" Nr. 200. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pramumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemar Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. B Griscint täglich außer Mentage. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel geile oder deren Raum 50 fg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Sort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaj ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition" abgegeben werden. Die Expedition ij bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm. Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. " Quittung. Donnerstag, den 27. August 1908. 3 D Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Luckenwalde, Rufus 5,-. Langenberg, 12. württemb. Wahltr. 14,08.( Verzinsung der Staatsschuld, Zibilliste, Apanagen) gesetzMelle- Diepholz, Kreisverein d. 5. Hannov. Wahltr. 24,87. München, mäßig festzulegen und als Deckung für diese bestimmte, der fozialdemokr. Verein München I u. II, 2. Quart. 08 738,87. Mez, jährlichen Festsetzung entzogene Steuerfonds zu bilden, Bahlkreisbeitrag 20,92. Merseburg- Duerfurt, Wahlkreisbeitrag 324,98. fcheiterte. Beschlossen wurde mur, daß die zur Bezahlung der Jm Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende Martirch, Wahlkreisbeitrag 7,20. Minden- Lübbede, WahlkreisParteibeiträge ein: beitrag 88,36. Mühlhausen- Langensalza- Weißenfee, sozialdemokr. Staatsschulden und der Zivilliste nötigen Beträge in feinem Machen- Stadt, sozialdemokratischer Verein, 2. Quartal 08 60,02. Streisverein 28,48. Mannheim, a Konto der Beiträge d. 11. badischen Fall von der Nationalversammlung verweigert werden dürften. Altona, fozialdemokr. Verein für den 8. u. 10. schlesw.- holft. Wahl- Wahlkreises 500,-. Meißen, 7. fächs. Wahlkreis 1445,-. München- Au, Auch die zunächst auf zwei Jahre bemessenen Etatsperioden freis 1857,08. Aachen- Land- Eupen, sozialdemokr. Verein, 2. Quart. 08 Arche 3,-. Nienburg a. W., Wahlkreisbeitrag 120,-. Niederzwönig, hatten keinen Bestand und wurden bereits 1791 durch ein24,50. Arnswalde- Friedeberg, Beitrag des Wahlkreises bis 30. Juni 08 19. fächs. Wahlkreis 250,- Osnabrüd 234,84. Ottensen- Binne- jährige Perioden ersetzt: eine Einrichtung, die später von 73,59. Aalen, Beitrag vom 13. württemberg. Wahlkreise 28,72. Augs- berg, Zentralverein für den 6. schlesw. holst. Wahlkreis 1490,- dem Direktorium übernommen und durch die Beburg, sozialdemokr. Verein 10,-. Groß- Berlin a Konto feiner acht Oldenburg, 1. oldenb. 28ahltr. 126,32. Oberlangenbielau, Beitrag Stimmung ergänzt wurde, daß alle Steuern nur Wahlkreise 10 000,-( darunter B., 3. Quartal 3,-, May Richter 5,-, des Agitationsbezirks für 2. Quartal 08. Wahlkreise: HirschbergFrau Schröder 10,-, Lienhardt 0,90, Mitgl. d. Uniondruckerei 7,55, Schönau 15,-; Landeshut- Boltenhain- Jauer 75,-; Reichenbach- für ein Jahr fixiert werden dürften und zur weiteren Erhebung alljährlich wieder von zum Auerdenkmal durch Dietrich 2,05, Bleistegs Bierkasse 1,-, Neurode 256,30; Striegau- Schweidnig 178,60; Waldenburg 200,-; Pirna, 8. sächsischer Wahlkreis 800,-. Blauen neuem eine Bewilligung durch das ParlaA. B. Mister 1,-, zur Landtagswahl 706. Bezirk 15,-, Monats- Summa 724,90. beitrag Raschte 10,-, Sommerfest Weißensee durch Koch 5,-, vom Delsnig i. B., a Konto der Beiträge des 23. fächs. Wahlkreises ment nötig sei. Die Versuche Ludwigs XVIII. und neuen Marktplatz Gesundbrunnen 5,-, vom Zahlabend Schwänzer 300,- Potsdam- Osthavelland, Wahlkreisbeitrag 2. Quartal 1908 vornehmlich Napoleons III., dieses Budgetrecht einzuengen, 5,-, durch H. N. Boftamt 14 S. 2,-, Ueberschuß der Kranzfpende 190,65. Rastenburg Gerdauen, Wahlkreisbeitrag 12,-. Redling haben, obgleich Napoleon III. die unter seinen Vorgängern bom 670. Bezirk 0,40, Ueberschuß von Ansichtskarten der 7. Abt. 2,50, hausen, Wahlkreisbeitrag 2. Quartal 1908 174,50. Roſtod, Bei eingeführte Spezialisierung der Etats und die VerwendungsLotterieverein 3after" 3,-, Laaß 653. Bezirk 10,-, vom trag für Mecklenburg 400,-. Rawitsch- Gostyn, Wahlkreisbeitrag kontrolle beträchtlich einschränkte, doch an dem Prinzip der Ronsdorf, alten Freund 10,-, und alten Freundin 3,-, Ueberschuß vom 5,80. Wahlkreis Lennep Remscheid- Mettmann, französischen Etatsaufmachung nichts Wesentliches geändert. Sungati- Telegramm der Lackierer der A. E.-G. Brunnen, Volta- 2. Quart. 08 408,70. Rudolstadt, Wahltr. Schwarzburg- Rudolstadt Alle Bestrebungen, nach englischem Vorbilde die Scheideg und Ackerstr. am 1. Mai 6,25, von New Departure, Weißensee, 251,10. Reutlingen 90,56. Straßburg i. Gl. 168,04. Salzwedel Stuttgart, 1. württem- des Budgets in ein permanentes und ein jährlich zu beStreuftr. 17/18 10,-, Reiche 5,-, zur Landtagswahl, Sparverein Gardelegen, Wahlfreisbeitrag 44,54. Dallesbrüder" 7,-, Ueberbleibsel der Depesche M. S.-, 60, See- bergischer Wahlkreis a Konto des Beitrages für das 2. Quart. 08 willigendes durchzuführen, blieben ohne Erfolg. hausen i. A., Nach dem heute in Frankreich geltenden Budgetrecht einem wohlgefinnten Gasthofsbefizer durch 600,-. Stodelsdorf, Fürstentum Lübeck 148,50. Schleswig, sozialE. A. K. 3,-, von den Verbandskollegen der Gasmesserfabrik S. demokr. Zentralwahlverein des 3. schlesw.- holst. Wahltr. 122,14. müssen alle Einnahmen und Ausgaben des Staates in die Elster, Neue Königstr. 67/68 15,-, Schr. 50,-, Mucha 3,-) Solingen, Wahlkreisbeitrag, 2. Quart. 08 500,-. Schwedt a. d. Dder, Staatshaushaltsvorlage aufgenommen werden, und zwar muß Berlin, diverse Beiträge: Dr. N. 25,-. Uebersch. d. Märzvergnügens, Wahlkreis Prenzlau- Angermünde, 2. Quart. 08 40,-. Schramberg, jährlich ein neuer Etatsvoranschlag mit genauer Spezialisierung veranstaltet v. einigen Mitgliedern d. 2. Verkaufsstelle der Konjum- 8. württemb. Wahltr. 49,88. Stegliz, F. R. 1,-. Schwenningen, der Einnahmen und Ausgaben aufgestellt und zur Abstimmung Schopfheim- Waldshut, 3. badischer genossenschaft Berlin u. Umg. 20,-. Dr. 2. A. 100,-. Mitglieder 9. württemb. Wahlkreis 94,72. d. Verbandes deutsch. Buchdrucker im„ Borwärts" 150,-. Mar 3, Wahlkreis 88,80. Stettin, Beitrag der Provinz Pommern 1. und gebracht werden, da die Bewilligung immer nur für ein Jahr Uebersch. einer Kranzfamml. der Kollegen u. Kolleginnen d. A. E.-G., 2. Quart. 08. Wahlkreise: Stettin 376,32; Randow- Greifenhagen Gesetzeskraft besitzt und die Berechtigung der Regierung, wenn nicht die Voltastr., Abt. II 4,-. Gef. Maigelder v. d. Koll. der mech. Werk- 485,16; ledermünde- llfedom 43,20; Greifswald- Grimmen 105,92; Steuern zu erheben, erlischt, statt d. Fa. Auer, Abt. B 37,75. Kolberger Str. 14 13,40. Von den Stralsund- Rügen 123,80; Anflam- Demmin 47,48; Röslin- Solberg Deputiertentammer die SchlußakStollegen der Firma Bergmann u. Wefifahl 9,80. Jule II, Ritter- 98,36; Stolp- Lauenburg 9,56; Naugard- Regenwalde 10,96; Byriz- ftimmung über das Budget die Berechtigungsstraße 10,-. Bierproz. v. Passagebau, Friedrichstr., b. Rehmer 10,- Saagig 7,04; Greifenberg- Rammin 9,20; Neustettin 14,40; Dram- frist um ein neues Jahr verlängert. Gef. v. 6 Kollegen d. Ang. Metallarb.- Verb. d. Fa. Gebr. Körtig 2,60. burg- Schivelbein 11,60; Bütow- Schlawe 10,80: Summa 1349,80. Da Frankreich ebenfalls das parlamentarische Regime Hilfsarbeiter der Deutschen Tageszeitung" 17,10. Abt" 5,- St. Johann a. S., Wahlkreisbeitrag 2. Quartal 08 36,60. Stuttgart, Uebersch. b. Kinderfest der Bächter Tornow- Höhe 3,-. Uebersch. b. G. 11. 10,- Stendal- Diterburg, fozialdemokr. Wahlverein 4. Quartal besitzt, d. h. die Mehrheitsparteien die Ministerposten besetzen, Stranzfp. f. d. verstorbenen Genossen E. Apizsch, 6. Kreis 6,50. Die 07, 1. 1. 2. Quartal 08 215,10. Staßfurt, Wahlkreis Quedlinburg- und einfache Mißtrauensboten genügen, das Ministerium zu Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-. Gutenberg, Juni- Juli 84,80. Aschersleben- Stalbe 2. Quartal 08 282,- Trier, sozialdem. Wahl- stürzen, so finden wir auch in der Parlamentsgeschichte FrankVon den Schleifern der deutschen Telephonwerte, Beughofftr. 6-8 berein 1. Quartal 08 10,46, 2. Quartal 22,22, Sa. 82,68. Tedien- reichs nur ganz vereinzelt eine absichtliche Verzögerung oder 16,80. Falzereiabt. Unftein u. Co. 24,25. Gingesandt durch Hinge burg- Ahaus- Steinfurt, Wahlkreisbeitrag 1. Halbjahr 08 14, Tilsit Verweigerung der Budgetbewilligung. Am bekanntesten ist u. Bischoff 3,50. Von den Buchdruckerei- Hilfsarbeitern des 47,76. Helzen, Streiswahlverein des 15. hannov. Wahlkreises 61,15. der Streit der Deputiertenkammer mit dem Kabinett Broglie Borwärts"( Abteilung Rotationssaal) 3. Quartal 5,-. C. D. Ueberschuß der Klasse der sozialdemokrat. Reichstagsfraktion 10 000.im Jahre 1877. Als trotz mehrerer Mißtrauensvoten der Buhrau 8,- P. S. 50,- A. B. 50,- Breslau, fozial- Ulm, 14. württemberg. Wahltr. 38,68. Vegesad, Nachzahlung für vom Präsidenten Mac Mahon gehaltene Herzog von Broglie den 18. Hannoversch. Wahlkreis 2,20. Vorwärts", 2. Quartal 08 Bergheim- Euskirchen, Wahlfreisbeitrag für 2. Quart. 08 15,-28 976,45. Wirsiz- Schubin, sozialdemofr. Verein 2. Quart. 08 2,32. teine Anstalten traf zu demissionieren, verweigerte einfach die Bern 50,- Bant, fozialdemofr. Wahlverein f. d. 2. oldenb. und Wurzen, sozialdemokr. Wolfsverein für den 11. sächs. Wahltr. 400, Stammter der Regierung die Steuereinnahmen. Sofort wurde 2. Hannov. Wahlkreis 452,-. Braunschweig, 1. Wahltr.( Braun Wahrer Jacob"," Neue Zeit" u. Gleichheit" 15 000,-. Wildau, die Kammer aufgelöst und Neuwahlen angefeßt. Da aber schweig- Blankenburg) 405,10. Braunschweig, 2. Wahltr.( Helmstedt- Ueberschuß v. Kranzipende 4,-. Ueberschuß der Zehnpfenniglasse der die republikanischen Parteien wieder eine entschiedene MehrWolfenbüttel) 95,06. Braunschweig, 3. Wahlfr.( Holzminden- Ganders- Schmiede vom Wert Wildau 6,-. Sa. 10,-. 9. 3. 5000, heit erlangten, sah der Herzog sich gezwungen, ohne weiteres heim) 59,40. Biberach, 2. Quart. 08 6,56. Butzbach i. S., C.. Bittan, Wahlkreisbeitrag 2. Quartal 08 188,36. Zwickau, 18. fächs. zurückzutreten. 8,-. Celle, 14. hannov. Wahlkr. 1. Halbjahr 08 313,92. Cannstatt, Wahlkreis 930,91. demokratischer Verein Breslau Ost u. West, 2. Quart. 08 800, D Berlin, den 24. August 1908. " " Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Weshalb stimmen wir durch Bei den Schlußabstimmungen über das Budget in der französischen Deputiertentammer stimmen die Regierungsparteien stets für das Budget, die gegnerischen Parteien, da sie die bestehende Regierung nicht als die ihrige anerkennen, gegen das Budget. Auch die französische Arbeiter. partei( Gues disten) wie die sozialistischrevolutionäre Partei( Blanquisten) und die Partei Jaurès stimmten also früher tondes Millerandismus", als die Jaurèsisten sich mit dem bürgerlichen Republikanismus alliierten und Millerand in das Ministerium eintrat, begannen diese für das Budget zu stimmen gegen das Budget? jequent gegen das Budget. Erſt in der Periode II. " 2. württemb. Wahlkr. 297,96. Cassel- Melsungen, Beitr. d. Wahlkreises für 2. Quart. 08 277,- Caffeler Agitat.- Bez.( ohne Wahlkreis Caffel) 128,82. Crefeld, sozialdem. Volksverein 2. Quart. 08 135,52. Coburg, sozialdemokr. Landesverein f. d. Herzogtum 53,50. Cottbus, Streistagsdiäten v. A. 1,50. Chemnitz, Brutus 1,-. Dresden, sozialdemokr. Verein des 4. fächs. Reichstagswahlkreises 2000,-. Durlach, Wahlfreisbeitrag 1. Quart. 08 280,95. Delmenhorst, 3. oldenb. Wahlkreis 35,50( darunter Delmenhorst 15,70, Ganderkesee 19,80). Dernbach- Herdorf, W. 3, Danzig, Beitrag der Provinz Westpreußen f. d. 2. Quart. 08. Wahlkreise: Elbing- Marienburg 16,-; Danzig- Land 16,-; Danzig- Stadt 84,60; Neustadt- Karthaus 8, Rosenberg Löbau 2,56; Schwetz 16,56; Konig- Tuchel 14,40; Auf anderem Wege gelangte Frankreich zu seinem Budget Deutsch- Krone 6,20; Berent- Stargard 10,32; Stuhm- Marienwerder 6,88; Graudenz- Straßburg 20,36; Thorn- Stulm 3,88; Schlochau- recht. Wie in England, finden wir im späteren Mittelalter völlig in Uebereinstimmung mit den Prinzipien des parlaFlatow 7,96, Sa. 213,72. Duisburg, Wahlkreisbeitrag 221,32. auch in Frankreich zwischen der königlichen Gewalt, dem Adel mentarischen Regimes; denn dadurch, daß die Partei Jaurès Dresden, aus understand und Bosheit 1,50. Düsseldorf, sozial- und den großen Städten einen heftigen Streit um das Steuer- sich gewissermaßen an der Regierung mitbeteiligte, übernahm demokratischer Verein des Wahlkreises 314,94. Dortmund- Hörde, erhebungs- und Steuerbewilligungsrecht. Während des ganzen sie auch die Verpflichtung, für die zur Regierung nötigen fozialdemokratischer Verein 2. Quartal 1908 954,-. Elberfeld 14. und 15. Jahrhunderts stehen die Könige mit den Ständen Mittel zu sorgen. Sie konnte nicht in der Kammer Barmen, sozialdemokratischer Verein 2. Quartal 1908 650,- Effen der einzelnen Landesteile und den 1303 zum erstenmal ein- für die Regierungsmaßnahmen eintreteu und dem Kabinett a. Ruhr, sozialdemokratischer Verein des Wahlkreises 351,84. berufenen États généraux( Reichsständen) in fast beständigem Vertrauensvoten ausstellen, um ihm dann hinterher die nötigen Erfurt- Schleusingen- Ziegenrüd, Beitrag des Wahlkreises 200,- Stampfe um ihre angemaßten Besteuerungsrechte. Und als Einnahmen und Ausgaben zu verweigern. Es kann deshalb Erstein- Molsheim im Elsaß. Kreisberein 50,28. Eßlingen, fünfter tvürttembergischer Wahlfreis 2. Quartal 1908 221,94. Faltenberg dann neben dem katholischen der hugenottische Adel entsteht auch gegen die damaligen Jaurèfiften aus ihrer Budget( Oberschl.) 16,- Frankfurt- 2ebus, Beitrag des Wahlkreises 350,- und diesem von den Königen die Anerkennung seines abstimmung zu jener Zeit nicht der Vorwurf der Inkonsequenz Freiberg- Dederan, 9. fächs. Reichstagswahltr. 200,-. Forst, Bahltr. Glaubens und die Gleichberechtigung versagt wird, spiken erhoben werden; der Fehler liegt vielmehr darin, daß sie sich Gorau Forst 200,- Finsterwalde, Beitrag des Kreiswahlvereins fich die Gegensätze aufs schärffte zu. Offen verkünden überhaupt zum Mitregieren verstanden. Seit der Einigung für Kalau- Luckau 200,- Gotha, Wahlkreisbeitrag 400,-. Goslar, die Staatstheoretiker dieses Adels, daß, da der König der sozialistischen Parteien stimmt übrigens auch Genosse des 13. Beitrag hannov. Wahltr. 149,64. Gera( Reuß) nur Beauftragter des Voltes sei, er unter dessen Willen stehe, Jaurès mit seinen politischen Freunden wieder gegen das fozialdemokr. Verein für Reuß j. 2. 595,-. Göppingen, Bei- und das Volk deshalb nicht nur das Recht habe, ihm die Budget. trag des 10. württemb. Wahlkreises 178,76. Göttingen, WahlDie Kleineren parlamentarisch regierten Länder Europas verein für den 12. hannov. Wahlkreis 80,- Hannover, Streisverein geforderten Mittel und Steuern zu versagen, sondern auch für den 8. hannov. Wahlkreis, Restbetrag für 1. Halbjahr 08 600,- ihn abzusehen. Zwar könne nicht die" wirre Masse" selbst haben meistens das französische Budgetrecht akzeptiert, beHeilbronn, Kreisvereint des 3. württemb. Wahlkreises württemb. Wahltreises 165,28. dieses Recht ausüben, wohl aber das Volt, vertreten durch sonders das belgische Haushaltsrecht ist nichts als cive Seibelberg a Konto der Beiträge des 12., 13. u. 14. badischen seine natürlichen Vormünder und Patrone, d. h. durch den Präzisierung des französischen. Bei der SchlußBahltr. 200,- Halberstadt- Oschersleben, Wahlfreisbetrag 100,- Adel und den Bairshof. abstimmung stimmt die sozialistische Fraktion Hamm- Soest, sozialdemokr. Verein für den Wahltr., 2. Quart. 08 Der Sieg des Absolutismus unter Franz I. und seinen gegen das Budget, obgleich der Militarismus eine viel 216,- Harburg, sozialdemokr. Berein für den 17. hannov. Nachfolgern zerstörte auch die Steuerbewilligungsrechte der geringere Bedeutung hat als in Deutschland und die sozialistische Wahltr., Restbeitrag für das Jahr 1907/08 1889,66. Husum, Stände. Die États généraux wurden nicht wieder einberufen Bartei sich einer Bewegungsfreiheit erfreut, mie sie selbst 4. schlesw.- holft. Wahltr., 2. Quart. 08 37,88. 6. hannov. Wahltr., Jahresbeitrag 812,40. Hildesheim, Streis- tammer gesetzt, die Befugnisse der Provinzialstände eingeengt Hemelingen, und an ihre Stelle eine vom König ernannte Notabeln- Württemberg und Bayern nicht kennen. Holland hat keine Abstimmung über das Gesamibudget. berein des 10. Hannov. Wahlkreises 396,12. Hamburg, in Das Ueber die Budgets der einzelnen ministeriellen Verwaltungs der Expedition des Hamburger Echo" eingegangen 322,40. und teilweise königlichen Intendanten übertragen. Inowrazlaw, Parteibeitrag 1,24. Jpehoe, sozialdemokratischer Rechnungswesen allerdings wurde von den Ministern Sully ressorts, also über das Militärbudget, Kolonialbudget, das Zentralwahlverein für den 5. schlesw.holſt. Wahltr. 284,72. und Colbert wesentlich verbessert, die früheren Sonder- Etats Budget der inneren Verwaltung, das Landwirtschaftsbudget, Köln a. Rh., Reg. W. 20,- Kopenhagen, deutscher sozialdemofr. der einzelnen Berwaltungen spezialisiert und zu einer Gesamt Justizbudget usw. wird getrennt abgestimmt. Ebenso wird Verein Vorwärts 5. Rate 30,-. Stattowiz, Beitrag der P. P. S. übersicht zusammengestellt. Staum aber hatte Ludwig XVI., aud) getrennt über das Gesetz, das die Mittel zur Deckung für das 2. Quart. 08 76,-. Karlsruhe- Bruchsal, 10. badischer gedrängt durch die Finanznot, die Reichsstände wieder zusammen- der beschlossenen Ausgaben der einzelnen Verwaltungsrefforts Bahltr. 252,75. Lifia- Fraustadt, sozialdemokr. Verein 2,16. Zimmer, berufen und in diefen durch den Aufstand des Pariser Volts am anweist, das eigentliche Finanzgesetz, beraten und beschlossen. 9. Hannov. Wahltr.( Hameln- Springe) 614,- Rechhausen, sozialDemetrallicher Berein 28,23. Lüdenscheid, Zentralwahlverein für den 14. Juli 1789 der„ dritte Stand" die Herrschaft erlangt, als Unsere Genossen im holländischen Parlament haben bisher Lemgo, Wahlkr. Lippe 106,36. dieser auch bereits für sich das Recht der Festsetzung der stets gegen alle diese Einzelbudgets gestimmt, nur im Löbau- Ebersbach, 2. sächsischer Wahlfreis 525,40. Buden Staatseinkünfte und Ausgaben reklamierte. Der Versuch Jahre 1905 votierten sie mit den Liberalen zusammen für walde, sozialdemokr. Zentralwahlverein für den Wahlkreis 157,45. Mirabeaus, nach englischem Muster einen Teil der Ausgaben das Finanzgesek, da im anderen Falle die Erhöhung der Streis Altena Iserlohn 34,44. M werden. Hauptsächlich die großen Vermögen treffenden progressiven p politischen Gesichtspunkte allein müssen für nichts als Wißwirtschaft und Unterdrückung gefunden. Die öfter Vermögenssteuer gefallen wäre und die Klerikalen ihr eine politische Partei den Ausschlag geben. reichische Willfür richtet sich nicht nur gegen das politische Leben reaktionäres Spiel gewonnen hätten. AIS eine Partei, die auf dem in Deutsch- der Serben, sondern auch gegen das religiöse. Die orthodoxe Kirche Anders in Deutschland. land einzig möglichen, bem verfassungsmäßigen foll zum schweigfamen Werkzeuge der Regierung gemacht werden.... Das Bürgertum hat in den und gefeglichen Weg die Umgestaltung der deutschen Staaten nie jenen bestimmenden Einfluß auf die Die Spione berpesten das Land; kein Serbe oder Mohammebaner Gesellschaft im sozialistischen Sinn anbahnen Staatsregierung erlangt, wie in den parlamentarisch will, die also an einer Reihe von Institutionen unseres Staats- weiß, ob er nicht im nächsten Augenblick unter eine Anklage gestellt regierten Ländern. Während in diesen die Verfassungsrechte wesens interessiert ist, deren Ausbau jie selber mit und verhaftet würde. Die Gendarmerie ist Herrin über Leben und aus einer Revolution geboren wurden und deshalb mit den allen Kräften betreibt, kann die Sozialdemokratie ver Tod der Bosniaken. Von den 104 Zeitungen, die dort nicht ständischen Rechtstraditionen gründlich aufräumten, ist in den nünftigerweise nicht die Mittel verweigern, die für eben diese verbreitet werden dürfen, sind die meisten serbisch. Nussische Zeideutschen Bundesstaaten das Budgetrecht meist durch eine Institutionen notwendig find. Dies einmal vorausgesett, liegt tungen find überhaupt verboten. Sogar die Kommentare zum Aufpfropfung moderner Volksrechtsbegriffe auf die alten durch eigentlich kein Anlaß vor, sich bei der Gesamtabstimmung über Evangelium" vom Metropoliten Firmilien dürfen nicht gelesen den Etat anders zu verhalten, als bei einer Gesamtabstimmung zahlreiche Bakte und Reverse zwischen Landesherrn und Bosnien ist für die meisten Europäer ein un über ein anderes Gefeg: Die Partei pflegt da stets fühl nach bekanntes Land. Desterreich wirtschaftet dort wie ein Menschenfresser Ständen abgeschlossenen, halbfeudalen Vertragsverhältnisse entzurechnen, ob die Vorteile des Gesezes die Nachteile überwiegen standen. Die Folge ist, daß sich vielfach die periodische Beoder umgekehrt, und dann entsprechend Ja oder Nein zu sagen. und nicht wie eine" christliche Regierung". Der Verfasser fand willigung nur auf bestimmte Steuern erstreckt, eine volle VerUnd ebenso tonsequent ist es, wenn Kolb auf Grund der sich in Cattinje, Belgrad und Sofia von österreichischen Spizeln umantwortlichkeit der Minister dem Parlament gegenüber fehlt, mehrfach von ihm in seinem Blatt und den„ Sozialistischen geben. durch eine Verweigerung des Budgets die Weitererhebung Monatsheften" vertretenen eigenartigen sozialen Evolutions. Desterreichs Haupttätigkeit auf der Balkanhalbinsel besteht darin, gefeßlich festgelegter Steuern nicht inhibiert wird usw. An theoretik zu der Schlußfolgerung fommt, die sozialdemo- die Balkanstaaten gegen einander zu verheßen und sie zu keiner eins ernsten großen Kämpfen um das Budget fehlt es fratischen Landtagsfraktionen müßten das Budget bewilligen. Die heitlichen Slawenpolitik gelangen zu laffen. Diese Politik lag auch denn auch in der Parlamentsgeschichte der deutschen Folgerungen Blochs und Stolbs sind folgerichtig; ihr Irrtum be- dem Hochverratsprozeß in Cattinie zugrunde. Nastitsch ist ein Agent Staaten. Auch die Budgetverweigerung des preußischen steht nur darin, daß sie meinen, ihre Grunbauffassung, provocateur schlimmster Sorte. Seine Aufgabe war, die serbischAbgeordnetenhauses in den Jahren 1862/66 weit mehr einer Posse. Als nämlich im September Ihre Auffassung ist vielmehr genau die des liberalen Parlamen richten über Serbien, die aus der österreichischen Regierung nahe 1862/66 gleicht von der sie ausgehen, sei sozialdemokratisch. montenegrinische Annäherung zu verhindern. Es ergibt sich aus diesen Vorgängen die Lehre, daß alle Nach 1862 das Abgeordnetenhaus die Kosten der Roonschen Heeres- tarismus. Auch diesem gefällt der heutige Staat nicht in stehenden Quellen stammen, mit organisation verweigerte und darauf Bismarck fich den Etat allen Teilen; auch er will ihn ausbauen und verbessern; auch bom Herrenhaus genehmigen ließ, erklärte das Abgeordneten er will- denn die Lehre des laisser faire, laisser aller" nehmen sind. haus diesen Beschluß für eine Verfassungsverlegung. Auch das ist meistens aufgegeben und selbst in England finden 1863 neugewählte Abgeordnetenhaus, in dem die Fortschritts- wir unter den Liberalen viele energische Sozialreformer partei wieder die große Mehrheit hatte, vertrat diesen Stand- die Lage der Arbeiter durch fozialpolitische Gejezze punkt und lehnte ständig bis 1866 die Budgetvorlage ab. verbessern. Selbst mit der Lupe läßt sich kein grundsäglicher Doch Bismarck fümmerte sich nicht um die Proteste, er re- Unterschied beider Auffassungen entdecken. Die ganze Diffe In den englisch- deutschen Beziehungen ist in den letzten gierte einfach ohne verfassungsmäßig zustande gekommene renz läuft lediglich darauf hinaus, daß auf der einen Seite Tagen feine wesentliche Alenderung eingetreten. Es scheinen Finanzgesetze, bis thm nach der Niederwerfung Desterreichs die Notwendigkeit der Durchführung sozialreformerischer Maß- Unterhandlungen zwischen den Regierungen beider Länder das Haus bereitwilligst die nachgesuchte Indemnität erteilte. nahmen etwas energischer betont wird als auf der anderen. stattgefunden zu haben, die aber zu feinen friedenfördernden Interessant ist aber immerhin, daß die Fortschrittspartei, Steiner hat in wenigen Worten so treffend dargelegt, Ergebnissen geführt haben. Wie der„ Observer" erzählt, deren degenerierte Epigonen heute über die sozialdemokratische warum wir gegen das Budget stimmen müssen, als 1894 bestehen die Resultate der Unterhandlungen und Erwägungen Budgetverweigerung höhnen, damals in der Frische ihrer Auer auf dem Frankfurter Parteitag, indem er Grillenberger, in folgenden Punkten: Jugendfraft nicht nur das Recht der Verweigerung des Budgets der die damalige Zustimmung der bayerischen Landtags- 1. Man fam überein, daß erst nach dem Jahre für sich in Anspruch nahm, wenn in dieses nicht von ihr gebilligte fraktion zum Budget damit begründet hatte, daß doch die 1911 die Aussichten auf ein Einverständnis über FlottenAusgaben eingestellt wurden, sondern daß sie auch gleich den Bewilligung des Gesetzes( Finanzgesetzes) zur Förderung programme nicht hoffnungslos fein würden. englischen und französischen Parlamenten beanspruchte, das der Geschäfte des Gemeinwesens notwendig" sei, kurzweg Ministerium müsse ihren Wünschen entsprechend erwiderte: zusammengesett sein. So heißt es im Kommissionsbericht des Abgeordnetenhauses bon 1862: „ Der Fall ist sehr wohl denkbar, baß eine Majorität sämtliche einzelnen Titel des Etats genehmigt, weil sie überzeugt ist, daß zur ordnungsmäßigen Führung der Verwaltung für diese Ausgaben eine so hohe Summe für er forderlich zu erachten fei, baß sie aber zum Schluß den ganzen Etat nicht genehmigt, weil sie die Leistung der Ausgaben anderen Händen anvertraut zu sehen wünscht." der größten Reserve aufzu Es wird weiter gerüstet. London, 24. August.( Eig. Ber.) 2. Bis dahin müssen alle Versuche, ein solches Einverständnis zu erzielen, scheitern. Die Gründe hierfür wurden von beiden Regierungen als zwingend anerkannt. 3. England muß die Logit dieser Tatsachen anerkennen und demgemäß handeln. ,, Das ist nun ein Standpunkt, der zweifellos richtig ist für alle Mitglieder der staatserhaltenden Parteien, aber nicht für uns. Seid Ihr denn in den Landtag 4. Es ist ratsam, wenn nicht gar unvermeid. gewählt, das bayerische Gemeinwesen in lich, daß England für die nächsten vier Jahre ein Bauseiner jegigen Gestalt fortzuführen? Sollt programm von je zwei Schlachtschiffen gegen ein deutsches Ihr es nicht umgestalten oder berzeihen festlegt. Sie den Ausdrud einmal untergraben? fchiffen und Kreuzern vom verbesserten Dread5. Das Quaternat muß den Bau von 30 Schlacht. Legt Euch einmal diese Frage vor, und Ihr werdet die nought- und Indomitable Typ borsehen. schiefe Situation begreifen, in die Ihr geraten seid. Das Gemeinwesen wird in sich selbst zerfallen, aber die Mittel zum Unterhalt und zur Fortführung dieses Gemeinwesens zu gewähren, das ist nicht Euere Sache. Ueberlaßt das ruhig den Nationalliberalen und Ultramontanen." E. П. gegen E. П. 6. Die einmaligen Ausgaben für dieses Programm werden ungefähr eine Milliarde Mark betragen und find durch eine Anleihe zu deden. inoffizielle VorHeute erklären die Freisinnigen es für eine alberne Inkonsequenz, wenn die Sozialdemokratie erst zu einigen Bosten Verbesserungsanträge stellt und dann schließlich doch das Gesamtbudget ablehnt, in ihrer Jugend Maienblüte ver.raten sie hingegen die Auffassung, daß es sogar tonsequent Alfo bis zum Jahre 1911 wird weiter gerüstet und sei, alle Einzelposten des Budgets anzunehmen und dann bei ob dann ein Abkommen zur Begrenzung der Rüstungen geder Schlußabstimmung doch das Gesamtbudget zu verweigern. schlossen wird, erscheint uns auch noch sehr zweifelhaft. Auf Betrachten wir das Verhalten der oppositionellen Parteien welcher Seite des Kanals die größere Schuld an der Tatin den erwähnten Parlamenten, so ergibt sich, daß dort, wo fache, liegt, daß das ruinöfe Bettrüften fortgeht, darnach den Abstimmungen über die einzelnen Etatsposten oder Etatsgruppen zum Schluß eine Generalabstimmung über das Bir lesen in einem 1903 erschienenen Buche auf Seite 96 über ist kein Zweifel möglich. Englands Regierung hat der deutschen mehrfach in in nicht mißzuverstehender Gesamtbudget stattfindet, nicht nur unsere Genossen gegen das folgendes: Budget stimmen, sondern auch die bürgerlichen Parteien, die,„ Die Weise zu erkennen gegeben, daß sie zu einem Abkommen fozialdemokratischen Landtags wie z. B. die irischen Nationalisten im englischen Unterhaus abgeordneten haben stets gegen das Gesamtbereit war die Reichsregierung ist nicht zu bewegen ge oder die Klerikalen und Monarchisten in der französischen budget gestimmt, weil sie eine Anzahl barin wesen, auf diese Anerbietungen einzugehen. Noch die Reise Deputiertenkammer, aus Gründen des Rassen- und Religions- festgelegter Ausgaben, wie die Apanagen, die Zivil- der englischen Regierung, Verhandlungen unauffällig anzudes britischen Schazkanzlers Lloyd George war ein Versuch gegensazes oder der prinzipiellen Verneinung der herrschenden lifte, die auswärtigen Gesandtschaften, die Ausgaben für der englischen Regierung, Verhandlungen unauffällig anzuStaatsform das bestehende Regierungssystem als ein gegen evangelische Stirchen, Ordenskanzlei und anderes, nicht lauten lassen, daß er bereit fet, bahnen. Der Finanzminister hatte deutlich genug berihre Bestrebungen und Interessen gerichtetes betrachten. Sie billigen tonnten und dadurch zugleich Brotest gegen besprechungen über die Flottenrüstungsfrage vorzunehmen. halten es für intonsequent, einer Regierung, die sie grund- das herrschende Regierungssystem und die einseitige Polizei- Die deutsche Regierung hat ihn indes empfangen, als ob der fäßlich bekämpfen, die Mittel zur Aufrechterhaltung herrschaft ausdrücken wollten." ihrer Herrschaft zu gewähren, und doch trennen sie Und wie heißt das Buch und wer ist sein einzige Swed feiner Reise die Information über die deutsche Invalidenversicherung sei, deren Erfahrungen er der kommenden nicht so grundverschiedene Auffassungen von dem Regierungs- Verfasser? system ihrer Länder als uns von dem kapitalistischen Kassen- Der Verfasser ist derselbe Genosse E. N.( Emil Nizsche), englischen Altersversicherung nutzbar machen wollte. Lloyd staat, denn sie stehen mit den regierenden Parteien im wesent- Redakteur der Sächsischen Arbeiterzeitung", der soeben der George hat, wie auch die Londoner Daily News" zugeben, Lichen auf dem Boden derselben kapitalistischen Wirtschafts- erstaunten Mitwelt verkündete, daß die sächsische sozialdemo- gar keine Gelegenheit gehabt, mit deutschen Ministern über die ordnung, während wir diese sogenannte Ordnung nicht an fratische Landtagsfraktion mit zwei Ausnahmen stets für das Flottenfrage zu sprechen. Wann und durch wen die Verhandlungen stattgefunden haben, von deren Resultat der„ Observer" spricht, erkennen und dahin streben, sie zu stürzen. Nun läßt sich Budget gestimmt hätte. zwar sagen: Was geht uns die Konsequenz oder In- Derselbe Genosse Emil Nitzsche hat 1903 im Auftrage ist nicht bekannt. Deutlich aber geht aus seinen Mitteilungen Konsequenz der bürgerlichen Barteien in der Vertretung ihrer des Zentralfomitees der sozialdemokratischen Partei Sachsens" hervor, daß die Unmöglichkeit, Deutschland vor 1911 zu Klassen- oder Religionsinteressen an. Wir befolgen teine be- ein Handbuch für sächsische Wähler" verfaßt:" Sächsische einem Abkommen zu veranlaffen, die liberale Regierung stimmte Richtschnur; wir stimmen so, wie es uns nach den Bolitit", das mit einem Geleitwort von August Bebel, Englands zur Aufstellung des 1 Milliarden- Planes veranlaẞt hat. jeweiligen Umständen ratsam und vorteilhaft erscheint". Gut, im Verlage von Kaden u. Co., Dresden, erschienen ist, Wird er durchgeführt, so ist die Ueberlegenheit Englands dann können wir aber auch nicht von grundsäglicher Politit 368 Seiten start. sprechen; dann müssen wir einfach als ersten Bunft unseres Was hat doch Genosse Emil Nitsche für ein auffallend heute, trotz der Hunderte von Millionen, die Deutschlands über Deutschland zur See im Jahre 1911 noch größer, als Programms den Satz aufstellen: Unser Grundsatz ist furzes Gedächtnis, daß er sich dieser vor fünf Jahren von Bolt bis dahin wieder für Striegsschiffe gezahlt haben wird! die Grundsazlosigkeit. ihm geschriebenen Beurteilung des Verhaltens unserer sächsischen Das war vorauszusehen- aber unbekümmert barum wird Wollen wir eine konsequente, grundsägliche Politik treiben, Bandtagsabgeordneten nicht mehr erinnert! Und welches Maß von Leichtfertigkeit gehört dadas Rüsten fortgesetzt. dann müssen wir, wenn wir uns als eine proletarische KlassenUnbefümmert um die Lasten der partei betrachten und in dem heutigen Staat eine Herrschafts- zu, gerade im jetzigen Moment eine solche schwerwiegende Völker, unbekümmert um die Gefahr für den Frieden. institution der Bourgeoisie zur Aufrechterhaltung der besten Behauptung über das Verhalten unserer Landtagsabgeordneten Das Proletariat Deutschlands wie Englands wird alle aller Welten" sehen, auch dem heutigen Staate die geforderten aufzustellen und sich nicht einmal die Mühe zu geben, in bem feine Kraft aufbieten müssen, um Ste Kriegsgefahr zu bannen. Mittel zur Befestigung seiner Position versagen und die von ihm selbst verfaßten Buche nachzuschlagen, wie die TatBudgetbewilligung ist nichts anderes als die Gewährung der sachen sich verhielten! materiellen Möglichkeit zur Fortsetzung der bisherigen Es ist unerhört, daß gerade derselbe Genosse Nitsche, der Herrschaft. 1908 der Wahrheit entsprechend feststellte, unsere Genossen Etwas anderes ist es natürlich, wenn man den heutigen haben stets gegen das Budget gestimmt, jetzt das Märchen Staat als nicht im prinzipiellen Gegensatz zu unseren Be in die Welt setzt, die Genossen hätten für das Budget gestrebungen stehend auffaßt. Erkennt man den heutigen stimmt. Staat als eine Institution an, an deren Aufrecht- Wir überlassen das Urteil über ein solches in der Partei erhaltung auch wir im wesentlichen interessiert sind, geht bisher noch nicht dagewesenes Gebaren den Genossen innerman also von der Grundauffassung aus, daß der heutige halb und außerhalb der grün- weißen Grenzpfähle und sprechen Staat etwas Erhaltungswürdiges sei und deshalb sein unseren lieben revisionistischen Freunden unser aufrichtiges Bestand nicht in Frage gestellt werden dürfe; ist man Beileid über ihre Helfershelfer aus. ferner der Ansicht, daß unter Verzicht auf revolutionäre Mittel nur auf verfassungsmäßigem und gesetzlichem Wege durch geschicktes Manövrieren in den Parlamenten Hochverrat oder Spionageaffäre?" Aenderungen erfolgen können, dann ist es völlig tonsequent, das Budget zu bewilligen. Denn # " London, 24. August.( Eig. Ber.) Die Wiener Korrespondenz unter obiger Spißmarte im Vorwenn die Erhaltung des heutigen wärts" vom 23. August berührt die Schande Desterreich Ungarns man die Staates als notwendig anerkennt, dann tann man ihm logischerweise nicht die reichisch ungarischen Regierung vor dem heimischen Publikum au logischerweise nicht die auf der Balkanhalbinsel. Was die offizielle Korruption der öfterEristenzmittel versagen. berheimlichen versteht, pfeifen die Spaßen von den Dächern von Es ist daher ganz tonsequent, wenn der Herausgeber der Sozialistischen Monatshefte schreibt: G " Politische Ueberficht. Berlin, den 26. August 1908. Die ausgiebige Biersteuer. Die Frantf. 8tg." läßt fich von ihrem Berliner Kor respondenten melden: " In der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft haben auf Veranlassung des Reichsschatzsekretärs seit dem Frühjahr Erhebungen über die Bierpreise in den Schankstätten und über den Nugen, den die Verläufer erzielen, stattgefunden. Es sind das nicht die ersten Erhebungen dieser Art: das Reichsschazamt verfügt jedenfalls schon über ein reiches statistisches Material. Wenngleich über die Einzelheiten der Reichsfinanzreform offizielle Mitteilungen noch nicht erfolgt sind, so unterliegt es doch längst nicht dem geringsten Zweifel, daß unter den Steuerprojekten, die den Inhalt dieser Finanzreform ausmachen ,, die alkoholischen Getränke, wir glauben sämtliche, eine Hauptrolle spielen und daß insbesondere eine erhebliche Er höhung der Brausteuer vorgeschlagen werden wird. Das ist teine Ueberraschung mehr, nur die Form und die Einzelheiten fennt man noch nicht. Die Erhöhung soll so ausgiebig fein daß die Brauereien die Steuer auf die Kon sumenten abwälzen können." Paris und London. In den letzten Jahren sind zwei Schriften ers schienen, die die schmachvolle Spigelwirtschaft Desterreichs behandeln Auch die Frage, ob in der Sache selber, in der Budget André Barrés" La Bosnie- Herzegowina" und die anonyme Broschüre: Es stellt sich immer deutlicher heraus, daß die direkten Steuern bewilligung, ein Disziplinbruch vorliegt, wird zu verneinen sein. Die Ansicht scheint begründet, daß die Motive dieser Abstimmungen An Observer in the Near East"( Ein Beobachter im nahen Osten). nur die Kulisse bilden werden, hinter der durch indirekte Steuern unter die in Lübeck vorgesehenen Ausnahmen fallen. Doch mag was die österreichisch- ungarische Diplomatie nicht erreichen kann, sollen auf Lebens- und Genußmittel die arbeitenden Klassen um so undiese rein parteirechtliche Frage so oder so entschieden dieLegionen vonSpigeln erreichen, nämlich: die Serben mürbe zu machen. verfrorener ausgeplündert werden können! werden, die Politik wird dadurch nicht berührt. Und die In Bosnien," schreibt der anonyme englische Meisende, babe ich In den Armen liege» sich beide! Der Regierungspräsident von Schleswig ist„krankheitshalber" Plötzlich in Urlaub gegangen. Er scheint den Sündenbock abgeben zu sollen, der für den Fall S ch ü ck i n g in die Wüste gejagt wird. Die»Köln. Zeitung" ist hochbcfriedigt. Sie führt aus: „So lange man annehmen konnle, daß sich im Falle Schllcking die Anschauungen des Ministers des Innern widerspiegelten, haben wir uns mit aller Schärfe und Entschiedenheit gegen diese Anschauungen gewandt. Wenn Herr von Moltke jetzt durch die Tal beweist, daß diese Annahme nicht zu- trifft, daß er vielmehr im Sinne der Blockpolitik des Ftirsten Biilow gewillt ist, die berechtigten Ansprüche des Liberalismus zu respektieren, so erfordert es nicht nur der politische Anstand, sondern auch das Interesse des Liberalismus selbst, daß die öffentliche Meinung das anerkennt." Liberale Jammerlappen, wie sie im Buche stehen. Zuerst ein Geschrei, daß man meinte. Bülow selbst müsse stürzen und, jetzt ist man schon befriedigt, daß der Regierungspräsident krank wurde und in ein Bad gereist ist. Allerdings, der deutsche Liberalismus ist ja nicht erst seit Bismarcks Zeiten derart an Fußtritte gewöhnt, daß es auf einen mehr nun nicht gerade ankommt. Und diese feige Gesellschaft lügt sich und anderen vor, daß sie Deutschland einer freiheitlicheren Gestaltung entgegenjühren wolle. Tie Witwen- und Waiscnversicherung eine Ungeheuerlichkeit. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: „Die„Berlmer Politischen Nachrichten" brachten dieser Tage die mehr überraschende als angenehme Nachricht, daß trotz des Rcichsfinanzjammers und aller Schwierigkeiten, auf die die Durchführung der Reform stötzt, das Projekt der Arbeiter« Witwen- und Waisenversicherung vor seiner Berwirklichnug stehe. Sie behaupteten sogar,»ach dem Staude der Vorarbeiten liege nicht der geringste Grund zum Zweifel daran vor, daß gemäß § tv des Zollgesetzes vom 23. Dezember 1902 die Lex Trimborn noch vor dem 1. Januar IStb in Wirlsamkeit treten könne. Die Nachricht scheint in ihrer Ungeheuerlichkeit seitens der Presse noch nicht hinreichend gewürdigt zu sein oder man hat sich vom maßlosen Erstaunen über den darin sich ankündigenden Mut noch nicht er- holt; jedenfalls ist der größere Teil der Presse einst- weilen»och sprachlos gegenüber der Zumutung, gerade jetzt wieder für die Jlidustriearbetterschaft den, Reiche einige hundert Millionen zu entziehen, che auch mir über die Grundzüge der Finanzreform nähere Mitteilungen gegeben werden konnten, ge- schweige denn die Riesenarbeit, von der Gedeihen und Verderb unserer inneren unv äußeren Politik abhängt, bewältigt ist." Als wir vor einigen Tagen daraus hinwiesen, daß das Reich die zum Zwecke der Witwen- und Waisenverstcherung angesammelten Gelder vermutlich lieber zu unkulturellen Zwecken verwenden möchte, hat unS die konservative Presse belehrt, daß daran nicht gedacht werde. Und jetzt läuft ein ultra-kouservatives Blatt bereits Sturm gegen diese Versicherung; doch nicht etwa deshalb, damit das an- gesammelte Geld noch weiter verwahrt wird, sondern eben weil man eS für andere Zwecke verwendet wissen will.— Die Tränen des Grafen Praschma. In seiner Rede, womit der Präsident deö Düsseldorfer Katholiken- tages die Verhandlungen schloß, kam Graf Praschma noch ein- mal auf die„herrliche und unvergleichliche Kundgebung" der katholi- schen Arbeiter-, Knappen- und Gesellenvereine zu sprechen. Die Tränen seien ihm bei diesem Anblick immer wieder in die Augen gekommen, versicherte der Herr Graf, der, nach diesem Geständnis zu urteilen, ein besonders warmherziger Freund des arbeitenden Volkes sein muß. � Gras Praschma ist Mitglied der ZentnmtSfraküonen des Reichstages und de« preußischen Abgeorditetenhauses. In letzterer Eigen- schaft hat er mehrmals Gelegenheit gehabt, seine Liebe zu den Arbeitern, den Armen und Bedrängten zu bekunden. Zunächst ver- dient daran erinnert zu werden, daß Graf Praschma zu denjenigen ZentrumSabgeordncten gehört, die sich geweigert haben, den von ihrer Fraktion im Januar 1907 eingebrachten Antrag auf Einführung deS allgemeinen, gleiche«�geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen zu unter- schreiben." Als im Januar 1008 ein konservativer Abgeordneter, Herr V. Wohna, im preußischen Abgeordnetenhause daS Zentrum angriff, weil es durch Herrn Herold sich für das K o a l i t t o n Stecht der Landarbeiter—_ allerdings unter gewissen Vor- behalten für die Zeit der Ernte— ausgesprochen hatte, da erhob sich Gras Praschma und belehrte den konservativen Redner, daß er sich im Irrtum befinde: „Das Zentrum ist für eine uneingeschränkte Ueber- tr a g u n g des Koalitionsrechtes der gewerblichen auf die ländlichen Arbeiter nie eingetreten, sondern es hat stets erklärt, daß vielleicht auf die Dauer daS Koalitionsrecht den länd- lichcn Arbeitern nicht länger versagt werden könne. Sie dürfen aber sicher sein, daß das Zentrum, falls die Ueberwaguitg statt- finde» muß, geschlossen alle Kautrle» schaffe» wird, damit nicht die erschreckenden Folge» eintreten, die Herr v. Wohna zu sehen glaubt." Graf Praschma macht sich also hier zum Befürworter von Be- strcbuiigen, die der Erhaltung der Rechtlosigkeit der Landarbeiter dienen, denn es läßt sich denken, was bei einem Koalitionsrecht mit derartigen Einschränkungen und „K a u t e l e n' herauskommt— zumal der Herr Graf sich und seine Fraktion ja noch dagegen verwahrt, daß sie für das KoalitionSrccht der Landarbeiter„eintreten", die ultramontanen Landarbeiter be- gnügen sich vielmehr mit der fernen Aussicht, daß das Koalitions- recht auf die Dauer den Landarbeitern vielleicht nicht länger versagt werden könne, wobei dann aber für die nötigen„Kautelen" garantiert wird. Das wäre also der Präsident des Düsseldorfer Katholikentages, der Tränen vergießt, wenn er katholische Arbeiter an sich vorüber ziehen sieht. In der Brust de« Herrn Grafen leben ohne Zweifel drei Seelen. Als gläubiger Katholik zerfließt er in Rührung und Liebe vor den Arbeiten:; als Zentrumspolitiker blickt er stolz herab auf die Canaille, die freventlich ihre Hand ansstreckl nach dem Wahlrecht, das nur dem Besitz eigen sein soll, und als Agrarier verweigert er den Landarbeiten: das Recht, durch das sie versucht sein könnten, ihre Lage menschenwürdig zu gestalten I Es ging eine allgemeine Rührung durch die Kaiholikenversamm« lung, als der schlesische Zentrumsgraf von seinen Tränen erzählte. Von seiner Stellung zum Wahlrecht und zum länd« lichen Koalitionsrecht erzählte der Herr Graf nichts. Vielleicht wäre dann doch mancher katholische Arbeiter, der sich durch die gräflichen Tränen sehr geehrt fühlte, dahinter ge- kommen, was von solchen Komödien zu halten ist I— Kompromiß-Müller und RcichSfiuanzreform. Der freisinnige Wichtigtuer Müller» Meiningen wird im Ecptemberheft der„Neuen Revue" einen Artikel über Liberalismus und Neichsfinanzreform erscheinen lassen. Dem Aushängebogen, den der Verlag der genannte:: Zeitschrist au die bürgerliche Presse der- schickt hat, entnimmt eines dieser Organe den Schluß des ArtilelS, ai: dem unS nur diese Sätze interessieren: „So wird man dann nötigenfalls auf anderen, da» Lebensintcresse des Reiches nicht bedingenden Gebieten der Re- gierung zeigen können, daß die Freisinnigen nicht gewillt sind, einer Regierung besondere Gefälligkeiten zu erweisen und besonderes Vertrauen auszudrücken, die sich gegen- über ihren eigenen Organen unfähig zeigt, ihre Polilik zur Durchführung zu vriugen. Aber die Reform der Ftuanzpolitik des Reiches scheint die denkbar sch l echte st e Gelegenheit zu solcher Miß- trauen« knndgebung gegen die preußische Re- g i e r u:: g I" Das heißt: Der Freisinn wird die neuen Steuerborlagen so schlucken, wie die Regierung sie serviert. Aber dann, wenn die Re- gierung die nötigen Mittel bewilligt erhalten hat, dann soll sie den Liberalismus einmal kennen lernen! Der Eindruck dieser Hanöwurstiade wird natürlich auf Bülow ein geradezu nieder- schmetternder sein.—__ Künstliche Belebung des Sed-inrummels. Der preußische U n t e r r i ch t« n: i n i st e r hat jetzt wieder einen Erlaß an sämtliche käitigliche» Provinzialschnlkollezie» und sämtliche königlichen Registnngen gerichtet, in dem diese ver- anlaßt werden, daß in allen unterstellten Schulen der Brauch einer Feier des Sedan tages beibehalten wird. Es ist. heißt es darin, bisher in den prenhilchen Schulen allgeinein guter Brauch gewesen, am Sedantage unter Ausfall des Schulunterrichts eine cntsprecheude Feier zu veranstalten. Was sind doch die großen Pädagogen und Erzieher, die großen Denker, die das Volk zur Liebe und Wahrheit und Schön- heit erziehen wollten, für Stümper I In der glorreichen Aera der preußischen Erziehungsmethode ist es„guter Brauch", alljährlich mit Begeisterung das Blutvergießen, das Morden, Würgen und Brennen zwischen den Vötlern zu seiern I Ursachen der Landflucht. Der Gutsbesitzer L o h r e n z aus Grünblum bei Sodehnen im Kreise Darkehmen, der am 3. Juni d. I. seinen Schweizer erschoß, wird sich demnächst vor dem Jnstcr« burger Schlvnrgericht zu verantworten haben. Die in Königs- berg erscheinende„ O st p r e u ß i s ch e Zeitung", das Leib- organ aller blaublüttgen und bürgerlichen Brotivucherer, muß nun selbst zugeben, daß die frühere Behauptung, Lohrenz habe in Notwehr gehandelt, nicht zutreffen soll. Es ist für die ländlichen Arbeiterverhältnisse charak- teristisch, daß auch der frühere Eigentümer des jetzt von Lohrenz belv irisch asteten GutcI, der Besitzer Georg Schlick, ein Menschenleben vernichtete! Lohrenz hat seit einigen Jahren das Georg Schlicksche Gut erstanden, letzterer ist bereits gestorben. Schlick stand seinerzeit vor den Geschworenen, weil er eines Abends bei der Rückkehr von Jnsterburg seinen Knecht mit einer Runge erschlagen hatte. Ueber diese Geschichte schwebte ein Dunkel, weil nur die beiden allein daS Renkontre auf der Chaussee im Brödlauker Walde auS- fochten. Schlick wurde dauials freigesprochen, weil die Verteidigung daS Recht der N o t w e h r geltend machte. Diese Besitzer haben dann noch die Dreistigkeit über Landflucht und Leutenot zu klagen!_ Die Ersatzwahl in Memel-Heydekrug siiidet, wie nunmehr berichtet wird, am Freitag, den 2. Oktober, statt. Bekanntlich„legte" Geh. NegierungSrat a. D. Schwab ach sein Mandat nieder, wodurch die nun festgesetzte Ersatzwahl notwendig wurde. Die Wählerlisten werden vom 4. Septemhcx bis zun: 2ö. Sep- tcmber awmelegt. Der Landrat des Kreise« Heydekrug, Dr. Dum- rich, macht besonders darauf ausmerkiam, daß nach einer Anordnung des Ministers des Innern der Abschustnahme der Wählerlisten durch Wahlberechtigte keine Schwierigkeiten bereitet werden dihsen, und ersucht die GutS» und Genieindevorstehcr, danach zu handeln. Bei der ReichstagswaHl im Winter 1908 übten die Dorfgewalugen im Kreise Memel-Hcydekrug nach dieser Richtung hin Willkürakte aus, indem sie in erster Linie den s o z> a l d e in o» t r a t: s ch e n Vertrauensleuten mehrfach die A b s ch r i f t n a h m e dir Listen verweigerten. Auch die Freisinnige Volkspartei hatte hierunter zu leiden. Allerdings nur in einzelnen Fällen. Di« Beschwerden bei den häberen Instanzen blieben fast ohne Erfolg oder brachten zu späte Abhilfe.-- Preußische Schulverhältnifse. NIdden, die« arme Fischerdorf auf der Kurischen Nehrung, hat eigenartige Schulverhältnisse, die durchaus nichts Rühmliches über das preußische Kultusministerium berichten. Bei einer Einwohnerzahl von rund 900 Vcrsonen hat Nidde» zurzeit 150 schulpflichtige Kinder, die in drei Klassen von zwei Lehrern und dem Pfarrer des Dorfes unterrichtet werden. Gerade dieser Fall, daß der Geist« l i ch e des Dorfes zugleich als H a u p t l e h r e r in: N e b e n a m t e fungier:, dürfte in Ostpreußen, vielleicht auch in Preußen überhaupt vereinzelt dastehen. Außerdem besitzt Nidden kein eigentliches S ch u l h a u S! Die erste Klasse befindet sich im P f a r r h a n s e, und man hat lange nicht geionßt, ob diesesHaus eigentlich Pfarr- oderSchnl- haus ist. Jetzt soll entschieden sein, daß es ein S ch u l h a u S ist. Die beiden anderen Klassen, sowie die Lehrerwohnungen sind in F i s che r h äuser n eingemietet, so daß ihre Einrichtungen sehr viel zu wünschen übrig lasien. Bemerkt sei nur, daß die zweite Klasse einen riesigen Ofen besitzt, der zeitweise dem Hausbesitzer. auch im Sommer, als Backofen dient. Am Dienstag, den 25. d. M. wurde auf Nidden der Besuch des Oberpräsidenten von Ostpreußen v. Windheim erwartet. Es soll dort der Leuchtturn: be- sichtigt werden, der fortan in anderer Beleuchtung als bisher er- strahlen soll. Der Oberpräsident wird ja wohl bei dieser Gelegenheit auch die Schule in'Augenschein nehmen. Vielleicht backt der recht- mätzige Eigentümer des SchnlziminerS gerade den E m p f a n g s- fladen im Riesenofen, wenn Exzellenz zur Revision kommt.—_ OcCtcmicb. Die aufbegehrende»„Notleidenden". Die äußerst starke Agitation, mit welcher die Agrari«r durch die agrarische Zentralstelle aufgefordert werden, gegen den Handelsvertrag mit Serbien aufzutreten, hat die politische Situation derart zugespitzt, daß eine Ministerirists nahe bevorsteht. Ackerbaumlinster Ebenhoch hat seine in den nächsten Tagen geplante Dienstreise aufgegeben, Minister Geß» mann hat fich zum Müiisterpräsidenten Bock nach Tirol be- geben.— Rußland. Des Zaren Millionen und der russisch-iapanische Krieg. In einer amerikanischen Zeitschrift soll demnächst General Kuropatkins Werk über den russisch-japanischen Krieg er- scheinen, dessen Heransgabe in Rußland selbst verboten worden ist. Uebersetzer ist George Kennan, der bekannte Cchilderer der sibirischen Hölle. Da«„Werl. Tageblatt" weiß aus der Ver. öffentlichung bereits einiges mitzuteilen. Es wird auf die große Rolle verwiesen, die die gigantischen Pläne BesobrasowS, der die großen Waldreichtüiucr des Jalu auszubeuten gedachte, bei der Entzündung des Kriegsfcuers gehabt haben. Nach Kuropatkin sollen sie zuerst das Mißtrauen Japans rege gemacht haben. Das stimmt freilich nicht, vetm der russisch-japanische Gegensatz in Ost- asten bestand längst. Wohl aber sind die Pläne BesobrafcwS ein: der letzten Ursachen gewesen, die das Faß zum Ueberlaufcn brachten. Kuropatkin war gegen eine aktive asiatische Politik, drang aber als damaliger Kricgsminister mit seinen Anschauungen weder beim Zaren noch bei seinen Mimsterkollegen durch. So wurde gegen Kuropatkins Willen der Krieg begonnen. George Kennan weist in einem Nachtrage darauf hin, daß die Darstellung Kuropatkins die erste authentische Bestätigung der Gerüchte bildet, die bald nach dem Kriege auf Grund geheimer, in Port Arthur gefundener Dokumentc auftraten und auch ihren Weg in die Presse fPiden. Er druckt ein Telegramm des Kontor- admirals Abaza an Besobrasow vom 14. Ätovember 1903 ab, aus dem der Schluß gezogen, wird, daß der Kaiser mit mindestens zwei Millionen Rubeln an dem Jaluunternchmcn be- teiligt war. Die„Gesellschaft" BesobrasowS, sagt er, scheint tat- sächlich aus dem Zaren, den Großfürsten, gewissen bevor- zugten Mitgliedern beä Hofadels, wahrscheinlich auch dem Vize- kömg' Alexe; ew und möglicherweise der Zarin-Mutter bestanden zu haben. So kam eS, daß„jedermann im fernen Osten Besobrasow fürchtete", und Alexejcw nach seinem Willen die Truppen in der Mandschurei beließ. Alexejcw spielte ein doppeltes Spiel, stellte' sich zum Schein auf Kuropatkins Seite, unterstützte aber in Wirklichkeit Vesobrasows Pläne, der ihn: zum Dank dafür die Ernennung zum Vizekönig verschaffte. „Der Wunsch des Zaren, den Krieg mit Japan zu vermeiden,— sofern er das tun konnte, ohnedenWertdesindieKorea- Holzgesellschaft ge st eckten Familienvermögens zu schädigen— war zweifellos ehrlich," schließt Kennan,„aber noch siebenzig Tage vor dem Bruch mit Japan hat er Kuropatkins kluge und vernünftige Ratschläge mißachtet und das vollste Ver- trauen in Besobrasow gesetzt und die Entsendung von Truppen ins Jalutal angeordnet."_ Die„schwarzen Kabinette". Wir haben vor einigen Tagen ein russisches Geheimdokument abgedruckt, das beweist, auf welche Weise die russische Gendarmerie in Postaiistalten eindringt. Noch vor kurzer Zeit hat der russische Leiter deS Post- und Telegraphenamts in der Duma behauptet, daß die Erzählungen über die„schwarzen Kabinette" in Rußiand Märchen seien. Er mußte dies behaupten, da Rußland zu dem internationalen Poitverband gehör: und de» Schein des Schutzes des Briefgeheimnisses wahren muß. Der frühere Beamte der Warschauer, dann der Pelersbnrger politiichen Polizei Bak'j-Michajlowöki macht in der russischen Zeit- schrift„Byloje" interessante Angaben über die Organisation der „schwarzen Kabinette". Demnach sind die Beamten, denen die Zensur der ausländischen Zeitungen obliegt, beauftragt, die lauseitde Korrespondenz zu mustern, in anderen Städten tun eS speziell dazu auSerwählte Postbeamte. Die Beamten besitzen ein alphabetisches Verzeichnis der Personen, deren Briese durchgesehen werden sollen. ES komme» hierbei nicht nur„verdächtige Personen" in Betracht, sondern auch alle diejenigen, für welche die Polizei oder die Regierung sich„interessiert", also ausländische Diplomaten und andere„Respektspersonen". Plehwe z. B. befahl seinerzeit, alle Briefe, die an Bureaukraten ge- richtet waren, die zu ihm eine oppositionelle Stinmumg em» nahmen, zu kopieren und ihm persönlich die Abschriften zu überreichen. So fand der Direktor des Polizeidepartemeiits Lopatin. als er beauftragt wurde,»ach der Tötung Plehweö dessen Papier« zu ordnen, unter denselben Abschriften von Briefen, dt« an ihn ge- richtet waren. Die.Technik' der Schnüffelei ist gewöhnlich die folgende: Man sucht die am schwächsten zugeklebte Stelle des Kuverts aus, öffnet sie und führt durch die Ocffiiniig eine feine Zange ein, die den Brief faßt und röhrenariig einwickelt. So wird der Brief auch wieder in daS Kuvert gesteckt. Geachtet wird auch auf Briefe, deren Adresse auffällia erscheint, wenn sie z. B. den Vermerk enlhält, daß der Brief„für" einen anderen ist. Für chiffrierte und mit chemischer Tinte geschriebene Briefe gibt eS Spezialisten. Bei auffälltgen„posto restanto"» Briefen wird durch Spitzeldienst an der Post festgestellt, wer der Abnehmer ist._ Hinrichtnuaen im Juli. Laut Mitteilungen der russischen Zeitungen wurden im Juli in verschiedenen Städten zum Tode verurteilt 161 Personen, darunter in Odessa 20, Kiew 18. Charlotv 18, Simferopol 16, Saratow 15, Warschau 14 usw. Die Nachrichten über vollstreckte Todesurteil« sind wie gewöhnlich nur sehr unvollstäitdig. ES wurden in der Presse registriert 50 Hiiirichtungen, darunter in Odessa 17, Saratow 7 usw. In Wirklichkeit steht die Zahl der Hinrichtungen nicht weit hinter der der Todesurteile zurück.— Ofkel. Die Waffe«: der Reaktionäre. Am Dienstag sind in Stambul neue Brände ausgebrochen. In jungtürkischen Kreisen ist man bereits äußerst beunruhigt, da man dieselben auf Brandlegungen zurückführt. Einigung. Die armenischen Komitees haben nunmehr ebenfalls das jungtürkische Programm angenommen. Marokko. Mnlay Hafid erkennt die AlgeciraSakte an. Wie ein Londoner Blatt aus Tanger erführt, hätten die diplo. matischen Veriretungen in Tanger ein Schreiben Mutay HasidS erhalten, in welchem dieser erklärt, die Alaeciras- alte anerkennen und für dieSchulden desMachsen» die Verantwortung übernehmen zu wollen. Di: Behörden des neuen Sultans sind eifrig darauf bedacht, Konflikte mit Europa und speziell mit Frankreich zu verhindern und ihm so den Vorwand zum Einschreiten zu nehmen. Bekanntlich haben die Notabeln in Taitger, che sie Mulatz Hafid zum Sultan ausriefen, ausdrücklich beschlossen, keine Verfolgungen der Anhänger des abgesetzten Sultans eintreten zu lassen und keine lärmenden Kundgebungen zuzulassen. Unterm 26. d. M. meldet der„Matin" aus Tanger: Der Pascha verkündet den Einwohnern, daß die französisch- spanische Polizei eine Streitmacht des Machsen sei und mithin im Dienste de« Sultans stehe. Daher würde jede Person, welche die Polizei beleidigt, mit Stackhieben bestraft werden. Der Londoner Telegraph meldet aus Tanger, daß die Franzosen mit Abdul Asis Vorbereitungen für c-ne neue Expedition gegen Marrakesch treffen. Eine Mahalla werde gebildet, die bereits über 4000 Mann zähle,— Die NgöhriM verdient wenig Glauben. Amerika. Die gelbe Frage. Die Londoner„Morning Post" meldet ans Washington: ES verlautet auS guter Quelle, daß Japan sich weigert, dem amerikanischen Vorschlage, über einen neuen Ein- wanderungövertrag zu verhandeln, zuzustimmen. ES wird als sicher angesehen, daß. wenn die Verhandlungen sich endgültig zerschlagen sollten, dem Kongreß im Dezember ein neuer Ausschlußgesetzentwurf gegen dieJapaner vorgelegt werden wird.—__ Soziales* Das Ende der Lcutcnot auf dem Lande sieht nun auch das ostpreußische Organ der Junker, der„Pom» Merschs Volksfreund" vorsus. indem es schreibt- Daß die Landwirtschaft dieses Jahr sich sehr star? mit heimischen Arbeitskräften, besonders für die Erntefaifon, versorgt hat, dürfte unter anderem auch daraus hervorgehen, daß das Bild des Arbeitsmarktes im Juni keine Verschlechterung mehr, sondern umgekehrt eine Besserung erfahren hat. Der Zugang vom platten Lande nach den Städten und gewerblichen Zentren ist seit mehreren Monaten schon fast ganz unterbunden, und man fann annehmen, daß die Menge derer, die in einem gewerblich günstigen Jahre abgewandert wären, dieses Jahr der Landwirtschaft als Arbeitskräfte verblieben sind." Diese von autoritativer Landwirtschaftlicher Stelle ausgehende Bekundung stimmt auffallend mit unserer Behauptung in Nr. 181 des Vorwärts", daß ein Arbeitsmangel auf dem Lande nicht mehr existiert, daß es Bandarbeitern jetzt schon sogar schwer fällt, zu Oktober neue Dienststellen zu bekommen. Trotzdem werden die Agrarier, wenn es im Interesse ihres Profits liegt und besonders solche, die ihre Leute schlecht behandeln, nach wie vor über angeblichen Arbeitermangel flagen. Was man davon zu halten hat, weiß man jetzt. " Bon der Bekleidungsindustrie. Langsam entwickelt sich auch diese Berufsgenossenschaft und gibt uns im Geschäftsbericht für 1907 ganz interessante Ziffern über die Lage dieser Branche. Versichert waren im Jahre 1907 insgesamt 8086 Betriebe mit 267 576 Arbeitern gegen 7143 Betriebe mit 204 111 Arbeitern im Vorjahre. Versichert waren nach der Statistit des Berichts 8514 Nähereibetriebe, 216 Wäschefabriten, 2041 Schuhfabriken, 370 Sutfabriten und 2128 Reinigungsbetriebe. Als Nebenbetriebe find angeführt: Kochküchen, Badeanstalten, Desinfektionen, Färbereien usw. Der Bericht bringt in lobenswerter Weise auch eine Aufstellung der Arbeiter nach Alter und Geschlecht. Es waren demnach beschäftigt in: Nähereibetrieben. Wäschefabriken. Schuhfabriken Hutfabriken. Reinigungsbetriebe Erwachsene 36 887 56 678 2703 Jugendliche unter 16 Jahren 1980 11 023 • 43 384 16 326 8 282 9 972 5 946 24 390 244 7547 1 881 2 993 440 805 303 1485 Mit den weiter aufgeführten Arbeitern der Nebenbetriebe waren versichert 97 203 Erwachsene männliche und 118 389 weibliche Arbeiter, sowie 6961 jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren männlichen unb 14 711 weiblichen Geschlechtes. Die Zahl der Arbeiterinnen überwiegt also die der Männer. Auffällig ist es auch, daß Schuhfabriten teine jugendlichen männlichen Arbeiter unter 16 Jahren beschäftigt haben wollen, während sie doch fast 3000 Arbeiterinnen unter 16 Jahren schon ausbeuten. Der Achtuhrlabenschluß. Die Bewegung für den Achtuhrladenschluß in den Kreisen des kaufmännischen Personals hat schon ganz ansehnliche Erfolge gehabt. Aus einer Statiftit, in welcher nicht nur die Orte, wo der vollständige Ladenschluß für alle Branchen, sondern auch die, wo geführt sind, ergibt sich, daß der Achtuhrladenschluß ganz oder zum er nur für einzelne oder mehrere Geschäftszweige besteht, aufTeil eingeführt ist: in 32 Großstädten( 100 000 Einwohner und mehr), in 127 Mittelstädten( 20 000 bis 100 000 Einwohner), in 142 Kleinstädten( 5000 bis 20 000 Einwohner), und in 71 Landstädten und Orten( unter 5000 Einwohner). Seit Fertigstellung der Statistik sind noch etwas über 50 Orte hinzugekommen, wo der Achtuhrladenschluß inzwischen zur Ein. führung gelangte, so daß er gegenwärtig in rund 430 Orten besteht. Schluß gewöhnt haben, befinden sich beide Teile in der Regel sehr Sobald fich die Kaufleute und das Publikum an den frühen wohl dabei. Es gibt zu wenig Verbrecher! Während überall über die schlechte Konjunktur geklagt wird den Gefängnissen nicht an Arbeit zu mangeln. Im Gefängnis zu und fortwährend Arbeiter beschäftigungslos werden, scheint es in Bayreuth flagte der Gefängnisverwalter dem Staatsanwalt gegen. über, daß es leider" an Arbeitskräften fehle, das heißt, es wird zu wenig eingesperrt. Der Staatsanwalt beeilte sich, Abhilfe zu fchaffen, indem er einer Reihe von Personen den Strafaufschub entzog und ihnen„ Einrüdungsbefehl" erteilte. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Schließlich erklärten zwei Vertreter vom Arbeitgeberverband, daß die der Streil von 10 Wochen im Jahre 1907 aufammengeführt hatte. Der Streit war erfolgreich, aber die notwendige Lehre daraus, die Organisation hochzuhalten, wurde von vielen nicht beherzigt. Zur Entfaltung einer neuen Agitation hat der Verband jest ein Flugblatt herausgegeben, das unter den nichtorganisierten läßt," irgendwelche Angriffsbewegung zu unternehmen, so wäre es Kollegen verbreitet werden muß. Es heißt in diesem Flugblatt: Wenn auch die zurzeit herrschende Krise es noch nicht zuein grobes Vergehen der Kollegen gegen sich selbst, wenn sie deswegen das Vertrauen zu ihrer Organisation verlieren würden. Darum ermahnen wir Euch, Kollegen, arbeitet für die Ideen der organisierten Arbeiterschaft, stärkt die gewerkschaftlichen Organi fationen, damit wir zu jeder Zeit auf alle Fälle gerüstet sind. Denjenigen Kollegen, welche noch nicht organisiert sind, welche es noch mit ihrem Gewissen vereinbaren können, ihren organisierten wir zu: Tretet ein in die Reihen der organisierten, aufgeklärten Mitarbeitern gegenüber eine Abseitsstellung einzunehmen, rufen Arbeiterschaft, laßt ab von Gurer Gleichgültigkeit, damit nicht Euch die Schuld trifft, wenn die Arbeitsverhältnisse in Eurer Branche nicht besser, sondern schlechter werden. Für feinen ist es zu früh, für keinen zu spät, feiner ist zu alt oder zu jung, um sich zu orarbeiter, im eigenen und im Interesse seiner Familie, ſich der Organisieren, sondern es ist die eiserne Notwendigkeit für einen jeden ganisation anzuschließen." Deutfches Reich.. Ju den Steinguifabriken Neu- Sörnewit bei Meißen find dre Arbeiter und Arbeiterinnen wegen fortgefeßter Maßregelungen der Vertrauensleute in den Streit eingetreten. Zuzug ist streng fernzuhalten. Fabritarbeiterverband. Bahlstelle Meißen. Einen schönen Erfolg erreichten die Töpfer in Salzwedel nach einwöchentlichem Streit. Ihre Affordlöhne wurden im Durch schnitt um 10 Braz. erhöht und die Stundenlöhne um 5-10 Pf. heraufgefeßt. Der schnelle Erfolg ist vor allem darauf zurüdzuführen, daß die Streifenden bei Ausbruch des Streits fofort bis auf das Streitfomitee dem Orte den Rüden lehrten, wodurch das Siegesbewußtsein der Unternehmer bedeutend herabgemindert wurde. Diese Taktik sollte übrigens bei allen Differenzen der Arbeiter mit dem Unternehmertum Anwendung finden, sie brächte ihnen be deutende Vorteile! In Konig vereinbarte der Töpferverband mit den dortigen Unternehmern einen bedeutend erhöhten Lohntarif, was äußerst erfreulich ist, da die dortigen Töpfer bisher unter recht minimalen Verhältnissen ihr Dasein fristen mußten. Es ist auch dies ein Erfolg der Organisation, die auch in Ostelbien marschiert, wenn auch in langsamerer Weise, als in Gegenden mit ausgesprochen industriellem Charakter. Wie man den Arbeitern die Organisationsgedanken austreibt. Die Tarifbewegung der Gold- und Silberarbeiter. Die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Gold- und Silber männlich weiblich männlich weiblich warenindustrie versammelten sich am Dienstagabend im großen Saale des Gewerkschaftshauses, um den Bericht zu hören über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern über einen neuen Tarif. Der Tarif ist, wie schon berichtet, von den Arbeitgebern zum 1. Dt. tober gekündigt worden. Handke, vom Deutschen Metallarbeiter berband, erstattete den mit Spannung erwarteten Bericht. Am Freitag, den 21. Auguft, fand die Verhandlung der Schlichtungs. fommission statt. Als Grund der Kündigung des Tarifes gab der Vorsitzende bekannt, daß die Innung nicht mehr zuständig sei, weil icht der Arbeitgeber verband der maßgebende Faktor für Tarifabschlüsse fei. Von Verträgen zavischen dem Arbeitgeberverband und dem Deutschen Metallarbeiterverband wollte man zuerst überhaupt nichts wissen; man wurde jedoch im Laufe der Verhandlungen anderer Meinung. Handke betonte, daß der Metall- In Goldmühl( Oberfranken) wurde schon wiederholt eine Organis Wird die Anordnung des Reichsversicherungsamtes über diese arbeiterverband im Auftrage einer Versammlung von Gold- und fation der Textilarbeiter gegründet, aber jedesmal gelang es dem Statistik gut durchgeführt, so erhalten wir wenigstens fünftig Zahlen vertretung erblide, und der Verband halte es für seine Pflicht, nach März dieses Jahres eine Verbandsfiliale errichtet. Der Direktor der Silberarbeitern Handele, die in diesem Verbande ihre Interessen Unternehmertum, ihr den Garaus zu machen. Zuletzt wurde im über die Zahl der Frauenarbeit in der Judustrie. Berechnet man die angegebene hohe Lohnsumme der Arbeiter bestem Vermögen und mit allen seinen Mitteln dafür einzustehen. bortigen Weberei meinte, unfer Herrgott werde schon dafür sorgen, pro Stopf, so ergibt sich ein Jahresdurchschnittsverdienst von 851 M. fich über einen neuen Tarif reben lasse, wenn mäßige Forderungen daß die rote Organisation nicht aufkommen könne. Aber er ſcheint Das sind gewiß Hungerlöhne und hat die Berufsgenossenschaft flug aufgestellt würden. Biel Opposition besteht gegen den Minimallohn. sich doch nicht so recht auf den Herrgott verlassen zu haben, denn er gehandelt, nur die Gesamtsumme anzugeben. Die Unfallziffern steigen auch in diesem Berufe bedenklich an der Lehrlingsfrage. Die Wertreter der Arbeitnehmer legten Wert Sie mußten fünf Wochen lang jede Woche drei halbe Lage aus. Die Auseinandersetzungen darüber führten zu einer Erörterung legte sich selbst fräftig ins Beug, um die Arbeiter mürbe zu machen. Während z. B. im Jahre 1901 nur 1742 Unfälle gemeldet wurden, darauf, festzustellen, daß die Ausbildung der Lehrlinge oft eine sehr sehen, die„ Mißliebigen" wurden an schlechte Stühle gestellt usw., war die Zahl im Jahre 1907 schon 3199. Entschädigt wurden jedoch mur 679 dieser Unfälle. Wozu sind denn auch die Krankenkassen da? mangelhafte ist, und daß die jungen Beute häufig nur als Lauf- auch Maßregelungen erfolgten. Auf diese Weise gelang es, die Die meisten Unfälle hatten die Schuhfabriken mit 1261 Unfällen, die die Lehrlinge ausbeuten, beklagen sich dann später, daß fie bald mürbe gemacht, so daß fie der Organisation den Rücken kehrten. burschen in den Geschäften benutzt werden. Dieselben Arbeitgeber, entschiedeneren Elemente hinauszuekeln, die übrigen waren dann dann folgt die Konfektion mit 496, die Wäschefabriken mit 184, Beuten, die nur wenig leisten können, einen Minimallohn zahlen 28äschereien mit 522, Sutfabrifen mit 164 usw. Nach Zahl, Alter und Geschlecht verteilen sich die entschädigten sollen. Man tam in der Kommission schließlich überein, daß die Der Herr Direktor ist natürlich ein strammer Liberaler. Fälle wie folgt: 459 Erwachsene männlichen und 165 weiblichen Mittwoch, den 26. August, stattfand, einen Tarifentwurf vorlegen Arbeiter der Versammlung des Arbeitgeberverbandes, die Eine Tarifbewegung der Kohlenarbeiter in Nürnberg stößt bei Geschlechts, 39 Jugendliche männlichen und 16 weiblichen Geschlechts. sollten. In einer Bertrauensmännerversammlung wurde darauf den Unternehmern auf erhebliche Schwierigkeiten. Von 27 UnterDiese Unfälle ereigneten sich laut Bericht: an Motoren usw. fofort eine Vorlage ausgearbeitet, die nun der Versammlung zur nehmern haben nur 10 auf die eingereichten, sehr bescheidenen 17 Fälle, an Arbeitsmaschinen 389, an Fahrstühlen 13, an Dampf- Beratung von Handke unterbreitet wurde. Nach eifriger Diskussion Tarifforderungen geantwortet, die entweder gar nichts oder lediglich teffeln 18, durch feuergefährliche Stoffe usw. 10, durch Zusammen- erhielt die Vorlage die Zustimmung der Versammelten. Die wesent- eine Zulage von 1 t. pro Woche bewilligen wollen. Eine Verbruch, Einsturz usw. 14, durch Fall von Leitern, Treppen 72, beim lichen Punkte darin sind die folgenden über die Arbeitsbedingungen: Sammlung der Arbeiter verurteilte scharf diese Stellungnahme und Auf- und Abladen 19, beim Fuhrwert 26, durch Tiere( Biß, beauftragte die Lohnfommission, im Laufe dieser Woche nochmals Stoß ufiv.) 2. durch Handwerkzeuge durch Handwerfszeuge 39, fsonstige Ursachen in persönliche Unterhandlungen mit den Unternehmern einzutreten. 60 Fälle. Gegen die Kohlengeschäfte, die sich den Forderungen ihrer Arbeiter gegenüber ablehnend verhalten, sollen zu gegebener Beit Maßnahmen getroffen werden, deren Ausführung dem Verbandsbureau aufgetragen wird. Ausland. Verletzt wurden in 24 Fällen Kopf und Geficht( Augen), in 624 Fällen Arme und Hände( Finger), 78 Fällen Beine und Füße, 34 Fällen andere und mehrere Körperteile zugleich, und 19 Sonstige Verlegungen. Als Folgen der Unfälle bezeichnet der Bericht: in 12 Fällen Tod, in 596 Fällen teilweise und in 71 Fällen vorübergehende Erwerbsunfähigkeit, während die Nubrik: völlige Erwerbsunfähigkeit bezeichnenderweise leer ist... Gibt es also nicht. Entschädigt wurden 9 Witwen und 14 Kinder der Getöteten. Es waren also meist verheiratete Leute, die im Beruf ihr Leben lassen mußten... Die Schiedsgerichte erledigten wieder zugunsten der Berufsgenossenschaft 195 Berufungen und nur 99 zugunsten der Verlegten. Die Berufsgenossenschaft hatte auch gemäß§ 88 des 1.-2.-G. 42 Anträge auf Herabsegung oder Einstellung älterer Renten bei den Schiedsgerichten gestellt und hatte in 36 Fällen Erfolg. Das Reichsversicherungsamt hatte 39 Rekurse zugunsten der Berufsgenossenschaft und 28 zugunsten der Verletzten entschieden. Die Berufsgenossenschaft hat also gar keine Ursache, sich über unsere Rechtsprechung zu beklagen. Der technische Aufsichtsbeamte der Berufsgenossenschaft berichtet, daß er im Jahre 1907 nur 564 Betriebe an 131 Tagen revidiert hatte. Der Beamte bearbeitet auch die Unfallanzeigen, muß aber benterfen, daß dieselben selten ein flares Bild über den Hergang des Unfalles geben, der nur zu oft nicht zutreffend geschildert ist; die Schuldfrage ist dann schwer zu beurteilen". Die Unternehmer werden sich hüten, genaue Schilderungen zu geben. Andere Aufsichtsbeamte machen aber doch eine Statistit sich zurecht. Sie ist aber auch danach. am Die tägliche Arbeitszeit beträgt 9( neun) Stunden, einschließlich einer Frühstücspause von 15 Minuten. Der Mindestlohn für alle in der Gold- und Silberwaren industrie beschäftigten gelernten Arbeiter beträgt nach vollendeter Lehrzeit 22,50 Mt., nach einjähriger Beendigung der Lehrzeit 25,50 f. Alle diejenigen Arbeiter, welche am 1. Oktober 1906 die in dem§ 3 des bisherigen Tarifs bestimmte 10prozentige Aufbesse= rung ihres Zeit- oder Stücklohnes nur teilweise oder gar nicht erhalten haben, bekommen von 1. Oktober d. J. eine dementsprechende Zulage, in der Weise, daß die 10prozentige Erhöhung ihres Verdienstes gegenüber dem von 1906 erreicht ist. Die so bestehenden Lohnfäße erfahren boin 1. Oftober 1909 eine Ausbesserung von 5 Broz. in Zeit- und Stüdlohn. Die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen, welche in den Betrieben der Gold- und Silberwarenindustrie beschäftigt sind, erhalten bom 1. Oktober 1909 ebenfalls eine Aufbesserung ihres Verdienstes um 5 Proz. Im Maschinenbaugewerbe an der nordöstlichen üst e Großbritanniens streifen die Arbeiter seit Februar dieses Jahres. Es ist ein Abwehrstreit gegen Lohnherabsetzungen. Die Streifenden haben in den letzten Wochen beschlossen, den Vorstand ihres Verbandes zu ermächtigen, in Unterhandlungen mit den Fabrikanten einzutreten. Diese aber sandten den Streifenden ein Ultimatum, daß sie im Falle der Nichtaufnahme der Arbeit eine Aussperrung aller Mitglieder des Maschinenbauerverbandes bornehmen würden. Für die erſten 3 Ueberstunden werden 25 Proz., für die Letzte Nachrichten und Depefchen. 25 weiteren givei 50 Proz., für die übrigen 75 Broz. Zuschlag gezahlt. Das letztere gilt auch für Sonn- und Feiertagsarbeit. Als Ueberstunden gelten diejenigen Stunden, welche über die tägliche neunstündige Arbeitszeit geleistet werden. Unverschuldet versäumte. Arbeitszeit darf bei der Berechnung betreffs des prozentualen Zuschlages der Ueberstunden als solche nicht in Abzug gebracht werden. Handte machte noch besonders darauf aufmerksam, daß sich kein Arbeiter darauf einlassen darf, eigene Abmachungen mit seinem Arbeitgeber zu treffen. Jeder weise solche Ansinnen zurück und berufe sich darauf, daß er, als Mitglied des Verbandes. nur in Gemeinschaft mit den übrigen Kollegen Arbeitsbedingungen festjeben darf, die allein durch ein Vertragsverhältnis mit dem Verbande Geltung gewinnen können, und zuständig ist hier nur der Deutsche Metallarbeiterverband. Der Tarifvertrag der Hartgummiarbeiter. Bürgermeister und Massenmörder. Madrid, 26. August.( B. H.) Der Bürgermeister von Alarcon Dr. Tortossa ist unter der Beschuldigung, zahlreiche Morde begangen zu haben, verhaftet worden. Bis jetzt sind ihm 9 zur Last gelgt worden; darunter der Tod seines Schwagers, seiner Schwiegermutter, des Eigentümers seines Hauses und sowie sechs anderer Personen. Eine junge Arbeiterin tötete er und warf die in Stücke geschnittene Leiche in einen Fluß. Zwei Soldaten schwer verunglückt. Nürnberg, 26. Auguft.( B. H.) Zwei Kanoniere von dem in Fürth stehenden 6. Feldartillerieregiment hatten dem Verbot zus wider von dem Schießplatz einen Geschoßzünder mit in die Kaserne hineingenommen. Dieser explodierte und beide Soldaten wurden schwer verwundet. Säbelhiebe statt Rechte. Budapest, 20. Auguft.( B. S.) Wegen slovakischer Umtriebe griff gestern in Magasfalu im Preßburger Komitat während einer Bersammlung die Gendarmerie mit der blanken Waffe ein, wobei viele Personen verlegt wurden. Hauseinsturz. Budapest, 26. August.( B. H.) Auf dem Chriftinenring stürzte gestern mittag ein im Bau befindliches einstöckiges Haus ein. Fünf Arbeiter wurden schwer, drei leichter verletzt. Nach der Aufstellung des Beamten fehlten die Schußvorrichtungen an 26 Motoren, an 22 Transmissionen, an 45 Tischwellen, an 156 3entri fugen, an 26 Zylinderdampfmangeln, 130 Muldenmangeln, an 37 Tischplätten, an 74 Walzwerten, an 88 Durchgangsstanzen, an 45 offenen Stanzen, an 22 Sohlenformpressen, an 97 Schärfmaschinen usw. 65 Transmissionsleitern und 31Schachtzugänge waren nicht in Ordnung. Die Arbeiter der chirurgischen Branche, dem Deutschen MetallEr verweist speziell auf die 323 Stanzunfälle in den Schuhfabriken und arbeiterverband angeschlossen, versantmelten sich am Dienstagabend berlangt mehr Beachtung der Vorschriften. Ich habe twahr im Gewerkschaftshause, um über die Sachlage in bezug auf den genommen, daß man an Dampfmangeln junge Mädchen unter bestehenden Tarifvertrag Beratung zu pflegen. Handte refe= 16 Jahren alt arbeiten ließ. An diesen Dampfmangeln fehlten oft rierte und führte die Gründe an, die die Organisationsleitung bezweckentsprechende Schutzvorrichtungen. In solchen Fällen mahnte stimmten, eine abwartende Haltung einzunehmen, als der Termin ich die Unternehmer, für schnellste Anbringung der Schutzmittel zu der Kündigung heranrüdie. Der Tarif, der im Jahre 1907 abforgen und ältere und geübtere Mädchen einzustellen. Sturz nach geschlossen wurde, liefe am 1. Oftober ab, wenn er am 15. August meinem Besuche einer solchen Dampfwaschanstalt ist ein junges gekündigt worden wäre. Die Arbeitgeber sandten keine KündiMädchen verunglückt, es fehlte der Einlaßschuß an der Mulden- gung ein, und damit ist der Tarif auf ein Jahr verlängert. Nun mangel." So der Bericht. ist es aber nicht ausgeschlossen, daß die Arbeitgeber vom 1. Oktober Die Berufsgenossenschaft hat gegen drei Unternehmer, tvelche ab die tariflichen Bestimmungen zu umgehen trachten. In solchen wegen fahrlässiger Körperverlegung strafrechtlich verfolgt wurden, Fällen gilt es auf der Hut zu sein und unter allen Umständen „ in Höhe der derzeitigen und fünftigen Aufwen- Widerstand zu leisten. Jeder Tarifbruch ist im Bureau des Deutdungen Negreßansprüche erhoben". Durch das Fehlen schen Metallarbeiterverbandes zu melden, damit von dort aus das der Schutzvorrichtungen" waren in diesen drei Fällen drei jugend weitere veranlaßt wird. Handte rechtfertigte das Verhalten I i che Arbeiterinnen schwer( eine hiervon tödlich) zu Schaden ge- der Organisationsleitung, die keine Versammlung der Mitglieder Tommen" und mußten Renten in Höhe von 80 und 50 Proz. gezahlt emberief, aber erst nach sorgfältiger Prüfung der Umstände sich werden, da die Verlegten den gänzlichen Verlust des rechten Armes zurückhaltend zeigte und abwartete, was die Arbeitgeber vornehmen und der linken Hand zu beklagen haben! Erfreulich ist es ebenfalls, würden. Gr forderte, daß der Leitung Vertrauen entgegengebracht daß die Genossenschaftsversammlung die Refurse dieser Unternehmer werde, die in diesem Falle die nachträgliche Genehmigung ihrer in zwei Fällen ganz, in einem Fall mit etwas Nachlaß verworfen Maßnahmen nachsuchen müsse. hat. Man fragt sich aber, weshalb der Gesetzgeber nun den In der Diskussion wurde es von verschiedenen Seiten eigentlich Geschädigten, den armen Verletzten im§ 135 des gerügt, daß die Leitung das Mitbestimmungsrecht der Mitglieder Gewerbe- Unfallgefeßes unterfagt resp. unmöglich gemacht hat, die berlebt habe, aber im allgemeinen war man mit der Haltung des fahrlässigen Unternehmer haftbar zu machen, während die reichen Vorstandes einverstanden. Bei der Besprechung der Verhältnisse in Berufsgenossenschaften im§ 136 des Gesetzes ausdrücklich das Recht der Branche wurde die mangelhafte Arbeitsgelegenheit hervor haben, Stegreßanjprüche zu erheben. gehoben, und ferner getadelt, daß noch bei vielen Berufsgenossen Gleichgültigkeit gegen die Organisation besteht, auch unter denen, brennt. Schiffszusammenstoß. Liverpool, 26. August.( W. T. B.) Der Cunarddampfer „ Etruria" stieß in der Mündung des Merseh bei Anlegen an einen Tandungssteg mit einem leichter zusammen. Dieser rannte derart auf die Schraube der„ Etruria" auf, daß es der Arbeit mehrerer Schlepper bedurfte, um die beiden Fahrzeuge voneinander zu trennen. Der Leichter sank gleich darauf, wobei ein Mann der Besabung ertrank. Grubenkatastrophe. Mac Alester( Oklahoma), 26. August.( W. T. B.) In dem Kohlenbergwerk von Hailey- Bille brach Feuer aus, wodurch fünfKohlenbergwerk von Hailey- Wille brach Feuer aus, wodurch fünfundzwanzig Bergleute, fämtlich Ausländer, abgeschnitten wurden. Es ist keine Hoffnung auf Rettung vorhanden, da die Grube heftig Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Knterhaltungsbl. Ar. 200. 2S. Iahrgavg. l. KnlM des Lswüls" Kerlim MsdlR DomttSW, 27. Augufl 1908. Poiitlve vseichläge zur fugend- organiiatlonsfrage. Es wird uns geschrieben: Ein Hauptdifferenzpunkt in der Polemik über freie und geWerk- schaflliche Jugendorganisation scheint glücklich beseitigt zu sein. Viele früheren Gegner der Hamburger Resolution, die ich in den letzten Tagen gehört habe, sind darin einig, daß baldmöglichst von den Arbeiterorganisationen die Gründung eines Zentralbildungs- Vereins für die Jugend unternommen wird. Mit einer relativen Selbständigkeit der Jugendlichen innerhalb dieses zukünftigen großen Verbandes gaben sich sogar die Vertreter der freien Jugend- organisationen zufrieden. Hoffentlich tragen meine heutigen Aus- führungen zur weiteren Verständigung über die Jugendorganisations- frage bei. Folgende Zahlenzusnnimenstellnng, welche wir der Genossin M. Wurm verdanken«..Neue Zeit"), bitte ich als Unterlage für die weitere Aussprache in der Jugendfrage zu benutzen. Katholische Jugcndvereine werden etwa 2000 mit 240 000 Mit gliedern gezählt, von den letzteren sind 30 000 13— 22 Jahre alt. Evangelische Jünglingsvereine bestehen in Deutschland mehr als 2000 mit 100 000 Mitgliedern. Die Nation alveremigung der evangelischen Jünglingsbündniffe Deutschlands hat eine Gesamt mitgliederzahl von 114 787 Jünglingen. Ohne zu übertreiben dürfen wir behaupten, daß unsere Gegner über 450 000 Jugendliche in ihren Vereinigungen besitzen. Die Mitglieder kleiner, wilder Jünglingsortsgruppen, loier. christlicher und nationaler Vereine, sind in dieser Zahl gar nicht enthalten, da darüber kein Zahlenmaterial vorliegt. Wie klein dagegen macht sich die Zahl der freien Jugendvereine. Am 1. Juli 1007 zählte der jetzt ausgelöste süddeutsche Verband jugend- licher Arbeiter und Arbeiterinnen 730 Ortsgruppen mit 4500 Mit gliedern: davon waren aber 391 M it g l i e d e r über 18 Jahre und 440 Mitglieder über 20 Jahre alt. Die norddeutsche Vereini- gung der freien Jugendorganisaiion Deutschlands hatte in 15 Vereinen zusammen 2300 Mitglieder, Berlin allein zirka 1300. Es waren also 1907: 745 Ortsgruppen mit 6800 Mitgliedern in der freien Jugendorganisation vorhanden. Neber 1600 Mit- glieder hatten aber das 18. Lebensjahr bereits überschritten, zunr Beispiel in Berlin 224. Seit der Auflösung der Süddeutschen sind jetzt allerdings nur noch die norddeutschen freien Jugendvereine ge- blieben. Wir können also von der obigen bescheidenen Summe noch mehr als die Hälfte streichen. Gerade die vorliegende S t a t i st i k veranlaßt mich bei meinen Borschlägen vom 13. August zu bleiben. Ohne Zweifel wird unsere zukünftige Jugendorganisation in ihren Grundzügen ähnlich der des Berliner christlichen Vereins sein müffen. Die christlichen Organisatoren sind zum großen Teil sehr praktische Leute, denn die Einrichtungen des größten Berliner Instituts berücksichtigen besonders die Leibes- und Lebensbedürfnisse der großstädtischen Jugend in hervorragendem Maße. Aus diesem Grunde erfreut sich dieses Institut besonders im Herbst und Winter eines sehr regen Zuspruchs der Jugendlichen. Für die Jugend ist dann die treibende Organisationskraft das Geselligkeitsgefühl, die Sehnsucht nach großen hellen, warmen und gemütlichen Räumen. Ist es vielleicht nicht auch ein Irrtum,� immer wieder zu bo haupten, daß der Jugendliche, wenn er die Schule verläßt, mit der alten christlichen Weltanschannug fertig und in dem Alter bereits vom Sozialismus infiziert ist? Es ist dies vor einigen Wochen geschrieben worden. Tatsache ist wohl, daß die Jugend die auswendig gelernten Moralpredigten nach dein Eintritt in das öffentliche wirtschaftliche Leben bald vergißt; aber dann macht sich doch sofort bei den meisten Menschen eine ausgeprägte Gleichgültigkeit breit. Gerade weil wir uns einer solch großen trägen Masse von Jugendlichen gegenüber befinden, müssen wir erst einen Koniakt, eine Verbindung zwischen uns und diesen Hnnderttausenden herstellen. Wir dürfen uns nicht nur zeigen, sondern wir müssen ihnen auch etwas bieten. Weil rch davon überzeugt bin, daß unbedingt ein großer Orga� nisationsplan geschaffen iverden muß, wozu alle Kräfte herangezogen werden sollen, ich auch verhindern wollte, daß wir uns weiter in Kleinigkeiten verlieren, uns um tote Svsteme und Theorien streiten. machte ich kürzlich in knapper Form meme Vorschläge zu dieser Frage. Die Jugendorganisationsarbeit mutz, weil sie so vielseitig und arbeitsreich ist, mindest in zwei Abteilungen geteilt werden. Die Gewerkschaften werden hierbei eine große, aber begrenzte Arbeit bekommen. Ich wiederhole und ergänze:»Die einzelnen Ge- kleines feuilleton. Bon der chinefischen Presse.„Der chinesische Journalismus steht erst an feinem Anfang, aber dieser Anfang ist der groß- artigste, den die Welt je gesehen. Die Presse zählt mit der Tele» graphie und der Eisenbahn zu den drei großen Mächten, die das Reich der Mitte umformen." Mit diesen Worten schließt F. A. Mackenzie eine ausführliche Betrachtung über die chinesischen Zeitungen. Die Anzeigen sprechen noch deutlicher als der Text selbst für die Umwälzung, die in den geistigen Anschauungen vor sich geht. Vor kurzem noch glaubte der Chinese steif und fest, daß die Erde flach sei, jetzt werden in allen Zeitungen Globen an- gepriesen, die die Gestalt der Erde veranschaulichen und über die großen geographischen Entdeckungen unterrichten. Europäische Toiletten, Musikinstrumente und moderne Schulbücher werden an- gepriesen, und man kann Reklamebilder sehen, auf denen junge Chinesen mit ganz kleinen Zöpfen und in eleganten englischen Kleidern daherspazieren. Besonders englische Fabrikanten annon» eieren ihre Waren in den chinesischen Blättern, und unter ihnen tun sich wieder die Verkäufer von Arzneien hervor, die die wunder- bare Wirkung ihrer Heilmittel gar nicht genug loben können. Versicherungsgesellschaften bieten ihre Dienste an und neben Schwamm und Seife, diesen deutlichen Exponent-n höherer Kultur, erscheinen amerikanische Uhren und amerikanische Maschinen. Viel- fach sind diese Annoncen in englischer Sprache abgefaßt; aber auch Aufsätze in englischer Sprache erscheinen in diesen chinesischen Zeitungen. Da findet man einen Aufsatz, der sich gegen das bei den chinesischen Frauen so beliebte Verkrüppeln der Füße wendet und die Tat eines jungen Weibes preist, das lieber Selbstmord beging, als daß es sich dieser Sitte gefügt hätte. Ein anderer Artikel wieder richtet an das Volk die Mahnung, doch ja die Kinder in die Schule zu schicken. Die Freiheiten, die die chinesischen Zeitungen genießen, sind allerdings noch nicht sehr groß. In der ersten Blüte des neuen Aufschwungs wagten sich bald radikale und revolutionäre Elemente hervor, worauf die Regierung harte Strafen über einige Herausgeber verhängte. Seit dem Mai dieses Jahres ist nun eine neue Regelung des Zeitungswesens eingc- treten, nach der eine offizielle Kontrolle ausgeübt wird und jede Zeitung verpflichtet ist, ein Exemplar jeder Ausgabe der Regierung einzureichen. Wer Dinge druckt, die sich gegen den Tron richten, den Frieden des Volkes stören oder„heilige Gebräuche".herab- setzen, wird mit Gefängnis von sechs Monaten bis zu zwei Jahren bestraft. Das vermag aber nicht zu hindern, daß die neuen An- schauungen, das neue Leben in den Spalten der Blätter zum Ausdruck gelangen. Besonders deutlich zeigt das die Pekinger Fraucnzeitung„Nupao". Dieses Blatt kämpft für die Frauen- emanzipation in einem Lande, in dem die Frau bisher auf das Tiefste niedergedrückt war. Der Roman, den gegenwärtig sein Feuilleton bringt und der in den Köpfen der Frauen von Peking viele nachdenkliche Betrachtungen anregt, erzählt die Geschichte werkschaften haben alle jungen Leute, ungelernte Arbeiter. Burschen, Lehrlinge usw. unter 18 Jahren ihrer Jugend- sektion zuzuführen. An der Spitze der Sektion, der ohne Schaden tausende von Jugendlichen angehören dürfen, steht eine jugendliche Sektionsleitung, die alle Jahre neugewählt werden kann. Ueber die Abteilungsarbeiten einer Jugendsektion habe ich schon kürzlich geschrieben. Hervorheben möchte ich hier, daß die gewerk- schaftlichen Jugendsektionen unbedingt mehr in praktischer Arbeit leisten können, als was bisher von den kleinen Gruppen der freien Jugendlichen geleistet worden ist. Die Jugendsektionen der einzelnen Gewerkschaften können z. B. vermöge ihrer Zentralverbindung bei jeder Gelegenheit für 3, 4 oder mehr verschiedene Berufe eines großen Betriebes gleichzeitig vor- gehen, nm für die Jugendlichen Lohnforderungen zu' stellen, Schutz- bestimmungen zu fordern oder Mißstände zu beseitigen. Bei staristischen Erhebungen oder Betriebsorganisierungen usw. werden die Jugendlichen die Hilfe der Erwachsenen öfter nötig haben, um- gekehrt werden aber auch die Erwachsenen bei Lohnbewegungen die Hilfe der Jugendlichen in diversen Fällen gebrauchen können. Mein Kollege M. Peters scheint in seinem Artikel zu übersehen, damit gerade darum zu allererst die Jugendlichen gewerkschaftlich organisiert sehen will, damit sie sich selbst erziehen lernen, ferner daß ich die Jugendlichen aus eigener Kraft ihren leiblichen und geistigen Status heben und verbessern. Sehen wir uns doch einmal eine große Berufsgruppe oder einen Fabrikbetrieb an. Es muß endlich das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Alten und Jungen gepflegt werden. Die Jugend braucht besonders die Erfahrung der erwachsenen Kollegen in Berufssragen, gewerkschaftlichen Angelegen- heiten usw. Hand in Hand muß in dieser Frage nicht nur inner- halb einer Gewerkschaft, sondern in allen deutschen Gewerkschaften gearbeitet werden. Ein Bildungsverein für die Jugend müßte ja Tausendkünstler als Leiter haben, wenn die Führer für alle Jugendlichen praktischen Jugendschutz in allen Betrieben und Branchen pflegen wollten. Weil ich eben persönlich erfahren habe, wieviel schon eine Gewerkschaft für ihre Jugendlichen zu tun hat und noch zu tun bekommt, behauptete ich ja, daß gerade die Gewerkschaften nur wirksam für Jngendschutz, Rechtsschutz, Fachbildung, Lohnregulierungen, Arbeitsvermittelung eintreten können. Ich spreche den Leitern der fteien Jugendvereine gar nicht den guten Willen und die besten Absichten ab, wenn sie sich bemühen, in ihren abgeschlossenen Kreisen Bildung, Jugendschntz usw. zu pflegen und auszubauen. Aber was über die Kraft und den Rahmen einer Jugendorganisation hinausgeht, kann eben nicht von ihnen geleistet werden. Das ist ganz natürlich. Den Beweis für meine Behauptungen bringt sogar M. PeterS persönlich in seinem Jahresbericht 1907. Er schreibt folgendes unter der Rubrik Beschwerdestelle: „Wenn auch die Inanspruchnahme der Beschwerdestelle seitens der Kollegenschaft eine ziemlich starke war, so kann sie uns dennoch nicht befriedigen. Wir alle wissen, daß die Jugend Groß-Berlins von weit mehr Elend betroffen wird, das die Beschwerdestelle lindern könnte, wenn ihr die Mißstände bekannt wären. Gewiß ist es recht schwer, auf einem solch auSgedehntenArbeitsgebiet wie Berlin in jeden Winkel der Stadt einzudringen. Der Versuch sollte aber nicht unterlassen werden. In dieser Absicht beschloß die Generalversammlung am 28. Juli, zur Unterstützung der Beschwerdestelle, hauptsächlich um Material über das Lehrlings- elend zu sammeln, eine Jugendschutzkommission zu bilden, die sich aus je einem Vertreter.der Abteilungen zusammensetzen soll. Indes erwies sich diese Einrichtung als nicht durchführbar. Offenbar.mangeltees an den geeigneten Kräften zur Ausübung dieser s ch w i e- rigen und zeitraubenden Arbeit. Durch Be- s ch r ä n k u n g der Zahl der Kommissionsmitglieder dürste eS möglich sein, den bei Bildung der Kommission im Auge habenden Zweck dennoch zu erreichen." Dieses genügt wohl als Beweis für meine Behauptungen. Nun einiges über die Gewerkschaflspreffe und ihre Arbeit für die Jugend. In den Fachoraanen der Gewerkschaften dürften nach meiner Ansicht nur Berufssragen erörtert sowie fachtechnische Abhandlungen, Sektionsbekanntmachungen usw. gebracht werden. Ueberhaupt wird es notwendig sein, daß für die Jugend sektionen ständig in den gewerkschaftlichen Fachorganen eine Beilage, mindestens aber ein größerer Raum zur Verfügung gestellt wird. Daß den Jugendsektionen innerhalb der Gewerkschaften ohne Schwierigkeiten dasselbe Recht wie den Erwachsenen eingeräumt werden kann, hat die Praxis der Lithographen und Transportarbeiter bereits bewiesen. Die deutschen Gewerkschaften haben speziell nur einer modernen jungen Chinesin, die von einem wahren Hunger nach Wissen und Lernen ergriffen ist und der ihre Eltern, in den alten Vorurteilen befangen, alle Bildungswege abzuschneiden suchen. Doch das Mädchen setzt sich durch; sie erwirbt sich eine reiche Bildung und der Himmel, der der modernen Strömung günstig ist, will es sogar, daß sie durch ihr Wissen zum Segen und zur Stütze ihrer Eltern wird, die ihr Vermögen verlieren und nun von der Tochter ernährt werden. Vom Hexenglauben. Im Hexenglauben konzentriert sich der Aberglauben des Mittelalters in seiner ganzen Kraßheit und in der ganzen Furchtbarkeit seiner Folgen; daß er aber noch keine? wegS ausgestorben ist, beweisen so manche Beleidigungs- und Mordprozesse aus den letzten Jahrzehnten. So führt Albert Hellwig in seinem kleinen Büchlein„Verbrechen und Aberglaube das kürzlich in der Sammlung„Aus Natur und Gcisteswelt" er- »chienen ist, aus:„Wir sehen, daß der Hexenglaube auch bei uns im zwanzigsten Jahrhundert noch überaus lebenskräftig ist und bei weitem noch nicht ausgestorben ist, wie einige weltfremde Optimisten, welche von der Volkspsyche keine Ahnung haben wohl meinen." Aus seinen Mitteilungen sei angeführt, daß auf deutscher Erde. in Landshut in Bayern die letzte Hexe 1756 verbrannt wurde, in der Schweiz sogar erst 1782, und daß in der mexikanischen Stadt San Juan del Jacobo eine Mutter und ihr Sohn am 7. Mai 1874 als Zauberer verbrannt worden sind.„Hexenprozesse" sind heutigen Tages Prozesse wegen Beleidigung und Verleumdung, oft auch wegen Körperverletzung, ja sogar wegen Mordes aus Hexenglaube». Gegen das durch den Hcxengloubcn zugefügte Unrecht schreiten die Gerichte zuweilen nur mit auffälliger Milde ein. So wurden von dem Schöffengericht in Eisenach 1904 zwei Frauen, die die Privatklägerin Hexe genannt und behauptet hatten, daß das Kind der einen erkrankt sei, weil die Klägerin es gestreichelt habe, und die durch ihr törichtes Geschwätz die Klägerin gezwungen hatten, ihren Wohnort zu verlassen, nur zu 15 M. Geldstrafe verurteilt. Von ihrem Glauben ließen sie sich natürlich nicht abbringen. In Eilenburg war ein Ehepaar angeklagt, eine Frau Hexe genannt zu haben. � Vor dem Schöffengericht behauptete der Mann, die Klägerin sei tatsächlich eine Hexe, denn durch ihre teuflische Kraft seien seine Kinder mit Aussatz behaftet, auch sei nur sie schuld, daß Brot und Butter in seinem Hause so schnell zu Ende gegangen seien. Die Frau könne auch die Gestalt eines schwarzen Katers annehmen, als solcher sei sie in sein Haus gekommen; dafür ver- langte er Zeugenvernehmung. Darauf sagte ihm der Gerichtshof, daß er 200 Jahre zu spät geboren sei, aber cS verurteilte ihn und seine Frau nur zu je 5 M. Sind das immerhin noch lächer- liche Vorkommnisse, so führt der Hexenglaube auch jetzt noch zu argen Mißhandlungen, ja zu Totschlägen und Morden. Theater. Deutsches Theater:„Medea." Tranerspiel von FranzGrillparzer. In Fortsetztmg des klassischen Repertoires für alles, was mit dem Beruf der Jugendlichen zusammenhängt, zu sorgen. Doch die Ausbildung der Jugendlichen in allen notwendigen Wissensgebieten muß dem Zentralbildungs« verein überlassen bleiben. Es muß hier eine strenge Arbeits- teiliuig eintreten, sonst bleibt ja alles beim_ alten. Ich stehe auch auf dem Petersschen Standpunkte, daß die Aufklärung über wirtschaftliche Fragen für die Weiterbildung der Jugendlichen von einschneidender Bedeutung ist; darum wird gerade die intensive praktische Arbeit in den Gewerkschaften die Jugend- liche n für die bildenden Vorträge des Bildungs- Vereins besonders empfänglich machen. Wenn ich in ineinen Vorschlägen den Gewerkschaften eine große, aber begrenzte Arbeit zugewiesen habe, so wünsche ich, daß der Zentralbilduugsverein eine ebenso große, aber unbegrenze Lehrarbeit zu erfüllen bekommt. llni auch in der Frage des ZentralbildungSvereins Klarheit zu schaffen, möchte ich meine kürzlich gegebenen Vorschläge noch etwas näher erläutern. Der ZentralbildungSverein der gewerkschaftlichen deutschen Jugend darf unter keinen Umständen ein abgeschlossener Verein für sich fein, sondern er ist als Seitenstück oder Teil der gesamten deutschen Ärbeiterorganisationen anzusehen. � Die jugendlichen Mitglieder der deutschen Gewerkschaften werden in dem Moment, wo sie sich gewerkschaftlich organisieren, Mitglieder des örtlichen Bildungsvereins. Diese Jugendlichen kommen an den Sonn- und Feiertagen, be- sonders während der kalten Jahreszeit, in großen Räumen zu- sammen, wo nach einigen allgemeinen Ilnterhaltungsstunden den Jugendlichen wissenschaftliche Vorträge oder sonstige Vorführungen, kurz alles das geboten wird, was schon so oft ausgeführt worden ist. Die Leitung des Bildungsvereins wird sicher, was auch die Hamburger Resolution klar ausdrückt, auS Jugendlichen und Er- wachsencn zusammengesetzt sein. Die Jugend und die Arbeiter- organisationen arbeiten dann gemeinsaln. Es ist wohl keine Streitfrage mehr, daß an der Spitze der Bildungsleitung nur hochgebildete, mit pädagogischen Fähigkeiten ansgestattete, ältere Personen stehen können. Auf die finanzielle Seite des eben besprochenen Projekts kann hier nicht eingegangen werden; jedenfalls wird es so kommen müssen, wie ich letzthin ausgeführt habe, daß die Gewerkschaften für pro Kopf der Jugendlichen an die Kasse des Bildungsnusschusses Zuschüsse zahlen. Wichtig ist vielleicht die Erörterung der Frage, was aus den Lehrlingen wird, die kontraktlich verhindert sind, sich der Gewerkschaft anzuschließen. Da wäre vielleicht das der beste Ausweg, daß diese Jugendlichen ewige Gäste des BildungsvcreinS werden. Die von mir kürzlich vorgeschlagene Reorganisation der Gewerk- schaftSbibliotheken wird übrigens dem Bildungsausschuß und den Gewerkschaften wesentlich die Arbeiten erleichtern. Die Lokalfrage wird dann für die einzelnen gewerkschaftlichen Sektionen nicht so brennend sein; andererseits wird dem jugendlichen Streber das Selbstbilden sehr leicht gemacht. Großer Wert wird allerseits auf die Schassung einer guten illustrierten Jugendzeitschrift gelegt. Diese muß im Gegensatz zu den gewerkschaftlichen Fachzeitungen und Publikations- organen nur lehrreiche und bildende Abhandlungen bringen. Sicher wird auch die zukünftige Redaktion dieser Jugendschrift den Petersschen Wunsch, daß die Jugend, auch die P e t e r S s ch e Altersklasse, mitarbeiten darf, belücksichtigen, resp. mit Dank akzeptieren. Ebenso wird innerhalb deS BildnngSvercinS den Jugend- lichen Gelegenheit zur praktischen Betätigung gegeben iverden, da doch sicher die Versammlungsleitungen, die Ordnertätigkeit usw. von den Jiigendlichen selbst ausgeführt iverden. Wir alle, Gegner und Freunde meiner Vorschläge, sind wohl jetzt davon überzeugt, daß wir umgehend eine Verständigung über diese so wichtige Frage der Jugendorganisation herbeiführen müssen. Auch darüber werden wir einig sein, daß zum Beispiel die Maifeier-, Alkoholfrage und sonstige aktuelle Streitobjekte innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung kaum diese Aufregung verursachen könnten, wenn es uns vielleicht vor zehn Jahren schon mög- lich gewesen wäre, in den großen Städten jahraus jahrein 10 000 oder 20 000 Jugendlichen ein klares, leidlich umfassendes Wissen auf wirtschaftlichem, sozialem und geschichtlichem Gebiet bei« zubringen. Fangen wir es richtig an. so muß bald die Zeit kommen, wo der ältere, erfahrene, aber weniger gebildete Arbeiter in dem jungen Kollegen nicht nur eine wirtschaftliche Stütze hat, sondern er auch mit Stolz auf den mit mehr Wissen und besseren Umgangs- formen ausgestatteten jugendlichen Mitarbeiter blicken darf. Rudolf Waclawiak. als Einleitung des kommenden, modernen wurde Dienstag„Medea" gegeben. Man kann Grillparzer bewundern, ohne indessen zu ver- schweigen, daß die Gcgentvart längst über ihn hinausgewachsen ist. Ibsen: welch grandioser Psychologe! Grillparzer: welch theoretischer Schematiker! Glied um Glied wird die psychologische Beweiskette geschmiedet. Wir erraten aus dem Wortgefecht der beteiligten Personen immer voraus, Ivas kommen wird. Als ob der Mensch ein Automat sei I Nach Art der alten italienischen Malerbilder hängt jeder Gestalt ein Spruchzettel zum Munde heraus. Es ist nur selbstverständlich, daß manch tiefpsychologischer Blitzblick auf- leuchtet. Hierin offenbart sich doch der große Poet, das Moment intuitiven Schaffens. Aber wir müssen für diese kleinen Glanzpunkte sehr viel anderes in Kauf nehmen, was als Geschichtsklitterung, als Aktenstaub, als ein loelt- und menschenfremdes Dichten zu bewerten ist. Trotzdem— auch die alte Schauspielkunst muß Instrumente haben, auf denen sie zu spielen vermag. Medea ist ein solche? Instrument. Und daß die Theatcrleitung hierbei die Gelegenheit ergriff, Adele Sandrock endlich herauszustellen, sei ihr als eine gute Tat angerechnet. Eins scheint richtig: die klassische Tragödie stellt große, aber eigentlich doch sehr beschränkte Aufgaben. Im Grunde verführt sie den Darsteller dazu, sich in feierlichen Gesten, in pathetischen Gcberden und glänzenden Worttiraden zu erschöpfen. Auch Adele Sandrock als Medea entging diesen verkrusteten Wiener Hofburg- Traditionen nicht. Sie verfiel im Schlußakt— der eigentlich überflüssig wäre, wenn eben Grillparzer nicht das Rezept der Aristotelischen Aesthetik: daß am Ende alle Tragik befreiend wirken müsse, mit größerem Wollen als Gelingen hätte zur Neige erschöpfen wollen— in den hohlen pathetischen Sprechton klappernder Heroinen. WaS sie aber bis zum Schlüsse des vierten Aktes gab, war groß« zügige Kunst, erschütternde Tragik, menschlich gefühlt und daher er- greifend. Das war Medea, das Weib, das ein Mensch ist, wie wir alle— obwohl wir zu diesem BarbariSmus keine Brücke zu finden vermögen. Wunderbar war die Steigerung der dramatischen Dar« stellungsmittel. Als das Schönste empfand man wohl die kleinen. stillen Szenen, wo das liebende Weib, die liebesuchende Mutter all ihre Beredsamkeit, all ihre Herztöne ins Feld führt. Die Künstlerin erntete großen Erfolg. Und er ivar verdient. Sonst im übrigen vermögen wir die Darstellung von feiten der anderen Mitwirkenden nicht sonderlich zu loben. Eduard v. W i n t e r st e i n als Jason. Leopoldine Konstantin als Krensa: ja, das waren gewiß sehr achtbare Leistungen; aber dann haperts schon. Denn der Kreon(Wilhelm D i e g e l>n a n n) erhob sich nicht viel über den abgedroschenen Typus eines Operettenköuigs. Und was Hedwig W a n g e l als Gora(alias alte Zigeunerin aus Strauß'„Zigeuner- baron" I) anging, so kam sie leider nicht über einen zugleich auf» fallend näselnden und knödelnden Sprechton hinaus. Alle anderen: Thcaterpuppen I Die Dekorationen und Gewänder— beide wohl nach Entwürfen von Ernst Stern, machte» den Eindruck alt» griechischer Einfachheit,% K 12. Weitag der SoMldemokrMe Pommerns. Köslin, 24. August. 2. Verhandluiigstag. Der Vorsitzende Storch begriißt Wnöchst den Genossen W e n g e l s, der als Vertreter des Parteivorstandes erschienen ist und dem Parteitag einen gedeihlichen Verlauf wünscht. Hierauf gibt der Sekretär der Aaitationskommission, Genosse Horn, den mündlichen Bericht. In demselben wird zunächst auf die Schwierigkeiten hingelviescn, die unser Vordringen in Pommern erschweren. Der Reichsverband habe nunmehr auch in Hinter- Pommern eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. In den Kreisen der eigenen Klassengenossen finden wir bedauerlicherweise gegnerische Bestrebungen. So sei cZ bei der Landtagswahl vorgekommen, dafi freie Gewerkschafter sich den Gegnern zur Verfügung stellten. Ein großes Hemmnis ist audj der Lokalmanael. Haben wir doch in einigen Wahlkreisen nicht einen Versammlungsort, so daß nur Sitzungen in Wohnungen stattfinden konnten. Auch die Alkoholpest schadet unserer Bewegung sehr. Wenn man weiter berücksichtigt, daß die Fluktuation eine recht große ist und daß es ganz besonder? die von uns herangebildeten Genossen sind, die uns verlassen, dann wird »nan die langsame Entwickelung begreisen. Trotz alledem sei eine ansehnliche Erhöhung der Mitgliederzahl eingetreten. Die großen politischen Aktionen haben uns viel Ze,t genommen, aber wenig Mit- glieder gebracht. Auch der Parteivorstand sei der Meinung, daß unS bei solcher Gelegenheit die Mitglieder nur so zufliegen. Die Er? fahrung hat aber das Gegenteil gelehrt. Nur eine ruhige Ent- Wickelung ermögliche eine innere Erstarkung. Der Redner geht hierauf auf die Arbeiten des Sekretariats und die zum Organisations- stntut gestellten Anträge ein, worauf der Kassierer der AgitationS- kommission, Genosse Schmidt, einige Erläuterungen zum Kassen- bericht gibt. Die Diskussion ergab volle Uebereinstimmung mit der Arbelt der Agitationskommission und des Sekretärs, nur dte Stolper Genossen hatten einige Ausstellungen, die Genosse Horn im Schlußwort als unbegründet erwies. Es wurde u. a. beschlossen, die Agitations- kommission auf acht Mitglieder zu erhöhen und allen Mitgliedern eine Vertretung auf dem �Parteitage zu sichern. Ein weiterer angenommener Antrag besagt, daß an allen Orten, wo geeignete Genossen zur RechtsanSkunftei vorhanden sind, den Wahlvereinen die erforderlichen RechtsauSkunftsbücher von Partei wegen zur Verfügung gestellt werden sollen. Den Bericht über die Presse erstatteten die Genossen Kuntze und Höfs. Derselbe bot wenig erfreuliches. Zwar ist die Abonnenten- zahl gestiegen, aber die finanziellen Verhältnisse lassen trotzdem zu wünschen übrig. Die Diskussion bezog sich hauptsächlich auf die Anträge, die eine bessere Finanzierung des Blattes bezwecken. Es wurde unter anderem beschlossen, einen Preßfonds zu bilden, der sich aus Pflichtbeiträgen aller Kreiswahl- vereine, freiwilligen Beiträgen und Sammlungen zusammensetzen soll. Der Pflichtbeitrag der Wahlvereine soll jährlich einen Monats- beitrug betragen. Genosse W e n g e l s riet den Genossen, eine SlbonnementspreiSerhöhung vorzunehmen. Nur auf diese Weise werde es möglich sein, vorwärts zu kommen. Ein Antrag, die Ge- sellschafter und Preßkommission zu dieser Erhöhung zu veranlassen, wurde indes mit geringer Mehrheit abgelehnt. DaS im Eutivurf vorliegende Eiuheitsstatut, über welches Ge- nosse Milcnz referierte, wurde en bloc nach den Vorschlägen der Kommission angenommen. Das Referat über den Parteitag in Nürnberg wurde von der Tagesordnung abgesetzt, um mehr Zeit zu gewinnen für das Referat des Genossen Horn über„Landarbeiter und Klassenkampf", das morgen an erster Stelle steht. Keuftle«; der Arbeiterbeißtzer der Gewerbegerillite. I e n a. den 25. August Ivos. Dem Verbandstage der deutschen Gewerbe- und Kauf« mannSgerichte, der vom 27. bis 20. August im„Volkshaus" hier stattfindet, geht, wie üblich eine zweitägige Konferenz der Arbeiter- beisitzcr voraus, die heute im GcwerkschaftShaus ihren Anfang nahm. Nachdem Holz- Dresden als Vorsitzender der Zentralkonunisston der Arbeitcrbeisitzer die Konferenz eröffnet und die Anwesenden be- grüßt hat, überbringt Dr. Winter- Wien als Vertreter des Ver- bandeS der Gewerbegerichte Oesterreichs die Grüße seiner Mandat- gebcr und betont, daß er nicht aus alter Gewohnheit gekommen sei, sondern um zu lernen und die Erfahrungen in seiner Heimat ver- werten zu können. Zu Vorsitzenden der Konferenz werden alsdann Ä ö r st e n- Berlin und Holz» Dresden gewählt. Die vorliegende Tagesordnung und Geschäftsordnung werden genehmigt, worauf zuuc ersten Punkt Bericht der Zcntralkommission der Vorsitzende Holz das Wort erhält, folgendes ausführend: Der Tätigkeitsbericht der Zentralkommission müsse ein recht un- fruchtbarer sein, weil es bisher an der Einheitlichkeit deö Ziels ge- fehlt habe. Abgesehen von der Konferenz 1000 in Leipzig, wo man die Beisitzer mir der Rechtsprechnug nach dem Bürgerlichen Gesetz- buch vertraut gemacht habe, sei kein einheitliches Vorgehen mehr zustande gekommen. Die 1001 in Lübeck gefaßten Beschlüsse seien trotz ihres großzügigen Zieles nicht zur Ausführung ge- laugt, weil die Zcmralkonimission nach ihrer Verlegung nach Berlin zu wenig belebend gewirkt, ja vollständig versagt habe. Von sämtlichen Konferenzen müsse deshalb gesagt werden, daß sie negativ verlaufen seien. Auch die Aufnahme cineS ArbeiterbeisttzerS in den Verband der Gewerbegerichte habe hieran nur wenig zu ändern vermocht. Redner setzt dann in einer zweistündigen Rede auseinander, daß seiner Auffassung nach auch die Gencralkommission der Gewerkschaften ihre Pflicht nicht erfüllt habe, indem sie zur Aufnahme einer für notwendig gehaltenen Statistik die Mittel verweigerte und glaubt ferner, daß der Grund der unfrenndlichen Haltung der Generalkommission in der Verlegung des Sitzes der Zentralkommission der Arbeiterbeisitzer von Berlin nach Dresden zu suchen ist. Er beklagt ferner die Nichtaufnahme eines Aufrufs im„Correspondenz- blatt" zur Erfahrung der Adressen der Vertrauens- und Obmänner der Gewerbegerichte und kommt zu der Schluß- folgerung, daß das Verhalten der Generalkommission lähmend auf die Tätigkeil der Zcntralkommission eingeivirkt und diese wegen der Verweigerung der geforderten Mittel zur Untätigkeit verbammt habe. Redner unterbreitet der Konferenz einen Arbeitsplan, wie ihn die Kommission für nötig erachtet, derselbe soll sich auf folgende Gebiete erstrecken: 1. Ausarbeitung eines Organisationsplanes zur bessere» Verbindung der Arveiterbeisitzer uutereiuauder. 2. Statistische Aufuahmeu über Augelegeuheiten, welche von der amtlichen Statistik ausgeschlossen find. 3. Schaffung eine« Normalstatuts für die Gewerbegerichte, i. Prüfung der Verhältniswahlsysteme. 5. Prüfung der Ortsstatute. 6. Prüfung von Mißständen an den Gewerbe- oerichten. 7. Abhaltung von Landeskonferenzen. 8. Zuständigkeits- frage der Arbeiter der Elbschiffahrt.(Hierzu führt Redner unter anderem an, daß die Hafenarbeiter usw. an der Elbe zu den Gcwcrbegerichten wählen, auch selbst Beisitzer werden können, daß ihre Streitsachen aber nicht dem Gelverbegericht. sondcrit dem rückständigen ElbzollscknedSgericht nnterliegen. Versuche zur Aenderung seien gescheitert.) 0. Schutz der Forderungen der Arbeiter gegen Bau- schwindler. 10. Aufstellung von Beratungsgegenständen zu den Konferenzen und Verbandstagen. 11. Reform des BerufungS- Verfahrens. 12. Anregungen zur Errichtung von Gewerbegerichtcn und Sammlung des diesbezüglichen Matenals. 13. Die Zentral« kommission soll anregend wirken. 14. Eine Geschäftsordnung ausarbeiten und die Konferenzen regelmäßig zwei Tage vor den Verbandstagen einberufen. Nachdem der Referent dann noch die Frage, ob Arbeits- oder Arbeiterkammern zu empfehlen feien. gestreift und sich und die Zentral- kommission gegen den Vorwurf der Sonderbündelei innerhalb der Gewerkschaftsbewegung verwahrt hat, ersucht er die Konferenz� um Stellungnahme zu den Anträgen der Kommission und den Vertreter der Generalkommission um Bewilligung der erforderlichen Mittel. Robert Schmidt- Berlin als Vertreter der General- kommission betont, daß die Darstellung des Referenten nicht in allen Teilen richtig sei. Redner hat geglaubt, daß nach den auS- führlichen Konferenzen, welche die Generalkommission mit dem Referenten gehabt und nach dem ausgedehnten Briefwechsel die Zentralkommission der Arbeiterbeisitzer von der Unausführbarkeit ihres Planes bezüglich der Aufnahme einer Statistik über- zeugt worden sei und wundert sich deshalb sehr über die erneut erhobenen Vorwürfe wegen Nichtbewilligung geforderter Mittel. Die Zentralkommission habe alle Forderungen bewilligt bekommen bis ans die für die Statistik. Hierbei habe die Kommission gezeigt. daß sie durchaus keine Erfahrung auf statistischem Gebiete besitze. Nicht 100, sondern rund 1000 M. seien für eine solche Arbeit er- forderlich. Redner setzt dann in längeren Ausführungen ausein- ander, daß der Wert der geplanten Statistik in keinem Verhältnisse zu den Mitteln stehe, die nötig seien, daß aber außerdem auch bei einer größeren Anzahl der 52 Fragen jeder sozialpolitische Anhalt fehle, daß die Generalkommission mit der Unterstützung solcher Arbeiten sich in der Oeffentlichkeit lächerlich mache und daher die Verant- wortung der Mitarbeit an einer solchen Arbeit nicht tragen wolle. Genosse Schmidt weist außerdem auf die Gewerkschafts- und Partei- beschlüsse hin, wonach alle derartige Arbeiten sich innerhalb de« Rahmens der Gewerkschaftsorganisationen abzuwickeln haben, spricht der Kam- Mission auch jede sonstige Unterstützung tn moralischer und finanzieller Hinsicht zu, nur müsse sie von der anscheinend sportS- mäßigen Beharrlichkeit der Aufnahme unfruchtbarer Statistiken ab- kommen. Hupperts-Hamburg verteidigt die Stellung der Zentral- kommission, im übrigen aber endet die Auseinandersetzung resultat- los, da bestimmte Anträge nicht gestellt werden. Man hofft schließ- lich beiderseits, die Angelegenheit zur Zufriedenheit lösen zu können, indem weitere Aussprachen stattfinden. In her Nachmittagssitzung berichtet S t a r ck e- Dresden über seine Tätigkeit als Vertreter im VerbandsauSschusse während der Periode 1005—08. Der Verband selbst sei eine Organisation staat- licher Behörden. Der aus Gerichtsvorsitzenden besiehende Ausschuß habe seit 1003 auch einen Unternehmer und den Redner als Arbeiter mit Stimmrecht in seiner Mitte. In den Sitzungen habe man sich vorwiegend mit der Finanzlage des Verbandes und der Anberaumung der Verbandstage sowie den Beratungsgegenständen befaßt. Die von feiten der Arbeiter gegebenen Anregungen hätten bereitwilligste Unterstützung gefunden. Daß die Anberaumung der dreijährigen Verbandstagsperiode eingeführt sei, habe seine Ursachen in der mißlichen Finanzlage und der Einladung Kölns für 1011. Ein Bedürfnis zu öfterer Aussprache sei vorhanden. Die Kosten zu den Sitzungen habe der Verband getragen, sonstige Aufwendungen seien von der Generalkommission über- nommen. Ueber die Sitzungen habe Redner im„Korrespondenz- blatt" berichtet. Redner habe sich bemüht, im Rahmen der ihm ge- steckten Grenzen seinen Ausgaben gerecht zu werden, und wünfcht eine Direktive dahingehend. daß er für die Gleichberechtigung der Kaufmannsgerichte im Ausschutz eintreten könne. Holz schließt sich im allgemeinen den Ausführungen an. wünscht aber im Gegensatz zum Vorredner vorwiegend die redak- tionelle Bearbeitung im„Gcwerbeaericht", dem offiziellen Verbands- organ, um dadurch unsere Auffassung in den behördlichen Kreisen zur Kenntnis zu bringen, tritt auch für Gleichberechtigung der KaufmannSgerichte ein im Gegensatz zu Mannheimer- Mannheim, der sich für die Handlungsgehilfen nicht er- wärmen kann, weil mit ihnen ein Zusammenarbeiten nicht zu erzielen sei. S t a r ck e betont dann noch in seinem Schlußwort, man solle, für die Handlungsgehilfen fordern, was sie später von selbst verlangen würden selbst auf die Gefahr hin, davon Nachteil zu haben. Ein Beschluß hierüber wird nicht ge- saßt.— Als Sitz des Ausschusses wird Dresden mit großer Mehrheit wiedergewählt, ebenso wird S l a r ck e wieder mit großer Mehrheit in den VerbandSauSschuß gewählt. Unter Punkt 4 berichtet Holz über die Gewerbegerichte als EinigungSamt. Redner führt aus, daß die Gewerbegerichte in dieser Hinsicht ihrer Aufgabe nicht gewachsen seien, was vorwiegend an den Vor- sitzenden liege, denen häufig das sozialpolitische Verständnis abgehe. So zum Beispiel habe der Erscheimnigszwanz in der Praxis voll- ständig versagt. Auch K ö r st e n- Berlin vertritt den Standpunkt. Dem EmigungSamtScharakter könne das Gcwerbegericht nur dann gerecht werden, wenn der Borsitzende sich in die Arbeiterbewegung hineinlebe und ebenso das öffentliche Wirtschaftsgetriebe zu beurteilen vermöge. Sache der Organisationen sei eS, dementsprechend zu arbeiten, daß die Gewerbegerichtsvorsitzenden sich mit den beiden Faktoren befassen müßten. Nachdem noch einige Redner in dem- selben Sinne gesprochen, gibt Holz ein einleitendes Referat zu Punkt 5: DaS Verhältniswahlsystem. Redner befürwortet ein N o r m a I st a t u t, da bei dem jetzigen Durcheinander große Unklarheit herrsche. Verkehrt sei es, wen» unsererseits im Prinzip die Verhältniswahl gefordert, in der Praxis aber die obligatorische Einführung verlangt werde. Das im trinzip für richtig Erkannte müsse auch ohne Rücksicht auf etwaigen chaven gefordert werden. Ebenso sei es mit den zu empfehlenden Listen zu halten. Nur gebundene Listen können empfohlen werden, weil lediglich diese ein Prinzip bei der Wahl bedeuten. Kör st e n weist darauf hin, daß an der Erörterung dieser Frage auch die Angehörigen anderer Organisationen teilzunehmen ge- dächten, man deshalb die Materie vertagen möchte. Redner bedauert, daß die Angehörigen anderer Organisationen nicht unbeschränkten Zutritt haben, worauf H o lz erwidert, daß dieser Forderung im weitesten Umfange nachgekommen sei. Demgegenüber bekänipft der Vertreter aus Köln die Rücksichtnahme auf andere Organisationen. Mit den Christen sei nicht überein zu kommen, da diese absichtlich ihre eigenen Mege gingen. Rob. Schmidt betont demgegenüber die Notwendigkeit de« Zusammengehens auf sozialpolitischem Gebiete. Organisationsdifferenzen solle man da auSfechten, wo es am Platze sei.— Die Angelegenheit wird darauf bis morgen vertagt. Eine rege Debatte fetzt dann ein bei Besprechung des Punktes 8: Rechtsprechung an den Gcwrrbcgcrlchten. K ö r st e n führt aus, daß die Unternehmer die augenblickliche Zeit der Krise ausnutzen, um ihre Position auf wirtschasllichem Ge- biete zu stärken, darunter leide auch die Rechtsprechung. Der s 013 sei durch„Verträge" ausgeschaltet nach dem Rezept:„Vogel friß oder stirb." Wer die Ardeilsorduungen nicht anerkenne, erhalte keine Arbeit. Auch der§ 894, der die Lohnaufrechnung ver- bietet, werde viel umgangen. Dasselbe sei mit§ 273 der Fall, der das Zurückbehaltungsrecht regelt. In eingehender Weise sucht Redner nachzuweisen, daß es mit der Rechtsprechung auf den angedeutete» Gebieten sehr mangelt und daß eS Pflicht der Arbeitcrbeisitzer sei, jedem Versuche der Verschlechterung der be- siehenden Bestimmungen entgegenzuarbeiten. Hierzu führt Robert Schmidt au«, daß dies sehr wichtige Gebiet bereits durch unsere Fraktion im Reichstage erörtert wurde und die Angelegenheit der KonnnissivnSberatung unterliegt. Redner verbreitet sich m längeren Ausführungen dahin, daß seitens der Unternehmer versucht werde. die sogenannte Schadenersatzfrage unter der Maske des„Diebstahls" zuungunsten der Arbeiter zu vecinflusscn. auch die Heimarbeiter- stellung zur Praxis der Rechtsprechung, die sogenannten„Kautionen" der Arbeiter, die Ausnutzung der Wohnungsnot durch die Unter- nehmer usw. unterzieht Redner einer eingehenden Kritik und fordert die Bekämpfung der VerschlcchterungSbestrebungen. Die Vertreter einer größeren Anzahl Gewerbegerichte liefern in der dann folgenden Debatte durch eine Füll« von Einzelheiten weiteres Material zu diesem Thema. Em der Partei» Zum Parteitag. Opposition gegen die Bndgctiewilligung in Württeinderg. Die Wahlkreiskonferenz des Reichstagswahlkreises Cannstatt» Ludwigsburg lehnte nach eingehender Debatte gegen eine starke Minderheit eine Rosolunon ab, die den Dele- gierten zum Nürnberger Parteitag verpflichten wollte, die Zu- stimmung der bayerischen und badischen Landtagsfraktion zum Etat unbedingt zu verurteilen. Beschlossen wurde, dem Delegierten freie Hand zu lassen in der Beurteilung dieser Frage. Eine Partei- Versammlung in Feuerbach(Wahlkreis Stuttgart) sprach sich entschieden gegen die Budgetzustlmmung auS, ebenso eine Versammlung in Stuttgart-Heslach.. In letzterer Versammlung wurde beschlossen, die Leitung deS Gesamt- v er eins Stuttgart zu veranlassen, die Angelegenheit in einer Versammlung der Gesamtorganisation Stuttgarts zur Erörterung zu stellen. Die Leipziger Genossen zur Budgetbewilligung. In einer am Dienstag im„Pantheon" in Leipzig abgehaltenen Versammlung des sozialdemokratischen Vereins für den ReichStagS- wahlkreis Leipzig-Land wurde nach einem Referat über die Aufgaben des Nürnberger Parteitages folgende Resolution einstimmig an« genommen: „Die Versammlung erblickt in der Budgetbewilligung durch die bayerische und badische Landtagsfraktion nicht nur einen groben Verstoß gegen den Sinn der Lübecker Resolution, sondern auch einen Ausfluß kleinbürgerlicher Politik, die sich ängstlich bemüht, die Kluft, die das revolutionäre Proletariat von den herrschenden Klassen trennt, durch Konzessionen und Annäherungsversuche zu überbrücken. Die Weigerung des badischen Landesvorstandes, dem deutschen Parteivorstand auf seine im Parteiinteresse gestellte An- frage eine Antwort zu geben, verurteilt die Versammlung als einen Versuch, die organisatorische Einheit der Partei zu sprengen, und die geschlossene Gesamtpartei dem Partilularismus zu opfern. Um in Zukunft Budgetbewilligungen von vornherein unmöy- lich zu machen, ersucht die Versammlung den Nürnberger Partei- tag, den Schlußsatz der Lübecker Resolution zu streichen." » Ein Protest aus Bayern. Die„Oberfränkische Volkszeitung", das Parteiblatt für Hof, schreibt zur Resolution der Fürther Versammlung: „Die Fürther Genossen haben sich mit der Zustimmung unserer bayerischen Landtagsfraktion zum Budget einverstanden erklärt. Sie haben damit ebenfalls dem Klassenstaate ein Vertrauens- Votum ausgesprochen, denn trotz der geringfügigen er- reichten Verbesserungen bleibt Bayern nach wie vor ein Klaffen- staat. Unseres Erachtens wird an dem Charakter des Klassen- staates Bayern nichts geändert, auch wenn von revisionistischer Seite neueroings so gern betont wird, daß Herr v. Podewils oder Herr v. Brcttreich unseren Genossen im Landtage diese oder jene ebenso billige wie belanglose Zusage gegeben hat. Wenn man sich schon auf Versprechungen verlassen will, so hat man für den Ernst des Klasse nkanipfe 3 kein Verständnis mehr; das mag der bürgerlichen Demokratie behagen, sozialdemokratisch ist es nicht. Dieses Bayern, wo die NeichsratSkammer jede» Beschluß des Abgeordnetenhauses in der arrogantesten Weise vereiteln kann, wo die Jesuiten- taktik deS Dr. Orterer und seiner schwarzen Leibgarde jeden reaktionären Vorstoß des Oberhauses noch in Schutz nimmt, wie beispielsweise die Kanzleigehilfen bei der Verschandelnng des GehaltS- rcgulativs erfahren»nußten, dieses Bayer», wo die Schule durch und durch verpfafft und die Lehrermatzregelungen an der TageS- ordnung sind, wo der Bund der süddeutschen Metallinluistriellen in beiden Häusern des Landtages gute Freunde sitzen hat, ist so voll und ganz ein Klassenstaat, daß wir nicht den geringsten Grund haben, seiner Zentrumsregierung ein Ver- trauensvotum auszusprechen. Daß unsere Landtagssraktion viel erreicht hat, gibt jeder denkende Parteigenosse dessenungeachtet zu, aber waS sie erreichte, verdankte sie nicht dem guten Willen des Herrn v. Podewils oder irgendeines anderen Zentrums- geschäftSträgerS, sondern lediglich der Furcht vor dem an- stürmenden Proletariat. Man darf sich nicht auf den guten Willen irgendeiner bürgerlichen Regierung verlassen; der Klassenkampf ist auf beiden Seiten ein weltgeschichtliches Faktum, und überall da. wo parlamentarische Kurzsichtigleit von diesem gesunden Boden abwich, hat es sicher bitter gerächt. Was macht uns denn den Freisinn so verächtlich? Es ist der Prinzipienverrat, die Sucht nach den Scheinvorteilen des Augenblicks. Daöielbe aber möchte der Nürnberger Revisionismus der sozialdemokratischen Partei als Vorbild hinstellen. Wir halten deshalb nach wie vor die Budgetzustimmung für einen schweren Fehler, da in einem so anSgejprocheuen Klassenstaate wie Bayern dadurch der Klasienkampf nur geschwächt werden kann. Man sollte aber in Nürnberg bedenken, daß jede taktische Schwächung eine halbe Niederlage ist, und daher sollte man den Arbeitern nicht Resolutionen aufdrängen, die eine schiefe Berichterstattung sie nicht in ihrer ganzen Tragweite übersehen läßt." Unsere Toten. In Gera starb der Genosse Emil Gebhardt. Der Verstorbene, der 47 Jahre alt geworden ist, gehört der Partei seit früher Jugend an und war, solange ihm seine Gesundheit dies gestattete, bei fast allen Parteialtioncn mittätig. Unter dem Sozialisten- gesetz hat er der Partei manchen Dienst erwiesen. Nachwchcn zum Hurraturnfest in Frankfurt a. M. Die Partei- genossen in Frankfurt a. M. beschäftiglcn sich am Montagabend mit der Haltung verschiedener Genossen während des Turnfestes. Eine Reihe Genoffen, darunter auch solche, die eine führende Stellung in der Partei einnehmen, konnten eS nämlich nicht unterlassen, das Heer der müßigen Gaffer beim Festzuge und auf dem Festplatze zu vergrößern. So wurde in der Versammlung festgestellt, daß der zweite Vorsitzende des sozialdemokratischen Vereins während des Festzuges sogar auf der P r i n z e n t r i b ü n e als Zuschauer war, wozu ihm Karten eines sozialdemolratischen Stadt- verordneten Zutritt verschafft hatten. Andere sozialdemokratische Stadtverordnete hatten Frauen und Kinder auf die Prinzentribüne entsendet. ES kam ferner zur Sprache, daß von vier bei der Ver- rcilung der Karten im Stadtverordnctenkollegium anwesenden sozial- deniokratischen Stadtverordneten nur einer die Karte zurückwies. Die Mehrzahl der Diskussionsredner kritisierte anfs schärfste die Bewiligung Von Parteigenossen am Fest. Besonders wurde betont, daß es für über« ,-ngte Sozialdemokraten ein Gebot der Selbstachtung sein müsse, sich nicht an derartigen bürgerlichen Hurrafesten zu beteiligen. Zur Verteidigung der parteigenössischen Festteilnehmcr fanden sich nur wenig« Redner. Die Versammlung nahm mit überwiegender Mehr- heit folgende Resolution an:„Die heutige Parteiversammlung spricht ihre Mißbilligung darüber aus, daß Puneigenoffen sich an dem Deutschen Turnfest beteiligten und billigt die Parole der„Volksstimme"» dem Turnfest fernzubleiben". poUzeiUcbeSi©mchtlicbcs ufw. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung eines FabrikdireftorS in Friedland wurde Genosse F e l d m a n n vom„Proletarier" in Langenbielau vom Schöffengericht in Friedland zu 100 M. Geldstrafe verurteilt.— Genosse Wolfs von der„Volks- wacht" zu Breslau wurde in derselben SchöffengerichtSsitzung zu zweimal 100 M. Geldstrafe verurteilt, einmal soll er einen Fabrikanten und einmal einen Fabrikdireltor beleidigt haben. Genosse JooS vom.Gothaer Volksblatt" wurde wegen Beleidigung mehrerer Fabrilantenfrauen zu 000 M. Geld« strafe verurteilt. Hus der Frauenbewegung. Die sozialdemokratischen Frauen Berlins nahmen am Dienstag Stellung zur Frauenkonferenz und zum Parteitage in Nürnberg. Die Versammlung, die im oberen Saale des.Klubhauses" in der Kommandantenstr. 72 tagte, hatte sich eine? außerordentlich zahlreichen Besuche» zu erfreuen. Die Tische mußten zum Teil entfernt werden, um Raum zu schaffen. Genossin Ottilie Baader als Rcferentin gab einleitend ihrer Freude Ausdruck über die ungewöhnlich starke Beteiligung, die ein gutes Zeichen sei für die fortschreitende EntWickelung der proletarischen Frauenbewegung. Die bevorstehende Frauenlonferenz werde einige Fragen von größter Bedeutung zu erledigen haben. Hinsichtlich de» Berichts der Zentralvertrauensperson möge auf die bereits erfolgte Veröffentlichung verwiesen werden. Nur sei festgestellt, daß viele Tausend Frauen mehr organisiert seien, als im Vorjahre. Die Frauenlonferenz werde sich mit der Neuorgani- fation befaffen. Die vereinbarten, durch die Presse schon veröffent- lichten Vorschläge dazu hätten in Berlin Anklang gefunden, und, soweit ihre Kenntnis reiche, sei man auch sonst in Deutschland mit dem Organisationsentwurf einverstanden, bis auf kleine Be- mängelungen. Zu dem Entwurf muffe sie aber doch einiges sagen. Er sehe die Verpflichtung vor, daß die Genossinnen der für ihren Ort bestehenden Parteiorganisation anzugehören hätten. Das sei ja selbstverständlich und in Berlin sei man ja schon dabei. Inner- halb dieser Organisation werde die politische Aufklärung der Frauen betrieben werden. Wenn die Genossinnen auch, wie ge- wünscht werde, die Lese« und DiSkussionSabende weiter führten, so werde cS innerhalb des Organisationsrahmens geschehen. Mit den Genoffen würde darüber beraten werden, wie es auszugestalten� sei. Die Frauen freuten sich, daß endlich die vcreinsrechtlichcn Zustände es gestatteten, mit den Genossen in derselben Organisation sein zu können. Die Arbeit sei für die Frauen jetzt eine leichtere ge- worden, und sie werde auch eine vollkommenere sein. Politische Sonderorganisationcn der Frauen dürften nicht bestehen. Aber sie hätten noch B i l d u n g s vereine. Deren Bestehen solle nach ocrn Entwurf davon abhängen, wie sich die Genossen und Ge- nossinnen am Orte dazu stellen. Der Berliner Frauen- und Mädchen-Bildungsverein bestehe ja vorläufig noch. Die Genossen hätten aber schon den Wunsch geäußert, daß der Verein aufzu- lösen wäre, wenn der Parteitag Bestimmungen für die weibliche Jugend schaffe, die dem Verein dies Gebiet entzögen. Das sei aber noch Zukunftsmusik. Sie denke, die Berliner Genossen würden, nachdem eine engere Fühlung eingetreten wäre, eS sich angelegen sein lassen, den Frauenbildungsverein mehr zu besuchen und sich über die große Bedeutung eines solchen B i l d u n g s- Vereins besser zu informieren. Neben der politischen Organi- sation könne auch ein derartiger Verein noch Großes wirken. Er erweitere und vertiefe die Bekanntschaft mit Kunst und Wissen- schaft und trage dazu bei, das Leben der proletarischen Frauen etwas schöner zu gestalten. Und eS sei ein Unterschied, ob man dort von der Kunst höre oder in bürgerlichen Veranstaltungen. Die Veranstallungen des Berliner BildungSvereins hätten schöne Er- folge schon erreicht. Beim Besuche von Kunstsammlungen usw. habe sich das gezeigt. Man sehe die Sachen mit ganz anderen Augen an, habe viel mehr Genuß und Freude daran. Der Verein könne allerdings nur mit Zustimmung der Genossen bestehen bleiben. Sie hoffe aber, daß die Genossen die Zustimmung geben würden. Die Festsetzung der Beiträge der Frauen in den politischen Organisationen sei»ach dem vereinbarten Entwurf den einzelnen Organisationen überlassen. Die Frauen seien nun der Meinung gewesen, daß sie wenigstens so k�>ch bemessen würden, daß die Agitation unter den Frauen davon betrieben werden könne. Die Frauen wollten gleichberechtigte Mitglieder sein, die auch ein Recht darauf hätten, daß für die Agitation unter den Frauen etwas geschehe. Sie wollten auch für die Partei etwas leisten. Darum habe man nicht, wie in Groß-Berlin beschlossen worden sei, nur 10 Pf. geben wollen, sondern gemeint, daß man sehr wohl 20 Pf. monatlich zahlen könne. lVielfachcS: Sehr richtig!) Die Frauen würden sich mit dem Beschlutz nicht zufrieden Sieben. Eine andere Generalversammlung könne ihn wieder um- toßen. Rednertn möchte die Genossinnen bitten, 20 Pf. weiter zu geben, und wenn das zweite Zehnpfennigstück auf Listen gegeben werden solle, deren Ertrag man dem Parteikassierer Gerisch ab- liefere. Wir wollen uns nicht sagen lassen, daß wir nur geduldet seien, wozu ein zu geringer Beitrag leicht verleiten kann. Manche sagten, der Mann würde doppelt belastet sein, wo die Frau nichts verdiene. Nun: leiste denn die Frau, welche nicht industriell arbeite, nicht genug Arbeit im Haushalt, und zwar vollwertige Arbeit! Verdiene da nicht die Frau ihr redlich Teil, auch wenn es ihr nicht in klingender Münze vergolten werde? Selbst aus den ärmsten Gegenden Deutschlands hätten Frauen sie gebeten, kür einen Beitrag von 20 Pf. einzutreten. Sie glaube, daß die Frauen auf ihrer Konferenz ruhig aussprechen könnten, daß sie bereit seien, 20 Pf. zu zahlen. fZustimmung.) Rednerin ließ sich dann zu dem Passus im bisherigen Parteistatut aus, wonach die Frauen in eigenen Versammlungen Delegierte wählen könnten, wenn solche nicht gemeinsam mit den Männern gewählt würden, und legte dar, daß diese Bestimmung unter den neuen Verhältnissen für die Frauen keinen großen Wert mehr haben werde. Von einem Kreise sei beantragt, diesen Passus zu streichen. Dann müßte aber auch eine andere Form der Wahl eingeführt werden. Der ebenfalls gestellte Antrag, eine proportionale Vertretung nach der Zahl der organisierten Kreismitglieder für die Parteitage einzuführen, könnte vielleicht ein Wege werden, die Frauen zu beteiligen. Mitteilen möchte sie, daß schon diesmal insgesamt sieben Frauen von Genossen und Genossinnen gemeinsam als Delegierte gewählt seien.(Lübeck, Hamburg, Augsburg, München usw.). In Berlin werde es auch wohl in Zukunft geschehen; die Genossinnen würden ja ihre Rechte geltend machen.— Durch die Entrechtung der Jugend bis zum 13. Jahr ließen wir uns nicht abhalten, die Jugend aufzuklären, so wie es nötig sei. Es komme nicht bloß auf die Organisation an. Entscheidend sei, daß die Erziehung im Hause richtig beginne. Gut aufgeklärte Mütter mühten wir haben, die den Geist des KindeS zu bilden fähig seien. Aber nicht nur die Mütter, sondern alle Frauen, die Gelegenheit hätten, sollten bereit sein, den Samen des Guten in das Kinderherz zu pflanzen. Darum habe man es für so wichtig gehalten, die Jugenderziehung auf die Tagesordnung der Konferenz zu fetzen. Die Genossinnen Dunker und Zetkin würden darüber referieren.— . Der Parteitag sei gleichfalls von größtem Interesse. Die Frage der Frauenorganisation werde auch er behandeln. Für ihn gelte dasselbe, was dazu schon gesagt sei.— Heber die Frage der Jugendorganisation werde eS vermutlich zu Auseinandersetzungen kommen. Aus den Vorschlägen, vereinbart zwischen Partcivorstand und Generalkommission, gehe im Gegensatz zu früheren Partei- tagSbeschlüssen der Wunsch herbor, besondere Jugendorganisationen nicht zu haben. Sie hoffe, daß der Parteitag das Richtige treffen werde.— Von höchster Wichtigkeit sei die Frage der Maifeier. Alle Anwesenden seien wohl mit ihr der Meinung, daß die Teil- nähme an der Maifeier nicht etwa lässiger werden dürfe, sondern daß immer energischer die Arbeitsruhc zum Durchbruch komme. Zum Schluß rügte die Rednerin die disziplinwidrigen Budget- bewilligungcn in Süddeutschland. Sie widersprächen dem Standpunkt der Sozialdemokratie.— Das Referat fand lebhaften Beifall. Genossin Fahrenwald stellte sich bezüglich der Beitrags- leistungen der Frauen auf denselben Standpunkt wie die Rc- ferentin und schlug vor, die zweiten 10 Pf. auf Beitragskarten als freiwillige Beiträge weiterzuzahlen. Lebhaft trat sie für-die Er- Haltung des Frauen- und Mädchenbildungsvereins ein. Um ihn hätten sich die Genossen noch viel zu wenig gekümmert. Wenn die Genossinnen ihre Pflicht erfüllen und der BildungSverein der Partei keine Schwierigkeiten und keine Gcldkosten mache, dann könnten die Genossen seine Auflösung nicht verlangen. Genossin Z e p l e r wünscht im Namen der Genossinnen, namentlich im Namen des FrauenbildungSverinS, daß die Delegiertinnen für feine Erhaltung eintreten. Die männlichen Ge- nossen, die jetzt ohne nähere Motivierung den von Genossin Baader erwähnten Wunsch ausgesprochen hätten, hätten sich leider herzlich wenig um den Verein gekümmert. Die Generalversammlung des Frauenbildungsvereins habe nch einstimmig für sein Bestehen ausgesprochen. Der Verein sei die Stätte und könne auch die Stätte bleiben, in der geistige Vorbildung speziell der Arbeiter- frauen soweit betrieben werde, daß die Mitarbeit in den Politischen Organisationen gerade von den Frauen nicht bloß dem Namen nach, sondern auch fruchtbar und ebenso kräftig erfolgen könne, wie die der männlichen Genossen. Denn um die Arbeit fruchtbar zu gestalten und die Möglichkeit für die Frauen zu schaffen, daß sie wie die Männer wirken, müssen sie geistig ebenso geschult sein wie die Männer. Das geschehe aber durch den Verein. Genossin Wengeis: Was die Genossin Zepler angeregt habe, sei ja der Wunsch aller. Es sei aber nicht möglich, auf der Frauenkonferenz dafür einzutreten, daß der Berliner Verein bestehen bleibe. Man könnte dagegen vielleicht allgemein durch eine Resolution beantragen, dag die gut geleiteten deutschen Frauenbildungsvereine bestehen bleiben. Die Frage des Fort- bestandeS des Berliner Vereins könne nur Berlin regeln. Aber wenn die Konferenz und der Parteitag eine solche allgemeine Re. solution annähmen, würden die Genossinnen den Berliner Verein halten können. Sie sei übrigens der Meinung, daß trotz jenes von den Genossen ausgesprochenen Wunsches der Berliner Frauen- und Mädchenbildungsverein erhalten bleiben werde. Ein Wunsch sei noch kein Beschlutz. Wenn die Frauen ihren BildungSverein auflösen müßten, dann dürften sie za auch beantragen, daß alle Diskutier- und Leseklubs der Männer aufzulösen seien.(Sehr richtig.) Betrefss der Zahlung eines zweiten Zehnpfennig. beitrages möchte Rednerin vorschlagen, daß die Genossinnen von dem Bezirksführer, wo sie die Beiträge bezahlen, zwei Marken eingeklebt verlangen, von denen die eine als freiwillig gelte.— Genossin Lose schloß sich der Vorrednerin an. Als D e l e g i e r t i n n e n zur Frauenkonferenz und zum Parteitage wurden gewählt für den 1. und 3. Kreis Genossin Steinkopf, für den 2. und b. Kreis Genossin Nürnberg. für den 4. Kreis Genossin W e n g e l S und für den 0. Kreis Ge- nossin Matschte. Außerdem erhielt Genossin Ottilie Baader ein Mandat für Berlin allgemein. Tie Kreisversammlnng der Frauen des Wahlkreises Teltow- BccSkow-Storkow-Charlottenburg fand am Dienstag im Wilhelmsgarten zu Tempelhof unter zahl- reicher Beteiligung statt. Das Referat über die Frauenkonferenz und den Parteitag hielt Genosse MaxGrunwald. Es wird daS letzte Mal sein, so führte er aus, daß die Genossinnen genötigt sind, neben dem Parteitag zu einer besonderen Frauenlonferenz zusammenzutreten. Denn jener Zustand, der eine getrennte Orga- nisation notwendig machte, ist ja durch das ReichSvereinSgesetz ge- fallen, und da unser Programm in der politischen Betätigung keinen Unterschied der Geschlechter kennt, ist die gemeinsame Orga- nisation für uns etwas Selbstverständliches. Die Frauen werden ein kräftiges, belebendes Element in unseren Organisationen bil- den, und zweifellos wird ein Wetteifer der Frauen mit den Män- nern platzgreifen, der beiden Teilen zum Vorteil gereicht. Es werden aber nicht nur die Frauen, sondern auch die Jugendlichen, die männlichen wie die tveiblichen, immer mehr in den ökonomischen Prozeß hineingezogen, und darum sehen wir auch ein gewaltiges Wachstum der Jugendorganisation. Da daS Reichsvereinsgesetz den Jugendlichen das politische Organisationsrecht dort, wo sie es bisher hatten, nimmt, haben sich Parteivorstand und Generalkom- Mission bekanntlich für eine Art loser Verbindung ausgesprochen, die unter einer Art Oberaufsicht der Erwachsenen stehen soll. Gegenüber der eigentümlichen Auslegung, die diese Vorschläge auf dem Gewerkschaftskongreß in Hamburg gefunden haben, bedeutet nun die Resolution, die der Parteivorstand dem Parteitag vor- schlägt, einen wesentlichen Fortschritt, da in den Worten..auch ohne besondere Jugendorganisation" der Sinn liegt, daß, wo selbständige Jugendorganisationen bestehen, man sie auch bestehen lassen will. Für die weibliche Jugendorganisation ist nun noch die Sonder« frage aufgeworfen, ob sie mit der männlichen gemeinsam sein soll. Da aber unser Parteiprogramm schon die gemeinsame Erziehung der Jugend beiderlei Geschlechts fordert— ein Standpunkt, der auch von allen bürgerlichen einsichtigen Pädagogen eingenommen wird— so sollte grundsätzlich kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die weiblichen Jugendlichen genau so zu behandeln sind wie die männlichen. Die Neuorganisation des weiblichen Proletariats und der Jugendlichen sind die beiden wichtigsten Fragen, die die Frauenkonferenz und auch den Parteitag beschäftigen werden, der ja freilich noch weit mehr Beratungsstoffe hat. Es ist wohl kein Zweifel, daß der Parteitag die Vorschläge der ja vorher tagenden Frauenkonferenz über die gemeinsame Organisation der Partei unterschreiben wird. ES ist ja selbstverstänolich, daß den Frauen dabei keine Sonderrechte vor den Männern eingeräumt werden können, doch muh vielleicht den Männern hier und da recht kräftig in» Gewissen geredet werden, daß sie den Frauen auch die gleichen Rechte gelvähren. Es ist bei manchem noch ein Rest von der bürgerlichen Auffassung, daß der Mann der von Natur zum Herrn bestimmte Teil sei, vorhanden, und es gibt Männer. die, weil sie aus begreiflichen Gründen nicht die absoluten Herren im Hause sein können, innerhalb der Organisation die Herren spielen möchten. Dagegen gibt es aber ein einfaches Mittel, näm- lich das, daß die Frauen in der Organisation kräftig mitwirken, zeigen was sie können und auf Grund dessen ihre Rechte fordern. Dann ist nicht daran zu zweifeln, daß die Genossinnen sich leicht den Platz erobern, der ihnen zukonimt. Eine weitere Frage ist die der Beiträge der weiblichen Mitglieder, und hier mldet die Entscheidung der Generalverfammlung von Groß-Berlin gerade kein Ruhmesblatt. Begreiflich ist eS ja in der Zeit der Krise, wenn man die Beiträge so niedrig wie möglich setzen will. Aber es hat sich doch gezeigt, daß die Frauen, wo sie organisiert sind, schon ganz bedeutende Mittel aufgebracht haben. Persönlich fei Redner der Ansicht, daß für Berlin der Beitrag von 20 Pf. den Monat wohl aufgebracht werden kann. Im weiteren Verlauf seines Vortrage» ging Redner nament- lich auf die Budgetbewilligungsfrage ein und äußerte sich hierzu im selben Sinne wie in der Generalversammlung von Groß-Berlm, daß, wer ernsthaft den Klassenstaat bekämpft, auch in erster Linie das Budget bekämpfen und dafür stimmen muß, daß dem Klassen» staat da» Fundament seiner Existenz entzogen wird. An den Vortrag, der lebhaften Beifall fand, schloß sich eine kurze, anregende Diskussion. Genossin Mohr-Rixdorf bemerkte, daß manche Frauen nicht zum Zahlabcnd gehen möchten,„weil zu viel Männer da seien", und ermunterte die Genossinnen, diese un. begründete Zaghaftigkeit abzulegen. Die Rednerin führte weiter aus, daß es von einer recht bedauerlichen Kurzsichtigkeit der Männer zeuge, daß die Mehrheit auf der Generalversammlung am Sonntag sich für den 10 Pf.-Beitrag entschied. Darin liege ge- wissermaßen eine Zurücksetzung der Genossinnen. Nun werde man, wenn in Zukunft die Frauen mehr Agitation verlangen, sagen können:„Ihr bringt uns ja nichts ein. Genossin B ä u m l e r- Schönebera erinnerte an die unermüd- liche Agitationsarbeit, die die Organisation der Frauen im Kreise Teltow-BecSkow groß und stark gemacht hat, daß die tätigen Ge- nossinnen nicht Wind und Wetter noch lange Wege scheuten, um auch im äußersten Winket des Kreises Kämpferinnen zu gewinnen. Leider gäbe es innerhalb der Partei noch solche Männer, die sagten, sie wollten keine Frauen im Vorstand hohen. Aber das werde sich ändern. Wir wollen weiter kämpfen, gemeinsam mit den Männern. Genosse Zander weist darauf hin, daß die Frauen ebensogut wie die Männer an den Zahlabenden der Partei teilnehmen sollen und müssen, und daß, wo Familienrücksichten eS erfordern, sich Frau und Mann sehr wohl abwechseln können. Genossin Thiel, die Kreisvertrauensperson, bemerkt, daß auch sie leider die Erfahrung gemacht habe, daß man den Frauen un- gern die gleichen Rechte gewähren möchte. Habe man doch hier m Tempelhof beschlossen, sie, die Vertrauensperson der Genossinnen, nicht mehr zu den Sitzungen zu laden. Aber dieser törichte Be. schluß werde sicherlich ebenso schnell wieder aufgehoben werden, wie er gefaßt wurde. Bedauerlich sei eS auch, daß die Genossen Groß» Berlins, die in den vordersten Reihen stehen, zu der Ansicht kamen, es wäre den Genossinnen nicht möglich, den Beitrag von 20 Pf. aufzubringen. In unserem Kreise haben sich die 8000 organisierten Genossinnen alle für diesen Beitrag ausgesprochen, und selbst in den entferntesten Orten der Provinz ist man dafür. Gewiß wird der Zustand, der durch den Beschluß geschaffen wurde, nicht lange dauern. Die Rednerin führte ferner aus, daß cS vor allem auch Pflicht der Genossen ist, dafür zu sorgen, daß ihre Frauen die Zahlabende auch besuchen. Hierauf wählte die Versammlung als Delegierte zur Frauen- konfercnz Frau T i n i u S. die Vertraucnsperson von Köpenick, und als Delegierte zur Provinzialkonfcrenz Frau Thiel. Zum Schluß wies die Genossin Thiel darauf hin, daß dies die letzte Kreisversammlung der Frauenorganisation von Teltow- BeeSkow war. Die erste KrciSversammlung fand vor neun Jahren statt. Eifrig und einmütig haben die Vertraucnspersoncn seitdem zusammengearbeitet, manche Belästigung durch die Polizei zu er- tragen gehabt. Verschiedene Prozesse mußten geführt werden, aber sie sind immer zu unseren Gunsten ausgefallen. Wenn wir nun unsere Tätigkeit in der alten Forin aufgeben, werden wir keines- Wegs die Hände in den Schoß legen, sonocrn vielmehr mit neuer Kraft weiterarbeiten, im Dienste der Partei und der ganzen Menschheit. Oendrts-Reitling. Des Pastors Klage. Nicht nur die mecklenburgischen Junker scheinen der Ansicht zu sein, daß in ihrer gesegneten Heimat die Leibeigenschaft noch bestehe, es gibt auch mecklenburgische P a st o r e n, deren Handeln man sich nicht anders erklären kann, als daß sie in diesem Punkte die junkerliche Auffassung teilen. In dem in der Nähe von Wismar gelegenen Orte Zurow waltet der Pastor Lange seines christ- lichen Amtes. Dieser Herr scheint seinem Herrn und Meister die Rache nicht überlassen zu wollen, denn er beantragte bei dem ritterschaftlichen Polizeiamte in Wismar eine Bestrafung seines Ikjährigen Knechtes, weil dieser einen Urlaub, den er sich wegen einer Festlichkeit für die Nacht hatte erteilen lassen, um zwei Stunden überschritten hatte. Die genannte Behörde, auch eine mecklenburgische Spezialität, entsprach denn auch dem Antrage des christlichen Herrn und verhängte über den„Verbrecher" 6- M. Geldstrafe cventl. 2 Tage Haft. Durch Vermittelung des mecklenburgischen Arbeitersekretariats beantragte der Knecht jedoch gerichtliche Entscheidung. Am Montag war vor dem Wismarschen Amtsgericht Verhandlung. Der Paswr fungierte als Belastungs- zeuge. Der EotteSmann klagte in pastoralem Pathos über die Not der Dienstherren auf dem Lande, unter welcher auch er zu leiden habe. Er könne sich zwar über den Angeklagten sonst nicht beschweren, er habe ihn schon 2lh Jahre im Dienst, nichtsdesto- weniger aber fange auch dieser Knecht in letzter Zeit an, gelernt- lich aufsässig zu werden. Es sei ein schlimmes Zeichen, daß dieser in der fraglichen Nacht nicht nach Hause gekommen sei. Die letztere Behauptung mutzte der Herr Pastor aber wiederrufen, weil festgestellt wurde, daß der Knecht nicht die ganze Nacht, sondern nur zwei Stunden über den Urlaub ausgeblieben war. In einem noch bedenklicheren Lichte erschien der Herr Pfarrer, als er im Laufe der Verhandlung weiter zugeben mußte, daß er dem Knecht gegenüber wiederholt die Prügelstrafe zur Anwendung ge- bracht habe. Diese Handlungsweise entschuldigte der Herr Gottes- streiter mit„pädagogischen Rücksichten. Auch will er von der Mutter des Knechts zu dieser.pädagogischen" Methode er- mächtigt sein. Der Vorsitzende meint, man könne wohl die Sache milder an- sehen. Nach den in An>oendun eschlußunsäytg war. Der letztere Umstand gab unseren Genossen Veranlassung, iin Beschwerdewege die Rechtmäßigkeit der Wahl anznfechlen. Die Antwort des Regierungspräsidenten lautet: Ich weise Ihre Beschwerde als unbegründet zurück, weil sie' nicht innerhalb der gesetzlichen zweiwöchentlichen Frist ein- gereicht ist. s!) Unbegründet weil verspätet? Wie werden sich die Herren der Blockmehrheit und— deren Freunde über diese präsidiale Logik freuen. Die Ansicht der Wortführer des Blocks:„Die Wahl ist gültig trotz ungesetzlichem Znstaiidekommen der Wahl" ist als richtig anerkannt worden. Was will man noch mehr? Böswillige Gerüchte über die Friedrichsberger Bank, e. G. m. u. H. in der Frankfurter Allee 183, führten gestern nachmittag zu einem lebensgefährlichen Ansturm auf dieselbe. Die Bank besteht schon seit 35 Jahren und haben meist kleinere Geschäftsleute und Arbeiterfamilie« ihr Geld dort deponiert. Wie verlautet, soll nun gestern vormittag ein Lehrer seinen Kindern in der Klasse gesagt haben, wenn sie nach Hause käinen, möchten sie doch ihren Eltern mitteilen, sie sollten sofort ihr Geld abheben, da sich die genannte Bank in Zahlungsschwierigkeiten befände. Dieses Gerücht verbreitete sich nun mit Blitzes- schnelle im Osten der Stadt und rief unter den Sparern große Unruhe hervor. Bald sammelte sich vor der Bank eine große Menschenmasse, hauptsächlich Frauen mit ihren Kindern an und ver- langten stürmisch die Rückzahlung ihrer eingezahlten Spargelder. Stündlich wuchs die Menschenmaffc, so daß schließlich ein polizeiliches Aufgebot von über zwei Dutzend Schutzleuten die Ordnung wieder herstellen mußte. Infolge des lebensgefährlichen Gedränges wurden verschiedene Personen ohmnächtig und auch die Straßer, bahn konnte nur zeitweilig die Menschenmauern passieren. Die Bank zahlte pünktlich jeden Betrag aus und wurden die Sparer immer in Gruppen von 10 Personen in die Bankräume geleitet. Bis in die späten Abend- stunden dauerte der Ansturm ungeschwächt fort, und hatte die Bank, die sonst um 4 Uhr zu schließen pflegt, bis um diese Zeit an über 1000 Personen Depositeneinlagen im Werte von über eine Million Mark ausgezahlt. Auf die kündbaren Gelder wurden vorläufig nur Teilbeträge von 1000 M. ausgezahlt, da die Bank durch den unbe- gründeten'Anstunn völlig überrascht worden war und ein Teil des Bank- geldeS bei anderen Banken zinstragend angelegt hatte. Die TageSgelder gelangten indessen in voller Höhe zur Auszahlung. Heute DonnerS- tag wird die Bank wiederum den ganzen Tag zur weiteren Rück- zahlung geöffnet sei». Auf die. Meldung von diesen Vorgängen war auch der Polizeipräsident von Berlin v. Stubenrauch in der Bank erschienen und ließ sich von dem Direktor die Bücher borlegen. Hohen- Schönhauscn. Wahl der Delegierten zur OrtSkraukenkasse. Wir wollen nochmals auf die heute stattfindende Wahl der Delegierten zur Orts« krankenkasse aufmerksam, machen. Dieselbe findet, wie schon bekannt ist, noch dem alten Gruppensystem statt. Im Restaurant H e r s ch I e b. Berliner Straße 93, wählen in der Zeit alle in Fabrikbetrieben beschäftigten Mitglieder von 5>/z bis 7 Uhr , im Baubetriebe,»« 7'/�, 8, » im TransportgetverLe„,.8„ 8'/, „ Handelsgewerbe„„, 8'/z„ 9'/, Im Restaurant Sommer, Berliner Straße 145, wählen die in in der Zeit Dampfbetrieben beschäfttgten Mitglieder. von 6 bis b'/z Uhr Kommunaldienst„, 6>/z„ 1 Handwerker„„.„7,8 Landwirtschaftsbetrieb.„„.. 3. g„ Die freiwilligen Mitglieder wählen in der Zeit von G'/a bis 7 Ubr im Restaurant Jahn, Orankestraße 1. Wir ersuchen die Mitglieder, sich das Mitgliedsbuch bis Juli ab- stempeln zu lassen, da dasselbe zur Legitimation mitgebracht werden mußl Berliner Eewerkschaftskommission. Abteilung Lichtenberg. Schönwalde(Bezirk Pankow). Die Beerdigung imseres Geiwssen Wilhelm Karl findet heute nachmittag um'/» 3 Uhr voni Trauerhause in Schönwalde aus statt. Die Genossen versammeln sich im Schulzschen Gasthofe. Tegel. In der lebten Gemeindevertretersitzung wurden zunächst unter Ausschluß der Oeffentlichkeit die Herren Schäffer und Brüssow in den Kreistag gewählt. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde mitgeteilt, daß die Regierung den diesjährigen Etat genehmigt hat. Die Eisenbohndirektion teilt mit, daß der Vorortverkehr bis Velten beschlossen sei. Es wurde ferner die Brennzeit der Straßenlaternen geändert und mehr Siraßeiilaternen eingeführt. Zur Nationolspende für den Grafen Zeppelin und für die Abgebrannten in Donau« eschingen wurden je 150 M. bewilligt. Gen. Lichtenberg wendet sich gegen die Nationalspende, da das Reich genügend Geld zur Ver- ftigung gestellt hat. Herr Schenk beantragt 300 M. für die Spende, da Tegel gegen ärmere Geineinden nicht zurückstehen könne. Für Donaueschingen beantragt derselbe Herr eine etlvas niedrigere Summe, Es wird wie oben beschlossen. Unsere Genossen stimmten gegen die Nalionalspende, aber für Donaucschingen. Es wurde ferner beschlossen, den Bahnübergang nach Borsigwalde im Zuge der Gaswerlstraße einzuziehen. Des weiteren soll Klage erhoben werden gegen die Bodengesellschaft wegen zu hoher Bezahlung des Geländes zum Hafenbau. Auch soll wegen des Seeufers RestittitionSklage erhoben werden, da bei erneuter Durchsicht der Grundbuchaktcn eine ganze Anzahl Pläne, von amtlichen Personen gezeichnet, aufgefunden wurden, aus denen das Seeuser als der Gemeinde gehörig bezeichnet ist. Es lvurde weiter beschlossen, statt eines 0>/z Tonnen-Kraus einen solchen zu 10 Tonnen am Häfen aufzustellen. Die Kosten erhöhen sich dadurch um 12 000 Mark. Zur Erweiterung der Kläranlage wurde beschlossen, die eingereichten Kostenanschläge durch Sachverständige prüfen zu laffcn und die Maurcrarbeiien für sich auszuschreiben, llnser Genosse Lichtenberg brachte die Schutzmannstat des Beamten Megow zur Sprache und forderte eine Erttärung des Bürgermeisters darüber. Des weiteren sprach Genosse Lichtenberg seine Verwunderung darüber aus, daß der amtliche Anzeiger, bis heute kutea Bericht darüber gebracht hat. Der Redakteur Müller hatte jedenfalls die Sprache noch nicht wiedG, gefunden. erstatter.) Der Bürgermeister erklärte zunächst, daß die Angelegenhett Amtssache sei und er nicht verpflichtet wäre, der Gemeindevertretung darüber Aufklärung zu geben. Er gab aber doch die Erklärung ab, daß der Fall sich bis jetzt nicht habe aufklären lassen, man solle aber Vertrauen zu ihm haben, jedenfalls würde sich ein solch extremer Fall wie dieser nicht wieder ereignen. In geheimer Sitzung wurde dann der Antrag der Großen Berliner Straßenbahn auf Verlängerung der Konzession auf 90 Jahr« auf Antrag des GemeindevorstandeS einstimniig abgelehnt. Steglitz. Polnisch« Wirtschaft. Aus der Gemeindeschnle HI in der Fichte» straße wird uns ein Fall berichtet, der nicht nur alle Eltern, deren Kinder jene Schule besuchen, interessieren wird, sondern der auch für die Aufsiwtsbehörde Veranlassung genug bieten sollte, dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Ter Sohn des Maurers O. besucht die 4. Klaffe dieser Schule. Der Junge fühlte sich sckon seit einiger Zeit krank, besuchte aber trotzdem den Unterricht, bis ihn am Dienstag, den 18. August, sein Klassenlehrer wegen starler Schmerzen nach Hause schiclie. Am folgenden Morgen ging die Mutter mit ihm zum Arzt, der Unlerleibsdrüsen feststellte und Umschläge verordnete. Die Wirkung dieser Behandlung war so gut, daß der kleine Patient schon am Donnerstag wieder zur Schule zu gehen wünschte, was die Eltern auch erlaubten. Die Mutter be- gleitete ihren Sohn und bat den Klassenlehrer um Dispensation vom Turnen, was zugesagt wurde. Auch am Freilag und Sonnabend ging der Kleine wie gewöhnlich zur Schule. Die Mutter war deshalb nicht wenig erstaunt, als am Sonnabendvormittag ein Polizeibcamtcr erschien mit der Frage, weshalb sie ihren Sohn nicht zur Schule schicke. Unter Be- rufulig auf ein von dem Rekior Lötz nnterzeichnetes Schriftstück be» hauplete der Beamte, daß der Knabe schon seit dem 18. August die Schule schwänze und fügte hinzu, daß er Befehl habe, den Sünder zwangsweise vorzuführen. Die Mutter erklärte, daß ihr Sohn in der Schule sei und bat den Bcamien, sie dorthin zu begleiten, um sich persönlich an Ort und Stelle von der Wahrheit des Gesagten zu überzeugen und dementsprechend zu berichten. Der Beamte gab jedoch an, hierzu keine Zeit zu haben. Nun ging die Mutler allein zum Rekior, um sich Aufklärung über die mysteriöse Angelegenheit zu verschaffen. Das sollte ihr jedoch nicht ganz gelingen. Zunächst war der Herr Rektor der Meinimg, daß der Knabe nach den Ferien (also seit dem 11. Anglist) überhaupt noch nicht in der Schule ge« Wesen sei. Nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer und Be- fragung des angeblichen Schwänzers mußte er indessen zugeben, daß die Behauptungen der Mutter der Wahr- �beit entsprachen. Man sollte nun meinen, daß ein Mann von Bildung ohne weiteres das begangene Versehen zugestanden, um Entschuldigung gebeten und alles getan halte, um die durch eine grui'.dlose Anzeige angeordnete Zwangs« locise Vorführung zu inhibieren. Aber lveit gefehlt I So weit läßt sich der Rektor einer Gemeindeschule einer Arbeiterfrau gegenüber nicht herab. Er meinte nur, die Frau möge sich beruhigen. Daß mal ein Polizist in ihre Wohnung käme, wäre nicht schlimm, die Leute köimtcn ja denken, er habe eine» Steuerzettel gebracht. Waren nun auch die Eltern keineswegs befriedigt von dem bisherigen Ver« lauf, so nahmen sie doch an, daß nun alles erledigt sei. nachdem dem Herrn Rekior sein Irrtum nachgewiesen sei. Aber sie hatten den Pflichteifer und die Gewissenhaftigkeit des Schulleiters falsch eingeschätzt. Anscheinend halte der Herr keinen Finger gerührt, um die Zurücknahme der falschen Anzeige zu bewirken, denn am Sottinagmittag erschien der Polizist abermals bei den über« raschten' Eltern. um ihnen mitzuteilen, daß sie am Montag ihren Sohn nicht zur Schule schicken dürften. Er habe strengen Befehl, den Knaben um 7� Uhr abzuholen und in der Schule ab« �uliesee». Die Eltern verzichteten jedoch darauf, ihren Sohn wie einen Verbrecher durch die Polizei nach der Schule transportieren zu lassen. Deshalb machte sich die Mutter mit ihrem Jungen auf den Weg, ehe der polizeiliche Transporteur erschien. Als die ent- rüstete Mutter dem Rektor Lötz die Mitteilung machte, daß sie nicht auf die Polizei gewartet, sondern ihren Jungen selbst begleitet habe, hatte der Herr nur die„geistreiche" Bemerkung übrig:„Na, wenn er hier ist, dann braucht er ihn nicht zu holen I" Es Ivird nun abzuwarten sein, wann der Herr Rektor endlich seine falsche Anzeige zurücknehmen wird, um dadurch die Polizei- aufsicht über den völlig schuldlosen Knaben aufzuheben. Zur Pflege der guten Beziehungen zwischen Schule und Hans wird es schwer« lich beitrage», wenn sogar der Reltor mit solchem Beispiel de» Lehrern vorangeht. DaS Opfer eines schweren Baminfallcs ist der gimmermeister Gustav Ortmann geworden. O., der in der Lichterfelderstraße wohnt, war ans dem Neubau an der Ecke der Körner« und Bergstraße in Steglitz beschäftigt. In dem Augenblick als er unten auf dem Bauhos an der Scitenmauer entlang ging, stürzte vom vierten Stockwerk ein schwerer Eisenträger herab und traf O. am Kopfe. Der Bedauerns« werte wurde zu Boden geworfen und blieb besinnungslos liegen. Er hatte einen schweren Schädelbruch davongetragen und wurde in hoffnungslosem Zustande in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Zehlendorf. In der lebten WahlvereinSversammlung hielt der Genosse Kiiter einen Bortrag über den Parteitag in Nürnberg. Referent wies auf die Aenderung in der Organisation der Frauen hin. Er sprach die Erwartung aus, daß durch diese Aenderung auch insofern eine Neu« regelung statlfinden dürfte, daß dem Parteivorstande eine Genossin hinzugewählt wird. Bezüglich der Jugendorganisation fordert er weitesie Freiheit derselben. Die Regelung ihrer Angelegenheiten sollte dieser vollständig überlassen bleiben, da nur dadurch die Ge« währ geboten ist, daß aus den jungen Genoffen aufrechte Charaktere würden. Höchstens wäre von Nutzen, daß der jungen Garde ältere Genossen, wie es auch jetzt geschehe, als Berater zur Seite stehen sollten. Die Maifeier wünscht Referent nicht abgeschwächt. Der Partei- tag sollte eine Stellung einnehmen, daß das ewige Schwanken über diese Frage beendigt und eine einheitliche Feier mit voller Arbeits» ruhe propagiert werde. Ucbergehend zu dem Disziplinbruch in Süddeutschland, geißelt er das Verhalten der dortigen Abgeordneten und wies nach, daß von einer größeren Liberalität in den Süd« staaten, insbesondere in Baden, auch nicht gesprochen werden könne. Das beweise am besten der Fall des Staatsarbeitcrs Schäufcle, dem man die Ausübung seines Mandates für die Sozialdemokratie verwehrte. In der Diskussion sprachen die Genoffen Göhre, Fuch», Stücklen und Ulm. Sämtliche Diskussionsredner nahmen im allgemeinen denselben Standpunkt ein, wie der Referent. Nur ist Göhre der Meinung, daß Baden und Bayern etwas anders beuiieilt werden müssen, da hier freiheitliche Ansätze vorbanden seien. Man müsse übrigens erst die Gründe der dortigen Genoffen hören. Seiner Meinung nach sei das Verhalten dem Parteivorstande gegenüber nicht zu billigen. Entgegen dieser Auffassung stellen Fuchs und Stücklen aus ihrer genauen Kenntnis der bayerischen Ver- hältnisse fest, daß auch hier kein Anlaß vorgelegen habe. eine andere Stellung einzunehmen, als es sonst in der Partei den Etats gegenüber Gepflogenheit sei. Besonders Siücklen weist nach, welch« kulturwidrigen Ausgaben. als Zivilliste, Kultusausgaben für evangelische, katholische und israelitische ReligionSzwecke usw.— auch in dem bayrischen Etat ent» halten seien. Schon aus diesem Grunde hätten unjere Genossen den Etat ablehnen müssen. Unter Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, Zehlendorf in vier Bezirke zu teilen und für diese in Uebereinstimmung mit Groß« Berlin an jedem zwetten Mittwoch im Monat einen Zahlabend ab« zuhatten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 27. agust. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Samson und Dalila. Königl. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues fönigl. Operntheater. Bohême. Deutsches. Medea. Stammerspiele. Aglavaine und Solisette. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Leffing. Der Biberpelz. Neues. Der Dicb. Neues Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Kleines. 2 × 2= 5. Die Komische Oper. Der Zerrissene. Residenz. Der Floh im Dhr. uspielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0. Bauner Theater.) Die Zauberflöte. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. Schiller Charlottenburg. Stiftungsfest. Das Friedrich Wilhelmstädt. Schau: = spielhaus. Geschlossen. Lutsen. Suse. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Bernhard Rose. bon New York. Das Geheimnis Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Bera Violetta. Spe zialitäten. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Bañage. Spezialitäten. Berliner Prater. Berlin, wie es weint und lacht. Anf. 4%, Uhr. Carl Haverland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Gulden prinzessin. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Hebbel- Theater. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Utten v. Bernard Shaw. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Dieb Freitag: Baccarat. Sonnabend: Der Dieb. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dstar Strauß. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwant in 3 Aften von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Morgen und folgende Lage: Der Floh im Ohr. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Suse. Freitag: Beschlossen. Sonnabend: Premiere: Staats. anwalt Werander. Sonntag zu fleinen Preisen: Sufe. Abends: Staatsantvalt Merander. Montag: Staatsanwalt Alexander. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Morwit- Oper.| Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abend 381 br: Donnerstag, abends 8 Uhr: Populäre Borstellung b. halb. Preisen: Die Zauberflöte. Oper in 2 Aften von W. A. Mozart. Ueber den Brenner nach Venedig. Freitag, abends 8 Uhr: VOLOGISCHER ZCARTEN Gr.Militär- Doppel- Konzert Täglich nachm. 5 Uhr: Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Geschlossen. Donnerstag, den 30. August, abends 8 Uhr, zum Besten der Abgebrannten in Donaueschingen: Die Diebin. Gröffnung d. Winter- Saison 1. Sept.: Egmont. Ein Trauerspiel v. Wolfgang v. Goethe. Musit von Beethoven. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Aften von Gustav von Moser. Abschiedsvorst. Heinrich Bötel: Freitag, abends 8 Uhr: Martha oder Der Markt zu Richmond Das Stiftungsfest. Sonnabend, abends 8 U br: Populäre Borstellung b. halb. Breisen: Sonnabend, abends8nhr: Oberon, König der Elfen. Philister. Hierauf: Die Lore. Parodie- Theater Brunnen- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria- Rustikana und die urkomische Burleske Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 82 Uhr. 99 Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Komödie in 3 Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Badstraße 58. Direkt.: Willi Voigt. Täglich: Dorns Resi. Erstklassige Spezialitäten. The Heros Kurt Ellys Paul Coradini, Mr. King and MiB Cooke Büglers 8 wilde Königslöwen. Vorverkauf von 10 Uhr ab. Sonnabend, 29. Auguft: Benefizvorstellung zum Besten der Hausfellner: Der Fluch des Goldes. Neue Welt Hasenheid e 108-114. Gr. Bayerisches Kellerfest Heute: Elite- Tag. W Monster- W Feuerwerk. Tanz- Reunion Alle Passepartouts haben Gültigkeit ohne Nachz. Freie Volksbühne Sonntag, den 30. August, nachm. 3 Uhr: Neues Schauspielhaus: 1. Abteilung. Lessing- Theater: 4. Abteilung. Thalia- Theater: 11. Abteilung. Neues Schauspielhaus: 12.( I. Abendabteilung) Montag, den 6. September abends, Anfang pünktlich 7 Uhr. Aufführungen: Die Kinder der Exzellenz. Die versunkene Glocke. Te Deum. Faust( I. Teil) Alle noch nicht abgeholten Mitgliedskarten der alten Mitglieder müssen noch heute aus den Zahlstellen abgeholt werden, da sie sonst an die neugemeldeten Mitglieder ausgegeben werden. Der Anfang der Fanst- Vorstellungen mußte auf Uhr ausnahmsweise festgesetzt werden Alle wegen der fünfstündigen Dauer der Aufführung anderen Abendvorstellungen beginnen um 8 Uhr. Einige neue Mitglieder können sich noch in den Zahlstellen melden. 241/18 Dritter Nachtrag zu den Satzungen der Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Orts- Krankenkasse für Orts- Krankenkasse Ober- Schöneweide. bom für Pankow 5. Dftober 1903 19. Januar 1904 beschlossen in der Generalversammlung am 15. Juni 1908. Casino- Theater Volksgarten- Theater 13 erhält folgende Fassung: Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Ab Sonnabend täglich: BELLINI Famille August Knoche! Berliner Gesangsposse in 3 Aften. August Knoche: Dir. Hans Berg. der König aller Gedankenleser Borber b. glänzende Eröffnungsprogr. mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden ::: Gedankenübertragungen Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Metropol- Theater Bum 344. Male: Diez' SpezialitätenTheater $ Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Das neue und beste am Bahnhof Gesundbrunnen. Hente: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neues Riesen- Programm. „ Alt- Heidelberg die feine." Ab. 9 Uhr: Gadbin 11, Todessturz. Großes Brillant- Feuerwerk. Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königstor Ob Regen! Täglich: Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Seben Abend Berliner Leben. Das muß man seh'n Brogramm Berlins. Revue in 12 Bildern m. Ges. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. WINTER CARTEN Anf. 3 Uhr, Entree Wochent. 20, Sonntags 30 Pf. Täglich: Volksbelustigungen aller Art. W.Noacks Theater 10 Uhr: Bolts stüd mit Gesang in 3 Bildern. Jeden Mittwoch: Boltsbelustigungen. Stinematograph. Entree 30 Pf. Kinderfrendenfeft. Als Krantenunterstützung wird pp. gewährt: ad 1: Unverändert. ad 2: Unverändert. Den Herren Arbeitgebern und Staffenmitgliedern zur Kenntnis, daß die am 26. Mai 1908 beschlossene 13. Abänderung des Statuts(§§ 10, 12, 30) die Genehmigung des Be zirtsausschusses erhalten hat und am Montag, den 31. August 1908, in Straft tritt. Artikel I. § 10, Absaz 2 erhält folgende Fassung: Den Vor- und Zunamen, Geburts. " Die Anmeldung muß enthalten: ad 3: Jm Falle der Erwerbs- Unfähigkeit vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab ort und Datum, sowie die Beschäftis für jeden Strantheitstag die Hälfte zeitige Wohnung, den Zeitpunkt des gung des Anzumeldenden, die der des im§ 12 festgesetzten durchschnitt- Eintritts in die Beschäftigung, den lichen Lagelohnes als Strankengeld täglichen Arbeitsverdienst, welchen 276/5 der Anzumeldende zunächst bewie im zweiten Nachtrag normiert. ziehen wird und die genaue Be des Gewerbebetriebes und zwar: ad 4: Unverändert. Die Strantenunterstütung wird usw. Pantom, den 15. Juni 1908. Der Vorstand der Orts Krankentasje Bankow. 0. Gütig, Rich. Wolf, Borsitzender. Schriftführer. F Genehmigt Potsdam, den 30. Juli 1908. ( L. S.) Namens des Bezirksausschusses: Der Vorsitzende. In Bertretung: Wagner. Borstehender Nachtrag tritt mit Freitag, den 28. August 1908 in Straft. Pankow, den 27. August 1908. Der Vorstand Direttion: Rob. Dill. Brummenitr, 16. An Wochentagen ist Saal u. Garten der Orts Krankenkaffe Pankow. Letzte Woche! Angeklagt! Kriminalfchauspiel in 7 Bildern. Abonn. bedeut. Ermäß. Anfang des Stonzerts 7, der Vorstellung 8 Uhr. Sonnabend: Königin Luise. EröffnungsProgramm. Sanssouci, The Zancigs- Joseph Josephi, Sänger Ephraim Thompson, dressierte Elephanten Okabe, JapanerTruppe Die 5 Mowatts, KeulenDie 12 Tiller- Girls, Jongleure engl. Gesangs- u. Tanztruppe Cornalla und Eddie, amerikanische Der Zukunftspreis, Wettrennen m. lebenden Pferden. Karl Hertz, Zauberkünstler. Exzentriks Lustspielhaus. Boyer de Lafory, französ. Sängerin. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. DERED ROSE THEATED ( Gr. Frankfurter Str. 132. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellg. Spezialitäten. Anfang 4 Uhr Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger. Anf. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Neichshallen- Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Walhalla Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Spezialitätenvorst. im Garten. Neues Progr. Dress. Elefanten. Bei ungünst. Witterung i.Theater. Anf. d. Borst. 8 Uhr. Anfang des Gartentong. 7 Uhr. Kleine Breife. Der Biograph. apollo Theater Ab 8 Uhr: Die Attraktions. Novitäten. 914 9% Vera Violetta. Baudeville- Operette von Ed. Gysler. 10%: Graf Zeppelin auf seiner großen Fahrt. 26 7, Uhr: Konzert im Theatergart. Folies- Caprice Linienstr. 132, a. d. Friedrichstr. Telephon Amt III 8650. Sonnabend, den 29. August: Premiere. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Mit vollen Segeln. Lebensbild in 3 Atten. Dazu erklaffige Spezialitäten. 0000 Kottbuser Direttion Wilhelm Reimer. Berlin Sänge Heute Donnerstag: Großer Lacherfolg! an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Berliner Sänger Theater- und SpezialitätenDurchweg neues Programm. Tanzkränzchen. Sonntags Beginn 5, wochent. 8 Uhr Vorstellung. Berliner Prater- Theater OPPEGARTEN. Kastanien- Allee 7-9. Berlin wie es weint und lacht. Volksstück mit Ges. in 3 Akten und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 42 Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Gustav Neu! Neu! BehrensTheater. 800 Morgen, direkt am Bahnhof, zu Villenbauzwecken, sehr billig mit 50 Mark Anzahlung und beliebig hohen Ratenzahlungen. Vornotierungen nimmt entgegen Allgem. Bau- und Ansied.Ges. m. b. H. O. 25, Alexander Platz 2. 000000000 Soeben erschienen: Gütig, Borsigender. Der ganze Rest an Anzügen, von der Konkursmasse " Blitz 66 herstammend, kommt bis zu[ 185/ 13* 50% unter Preis zum Verkauf, zeichnung bes Arbeitgebers. Ist der An zumeldende von der Zahlung des Eintrittsgeldes befreit(§ 29 des Statuts), so ist, falls die Befreiung auf Grund der Zugehörigkeit zur diesseitigen Kaffe beansprucht wird, die Buchnummer auf der Anmeldung anzugeben, andernfalls ist der Nach weis über die Mitgliedschaft bei einer anderen Kasse oder über die Ent richtung von Beiträgen zur Gemeinde frankenversicherung zugleich mit der Anmeldung vorzulegen." § 12 foll fernerhin lauten: " Für die Bemessung der Kaffen. leistungen und der Beiträge werden die Staffenmitglieder in fünf Slaffen eingeteilt: Selaffe A, männliche Kaffenmitglie der über 16 Jahre, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag mehr als 3,50 M. beträgt. Klasse I, männliche Kassenmitglieder über 16 Jahre, deren Arbeits. verdienst für den Arbeitstag nicht mehr als 3,50 M. beträgt. Selasse II, weibliche Kaffenmitglieder über 16 Jahre. Klaffe III, männliche Staffenmit glieder unter 16 Jahre einschl Der Lehrlinge. Selaffe IV, weibliche Kassenmitglieder unter 16 Jahre. Der durchschnittliche Tagelohn ist bis auf weiteres festgesett: Für Stlaffe A auf 4,00 m. 8,00 " II 2,00 " " " И III 1,50 IV 1,25 " Diese Säße bleiben in Geltung, bis sie durch die höhere Berwaltungsbehörde anderweitig festgestellt wer den. In diesem Falle sind die neuen Säge auf die im§ 64 bezeichnete, Art bekannt zu machen. Bersegungen in eine höhere oder niedrigere Klasse finden bei beränder tem Arbeitsverdienst jedoch nur von Monat zu Monat statt." § 30, Absatz 1 ist zu streichen und staunenerregend billig. bafür zu feyen: 9 Rosenthaler Straße 9. 85 Chausseestraße 85. Goltzstr. 9. Die preußische Polenpolitik 137 Gr.Frankfurterstr.137 Neu! Die Guldenprinzessin. in ihren Ursachen und Wirkungen. 24 Kottbuser Damm 24. Dperette, Wiederauftreten von Gustav Behrens Von Herm. Wendel. Preis 60 Pf. Schöneberg und 10 erstklassige Spezialitäten. Expedition des Vorwärts", 10 Hauptstraße 10. Duskes Kinematograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr M ax Kliems Sommer- Cheater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Bernhard Lange. Taglia: Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Elite- Tag 99 Lindenstraße 69( Laden). 900001 9000600 " Die Staffenbeiträge betragen 5% des durchschnittlichen Tagelohnes der Mitglieder und zwar pro Woche: Für männliche Kaffenmitglieder über 16 Jahre, Klasse A... 1,20 W. Für männliche Staffenmitglieder über 16 Jahre, Klaffe I 0,90 m. Für weibliche Staffenmitglieder über 16 Jahre, Klasse II. 0,60 m. Für männliche Staffenmitglieder unter 16 Jahre einschließlich der Lehrlinge, Selaffe III 0,45 m. Für weibliche Staffenmitglieder unter 16 Jahre, Klaffe IV 0,39 M. Dber- Schöneweide, den 25. August 1908. Der Vorstand. 276/6 R. Schwarzburger, H. Rodenbusch, Borsitzender. Schriftführer Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, Königa, Ecke Neue Friedrichstraße. 218/8 Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere.. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Ste teppdecken Extrapreise! Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Ersatz für Bunt Cretonne 200 Similiseide Wollatlas Deckbett in den Farben oliv 525 750 rot, blau, 15 850 Schlafdecken 150 250 350 Bunte Normalganz dick 300 4.00 Wolldecken Räumungs- Extraliste enorm billiger Angebote gratis und franko. Baustellen und Landparzellen OR. DON 4 Mark an nahe Bahnh. Fredersdorf Auskunft täglich im Pavillon am Bahnhof und bei 34912* Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. 247/ 3* JOSETTI JUNO Cigaretten. Cigaretten gerade so gut" Kosten das doppelte Sozialistische Neudrucke. Als II. Band dieser Sammlung ist jetzt erschienen: Garantien der Harmonie und freiheit Wilhelm Weitling. Jubiläums- Ausgabe. Mit einer biographischen Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Franz Mehring, Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,- M. Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 Laden. und mehr. Joselliz 10 St. für 20 Pfg. Hygienische Borussia- Testsäle, Inh.: Georg Wolffgramm Ackerstr. 6/7. Bedarfsartikel. Neuest. Katalog Empfehle meine 4 Säle, 100-1000 Personen fassend, für Vereine und VerGummiwarenfabrik 99362*] Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 D Empfehl viel. Aerzte u Prof grat. sammlungen. Mehrere Sonnabende und Sonntage noch frei Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Der Kleingarten, feine Anlage, Einteilung und Bewirtschaftung, von Mar Hesdörffer. Preis 60 Pf. Erpedition Lindenstraße 69, Laden. ORIGINAL SINGER NAHMASCHIN Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 34982* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Weltausstellung Grand Prix St. Louis 1904. Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Lammers Festsäle Neues Klubhaus Kommandantenstr. 72 Fernfpr. Amt Ia Nr. 6806. 40252* Fernsprecher Amt Ia Nr. 6806 Für die bevorstehende Saison empfehle meine vier glänzend renobierten Säle, 150-400 Perf. fassend. Alfred Lammers. Kleine Anzeigen Uhren, Goldraren billigst Werner, Pappelallee 3. Mahagoni, nußbaum Trumeau, Chaiselongue, Plüschsofa, Baneelbrett, Hutbodenspind, englische Muschelbetten sehr billig Frankfurter Allee 129, Lazarus. 1087** Nur an Privatleute! Wollen Sie 859 wirklich eine einfache oder beffere Pfandleihhaus, Beidenweg 19. Wohnungs- Einrichtung billig, aber Spottbilligster verfallener Bettenver- trobem neue, reelle Möbel laufen, so müssen Sie Lothringerstraße 26 fauf, Gardinenverkauf, Steppdecken, Bortieren, Taschenuhren, Schmud( Schönhauser Tor) hingehen. Bin Sofort verkäuflich: zwei englische sachen, Aussteuerwäsche, Teppichber- billiger als die meisten Möbelhändler! Bettstellen, Ausziehtisch, Plüschsofa, fauf, Bettinlette, Garderoben, Ber- Bum Beispiel: Komplette Wohnungs- Stühle, Säulentrumeau, Kleiderschrank, schiedenes spottbillig. moderner Küche Bertito, Nähmaschine, Wanduhr, Bil 1135 Einrichtung mit der, moderne Küche. Möbel fast neu! Fräulein Bölling, Chausseestraße 52, born II, Flureingang. Justallateure und Händler tausen Wie wird die Staatsangehörigkeit Bronzegastronen, Zugampeln, GasEin Führer durch das erworben? Beleuchtungs- Gegenstände, HängegasRecht der Staats und Reichsbrenner allerbilligst Großhandlung lte Jakobstraße 125. Geschäftsleuten angehörigkeit, von H. Beims. Preis 25 Pf. Expedition Lindenstraße 69, Engrosrabatt. 10045* Steppdecken spottbillig, Fabrik Große Frankfurterstraße 60. 29935 Teppiche!( feblerbaite) in allen Größen für die Hälfte des Wertes Im Teppichlager Brünn, Hadescher Martt 4, Bahnhof Borie. Laden. 5,00 prachtvolle Betten, Bauernbetten, nur Pfandleihe An9,00 dreasstraße 38. 10898 Landbett, zwei Dedbetten, zwei Kissen, zweischläfrig 18,00, große 264/ 11* Laken 1,00. Bücher des deutschen Hauses. Eine Sammlung guter Erzählungen, Geschichten, Novellen ust. Gut aus geitattet, girta 300 Seiten umfassend, zum Teil illustriert und gebunden. 75 Pfennige pro Band. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Aussteuer, Damaft bezüge. Pfandleihe Andreasstr. 38.+ Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Stiffen 27,00, große Freischwinger, Regulatoren 9,00. Pfandleihe Anbreasstraße 38. Fahrgeld wird vergittet. Teppiche mit Farbfehlern für die Steppdecken, volle Größe, CreVorwärtslesern 5 Prozent Hälfte. tonne 3,00, Trifot 4,25, Similiseide Extrarabatt. Thomas, Dranien 4,25, Wollatlas 5,50, Normalschlaf1058* beden 1,85, Sonderangebot. Teppich- ftraße 160, Dranienplag. Frühkartoffeln, Zentner 2,20, Haus Emil Lefèvre, Dranienstraße 158. 20 Pfund 0,45; Dabersche, Zentner Humboldtleihhaus nur Brunnenstraße 58, Edhaus Stralsunderstraße. Nixdorf, Steinmetzstraße 10. 3,00, 20 ẞfund 0,65. Naschinski, +102 Staunendbillige Jackettanzüge! Gehrodanzüge! Spottbilligster Betten- Bostonpreffe, 15 X 22, und Vifitberkauf! Brautbetten! Großartige schrift spottbillig Rheinsbergerstraße 36, Aussteuerwäsche! Wunderbare Gar- Müller. binen! Steppdecken! Plüschtischdecken! Teppichauswahl! Goldene Damenuhren! Herrenuhren! Freischwinger! Schmucksachen. Bis neun geöffnet.* Bronzegastronen!!! Saszug lampen! 9,00. Gasrohrlyren! 1/2 Schaufensterlicht spottbillig! Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. 10648 Bauernkrieg, Der deutsche, von Friedrich Engels. Broschiert 1,50 Mart, gebunden 2, Mark. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Hoff. 12015* Geschäftsverkäufe. 250 Mart, beffere 350-425-500 bis 1500, Speisezimmer, Eiche, mit Leder stühlen, komplett 650-700-850-2000, Herrenzimmer, Salons, Schlafzimmer, Ledersofa, Klubsessel, Standuhren, Antleideschränke, moderne Küchen 68-190. Besichtigung in 6 Etagen! Verkauf Transport frei, auch weite Vororte! mur Lothringerstraße 26, Schönhauser Tor, Hof. Geöffnet 8-9 Uhr, Sonntag 8-2 ununter brochen. Bei schriftlicher Anmeldung auch Sonntag nachmittag. 1067+ 12525 Fahrräder. Fahrräder, Teilzahlungen. Inva lidenstraße 20 Staligerstraße 40. 320* Fahrräder, Grammophone, Teil zahlungen, ohne Aufschlag, Lothringerstraße 40. 6748* Verschiedenes. Die Beleidigung gegen die Ehefrau Aug. Schnitzer, Adlershof, nehme ich hiermit zurüd und bitte dieselbe öffentlich um Entschuldigung. Reinhold Salies, Adlershof, Waldstraße 51. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Jescheck Ensemble Gethsemane straße 3. + 71* Waschanstalt Karl Behrigt, Köpe nid, Glieniderstraße 29, liefert blendend weiße Wäsche ohne Anwendung scharfer Mittel. Bettwäsche, Leibwäsche, 3 Handtücher 0,10. Abholung Sonnabend. 1088 Klavierkurfus, Monatspreis 3,00. 151/13 Klavierüben frei! 20 Klaviere. Musikakademie.( Morikplatz.) Dranienftraße 147. Aufpolsterung. Bettmatraße 4,00, Sofa 5,00, auch außerm Hause. Soffmann, Neue Stönigstraße 30. Vermietungen. Zimmer. Sauber möbliertes Bimmer, Bad, Mietsgesuche. Herr sucht saubere Schlafftelle, allein. Gegend Südost, Südwest. Preisofferten unter P. T., Postamt 42. Arbeiter sucht Schlafftelle, allein, feparat, Süden bevorzugt. OffertenPreisangabe H. 301. Poftamt 85. Suche möbliertes Zimmer eventuell Schlafstelle, allein, insektenfrei, Nähe Wedding. Offerten unter K. M., Borwärts"-Spedition, Nazarethtirchstr. 49. Suche bei alleinstehender Frau einzuwohnen. Gegend Brunnenstraße. 12546 Offerten Z., Bostanit 28. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stubiflechter bittet um 1 oder 2 Herren, 15,00, bermietet Arbeit. Stühle werden abgeholt und Gaudystraße 37, vorn III lints, an aurudgeliefert. der Schönhauserallee. + 71* ftraße 27. Ein möbliertes Borderzimmer zu vermieten an 1 oder 2 Herren oder Damen. Funke, Nostizstraße 28.+88 Ein fauberes Zimmer an 1 oder 2 Herren Straßmannstraße 7, linker Seitenflügel II. +27 Möbliertes Zimmer, ein oder zwei Herren Friedrichstraße 218, Hof rechts IV, Bischoff. 12515 Möbliertes Zimmer oder Schlafstelle Butbuserstraße 46, Frau Seifert. 2. Gläser, Mulad 1468b Stellenangebote. Kunstschmiede, selbständige, berlangt Schlofferei Blume, Charlottenburg, Schillerstraße 97. + 110* Dirigent für Gesangverein gefucht, Dienstag abends. Offerten an Richard Groß, Willdenowstraße 25. Violin, Klavierspieler( nicht Berussmusiker) werden für alle Abende gesucht, Pantstraße 8, Bum Bank12446 grafen, Safiemierstt. Neifende auf lohnende Artikel für außerhalb gesucht. Sauer, Rathe 1240b nowerstraße 6. Herrenfahrrad, Damenjahrrad Möbelfabrik, Dranienstraße 58, wie neu, 45,00. Qola, Blumen9775 direkt Moripplag. In meinen fünf ftraße 36b. Fahrräder, gebrauchte, neue, Etagen stehen komplette Wohnungs. einrichtungen von 165-5000 Mart. billig. Verleihinftitut Beberstr. 52, In jeder Holzart. Schlafzimmer 285, Brizke. 1031 1091 Salon, Herrenzimmer, Speisezimmer Geschäftsbreirad, äußerst stabil, mit Umbauten 390 Mart, farbige 50,00. Holz, Blumenstraße 36b. heit biete ich auch in zurüdgefekten, Küchen 45,-. Besondere Gelegen Brennaborrad, 40,00, fofort, verliehen gewesenen Möbeln, die Bankstraße 45, parterre rechts.+148 bedeutend herabgesezt find. Auf fallend billig: Chaiselongues 22, Schlafsofa 34, Plüschsofa 49, Baneelsofa 59, Garnitur von 75 Mark an, Säulentrumeau 33, Bettstelle mit Matraze 16, engl. Bettstelle mit Sprungfedermatraße 44, Muschelspind, Bertilo 30. Besichtigung ohne Kaufawang erbeten. Gefaufte Möbel tön nen beliebige Zeit fostenfrei lagern. Schlafstellen. Eventuell Bahlungserleichterungen. Rein Laden, direkt Fabrit. Sonn- Wilhelm Albrecht nehme hiermit Die Beleidigung gegen Herrn Möblierte Schlafstelle vermietet buch gratis. Transport fret. 1054K* Ehrenmann. Frau Hoffmann, Königshaus II. tags bis 2 Uhr geöffnet. Muster zurüd und erkläre denselben als Sennewig, Gneisenaustr. 52, Garten12536 bergerstraße 33. Möblierte Schlafstelle, sauber, 2 Invalide sucht 500 Mart zum Ge- Herren, Große Frankfurterstraße 42, schäft, Sicherheit Grundstüd. Invalide born II rechts, Müller. +146 Bostamt 28. +144 Beffere Schlafstelle, einen Herrn, billig, Friedrichsfelderstraße 3, born III rechts. +41 Jm Arbeitsmarkt durch Schlafftelle an Herrn Küstriners besonderen Druck hervorgehobene 8716* plat 9, born II rechts. +41 Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Prinzessinnenstraße 8, III rechts. Freundliche Schlafstelle zu ver mieten bei Lehmann, Manteuffelfind gesperrt: ftraße 80, born parterre, Bigarren für Korbmacher Firma Kaniga laden. +6 in Lichtenberg; Reichert in MarSansere Schlafftelle vermietet zahn; Schmidt, Dresdenerstr. 82; für Vergolder Gruhl in MagdeDulz, Marienburgerstraße 10. +69 burg. Freundliche Schlafstelle, zwei Herren, bei Herper, Stralsunder- Deutscher Holzarbeiterverband ftraße 10, III. Grünkram- Geschäft mit Rolle +71 billig verkäuflich. Schmidt, Lychener: straße 23. Lokal, fleines, billig zu verkaufen, weil der Mann Stellung angenommen hat. Zu erfragen Stoppenstraße 82, Bigarrengeschäft. +146 Restaurant, Fabriten im Hause, verkauft billig Borhagenerstraße 40. +102 Teppiche mit Farbenfehlern, Fabrit Für Anfänger! Wegen Burruheniederlage Große Frankfurterstraße 9, fegung verfaufe ich mein flottgehendes parterre, Mauerhoff. Vorwärtslejern Schantgeschäft, billige Miete, lange 6 Prozent Rabatt. Jahre im Besiz. Für junge The Steppdecken billigst Fabrit, Große leute großartige fichere Existenz. Frankfurterstraße 9, parterre, Mauer- Offerten A. B. 15, Boftamt 31. 12505 12026* Parteilofal wegen Todesfall verKinderwagen, neu, dringend, tauft sofort Rirdors, Kirchstraße 5. 16,00, Ererzierstraße 25, III lints. Fabrikationsgeschäft, Gas- und Pfandleihhaus, Brinzenstraße 86. 28afferarmaturen mit eigener Gießerei Staunendbillige Jadettanzüge! Geh- anderer Unternehmen halber eventuell rodanzüge! Spottbilligster Betten- sofort billig zu verkaufen. Geringe verkauf! Brautbetten! Großartige Anzahlung, billige Miete. C. M. 73, Aussteuerwäsche! Bunderbare Gar- Postamt Adalbertstraße. dinen! Steppdecken! Plüschtischdecken! Parteilokal, Preis 5000, Miete Teppichausehl! Goldene Damen- 1700, Umjat 45 Halbe Tommengefäße, uhren! Herrenuhren! Freischwinger! Wahlverein, Bahlstelle des Holz Schmudsachen. Bis neun geöffnet.* arbeiterverbandes. Näheres Liebig, 1000 neue Nähmaschinen, Lang- Forsterstraße 2 II. schiff, hocharmig, prima Qualität, Reftauration billig verläuflich, gebe auf Abzahlung ohne Anzahlung. 91 Miete, Liebenwalderstraße 2, günstig Drei Jahre reelle Garantice. Beü- für Anfänger, Brauerei hilft. mann, Gollnowstraße 26, nahe der Neftauration, passend für AnLandsbergerstraße. Alte Maschinenfänger, verkauft Brunnenstraße 97. nehme in Zahlung. Restaurant verkäuflich. Auskunft Kinderwagen, Sportwagen, Kinder- Stettinerftraße, Borwärts- Spedition. bettstelle. Größere Staten Kassapreis, zurüdgesette, gebrauchte spottbillig Andreasstraße 53. 7938* 326* Anzüge, Baletots nach Maß. Aus Möbel. +6 +58 Auf Teilzahlung. Möbeleimrichtung, Stube und Küche, Anzahlung 15 Mart Brautleuten, Bensionaten bietet fich eine Gelegenheit, gediegene neue, gebrauchte Einrichtungen für wenig Geld zu erstehen. Tausende Gegenstände, Lagerung fostenlos. Auktionsannahme: Rasch, Grüner Weg 3.* +41 Kunstgeigenbauer E. Toussaint, Berlin C., Joachimstraße 11o, Repa raturen, Tonverbesserungen preis wert. gang. Tapezierer- Lehrling verlangt Otto Ebstein u. Co., Kronenstraße 17. Sortiererinnen auf Altpapier, 12416 Abusch, Prinzenstraße 86. +82 Wegen Streiks und Differenzer Möbeltischleret liefert gediegene Bohnungseinrichtungen äußerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Stein Laden. Harnad, Tischlermeister, Teilnehmer an einem englischen Möblierte Schlafstelle, FlureinDresdenerstraße 124, nahe Rottbuser Birtel( monatlich 4 Mart) werden geTor. Genossen erhalten 3 Brozent. fucht. Privatstunden für Anfänger und Fortgeschrittene werden erteilt. Möbelhalle Norden", Thiele, G. Swienih, Schöneberg, Sedan Aderstraße 120( Gartenplay). Filiale: ftraße 57, III. Invalidenstraße 118( Stettinerbahn), 1003 Batentanwalt Wessel, Gitschiner Speicher. Riesenauswahl bürgertraße 94a. 25558 licher Wohnungs- Einrichtungen von Lernt die Muttersprache beherrschen! Gelegenheits 200 bis 3000 Mart. fäufe gebrauchter wie neuer Möbel, Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht fpottbidig. Aufbewahrung und Liefe in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren ( separat) auch abends ein tüchtiger Stunde foftet eine Mart. Eine Unter und gewissenhafter Privatlebrer. Die richtsstunde wöchentlich genügt Be fällige Angebote sind unter G. 4 an Expedition des Borwärts zu richten. rung, frei. 214 Einrichtungen auf Teilzahlung bei Möbel sowie ganze Wohnungsgeringer Anzahlung erhalten solide Leute in der Mobelfabrik August Krause, Schüßenstraße 73/74. 924 Billige Möbel aus Bersteigerungen Auflösungen, Schränke, Bertikos 20, Taschensofas 45,-, Salongarnituren 85,-, Büfette, Schreibtische 35,-, Bücherschränke 58,- Bierzugs tische 68,-, Lederstühle, Klubsessel, Ledersofas, Trumeaus 30,-, Bettstellen, Tische, bunte Küchen 45, Kronen, Delgemälde, enorm große Auswahl tompletter Wirtschaften jeder Stilart, billiger als überall. Bennerts Möbelspeicher, Lothringerstraße 55. +144 Ortsverwaltung Berlin. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltung Frankfurt a. M. Die Verwaltungsstelle Frankfurt a. M. sucht zum bald. Geschäftsführer. Kunststopferei von Frau Kolosky, Schlachtensee, Kurstraße 8, III. Zwei Vereinszimmer mit Pianino möglichsten Antritt einen zu vergeben Schwedenstraße 13.+90 Restaurateure erhalten Eimrichtungen oder Darlehen bon erft Hlassiger Großbrauerei. Großbrauerei Boftamt 22. Dfferten Bewerber muß allen Ansprüchen, die an eine erste Straft gestellt werden, gewachsen sein und ist die eventuelle spätere Wahl desselben zum 1. Bevoll mächtigten in Aussicht gestellt. 1253b Waschanstalt, Handwäscherei und Verlangt wird fünfjährige Mitgliedschaft einer modernen ArbeiterorganiNeuplätteret, Gardinenwäscherei und fation. Aus der Bewerbung muß Alter und feitherige Tätigkeit in der Spannerei von Johann Radawski, Arbeiterbewegung hervorgehen. Bewerbungen find unter Angabe der GeWallnertheaterstraße 6. Stöpenicker haltsansprüche bis spätestens Montag, den 7. September d. J., mit Gebraucht. Schlafsofa, Nachttisch, Preise. Uebernahme sämtlicher Haus-, der Ausschrift: ,, Geschäftsführer" zu richten an den Stollegeit Sleider pind verkauft Hering, Herr Leib- und Plättwäsche, täglich ab. Frankfurt a. M. furthplatz 11. +102 geholt. + 27* 1290/6 Ia Stoffreften, Monats: und nicht abgeholte Sachen staunend billig. an. Einzelne Möbelstücke 3 Mart an. Maßschneiderei Boß, Brunnenstraße 3, Berliehen gewejene Möbel spottbillig. eine Treppe, am Rosenthalertor. Berolina", Kastanienallee 49. 10095e+ Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin, Drud u. Berlaa: Vorwärts Buchdruderei u Berlaasquitalt Baul Singer& Co. Berlin SW. G. Weingärtner, G. Rittergasse 5, 3. Stod