U. 202. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis prämumerando Bierteljabrl 8,30 t, monatl. 1,10 R wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. bonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Breislifte. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Sweden und die Schweiz Eclat täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Baum 50 Big, für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gebructe) Bort 20 Big., jedes weitere Sort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., fedes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Morte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1983. Schulze- Delitzich. Sonnabend, den 29. August 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. unproduktiven Ausgaben, zur Befriedigung seiner augenblick- lichen Gewerkschaftsführer in Zürich abzuschwächen. In den Berichten Licken Bedürfnisse verwendet, sondern einen Teil davon zurücklegt. Anders können Sapitalien über haupt nicht zustande kommen." " die Berliner vier der Presse tämen die einzelnen Säße schärfer zum Ausdruck, als in der Wirklichkeit, und in der kurzen Wiedergabe und außer dem Zusammenhange erscheine manches stärker, als es in den Reden Die Züchtigung, die Lassalle für diese unglaublichen gelautet habe. Herr Stegerwald bestritt die Richtigkeit der von der Der Freifinn feiert heute den hundertjährigen Geburtstag Salbadereien Schulze zuteil werden ließ, waren nur zu wohl Bresse überlieferten Säße nicht und er hütete sich auch wohl andes Mannes, der einst von einer Schutztruppe des Stapitalismus begründet. Mit Recht schreibt Mehring in seiner Geschichte zugeben, worin und wieweit die Preßberichte die nebenbei von als König im sozialen Reiche" gefeiert wurde. Heute denkt der deutschen Sozialdemokratie":" Jm" Bastiat- Schulze" der halb parteiamtlichen Zentrums- Parlaments- Korrespondenz selbst tein freisinniger Harmoniepolitiker mehr daran, den zerriß Lassalle alle Schleier, die das Manchestertum stammten von den wirklichen Ausführungen abwichen; was er typischen Kleinbürger Schulze aus Delitzsch derartig zu ver- und in anderer Weise auch die historische Schule über das fagte trifft schließlich auf jeden nicht wörtlich und ausführlich wieder herrlichen. Was heute noch an dem Gefeierten gerühmt wird, Wesen der kapitalistischen Gesellschaft verbreitet hatte: die be- gegebenen Bericht zu. worauf sich heute immer noch der Freisinn, obwohl er längst groß- schränkte Vorstellung, als ob die Zustände dieser Gesellschaft die Herr Stegerwald war weiter bemüht, die Aufmerksam tapitalistischen Interessen dienstbar geworden ist, in ihm ver- ewigen Naturzustände der Menschheit seien, die trügerische Vor- keit von den Bischofen abzulenten und herrlicht, das ist sein Eintreten für jenes Genossenschafts- spiegelung von der Selbsthilfe, die den einzelnen auf sich Fachabteiler, die Herren von Savigny, Fleischer usw. wesen, von dem Schulze selbst sich einbildete, daß es als selbst angewiesenen Menschen zu seines Glückes Schmied als diejenigen hinzustellen, die nicht nur zu der Züricher Debatte, Bollwerk gegen den sich entwickelnden Kapitalismus, gegen mache, die systematische Fälschung der ökonomischen sondern überhaupt zu den Streitereien im christlichen Lager Anlaß die Akkumulisierungs- und Proletarisierungstendenzen des Kategorien zur höheren Ehre der Bourgeoisie, die Behauptung, gegeben haben. Er warf den genannten Herren vor, daß sie um Kapitalismus wirken könne: für jene Handwerker- daß Kapitalien nur durch Sparen entstehen könnten, daß der jedes bischöfliche Palais schlichen, um die Obergenossenschaften, die immerhin gewissen Kreisen des Unternehmergewinn ein Lohn für geistige Arbeit oder moralischer Hirten gegen die christlichen Gewerkschaften scharf zu machen. Kleinbürgertums günstigere Kredit- und damit Eristenzverhält. Entsagung sei, und ein Dugend ähnlicher Tendenzmären, die Dr. Fleischer( Zentrumsabgeordneter!), der aus der Enzyklika nisse geschaffen haben, deren Bedeutung für die Gesellschaft damals als reinste Früchte der Wissenschaft auf Markt und Rerum novarum herauslese, daß nur katholische Gewerkschaften überhaupt, namentlich für die arbeitende Klasse Gassen feilgeboten wurden." zulässig seien, habe zur Zeit des Erscheinens dieser Enzyklika aber maßlos überschätzt wurde. Aber selbst auf seinem engsten und eigensten Gebiete blieb noch die Bänke einer evangelischen Schule gedrückt; Schulze- Delitzsch war typischer Kleinbürger. Als Sprößling Schulze- Delitsch ein Kleinbürger. Er hielt, wie Reinhold Niehn, Jahre nach seinem Uebertritt zum Katholizismus habe er einer alten Juristenfamilie, deren Generationen seit langem ein neuerer Historiker der deutschen Konsumvereinsbewegung, fich schon für befähigt gehalten, katholischen Geistlichen Vormit einer kleinen Ackerbürger- und Handwerkerstadt ver- sagt, die Konsumgenossenschaften nicht etwa für ein Mittel, das lesungen über katholische Moral zu halten. Die Gewerkschaftswachsen waren, hatte Schulze- Delitzsch von Jugend auf möglichst vielen Konsumenten zugänglich gemacht werden bestrebungen der christlichen Arbeiter seien zu ernst, als daß man die Luft des spießbürgerlichen Kleinbürgertums geatmet. sollte, er hielt im Gegenteil die Ausschaltung des gestatten dürfe, daß sie von Phantast en wie Fleischer, Savigny u. a. Auch nach seinem Tode veröffentlichte literarische Ver- Krämers nicht einmal für wünschenswert, nur wo mißbraucht werden. Die katholische Fachabteilungsbewegung sei suche, zum Beispiel ein Romanmanuskript, das er in jungen derfelbe das Publikum betrog und zu sehr übervorteilte und bankrott; von den 120 000 Mitgliedern der katholischen ArbeiterJahren niedergeschrieben, verraten, daß er, obwohl ein Stämpe überhaupt fehlte, da sollte der Konsumverein zu einer vereine( Sitz Berlin) zahlten nur 70 000 ihre Beiträge und von gegen die Philiströsität, doch nichts anderes als der Urtyp wohltätigen Einrichtung werden". Kein Wunder, daß diesen gehöre nur die Hälfte dem Arbeiterstande an; in ihrer Verdes Spießbürgers war. So hatte Schulze auch kein die Konsumvereine ein fümmerliches Dasein fristeten, zweiflung benutzten die Berliner jezt die Züricher Konferenz, um bon zu Verständnis für die Tendenzen des sich entwickelnden Stapita- bis sich ihrer im Anfang der neunziger Jahre die von sich reden zu machen und die christlichen Gewerkschaften zu lismus, zumal seine theoretischen Kenntnisse auf national- deutschen Arbeiter annahmen und im großen Stil zu organi berdächtigen, aber diese feien nicht gewillt, für die Berliner die ökonomischem Gebiete, speziell seine Kenntnisse der Werke der sieren begannen. Aber diese Entwickelung der Konsumbereine Prügelfnaben abzugeben. Theoretiker vorgeschrittener kapitalistischer Länder eine äußerst war den freisinnigen Epigonen Schulzes keineswegs an- Herr Stegerwald schiebt seinerseits die Herren Fleischer, geringe war. So bildete sich Schulze- Delitzsch ein, daß durch genehm. Sofern fie in den Konsumbereinen ein Mittel er Savigny usw. als Brügelfnaben vor die Bischöfe. Die Verliner tun seine Genossenschaftspropaganda sowohl das Vordringen des blickten, die Schäden der kapitalistischen Produktionsweise nur, was die Bischöfe sie durch das Fuldaer Pastorale, das bekanntKapitalismus, die Schaffung einer Plutokratie verhindert, wie zwar nicht aufzuheben, aber für größere Volksmassen lich die christlichen Gewerkschaften verwirft und die kathodie Entstehung eines klassenbewußten Proletariats paralysiert bis zu einem gewissen Grade zu lindern, erregten sie je länger lischen Fachabteilungen empfiehlt, zu tun heißen. In Zürich, werden könne. je mehr den 8orn der freisinnigen Epigonen Schulzes. außerhalb der Landesgrenzen, schlagen die deutschen christBereits im Jahre 1848 hatte ein in Berlin abgehaltener Ihre Krönung fand diese freisinnige Bolitik darin, daß auf lichen Gewerkschaftsführer auf die Bischöfe los, daheim aber, Arbeiterkongreß die Gründung von Arbeiterfachvereinen und ihre dem Verbandstage in Kreuznach im Jahre 1902 auf Ver- unter den Augen der Hochwürdigsten Herren, da holen sie sich die Zusammenfassung in eine große nationale Verbindung beschlossen, langen des Anwaltes des Genossenschaftsverbandes, des Herren Fleischer und Savigny als die Sündenböcke hervor- wobei die unter anderem auch Mittel zur Begründung von Produktiv- Herrn Crüger, des Nachfolgers Schulzes, zirka fie in ihrer Beflissenheit gar nicht zu merken scheinen, welchen genossenschaften, Vorschußkassen usw. auf- 100 Arbeiterkonsumvereine aus dem Verband her schlechten Dienst sie den hohen Herren der Kirche leisten, wenn sie sie bringen sollte, um auf diese Weise für das Proletariat bessere ausgeworfen wurden! als die Hampelmänner der Berliner Phantasten" hinstellen, nach soziale Existenzbedingungen zu erringen. Diese Inwieweit der jezige Freifinn der vollwertige Ge- deren Pfeife fie tanzen müssen. Gedanken nahm der kleinbürgerliche Demokrat Hermann finnungsgenosse des Herrn Schulze, wollen wir nicht des Wenn es Herr Stegerwald noch nicht weiß, dann wollen wir Schulze aus Delitzsch auf. Allerdings unter Zustugung auf weiteren untersuchen. Nur das sei vermerkt, daß Schulze es ihm verraten, daß auch noch andere Leute als die Berliner die die Bedürfnisse der fleinen Handwerksmeister, die auch auf politischem Gebiete ganz jenen engherzigen frei Gewohnheit haben, um die bischöflichen Palais zu„ schleichen“. Als für ihn ja die eigentliche Zelle der ökonomischen Struktur sinnigen Standpunkt vertrat, der auch sein ökonomisches das Fuldaer Pastorale erschienen war, da wurde den Kölner des Staates bildeten. Als Schulze sich bemühte, diese System charakterisierte. Im Jahre 1848 hatte ihn seine Bentrumsgrößen um die Kölnische Volkszeitung" herum gar Genossenschaftsidee auch als soziale Heilsbotschaft für Vaterstadt in die Berliner Vereinbarungsversammlung ent- ängstlich zu Mute und ihre Sorge war, den Erzbischof Fischer, der die Arbeiterklasse zu verkünden, und zwar in Gestalt sandt, wo Schulze sich zum linken Zentrum hielt, dem auch das Bastorale mit unterschrieben und damit die christlichen Gewerk seiner Schrift ,, Kapitel zu einem deutschen Arbeiterkatechismus" Bucher, Nodbertus und Ziegler angehörten. Hier nun gefiel schaften verurteilt hatte, umzustimmen und für ein paar rief er feinen Geringeren als Ferdinand Lassalle sich Schulze genügsam in einer Einerseits- Andererseits freundliche oder wenigstens einlenkende Worte für die christ das Politik. Als die Berliner Versammlung über die grundsätzlichen Gewerkschaften, gegen sich in die Schranken. Schoßtind gewisser Zentrums Es fann gern zugegeben werden, daß Lassalle in seiner liche Frage beriet, ob sie aus rebolutionärem Rechte leute, die es als Riesen im Kampfe wider die SozialGegenschrift, seinem berühmten" Bastiat Schulze", hier tagen, oder das Prinzip der Vereinbarung mit der demokratie großzuziehen gedachten, zu gewinnen. Damals ist mancher und da Herrn Schulze Unrecht getan hat. Was aber Reattion anerkennen sollte, meinte Schulze: Hier handelt Kölner Bentrumsmann ins erzbischöfliche Palais„ geschlichen" und Lassalle mit Recht an Schulze- Delitzsch vernichtend es sich gar nicht um ein Entweder- Oder, sondern um ein Kardinal Fischer fand sich denn auch bereit, bald darauf den christfritisierte, war der kurzsichtige, fleinbürgerlich- liberale Sowohl AIs auch. Man sei den Barrikadenkämpfern lichen Gewerkschaften einige wohlwollend flingende Worte zu sagen. Standpunkt, der der Entwickelung des Kapitalismus in Eng- Dank schuldig, aber man fönne sie auch glücklich preisen, daß Jm Grunde seines Herzens ist Kardinal Fischer ein überzeugter und entschiedener Gegner der interkonfessionellen Drganisationen, wie es land und Frankreich gegenüber dem Vogel Strauß gleich den sie den Thron nicht angetastet hätten! Kopf in den Sand steckte und lediglich vom Standpunkte des So blieb bei alledem Schulze- Delißsch zwar in seiner Art auch seine oberhirtlichen Amtsgenossen sind, wenn einige von ihnen Herrn Schulze aus Delitzsch die ökonomische und Klassen- ein tüchtiger, fleißiger, und, was ihm gern zugestanden- dem Zentrum zu Liebe auch die christlichen Gewerkschaften entwidelung der modernen Gesellschaft beurteilte. Freilich: werden soll, ehrlicher Mann; aber wenn ihn unser jeßiger tolerieren. Wenn man heute die Schriften des zum noch größeren Freifinn als einen Großen feiert, so mag er damit in An- Wenn Herr Stegerwald, der Generalsekretär des Gesamtver Nationalheiligen aufgebauschten Herrn Eugen Richter betracht der gegenwärtigen Größenverhältnisse freisinniger bandes der christlichen Gewerkschaften, offen sein wollte, hätte er lieft, wird man finden, daß die Theoretiker des Freisinns in- Politiker nicht unrecht haben; aber dieser liberale Heros nicht auf die Herren Fleischer und Savigny als die Bersplitterer zwischen wirklich keine Fortschritte gemacht bleibt im besten Falle doch nichts als der Prototyp des flein- herumhauen müssen, sondern diejenigen, in deren Sinne und in haben und Schulze- Delitzsch in ihren Reihen noch immer lichen Philisterfreisinns, der umwälzende weltgeschichtliche deren Auftrage jene ihr Werk üben, feftnageln sollen: die deutschen als eine Größe ersten Ranges gelten kann. Wie weit wirtschaftliche und politische Kräfte nicht nur nicht erkannte, Bischöfe. Aber dazu finden die christlichen Führer höchstens jenseits auch Lassalle Herrn Schulze- Delitzsch in seiner genialen sondern ihnen sogar mit Quadsalbereien, Tränklein und der Landesgrenzen den Mut, am Sig der Eminenzen aber schelten Abrechnung im einzelnen Ünrecht getan haben mag: allerlei kleinlichen Pflästerchen beizukommen glaubte. sie das Werkzeug, schonen aber die hohe Hand, die es führt. Seine Polemit galt ja weniger dem Herrn Schulze Das Ergebnis der Kölner Versammlung war die Annahme einer selbst als der durch ihn vertretenen Richtung. Und Resolution, worin die christlichen Gewerkschaften als„ unabhängige alle die Hiebe, die Lassalle gegen die unfäglich spießfelbständige Organisation" erklärt werden, durch die zum Ausbürgerlichen, aller tieferen theoretischen Erkenntnis des druck gebracht werden solle, daß die christlichen Arbeiter ihre fapitalistischen Wirtschaftslebens baren Ergüsse Schulzes führte, In Köln fand am Mittwoch eine vom Vorstande des Berufs- und Handelsinteressen nicht vertreten wissen wollen waren durchaus berechtigt. So, wenn er, weidlich Sartells der christlichen Gewerkschaften einberufene unter Beiseitesetzung und Gefährdung ihrer religiösen Ueberzeugung. darüber spottete, daß Schulze den famosen Satz auf Versammlung statt, worin Generalsekretär Stegerwald über die Bezüglich der Vorkommnisse auf der Züricher Konferenz stellte der Zweck der Arbeit wäre erreicht durch ver- Büricher internationale Konferenz christlicher Ge- heißt es, daß die scharfen Ausführungen einzelner Redner, nünftigen Gebrauch der von der Natur in den Menschen wertschaftsführer berichtete. In Zürich sind bekanntlich von die teilweise nicht ganz forrett und verschärft in der Presse wiedergelegten Kräfte". Ein Sat, der zwar von Moral trieft, deutschen christlichen Gewerkschaftlern recht entschiedene Worte gegen gegeben wurden und daher in Deutschland verschiedentlich eine mißaber von ökonomischer Einsicht in das durch wirtschaftliche die Einmischung der Bischöfe in die wirtschaftlichen Organisations- verständliche Auffassung erfahren haben, hauptsächlich hervorgerufen Kräfte bedingte soziale Leben feine Spur verrät! Oder bestrebungen der katholischen Arbeiter gefallen- Worte, von wurden durch die stete Verkeherung der chriftlichen Gewerkschaften wenn Schulze über die Entstehung des Kapitals die denen Erzbischof Fischer auf dem Düsseldorfer Katholikentage durch Vertreter der Berliner Fachabteilungen bei den kirchlichen abgrundtiefe Weisheit verkündete: Fassen wir die Entstehung bedauernd bekannt hat, daß sie seinem für die Arbeiter so warm Behörden." des Kapitals in das Auge, so haben wir schon von dem Erschlagenden Herzen sehr wehe getan hätten. Es scheint nun, daß übrigen und Aufsammeln desselben gesprochen und der Mut der Christlichen um so größer ist, je weiter sie sich vom so den Weg angedeutet, auf welchem es sich zunächst biI- Stampfplage befinden und daß sie, aus den fernen Alpen in ihre det. Kapital ist in allen Fällen das unmittelbare Ergebnis eines deutsche Heimat zurückgekehrt, Wert darauf legen, die Sache als Sparens. Es entsteht nur, wenn jemand nicht seinen nicht so schlimm hinzustellen. Generalsekretär Stegerwald bemühte ganzen Arbeitsertrag, sein ganzes Einkommen zu sich denn sofort mit sichtlichem Eifer, die Ausführungen der christ Die Chriftlichen und die Blichöfe. Aus einem kleinen Muckerländchen. Das Herzogtum Sachsen- Altenburg ist eines jener gottseligen fächsisch- thüringischen Ländchen, in denen Ordnung, Bucht und Sitte ganz besonders gepflegt werden. Hier ist alles fromm, was irgendwie Rang, Namen und Tikel hak. Alles ist bcrpfafft. Der pfäffische Geist beherrscht die Schule im höheren Grade als im katholischen Vayernlande. Die Lehrer müssen jährlich ein paarnial gemeinsam zum Abendmahl in die Kirchs gehen. Ihre kirchliche Frömmigkeit muß über jeden Zweifel erhaben sein. Kein Wunder daher, daß cineLchrerkvnfcrenz mit dem Gesang eines Kirchenliedes und dem Vorlesen eines Bibelabschnittes dngeleitcr werden kann und daß man hier ohne Widerspruch„feststellte", daß„ein Gegensatz zwischen Glauben und Wissenschaft nicht besteht". Selbstverständlich gehört es sich in diesem Ländchcn auch, daß man dem Lehrer„in streng vertraulicher Weise" gute Ratschläge gibt, wie er sich zu verhalten hat. Zum Beispiel: „Jeder Lehrer gehört, auch wenn er keinen Kirchendienst hat, allsonntäglich in der Regel in die Kirche seines Ortes". Genau so behandelt nian, nebenbei bemerkt, auch die Wächter des Gesetzes. DaS Kommando der Altenburger Gendarmerie hat vor Jahresfrist verfügt, daß jeder Gendarm mindestens monatlich einmal zur i r ch c und zwei- mal i nl Jahre zum A b e n d m a h l e zu gehen haben. Angesichts all dieser und noch einiger anderen Dinge ist es nicht mehr als recht und billig, daß die Universität Jena dem Leiter der Politik dieser Weltmacht, einem ehemaligen preußischen Landrat namens Borries— Wirklichen Geheimen herzoglich sachsen-altenburgischcn Staatsrat, StaatSminister, Leiter der Abteilung für Schule und Kirche— ans Anlaß ihres 3oOjiihrigen Bestehens den Titel eines Ehrendoktor der Theologie verliehen hat. Die Verleihung des Ehrendoktor erfolgte, weil„Friedrich Artur v. B o r r i e 3, altenburgischer Staatsministcr sich in hervorragender Weise um die alten burgische Landeskirche verdient gemacht hat, insbesondere auch die finanzielle Lage der Geistlichen verbesserte." Stimmt auffallend. Altenburg ist aber nicht bloß das Land„tiefster" Frömmig- kcik, sondern auch das Land einer Justiz, die oft recht absonder- liche Urteile fällt, ein Land mit einer um öO Proz. über dem Reichsdurchschnitt stehenden Selbstinordziffer, im Lande mit fast der höchsten Ziffer der Kindersterblichkeit und zu allem Ucberfluß auch noch ein Land der Skandale erster Güte. In allcrjüngster Zeit haben sich in diesem Ländchen wieder zwei charakteristische Fälle zugetragen, die beide großes Aussehen erregten. In der Stadt Altenburg ivurde vor einigen drei Wochen der Hofschuhmachcr Taubert, ein Sozialistcnfresser erster Güte, Vorstandsmitglied des Militär- Vereins„In Treue fest", erhängt aufgefunden. Der über 60 Jahre alte Mann sollte, nach Meldungen der bürgerlichen Presse, ausKummer über denVerlust seinerFrau.die er vor einem halben Jahre durch den Tod verloren hatte, sich selbst den Tod gegeben haben. Die„Altenburger Volkszeitung" war aber in der Lage, die Geschichte anders zu erklären. Der Herr„Kamerad" und Hofschuhmacher war nicht wegen Un- tröstlichkeit über den Verlust seiner Frau in den Tod gegangen, sondern aus Angst vor einer Strafanzeige wegen Notzucht, begangen an einem noch nicht 15 Jahre alten halb schwach- sinnigen Mädchen, der Tochter eines armen Fabrikarbeiters, das Dienstmädchen in der Fanulie seines Sohnes war. Um de m Zuchthause zu entgehen, griff der hochpatriotische Schützer bürgerlicher Sittlichkeit, der keinen Sozialdemokraten in seinem Hause duldete, der sozialdemokratische Flugblattverteiler, wenn er sie in seinem Hause betraf, unter Hinweis auf den Hausfriedensbruchparagraphen hinanswies.— zum Strick. Der zweite Fall liegt anders, aber für gewisse Gesellschafts- kreise noch schlimmer. Am 17. August wurde der Bürgermeister des Städtchens Roda, D i c d e r i c i, der erst seit zwei Jahren sein Amt ver- waltete, im Walde tot, erschossen durch eigene Hand, auf- gefunden. Der Selbstmord des Bürgernieisters, für den kein äußerlich sichtbarer Grund erkennbar zutage lag, erregte in weiten Kreisen Aufsehen. Der Mann war sehr vermögend, sehr beliebt bei der Bevölkerung»vcgen seiner uneigennützigen Hilfsbereitschaft, sein Amt war vortrefflich verwaltet, er lebte in glücklicher Ehe: was sollte ihn also in den Tod getrieben haben I Man stand vor einem Rätsel. Schließlich erfuhr nian, daß er aus verletztem Ehrgefühl Hand an sich gelegt. Der Bürgermeister war Hauptmann a. D. und war durch den Spruch eines Ehrengerichts genötigt worden, die Uniform auszuziehen. Der Grund hierzu war ein persönlicher Zusammen- stoß, den er am 27. Januar d. I. nut dem Bezirksoffizier vom Bezirkskommando Roda, einem Major v. Montetou. bei der Feier zu Ehren des Geburtstages Wilhelms II. gehabt hatte. Der Streit wurde zwar auf der Stelle geschlichtet, kam aber zur Kenntnis deS Bezirkskommandcurs. Ein Hauptmann der Landwehr, im Zivilverhältnis Direktor der Bauschule in Roda und enragiertes Mi t g l i e d des Reichsverbandes, namens Körner, brachte den geschlichteten Streitfall zur Kenntnis des Bezirkskommandos. Es folgte die E i n s e tz u n g eines Ehrengerichts, und dieses soll dem Bürgermeister Dicderici auferlegt haben, den Major v. Montcton zu f o r d e r n, was dieser ablehnte. Daraufhin folgte der Spruch, der Diederici für unwürdig zum Tragen der Uniform erklärte I Sein Gegner, v. Montetou, wurde mit Pension verabschiedet. Gegen diesen Spruch haben Diederici und der Stadtgemeinde- rat Roda sich mit einem Gesuch an den Herzog in Altenburg gewendet mit der Bitte, sich bei Wilhelm II. um Milderung des Spruches zu verwenden. Ob und welche Schritte von dieser Seite aus unternommen worden sind, darüber ver- lautet nichts. Ernst II., Herzog von Altenburg, hatte die Absicht kund- gegeben, am 21. August der Stadt Roda einen offiziellen Besuch abzustatten. Wie üblich sollte dieser Besuch mit einem Essen abgeschlossen werden und wie wiederum üblich, ergingen an die Spitzen der Behörden Einladnngcn zu diesem Essen. AlleS wurde geladen, nur der Bürgermeister der Stadt Roda, der obengenannte ehe- malige Hauptmann Dicderici wurde über- gangen. Noch mehr! Dem Manne wurde nahegelegt, in Urlaub zu gehen, um während des Besuchs des Herzogs nicht die Honneurs zu machen. Das war dem Manne, der in selbstloser Weise für die Notleidenden seiner Gemeinde eintrat, der sich nichts vorzu- werfen hatte, des Guten zuviel. Er ging hin und schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Das sind so ein paar Kleinigkeiten ans einem Lande frommer Zucht und Sitte, in dem die Gescheitelten herrschen und die Sozialdemokraten, genau wie in Preußen, als Bürger ziveiter Güte behandelt werden. Libersle stgrsi'-.FMK" in Rumänien. Aus Bukarest wird uns geschrieben: Es ist noch nicht ein Jahr vorbei, seitdem die viel- gepriesenen„Agrarreformen" der liberalen Regierung zustande gekommen find, und schon haben die Tatsachen ihre völlige Wirkungslosigkeit bewiesen.— Wir haben schon, zur Zeit als diese Reformen noch die Gestalt von Gesetzentwürfen hatten, an dieser Stelle hervorgehoben, daß sie die Lage der Bauern nicht erleichtern, sondern womöglich noch verschlechtern werden. Kaum ist ein halbes Jahr verflossen, seit das wichtigste Gesetz, das über die landwirtschaftlichen Verträge, in Kraft getreten ist, und schon haben selbst mehrere Negierungs- beamte aus dem„oberen landwirtschaftlichen Rat" zur Durchführung der Reformgesetze das betreffende Gesetz als praktisch undurchführbar bezeichnet. Es vermochte nur die Unzufriedenheit der Bauern noch mehr zu steigern.— In letzter Zeit werden aus verschiedenen Dörfern— bezeichnenderweise meistens aus denselben Gegenden, wo die Revolten einen heftigeren Charakter hatten und wo die Niederwerfung am brutalsten war—, Vorkommnisse, wie Bedrohungen von Gutsbesitzern durch die Bauern, Mißhandlungen von Pächtern, die Ermordung eines GutsvcrwalterK, Arbeits- Weigerung von Bauern auf Kronländercien usw. gemeldet. Alle diese Ereignisse sind die Folgen von Streitigkeiten, denen dieselben ökonomischen Ursachen zugrunde liegen wie den Bauernaufständen vom März 1907, nämlich der Mangel an Ackerboden und an Weiden und der Wucher- charakter der landwirtschaftlichen Verträge. An diese Uebel aber haben die„Agrarreformen" der liberalen Regierung ebensowenig gerührt, wie ihre wahnwitzige Verfolgcmgspolitir gegen die zum Klassenbewußtsein erwachende Arbeiterklasse die Verbreitung der„roten Gefahr" zu hindern vermocht hat, Die sogenannten Agrarreformen haben weder den Bauern Boden gegeben noch haben sie den Pachtzins herabgedrückt. Was kümmern aber unsere Regierung diese Anzeichen der noch nicht beseitigten Gefahr? Für sie ist ja die Bauernfrage durch das Blutbad vom März 1907 und durch die paar Schein- reförmchen ein für allemal gelöst worden,— und sie glaubt, daß sie jetzt nichts Besseres zu tun hat, als die Polizeibeamten zu beauftragen, den Prostituierten, die sich nach 11 Uhr abends auf den Hauptstraßen Bukarests aufhalten, das Haar abzu- schneiden l... In der Tat, eine schöne Illustration zur an- geblichen„zivilisatorischen Mission" unserer Regierung an der Pforte des Orients! Unsere herrschende Oligarchie scheint sich, gestützt auf die militärische Macht, so im Sattel zu fühlen, daß sie geradezu provokatorisch verfährt. Es verlautet, daß die Regierung vorn Parlament, in der nächsten Session zur Entschädigung der durch die Aufstände„geschädigten" Gutsbesitzer die Bewilligung eines neuen Kredits von 15 Millionen Franks verlangen wird, da die schon bewilligten 15 000000„nicht ausreichend" seien. Bei der großen Verelendung der Bauernmassen, gibt cS keine andere wirkliche Reform als Liquidation des Großgrundbesitzes. Daß aber die Regierung und das Parlament der Großgrundbesitzer die Einsicht und die moralische Kraft haben werden, diese Reform durchzuführen, das ist aus- geschlossen. Auf friedlichem Wege ist diese Reform nur zu ermöglichen durch ein Parlament des all- gemeinen g l e i ch e n W a h l r e ch t s. So ist die Lösung der Agrarfrage innig verbunden mit der Lösung der politischen Frage in Rumänien. So wenig unsere habsüchtige Oligarchie gewillt ist, ihre ökonomische Herrschaft aus der Hand zu geben, eben so ivenig ist sie natürlich bereit, auf ihre politische Alleinherrschaft zu verzichten.— Deshalb ist ihr jeder Vorfall willkommen, der ihr ermöglicht, die Aufmerksamkeit und den Unwillen des Volkes von der Agrar- und von der politischen Reform ab- zulcnkcn, um diese Fragen, wenn möglich, auf ein paar Jahre hinauszuschieben.„Nach uns die Sintflut I" ist von jeher die Devise auch unserer bornierten politischen Cliquen.— So war es denn jetzt die makedonische Frage, die der Negierung die gewünschte Möglichkeit zur Ver- schiebung der Bauernfrage bieten sollte.— So soll einige Wochen vor dem Ausbruch der jungtürkischen Revolution, bei der Entrevue des rumänischen Premierministers D. A. Sturdza mit dem Baron v. A e r e n t h a l in S e m ni e r i n g ein M i l i t ä r a b k o m m e n zwischen der rumänischen und der österreichischen Regierung zustande ge- kommen sein, wonach Rumänien,„Oesterreichs Wache am Orient", wie es die österreichischen Regierungsoffiziösen schmeichelhaft und pompös nennen, sich verpflichtet haben soll, im Falle eines mazedonischen Krieges, seine 400000 Bauern in Soldatenuniform Oesterreich zur Verfügung zu stellen. Unsere Bojaren und Pächter hofften schon die Banernfrage auf den Feldern Makedoniens in derselben Weise zu lösen, wie sie sie bereits 1907 im eigenen Lande zu lösen geglaubt haben. Fast die gesamte bürgerliche Presse war schon fest daran, die nötige patriotische Stinimungsmache zu fabrizieren. Und der nötige patriotische Vorwand war schon auch da: die„ge- fährdeteu" Interessen der rumänischen Einwohner Mazedoniens. Als„Schützer" der rumänischen Bauern in... Mazedonien wollten die Bojaren sich hinstellen, während sie das„freie" rumänische Volk im unabhängigen Rumänien aushungern, einkerkern, entrechten, foltern und massakrieren lassen... Allein der Erfolg der jungtürkischen Beivegung und die Wiederherstellung der türkischen Konstitution haben durch die Rechnungen unserer Oligarchie einen Strich gemacht, und haben somit die Agrarfrage und die Frage der politischen Reform mit unzweideutiger Klarheit wieder in den Vorder- grund der politischen Bühne geschoben. Sie werden nicht eher davon verschwinden, bis sie im Interesse und zum Wohle des Volkes gelöst sind. politiscke debcrHcbt. Berlin, den 28. August 1008. Neue Militärvorlagen. Mehrsach tauchte in den letzten Tagen die angeblich verbürgte Nachricht auf, daß dem Reichstage noch in diesem Herbst eine größere Militärvorlage zugehen werde. Die„Post" versichert auf Grund von Erkundigungen an.zuständiger Stelle", daß diese Meldung un- richtig ist, da man der ungünstigen Lage im Reiche Rechnung tragen müsse. Außerdem laufe das gegenwärtige Ouinquennat noch bis zum Jahre 1910: „In dieser Zeit Aendernngcn an dem militärischen Status quo vorzunehmen, lväre nur möglich, wenn ganz besondere äußere Umstände eine solche Maßnahme unumgänglich notwendig machen würden. Die augenblickliche Lage läßt eine derartige Notwendig« keit aber nirgends erkennen. Die Sachlage hat sich gegen stüher absolut nicht berändert und deshalb gehören, wie ans nochmals an zuständiger Stelle mit aller Bestimmtheit versichert wird, alle Meldungen von einer neuen Militärvorlage, die in diesem Herbst dein Reichstage unterbreitet werden sollten, in das Gebiet der Erfindungen." Daß eine neue Militärvorlage kommt und zwar eine.größeren UmfangeS", bestreitet auch die„Post" nicht; aber nicht jetzt, wo die Regierung noch nicht weiß, was aus der Neichsfinanz wird. Ist aber durch diese das große Loch im Reichssäckcl etwas geflickt, dann soll sofort das Draufloswirtschaften seinen Fortgang nehmen.— Der Freisinn unter der Füchtel des Vsremsgesetzes. ES ist eine bittere Ironie des Schicksals, daß von allen bürger- lichen Parteien der Freisinn zuerst die Schönheiten des Vereins- gesetzes zu fühlen bekommt. Die Polizei in Zabrze sOberschlesieu) hatte sich herausgenommen, die Vereinsversammlung eines liberalen Arbeitervereins zu überwache». Aus seinen Protest erhielt der frei- sinnige Parteisekretär von dem Polizisten zur Antwort:„Ich h alte diese Versammlung einfach für eine öffentliche Versammlung und das genügt." Die Versammlung wurde aufgelöst. In Lberschlesien macht man dies nun mal so! Der freisinnige Sekretär erbat sich über diesen Fall ein Gutachten deS Abgeordneter: Müller-Meiningcn und Kompromiß- Müller schrieb, wie wir dem .Berliner Tageblatt" entnehmen: „Es ist im allgemeinen, vom konkreten Fall ganz abgesehen, ein wahrer Jammer, daß eine beschränkte Bureaukralie das Vereinsgesetz wie alle anderen Gesetze in einer Weise anzuwenden versucht, daß die gesetzgebenden Faktoren immer von neuem die K u rz si ch t i g keit und B e r st ä n d u i s I o s i g k e i t be- dauern müssen. Es ist die höchste Zeit, daß, wie in Süddeutschland. auch in Preußen dafür gesorgt wird, daß die bündige Zusage des Staatssekretärs des Innern durch entsprechende A u s f ü h r u n g s- bestimmungen vollzogen werde. Den Kampf gegen die Burcaukratie aufzunehmen haben heute der leitende Staatsmann und seine Kollegen(soweit sie nicht dem ersteren ein Bein zu stellen suchen) ebenso alle Veranlassung wie die Volksvertreter: dem» jene Vurcnutratie pfeift auf die Minister und ihre Politik. Ich will offen einräumen, daß wir von Anfang an wußte«, das; dieser Kampf um eine liberale Ausführung des liberalen Gesetzes uns nicht erspart bleiben würde; denn die Beschränktheit und die Kosakerei gewöhnt man diesem alten System über Nacht nicht ab. Dazu gehört Geduld und Ausdauer I Siehe, die Landrats- und Polizeiwirtschaft wie die Kaplanokratie l Trotz„Block" noch keine Lust in Deutschland zu leben I" Wir Sozialdemokraten wußten von Anfang an, daß die preußische Polizei aus dem Vereinsgesetz ein bösartiges Polizeigesetz machen würde. Daß sie das kann, daran ist nicht zum nnndesten Herr Dr. Müller-Meiningen schuld, der alle sozial- demokratischen Anträge, die den Zweck hatten, dein Polizeigeist das Handwerk zu legen, bekämpfte und nieder- st i m m t e._ Tie Retusche der Drohnote. Wie es scheint, ist man sowohl auf der äußersten Rechten, bei den Erzagrariern, wie bei den Nationalliberalen mit dem Inhalt der gestern von uns mitgeteilten Drohnote der konservativen Partei- leitung nicht einverstanden, da nian dort in Anbetracht der heutigen Finanzlage weder den Block auffliegen, noch den Fürsten Bülow in eine Art Opposition zu den Konservativen treiben möchte. Mau sucht es also von beiden Seiten so hinzustellen, als sei die Erregung der konservativen Parteileitung snicht recht begründet und alö richte sich die Note gar nicht gegen Bülow. Die„Köln. Ztg." schreibt z. B., indem sie aus die konservative Drohnote Bezug nimmt: „Wir unsererseits wollen jedenfalls nichts zu dieser Verschär- fung beitragen und in den nachfolgenden Betrachtungen streng sachlich bleiben. Es ist eine ganz eigenartige Erscheinung, daß sich der konservativen Partei sofort eine nervöse Erregung be- mächtigt, wenn ein Minister, der doch eigentlich Vorgeietzter der RegicrnngSbeamten ist, die Handlungsweise eines solchen Herrn nicht billigt oder gar das ihm gegenüber znn: Ausdruck bringt. Im Falle d:S Regierungspräsidenten von Schleswig ist weiter nichts geschehen, als daß dieser Herr auf Urlaub gegangen ist, und zwar, wie man aus der ganzen Gesamtlage und aus den im Falle Schücking veröffentlichten Erklärungen deS Ministers des Inneren ohne jede Ueberklugheit entnehmen kann, auf Veranlassung dieses Ministers. Wenn das zutreffend ist, so hat der Minister nichts anderes getan, als von einer Machtvolllommen- heit Gebranch gemacht, die ihm sein Amt gibt. Nun soll gar die BeamtendiSziplin auch noch dem Freisinn zum Opfer gebracht worden sein! Auch hierfür fehlt uns das Verständnis, und ivir würden im Gegenteil viel eher eine Der- . letzung der Disziplin darin erblicken, daß ein Minister des Innern Mißgriffe eines Regierun aspräsideuten ruhig über sich ergehen ließe. In den preußischen Konservativen st eckt so viel militärische Schulung, daß sie eigentlich für den Begriff der Disziplin ein richtigeres B e r st ä n d n i s haben sollten, als es sich aus jener Aus- stihrung ergibt." Und andererseits meint in einem„Ruhig Blut" über- schriebcnen Artikel das Blatt des BundeS der Landwirte, die„Deutsche Tagesztg.": „Die„Germania" meint, die„Kreuz-Zeitung" habe auf den Fürsten Bülow als denjenigen hingewiesen, der die öffentliche Bloßstellung deS Regierungspräsidenten lediglich zu Zwecken der Blockpolitik veranlaßt habe. Diesen Hinweis haben wir in den Worten der„Kreuz-Ztg." nicht gefunden. Wo ist denn eine öffentliche Bloßstellung des Renierungspräsidenten erfolgt? Man könnte sie in den verschiedeneu offiziösen Erklärungen sehen, die in der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wurden. Aber diese Erklärungen, über deren Zweckmäßigkeit man verschiedener Mci- nung sein kann, stainniien gewiß nicht vom Fürsten Bülow, sondern vorn Minister des Innern. Dasselbe gilt inS- besondere von der Erklärung, daß das Frankfurter Amtsgericht ersucht worden sei, daS Zeugniszwangsverfahren gegen die Re- daktion der„Frankfurter Zeitung" einzustellen. Mau könnte weiter eine öffentliche Bloßstellung darin finden, daß der Regierungsprä- sident beurlaubt worden ist und daß die Beurlaubung in der Presse bekanntgegeben wurde. Der Urlaub ist aber tatsächlich dem Regierungspräsidenten ans sein Ansuchen erteilt worden, und die Mitteilung davon ist uns und verschiedenen anderen Blättern zn- gegangen, nicht offiziell publiziert tvorden. Also auch mit dieser vermeintlichen Bloßstellung hat Fürst Bülow nichts zu tun." Die.Kreuz-Zeitung" dagegen schweigt vorläufig und beschränkt sich auf einen neuen Angriff auf Dr. Schücking. Allem Anscheine nach will man in der konservativen Parteileitung zunächst abwarten, wie die Drohnote bei denen wirkt, an die sie gerichtet ist.— Belohnte Zeutrumstugend. Bei dem großen badischen Beamtenschub, welcher auf Grund des verbesserte» GehaltStarifeS vorgenommen worden ist. erfuhr auch der Zcntrumsabgeordnete Wittemann seine Be- förderung vom Oberamtsrichter zum Landgerichtsrat. Herr Wittemaml ist in die Pieincidsaffäre des Pfarrers Gaisert ver- wickelt gewesen und den schweren Anschuldigungen, insbesondere hinsichtlich chrenwörtlicher Versicherungen, nur mit Mühe entronnen.' Die badische Regierung bewies mit der Beförderung W.S, wie sibr sie bemüht ist, dem Vorwurfe des Zentrum« zu begegnen, das sich über die mangelhaste Berücksichtigung gnlkatholischcr Beamten be» schwerte. Gegen die Biersteuer Wenden fich die Berliner Brauereien mit der Darlegung, dah der Nohgewinn auS dem Bierverkauf keinen Schluß zulasse auf die Lage des Gastwirtsgewerbes überhaupt. Die Wirte seien lediglich auf diese Einnahmen angewiesen, aus denen sie dann alle Spesen, die im Norden höher sind als im Süden, bestreiten müssen. Auf alle Fälle müßte eine Erhöhung der Bierjteuer zu einer wesentlichen Er- höhuug der Bierpreise führen._ Die Politik— ein Geschäft. Dieses Glaubensbekenntnis legt heute das.Berliner Tage- Blatt" ab. Natürlich nicht direkt und mit klaren Worten. Das wäre zu genierlich und kompromittierlich. Aber indirekt, gewisser- maßen versehentlich und deshalb um so beweiskräftiger für den wahren Charakter des Liberalismus. In einem Leitartikel vergleicht es nämlich die Bestrebungen nach Einigung deS Liberalismus mit der Vertrustung wirtschaftlicher Interessen und Interessengruppen und plaudert bei dieser Gelegenheit aus, daß nach seiner ivteinung der Zweck einer politischen Partei kein anderer ist, alS Wähler zu f a n g e n I Cs schreibt: „Ehe es zur Ring- oder Trustbildung kommt, suchen die Wirt- schaftlichen Konkurrenten sich gegenseitig die Kunden abzujagen, durch alle Mttel, die im Konkurrenzkampfe erlaubt oder manch- mal auch nicht erlaubt sind, durch Reklame und der- lockende Verheißungen, Ucberbietung der Versprechungen der anderen durch lauteren und unlauteren Wettbewerb, auch durch Schwindelmanöver und allerlei Kniffe und Pfiffe,— geschieht nicht ebendasselbe auch bei den Parteien, nur daß hier die Kunden den Namen„Wähler" führen? Wirt« schaftliche Unternehmungen pflegen einen gewissen Stamm von Kunden zu besitzen, de» sie als wertvolles Aktivum in den Trust mit einbringen,— ist es nicht ebenso bei den politischen Parteien und Gruppen mit ihrem festen Anhang von Wählern? Und wie schön summieren sich diese Kunden- beziehungsweise Wählerziffern, lind um wieviel sicherer kann man sie als Aktivum zählen, wenn die leidige Konkurrenz wegfällt, und wieviel Spesen und Geschäftsunkosten für Propaganda, Organisation und Betrieb können alsdann im einen wie im anderen Falle erspart werden!" Das„B. T." bestreitet dann— in längeren Ausführungen, die uns nicht interessieren— daß auf diesem Wege der„Vertrustung verschiedener Parteien eS gelingen werde, die Wählerzahl zu ver- größern. Wir geben ihm darin vollkommen recht. Nur ist nach unserer Meinung diese ganze Spekulation auf den Wählerfang eine der Ursachen des liberalen Niederganges in Deutschland. Eine Partei muß bestimmten Zielen nachstreben und es der Werbekraft dieser Ziele überlassen, für Anhänger und Wähler zu sorgen. Die Sucht nach Wählern— d. h. nach Mandaten— verführt dazu, daß man es jedem recht zu machen sucht, um seine Stimme zu erhaschen und dann wird eben aus der Politik ein Geschäft.— Bier Militärgerichtsurteile. In unheimlicher Weise häufen sich in letzter Zeit die militärischen Schrcckeusurteile. Vor dem Kriegsgericht in Neiße hatte sich der Ulan der Reserve, jetzige Landwirt Joseph Kopp zu verantworten. Im Juli d. I. war er zu einer Uebung eingezogen worden. Da er am Tage vorher einer Hochzeit beigewohnt hatte, kam er zu der Einkleidung in t r u n k e u e m Z u st a n d e. Bei derselben warf er eine Tschapka, die ihm nicht paßte, zur Erde. Dem Sergeanten, welcher ihn deshalb zur Rede stellte. erwiderte er:„Herr Sergeant, wenn ich meine 56 Tage herunter habe, breche ich Ihnen die Knochen". Der Sergeant brachte ihn darauf mit Gewalt aus der Kammer, wobei ihm Kopp ins Gesicht griff und ihm eine kleine unbedeutende Verletzung an der Nase beibrachte. Der Reservist wurde nun zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Vor deniselben Gericht hatte sich der Musketier Johann Pasternak vom 23. Juf.-Reg. zu verantworten. Pasternak war eines Sonntags im August zur Tanzmusik gewesen und hatte dabei seine Urlaubszeit überschritten. Er versuchte nun einen Unteroffizier dazu zu bewegen, die Urlaubsüberschreitung zu unterdrücke». Aus die wiederholte Auf- forderung des Unteroffiziers, nach der Kaserne zu gehen, antwortete der Musketier:„Sie haben mir gar nichts zu sagen". Zugleich ver- setzte er dem Unteroffizier einen Schlag ins Gesicht. Urteil: Zwei Jahre acht Monate Gefängnis. Das Kriegsgericht der 9. Division verhandelte am letzten Sonn- abend gegen den Musketier W. vom 140. Jnfanterie-Regiment in Hohensalza wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in t r n n k e n e m Z u st a n d e einem Gefreiten seiner Stube mit dem Handbesen und der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Aus diesem in der Trunkenheit verübten kameradschaftlichen Exzeß konstruierte das Kriegsgericht einen tätlichen Angriff gegen einen Vorgesetzten! Urteil: Zwei Jahre Gefängnis. Doch die Kriegsgerichte können auch anders. Wegen Soldaten- Mißhandlung in zwei Fällen hatte sich der Unteroffizier Paul Mertens vom Brcslauer Infanterieregiment 151 vor dem Oberkriegsgericht in Königsberg zu verantworten. Der Musiker Albert war am 12. Juni dieses Jahres von dem Mertens wiederholt schikaniert worden. Zuletzt mußte er an dem Unteroffizier vorbei durch einen schmalen Gang gehen. Er machte sich nun möglichst dünn, doch der Unteroffizier stieß ihm mit den Worten:„Willst Du nicht schneller vorbei", den Säbel in den Leib. Albert hat an der betreffenden Stelle beim Atem- holen heute noch Schmerzen. Bei einer anderen Gelegenheit schlug er ihn mit dem Helm auf den Kopf und stieß ihn mit dem Fuß in die Seite. In der ersten Instanz hatte der Unteroffizier angegeben, daß ihm Albert versehentlichn i t dem Fuße g e st o ß e n und gegen eine Tür geworfen zuhaben. Die Beschimpfungen waren derart schwer, daß der Soldat vor Erregung krank wurde und in ärztliche Behandlung kam. Dadurch erst wurde die Sache den Vor- gesetzten bekannt, ferner, daß der Sergeant versucht hatte, den Miß- handelten von der Erstattung der Anzeige abzuhalten. Trotzdem und obwohl der Sergeant bereits mehrfach vorbestrait war, er- kannte das Gericht wegen der Beleidigungen, der Mißhandlnngm und der Abhaltung von der Beschwerde nur auf IL Tage Mittel- arrcst.__ Ein besonders roher Soldatenschindcr stand in der Person des Hilföhoboisten und UntcrosfizierS Hugo Vogel vom 148. Infanterieregiment vor dem Kriegsgericht in Bromberg. Schon lange hatte er dem Musketier Ginge das Leben ans alle Arten sauer gemacht. Insbesondere pflegte er ihn in Arme und Beine zu zwicken und wenn der Gepeinigte bat, dies doch zu unterlassen, bekam er hierfür Ohrfeigen. Am 23. April mußte der Musketier aus der Kantine Kaffee für den Schinderknecht holen. Um nun zu prüfen, ob der Kaffee auch heiß genug sei, nrußte der Musketier feine Hand hinhalten und der Unteroffizier goß ihm die heiße Brühe darauf. Als er die Hand zurückzog, wurde er vom Unteroffizier gezwickt und g e- treten. Dann mußte er stramm stehen und dem Unteroffizier ins Gesicht sehen. Der Musketier tat dies, doch fiel er bald in eine tiefe Ohnmacht, die etwa eine Stunde lang andauerte. Der Unteroffizier legte nun sein Opfer aufs Bett und kümmerte sich nicht weiter darum, bis ein Sanitätsgefreiter in die Stube kam, der den Musketier in ohnmächtigem Zustande vorfand. Vor Gericht suchte der Unteroffizier die ganze Sache als harmlos hinzustellen; doch ergab die Zengenvcniehmung das nötige. Das Urteil lautete wegen MißbrauchS der Dienstgewalt und Mißhandlung eines Untergebenen auf drei Monate und 14 Tage Gefängnis. Militärboykott über Barbiere» das ist das Neueste, wozu sich die Militärbehörde jetzt aufgeschwungen hat. Bisher galt der militärische Boykott meist den G a st w i r t e n, und zwar dann, wenn sie ihre Säle den Sozialdemokraten zur Ver- fügung stellten. Nun war einem Barbier in Guben zu Ohren gekommen, daß sein Geschäft boykottiert sei, und da ihm das unglaublich und unberechtigt schien, wandte er sidfan das Generalkommando des III. Armeekorps in Berlin mit der Bitte um Aus- kunft und wohl auch Abänderung. Darauf erhielt er folgendes Schreiben: Ell. Armeekorps Berlin W. 35, den 24. August 1908. Generalkommando.~w'0' Bl' Sekt. Uo. Nr. 23370. �nthmer Str. 2. An Herrn Wilhelm M...... Guben N.-L. Auf Ihr Gesuch vom 13. d. M. teilt Ihnen das General. kommando mit, daß das Verbot Ihres Geschäftes seitens des Bezirkskommandos Guben deshalb erfolgt ist, weil Sie in der„Märkische»Volks stimme" die sozialdemokratische Kundschaft unter der Anrede „Genossen" eingeladen und sich somit öffentlich als Sozialdemolrat bekannt haben. Das Generalkommando hat keine Veranlassung, die Aufhebung des Verbotes zu bewirken. ,,.............1 Der kommandierende General von Bülow.« Ein Gutes hat der militätische Boykott: er erspart uns die Rechtfertigung, wenn wir Sozialdemokraten gezwungen sind, zur Er- langung politischer oder wirtschaftlicher Rechte von dein Mittel des Boykotts Gebrauch zu machen. frankreick. Meuterei auf einem deutschen Schiffe im Brester Hafen. Paris, 28. August. Das„Journal" meldet aus Brest: Die De satzung deS deutschen Dampfers«Tom Corpitz" hat abermals ge- meutert. Der erste Offizier, welcher griechischer Abkunft ist, machte gestern nacht gemeinschastliche Sache mit den Meuterern und der- suchte mit ihnen den Kapitän zu töten; es kam dabei zu einem Kampfe zwischen den Meuterern und einigen Anhängern des Kapitäns. Dieser verließ angesichts der Gefahr, in der er schwebte, das Schiff und ersuchte die französischen Hascnbehörden um Schutz. Im Laufe des Abends hatte er eine Unterredung mit dem Marinepräfekten und dem Hafenkommissar. Eine Abteilung Marinegendarmcn wurde dein Kapitän zur Verfügung gestellt. Dieser begab sich mit den Gendarmen an Bord des Dampfers. Der zufällig zum Besuche der hiesigen Schiffslverft anwesende deutsche Marineattachü Kapitän Starke wurde von dem Vorfall gleichfalls benachrichtigt. Der Kapitän sandte ihm einen längeren Bericht über die Angelegenheit. Portugal. Russisch-portitgiesische Handelskonvention. Die Deputiertenkammer hat folgende Gesetzentwürfe an- genommen: erstens einen Gesetzentwurf, welcher die Regie- rung ermächtigt, eine Veränderung in der Handelskonvention mit Rußland eintreten zu lassen, durch welche die portugiesische Regierung auf das Recht verzichtet, den Zoll auf russisches Petroleum zu erhöhen, wogegen es die Kompensation von Rußland erhält, daß dieses auf eine Reduzierung des portugiesischen Zolles auf Cabliau verzichtet. DeS ferneren einen Gesetzentwurf, welcher die Regierung ermächtigt, bedeutende Vorteile denjenigen Personen oder Gesellschaften zu gewähre», welche in der Hauptstadt oder auf den benachbarten Inseln Häuser zu Hotelzwccken bauen. Dritten? einen Gesetzenrwurf, in dem eine Konvention zwischen Portugal und den Vereinigten Staaten zur Auslieferung von Verbrechern gutgeheißen wird. Diese Konvention setzt 22 Fälle fest, in denen die Anölicsernng möglich sein soll, läßt aber die Auslieferung von politischen Verbrechern nicht zu, und sieht Attentate gegen Souveräne oder Häupter fremder Staaten nicht als politische Verbrechen an.— Mrokko. Paris, 27. August. sMeldung der„Agence Havas".) Nach einer Meldung des G e n e r a l S Vailloud sollen die den Franzosen bei Bn Denib und Colomb Bechar gegenüberstehenden Harkas beabsichtigen, nach Ankunft eineS Truppenkontingents von der oberen Muluja her anzugreifen. Dieses Kontingent steht unter dem Befehl von Ali ma Luch, der kürzlich mit Mulay Hafid in Fes einzog. Zwischen den beiderseitigen Vorposten werden seit dem 25. d. M. ab und zu Schüsse gewechselt. Auf französischer Seite sind alle Bor- bereitungen gegen einen Angriff getroffen worden. Paris, 28. August. Nach einer Meldung auS Tanger hat Abdul Asis einen Brief vom Stamme der SchraghnaS erhallen, worin diese ihn auffordern, zurückzukehren und gegen Mnrakcsch vor- zugehen. Abdul Asis ist noch unentschlossen. Infolge scharfen Rittes, welchen Abdul Asis auf seiner Flucht machte, ist er erkrankt, ebenso viele seiner. Mannschaften. Auch die meisten Pferde sind infolge Ucberaustrengung eingegangen. Abdul Asis hat selbst Wenig Hoffnung, sei» verlorenes Ansehen wieder zu gewinnen. Hfien. Persische Aulciheversuche. Mehreren Londoner Blättern wird übereinstimmend aus Teheran berichtet, daß der Plan, eine englisch- russische Anleihe aufzu- nehmen, zur Freude der liberalen Partei vorläufig ge- scheitert ist, weil die Finanzleute darauf bestanden, daß der französische Finanzbeirat Rizot die Ausgaben überwache. Man nimmt aber an, daß die Regiernng in ihrer Bedrängnis die Bedingung schließlich doch werde annehmen müssen. Infolge der Geldnot herrsche große Unznftiedenheit unter den Truppen dc-Z Schahs, zwischen denen bereits blutige Zusammenstöße stattgefunden haben. Der revolutionäre Ausschuß in TäbriS beschloß die Fortsetzung des bewaffneten Widerstandes gegen die jetzige Regierung bis zum Zusammentritt des zweiten Parlaments. Amerika. Zur Präfideutschaftswahl in den Vereinigten Staaten. London, 28. August. Wie die„Morning Post" aus New Jork erfährt, hat sich die amerikanische Arbeitervereinigung endgültig dahin entschieden, zu. der Präsidentschafts-Kandidatur Tafts in Gegensatz zu treten wegen seiner Verbindung mit den republi- kainschen Politikern._ 12. Narteitsig der Sozialdtawkratie Psmmervs. K ö s l i n, 25. August 1908. Tritter Verhandlungstag. Zum 4. Punkt:„Landarbeiter und Klassen« k a m p f" erhält das Wort Genosse Horn. Er legt folgende Resolu- tion vor: „Die realtionäre Gesetzgebung und das nimmersaite Unter- Iiehmertum haben das ländliche Proletariat in tiefstes Elend gebracht, und ist dasselbe gegenüber der Jnoustriearbeiterschast in rechtlicher, sozialer, ökonomischer und, dadurch bedingt, auch in'.ntellektueller Hinsicht außerordentlich benachteiligt. Dieses soziale Elend ist die Ursache der Landslucht. Anstatt nun die Ur- fache der Landflucht und damit diese selbst zu beseitigen, schmiedet das agrarische Unternehmertum neue Fesseln für die Lano- arbeitcr, und zwar sucht es deren ökonomische Abhängigkeit durch die innere Kolonisation noch zu vergrößern. Der Parteitag fordert alle Landarbeiter aus. nicht durch Uebernahme von Nentcustellen die herrschende Gesellschaft tu ihrer Machtposition zu stärken. Die ganze innere Kolonisation ist darauf gerichtet, die ländliche Bevölkerung der Ausbeutung und Unterdrückung durch die Machthaber weiter preiszugeben. Der Parteitag erkennt an, daß ans Grund der politischen wie wirtschaftlichen Rechtlosigkeit und ihrer historischen Ver- gangenheit das ländliche Proletariat nicht in dem Maße wie das Proletariat in den Industriezentren am Emanzipaiionskampsc teilnehmen kann; der politische Einfluß und die Eroberung der politischen Macht auf Grund der ökonomischen EntWickelung muß in erster Linie seitens des industriellen Proletariats erfolgen, so daß dem ländlichen Proletariat größere Bewegungsfreiheit der- schafft wird. Aber unbekümmert darum, hält der Parteitag es für not- wendig, die Landbevölkerung durch Wort und Schrift aufzu. klären,'damit auch sie sich in erhöhtem Maße dem Klassenkampfe zuwendet und in den wirtschaftlichen und politischen Organisa- tionen sich einen festen Stützpunkt schafft. Der Parteitag fordert die deutsche Gesanitarbeiterbcwcgung auf, auf geeignetem Wege die traurigen Verhältnisse der Landarbeiter zu erforschen und diese Ergebnisse zur Agitation um eine Besserstellung des länd- lichen Proletariats zu benutzen. Von der Regierung und den gesetzgebenden Körperschaften fordert der Parteitag die rechtliche Gleichstellung der ländlichen Arbeiter und des Gesindes mix dew gelvetblichcn Arbeitern; Ve- seitigung der Gesindeordnungen; Arbeiterschuh durch Reichsgesetze für die ländlichen Arbeiter und Gesinde und ein volles, gesichertes Koalitionsrecht." Zur Begründung führte er unter anderem folgendes auS:-Die Frage habe zwar schon des öfteren die deutsche Arbeiterschaft bc- schäftigt; sie sei aber jetzt besonders dadurch in den Vordergrund gerückt, daß eine Aendcrung in der Organisation der Landarbeiter beschlossen ist. Redner geht dann auf die Agrarverhältnisse dcx Provinz Pommern ein, welch letztere nur von Ostpreußen übeQ, troffen Werde. Neben 73 Städten, von denen nur 13 mehr alß 10 000 Einwohner haben, zählte Pommern 1905 2087 Landgemcin- den und 2419 Gutsbczirke. Von den 1 684 000 EiMvohncrn sind über eine Million in der Landwirtschaft tätig. In der geringen Bevölkerungsdichtigkeit liege das Geheimnis mancher sich uns dar- bietenden Schwierigkeiten. In der ländlichen Produktion stehe der Fusel obenan. 1903 produzierten 476 Brennereien 402 216 Hekto- liter Schnaps. Von einer Konzentration zum Großbetrieb sei nichts zu spüren; die Kleinbetriebe mehren sich von Jahr zu Jahr und sind zunächst gegenüber den Großbetrieben durchaus lon- kurrenzfähig. Daraus zu schließen, daß die Marxsche Konzcntra- tionstheorre für unsere Landwirtschaft nicht zutreffe, halte er für voreilig. Es handele sich hier offenbar um eine vorübergehende Erscheinung. Infolge der niedrigen Arbeitslöhne sehen die Agrarier von der Einführung von Maschinen vielfach ab. Das werden sie aber zweifellos tun, sobald sowohl die Löhne als auch die sonstigen Aufwendungen für die Arbeiter steigen, und dann dürfte die Entwickclung sich in anderen Bahnen als hcuie bewegen. Redner rollt dann die trüben Verhältnisse der Landarbeiter Pommerns auf. deren Rechtlosigkeit, Wohnungs- und Schulelend er an verschiedenen Beispielen dartut. Er kommt dabei auf die Ursachen der Landflucht, zu sprechen, welch letztere zu einer Invasion kulturell tiefstehender Ausländer führte. Im Jahre 1905 waren in Pommern 18 605 russische und galizische Arbeitcr be- sckstiftigt. Zwar kommen diese als Lohndrücker ins Land, aber viel- fach sei zu beobachten, daß ihr Lohn höher als der der ein- heimischen Arbeiter sei. Die innere Kolonisation, mit der man die Landflucht zu bekämpfen suche, sei für die Agrarier ledig- lich ein Mittel, die Landarbeiter in noch größere wirtschaftliche Un- freiheit als bisher zu bringen. Doch nicht nur an die Landarbeiter, auch an die Kleinbauern müsse sich die Sozialdemokratie wenden. Rufen wir diesen immer und immer wieder ins Gedächt- nis, daß die Junker jahrhundertelang aus ihrer Haut Riemen geschnitten haben. E i n vergeblicher Versuch darf nicht abschrecken. Nach der Begründung der in der Resolution enthaltenen Forde- rungen schließt Redner: Unsere ganze Arbeit wird auch in Zu- kunft zunächst Aufklärungsarbeit sein. Die Landarbeiter sind viel zu zufrieden. Wir müssen sie unzufriedener machen, sie aufhetzen gegen Verhältnisse, die als menschenwürdige nicht zu bezeichne» sind. Unbekümmert aller Schwierigkeiten müssen alle agitatorischen Kräfte entfaltet werden, auch die Landarbeiter dem siegreichen Heere der Sozialdemokratie einzureihen! An den 2�stündigeii, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze Diskussion. Genosse Herbert glaubt nicht, daß es je gelingen werde, die Kleinbauern für unS zu gewinnen. Ihnen sitzt der Eigentumsteufel viel zu tief im Fleisch. Durch Gründung von R e ch t s s ch u tz ve r e i n e n sollte man die Landarbeiter beraten. Redner stellt einen entsprechenden Zusatzantrag zur Resolution, der später auch angenommen wird. Genosse M ehlich hält die Möglichkeit, die Kleinbauern zu ge- Winnen, nicht für absolut ausgeschlossen, und macht darauf anfmcrk- sam, daß die innere Kolonisation vielfach mit dem hauptsächlich von den Industriearbeitern aufgebrachten Gelde der Versicherungs- anstalten betrieben werde. Genosse Ney- Stolp schildert auS eigener Erfahrung die elende Lage der Landarbeiter, während Ge- nossc H a n i s ch auf die Versprechungen der Liberalen für die Arbeiter und die liberalen, Taten hinweist, die in schreiendem Widerspruch zueinander stehen. An der Rechtlosigkeit der Land. arbeuer seien nicht nur die Junker, sondern auch die Liberalen Schuld. Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten wurde die Ne- solution einstimmig angenommen, Ilebet here Aufgaben f Bet Rommunaly Solitil" spricht Genoffe Herbert in einstündiger Rede. Die von ihm vorgelegte nachfolgende Resolution wurde debattelos ein stimmig angenommen: " Der Parteitag empfiehlt den Genossen, in allen Orten sich an den Kommunalwahlen zu beteiligen, auch wenn keine Aussicht auf unmittelbaren Erfolg ist, um dadurch die Unhaltbarkeit des jebigen Wahlrechts in den Städten sowohl wie auf dem Lande zu beweisen. Gleichzeitig ist für Leseitigung des jebigen Wahlrechts, namentlich des Bürgerrechtsgeldes und des Hausbefizerprivilegs. Parteiprogramm zu arrangieren. zu agitieren. Der Parteitag fordert auch für die Kommunen allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht für alle über 20 Jahre alten Staatsangehörigen.". Der Resolution des Parteiborstandes und der Generalfommission über die Jugenderziehung wurde debattelos zugestimmt, ebenso einer Resolution, welche geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkoholismus im Sinne des Essener Beschlusses verlangt. In bezug auf die letzten Vorkommnisse in Süddeutschland bringt Genosse Hanisch folgende Resolution ein: " Der zwölfte Pommersche Parteitag erblidt in den Budget abstimmungen der badischen und bayerischen Landtagsfraktionen einen groben Verstoß gegen die Lübecker Resolution; er erwartet deshalb, daß der Parteitag diese Abstimmungen schärfstens mißbilligt und Vorsorge trifft, daß sich solche Fälle nicht wiederholen. In dem Verhalten des badischen Landesvorstandes gegen über dem Parteivorstand erblickt der Parteitag einen groben Verstoß gegen den Geist des Organisationsstatuts der Partei, einen Verstoß, der geeignet ist, die einheitliche Organisation der Partei auf das schwerste zu gefährden." Hieran schloß sich eine furze, aber lebhafte Debatte. Genoffe Berbert erklärte, daß er das Kesseltreiben gegen die Süddeutschen nicht mitmache. Man solle doch nicht diese Genossen, deren Intelligenz dafür bürge, daß die Sache nicht so schlimm sei, wie sie gemacht werde, verurteilen, ohne sie gehört zu haben. Die Genossen Kunze, Hanisch, König- Gollnow und Wengels- Berlin traten dem Genossen Herbert entgegen, worauf die Resolution gegen 5 Stimmen angenommen wurde. = Nachdem die Agitations- und die Kontrollkommissionen neu gewählt und als Ort des nächsten Parteitages Stettin bestimmt worden war, wurde der Parteitag nach einem feurigen Schlußwort des Genossen Storch mit einem dreifachen Hoch auf die internatio nale Sozialdemokratie geschlossen.. Aus der Partei. Zum Parteitag. Die Haltung der badischen Genossen zur Budgetbewilligung. In Kleinsteinach nahm eine gut besuchte Versammlung des fozialdemokratischen Vereins folgende Resolution an: " Die... Mitgliederversammlung spricht unseren Parteigenossen im Landtage über ihre befolgte Tattit betreffs der Budget abstimmung ihre bolle zustimmung aus. Sie Tann jedoch betreffs des Schweigegebots gegen über dem Parteivorstand in Berlin feinen Grund finden, da ein solches Verbot gegenüber höheren Parteiinstanzen nicht angebracht ist. Versammlungen in 2örrach und Freiberg resolvierten: Die Versammlung erklärt sich mit der Haltung der Fraktion einverstanden und billigt die Budgetbewilligung, weil dieselbe im Interesse der Partei geboten war." = Ein Antrag, welcher die Schaffung eines eigenen Kopfblattes dann die Häuser gebaut werden; so ist dort, abgefehen fordert und vom Genossen Kliche begründet wurde, wurde nachdem von den besseren Vierteln", das Umgekehrte Negel. In Arbeiter sich die Genossen Ebert( Parteivorstand) und Schütz( Volkswacht") vierteln werden auf den sogenannten Straßen die Waffertümpe! entschieden dagegen ausgesprnchen hatten, mit Mehrheit ab mit Asche zugeschüttet, damit ist die Sache erledigt. Im Sommer gelehnt, weil die Genossen an die Aufbringung der Mittel zur wird dadurch die Staubplage für die Bevölkerung zur wahren Dual Beit noch nicht denken können. Dagegen wurde ein Antrag einstimmig angenommen, welcher den Bezirksvorstand ersucht, im und im Winter und Frühjahr benötigt der Fußgänger Schaftstiefel, kommenden Winter in den Orten der Provinz, wo die lokalen Ver- um die Schlammfluten durchqueren zu können. Für Radfahrer hältnisse es gestatten, besondere Vorträge über das sozialdemokratische sind in der nassen Jahreszeit die Straßen" nicht passierbar. Hierzu kommt noch, daß die Bevölkerung gewohnheitsmäßig einen beträchtlichen Teil der Abwässer auf die nicht kanalisierten Straßen schüttet. Für Personen mit guten Geruchsnerven sind diese Straßen fast unpaffierbar. Erwiderung. " " Unter der Ueberschrift E. N. gegen E. N. finde ich in Nr. 200 des Vorwärts" einen Artifel, worin mitgeteilt wird, daß ich in Noch schlimmer sieht es mit den Mitteln aus, durch die Krank meinem 1903 erschienenen Handbuche Sächsische Politit" ge- heiten direkt bekämpft werden sollen. Wer die Krankenhäuser, die schrieben habe, die sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Eigentum von religiösen Gemeinschaften sind, oft besucht hat, wird Sachsens hätten stets gegen das Budget gestimmt und damit Protest seine Zweifel nicht unterdrücken können, wenn der Polizeibericht gegen das herrschende Regierungssystem eingelegt. Ihre Feststellung aller Welt verkündet„ umfassende Maßregeln zur Bekämpfung der ist richtig. Aber ich habe bereits in der legten Dresdener Seuche sind getroffen." Als im März dieses Jahres in einem neuen Parteiversammlung selbst auf diese Stelle des ges nannten Sandbuchs aufmerksam gemacht und betont, daß feuchten Hause in der Oststraße eine Frau an Diphtheritis erkrankte ich dabei einem Jrrtum verfallen sei, auf den ich erst und, um Ansteckungen zu verhüten, nach einem Krankenhause gespäter von einem Landtagsabgeordneten auf bracht war, vergingen fünf Tage, bis man sich um die not. merksam gemacht worden bin, als sich in dem wendige Desinfektion der Wohnung bekümmerte. Dem Familien Buche selbst nichts mehr ändern und berichtigen haupte wurde noch Bestrafung in Aussicht gestellt, weil er in Südließ. Ich bin bei Abfassung des Handbuches leider der allgemeinen sicht auf drei kleine Kinder schon am Tage der Ueber. Annahme zum Opfer gefallen, die sächsischen Landtagsabgeordneten führung der Kranken ins Hospital die Desinfektion mit den unserer Partei hätten im Landtage immer gegen das Budget ge- vorgeschriebenen Mitteln selbst vorgenommen hatte. stimmt. In diesem Irrtum bin ich, soweit mir das jetzt noch in Erinnerung ist, durch zufällige Einsichtnahme in die Landtagsaften Baracke des Diakonen- Krankenhauses, die für die mit ansteckenden eines der Jahre 1894 ober 1896 bestärkt worden, in welchen Jahren Strankheiten Behafteten bestimmt ist, liegen an Diphtherie, tatsächlich gegen das Budget von unserer Seite gestimmt worden ist. Scharlach, Genicstarre, Boden usw. Erkrankte in einem Raume Der Jrrtum von 1903 fann natürlich an meinen Feststellungen zusammen, so daß die Krankheitskeime durch dort untergebrachte bon 1908 nicht das geringste ändern. Wenn man schon von Leicht- Personen leicht weiterverbreitet werden können. In demselben fertigkeit reden will, könnte ich eine solche nur 1903 begangen haben. Krankenhause werden in finsteren Mansardenzimmern die Kranken Mit Parteigruß Emil Nitsche. mehr zusammengepfercht, als die Gläubigen in einem Wallfahrtshotel. Wie steht es dann unn aber mit der Kenntnis, die Genosse Nizsche Im Vinzenzhospital tommt es oft vor, daß in den für Lungenals Landtagsberichterstatter haben mußte? Jin übrigen bleibt die Hauptsache bei der Affäre immer die falsche Deutung der Handlung und andere Schwerkranke bestimmten finsteren Räumen die Bettder sächsischen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten, die Genosse wäsche bei Neueinlieferungen nicht gewechselt wird. Diese MißNigsche vorgenommen hat. stände können der Sanitätspolizei nicht unbekannt sein, und trotzdem wird keine Abhilfe geschaffen. Aus dem russischen Parteileben. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung! Töpfer! In der Man wird sich wundern, daß die Arbeiterschaft, die doch am Die russische sozialdemokratische Partei durchlebt jetzt ihre meisten durch diese ungünstigen Verhältnisse betroffen wird, sich nicht trübsten Tage. Die Organisationen weisen nicht nur keinen Fort- mehr gegen solche Mißstände wehrt. Die Gründe liegen hier in der schritt, sondern einen starken Stückgang in der Mitgliederzahl auf Gleichgültigkeit der Arbeiterschaft, die sie den Organisationen ent und zwar fast überall. Manche Organisationen lösten sich auf, ein gegenbringt. Außerdem ist aber auch die Behandlung, die die Behörden großer Teil der anderen fristet ein fümmerliches Dasein. Und das nicht nur in der Provinz, sondern auch in den Hauptstädten und in dem einzelnen Arbeiter, wenn er Schutz sucht, angedeihen lassen, nicht dazu anderen oberen industriellen Zentren, die als Hochburgen der Sozial- angetan, besonderes Butrauen zu erweden. Die Verhältnisse werden auch demokratie galten. durch die jetzige Epidemie nicht andere werden, man wird gleich Nach den Berichten der örtlichen sozialdemokratischen Komitees gültig an den Opfern vorübergehen wie bisher und das Dreiklassen und den Korrespondenzen in der illegalen Parteipreffe läßt sich wahlrecht in Staat und Gemeinde bürgt dafür, daß die Stimme folgendes Bild von der Lage der Organisationen entwerfen. In der Arbeiter bei den Sigungen nicht die Ruhe der Satten stört. Mostau ist sie, wie man dem Proletarij" berichtet, schlecht. Die Die Opfer sind doch nur Arbeiter. Agitation ist sehr schwach. Eine Maffenagitation fehlt ganz. Verhaftungen von einzelnen Genossen und von ganzen Versammlungen find eine tägliche Erscheinung. Größter Mangel herrscht an Lokalen und Agitatoren. Die Intelligenz berläßt die Organisation massenweise. In der ganzen Petersburger Organisation sind zwölf Intellektuelle geblieben. Dem Golos Socialdemokrata" Nr. 6-7 schreibt man aus Kiew: Die Stimmung der Arbeiter hat sich sehr geändert. Das Interesse an allem, was die Gemüter früher so sehr erregte, an der Organisation, an der Gewerkschaft, ist gestorben. Biele lassen sich aus Angst, die Arbeit zu verlieren, in den Verein Die Genossen zu Darmstadt haben gegen eine Stimme der Echtrussen aufnehmen. In den Parteiorganisationen sind nur fleine Gruppen der aufgeklärtesten Arbeiter geblieben. Den ersten Mai Wir haben keine „ Die im Gewerkschaftshause tagende Parteiversammlung stellt feierten eine minimale Bahl von Arbeitern. Eine allgemeine Glasarbeiteraussperrung. fich in der Frage der Budgetbewilligung streng auf den Propagandisten, sogar keine Organisatoren. Aus Mangel am Mitteln Standpunkt der Lübecker Resolution, worunter fie tann man feine Zeitung herausgeben." In Odessa ist die " In Odessa ist die Der Arbeitgeberschutzverband deutscher Glasfabriken beschloß versteht, daß, wo immer es ohne größere Nachteile für Lage der Organisation eine traurige." Aus Sibirien wird bedie Gesamtheit angängig ist, gegen das Budget gestimmt richtet, daß dort die Organisationen sich im Zustande völliger Auf- u. a. in feiner am 26. d. M. im Handelslammerhause zu Görlig werden soll, um den heutigen Klaffenregierungen unser Mißtrauen lösung befinden. In Libau, schreibt die sozialdemokratische tagenden außerordentlichen Generalversammlung, die Angelegenheit " Bihna", hat sich die Zahl der Mitglieder der Partei des Streiks in Brockwitz bei Meißen zu der ihrigen zu machen, der Die Flucht aus den Reihen Glasfabrik Aktiengesellschaft in Brockwitz für den durch den vierzehn Nur in ausnahmsweisen Fällen fann dafür ge- um das dreifache vermindert. stimmt werden. Dabei ist aber ausdrücklich hervorzuheben, daß der Drganisation ist eine gewöhnliche Erscheinung geworden. Das wöchentlichen Streit erlittenen Schaden Ersatz zu leisten und die zur bie Zustimmung tein Bertrauensvotum für die Regierung Bari cha uer Komitee der P. S. D. schreibt in seinem letzten endgültigen Durchführung des Streits erforderlichen Mittel zur VerBericht, daß die agitatorische Arbeit sich wegen der polizeilichen fein fol. Die Versammlung fordert deshalb den Delegierten des Wahl- Repreffalien und der schlechten ökonomischen Situation start verfügung zu stellen. Der Vorstand wurde weiter ermächtigt, den Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem eine allgemeine Aussperrung Das Komitee von Lodz hat einen starken Rückgang freises Darmstadt- Groß- Gerau, Genossen Raab, auf, entschieden mindert hat. für die Aufrechterhaltung der Lübeder Resolution in der Mitgliederzahl zu verzeichnen. In Jwanowo- Wosnesenst der organisierten Glasarbeiter der Verbandshütten zu erfolgen hat, und für die dementsprechende Selbständigkeit der hat sich die Zahl der Mitglieder von 2000 im Jahre 1907 auf 600 wenn bis zu dem vorgesehenen Termin der Brockwizzer Streit nicht Landesorganisation und ihres Aus Kafan schreibt man, daß es dort sehr schwer ist, wunschgemäß erledigt ist. Borstandes bermindert. ein Lokal für eine Versammlung von 4-5 Menschen zu bekommen. gegenüber dem Parteivorstande einzutreten." Aus der Rede des Referenten Sparr und des Diskussions. Aus fast allen Organisationen berichtet man von einer allredners Dr. Dueffel geht hervor, daß die Darmstädter Genoffen gemeinen Flucht der Intelligena. auszudrücken. Auch eine Auslegung. die Aufrechterhaltung der Lübecker Resolution wegen des dritten Absatzes fordern, weil sie der Ansicht sind, daß er die Budgetbewilligung der Badenfer und Bayern rechtfertigt. Was den letzten Absatz der Darmstädter Resolution anbelangt, so illustrieren folgende Worte, die Genosse Dr. Duessel in der Diskussion sprach, die Absichten, die damit verbunden sind: Soziales. Seuchen in einer Großstadt. Mancher Leser des Vorwärts" wird sich darüber gewundert Nicht Disziplin und Subordination, sondern Solidarität und Brüderlichkeit ist es, was wir im Verkehr mit Parteigenoffen ver- haben, als in Nr. 198 eine größere Zahl von Erkrankungsfällen an langen müffen. Ueberall da, wo die gemeinsamen Juteressen des den schwarzen Blattern aus Duisburg gemeldet wurde. Wie ist es deutschen Proletariats es erfordern 3, B. in der Reichspolitit möglich, daß sich in einer Stadt, die in den legten Jahren eine und im Kampfe der Gewerkschaften gegen das Kapital- muß die ungeheuere Bevölkerungszunahme hatte, mithin die Zahl der neuen Einheit der Aktion gesichert sein; auf den Gebieten aber, wo die Straßen und Wohnhäuser eine verhältnismäßig hohe ist, sich anbundesstaatliche Verfassung des Deutschen Reiches, wo die 25 Water- fteckende Krankheiten so leicht verbreiten können, wird sich mancher länder" eine einheitliche Aktion unmöglich machen, muß die Selbständigkeit der Landesorganisationen im Rahmen des Partei- fragen. programms und der Parteitagsbeschlüsse gewahrt bleiben." Das heißt also, daß den Landtagsfraktionen und Landesvorständen freie hand gegeben wird in der Budgetbewilligungsund allen Fragen der Landespolitik und daß die Gesamtpartei in diese Fragen nicht hineinzureden habe. Keine Meinung. 19 Wie in anderen Städten Preußens, wird die Verwaltung der Stadt auf Grund des Dreiklassenwahlrechts gewählt. Politische Interessenlosigkeit der werktätigen Bevölkerung hat es ermöglicht, daß die Verwaltung der Stadt mir in den Händen der Bauspekulanten und ähnlicher Unternehmer liegt. Die großen Baufirmen Gebrüder Kiefer, Guillaume und Wegmann und andere haben Dant ihrer guten und direkten Verbindung mit der Stadtverwaltung Vermögen erworben wie es wohl kaum in anderen Städten möglich gewesen wäre. Die Sperre über die Firma Runge ist hiermit aufgehoben. Die ursprünglichen Differenzen, welche zur Sperre führten, sind beglichen. Die Verbandsleitung. Deutfches Reich. Ein Streit der Tabatarbeiter ist bei der Firma Aug. Chr. Stenne berg in Barntrup infolge der nach und nach den Arbeitern auf gedrungenen Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen am Sonntag bezw. Montag zum Ausbruch gekommen. Stenneberg fonnte die Niederlage, die er gelegentlich eines Streits im Herbst 1907 erlitten, nicht verschmerzen. Immer wieder erfand er neue Anlässe, um die Arbeiter zu schädigen. Schließlich legten die Arbeiter die Arbeit nieder. Verhandlungen der Fabrikkommission und des Gauleiters blieben erfolglos. Stenneberg erklärte, daß in seinem Betriebe er allein bestimme. Darauf erflärten sich am Montag auch die Arbeiter der Filialbetriebe in Sonneborn und Hagen solidarisch. Die Forderungen der Arbeiter lauten: 1. Genügend aufgefeßtes Dedblatt oder eine Entschädigung von 15 Pf. für das Pfund. 2. Lieferung von genügend Widel. 3. Die Zigarrenarbeiter und Arbeiterinnen machen eine gu richtung an den Maschinen. Alles Forderungen, die sich eigentlich von selbst verstehen. Es streifen insgesamt 78 Arbeiter. Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Flume u. Lenz in Lünen bei Dortmund haben am Mittwoch sämtliche Former und Silfsarbeiter wegen einer 20prozentigen Reduzierung der Afford löhne die Kündigung eingereicht. Die Arbeiter machten einen Vermittelungsvorschlag, indem sie die Unternehmer ersuchten, nur 10 Prozent abzuziehen. Doch wiesen die Unternehmer den Borschlag zurück. Wahrscheinlich kommt es zum Streit. Auf der Landeskonferenz für Anhalt wurde eine Resolution der Genossen Theuerjahr, Heil und Seel, die die Budgetbewilligung der Wohl besteht dort eine Bauordnung, die denselben anderer Süddeutschen verurteilen wollte, zurückgezogen. Eine Städte ähnlich ist, ja, es sind im allgemeinen die Häuser bedeutend Die Dachdeckerorganisation in Dortmund hat einen Achtungs. Resolution, die den Parteitag auffordert, die Frage der Budget- fleiner und niedriger, so daß man sogar auf einen Vorteil für die erfolg errungen. Am Dienstagabend ist ein neuer Tarif unterbewilligung erneut zu prüfen und die Lübecker Resolution unzwei- Gesundheit der Bewohner schließen könnte. Leider hat der Bau zeichnet worden. Die Unternehmer glaubten anfangs, den Ardeutiger zu faffen, wurde abgelehnt, weil es solcher Aufforderung Kleiner Häuser nicht den Bau von ungesunden Wohnungen beitern Verschlechterungen anbieten zu können. An der strammen nicht bedürfe und mit ihr nichts Positives gesagt werde. Die Ent- verhindert. Die gewöhnlichen Häuser werden dort nicht oder Organisation der Gesellen ist diese Absicht indes zuschanden ge scheidung könne ruhig der Nürnberger Parteitag felber treffen. nur mangelhaft isoliert, und zu einer Zeit, wo man in anderen worden. Troß des wirtschaftlichen Niederganges arbeiten die Dach Städten noch nicht daran denkt, von außen und innen verputzt und decker zu den bisherigen Bedingungen weiter. tapeziert. Unter diesen Umständen ist es flar, daß Jahre vergehen, Provinzialparteitag der Provinz Posen. " Am Sonntag, den 23. August, fand im Lokale Schweizertal" ehe diese Gebäude austrocknen. Außerdem werden infolge der zu Boſen der diesjährige Brovinzialparteitag fatta 23ohnungsnot, dort ſeit Jahren Reubauten bor 26 Delegierte aus zwölf Wahlkreisen erschienen waren. Außerdem bem in ber Bolizeiberorbung borgegebenen Zermin bei Letzte Nachrichten und Depeschen. nahmen daran teil Genoffe Ebert als Vertreter des Parei- dem bezogen. Diesen borstandes und Genosse Schütz- Breslau als Vertreter der Bolts- Zustand wird man aber erst recht zu würdigen wissen, wenn ziemlich hoch sind wacht". Die Provinz Bosen umfaßt fünfzehn Reichstagswahlkreise, man weiß, daß die Niederschläge dort ein äußerst schwierig zu bearbeitendes Terrain, da einmal für die und auch bei trockenen Tagen die Luft immer noch feucht " Schwere Schiffskatastrophe. Tokio, 28. August.( W. Z. B.) Nach einer hier eingetroffenen Nachricht ist der englische Dampfer„ Dunearn" während eines Taifunt stehenden Besatzung sollen nur zwei gerettet sein. bei der Insel Niufchiu untergegangen. Von der aus 53 Köpfen be Provinz noch kein Parteisekretär angestellt ist und andererseits auch genug ist, weil die großen Wasserflächen der Hafenanlagen und des die Presseverhältnisse sehr unvollkommen sind. Jedoch konnte der Rheins einen ganz beträchtlichen Teil des Stadtgebietes einnehmen. Bertreter des Bezirksvorstandes konstatieren, daß trotzdem im letzten Nach der dortigen Baupolizeiverordnung muß für jede Wohnung Jahre fehr erfreuliche Fortschritte gemacht worden ein Abort vorhanden sein, aber bei dem weitaus größten Teil find. Dhne direkte Berbindung mit der Partei find nur noch brei Kreise in der Provinz und auch in diesen besteht die Aussicht der Neubauten wird das nicht beachtet. In der Regel wird in auf baldige Gewinnung einer geeigneten Verbindung. Der Erfolg neuen Häusern der Abort von 2-3 Familien, in älteren von Eifenach, 28. Auguft.( B. H.) Der städtische Haupttaffierer Simon welcher im letzten Jahre errungen ist, stützt sich vorwiegend auf die, fünf und noch mehr Familien benutzt. Während in hat Selbstmord begangen. Der Grund zu dieser Tat, welche hier fich hier als äußerst lohnend eriviesene Hausagitation. anderen Städten im allgemeinen erst die Straßen und großes Aufsehen erregt, ist bisher noch böllig unbekannt. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsb Das Ende vom Lied. r. 202. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sounabrud, 29. Auguſt 1908. Die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft und nossenschaftsversammlung für die' Forderung der Arbeitervertreter noch um der Bauarbeiterschuh? Wenn die Regierung die Baukontrolle durch Maurerpoliere ausüben lassen will(?), so ist das ein Zeichen, daß sie von dem allein richtigen Standpunkt ausgeht, daß nur praktisch vorgebildete Leute eine wirksame Baukontrolle ausüben können und nicht Leute, die einen Bau und dessen Zubehör meistens nur auf der Zeichnung kennen, von den praktischen Bedürfnissen eines in der Ausführung begriffenen Baues aber lange nicht die Kenntnisse besitzen, die ein Polier in der Praxis besitzt. Bon einem tüchtigen Polier wird jetzt schon verlangt und ist zu verlangen, daß er sämtliche Arbeiten des Baues aus eigener Erfahrung kennen muß und selbstverständlich auch die Sicherheitsmaßregeln, die bei der Ausführung dieser Arbeiten notwendig sind. Meistens 90 Pro3. der Meister verlangen bon den Polieren, daß sie die Verantwortung für alles, was auf dem Bau passiert, übernehmen und müssen sie einen diesbezüglichen Revers unterschreiben. Weiter beweisen auch die Urteile in ver schiedenen Prozessen, daß der Polier als der für alles Verantwort liche betrachtet und dementsprechend beurteilt wurde. Techniker und überhaupt fast alle theoretisch gebildeten Leute wälzen in den meisten Fällen und teilweise mit Recht die Schuld auf den Polier, unter dem Hinweis, daß sie nur theoretisch und nicht praktisch gebildet sind." Sadurch verringerte". Ebensowenig Verständnis zeigte die Gebezüglich der offen brennenden Kokskörbe. Die Arbeiter hatten völliges Verbot der offen brennenden Rotsförbe Wie die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft die Fordes berlangt. Indessen, auch für die Beseitigung dieser die Gesundheit rung der baugewerblichen Arbeiter bezüglich des Schuzes für Leben der Arbeiter in hohem Maße gefährdenden Einrichtung konnte sich und Gesundheit derselben zu erfüllen gedenkt, das läßt recht deutlich die Genossenschaftsversammlung nicht entschließen. Die Abänderung die vor einigen Wochen in Kolberg abgehaltene Genossen der Vorschrift:„ daß solche Räume, in denen brennende Kokskörbe schaftsversammlung erkennen. Diese Genossenschafts- aufgestellt sind, gehörig ventiliert und gegen benachbarte Räume dicht versammlung hatte unter auderem auch die„ neuen" Unfall- abgeschlossen werden müssen", hat gegenüber der jetzigen Bestimmung berhütungsvorschriften zu begutachten.( Nr. 57 der für die Arbeiter nicht den geringsten praktischen Wert. Die Versammlung autorisierte schließlich den GenossenschaftsBaugewerks- Zeitung" 08). Der Vorsitzende Herr Felisch teilte mit, daß der Entwurf vom Reichsversicherungsamt bereits geprüft, borstand, etwaige redaktionelle und fachliche Aenderungen, die auf Vervom Genossenschaftsvorstand mit den Arbeitervertretern beraten und anlassung des Reichsversicherungsamts in dem bei diesem schwebenden auch von den Sektionsvorständen begutachtet sei. Es handle sich nur Genehmigungsverfahren notwendig werden sollten, vorzunehmen. die Beratung Die Genossenschaftsversammlung hat indessen für die bau einiger wichtiger Bestimmungen. Die Arbeitervertreter hätten zu dem. Entwurf der Unfallverhütungs- gewerblichen Arbeiter noch eine weitere Bedeutung. Die Hanptborschriften eine Reihe Abänderungsvorschläge gemacht, welche forderung der baugewerblichen Arbeiter zum Schutz des Lebens zweifellos geeignet sind, die Unfallgefahren ganz erheblich zu ver- und der Gesundheit der Arbeiter ist die Ueberwachung der Aus- und Durchführung mindern. Bei der gemeinsamen Beratung wurde teils wohl eine der Betriebe bezüglich Uebereinstimmung erzielt, indes im wesentlichen wurden die Ver- der Schußbestimmungen, soweit dieselben in„ Ministerialverfügungen" besserungsvorschläge der Arbeiter abgelehnt. bezw." Polizeiverordnungen" und Unfallverhütungsvorschriften entIn zwei wichtigen Fragen, welche für die Arbeiter von emi- halten sind. Zu diesem Zwecke verlangen die baugewerblichen Bautenkontrolleuren aus nentem Interesse sind, wurde eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeiter Anstellung von Diese Abfuhr dürfte der Hochnäsigkeit der Herren Meister" den Arbeitertreisen und Schaffung einer Bau- wohl einen fleinen Dämpfer auffezen. Arbeitnehmern zur Beratung der Anträge gewählt. Bur Frage des Ueberdiehandmauern" hatten die Arbeiterbertreter gewerbeinspektion. In wiederholten Eingaben bezw Petitionen Herr Felisch hatte durch sein- der Steuer der Wahrheit" an die Regierung, an den Bundesrat usw. haben die Arbeiter dienendes- Zirkular auch die Genossenschaftsversammlung 1907 „ Wenn teine äußeren Gerüste zur Anwendung tommen( beim eingehend die zivingende Notwendigkeit dieser Forderung nach mobil gemacht; dieselbe protestierte gegen die Arbeiterforderung der sogenannten leberdiehandmauern), so muß an der Außenseite in gewiesen. Die süddeutschen Staaten sind dieser Frage mehr oder Heranziehung von Polieren und Gesellen zur Baukontrolle. Dieser der ganzen Länge der Mauer ein Fanggerüst angebracht sein. weniger näher getreten. Die Stadt München hat jogar Bauten- Protest der Unternehmer, so berichtet Herr Felisch auf der heuIn rigen Genossenschaftsversammlung, sei dem Reichsamt des Dieses Fanggerüft muß auf sicheren Auslegern in einer Breite von fontrolleure, aus den Arbeiterkreisen entnommen, angestellt. 2 Metern mit Gerüstbrettern dicht abgedeckt sein und außerdem eine Preußen ist in dieser Hinsicht, obwohl hier allein 800 000 baugewerb nnern, dem Reichsversicherungsamt und den preugut befestigte Vorwand haben, welche nach innen schräg abfällt liche Arbeiter in Frage kommen, uichts geschehen. Hier hängt fischen Ministerien zugegangen. Herr Felisch berichtet und mindestens eine Höhe von 60 Zentimeter erreicht. Dieses alles von den Berufsgenossenschaften ab. In einem Rundschreiben weiter: Im August 1907 habe im Reichsversicherungsamt eine Fanggerüst muß für jedes Stockwert hergestellt werden; der Ab- des Reichsversicherungsamtes vom 31. Januar 1907 waren auch die Konferenz stattgefunden, in welcher die Zusicherung gegeben stand von einem Gerüst zum andern soll in der Regel 4,50 Meter Baugewerks- Berufsgenossenschaften auf die Bautenkontrolle und eine sei, daß man von der Heranziehung von Bauarbeitern zur lleber= nicht übersteigen und darf die Abdeckung des unteren Gerüstes nicht intensivere ueberwachung der Unfallverhütungsvorschriften hin- wachung der Betriebe absehen wolle, wenn die Zahl der Aufsichtsentfernt werden, bevor das nächstfolgende Gerüst fertiggestellt ist." gewiesen. Hieran hatte die" Deutsche Mittelstands- Korrespondenz" beamten entsprechend vermehrt werde. Dies sei geschehen; die Beund auch die Bossische Zeitung"( Nr. 150 1907) Bemerkungen ge- rufsgenossenschaft beschäftige zurzeit 24 technische Aufsichtsbeamte, es Zur Frage Dacharbeiten" lautet der Antrag der Arbeiterver- tnüpft. Die Notiz der„ Boffischen Beitung" schloß mit den Worten: sind im Jahre 1907 95 Proz. aller Betriebe revidiert worden. Dank Und Arbeiter als Kontrolleure wollen sie nun doch ein- der guten Baukontrolle ist in den Unfällen ein Rückgang von " Bei Arbeiten an und auf Dächern muß das vorhandene mal nicht." 1640 eingetreten, es sind nur 11066 gegen 12 706 Unfälle im Baugerüst und zwar dicht unter dem Hauptgesims in einer Breite Jahre 1906 zur Anmeldung gelangt. bon 1,50 Meter mit Brettern dicht schließend abgedeckt und an der Soweit Herr Felisch. Außenseite mit einer 1 Meter hohen Brüstung versehen sein oder es müssen Fanggerüste, welche so start sind, daß ein Durchschlagen derselben beim Auffallen von Menschen oder schweren Gegenständen vermieden wird, angebracht werden; ebenfalls sind bei Arbeiten auf Oberdächern unter denselben Fanggerüste anzubringen. Bei Dächern müssen die darauf beschäftigten Arbeiter usw. stets durch ein an einem Leibgurt befestigtes Seil oder Tau, welches stets zur Stelle sein muß, vor dem Absturz gesichert sein." folgenden Antrag eingebracht: treter: Der Antrag 1 wird von den Arbeitgebern mit der nichtssagenden Motivierung Fanggerüste seien überflüssig; auch würde das Bauen erschwert und dadurch ohne Not, ja ohne Grund, erheblich verteuert" abgelehnt. Demgegenüber höre man die Ausführungen des Vertreters des Reichsversicherungsamts Geheimen Regierungsrats P. Derselbe sagt: Es sei Aufgabe des Reichsversicherungsamts, für alle notwendigen Schußvorrichtungen einzutreten, auf den Kostenpunkt könne es dabei nicht ankommen; er halte die beantragten Fanggerüste durchaus nicht für unnü( vom Schreiber unterstrichen), fondern für zweckmäßig und notwendig. Daß diese seine Ansicht von Fachmännern geteilt werde, geht daraus hervor, daß verschiedene andere Berufsgenossenschaften die Fanggerüste ebenfalls borgeschrieben hätten." Sofort traten die Akteure der Unternehmer auf den Plan. In einem Zirkular weist namens des„ Verbandes der deutschen Baugewerks- Berufsgenossenschaften" Herr Felisch die Vorwürfe der Bresse, die nur aus Unkenntnis der Dinge erhoben feien, zurüd. Bir können es uns ersparen, auf dieses Schreiben näher einzugehen. Indessen den Schlußjazz glauben wir doch der Deffentlichkeit nicht vorenthalten zu sollen. Herr Felisch schreibt: Der hauptsächlichste Grund, warum die BaugewerksBerufsgenossenschaften Arbeiter als Baulenkontrolleure nicht wollen, besteht darin, daß sie von der Uebertragung der Baufontrolle oder eines Teiles derselben an die Arbeiter mit Recht eine Beeinträchtigung des Arbeiterschutzes, für welchen sie bisher soviel getan(?) haben, befürchten. Bauaufseher ohne hinreichende technische Vorbildung, welche lediglich die praktische Erfahrung des Arbeiters befizen, würden nicht in der Lage sein, eine einiger maßen zulängliche Kontrolle auszuüben", sagte mit Recht ein Bundesratsvertreter in der XI. Kommission des Reichstags im Jahre 1906. Es wäre auch an sich widerfinnig, Meister durch Poliere, Gesellen oder Arbeiter kontrollieren zu lassen." Es ist also unsinnig, den„ Meister" von Polieren, Gesellen oder Arbeitern beaufsichtigen zu lassen. Es ist indessen nicht unfinnig", den Polier usw. strafrechtlich für alles haftbar zu machen, d. h. Der Herr Geh.-R. P. machte, um eine Verständigung herbei- demselben die gesamte Verantwortung aufzuladen. Wir müssen just zuführen, einen Vermittelungsvorschlag; die Arbeitervertreter zogen darauf bestehen, daß nur wirklich praktisch geschulte darauf ihren Antrag zugunsten des Vermittelungsvorschlages zurück Leute mit reicher Erfahrung in der Lage sind, eine durchaus zu und stimmten für den geheimrätlichen Antrag; die Arbeitgeber längliche Kontrolle der Bauten auszuüben. Der Bundesstimmten indes auch gegen diesen Vermittelungsantrag. Der ratsvertreter, der das Gegenteil behauptet, hat offenbar keine zweite Antrag der Arbeitervertreter wurde ebenfalls abgelehnt. Den Ahnung vom Baugewerbe. Indessen Herrn Felisch dient er als zu diesem Antrag von dem Herrn Geheimrat B. gemachten Ab- Kronzeuge und das genügt, wenn es gilt, die Behörden usw. gegen änderungen konnten die Arbeitervertreter nicht zustimmen. die Arbeiter scharf zu machen oder zu heben. Es dürfte indes nicht uninteressant sein, die Männer der praftischen Arbeit( die Poliere), die den Arbeitern aus Hochmutsdünkel teilweise feindlich gegenüberstehen, selbst zu hören. Ueber die gesamten Unfallverhütungsvorschriften hatte num die Genossenschaftsversammlung zu entscheiden. Auch diese erleuchtete Versammlung lehnte den ersten Antrag der Arbeitervertreter einstimmig ab. Durch die Herstellung In Nr. 25.( 1907) des Organs des Herrn Felisch läßt der der Fanggerüste würde ohne Not eine neue Unfallgefahr Verein der Poliere" den Herren Zünftlern" oder„ Meistern" eine geschaffen, ohne daß sich die Gefahr der Maurer selbst derbe Abfuhr zuteil werden. Es heißt in demselben: Kleines feuilleton. in Rußland 11 " === einige Worte zu der im Reichsversicherungsamt stattgefundenen Ehe wir uns mit seinen Behauptungen beschäftigen, müssen man im Reichsversicherungsamt geneigt, den BerufsgenossenKonferenz gefagt werden. Noch im Juli 1907 schien schaften die Anstellung von Polieren als technische Aufsichtsbeamte und deren Befugnisse zu erweitern, zu empfehlen. So wenig diese Maßnahme dem Willen der Arbeiter entspricht, sintemalen dadurch an dem bestehenden System nichts geändert tpäre, ist das Verhalten des Reichsversicherungsamts also be rste Aufsichts. instanz" doch frappierend. F Es findet eine Konferenz auf Veranlassung eben dieser „ obersten Aufsichtsinstanz" statt. Zu dieser Konferenz ist der intereffierteste Teil die Vertreter der Arbeiter nicht hinzugezogen. Man erteilt ohne weiteres die Zusicherung" von der Heranziehung der Poliere und Gesellen zur leberwachung der Betriebe abzusehen, wenn die Zahl der technischen Aufsichtsbeamten vermehrt werde. Die Nordöstliche Baugewerts Berufsgenossenschaft beschäftigt zurzeit 24 technische Aufsichtsbeamte, d. h. sie hat dem Wunsche des Reichsversicherungsamtes Rechnung getragen und eine Vermehrung des technischen Aufsichtspersonals um drei Beamte vorgenommen. Das heißt, die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft mit ihren 23 688 Betrieben und rund gerechnet 228 800 befchäfrund gered technische Auffightstigten Arbeitern hat ganze 24 technische Aufsichts. beamte angestellt. Wie es unter solchen Umständen mit der leberwachung der Betriebe bestellt ist, darüber brauchen wir fein Wort weiter zu sagen. Nur erwähnt sei noch, daß diesen technischen Aufsichtsbeamten vor allem die Re vidierung der 2ohn listen obliegt. Wenn wir dann sagen, der Bauarbeiterbei der schutz bei der Nordöstlichen Baugewerks Berufsgenossenschaft ist unzulänglich, dann ist das eine unbestreitbare Tatsache. Um so mehr muß der Bauarbeiterschuß als unzulänglich bezeichnet werden, als wir es im Baugewerbe nicht nur mit Betrieben, sondern mit Arbeitsstellen zu tun haben. Jede Arbeitsstelle für sich bildet eben einen Teil des Betriebes. Rechnen wir nun jeden Betrieb mit durchschnittlich zwei Arbeitsstellen was noch entschieden zu " " Humor und Satire. Kleiner Unterschied. der Konterrevolution. Dort sprach man Uebrigens war der Forscher bei seinem Aufbruch nach dem bon" Jakobinern" und" Sansculotten", hier spricht man Norden so felsenfest von seiner glücklichen Rückkehr überzeugt, von Pogroms" und den Taten des Schwarzen Hundert". daß er es nicht einmal für nötig hielt, einen letzten Willen In der deutschen Presse wurde dieser Ausdruck mitunter durch aufzusetzen; nur ein paar Briefe an seine Frau und seinen alten Schwarze Bande" wiedergegeben. In Rußland war er längst be Vater haben sich vorgefunden. Auch dichterisch war der Führer der Ueber die Bergnamen Jungfrau" und Mönch" macht Herr fannt. Eine unheimliche Bedeutung wurde ihm aber erst durch Danmark"-Expedition begabt. Zum Weihnachtsabend 1906 hat er H. Hartmann in Interlaken, der Sekretär des oberländischen Verkehrs- die blutigen Ereignisse des letzten Jahrzehnts zu teil. Die Mos- ein Gedicht an das alte Boot" niedergeschrieben, das Achton Friis vereins, in den„ Blättern für bernische Geschichtskunde" Mit- fauer Handelsleute", heißt es bei Kotoschichin, einem literarischen in Musit gesetzt hat und an diesem Abende von einem Quartett mit teilungen, die von allgemeinem Interesse sind, weil dadurch die so Zeitgenossen und Landsmann des Zaren Aleris Michailowitsch, Klavierbegleitung gesungen wurde. Den Teilnehmern der Expedition nahe liegende Frage nach der Entstehung und Bedeutung dieser sind entweder als„ Sotnien"( Sotnija" Sotnien"( Sotnija" hundert; der Aus- ist dieser überaus gemütliche Weihnachtsabend unvergeßlich geNamen endgültig gelöst wird. Was die Jungfrau", den klassischen drud Kosakensotnie" für Stofalenschwadron ist in die deutsche blieben. Noch ein zweites Gedicht von Mylius- Erichsen hat fich Berg des Berner Oberlandes, betrifft, so galt im allgemeinen die Sprache übergegangen) organisiert oder als„ Sloboden" d. h. ver- vorgefunden, und zwar eines, das auf seiner verhängnisvollen schon im 16. Jahrhundert entstandene Deutung als die wahr schiedene Zünfte bewohnen verschiedene Stadtteile im alten Mostau, legten Reise nach dem Norden im August 1907 geschrieben worden scheinlichste, daß nämlich damit der reine, von Menschen unberührte, die„ Sloboda" genannt werden. In dem Werke, dem dieses Zitat ist. Es gibt der Sehnsucht nach geordneten Berhältnissen, nach unnahbare Berg bezeichnet worden sei. Der genannte Forscher entnommen ist: Rußland zur Zeit des Zaren Aleris Michailowitsch" Wärme und gutem Essen Ausdruck und ist als der letzte Gruß des weist nun, nachdem er die ältesten Bezeichnungen des Berges furz erwähnt Sotoschichin nur ganz flüchtig die Sotnien der fremden Kaufleute fühnen Forschers an die Welt zu bezeichnen. Jörgen Brönlund aufgeführt und kritisiert hat, an Hand alter Urkunden des und der Tuchmacher. Von der„ Tschernaja Sotnija", dem Schwarzen hatte eine Abschrift davon genommen, die auf einem Blatte seines Klosters„ Unserer lieben Frauen" zu Interlaken nach, daß die Hundert" spricht er nicht. Aus anderen Quellen ist jedoch zu er- Tagebuches sich vorgefunden hat. Dies vielbesprochene Tagebuch zu Füßen des gewaltigen Schneeberges liegende Alp einst sehen, daß diese Zunft oder Organisation gewisse" Schwarzarbeiter" selbst wird übrigens schou in nächster Zeit von Knud Rasmussen aus den Nonnen des Augustinerklosters zu Interlaken gehörte umfaßte, die sich mit schmutzigen und übelriechenden Arbeiten be- dem Grönländischen übersetzt werden. und davon„ Jungfrauen- Berg" hieß. In gleichem Sinne faßten, z. B. die Schinderknechte. Jedenfalls stützte sich damals die ist auch der Flurname Jungfrauen- Weg" zu deuten als ein Regierung nicht auf das Schwarze Hundert", wie aus dem Stieg, der über die Alpgüter des genanuten Klosters führte. Die folgenden Geheimukase des Zaren Aleris Michailowitsch zu er= alten Güterverzeichnisse fennen mehrere solcher Jungfrauenberge" fehen ist. Es haben verschiedene Ketzer und Deutsche beNun, wie unterscheidet ( am Fuß des Großhorns, bei Wengen und auf Wengernalp); von gonnen, nach Moskau zu kommen und uns zu bitten, fie in fich Ihre zweite Gattin von der ersten?" Nicht sonderlich; meine einem derselben ist dann der Name auf die schöne Schneepyramide unseren zarischen Dienst aufzunehmen, und haben wir die Erz- Selige fagte immer: Du, ich brauche Geld", und die jetzige fagt: übertragen worden, als" Junfrauenhorn", später furzweg Jung- bischöfe, die Prälaten, die Archimandriten und Priester zu einer Du, ich muß Geld haben!" frau". Eine solche Uebertragung des Namens der Alp und den da- Duma einberufen und haben wir nach gepflogener Beratung beGr tennt sie. Mann: Welche Torheit, jetzt noch an bei liegenden Berg oder Gipfel ist überhaupt in der Schweiz mehr- stimmt, diesen..... kindern, den Deutschen, keine Wojewodschaften Deine Freundin zu telephonieren; das Gespräch darf ja nur drei fach nachzutveisen und ist auch an and für sich durchaus( d. h. etwa ein militärisches Generalgouvernement) zu geben und Minuten dauern!" Frau:„ Ich will ihr auch nur Guten Morgen" natürlich. Die wenigsten Hochgipfel der Alpen waren in alten sie zu feinen Wojewodschaften zu ernennen; auch haben wir be- fagen!" Mann:„ Nun, das kannst Du doch unmöglich in drei Zeiten benannt, denn das Interesse fehlte, es sei denn, daß stimmt, daß diese.... tinder, die Deutschen, nur in Moskau sich Minuten!" es sich un Orientierungspunkte( zum Beispiel Mittagshorn) aufhalten sollen, wo sie sich in das Schwarze Hundert" und in- Tragische Metamorphose. Philosoph( vor einem oder Grenzpunkte handelte. Bloß für die bebauten Stellen unseren zarischen Dienst einzuschreiben haben, um je nach Bedarf in Schweinemeggerladen): Tragisch, sehr tragisch! Gestern noch beder Berge, die eine praktische Bedeutung für das Volt hatten, bestand den Kriegsdienst eintreten zu können." fanden sich die Gedärme im Schweine und heute schon befindet sich schon seit alters das Bedürfnis nach einer besonderen Bezeichnung. das Schwein in den Gedärmen!" Auch der Bergname" Mönch", früher Münch", hat eine prosaische, tiken" bringt ausführliche und interessante Mitteilungen über Mylius jungen Eheleute?" Mylius- Erichsens Nachlaß. Die Kopenhagener Zeitung BoliAuch eine Beschäftigung. Was machen denn die aber sehr praktische Grundbedeutung und geht auf die Pferdezucht im Die zanken fich den ganzen Tag, wer von Oberland, die einst sehr bedeutend war, zurück. Die Klosteralpbücher Erichsens Nachlaß, der in seiner Kajüte auf der„ Danmark" unanjagen es deutlich, daß auf gewissen Bergen nur München", das getastet aufbewahrt worden ist. Den ersten wichtigen Bestandteil ihnen beiden das größte Schaf gewesen, als sie fich heirateten!" heißt Wallachen gefömmert" wurden. Es steht fest, daß auf des Nachlasses bildet die von Mylius- Erichsen zusammengebrachte Wengernalp bis zur Scheidegg ein solcher Münchenberg" lag; hagen übergehen soll. Unter seinem literarischem Nachlaß nimmt ethnographische Sammlung, die in das Nationalmuseum zu Kopendavon so lesen wir in den Basler Nachrichten" fein Tagebuch das meiste Juteresse in Anspruch. Der verstorbene Führer darüberliegende Horn den Namen„ Münchenhorn", später Münch oder der„ Danmark"-Expedition hat fein Tagebuch vom August 1906 bis Tolstois werden dementiert: das Befinden Tolstois gibt keinen Die Petersburger Alarmnachrichten über das Befinden Leo zum März 1907 mit großer Genauigkeit geführt. Auf seinen Anlaß zu Befürchtungen. Woher stammt der Ausdruck ,, Schwarzes Hundert"? Man schreibt Schlittenreisen schrieb er nicht viel; doch glauben die Teilnehmer der Der Berliner Komponist und Mufiftheoretiker Heinrich der Frankfurter Beitung": Ebenso wie die französische Revolution Expedition, daß er auf seiner Reise nach dem Norden ein furz ge- van Eyken ist im Alter von 47 Jahren plöglich gestorben. haben die russischen Vorgänge der letzten Jahre zur Prägung faßtes Tagebuch geführt habe. Aber Jörgen Brönlund war Mit drahtloser Telephonie sind zwischen dem gewisser Ausdrücke geführt, die, sei es im Original, sei es über in seinem entfräfteten Zustand wahrscheinlich nicht imstande, Pariser Marsfelde und einigen Städten Frankreichs Versuche anfezt, in den Sprachschaz anderer Völker übergegangen find. In mehr als das notwendigste mit sich zu nehmen; und so gestellt worden; dabei hat sich der„ Umschau" zufolge gezeigt, daß über Frankreich galten die neuen Begriffe zumeist der Revolution, dürfte Mylius- Erichsens legtes Tagebuch für immer verloren sein. 18 Kilometer hinaus teine Erfolge zu erzielen sind. Mönch erhalten haben. " " wird das " " GU " " " " ( Fliegende Blätter".) Notizen. niedrig ist— dann tritt die Unzulänglichkeit der Ueberwachung und der Kontrolle im grellsten Lichte in die Erscheinung. Herr Fe lis ch versteht es indes vorzüglich, nicht nur der erleuchteten Genossenschaftsversammlung, sondern mich der Oeffent- lichkeit Sand in die Augen zu streuen. Der Rückgang in den Un- fällen ist„Dank der guten Baukontrolle eingetreten". O, nein, Herr Fetisch I Der Rückgang der Unfälle, so erfreulich diese Tat- fache an sich ist, liegt in den wirtschastlichen Verhältnissen und der damit verminderten Bautätigkeit. Nach dem Bericht der Sektion I der Nordöstlichen Baugewerks-Berufsgenosseilschast wurden im Jahre 1907 beschäftigt 99 956 Arbeiter gegen 116 655 im Jahre 1966. Demnach wurden im Jahre 1967 allein bei der Sektion I rund gerechnet 17 606 Arbeiter weniger beschäftigt. Und man darf mit vollem Recht behaupten, in dem Rückgang der Arbeiterzahl ist auch die Ursache des Rückganges der Unfälle zu suchen. Diese Annahme ist um so mehr berechtigt, wenn man zum Ver- gleich das Jahr 1964 heranzieht. In diesem Jahre wurden 166 198 Arbeiter beschäftigt; gemeldet wurden 6768, entschädigt 8 36 Un- fälle, darunter 64 Todesfälle. Im Jahre 1967 wurden ge- meldet 6152, entschädigt 581 Unfälle, darunter 65 Todes- fälle. Danach ist die Zahl der schweren Unfälle sogar. lvenn auch nur gering— gestiegen. So sieht es mit der„guten Bautenkontrolle" aus. Diese Tatsachen und die in letzter Zeit sich in erschreckender Weise mehrenden Häusereinstürze und schweren Bauunfälle beweisen die Unzulänglichkeit der Ueberwachung der Bauten durch die technischen Aufsichtsbeamten; teilweise indes auch deren Unfähigkeit. Auch hierfür sind von den baugewerblichen Arbeiterorganisationen Beweise erbracht. Erinnert sei nur an die Berliner Fälle„Ecke Bötzow- straste" und den Neubau der„Volksbadeanstalt" in der Gericht- stratze. Indessen typisch für die Auffassung der technischen Aufsichtsbeamten über ihre Aufgabe als„Uebcrwachungsorgan" ist der nachfolgende Fall: in einem Vorort(Buch) bei Berlin, Park-, Ecke Schönower Stratze, arbeiten auf einem Neubau einige Dachdecker ohne jegliche Schutzrüstung oder Leibgurt. Der Nordöstlichen Baugewerks- Berufsgenossenschaft wird eine Beschwerde eingereicht und aus- drücklich darauf hingewiesen, datz auf dem Bau weder Leine noch Sicherheitsgurt für die Dachdecker vorhanden wäre; die obere Balkenlage wäre nicht ausgestakt und nur ungenügend abgedeckt. Es sei denn auch bereits ein Bauarbeiter von einem von oben herabfallenden Stein, infolge der schlechte Ab- decknng, am Kopfe verletzt worden. Darauf erscheint ein Beauftragter der Bcrufsgenossenschaft und zufällig erscheint just zur selben Zeit der Dachdeckermeister K. Der technische Aufsichtsbeamte glaubte nun zunächst Ermittelungen darüber anstellen zu sollen, wer die An- zeige erstattet hat. Dann wird die Frage an die Dachdecker gerichtet, ob sie denn Grund hätten, irgendwie unzufrieden zu fein. Dann erklärt der technische Aufsichtsbeamte: Eine Schutzrüstung wäre nicht nötig, überdies tritt diese Bestimmung erst mit dem 1. April 1969 in Kraft. Auf die Frage nach Gurt und Leine erklärten die Arbeiter, datz diese Sicherheitsmatznahme für Sie keinen Wert habe, denn bei Umlegung derselben können sie nicht arbeiten. Und der„technische Aufsichtsbeamte"— ist ruhig seiner Wege gegangen.— Das ist die„gute Bautenkontrolle" durch die technischen Aufsichtspersonen der Nordöstlichen Bangewerks-BerufsgenosfenschaftI Den Berufsgenosfenschaften kann und darf die Beaufsichtigung und die Kontrolle der Unfallverhütung und der Bauten nicht allein überlassen werden. Die Berufsgenosfenschaften werden ausfchlietzlich von den Unternehmern verwaltet. Sie sind in der Frage Partei, sintemalen die Bcrussgenossenschaften die Organisation derjenigen sind, gegen welche sich die Ministerialverfügungen und Polizeiverordnungen richten. Daher ist es erklärlich, wenn die Berufsgenossenschaft keine Matznahmen ergreift, welche die Unternehmer in das„eigene Fleisch" schneiden. Aus dieser ErkennwiS und weil die baugewerblichen Arbeiter in diesem Ringen um Schutz für ihr Leben und ihre Gesundheit das„Objekt" find, werden sie alles einsetzen, um die Behörden zu veranlassen, ihren Forderungen Rechnung zu tragen. Wir wissen sehr wohl, datz die Tätigkeit der Bautenkontrolleure nur eine begrenzte sein kann. Die Tätigkeit der von den Arbeitern geforderten Kontrolleure kann nur darin bestehen, datz sie den höheren technischen Beamten der Laugewerbemspektion unter- stellt sind. die Bauten in betreff der Durchführung der berufs- genossenschaftlichen und behördlichen Unfall- v er h ütu n g s v o r s ch riften und des Gesundheits- schutzes beaufsichtigen und dementsprechende Befugnisie haben. Indessen wird diesen Kontrolleuren das Recht zugestanden werden müssen, gefahrdrohende Vorgänge und Zustände beim Bau eventuell dadurch zu inhibieren, datz bis zur Meldung bezw. bis zum Eintreffen des höheren technischen Beamten der weitere Fort- gang der einzelnen Arbeiten oder des Baues überhaupt sofortlverboten werden kann. Das ist der springende Punkt in der Frage des Bauarbeiterschutzes. Die schönsten Unfallverhütungsvorschriften haben für die Arbeiter keinen Wert. Sie sind bedeutungslos ohne die nötige Unterwerfung. Die Vorschriften und die gesetzlichen Bestimmungen erhalten erst Leben und haben praktischen Nutzen für die Arbeiter, wenn die baugelv erblichen Arbeiter— da sie nun einmal„Objekt" in dieser Frage sind— selb st mitwirken. Der gesunde Menschenverstand und die Logik sprechen dafür. Und die Durchführbarkeit wird durch die Münchener Baukontrolleure bewiesen. Will die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschast diesem Recht der Arbeiter nicht freiwillig Folge leisten, dann— dessen mag sie sicher sein— werden sich die baugewerblichen Arbeiterorganisationen, trotz der Hetze und der Verdächtigungen der Unternehmerorgane, mit Ruhe und gestützt auf ihre Kraft dieses Recht erzwingen! NttblUldstag Dtlltscher Cemrbe- und Kaufiuauusgenchte. Jena, 27. August 1963. Bei außerordentlich starker Beteiligung nahm heute hier im „Volkshaus" der diesjährige Verbandstag der deutschen Gewerbe- und Kaufmannsgerichte unter Leitung der Herren Magistratsrat v. Schulz- Berlin und Oberbürgermeister Cuno- Hagen seine Verhandlungen auf. Zunächst gab Herr v. Schulz einen Rückblick auf die Entstehung des Verbandes, der aus kleinen Anfängen sich heute dahin entwickelt hat, daß ihm über 366 Gewerbe- und Kauf- mannsgerichte angehören. In Anbetracht seiner sozialpolitischen Erfolge sei es bedeutungslos, wenn sich neuerdings wieder Be- strebungen gegen die Institution der Gewerbe- und Kaufmanns- gerichte bemerkbar machten. Statt solcher Ausfälle, mit denen man die Erfolge nicht wegdisputieren könne, möge man sich lieber an Ort und Stelle informieren.— Im Namen der Weimarschen Re- gicrung begrüßte Herr Regierungsrat v. N oft i z» W a l lw i tz die Erschienenen, darauf hinweisend, daß die Betätigung des Laien- elementes an der Rechtsprechung und dem öffentlichen Leben über- Haupt heute zu einem dringenden Erfordernis geworden sei, zumal alle nationale Kraft letzten Endes ihre Nahrung doch aus dem Volke ziehe. Ohne Optimist zu sein, müsse die segensreiche Einwirkung der Beteiligung des Laienelements an der Rechtsprechung auf die Massen anerkannt werden. Die Zusammenarbeit fördere das gegenseitige Verständnis und diene dem sozialen Frieden.— Seitens der Handelskammer zu Jena weist Herr Fischer darauf in.seinen Be- grützungswortcn hin, daß, obwohl die Handelskammer die Unter- uehmerinicressen vertrete, sie in sozialpolitischer Hinsicht mit den Arbeitern zusammengehen müsse. Die eigentlichen Verhandlungen begannen sodann mit der Rechnungsablage durch Magistratsrat v. Schulz- Berlin. Der Bericht schließt mit einem Bestände von 2853 M. ab.— Das erste Referat übers'' Die Gesetzgebung über den Arbeitsvertrag seit dem letztet» VcrbandStage hat Gerichtsrat Dr. Brenner-München übernommen. Redner betont, daß das Schifslein„Sozialpolitik", obwohl es zu den neuesten Typen gehöre, noch nie in die Klasse der Schnellsegler ein- gereiht worden sei, daß es aber insbesondere in den letzten drei Jahren seinen Kurs nahezu eingestellt habe. Bei dem großen Jnter- essenstrcite im wirtschastlichen Leben könne zwar kein Automobil- tcmpo für Sozialpolitik gefordert werden, denn die Erfahrungen von heute hätten den Weg für morgen zu bestimmen, doch der jetzige Zustand sein in Anbetracht der dringenden Bedürfnisse auf sozialpolitischem Gebiete ein außerordentlich beklagenswerter. Das einzige Produkt der letzten drei Jahre auf sozialem Gebiete sei die kleine Besserung, die mit der Einführung des sogenannten kleinen Befähigungsnachweises(Gesetz vom 36. Mai 1968) gebracht sei. Neben der Reichsgesetzgcbung hätten auch die Landcsgesetzgebungen auf diesem Gebiete versagt. Wohl lägen zurzeit einige Entwürfe vor, doch zeige sich bei ihnen auch wohl nur mehr der gute Wille als die Tat. Redner geht mit einigen Worten der Kritik auf einige dieser Entwürfe ein und fordert vom Verbände der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte die Befolgung des Mottos:„Nun erst recht Sozialpoliti kl" Alsdann sprach Rechtsanwalt Dr. Baum-Berlin über: «Die Literatur über den Arbeitsvertrag seit dem letzten' Berbandstage". Er führt hierzu aus, daß die Wissenschaft des Arbeitsvertrages zwar noch neu fei, sich aber so außerordentlich schnell entwickelt habe, wie kein anderer Zweig der Jurisprudenz. Etwa 366 Werke sind bereits erschienen, so daß es fast den Anschein habe, als ob des Guten etwas zu viel getan werde. Lebhast zu bedauern sei es, daß die akademischen Lehrer sich so spät mit der Materie befaßt hätten. Lange Zeit sei Professor L o t m a r der einzige gewesen, in neuerer Zeit hätten sich einige andere hinzugesellt. Obwohl der Referent dem ungeheuren Fleiß und juristischen Scharffinn von Professor Lotmar Anerkennung zollt, glaubt er doch, daß Lotmar nicht immer genau die Grenze zwischen der Darstellung des Rechts und seinem politi- schen Standpunkt zu halten vermöge. Redner betont, daß die gesamte Literatur es anerkenne, daß die Fortentwickclung auf sozialem Gc- biete wesentlich ein Verdienst der Tätigkeit der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte und des Verbandes sei, er fordert weitere Be- harrlichkeit in dem Drange nach Fortschritt und weist namentlich auf den beschämenden Zustand hin, der durch die Beftimmun- gen des Z 153 der Reichsgewerbeordnung gegeben ist.— Auch an dieses Referat knüpft sich eine Diskussion nicht an. Es spricht nunmehr Magistratsrat W ö l b l i n g- Berlin über: „Vertretung vor dem Einigungsamt". Der Referent stellt folgende Thesen auf: 1. Das EinigungSamt soll nach Möglichkeit auf für die Rechtsverbindlichkeit der abzu- gebenden Erklärungen ausreichende, von nachträglicher Ge- nehmigung unabhängige Vollmachten, erforderlichenfalls auf die Erweiterung der VerHandlungsvollmacht im Laufe des Ver- fahrens sehen. 2. Die Vorstände und Beamten von Berufsvereinen sind als Vertreter dieser und anderer Beteiligter vor dem Einigungsamt zuzulassen. 3. Die durch Mehrheitsbeschluß in einer Versammlung der Beteiligten bestellten Vertreter gelten auch als Vertreter der anwesenden Minderheit, so weit sie nicht sogleich in berechtigter Weise gegen den Beschluß Einspruch einlegt. Die Tages- ordnung einer öffentlichen Versammlung muß vorher öffentlich be- kanntgegeben sein. 4. Eine Vollmacht zum Abschluß eines Tarif- Vertrages berechtigt zur Eingehung aller aus einem solchen Vertrage sich ergebenden Verpflichtungen. 5.§ 31 des Gewerbegcrichtsgesetzes findet auf die Vertretung vor dem Einigungsamte keine Anwen- dung. 6. Die Prüfung der Legitimation der Vertreter vor dem Einigungsamt ist nötigenfalls durch die Gesetzgebung einem besonderen Beamten zu übertragen, der sich geeignetenfalls durch Teilnahme an den Versammlungen der Beteiligten über die Ordnungsmäßigkeit der Bestellung der Vertreter zu unterrichten hat.'— Das Referat des Redners erstreckt sich lediglich auf die Begründung dieser Thesen. Auch dieser Punkt der Tagesordnung wird ohne Diskussion erledigt. Lebhafteres Interesse zeigte sich dagegen bei dem nachfolgenden Referat des Magistratsrats Dr. v. Schulz-Berlin über: Angliederung der Schlichtungskommissioncn an die Einigungsämter. Redner führt hierzu.aus, daß die Schlichtungskommissionen ihre Aufgabe, einigend zu wirken, in bester Weise erfüllen. Vorbildlich habe hier der Buchdruckerverband gewirkt. Redner geht dann auf das Wesen der Tarifverträge, auf die Einrichtung der Tarifämter und Schlichtungskommisftonen ein. Verlangt wird zur besseren In- formation, Fortbildung und Ueberwachung von Tarifverträgen, daß die Arbeiten des unparteiischen Vorsitzenden besonderen Bureaubeamten übertragen werden, was eine Anerkennung der Nützlichkeit solcher Kommissionen durch die gesetzgebenden Körperschaften im Gefolge haben müsse. Bedeutsam erscheint die Forderung, daß ein solches von der oberen Verwaltungsbehörde ein- zufetzendes Tarifamt auch die Befugnis haben soll, bei wesentlicher Aenderung der wirtschaftlichen Verhältnisse oder der Marktlage einen Tarif auch vor Ablauf außer Kraft zu setzen. Cohen- Berlin führt Beschwerde darüber, daß das Berliner Gewerbegericht, dem Herr v. Schulz vorsteht, unter Vorsitz des Magistratsrats Dr. Gert entschieden habe, daß Vertreter von Ar- beiterorganisationen, die nicht mehr im Berufe tätig sind, nicht Sitz und Stimme in den Schlichtungskommissionen haben können, während nach Ansicht des Redners gerade diejenigen Arbeiter, die nicht mehr im Berufe tätig find, die geeignetsten Vertreter seien. Cohen meint, Theorie und Praxis ständen hier in Widerspruch.— Gewerkschaftssekretär Körst en-Berlin begründet seine Anfrage, ob auch Minderheiten in einem Betriebe allgemein gültige Tarife abschließen können, im berneinenden Sinne mit der Begründung, daß ein solches Verfahren das Wesen der Tarife der Lächerlichkeit übergeben würde.— Gewerkschaftssekretär Erkelenz tritt Karsten entgegen mit dem Einwände, daß, so lange außerhalb des Arbeitsvertrages liegende Gründe die Arbeiter auch in ver- schiedene Organisationen trenne, so lange dürfe man deren Be- ivcgungsfreiheit durch Majoritätsbeschlüsse nicht einschränken.— K ö r st e n und Paeplow- Hamburg führen demgegenüber aus, daß es sich darum handelt, daß solche Minderheitstarife nicht die offizielle Anerkennung bekommen.— Magistratsrat Wölbling sucht die von Cohen erwähnte Beschwerde auf Mißverständnisse zurück- zuführen. Stadtrat Dr. F I e s ch- Frankfurt a. M. stellt fest, daß man sich in der Hauptsache einig sei. Er singt dann ein etwas zu schön ge- färbtes Loblied auf die Tätigkeit der Gewerbegerichte und spricht sich gegen den Gesetzentwurf über Arbeitskammern aus, indem er befürchtet, datz man das, was die jetzigen Instanzen Gutes geschaffen, durch die Zusammenlegung der beiden Gebiete wieder verderben werde. Der Entwurf schwäche die Aktionsfähigkeit der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte erheblich ab. Die Funktionen, welche man den Arbeitskammern zugedacht, könnten von den Gewcrbegerichten versehen werden. Redner spricht sein Bedauern darüber aus, datz von den gutachtlichen Aeußerungcn der Gewerbegcrichte, die eine ungeheure Summe von Sachkenntnis und Autorität in sich ver- einigten, so wenig Gebrauch gemacht werde; er rühmt dann noch die vorbildlichen Einrichtungen der von Professor Abbe geschaffenen Karl Zeiß- Stiftung und fordert als„Parole der Zukunft" ein Zusammengehen der fortgeschrittenen Unternehmer mit den Ar- beitern gegen Reaktion und Rückschritt. Oberbürgermeister Cuno- Hagen gibt dann ein Resümee von den gepflogenen Verhandlungen, aus denen bemerkenswert ist, daß er betont, man solle Professor Abbe n i ch t als den„W o h l t ä t e r" seiner Arbeiter hinstellen, das habe dieser nicht sein wollen, sondern er habe den Arbeitern ihr soziales Recht gegeben. Das Bei- spiel müsse für die künftige Ausgestaltung des Ar- beitsverhältnisses vorbildlich sein, Professor Abbö habe die Kühnheit der Idee zum erstenmal in die Praxis umgesetzt. Es folgen dann noch die Wahlen des Ausschusses, in den wie bisher als Vertreter der Arbeiter Paul Starke-Dresden delegiert wird. Hus Inclultrie und kwndel. Westfälische und schlesische Kohle. Die Preispolitik des rheinisch-westfälischen Kohlenshndikats trägt nicht unwesentlich dazu bei, das; die Absatzverhältnisse sich für die Syndikatszechen in Rheinland-Westfalen zusehends ungünstiger ge- stalten als für die Zechen in anderen Fördergebieten, vornehmlich in Oberschlesien. Für die Syndikatszechen geht der Absatz merklich zurück. Um aber die Preise zu halten, muß die Förderung ein- geschränkl werden. Und wenn auch die Fördereinschränkung sich keineswegs in einer absoluten Abnahme der Kohlenmengen äußert, sondern bei den gestiegenen Beteiligungsquoten auch bei staiker Einschränkung sich noch immer eine Zunahme der Förderung im Vergleich zu 1967 ergibt, so bleibt doch nicht zu verkennen, daß die Förderung der nichl zum rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat gehörigen Zechen sich im laufenden Jahre günstiger gestaltet als die der Syndikatszechen. Es betrug nämlich in den Monate» Januar bis Juli die Förderung in Tonnen: 1967 1963 Zunahme 166/ 1JU» in bei den Syndikatszechen... 45 891 872 47 725 736 4,6 bei anderen Kohlenzechen... 36 466 268 38 181 117 4,7 Die Syndikatszechen mußten danach mit ihrer Förderung etwas mehr zurückhalten, als die übrigen, besonders aber die sch lesischen Kohlenzechen. Es ist sogar anzunehmen, daß sich das Verhältnis noch weiter zu Ungunsten der Syndikatszechen verschiebt, während der Absatz m Oberschlesien nach wie vor befriedigend bleibt. Im Juli speziell wurden im Oberbergamtsbezirk Breslau Stein- und Braunkohlen zusammen um 6,6 Proz. mehr gefördert als 1967, während in Dortmund die Förderung im Juli nur um 2,3 Proz. größer war. Im Jnlande ist die Nachfrage der schlefischen Eisenindustrie nach wie vor lebhaft geblieben. Hat doch die Roheisenerzeugung im laufenden Jahre gerade in Oberschlesien noch eine kleine Steigerung zu verzeichnen. Aber vom Jnlande abgesehen, hat sich auch der Absatz der oberschlesischen Kohlenzechen ins Aus- land günstig entwickelt. Der Teil der dentsckien Kohlenausfuhr, der nach Oesterreich-Ungarn geht, wird zum größten Teil von Ober- schlesien geliefert. Oesterreich-Ungarn hat sich aber im laufenden Jahre noch als äusterst aufnahmefähig erwiesen.� Es betrug nämlich die Ausfuhr nach Oesterreich-Ungarn in den ersten sieben Monaten in Tonnen bei: 1967 1963 Steinkohlen.... 4761216 5 660483 Koks...... 410 433 574 554 Preßkohlen.... 23388 106510 Die Steinkohkenausfuhr ollein ist um mehr als 6 Proz. ge- stiegen; bei Koks betrug die Exportsteigerung sogar beinahe 46 Proz. und die PreßlohlenauSfuhr hat sich gegenüber 1967 fast vervierfacht. Zur Krise. Eine soeben aufgenommene Statistik der Posener Maurer ergibt folgendes Bild: Es waren beschäftigt in der Stadt Posen 1964: 1377 Maurer, 75 Poliere und 361 Lehrlinge bei 71 Unternehmern; 1965: 947 Maurer, 165 Poliere, 395 Lehrlinge bei 83 Unter- nehmern; 1966: 1191 Maurer, 91 Poliere, 262 Lehrlinge bei 167 Unternehmern; 1967: 1119 Maurer. 78 Poliere, 239 Lehrlinge bei 65 Unternehmern; 1963: 601 Maurer, 55Poliere, 162 Lehrlinge bei 37 Unternehmern. Die unverhältnis- mäßig niedrigen Zahlen aller vier Kategorien in diesem Jahre zeigen mit unheimlicher Deutlichkeit die Etappe der Krise und ergeben ein Bild, von welchem die Arbeiter lernen können. Gerichts-Leitung. Bestrafte Richtbcfolgung der Aufforderung eines Straßenbahn« schaffners. Das Straßenvahnwefen Berlin? betrifft die Polizeiderortmum, vom 8. Dezember 1966, welche in ihrem§ 16 bestimmt:„Die Fahr- gaste haben die zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Fahrdienst ergehenden Anordnungen der Bahnbediensteten zu befolgen und auf Erfordern den Wagen sofort oder bei der nächsten Haltestelle zu verlassen." Diese Be- stimmung sollte der Arzt Dr. Besten übertreten haben. Er benutzte in der Nacht vom 26. Oktober 1967 einen Wagen der Linie 67. Diese endet an sich in WilhelmSaue. Nur der letzte Wagen fährt darüber hinaus bis zum Straßenbahnhof in Steglitz. Um den letzten Wagen handelte es sich hier. Der Angellagte, der einen Fahrschein für 10 Pf. hatte, wollte über WilhelmSaue hinaus fahre», was der Schaffner zu verhindern trachtete. Der Arzt er- klärte soweit mitzufahren, wie es ihm passe. Ivorauf der Schaffner erwiderte, daß er dann einen neuen Fahrschein lösen müsse. Nach den gerichtlichen Feststellungen forderte der Schaffner ihn vergeblich auf, abzusteigen, und ließ erkennen, datz er seiner Instruktion gemäß handle.— Das Landgericht verurteilte den An- geklagten zu einer Geldstrafe und führte aus: Fahrplanmäßig sei die Fahrt in Wilhelmsaue zu Ende. Es könne ausscheiden, wie die Frage zivilrechtlich zu behandeln wäre. Die Ordnung im Fahrdienst würde untergraben, wenn dem Schaffner, der in Ausübung seiner Instruktion handele, Widerstand entgegengesetzt werden dürfte. Die Weisung, den Wagen zu verlassen� sei zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Fahrdienst ergangen. Sie hätte befolgt werde» müssen. Der Angeklagte legte Revision ein und focht die Gültigkeit der angewandten Bestimmung an und machte serner geltend, daß die Ordnung des Verkehrs nicht gestört worden sei, wenn er noch länger im Wagen saß und über WilhelmSaue hinausfuhr. Das Kammer- gericht verwarf jedoch die Revision mit folgender Be- Gründung: Die Polizeivorschrift sei rechtsgültig. Sie finde ihre Stütze im K 10 H 17 des" Allgemeinen Landrechts und im§ 6b des Polizeiverwaltungsgesetzes, denn sie habe zum Zweck die Aufrechterhallung der Ordnung im öffent- lichen Verkehr. Die Vorschrift sei auch richtig angewendet worden. Es könne nicht darauf ankommen, ob die Aufforderung des Schaffners objektiv erforderlich war, um die öffentliche Ordnung auftecht zu erhalte». Es komme lediglich darauf an, ob der Beamte glaubte, seine Aufforderung sei notwendig zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung. Demgegenüber sei eö gleichgültig, o b etwa der Angeklagte einen zivilrechtlichen An- spruch auf Weiterbeförderung hatte und ob der Tarif der Straßenbahn Gülsigkeit besaß oder nicht. Die Verurteilung sei gerechtfertigt._ Wieder ein Kautionsschwindler. Eine Spekulation rnif die Spargroschen armer und geschäftS- unkundiger Leute führte gestern den Kaufmann Berthold Renner unter der Anklage des versuchten und vollendeten Betruges in 13 Fällen vor die 3. Ferienstrafkomnier des Landgerichts I. Der Angeklagte hat schon eine sehr ereignisreiche Vergangenheit hinter sich, die ihn zweimal mit dem Strafgesetz in Konflikt gebracht hatte. Nack Verbüßung einer dreimonatigen Strafe, die ihm wegen Konkursvergehen zudiktiert worden war, eröffnete er in der Romintener Straße ein Hypothekenvermittelnngsgeschäft. Da er selbst völlig mittellos war, hoffte er sich die erforder- lichen Mittel durch Geschäftseinlagen zu verschaffen. Durch Inserate und mit Hilfe von StellcnvermiltelungSbureaus suchte er Kassierer und Geschäftsführer, die in der Lage waren, eine größere Kaution zu st ellen. ES meldeten sich eine große Anzahl Personen, die in der Hoffnung, eine gutbezahlte Lebeiisftelluug zu erlangen, gern ihre Ersparnisse hingaben. Der Angeklagte sprach bei den ersten Verhandlungen mit den Stellung- 'Uchendcn stets nur von einer Kaulion. Als es dann zum Abschluß des AiistellungSvertrages in dem Bureau eines Rechtsanwalts B. kam, verstand es der Angeklagte in sehr geschickter Weise das Wort Kaution" mit.Geschäftseinlage' zu vertauschen, so daß sich hierdurch ein ganz anderes Rechtsverhältnis er- gab. Schon nach einigen Tagen merkten die als Kassierer Bersammlungen Veranstaltungen. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkrets Montag, den 31. August, abends 8 Uhr, pünktlich, Lese- Timm, Tilsiter Straße 79: Mitgliederversammlung. Die Delegierten des Arnswalde- Friedeberg. Sonntag, den 30. August, abends 6 Uhr, bei abend unter Leitung des Genossen Heinig. Aufnahmen neuer Streises zur Provinzialkonferenz sind anwesend. Mitglieder. Gäste willkommen. Der Vorstand. ober Geschäftsführer angestellten Personen, daß sie einem Schwindler zum Opfer gefallen waren, denn in der Geschäftskaffe" Tegel. befand sich nicht ein roter Pfennig, ebenso bestand die Tätigkeit der Geschäftsführer lediglich aus Adressenschreiben. Durch dieses betrügerische Gebaren des Angeklagten gelang es ihm, in furzer Zeit über 5000 Mart zu erschwindeln. Vor Gericht war Renner zum Teil geständig. Das Gericht erkannte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, da der Angeklagte in der gewissen Tofesten Weise arme Leute um ihre mühsam gemachten Ersparnisse gebracht habe. Die Rache der Verlassenen. Verfammlungen. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld( Ortsverein Berlin). Sonnabend, den 29. d. M., abends 8 Uhr bei Hoffmann, Koppens straße 47: Bersammlung. Die Streisdelegierten zur Provinzialfonferenz werden anwesend sein. 8 Uhr, bei Näther, Martsteinstraße 1: Versammlung. Bortrag. Gäste Berliner Jugendorganisation( Abteilung Steglik). Heute, abends willkommen. Eingegangene Druckschriften. Weltgeschichte. Lieferung 18-27. Herausgegeben von Professor Dr. 3. v. Pflugt- Hartung. Lieferung 60 Pf. Berlag: Ulstein u. Co., Berlin SW. 68. beiter. Von K. Kühne. 80 Pf. Verlag: 3. Harrwis Nachf., Berlin SW. 48. Das staats- und gemeindesteuerpflichtige Einkommen der ArGeschäftsbericht des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Verwaltungsftelle Augsburg. 1907. 40 Seiten. Selbstverlag. Das Blaubuch Nr. 35. Herausgeber H. Ilgenstein. 30 Pf. Berlag: H. Ehbock, Berlin W. 30. Die kreisende Energie als Grundgesetz der Natur. Bon G. Hartmann. 2,20 M. Selbstverlag. Die chriftlichen Gewerkschaften. 40 Pf.- Arbeitgeberverbände. Verlag: Westdeutsche Arbeiterzeitung, M.- Gladbach. 20 Protokoll der 6. Generalversammlung des Verbandes Deutscher Buch drucker 1908. 223 Seiten. Selbstverlag. Wiener Silhouetten. Humoresken und Stizzen von E. V. Zelau. Geb. 3 M. Wenn es Licht wird. Novellen von Luisa Gräfin Saracini- Belfort. 3 M. Verlag: C. Konegen, Wien I, Opernring 3. Reclams Universum. Heft 48. 30 Pf. Verlag: Ph. Reclam in Verlag: Der Weg zum Heil. Von 2. Schwarz. 1,25 M. Die Filiale Berlin I des Steinarbeiterverbandes hielt am 27. August im Gesellschaftshaus der Musiker eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab, in der zunächst über den Gewerkschaftstongreßin Hamburg berichtet wurde. Das meiste Interesse erregte dabei die Maifeierfrage. Der Referent Geue Ein Dlemattentat führte gestern die 19 jährige Arbeiterin erklärte, daß er gegen die bekannten Abmachungen gestimmt habe, Emma Grieger unter der Anklage der gefährlichen Körper- weil seiner Meinung nach die Aufbringung der Unterstützungsmittel verletzung vor die erste Straftammer des Landgerichts I. Vor für die Maiausgesperrten nicht den Ortsorganisationen allein überetwa zwei Jahren lernte die damals noch nicht 17jährige Angeklagte lassen werden dürfe, sondern vielmehr die Zentralkassen dazu den Arbeiter 2ugest fennen. Zwischen ihnen entwickelte sich ein herangezogen werden müßten. Er, Redner, habe auf dem Gesehr intimes Liebesverhältnis, welches nicht ohne Folgen blieb. Als werkschaftskongreß auch die Ueberzeugung gewonnen, daß die Verdas Kind zur Welt fam, ließ 2. die Angeklagte einfach figen. treter der großen Organisationen der Maifeier allzu zaghaft gegenum sich an dem untreuen Vater ihres Kindes zu rächen, überſtänden, was allerdings auch darauf zurückzuführen sei, daß faufte sich die Angeklagte eine Flasche Salpetersäure, mit der sie eine größere Verantwortung fühlten. In der Diskussion war sie dem L. auflauerte und ihm eine größere Quantität der Säure die Ansicht vorherrschend, daß eine bessere Regelung der Unterin das Gesicht goß. Wegen dieses Attentats wurde die G. stüßungsfrage notwendig sei. Ein Redner erklärte, daß er kein von dem Schöffengericht zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen Freund der Maifeier sei, und daß die Opfer, die sie erfordere, verurteilt. Trotz dieses Vorfalles trafen die beiden Leute ihrem Nuzen nicht entspräche, was jedoch starken Widerspruch herwieder zusammen. Das bisherige intime Verhältnis währte vorrief. Irgendwelche Beschlüsse wurden über diese Frage nicht wiederum längere Zeit, bis sich zum zweitenmal Folgen einstellten. gefaßt. Der Liebhaber nahm es auch jetzt mit seinen Baterpflichten nicht Es wurde sodann das Ergebnis der Berufsstatistit besehr genau, sondern zog es vor, die Angeklagte mit ihrem Kinde kanntgegeben, die sich auf die Zeit eines Jahres, nämlich vom zum zweitenmal ſizen 3 น lassen. Eines Tages 1. Juli 1907 bis zum 30. Juni 1908 erstreckt. Daran beteiligten Leipzig. int Juni dieses Jahres saß 2. in einem Lokal in fich 401 Steinmehen, das sind 75,7 Proz. der Mitglieder der der Schönhauser Allee. Hier erschien die Angeklagte ganz un- Filiale. Ihr Jahresverdienst betrug im Durchschnitt 1802,30 M., A. Peitz u. Sohn, Flöha i S. vermutet und legte ihrem Geliebten das sauber eingewickelte Kind wogegen bei der Statistik im vorigen Jahre, an der sich übrigens auf den Tisch. Bugleich zog sie eine Flasche mit Salpetersäure nur 358 Mitglieder beteiligten, ein Durchschnittsverdienst von hervor und goß sie dem 2. in das Gesicht. Nur dadurch, daß 2. 1671,48. festgestellt wurde. 261 der Beteiligten arbeiteten für rasch den Kopf wegwendete, konnte er sein Augenlicht retten. Beitlohn, 122 teils für Zeitlohn, teils für Affordlohn und 18 nur Immerhin erzeugte die äßende Säure umfangreiche Verbrennungen. für Affordlohn. 163 erreichten den ermittelten Durchschnittsver- wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Vor Gericht war die Angeklagte vollauf geständig und erklärte, sie dienst nicht; 600-700 m. verdienten 3, bis 800 M. ebenfalls 3, Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein habe sich an ihrem Geliebten rächen wollen, weil sie erfahren habe, is 900 m. 2, bis 1000 m. 10, bis 1200 m. 14, bis 1300 m. 11, Buchstabe und eine Bahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort daß 2. längst verheiratet war. Das Gericht erkannte auf einen bis 1500 m. 45, bis 1700 m. 44, bis 1800 M. 31, bis 1900 M. 33, wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage Monat Gefängnis, der durch die erlittene Untersuchungshaft is 2000 m. 40 und über 2000 m. 49. Das Durchschnittsalter vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. der Beteiligten war 33 Jahre 8 Monate und 3% Tage; über als berbüßt erachtet wurde. A. M. 3. Ja. 2. G. 100. 1. Wenn Sie eine solche Laufbahn 60 Jahre waren nur 2 alt. Strant waren im Laufe des Berichts- einschlagen wollen, erkundigen Sie sich an den maßgebenden Stellen. jahres 129 in 169 Fällen, und zwar im ganzen 4687 Tage. 45 der 2. Fleischel u. Co. Berlin, Lüßowstr. 2. G. B. 20. Sie bewegen fich. Das Schwurgericht Erfurt hatte am 29. Juni die Arbeiterin 27 hatten Unfälle erlitten. Todesfälle wurden 9 ermittelt, und in Erkrankten hatten Hals- oder Lungenleiden, 17 Rheumatismus, Nach neueren Forschungen gibt es nichts Feststehendes im Weltenraum. Wally Liborius aus Erfurt zum Tode verurteilt, weil sie am 8 Fällen war die Berufskrankheit, Lungenschwindsucht, die Todes4. April ihren zweijährigen Sohn mit einem Lederriemen erwürgt ursache. Die Arbeitslosigkeit war nicht ganz so groß wie im vorigen und an das Fensterkreuz gehängt hat und dann versuchte, sich mit Berichtsjahre. Sie erstreckte sich auf 327 der Beteiligten, 1010 Fälle Lysol zu vergiften. Die von der Angeklagten beim Reichsgericht und 15 856 Tage, wogegen nach der vorigen Statistit 328 Arbeitseingelegte Revision hatte Erfolg. Die Sache wurde zur nochmaligen lose, 1450 Fälle und 16 949 Tage der Arbeitslosigkeit gezählt wurden. Verhandlung an das Schwurgericht zurückverwiesen. Für einen Teil der Steinmehen war die Arbeitslosigkeit außerordentlich langwierig. Sie dauerte für 55 13-26 Wochen und für Hdm011 jogar über 26 Wochen. Aufgehobenes Tobesurteil. Aus der Frauenbewegung. " Mutterglück". Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, sweiter dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr reichlich, Geschäft flau, Preise unverändert. Bild: Zufuhr sehr mäßig. Geschäft lebhaft, Breise anziehend. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft ziemlich rege, Preise wenig verändert.& ife: Zufuhr genügen, lebhaft, Breije unverändert. Gemüse, obß und Südfrüchte: Geschäft Butter und Käse: Geschäft Bufuhren reichlich, Geschäft still, Preise gedrückt. Witterungsübersicht vom 28. August 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Better 2 bedeckt Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerjtand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. Go BEET 2 bebedt 11 2 Regen 12 751 8 741 SW 758 SS 4 bedeckt 15 3 wolfig 12 3bedeckt 14 Neben der allgemeinen Jahresstatistik sind besondere Erhebungen über die Arbeits- und Organisationsverhältnisse der Steinmetzen Berlins veranstaltet worden. Diese Kontrolle umfaßt 19 Bau- und 24 Grabsteingeschäfte, die 393 Steinmeßen auf 132 Arbeitsstätten beschäftigten. In der BauIn die Tiefe des sozialen Elends leuchten die Fragebogen, die branche waren 98 Proz. für Zeitlohn tätig, und zwar erhielten der Bund für Mutterschutz hat ausfüllen lassen. Aus den starren 80 Proz. den Minimallohn( 85 Pf.), 19,5 Broz. höheren, und 0,5 Bahlen, die sich da aufreihen, spricht namenloses Web und Unglüd. Prozent niedrigeren Lohn. 2 Broz. arbeiteten auf den Werkpläßen Swotnemde. 755 23S3 2 wolkig 17 Haparanda 743 NND Treffender können die Schäden der heutigen Gesellschaftsordnung in Afford. In der Grabsteinbranche ist das Akkordsystem bor- Hamburg 754 4 bebedt 14 Petersburg 751 SSD gar nicht illustriert werden, als durch diese sozialen Jammerbilder. herrschend. Im Bereich der Kontrolle wurden 39 unorganisierte Berlin 7562 Aus dem Jahresbericht des Bundes für Mutterschutz ergibt sich, daß Steinmetzen gezählt, also 10 Proz. der an den Erhebungen betei- Frantj.a.M. 757 SW in 457 Fällen eingegriffen wurde. Interessant ist, daß neben 404 ligten. Die Filiale hat übrigens 539 Mitglieder. Die Kontrolle München 759 S Müttern der evangelischen und 51 der katholischen Religion nur zwei ergab ferner, daß 184 der Beteiligten Abonnenten des„ Vorwärts" Bien 761 Still jüdischen Glaubens in Betracht kommen. 28 Frauen, die die Hilfe waren, was durch Vorzeigung der Abonnementsquittungen festdes Vereins in Anspruch nahmen, mußten vor der Brutalität des gestellt wurde, und daß 135 auch Wahlvereinsmitglieder waren. Ehemannes flüchten. 53 Mädchen wurden schon im jugendlichen Alter Im allgemeinen zeigen die Erhebungen, daß die Steinmeßen alle von 15-19 Jahren Mutter. Unter den unehelichen Müttern waren die Ursache haben, in ihren Reihen für weitere Aufklärung und StärDienstmädchen wieder am stärksten vertreten, 144 an der Zahl; fung der Organisation zu sorgen, was auch im Anschluß an dem 84 Stügen, Krankenschwestern, 96 Handlungsgehilfinnen, Tele Bericht über die Kontrolle vom Vorsitzenden Wintler hervorgraphiſtinnen, 78 Heimarbeiterinnen, Schneiderinnen, 34 Arbeite- gehoben wurde. rinnen, 4 Schauspielerinnen, 9 Lehrerinnen, 9Obdachlose, 1 Prostituierte, 1 Geistestrante. Der Bericht teilt mit, daß die Mütter fast durchweg die legten Monate vor der Entbindung stellungslos waren. 20-35 M. Softgeld konnten sie, auch wenn sie wieder arbeiteten, taum erschwingen; kommt doch auch noch die nötige Wäsche und Kleidung in Betracht. Immerhin weigerten sich noch einige von diesen Unglücklichen, den Vater ihres Kindes, der zur Heirat geneigt war, zu ehelichen, da sie sich an dessen Seite nichts Gutes versprachen. Nur zwei Kinder fonnte der Verein von 4-500 in Familien an Kindesstatt unterbringen. Die Bäter gehören fast allen Streifen an, kaum die Hälfte konnte aber ermittelt werden. Um den Vater zu schonen, weigerten sich einige Mütter, dessen Namen preiszugeben. Von den Vätern war einer 17 und ein anderer 62 Jahre alt. Das find ergreifende Bilder und hier entstehen Fragen, die auch der Bund für Mutterschutz, so lobenswert und segensreich seine Arbeit ist, in der heutigen Gesellschaft nimmermehr lösen kann. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 29. August. Anfang 7%, Uhr. Biel Königl. Schauspielhaus. Lärm um Nichts. Neues tönigl. Operntheater. Lucia de Lammermoor. Deutsches. Ein Sommernachtstraum. Kammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Königl. Opernhaus. Salome. Leffing. Der Raub der Sabinerinnen. Neues. Neues Der Dieb. Schauspielhaus. Dollarprinzessin. Die Komische Oper. Der Berrissene. Kleines. 2 × 2= 5. Residenz. Der Floh im Dhr. Buitipielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0.( Wallner-Theater.) Oberon. Schiller Charlottenburg. Philister. Die Lore. Die Hebbel. Frau Warrens Getverbe. Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Geschlossen. Luisen. Staatsanwalt llerander. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Bernhard Noje. Das Geheimnis von New York. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Vera Violetta. zialitäten. Spe Gebrüder Herrnfeld. Das kommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Bañage. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die lästige Witwe. Die Brautschau. Berliner Prater. Die Welt ein Paradies.( Anf. 7 Uhr.) Carl Haverland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Guldenprinzessin. Spezialitäten. Stettiner Sänger. Reichshallen. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenitrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Hebbel- Theater. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Aften v. Bernard Shaw. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwank in 3 Arten von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Morgen und folgende Tage: Der Floh im Ohr. Der folgende Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme zu den Arbeitsverhältniffen in den Kunststeinbetrieben, wurde eifrig diskutiert, kam jedoch der vorgeschrit tenen Zeit wegen nicht zur Erledigung und wurde auf die nächste Versammlung vertagt. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be nutzung für jedermann, SW., Allegandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Die Ausleih- Bibliothet ist bis auf weiteres geschlossen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. August, vormittags 9 ühr, in der Halle der Gemeinde, Pappelallee 15-17: Freireligiöse Borlesung. Bormittags 10%, Uhr in der Schulaula, Kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag von Fräulein Ida Altmann über:" Glauben, Wunderglauben, Aberglauben". Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Hamburg.( E. H. 29.) Filiale Baumschulenweg. Heute, abends 8 Uhr, im Lotal bon Städing, Baumschulenstraße 67: Mitgliederversammlung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Morwit- Oper.| Schiller Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 81 br: Sonnabend, abends8uhr: Populäre Borstellung b. halb. Preisen Lustspiel in 3 Atten v. Joh. Wiegand. zum legtenmal: Hierauf: Die Lore. Oberon, König der Elfen. Somödie in 1 Att v. O. E. Hartleben. Sonntag, nach m. 3 u br, Sonntag, nach m. 3 Uhr: bei halben Preisen zum letztenmal: Undine. Sonntag, abends 8 U br: Bum legtenmal: Die Jüdin. Montag, abends 8 Ubr lette Opernvorst, b. halben Preisen: Fidelio. Castan's Panoptikum Friedrichstraße 165 ( Ecke Behrenstraße) Pschorrpalast. Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Hans Huckebein. Montag, abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Ohne Extra- Entree! Letzter Sonntag! GOLDINI Vom 1. September ab ohne Extra- Entree: Im Reiche der Zwerge! Parodie- Theater Casino- Theater Dresdener Straße 97. Cavalleria Rustikana und die urkomische Burleske ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Bochent. 8% Uhr. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Familie August Knoche. Berliner Gesangsfosse in 3 Aften. August Knoche: Dir. Hans Berg. Borher d. glänzende Eröffnungsprogr. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, König-, Ecke Neue Friedrichstraße. 213,8* Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12%, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. in Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. 16 Scilly 4 bedeckt 16 berbeen 4 wollig 17 Baris halb bd. 16 Wetterprognose für Sonnabend, den 29. August 1908. Borwiegend bewölkt mit Regenfällen und mäßigen westlichen Windest Temperatur wenig berändert. Berliner Betterbureau Wasserstands.Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Atroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordamm Elbe, Reitmeriz Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, am feit 27. 8. 26. 8. cm + 11+ 1+ 1I 4222 C Wasserstand am feit Saale, Grochlik Havel, Spandau³) Rathenow³) 27. 8. 26. 8. cm cm³) 133-11 52+4 30 0 23eser, Münden Minden Kaub cm ¹) 162 -14+1 166-12 138 +4 23 110 Spree, Spremberg) Beeskow 66 83 113 -52 48 18 16 -15 -41 Rhein, Marimiliansan 390 -3 200 5 Köln 232 -159-24 Nedar, Heilbronn 54 72+6 Main, Wertheim 169+14 84+-1 Mosel, Trier 49-12 Fall, 3) Unterpegel. Urania. Neues Theater. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. 000LOCISCHER ZCARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dslar Strauß. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Sonntag und Montag: Baccarat. halb der Gesellschaft. Dienstag zum erstenmal: AußerLortzing- Theater Belle- Alliancestraße 7/8. Morgen Sonntag, den 30. August, abends 8 Uhr: Bastspiel Hedwig Lange. Zaza. Schauspiel in 5 Aften von P. Berton und Ch. Simon. Luisen- Theater. Heute: Geschlossen. Sonnabend: Premiere: Staatsanwalt Alexander. Lustspielhaus. bends: Staatsanwalt Alexander. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Sanssouci, Ste 6. Kottbuser Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Stets neues Programm. Berliner Sänger Gr.Elite- Soireen Einakter usw. und Tanzkränzchen. Sonntags Beginn 5, wochent. 8 Uhr. Morgen: Hoffm. Nordd. Sänger. Tanz. Sonntag zu fleinen Preisen: Suse. Montag: Staatsanwalt Alexander. Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger. Anf. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: BELLINI der König aller Gedankenleser mit seinen noch nie gesehenen, ans Unglaubliche grenzenden Gedankenübertragungen ・・・ BED Das großartige August- Programm! Grete Gallus, Fritz Steidl usw. usw. Metropol- Theater Bum 346. Male: Das muß man seh'n. Stevue in 12 Bildern m. Gef. und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. pollo Theater Ab 8 Uhr: Die AttraktionsNovitäten. 9% 91 Vera Violetta. Baudeville- Operette von Ed. Sysler. 10%: Graf Zeppelin auf seiner großen Fahrt. Ab 7, Uhr: Stonzert im Theatergart. WINDE I CARTEN Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Sonntag, den 6. September, abends 7 Uhr: Kunst- Abend. Leitung: Margarete Walkotte. --Mitwirkende: Margherita Simonetti, Koloratur- Sängerin. Frl. Rossi, Violin- Virtuosin aus Rom. Margarete Walkotte. Herr Bruno Tuerschmann, Vortragsmeister am Hebbel- Theater. Am Flügel: Herr Bernhardt Nitzsche. Herr Otto Wiemer, Rezitator ostpreußischer Dialektdichtungen. Nachdem: Tanz. Entree 50 Pf. Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Zigarrenhandlung, Engelufer 15. Friedrich- Wilhelmstädtisches| Berliner Prater- Theater Schauspielhaus. Geschlossen. Sonntag, den 30. August, abends 8 Uhr, zum Besten der Abgebrannten in Donaueschingen: Die Diebin. Eröffnung d. Winter- Saison 1. Sept.: Egmont. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 132. Das Geheimnis v. New York Anf. 8 Uhr. Sommerpreise. Auf der Gartenbühne: Benefiz für Karl Braun. Theatervorstellg. Spezialitäten. Anfang 4 Uhr Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt Ringbahn: Station. Bequemste Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ob schön! Ob Regen! 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Tanztruppe Jeden Mittwoch: Kinderfrendenfeft. Cornalla und Eddie, amerikanische Boltsbeluftigungen. Stinematograph. Exzentriks Der Zukunftspreis, Wettrennen m. lebenden Pferden. Karl Hertz, Zauberkünstler. Boyer de Lafory, französ. Sängerin. Der Biograph. Entree 30 Pf. Donnerstag: Elite: Tag. 000 Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Mit vollen Segeln. Lebensbild in 3 Alten. Dazu erstklassige Spezialitäten. An Wochentagen ist Saal u. Garten 000000000 an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Folies- Caprice Walhalla Linienstr. 132, a. d. Friedrichstr. Heute 8 Uhr: Premiere Die lästige Witwe Vorher: W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16. Große Extra- Vorstellung. Königin Luise. Varieté- Theater Baterländisches Schauspiel in 4 Aften Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Nur noch wenige Tage! Das große August- Programm. Die Brautschau Ostbahn- Park und bunter Teil. Vorverkauf von 11-2 Uhr an der Theaterkasse. Brunnen- Theater Badstraße 58. 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Den echten Vorstadtberliner, den vereine Berlins und Umgegend. Die Fortscgung der letzten Generalversammlung findet am Sonntag, den 6. September, 12 Uhr mittags, in Kellers Festsälen( Inhaber Freyer), Koppenstraße 29, statt. " Kleinen Mann", der seine paar Groschen nicht in Alkohol aulegen will, geniert heute die Kaffeekneipe nicht im mindesten mehr. Er schlürft hier seinen Proletariermocca für einen halben oder ganzen Nickel wie für das fünffache Geld im hochnoblen Café. Und jene Zunft, die so gern die Hände in fremder Leute Taschen hat, verkehrt hier garnicht mehr? D doch, wenigstens Die Delegiertentarten gehen den Sereisen gelegentlich. Aber das Charakterischste ist, daß die Bernoch heute zu, die anderen Berechtigten erhalten die Karten liner Verbrecherwelt ihren Stammlokalen eine wesentlich andere direkt vom Verbandsbureau. Nuance gab. Man will nicht mit ehrlichen Gästen zusammen Da der Saal um 5 Uhr geräumt werden sein, will vollkommen unter seinesgleichen leben und sich muß, bitten wir um pünktliches Erscheinen. gehen lassen. So entstand der Großstadttypus des BouillonDer Aktionsausschuß. fellers", der modernsten Polizeifalle. Der Klappenwirt von heute aber hält sich schon selbst die in alles hinriechende Polente vom Leibe. Warum soll er nicht dienern nach zwei Seiten. Sein Geschäftsinteresse fordert es, daß ihm der eine Gast genau so lieb sein soll als der andere, wenn nur nach Im außen hin Anstand und gute Sitte gewahrt bleiben. feinsten Café sitt ja so unendlich oft der Verbrecher neben dem Ehrenmann, die Schande neben der Tugend. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokallifte. Die freiwillige Feuerwehr der Firma der Firma Steffens u. Rölle in Tempelhof feiert heute im Lofal von Kreide weiß dortselbst ihr Stiftungsfest. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß das genannte Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht und ersuchen, dies zu beachten. In Johannisthal( T.-B.) steht uns das Lokal Neues Ge= fellschaftshaus", Jnh. Erdmann, Friedrichstr. 6, bon jetzt ab au den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalfommission. Borsigwalde- Wittenau. Am Montag, den 31. August, abends 8 Uhr, in den„ Borsigwalder Festsälen": Deffentliche Versammlung. Handzettelverteilung dazu am Sonntag früh 8 Uhr, in Borsigwalde bon A. Reuter, in Wittenau von A. Schulze aus. Schenkendorf. Der sozialdemokratische Wahlverein veranstaltet am Sonntag, den 30. August, im Lokale des Herrn Baetsch und im Freien ein Volksfest unter Mitwirkung der Freien Sänger" von Königs- Wusterhausen( M. d. A.-S.-B.) und der Freien Turnerschaft" von Schenkendorf, Kinderbeluftigungen, Fackelzug, Aufsteigen eines Luftballons. Herren, die am Tanze teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Nachmittags Konzert. Eintritt 20 f. Nowawes. Am morgigen Sonntag findet das Einkassieren der Beiträge des Wahlvereins statt, und zwar vormittags von 9 bis 12 Uhr in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Otto Hiemte, Wallstr. 55; 2. Bezirk: Karl Gruhl, Priesterstr. 69; 3. Bezirk: Ludwig Richter, Großbeerenstr. 59. Auch werden neue Mitglieder aufgenommen. Die„ lohnende" Heimarbeit. " " Sonnabend, 29. August 1908. Bom Magen der Kirche. " Auch von Juden versucht die evangelische Kirche Kirchensteuern zu erhalten. Ein jüdischer Leser schreibt der Vossischen Zeitung": " Ich bin von Geburt Jude, lebe seit 14 Jahren in Berlin und zahle regelmäßig meine Steuern an die jüdische Gemeinde zu Berlin. Nichtsdestoweniger bekam ich am 25. Februar 1908 eine Veranlagung zur Kirchennachsteuer für die Zeit vom 1. November 1905 bis 31. März 1907 im Betrage von 144 M. 92 Pf. zugeschickt, und zwar vom Geschäftsführenden Ausschuß der Berliner Stadtfynode. Auch ich hielt diese Veranlagung für einen Irrtum, der sich von selbst aufklären würde, und reagierte darauf nicht weiter. Darauf erhielt ich von demselben Ausschuß am 15. April 1908 eine zweite Aufforderung: zur Vermeidung zwangsweiser Beitreibung durch die Vollstreckungsbehörde" binnen acht Tagen obigen Betrag zu zahlen. Nun antwortete ich um gehend, daß ich Jude sei und mich nicht für verpflichtet halte, Kirchensteuern zu zahlen, daß auf seiten der Stadtfynode ein Irrtum vorliegen müsse. Am 13. Juni bekam ich darauf von der Stadtsynode die Mitteilung, daß sie meinen„ Einspruch" als verspätet zurückweise und mich auffordere, innerhalb acht Tagen zu zahlen. Sollte ich mich durch den Bescheid beschwert fühlen, so stehe mir der Nekurs bei dem Konsistorium zu. Ich zahlte darauf unter Vorbehalt der Rückforderung" und wandte mich am 6. Juli unter Darlegung der Verhältnisse an das Konsistorium, von dem ich bis heute noch keine Antwort erhalten habe.(!) Selbstverständlich werde ich nötigenfalls mich auch an den Minister wenden." Die Empörung über die skandalöse Art der Veranlagung durch Daß die Heimarbeiterinnen unmenschlich ausgebeutet werden, ist allgemein bekannt. Diese Tatsache ist weiteren Kreisen durch die vor Jahresfrist stattgefundene Heimarbeiter- die Kirchengemeinden wird immer größer. ausstellung recht augenfällig zu Gemüte geführt worden, und selbst Regierungskreise wagten angesichts des erdrückenden Bom Neubau abgestürzt ist vorgestern der 30 Jahre alte Tatsachenmaterials die Misere der Heimarbeit nicht mehr zu Maurer Albert Mütsch aus der Elisabethstr. 23. M. hatte auf Mahlsdorf a. d. Ostb. Heute abend 81%, 11hr findet im Lokale leugnen. Geschehen ist aber bisher eigentlich nichts, und einem Neubau in der Ofener Straße gearbeitet. Im zweiten Stod bon Linke, Kolonie Grunowstraße, die Versammlung des Wahlvereins nach wie vor müssen die Arbeiterorganisationen den schweren stürzte er infolge eines Fehltritts mitsamt einer Lajt Baumatestatt. Tagesordnung:„ Der Uebertritt der Frauen in den Wahl- Kampf um Verbesserung der Lage der Heimarbeiter selbst rialien, bie er auf dem Rücken getragen hatte, in die Tiefe und blieb besinnungslos unten liegen. Der Bedauenswerte zog sich bei berein". Referentin: Genossin Buchmann. Bericht von der Kreis- führen. generalversammlung. Bericht der Lokalkommission. Nicht genug aber damit, daß für Heimarbeit äußerst dem Sturz schwere äußere und anscheinend auch innere Berletzungen miferable Löhne gezahlt werden, gibt es sogar Leute, dien recht bedenklichem Zustand wurde er nach dem städtischen Krankenhaus gebracht. fremde Arbeit sich ganz umsonst aneignen. Uns sind Fälle beUnter einem einstürzenden Kohlenstapel begraben wurde vor. kannt, in denen bestimmte Zwischenmeister sogenannte Probearbeit gestern der 45jährige Arbeiter Hermann Fischer aus der Belleausgeben und sich bei der Ablieferung dieser Probearbeit von Alliance- Straße 4. F. hatte mit anderen Sohlenträgern große Vorder Bezahlung drücken mit der Ausrede, daß die gelieferte Probe räte an Kohlen nach dem Grundstück Sanderstr. 31 geschafft. An nicht zur Zufriedenheit ausgefallen ist. Solche Fälle ereignen einer hohen Gipsplattenwand wurden die Kohlen aufgestapelt. Die sich auf dem Gebiete der Blusen-, der Hosen-, Mäntel- und Wand gab plöblich nach und der hohe Kohlenstapel stürzte ein. F., Rockfabrikation. In letzterer Beziehung wurden uns dieser der gerade dabei gestanden hatte, wurde unter den einstürzenden Tage erst wieder mehrere Klagen über einen bestimmten Massen vollständig begraben. Schnell sprangen seine Kollegen hinzu Unternehmer vorgetragen. Im Arbeitsmarkt der Morgen hatte einen komplizierten Beinbruch sowie erhebliche Quetschungen und befreiten ihn aus seiner qualvollen Lage. Der Verunglückte post" war fürzlich ein Inserat zu lesen, nach welchem Weiland am ganzen Körper erlitten; er fand im Urbankrankenhaus Aufu. Janisch in der Gleimstr. 32 Mamsells auf einfache Futter- nahme. röcke verlangten. Daraufhin meldeten sich eine ganze Anzahl Arbeiterinnen, denen auch Probearbeit mit nach Hause gegeben eine unbekannte etwa 35 Jahre alte Frau. Sie hatte soeben die Auf der Straße vom Tod überrascht wurde vorgestern abend wurde, wie bemerkt sei, ohne jede Vorlage. Als die eine Gertraudtenbrüde passiert, als sie plöblich zusammenbrach. Arbeiterin den Proberock ablieferte, wurde er beanstandet. Passanten trugen die Leblose nach der Unfallstation in der Brüder Bezahlung könne nicht erfolgen, weil verschiedene Aenderungen straße, wo aber der Arzt nur noch den Tod bei ihr feststellen Die oft recht unheilige Hermandad hat von jeher jenen nötig feien. Auf die Frage, welcher Preis denn für einen konnte. Es handelt sich anscheinend um eine Kaufmannsfrau. gastronomischen Kulturstätten", die in ihrem Aushängeschild folchen mit so hohen Ansprüchen anzufertigenden Rock beeinen buntgemalten Napftuchen und eine Bunzlauer Kaffee- zahlt werde, antwortete man der Arbeiterin: fünfzig Pfennig. tanne tragen, regste Aufmerksamkeit geschenkt. Leute, die an Weil die betreffende Arbeiterin sich aber nicht noch stunden ihre wundertätige Straft nicht recht glauben, wollen sogar lang hinsetzen wollte, um zu trennen, ging sie ihrer Wege behaupten, daß die edle Dame in Blau ohne diese sogenannten und bekam nicht einmal die 50 Pf. für einer Rod mit 32 Kaffeeklappen" mindestens ein Dutzend Mörder im Jahre Falten. Einer anderen Arbeiterin, die viele Jahre genäht weniger greifen würde. Und alte ausgetragene Berliner hat und schon gute Sachen in den Fingern gehabt hat, wurde schieben die vielen Nebenbeigriffe unserer lieben Berliner auffälligerweise genau die gleiche Behandlung zu teil. Nach Bolizei bloß darauf, daß derartige Kaffeelokale in allem, was uns sonst noch über diese Unternehmer bekannt Spree- Athen mit der modernen Zeit massenhaft modernen Zeit massenhaft aus geworden ist, scheint da in recht weitem Umfange nach diesem dem Großstadtbilde verschwunden sind oder sich in ihren Rezept verfahren zu werden. Man bedente: Für eine Arbeit, Eigenheiten stark gewandelt haben. Man hatte sich daran die ziemlich einen ganzen Vormittag in Anspruch nimmt, bietet gewöhnt, unter einer Staffeeflappe gemeinhin einen Schlupf- man 50 deutsche Reichspfennige und bekommt es fertig, diese winkel für allerlei unlautere Elemente zu verstehen. Das nicht einmal auszuzahlen. Berliner Nachrichten. Moderne Polizeiflappen". 17 war einmal. Früher galt jedes öffentliche Restaurationslokal Es ist wirklich unerhört, was sich manche Unternehmer Hilfsaktion für Donaueschingen. Der Stadtverordnetenver sammlung Berlin ist eine Magistratsvorlage zugegangen wegen der Bewilligung von 5000 M. für die Abgebrannten bon Donaueschingen und Ueberweisung dieser Summe an das Norddeutsche Silfskomitee. Die Stadtverordnetenversammlung wird sich in ihrer ersten Sizung mit dieser Vorlage beschäftigen. Ein Sittlichkeitsattentat auf ein siebenjähriges Mädchen ist vorgestern in der Nähe des Bahnhofs Sadoma verübt worden. Als die Tochter des Kaufmann S. aus Kolonie Kaulsdorf- Süd, die in Berlin die Schule besucht, gegen 1 Uhr mittags sich auf dem Wege nach Hause befand, wurde sie zwischen dem Bahnhof Sadowva und der Kolonie von einem fremden, etwa 50 Jahre alten gutgekleideten Mann angesprochen, der die Kleine schließlich unter Anwendung ven Gewalt in den Wald verschleppte. Hier versuchte der Unhold, das Kind zu vergewaltigen, und nur durch das verzweifelte Widerstreben des Mädchens und das Hinzukommen durch die Hilferufe der Angefallenen herbeigerufener Personen wurde das Verbrechen verhindert. Leider gelang es dem Täter, trob sofort aufgenommener Berfolgung, fich der Festnahme zu entziehen, die um so schwieriger sein dürfte, als die fleine S. teine genügende Beschreibung des Wegen Burschen geben kann. Sittlichkeitsber dorf, der von zahlreichen Schulmädchen beschuldigt wird, sich an brechen& verhaftet wurde der Böttchermeister 3. aus Reinidenihnen bergangen zu haben. 8. wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Bon einem Boftwagen überfahren und schwer verletzt wurde vorgestern abend gegen 410 Uhr die 25 Jahre alte Verkäuferin Noja Weiß aus der Auguststr. 24. Die W. verließ zur genannten Beit an der Haltestelle vor dem Hause Leipziger Straße 130 einen Straßenbahnwagen, als ein Bostwagen herannahte, der ohne Rüdficht auf die absteigenden Passagiere an dem Bahnwagen vorbeifahren wollte, so daß die Weiß in Gefahr geriet, von den Pferden zu Boden geworfen zu werden. Um dies zu verhindern, riß der Postillion im letzten Moment die Pferde so heftig zurück, daß eines derselben stürzte und im Fallen die Verkäuferin unter sich begrub. Die Verunglückte erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und erhebliche Quetschungen an beiden Armen und am rechten Lein. Sie erhielt auf der Unfallstation in der Kronenstraße die erste Hilfe und wurde dann nach dem Krankenhause übergeführt. mit bescheidenster Einrichtung, in dem vornehmlich Mokka gegen Heimarbeiter herausnehmen. zum Ausschank gelangte, als anrüchig. Lag es in düsterer Gegend, so im alten Berlin oder in den verrufensten Häuservierteln der inneren, älteren Vorstädte, dann war es in der Tat eine von der Polizei geduldete, weil von ihr zum Fischfang benutzte Verbrecherkneipe. Zu jeder Zeit stieß man hier auf dunkle Existenzen, die in der Regel alle Ursache hatten, der Polizeit aus dem Wege zu gehen. Aber wie die Motte ins Licht fliegt, zog es fie magnetisch immer wieder nach diesen Stätten, Verkehrsbeschränkungen. Aus Anlaß der am 1. September d. J. wo die Zunft sich trotz aller Unsicherheit wie zu Hause fühlt. vormittags 9 Uhr, auf dem Tempelhofer Felde stattfindenden Parade Männlein und Weiblein saßen hier bei Karten- und Würfel wird die Tempelhofer Chaussee von etwa 8 Uhr an bis zur Beendigung der Parade für jeden Verkehr gesperrt. Die Belle- Alliance spiel, bei Wein und Gesang in bunter Reihe, plauderten mehr Straße und die Lichterfelder Straße dürfen von Lastwagen während der oder weniger laut in dem ihnen eigenen Jargon, erzählten geit vom Ausrüden der Truppen bis nach deren Einmarsch in die von den tausenderlei Schnippchen, die sie der übereifrigen Stadt nicht befahren werden. Nur den mit Passierscheinen versehenen " Polente" geschlagen, und schwiegen erst, die Köpfe Personenwagen ist das Befahren der Belle- Alliance- Straße bis zum zusammensteckend, wie auf Kommando, sobald ein Steuerhause gestattet. Alle übrigen Personenwagen haben bei der fremder Gast, ein„ Grünling" hereinschaute oder der Kreuzbergstraße in die Lichterfelder Straße einzubiegen und durch worden. Vor dem Grundstück Quisenufer 22 wurde der Leichnam Eine Kinderleiche ist am Luisenstädtischen Kanal aufgefunden Greifer" in doppelter und vermehrter Auflage wuchtig diese auf das Tempelhofer Feld westlich der Chaussee zu fahren. eines mehrere Tage alten Knaben aus dem Wasser gezogen. Es, über die knarrende Stiege mitten unter seine Stunden Der Betrieb der Straßenbahnlinien wird auf der Tempel- sprechen eine Reihe Begleitumstände dafür, daß das sind einen hofer Chauffee und den aus Berlin nach dem Tempelhofer Es fiel den Berlinern, die an diese Staffeeklappen ge- elde führenden Straßen( insbesondere auch in der Friedrich- gewaltsamen Tod gefunden hat. Die Leiche wurde polizeilich bewöhnt waren wie an die fühle Blonde" aus Spreewasser, traße) mit dem Beginn des Ausmarsches Friedrich- schlagnahmt und zur Obduktion dem Schauhaus überwiesen. kaum mehr auf, wenn im Verbrecherkeller Razzia stattfand.( etwa von 7 Uhr ab) bis zur Aufhebung der Absperrung eingestellt, Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden der 77 Jahre Sa, es hat Zeiten gegeben, in denen man jede Woche bezto. eingeschränkt oder abgelenkt. Der Betrieb der Omnibuslinien alten Wittve Auguste Burckhardt, die in dem Hospital in der Palis wiederholt Trupps von fünfzig und mehr ausgehobenen wird erst mit dem Beginn des Einmarsches der Truppen ein- fadenstr. 37 gewohnt hatte, gefunden. Die alte Frau ist als Leiche Kaffeeklappenbrüdern unter starter Polizeieskorte nach der geschränkt oder abgelenkt. Sollte sich die Zeit des Beginns der aus dem Landwehrkanal gelandet worden. Am Rande des Grabes nächsten Revierwache ziehen sah. Diese ewige Verbrecherjagd Parade ändern, so finden die vorstehend erwähnten Zeitangaben finn hat sie Selbstmord verübt. Lebensüberdruß und Schwermut haben die Greisin zur Tat veranlaßt. großen Stiles, die meist herzlich wenig praktischen Erfolg hatte, entsprechende Aenderung. trat. " 1 der der Truppen erinnerte fast an russische Zustände. Denn selbstverständlich Der Militärballon auf der Luftreise. Der Luftballon des Aus Gram über den Verlust des Gatten. Ein erschütterndes litten außerordentlich viel Unschuldige auch darunter.. Durfte Majors Groß ist nach mehrtägiger Bause, gestern vormittag um Familiendrama hat sich gestern in den frühen Morgenstunden im man sich da wundern, daß die Kaffeeflappen schließlich 11 1hr mit Hauptmann Sperling, Oberingenieur Basenach und Hause Möckernstraße 131 abgespielt. Der dort wohnende Kaufdezimiert wurden? Namentlich diejenigen, welche nebenbei der üblichen Mannschaft aufgestiegen. Der Wind wehte aus Südwest, mann Dr. L. Brandt war an den Folgen eines Herzleidens furz oder sogar in der Hauptsache einwandfreies Publikum hatten, Kurs gegen den Wind. und der Ballon nahm sofort über Haselhorst und Spandau den vor Mitternacht gestorben. Voller Verzweiflung über den plötzlichen aber gleichfalls von Polizeivisiten beehrt wurden, konnten sich über Botsdam und kreuzte gegen 12 Uhr wieder über dem Wannsee. ihrer Sechszimmerwohnung. Als die Aufwärterin gegen neun Das Luftschiff war bereits um 11/4 Uhr Tod ihres Lebensgefährten öffnete die Gattin sämtliche Gashähne nicht mehr über Wasser halten, weil infolge der Rücksichts- Später manöverierte es über Berlin. Uhr die Wohnung betreten wollte, schlug ihr ein starker Gasgeruch losigkeit der Polizei das anständige Publikum einfach weg- Nach zweieinhalbstündiger Fahrt ging der Luftballon glatt zur blieb. Auch der moderne großstädtische Ausbau des alten Erde. Er hatte gegen den teilweise über 10 Meter starten Wind entgegen. Die Wohnung wurde gewaltsam geöffnet, und man fand Frau Dr. Brandt auf dem Teppich ihres Salons bewußtlos vor. Berlin, von dem jetzt nur noch wenig auf steinernen schwer anzukämpfen. Der hinzugerufene Arzt und die Samariter der Feuerwehr versuchten mit einem Sauerstoffapparat die Unglückliche ins Leben zurückzurufen, aber ohne Erfolg. Die Leichen des Ehepaares blieben vorläufig in der Wohnung. oder gar hölzernen Füßen steht, hat in den letzten Einen Zeppelin- Blat soll es nach einem Beschluß des Magistrats Jahren eine Menge dieser Kaffeeklappen hinweggefegt. in Butunft in Berlin geben. Hierzu ist der Platz DX 1 zwischen Sie gingen gänzlich ein oder wurden in bessere Straßen ver- Rudolf- Virchow- Krankenhaus und Müllerstraße ausersehen. Man legt. Aus dem Staffeefeller wurde ein Kaffeeladen, der im will damit Zeppelin besonders ehren. Beppelin hat sich bereits in Feuer in einer Telephonfabrit. In einem Fabrikraume der Tefe Geschäftsintereffe die Ueberbleibsel aus dem alten verräucherten einem Schreiben an den Bürgermeister für diese Ehrung bedankt. graphenbauanstalt und Telephonfabrik von B. Jenisch u. Boehmer Lokal nicht übernehmen durfte und die Mode neuer, an- Zigarettensteuer und Post. Die Zigarettensteuer, die die in der Krautstr. 4/5 sollte gestern ein Versuch gemacht werden. Durch heimelnder Einrichtung mitmachen mußte. Und so zog ganz Finanzbehörden schon so oft beschäftigt hat, hat jezt auch eine An- ein Versehen wurde dabei Terpentin in einen Topf mit heißem von selbst ein neuer Geist ein in die Örte, wo der unsichere ordnung des Reichspostamts notwendig gemacht. Händler hatten Harz gegossen. Es bildeten sich sofort Terpentindämpfe, und diese Kantonist sonst Vorzugsrechte genoß. Jene noch echten Staffee- Muster von Zigaretten gegen die Tare der Warenprobe verschickt. entzündeten sich an einem offenen Feuer. Lange Stichflammen schoffen tlappen, in denen das Verbrechertum Alleinherrscher ist Nach dem Gesetz trug die Verpackung der Zigaretten das vor aus dem Topf heraus und trafen den gerade vorübergehenden Chef geschriebene Bändchen. Von einzelnen Bostanstalten wurde aber die der Fabrit, Jenisch. Der Mann erlitt schmerzhafte Brandwunden und jeden Eindringling möglichst schnell hinauszugraulen Bulassung von Zigaretten mit Steuerbändchen als Warenprobe be- am Stopfe und an beiden Händen, so daß er ärztliche Hilfe in An weiß, sind heute zu zählen. Selbst die meisten der noch zweifelt. Das Reichspostamt hat jest ausdrüdlich anerkannt, daß spruch nehmen mußte. Das in dem Fabrikraum entstandene Feuer bestehenden alten und ältesten Kaffeetlappen, wenn sie äußer eine derartige Versendung aulässig ist, fonnte noch vor Eintreffen der alarmierten Feuerwehr erstidt werden. 3 Beugen gesucht! Zeugen, welche gefehen haben, wie am Freitag, den 12. Juni cr., mittags 12% Uhr, Ede Charlotten- und Stronenstraße ein Privatautomobil mit einem Radfahrer zu= fammenstieß, werden gebeten, ihre Adressen an Herrn Rechtsanwalt Heude, Berlin N. 4, Chausseestr. 5, einzusenden. Unkosten werden Die Einwohner in den Auf der Treptow- Sternwarte spricht am Sonntag, den 30. August, die zweite bis 1529,40 m., und in der ersten ist diesmal mit dem Brückenbau zu beginnen. nachmittags 5 Uhr Herr Dozent Jens Lügen über das Thema: 44 999,00 M. der überhaupt höchste Steuerbetrag. Hieraus genannten Gemeinden sind ganz erstaunt ob dieser Maßnahme. Ist der Wars bewohnt?" und um 7 Uhr:" Ueber Hebungen und ergaben sich im vorigen Jahre für die dritte laffe 9142 Allgemein wird erörtert, wieso diese Terraingesellschaft dazu kommt, Senkungen der Erdoberfläche"; am Montagabend 9 Uhr über: Die Wähler, für die zweite 1972 Wähler, für die erste 357 Wähler, eine Brücke zu bauen, zu deren Bau die Gemeinden noch gar keine Entfernungen im Weltenraume". Die Vorträge, die mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet und gemeinverständlich sind, finden während dagegen zählt diesmal die dritte Klasse 10 370 Wähler, die Zustimmung gegeben und deren Kostenfrage noch gar nicht geklärt des Neubaues der Treptow- Sternwarte im Restaurant Snape zweite 2158 Wähler, die erste 374 Wähler. Erhöht hat sich ist. Dann aber muß Erstaunen erregen, daß Pioniere die Brücke ( vormals Zenner), Hörsaal, eine Treppe, statt. Mit dem großen der Steuerbetrag, der erforderlich ist, um in die zweite Stlasse bauen; Pioniere im Interesse einer Privatgesellschaft, um wie sie Fernrohr wird jegt am Tage die Sonne, abends Doppelsterne und hineinzugelangen, erhöht auch derjenige, den ein Wähler muß fagt, die Kosten für Arbeitslöhne zu sparen. Seit wann sind Pioniere Saturn mit seinem interessanten Ringsystem gezeigt. aufweisen können, wenn er zur ersten Stlasse gehören will. zu diesem Zwecke da? fragt man allgemein. Ist denn eine Privatgesellschaft so allmächtig, daß sie machen Ein Kunstabend findet am Sonntag, den 6. September, abends Beträchtlich zugenommen hat die Zahl der Wähler dritter 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, unter Zeitung der Klasse, minder beträchtlich die der Wähler zweiter und erster tann, was sie will? Brettldiva Margarete Walfotte statt. Mitwirkende: Margherita Klasse. Die Zunahme der Wählerzahl ist in Die beteiligten Behörden werden nicht umhin können, sich über Simonetti, Koloratursängerin, Fräulein Rossi, Violinvirtuosin aus der dritten lasse reichlich 13 Proz., in der diesen aufsehenerregenden Vorgang öffentlich zu äußern. Rom, Margarete Waltotte, Herr Bruno Tuerschmann, Vortrags- zweiten knapp 9 Proz, in der ersten noc meister am Sebbel- Theater. Am Flügel: Herr Bernhard Nitsche. feine 5 Proz. Jedem Wähler erster Klasse standen im Reinickendorf- Oft. Herr Otto Wiemer, Rezitator ostpreußischer Dialektdichtungen. vorigen Jahr gegenüber etwa 26 Wähler dritter Klaffe, Gemeindevertreter- Sigung vom 27. August 1908. Jn öffentlicher Entree 50 Pf., Abendkasse 60 Pf. jedem Wähler erster Klasse stehen diesmal Sigung wurde zuerst das Gesuch der Großen Berliner Straßenbahn gegenüber etwa 28 Wähler dritter Klasse. um Stonzessionsverlängerung auf 90 Jahre mit 11 gegen 9 Stimmen Der Gegensatz ist also wieder noch trasser geworden. abgelehnt. Wie man sieht, besigt diese Gesellschaft auch in unserer Gemeindevertretung viele recht warme Freunde; besonders in Herrn Für die Arbeiterbevölkerung wird der Kampf in der Nicolaus, der für" Verständigung" plädierte. Ausgerechnet mit der dritten Klasse, den sie führen muß, diesmal noch heißer als selben Gesellschaft, die vor Jahresfrist für die Herstellung einer VerDa die Grenze zwischen der dritten und der bindung zwischen dem östlichen und westlichen Ortsteil einen Zuschuß sonst werden. zweiten Klasse hinaufgerückt ist, so sind eine ganze von 100 000 m. und eine Garantie von 35 Pf. pro Wagentilometer verAnzahl wähler, die bisher zur zweiten langte. Jezt soll sie allerdings erheblich vorteilhaftere Angebote in gehört hatten, dritte gemacht haben. Sie glaubte eben der Gemeinde einen mageren hinabgefunken". Es läßt sich denken, daß diese Bissen als Köder hinwerfen zu müssen. Dem Zeppelinfonds wurden " Spigen" der Wählerschaft dritter Klasse bei der Wahl nicht unter Protest unserer Genossen 300 m. bewilligt; den Abgebrannten von Donaueschingen dieselbe Summe." In die für die Sozialdemokratie eintreten werden. Ihre Stimmen Revisionskommission wurde an Stelle unseres verstorbenen werden den Gegnern der Arbeiterklasse zugute Genossen Schilling Herr Jade als Bürgerdeputierter gewählt. kommen, die im Stadtparlament möglichst unter sich für die 5. Gemeindeschule in der Birkenstraße wurde die bleiben möchten, um ungestört schalten und walten zu können. Schaffung einer Schuldienerstelle mit Wirkung vom 1. Oftober beUm so mehr muß jeder Wähler, der zum Wohle der minder- schlossen. Sodann gelangten zwei Baupläne für das neu zu er bemittelten Bevölkerung eine Mitarbeit der Sozialdemokratie richtende Realprogymnasium zur Vorlage. Zur Annahme gelangte in der Gemeindeverwaltung wünscht, zunächst durch gewissen- das Projekt, welches eine bebaute Fläche von zirfa 1950 Quadrat hafte Prüfung der Wählerlisten dafür sorgen, daß für die fosten wird; hinzu treten noch die Kosten für die Einrichtung der meter vorsieht und inklusive Direktorwohnhaus zirka 491 000 wt. Sozialdemokratie jeder ihrer Wähler am Physik- und Chemieklassen im Betrage von zirka 18 000 m., so daß Wahltage seine Stimme in die Wagschale also die ganze Schule einen Kostenaufwand von zirka 510 000 M. werfen tann. ohne Grund und Boden beanspruchen wird. Vergleichend sei hierbei erwähnt, daß die letzte Gemeindeschule zirka 246 000 M. Baukosten erforderte, allerdings nur eine bebaute Fläche von zirka 957 Quadrats meter bededt. erstattet. 17 Feuerwehrbericht. Der 13. Zug wurde nach dem Schiffbauerbamm 13 alarmiert. Dort war in der Tischlerei des Kleinen Theaters durch Fahrlässigkeit Feuer ausgekommen; ein Tisch, auf I asse bem ein Gasfoder aufgestellt war, brannte. Die Gefahr fonnte bald beseitigt werden. Der 16. Zug hatte in der Müllerstr. 28 zu tun. Dort war ein Mann durch Einaimen von Schwefeldämpfen bewußtlos geworden. Durch Einflößen von Sauerstoff wurde der Mann gereitet. Vom 15. Buge wurde ein Zimmerbrand in der Stephanstr. 17 gelöscht. In der Alten Jakobstr. 84 brannte eine Badestube und Alt- Moabit 45 ein Schornstein. Ferner rüdte bie Feuerwehr nach der Ackerstr. 113 und anderen Stellen aus. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Seht die Wählerliste nach! Charlottenburg. die Johannisthal. Zu den Stadtverordnetenwahlen für Wilmersdorf, die im Herbst dieses Jahres vollzogen werden, wird Großfeuer fam am Donnerstag nachmittag um 2 Uhr in dem jekt mit den Vorbereitungen begonnen. Zunächst werden die Eckhause Goethestr. 74 und Schlüterstr. 71a zum Ausbruch. Das Wahlberechtigten sorgfältig die Wählerliste kontrollieren Haus hat drei Aufgänge und wird von zahlreichen Barteien bewohnt. In einer gutbesuchten Mitgliederversammlung des Wahlbereins müssen, die, wie alljährlich, in der ersten Hälfte des im 1 Uhr waren Frauen aus dem Hause auf dem Boden gewesen, September öffentlich ausgelegt wird. Die Liste wird aus- furz darauf stand der Dachstuhl schon in großer Ausdehnung in am 25. August referierte Genosse Brüdner über Die Arbeiterschaft Es fonnte sofort borsägliche Brandstiftung fest im Staat und ihre Gleichberechtigung". Referent beleuchtete eingehend liegen in der Melde- und Wahlabteilung Flammen. Der Brandstifter hatte mit Petroleum nicht ge- die heutige Lage der Arbeiterschaft, und wies nach, daß nur durch gestellt werden. ( Lauenburger Straße 19, parterre rechts), part und an mehreren Stellen damit den Fußboden begoffen. politische und gewerkschaftliche Organisation eine Besserung möglich sei. fie tann dort eingesehen werden in der Zeit als die Feuerwehr mit dem vor dem Hause stehenden Genosse Schmidt teilte mit, daß bei ihm und dem Genossen Gobin bom 1. September bis einschließlich 15. Sep- Fuermelder alarmiert wurde, war die Situation schon eine Formulare zum Austritt aus der Landeskirche unentgeltlich zu haben tember, an den Wochentagen von 8 Uhr vor- fehr bedenkliche und der Angriff infolge der enormen find. Den Bericht von der Kreis- Generalversammlung gab Genosse Zum Schluß mittags bis 2 Uhr nachmittags und an den Berqualmung sehr erschwert. Der Bug 2 griff von der Goethestraße Wendler, den von Groß- Berlin Genosse Gammisch. Sonntagen von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr über eine große mechanische Leiter und vom Nachbarhause an. Der der Versammlung forderte der Vorsitzende die Genossen auf, für die mittags. Ginsprüche gegen die Wählerliste und Anträge Automobilzug leistete von der Schlüterstraße aus wirksamen Bei Konsumgenossenschaft zu wirken. Das Lokal Erdmann, Friedrichstr. 6, steht der Arbeiterschaft zur Verfügung. auf Berichtigung sind in der Zeit vom 1. September bis ein- ftand. Die Dachstühle beider Häuser find total niedergebrannt. Von schließlich 15. September an den Magistrat zu richten. Es ist dem Inhalte der vielen Bodenverschläge konnte nichts gerettet werden. Potsdam. leider sehr notwendig, die Wählerliste zu kontrollieren; denn Der Schaden ist ganz gewaltig und trifft zum Teil Mieter, die nicht erfahrungsgemäß ist die Liste reich an Irrtümern aller Art. in Charlottenburg anwesend waren, sondern in Südwestafrika, Schon mancher Wahlberechtigte ist um sein Wahlrecht ge- Suderode usw. weilen. Von dem Täter fehlt natürlich jede Spur. tommen, weil er es unterlassen hatte, sich um die Wählerliste zu kümmern und sich beizeiten zu vergewissern, ob er nicht Waidmannsluft. Wer nicht in der Liste aufgenommen worden war. Eine allmächtige Terraingesellschaft " Um die Aufstellung eines Zeitungspavillons auf einem öffent lichen Platz oder einer Straße ist hier ein harter Stampf entstanden. Obwohl ein Unternehmer dies seit langem beabsichtigt, war aber immer nicht die Genehmigung einer der verschiedenen in Frage tommenden Behörden zu erlangen. So soll die Aufstellung auf dem Luisenplatz bei Sanssouci nicht die Genehmigung der HofVielleicht wollte man einen gartenverwaltung gefunden haben. föniglichen" Platz nicht durch den Verkauf von politischen Beitungen entweihen. Man dente, es wäre ja auch schrecklich, wenn man dort den Vorwärts" laufen könnte. Städtischerseits steht man der Sache aber sympathischer gegenüber. Man hat jetzt einen neben der Sache aber sympathischer gegenüber. Man hat jetzt einen neben dem Steuerhause auf der staiser- Wilhelm- Brüde befindlichen unbenutten Raum( eigentlich bestimmt zum Zählen von Gänsen, Hammeln usw. beim Eintrieb in die Stadt) zum Zwecke der hier noch bestehenden Fleischsteuer an den Händler verpachtet. Hier hat aber die fönigl. nicht genehmigt. Auch bei der Verlegung des Verlaufs auf den Platz hat die Polizei Schwierigkeiten bereitet. Man ist doch garzufehr für die geistige Stoft der lieben Potsdamer besorgt, die sonst vielleicht verdorben" werdent fönnten. steht, darf nicht mit wählen! scheint die Hermsdorfer Boden- Aktiengesellschaft zu sein. Diese GeDen Wählern aus den minderbemittelten Bevölkerungs- sellschaft befigt in Hermsdorf und Waidmannsluft erhebliche Terrains, schichten ist ohnedies kein sehr weitgehendes Wahlrecht ein- von denen bereits einiges bebaut ist. Um dieses Terrain wertvoller geräumt, da foll fein Arbeiter durch eigene Säumigkeit es zu machen, trat diese Gesellschaft mit den Gemeinden Hermsdorf verschulden, daß er überhaupt der Möglichkeit beraubt wird, und Lübare- Waidmannsluft in Berhandlungen wegen des Baues an der Wahl teilzunehmen. Die Gegensätze zwischen einer Brücke über das Fließ, das zwischen beiden Gemeinden die den drei Wählertlassen werden bei den diesjährigen Grenzscheide bildet. Nach dem Projekt der H. B.-A.-G. sollte die Wahlen noch wieder schärfer als bisher hervortreten, noch Brücke nur aus Holz hergestellt werden mit einem Kostenaufwande schlimmer als sonst ist die Entrechtung der von 5-6000 M. Die Gemeinde Waidmannsluft sollte die Hälfte Bolizeidirektion die Aufstellung aus verkehrstechnischen Gründen breiten Masse der Bevölkerung, der Wähler und Hermsdorf und die Gesellschaft je ein Viertel der Bautosten dritter Klasse, die auf die Zusammensetzung des Stadtparlaments tragen. Ueber dieses Projekt tam es aber zu feiner Verständigung. nicht mehr Einfluß haben als eine Handvoll schwer- Hermsdorf fand den Brückenbau zu primitiv, andererseits die Unterreicher Wähler erster Klasse. Im vorigen Jahre standen in haltungskosten zu hoch. der Liste überhaupt 11 471 Wähler mit 2811 117 M. Steuern, In einem am 20. August an die beteiligten Gemeinden ge in diesem Jahr sind es 12 902 Wähler mit 3 442 384 M. richteten Schreiben ermäßigt die Gesellschaft die Kosten, die sich Steuern. Im vorigen Jahr reichte die dritte Klasse bis zum nunmehr auf 4000 m. stellten, weil die Arbeitslöhne fortfielen. ObSteuerbetrag 248 Mt., die zweite Stlasse bis zum Steuerbetrag wohl nun die Berhandlungen mit den beteiligten Gemeinden bis heute 1397,40 m., und in der ersten Klasse war 38 810,60 M. der noch nicht zum Abschluß gelangt sind und die Gemeinden zur Ausüberhaupt höchste Steuerbetrag, in diesem Jahr da- führung des Brückenbaues noch gar keine Zustimmung erteilt haben, untergang vor Augen, weil dann die Konsumenten nicht mehr so gegen reicht die dritte Klasse noch bis 273,85 M., erschienen am 27. August, also am Donnerstag früh Pioniere, um viel faufen. 23ie naiv! Gegen den Achtuhr- Ladenschluß im Handelsgewerbe agitiert man in Kaufmannskreisen augenblicklich recht lebhaft. Eine vom Magistrat jest vorgenommene Abstimmung unter den Geschäftsinhabern der Papierwarenbranche gibt den hauptsächlichsten Anlaß. Man befürchtet in den rückschrittlichen Kleinkrämerkreisen dann auch eine Ausdehnung auf die Zigarren- und Lebensmittelbranche und sieht jetzt schon den Sie sollten's wissen dass gerade wir durch die Vereinigung unserer teilweise 4-6 Etagen umfassenden Häuser jedem Käufer so enorme Vorteile bieten wie nirgends weiter. In erster Linie sind dies: äusserst niedrige Preise, allerbeste Ware und kleinste Ratenzahlungen. Unser System: An jedem Gegenstand 2 deutlich sichtbare Preise und zwar Kassapreis u. I Teilzahlungspreis bürgt für reelle Bedienung Eine einfache komplette Einrichtung besteh. aus Stube und Küche kostet bel Bar- 174M zahlung auf Tellzahlung 193 M Anzahlung schon v. 15-20 Mark an. Eine bessere komplette Einrichtung besteh, aus Stube und Kücho kostot bel Bar- 253 M auf Tell- 270 M zahlung zahlung Anzahlung schon v. 25-30 Mark an. Blendend Die erste Grossmacht M.Glogau C.Wachsmann& Co. grosse Auswahl guter gediegener nar Alte Jakobstr, 73, Ecke Dresd. Str. 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August, nachmittags 2 Uhr, vom BirchowKrankenhause aus nach dem Dankes- Kirchhof statt. Um stille Teilnahme bitten Frau Anna Schüler nebst Kindern, Berlin N, Pantstraße 51a. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Deuticher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III. 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Burean: Charitéstraße 3. Hof III. Amt III. 1987. Sonntag, den 30. August 1908, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend im großen Saale der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23. Zages Drdnung: 1. Die Antwort der Arbeitgeber auf unseren Vorschlag und unsere Stellung: Am 27. August verstarb unfernahme. Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. Mitglied, der Schankwirt Julius Schüler Pantstr. 51 a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. August, nachmittags 22 Uhr, vom Virchow Krankenhause aus nach dem Dantes- Kirchhof statt. Um rege Beteiligung ersucht 229/3 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bezirk II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Julius Schüler, Bankstraße 51a, am 27. Auguft berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. August, nach mittags 2 Uhr, vom Birchow Krankenhause aus nach dem Dantes Kirchhof, Müllerstraße, Ede Blankestraße, aus ftatt. D Um rege Beteiligung ersucht 75/14 Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter 8weigverein Berlin. Sektion II. Am 27. August starb nach langen, schweren Leiden unser Mitglied, der Flaschenkellerarbeiter Eduard Willoweit ( Bock II) am an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. August, mittags 12 Uhr von der Halle des Himmelfahrtsgemeinde- Friedhofes 43/15 in Nordend aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeigen. Den Stollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Drüder Julius Aster am 26. August an Halstrebs gestorben ist. 120/13 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 29. August, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichen halle des Emmaus- Kirchhofes in Brig aus statt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Bernhard Ebert am 26. August an Lungenleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des Jakobi- Kirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, fagen wir hierdurch allen Kollegen und Kolleginnen, dem Verein Antons Ruh" sowie allen Freunden und Betartnten unseren herzlichsten Dant. 1265b Bertha Jseichte und Kinder, Von der Reise zurück. 1271b* Dr. Sommerfeld, Schöneberg, Haupt- Straße 20. Anzüge nach Daletots Maß aus Ia Stoffreften. Monats- u. nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Voß, nur Brunnenstr.3,1( Rosenthal. Tor Kollegen! In dieser Versammlung wird es sich entscheiden, ob der Kampf im Rohrlegergetverbe vermieden werden kann oder ob wir zum Kampfe rüsten müssen. Da hier also die wichtigsten Interessen des einzelnen sowohl wie der Allgemeinheit in Frage konumen, so ist es doppelte Pflicht eines jeden von Euch, alle Berufsgenossen auf diese Versammlung aufmerfjam zu machen. Laßt Euch nicht von irgend einer Seite abhalten, in unsere Versammlung zu kommen, sondern beweist durch den Massenbesuch, daß Ihr zu Euren Organisationen volles Vertrauen habt. 121/11 Darum muß dafür gesorgt werden, daß alle Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend am Sonntag vormittag in dem Versammlungslokal, der Brauerei Friedrichshain, anwesend sind. Keiner darf fehlen.- Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Verband der Kupferschmiede, Filiale Berlin. Verband der Schmiede, Zahlstelle Berlin. Eine schön eingerichtete Wein- und Likörstube mit Bierausschank fann ein gewandter, bemittelter Fachmann unter sehr günstigen Bedingungen übernehmen. Näheres bei Hermann Meyer& Co., Akt.- Ges., Berlin N. 31, Wattstr. 11/12. 11. Das hervorragendste Er zeugnis der deutschen SchuhIndustrie Fordern Sie Musterbuch V Einheitspreis 1250 SALAMANDER SCHUH- GES. m. b. H. CENTRALE: W. Friedrichstr. 182 C. Königstr. 47 SW. Friedrichstr. 221. 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