Nr. 196. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., möchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich ander montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene ftolonel geile oder beren Raum 50 Big., für bolitische und gewerffchaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wahlen in Miederösterreich. Sonnabend, den 22. August 1908. Oder: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. straße stehen einander 11 648 sozialdemokratische und 13 236 der Frauen auch unter den jetzigen Verhältnissen schon genügend chriftlichsoziale Stimmen gegenüber, den Christlichsozialen sichert gewahrt werde; daß auf den Katholikentagen manche Frage erörtert das Listenstrutinium vier Mandate, die Sozialdemokraten beraubt werde, die zu delikat für weibliche Ohren sei; daß von es, wie die Struktur dieses Bezirkes es ergäbe, um mindestens den Frauen selber fein Wunsch dieser Art laut geworden sei und Aus Wien wird uns vom 19. August geschrieben: ein Mandat. Die Bilanz der christlichsozialen Ungleichheit daß, wenn man den Schritt einmal getan habe, man ihn Inmitten der„ Urlaubszeit", während die Politiker fern des Wahlsystems, die sie nicht, wie es dümmere bürgerliche nicht leicht wieder rückgängig machen könne. Die Oppo bon der Stadt weilen und sich das politische Getriebe auf Parteien tun, in das Wahlrecht, die sie, wie es schlauen nenten im Ausschuß behielten die Oberhand und so würde Monarchenbegegnungen und Geburtstagsfeiern beschränkt Jesuiten ziemt, in die nicht sichtbare Wahlbezirkseinteilung denn beschlossen, daß die Frage der der Zulassung der diese letteren freilich sehr ausgiebig ist plötzlich die Auf- einspinnen, geben folgende Zahlen: Frauen noch nicht spruchreif sei, daß das Zentral Lösung des niederösterreichischen Landtages und die Aus- Die Bezirke mit christlichsozialen Majoritäten haben fomitee die Sache noch mal prüfen und dem nächsten Katholikentag schreibung von Neuwahlen gekommen. Wohl hat sich 826 400 Einwohner und erhalten 36 Mandate! wieder vorlegen soll. In diesem Sinne beschloß denn auch die die ehemalige Bedeutung der Landtage, deren Kampf mit dem Die Bezirke mit sozialdemokratischen Majoritäten haben vierte geschlossene Generalversammlung, doch kam man den Frauen Reiche die zwei ersten Jahrzehnte des österreichischen 701 300 Einwohner und erhalten 12 Mandate! insofern entgegen, als bestimmt wurde, daß als Mitglieder Berfassungsleben ausfüllt, völlig verflüchtigt, und die einst so der Katholikentage in Zukunft auch Vereine und wichtigen und hochmögenden Landesversammlungen sind heute In den christlichsozialen Bezirken kommt ein Abgeordneter 3 to ar auch solche mit weiblichen Mitgliedern zu recht bescheidene, in ihren Befugnissen wie Wirkungen gleicher- auf rund 23 000 Einwohner! gelassen werden sollen. Es geht langsam mit den Forts maßen beschränkte Verwaltungskörperschaften geworden, ohne In den sozialdemokratischen Bezirken kommt ein Ab- schritten bei den Klerikalen; die Gegnerschaft der Ultramontanen daß ein Buchstabe an der geschriebenen Verfassung geändert geordneter auf rund 58 000 Einwohner! gegen die Gleichberechtigung der Frau ist noch stark; doch ist vorauss wurde ein neuer Beweis der Erfahrung, um wie viel stärker Es ist notwendig, diese wahre Grundlage der chriftlich zusehen, daß der Katholikentag in sehr furzer Zeit der Macht der die lebendige Macht als alle Verfassungsparagraphen ist. fozialen Größe, den Charakter ihrer Herrschaft, die nur Verhältnisse und des Gedankens auch in dieser Frage wird nachTrogdem haben Wahlen in Wien und Niederösterreich auf Wahlordnungen ruht, in den aufreizenden geben müffen. immer ihre besondere Bedeutung. Der niederöster Zahlen auch der deutschen Deffentlichkeit vorzuführen: Die vierte geschlossene Generalversammlung er reichische Landtag ist eine der Hochburgen der Chriftlich schon damit die tendenziöse Aufloberei, der sich jetzt ledigte sodann als Schluß ihrer Arbeit eine große Anzahl von Ansozialen, nach dem Wiener Gemeinderat die wichtigste; und das gesinnungsverwandte Zentrum befleißigt( wie es in trägen des Ausschusses für christliche Charitas: öffentliche so wird auch diesen Wahlen das große Ringen zwischen letzter Zeit der seltsame Historiker Martin Spahn in Armenpflege, Antialkoholbewegung, Binzenzvereine, Schul- und Christlichsozialen und Sozialdemokraten nicht fehlen, das den einem Auffaze voll lächerlicher Unwissenheit tut), auf ihren Jugendsparkassen, Strafrechts- und Gefängniswesen, KrüppelWahlfämpfen in Desterreich, seitdem die nationalen Streit- wahren Wert zurückgeführt werde. Ueberdies haben sich die fürsorge usw. Für die Gründlichkeit, womit der Katholikentag fragen aus den Wahlen ausgeschieden worden sind, immer Christlichsozialen mit diesem Vorsprung nicht begnügt, sie nebensächliche Fragen zu behandeln pflegt, zeugt der Umstand, daß mehr das Gepräge gibt. Zumal diesmal unter einem neuen spielen auch sonst mit falschen Starten. Um in den Bezirken, der letzte Redner der vierten geschlossenen Generalversammlung über Wahlrecht gewählt wird, das zwar den Christlichsozialen einen in denen die sozialdemokratische Mehrheit schwächer ist( es die Behandlung der Rückgratsverkrümmung eines jungen Strippels gewaltigen Vorsprung sichert, immerhin aber auch der Sozial- sind ihrer fünf) die Chancen der Arbeiter zu verschlechtern, eine Biertelstunde reden durfte, während am Tage vorher bei der demokratie Erfolge bringen muß. Es wird also in Kürze in wurde für den Landtag statt der einjährigen Seßhaftigkeit der Behandlung der sozialen Anträge die Redezeit auf drei Minuten beWien wieder heiß zugehen. Reichsratswahlordnung die dreijährige Seßhaftigkeit bestimmt; schränkt wurde. Groß können die Mandatsgewinne unserer Partei bei ein neuer Beweis, wie„ umsichtig" eine christlichsoziale Reform In der letzten öffentlichen Generalversammlung diesen Wahlen freilich nicht ausfallen, denn die Wahlordnung, Wahlsiege vorzubereiten weiß. Die christlichsoziale Mehrheit redete ein Holländer, Pfarrer Dr. Janssen Bünnik, über die wie sie der christlichsoziale Landtag in seiner letzten Tagung des Landtages muß nicht erst erkämpft werden, sie steckt schon atholiten und Protestanten in Holland. Er festgestellt hat, ist ein Muster- und Meisterstü& bon in der Wahlordnung! fattberte die in feinem Lande erfolgte Einigung der Katho Wahlgeometrie; und sie bestätigt nur wieder, daß es Unter solchen Umständen gebärden sich die Christlich- titen und gläubigen Protestanten( antirevolutionäre auf dem ganzen Erdenrunde teine Partei gibt, die unseren sozialen nun als Wohltäter und zeigen sich bereit, dte armen Partei), wozu die beiden Zeilen gemeinsame Sorge für die Christlichsozialen gleichkäme in der Stunst, sich im Wahlsystem Deutsch- Freiheitlichen von ihrem Reichtum im Stompromiß- positiv christliche Erziehung der Jugend Anlaß geVorteile zu sichern und in der Skrupellosigkeit, dabei auf wege ein paar Mandate zu schenken. Von den 127 Man- geben habe. Der Redner hält den Tag für nicht mehr fern, wo Gerechtigkeit und Anständigkeit völlig ชน verzichten. daten des Landtages fönnen sie unschwer auf neunzig auch die deutsche Nation sich in ihrer übergroßen Mehrheit einigt Die Kunst ist deshalb so bemerkenswert, weil die rechnen, so tüchtig arbeitet die Wahlordnung vor! Warum zur Rettung der christlichen Kultur und der sozialen Ordning. Christlichsozialen scheinbar auf Vorrechte gar nicht bestehen, sollen sie also nicht nobel sein dürfen und ein paar Brocken Den Schluß der rednerischen Leistungen des Katholikentages Privilegien im Wahlrecht nicht anstreben. Was andere, wohl abgeben, wenn sie sich damit das sogenannte freiheitliche bildete eine mit übertriebenem Phrasenreichtum ausgestattete, mit ebenso brutale, dafür aber aufrichtigere Parteien plump an- Bürgertum zur Hörigkeit verpflichten? Das ist nämlich der komödienhaftem Pathos hinausgeschricene Rede eines schweizer fassen, fassen sie mit List an, und zwar noch viel sicherer. So Zweck des Kompromisses, das man auch für diese Wahlen Ständerates über das Papst tum. Die Zuhörer waren entzüdt haben sie in Wien auch für die Landtagswahlen das zuwege bringen möchte, und daran auch hier unter der be- und gerieten in ein Beifallsrafen, das die katholische Christenheit allgemeine und gleiche Wahlrecht eingeführt; worin sie das liebten Firma:" Sammlung der bürgerlichen Elemente gegen noch einmal in ihrer ganzen Begeisterungsfähigkeit zeigte. ,, corriger la fortune" befolgen, ist eben weniger das die Sozialdemokratie" gearbeitet wird. Von niemandem Präsident Graf Praschma gab in seiner Schlußansprache Wahlrecht, als die Wahlbezirkseinteilung. eifriger als von dem wackeren Beck, der zwar vernünftig Sie haben in Wien bei den Reichsratswahlen nicht ein- genug ist, seine Finger von der ausgesprochenen antidie Hälfte aller abgegebenen Stimmen erhalten sozialdemokratischen Politik zu lassen, die berüchtigte Block ( von 333 000 tnappe 160 000, was die Ruhmredigkeit idee aber doch nicht ungern importieren möchte. Die über das„ christlichsoziale Wien" recht beträchtlich zu Chriftlichsozialen sind als gute Geschäftsleute bekannt; wenn reftifizieren geeignet ist), haben sich aber für die sie den Freiheitlichen- nicht denen in Wien, denn diese letzten Landtagswahlen von den 48 Mandaten, die Wien für Neste des ehemaligen bürgerlichen Liberalismus, die wirklich den Landtag besitzt, vorweg 36 als geradezu unangreifbares und redlich freisinnig sind, werden von ihnen fast so gehaßt in den Landstädten ein paar Besitztum gesichert: sicherlich kein geringes Stunststück einer wie die Sozialdemokraten planmäßigen Wahlgeometrie! Wie haben sie es nun an- Mandate geben wollen, obwohl sie stark genug wären, sie in gestellt? Von den 21 Gemeindebezirken Wiens haben zwölf diesen Bezirken, wo das Wahlrecht von einer für die Arbeiter eine christlichsoziale, acht eine sozialdemokratische und einer unerschwinglichen Steuer abhängt, unschwer zu erdrosseln, so eine Mehrheit, die sich aus Sozialdemokraten und Bürgerlich muß das für sie auch seinen besonderen Wert haben; umsonst Freisinnigen zusammensetzt. Für den Landtag hat Wien aber ist von den Römischen" nichts zu haben. Was die Christlichsozialen um 15 Mandate mehr bekommen als für den Reichsrat. im Sinne haben, ist die Entmannung des bürgerlichen Freisinns; Diese fünfzehn Mandate sind nun auser soll von ihnen Handgeld nehmen und ihnen verpflichtet schließlich auf die Bezirke mit christlich sein, wobei als Extraprofit herauskommt, daß die Christlich zu Ende. sozialer Mehrheit verteilt worden, bon sozialen das Gift des Arbeiterhasses dadurch auch den anderen den mit gegnerischen Mehrheiten hat also nicht einer ein bürgerlichen Parteien einzuimpfen und so den antisozialdemoMandat mehr bekommen, obwohl schon die Verteilung in der fratischen Block zu formieren hoffen. Deshalb werden diese Reichsratswahlordnung eine höchft parteiische und auf die Landtagswahlen der Reflex der allgemeinen politischen TenParteibedürfnisse der Christlichsozialen zugeschnittene war. denzen sein. Die Sozialdemokraten aber werden, kampfHaben doch Wiener Wahlkreise Wählerzahlen von 2000 bis gewohnt und erprobt wie immer, zu erweisen haben, daß an 20 000 Wählern, der eine Wahlbezirk ist also zehnmal ihrer Energie und Schlagfertigkeit römische Tücke und bürger- Ein Stuttgarter Gewerkschaftsführer schreibt uns: größer als andere! Und die schon die schon übermäßig liche Feilheit zuschanden werden müssen. Der gegenwärtige Zeitpunkt dürfte geeignet sein, noch einmal begünstigten Wahlfreise haben nun noch neue 15 Mandate auf die vorjährige Budgetabstimmung der württembergischen bekommen! Diese Häufung von Mandaten müßte nun die Landtagsfraktion zurückzukommen. Nach Beendigung der Disfuffion in der Tagespresse erschien( im Novemberheft 1907 der Wirkung haben, die sozialdemokratischen Minoritäten, die in " Sozialistischen Monatshefte") ein abschließender Artikel des Genossen diesen Bezirken sehr namhaft sind, zum Ausdruck zu bringen; B. Heymann, der damals keine Erwiderung gefunden hat, obwohl würde jeder Gemeindebezirk in so viele Wahlbezirke geteilt der Verfasser, als Mitglied der württembergischen Landtagsfraktion, werden als ihm Mandate zugedacht sind, so könnten die in dem begreiflichen Streben das Verhalten seiner Kollegen als von den Minoritäten in bestimmten Teilen natürlich zu Mehrheiten Auf dem Effener Katholikentage vor zwei Jahren erschien in Parteigenossen durchaus gerechtfertigt darzustellen, ein Bild gibt, das werden und auf Mandate rechnen. Das ist in der Reichsrats- dem Ausschuß für soziale Fragen zum ersten Male auch eine Frau, nichts weniger als objektiv ist. Da diese Heymannsche Darstellung wahlordnung, eben zu diesem Zwecke, auch geschehen; sie sie wurde sogar zur geschlossenen Generalversammlung zugelassen des Sachverhalts in der gegenwärtigen Disfuffion vielleicht noch fennt nur die Einwahl als die bescheidene, aber unerläßliche und ihr das Wort gestattet zur Befürtwortung eines die arbeitenden eine Rolle spielen dürfte, sei hier noch mit einigen Worten auf sie eingegangen. Minoritätsvertretung. In der christlichsozialen Landtagswahl- Frauen betreffenden Antrages; allerdings wurde ihr, wie man ausGenosse Heymann betont mit besonderem Nachdruck, daß der ordnung wird aber das Gegenteil angestrebt: nämlich nicht der drücklich erklärte, das Wort nur als Gutachterin" gegeben, Beschluß, für das Budget zu stimmen, nach eingehender Beratung Schutz, sondern die Vergewaltigung der Minoritäten weil da die Sazungen des Katholikentages nur Männer als Mitglieder in der Fraktion gefaßt wurde, und daß sämtliche 15 Mitglieder einmütig, sie eben sozialdemokratische sind und so wurde die Einwahl zulaffen und nur solche sich an den Verhandlungen beteiligen dürfen. wenn auch aus verschiedenen Motiven, hinter dem Beschluß gestanden durch die Listenwahl ersetzt, als das notwendige Mittel, die Nun hat sich unterdes den Ultramontanen die Notwendigkeit, die hätten. Diese Darstellung deckt sich nicht ganz mit den Mitteilungen, Beute der fünfzehn Mandate in Sicherheit zu bringen. Was Frau am öffentlichen Leben zu beteiligen, mit genügender die ein anderer Abgeordneter in einer Stuttgarter Parteiversammlung das bedeutet, soll nur an zwei Bezirken illustriert werden. Deutlichkeit zu erkennen gegeben und auch der Katholiken über die Vorgänge in der Fraktion gegeben hat. Danach hatte die In der Inneren Stadt( 1. Gemeindebezirk) beträgt die tag die tag hat sich der Beschäftigung mit der Frage, den Fraktion sich nach eingehender Beratung schließlich dahin geeinigt, christlichsoziale Mehrheit 4962, die gegnerische( hier liberale) Frauen die bollberechtigte Mitgliedschaft zu gewurde erst in einer Besprechung umgeworfen, die im Landwiederum gegen das Budget zu stimmen, und dieser Beschluß Minderheit 4162 Stimmen. Diese Mehrheit erhält nun durch währen, nicht entziehen können. Das Zentralfomitee hatte einen tagssaale während der entscheidenden Plenarsizung das Listenstrutinium alle sechs Mandate dieses Bezirkes; die dahingehenden Antrag eingebracht, doch fand er in dem Ausschuß stattfand. Bei dieser Sachlage tann man nicht wohl mehr von einer große Minderheit geht dadurch ganz leer aus. Auf der Land- zahlreichen Widerspruch. Es wurde eingeworfen, daß das Intereffe mit aller erdenklichen Gründlichkeit vorbereiteten Stellungnahme" mal der Katholikentag. Düsseldorf, 20. Auguft.( Eig. Ber.) " einen Ueberblick auf die Arbeiten des Katholikentages. gerührt zeigte er sich über die herrliche Demonstration der Arbeiter" am Sonntag. In dem unvergleichlichen Festzug", so sagte der Herr Graf, erhoben 60 000 gläubige Arbeiter die schwielige Faust zum Bekenntnis ihres Glaubens. Das war ein Anblick so herrlich wie ich ihn nie erlebt. Ich gestehe, daß ich mehrmals mich abgewendet habe, um die Tränen zu verbergen, die mir in die Augen tamen, und manchem anderen unter uns ist es ebenso ergangen. Von ganzem Herzen will ich an dieser Stelle noch einmal diesen Männern danken, die zur Verherrlichung unserer katholischen Sache nach Düsseldorf gekommen find. Wer so etwas wie am Sonntag zu sehen Gelegenheit hatte, der sagte sich: Es ist eine Lust katholisch zu sein, der dankte aus vollem Herzen seinem Gott, der uns ver gönnt hat, daß wir uns katholisch nennen dürfen." Dann schloß der Graf die 55. Generalversammlung der Katholiten Deutschlands. Die Festhalle entleerte sich. Das Spiel war Zur Budgetabitimmung in den füddeutschen Parlamenten. reden. Richtig ist dagegen, und es ist notwendig, das ganz besonders damit die Zustimmung zum Budget zu erringen.p Wer wird in diesem Gepläntel Gieger bleiben, Bülow oder die zu betonen, daß die einzelnen Abgeordneten aus sehr ver- Die Frage ist aber, ob es im Parteiintereffe liegt, preußische Landrats- und Regierungspräsidenten- Bureaukratie? Wenn schiedenen Motiven zu ihrer Stellungnahme gelangten. Die wenn zwischen Regierung und sozialdemokratischer Fraktion das Korps der Landräte ernstlich will, wird es sicherlich das Feld Reden, mit welchen eine Reihe von Abgeordneten ihr Verhalten in Liebenswürdigkeiten in der angedeuteten Richbehaupten, hat es doch in dem Kampf um den Mittellandkanal selbst der erwähnten Stuttgarter Parteiversammlung begründeten, ließen tung ausgetauscht werden! Die Antwort fann nicht jede Einheitlichkeit der Auffassung durchaus ver- fchwer fallen. Die Sozialdemokratie ist der Todfeind der be- gegenüber dem Willen Wilhelm II. von Gottes Gnaden die Kanalmissen. Während aus der Rede des einen die Befriedigung stehenden Gesellschaftsordnung, das ist der Grundsatz, den sich unsere verstümmelung durchgesetzt. Vorläufig allerdings fühlt sich Bülow darüber heraustlang, daß mit der Abstimmung eine lästige Abgeordneten in allen Barlamenten stets vor Augen halten müssen. noch ziemlich sicher im Sattel, denn sein Leibblatt, die„ Norddeutsche Fessel gebrochen sei und die Abgeordneten nun auch in Bezug auf Alle Sophisterei hilft nicht über die Tatsache hinweg, daß die Allgemeine Zeitung", bringt an der Spige ihrer legten Nummer das Budget freie Hand hätten, was ihr Votum wertvoller mache, fonnte Bustimmung zum Etat eine Anerkennung des Klassenfolgende Meldung: man aus den Ausführungen eines anderen Abgeordneten schließen, daß staates und eine Vertrauenstundgebung für die Neer den Lübecker Beschluß so auffasse, wie er gemeint ist und daß er, gierung ist. dem vermeintlichen Zwange besonderer Verhältnisse folgend, nur Der Parteitag wird deshalb diesen strittigen Absatz der Lübecker dieses eine Mal ausnahmsweise für das Budget gestimmt Resolution so formulieren müssen, daß er auch den spitzfindigsten habe. Ein dritter Abgeordneter schließlich meinte, wichtiger als die Interpreten kein Hintertürchen offen läßt. Läßt sich eine zweifelsAnnahme oder Ablehnung des Budgets sei die Einigkeit in freie Formulierung nicht finden, dann niöge man den letzten Absatz der Partei, und in der Fraktion sei allein dieser Gesichtspunkt in Gottes Namen streichen! für ihn maßgebend gewesen. Wenn man sich diese Gegensätze vor Augen hält, wird man die Bemühungen Heymanns, durch eine Reihe von Zitaten eine fachliche Uebereinstimmung der verschiedenen Abgeordneten zu beweisen, richtig würdigen. Politifche Uebersicht. Allein darauf fommt es hier weniger an. Ueber Motive wird Berlin, den 22. August 1908. nicht abgestimmt, und da sämtliche Abgeordneten für das Budget Deutsch englische Friedensdemonstration. votiert haben, sind auch alle für den Beschluß haftbar. Daraus entDie englische Arbeiterpartei hat, wie wir bereits meldeten, den Die englische Arbeiterpartei hat, wie wir bereits meldeten, den springt eine. Interessensolidarität, die den einzelnen in der Verteidigung des gefaßten Beschlusses mit Beschluß gefaßt, eine Anzahl Delegierter nach Deutschland zu senden, unter weiter treibt, als er eigentlich beabsichtigt um der deutschen Arbeiterschaft einen Besuch abzustatten und mit ihr hatte. Wichtiger ist die Stellung, welche die Parteigenossen gegen die Kriegstreibereien in England und Deutschland zu proim Lande zu der Budgetabstimmung ihrer Abgeordneten eingenommen haben. Die entscheidende Stelle ist der Landes testieren. Der Beschluß soll in der zweiten Hälfte des September parteitag, und dieser hat eine Tadelsresolution gegen zur Ausführung gelangen. Am die Fraktion abgelehnt. Der Wortführer der Fraktion bezeichnet Sonntag, den 20. September, dieses Ergebnis als einen Erfolg der Abgeordneten, und wird in Berlin eine große, vom Ausschuß der Geer ist dazu berechtigt, wenn er nur die nackte Tatsache in Betracht wertschaftskommission und vom Aktionsausschuß zieht. Er tat aber noch ein übriges und schilderte auch die begleitenden Umstände, allerdings in sehr einseitiger Weise. der Partei gemeinsam einberufene Volksversammlung Sehen wir zu, wie sich die Dinge wirklich abgespielt haben. Die Refolution Kayfer, die Gegenstand der Verhandlung war, hatte stattfinden, in der eine aus 20 Personen bestehende Deputation engfolgenden Wortlaut: Die Landesversammlung spricht, nachdem sie von der Tätig- lischer Arbeiterführer eine Adresse der Arbeiter Großbritanniens an keit der sozialdemokratischen Abgeordneten im Landtage Kenntnis die Arbeiter Deutschlands überreichen wird. In dieser Adresse wird genommen, der Landtagsfraktion ihre volle Anerkennung aus für Stellung genommen gegen die Kriegsheßereien. Das Manifest ist Sie geschickte und wirksame Weise, in welcher sie die Interessen unterzeichnet von 50 Parlamentsmitgliedern und 2000 Leitern der werftätigen Bevölkerung des Landes wahrgenommen hat. Die Landesversammlung bedauert jedoch, daß die sozial- von Gewerkschaften, Genossenschaften, Krankenkassen und anderen demokratische Landtagsfraktion bei der Schluß abstimmung Organisationen.über den Gesamtetat diesem ihre Zustimmung gegeben hat. etats fommt." Zur Reichsfinanzreform. Die bisher eingegangenen Berichte bestätigen, daß das Amtsgericht in Frankfurt a. M. von dem Untersuchungskommissar in der Disziplinarsache wider Schüding nicht wieder„ Unbekannt" um die Vernehmung eines Nedakteurs der Frankfurter Zeitung" ersucht worden ist. Der Kommissar hat das Ersuchen nicht auch auf etwaige Anwendung des Zeugniszwangsverfahrens erstrect. Er hat noch gestern auf die Zeitungsmeldungen hin das Gericht um Einstellung weiterer Zwangsmaßregeln ersucht. Die Wurzeln der freisinnigen Kraft. Die freifinnige„ Berliner Morgenpost" legt in einer Betrachtung über die Finanzreform die Quellen bloß, aus denen der Freisinn feine finanzielle Straft zieht. In dieser erbaulichen Darstellung heißt es: Die Reichsfinanzreform läßt sich auf Grund einer direkten Einkommens, Vermögens- und Erbschaftssteuer nicht durchführen, weil der konservative Bestandteil des Blocks sich dem widersetzt. Es bleiben also nur gewisse indirekte Steuerquellen übrig, wie Elektrizitätsindustrie, Gasindustrie, Branntweinveredelung, Tabak und Brauerei. Das sind aber im wesentlichen die Industrien, von denen der Freifinn alimentiert wird. Neben der Börse, die ohnehin seit der Börsenreform ziemlich hartTeibig ist, find es die Spritveredeler, die TabatTeute und die Brauer, die nahezu achtzig Prozent der gesamten Kriegskasse für den Freifinn aufbringen. Im allgemeinen geschieht diese Alimentierung ohne viel Gerede, da die Interessenten erkennen, daß in der Tat ihre Industrien ständig bedroht sind und des Schutzes bedürfen. Auch wird dem Freifinn diese dem Freifinn diese Alimentierung nie so unnobel vor gehalten, wie bas die rheinischen Industriellen gegenüber der nationalliberalen Partei machen. Selbstverständliche Bedingung ist aber, daß der Freifinn als Ritter Georg vor der betreffenden Industrie steht, wenn die Bierschlange, der Tabatdrachen und andere Ungetime ihr Haupt erheben. Ginge der Freifinn auf eine Reichsfinanzreform ein, die diese Industrien belastet, so würden seine ergiebigsten Geldquellen versiegen und das wäre für ihn nicht der Anfang vom Ende, sondern das Ende selbst." Wie das Reich und die Einzelstaaten, so charakterisiert sich auch Württemberg als ein lassenstaat; und wenn hier die Das Reichsschagamt ist eifrig an der Arbeit, SteuerMachtmittel des Klassenstaates den Arbeitern gegenüber nicht vorlagen en masse auf Vorrat auszuarbeiten, damit wenn immer in der gleichen brutalen Weise zur Anwendung gebracht das eine oder andere Steuerprojekt dem Reichstag nicht zuMan darf gespannt darauf sein, was der Freifinn auf die Bewerden, wie in Preußen und anderen Bundesstaaten, so ändert das nichts an der Tatsache, daß die Arbeiterklasse auch in sagt, der Reichsschatzsekretär sofort ein anderes Projekt als Hauptung zu erwidern hat, daß er lediglich der parlamentarische Württemberg von der vollen Anerkennung ihrer Ersatz zur Hand hat. Wie die Frants. 3tg." von gut unter- Sachwalter einiger Interessentenkreise ist, die ihn für seine Tätigkeit Württemberg von der bollen Anerkennung ihrer richteter Seite erfährt, hat z. B. das Reichsschaamt zur bezahlen müssen. Gleichberechtigung noch weit entfernt ist. Die Vertreter der Arbeiter im Parlament haben die Pflicht, Reform der Branntweinbelastung zwei Eventualunbeschadet der Teilnahme an den Gesetzgebungsarbeiten und vorlagen ausgearbeitet: einmal ein BranntweinVorschläge zur Verpfaffung der höheren Schulen. deren Beeinflussung zugunsten der ausgebeuteten und unterdrückten monopol, das allerdings infolge des Einspruchs In der Reformation", einem Organ des Muckertums, macht Volksschichten, die unversöhnliche Gegnerschaft der Sozialdemokratie Bayerns eine Gestalt erhalten hat, die in einigen Punkten von der Gymnasialprofessor Weber in Stassel folgende Vorschläge über gegen den Klassenstaat zum Ausdruck zu bringen. Die Zustimmung dem Stengelschen Projekt abweicht, und sodann eine den Religionsunterricht in den höheren Schulen: zum Gesamtetat aber ist eine Vertrauenstundgebung für die Re- Reform der Branntweinsteuer mit einer einzigen der Einführung neuer Lehrbücher für den Religionsunterricht un1. Die kirchlichen Behörden sollen ihr Recht der Mitwirkung bei gierung und damit eine Anerkennung des Klassenstaats. Die Landesversammlung erwartet, daß die sozialdemokratische erhöhten Verbrauchsabgabe, wobei verschiedene Uebergangs- nachsichtlich gebrauchen. Fraktion des Landtages fünftighin in llebereinstimmung mit dem maßnahmen vorgesehen sind. Die Regierung scheint gegen 2. Analog mit den Befugnissen der katholischen Kirche soll bei Beschluß des Lübecker Parteitages zu einer Ablehnung des Gesamt- wärtig mehr der zweiten Vorlage geneigt zu sein, weil sie der Feststellung der Lehrpläne und Lehraufgaben die kirchliche Oberdiefe für parlamentarisch leichter durchsetzbar hält als das behörde durch einen beauftragten Vertreter mitwirken. Diese Resolution wurde nicht etwa der Landesversammlung Monopol. Eine weitere vom Schazamt ausgearbeitete 3. Das Visitationsrecht des Generalsuperintendenten soll ergänzt gedruckt vorgelegt, sondern vom Vorsitzenden, nicht gerade übermäßig Eventualvorlage ist die Reichsvermögenssteuer, die werden durch ein geregeltes Beschwerde und Antragsrecht der kirchdeutlich und eindrucksvoll, zur Verlesung gebracht. Bekämpft wurde für den Fall in Reserve gehalten wird, daß die übrigen vom solche vorhanden sind. lichen an die Staatsbehörden zur Beseitigung von Uebelständen, wo sie nur vom Berichterstatter der Fraktion, dem Gen. Dr. Lindemann, Reichstag bewilligten Steuern den Geldbedarf nicht decken. 4. Das Visitationsrecht der Generalsuperintendenten soll auf die und zwar besprach dieser fie in seinem Schlußwort so, daß allgemein der Eindruck herrschte, die Fraktion würde de neuen Provinzen ausgedehnt werden. missionieren, falls die Resolution angenommen würde. 5. Ein angemessener Teil der zweijährigen Vorbereitungszeit auf Hehmann beruft sich zum Beweis dafür, daß eine solche Drohung Wir berichteten gestern bereits, der Verlauf der Affäre Schüding den Religionsunterricht soll in erster Linie unter firchlichem Einfluß nicht ausgesprochen wurde, auf den Bericht über die Rede in der lasse deutlich erkennen, daß die landrätliche Bureaukratie gegen die unter der Leitung des Generalfuperintendenten stehen, nicht unter der Schwäbischen Tagwacht", er weiß aber, daß es fich nicht um ein Rücksichtnahme des Fürsten Bülow auf die Blockgemeinschaft Leitung des Provinzialschulkollegiums. Stenogramm handelt, und somit der wiedergegebene Wortlaut nicht revoltiert und, unbekümmert um die Politik des Reichskanzlers, Religionslehramtes einem oder mehreren geeigneten, erfahrenen und 6. Der Generalsuperintendent überweise die Kandidaten des beweisfräftig ist. Maßgebend ist der Eindrud, den die Rede hervor- nach ihrem eigenen Ermessen gegen Dr. Schüding und bewährten Religionslehrern, die dann über die Eignung des Kanbrachte, und da ist unbestreitbar, daß die Versammlung überzeugt war, die für ihn eintretenden liberalen Blätter borgeht, da didaten für das von ihm begehrte wichtige Amt selbständig dem die Annahme der Resolution bedeute einen Konflikt mit der Frattion. Einen folchen wollte man aber vermeiden, da ja im sie des freifinnigen Blodgefährten überdrüssig ist. Wie richtig diese Generalfuperintendenten zu berichten hätten. übrigen die füchtigen Leistungen der Abgeordneten allseitig anerkannt Annahme ist, beweist die mit dem Reichskanzleramt enge Fühlung twurden. Db bei dieser Lage der Dinge die Fraktion berechtigt ist, unterhaltende Köln. 8tg.", die in einem scharfen Leitartikel die auf den erzielten Erfolg" besonders stolz zu sein, möchten wir preußische Bureaukratie" angreift, die ihrem Chef so empfind dahingestellt sein lassen! Jedenfalls ist niemand berechtigt, lich die reise stört und seinen deutlich ausge bersammlung die Budgetabstimmung der Fraktion gutgeheißen rheinische Blatt im Anschluß an seine Meldung über das Zeugnis aus der Ablehnung der Resolution zu schließen, daß die Landes- sprochenen Willen" nicht respektiert. Wörtlich sagt das hat! Mit dem gleichen Rechte fönnte man auch behaupten, die Landes zwangsverfahren gegen die" Frankf. 3tg.": versammlung hätte durch ihr Botum bestritten, daß 23ürttemberg ein Klassenstaat sei. 19 Wenn es der Fraktion wirklich so leicht gewesen wäre, wie Heymann es hinstellt, ein ausdrückliches Vertrauensvotum zu erzielen, dann war es ein Unrecht von ihr, der gebotenen Gelegenheit auszuweichen. Der Verfasser der Resolution hatte selbst beantragt, über die einzelnen Säße getrennt abzustimmen. Dieser Antrag wurde abgelehnt, weil die Versammlung aus den bereits erwähnten Gründen den Wortlaut nicht tannte. Aber die Abgeordneten kannten ihn, denn er war drei Wochen zuvor in dem Bericht der „ Schwäbischen Tagwacht" über die Stuttgarter Parteiversammlung abgedruckt worden. Hätte einer der Abgeordneten den Antrag auf getrennte Abstimmung unterstüßt, dann wäre ihm jedenfalls Folge geleistet worden und hätte die Fraktion so ein, wenn auch nicht unbeeinflußtes, so doch deutliches Botum erzielen können. Die Gründe, welche die Mitglieder der Fraktion betogen, die Abstimmung en bloc als wünschenswerter erscheinen zu lassen, sind nicht bekannt, man kann über sie nur Vermutungen anstellen. Wenn in der gegenwärtigen Diskussion oder in Nürnberg der Beschluß der borjährigen württembergischen Landesversammlung als Beweis dafür herangezogen werden sollte, daß die württembergischen Parteigenossen die Budgetannahme durch ihre Landtagsfraktion gutgeheißen hätten, dann fann diefe Behauptung mit gutem Gewiffen als falsch zurückgewiesen werden. Eine einwandfreie flare Stellungnahme ist nicht erfolgt; diese bleibt dem Parteitag in Nürnberg überlassen, und wie der entscheiben wird, kann nicht zweifelhaft sein. Die Parteiblätter, die den Beschluß der Badischen Landtagsfraktion billigen, sehen in ihm die Lübecker Resolution erfüllt. Sowohl in Württemberg als auch in Baden wird die Annahme der im Budget enthaltenen Aufbesserung der Beamtengehälter als„ ausnahmsweiser", 3tvingender", in besonderen Verhältnissen liegender Grund" bezeichnet, der die Zustimmung zum Etat notwendig machte. Man braucht nur diese Worte der Lübecker Resolution anzuführen, um nachzuweisen, daß die Budgetannahme durch unsere Genossen in den beiden Landtagen dem Parteitagsbeschluß widerspricht. Und wenn hinzugefügt wird, daß man es im Lande nicht ber stehen würde", wollten die Sozialdemokraten einen solchen Etat ablehnen, so ist das eine leere Phrase. Bei früheren Gelegen heiten ist der Gesamtetat von unseren Genossen abgelehnt worden, obwohl er ebenso wichtige oder noch wichtigere Pofitionen enthielt. Unsere wachsenden Wahlziffern beweisen aber, daß die Wähler die Bedeutung der sozialdemo tratischen Budgetablehnung recht toohl zu würdigen wissen! Der wirkliche Grund für die wachsende Neigung der süddeutschen Abgeordneten, den Budgets zuzustimmen, liegt darin, daß manche Frattionsmitglieder sich zu sehr als Staatsmänner fühlen. Es mag auch zutreffen, daß die Regierung da und dort sozialdemokratische Redner mit größerem Entgegenkommen behandelt, wenn sie hoffen kann, Bülow und die Bureaukratie. 7. Um als Religionslehrer angestellt zu werden, bedarf der Kandidat eines tirchlichen Zeugnisses als venia docendae religionis, genau wie in der katholischen Kirche. Bekenntnis der Kirche stattfinden, in einem öffentlichen Gottesdienst. 8. Bei der Anstellung muß eine förmliche Verpflichtung auf das Kreissynoden werden. Bekenntnis der Kirche stattfinden, in einem öffentlichen Gottesdienst. 9. Diese Religionslehrer sollen dann geborne Mitglieder ihrer Auf der Kandidatensuche! # „ Die preußische Bureaukratie hat sich in dieser Sache, wie man fie auch drehen mag, nicht mit Ruhm bedeckt. Sie hat Die konservative und nationalliberale Ordnungspresse ist sehr ihrem Chef, dem Ministerpräsidenten empfind- erbost darüber, daß das Zentrum von der Unterstützung dec lich die Krise gestört und Konservative wie Liberale, Kandidatur des Grafen Posadowsky im Wahlkreise Speyer- LudwigsGegner wie Freunde Schückings haben in dem Vorgehen der Hafen nichts wissen will und das dortige Zentrumsblatt, die Regierung nur eine Kette von Mißgriffen und Ungeschicklichkeiten Pfälzer Btg." turzweg mitteilt, daß zwischen den bürgerlichen Parteien gesehen. Diese Kette hat jetzt ein neues Glied bekommen. Dem zwar schon während der Tagung des bayerischen Landtages Bürgermeister sollte eine freifinnige Kandidatur verwehrt werden; über die Reichstagsersatzwahl in jenem Kreise Verhandlungen geer, der Kommunalbeamte, sollte nicht das Recht jedes Preußen pflogen worden seien, daß aber die pfälzischen Abgeordneten sich haben, seine Meinung frei zu äußern; ein Regierungs- einmütig und im Einverständnis mit anderen politischen hervorpräsident durfte von ihm sagen, er zeige fich feiner liberalen ragenden Persönlichkeiten dahin entschieden hätten, den Vorschlag Schriften wegen seines Amtes umwürdig. Diese Offenherzigkeiten auf Aufstellung der Kandidatur des Grafen Posadowsky abzulehnen. mußten die Liberalen in eine energische Abwehrstellung treiben, Die ehrsame Kronsbeinsche Bost" gibt trotzdem die Hoffnung und selbst die fonservativen Blätter sahen ein, nicht auf, daß die Einigung aller sogenannten Ordnungsparteien auf daß dem System durch solche Blüten nur Schaden einen gemeinsamen Kandidaten zustande kommt, und da es mit zugefügt werden könne und daß die Unvorsichtigen ihrem Brotegé, dem Großadmiral v. Köster nichts ist, empfiehlt sie eine Rüge verdienten. Aber bei diesen Rücksichtslosigkeiten gegen als neue staatsmännische Kapazität den Unterstaatssekretär Dr. v. Mayr ben Liberalismus hatten die Verwaltungsstellen eine wenn auch in München: fadenscheinige Entschuldigung. Sie betrieben ihre Untersuchungen und Verfolgungen im geheimen; sie wirkten für das System in der Voraussetzung, daß die Deffentlichkeit nichts davon erführe. Daß sie keine Zuschauer haben wollten, sah man daraus, daß man das Verfahren als streng geheim kennzeichnete. So fein es aber auch gesponnen war, die Presse warf ihr Licht darüber. Der Mantel, der die Maßregeln der Regierung verdeckt hatte, verblaßte, und was dann im Lichte hervortam, war so häßlich, daß alle die Vaterschaft leugneten. Daher find wir nach wie vor der Ansicht, daß die Nationalliberalen in Ludwigshafen Speher eine politisch neutrale Kandidatur aufstellen, deren nationale Bedeutung in sich selbst ruht und so stark ist, daß das Zentrum Klipp und flar noch einmal zur Stellungnahme gezwungen werden muß. Besseres fich Agitationsmaterial läßt für die Deutsche Bereinigung nicht beschaffen, und so dienstschreibbeflissen die im ultramontanen Kasuisten Zentral organ der demokratischen Zentrumspartei, der Kölnischen Volkszeitung", auch sein sollten. Und der Kontrast wird um so größer, je näher die neutrale Kandidatur dem Zentrum steht, sofern es tatsächlich religiöse Motive ernstlich als parteibildende Kraft für sich anfähe. Wir können da immmer wieder nur auf den Unterstaatssekretär Professor Dr. v. Mayr in München hinweisen, der selbst gläubiger Statholit ist, dessen hochsinniger staatsmännischer Bildung jede ultramontane Demagogie aber praktisch und theoretisch ein Greuel scheint." Trotzdem dieser neue Borstoß; und jetzt in aller Deffentlichkeit. Zuerst ist man gesonnen, eine Ungeschicklichkeit anzunehmen, die alle bisherigen überbietet. Unwahrscheinlich ist diese Erklärung nicht; die andere aber liegt näher. Wer hat der Schleswiger Regierung das Spiel verdorben und die Beute vor der Bergung genommen?.... Warum machte der Regierungstommiffar vor dem deutlich ausgesprochenen Warum stellt man denn nicht die größte politische Kapazität Willen des ersten preußischen Beamten nicht auf, die Deutschland zurzeit befigt, Herrn Dr. Wilhelm Kronsbein in Halt? Mit diesem Zwangsverfahren ist nichts zu gewinnen; Berlin. viel kann aber der Regierung verloren werden. Nachdem der Fall Schücking einmal seine verhängnisvolle Entwickelung genommen und unser innerpolitisches Leben vor eine Krisis gerückt, ist ganz Wegen Auflösung des Reichstags kam der ihm am 1. März 1906 besonderer Takt und vorsichtige Zurückhaltung vonnöten. Diefen vorgelegte Entwurf eines Gesetzes über die Haftpflicht für den bei nötigen Takt, vielleicht auch das Verständnis, das man bei dem Betriebe von Kraftfahrzeugen entstehenden Schaden nicht zur einem politischen Beamten freilich voraussetzen sollte, hat der Verabschiedung. Inzwischen hat der Reichstag unter dem 12. Fe mit dem Verfahren beauftragte Regierungsbruar d. J. in zwei Resolutionen den Wunsch nach wirksameren Maßbeamte vermissen laffen." regeln zur Verhütung von Unfällen und einer Verschärfung sowohl Automobil- Gefehentwurf. fctt Haftung für den Schaden, als der Strafen für Ueverfchreitungen der polizeilichen Vorschriften durch die Führer von Kraftfahrzeugen zum Ausdruck gebracht. Der bereits in dem Bundesrate festgestellte Entwurf eines Ge- sctzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen soll dem gerecht werden. Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Wagen oder Fahrräder, welche durch Maschiuenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein. Wird durch ein im Betriebe befind- lichcS Kraftfahrzeug ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesund- heit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist dessen Halter(Z 1) bczw. Führer<§ 12) verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Doch ist die Ersatzpflicht ausgeschlossen, wenn der Schaden weder durch ein Verschulden des Halters oder Führers, noch durch Betriebsfehlcr oder Betriebsstörungen verursacht ist. Auch tritt solche(Z 2) nicht eiir, wenn zur Zeit des Uirfalls das Fahrzeug zur Beförderung deS Verletzten diente oder der Verletzte bei dem Betriebe des Fahrzeugs tätig war bezw. der Unfall durch ein Fahrzeug verursacht wird, das auf ebener Bahn eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschreiten kann und mit einer amtlichen Marke hierüber verschen ist. Als Entschädigung sind im Todes- falle(§ 4) die Aufwendungen eines versuchten Heilungsverfahrens, die Beerdigungskosten und die Abfindung der in dein Getöteten ihreS Ernährers Beraubten zu gewähren, während der Verletzteantrat. Inzwischen leitete auch die Polizeibehörde die Amtshandlung wegen Uebertretung der Paß- Vorschriften ein und es drohte ihr sonach zum zweitenmal Arrest. Die Gefahr wurde jedoch durch den Präsidenten der Hofstelle ab- gewendet, der erklärte, daß eine zweimalige Bestrafung in derselben Angelegenheit nicht zulässig sei. Die Polizei war also in diesem Fall galanter als der Direktor des Hoftheaters. Der Kincmatograph und die Schule. Nachdem eine Anzahl Pädagogen den Wunsch ausgesprochen hatten, der Kinematograph, als vorzügliches Anschauungsmittel, solle in den Schulen eingeführt werden, erhoben sich neuerdings ärztliche Stiinmen, welche aus hygienischen Gründen vor einer derartigen Neuerung warnen. Un- bestreitbar ist der Kinematograph ein Apparat, welcher vorzüglich geeignet ist, Vorgänge der Technik und Industrie zur Anschauung zu bringen, besser wie dies das gesprochene Wort oder die Bor- führung der einzelnen Stadien der Vorgänge in unbewegten Bildern vermögen, aber der Apparat schädigt zugleich auch das Auge. Dr. Paul Schenk in Berlin erinnert daran, daß wir jetzt schon unter einer Ueberfülle von Licht- reizen leiden und daß der moderne Mensch dadurch systematisch seine Augen ruiniere. Beim Kinematograph ist die Lichtsülle bedenklich, die im verdunkelten Raum auf die Projektion des Bildes auf die weiße Leinwand verwendet wird. Noch schlimmer für daS Auge ist das in kurzen Zwischenräumen erfolgende Zittern und Schwanken des Lichtes, das von den Bildern auf die Leinwand in unser Auge fällt! dieses Flimmern beraubt den Kinematograph des An- spruchS, ein hygienisches Bildungsmittel zu sein. Es ist um so stärker, je schneller sich der photographische Vorgang abspielt. Vermindern läßt es sich durch Herabsetzung der Gesamt- Helligkeit, in noch stärkerein Maße durch gleichzeitige Teilung deS LichtreizeS in periodisch wiederkehrende Lichtreize von kürzerer Dauer. Aber immer bleibt bei dem Beobachter daS lästige Gefühl, daß sich der Vorgang nicht ununterbrochen, sondern mit störenden Absätzen vollzieht, wobei der Eindruck noch durch den unnatürlich schnellen Wechsel der Szenerie verstärkt wird. Ermüdung und lieber- anstreugung der Augen ist daher eine notwendige Folge beständiger Schwankungen in der Intensität der Lichtreize. Dr. Schenk be- trachtet das Flimmern des Kinematographen als ein gesteigertes Flackern einer Lichtquelle, das für das Auge schädlich ist, und er protestiert daher aus hygienischen Gründen gegen die Einfühmng deS Kinematographen in der Schule. cher am 18. August von mir erstattet wurde. Ich habe darin indes lediglich mitgeteilt, daß Genosse Dr. Arons seinen Posten als Veisitzerim Vorstande des Wahlvercins für den ersten Kreis niedergelegt hat. Dies geschah im April dieses Jahres auf ärztliches Anraten: aus den» gleichen Grunde erfolgte auch der Verzicht auf eine Landtags- kandidatur. Als Stadtverordneter hat Genosse Arons Urlaub bis zum Oktober genommen. Er denkt aber gar nicht daran, sein Stadtverordnetenmandat niederzulegen, auch ist von einem Ver- zicht auf die Reichstagskandidatur im ersten Kreise gar keine Rede. Der Gesundheitszustand des Genossen AronS hat sich in so erfreulicher Weise gebessert, daß er zum Herbst seine Parteitätigkeit voll wieder aufnehmen wird. Berlin, den 20. August 1903. H. WolderSky, erster Vorfitzender des sozialdemokratischen Wahlvereins für den ersten Berliner ReichStagS-Wahlkreis. Parteiliteratur. Soeben erschien im Verlage der Buchhandlung Vor» w ä r t s, Berlin, Heft 17 der Arbeiter- Gesundheits-Bibliothek: „Bau- und Lcbcnstätigkcit deS menschlichen Körpers" von Dr. C h r i st e l l e r. Mit zahlreichen Illustrationen. Das Heft— eine Einführung in die menschliche Anatomie und Physiologie— bildet eigentlich die Grundlage für die Arbeiter» Gesundheits-Bibliothek. Nur wer Einigermaßen Bescheid weiß, über den Bau und die Zusammensetzung des Körpers, die Lage und Lebenstätigkeit der gesunden Organe, wird mit dem richtigen Ver- ständnis ausgerüstet sein für den kranken Menschen und die Krankheitsverhütung. Die Arbeit ist mit vielenJllustrationen ausgestattet. Preis 20 Pf. In besserer Ausstattung 50 Pf. Die polnisch-sozialistische Bewegung in Rheinland-Westsalen. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben. Die polnisch- sozialistische Bewegung im Jndustriebezirk hat seit dem März dieses Jahres bedeutende Fortschritte gemacht. Im März noch existierte im ganzen Jndustriebezirk nur ein einziger polnisch- sozialistischer Verein, der seinen Sitz in Herne hatte. Jetzt sind es bereits dere vier, nachdem in Borbeck, Obernhausen, Recklinghausen-Süd neue Vereine entstanden sind. Weitere drei sollen iir aller Kürze inCastorp, Wanne und Gelsen- k i r ch e n gegründet werden. Die Mitgliederzahl hat sich seit März bereits verdreifacht. Der Herner Verein zählte vor fünf Monaten kaum 60 Mitglieder. Jetzt haben die vier Vereine 250 Mitglieder, die regelmäßig ihre Beiträge bezahlen. Außerdem gibt es noch Einzelmitgliedcr in Ortschaften, wo bisher noch keine Organisation gegründet werden konnte. An der Spitze der Organi- sation steht das rheinisch-westfälische Agitationskomitee der P. P. S. Auch die Abonnentenzahl der»Gazeta Robotuicza" nimmt ständig zu. Seit März sind allein in Herne-Bauckau-Forsthausen gegen 200 neue Abonnenten gewonnen worden. Wenn man die schwierigen Verhältnisse berücksichtigt, mit denen die junge Organisation zu kämpfen hat, so kann man mit den Er- folgen der geleisteten Arbeit vollständig zufrieden sein. Leider haben die polnischen Genossen für die Agitation sehr wenig Geldmittel und auch ungenügende Kräfte. Sie haben außerdem schwer mit den Nationalpolen zu ringen, die ihnen an Mitteln weit überlegen sind. Dazu kommt noch der unglückliche§ 12 deS neuen Vereinsgesetzes, der die polnischen öffentlichen Volksversammlungen hier so gut wie unmög- lich gemacht hat. Jeder in der Agitation stehende Genosse wird begreifen, daß es schwer hält, ohne öffentliche Versammlungen Arbeitervereine zu gründen. Trotz alledem geht es erfreulich vorwärts. Wünschens- wert ist es auf jeden Fall, daß die polnisch-sozialisttsche Bewegung hier immer mehr Boden gewinnt, um die Arbeiter vor dem Zentrum zu bewahren. Die nationalpolnischen Gruppen des Ruhrgebiets stellen bei jeder Wahl in erster Linie dem Zentrum ihre Schäslein zur Verfügung._ BilduugShestrebungea. Der Arbeiterbildungsverein„Vorwärts" in München gibt in seinem Bericht über daS abgelaufene Unterrichts- jähr ein anschauliches Bild über seine Tätigkeit. An erster Stelle stand Volkswirtschaft. Der Zyklus Einführung in die Nationalökonomie(Lehrer Schriftsteller Harpuder) um- faßte 10 Abende. Diese sowie daran anschließende wirtschaftliche Diskussionsabende waren regelmäßig von zirka 100 Hörern besucht. An den 4 Abenden über Lassa H e und den 12 Abenden über Politische und Kulturgeschichte des 19.JahrhundertS Humor und Satire. — Der Privatier. Bote:„Ich muß den Brief unbedingt persönlich zustellen— kann ich Ihren Herrn nicht irgendwo treffen?" Haushälterin:„DaS schon I Grad um diese Zeit steht er immer am Ludwigsplatz und schaut dem Pflastern zu I" — Auch eine moderne Sammlung.„Was hast Du denn da für eine merkwürdige Bildergalerie— sind das nicht lauter Knochen?"—„Allerdings, das sind die Röntgenbilder von meinen sämtlichen alpinen Knochenbrüchen." — Im Eifer. Gemeindevorstand(bei Gelegenheit eines sehr reichlichen Festessens, einen Toast ausbringend):„Hoch- verehrte Mitesser...!"_(»Fliegende Blätter.") Notizen. — Eine neue Eisensortc, die nur äußerst geringe Spuren von Schwefel, Mangan, Kupfer und Nickel enthält, hat bei der Darstellung reinen Eisens H. Kreusler gewonnen. Dieses reine Eisen sieht, ww die„Naturw. Rdsch." schreibt, im blanken Zustand dem Platin sehr ähnlich, es ist sehr politurfähig und läßt beim An- ätzen große Kristalle hervortreten i die Farbe der geätzten Fläche ist grauweiß. Das Metall ist sehr streckbar und zähe, es läßt sich leicht zu dünnen Blechen auswalzen und zu Drähten ziehen. Durch Salzsäure wird daS geschmolzene Eisen auch beim Kochen nicht merklich angegriffen. — Isolation und Umbildung der Arten. Die Ein- Wirkung der Isolation auf die Umbildung der Arten hat Hagmann der„Umschau" zufolge an den Lnndsäugotieren der Insel Mexiana untersucht. ES ist anzunehmen, daß die größeren Arten immer in geringerer Zahl existieren als die kleineren. Wird nun ein Land- gebiet durch äußere Einflüsse isoliert, so wird irgendwelche Eigen- tümlichkeit, die bei einer Anzahl von Individuen einer größeren' Art auftritt, durch die beschränkte Möglichkeit von Kreuzungen sich eher erhalten als bei kleineren Arten, die auf demselben Räume be- deutend mehr Individuen hervorbringen können. Dementsprechend fand Hagmann auf der Insel Mexiana die größten Umbildungen bei den Hirschen, dann bei den Jaguaren, Tapiren, Brüllaffen, Nasen- bären, PaeaS und Gürteltieren. — Geschirr ausKohle. In einer Ausstellung amerika- nischcr Erzeugnisse ist gegenwärtig in Paris ein merkwürdiges ncueS Geschirr zu sehen, das aus Steinkohle hergestellt ist. Teller, Karaffen, Waschbecken, Vlumenvasen usw., alles das steht in glänzendem Schwarz vor den Augen der überraschten Besucher. Die verwandte Kohle rst von besonderer Härte, ein in Pennshlvanicn gefundener Anthrazit. Eine besondere Werkstatt zur Herstellung dieser Gefäße ist von einem ehemaligen Bergmann gegründet, der jetzt etwa hundert Arbeiter beschäftigt. Die Gegenstände werden zunächt ans dem Groben gemeißelt und dann aus der Drehbank fertiggestellt, um zum Schluß poliert zu werden. DaS Geschirr ist äußerst wohl- feil und wirst doch gute Gewinne ab; nur mag die Aussicht, von schwarzen Tellern zu speisen, nicht für jedermann etwas Ver» lockendes haben. (Lehrer Dr. SB. Hausenstein) nahmen zirka 80. an den Abenden über Geschichte der politischen Parteien in Deutsch- land(Kampffmeper und Dr. Hausenslein) zirla SV Personen teil. Die folnenden 3 Zyklen über Sozialgesetzgebung: Das Problem der Arbeiterversicherung sJoh. Timm) in 6 Abenden, Invaliden- und Altersversicherung(E. Dachsel) in 5 Abenden und Kranken- und Unfallversicherung (G. Mauerer) in 10 Abenden, deren Wichtigkeit einen stärkeren Besuch voraussetzen sollten, waren durchschnittlich nur von zirka 40 Personen besucht. An den Bprtragsabenden über Grund- züge des Böller rechts von Nechtspraltikant Sänger fanden sich 40, und zu den 6 Vorträgen über den Kampf gegen das Verbrechen oder Grundziige der Kriminalpsychologie von Rechtspraktikant A. Kaufmann fanden sich SO Hörer ein. Ein technischer Zyklus über die L o k o- motive erzielte nur 15 Teilnehmer. Außerordentlich stark besucht waren hingegen die das ganze Wintersemester 1007/08 in Anspruch nehmenden drei Kurse für D e u t s ch e S p r a ch e. In einem Zyklus Uber Moderne Dichter und Denker trug Schriftsteller H. Harpuder über Max Stirner, Nietzsche, Ibsen, Hauptmann und O. N. Hartleben vor. An 2 Abenden sprach Kurt E i S n e r über Napoleon Bonaparte und Professor Dr. S t a u d i n g e r über die Theorie des Genossenschaftswesens. Die Sonnabendabende füllten in zwangloser Reihenfolge literarische Veranstaltungen aus. Die dem Berein angegliederte Jugendorganisation, die, lediglich unter Aufficht des Vorstandes, ihre Geschäfte s e l b st erledigt, cnt- wickelt sich in erfreulichster Weise. Die Durchführung des gesamten Progammes erforderte einen Kostenaufwand von 8000 M., die von den Organisationen aufgebracht wurden. Für daS kommende Jahr ist dieselbe � Summe bereitgestellt. Der soeben veröffentlichte Lchrplan 1008— 0g enthält: Die Erde und die sie umgestaltenden Naturkräfte 0 Abende, Botanik 8 Abende, Wirtschaftsgeschichte 12 Abende, daran anschliehende Diskussionsabende 0, Gewerkschasts- g e s ch i ch t e 0 Abende, ReichstagSwahl st ati st ik S Abende, Bürgerliches Gesetzbuch 8 Abende, Ltlassiker des Sozialismus 8 Abende, Nerve nheilkrinde und Al koholismus 6 Abende, Der gewerbliche Arbeits- vertrag 6 Abende, Geschichtsauffassungen 2 Abende, Kunstgeschichte 8 Abende, Bayerische Geschichte 3 Abende, 10 Führungen durch die alte Pinakothek und drei Kurse in deutscher Sprache. Außerdem finden noch eine Reihe interessanter Einzelvorträge statt. AuS den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein Bayreuth rich- tete eine besondere Sparabteilung ein, die den Mitgliedern Gelegenheit geben soll, die für die Erwerbung des Bürgerrechts, d. h. des Gemeindewahlrechts, erforderlichen Gebühren anzusammeln. Der bisherige Bürgerrechtsverein wurde mit dem sozialdemokratischen Verein verschmolzen. Im Wahlkreis Meißen-Riesa-G rosten Hain(7. sächs.) hat die Organisation in den letzten Jahren eine große Ent Wicklung genommen. Bei der Gründung des Kreisvereins im Jahre 1002 zählte er in 11 Ortsgruppen 1670 Mitglieder, am 1. Juli 1908 in 16 Ortsgruppen 8701 Mitglieder. Allein im Geschäftsjahr 1906/07 wurden 1000 neue Mitglieder gewonnen, während im vergangenen Jahre Wohl infolge der herrschenden Krise nur 99 Mitglieder hinzu gekommen sind. In den letzten Jahren ist auch der Abonnentenstand der Parteipresse tüchtig ge st iegen, so dast die Meißner seit dem 1. April d. I. über ein eigenes Zeitungsunternehmen ver- fügen und einen besonderen Lokalredakteur anstellen konnten, den Genossen R. Schmidt. Im Wahlkreis Lübau- Ebersbach(2. sächsischer) ist im letzten Berichtsjahre die Mitgliederzahl von 890 auf 790 zurück- gegangen, in der Hauptsache, weil die im Kreise vorherrschende Textilindustrie von der Krise schwer betroffen ist. In 21 Orten sind 40 sozialdemokratische Gemeinderatsmitglieder vorhanden. Die Auflage der„Volkszeitung" betrug 3213 Exemplare, ein Verhältnis- mästig guier Stand._ Unsere Toten. In Essen starb der Genoffe Wilhelm Schmidt. Seit Mitte der neunziger Jahre hat er in Essen auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete eifrig gearbeitet. In beiden Zweigen der Arbeiterbewegung hat er wichtige Vertrauens- Posten bekleidet. Keine Maßregelung, keine Arbeitslosigkeit hat ihn je gehindert, für seine Ueberzeugung einzutreten. Huö Induftnc und Ftandd. Die Gewinnerträge der Elektrizitäts- und Gasgesellschaften sind im Geschäftsjahre 1907/08 fast allgemein noch höher gewesen als im Jahre 1906/07. 19 Aktiengesellschaften mit einem Kapital von 413,72 Millionen Mark, die im Juli ihre Abschlüsse pro 31. März 1908 veröffentlichten, brachten 2,00 Millionen Mark als Dividende zur Ausschüttung gegen 1,86 im vorigen Geschäftsjahr, im Durch- schnitt also 4,4 gegen 4,1 Prozent. Unter diesen Gesellschaften bc- finden sich nur ganz wenige, deren Dividende niedriger lvas als im Vorjahr; die Sangcrshäuser und Zörbiger Elektrizitäts- und Gas- werke mit 320 000 Mark Zlktienkapital gingen mit der Dividende herab. Kräftig zu steigern vermochte dagegen die Contincntale Ge- sellschaft für elektrische Unternehmungen in Nürnberg ihre Divi- dende; sie verteilte 1,24 Millionen Mark gegen 1,12 im Vorjahre. Die nächstgröstte Gesellschaft, die Kölner Gas- und Elektrizitäts- werke, schüttete die gleich hohe Dividende wie 1906/07, nämlich 0 Prozent des Aktienkapitals, aus. Die Elektrizitätswerk- und Straßenbahn-Aktieugesellschaft in Stralsund, deren Grundkapital *1 Million Mark beträgt, verteilte 4 Prozent gegen 3�. Zu nennen wären dann noch einige kleinere Gesellschaften in Forbach, Bremen, Herrenberg, deren Kapital höher als 1906/07 verzinst wurde. Einige Werke, die bereits im Vorjahr mit Verlust arbeiteten, konnten auch im letzten Geschäftsjahr nicht günstiger abschließen; die Ver- luste sind sogar zum Teil sehr erheblich. Das Saarbrücker Elek- trizitätswerk in St. Johann, das überhaupt nur ein Aktienkapital von 450 000 Mark besitzt, schloß das Jahr 1907/03 mit einem Ver- lust von 401 612 Mark ab. Nicht weit dahinter zurück bleibt der Verlust der Baltischen Aktiengesellschaft für Licht-, Kraft- und Wasserwerke in Kiel, die bei einem Kapital von 608000 Mark 301 523 Mark Verlust hatte._ Solinger Bank. Nach der„Kölnischen Zeitung" hat die Prüfung der Bücher der Solinger Bank durch die Treuhandgesellschaft schon jetzt ergeben, dast auch der verstorbene Bankdircktor v. Remesse Buchfälschungen vorgenommen hat, die den Verdacht der Unterschlagung nahelegen. Der wegen Unterschlagung verhaftete Direktor Becker hat einen An- trag aus Haftentlassung gegen Kautionsstellung in jeder vom Gericht gewünschten Höhe gestellt. Der Antrag wurde indessen vom Solinger Amtsgericht abgelehnt, worüber indessen Becker Beschwerde beim Landgericht Elberfeld erhob._ Soziale Verschiebungen i» Bayern. Dast auch Bayern, das noch vor wenigen Jahrzehnten als über- wiegend agrarisches Land angesprochen werden konnte, sich immer mehr zum Industriestaat mit überwiegender Jndustricbevölkerung entwickelt, beweisen die Mitteilungen, die das Königl. Bayerische Statistische Bureau soeben über das Hauptergebnis der Berufs- zählung des vorigen Jahres veröffentlicht. AuS diesen Ergebnissen teilen wir folgende Zusammenstellungen mit: Von den 6.6 Millionen der bayerischen Bevölkerung gehörten 35 Proz., 6,6 Millionen, der Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe und Industrie, Handel und Ver- kehr an. 343 000 Personen gehörten den sogenannten freien Berufen an, 424 000 waren berufslose Selbständige, die mit ihren Angehörigen und Dienstboten 571 000 Köpfe bildeten. Bon den oben erwähnten ö.g Millionen der zur Landwirtschaft. Industrie und Handel gehörigen Bevölkerung gehören ihrer sozialen Stellung nach an: der Selbständigen., Angestellten,. Arbeiter... Am gröhten Berufszweigen in Erwerbstätige nebst Dienenden und Proz. Angehörigen 2173 470 38,7 237 920 4.2 3 211 433 57,1 ist die Selbst ändigkeitsziffer darunter Erwerbstätige Proz. für sich 758 783 24.7 99 068 3.2 2213 481 72,1 von den genannten __ der Landwirtschaft(47,7 Proz. aller zur Land Wirtschaft gehörigen Personen), die Angcstelltenziffer in Handel und Verkehr(12 Proz.), die Arbeiterziffer in Gewerbe und Industrie (65,1 Proz.), nämlich Sckiicbt der Prozentanteil der 3 sozialen Klassen in «cyicyi oer Landwirtschaft Industrie Handel Selbständigen... 47,7 28.8 35,9 Slngestellten.... 0.4 6,1 12.0 Arbeiter..... 51,9 65,1 52,1 Welche EntWickelung in diesen beruflichen und sozialen Verhält- nissen vorgeht, ergibt ein Vergleich mit den Ergebnisjcn der früheren Berufszählungen von 1895 und 1882. Prozent der Gefamtbebölkerung des Jahres 1907 1805 1882 Erwerbstätige.... 59.0 45.1 46.5 Dienende........ 1,7 2,4 1,8 Angehörige........ 41,8 47,0 46,4 Berufslose Selbständige... 6,4 5,5 5,2 Es betrug bei den Berufsangehörigen(Erwerbstätige mit Dienenden und Angehörigen) w Zunahme absolut Land- und Forstwirt- schaft.....+ 11 462 darunter Landwirtschaft.....-1- 1 897 Gewerbe und Industrie— 494 903 Handel und Verkehr.— 200 672 Dienste wechselnder Art ft- 14 874 Staats- usw. Dienst, freie Berufe...-s- 48 585 BerufSloseSelbständige-s- 183 896 1895—1907 Proz. + 0,4 ■4- 0,05 -- 22,6 -- 35,5 + 32,8 -- 16,5 -- 31,9 818 892 14,2 Prozent der Gcsamtbevölkerung 1907 1895 1882 40.3 43.3 50,9 39,2 83.3 11,6 0.9 6.2 8.7 44,7 31,0 9.8 0.8 6.1 7.6 50,1 28,3 8,3 0.7 4.7 7.1 100 100 100 Sumnie. Hand in Hand Vers chiebung in de Angestellte» und Arbeiter hat sich weiter vermehrt, die Selbständigen ist an Zahl zurückgegangen: Zu- bezw. Abnahme seit 1396 Erwerbstätige nebst Dienenden und Angehörigen Selbständige.. i....— 359 226 Angestellte. 119655 Arbeiter........-f- 856 608 Am schärfsten tritt diese Verschiebung also Industrie hervor. Es betrug die Zu-{+) bczw. Abnahme(—)(seit 1895] der Erwerbstätigen mit Dienenden und Angehörigen in der Klasse der Selbständigen Angestellten Arbeiter Landwirtschast..— 267 481')-s- 2 509 4- 276 434'J mit dieser Bern lichen EntWickelung geht eine n s o zi a len Klassen. Die Klasse der der Erwerbstätige für sich — 5 779 + 48 736 + 608 851 in Gewerbe und Industrie Handel — 103 255 -I- 11 510 74 922 + 42 224 Summe— 369 226-j-119 655 Die Zu- bezw. Abnahme der Erwerbstätigen -- 438 236 -- 146 938 Klasse der Landwirtschaft Industrie.. Handel... 4- 856 608 für sich in der Selbständigen Angestellten 4- 1945°) 4- 1709 — 20 286-- 29 909 4- 12 562 4- 17118 Arbeiter .. 333 054 4) -- 191 037 -- 79 260 Summe— 5 779 4. 48 736 4. 608 361 >) nämlich 4- 6523 Männer,— 274 004 Frauen.—°) nämlich — 26 685 Männer, 4- 903 119 Frauen.—°) darunter 4» 546 Männer. 4- 1399 Frauen.—*) darunter— 10 931 Männer. 4- 348 985 Frauen. Von 100 der Bevölkerung des vorgenannten BerufSzweigeS gehören zur Klaffe der Selbständigen 1907 1895 ,.. 47,6 57,9 .. 28.9 41,0 .. 35.9 46.6 Angestellten 1907 1895 0.4 0.3 6.1 3.3 12,0 8,8 Arbeiter 1907 1895 52,0 41,8 65,0 55,7 52,1 44,6 Landwirtschaft... Industrie..... Handel...>.,_ zusammen... 88,7 50,6 4,2 2,4 57,1 47,0 Von 100 Erwerbstätigen des vorgenannten Berufszwcigcs sind: Selbständige Angestellte Arbeiter 1907 1895 1907 1395 1907 1895 Landwirtschaft.... 25.6 32,0 0,3 0,2 74,1 67.8 Industrie...... 21,7 29,5 5,2 2,9 78,1 67,6 Handel....... 28,6 35,9 11.3 9.4 60,2 64,5 zusammen... 24,7 31,5 3,2 2,1 72,1 66,4 Der JndustrialisierungS- und damit Proletarisierungsprozeß vollzieht sich alfo auch in Bayern in recht beschleunigtem Teinpo. Soziales. Gibt eS w Preußen für Landarbeiter kein Recht? Ein älterer Landarbeiter chatte sich am 15. Juni auf dem 178 Hektar großen Gut Krausienhof des Landkreises Königsberg ge- weigert, eine ihm vom Gntsinfpektor angewiesene Atbeit aus- zuführen. Darauf wurde er auS der GutSfchirrkammcr hinaus- geworfen, erhielt ein paar Ohrfeigen und wurde nach Hause gejagt. Weil er sich zur Wehr gesetzt hatte und den Inspektor Wangnick dabei beleidigt und bedroht haben sollte, holte ihn der In- spektor in Gemeinschaft mit dem Kämmerer aus seiner Wohnung heraus. Der Arbeiter wurde die Treppe herunter- geschlagen. Als er sich festhalten wollte, wurde mit einem Stock auf ihn eingeschlagen und er von den beiden in das mtsgefängnis gebracht. In der Gefängniszelle ver- abrcichte ihm der Inspektor, wie er selbst bekundete, noch einige Ohrseigen„für seine Unbotmäßigkeit". Der Mann mutzte den Tag über eingesperrt in der Zelle zubringen. DaS der Tatbestand, der am Mittwoch vor dem Schöffengericht in Königsberg bekundet wurde. War gegen den Inspektor und den Kämmerer wegen Körper- Verletzung und Freiheitsberaubung das Verfahren eingeleitet? Keines« wegS. Die Staatsanwaltschaft hatte die Erhebung der An- klage mit der Begründung abgelehnt, der Inspektor und der Kämmerer hätten sich offenbar zu der Austeilung der Ohrfeigen und dem gewaltsamen Einsperren in das Amtsgefängnis berechtigt ge- halten, daS Bewußtsein der Rechtswidrigkeit des Handelns habe ihnen gefehlt. Dieser ablehnende Bescheid lourde von der Ober- staatsanwaltschaft bestätigt. Slber damit nicht genug. Nunmehr wurde der Arbeiter unter Anklage gestellt, weil er sich der Beleidigung, Körperverletzung und Bedrohung gegen den Inspektor schuldig gemacht habe. Unter Eid bekundeten der Inspektor und der Kämmerer selbst. daß sie den Arbeiter gestoßen, geohrfetgt, mtt dem Stock geschlagen und aus der Wohnung ins Ge- fängnis gesteckt haben. Der Inspektor erklärte, er habe sich für berechtigt gehalten, den alten Slrbeiter wegen der Arbeitsverweigerung aus dem Schuppen zu werfen und zu ohrfeigen. Der Inspektor bekundete weiter, vor dem Schuppen habe der alte Arbeiter ihn beschimpft und mit Steinen nach ihm ge- worfen— eine Bekundung, die keiner der übrigen sechs Zeugen, einschließlich des beteiligten Kämmerers und des hinzugekommenen Gutsrendanten, bestätigen konnte. Aus der Wohnung inS Gefängnis will der Inspektor den Arbeiter geschleppt haben, weil dieser ihn mit Totschlag be- droht habe. Luch diese Bekundung vermochte keiner der übrigen Zeugen zu bestätigen. Im Gegenteil: drei Zeugen bekundeten eidlich, daß sie lediglich Gewalttaten gegen den Arbeiter, die vom Inspektor und vom Kämmerer verübt wurden, gesehen haben. Der Kämmerer bekundete, daß er gemeinschaftlich mit dem Inspektor den alten Arbeiter mit dem Stock bearbeitet hatte. Trotzdem beantragte der Staats- anwalt Verurteilung des Angeklagten. Der Ver« teidiger Rechtsanwalt Hugo Haase legte dar. eine Verurteilung des Arbeiters würde wie ein Hohn auf die Rechts- sicherheit und Rechtsgleichheit der Arbeiter in Preußen empfunden werden müssen. Selbst wenn etwa der Arbeiter geschlagen oder geworfen habe, so habe er sich in Notwehr befunden und müsse wegen der begleitenden Umstünde freigesprochen werden. Das Gericht folgte aber der Bekundung des wegen mangelnden Bewußtseins der Rechtswidrigkeit feine? Tun? ohne Anklage gelassenen Inspektors und verurteilte den Arbeiter zu einer Woche Gefängnis und drei Mark Geldstrafe. Bei der Be- gründung betonte der Vorsitzende, daß das Gericht die Tat des Angeklagten wegen der begleitenden Umstände— sehr milde be- urteilt habe. Und da gibt e« noch Leute, die sich darüber wundern, daß die Erkenntnis von der Herrschast der Klassenjustiz sn immer weitere Kreise dringt und daß Landarbeiter den Gefilden OstelbienS ent- fliehen, weil nach ihrer Ansicht vollkommene, Rechtlosigkeit für sie dort herrscht. Gegen das Urteil ist selbstverständlich Berufung eingelegt. Unter der MaSke der AlkoholdckSmpfung. Den Gegnern der Sozialdemokratie ist kein Mittel zu schlecht, wenn es gilt, der Arbeiterbewegung etwas anzuhängen. Vom Verband ostdeutscher Industrieller werden jetzt selbst Erhebungen über den Alkoholismus in Slrbeiterkreiscn zu tendeiiziösen Ver« dächtigungcn sozialdemokratischer Arbeiter benutzt. Dieser Ver- band hat auf behördliche Anregung hin festzustellen versucht, welchen Erfolg seine seit Jahren gegen den Alkoholismus der Fabrikarbeiter gerichteten Bestrebungen gehabt haben. Zu diesem Zwecke hat er vor einiger Zeit die nachstehende Rundfrage an die Aerbandsmitgliedcr ergehen lassen: „1. Welche Maßnahmen haben Sie in Ihrem Betriebe zur Bekämfung des Sllkoholismus getroffen? 2. Welche Erfolge haben Sie mit Ihren Maßnahmen erzielt? 3. Welche Beobachtungen haben Sie außerhalb Ihres Bc- triebcs binsichtlich des Alkoholgcnusscs Ihrer Arbeiter gemacht; insbesondere haben sich Arbeiter von Ihnen der Mäßigkcits- > Bewegung angeschlossen? 4. Haben Sie außer den vom Verband ostdeutscher dustricller aufgestellten Leitsätzen noch Vorschläge zur kämpfung des Alkoholismus der Arbeiterschaft zu machen?" Die eingelaufenen Antworten, die in Nr. 16 des Verbands- organs ostdeutscher Industrieller veröffentlicht werden, sollen den Behörden, u. a. dem Kaiserlichen Statistischen Amt in Berlin, das darum gebeten hat, übermittelt werden.— Die antwortenden In- dustriellen sind nicht genannt, sondern mit laufenden Nummern bezeichnet. Eine Nachkontrolle der Wahrheit der Angaben ist also ausgeschlossen. Und das scheint im Interesse der Unternehmer auch sehr notwendig zu sein, denn hören wir nur, was für Wunder- dinge von den alkoholfeindlichcn Unternehmern entdeckt worden sind. ES wird geantwortet: Auf Frage 1: Es ist Gelegenheit zum Wärmen von Kaffee, Tee oder anderen Getränken geboten, die im warmem Speise- räum eingenommen werden können. Betrunkene Arbeiter werden entfernt. Es kommen jedoch Agitatoren auf die offenen Holzfelder, welche Flugschriften verteilen und die Leute— vielfach Atkordarbeitcr— in nahegelegene Wirtschaften einladen, um sie dort noch ungestörter behufs Beitritts zu den Organi- sationen zu bearbeiten. Auf Frage 2: Direkte Maßnahmen konnten nicht getroffen werden. Vorhaltungen sind ohne Erfolg. Entlassungen bei wiederholter Trunkenheit werden als Maßregelung aufgefaßt und politisch in den Versammlungen ausgebeutet. Zur Frage 3: Nein, uns ist nichts davon bekannt. Früher übte die katholische Kirche einen großen Einslutz aift die Trunken- bolde auS, indem sie die Leute zwang, dem Schnaps abzu- schwören; heute hat diese Einwirkung sehr nachgelassen, wohl hauptsächlich infolge sozialdemokratischer Einflüsse. Nur von wenigen meiner Slrbeiter ist mir bekannt, daß sie außerhalb des Betriebes dem Sllkoholismus huldigen. Der weit- aus größte Teil meiner Arbeiter gehört teilweise den christlichen Slrbcitcrvercinigungen und tzirsch-Dunckerfchcn Gewerkvereinen an. Bon beiden Vereinen ist mir bekannt, daß sie die Mäßig- keitSbewegung unterstützen. Seit etwa 8 Jahren kommt es häufiger vor, daß Monteure, welche früher als durchaus nüchtern anzusehen waren, wenn sie hinauSgcschickt wurden, schon bei der Slrbeitsstelle betrunken an- langten. Ich kann diesen Ilmstand nur den Agitatoren zu- schreiben, welche alle Mittel und Wege anwenden, um die Leute an sich zu fesseln, schließlich auch den Alkohol. Außerhalb des Betriebes wird— seitdem die Löhne so er- heblich in die Höhe gegangen sind— sehr viel getrunken, und die Familien haben unter dem Genuß von Sllkohol sehr zu leiden. Vielfach sind an diesem übertriebenen Alkobolaenuß die hiesigen Frauen schuld, die für ordnungsmäßige Wirtschaft nicht sorgen und infolgedessen dem Mann den Slufcnthalt in den Kneipen angenehmer machen als in der Häuslichkeit. In der Hauptsache aber wird von halbwüchsigen Burschen, welche noch vor der Militärzeit stehen, getrunken, während sich unter den ältcr-n Leuten nur immer bestimmte Schnapstrinker.befinden, die man leicht aus dem Betriebe ausschließen kann. Dagegen ist das Trinken unter den 16- bis 2Ljährigcn Burschen in erschreckender Weise vorgeschritten. Es ist unglaublich, welche Verrohung gerade unter den jungen Leuten eingerissen ist. Zur Frage 4: ES muß den Slrbcitern Gelegenheit gegeben werden, sich in ihrer eigenen Wirtschaft zu betätigen. Die all- mählich herabgesetzten Arbeitszeiten geben dem Arbeiter Ver- anlassung, seine sreigewordene Zeit in Kneipen zu verleben. Schlechte Wohnungsverhältnisse, große Familie usw. treiben ihn aus seiner engen Mictswohnung. Eigenes HauS mit Gartenland hilft hier am meisten. Dies läßt sich zwar leider nicht überall durchführen, muß aber trotzdem allmählich angestrebt werden. Es geht langsam, aber es geht, wenn man nur will. Von 30 Industriellen, die auf Frage 3 geantwortet haben, teilen 8 mit, daß sie sich— nicht erfolglos— bemühen, ihre Arbeiter Mäßigkeitsvcreincn, wie„Blaues Kreuz" und„Guttempler- orden", zuzuführen. Um die ganze Perfidie einiger dieser Auskünfte zu ermessen, muh man wissen, daß gerade die sozialdeniokratischen Organi- sationen in Ostpreußen seit Jahren einen zähen und erfolgreichen Kampf gegen dctt AlkdholiSmus führen. Verfammlungen. Ueber die wirtschaftliche Lage in der Stod- und Schirmindustrie Sprach in einer fombinierten Versammlung der in der Stock- und Schirmindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Genosse J. Hildebrandt. Der Redner behandelte jede der beiden Branchen gesondert. In der Stodindustrie herrscht in diesem Jahre eine große Arbeitslosigkeit, aber nicht nur in Berlin, sondern auch in der Proving in allen in Betracht kommenden Orten. Arbeitseinschränkungen haben allerorts in bedeutendem Maße stattgefunden. Ebenso mißlich ist die Lage in Hamburg, wo der Unternehmerschusverband alle Ränke benutzt, um den Arbeitern die in der guten Zeit errungenen Vorteile wieder zu entreißen. Auch sonst herrschen Mißstände, die die Stockarbeiter hart treffen. Für Werkzeug und Material werden den Leuten manchenorts Summen abgezogen, die in feinem Verhältnis zu deren Einkommen stehen. In Berlin war es in den letzten Monaten mit der Arbeitsgelegenheit außerordentlich schlecht bestellt, biele Mitglieder mußten sich nach einem anderen Erwerb umsehen. Redner behandelt eingehend die Heimarbeiterfrage, die für die in der Fabrik beschäftigten Kollegen schwere Schäden birgt. Während diese fürzer arbeiten und eine große Anzahl schon monatelang bummelt, werden jene immer mit Arbeit versorgt. Redner verbreitet sich über die Ursache der Krise, die den anarchistischen Wirtschaftszuständen entspringt und stets die Arbeiter mit voller Wucht treffe. Nachdem er noch den Arbeitsnachweis besprochen hatte, ging er auf den zweiten Teil feines Vortrages über, der die Schirmarbeiter betraf. Hier find die Verhältnisse noch schlimmer. Die Schirmmacher sind über wiegend Heimarbeiter. Sie müssen jeden Tag abliefern und stundenlang auf die Aushändigung neuer Arbeit warten. Weder Zeit noch Fahrgeld erhalten sie ersetzt. Oft bringt ihnen abends um 7 Uhr der Hausdiener noch einen Pack Arbeit, dann wird die Nacht durchgearbeitet. Bei dieser Arbeitszeit fommen sie wohl in der guten Konjunktur, wenn die ganze Familie hilft, auf 40 m. und darüber, 18-20 m. die Woche ist aber der Durchschnittsberdienst. Das Schirmgewerbe ist übrigens außerordentlich vom Wetter beeinflußt, so daß Löhne von 10 M. die Woche keine Seltenheit sind. Die Unternehmer sind aber auch" Wohltäter". Sie richten mit Vorliebe einzelnen Arbeitern Ladengeschäfte ein. So machen sie diese Arbeiter von sich abhängig, und diesen wird regel mäßig der Betrag für gelieferte Waren in Raten abgezogen. So müssen diese armen Schluder oft bei einem Wochenverdienst von 20. 10. als Rate abgeben. Die schwerreiche Firma Remat u. Silber in Berlin beschäftigt junge Mädchen an gefährlichen Maschinen. Diese Arbeiterinnen im Alter von 15-16 Jahren er halten 7 M. Wochenlohn. Als ein solches Mädchen an einer der artigen Maschine, die noch ohne Schutzvorrichtung war, berunglückte, sagte der Wertführer, ein Gemütsmensch, das Mädchen folle den Unfall gar nicht anmelden. Uebrigens arbeite es gar nicht bei Rematu. Silber, sondern bei ihm felb ft." So wird versucht, Arbeiter um ihre ihnen zustehenden Rechte zu bringen. und Dämpfen der Schirme geht auch vom Verdienst ab. Außerdem braucht man für diese Arbeit gewöhnlich einen besonderen Raum. In einem Geschäft verdient eine bessere Arbeiterin auf Muster gange 7 M. die Woche. Der Unternehmer aber erhält auf diese Muster große Aufträge und steckt den Profit ein. Redner schließt mit einem wuchtigen Appell an die Anwesenden, nicht nur sich gewerkschaftlich zu organisieren, sondern auch mit allen gebotenen Mitteln auf die Gesetzgebung einzuwirken. Die nachfolgende Diskussion brachte noch viele Ergänzungen zu dem Referat und förderte trübe Bilder aus der Stock- und Schirmbranche zutage. Ein Antrag, den Ueberschuß vom Sommerfest an die ausgesteuerten Kollegen zu verteilen und vom Fonds einen Zuschuß zu leisten, damit am Sonnabend je 6 M. ausgezahlt werden können, wird angenommen. Desgleichen eine Resolution, die sich gegen die Beschäftigung junger Mädchen an gefährlichen Maschinen wendet. Der zweite Punkt der Tagesordnung, Bericht vom Gewerk. schaftsfongreß, wurde zur nächsten Versammlung vertagt. Ausgeschlossen wurde der Zwicker Strasset, weil er betrügerischerweise Arbeitslosenunterstüßung bezog, ohne arbeitslos au sein und sich auch sonst unsolidarisch benommen hat. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, De Sahrstuh! wochentäglich abende von 7 bis 9½ be statt. Geöffnet 7 1hr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung in Briefkasten können 14 Tage bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Eine Che fann feines H. M. 86. Es gibt keine bayerische, preußische, deutsche usw. Kirche, sondern eine protestantische, fatholische usw. Stirchengemeinde. Sie teilen bem Gericht mit: Ich will aus der protestantischen Kirchengemeinde, der Die Zahlstelle Berlin des Zentralverbandes der Schuhmacher ich angehöre, ausscheiden und beantrage die Aufnahme meiner Austrittsscheinen Sie zwischen dem 29. und 42. Tage nach Ankunft Ihres Gesuchs hielt am 19. August bei Boeker in der Weberstraße eine gutbesuchte erlärung. Gleichviel ob Sie dann eine Ladung bekommten oder nicht, er Generalversammlung ab, die fich hauptsächlich mit dem Geschäfts- auf dem Amtsgericht und geben dort Ihre Austrittserklärung zu Protokoll. Frede. Leider bleibt nichts übrig, als noch einmal bei der Steuerund Sassenbericht für das zweite Quartal beschäftigte. Der Kassen12. Gewiß ist das möglich. G. G. Die bericht lag den Mitgliedern vervielfältigt vor. Die Abrechnung der deputation einzukommen. Zentralkasse schließt mit der Bilanzsumme von 12 466,50 M. An Entscheidung des Reichsgerichts lann ruhig abgewartet werden, ohne daß 23. R. 100. In der Wohnung zu die Hauptkasse wurden 4301,53 M. abgeführt; für Arbeitslosen- Ihr Sohn einen Anwalt bestellt. Lärm ausarten. unterstützung wurden aus der Zentralfasse 1670,15 M., für musizieren, ist nicht verboten. Nur darf die Musit nicht in rubestörenden Mr. S. 62. 1. Ja. 2 und 3. Nein. 4. Zwecks CheKrantenunterstützung 3207 M. ausgegeben, für Unterstüßung Ge scheidung ist zunächst Sühnetermin bei dem Amtsgericht zu beantragen, in wohnt. Alsdann ist durch einen maßregelter 187 M. Die Bilanzsumme der Lokaltasse beträgt dessen Bezirt der Ehemann Sh. Nein. 11 447,31 M. Für Streits im In- und Auslande sowie am Ort Rechtsanwalt die Klage beim Landgericht anzustellen. wurden aus dieser Kasse 821,60 M. ausgegeben. Die Kapitalanlage M. s. 30. 1. und 2. Sie find im Irrtum. der lokalen Zuschußkasse stieg von 5364,89 M. auf 5427,76 M. An wegs nach einjähriger fattischer Trennung geschieden werden. Den ScheiBuschuß zur Arbeitslosenunterstützung wurden 387,40 M., zur dungsgrund der böslichen Berlassung nimmt das Gesetz erst dann als vorStreifunterstübung 174,10 m., aur Gemaßregeltenunterstüßung banden an, wenn ein Ehegatte den andern verläßt, wenn hierauf eine Slage 39,30 m. gezahlt. Mitglieder hatte die Zahlstelle am Quartals- auf Herstellung des ehelichen Lebens angestellt, eine Berurteilung erfolgt und der verlassende Teil trot Bereitwilligkeit der Aufnahme durch den anderen innerhalb eines Jahres das eheliche Leben nicht wieder herstellt. schluß 2874. den der Der Geschäftsbericht, Bahlstellenbeamte Eine einfache Aufforderung zur Rückkehr genügt feineswegs. 3. Nein. G. R. 36. Eine ausgeflagte Forderung vers Hildebrandt gab, zeugte von einer sehr umfangreichen Tätig- B. K. 1. Ja. 2. Nein. feit. Es wurden im verflossenen Quartal nicht weniger als 125 Ver- fährt erst in 30 Jahren und zwar fängt von der Vornahme einer ſammlungen, Sibungen und Konferenzen abgehalten. In meh- Pfändung ab die Verjährungsfrist immer von neuem zu laufen an. In reren Betrieben fam es zu Streitigkeiten mit den Unternehmern, Shrem Falle würde also frühestens im Jahre 1936 Verjährung eintreten. die die Krise zur Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedin Witterungsübersicht vom 21. August 1908, morgens 8 Uhr. gungen auszunuzen suchten. In den meisten Fällen gelang es, die Verschlechterung abzuwehren, teils auch fleine Verbesserungen zu erzielen. Der Redner wies darauf hin, daß bei der großen Arbeitslosigkeit festes Zusammenhalten in der Organisation doppelt notwendig ist. Dalli, Bertreter der Schoßbranche, be richtete ebenfalls über eine eifrige Organisations- und Agitations tätigkeit. 43 Werkstattkonferenzen und 7 andere Bersammlungen und Sitzungen wurden in diefer Branche, deren Tarifvertrag im nächsten Jahre abläuft, abgehalten. Der Generalversammlung lag ein Antrag zur Aufhebung des 5 Pfg.- Extrabeitrages vor, der die vom Verbandstag beschlossene Erhöhung der Verbandsbeiträge um 5 Bf. ausgleichen sollte. Der Antrag wurde jedoch gegen wenige Stimmen abgelehnt, nachdem sich allgemein die Ueberzeugung geltend gemacht hatte, daß ein starter Lokalfonds namentlich mit Rücksicht auf den Ablauf des Mit den Schirmnäherinnen steht es auch sehr schlecht. Auch ihre Arbeit ist nur Saisonarbeit. Das Garn müssen sie selbst liefern. Die Nähmaschine, die stets auf Abzahlung genommen ist, fann nur 2-3 Jahre benutzt werden. Die Feuerung zum Trocnen| Schoßarbeitertarifes notwendig ist. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, den 22. Auguft. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Madame Butterfly. Königl. Schauspielhaus. Wallen steins Lager. Die Piccolomini. Neues töntgl. Operntheater. Meistersinger. Anfang 61, Uhr. Deutsches. traum. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Schiller- Theater. Schiller Theater Charlottenburg. ( Wallner- Theater.) Morwit- Oper. Sonnabend, abends8uhr: Sonnabend, abends 81 br: Bopuläre Borstellung b. halb. Preisen: Die Jüdin. Sonntag, nach m. 3 Uhr: bei halben Preisen: Die Afrikanerin. Sonntag, abends 8 Ubr: Gaftspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. 8um erstenmal: Das Stiftungsfest. Sonntag, nach m. 3 br, Stein unter Steinen. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinembe. 763 DSD 2 heiter Hamburg 760 GD Berlin 762 ND Franti.a. M. 761 SW ünden 762 S Bien Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 17 Haparanda 762 Still 8 tollig 15 Petersburg 755 N 2 wolfen! 17 Scilly 1 wollig 762 N 17 Aberdeen 1 mollig 16 Baris 1 wolfen! 15 Wetter Temp. n. C. 15° C.= 4° R. wollent 8 3 bededt 9 751 SSW 5 Regen 15 1 bedeckt 11 760 SS2bedeckt 18 764 ND Wetterprognose für Sonnabend, den 22. August 1908. Giwas tühler, zeitweise heiter aber veränderlich mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Theater des Westens. W. Noacks Theater Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dolar Strauß. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Sonntag, abends 8 ur: Der Floh im Ohr. Das Stiftungsfest. Z CARTEN Castan's Panoptikum Täglich nachm. 5 Uhr: Gin Sommernachts Gr.Militär- Doppel- Konzert Rammerspiele. Frühlings Erwachen. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Leffing. Der Raub der Sabine rinnen. Neues. Baccarat. Dollarprinzessin. Neues Schauspielhaus. Kleines. 2 × 2= 5. Residenz. Der Floh im Dhr. Komische Oper. Der Zerrissene. Hebbel. Cyprienne. Die Luitipielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Walzertraum. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Jüdin.. . Schiller Charlottenburg. Stiftungsfeft. Das Friedrich Wilhelmstädt. Schaus = ipielhaus. Die Diebin. Luisen. Suse. Thalia. Mitternachtsmädchen. von New York. Bernhard Noie. Das Geheimnis Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Bera Violetta. Spe stalttäten. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Baiage. Spezialitäten. Eintritt 1 M. von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: BELLINI Berliner Prater. Die Welt ein der König aller Gedankenleser Paradies. Anfang 7 Uhr. Carl Haberland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Guldenprinzessin. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Bon der Zugspite zum Wahmann. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Cyprienne. Luftspiel in 3 Aufs. v. Sardou u. Najas. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Baccarat. Sonntag: Der Dieb. Montag: Baccarat. Kleines Theater. Sonnabend, den 22. August cr., Anfang 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Dienstag: 2 mal 2= 5. mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden ::: Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute im Gart.: Gala- Sommerfest Eine Knallnachta. d. Weinbergsweg Näheres die Anschlagfäulen. Anf. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 4 Uhr. Bef ungünst. Witterung f. d. Feft im Theater, Tunnelu. Spiegeljaal statt. 165 Friedrichstr. 165 Ohne Extra- Entree! X X X X Stündliche Vorstellung! Goldini, Illusionist. Neu! Orig. Wiener- Damen- Schrammelkapelle. 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Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Sonnabend, den 22. August 1908: Die Diebin.( Leah Kleschna.) Sensationsschauspiel in 4 Akten von C. M. S. Mc. Lellan. Sonntag: Ein Rabenvater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Große Extra- Vorstellung. Der Wilderer. Volksstück in 5 Affen von Gerstäder. Anf. d. Konzerts 7, d. Vorstellung 8 Uhr. Während und nach der Borst.: Tanz. Morg. u. folgende Tage: Angeklagt. Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger. Anf Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Schweizer Garten. Am Königstor Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. DERNHARD ROSE THEATED Seben ben Berliner Leben. ( Br. Frankfurter Str. 182. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Spezialitäten. Anfang 4%, Uhr. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt Das davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Komödie in 3 aften von Anton und Donat Herrnfeld. 10 Uhr: Boltsstück mit Gelang in 3 Bildern. Seben Kinderfreudeufeft. Mittwoch: Volksbeluftigungen. Stinematograph. Entree 30 Pf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direft.: Willi Voigt. Täglich: Der jüngste Leutnant. Erstklassige Spezialitäten. The Heros Kurt Ellys Paul Coradini, Mr. King and Miẞ Cooke Büglers 8 wilde Königslöwert. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4% Uhr. Vorverkauf von 10 Uhr ab. Mittwoch, 26. august: 40 jähriges Bühnenjubiläum von Start Wöller. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Wiedereröffnung hente, Berliner Prater- Theater Sonnabend, den 22. August: Kastanien- Allee 7-9. Berlin wie es weint und lacht. Volksstück mit Ges. in 3 Akten und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4, Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Neu! Neu! Neu! Die Guldenprinzessin. Operette. Wiederauftreten von Gustav Behrens und 10 erstklassige Spezialitäten. Dustes Kinematograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr Sozialdemokr. Wahlverein für den 6. Berl. Reichstagswahlkreis 7. und 8. Abteilung( Moabit). Sonntag, den 23. August 1908 in„ Prachtsäle Nordwest" ( Inh. Brüning), Wiclefstr. 24: Konzert. Theateraufführungen. Nach der Vorstellung: BALL. Herren, die daran teilnehmen, zahl. 50 Pf. nach. Kinder frei. Anf. 7 Uhr. Billett 30 Pf. Kassenverkauf findet nicht statt. Um zahlreichen Besuch bittet 229/ 1* Das Komitee. Deuticher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III. 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Charitéstraße 3. Hof II. Amt III. 1987. Sonntag, den 23. August 1908, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung der Zentralverband der Lederarbeiter, Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend Filiale I Berlin. Sonntag, vormittags 10 Uhr: im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4. Zages Ordnung: 1. Der gegenwärtige Stand unserer Tarifbewegung. Mitglieder- Versammlung Referent: Nollege Handke. 2. Distuffion. im Lokal des Herrn Schmidt, Prinzen- Allee 33. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Tarifvertrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 121/13 Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 20. August, verstarb unser Parteigenoffe, der Bauarbeiter Fritz Leonhardt. ( 14. Bezirk.) Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 236/9 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Rabitspanner Kollegen! Der Tag, an dem der gegenwärtige Tarif abläuft, rückt immer näher; darum soll in dieser Versammlung die Entscheidung getroffen werden, wie wir unser ferneres Verhalten einrichten. Es ist aber notwendig, daß ein jeder Kollege über die Antwort der Arbeitgeber unterrichtet ist. Deshalb ist es Pflicht eines jeden von Euch, in dieser Versamm- Fritz Leonhardt In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist zahlreiches und pünkt- lung zu erscheinen. In Eurem eigenen Interesse agitiert für einen guten Versammlungsliches Erscheinen notwendig. 144/12 besuch! Keiner darf fehlen! Ein jeder muß zur Stelle sein! Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mit kollegialem Gruß Der Vorstand. an der Von der Michaelbrücke michaelfirchstrafe heute Sonnabend, 10 Uhr vorm.: Extrafahrt mit Musit nach Woltersdorfer Schleuse. 9 Uhr abends Mondscheinfahrt mit Musik nach Müggelwerder mit Rundfahrt auf dem Müggelsee. Daselbst: Großer Ball. 11375 இரு Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Verband der Kupferschmiede, Filiale Berlin. Verband der Schmiede, Zahlstelle Berlin. Montag 10 Uhr vorm. nach Neue Mühle. 2 Uhr nachm. nach Die Vertrauensmänner der Rohrleger und Helfer von den drei Organisationen Woltersdorfer Schleuse. Dienstag 10 Uhr vorm. und 2 Uhr nachm. nach Ziegenhals. werden ersucht, am Sonntag, vormittags 82 Uhr, Saal 7 des GewerkschaftsJede Fahrt h in und zurüd kostet nur 50 Bf. Reederei G. Zachow. hauses zu sein. Neue Welt Sozialdemokratischer Wahlverein Rixdori Deutscher Holzarbeiter- Verband. Hasenheide 108-114. Mittwoch, den 26. Auguft, abends 8%, Uhr: Gr. Bayerisches Mitglieder- Versammlung Kellerfest Baron Muckls Original- Bauernkapelle. Heute im Riesensaale! Großer Ball. Entree 25 Pf. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: in Hoppe's Festsälen, Hermannstraße 49. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Heinrich Schulz über: Weiterbildung in Theorie und Praxis. 2. Diskussion. 3. Wahl 236/8 eines Bildungsausschusses. 4. Verschiedenes. Genossinnen und Genoffen! Agitiert rege für diese Versammlung. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sonntag, den 23. August: Zahlstelle Berlin. Branche der Vergolder. Montag, den 24. August, abends präzise 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Branchen- Versammlung. Zages Drding: 89/5 1. Vortrag des Kollegen Richard Leopold. 2. Diskussion. 3. Ver fchiedenes. Bollzähliges Erscheinen erwartet Die Branchenleitung. Große Dampfer- Extrafahrt Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. mit Musik nach Sportshaus Ziegenhals Montag, den 24. August, abend3 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, zum Pilzsuchen. Herrlich am stroffinsee gelegen. 11355 Abfahrt vormittags 9 Uhr} ab Schillingsbrücke. zurüd 0,75. Hin und " nachmitt. 2 Sonnabend, 22.: Mondscheinfahrt mit Mufit. Abf. abends 9, U. Reederei Kahnt u. Herker, Stralauerbrücke. Hin und zurüd 0,50. M. Mörschel. Große Elite- Soiree Voigts Krampenburg Berliner Alpen. und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8. Morgen: Berliner Sänger. Tanz. Volksgarten- Theater - am Bahnhof Gesundbrunnen. Sonnabend, den 22. August 1908: Sommerfest der vereinigten Nord- Klubs. Sommernachts- Ball. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. ax Kliems Ma Sommer- Cheater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange Täglich Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite- Tag. Bitte ausschneiden! Vorzugsbillett! Vitascope- Theater, 110 Jnvalidenstraße 110 zirka 700 Bersonen fassend, gültig für 1-4 Personen Sonntag, den 23. August 1908: Große Extra- Dampferfahrt. Abfahrt 8.30 Station Stern- Gesellschaft, Brandenburger Ufer ( Ecke Jannowitzbrücke). Fahrt: hin 50 Pf., retour 50 Pf. Abf. 8.30. Tanz. Großes Schlachtefest. Feuerwerk. R. Voigt. Gänse! Gänse! Mit dem heutigen Tage beginne wieder, wie alljährlich, mit dem Verkauf sämtlicher Gänse- Artikel. Empfehle täglich frisch in großer Auswahl Oderbrucher Fettgänse Gänseklein, Gänsekeulen, frisch u. gepökelt, Gänsefleisch mit Keulen, Gänse- Knochenfleisch, Gänselebern a Pfd. 1,20 M., Gänseliesen a Pfd. 1,20 M., Gänsehaut, GänsePökelfleisch u. Gänse- Rümpfe. Pfund 150/12 Frisches Gänseschmalz, garantiert rein, 1,20 M. Engelufer 15, Saal I: am 20. August nach langer Strankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. August, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus Um rege Beteiligung ersucht 139/7 Der Vorstand. statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Richard Sandau am 21. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. August, nach mittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Lütticherstr. 66 aus statt. Nege Beteiligung erwartet 121/4 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Kollegen für die Teilnahme an der Beerdigung meiner lieben Frau 40512 Branchen- Versammlung. Auguste Czarnecki, Zages Drdnung: 1. Bortrag des Landtagsabgeordneten Strobel über das Thema: " Jugendorganisation". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Die Vertrauensleute werden ersucht, die Kollegen auf die geb. Bütow besonders dem Verband der freien Gast- und Schankwirte, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dant. Franz Czarnecki nebst Kindern. Bersammlungskontrollzettel in den Mitgliedsbüchern aufmerksam zu machen. Nathan Wand Die Branchenleitung. Möbelpolierer. Donnerstag, den 27. August, abends 8 Uhr, in den Andreas Festfälen", Andreasstraße 21: Branchen- Versammlung 129 Staliger Str. 129. Die schönsten 37492* in neu Herren- Sommer- Paletots und Anzüge fotote speziell Monats- Garderobe vonkavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauch anzüge sind in billigen Preisen zu haben. Nathan Wand der Möbel- und Stuhlpolierer sowie großer Auswahl stets zu staunend Magazinarbeiter und Beizer. Zages Drdnung: ,, Sozialpolitische Gesetzgebung": a) Krankenversicherung; b) Unfallversicherung; c) Invalidenversicherung. Referent: Genoffe Eugen Brückner. Diskussion. Stellungnahme zur Resolution über die Arbeitsvermittelung. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist es geradezu eine Pflicht unserer Berufskollegen, pünkttich und zahlreich zu Die Branchenleitung. erscheinen. 1,20 Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Pr. Spickgans( Rollbrust), Räucherkeule, beste Gänsegrieben und Gänseleberwurst usw. Berlin C., Klosterstr. 95, Hermann Leißner, Eckhaus Kaiser- Wilhelmstr. 11. 270/ 7* Rohrkörbe aus ganzen Rohrstangen gearbeitet, billigste für jeden Wirtschafts betrieb, 3mal länger haltbar als Weiden. förbe; dabei leicht und ansehnlich, Kaufe direkt von der Rohrlorbfabrik Julius Tretbar, Grimma 134. CHEE Festsäle ftatt 75 Bf. nur 50 Pf. 50 " 30 30 20 Sonnabend, Sonntag ungültig. für kommende Saison unter tulanten Bedingungen zu ver ygienische geben, auch ohne Staffeetafel. Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin 0., Holzmarktstr.69-70. Preisl.gratis. City- Hotel Dresdener Straße 52/53. Dr. Schünemann Spezial- Arzt für 36462 Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung Refere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Erfaz für Maaß. Anfertigung nach Maass. Tabelose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Frankfurterstr. 37, Eingang Strausberger Maß. Zweigverein Berlin. Geschäftsstelle Berlin C. 54, Muladftr. 10, I. Sektion I u. II. Fernsprecher Amt III, 4518. Sonntag, den 23. August 1908, nachmittags 1½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( großer Saal): Gemeinsame Versammlung Tages Drdnung: Berichterstattung vom Gewerkschaftskongreß und vom Verbandstage. Diskuffion. 43/13 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das rechtzeitige Erscheinen Die Ortsverwaltungen. aller Mitglieder erforderlich. Vereine!! Achtung!! Gewerkschaften!! Neue Armin- Hallen Kommandantenstr. 58/59. Fernspr. IV, 10 155. Säle von 50-1000 Personen faffend. Gute Beleuchtung! 6 Vereinszimmer. 11005 Sonnabende und Sonntage dieses und nächstes Jahr noch frei. Prachtsäle Nord- West Wiclefstr. 24. Fernspr. II 7520. Wiclefstr. 24. Empfehle meine großen und fleinen Säle mit schönen Bühnen zur Abhaltung von Privat- und Vereinsfestlichkeiten, Versammlungen und Ausstellungen. Habe noch mehrere Sonnabende und Sonntage zu bergeben. Wilhelm Brüning. 37542* Hochachtungsvoll 129 Staliger Str. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. Der ganze Rest an Anzügen, von der Konkursmasse " Blitz 66 herstammend, kommt bis zu [ 185/13 50%, unter Preis zum Verkauf, staunenerregend billig. 9 Rosenthaler Straße 9. 85 Chausseestraße 85. 137 Gr.Frankfurterstr.137 24 Kottbuser Damm 24. Schöneberg 10 Hauptstraße 10. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co ,, Berlin SW. Nr. 196. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 2. Auguft 1908. Partei- Angelegenheiten. derartigen Jubiläums das Opfer eines Geschenkes oder einer Fest- in ihrem stattlichen Umfang das Herz eines jeden Naturfreundes lichkeit auf, ein Opfer, das allerdings nur einen verschwindenden erfreuen. Der Bahn der Zeit hat an diesen Riesen seine Spuren Teil dessen bedeutet, was im Laufe der Jahre an Mehrwert in Gestalt größerer Höhlungen hinterlassen. Würden diese Löcher Tegel. Sonntag früh 8 Uhr findet eine Handzettel aus dem Arbeiter herausgeholt worden ist. Einzig in seiner Art zur rechten Zeit mit einer geeigneten Masse ausgefüllt und ver berteilung von den bekannten Bezirkslokalen aus statt. Der dürfte es aber sein, daß sowohl die Kosten für ein bedt, so wäre hiermit Wind und Wetter der Zutritt verwehrt und 7. Bezirk von Hermes, Schlieper- und Schöneberger Straßen- Ede.- Jubiläumsgeschent wie für die Festlichkeit bon daß ein freundlicher Naturarzt" sich der würdigen Patienten andie weitere Fäulnis unterbunden. Vielleicht bevirken diese Zeilen, Montag abends 82 1hr bei Trapp( Inh. Trebesch) öffentliche den Arbeitern selbst aufgebracht werden. In dieser nimmt und ihre Wunden" heilt. Werden ihm danken, wenn wir Versammlung. Die Genossinnen und Genossen ersucht der Vorstand Weise fordert eine Weltfirma, die J. C. G. A., genannt Eng- im nächsten Frühling wieder unter dem rauschenden Laubdach uns um Agitation für regen Besuch. lische Gasanstalt, die Jubiläen ihrer Arbeiter und Angestellten. ergehen und in stummer Andacht dem Raunen längst entStralau. Dienstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr: Mitglieder- Früher war es üblich, daß jeder Teilnehmer an einer derartigen schwundener Zeiten lauschen. versammlung in der Perle", Alt- Stralau 21. Tagesordnung: Festlichkeit mindestens 2 M. zu entrichten hatte. In letzter Zeit Bericht von der Kreis- Generalversammlung und der Verbands- scheint bei der Arbeiterschaft der Geschmack für derartige Feiern 5. Blischte und Schloepke sollen Mitte Oftober Ersatzwahlen im Stadtverordnetenwahlen. Für die verstorbenen Stadtverordneten Generalversammlung von Groß- Berlin. Abrechnung von der verloren gegangen zu sein. Verständigerweise verzichteten einzelne 5. und 12. Gemeindewahlbezirk der zweiten Abteilung stattfinden. Landtagswahl und vom Volksfest. Stellungnahme zur Abhaltung Arbeiter auch auf derartige Feiern. Neuerdings werden nun wieder Die Alte Linke unter Führung der Stadtverordneten Cassel und eines Bildungskursus in diesem Winter. Berschiedenes. Die Ge- alle Hebel in Bewegung gesezt, um die Sache in Schwung zu bringen. Barth wünscht als Nachfolger des Stadtverordneten Plischke, der der noffinnen werden ersucht, zu dieser Versammlung vollzählig zu Im September begeht der Tischlermeister F. sein 25jähriges Dienst- Neuen Linte angehörte, den Abgeordneten Dr. Mugdan. Von nicht erscheinen. Es sei nochmals auf den am Sonntag, den 23. d. M., statt- jubiläum und es ist der Wunsch der Direktion, diese Feier recht ganz unentwegt blockfrommen Liberalen hingegen haben sich mehrere findenden Ausflug hingewiesen. Treffpunkt früh 6 Uhr bei Gund- umfangreich zu gestalten, vielleicht um die Arbeiterschaft die hundert Wähler für die Kandidatur des Oberlehrers Professor Dr. Paul Rickert erklärt. lach, Markgrafendamm 8. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof 7.01. miserablen Löhne und die erst fürzlich eingeführte ärztliche UnterZahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. suchung vergessen zu machen. Da aber, wie gesagt, bei der Arbeiter- Das Märkische Museum wurde in den ersten zwei Monaten Johannisthal. Dienstag, den 25. d. Mts., abends 8 Uhr: Mit- schaft das Interesse an derartigen Feiern start nachgelassen hat, bon rund 30 000 Personen besucht und gleichzeitig wurden rund 8500 Kataloge verkauft. gliederversammlung des Wahlvereins bei Franz Erdmann, Friedrich- hält man es jedenfalls für bedenklich, einen Betrag von 2 M. zu Straße 6. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Arbeiterschaft fordern und begnügt sich mit 0,50 M. Die Hoffnung auf rege BeDie Bummelei hört nicht auf! im Staat und ihre Gleichberechtigung". Referent teiligung scheint aber trotzdem eine geringe zu sein, denn die Eugen Brückner. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. Direktion hat in weiser Voraussicht erklärt, ein eventuell ent- sirchensteuer wollen fein Ende nehmen. Immer wieder melden Die Klagen über unberechtigte Veranlagung zur 8. Bericht von der Generalversammlung Groß- Berlin. 4. Vereins stehendes Defizit decken zu wollen. Die Arbeiter der J. C. G. A. sich bei uns Personen, denen von e bangelischen oder katho angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen und Mitbringen der werden ihr möglichstes tun, um nach dieser Richtung hin dem Wohl- tischen Kirchengemeinden Steuerberanlagungen auf den Hals ge= Frauen ersucht Der Vorstand. tätigkeitssinn der Direktion einen recht großen Spielraum zu geschickt wurden, obwohl sie längst in aller Form aus der Kirche ausZossen. Am Mittwoch, den 26. August, abends 8 Uhr, findet währen, umsomehr, als Meister F. der Vorsitzende des unter der geschieden sind und daher nicht mehr zur Zahlung von Kirchen8½ im. Kurznerschen Lokal die ordentliche Wahlvereinsversammlung Obhut der Direktion stehenden Fabrikgesangvereins und ein steuern herangezogen werden können. Und auch das kommt immer statt. Tagesordnung: 1. Vereinsmitteilungen. 2. Bericht von der eifriger Freund der gelben Gewerkschaften ist. Kreis- Generalversammlung. 3. Bericht von der Verbands- Generalbersammlung. 4. Die Frauenfrage. 5. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 13 Berliner Nachrichten. wieder vor, daß mit diesen unberechtigten Kirchensteuerberanlagungen fogar solche Personen belästigt werden, die überhaupt niemals zu einer Kirchengemeinde der betreffenden Konfession gehörten. Aus städtischen Betrieben. Ueber rigoroses Vorgehen und parteiische Stellungnahme der Betriebsleiter lagen die Arbeiter des Gaswerks Schmargendorf. So werden Arbeiter entlassen, die anerkannt tüchtig in ihrem Berufe sind, aber das in den Augen müssen, der schon vor jegt breißig Jahren aus der Ganz merkwürdige Erfahrungen hat ein Tischler S. machen eines Betriebsleiters unerhörte Verbrechen begehen, im Arbeiterausschuß oder in der Organisation für die Kollegenschaft einzutreten. evangelischen Kirche ausschied und die ihm später geDie Ausübung der Schulpolizei" Ist es doch kürzlich vorgekommen, daß ein langjähriger Arbeiter, borenen Kinder nicht taufen ließ. Noch vor zwei Jahren kriegte S. gehört zu den wenigen Polizeibefugnissen, die in Berlin der der Obmann des Arbeiterausschusses, entlassen wurde, weil er sich die Aufforderung, Steuern an die evangelische Kirche zu zahlen, Gemeindeverwaltung überlassen worden sind. Sie besteht trantentasse schuldig gemacht hatte. Die Arbeiter erblidten in dieser dagegen wehrte, so tam ihm ein Schutzmann( 1) ins Haus. Der eines geringfügigen Verstoßes gegen die Bestimmungen der Betriebs- der er seit achtundzwanzig Jahren nicht mehr angehörte. Da er sich in der Verfolgung der unentschuldigten Schulversäum Maßregel nicht eine Strafe für diesen Verstoß, nisse, die in den Gemeindeschulen vorkommen. Die Städtische dafür, Strafe für diesen Verstoß, sondern forderte von ihm den Nachweis, daß er aus der Kirche ausgeschieden daß sich dieser Arbeiter der Interessen seiner sei. Zum Glück war die damals ausgefertigte Bescheinigung Bolizeiverwaltung"( wie stolz das klingt!) hat jetzt ihren Jahres- Kollegen im Arbeiterausschuß angenommen hatte. Ein an= bericht über das Verwaltungsjahr 1907/08 erstattet. Bezüglich der derer Arbeiter, Familienvater, wurde entlassen, als er sich und der Kirche die Möglichkeit genommen wurde, die zu Unrecht er noch vorhanden, so daß der Nachweis geführt werden konnte " Schulpolizei" entnehmen wir ihm, daß in dem genannten Jahr die nach einer infolge eines Betriebsunfalles entstandenen Krankheit und der Kirche die Möglichkeit genommen wurde, die zu Unrecht Zahl der für Schulversäumnisse festgesezten zur Arbeit meldete. Diese unsoziale Maßnahme rief die hellste Ent- geforderten Steuern nach allen Regeln der Kunst einzutreiben. S. hat Strafen wieder gestiegen ist. rüstung der Arbeiterschaft wach. Dem Fasse den Boden schlug aber einen Sohn, der jetzt vierundzwanzig Jahre alt ist und niemals eine weitere Maßnahme des Dirigenten aus. Diese Maßnahme be- einer Kirchengemeinde irgendwelcher Konfession Sie belief sich auf 10 133 Strafen, durch die den Eltern stand in der Wiedereinstellung eines Mannes, der nach Ansicht seiner angehört hat. Kürzlich ist nun auch dem Sohn eine KirchenGeldstrafen im Gesamtbetrage von 31 734 M. eventuell 18 427 Stoflegen tatsächlich zu jeder Arbeit unfähig ist, dessen früheren An- steuerberanlagung überreicht worden, und zwar ist es diesTage Haft auferlegt wurden. Im vorhergehenden Jahre waren gebereien aber verschiedene Arbeiter ihre Entlassung zu verdanken mal zur Abwechselung die katholische Kirche, von der diese 9907 Strafen festgesetzt worden, die aber insgesamt auf 34 313 Mart hatten. Diese Einstellung erfolgte, trotzdem der Dirigent in früheren Belästigung ausgeht. Er hat der Aufforderung, binnen vier Wochen Geldstrafe eventuell 19 428 Tage Haft lauteten. Werden hierzu die Fällen, wenn es sich darum drehte, ehemalige Arbeiter wieder ein" Straffälle gerechnet, die aus den Vorjahren unerledigt mit hinüber- zustellen, sich auf eine Verfügung berief, nach welcher Arbeiter nicht zu zahlen, nicht Folge geleistet, daher ist ihm jetzt eine Mahnung genommen wurden, so waren zu erledigen: im Jahre 1907/08 über- wieder eingestellt werden dürften. Im vorgenannten Falle zugegangen, die ihm eine weitere Frist von nur noch acht Tagen haupt 12 659 Fälle mit 42 479 Mark Geldstrafe oder 24 272 Tagen scheint troz triftiger Gründe die Verfügung außer Kraft gesetzt fegt. Da der Sohn nie der katholischen Kirche und auch nie einer Haft, im Jahre 1906/07 gleichfalls 12 659 Fälle, aber mit zu sein. Die Arbeiter des Gaswertes unterbreiten diese eigen- anderen angehört hat, so kann er natürlich anch nicht eine BeHaft, im Jahre 1906/07 gleichfalls 12 659 Fälle, aber mit artige Handlungsweise eines städtischen Beamten dem Urteil der scheinigung darüber beibringen, daß er aus der katholischen Kirche 45 814,50 Mark Geldstrafe oder 25 736 Tagen Haft. In 1907/08 Deffentlichkeit. wurden nur 10 230 Fälle erledigt, in 1906/07 waren mur 10133 Fälle oder irgend einer anderen ausgeschieden sei. Höchstens fönnte er Werke, Herbstwehen. erledigt worden( zufällig genau soviel, wie dann in 1907/08 wieder mit 729 381 m. in Einnahme und Ausgabe ab. An den Einnahmen Beweise dafür, daß auch sein Vater nicht der katho Die Stadthauptkaffe der städtischen Werke schließt für 1907/08 die Bescheinigung über den Austritt feines Baters vorlegen zum neu hinzukamen). Nur etwa zwei Drittel dieser Fälle wurden durch baldige Zahlung der Geldstrafe oder Verbüßung der auf 236 169 m., der städtischen Wasserwerke auf 47 465 M., der dieses Sohnes überhaupt feiner Kirche mehr an hat sich wenig verändert. Es stellte sich der Beitrag der Gaswerke lischen Kirche angehört hat und bei der Geburt Haft erledigt, in den übrigen Fällen mußte entweder die Verfügung Kanalisationswerte auf 86 372 M., des Vich- und Schlachthofes aufgehörte, so daß weder die katholische Kirche noch irgend eine zurückgenommen oder das Verfahren eingestellt werden oder es wurde 23 030 M., der Fleischbeschau auf 7856 M., der Markthallen andere versuchen könnte, den ungetauft gebliebenen Sohn als dennoch gerichtliche Entscheidung beantragt, die teils zur Berurteilung, tejls auf 12 404 m. und des Hafens am Urban auf 165 M. Dazu zu ihr gehörig zu reklamieren. Man sieht, welche Scherereien verursacht zur Freisprechung führte. Vom vorletzten zum letzten Jahr haben die kommen dann dann noch die Beiträge der Verwaltungen der Fälle der Zahlung oder der Verbüßung sich gemehrt, die Fälle der jenigen Deren Kassengeschäfte durch die Kaffen werden, weil die Kirchengemeinden es sich ersparen, sich selber hinBurücknahme oder der Einstellung sich gemindert, die Fälle der Ver- verwaltungen der städtischen Werke besorgt werden mit insgesamt reichend darum zu fümmern, wer noch als zu ihnen gehörig beurteilung oder der Freisprechung sich gemehrt. In 1907/08( bezw. an Gehältern, Pensionen usw. sowie fachlichen Verwaltungskosten usw. nötigt sehen, den Nachweis feiner kompletten Stonfeffionslosigkeit zu 315 000 M. Die Werksbuchhaltereien der Stadthauptkasse erforderten trachtet werden darf und wer nicht. Der Sohn wird sich wohl gein 1906/07) wurden Geldstrafen gezahlt in 8071( 7874) Fällen, 52 161 m. Die Werkseinziehungsabteilung verursachte an Be- führen. Er könnte es sonst erleben, daß die katholische Kirche in Haft verbüßt in 581( 505) Fällen, die Verfügung zurück- soldungen eine Ausgabe von 286 084 m., an Pensionen ufw. ihrem Recht zu sein glaubt und gegen ihn, der nie zu ihr gehört genommen in 446( 647) Fällen, das Verfahren eingestellt in 435 28 046 W., an anderen persönlichen Ausgaben 27 591 M. Die 40) Fällen, auf Freisprechung erkannt in 297( 264) Fällen, Ver- Geschäftsbedürfnisse erforderten rund 19 177 M. und die Berzinsung Beziehung zu ihr gebracht werden kann, schonungslos mit Zwangshat und nicht mal durch die frühere Konfession des Vaters in treilung ausgesprochen in 400( 303) Fällen. Bezahlt wurden vor- des Betriebsfonds 315 000 m. Der Einziehungsverkehr hat infolge Beziehung zu ihr gebracht werden kann, schonungslos mit Zwangswiegend die geringeren Strafen, verbüßt hauptsächlich die höheren. der Zunahme der Geschäfte einen Mehrverbrauch von Schreib- vollstreckung vorgeht. Ein Geschäftsmann, der Rechnungen wegschickt und Zahlung In 1907/08( бezw. in 1906/07) famen im Durchschnitt auf jeden materialien und besonders Formularen herbeigeführt. Fall bezahlter Geldstrafe 2,85 M.( 3,25 M.), wofür 1,7 Tage fordert, muß selber nachweisen können, daß seine Ansprüche begründet ( 1,8 Tage) zu verbüßen gewesen wären, dagegen auf jeden Fall find. Wenn er Rechnungen an Pastoren schickte, die nie etwas mit ihm berbüßter Haft 2,3 Tage( 2,4 Tage), statt deren 4,24 M.( 4,55 m.) Die ersten Blätter fallen. Viele haben ihre grüne Farbe mit zu tun gehabt haben, so könnte er böse anlaufen. Wer aber Steuern zu bezahlen gewesen wären. Schwer läßt sich entscheiden, wie oft der gelben vertauscht, einzelne sind sogar braun umrändert und einfordert, der hat es bequemer. Nicht er braucht nachzuweisen, daß die Ursache der Schulversäumnisse im Inverstand der Eltern, unzählige wirbeln müde auf den Boden nieder. Müde. Ueber der seine Forderung berechtigt ist, sondern derjenige, der wie oft sie in einer Notlage der Familie zu suchen ist. ganzen Natur liegt ein Hauch der Ermüdung. Sie tritt fast un- mit einer unberechtigten Forderung belästigt Daß übrigens die Schulfommissionen nicht immer langsam tahl zu werden, und das Laub nimmt eine fahle, gelbe fächlich unberechtigt ist. Schon mancher, der das nicht bemerklich ins Greifenalter über. Die Wipfel der Bäume beginnen wird, muß für den Nachweis sorgen, daß sie tat. ganz zuverlässig arbeiten, das beweist die wieder nicht Tönung an. Die fatte, grüne Jugendfarbe ist verblaßt. Herbst- griff und gegen eine unberechtigte Steuerveranlagung nicht rechtgeringe Bahl derjenigen Fälle, in denen die Gerichte auf Frei- vehen. sprechung erkennen mußten. Richterliche Entscheidung wird ja bei Nur wenige merken es in der Großstadt, nur einzelne achten zeitig die nötigen Schritte tat, wurde hinterher ohne Gnade geSchulverfäumnisstrafen überhaupt nur selten beantragt, aber etwa auch im Trubel des Straßenlebens auf die ersten Vorboten des zwungen, zu zahlen. Auch die Kirche hat für ihre Steuern dieses drei Siebentel der Urteile lauten auf Freisprechung. Der tollste grämlichen Gesellen. Draußen aber, draußen in Flur und Hain, Borrecht. Aber gerade deshalb muß man ihr auch die Pflicht Fall unbegründeter Festsetung einer Schul- Sa prägt sich die allmähliche Veränderung deutlicher aus. Wo ehe- zuweisen, sich einwandsfrei zu vergewissern, ob bersäumnisstrafe ist vor Jahresfrist im Vorwärts" mit dem wogende Kornfelder standen, wo roter Mohn und blaue Korn- die Personen, denen sie Steuerveranlagungen zuschickt, übergeteilt worden. Gegen einen Mann, deffen jüngster Sohn schon seit des Feldes sich zum prächtigen Kranze vereinigten, breiten sich jetzt forgen müssen, daß jede Belästigung und Schädigung solcher, die blumen, Rittersporn, Kornrädchen und andere blühende Kinder haupt firchensteuerpflichtig sind. Die Kirche selber wird dafür ziemlich zwanzig Jahren aus der Schule heraus war, wurde eine fahle, dumpfe Stoppeläcker aus." Wenn der Wind über Hafer- ihr nicht steuerflichtig sind, verhütet wird. Schulverfäumnisstrafe festgesetzt. Sein Sohn sollte, so behauptete die stoppeln weht, dann meldet sich der Herbst an", lautet die alte den Steuerbureaus der Kirchengemeinden über diesen Punkt Wie mag man in Strafverfügung, Schüler der 208. Gemeindeschule( Gesundbrunnen) Bauernregel. Bald werden die Herbstwinde darüber hinweg denken? Einer, dem gleichfalls zu Unrecht eine Kirchensteuersein und den Unterricht geschwänzt haben. Die Sache kam vor braufen und die kleinen lieben Sänger ihre Schwingen prüfen zum veranlagung und zwar von der katholischen Kirche auf den Hals Gericht, und der Mann wurde in Abwesenheit verurteilt, an großen Flug nach dem sonnigen Süden. scheinend auf Grund einer beschworenen Aussage des Rektors Aber auch im hastenden, brausenden Weltstadtgetriebe regen geschickt worden war, teilt uns mit, wie es ihm ergangen sei, als Kähler von der 208. Schule. Der Verurteilte wurde eines Tages sich bei dem, der selbst im bitterſten Erwerbskampfe sich noch ein er die Bescheinigung über seinen vor elf Jahren erfolgten Ausdurch die Polizei aus seiner Wohnung herausgeholt und mußte unüber das Werden und Vergehen im Reiche unserer Almutter Er versichert, der betreffende inniges, zartes Naturempfinden bewahrt hat, leise Betrachtungen tritt vorlegte und das Steuerveranlagungsschreiben mitbrachte. Beamte habe geachtet seines Protestes zwei Tage absigen. Wie Natur. In den Parks und Anlagen, in den Vorgärten und auf den Schreiben aus der Hand genommen, habe es ärgerlich zer ihm das das alles möglich war, das ist nie ganz aufgeklärt worden. Aus Balkons, überall tritt uns der stetige Verfall der grünen, blühenden Inittert und beiseite geworfen und sich dann sofort dem dem Rathause ist keine Antwort auf unsere Mitteilungen an die Pflanzenwelt vor Augen. Zu unseren Füßesi raschelt Laub, Auf die erstaunte Frage, Deffentlichkeit gelangt. Noch ehe wir den Fall veröffentlichten, gelbes, schmutziges Laub. Der Tod hat die ersten Blätter gefnidt, nächsten Beschwerdeführer zugewandt. teilten wir dem Leiter der städtischen Schulpolizei" in persönlicher ins Herz getroffen. Welt, krant, sterbensmüde liegen sie in der was denn nun werde, habe der Beamte geantwortet:„ Ist er. Unterredung den Sachverhalt mit und legten ihm die mit seinem ledigt". Unser Gewährsmann hat nicht gesehen, daß der Beamte Doch nicht alle endeten durch das unerbittliche Gesetz des Ver- sofort einen schriftlichen Vermerk über diesen Fall zu den alten geNamen unterzeichnete irrtümliche Strafverfügung vor. Trozdem be- gehens, das alles Lebende einmal trifft. Die Nachlässigkeit der nommen hätte. Er fürchtet, daß er über kurz oder lang aufs neue durfte es erst der wiederholten Mahnung durch den Vorwärts", Menschen fordert viele Opfer, ehe sie reif zum Sterben sind. durch eine unberechtigte Steuerveranlagung belästigt werden könnte. bis man sich im Rathause entschloß, felber ein Wiederaufnahme- Draußen im Westen, in der vornehmen Bellevuestraße neigten die Sann ihm jemand sagen, welche Vorkehrungen bei den verfahren herbeizuführen, das dann mit Freisprechung endete. Bäume auf dem Bürgersteig schon vor mehreren Wochen sterbens- irchengemeinden getroffen werden, um eine müde ihr frantes, gelbes Haupt, während ihre glücklicheren Brüder wiederholung solcher Jrrtümer zu verhüten? Arbeiterjubiläen, die von Arbeitern bezahlt werden. Eigen in den Privatgärten, obwohl sie kaum zwei Schritte entfernt find, artig mutet es uns an, heutzutage, in der Zeit der schärfsten Klaffen sich bis heute einer stroßenden Gesundheit erfreuen. Ursache? Die tämpfe, in der die wirtschaftlichen Kämpfe zwischen Kapital und Herrschaften lassen ihren Gärten eine vorzügliche Pflege durch das Arbeit mit nie gekannter Heftigkeit geführt werden, von Jubiläums- Personal angedeihen, die städtischen" Bäume zwei Schritte davon feiern zu hören, die aus Anlaß einer vieljährigen Tätigkeit in einem fümmern fie nicht. Ein wenig den Boden lockern und mit Wasser, das ja nichts Unternehmen begangen werden. Derartige Feiern sollen den Ein- oder nicht viel kostet, begießen, hätte die armen Bäume vor dem bruck erwecken, als ob die vielgerühmte Harmonie zwischen Kapital frühen Hinsterben bewahrt. In unserm freundlichen Vorort und Arbeit bestehe. Die rauhe Wirklichkeit zeigt natürlich ein an- tönnten wir ähnliches bemerken. Da trifft jedoch der Vorwurf deres Bild. Immerhin legt sich mancher Arbeitgeber aus Anlaß eines die Gemeinde. In der Blumentalstraße stehen uralte Bäume, die " " " Straßenrinne. Schamlosigkeiten. Im Anschluß an den von uns am Donners tag berichteten Fall, in dem ein beffer gefleideter Herr in einem Omnibus in Gegenwart eines 13jährigen Kindes Schamlosigkeiten bornahm und verhaftet wurde, gehen uns eine Reihe von Mitteilungen über ähnliche Vorkommnisse in Straßenbahnwagen und im Freien zu, in denen der Täter leider nicht festgenommen wurde. Die von solch unfauberen Personen behelligten Frauen und Mädchen liefen in begreiflicher Erregung über die widerliche Schmußerei fort und bedauern das nachträglich in den Zuschriften wurde die Feuerwehr um 12% 1hr nach der Stendaler] an uns. Im Interesse der öffentlichen Reinlichkeit und vor allem Straße 79 alarmiert. Es stellte sich dann heraus, daß gar des Schutzes der Kinder würde die Festnahme folcher Beute liegen, feine Gefahr vorlag und der Kellner Adolf Hüpfel aus der Haveldie ihre krankhaften Neigungen nicht beherrschen können oder berger Straße 10 die Feuerwehr zu seinem Vergnügen gerufen hatte. Die Polizei nahm sich seiner wohlwollend an und sorgte wollen. Von der Lokomotive zerstüdelt. Ein entfeßlicher Unglüdsfall für ſein Fortkommen. Gleichzeitig hatte der 5. Zug in der hat sich in der Nacht zum Freitag auf dem Stettiner Bahnhof zu: Flammen stand. Durch kräftiges Wassergeben gelang es, den Dresdener Straße 38 zu tun, wo ein Stallgebäude in getragen. Der Schlächtermeister Wilhelm Rommert aus Sommerfeld war wegen einer Ladung Vieh nach Berlin Brand auf das Gebäude zu beschränken. Die Entstehung wird auf gekommen und in der vergangenen Nacht war er auf dem Güter Fahrlässigkeit zurückgeführt. Der 3. Zug hatte in der Schöngleis des Stettiner Bahnhofs dabei, während die Tiere ausgeladen Gborinwerfen Feuer ausgekommen war, das schnell gelöscht werden hauser Allee 62 zu tun, wo durch einen Trockenofen in den wurden. Er wurde beim Ueberschreiten der Gleise von einer fonnte. Derselbe Zug wurde dann noch nach der RaumerLokomotive, deren Herankommen er nicht beobachtet hatte, erfaßt straße 17 gerufen. Dort hatte sich eine Frau Helene Krüger und unter die Räder gerissen, die ihm über den Leib hinweggingen. mittels Gas vergiftet. Sie konnte nicht mehr gerettet werden. Der Körper wurde dem Unglücklichen vollständig verstümmelt, der Ein Arzt stellte den Tod fest. Interleib aufgerissen. Ein von der Rettungswache hizugerufener Arzt konnte bei dem Verunglückten nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde nach dem Schauhaus gebracht. Zeugen gesucht. Diejenigen Personen, welche am Sonntag, den 16. d. M., abends zwischen 9 und 10 Uhr, dem Vorgange auf dem überfüllten Borderperron der Linie 51, Nichtung Nordend, beiwohnten, werden dringend gebeten, ihre Adresse an Wilh. Balm, N. 28, SivineStraßenbahnunfälle. In der Mittwochnummer berichteten wir auf Grund einer Lokaltorrespondenz über einen dreifachen Zusammenmünder Str. 27 III, abzugeben. stoß, der am Montagabend am Potsdamer Platz Aufsehen erregt haben soll und bei dem es einem Schutzmann gelungen sei, das rasende Pferd aufzuhalten. Von Augenzeugen wird uns mitgeteilt, daß nicht der Schuhmann, sondern ein Maler Bolz, und zwar an der Linkstraße, das Pferd zum Stehen gebracht und dem Kutscher zugeführt hat. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. von dem er mitteilt, eingangs habe er die Berichterstattung ber geifen." Genosse Nöber bemerkt hierzu in der Zuschrift an uns: „ Es ist nicht wahr, daß ich verlangt habe, daß man mir Ber trauen entgegenbringt. Ich habe dem Sinne nach gefagt ,,, ich verlange kein besonderes Vertrauen, aber aus der Tatsache, daß die Abrechnungen teils nicht fertig, teils nicht revidiert sind, fönne fein Mißtrauen hergeleitet werden, wie es von Mitgliedern der Freiwald- Clique zu tun versucht wird. Es ist nicht wahr, daß ich gesagt habe, wer kein Vertrauen zu mir bat, gehört zur Freiwald- Clique"; andere haben gegen mich kein Mißtrauen! Ich habe gesagt, daß diese Art, die erwähnten verleumderischen Gerüchte zu verbreiten, die Art der Freiwald- Clique sei. Es ist ferner nicht wahr, daß ich von einem Zwischenruf" auf einem„ Zahlabend" gesprochen habe, sondern ich habe von mir durch zwei vertrauenswürdige Genossen hinterbrachten Aeußerungen eines mir unbekannten Genoffen in zwei Versammlungen gesprochen. Es ist nicht wahr, daß ich den von mir Position für Position gegebenen Bericht von der Gemeindewahl als oberflächlich bezeichnet habe. Ich habe ges sagt, der Bericht konnte Zeitmangels wegen noch nicht revidiert verden; er sei vollständig bis auf die Position 10 der Einnahmen ( Zuschuß aus der Wahlvereinskaffe). Ich habe diesen Zuschuß in der Höhe von etwa 190 M. angegeben. Er beträgt in Wirklichkeit 192,50 M." Der Leser mag entscheiden, ob zwischen der Sachdarstellung unferes Berichts und derjenigen des Genossen Röber ein irgendwie erheblicher Unterschied besteht. Erwähnen möchten wir, daß unser anderer Seite als zutreffend bestätigt ist, mitteilt: durchaus zuverlässiger Berichterstatter, dessen Bericht uns auch von den Ausdruck, oberflächlichen Bericht" hat Genosse Röber de m Sinne nach gebraucht, wörtlich erklärt er:„ Der Bericht fann natürlich nicht genau sein, er fann feinen Anspruch auf Richtigkeit machen, er ist ungenau." Die in dem„ Vorwärts" Bericht gegebene Darstellung, fügt unser Berichterstatter dem zu, ist durchaus zutreffend. Wörtlich erklärte Genosse Röber: " Sobiel kann ich verlangen, daß man mir Vertrauen entgegenbringt. Es find schon die Leute... wer in der Art mir entgegenkommt, das sind die Leute, die zur Freiwald- Clique gehören... Es ist schon so... Wer solche Gerüchte gegen mich aufbringt, der gehört zur Freiwald- Clique". Auch von dem Zwischenruf auf einem Zahlabend hat Genosse Röber genau so gesprochen, wie der Bericht es wiedergibt. Bermißt. Das Polizeipräsidium teilt mit: Bermißt wird: Bersonen für das Jahr 1909 ist aufgestellt und wird in der Zeit Die Urliste der zum Schöffen- und Geschworenenamt geeigneten 1. feit 30. Juni 1908 die Pumacherin Gertrud Reim, am vom 22. bis einschließlich 28. August d. J. während der Dienst 6. Januar 1889 in Berlin geboren, Gräfestr. 35 bei Eltern wohnhaft stunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags gewesen. Sie ist 1,60 Meter groß, hat schlanke Gestalt, dunkel von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags Sonntag blonde Haare, graue Augen und blaffe Gesichtsfarbe. Bei ihrem Statistischen Amte, Berliner Straße 71, rechter Seitenflügel, Erdin dem städtischen Fortgang war sie bekleidet mit schwarzem Strohhut mit schwarzen geschoß, zu jedermanns Einsicht ausliegen. Gegen die Richtigkeit Federn, schwarzem Kleid, hellblaner Bluse, schwarzem Jadett, oder Bollständigkeit der Urliste fann innerhalb dieser Frist schriftlich Schnürschuhen und schwarzen Strümpfen. 2. Seit 11. Juli 1908 oder zu Protokoll Einspruch erhoben werden. Kaufmann Paul Hausch, am 14. Mai 1887 in Berlin geboren, Dieffenbachstr. 52 wohnhaft gewesen. Er ist 1,68 Meter groß, hat Nieder- Schönhausen. schlanke Gestalt, blonde Haare, blaue Augen, blonden Schnurrbart Aus der Gemeindevertretung. Zum Kreistagsabgeordneten wurde und blasse Gesichtsfarbe. Bei seinem Fortgang war er bekleidet mit in der Donnerstagssigung Bürgermeister Dr. Abraham gewählt. Für die schwarzem steifen Hut, dunkelblauem grünlich gestreiftem Jackettanzug, Berechnung der Dienstzeit der Lehrpersonen der höheren Mädchen- und der grauem Normalhemd und Schnürstiefeln. Nachrichten über den Ver- Knabenvorschule beantragte die Schuldeputation, dieselben Grundsäge bleib der Vermißten werden in jedem Bolizeirevier und bei der gelten zu lassen, die das Volksschulgesetz für Boltsschullehrer vorKriminalpolizei, Alexanderstr. 3/6, 2 Treppen, Zimmer 334, schrift- fchreibt. Es soll also den Lehrpersonen die Zeit, welche sie im lich oder mündlich au 4028 IV 17 08 entgegengenommen. öffentlichen Schuldienst tätig gewefen find, voll angerechnet werden. Eisenbahn- Attentat. Als am Donnerstag nachmittag, furz Der Antrag fand Annahme. Beschlossen wurde ferner, das Schul- felben hätten wir deshalb keinen Raum gegeben, wenn nicht Genosse nach 5 Uhr, der nach Erker gehende Vorortzug 1602 den Bahnhof geld bei Aufnahme von Schülern in einer höheren Schule für den Röber das Gesuch um baldige Aufnahme seiner Darlegung mit dem Rummelsburg- Ost passierte, wurde von dem Grundstück der dort all zu erlassen, daß nachgewiesen wird, daß für das laufende unseres Erachtens freilich nicht zutreffenden Hinweis motiviert hätte, belegenen Lichtenberger Kläranlage auf ihn geschossen. Die Quartal Schulgeld bereits an einer anderen höheren Schule be- daß der abgedruckte Bericht ihn bei den Vorwärts" lesern in den Rugel, anscheinend von einem 7 Millimeter- Revolver geschossen, zahlt ist. Eine Anfrage, wann denn die Große Berliner Verdacht bringen muß, daß bei ihm in Geldsachen nicht alles in zertrümmerte die Fensterscheibe eines Wagenabteils dritter Klasse, Straßenbahn- Gesellschaft den Verpflichtungen entsprechen Ordnung sei". ohne einen der dort sizenden 5 Paffagiere zu verlegen. Der werde, welche sie bei der Zustimmung der Gemeinde zur 90 jährigen Ober- Schöneweide. Sriminalpolizei ist es noch nicht gelungen, eine Spur des Täters Konzessionsverlängerung eingegangen sei, beantwortete der Bürgerzu finden. meister dahin, daß er die Gesellschaft zum schnellen Bau der versprochenen neuen Linien auffordern werde, da diese nach dem Verrage mit der Gemeinde im November betriebsfertig sein müssen. Tempelhof. In allen wesentlichen Punkten deckt sich demnach der Bericht des Dens Vorwärts" mit den jezigen Angaben des Genossen Röber. Sonderbare Selbsthilfe übte ein Hausbefizer in der Nathenaustraße einer Witwe gegenüber, welche die fällige Wohnungsmiete noch nicht entrichtet hatte. Er erschien abends 6 Uhr mit dem Hausverwalter in der Wohnung und entfernte einer angeblichen baulichen Veränderung wegen sämtliche Tür- und Fensterflügel. Nach geschehener Arbeit höhnte er der Frau gegenüber: fonun werden Sie wohl ziehen." Erst auf Betreiben dritter, Zwischen Himmel und Erde. In lebensgefährlicher Lage befand sich gestern nachmittag die Schuhmachermeisterfrau St. in der Steffelstraße. Sie war bei der Generalreinigung" gewesen und wollte nun auch die äußeren Fensterscheiben puten, zu welchem Zwecke fie, wie dies die Frauen und Mädchen, trotz aller Warnungen Straßenbahngesellschaft hat am Donnerstag auch die Tempel Die 90jährige Konzessionsverlängerung an die Große Berliner und Unfälle, nun einmal zu tun pflegen, ohne jede Versicherungs- hofer Gemeindevertretung beschäftigt. Bezüglich dieses Ortes handelt welche ihrer Empörung Ausdruck gaben, bequemte sich der Wirt um maßregel auf den Blechfins des Fensterkopfes hinaustrat. Plöz- es sich nicht nur um die Große Berliner, sondern auch um die süd- 9 Uhr dazu, alles wieder an Ort und Stelle zu bringen. Das lich glitt sie aus und verlor das Gleichgewicht, so daß sie, da sie liche Vorortbahn, deren eigentlicher Begründer der derzeitige Bürger- rüdjichtsloje Vorgehen dürfte noch ein strafrechtliches Nachspiel sich auch am Fensterkreuz nicht festzuhalten vermochte, vom zweiten meister von Tempelhof ist. Er hatte den Antrag um Bewilligung wegen Hausfriedensbruch und versuchter Nötigung gegen den Wirt Stock in den Hof hinabgestürzt wäre, hätten sich die Kleider nicht der Bahn gestellt, welche als Konkurrenzbahn gegen die Große zur Folge haben. glücklicherweise an dem Eisenhaken des Fenstergärtchens ver- Berliner Straßenbahn gedacht war. Das damalige Konsortium, Friedrichshagen. fangen. Raut um Hilfe rufend, hing die junge Frau nun zwischen aus welchem Herr Mosehl ausgeschieden war, verkaufte die Bahn an Himmel und Erde. Eine Nachbarin 30g die in Todesangst den verstorbenen Kleinbahnunternehmer Bachstein, ganz unabhängig straße 29 in Friedrichshagen wohnhafte Arbeiter Willi Buchholz. B. Vermißt wird seit dem 17. d. M. der in der SchwarnweberSchwebende mit Hilfe eines im Hofe beschäftigten Maurers ins von der Großen Berliner. Nun gehörte aber auch die Westliche Zimmer zurück. Wenn auch an allen Gliedern zitternd, dürfte Vorortbahn dem Unternehmer Bachstein. Beide Bahnen gelangten, und verließ am Montag feine Wohnung, um sich nach seiner war bei einem Dachdeckermeister des genannten Vorortes beschäftigt die unvorsichtige Meisterin mit dem bloßen Schreck davongekommen und zwar was die Südliche Vorortbahn anlangt, hinter Arbeitsstelle in Stiekemal zu begeben. Hier ist der Arbeiter aber sein. Es ist doch eine so einfache Vorsichtsmaßregel, sich mit einem bem Rücken der Gemeinde Tempelhof, an die Große Strick oder Niemen festzubinden. Berliner, so daß nanmehr zwei Unternehmungen in einer schiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß Buchholz sich nach Berlin nicht eingetroffen und seit dieser Zeit spurlos verschwunden. VerEin schwerer Automobilunfall ereignete fich gestern morgen Direktion vereinigt waren. Nun war der Südlichen Vorortgegen 9 Uhr in der Bismardstraße, Ede Grolmannstraße, in Char- bahn die Verpflichtung auferlegt, eine Verbindung mit der Gemeinde begeben hat. Der Vermißte ift 26 Jahre alt, 1,70 Meter groß und lottenburg. Dort überschritt der 67jährige Kassierer Ernst Stefani Schöneberg herzustellen, und trotzdem alle Beteiligten ihre Bu- trägt einen kleinen blonden Schnurrbart. Bekleidet war er mit Zu dunklem Jackettanzug und schlappem schwarzen Filzhut. aus der Emdener Straße 25 den Fahrdamm in demselben Augen- ftimmung gegeben, verweigerte dies die Westliche Vorortbahn, für blid, als ein Privatautomobil um die Ede bog. St. wurde durch die eine ganz geringe Strecke in Schöneberg in Frage fam, bis sich Lichtenrade. den Anprall zu Boden geschleudert. Auf der Unfallstation in der der Oberpräsident der Sache annahm. Die Angelegenheit hat bis Eine öffentliche Volksversammlung fand am 18. d. M. in bem Berliner Straße in Charlottenburg erhielt der Verunglückte, der heute noch nicht ihre Erledigung gefunden und würde in diesem Fall Lokal von Sudolf Deter in Lichtenrade statt. Reichstagsabgeordneter einen komplizierten Unterschenkelbruch erlitten hatte, einen Not- die Zusammengehörigkeit der Südlichen Vorortbahn mit der Großen Genosse Friz 3ube il gab zu Eingang feines Referats über die verband und wurde dann nach dem Krankenhause Moabit über- Berliner nachzuweisen sein. Dieser Punkt kann bei der juristischen Kriegsheße seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch das eifrige geführt. Findigkeit der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn für die Bemühen der Genossen die Freigabe eines Lotals errungen ist. Gemeinde Tempelhof noch recht unangenehme Folgen haben. Da Redner zeichnete dann in oft beifällig unterbrochener Weise den Drei Selbstmorde werden gemeldet. Am Donnerstag aber die Südliche Vorortbahn von Hause aus immer ein felbheutigen Bidzadkurs. Trotz des Austausches so vieler Umarmungen nachmittag gegen 6 Uhr fanden Bewohner des Hauses Planständiges Unternehmen gewesen ist und als solches auch tagenstraße 21 ein junges Mädchen bewußtlos auf dem weiter behandelt wird, so lehnte die Gemeinde- und Stüsse der Herrscher werde Deutschland weder geliebt noch geTreppenflur liegend. In ihm wurde die in dem Hause wohnende vertretung fürchtet. Ein europäischer Krieg würde Riesensummen verschlingen den Antrag der Ronzessionsund die Nationen um Jahrzehnte in ihren Kulturaufgaben zurüc 21jährige unverehelichte Marie Leichert refognosziert, die kurz vor verlängerung ab. Außerdem liegt aus dem Grunde, daß ihr werfen. Die Arbeiter aller Länder haben nicht das geringste Interesse ihrer Entbindung stand. Die Unglückliche war von ihrem noch eine 50jährige Vertragsdauer zugesichert ist, an einem Krieg, sondern an friedlicher Durchführung der KulturBräutigam im Stich gelassen worden und hatte aus Berzweiflung teine Beanlassung refp. Berpflichtung vor, der Großen Berliner als aufgaben. Allen Kriegshezzereien gegenüber sei allein die von dem darüber Lysol getrunten. Die 2. wurde nach der Uafallstation der jeßigen Eigentümerin die Genehmigung auf 90 Jahre zu geben. Ziele der Sozialdemokratie durchbrungene Arbeiterklasse und die in der Lindower Straße geschafft und von dort nach dem Virchow- Die Stadt Berlin hat nunmehr noch eine Vertragsdauer mit der Furcht der herrschenden Klasse vor ihr ein Hort des Friedens. Krankenhause übergeführt, wo sie in der Nacht zum Freitag den Großen Berliner auf 20 Jahre. Wirkungen des Giftes erlag. Böllig unaufgeklärt find noch die Tempelhof tann außerdem die Erklärung abgeben, daß sie die Not- auf einen Tag der nächsten Woche vertagt. Die Gemeindevertretung von wegen der vorgerückten Seit wurde die Fortsetzung des Vortrages Motive eines Selbstmordes, der an demselben Tage nachts um wendigkeit der Bauprojekte zur Sicherung des Verkehrs nicht un11 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof große Aufregung bedingt anerkennt. Bu bedauern sei nur, daß die Allgemeinheit auf Treptow- Baumschulenweg. hervorrief. Aus einer der Bedürfnisanstalten ertönte plöblich ein die Vornahme dieser in Frage kommenden Tunnelbauten gedrängt Schuß und als Beamte die Tür des Klosetts öffneten, fanden sie hat, was der Großen Berliner in ihren gestellten Anträgen zugute 23. Auguft, nachmittags 3 Uhr, auf seinem Sommerturnplatz am Der Turnverein Jahn"-Treptow veranstaltet am Sonntag, den einen jungen Mann, der aus einer Wunde an der linken Schläfe tommt. Die Gemeindevertretung Iehnte also beide Anträge Seibelampweg in Baumschulenweg, unter Mitwirkung des Gesang blutete und bereits tot war. Der von der Unfallstation amber Großen Berliner auferlaß eines Ergänzungs bereins Liebesfreundschaft" ein Spielfest, bestehend aus Turnen, Tempelhofer Ufer hinzugerufene Arzt stellte fest, daß der Lebens- befchlusses bezw. Sonzessionsverlängerung ab Kinderspielen und Vollebelustigungen. Freunde und Gönner des müde sich eine Kugel aus einem neben ihm liegenden Revolver und ermächtigte den Gemeindevorstand zu einer Vereins find willkommen. Dieses sest ist nicht zu verwechseln mit beigebracht hatte. Gestern vormittag wurde in Friedenau der diesbezüglichen Eingabe an den Herrn Oberdem an demselben Tage von einem Turnverein veranstalteten, der in der Bederstraße wohnende 32 Jahre alte Bantbeamte präsidenten. Paul Dent bon seinem aus Königsberg i. Pr. herbeigeeilten nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht. Bruder, dem Stadtbauinspektor Bruno Dent, tot aufgefunden. D. hatte sich mit seinem Revolver eine Augel in die linke Schläfe Zu unserem Bericht über die außerordentliche Generalversammlung geschossen. Nach dem Urteil des aus der Kranachstraße 14 hinzu- des Wahlvereins am 18. August fendet uns Genosse Möber eine gerufenen Arztes Dr. Baumann ist der Tod sofort nach dem Schuß längere Zuschrift, deren Inhalt wir nachfolgend wiedergeben. Zum eingetreten. Der Verstorbene hatte an seinen Bruder einen in Vorstandsbericht erklärt", heißt es in unserem Bericht, der Kautions- und Darlehnsschwindeleien wurden dem Tischler Karl herzlichen Worten gehaltenen Abschiedsbrief gerichtet, in dem er Vorsitzende Möber, daß er über die Zahl der stattgefundenen Döll zur Last gelegt, welcher gestern der dritten Ferienftrafkammer ihn bat, sofort zu seiner Beerdigung zu kommen und seiner augen- Borstandssitzungen, über die Anzahl der versandten Bücher und des Landgerichts I vorgeführt wurde, um sich wegen wiederholten blicklich in Nauendorf bei Rastenburg im Bade weilenden Frau andere Verwaltungsangelegenheiten feine Auskunft geben fann, tveil Betruges und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Der und seinen beiden Kindern die Todeskunde möglichst schonend mit- er zwei Notizbücher verloren hat." Genojie Röber wünscht fest- schon wegen ähnlicher Straftaten vorbestrafte Angeklagte las eines zuteilen. Der Beweggrund zum Selbstmord soll Lebensüberdruß zustellen, daß er lediglich von der Zahl der Vorstandssigungen Tages ein Inserat, in welchem ein Zahntechniker S. ein Darlehn und übergroße Nervosität sein. Die Leiche, die nach der Halle in sowie der aus- und eingegangenen Briefe" gesprochen, nicht aber von 175 Mart fuchte. Er ging fofort zu dem Geldsuchenden hin, der Marstraße geschafft wurde, ist von der Staatsanwaltschaft be- davon gesprochen habe, daß er über andere Berwaltungsangelegen- stellte sich als Eierhändler Paul Heinze aus der Warschauer Straße schlagnahmt worden. heiten keine Austunft" gegeben hätte.„ Die Abrechnungen vor und erbot sich, das Darlehn zu geben. H. ließ sich durch das Die Räube ist nach Bekanntmachung des Polizeipräsidenten im bon den Wahlen", heißt es weiter in unserem Bericht, kann sichere Auftreten des Angeklagten verleiten, an diesen 6 Mark für Pferdebestande des Pferdehändlers Behm auf dem Grundstück Röber noch nicht vorlegen, da er sechs Wochen frant war und jetzt Auskunftsgebühren zu zahlen. Als sich der angebliche Heinze dann Marienburger Straße 28 ausgebrochen. noch keine Zeit hatte, die Abrechnungen fertig zu stellen". Jn bezug nicht wieder sehen ließ, ging H. nach der Warschauer Straße und auf die Abrechnung von den Landtagswahlen", schreibt Röber, habe fand auch hier ein Delikatessengeschäft von Heinze, dessen Inhaber Feuerwehrbericht. Ein großer Dachstuhlbrand be- ich gesagt, daß die noch ausstehenden Sammellisten schuld seien an dem aber von der ganzen Angelegenheit nicht die geringste Ahnung hatte. schäftigte am Donnerstag abend die 4. Stompagnie auf dem Gesund- Fehlen der Abrechnung." Unser Berichterstatter bemerkt hierzu, das Der Darlehnssucher erkannte nunmehr, daß er einem Schwindler brunnen. Dort stand um 8 Uhr der Dachstuhl des Hauses Fehlen von Sammellisten hat Genosse Röber erwähnt und betont, ohne in die Hände gefallen war. Kurze Zeit darauf las der SchantRoloniestr. 38 an der Bechliner Straße in großer Aus- bie in unserem Bericht wiedergegebenen Mängel hätte er den Bericht wirt B. in der Zeitung, daß ein Geldverleiher Klahn einen Kassierer dehnung in Flammen. Unter den zahlreichen Mietern entstand bis auf die ausstehenden Listen fertiggestellt. Ferner heißt es in suche. Da er fein Lotal aufgegeben hatte, beabsichtigte er, eine eine unbeschreibliche Aufregung, die sich erst legte, als der 16. Bug unserem Bericht: Stassiererstelle anzunehmen. Der angebliche Geldverleiher Klahn aus der Bankstraße erschien. Brandinspektor Julius ließ fofort" Röber wendet sich gegen die Vorwürfe und verlangt, daß engagierte ihn auch sofort, verlangte aber eine Raution von 300 über die Treppen und eine mechanische Leiter mehrere Schlauch- man ihm Vertrauen entgegenbringe. Auch auf einem Zahlabend Mark, die bei der Deutschen Bant sichergestellt werden sollte. Beide leitungen vornehmen und damit fräftig Wasser geben. Dadurch fei der Zwischenruf gemacht,„ Röber solle man erst abrechnen". gingen auch nach der Filiale der Bank in der Frankfurter Etraße gelang es, eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Der Dachstuhl Das sei die Art, wie in Bankow verleumderische Gerüchte in und der Angeklagte zahlte hier das Geld ein. Der wenig geschäftsdes Hauses war aber nicht mehr zu retten. Den Mietern, die nur Umlauf gesetzt werden. Die Betreffenden beweisen damit, daß sie gewandte B. dachte sich nichts Arges dabei, als der„ Herr Klahn" zum Teil versichert sind, ist eine Menge Hausrat berbrannt. zur Freiwald- Clique gehören.( Beifall und Zwischenrufe: Namen die Quittung unterschrieb und war der Annahme, daß das EcheckGleichzeitig erfolgte ein Alarm nach der Eberthstraße 6, wo nennen!) Die Namen weiß ich nicht, aber es ist schon so: wer buch, welches ihm Döll aushändigte, ihm genügend Sicherheit biete. ein Geisteskranker von einem Balkon zu springen versuchte. Es tein Vertrauen zu mir hat, gehört zur Freiwald- Cliqne. Andere Einige Tage später schöpfte er aber doch Verdacht. Er fuhr schleunigst gelang der Feuerwehr, den Mann in Sicherheit zu bringen. Er haben gegen mich kein Mißtrauen. Dann gibt Nedner einen, wie nach der Bant, um sich zu überzeugen, ob auch alles in Ordnung wurde dann der Polizei übergeben. In der Nacht zum Freitag er ihn selbst bezeichnet, oberflächlichen Bericht über die Abrechnung, sei, Sier wurde ihm die unangenehme Ueberraschung zuteil, daß -Pankow. Gerichts- Zeitung. ihm der Bankbeamte mitteilte, daß ber angebliche Klahn noch an dem Tage der Einzahlung sofort wieder 295 Mart abgehoben habe. Der Betrogene ließ sich nun auch noch die übriggebliebenen 5 Mart auszahlen und ging um 295 Mark ärmer und um eine Erfahrung reicher nach Hause. Der Angeklagte nahm ferner noch einer Frau B., die ein Darlehn von 1000 Mark suchte, die Summe von 20 Mark und einer Frau R. 25 Mark ab. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Das Gericht bezeichnete den Angeschuldigten als einen unverbesserlichen Schwindler, der für das Zuchthaus reif sei, und erkannte auf eine Zuchthausstrafe von awei Jahren. Ein furchtbares Urteil erwerbsunfähig und dergestalt fiech, daß sie dauernd fremder Hilfe bedarf. Die von ihr auf Grund dieses Unfalles erhobenen Schadenserfahansprüche in Gestalt einer jährlichen Rente von 1611 Mart wurden vom Landgericht zu Bochum dem Grunde nach für berechtigt erklärt. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte diese Entscheidung mit der Beschränkung des Abzuges der von der Landesversicherung Westfalen zu leistenden Unterstüßung. Der Beklagte hatte gegen das oberlandesgerichtliche Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der sechste Zivilsenat ertannte dieser Tage auf Zurückweisung der Revision, indem er ausführt, daß es durchaus begründet erscheine, wenn die Vorinstanz feststelle, daß der Beklagte den Unfall durch Außerachtlaffung der im Verkehr erforderlichen Vorsicht verursacht habe. Ein Verschulden der Klägerin darin, daß sie in Begleitung der Zeugin N. auf der Mitte der Straße ging, sei nicht anzunehmen, da keine Umstände festgestellt seien, welche für die beiden Frauen bei gehöriger Vorficht die Besorgnis hätten erwecken müssen, sie könnten von einem hinter ihnen her kommenden Kraftwagen dergestalt überrascht wer den, daß es ihnen nicht mehr gelinge, den Fußweg zu erreichen. Vermischtes. fällte die Ferienftraflammer des Chemnizer Landgerichts gegen ein kaum der Schule entwachsenes Mädchen. Die aus Geher i. E. gebürtige Arbeiterin Sch., die 15 Jahre alt ist, aber .vegen schweren Diebstahls bereits bestraft wurde, stand wieder inter der Anklage des schweren Diebstahls im juristischen Sinne. Vier Eier und etwas Gebäck, eine Brosche von geringem Werte und ein Fünfpfennigstüd hatte sie aus einem Bauerngut gestohlen, in das sie durch ons Fenster eingestiegen war. Sie sollte nun im Armenhaus untergebracht werden. Bu ihrer Sicherheit" stedte man sie in die Belle für Zobsüchtige im dortigen Krankenhaus, das mit dem Armenhaus in einem Gebäude untergebracht ist. Hier beging das junge Ding die Dummheit, Dummheit, die mit Seegras ge- fatastrophe in Wigan find bis jetzt 72 Leichen geborgen. polsterte Wandverkleidung in Brand zu setzen, wodurch sie selbst in Lebensgefahr geriet. Der Brand wurde aber rechtzeitig bemerkt. Nun wurde auch die Antlage der Brandstiftung nach§ 306 Abfaz 2 gegen sie erhoben. Bei der Singeklagten fam nur die Jugend mildernd in Betracht. Diese war auch dafür maßgebend, daß die Angeklagte nicht vor das Schwurgericht gestellt wurde. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu einem Jahr und einem Monat Gefängnis. Das Zum Grubenunglück in Lancashire. Von den Opfern der GrubenWaldbrände. Ein Telegramm aus Holzkirchen vom 21. d. M. meldet uns: Am Abhange des Taufenberges in der Nähe der Ortschaft Hinterberg entstand gestern ein großer Waldbrand, der sich immer weiter ausdehnt. Die Bewohner sind bemüht, dem Feuer Einhalt zu tun. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Gleichzeitig überbringt uns der Draht aus London die Meldung: „ Daily Chronicle" meldet aus San Oeffentliche Bibliothek und Resehalle zu anentgeltlicher Be nukung für jedermann, SW., Merandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. in den Lesesalen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Die Ausleih- Bibliothek ist bis auf weiteres geschlossen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. August, vormittags 9 Uhr, in der Halle der Gemeinde, Bappelailee 15-17: Freireligiöse Borlejung. Vormittags 10%, Uhr in der Schulaula, Kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag von Herrn Profeffor Dr. A. Gehrke über:" Die Intoleranz". Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallarbeiter Samburg.( E.§. 29.) Filiale Berlin 6. Sonntag vormittag bei Obiglo, Schwedterstr. 23. Filiale Rummelsburg. Sonnabend abend 81%, Uhr bei Gustav Tempel, Alt- Borhagen 56. Filiale Schöneberg. Sonnabend abend 8%, Uhr bei Wieloch, Grunewaldstr. 49. Briefkaften der Expedition. Patienten in Beelih, Buch usiv. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, wollen uns wegen der Überweisung von Freieremplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats bon der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Eingegangene Druckfchriften. Von der Kommunalen Bragis" Berlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin sind die Hefte 32 und 33 erschienen. Bum Preise von 3,- M. pro Quartal ist die Kommunale Praris" durch alle Parteispediteure, Buchhandlungen sowie Bostanstalten zu beziehen. Probenummern liefert der Berlag gratis und franko. Von der Romanbibliothek In Freien Stunden" Verlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin liegen die Hefte 32 und 33 vor. Wie der Berlag mitteilt, ist die Abonnentenzahl der Zeitschrift„ In Sn Freien Stunden" in letzter Zeit wesentlich gestiegen. Der Preis für das 24 Seiten starte Heft beträgt 10 Pf. und ist durch alle stolporteure und Parteibuchhandlungen zu beziehen. Der Krieg von 1870/71.( Der Zusammenbruch.) Roman von Hohoff, Wilhelm. Die Bedeutung der Wargschen Kapitaltkritik. Bonifacius- Druderei, Paderborn. Breis 4,50 M. Die Tarifverträge der baugewerblichen Hilfsarbeiter dis zum Jahre 1907. Geb. 7,50 M. Berlag: G. Behrendt, Hamburg, Klostertor 8, I. Gericht war zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Angetlagte brände im Yosemite al in Salifornien fich auf den Emile Zola. Geb. 5 M.( Stuttgart, Deutsche Berlagsanstalt.) die der Tuns Nationalpark auszudehnen drohen, find Truppen zur Hilfeleistung herbeigerufen worden. an die hohen Mindeststrafen des Gesetzes gebunden, die bei Brandstiftung ein Jahr Zuchthaus für Erwachsene, für Jugendliche zwischen dem 12. und 18. Lebensjahre Gefängnis in gleicher Höhe Bilzvergiftung. Von der Bahnarbeiterfamilie Jacubczak in beträgt. Da aber in den Schulen Gesetzeskunde noch immer nicht Dstrowo, die an Pilzvergiftung erkrankte, sind bisher die Ehefrau gelehrt wird, ist es außer allem Zweifel, daß das halbe Kind sich und zwei Kinder gestorben. nicht bewußt war, daß es mit dem Anbrennen der Wandbekleidung Und Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr genügend, Geschäft flau, Preise unverändert. 2 ild: Zufuhr be friedigend Geschäft still, Breise unverändert. Geflügel: Zufuhr recht reichlich, Geschäft lebhaft, Preise schwankend. Fische: Zufuhr reichlich, Geschäft etwas lebhafter, Preise wenig verändert. Buiter und Stäfe: Gemüse, Dbst und Süd> Geschäft lebhaft, Preise unverändert. früchte: Zufuhren genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Eisenbahnzusammenstoß. Wie ein Telegramm aus Paris meldet, ein mit Zuchthaus bedrohtes Verbrechen beging. Ein Jugendgericht ist in der Nähe von Beau ein Pilgerzug Paris- Lourdes mit hätte wohl dieser Seite mehr Beachtung geschenkt; Jugendgerichte einem Güterzuge zusammengestoßen. Fünfzehn Personen wurden haben wir aber in Sachsen nicht. berlegt, darunter elf lebensgefährlich. Die Verwundeten wurden in Recht sehr möchten wir bezweifeln, daß das junge Kind die das Hospital nach Beau gebracht. Erkenntnis von der Strafbarkeit ihres Handelns hatte. Es ist be= Mord und Selbstmord. Am Donnerstagabend spielte sich in fannt, daß gerade Kinder in der Pubertätszeit oft eine eigenartige Dresden im Restaurant Nudelmühle ein blutiges Liebesdrama ab. Lust am Feueranzünden haben. waren die Diebstähle Der 20 jährige Hausdiener Paul Krüger hatte dort mit dem nicht weit mehr der Gesellschaftsordnung als dem hungernden 18 jährigen Hausmädchen Martha Leunert einen Wortwechsel, in Mädchen in Rechnung zu stellen? Nicht den Richter in dessen Verlauf Krüger plöglich einen Revolver hervorzog und auf erster Linie, sondern das Gesetz trifft die Schuld für solch' unge das Mädchen zwei Schüsse abgab. Hierauf richtete er die Waffe Heuerliche, ein Menschenleben vernichtende Urteile. Hinauffezung der gegen sich selbst. Beide wurden lebensgefährlich verlegt ins Kranten- memel, Tilsit Altersgrenze für strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit, Fürsorge für die haus übergeführt. Jugend und Reform der Strafrechtspflege an Haupt und Gliedern tut bringend not. Nicht das Kind, sondern die Gesellschaft ist schuld an den Vergehen, die Folge mangelnder sozialer und intellektueller Fürsorge sind. Schadensersatpflichtiger Automobilunfall. Der Bankier D. in Dortmund überfuhr am 7. August 1904 in seinem von ihm selbst gelenkten Automobil zu Stockum die Witwe tes Milchhändlers Julius Kost in Stodum, als sie innerhalb ihres Wohnortes über die Straße ging. Die Frau wurde dadurch völlig Selbstmord auf der Hochzeitsreise. Die junge Frau Professor Rudolf Spizer aus Sternberg in mähren, die sich mit ihrem Mann seit einer Woche auf einer Hochzeitsreise in Heringsdorf befand, hat sich gestern dort von der Bismardwarte in selbstmörderischer Absicht heruntergestürzt. Der Tod trat sofort ein. In einem Abschiedsbrief, den sie an ihren Mann richtete, bittet sie ihn wegen der Flucht aus dem Leben um Berzeihung und spricht die Hoffnung aus, daß es ihm vergönnt sein möge, an der Seite einer anderen glücklicher zu werden, als es mit ihr möglich gewesen wäre. Bafferstand Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Natibor Krossen Frankfurt Landsberg . 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