n d an die Leine zu nehmen und sich auch angemessenerer Umgangsformen zu bedienen. Erst nach wiederholter Aufforderung nahm der Beamte den Hund an die Leine. Er ließ dann von den Männern ab und entfernte sich schimpfend, ohne daß er es für nötig gehalten hätte, ihre Namen seinem Notizbuch einzu- verleiben. Das Abenteuer, das die vier harmlosen Angler da zu bestehen hatten, zeigt uns, wie bedenklich es ist, Polizeihunde frei umher- laufen zu lassen. Gewöhnliche Köter sind zumeist klüger und schnappen nur dann zu, wenn man sie reizt. Gegenüber einem Polizeihund aber muß jeder Spaziergänger sich darauf gefaßt machen, daß er von ihm gestellt und angegriffen wird, weil er aus ganz nichtigen Gründen verdächtig erschien. Was würde übrigens dentjenigcn geschehen, der, den annlichcn Charakter eines Polizeihundes nicht sofort erkennend, mit kräftigem Stockhiebe den maulkorblosen Angreifer unschädlich machte? Wer weiß, ob man nicht versuchen würde, ihn wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu belangen I Eine verständige Polizeiverfügung. Der Landrat des Kreises Teltow, Dr. von Achenbach, hat eine Verfügung über den Verkehr der Polizeiorgane mit dem Publikum erlassen, die Nachachtung auch für andere Kreise— Verlin nicht aus- geschlossen— verdient. In der Verfügung heißt es: In der letzten Zeit niehren sich die Beschwerden darüber, daß Privatpersonen in unbedeutenden Angelegenheiten persönlich auf das Polizeiamt geladen werden, obwohl die Sachen ebenso gut schriftlich oder durch Vermittelung der Polizeibeamten hätten erledigt werden können. Menschen, die ihrem Erwerbe nachgehen, müssen ein solches Verfahren als eine außerordentliche Rücksichtslosigkeit empfinden. Er ersuche deshalb, darüber zu wachen, daß Privatpersonen nur d ann vorgeladen werden, wenn es sich um wirkliche Vernehmungen oder Aufklärungen handelt, zu denen notgedrungen eine persönliche Aussprache er- forderlich ist. Er wolle bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß das Publikum ein Recht qarauf habe, im Polizeibureau zuvorkommend behandelt zu werden. Aufgabe der Bureau- und Polizei- amten fei es, das Verständnis für die polizeilichen Erfordernisse zu wecken und nicht über das Unverständnis zu richten. Im s ch r i f t- lichen Verkehr mit dem Publikum vermisse er häufig die Rücksicht- nähme auf die Person. Ein Anteil der Schuld falle auf die formularmäßige Abfassung häufig wiederkehrender Schriftsätze. Auf den kategorischen Ton polizeilicher Mitteilungen und Aufforderungen könne in den meisten Fällen verzichtet werden, ohne daß hier- durch die Autorität der Polizei in geringster Weise beeinträchtigt werde._ Vom„Hauptmann" von Köpenick. Am Sonntag und Montag wurden in Rixdorf von den Per» sonen, die den Schuhmacher Wilhelm Voigt durchaus von Angesicht zu Angesicht sehen wollten, siebzehn wegen Ruhestörung, Kra- wall usw. polizeilich sistiert. Der Andrang dürfte nun endlich nachlassen, zumal Voigt von heute ab auf kurze Zeit im Passage-Panoptikum s i ch sehen läßt. Vor- mittags von 11—1 Uhr und nachmittags von 3—9 Uhr will Voigt im Passagc-Panoptikum Postkarten mit eigenhändiger Unterschrift ver- kaufen. Der Reingewinn aus diesem Verkauf soll nach Voigts Ab- ficht dem Wohltiitigkeitsfonds zum Wiederaufbau von Donauesch ingen überwiesen werden.— Eine weitere Meldung besagt, der Köpenicker Hauptmann habe für ein Variete in Kiel eine Stellung als Kassierer gegen ein Monatsgehalt von 250 Mark unter der Bedingung angenommen, daß mit seiner Person keine Reklame getrieben werde.— Noch immer verlautet nichts darüber, daß die zuständigen Behörden einen Gesetzentwurf vor- bereiten, der die Ausweisungsbefugnis der Polizei und die Stel- lung unter Polizeiaufsicht beseitigen und dadurch verhüten will, daß die Organe des Staates Leute, die sich durch ehrliche Arbeit er- nähren wollen, in die Arme des Verbrechens treiben. Mord und Selbstmord. Im Hause Fehmarnstr. 19 hat der 22 Jahre alte Telegraphenarbcitcr Franz Krautwurst seine Braut die 17jährige Schneiderin, Gertrud Müuchebcrg, gestern ermordet und dann sich selbst getötet. Krautivurst wohnte bei der Mutter seiner Braut, der verwitweten Schneiderin Münchc- berg in Schlafstelle. Dort fing er mit der Tochter ein Liebesverhältnis an, das zur Ehe führen sollte. Das Ver- hältnis war nicht ohne Folgen geblieben, und das junge Mädchen sah dem Ereignis in Kürze entgegen. Krautwurst, der auf dem Postamt in der Lübecker Straffe beschäftigt war, sollte zum Oktober bei dem Telegraphenbataillon 1 seiner Militärpflicht genügen und sah im Hinblick auf seine und seiner Braut Mittellosigkeit der Zukunft in banger Sorge entgegen. Auch hatte er gelegentlich die Aeußerung getan, daff es das beste sei, wenn er das Mädchen und sich selbst erschießen würde. Gestern hatte er seinen freien Tag und kehrte gegen Mitternacht angetrunken in die Wohnung zurück. Die Braut machte ihm deswegen Vorwürfe. Nach kurzem Be- sinnen zog Krautwurst einen Revolver aus der Tasche her- vor und brachte seiner Braut zwei Schüsse in den Unterleib und in das rechte Lluge bei. Als er das Mädchen tödlich getroffen umsinken sah, jagte er sich eine Kugel in die rechte Schläfe und fiel neben der Leiche seiner Braut tot nieder. Den Revolver hatte er sich erst wenige Stunden vorher gekauft und sich zur Ausführung der feigen und rohen Tat Mut au- getrunken. Im Nebenzimmer schliefen die Mutter und drei Geschwister des Mädchens im Alter von 9 bis 13 Jahren. Sie fanden das Brautpaar in den letzten Zügen vor. Ein sofort herbeigeholter Arzt vermochte nur festzustellen, daff der Tod eingetreten war. Die Leichen wurden nach dem Schau» hause abgeholt. Vier Tage und vier Nächte im Walde. Di�künstlichen Gummi- süße der Frieda Ziemer sind gefunden worden. Ein Beamter der Oberförsterei Köpenick, der auf einem Patrouillengang begriffen war, entdeckte sie im Walde hinter einem Gebüsch. Wahrscheinlich haben die Diebe, von denen trotz eifrigster Nachforschungen der Polizei eine Spur noch immer nicht gefunden werden konnte, die Beute an jener Stelle fortgeworfen, da sich ihnen keine Aussicht bot, die Gummifiiße veräußern zu können. Das arme Geschöpf soll nun auf Ver» anlassung des Danziger Magistrats nach Danzig als UnterstütznngS- Wohnsitz abgeschoben werden. Würde denn Danzig untergehen, wenn es die Bedauernswerte in Berlin läßt und die der Armen von Berlin zu zahlenden Almosen erstattet? Habt auf die Kinder acht! Ein SittlichkeitSverbrccher wurde am Dienstagvormittag in der Person des SS Jahre alten« in der Kaiser-Friedrich-Slraffe zu Pankow wohnenden Arbeiters Raun abgefaht. Raun hatte zwei Schulmädchen im Alter von neun und dreizehn Jahren an sich ge- lockt, sie nach dem„Schwarzen Pfuhl" verschleppt und sich dort an ihnen vergangen.— Gestern wurde ein besser gelleideter Herr im Omnibus auf der Fahrt Blücherplatz zur Großgörschenstrasie vom Schaffner festgenommen und einem Schutzmann übergeben. Der Fahrgast, dessen Namen wir leider nicht ermitteln konnten, hatte in Gegenwart eines dreizehnjährigen MädchenS Schamlostg- leiten im Wagen begangen._ Durch einen Radfahrer getötet. Am Montagabend wurde die acht Jahre alte Tochter Erna des in der Donaustraße wohnhasten Schriftsetzers Rau von einem Rad- fahrer umgestoßen. Sie konnte sich zunächst nach der elterlichen LK-Hnung ohne Hilfe begeben. Wenige Stunden darauf stellten sich aber heftige Schmerzen ein, die wohl von schweren inneren Ver- letzungen herrührten. Das Kind starb in der Nacht gegen 3 Uhr. Die Leiche wurde beschlagnahmt und am Dienstagabend 5 Uhr in Decken gewickelt, durch einen Schutzmann abgeholt. Die Art d e S Transports der Leiche erregte mit Recht all- seitigen Unwillen. Sie wurde nämlich auf einem Straßenreinigungswagen befördert. Dem Beamten, der diese Beförderungsart angeordnet hat, sollte energisch von seiner vorgesetzten Behörde das durchaus Ungehörige seiner Anordnung klargemacht werden._ Ein Kind aus dem Zuge gestürzt. Der Zustand des kleinen Hirse, der, wie wir am Dienstag be- richteten, dadurch aus dem Zuge stürzte, daß ein Fahrgast plötzlich die Türe des Coupes aufritz, hat sich soweit gebessert, datz die Lebensgefahr beseitigt zu sein scheint. Der Kleine hat einen kom plizierten.Oberarmbruch erlitten, der jedenfalls noch längere Pflege in Anspruch nehmen wird. Der Vater des Knaben, Tischler Hirse. Löwe st ratze 26, ersucht Augenzeugen um bald gefällige Angabe ihrer Adressen AuS Furcht vor Strafe vergiftet! Gestern abend vergiftete sich der 13 jährige Knabe der Witwe Piekert mit Lysol. Das Kind wurde in sehr bedenklichem Zustand nach dem Lazaruskrankenhause ge- schafft. Der Knabe soll den Korridorschlllssel verloren und aus Furcht vor Strafe wegen dieses Verlustes die törichte Tat begangen haben. Es kann nicht oft genug Eltern eingeprägt werden: nicht durch Furcht, sondern durch Vertrauen vermag man Kinder zu erziehen. Letzte Post nach Südwest im August. Die letzte Post nach Deutsch- Südwestafrika im Laufe des Monats August geht von Deutschland am 28. ab. Sie verläßt die Heimat abends in Köln mit der Bahnpost nach Verviers oder 7M in Oberhausen mit dem Zuge nach Boxtel. Die Post wird nach Southampton gebracht, wo sie am folgenden Tage dem fälligen Dampfer der Union-Castle-Linie über- geben wird, der nachmittags 4 Uhr nach Kapstadt in See geht. Bon dort befördert sie ein Dampfer der Houstonlinie nach dein Schutz gebiet. Der Houstondampfer ist planmäßig am 18. September rn Lüderitzbucht und am 21. in Swakopmund. Briefe, Postkarten und Zeitungen nach Ramansdrift, Warmbad, Kalkfontein und UkamaS gehen schon von Kapstadt auf dem Landweg über Steinkopf. Drucke fachen, Geschästspapiere und Warenproben nach diesen Orten werden über Lüderitzbucht befördert. Auch sonst nimmt diese Post nur Gegeu stände der Briefpost mit. Die Weltreise des Schulknaben. Das rätselhafte Verschwinden deS 12 jährigen Schülers Alfred Biata aus der Landsberger Allee 52 hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Der Vermißte ist gestern auf dem Bahnhof in Köln von der Polizei aufgegriffen worden. Er ist nicht, wie anfangs befürchtet wurde, einem Verbrechen zum Opfer gefallen, sondern hat auf eigene Faust eine„Weltreise" angetreten. Erst vor vierzehn Tagen war er während der Schulferien verreist und hierbei ergriff ihn die Sehnsucht, einmal eine Reise um die Welt zu machen. Vor acht Tagen fuhr er nun, anstatt das ihm von seinem Onkel anvertraute Geld auf der Post einzuliefern, nach dem Lehrter Bahnhof und reiste mit dem nächsten Schnellzug nach Köln. Von Köln ging die Reise nach Hamburg, von Hamburg nach Bonn und dann wieder nach Köln. Dort ereilte ihn dann sein Schicksal. Er wurde auf dem Bahnhiff aufgegriffen und zur Wache gebracht, wo sich der Sachverhalt bald herausstellte. Im Besitz des jugend lichen Weltreisenden befanden sich noch 370 M. Dreist. Der wohnungslose Kaufmann Grunert erschien am Dienstag auf einem Polizeirevier auf dem Gesundbrunnen und in seiner Begleitung befand sich der Schuhmacher Bergmann, der eben- falls gegenwärtig ohne Wohnung ist. Grunert bezichtigte den B. des Diebstahls und gab an, er habe ihm auf dem Stettjner Bahnhof die Taschenuhr nebst Kette, das Portemonnaie und die Papiere ge- stöhlen. Bei einer Durchsuchung des Angeschuldigten wurde jedoch nichts vorgefunden. Man mußte infolgedessen den V. wieder ent- lassen. Dagegen wurde der angeblich Bestohlene zurück- behalten. Es stellte sich nämlich heraus, daß hinter G. ein Steckbrief wegen Betruges erlassen loorden war. Die Polizei hielt es infolgedessen für angebracht, de» Denunzianten gleich zu verhaften. Durch ein dreistes Schwindelmanöver ist der Vorsteher der Depotkasse der Nationalbank für Deutschland. Brunnenstr. 120, um 1000 Mark geprellt worden. In dem Kassenbureau erschien ein etwa 40 Jahre alter unbekannter Mann von mittelgroßer Figur, der eine gefälschte Quittung auf den Namen eines Depotinhabers Christian E., Puttbuserstr. 21. vorlegte. Als Quittung war ein Formular der betreffenden Depotkasse benutzt worden. Da die Fälschung täuschend ähnlich nachgemacht war, so wurde kein Verdacht geschöpst und das Geld anstandslos ausgehändigt. Später stellte sich dann heraus, daß man einem frechen Schwindler in die Hände gefallen war. Ver mutlich wird der dreiste Gauner sein Schtvindelmanöver auch noch an anderen Stellen versuchen. Unglücksfälle. In der F e u r i g st r a ß e 3 ist der 20 Jahre alte Handlungsgehilfe Robert Sch. nachts gegen 12 Uhr, als er sich zum Fenster hinauslehnte, von epileptischen Krämpfen befallen worden. Er stürzte aus seiner im vierten Stock belegenen Wohnung auf den Hof und mußte nach dem Schöneberger Krankenhause übergeführt werden. Der Kaufmann Koryto wski suchte in der Mühlen- straße in Pankow einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahn- wagen zu besteigen, glitt jedoch vom Trittbrett ab und stürzte so unglücklich zu Boden, daß er besinnungslos liegen blieb. Der Ver- unglückte wurde nach den, Pankower Krankenhause übergeführt. Der Wintergarten hat seine neue Saison nach nur kurzer Pause eröffnet und zwar mit einem auf sein internationales Publikum zu- geschnittenen Programm. Dasselbe weist eine Reihe erstklassiger Variölvkräste auf. Hierher gehört in erster Reihe die Japanertrnppe O k a b e, die guf dem Gebiete der Akrobatik und Gyn,- nastik mit einer erstaunlichen Gewandtheit und Eleganz arbeiten. DaS Gleiche kann von den fünf Mowatts ge- sagt werden, dw als ausgezeichnete Keulenjongleure auf- treten. Auf dem Gebiets der Gedankenübertragung überraschen in einem fort dje Z a n z i g s, ein englisches Ehepaar, das Publikum. MrS. Z.. die sich auf der Bühne befindet, nennt sofort die Zahlen, die ihrem im Publikum befindlichen Gatten aufgeschrieben Iverden, sobald dieser die Zahl zu sehen bekommt; sie bezeichnet die Gegen- stände, die ihrem Gatten gegeben werden, ohne daß sie dieselben sehen kann, aufs genaueste, ob es sich um eine russische, fran- zösische Banknote handelt, welche Zahl dieselbe trägt, ob es ein Billett, ein Bild oder sonstwas ist, das ihrem Gatten in die Hand gegeben wird. Frl. L a f o r y, eine Sängerin in der komischen Oper in Paris, verfügt über eine ganz annehmbare Stimme, während Herr Joseph Josephi den Männergesang in der ihm eigenen Weise gelungen zum Vortrag brachte. Das Auge fand seine Befriedigung durch die glänzenden Kostüme der Tillcrgirls, einer englischen Gesangs- und Tanztruppe. Den Schluß des Pro- grammS bildete eine amerikanische Sportszene„Der Zukunftspreis", w der das Leben»nd Treiben auf dem Rennplätze dargestellt wird. Vorort- Tle vvjährige KonzessionSerteilung an die Große Berliner Straßenbahngesellschaft hat in seiner letzten Sitzung nun auch der Schöneberger Magistrat abgelehnt, so datz jetzt von allen Gemeinden mit Ausnahme von Wittenau und R e i- n i ck e n d o r f, die noch keine Erklärungen abgegeben haben, ab- lehnende Bescheide vorliegen. Tegel und Nieder-Schön- Hausen allerdings haben schon, bevor die Verhandlungen über den Zwcckverband aufgenommen wurden, zustimmende Beschlüffe gefaßt, weil ihren Verkehrswünschen von der Großen Berliner cnt- sprachen wurde. In den westlichen Vororten sind jetzt D a ch st u h l b r ä n d e an der Tagesordnung. Vorgestern nachmittag brannte es in der Hilde- gardstr. 16 zu Wilmersdorf; am Sonntag hingegen genossen die Schöneberger den Brand des bekannten Tanzlokals„Schwarzer Adler" und die Steglitzer ein gewaltiges Schadenfeuer in der Arndtstratze nahe beim neuen Botanischen Garten. Namentlich der Steglitzer Dachstuhlbrand lockte am Nachmittag eine gewaltige Menschenmenge heran, die sich in Betrachtungen über das eigen- tümliche Verhalten der Feuerwehr erging. Von Wilmersdorf näm- lich war die Berufsfeuerwehr zu Hilfe geeilt, doch zog diese wieder ab, ohne in Tätigkeit getreten zu sein. Inzwischen wütete daS Feuer lustig weiter, bis der Dachstuhl völlig niedergebrannt war. Was man während des Sonntags nur vermutet hatte, fand man am Dienstag im Lokalblatt bestätigt: die Steglitzer Feuerwehr hatte die Hilfe der Wilmersdorser Dampfspritze dankend abgelehnt. Das ist ein Vorgang, der in den Vororten Berlins nicht zum ersten Male da war und der sich auch trotz des Feuerwehrlartells, über das Wir gestern berichteten, Wohl noch wiederholen wird. Eine lokalpatriotische Eitelkeit, deren gemeingefährliche Folgen hier nicht eingehend dargestellt zu werden brauchen, glaubt der nachbarlichen Hilfe selbst bei größeren Bränden entbehren zu können, läßt es nicht zu, daß auch die Feuerwehr eines anderen Ortes an der Ehre der Brandlöschung teilhabe. Fragt man nach den Ursachen dieses törichten und schädlichen Verhaltens, so mutz unseres Erachtcns ohne Frage den Beweggründen, die bei der Zusammensetzung der Feuerwehren zumeist matzgebend sind, ein gutes Teil Schuld zugc- schoben werden. Es spielt eine große Rolle, datz die Feuerwehr ja nicht sozialistisch durchseucht werde; auf hurrapatriotische, stuben- reine Gesinnung ihrer Mitglieder wird zum mindesten ebenso viel gehalten wie auf berufliche Tüchtigkeit. Hurrapatriotismus und lokalpatriotische Voreingenommenheit stehen aber in innigster Wesensverwandtschaft zueinander; sind beide Untugenden bei einer Feuerwehr vereint, so können sie zu schlimmer Gefahr für die Ein- wohnerschaft des Ortes ausarten. Pankow. Auszerorbentliche Generalversammlung des WahlverelnS am 18. August 1908 im Restaurant„Zum Kurfürsten", Berliner Straße 102. Zum 1. Punkt der Tagesordnung— Vorstands- bericht— erklärt der Vorsitzende Röder, datz er über die Zahl der stattgefundenen Vorstandssitzungen, über die Anzahl der ver- sandten Briefe und andere Verwaltungsangelegcnheiten keine Aus- kunft geben kann, weil er zwei Notizbücher verloren hat. Bei dem Bericht über die l etzten Gemeindewahlen bemerkt der Redner, datz im allgemeinen die Verhältniffe in Pankow auf die Dauer für die Sozialdemokratie ungünstiger werden, da immer mehr Angehörige des Mittelstandes zuziehen. Wer aber glaubt, datz durch den Freiwald-Skandal ein Schaden für die Sozialdcmo- kratie am Orte entstanden sei. werde nach den Wahlen sehen, datz er sich geirrt hat. Der Wahlverein steht zum Kampfe gerüstet da und wenn auch der Reichslügenverband bereits seit Monaten be- gierig alles Material sammelt, so sei er doch sicher, datz die er« ledigten Mandate wieder in unseren Besitz gelangen. Bei den Landtagswahlen ist eifrig gearbeitet uns sind gute Erfolge erzielt worden. Von insgesamt 6991 Stimmen wurden für die Sozialdemokratia 3917 abgegeben. In Anbetracht der öffentlichen Abstimmung ein großer Erfolg. Die Abrechnungen von den Wahlen kann Röbcr noch nicht vorlegen, da er sechs Wochen krank war und jetzt noch keine Zeit hatte, die Abrechnung fertig- zustellen. Genosse Kühl(Revisor) bemängelt in scharfen Worten daS Fehlen einer Abrechnung. Die Ausrede, datz keine Zeit zur Fertig- stellung der Abrechnung war, könne er nicht gelten lassen. Der Vorstand hätte die Möglichkeit gehabt, die Generalversammlung ein oder zwei Wochen später stattfinden zu lasten und dann die Abrechnung vorzulegen. Räber hätte die Zeit, die die Ausarbeitung der Denkschrift beansprucht hat, besser zur Fertigstellung seiner Abrechnungen benutzen sollen. In demselben Sinne sprechen F e n g l e r und Gerhardt, während 9i i ch t e r, Förster und Zimmermann Räber in Schutz nehmen. Als Argument führen die Genossen vornehmlich an, datz die Listen zu spät abge- rechnet werden und infolgedessen rechtzeitiger Abschluß unmög- lich ist. Räber wendet sich gegen die Vorwürfe und verlangt, datz man ihm Vertrauen entgegenbriiige. Auch auf einem Zahlabend sei der Zwischenruf gemacht,„Räber solle man erst abrechnen". Das sei die Art, wie in Pankow verleumderische Gerüchte in Umlauf gesetzt werden. Die Betreffenden beweisen damit, datz sie zur Freiwald-Cligue gehören.(Beifall und Zwischenrufe: Namen nennen!) Die Namen weiß ich nicht, aber es ist schon so: wer kein Vertrauen zu mir hat, gehört zur Freiwald-Clique. Andere haben gegen mich kein Mißtrauen. Dann gibt Redner einen, wie er ihn selbst bezeichnet, oberflächlichen Bericht über die Abrechnung, von dem er mitteilt, eingangs habe er diefs Berichterstattung vergessen. Genosse Kiehlke gibt den Kassenbericht. Die Ein- nahmen betrugen 1700,48 M., die Ausgaben 1641,05 Mk. Die Mitgliederzahl ist von 642 auf 602 zurück- gegangen, was seine Ursache in der ungünstigen Wirtschaft- lichen Konjunktur haben dürfte. Dem Kassierer wird einstimmig Decharge erteilt. Moniert wird, datz auch von der Maifeier noch keine Abrechnung vorliegt. Es wird erklärt, datz dieselbe zur nächsten Versammlung fertiggestellt sein wird. Den Bericht über die Kreisgeneralversammlung erstattet Ge- nosse Hillmann. Er wendet sich insbesondere gegen das Verhalten des Genossen Stadthagen und die Geschäftsführung in der Kreis- versaimnlung..Genosse Räber legt eine Resolution des engeren Vorstands vor, die. vom Parteivorstand verlangt, ein Schiedsgericht gegen Genossen Städthagen einzusetzen. Als Grund wird das Verhalten Stadthagens auf der Kreisgeneralvcrsammlung und die Schiedsgerichte in Sachen Räber angeführt, die auf Antrag Stadt- Hägens in der Kreisversammlung dem Parteischiedsgericht gegen den engeren Pankower Vorstand überwiesen sind. Räber erklärte,, er sei sich bewußt, daß der richtige Instanzen- weg vorschreibt, das Verfahren beim Kreis anhängig zu machen. Doch beim Kreis erhalten wir nicht unser Recht. Ein Anrufen desselben bedeutet Selbstmord. An der Diskussion beieiligen sich noch die Genossen Hillmann, Obier, Gerhardt und Wolf, die teils gegen, teils für den OrtS- vorstand eintreten. Die vorgeschlagene Resolution wurde gegen 4 Stimmen angenommen. Sodann ersucht Röbcr die Versanimlung, im Namen des engeren Vorstandes folgende Entschlietzung anzunehmen: „Die Gemeindevertreter-Fraktion hat die Ge. nossen Eich l er und Kubig als nicht mehr zur sozialdemokratischen Fraktion gehörig zu be» trachten." Auch über diesen Antrag entspinnt sich eine lange Diskussion. Schließlich wird derselbe gegen 15 Stimmen angenommen. Beim nächsten Punkt der Tagesordnung erklärt Räber, daß der Vorstand sein Amt niederlegt. Er erklärt, datz dies nur geschieht, um Gelegenheit zu haben, die Vertrauensfrage zu st eilen. Genosse Ob i e r tritt in wgrmeo Worts? für den bisherigen Vorstgnd xjjj. Gluer ist der Meinung, daß die Vorstandsmitglieder bor- läufig nicht wiedergewählt werden können, da ein Ausschluß- verfahren gegen sie schwebt. Die Vorstandsmitglieder und be- sonders Räber haben bisher immer auf dem Standpunkt gestanden, batz Genossen, gegen die ein Verfahren schwebt, ihr Amt bis zur Erledigung der Angelegenheit niederzulegen haben. Auf einmal stehen dieselben Personen auf einem anderen Standpunkt. In demselben Sinne nutzert sich Genosse Gerhardt. Beschlossen wird, eine Genossin in den Vorstand zu wählen. Die Ver- sammlung entscheidet sich für die Genossin Meißner. Sodann findet folgende Resolution gegen 11 Stimmen Annahme: „In Berücksichtigung, datz die Genossen von Pankow keine Veranlassung haben, dem engeren Vorstand ihr Vertrauen zu ent- ziehen, so haben dieselben keine Veranlassung, die Nicdcrlcgung dieser Aemtcr entgegenzunehmen, drücken demselben vielmehr ihr Vertrauen aus und erwarten, datz der engere Vorstand in der bis- hcrigcn Weise weiterarbeitet, bis zur Entscheidung der schwebenden Ausschlutzangelegenheiten." Die Versammlung war nur von rund 200 Teilnehmern be- sucht. Hoffentlich gelingt es dem vom Kreis angerufenen Partei. Schiedsgericht, in Pankow den Boden für eine ersprießliche Partei- tätigst: it bald zu glätten. Charlottendurg. Bei dem am 8. August stattgefunbencn SomniernachtSball der Metallarbeiter ist eine Brosche gefunden worden; abzuholen bei Klappstein, Krummestr. 42. Steglitz. Bei dem am 16. August stattgefundenen Volksfest sind ein Arm- band, ein Stock und eine Ubr gesunden, zwei Schirme verlöte in Um Meldung der Finder und Verlierer bei Höhn, Steglitz, Markstein« straße 9. wird gebeten. Vermilcktes. Furchtbares Grubenunglück. Eine große Explosion erfolgte, wie Telegranime melden, am Montagabend in der Kohlengrube Mappole in der Nähe von Wigan in Lancashire. 76 Bergleute sind verschüttet. Giftige Gase und Deckeneinstürze machten den Rettungsmannschaften ein direktes Vor- dringen zum Tatort unmöglich. Es wurde eine Verbindung von der 800 Meter entfernten Grube Janston aus hergestellt. Bis DicnS- tag mittag wurden 13 Leichen geborgen. Mord und Selbstmord. Im Dorfe Barnewitz unweit Rathenow gab, wie ein Telegramm meldet, der Schweizer Vogt auf die unverehelichte Anna Göihling, mit der er ein Verhältnis hatte, ans einem Revolver vier Schüsse ab und verletzte sie lebensgefährlich, dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Die Verletzungen beider sind lebensgefährlich. Hotclbrand in Leipzig. Bei einem gestern früh in einem Hotel in der Zeitzer Straße ans- gekommenen Dachstuhlbrande wurden zwei Kellnerinnen in ihrer unter dem Dache liegenden Schlafkammer erstickt auf» gefunden. Eine 73 Jahre alte Witwe konnte noch im letzten Augenblick von der Feuerwehr gerettet werden. 233 OVO M. unterschlagen. Der Kassierer der Dresdner Bank Hermann Eckert in Dresden hat, wie ein Telegramm auL Dresden meldet, das Institut durch rafsinierte Fälschungen um den Betrag von 233000 Marl geschädigt. Er ist seit gestern früh flüchtig. In zurückgelassenen Briefen spricht er die Absicht aus, den Tod zu suchen. Die An- gelegenheit ist den Behörden übergeben worden. Eckert war Z4 Jahre im Dienste der Bank und genoß das unbedingte Vertrauen seiner Vorgesetzten._ Tödlicher Autounfall. Koburg, IS, August,(W, T. B,) DaS Automobil, daS gestern die Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen nach Koburg gebracht hatte, verunglückte auf der Rückfahrt auf der Chaussee bei Oberlangenstadt(Oberfraukeii). Der Wagen stürzte die Böschung herab und begrub den Chauffeur unter sich, der auf der Stelle tot war. Die Leiche wurde nach Lichtenberg gebracht. SeemanuSlos. Unweit der LebenSrettungSstasion Bcrmegat bei Atlantic City fand man die Ueberreste eines Fischerbootes mit zwei Mann der Besatzung darin, die mehr tot als lebendig waren. Die Männer waren durch Hunger und die Unbill deS Wetters so mit- genommen, daß sie, als man sie in die Rettungsstation einlieferte, außer stände waren, über ihr Schicksal Auskunft zu geben. Man befürchtet, daß die Männer sterben werden, ohne ihre Bcsiiiniiiig wieder zu erlangen, obwohl ihnen jede erdenkliche Hilfe zu teil wird. Lese- und DiSkuticrNuv.Johann 3'/, Uhr bei Bugge, Kastaiiien-Allce 95, Sozialdemokratischer I a c o b y Heute abend Gcncralsitzung. Lese-«nd Diskutierklub Wilhelm Liebknecht, Sitzung heute abend 81/, Uhr bei Buhl, Dauziger Str, 93. Gäste willkomincu. Verband der Friscnrgehülfen Deutschlands. Heute abend '1,10 Uhr: Nosenthaler Straße ll/12: Versammlung und Vortrag. Deutscher Nrbeiter-Nbstiuente»-Bu»d. Ortsgruppe Berlin. Morgen(Freitag) abend'1,9 Uhr im Englischen Hos, Neue Rotzstr. 3: Vor- trag des Genosse» Simon Katzenstein über ErziehungSstagcii. Gäste will- kommen l_ Witterungsnberstcht vom 19. August 1908, morgens 8«Ihr. Ltattonen Swtnemde, SE ■S£ I« 2 s ££ Wetter til Etattonen SE u£ E« II te=- J II 764 O 770 NNW 766 NNO 6 heiter 1 bedeckt 4 bedeckt 2 bedeckt S 14 >6 10 2wollenl 13 765 W 2 wolkig 16 Haparanda 1 757 N 767 NW 3 bedeckt 14 Petersburg 752 NW erlin 766 Still iwoltenl 16 Scillh ffrants.a M, 767NO 1 heiter 11 ilberdee« München 767 SO 2wolkenl 13 Paris Wien 1767 W 1 heiter 16 Wetterprognose für Donnerstag, den 29. August 1998. Vielfach heiter und am Tage ziemlich wann bei auffrischenden nord- westlichen Würden; keine oder unerhebliche Ntederschläge, Berliner Wetterbureau. Wetter WK »II W5, WasserstandS-Nachrichi der Landesanstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbnreau, Wasserstand M e m e l, Tilsit i3 r e g e l, Jnftcrbura Weichsel, Thoru Oder, Ratibor » Krossen Frantsurt Warthe, Schrimm . LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leitm-ritz , Dresden , Barbq , Magdeburg Wasserstand Saal«, Grochlltz Havel, Spandaus , Rathenow') Spree. Spremberg') , BeeSlow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximllianSan , Kaub . Köln Neckar, Hcilbronn Main, Werth etm Mosel, Trier «) 4- bedeutet Wuchs,— Fall,—») Unl-rveqe!. Nach telegraphischer Meldung betrug der Wasserstand der Weichsel bei Thon, heule 372 Zentimeter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 20. Auguft. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Tristan und Jjolde. Anfang 7 Uhr. Königl. Schauspielhaus. Minna von Barnhelm. Neues tönigl. Operntheater. Die Walküre. Anfang 62 Uhr. Deutsches. Die Räuber. Stammerspiele. Frühlings Erwachen. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Leffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Neues Schauspielhaus. Die Neues. Baccarat. Dollarprinzessin. Kleines. 2X2= 5. Komische Oper. Der Berrissene. Residenz. Der Floh im Ohr. Hebbel. Cyprienne. nitipielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Balzeitraum. B Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Prophet. Schiller Charlottenburg. Das lette Mittel. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Die Diebin. Luisen. Sufe. Thalia. Mitternachtsmädchen. Bernhard Rose. Das Geheimnis von New York. Urania. Taubeustraße 48/49. Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Cyprienne. Lustspiel in 3 Aufz. v. Sardou u. Najas. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Baccarat. Freitag und Sonnabend: Baccarat. Sonntag: Der Dieb. Kleines Theater. Donnerstag, den 20. Auguft cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Oskar Strauß. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwank in 3 Aften von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Morgen und folgende Tage: Der Floh im Ohr. Luisen- Theater. Donnerstag, den 20. August 1908, abends 8 Uhr: Suse. Täglich: Suse. Friedrich- Wilhelmstädtisches 8 ur. Schauspielhaus. 8 u5r. Sommerspielzeit. Leitung v. G. Pilk. Donnerstag, den 20. August 1908: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Sensationsschauspiel in 4 Aften von C. M. S. Mc. Lellan. Freitag: Ein Rabenvater. DERNHARD ROSE THEATED ( Br. Frankfurter Str. 132. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Spezialitäten. Anfang 4%, Uhr. apollo Theater Ab 8 Uhr: Die Attraktions 91 Novitäten. 9% Vera Violetta. Baudeville- Operette von Ed. Eysler. 10% Grat Zeppelin auf feiner großen Fahrt. Ab 71, Uhr: Konzert im Theatengart. Kotthuser Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Erstklassige Nummern. Gr. Elite- Soiree Tanz Don Kränzch. Hoffmanns Norddeutsch. Sänger Deg. Sonnt. 5, wochent. 8. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Morwin- Oper. Schiller Theater Charlottenburg. $ Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends8 Uhr: Der Prophet. Freitag, abends 8 Ubr: Der Postillion von Lonjumeau. Das letzte Mittel. Freitag, abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Sonnabend, abends8Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Jüdin. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. EröffnungsCARTEN Die blaute aus. Walhalla Programm. Z Täglich nachm. 5 Uhr: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Mans. Variete Theater The Zancigs- Joseph Josephi, Sänger Metropol- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Bum 336. Male: Das muß man seh'n Revue in 12 Bildern m. Gej. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Spezialitätenvorst. im Garten. Bei ungünft. Witterung i.Theater. Großes Progr. Anf. d. Borst. Shr. Anf. d. Gartentonz. Zuhr. Sel. Pr. Sonnabend, 22. August: Galas Sommerfest. Eine Knallnacht a. d. Weinsbergsweg. N. d. Anschl.- S. Ephraim Thompson, dressierte Elephanten Okabe, JapanerTruppe Die 5 Mowatts, KeulenJongleure Die 12 Tiller Girls, Engl. Gesangs- u. Tanztruppe Cornalla und Eddie, Amerikanische Excentrics Der Zukunftspreis, Karl Hertz, großes Rennbild Zauberkünstler Boyer de Lafory, französ. Sängerin Der Biograph. Preie Volksbübne Die neuen Mitgliedskarten müssen bis heute abend aus den Zahlstellen abgeholt werden. Eröffnungs- Vorstellungen des Spieljabrs 1908/09 Sonntag, den 30. August, nachmittags 3 Uhr: Lessing- Theater Neues Schauspielhaus Thalia- Theater Friedrich- Karl- Ufer 1. Nollendorf- Platz 7/8. Die versunkene Glocke. Die Kinder d. Exzellenz. Lustsp. in 4 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen u. W. Schumann. 1. Abteilung. Dresdener Str. 72/73. Te Deum. Komödie in 5 Aufzügen von Ernst Rosmer. 11. Abteilung. Märchendrama in 3 Aufzügen von Gerhart Hauptmann. 4. Abteilung. Sämtliche Nachmittagsvorstellungen sind geschlossene, zensurfreie Vereinsvorstellungen, zu denen nur Mitglieder Zutritt haben gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte. Die Mitgliedskarten für die Nachmittags- Abteilungen müssen je 2 Marken enthalten. Das Einschreibegeld beträgt 90 Pfennig, ebenso der Augustbeitrag der alten Mitglieder. 12.( 1.) Abend- Abteilung im Neuen Schauspielhause Montag, den 7. September, Uhr( ngen Dauer der Vorstellung): Antang Goethe: Faust( I. Teil). Einschreibegeld 90 Pfennig, Beitrag der Abend- Abteilung 1,10 Mark. ( Für die Abendvorstellungen sind vorläufig mit der Direktion des Neuen Schauspielhauses abwechselnd zur Aufführung vereinbart: Goethe: Faust( I. Teil). Hebbel: Shakespeare: Judith. Julius Cäsar. Einige neue Mitglieder können sich noch in den nachstehenden Zahlstellen anmelden: N.: Ernst Beyer, Veteranenstr. 11. H. Roloff, Wörther Str. 31. A. Charlet, Ackerstr. 154. Pauí Mazanke, Pankstr. 24. R. Vogel I, Lortzingstr. 37. K. Opitz, Lynarstr. 2. K. Wiesenthal, Ackerstr. 123. A. Tietz, Invalidenstr. 124( Stettiner Bahnhof). Kriedemann, Stargarder Str. 74. NO.: Franz Niemeyer, Weberstr. 19. J. Reul, Barnimstr. 42. 0.: P. Horsch I, Engelufer 15( Gewerkschaftshaus). G. Vogel II, Koppenstraße 83. Lohaus, Thaerstr. 63. Witwe Henze, Petersburger Str. 34. SO.: A. Böttger I, Skalitzer Str. 107. Friedrich, Mariannenstraße 5. Schulz, Görlitzér Straße 58. Karl Scholz, Wrangelstraße 110. S.: Haase, Kottbuser Damm 4. Gottfried Schulz, Admiralstraße 40a. W. Börner, Ritterstr. 15. F. Meyer, Dresdener Str. 128/129. SW.: Rudolf Daehn, Hagelberger Str. 27. Mudersbach, Lindenstr. 59. F. Ohnesorge, Markgrafenstr. 102. A. Böttger II Zossener Str. 30. W.: Wiemers, Bülowstr. 59. G. Moldenhauer, Barbarossastraße 64. NW. ( Moabit): Paul Horsch II, Charitéstr. 3( Verbandshaus der Metallarbeiter). Lamprecht, Putlitzstr. 10. C.: H. Ramm, Stralauer Str. 3/6. Alb. Löwenberg, Neue Schönhauser Str. 18. Clasen, Gipsstr. 27. G. Weihnacht, Grünstr. 21. Rixdorf: F. Henning, Zietenstr. 69. Max Zirkel, Fuldastr. 55( Idealpassage). Charlottenburg: F. Schmidt, Wilmersdorfer Str. 130. Wilmersdorf: E. Meyer, UhlandTempelhof: M. Müller, Berliner Ober- Schöneweide: H. Knappe, Tegel: Johann Lauer, Rummelsburg: Havenstein, Alt- Boxhagen 50. Weißensee: Nerlich, Lothringenstraße 13. straße 97. Str. 41/42. Westendstraße 22. Berliner Str. 92. 241/12 Ordner- Sitzung: Sonnabend, den 22. August 1908, im Gewerkschaftshause. Tagesordnung: Wahl der Beisitzer und Geschäftliches. Der Vorstand. I. Vertr.: Die Geschäftsstelle, Rixdorf- Berlin, Kirchhofstr. 46, 2 Tr. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Komödie in 3 Alten von Anton und Donat Herrnfeld. -Reichshallen- Theater Ostbahn- Park Max Kliems Täglich: Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Stettiner Sänger. Großes Konzert, Täglich: Anf. Wochentags 8 Uhr, Theater- und SpezialitätenSonntags 7 Uhr. Reichshallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. ::: Restaurant 40 Tegeler Weg Vorstellung. Waldkater"::: Charlottenburg Tegeler Weg 40 Drei Minuten vom Bahnhof Jungfernheide. ausgeführt von einer:: Jeben Großes Freikonzert, Original3igenner- Kapelle. Sonntag Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Familien können Kaffee kochen. Liter 60 Pf. Glas Bier 10 Pf., Gr. Weiße 20 Pf. Jm Saal: Gr. Ball. Um frdl. Zuspruch bittet Der Waldkater. 11106 Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Passage- Theater. Abends 8 Uhr: BELLINI der König aller Gedankenleser mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden ::: Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Passage- Panoptikum. Täglich von 11-1 und von 8-9 Uhr: Auftreten des Herrn Wilhelm Voigt genannt der Hauptmann von Köpenick Eintritt inkl. aller Sehenswürdigkeiten 50 Pf. ohne Extra- Entree. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria Rustikana und die urkomische Burleske , Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 82 Uhr. W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16, Benefiz: Rothow- Dugall. Die Anna- Liese. Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3-6 Uhr. Während und nach der Vorst.: Tanz, Freitag: Angeklagt! Sonnabend: Der Wilderer. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direkt.: Willi Voigt Täglich: Der jüngste Leutnant. Erstklassige Spezialitäten. Bollini Truppe Kurt Elis The 5 Violettes Powel and Powel Adolf Hartley. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4%, Uhr. Borverkauf von 10 Uhr ab. Mittwoch, 26. August: 40 jähriges Bühnenjubiläum von Karl Möller. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich Die Welt ein Paradies große Ausstattungs- Revue und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 412 Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Volksgarten- Theater. am Bahnhof Gesundbrunnen. Donnerstag, den 20. August 1908: Großes Gartenfest mit italienischer Nacht u. feenhafte Beleuchtung d. ganzen Etablissements. Großes Brillant- Feuerwerk. Schweizer Garten. Am Königstor - Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Jeden Abend Berliner Leben. 10 Uhr: Boltsstück mit Gesang in 3 Bildern. Jeden Kinderfrendenfeft. Mittwoch: Bollsbeluftigungen. Sinematograph. Entree 30 Bf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Wiedereröffnung Täglich: Großes Konzert, Theater- Sonnabend, den 22. Auguft: Neu! Neu! Neu! und Spezialitäten- Vorstellung. Die Guldenprinzessin. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite.Tag. 0000 Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Mit vollen Segeln. Lebensbild in 3 Atten. Dazu 3. B.: Hermann Book, erftklaffige Spezialitäten. Operette. Wiederauftreten von Gustav Behrens und 10 erstklassige Spezialitäten. Duskes Kinematograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47-49. Donnerstag, den 20. Auguft: Die Geheimnisse von London Senfationsdrama in 8 Bildern. Anf. d. Borst. 7 Uhr, d. Kong. 5 Uhr Kaffenöffnung 4 Uhr. Nach der Borstellung: Ball. Aufruf! Am 6. August wurde Donaueschingen von einem furchtbaren Brandunglück heimgesucht. 180 Wohnhäuser und 160 Nebengebäude fielen in wenigen Stunden dem rasenden Element zum Opfer. Von ihrer Habe konnten die Betroffenen nichts retten. Etwa 600 Personen sind obdachlos, von Kleidung und Hausgerät entblößt. Der Schaden beziffert sich auf Millionen, von denen nur ein sehr geringer Teil durch Versicherung gedeckt ist. Trotzdem die erste Not durch hochherzige Spenden aus Donaueschingen selbst gemildert wurde, ist das Glend unter den zum überwiegenden Teil ganz armen Leuten unbeschreiblich. Haus und Hof, die fahrende Habe, alles ist ihnen vernichtet. Die Hilfe der nächsten Mitbürger reicht hier nicht aus. Unterstüßung aus dem ganzen großen Vaterlande tut dringend not, nur rasche Hilfe wird wirksam sein. Ueber das freundliche Schwarzwaldstädtchen tam die Heimsuchung fast in dem gleichen Augenblick, in dem die Augen der ganzen Welt auf Glück und Untergang des Beppelinschen Luftschiffes gerichtet waren. Wenn jezt dem Grafen Zeppelin die Fortführung seines Lebenswertes gesichert ist und nun zum zweiten Male die Bitte unt werktätige Hilfe für Hunderte von Obdachlosen, durch die Flammen aus ihrem Vesiße Vertriebenen, ins Land hinausgeht, so find wir überzeugt, daß dieser Appell an die Opferwilligkeit unserer Mitbürger nicht ungehört verhallen wird. Insbesondere richten wir an die norddeutschen Stammesgenossen die Bitte, durch rasche und werktätige Hilfe den schwer Heimgesuchten zu zeigen, daß kein Unterschied ist zwischen Nord und Süd, gewiß nicht, wenn es gilt, zu helfen und zu retten. Ihr helft zugleich und ver allem Hunderten und Aberhunderten von armen, notleidenden, hungernden und frierenden, ihres Heims und ihres Obdachs beraubten Menschen. Eine der ersten Spenden, die in Donaueschingen anfam, waren 1000 M. des Grafen Zeppelin. Folgt feinem Beispiel, lindert das Elend, das so groß ist, daß die Hilfe des Südens nicht mehr genügt, erfüllt auch hier den stolzen Wunsch: das ganze Deutschland foll es sein! Ueber die eingehenden Spenden wird öffentlich quittiert. Lebensmittel, Wirtschaftsgegenstände, ungetragene Kleidungsstücke und sonstige Naturalien werden nach den als Depot eingerichteten städtischen Wärmehallen in der Dircksenstraße, Stadtbahnbögen 97-100, erbeten oder von jedem Spediteur fostenlos abgeholt. Geldsendungen nehmen in Empfang: Die Haupt- und Depofitenkaffen der Bank für Handel und Industrie, der Berliner Handelsgesellschaft, der Commerz- und Diskontobank, der Deutschen Bank, ber Direktion der Diskonto- Gesellschaft, der Dresdner Bank, der Mitteldeutschen Kreditbank, ber Nationalbank für Deutschland, des A. Schaaffhausen'schen Bankvereins, die Direktion der Handelsvereinigung, die Geschäftsstelle der unterzeichneten Kommission, Berlin, Jägerstr. 22, fowie jedes Mitglied des Komitees. 1115 Auch der kleinste Beitrag ist willkommen! Norddeutsches Hilfskomitee für Donaueschingen. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, König-, Ecke Neue Friedrichstraße. 218/ 8* Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jedon Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 1 Uhr mittags. hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Bitte ausschneiden! Achtung! Achtung! Vorzugsbillett! Sangesfreunde! Vitascope- Theater, 110 Invalidenstrasse 110 zirka 700 Personen fassend, gültig für 1-4 Personen statt 75 Bf. nur 50 Pf. 50 30 30 20 Sonntag, den 23. Auguft 1908, findet eine Morgensprache in Ludwigs Bittoriagarten, Köpenicker Landstraße 66/ 8* statt, veranstaltet von den Sonnabend, Sonntag ungültig. Gesangvereinen des Arbeiter- Sängerbundes. Gastwirte! Slavier, famofer Ton, verkauft wegzugshalber Krüger, Zwingliftr. 4. Aelteftes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. Wanzen Schwaben, Russen, Flöhe, Fliegen, Blattläufe 2c. werden durch meine unfehlbar wirkenden Spezialmittel nebst Brut vollständig vertilgt. In Flaschen resp. Schachteln a 30 Pf., 50 f., 1,00 bis 3,75 m. Zahlreiche lobende Anerkennungen. 1000 M. Belohnung demj., der mir ein. Nichterfolg nachweist. Hugo Barth, Drogerie, Brunnenstr. 14. Arnold Scholz. Neue Welt. Hasenheide 108-114. Gr. bayerisches Keller- Fest. Heute: Elite- Tag! Monster- Feuerwerk Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Alle Passepartouts haben Gültigkeit ohne Nachzahlung. Achtung! Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN Becerdings auch mit Mundstück hergestellt, JOSETTI VERA m.Mundstück CIGARETTEN enthalten dieselbe Köstliche Mischung wie Vera ohne Mundstück, die stets bei allen urteilsfähigen Rauchern in bestem Ruf gestanden. Josetti- Vera m/ M. 10 St. 30 Pfg. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Donnerstag, abends 8 Uhr, bei Freyer, Koppenstraße 29: Vertrauensmänner- Verfammlung für fämtliche Bezirke und Branchen. Zages Ordnung: " 1. Stellungnahme zur Arbeitsvermittelung. 2. Der Verbandstag des Arbeitgeberschutzverbandes für das deutsche Holzgewerbe. Referent: Kollege Th. Glocke. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 88/20 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Köpenick u. Umgegend. Bu einer Donnerstag, Drechsler! Treppengeländer! Luxusbranche! stag, den 27. Augußt er., Sonnabend, den 22. August 1908: Gr. Sommerfest in Anton Boekers Festsaal, Weberstr. 17, bestehend in 89/7 Konzert sowie Auftreten der berühmten Driginal- Grotest Duettisten und Erzentriks Gebrüder Heralf. Verlosung und Tanz.- Anfang des Konzerts 8 Uhr. Eintritt: Damen 30 Bf., Herren 50 Pf. Um gütigen Zuspruch ersucht Bekanntmachung. Tanz frei. Das Komitee. Ortskrankenkasse des Maurergewerbes. 3. Abänderung zu dem Statut vom 24. 11. 03. Artikel I. 7 Uhr, im Restaurant Franz Kähne zu Adlershof, am Bahnhof, stattfindenden Außerordentlichen 276/2 General- Versammlung laden wir hiermit die Bertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ein. Tages- Ordnung: scheiben der Drte Köpenid und Beschlußfassung über die durch AusMüggelsheim notwendigen Aenderungen folgender Baragraphen des Statuts§ 1,§ 2,§ 12,§ 20,§ 29 Nachtrag V.§ 30 Nachtrag V,§ 31 Nachtrag V. Es ist für Köpenic ,, Adlershof" zu sehen, bezgl.„ Stadt Köpenick" und Müggelsheim" zu streichen. Adlershof, den 18. August 1908. Der Vorstand. N. Hansen, Vorsitzender. Allgemeine Diez' Spezialitäten- Theateretuber außerordentlichen General- Berſammlung Orts- Krankenkasse Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn- Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Täglich: Ob Regen! Das neue und befte Programm Berlins. Die größte u. beste Raubtiergruppe d. Gegenwart. Gebr. Bügler. in teppdecken 10 Löwen 8 Bären. Steppdecken Extrapreise! Emil Lefèvre Anfang 3 Uhr. Entree Wochentags 20, Sonntags 30 f. Täglich: Voltsbeluftigungen aller Art.00000 Michaelkirchstraße Von der Michaelbrücke an der heute Donnerstag, Große Dampfer- Korsofahrten den 20. August: zu kleinen Breisen mit Mufit 30 Bf. bis Schmöckwitz, Restaurant Seddin see. Daselbst: Doppel- Freikonzert sowie Land- und Wasserfeuerwerk. Abfahrt früh 92 Uhr, 2, 4 u. 61, Uhr. 1111b vom 9. Juli 1908. Der§ 30 des Kassenstatuts erhält folgende Fassung: Die wöchentlichen Beiträge werden hiermit auf 4%, Proz. des durchschnittlichen Tagelohnes, und zwar: in Klaffe 1( Maurer) von 84 auf 96 Pf., 2( Arbeiter) 72 feßgefest. " " 81 3( Lehrlinge und Arbeiter unter 16 Jahren) von 36 auf 42 Pf., 4( weibliche Mitglieder) von 36 auf 42 Pf., 5( weibliche Mitglieder unter 16 Jahren) von 24 auf 27 f. Artikel II. zur Berlin. Gemäß der Vorschrift des§ 67 des Statuts geben wir hiermit bekannt, daß die in der Generalversammlung bom 27. April 1908 beschlossene fünfte Abänderung zum Statut die behörd liche Genehmigung erhalten hat. Artikel I. § 41 wird gestrichen, derselbe erhält fol Die vorstehende Abänderung tritt nach erfolgter Genehmigung mit gende Fassung: dem Montage nach erfolgter Bekanntmachung in Kraft. Berlin, den 13. Juli 1908. Der Vorstand der Ortskrankenkasse des Maurergewerbes zu Berlin. A. Daehne Borsigender. E. Simanowski Schriftführer. Genehmigt durch Beschluß vom 28. Juli 1908. Außerdem Sonnabend 10 Uhr vorm. Extrafahrt nach Woltersdorf. Berlin Süd. Seit 1882 92 Uhr abends Mondscheinfahrt nach Müggelwerder. Preis hin und( L. s.) Der Bezirksausschuß zu Berlin, Abt. 11. zurück 50 Pf. Reederei G. Zachow. nur Oranienstr. 158 Herren- Stoff- Reste Wer- Stoff- hat Bunt Cretonne Ersatz für Deckbett 300 in 50 Similiseide) Sn. dem 525 750 1675 850 Farben rot, blau, oliv Wollatlas Schlafdecken 150 250 Bunte Normalganz dick 350 Wolldecken 300 400 Räumungs- Extraliste enorm billiger Angebote gratis und franko. Fabrikate, Kammgarne, Meter, reine Wolle. Cheviots, anzug, 20 M. 150/1 Für gut. Siz bekam zu Herrenanzügen spottbillig, fine, fertige Serm. ohne Konkurrenz neueſte Muster von 4 M. an per 2 npr., feinste But, gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauer Ludwig Engel, Prenzlauer. straße 23, II.( Alexanderplat.) ftraße23, II.( Alexanderpl.) Gegr.1892 Spezialität: Anzug kompl. nach Maß ,, Napoleon" m. 36,00. Ein Verfuch führt zur dauernden Kundschaft! Haben Sie schon einen Phonographen gratis bekommen? Um unsere unübertroffenen Starkton- PlatinaHartguß- Walzen überall bekannt zu machen, haben wir uns entschlossen, 2000 ff. KonzertPhonographen zu verschenken. Näheres durch Prospekt grat. Postkarte genügt. Viele Dankschreiben. National- Phonograph- Kompagnie| Dresden 16/441. II C. 81. 08 1. Kayser. Die Mitglieder des Vorstandes verwalten ihr Amt als Ehrenamt, er halten jedoch für die Teilnahme an den Vorstands, Kommissions- und den im Intereffe der Kasse mit Aerzten, Apothefern und sonstigen Lieferanten abzuhaltenden Sizungen sowie auch für Stassenrevisionen 2 M. pro Person und Sizung. Der Vorfizende erhält außerdem für den ihm durch Wahrnehmung der übrigen Vorstandsgeschäfte erwachsen10936 den Beitverlust und entgehenden Die vorstehende Bekanntmachung tritt mit dem 24. August 1908 in Straft. Arbeitsverdienst eine Pauschalver deremplare vorſtehender Abänderung liegen zur Entnahme im Stassen- gütung on 40 M. monatlich. Den Der Vorstand. lokal, Sophienstr. 6, aus. Achtung, Vereine! Für Sommer- und Kinderfeste empfohlen! Stocklaternen, Fackeln, Schärpen, Kopfbedeckungen, Illuminat.- Laternen, Dekorationsgirlanden, Verlosungsartikel, Harken, Sensen, Reglerpreise, Jug- u. Scherzartikel, Feuerwerk, Festabzeich. Große Auswahl, billige Preise, kulante Bedienung Pohl& Weber Nachf., Berlin. Am Spittelmarkt 4/5 I Alexanderstr. 51/52 Inh. Otto Oeser. Inh. Ernst Herbst. Kataloge gratis und franto sowie Versand nach außerhalb. Vorstandsmitgliedern, wird der ihnen durch Wahrnehmung der Vorstandsgeschäfte entgehende Arbeitsverdienst sowie die notwendigen baren Auslagen ersetzt, wenn es sich um eine während der üblichen Arbeitszeit stattfindende Tätigkeit handelt. Die zu den Sizungen und Kassenrevisionen hinzugezogenen Kaffenbeamten erhalten die gleiche Entschädigung wie die Vorstandsmit glieder, wenn es sich um eine außer halb der gewöhnlichen Dienststunden liegende Tätigkeit handelt; anderen falls werden ihnen nur die eventuell erwachsenden baren Auslagen ersetzt. Artikel II. Diese Abänderung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in Straft. Berlin, den 20. August 1908. 276/1 Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Wilhelm Piehl, Borsitzender. Singer& Co., Berlin SW