Nr. 212. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis pränumerando Bierteljährl 8,30 m, monati. 1,10 wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Criscint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Sort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Colitoi und die Arbeiterklasse. Donnerstag, den 10. September 1908. Im russischen Muschil erblickte schließlich Tolstoi den Erlöser der Menschheit. Da dieser Bauer von der neuen kapitalistischen Ordnung nur Gewalt und Leiden zu ertragen hatte, da entweder der eine oder der andere weichen mußte, so sah Tolstoi in dem russischen Bauern den einzig grundsätzlichen und entschiedenen Gegner des Kapitalismus. Und darauf baute er seine Weltanschauung. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Daß die Bourgeoisie gerade solche Arbeiter mit Vorliebe sucht, die keinen Widerstand leisten und alle Ausbeutung still und refigniert tragen, das stört Tolstoi nicht im geringsten. Es ist klar, daß die Arbeiter naturgemäß die Lehren Tolstois ablehnen müssen. Die Arbeiterklasse wächst und erstarkt nur im Kampfe; ohne Kampf fällt sie als Opfer der grausamen Habgier des Kapitals, degradiert, vertiert, stirbt aus. Im gemeinsamen Kampf gegen den Kapitalismus aber stählen sich die Arbeiter ihren Charakter, vertiefen ihre Liebe zu einander und zur Menschheit. In diesem großartigen Stampfe wird der Mensch, der Erlöser, geboren. Und ebenso, wie vor zwei hundert Jahren der Mann aus dem dritten Stande als der Mensch schlechtweg erschien, erscheint heute der Mensch in der Gestalt des Klassenbewußten Arbeiters. Am heutigen Tage wird Graf Leo Nikolajewitsch Tolstoi 80 Jahre alt, und die ganze Welt feiert und ehrt den greisen Dichter. Unter den unzähligen Massen seiner Berehrer befindet sich auch die klassenbewußte Arbeiterschaft aller Länder. Einer der größten Zu dieser Verherrlichung des Bauerntums mußte Tolstoi notDichter und Künstler, ein Lehrer der Schönheit, ein entschiedener wendig kommen, nicht nur, weil unter den russischen Bauern noch Gegner der auf dem Privateigentum fußenden Geſellſchaftsordnung das Gemeindeeigentum am Grund und Boden bestand, das nach von heute ein Liebender und Liebe Predigender das war und Tolstois Meinung eine dem Kapitalismus vollständig feindliche ist, was die Herzen der Massen zu dem Gefeierten von Jaßnaja Lebenseinrichtung erzeugte, nicht nur, weil die Bauern die erBoljana Hinzieht. halb, weil der westeuropäische Bauer sich bereits dem Kapitalismus drückende Mehrheit des russischen Volkes bildeten, sondern auch desDer greise Philosoph kennt diesen Arbeiter nicht, er, der so angepaßt und sich selbst in einen Bourgeois verwandelt hatte, vieles vorgeahnt hat. In all seinen Schriften findet man keine Zeile, während die Arbeiterklasse nur für die Nationalökonomen die andeutete, daß er die historische Rolle des Proletariats, das doch als besondere Klasse bestand, für die öffentliche Meinung jedoch nur mit seinen Kämpfen und seinem Ringen die Geschichte des neunzehnten als Böbel, als eine Masse von Lumpenproletariern. Eine Jahrhunderts ausfüllte, begriffen hat. Sogar in seiner letzten Arbeiterklasse mit flaren, eigenen Interessen, Bestrebungen und Schrift, in jener ergreifenden Anklageschrift gegen die Hinrichtungen dealen gab es damals für die meisten Forscher in Europa nicht, im Zarenreiche Ich kann nicht schweigen" spricht er vom am allerwenigsten in Rußland, eine solche gab es auch für Tolstoi Arbeiter nur noch als von einem einfachen Manne, welcher sich nicht er mußte sich daher an das„ Volk", d. h. an die Bauern schlechten Einflüssen hingibt. Und das vom russischen Arbeiter, der in den letzten Jahren durch sein Massenauftreten die ganze Welt in Erstaunen sette. In der Tat, wer war nicht hingerissen beim Lesen jener unbergeßlichen Schilderungen der Schönheit in der Natur und der menschlichen Seele, welche alle seine belletristischen Werke füllen, von der Kleinsten Erzählung aus dem Leben des russischen Bauern bis zu seinen großen Meisterromanen? Wer ist nicht aufs tiefste und für immer ergriffen worden von fener unversieglichen Liebe zum fleinen, schwachen, ausgebeuteten Manne und zum Menschen überhaupt, welche wie ein feiner, tostbarer Duft alles durchdringt, was dieser Dichter getan, gesprochen und geschrieben hat? Und wer darf es bestreiten, daß es nach der vernichtenden Kritit, die Tolstoi an der bürgerlichen Gesellschaft geübt hat, niemandem möglich ist, ohne Schamröte auf dem Geficht etwas Wesentliches zum Schutz und zur Verteidigung des Kapitalismus anzu führen? In seinen philofophischen Schriften: Was sollen wir tun?", Mein Glaube?" usw. deckt Tolstoi all die Verlogenheit, all die Grausamkeit und die Unmöglichkeit unserer heutigen sozialen Verhältnisse auf, und das mit einer solchen Ueberzeugungskraft, daß die Schläge seiner wuchtigen Kritik sogar auf die davon Getroffenen von Wirkung fein müßten. halten. lich verfaulten bürgerlichen Gesellschaft sah, war es natürlich, daß Und indem er in den russischen Bauern die Erneuerer der innerTolstoi zu jenem Ideal des Kommunismus tam, das die Krone seiner Weltanschauung bildet. Und weil die beste Form des Bauernfommunismus schon vom Kommunismus der ersten christlichen Gemeinde gegeben war, schien es Tolstoi, daß der einzig mögliche Weg zur Erneuerung des Lebens die Rückkehr zum primitiven Christentum sei, und indem er diesen Gedanken historisch und logisch begründete, gab Tolstoi eine so vernichtende Kritik des offiziellen Christentums, daß sie ihresgleichen in der Weltliteratur sucht. dieser Stritit war und ist noch heute in Rußland unabsehbar. Es ist Die revolutionäre und von den Pfaffen befreiende Bedeutung unzweifelhaft, daß Tolstoi seine große Popularität in Rußland hauptsächlich dieser Kritik des offiziellen Christentums zu berdanken hat. " das einzig positive und vorwärts treibende Element ist, das ahnt Daß in der von ihm gegeißelten bürgerlichen Welt das Proletariat Tolstoi nicht einmal. Und es ist sehr charakteristisch für diesen Geiſt, daß sein„ Ich kann nicht schweigen" durch die Meldung von der Hinrichtung von zwölf Bauern hervorgerufen wurde, als aber vor drei Jahren, am 22. Januar 1905, die russische Regierung einige Tausend Arbeiter, darunter Frauen und Kinder, welche zum garen bitten gingen, in Petersburg niederschießen ließ, da fand Tolstoi tein Wort des Protestes. Im Gegenteil, einige die damals hauptsächlich aus Arbeitern bestehenden Revolutionäre Monate später fand er es für notwendig, gegen die Revolution und loszugehen. Dhne es zu wollen, erivedte und steigerte Tolstoi in seinem Lefer jenen heiligen Haß gegen das Bestehende, der zum Kampf treibt und ohne den nicht eine ernste Revolution in der Geschichte der Menschen möglich war. In diesem Sinne ist Tolstoi ein Wie einst Proudhon in Frankreich, versteht auch Tolstoi den hervorragender Revolutionär. Millionen von Menschen hat er aufs Mechanismus der fapitalistischen Organisation der Gesellschaft nicht Klarste bewiesen, daß die heutige Gesellschaftsordnung abgeschafft Aber derselbe crsprünglich- christliche Standpunkt, welcher die und übersieht die positiven Kräfte, die diese Organisation schafft. werden muß, daß es unmöglich ist, so weiter zu leben, wie wir großen Massen der russischen Bauern zu Tolstoi hinzog, bildet die Er weiß, daß die Zukunft dem Kommunismus gehört, begreift aber werden muß, daß es unmöglich ist, so weiter zu leben, wie wir ich to a che Seite seiner Lehre, die den alten Philosophen von aller nicht, daß das nur für den auf der Basis der durch den Kapitalismus heute unter der Herrschaft des Kapitals leben, und durch seine Welt immer mehr und mehr entfremdet und ihn am Ende seiner geschaffenen Produktionsmittel fußenden Kommunismus gilt. Und so Geißelung des bestehenden Regimes in Rußland hat er sich mit Recht den Titel wenn nicht des Vaters der russischen Revolution, Tage fast einsam dastehen läßt. Die Verbindung des heutigen kommt es, daß, indem er den Kapitalismus verwirft, er aus seinem so doch den eines der größten und wichtigsten ihrer Mitarbeiter sterbenden Ueberbleibsel desselben Kapitalismus heftet. Daher die Bauerntums mit der Verwirklichung der höchsten Menschenideale Rahmen dennoch nicht hinaus kann, sondern sich an die alten, lahmlegen. Tragödie im Leben Tolstoi, des Dichters und Philosophen. erworben. bringt Tolstoi zu uneniwirrbaren Widersprüchen, die seine Lehren Aber obgleich er die Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft anfbedte und brandmarkte, indem er gegen die Heuchelei, VerderbtDas Bauerntum ist eine niedergehende Klasse in der heutigen heit und grausame Sinnlosigkeit der sozialen Verhältnisse von heute Gesellschaft. Unter dem Einfluß des Kapitalismus müssen die in losschlug, stand und blieb Tolstoi auf dem Boden dieser selben ihm noch weiter existierenden kommunistischen Sitten und Einwiderspruchsvollen und sinnlosen Verhältnisse. Trotz seines Genies richtungen immer mehr und immer rascher verschwinden. Die Aufhat er die heutige Gesellschaft nicht überwunden, und das konnte rechterhaltung dieser Sitten und Einrichtungen muß mit jedem Tage er auch nicht, traft all der persönlichen und gesellschaftlichen Ver- schwerer werden und der Kampf zwischen Bauerntum und Kapitalishältnisse, in welchen er geboren war, in welchen er aufwuchs und mus muß sich immer mehr zuspitzen. sich entwickelte. Die Menschen, die seinem Herzen teuer sind, die er als Muster und Vorbild der Welt empfehlen möchte, find Typen einer untergehenden, zusammenbrechenden Klasse, die der Vergangenheit angehören und die ihrer Natur nach nicht fähig find, jene erhabene Aufgabe zu lösen, welche Tolstoi den Menschen stellt. Im Gegenteil, für die Menschen der pofitiven Arbeit, für die Menschen der Zukunft, welche jene hohen Jdeale mit Energie vertreten und schon jetzt verDas logisch bis zu Ende durchgeführte Prinzip des Christen- wirklichen, gibt es im System Tolstoi keinen Platz. Die sah er nicht, Aus einer fehr reichen Gutsbesigerfamilie stammend, hatte tums bringt aber Tolstoi zur entschiedenen Berurteilung jedes und wenn er sie fah, so nur, um sie zu verurteilen. Und dennoch braucht die Arbeiterklasse dem greisen Jubilar von Tolstoi die entscheidenden Jahre seiner geistigen Entwickelung gerade Rampfes; die menschliche Gesellschaft vervollkommnet sich nach diesem um jene Zeit durchzumachen, als die Reaktion in Westeuropa nach Prinzip infolge der Vervollkommnung ihrer einzelnen Mitglieder, heute nicht zu zürnen. Er ist natürlich ein Gegner, aber ein solcher, den Juni- Revolutionen ihren ersten und unbestreitbaren Sieg auf und diese Vervollkommnung wiederum besteht in der immer der für die unmittelbaren Feinde des Proletariats, für die Ihm gegenüber kann der ganzen Linie feierte und in Rußland die Ausschweifungen des wachsenden Liebe und Hingabe des einzelnen ans Ganze, in der Kapitalisten, ein noch größerer ist. alten Regimes( Leibeigenschaft) ihren Höhepunkt erreichten. Verringerung der eigenen Bedürfnisse zugunsten aller. ,, Liebet Eure die Arbeiterklasse ruhig die Lehre Christi: Der Verzicht der westeuropäischen Bourgeoisie auf alle ErrungenDie Arbeiterklasse vergißt nicht, daß So lautet das Moralgesetz Tolstois! Aber wenn es verständlich Feinde!" gelten laffen. schaften der großen Revolution, das Preisgeben der revolutionären fein fonnte für eine primitive Gemeinde gleicher Bauern, so ist es fie die Erbin der kapitalistischen Gesellschaft ist. Prinzipien und Traditionen, die Aufhebung der meisten droits vollständig untauglich und undenkbar in einer in Klassen geteilten Erbschaft dieser Gesellschaft aber werden die wunderbaren Denk de l'homme et des citoyen( Menschen und Bürgerrechte), die Gesellschaft wie der heutigen. Wie für alle Rationalisten, so ist mäler von der Kunst Tolstois, die Lehre von der Liebe zum Menschen Orgien des goldenen Kalbes, welche die Revolution der fünfziger auch für Tolstoi jedes Moralgefeß ein absolutes. Das besagte und von dem Haß gegen die Macht des Privateigentums für imme und der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts charakterisierte, Gesetz muß also die Handlungen der heutigen Menschheit wie kostbare Perlen glänzen. Und so kann die Arbeiterklasse ehrerbietig und frohen Herzens mit einem Worte- die geistige Verrohung und Verödung West- regieren. Für den Frieden. In die europas jener Zeit fonnte unmöglich ohne einen tiefen Eindruck In der Praxis heißt das: widerseze dich nicht der ihre Grüße dem greifen Dichter senden und ihm ihre Hochachtung auf das feinfühlende Gemüt des Dichters bleiben, Dichters bleiben, mußte Gewalt, dem Bösen" eine Lehre, welche für immer mit erweisen. vielmehr seine Gedanken nach einer bestimmten, Europa feind- dem Namen Tolstois verbunden bleiben wird. lichen Richtung lenten. Daher konnte die liberale Bewegung, Sich aber der Gewalt nicht widersetzen angesichts eines so die nach dem Krim- Kriege( 1853-1856) Rußland erfaßte und zur Befreiung der Bauern führte, Tolstoi nicht vollständig mit sich reißen: sie vollzog sich im Namen derselben Ideale der französischen Revolution, welche in Westeuropa bereits realisiert" waren; das abscheuliche Gespenst dieser realisierten" Jdeale aber verfolgte beständig den tieferblickenden Mann und entwertete die Ideale selbst in seinen Augen. aktiven und aggressiven Gegners, wie der Kapitalismus es ist, artet naturgemäß in einen sinnlosen Duietismus aus, in ein starrköpfiges passives Leiden, welches mit der Zeit das angestrebte Ziel die Erneuerung der Menschheit unmöglich macht. Eine wichtige und bedeutungsvolle Demonstration wird am 20. September in Berlin stattfinden. Die Berliner Arbeiter werden an diesem Tage im Namen der deutschen Es kommt schließlich zu einem unlösbaren Widerspruch: das Arbeiterklasse die Vertreter des englischen Proletariats beBestehende wird grundsätzlich verdammt, der Haß gegen die heutige grüßen, die nach Deutschland gekommen sind, um uns die Gesellschaftsordnung wird aufs höchste gesteigert, jede attive Be Friedensbotschaft unserer englischen Klaffengenossen zu überWas Europa von damals an Verderbtheit, Verrohung und fämpfung dieser Gesellschaft, jeder Schritt zur Aenderung oder Ab- bringen. So wird Berlin zur Stätte einer ernsten Sundgrenzenloser Ausbeutung des Menschen botes genügt, an die schaffung des Bestehenden wird aber aufs energischste verurteilt. gebung der Internationale, und in der Hauptstadt des erschütternden Enthüllungen der englischen Fabrikinspektoren zu er Von diesem Grundfehler der Tolstoischen Lehren können leicht Staates des Militarismus wird von den Vertretern der innern, welche später auch Marg im„ Sapital" tommentierte all die anderen Fehler abgeleitet werden, wie die individuelle beiden mächtigsten Arbeiterarmeen Europas dem Militarisunterschied sich für Tolstoi sehr wenig von dem heimatlichen Elend: Berweigerung des Militärdienstes, die Entsagung vom Staats- mus und dem Kriege der Krieg erklärt werden. Das ist die Europa konnte unmöglich als Vorbild für die Zukunft Rußlands dienst usw. einzige erfreuliche Folge des chauvinistischen Lärms, mit dem In der Verurteilung des Kampfes gegen die Gewalt, welche die herrschenden Klassen Europas ihre Länder erfüllen, daß Das Eindringen und die Entwickelung des Kapitalismus in doch den Grundpfeiler des Bestehenden bildet, liegt die reattio- dieses Treiben die Gegenwehr des Proletariats hervor= Rußland selbst, die gewaltsame Proletarisierung der Bauern mit näre Seite von Tolstois Lehren, welche sich in den letzten Jahren gerufen hat. Der imperialistischen Agitation, die die Gegenall ihren entsetzlichen Begleiterscheinungen mußte Tolstoi in seiner in fortgesetzten Ausfällen gegen die russische Revolution fundmachte. fäße zwischen den kapitalistischen Staaten immer mehr veroppofitionellen Stellung der bürgerlichen Ordnung gegenüber nur Hier liegt auch die Kluft, welche ihn von dem klassenbewußten Pro- fchärft hat und die bereits eine unmittelbare Gefahr für den bekräftigen, und' so tam er dazu, diese Ordnung mit derfelben grund- letariat trennt. Frieden der Welt geworden ist, stellt sich in entschlossenem säglichen und elementaren Straft, wie der untergehende russische Während die Arbeiterklasse die Emanzipation der Menschheit von Widerstand die Abwehraktion der proletarischen Solidarität Bauer zu verneinen und zu hassen. Und je größer und grenzenloser dem energischsten und hartnäckigsten Kampfe gegen die Herrschaft der entgegen. Was aber gerade der Berliner Versammlung ihre sein Haß gegen die heutige Gesellschaft in all in ihren Erscheinungen Bourgeoisie erwartet, erkennt Tolstoi einen solchen Kampf nicht nur besondere, überragende Bedeutung geben wird, ist dies, daß wurde, um so tiefer und absoluter wurde seine Liebe zu dem nicht an, sondern verurteilt ihn aufs entschiedenste, da er wähnt, die die Initiative zu der Bekundung der proletarischen Inter" Muſchik", zu dem im Kampfe mit dem Kapitalismus untergehenden Bourgeoisie werde am Ende von selbst von ihrer herrschenden eſsengemeinsamkeit gerade bom englischen Proletariat russischen Bauern. Stellung zurüdtreten. ausging. Es sind vor allem Vertreter der englischen Arbeitergenommen werden. Mrler und Set effgllsZK'GeMrMaskeA, an i?M iZpijze S h a k l e t o n, der angesehene Präsident des Gewerkschafts- kongrcsses, die in Berlin die Versicherung abgeben werden, daß die Macht der gewaltigen Organisationen der englischen Arbeiter sich mit der Macht des politisch und gewerkschaftlich organisierten deutschen Proletariats verbinden will, um mit dereinter Kraft dem falschen Nationalismus und Chauvinis- mus der herrschenden Klassen, den friedcnsgefährlichen Expansionsgclüsten des Kapitalismus, dem völkerverarmen- den Wachsen des Militarismus und Marinismus ihren ge- schlosscnen Widerstand entgegenzusetzen. Es ist unverkennbar, wie diese dankenswerte Aktion der Englischen Arbeiter eng zusammenhängt mit dem neuen G e i st, der die englische Arbeiterschaft seit Jahren erfüllt. Allzulange standen die englischen Arbeiter abseits und ihre Wege kreuzten nur allzuselten die Wege des sozialistischen Proletariats des übrigen Europas. Es war die Zeit, wo die englischen Arbeiter von bürgerlichen Schriftstellern als Muster angeführt wurden, deren Beispiel die Arbeiter des Kontinents nachahmen müßten. Das hat sich gründlich ge- ändert. Die englischen Arbeiter, die solange im Gefolge der bürgerlichen Parteien marschierten, haben sich unabhängig gemacht und ihre Vertretung im Parlament hat aufgehört, die Gefangene der bürgerlichen Politik zu sein. Wenn auch die EntWickelung in England anders verläuft, so ist doch heute kein Zweifel mehr möglich, daß auch am Ende dieser EntWickelung das proletarische Endziel, der Sozialismus zu finden fein wird. Und der Unabhängigkeitserklärung der englischen Arbeiter in der inneren Politik ist rasch gefolgt eine energische, zielbewußte, selbständige auswärtige Politik, die das englische Proletariat sofort an die Seite des internationalen sozialistischen Proletariats gestellt hat. Eng- land ist das Mutterland der imperialistischen Idee, aber die englische Arbeiterpartei ist völlig frei vom bürgerlichen Imperialismus und fetzt ihm den schärfsten Widerstand ent- gegen. So wird die Berliner Manifestation zu einem Akte von historischer Bedeutung. Sie ist ein sichtbares Zeichen für den gewaltigen Umschwung, der sich in der englischen Arbeiterklasse vollzogen hat, und sie bedeutet, daß sich das mächtige, trefflich organisierte englische Arbciterheer als eine Schlachtreihe in der Weltarmce des kämpfenden Proletariats zu fühlen beginnt. Es ist ein großer Machtzu wachs, den die proletarische Internationale erfahren hat. von dem so die Berliner Kundgebung Zeugnis ablegen wird. Und diese internationale Demonstration kommt im nichtigen Augenblick auch für Deutschland. Der starke politische Einfluß, den die englische Arbeiterpartei, seit- dem sie unabhängige Politik treibt, im Parlament ausübt, hat die liberale Regierung bestimmt, einen Versuch zu machen, die Spannung zwischen England und Deutschland zu vermindern. Es unterliegt keinem Zweifel, daß von Eng- länd aus Versuche gemacht worden sind, mit Deutschland zu einem Uebereinkommen über die Einschränkung der Flottenbauten zu gelangen. Der Versuch ist an dem Widerstand der deutschen herrschenden Klassen gescheitert und die Straßburger Rede Wilhelms II. hat gezeigt, daß die deutsche Regierung freiwillig zu keiner Verminderung der uferlosen Flottenbauten sich verstehen wird. Hier er- wächst dem deutschen Proletariat die Pflicht, mit aller Energie und Beharrlichkeit als seine dringendste Forderung in der auswärtigen Politik die Einschränkung des Flottenbaues und die Verständigung mit England zu fordern. Und unzweifelhaft wird die Ber- liner Versammlung Gelegenheit geben, in vollem Ein- Verständnis mit den Vertretern der englischen Arbeiter, diese Forderung mit allem Nachdruck hervorzuheben. Und um so willkommener wird uns diese Kundgebung proletarischen Friedenswillens sein, als die deutsche Diplomatie durch ihre Schwenkung in der Marokko- frage aufs neue unser Verhältnis mit Frankreich ver- fchlechtert hat und nicht übel Lust zu haben scheint, die alten Fchler, die uns schon einmal einem Kriege nahe gebracht haben, zu wiederholen. Da ist es an der Zeit, daß das deutsche Proletariat mit aller Aufmerksamkeit die welt- politischen Jrrgänge der Diplomatie verfolgt und feine ganze Kraft allen Versuchen entgegensetzt, den europäischen Frieden den Expansionsbedürfnissen des Kapitals zu opfern. Des- halb bringen auch die Berliner Arbeiter der bevorstehenden Kundgebung das allergrößte Interesse entgegen -und sie werden den englischen Delegierten in einer imposanten Demonstrationsversammlung beweisen, daß es zwischen englischen und deutschen Arbeitern keine Mißverständnisse und keine Gegensätze gibt. In der Bekämpfung des Krieges und des Militarismus lveiß sich heute das Proletariat der gesamten Welt eins und einig._ Die„Rorddeutfche ungemeine" über die Rekbsflnanzreform. Endlich nimmt nun das Regierungsorgan zur Frage der Reichsfinanzreform Stellung. Es erklärt. daß es„einer großen und umfassenden Reorganisation der ge- samten Finanzgebarung� bedürfe. ES konstatiert, daß die Schulden de? Reiches fich feit dem Jahre 1877 von 1(5 Millionen auf 4500 Millionen, die Schuldenzinsen auf 160 Millionen erhöht haben! Jedes der letzten Jahre hat Anleihen von mehreren Hundert Millionen Mark in der Form von Schuldverschreibungen oder langfristigen Schatzanweisungen notwendig gemacht! DaS schädige nicht nur die Finanzen des Reiches, sondern es bedeute auch bei einem ausbrechenden Kriege eine nationale Gefahr! Gegen alle diese Schäden und Gefahren müsse Abhilfe ge- schaffen� werden. Die Summe der gegenwärtig bereits bewilligten oder feststehenden offenen Kredite belaufe sich nahezu auf eine ganze Milliarde. Setze fich darüber hinaus das Tempo der�Schuldenzunahme in derselben Weise fort wie bisher. so wäre innerhalb des nächsten Jahrfünfts eine Steigerung von itiber 2 Milliarden Mark zu erwarten! Demgegenüber sei die „Stabilisierung de? Anleihewesens und des Kursstandes" eine „unbedingte Berpflichtung der Reichspolitik'. Auch müsse die Ein- leiwng einer stetigen Schuldentilgung sowie eine Vor- kehrung gegen weitere Vermehrung der Schulden aus unproduk- tiven Anlagen mit im Vordergrund der Reform stehen. Es sei vlso notwendig, zu einer dauernden Herstellung des Gleichgewichts zwischen Bedarf und Deckung bei den ReichSfinanzrn zu gelangen! Auch bei Anwendung äußerster Sparsamkeit lasse sich eine Verstärkung der Einnahmen durch sehr erhebliche Steuer- erhöhungen nicht umgehen! Des weiteren wirdv. unterzeichnet, in welchem Protest gegen vre Hinrichtungen in Rußland erhoben wird. Petersburg, 9. September. Der Mini st er des Innern hat den Stadtoberhänptern von Petersburg und Moskau, sowie von anderen großen Städten verboten. sich offiziell an der Tolstoifeier zu beteiligen. Infolgedessen werden dieselben nur Glückwunschtelegramme an Tolstoi absenden. Petersburg, 9. September. Die Mitglieder des Ber- bandes der russischen Leute in Minsk und Cherson sind gegen jede Tolstoifeier und bezeichnen Tolstoi als Vaterlandsfeind und Gotteslästerer. „Preßfreiheit". Petersburg, 9, September, Die oktrobristis'che„Peters- burger Zeitung" ist mit einer Geldstrafe von 3000 Rubel belegt worden wegen Veröffentlichung eines Artikels über die Zukunft d er H o chs ch nlen. Der Artikel besprach die Maßnahmen des UnterrichtSministerS betreffend die Hospitantinnen und Studenten- organisationeu, sowie die geplante Maßregelung einiger der Kadetten- Partei augehörender UniversitStsprofessoren. Die gleiche Strafe traf „ R j e t s ch" wegen Abdruck des Artikels. Orkei. Die Beamtenfrage. Konstantinopel» 9. September. Da die Maßregel des Unter- richtsministers, der mehrere hundert Beamte entlassen hatte, große Erregung hervorgerufen, wurde die Mehrzahl der Be- muten heute wieder eingestellt. Unterwerfung der Kurden. Konstantinopel, 9. September. Jeni Gazeke meldet, daß der Kurdcnchef Ibrahim Pascha, der mit feinen Hamidic- regimeutern die türkischen Truppen angegriffen hatte, flüchtig geworden sei. Dem„Tanin" zufolge soll die Absetzung Ibrahim Paschas beschlossen worden sein,„Sabah" erfährt, daß Ibrahim erklärt habe, er lverde ans Befehl des KriegsministerS nach Konstantinopel kommen, um die W a f f e n n i e d e r z u l e g e n und sich vom Parlament aburteilen zu lassen. Werften. Eine englisch-russische Intervention. London, 9. September. Aus Teheran wird einem hiesigen Blatte gemeldet, daß dem Schah gestern eine britische und eine russische Note übereinstimmenden Inhalts überreicht worden sind, in denen seine Aufmerksam- keit auf die in den Provinzen herrschenden Unruhen gelenkt und insbesondere auf die Gefahr aufmerksam gemacht wird, in der Leben und Eigentum der Fremden in Täbris schweben. Die Note empfiehlt dem Schah dringend, zur Be- ruhigung des Volkes die versprochene Proklamation betreffend die Wahlen sobald als möglich zu erlassen und das Parlament für Mitte November zusammen zu berufen. Marokko. Ei»»euer Diplomatenstreich. Die deutsche Marokkopolitik wird jetzt auch in der Form ihrer Kundgebungen das, was sie ihrem Inhalt nach längst ist, nämlich feuilletonistifch. Nur daß uns der spielerische Leichtsinn sehr schlecht zu dem Ernst der Situation zu passen scheint. Die offiziöse„Süddeutsche Kor- respondenz" schreibt: Mulah Hafid hat schon früher crllärt, er nehme die Akte von AlgeciraL an und wird diese Erklärung jetzt wiederholen. Politisch kann sie zur Abschneidung von Einwänden gegen die An- erkennung nur nützlich sein. Nolrnendig ist sie eigentlich nicht. Denn die Sache steht staatsrechtlich so: nicht weil Hafid die Akte annimmt, kann er anerkannt werden, sondern umgekehrt, erst indem die Mächte ihn anerkennen, legen sie ihm die Verpflichtungen aus der Akte auf. Der anerkannte Sultan hat diese Pflichten ixeo jure; er kann sich ihnen nicht entziehen. Bon einem nicht anerkannten Sultan haben die Mächte, streng genommen, kein Recht, zu verlangen, er müsse die Akte beobachten. Deshalb soll man sich beeilen. Die Anerkennung Hafids ist keine HerkuleSarbeit und kein Problem, über dessen Lösung man politisch tiefsinnig zu werden braucht. immer vorausgesetzt, daß keine Macht eine andere Politik treiben Ivill als die durch die Akte vorgezeichuete. Auch die vielberufenen Bedingungen der Anerkennung tollten kein Hemmschuh sein. Recht- lich kann dem neuen Sultan keine Bedingung auferlegt werden, deren Erfüllung mit Vorschriften der Akte unvereinbar wäre. Deutschland ist au sich unter den Signatarniächten von Algeciras nur eine Macht wie die übrigen. Während aber andere Mächte sich auS verschiedenen Gründen für die EntWickelung in Marokko mehr oder weniger desinteressieren, bleibt Deutschland diejenige Macht, die, nächst Frank- reich undSpanien, ihren marokkanischen Rechten und Interessen besondere Aufmerksamkeit zuwendet und sich gerade dann meldet, wenn man sie fein leise ausgeschaltet zu haben glaubte. Es ist vielleicht noch nie so dentlich geworden, wie aus den Schlußsätzen dieses offiziösen Geschreibsels, wie sehr unsere auswärtige Politik eine bloße P r e st i g e p o l i t i k ist. Sie meldet sich gerade dann und schlägt Lärm, wenn das deutsche Volk endlich glaubt, von dem marokkanischen Abenteuer be- freit zu sein und beginnt gerade dann mit geräuschvollen Aktionen, wenn man schon hoffen durfte, daß der Gang der Ereignisse selbst auch die fanatischsten französischen Kolonial- Politiker zur Raison bringen würde. Ganz energisch aber muß dagegen protestiert werden, als ob das deutsche Volk irgend ein besonderes Interesse an Marokko haben würde. Wir wollen durchaus keine V e r- a n t w o r t u n g für die marokkanischen Angelegenheiten über-' nehmen und verurteilen auf das schärfste jede Politik, die über die Erhaltung der offenen Tür in Marokko auch nur im geringsten hinausgeht. Es zeugt nur von dem Ungeschick der deutschen Politik, daß sie die Marokkofrage zu nichts anderem zu benutzen weiß, als die internationale Stellung Deutschlands ständig zu verschlechtern._ Die Verhaiidlungeu. Paris, g. September. Bläitermeldungen zufolge setzten der Minister des Aeußern P i ch o n und der spanische Botschafter gestern abend den Wortlaut der französisch-spanischen Note fest, die gleich darauf nach San Sebastian geschickt worden sein soll, um dort der spanischen Regierung zur Genehmigung vor- gelegt zu werden. Die Note werde zweifellos heute oder morgen den fremden Negierungen zugestellt werden. „Petit Parisien" sagt, es sei zweifelhaft, ob die An- erkennung Mulay Hafids vor Mitte Oktober tatsächlich erfolgt sein könne, da man mit den weiten Entfernungen und der Schwierigkeit der Verbindungen rechnen müsse. Huö der Partei* Zum Parteitag. Eine wunderliche Auslegung. Der„Hessische V o l k s f r e u n d" schreibt: „Obwohl die Zahl der Organisierten von Groß-Derlin im Verhältnis zur Zahl der ReichStagSwähler keine sonderlich imposante i st und Groß-Berlin in dieser Beziehung selbst unter Hessen steht, sind doch die absoluten Mitglieder- zahlen, welche die Berliner Organisationen aufweisen, so ge- waltige. daß jede Willenskundgebung der Berliner Parteigenossen- schaff für die Sozialdemokratie ein wichtiges Ereignis bildet, und zwar um so mehr, als die Berliner Organisationen es bisher auch immer verstanden haben, sich eine ihrer Mitgliederzahl einigermaßen entsprechende Vertretung auf deni Parteitage zu sichern.' Das Darmstädter Parteiorgan meint also, daß die Zahl der Organisierten von Groß-Berlin im Verhältnis zur Zahl der Reichstagswähler„kein sonderlich imposantes" sei. Wir geben gern zu, daß sich die V e r h ä l t n i s z a h l zwischen der Zahl der sozialdemokratischen Stimmen und der Zahl der in den politischen Organisationen O r g a n i- s i e r t e n noch günstiger gestalten lassen könne und müsse. Immerhin finden wir es nicht ganz angemessen, wenn das Darmstädter Parteiorgan die Verhältniszahl als eine nicht sonderlich imposante bezeichnet. Denn wie verhält es sich mit den prozentualen Ziffern? Von den Wählern, die 1M7 in Berlin für die Sozial- demokratie stimmten— ihre Zahl betrug 251 000 — waren 56 346 politisch organisiert, also 22 Proz. Nehmen wir die Zahlen für Groß-Berlin. so ergibt sich, daß von 413000 sozialdemokratischen Wählern 86 500 orga- nisiert waren, d. h. annähernd 31 Proz. Nun waren aller- dings in Hessen 23 Proz. der sozialdemokratischen Wähler politisch organisiert. Das wäre eine Differenz von 1—2 Proz. Vergleichen wir dagegen den Prozentsatz der Organisierten der vier süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen mit der Zahl der Organisierten der Provinz Brandenburg, so ergibt sich, daß die vier süddeutschen Staaten bei 522 006 sozialdemokratischen Stimmen 99 969 politisch Organisierte auszuweisen hatten; die Provinz Brandenburg hingegen bei 543 999 sozialdemo- kratischen Stimmen 196 999 organisierte Genossen! Der Prozentsatz der Organisierten dürfte sich also in beiden Fällen die Wage haltenl Was aber die Vertretung Groß-BerliuS anlangt, so hat Groß-Berlin bei voller Ausnutzung des OrganisationsstatutS Anspruch auf 8 mal 3 gleich 24 Delegierte. Der Zahl der organisierten Genossen gemäß hätte es also Anspruch aus mindestens aller Delegierten. Bei einer Zahl von nur 219 Delegierten müßten also auf Groß-Berlin 39 Delegierte entfallen. In Wirklichkeit aber vermag Groß-Berlin in jedem Falle nur 24 Delegierte zu entsenden I Wir haben diese Berechnung nur aufgestellt, um daS itat des„Hessischen Volksfreundes" zu illustrieren. In der at bedeutet eine Willenskundgebung der Groß-Verlincr Parteigeuossenschaft für die deutsche Sozialdemokratie ein Er- cignis insofern, als Groß-Berlin 413 999 Reichstags- Wähler und 89 999 organisierte Genossen aufweist, gegenüber 522 999 Reichstagswähler» und 99 999 Organisierten, die die vier süddeutschen Staaten Bayern, Württem- berg. Baden und Hessen zusammen aufzuweisen haben l Unannehmbare Vorschläge. In der Parteikonferenz des Wahlkreises Friedberg- Büdingen referierte Genosse Parteisekretär B u s o l d über die Budgetfrage. Die süddeutschen Abgeordneten hätten durch die Bewilligung des Budgets gegen den Lübecker Beschluß verstoßen. Die ganze Angelegenheit sollte der Parteitag in einer ge« s ch l o s s e n e n Sitz ung erledigen. Die Konferenz stimmte nach kurzer Debatte einem Antrag an den Parteitag zu, der wünscht. daß dieser Punkt in einer geschlossenen Sitzung behandelt wird. Von einer Beschickung des Parteitages wurde Abstand ge- nommen. Der Anttag ist natürlich völlig unannehmbar, ebenso un- annehmbar, wie das in vereinzelten Parteiblättern aufgetauchte Verlangen, die Budgetfrage einer Kommission zu über- weisen. Eine solche Flucht aus der Oeffcntlichkeit würde bei den Genossen, die die strittige Frage mit lebhaftem Interesse verfolgen, den allerschlechtesten Eindruck machen. Sie würde den Parteitag direkt zu einer Komödie herabwürdigen. Kommissionen sind an- gebracht bei rein geschäftlichen und persönlichen Angelegenheiten, dir die Oeffentlichkeit nicht berühren. Sie können auch in anderen Fragen mit Erfolg arbeiten; wie z. V. die Programmkommission auf dem Erfurter Parteitag, wenn über diese Frage im allgemeinen Ucbereinstimmung in der Partei herrscht und es nur noch gilt, die beste Form des Beschlusses zu finden. Eine Frage aber, die einen so heftigen Parteistreit entfacht hat, wie die der Budgetabstinimung, in eine Kommission verweisen, wäre ein Eingeständnis der Schwäche vor den Gegnern und außerdem praktisch ganz ohne Wirkung, denn die Auseinandersetzungen im Plenum ließen sich dadurch doch nicht vermeiden. m Das„Bolksblatt" für Halle und die Budgetfrage. ES wird uns geschrieben: Eine am 2. September im Volkspark zu Halle tagende Sitzung der Agitationskommission deS Regierungsbezirks Merseburg, an der außer den zur Kommisston gehörenden Borsitzenden der acht Wahl- kreise auch die Redaktion des Halleschen. Volksblatts" teilnahm, unterzog die unklare und jeder Direktive entbehrende Haltung des Halleschen„Volksblatt" in Sachen der Budgeibcwilligung der süddeutschen Landtagsabgeordneten einer scharfen Kritik. In einer einstimmig gefaßten Resolution sprachen die Anwesenden ihre Mißbilligung über die Art und Weise der Behandlung dieser äußerst wichtigen Frage aus. Der anwesende Vertreter der Redaktion, Genosse Fröhlich, erklärte, dafür besorgt sein zu wollen, daß Wandel geschaffen würde. In der Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für Halle und den Saalkreis wurde Genosse A l b r e ch t, der sich gegen die Budgetbewilligung ausgesprochen hatte, mit 446 Stimmen zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt; Ge- »osse Thiele erhielt 298 Stimmen. Als Reichstngskandidat wurde Genosse Kunert gegen eine Stimme wieder aufgestellt. » Die Lübecker Genossen zur Budgetfrage. Im sozialdemokratischen Berein für den Wahl« kreis Lübeck sprach sich der Referent, Genosse Schneider gegen die Budgetbewilligung au», ebenso die Genossen Stelling, der jedoch die süddeutschen Abgeordneten nicht des Parteiberrats bezichtigt wissen wollte, Genosse Reichstagsabgeordneter Th. Schwartz und Genosse Lörig. Bedingt verteidigte die Budgstbewilligung Genosse Solomon, unbedingt Genosse Dr. Schlosser. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt._ Ein Jahrbuch für Partei- und Gewerkschaftsangcstellte hat der Vorstand des Vereins Arbeiterpresse in diesem Jahre zum ersten Male herausgegeben. Es gelangt soeben zur Versendung an die Mitglieder des Vereins. Das Jahrbuch soll, wie der Redakteur desselben, Genosse Grunwald, in seiner Einführung bemerkt„lediglich praktische Zwecke verfolgen, vor allem die persönliche Verbindung der einzelnen Angestellten für ihre agitatorischen und organisatorischen Aufgaben erleichtern". Für diese Zwecke bringt das Jahrbuch ein umfassendes Adrcssenverzeichms der in- und ausländischen Partei- und GeWerk- schaftsinstanzen, der in- und ausländischen Presse, der Bildung«- institute, Korrespondenzen usw. Soweit dies Material bekannt ist, erhält es hier doch den besonderen Vorzug der umfassenden und systematischen Zusammenstellung. Zum ersten Male aber bringt das Jahrbuch eine spezialisierte Darstellung unserer Partei- und Gewerkschaftspresse. Hier findet man neben Namen und Adresse jedes Organs angegeben sein Verbreitungsgebiet, fenei Gewerkschaftliches. Redakteure, seine Geschäftsleitung, der Breßkommissionsborfigender lose Institut zu gefährlich, es lehnle den Wohnungsnachweis ab. J Schneiderberbande organisierten Wäschearbeiter und arbeiterinnen at. dergl.; daneben aber auch für jedes Partei- und Gewerkschafts- Ferner hatte der Magistrat die Anstellung zweier Wohnung 3- zur Entscheidung vor. Der äußerst starte Besuch der Versammlung, organ eine kurze Darstellung seiner Lebensgeschichte, so daß uns aufseher mit je 3000 M. Gehalt beschlossen, worüber das Ge- namentlich seitens der Arbeiterinnen, zeigte, welch reges Interesse hier die bislang so sehr vermißte Geschichte unserer Preffe furz aber meindekollegium am Dienstag zu beschließen hatte. Mittelständler der Tariffrage durch die beteiligten Arbeitnehmer entgegengebracht und Nationalliberale machten heftige Opposition, weil ihrer An- wird. Der Referent Eu e verwies darauf, daß die Fabrikanten den das Wesentliche erschöpfend vorliegt. Am Schluß befindet sich neben sicht nach für die Hausbesißer und Mieter eine belästigende Polizei- alten Vertrag gekündigt hatten mit der ausgesprochenen Absicht, die einem Verzeichnis der Mitglieder des Vereins Arbeiterpresse ein maßnahme in der Wohnungsaufsicht liege. Sie ließen sich nicht Löhne herabzusetzen. Auch bei den Verhandlungen standen die Kalendarium und eine sorgfältige Liste parteipolitischer und kultur- einmal durch die Versicherung der Freisinnigen, denen vor den Ge: Fabrikanten zuerst noch auf diesem Standpunkt. Schließlich historischer Gedenktage für zwei Jahre. Von besonderem Interesse meindewahlen bange ist, beruhigen, daß auf jede Wohnung nur alle sei es den Vertretern der Arbeiter doch gelungen, die für die Mitglieder des Vereins Arbeiterpresse und der Unterstützungs- 3 bis 5 Jahre eine Kontrolle komme. Die Einrichtung der Fabrikanten so weit zu bringen, daß sie von der Absicht, die Vereinigung ist die eingehende Geschichte dieser beiden Organisationen, Wohnungsaufsicht wurde zuletzt mit 26 gegen 17 Stimmen be- Löhne zu fürzen, zurüdtraten und sich mit Beibehaltung die Robert Schmidt im Jahrbuche publiziert. schlossen. der bisherigen Lohnsäge einverstanden erklärten. Ebenso seien die Fabrikanten von dem Verlangen, den Vertrag auf fünf Jahre zu berlängern, zurückgekommen und hätten die Forderungen der Arbeiter auf eine dreijährige Vertragsdauer zugestimmt. In Anbetracht der An die gesamte Tabakarbeiterschaft Deutschlands. gegenwärtigen ungünstigen Geschäftslage tönne fich die Arbeiterschaft Minister und Reichstagsabgeordnete haben die Sommer mit diesem Ergebnis zufrieden geben. Nach furzer Diskussion er frische verlassen, während die Arbeiterschaft, insbesondere die lärte sich die Versammlung mit allen gegen drei Stimmen mit den Tabakarbeiter, unter den heutigen Verhältnissen im Schweiße vor dem Einigungsamt getroffenen Vereinbarungen einverstanden. Zu Beginn der Versammlung hatten die Delegierten vom Vers ihres Angesichts kaum das zum Leben Notwendigste erwerben bandstag einen Bericht erstattet, dem eine im wesentlichen zu können. Und doch droht den Tabatarbeitern eine neue und stimmende Besprechung folgte. Als Mitglieder des Hauptvorstandes größere Gefahr für ihre Existenz. Von allen Seiten schwirren wurden Liebenthal und Frau Joseph gewählt. Gerüchte von bestinformierter", von„ gutinformierter" und verschiedenen sonstigen Seiten. In allen diesen Gerüchten aber herrscht über eins volle Uebereinstimmung, über den Punkt: Tabaksteuer! Für diese sei nichts mehr und nichts weniger geplant als eine Zigarren- Banderolestener! Bei dem vorliegenden Jahrbuch kann man mit vollem Recht fagen, daß es eine lang empfundene Lücke ausfüllt und die Parteis und Gewerkschaftsangestellten werden dem Vorstande des Vereins Arbeiterpresse und im besonderen dem Redakteur des Jahrbuches für die sehr willkommene Gabe zu großem Dante verpflichtet sein. Aus Induftrie und Dandel. Folgen der Krise. Auswanderung. Achtung, Friseurgehilfen! Für unsere Mitglieder sind wegen ausgebrochener Differenzen folgende Betriebe gesperrt: Miehlert, Danziger Straße 87; Gläser, Oderberger Straße 56; CzenfuschSchonenschestr. 43; Olschewski, Lichtenberg, Gürtelstr. 9; Utecht, Rigdorf, Elbestr. 37. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. J. A. Paul Liere, Rosenthaler Straße 57. Deutfches Reich. Die Neeber als Organisatoren der Schauerleute Ueber die Lage der Kleiderfabriken wird aus dem Gladbacher Bezirk berichtet, daß das Geschäft in Herbst- und Winterartikeln sehr unter der verminderten Kauftraft der arbeitenden Bevölkerung leidet. Ausdrücklich wird betont, es sei zu konstatieren, daß die infolge von direkten Lohnherabsetzungen und Ausfällen wegen Betriebsreduktionen im Großgewerbe eingetretenen verminderten Lohn- Seitens der Reichsregierung liegt ja allerdings noch keine einnahmen die Konsumenten von billigen Kleidern offensichtlich zu offizielle Bekanntgabe vor. Das System der Ueberrumpelung Einschränkungen veranlassen. Da man den Magen eben nicht zubinden des Volkes wird, wie seit Jahren, weiter fortgesetzt. kann, die notwendigen Lebensmittel zunächst gekauft werden müssen, Für jeden denkenden Menschen ist es unfaßbar, daß die äußert sich der Sparzwang im Minderverbrauch von Genußmitteln Reichsregierung es wagen könnte, mit einem derartigen Als den Kontraktschauerleuten der am 1. September in Kraft und Kleidern. Da offenbart sich den Industriellen und Händlern Steuerprojekt auf der Bildfläche zu erscheinen, nachdem dieauch eine Seite des von Pseudovolksfreunden gepredigten Allheil- selbe in der letzten Reichstagssession damit eine vollständige getretene neue Kontrakt aufgezwungen worden war, ließen die mittels des Sparens. Schließlich hat das freiwillige Sparen auf Niederlage erlitten hat. Dieses Wagnis ist ein Beweis für Reederbeauftragten wiederholt Flugblätter verbreiten, in denen gegen den„ Terrorismus" des Hafenarbeiterverbandes gezetert und Kosten einer vernünftigen, dem Stande der allgemeinen Kultur und die Korruptheit unserer sozialen und politischen Verhältnisse. Der Wert einer„ freien Organisation auf streng gewertschaftlicher Gütererzeugung entsprechenden Lebenshaltung genau dieselben volks- Mag das Kommende ein Gesicht haben wie es wolle, für die Grundlage mit Ausschluß absolut jeder politischen Tätigkeit" auss wirtschaftlichen Nachteile wie der jetzt eingetretene Sparzwang. Wenn Tabatarbeiterschaft Deutschlands erwächst die heilige Vereinandergesetzt wird. Ein anderer schöner Eat lautet:.... Aber die Arbeiter sich jetzt mit aller Macht gegen Lohnverminderungen pflichtung, sich auf das schlimm ste vorzubereiten. Bu als wirklich friedliebende Menschen ist es unsere Aufgabe, der wehren, so ist das im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse nur dieser Vorbereitung gehört in erster Linie, wie wir des Vernunft und dem Verstande gemäß, mit unseren Arbeitgebern zu begrüßen. öfteren gesagt: Organisation! An allen, selbst den kleinsten auf friedlichem Wege zu verhandeln. Die Erfahrungen in letter Drten, wo noch keine Stommiffionen bestehen, sind solche so- Beit haben uns gezeigt, daß auch von seiten unserer Arbeitgeber Die Kollegen fort einzusetzen. Sofort sind öffentliche Versamm- uns mit Verständnis entgegengetreten wird." lungen einzuberufen, in denen die Bildung derartiger wurden sodann zwecks Gründung eines Kontraktarbeitervereins Kommissionen vorgenommen werden muß. Niemals darf leuten besucht, so daß die beabsichtigte neueste Vereinsgründung Niemals darf eingeladen. Aber die Versammlung war von nur 25 Schauerdieses in Verbands Mitgliederversammlungen geschehen. In auch ins Wasser gefallen ist. den Orten, wo schon Kommissionen bestehen, sind etwaige Seit Jahresfrist sind nun schon mehrere Vereine der Schauers Lücken sofort auszufüllen. Diese Kommissionen haben die leute gegründet" worden, so die Freie Bereinigung" und der Verpflichtung, sich mit den von uns seinerzeit eingefeßten Verein der Echauerleute von Hamburg- Altona". Die Tattik der Agitationsleitern ihres Bezirks in Verbindung zu sehen, sich Organisatoren geht dahin, bei Lohn- und sonstigen Differenzen nur bei denselben in allen einschlägigen Fragen Rats zu eine Organisation gegen die andere ausspielen zu können. holen und mit denselben in stetem Verkehr zu bleiben. Tarifabschluß im Plattenlegergewerbe für Württemberg, Kollegen und Kolleginnen! Zu dem bevorstehenden Hohenzollern usw. Bom Solinger Banffrach. Um einem Konkurs der Minerba"- Kampfe, in dem uns das Messer an die Kehle gesetzt wird, Nach länger als 15monatlichen Verhandlungen Werte, Stahlwarenfabrik in Solingen, vorzubeugen, hat der Gläubiger- gehört diesmal Geld, viel Geld! Trot unserer jahrelangen auch Streif Ausschuß der Solinger Bank beschlossen, einem Zwangsvergleichs- stämpfe auf dem Gebiet der Tabaksteuer- selbst die Brotlos- auch Streit ist ein Tarifvertrag im Fliesenlegergewerbe zustande gekommen, der für ganz Württemberg, Hohenzollern vorschlage von 33 Proz. zuzustimmen. machung der zirka 15 000 Tabatarbeiter im Jahre 1879 ist und in allen übrigen deutschen Staaten, Geltung hat, Die Firma Ernst Reimer in Solingen mußte, wie die" Rheinisch- als ein Kinderspiel gegen die uns jetzt bevorstehende Gefahr wo bisher noch keine Berträge bestehen. Abgeschlossen ist der Ver Westfälische Zeitung" berichtet, Konkurs anmelden. Die Forderung der Solinger Bank an diese nur ganz unbedeutende Firma beläuft zu erachten stehen wir jetzt vor dem Verzweiflungs-, vor trag zwischen dem Zentralverband der Maurer Deutschlands und dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe, Landesver sich auf nicht weniger als rund 100 000 Mart. Nicht so hoch ist die dem Entscheidungskampf! Forderung der Bank an die ebenfalls in Konturs geratene Firma Angesichts dieser uns drohenden Vernichtung hat jeder band Württemberg.. Der Tarif tritt am 1. November 1908 in Kraft und hat bis Karl Scheidt in Wald; sie beziffert sich auf 27 000 Mart. Nach der einzelne Tabatarbeiter die Verpflichtung, zu dieser Geldvom Konkursverwalter aufgestellten Bilanz betragen die Passiven sammlung und dadurch zu den Mitteln der Bekämpfung bei- zum 1. April 1911 Geltung. in Konkurs Scheidt 49 194 Mark, die Aktiven 38 581 Mart, so daß zutragen. Die Unterzeichnete hat wieder wie vorher SammelBergarbeiterstreit, eine Unterbilanz von 10 613 Mark zu verzeichnen ist. listen anfertigen lassen, welche von denjenigen Bezirksleitern, und Effen a. d. R., 9. Ceptember. Zu dem Ausstand der Schlepper nur von diesen, welche sich nicht selbst solche drucken lassen, auf und Pferdetreiber auf der Zeche Graf Bismarck, Schacht 2, wird Für den Monat August ergaben sich in den beiden letzten Jahren diesbezügliches Ersuchen von uns zu beziehen sind durch weiter gemeldet, daß heute von der Frühschicht 90 Schlepper und Kollegen Ludwig Walter, Berlin N. 37, Weißenburger 22 Pferdetreiber nicht eingefahren sind. folgende Außenhandelsziffern: Wie die Lage am Weltwirtschaftsmarkt auf die Auswanderung wirkt, zeigen folgende Bahlen. Es wanderten aus: über Hamburg über Bremen 17 184 5.999 102 623 36 778 Auguft 1907 1908 " 14 592 9 909 Januar bis August 1907 139 093 " " 1908 44 187 Insgesamt wurden in den ersten acht Monaten über Hamburg und Bremen 80 965 Personen befördert gegen 301 716 Personen in der entsprechenden Vorjahrszeit. Eisenerze. Steinkohlen Braunkohlen Roheisen Außenhandel in Kohlen und Eisen. Halbzeug( Blöde, Luppen, Roh schienen usw.) Träger. Schienen " Einfuhr 1908 1907 Tonnen 884 848 875 878 " Ausfuhr 1908 1907 775 240 24 424 41 535 2452 23 982 Tonnen 224 939 315 120 2029 452 1 768 247 2.900 14 601 1 011 796 1 418 836 691 854 622 66 33 0 475 111 106 0 41 789 25 828 28 684 7719 22 464 37.924 30 538 11 449 Eiserne Schwellen Die Einfuhr von Kohlen ist weiter gesunken, die Ausfuhr dagegen weist noch eine kleine Steigerung auf. Die Ausfuhr von Halbzeug hat eine sehr beträchtliche Steigerung erfahren; aber die Aufnahmefähigkeit des Auslandsmarktes für Träger, Schienen und Echwellen hat nachgelassen. Das ist eine unerfreuliche Entwickelung für die reinen, Halbzeug verarbeitenden Werfe. Soziales. Straße 75 IV, an welchen auch alle Gelder einzusenden sind. Arbeiter der HilfsZabatarbeiter! gewerbe! Lithographen, inzwischen Bigarrentistenmacher, Zigarrenbandwirter, Letzte Nachrichten und Depefchen. Wickelformenarbeiter usw. usw.! Der Achtuhr- Ladenschluß. Unter dem Vorsitz des Stadtrats Geh. Regierungsrat Frie. Wir sind genötigt, uns in diesem Kampfe an alle Interessenten zu wenden, denn allen, allen soll es dieses Mal an den Kragen gehen. del fand gestern eine Sibung der Gewerbebeputation Dieser gewaltige Ansturm erheischt eine kolossale Abwehr! statt, in der zu der Frage des Achtuhr- Ladenschlusses Stellung Ein jeder, ob Mann, ob Weib, muß in diesem genommen wurde. Nach längerer eingehender Beratung wurde Kampfe feine volle Schuldigkeit tun, muß voll und ganz auf dem Plaze sein. Zentralkommission der Tabakarbeiter Deutschlands. J. A.: Wilhelm Boerner, Nitterstr. 15, part. Karl Butry, Stralsunder Straße 41 III. ( Bom 1. Oktober ab: Stettiner Straße 25 IV.) Alle arbeiterfreundlichen Blätter, insbesondere die Fachblätter der Tabakbranche werden um gefl. Abdruck gebeten. D. U. Berlin und Umgegend. Die streifenden Rohrleger und Helfer beschlossen, den Gemeindebehörden, die beide gehört werden müssen, sowie dem Polizeipräsidium, das in dieser Frage die letzte Instanz bildet, den Achtuhr- Ladenschluß, der bekanntlich von zwei Trittein der Berliner Geschäftsinhaber gewünscht wird, su empfeh len, jedoch unter der Vorausseßung, daß er dann allgemein für Berlin eingeführt wird, und die Geschäfte Sonn. abends bis um 9 Uhr geöffnet bleiben dürfen. Auss nahmen sollen für Bigarren, Bigaretten, Blumen und Konfiturengeschäfte vorgesehen werden Dem Tode abgerungen. Fleischvergiftung. Die Fortbildungsschule ist eine Verbrecherhöhle! Der schlesische Zentralgewerbeverein hielt am Dienstag in Bremen, 9. September.( W. T. B.) Die Rettungsstation Cug hahen der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger teleKönigshütte seinen sogenannten Gewerbetag ab. Dieser Verein ist treibenden, von gewerblichen Theoretikern, Lehrern und Freunden des Gewerkschaftshauses versammelt. Handke, der den Situations- Rettungsboot der Station Neuwert drei Personen geeine Organisation von industriellen wie handwerkerlichen Gewerbe- waren am Mittwoch vormittag wieder vollzählig im großen Saale graphiert: Von der auf Kleinvogelfand gestrandeten holländischen Tjalt Annestiena Albertha"( Kapitän Winter) sind durch das des Gewerbewesens zum Zwecke der Förderung desselben. In bericht erstattete, sagte unter anderem, die am Montag abgehaltenen rettet worden. seinen Vorläufern seit mehr als 75 Jahren bestehend, hat dieser öffentlichen Bersammlungen haben insofern ihre Wirkung gezeigt, als Gewerbeverein früher im Kampfe gegen das Zünftler- die Bauarbeiter sich der Sache lebhafter angenommen und die auf tum stets im Vordergrunde gestanden; er bildete den dem Bau beschäftigten Rohrleger nach Berechtigungsfarten gefragt Jarmen, 9. September.( W. T. B.) Nach dem Genuß von Mittelpunkt der Gegnerschaft gegen den reaktionären Innungszopf. und dadurch die Bewegung in anerkennenswerter Weise unterstüt Schabefleisch erkrantten in einer Schlosserfamilie die beiden Eheleute Heute aber ist dieser Verein ein schlagendes Beispiel dafür, haben. Trotz der zahlreichen Streitbrecher find die Unternehmer und deren Schwiegereltern schwer, die beiden Lehrlinge und zwei welche Früchte die blöde Politik der Mittelstandsretterei zu zeitigen nicht in einer guten Lage. Durch Inserate in der" Volts- Zeitung" Gesellen leicht. beginnt. Durfte doch eben auf jener Tagung in Königshütte der und anderen Blättern werden Rohrleger und Helfer, zum Kunsttischlermeister Kniebel- Breslau den ungeheuerlichen Ausspruch Teil unter Deckadressen gesucht. Ein Beweis, daß sich der tun: Die Fortbildungsschulen seien Herde der Unittlichkeit und Streit den Unternehmern fühlbar macht. Ihrer längst beVerbrecherhöhlen; es müsse daher die Aufhebung der Fortbildungs- fannten Gewohnheit folgend, greift die Polizei auch bei diesem schulen gefordert werden! Was ein anderer Handwerksmeister Streit wieder zugunsten der Unternehmer und der Arbeitswilligen auf diese von verbohrtem Haffe gegen Fortschritt, Aufklärung und ein. Die Streifposten, welche bei den Arbeitsnachweisen der MetallBildung getragenen Ausführungen antwortete, ist für die Kenntnis warenfabrikanten und der Gelben aufgestellt waren, sind durch der Naturgeschichte des Handwerklichen Mittelstandes Handwerklichen Mittelstandes um Bolizeibeamte vertrieben und arretiert worden. Da den Streifso bedeutsamer, als dort ein Handwerksmeister selbst also einer, posten durch das unbegründete Vorgehen der Polizei die Ausübung der es wissen muß ein treffendes Bild der mittelständlerischen ihrer Tätigkeit vor den Arbeitsnachweisen vereitelt wird, so sorgen Washington, 9. September.( W. T. B.) Orvill Wright unters Innungsfrauter zeichnete. Der Schornsteinfegermeister Stladniewiß- Bettelverteiler an jenen Orten für die Aufklärung der Arbeitsuchenden nahm heute vor Beginn des Ererzierens des Signallorps der Breslau führte aus: Die meisten Meister wollen ihre Lehrlinge nur durch Handzettel. Auch die Bauarbeiter auf solchen Bauten, die für Bundes- Armee einen Aufstieg mit seinem Aeroplan. Er um ausnuten, ohne sie etwas lernen zu lassen. Und dann: Der Hand- Rohrleger und Helfer gesperrt sind, sollen von dieser Tatsache durch freiste das Gelände 58 mal und blieb 52 Minuten 31 Sekunden werker flage in den Versammlungen, daß er nichts zu essen habe und Handzettel in Kenntnis gesetzt werden. Die Bahl der Firmen, in den Lüften. Die stündliche Durchschnittsgeschwindigkeit betrug zu Hause fete er sich dann an eine reichgedeckte Tafel. welche die Forderungen bewilligt haben, hat sich wieder um eine 36 englische Meilen. Orvill Wright hat damit jeden bisherigen Wir haben dieser Stritit nichts hinzuzusetzen. Anzahl vermehrt, so daß jezt nahezu 400 Rohrleger und Helfer zu Rekord für Flugmaschinen gebrochen. den neuen Bedingungen beschäftigt sind. in Wohnungsaufsicht in Nürnberg. Achtung, Rohrleger und Helfer und Bauklempner! Die Firma Rath u. Co., Potsdamer Straße 92, ist für Rohrleger und Helfer gesperrt. Die Sperre über die Firma Göhlsdorf ist hiermit -V Die Cholera in Petersburg. Petersburg, 9. September.( W. T. B.) Ein hier seit bor gestern beobachteter berdächtiger Krankheitsfall hat sich als asiatische Cholera erwiesen. Außerdem sind zehn weitere verdächtige Erkrankungen vorgekommen, Neuer Rekord mit dem Flugapparat. Vom Waldbrand in Minnesota. Duluth, 8. September.( W. T. B.) Wie dem Reuterschen Bureau gemeldet wird, rückt das Feuer des Waldbrandes in Nord- Minnesota gegen Grand Maras vor, eine 600 Einwohner zählende Orts schaft am Oberen Sce. Ein Regierungsdampfer mit zwei Kompagnien Marinereservisten ist von Duluth abgesendet worden, um bei der Bekämpfung des Brandes Hilfe zu leisten und die Ans Die Stadtverwaltung Nürnbergs war jahrzehntelang jeder Wohnungspolitik abhold, so daß sich Zustände herausbildeten, durch die fich die Stadt vor ganz Deutschland mit Schmach bedeckte. Erst in den letzten Jahren sind einige fleine, wenig wirksame Maß- aufgehoben. nahmen in die Wege geleitet worden, die man sich aber erst Schritt für Schritt durch das Drängen der Bevölkerung und das Schieben der Regierung abnötigen ließ. So wurde vom Magistrat kürzlich die Errichtung eines Wohnungsnachweises beschlossen, doch ohne welcher von den beiderseitigen Vertretern vor dem Einigungsamt fiedler auf den See zu retten. Der Schaden wird bereits auf Meldezwang, aber dem Gemeindekollegium war selbst dieses harm- bereinbart worden ist, lag am Dienstag einer Versammlung der im 3, Millionen Dollar geschäkt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin, Der Tarifvertrag für die Wäschebranche, Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin, Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Dr. 212. 25. Jahrgang. 1. KeilM des Jotniiitla" Sttlnift Sollialilstl. Mmetsiag, 10. Srpttinlti 1908. lugendorganifatlon. Die DiZlussion über die Frage betr. selbständige Jugendorganisation dürfte wohl mit der„Konferenz der Freien Jugendorganisationen", über die der„Vorwärts" in der Nr. 210 berichtete, ihren Abschluß gefunden haben. Nunmehr wird wohl Such den Genossen und Ge- nossinnen, die für die selbständigen Jugendorganisationen eintraten oder in der Frage schwankend waren, klar geworden sein, welche Aussichten sich eröffnen, wenn bei der Organisation zur Erziehung der Jugend eine selbständige Jugendorganisation mitwirkt oder gar, wie es gefordert wird, das entscheidende Wort zu sprechen hat. Auf der Konferenz ist die Gründung eines„Verbandes der arbeitenden Jugend Deutschlands beschlossen, das Statut ist angenommen, ein besoldeter Verbandsvorsitzender gewählt. Die Organisation, über deren Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit in Partei- und Gewerkschafts- kreisen seit Monaten diskutiert wird, über die nach übereinstimmender Meinung die höchste Instanz der Partei, der Parteitag Entscheidung treffen sollte, ist einfach gegründet worden. Der Parteitag braucht sich also nicht weiter zu bemühen, er ist vor eine vollendete Tat- fache gestellt. Will er nicht einen frisch fröhlichen Krieg mit den „Jugendlichen" herbeiführen, muß er Ordre parieren und für die selbständige, nicht nur lokale, sondern zentralisierte Jugend- Organisation sich entscheiden.— ES sei denn, daß dieser Vorgang den Partcigenosten, welche die Entscheidung in Nürnberg zu treffen haben, zeigt, daß die selbständige Jugendorganisation die Gefahr dauernder Differenzen mit der Parteileitung bringt und daß es wohl besser ist, eine einmalige kurze Auseinandersetzung, als end- loses Hin- und Herzerren zun» Schaden der Partei und besonders zum Schaden der Jugend zu haben. Die Gründung der Organisation ist direkt gegen dm Willen der Parteileitung erfolgt, und diejenigen, welche aus der Konferenz die Organisationsgründung besonders befürworteten, waren sich über die Absichten der Parteileitung keinesfalls im Zweifel. Sie haben an den Verhandlungen mit dem Parteivorstand teilgenommen und es ist ihnen dort eingehend dargelegt, welche Auffassung die verant- wortliche Parteileiumg in der Sache hat und daß auch ohne besondere Jugendorganisation mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die Erziehung der proletarischen Jugend gewirkt wird, sowie daß die endgültige Entscheidung in der Sache dem Parteitage zu- stehe. Die Antwort auf diese wohllneinenden Ratschläge sind die Verhandlungen und die Beschlußfassung der Konferenz. Waren es nun aber„Jugendliche", die dort beraten und be- schloffen haben? Soweit mir die Namen, die in dem Berichte genannt werden, bekannt sind, handelt es sich um Parteigenossen, die nicht in die Jugendorganisation, fondern in die Parteiorganisation hineingehören und hier mitzuarbeiten und zu beschließen haben. Aber es wird nach den Beschlüssen der Konferenz auch fürderhin bleiben, wie in diesem Fall, denn das Statut sieht nur für den Veitritt von Einzelmitgliedern die Altersgrenze von 18 Jahren vor und anerkennt ausdrücklich die Mit- gliedschaft älterer Personen, indem für diese ein höherer Veitrag als für die unter 18 Jahren alten Mitglieder festgesetzt ist. Es steht somit den Genossen und Genossinnen, die glauben, in der Partei- Organisation ihren Ideen keinen Eingang verschaffen zu können, der Weg zur Jugendorganisation offen, und hier werden sie nach den bisherigen Erfahrungen ein dankbares Publikum und ein dankbares Feld finden. Nicht, wie es nach den Vorschlägen des Partei- Vorstandes und nach dem Beschluß des Gewerkschaftskongresses ge- schehen soll' werden die tüchtigsten und befähigtsten Kräfte, die von Partei und Gewerkschaften ausersehen werden, für die Erziehung der Jugend zu wirken haben, sondern jeder, dem es beliebt, wird nach seinen Ideen auf die Jugend einwirken können. Ilm einer solchen Einrichtung die Zustimmung geben zu können, müßte man gleichgültig unserer Jugendbewegung gegenüberstehen. lins liegt die Sache unserer Jugend denn doch zu sehr am Herzen, als daß wir die Einwirkung auf die Jugendlichen dem Zufall über- lassen wollen. Alle diese Dinge sind den Vertretern der Jugendlichen bei den Verhandlungen mit Parteivorstand und Generalkommission klar und deutlich vor Augen geführt, aber alle Bemühungen waren ver- geblich. Die Arrangeure der Konferenz hatten damals das Statut des Verbandes fertig und es blieb bei dem, was sie wollten, kleines feuilleton. Das Urbild des Grafen von Monte Cristo. Einen interessanten Nachweis der Quelle, der Alexander Dumas sich bei seinem be- rühmten Roman„Der Graf von Monte Cristo" bediente, führt Claude Mill in einer Studie, die im„Gil Blas" veröffentlicht wird. Bei seinen Arbeiten in der Bibliothek fiel Mill ein Werk in die Hände,„Historische Memoiren, verfaßt nach den Archiven der Polizei", das im Jahre 1838, also nur fünf Jahre vor dem Er- scheinen des„Grafen von Monte Cristo", herausgegeben wurde, und dessen Verfasser, ein gewisser Peuchet, längst der Vergessenheit anheimgefallen ist. Im ersten Bande dieses Werkes steht die kurze Darstellung einer Begebenheit, die den Inhalt des Dumasschen Werkes zusammenfaßt, und die von Dumas fast völlig unverändert übernommen wurde. Die kleine Geschichte führt den Titel „Der Diamant der Rache" und gibt die Schicksale eines kleinen Schuhmachergesellen namens Franaois Picaud, des Edmund Dantes bei Dumas. Er war im Begriffe, die schöne Marguerrte iMercedeS) zu heiraten. Es ist Karneval, ein paar Bekannte wollen ihm einen Streich spielen, und ein gewisser Allut iCadcroussej will die Hochzeitsfeier verzögern, indem er Picaud als engliscben Spion verdächtigt. Es geschieht, Picaud wird verhaftet, und der Kommissar schickt einen langen Bericht nach Paris. Der Herzog von Rovigo glaubt, daß eS sich um eine wichtige Persönlichkeil handelt. Picaud wird nicht freigelassen und verschwindet. Die Zeit geht ihren Gang. Im Jahre 1814, sieben Jahre nach der Verhaftung des vermeint- Iichen englischen Spions, nach dem Sturze des Kaiser- reiches, verläßt ein von Entbehrungen gebeugter, von langer Kerkerhaft verbitterter Gefangener das Schloß Fenestrelle. „Dieser Mann, der im Gefängnis den Namen Joseph Lucher führte. hatte dort einem sehr reichen mailändischen Geistlichen jAbbe Faria) gedient, der fast Vaterstelle an ihm vertrat. Dieser edle Italiener, er im Januar 1314 starb, hatte ihn zum Universalerben seines ganzen Vermögens eingesetzt und außerdem dem armen Joseph Vucher das Geheimnis eines großen Schatzes verraten." Die erste Sorge des Freigelassenen, des einstigen Picaud, war. sein Vermögen sicher anzulegen. Dann eilte er nach Paris. Er erfährt, daß einer der damaligei? Komplizen sei?'« Braut geheiratet hat, und er erfährt die Namen derer, die sein Unglück verschuldet haben. Man weist ihn zu einem gewissen Allut, der zurückgezogen in Nimes lebt und der ihm alles sagen könne. In der Verkleidung eines Abb« Baldini(Busoni) eilt er nach Nimes. trifft Allut krank, befragt ihn und läßt einen kostbaren Diamanten vor seinen Augen blitzen. Hier findet sich die Episode des Diamanten- Händlers und sogar die Ermordung des Kaufmanns wieder. Die »lache wird nun das Lebensziel des Befreiten. Luchcr tritt als Kellner in das Cafö des Mannes, der seine Braut geheiratet hat; »ort verkehren auch die Komplizen. Der erste wird unter dem Pont Parteivorstand und Generalkommission galten diesen„Jugend- Iichen" nicht für berufen, ein Wort in der Sache mitzusprechen. Es sind nette Aussichten, die sich nach diesem Vorgange für die Zukunft eröffnen. Von cineni gedeihlichen Zusammenarbeiten mit einer solchen Jugendorganisation kann meines Ernchtens keine Rede sein. Da aber nicht vorauszusetzen ist, daß der Parteitag in Nürn- berg es zugeben wird, daß die Erziehung unserer Jugend in dieser Weise fortgesetzt und den Wünschen und Anforderungen der ver- antwortlichen Parteileitung keinerlei Rechnung getragen wird, so wird er nach dieser Erfahrung zweifellos dem Vorschlage des Partei- Vorstandes zustimnien. Dann wird das, was in bezug auf Erziehung der proletarischen Jugend zum Klassenbewußtsein und zur Mit- kämpferschaft im organisierten Proletariat bisher versäumt wurde, in kürzester Zeit nachgeholt werden. C. Legien. Sei' Tracke-linioiis-Koiigi'eö. London, 8. September. Der 41. Jahreskongreß wurde gestern in Nottingham eröffnet. Mit Ausnahme der Kongresse, die um die Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts tagten, hat es keinen gegeben, der in einer schlimmeren Wirtschaftskrise seine Be- ratungen abgehalten hat. Aus allen Gegenden des Landes kommen Nachrichten über Arbeitslosen-Demonstrationen. Und in Nottingham gibt es mindestens 2000 Arbeitslose. Der Präsident des Kongresses ist dieses Jahr Shackleton. Seine Eröffnungsrede lautete etwa wie folgt: Die wichtigste Errungenschaft der letzten parlamentarischen Tagung ist das A l t e r s p e n s i o n s g e s e tz, das indes nur als ein Anfang be- trachtet werden kann. Seine größten Schwächen sind, daß es sich auf öffentlich unterstützte Greise nicht bezieht und daß es die Alters- grenze auf 70 Jahre festsetzt. Es wird die Aufgabe der parlamentarischen Vertreter der Arbeiter sein, diese Schwächen zu beseitigen. In Kommissionsberatung befinden sich die Achtstundeu- Vorlage für Bergleute und die Schonkvorlage. Beide werden hoffentlich das Unterhaus passieren. Es ist indes zu befürchten, daß die Schankvorlage im Oberhause auf Widerstand stoßen werde. Ueberhauptsollte die ganzeObcrhausfrage die Arbeiterniehrintercssieren. Wie es jetzt konstituiert ist. kann das Oberhaus nicht weiter existieren. Wir werden jede Gelegenheit ergreifen, die Lords zu bekämpfen. Die brennendste Frage ist jedoch in diesem Augenblick die der Arbeitslosigkeit. Der erste Schritt zu deren Heilung ist die Herab- setzung der Arbeitszeit. Allein in dieser Frage müssen alle indu- strielle Nationen zusammengehen. Die Arbeitslosigkeit ist inter- national. Eine der erfreulichsten Erscheinungen unserer Zeit ist das Wachsen der internationalen Solidarität der Arbeiter aller Länder. Diese Solidarität ist das stärkste Bollwerk gegen die Kriegs- gefahren, von denen jetzt soviel gesprochen und geschrieben wird. Die Gewerkschaften, die Genossenschaften und die Sozialisten aller Länder werden immer mehr international, denn sie haben viele gemeinsame Interessen zu verteidigen. Sie haben mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen und dieselben sozialen Probleme zu lösen. Die Arbeiter des Auslandes sehen so gut wie wir. daß Krieg nur Ausschub und Niederlage alles dessen bedeutet, was zur Hebung ihrer materiellen und geistigen Lage bei- tragen kann. ** Nottingham, 9. September. Der Gewerkschaftskongreß nahm eine Resolution an, in welcher das Eingehen von Verpflichtungen seitens britischer Arbeiter internationalen Syndikaten gegenüber als eine Einmischung in die Arbeitsverhältnisse fremder Länder ver- urteilt wird. Es wurde angeregt, daß das Aussenden von Streit- blechern durch die Gesetzgebung verboten würde, ähnlich wie ein bestehendes Gesetz die Anwerbung für fremde Militärdienste ver- bietet._ Die Gkiverlislhssftsorganisationk» im Dtirtschen Reicht im Jahre 1907. in. Die gegnerischen Organisationen und die, Gewerkschaftsbewegung. Der Stand der Lokalorganisationen wird im Berichtsjahr von den Verbandsvorständen auf 20 461 Mitglieder angegeben. Hierbei sei festgestellt, daß unter solchen Lokalorgani- sationen weder Hirsch-Duuckerschc Gewcrkvcreine, christliche Ge- werkschaften oder katholische Fachabteilungen, noch etwa gelbe Organisationen verstanden werden sollen, sondern lokale Fach- des Arts erdolcht; die Leiche erhält die Aufschrift Nr. 1. Der zweite, Nr. 2, wird vergiftet, die Tochter der einstigen Braut entehrt, die Frau getötet, das Vermögen des Gatten zerstört und er selbst schließlich in den Tuilerien ermordet. Aber nun, am Gipfel seiner Rache, wird Picaud-Lucher entführt und gefesselt; der Hauptverbrecher, der Anstifter, Allut,' der ihn erkannt hat und alle keine Rachetaten kennt, hat ihn in seine Gewalt gebracht. „Nun, da er daran denken konnte, von seinen Reichtümern zu leben, war er in die Hände eines Menschen gefallen, der ebenso unerbitt- lich war, wie er selbst es gewesen." Der Geiz kommt über den überwältigten Rächer. Er glaubt sich durch wenige Dukaten loSzu- laufen. Umsonst, der andere läßt ihn hungern, und erst als Picaud- Lucher sich bereit erklärt, 23 000 Fr. für jede Mahlzeit zu zahlen, gibt er nach. Der Dialog deckt sich hier zum Teil fast wörtlich mit dem des Romanes von Dumas und die Szene ist genau dieselbe wie jene, wo der Engländer bei DumaS in die Gewalt des Luigi Vampa gerät. Auch sonst finden sich in dem Werke von Peuchet eine Reihe von Motiven und Einzelheiten, die DumaS ohne weiteres übernommen hat. „Hüttenschulen" in der Canipagna. In welch verdienstvoller Weise in einer der ärmsten und zurückgebliebensten Gegenden Italiens, dem südlichen, zwischen Civitavechia und Gaeta gelegenen Teile der Campagna, ein italienischer Arzt der dortigen Bevölkerung die Anfangsgründe des Wissens zu vermitteln und damit eine wichtige Hilfe zur Beseitigung ihres Elends zu bringen sich bemühte, wird soeben von den dortigen Blättern berichtet. Trotz ihrer landschaft- lichen Schönheit und trotz der Nähe der Hauptstadt ist diese Gegend, einst als ager romanus die Kornkammer Italiens, heute ein Bild trostloser Armut. Von Zeit zu Zeit sieht man dort auf einer Boden- erhebung inmitten der sumpfigen Ebene, in der etwa 30 000 Menschen wohnen, eine Anzahl spitz zulaufender runder Hütten mit einer Tür als einziger Oeffnung, so daß man glauben könnte, ein Negerdorf vor sich zu haben. ES sind aber die Wohnungen römischer Bauern. In diese Gegend kam unlängst ein italienischer Arzt, Dr. Alli Celli, um dort die Malaria kennen und be- kämpfen zu lernen, und dieser tvurde von der Armut und der Unwissenheit der Leute so betroffen, daß er Abhilfe zu schaffen beschloß. Er wandte sich an einige bewährte Menschenfreunde in Rom, unter denen namentlich der Dichter Giovanni Cena und die chriflstellerin Frau Aleramo hervorzuheben sind, und ihren Be- mühungen gelang es, daß an verschiedenen Punkten des alten ager rornauus„Hüttenschulen" hingerichtet wurden, wo Kinder und Er- wachsene von einem jungen Lehrer aus Rom, der zu diesem Zweck eigens hinausfährt, an jedem Sonn- und Feiertag in Lesen, Schreiben und Rechnen unterwiesen werden. Die Wege sind in dieser Gegend sehr schlecht und so kommt eS, daß der junge Lehrer oft stundenlang durch den Staub oder Schmutz wandern mutz, ehe er sein Ziel erreicht; aber der Eifer, mit dem Eltern und Kinder dort seinem Unterricht folgen, und die warme Dantbarkeit, die sie. vereine, die auf gewerkschaftlichem Boden stehen, einschließlich der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften. Die letztere gibt nach ihrem dem 8. Kongreß(1908) vorgelegten Ge- schäftsbericht für den 30. September 1907: 17 633 Mitglieder an. An Einnahmen verzeichnet die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1907: 611 997 M. Die Ausgaben betrugen 630 243 M. Ter Kassen» bestand ging von 288 133 M.(Ende 1906) auf 195 444 M. zurück. Für Streiks und Aussperrungen wurden 391 629 M. verausgabt. Infolge der Einigungsverhandlungen des Parteivorstandcs zwischen einzelnen lokalistischcn Organisationen und den Verbänden ist der Bestand der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften erheblich erschüttert. Die nächstjährige GewerkschaftSstatistik dürfte eine erhebliche Verminderung dieser Gruppe ergeben. Die Hirsch-Dunckcr scheu Ge wertvereine haben im Jahre 1907 einen erheblichen Rückgang erlitten, der um so schwerer wiegt, als er gerade ihre bestgefügtesten Gewerkvercine am schlimmsten betraf. Diese Gruppe zählte 1906: 118 308, 1907 nur noch 108 889 Mitglieder. Der Rückgang beträgt also 9619; er trifft in erster Linie den Gcwerkvcrcin der Maschinenbauer, dessen Mitgliedcrzahl sich um 7499 verminderte; ferner nahmen ab die Fabrik- und Handarbeiter um 1287, die Holzarbeiter um 1189, die Lederarbeiter um 46, Textilarbeiter um 192, die Bauhandwerkcr um 206, Graphische Be- rufe und Maler um 313, Tabakarbeiter um 320, Töpfer um 102, Berg» arbcitcr um 396, Bildhauer um 77, Konditoren um 163, Kellner um 36 und die Frauen um 94. Eine Zunahme von Mitgliedern ver» zeichnen nur 4 Gewerkvereine, nämlich die Kauflcute um 1310, die Schneider um 484, die Brauer um 192 und die Schiffszimmerer um 63. Der Rückgang war also ein fast allgemeiner und von solcher Stärke, daß er eine erhebliche Erschütterung des Vertrauens der Mitglieder verrät. Weder die vielgerühmte Selbsthilfe, noch die soziale Programmrevision haben den»Nitgliederverlust aus» halten können, der wohl in erster Linie auf das Verhalten der Ge- werkvereine in Lohnkämpfen und sodann auf die gelben Wert» vereine zurückzuführen ist. Auch die Verwaltung der Gewerkvereine scheint von dieser Deroutc ergriffen zu sein. Wie anders wäre es sonst zu erklären, daß der Verband der Gewerkvereine, nachdem er die Veröffent- lichung der Statistik schon um 3 Monate verzögerte, auch jetzt noch nicht einmal imstande ist, die Ausgaben nach einzelnen Posten spezialisiert wiederzugeben, wie dies in früheren Jahren geschah. Wir sind also diesmal außerstande, ein genaueres detailliertes Bild der Leistungen der Gewerkvereine im Berichtsjahre zu geben und begnügen uns, mitzuteilen, daß die Gesamteinnahmen der Gewcrk» vereine 1 341 359 M., die Gesamtausgaben 1 434 533 M. und die Gewerkvereinsvcrmögen 1416 533 Mk. betrugen. Die chri st lichen Gewerkschaften haben ihre Mit- gliederzahl von 247 116(1906) auf 274 323 erhöht. Neu hinzu» gekommen ist ein Verband der Telegraphenarbeiter mit 1861 Mit- gliedern. Am Jahresschlüsse betrug die Mitgliederzahl der christ- lichen Gewerkschaften 284 649. An Jahreseinnahmen verzeichnet die christlick)e Statistik 4 311 495 M., an Jahresausgaben 3 193 978 M. und an Vermögensbeständen 3 487 733 M. Von den Jahresausgabcn entfallen auf die Vcrbandsorgane 361 711 M., auf Agitation 335 1 15 M., auf Streik- und Gematzregeltenunterstützung 743 270 M., auf Krankenunterstützung 443 035 M., auf Reise- und Arbeitslosenunterstützung 51743 M., auf Sterbegeld 99 284 M., auf Rechtsschutz 81 442 M., auf sonstige Unterstützungen 32 974 M., aus Bildungszwecke 25 618 M., aus Gehälter 96 545 M. und auf andere Verwaltungsausgaben 143 591 IN. Charakteristisch ist die Entwickclung der christlichen Gewerkschaften zu Kampsorganisa» tionen, die sich aus folgender Uebersicht über die Streik» ausgaben ergibt. Für Streits und Gemaßrcgelte verausgabten die christlichen Gewerkschaften im Jahre 1900: 49 820 M., 1903: 155 030 M.. 1905: 1 000 320 M. und 1907: 743 270 M. Insgesamt haben die christlichen Gewerkschaften für Kampfes» zwecke in den acht Jahren bereits 2 683 359 M. verausgaben müssen. So kommen die christlichen Gewerkschaften von Jahr zu Jahr immer mehr in das Getümmel der Klassenkämpfe hinein, zum Schrecken ihrer geistlichen Nährväter, die diese Organisation als Schutzwall gegen Streikgelüste der christlichen Arbeiterschaft ge- gründet hatten. Neben den christlichen Gewerkschaften, die im Gcsamtverband ihre Zentrale besitzen, bestehen noch 6 unabhängige Orga- n i s a t i o n e n, die angeblich auf christlichem Boden stehen sollen. Die christliche Statistik verzeichnet diese Verbände noch immer als eine Art Rekruticrungsgebiet für christliche GeWerk- schaften. Die sechs Organisationen haben zusammen 80 347 Mit- glieder, und verzeichnen 5 von ihnen an Einnahmen 204 922 M., an Ausgaben 163 360 M. und an Vermögen 271 649 M. ihm bei jeder Gelegenheit seine Mühe. bezeugen, sind ihm reichlicher Lohn für Humor und Satire. Esperanto in der Türkei. IVago forte e piano Lucido e transparento: Muss a tempo sich erhebe: Hilfto nix zu Allah bete, Ah weshalbo hat ßultano Weilo ohne Pailarnento Konstitutio gegebo? Iinpossibilo Moneto. 0 Risponso vero claro Liberalio Systemo Wird sich no vermeide lasse: Im Prinzipio gamioht tumpo; Defizite, Maaco haare, Löse cito dies Probleme: Tiefe Ebbe m der Kasse. 1 Konstitutio isto Pumpe! _(„Lustige Blätter".) Notizen. — Sardanapal und sein Opfer? Die unabhängige künstlerische Kritik hat einmütig die„große Kunsttat", die die Wieder- belebung des alten Ballettzaubers„Sardanapal" nnt angeblich wissenschaftlichen Mitteln— man ivciß nun doch wenigstens, wozu in Preußen die Wissenschaft da ist— als vollendete Unkunst charakterisiert. Gleichzeitig wurde die kgl. Oper mit der Nase darauf gestoßen, wo sie ihren Kunsteifer betätigen könnte. Denn das Institut ist alles andere denn mustergültig. Es hieß denn auch bereits, der Generalintendant v. Hülsen packe die Koffer. Die„Nordd. -lüg. Ztg," bestreitet das. Uns soll'S recht sein. Aber es wäre eins der nettesten Schauspiele, die Herr v. Hülsen aufgeführt hätte, wenn er den Prügelknaben für etwas abgeben müßte, das ganz andere Leute eingerührt haben. — Das geräuschlose Gewehr. Die in Amerika soeben vorgenommenen Versuche mit dem von Hiram Maxim er- fundenen„geräuschlosen Gewehr" sind einstweilen abgeschlossen; sie sollen außerordentlich günstige Resultate ergeben haben. In den meisten Fällen war es nicht möglich, festzustellen, ans welcher Richtung gefeuert wurde. Man ließ von verschiedenen Stellen aus und von verschiedenen Entfernungen, die zwischen 250 und 700 Meter schwankten, feuern, allein die anwesenden Zeugen waren nicht imstande auszusagen, wo die einzelnen Schüsse gefallen waren. Es soll unmöglich sein, bei diesem neuen Gewehr auch nur bei einer Entfernung von 250 Meter den Standort des Schützen annähernd zu bestimmen. — Das größte Teleskop der Welt wird jetzt von der Carnegie-Jnstimtion in Washington errichtet. Es hat einen Durchmesser von nicht weniger als 2'/., Meter. Die Maschine, die zum Schliff des GlaseS dienen soll, ist der Vollendung nahe. Der Glasblock, der zur Verarbeitung kommt, hat das Riesengewicht von 4500 Kilo; nach langen Vorbereitungen gelang der schwierige Guß dieses gewalligen GlaSklumpens in der Fabrik zu Saint-Gobaw ohne jeden Zwischenfall. Endlich gibt eZ koch eine Reibe unabhängiger Orga- nisationen gewerkschaftlichen Charakters, die eines inneren Zusammenhanges entbehren. Es sind dies teils Verbände mo. derner Gewerkschaftsrichiung, teils neutrale und teils klassenkampf- feindliche Organisationen. Da die wenigen von ihnen eine eigene Statistik veröffentlichen, so sind die Angaben darüber, die auf Schätzungen der Verbandsvorstände beruhen, sehr schwankend und für zuverlässige Vergleiche nicht verwendbar. Die Zahl ihrer Mit- glieder erscheint in diesem Jahre etwas höher(1906: 72 044, 1907: 96 684); es beruht dies im wesentlichen auf genaueren Angaben, die der Bergarbeiterverband über die polnischen und sonstigen Ver- eine erlangen konnte. Geben wir danach ein Gesamtbild der deutschen Gewerkschaftsbewegung des Jahres 1907, so umsaht die- selbe in den sechs Organisationsgruppen 2 446 480 Mitglieder (1906: 22I36S4; 1905: 1819930) und seit dem Vorjahr eine Zu- nähme von 232 826. Von letzterer entfallen auf die Zentralverbände 475 797, auf die Lokalvereine 7496, auf die christlichen GeWerk- schaften 27 207, auf die unabhängig christlichen Organisationen 7305 und auf die unabhängigen Vereine 24 640, während die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine 9619 Abnahme verzeichnen. Die gesamten Jahreseinnahmcn aller Gruppen betragen 57 454 561 M., die gesamten Ausgaben 47 914 202 M. und die gesamten- Ver- mögensbestände 40 970 878 M. Von allen Mitgliedern entfielen 76,3 Proz.(1906: 76,3 Proz.) auf die Zentralverbände, 11,2 Proz. (11,2 Proz.) auf die christlichen Gewerkschaften, 4 5 Proz. (5,3 Proz.) auf die Hirsch-Dunckerschen Gcwerkvereine und 3 Proz. (7,2 Proz.) auf die übrigen Gruppen. Von den Einnahmen kommen 89,5 Proz., von den Ausgaben 90 Proz. und von den Ver- mögensbeständcn 81,1 Proz. auf die Zentralverbände. Aus diesen Ziffern ergibt sich allein schon, dah die Leistungen unserer Ver- bände die der übrigen Gewerkschaftsgruppen bei weitem über- wiegen. Ein eingehenderer Vergleich der Leistungen ist diesmal zwar nur möglich zwischen den Zentralverbänden und den christ- lichen Gewerkschaften, da die deutschen Gewerkvereine ihre speziellen Ausgaben für Kampfes- und Unterstützungszwecke nicht nachweisen. Aber auch dieser bestätigt die wachsende Ueberlegenheit unserer Ge- werkschaften. Es zahlten im Jahre 1907 für Arbeitslosen- und Reiseunterstützung: die Zentralverbände für 1826 172 Mitglieder 7 396 725 M.(pro Mitglied 4.05 M.), die christlichen Gewerkschaften für 201 706 Mitglieder 51 748 M.(pro Mitglied 0,26 M.). Für Unterstützung und Rechtsschutz überhaupt verausgabten unsere Verbände 1907 pro Mitglied 6,97 M., die christlichen Gewerkschaften nur 2,55 M., und für Streiks und Ge- mahrcgelte entfallen auf unsere Gewerkschaften pro Kopf 7,62 M., auf die Christlichen nur 2,71 M. Es steht danach außer allen Zweifeln, daß die christlichen Ge- werkschaften sowohl auf dem Gebiete der Unterstützungsaufgaben, als auch im Kampfe für Verbesserung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse hinter den effektiven Leistungen unserer Zentral- verbände weit zurückbleiben. Die christlichen Gewerkschaften haben zwar aus dem Beispiel der Zentralverbände manches gelernt,— sie sind unseren KampfeSbahnen, wenn auch mit innerem Wider- streben, gefolgt und das bewahrt sie vor der Deroute der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine,— aber sie werden das Vorbild nie- mals erreichen, weil sie an inneren Widersprüchen kranken, die ihre Entwickelung hemmen. Sie verwerfen prinzipiell den Klassenkampf und müssen doch notgedrungen Klassenkämpfe führen; sie wollen das Interesse des Arbeiters vertreten, ohne dem Unternehmer wehe zu tun, sie wollen den Arbeitern zu Einfluß und Macht verhelfen und schwächen sie durch ihre Organisationszersplitterung. In dieser Zwitterstellung schwanken sie ständig zwischen Streiklust und Streikverrat hin und her und nehmen mit dem fürlieb, was bald bei den Erfolgen der Gewerkschaften und bald von der Gnade der Unternehmer für sie abfällt. Das bleibt selbst rückständigen Ar- beitern nicht verborgen, weshalb auch drei Viertel aller für die Gewerkschaftsbewegung Neugewonnenen den freien Gewerkschaften zuströmen und nur ein Neuntel den christlichen Gewerkschaften. Mögen unser« Mitglieder auch künftig in der geeigneten Aufklärung der Außenstehenden nicht erlahmen.— mögen sie die Arbeiterschaft darauf hinweisen, daß jede Unterstützung der christlichen oder sonstigen Sonderorganisation eine Verminderung der Widerstands- fähigkeit der Arbeiterklasse gegen soziales Elend, gegen Ausbeutung und Unterdrückung nach sich zieht, daß es den jahrzehntelangen Kampf für die Stärkung und Festigung der Arbeiterorganisation und für die materielle und rechtliche Sicherung der Lage der Ar- beiter endlos wiederholen heißt, wenn schlechtgerüstete Sonder. gruppen die Bewegungen der geschulten Arbeiterheere ständig stören. Dann wird allmählich das Bewußtsein Allgemeingut der Arbeiter- klasse werden, daß eine einzige Gewerkschaftsbewegung der Unter- nehmerklasse gegenüber nottut. � So bestätigt die vorliegende Statistik der Gewerkschaften von Neuem, daß dieselben an Stärke und Festigkeit gewonnen haben und mehr denn je Gewähr bieten, ihren Mitgliedern wie auch der ge- samten Arbeiterklasse eine Schutzwehr gegen die Schäden der herein. brechenden WirtschaftSkrisis, wie auch gegen die Angriffe des Unter- nehmertums zu sein. Die Gewerkschaften haben einen Stand er. reicht, der ihnen Kraft und Selbstvertrauen gibt. Sie wissen, daß sie ein Faktor im Wirtschafts- wie im öffentlichen Leben geworden find, dessen Bedeutung mehr und mehr anerkannt wird und dessen Einfluß sich weder das Unternehmertum noch die Regierungen dauernd entziehen können. Deshalb blicken sie getrost in die Zu- kunst, die dem großen Ringen der Arbeiterklasse den Sieg verbürgt. ftis der frauenbewegung. Gesundheitsverhiiltnisse der Zigarrenarbeiteriune». Im grohherzoglich hessischen Kreis Gießen sind 69,9 Proz. aller erwachsenen und 67,7 Proz. aller weiblichen Arbeiter überhaupt im Jahre 1907 in der Zigarrenindustrie tätig gewesen, oder von 2805 bezw. 3240 waren 1962 bezw. 2195 Zigarrenarbeiterinnen. Bei der Bedeutung, die die Frage der Einwirkung der Zigarrenarbeit auf den gesamten und vor allem auf den mütterlichen Organismus hat. verdienen darum die bezüglichen Auslassungen des KreiSgesundheits- amtes Gießen ein besonderes Interesse. Ueber die Fähigkeit der Mütter, ihre Kinder zu stillen, heißt es im Bericht über das Jahr 1906:.Die befragten Hebammen haben durchweg keine Beobachtungen gemacht, �daß die Zigarrenarbeiterinnen ihre Kinder weniger oft nähren als andere Frauen." Im Gegensatz dazu konstatiert aber eine durch Rundfrage des Kreisarztes und Aufzeich- uiuigen einer Hebamme zustande gekommene Zusammen- stellung, die sich auf neun Dörfer erstreckt, daß»von 260 Bauern- frauen 43---- 16,5 Proz. ihre Kinder nicht stillen. Bon 108 Zigarren- arbeiterinnen 25— 28,1 Proz. ES ist aber zu bedenken", fährt der Bericht fort,»daß 1. Zigarrenarbeiterinnen wohl nicht die Un- bequemlichkeit haben wollen, mehrmal« täglich die Fabrik zu ver- lassen, um ihr Kind zu nähren(Stillstuben wären also auch hier das Gebotene. Anm. d. Ref.); L. unter diesen Frauen sich viele Erst- gebärende finden, die aus mangelhafter Borbereitung der Brüste vor der Niederkunft das Stillen sofort aufgeben müssen(Schrunden- bildung. Brustentzündung)". Lassen sich infolge dieser Sachlage in bezug auf die Stillfähig- feit von Zigarrenarbeiterinnen keine einwandfreien Daten gewinnen, so gilt nicht dasselbe von den für das Jahr 1907 vorliegenden Be- kundun�en des Kreisgesundheitsamtes Giehen, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Tuberkulosehäufigkett unter der Zigarren- arbeiterschaft betreffend. ES heißt dortge Bahnarbeiter V o r b e ck ist am Sonntag, den 10. Mai, am Fuße der Müggelberge nach einem kurzen Wortwechsel mit einem Radfahrer von diesem erschossen worden. Der Bahnarbeiter Vorbeck hatte am 10. Mai mit drei Bekannten einen Ausslug nach Müggelheim gemacht und Ivar gegen Mittag am Tatort bei einem Radler vorübergekommcn. der sich dort mit seiner Ehefrau gelagert hatte und frühstückte. Es kam infolge einer Aeußerung des Vorbeck zu einer erregten Szene, wobei plötzlich ein Schuß fiel. Die Kugel drang dem V. in die Stirn, er sank zu Boden, wurde besinnungslos und verstarb bald darauf im Köpenicker Krankenhause. In dem allgemeinen Wirrwarr, den der plötzliche Schuß hervorgerufen hatte, war der Täter mit seiner Begleiterin auf ihren Rädern davongefahren. Cr hat sich am 12. Mai in der Person des 39 Jahre alten Tischlers Eugen Deska der Polizei in Lichtenberg selbst gestellt und stand nun gestern unter der Anklage der fahr- lässigen Tötung vor der Ferienstrafkammer. Er wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Seine Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofenfeld, als medizinische Sachver- ständige waren Medizinalrat Dr. Pfleger und Gerichtsarzt Dr. Marx geladen. Der Angeklagte bestritt, sich im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben und gab von dem Vorfall folgen«: Darstellung: Er sei an jenem Sonntag mit seiner Cheftau auf einem Radlerausfluge gewesen, hatte eine kleine Pause gemacht und sich im Walde, etwa 15 Meter von der Chaussee, mit seiner Frau zum Frühstück niedergelassen. Die Räder waren an einen Baum gestellt. Er, der Angeklagte, habe eine vor drei Jahren gekaufte Browningpistole bei sich geführt. Er habe sich kaum hin- gesetzt und feine Frau sei eben dabei gewesen, ein Paket auszu- wickeln, so seien vier Männer herangekommen und hätten durch zweideutige Redensarten und Handbewegungen angedeutet, daß sie ihn und feine Frau für ein Licbespärchen hielten, daß dort Un.sittlichkeiten beginge. Er habe sie des WegeS verwiesen und ihnen zugerufen:„Wir sind kein Liebespärchen. Sie sehen doch, daß wir ältere Leute sind!" Vorbeck habe darauf erwidert:„Wir sind vier!" Darauf seien die vier etwa 20 Meter weitergegangen, er selbst habe sich mit seiner grau bereit gemacht, um sich zu entfernen und einem Streite auS dem Wege zu gehen. Da feien die Vier stehengeblieben und Vorbeck habe ihm zugerufen:„Komm mal her!" Dann habe er gesehen, wie Vorbeck auf seine Begleiter heftig einredete und alle Vier seien wieder um- gekehrt und auf ihn losgegangen. Auf sein Ersuchen sei ein gerade vorbeikommender Radfahrer abgestiegen und in seiner Nähe ge- blieben. Dann sei Vorbeck als erster auf ihn zugetreten und habe ihm höhnisch zugerufen:„Allgemeine Musterung!" Zu dem fremden Radfahrer habe er gesagt:„Du August kannst auch noch her- kommen!" Vorbeck habe ihn, den Angeklagten, dann zunächst mit dem Ellbogen gestoßen und dann plötzlich an der Brust gepackt und das Jacket ihm in heftiger Weife herumgedreht. Aus der Art deS Zupackens habe er gesehen, daß Vorbeck ein Mann sei. der in solchen Händeln be- wandert sei; er habe ihn deshalb angeschrien:„Lassen Sie los!" und als dieser Aufforderung keine Folge geleistet wurde, habe er in seine Gesäßtasche gegriffen, die Browningpistole hervorgeholt und damit auf seinen Gegner losgeschlagen. Da sei plötzlich ein Schuß losgegangen, über den er selbst sehr erschrocken gewesen sei, denn er habe nicht schießen wollen.— AuS den Bekundungen der drei Zeugen, die die Begleiter deS Vorbeck an dem verhängnisvollen Sonntag waren, ging hervor, daß'alle vier seit 6 Uhr morgen» auf einer Partie begriffen waren. Sie wollen nicht betrunken oder angetrunken gewesen sein; sie hatten, wie sie aussagten, nur je zwei Gläser Bier und gemeinschaftlich eine Flasche Kognak getrunken. Sie geben zu, daß sie sehr lustig waren und Vorbeck, der immer sehr übermütig gewesen, dem Angeklagten und seiner Eheftau anzügliche Redensarten zugerufen habe. Sie wollen aber schließlich schon eine ganze Strecke weitergegangen sein, als Deska auf die Chaussee kam und ihnen nachrief:„Wenn Ihr etwas wollt, dann kommt doch Herl" Darauf seien sie umgekehrt, auf DcSka wieder zugegangen und dann habe sich der Zusammenstoß zwischen Vordeck und dem Angeklagten entwickelt. Die ganze Sache sei sehr schnell gegangen; die Zeugen waren der Meinung, daß der Schuß sofort losgegangen sei, als der Angeklagte die Pistole auS der Tasche gezogen und vom Papier befreit hatte. Nach ihrer Ansicht habe der Angeklagte die Pistole auch nicht so angefaßt gehabt, als ob er sie zum Schlagen gebrauchen, sondern als ob er Schießen wollte. Diese Zeugen behaupten auch, daß DeSka auf die überflüssigen Fragen und Redensarten deS Vorbeck sofort sehr schroff geantwortet und, als sie sich schon ziemlich weit entfernt hatten, ihnen sehr provozierend zugerufen habe, doch zurückzu- kommen, wenn sie etwas wollten. Als Deska die Pistole hervorzog und auf seinen Gegner damit lossticß, habe er gesagt:„Dir werde ich zeigen, was es heißt, Leute auf der Straße anzuulken!" Im Gegensah hierzu bekundete die Eheftau des Angeklagten, daß der eine der vier Leute, die sie belästigten, als sie auf ste und ihren Ehemann loskamen, gerufen habe:„Du Kaffer, komm doch her, wenn Du was willst!" Darauf habe ihr Mann geantwortet: „Komm Du doch Herl" Ihr Mann habe die Pistole erst au» der Tasche gezogen, als Vorbeck auf ihn eingedrungen sei und an der Brust gepackt habe. Nicht richtig sei eS, daß ihr Mann von einem der Gegner nach seinem N.mnen beftagt worden sei und sich darauf .Karl Schulze" genannt habe.— Von einem Leumundszeugen wurde dem DeSkaschen Ehepaar das Zeugnis sehr ruhiger, friedfertiger Leute gegeben. Die Pistole habe sich DeSka angeschafft, weil er auf seinen Radtouren schon mehrfach belästigt worden sei.— Die Darstellung, die der Angeklagte und seine Ehefrau von dem Vorfall gegeben, wurde von dem Rad- fahrer, der zur kritischen Zeit auf der Chaussee herangekommen und vom Angeklagten gebeten war, abzusteigen, im allgemeinen b e st ä t i g t.— Der Kutscher K a h n o w hat den Getöteten mit einem Wagen nach dem Köpenicker Krankenhause geschafft. Auf der Fahrt dorthin erzählte einer der Begleiter, daß der Angeklagte sofort geschossen habe, nachdem ihn Vorbeck nach dem Wege nach Köpenick fragte. Als der Zeuge auf das Unwahrscheinliche dieser Erzählung hinwies, habe ein anderer geantwortet:„Wir müssen ja doch später vor Gericht die Wahrheit sagen, es hat doch keinen Zweck, so etwas zu erzählen." Er(Zeuge) habe den Eindruck gehabt, als daß sich die drei schulobcwußt fühlten und mit der Wahrheit zurückhielten. Ziemlich denselben Eindruck hat der Fabrikant Lutze gehabt, der mit seinem Motorrad an dem Tatort vorbeigekommen war. Dieser Zeuge bekundet, daß er nach den völlig widersprechenden Erzäblungen der drei Begleiter des Ge- töteten das Gefühl gehabt habe, als ob diese kein reineS Gewissen hatten. Alle drei hätten anfänglich sehr stark übertrieben, später aber, als er Zweifel äußerte, ihre Angaben erheblich eingeschränkt. Der Gerichtsarzt deö Kreises Teltow. Dr. Marx, legte, unter Vorlegung der Scbädeldecke deS Getöteten, dem Gericht dar, daß nach Verlauf des Schußkanals der Schuß aus unmittelbarer Nähe, vielleicht auch bei einem Schlage mit der Pistole, losgegangen sein müsse. Keinesfalls sei aber der Schuß, der absolut tödlich war, aus einer größeren Entfernung abgegeben worden. Auch der Medizinal- rat Prof. Dr. Pfleger kam zu dem gleichen Schlüsse.— Staats- anwalt Dr. Ahrens hielt den Angeklagten einer groben Fahr- lässigkeit für überführt und beantragte mit Rücksicht auf die so überaus traurigen Folgen eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofenfeld hielt die Freisprechung des Angeklagten, der in Notwehr gehandelt habe, für dringend geboten. Das Gericht nahm ebenfalls an. daß der Angeklagte zuerst angegriffen worden sei und dann in Not- wehr gehandelt habe. Das Urteil lautete deshalb auf Frei- sprechung. Erwäbnung verdient, daß D e S k a. der sich f r e i w i l l i g der Polizei gestellt hatte, in Untersuchungshaft genommen wurde und bis zum Tage des Termins darin verblieb. Alle Anträge der Ver- teidigung auf Haftentlassung DcskaS waren vergeblich, trotz- dem schon seit Monaten der hinzugekommene gänzlich unbeteiligte Radfahrer seine den Deska entlastende Aussage dem Untersuchungsrichter gemacht hatte. Hoffentlich wird das Gericht in Konsequenz deS Urteils dem durch die monatelange Unter- suchungshaft fchwer aeschädiaten Angeklagten eine Entschädigung zusprechen._ Ist„Manoli" eine Beleidigung? Eine interessante Entscheidung fällte heute daS Potsdamer Schöffengericht in einer Privattlage gegen den Arbeiter Wilhelm Marzahn aus Caputh. Der Beklagte hatte am 1. Juli d. I. den Stellmacher K l o ck i w i e z auf der Fahrt von Berlin nach Caputh in einem Abteil der 4. Klasse mit Bezug auf feine Religion beschimpft und ferner mit entsprechender Handbewegung geäußert: „Sie sind j a Manoli, Sie kennen wir schon. Das Gericht trat in eine genaue Prüfung der Bedeutung dieses Ausdruckes ein, der sämtlichen Herren am grünen Tische fremd war. Nach er- schöpfender Definition des Ausdruckes seitens eines beteiligten Rechtsanwaltes kam das Gericht zu der Anficht, daß die inkrimi- nierte Redensart eine Beleidigung involviere und ver- urteilte den Beklagten zu 10 M. Geldstrafe. Bisher wurde vor dem Potsdamer Schöftengericht noch niemals wegen„Manoli" verurteilt, von dem der Vorsitzende richtig bemerkte, daß er das Wort nur als Zigarettenmarke, nie aber mit der Bedeutung«Verrückt ae- kanift hcche,________ Versammlungen. Mit der Frage ber Jugendorganisation beschäftigte sich in den „Arminhallen" eine kombinierte Mitglieverversammlung sämtlicher Filialen deö Verbandes der Lithographen und Steindrucker. Auf der Tagesordnung stand als Hauptpunkt die Berichterstattung vom Hamburger Gewerkschaftskongreß, welche durch den Redakteur des Verbandsorgans, Paul Barthel, erfolgte. Die Versammlung erklärte sich mit den Beschlüssen des Kongresse» einverstanden. Allerdings mit der Einschränkung, daß die Maifeierfrage mit den Beschlüssen in Hamburg Ivohl noch nicht endgültig geregelt sei. Die Frage der Organisation zur Erziehung der Jugend erfuhr alsdann eine besonders ausgiebige Behandlung. Im weiteren Wer- lauf der Versammlung wurde dazu die folgende Resolution ein- stimmig angenommen: „Die Versammlung hat Kenntnis genommen von den Bc- ratungen des Gewerkschaftskongresses über die �Frage der Or- ganisation zur Erziehung der Jugend und erklärt sich mit den gefaßten Beschlüssen einverstanden. Sie spricht deshalb auch hie� wieder ihr volle? Einverständnis mit der Gründung der Jugend- abteilung des Verbandes aus. weil sie durchaus den Bedürfnissen der in Frage kommenden Berufe angepaßt ist. Sie sieht in ihr ein Mittel, den Jugendlichen neben der Fachausbildung und dem Schutz ihrer Gesundheit und Arbeits- kraft eine willkommene Ergänzung und Erweiterung der lücken- haften Schulbildung zu geben, was bis jetzt die selbständigen Jugendorganisationen in dem Maße nicht konnten, weil sie nicht überall mit ihrer Aufklärungsarbeit hinkommen können. Des- wegen bieten die sich bis in die kliensten Orte erstreckenden Ge- werkschastSorganisationen die sichere Gewähr— selbstverständlich unter Aufrechterhaltung der Mitbetätigung der Jugendlichen— diesen Weg erfolgreich zu beschreiten. AuS diesen Gründen erklärt die Versammlung, auch welter- hin energisch auf dem beschrittencn Wege, die Jugend zu bilden und zu schützen, fortzuschreiten, zumal sie durch die bis jetzt schon erzielten tatsächlichen Erfolge in ihrer Meinung bestärkt worden ist, daß auf diesem Weg« die Jugend mit den Ideen der modernen Arbeiterbewegung vertraut gemacht werden kann." Des weiteren bestätigte die Versammlung die Wahl von zwei Mitgliedern für den Haupworstand. Schraubenarbeiter. In einer ziemlich güt besuchten Ver- sammlung, welche am Mittwoch bei Graumann, Naunynstraße. stattfand, nahmen alle in der Schraubenbranche beschäftigten Ar- beiter und Arbeiterinnen den Bericht der Agitationökommission entgegen. Stattgefunden haben: 60 VerwaltungS-, 10 Kommissions- sitzungen, je 26 Vertrauensleutekonferenzen und Diskutierabende, 5 Branchen- und 130 Werkstattversammlungen. Die Tätigkeit der Kommission wurde allseitig anerkannt. In die AgitationS- kommission wurden P a s s e k und Fellenberg, letzterer als Branchenvertreter, wiedergewählt. Unter Dranchenanaelegen- heiten nahm die Versammlung Kenntnis von dem Bestehen des Zweig- resp. Konkurrenzunternehmens der hiesigen Firma Lüben und Buhse in Rathenow. Aus den bis jetzt von der dortigen Verwaltungsstelle des Deutschen Metallarbeiterverbande» erhaltenen Mitteilungen gehe hervor, daß die Rathenower Kollegen die Absicht der Firma erkannt baben und nicht gewillt sind, den Berliner Kollegen gegenüber als Lohndrücker zu fungieren. Nachstehende Resolution fand einstimmige Annahme: „Die Berliner Schraubendreher nehmen Kenntnis von den Verhandlungen der Kollegen in Rathenow. Sie verpflichten sich. in jeder Beziehung den Rathenower Kollegen zur Seite zu stehen, erwarten aber von den Rathenower Kollegen, daß sie treu zur Organisation halten, da nur durch dieselbe die Gewähr für die Besserstellung unserer wirtschaftlichen Lage möglich ist." Lese,„nd TIskutierklud»Wilhelm Liebknecht-. Sitzung heule abend«>/, Uhr bei Buhl, Danziger Str. � Öoste willkommen. Sparverein für Freidenker»u» Ausführung der Feuerbestattung. Versammlung Donnelstag. m September, abend«»'/, llhr. Neue König. straße 73, im Köntgjt. Klubhaus. Gäste haben Zutritt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 10. Septbr. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Sardanapal. Anfang 8 Uhr. Königl. Schauspielhaus. ihr wollt. Deutsches. Medea. Kammerspiele. Was Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. JOLOCISCHER Z CARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: Soil Gr.Militär- Doppel- Konzert aristokraten.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. Die Macht der Finsternis. Neues. Außerhalb der Gesellschaft. Neues Schauspielhaus. Kinder der Erzellenz. Kleines. 2X2= 5. Komische Oper. Tiefland. Residenz. Der Floh im Dhr. Hebbel. Der Liebhaber. Die Luitivielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. • Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0.( Wallner Theater.) Stein unter Steinen. Schiller Charlottenburg. Das Opferlamm. Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Als ich wiederkam. Neues Operetten. Die Dollar prinzessin. Lorking. Zaza. Luisen. Helga. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Bernhard Rose. Das bemooste Haupt. Apono. Bera Violetta. zialitäten. Metropol. Donnerwetter Los. Spe tabel Gebrüder Herrnfeld. Das kommt davon. Borher: Es lebe das Nachtleben. Painge. Spezialitäten. 28intergarten. Spezialitäten. Rajino. Familie August Knoche. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die lästige Witme. Die Brautschau. Berliner Prater, Berlin, tie es weint und lacht.( Anf. 7 Uhr.) Carl Haverland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Gulden prinzessin. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urasia. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Rairo und die Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Neues Theater. Außerhalb der Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Freitag: Außerhalb der Gesellschaft. Sonnabend zum erstenmal: Der Prinz d'Auree. Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. -Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Neu einstudiert! Anfang 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Akten v. A. M. Willner. Lortzing- Theater Belle Alliancestraße 7/8. Heute 8 Uhr: Bastspiel Hedwig Lange. Zaza. 154/ 8* Sonntagnachmittag 3 Uhr: Am Altar. Metropol- Theater Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Zum 6. Male: Donnerwetter tadellos! Große Jahresrevue in einem Vorspiel u. 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. In Szene gesetzt von Dir. Richard Schultz. Die Tänze einstudiert v. Ballettmeister Louis Gundlach. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. pollo Theater Täglich: Trilby- Svengali? Kunst und Mysterium. Paul Spadoni der König der Straftathletit. 9: Vera Violetta. WINDS PARTEN Theater des Westens. EröffnungsAnabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Dperette von Dslar Strauß. Sonntag nachm. 34 Uhr, zu halben Preisen: Die lustige Witwe. Programm. The Zancigs- Joseph Josephi, Sänger Ephraim Thompson, dressierte Friedrich- Wilhelmstädtisches Elephanten Okabe, JapanerSchauspielhaus. Donnerstag, 10. Sept., Anf. 8 Uhr: Als ich wiederkam. Freitag: Egmont. Sonnabend: Jm weißen Rößl Sonntag nachm. 3 Uhr: Der ge Hörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends 8 Uhr: Als ich wiederkam. Hebbel- Theater Röniggräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Der Liebhaber. Komödie in 4 Aften v. Bernard Shaw. Truppe Die 5 Mowatts, KeulenJongleure Die 12 Tiller- Girls, engl. Gesangs- u. Tanztruppe Cornalla und Eddie, amerikanische Exzentriks- Der Zukunftspreis, Wettrennen m. lebenden Pferden. Karl Hertz, Zauberkünstler. Boyer de Lafory, französ. Sängerin. Der Biograph, Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Lustspielhaus. Na endlich! Die blane Maus. Pariser Extravaganz mit Residenz- Theater, Paulette van Roy Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: und das kolossale Eröffnungsprogramm Der Floh im Ohr. 14 erstklassige Spezialitäten. Schwank in 3 Aften von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Chandebise- Boche: Richard Aleganber. Morgen und folgende Tage: Der Floh im Ohr. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Helga. Freitag: Helga. Sonnabend: Staatsanw.Alerander. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 132. Das bemooste Haubt. Anf. 8 Uhr. Wochentagspr. Auf der Gartenbühne: Theatervorstellung. Ben- Ali- Beh. Droscz, fünftl. Menschen. Anf. 5 Uhr. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47-49. Dennerstag, den 10. September: Der Junggesellenklub. Luftspiel in 5 Aften. 14885* Nach der Borstellung: Ball. Raffenöffnung 7, Borstellung 8 Uhr. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Berliner Eis Palast Lutherstr. 22/24. Permanente Eisbahn. Bon morgens 10 Uhr bis nachts 12 Uhr geöffnet. Täglich von 12 Uhr ab: Großes Konzert. Eintrittspreise: Bormittags 10 bis 5, Uhr 0,75 M.; ab 5 Uhr 1 M.; Stinder unter 12 Jahren bis 5 Uhr 0,50 M. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends8Uhr: Stein unter Steinen. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Freitag, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Sonnabend, abends subr: Der Richter von Zalamea. g Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Schwant in 3 Aufzügen von Dstar Walther und Leo Stein. Freitag, abends 8 Uhr: Der Herr Ministerialdirektor. Zirkus Schumann Sonnabend, abends8uhr: Sonnabend, 12. September, Das Stiftungsfest. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, den 10. September 1908 abends 7, Uhr: Gala- Premiere Erstes Auftreten in Deutschland nach fünfjähriger Tournee in Australien und Amerika ! Houdini! Der König der Ausbrecher( Die Fesselung unter Wasser!) sowie das vollständig neue Programm! Die Zirkuskassen sind täglich von 10 Uhr an geöffnet. Billette sind ferner zu haben: beim Invalidendank, Unter den Linden 24, und in der Billett- Abteilung des Warenhauses A. Wertheim, Leipziger Straße 132/133. abends 18 Uhr: Gala- EröffnungsVorstellung. Sonntag, 13. September: Zwei Vorstellungen Nachmittags 14 Uhr und abends 28 Uhr. Birtustasse ist täglich von 10 Uhr vormittags ununterbrochen geöffnet. Vorverkauf im Warenhaus Bertheim und Invalidendant. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, den 10. Sept. abends 72 Uhr: Gala- Premiere. Erstes Auftreten in Deutschland nach fünfjähriger Tournee in Australien und Amerika. Houdini der König der Ausbrecher ( die Fesselung unter Wasser!) sowie das vollst. neue Programm! Die Zirtuskaffen sind täglich bon 10 Uhr an geöffnet. Billette sind ferner zu haben: Beim Invalidendant, Unter den Linden 24 und in der Billett- Abteilung d. Warenhauses A. Wert: heim, Leipziger Straße 132/133. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 16. September 1908. Eröffnung der Spielzeit. Nathan der Weise. Casino- Theater in brainatifches Gedicht in 5 Aften Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Familie August Knoche. Berliner Gesangspoffe in 3 Akten. August Knoche: Dir. Hans Berg. Vorher d. glänzende Eröffnungsprogr. Sonntag 4 Uhr: Der Brandstifter. Hochzeitsreise. Freie Volksbühne im Neuen Schauspielhaus Lessing- Theater Thalia- Theater Herrnfeld- Theater. Aufführungen: Die Kinder der Exzellenz. Die versunkene Glocke. Te Deum. Julius Cäsar. □□□ Faust. o Judith. 000 In Vorbereitung: Rabagas von Viktor Sardou. Der Anfang der Faust- Vorstellungen mußte auf 7 Uhr ausnahmsweise festgesetzt werden wegen der fünfstündigen Dauer der Aufführung anderen Abendvorstellungen beginnen um 8 Uhr. Alle Einige neue Mitglieder können sich noch in den Zahlstellen melden. 241/15 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, Königs, Ecke Neue Friedrichstraße. 218,8* Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. 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Diskussion. 3. Verschiedenes. Sonntag früh 8 Uhr findet von den bekannten Stellen aus eine Handzettelverbreitung statt, woran sich alle Genoffen zu beteiligen Der Vorstand. haben. Reinickendorf- Dft. Heute abend 8 Uhr findet im Restaurant Gründer, Hoppestraße 24 der erste Reseabend des Wahlvereins( gemeinschaftlich für die weiblichen und männlichen Mitglieder) statt. Berliner Nachrichten. Neue Berliner Gemeindeschulen. Unsere Freunde in der Stadtverordnetenversammlung werden Am 1. Oktober, spätestens Ende des Jahres, gehen eine Anzahl gut tun, die Schulbauprojekte der Bauverwaltung einer gründlichen Gemeindeschulbauten ihrer Vollendung entgegen. Es sind dies die Prüfung zu unterziehen und die schlechten Hofwohnungen der Ge Neubauten in der Senefelder, Sonnenburger, Driesener, Greifen- meindeschulkinder grundsätzlich zu bekämpfen. hagener Straße, Frankfurter Allee. Teilweise sind dieselben, obwohl noch nicht ganz fertig, bereits in Betrieb genommen, wie z. B. die Schulen in der Senefelderstraße und Frankfurter Allee. Durch diese Schulen wird es möglich werden, eine Anzahl fliegender Klassen und Mietsschulen verschwinden zu lassen und die Schulnot in den betreffenden Gegenden, wenn nicht ganz zu befeitigen, so doch wesentlich zu mildern. Kann man sich auch darüber freuen, daß die gänzlich unzulänglosen Klassen endlich ein Heim finden, so fordert doch die Art, wie lichen Mietsschulen immer mehr in Wegfall kommen und die obdachdiese neuen Schulen ausgestaltet und placiert werden, zur schärfsten Kritik heraus. Wieder mal nur betrunken"! Betrunkene, die der Polizei in die Hände fallen, werden bann in einsamer Zelle sich ausschlafen. Manchmal schlafen sie sich gewöhnlich zu ihrem Schub" in Gewahrsam genommen und dürfen darin so gründlich aus, daß sie überhaupt nicht wieder aufwachen. Am anderen Tage wird in trockenem Ton gemeldet, der N. N. sei betrunken gewesen, und im Polizeigewahrsam habe ein Herzschlag seinem Leben ein Ziel gefeht. Rechtzeitige und geeignete Hilfe im Polizeigewahrsam umzukommen. Aber es gibt Leute, die da hätte den Betrunkenen vor dem Schicksal bewahren können, elend finden, es sei ganz in der Ordnung, einen solchen„ Sofftopp" in die Polizeizelle hineinzuschubsen und ihn hilflos sich selber zu überlassen. Mitunter behandelt die Polizei, Sämtliche Schulen sind auf Hinterland errichtet, auch dann gestützt auf das Gutachten des ihr als sachverständig geltenden geschah dies, wenn eine zwingende Veranlassung dazu nicht vorlag. Arztes irgendeiner Unfallstation, auch solche Personen als be Als Grund wird gemeiniglich angegeben, daß der Schulbetrieb dadurch trunken, denen in Wirklichkeit etwas ganz anderes fehlt. So ein dem störenden Geräusch der Straße entzogen sei, eine Annahme, vermeintlicher" Sofffopp" kann sich glücklich preisen, wenn die die aber doch nur in Hauptverkehrsstraßen, nicht aber in Polizei selber seinen Zustand hinterher doch noch erkennt, so daß Nebenstraßen, wie in der Driesener-, Sonnenburger- und Senefelder- er nicht im Polizeigewahrsam umzukommen braucht, sondern straße, die niemals Verkehrsstraßen werden können, Berechtigung be- wenigstens in einem Krankenhause sterben darf. sitzt. Störende Geräusche können auch in den Höfen eintreten, und worden um einen neuen Fall, der uns leider erst verspätet mit Die Reihe der traurigen Vorkommnisse dieser Art ist vermehrt so wie diese neuen Schulen gebaut sind, werden sich sicher schwere geteilt worden ist. Ein Arbeiter N., der bei einer Frau S. Mißstände durch Störungen aus den Nachbargrundstücken ergeben, in der Oberberger Straße wohnte, ging am 25. August, auch ist die Feuersgefahr für die Kinder erheblich größer. Der abends, nach einer benachbarten Gastwirtschaft. Nachdem er dort Die Stadtverordnetenversammlung hauptsächlichste Grund, weshalb die Schulen auf Hinterland gebaut einige Zeit verweilt hatte. erlitt er einen Ohnmachtsanfall. werden, ist, daß hinterland billiger ist als Vorder- Uns ist versichert worden, er habe an dem Abend nur wenig ges ant heutigen Donnerstag wird sich mit einigen sehr wichtigen land. Für diese Schulbauten hat sich jetzt auch unter dem tüchtigen trunken. Ueberdies waren Ohnmachtsanfälle ähnlicher Art ihm auch Gegenständen zu beschäftigen haben. Zunächst handelt es sich Baumeister Ludwig Hoffmann eine wahre Schablone herausgebildet. in seiner Wohnung schon öfter zugestoßen. In dem Lokal glaubte um zwei Anträge, die von der sozialdemokratischen Fraktion Ein Lehrerwohngebäude an der Straße 15 bis 18 Meter Front, aber der Zustand sich nicht befferte, wurde ein Schuhmann herbei. man zunächst, es handle sich nur um ein leichtes Unwohlsein. Als gestellt sind und sich auf die Regelung der Arbeiter- und hinter demselben, in derselben Breite, ein 12-15 Meter tiefer Hof, geholt, der dann den offenbar tranten Mann in einer Droschke Lohnverhältnisse der städtischen Arbeiter und Angestellten sowie der sich dann rechts und links zu dem eigentlichen Schulhof er nach der nächsten Unfallstation, in der Schönhauser auf zu treffende Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit be- weitert. Vor diesem Hof steht das Hauptgebäude, während zwei Seiten- Allee, schaffte. An diesem Abend kam N. nicht mehr nach Hause. ziehen. flügel den Hof flankieren. Rechts und links durch das Hauptgebäude Am anderen Morgen sah Frau S., daß sein Bett unberührt war. Dann aber soll auch schon über die Verhandlungen des führen zwei Durchgänge nach den Treppen und dem zweiten Schul- Aufklärung wurde ihr gebracht durch einen Schuhmann, der sich Ausschusses berichtet werden, der in Sachen der Kinderspeisung hof, welcher sich 15-18 Meter tief am ganzen Schulgrundstück ent- bormittags bei ihr einfand. Er erzählte: N. sei schwer be eingesetzt war und der am Dienstag nach Entgegennahme des lang zieht. Die Seitenflügel erhalten durch 6 Meter tiefe Höfe, trunken gewesen, er habe von der Unfallstation nach Berichts des Stadtschulrats Dr. Fischer und des Stadt die sich nach dem Nachbargrundstück, öffnen, Licht" für die entstandenen Untosten feien 2,50 M. zu bezahlen. N. werde, so dem Polizeigewahrsam geschafft werden müssen, für die verordneten A. Schulze über ihre Informationsreise nach Korridore. Wo die Turnhalle nicht in einer großen fügte er hinzu, etwa um 10 Uhr wieder runterkommen". Aber N. Prag, Wien, Straßburg usw. folgenden Beschluß gefaßt hat Stube des Hauptgebäudes untergebracht ist, wird dieselbe tam zunächst nicht. Er kam nicht an diesem Tage, er kam auch und der Stadtverordnetenversammlung unterbreitet: Den im hinteren Hofe errichtet, der dadurch in zwei Teile geteilt ist. nicht am folgenden Tage. Am 27. August ging Frau S. zum Magistrat zu ersuchen, schleunigst der Stadtverordneten mit Ausnahme der Schule in der Greifenhagener Straße sind alle Polizeibureau, um selber nach ihm zu forschen. Ein Wachtmeister bersammlung eine Vorlage zu machen, welche die Fortsetzung im gleichen Stil hergestellt. Da nun die benachbarten einzelnen fragte: warum sie sich um fo'n Soffgenie" überhaupt noch der Speisung schulpflichtiger Kinder während des kommenden Baupläge so geschnitten sind, daß die höchstmöglichste Ausnutzung fümmere; Auskunft tönne sie sich auf dem Polizeipräsidium holen. Winterhalbjahres zum Ziel hat." des gesamten Terrains erreicht wird, so müssen die Giebel der Am 28. August traf Frau S. auf der Straße den Schußmann und Privatgrundstücke bis an das Schulgrundstück heranrücken, wodurch Sie fragte, ob er vielleicht auf der Unfallstation oder im Polizeiteilte ihm mit, daß N. immer noch nicht runter gekommen" sei. Die Speisung bedürftiger Schulkinder durch die Stadt. den engen Höfen Licht und Luft entzogen wird. Es ist nicht zu viel gewahrsam sich ungebührlich benommen habe und deshalb in Haft Der Antrag Arons und Genossen, den Magistrat zu ersuchen, gesagt, daß, wenn erst die Nachbargrundstücke bebaut sind, diese behalten worden sei. Der Schuhmann sprach die Vermutung aus, die Speisung bedürftiger Schultinder von Stadt wegen in die Hand neuen Schulen nichts anderes als schlechte Hofwohnungen darstellen. N. werde vielleicht doch krank sein und in irgendeiner Anstalt zu nehmen, ist bereits im Dezember 1907 einem Ausschuß über- Wenn eine solche Bauweise als Not behelf angewendet wird, so liegen. Frau S. ließ nun sofort in mehreren Krankenhäusern an wiesen worden. Der Ausschuß hat in einer Sigung im April unter muß man sich damit abfinden. Wenn aber, wie z. B. in der Sonnen- fragen. Schließlich tam aus dem Friedrichshain. anderem beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, den Stadtschulrat burger Straße, genügend Gelände zur Verfügung steht, das boll- Krankenhaus die telephonische Antwort: N. sei dort am Dr. Fischer zum Studium ähnlicher Einrichtungen nach einer Anzahl ständig freiliegt und altes Eigentum der Stadt. 26. Auguft, nachmittags, eingeliefert worden und sei bereits Städte des Inlandes und Auslandes zu entfenden. Der über diese gemeinde ist, die Schule mitten in den Baublock hineingefeßt am 27. August gestorben. Am 28. August ging Frau S. zum Reise erstattete 48 Drudseiten umfassende Bericht lag dem Ausschuß wird, nur um das übrige Gelände zu recht günstigen Baustellen auf- tranfenhause und bekam die Auskunft: N. sei ohne Wohnungsvor, zu einer Beratung desselben kam es aber nicht. Die teilen zu können, so ist dies ein Verfahren, das an Kurzsichtigkeit, dem Krankenhause unbekannt geblieben sein sollte, obwohl der angabe eingeliefert worden. Sie wunderte sich, daß N.s Wohnung Beratung drehte sich vielmehr darum, was zu geschehen Engherzigkeit und Filzigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Schuhmann sie noch von dem Kranken selber erfahren und ja auch habe, um die jetzt im Gange befindliche Speisung auch in den Moschon am 26. Auguft sich bei Frau S. eingefunden hatte. Als man naten Oktober, November usw. fortsetzen zu können. Der Ausschuß ihr die Papiere überreichte, die in den Kleidern des Toten gesteckt einigte sich schließlich auf einen Antrag Cassel, den wir an anderer hatten, ergab sich, daß amtliche Schriftstücke darunter waren, die Stelle mitteilen. die Bescheinigung über den Sterbefall, die man der Frau G. gab, die genaue Angabe des Namens und der Wohnung enthielten. Auf wurde als Krankheit des Verstorbenen ein Nierenleiden, und als Todes ursache Gehirnblutung genannt. An der Leiche bemerkten diejenigen, die sie sehen durften, bläuliche Verfärbung einzelner Teile des Gesichts. W Der Hochbauverwaltung kann man den Vorwurf nicht ersparen, daß sie sich unter diesen Krämergeist duckt, der fraglos Geld herausschindet auf Kosten der Volksgesundheit. Die Schulhöfe sollen für die Kinder und Lehrer eine ErholungsSo sehr auch die Wichtigkeit des vom Schulrat Fischer ein- stätte während der Pausen sein. Daß sie das unter solchen Umgebrachten Materials anerkannt wurde, war man sich doch darüber ständen nicht sein können, muß der Baumeister wissen. Er fann sich im klaren, daß die gründliche Prüfung und Nutzbarmachung auch nicht damit herausreden, daß er ja nur im Auftrage handelt. für Berliner Verhältnisse längere Zeit Zeit erfordere, so daß Ein Mann wie der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann braucht und darf das zunächst Notwendige die Notwendige die Sicherung der Weiterspeisung sich nicht in ein solches Zwangsverhältnis fügen. in diesem Winter sei. Der Beschluß des Ausschusses erfolgte ein- Eine Gemeindedoppelschule hat gewöhnlich 36 bis 40 laffen, nach Einlieferung des Mannes nicht bekannt war, wo er hingeSchulrats angeschlossen hatte, wurde dem Ausschuß ein Entwurf von Grundsägen unterbreitet, wonach in Berlin die Speisung durch geführt werden könnte. Es wurde vom Ausschuß anerkannt, daß dieser Entwurf eine ganz gute Unterlage abgebe, auf der man weiter arbeiten könnte. Bei den Verhandlungen selbst wurde dem Magistrat der Vorwurf nicht erspart, daß er in stimmig. Vom Stadtverordneten Schulz, der sich der Reise des Ein paar Fragen drängen sich uns hier auf. Die Frage, warum dem Aufnahmebureau des Krankenhauses noch zwei Tage also rund 2000 Kinder. Die beiden in jeder der neuen Schulen hörte, ist die minder wichtige. Bei den Heil- und Pflegeanstalten meter Fläche, die zum Teil mit Kopfsteinen gepflastert als Fahrwege wir uns über nichts mehr. Wichtiger ist die andere Frage, wo und zur Verfügung stehenden Höfe haben selten mehr als 2000 Quadrats unserer Stadt sind wir solche Bummeleien gewöhnt, da wundern dienen, mit Gullys, Bäumen, Turngeräten usw. besetzt sind. Es wie N. die Zeit vom Abend des 25. August bis zum Nachmittag bleiben kaum 3/4 Meter für jedes Kind„ Bewegungsraum". Wir empfehlen jeden, sich einmal einen solchen Hof während der des 26. August zugebracht hat. Ist er tatsächlich von der Infallstation nach dem Polizeigewahrsam geschafft worden? Welche Versuche hat man auf der Unfallstation gemacht, festzustellen, ob der Mann wirklich nur betrunken" war? Und wer tann das angeordnet haben, daß man den vers " blieben sein? Auch wenn er tatsächlich zunächst nur betrunken" gewesen sein sollte, so hätte man sich dennoch sagen fönnen, daß ärztliche Hilfe heischt. Weiß man das nicht bei der Polizei? Weik er eines Arztes bedurfte. Betrunkenheit ist eine Erkrankung, die man es nicht mal auf den Unfallstationen? dieser Angelegenheit außerordentlich langsam arbeite. Dabei tam Baufen anzusehen und zu prüfen, ob hinter diesen fünf Stock hohen zur Kenntnis, daß seitens des Magistrats dem Schulrat Fischer das Giebelmanern eine Erholung möglich ist. In der Schuldeputation Dezernat über diese Angelegenheit abgenommen und dem Leiter ſizen nur Leute, die ihre Kinder nicht in die Gemeindeschule meintlich nur betrunkenen" Mann dem Polizeigewahrsam überder Armendirektion, Stadtrat Münsterberg, übertragen ienden. Die Regierung verhindert, daß Vertreter der großen Wasse wies? Wie lange mag N. dort ohne ärztliche Hilfe ge worden sei. der Bevölkerung, die ihre Kinder in die Volksschule schicken müssen, Herrschte auch im Ausschuß darüber große Verwunderung, so ist in der Schuldeputation zu Worte kommen. Nur so ist es möglich, dieses Verfahren nur zu verständlich. Das Niveau sozialen Ver- daß sich die Dinge in solch' jammervoller Weise entwickeln, wie das ständnisses und sozialer Einsicht ist eben im Berliner Magistrat iegt der Fall ist. außerordentlich niedrig. Dazu kommt, daß dem Stadtschulrat In anderen Städten, die nicht über die finanziellen Mittel verDr. Fischer die Gabe, Schaum zu schlagen, nicht zur Verfügung steht wie seinem Kollegen aus der Armendirektion. Die vom Stadtv. Schulz eingereichten Grundsäge enthalten u. a. folgende wesentliche Bunkte: 1. Die Schulspeisung bedürftiger Gemeindeschulkinder muß bas ganze Jahr hindurch mit Ausnahme der Sonntage und einzelnen schulfreien Tagen sowie der Ferien stattfinden. 2. Die Echulspeisung ist sowohl Sache der Schulverwaltung fotvie der Armenverwaltung, deshalb empfiehlt sich die Einsetzung eines besonderen Kuratoriums. 3. Am 1. März und 1. September wird seitens der Rektoren der Schulen an bedürftige Kinder ein Fragebogen verteilt, den sie in verschlossenem Umschlag ihren Eltern mitzunehmen haben. 4. Es werden Schulspeisebezirke gebildet. fügen wie die Reichshauptstadt, sind die neuen Schulen in ganz Ueber das Mittagessen in den Berliner Wirtschaften hat, mie anderer Weise errichtet. Ringsum freistehende, der ganzen Gegend die Deutsche Krankenkassen- Beitung" in ihrer neuesten Nummer zum Schmuck dienende und dadurch auch erzieherisch wirkende, mitteilt, der Berliner Hygieniter Dr. Nißfalt recht beachtenswerte monumentale Gebäude mit großen, freien Rasenplägen als Spiel- Untersuchungen angestellt, indem er das Essen in den Berliner pläße, die ringsum mit Bäumen besetzt sind und angrenzend Wirtschaften auf seinen Nährwert prüfte. Er untersuchte zu diesem ein Gemüsegarten für die obligatorische Stochschule. So fann 3wede während zweier Monate die aus einer Boltstüche, mehreren fleineren Wirtschaften und einem besseren Restaurant stammenden man selbst in kleinen Städten Schulen errichtet sehen. Mittagsmahlzeiten. Es ergab sich das Resultat, daß trotz Erhöhung für jede Schule ist eine mit allen nötigen Nebenräumen ber der Preise eine Verschlechterung der Ernährung eingetreten ist, fehene Turnhalle vorhanden. Hier in Berlin sollen aus zwei Schulen namentlich hinsichtlich der Eiweißmenge, die als ungenügend be2000 Kinder in einer großen Stube, oft hundert und mehr Kinder funden wurde. Einen Vorzug mußte der Untersucher der gelie. auf eine Lehrkraft, im Turnen unterrichtet werden. So in der ferten Kost zuschreiben, die durchweg recht abwechselungsreich war. Driesener Straße und in der Sonnenburger Straße und in der Eiweiß wurde am meisten in dem Restaurant geliefert, während letzteren auf freiem städtischen Gelände, wo jede Ausdehnungs- in den kleineren Wirtschaften nur 30-40 Broz. abgegeben wurde. möglichkeit heute noch vorhanden ist. In den neuen Schulen anderer um das fehlende Eiweiß zu ersehen, sollten die billigen EiweißTroßdem gewährte die Volksküche die vollkommenste Ernährung. Städte hat jede laffe eine eigene Garderobe, in förper, wie Milch, leimgebendes Gewebe, Fische und Hülsenfrüchte, Berlin nicht einmal die Turnhalle eine solche. Waschgelegenheit wird reichlicher in den Wirtschaften verwendet werden. Mit dem von als Lurus angesehen. Der einzige Lurus ist das nach der Straße den Wirtschaften gelieferten Mittagessen werden 30 Proz. der für zu liegende Lehrerwohngebäude, eine Einrichtung, die man in andern den Tag nötigen Nährstoffmenge hervorgebracht. Städten überhaupt nicht kennt und die die Berliner Bauten un- Man kann sich hiernach lebhafte Vorstellungen maden, wieviel nötig verteuern, zum Schaden des eigentlichen Schulbaues. Stadt- Prozent der täglich notwendigen Nährstoffmenge diejenigen nach 7. Zur Durchführung sind zunächst 100 000 M. in den nächsten schulrat Dr. Fischer hat im Juni mit einem Mitglied der Schul- Hunderttausenden zählenden armen Familien zu sich nehmen, die Etat einzusetzen. deputation eine Reise nach verschiedenen Städten unternommen. fich bergleichsweise noch nicht mal das schlechteste Mittagessen der 8. Für das kommende Winterhalbjahr sind dazu 65 000 m. Bei dieser Gelegenheit werden die Herren manches moderne Berliner Wirtschaften leisten können. M. erforderlich. Schulhaus zu Gesicht bekommen haben. Hoffentlich kommen Ein polizeilicher Mißgriff. Dem hier die gewerkschaftlichen Der Antrag Caffel dürfte ohne jede Debatte angenommen diese Kenntnisse auch den neuen Berliner Neubauten Unterrichtsturse besuchenden Genossen Otto Hammerschmidt, Anwerden, vorausgesetzt, daß seitens des Magistrats Einwände nicht zugute. Es wäre doch wahrlich traurig, wenn erst wieder die Auf- gestellter des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Braunschweig, erhoben werden. Die Weiterbehandlung der Sache wird davon ab- fichtsbehörde fommen müßte, um den Hütern der Selbstverwaltung" gegenüber hat sich die Polizei folgendes Stückchen erlaubt. Am hängen, ob der Magistrat an die Stadtverordnetenversammlung eine das richtige Verständnis beizubringen, daß die Dinge bezüglich der Sonntagmorgen in aller Herrgotts frühe, als H. noch im tiefſten die Frage allgemein regelnde Vorlage gelangen läßt oder nicht. neuen Schulbauten so nicht weiter gehen können. In puncto der haus" belegenes Logis. Die Einrede des Genossen, daß man doch Schlummer lag, begehrte jemand Einlaß in sein int GetvertschaftsJedenfalls hat sich der Ausschuß nur auf 14 Tage vertagt, um dann Mietsschulen hat sich die Schulverwaltung schon von der Schul- frühmorgens um 4 Uhr keine Besuche abstattet, half ihm nichts. feinerseits die Sache auf Grund des vorhandenen Materials weiter aufsichtsbehörde sagen lassen müssey, daß solche Schulen beseitigt werden Als er aufgemacht, wurde ihm bedeutet, unten warte ein Polizeiau beraten. Imüssen, weil sie eine schwere Gefahr für die Kinder in sich schließen. I beamter auf ihn, um ihn nach dem Revier 26 abzuführen. Auf 5. Die Speisung erfolgt in Turnhallen, Rinderhorten oder eigens dazu hergerichteten Kellerräumen der Schulen. 6. Die Speisen werden von bestehenden Vereinen bezogen und in eigens hergerichteten Transportgefäßen den Schulen zu geführt. " " Sem Revier angelangt, wurde S. sofort einem Verhör unterworfen und ihm eröffnet, daß er wegen einer im Jahre 1898 in Köln a. Rh. begangenen Unterschlagung stedbrieflich verfolgt würde. Die sofort angestellten Vergleiche bezüglich des Signalements ergaben die Haltlosigkeit des Verdachtes und es kam der polizeiliche Mißgriff zutage. Allerdings machte man nunmehr etwas verdußte Gesichter, unter einer Art Entschuldigung ließ man ihn wieder frei. Der Genoffe hat seine Kenntnisse nun auch über die Berliner Polizei bereichert. Günstig lautet fein Urteil über die preußische Polizei nicht, denn der Beamte vom Revier 26 wollte sich noch näher ertundigen und ihm dann endgültigen Bescheid zusendene Er soll sich nur die Zeit nicht lang werden lassen. Als ein gemeingefährlicher Schwindler hat sich ein Mensch entpuppt, der sich als Dr. Hans Kloeders bezeichnete und fürzlich ein 17jähriges Mädchen Hedwig Müller aus Charlottenburg, eine Beamtentochter, entführte. Der geisteskranke Mann, der wiederholt aus Anstalten beurlaubt wurde und dann Unheil anrichtete, hat jetzt mit einer ärztlichen Bescheinigung die Privatheilanstalt von Dr. Krause in Lichtenrade aufgesucht und einen Tobsuchtsanfall bekommen. Ein beamteter Arzt, der zu seiner Untersuchung dorthin entsandt wurde, bestätigt seine Krankheit. Die Wohnung des Kranken in der Elsholzstraße 14 wurde einstweilen polizeilich bersiegelt. Die 17 Jahre alte Beamtentochter Hedwig Müller aus CharTottenburg, die" Dr. Klocders" auf ihrem Wege nach einem Geschäft in der Elßholzstraße von seiner Wohnung aus beobachtete und an fich lockte, um sie zu entführen, ist noch nicht wieder zum Vorschein gekommen. Vermutlich hat der Entführer, der einen großen Einfluß auf sie gewonnen hatte, fie irgendwo untergebracht. Die Bermutung, daß er mit ihr in Stiel gewesen sei, trifft nicht zu. Dort war er mit einer jungen Dame namens B., die er durch eine Hieratsanzeige unter falschen Vorspiegelungen kennen gelernt hatte. Der Schwindler, der erfahren hatte, daß Fräulein B. 200 000 M. besikt, erzählte ihr, daß er sich in oder bei Kiel niederlassen wolle und veranlaßte fie, mit ihm dorthin zu reifen. Er rechnete darauf, daß sie viel Geld mitnehmen würde und plante, es ihr unterwegs abzuschwindeln. Die Dame war aber vorsichtig und nahm nur wenig mit. Als sich Dr. Kloeders in seiner Erwartung getäuscht fah, ließ er seine Begleiterin in Riel fizen, fuhr nach Berlin zurück und hielt sich dann in Vororten auf. Einem Fräulein H. Todte er in wenigen Monaten 17 000 m. ab. Die Dame hatte er durch ein Heiratsgesuch kennen gelernt, in dem ein„ intelligenter Mann, Dr.", nach einer vermögenden Lebensgefährtin Umschau hielt. Mündlich erklärte er dem Mädchen, das kein großes Vermögen besaß, es fomme ihm weniger auf Reichtum als auf geistige Reife an. Dabei spielte er sich als einen großen Herrn mit einem jährlichen Einkommen von 10 000 M. auf. Dr. Kloeders gewann bald großen Einfluß auf die Dame und schwindelte ihr zunächst 7000 M. ab unter der Vorspiegelung, daß er bei dem Zahnarzt Dr. M. ein chemisches Laboratorium einrichten wolle. Nach und nach erhielt er noch 10 000 M. Giner Freundin der Dame fiel es auf, daß sie bei einem Besuche bei Dr. M. von einem chemischen Laboratorium nichts sah. Sie machte Fräulein H. darauf aufmerksam. Als diese den Kloeders zur Rede stellte, erklärte er kurz und barsch, daß er sie jeht nicht heiraten werde. Die Kriminalpolizei erhielt Kenntnis von den Schwindeleien des Dr. Kloeders, fie übergab die Angelegenheit jest der Staatsanwaltschaft, die wohl dafür sorgen wird, daß der gemeingefährliche Schwindler sicher untergebracht wird. Wer über den Verbleib der Hedwig Müller Auskunft geben kann, wolle sich an die Kriminalpolizei, Zimmer 89a des Polizeipräsidiums, wenden. Das Mädchen wird auch Nelly Neubert genannt. Der Schwindler selbst ist jetzt auch seiner Perfönlichkeit nach entlarvt. Er legt sich den Doktortitel ohne Berechtigung bei; er hat als Einjährig- Freiwilliger gedient, wollte Apotheker werden, geriet aber bald auf die Schwindellaufbahn. In Düsseldorf verübte er früher unter dem falschen Namen Dr. Röters Betrügereien. Sein richtiger Name ist August Stoeters. Der Schwindler stammt aus Flensburg. Der Doktortitel übt auf viele heiratsluftige Damen einen großen Einfluß aus. Aus dem Straßenverkehr. Am Dienstagnachmittag fuhr ein Straßenbahnwagen der Linie 11 gegen einen vor dem Hause Inbalidenstraße 111 haltenden Wagen der Linie 10. Die in dem letzteren fibende 53 Jahre alte Handelsfrau Henriette Bier wurde gegen die hintere Tür geschleudert und erlitt eine Quetschwunde am Hinterkopf. An dem Wagen der Linie 11 ist eine Laternenscheibe zertrümmert worden. Abends fuhr der 21 Jahre alte Hausdiener Paul Rehwinkel vor dem Hause Schönhauser Allee 3 mit seinem Zweirad gegen einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Straßenbahnwagen der Linie 47, tam zu Fall und zog sich einen Bruch des Stirnbeinknochens zu. Nach Anlegung eines Verbandes auf der Unfallstation in der Schönhauser Allee ist er mittels Droschte dem Lazarus- Krankenhause zugeführt worden. Vor dem Hause Schillstraße 13 wurde abends das 20 Jahre alte Dienstmädchen Anna Bartschinski, als es eben im Begriff war, einen Straßenbahnwagen zu befteigen, von einer Straffdroschte überfahren. Man brachte die Bewußtlose nach der Unfallstation am Zoologischen Garten, mo man schwere innere Verlegungen kon: statierte und ihre Ueberführung nach dem Krankenhause Moabit beranlaßte. In der Nacht gegen 11% Uhr erfolgte vor dem Hause Kurfürstendamm 8 cin Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie S und der Kraftdroschte Nr. 2778. Der Führer der letzteren, Hermann Mante, wurde vom Bock gefchleudert und erlitt zwei Stirnwunden, während die Insassin, die 20 Jahre alte Dora Groothoff, durch Glassplitter Rißwunden an beiden Lippen und an der Nase sowie Hautabschürfungen im Gesicht davontrug. Man legte beiden Berlebten auf der Unfallstation am Zoologischen Garten Verbände an und schaffte sie dann in Droschten nach ihren Wohnungen. An dem Straßenbahnwagen sind die Baternen zertrümmert und die Vorderscheiben zerbrochen. Der Zusammenstoß ist dadurch entstanden, daß Manke infolge Schleuderns der Kraftdroschte die Gewalt über die Steuerung verloren hatte. Durch einen Straßenbahnwagen- stalpiert. Ein entfeßlicher Unglücksfall hat sich in der vergangenen Nacht auf dem Straßenbahnhof Halensee ereignet. Die von der Tour zurückkehrenden Waggons wurden in die Halle einrangiert, wobei auch die Schaffner mithalfen. Der Schaffner Korsch war ebenfalls beim Einrangieren tätig gewesen. Als er seinen Wagen etwas anfahren wollte, beugte er den Kopf zu weit nach vorn und in demselben Augenblic tam auf dem Nebengleis ein anderer Straßenbahnwagen angefahren. R. beobachtete dies nicht und im nächsten Moment war er von der Borderplattform am Kopf erfaßt worden. Dem Aernisten wurde die Kopfbaut fast vollständig heruntergerissen. Blutüberströmt brachten ihn Kollegen nach der Unfallstation am Zoologischen Garten, wo er die ersten Rotverbände erhielt. eine Revolverfugel in die Schläfe jagte. J. stand start im Verdacht, die in dem von ihm geleiteten Belzwarengeschäft erfolgten Einbrüche fingiert zu haben. Auch war er verdächtigt, Feuer in dem betreffenden Geschäft angelegt zu haben, um seine Schwindeleien zu verdecken. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht wurde der 16. Zug nach der Dudenarder Straße 2 alarmiert. Dort war in einer Küche Feuer ausgekommen. Zweimal wurde die Wehr nach der Rübowstraße 2 alarmiert und ferner nach der Liegniger Straße 40, Laufiger Straße 16, dem Grünen Weg 6 und anderen Stellen. In all diesen Fällen war niedergedrückter Rauch die Ursache. In der Schüßenstraße 29/30 wurde mit Erfolg ein Sauerstoffapparat bei einem Stranten benutt. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. einen Martt Hinzuberlegen. Verschiedene Hauseigentümer und Ges werbetreibende sprachen natürlich dagegen. Genosse Fuhrmann bes sprach die Angelegenheit vom hygienischen Standpunkte aus, und da jede polizeiliche Aufsicht und Kontrolle fehle, so wäre zu erwarten, daß die feilgebotene Ware nicht einwandfrei wäre, und da auch der Privatmarkt mit Konzert eröffnet werden solle, so bestehe die Aussicht, einem Rummelplaz Tür und Tor zu öffnen. Da geriet nunmehr der Schöffe Backhaus in Wut:" Det wischen Se sich man ab, von wegen Rummelplatz, id bin alt genug, um zu verhüten, det solche Sachen bei mir nich Markt schon genehmigt. Und von wegen Karnidelberg, unse Gegend vorkommen. Der Landrat und der Regierungspräsident hat den is eben so fein, wie bei Euch usw. usw." Die erstere längere Rede des Herrn Schöffen wurde leider vom Vorsitzenden unterbrochen. Jm Bollsmunde besteht der Starnidelberg aber heute noch, trotz der Aufregung des Herrn Backhaus, die alten Weißenfeer haben sich von dort so manchen Sonntagsbraten geholt. Als Krähwinkelei bezeichnet die Freisinnige Zeitung" den Bes schluß der Gemeindevertretersizung, den jezigen Bürgermeister von Liebenwalde, früheren juristischen Hilfsarbeiter Dr. Albert, wegen Wir können das einer rückständigen Kartoffelschuld zu verklagen. durchaus nicht finden. Gewiß handelt es sich um ein winziges Dbjeft, aber das charakterisiert doch nicht die Gemeinde, fondern Herrn Dr. Albert, der sich weigert, seinen Verpflichtungen nachzukommen, wo er offenbar im Unrecht ist. Aus der Straßenreinigungsdeputation. Eine wahre Angst verriet ein Teil der bürgerlichen Stadtverordneten in der letzten Sitzung der Deputation für das Feuerlöschwesen, Straßenreinigung usw., weil vielleicht die städtischen Straßenreiniger eine indirekte Gehaltsaufbesserung von jährlich drei Mark dadurch erhalten könnten, daß ihnen zu den bisher schon gewährleisteten Dienströcken und Müßen Marienfelde. auch noch Diensthofen geliefert werden. Der genannten Deputation lag nämlich in der letzten Sigung ein dahingehender Auf der Tagesordnung der letzten Gemeindevertretersitzung stand Antrag vor, gegen den von einigen bürgerlichen Vertretern der Erlaß eines Ortsstatuts behufs Bildung einer Pflichtfeuerwehr von vornherein in wütendster Weise Sturm gelaufen wurde. zur Beratung. Die Vertretung hatte sich vor einiger Zeit schon Diese Boltsvertreter erklärten, es würde eine Zulage der Straßen- einmal mit der Sache beschäftigt und war zur Ablehnung gekommen. reiniger bedeuten, und die Folge könnte sehr leicht sein, daß auch Der Landrat war damit aber nicht zufrieden, da die freiwillige andere Kategorien der städtischen Arbeiter nach Annahme dieses Wehr nach seiner Ansicht wegen ihrer geringen Bahl nicht genügt. Antrages dasselbe beantragen fönnten; deshalb müsse man den An- In seinem Schreiben droht er bei nochmaliger Ablehnung mit dem trag ablehnen. Ihren Höhepunkt erreichte jedoch diese Wut, als ein$ 7 des Polizeiverwaltungsgesetzes. Um den Herrn Landrat zuAntrag des Magistrats zur Verhandlung stand, der verlangte, daß friedenzustellen, wird beschlossen, die freiwillige Feuerwehr um man für die Straßenreiniger Unterstände schaffen solle, damit diese sechs Mann zu vermehren, den Erlaß eines Drtsstatuts einer Pflichtbei Sturm und Wetter nicht nötig hätten, ihre Baufen, ganz besonders mehr aber abzulehnen. Hierbei beklagte sich der Vertreter Belß, daß bei Nachtzeit, vor verschlossenen Haustüren auf offener Straße die Feuerwehr zu wenig geachtet und unterstützt wird, namentlich zu verbringen, und auch dort ihre Mahlzeit einzunehmen. von den Herren Grundbesitzern. Wir können hinzufügen, daß auch die Die Durchführung dieses Antrages wurde als eine Unmöglichkeit aufgeklärten Arbeiter zu dieser Art Feuerwehr fein rechtes Vertrauen bezeichnet; man könne feine Gelder dafür aufwenden, es wären auch haben. Bei der letzten Gemeindewahl sowie bei der Landtagswahl feine Gelder dazu vorhanden, ja man wäre dicht daran, wenn diese hätte sich kein Feuerwehrmann erdreisten sollen, etwa sozialdemo Anträge angenommen würden, auch bald die Stiefel und die Unter- fratisch zu wählen; er wäre unweigerlich geflogen. Einige hatten hofen zu liefern. Das sind Gründe, mit denen jene Vertreter im immerhin noch etwas Würde und haben überhaupt nicht gewählt. Stadtparlament zu operieren wagen, trotzdem eine ganze Anzahl Bei den Protestversammlungen am 12. Januar hatte die Feuerwehr anderer Städte diese Dinge längst eingeführt hat. den Befehl erhalten: Keiner darf den Ort ohne Genehmigung des Oberführers verlassen, weil die Wehr polizeiliches hilfsSchöneberg. organ ist. Unter solchen Umständen kann man auf Sympathie von den Arbeitern nicht rechnen. Leider haben wir feinen Vertreter mehr im Drtsparlament, der den Herren diese Wahrheit gesagt hätte. Es wurde noch beschlossen, zu der neuen Pumpstation 4 Morgen Land anzukaufen, pro Morgen 6500 M., vom Rentier Achilles. Das Terrain liegt am Brizer Weg. Groß- Lichterfelde. も Ein Bild tiefsten Elends im reichen Schöneberg. In einer großen Blutlache fand man gestern in ihrer in der Hauptstr. 145 gelegenen Wohnung im Hinterhause 3 Treppen die 57 Jahre alte Arbeiterfrau Marie R. Sie hatte sich die Pulsader zu durchschneiden versucht und sich am linken Unter- und Oberarm zahlreiche Schnittwunden beigebracht. Nach ihren eigenen Angaben hat sie das in selbstmörderischer Absicht getan, da sie ganz verlassen und völlig mittellos den Hungertod vor Augen sah. Durch einen Schutzmann wurde sie in einer Droschte nach dem städtischen Krankenhause in der Nubensstraße gebracht. Lichtenberg. # Der ersten Gemeindevertreterfibung nach den Ferien lag eine ziemlich umfangreiche Tagesordnung vor. Für die weitere Ausge. staltung des Gemeindepartes am Teltowfanal werden nochmals 30 000 m. bewilligt, nachdem die bereits zur Verfügung gestellte Summe von 34 000 m. erschöpft ist. Die spätere elektrische BeStadtverordnetenversammlung. Die Stadtväter haben ihre Tätig- leuchtung des Parkes soll in Erwägung gezogen werden. In der teit wieder aufgenommen. Mit einigen geschäftlichen Mitteilungen Verwaltungsstreitsache Wenzel gegen die Gemeindevertretung beeröffnete der Vorsteher die fast vollzählige Bersammlung. In die schränkte sich der Gemeindevorsteher auf die kurze Mitteilung, daß Kommission zur Vorbereitung der Abänderung des Statuts für den Kläger gegen das Urteil des Kreisausschusses Berufung eingelegt Kanalisationszweckverband Lichtenberg Borhagen Rummelsburg habe. Die Gemeindevertretung scheint also demnach mit dem unwurden unter anderen die Genossen Düivell und Grauer gewählt. glücklichen Urteilsfinder kein Mitleid zu haben. Die Beschlußfassung über die Beschaffung eines Stadtwappens wurde Gine umfangreiche Debatte entspann sich bei dem Punkt: Gr. ausgesetzt und die Vorlage einer Kommission überwiesen. Die weiterung der Badeanstalt. Schöffe Dr. Zeugner wies nach daß die neue Badeanstalt jetzt Beschidung der 33. Generalversammlung des Vereins für öffentliche was übrigens vorauszusehen war Gesundheitspflege, die vom 16. bis 19. September in Wiesbaden schon dem vorhandenen Bedürfnis nicht mehr genüge. Bis zum tagt, und die Beschickung des 6. preußischen Städtetages am 5. und 1. September betrugen die Einnahmen 12 300 M., die Ausgaben 6. Oftober in Königsberg ist vom Magistrat mit je drei Mit- 3288 M., die sich bis zum Ablauf der Sommersaison auf airta gliedern des Magistrats beschlossen und wird der Stadtverordneten- 4000 M. erhöhen werden. Bei der bisherigen Gesamtausgabe von bersammlung empfohlen, auch Mitglieder aus ihrer Mitte zu delegieren. 214 000. müsse die Gemeinde bei 4 Proz. Berzinsung und Unsere Parteigenossen befürworten den Vorschlag, ersuchen aber den 1 Proz. Amortisation 2000 M. im ersten Betriebsjahre zuschießen. Magiftrat, in Zukunft mit der Stadtverordnetenversammlung in Die Errichtung eines besonderen Badebassins sei notwendig. Die Eine längere Debatte rief Gesamtkosten für die geplante Erweiterung betragen 61 000 m. gemischter Kommission zu verhandeln. ein Antrag unserer Genossen hervor, der die Mitglieder einer Die bauende Gesellschaft habe Garantie geleistet. Delegation zur Berichterstattung verpflichten will. Der Haupt- G.-V. Meher wünscht eine Vollbadeanstalt nach Stegliter einwand gegen diesen selbstverständlichen Antrag war, die Majorität Muster. Dagegen wenden sich die Schöffen Leugner und würde durch Annahme des Antrags in der Auswahl der Delegierten ange, denen die Kosten von 500 000 Mt., die für eine Vollbades für Sommer und Winter- erforderlich wären, zu hoch beschränkt!! Das Anerbieten unserer Genossen, auch in dieser Hin- anstalt Eine solche Badeanstalt würde sich nicht rentieren. Die ſicht erzieherisch wirken zu wollen, wurde mit Gelächter auf- find. genommen. Beschlossen wurde, die Tagungen durch je drei Mit- Gemeindevertretung stellte sich auf denselben Standpunkt. Solange glieder der Versammlung zu beschicken. Nach Wiesbaden wurden sich die sozialen Einrichtungen nicht rentieren, haben sie in dem Vorschlage des Wahlausschusses entsprechend neben Herrn Grothe Lichterfelde teine Berechtigung. die Genossen Brühl und Linke entsandt, während nach Königsberg Die 61 000 M. für die Erweiterung der Badeanstalt werden die Herren Dr. Bufofzer, Frank und Münchehofe delegiert werden. Lewilligt. Gin Ortsstatut über die Freibank sand Annahme, nachdem die BeStimmung, daß auswärtige Schlächter zu den Gebühren 50 Broz. Aufschlag zahlen sollen, gestrichen war. Unsere Genossen traten ein für eine geregeltere Bekanntmachung des Fleischverkaufs, der sich in der Dossestraße befindet. Eine vom Magistratstische gemachte BeSchöffe Lange reist darauf hin, daß es gesebliche merkung, daß die Freibank zur Versorgung der ärmeren Bevölkerung mit billigerem Fleisch diene, fand feitens unserer Genoffen ge- Mittel dagegen nicht gebe, meil im vorliegenden Falle teine bührende Würdigung. Die Versammlung beschließt ferner, dem öffentlichen, sondern Privatpläße in Betracht kämen. Die Vorschlage des Magistrats zuzustimmen, nach welchem an Stelle der Gemeindevertretung verlangte trotzdem ein Einschreiten der PolizeiEinzelfautionen die Stellung von Generalkautionen und zwar durch behörde, und die meisten Redner erklärten sich bereit, die hinterlegung von Wechseln ben Unternehmern im Prinzip gestattet etwaigen finanziellen Folgen für das gefet. ein soll. Der Magistrat soll in jedem Einzelfall entscheiden. widrige Verfahren auf die Gemeinde zu über. nehmen. Das ist geradezu eine Verleitung au gesetz. wirigen Handlungen. Unser Hinweis auf das ungefeßliche Verlangen des Magistrats, bei der Anmeldung der neu einzuschulenden Kinder den Taufschein borzulegen anstatt die Geburtsurkunde, hat das den Magistrat verteidigende Ortsblättchen zu folgender Aeußerung veranlaßt: Im Interesse eines geordneten Schulbetriebes ist aber der Magistrat zu dieser Forderung durchaus berechtigt; verlangt doch ein Erlaß des Stultusministers vom 27. September 1880 aus brücklich die Vorlegung von Taufzeugnissen, namentlich von aus wärts geborenen Kindern. Uebrigens werden diese Taufzeugnisse auf Anordnung des Evangelischen Oberkirchenrats unentgeltlich ausgestellt. Besser täte also der Vorwärts", sich erst einmal zu informieren, ehe er blindlings darauf los wütet." Außerhalb der öffentlichen Tagesordnung führte Dr. Kübler bewegliche Klagen über den Rummelplaz" gelegentlich bes Schüßenfestes. Er forderte von der Polizeiverwaltung nicht mehr als ein förmliches Verbot aller Schaustellungen, den Betrieb von Karussels und ähnlichen geräuschvollen Unternehmungen. Ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt; er würde auch ohne weiteres angefochten werden, abgesehen davon, daß der Gemeinde borsteher selbst verpflichtet ist, ihn von Amts wegen zu beanstanden. In der geheimen Sizung wurde über die Unterführung der Wil helmstraße am Bahnhof Groß- Lichterfelde- Dit verhandelt. Die Beseitigung des dortigen Bahnüberganges ist ebenso wegen seiner Gefährlichkeit als wegen der ferneren Entwidelung des Ortes eine absolute Notwendigkeit. Die moralische Ver pflichtung zur Beseitigung hat der Eisenbahnfistus. Er verlangt aber von der Gemeinde, so viel wir erfahren, einen Zuschuß von nicht weniger als 260 000. Diesen Betrag könnte die Gemeinde taum leisten, wenn nicht zum mindesten auch gleichzeitig der Vorortverkehr weiter nach Richterfelde- Süd ausgedehnt wird. Die Ver handlungen mit dem Eisenbahnfiskus werden daher weitergeführt. Borsigwalde. Diese Verteidigung steht auf fehr schwachen Füßen und erschüttert unsere Bemerkungen über die Ungefeglichkeit des Magistrats in feiner Weise. Maßgebend ist und bleibt in allen Fällen die Geburtsurkunde und zwar nach dem Zivilstandsgesetz. Ein Taufzeugnis fann nur Am ganzen Körper entsetzlich verbrüht wurde gestern der vier- verlangt werden, wenn ein Kind überhaupt getauft ist, als Nachweis für eine vollzogene firchliche Handlung. Und alle Kinder werden In einer gutbesuchten Volksversammlung referierte Genosse jährige Georg Winter, dessen Eltern Hochstr. 31 wohnen, in die eben heute nicht mehr getauft. Die schwache Position des Magistrats adam über das Thema„ Ein Blid in unser Gemeindeparlament, Unfallstation in der Badstraße eingeliefert. Frau Winter hatte in scheint der Verfasser obiger Notiz selbst zu fühlen, sonst wäre er und wozu unsere Steuergroschen verwandt werden". Trotzdem die der Küche zur Wäsche Wasser aufgesetzt und verließ sodann für unserer Feststellung, daß der Magistrat von den Kindern, die den Versammlung durch zwei uniformierte Beamte bewacht wurde, wollte wenige Augenblicke den Raum, um eine Besorgung zu machen, höheren Schulen zugeführt werden, an Stelle des Taufzeugnisses der Amtsdiener Sommer in Zivil durchaus auch dabei in Tätigkeit während der 4 Jahre alte Georg allein zurüdblieb. Der Knabe Der Knabe langte mit dem Feuerhalen nach dem Griff des Kessels; der Behälter, die Geburtsurkunde verlangt, nicht geflissentlich aus dem Wege treten. Die dreimalige Aufforderung des Vorsitzenden, den Saal zu verlassen, fand bei dem Herrn teine Gegenliebe, derselbe verin dem das Waffer bereits tochte, stürzte um und der Inhalt ergoß Allerdings hat der Magistrat in der lezten Bekanntmachung die langte vielmehr, daß einer von den uniformierten Beamten statt sich über den Körper des Kindes. Der Kleine war, wie der Arzt sich auf die Einschulung in die höhere Mädchenschule bezieht, fich feiner gehen follte. Dem Zwischenfall wurde nunmehr durch den der Unfallstation feststellte, am ganzen Körper entsetzlich verbrüht. bahin berichtigt, daß er neben der Geburtsurkunde den Taufschein älteren Beamten ein Ende gemacht; er forderte den Herrn auf, sofort Er wurde, nachdem er die erste Hilfe erhalten, nach dem Kinder verlangt. Auch diese Forderung besteht zu Unrecht. den Saal zu verlassen. frankenhaus in der Reinickendorfer Straße übergeführt. Weißensee. Ein schweres Unglück hat sich gestern in der Schultheißbrauerei ereignet. Dort war der Anstreicher August Magzdorf mit dem Streichen der Transmissionswelle beschäftigt. Dabei wurde er von dieser erfaßt und sofort getötet. M. hinterläßt eine Frau mit fechs unmündigen Kindern. Seinen Verlegungen erlegen ist gestern im Hedwigstrankenhause ber 28 Jahre alte Stürschnermeister Karl Jungnid, der sich am Montag gegangen. Genosse Adam schilderte in eingehender Weise die letzten Borgänge in der Gemeindevertretersizung bei der Festsetzung der Schul Ernstes und Heiteres aus der Gemeindevertretung. In der letzten gelder, die von den von auswärts eingeschulten Kindern zu erheben Sigung brachte Genosse Taubmann zur Sprache, daß der Gemeinde find. Redner beleuchtete die knauferige Art, wenn es sich um Pflegeeine Stonkurrenz entstehe insofern, als auf dem Grundstück des gelder für uneheliche oder um Waisentinder handelt, für Zeppelin Schöffen Backhaus ein Privatwochenmarkt errichtet werden soll, habe man eher Geld, denn von dem Herrn Gemeindevorsteher worunter die Einnahmen des öffentlichen Marktes leiden würden usw. wurde für die nächste Sigung in Aussicht gestellt, 1000 Mart zu Er beantragte, eine Regelung des Marktwesens vorzunehmen und diesem Zwecke zu bewilligen. Die Löhne der Arbeiter an der Gaseventuell an einem Wochentage auf dem sogenannten Karnidelberg" lanstalt lassen viel zu wünschen übrig, die Behandlung nicht minder. Eingegangene Druckschriften. genügend, Geschäft rege, Breise befriedigend. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft still, Preise nachgebend. Fische: Zufuhr ausreichend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft still, Preise gedrückt. Trinkwasser wird den Arbeitern in den Pferdeeimern gereicht. Unsere| wurde während der Fahrt vom Schlage gerührt und als Reiche aus| Bufuhr schwach, Geschäft sehr still, Breise unverändert. Bild: Bufuhr nicht Fraktion im Dorfparlament brachte diese Mißstände zur Sprache dem Coupé getragen. Das Töchterchen mußte als Waise die und ties darauf hin, daß die Gemeinde ein großes Interesse daran Fahrt nach Berlin antreten. hat, daß die Unternehmer zu tarifmäßiger Entlohnung der Arbeiter angehalten würden. Von bürgerlicher Seite wurde geantwortet, man solle die Wühler und Heyer verhauen, oder ins Gefängnis fchicken, bei 45 Pf. Stundenlohn fönne man noch sparen. " In Freien Stunden". Von der unter diesem Titel im Verlage der Nach einer lebhaften Diskussion, die sich mit den Mißständen Buchhandlung Vorwärts, Berlin, erscheinenden Wochenschrift hier am Orte befaßte, nahm die Versammlung zwei Resolutionen find uns die Hefte 34 und 35 zugegangen. Für 10 Pf. pro Woche ist diese Romanbibliothek durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure zu einstimmig an, die sich auf die Ungefeßlichkeit der Ueberwachung, beziehen. gegen die Bewilligung von Mitteln zur Zeppelin- Spende und gegen ben„ guten Ton" in der Gemeindevertretersizung richteten. Waidmannsluft. Briefkaften der Redaktion. Witterungsübersicht vom 9. September 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm WindSwinemde. 757 Hamburg 757 S 758 SS Frankf.a. M. 760 S München 763 S Wien Die inviftische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Hof, dritter Eingang, bier Treppen, Fahrstuhl Das Mitgliedsbuch Nr. 334 des Sozialdemokratischen Wahl- wochentäglich abends von 7 bis 9% llur statt. Geöffnet 7 1hr Berlin vereins für Waidmannsluft und Umgegend, auf den Namen Franz Hempel lautend, ist verloren, möglicherweise gestohlen worden. Da Grund zu der Annahme vorhanden ist, daß damit Mißbrauch getrieben wird, bitten wir, dem Vorzeiger des Buches dasselbe abzu nehmen und uns zuschicken zu wollen. Potsdam. C. Fabel, Borsigwalde, Näuschstraße 59. Auf der Straße erschossen. Ein unheilbares Nerbenleiden hat gestern abend in der siebenten Stunde den früher in der Alten Quisenstraße 37 wohnhaft gewesenen Musiker Eduard Weinmann in den Tod getrieben. Der Unglückliche jagte sich vor dem Eingang zum ehemaligen Garnisonlazareth in der Hohenzollernstraße zwei Kugeln aus einem Revolver in den Kopf. Passanten brachten die Leiche des Selbstmörders nach einem Hausflur, von wo sie nach polizeilicher Todesfeststellung nach dem Friedhof übergeführt wurde. Vom Bau abgestürzt ist infolge Fehltritts der neunzehnjährige Maurer Otto Eppardt auf einem Neubau in der Kurfürstenstraße. Bei dem Mangel an Schußdächern stürzte der Bedauernswerte vom 2. Stock bis auf den Hof und zog sich erhebliche Verlegungen zu, die seine Ueberführung nach dem St. Josefskrankenhause notwendig machten. Die Leiche im Zuge. Einen tragischen Tod auf der Eisenbahnfahrt von Berlin nach Werder fand vorgestern eine Frau Schirmer aus Berlin, die in Begleitung ihrer Tochter fuhr. Die Dame Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 8. Sepfember, bormittags 11 Uhr, ganz plöglich an Herzlähmung meine liebe gute Frau und Mutter Pauline Radel geb. Handke im 38. Lebensjahre verschieden ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 42462 Um stille Teilnahme bittet Franz Radel nebst sind, Berlin O., Müncheberger Str. 17. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Stralauer Viertel. Bezirk Nr. 334. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Paula Radel ( Müncheberger Straße 17) gestorben ist. am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes iu Friedrichsfelde aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 7. September nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann und unser Bater, der Restaurateur Heinrich Reinicke am im 49. Lebensjahre verschieden ist. Die Beerdigung findet 10. September, nachmittags 4 Uhr, vom Weißenseer Gemeinde- Fried hof, Möllestraße, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bodenleger Adolf Lundehn am 8. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer GemeindeFriedhofes, Berliner Straße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 90/2 Die Ortsverwaltung. Am 6. d. Mts. verstarb nach furzen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Luise Richter. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nirdorfer Friedhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Hans Richter und Kinder. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, die Botenfrau Fran Luise Richter am 6. d. Mts. im Alter von 39 Jahren plöglich verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. b. Mts., nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nirdorfer Gemeinde Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 71/3 Die Verwaltung 2. Sozialdemokratischer Wahlverein Dr. Simmel Bezirk Pankow. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Restaurateur Heinrich Reinicke verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer Friedhojes in der Nölfestraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 238/10 Der Vorstand. Sagen allen Freunden, Genossen, Kollegen und Kolleginnen der Firma T. Lorenz sowie dem sozialdemo Iratischen Wahlverein Rigdorf für die herzliche Teilnahme sowie die reichen Strangspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Stanzers Franz Solisch unseren herzlichen Dank. Frau M. Solisch 1506b und Tochter. Danksagung. Sagen allen Freunden und Be Tannten, besonders dem Gesangverein Rigdorfer Männerchor" für die Beteiligung bei der Beerdigung unserer Sochter Frieda Wittig unferen herzlichsten Dant. Auguft Wittig und Frau, Nixdorf, Gerrfurtbitraße 84. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Micham Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Niederlage bon Medizinal- Ungar- Weinen empfiehlt zu Originalpreisen Wilhelm Kaske, Kolonialwaren und Weine, 155/15 Berlin N., Prinzen Allee 27. Achtung! 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Warm und vielfach heiter, dann veränderlich bei ziemlich lebhaften süd Berliner Wetterbureau. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. . T. 100 D. Nach§ 193 der Konkursordnung wird die Verpflichtung des Bürgen durch den Zwangsvergleich nicht berührt. St. 39. Sie können beide verklagen. O. 200. 1. Jm Gesetz ist die westlichen Winden, etwas Regen und Gewitterneigung; nachdem etivas tühler. Summe nicht bestimmt. Sie werden etwa 10 M. zahlen müssen. 2. Die Mutter hat das Recht. 3. Die Söhne über sechs Jahren stehen Ihnen, die unter sechs Jahren und die Töchter Ihrer Ehefrau zu. J. N. 8. 23. K. B. 1. und 2. Ja. 1. Zweifelhaft. 2. Ja. 4. Es kommt darauf an, welcher Art die Schuld ist. 2. Ja. 3. In Verwaltungsgemeinschaft. F. K. 25. Nicht zu machen. Dienstmädchen. Gehen Sie auf die Anmeldestube Berlin- Mitte, Neue Friedrichftraße 16/17, und geben Sie dort die Stlage zu Protokoll ( unentgeltlich). Die Prozeßkosten trägt der unterliegende Teil. F. G. 1000. Sie scheinen im Recht zu sein. F. V. 3. 1. Ja. Schönleinstr. 100. Der 2. Kündigen Sie vorsichtigerweise nochmals. Antragsteller hat 40 M. Borschuß zu zahlen. .. 18. Sie können J. W. 19. 1. Nein. 2. Für auf Herausgabe des Kindes flagen. immer. Erneuerung ist nicht nötig. 3. Nein. Sie können das Testament felbst schreiben. 4. Ihre Ehefrau muß ebenfalls Testament machen. 5. Ge- Barthe, Schrimm richtlicher Erbschein ist erforderlich. M. M. 500. Nein. D. 3. Rigdorf. Noch nicht verjährt. Die Firma fann schon wenige Tage nese, Bordamm nach dem Termin pfänden lassen. Bahlen Sie noch vor dem Termin, Ibe, Leitmerik Sie sparen dann Kosten. R. W. 9. 1. Nein. 2. Nein. Solche Lohnforderungen sind nicht pfändbar. M. M. Nein Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Sozialdemokratischer Wahlverein für den ersten Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 13. September 1908, abends 5 Uhr: Herbst- Fest zur Feier des 19jährigen Bestehens des Wahlvereins in der ,, Neuen Philharmonie"( Keller), Köpenicker Straße 96/97. MITWIRKENDE: Max Schütte( Festrede). Frau Nina Mardon- Holzamer( Rezitation). Fräulein Gertrud Bischoff( Gesang). Leo Kestenberg( Klavier). Gesangverein Typographia". BALL. 208/8 Billetts 30 Pf. an den bekannten Stellen. Das Komitee. Brauerei Friedrichshain Heute und folgende Tage: Spree, Spremberg) 68 70-2 am jeit am feit Basserstand Memel, Zilfit Bregel, Insterburg 8. 9. 7. 9. Bassesstand 8. 9. 7. 9. cm cm ¹) CDI cm') 230 +6 Saale, Grochliz 123-11 -8 -3 eichsel, Thorn Hapel, Spandau) 45 0 206 +8 Rathenow³) 28 Dder, Ratibor 129 12 121 4-1 Beeskow 119 +15 Beser, Münden 34 Minden 40 Landsberg 16 -2 Rhein, Marimiliansau 538 -12 -9 -1 Kaub 283+40 23+6 Köln 283+22 -146+5 Nedar, Heilbronn 70-25 87 +9 Main, Wertheim 165 0 Mosel, Trier 116 Krossen Frankfurt Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, 91+7 Fall, 3) Unterbege!. Heute früh 8 Uhr! kannte noch niemand meine herabgesetzt billigen Preise. Ich empfehle einen Posten getragener Monatsgarderoben, in feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herrschaften, Kavalieren, Reisenden nurWochen gebrauchte Monats- Anzüge 8, 10, 14, 18 Mk. Monats- Paletots 6, 8, 12, 16 Mk. Monats- Hosen.. 2.50-5.00 Mk. Auch mache ich auf meine grosse Abteilung neuer Garderoben aufmerksam. Heuptgeschäft:= J.Wand Grosse Frankfurtorstr. 116 2. Gesch.: Chausseestr. 89| 3. Gesch.: Chausseostr. 86 Gesellschafts- Anzüge werden billigst verliehen. Zum bevorstehenden Parteitag empfehlen wir: -36-13 Parteitags- Protokolle der früheren Parteitage, die ein reiches Material zur Geschichte der Partet, ihrer Stämpfe, ihrer Grundsäke, threr Taltit bieten. Nachstehend heben wir die Hauptpunkte der Berhandlungen aus der jeweiligen Tagesordnung in summarischer Inhaltsangabe hervor: Halle Große bayerische Keller- Feste Erfurt 3 Kapellen. Kapellmeister: Max Maikowski. Anfang 6 Uhr. Saisonkarten Gültigkeit. Entree 20 PL. Berlin Morgen Freitag: Große Kartoffel- Konkurrenz. Köln Wer die größte und schwerste Kartoffel bringt den ersten Preis dadurch erringt. Der die zweitschwerste mit sich führt dem dann der zweite Preis gebührt. Und da der Kampf wird groß und heiß gibt es noch' nen dritten Preis. Auch für die kleinste hinterdrein ein Trostpreis soll gestiftet sein. 1890. Neuorganisation; Programmrede Liebknechts; Stellung zu Streits und Boykotts; Auseinandersetzung mit ben Unabhängigen". M.-, 50 1891. Festlegung des Programms; Programmentwürfe; Ausschluß der Unabhängigen"; Zaktit der Partei. .-, 50 1892. Vergriffen. 1893. Gewerkschaftsbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. 982.-, 40 Frankfurt 1894. get bewilligungsfrage in den Landtagen; AgrarBreslau Gotha 1896. Arbeiterschut; Frauenagitation; Proportionalwahl frage; Trusts, Ringe und Kartelle. M.- 25 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. M.-, 30, geb. M.-, 50 .- 30 system. 1. Preis 30 M., 2. Preis 20 M., 3. Preis 10 M., Trostpreis 5 M. Hamburg 1897. Preußische Landtagswahlen; Militarismus. Broschiert M.-, 35 Bei ungünstiger Witterung im Riesensaal Cigarren- Händlern bequemsten Einkauf zu billigsten Preisen bietet das größte und reichhaltigst ausgestattete Cigaretten- Engroslager Carl Röcker, Berlin, 1898. Stoalitionsrecht; Bergarbeiterschub; Preußische Lands tagswahlen; Boll- und Handelspolitit, Broschiert M.-, 35, geb..-, 60 1899. Die Angriffe auf die Grundanschauungen und die tattische Stellungnahme der Partei; Zuchthaus vorlage. Start.-, 75 1900. Weltpolitit; Verkehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. Broschiert M.-, 50 Stuttgart Hannover Mainz fübeck 1901. Bergriffen. Offeriere folg. Marken z. Original- Fabrikpreis von 100 St. an einer Sorte: Berliner Marken: Garbáty, Joſetti, Manoli, Problem, Phänomen, München Tonferenz. Dresden 1903. Bergriffen. Bremen Jena Grüner Weg 112( Fernfpr. VII, 3861). Kapitän, Herbstoli, Carmen Sylva, Tellus, Kressin. Dresdener Marken: Salem Aleifum, Sulima,( Matrapas 2c.), Tuma, Bolero- Zenith, Reunion, Laferme. Ferner: Muratti, Kyriazi Freres, Egyptian Comp., österreichische und ungarische Regie- Cigaretten und Tabake, Waldorf Astoria ust. Generalvertrieb für Deutschland der dänischen Kapitän Rautabake, Rauch und Schnupftabate; Hauptniederlage der Kautabat- Fabriken G. A. Hanewacker und Grimm& Triepel in Nordhausen; Brödr Braun in Kopenhagen, sowie J. Goldfarbs Schnupftabake, Br. Stargard. Bei Neueinrichtungen bon Cigarren- Geschäften bitte mein bestsortiertes Cigarren- Engroslager zu besichtigen. Ich führe nur gutgelagerte, feinste Eualitäten in allen Preislagen. C. Röcker, Berlin 0., Grüner Weg 112. Amt VII, 3861. 1902. Arbeiterversicherung: Kommunalpolitik; Frauen .- 60 1904. Maifeier; Amsterdamer Kongreß; Drganisationsfrage; Fall Schippel; dritte Frauenkonferenz. Broschiert B., 70, geb. 1, 1905. Bartelorganisation; der politische Maffenftreit. M.-, 70 1906. Der politische Massenstreit; Sozialdemokratie und Bolkserziehung; Strafrecht, Strafvollzug, Strafprozeß. Broschiert M. 1,-, fart, M. 1,25 Mannheim Effeu 1907. Die lekten Reichstagswahlen und die politische Lage; Alkoholfrage. Broschiert M. 1,-, fart. M. 1,25 Expedition des Vorwärts Berlin S. 68, Lindenftr, 69( Laden). Deutscher Holzarbeiter- Verband. Berlin. Donnerstag, den 10. September, abends 8½ 1hr: General- Versammlung bei Freyer, Koppenstraße 29. D Tages Drdnung: 1. Bericht vom Gewerkschaftstongreß. Referent: Sollege Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Antrag betreffend ote Zusammensetzung der Generalversammlung. Vereine! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Gewerkschaften! Neue Armin- Hallen Kommandantenstr. 58/59. Fernspr. IV, 10 155. Säle von 50-1000 Personen fassend. Noch frei! Dienstag vor Bußtag, Bußstag, Totensonntag, Weihnachten, Ostern. 14876* ORIGINAL Singer Nähmaschinen. SINGER NAHMASCHINE Einfache Handhabung! 34982* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Die Ortsverwaltung. 89/20 Möbel Schulz Reichenberger Str. 5. Gediegene Arbeit. Aeußerst billige Preise. 39042* Auch Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Ratenzahlung. Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. m. 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351 79 82 492 503 695 775 846 959 33032 47: 110 75 872 425 775 98 899 34360 467 514 790 92 972 35000 40 234[ 400] 50 501 6 618[ 300] 735 99[ 400] 36017 154 287 475 588 646 50 743[ 300] 953 37080 152 324 413 545[ 3000] 676 732 67 98 38079[ 400] 861 970 39070 77[ 300] 109 269 538 432 37 664[ 300] 745 960 40218 34 432 86 622 997[ 400] 41246 97 891 502 20 686 834 42330 449 791 849 982 43028 68 466 651[ 300] 735 44008 108 16 82 201 315 453 83 659 885 45052 175 248 341 537 46115 582 627 57 746 876 917 80 47076 151 600 809 8140 531 657 64 811 88 49032[ 400] 98 261 443 883[ 300] 909 50063 76 106 91 254 446 567 51044 52 247 806 499 972 52010 82 106 13 37 54[ 300] 487 574 760 53088 256 659 756 82 959 54111 249 308 562 608 70 785 929 46 55091 92 181 518 679 90 56042 142 263 472 553 617 91 773 57096 388 772 880 58155 500 705 73 903 79 59108 42 52 526 68 661[ 400] 751 996 60782 820 85 61125 32 264 84 801 70 81 498 580 815 16 46 938 86 62125 37 214 481 934 51 63030 537 741 932 64013 378 725 914 65123 522 66044 56 260 426 91 742[ 400] 55 863 76 920 52 71 67380 411 15 577 699 802 949 66 68066 161 264 65[ 300] 911 69233 873 514 70624 960 71079[ 300] 346 760 851 69 74 72307 625 61 775 832 39 934 73406 38 45 90 525 50 93 74117 45[ 300] 491 542 625 35 45 756 876 921 75017 37 64[ 800] 115 382[ 500] 627 728 32 812 18 76140 70 566 624 80 802 77026 45 156 263 394 478 997 78100 356 646 66 93 848 78 91 79040 359 61 784 812 24 77 99 83 309 44 581 94 672 92 761[ 300] 144028 485 775 835 915 145300 14 489 501 689 871 958 146144 147005 51 224 592 948 148073 296 410 563 842 82 149036 200 99 301[ 300] 27 80 95 448 546 94 663 830[ 300] 47 18 805 158 150172 303 32 508 789 922 151012 68 168 223 613 152066 281 419 677 787 870 94 153112 368 558 679 702 154225 347 668 724 44[ 400] 811[ 300] 907 24[ 400] 35 58 98 155084 92 163 78 544 61 865 156021 273 390 417 157146 268 372 595 646 48 805 158031 69 606 723 854[ 300] 91[ 800] 957 159027 311 40 80 577 614 54 160164 206 833 38 161082 168 288 394 419 513 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W. v. zus. 5000 Kleinster Gewinn i. W. v. 5 Mk. Lose à 50 Pf., 11 Lose nur 5 Mk. ( Porto u. Gewinnliste 20 Pf. extra) sind in allen Lotteriegeschäften u. den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben sowie beim General- Debit Paul Steinberg& Co. G. m. b. H., Bankgeschäft Berlin C. 54, Rosenthalerstr. 11-12. 1. Ziehung 3. Kl. 219. Kgl. Preuss, Lotterie. Ziehung vom 9. September 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 71 78 272 304 506 737 1173 256 462 505 29 686 88 770 818 56 60 88 2114 326 423 98 571 3143[ 400] 94 260 576 85 778 853 957 4065 88 97 386 400 42 49 519 628 46 768 852 97 5177 331 445 553 674 770 821 53 6146 390 512 63 73[ 300] 627 796 826 992 98 7116 878 8063 143 236 595 908 68 9299 325 403 534 681 810 10082 90 192 93[ 300] 326 520 728[ 300] 11754 867 935 38 12016 56 113 374 467 572[ 300] 734 13147 386 409 19 63 77 532 640 891 14044 154 251 313 691 768 85 15314 462 66 683[ 60 000] 886 16048 512 649[ 300] 72 17059 102[ 400] 19[ 300] 288 438 79 501 38 661 955 98 18249 67 309 962 19113 201 87 816 486 532 46 91 602 711 898 20005 96 145 221 28 52 73 393 552 618 715 891 948 21038 91 108 214 359 561 601 47 721 850 70 931[ 400] 22003 12 26 72 142 295[ 300] 390 486 507 765 23072 84 134 95 339 447 587 706 952 89 24150 227 377 507 622 752 815 25034 172 263 67 388 610 91 847[ 1000] 26026 308 [ 1000] 510 705 27002 403 9 21 55 79 673 985 28033 43 218 78[ 300] 714 22 807 29010 16 96[ 300] 139 285 317 67 569 987 30293 495 593 776 817 68 31457 512 808 93 32067 274 88 320 577 689 718 31 71 811 940 33323 423 79 804 34008 78 109 255 680 35071 199 258 73 377 87 473 511 24 660 743 86 920 36006 191 332 411 595 99 691 897 922 37234 81 639 41 844 929 38133 328 35 415[ 300] 730 44 39111[ 300] 210 341 553 96 896 973 40285 331 661 73[ 400] 792 820 41110[ 300] 43 204 22 26 453 80 88 688 711 83 42163 70 482 734 863 965 43047 275 377 85 96 505 634 710 892 44028 57 172[ 3000] 273 629 45390 425 721 39 928 86 46231 88 370[ 300] 792 925 29 47140 83 354 748[ 300] 954 48024 114 83 202 49025 102 314[ 400] 406 596 808 911 25 50373 699 51121 63 79 97-566 623 785 52093 195 223 460 532 53130 66 257 335 45 482[ 300] 558 604 61 951 54006 174[ 400] 224 545 649[ 400] 981 55574 767 56187 295 302 406 525 785 920 25 89 94 57043[ 300] 142 241 77 443 57 572 936 58173 271 339 530 645 827 951 59122 344 433 870 910 60152 574 918 61186 206 80 460[ 15 000] 915 56 62313 413 18 536 58 76 603 81 63107 13 240 344 80 95 451 607 763 918 64015 26 174 280 430 509 98 630 93 65114 19 474[ 500] 575 639 98 845 66022 394 474 75 67212 553 735 58 846 68013 82 235 344[ 300] 65 438[ 300] 541 645 52 69173 236 97 336 455 93 509 70127 277[ 400] 341[ 300] 95 583 733[ 500] 821 97 71020[ 300] 42 44 157[ 400] 462 573 84 845 72435 42 92 [ 500] 593 720 73195 400 590 629 712 75 899 961 74224 [ 300] 94 708 75022 318 516 43 45 69 792 841 99 941 76310 535 666 715 936 96 77286 97[ 300] 816 960 78150 84 94 79063 281 335 41 640 742 59 61[ 300] 854 78 919 63 88 80063 572 727 920 45 79 81005 35 165 666 715 931. 82009 95 255 324 676 944 83270 80 751 856 83 964 84104 308 56 510 656 777 85081[ 300] 107 360 512 86031 191 [ 400] 540 600 49 786 802 87094 134 501 91 611 58 772 896 88309[ 300] 78 456 535 608[ 400] 853 89024 139 42 79 550 651 90016 278 590 675 718 43 810 91003 294 325 76 419 41 92007 52 191 211 307 65 462 551 604 66 829 920 80 93115 75 454 78 920 28 94223[ 300] 354 80 667 704[ 400] 45 893 95046 163 81 383 846 71 928 96073 83 214 329 419 773[ 500] 932 97124 656 715 82 98171 216[ 300] 584 700 99415 578 834 69 92 100245 86 858 941 87 101046 127 417 547 840 995 102030 61 395 753 103240 335 54 461 805 53 104252 691 785 894[ 300] 105099 111 397 525 835 106008 292 318 597 107002 189 236 334 499 828 948 108133[ 300] 862[ 300] 67 72 746 991 109333 69 96 403 740 936 65 110383 465 672 794 954 111230 62 65 325 485 786 890 950 112160 430 512 26 603 725[ 300] 113090 240 69 450 774 891 971 77 114277 351 427 562 65 651 59 737 53 806 35 115130 372 77 460 573 610 99 116188 304 97 407 82 711 29 895 117232 517 749 71 880 96 118048 287 436 599 943 86[ 400] 119201 403 709 842 74 120165 272 351 527 618 75 84 89 857 121065 151 530 31 47 53 90 661 988 122196 464 672 123124 659 124258 372 465 547 659 915[ 500] 125070 359 414 89 871 971 126001 20 68 239 392[ 300] 402 580 609 794 977 127028 113 275 476 545 51 96 619 832 49 128092 [ 300] 128 317 512[ 1000] 33 681 970 129159 235 936 130289 373 450 629 34 44 894 914 131002 11 97 23 366 312 570 727 969 132338 595 602 91 777 86 956 133072 288 382 521 57 96 778 134261 843 135043 518[ 300] 615 726 842 136359 405 512 13 962 88 137458 615 52 86 738 138297 448 70 512 47 655 94 790 139135 298[ 300] 418 36 817[ 300] 95 140012 120 71 223 97[ 300] 335[ 300] 54 409 12 13 660 799 881 936 93 141006 23 139 332 551 637 85 866 990 142264 441 861 65 917 84 143022 522 87 621 86 993 144198 333 78 84 85 575 90 716 18 99 872 935 Schlafdecken 175 250 350 Wolldecken 300 400 ganz dick 6, 8, 10 M. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,