Nr. 204. Abonnements- Bedingungen: . Donnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bosto bonnement: 1,10 Mart bro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz B Erideint täglich außer Montag Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tp bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ein gefährliches Spiel. Dienstag, den 1. September 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. anauerkennen. Aber es genügt, daß sie jene Elemente, die beginnt mit dem 18. Lebensjahre und soll bis zum 29. LebensBom 29. bis zum 45. Lebensjahre jia) der eben erwähnten Methoden bedienen, in ihren Organen jahre fortgesetzt werden. frei schalten lassen, um die Partei der schlimmsten Schädigung treten die Milizleute in die Reserve. Jedes Mitglied diefer Bürgerarmee erhält während der Ausbildungszeit 6 Schilling auszusehen. ( Mark) täglich, Unteroffiziere 7 Schilling, Dffiziere 7 Schilling 6 Pence( 7,50 M.). Die Miliz darf unter feinen Umständen gegen innere Unruhen oder nach dem Auslande requiriert werden. Ihre einzige Pflicht ist, die Heimat gegen eine Invasion zu verteidigen. Wir haben schon in unserem Sonntagsblatt von den Wenn die Münchener Post" die süddeutschen Genoffen Neußerungen der„ Münchener Post" Mitteilung gemacht, die auffordert, zu erwägen, ob sie den Parteitag nicht als" un fie unter dem Titel„ Gewaltpolitik"( nicht Wahlpolitik) würdige Polizeikomödie" behandeln wollen, so fordern wir beröffentlichte. Darin wird mitgeteilt, Kreise mit ganz ge- diese Genossen auf, und vor allem die bayerischen, zu erwägen, ringer Organisationsziffer hätten drei Delegierte zum Partei- welche Gefahren sie über die Partei heraufbeschwören, wenn tage gewählt. Namen werden nicht genannt, aber die vage sie noch weiter dulden, daß das Proletariat Süddeutschlands Beschuldigung genügt, das Münchener Blatt ganz aus dem gegen seine norddeutschen Brüder und gegen die Gesamtheit Bebels Brief an die Redaktion des„ Labour Leader": Häuschen zu bringen. Es beschimpft den Partei- der Partei in so demagogischer Weise aufzuheben versucht wird. Wer dieses Treiben duldet, wenn er es beseitigen kann, borstand, der sich damit auf den Standpunkt des Polizeiaufgebots gestellt" habe, beschimpft beschimpft die der macht sich, auch wenn er es nicht billigt, zum Mitschuldigen Delegierten, die, ohne die Gründe der süddeutschen an allen den schweren Schädigungen und Erschütterungen, die Parteimitglieder zu kennen"- die wurden offenbar bisher der Partei daraus erwachsen fönnen. als Amtsgeheimnis ängstlich vor aller Welt gehütet Es ist ein Spielen mit dem Feuer, das unsere beiden ,, bereits ein gebundenes Mandat haben", wodurch man den großen bayerischen Organe wagen. Was vielleicht nur als sachlichen Boden völlig verlassen und die brutale Ge- blendendes und erschreckendes Feuerwerk gedacht ist, kann in der augenblicklichen Situation leicht zum Brand werden, der walt an Stelle parteigenössischer Diskussion gerückt hat." Das wäre schon start genug, aber das Blatt schließt schließlich die Brandstifter selbst mit Entsetzen erfüllt. daraus: " " Aus dem Englischen ins Deutsche zurückübersetzt. lautet Zürich, 20, August 1908. Werter Genosse Bruce Glasier! Ihr Brief vom 17. wurde mir hierher gesandt. Die Differenzen zwischen Hyndman und Keir Hardie haben auch die Aufmerksamkeit der deutschen sozialistischen Presse erregt. So viel ich von hier aus fehen kann, hat die deutsche sozialistische Presse sich auf die Seite Ihr Volt sollte mit dieser Steir Hardies gegen Hyndman gestellt. Tatsache zufrieden sein. Was mich betrifft, so möchte ich in diesen Streit nicht eingreifen. Ich liebe es nicht, mich in Differenzen zu mischen, die zwischen ausländischen Genossen entstanden sind. Das fönnte leicht zu unerfreulichen Konsequenzen führen. Meine Schlußfolgerung ist, daß unsere Freunde jenseits des anals sich unnötigerweise über diese Kriegstreiberei aufregen. Auch wir in Deutschland haben eine große wirtschaftliche Krisis zu überstehen, und das ist der unglücklichste Augenblid, an einen Krieg zu Unter diesen Umständen erscheint es nötig, daß die südAus dem Parteibureau wird uns zu dem betreffenden Artikel deutschen Parteigenossen erwägen, ob sie sich überhaupt der Münchener Bost" geschrieben: noch am Parteitage beteiligen und das Dbjekt Wie die Münchener Post" schreiben kann, daß sich der einer so unwürdigen Polizeikomödie bilden Parteivorstand( durch die Mafsendelegation von Partei- denken. Es würde in der Tat heißen, den Teufel durch Beelzebub wollen." genossen) auf den Standpunkt des Polizeiaufgebots auszutreiben. Ueberdies würde ein Krieg zwischen England und gestellt habe, ist uns unerfindlich. Nach dem Organisations- Deutschland zu einem europäischen Krieg führen das heißt, statut haben die einzelnen Reichstagswahlkreise das unbestrittene zu einem Weltenbrand, wie noch nie dagewesen ist, die deutsche Recht, drei Delegierte zu entsenden. Der Parteivorst and Sozialdemokratie wird ihr Aeußerstes tun, um das zu verhindern; hat in keiner Weise in die Wahl der Delegierten aber sollte es trot all ihrer Anstrengungen dazu kommen, so eingegriffen. Der Alarmruf der„ Münchener Post" haut also würden diejenigen, die diesen Brand entzünden, auch die Folgen zu völlig daneben. Daß aus der Zentraltasse feine Mittel für die tragen haben. Delegationen der Wahlkreisorganisationen gegeben werden, ist erst recht selbstverständlich. Die füddeutschen Genossen werden hier zu nichts geringerem aufgefordert, als zur Erwägung darüber, ob sie die oberste Instanz der Partei noch anerkennen, mit anderen Worten, ob sie noch in der Partei bleiben wollen. Denn wer den Parteitag als unwürdige Polizeikomödie betrachtet, der stellt sich damit außerhalb der Partei. Sozialismus und Kriegshetze. London, 29. Auguft. Die ungeheure Mehrheit der Deutschen denkt nicht an einen Krieg mit England, und zwar aus ganz nüchternen Gründen des eigenen Interesses. Wir haben nichts zu gewinnen, aber viel zu berlieren. Ihr A. Bebel. Alle diese Aeußerungen sind im Driginal fett gedruckt. Sie sind darauf berechnet, den Genossen besonders in die Augen zu fallen. Und sie sind nicht von ungefähr gemacht. Darf ich nun aus den hier erwähnten Gründen den eng Kurz vorher schrieb die„ Fränkische Tagespost", in der tischen Freunden dringend von der Entsendung Sache selbst ist tein Zurückweichen möglich" einer Deputation nach Deutschland abraten? Solch im Driginal auch fett gedruckt. Und weiter:" Die Absicht, Die von Hyudman und Blatchford erlassenen Striegs- eine Aftion würde von unseren Gegnern falsch ausgelegt werden. den Nürnberger Parteitag zu weitläufigen Debatten über warnungen, die von Keir Hardie zurückgewiesen wurden, haben Es würde so aussehen, als ob man in England Angst vor Deutsch eine böllig unveränderliche Sache( wieder im nun auch eine Antwort von Hunter Watts in der land hätte. Das sollten wir vermeiden. Welchen Rived fönnte eine Original durch Fettdruck hervorgehoben) zu verwenden, beweist Justice" und eine von Bebel im Labour Leader" hervor solche Aktion haben? Wir könnten in der Erwiderung mur sagen, nur das eine, daß wir trok der wichtigen Tagesordnung- gerufen. Hunter Watts, eines der ältesten und geachtetsten was wir allein wie auf Kongreffen, in Versammlungen und übermäßig viel überflüssige Zeit haben." Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, bedauert aufs Beitungen schon so oft gesagt haben und noch sagen werden. Von Also auch hier der Gedankengang: der Parteitag mag tiefste das Auftreten seiner Genossen, das nur dazu angetan der Solidarität der englischen und der deutschen Arbeiterklasse sind beschließen, was er will, wir fügen uns nicht. sei, den internationalen Sinn, den die Partei nach langen die Herrschenden auf beiden Seiten überzeugt. Deshalb ist eine Jahren mühevoller Agitation geweckt habe, zu schwächen. neue Versicherung nicht nötig. Außerdem wird die deutsche sozialSo lange nur die" Fränkische Tagespost" so schrieb, Die Striegsartikel befunden einen schwachen Glauben in die demokratische Partei bei ihrer nächsten Zusammenkunft in Nürnberg mochte man darüber lächeln als über leere Rodomontaden Macht des Sozialismus und erschweren nur die Propaganda Gelegenheit nehmen, ihre Stellung zu den internationalen Be eines aufgeregten Sensationsjournalisten. Nun aber stößt der deutschen Sozialdemokratie. Hunter Watts steht sicherlich ziehungen zu erklären. Mit brüderlichen Grüßen das Münchener Blatt, geleitet von einem Abgeordneten, in nicht allein mit seinen Ansichten in der Partei. dasselbe Horn, da gewinnt die Sache doch ein ernsteres Auf eine Anfrage des Redakteurs des„ Labour Leader" Gesicht. antwortete Bebel etwa wie folgt: Die MeinungsverschiedenEs erscheint uns fraglich, ob Genosse Bebel, als er den Brief In der Zat, eine würdige Art des Revisionismus, sein heiten zwischen Hyndman und Hardie haben auch die Auf- von Bürich aus an die Redaktion des„ Labour Leader" richtete, zehnjähriges Parteitagsjubiläum zu feiern. Auf dem Stutt- merksamkeit der sozialistischen Presse Deutschlands auf sich ge- bereits von dem Stande der zwischen dem Ausschuß der Berliner garter Stongreß hielt er seinen Einzug mit der Erklärung Bern- lenkt. Soweit er von der Schweiz aus urteilen dürfte, stellte Gewerkschaftskommission, dem Aktionsausschuß der Partei und den sich die sozialistische Presse auf Seite Hardies. Die ganze Auf Vertretern der englischen Arbeiterpartei gepflogenen Unterhandlungen steins, die Entwickelung der wirklichen Verhältnisse vollziehe regung seiner englischen Freunde sei indes zwecklos. Auch Deutsch genau unterrichtet war. Sein Brief ist bereits am 20. August von sich anders, als Marr und Engels sie erwartet. Von diesem land befände sich in einer Wirtschaftskrisis, was kein besonders Zürich abgegangen, während die erste Notiz über die getroffenen Versuch einer rein theoretischen Kritik ist der Revisionismus geeigneter Augenblick sei, sich in einen Krieg zu stürzen. Abmachungen in der„ Vorwärts"-Nummer vom 22. August erschien. heute bereits herabgefunken zur Drohung mit der Spaltung Uebrigens wäre ein englisch- deutscher Krieg gar nicht zu Was die beabsichtigten Demonstrationen anbelangt, so sind auch der Partei. lokalisieren; er würde einen Weltkrieg entfachen. Die deutsche wir der Ansicht, daß sie zu dem Zweck, die sozialdemokratischen Daß diese Drohung ernst gemeint ist, wollen wir freilich Sozialdemokratie werde alles tun, um eine solche Statastrophe Arbeiter Deutschlands über die Gefährlichkeit der betriebenen Kriegsnoch nicht annehmen. Wir halten sie für einen blinden Schreck unmöglich zu machen, sollte sie aber trotz aller Bemühungen heze aufzuklären, faum nötig sind. Von der deutschen Arbeiter doch ausbrechen, so würden ihre Urheber die Verantwortlichkeit schaft sind bisher alle Versuche, sie gegen England aufzuhetzen, schuß. Die füddeutschen Budgetbewilliger haben sich eben ver- au tragen haben. Die große Mehrheit der Deutschen dächten fühl abgewiesen worden, mochten auch die Kriegshezer die rechnet und sind in eine Sackgasse geraten. Daß der Parteitag gar nicht an Strieg. Er wage es deshalb, von einer Reise deutschen Arbeiter immer wieder der Vaterlandslosigkeit beschuldigen. der englischen Freunde nach Deutschland abzuraten. Eine Eine andere Frage ist aber, ob nicht öffentliche Friedens. im vorigen Jahre die württembergische Budgetbewilligung derartige Reise könnte von unseren Gegnern falsch ausgelegt demonstrationen der deutschen Arbeiterschaft beruhigend auf jene nicht rügte, machte ihnen Mut. Sie sahen im Stillschweigen werden. Es würde so aussehen, als ob sich Leute in England Kreise in England zu wirken vermögen, in denen die Aufhetzungsder Essener Delegierten nicht Nachsicht gegenüber einer ge- vor Deutschland fürchteten. Das sollte vermieden werden. oersuche ernste Kriegsbefürchtungen erregt haben. Diese Frage zu legentlichen Entgleisung, nicht Widerwillen gegen den ewigen Welchen Zived könnte man übrigens mit einer derartigen Reise entscheiden, ist Sache unserer englischen Genossen, die am besten Parteizant, den die ununterbrochenen Vorstöße der Revisio- erreichen? Wir könnten ja der Deputation doch nur das über die Situation in England zu urteilen vermögen. Sind sie der nisten nicht enden lassen, sondern sie sahen darin Schwäche wiederholen, was wir so oft auf Kongressen, in Versamm Ansicht, daß die geplanten Friedensdemonstrationen ihnen in ihrem und Furcht der„ Radikalen", und meinten daher, das ein- lungen und in der Presse gesagt haben. Die herrschenden Kampfe gegen die Kriegspropaganda zu nügen vermögen, so sind die mütige Vorgehen des ganzen Südens müsse diesen noch mehr Klassen beider Länder wissen ohnehin, daß die englischen und deutschen Arbeiter zur Unterstützung bereit. deutschen Arbeiter solidarisch seien. Neue Versicherungen Angst einjagen, noch mehr jeden Widerspruch zum Schweigen wären deshalb überflüssig. Außerdem werde der nächste Nürn bringen. berger Parteitag Gelegenheit nehmen, unsere Haltung zu den Zur Organisation des Bildungswefens. internationalen Beziehungen flarzulegen. Darin haben sie sich verrechnet. Gerade ihr wohlüberlegtes und abgefartetes einmütiges Vorgehen hat den Genossen die Bedeutung der Sache klar zum Bewußtsein gebracht und einen gewaltigen Proteststurm in allen Parteifreisen entfacht, wenn diese nur einigermaßen objektiv informiert wurden. Darüber scheinen die Redaktionen in München und NürnDer sozialistische Arbeiterabgeordnete William Thorne Genosse Eisner hieran die Bemerkung, daß so wie dieser Parteiberg den Kopf verloren zu haben; sie lassen die Zügel am bringt eine Milizvorlage im Parlament ein, die folgende fchüler wohl die meisten seiner ehemaligen Kameraden denken würden. Hauptbestimmungen enthält: Jeder wehrfähige britische Dbwohl ich persönlich von vornherein nicht daran zweifelte, daß Boden schleifen, und so können diese skrupellosen Methoden Bürger hat die Pflicht, sich einer militärischen Ausbildung zu Eisners Vermutung ebenso falsch wie voreilig war, hielt ich es doch zur Geltung kommen. unterziehen. Befreit sind Seefahrer, Schwächlinge, sowie die für notwendig, die Haltlosigkeit der von Eisner angesponnenen Sicher will die Masse der bayerischen Genossen davon jenigen Personen, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren Legende fofort auf die unanfechtbarste und zuverlässigste Weise dar nichts wissen. Sie sind ebenso gute Genossen wie alle anderen, tönnen, Waffen zu gebrauchen. Leztere Personen sollen aber autum. Als Obmann des Lehrerkollegiums der Parteiſchule richtete ebenso diszipliniert, ebenso bereit, Beschlüsse der Mehrheit für den Lazarettdienst ausgebildet werden. Die Milizpflicht ich an die ehemaligen Parteischüler ein Schreiben, in dem ich ihnen Bebels Antwort erschien auch in der„ Daily News". Der Als vor einiger Zeit ein ehemaliger Parteischüler, Genosse Redakteur des„ Labour Leader" versichert Bebel, daß dessen Wegener- Staffel, die Parteischule ein verfehltes Unternehmen" geAnsichten über die Absendung der englischen Deputation nach nannt und einer Dezentralisierung der Bildungsbestrebungen im Berlin die ernsteste Beachtung finden werden. Sinne der Nürnberger Versuche das Wort geredet hatte, Inüpfte fc«t SachbeiHalt darlegte und sie fragte, ob sie der Ansicht des Genossen Wegenerzustimmten oder nicht. Ich bemerkte ferner in dem Schreiben, dah rZ mir bei der Antwort nicht auf die guten oder schlechten Erfahrungen ankomme, die der einzelne bei seiner Rückkehr von der Parteischule irr Bezug auf Anstellung und Beschäftigung gemacht habe, sondern vornehmlich darauf, ob er durch den Besuch der Parteischule eine merkliche Förderung seiner theoretischen Einsicht erfahren hätte, ob rr jetzt besser als vordem imstande sei, in den wissenschaftlichen Sozialismus einzudringen; ob die Parteischule seine Lust und seine Fähigkeit zum Weiterstudieren angeregt habe und ob der auf der Parteischule genossene Unterricht ihm die Darlegung und Populari- sierung unserer Ideen erleichtere. Genosse Eisner, der von meinem Schreiben an die Partei- schüler auf irgend eine Weise Kenntnis erhalten hat, nimmt in der „Fränkischen Tagespost* dazu Stellung. Aber er verrät hierbei die- selbe Unklarheit über die Organisation des parteigenössischen BildungswesenS, die auch schon in seinen früheren Veröffentlichungen zu dieser Frage zutage trat. ES erscheint deshalb mit Rücksicht auf Eisner und auf andere am Platze, die Sachlage einmal etwas ein- gehender auseinanderzusetzen. Genosse Eisner schreibt: „Der Obmann des Berliner BildnngsanSschnsseS, Genosse H. Schulz, richtet an alle früheren Teilnehmer der Partei- schule ein Rundschreiben, in dem sie um ihre Meinung ersucht werden, ob sie mit dem Unterricht zufrieden wären, ob sie sich befähigter fühlten als früher usw. Die Absicht dieser Rundfrage ist, daS Zeugnis des früheren Parteischülers W e g e n e r zu ent- kräften, der gleich mir die Parteischule in ihrer jetzigen Form für unhaltbar erklärte. Ich fügte hinzu, dost so wohl die meisten Parteischüler dächten. Mir ist der Zweck deS Rundschreibens un- verständlich. Auch Genosse Wegencr hat sich über den Unterricht durchaus befriedigt erklärt, und ich habe mich über diese Frage überhaupt nicht gcäustert und konnte mich nicht äußern, da ich den Unterricht aus eigener Anschauung nicht kenne. Die Frage des Rundschreibens ist also falsch gestellt und die Beantwortung trifft deshalb gar nicht das von mir und den» Genossen Wegener er- vrterte Problem der O r g a n i s a t i o n des deutschen Bildungs- Wesens. Danach hätte man die früheren Schüler fragen müssen, z. B.. ob in ihnen Hoffnungen auf eine Parteistellung erregt und ob sie erfüllt worden sind.* Ich bedaure austerordcntlich, daß Genosse Eisner nach'zwei- jährigem Bestehen der zentralen Bildungsorganisationen der Partei noch solchen Mangel an Kenntnis über ihr Wesen und ihre innere Zusammengehörigkeit verrät, wie aus seiner obigen Notiz hervor- geht. Genosse EiSner spricht— aus Unkenntnis oder mit geheimer Nebenabsicht?— von einem Berliner Bildungsausschust. Be- kanntlich gibt eS aber bis jetzt noch gar keinen Berliner Bildungs- auSschust. Hoffentlich wird es nicht mehr lange dauern, bis sich auch die Berliner Parteigenossen ein solches Institut zur plan- mästigen Organisierung der Bildungsarbeit geschaffen haben; vor- läufig aber existiert ein solcher Ausschuß noch nicht. Bei seiner guten Kenntnis der Berliner Parteiverhältnisse sollte auch Eisuer das eigentlich wissen. Aber vielleicht weist eS Eisner auch, und er meint deshalb mit dem„Berliner" Bildungsausschuß in Wirklichkeit den vom Mannheimer Parteitag für die deutsche Gesamtpartei ein- gesetzten Bildungsausschust. Warum nennt er ihn dann den Berliner Bildungsausschust? Sollte er nicht aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht des BildungsauSschusjes er- sehen haben. daß der Ausschuß gerade für Berlin wenig getan hat, und daß fast seine ganze bisherige bescheidene Tätigkeit dem übrigen Deutschland, von Stuttgart bis Flensburg, zugute ge- kommen ist? Der Bildungsausschust hätte auch gern den bayerischen Genossen mehr geholfen als es gesckchen ist; eS hat aber nicht am Bildungsausschust gelegen, wen» es bisher«ficht in umfangreicheren, Mäste der Fall gewesen ist. Eisner nennt mich ferner zu unrecht den Obmann des BildungSausschusses. Der Vorsitzende deS Ausschusses ist Ge- nosse Hugo Heimann-Berlin; seine weiteren Mitglieder sind die Ge- nassen David-Mainz, Korn-Kiel, Mehring-Steglitz, Vollmar-München und die Genossin Zetkin-Stuttgart. Als siebentes Mitglied und zugleich als sein Gefchäftsführer gehöre ich dem AuSschuste an. Der Parteivorstand entsendet zu den Sitzungen des Ans- schnsscS als seinen Vertreter den Genossen Bebel. Aber natürlich habe ich nicht als Geschäftsführer deS Bildungsausschusses an die ehe- maligen Parteischüler geschrieben, sondern in der von mir zugleich ausgeübten Funktion als Obmann des Lehrerkollegiums der Partei- schule. Eine unmittelbare organisatorische Zusammengehörigkeit besteht im übrigen zwischen den beiden Instituten nicht. Die Partei- schule ist ein Ressort des Parteivorstandes, der Bildungsausschust da- gegen ist eine von einem Parteitag eingesetzte und alljährlich von den Parteitagen neugewählte selbständige Korporation, die selbst- verständlich im Interesse der Partei ihre Arbeiten in enger Fühlung mit dem Parteivorstand zu erledigen bemüht ist. Aber eine innere Zusammengehörigkeit zwischen den beiden Instituten ist trotzdem vorhanden, wie ich weiter oben schon andeutete. Und diese führt mich wieder auf die übrigen irrigen Ausführungen der EiSnerschen Notiz zurück. EiSner meint, ich hätte in meinem Schreiben an die Parteischüler fragen müssen, wie sie sich zu seinen und WegenerS Ansichten über eine andere Organi- fation des BildungswesenS stellen. Aber das war in diesem Falle gar nicht die entscheidende Frage. Zunächst konnte ich bei allen Parteischülern eine hinlängliche Kenntnis von den Funktionen des BildungSausschusses voraussetzen, haben sie mich doch häufig genug in dankenswerter Weise dabei unterstützt. Sie wissen deshalb auch sehr genau, daß der Bildungsausschust gerade die „Massenbildung* anstrebt, die Genosse EiSner propagiert. Sie wissen allerdings auch, daß der Bildungsausschust dies vorläufig nicht da- durch erreichen kann, daß er die»venigen für die Masscnbildnng geeigneten Kräfte in einem verhältnismäßig kleinen Be- zirke dauernd festhält, sondern dadurch, daß er sie durch das Mittel der wissenschaftlichen Wanderkurse möglichst vielen Gegenden Deutschlands und möglichst vielen Genossen zugute kommen läßt. Wie der Jahresbericht des Bildungsausschusses mitteilt, sind im letzten Winter durch die Vortrags- und Unterrichtskurse, die der Bildungsausschust vermittelt hat, 5493 Genossen und Genossinnen gegangen. Ich konnte ferner bei den ehemaligen Parteischülern als selbstverständliche Meinung voraussetzen, daß sie nicht im Sinne der EiSnerschen Pläne einer Austeilung der Parteischule zugunsten der Provinz geneigt sein würden. Denn die Parteischüler kennen durch- weg die Personalverhältnisse im Lehrerkollegium hinreichend, um schon auS diesem Grunde die Unmöglichkeit solcher Pläne einzusehen._ Zugleich aber wissen alle ehemaligen Partei- schüler, daß die nächste, sicher st e»ind darum auf di» Dauer auch billigste Methode zur allmählichen Verwirklichung deS EiSnerschen BildungSidealS und deS Nürnberger Vorbildes— die Parteischule ist. besonders wenn sie in Zu- fünft noch ausgebaut und befestigt wird. Gerade in der Parteischule werden alljährlich an dreißig Ge- Nossen und Genossinnen herangebildet, im wissenschaftlichen So- zialiSmuS und in einigen Hilfswissenschaften unterwiesen sowie in der praktischen Anwendung des Gelernten geübt, und zwar wendet die Partei die dadurch entstehenden erheblichen Kosten nicht auf. damit der einzelne sein persönliches Wissen im Selbstinteresse erweitern soll, sondern damit et eS der Allgemeinheit, den Parteigenossen wieder zugute komme» läßt. Wenn das bisher noch nicht in ge- nügendem Maße geschehen ist, so liegt gewiß ei» Teil der Schuld bei den ehemaligen Parteischülern, da bei der nun einmal vorhandenen menschlichen Unzulänglichleit nicht jeder in gleichem Maße die nötige Befähigung besitzt oder erwirbt. Zum anderen Teile liegt aber auch die Schuld bei den Parteigenossen, indem sie die ehemaligen Partei- schüler nicht in genügendem Maße vor Aufgaben gestellt haben, die sie hätten lösen können. Ich habe dabei nicht allein die Anstellung im Auge; auch Genossen, die von der Parteischule aus wieder in ihren ehemaligen Beruf als Tischler oder Schlosser oder Maler zu- rückkehren mußten, sind gern bereit, die auf der Schule erworbenen neuen Kenntnisse durch Abhalten von Lese- und Diskussionsabenden oder von Unterrichts- und Vortragskursen im Interesse der Partei anzuwenden. In Orten, in denen man die Wirksamkeit der Partei- schule von vornherein richtig beurteilt hat, die deshalb auch ihre besten Kräfte geschickt und sie bei ihrer Rückkehr in der richtigen Anwendung des Gelernten tatkräftig unterstützt haben, ist denn auch schon heute der gute Einfluß der Parteischule unverkennbar. Vielleicht kommt jemand mit dem Einwände, daß die Partei- schüler mit ihrem halbjährigen Schulbesuch noch keine brauchbaren Lehrkräfte seien. Darauf ist zu erwidern, daß die meisten Partei- schüler schon vorher als Lehrer und Agitatoren tätig waren, sodast ihnen die Parteischule nur die nötige systematische Grundlage, Ver- tiefung und Festigung und die Methode zu gebe» braucht. Das ist aber bei gewissenhaften Schülern in dem halben Jahre ein durchaus erreichbares Ziel. Ein aufgeweckter, charaktervoller Proletarier, der sich zum Ziele setzt, das kostbare halbe Jahr in Berlin nach besten Kräften auszunützen, wird ungemesscne Schätze neuer Erkenntnisse und Anregungen mit nach Hause nehmen. Und wiederum wird ein solcher Mann lveit besser für die„Mnssenbildung", das heißt also für die Weitergabe und Popularisierung des Gelernten an einen Kreis bildungSeisrigcr Genossen in seiner Heimat, geeignet sein als mancher akademisch gebildete Theoretiler, da er im Gegensatz zu diesem viel unniittelbarer zu den Genossen sprechen kann und oft genug Möglichkeiten und Beispiele zur Vcranschaulichung des Vorgetragenen findet, auf die ein noch so gelehrtes Haus nicht kommt. Das haben schon gelegentliche Erfahrungen im Unterrichte der Partei- schule ergeben. Gelingt es aber der Parteischule, von ihren Schülern möglichst viele zu Lehrern der gekennzeichneten Art heranzubilden/ so hat sie ihr Hauptziel erreicht. Damit ist dann auch im wesentlichen das erreicht, waS EiSner anstrebt. Nur lvill Eisner das Ziel allein, ohne die Mittel zu»vollen, ja, er lvill sogar ein wichtiges Mittel zertrümmern. Nichtiger scheint eS mir zu fein, zunächst die Mittel, die Vorbedingungen, zu schaffen und damit auch das Ziel zu erreichen. Ans diesen Gründen Ivaren für mich, als ich mich mit meinen» Schreiben an die ehemaligen Parteischüler wandte, die ent- scheidenden Fragen nicht die, die Eisner dafür hält, sondern die von mir eingangs genannten. Ich wollte wissen, ob die Partei- schule ihren Hauptzweck, die Schulung der Genossen zu tüchtigen, theoretisch gefestigten Agitatoren und Lehrern, nach der Meinung der Nächstbeteiligten, der Schüler erreicht hat. Eine beiläufige Neben- fache ist demgegenüber, ob die ehemaligen Parteischüler schon alle in Partei- oder GewerlschaftSstellnngen untergebracht sind. Gewiß ist das wünschenswert und es freut mich deshalb, daß die Teil- nehmer an beiden Kursen zum iibergrosten Teile geeignete Stellungen erlangt haben. Wenn es damit bisher hapene und noch hapert, so liegt das neben einem hier und da vorhandenen unberechtigten Mist- trauen gegen die Parteischule besonders an der wirtschaftlichen Krise, die alle politischen und gewerkschaftlichen Organisationen veranlastt, sich gegenwärtig in der Anstellung neuer Kräfte große Zurück- Haltung aufzuerlegen. Aber für den Hauptzweck der Schule ist diese Frage nicht entscheidend, da man der Partei auch lvertbolle Dienste leisten kann, wenn man sich nicht in einer beamteten Stellung befindet. Völlig überflüssig aber wäre die von Eisner gewünschte Frage an die Parteischüler gewesen, ob in ihnen Hoffnungen auf eine Parteistellung erregt worden sind. Jeder Parteischüler weist, daß dies nicht der Fall gewesen ist. In einem zweiten Artikel werde ich an der Hand der Urteile der früheren Parteischüler den Beweis erbringen, daß diese entgegen der EiSnerschen Annahme und im Gegensatz zum Genossen Wegener die Parteischule nicht für ein»verfehltes Unternehmen" halten. Heinrich Schulz. politische debersicbt. Berlin, den 31. August 1903. Eine kaiserliche Fricdensrede. Wilhelm II. hat a»lf dem gestrigen Festmahl im Straß- burger Kaiserpalast eine Tischrede gehalten, und zwar eine sogen. Fricdensrede. die wahrscheinlich in den nächsten Tagen die gutgesinnte Presse lebhaft beschäftigen wird. Er sagte u. a.: „Als Bewohner dieses Grenzlandes haben Sie naturgemäß daö größte Interesse an der weiteren Erhaltung des Friedens, und ich freue mich, Ihnen als meine inner st e Ueber- zeugung es aussprechen zu können, daß der europäische Friede nicht gefährdet ist. Erbe- ruht auf zu festen Grundlagen, als daß sie durch Hetzereien und Verleumdungen, von Neid und Mistgunst Einzelner eingegeben, so leicht umgestürzt werden lönnten. Eine feste Bürgschaft bietet in erster Linie das Gewissen der Für st en und Staatsmänner Europas, die sich Gott gegenüber verantwortlich wissen und fühlen für das Leben und Gedeihen der ihrer Leitung anvertrauten Völker. Zum anderen ist eS der Wunsch und derWilleder Völker s e I b st, sich in ruhiger Weiterentwickelung die groß« artigen Errnngenschaften fortschreitender Kultur nutzbar zu machen und im friedlichen Wettbewerb ihre Kräfte zu meffen. Und zuletzt w ir d d e r F r i e d e gesichert und verbürgt auch durch unsereWehrmachtzuWasser undzuLande, durch das deutsche Volk in Waffen. Stolz auf die unvergleichliche Manneszucht und Ehrliebe seiner Wehrmacht ist Deutschland ent- schlössen, sie ohne Bedrohung anderer auch ferner aus der Höhe zu erhalten und so auszubaue», wie eS die eigenen Interessen erfordern, niemand zuliebe, niemand zuleide.* In der heutigen Zeit der Kriegshetze und der Kriegs- befurchtungen kann die Rede nichts schaden. Zu bedauern ist nur, daß die späteren Sätze die einleitenden Friedens- Versicherungen größtenteils wieder aufheben. Ter Ausspruch, der Friede werde besonders gesichert und verbürgt durch die Erhaltung unserer Wehrmacht zu Wasser und zu Lande und deren Ausbau in dem Maße, wie es die eigenen Interessen Deutschlands verlangen, das heißt, durch»vettere fortgesetzte Rüstungen, hebt den Eindruck der im ersten Teil der Rede bekundeten Meinung, daß der europäische Friede nicht ge- fährdet sei, wieder auf. Besonders in England wird man in diesem Passus nur de», Willen sehen, sich aus keine Abrüstung zur See emzulassen, also trotz der englischen Vorschläge einer Festsetzung der Schiffs Neubauten das Wettrüsten nach Be- lieben fortzusetzen. Auch die Begründung des Friedens mit dem Gewissen der Fürsten und der Staatsmänner und ihrem VepantworÜichkeitsgefM vor Gott ist tvenig überzeugend, da es soivohl um das Geimsseii als um die Gotlessurcht mancher der europäischen Potentaten recht schlecht bestellt ist. Eine weit bessere Friedensbürgschaft scheint uns darin zu liegen, daß man in den herrschenden Klassen von einem Krieg vielfach einen Ruin des heutigen Wirtschaftslebens befürchtet, und daß das arbeitende Volk trotz aller Kriegs- treibereien und Stimmungsmache bestimmter Interessen- schichte»» von einem Kriege absolut nichts wisse»» ivill. Dieser „Wille der Völker, s e I b st" ist schließlich doch dös Entscheidende.—_ Tas Fazit der Budgetbewilliguug ziehen in Baden mit breitem Behagen die liberalen Block- Parteien,»nden» ihre Presse einen Artikel des Konstanzer demo- kratischen Abgeordneten V e n e d e y nachdruckt, in welchem die Hohe politische Einsicht der badischen Sozialdemokratie im Gegensatz zu den Berlinern gelobt und die.nun offen zutage liegende Bündnis- fähigkeit der Sozialdemokratie konstatiert wird. Es heißt da: „Wenn es für ängstliche Gemüter— zu denen wir Demo- kraten gottlob nicht gehören— noch eines Beweises für die Bündnisfähigkeit der badisöben Sozialdemokratie bedurft hätte, so würde ihn die Entschlossenheit und das Ver- antivortlichkeitsgcfühl endgültig erbracht haben, mit dem ihre Abgeordneten, dem großen Berliner Parteibannsirahl mutig trotzend, sich sagten: eS geht nicht, daß wir uns monatelang an den Verhandllingen des Landtages beteiligen und große Ausgaben bewilligen, um»mS im Augenblick der Entscheidung und Ver- wirklichung in den Schmollwinkel unfruchtbarer Negation zurück- zuziehen und das Finanzgesetz und damit die Ntittel der Durch- sührung der von uns selbst mitbeschlosscnen Anforderungen ver- »neigen». Man wird es den Abgeordneten Kolb und Frank, die auf dem bevorstehenden Parteitag einen schweren Gang tun werden, hoch anrechnen müssen, daß sie der eigenen besseren Einsicht und der Vernunft gegen die ver- blendete Parteidoltrin der Berliner Parteigötter zum Sieg ver- Holsen und damit den Weg der Verständigung mit den bürgen- lichen Liberalen und Demokraten für die nächsten Wahlen aufs neue geebnet und gangbar geniacht haben." Also jetzt brauchen die Liberalen unsere Hilfe nicht mehr zurück- zuweisen, nachdem unsere Fraktion gezeigt hat, daß sie„Einsicht und Verminst" genug besitzt, um den Weg für die Verständigung mit den Liberalen und Deinokraten zu ebnen. Herr Mugdan. Mugdan ist bei den Freisinnigen das, was Kreth und Oldenburg« Jamischau bei den Konservativen sind: der politische Clown, der be« strebt ist, durch cxtrem-reaktionäre Allüren die Allfmerksamkeit ans sich zu lenken. Jetzt ist der Ma»»»» von Theodor Barth in einer Versammlung wie folgt gezeichnet worden: „Wir alle wissen, daß Mugdan geradezu die Verkörperung aller reaktionären Eigenschaften des heruntergekommenen Blockfreisinns darstellt. Deshalb muh für jemand, der wirklich ernsthaft fortschrittliche Politik in der Berliner Koinmunalverwaltung treiben will, eS unmöglich sein, einen so reaktionären Mann wie Herrn Mugdan ins Rote Haus zu schicken. Mugdan hat sich immer nur in der Richtung betätigt, unter allen Umständen gegen die sozial- demokratisch organisierte Arbeiterschaft scharf zu machen. Er ist auf diese Weise zu einer der sozialrückständigsten Figuren in unserem parlamentarischen Leben geworden. Ein solcher Rückschritt dar» nicht in unser Stadtparlament kommen. Eugen Richter war ein Feind des ReichLtagswahlrechts für die Kommunen und Herr Mug- dan wird kaum fonschrittlicher sein als Eugen Richter. Man muß verhindern, daß durch die Wahl MugdanS wieder der Regierung gezeigt wird, daß das freisinnige Getue nichts bedeutet und dap daö freisinnige Bürgertum in Berlin keine Zähne hat. Gerade die Berliner Bürgerschaft muß es als ihre Ehrenpflicht betrachten, alle» Welt zu zeigen, daß sie bei der Verteidigung der Selbstverwaltung im Vordcrtreffen steht. Auch beim Fall Schücking hatten die freisinnigen Führer keinen Finger gerührt, als die Demokratische Vereinigung schon machtvolle Protestkundgebungen veranstaltete. Es handelt sich darum, die kommunalpolitische Ehre Berlins wieder herzustellen, uitd deswegen kann man keinen reaktionären Mugdan wähleit."_ Das Schicksal der Krankenkassen. Eine Fachzeitschrist für die BctriebSkrankenkassen ist in Rr Lage, nähere Mitteilungen über die in Aussicht stehende„Reform" zu machen. Beabsichtigt ist eine umfassende Zentralisation durch Verschmelzung gleichartiger Kassen. Für die Abgrenzung sind die berufsgenossenschaftlichcn Bezirke als maß- gebend ins Auge gefaßt. In der inneren Organisation sollen grundsätzlich, Rechte und Pflichten der Unternehmer und Arbeiter g l e i ch se i n und die Beiträge von Unternehmern und Arbeitern zu gleichen Teilen getragen werden. Die Kassenvorstände sollen einen „unparteiischen" Vorsitzenden erhalten, der vom Kommunalverbande, das heißt, meist vom Kreistage zu bestellen ist, bei S t i m m e n g l e i ch h ei t den Ausschlag gibt und in der Regel die Geschäfte des Vorstandes allein wahrnimmt. Damit wären die Wünsche des Verbandes deutscher Industrieller erfüllt. Tas Reichsamt deS Innern hat vor den Bueck und Konsorten kapituliert. Nach dem obigen Lorschlag wäre die Selbstverwaltung der Ortskrankenkasscn beseitigt, die Orts- krankcnkassen würden zu einer Versorgungsanstalt für Militärau Wärter l)erabgerdückt werden. Herr v. Aeth- mann-Hollweg, der in diesem Falle ein getreuer Fridolin des Groß- kapitals sein will, wird auch keinen besonderen Widerstand leisten, wenn es dem K o a I i t i o n s r c ch t an den Kragen gehen soll. Umgehung der Grenzkontrolle bei der Beschäftigltng ansländischer Arbeiter. Der Landrat deS Kreises Marienburg. Frhr. Sensst v. Pilsach. erläßt folgende Bekanntmachung in dem dortigen KreiSblatt: „Durch eine Anzeige des Grenzamtes Lautenburg Wpr. und auch auf anderem Wege ist mir bekannt geworden, daß bei den gegenwärtigen Erntearbeiten im Marienburger Kreise in nicht geringer Anzahl Russen ohne Legitimationskarten beschäftigt werden, die mit Fuhrwerk über die Landesgrenze nach der Station Montowo der Mlawkaer Eisenbahn befördert sind. Die Einführung von Legitimationskarten der Deutschen Feld- arbeiterzeutralstelle für ausländische Arbeiter, die an der Spitze l>eS Kreisblattes vom 15. April 1993 bekannt gemacht wurde, verfolgt den Zweck, den überhandnehmenden Kontraktbrüchen der ftemden Arberler zu steuern. Dieser Zweck kann aber nur erreicht werden, wenn d ie La n d w i rte se lb st d aS �hrige dazu tun, indem sie keine fremden Arbeiter ohne LegNimationskarte einstellen und kontraktbrüchige Leute den Polizei- beHorden anzeigen, damit sie ausgewiesen werden. Anscheinend wollen manche Landwirte die Gebühren für die Ausstellung der Karten ersparen. Diese Gebühr ist eine lästige, aber zur Deckung entstehender Kosten unvermeidliche Ab- gäbe, die jedenfalls in keinem Verhältnis zu den Vorteilen einer erfolgreichen Bekämpfung deS Konttaktbruches steht. Ich wende mich hiermit an die Einsicht der beteiligten Kreise. indem ich der Erwartung Ausdruck gebe, daß sie sich jeder Um- gehung der Grenzkontrolle im eigenen Interesse der heimischen Landwirtschaft enthalten und sich vielmehr die Unterstützung der Grenzämter und der mitwirkenden Behörden angelegen sein lassen." Die Bekanntmachung zeigt»mfere ehrsamen Agrarier w ihrer ganzen Profitjucht. Auch in Ostpreußen, insbesondere in den nahe der Grenze ge- legenen Landlreisen wird die Grenzkontrolle also ohne große Schwierigkeiten von den Besitzern, in deren Interesse die Grenz- legitimation eingeführt worden ist, umgangen. Die für Feldarbeiten geworbenen Arbeitskräfte werden vielfach weit ab von den Grenz- ämtern in dazu bereit gehaltenen Wagen über die sogenannte grüne Grenze transportiert und von den Besitzern auch ohne LegitimationZ- karten in Empfang genommen. Braucht man die ausländischen Arbeitstiere nicht mehr, dann läßt man sie laufen. Kontraktbrüchige Arbeiter werden sehr oft nicht der Polizei denunziert, weil dem Besitzer dadurch Geldkosten entstehen; denn laut Gesetz werden die Kosten für den Rücktransport kontraktbrüchiger ausländischer Arbeiter über die Grenze von dem Besitzer eingezogen, bei dem die Arbeiter kontraktbrüchig geworden sind, und wenn es den Agrariern an den Geldbeutel geht, dann pfeifen sie auch auf Gesetze und Verfügungen, deren Zustandekommen sie selbst veranlaßt Habel»._ Die Strafprozeft-Novellen. Die in ihren Grundzügen im Juli schon mitgeteilten Nopellen zum Gerichtsverfassungsgesctz und zur Strafprozeßordnung sind nunmehr in amtlicher Ausgabe mit Begründung veröffentlicht worden. Die Veröffentlichung umfaßt 38(1 Seiten in Ouartfonnat. Der Inhalt ist aus den offiziösen Veröffentlichungen zum Teil schon bekannt und auch von uns mitgeteilt worden. Er betrifft die Organisation der Strafgerichte 1. und 2. Instanz, die sachliche Zu- ständigkeit der Gerichte, die Oeffentlichkeit, die Untersuchungshaft, die Beschleunigung des Verfahrens und das Verfahren gegen Jugend- liche. Die Begründung spricht die Hoffnung aus, daß auf Grund der Reformen Untersuchungshaft in wirklich unbedeutenden Sachen ganz vermieden werde. Beseitigt soll ferner die schematische Begründung des Fluchtverdachts sein. Die Vermutung der Fluchtgefahr soll nur bestehen, wenn nach Lage des einzelnen Falles eine wirklich schwere Strafe zu erwarten ist. In allen anderen Fällen bedarf es bestimmter Tatsachen, aus denen sich der Fluchtverdacht ergibt. Für eine gründliche Nachprüfung der Be- rechtigung des Haftbefehls wird dadurch Sorge getragen, daß der Verhaftete das Recht erhält, seinen Einspruch gegen den Haftbefehl mündlich dem mit seiner Sache betrauten Richter vorzutragen. Nach dem heutigen Recht ist dem Verhafteten nur der schriftliche Beschwerdeweg an die höhere Instanz gegeben. Die Stellung des Beschuldigten im Vor- verfahren und im Zwischenvcrfahren und die S t e l- lung der Verteidiger soll verhüten, daß der Angeklagte un- vorbereitet über wichtigere Sachen in die Hauptverhandlung ein- tritt. Es wird daher der Staatsanwaltschaft oder dem Unter- suchungsrichter zur Pflicht gemacht, dem Beschuldigten alle Bc- lastungsmomente in einer mündlichen Schlutzverhand- l u n g vor Augen zu führen. Die Einsicht in die Akten soll dem Verteidiger nicht nur. wie bisher, gestattet werden können, vielmehr wird ihm grundsätzlich das Recht hierzu eingeräumt. Bei der Vernehmung des Beschul- digten im Vorverfahren wird die Zuziehung des Verteidigers gestattet, und bei Verhör von Zeugen und Sachverständigen soll er regelmäßig zugezogen werden._ Die christliche Internationale. Die christlichen Gewerkschaftsblätter haben in ihren Artikeln zu der Züricher internationalen Konferenz christ- licher Gewerkschaftsführer natürlich nicht unterlassen, sich gegenüber der Sozialdemokratie aufs hohe Roß zu setzen. In den Augen der biederen Christlichen sind die internationalen sozialistischen Veranstaltungen nichts als Gelegenheiten zum Raufen und zum Phrascndreschen, während eS im Lager der Christlichen, mögen sie sich nun im nationalen oder im internatio- nalen Rahmen betätigen, alleweil friedfertig hergeht und nichts als praktische und nützliche Arbeit geleistet wird. In Wirklichkeit hat die christliche Konferenz in Zürich einzig dazu gedient, die Zer- fahrenheit und Unklarheit der Christlichen aufs neue zu offenbaren: die Berliner lassen wider die M.-Gladbacher den alten Kampf mit erhöhter Wut aufleben, die Bischöfe jammern über die räudigen Schäfchen, die von der Jnterkonfessionalität angesteckt sind und die also Getadelten geben sich Mühe, zu versichern, daß alles nicht so schlimm gemeint sei. Und was nun gar die„Jnternationalität' betrifft, so tönt es aus Holland in teils höhnenden, teils ent- rüsteten Worten über die deutschen Gewerkschaftsführer, die sich anmaßen, gegenüber anderen Ländern den Schulmeister zu spielen und die katholischen Arbeiter aus der innigen Gemeinschaft mit der Kirche zu lösen. So sagt das„Katholisch-soziale Wochenblatt", das Zentral. vrgan der klerikalen Arbeiterbewegung in Holland, zu dem Bericht über die Züricher Verhandlungen:„Nur mit Mühe bezwang ich meinen Widerwillen bis hierher zu berichten, einen Widerwillen, den jeder katholische Hol- länder vollständig begreifen wird.... Die Herren Deutschen kennen uns Niederländer sehr schlecht, wenn sie glauben, daß wir auch nur die geringste Neigung haben, unS von Preußen maßregeln zu lassen. Wir werden die Dinge ordnen so, wie wir es für das beste halten und wir denken nicht daran, bei den Herren Deutschen zu fragen, wie in unserem Lande unser Verhältnis zu unseren Bischöfen sein muß." Das Blatt erklärt dann, daß die EntWickelung der christlichen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland und das stets deutlicher zutage tretende Streben nach Jnterkonfessionalität bcsorgnis- erregend sei. Das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat wurde wieder lebendig in dem Prinzip der Trennung von Kirche und Gesellschaft, das zum Ausdruck komme im Streben nach Trennung von Religion und sozialer Aktion— ein Streben, daS die Holländer weder jetzt noch in Zukunft mitmachen würden, da sie sich nicht ab. drängen lassen wollten von dem Wege, der zum christlichen Zu- kgnftsstaat führe._____ Das„liberale" Reichsvereinsgesetz. Da?„liberale" neue ReichSbereinSgesetz unterstellt in Reuß j. L. die politischen Bereine noch genau so der polizeilichen Ueberwachnng wie früher. Eine Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für Reuß j. L. war— trotz Protest— polizeilich überwacht worden, obgleich nur Mitglieder anwesend waren. Also auch äußer- lich war die Versammlang eine geschlossene. Auf erhobene Be- schwerde entschied das fürstliche Ministerium, daß nach dem neuen Vereinsgesetz die Ueberwachung berechtigt war. Der Verein sei so groß, erstrecke sich über den ganzen Staat, die Erwerbung der Mitgliedschaft sei so leicht gemacht— ebenso der Austritt— der Wechsel der Mitglieder ebenfalls groß, so daß die Versammlungen nicht als solche eines abgeschlossenen Kreises betrachtet, vielmehr als öffentliche aufgefaßt werden müßten, die auch polizeilich über- tvacht werden könnten. Die Auslegung des Vereinsgesetzes durch das reußische Ministeriilm entspricht durchaus dem preußischen Polizeigeist.—_ Um das Koalitionsrecht. Die sozialdemokratische Fraktion des M ü n ch e n e r G c m e i n d e k o l l e g i u m s hat aus Anlaß der neuerlichen Vor- stöße der Augsburger Maschinenfabrik gegen das Koalitionsrccht ihrer Angestellten und Arbeiter an den Magistrat die An- frage gestellt, ob er trotz eincS Beschlusses des Münchener Ge- meindekollegiumS die Lieferung für die Sauggasregencratorcn- anlage beim neuen Gaswerk Moosach der Firma bereits übertragen hat und ob die Fabrik für diesen Fall den Nachweis erbracht hat, daß ihren Ardeitern und Beamten die volle Koalitionsfreiheit gr- sichert ijt, Weil er den Baldachin nicht tragen wollte. Ein Ardeiter in einem Dorfe Mittelfrankens erhielt folgendes Schreiben: Sie haben am letzten Donnerstag �Fronleichnam) den Baldachin nicht getragen, trotzdem Ihr Name rechtzeitig von der Kanzel verkündet wurde. Hier gebe ich Ihnen den Beschluß der Siircheit- und Gemeindeverwaltung vom 21. Mai IMS bekannt: „ES wird einstimmig beschlossen, daß die jüngst verheirateten 12 Ehemänner, jedesmal je 4, bei einer Prozession den Baldachin tragen, und wird die Verkündigung von der Kanzel aus als genügende Bekanntgabe erklärt. Wer ohne Grund sich weigert öder nicht erscheint, hat 2 M. an die Kircheustiftung zu bezahlen, welche einen Stellvertreter besorgen wird." Erwarte, daß Sie in Bälde den Betrag von 2 M. erlegen. Kath. Pfarramt Theilenberg. Leuchtle, Pfarrer. Dieser kirchliche Strafbesehl erging am 20. Juni. Der Arbeiter hatte aber keine Lust, die 2 M. in die Kirchenkasse zu zahlen. Er wartet noch jeden Tag aus den Gerichtsvollzieher. Enlenburg hat Glück. Der bekannte Hauptbelastungszeuge im Prozeß Euleubukg, der Fischermeister Ernst in Starnberg, ist nach der„Deutschen Zeitung" infolge der Aufregungen, die ihm der Prozeß bereitete, vom V e r f o l g n n g s w a h n s'i n n befallen worden. Jede Aussicht auf eine Wiedergenesung des bedauernswerten Mannes sei aus- geschlossen. Ernst ist nach der Ueberzeugung der Aerzte unheilbar wahnsinnig und kann demnach für einen nochmaligen Euleiiburg- Prozeß nicht mehr in Betracht kommen.— Oesterreick. Prozentchauvinlsmus. Die bürgerlich-tschcchischen Stadtväter P r ä g I haben eine große Röhrenlieferung für eine einzurichtende Wasserleitung einer französischen Firma übertragen— angeblich im nationalen Interesse, da das österreichische Eisenkartcll, der einzige in Betracht kommende Konkurrent, germanisierende Tendenzen verfolge. Jetzt aber erhebt der Direktor der Eisenindustriegesellschaft Kestranek öffentlich die Beschuldigung, daß die Gemeindevertoaltung die Röhren an die französische Firma vergeben habe, nachdem er die Unterhändler, welche für Mitglieder der Gemeindeverwaltung Bcstechungsgelder verlangt hatten, abgewiesen hatte. Seine Vorwürfe erregen um so größeres Aufsehen, als er vor Gericht gestellt zu werden wünscht. Der jungtschechische Abgeordnete und Prager Stadtverordnete Karl Czernohorsky und sein Bruder, der GroßholzhäNdler ist, sollen die fraglichen Unterhändler bei Direktor Kestranek gewesen sein. Karl Czernohorsky legte sein Mandat nieder und v erließ Prag, wohin ist unbekannt. Ein Vertreter der Prager Stadtgemeinde und der Wasserwerke wird gegen den Zentraldirektor Kestranek die Klage beim Prager Straf» gericht einbringen. Rußland. Wie die Negieruug die Hungersnot bekämpft. Während die Not in den von der„Mißernte" betroffenen Gouvernements täglich zunimnit, kämpft die Regierung— gegen die öffentlicben Institutionen, die den Hungernden Hilfe bringen. Wie aus Moskau berichtet wird, ordnete das Ministerium de» Innern an, daß das durch seine fruchtbringende Tätigkeit rühmlichst bekannte„Hilfskomitee für Notleidende an der Pirogolvschen medi- zinischen Gesellschaft" unverzüglich aufgelöst werde. Offizielle Daten über die„Katorga". Einem Mitarbeiter der„Rjetsch" ist eS gelungen, offizielle Daten über die Zahl der zur„Katorga" verurteilten Personen zu erlangen, die von der Regierung aus begreiflichen Gründen nicht publiziert werden. Diese Daten sprechen im Verein mit der Statistik der Hinrichtungen eine erschütternde Sprache. Als die südliche Hälfte der Insel Sachalin nach dem russisch- japanischen Kriege den Japanern abgetreten wurde, konnte die Insel nicht mehr als Aufenthaltsort für die zur Katorga verurteilten Personen dienen. Seitdem stieg ihre Zahl von 2ö(X) auf 12 000, für die aber bloß S99S Plätze in den Zuchthäusern Sibiriens vorhanden sind, ungerechnet die 1000 Sträflinge, die beim Bau der Amlir-Landstratze verwendet werden. Die Eröffnung neuer spezieller Gefängnisse konnte diesem„Rannimangel" nicht abhelfen. Weder konnte die Schlüsselburgcr Festung, die abermals erschlossen wurde, noch konnten die zwei neue» Baracke» in Nertschinsk und die in ein Zuchthaus verwandelte Steuermanns- schule in Nikolajew einen beträchtlichen Teil der Gefangenen fassen. Gegenwärtig befinden sich etwa 3000 Gefangene in den gewöhnlichen Gefängnissen, die wegen Mangel an Raum nicht nach der Katorga übergeführt werden können. Hierzu kommt noch, daß nach den Angaben der HauptgefängmS- Verwaltung jede Woche 2S0— 300 Personen zur Katorga verurteilt werden. Die Gouverneure sind angewiesen worden, nicht darauf zu bestehen, daß die zur Katorga Verurteilte» nach ihrem Bc- stimmungsort abgeführt werden.-- ftlarokko. Abdul Afis resigniert nicht. Aus französischer Quelle kommen Meldungen, wonach Abdul Asis den Kampf noch nicht aufgibt, sondern sein Glück noch ein- mal versuchen will. Auch von einem Siege einer asisischen Mahalla wissen die französischen Telegramme zu erzählen. AuS Marrakcsch wird vom 24. August gemeldet, daß Mlugi bei Dercchef die Mahalla Jrrauis geschlagen habe, die vierzig Tote hatte. Mtugi bombardierte dann das zwanzig Kilometer von Marrakesch entfernte Agadni. Jrraui bat dringend um Verstärkung, was in Marrakesch große Bewegung hervorrief, zumal als Mtugi einen Brief sandte mit der Aufforderung an Glaui, Abdul Asis zu proklamieren und seine Mahalla einziehen zu lassen, um eine Beschießung der Stadt zu vermeiden. Aus den Brief wurde keine Antwort erteilt, aber alle Truppen sind außerhalb der Stadt. Die Stadttore sind geschlossen. Rehamna ist zur Verstärkung JrrauiS abgezogen.— Mulay Hafid und die AlgcciraSakte. Der Pariser„Eclair" meldet auS Tanger, gerüchtweise verlaute, Mulay Hafid beabsichtige, alle Notabeln deS Landes zu einer Versammlung einzuberufen. in welcher er die Frage stellen will, ob er die Akte von AlgeciraS anerkennen oder die Einberufung einer neuen Konferenz bei den Mächten beantragen solle; ferner ob er die mit den Mächten abgeschlossenen Ver- träge, Anleihen und sonstigen Verpflichtungen übernehmen müsse.-— perlien. Die Lage in Täbris. Die Londoner„Times" melden aus TäbriS, daß der Ausgang der bartigen revolutionären Bewegung allem Anscheine nach für das Schicksal ganz Persicns entscheidend sein werde. Der opposi. tionelle politische Klub mit Sata Khan, als militärischen Diktator, beherrsche die Stadt und halte völlige Ordnung aufrecht. Der politische Klub teilte den fremden Konsuln mit, er werde bis zum Wiederzusammentritt des Parlaments die regierende Behörde der Provinz Asserbedian bleiben. Die Ver- Handlungen mit Amed Dauleh, der die Stadt im Namen des Schahs zum Gehorsam zurückführen will, sind unterbrochen. Amed Dauleh benachrichtigt den russischen Konsul, er wolle die Stadt init den 12 Geschützen, die ihm zur Verfügung stehen, beschießen. und forderte die Europäer auf, vor Beginn der Feindseligkeiten abzuziehen. Sata Khan verfügt zur Verteidigung der Stadt über 5099 wehrfähige Männer, darunter kaukasische Mohamme- daner aus Kars- keruer über fünf brauchbare Gelchütze. Welches Seite der Sieg zufallen wütd?, Kenn eS kvirllicff zllkl Kampfe kommt, ist unsicher, jedenfalls haben die Revolutionärs üb folge der türkischen Ereignisse neuen Mut gewonnen. Em Induftm und F)andd. Zur Geschäftslage in der Maschiiienindustrie. Daß seit Jahresfrist auch im Maschineugewerbe die ArbeUZ> gelegenheit wesentlich nachgelassen hat, ist an nichts so deutlich zu merken wie an der starken Verschlechterung des ÄrbeltsmarkteS. Der Andrang von Arbeitsuchenden ist nur noch im Papiergewerbe gleich hoch. Weder in der Metallverarbeitung noch im Textil- noch im Baugewerbe ist der Andrang annähernd so stark. Im Juli z. B. meldeten sich in der Maschinenindustrie au) 100 offene Stellen 307,97 Arbeitsuchende gegen 126,22 im Juli deS vorigen Jahres. Die Situation hat sich also innerhalb eines Jahres ganz auffällig verschlechtert. Von Januar ab läßt sich die Verschlechterung deutlich verfolgen. So ungünstig, wie sich der Arbeitsmarkt präsentiert, stellt sich nun allerdings der Beschäf- tigungsgrad in der Maschinenindustrie nicht. Man mutz vielmehr annehmen, daß das überaus hohe Angebot von Arbeitskräften zu einem Teil auch daher rührt, daß zahlreiche Arbeitsuchende aus den Gewerben der Metallverarbeitung sich um Stellung in Betrieben der Maschinenindustrie bemühen. ES findet eine Art Abwanderung Arbeitsuchender aus der Metallverarbeitung in die Maschinenindustrie statt. Berücksichtigt man diese außergewöhnliche Vermehrung Arbeitsuchender in der Maschinenindustrie, so wird man annehmen dürfen, daß der Beschäftigungsgrad sich zwar erheblich, aber doch lange nicht so sehr verschlechtert hat, wie eS nach der Lage des Arbeitsmarktes erscheint. Wie stark die Ar- beitsgelegenheit nachgelassen hat, das ist für die Gesamtheit der Betriebe nicht zu sagen. Wohl aber kann man behaupten, daß die Nachfrage und die Bestellungen auf dem Inlandsmarkte be- trächtlich abgenommen haben, so beträchtlich, daß die Steigerung des Exports den Ausfall aus dem Jnlandsgeschäft nicht entfernt ersetzen kann. Auch im Rückgang der Maschineneinfuhr spiegelt sich die Schwäche des inländischen Absatzes. Sie ging während der ersten sieben Monate von 638 096 Doppelzentnern im Jahre 1907 auf 688 482 im laufenden Jahre herab. Die Einfuhr hat demnach um 49 614 oder um 7,7 Proz. abgenommen. Die V e r m i n d e- rung des Absatzes von Maschinen ist ja ohne weiteres durch die geringere gewerbliche Unternehmungslust seit Eintritt der wirtschaftlichen Depression bedingt. Es werden weniger Betriebe neu etabliert und es werden bestehende Betriebe weniger vergrößert und in den bestehenden Betrieben werden die alten Maschinen weniger häufig durch neue ersetzt. All das muß zu einer Vermin- derung der Aufträge für die Gesamtheit der Maschinenfabriken führen. Für die einzelnen Branchen freilich liegen die Verhältnisse verschieden. Die Ausfälle im Jnlandsgeschäft werden durch eine forzierte Ausfuhr abzuschwächen versucht. Viel mehr als man bei der geschwächten Aufnahmefähigkeit des Weltmarktes ver- muten sollte, ist es der deutschen Maschinenindustrie im laufenden Jahre gelungen, die Ausfuhr wenigstens quantitativ zu steigern. Insgesamt stieg die deutsche Ausfuhr von Maschinen von 2 674 326 Doppelzentnern während der ersten sieben Monate 1907 auf 2 839 872 in der nämlichen Zeit des laufenden Jahres. Die AuS- fuhr hat demnach um 265 646 Doppelzentner oder um mehr als 10 Proz. zugenommen. Die Ausfuhr ist ganz hervorragend stark bei Dampflokomotiven und Dampfmaschinen sowie bei Maschinen für die Metallindustrie gestiegen, während Textilmaschinen, die wichtigste Gruppe der deutschen Maschinenausführ, weniger auS- geführt wurden als 1907. Bei den der Menge nach wichtigsten Gruppen stellte sich die Maschinenausfuhr in den ersten sieben Mo- naten dieses und des vorigen Jahres, in Doppelzentnern, wie folgt: 1907 1903 Lokomotiven......... 169 920 271 599 Dampfmaschinen......, 208 323 288 506 Maschinen für die Landwirtschaft«» 106 418- 119140 den Bergbau......., 75 873 71034 die Eisenindustrie 252892 2332(5 die Textilindustrie 359 444 354 186 die Holzindustrie 51214 56752 die Nahrungsmittelindustrie,. 140933 151284 Lokomotiven wurden um zirka 60 Proz., Dampfmaschinen um zirka 40 Proz., Maschinen für die Eisenindustrie um zirka 11 Proz., für die Landwirtschaft endlich um zirka 13 Prag, mehr ausgeführt als 1907. Der Rückgang des Exports von Maschinen für Bergbau und Textilgewerbe ist im Vergleich zu diesen Zunahmen nicht bedeutend. Von anderen Gruppen der Maschinen- ausfuhr haben danip noch Maschinen für die P a p i e r i n d u st r i e, für die Leder- und Schuhindustrie eine Steigerung der Ausfuhr zu verzeichnen, wahrend die Ausfuhr von Maschinen für das graphische Gewerbe und für die Industrie der Steine und Erden eine Abnahme erfahren hat. Krise und kaufmännisches Proletariat. Wie schwer die Geißel der Krise auch auf das kaufmännische Proletariat niedersaust, läßt nachstehende Notiz des«Leipziger Tageblattes"(Morgenausgabe vom 30. August) erkennen: Schreib st übe. Die Querstraße 21(Tel. 1591) befindliche Schreibstube des Vereins für innere Missiion hat jetzt große Not, die zahlreich sich meldenden stellenlosen Kaufleute, Bureaubeamte usw. zu beschäftigen. Wer dazu helfen will, diese Arbeitslosen zu unterstützen, wende dem Institut gütigst Aufträge aller Art(Adressen, Abschriften, Ver- vielfältigungen) zu. Seit längerer Zeit hat die Schreibstube auch Schreibmaschinen in Betrieb. In der bürgerlichen Presse aber wird die Existenz der Krise gewöhnlich geleugnet, und jeder brave Spieher behauvted wer sich ernstlich um Arbeit bemühe, finde auch welche. SeiiverkfebaftUedey. BerUn und Nmgegenck. An die Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend! Der im Jahre 1903 abgeschlossene Tarif für das Rohr» legergewerbe Berlins und Umgegend ist zum 1. September dieses Jahres abgelaufen. Durch die im Jahre 1906 ge- gründete Sonderorganisation der Rohrleger und Helfer, ge- nannt der Allgemeine Deutsche Metallarbeiterverband, hatte sich ein Teil der Kollegen dazu verführen lassen, aus ihrer bisherigen Gewerkschaft, dem Deutschen Metallarbeiter- verband, auszutreten. Eine Anzahl dieser Kollegen hat aber im letzten Jahre ihren damaligen Fehler bereut und ist zu der eigentlichen Organisation zurückgekehrt. Trotzdem hat der Allgemeine Deutsche Metallarbeiterverband(dessen Vor» sitzender der frühere zweite Bevollmächtigte Wiesenthal von der Berliner Verwaltungsstelle des Deutschen Metallarbeiter» Verbandes ist) noch einen Anhang unter den Berliner Rohr- lcgern und Helfern. Der Arbeitgebervcrband im Rohrlegergewerbe hat nun die für ihn günstigen Verhältnisse, welche durch diese Zer- splitterung unter den Rohrlegern und Helfern entstanden sind, dazu benutzt, die bestehenden Arbeitsverhältnisse zu ver- schlechtern. Als die Vertreter der im Deutschen Metall- arbeiterverband organisierten Rohrleger und Helfer ver» gebNch versucht hatten, die Vertreter des Ardeitgederverfmndes für eine Verbesserung dex bestehenden Lohn- und Arbeits- bedingungen zu veranlassen, machte sie im Interesse des Friedens den Vorschlag, daß die Arbeitgeber ihre Tarif- kündigung zurückziehen, damit der gegenwärtige Tarif bis zum 1. September 1909 weiter besteht. Die Vertreter der Arbeitgeber wollten erst mit ihren Austraggebern Rücksprache nehmen. Das Resultat dieser Rücksprache war, daß die Arbeitgeber den Vertretern der Arbeitnehmer einen Tarif zur Anerkennung unterbreiteten, welcher eine Ver- s ch l e ch t e r u n g für die Arbeiterschaft bedeutete. Keinen Pfennig Lohnerhöhung: der Lohn und die Arbeitszeit für auswärtige Arbeiten sollten der freien Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern überlassen bleiben.(Siehe den heutigen Versammlungsbericht.) Alle Versuche, die Unternehmer zur Zurücknahme dieses„Tarifs" zu bewegen, waren vergeblich. Man war sich darüber in Arbeitnehmer- kreisen klar, daß dieser Tarif unmöglich von den Kollegen angenommen werden konnte. Doch nun geschah das Un- erwartete. Die Vertreter vom Allgemeinen Deutschen Metall- arbeiterverband, in erster Linie deren Vorsitzender Wiesen- t h a l, erklärten sich bereit, diesen Tarif der Arbeitgeber den Rohrlegern und Helfern, welche ihrem Verband an- gehören, zur Annahme zu empfehlen. Während nun eine Versammlung, welche von dem Deutschen Metallarbeiter- verband, dem Verband der Kupferschmiede und dein Zentral- verband der Schmiede einberufen war, mit 701 gegen 107 Stimmen beschlossen hat, angesichts der Haltung der Unternehmer die Arbeit am 1. September niederzulegen und dadurch die Arbeitgeber zu veranlassen, den Kollegen mehr entgegenzukommen, beschloß eine Versammlung der Rohrleger und Helfer vom Allgemeinen Deutschen Metall- arbeiterverband, die Vorlage der Arbeitgeber anzunehmen, und zwar auf Vorschlag von Herrn W i e s e n t h a l. So ist es Tatsache, daß ein Teil von den Berufskollegen streiken, ein anderer Teil als Unternehmertruppe sich betätigen wird. Dieselben Leute, allen voran Herr W i e s e n t h a l, welche dem Deutschen Metallarbeiterverband Angst und Furcht vor dem Unternehmertum vorgeworfen haben, zeigen jetzt, daß sie, nur um Gnade vor den Augen.der Unternehmer zu finden, jedem Anerbieten derselben zustinimen, gleichviel ob es eine Verschlechterung für die Arbeiterschaft bedeutet oder nicht. Ohne einen Widerstand zu versuchen, ohne daran zu denken, daß Bestehende zu verteidigen, sind Wiesenthal und Genossen über den Stock gesprungen, den ihnen die Unter- nehmer hingehalten haben. Ob alle Mitglieder dieses Ver- bandes diesen Verrat mitmachen werden, wissen wir nicht. Das wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen. Sollte dies der Fall sein, dann war alles Gerede dieser Leute eitel Heuchelei. Dann ist es bewiesen, daß ihre Behauptungen, sie wären radikaler und viel kampfesfreudiger als die Mit- glieder der Zentralorganisationen, nichts als Lug und Trug gewesen ist. Die Rohrleger und Helfer, welche, gezwungen durch die Haltung der Arbeitgeber, den Kampf aufnehmen müssen, werden ihre Stellung verteidigen, trotz des Verrates seitens der eigenen Arbeitsgenossen und trotz des Uebermutes der Unternehmer. Alle organisierten Arbeiter werden ersucht, die um ihr Recht kämpfenden Rohrleger und Helfer zu unterstützen, in- dem sie die Anfklcirung über die Ursachen und die Berechti- gung dieses Streikes in die weitesten Kreise zu tragen. Den in der Provinz wohnenden Kollegen geben wir hiermit bekannt, daß Berlin für Heizungs- Monteure, Rohrleger und Helfer ge- f p e r rt i st. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden hiermit UM Nachdruck ersucht. Deutscher Metallarbeiterverband', Ortsverwaltung Berlin. Verband der Kupferschmiede,? Filiale Berlin. Zentralverband der Schmieds. Filiale Berlin. Achiulig, Rohrleger und Helfer! Die unterzeichneten Gewerkschaften machen darauf aufmerksam, daß diejenigen Rohrleger und Helfer, welche bei Firmen arbeiten. die den neuen Tarif anerkannt haben, eine Berechtigungskarte(rote Farbe) erhalten. Diese Karten sind nur dann gültig, wenn dieselben mit dem Stempel von einer der unterzeichneten Organisationen versehen sind. Die Karteu können in den Bureaus der unterzeichneten Ler- bände abgeholt werden. Die Kollegen aus dem Baubenif werden ersucht, uns darin zu unterstützen und die arbeitenden Rohrleger(Monteure) und Helfer auf diese Bestimmung aufmerksam zu machen. Deutscher Metallarbeiter-Berband. OrtSverwaltung Berlin. Verband derKupfersch miede, Filiale Berlin. Verband der Schmiede, Zahlstelle Berlin. Der Streik der Rohrleger und Helfer erklärt. Zwei Versammlungen der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend fanden am Sonntag vormittags statt, eine große im Saale der Brauerei Friedrichshain, einberufen vom Deutschen Mctallarbeiterverband, vom Verband der Kupferschmiede und vom Verband der Schmiede. Die andere fand bei Keller in der Koppen- straße statt, einberufen von Karl Wiesenthal. Die Rohrleger und Helfer Berlins standen vor der Entscheidung, am 1. September die Arbeit niederzulegen oder sich weh- und demütig den Geboten der Unternehmer zu unterwerfen und ihren Tarifcntwurf anzunehmen. Otto Handle referierte vor der stark besuchten Versammlung in der Brauerei Friedrichshaui. Die Tagesordnung lautete:„Die Antwort der Arbeitgeber auf unseren Vorschlag und unsere Stellungnahme." Handle schilderte die gegenwärtige Situation: Am letzten Freitag begannen die Verhandlungen vor der Schlich- tungskommission. Eigentümlich berührte eS, daß bor Beginn der Sitzung den Vertretern der Arbeitnehmer erklärt wurde, daß die Arbeitgeber noch mit dem Allgemeinen Rietallarbeiterverband ver- handeln. Man geduldete sich und war nicht besonders überrascht, als der Obmann der Arbeitgeber bekannt gab, daß diese den Ver- mittclungsvorschlag, die Kündigung zurückzunehmen, abgelehnt haben. Dagegen legten sie nun selbst einen Tarifentwurf vor, der aber dem Entwurf, der schon vor vier Wochen bekanntgegeben wurde, fast durchaus glich. Nach der Resolution der Versammlung vom 28. August mußten die Vertreter der Arbeitnehmer erklären, daß auf Grund dieses Tarifentwurfs weitere Verhandlungen un- möglich seien. Von feiten der Unternehmer wurde auf die große Verantwortung hingewiesen, welche die Vertreter der Arbeiter auf sich laden, wenn sie nicht auf die Vorschläge der Unternehmer eingehen. Man war sich dieser Verantwortung wähl bewußt, konnte aber nicht anders handeln, denn die Arbeiter haben cS unzweideutig ausgesprochen, daß sie nicht eine Verschlechterung der bisherigen Arbeitsbedingungen dulden würden.— Der Redner beleuchtete eine verantw. Redakteur: Hans Weber, Verlin. Inseratenteil verantw.; Reihe öon Bestimmungen in dem Tarif, wie ihn die Unternehmer wünschen; er zeigte, wie das Bestreben darauf gerichtet ist, die bisher geltenden Bedingungen herabzudrücken. Von einer Erhöhung des Stundenlohnes, ein Zugeständnis, das der Allgemeine Metall- arbeiterverband schon in der Tasche haben wollte, ist keine Rede. Im 8 ü des von den Arbeitgebern vorgelegten Tarifs heißt eS allerdings: Der Stundenlohn beträgt auf Bauten, wenn der Arbeitnehmer zu Beginn der Arbeitszeit aus dem Bau antritt, für selbständig arbeitende Rohrleger 67� Pf., für Helfer nicht unter 50 Pf. Aber im 8 9 der Tarifvorlage der Arbeitgeber heißt es: Der Stundenlohn ist um Pf. niedriger, wenn die Arbeitszeit in der Werkstatt angetreten wird und(z. B. bei Reparaturen) der Gang oder die Fahrt nach der Arbeitsstelle in der bezahlten Arbeitszeit zurückgelegt wird. Also hierdurch ist doch bewiesen, daß eine Verbesserung des Stundenlohnes gar nicht gegeben ist, sondern der Stundenlohn ist derselbe wie bisher. Dagegen soll die Gültigkeit des Lohntarifs beschränkt werden, eS sollen Hilfsmonteure, außer den Junggesellen, geschaffen werden, welche 10 Pf. bezw. 5 Pf. pro Stunde weniger erhalten, als wie der Rohrleger und Monteur. Also dieselben sollen als Konkurrenten gegen ihre Arbeitsgcnossen gebraucht werden. Ferner soll nach 8 65 der Tarifvorlage der Arbeitgeber der Stundenlohn für aus- wärtige Arbeiten der„freien Vereinbarung" unterliegen. Das heißt: Bei auswärtigen Arbeiten ist der bisherige Stundenlohn für die Monteure nicht mehr garantiert. Die Tarifdauer ist bis zum 1. April 1910 festgesetzt, obgleich gerade gegen diesen Termin ein energische Opposition von feiten der Arbeiter erhoben wurde. Mit allgemeiner großer Entrüstung der Versammelten wurde die Mitteilung von Handle entgegengenommen, daß der Allge- meine Metallarbeiterverband seinen Mitgliedern die Annahme dieses Tarifs empfehlen wolle, abzuschließen auf l'/a Ihr und ohne Lohnerhöhung. Handle las die Resolution der Vertrauens- männersitzung für den Allgemeinen Verband vor, die zu derselben Zeit bei Keller in der Koppenstraße zur Beratung stand. Die Resolution lautet: „Die Vertrauensmännerbersammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem schädigenden Treiben des Deutschen Metall- arbeiterverbandes, da nur durch dessen Vorschläge in der letzten Sitzung betreffs Aufrechterhaltung des alten Tarifs es möglich war, daß die Unternehmer die uns zugestandenen 2Va Pf. Lohnzulage nicht bewilligten. Sie empfiehlt daher der Branchen- Versammlung bei Keller am 30. August 1908, den von der Schlichtungskommisston unter diesen ungünstigen Umständen zustande gebrachten Lohntarif anzunehmen. Sie verpflichtet sich ferner, dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft nur noch der Allgemeine Deutsche Metallarbeiterverband für die Rohrleger und Helfer in Betracht kommt, daß deshalb jeder ein- zelne es für seine vornehmste Pflicht hält, dafür zu sorgen, daß alle Rohrleger und Helfer im Allgemeinen Deutschen Metall- arbeiterverband organisiert sind, um nach dem Ablauf dieses Tarifes im Jahre 1910 in der Lage zu sein, diese Scharte aus- zuwetzen." Als in der Schlichtungskommission den Arbeitnehmern bekannt wurde, daß Wiescnthal und Genossen auf die Vorschläge der Unter- nehmer eingehen wollten, konnten sie es zuerst nicht glauben. Wiederholt versicherten die Arbeitgeber, daß die Sache ihre Richtig- keit habe und am Sonntag morgen konnte man in der«Volks- zcitung" die oben wiedergegebene Resolution finden. Von den Mitgliedern im Allgemeinen Metallarbeiterverband erwartet man trotz alledem, daß sie ihren Führern nicht weiter folgen werden. Die drei Verbände, der Deutsche Metallarbeiter- verband, der Verband der Kupferschmiede und der Verband der Schmiede, haben ein Flugblatt herausgegeben, welches den Besuchern der Versammlung bei Keller eingehändigt worden ist. Der Stand der Dinge wird darin ausführlich geschildert und am Schlüsse wird der folgende Appell an die Mitarbeiter gerichtet: „Kollegen! Wenn Ihr heute entscheiden sollt, ob dieser Tarif angenommen oder abgelehnt werden soll, denn bedenkt, daß die Interessen Eurer gesamten Berufskollegen auf dem Spiele stehen. Und wenn Ihr dann erfahren solltet, daß die Kollegen, welche Eurem Verband nicht angehören, wegen der Abwehr dieser Ver- schlechterung, gezwungen durch die Haltung der Arbeitgeber, die Arbeit niederlegen, dann erwarten wir von Euch, daß Ihr Euch Mann für Mann den streikenden Kollegen anschließt, und die Solidarität in jeder Weise und zu jeder Zeit betätigen werdet." Handle erklärte, man müsse den Kampf nach zwei Fronten führen. Einmal gilt es den Unternehmern, die erklären, daß sie für den Kampf gerüstet seien, gegenüberzutrcten, und dann gilt es, volle Aufmerksamkeit auf die Haltung des Allgemeinen Metall- arbeiterverbandes zu richten; ferner kommen vielleicht die Gewerk- vereine, die Christlichen und die Unorganisierten als Gegner in Betracht. Von Feinden umgeben, kann es hier trotzdm keine andere Parole geben, als die: mannhaft Widerstand zu leisten. Vor Beginn der Versammlung hatte die Kommission eine Sitzung mit den Vertrauensmännern, deren Resultat war, der Versammlung zu empfehlen, die Tarifvorlage der Arbeitgeber a b- zulehnen und am Dienstag, den 1. Semptember, die Arbeit gemeinsam niederzulegen. Mit Beifall wurde dieser Beschluß entgegengenommen. In der Diskussion erhob sich keine Stimme dagegen, wohl aber wurde von vielen Seiten die Notwendigkeit betont, den Unter- nehmern eine starke, geschlossene Front zu zeigen. Die Behauptung der Unternehmer, daß sie 9400 Rohrleger hinter sich haben, sei eiüe plumpe Täuschung. Scharfe Verurteilung fand Wiescnthals Haltung, der sich nicht scheue, den Streikbruch zu empfehlen. Daß die Mitglieder der Allgemeinen Verbandes so weit sich ver- gessen würden, offenen Verrat zu begehen, das könne und wolle man nicht glauben, bis man Beweise dafür habe. Eine geheime Abstimmung wurde vorgenommen, und«S ergab sich, daß von 816 abgegebenen Stimmen 701 für und 107 gegen den Streik sich erklärten. 8 Stimmen waren ungültig. Vor der Abstimmung traf man Sorge, daß nur Rohrleger und Helfer sich beteiligten und es ergab sich, daß nur etwa 90 Personen nicht Berufsangehörige waren, die sich natürlich der Stimme enthielten. Im Saale waren die Arbeiter von 152 Firmen vertreten, das ist die große Mehrzahl der Berliner Unternehmer. Am Dienstag morgen haben alle Rohrleger und Helfer die Arbeit niederzulegen, auch da, wo die Forderungen bewilligt sind. Es ist dies notwendig, um die Situation klar zu überschauen. Wo der Tarif der Arbeiter durch Unterschrift anerkannt ist. da kann am Dienstag mittag die Arbeit wieder aufgenommen werden. Am Dienstag morgen um 10 Uhr versammeln sich alle Rohrleger und Helfer im großen Saale des Gewcrkschaftshauses, wo nähere Bekanntmachungen erfolgen werden. Die Polizei hatte Wind bekommen, daß ein Streik erklärt werden sollte und sie hielt ein zahlreiches Erscheinen für dringend notwendig, allerdings in aller Stille und Heimlichkeit. Der Vor- sitzende teilte am Schlüsse der Versammlung mit, daß etwa 20 Schutz. leute anwesend seien, obgleich sie niemand sehen könne. Früher sah man gewöhnlich zwei Beamte zur Ucbcrwachung auf dem Podium vertreten, diesmal hatten sich etwa 20 Beamte unter dem Podium verborgen, natürlich ganz überflüssigcrweise. In der Versammlung bei Keller wurden Mh VorfffiKne der Unternehmer angenommen. Achtung. Metalldrücker! Die Firma G a l e w S k i, Mariannen- straße 31/32, ist für Metalldrücker gesperrt. Deutscher Metallarbeiler-Verband. OrtSverwaltung Berlin. Zur Lohnbewegung der SpcditionSarbeiter. Die Rollkutscher. Bodenarbeiter, Begleiter usw. waren am Sonntag in Kellers Festsälen versammelt, um den Bericht der Lohn- kommission entgegenzunehmen. Dem Bericht, welchen der Bezirks. leiter A. Werner gab, war zu entnehmen, daß am Donnerstag, Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Veclagsanftalt den 27. August, noch einmal eine Verhandlung mit den Spediteuren stattgefunden hat. Für die Vertreter der Arbeitnehmer handclts es sich hauptsächlich darum, auch für die älterea Rollkutscher und Bodenarbeiter eine Lohnerhöhung zu erzielen und weiter dafür ein» zutreten, daß die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse für die Stalleute und jugendlichen Mitfahrer ebenfalls in den Tarif mit aufgenommen werde. Eine Lohnzulage für die länger im 23 e- trieb Beschäftigten haben die Spediteure abgelehnt, jedoch sei cS gelungen, eine Regelung für die Stalleute und jugendlichen Mit- fahrer zu erlatfgeu. Nach längeren Verhandlungen haben alsdann die Arbeitgeber folgende Zugeftänonisss gemacht: 1. Die Stalleute sollen einen Anfangslohn von 24 M. steigend auf 26 M. nach sechsmonatlicher Dienstzeit erhalten. 2. Den jugendlichen Mitfahrern ist ein Minimallohn von 12 M. zu zahlen, mit der Maßgabe, daß eine einmalige Zulage von 1 M. für die Woche nach sechsmonatlicher Dienstzeit gewährt wird, aber nur bis zum Höchstlohn von 15 M. pro Woche. 3. Sich damit einverstanden zu erklären, daß der Vertrag mit Gültigkeit bis zum 1. September 1910 abgeschlossen wird. Zu Position 1 und 2 ist noch hinzuzufügen, daß überall dort, wo bessere Lohnverhältnisse bestehen, diese durch hie bestehenden Bestimmungen unberührt bleiben, sowie das Zugeständnis, daß den gegenwärtig im Dienst gehenden Stalleuten und jugendlichen Mit- sahrern ihre bisherige Dienstzeit in Anrechnung gebracht werden soll. Eine Regelung der Dienstzeit hingegen mutz jedem einzelnen Betriebe überlassen bleiben. Der Referent schildert im Anschluß hieran eingehend die Situ«- tion und weist darauf hin, daß die Konjunktur keine günstige und die allgemeine wirtschaftliche Lage viel zu wünschen übrig lasse, um es auf einen Kampf ankommen lassen zu können. Auch seien die Zugeständnisse der Spediteure vom 20. August sowohl als die jetzt vorgeführten nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Durch die Aufnahme der Stalleute und jugendlichen Mitfahrer in die Tarifgcmeinschaft sei eine neue Grundlage geschaffen, auf der alle Beteiligten in Zukunft gemeinsam weiter arbeiten und sich bessere Verhältnisse erringen können. Außerdem sei zu be- achten, daß der Ablaufstermin wieder am 1. September zugestanden ist, was auch als Vorteil zu betracksten ist, da die Spediteure früher auf den 1. November bestanden. Nach alledem empfehle er, die Zu- geständnisse annehmen zu wollen. In der lebhaften Diskussion sprachen sich verschiedene Redner gegen die Annahme der Vorschläge der Spediteure aus. Die An- ficht ging dahin, daß die Arbeitgeber erhebliche Zugeständnisse trotz der bestehenden Teuerung nicht gemacht haben; überdies wären sie wohl in der Lage, bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse einzu» führen, denn in keinem Beruf wäre die Arbeitszeit so ausgedehnt wie im Speditionsgewcrbe. Obgleich die Versammlung stark besucht war. entsprach die Zahl der Anwesenden doch nicht der der Beschäftigten. Eine statutarische Abstimmung konnte daher, zumal der Saal auch nur bis 6 Uhr zur Verfügung stand, nicht vorgenommen werden. Es wurde daher eine neue Versammlung zu gestern abend nach demselben Lokal einberufen, um endgültig Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde betont.daß der alte Vertrag auch noch bis zum 31. August läuft, und die Organisation keineswegs sich des Tarifbruchs schuldig machen will. 0eutkckea Reich. Der BergolberauIstand in Magdeburg bei Gruhl u. Ko. Nach» folger dauert nun schon neun Wochen und noch ist keine Aussicht auf Beendigung desselben. Der Herrenstand der jetzigen Inhaber läßt es nicht zu, mit ihren Leuten eine Einigung herbeizuführen. Selbst das Einigungsamt lehnten diese Herren ab. In ihrem Ver- halten werden die Herren allerdings bestärkt durch eine Sorte Ber- liner Auchkollegen, wie der bekannte Robert Riese aus Weißcnsee. In der vergangenen Woche hat sich diesem ein gewisser Wilh. Schröpfer, Berlin, Kronprinzenstr. 4, würdig angeschlossen, und am Sonntag käm der Kollege Otto Günther aus Berlin zu- gereist auf Vcrschrcibung des Riese. Günther zog es aller- Vings vor, nach Aufklärung der Sache zurückzufahren. Die einzige Hoffnung der Inhaber ist Berlin und leider scheint es, als wenn die Herren nicht betrogen werden sollen. Tluglanck. Auf dem Wege zum Achtstundentag in Rortvege». Das Sozialkomitce des norwegischen StorthingS hat kürzlich das Ergebnis seiner Untersuchungen über die Einführung eines gesetzlichen Normalarbeitstages veröffentlicht. Besonders bemerkenswert sind die Gutachten, die das Komitee über die Wirkung der Arbeitszeitverkürzung auf die Arbeitsleistung von Sachver. ständigen erhalten hat. Von der Leitung der norwegischen Staats- bahnwerkstätten liegt eine Erklärung vor, die besagt, daß jetzt in 53 Stunden Arbeitszeit wöchentlich ungefähr ebensoviel produziert wird, wie früher in 60 Stunden. Die Arbeitszeitverkürzung um über eine Stunde den Tag hat die Produktion nicht vermindert. Ferner wird berichtet, daß in anderen Betriebszweigen wo in Akkord gearbeitet wird, festgestellt wurde, „daß der Unterschied zwischen dem Arbeitsverdienst derer, d i e 8 Stunden und derer, die 10 Stunden täglich arbeiten, verschwindend gering ist. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die beim Wegebau Sandaak-Aamot ge- machten Erfahrungen, wo die Arbeiter, nachdem sie den Acht- stundcntag ein halbes Jahr lang ausprobiert hatten, erklärten, daß sie diese Arbeitszeit beibehalten wollten, weil sie heraus- gefunden hatten, daß sie nun dieselbe Menge Arbeit in 8, wie sonst in 10 Stunden leisten können." Vom Bergwerksoirektor in Trondhjem wird erklärt, daß „nicht allein ebensoviel Arbeit in 53, wie früher in 60 Stunden geleistet wird, sondern daß cS auch als ganz empfehlenswert anzusehen ist, die Arbeits- zeit auf wöchentlich 48 Stunden herabzusetzen." Die Mehrheit des Sozialkomitecs,� die aus Liberalen und Sozialdemokraten besteht, schlagt nun die Einführung eines gcsetz- liehen Normalarbeitstages von 9 und von 8 Swnoen vor. Die konservative Komiteeminderheit ist zwar im allgemeinen gegen einen gesetzlich beschränkten Arbeitstag, schließt sich jedoch dem Vorschlage an, „daß die Arbeitszeit in Betrieben oder Teilen von Betrieben. wo besondere Gefahre n für Leben und Gesundheit der Arbeiter vorhanden sind, oder wo leicht eine Uebera n st rengung eintreten kann, auf 8 Stunden den Tag beschränkt wird. Ebenso ist die Minderheit damit einverstanden, daß die Arbeitszeit in solchen Betrieben, die im hohen Grade gesundheitsschädlich sind, noch weiter eingeschränkt wenden kann." Letzte JVaebnehten und Depefefm Vcnmglücktcr Schlachtenbummler. WeißenfclS, 31. August.(B. H) Heute früh gegen 10 Uhr wurde zwischen Obergreißlau und Krittitz im Manövergelände des Artillerieregiments Nr. 40 der 19 jährige Kürschner Emil Rosenthal aus WeißenfelS, der sich zu weit herangedrängt hatte, beim Versuch. sich infolge eines plötzlichen Marschbefehls ui Sicherheit zu bringe� vvn einem Geschütz totgefahren. ÄuSstandSdeendigung. Et. Gallen, 81. August.(B. H.) Durch Vermittekung der Re» gVnmg wurde der 26 Wochen lang dauernde Konflikt zwischen der Stickereifirma Arbon und ihrer Arbeiterschaft durch gegenseitige Kon» Zessionen beigelegt. 800 Arbeiter waren ausgeschlossen. Dieselben wurden heute wieder aufgenommen._ jaul Singer& Co�Berlin SW. Hierzu Z Beilagen o.Ustct(ioItunaSfeU~ B. 204. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 1. September 1908. organisation, mit der geplanten Bebormundung könne er sich Sozialdemokratischer Parteitag für Schleswig- Holstein feineswegs befreunden, weil nur die Selbſtändigkeit die Jugendund Fürstentum Lübeck. Kiel, 30. August. der Erfolg nicht ausbleiben.( Lebhafter Beifall.) druck verliehen hatte, der den Widerspruch hervorrief, ohne daß seitens des Verbandsausschusses hiergegen Einwendungen gemacht waren." Kaufmannsgericht und umgekehrt. organisation vorwärts bringen werde. Nedner unterbreitet dem Parteitag eine seine Ansichten zusammenfassende längere Reso- Als der Redner noch weitere Ausführungen machen will, ent Tution. Reichstagsabgeordneter Regien geht in längeren Aus- stehen aufs neue Unruhen, so daß ihm schließlich das Wort entIm festlich geschmückten Saale des Gewerkschaftshauses wurde führungen auf die Einwände gegen die geplante Regelung der zogen wird, weil nach Ansicht des Vorsitzenden in dieser Weise eine am Sonntagvormittag der Parteitag eröffnet. Anwesend find Maifeierunterstützung und der Jugendorganisation ein. Wer Kritik des Verbandsausschusses nicht zulässig sei. Eine weitere Erklärung" gibt das Mitglied des Aus106 Teilnehmer, darunter die Reichstagsabgeordneten Regien, bessere Vorschläge zu machen vermöge, dem würde er sehr dankbar Frohme und Moltenbuhr, lekterer im Auftrage des Partei- sein. Leider seien aber solche noch nicht gemacht worden. Deshalb schusses Starte- Dresden bezüglich der Berichterstattung vorstandes, und als Vertreter der dänischen Sozialdemokratie folle man sich auch nicht in demonstrativer Weise gegen die in der bürgerlichen Presse ab, die in entstellter Weise über die Redakteur Sundbo- Gab, erg, der in einer trefflichen Be- Maifeierabmachungen wenden. Inzwischen sind Partei- vorangegangene Konferenz der Arbeiterbeifiber be grüßungsrede auf die hohen Kulturaufgaben der Sozialdemokratie borstand und Generalkommission nochmals in richtet habe, so das„ Berliner Tageblatt" und eine Anzahl aller Länder Hinweist und hervorhebt, daß der internationale dieser Angelegenheit zusammengetreten und anderer Zeitungen, die denselben Bericht veröffentlichen. Da dieser haben sich abermals auf der angefochtenen Bericht Gegenstand von Auseinandersetzungen und Kombinationen Sozialismus mit der Forderung einer neuen kollektiven Gesell- Grundlage geeinigt, weil eben ein besserer Weg geworden sei, fo mie dessen ungenauigkeit feftschaft das einzig mögliche Mittel gegen die Verheerungen des Von stürmischem Beifall begrüßt führt nicht zu finden war. Kapitalismus bilde. Partei und Gewerkschaften gehen gestellt werden. Wer Interesse an den Verhandlungen der ArMoltenbuhru. a. aus, wenn der Parteivorstand in den letzten erfreulicherweise Hand in Hand, Differenzen gebe es nicht, auch beiterbeisitzer- Konfe.cenz habe, möge den die Verhandlungen Jahren sich auf den Parteitagen dieser Provinz nicht habe ver- nicht in der Frage der Jugendorganisation. Wir wollen aus in Kürze genau wiedergebenden Bericht des treten lassen, so deshalb nicht, weil die nordischen Genossen, deren schon bekannten Gründen keine selbständige Vorwärts", des Hamburger Echo" und anderer unserer Landsmann zu sein er die Ehre habe, stets nach besten Kräften Jugendorganisation, sondern eine Organi- Parteizeitungen nachlesen. Für alle anderen Veröffentlichungen Landsmann zu sein er die Ehre habe, stets nach besten Kräften ihre Schuldigkeit getan hätten. Jetzt lasse der Parteivorstand sich fation zur Erziehung der Jugend. Deshalb ersuche ich lehne das Bureau der Konferenz die Verantwortung ab. Sie, den Vorschlägen des Parteivorstandes ihre Zustimmung zu Nach Erledigung dieser Erklärungen referiert Magistrats. wieder vertreten, um in Anbetracht der wirtschaftlichen Depression, geben. Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr schließt sich diesen assessor Dolle- Königsberg über: die der„ agrarische" Reichskanzler für besonders geeignet halte, dem Ausführungen an und erklärt die gegen die Abmachungen zwischen neberweisung von Rechtsstreitigkeiten vom Gewerbegericht an das Bolte neue ungeheure Steuerlasten aufzubürden, mit Nachdruck zu Partei und Gewerkschaften erhobenen Vorwürfe für unberechtigt. betonen, daß wir intensive Aufklärungsarbeit zu betreiben haben. Wir müssen auch die Leute zu uns herüberzuziehen suchen, die, Die Unterstützung bei der Maifeier sei bislang auf allen ParteiDer Referent führt aus, daß die Anwendung des§ 16 Abs. 3 angeetelt von dem Treiben der entschieden" Liberalen, politisch tagen offen gelassen worden. Jetzt schlagen wir Ihnen einen der einschlägigen Gesebesbestimmung, wonach diese Ueberweisungen zersplittert sind. Tun wir unsere volle Schuldigkeit, dann wird gangbaren Weg vor. Was die Frage der Jugendorganisation an- zulässig, sich in der Praxis bewährt habe. Unzuträglichkeiten hätten langt, so stehen wir auf dem Standpunkt, daß unsere Partei eine sich daraus nur in Berlin ergeben. Den Wunsch des GewerbeDie Tagesordnung trägt einen mehr geschäftlichen Charakter. Partei voller Ideale ist und keine Partei der Alten" und keine gerichts Dessau, diese Ueberweisungen auch auf das Verhältnis Das Referat über Die wichtigsten politischen Tagesfragen" hat Genossen und Genossinen. Uns ist die Jugend nicht unbequem, die ordentlichen Gerichte anderseits auszudehnen, tann Redner nicht Partei der Jungen" kennt. Wir kennen nur gleichberechtigte zwischen Gewerbegerichten und Kaufmannsgerichten einerseits und Genosse Frohme übernommen. Den Geschäftsbericht erstattet Parteisekretär Bartels. wie den alternden Parteien, daher laffe man sie in unseren Reihen. befürworten, da durch die Erledigung solcher Ueberweisungen durch Die Demonstrationen gegen das Dreiklassenwahlrecht haben in Für die Jugend muß selbstverständlich ertra etwas geschaffen die ordentlichen Gerichte eine Verzögerung der Prozeßführung zu der Provinz große Massen der Bevölkerung aufgerüttelt, Nur der werden, wie die Schaffung eines Jugendorgans und andere Dinge, befürchten fei, höchstens fönne man einseitig den ueberweisungen größte Ort der Provinz, Stiel, glaubte am 18. März nicht mit für welche die" Alten" nicht mehr inklinieren. Unsere über drei von Gewerbegerichten und Kaufmannsgerichten an die ordentlichen machen zu sollen. Vielleicht werden die Vertreter Niels die Millionen Wähler haben wohl über sechs Millionen Kinder, die Gerichte zustimmen. Eine Diskussion zu der Sache wird nicht Gründe für diese Abstinenz angeben. Bei der Landtagswahl hat zu guten Genossen herangezogen werden müssen. Dazu sind aber beliebt. sich ein frischer Zug bemerkbar gemacht, indem von 19 Kreisen sich nicht und führt uns immer auf den rechten Weg. Adler- Stiel Der Jdealismus versiegt neue Organisationen nicht vonnöten. 18 mit eigenen Wahlmannskandidaten beteiligten. Von den aufgestellten 2465 Kandidaten wurden 943 gewählt, und in Kiel, ist mit der vorgeschlagenen Jugendorganisation nicht einverstanden. Altona und Stormarn gelangten unsere Abgeordnetenkandidaten Er schwärme zwar nicht für Sonderorganisationen, aber noch viel in Stichwahl. Infolge der wirtschaftlichen Krise ist der Mitglieder weniger für politische oder gewerkschaftliche Zwangsfortbildungszuwachs, etwa 2000, nicht so start gewefen wie in früheren Jahren. Schulen. Wollen wir die jungen Leute heranholen, so muß es im Zurzeit haben wir im Agitationsbezirk 35 000 Organisierte, welche Rahmen einer gewissen Selbständigkeit geschehen unter MitBahl aber in großem Mißverhältnis steht zu der großen Zahl der wirkung von dazu geeigneten älteren Genossen. Stelling Bahl aber in großem Mißverhältnis steht zu der großen Zahl der gewerkschaftlich Organisierten. An Agitations- und Aufklärungs- Lübeck erklärt sich mit den Ausführungen der Genossen Legien und arbeit ist sehr viel geleistet worden. Zur Verbreitung gelangten Moltenbuhr einverstanden. Mehrere Gewerkschaften haben Jugend. 1271 900 Flugblätter, 125 430 deutsche und 10 000 dänische abteilungen ins Leben gerufen, die zu den besten Hoffnungen Kalender, 21 180 Broschüren und über 42 000 andere Druckschriften. berechtigen. Die Leserzahl des Hamburger Echo" ist in unserem Bezirk um Um 7 Uhr abends wird die Situng auf Montag vertagt. etwa 700 gestiegen, dagegen hat das Kieler Organ einen fleinen Kiel, 31. August. Rüdgang zu verzeichnen, weil gerade im Kieler Bezirk ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse bestehen. Die Schleswig- Holsteinische ( Privattelegramm des Vorwärts".) Beltszeitung" wird im Bezirk in beinahe 22 000 Exemplaren geResolution gegen die letzte Auslassung der Münchener lesen, das Hamburger Echo" in 14 099, der Lübeder Volksbote" Post" und die süddeutsche Budget bewilligung werden in 693, die Neue Beit" in 190, die" Gleichheit" in 4130 gegen durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt mit der Moti3248 Exemplaren im vorhergehenden Jahre. Die„ Landpost", nach bierung, es gebe unter den schleswig- Holsteinischen Genoffen in der eine starke Nachfrage ist, wurde, teils allgemein, teils per Post, dieser Frage teine Differenzpuntte und man wolle in 355.090 Exemplaren verbreitet. Die Agitation unter den Nürnberg nicht borgreifen. Frauen hat gute Resultate gezeitigt. Mit der vom Gewerkschaftstongreß vorgeschlagenen Regelung der Jugendorgani= sation bermöge er sich nicht einverstanden zu erklären. Den örterungen bildet das Referat des Herrn Magistratsſyndikus Einen weiteren, bielleicht den wichtigsten Gegenstand der ErDr. Hiller- Frankfurt a. M. über: Schutz der Lohnforderungen der Bauarbeiter. Redner seht den Bauschwindel als bekannt voraus. Die größeren Gewerbegerichte müssen immer wieder aufs neue die beträchtlichen Lohnausfälle der Bauarbeiter konstatieren. Die Urfache liege in den gewiffenlosen Terrainspekulationen. Ein weiterer Mißstand sei das Bestreben vieler Unternehmer, sich den Arbeiter= forderungen durch Zwischenschieben mittellofer Subunternehmer zu entziehen. Das unsolide Baugeschäft stehe und falle mit der geschäftlichen Konjunktur. Selbsthilfe der Arbeiter versage auf diesem Gebiete. Dem Terrainspekulanten komme es beim Verfauf einer Baustelle auf die Kreditfähigkeit des Käufers nicht an, da er ja durch die hypothekarische Sicherheit gedeckt sei. Mit den Wochen prompt, erhalte dadurch Kredit bei Handwerkern und vorgeschossenen Baugeldern bezahle der Unternehmer die ersten Lieferanten, und obwohl ein solcher„ Unternehmer, meistens weiter nichte besige als ein weites Gewissen, lebe er doch meistens eine Zeitlang sehr gut, bis der unvermeidliche Strach der Herrlichkeit plötzlich ein Ende mache. Dann werde der vorschriftsmäßige Offenbarungseid abgeleistet und das" Berliner Hausbaurezept" könne von neuem angewandt werden. Der Terrainspekulant probiere sich dann einen neuen Zwischenunternehmer aus, inja sofort mit in das Hypothekenpfandrecht fallen, und nachdem so der Bau durch Hilfe verschiedener Bauschwindler allmählich fertiggestellt, decke dann ein mitleidiger Puz den ganzen Schwindel zu. In ähnlicher Weise verfahre mancher Bauunternehmer, der die sogenannten Akkordarbeiten oder auch den ganzen Bau seinem Polier, Regie übertrage. In solchen Fällen vertrete der Bauunternehmer die Stelle des Terrainspekulanten, doch habe die Berechnung manch mal ein Loch, da vernünftigerweise die weitaus meisten Gewerbegerichte einen solchen Subunternehmer nicht als Unternehmer anerkennen. Nachdem der Referent weiter in der eingehendsten Weise dieses Bauschwindelwesen beleuchtet, unterzieht er den vorliegenden Gefeßentwurf der Regierung, der angeblich Abhilfe schaffen soll, einer kritischen Besprechung, wobei er zu der Schlußfolgerung kommt, daß der Regierungsentwurf un annehmbar sei, weil er so gehalten, daß dadurch die Baulust eingeschränkt werden müsse, andererseits aber der Zweck, den Lohn der Arbeiter zu sichern, doch nicht erreicht werde. Der Entwurf stelle fich als ein schlechtes Flickwert zugunsten der Bauhandwerker und Lieferanten dar, die viel eher in der Lage seien, sich gegen den Bauschwindel schützen zu Bildungsbestrebungen habe man durch Vortragszyklen Verbandstag Deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte. iſchen wachse der Grundstückswert immer mehr, da die Bauten Rechnung zu tragen gesucht. Von sämtlichen Kreisen wurden an den Parteivorstand in Berlin 21 668 M. abgeführt, während der Zuschuß aus der Hauptkasse in Berlin nur 7000 m. betrug. Die Agitationstasse für die Provinz berzeichnete eine Einnahme von 36 027 M., der eine Ausgabe von 32 421 M. gegenübersteht, so daß ein Kassenbestand von 3605 M. vorhanden ist. In dem dänisch sprechenden Teil der Provinz sind nur minimale Erfolge erzielt worden, und diese hauptsächlich nur dort, wo das deutsche Element vorgedrungen ist. Auch mit der vorgeschlagenen Regelung der Unterstüßungsfrage bei der Maifeier vermag Redner sich nicht einverstanden zu erklären. Die Debatte ist eine sehr lebhafte. Klühs- Kiel erklärt, die bremsende Haltung" des Parteivorstandes bei der Wahlrechtsdemonstration habe die Kieler Genossen veranlaßt, sich nicht zu beteiligen, denn Abendversammlungen hielten sie nicht für eine geignete Form der Demonstration. Mit der vorgeschlagenen Regelung der Jugendorganisation und der Maifeier könnten die Genossen des Kieler Kreises sich nicht einverstanden erklären. Radloff Neumünster wünscht lebhaft eine freie JugendKleines feuilleton. Theater. Jena, 29. August 1908. Schlußsitung. Vor Eintritt in die heutigen Verhandlungen gibt Behrend Berlin im Namen der Arbeiterbeifiker die folgende Er- Vorarbeiter oder einem sogenannten Kolonnenführer in eigene klärung" ab: " Die auf dem Verbandstage der deutschen Gewerbe- und Kaufmannsgerichte anwesenden Gewerbegerichtsbeisiger aus Arbeiterkreisen erklären mit Rücksicht auf die am gestrigen Tage borgekommene Störung der Verhandlungen durch Zwischenrufe gelegentlich des Referats Körst en über die Konkurrenzklausel folgendes: Wir bedauern die Störung an sich und müssen die Verantwortung dafür ablehnen. Wir protestieren dagegen, daß sich eine Anzahl Herren zu ungehörigen und unfachlichen Zwischenrufen hinreißen ließen, als Herr Körsten Ausführungen machte, die auch nach unserer Meinung das Richtige treffen. Die Zwischenrufe waren um so mehr unberechtigt, als Herr Körsten in seinem gedruckt vorliegenden Bericht bereits demselben Gedanken AusHeimat auf der Suche nach einem tüchtigen Kapellmeister für eine Lustspielschablone gearbeitet ist, die Mitglieder hatten ihre Helle Konzerttournee. Zwar hat ihm Peter Kron, als er diesen um einen Freude an der derben Komit und an dem äzenden Spott Reklameartikel für untergeordnete Musikstücke feines Verlages über die schuldenmachenden Leutnants, die vom Anfang bis angegangen war, barsch die Tür gewiesen; dessenungeachtet greift zum Ende die Zuschauer in Atem hielten, wenn auch über das er ihm als Helfer unter die Arme. Ein junger jüdischer Herkömmliche auf diesem Gebiete in feiner Weise hinausgegangen Rechtsanwalt hat den Amerikaner auf Peter Kron hingewiesen. war. Allein die erprobte Popularität des Stückes machte es diesFreie Boltsbühne( Thalia Theater):" Tedeum", Bunächst allerdings mit negativem Erfolg. Wie aber Smith mit mal doch wohl nicht so ganz allein. Ihr kam ein Zufammenspiel Komödie von Ernst Rosmer( Elsa Bernstein). Wer das Urbild Strons Kindern: Senta und Richard bekannt geworden ist, wird er des Ensembles zu statten, wie man es sich besser und routinierter des Helden dieser Künstlerkomödie gekannt hat und die Münchnerische die Mittel, um das Orchester zu bezahlen und wieder den Chor- die Zuschauer mit sich. Ihre natürliche Munterfeit, die sich oft bis allmählig auch für den Vater erwärmt und garantiert diefem nun gar nicht wünschen kann. Allen voran rig säte Ehren( Trudi) Sphäre dazu, spürt Erinnerungen aufsteigen, die durch einzelne verein zusammenzutrommeln. Der Aufführung des Ledeums steht zur ausgelaffensten Badfischkoketterie steigerte, war voll LebensVorgänge in diesem Stüde getvedt werden. Peter Kron hieß der Titel ursprünglich ist eben kein anderer als iezt nichts mehr im Wege, als der möglicherweise bedrohliche Miß- wärme und Originalität. Einen ebenbürtigen Partner hatte sie in Hans Siebert( Ralph Normann). Dr. Heinrich Borges, der einstmals in München hochgeschätzte erfolg. Krons Künstlerschaft trägt einen glänzenden Sieg davon. Schon sein YankeeGründer des gleichnamigen Chorvereins, dessen Name außerdem drama„ Dämmerung" gemessen!- geringeren künstlerischen Qualitäten Stückes zugefallen, wußte ihre Wirksamkeit fein abzutönen und ihr Was bei dieser Komödie trotz der an Rosmers Erstlings- Deutsch war eine Brachtleistung. Er, dem die schwierigste Rolle des als der eines ausgezeichneten Kritikers und Vorkämpfers der in Nichard Wagner sich gipfelnden modernen Musik mit Ehren in die Wagschale fällt, ist die sichere Zeichnung durchweg lebens- im lezten Afte, als ihm das Mädchen, das ihm erst ihre Hand vergenannt wird. Dem Vater hat die Dichterin mit dieser Komödie wahrer Gestalten und die Mischung eines wunderball echten Münchener weigerte, freiwillig als Gattin folgen zu wollen erklärt, jene echten ein bescheidenes literarisches Denkmal gesetzt. Das kann nicht Humors, welcher so gerne zur Groteske hinneigt. Man gibt fich Herzenstöne zu geben, die selten ihren Eindruck auf die Zuhörer wunbernehmen. Im elterlichen Hause konzentrierten sich alle neu- dieser Art sehr leicht gefangen und vergist über der ursprünglichen verfehlen. Temperamentvoll, hier und da ein wenig allzu stark zeitlichen Mufitintereffen. Wagners Kunst bildete hier das Alpha Straft und Bodenständigkeit willig die zuweilen zur Anwendung farifiert, spielte Ernst Arndt( Major v. Muzell). Seine Rolle, und Omega, und der um den Bayreuther Meister gefcharte Kreis gebrachten Mittel einer etwas abgebrauchten Handwerksdramatit. vielleicht die dankbarste des ganzen Stückes, lag ihm prächtig. Das begeisterter Mitstreiter und Freunde hatte in Heinrich Borges seinen Die ziemlich große Wirkung dieser" Gemütskomödie" bleibt gleiche, nur mit wenigen Einschränkungen, ist auch von Artur in Ansehung des überaus lebhaften Erfolges, den regsamen Mittelpunkt. ihre et bach und Franz Höbling( Vater und Sohn Diedrichsen) Aufführung am Tetten Sonntag Peter Kron studiert also mit seinem Chorverein ein Musikwerk dabontrug, unbestritten. zu sagen. Lore Jona( Freifrau v. Lersen) und Charlotte Daß die Darstellung hieran ihren von Hektor Berlioz ein. Natürlich hat er sich durch seine Tätigkeit vorweg anerkannt. Zwar vermöchte man in dem trampfhaften Be- Adelsfamilien, die um jeden Preis das Deforum verblichenen Glanzes guten Anteil hat, fei Maren( Asta) gaben wirkungsvoll Typen jener Frauen verarmter als Musikkritiker längst die Feindschaft aller eingesessenen Mandarinen des alten akademischen Bopfes zugezogen. Jetzt glauben sie, sei der streben der Regie, durch allzu dicken Farbenauftrag äußerlich bewahren wollen. Den leichtsinnigen Schuldenmacher Bodo schließlich günstige Augenblid gekommen, um den ihnen unbequemen Friedens- stechen zu wollen, keinerlei künstlerischen Vorteil zu erblicken; zwar mimte Hermann Romberg; er stellte den verwöhnten und störer unschädlich zu machen. Kron verliert nicht nur seinen fünfzehn tat Emil Heyse in der Ausmalung einer hypernervösen Unraft seines verliederten Jungen lebenswahr und glaubwürdig dar. Jahre hindurch behaupteten Posten als Musikkritiker des„ Münchener täuschend ähnliche Maste wie durch sicheres Spiel unterstützte vortreffPeter Kron reichlich zu viel; nichtsdestoweniger bot er eine durch eine Lorging Theater. 8 az a", ein hier vor Jahren unter Tageblattes", man friegt es auch fertig, die Orchestermusiker gegen liche Leistung. Ungleich höher wirkte Rosa Valetti als Frau Mina Mohs Prasch am Berliner Theater erfolgreich gegebenes„ Sittenbild" ihn aufzuhezzen. Sie wollen nicht mehr umsonst mitwirken, Kron. In der Natürlichkeit, womit sie sich gibt, steckt doch gerade eine ge- bon Bierre Baton und Charles Simon wurde nur wieder hervor und so bleibt denn Peter Kron nichts übrig, als seinen diegene ſchauspielerische Kraft, die völlig auf eigenen Füßen steht. geholt, um Hedwig ange, die mit ihrem eigenen Enſemble mühsam gegründeten Chorberein Als echter Künstler hat Scharf umriffene Charakterchargen boten außerdem Arnold Ried gaftiert, Gelegenheit zu bieten, sich den Berliner Theaterdirektoren er feine Reichtümer zu sammeln vermocht. Um sich und seine Familie vor äußerlicher Not zu bewahren, fieht( Corbinian Brummer), Emil Sondermann( Claus Smith). 34 empfehlen. Man lernte da in der Vertreterin der Titelrolle Erfrischend wirkte Gife Otto- Henze in ihrer Hosenrolle als eine Schauspielerin kennen, die mit glänzenden Mitteln zu blenden er fich gezwungen, die miferabel bezahlte Stelle eines Kapellmeisters Richard, gemütvoll gab sich edwig Storm- Neuß( Senta) weiß, wobei sie durch eine schöne körperliche Erscheinung unterſtüßt beim Boltstheater anzunehmen. Coupletmuſik mit ungebildeten und echt in der wurzelfesten Beherrschung des Münchener Dialekts wird. Ihre Leistung würde allerdings noch höher zu bewerten „ Sängern" und Schmierentomödianten einzuüben, konnte ihm, dem Marie Fernau( Gisela Flesch). Emma Reinide als Fräulein Effekte, die aus dem Künstlerischen Rahmen fallen, einer weisen fein, wenn sie sich in der Anwendung mancher billiger Hochstrebenden, idealistischen Künstler nimmer behagen. Er stößt Ganter soll nicht vergessen sein. schon bei der ersten Klavierprobe mit der Soubrette und dem Mäßigung befleißigte. Dagegen sind zwei Mitwirkende mit beDirektor zusammen, der ihn zum musikalischen Schuhpuzzer er= Freie Voltsbühne.( Neues Schauspielhaus.) Die sonderer Auszeichnung zu nennen, deren Name sich mit wirklicher niedrigen will. Kron wird von feiner Frau gewaltsam Kinder der Exzellenz", Lustspiel in vier Aufzügen von Künstlerschaft deckt. Da wird z. B. die Rolle des Gesangskomiters gehindert, sich weiter zu prostituieren und quittiert furzer Ernst v. Wolzogen. Die Leitung der Freien Voltsbühne Cascart durch Adalbert Neher mit bewunderungswürdiger hand die Stelle. Jedenfalls wäre er jegt der größten Rot hat mit der Wahl des Wolzogenschen Lustspiels als einer der Er- Eleganz und Treffsicherheit verkörpert; desgleichen die alte Theaterüberantwortet gewesen wenn ihn davor ein deutsch- amerikanischer öffnungsvorstellungen des neuen Spieljahres einen guten Griff mutter Anais mit der Kognatflasche durch Rosa Valetti. Was Musikverleger nicht zur rechten Zeit bewahrt hätte. Dieser- Claus getan. Wenn sich auch gegen die literarische Qualität des Stüdes sonst mimt, reicht gerade hin, um den Rahmen des Sittenbildes zu Smith mit Namen befindet sich nämlich in seiner alten deutschen manches einwenden läßt, zumal es allzu sehr nach der üblichen flankieren. e. k. " D ―P. e. k. tonnen aU der SSdMtBdfer, SSc Coft sekKM KöchsnMchen Lohn leben müsse. Als einziges durchgreifendes, dabei sehr einfaches Mittel bezeichnet der Referent d'ic Verleihung o es gesetzlichen Pfandvorrechts am Baugrundstück für den Arbeitslohn. Redner stellt deshalb folgende Lettsätze auf: 1. Die Lohnforderungen der Bauarbeiter sind gesetzlich zu sichern. 2, Der dem Reichstag vorliegende Entwurf eines<Äe- sctzes zur Sicherung der Bau forderungen erfüllt diesen Zweck nicht genügend. 3. Zum wirksamen Schutz ist die Verleihung eines gesetzlichen Pfandvorrcchts am Baugrundstück notwendig. 4. Es empfiehlt sich eine gesetzt iche Bestimmung, daß bei Weiter- berdingung von Bauarbeiten d«w Vormann zur Entlohnung der bei Ausführung des Gedings geleisteten Arbeiter verpflichtet ist, wenn ihm bekannt war oder bekannt sein mußte, daß der Nach. mann nicht die erforderlichen Mittel zur Ausführung besitzt oder letzterer nicht als Betriebsunternehmer im öffentlich rechtlichen f£inne anzusehen ist. Der Korreferent, Redakteur Paep low-Hamburg erklärt, daß er mit Rücksicht auf die Ausführungen des Referenten seine Leitsätze zugunsten der vorstehenden zurückziehe, wenn bezüglich der Verleihung des Pfandvorrechts für den Arbeitslohn keine Bedenken beständen. Nur eine seiner Thesen möchte Paeplow aufrecht- erhalten, nämlich die, daß sowohl der Name des Grundstücksbesitzers als auch der des Bauunternehmers auf der Baustelle angeschlagen fein müssen. Nachdem dann Justizrat Mengelberg- Krefeld betont, daß der gesetzlichen Festlegung des Pfandvorrechts keine Bedenken ent- aegenstehen, daß das vielmehr nur eine Wiederauflebung einer Be- stimmung des Locke blapoleon bedeute, wird den obigen Leitsätzen einstimmig zugestimmt. lieber: Die Gründe der sofortigen Aufhebung des Arbeitsvertrages referiert sodann Stadtrat Dr. Mayer- Danzig. Die Aus. führungen dieses Herrn gipfelten in der Forderung, daß die 123 und 124 der Gewerbeordnung aufgehoben und an Stelle der zur sofortigen Aufhebung des Arbeitsvertrages berechtigenden Gründe als Sammelname ein„wichtiger Grund" gesetzt werden soll. Was als„wichtiger Grund" anzusehen ist, will Herr Dr. Mayer vertrauensvoll der Rechtsprechung der Gerichte über- lassen! Was der Herr selbst als„wichtigen Grund" ansieht, geht wohl zur Genüge daraus hervor, daß er z. B. auch einen Plötz» lichen Streik, den er als„elementares Ereignis" wie FeuerSgefahr(!) betrachtet wissen will, mit benannte. Ferner meinte er, wenn der Arbeitgeber„beim besten Willen plötzlich keine Arbeit mehr Hab e", wenn der Arbeiter „absichtlich mangelhafte Arbeit" liefere, wenn der Arbeiter, der in Wohnungen seines Arbeitgebers wohnt, fremde Personen ohne Erlaubnis des Arbeitgebers be- Herberge, wenn er seine Mitarbeiter bedrohe oder tätlich gegen sie vorgehe, wenn er sich des Hausfriedensbruchs, Trunkenheit, Tierquälerei usw. schuldig mache, so sollen das alles nach Ansicht des Herrn Stadtrat Dr. Mayer aus Danzig»wichtige Gründe" zur sofortigen Entlassung sein!! Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Zuständigkeit für städtische Arbeiter, worüber Herr Stadtrat Dr. Müller- Dessau referierte. Redner vertrat den Standpunkt, daß nach seiner persönlichen Meinung alle gewerblichen Arbeiter der Zuständigkeit der Gewerbegerichte unterstellt sein sollen, daß das Gebiet aber noch ein ganz unsicheres sei und es sich daher empfehle, das Material einer gründlichen Durcharbeit zu unterziehen. In seinem Rcsume, was darauf Herr Oberbürgermeister Cuno» Hagen von den heutigen Verhandlungen gab, wies dieser wenigstens den Gedanken zurück, als ob alle Anwesenden mit den Ausführungen des Herrn Dr. Mayer-Danzig betreffs Abänderung der ZA 123 und 124 einverstanden seien, wie es nach den wider- spruchslosen Ausführungen Dr. Mayers scheinen könne! Nach den übliche» Dankesworten trgt hierauf Schluß des Per- bgndstages ein._ Nerbandstag des Zentraloerbandes der Maurer. Hannover, 30. August. Der zehnte(außerordentliche) Verbandstag deS Verbandes der Maurer Deutschlands wurde heut« abend im»Lindenhof" in Linden vor Hannover durch eine Empfangs- und Begrüßung?- feier eröffnet. In dem Jahrbuch deS Verbandsvorstandes für 1307— der Bericht für das erste Halbjahr 1008 wird im Laufe der Verhand- lubgen mündlich erstattet— wird hinsichtlich der allgemeinen Lage insbesondere Bezug genommen auf die herrschende Wirtschaft- l i ch e Krise, die ihre Wirkungen sehr intensiv auch im Bau- gewerbe zeigt durch starke Einschränkung und teilweise völligen Stillstand des Wohnhausbaues in Jndustriebezirken und Groß- städten und durch Einschränkung öffentlicher Bauten. Als all- bekannte Begleiterscheinung der wirtschaftlichen Krisis zeigte sich auch diesmal wieder die Erschütterung der gewerk. schaftlichen Arbeiterorganisationen, unter der speziell der Maurerverband schwer zu leiden habe. Daneben sei auch sonst die ständige Verschiebung des Mitglieder» bestanoes über alle Maßen gr o ß.„Stellt man die Mit- gliedcrzahlen des 1. und 4. Quartals gegeneinander, so beziffert sich der Verlust auf 0830 und zwischen der höchsten Zahl(2. Quartal 202 848) und dem Stand am Jahresschluß ist gar eine Differenz von 21 0S6." Der verminderten Arbeitsgelegenheit entsprechend, war— so konstatiert der Bericht— auch der Umfang der Lohn- bewegung geringer und ihr Endresultat erheblich weniger er- freulich als im Jahre 130S. Es wurden im Jahre 1807 Forde- rungen aufgestellt in 702 Lohngebieten mit 7286 Orten, 7670 Unter- nehmern und 98 300 Gesellen(1006— 750 Lohngebiete, 7628 Orte, 7638 Unternehmer und 103526 Gesellen). Streiks wurden durch. geführt 184 gegen 223 im Jahre 1006. Eine Verkürzung der Ar- beitSzeit konnte durchgesetzt werden in 2133 Ort«n für 23 820 Ge- sellen, im Jahre 1906 dagegen in 2481 Orten für 34 764 Gesellen. Einer Lohnerhöhung von 1 bis 10 Pf. pro Stunde konnten sich 72 712 Gesellen in 7018 Orten erfreuen, während 1906 die Zahl dieser Gesellen 06192 in 7200 Orten betrug. Ausführlich geht der Bericht dann auf den bekannten Kampf in Berlin ein, die Haltung des Vorstandes rechtfertigend, der im Hinblick auf die ungünstige Konjunktur und den zu erwartenden schweren Wider- stand des Unternehmertums von vornherein gegen den Kampf ge- wesen sei, dessen Ausgang dem Vorstande ja auch recht gegeben habe. Ueber die BerschinelzungSsragen wird mitgeteilt, daß darauf gerichtete Versuche bei den Stukkateuren und Dachdeckern bisher gescheitert sind, während einer Ver- schmelzung des BauhilfSarbeiterverbandes mit dem Maurerver- bände noch nicht näher getreten sei. In nicht allzuferner Zeit werde diese Frage aber spruchreif werden. „Dagegen— so heißt cS dann an dieser Stelle des Berichts— ist ein anderer, seit langem diskutierter Ueberlritt am Jahresschluß zur Tatsache geworden: Die„Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands" hat sich aufgelöst und ihre Mit- glieder haben sich zum größten Teil dem Zentralver» bände angeschlossen. Außer Berlin, wo ein kleiner Rest Eigenbrödler einen neuen Verein gegründet hat und von dort aus aufs neue die Zersplitterung der deutschen Maurer zu betreiben versucht, sind alle Bereine geschlossen über. getreten." Ein erfreulicher Fortgang wird auch in der internatro- nalen Verständigung konstatiert. Auf der internationalen Maurerkonferenz, die im Anschluß an den internationalen Ar- beiterkongreß in Stuttgart 1007 stattfand, waren 15 Organisationen aus 13 Ländern vertreten.„Die alten Freundschasts- und Unter- ttützungsbündnisse wurden erneuert, außerdem wurde auch ver- ttichswsise eio«itougliomler Sckrclär eingesetzt," j Bemerkenswert ist die Stelle, die sich iltt Bericht mit de ist > Vcrhältns zum Unternehmertum beschäftigt:„Daß der„Deutsche Arbeitgebcrbund für daZ Bau- gewerbe" seit seinem Bestehen danach trachtet, den baugewerblichen Arbciterverbänden eine böse Schlappe beizubringen, um sie aus- zuschalten bei der Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, ist eine bekannte Tatsache. Dazu sollte auch sein seit Jahren vor- bereiteter Beschluß dienen, die abzuschließenden Tarifverträge alle an einem bestimmten Tage ablaufen zu lassen, um dann die Ar- beiterschaft dann vor das„Entweder— Oder" zu stellen: nimm die Bedingungen an, die ich Dir diktiere, sonst wirst Du dem Straßenpflaster überantwortet. Diese Vorbereitungen sind uns natürlich nicht entgangen, wir konnten ihnen aber nicht wehren. Tarife brauchen wir für die Sicherstellung der Lohn- und Arbeits- bedingungen, denn wir können nicht fortgesetzt und überall gegen die immer wieder hervorbrechende Unternehmerwillkür kämpfen. Wollten wir aber Verträge haben, so ließ sich eine gewisse zeitliche Gleichmäßigkeit nicht umgehen." Der Bericht skizziert dann kurz den bekannten Plan des Unternehmerbundes, der Organisation ein Vertragsmuster für alle abzuschließenden Tarifverträge als letztes Glied in der Kette seiner Vorbereitung zum Kriege aufzuoktroyieren, wie sie aus dem im Dezember vorigen Jahres im„Grundstein" veröffentlichten Geheimprotokoll der Generalversammlung der Unternehmer hervorgeht. JDie hierin niedergelegten Beschlüsse beleuchteten blitzhell die Gefahr, von der die baugewerkliche Ar- beiterschaft bedroht war. Sie für diesmal abzuwenden, waren viele langwierige Konferenzen und Verhandlungen nötig, die giwße taktische Umsicht aller beteiligten Vertrauensmänner und Führer der Arbeiterorganisationen erforderten." Aus den statistischen Angaben des Berichts seien folgende hervorgehoben: Der Verband umfaßt 22 Gaue mit 1030 Zweigvereincn. Die Zahl der Mitglieder betrug 1007 am Jahresschluß 180 792 gegen 183 747 am Schlüsse des Jahres 1006. Der Jahresdurchschnitt an Mitgliedern 1907 betrug 192 582 gegen einen Jahresdurchschnitt von 183 537 im Jahre 1906, also eine Zunahme von 9045. Der Verlust von rund 3000 am Ende des Jahres 1907 gegen den Mitgliederbestand am Ende 1906 resultiert aus dem starken Abfall im 4. Quartal 1907 infolge der wirtschaftlichen Krise. Im 2. Quartal 1907 betrug der durchschnittliche Mitgliederbestand noch 201 848, im 3. Quartal 197 066 im 4. Quartal dagegen 180792. Der Bericht sagt wan bedenkt, daß unser Verband in den Jahren 1903. bis Ende 1906 über 100 000 Mitglieder gewonnen hat, so ist der jähe Umschwung gewiß sehr schmerzlich, er kann uns aber doch nicht auf bange Hoffnungslosigkeit herabstimmen. Nachdem der Verband die Zeit der Kinderkrankheit seit mehr denn 10 Jahren hinter sich hat. kann uns eine vorübergehende Krisis nicht mehr schrecken. Wie wir den Rückschlag der Jahre 1900/01 binnen kurzem glänzend überwunden haben, wird energische Aufklärungs- arbeit bewirken, daß unsere Mitgliederzahl recht bald wieder eine Steigerung erfährt." Sehr geklagt wird über die übermäßig starke Fluktuation, die ungeheuer große Zahl der s o g. D u r ch g ä n g e r. In den Jahren 1905 und 1906 wurden 145 214 Mitglieder ausgenommen, der Zuwachs über diese Zeit hinaus betrug aber nur 54 687. Im Jahre 1907 wurden 53 725 Mitglieder neu aufgenommen(20 597 weniger als 1906) und das Resultat ist ein Minus von 2955. Der Bericht bemerkt dazu:„Die Ursachen dieser Fluktuation liegen ja zum Teil in der verminderten Arbeitsgelegenheit, auch die größtenteils ganz unberechtigte Unzu- friedcnheit mit diesen oder jenen Verbandscinrichtungcn und Bs- schlüssen trägt etwas dazu b«i, in der Hauptsache wird sie aber auf die immer noch weit ausgedehnte Gleichgültigkeit der Kollegen zurückzuführen sein."„Einen wirklich stichhaltigen Grund werden nur ganz wenige anführen können. Arbeitslosigkeit— so schwer sie zu ertragen ist— ist kein Grund zum Austritt aus der Organi. fation. Unser Verband ist zwar noch nicht in der Lage gewesen, die Arbeitslosenunterstützung einführen zu können, er nimmt aber in der Zeit solcher Kalamität den Mitgliedern auch nur einen minimalen Beitrag ab und stundet ihn auch auf längere Dauer; während der regelmäßig wiederkehrenden Arbeitslosigkeit im Winter(Dezember-Februar) wird überhaupt kein Beitrag gezahlt. Auch die Veränderung des Domizils, das Zurückfluten großer Massen von den Städten auf das platte Land ist kein Grund zur Fahnenflucht, denn überall ist Gelegenheit zur Fortsetzung der Mitgliedschaft gegeben. ES bleiben also nur abgrundtiefe Gleich- gültigkeit und Böswilligkeit als Ursachen der Fluktuation im allge- meinen und für den Verlust in Krisenzeitcn im besonderen." WaS die Finanzen betrifft, so betrug die Einnahme deS Verbandes insgesamt 5 913 899,96 M. gegen 3 825 507,84 M. im Jahre 1306. Diese Mehreinnahme ist im wesentlichen zurückzu. führen auf die Extrabeiträae(632 459,40 M.) und die Beiträge der Arbeitenden bei Streiks(350 649,35 M.). Die eigentlichen Ver- bandsbeiträge der Mitglieder betragen 8418 214,87 M. gegen 3 225 579,75 M. im Jahre 1906. Die gesamte Ausgabe stellte sich auf 3 791 974,39 M. Danach übersteigt die Einnahme die AuS- gäbe um 1 226 926,47 M. Das Verbandsvermögen erhöhte sich aus 4 791 093,31 M. Für Streiks sind ausgegeben 1 207 063,94 M., 99 192,96 M. mehr als im Jahre 1906, Die Steigerung ist Haupt- sächlich auf die Aussperrung in Berlin zurückzuführen, die über 600000 Mark Ausgaben verursachte. Für Kranken unter- st ü tz u n g sind 278 754,72 M. gezahlt gegen 166 989,74 M. im Jahre 1306; für Sterbeunterstützung 78 700,75 M. gegen 63 655,80 M. im Jahre 1906. Ein interessantes Kapitel ist endlich auch das der Lohn- bewegung« n. Ihre Zahl betrug 701 in 7286 Orten mit 7679 Unternehmern und 08 350 Gesellen, in 383 Fällen handelte eS sich um Erhöhung des Lohnes, in 317 Lohngebieten um Erhöhung des Lohnes in Verbindung mit Verkürzung der Arbeitszeit. Be- zeichnend ist, daß in 187 Fällen noch um die lOstündige Arbeitszeit, in 5 Fällen sogar noch um die lOMistündige Arbeitszeit gekämpft werden mußte. Unterhandlungen wurden in 691 Fällen nachgesucht und seitens der Unternehmer in 610 Fällen genehmigt, in 181 Fällen abgelehnt. In 7 Fällen wurden die Verhandlungen vor dem Gewerbegcricht als Einigungsamt geführt. Die Be- wcgungen bestanden in 154 Lohngebieten in Angriffsstreiks, in 10 Fällen in Aussperrungen, in 11 Fällen in Angriffsstreiks und Aussperrung, in 9 Fällen in Aussperrung und Angriffsstreiks: sie endeten in 287 Lohngebieten mit vollem Erfolge, in 346 mit teilweisem Erfolge, in 66 ohne Erfolg. Eine Erhöhung des Stundenlohnes wurde in 426 Lohngebieten und eine Erhöhung des Stundenlohns in Verbindung mit einer Verkürzung der Arbeitszeit in 202 Lohngcbieten errungen. Die Verkürzung der Arbeitszeit erstreckte sich auf 2138 Orte mit 23 829 Gesellen und umfaßte 2 Stunden pro Tag, während die Lohnerhöhung 1 bis 19 Pf. pro Stunde beträgt. Zahlenmäßig ergab das Jahr 1907 107 Angriffsstreiks. 203 Abwehrstreiks uno 19 Aussperrungen, von denen insgesamt 3146 Betriebe mit 33 998 beschäftigten Personen betroffen wurden. Streikbrecher verblieben 6349, durchschnittlich also in jedem Be- triebe zwei. Die Gesamtdauer der Arbeitseinstellung betrug 11371 Tage, jede Arbeitseinstellung also durchschnittlich 27 Tage. In 189 Fällen, gleich 45,10 Proz., wurde ein voller Erfolg, in 136 Fällen, gleich 32,46 Proz., ein teilweiser Erfolg erzielt. 75 Fälle, gleich 17,90 Proz.. waren erfolglos. Beigelegt wurden die Streiks durch Vergleich m 316 Fällen. Der Verlust an Arbeits- zeit und Arbeitslohn betrug 541031 Tage und 3 214156 M. Lohn. Von den Streikenden waren 21 210 verheiratet, mit 36 622 Kindern unter 14 Jahren, und 11439 unverheiratet. Die Unkosten be- trugen 1688 854,30 M. T a ri s e sind im Jahre 1907 abgeschlossen 361 in 405 Lohn- gebieten mit 4060 Orten, 3950 Unternehmern und 50 505 Gesellen. Die Vereinbarung erfolgte in 251 Fällen mit 2780 Betrieben und 36 406 Gesellen ohne Arbeitseinstellung. Die Vertragsdaucr be. wcgt sich zwischen!4 und 4 Jahren. Am Schlüsse des Jahres 1907 bestanden 674 Tarifverträge für 781 Lohngebiete mit 7876 Orten. 11361 Unternehmern und 149 610 Gesellen. Em der parte!* Zum Parteitag. An die Delegierten! Es wird darauf aufmerksam gemacht, baß die Delegierten sich beim Lokalkomitee anmelden wollen. Die Zahl der bis jetzt Gemeldeten steht in keinem Verhältnis zu dem zweifellos zu erlvartendcn Besuch deS Parteitage?. Nürnberg wird sehr stark von Fremden besucht und es ist daher die Lösung der Wohnungsfrage mit verschiedenen Schwierig« leiten verknüpft. Bei der Anmeldung wolle bestimmt an- gegeben werden, o b und in welcher Preislage Wohnung durch das Lokalkomitee besorgt werdtn soll. Die Anmeldungen sollen möglichst bis 5. September in den Händen des Lokalkomitees sein. Vorsitzender des Lokalkomitees ist Martin Treu, Nürnberg. Egydienplatz 22. # Die Pgricigenossen i» Bremm debattierten drei Abende lang über den Parteilag. ES kam dabei aus Anlaß der Budgelbewilligung. der Jugendorganisation und der Maifeier zu sehr gründlichen Auseinandersetzungen zwischen Radikalen und Revisionisten. Die Delegiertenwahl ergab für die radikalen Ge- »ossen Henke, Brandler und Piek 244 bezw. 221 und 193 Stimmen, während die Vertreter des Revisionismus Rhein und Winkelmanu nur 127 bezw. 94 Stimmen erzielten. Württembergische und badische Stimmen zur Budgetfrage. In Heilbronn tagte eine Parteivcrsanlmlung, die ein Referat deS Genossen Hitzler hörte. Er empfahl eine Resolution, die die Bewilligung des Budgets billigt und u. a. sagt: Die Frage, ob die von der Resolution verlangten„zwingenden. in besonderen Verhältnissen liegenden Gründe" vorliegen, die zur Annahme des Budgets berechtigen, ist zunächst von der betreffenden Fraktion selbst zu entscheiden. Ob die Fraktion geirrt hat, kann nur entscheiden, wer ihre Gründe genau kennt. Es würde auch der Bedeutung der Gesamtpartei durchaus keinen Nachteil bringen, wenn bei Beurteilung der besonders gearteten Verhältnisse Süddeutschlands die Meinung der süddeutschen Genossen über taktische Notwendigkeiten bei der Parteiarbeit in ihrer Heimat mehr beachtet würde, als das bisher geschah. Eine Notwendigkeit, die Lübecker Resolution zu verschärfen, liegt nicht vor und die Versammlung würde einen solchen Beschluß für einen scbweren Fehler halten. In der Diskussion sprach Genosse Reinhardt gegen den Referenten. Genosse Schmidt trat dem Referenten bei, Genosse Schwan forderte eine genaue Präzisierung der Lübecker Resolution. Die Versammlung wurde schließlich vertagt. In Mannheim verteidigte Genosse Landtags- abgeordneter S ü ß k i n d die Bewilligung. Genosse Landtags- abgeordneter Lehmann(der nicht für das Budget ge- stimmt hat), trat ihm entgegen. Danach wurde Vertagung der Versammlung beschlossen. Vorher wurde indes noch� den, Genossen Geiß als Vorsitzenden des L an d es a us sch us s es Gelegenheit zur Acußerung gegeben. Er gab eine Darstellung der Vorgänge, aus der hervorging, daß der Landesvorstand sich nicht für berechtigt hielt, dem Parteivorstand zum Zwecke der Publikation(??) Mitteilungen von Beschlüssen zu machen, die noch nicht einmal endgültige waren und zu deren Geheim- Haltung ihn die Fraktion verpflichtet hatte.„Die Darstellung des Genossen Geiß," so sagt die Mannheimer»Vollsstimme",»inachte ersichtlich Eindruck auf die Versammlung." Die Generalversammlung der Organisation für Reuß f. L. beschloß zur Budgetfrage eine Resolution, die energisch Protest einlegt»gegen den Disziplinbruch der süddeutschen Landtags- fraktionen, die eine Sonderorganisation innerhalb der Partei zu bilden versuchen" und auf das entschiedenste die Budget- bewilligung verurteilt, die unvereinbar ist mit den Grundsätzen der sozialdemokratischen Partei.— Als Delegierte wurden die Genossen E. Wurm- Berlin, der Reichstagskaudidat deS Kreises, und Genosse Drechsler- Debschwitz gewählt. TaS„revisionistische Gespenst". Unser Mainzer Parteiorgan veröffentlicht die Zuschrift eines Genossen aus Arbeiterkreisen zur Budgetfrage, deren wesentz». licher Inhalt wie folgt lautet: „Trotz allem Ausweichen auf dieser oder jener Seite ist eS im Grunde doch nur dieAngstvordemdrohendenGespenst des Revisionismus, die die gegenwärtige Aufregung her- vorgerufen hat. Wir sollten uns darüber auch gar nichts weiß machen, und ich halte es für durchaus verkehrt, wenn man hier wieder eine große Diskussion über Anzeichen und Merkmale des. Revisionismus inszeniert, anstatt einmal in aller Ruhe und Sach- lichkcit die ursächlichen Zusammenhänge, die treibenden� Motive, die Berechtigung oder Richtbercchtigung derselben zu erwägen.... Die Probleme des Revisioiüsinus und Radikalismus sind lange genug Streitobjekt der sogenannten»Akademiker" gewesen. Man soll es endlich einmal der Masse der Partei- genossen wissen lassen, was Radikalismus und was Revisionismus eigentlich ist! Die Entscheidung der Partei für das Eine oder das Andere kann nicht ewig hinaus- geschoben werden! Einmal mutz sie getan werden. Je eher, desto besser. Darum soll man aber auch jetzt schon in aller Offenheit darüber diskutieren, damit alle gründlich unterrichtet sind und ein Entschluß nicht Hals über Kopf gefaßt wird. Ich bin fest davon überzeugt, wenn man einem einfachen Ar- beiter, der nicht von revolutlonSromantischen Ideen hypnotisiert ist, auseinandersetzt, was Radikalismus und was Revisionismus ist, was der Revisionismus für ihn in diesem Erdenleben erreichen kann, und waS der Radikalismus für feine Ur-Urenkel zu erringen hofft, so wird er sich mit der größten Selbstverständlichkeit für den ersteren entscheiden. Und eben, weil eS so einleuchtend ist, daß durch eine gründliche und freie Diskussion über diese Grundfragen nur der Rcvisionis- mus gewinnen kann, billige ich eS durchaus nicht, wenn die Revi- sionisten schüchtern und bescheiden alle Angriffe über sich ergeben lassen, ohne einmal den Kernpunkt der ganzen Sache rückhaltlos zur Sprache zu bringen. Die revisionistische„Seuche" ist mehr verbreitet, als sich die Revisionisten selbst träumen lassen! Die große Masse der Arbeiterschaft ist unbewußt revisionistisch. Sie bewußt revisionistisch zu machen, sollten sich die akademischen Revi- sionisten mehr angelegen sein lassen, als mit den Theoretikern des Radikalismus auf ganz unfruchtbare Diskussionen einzugehen. Also: Generaldiskussion über den Kernpunkt der ganzen Sache und ruhigeS Abwarten, welchem Teil es gelingt, die große Mehrheit der Parteigenossen durch die Vernünftigkeit und durch das Einleuchtende feiner Begründunger auf feine Seite zu be- kommen. Sollte dies den Radikalen gelingen, dann müßte in den radikalen Theorien weit mehr Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse, weit mehr Menschenkenntnis stecken, als ich mit meinem Proletaricrvcrstano bisher darin finden konnte. Aber eben, weil die allgemeine Anerkennung des Radikalismus so gut wie ausgeschlossen ist, sollten die Revisionisten endlich mit dem zag- hast vorsichtigen Vorgehen ausräumen und der Sache energisch auf den Leib rücken...." Wir geben dem Einsender bollständig darin recht,!>«b eine offene und rückhaltlose, dann aber auch entscheidende AuS- spräche darüber, ob die Partei den Revisionismus will oder nicht, sehr nützlich und wünschenswert wäre. Aber er scheint nicht zu wissen, daß cS nur die Revisionisten sind, die sie ängstlich und mit allen Mitteln der Diplomatie zu vermeiden streben. Die Revisionisten sind eS, die an- dauernd jeden grundsätzlichen Gegensatz zwischen ihnen und unS leugnen; sie waren es, die in Dresden für die radikale Refolu- Aus den Organisationen. " namentlich soweit sie von der Boltsschule unbeachtet gelassen odet gefälscht wurde insbesondere Geschichte, Wolfswirtschaftslehre, Naturwissenschaft der Arbeiterjugend in systematischer Form vermittelt werden. Daneben sollen belehrende Kulturschäße vor allem die Ergebnisse einer wahrhaft volkstümlichen und geistig befriedigenden Dichtkunst vorgeführt werden. Schließ lich soll in gemeinsamen Ausflügen ber Sinn für Naturschönheiten geweckt werden. So wird der Aufbau einer Welt- und Lebensanschauung gesichert, die aus den jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen vorwärtsstrebende und nur auf organisato rische Selbsthilfe sich verlassende Arbeiter werden läßt." Eingegangene Druckfchriften. Bon der Gleichheit", Beitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 18 des 18. Jahr. ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Um Prinzip und Disziplin. Die politische Organisation der Frauen unter dem Reichsvereinsgejez. Harzbilder. II. Bon W. D. Die belgische Junge Bon Luise Ziek. Fortschreitende Industrialisierung und Broletari Garde. Bon H. d. M. sierung in Württemberg. Bon K. D. Die Kinderschußkommission der Dresdener Genossinnen. Von Anna Nerger. Etwas von der türkischen Frau. Von Anna Blos.- Weibliche Jugendorganisationen? Von Ernst Koch. Aus der Bewegung: Von der Agitation. Bon den Organi fationen. Jahresbericht der Vertrauensperson der Genossinnen von Berlin. Von der proletarischen Frauenbewegung in Essen.- Bericht der Politische Rundschau. Von H. B. bayerischen Landesvertrauensperson. Gewerkschaftliche Rundschau. Neunter Verbandstag der Fabrik-, LandArbeitslosenunter und Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. stügung der Textilarbeiter. Genossenschaftliche Rundschau. Von H. Fl. Notizenteil: Dienstbotenfrage. Frauenarbeit auf dem Gebiete der Induſtrie, des Handels- und Verkehrswesens. Frauenstimmrecht. Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Sozialistische Frauenbewegung im Ausland. Wohnungfrage. Frauenbewegung, Adressen der Stellen. bermittelung und der Vorsitzenden der Dienstbotenorganisationen. Feuilleton: Morgenwanderung. Von Cäsar Flaischlen. 10 Bf., durch die Bost bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Breis der Nummer ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement tion stimmten, um gu dokumentieren, daß sie eigentlich ganz Sas. I sugeschnitten, parlelamilich beglaubigte Vollstribunen in die Welt felbe wollen wie wir. Und um beim gegenwärtigen Fall zu bleiben, zu schicken, sondern in den Arbeiterhirnen die Erkenntnis von dem so hat gerade der Vorwärts" mit aller Entschiedenheit den Punkt bialettischen Zusammenhang der Dinge in der ökonomischen Welt aufs i gesezt und nachgewiesen, daß ganz im Sinne des Mainzer zu fördern. Und der große Gewinn der Parteischule ist darin zu Einsenders der Kernpunkt der Budgetbewilligung im Revisionis- erblicken, daß fie Arbeitern Gelegenheit gibt, sich über den Wert mus liegt, während das von den revisionistischen Parteiredakteuren sozialistischer Theorien ein eigenes festes Urteil zu bilden, daß Ar= bestritten wird. Wie denn auch die Redaktion der Mainzer Bolts- beiter mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnis begreifen lernen, Beitung" der obigen Zuschrift die Worte folgen läßt: daß schon in der politischen Oekonomie der Schlüffel zum Sozialis " Der Verfasser vorstehenden Artikels scheint die Pudgetbewilli- mus liegt. Es ist eine leichtfertige Verdächtigung, ein Institut gung für eine revisionistische Kernfrage zu halten. Das ist durch als Brutstätte irgendeiner Doktrin zu verschreien, das sich zur Aufaus nicht richtig, weil eine Menge Genossen, die beileibe nichts mit gabe gesetzt hat und aus technischen Gründen nur sehen kann Revisionismus" zu tun haben wollen, den Standpunkt der baye- in die Grundzüge, in die Elementarbegriffe einer Theorie einrischen bezw. badischen Genossen vollkommen teilen." zuführen.... Als ehemaliger Schüler darf ich es wohl bei dieser Wir wären herzlich froh, wenn die Revisionisten dieses Ver- Gelegenheit aussprechen:" Manchem Heißsporn vom rechten Flügel steckspiel endlich einmal aufgeben wollten. Es wäre das die Bor- wäre der Takt zu wünschen, mit dem diese„ margistischen Priester" bedingung einer fachlichen Diskussion, auf Grund deren die Ge- in der marristischen Kirche" ihres Amtes gewaltet haben. Jebe samtheit der Partei endgültig entscheiden tönnte. Aber sie werden persönliche Note in unserem alten Streit der Meinungen wurde das nicht tun, denn eben dieses Verstedspiel ist ja ihre wichtigste mit peinlicher Gewissenhaftigkeit vermieden; immer nur ging das Waffe. Ein neuer Beweis ist ja gerade wieder die Heimlichkeit, Bestreben der Lehrer dahin, den historisch- ökonomischen Entwickes tromit die süddeutschen Abgeordneten eine Aenderung der Taktik lungsgang der Gesellschaft vor den geistigen Augen der Schüler beschlossen haben, ohne die füddeutschen Genossen, ihre direkten flarzulegen. Gewiß, das war nur ihre Pflicht. Aber wären sie Auftraggeber, vorher zu befragen. Sie zweifelten offenbar selbst nun wirklich die verbissenen Dogmatiker, als die sie verschrien daran, daß ihnen die dortigen Genossen, wenn man sie vorher be- werden, so hätten sie ihren halbjährigen Einfluß nüßen können fragt hätte, die Budgetbewilligung erlaubt haben würden. und hätten trodene Regeln statt lebendiges Wissen gegeben, hätten eben den ganzen Unterricht als eine Drillgelegenheit für Retruten gegen den gefürchteten" Revisionismus aufgefaßt. Nichts von alledem; weder Nervosität noch Absicht gegen die andere Richtung war zu spüren. Wohl wurde während einiger Wochen der Extraft des ersten Bandes des„ Kapitals" herausgeschöpft, wurde in anstrengender Gedankenarbeit der Begriff der Ware, das Geheimnis von Ser Entstehung des Mehrwertes und des Profites den überraschten Sinnen der Hörer enthüllt; aber das ist doch eminent sozialistisch und darum also nötig. Der überaus größere Teil der Beit war dem weiten Gebiet der Wirtschaftsgeschichte, der Soziologie im allgemeinen und den anderen Unterrichtsfächern gewidmet. Es wäre eine lächerlich mutlose, burch keinen Schimmer von Berechtigung gestützte Tat, die Schule wieder aufzulösen. Wie sollen jetzt, nach zweis oder dreijährigem Bestand der Anstalt, Erfolge mit Händen zu greifen fein? Der Gewinn wird erst dann augenfällig sein, wenn draußen im Lande die Zahl der theoretisch durchgebildeten Arbeiteragitatoren eine sichtbar wachsende sein wird, wenn wir in unseren Parteisekretariaten und in den Redaktionen einen tüchtigen Stab von wissenden Kämpfern aus dem Arbeiterstanbe haben.... Die Lefreiung der Arbeiterklasse muß ihr eigenes Wert sein, warum soll sie sich nicht auch die Waffen felbft schmieden und die Wissenschaft als Waffe selbst führen lernen? Swotnembe. 760 25 Die Parteischule soll eine Lehrschmiede in diesem Sinne sein; sie aus fistalischem Interesse aufzulösen, wäre unserer Bewegung nur unwürdig; ein solcher Gedante wird niemals in das Bereich der Erörterung gezogen werden können. Wohl wird die Auswahl der Schüler und die Art der finanziellen Lastverteilung anders geregelt werden müssen, und hierin liegt jedenfalls auch der Sinn der recht unklar gehaltenen Kritit des Genossen Wegner in Raffelaber das fino Momente, die bei gutem Willen teine großen Schwierigkeiten bereiten werden.... Eine Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für Reußi. 2. tagte am Sonntag in Gera. Vertreten waren 26 Ortsverwaltungen durch 84 Delegierte. Nach dem Geschäftsbericht des Vorstandes ist die Mitgliederzahl trotz der schweren Strise namentlich in der Textilindustrie gestiegen von 3484 auf 3503. Nichteingerechnet sind in letterer Bahl 4 Ortsverwaltungen mit 117 Mitgliedern, die nicht berichtet haben. Unter den Mitgliedern find 332 weibliche. Die Agitation war eine sehr rege, was aber nicht verhinderte, daß uns bei der Landtagswahl ein Mandat entrissen wurde. Der Staffenbericht ergab bei einem Bestande bon 4191 M. eine Einnahme von insgesamt 14 229 M. Die Landtagswahl erforderte eine Ausgabe von 3539 M., an das Parteisekretariat Jena wurden 600, an den Parteivorstand in Berlin 1895 M. abgefchickt. Es wurde die Anstellung eines Parteifetretärs für den Verein im nächsten Jahre beschlossen. Der Stand der Reußischen Tribüne" ist ein guter zu nennen, wenngleich sich auch hier die Krise bemerkbar macht. Auch die Volksbuchhandlung hat einen höheren Umsatz zu verzeichnen. Mit der Tätigkeit des Parteisekretärs Genossen Leber Jena er flärte sich die Generalversammlung ausdrücklich einverstanden. Es wurde hervorgehoben, daß er in hervorragendem Maße seine Pflicht erfüllt habe. Zu den Angriffen auf die Parteischule veröffentlicht der ehemalige Parteischüler Richard Schiller in der Breslauer Wolfswacht" einen Artikel, dem wir folgende Stellen entnehmen: .. Auch aus Eisner spricht der Wunsch, die Schule dem Einfluß der konsequenten Sozialisten zu entziehen. Wie wäre es sonst möglich, daß gerade er zu solchem Vorschlag kommt, der noch vor wenigen Tagen in seinem Blatte durchaus zutreffend sagte, daß die deutsche Sozialdemokratie leider auch die geschichtlichen Lebensgewohnheiten des Landes angenommen habe, in dem sie wohnt, nämlich vor allem den deutschen Streit und die Vorliebe für Worte statt für Taten. Nun hat die Sozialdemokratie einmal eine Tat getan, flugs ist der trefffichere Schilderer der deutschen Volksseele bei der Hand, um die Tat wieder ungeschehen zu machen. Die Schule ist gewiffen Genossen ein Dorn im Auge, und wenn man auch zurzeit noch gar feine berechtigte Ursache hat, über eine einseitige dottrinäre Tendenz der Anstalt zu flagen, so wünschen anche jedoch in unverständlicher Gile diesen Beweis führer. zu können. Und diese Neigung ist gerade bei den Genossen vorhanden, die nun einmal die Revision des Sozialismus für eine wichtigere Aufgabe halten, wie die Propagierung des Sozialismus felbft. Es liegt in der Natur der Sache, daß man jetzt noch feine sichtbaren Erfolge haben kann. Das System der Schule ist nicht darauf Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 1. September. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Sardanapal. Anfang 8 Uhr. Die Jugendorganisation. Am Sonntag tagte zu Leipzig im Gewerkschaftshaus eine Konferens aller freien proletarischen Jugendorganisationen Deutschlands. Vertreten waren: 3entralagitationstomitee Mannheim, Vereini gung der freien Jugendorganisationen, Sitz Berlin, Jugendbereine Königsberg, Leipzig, Dres. den und Stuttgart, internationales Getretariat der freien Jugendorganisationen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen als Grundlage für die Tätigkeit der deutschen Jugendorganisation: bie Die Jugendorganisation bezwedeunter Ablehnung einer Einwirkung auf politische Angelegenheiten, als da sind: Ver faffung, Verwaltung, Gesetzgebung des Gegenwartsstaates, staatsbürgerliche Rechte und internationale Staatenbeziehungen Busammenfassung der schulentlaffenen proletarischen Jugend ohne Unterschied der Berufe und Geschlechter zur planmäßigen Förde rung ihrer wirtschaftlichen Interessen. Vornehmlich sollen die Hauptergebnisse der modernen, frei forschenden Wissenschaft, Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Der Richter von Zalamea. Schauspiel in 3 Aufzügen von Calderon de la Barca. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Herr Ministerialdirektor. Donnerstag, abends 8116t: Der Richter von Zalamea. 0 Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 8 Aften von Gustab von Moser. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Donnerstag, abends8Uhr: Das Stiftungsfest. Lustspielhaus. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Königl. Schauspielhaus. Ein Erfolg. Die blaue Mauts. Wegen Vorbereitung zur neuen Deutsches. Was ihr wollt Stammerspiele. Gnges und fein Ring.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. Der Naub der Sabine rinnen. Neues. Außerhalb der Gefellschaft. Neues Schauspielhaus. Kinder der Erzellenz. Kleines. 2 × 2= 5. Die Komische Cper. Tiefland. Residenz. Der Floh im Dhr. nicpielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. 9 Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Richter von Balamea. Schiller Charlottenburg. Das Stiftungsfest. Hebbel. Frau Warrens Getverbe. Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Egmont. Anfang 7 Uhr. Luisen. Flachsmann als Erzieher. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Bernhard Nose. Das bemooste Haupt. Metropol. Geschlossen. Apollo. Bera Violetta. Spe gialitäten. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Vasage. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die lästige Witwe. Die Brautschau. Berliner Prater. Die Welt ein Baradies.( Unf. 7 Uhr.) Carl Haverland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Gulden. prinzessin. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sånger. Walhalla. Spezialitäten. Hrania. Taubenitraße 48/49. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Sternwarte, Invalidenfte. 57/62. Hebbel- Theater. Königgräßer Unf. Stōntgarder Str. 57/68. Binf, 8. Frau Gewerbe. a pollo Theater Ab 8 Uhr: 9% Uhr: Die grandiosen Attraktionen. Vera Violetta. Baudeville- Operette von Ed. Eysler. 10: Meu! Paul Spadoni in seinen Neuheiten. Vor der Vorst.: Garten Konzert. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Passage- Theater. Jahresrevuev. Julius Freund Musik von Paul Lincke bleibt das Theater bis inkl. Freitag, den 4. September, geschlossen. WIND BARTEN EröffnungsProgramm. The Zancigs- Joseph Josephi, Sänger Ephraim Thompson, dressierte Elephanten Okabe, JapanerTruppe Die 5 Mowatts, KeulenDie Tiller- Girls, 2,60 M. 1 Witterungsübersicht vom 31. August 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometer Better II Stationen 2moltent 13 Haparanda 750 NO 3 Regen Wetter 59 Temp. n. T. Hot Dog B 2 Regen 9 12 Petersburg 754 SW 3 mollig 13 2 molten! 14 Scilly 760 SS 5 bedeckt 14 4 halb bb. 12 berbeen 5 wolkig 11 Baris 756 SW 766 SS 2 heiter 8 2 wollen! 11 13 amburg 7605 Berlin 761 Franti.a.M. 764 S 766 S München 764 N 1 Regen Wetterprognose für Dienstag, den 1. September 1908. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regent fällen und mäßigen füdwestlichen Winden. Berliner Wetterburea tt. Wafferstands- Nachrichten ber Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureaut. Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg-10 • Weichsel, Thorn Dber, Ratibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordamm EIbe, Leitmerit Dresden Barby Magdeburg + bedeutet Wuchs, Wichtig für Kranke und Schwache Spree, Spremberg) 66 Beestow Beser, Münden Minden Rhein, Marimiliansau 894 §999999999 am feit am feit 30. 8. 29. 8. Basserstand 30. 8. 29. 8. cm cm¹) cm cm) 176 +4 Saale, Grochlik 110 +1 Havel, Spandau) 45 184 Rathenow³) 28 126 104 80 109 -5 -34+26 49 8 18 -7 Kaub 1974-6 -53 Köln 203 -158-11 Nedar, Heilbronn 56 66+4 Main, Wertheim 166 80 -3 Mosel, Trier 60+11 Fall, 5) Unterpegel. wird die wissenschaftlich festgestellte Tatsache sein, daß Deutsch. land im Lamscheider Stahlbrunnen einen Heilschaz ersten Ranges besitzt, der verdient, dauernd der leidenden Menschheit zugängig gemacht zu werden. Tausende wurden gesund. Dantesworte nach erfolgreichen Sturen: Sch litt schon einige Jahre an furchtbar quälenden Magen- und Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, großer Schwäche des ganzen Körpers und Abmagerung, so daß es mit meinen Sträften immer mehr zu Ende ging. Durch den nur furzen Gebrauch des Lamscheider Stahlbrunnens bin ich von allen Beschwerden befreit worden." „ Hier. durch sage ich der Verwaltung des Lamscheider Stahlbrunnens herzlichen Dank für den ausgezeichneten Heilbrunnen. Infolge einer schweren Krankheit mit großem Blutverlust war meine Frau so heruntergekommen, daß ich glaubte sie zu verlieren. Sie fonnte nicht mehr schlafen, nicht essen, vor Schwäche nicht mehr auf den Füßen stehen und wurde ost ohnmächtig. Meine Frau ist nur durch diesen Brunnen mir und meinem Kinde erhalten." Warm empfohlen bei Blutarmut, Bleichsucht, versch. Arten von Frauenkrankheiten, Magen- und Darmleiben, Nervenfrant heiten, blutarmen Buständen, bei denen eine Vermehrung ber Blutmenge und Verbesserung der Blutbeschaffenheit notwendig ist, z. B. nach großen Blutverlusten infolge schwerer Operationen, Wochenbetten usw., nach überstandenen er schöpfenden Infektionsfrankheiten, wie Influenza usw. Broschüren fostenlos durch: Lamscheider Stahlbrunnen in Düffeldorf S. 164. Jongleure 12 truppe Theater des Westens. Lortzing- Theater engl. Gesangs- u. Cornalla und Eddie, amerikanische Exzentriks Der Zukunftspreis, Wettrennen m. lebenden Pferden. Karl Hertz, Zauberkünstler. Lafory, französ. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dstar Strauß. Sonntag, 6. September, nachm. lustige Witwe. Heute Premiere Boyer de Lorry forras, Sängerin. 3%, br, au balben Preifen: Die Der Biograph. Na endlich! Casino Theater Residenz- Theater. Casino- Theater Pariser Extravaganz mit Paulette van Roy und das kolossale Familie August Knoche. Berliner Gesangspoffe in 3 urten. Dir. Hans EröffnungsprogrammBorger blängende Grand Berg. Mittwoch: Borm Tode. Die 14 erstklassige Spezialitäten. Stärkere. Mit dem Feuerspielen. d. Eröffnungsprogr. Sonntag 4 Uhr: Der Brandstifter. Hochzeitsreife Direktion: Richard Alexander. Wiederauftreten v. Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Belle- Alliancestraße 7/8. Heute 8 Uhr: Baftspiel Hedwig Lange. Zaza. 152/15 Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Flachsmann als Erzieher. Gwant in 8 Alten von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Morgen und folgende Tage: Der loh im Ohr. Mittwoch: Staatsanw. Alerander. Donnerstag: Flachsmann als Er ateher. Freitag: Helga. Sonnabend: Staatsanw. Megander. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 PL., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Dienstag, 1. September, ab. 8 Uhr: Wiedereröffnung. Neu einstudiert: Die Dollarprinzessin. Neues Theater. Abends 8 Uhr zum 1. Male: Außerhalb der Gesellschaft. Morgen u. folgende Tage: Außer halb der Gesellichaft. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. 8 Uhr. Vorverk. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Somödie in 3 Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Berliner Eis Palast Lutherstr.2229 Permanente Eishahn! 2000 Quadratmeter Fläche. Heute Eröffnung Von morgens 9 bis nachts 12 Uhr geöffn. Täglich von 12 Uhr mittags ab: Großes Konzert. Vornehme Restaurations- Räume. Elegantes Café. Eintrittspreise: Vormittags 10 Uhr bis nachm. 6 Uhr Von nachmittags 6 Uhr an 0,75 M. • 1,00 " Kinder unt. 12 Jahr. bis 6 Uhr abends 0,50 Abonnements a 30 Bons zu " 22,50 " täglich a. d. Kassen d. Berliner Eispalast u. b. A. Wertheim, Leipzigerstr. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Abends 7, Uhr zum erstenmal: Egmont. Trauerspiel von Wolfg. v. Goethe. Musit von Beethoven. Mittwoch, Donnerstag: Egmont. Walhalla Varieté Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das vollständig neue Sep: tember Programm. Erfts Elaffige Spezialitäten. Parodie- Theater Berliner Prater- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria- Rustikana und die urkomische Burleske ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 82 Uhr. Folies- Caprice Durchlagender Erfolg! Die lästige Witwe. Die Brautschau. Bunter Teil. Vorverkauf von 11-2 Uhr an der Theaterkasse. ရွ alast- Theater Kastanien- Allee 7-9. Berlin wie es weint und lacht. Volksstück mit Ges. in 3 Akten und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 4 Uhr. Im Saale: Täglich gr. Ball. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Täglich: Mit vollen Segeln. Rebensbild in 3 Akten. Dazu Burgstr. 24, 2 Min. v. Bhf. Börse erstklassige Spezialitäten. Größtes Spezialitäten- Theater Berlins 13000 Personen fassend 3000! Sonnabend, den 5. September 1908, 8 1hr: Beginn der 14. Winterfaison! Das erstklassige Eröffnungsprogramm 12 Attraktionen 12 Der Seekadett. Singspiel in 2 Aften. Galerie 30 Pf. 00000 Schweizer Garten. Am Königstor Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. 10 Uhr: Jeden Abend Berliner Leben. Bollsstück mit Gesang in 3 Bildern. Jeben Kinderfreudenfeft. Mittwoch: DERNHARD ROSE THEATED: Br. Frankfurter Str. 132. Das bemooste Haupt. Anj. 8 Uhr. Wochentagspr. Auf der Sommerbühne: Theatervorstellung. Ben- Ali- Beh. Künstliche Menschen. -OVO Anf. 5 Uhr. W.Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 5. September 1908: Eröffnung der Winter Spielzeit! Bum erstenmal: Fremdes Blut. Schauspiel. Brunnen- Theater Babstraße 58. Dirett.: Willi Voigt. Täglich: Der Fluch des Goldes. Erstklassige Spezialitäten. The Heros Kurt Ellys Paul Coradini, Mr. King and MiB Cooke Büglers 8 wilde Königslöwen. Borverkauf von 10 Uhr ab. Sonnabend, 5. September: Große Benefizvorstellung für das Schauspielpersonal: Mit vollen Segeln." Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger. Anf. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Neichshallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Volksgarten- Theater - am Bahnhof Gesundbrunnen. Heute: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neues Riesen- Programm. Alt- Heidelberg die feine." b. 9, Uhr: Gadbin II, Todessturz. Boltsbelustigungen. Stinematograph. Entree 30 Bj. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu Festlichkeiten zu vergeben. Möbel! Einrichtungen Stube, Küche Anzahlung von 15 Mk. an.. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mk. an. Bequemste Teilzahlung! Bunte Küchen! reiche Auswahl! Schlafzimmer, Wohnzimmer, Salons. Garderoben für Herren " Damen Pelzstolas, Teppiche, Läuferstoffe, Steppdecken, Tischdecken, Portièren, Stores, Gardinen, Kronen für Gas und Petroleum, Sprechmaschinen usw. Waren- Credit- Haus D. Lechner Brunnenstr. 192 I, 6tes Haus vom Rosenthaler Tor. Sonntags geöffnet von 8-10 und von 12-2 Uhr. Neu! Neu! Gustav BehrensBon der Reise zurüd Dr. Emil Hirsch Schulstr. 2. 151/18 Von der Reise zurück. J. Kallmann. Theater. Bahnoperationen mit örtlicher BeGoltzstr. 9. Neu! täubung, f. Stassenmitglieder auf Wunsch ohne Nachzahlung. Sprechstund. 8-8. Bitte darauf zu achten, daß sich mein Atelier nur Münzstr. 14/15, Eckhaus Kaiser Wilhelmstr. 18 befindet. Am Strande von Helgoland. Dr. Salingré Ausstattungs- Operette. Wiederauftreten von Gustav Behrens und 10 erstklassige Spezialitäten. Duskes Kinematograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr Ein Hausgrundstück, paffend für von der Reise zurück. Von der Reise zurück Hermann Katz, Landsberger Straße 71. Für Zahnleidende 8 bis 8. Handwerker oder pensionierte Beamte, Dr. Schünemann in Briesen( Mark), an der Bahn gelegen, ist preiswert bei fl. Anzahlung zu verkaufen. Auskunft erteilt Fr. Henkel, Briesen( Mark). + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog Empfohl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr 6. Unger, Gummiwarenfabric Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 Leihhaus Gelegenheitskäufe verfall. Goldund Silbersachen, Brillanten etc. Seit 25 Jahren Prinzenstr.281 Ecke Ritterstr. Vorortparz elle 290 M an. Brunnhofer, Berlin, Nollendorfstr. 3. WECH HECHT BERLI * Stempel Fabrit bon 36342 Robert Hecht, Berlin S., Oranienftr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester 36462 Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ubr. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 25. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Karl Ehlert am Sonntag, den 30. August, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. September 1908, nachmittags 4 Uhr, von der Stegliger Leichenhalle aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Belieben Mannes, erdigung meines Julius Schüler, fagen mir unferes guten Baters, des Gastwirts Dr. Simmel hierdurch allen Freunden und BeSpezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Moritzplatz, dicht am 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin O., Holzmarktstr. 69-70. Preisl.gratis. Bruch- Pollmann empfiehltsein Lager in Bruchbandagen, Lelbbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel Liefer. f. Drts- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin N., 24882* fannten sowie den Genossen des 6. Berliner Reichstagswahlkreises, den Sollegen der Vereinigung der Freien Gast- und Schankwirte, ferner dem Gesangverein Nordwacht" unseren herzlichsten Dant. Witwe Schüler nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus herzliche und aufrichtige Teilnahme, die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergeẞlichen Vaters, des Brauers Wilhelm Blank sprechen wir allen seinen werten Stollegen unseren herzlichsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Blumen- und Kranzbinderei vou Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Ausführung. jekt Lothringer Straße 60. Kautschul- Typen„ Perfekt" zum Zusammensetzen einzelner Wörter Alle Bruchbänder mit elastischen Be sowie ganzer Säge von 1,50 M. an Iloten, angenehm u. weich am Körper. mit Schule wünscht Tanzlehrer Soeben erschienen: Walter, Andreasſtr. 21, Andreas- Feſtſäle Traner247/ 5* Hochkonjunktur u. Wirtschaftskrisis bon Max Schippel. Inhalt: I. Der Zusammenbruch in Amerila. II. Deutschland bis zur amerikanischen Krifis. III. Der Niedergang der Produktion und der Arbeitsmarkt. IV. Schlußbemerkungen. Diese hochaktuelle Schrift kann jedem Partetgenossen bestens empfohlen werden. Preis 1.-M. Billige Ausgabe 50 Bf. Expedition des Vorwärts", Berlin SW., Lindenstraße 69, Laden. Nieanirgends Sonntag geöffnet von 8-10, 12-2 Uhr. Gratis bei Einkauf von 15 M. an: eine nette Bluse oder ein eleg. Bordürenrock. Bekleidung für Herren u. Knaben. Gehrockanzige. 36,50 RockSaccob. Anzüge b. 24 M. a Mas- Anfertigung an. in 12 Stunden. Elegante Frads und GehrockAnzüge werden verliehen. M. Schulmeister, Dresdenerstraße 4 ( am Kottbuser Tor). kauft man allerletzte Neuheiten in Damen- Konfektion, Original- Modelle, Reisemuster und Kopien derartig geschmackvoll, vorteilhaft und billig ein, wie im Konfektionshaus Westmann, Brett: Berlin W., Mohrenstr. 37a kein Eckhaus, 2. Haus v. geschäft: und d. Jerusalemer Straße, Berlin No., Gr. Frankfurterstr. 115 kein Eckhaus, 2. Haus von d. Andreasstraße. Daher empfiehlt sich, sich sofort zu entschließen und eine Auswahl zu treffen, Mäntel, Paletots, Capes, Phantasiepiecen, Kostüme, Kleider, Röcke, Blusen. Ein großer Teil der diesjährigen Herbstmodelle ist bereits kopiert und dementsprechend im Preise um die Hälfte herabgesetzt. Die noch vorhandenen Bestände der diesjährigen Frühjahrs- und Sommer- Saison in Mänteln, Kleidern," Kostümen, Röcken, Paletots, Taffet- Konfetion etc. gebe ich, um vollständig zu räumen, auf 4 im Preise ermäßigt, ab. M. M. M. Originalwert bis 30,-, bis 40, bis 60, bis 80, bis 100 Ausverkaufspr. nur 7,50, nur 10, nur 15, nur 20, nur 25 usw. Ein M. M. ausnahmsgroß.Posten Prüfungs- u. Einsegnungskleider wise billig! Man achte genau auf mein. Firma und Hausnummer! Eleg.Trauer- Magazin Separat Abteilung Auswahl& Preise konkurrenzles. Engelhardt- Malzbier Besuch vormittags erbeten, nachm. ist der Andrang gewöhnlich zu stark. das beliebteste, überall käuflich. Preis 10 Pi. pro Flasche. 2490* Brauerei Ernst Engelhardt Nachf., Pankow. Log Größte Malzbier- Brauerei Deutschlands. Statt jeder besonderen Meldung. Am 29. August, nachmittags 7 Uhr, verstarb nach langem, schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Dnfel, der frühere Restaurateur, jezige Privatier 13715 Wilhelm Merker im 58. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt, um stilles Beileid bittend, nomens der trauernden Hinterblictenen an Karl Merker, Bergstr. 10. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. September, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des zweiten Gemeinde- Friedhofes in Bankow, Gaillardstr. 10, aus statt. Sozialdemokratischer Verein im 5. Berliner Reichstagswahlkreis. Unser altes, treues Mitglied, der frühere Restaurateur Wilhelm Merker ( 6. Abteilung) ist nach langem, schwerem Leiden im Alter von 58 Jahren dahingeschieden. Seine Tätigkeit in unserem Streise werden wir stets in dankbarer Erinnerung behalten. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des 2. Gemeinde- Friedhofes in Bankow, Gaillardstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Bankow. Am 29. Auguft verstarb nach langem Leiden unser Verbandsmitglied, der frühere Gastwirt Wilhelm Merker. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes II, Gaillardstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73725 Die Ortsverwaltung. am Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß der Steinbruder Fritz Schrz am 30. d. M. fanft entschlafen ift. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Stegliger Kirchhofes( Bergstraße) aus statt. 13665 Adolf Gering. Am Sonntag, den 30. August, verschied nach langem, schwerem Leiden unser Kollege, der Steinbruder 13735 Fritz Schulz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 2. September, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Stegliter Kirchhofes, Bergstraße, aus statt. Die Kollegen der Firma Karl Kühn& Söhne. Verband der Tapezierer. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am 28. Auguft verstarb unser langjähriges Mitglied Robert Wilde. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 1. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Danteskirche, Scharnweberstraße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Zentralkranken- u. Sterbekasse der Tapezierer. Filiale Berlin 11. Am 28. August verstarb ber Tapezierer Robert Wilde Mitglied seit 1884. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. September, nachmittags Uhr, von der Leichenhalle des Dantes- Kirchhofs in Neinidendorf, Scharnweberstraße, Ede Blankestraße, aus statt. 13615 Die Ortsverwaltung. Sage hiermit allen, die meinem lieben, unvergeßlichen Manne, unserem forgjamen Vater, die lezte Ehre_crwiesen, sowie für die zahlreichen Seranzspenden, insbesondere dem Wahl berein Mitdorf, dem Deutschen Metallarbeiterverband, den Kollegen der Firma Paul Raabe, sowie den Sängern meinen tiefgefühlten Dant. 28me. Marie Lenze n. Rindern. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, w 25.1.�.9. 2. Seilllge LWlirts" Aerüller iolblitaft. Sie Parteikonferenz für Berlin and die Provinz Brandenburg. Im großen Saale des Gewerlschaftshauses fand am Sonntag die Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg statt. Die Eröffnung war mit einem Zwischenfall verlniipft, der wieder einmal zeigte, daß das Spitzelt«« noch immer in Blüte steht. Der Kriminalschutzmann Hartwig. wohnhaft Dunckerstraße 12, der seine Erholungsstundcn in einer Lallbenkolonie an der Ostseite der Stahlheimersrraße. gleich links am Eingang der Kolonie, zu verleben pflegt, ist seinerzeit unter falschem Namen dem Sozialdemokratischen Wahlverein für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis beigetreten. Hartwig, der sich als Mitglied des Transportarbeiter-Verbandes im Wahlverein aufnehmen ließ, nahm auch an der Wahlrechtsdemonstration im Januar teil und gab sogar deswegen den Besuch einer Urania- Vorstellung auf. Er hatte am Sonntag nebst einem Begleiter im Saale Platz genommen. Genoffe Eugen Ernst machte aus diese Tatsache aufmerksam, erklärte, daß man sich nach dem neuen Reichs- dercinsgcsetz ja überhaupt keine polizeiliche Ueberwachung der Konferenz gefallen zu lassen brauche und ersuchte den Ein- berufer, die beiden Kriminalbeamten aus dem Saale zu weisen. Bleichen Angesichts ging jener Hartwig sofort hinaus. Sein Begleiter blieb jedoch sitzen und leugnete, Kriminalbeamter zu sein. Eine nochmalige energische Aufforderung war notwendig, um auch ihn auf die Beine zu bringen. Genoffe Wels eröffnete die Konferenz und hieß die Genossen im Namen des Zentralvorstandes herzlich willkommen. Er erwähnte die Fortschritte und Erfolge der Organisation, den Eifer der Genossen, der nicht nachlassen dürfe, bis auch der letzte Arbeiter der Sozial- demokratie und ihren politischen und gewerkschaftlichen Organisationen zugeführt ist. Von der Tagesordnung mußte der 3. Punkt:»Die verfloffene Landtagswahl" wegen Erkrankung des Referenten, des Landtags- abgeordneten Ströbel, gestrichen werden. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht des ZcntralvorstanieS, tsthrte der Referent Otto Wels unter anderem aus: Unsere vorige Provinzialkonfcrenz wurde zu einein guten Teile durch Be- trachtungen über die Reichstagswahl ausgefüllt, das verflossene Jahr aber erhielt sein Gepräge durch den WahIrechtSkampf und die Landtagswahlen. Der preußische Parteitag, der das Signal zum Wahlrechtskampf gab. war aus der Provinz Brandenburg von 44 Delegierten beschickt. Am 27. November und am 1. Dezember fanden 146 Versammlungen statt, in denen die Proletarier der Pro- vinz Brandenburg gegen das Dreiklassenwahlrecht protestierten und zu denen die Organisation die Referenten besorgt hatte. Am 12. Januar waren eS 124 Versammlungen und Referenten. In der Provinz waren fast alle Lokale, die nur zu haben waren, besetzt, und kein Ort, wo es irgendwie möglich war, eine Versammlung abzuhalten, fehlte. Unsere Organisation hatte in den 13 Wahkreisen der Provinz im August 1306 137 Lrlsvereine mit 17 603 Mitgliedern, im selben Monat 1907 18 377 Mitglieder in 149 Ortsvereinen und zählt setzt 152 OrtSvereine mit 19 928 Mitgliedern. ES ist also in den zwei Jahren ein Zuwachs von über 2999 Mitgliedern. Sicher wäre die Organisation im letzten Jahre weit stärker ge- wachsen, wenn nicht die wirtschaftliche Kri>e so schwer aus der Arbeiterschaft lastete. Die Straßendcmonstrationen für das all- gemeine gleiche Wahlrecht, die, wie in Berlin, in Brandenburg, Rathenow, Luckenwalde, Kottbus, Spremberg, Forst, Eberswalde, Wittenberge, Zehdenick, Schwedt, Guben, Frankfurt, kurz, in allen Städten der Provinz stattfanden, suchte die Polizei bekanntlich mit kleinlichen Mitteln zu hintertreiben und abzuschwächen. In Wittenberge bedachte die Polizei nicht weniger als 56 Genossen mit Strafmandaten, wobei ihr die Mitglieder- liste■ des Wahlvereins als Grundlage diente; in Ebers- walde gab es 29 Strafmandate. Llber die Behörden haben nüt ihrem Vorgehen keineswegs den Eindruck hervorgerufen, den sie er- warteten. Der Eifer unserer Genossen wurde dadurch nur noch mehr angefacht. Im November wurde der Kalender„Der Märkische Landbote" derbreitet und zwar in 329 999 Exemplaren. Der Reichsverband gab einen Gegenkalender heraus, um die Aufklärung wieder zunichte zu machen. Die«Fackel" wurde in 399 999 Exemplaren verbreitet. Eine Neuregelung des Vertriebes scheint hier notwendig; es muß mehr als bisher dafür gesorgt werden, daß jedes Exemplar auch in die Hände derer gelangt, für die das Blatt bestimmt ist. Am 1. Januar wurden den Wahlvereinen die von der vorigen Konferenz angeregten Kassenbücher geliefert, was die Summe von 969 Mark erforderte. Diese Einrichtung hat sich gut bewährt. Auskunfts- bureaus sind jetzt in 29 Städten errichtet. Ihre starke Frequenz be- weist, wie stark das Bedürfnis danach war und ist. Die Gründung dieser Bureaus hat unsere Gegner arg verschnupft. Der Reichs- verband hat zu ihrer Bekämpfung in besonderen Flugblättern vor ihrer Benutzung gewarnt und auch selbst Auskunftsstellen errichtet, ebenso wie städtische, Hirsch-Dunckersche und christliche AuSkunfsstellcn eröffnet wurden. In sieben unserer Auskunflsbureaus, von denen Berichte vorliegen, wurden in den Monaten April, Mai und Juni nicht � weniger als 224 Schriftsätze angefertigt, wozu noch alle die vielen mündlichen Auskünfte kommen. Daß auch den Behörden diese Einrichtung nicht paßt, zeigte sich besonders in Zehdenick, wo die Polizei die Vorlegung der«Geschäftsbücher" verlangte, aber damit bei unserem Genossen Klammer natürlich keinen Erfolg hatte. Wir denken nun daran, die Einrichtung der Aus'unftsbureaus noch weiter auszubauen. Lokale standen uns in der Probinz im Jahre 1996 189 große und 119 kleine zur Verfügung; jetzt sind es 171 große und 154 kleine. Die Saalabtreiberei wurde wiederum sehr unifangreich gegen uns angewandt. Besonders kraß liegt der Fall in Strasburg in der Uckermark, wo die Existenz eines Wirtes, auf dessen Gasthaus die älteste Konzession am Orte ruhte, durch die unaufhörlichen Schikanen der Behörde vernichtet wurde. Unser Gegenmiilel gegen die Saal- abtreibereien, der Boykott, wurde im größten Umfange von unseren Spandauer Genossen wegen des Seitzschen Lokales angewandt. Die Behörde bot alles auf, um den Boykott zu hintertreiben; ganze Straßenzüge wurden gesperrt, und unsere Posten wurden mit über hundert Strafandrohungen bedacht. Der Erfolg des Kampfes war Kar nicht die Freigabe des Lokals, doch mußte der Wirt das Ge- äst aufgeben; es ist an den Fiskus als Kaserne vermietet worden. Ebenso führte der Boykott in Lübben-Steinkirchen zu einer Klage weqcn«groben Unfugs" gegen 1b Genossen, welche Boykottposten gestanden. In erster Instanz zu 69 und 199 M. verurteilt setzte die Berufungsinstanz die Geldstrafen jedoch auf 29 M. herab, bis auf einen Fall, den sie mit 69 M. bewertete, weil der G.enofse als Rädelsführer betrachtet wurde. , Die Landtagswahlbewegung wurde eingeleitet durch eine gemein- s-ume Konserenz mit den Gewerkschaftsvertretern. Ebenso wurde eine Vereinbarung mit dem Arbeiter-Radfahrerbund.Solidarität" ge- troffen, dessen Mitglieder sich ebenso wie die Gewerkschaftsgenossen irr den Dienst der Partei stellten und mit Eifer ihre Pflicht, erfüllten. Aln den Jnformationskursen zur Londtagswahl nahmen Genossen aus allen Wahlkreisen teil. Die Anträge unserer Genossen auf Tiurchführung der Fristwahl statt der Terminswahl hatten in ?3randenburg und einigen anderen Orten Erfolg. Am 27. April twurde allerorts das erste Flugblatt verbreitet. Schwierigkeiten bot . die Aufstellung der Wahlmänner besonders in Kleinstädten und auf ' dem Lande. Die Furcht vor Maßregelung und anderer Wirtschaft- sicher Schädigung hielt manche Genossen ab, sich als Wahlmänner aufstellen zu lassen. So schrieb ein Genosse aus Berge, daß sein Hauswirt ihm die Kündigung angedroht habe, lvenn er sich als Wahlmann aufstellen lasse, und daß. wenn er, der Hauswirt, auch selbst nichts dagegen hätte, die Bauern ihn zwingen würden zur Kündigung. Solche Mitteilungen liegen aus verschiedenen anderen Orten vor. Dergleichen Mittel wenden die Leute an, die über „sozialdemokratischen Tcrrorismus" nicht genug schreien können. Neben den glänzenden Erfolgen, die wir dann bei der Wahlmänner- wähl erzielten, darf nicht' unerwähnt bleiben, daß bei der Ab- geordnetenwahl einzelne Fälle von Disziplinwidrigkeit vorkamen, die gerügt werden müssen. So blieben in Luckau-Lübben zirka 69 unserer Wahlmänuer der Abgeordnetenwahl fern, angeblich aus Ersparnisrücksichten. Das ist aber sparen an unrechter Stelle. Ein anderer Disziplinbruch kam in dem 2. Abgeordnetcnwahlkreis Guben-Forst vor. In Guben haben unsere Wahlmänner für den konservativen, in Forst für den liberalen Kandidaten gestimmt. In beiden Orten ist gegen die maßgebenden und völlig klaren Be- stimmungen gehandelt worden. Dies Verhalten muß scharf gerügt werden.— Der Wahlkampf hat uns im allgemeinen Erfolge ge- bracht, auf die wir stolz sein können; den Kampf um das Wahlrecht ivcrden wir unermüdlich weiterführen. Bei den Gemeindewahlen sind wir ebenfalls vorwärts gekomnien. Im Jahre 1996 hatten wir 43 Stadtverordnete und 67 Gemeiudevertreter, nun haben wir in 12 Städten 59 Stadtverordnete und in 54 Gemeinden 136 Ver- tretcr. In Lychcn hat einer unserer Stadtverordneten der Partei den Rücken gekehrt, was den Genossen zur Mahnung dienen mag, überall bei der Aufstellung der Kandidaten recht vorsichtig zu sein. In dieser Stadt hat bekanntlich die zweite Wählerklasse entgegen den Bestimmungen der Städteordnung von den 12 Stadtverordneten- Mandaten 6 besetzt. Der Antrag unserer Genossen auf Beseitigung dieses Zustandes fand die Zustimmung des Bezirksausschusses. Die Stadtverordnetenversammlung hat nun das Verwaltungsstreit- verfahren beschritten. In Zehdenick hat einer unserer Stadtverordneten, Mittag, für die Errichtung einer katholischen Schule gestimmt, obwohl loir, wie alle wissen, nur für konfessionslose Schulen sind. Einer Aufforderung, sein Mandat niederzulegen, ist derselbe bisher nicht nachgekommen. Zur Erörterung der Fragen der Gemeinde- Politik ist im nächsten Jahre in Verbindung mit Groß-Berlin eine Gemeindevertreterkonferenz in Aussicht genommen. Die Bildungsbestrebungen in unserer Partei wurden durch die Einsetzung von Bildungsausschüsscn gefördert. Die Feindseligkeit der Behörden gegen die Volksbildungsbesirebungen zeigte sich be- sonders kratz in Potsdam, wo bekanntlich die Regierung den Vor- tragSzyklus des Genossen Katzenstein verbot, die„Versammlung" ausgelöst wurde, um die Blamage der Regierung noch zu verstärken und die Vorträge dann in öffentlichen Bersanmilungen vor einem größeren Publikum abgehalten wurden. In zwei Wahlkreisen wurden andere Kandidaten zum Reichstag aufgestellt, nämlich in Franlfurt-Lebus der Genosse Emil Faber- Frankfurt und in Ost- und West-Sternberg der Genosse Albert Schmidt- Sonnenburg. Die Frage der Laudarbeiierorganisation erfordert besondere Aufmerksamkeit. Wie die Verhältnisse liegen, kann den Landarbeitern nicht mit einer rein gewerkschaftlichen Organisation gedient sein, ebenso wie eine rein politische Organisation nicht möglich ist. Gegen den bekannten Erlaß des Ministers Breitenbach über die Ausschaltung der inländischen Arbeiter bei dem Kanalbau Berlin-Stcttin werden in den angrenzenden Kreisen überall Protestversammlungen statt- finden. Die Erbitterung, die jener Erlaß hervorgerufen hat, kann nur dazu dienen, unserer Organisation neue Nahrung zu geben. Die Arbeiten des Sekretariats und der Kommission waren sehr umfangreich. Es fanden zwei Zentralvorstandssitzungen, vier Sitzungen mit dem Provinzialausschuß und 25 Sitzungen der Agitationskommission statt. Die Zahl der Posteiugänge beim Sekretariat lvar 1885, die der Postqusgänge 3968. Es lonrdeil 491 Referenten in die Provinz vermittelt. Wir bitten die Genossen in den Provinzorten, die selbst Referate halten, ihre Adressen dem Sekretariat mitzuteilen, damit sie auch in anderen Orten Referate übernehmen und nicht immer nur Redner aus Berlin geschickt tverden. Die Arbeiten deS Sekretariats sind dermaßen gewachsen und werden nach Annahme des Einheitsstatuts noch weiter wachsen, so daß sie nicht mehr von einer Person erledigt werden können, weshalb die Anstellung eines zweiten Sekretärs, die Ihnen der Zentralvorstand empfiehlt, un- bedingt notwendig erscheint. Zu unserer Provinzpresse ist zu bemerken, daß die Abonnenten- zahl der„Märkischen Volksstimme" von 11 179 auf 12 116 gestiegen ist. Die„Brandenburger Zeitung" hatte 1997 12 365, 1998 11 539 Abonnenten. An die Genossen, die Berichte an die Presse liefern, muß die Riahnung gerichtet werden, außerordentlich vorsichtig dabei zu sein. Die Agi'larion unter den Schiffern, an die 45 999 Hand- zettel und 15 999 Kalender verteilt wurden, hat leider noch nicht de» gewünschten Erfolg gehabt; es sind mehr die kleinen selbständigen Schiffer als die Arbeiter, die zu den Versammlungen komnien. Zum bevorstehenden Parteitag will ich nur die Angriffe zurück- weisen, die von süddeutschen Parteiorganen, aber auch von unserer Provinzpresse gegen die angeblich allzu starke Beschickung aus einzelnen unserer Wahlkreise gerichtet wurden. Die Provinz Brandenburg sandte nach Mannheim 49 Delegierte und zum bevorstehenden Parteitag sind nach nieiner Information erst 36 gewählt. Ich kann in einer stärkeren Beschickung dieses Parteitages keinen Schaden erblicken. Es ist ganz selbstverständlich, daß wenn besonders wichtige Fragen der Partei auf der Tagesordnung stehen, dies auch in einer stärkeren Delegation zum Ausdruck kommt. Die Genoffen üben damit ja nur ihr gutes Recht aus. Uns kann auch die Einführung des proportionalen Wahlsystems nur willkommen sein. Die Parteigenossen des Kartellverbandes Berlins und der Provinz Brandenburg haben ja schon in Anträgen zum Bremer Parteitag und auch in Jena hierfür gewirkt. Leider vergeblich. Zu vertoerfen ist es allerdings, wenn, wie eS schon anderswo geschehen ist, Personen ein Mandat übertragen wurde, die niemals früher in dem betreffenden Kreise tätig waren, und auch nachher nicht, wie eS vorgekommen sein soll, Bericht erstatteten. Das aber war nicht in der Provinz Brandenburg. Der Redner wieS so« dann auf den Kassenbericht hin, der gedruckt vorliegt. Die Gesamt- einnahmen betrugen 32 472,82 Mark, die Gesamtausgaben 32 924,76 Mark, so daß-in Bestand von 448,96 Mark übrig blieb. Für Referate und Versammlungen wurden 5 989,69 Mark ausgegeben. Der Redner schloß mit den Worten: Trotz der gesteigerten Arbeit, die entfaltet wurde, konnte lange nicht alles getan werden, was notwendig und wünschenswert war. Unablässig für weitere Aufklärung und für Stärkung unserer Reihen zu sorgen, mutz auch in Zukunft unsere Aufgabe sein. Hierauf gab S ch a d o w- Kottbus den Bericht der MandatsprüfiingSkommissio«. Es sind 25 Berliner Delegierte, 52 Delegierte auS der Provinz. 12 Abgeordnete und Kandidaten der Kreise, 15 Vertreter des Zentralvorstandes, 14 der Kommissionen, 1 Vertreter des Partei- Vorstandes, 4 Vertreter der Presse, also im ganzen 124 Delegierte und Vertreter anwesend. Die Mandate wurden sämtlich für gültig erklärt. Nach der Mittagspause wurde die Dislnssion über den Zentralvorstandsbericht eröffnet. Als erster Redner erhielt PeuS das Wort, der zunächst bemerkte, daß man die Saalfrage wohl einmal auf andere Weise behandeln könnte. Wir' Deutschen meinen, führte er auS, es müsse immer ein Kneipsaal sein, wo wir uns versammeln; in anderen Ländern ist eS anders. Wenn die Erringung der Säle uns solche Schwierigkeiten macht, sollten wir doch prüfen, ob eS nicht möglich ist, durch Mieten oder Bauen von Räumen dahin zu kommen. Diesem Gedanken sollte man jedenfalls praktisch nähertreten. Was die Mandatseriverbung zum Parteitage anbetrifft, so tadle ich es, daß man mit Mitteln der Berliner einzelnen Orten, wo die Organisation sehr schwach ist, eine stärkere Delegation möglich macht. Schlimmer noch ist es, daß man die Delegierten gleich mit dem Stempel nach dem Parteitage schickt, daß sie so oder so stimmen sollen. Die Delegierten sollten doch erst hören, was auf dem Parteitage gesagt wird, und danach ihr Urteil bilden, Die Ausführungen des Redners wurden wiederholt von Wider« spruch unterbrochen. Adolf Hoffmann- Berlin: Die Parteitage sollen die Ge« samtmeimmg der Partei zum Ausdruck bringen, und das ist nur möglich, wenn die Delegierten die Meinung ihrer Kreise vertreten. Wenn das, was Peus sagt, maßgebend sein soll, dann müßten ja bei der Budgetfrnge, um die es sich jetzt handelt, erst die Delegierten die Entschuldigungen der Süddeutschen anhören, dann schließlich ihren Kreisen darüber berichten, um nochmal zu einem zweiten Parteitag geschickt zu werden, falls der Demokratie Gerechtigkeit widerfahren soll. Wenn Ihnen aber unsere Delegation zum Parteitage zu stark erscheint, so führen st« doch einfach das Proportionalwahljystem ein. So lange aber die Kreise das Recht haben, 3 Delegierte zu ent« senden, werden sie auch nach Möglichkeit davon Gebrauch machen. F e n d r i ch, 2. Wahlkreis: Die Genossen nieines Kreises haben formellen Protest gegen den Antrag auf Anstellung eines zweiten Sekretärs erhoben, weil ihnen der Antrag zu spät zugegangen ist, um ihn ordnungsgemäß besprechen zu können. Wir können auch nicht einsehen, daß die Anstellung so unbedingt notwendig ist. Zugegeben ist, daß der Sekretär infolge der Landtagswahlen überlastet war, aber das fällt ja nun weg. Wenn täglich 13 Schriftstücke abzufassen sind, so muß das doch wohl möglich sein, diese Arbeit zu erledigen. Unsere Delegierten haben den Auftrag, erst zu hören, wie die Ge- nossen darüber denken und danach ihre Abstimmung einzurichten. Ferner wünschen die Genossen, daß die Auskunftsstellen so geregelt werden, daß etwas ausführlicheres geleistet wird. Eugen Ernst: Genosse Fendrich scheint wenig Briefe zu schreiben, wenn er meint, daß es ein Leichtes sei, täglich 18 Schrift- stücke, oft noch mit Anführung von Gesetzesbestimmungen und der« gleichen, anzufertigen. Zudem ist damit die Arbeit des Sekretärs ja erledigt. Die Revisoren und der Zentralvorstand haben einen genauen Ueberblick über die Arbeiten des Sekretärs gegeben, aus denen klar hervorging, daß es in Zukunft für einen Mann unmöglich ist, damit fertig zu werden.— Der Genosse Pens, der den Rat gibt, Räume zu mieten oder zu bauen, scheint gar nicht zu wissen, daß das schon lange versucht ist, aber auf noch größere Schwierigkeiten stößt als uiyere jetzige Methode. Mit der Ansicht, daß die Delegierten auf dem Parteitag bei so wichtigen Fragen, wie die nun vorliegende, immer erst hören sollen was gesagt wird, und dann nach Belieben stimmen, kann ich mich nicht befreunden. Was Genoffe Hoffmann darüber sagte, ist durchaus zutreffend. Wer sich als Delegierter wählen läßt und sich in der Vudgcifrage noch nicht einig ist, täte besser, auf die Wahl zu ver« zichten. Wenn Peus und süddeutsche Genossen sich über ihrer Meinung nach zu starke Delegation entrüsten, so reden sie natürlich nicht davon, Welche Rechte bei dem jetzigen System den Berlinern mit ihrer starken Organisation vorenthalten werden. Der Parteitag hat die Pflicht, zu sorgen, daß die proportionale Vertretung durch- geführt wird. Die Frage wird nicht eher ruhen, als bis sie w dieser Weise gelöst ist. Frehthaler- Verlin beantragt im Namen der Revisoren, dem Sekretär und Kassierer Decharge zu erteilen. Alle einzelnen Posten wie die Bücher und Belege sind geprüft und in bester Ord- nnng befunden worden. Peus gegenüber bemerkt der Redner: Man muß den Partcitagsdclegicrtcn wohl freie Hand lassen in Fragen, bei denen nicht klar ist, welche Stellung die richtige ist. Hier aber, bei der Budgetabjtimmung, liegt eine Frage vor, die durch unser Programm und Parteitagsbeschluß entschieden und in unserer Presse gründlich besprochen ist. Sollte hier nicht die Meinung der Kreise zum Ausdruck kommen, so wäre das gerade so, als ob wir auch unseren Abgeordneten freie Hand lassen wollten, aus dem Rahmen der Partei hinauszutreten. Damit würden wir auf eine schiefe Ebene kommen. Klamm er-Zehdenick: Die Tätigkeit des neugegründcten Sekretariats hat auf unsere Agitation und Organisation in der Provinz wie frischer Odem gewirkt. Aber es war doch auch nur lvic ein Tropfen auf heißem Stein. Wir wünschen nur, daß Sie dem Antrag auf Anstellung eines zweiten Sekretärs zustimmen. Lassen Sie alle kleinlichen Bedenken beiseite! Die Lösung der Lokalfrage, die Peus vorschlägt, kommt mir vor, als wenn ich meinem Jungen einen Baukasten kaufte. Nein, eine ganz andere Taktik, die des Kampfes ist notwendig, um bei uns in der Provinz Lokale zu erringen. Peus: Daß seinerzeit das ParteitagZmandak Bernhardts kassiert wurde, war durchaus richtig. Andererseits ist nichts dagegen einzuwenden, wenn kleine Kreise, die nicht die passenden Genossen zur Verfügung haben, andere, die ihr Vertrauen haben, delegieren; aber das darf nicht durch Geld gemacht werden. Daß ein Dele- gicrter auf dem Parteitag die Meinung des Kreises zum Ausdruck bringt, wenn vielleicht nur 1 Proz. der Mitglieder in der Versamm- lung anwesend war, die Minderheit auch keinen Vertreter erhielt, ist doch nicht möglich. Sie reden von Zahlabendcn, ja, das sind Abende, wo man zahlt(Widerspruch) und die auch meist miserabel besucht sind. Faber-Frankfurt: Die Art, wie die Berliner Genossen alle wichtigen Fragen in kleinen Kreisen behandeln, ist geradezu das Ideal. Wohin sollten wir kommen, wenn die Genossen, die an die Spitze gestellt werden, sich nicht nach der Meinung der Genossen des Kreises richten wollten? Was den Antrag auf Anstellung des zweiten Sekretärs anbelangt, sojjabe ich schon im vorigen Jahre gesagt, wir müßten nicht einen Sekretär, sondern Sekretäre haben. Am besten wäre es, wenn wir für jeden Kreis einen hätten, da das nicht geht, ist die Anstellung eines zweiten Sekretärs notwendig. W a g n e r- Lübben: Was Peus in der Lokalfrage empfiehlt, haben wir bereits lange praktisch durchgemacht, aber wir sind zu dem Schluß gekonlmcn, daß ein Lokal erkämpft werden muß. Damit bringen wir der bürgerlichen Gesellschaft bei, daß cZ uns ernst ist mit unserer Sache. Galke- Guben: Wir haben in unserem Wahlkreise Guben- Lübben von dem Recht Gebrauch gemacht, drei Delegierte nach dem Parteitag zu schicken. Aber ich mutz im Namen unserer General- Versammlung den Vorwurf zurückweisen, als ob Berlin bei der Entscheidung mitgewirkt habe; es war lediglich unsere eigene Sache. Es ist ganz ausgeschlossen, daß wir uns die Meinung der Berliner aufzwingen lassen. Borgmann-Berlin tritt entschieden für Anstellung deS zweiten Sekretärs ein. Das erweiterte Sekretariat wird durch seine größere Tätigkeit gewissermaßen selbst für Aufbringung größerer Mittel sorgen. Der betreffende Sekretär soll auch den persönlichen Verkehr mit den Genossen in der Provinz pflegen. Wenn Peus sagte, daß nur 1 Proz. die Versammlungen besuche, so mutz man ja persönlich Mitleid mit ihm fühlen; er muß besonders schlechte Erfahrungen in seinem Wahlkreise gemacht haben. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Wels bemerkt in seinem Schlußwort: Es ist ein starkes Stück, daß Genosse Peus die Delegationen in der Probinz mit dem Fall Bernhardt vergleicht. Dieser war nicht durch die General- Versammlung des Kreises(Breslau-Land) gewählt, sondern brachte als Mandat einen Zettel mit 17 Namcnsunterschriften. Wenn wir versuchen, die Lokalfcage durch Mieten oder Bauen von Liäumcn zu lösen, treten mindestens cbcnsoviele Scherereien ein wie jetzt. Wir haben ja in Güstebiese ein Haus zu bauen versucht. Die Kon- Session für den Wirtschaftsbetrieb wurde uns vorenthalten. Das Beratung des Einheitsstatuts groben Unfugs". Seine Hochrufe feien geeignet gewesen, Das Urteil lautete dahin, der Angeklagte sei schuldig des die Ordnung zu stören und das Publikum zu be unruhigen, wie ja schon durch die im Publikum laut ges Freiheitsstrafe sei aber nicht nötig, die Berufung der Staatswordenen Aeußerungen des Unwillens bewiesen werde. Eine anwaltschaft werde verworfen, es bleibe bei 60 Mart. Zigeuner- ,, Beschwörungen". Internehmen hat 10 000. Gerschlungen. Der Etat, det 6örhanden, der Hand und freibt den Drud eigenhändig 3 bis 4 Atmosphären anidaft gefordert, weil. fich in guter Vermögenslage befinde ist, gestattet uns nicht, derartige Experimente zu machen. Was die höher. Der Dampfer" Charlotte" fährt hinter dem Dampfer und daher eine Geldstrafe wenig fühlen würde. Der Verteidiger Anstellung eines zweiten Sekretärs anbetrifft, muß ich rund heraus Bivat", beide haben gleich schweres Schleppzeug. Der Dampfer erwiderte, hier solle die angeblich gute Vermögenslage erklären, daß die Arbeiten bei weiterer Ausdehnung von einem" Charlotte", obwohl an Pferdestärken viel schwächer als der den Angeklagten ins Gefängnis bringen, während Mann nicht mehr zu bewältigen sind. Die Redaktion und Expedi-" Pivat", fährt an diesem vorbei, was ihm mit unbelasteten Ven- sonst Leute mit wirklich guter Vermögenslage tion der„ Fackel" und des Kalenders aber sollen auf das Sekretariat tilen nicht gelungen wäre. Bei diesem Manöver spaziert der möglichst vor Gefängnis bewahrt würden. Rosenfeld übergehen. Maschinist vom Dampfer Charlotte" an Ded umber und sieht ließ noch feststellen, daß A. sich tatsächlich nicht in guter Ber Es folgten die Abstimmungen. Die Anstellung des zweiten hohnlächelnd auf seinen Kollegen des Dampfers Bivat". Die mögenslage befindet. Sekretärs wird mit allen gegen 3 Stimmen beschlossen. Dampfer des Schiffseigners Franz Fermum, Spandau, fahren Der Beschluß des Zentralvorstandes, eine Gemeindevertreter- ebenfalls niemals anders, als mit belasteten Ventilen und 15 bis fonferenz einzuberufen, wird einstimmig gutgeheißen. Ebenso die 20 Atmosphären Drud.(!) Auch liebt man es, bei schlechtem GeAbhaltung von Protestbersammlungen in den Orten am Kanalbau schäftsgange die Heizer von zwei auf einen zu reduzieren, wie es Berlin- Stettin. Annahme fand auch folgende Resolution des Zentralvorstandes: Dampfer" Bismard" erlaubte sich ein Heizer Meldung an die lezzthin auf dem Dampfer" Merkur" vorgekommen ist. Auf dem Die Provinzialfonferenz richtet an die Parteitagsdelegierten Gewerbeinspektion zu machen und brachte das lieberdruckfahren zur ber 18 Wahlkreise der Proving und Groß- Berlins den dringenden Anzeige. Für diese Freiheit brannte man dem Heizer 20 Mart Wunsch, allen Anträgen zuzustimmen, welche geeignet sind, eine Geldstrafe auf. Gin anderer Fall, der vielleicht einzig in seiner proportionale Grundlage für die fünftige Parteitagsdelegierung Art ist, betrifft den Tampfer Meta", Eigentümer Paul Fermum, zu schaffen, um den gegenwärtig zu mannigfachen Neibungen Spandau.( Ebenso Eigentümer des oben genannten Passagier Bigeunern bestehenden Diebesbande ist, mußte ihre allzu große Gine diebische Zigeunerin, die anscheinend Mitglied einer aus Veranlassung gebenden Zuständen ein Ende zu bereiten." dampfers Siegfried". Red. d.„ V.") Nicht nur, daß auf diesem Fingerfertigteit gestern mit einer empfindlichen Strafe büßen. Dem Sekretär wurde einstimmig Decharge erteilt. Dampfer die Ventile belastet und der Dampfdruck um 4 bis 5 Wegen wiederholten Diebstahls im Rückfalle war die underehelichte Bum zweiten Punkt: Atmosphären höher getrieben wird, macht man noch andere Mani- Bigeunerin Auguste Rose vor der vierten Ferienstraffammer bes pulationen, um den Nuteffekt der Dampfkraft auf geradezu sträf- Landgerichts I angeklagt. Am 27. September v. 3. erschienen in lich und gemeingefährliche Weise auszunuzen. Bemerkt der dem Laden des Vogelhändlers Weiß drei Zigeunerinnen, die eine will, oder umgekehrt, er selbst will einen ihm vorausfahrenden blieb die Dritte in dem Laden und fragte den allein anwesenden Kapitän des Dampfers, daß ihn ein anderer Dampfer überholen pleinigkeit hauften. Während zwei sich wieder entfernten, bers Dampfer ausstechen, so treibt man den Druck erft 4-5 Atmosphären Inhaber, ob sie ihn gefund machen" solle.. Weiß ging auch darauf über den roten Strich. Die Ablaßrohre der Wasserstände haben ein und nahm, auf die Anweisung der Zigeunerin hin, das gesamte nun ihren Ablauf direkt unter der Feuerbrüde. Langt es nun noch Geld, welches er in der Staffe hatte, in die rechte Hand. Die Ans nicht, daß der Dampfer mit starfbelasteten Sicherheitsventilen fährt, geflagte befreuzigte sich mehere Male und murmelte über das Geld dann stellt man noch den unteren Wasserstandshahn ab, läßt den gebeugt allerlei unverständliche Zauberformeln". Als W. später oberen Dampfhahn auf und läßt den Dampf durch den geöffneten fein Geld nachzählte, fehlten 25 Mark, welche die Angeklagte mit Absperrhahn direkt durch die Ablaßrohre unter den Rost jagen, einer ganz unglaublichen Fingerfertigkeit während der Beschwö um auf diese Weise künstlich mehr Zug unter die Feuer zu bringen. rung" estamotiert hatte. In gleicher Weise erbeutete die diebische dieser Art von Kesselbedienung? Und wie steht es sonst mit dem in dem Kaiserschen Kafeegeschäft in Hermsdorf 20 bis 30 Mark. Was sagt nun die Gewerbeinspektion oder Strompolizei zu Gesundbeterin" bei dem Zigarrenhändler Rohoff 15 Mark und Schutz und der Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter, die auf solchem Dampfer beschäftigt sind? Ist ein Kessel überaus gemeingefährliche Treiben der Angeklagten zwei Jahre Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf das ausgeglüht, dann wird derselbe einfach wieder etwas nachgerichtet, Gefängnis. Das Gericht erkannte auf ein Jahr und sechs Monate verstemmt und in günstigem Falle versteigt man sich dazu, den Gefängnis. Kessel mit 2 Atmosphären faltem Druck zu prüfen, dann wird weiter gewirtschaftet wie bisher. Es hat sich herausgestellt, daß Tag ein gedruckter Ergänzungsantrag vor, dem§ 8, der von den um einer nachhaltigen Durchführung des Arbeiterschutzes die zweiten Ferienstraffammer des Landgerichts III unter Borsitz die Gewerbeaufsicht in der Binnenschiffahrt völlig unzureichend ist, bildete den Gegenstand einer Auflagefache, welche gestern bor der Aufgaben der Provinzialfonferenz handelt, am Schluffe anzufügen: Gewähr zu bieten. Der Staat, der ein stehendes Heer, ein Heer des Landgerichtsrats Dr. Siegmann zur Berhandlung tam. Unter und die Wahl von 3 Revisoren, welchen gemeinsam mit den 2 Re- voa Bolizeibeamten und Schreibern zur Aufrechterhaltung der der Anklage des versuchten Mordes stand der 17jährige Uhrmacher. biforen Groß- Berlins die Revision der Verbandskasse obliegt." Ordnung unterhält, hat kein Geld, um einige hundert Arbeiter- lehrling Friz Freisleben vor dem Strafrichter. Der Antrag wurde angenommen. Ferner wurde ein Abänderungs- schutzbeamte für die Hygiene und den Schutz der Tausende von ist im gewissen Sinne das Opfer selten trauriger und unglüdlicher antrag zum§ 7 angenommen, wonach je ein Vertreter der Re- Arbeitern, die tagtäglich in der Binnenschiffahrt Leben und Gesund- Familienverhältnisse. Der Bater des jungen Mannes ist im rrens daktion und Geschäftsleitung der in der Provinz Branden beit risfieren, zu besolden. burg erscheinenden Parteipreffe Sib Der ganze Mangel unseres un- hause an Paralysis gestorben. Im Jahre 1901 machten sich bei der Stimme auf der Provinzialfonferenz haben soll, wogegen der Damit einige wenige Hohe und Höchste Dividenden einheimsen, wurde auf die Gutachten des Hausarztes in der Familie, 2. und genügenden Arbeiterschutzgesetzes trit hier wiederum deutlich zutage. Mutter ebenfalls Anzeichen einer Geisteskrankheit bemerkbar. Gie Entwurf nur die Brandenburger Zeitung" und die Märtische mögen zahllose andere zugrunde gehen. Voltsstimme" nannte. Als Revisoren wurden Jahn Ludens Alfred Markuse, und des Medizinalrats Dr. Klein in Charlotten walde, Bonac- Forst und Kratsch Brandenburg gewählt. Sodann wurde beschlossen, daß das neue Statut mit dem 1. Januar 1909 in Kraft treten soll. Als dritter Punkt der Tagesordnung folgte ein Vortrag des Reichstagsabgeordneten Stüdlen über das Neichsvereinsgefet. = referiert Me Is und empfiehlt den vorliegenden Entwurf. waren dazu einige Abänderungsanträge gestellt, die eine gründliche E3 Debatte hervorriefen.- Die Abstimmung über diesen Bunft ergab die Annahme des im Entwurf vorgeschlagenen Beitrags von 20 Pfennig für weibliche Mitglieder, was von den anwesenden Genossinnen mit lautem Beifall begrüßt wurde. Der Beitrag der männlichen Mitglieder wurde, ebenfalls der Vorlage entsprechend, auf 30 Pfennig festgefeßt. Das Eintrittsgelb wurde, einem Antrage aus Guben entsprechend, auf 20 Pfennig festgesetzt. Ein Busabantrag, wonach den neueintretenden Genossen die Broschüre Kautsky, Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie, unentgeltlich geliefert werden soll, wurde ebenfalls angenommen. Ferner wurde beschlossen, daß 16% Pros., also 5 Pf., vom 30 Pf.- Beitrag an die Provingkasse abgeliefert werden sollen. Sodann ergab die Gesamtabstimmung die Annahme des Einheitsstatuts der Kreiswahlvereine gegen wenige Stimmen. Entwurf des Verbandsstatuts Zum " = Der Redner legte ausführlich flar, wie diese Frucht der Blockpolitik beschaffen ist, wie wenig sie einem wirklich liberalen Vereins- und Bersammlungsrecht entspricht. Die Liberalen, so schloß der Redner, sagen, die Massen würden sich von uns abwenden, weil wir gegen das Gesetz stimmten. Aber sicher ist, daß das Volk es verstehen wird, warum wir so handelten. Uns wird dieses Gesetz und seine Anwendung eine Fülle von Agitationsmaterial bieten und uns neue Anhänger zuführen. Auf eine Diskussion über den Vortrag wurde berzichtet. Anträge, die als letter Bunft auf der Tagesordnung standen, Waren nicht eingegangen. Die Tagesordnung war somit erledigt. Genosse Zucht: Die Konferenz hat ein gut Stück Arbeit ge= Teiftet. Sie hat eine feste Grundlage für unsere Organisation geschaffen und Mittel gefunden, die Agitation noch mehr zu beleben, bie Organisation zu stärken. Ich zweifle nicht, daß das, was hier gesprochen und geleistet wurde, Früchte bringen wird, so daß wir im nächsten Jahre auf um so größere Erfolge zurückblicken fönnen. Mit braufenden Hochrufen auf die Sozialdemokratie und unter Gesang der Arbeitermarseillaise wurde die Konferenz geschlossen, nachdem sie von 12 Uhr mittags bis 28 Uhr abends gelagt hatte. Soziales. Von der Havelschiffahrt. fönnen." Gerichts- Zeitung. Ein Mordanfall auf einen Arzt Der Angeklagte Ungeübte Personen werde zu den gefährlichsten Arbeiten ber- burg hin, erst der Edelschen Jrrenanstalt und später der Landess wird, selbst jugendlichen Arbeitern wird die Bedienung gefährlicher längerer Zeit als geheilt entlassen. Während die Bermögens. wendet, ohne daß ihnen die nötige Zeit zum Erlernen gelaffen irrenanstalt in Neu- Ruppin überwiesen. Von hier wurde sie nadj verstehen vermögen und deren Wirkungen sie nicht übersehen schließlich in Vermögensverfall, so daß sie schon vor ihrer Ueber Dampfkessel und Maschinen überlassen, deren Wesen sie nicht zu verhältnisse der Familie früher sehr gute waren, geriet die Mutter führung in die Jrrenanstalt wiederholt Darlehen von dem Dr. So der Maschinist und Heizer", dem wir wie gesagt Martuse erhalten hatte. Dieses anfänglich freundschaftliche Vers die Verantwortung für seine geradezu unheimlichen Mitteilungen hältnis zwischen der Frau F. und dem Dr. Markuse verwandelte überlassen müssen. Sollte es nicht denkbar sein, daß die Strom- fich später in das Gegenteil. Frau F. behauptete alle möglichen polizei während der Fahrt mit ihren Barkassen längsseitig Dinge von dem Dr. M., ferner erstattete sie gegen den Medizinalder verdächtigen Dampfer geht und den Kapitänen das gefährliche rat Dr. Klein und den Leiter der Edelschen Frrenanstalt StrafHandwerk legt? Abhilfe muß hier auf jeden Fall geschaffen werden. anzeige wegen Freiheitsberaubung. Frau Freisleben führte gea Dem Spiel mit Menschenleben muß ganz energisch ein Ende be- raume Zeit einen förmlichen Kampf mit den Aerzten, da sie ihrer reitet werden. Meinung nach zu Unrecht in das Irrenhaus gesperrt worden sei. Dies hatte zur Folge, daß sich der ganze Gedankengang des damals noch sehr unreifen jungen Menschen in ganz falsche und mit allen möglichen Jrrtümern durchsetzte Bahnen lenkte. In semem Hirn etwickelte sich eine Art figer Jdee, daß Dr. Markuse Schuld Das Hoch aufs allgemeine Wahlrecht ein grobet Unfug"! daran trüge, daß seine Mutter in das Irrenhaus gekommen sei. Auf dem Friedhof der Märsgefallenen hatte am Diese Idee verstärkte sich immer mehr und führte zu einem 22. März der Werkzeugmacher Abendroth das Mißfallen der grimmen Haß gegen den Arzt, den ev noch niemals gesehen oder Polizei dadurch erregt, daß er seinem Verlangen nach einem gesprochen hatte. Schließlich tam der junge Mensch auf die hirn gerechten Wahlsystem für Preußen einen allzu deutlichen Ausdrud berbrannte Idee, auf den Arzt ein Revolverattentat zu berübeit, verlich. Er sollte nicht nur mehrfach ein hoch auf das all- um dann als Angeflagter vor dem Schtpurgericht Gelegenheit zu leutnant Arndt, der ihm das untersagte, geantwortet haben, der gekommen sei. gemeine Wah I re cht ausgebracht, sondern auch dem Polizei- haben, zu beweisen, daß seine Mutter zu Unrecht in das Frrenhaus Herr Leutnant habe ihm gar nichts zu sagen. Am Morgen des 23. März d. J. Klingelte es an der Wohnungstür des in der Grolmanstraße, wohnhaften Dr. Das Polizeipräsidium sah in Abendroths Verhalten eine Markuse. Der öffnenden Wirtschafterin erklärte der Angeklagte, Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen sowie vor allem einen er müsse den Dr. M. in der Vormundschaftsangelegenheit seiner " groben Unfug", und zwar einen so groben", daß A. ihn Mutter sprechen. Der Arzt betrat auch ahnungslos das Wartes mit vier Wochen Haft büßen müsse, die ihm durch Strafzimmer und streckte dem Angeflagten zur Begrüßung die Hand ents mandat zudiktiert wurde. A. selber meinte, er habe nur zu gegen. In diesem Augenblick zog F. einen Revolver hervor und der Gruppe, mit der er in den Friedhof eingelassen wurde, in nicht gab auf Dr. M. einen Schuß ab, der ihn am rechten Arm traf. Unter dieser Ueberschrift berichtet der Deutsche Maschinist überlautem Ton gesagt:„ Nieder mit der Dreiklaffenschmach, hoch Der Angefallene ergriff hilferufend die Flucht. Heirbei erhielt er und Heizer" über fast unglaubliche Verhältnisse auf den in der das allgemeine Wahlrecht!" Das Schöffengericht, dessen noch einen zweiten Streifschuß in den Rücken. Zwei weitere Schüsse Havelschiffahrt verkehrenden Schleppdampfern. Ist das richtig, Entscheidung er anrief, bestätigte zwar nicht die vier Wochen Haft, gingen fehl. Nach Verübung der Tat ging der Angeschuldigte nach was dieses ernst zu nehmende Fachblatt mitteilt, so ist hier aller hielt ihn aber doch für schuldig der Teilnahme an einer Wahl- dem nächsten Polizeirevier und stellte sich hier mit den Worten: dings ein Eingreifen der Behörden dringend geboten, zumal rechtsdemonstration, erklärte die Hochrufe für" groben Unfug" und ich habe den Dr. Martuse erschossen" freiwillig. Die Staatseinzelne der genannten Schiffe nicht nur im Schleppdienst tätig berurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 60 mart anwaltschaft erhob Anklage wegen versuchten Mordes, die aber vor find, sondern zeitweise auch der Personenbeförderung dienen. So( event. 10 Tage Saft). Hiermit war nun wieder die Staats- der Straftammer zur Verhandlung kommen mußte, da F. noch fährt der Dampfer" Siegfried" der in der Veröffentlichung mit anwaltschaft nicht zufrieden. Gegen das Urteil legte fie nicht das volle strafmündige Alter von achtzehn Jahren erreicht genannten Reederei Paul Fermum- Spandau im Sommer Berufung ein, nicht wegen der Höhe der Strafe, aber wegen hatte. Zu der gestrigen Verhandlung war vom Gericht der auf Berliner Gewässern Passagiere. Das mit einem Kessel von der Strafart: fie wünschte, daß A. ins Gefängnis geschickt werde. Medizinalrat Dr. Störmer geladen worden, der den Angeklagten 58 Quadratmetern Heizfläche unter 14 Atmosphären Druck Am Montag hatte am Landgericht I Berlin die Straf- auf feinen Geisteszustand untersucht hatte. Der Sachverständige fahrende Schiff ist für etwa 200 Personen vermeffen. Mit seiner fammer VIII als Berufungsinstanz zu entscheiden. Die betundete, daß der Angeschuldigte stark verminderte zurechnungs200pferdigen Dreifach- Expansionsmaschine gehört es auch in der Bestimmtheit der Darstellung, die von der Polizei durch die Aus- fähigkeit aufweise, die eine Folge schwerer erblicher Belastung sei, Passagierfahrt zu denjenigen, die sich nicht gerne ausstechen laffen. sagen ihrer Beamten gegeben wurde, hatte in all den Terminen der§ 51 St.-G.-B. komme jedoch nicht in Frage. Staatsanwalt Geschieht das mit denselben Mitteln, wie im Schleppdienst, so schon vor dem Schöffengericht waren zwei Termine nötig ge- Taube beantragte mit Rücksicht auf dieses Gutachten nur eine werden dabei Hunderte von Menschenleben aufs Spiel gefeßt. worden nicht sich abgeschwächt, sondern immer mehr zugenommen. Gefängnisstrafe von einem Jahre. Das Gericht erkannte ebenfalls Der Maschinist und Heizer", dem wir die Verantwortung In sachlicher Hinsicht wurde aber diesmal nichts Neues mehr vor- auf ein Jahr Gefängnis. für seine Mitteilungen überlassen müssen, schreibt u. a.: gebracht. Neu war nur die Idee des Vorsitzenden, daß der Borwiegend auf der sogenannten Plauenschen Tour" der Friedhofsbesuch vom 22. März am Ende eine DemonSabelschiffahrt werden Leute im Alter bon 14 bis 16 Jahren als ftration gegen Kaiser Wilhelm I. gewesen sein fönnte. In Berlin Seizer eingestellt und gerade hier blüht das Ueberbrud- weiß so ziemlich jeder, daß der Friedhof der Märzgefallenen auch fahren. Mit 3, 4 und 5 Atmosphären über dem gefeßlich noch in den Tagen nach dem 18. März, besonders am darauf fonzessionierten Dampfdruck wird auf den Dampfern gefahren, nur folgenden Sonntag, von vielen Tausenden besucht wird. In diesem um schneller mit dem Schleppzug an Ort und Stelle zu gelangen, Jahre fiel der Sonntag auf den 22. März. Dem Vorsitzenden erohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Leben der Mannschaften. schien es aber verdächtig, daß ausgerechnet am 22. März eine so Die Maschinisten und Heizer beugen sich dem wahnsinnigen Be- gewaltige Menschenmenge nach dem Friedhof gewallfahrtet war. triebssystem, beugen sich der tollen Arbeitshast, um ihren Blab au Er fragte:„ Am 22. März war auch der Geburtstag Kaiser behalten. Machen fie es nicht, machen es andere. Dabei werden Wilhelms des Großen. Hatte das damit etwas zu tun?" Obwohl Ganzes in Erscheinung. Wir fönnen demzufolge Ihrem Wunsche nicht 2. A. 37. Die Bundesratsbeschlüsse treten nach außen nur als die Heizer mit Löhnen von monatlich 45 bis 70 Mt. ohne Betösti- der Angeklagte das verneinte und noch hinzufügte, er selber wisse Rechnung tragen. Adele W. gung abgespeist und sind somit geeignete Objekte schrankenloser gar nicht mehr, daß der 22. März der Geburtstag Wilhelms I. deputation, Poftstraße 16 wenden. Wollen Sie sich an die Stiftungs 8. 5. 3. Bureau und Arbeits. Ausbeutung für die Unternehmer, auch dienen sie als billige Erfaz sei, kam doch der Vorsigende im Laufe der Verhandlung noch mehr- nachweis der Handels- und Transportarbeiter, Adlerstraße 5. 3. 8. träfte, wenn die Maschinisten sich rebellisch zeigen, um eine Besse- fach auf diesen Bunkt zurück und befragte hierüber auch noch einige Leider fa. 2. 3. 16. Go lange Jure Frau der Stirche angehört, rung ihrer Arbeitsverhältnisse zu erstreben. Einige Fälle sollen der Polizeibeamten, die als Beugen gehört wurden. müssen Sie auch die Steuer zahlen. 2. Sie müssen das Sparkassenbuch hier angeführt werden, um die Zustände in der Habelschiffahrt Nachdem die Beweisaufnahme wieder zuungunsten des An- sperren laffen. May Bahnke. Geschäfte usiv. empfehlen wir prinzipiell treffend zu bezeichnen. Auf dem Dampfer Karl", Eigentum des geklagten ausgefallen war, beantragte der Staatsanwalt eine nicht. 7. B. 86. 1. Wenden Sie sich an einen Arzt. 2. Jhren Antrag Schiffeigners Benz aus Havelberg, ist es gar nicht anders Sitte, Freiheitsstrafe. Er berief sich auf die Bekundungen der en Sie an das fönigl. Polizeipräfidium ſtellen. O. 0. 1908. Ja. als die Bentile zu belaften. Der Heizer Albert Fresen gibt an, daß Polizeizeugen, daß die Rufe As das Mißfallen auch anderer Be- Kirche bei 1200 M., die fatholische Stirche bei 1500 M. Einkommen. Schaden M. K. 12. Jm Berliner Rathause. R. 30. Die evangelische auf diesem Dampfer regelmäßig mit 3 bis 4 Atmosphären mehr fucher des Friedhofes erregt hätten. Also sogar so führte er erfaßpflichtig in diesem Falle ist der, durch dessen schuldhaftes Verhalten der gefahren wird, als zulässig ist. Der Sessel ist mit 11 Atmosphären aus ein Publikum, das in dieser Gegend nicht zu dem politisch Schaden entstanden ist. leberzeugung. 1. Die Gerichtskosten werden konzessioniert und mit 15 Atmosphären wird gefahren. Auf dem zuverlässigen gerechnet werden könne, habe Anstoß daran ge- noch eingezogen. 2. Der Breis ist uns nicht bekannt, aber in der Buchy Dampfer Kaiser Friedrich", Eigentum des Schiffseigners Gemme- nommen; das zeige doch, daß selbst für die Gegend A. in unzu- handlung erhältlich. 3. Das ist Sache des persönlichen Empfindens. rich aus Havelberg, padten am 9. Juni die Heizer Albert Frejen lässiger Weise seine politischen Anschauungen befundet habe. Der 100. Nach Erhalt des ablehnenden Bescheides steht Ihnen Returs, an und Franz Helmie auf. Dieſelben vereinbarten mit dem Kapitän Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld be- bassgericht zu. Es ist aber richtiger, wenn Sie Ihre Ungelegenheit des Dampfers ein Gehalt von monatlich 105 Mt. bei vierzehntägiger antragte, die Berufung der Staatsanwaltschaft zu verwerfen und Baul Küchler. Fordern Sie den Birt noch einmal auf, seinen Verpflichtungen dem Borstande Ihrer Krantenkasse oder Ihrer Gewerkschaft vortragen. Kündigung. Am 14. Juni wurden aber beide ohne weiteres ent- den Angeklagten überhaupt freizusprechen. A. habe gar nicht nachzukommen, andernfalls verklagen Sie denselben auf Erfüllung des laffen, weil sie sich weigerten, mit leberdruck zu fahren. In an einer Wahlrechtsdemonstration teilgenommen, wie das Urteil Bertrages. Stralan- Rummelsburg. Sie tönnen Klage anstrengen. Havelberg wurden ihre Bläze sofort von zwei anderen Heizern behaupte; am 22. März feien gar keine Versammlungen zur P. T. 25. Den Antrag müssen Sie auf dem Polizeirevier Ihres Boheneingenommen, welche ohne weiteres dem Befehl des Kapitäne sowie Wahlrechtsfrage abgehalten worden. Aber auch wenn das zuträfe, bezirkes stellen. 2. K. 59. Ersuchen Sie das Bureau des Holzarbeit er des Maschinisten Adolf Willms nachtamen, die Wentile zu belasten. fo fönne Teilnahme an einer Demonstration nicht verbandes, Engel- fer 15, um Wahrnehmung Ihrer Nechte. W. E. 25. Anstatt, wie es zulässig war, mit 7% Atmosphären zu fahren, strafbar sein. Anderen Bevölkerungsschichten seien Straßen- zweier Jahre müssen mindestens 20 Marken geklebt werden. 1. Wir empfehlen berartige Einrichtungen prinzipiell nicht. 2. Innerhalb trieben die beiden neuen Heizer den Druck auf 10% Atmosphären demonstrationen gestattet worden, nach den Reichstagswahlen von Wir empfehlen Geschäfte nicht. Das Berliner Adreßbuch dürfte Ihnen Aus 23. 98. in die Höhe. Weigert sich ein Heizer, die Ventile zu belasten, so 1907 den Gegnern der Sozialdemokratie und im Jahre 1908 den tunft geben. Maus 3904. Jawohl. J. R. 7, Die Landesversiche nimmt der Maschinist Wilms dem Heizer einfach die Schippe aus Zeilnehmern des Katholitentages. Freiheitsstrafe hatte der Staats- rungsanstalt Berlin... 81. Verband der städtischen Arbeiter.. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, stuettes Sof Dritter Eingang, vier Treppen, Sahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 the Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage Buchstabe und eine Bahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort aergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Geffentliche politische Versammlungen. Vierter Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 2. September, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: 220/ 7* Volks- Versammlung Sages Drdnung: 1. Deutschland im Weltenkonzert. Referent: Landtagsabgeordneter Adolf Hoffmann. 2. Diskussion. Jedermann hat Zutritt. Der Einberufer: Paul Hoffmann, Oppelner Straße 47. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 2. September, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen. Tages Drdnung: 89/14 1. Bericht der Obleute. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die in den Vororten arbeitenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden ersucht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner- Versammlungen ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher 2c. and am nächsten einberufene Bezirksvertrauensmänner- Versammlung. Filiale Berlin. Bureau: Melchiorstr. 28, parterre. Fernsprecher: Amt IV, 4787. Mittwoch, den 2. September 1908, abends 8%, Uhr: Sektionsversammlung der Lackierer in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstraße 35. Zages Drdnung: 1. Wie betreiben wir unsere Agitation? 2. Unsere Beitragstassierung. 8. Berschiedenes. 132/20 @ 02820000000026 Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Sektionsleitung. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Sonntag, den 6. September, abends 7 Uhr a Kunst- Abend. Leitung: Margarete Walkotte. Mitwirkende: Margherita Simonetti, Koloratur- Sängerin. Frl. Rossi, Violin- Virtuosin aus Rom. Margarete Walkotte. Herr Bruno Tuerschmann, Vortragsmeister am Hebbel- Theater. Am Flügel: Herr Bernhardt Nitzsche. Rezitator ostpreußischer Dialektdichtungen. Nachdem: Tanz. Herr Otto Wiemer, Entree 50 Pf.. Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Zigarrenhandlung, Engelufer 15. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Tischler. Die Versammlungslokale sind folgende: Süden bei Gliesing, Waffertorstr. 68. Süd- Westen bei Habel, Bergmannstr. 5/7. Südosten I u. Il bei Hollbach, Naunynstr. 6. Osten I( zwischen Zentrum und Fruchtstraße) bei Walter, Andreasstr. 21. Memeler Straße 67. Osten II( wischen Fruchtstraße und Friedrichsberg) bei Litan, in Friedrichsberg, Friedrich Karl- Straße 11. Modell- und Fabrik= Tischler bel Max Wieser, Bergstr. 34. Maschinenarbeiter Engelufer 14, parterre, im Arbeitslosensaal. Kammacher Oestliche Vororte bei Wiltrate berg bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Nordosten bet Boeker, Weberstr. 17. Jede Sargtischlerei muß einen Vertrauensmann nach dieser Versammlung senden. bet Schwedterstr. 23. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt Obiglo, Wedding und Moabit: bet Fahrow, Ravenéstr. 6. Bautischler. Admiralstraße 18c. Süden, Westen, Südosten, Bez. 1: bet Möhring Osten, Bez. 2: bei Zietz, Warschauer Str. 61. Norden, Bez. 3: bei Karl Hube, Kopenhagener Str. 74. Neuerscheinungen: Wedding u. Moabit, Bez, 4; bei Sachse, inbowver Str. 26, Marx als Denker. Bon Dr. Mag Adler- Bien. Mit einem Anhang: Marg und die Dialektik. Guſtav Adolf. Breis 1,20 m. Ein Fürstenspiegel an Lehr und Nuh ber deutschen Arbeiter von Frans Webring. 8weite verbesserte Auflage mit einem neuen Vorwort. Preis 40 Pf. Gute Ausgabe 1 M. Die preußische Polenpolitik in thren Ursachen und Wirkungen. Von Hermann Wendel. Preis 60 Pf. Gute Ausgabe 1,20 m. Sozialistische Neudrucke II. Garantien der Harmonie und Freiheit. Möbelpolierer. Osten bei Boeker, Weberstr. 17. Südosten im Märkischen Hof", Admiralstr. 180 Norden bet Günter, Brunnenstr. 96. Möbelmagazin- Arbeiter und Beizer bel Grapentin, Staliker Straße 102. Von Wilhelm Weitling. Jubiläums- Ausgabe. Mit einer biographischen Drechsler, Treppengeländer- und Einleitung von Franz Preis in guter Ausstattung brosch. 2,50 M. Geb. 3 M. Hochkonjunktur und Wirtschaftskrisis. Von Mag Schippel. Preis 50 Pf. Gute Ausgabe 1 M. ,, Arbeiter- Gesundheits- Bibliothek" Heft 17: Luxusmöbelbranche Norden bei Döhling, Brunnenstr. 79. Osten bei Schneider, Friedenstr. 67. Bau und Lebenstätigkeit des menfchlichen Südosten u. Südwesten bei Stramm, Ritterite. 123. 247/7 Körpers. Bon Dr. Christeller. Mit zahlreichen Zustrationen. Preis 20 Pf. Gute Ausgabe 50 Pf. Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. MusikinstrumentenArbeiter Bodenleger im ,, Gewerkschaftshause", Engelufer 15. Stellmacher bel Hahn, Rosenthaler Vereinshans, Nosenthaler Straße 57. Kistenmacher bei Baudach, Breslauer Stroke 28. Korbmacher bei Eichhorn, Koppenstraße 47. Bürstenmacher bel Preuß( Silfebein- Ausschant), Holzmarktstraße 65. Perlmutt-, Horn- u. Steinnußarbeiter 6%, Uhr bei Ernst Thomas, Melchiorstr. 5. Bilderrahmenmacher bei Natteroth, Nitterstr. 32. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr, Stockarbeiter bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 16 Uhr. Jalousie Arbeiter bei Mühle, Mariannenstr. 41. Vergolder bei Merkowski, Andreasstr. 26. Einsetzer. Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 7): Tages Drdnung: 1. Die Situation in unserer Branche( Bericht und Diskussion).. 2. Stellungnahme zum Beschluß der Generalversammlung betreffs dec um 8 Uhr abends im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Morgensprachen. 3. Abrechnung vom Referbefonds. 4. Verbandss Saal 8. angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Achtung! Putzer. Freireligiöse Gemeinde zu Berlin. Freitag, den 4. September, abends 8 Uhr: Achtung! Außerordentliche beschließende Gemeinde- Versammlung Mittwoch, den 2. September 1908, abends 6%, Uhr, in den Neuen Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: Mitglieder- Versammlung. Zages Drbnung: bei Freyer, Koppenstraße 29. Nur vollberechtigte Mitglieder haben Zutritt! Tages- Ordnung: 1. Erledigung des Protestes gegen die Vorstandswahl und der Protokolleinsprüche. 2. Innere Angelegenheit.( Entziehung der Vollberechtigung.) Zweite Abstimmung. 3. Statutenänderung. 134/ 16* 4. Verschiedenes. 1367b* 1. Vortrag des Genoffen J. Borchardt über Militarismus. 2. Anträge des Vorstandes. 3. Berschiedenes Kollegen! Agitiert für einen guten Besuch der Versammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Dhne dasselbe fein Zutritt. 3. A.: E. Schulze. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, König-, Ecke Neue Friedrichstraße. 218,8* Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Dr. Der Vorstand. I. A.: A. Hoffmann. med. Karl Reinhardts spezial- Kaufen Sie Augengläser nur bei einem Fachmann! Wer ist das? ärztliche Institute für Haut-, Harnleiden, Potsdamer Str. 117 ( 12-2 und 1/ 8-9 abends) Neanderstr. 12( nahe Jannowitzbrüde ( 1,10-11 und 25-28 Uhr). Vollkommenstes kombiniertes Heilverfahren. Ausführliche Broschüre über den Wert sämtl. übl. Heilmethoden in berfchloffen. Kuvert gratis u. poftfrei. Optiker Läckemäcker I. Schönhauser Allee 136 II. Kommandantenstr. 32 Empfiehlt Brillen u. Pincenez 1 M. an, Thermometer 30 Pf. an, Reisegläser, sehr scharf 8,50 M., Barometer, bestes Bert 5,50 M². Gegr. 1895.== Nevaraturen in eigener Werkstatt. Gegr. 1895 00000000000000000000 Unsere 00000000 000000000000000000000 Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestrasse 70-71 90 Pf. 1 Pfd. ff. Leberwurst... Jage dauern bis Sonnabend d. 5. Sept.cr inkl. so lange Vorrat. Lebensmittel Fleischwaren 1 Pfd. ff. Fleischwurst.. 90Pf. .. 90 Pt. 1 Pfd. ff. Kochmettwurst.. 90 Pt. 1 Pfd. ff. Mettwurst Braunschw.Art 1 Pfd. Rotwurst. Kolonialwaren 1 Pfd. gebr. Kaffee... ... 90 Pf. 1 Glas Honig garantiert rela 90 Pf. 90 Pf. Liköre 1 Fl. Halb und Halb..... 90 Pt. 1 Fl. Kurfürstl. Magenbitter. 90 Pt. 1 Fl. Himbeersaft netto Inhalt 1 Pfd. 90 Pf. 90 PL 5 Pfd. Weizenmehl 000. 1 Fl. Kirschsaft • 90 Pf. 1 Glas Mixed- Picles. zusammen 1 Fl, Berl. Getreidekümmel. 90 Pt. 1 Dose Heringe in Gelee 90 Pf. 1 Pfd. Zwiebelleberwurst. 90 Pt. 1959 Pfd. Schweizerkäse. :} zusammen 90 Pt. ½ Pfd. Briekäse Wir empfehlen unseren Lesern die Arbeiter12 Pfd. Edamer Käse zusammen 1 Stück Ramadour- Käse 90 Pf. ooooooooo000000000000000000000000000000000 Gefundheits- Bibliothek. Beft 1: Die erste Hilfe bei Unglücksfällen von Dr. Chrifteller. Muß in Fabriken, Werkitätten, auf Bauplätzen vorbanden lein. Beft 2: Das erste Lebensjahr von Dr. Silberiteln. Jeder jungen Mutter zur Anfchaffung zu empfehlen. Heft 3: Gesundheitspflege des Nervensystems von Dr. Hiri@ laft. Wer feine Tierven gefund erhalten will, lefe diele Anleitung. von Dr. Zadek. Eine ärztliche Begründung der fozialdemokratifchen Forderung. Beft 4: Der Achtstundentag Beft 5: Alkoholfrage und Arbeiterklasse Eine empfehlenswerte Agitationsbroschüre. 5eft 6: Das Schulkind von Dr. Fröblich. von Dr. Silberiteln. Die Kinder vor Schulkrankheiten fchützen, Iit Zweck des Büchleins. Beft 7: Geschlechtsverkehr und Geschlechtskrankheiten von Dr. Belebrend über diefe für jeden Menfchen wichtige Frage. Deft 8: Nahrung und Ernährung Gebert. von Dr. Chajes. Ein wichtiges Kapitel für jeden Arbeiter und feine Famille. бeft 9: Wie sollen wir uns kleiden? von Dr. P. Bernitein. Eine belehrende Abhandlung über diele wichtige Frage. von Dr. M. Epiteln. Mit befonderer Berücksichtigung der Werkstattbygiene. 5eft 10: Der Arbeiterschutz Heft 11: Frauenleiden und deren Verhütung von Dr. I. Zadek. Mit einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft.( Text- Illuftr.) Beft 12: Vom medizinischen Aberglauben von Dr. E. Chefing. Eine lebrreiche Abhandlung für jedermann. Beft 13: Das Wasserheilverfahren in der Gesundheitspflege des Arbeiters von Dr. S. Munter. Die Anwendung des Wallers in gefunden und kranken Tagen. Beft 14: Verhütung und Heilung des Stotterns von Louis Jordan, Пebit einer Einleitung des Berausgebers über Sprache und SprachStörungen mit 5 Text- Illuſtrationen. Heft 15: Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiter- Familie Beft 16: Zähne und Zahnpflege. Mit zahlreichen Illuftrationen. von Dr. Julian Markule von Gertrud Rewald 5eft 17: Bau und Lebenstätigkeit des menschlichen Körpers it Illuftrationen. von Dr. Christeller. = Jedes Deft kostet 20 Pfennig Diele Abhandlungen find für jedermann verftändlich geschrieben und follten in keiner Familie fehlen. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Zur Einsegnung Schwarze, weisse u. farbige Kleider aus wollenen Stoffen mit 15, 20, 25 M Jackette u. Paletots Spachtel- u. Bortengarnierg. 8, 10, 12 M verarbeitet. Kostüm- Röcke Schnitte Elegant Neueste aus prima Satintuch aus englischen Stoffen 9, 12, 15, 18 M. 3, 6, 10, 15 M. Ein groß. Posten gefütterte wollene Blusen 3.50 M Tüll-, Spitzen- und seidene Blusen. Jackett- und Paletotkleider 10, 15, 20 M. Sielmann& Rosenberg Kommandanten-, Ecke Lindenstr. 2 Häuser vom Dönhoffplatz. 12 Schaufenster Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Parteigenoffen! Arbeiter! Habt Ihr Bedarf an Taschenuhren? So empfehlen wir Ihnen solche mit Fabritmarke„ Freiheit", welche von Parteigenossen angefertigt werden. Auf Wunsch werden dieselben mit Bebel, Liebknecht, Lassalle, Marg, Engels, Auer usw. Spezialgravierungen, mit Bildnissen( Photographien) der Genossen geftigt. Für genauen Gang und Solidität wird weitgehendste Garantie 3ft am betreffenden Orte teine Bertretung, so möge man sich direkt an die Fabrik Freiheit", Hüningen i. E. wenden. 12175+ Uhrenfabrik„ freiheit", Düningen i. E. Inhaber: Wilhelm Gutbub. Berlin So. 16, H.& P.Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. Amt IV, 3014. kannten Marken Zigaretten 1 Ltr. ff. Danziger Korn... 90 PL 1 Pfd. Tilsiter, 1 Frühstücks- ammen Käse, 1 Camembert 9 90 Pt. Partei- Speditionen: Zentrum I: Frit 8inte, Mauerstr. 89. Zentrum II: Albert Hahnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Westen: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochparterre. Süden und Südwesten: Hermann Berner Gneisenauftr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Frit, Brinzenstr. 31, of rechts part. 4. Wahlkreis: Diten: Robert en gels, Rüdersdorferstr.& am Küftrinerplaz. Wilhelm Mann, Petersburgerplat 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufigerplag 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 3ucht, Immanuellirchstr. 12( of). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Starl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: germann Raschke, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen: Trapp, Stettinerstr. 10. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lhchenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Nudowerstr. 83 II. Wilmersdorf- Halensee: Tolle, Sigmaringenftr. 5 Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Dite Seifel, Kronprinzenstraße 50, I. Rummelsburg, Boxhagen: 2. Rosentra na Mt- Boghagen 56. Grünau: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: 6. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Plaz 4. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Köpenick: Friedrich Woid, Stiegerstr. 6, Laden nossenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarftraße 2, im Laden Schmargendorf: Gustav Sa minsty, Cunostraße 2 Ober- Schöneweide: Julius Grunom, Edisonftr. 10, L Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerberstr.& Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. misgarten 3. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernfee, Schloßftr. 119, Hof I, in Steglig. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellha se, hornstr. 15 a Mariendorf: Hermann Reichardt, Kurfürstenstr. 34. Baumschulenweg: H. Hornig, Marienthalerstr. 13, L Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Laden. Neu Weißensee: Kurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gursch, Grünerweg 46 I. Tegel, Borsigwalde, Wittenan Waidmannslust, Hermsdorf und Reinickendorf- West: Baul Kienast, Borsigwalde, Räuschstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: Mühlenstr. 73. Bernau- Röntgental: Heinrich Brose, hohefteinftr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Erich Zimmermann, Eichwalde, Kaiser- Friedrich- Straße& Teltow: Wilhelm Sejler, Hohersteinweg 7. Nowawes: Wilhelm I appe, Priesterstr. 46. Spandau: öppen, Jagowftr. 9. Mahlsdorf und Kaulsdorf: Huge Scheibe, Mahlsdorf, Walderseestr. 14. Sämtliche Parteiliteratur forte alle wissenschaftlichen Berte werben geliefert. Annahme von Inseraten für den ,, Vorwärts". Bitte ausschneiden. 245/ 1* Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 204. 25. Illhrgavg. 3. Scilnp des Jotiuitts" Dievstllg, l September 1908. parte!- Hngelegenbeiten* Die Festsetzung des FrauenvcitragcS durch die letzte VerbandS-Generalversammlung begegnet in den Reihen der Genossinnen lebhaftem Widerspruch. Die Genossinnen halten nach Lage der Sache einen monatlichen Beitrag von 10 Pfennigen zu gering, um eine wirksame Propaganda entfalten zu können. Sie meinen, daß sie die Anforderungen, die an sie gestellt werden, mit den 10 Pfennigen monatlich nicht erfüllen können. Sie behaupten, nach ihrer Kenntnis der Situation bekämen sie keine einzige Frau weniger, wenn monatlich 20 Pfennige erhoben würden, und haben den sehnlichsten Wunsch auf Erfüllung ihrer Anträge, die wohlerwogen seien. Die Frauen waren, wie uns mitgeteilt wird, geradezu überrascht von dem diesbezüglichen Beschluß der letzten Berbands-Generalversammlung. Die Parten genossen der einzelnen Berliner Wahlkreise hatten längst vor dieser Beschlußfassung der V-rband-Z- Gcneralvcrsammhmg in Zahl- abenden und BezirkSführerkonferenzen sich, ohne Widerspruch zu finden, für den 20 Pfennig-Beitrag ausgesprochen. Die Genossinnen behaupten, daß tatsächlich zahlreiche Delegierte in der Verbands- Versammlung gegen den Willen ihrer Mandatgeber in dieser Sache abgestimmt hätten. Die Genossinnen erhoben bereits in der Ver sammlung Protest gegen diese Abstimmung, es wurde aber zur Tagesordnung übergegangen. Auch in Genossenkreisen mehren sich die Aeußerungen des Unwillens über diesen Beschluß, der mit dem vorher kundgetanen Willen der übergroßen Mehrheit der Genossen im strikten Gegensatz stehe. Dazu kommt neuerdings der am Sonntag von der Provinzial- konferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg gefaßte Beschluß. für die Provinz Brandenburg einen Einheitsbeitrag von 20 Pf. für die Frauen zu erheben. Dieser Beschluß wurde gefaßt, weil in der Provinz schon bisher ein solcher Beitrag gezahlt worden ist, genau so wie von den organisierten Frauen Berlins. Dadurch entsteht nun der sonderbare Zustand, daß in der Provinz Brandenburg die Frauen monatlich 20 Pf. zahlen, während Berlin mir 10 Pf. erhebt. Charloltcnburg. Die Parteigenossinnen und Genossen werden nochmals auf die heute abend im Voltshaufe stattfindende Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins aufmerksam gemacht. Die TageS- ordnung lautet: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung des Kreises. 2. Vortrag deS Genossen Simon Katzenstein über: »Genossenschaftswesen". 3. VereinSangelcgcnheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Karlshorst. Die am 1. September fällige Wahlvereinsversamm- lung fällt aus. Dafür findet eine solche am 22. September statt. Der Vorstand. Steglitz. Mittwochabend S'/z Uhr Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht von der KreiSgeneral- Versammlung, 2. Verbandsgeneralversammlung. 3. Anträge, i. Verschiedenes. Treptow-Banmschulenweg. Heute, Dienstag abend findet im Lokale„Zur Rennbahn" in Treptow die Mitglieder- Versammlung deS WahlvercinS statt. Tagesordnung: 1. Vor« trag des Genossen Eugen Brückner:„Der bevorstehende Parteitag in Nürnberg". 2. Bericht der Delegierten über die Verbandsversammlung von Groß-Berlin. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Stralau. Freitag, den 4. September 1908, abends pünktlich 8'/, Uhr, findet in der.Perle", Alt-Stralau 21, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. Pankow. Heut abend>/z9 Uhr: Extra-Zablabend. Tagesordnung: Wahl eines Zeitungsspediteurs. Die Wahlen finden in der Form der Urwahlen statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. berliner JMacbricbten. Untcrbringnng der Waisenkinder Berlins auf dem Lande ist ein Ideal, daS den Agrariern seit langem vorschwebt. Von Zeit zu Zeit wird in der Presse, die ihnen dient, immer wieder mal der vollen Durchführung dieses pfiffigen Ge- dankens das Wort geredet. Leider kann man nicht sagen, daß solche Vorschläge in Berlin keine Aussicht hätten, auf fruchtbaren Boden zu fallen. ES ist ja bekannt, daß auch bei der Waisenverwaltung unserer Stadt die Schwärmerei für das Land nicht gering ist. Schon jetzt bringt sie die Mehrzahl ihrer Pfleglinge außerhalb Berlins in Dörfern oder kleinen Landstädten unter. Kürzlich hat nun die„Deutsche Tageszeitung" mit einem Artikel eines juristischen Hochschullehrers aufs neue gemahnt, Berlins Waisenkinder mehr noch als bisher dem Lande zuzuführen. Welchen Eindruck dieser Rippenstoß auf den Magistrat und seine Waisenverwaltung gemacht hat, darüber belehrt unS eine Auslassung, die durch den Magistratsberichterstatter an die Presse versandt worden ist. Darin wird gesagt, mit der Unterbringung der Kinder in Fanlllien seien die besten Ergebnisse erzielt worden, die Waisenverwaltung Berlins stehe auf dem Standpunkte, daß die Familienpflege nicht ersetzt werden könne durch Anstaltspflege, für diese trete die Sozialdemokratie ein. es sei aber zu hoffen, daß sie bei einer objektiven Prüfung der Verhältnisse zu anderer Meinung kommen werde. Es werden dann in ausführlicher Schllderung niehrere Beispiele angeführt, die ein Beweis seien für die Vorzüglich keit der Familienpflege auf dem Lande. Dieser magistratsoffiziöse Lobeshymnus, den die „Deutsche Tageszeitung" in dankbarer Eilfertigkeit abgedruckt hat, weiß nicht genug zu rühmen, wie gewissenhaft dort Nie Fürsorge der Pflegeeltern sei und wie innig die Zuneigung der Waisen. Natürlich, an solchen Beispielen wird es niemals fehlen. Es ist ja zweifellos, daß es unter den Pflege- eltern manche sehr tüchtige Leute geben wird, die gegen- über' den ihnen anvertrauten Kindern ihre Pflicht in vollstem Umfang tun. Aber ebenso sicher ist leider auch das, daß in vielen Pflegestellen bei der geringen Höhe der Pflegegelder, die von Berlin gezahlt werden, nur zu oft eine rücksichtslose Ausbeutung der Arbeits- " oft des Waisenkindes wird ersetzen müssen, waS am Pflegegeld mangelt. Das gilt besonders von den Pflege st ellen auf dem Lande; denn gerade dort hält man die weitestgehende Heranziehung der Kinder zur Erwcrbsarbeit noch für etwas ganz Selbstverständliches. Auch hierfür fehlt es nicht an Bei- spielen, und zwar sind sie mitgeteilt worden in einem amtlichen Bericht des städtischen ErztehungsinspektorS Bartold über die von ihm vorgenommene, sicherlich ganz objektive Prüfung der auswärtigen Pflegestellen. Als Herr Bartold in seinem Amte noch neu war, äußerte er sich in seinem Nevisionsbericht aus dem Jahre 1902/03 mit einer Schärfe, wie wir sie weder vorher noch nachher jemals in solchen Berichten gefunden haben. Rückhaltlos schilderte er die Zustände, die er auf dem Lande beobachtet hatte. Er schrieb:„Am wenigsten genügten Wohnung und Bettung bei den kleinen Leuten auf dem Lande. In der guten Stube stand häufig ein sauberes Bett, das zwar dem Revisor als das dem Pflegekind gehörende bezeichnet wurde, das aber in Wirklichkeit nur Paradebett war. In 21 Fällen mußte die Aufhebung der Stelle beantragt werden, weil dem Kinde kein eigenes Bett zur Verfügung stand. Daß manche Pflegeeltern den Revisor auch zu täuschen versuchten, daß andere die Kinder zur Abgabe einstudierter Antworten wie:„Ich schlafe ganz allein in dem Bett" usw. veranlaßten, kann nicht verschwiegen werden. Aus diesen Uebel- ständen ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, daß der bei der Meldung der Pflegeeltern auszufüllende Fragebogen in ihrer Wohnung vom Waisenvater selbst ausgefüllt wird und nicht in der Studierstube." Die Herren Waiscnväter, die die Pflegeeltern zu prüfen und regelmäßig zu über- wachen haben, sind zumeist Pastoren, Lehrer, Küster, Bürgermeister usw. Herr Bartold sagt an einer anderen Stelle desselben Berichts:„Die Gefahr der Ueberbürdung liegt besonders auf dem Lande. 23 Stellen wurden wegen Ueberbürdung der Pfleg- linge mit Landarbeit zur Aufhebung empfohlen; 12 unter diesen Fällen betrafen das Viehhüten. Obwohl diese Beschäftigung unserer Kinder ausdrücklich verboten ist, unter- stützten leider hier und da noch Waisenväter diesen Mißbrauch der Pfleglinge dadurch, daß sie das Hüten nicht nur nicht ver- boten, sondern stillschweigend geschehen ließen." Die späteren Berichte desselben Erzichungsinspektors sind weniger redselig gewesen. Aber wer will es wagen, daraus ohne weiteres den Schluß zu ziehen, daß nicht ähnliche Dinge auch nachher noch oft genug vorgekommen und gelegentlich auch festgestellt worden seien? Daß die Beaufsichtigung durch die Waisen- Väter keinen genügenden Schutz bietet, zeigen ja die hier wiedcrgegebenen Sätze jenes Berichtes. Bilde sich doch niemand ein, daß das Verlangen nach den Waisenkindern der Stadt Berlin, das von den Agrariern immer wieder geäußert wird, etwa in dem Bestreben wurzele, den Stadtkindern eine Wohltat zu erweisen. Billige und willige Arbeitskräfte will die„notleidende" Landwirtschaft, weiter nichts. Das weiß man auch ganz genau in Berlin, aber der Rathaus- freisinn läßt sich hierdurch nicht hindern, immer mehr die Familienpflege zur Regel zu machen und besonders dem Lande die Waisenkinder zuzuführen. Solche Pflegestellen sind näm- lich auch für den Stadtsäckel billiger, das ist ihr«Haupt- Vorzug"._ Die Bevölkerungszahl Berlin» hat im I u l i 1903, über den jetzt das Berliner Statistische Amt berichtet, weiter abgenommen. Nach den Berechnungen des Amtes war sie Anfang Juli 2 097 709, aber Anfang August nur 2 09S 825. Die Minderung im Laufe des Juli beträgt 1334, während noch im Vorjahr derselbe Monat eine Mehrung um 1613 gebracht hatte. Zwei Umstände haben dazu beigetragen, daß der diesjährige Juli mit einem Bevölkerungsrückgang abschloß. Zunächst war diesmal die Zahl der Lebendgeburten geringer und gleichzeitig die Zahl der Sterbefälle bedeutend größer als im vorjährigen Juli. Diesmal wurden m Juli 4157 Kinder lebend geboren und es starben 2701 Personen, in demselben Monat deS vorigen Jahres wurden 4421 Kinder lebend geboren, und es starben rund 2371 Personen(überall ohne die Totgeburten). Hiernach stellt für Juli 1908 der Geburten« Überschuß sich auf rund 1456, während für Juli 1907 der Geburtenüberschuß 2050 gebucht werden konnte. Als zweiter, noch gewichtigerer Umstand kommt hinzu, daß daS Zuzugsdefizit diesmal noch sehr viel bedeutender als im Vorjahre war. Das Statistische Amt hat angenommen für den diesjährigen Juli rund 17 043 Zugezogene und 20 383 Weggezogxne, für den vorjährigen aber noch 20 213 Zugezogene und 20 760 Weggezogene. In beiden Jahren ergibt sich hieraus ein Wegzugsmehr, 3340 für den Juli dieses Jahres, aber nur 537 für denselben Monat vorigen Jahres. Im vorigen Juli war so aus Geburtenüberschuß minus Zuzugsdefizit immer noch ein BevölkerungSgcwinn geblieben(1613, wie oben an- gegeben), für den diesjährigen Juli aber ergibt sich aus Zuzugs- defizit minus Geburtenüberschuß ein BevölkerungSverlust(1834, wie oben angegeben). Im Laufe des JahreS 1903 hat nur noch der Januar einen Zuzugöüberschuß gebracht, in allen übrigen Monaten dagegen ist ein ZuzugSdesizit zu verzeichnen gewesen, sogar im April, der sonst stets einen beträchtlichen Ueberschuß an Zuzügen gebracht hatte. Infolgedessen stand Anfang August die Bevölkerungszahl um 7763 niedriger als Anfang Februar. Die Misere der Heimarbeit wird im wesentlichen gekennzeichnet durch den Umstand, daß der eigentliche Arbeitgeber es vermeidet, in direkte Beziehung zu den für ihn Arbeitenden zu treten. Er bedient sich der sogenannten Zwischenunternehmer und wälzt dadurch die Kosten für Vorhaltung von Arbeitsräumen. Versicherungs- beitrüge u. dcrgl. auf die Arbeiter und Arbeiterinnen ab. Dazu kommt, daß bei der Heimarbeit die Zwischenunternehmcr gegen einander ausgespielt werden können, was natürlich auch bei den Arbeitern der Fall ist, und daß dadurch eine fort- gesetzte Preisdrückerei und Unterbictung herbeigeführt wird. Der Zwischenunternehmcr als Mittelsperson gibt die Arbeit aus und ist für exakte Arbeit verantwortlich: er muß dem eigentlichen Arbeitgeber gegenüber gerade stehen. Der schlimmste Tag, den er durchzumachen hat, ist der Liefertag. Wie wird da bei Abnahme der Arbeit von der Direktrice moniert und gemäkelt; nichts ist gut genug und schließlich wird dieses oder jenes Stück Arbeit verworfen. Entweder muß überhaupt Ersatz geliefert werden oder die Arbeit wird mit dem Bemerken um Aenderung zurückgegeben. Und der Zwischen- meister hält sich nunmehr w den meisten Fällen an die Arbeiter oder Arbeiterinnen. Wie uns die Firma Weiland u. Janisch, Gletmstr. 32, über die wir dieser Tage Klagen über beanstandete und nicht bezahlte Faltenröcke veröffentlichten, mitteilt, ist das auch der Grund, warum sie darauf sehen müsse, Arbeit zu erhalten, die ihr beim Abliefern an das Geschäft nicht beanstandet würde. Die Annahme, als ob sie etwa Probearbeit ausgäbe und ge- lieferte Arbeit beanstande, um etwa unentgeltlich Arbeit ge- liefert erhalten zu bekommen, träfe bei ihr nicht zu. Sie sehe vielmehr darauf, daß die Leute etwas verdienen könnten, und zahle allgemein 60 Pfennig bis 1 Mark für einen Faltenrock. nur Ausnahmsweise 50 Pfennig. Wenn die Arbeiterinnen, die ihre Proberöcke geliefert hätten, die Aenderungen ge- macht hätten, würden dieselben anstandlos ihr Geld erhalten haben. Zu dieser Mitteilung der oben genannten Firma möchten wir bemerken, daß es sich bei unserer Veröffentlichung nicht so sehr um die einzelnen Mißstände in der Heimarbeit handelt, als darum, ganz allgemein die Aufmerksamkeit auf unhaltbare Zustände in der Heimarbeit überhaupt zu richten. Einzelne Firnen sind uns dabei verhältnismäßig gleichgültig. Gegen die Eisenbahnräuver. Aus Anlaß der im vorigen Jahre häufiger vorgekommenen Raubanfälle in Eisenbahnzügen hatte Minister Breite nbach, wie erinnerlich, eine Reihe von Sicher- heits maßnahmen prüfen lassen, darunter auch die Vermehrung und leichtere Erreichbarkeit der N o t b r e m s en in den Personen- wagen. Von den verschiedenen Vorschlägen, die zur engeren Wahl gestellt werden konnten, ging der eine dahin, die Notbremsgriffe an der Querwand der Abteile anzubringen, woselbst auch kleine Per- sonen, besonders Frauen, sie leicht erreichen können. Nach einer der ProbeauSsührungen sollte dies ermöglicht werden durch leicht erfaßbare Handgriffe, nach einer anderen durch eine farbige Leine unterhalb der Gepäcknetze. Von den beiden Bremsgriffen ging eine Seilführung oder Hebelanordnung nach dem unter der Wagendecke verlaufenden Hauptseilzug der Notbremse, deren Griff durch eine Feder(daneben aber auch durch direkten Zug) ausgelöst werden kann. Der Personenwagcnausschuß hat nach Prüfung aller Vorrichtungen auch die letzterwähnten als zu verwickelt und unzuverlässig ver- worfen. Das sichere Wirken derselben ist zu sehr von einem Drahtseil abhängig, das man seiner Nachteile halber gerade bei der Not- bremse schon früher verlassen hat. Durch eine Vennchrung der Bremsgriffe in den Abteilen könne ein vorher überlegter Anfall auch nicht verhindert werden: der Angreifer werde den Reisenden in erster Linie an der Benutzung der Notbremse hindern, gleichviel, ob diese vor oder hinter dem Reisenden liegt. Die jetzige Anordnung der Notbremse gab immer noch eine bessere Gewähr für ihre Benutzung, da der Angefallene bei etwaiger Erschöpfung diese noch durch sein Gewicht betätigen könne. Ilm für diesen Fall eine Verwechselung der jetzigen Notbremsgriffe mit den benachbart liegenden, ahnlich aussehenden Lüftungsgriffen zu vermeiden, werden diese versuchsweise mit einer anderen Grifform ausgeführt. Aus diesen Gründen hat der Minister, wie die Verkehrstechn. Woche" meldet, von einer Aenderung der NotbremS- Einrichtung abgesehen._ Wenn man Möbel auf Abzahlung nimmt. AuS dem„Möbel- und Waren-KredithauS L. S i I b e r st e i n"(Verlin, Spaudauer Brücke 2) geht uns ein Schreiben zu, das eine Antwort auf unseren in Nr. 201 veröffent- lichten Artikel über dieses Abzahlungsgeschäft sein will. Herr Silberstein meint, daß sein Vorgehen gegen den Kellner N., dem er wegen einer Schuld von nur noch 61,85 M. die Wohnung ausräumte, durchaus korrekt gewesen sei. N. sei verklagt worden nicht nur früher von dem Inhaber des Abzahlungs- geschäfteS, aus dem er die Möbel bezogen hatte, sondern später auch noch von Herrn Silberstein selber, nachdem dieser aus dem Konkurs jenes Geschäftes die Restforderung gegen N. erworben hatte. Zwischen ihm und N. sei dann der Vergleich zustande gekommen: der Schuldner solle den Rest in Raten abzahlen oder einen Teil der Möbel zurückgeben. S. habe noch 73,95 M. zu fordern gehabt; N. aber habe wieder unpünktlich gezahlt und zwar nur 12 M. Bei der schließlichen Abholung der Möbel seien Gegenstände im Anschaffungswert von etwa 300 M. dem Schuldner verblieben, wie es in dem Vergleich vereinbart worden sei. Wieviel hiervon überhaupt nicht mehr vorhanden war, so daß es gar nicht hätte zurückgegeben werden können, darüber steht nichts in dem Schreiben des Herrn S. Da die Waren im ganzen 1003 M. gekostet hatten. so hätte S., wenn seine Angabe über die Gegenstände im An- schaffungswert von 300 M. zutrifft, Gegen st ände im An- schaffungswert von 700 M. weggenommen, für eineSchuld von nur noch 61, 95M. Ob ein solches Ver- fahren zu rechtfertigen ist, darüber möge jeder billig Denkende selber urteilen. Herr S. fügt allerdings hinzu, die im Jahre 1903 gekauften Möbel seien infolge häufiger Umzüge bereits sehr ab- genutzt gewesen. Der Hauswirt, der bei der Abholung der Möbel zugegen gewesen und gebeten worden sei, 20 M. auszulegen, habe geantwortet, die ganzen Möbel seien ja kaum noch soviel wert als die Restsorderung betrage. Wenn diese Abschätzung zutreffend war. so läßt sich ungefähr denken, welchen wirklichen Wert die von S. abgeholten Möbel gehabt haben mögen, als sie neu waren und dem Abzahlungsgeschäft mit 700 M. bezahlt werden mußten. Uebrigens ist gerade dann, wenn die Möbel jetzt nur nocheinen ganz geringen Wert hatten, nicht recht einzusehen, warum S. sie noch wegnahm. Er wird sie doch wohl nicht noch einmal verkaufen können; für Herrn N. aber hatten sie bei all' ihrer Abgenutztheit immer noch einen erheblichen Gebrauchswert. Wir muffen Herrn Silbcrstein offen gestehen, daß das von ihm befolgte Verfahren nach dieser von ihm selber gegebenen Darstellung uns noch schlimmer als zuvor erscheint._ Abgelehnt wurde auch in der Gemeindevertreter-Sitzung in Friedrichsfelde der Antrag der.Großen Berliner" auf Verlängerung der Konzession auf 90 Jahre. Die Gemeinde Friedrichsfelde ist bereits dre neunte Vorortgemeinde, die den Anttag abgelehnt hat. Erschlagen wurde vor den Augen seiner entsetzton Ehefrau in der Sonntagnacht um l'/s Uhr der in der Blumenstr. 50» wohn- hafte Werkzeugschloffcr Karl Bastian. Ueber die Einzelheiten dieser Bluttat erfahren wir folgendes: Der am 7. August 1867 geborene Werkzeugschlosser Karl Bastian ist seit 16 Jahren verheiratet und Vater von 7 Kindern. Seit ungefähr drei Jahren ist er in einer Fabrik in der Weberstraße beschäftigt. Am Sonnabendabend hatte er nun ein benachbartes Bierlokal aufgesucht und dieses gegen 1 Uhr nachts verlassen. Auf dem Heimwege wurde er von einigen Burschen in der Krautstraße angerempelt und von diesen bedroht. Als Bastian indes ruhig seiner Wohnung zusteuerte, wurde er jedoch Plötzlich von hinten auf den Straßendamm niedergerissen und alle sechs Rowdys schlugen nun auf den Wehrlosen ein. Auf das Hilfegeschrei ihres Mannes eilte nun auch Frau Bastian an das Fenster und wurde so Augenzeugtn der entsetzlichen Tat. Schnell entschlossen bewaffnete sie sich mit einen, Handbeil und eilte nach unten. Da jedoch die Haustür verschlossen war, dauerte eS noch geraume Zeit, ehe sie zu ihrem Mann gelangen konnte. Die Burschen hatten sich inzwischen entfernt sund ihr Opfer auch noch seiner Barschaft von 30 Mark beraubt. Bastian gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich und verschied bald darauf, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Der Kriminalpolizei glückte es indes, die ganze Bande bald festnehmen zu können. Es sind dies der 18jährige Hausdiener Bruno Borchard, die Arbeiter Marcck, Hintze, Keiling und die beiden Gebrüder Paul und Richard Weidt. Paul Weidt und Borchard kommen als die Hauptattentäter in Bc- tracht. DaS geraubte Geld hatten sie schon unter sich geteilt. Die noch im Laufe deS Sonntags vorgenommene Obduktion der Leiche hat ergeben, daß der Tod durch einen Bluterguß in das Gehirn erfolgt ist. Wie uns noch mitgeteilt wird, sollen die Täter in einem Bouillon- keller in der Blumenstraße gehaust haben und auch an einer Messer» Fleischvergiftung im Birchow- Krankenhaus. Infolge des Genusses bon Schabefleisch sind im Virchow- Krankenhaus sechzig Kranten schwestern erkrankt. Die Verwaltung bat sofort die nötigen Schritte getan, um dem Auftreten derartiger Massenerkrankungen in Zukunft borzubeugen. Die Schwestern sind inzwischen zum größten Teile wieder hergestellt. Pistolenduell im Tegeler Forst. Gestern in früher Morgenstunde fand im Tegeler Forst, nahe bei den Militärschießständen ein Pistolenduell statt, bei dem einer der Gegner schwer verwundet wurde. Es standen sich als Gegner Graf A. und der Student der Philosophie L. gegenüber. Die Bedingungen des Zweikampfes waren schwere; ein dreimaliger Kugelwechsel war bestimmt. Die beiden ersten Gänge verliefen uns blutig; der letzte brachte dem Grafen eine schwere Verletzung. Dbwohl keine direkte Lebensgefahr besteht, ist der Zustand des Verwundeten doch sehr besorgniserregend. Ueber die Motive zu dem Natur zwischen den Duellanten ausgebrochen sein, deren Schlichtung Duell wird Stillschweigen bewahrt; es sollen Streitigkeiten privater Das feine Ehrgefühl" der Herren erforderte es natürlich, daß solche Streitigkeiten nur mit der Waffe ausgetragen werden mußten. sich nicht in Güte bewerkstelligen ließen. zu lassen. Caprice und das Kasino- Theater. Ihre Spielsaison eröffnet haben nun auch das Theater Folies Dem Theater Folies Caprice gibt der Mauschelton a la Herrnfeld das Gepräge. In der einattigen Posse, Die Braut schau" von Josef Armin kommt das ganz besonders drastisch zum Ausdruck. Es war zum Totlachen, wie ein Heiratsvermittler, um sich seine Provision zu sichern, in seiner Verlegenheit um den aus gebliebenen Bräutigam einen Doftor- einen Mineralwasser agenten als solchen ausgibt. Infolgedessen tommt es zu den ergöglichsten Situationen, die infolge des ausgezeichneten Spiels der Herren Fleischmann, Grünefer und Berisch und der Damen Jolly und Steidl zu fortgesezten Lachsalven Veranlassung geben. Eine zweite Bosse,„ Die lästige Witwe", in der ein junger Ehemann auf einer Hochzeitsreise, die er mit Schwiegermutter und einer Erzieherin unternehmen mußte, durchaus nicht an das Ziel seiner dem sich Herr Fleischmann als Groteskekomiker produzierte, ergänzten Wünsche gelangen fann, in Verbindung mit einem bunten Teil, in das in erotischer Beziehung recht deutliche Programm vollends. Das Kasinotheater in der Lothringerstraße bringt seinem Bublifum eine Neuheit in dem zu einer dreiaftigen Posse unter dem Titel: Familie August Stno che" zusammengestuzten Stüde Ein entschliches Ende fand der 11jährige Sohn eines Bimmer- Die beiden Reichenmüller". Die neue Bearbeitung ist nicht bemanns F. aus der Wühlischstraße. Der Kleine wurde am Sonn- fonders logisch und schließt in sich feineswegs. Der Uebergang von abendabend vermißt, bis schließlich ein fleines, in demselben Hause einer Phase zu einer anderen vollzieht sich manchmal recht underwohnendes Mädchen aussagte, daß sie Willi F. auf dem Dachboden mittelt und sprunghaft. Aber das Publikum des Rafinotheaters gefehen habe. Dort fand man den Knaben an einem Querbalken erhängt vor, der Tod war schon vor Stunden eingetreten. Wie festgestellt wurde, hatte der kleine F. mit anderen Kindern mittags auf dem Dachboden gespielt und wollte den Kameraden zeigen, wie es gemacht würde, wenn sich jemand aufhängen wolle. Der Junge stedte den Kopf in eine selbstgefertigte Schlinge und aus Furcht liefen die übrigen Kinder davon. Willi F. muß nun ausgeglitten sein, er fonnte, da er gleich bewußtlos wurde, sich nicht mehr selbst befreien und fand so ein schreckliches Ende. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Der bunte Teil weist diesmal verschiedene Nummern auf, dessen sich das Kasino- Theater vor besseren Variétés nicht zu schämen ohne, besondere Drohmittel die Tiere arbeiten fönnen. Der Humorist Felig Felden wartete mit einigen ganz netten Schlagern auf. Auch äußerlich hat sich das Theater zu seinem Vorteit verändert. Die neue Revue des Metropoltheaters trägt den sonderbaren Titel:" Donnerwetter, kolossal!" und wird voraussichtlich am tommenden Sonnabend in Szene gehen. Durch Not in den Tod getrieben. Nahrungsforgen haben den Maurermeister Wilhelm Hendow aus der Vornstedter Straße 8 in braucht. Monsieur Ballerinis dressierte Hunde bewiesen, daß auch Maurermeister Wilhelm Hendow aus der Bornstedter Straße 8 in den Tod getrieben. H., der im sechzigsten Lebensjahre stand, hatte in der letzten Zeit schwere Schicksalsschläge durchzumachen gehabt und er war infolgedeffen auch in große Not geraten. In der Verzweiflung legte der alte Mann Hand an sich; er erhängte sich in seinem Wohnzimmer an der Türklinke und als die Angehörigen später die Tat entdeckten, war bei dem Lebensmüden bereits der Tod eingetreten. ftecherei beteiligt gewesen sein, die sich vor einigen Wochen in dery Bermißt wird seit Dienstag voriger Woche der bei den Eltern durch eine allgemeine Bildung löst man die sozialen Gegensäte Waßmannstraße zutrug. Bon intereffierten Einwohnern der Blumen- Buttbuserstraße 18 wohnhaft gewesene fünfzehnjährige Mag Riedel nicht! Hätten wir eine einheitliche Schule, vom Kindergarten an straße ist beim zuständigen Polizeirevier in der Andreasstraße über Bei seinem Fortgehen trug der junge Mensch braune Manchester- bis zur Universität, wo nur wirklich tüchtige Köpfe vorwärts hosen, graue Sommerjacke und schwarze Sandalen. Personen, die kommen könnten, dann wäre ein Verwischen der Gegensäge möglich. den Verkehr in dem genannten Keller Beschwerde erhoben worden, Mitteilungen über den Verbleib des Verschwundenen machen können, aber im heutigen Klassenstaat ist kein Geld für diese Schule bor aber ohne Erfolg. Die Wirtschaften der Gegend, in denen an- werden gebeten, solche an die Polizei oder an die Mutter gelangen handen. Wenn jede Schulklasse ihren eigenen Lehrer hätte, und ständiges Arbeiterpublikum verkehrte, konnten sich dagegen über eine dieser nur 30 Schüler zu unterrichten brauchte, so fehlen uns für allzu große Nachsicht der Polizei ihnen gegenüber nicht beklagen. Preußen über hunderttausend Lehrer. Wir hätten eine MehrJetzt scheint die Bude geschlossen zu sein, nachdem erst schweres ist der Schlosser Grajezki von der Treppe des Bahnhofs Gesund Reich von 2 Milliarden und für Preußen allein von 1½ Milliarden. Zeugen gesucht! Am Freitag, den 28. August, früh 61, Uhr, ausgabe im Schuletat- wie Kautsky ausgerechnet hat für das Unheil durch die Rowdys angerichtet worden ist. brunnen abgestürzt. Zeugen des Vorganges wollen ihre Adresse mit dieser Forderung möge Professor Schmoller einmal vor das dem Verunglückten, Ruppiner Straße 36, Hof parterre, gefälligst preußische Herrenhaus treten! Ein wicherndes Gelächter wäre die übermitteln. Antwort. Von den heutigen Junkern und der Bourgeoisie sei fein Geld dafür zu haben. Der Klassenstaat braucht feine bessere Volks. schule. Es ist bezeichnend, daß die Schulreform nur den höheren Mädchenschulen Vorteil bringt. Den Töchtern der Beamten und der Bourgeois muß mehr Erwerbsmöglichkeit geschaffen werden. Eine bessere Schule ist nur zu erreichen durch rücksichtsloses, ent schlossenes Führen des Klassenkampfes. Darum sollen die Arbeiter heute nur die Bildung pflegen, die sie in ihrer Eigenschaft als Klassenkämpfer stärkt und fördert. In den 60er bis 70er Jahren hatte man nur Lassalles Schriften, aus denen man auch heute noch bieles lernen fann. Unter dem Sozialistengeset waren wir auf den Schmuggel angewiesen. Das war insofern ein Vorteil, als die Schriften mit Eifer gelesen wurden. Es war mehr Bewegung unter den Genossen. Wohl war die Zahl fleiner, aber mehr gleichmäßige Schulung besaß diese kleine Masse. Als dann 1890 das Schandgefeß fiel, trat ein sprunghaftes Wachsen in der Partei fo tnechts wurde die Berliner Arbeiterbildungsschule gegründet, der wohl wie in den Gewerkschaften ein, mit dem die grundsäbliche Schulung nicht gleichen Schritt hielt. Auf eine Anregung Lieb auch sofort 5000 Genossen beitraten. Allein, ein Jahr später waren nur noch 2000 vorhanden, von denen nur 832 an den Kursen teilnahmen. Die Schule war anfangs in der Theorie falsch gedacht und in der Pragis undurchführbar. Später wurde sie das, was sie heute noch ist, eine Agitatorenschule. Erwachsenen Elementar unterricht zu erteilen, ist meist überflüssig. 1894 machte Kautsky in der Neuen Zeit" darauf aufmerksam, daß es in der Partei an geschulten Kräften und durchgebildeten Parteigenossen fehle. Es stellt feine allzu hohen Ansprüche; kann es bei den kleinen Preisen ist heute noch nicht viel besser. Durch das Wachstum von Partei auch taum; aber es will sich einige Stunden amüsieren und lachen. und Gewerkschaften sind viele tüchtige Kräfte zu besoldeten Posten Nach dieser Richtung tam es voll auf seine Kosten. Herr Direktor gelangt, die ihnen keine Zeit zum theoretischen Studium übrig Berg, der Steinklopfer Knoche, spielte seine Rolle als angehender lassen. Der Dresdener Parteitag machte dem langjährigen Streit Schwiegervater des Fabrikbesizers Reichenmüller bezw. dessen der Theoretiker ein Ende. bezw. dessen der Theoretiker ein Ende. Hätten wir mehr geschulte Genossen Schnes ausgesucht gut. Herr Timm als holländischer Kaufmann und gehabt, wäre die Masse geschulter gewesen, jo hätte ein derartiger Gertrud Hinzer als dessen eigensinnige Tochter im Verein mit den Streit nicht solange gedauert. Seit dem Mannheimer Parteitag, Herren Schmidt, Schäfer und den Damen Ernst und Otto vervoll auf dessen Tagesordnung auch„ Volfserziehung und Sozialdemo tratie" stand, wird mehr für die theoretische Bildung getan. Große ständigten das gute Spiel. Versammlungen haben feinen so großen Erfolg, da wir an die große Masse der Indiffeernten dadurch nicht herankommen, als Veranstaltungen im fleinen Kreise. Jedes Mitglied muß daher fagen tönnen, was es will; aus jedem Genoffen ist ein geschulter Agitator zu machen. Der Parteivorstand hat die Parteischule eingerichtet, mit deren zweijähriger Wirksamkeit wir sehr zufrieden fein können. Eine Dezentralisation der Schule ist eine Verkennung der Absichten bei ihrer Schaffung und eine technische Unmöglichkeit. Die Teilnehmer der Parteischule sind nach einer Umfrage der Ansicht, daß die Schule, so wie sie ist, weiter bestehen müsse. Erst Radrennen in Steglit. Internationales Drei durch ihre Teilnahme seien sie gründliche Kenner des Sozialismus Einem raffinierten Gauner ist gestern der 13jährige Schüler Hans stunden- Rennen" lautete die Hauptprogrammnummer am geworden. Durch diese, sagen wir Elitebildung, soll auch die Für eine zwedentsprechende Krüger, dessen Vater, ein Schneider in der Münchenerstr. 43 wohnt, Sonntag. Es stellten sich Bruni, Demte, Robl, Stellbrink, Theile Massenbildung befördert werden. zum Opfer gefallen. Der Knabe war mit einem Anzug, den der und Verbist dem Starter. Ziemlich gleichzeitig erhalten die Fahrer Organisation der Maffenbildung ist der Bildungsausschuß geschaffen Bater für einen Stunden angefertigt hatte, fortgeschickt worden. Als Anschluß an ihre Motore, doch ändert sich in den ersten Runden worden. Auf ein Bielwissen kommt es nicht an, sondern auf ein er auf dem Heimweg mit dem Geld in der Tasche durch die die Reihenfolge bedeutend. Theile marschiert an der Spige und holt grundsäßliches sozialistisches Wissen. Im Klassenstaat gibt es feine Mainzerstraße ging, trat ein fremder Mann an ihn heran und nach und nach alle seine Gegner, bis auf Demte, der erst nach dem objektive Wissenschaft. Hädel ist in Bismarckverehrung steden gefragte ihn, ob er sich ein gutes Trinkgeld verdienen wolle. 20. Stilometer passiert wird; diefer erleidet nun Radschaden und fällt blieben, und Virchow hat sich nicht für die Beseitigung der Religion aus der Volksschule erwärmen fönnen. Dagegen mußte Genosse Natürlich willigte St. ein ein und erhielt darauf von dem jezt schon auf den legten Plaz. Aber auch Theile muß sein Arons den Lehrstuhl räumen, trotzdem er ein ganz neutrales Unbekannten ein Kuvert mit ber Anweisung, dieses bei einen Rad wechseln und hierdurch Robt den Vortritt laffen. Gebiet, Physir, behandelte. Kunst und Wissenschaft find nicht frei, Herrn Richter in der Bergstr. 67 abzugeben. Da viel Geld in dem zwischen ist Stellbrink schneller geworden und erringt in der Bürgerliche Gelehrte find für klassenbewußte Arbeiter als Lehrer Stuvert enthalten sei, so behauptete der Gauner, müsse er als Pfand 24. Minute die Spize. In der halben Stunde legt er 42 440 Stilo- nicht geeignet: völlig ungeeignet besonders für Nationalökonomie das Portemonnaie des sinaben zurüdbehalten. K. händigte dem meter zurück. Theile holt indessen auf und als Stellbrink bei einem und Geschichte. Wir haben gar feinen Grund, vor jedem Doktor Fremden ahnungslos das vom Bater jauer verdiente Geld aus und Angriff auf Nobl und Demte ins Schwimmen tommt und Rob oder Professor den Hut zu ziehen: wissen wir doch nicht, durch Geld, aus and of a tebe und gente, these, nelle forme db., Ritometer ober, machte sich auf den Weg zu Herrn Richter. Er suchte aber vergeblich ebenfalls von seinem Motor abkommt, ist Theile vom 60. Kilometer welche Praktiken diese zu ihrem Titel gekommen find. Was einem nach ihm. Als er dann wieder unverrichteter Sache zurückkehrte, Erster, welchen Platz er unangefochten bis zum Schluß innehält und Arbeitertinde unmöglich ist, ist einem Strohtopf, dessen Vater einen war der Auftraggeber längst verschwunden. Das Kuvert hatte einen ein großartiges Rennen beendet. Streifen Papier und zwei Freimarken enthalten. 232,450 Kilometer; 2. Stellbrint 226,350 Kilometer; 3. Nobl 208,700 gefüllten Geldbeutel hat, leicht möglich. Alles was wir studieren, muß sich im Rahmen der sozialistischen Weltanschauung halten. Ferner enthalten die Schriften von Engels eine Fülle des Guten. Auch die Pflege der Kunst tann ein Hebel für den Klassenkampf werden; hat doch die Kunst, besonders Chrit und Musit, in den Revolutionen eine große Rolle gespielt. Ein Arbeiterbildungsverein ist heute nicht mehr die richtige Form, um die Bildung in die, Massen zu bringen. Wir brauchen keine besonderen Organisationen neben den beiden großen Organisationen, awedmäßiger ist ein von Partei und Gewerkschaft eingesetzter Bildungsausschuß, Straßensperrungen. Gesperrt werden die Markgrafenstraße von dem die Pflege der Bildungsbestrebungen am Orte obliegt. Redner der Mohren bis zur Taubenstraße vom 2. d. M. ab; die Grenadier- macht noch einige praktische Vorschläge hierfür und begrüßt es Aus dem Straßenverkehr. Ein verhängnisvoller 8ustraße von der Hirtenstraße bis zur Schendelgasse; die Roch mit Freuden, daß Rigdorf als erster Ort der Wahlkreise Großfammenstoß zwischen dem Privatautomobil des Kommerzienrats straße von der Münz bis zur Dircksenstraße behufs Baues eines Berlins sich entschlossen hat, einen Bildungsausschuß zu wählen, Borsig und einem Straßenbahnwagen, bei dem zwei Personen, Notauslaßtanals vom 31. August ab; die Niederwallstraße vom er hofft, daß baldigst die anderen Kreise nachfolgen werden. Er darunter der Oberingenieur der Borsig- Werke, Engelhardt, schwer Hausvoigteiplatz bis zum Spittelmarkt behufs Asphaltierung vom schließt mit den Worten: Nur das Wissen ist Macht, das den verlegt wurden, ereignete sich gestern nachmittag gegen 8 Uhr in 31. August ab. Arbeiter in den Stand seßt, ihn den Klassenkampf besser führen zu der Friedrichstraße. Zur genannten Zeit passierte der Kraftwagen In den Bildungsausschuß, der aus neun Genossen bes Die Dachstuhlbrände in Berlin wollen noch immer kein Ende helfen. den oberen Teil der Friedrichstraße und fuhr hinter einem Auto- nehmen. In der Nacht zum Sonntag wurden zwei größere ge- stehen soll, werden aus der Versammlung die Genoffen Mathes, omnibus der Allgemeinen Berliner Omnibusgesellschaft. Vor meldet. Um 1 Uhr stand der Dachstuhl des Eckhauses Moltte Metzkow, Löw und die Genossin Schulte gewählt; drei Mitglieder dem Hause Nr. 128 wollte der Chauffeur des Borsigschen Automobils den Autoomnibus überholen und bog auf die straße 1, an der Bismarckstraße und dem Königsplay, in großer stellt der Vorstand, einen das Gewerkschaftskartell, einen die Jugenda lichen. Ausdehnung in Flammen, und eine Stunde darauf der Dachstuhl Straßenbahngleise hinüber, ohne zu beachten, daß auf diesen ein des Hauses Goßlerstraße 6, an der Rochowstraße. In der Moltte- Charlottenburg. Straßenbahnwagen der Ringlinie 1 aus entgegengesetter Richtung straße hatte die Feuerwehr stundenlang zu tun, mit mehreren Die Arbeiten an dem Bau der Charlottenburger Brüde, die herannahte. Das Privatautomobil stieß mit voller Wucht gegen den Borderperron des Bahnwagens. Durch den Anprall wurden die Schlauchleitungen Wasser zu geben und am Sonntag aufzuräumen. bekanntlich nach den Plänen von Professor Schaede ausgeführt wird, auch mußte zurückgelassen werden. In der Goßler, Mag Ludwig, sowie der Chauffeur Karl Kern, Tegel, Schlieperſtr. 13 Straße war der Brand auf dem Boden des Duergebäudes aus tember im Rohen vollendet sein werden. Bis zur gänzlichen Fertigwohnhaft, auf die Straße gefchleudert. E. erlitt eine stark blutende selommen und hatte besonders an dem Inhalt der Bodenverschläge stellung der umfangreichen Bildhauerarbeiten müssen die Gerüste an der Stirn, eine Gehirnerschütterung, sowie einen reiche Nahrung gefunden. Es gelang aber, die Flammen auf das stehen bleiben und erst nach deren Entfernung wird man sich ein Bruch des Rasenbeins, Stern hatte am Hinterkopf und am Quergebäude zu beſchränken, auch iſt der Schaden nicht so erheblich sicheres Bild von dem Gesamteindrud oes Baues machen können. wie bei dem Brande in der Woltkestraße 1. In der Straus Rücken tiefe Schnittwunden davongetragen, während Ingenieur Ludwig berger Straße mußte ein dritter Dachstuhlbrand gelöscht werden. Armen und Beinen davon kam. An dem Automobil wurde infolge Ferner mußte noch ein Fabrikbrand in der Warschauer Straße 37/38 des Zusammenstoßes das Vorderteil vollständig zertrümmert, der beseitigt werden, der in einer Werkstatt ausgekommen war. Bahnwagen erlitt nur geringfügige Beschädigungen. Die beiden 7. Bug mußte dort tüchtig Wasser geben. Schwerverletzten wurden zunächst nach der Rettungswache der töniglichen Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Von hier aus wurde Oberingenieur Engelhardt in die Privatklinik des Profeffors Klapp, Am Birtus 9, übergeführt, Kern mittels Droschte auf seinen Wunsch nach seiner Wohnung gebracht. " Endresultat: 1. Teile Berlin Ein schwerer Unglüdsfall ereignete fich gestern morgen gegen Stilometer; 4. Bruni 196,300 Kilometer; 5. Demle 190,400 Stilo Sierzu sind die Schriften Lassalles für Anfänger sehr geeignet. 5 Uhr im Betriebe der Stralauer Glashütte. Dort hatte sich der Arbeiter Luzcac aus Rummelsburg kurz vor dem Verlassen seiner Arbeitsstätte an das Geländer einer Holzbrücke gelehnt, die zum Transport von Kohlen benutzt wird. Dasselbe brach und 2. stürzte topfüber in die Ziefe, feinen Tod auf der Stelle findend. Wie uns mitgeteilt wird, war die Brücke in einem sehr schlechten Zustande und das, obwohl die Firma gerade Aufpasser genug hat und sonst mit Wohlfahrtseinrichtungen sich sehr brüstet. Wunde Daß bei dem verhängnisvollen Zusammenstoß nicht größeres Unheil angerichtet worden, ist der Geistesgegenwart des Straßenbahnführers zu verdanken, der trotz der kurzen Distanz seinen Wagen fast zum Stehen brachte. Orgelfonzert. Mittwoch, den 2. September, abends 7 bis 8 Uhr, veranstaltet der kgl. Musikdirektor Bernhard Irrgang in der St. Marien- Kirche das nächste Drgelfonzert unter Mitwirkung von Frl. Janta Major( Sopran), Frl. Theodore Bandel( Alt) und Herrn Walter Kratz( Bratsche und Bioline). Der Eintritt ist frei! Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Der Umfangreiche Verstärkungsarbeiten werden in den nächsten Tagen an der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Zoologischer Garten im Zuge der Hardenbergstraße ausgeführt werden, um die Eisenkonstruktion so haltbar zu machen, daß diese auch unter Be rüdsichtigung der infolge Inbetriebnahme der neuen Lokomotiven erheblich größeren Belastung die erforderliche Sicherheit bietet. Gegenwärtig wird mit der Aufstellung der Gerüste und einer Maschinenanlage für Preßluftnietung begonnen. Die gesamten Arbeiten dürften etwa sechs Monate in Anspruch nehmenRummelsburg. Ein Menschenleben wer bezahlt's!? Was wirst Du tun, wenn Du merkit, daß in einer bera schlossenen Wohnung Kinder allein sind und brinnen ein Brand ausgebrochen ist? Wahrscheinlich wirst Du nicht lange überlegen, sondern sofort die Tür einschlagen, um die Kinder aus der Gefahr zu befreien, die ihnen droht. In Rummelsburg hat man bei einem Feuer, das im Ueber Arbeiterbildung in Theorie und Bragis referierte Genosse Heinrich Schulz in einer gutbesuchten Mitgliederversammlung des Wahlvereins am 26. August in Hoppes Festsälen. Wenn Ein zweiter schwerer Straßenbahnumfall ereignete sich gestern auch der Sozialdemokratie die Bildungsbestrebungen niemals fremd nachmittag gegen 6 Uhr in der Pantstraße. Dort wollte der obdach- waren, führte Genosse Schulz aus, so betreten wir doch mit der lose Gürtler May Noad den Borderperron des Anhängewagens systematischen Arbeit ein neues Gebiet der Parteitätigteit. In der Volksschule wird nur das gelehrt, was den Arbeiter zu eines Straßenbahnzuges der Linie 8 während der Fahrt besteigen. Er glitt jedoch aus und stürzte so unglücklich auf den Straßendamm, einem guten Ausbeutungsobjekt für den Unternehmer macht. Diese daß er besinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte wurde nach Kulirolle gefällt dem Arbeiter nicht mehr; er will sich frei machen Hause Borhagener Chaussee 2 entstanden war, weniger der Unfallstation in der Lindower Straße gebracht, wo der anwesende bon der Klassenbildung des Klassenstaats. Eine Klaffe gewinnt rasch gehandelt. Im ersten Stockwerk des Vorderhauses waren in Arzt eine schwere Gehirnerschütterung feststellte, und von dort, nach- stets dann Interesse an ihrer eigenen Bildung, sobald sie politisch der Wohnung der Familie Schröder vier fleine Kinder im Alter mittelben dem ihm die erste Hilfe zuteil geworden war, nach dem Lazarus- und wirtschaftlich zum Klassenbewußtsein erwacht. Die mittel ben einem bis fünf Jahren, drei der Frau Schröder und ein Kind alterlichen Städte bauten die ersten Stadtschulen, als sie sich vom hrer Schwester, ohne Aufsicht zurückgeblieben. Das Kind der Krankenhause übergeführt. mittelalterlichen Feudalismus zu emanzipieren begannen. Als Schwester, ein dreijähriger Knabe, scheint nun mit Zum Eisenbahnunglück bei Müncheberg wird in Ergänzung der auch die Handwerter aufwachten, erstanden die ersten Volksschulen. Streichhölzern gespielt und dabei seine Kleiber in rand amtlichen Meldung aus Küstrin mitgeteilt: Der schwerverletzte Solange die Arbeiter ihre Klassenlage nicht erkannten, blieben sie geiebt zu haben. Als der Knabe brennend an die Balkontür Lokomotivführer heißt Spadowski und ist aus Lichtenberg. Die den Bildungsbestrebungen gegenüber taub. Wohl hat die bürger- flüchtete, wurde er bemerkt von einer Frau Mechner, die im zweiten leichtverletzten Reisenden sind Karl Klude- Neudamm und Ludwig liche Demokratie Volksbildungsvereine gegründet, um den Bruder Stockwerk des gegenüberliegenden Hauses wohnt. Frau Mechner Sellin- Münster. Die leichtverletzten Bugbeamten sind Lokomotivheizer Arbeiter mehr an sich zu fesseln. Im Nationalverein sollten die lief in fliegender Haft hinüber und alarmierte im Hause BorBerthold Kriger- Lichtenberg und Wagenwärter Friedrich Hake- Grune Arbeiter die geborenen Ehrenmitglieder sein, die mit diesen das hagener Chaussee 2 zu allererst den Hauswirt Herrn Goebe, wald. Sämtliche Leichtverletzten sind weiter bezw. nach Hause nig to ſeggen" gemein hatten. Professor Schmoller fagte 1870: bejen Wohnung an demselben Flur wie die der Familie Schröder gereift Unsere sozialen Gegensätze sind nur Bildungsgegensäge. Aber liegt. Herrn Göße aber fiel's nicht ein, ohne weiteres die Tür der GchtSderschen Wohmmg einzuschlagen, sondern er versuchte zunächst, sie mit einem Nachschlüssel zu öffnen. Ms das nicht gelang, schlug er immer noch nicht die Tür ein, sondern begab sich nach dem nach- sten Restaurant, um per Telephon die Feuerwehr zu rufen. Ein dort als Gast anwesender Kellner Knobel aus Lichtenberg, der den Sachverhalt mitanhörte, hatte weniger Geduld als Herr Goetze. Er eilte nach der Wohnung hinauf, warf sich gegen die Tür und hämmerte mit den Stiefelabsätzen darauflos. Herr Goetze soll die Bemühungen des rasch entschlossenen Mannes begleitet haben mit Aeutzerungen der Sorge, daß die Tür dabei Schaden erleiden könnte. Schließlich kam die Feuerwehr, zertrümmerte kurzerhand die Tür und drang in die Wohnung ein. Sie fand den Knaben schwer verbrannt vor, dagegen waren die anderen Kinder unversehrt geblieben, weil das Feuer nicht weiter um sich gegriffen hatte. Der Knabe wurde in ein Krankenhaus gebracht; an seinem Aufkommen wird gezweifelt. Im Hause hatte dieses Brandunglück große Aufregung hervor- gerufen. Sie verwandelte sich in E n t r ü st u n g, als bekannt wurde, wie Herr Goetze sich bei den Rettungsversuchen benommen hatte. Dem Kummer um die Beschädigung der Tür gab hinter- her auch seine Gattin Ausdruck, indem sie beim Anblick der zer- trümmerten Füllungen ärgerlich fragte:„Wer bezahlt denn nun das?". Die Frage war ohnedies überflüssig, weil ja jeder derartige Schaden, der bei einem Brande entsteht, durch die Ver- sicherung gedeckt wird. Die Erbitterung gegen Goetze und Frau stieg im Hause und in der Nachbarschaft so, daß die Polizei, die unvermeidliche, es für nötig hielt, die Goetzesche Woh- nung unter ihren„Schutz" zu stellen und die auf der Straße angesammelte Menge zu„zerstreuen". Man hat uns übri- gens gesagt, das Ehepaar Goetze selber habe keine Kinder, aber einen Hund, der wie ein Kind gehalten werde. Schöneberg. Ein Volkspark soll auf dem südlichen Teil des SüdgeländeS in der Nähe der sogenannten„B l a n k e n H ö l l e" in einer Größe von ungefähr 14 bis 16 Morgen errichtet werden. Der notwendige Kinderspielplatz ist ebenfalls vorgesehen. Der Name des Gewässers soll auch einmal geändert werden. Nach einem Rezeßplan aus dem Jahre 1820 heißt es dort: Große Blanke Hölle, während ein Separationsplan des Jahres 1846 auf Blanke Helle hin- weist. Wie dem auch sei, der Zweck soll zweifellos der sein: das Südgelände bei seiner Bebauung einen möglichst vornehmen An- strich zu geben. Man sieht ein, eine Dummheit begangen zu haben, als beschlossen wurde, daß aus dem Teil des Geländes am Sachsen- dämm Fabriken errichtet werden dürfen. Durch diesen Beschlutz wurden auch Arbeiter herangezogen, und das will man möglichst vermeiden. Hinzu kommt, daß den Herrn Hausagrariern mehr Rechnung getragen werden soll. Steglitz. Eine„Berichtigung". Wir erhalten folgendes Schreiben: Steglitz, den 28. August 1908. ' Sehr geehrter Herr Redakteurl In Erwiderung auf den Bericht im„Vorwärts" vom 27. er. aus Steglitz bitte ich um. Aufnahme folgender Zeilen: Jeder Leser des Artikels wird sich gesagt haben, daß es un- möglich ist, daß ein Lehrer, der einen Knaben wegen Krankheit nach Hause schickt, diesen einige Tage darauf durch die Polizei der Schule zuführen läßt. In der Tat ist dieser Fall unmöglich, und die im„Vorwärts" geschilderte Ursache der ganzen Angelegenheit entspricht nicht den Tatsachen. Nach Angabe des Klassenlehrers hat der Knabe am Montag, den 17. August um Urlaub nachgesucht, um seine Mutter, die operiert sei, zum Arzt begleiten zu können. Der Urlaub ist dem Schüler für den Tag bewilligt worden. Nun fehlte der Knabe aber auch am Dienstag und Mittwoch, und zwar ohne Entschuldi- gung. Als dann der Lehrer erfuhr, daß der Schüler während dieser Tage auf der Straße gesehen worden war, beantragte er die polizeiliche Zuführung. Dieses der einfache Tatbestand. Mich wegen der in dem Artikel enthaltenen Anariffe zu der- teidigen, halte ich nicht für nötig. Hochachtungsvoll I Lötz, Rektor. Hierzu haben wir zu bemerken, daß nach dieser Darstellung über die Ursachen ein Mißverständnis vorzuliegen scheint. Der Knabe hat nicht um Urlaub gebeten, lediglich um seine Mutter (die nach schwerer Operation noch in ärzllichcr Behandlung ist) zum Arzt zu begleiten, sondern weil er selb st krank war und mit der Mutter zur ärztlichen Untersuchung gehen sollte, was ja in Wirklichkeit auch geschehen ist. Daß die Eltern in diesem Falle ihr Kind genügend entschuldigt glaubten, ist wohl erklärlich. Erklärlich ist auch, daß der Klassenlehrer infolge dieses äugen- scheinlichen Mißverständnisses den Knaben vom zweiten Tag an als unentschuloigt fehlend betrachtete. Aber unerklärlich bleibt es nach wie vor. daß ein Kind, daS schon seit Donnerstag die Schule be- sucht, am Sonnabend und sogar noch am folgenden Montag Polizei- lich vorgeführt werden soll. Und diese bedauerliche Tatsache vermag Herr Rektor Lötz nicht zu berichtigen- Ober-Schöneweide. Die Versammlung des demokratischen Vereins in Ober-Schöne- weide hat, wie uns von dem Verein mitgeteilt wird, tatsächlich zu einer Konstituierung eines Vereins geführt. Es seien 31 Mit- glieder in dieser Versammlung dem Verein beigetreten. Unsere Meldung, daß die Vercinsgründung wegen schwachen Besuchs mißglückt sei, ist zurückzuführen auf den Umstand, daß unser Gewährsmann sich aus der Versammlung entfernte, weil niemand kam. Nachträglich scheinen sich also dock noch einige Dutzend Leute eingefunden zu haben. Lankwitz. Eine außerordentliche Generalversammlung des hiesigen Wahl- verein? fand am 26. August statt. Genosse Delmst behandelte zuerst das Thema:„Frauenfrage". Er zeigte, wie durch die Wirtschaft- liche EntWickelung, besonders durch die Revolution der Mafchine, die Frauen- und auch die Kinderarbeit an Umfang gewann, und diese gleich dem Mann Ausbeutungsobjekte des Kapitalismus ge- worden seien. Der Kampf der Frau müsse deshalb gleichfalls Klassenkampf sein. Uebcrall hat die Frau die gleichen Pflichten, aber nur ganz winzige Rechte. Aufgabe der Frauen sei es nun, da sie das Recht sich politisch zusammenzutun nun endlich haben, davon möglichst großen Gebrauch zu machen und Schulter an Schulter zu kämpfen. In der Diskussion forderte eine Genossin zum lebhaften Austritt aus der Landeskirche auf. Hierauf wurde von den Genossen Bratfisch und Sebastian der Bericht der Kreisgeneralversammung und von der Groß-Berlins gegeben. Hieran knüpfte sich eine lebhafte Debatte, besonders wegen der Festsetzung des Beitrags für die Frauen. Die meisten Redner itL �yt|i|Cyu.ny Uvtf JüciiLuy»| hl uic jyLwuvsu � i c-«uciimi t/vvi'iicL sprachen sich für den 20 Pf.-Beitrag aus. Es wurde folgende Protestresolution vorgeschlagen und angenommen:„Die heute in Lankwitz tagende Mitgliederversammlung, besonders die �an- wesenden Frauen, erheben Protest gegen die Festsetzung dcS Bei träges auf 10 Pf. und fordern die Erhebung des 20 Pf.-BeitragS." Dieser Protest soll der Generalversammlung Groß-Berlins unter- breitet werden. In der hierauf vorgenommenen Ergänzungswahl zum Vorstand wurde an Stelle des Genossen Boxhcimer, der sein Amt nieder- gelegt, Genosse Radicke als zweiter Vorsitzender, und als Beisitzerin Genossin Marie Theurig gewählt. Unter Vereinsangelegcnheiten wurde ein Antrag: Zur Generalversammlung Groß-Berlins die- selben Genossen zu delegieren, welche die Generalversammlung des Kreises besucht haben, angenommen. Eine lebhafte Debatte rief hervor, daß ein Delegierter in der Generalversammlung für den 10 Pf.-Beitrag gestimmt hat, trotzdem die Genossen in den Zahl- abenden für den 20 Pf.-Beitrag waren. Kritisiert wurde, daß die Delegierten mit gebundenem Mandat zu den Generalversammlungen geschickt wurden; eine Einigung kam in dieser Frage nicht zustande. Zum Schluß wurde bekanntgegeben, daß der 5. und 6. Bezirk von nun an seine ständigen Zahlabcnde bei„Schulz", Kurfürstenstraße, abhält. Nachdem noch zum Wonnement auf den„Vorwärts" auf- gefordert worden war, fand die Generalversammlung erst spät nachts ihr Ende. Nieder-Schöneweide. In der Mitgliederversammlung am 2ö. August wurde, nachdem der Genosse Dehmel den Bericht von der Kreis-Generalversammlung gegeben hatte, die Frauenorganisation vom Genossen Bcngsch in ausführlickier Weise behandelt. Es ließen sich zehn Genossinnen und zwei Genossen ausnehmen. Unter Verschiedenes wurde ganz besonders auf die voni Arbeiter- Turnverein Oberspree veranstaltete „Rekruten-Abschiedsfeier", welche am 19. September im Lokal Hasselwerder stattfindet, hingewiesen. Es wird erwartet, daß die Feier von den Genossen zahlreich besucht wird. Hirn der frauenbewegung* Versammlungen— Veranstaltungen. Pankow. Am Mittwoch, den 2. September, mn 8 Uhr Leseabend bei Abendroth. Geleitet wird derselbe von Genossin Gertrud Hanna. Vermilebtes. Vergiftet. Ratibor, 31. August. Einer Meldung des„General» anzeiaers für Schlesien und Posen" zufolge sind in der hiesigen Taubstummenanstalt gestern Nacht drei Kinder unter Vergiftungs» erscheinungen plötzlich gestorben. Drei andere sind erkrankt und dem städtischen Krankenhause zugeführt worden. In der Anstalt selbst haben, wie festgestellt wurde, die Kinder nichts genossen, was die Erkrankung oder den Tod verursacht haben könnte. Die Sektion der Leichen ist angeordnet. Eine geborstene StaatSstütze. Aus Euskirchen wird unterm 31. August gemeldet: Nach Unter- schlagung von etwa 10 000 M. zum Nachteile der Spar- und Darlehnskasse im benachbarten Trauenberg ist deren Kassierer, der Lehrer Krämer, flüchtig geworden. Krämer führte ein flottes Leben nnd hat Frau und vier Kinder in großer Not zurück- gelassen._ Pestverdächtig? Wie der Hamburger Polizeibericht mitteilt find an Bord des von Süd-Amerika eingetroffenen Dampfers „Oueensborough" pcstverdächtige Ratten gefunden worden. Das Schiff wird der Ausgasuug mit dem Rattentötungsapparat unterworfen werden. Die Weiterlöschung ist unter den üblichen VorsichtS- maßregeln gestattet worden. Menschen sind nicht erkrankt. AuS den Bergen. Zwei von der Benediktenwand abgestürzte Touristen sind von einer Rettungskolonne tot aufgefunden worden. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht festgestellt. Amtlicher Marktbericht der städtischen Martthallen-Direktion öder den Großhandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Wild: Geschäft rege, Zufuhr mäßig, Preise gut. Geflügel: Geschäft befriedigend, Zufuhr genügend, Preise anziebend. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig ver- ändert. Butter und Käfe: Geschäst lcbbast, Preise unverändert. Gemüse, Ob st und Südfrüchte: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise mehrfach verändert. 3 Das seit 23 Jahren bestehende Manufaktur- und Modewaren-Geschäft Reinickendorfer = Stee 15= wird vollständig aufoelösf Sämtliche zum Verkauf gelangenden Waren, bestehend aus Kleiderstoffen* Seidenstoffen» Leinen- und Baumwoliwaren Handtüchern« Tischtüchern a Gardinen« Teppichen» Möbelstoffen« Steppdecken» Tischdecken« Damenmänteln» Kostümen Blusen» Unterröcken» Kinderkleidchen» fertiger Damen- und Herren-Wäsche» Trikotagen» Wollwaren etc. sind streng reellster Beschaffenheit und im Preise fast bis zur Hälfte herabgesetzt ! Heute Dlenstae, früh 9 Uhr, beelnnt der Verkauf!, Geöffnet von 9-1 und 3-8 Uhr Lank- Berliner witzLotterie. Ziehung 6. Oktbr. 1908. 50 000 Lose 485 Gewinne 1. W. v. zus. Mark 10 000 1 Hauptgewinn i. W. v. Mark 5.000 and 484 Gew. i. W. v. zus. 5.000 Kleinster Gewinn I. W. v. 5 Mk. Lose à 50 Pt., 11 Lose nur 5 Mk ( Porto u. Gewinnliste 20 Pf. extra) sind in allen Lotteriegeschäften u. den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben sowie beim General- Debit Paul Steinberg& Co. G. m. b. H., Bankgeschäft Berlin C. 54, Rosenthalerstr. 11-12. Beste Bettenfüllung find die vorzüglich flillenben, fehe elastischen, echt chinefischen Monopoldaunen ( gefest gefchipt) fund Mr. 2,85. S- 4 Pfund genigen. gr. Oberbett. Berf. geg. Nachnahme. Berpadung frei. Gustav Lustig Berlin S.390 Prinzenstr. 46 Größtes Bettfedern- Spezial geschäft Deutschlands. Jenensia- Räder! Mod. I. 10 Jahre Garantie! ☐ Tellzahlung! Adler Räder! 24281* Phänomen= Räder! Groskurths Social- Räder von M. 56.- an! Auswahl in gebrauchten Rädern! Motorzwelräder! Fahrradzubehör spottbillig! Begründet 1873 Hut- Salinger Begründet 1873 Anzüge nach 8 Engros Spezialhaus für Neuheiten Export Daletots Maß in Filzhüten, weich und steif, Zylinderhüten, Chap. claques usw. Einzelverkauf zu sehr billigen a.streng festen Preisen. R. Groskurth, Berlin C., Münzstraße 23. Neue Königstr. 48, 1 Treppe, am Alexanderplatz. Möbelgeschäft Gottschalk& Co. ent Laden und erste Etage, Alvensleben- Straße 6, dicht an der Potsdamer Straße, gegründet 1898 8857L gibt an solide Leute ganze Wohnungs- Einrichtungen oder einzelne Möbelstücke gegen monatliche Teilzahlung unter sehr kulanten Bedingungen. Große Auswahl in einfach bürgerlichen und eleganteren Wohnungs- Ausstattungen bei langjähriger Garantie für gute Haltbarkeit. Billigste Preise. Ueberteuerung ausgeschlossen, da an jedem Stück der Preis in Zahlen deutlich vermerkt ist. Anzahlung bei besserer Einrichtung von Stube und Küche 40-60 Mark. Monatliche Zahlung 10 Mark. Größere Wohnungs- Einrichtungen nach Uebereinkunft. Sonntags geöffnet. Kein Abzahlungs- Geschäft. Tabakarbeiter- Genossenschaft Hamburg Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken, Wollatlas und Simili Teide 3.25, 3.85, 4.35, 5.00, 5.75. Portieren, Biolettatuch, 2 Shawls, 1 Lambrequin in allen Farben 3.25, 3.85, 4.75, 5.50, 6.75. Große Frant furterstraße 125. 1112* empfiehlt ihre anerkannt vorzüglichen Fabrikniederlage Qualitätszigarren. Berlin SO., Köpnickerstr. 20 Alle Manoli- Marken auf Lager. Kleine Anzeigen Die Grundbegriffe der Wirtschaftslehre. Eine populäre Einführung von Julian Borchardt. Preis 40 Bf. Expedition Borwärts, LindenStraße 69. Garbinen, Stores, Rouleaus, Restbestände, Ausverkauf. Fenster 1,75, 2,50 bis 6,00, Bert doppelter. Wolfs Teppichhaus, Dresdenerstraße 8 ( Stottbusertor). 1072 Teppiche mit Farbfehlern für die Hälfte. Vorwärtslefern 5 Prozent Ertrarabatt. Thomas ,. Dranien ftraße 160, Dranienplatz. 10588 Spezialkarte bon Eberswalde, 75 Pf. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Plüsch und Zuchtischdecken mit fleinen Stickfehlern. Riefenauswahl. 1.65, 1.95, 2.50, 3.50, 4.85, 6.50, 7,25. Tüllbettdecken in weiß und crême 1.95, 2.25, 2.75, 3.25, 4.50. 1114st Englische Tüllgardinen, Meter 35, 40, 45, 50, 60, 75 Pfennige. 11155* 5,00 prachtvolle Betten, 9,00 Abgepakte Gardinen und Stores Bauernbetten, mur Pfandleihe An1.65, 2.25, 2.85, 3.65, 4.35, 5.25.dreasstraße 38. 1089s E. Weißenbergs Teppichhaus, Große Landbett, zwei Dedbetten, amei Frankfurterstraße 125. 11165 Stiffen, zweischläfrig 18,00, große Teppiche, Riesenauswahl, mit Lalen 1,00. Aussteuer, Damast fleinen Webefehlern 3.15, 3.85, 4.65, bezüge. Pfandleihe Andreasstr. 38.+ 5.85, 6.00, 7.50. 11178* B Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Kissen 27,00, große Freischwinger, Regulatoren 9,00. Pfandleihe Anbreasstraße 38. Fahrgeld wird vers 1091 gütet. Extraangebot! Salon- und Wohnzimmer Teppiche, Fabrikmuster, fett mit 20 Prozent Rabatt. 11188 Läuferrefte in allen Breiten und Preislagen jetzt bedeutend unter Preis. Milchgeschäftseinrichtungen, Möbelstoffe, Reste in Bolle und Milchtübel, Stannen, Maße, Milch Plüsch in allen Farben. E. Beißenbergs fiebe, Wiegeschalen, Buttermaschinen Teppichhaus, Große Frankfurter usw. billigst Jordan, Michaelfirch. ftraße 125. 1120 ftraße 21. 1095 Linzüge, Baletots nach Maß. Aus Ia Stoffreften, Monats, und nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Boß, Brunnenstraße 3. eine Treppe, am Rosenthalertor. Teppiche!( jeblerhafte) in allen Größen für die Hälfte bes Wertes tm Leppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Borie. 264/11 Installateure und Händler kaufen Wie wird die Staatsangehörigkeit Bronzegastronen, Zugampeln, Gasbeleuchtungs- Gegenstände, Hängegas. erworben? Ein Führer durch das Staats und Reichsbrenner allerbilligst Großhandlung Recht ber Alte Salobstraße 125. Geschäftsleuten angehörigkeit, von H. Beims. Preis Engrosrabatt. 10045* 25 Pf. Expedition Lindenstraße 69, Laden. Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des haus. lichen Bier-, Gemüse- und Obst. gartens von Mar Hesdörfer. Mit 109 Tertabbildungen. Breis 2,50 M. Expedition Vorwärts, Lindenstr. 69. Naunynstraße 21. aus Ia Stoffreften. Monats: n. nicht abgeholte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Voẞ, nur Brunnenstr. 3,1( Rosenthal. Tor) Möbel Schulz Reichenberger Str. 5. Gediegene Arbeit. Aeußerst billige Preise. Auch 39042* Ratenzahlung. Helteftes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brilckenstr. 10a, pt. H.Pfau, Bandagist Jetzt: Dircksenstraße 20 zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium. Amt VII, 13799. Für Damen weibliche Bedienung.* Lieferant für alle Krankenkassen. 52 Verkaufsstellen in Berlin und Vororten. Zigaretten u. Tabak en gros Gibson Girl, Dandy, Abbas etc. Vertr.: Udo Stangenberg, Amt 4, 9460. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahme stellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Möbel, S. Grau, Gneisenau Jackett, Baletot macht Heym, ftraße 10, billigste und befte Bezugsquelle. Staffa und Teilzahlung. Vermietungen. Wohnungen. Prächtige Ballonwohnungen billig 11029* sofort Soldinerstraße 32/34. Schönleinstraße 6 Ein- und Zweigebäude. Auch Sonntags. Harnad, zimmer- Hofwohnungen von 21 Mart +116 Tischlermeister, Stallschreiberstraße 54, an zu vermieten. am Morigplag. Genoffen 3 Prozent. Möbel sowie ganze WohnungsEinrichtungen auf Teilzahlung bet geringer Anzahlung erhalten folide Leute in der Möbelfabrik August Bettenverkauf Pfandleihe Prinzen Krause, Schützenstraße 73/74. 924 ftraße 86, ganzer Stand 12,00, Bauern Möbeltischlerei liefert reelle betten ganzer Stand 27,00. 152/ 19* Bohnungseinrichtungen, Schlaf Kinderwagen, gut erhalten, ber- zimmer, bunte Küchen. Raten fauft Hartwig, Lothringerstraße 15. zahlung. Stein Laden, nur Fabrik Hochelegante Seidenkleider, Stoftüme usw. aus fürstlichen Häusern von 10 Mart an. Engels, Brunnen ftraße 3. +110 Reisemuster, Kostüme, Mäntel, Paletots, Jadetts, Kostümröde, teils durchweg auf Seibe, Julius Neumann, ftraße 105. Fahrräder. 9 Mark Fahrräder, Grammophone, TeilBellealliance- zahlungen, ohne Aufschlag, Loth, ringerstraße 40. 674S Herrenfahrrad, Dameniabrrad Blumen. topte neu, 45,00. Holz, 9775* ftrage 36 b. 50,00. Holz, Blumenstraße 36b. Geschäftsbreirad, äußerst stabil, Herrenfahrrad, fast neues, jeben Preis, Beusselstraße 21, Berwalter.+ Brachtfahrrad, notgebrungen billig. Mitschte, Exerzierstraße 25. Geschäftsverkäufe. Parteilokal verkäuflich Büsching: ftraße 7. Erforderlich 1600. +115 Kolonialwaren Edgeschäft, SO., gutes, in voltsreicher Gegend, tonfurrenzlos, wegen Ülebernahme eines Restaurants zu verkaufen. Offerten E. G. 24, Boftamt 33. 13745* Milchgeschäft, täglich 140 Liter, Rolonialwaren, billig zu verkaufen. 8u erfragen Nedarstraße 2, Rigdorf, Spedition. +102 Solonialmaren, Tüchtigen Kunstschmied berlangt +8 P. Heinrichs, Tempelhof, Ringbahn13695 straße 42. Schlofferlehrling und Arbeitsburschen verlangt Bille, Schloffer meister, Reinidendorferstraße 113." Tüchtige Schlosser auf Treppen und Schaufenster berlangt Engwer, Turinerstraße 3. +58 Vergolder, welcher flott metalli fteren und Altgold machen fann, Barnimstraße 41. +115 Mädchen für Baschanstalt StallSchreiberstraße 23. 13636 Mamfells auf glatte Baletots vers langt Boillotat, Prinzen- Allee 87. Rentenfrau für Aufsicht zweier Mädchen, 4, 5 Jahre, eventuell einwohnen, Lenz, Seestraße 68m.+58 Lehrmädchen für die Verkaufsabteilungen unserer sämtlichen Geschäfte zum fofortigen oder späteren Antritt gesucht. Meldungen in Be gleitung der Eltern oder des Vormundes mittags 1-2 oder abends 8-9. A. Jandorf u. Co.. Belle- Alli * anceftraße 1/2, Spittelmarkt 16/17, Gr. Frankfurterstraße 113, Brunnen Straße 19/21, Rottbuserdamm 1/2. Zimmer. Möbliertes Bimmer( Herren) Waffertorstraße 73, II, Stroll. 12646 Möbliertes Balfonzimmer billig Witwe Gerten, Basteurstraße 42, born. Anfragen nach 5. +66 Schlafstellen. Möblierte Schlafftelle an Herren Witwe Hartig, Adniiralstraße 16. Freundliche Schlafstelle, allein, Herrn,( Görlizer Bahnhof),' Biener straße 21 IV, Queißsch. Verschiedenes. anteuffelstraße 49. +8 Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen koften 50 Pf. die Zeile. Bekanntmachung. Möblierte Schlafstelle für zwei Herren zu vermieten Witwe Jung, 13255 Möblierte Schlafstelle. Leininger, Borsigstraße 3, born III.+143 Gutgehendes Die Beleidigung gegen Frau Möblierte Schlafstelle, 10,00, anDbft- und Gemüsegeschäft, umstände Bölkel, Stralsunderstraße 7, nehme ständiges Mädchen. Kramer, Gubenerhalber verläuflich. Lange, Rigdorf, ich zurück; erkläre dieselbe für ehrenstraße 26, Quergebäude II.+42 Senesebecstraße 5. +102 baft. M. Thiele, Stralsunderstraße 7. 2,80 wöchentlich, freundlich möbHelteres gutgehendes Räucher- Teilnehmer an einem englischen lierte Schlafstelle. Michaled, Gollnow warengeschäft umständehalber zu ver- Birtel( monatlich 4 Mart) werden ge- ftrage 14, born II. +69 Erfragen im Restaurant fucht. Privatstunden für Anfänger laufen. 179/14 und Fortgeschrittene werden erteilt. Blumenstraße 53. G. Swienty, Schöneberg, Sedan ftraße 57, III. 1003 Steppdecken spottbillig, Fabril Kinderwagenhaus Brandt, Batentanwalt Bessel, Gitichiner Groge Frankfurterstraße 60. 2993* Basteurstraße 3, Kinderwagen, Sport 25555 traße 94a Pfandleibhaus, Brinzenstraße 86. magen, Kindertische und Stühle, Auf Teilzahlung. Möbeleinrichtung, Staunendbillige Jadettanzüge! Geh Metallbettstellen in reicher Auswahl. Stube und Küche, Anzahlung 15 Mart Erfolgreichen, leicht faglichen Unterricht Lernt die Muttersprache beberrichen! bermietet Saubere Schlafftelle rodanzüge! Spottbilligster Bettenverkauf! Brautbetten! Großartige Nähmaschinen. Vergüte bis 20,00 an. Einzelne Möbelstüde 3 Mart an. in Wort und Schrift der deutschen Scirl, Wilhelmstraße 20, rechter Aussteuerwäsche! Wunderbare Gar- mer Teilzahlung fauft oder nachweist. Berliehen gewejene Möbel spottbillig. Sprache erteilt Damen und Herren Seitenflügel IV. dinen! Steppdecken! Plüschtischdecken! Sämtliche Systeme. Bostkarte. Brauser, Berolina", Staftanienallee 49. 11048+( separat) auch abends ein tüchtiger Laffe Sonntag ununterbrochen von und gewissenhafter Privatlebrer. Die Zeppichauswahl! Goldene Damen- Frankfurter Allee 101, Nähmaschinen+ 42* uhien! Herrenuhren! Freischwinger! 8-2 geöffnet! Wollen Sie eine Stunde foftet eine Mart. Eine Unter Schmucksachen. Bis neun geöffnet. Humboldtleihhaus nur Brunnen billige, aber trotzdem gute, reelle richtsstunde wöchentlich genügt Ge straße 58, Edhaus Stralsunderstraße. Wohnungseinrichtung faufen, so muß fällige Angebote sind unter G. 4 an dreiflammig 4.50, Salongastronen 7.50, Baszuglampen Riesengroßer, spottbilligster Betten man nach Lothringerstraße 26 hin- Expedition des Vorwärts zu richten. Komplette Wohnungsein Kunstgeigenbauer E. Toussaint, 8.00, Gaslyren 1.45, Gaswandarme verkauf! Bfänderverkauf! Aussteuer- gehen! 0.55. Fabriflager Große Frankfurter wählt Leppichauswahl moderner Repa- W., Plüschtif fſtraße 92, Filiale Ravenéſtraße 6. materials dettagli: 250,- beffere, 325-400-525-1500 raturen," Converbefferungen, preis: W., Boſtami 6. ing. Derie Tücht. Tischlergehilfen, Gastronen, plaz 7. berfallene 859* Laden. Möbel. in 8715* 10515 Die Stelle eines Kaffenboten bei der hiesigen Ortstrantentasse ist zum Das 1. Oktober d. 3. zu beseßen. Anfangsgehalt beträgt 1500 Mart, fteigend von Jahr zu Jahr um 60 Mart bis 2400 Mart. Geeignete Möblierte Schlafftelle fofort Bewerber, welche in der Lage find, Gneisenanstraße 52, Gartenhaus II, eine Raution von 2000 Mart zu +88 ftellen, wollen Gesuche nebst ZeugnisSemvig. Schöne Schlafstelle, möbliert, abschriften und Lebenslauf an den 13 Mart. Frau Stulla, Holzmarkt- Borstand der unterzeichneten Staffe 13656 bis zum 15. September gelangen lassen straße 13, Hof. Reinickendorf, 31. August 1908. Der Vorstand der 13686 Ortsfrankenkasse zu Reinidendorf. 276/9 Schemmel, Bors. Autogener Schweißer, mur ganz perfekter Arbeiter, bel gutem Verdienst sofort verlangt Brüder Körting, 6. m. b. H., Göttin Brandenburg a. H. ( Bahnstation). Herrn. Separate Schlafstelle, +8 Breuer, Eisenbahnstraße 31 IV. Mietsgesuche. Junger Mann fucht ein möbliertes 13065 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. 1468b erstklassige Sträfte, für gute Möbel nach Zeichnung bei hohem Lohn sofort gesucht. 152/14 Sommer& Scholze, Möbelfabrik, Zittau i. Sa. Berl. u. ren. Cigarr. ev. 250 M. mon. H. Jürgensen& Co., Hamburg 22. 213/ 12* Herr ges. Birte, Brib. zc. Bergüt. a. Wegen Streiks und Differenzen decen extrabillig! Jadettanzüge! Mart! Speisezimmer, Eiche, komplett wert. Lethhans Prinzenstraße 28, I, Ede Gehrodanzüge! Baletots! Goldene mit 6 Lederstühlen 650, größere Nitterstraße: Kunststopferei von Frau Kotosty, Bfänder, Damenuhren! Herrenuhren! Band 750-860-1500. Herrenzimmer, Sa Schlachtensee, Kurstraße 8, III. Brillanten, Goldsachen, Uhren, Ketten uhren! Schmudsachen! Riefenaus. lons, Schlafzimmer, Ankleideschränke, Spottbillig zu jeder Gelegenheit.[ 620st* wahl. 11236 Umbaue, Säulentrumeaur, Leder Försters Schreibschule, Steno Uhren, Goldwaren billigst Werner, Bekanntmachung! Ueberbürdete fofas, Schreibtische, Büfetts, Betts graphie, Schreibmaschine. Pappelallee 3. stellen, tiefe leiderschränke, Bertitos, Barenansammlung im Pfandleih Försters Schaufenster- Dekorations. Blinder Stublflechter bittet um Federbetten, Stand 11,00, große haus, Hermannplatz 6, erfordert moderne Stüchen, tomplett 68-190 Schule, Kommandantenstraße 1/2.* 16,00. Pfandleibhaus, Küstriner- wiederum den ausnahmsweisen ertra- Mart, Transport auch weite Bor Briefmarken, ausländische, ge- Arbeit. Stühle werden abgeholt und billigen Barenverlauf 1 Jebermanns orte frei, Aufbewahrung fostenlos ftempelt, sowie Sammlungen ta uft surudgeliefert. a. Gläser, Mulad. Gardinenvertanf Portieren, Einkaufsvorteil! Bequemite Fahr- Hafemanns Gelegenheitstäufe Georg Keßler, Laufigerstraße 52, itrage 27. 1110 Schneiderin, welche gutsigend ar Decken, Wäsche, Bettitüde, Kleidungs verbindung Großberlins! Staunend- befferen Möbeln! Lothringerstraße 26, parterre. 12875+ stüde, spottbillig Pfandleibhaus billigste hochfeine Jadettanzüge! Geh- Hof, Speicher. Billige Möbel aus Bersteigerungen Elsholz, Komiker, Gesellschaft, beitet, sucht noch Stellen. Bitte, Stüftrinerplatz 7. rodanzüge Herrenhosen! Sommer Gropiusstraße 6. 12846 Manteuffelstraße 119, Herrenuhren, Damenuhren, Gold, paletots! Winterpaletots! Riefen Auflösungen, Schränke Bertilos, Braut Taschenfofas 45,- Büfette, SchreibTeilzahlung. Anfertigung ele Pfänderverlauf! sachen, Silbersachen, Banduhren, auswahl Feberbetten, spottbillig, Blandleibhaus gefchente! Goldene Taschenuhren! tische 35,-, Bücherschränte 58,-, Bierganter Herrengarderobe. Banduhren! Rettenauswahl! Ringe augtische 68,-. Lederstühle 12,-, Dragonerstraße 10a. Stellenangebote. Rüftrinerplaz 7. auswahl! Nähmaschinen! Enorm Trumeaus 30,-, Bettstellen, Tische, Allen meinen Kunden, Freunden Pader, jüngerer, auf Goldleisten Kinderwagen, Sportwagen, Kinderbilliger Bettenverkauf! Brautbetten! Garnituren, bunte Küchen 55,--, und Genossen die ergebene Mits berlangt Briezenerstraße 6.+91 bettstelle. Größere Raten Kassapreis, Gardinenverkauf! Teppichverkauf! enorm große Auswahl tompletter teilung, daß sich meine Möbeltischlerei zurüdgesetzte, gebrauchte spottbillig wäscheverkauf! Steppdeden! Plüsch- Wirtschaften jeder Stilart, billiger als und Möbellager vom 1. September Marmor- Steinmegen sucht Braun, Andreasstraße 53. tischdecken! Allererste Billigkeit! Nur überall. Gelegenheitstäufe. Stallschreiberstraße 57, am Morigplay, Hermannstraße 8. Sonntags ge: Lennerts Möbelspeicher, Lothringer Hof Fabritgebäude befindet. Hornad, Spezialfarte von Budow, 75 Pf. Hermannplay 6. Marmor: Steinmegen und einen öffnet. +102+ ftraße 55. 1121st Tischlermeister. 13706 11228+ Berfeger verlangt H. Knorr. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 3268* Alles Marcus, 269/20 +8 13645 find gesperrt: für Bodenleger Firma Körner, 8wischenmeister Hübner, Bau Jakob fohn, Nidelsburger Plaz 6; für Korbmacher Firma Kaniga in Lichtenberg; Reichert in Marzahn Schmidt, Dresdenerstr. 82; für Bergolder Gruhl in Magdeburg. Deatscher Holzarbeiterverband Ortsverwaltung Berlin.