Nr. 213. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pranumerando? Bierteljährl. 3.30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Politik des schwindenden Selbstvertrauens. Aus den bisherigen Erörterungen der Budgetbewilligungsfrage geht so viel jedenfalls klar hervor, daß es sich bei der Aktion der süddeutschen Landtagsabgeordneten und Parteiredakteure nicht um eine vereinzelte Abweichung von bisherigen Gepflogenheiten der Partei, sondern um einen wohl überlegten Schritt zur Ueberleitung der Partei in das revisionistische Fahrwasser handelt. Freitag, den 11. September 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. redung, sondern durch Ueberrumpelung haben sie ihr Ziel zu Schreiben sage, daß angesichts der gewaltigen Rüstungen ein erreichen gesucht. Solche Mittel wird nur anwenden, wer Krieg zwischen England und Deutschland unausbleiblich sei. fein Zutrauen hat zur Güte seiner eigenen Sache, tein Die deutschen Sozialisten würden allerdings alles in ihrer Zutrauen auch zu der Partei, der er angehört. Ist Kraft Stehende tun, um diesen Krieg abzuwenden, wenn die also die ganze Politik des Entgegenkommens gegen die Herrscher friegerische Neigungen zeigen sollten." sozialistenfeindliche Bureaukratie schon an sich ein Erzeugnis Dann fährt das Blatt fort: des schwindenden Vertrauens zu der sozialdemokratischen Bewegung, so bekundet sich das schwindende Selbstvertrauen naturgemäß auch in der Geltendmachung der eigenen Anfichten der Frondeure innerhalb der Partei. Sie haben die Tattit von Frondeuren eingeschlagen, weil sie sich selbst nicht zutrauen, durch gute Gründe die ganze Partei oder auch nur die örtlichen Parteigenossenschaften ihres Wirkungsfreises für ihre Sache zu gewinnen. Auf diesen Mangel Die Budgetbewilligung durch die sozialdemokratischen an parteigenössischem Selbstvertrauen ist es auch zurückzuLandtagsfraktionen in Baden und in Baden und in Bayern, die ja führen, daß die Presse, die ihnen zur Seite steht, es vermieden für die Frage, ob das Budget in jenen Ländern tatsächlich hat, ihren Lesern die vollen Gegengründe gegen die Taktik zustande kommen sollte oder nicht, obendrein völlig belanglos der Fronde vorzuführen. Wohl aber hat sie durch allerhand war, gewinnt dadurch einen symbolischen Charakter als eine demagogische Tricks die Mitglieder der Fronde als zu Unrecht Hauptaftion echt revisionistischer Staatsmannskunst. Es ver- gescholten, als verfolgte Unschuldslämmer dem Mitgefühl der birgt sich dahinter der Verzicht auf die Methoden des revo- füddeutschen Genossen empfohlen. Diese wohlbekannte revisioIutionären Klassenkampfes, es verbirgt sich dahinter die nistische Methode verfehlt ja bei mangelhaft unterrichteten Lesern Anerkennung des kapitalistischen Klassenstaates als einer Ein- nie ihre Wirkung. So erflärt es sich, daß die Budgetfronde nachrichtung, in der auch das Proletariat sich wohnlich einzurichten träglich in einer ganzen Anzahl von Parteiorten Zustimmungsbermag. fundgebungen erzielt hat. Wir glauben oder vielmehr wir wissen, daß die sozial demokratische Partei in Deutschland nicht in die Lage kommen wird, ihren Einfluß gegen eine solche Absicht der deutschen Negierung einzusetzen, weil eine solche Absicht nicht vor handen ist. Ebenso sind wir überzeugt, daß Herr Bebel aufrichtigst den Frieden will, aber er sollte sich darüber flar werden, daß er mit solchen Aeußerungen weit entfernt ist, der Sache des Friedens zu dienen. Auf Deutschland machen sie feinen Eindruck, aber in England hat sich bekanntlich in weiten Kreisen die Ansicht von deutschen Angriffsgelüften festgesezt, und diese Ansicht kann nur verstärkt werden, wenn eine so bekannte Persön lichkeit wie Herr Bebel aus den Kriegsrüstungen die Unvermeid lichkeit des Krieges folgert. Es nimmt sich ja in der Parteiagitation ganz gut aus, wenn die Sozialisten sagen, daß die Kriegsrüstungen schließlich zum Kriege führen müssen, aber etwas anderes ist es, wenn man diesen Gedanken in ein fremdes Land wirft, dessen Bevölkerung zum Teil sowieso schon unter dem Alpdruck deutscher Kriegsgelüfte lebt. Eine Uebertragung der Parteiagitation auf auswärtige Beziehungen ist immer im höchsten Grade bedenklich, und ein Mann von der Intelligenz des Herrn Bebel sollte sich selbst sagen, daß man damit nur Schaden anrichten kann. So sehr aber auch Herr Bebel immer sein internationales Glaubensbekenntnis hervorkehrt, so glauben wir doch nicht, daß er abfichtlich und bewußt zu einer solchen Schädigung beitragen will. In letter Linie ist auch dieser neueste revisionistische Nach allen bisherigen Erfahrungen im Parteileben unterSchachzug zurückzuführen auf einen Mangel an Vertrauen in die liegt es aber gar feinem Zweifel, daß auch dort die überWerbefraft sozialdemokratischer Jdeen und in die Erreichbarkeit viegende Mehrzahl der Parteigenossen, wenn sie nur in Wort des sozialdemokratischen Endziels. Wer dieses Endziel überhaupt und Schrift eine andere Seite zu hören bekommen hätte oder nicht mehr für realisierbar hält, oder wem es in so nebel- noch zu hören bekommen würde, sich genau so gut gegen die und der nationalliberalen Scharfmacher, daß es die gute AbEs ist ja sehr nett von dem Blatte des Herrn Bülow hafte Ferne verschwindet, daß es auf die Maßnahmen der Parteifrondeure und ihre Politik des schwindenden Selbstsicht Bebels anerkennt, aber es ist eine starke Entstellung, Gegenwartspolitik teinen bestimmten Einfluß mehr ausüben vertrauens tehren würde, wie das durchweg in Norddeutsch- Bebel vorzuwerfen, er hätte von der Angriffsluft Deutschfann, der muß natürlich auch verzweifeln an der Werbekraft land der Fall gewesen ist. lands gesprochen. Gerade das Gegenteil steht in dem der Propagandamittel, die aufs innigste mit diesem Endziel Das Vertrauen in die Güte unserer Sache, in die Werbe- Briefe und gerade Bebel weiß ja auch besser als irgend ein berknüpft sind. Ist aber das Vertrauen in die Werbe- traft unserer Ideen, in die Stoßkraft unserer Bewegung, anderer, wie wenig die Masse des deutschen Volkes von einem fraft der sozialdemokratischen Bewegung einem Parlamen die feste Zuversicht auf deren endlichen Sieg über alle Striege etwas wissen will. Das aber die ständig wachsenden tarier oder Redakteur erst einmal so weit geschwunden, entgegenstehenden Mächte ist aber eine wesentliche Bor- Rüstungen eine Gefahr für den Weltfrleben bedeuten, ist so daß er sich feinen Erfolg mehr davon verspricht, bedingung für alle Erfolge, die wir wirklich der kapitalistischen wenig ein parteiagitatorisches Schlagwort, daß dieses Argument dann sucht er naturgemäß das Heil in der Nachahmung der Staatsorganisation abtrogen fönnen. Wer den proletarischen sogar Aufnahme gefunden hat in dem Manifest des- russischen politischen Methoden bürgerlicher Politiker. Da ist es nun lassentämpfern dieses Selbstvertrauen nimmt, zerstört das 3aren, mit dem der Schwindel der diplomatischen Friedensein besonderes Pech für unsere revisionistischen Politiker, daß Lebensmart der Bewegung. Deshalb muß mit der nach- fonferenzen eingeleitet worden ist. In der Tat spricht sich ihnen als Vorbild der deutsche Liberalismus zur Zeit drücklichsten Entschiedenheit jeder Versuch zurückgewiesen werden, Bebel in diesem Briefe nur die Ansichten der gesamten feines tiefsten Verfalls darbot und von ihnen auch getreulich der darauf abzielt, innerhalb der deutschen Sozialdemokratie nternationale aus, die als wichtigstes Mittel zur nachgeahmt wurde. die Politik des schwindenden Selbstvertrauens zur Geltung zu Bekämpfung des Krieges den Kampf gegen den Mili. Auch der deutsche Liberalismus heutiger Tage hat kein bringen. tarismus und Marinismus erkannt hat. Vertrauen mehr zu seinen eigenen früheren Grundsägen, die Man er in der Zeit seines Aufschwunges auf sein Banner schrieb. wird sich eben auch in Deutschland daran gewöhnen müssen, Er sucht nichts mehr zu erringen durch rücksichtslosen Stampf daß der Absolutismus in der auswärtigen gegen das bureaukratische Regierungssystem. Er hat sich daPolitik aufhören muß. Die deutschen Arbeiter haben mit abgefunden, daß die Bureaukratie regiert in allen VerDer Sekretär der englischen Arbeiterpartei, Ramsay untontrolliert, das Leben der Arbeiter aufs Spiel setzt, wenn es satt, daß eine unverantwortliche Diplomatie, vom Volfe waltungszweigen. Er läßt sie in der Macht und sucht nur Macdonald, hatte vor kurzem die Friedenskundgebung, ihre Fähigkeiten zur Lösung ihrer Aufgaben nicht mehr ausdurch Gefälligkeiten und Bewilligungen kleine Zugeständnisse die die Arbeiterpartei beschlossen hatte, an Bebel gereichen. Auch in der auswärtigen Politik fordert das deutsche von den Machthabern zu erschmeicheln. Er fühlt sich wohl, schickt. Die englischen Blätter veröffentlichen nun das Antwort Volt sein Selbst bestimmungsrecht und die bevorwenn die Machthaber ihm eine herablaffende Begönnerung schreiben Bebels, das aus dem Englischen rückübersetzt folgenden stehende Kundgebung der Berliner Arbeiter zuteil werden lassen. Diese Politik des geschwundenen Selbstvertrauens der Liberalen findet ihre Nachahmung in der Politik des schwindenden Selbstvertrauens, zu der unsere Revisionisten die sozialdemokratische Partei verleiten wollen. Daß die Budgetbewilligung, wie sie von den süddeutschen Landtagsabgeordneten durchgeführt wurde, auf die tatsächliche Anerkennung des kapitalistischen Klassenstaates Hinauskommt und den Zweck hat, die Machthaber dieses Klaffenstaates wohlwollend zu stimmen, darüber sind sich auch die Politiker klar, die dieses Meisterstück ausgeflügelt haben. Man liest das Eingeständnis zwischen den Zeilen ihrer Verteidigungsversuche. Es fann ihnen auch nicht unklar sein, daß ihr Verfahren nicht nur dem Wortlaut, sondern auch dem Geist der Lübecker Resolution widerspricht. Haben sie doch in der größten Heimlichkeit die Parallelattion in Karlsruhe und in München von Langer Hand vorbereitet, um die Partei plöglich vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das wäre böllig unnötig gewesen, wenn sich die Abstimmungen in Karlsruhe und München ungezwungen aus der bisherigen Taktit der Partei ergeben hätten. Die Methode, vermittelst deren diese Politik des schwindenden Selbstvertrauens herbeigeführt wurde, trägt aber wiederum bezeichnenderweise den Stempel des mangeluden Vertrauens zu der eigenen Sache. Wortlaut hat: Ein Brief Bebels. Das dänische Panama. Kopenhagen, 9. September.( Fig. Ver.) Wir befinden uns natürlich in völliger Uebereinstimmung mit wird zeigen, daß das Proletariat seine Politik der interden Ansichten Euerer Resolution. Unsere Haltung im Reichstage, nationalen Solidarität mit allem Nachdruck dem völkerin unseren Zeitungen und in den Versammlungen, in denen die berhezenden Treiben der kapitalistischen Klassen entgegen auswärtige Politik Deutschlands besprochen wurde, war erfüllt von zu setzen weiß. dem freundschaftlichsten Geiste des Wohlwollens gegenüber England, dem englischen Volfe und der Arbeiterklasse. Wir haben uns auf den Standpunkt gestellt, daß feine Gründe borhanden find, die einen Krieg zwischen den beiden hochzivilisierten Bölfern rechtfertigen fönnen. Wir werden auch fernerhin in diesem Geiste wirken und wenn unsere Herrscher Neigung zeigen sollten, einen Es ist etwas faul im Staate Dänemark." Shakespeares Wort Krieg zu provozieren, so werden wir nichts, was in unserer hat sich erfüllt, und das Unglaubliche ist geschehen: der Göze Macht liegt, ungetan lassen, um einen derartigen Adler Alberti, bis vor zirka sechs Wochen allmächtiger Krieg zu verhindern. Troß des Kriegsgeschreis gewisser Elemente in Deutschland und England kann ich nicht zugeben, tapitalistische System, dessen Repräsentant er war, hat eine Justizminister, liegt zerschmettert auf dem Boden das daß der Gegensatz zwischen den herrschenden Klassen der beiden Länder so scharf geworden sei, daß er auf den fürchterliche Niederlage erlitten! Was war Panama, was war baldigen Ausbruch eines Krieges hindeute. Daß aber ein Rasi gegen diesen kapitalistischen Riesen? Nichts! Sieben derartiger Krieg im Verlaufe der Zeit ausbrechen Jahre lang lag er wie ein Alp auf dem politischen und moralischen tann, halte ich für durchaus möglich. Die Kriegs Leben Dänemarks, alle Sturmläufe gegen ihn prallten ab, denn rüstungen werden mit solchem Eifer betrieben und beanspruchen feiner verstand es wie er, dem Wolfe Sand in die Augen zu streuen. einen so gewaltigen Teil der Hilfsquellen der Nationen, daß dieser Sogar seinen Mitkollegen in der Regierung, und allen voran dem Zustand nicht sehr lange andauern tann. Die Kata strophe, die sie verhindern sollen, wird dadurch herauf Ministerpräsidenten J. C. Christensen, sowie der gesamten beschworen, Wir müßten daher meiner Ansicht nach ruhig Regierungspartei hatte er eine fauftdicke Binde vor die Augen und forgfältig die Entwickelung der Dinge beobachten und das gelegt. Als unser Genosse Borgbjerg legtes Frühjahr seine unsrige tun, um das Volk und vor allen Dingen die Arbeiter große Attacke gegen ihn unternahm und die von dem tlassen über die möglichen Folgen aufzuflären. Um Zeugnis für Hüter der Gerechtigkeit" ins Wert gesetzte Korruption aufdeckte, den Geist abzulegen, in dem wir zu wirken gedenken, werden wir war nicht ein einziger Mann in der ganzen Regierungspartei, der bei Gelegenheit unseres bevorstehenden Parteitages diesen tapitalistischen Korruptionsvertreter fallen lassen wollte. Als in Nürnberg öffentlich zeigen, wie wir zu der er nun doch vor ungefähr sechs Wochen krankheitshalber Kriegsfrage stehen, und besonders in bezug auf England seine Portefeuille niederlegte, ernannte ihn die Regierung zum Ge und das englische Bolt. Außerdem wird eine Sigung " Wollten die füddeutschen Abgeordneten und Redakteure wirklich einen Bruch mit der bisherigen Taftit der Sozialdemokratie gegenüber den einzelstaatlichen Regierungen herbeiführen, so hätte man ihnen feinerlei Vorwurf daraus machen önnen, wenn sie durch frühzeitige Erörterung der strittigen Frage in aller Deffentlichkeit auf eine Aenderung der bisherigen Auffassung bei den Parteigenossen hinzuwirken gesucht hätten. So ziemt es sich für Mitglieder einer wahrhaft demokratischen Die englische liberale Presse tommentiert die Kund- fleinen Gesetzesübertreter durchfezte, sigt jest hinter Schloß und Partei. So wäre es Ehrenfache gewesen für überzeugungs- gebung Bebels sehr beifällig. Die deutschfreundlichen„ Daily Riegel wegen einer Defraudation von 15 Millionen Kronen! treue Männer, die von der Stichhaltigkeit und Werbekraft News" führen die Ansichten Bebels als Beweis der Friedens- Der bis vor kurzem als Justizminister Hochverehrte als geihrer eigenen Gründe durchdrungen sind. freundschaft der großen Masse des deutschen Voltes an und meiner Betrüger und Fälscher dem Zuchthause. Aber gerade umgekehrt sind die Budgetbewilligungs- meinen, daß demgegenüber der Lärm der alldeutschen berfallen! freunde verfahren. Nicht wie demokratische Voltsvertreter, Chauvinisten nicht allzu ernst zu nehmen sei. Dagegen Nun, ihm geschieht nur sein Recht; aber welches Elend führt sondern wie Mitglieder einer höfischen Fronde haben sie in haben deutsche Blätter den Briefwechsel zu einer sein Sturz nicht mit sich, namentlich in der feeländischen Landheimlicher Verabredung den Plan zu ihrem Vorstoß be- Verleumdung Bebels auszunüßen versucht. So ließ sich bevölkerung? Tausend Garanten für die Spaarkasse der Bauernsprochen, um dann durch dessen Verwirklichung die Partei die Köln. 3tg." aus Berlin ein Telegramm senden, das es bevölkerung", deren Vermögen er vermöbelt hat, müssen jeder mit oor eine vollendete Tatsache zu stellen. Nicht durch Ueber- als recht bedauerlich bezeichnet, daß Herr Bebel in dem 2000 Stronen bluten und auch die Sparer werden wohl zirka 20 Broz. des internationalen Bureaus im Oftober in Brüssel heimen Konferenzrat"- ein Titel, der sonst nur abgehenden Ministerstattfinden, in der wir gleichfalls unsere Anschauungen darlegen präsidenten erteilt wird und noch dazu erhielt er ein unwerden. Die Hauptsache ist, daß auch England dort gut ver- garantiertes persönliches Darlehen von 1 Millionen Kronen aus treten ist. der Staatskasse. Er, der das berüchtigte Prügelgesez für die " ihrer Einlagen verlieren. Die Folge dürste eine ganze Anzahl von Bankrotten sein. Schon seit Frühjahr existiert hier eine drückende Bankkrise, die nur dadurch etwas geinildert wurde, daß die Staats- lasse einen Kredit von 10 Millionen Kronen zur Verfügung gestellt hat und jetzt dieser Krach— wahrlich, das kapitalistische System zeitigt herrliche Früchte I Entgegen anderen, glaubwürdig erscheinenden Mitteilungen der- breitete Ritzaus Depeschenbureau gestern die Nachricht, daß in der Zusammensetzung deS Ministeriums Christensen eine Verände- rung nicht bevorstehe. Man muß danach annehmen, daß die Minister, die jahrelang mit Alberti zusammengearbeitet haben, alles aufbieten werden, um den Glauben zu erwecken, daß sie keine Ahnung von dem verbrecherischen Treiben ihres Kollegen hatten, daß auch keinerlei Verdacht in ihnen aufstieg, als Alberti im Juni das IVz Millionen-Darlehen aus der Staatskasse verlangte. Nun war aber das Anklagematerial des Genossen Borgbjerg im Reichstag so schwerlviegend und beweiskräftig, daß das Ministerium unbedingt verpflichtet gewesen wäre, Aufklärung zu schaffen, statt für den so schwer kompromittierten Justizminister ohne weiteres Partei zu ergreifen. In der Folkethingsfitzung vom 23. Mai dieses Jahres war es der Wortführer der Liberalen, StaatSrevisor Anders Nielsen, der, nachdem Genosse Borgbjerg alle die schwerwiegenden Gründe für die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zusammengefaßt hatte, erklärte, cS seien keine Beweise vor- gebracht tvorden, die die Annahme deS sozial- demokratischen Antrages rechtfertigten. Der Antrag wurde dann auch abgelehnt mit 69 gegen 25 Stimmen. Nielsen, der als Parteiführer schuld daran ist, daß Alberti seine Schwindeleien fortsetzen konnte, bis ihm das Messer an der Kehle stand, wurde Ende Juli Landwirtschaftsminister. Der Leichtsinn, mit den» er und die Liberalen überhaupt die so dringend notwendige Untersuchung der Amtsführung und der Geschäftspraktiken des Justizministers ab- lehnten, zeugt gewiß nicht dafür, daß er für ein Ministeramt besonders geeignet ist. Besser als seine anderen Ministerlollegen kannte der im Jahre 1902 verstorbene Verkehrsminister H ö r u p den Justizminister schon damals. Jener radikal» demokratische Politiker und Minister sagte kurz bor seinem Tode von Alberti:»DieserMann wird im Zuchthaus enden-. Die Summen, die Alberti durch Fälschungen und Betrügereien veruntreut hat, werden von seinem eigenen Organ„Dannebrog* auf 10 bis 15 Millionen Kronen angegeben. Vielleicht kommt, wenn die Sache einmal richtig untersucht ist, noch mehr heraus. Vor„DannebrogS" Redaktionslokal hatte sich am Tage des Ereignisses eine große Menschenmenge versammelt, die energisch ver- langte, daß AlbertiS Blatt, wie andere Zeitungen, AlbertiS Schwindeleien durch Anschlag bekannt gebe. Schließlich nahm man die Extrablätter anderer Zeitungen und versah damit die RedaktionS- fenster. UebrigenS soll»Dannebrog* trotz AlbertiS Untergang weiter erscheinen! wie die Redaktion berichtet, hat Alberti das Blatt im März 1907 an die Redakteur« verpachtet. Das von jenem Schwindler und Verbrecher im Jahre 1902 gegründete Blatt zur Ver- leumdung der Sozialdemokratie soll also dem Lande erhalten bleiben. Die Nachricht von AlbertiS Schwindeleien hat natürlich in ganz Dänemark ungeheuere Aufregung hervorgerufen. Selbstverständlich wird auch das politische Leben sehr stark dadurch beeinflußt werden. Im nächsten Jahre wird da» Folkething neu gewählt. Die t Landleute werden es sich merken, daß ihre politischen Vertreter, daß ihre Partei es war, die ein rechtzeitiges Einschreiten gegen Alberti verhinderte, das von der Sozialdemokratie so dringend gefordert wurde. Die Verluste und die Schmach wären sicherlich ein gut Teil geringer gewesen, wenn die wiederholten bitterernsten Mahnungen der Sozialdemokraten beachtet, wenn Reichstag und Regierung bei- zeiten den verbrecherischen Justizminister unschädlich gemacht hätten. ehe er selbst sich der Justiz stellte. poUrtfche CUberficht. Berlin, den 10, September 1908. Auch noch die Jnseratensteuer! Außer den verschiedenen anderen schönen Steuern hat daS Reichsschatzamt, um für alle Fälle gerüstet zu sein, auch noch eine Jnseratensteuervorlage ausarbeiten lassen. Der „Verl. Lokal-Anz." hat von„unterrichteter Seite" darüber folgendes erfahren: „Daß zu den modernen Einrichtungen, die besteuert werden sollen, in erster Linie die Elektrizität und daS Gas gehören, ist bereits bekannt. ES soll dabei aber weniger die von diesen beiden Quellen ausgehende Kraft, als daS Licht besteuert werden, und auch nicht die Produktion, sondern diese Abgabe soll den Konsumenten auferlegt werden, wenngleich ihre Erhebung bei den Produzenten stattfinden dürfte. Die gewerblichen Interessen sollen nach Möglichkeit geschont werden. Ferner ist unter jenen modernen Einrichtungen auch an daS Reklamewesen ge- dacht, das ebenfalls zur Besteuerung h-rangezogen werden soll, ob eS nun in Gestalt von Plakaten, von Inschriften an Mauern, Bergen usw. oder von ZeitungSinseraten auftritt. Was diese anlangt, so will man weitgehende Unterschiede machen, die sogenannten„kleinen Anzeigen" unabhängig von ihrem Uinfang und nur nach ihrem Zweck betrachten, also Stellengesuche und Stellenangebote, Familienanzeigen u. dergl. ganz steuerfrei lassen und auch die minder leistungsfähigen kleineren Blätter zu der Jnseratensteuer nicht heranziehen, son- dern sie lediglich von den größeren, ertragreichen Blättem er- heben." Unwahrscheinlich klingt die Meldung nicht, denn in ihrer Besorgnis, den immobilen Besitz zu schädigen, greift die Re- gierung zu den kuriosesten Steuerplänen. Dagegen scheint uns die von demselben Blatt gebrachte Nachricht, die Fahr- kartensteuer solle aufgehoben werden, als ganz unbegründet. Steuerrechte, die der Fiskus erlangt hat, läßt er nicht so leicht wieder fahren.—_ Die Neichstagstvahl im S. braunschweigischen Wahlkreise(Wolfenbüttel-Helmstedt) findet morgen, Freitag, statt. Der Bund der Landwirte hat den Agrarier Klrye-Jerxheim, die Welsen haben den Rechtsanwalt Dedekwd- Braunschweig und unsere Genossen den Maurer Heinrich Riete aus Braunschweig als Kandidaten aufgestellt. Der Wahlkampf wird zwischen den bürgerlichen Parteien mit einer seltenen Schärfe geführt. ES erklärt sich das daraus, daß die Welsen sich geweigert haben, sich dem Mischmasch anzuschließen. Besonders find die.Nationalliberalen" über die Weifen wütend und werfen diesen direkt Paktiererei mit unserer Partei vor. Dabei unter- scheidet sich das Programm deS Welfenkandidaten fast in nichts von dem des Kandidaten des Bundes der Landlvirte. Die National- liberalen haben allerdings alle Ursache, recht erbost zu sein, denn sie sind von der Mitbestimmung bei der Ausstellung deS Neichstagskandidaten fast völlig ausgeschaltet worden. Der Bund der Landwirte hat sie an die Wand gedrückt und ihnen in der Kandidatenfrage die Pistole aus die Brust gesetzt. Die„Liberalen", die hier mehr freikonservativ als liberal sind, mußten der Kandidatur Kleye wohl oder übel zustimmen. Wohl um ihre schmähliche Niederlage zu verbergen, schießen sie jetzt die glänzendsten Salto mortales für Herrn Kleye, den der nationalliberale Wahlausschuß einen„durch und durch liberalen Mann" nennt, obgleich Kleye selbst erklärt hat, er werde sich wohl der Wirtschaftlichen Vereinigung anschließen; national- liberal sei er jedenfalls nicht, doch fühle er sich zu den National- liberalen hingezogen. Die ganze Wahlagitation der Mischmassparteien und der sie unterstützenden ReichsverbandSagenten erfolgt unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Die Gegner sind feige wie die Schakale und schließen ihre Versammlungen gegen unsere Parteigenossen ab. DerKreiSdirektor, die Bürgermeister. Stadträte und viele Gemeindevorsteher beteiligen sich in ihrer amtlichen Eigenschaft an der Wahlagitation für den Mischmaschkandidaten und haben offen mit ihrer Amtsbezeichnung den Wahlaufruf unterschrieben. Kriegervereine ver- senden Flugschristen an jedes ihrer Mitglieder mit der Warnung, ja keinen Sozialdemokraten zu wählen. Geistliche und Lehrer, alles stellt sich in den Dienst des Herrn Kleye. Am Wahltage werden die Schulen im Kreise geschlossen, um die Lehrer zur Wahlarbeit frei« zustellen. Für unsere Parteigenossen' ist die Wahlagitation außerordentlich schwierig. Der Wahlkreis ist ein fast rein ländlicher, mit einer reichen Bauernbedölkerung. Er zählt 181 Ortschaften und nur einige kleine Landstädte. Lokale zur Abhaltung von Versammlungen: haben uuS nur in den fünf Städten und sechs Dörfern zur Verfügung gestanden. Und in diesen letzteren haben die Kriegervereine noch alles aufgeboten, die Wirte einzuschüchtern, so daß es uns nur unter großen Mühen gelang, je eine Versammlung abzuhalten. In einigen dieser Versammlungen haben die Genossen Reichstagsabgeordneten NoSke und Brey referiert. Die Parteiorganisation zählt 780 Mit- glieder, die sich aus die Städte verteilen. Blockterrorismus. Die„Grenzboten" sind eine der geachtetsten Zeitschriften innerhalb der konservativen Partei. Nur mit Ehrfurcht wurden sie sonst in der konservativen Presse genannt, und ihre Aussprüche galten als Dokumente unantastbarer Weisheit. Jetzt haben sie sich aber erlaubt, in Sachen des Herrn Schncking von Husum eine eigene Meinung zu haben, und flugS kündigt ihnen Herr O e r t e l von der „Deutschen Tageszeitung" die bisher immer zur Schau getragene Hochachtung. Höchst eigenhändig wirft er ihnen„unerhörte Begriffs- Verwirrung" vor und zeiht sie einer„törichten Auffassung" und „unsinniger Beschuldigungen". Schon neulich hat er. bei einer Polemik in Sachen der Erbschaftssteuer. daS Wort„wissenschaftlich" in Verbindung mit den„Grenzboten" nur in Gänsefüßchen gebracht. Man sieht, bei denKonservativen hörtdaS Anfassen mit Glacehandschuhen schon bei der geringsten Meinungsverschiedenheit auf. Herr Oerlel will sogar gleich das schwerste Geschütz gegen die.Grenzboten' auf- gefahren wissen. Er schreibt: „Die„Grenzboten" werden oft als offiziös bezeichnet. Daß sie es früher in einem gewissen Sinne und in einem gewissen Umfange waren, ist uns bekannt. Ob sie es jetzt noch sind, wissen wir nicht. Gegen die Annahme, daß sie es in diesem Falle ge- Wesen seien, sträuben wir uns mit aller Kraft. Es würde aber, um Mißverständuissen vorzubeugen, zweckmäßig sein, wenn die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Gelegenheit nehmen wollte, in irgend einer Form zu betonen, daß der besprochene Artikel der „Grenzboten" P r i v a t a r b e i t ist. Der Gedanke darf unseres ErächtenS nicht aufkommen, daß solche und ähnliche Anschauungen, wie sie in den„Grenzboten" zu Markte getragen werden, in irgendwelchen maßgebenden Kreisen herrschen." Also Partei- und RcgierungSbann in bester Form I Nicht mehr und nicht minder I Wie würde Herr Oertel toben, wenn auch nur etwas entfernt Aehnliches unter Sozialdemokraten vorkäme! Zur Sache selbst prollamiert Herr Oertel daS Naturrecht auf Terrorismus trotz Blockpolitik: „DaS wäre eine wunderschöne Staatspolitik, die es von vorn- herein verhindern sollte, gegen einen Beamten vorzugehen, der. wie von seinen eigenen Parteigenossen zugegeben tvird, in seiner Tendenzschriftstellerei die Verhaltnisse mindestens schief und falsch dargestellt hat l... Noch törichter wir können im 5 wahrhaftig keines anderen Ausdruckes bedienen— ist die in dem oben mitgeteilten Artikel der„Grenzboten" vertretene Auffassung von dem Wesen der Blockpolitik. Die Blockpolitik ist weiter nichts»IS ein zeitweiliges Zusammenarbeiten der konservativen und liberalen Parteien. um die Fortführung einer nationalen Politik zu gewährleisten. Sie bedeutet durchaus nicht eine Ablehr von den alten Regierungsgrundsätzen, sondern nur eine Abkehr von der bisher innegehaltenen Negierungstaktik. Wer von der Blockpolitik erwartet und ihr zumutet, daß sie mit den alten bewährten Grundsätzen, die der„Grenzboten"schreiber alte, ab- gewirtschaftete Methoden nennt, brechen solle, der sprengt den Block. Wo in aller Welt ist denn„offiziell verkündet" worden, daß die Blockpolitik bestimmt � sei, die Meinungen frei aewähren zu lassen, auch wenn sie sich in einer Form äußern, die zugestandenermaßen für die Megierung als solche und viele RcgierungSbeamte in hohem Maße be- leidigend ist? Wir haben von einer offiziellen Verkündigung dieser neuen seltsamen Grundsätze nicht. daS mindeste ge- hört. Die Durchführung eines derartigen Grundsatzes würde auch durchaus nicht im Interesse der StaatSautorilät liegen, sondern zum Ruine dieser Autorität führen." DaS heißt mit kurzen Worten: Wenn sie nicht daS Recht haben sollen, nach Belieben zu maßregeln und zu terrorisieren, dann pfeifen die Konservativen auf den ganzen Block.— Eulenbvrgs Untersuchungshaft. Die„Berl. Universal-Korr." meldet: „Ueber den weiteren Verlauf des ProzeffeS gegen Fürst Eulen- bürg bezw. über die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zum ferneren Verfahren erfahren wir ganz zuverlässig, daß die Staats- anwaltschaft in der nächsten Woche, nach der am 15. d. M. er- folgenden Rückkehr deS Oberstaatsanwalts Dr. Jsenbiel, ein Gut- achten vom Geheimrat Prof. Krause einfordem wird. Die Staats- anwaltschaft will vor allem wissen, wann die Verhandlungs- fähigkeit Eulenburgs zu erwarten ist, um danach ihre weiteren Schritte zu bestimmen. Sollte daS ärztliche Gutachten den Zu- stand Eulenburgs als so gebessert bezeichnen, daß einer neuen Verhandlung nichts im Wege steht, so wird die Staatsanwalt- schaft die sofortige Ueberführung Eulenburgs in das Untersuchungs- gefängnis verlangen und gleichzeitig an die Strafkammer wegen Ansetzung eines neuen Verhandlungstermins herantreten. Wenn aber das Gutachten zu dem Schlüsse kommt, daß für absehbare Zeit auf eine Besserung nicht zu rechnen ist, dann würde die Staatsanwaltschaft michl abgeneigt sein, unter gewissen Kantelen die Aufhebung der Untersuchungshaft zu befürworten. Ein dies- bezüglicher Antrag dürfte von der Verteidigung gestellt und von der Staatsanwaltschaft in diesem Falle nicht bekämpft werden, wenn sich Eulenburg eine gewisse polizeiliche UeberwaHung in seinem Schlosse gefallen ließe. Diese Ueberwachung hätte den Zweck, eine Kollusions« oder Fluchtgefahr auszuschließen. Sollte indessen daS Gutachten dahin lauten, daß eine Besserung in abseh- barer Zeit erwartet werden kann, dann will die Staatsanwaltschaft diesen Zeitpunkt abwarten und sich über den Verlauf der Krank- heit des angeflagten Fürsten fortlaufend unterrichtet halten, um im gegebenen Momente sofort die nötigen Schritte zur neuerlichen Aufnahme des Verfahrens zu unternehmen. Bemerkenswert ist, daß fortgesetzt bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen und Bezichti- gungen von Personen einlaufen, die früher aus irgend welchem Anlaß mit Eulenburg in Verkehr standen. Die Staatsanwaltschast ist jeder Anzeige— wwcit sie nicht anonym war— nachgegangen, doch hatten die Erhebungen nahezu in allen Fällen ein negatives Resultat. Unbekannte Momente wird also eine eventuelle neue Verhandlung nicht bringen." Wir wissen nicht, wie weit die Meldung richtig ist, und müssen deshalb der„Verl. Univers.-Korr." die Verantwortung für ihre Mit- teilung überlassen. Doch halten wir die Meldung für wahrscheinlich. Eulenburg wird aus der Untersuchungshast entlassen und in seinem Schlosse überwacht werden— bis eines Tages aus dem Auslände die Nachricht eintrifft, er befindet sich seiner Gesundheit wegen außer- halb der deutschen Grcuze und gedenkt auch nicht so bald zurück- zukehren.—_ Kricgervcreine und Sozialdemokratie. Der Beschluß der Landeskonferenz der sächsischen Sozialdemo» kratie, wonach Kriegervereinler weder Mitglieder unserer Partei- organisationen, noch der freien Gewerkschaften sein können, ist dem Kyffhäuserverband aus die Nerven gefallen. Die„Kyffhäuserkorrc- spondenz" sagt nämlich zu dem Beschluß: Allerdings sind die Kriegcrvcreine die schärfsten Gegner der Sozialdemokraten. Die Kriegervereine setzen sogar ihre besondere Ehre darin, die Sozialdemokratie zu bekämpfen und die von dieser verhetzten Massen des deutschen Volkes dem nationalen Gedanken wieder zu gewinnen. Dieser Kampf, der gegen eine einzige, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Wirtschaftsordnung sinnenden Partei gerichtet ist, hat aber mit der Frage der Arbeiterfreundlichkeit nicht das geringste zu tun. Die Sozial- demokraten allerdings stellen die Sache fälschlicherweise so dar, indem sie sich als die gegebenen Vertreter der Arbeiter- schaft ausspielen, während tatsächlich zahlreiche Arbeiter nicht der Sozialdemokratie angehören und die Sozialdemokratie über- Haupt weit davon entfernt ist, das Wohl der Arbeiter zu ver- treten. Gerade die Kerntruppe der deutschen Kriegervereine be- steht aus Arbeitern. Diese aber sind patriotisch und königStreu gesinnt und wollen mit der Sozialdemokratie nichts zu tun daben, weil sie nur zu genau wissen, daß das Ziel der Sozialdemokratie darauf hinausläuft, sich der Arbeiter zur Erreichung der politischen Macht zu bediene», während der Sozialdemokratie im übrigen die Arbeiter herzlich gleichgültig sind. Die Kriegcrvereine verwehren den Kameraden Arbeitern auch keineswegs, ihre Rechte in den Ge- werkschaften wahrzunehmen. Müssen denn aber alle Arbeiter sozialdemokratischen Gewerkschaften angehören? Daß alle Arbeiter Sozialdemokraten sind, haben wir nie be- hauptet; die Sozialdemokratie besteht ober zu 95 Prozent aus Arbeitern, was die Kriegervereine nicht von sich behaupten können. Im Kriegerverein spielen die örtlichen Größen eine hervor- ragende Rolle. Ihr höchster Stolz ist es, wenn es ihnen gelingt, einen Großunternehmer, der gleichzeitig Rcserveoffizicr ist, als Mit- glied zu gewinnen. Findet dann eine Festlichkeit statt, macht sich der Herr Reserveoffizier mit den OrtSgrößen am reservierten Tisch breit und die„Kameraden" können in dem Gefühl schwelgen, zu- sehen zu dürfen, wie die Herrschaften sich unterhalten. Sollten die Arbeiter, die Kriegervereinen angehören, noch immer nicht einsehen, welch unwürdige Rolle ihnen dort zugedacht ist? Was haben die Kriegervereine jemals für das Wohl der Arbeiterschaft getan? Haben sie auch nur einen Pfennig Lohnerhöhung durchgesetzt; haben sie eine Verminderung der Arbeitszeit angestrebt; haben sie sonst auch nur das mindeste zur Hebung der Lage der gedrückten Massen getan? Das können sie nicht und dürfen sie nicht, sonst treten die Unter- nehmer ans. Di« Kriegervereine predigen den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Um sich nach oben in ein gutes Licht zu setzen, im Interesse der Unternehmer sind sie bestrebt, die Arbeiter von einem Kampfe um eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage ab- zuhalten. Sie sind deshalb in der Tat nichts als eine Schutztruppe des Unternehmertums. Welchen Gewerkschaften darf ein Krieger- vereinler wohl beitreten? Doch nicht den freien Gewerkschaften, sondern höchstens den chriftlichsozialcn oder den„gelben", die mit dem Gelde des Unternehmertums ausgehalten werden. So haben sich Kriegervereine immer mehr zu erzrealtionärcn Organisationen entwickelt, und von jedem denkenden Arbeiter muß deshalb verlangt werden, daß er solchen Vereinen fernbleibt. Mil aller Energie müssen Partei und Gewerkschaften de» Kampf gegen diese Wahlorganisationen der Vollsfeinde aufnehmen, hier ist dci Angriff die beste Deckung. Man lasse die. Herren Reserveoffiziere. Geistlichen und Bürgermeister, Unternehmer und Staatsbeamte unter sich; Arbeiter, denkende, vorwärtsstrebende Arbeiter haben in solchen Kreisen, von denen sie zu reaktionären Zwecken mißbraucht werden, nichts zu suchen. Deshalb: Heraus aus den Krieger- vereinen!— „Himmelschreiendes Elend". Die zentrnmSagrarische„Rheinische Volksstimme' stellt eine Berechnung an, wer wirtschaftlich besser gestellt sei. der landwirtschaftliche oder der industrielle Arbeiter? DaS Blatt geht von der Annahme aus, daß der städtische Arbeiter täglich drei Marl. also daS Jahr 900 Mark einnehme; davon seien abzurechnen für Miete 150 M., so daß für die Bestreitung der übrigen Bedürfnisse 760 M. blieben. Der Tagelobn eines Landarbeiters betrage 2 M., sein Jahreseinkommen also 600 M.; hierzu kämen aber die freie Wohiiung und daS freie Kartoffelland, der Ertrag der Pachtöcker und der Viehzucht, so daß der Landarbeiter sich in seinen Einnahmen— ganz abgesehen von den teueren Lebensverhältnissen in der Stadt— wesentlich besser stehe als der Industriearbeiter. Wenn dennoch der Landarbeiter in Scharen der Stadt zuwandere, so deshalb, weil ihm das Leben dort als paradiesisch geschildert werde, nachher, wenn er das himmelschreiende Elend deS städtischen Proletariats kennen gelernt habe, komme dann die Eni- täuschung. Wir wollen die Angaben des klerikalagrarischen Blattes über die wirtschaftliche Lage der Industrie- und der Landarbeiter auf sich be- ruhen lassen. Wir erinnern uns aber öfterer Artikel der„Rhei- nischen Volksstimme", worin gar kläglich gejammert wurde über die „Verhätschelung der Industriearbeiter", denen sich alle Sorge der Regierung und der Parteien zuwandte, während die armen Bauern leer ausgingen. Wenn das Blatt wieder mal in diesen Ton verfallen sollte, werden wir nicht versäumen, es an den gegenwärtigen Artikel zu erinnern, worin von dem„Himmel- schreienden Elend des städtischen Proletariats" und dem 900 Mark-JahreSeinkommenjder Industrie- a r b e i t e r die Rede ist.—_ Der Gnade würdig! 1 Wie seinerzeit ausführlich gemeldet, wurde im Mai dieses Jahres der Unteroffizier Verthold vom Schützen-Rcgiment Nr. 103 wegen Mißhandlung eines Untergebenen mit tödlichem Ausgange.zu einem Jahr und einer Woche Gefängnis verurteilt. Er hatte aus Aerger darüber, daß einige Schützen nicht gut geschossen hatten, seine aus 12 Mann bestehende Abteilung an einem sehr warmen Tage Laufschritt machen lassen. Die Strecke betrug 700 Meter und die Leute waren erschöpft und in Schweiß gebadet. Einer der Schützen fiel infolge der Ueberanstrenguiig um und starb kurz darauf am Gehirnschlag— er loar z u Tode gejagt! DaS Oberkriegsgerichi erkannte auf die Berufung des Gerichtsherrn neben der Freiheitsstrafe auch auf Degradation. Eine Revision deS SoldatenschinderS beim Reichsmilitärgericht war erfolglos. Nun rief er die Gnade deS Königs an. Dieser bat nun den Soldatenschinder, der ein binhendes Menschenleben bernichtet hat, teilweise Bey gnadigt, indem er die Strafe auf fechs Monate herabgesetzt und bie Degradation wieder aufgehoben hat!!! Oefterreich. Die bosnische Verfassungsfrage. Wien, 10. September. Wie die Neue Freie Presse" meldet, dürfte nach der bei der gemeinsamen Regierung herrschenden Stimmung in bezug auf die Ditupationsländer dahin entschieden werden, daß diese eine Nepräsentationsverfassung durch ein den 2andtagen im Wesen nachgebildetes Statut er halten. Anterdessen dauern die Verhandlungen zwischen Frank-[ prinzipiell einwandfreie Haltung der dortigen organisierten reich und Spanien über die Bedingungen, die für die An Genossen zweifelsfrei dokumentiert. Auf gewisse Vorgänge, erkennung Mulay Hafids zu stellen sind, fort. Erst nach die sich während der Debatte abspielten und die über Ueberreichung der Note wird es sich entscheiden, wieweit die Stimmung der Verfammlung von vornherein nicht im Unflaren eigentlich die deutsche Diplomatie das gefährliche Spiel, das ins Feuer zu gießen. Aber das Resultat ber Delegierten ließen, wollen wir nicht eingehen, um nicht überflüssigeriveise Del sie angefangen hat, zu treiben gedenkt. wahl zum Parteitag sprach deutlich genug. Genosse Bendler, der in der Debatte die süddeutschen Revisionisten sehr scharf angegriffen hatte, wurde mit 58 Stimmen( in der Stichwahl) zum Parteitag delegiert, während auf die Verteidiger der Süddeutschen, die Genossen Wetter und Wolf vom„ Boltsblatt" im ersten Wahlgang nur 5 resp. 1 Stimme entfallen tvaren. Aus der Partei. Eine sonderbare Verwahrung. Genosse Gradnauer überrascht uns durch folgende Budapest, 10. September. Der gemeinsame Finanzminister Baron Burián, der von einer Besichtigungsreise durch Bosnien und die Herzegowina zurüdgelehrt ist, erklärte in einer Unter- Buschrift: redung auf Grund persönlicher Wahrnehmungen die Gerüchte über Unruhen in Bosnien, militärische Rüstungen und Entsendung eines Geschwaders nach Cattaro für völlig unbegründet. Die Nachricht über Gewährung einer Verfassung sei berfrüht; demnächst würden Bezirtsvertretungen eingerichtet werden. frankreich. Das Attentat auf Dreyfus. Paris, 10. September. Heute begannen vor dem Seine- Gerichtshof die Verhandlungen gegen den Journalisten Gregori, der angeklagt ist, auf den Major Dreyfus am 4. Juni im Pantheon einen Mord versuch gemacht zu haben. Der Verhandlungssaal ist dicht gefüllt. Major Dreyfus und sein Sohn find anwesend. Der Anklagebeschluß stellt fest, daß das Vorhandensein der mörderischen Absicht sicher sei, und daß das Verbrechen mit Vorbedacht ausgeführt wurde. England. Die Arbeitslosen. Glasgow, 10. September. Dreitausend Arbeitslose bersammelten sich gestern um Mitternacht auf dem Georges Square, too aufreizende Reden gehalten wurden. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Menge, die aufs neue einen Zug bildete, um schreiend und singend nach den Stadtvierteln zu ziehen, in denen die wohlhabenderen Klassen der Bevölkerung wohnen. Die Führer der Menge beabsichtigten eine Rundgebung vor dem Hause des Bürgermeisters. Als sie aber auf eine Viertelmeile herangekommen waren, erschien plöblich berittene Bolizei aus einem Hinterhalte und sprengte die Menge nach allen Seiten auseinander. Hierdurch entmutigt, zog dann die Schar nach der Stadt zurück, wo sie auseinandergetrieben tourde. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die Polizeimannschaften machten reichlichen Gebrauch von ihren Knütteln, so daß viele Demonstranten am Kopf verletzt wurden. Es sind von seiten der Polizei die nötigen Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden, um die Wiederkehr der Unruhen zu verhindern. Rußland. Ein neuer Feldzug gegen die Universitäten. " Zu dem Leitartikel des Bortvärts" vom 9. September er fuche ich um Aufnahme folgender Erwiderung. " Also auch mit dem Wahlkreise Bochum- Gelsenkirchen ist's nichts, ebensowenig natürlich mit Duisburg Mülheim! Bleiben von sämtlichen Wahlkreisen des Ruhrreviers nur noch Borten Redlinghausen und Essen!... Nun ist allerdings zuzugeben, daß auf der Generalversammlung des Recklinghauser Kreises in der Tat einige Genossen im Sinne zwar nicht einer Verteidigung, Die Ausführungen, die der Vortvärts" an das Bitat aus wohl aber einer milderen Beurteilung der Süddeutschen gemeinem Artikel in den Sozialistischen Monatsheften" anknüpft, iprochen haben. Zur richtigen Beurteilung der Bedeutung sind nach meiner Ueberzeugung durchaus irrtümlich. Es ist be- diefes von der„ M. P." und ihrem Gewährsmann jubelnd wundernswert, was alles der Vorwärts" in den Artikel hinein- begrüßten Vorkommnisses aber möchten wir denn doch darauf hinlegt und aus ihm herauslieft. Von alledem, was er fagt, steht weisen, daß Recklinghausen für unsere Parteibetvegung vorläufig auch kein einziges Wort in dem Artikel. Weder ist irgendwie leider noch der bedeutungsloseste Wahlkreis des Nuhrgebietes ist.. auch nur angedeutet, daß das bolts- und wahlrechtsfeindliche Der Wahlkreis ist bisher noch unbestrittener Zentrumsbesitz, wir Verhalten des Bürgertums nicht gebrandmarkt, daß die ökono- fommen bort nicht einmal in die Stichwahl und der Kreis entfendet mischen Ursachen dieses Verhaltens nicht dargelegt werden auch keinen Delegierten zum Parteitag. sollen, noch ist irgend ein Wort gesagt, das jemandem das Recht geben könnte, davon zu fabeln, daß wir das sozialistische Banner zusammenrollen, jede grundsägliche Aufflärung einstellen sollen usw., wie mir der Vorwärts" unterstellt. Wenn ich die politische Gespensterseherei, der einige Genossen verfallen sind, nicht schon seit längerer Zeit gewohut wäre, so würde ich mir dergleichen Anschuldigungen, wie sie der Vorwärts" ausspricht, auf das entschiedenste verbitten müssen. Wie aber steht es mit Eisen? Darüber möge unsere Leser die Abfuhr belehren, die unser Essener Bruderblatt dem " Gewährsmann" zuteil werden läßt; die Arbeiterzeitung" schreibt: Wenn Genosse Straßer, denn dieser bayerische Beamte des Bergarbeiterverbandes ist der Zeichnende, keinen einzigen Barteigenossen gefunden hat, der sich auf den Standpunkt des unbedingten Verurteilens gestellt hat, so muß er mit einer feltsamen Sorte von Parteigenossen verkehrt haben. Es gibt im Gegenteil im Ruhrgebiete mur ganz vereinzelt Parteigenossen, die sich nicht auf den Standpunkt unbedingter Berurteilung stellen. Daß dabei der Wunsch vorherrscht, die Differenzen in fachlicher, ernster Weise zu besprechen, ohne persönliche Gehässigkeit, ohne Ausnutzung unschöner Gewaltmittel, das stimmt schon. So lange wir mit Sozialdemokraten zu tun haben, wünschen die Genossen des Stuhrgebietes stets eine derartige Erledigung von Streitfragen, wenn es sich aber darum handelt, ob die Partei einen Weg geführt werden soll, auf dem sie aufhört, Sozialdemokratie zu sein, dann sind wir sicher, daß die Parteigenoffen auch der schmerzlichsten Operation zustimmen würden, um wieder zu gesunden Zuständen zu kommen." ( Es folgen dann noch längere Ausführungen worin festgestellt wird, daß die Essener Genossen in mehreren Versammlungen zum teil einstimmige Resolutionen gegen die Budgetbewilligung angenommen haben.) Der Klassenkampf, die Kritik des wahlrechtsfeindlichen Bürgertums, die Aufrollung des sozialistischen Banners, das alles sind für mich Selbstverständlichkeiten unseres Kampfes, die übrigens auch in meinem Artikel für etwaige Leser, die zu falschen Auslegungen geneigt sind, ausdrücklich betont wurden. Die Absicht meines Artikels ging für jedermann sichtbar dahin, daß die Sozialdemokratie in ihrem Wahlrechtskamipfe die aktuell gegebenen Parteiverhältnisse geschickter, als es von mancher Seite bisher geschehen ist, auszunutzen versuchen müsse, um von der Neaktion wertvolle Verbesserungen auf dem Gebiete des einzelstaatlichen Wahlrechtes zu erzwingen. Der Artikel wünscht, daß die Sozial demokratie sowohl bisherige Anhänger anderer Parteien für sich zu werben strebt als auch zugleich die Anhängerschaft anderer Parteien, soweit sie zunächst noch nicht für den Sozialismus zu haben ist, zur Beeinflussung ihrer Barteien im wahlrechtsgünstigen Sinne antreibt. Das ist etwas total anderes als was der Vorwärts" in blindem Gifer sich zurechtmacht. Ich darf für mich Soweit unser Effener Bruderblatt. Die Münchener Post" regte in Anspruch nehmen, daß ich seit jener Beit, da in Sachfen das sich dieser Tage gewaltig über die angeblich sehr mangelhafte flandalöse Klaffenwahlunrecht dem Volte aufgebürdet wurde, bis Objektivität einiger norddeutscher Parteiorgane, besonders der Leipz. auf den heutigen Tag den Kampf gegen dieses Unrecht auf das Boltsztg." auf. Wir wollen nun abwarten, ob ihre eigene entschiedenste habe führen helfen, ohne Abkehr von unserer Objektivität dazu ausreicht, an der Hand der obigen Darstellung bisherigen Klaffenkampftaktit", ohne Zusammenrollung des die total irreführenden Mitteilungen ihres Gewährsmannes zu sozialistischen Banners". Es ist bedauerlich, daß jezt der Bor- berichtigen." wärts" ohne jeden Grund seine herabsezenden Vorwürfe in die Deffentlichkeit schickt. Georg Gradnauer. Parteiliteratur. Das unlängst erschienene Zirkular des Ministers der Volksaufflärung", daß Personen, die regierungsfeindlichen Parteien angehören, im Staatsdieuste nicht geduldet werden sollen, wird nun in die Tat umgesetzt. Als regierungsfeindlich wird auch die harmlose liberale Kadettenpartei angesehen, die täglich von ihrem Liberalismus etwas einbüßt. Die Professoren und Dozenten, die Diese Zuschrift des Genossen Gradnauer befremdet uns im Berlag der Fränkischen Verlagsanstalt Nürnberg erschienen: Als Festschrift für den Nürnberger Parteitag ist soeben das bekannte Wiborger Manifest unterschrieben und vor ein paar Zagen das Gefängnis verlassen haben, werden jetzt vom Ministerium wirklich. Was er zu„ berichtigen" für nötig hält, daß die Die Nürnberger Arbeiterbewegung( 1868 bis 1908) von Georg aufgefordert, eine schriftliche Versicherung zu geben, daß sie Berücksichtigung der von ihm empfohlenen Taktit noch kein Gärtner. 220 Seiten. Das Buch ist ein Gegenstück zu Bernsteins feiner regierungsfeindlichen Partei angehören werden; im Hintansegen sozialdemokratischer Grundfäße und Ideale" be- Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung- es schildert das Werden anderen Falle werden fie unverzüglich und ohne Gesuch binge, st and wörtlich in dem von uns wieder- und Wachsen der Sozialdemokratie in den Mauern Nürnbergs. berabschiedet. Ein folches Ultimatum erhielt auch der Radettenführer, der Profeffor der Rechte in Petersburg Betrar gegebenen, 51 Druckzeilen umfassenden 3 it at aus seinem Der Verlag hat dem Wert eine gute Ausstattung angedeihen lassen. Artifet in den Soz. Monatsheften" Unsere Sch Lu folgerungen, gegen die Genosse Artitet des Genossen we hring. Der Nürnberger Die Neue Zeit" bringt in ihrer Parteitagsnummer einen Gradnauer sich zu verwahren sucht, stützten sich aber auf jene Vereinstag", der in die Jugendzeit der Bartet zurüdführt. Vor Stelle seines Artikels, die lautete: 3ydi, ein weit über die Grenzen Rußlands bekannter Gelehrter. Dasselbe Schicksal erwartet der" Newaja Nusj" zufolge den Neftor der Universität Petersburg Bergmann, den Brorettor Braun und den Professor Grimm, just die besten Lehrkräfte an der Petersburger Universität. Ihre Demission fagt die Moskauer Russfija Wjedomosti"- wäre bei dem herrschenden Mangel an tüchtigen Lehrkräften für die Universität ein unerfeßbarer Verlust." Doch was schert sich das Ministerium der„ Voltsaufklärung" um solche Kleinigkeiten! Petersburg, 10. September. Profeffor Betrazhdi will infolge der Aufforderung des Kultusministers, aus der Kadettenpartei aus zutreten, von seinem Lehramt zurücktreten. Auch die Moskauer Universitätsprofefforen wollen die ministerielle Anweisung mit Demission beantworten. Sie schämen sich nicht. Petersburg, 10. September. Gegenüber der Meldung eines auswärtigen Blattes, Ministerpräsident Stolypin habe an die Gouver neure eine Birkulardepesche gesandt mit der ausdrücklichen Weisung, die Tolstoi Feiern zu gestatten, stellt die Petersburger Telegraphenagentur fest, daß es feiner besonderen Anordnung bedurft habe, Tolstoi- Feiern zuzulassen, da kein Grund zu der Vermutung vorgelegen habe, daß die Gouverneure einer Ehrung Tolstois als Dichter irgendwelche Hindernisse entgegensezen fönnten. Dagegen sei Anordnung getroffen worden, aus Anlaß des 80. Geburtstages des Dichters weder politische Kundgebungen, noch eine Ehrung Tolstois als Träger religionsfeindlicher und anarchistischer Ideen zuzulassen. Perfien. Verbannung der Gefangenen. Frankfurt a. M., 10. September. Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Teheran: Aus Anlaß der in der vorigen. Woche erfolgten Geburt eines Sohnes hat der Schah fast alle in Bagishah seit dem Staatsstreich festgehaltenen politischen Gefangenen freigegeben, mit der Bedingung, Persien bezw. Teheran binnen 20 Tagen zu berlassen. " " RIO " Dabei fann freilich eine bloß gelegentliche Gr- bierzig Jahren, vom 5. bis 7. September 1868, tagte in Nürnberg flärung, daß uns alle aufrichtigen Freunde des all- der Verbandstag der deutschen Arbeitervereine, der eine der Etappen gemeinen, gleichen, geheimen Wahlrechts willkommene Bundes zur sozialdemokratischen Partei Eisenacher Richtung war. Hier genossen feien, noch nicht genügen. Es müßte aus dem ge- war es, wo unter Bebels Führung die Mehrheit der Arbeitervereine famten politischen Verhalten, aus jeder Schrift und Rede der Ein- sich vom Liberalismus, der sie ins Leben gerufen hatte, losjagte druck sich machtvoll den weitesten Volksschichten aufdrängen, daß und das Programm der Internationale annahm. Das folgende wir mit heiligem Ernst nichts anderes wollen, als bem Bolt das Jahr sah aus diesen Arbeitervereinen auf dem Stongreß zu Eisenach Wahlrecht zu gewinnen." die sozialdemokratische Partei entstehen. In wenigen Strichen hat Genosse Mehring ein lebendiges Bild jener großen Zeit des Werdens der deutschen Sozialdemokratie entworfen. Die Dazu sagten wir: Genosse Kautsky erörtert die Aufgaben des Parteitags. Befonders eingehend verweilt er naturgemäß bei der Budgetfrage. Der Artikel flingt in eine ernste Mahnung aus, Disziplin zu halten, die Beschlüsse der Parteitage anzuerkennen, mögen sie ausfallen, wie sie wollen. Aus der straffen Disziplin und dem flaren Programm fließt vornehmlich die Stärke der Partei. Im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschien soeben: Die preußische Polenpolitit in ihren Ursachen und Wirkungen „ Also auch Genosse Gradnauer empfiehlt eine Abkehr von unserer bisherigen Klassenkampftaltit. Der Wahlrechtskampf darf nicht dergestalt geführt werden, daß wir das voltsund wahlrechtsfeindliche Verhalten des Bürgertums brandmarken, ökonomischen Ursachen Dieses Verhaltens dar legen und dadurch alle die wirklich demokratischen Elemente, die sich bisher durch die liberalen Phrasen noch täuschen ließen, zu uns her überziehen, um dergestalt eine Armee von Wahlrechtskämpfern zu schaffen, die dem Bürgertum zunächst vielleicht zwar auch nur gewisse Konzeffionen abzutrogen, im weiteren Verlauf aber die völlige Demokratie zu erringen vermag; sondern von Hermann Wendel. dadurch, daß wir das sozialistische Banner zu- Die Broschüre schildert Polen, als es noch ein selbständiges fammenrollen, jede grundsägliche Aufklärung Reich war, und zeigt den Werdegang bis zu den heutigen Untereinstellen und das Bürgertum in den Wahn einzulullen brückungsmaßregeln, welche ihren vorläufigen Abschluß gefunden versuchen, die Gewährung demokratischer Bugeständnisse sei haben in der Annahme des Enteignungsgesetzes im preußischen Abja doch gar nichts Sozialdemokratisches, sondern nur eine liberale geordnetenhause und der Polenparagraphen beim Neichs- VereinsForderung und für die bürgerliche Gesellschaft ganz ungefährlich." gefeß. An diesem unserem Urteil vermag Gradnauers Zuschrift nicht das geringste zu ändern! " Diese Broschüre dürfte bei der Agitation unter den polnischen Arbeitern wertvolle Dienste leisten, da die in ihr zusammens gestellten Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten jedem polnischen Arbeiter zum Bewußtsein bringen müssen, daß die preußischDie Stimmung der Arbeiter massen". deutsche Reaktion alles anwendet, um die polnische Bevölkerung Die, Arbeiter Beitung" zu Dortmund schreibt: Marokko. Unter dieser Ueberschrift brachte vor einigen Tagen die zu unterdrücken und ihr jedes Selbstbewußtsein zu rauben. Doch Zunehmende Spannung. Münchener Post" einen Artikel, als dessen Verfasser sie einen bayeri- auch von allen anderen, fotveit sie Interesse am öffentlichen Leben Die Schwenkung der deutschen Marottopolitit hat in chen Genossen nannte, der fürzlich im rheinisch- westfälischen In- zeigen und über die Maßnahmen der Negierung orientiert sein Frankreich große Erregung hervorgerufen, die durch dustriegebiet gewerkschaftlich tätig gewesen sei. Wie wir inzwischen wollen, wird die vorliegende Arbeit gern gelesen werden. Der Preis ist 1,20 M. Agitationsausgabe 60 Pf. Bu beziehen festgestellt haben, hat sich dieser Genosse im ganzen nur zwei bis die von uns bereits wiedergegebenen offiziösen Auslassungen brei Tage in unserem Industriegebiet aufgehalten... durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure. der süddeutschen Reichskorrespondenz" nur neuerlich vermehrt Was hat nun diefer famose Gewährsmann der M.." Bei worden ist. So veröffentlicht der Matin" einen längeren feiner Studienreise" entdeckt? Er hat angeblich festgestellt, daß Hochkonjunktur und Wirtschaftskrisis. Von Mar Schippel. Artikel gegen die deutsche Regierungspolitit, in dem es, wie die große Masse unferer Arbeiter feineswegs die Durch die augenblicklich in der gesamten Industrie herrschende uns aus Paris telegraphiert wird, heißt: Streiche der süddeutschen Parteiparlamentarier Krisis wird diese Schrift besonderes Interesse erregen und sicher viel „ Der deutsche Vorschlag, Mulay Hafid anzuerkennen, ohne daß berurteilt, sondern sich einfach auf den Standpunkt des Ab- gelesen werden. Der Inhalt fetzt sich aus folgenden Kapiteln zudieser sich auf die Afte von Algeciras verpflichtet, wird von Frant wartens stellt. Diese sonderbaren Genossen hat er im Wahlkreise fammen: 1. Der Zusammenbruch in Amerika. 2. Deutschland bis reich und seinen Freunden abgelehnt werden; die Haltung Dortmund hörde natürlich auch mit der Lupe nicht einmal Deutschlands werde keineswegs eine Aenderung in der franzöfifchen finden können. Hätte er über unsern Wahlfreis reden wollen, our amerikanischen Striſis. 8. Der Niedergang der Produktion und Politik herbeiführen. Deutschland unterstütze den muselmanischen so hätte der Genoffe zugeben müffen, daß auch nicht eine einzige der Arbeitsmarkt. 4. Schlußbemerkungen. Preis 1, M. Agitationsausgabe 50 Bf. Bu beziehen durch Fanatismus gegen die solidarische Sivilisation, es sprenge die Stimme bei uns laut geworden ist, die den bekannten Standpunkt Einheit der Mächte, um sich die Freundschaft Mulay Hafids zu unseres Blattes in der Frage der Budgetbewilligung tadelt, daß alle Buchhandlungen. sichern! Deutschland trenne sich von den Signatarmächten von vielmehr auf der sehr start besuchten Generalversammlung Wahlkreisorganisation eine scharfe Tadelsresolution Aus den Organisationen. Algeciras, um eine Sonderpolitit zu betreiben. Dies fei unferer Wahlkreisorganisation sein gutes Recht, aber man dürfe dann in Deutschland später ohne jeden Widerspruch einstimmig angenommen wurde. Eine Parteikonferenz für den Wahlkreis Friedberg- Büdingen nicht von Eintreifung sprechen, denn wenn Deutschland allein- Ebensowenig bat der Stimmungsentdecker natürlich in dem fand legten Sonntag in Büdingen statt. Nach dem Geschäfts- und stehe, so sei dies nicht die Folge einer Einfreifung der Mächte, Wahlkreise Hamm- Soest auch nur einen einzigen lebenden Staffenbericht betrug die Zahl der Parteimitglieder am 1. Juli 1835. sondern darauf zurückzuführen, daß Deutschland sich selbst Berteidiger der Etatbewilligung finden können. Selbst bon Die Einnahmen und Ausgaben balanzieren bei einem Kassenbestand isolierte." Bochum redet er nicht, troßdem bas dortige Partei- bon 308,81 m. mit 5032,35 W. Die Frankfurter Boltsstinume" hat In der Tat ist diese neuerliche Isolierung Deutschlands blatt bekanntlich eines der ganz wenigen deutschen Parteiorgane ist, in 29 Orten rund 1290 Abonnenten. Die Agitation wurde sehr zunächst der einzige Erfolg der Schwenfung. Wieder ist unser das den süddeutschen Parteiparlamentariern die Stange hält. Hat intensiv entfaltet und hierfür allein 2585,78 M. aufgewendet. Bei der kundige Thebaner etwa gewittert, daß die Haltung des„ Bolts- den Gemeinderatswahlen wurden 14 Mandate im Kreise erobert; Verhältnis zu den. Westmächten verschärft, die inter- blatt" feineswegs der Stimmung der Bochumer Genossen entspricht? im ganzen figen jetzt 63 Sozialdemokraten in den Kommunen des nationale Spannung vermehrt worden um einer Sache Das würde seinem Scharfsinn alle Ehre machen! Denn die Kreises. Ein weiterer Antrag verlangt die Anstellung von willen, die für das deutsche Volt ohne jede Be- Generalversammlung des Bochumer Kreifes, Agitatoren, die sich lediglich der Agitation auf dem deutung ist. bie an diesem diesem Sonntag in Herne stattfand, hat die Lande zu widmen hätten. Kommunales. Arbeiterfürsorge des Stadtfreisinns. Die Stadtverordnetenversammlung hatte gestern zu beschließen über zwei Anträge der sozialdemokratischen Fraktion, die beide das Gebiet der Arbeiter fürsorge berühren. Der eine forderte eine Besserung der Lage der Arbeiter und Angestellten unserer Stadt, der andere erinnerte die Gemeindebehörden aufs neue an ihre Pflicht, zur Linderung der Arbeitslosigkeit beizutragen. " runb 74 000 Tonnen oder annähernd 5 Proz. Die Kohlenzufahr zu sinnige und durch nichts gerechtfertigte Solidaritätserklärung ge 19 deutschen Großstädten belief sich nämlich im Juli dieses Jahres wesen. auf nur 1 473 652 Tonnen gegen 1 547 635 Tonnen im Juli 1907. In den einzelnen Monaten dieses Jahres gestaltete sich die Zu- resp. Abnahme der Kohlenversorgung gegenüber dem Vorjahre in Tonnen wie folgt: Januar Februar März. • • • +30 765 130 194 52 000 Juli Avril Mai Juni 73 983 . . . +61 322 46 378 +25 808 Mit dem„ Arbeiterverrat" der Zentralisten, über den sich der Gewerkverein" in recht behaglicher Breite ergeht, war es also wieder nichts. Es mutet aber geradezu erheiternd an, daß dieses Blatt zur professionellen Verteidigung Hirsch- Dunckerschen Arbeiters verrats mun init einem Male so zarte Empfindungen bekundet. Auf die sonstigen Anpöbelungen des Blattes uns gegenüber gehen wir selbstverständlich nicht ein, das hieße ihm zu viel Ehre antun. Achtung! Kleber, Bauhandwerker! Deutsches Reich. Seit April wird der Vorsprung gegenüber 1907 immer geringer und wandelt sich im Juli in einen scharfen Rückgang um. Nur in verschwindend wenigen Städten haben die Kohlenbezüge im Juli Wegen Lohndifferenzen sind folgende Bauten als gesperrt zu überhaupt noch zugenommen; es sind dies hauptsächlich Lübeck, betrachten: Firma Uehlenfeld, Bau Horstweg, Ecke DantelDresden, Magdeburg, Königsberg, Danzig und Elberfeld. Diesen mannstraße( Beamtenhäuser), Aufgänge Nr. 7 bis 12; Firma meist nur geringfügigen Zunahmen stehen aber ganz beträchtliche Abnahmen bei den anderen Städten gegenüber. So hat a. B. die Stnauer, Jasmunderstraße 13, Bau Kaiser- Allee 68. Die Sektionsleitung. Versorgung Altonas um 35 672 Tonnen abgenommen( von 86 176 auf 50 504 Tonnen), die Versorgung Bremens ist um 11 007 Tonnen oder fast 40 Proz., die von Frankfurt a. M. um 10 743 Tonnen oder 10 Broz. zurückgegangen. München bezog 12 313 Tonnen oder Tarifbrüchige Unternehmer. In Bamberg haben die Mit fast 16 Proz., Köln a. th. 13 476 oder ca. 10 Proz, Berlin glieder der Malermeister- Innung den im Frühjahr in Berlin ver 12 674 Tonnen oder 2½½ Proz. weniger Kohlen als im Juli 1907. einbarten allgemeinen Tarif insofern durchbrochen, daß sie verlangen, Die Versorgung Berlins ist also verhältnismäßig relativ nur wenig die Arbeitszeit solle un 6 Uhr, statt, wie der Tarif vorschreibt, um eingeschränkt worden. Dagegen sind noch die Kohlenbezüge Varmens, 7 Uhr beginnen. Ein Schiedsgericht verlief refultatios, ebenso die Anrufung des Gewerbegerichts. Zuerst erschienen die Vertreter der Hannovers und Nürnbergs erheblich zurückgegangen. Innung gar nicht, erst als der Vorsitzende mit gwangsmaßregeln Gewerkschaftliches. drohte, fanden sie sich ein, ließen sich aber nicht in Verhandlungen ein. Die Arbeiter nehmen vorläufig eine zuwartende Stellung ein, doch wolle einstweilen von diesen Verhältnissen Notiz genommen werden. Husland. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallbrücker! Daneben gehauen! Hafenarbeiteraussperrung und Gemeindearbeiterstreik in Malmö. Der Streit der städtischen Arbeiter in Malmö hat nun auch eine allgemeine Aussperrung der bei der Stauereiaftiengesellschaft angestellten Hafenarbeiter nach sich gezogen. Diese Maßregel ist eine Folge der Aussperrung, die die Kohlenimporteure ihren Arbeitern Arbeiterverrats, einem Blatte also, mit dem sich eigentlich über portieren, weil sie damit den streikenden Gemeindearbeitern in den Jm Gewerfverein", der Sammelstelle Hirsch Dunderfchen gegenüber veranstalteten. Die Kohlenfuhrleute weigerten sich bes tanntlich, nach dem städtischen Elektrizitätswerk Kohlen zu trans Arbeiterinteressen nicht diskutieren läßt, wird jetzt der Spieß um Rücken gefallen wären. Ihre Arbeit sollten nun die Hafenarbeiter gedreht. Und zwar bezichtigt das Blatt in feiner Ausgabe vom mit übernehmen, und weil sie dies einmütig ablehnten, wurden sie 9. September zentralorganisierte Arbeiter des Arbeiterverrats und ebenfalls ausgesperrt. Damit sind nun auch 250 Mitglieder des Sperrebruches Hirsch- Dunderschen Arbeitern gegenüber. Und nach Transportarbeiterverbandes in den Kampf der Gemeindearbeiter der Darstellung des Sachverhalts" erklärt dieses Aucharbeiterblatt, bineingezogen worden. Die Schwedische Arbeitgeberbereinigung sehr gespannt darauf zu sein, was nun wohl der„ Vorwärts" zu droht mit einer Aussperrung über das ganze Land. diesem Sperrebruch sagen werde. " Die Regelung der Lohn- und Arbeitsberhältnisse der städtischen Angestellten und Arbeiter soll Aufgabe zunächst der einzelnen Verwaltungsdeputationen und dann des Magistratskollegiums sein, und erst bei der Festsetzung des Etats habe die Stadtverordnetenversammlung Stellung hierzu zu nehmen. Mit dieser Begründung empfahlen die Mehrheitsfraktionen, den Antrag unserer Genossen durch Uebergang zur Tagesordnung zu beseitigen. In dem mehrstündigen Redekampf ergriffen von der sozialdemokratischen Fraktion vier Redner das Wort. Genosse Sassenbach, der den Antrag begründete, hob her vor, daß die darin enthaltenen Forderungen aufgestellt worden find in Uebereinstimmung mit der Organisation der Gemeindearbeiter. Stadtv. Brunzlow( Alte Linke), der als Unternehmerführer die geeignetste Person war, den Standpunkt der Mehrheitsfraktionen vorzutragen, sprach es offen aus, daß der Freifinn die Forderungen ablehnt aus Rücksicht auf die Privatindustrie. Stadtv. Preuß( Szoialfortschrittliche Gruppe) suchte den Antrag der Sozialdemokraten in Die Lohndifferenzen bei der Firma Galewsti u. Cie., einen Ausschuß hineinzubugsieren. Der Vorschlag wurde dann Mariannenstraße, dauern fort. Der Betrieb ist gesperrt und ersuchen auch von unseren Genossen unterstützt. Mit gewundenem wir unsere Stollegen, dies zu berücksichtigen. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Gerede meinte Stadtv. Rosenow( Neue Linke) verdecken zu können, daß er und seine Freunde nicht zu haben sind, wenn es gilt, die Lage der Arbeiter zu bessern. Die fadenscheinigen Gründe, mit denen die Redner des Freisinns ihr Nein zu bemänteln sich bemühten, fanden den Beifall des Oberbürgermeisters Kirschner. Er hatte die ernstesten Bedenken", ob nicht die Dinge auf den Kopf gestellt" würden, wenn die Stadtverordnetenversammlung in dieser Weise in die Verwaltungsmaschinerie des Magistrats eingreife. Genoffe Hintze gab die Antwort, die hier die allein richtige war, daß man eben für die Arbeiter nichts tun wolle. GeIn den Streit der städtischen Arbeiter ist eine Veränderung nicht reizt erwiderte Herr Kirschner. Als er mit der Versicherung schloß, daß die Arbeiter bei uns sehr zufrieden sein Spannung schon heute zu erlösen. Nach der Darstellung des Blattes Streits ablehnte, nun beschlossen, die Streifenden aus der VerbandsWir sind menschlich genug, den Gewerkverein" aus dieser eingetreten; jedoch hat der Hauptvorstand ihrer Organisation, des Grob- und Fabritarbeiterverbandes, der bisher die Unterstützung des fönnen", quittierte die vollbeseẞte Tribüne über dieses Diftum arbeiteten auf einem Bau in Friedrichsfelde, Bauherr Architekt fasse zu unterstützen, aber nur unter der Bedingung, daß sie sich mit verständnisinniger Heiterfeit. Stadtv. Cassel( Alte Wenzel, Hirsch- Dundersche( lies: gelbe) Berliner Töpfer, also Leute von nun an nach den Beschlüssen richten, die die Verbandsleitung Linke) wollte glauben machen, daß der Uebergang zur Tages- jener Spezies, deren Sperrebrecherei und Arbeitswilligkeit wir schon ver- für notwendig erachtet. Dadurch, daß die sogenannte Wohlfahrts ordnung kein ablehnendes Urteil sei. Er polemisierte in ſchiedentlich gebührend annageln mußten. Sie erhielten hier aber fommission" der Stadt Malmö jede Verhandlung mit den blindwütigem Grimme gegen Herrn Preuß, der ihn in an zwei Sonnabenden nur die Hälfte des verdienten Lohnes, worauf Streifenden rundweg ablehnte, fah sich die Verbandsleitung zur seiner Erwiderung mit verdientem Hohn überschüttete. sie am darauffolgenden Montag beim Bauherru antlingelten und lebernahme des Streits auf Kosten der Hauptkaſſe veranlaßt. Stadtv. Mommsen( Freie Fraktion) hatte die Recheit, es nach der Bezahlung fragten. Der gabimmer nach der Dar noch als eine besonders wohlwollende Behandlung des An- stellung des„ Gewerkverein"- das Versprechen, daß der Lohn voll trages zu bezeichnen, daß man nicht erst durch Ausschuß zur Auszahlung kommen werde. Die Töpfer arbeiteten hierauf beratung die Entscheidung verschleppe. Die faule Ausrede, weiter, aber Sonnabends erhielten sie wieder ihren Lohn nur unter daß für die Arbeiter das Heil von den Verwaltungsdeputa- großen Schwierigkeiten. Doch zitieren wir den„ Gewerkverein" nun, tionen zu erwarten sei, wurde von unserem Genossen 3usoweit es nötig, wörtlich: beil gebührend zurückgewiesen. Nach einem wiederholten Geplänkel zwischen den feindlichen Brüdern Cassel und Preuß beleuchtete Genosse Borgmann noch einmal die widerspruchsvolle Haltung der Mehrheitsfraftionen, die sonst bei Etatberatungen stets sich auf den Standpunkt gestellt haben, die Forderung einer anderen Segelung der Bohn- und Arbeitsverhältnisse müsse zum Gegenstand besonderer Anträge gemacht werden. Das Ergebnis der Debatte war die Bestätigung des alten Wortes:" Wirf die Kage, wie Du willst, sie fällt immer auf die Beine." Komm mit solchen Forderungen dem Berliner Stadtfreisinn, wie und wann Du willst, er wird immer eine Ausrede haben, mit der er die Ablehnung zu bemänteln sucht. Angenommen wurde der Uebergang zur Tagesordnung mit 63 Stimmen gegen Kürzer war diesmal die Debatte über den zweiten An- In Berlin ist es wenn auch vielleicht leider allgemein Ulfus, daß trag, der schleunigste Maßregeln zur Bekämpfung der die Töpfergesellen nicht vom Bauherrn engagiert und bezahlt werden, Arbeitslosigkeit forderte. Genosse. Dupont besondern von dem ausführenden Töpfermeister.. Nun wäre das ja flagte, daß der Magistrat bisher nichts getan habe, obwohl nicht so schlimm, wenn unter letteren nicht eine Anzahl sogenannter die Lage inzwischen noch schlimmer geworden sei. Die ArBruchkrauter" vorhanden wäre. In diesem Falle war der ausArbeitslosigkeit wenigstens zu lindern. Für den Magistrat antwortete diesmal Stadtrat Fischbeck, der in der vorher gehenden Debatte uns erspart geblieben war. Er fündigte an, es sei etwas im Werke. Das genügte der Mehrheit, durch den Stadtverordneten Rettig Vertagung beantragen zu lassen. Sie will warten, bis der Magistrat mit seinen Erwägungen zu Ende gekommen ist und sie in Taten der Arbeiterfürsorge umzusehen sich entschließt. Die Bertagung wurde von den Mehrheitsfraktionen beschlossen- und die Arbeitslosen Berlins dürfen einstweilen weiter 32 Stimmen. Der Trade- Unionskongreß. London, 8. Sept. Zur Eröffnungsrede Schadletons ist noch nachzutragen, daß sie sich auch mit der vom radikalen Abgeordneten P. W. Wilson und von der Arbeiterpartei eingebrachten und vom Unterhause abgelehnten Arbeitslosenvorlage beschäftigte. " Die Folge war, daß am darauffolgenden Montag( 3. August) In dieser Rede wurden besonders die liberalen Arbeiterabgeordneten der Materialverwalter die Töpfer aufforderte, sofort den Bau Maddison und Vivian gegeißelt, die gegen die Vorlage zu verlassen. Gleich darauf kam auch Polizei, die die Arbeiter sprachen, was zu ihrer Verwerfung im Parlamente führte. vont van verwies Selbstverständlich wurde über den Bau Delegierte der Zimmerer, eine Resolution ein, Burns, Maddison In der heute stattgefundenen Diskussion brachte Cameron, der die Sperre verhängt.... Mehrere dem Zentralverbande an gehörende Töpfer wurden ebenfalls von dem Sachverhalt Der Präsident bat jedoch den Kongreß, von einer besonderen Neund Bivian aus diesem Grunde ein Tadelsvotum zu erteilen. unterrichtet. Troydem haben sie weiter gearbeitet, find also solution abzusehen und sich mit den in der Eröffnungsrede ent unseren Kollegen in den Rücken gefallen." haltenen Bemerkungen zu begnügen. Der Antragsteller provozierte Jeder, der das hier vom„ Gewerkverein" zum besten gegebene jedoch eine Abstimmung, die folgendes Resultat ergab es entliest, muß merken, daß in dieser Darstellung eine Lücke vorhanden fielen 826 000 Stimmen gegen, 801 000 Stimmen für die Resolution. ist, denn das Blatt schreibt, daß die Arbeiter nur unter großen Man darf diese sehr bedeutende Minderheit als sozialistisch beSchwierigkeiten ihren Lohn erhalten konnten, worauf sie am folgenden trachten. Eine lange und heftige Debatte rief die Resolution gegen das Montag vom Bau verwiesen wurden". Hier fehlt der logische Zusammenhang und wollen wir uns deshalb gestatten, die Lüde auszufüllen. Ausbeutungssystem der heilsarmee hervor." General" Booth wurde als einer der schlimmsten Ausbeuter gebrandmarkt. Zunächst aber einige Bemerkungen: Von der Annahme einer Resolution wurde jedoch abgesehen, da das Parlamentarische Komitee des Trade- Unionskongresses mit den Reitern der Heilsarmee in Verbindung trat, um Abhilfe zu schaffen. beiterklasse erwarte, daß die Gemeinden eingreifen, um die führende Töpfermeister die Firma un fug, eine Firma, mit der Letzte Nachrichten und Depeschen. warten. Aus Induftrie und Handel. Es dämmert. Ueber die segensreiche Wirkung der vielgepriesenen neuen Handelsberträge läßt die Handelskammer zu Münster in ihrem letzten Jahresbericht also sich vernehmen: Luftmilitarismus. Bergmannstragödie. Amberg, 10. September.( B. H.) Auf dem hiesigen Bergwert wurde der Bergmann Peter Moosburger durch Einsturz von Erd massen getötet, der Bergmann Heinrich Bed konnte sich retten. die Töpfer Berlins schon verschiedentlich recht schlechte Erfahrungen gemacht haben. Herz Unfug hatte hier in diesem Falle, laut Abmachung, fämtliches Material zu liefern mit Ausnahme der wie verlautet, durch eine militärische Luftschifferabteilung vermehrt, Mainz, 10. September.( B. H.) Die hiesige Garnison soll, Ziegel- und Dachsteine zur Ofenausfütterung. Schon bei der wie verlautet, durch eine militärische Luftschifferabteilung vermehrt, Lieferung der Defen selbst haperte es; Unfug hatte in Meißen, woher außerdem soll eine Luftflottenstation hier errichtet werden. die altdeutschen Defen bezogen wurden, keinen Kredit und so mußte der Bauherr die Waren heranschaffen und bezahlen. Trotzdem erhielt der Töpfermeister die Gelder zum Auszahlen der Löhne, als aber bemerkt wurde, daß er seiner Verpflichtung, in die Feuerungsbede besonders starke Chamotteplatten einarbeiten zu lassen, bei 19 Defen nicht nachgekommen war, behielt der Bauherr einen Teil Jm Rampf mit Schmugglern. des Geldes zurück und verlangte erst die Erfüllung der vereinbarten Verpflichtung. Schließlich erhielt der Meister aber doch Geld zur Grenze wurden in der letzten Nacht vier Schmuggler abgefaßt. Da Bajan, 10. September.( B. H.) An der bayerisch- böhmischen Auszahlung, fam aber trotzdem dieser dieser nur nur mangelhaft sie nicht standhielten, wurde ein Schmuggler von der österreichischen nach, und nun wandten sich die Töpfer an den Grenzwache erschossen. Architekten, der ihnen der ihnen erklärte, an Unfug bereits ge= zahlt zu haben, er könne doch doch unmöglich auf diese Weise für ihre Löhne haften. Die Leute arbeiteten trotz Frankfurt a. M., 10. September.( B. H.) Wie man der„ KI. Br. dem weiter, Unfug erhielt auch vom Bauherrn Geld, zahlte aus der Pfalz meldet, wurden bei einer Rauferei anläßlich des aber wieder den Leuten nicht voll aus. Deshalb kam es nun Kirchweihfestes in Dimbach, wobei Messer, Revolver und Dolche eine Sonnabends mit dem Bauherrn, der seinen Pflichten nachgekommen Rolle spielten, zehn Personen schwer verletzt. war, zum Streit, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete, sodaß der Bauherr nun endlich die Geduld verlor und Meister Unfug Sonderbares Bergnügen. Die Betrügereien des Prügelministers. Kopenhagen, 10. September.( W. T. B.) Nachdem das Gr. Dem Maler- und Anstreichergewerbe hat der neue Zolltarif schwere Nachteile gebracht. Zahlreiche seiner Artikel, die bis 1906 zollfrei waren, wurden mit hohen Böllen belegt( Roter Zinnober bon 0 auf 10 M., Berliner Blau von 0 auf 10 M.), für andere Rohprodukte erfuhren die Zölle eine nicht unwesentliche Steigerung sowohl als auch die gelben Gewertvereinler fort( Delfirnisse von 6 auf 7 W., Weingeistfirnisse von 20 auf 30 W., ichid te. Hierauf übergab er die weitere Ausführung der Arbeiten gebnis der vom Sparkasseninspektor vorgenommenen vorläufigen Lackfirnisse von 20 auf 25 M.). Für die Dackdecker tommt namentlich die Bollerhöhung auf Dachpappe von 1 auf dem Töpfermeister Dstar Edard, einer angesehenen und stets Untersuchung des Standes der Seeländischen Bauernsparkasse dem 1,50 M. in Betracht. Lebhafte Klage führen auch die prompten Firma. Dieser übernahm die Arbeiten und stellte Ministerium übergeben worden ist, haben der Finanzminister und Tischler. Sie müssen heute für Furniere das Doppelte und Bentraliſten ein. Die Arbeiten sind heute erledigt, die Arbeiter der Minister des Innern heute über Möglichkeiten verhandelt, um Dreifache gegen früher bezahlen. Von fachmännischer Seite haben auch ihre Löhne in bei dieser Firma gewohnter prompter famte Defizit beträgt danach etwa 10% Millionen Kronen, wobon die Folgen des eingetretenen Uebelstandes zu mildern. Das geschäzt man die jährliche Mehrbelastung der Holzverbraucher gegen Weise erhalten. den alten Zustand auf rund 76 Millionen Mark. Für die Metall1 900 000 kronen durch die von Vertrauensmännern gezeichnete Dies der Sachverhalt. Au den ganzen Differenzen trug also Garantiesumme gedeckt sind. Der Finanzminister berhandelte gewerbe, Schmiede, Schlosser und Klempner, ist durch den agrarischen Bolltarif eine wesentliche Verteuerung von unentbehr- der Töpfermeister Unfug die Schuld und war mit der Entfernung später mit den führenden Bankiers über die Lage. lichen Handwertszeugen( Feilen, Raspeln, Bohrern, Stemm- dieses Mannes, auch die Differenz erledigt. Es ist weiter des eisen usw.) erfolgt. Es sei weiter erinnert an die Erhöhung der Architekten Sache, ob er Leute, die sich in ihrer„ Gottähnlichkeit" Zölle auf Leder, das Rohmaterial für Sattler und Schuhmacher. als gelbe Gewerkschaftler" so weit vergessen, gegen ihn tätlich vorAm meisten sind durch die Erhöhung der Zölle natürlich die zugehen, noch weiter beschäftigen will. Nach der so überaus zarten Konferenz der städtischen Hospitalärzte wurden 15 Cholerafälle festPetersburg, 10. September.( W. T. B.) In der gestrigen Bäcker getroffen; denn das Getreide ist am stärksten im Preise Auffassung des Gewerkvereins" ist jedoch die Handlungsweise der gestellt. gestiegen." zentralorganisierten Töpfer Sperrebruch". Es lag aber gar kein Bielleicht erinnern die Herren sich auch, daß sie den Dank für irgendwie plausibler Grund mehr vor, zu sperren, da diese Sperre Umgebung ist für cholerabedroht erklärt worden. Das städtische Petersburg, 10. September.( W. T. B.) Die Stadt und ihre diesen konservativen, nationalliberalen, antisemitischen und zen doch den Töpfermeister Unfug hätte treffen müssen, der Gesundheitsamt machte bekannt, daß an der Cholera in den letzten trümischen Mittelstandsrettern abzustatten haben. aber nichts mehr auf dem Bau zu tun hatte. Und den 24 Stunden 37 Personen erkrankt und 12 gestorben find Meister Edard, eine durchaus durchaus reelle Firma, zu sperren, dazu lag erst recht kein Grund vor. Diese Rücksichtnahme auf die Gelben, die schon verschiedentlich sich durch Streit- und Sperrebruch Rio de Janeiro, 10. September.( W. T. B.). Die Hafen. dem Zentralverband gegenüber betätigt haben, wäre also eine un- arbeiter von Santos sind in den Ausstand getreten. Th.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Einschränkung der Kohlenbezüge deutscher Großstädte. Bum erstenmal feit vielen Monaten zeigte in Juli die Versorgung seutscher Großstädte mit Kohle eine Abnahme gegenüber dem Bor jahre. Der Rückgang ist sogar äußerst scharf, er beläuft sich auf Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: " " Fortschritte der Cholera. Hafenarbeiterstreit. Nr. 213. 25. Jahrgang. " 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Streitag, 11. September 1908. F. W. zur Verfügung stehen, dem Staate unterzuordnen. So ist man jetzt Die Wahl der Beisiger zum Gewerbegericht wurde unter dem am Werke, die Gemeindepolizei Stuttgarts in eine staatliche bisherigen Wahlverfahren durch 48, mit den Kommunalwahlbezirken Budgetfrage in Staat und Gemeinde. umzuwandeln. Auch die Steuerquellen kann die Gemeinde dritter Abteilung ſich deckende Wahlbezirke vorgenommen, die jeder nicht selbständig wählen, der Staat schreibt ihr vor, wie sie ihre ihre bestimmte Anzahl Veifizer zu wählen hatten. Unter dem neuen Von Verteidigern des Budgetbewilligungseifers der Majorität finanziellen Bedürfnisse zu befriedigen hat. So kann es vorkommen, einen einzigen Wahlbezirk, der sämtliche Beisitzer zu Wahlverfahren bildet der gesamte Bezirk des Gewerbegerichts Berlin ber füddeutschen Landtagsabgeordneten wird geltend gemacht, wenn daß die Gemeindeverwaltung widerwillig zu sehr ungerechten wählen hat. die Sozialdemokratie das Staatsbudget prinzipiell ablehne und nur Steuern greifen muß, um die Gemeinde vor größeren Schäden, werden in diesent die ganze Stadt umfassenden Wahlbezirk Um die Ausübung des Wahlrechts zu erleichtern, ganz vereinzelte Ausnahmen zulaffe, so milßten die sozialdemo- die durch Unterlassung notwendiger Arbeiten entstehen können, zu Wahlstellen eingerichtet, deren Bezirke tpieder mit fratischen Gemeindevertreter konsequenterweise auch den Kommunals bewahren. den Kommunalwahlbezirken dritter Abteilung zufammenfallen. etat ablehnen. In der Stuttgarter Parteiversammlung brachte Die Budgetfrage ist also in der Gemeinde in der Tat eine reine Abgestimmt wird also nach wie bor in getrennten BeGenosse Vorhölzer ein dahingehendes Amendement 31 3weckmäßigkeitsfrage. Daraus aber zu folgern, daß wir nun auch zirken, aber das Wahlergebnis wird ermittelt durch Zu der Resolution Duncker- Bettin- Weſtmeher ein. Genosse Vorhölzer dem Staat, der Herrschaftsinstitution der befizenden Klassen die lammenfassung der Abstimmungen aller Wahl. glaubte mit dem in Nr. 209 des Vorwärts" abgedruckten Mittel zu seiner Weiteregistenz bewilligen, den Regierungsausschuß Arbeiter an denjenigen Wahlstellen, in deren Bezirk sie zur Zeit der stellen. Entsprechend den bisherigen Bestimmungen wählen die Amendement die Mißbilligungsresolution ad absurdum führen zu der herrschenden Klaffen alimentieren müssen, geht doch wohl nicht an. Wahl wohnen oder beschäftigt sind( falls sie außerhalb des GewerbeTönnen. Die Versammlung, die diese Schlaumeierpolitik erkannte, Wenn ich nicht sehr irre, glaubte Vorhölzer oder einer seiner gerichtsbezirks wohnen), die Arbeitgeber an denjenigen Wahlstellen, lehnte unter verständnisinniger Heiterkeit das Amendement Vorhölzer Gesinnungsgenossen in jener Versammlung auch die Mitarbeit von in deren Bezirk sie zur Zeit der Aufnahme in die Wählerliste wit allen gegen etwa sechs bis acht Stimmen ab. Damit war das Sozialdemokraten in den Krankenkassen als im Wider- wohnen oder eine gewerbliche Niederlassung haben( falls sie außer humoristische Zwischenspiel Vorhölzer erledigt. Irgendwelche spruch mit der Resolution Westmeher beztv. Lübecker Resolution halb wohnen). Für die Arbeiter wird, wie bisher, keine Wählerliste ernstere Bedeutung hat außer den intimsten Freunden Vorhölzers stehend bezeichnen zu müssen. Ueber diese Auffassung ernstlich zu aufgestellt; sie müssen ihre Wahlberechtigung durch Legitimation tein Mensch der kuriosen Aktion beigemessen. beziv. Arbeitsstelle) nachweisen. Bei der Abdisputieren erübrigt sich. Das muß dem„ Wahren Jakob" über-( Wohnung Die nachträgliche Veröffentlichung des Genossen Vorhölzer im lassen bleiben. stimmung wird der bisherige Stimmzettel, der die Namen " Vorwärts" beweist aber, daß Vorhölzer noch immer der Meinung der für jeden Wahlbezirk aufgestellten Kandidaten enthielt, Im Anschluß hieran möchten wir einigen füddeutschen Partei- nunmehr durch eine ganze Kandidatenliste ersetzt. Wie für ist, wunder was für einen gescheiten Streich geführt zu haben. Das blättern und Versammlungsrednern, die neuerlich wieder die Be- die Kaufmannsgerichtswahlen, so ist auch für die Gewerbegerichtsnötigt denn doch zu ein paar Bemerkungen über das Thema: Hauptung aufgestellt haben, daß die sozialdemokratischen wahlen das System der gebundenen" Listen als zweckmäßig Budgetfrage in Staat und Gemeinde. Stadtverordneten in Berlin den Berliner angesehen worden. Bei diesem System muß der Wähler sich für Genosse Vorhölzer begeht den groben Fehler, zwei gar nicht ver- Gemeindeetat bewilligten, mit aller Deutlichkeit eine der von den Parteien aufgestellten Kandidatenlisten entscheiden, gleichbare Größen vergleichen zu wollen. Staat und Gemeinde sind sagen, daß diese Behauptung falsch ist! Wir haben das schon in ohne daß einzelne Namen gestrichen oder andere dafür hinzugesezt zwei ganz verschiedene Organismen, mit grundverschiedenen Auf- der 2. Beilage der Nr. 199 erklärt und gleichzeitig darauf hin- von den Parteien dem Wahlbureau des Magistrats eingereicht und werden dürfen. Die Listen der vorgeschlagenen Kandidaten werden gaben. Der Staat ist die Herrschaftsinstitution der besigenden gewiesen, daß bereits im Jahre 1901 auf dem Parteitage zu dort nach der Reihenfolge ihres Einganges mit Nummern versehen. Klassen. Die Spize bildet in den meisten deutschen Vaterländern Lübeck Genosse Wurm in der Budgetbewilligungsdebatte ausgeführt Sie werden mit ihrer Nummer amtlich bekanntgegeben und der Monarch„ von Gottes Gnaden"; die im Deutschen Reich ver- hat: Es ist ein Grundirrtum, daß wir für den Etat der Stadt Berlin auch am Tage der Wahl im oder am Wahllokal angeschlagen. Bei bündeten Staaten haben sich im deutschen Kaiser ein Oberhaupt ge- jemals gestimmt haben. Trotzdem wird immer wieder frisch drauf der Abstimmung, die, ivie bisher, geheim ist, darf der Wähler auf geben. Alle Monarchen sind dem Volke für ihre Handlungen nicht los erzählt, daß die Berliner sozialdemokratische Stadtverordneten- seinem Stimmzettel lediglich die Nummer der Kandiverantwortlich, die Verantwortlichkeit ihrer Handlanger", der Minister fraktion dasselbe getan habe, was die badische und bayrische Land- datenliste angeben, für die er sich entschieden hat. Auch das ist steht höchstens auf dem Papier. Sie sind der Laune des Monarchen tagsfraktion taten. Hätten sie den Etat bewilligt, so wäre das nicht völlig neu, sondern deckt sich mit dem Verfahren, das bereits unterworfen. Ueber Monarch und Minister samt der ganzen staat natürlich, wie die obigen Darlegungen des Genossen F. W. zeigen, Zufäße zur Nummer sind nur zulässig, wenn und soweit solche in der bei den Wahlen zum Kaufmannsgericht in Berlin vorgeschrieben ist. lichen Bureaukratie gebietet aber letzten Endes der Wille der be- ganz etwas anderes als die Bewilligung eines Staatsbudgets. Sie amtlichen Bekanntgabe der Listen enthalten sind. Im besonderen ist sigenden Klaffen. Ihre, der Besitzenden, Herrschaft aufrechtzuerhalten, haben es aber niemals getan mit Rücksicht auf die besondere Gees unzulässig, auf dem Stimmzettel auch die ist das eifrigste Bestreben der Staatsbureaukratie, das Interesse der staltung des Berliner Budgets und so bleibt den Befürwortern der Namen der Kandidaten anzugeben. Stimmzettel, die Bourgeoisie zu wahren, ist selbstverständliche Pflicht der Regierung. Budgetbewilligung nicht einmal diefer brüchige Strohhalm. Was dem Proletariat gegeben wird, seien es Zuchthaus- oder Sozialgesetze, foll soll nach den Willen der Regierung nicht dazu dienen, dem besiglosen Volk die Kraft und den Willen zur Macht zu festigen, sondern im Gegenteil zu schwächen. Der Staat gibt sich selbst die Gesetze, die die Herrschaft der besitzenden Klassen schüzen sollen, er bestimmt auch, wie die finanziellen Mittel aufgebracht twerden sollen, die zur Aufrechterhaltung der Herrschaft der Bourgeoisie notwendig sind. an der Kleines feuilleton. Das Verhältniswahlverfahren bei Gewerbegerichtswahlen " Y Der diesen Bestimmungen nicht entsprechen, sind ungültig. Aus den Vorschriften über die Aufstellung der Kandidatenlisten sei hier mur noch das wichtigste mitgeteilt. Listen vorzuschlagender Kandidaten find für Arbeiter und für Arbeitgeber gesondert aufzustellen und dürfen höchstens soviel Namen enthalten, als von den Arbeitern beziehungsweise den Arbeitgebern Beisiger zu wählen sind. Sie müssen spätestens drei Wochen vor der Wahl eingereicht und von mindestens 20 Wahlberechtigten unterzeichnet sein. Werden zwei oder mehr Kandidatenlisten gleichzeitig eingereicht wurde für Berkin im Juni 1908 von der Stadtverordneten- und von den Unterzeichnern übereinstimmend als zusammengehörig Ganz anders ist die Organisation, sind die Aufgaben der Ge- versammlung einstimmig beschlossen. Die Aenderungen des Orts- bezeichnet, derart, daß die Listen gegenüber den Vorschlägen anderer meinde. Das hätte Genosse Vorhölzer gerade in Stuttgart gut ftatuts für das Gewerbegericht, die durch Einführung des neuen Wählerbereinigungen als ein Vorschlag angesehen werden studieren können. Die Gemeinde ist keine Herrschafts- Wahlverfahrens nötig geworden waren, wurden in der vom sollen, so gelten diese Listen als verbundene" Listen. Bei institution, sondern eine Verwaltungsorganisation. Magistrat vorgeschlagenen Form ohne jede Bemängelung an der Bekanntgabe der Listen wird auf diese Zusammengehörigkeit Stuttgart hat feinen Monarchen voit Gottes Gnaden genommen. Sie haben jetzt auch die Genehmigung des aufmerksam gemacht, auch durch die Nummern wird die ZusammenSpitze, Oberpräsidenten erhalten, und der Magistrat veröffentlicht gehörigkeit zum Ausdruck gebracht. Zur Ermittelung des Wa hisondern einen bon der Bürgerschaft auf Grund eines allgemeinen und gleichen Wahlrechts ge- unmehr die betreffenden Paragraphen des Statuts in ihrer ergebnisses wird zunächst aus allen Wahlstenen zusammenneuen Fassung. Bei den nächsten Wahlen zum Gewerbe- gestellt, wieviel gültige Stimmen für jede Liste abgegeben worden wählten Bürgermeister. Stadtschultheiß und besoldete Gemeinde- gericht wird zum ersten Male nach den neuen find. Von jeder Liste gelten dann soviel Personen( und zwar nach räte sind der Bevölkerung für jede Handlung Rechenschaft schuldig. Bestimmungen gewählt werden. Für das Berliner ihrer Reihenfolge in der Liste) als gewählt, als die Liste na ch Ihre Stimme wiegt bei der Beratung und Beschlußfaffung nicht Kaufmannsgericht, das vor drei Jahren in Kraft trat, ihrem Anteil au der Gesamtzahl der ab. schwerer als die des gewählten Sozialdemokraten, der ehrenamtlich war durch das Ortsstatut von vornherein das Verhältniswahl gegebenen gültigen Stimmen zu beanspruchen hat. feine Funktion ausübt. Sie können und wollen nicht über verfahren eingeführt worden. Die neuen Paragraphen des Statuts Ergeben sich Bruchteile, so werden die jeweils höchsten als Menschen herrschen in dem Sinne wie die staatliche Bureaukratie, für das Gewerbegericht sind eine fast wörtliche Abschrift aus dem eins gerechnet, soweit dies zur Erreichung der Gesamtzahl Statut für das Kaufmannsgericht. sie sind froh, wenn die Sachen in ihrem Sinne behandelt und Beratungen über das Statut für das Kaufmannsgericht wurde auf sie vereinigten Stimmen zusammengezählt, so daß unter UmWährend der Verhandlungen der Beisiger erforderlich ist. Für verbundene" Listen werden die werden. Richtig ist, daß die staatliche Bureaukratie versucht, damals im Vorwärts" über das Verhältniswahlverfahren das ständen selbst kleinste Minoritäten nicht ohne Vertretung Die Gemeinde zum Werkzeug ihrer Herrschaft zu machen, Nötige gesagt; es erscheint aber wünschenswert, aus Anlaß der unter den Beisitzern bleiben. Das Verhältniswahlverfahren gilt und daß, wenn sich die Gemeinde dessen weigert, versucht Einführung dieses Wahlverfahrens auch für die Gewerbegerichts übrigens nicht nur für die Beisigerwahlen. Auch für die Wahl der wird, die wenigen Machtmittel, die etwa der Gemeinde noch wahlen jetzt noch einmal auf die Hauptpunkte hinzuweisen. Mitglieder des beim Gewerbegericht bestehenden Gutachterhatte; er riet nämlich, die Behörden abzuschaffen und die Zahlung bürgerlichen Familienglieder in seinem Fröhlichen Spiel am häusvon Steuern einzustellen, erklärte äußeren Schutz für überflüssig und lichen Herd" ausschüttet, erinnert an den Ingrimm, mit dem Zola wollte das Besizrecht und die Verfolgung von Verbrechern auf einst in seinem Roman Ein sittsam Heim" die hinter der bürgerEin Blatt der Schande. Die Bann bulle, die der sogenannte Tolstoi zog die Aufmerksamkeit der russischen Geistlichen auf sich, gezeichnet hat. Aber während der Franzose das Hauptaccent auf gehoben wissen. Diese Aenderung in der Tätigkeit des Grafen lich- respektablen Außenseite des Familienlebens wuchernden Laster Heilige Synod", d. h. die Oberbonzenschaft der russischen Staats- welche zu ihrem großen Leidwesen darin eine Abweichung Tolstois die feruelle Korruption legt, tritt dies im Drama des Holländers firche, gegen Tolstoi, diesen wahren und aufrichtigen Christen, von den feligmachenden Wahrheiten des rechten Glaubens erblickten fast ganz zurüd. Die verheirateten Söhne, Tochter und Schwiegererließ, hat folgenden Wortlaut: Am 28. Auguſt( 10. September 1. St.) find 80 Jahre feit der Vernunft zu bringen und ihn zu bessern. Infolgedessen tam sicht sich vielleicht eines ganz korrekten Lebenswandels befleißigen, und erfolglos eine Reihe von Maßregeln trafen, um Tolstoi zur tochter des Alten mögen aus mangelnder Gelegenheit in dieser HinGeburt des russischen Schriftstellers 2. N. Tolstoi verflossen. In es so weit, daß der Heilige Synod ihn im Jahre 1901 ihre moralischen Qualitäten gewinnen dadurch nicht. vielen Ortschaften Rußlands werden Ehrungen für Tolstoi vor- von der russischen Kirche für abgefallen erklärte, um sein allgemeine Gesichtspunkt, unter denen er die lieben Anbereitet. Die Bedeutung jeder Ehrung liegt in dem Ausdruck der Teil- verderbliches Beispiel auf andere abzuschwächen. Und diesen gehörigen" behandelt, ist ihre Beziehung zu dem Alten, nahme für das Ereignis, das als Gegenstand dieser Ehrung erscheint. Menschen will man in einem rechtgläubigen Staat ehren, in der ein Verhältnis, in dem sich wetteifernd ihre Roheit, Ini gegebenen Fall gilt die Feier dem Grafen Tolstoi, sie würde also Gesellschaft, welche fich für einen Träger der rechtgläubigen Lehre Heuchelei und Habsucht offenbart. Neben dem gemeinsamen den Ausdruck der Sympathie und der Zustimmung seiner Tätigkeit gegen hält, die von der zu ehrenden Persönlichkeit geleugnet wird. über bedeuten. Welcher Art ist aber seine Tätigkeit gewesen? Einem aber eine Ehrung der Ausdruck der Sympathie für die Tätigkeit der der einzelnen Ehepaare und der Verwandten untereinander, als anDa Strieg, den sie gegen den Vater führen, geht der Krakeel und Streit alten russischen Geschlecht entstammend, bon Natur mit ausgezeichneten zu ehrenden Person ist, so fragt es sich, ob ein rechtgläubiger Christ mutige Ergänzung einher. Es ist erstaunlich, wie Heijermans in geistigen Fähigkeiten ausgestattet, erhielt er von seinem Schöpfer an einer Ehrung des Grafen Tolstoi teilnehmen darf?! Graf diesem Chorus die besonderen Physiognomien individuell zu unteralles, was einen Menschen glücklich machen kann. Man fonnte viel Tolstoi ist in seinen Lehren als ein zäher Gegner des rechtgläubigen scheiden und durchzuführen gewußt hat. von ihm fordern, da ihm viel gegeben war. Sehen wir uns an, Glaubens aufgetreten und hat aus seiner Nichtachtung für die Kirche Neben Schildkraut, der in der Gestalt des Vaters eine wie er dieses Viel erfüllt hat. Im Anfang, nach Abschluß seiner kein Hehl gemacht, weshalb alle, welche an einer Ehrung für ihn Meisterleistung hinstellte Bildung, trat er in den Militärdienst, in die Reihe der Verteidiger teilnehmen, sich zu seinen Gesinnungsgenossen machen und vor Gott sichtes störte etwas die Jusion nur das prononziert Jüdische des Gestand in erster Reihe die Mariamne Sewastopols, indem er dadurch auch seinerseits die ruhmvolle Auf eine schwere Verantwortung auf ihr Haupt laden. Außerdem be- des Fräulein Nabitow. Ihr feelenvolles Spiel tam namentlich gabe vieler Vertreter unserer höheren Gesellschaftsklasse erfüllte, leidigen sie durch eine Ehrung Tolstois die Kirche. dem letzten Akte, der in der Lindauschen Aufführung ein wenig welche immer bereit waren, mochte es fich um Krieg Aus diesem Grunde ruft der Heilige Synod, in der Fürsorge theatralisch und unklar gewirkt hatte, zugute. Auch alle anderen oder innere Unruhen handeln, in die Neihen der Water- um das Wohl der Kirche und um die Rettung ihrer Beichtfinder, Figuren, bis herunter zu der kleinen Elsje Jan, fanden eine im landsverteidiger und der Schüßer der Grundpfeiler des alle treuen Söhne der Kirche auf, sich der Teilnahme an der Ehrung| ganzen sehr glückliche prägnante Beranschaulichung. russischen Lebens zu treten, nämlich der Rechtgläubigkeit, des Grafen Tolstoi zu enthalten und damit dem Gericht Gottes zu der Selbstherrschaft und der russischen Nationalität. Hierauf be- entgehen, im Bewußtsein dessen, daß Gott sich nicht spotten läßt." schäftigte er sich mit Literatur und beschenkte die russische Gesellschaft Dies Dokument unverhüllter Heuchelei, schamloser Lüge und mit vielen bemerkenswerten Werken, welche die hervorragende Ge- herrschfüchtiger Dummheit zeigt die ganze Erniedrigung der russischen dankenticfe, die seltene Beobachtungsgabe der Lebenserscheinungen orthodoren Kirche, die nichts als ein Versilabungsinstrument der und das richtige Urteil des Autors bewiesen und ihm das Recht Despotie und der mit ihr verbündeten Klasseninteressen ist. sicherten, als einer der größten Schriftsteller Rußlands und der ganzen Welt betrachtet zu werden. So verhielt es sich bis zum Ende der fiebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, two Tolstoi unter der Einwirkung eines geistigen Stolzes, Deutsches Theater: Rettenglieder, ein fröhliches nachdem er schon ein reiferes Alter erlangt hatte, seine literarische Spiel am häuslichen Herd", von H. Heijermans. Paul Lindau Tätigkeit jäb änderte. Er maß sich, nachdem er die Erforschung führte das Stück während feiner furzen Direktionszeit am Deutschen und Beschreibung der Erscheinungen früherer und gegenwärtiger Theater in guter Darstellung, doch ohne rechten Erfolg auf. Gine Zeiten aufgegeben hatte, die Leitung der russischen Gesellschaft und gewisse Voreingenominenheit, gegen die sein Unternehmen nach ein Ueber die Festlegung des Osterfestes hat der ihre Belehrung nicht nur in geistiger, sondern auch in sozialer Hin- paar verfehlten Vorstellungen zu fämpfen hatte, brachte auch das Deutsche Handelstag eine Dentschrift ausgearbeitet und dem in Prag ficht an und hielt sich zur Umgestaltung beider für berufen. Da ihm Gute, das er bot so diesen Heijermans und Shaws lustigste tagenden Handelstammertongreß vorgelegt. Die Denkschrift legt die aber zur Erfüllung der gestellten Aufgabe die Grundbedingung, ein Komödie Helden" um die Zugkraft, die man ihnen hätte wünschen| Mißstände dar, die sich aus dem Schwanken des Osterfestes ergeben fester und lebendiger Glauben an die Lehre Christi und an die Un- mögen. Es war ein glücklicher Gedanke Reinhardts, auf die„ Ketten- und bei der engen Beziehung des Festes zum Schulwesen, zu Industrie, fehlbarkeit der Wahrheit des heiligen Evangeliums fehlte, so brachte glieder", für deren Hauptperson er in Schildkraut eine ganz Handel, Verkehr, Landwirtschaft und zu den Miet- und Dienstihm dieses Bestreben nur bittererüchte und führte auf dem Gebiet ethisch hervorragende Kraft besaß, zurückzugreifen. Das Publikum folgte berträgen schwer empfunden werden. Fällt das Osterfest in die zweite religiöser Begriffe zu einer Berneinung der Göttlichkeit Christi, zu mit einem Interesse, einer Spannung wie an großen Premieren- oder dritte Aprilivoche, so versäumen die Schulentlassenen, die ins einer Verspottung seines Evangeliums, zu einer Verhöhnung der abenden und applaudierte ungewöhnlich lebhaft. So ist zu hoffen, wirtschaftliche Leben eintreten sollen, die Frist für den Antritt von heiligen Jungfrau, zu einer Berneinung der Straft und Bedeutung daß das eigenartige, in seiner Drastit zugleich bitter ernste Wert Stellungen, der in Deutschland der 1. April ist. Dem Handel macht des heiligen Abendmahls, zu einer Verspottung des Gottesdienstes, sich in dem Reportoire der Bühne dauernd einen Platz erobern sich das Schwanken des Festes besonders empfindlich bemerkbar. des Ritus und der Regeln der heiligen russischen Kirche, was in werde. Vielleicht auch, daß ein solcher Erfolg den Anstoß Das Osterfest ist ähnlich dem Weihnachtsfest ein geschäftlicher Höhevielen seiner Schriften hervortrat. Nachdem er solches getan, das gibt, es ebenfalls noch eimnal mit Ora et labora", punkt für zahlreiche Geschäftszweige. Die Dentschrift schlägt darum heißt das zerstört hatte, was die Basis einer gesunden moralischen diesem erschütternden sozialen Stimmungsbilde, das nach wenigen vor, das Osterfest durch eine internationale Vereinbarung auf den Lebensanschauung bildet, ging er zur Verneinung der Bedingungen Borstellungen aus dem Spielplan des Leffing- Theaters spurlos ver- ersten Sonntag nach dem 4. April festzulegen. Die Entscheidung dieses Lebens über und schlug eine Erneuerung des Lebens auf schwand, zu versuchen. Der zerreißende Hohn, den Heijermans über die Frage ist in Prag bis zum nächsten Stongreß vertagt anderer Basis vor, die nichts mit dem christlichen Leben gemein über die Sippe der um den alten, wackeren Duif gruppierten gut- worden. Theater. 23 Notizen. dt. Theater chronit. Karl Schönherrs Drama„ Erde wird im ebbeltheater zur Aufführung kommen. Upton Sinclair als Antläger und Verklagter. Aus New York wird berichtet: Der neue Roman Upton Sinclairs ,, Die Geldwechsler" wird in Kürze die amerikanischen Gerichte beschäftigen. Man findet in dem Buche eine heftige Anklage gegen den Stahltrust, der der Marine minderwertige Panzerplatten geliefert haben soll. Der Präsident des Stahltrustes, William Corey, hat nun Klage gegen den Verfasser erhoben; die Angelegenheit erregt in der Deffentlichkeit lebhaftes Aufsehen. Zur gefetzlichen Regelung des Carifvertrages ausschusses, die durch die Beifiker selber borgenommen wird, litionen unter einer Ausnahmegesetzgebung, die der Urquell bes Industrien, die ihn jetzt mit Rüdsicht auf die internationale Ron wird dieses Wahlverfahren jetzt eingeführt. rechtlichen Chaos ist, in dem sich heute die Sozialisierung des Ar- furrenz ablehnen, wirklich undurchführbar ist. Beim Bergbau ist Mit der Einführung des Verhältniswahlverfahrens für die Ge- beitsvertrages bollzieht. Noch behandelt die Gewerbegesetzgebung mir das heute schon im höchsten Maße zweifelhaft. Der Tarif werbegerichtswahlen auch in Berlin hat der Berliner Frei- den Arbeiter nur als Objekt und drängt ihn durch Verweigerung bertrag berhindert nicht die feinsten Differenzierungen des Lohnes, sinn, der in unserer Gemeindeverwaltung den Ausschlag gibt, des Rechtsschutzes für seine Selbsthilfeverbände auf den von ihr und die vollkommene Anpassung an den Warenpreis durch gleitende fich einen langgehegten Wunsch erfüllt. Weil bei den so streng berfemten Terrorismus hin. Wir feiern die deutsche Lehnstala. Der Tarifvertrag enthält juristisch privatrechtliche und Wahlen der Arbeiterbeisiger die Sozialdemokratie die Mehr- Staatsfürsorge für die Schwachen als bewundernswerte Kultur öffentlich rechtliche Elemente. Deffentlich rechtlich ist vor allem der heit hatte und behielt, regte sich bei den Freisinnsführern das taten; aber gerade Lohn und Arbeitszeit werden durch sie faum Wunsch, daß alle Gewerbegenossen eine Art sittlichen Gesetzes beGerechtigkeitsgefühl und sie forderten statt des bisherigen Mehr- getroffen. Diese schwerwiegende Lücke kann nur der private Ar kommen sollen. Sonst aber verwerfen wir jede Art öffentlichen heitsverfahrens das Verhältniswahlverfahren, das auch den Minder- beitsnormenvertrag ausfüllen. Für ihn muß die Rechtspolitik 3rang. Gerade die freie Einigung der Parteien bedingt den hohen heiten eine Vertretung schafft. Wo die Freisinnigen selber die Sicherung schaffen. Leider umfassen die Gewerkschaften, unter sich sozialpolitischen Wert der Tarifverträge. Darum muß die GesezMehrheit haben, da regt bekanntermaßen ihr Gerechtigkeitsgefühl" vielfach in bitterer Ronkurrenz, inapp ein Viertel der Arbeiter und gebung äußerste Vorsicht zeigen. Der Juristentag wird eine hohe fich tweniger rasch, und die Minderheiten fönnen lange warten, ehe leiden unter furchtbar starter Fluktuation. Leider weisen die Aufgabe erfüllen, wenn er für die Tarifverträge eine Rechtsgrundder Freifinn ihnen das Verhältniswahlverfahren befchert. In Tarifverträge noch viele formale, technische und rechtliche Mängel lage schafft; denn Jurisprudenz und Sozialpolitik müssen zusammenBerlin hat die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordneten auf, schweben gleichsam in der Luft. Wer kann aus dem Tarif gehen.( Lebhafter Beifall.) Versammlung es sich durch die parteipolitischen Sonderzwecke vertrag planen und wo kann er es? Wie steht der Tarifvertrag Das Norreferat zu dieser Frage hielt Privatdozent Dr. Koeppe der freisinnigen Gerechtigkeitsbeuchler nicht verleiden zur Arbeitsordnung? Wieweit haften bei Vertragsbruch die Ver-( Marburg): Im Arbeitstarifvertrage, so führte er aus, bietet sich laffen, der Einführung des Verhältniswahlverfahrens für die Gewerbe- bände? Welche Rechtsurteile haben die Urteile der Schiedsgerichte ein erster wahrer Ausweg aus den ungeheuren Schwierigkeiten des gerichtswahlen zuzustimmen. Das Verhältniswahlverfahren ist ja und Tarifämter? All das ist noch strittig und unklar. Die großen Komplexes der sozialen Frage. Sein eigenartiger Wert überhaupt eine wichtige Forderung des Programms der schwierigste und wichtigste Frage aber ist die des„ Ausschließlichen liegt in der gemeinsamen freien Initiative beider Teile zu sozialer Sozialdemokratie. Für Berlin versprechen wir uns von Verbandsverkehrs". Dr. Zimmermann erklärt die Verpflichtung Friedensarbeit. Bekämpft wird die gefeßliche Regelung von den dem neuen Wahlverfahren auch eine Belebung der Wahl der Unternehmer, nur Angehörige eines bestimmten Verbandes Arbeitern, weil man als Folge jeder staatlichen Einmischung entagitation, die uns mur erwünscht sein kann. Die sozial zu beschäftigen, und die der Arbeiter, nur bei Unternehmern zu weder ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterklasse oder doch ein demokratische Arbeiterbevölkerung wird jegt, wo sie weiß, daß die Arbeiten, die einem Unternehmerverband angehören, für einen der Selbstverständigung der Parteien nachteiliges Aufdrängen Stimme jedes einzelnen Wählers mit ins Gewicht fällt, um so mehr höchst bedenklichen Eingriff in die Koalitionsfreiheit; er stellt einen fremder Gedanken fürchtet oder endlich mit dem bestehenden Rechtses als ihre Pflicht ansehen müssen, bei den Gewerbegerichtswahlen Organisationszwang zugunsten einer Gruppe dar, die an der zustand wenigstens zur Not auskommen zu können glaubt. Allein bollzählig zur Stelle zu sein. werbenden Kraft ihres Programms verzweifelnd durch Aus- durch den gegenwärtigen Zustand größter Rechtsunsicherheit der hungerung die Andersorganisierten oder Unorganisierten in ihren Tarifverträge, die rechtlich gleichsam in der Luft schweben, wird Ring hineinzutreiben sucht und das Prinzip der Arbeitskartellierung Treu und Glauben ständig berlebt und die Entwickelung der jegens ins Bünftlerische übertreibt. Deshalb feien derartige Erklusive reichen Wirkungen des Tarifvertrages auf Schritt und Tritt be Hlauseln nur in Ausnahmefällen zulässig. Hier weicht dieser Gut- hindert. Die Gefeßgebung muß daher hier ihre Aufgabe erfüllen, achter wesentlich von Herrn v. Schulz ab, der die Anschauung ver- dem sozialen Leben die nötige Form zu seiner Behauptung und tritt, daß die Arbeitgeber, die einen höheren Lohn zahlen, in erster zur Entfaltung einer kraftvollen Lebensbetätigung zu geben. Der nahm der zurzeit in Karlsruhe tagende 29. Deutsche Linie einen Anspruch auf die meist besser organisierten Arbeiter teferent zeigte durch Aufführung der wichtigsten einschlägigen Juristentag Stellung. hätten und dementsprechend diese ein erstes Recht auf Arbeit. Eingelfragen, wie untlar die Rechtslage gegenwärtig ist. Die RechtNicht weniger als bier umfangreiche Gutachten, atvei von Der ausschließliche Verbandsverkehr tomme also den zur Tariftreue sprechung bemüht sich zwar in neuester Beit abzuhelfen, soviel an deutschen und zwei von österreichischen Gelehrten, hat sich der verbundenen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zugute und stärke ihr liegt. Aber sie ist reich an Widersprüchen und vor allem kann Juristentag über diese wichtige Frage erstatten lassen. Der erste ihre Organisationen. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen sei er sie den gesetzgeberischen Willen niemals ersehen. Aus dem Schweigen Vorsitzende des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts in Berlin, deshalb zu verwerfen, in der Regel zu empfehlen. Uebereinstimmend der Geseze über den Tarifvertrag ergeben sich die schwierigsten KomMagistratsrat b. Schulz, gab zunächst, gestüßt auf das reiche aber gelangen die beiden Gutachter zu dem Schlusse, daß angesichts plikationen, wie z. B. fein Verhältnis zur obligatorischen ArbeitsMaterial des Berliner Gewerbegerichts, einen Ueberblick über die der Unreife der Tarifbewegung in Deutschland unter Unaufgeklärt- ordnung, der er tegen ihrer gesetzlichen Privilegierung nachsteht, und Weiterausbreitung, die die Tarifverträge in Deutschland zurzeit heit der sozialwissenschaftlichen und juristischen Bedeutung ihrer die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungne bei veränderten gewonnen haben. Ueber 8000 Tarifverträge sind gegenwärtig in Brinzipien ein Gefeßentwurf über die Arbeitstarifverträge sich in Konjunkturen die Aufhebung oder Abänderung des Vertrages Deutschland in Kraft, vor allem für die Buchdrucker, die Holz- borsichtigen und bescheidenen Grenzen halten müsse. Gs genüge, einseitig verlangt werden kann. Es ist höchst bezeichnend, daß industrie und das Baugewerbe. Aber auch über die Kreise der menn er die absolute Rechtswirkung der Tarifverträge bestimme diese gesetzliche Regelung am dringendsten von den Gewerbegerichten gewerblichen Arbeiter hinaus greift der Tarifvertrag. Die Aerzte und einige technisch formale Ordnungsvorschriften fubfidiär aufgefordert wird, die in ihrer Tätigkeit mit den üblen Folgen des fchließen mit den großen Schiffahrtslinien und Versicherungsges ftelle. b. Schula hält es sogar eher für wünschenswert, vor Erlaß jebigen Zustandes am bertrautesten wurden. Die gefehliche Regesellschaften, die Kassenbeamten und Genossenschaftsangestellten mit eines Gesetzes über die Tarifverträge ihre Entwickelung bei den lung hat zur unbedingten Voraussetzung einmal die Verleihung ihren Arbeitgebern Tariffonventionen ab. Die Tarifverträge ent- Sandlungsgehilfen und Privatbeamten abzuwarten. Für dring des wirklichen vollen Koalitionsrechtes an die Berufsvereine gehalten allgemeine Normen über den Inhalt der künftigen Arbeits- lich und sofort durchführbar erklären beide Referenten die Bewerblicher Arbeitgeber und Arbeiter und sodann die gesetzliche An verträge; sie sollen der Ruhe und dem Frieden im Gewerbe dienen freiung des Koalitionsrechts aus den Fesseln der§§ 152,2 und 153 erkennung ihrer Rechtsfähigkeit. Gegen Mißbräuche des Koali und verheerenden Kämpfen Einhalt gebieten. Daß sie nicht der der Gewerbeordnung und die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die tionsrechtes soll das Gesetz natürlich reagieren, aber nicht im Wege eines Ausnahmegesetzes. Gleicher Schuß muß aber auch zu teil Gewerbefreiheit widersprechen, rechtlich möglich und rechtswirksam Berufsvereine. sind, wird gegenwärtig allgemein zugegeben. Nur die Tarifver- Von den beiden österreichischen Gutachtern zu dieser Frage ist werden gegen Behinderung im Gebrauche des Koalitionsrechtes, träge können den Arbeitern ein Mitbestimmungsrecht am Arbeits- der erste Professor Dr. Rudolf Kobatich, der Sekretär des namentlich gegen Sinderung am Beitritt und Zwang zum RückFerner muß vertrage einräumen. Sonst gilt statt der Gleichheit vor dem Gesetz Niederösterreichischen Gewerbevereins, einer liberalen Arbeitgeber- tritt, die bisher straflos ausgeübt werden dürfen. der Wille der Beherrscher der Riesenbetriebe als Norm. Nur durch vereinigung in Wien. Er betont, daß die Rechtswissenschaft in den durch Aufhebung des§ 152 Abf. 2 der Gewerbeordnung den Orgaden Tarifvertrag erhalten die Arbeiter eine Garantie für dauernden Tariffragen erst am Anfang stehe und daß lange Zeit Verständnis- nisationen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Mitglieder zur feften Lohn und der Unternehmer für längere Zeit Frieden im losigkeit für die moderne Versachlichung und Vergesellschaftung Einhaltung der Tarifverträge rechtswirksam anzuhalten. Die Betriebe. Die Tarifverträge sind Verträge eigener Art, die in der Produktion die hinderte, ein neues Recht zu schaffen. Ihre Regelung des Tarifvertrages selbst darf feine öffentlich rechtliche Zwangsregelung sein, sondern die Schaffung eines privaten feine der Bertragsarten des B. G.-B. passen. Ihr Inhalt Aufgabe sei heute nicht, die Tarifverträge zu reglementieren, jon- Arbeitsnormen- Rechtes auf dem Boden des privatrechtlichen Verbesteht in der Regelung der Lohnhöhe und der Arbeitszeit, bern sie zu pflegen und zu fördern. Als Hauptforderung stellt der der Arbeitsvermittelung, der Lohnart, der Festsetzung der Akkorde, Gutachter die Unabdingbarkeit der Tarifverträge auf, d. h. das trages. Sie muß sich beschränken auf Beseitigung aller rechtlichen Hindernisse, die der Erreichung des Tarifvertragszweckes im Wege der Beschaffenheit der Arbeitsräume, der Kündigungsfrist, der Ent- Verbot, sie durch Sonderverträge zu durchbrechen. lassungsgründe usw. Die Tarifverträge regeln Streits, Sperren, Biel umfaffender ist das Gutachten des Advokaten Dr. Marcus stehen. Dabei ist an das bestehende Recht vorsichtig anzubauen, alle Boykotts, schaffen Schlichtungskommiffionen, Tarifämter und Gttinger Wien, der selbst wiederholt Tarifverträge bermittelt Stafuiftit zu vermeiden und nur dem Grundgedanken klar und Schiedsgerichte. Daher ist das Wort Tarifvertrag eigentlich ein hat, um, wie er fagt, das Glend der Heimat eiter und die Schmutz die absolute Freiwilligkeit der im Tarif erstrebten Verständigung bündig Ausdruck zu geben. Leitender Gefichtspunkt muß überall Schmutzbündig zu enger Ausdruck, man sollte ihn Arbeitsnormenvertrag nennen. fonkurrenz der Handwerker zu bekämpfen. Den Kern des ProDer Abschluß von Tarifverträgen erfolgt meist und am besten burch blems erblickt er in der Aufgabe, die höchste Steigerung der Pro- sein, die das Geheimnis seiner Straft bildet.( Lebhafter Beifall.) Beide Referenten legten gemeinsam folgende Resolution vor: Zentralverbände; ihre Ausbreitung wäre sehr viel leichter, wenn buktionstechnik mit der höchstmöglichen Gristenssicherheit der Volks" Der Deutsche Juristentag empfiehlt 1. wiederholt die alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer organisiert wären. Für die genoffen und einer Verteilung des Gesamteinfommens zu verbinden, Reform des gewerblichen Koalitionsrechts im Sinne des früheren Arbeitgeberverbände kommen als rechtliche Grundlage die Gewerbe- ohne die Grundlagen unserer Wirtschaftsordnung zu erschüttern. Beschlusses( insbesondere Aufhebung§§ 152, 2 und 153 der Ge crdnung, das Genossenschaftsgesetz, das B. G.-B. und das Neues werbendes Kapital fönne nur dann investiert werden, wenn werbeordnung); 2. Beseitigung der Hindernisse, die nach bürgerHandelsgesetzbuch in Betracht. Benn statt dessen die recht die Konsumtraft der Voltsmasse in gleichem Maße steige. Deshalb lichem Recht dem Erwerb der Rechtsfähigkeit durch gewerbliche lichen Bestimmungen für die wirtschaftlichen Berbände einfach hätten die Unternehmer nicht als einzelne, sondern als Klasse selbst Berufsvereine entgegenstehen; 3. gesetzliche Regelung des Rechts in den notwendigsten Umrissen festgelegt würden, so wäre das ein das größte Jntereffe daran, den Massenkonsum zu heben. Von der Arbeitstarifverträge, in der volle Freiheit der Abschließung großer Fortschritt. Bei den Arbeitnehmern ist die Prüfung der zwei Milliarden Kapitalgewinn eine den Arbeitern gu geben, sei und Durchführung der Verträge gewährt und die Möglichkeit Vertretungsvollmacht, mit der sich auch der jüngste Gewerbegerichts- höchste Weisheit und höchste Sittlichkeit, sonst drohe eröffnet wird, die Verträge bei den Gewerbegerichten öffentlich tag in Jena beschäftigt hat, von besonderer Bedeutung. Die au registrieren, und eine Frist gewährt wird, innerhalb der die Jnnungen sind für Tarifvertragsverhandlungen nicht auf die Ge Mitglieder beteiligter Berufsvereine durch Erklärung an die fellenausschüsse beschränkt und dürfen ihren einzelnen Mitgliedern Registerstelle die Tarifvertragsgemeinschaft ablehnen können." den Abschluß von Tarifverträgen nicht berbieten. Leider besteht manchmal den die Selbstvernichtung des Kapitals im schrankenlosen Konkurrenzkampf der Produktionsmittel. Vor allem die Landwirtschaft sei aufs höchste baran interessiert, daß bas Lohnniveau bis zur höchstzulässigen Grenze geringster Renta bilität für den Unternehmer heranrücke und der Arbeitstag das physiologisch zulässige Marimum von 8 Stunden nicht überschreite. Die Industrie sei heute schon zu einem viel größeren Teile, als berber Laie ahne, monopolisiert, der ganze freie Sandel komme an wert dem Umsatz der Eisenbahnen nicht mehr gleich. In den Kartellen würden die Kleinen für ihren Absatzverlust und in den Gewerkschaften die Schwachen für die Arbeitslosigkeit entfchädigt. Das sei der neue Duellkomment des Wirtschaftskampfes. Hus der Frauenbewegung. 7 Frauenkonferenz. bei den Arbeitgebern Neigung zum Tarifbruch, befonders im Bäder- und Konfektionsgewerbe. Der Tarifvertrag soll stets schriftlich abgeschlossen und vor dem Einigungsamt verlautbart werden. Wo das Streitrecht aus öffentlichem Interesse bersagt werden muß, sollen die Einigungsämter obligatorisch sein. Heute treten die Vertreterinnen der Genossinnen Deutschlands Sonst aber soll fein gwang geschaffen werden, Tarifverträge nach einem Schiedsspruch abzuschließen. Denn der Friede ist nicht unter in Nürnberg zu wichtigen Beratungen zufammen. Die diesmalige Frauenkonferenz, die gewissermaßen ein Bräludium zum Parteitag allen Umständen dem Kriege vorzuziehen. Die großen und schweren Opfer eines erfolgreichen Kampfes wiegen leichter als die Lasten bildet, hat eine besondere Bedeutung. Auch in Zukunft werden die und Schäden demütiger Unterwerfung unter ein ungerechtes Joch. Die Technik fordere den Fortschritt durch die Konkurrenz, und Genossinnen noch zu besonderen Beratungen zufammen lommen. Man soll nicht Frieden mit Gewalt stiften wollen. der soziale Staat müsse die Konturrenzfolge mildern. Die Geschichte Einer Reihe Aufgaben und Probleme, die schwer sich einfügen laffen Die Durchführung des Rechtes beruht auf dem Kampf. Nur in der Gewerkschaftsbewegung beweise, daß sie ebenso unwiderstehlich in den Nahmen der Parteiorganisation und arbeit, werden die der Schwerindustrie, wo die übermächtigen Unternehmer jeden und wirtschaftlich unentbehrlich sei, wie die Kartelle. Redner ver. Genoffinnen später wohl noch erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Es Tarifvertrag ablehnen, käme seine zwangsweise Einführung in langt daher eine weitgehende Förderung und Unterstützung der tommen hier alle die Fragen in Betracht, zu denen die Frau als Frage. Der Tarifvertrag soll nicht nur moralisch wirksam sein, Tarifverträge durch den Staat, die gefeßliche Einführung eines Mutter in besonders intime Beziehungen steht. Dagegen wird die sondern auch rechtlich binden. Gerade die Rechtswirksamkeit des Verhandlungszwanges, die Unabdingbarkeit und automatische RechtsTarifvertrages ist aber nach Umfang und Kraft noch ganz strittig. wirtung der Tarifverträge, den ausschließlichen Verbandsverkehr Organisationsfrage auf den kommenden Genossinnentagungen nicht Tarifvertrages ist aber nach Umfang und Straft noch ganz strittig. oder mindestens bie Bevorzugung der Organisierten bei der Ver- mehr die bisherige Bedeutung haben. Die gesonderte FrauenHier muß die Gefeßgebung Klarheit schaffen. Insbesondere muß festgelegt werden, daß der Tarifvertrag durch Separatverträge nicht gebung von Arbeit. Die Sicherung eines Eristenzminimums für organisation hört ja auf. Diesmal wird nur noch beraten über die abgeändert werden tann; sonst bieten sich bei schlechtem Geschäfts. die Arbeiter sei zugleich die Sicherung der Eristenz für den Unter- Form der Reuorganisation. In legter Stunde werden die Genoffinnen in bezug auf ihre Einreihung in die allgemeine Parteis gang die Arbeiter selbst zu billigeren Preisen an. Vor allem aber nehmer und den Staat. ist die Gewerbeordnung zu reformieren. Es ist widerfinnig, daß Justizrat Dr. I und( Leipzig), führte aus: Jm Jahre 1906 wurde Der erste Referent zu diesem Thema, Reichstagsabgeordneter organisation nochmals ihre Wünsche äußern. Hoffentlich finden sie damit bei den Genossen, dte auf dem Koalitionsverbänden tein flagbares Recht zustehen soll, während die Vereinigung der Unternehmer, um die Warenpreise die Ankündigung des Juristentages, die bisher vogelfreien Tarif hochzuhalten, auf Innehaltung flagen können. Durch den Tarif berträge in den Bereich seiner Arbeiten zu ziehen, von vielen Geiten Parteitag die Entscheidung fällen, die gebotene und verdiente bertrag werden die Verbände verpflichtet, die ihn abschließen. freudig begrüßt. In der Tat handelt es sich um ein Thema von Würdigung. Kein einfichtiger Genosse wird die große Bedeutung Darüber hinaus auf die Löhne der unorganisierten Arbeiter wirkt höchstem sozialpolitischen Interesse. Die Debatten über die Tarif- der Frauenbewegung für die politische Entwickelung verkennen. er nur, wenn er sich als Ortsgebrauch durchsetzt. Unmöglich berträge haben sich in den letzten Jahren hypertropisch entwidelt. Eine der Hauptaufgaben der bisherigen Frauenkonferenzen, das können die Verbände für den Vertragsbruch jedes einzelnen Mit- Aber die eBantwortung der Frage, ob man die Tarifverträge recht- Richtunggeben für taftische Maßnahmen bei der Agitations- und gliedes mit ihrem ganzen Vermögen haften. Eine sachgemäße Be- lich regeln soll, ist wertlos, wenn man nicht sagt, auf welche Weise Organisationsarbeit, geht mit der Beschlußfassung des Parteitages schränkung der Haftung wird ihren Interessen und denen der Ar- das geschehen kann. Die Gesellschaft für soziale Reform hat eine über die Einreihung der Genofsinnen in die sozialdemokratischen Vorlage ausgearbeitet, die ich hiermit zu überreichen die Ehre habe. Wahlvereine auf die Barteiorganisationen über. In den ein beitgeber gerecht werden. Wie sehr auch trotz der Mangelhaftigkeit Aus dieser Vorlage geht hervor, daß die Tarifverträge fast das ganze schlägigen Fragen werden die Genoffinnen in Zukunft mit den der rechtlichen Ordnung die Tarifverträge von den Arbeitern geschätzt werden, ist bekannt. Daß sie auch bei den Unternehmern Verhältnis von Arbeitnehmern und Arbeitgebern regeln sollen. Das immer mehr Anhang finden, beweist die Tatsache, daß die Ber- hauptsächlichste Ziel der Regelung sind die einzelnen Arbeitsverträge. Genossen zusammen beraten. Und die Erfolge, die die Genossinnen liner Holzindustriellen im letzten Jahre eine große Aussperrung der wichtigste Punkt des Arbeitsvertrages, der Arbeitslohn, ist durch trotz der widrigen Umstände bank ihrer unermüdlichen Arbeit in ben Hier letzten Jahren errungen haben, rechtfertigen wohl die Erwartung: unter der Parole bornahmen: Ohne Tarifvertrag teine Arbeit die Gewerbegesetzgebung bisher fast unberührt geblieben. mehr! Denn der Tarifvertrag ist die Grundlage jedes gefunden herrscht noch vollkommene Geiverbefreiheit. Diese Lüde kann aber ihr durch die Praxis gereiftes Urteil möge bei den Beschlußfaffungen nicht ausgefüllt werden durch die Gesetzgebung, sondern durch freies verständnisvolle Anerkennung finden! wirtschaftlichen Lebens. Mit dem auf der Konferenz erstatteten, bereits im Drud vorDas zweite Gutachten erstattet Dr. Waldemar 8immer. Uebereinkommen, burch den Tarifvertrag, der ein Aft der gewerb lichen Selbstverwaltung ist. Die Tarifverträge sind ein Ausdruck mann von der Berliner Univerſität.. Er geht davon aus, baber gegenüber der Desorganisation des wirtschaftlichen Lebens durch der Macht des Koalitionsgedankens, der sich jest auch auf Seiten liegenden Bericht der Zentralvertrauensperson geben die Genoffinnen den Grundsatz völliger Vertragsfreiheit, unter dem die Willkür der Arbeitgeber geltend macht. Sie stellen gleichsam die Kartel an den Parteitag eine Empfehlungskarte ab, auf die fie wahrlich und der Kampf aller gegen alle Regel wurde, sich immer mehr die lierung des Arbeitslohnes bar. Je größer der Geltungsbereich des ftola fein tönnen. Die Zahl der organisierten Genoffinnen hat eine Tarifvertrages. ist, desto größer ist auch fein Segen. Ueber den stattliche Zunahme erfahren; ihre Preffe, die Gleichheit", hat ihren genossenschaftliche Selbsthilfe regte. nationalen Tarifvertrag hinaus zu internationalen Verträgen zu Leserkreis enorm erweitert; die von den Genossinnen geförderte kommen, wird die Aufgabe der Zukunft sein. Das Koalitions. Dienstbotenbewegung zeigt hoffnungsvolle Anfäße. Ueberall ein recht ist der Stüßpfeiler des Tarifvertrages, darf aber mit ihm nicht erfreuliches Wachsen und Gedeihen! identifiziert werden. Der vorbildliche Buchdruckertarif hat das Unter Punkt Presse" wird man sich auch mit der Frage des Hauptverdienst, daß die Tore zu ihm stets allen Gewerbegenossen Dbligatoriums für die„ Gleichheit" beschäftigen. In mehreren offen gehalten worden sind. Die erste Forderung aller Tariffreunde Wahlvereinen ist mit der Festseßung des Beitrages der Genoffinnen muß sein, daß daran festgehalten wird. Zur rechtlichen Anerfennung der Tarifvertrage ist notwendig vor allem die Reform gleichzeitig der Beschluß gefaßt worden, für die weiblichen Vereins. des Koalitionsrechts auf der Grundlage vollständiger Freiheit. Erst mitglieder die Gleichheit" obligatorisch einzuführen. Die Ges dann wird sich erkennen lassen, ob der Tarifvertrag für die nosfinnen werden jedenfalls solchem Beschluß nicht beitreten. Daß Die Interessenkonkurrenz wird abgelöst durch die Interessensolidarität. Gerade die Riefenbetriebe mit ihren traditionellen Tarifen fönnten der Hort des follettiven Arbeitsvertrages werden, wenn die Unternehmer auf die einseitige Lohnfestsetzung verzichten wollten. Durchgefeht haben sich die Tarifverträge als Echußwehr gegen ungesunde Konturrrens schon in der Fertigindustrie, die viel qualifizierte hochbezahlte Arbeit verwendet. Schon stehen weit über eine Million Arbeiter unter Tarifverträgen, aber noch stehen die Koa Fürstlich bezahlte Bertrauensstellung. die„ Gleichheit" der mechanischen Mittel zu ihrer Verbreitung nicht behandeln wie die tw Togenannten Schneiderakademien usw., welche wurden auf der Stelle getötet, während die brei übrigen Bedarf, hat sie mit ihrer Durchfegungskraft, die auf ihrer vor- Institute als Gewerbebetriebe zu betrachten feien. Ferner wäre Infaffen schwere Verlegungen babontrugen. züglichen Redaktion fich gründet, bewiesen. Die Gleichheit" hat daran zu erinnern, daß das Kammergericht z. B. den Vertrieb des viele Hindernisse zu überwinden gehabt; ihren erkämpften Blag wird Kriegsruf" ber heilsarmee als gewerbesteuerfie auch trotz Anfeindungen und Konkurrenzunternehmen ohne pflichtiges Unternehmen angefehen habe, obwohl der Bei der Firma Gehe u. Co., Aktiengesellschaft, in Dresden Obligatorium zu behaupten wissen. Nicht daß sie verbreitet, sondern erzielte Gewinn gemeinnüßigen Zweden zugute fam. find bedeutende Unterschlagungen entdeckt worden. Sie belaufen fich Das Kammergericht berwarf die Revision der daß sie gelesen werde, daß sie fruchtbar wirke, erfolgreich sei in Be- Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Der Senat Bolldisponent bei der Firma angestellte Handlungsgehilfe Süß aus bis jetzt auf etwa 18000 Mart, Als Defraudant kommt der als stellung des sozialistischen Ackers, das ist ihr Ziel, ihr Zweck, ihre nahm an, daß kein Gewerbebetrieb vorliege und keine Ver- Dresden in Betracht, der bereits verhaftet worden ist. Er hat in selbstgestellte hohe Aufgabe. pflichtung zur Anmeldung bei der Steuerverwaltung bestanden habe. dieser Vertrauensstellung über die überseeischen Güter Auf eine der Hauptaufgaben, denen sich die späteren Frauen- Nach den Feststellungen des Landgerichts, die von Rechtsirrtum faliche Zollquittungen angefertigt und zur Zahlung Konferenzen widmen werden, weist der Punkt der diesmaligen Tages- nicht beeinflußt seien, fei das Unternehmen ein solches, an der Stasse präsentiert, bis die Zollbehörde Berdacht schöpfte und ordnung„ Die sozialistische Erziehung der Jugend" hin. Aber auch welches bezwecke, Versuche auf dem Gebiete des Brauereigelverbes bei der Firma vorstellig wurde. Süß ist verheiratet und Bater den diesmaligen Erörterungen über diese Frage dürfte größte Be- au machen, das Gewerbe zu fördern und daneben Brauer auszu eines Kindes. Er bezog allerdings in feiner Bertrauens. bilden. Wenn das gebraute Bier verkauft werde, so sei das nicht stellung nur ein Monatsgehalt von 150 Mark. achtung zu schenken sein. In doppelter Hinsicht! Einmal wegen das Ziel des Unternehmens, nicht seine Absicht, sondern es geschehe des Problems der Erziehung im Hause, dann aber auch im Hin- daneben, um nicht das Bier zugrunde gehen zu lassen, und um zublick auf das Für und Wider in der Frage der Organisation und gleich eine Kontrolle auszuüben, ob wirklich etwas in der Brauerei Belehrung der schulentlassenen, noch nicht vereinsberechtigten Jugend, geleistet werde. zwei Wege, die zum Ziele der Erziehung des Nachwuchses zum Sozialismus dienen sollen. Soweit die Erziehung im Hause in " Revolverschießerei. Durchstechereien im Gefängnis. Während einer Straflammerverhandlung in Frankfurt a. M. am gestrigen Tage wurden Durchstechereien im Gerichtsgefängnis fonstatiert. Der Gefängnisaufseher Karl Miller wurde wegen umfangreicher Durchftechereien verhaftet. Auch während der Ver Eisenbahnunglüd. Verein der Buchdrucker und Schriftgießer zu Nixdorf- Brih. Eingegangene Druckfchriften. Betracht kommt, stehen wir fast noch vor dem Anfang. Aber der mefed aus Bötzow hatte sich gestern vor der Ferienstraftammer handlung wurden zwei Personen aus dem Publikum Der bisher gänglich unbescholtene Stationsarbeiter Martin Zeiten und Verhältnisse Not des Landgerichts Berlin III wegen fahrlässiger Tötung zu verhaftet. macht Fortschritte; da muß eine taftvolle, dem findlichen Gemüt verantworten. Am 25. Mai d. J. abends faß der Angeklagte mit sich anpassende Aufklärung im Hause als Gegengift wirksam eine mehreren Bekannten bis gegen 12 Uhr im Büngerschen fegen. Welche Aufgaben hier zu lösen, welche Maßnahmen zu Lokal in Bögow und zechte. An einem Nebentische faßen white River im Staate Ontario in einen abgrund. Der Ein Eisenbahnzug der Linie Kanada- Pacific stürzte gestern bet treffen find, das werden die Genoffinnen in ernsten Bedie Arbeiter Schlack und Bradke, die ganz harmlos ratungen zu finden suchen und Lokomotivführer wurde tödlich verletzt. nachher in Ausführung ihr Bier tranten und nur ganz vorübergehend einen under Beschlüsse segensvolle Arbeit für die Partei leisten. bedeutenden Wortwechsel mit Mesec hatten. Dieser hatte Und nicht nur auf die Jugend im Hause erstreckt sich der nämlich dem Bradke zugeproftet, von diesem aber den Bescheid erGenossinnen Sorge. Dieso begleitet auch den ins Leben hinaus halten: Wozu trinkst du mir denn zu, da ich doch nichts zu trinken Sonnabend, den 12. September, abends 9 Uhr, bei Hoppe, Hermannstr. 49: tretenden Jüngling, die heranreifende Jungfrau. Bu berhüten, daß Verdruß durch die Worte aus:„ fie hätten doch noch nicht zuſammen 12. September, abends 8 Uhr, bei Wiedemeyer, Schwedter Straße 29, Gde habe!" Den Angeklagten berdroß das Duzen und er drückte diesen Bereinsversammlung. Freie Jugendorganisation Berlin. Abt. 13. Sonnabend ben die Kinder des Proletariats bersimpeln, daß sie bei nichtigen Schweine gehütet", worauf der andere erwiderte, daß der Angeklagte stastanienallee: Bersammlung. Alimbimbergnügungen ihre freie Zeit verschleudern, auch das be- doch genau so, wie er selber, Knecht gewesen sei. Damit war die trachten die Genoffinnen als eine Aufgabe, an deren Lösung sie Sache erledigt. Man trant in aller Ruhe weiter, etwas Unruhe enthervorragend mitzuarbeiten haben. Nun steht zur Entscheidung die stand erst, als Meseckt seinen Tischgenossen einen mit drei SchrotFrage, ob man sich für selbständige Jugendorganisationen aus- patronen und einer Kugelpatrone geladenen Revolver zeigte, den er zu sich Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ift foeben bas sprechen soll oder nicht. So wichtig die Frauenbewegung für die gesteckt hatte, weil er er ursprünglich eine Radlerfahrt durch die Heide hatte 50. Heft des 26. Sahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Der Partei fchon ist und noch werden wird, so bedeutungsvoll ist schließ mit einer Schußwaffe, und Mesed war auch so vernünftig, sie wieder Arbeiter über die Budgetbewilligung. Von Konrad Lang, Schreiner, machen wollen. Der Wirt verbat sich mehrmals ernstlich dieses Hantieren Nürnberger Vereinstag. Zum Parteitag. Von St. Kautsky. Ein lich auch die Frage der Jugendbildung und erziehung. einzustecken. Nach 12 Uhr verließ der Angeflagte mit giveien feiner Schifferstadt( Ludwigshafen). Bur Reichsfinanzreform. Von Heinrich Bekannten das Lokal, um nach Hause zu gehen, dasselbe taten auch Ströbel. Die Landtagswahlen im Ruhrbezirk. Gin Beitrag zur Schlack und Brable, die in der dunklen Nacht sofort auf die andere Beurteilung unserer Wahltaliit gegenüber dem Zentrum. Von Mag König Seite der Straße gingen. Sie mögen vielleicht dort einen Augen-( Dortmund). Gerechtigkeit für Solingen. Eine Erwiderung von E. Ecardi blick stehen geblieben sein, denn ein etwas ängstlicher Begleiter Sozial des Angeklagten äußerte bie Besorgnis, daß die beiden etwas Böjes demokratie und Konsumvereine. Von Hermann Fleißner. Die Entwickelung im Schilde zu führen schienen. Sturz nachdem sich die Begleiter des von Partei und Gewerkschaften. Bon Eugen Brager. Literarische Rund Angeklagten von diesem getrennt haften, fielen 4 Schüffe; sie schau: Gesundheitstalender 1909. Von Dr. med. G. Wagner, Hanau a. M. waren von Meieck abgegeben worden und zwei davon hatten den Ferdinand Tönnies, Die Entwickelung der sozialen Frage. Bon J. Karsti. Notizen: Parteischule und Arbeitersekretäre. Bon Andreas Stroinsti. Schlack getroffen. Die Kugel war dem letzterent in den Leib gedrungen und es hatte eine Durchbohrung des Darmes stattgefunden. Beitschriftenschau. Von Oda Lerda, Rom. Der Verlegte ist nach wenigen Tagen an den Folgen der Verlegung handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 m. pro Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchgestorben. Die Beweisaufnahme bestätigte nicht die Darstellung Quartal zu beziehen; jedoch fann dieselbe bei der Boft nur pro Duartal des Angeklagten, daß er in Notwehr gehandelt habe. Mit Rücksicht abonniert werden. Das einzelne Seft toftet 25 Pf. auf die schweren Folgen, die eingetreten, beantragte der Staats anwalt neun Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf brei Monate Gefängnis. Es sind mithin Angelegenheiten von immenfer Bedeutung, mit benen die Frauenkonferenz sich diesmal beschäftigt. Wir wünschen ben Beratungen zum Segen der Gesamtpartei den besten Erfolg! Versammlungen Veranstaltungen. Bierter Kreis Südost. Montag, den 14. September, 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Zimmer Nr. 11. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Der Lichtbildervortrag, der wegen Erkrankung des Referenten verschoben werden mußte, findet am 21. September im Deutschen Hof, Zudauer Str. 15, statt. Die Jugendabteilung hat ihre nächste Zusammenkunft am 27. September im Gewerkschaftshaus. Die Tolstoifeier, welche für Sonnabend, ben 12. September, im Schillertheater angefegt war, ist abgefagt worden und bitten wir die Inhaber von Billette, den Betrag von unserer Staffiererin Frau Klozich, Fichteste. 1, oder am nächsten Vereinsabend zurückerstatten zu lassen. Tegel. Am Montag, den 14. September, pünktlich 8 Uhr, bei Halfes, Brunowplay: Lefeabend. Anschließend daran findet eine Besprechung statt über die Fortseßung der Leseabende und Stellungnahme zum Beschluß der Generalversammlung GroßBerlins bezüglich des Behnpfennig- Beitrags für Frauen. Gerichts- Zeitung. Steuerpflichtiger Gewerbebetrieb oder nicht? ben Billige Wurft. Bartelschule. Bon Parteisekretär Heinrich Knauf( Straßburg). ( Solingen). 8wei Jahre Arbeiterbildung. Von Heinrich Schulz. Die Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. " H 糖 Dem Nürnberger Parteitag" ist die in ben nächsten Tagen er scheinende Nummer des Wahren Jacob" gewidmet. Das tommt in dem farbigen Titelbild Glückauf Nürnberg!" zum Ausdrud, wie in dem Begrüßungsgedicht Bum Parteitag" und den satirischen Feuilletons In die Geheimnisse einer Roßwurstfabrit gestattete eine Ver- Beiträgen. Nürnbery", Eine Parteitagsausstellung" und noch mehreren anderen Gobann bringt die Nummer eine photographische Aufnahme handlung vor der zweiten Ferienstraffammer des Landgerichts III von Ignaz Auers Grabbentmal" mit begleitendem Sert von Baul interessante Einblicke. Unter der Anklage des Vergehens gegen das Hirsch, ferner bas farbige Bild Bur Reichsfinanzreform" und die Nahrungsmittelgesetz mußten sich der Roßschlächter Emil Richter, 3llustrationen Nach dem Statholitentag", Der arme Sarah", Moment der Schlächtergeselle May Jonas und der Schlächter Robert Hei aufnahmen aus dem deutschen Steichstage"," Der Ausgang des Eulenburgmann vor dem Strafrichter verantworten. Der Angeklagte Brozesses", Der Zeitungslefer"( mit Gedicht), Des Hauptmanns bon Richter betreibt seit 1904 in dem Hause Charlottenburger Straße 54 Stöpenick Saat und Eint", Dann allerdings", Erfahrungsgemäß", in Weißensee eine Roßschlächterei, die er polizeilich als Roßwurst" eitblidenb", Wohltäter"„ Der Sohn", ubanwendung"," Meinungsverschiedenheit" Das gute Beispiel und Der Patriot". Bon Tert fabrit angemeldet hatte. Hieraus wurde mit der Zeit eine beiträgen erwähnen wir noch die Gedichte hohe Politit"," Die neuen einfache Wurstfabrit", obwohl der Angeklagte in Steuern", Neuestes Wintermärchen", Der deutsche Wald"," Düsseldorfer 1906 Jahren und 1907 für etta 15 000 Ein interessanter Steuerstreit, beffen Ausgang über den EinzelMart Santale" für angehende Lehrer". Der Preis der 16 Seiten starten Im Sommer 1906 traf ber mit Nummer ist 10 Pf. fall hinaus von Bedeutung ist, befchäftigte jegt das Stammergericht. Pferdefleisch berarbeitete. Protofoll vom 4. Verbandstage der Buch- und Steinbruderet- Qilis Angellagt war der befannte Brauereidirettor Sommergienrat Knoblauch angeflagte Jonas bei R. als Gefelle ein. Bu deffen Obliegenheiten als Borfigender bes Vereins Verfuchs- und Lehranstalt für Brauerei" gehörte es in der Hauptsache, Schankwirtschaften aufgufuchen und arbeiter. 219 Seiten. Selbstverlag. in Berlin. Er war beschuldigt worden, die Versuchs- und hier Bestellungen auf die sehr billige, aber durchaus„ reelle" Wurst Die Kurierfreiheit. Denfschrift. Herausgeber: Borstand des Lehrbrauerei in Plößensee, die feit 1891 in der jeßigen Form zu fanimeln. Da dieser Betrieb sich sehr gut rentierte und viele Deutschen Vereins der Naturheilkundigen. 80 f. Selbstverlag: in Betrieb ist, nicht zur Gewerbesteuer angemeldet hundert Zentner prima Hottehühwurst" in die Berliner Schant- Berlin C. 25. zu haben. Diese Brauerei ist mit einem chemischen Laboratorium wirtschaften wanderten, machte sich Jonas selbständig. An seine Fachliteratur. Wie schüßt sich der Kapitalist bor Verlusten an der berbunden. Die Vereinssatzungen erklären als Zived des Vereins Stelle trat der Angeklagte Hermann, der nun seinerseits dafür sorgte, Börse?" Herausgeber:. Schreiber. Deutsche Verlagsanstalt patria", die Vervollkommnung des Brauereiwesens durch wissenschaftliche und daß das Fleisch manches Schlachtroffes zum Voltenahrungsmittel Berlin, Artillerieſtr. 36b. Preis 3 M G8 werde Licht! Monatsblätter zur Wahrung freiheitlicher praktische Forschung. Diesem Zwed foll u. a. das Laboratorium wurde. Dieser famoje Detrieb währte lange Zeit, ehe endlich bie Intereffen auf allen Gebieten.( Berlag D. 2h. Scholl, München.) Preis und eine Lehranstalt für Brauereigehilfen, Meister und Befizer Aufbeckung diefer unsauberen Manipulationen erfolgte. Gegen alle pro Qest 40 Pf. dienen, in Verbindung mit der Versuchsbraueret. Die Vereins- drei wurde Antlage wegen Betruges und Nahrungsmittelvergehens Das Blaubuch, Wochenschrift. Serausgegeben von. Slgenftein mitglieder( lauter Brauereibefizer) baben jährlich bestimmte Bei- erhoben. Das Schöffengericht nahm nur das letztere Vergehen als und 5. Stenzl Concordia", Deutsche Verlagsanstalt, H. Eybod in Berlin träge zu zahlen. Bei der Auflösung des Vereins darf das vorliegend an und erkannte gegen Sichter auf awei Monate W. 30. 30 f etwa vorhandene Vermögen nur zu einem, feinen Intentionen Gefängnis und 500 M. Geldstrafe, gegen Jonas auf Bericht der t. t. Gewerbeinfpefioren über ihre Amtstätigkeit im entsprechenden Zwed verwendet werden. Die in der Verfuchs 800 m. und gegen Heimann auf 100 m. Gelbfirafe. Gegen Jahre 1907. 497 Seiten. Berlag der 1. t. Hof und Staatsbruderei und Lehrbrauerei fabrizierten Biere werden im dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, ebenso auch in Wien. Wie sie lieben an des Thrones Stufen. Indiskretionen eines Bublifum in gleicher Weife abgefest wie bie die Angeklagten Richter und Jonas. Die mehrstündige Verhandlung Probufte irgend einer anderen Braueret. Der endete mit der Verwerfung der Berufung der Staats- Augenzeugen. 126 Seiten. Verlag Bollswort" in Bürich. anwaltschaft. Gegen Richter wurde die Verhandlung bertagt, ba Berlin W. 35. Dokumente des Fortschritts. 9. Heft. 1 M. Verlag G. Reimer, Gewinn dient den Vereinszweden. Das Landgericht rechnete mit einem Dauerbelift, sprach noch neue Belveisanträge von der Verteidigung gestellt wurden. Die Straubes Karte ber meiteren Umgebung von Berlin. Berlag aber den Angeklagten frei, weil fein Gewerbebetrieb Berufung des Jonas wurde ebenfalls verworfen. Geogr. Institut Sul. Straube, Berlin SW. 13, 1 M. borliege. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Stevision ein und rügte Verkennung des Begriffs des idealen Zwecke und der Gewinnerzielung. Es stehe fest, daß das gewonnene Bier verkauft und daraus dauernd ein Gewinn erzielt werde. Das set Gewerbebetriebes. das Kennzeichen des Dent gegenüber sei es gleichgültig, ob der Gewinn bent Vereinsmitgliedern zufließe ober, wie hier, bazu biene, ereignete fich gestern auf der Strecke zwischen Eupen und Montjoie. das Laboratorium zu erhalten und Brauereieleven auszubilden. Der Benzinbehälter eines Automobils, in welchem sich fünf Berfonen se müse, Obst und Südfrite: Sufuhr den Bedarf bedend, Was diese Ausbildung an sich betreffe, so sei fie nicht anders zu befanden, explodierte. Gine Dame und ein Knabel Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. Gegründet 1894 Vermischtes. Ein schweres Autounglück Feste Preise Heft Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über ben Großhandel in den Zentral- Marttballen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr reichlich, Geschäft rege, Preise für Schweinefleisch nachgebend, sonst unverändert. Wild: Zufuhr genügend, Geschäft lebhaft, Breise etwas nachgebend. Geflügel: Bufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Breife nachgebend. Fische: Bufuhr genügend, Geschäft matt, Breife wenig berändert. Butter und ease: Geschäft rubig, Breise unverändert. Wegen baulicher Änderung auf Verfügung der Feuerpolizei. Grosser Ausverkauf. Deutsche u. Perser Teppiche, Portieren, Tül bettdecken, Gardinen, Steppdecken, Stores, Diwandecken, Läuferstoffe, Tischdecken, Felle, Kissen, Vorlagen, chinesische Paravents u. Matten Sämliche Waren sind fast bis zur Hälfte des Preises herabgesetzt. Die Ausverkaufs- Preise sind neben den früheren deutlich vermerkt. Teppich- Haus B. Hurwitz Hotes Schloss Parterre und I. Etage. vis- à- vis dem National- Denkmal. Gegründet 1894 2 Laden, kein Keller! Kaufhaus für Gelegenheitskäufe vorm. No. 33, König- Strasse No. 33. Pfingst& Co. C., Berlin Monats- Garderoben- Haus 6 Prinzenstraße 6 Die schönsten 4156L* Herren- Sommer- Paletots und-Anzüge in getragener, speziell Monats- Garderobe. Von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauchanzüge, sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben im Laden Paul Lowicki, Prinzenstr. 6. Hochbahnstation: Prinzenstraße. 2. Ziehung 3: Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebung vom 10. September 1908, vormittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 192 259 414 516 75 94[ 300] 731 871 995 1043 59 100 284 585 90 789 94 920 59 85 2004 7 30 387[ 300] 482 701 46 852 3064 109 72[ 300] 74[ 1000] 210 305 19 493 590 604 75 775 92 928 4025 138 41 225.319 25 94 509 66[ 500] 671 88 815 5077 194 245 649 886 6458 609 7199[ 300] 364 486 783 97 979 8018 618[ 400] 824 9149 246 478 533 692 705 40 93 ----- 555 10254 505 619 751 882 11528 31 47 724 939 12110 [ 300] 474 89 670 722 13125 941 89 14367 433, 75 89 639 15513 630 762 929 16015 142 270 556 601 15 806 40 17022 76 551 678-779 973 18339 928 59 96 19364 512 [ 300] 18 86 603 752 805 20067 104 341 77 90 532 673 798 21627 97 22107 06 317 99 429 612 51 56 66 95 709 943 70 90 23213 566 899[ 300] 901 12 24133 307 465 731 89 823 70 951 77 25019.90 538 603 728 67 870 906 26188 215 16 85[ 300] 529 680 725 27145 364 81 416 718 73 851 62 69 910 21 28101 322 56 626 47 29012 48 114 252 493 505 670 773 842 48 30006 23 35 61 199 315 445 570 92 31409 76 388 633 32066 208 427 36 33084 852 77 34176 288 884 86 620 703 13 24 803 974 35024 72 112[ 300] 331 937 36013 121 325 505 705 19 810 64 96 37065 88 351 74 38135-246 395 653 700 39 39280 477 848 743 949[ 300] 40031 138 366 93 570 612.63 732 825 918 41170 254 559 914 42046 121 206 94 874 589 43012 145 624 97 709 84 866 929 98 44147 98 215 87 620 871 964 65 45156 330 603 46060 64 392 495 573 663 801 21 59 933 88 47386 539 93 705 9 926.48018 88 154 417 610 59 66 829 932 66 49061 88 166 820 29 511[ 800] 43 609 774 957 50244 566 656 91[ 300] 912 51011 65 898 417 600 80 85 92 778 892 52165 238 382[ 800] 533 46 610 50 897 947 53012 20 147 299 333[ 400] 36 46 423 24[ 400] 47 512 35 624 54037[ 300] 299 392 454. 510 975 55157 287 328 493 516 619 876 913 56164 480 672 78 906 57101.329 32 523 660 913 58143 96 412[ 200] 15 37 590 687 738 47 907 62 59033 50 91 130[ 400] 63 214 42 747[ 400] 806 55 97 60010 228[ 300] 880 425 84 671 875 981 61286 541 72 720 62135 255 81 416 35 97 755 70 941 63385 588 682 753 61 64016 59[ 300] 203 55 417 90 9414 65157 60 73 264[ 300] 335 504[ 300] 970 66348 557 862 908 9 21 67041 205 322 23 35 57 477 91 545 646 65 68104 326 412 13.84 649 805 69126 363 88 419 602 37 70104 355 492 516 84 888. 71008 58 249 378 565 672 735 814 904 10 72076 96 122 52 333 405 596 667 69 706 855 99 929 44 73062 71 427 516 625 47 819 30[ 300] 74259 77 97 486 555 63 824 75007 127 30 288 804 948 76043 78 141 250 329 43 524 75 683 897 77070 403 88 639 723 78146 238 397 405[ 300] 26 541 79129 83 315 78 82 431 98 662 733 933 80028 260 603 744 818 936 81140 505 987 82057 633 794 83219 28 89 357 87 99 555 651 727 39 822 929 84821 924 85182 258 78 93 341 549 855 921 36 86510 990 87151 90 364 482 500[ 400] 819 915 62 88141 214 63 91 764 97 810 98 89169 257 95 308 94 488 621 89 831 90268 75 600 24 91036 155 207 45 79 331 644 881 92008 64 92 886 674 93136 68 463 645 750[ 300] 976 94154 272 570 69 843 62 78 98 937 95036 76 212[ 300] 492[ 20 000] 536 616[ 300] 63 793 94 903 27 96458 670 746 895 955 97120 263 540 54[ 300] 70 658[ 300] 890 943 98205 300 461 83 546 724[ 10000] 99048 87 485 561 771 835 100108 44 487 522 978 101028 37 240 382 711 868 102199 331 462 83 625 51 813 86 103009 154 443 665 83% 37 71 904 39 104039 174 480 562 90 690 892 948 105155 87 257 504 969 106064 86 120 81 270 402 503 12 64 936 107021[ 300] 254 894 954 108613[ 400] 711 833 11 973[ 300] 109045 769 804 980 Eröffnung: Sonnabend, den 12. 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Medizinische Bäder aller Art 2. Ziehung 3. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 10. September 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 123 65 90 225 346 690 93 775 957 1095 167 456 522 89 [ 300] 603 82[ 400] 780 877[ 300] 2098 104 37 64 382 497 691 731 973 3013 24 264 526 625 41 46 886 927 54[ 300] 65 87 5382 605 815 936 6198 304 413 515 57 760 77 961 7044 81 97 164 208 44 360 97 462 89 557 94 625 778 840 918 22 23[ 300] 47 8199 283 382 91 714 947[ 1000] 9175 393 645 54 915 10026 356 451 577 697 726 77 870 11104 238 325 652 79 83 866 12032 102 24 26 43 839 13166 247 96 633 98 709 817 52 14005 86 126 91 97 729 89 15003 54 213 512 16087 119 257[ 400] 68 97 407 95 618 904 38 49 17089 258[ 300] 96 313[ 400] 53 890 18073 89 521 36 837 19352 86 90 420 621[ 300] 86 766 891 20086 226 78 499 812 74 94 905 21168 89 238 63 375 615 70 72 22340 739 868 965 23013 89 94 465 577 914[ 3000] 21 24053[ 300] 73 159 203 322 66 404 677 732 94 812 26 25261 411 69 558 26047 229 431 34 760 997 27038 66 81 170[ 300] 453 28015 52 231 34 73 302 422 99 710 801 21[ 300] 94 29005 105 67 77 217 423 809 68 30068 82 169 298 488 613 37 41 839 932 70 94 31104 89 309 483 556.624 780 91 988 32014 45 70 81 162 98 485 706 42 33056 156 240 79 480 914 90 34029 426 652 720 94 855 911 35141 226[ 300] 66[ 300] 402 81 547 706 36321[ 300] 53 419 563 622 59 74 774 901 37302 419 25 648 816 34 72[ 300] 38011 166 299 329 414[ 300] 509 774 069[ 300] 39140 413 699 727 40294 345 465 66[ 300] 85 511 685 834 903 22 98 41129 91 202 35 63 376 450 553 610 30 726 849 92 940 42025 44 181 95 205 560 650 751 801 43235[ 300] 531 753 70 804 986 44167 349 432 60 587 649 45160 459 565[ 300] 768 935 46 46205 659 814 903 45[ 300] 65 47286 462 648 81 912 29 86 48288 574 930 49283 448 52 56 517 54 698 773 871 949 77 90 50236 493 554 607 25 728 51243 412 708 880 960 52058 149 386 671 98 816 60 53354 562 744 807 44 54074 261 495 599 863 77 55115 77 79 238 453 707[ 500] 56 862 931 56507 759 57321 58309 24 419 54 596 653 797 806 59012 83 170 82 231 46 55 310 87 483 850 50 895 946 60063 412 636 54 61271 73 93 469 885 946 62029 61 200 58 437 616 97 749[ 400] 72 63095 357 420 48 93 671 89 64023 32 172[ 400] 97 969 65030 392 545 66086 371 589 730 958[ 300] 90 67051 83 156 93 227 509.89 669 747 922 57 68125 73 615 796 69028 43 411 654[ 300] 794 802 905 70248 396 855 909 19 71227 344 756 9772056 214 838 411 16 31 64 605 753 54 73146 395 577 704 930 74263 87[ 500] 300 565 615 821 75106 711 76833 77389 527 759 78218 326 434 74 592 93 640 48[ 400] 816 991 79011 38 94 118 310 787 956 71 98 80060 345 509 620 26 39 965 81480 850 983 82073 337 880 83019[ 300] 91 191 534 95 84016 527 28 62, 645 789 857 61 85116 244[ 300] 563 727 824 56 926 86155 72 227 769 803 91 87028 670 787 824 949 88178 208 79 341' 445 65 505 646 851[ 300] 89203 563 99 90302 11 80 515 696 841 63 91099 233 80 462[ 500] 95 557 727 936 92070 166 93 214 91 451 684 998 93009 91 151 314 404 22 651 722 23[ 300] 94055 134 277 362 65 515 615 71 991 95145 88 310 466 525 791 858[ 300] 997 96142 246 675 79 622 57 731 55 918 97343 71 663 763 [ 1000] 78 77 857 992 98239 374 561 90 606 77 729 830 32 99055 173[ 300] 206 311 420 543 870 100001 7 73 258[ 500] 344 740[ 300] 98 954 101074 386 404 613 873 996 102075 633 806 971 103104 66 365 [ 300] 517 737 824 918 29 104289 493 648 764 959 64 68 105004 112 42[ 400] 48 494 728 44 55 833 961 106027 551 73 640 765 805 107053 230 438 47 74 221 59 399 563 930 41 108078 108 364 501 95 687 941 109244 95 416 587 69 75 532 86 7 110052 101 225 53 95 469 75 532 86 765 87 111112 344 467 68 528 914 112074 251 482 642 799 992 93 113019 142 87 283 313[ 300] 407 57 77 539 927 31 114231 63 414 44, 638 801 927 71 82 115322 81 519 83 84 646 997 116086 117153 338 69 519 56 651 729 963 118539 55 81 119226 62[ 300] 471 94[ 400] 854 60 120345 74 87 89 427 750 75 [ 100000] 66 96 978 121017 36 107[ 300] 47 50 94 247 75 418 87 565 940 122198 283 392 691 851 94 123197 48 263 348 556 727[ 1000] 885 934 96 124100[ 300] [ 300] 69 327 456 628 38 57 708 925 56 125025 33 5 296 526 893 916 126071 96 218 366 543 605 769 96. 127226 333[ 500] 504 649 63( 10001201 911[ 300] 42 128082 210/31 37 578[ 100] 86 604 129251 34 461 766 130077 191 225 719 906 77 131013 165 411 719 74 891 95[ 300] 983 132250 310 552 83 697[ 300] 781 955 133081 126 445 572 928 134068 82[ 400], 83 158 74 403 24 49 529 37 688 877 135051 300 21 545 850 [ 400] 980 136263 369 91 572 729[ 300] 32 967$ 1 137084 237 62 312 468 85 839 138102 61 356 442 691 729 54840 56[ 300] 61 953 92 139183 213[ 500] 55 409 595 713 5001 814 in werktäglich ununterbrochen geöffneten Sonder- Abteilungen für Damen 466L und Herren. 2 Wannenbäder mit je 2 Handtüchern 75 Pf.( 40 Minuten Badezeit.) Lieferant sämtlicher Krankenkassen. 140096 294 432 726 141396 503 40 614 46 68 752 881 142107 419 46 699 760 808 41 143142 317 23 412 703 84 824[ 300] 144256 671 879 145177 303 493[ 300] 730 146055 166 349 601 68 762 75 147038 294 311 68 69 721 67 98 668 979 148210 419[ 500] 537[ 300] [ 1000] 867 919 70 149291[ 400] 721 56 822 150129 430 59[ 400] 652 961 151023 494[ 300] 531 608 8[ 500] 754 78 824 952 90 152769 153147 220 486 517 48 643 76 90 822 154246 99 411 16 533[ 300] 627 763 995 155080 245 508 70 74 81 612 754 873 156060 177 276 314 503 652 157006 112 428 645 158053 [ 300] 70 148 425 519 693 97 972 159008[ 300] 72 177 [ 400] 204 83 310 60 89 616 743[ 1000] 160366 415 34 543 54 836 91[ 300] 951 53 161008 93 282 839 950 73 162020 382 622 750 836 57 68 916 163085 231 406 551 650 758 833 973 164282 618 735 165106 270 380 456 166061 199 548 709 167078 111 488 99 565 709 784 851 80 96 962 168108[ 300] 264 383 494 752[ 1000] 78 83 927 169048 56' 230 99 515 32 47 91 667 68 760 800 50 170029 126 245 95 515 31 718 897 926 171080 217 566 750 838 952 172363 521 676 173036 82 343 63 548 918 43 174029 70 179 500 713 175085 194 201 33 77 343 611 802 42 176002 75 133 90 210 60 70[ 400] 394 402 50 703 177056 325 178184 251 397 451 93[ 100] 713 98 921 179324 445 48 66 555 711 814 25 180020 21 128 29 87 580 695 847 65 73 92 912 181265[ 400] 445 557 793 913 182094 356 903 22 64 183198 587 653 976 184148 212 63 585 98 602 888 93 185364 72 77 483 803 915 88 186052 295 346 404 520 28 51 860 77 906 15 187075 852 74 188106 212 39 455 594 604 738 845 189040 164 234 83 351 438 71 547 53 [ 1000] 796 947 190097 137 39 404 89 596 675 833 191341 85 724 64[ 500] 892[ 400] 192086 265 392 435 786 183396 522 728 942 45 91 941 194168[ 500] 335 402 519 807[ 500] 72 86 953 195205 25 98 99 492 196076 401 698 753 197345 58 72 632 34 833 930 198095 381 702 199815 200118[ 300] 63 337 64[ 300] 443 566 707[ 400] 10 919 35 201141 531[ 500] 85 929[ 400] 202088 167[ 300] 74 83[ 400] 464[ 300] 81[ 400] 549 970 203124[ 300] 435[ 300] 45[ 5000] 60 86 839 204024 41 237 303 23 435 55 81 721 910 60 205142 246 66 310 433 571 78 934 206231 491 717 207014 193 364 91 402 664 827 928 208041 290 443 46 617[ 1000] 21 58 62 99 721 801 958 209183 253 92 350 608 937 211130 350 78 501 40 670 210202 13 675 745 818 954 78 212141 75 243 62 64 446 529 76 625 733 95 847 213103 267 345 552[ 400] 928[ 300] 214084 336 784 835 84 215019 435 864 910 11:37 216205 31 312 530 664 80 759 217183 306 87 437 61 596 657 218030 105 620 745 871 942[ 300] 219214 28 310 14 462 717[ 500] 42915 220108 259 307 21 84 573 819 67 911 221067 238 05 477 627 28 87 885 951 222231 38 831 496 533 50 733 825 28 223330 506 36 84 997 224036 96 175 202 333 37 410 78 609 39 835 86 973 225241 386 440 569 878 912 226121 92 204 360 589 617 748 97 810 43 227245 510 16.709 70 81 935 49 76 77 228326 486 558 [ 300] 638 52 229099[ 400] 190 445 561 611[ 500] 67 955 230102 337 467 760 95 231145 95 225 91 378 559 934 232071 119 289 906 233116 80 287 713 964 234008 30 521 722 235215 82 432 90 520 25 44 751 942 236079 223 51 507 553 610 81 895 237532 80 705 848 912 238047 523 65 608 84 708 906 38 239308 20 28 534 73 45 24014863 775 241169 242 89 489 92 589 92 619 68 75 879 927 242347 400 31 967 243022 130 337 43 778 954 244165 337 40 449 657 82 245116 79 215 42 316 20 428 50 682 893 988 246142 291 557 72 754 867 98 247038 60-125-827-437 639 89 752 924 248070 154 [ 300] 82 428 696 807 951 64 249060 136 43 215 23 45 567 81 896 250143 442 744 251223 81 87 365 550 60 637 752 849[ 500] 89 252105 643 253 105[ 400] 609 254312 457 58 699 707 842 968 255006 31 40 345 62 494 880 940 63 67 91 256083 84 607 914 257047 515 258210 446 599 613 86 738 259664 723 886 901 260301 496 524 772 894 261029 100 48 302 888 915 19 262364 84 540 716 10 263081 190 99 236 396 315 610 930[ 300] 264075 173 455 695 815 51 265021 40[ 500] 117 25 58 216[ 400] 393 488 528 796 801 22 266052 125 202 395 465 570 99 623 50[ 300] 774 820 [ 400] 267037 224 353 427 28 268090 116 404[ 300] 5 625 748 269043 420 671 703 61 852 270467 70 760 913 271004 56 70 185 247 324[ 500] 81 442 666 971 272799 825 972 273213 308 16[ 3001 92[ 5000] 838, 914 274164 376 620 275447 875 276093 183 368 499 592 643 827 277139 231 38 309 481 98 624 828 98 278095 493 595 665 762 79 801 901 279010 11 136 315 421 523 640[ 300] 51 998 49 280290 434 71 87 99,516 55 631 67 86 281055[ 300] 325 608 886 282157 207 606 932 77 83 283423 C99 779 284-151 504 48 676 786 917 69 285030 37 414 563 979 286132 88 264 505 603 8 796 919 96 287127 288 [ 400] 453 719 818 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Die Ziehung der 4. Klasse 219. Königl. Preuss. Klassen- Lotterie findet statt am 9. und 10. Oktober 1908. Nr. 213. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. reitag, 11. September 1908. Stadtverordneten- Verfammlung. 27, Sizung vom Donnerstag, den 10. September, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung nach 5% Uhr. Stadtrat Friedel zeigt an, daß er nach Ablauf seiner jetzigen Wahlperiode wegen vorgeschrittenen Alters auf eine etwaige Wiederwahl verzichtet. Zunächst erfolgen noch einige Erjahwahlen- an Stelle des verstorbenen Stadtv. Plischke in die Deputation für das Fach- und Fortbildungsschulwesen und in die StraßenreinigungsDeputation. Hier konkurriert mit der Neuen Linken die sozial fortschrittliche Gruppe; es kandidieren Rosenow und Dr. Preuß, Feuerstein und Menzel. Gewählt wird durch Zuruf in das Kuratorium der Handwerkerschulen Stadtv. Goldschmidt( N. L.). Es folgt die Beratung des Antrages der sozialdemotratischen Fraktion( Augustin u. Gen.): „ Die Unterzeichneten beantragen, den Magistrat zu ersuchen, die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der städtischen Angestellten und Arbeiter nach beiliegenden spezialisierten Anträgen vorzunehmen und die dazu erforderlichen Mittel in den Etat 1909 einzusehen." Es ist ein Antrag der liberalen Fraktion eingegangen: In Erwägung, daß die Regelung der Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen der städtischen Arbeiter seitens der einzelnen Verwaltungsdeputationen und des Magistrats gemäß den Gemeindebeschlüssen und dem Etat zu erfolgen hat, daß ferner die Versammlung erwartet, daß der Magistrat wie bisher in geeigneten Fällen das Erforderliche zu veranlassen Bedacht nehmen wird, geht die Versammlung über den Antrag Augustin zur Tagesordnung über."( Hört! Hört!) Stadtv. Saffenbach( Soz.): Der ebert berlesene Antrag gibt mir vorweg zu einer Bemerkung Veranlassung. Unsere Anträge gehen von der Erwägung aus, daß endlich einmal etwas Einheit liches zustande kommen soll; gerade die bisherige selbständige Stellung der einzelnen Verwaltungszweige hat es verschuldet, daß nichts Einheitliches besteht, sondern im Gegenteil die allerverſchiedensten Einrichtungen und Maßnahmen getroffen worden sind. Bei der Etatsberatung von 1907 haben wir die Verhältnisse der einzelnen städtischen Arbeiterkategorien bei jeder Gelegenheit zur Sprache bringen müssen, woraus sich eine Verzögerung der Beratungen ergab und uns sogar ein Vorwurf gemacht wurde. Darauf haben wir unsere heutigen Anträge behufs gemeinsamer Erörte rung derselben eingebracht. Sie müssen mir zugeben, daß es nicht wünschenswert ist, wenn innerhalb der einzelnen Kategorien der städtischen Arbeiter solche Verschiedenheiten bestehen. Wenn wirklich Fortschritte geschehen sollen, so können diese biel leichter hier im Plenum als in den einzelnen Deputationen an geregt werden. In den Deputationen fehlt die Resonanz der Deffentlichkeit( Aha!), da werden sehr viele Ausführungen gemacht, die die Herren nicht wagen würden, hier in der Oeffentlichkeit zu machen.( Große Unruhe und Rufe: Sehr richtig!). In den Deputationen ist es schon vorgekommen, daß man birekte Schweigegebote Festlegung fünfjähriger Lohnperioden mit jährlicher Steigerung! heitlichkeit herbeizuführen, wo sie fehlen sollte, ist ja Sache der Heute haben wir die allernotwendigsten Stalen, an deren Stelle gegebenen Instanz, des Magistrats. Dieser hat durch eine be wir Ihnen eine einheitliche Stala vorschlagen, deren Steigerung fondere Kommission den bezüglichen Ausgleich herbefzuführen ebenfalls fehr bescheiden ist und bei Bugrundelegung des gesucht und wird das auch fünftig tun. Eine völlige Gleichmäßig Neunstundentages eine Erhöhung des. Stundenlohnes um feit ist einfach nicht möglich. Nehmen Sie die Tagesordnung an 1/2 höchstens 21 Pfennig bedeutet. Die letzte Forderung und warten Sie die Vorlagen des Magistrats ab. betrifft die Regelung der leberstundenbezahlung, die jetzt Stadtv. Hinte( Soz.): Diese Aufforderung des Vertreters des ebenfalls in der bunts chedigsten Weise, in jeder Deputation Magistrats, dessen Vorlagen abzuwarten, zeigt, daß Sie für die verschieden erfolgt. Im allgemeinen fordern wir, wo irgend möglich, Arbeiter nichts tun wollen.( Große Unruhe.) Sonst hätten die die Vermeidung der Ueberstunden; wenn eine höhere Bersprechungen von 1905 und 1906 längst eingelöst Bezahlung der lleberstunden vorgeschrieben ist, werden sich viele werden müssen. Im Oftober 1907 haben wir uns über die Ueberstunden als überflüssig erweisen. Soviel im einzelnen. Frage ebenfalls unterhalten, da wurde gesagt, in den Deputationen Ueber die Pflicht einer großen Kommune, Sozialpolitik zu treiben, würde man für die Arbeiter eintreten. Der Etat hat dann gezeigt, will ich feinen langen Vortrag halten. Jedenfalls hat sich auch der daß fast gar nichts geschehen ist( Widerspruch), nur zu einem prinzipielle Standpunkt der städtischen Behörden gegen die Zeit vor einen Teil trat eine Erhöhung von 3,50 auf 3,75 M. ein, der 1894 immerhin geändert. Daß der Standpunkt unrichtig ist, daß die Höchstlohn blieb auf 4,25 m. stehen. 1901 haben wir uns mit einem Stadt ihren Arbeitern gegenüber nicht anders stehe, wie jeder private ganz ähnlichen Antrag beschäftigt; damals hat ein Ausschuß die Arbeitgeber auch, wird wohl kaum noch geleugnet werden können. Materie durchberaten, wozu er beinahe ein Jahr brauchte. Trotzdem konnte Prof. Adolf Wagner in Straßburg vor noch nicht langer Damals arbeitete auch der Oberbürgermeister in dem Ausschuß Beit seinen bekannten Ausspruch tun:" Berlin ist sozial- mit, und seiner Initiative war es zu verdanken, daß der Lohn auf politisch die rückständigste Stadt der Welt." Be- 3,50 M. festgesetzt wurde. Seit damals haben sich nun die Lebensweisen Sie durch Annahme unseres Antrages, daß es anders ge- bedürfnisse im Preise ungemein erhöht, und davon sind die Arbeiter worden ist.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) in erster Linie betroffen. Wenn Sie zum Teil diese Erhöhung durch Stadtv. Brunzlow( A. L.): Ich habe Sie zu bitten, den Antrag Ihre Mitwirkung bei dem Zolltarif mitverschuldet haben, ist abzulehnen, bezw. über ihn zur Tagesordnung über es auch Ihre verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, hier mitzuhelfen, von Lohnerhöhungsanträgen zu prüfen. In den einzelnen Depu- Magistrat die Initiative nicht, dann ist es Pflicht der Stadtver= Es ist ganz unmöglich, im Plenum diese Hunderte daß diese schlimmen Wirkungen abgeschwächt werden. Grgreift der tationen bietet sich ja immer noch Zeit und Gelegenheit dazu. Zat- ordnetenversammlung, mit Anträgen zu kommen, sonst würde sie sächlich wird dort die Frage der Lohnerhöhungen für die Arbeiter Ihre Pflicht gegenüber den Angestellten und Arbeitern nicht erfüllen. Die Herren wollen alle für die Arbeiter etwas tun; die Botschaft auch jetzt schon dauernd erwogen. hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". In den Deputationen sind keineswegs alle Fraktionen gleichmäßig vertreten; das Schwergewicht liegt bei den Dezernenten, und die haben sich noch meistens ablehnend zu solchen Forderungen gestellt. Wollen Sie etwas Ernstliches tun, so dürfen Sie nicht zur Tagesordnung übergehen. auch in den Privatbetrieben steigen doch die Löhne lang= sa m; bei allen Beamtenkategorien kommen alle 2-3 Jahre Zulagen bor. Das Bestreben der gesamten Unternehmer geht auf den Abschluß von Tarifverträgen, die eben auch auf mehrere Jahre festgelegt werden, damit Lohnfämpfe vermieden werden. Warum soll das nicht auch hier statthaft sein? Wollen Sie nicht den Wagnerschen Vorwurf verdienen, so nehmen Sie unseren Antrag an!( Große Unruhe und Beifall.) zugehen. Der Antrag trägt den Zuständen in der Privatindustrie und im Gewerbe überhaupt nicht Rechnung. industrie und im Gewerbe überhaupt nicht Rechnung. Dort sind die Lohnverhältnisse vielfach durch Tarifverträge geregelt worden. In den heutigen Zeiten schlechter Konjunktur aber bieten sich z. B. im Baugewerbe Arbeitskräfte unter dem Tariffay von 85 Pfennig pro Stunde an. Die allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit ist auch nicht durchführbar. Die Arbeiterausschüsse haben heute in den Augen vieler Arbeiter eigentlich nur noch die Aufgabe, darauf zu achten, daß recht hohe Forderungen gestellt werden. Ich bitte daher, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Stadtv. Dr. Preuß( soz.- fortschr.): Der Vorredner hat eigentlich nur für Ausschußberatung plädiert. Oberbürgermeister Kirschner: Was der Vorredner ausführt, positiv über diese Menge von Einzelanträgen im Plenum zum will( Stadtv. Singe: Es sieht so aus!). Dem muß ich So gewiß man nicht geht dahin, daß der Magistrat die Lage der Arbeiter nicht verbessern Schluß tommen tann, so wenig fann man dies negativ, und ganz entschieden widersprechen. Der Vorredner hat ſelbſt zugeben der Uebergang zur Tagesordnung ist negative Stellungnahme. müssen, daß zahlreiche Verbesserungen eingetreten sind. Die letzten Sätten wir im Herbst allgemeine Wahlen, so Rohnerhöhungen waren keineswegs unbeträchtlich. Daß diese Sätze würde übrigens vielleicht doch eine Ausschuß nicht auf alle Ewigkeit festgelegt sind, ist doch selbstverständlich. beratung zugelassen werden.( Heiterkeit und Hört! hört!) Wir haben freiwillig die Altersversorgung erhöht und sehr erheb Gewiß ist die städtische Verwaltung Sache der Verwaltungs- lich erhöht, wir, die wir angeblich kein Herz für die Arbeiter haben. deputationen und des Magistrats; aber mit einer solchen Generali- Wir sind also wohl bemüht, wie es möglich ist, Aufbesserungen fierung wird die Stadtverordnetenversammlung völlig ausgeschaltet. eintreten zu lassen. ( Sehr gut.) Jetzt verweist man auf die Etatsberatung, dort fei der Platz für Stadtv. Caffel( A. 2.) schließt sich den Ausführungen des Oberdiese Erörterungen. Tatsächlich kann ich aus vierzehnjähriger Bragis bürgermeisters vollinhaltlich an und weist auf die sozialpolitischen bezeugen, daß man von den Etatsberatungen alle solche intrikaten Maßnahmen der Stadt hin, um den Vorwurf zu ertkräften, daß Materien tunlich st fernzuhalten bemüht ist. Hier wird nun die Verwaltung es an gutem Willen fehlen lasse. Man würde Gelegenheit geboten, die Sache außerhalb des Etats gründlich zu draußen gar nicht verstehen, wie ein solcher Antrag in einem Auserörtern und da antworten Sie mit dem Antrage auf llebergang schuß behandelt werden könne.( Lachen auf der mit zur Tagesordnung! Dieſe Materie hier ist doch noch viel schwieriger städtischen Arbeitern überfüllten Tribüne.) als die der Beamtenbesoldungen. Eine völlige Gleichförmigkeit in Stadtv. Dr. Preuß: Kollege Caffel reklamiert für den Magistrat den Bezügen und Lohnfäßen fordern ja auch die Antragsteller selbst kategorisch die Initiative nicht; dennoch wollen. Sie nicht prüfen, sondern cavalièrement aur Initiativanträgen fragt! Tagesordnung übergehen. Es wird damit geradezu der Verdacht Stadtv. Momnifen( Fr. Fr.) hält dafür, daß die Freunde sachwachgerufen, baß Sie nicht wissen wollen, wie die Dinge liegen, daß licher Beratung heute zu kurz gekommen sind. Die Beratung jo Sie eine Untersuchung über die Lohn- und Arbeitsbedingungen zurückweisen, daß Sie ein näheres Eingehen auf diese Dinge ver- weitschichtiger Anträge in einem Ausschuß würde mehrere Jahre meiden möchten. Der Magistrat wird sicher nicht unangenehm erfordern.( Widerspruch.) davon berührt sein, wenn eine solche Prüfung eintritt. In jedem Falle wäre das Richtige, die Anträge gründlich und ausgiebig in einem Ausschuß zu erörtern. Mat ganz, welche große Reihe von erlassen hat! Wir sind somit genötigt, an dieser Stelle die Sache zur Sprache zu bringen, wenn überhaupt eine Befferung eintreten soll. Durch unser jetziges Vorgehen wird die Sicherheit geboten, das Gewollte viel eher zu erreichen, als wenn wir auf die Deputationen verwiesen werden. Auch über die Stellung der Arbeiterausschüsse in den städtischen Betrieben muß bei dieser Gelegen heit etwas gesagt werden. Die Arbeiter haben zu diesen Ausschüssen nur insoweit Vertrauen, als burch sie die Wünsche der Arbeiter organisation vertreten werden. Die städtischen Arbeiter find ja durchaus zufrieden damit, daß fie die Ausschüsse haben, aber vor die Wahl gestellt, ob sie die Arbeiter ausschüsse oder die Organisation haben wollen, würden Stadtv. Zubeil( Soz.): Es ist eingewendet worden, daß der fie biel eher die Ausschüsse fallen laffen als ihre Organisation. Uebrigens ist zwischen der Organisation der städtischen Arbeiter und bon uns vorgeschlagene Weg nicht gangbar sei; man verweist uns auf die Deputationen. Dort wird mit der einen Hand vielleicht den Arbeiterausschüssen in den einzelnen Werten tein Gegenfaz vor gegeben; nachher aber kommt der Magistrat und nimmt mit handen. Was wir Ihnen unterbreiten, ist auch nicht eine Vorlage der Stadtv. Rosenow( N. 2.): Wir haben den lebhaften Wunsch, Ser anderen Hand weg, was nach vieler Mühe herausfozialdemokratischen Fraktion allein, sondern auch eine solche der daß Arbeitszeit und Arbeitslohn so geregelt werden, daß die geschlagen war. So ging es 3. B. bei der Parkdeputation, wo der städtischen Arbeiter, denn wir haben sie mit ihnen durchgearbeitet. städtischen Arbeiter gut gestellt sind; wir erwarten deshalb von den Magistrat entgegen der Deputation statt der Tagelöhne StundenAlso nehmen Sie nicht den heute eben verlesenen Antrag an, sondern Deputationen eine gründliche Prüfung der Anträge nach diesen löhne einführte und auf diese Weise sein Wohlwollen für die den unsrigen. Soll etwas für die Arbeiter durchgesetzt werden, beiden Seiten und erwarten auch von dem Magistrat, daß er den städtischen Arbeiter dokumentierte, indem Sie Arbeiter nun bei undann liegt die Notwendigkeit vor, es hier zu tun. Im vorigen Vorschlägen der Deputationen auf diesem Gebiete folgt, ja ihnen günstiger Witterung oft mit wenigen Pfennigen nach Hause gehen Jahre sind die Anträge der städtischen Arbeiter in ungefähr derselben eventuell auch direkte Weisungen gibt. Im übrigen sind auch wir müssen. Natürlich, wenn man unserem Antrag so feindlich gegenFassung auch beim Magistrat eingereicht worden. Der Oberbürger- für den Uebergang zur Tagesordnung. Es handelt sich hier um übersteht, wie die Herren Caffel, Rosenow und Mommsen, dann hat meister hat erwidert, daß der Magistrat nicht in der Lage sei, Anträge aus der Versammlung, die in ihrem Umfange gar nicht man es ja in der Hand, die Beratung jahrelang zu verschleppen, zurzeit in eine erneute Prüfung einzutreten. zu übersehen sind.( Lebhafter Widerspruch.) Hier hat der MaDarum haben wir unsere Anträge diesmal so zeitig eingebracht, gistrat die Initiative. Zu den Arbeiterausschüssen scheinen die genau so, wie Sie es der Wertzuwachssteuer gegenüber ja auch gemacht haben!( Große Unruhe.) Die städtischen Arbeiter werden daß sie schon vor dem Etat verhandelt und beim Etat berücksichtigt Antragsteller doch nicht mehr das volle Vertrauen zu haben( Wider- verstehen, wie die Mehrheit dieser Versammlung ihr Wohlwollen werden können. Ich bitte Sie alfo, diese unsere Anträge nicht ſpruch), hieß es doch, das Vertrauen bestände nur noch insoweit, ihnen gegenüber zum Ausdrud gebracht hat. Wenn Sie den zurückzustellen, sondern sie wohlwollend und im Interesse der als die Arbeiterausschüsse die Wünsche der Organisation vertreten. Antrag abgelehnt haben, dürfen Sie sich nicht beschweren, wenn einzelnen Arbeiterkategorien zu behandeln. Unsere erste Spezial- Die Gleichmäßigkeit der Entlohnung erscheint innerhalb und außerhalb dieses Hauses dann die Agitation in forderung ist die Verkürzung der Arbeitszeit, Ziel; es wird in den verschiedenen Beschäftigungszweigen not- anderer Weise als bis jetzt einsetzt. Die städtischen Arbeiter haben sich mit den Vertretern der Arbeiterschaft in Verbindung eine Forderung von höchster sozialer Wichtigkeit, über die da wird immer den Verwaltungsdeputationen bei den Vorschlägen gesezt, um auf diesem Wege ihre Wünsche zu fördern; es kann nur zudem alle kompetenten Bersonen einig sind. Was wir hier Deputationen das letzte Wort bleiben. Die Gasverwaltung hat ja den Acht verweist. Die Arbeiterausschüsse will kein Mensch aus der Welt berlangen, ist ja teilweise auch schon eingeführt. Die stundentag, die Viehhofsverwaltung den Neunstundentag durchgeachtstündige Arbeitszeit besteht zum Beispiel schon in den städtischen führt; die Dinge bessern sich also auf diesem Gebiete stetig; nur schaffen, aber wie sie jest funktionieren, wie sie jetzt vielfach bedurchgeführt. In anderen Betrieben scheiterte die Einführung des muß man da etwas Geduld haben. Der Ausschuß der diese An- bermundet und schlecht behandelt werden, damit kann freilich kein neunstündigen Arbeitstages nur an der Erwägung, daß eine Verträge zur Prüfung bekäme, würde seinen Weg doch wieder über jede einzelne Deputation zu nehmen haben( Zurufe). Man darf Stadtv. Caffel: Auch der Vorredner spricht vom„ bösen Willen" waltung nicht für sich allein vorgehen könne; ein Grund mehr für boch auch die allgemeine Lage des Arbeitsmarktes nicht übersehen: der Mehrheit. Es lohnt nicht mehr, darauf einzugehen. Unsere uns, diese ungelegenheit hier einheitlich zur Erledigung zu bringen. in dieser Beziehung ist vielleicht kein Augenblid so ungünstig für Tagesordnung ist, wie Dr. Preuß wissen müßte, nach ihren Votiven Daß einzelne Betriebe nicht ohne weiteres die Einführung des den Antrag gewählt, wie der jebige, wo ganz offen die Frage der zu verstehen, darin steht kein Wort von Ablehnung der Anträge. Neunstundentages zulassen, geben wir zu und statuieren auch in unserem Antrage für die Badeanstalten usw. die erforderlichen Aus- Lohnherabsetzungen ventiliert wird( Erneute zurufe und Unter- Ich habe keine Bensuren ausgeteilt( Burufe). Daß Sie( zu den brechungen), Gewiß sind die Lebensmittelpreise sehr gestiegen; Sozialdemokraten) afflamieren, was Dr. Preuß sagt, ist selbstvernahmen. Im allgemeinen gilt ja auch sonst in Berlin so ziemlich das gebe ich zu. Unsere Freunde in den Deputationen werden sich ständlich( Buruf bei den Sozialdemokraten: Wenn's wahr ist!) durchweg der neunstündige Arbeitstag. In den Pflegeanstalten und in der Richtung der Anträge alle Mühe geben. Die Anträge auch wenn's nicht wahr ist.( Große Seiterkeit und Unruhe.) Krantenhäusern verlangen wir den fönnen dahin wirken, in der Arbeiterschaft im Falle ihrer NichtFortfall des Logiszwanges. erfüllung eine tiefgehende Verbitterung hervorzurufen. In die Diefer Zwang wirft allmählich sehr unangenehm auf die Leute ein; sie werden dadurch in jeder Weise beschränkt und beeinträchtigt auf die Forderung der Abschaffung des Kostzwanges haben wir berzichtet. Wir fordern ferner Erhöhung der Bezüge und Löhne und die Einführung eines Wochenlohnes an Stelle des Tages oder Stundenlohnes unter Zugrundelegung eines Zagelohnes von 4 M. feineswegs als ein vor allem erstrebenswertes Arbeiter einverstanden sein. Damit schließt die Beratung. Das Schlußwort erhält Stadtv. Borgmann( Soz.): Wir hatten allerdings etwas Details hier einzutreten, kann keine fruchtbringende Arbeit sein. Anderes zu unserem Antrag erwartet, als den Antrag auf UeberOberbürgermeister Kirschner: Wir haben alle das Interesse, gang zur Tagesordnung. Man will der Sache jetzt die mildeste unfere Arbeiter so zu stellen, daß sie zufrieden sein können. Jit Seite abgewinnen; aber selbst der Herr Oberbürgermeister scheint der durch den Antrag vorgeschlagene Weg der richtige zur Herbei- fich eines peinlichen Eindruckes nicht haben erwehren zu können, führung eines solchen Zustandes? Nach dem Antrag soll die Stadt- daß man eine derartig wichtige Angelegenheit durch Uebergang zur verordnetenversammlung in erster Reihe nicht nur die allgemeinen Tagesordnung erledigen will. Schon bei der Etatsberatung hat Grundsäße der Lohnregelung gegenüber der Arbeiterschaft fest mein Freund Bruns einen derartigen Antrag angekündigt, und Der Betrag von 4 M. bedt bei den so, unverhältnismäßig ge- stellen, sondern auch die Gehaltsregelung bis ins Detail durch ich habe selbst gelegentlich der Beamtenbesoldungsvorlagen einen stiegenen Preisen aller Lebensmittel lange nicht mehr das, führen und dem Magistrat nur die demnächstige Stellungnahme generellen Antrag auch für die Lohnverhältnisse der städtischen was früher mit 8,50 M. gedeckt werden konnte. Die einzelnen dazu überlassen. Diesen Weg halte ich für höchst bedenklich; der Arbeiter vorausgesagt. Unser Antrag ist also nichts Neue 3. Lohnerhöhungen haben wir sehr bescheiden bemessen; die Erhöhung Antrag stellt das Verhältnis der beiden städtischen Behörden auf Nun soll unser Antrag nicht mit den Prinzipien der städtischen beträgt durchschnittlich nicht mehr als 25 Pf. pro Tag oder 6 bis den Kopf. Die verwaltende Behörde ist der Magistrat, von dem die Verwaltung in Einklang stehen, weil der Magistrat und nicht die 7 Proz. Verschiedene Kommunen sind auf diesem Gebiete bahn- Initiative auszugehen hat; die Stadtverordnetenversammlung ist Versammlung die verwaltende Behörde sei. Aber bereits zu brechend vorangegangen. Charlottenburg hat im März vorigen die bewilligende und kontrollierende Behörde. Der Antrag dreht Dußenden Malen ist eine Verwaltungsmaßnahme von der VerJahres 7 Proz. Teuerungszulage gegeben, München ähnlich; auch das Verhältnis um. Gerade der Magistrat mit den Deputationen, fammlung ausgegangen und kein Mensch hat etwas dabei gefun die bayerische Kammer hat für die Staatsarbeiter in gleicher Weise in denen die Versammlung ja auch vertreten ist, hat die Aufgabe, den. Und auch für die Form der Beratung bleibt es sich ja ganz Stellung genommen. Unser Stänumerer hat solchen Anregungen das fachliche Material umfassend vorzubereiten. Die Versammlung gleich, ob eine Anregung vom Magistrat oder von der Versammgegenüber immer auf die dauernde Erhöhung der Etatssummen hin- fann auch in Ausschußberatungen zu einer angemessenen Grledi ung ausgeht! Ich bin 16 Jahre im Etatsausschuß und kann das gewiesen. Diese sind aber in der Hauptfache auf die Vermehrung gung solcher Fragen nicht kommen. Ich halte es aber auch nicht für her beurteilen, daß die Behandlung solcher Anträge dort nicht gut Ser Zahl der städtischen Arbeiter zurückzuführen. Das Verlangen richtig, folche Feststellung von Löhnen auf Jahre hinaus für jede angebracht ist. In den Verwaltungsdeputationen werden wegen der Einführung eines Wochenlohnes wird ja start umstritten werden, einzelne Arbeiterkategorie eintreten zu lassen; die Städteordnung der Verschiedenartigkeit der Zusammensetzung derselben und aus aber durchführbar ist sie; das Vorgehen der bayerischen weiß nichts davon. Gewisse allgemeine Grundsäße lassen sich ja verständlicher Untenntnis mancher Verhältniffe Kammer, sowie der kommunen Rigdorf, Mannheim, feststellen und sind festgestellt worden; Alters- und Hinterbliebenen- nicht die genügenden Voraussetzungen für die einheitliche BehandFrankfurt und anderer zeigt, daß man auch die Feiertage be- versorgung und Urlaubsordnung sind regelt worden. Man lung der Sohnverhältnisse gegeben sein.. Deshalb ftellten wir unseren zahlen kann, ohne daß dabei ein berechtigtes Intereffe verlegt wird. wünscht eine einheitliche Gestaltung und stellt die Deputationen als Anirag, für den Sie uns also nur dankbar sein können. Ich verstehe Wir fordern weiter die durchgehende Hindernis hin. Dagegen muß ich diese in Schuh nehmen. Die Eine nicht, warum der jetzige Augenblick so ungeeignet sein soll für seine Ein Bringung; Im Gegenteil, denn die Teuerung der Lebensmittel wird ja eher andauern und die Freunde des Herrn Mommsen gehören ja auch zu den Blockparteien, die für das Reichsdefizit abermals indirekte, die Masse belastende Steuern bewilligen wollen. Die Herren betonen stets ihren guten Willen; welchen Eindruck macht es dann aber, wenn immer auf die Zukunft vertröstet wird und wenn man weiß, was dabei herausschaut? Die alte Städteordnung konnte die Regelung derartiger Materien nicht vorsehen, denn die Arbeiter mußten es sich erst seit deren Erlaß erkämpfen, daß die Gemeinden derartigen Bestrebungen ihr Interesse zuwenden müssen. Herr Caffel sollte auch nicht so stolz auf die Besoldungsverbesserungen hinweisen, die die Stadt den Beamten und Lehrern hat zuteil werden Lassen, denn sie mußte mehrfach erst von der Regierung an ihre Pflichten erinnert werden, wie bei den Lehrern und bei den Bureauassistenten. Erledigen Sie heute unseren Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung, so veranlassen Sie uns dadurch, unsere Einzelanträge bei der Etatsberatung wieder einzubringen!( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) In namentlicher Abstimmung wird die motivierte Tagesordnung mit 63 gegen 32 Stimmen angenommen. Ferner liegt folgender Antrag Augustin und Genossen " Soz.) vor: " Die Versammlung ersucht den Magistrat sofort schleu. nigst Borkehrungen zu treffen, um der für diesen Winter im erhöhten Maße drohenden Arbeitslosigkeit in wirkungsvollster Weise entgegentreten zu können." Stadtv. Dupont( Soz.): Es ist ja nicht sehr angenehm, nach bieferumfangreichen Discussion einen solchen Gegenstand anzusind der Ansicht, daß er heute erledigt werden muß, und die Versammlung ist ja auch nicht zum Vergnügen, sondern zu ernster Arbeit berufen. Daß wir uns gerade besonders mit dieser Materie beschäftigen, dafür liegt ja die Erklärung sehr nahe; haben wir doch mehr Fühlung mit den Kreisen, die unter der industriellen Krise zu leiden haben. Als wir das leztemal einen ähnlichen Antrag brachten, kam uns der Vorwurf, wir arbeiteten nach der Schablone, erst inszenierten wir draußen Arbeitslosenbersammlungen und fämen dann hier mit unseren Anträgen, was gegenüber dieser Arbeitslosigkeit zu tun sei. Diesmal ist aber keine Schablone vorhanden, und das ist auch gar nicht notwendig; die Krise hat sich verschärft und provoziert schon genügend. Was hat der Magistrat getan nach dem Beschlusse, den der eingesetzte Ausschuß gefaßt hatte? Der Magistrat hat sich zu dem uns als den wichtigsten scheinenden Antrag noch nicht geäußert, nämlich bezüglich der Frage des Zuschusses bei Arbeitslosigkeit an die Arbeiterberufsvereine. Ich erwarte im Anschluß an die heutige Beratung bestimmt eine Antwort. Sonst ist Positives nicht herausgekommen, wenn es nicht schon als positiv gelten soll, daß die Versammlung bereit ist, in gemischter Deputation über diese Frage zu verhandeln. Das Abtragen des Müllberges auf dem Stralauer Anger kann doch unmöglich als eine soziale Tat hingestellt werden. Es sind da vielleicht 150 Arbeiter beschäftigt worden, die noch nicht einmal so bezahlt werden, wie wir erwartet hatten, während ein Unternehmer dabei ein ganz gutes Geschäft gemacht hat. Die Statistik, die ja erst die Grundlage für die Erfennung des Umfanges der Arbeitslosigkeit schaffen soll, ist ja erfreulicherweise im Anzuge. Prof. Silbergleit hat eine sehr fleißige Arbeit geliefert. Die viele gute Gedanken enthält, aus denen hoffentlich auch positive Arbeit hervorgehen wird dann wird uns auch nicht mehr der Vorwurf der Uebertreibung und Heberei gemacht werden können. Wir haben jetzt auch von jeder Umfrage Abstand genommen. Die Verhältnisse haben sich so verFür den Inhalt der Inferate Theater des Westens. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. 1800 Freitag, 11. September. Anfang 7, Uhr. Königl. Operuhans. notten. Die HugeRönigl. Schauspielhaus. Heinrich IV. I. Teil Deutsches. Medea. König Stammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Lessing. Die Frau vom Meere. Neues. Außerhalb der Gesellschaft. Neues Schauspielhaus. Blau. Durchs Dhr. Kleines. 2 × 2= 5. Komische Oper. Hoffmanns Gr. zählungen. Residenz. Der Floh im Dhr. Hebbel. Der Liebhaber. Bustspielhaus. Die blaue Maus. Erianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0.( Wallner Theater.) Das Stiftungsfest. • Schiller Charlottenburg. Herr Ministerialdirektor. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Egmont. Neues Operetten. Die Dollar prinzeffin. Lorking. Baza. Luifen. Helga. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dslar Strauß. Sonntag nachm. 3% Uhr, au balben Preisen: Die lustige Bitive. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, den 11. Sept., Anf. 8 Uhr: Egmont. Sonnabend: Im weißen Rößl. schlechtert, daß diese Umfrage gar nicht mehr notwendig| Arbeitslosen in einer Forut, die keine Armenunterstüßung ist, if ist. In der Statistik fehlt übrigens die vorübergehende Arbeits- ernstlich noch nicht verhandelt worden. Das ist das Genter Syftem, losigkeit bei Betriebseinschränkungen; die Pflichten des Arbeiters über dessen Erörterung in gemischter Deputation der Magistrat sich sind da genau dieselben, nur die Löhne sind unter Umständen be- aber immer noch nicht geäußert hat. Der bayerische Landtag hat trächtlich gesunken. Der„ Confectionair", ein Unternehmerorgan, auf diesem Gebiet wenigstens ein Schrittchen getan; ob vont hat darauf hingewiesen, der einzige Rettungsweg bei der herr- preußischen Landtag derartiges zu erreichen ist, bezweifle ich sehr. schenden Krisis sei einheitliche Betriebseinschränkung, denn die Darum müssen wir das aufgreifen, was in Bayern vom Produktion sei für den Konsum viel zu groß. In den rheinischen Bandtagsausschuß empfohlen wird, die Stadtgemeinden sollten und sächsischen Webereien und Spinnereien treten nun solche Ein- der Sache nähertreten. schränkungen auf, zum Teil auch in Berlin. Also Kürzung des Verdienstes, während die vollen Pflichten weitergehen, mithin unbedingtes Worliegen einer Notlage, wenn die Betriebsein schränkungen von längerer Dauer sind. Unsere Arbeiter finden keinen Trost mehr in dem religiösen Fatalismus Entbehren sollst Du, sollst entbehren"; der Wille zum Leben ist stark auch in dem Arbeitslosen. Was geschieht, wenn er ausgesteuert ist, wenn er erst wieder 26 Wochen lang jeine Beiträge bezahlen muß, um abermals zur Unterstützung berechtigt zu sein? Jahres haben sich Fälle von Arbeitslosigkeit gezeigt bei Holzarbeitern Kann da die Gesellschaft nichts tun? Im zweiten Quartal dieses 19, Tapezierern 28, Hutmacher 29, Handschuhmachern 34 Fiseuren 44, Bildhauern 55 Proz.! Im ganzen 108 595 Fälle, zwei Millionen Arbeitslosentage Bis zu 4 Tagen in der Woche zeigen sie sich! Das ist von sozialpolitischer Bedeutung, Denn Berlin würde da nach Wann ist nun wohl die erste statistische Erhebung zu erwarten? außen hin zeigen, daß es einen Schritt vorwärts tun will. Was ist sonst seitens des Magistrats zur Minderung der Not der Arbeitslosen zu erwarten? Der Magistrat hat ein warmes Herz ge= zeigt für die Notlage des Grafen Zeppelin, für die durchschnittlich 16,7 Tage jeder einzelne Fall, beinahe Notlage der Abgebrannten in Donaueschingen; er hat ein noch wärmeres Herz zu zeigen für die Notlage in einem einzigen Cuartal in Deutschland!( Zurufe.) Glauben Sie unserer Mitbürger, die unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Es handelt sich hier um Tausende. Allerdings wird ja bielleicht, wenn es in ganz Deutschland so schlimm ist, so steht es ängstlich erwogen, ob es sich nicht im einzelnen Fall um einen Ar- in Berlin gut? Nein, in Berlin ist es viel schlechter. Da recht philisterhaft und eines Magistrats von Berlin nicht würdig( Un- Biffer für Berlin zu haben, mit unserem Antrage schon jetzt. Der beitsscheuen handelt; das ist nicht mehr sozialpolitisch, sondern zeitig vorgebeugt werden soll, fommen wir, auch ohne die genaue ruhe). Gewiß wird auch beim Genter Syſtem geprüft, ob Arbeits- Maschinenbau zeigt nach dem„ Reichsarbeitsblatt", ebenso wie losigkeit vorliegt und in welchem Umfange. Gelder werden nicht so ohne weiteres flüssig sein; man wird uns ist keine Sebung im Baugewerbe zu fonstatieren. Bringt fragen wie wir sie aufzubringen gedenten. losigkeit vorliegt und in welchem Umfange. Die erforderlichen die Möbelfabritation, schlechten Geschäftsgang, desgleichen um ziemliche Summen; aber wir werden Ihnen den Weg der Auf die Initiative ergreifen. Es ist höchste Zeit, daß mehr als bisher Es handelt sich ja uns der Magistrat nichts Positiveres als bisher, dann müssen wir bringung schon zeigen. Bei der Beratung unseres lekten Antrages getan wird. Den Arbeitslosen zu zeigen, daß Berlin sozialpolitisch in der Dunkeltammer des Ausschusses ist man der Sache nicht auf eine Tat tun will, liegt im Interesse beider städtischen Körperschaften. den Grund gegangen; dafür bekam man aber Ausführungen zu hören wie die, daß die Arbeiter überhaupt keine Lust zu arbeiten hätten und dergleichen. Das ist keine ernste Beratung. Allen weitergehenden Anträge, die auf Vorbeugung abzielten, stand man sehr unfreundlich gegenüber. In unserem heutigen Antrage wird nun die Arbeitslosigkeit im kommenden Winter in Betracht gezogen. Die bis jetzt vorliegenden Berichte zeigen, daß von einem Abflauen der Krise noch gar keine Rede sein kann, fondern daß der kommende Winter schlimmer werden wird, als der vorige war. Das Reichsarbeitsblatt" weist nach, daß der Arbeitsstand in diesem Sommer war, wie im Winter 1907! Mit warmem Herzen ist Kollege Cassel hier seinerzeit für einen Stealschüler eingetreten, der Selbstmord begangen hatte. Ich kann nicht einen Fall, sondern eine ganze Reihe von Fällen aus meiner nächsten Umgebung schildern, wo es zwar noch nicht zum Selbstmorde, aber doch schon fast zum Aeußersten gekommen ist. Ich enthalte mich, Beispiele zu bringen; die Ziffern des reichsstatistischen Amtes über die Arbeitslosigkeit genügen vollauf. Sie können es den Arbeitslosen draußen nicht verdenken, wenn sie mittlerweile das Zutrauen verlieren zu der Möglichkeit, daß etwas zu dieser Sache geschieht. Das Eristenzminimum ist bei Taufenden infolge der Arbeitslosigkeit nicht vorhanden. Daß der Magistrat bestrebt sein wird, auch im kommenden Winter die städtischen Arbeiten zu fördern, daß sich vielleicht auch noch ein abzutragender Müllhaufen findet, bezweifle ich nicht; aber die Frage der Unterstüßung der Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Atten von Gustav von Moser. onnabendabends 8ubt: Der Richter von Zalamea. Sonntag, nadm. 3 Ubr, Stein unter Steinen. Sonntag, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. XIV. Saison! Sonntag nachm. 3 Uhr: DeZirkus Busch. hörnte Siegfried. Siegfrieds Abends 8 Uhr: Ms ich wiederkam. Hebbel- Theater. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Der Liebhaber. Stomödie in 4 Aften v. Bernard Shaw. Sonnab. b. Dienstag: Der Liebhaber. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Neu einstudiert! Anfang 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Aften v. A. M. Willner. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Helga. Sonnabend: Staatsanw.Alerander. Sonntag nachm. 3 Uhr zum erstenmal: Ausgewiesen. Abends: Helga. Montag: Flachsmann als Erzieher. Freitag, den 11. September 1908, abends 7, Uhr: Große Gala- Vorstellung. Mr. Houdini der König der Ausbrecher Saxon Trio! Das phänomenalste mensch licher Kraft. Mlle. Mariska Recsey! fowie Auftreten sämt licher neuengagierten Stünstler und Künstlerinnen. Sonntag, den 13. Sept.: Zwei große außerordl. Gala- Vorst. Nachin. 4 und abends 7, Uhr. WINDEDORTEN Zbalia. Das Mitternachtsmäben. DERNHARD ROSE THEATER EröffnungsBernhard Rose. Apollo. Bera Violetta. Haupt. zialitäten. Spe Br. Frankfurter Str. 132. Das bemoofte Haupt. Anf. 8 Uhr. Wochentagspr. Auf der Gartenbühne: Metropol. Donnerwetter tabelLos. Gebrüder Herrnfeld. Das tommt Theatervorstellung. Ben- Ali- Bey. davon. Borher: Es lebe das Droscz, fünftl. Menschen. Anf. 5 Uhr. Nachtleben. Vaiiage. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Kasino. Familie August Knoche. Spezialitäten. Die Brautschau. Folies- Caprice. Die lästige Witwe. Berliner Prater. Berlin, wie es weint und lacht.( Anf. 7 Uhr.) Carl Haberland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Die Guldenprinzeffin. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla! Spezialitäten. Metropol- Theater Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Zum 7. Male: Donnerwetter tadellos! Große Jahresrevue in einem Vorspiel u. 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. In Szene Programm. The Zancigs- Joseph Josephi, Sänger Elephanten Ephraim Thompson, dressierte Okabe, JapanerTruppe Die 5 Mowatts, KeulenJongleure Die 12 Tiller- Girls, engl. Gesangs- u. Tanztruppe Cornalla und Eddie, amerikanische Exzentriks Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Ubr: Der Herr Ministerialdirektor. Lustspiel in 3 atten von Alexander Sonnabend, abends 8 Uhr: Bisson und Fabrice Carré. Das Stiftungsfest. Sonntag, nach m. 3 1 br: Götz von Berlichingen. 8 Die Macht der vinsternis. Zirkus Schumann Sonnabend, 12. September, abends 18 Uhr: Gala- EröffnungsVorstellung. Sonntag, 13. September: Zwei Vorstellungen Nachmittags 1,4 Uhr und abends 28 Uhr. Birkustasse ist täglich von 10 Uhr vormittags ununterbrochen geöffnet. Vorverkauf im Warenhaus Wertheim und Invalidendant. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Na endlich!! Pariser Extravaganz mit ( Beifall.) Stadtrat Fischbed: Jm Punkte der Eröterung der Arbeitslosenunterstügung in gemischter Deputation wird sich der Magistrat morgen schlüssig machen. Stadtb. Rettig( A. 2.): Wir werden dem Antrag zustimmen. Nach menschlichem Ermessen wird die Arbeitslosigkeit im kommenden Winter eine größere werden. Mit großer Mehrheit wird darauf die Bertagung der Debatte auf 14 Tage beschlossen. Hierauf gelangen einige kleine Vorlagen nach kurzer Diskussion zur Annahme. Der Ausschuß für den Antrag Arons betreffend die Speisung bedürftiger Schulkinder von Stadt wegen hat am Dienstag getagt und den Bericht des Stadtschulrats Dr. Fischer und des Stadtv. Schulze über ihre Informationsreise entgegengenommen. Vorbehalten wurde, der Versammlung vorzuschlagen, beim Magistrat zu beantragen, zur Lösung der Schulspeisungsfrage eine Vorlage zu machen; als dringlicher Antrag aber wird von dem Ausschusse, Referent Stadtv. Cassel, der Vorschlag gemacht, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst eine Vorlage einzubringen, welche die Mittel anweist, damit im kommenden Winter dieSpeisung bedürftiger Schulkinder ohne Unterbrechung fortgesett werden kann. Vom Ausschusse ist dieser Antrag einstimmig gefaßt worden. Nach einer kurzen Diskussion wird der Ausschußantrag ein. stimmig angenommen. Schluß nach 10 Uhr. Residenz- Theater. Urania. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Schwant in 3 Atten von G. Feydeau. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Thanbebiſe- Boche: Richard Alexander. Ueber den Brenner nach Venedig. Deutsch von Wolff- Jacoby. Morgen und folgende Tage: Der Floh im Ohr. Lortzing- Theater Belle- Alliancestraße 7/8. Heute 8 Uhr: Baftspiel Hedwig Lange. Zaza. 156/ 2* Sonntagnachmittag 3 Uhr: Am Altar. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: Gr.Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direft.: Willi Voigt. Täglich: Pisjakoffit vollen Segeln, Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das neue große September: Pregramm. 12 glänzende Spezialitäten. alast- Theater jal Burgstr. 24, 2 Min. v. Bhf. Börse. Täglich 8 Uhr Galerie 30 B. Erstklassige Spezialitäten. 8 8 Richard Morescos wilde Königslöwen spannendste Raubtiergruppe der Gegenwart. Borverkauf von 10 Uhr ab. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria Rustikana die urfomische Burleste ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, Wochent. 8%, Uhr. Der einzig dastehende Eröffnungs Casino- Theater Spielplan! Der Zukunftspreis, Paulette van Roy 12 Attrattionen 1. Ranges 12. Wettrennen m. lebenden Pferden. Karl Hertz, Zauberkünstler. 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Sonntag, Montag u. Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanz. Ausgewähltes Programm Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Fremdes Blut. 11. a. The 5 Rahnes, SchleuderRothringer Str. 37. Familie Täglich 8 Uhr brett Akrobaten. Montani Sisters, August Knoche. Maxon, mufifal. Birtuofen. Dazu: Auguft Stnoche: Dir. Hans BergDoppeldrahtseil- Art. MIB Irene and Berliner Gesangsposse in 3 Aften. Der Seekadett. Singspiel in 2 Aften. Familienkarten wochentags 8. halben Kaffenpreis gültig in allen Barbier, Vorher d. glänzende Eröffnungsprogr. Sonntag 4 Uhr: Der Brandstifter Hochzeitsreife. Frifier- u. Zigarrengeschäften gratis Fröbels Allerlei- Theater. Anf. b. Konzert 7, b. Borte lung 8 Uhr. Reichshallen- Theater Anf. b. Konzert 7, b. Borstellung 8 Uhr. Schauspiel. 30 Bf. Ehren- und Vorzugsfarten gültig! Sonnabend, 12. Sept. Ertravorit.: Einmalige Aufführung: Muttersegen. Folies- Caprice Die lästige Witwe. Durchschlagender Erfolg! Die Brautschau. Bunter Teil. Vorverkauf von 11-2 Uhr a. d. Theaterkasse. Anf. 8 Uhr. Täglich: Stettiner Sänger. Schönhauser Allee 148. Täglich: Mit vollen Segeln. Lebensbild in 3 Alten. Dazu erstklassige Spezialitäten. Anj. Bochentags 8 Uhr. Berliner Sonntage 7 Uhr. Reichshallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Fellx Scheuer U 00000000 Ik- Trio. Stralsunderstr.1. Gebrüder HerrnfeldVarverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Das kommt davon! mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben. Komödie in 3 Alten von Anton und Donat Herrnfeld. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Kreises ( 6. Abteilung). Sonnabend, den 12. September 1908 im gr. Saale der ,, Germania- Säle" Chaussestr. 110: Heitere Kunst Kunstabend in Wort und Ton Mitwirkende: Gesang: Gertrud Bischoff. Rezitation: Max Laurence. Klavier: Leo Kestenberg. Neues Tonkünstler- Orchester. Dirig.: Franz Hollfelder.. Berliner Prater- Theater Achtung! Kastanien- Allee 7-9. Berlin wie es weint und lacht. Volksstück mit Ges. in 3 Akten und erstklassige Spezialitäten. Anf. Sonnt. 4 Uhr, Wochent. 42 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Saal. B Nen! Neu! Gustav BehrensTheater. Anfang präzise 8 Uhr. Billett 50 Pfennig( inklusive Programm und Liedertexte). Nach der Vorstellung: Tanz, daran teilnehmende Herren zahlen 50 Pf. nach. Die Saaltüren bleiben während der Aufführungen geschlossen. Das Rauchen ist während der Aufführungen nicht gestattet. Radfahrer! Achtung! Bayers Gesellschaftshaus, Adlershof. Sonntag, den 13. September 1908: Zehntes Stiftungs- Fest des Arbeiter Radfahrervereins Biel", Adlershof. Anfang 2 Uhr. Eintritt 20 Pfennig. Um 3 Uhr: Korsofahrt mit Musik. Gartenkonzert und Ball. Auftreten des Berliner Volksquartetts " Gerhardy". Für Aufbewahrung der Räder ist bestens gesorgt. Das Komitee. 13/6 Goltzstr. 9. Brauerei Friedrichshain Neu! Am Strande von Helgoland. Ausstattungs- Operette. Biederauftreten von Gustav Behrens und 10 erstklassige Spezialitäten. Duskes Kinematograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. 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Hübner Schön hauser Allee 72b. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Bakers und Großvaters Wilhelm Tietz ſage ich allen Bekannten und Ber: Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis ( Bezirk 108). Am Sonntag, den 6. b. M., verstarb unser Mitglied, der Brauer Siegfried Gerhardt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 11. September, nach mittags 3 libr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhojes in Friedrichsfelde aus flatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin. Sektion I. Am Sonntag, den 6. d. Mts. staro ganz plöglich unser Mitglied und Kollege 43/18 wandten sowie dem sozialbem. Streis- Siegfried Gerhardt wahlverein Niederbarnim und dem Bauhilsarbeiterverband meinen Herzlichsten Dant. Ww. Tietz. Für die überaus herzliche Teilnahme und die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Böttchers Paul Schilling fage allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Zentralverband der Böttcher und Hilfs: arbeiter, der Abteilung Lenz A. E. G., Ackerstraße, und den Genoffen des 6. Kreises unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Sinterbliebenen. Morortparzelle, 290 Mart an, Kolonie, landratsvorschriftsmäßig. Brunnhofer, Berlin, Nollendorfstr. 3. Zum bevorstehenden Parteitag empfehlen wir: Parteitags- Protokolle Heute Freitag: Große Kartoffel- Konkurrenz. Der früheren Parteitage, die ein reiches Material zur Geschichte der Partei, Wer die größte und schwerste Kartoffel bringt den ersten Preis dadurch erringt. Der die zweitschwerste mit sich führt dem dann der zweite Preis gebührt. gibt es noch' nen dritten Preis. ein Trostpreis soll gestiftet sein. ihrer Kämpfe, ihrer Grundsäke, ihrer Taftit bieten. Nachstehend heben wir die Hauptpunkte der Verhandlungen aus der jeweiligen Tagesordnung in summarischer Inhaltsangabe hervor: 1890. Neuorganisation; Brogrammrede Liebknechts; Stellung zu Streits und Boykotts; Auseinandersetzung mit ben„ Unabhängigen". Und da der Kampf wird groß und heiß Halle Auch für die kleinste hinterdrein 50 Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. 1. Preis 30 M., 2. Preis 20 M., 3. Preis 10 M., Trostpreis 5 M. Erfurt 1891. Festsetzung des Programms; Programmentwürfe; Ausschluß der Unabhängigen"; Tattit der Partei. 90.-, 50 Berlin 1892. Bergriffen. 1893. Gewerkschaftsbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. .- 40 Bei ungünstiger Witterung im Riesenfestsaal. Luisen- Theater. SO., Reichenberger Straße 34. Sonntag, den 13. September 1908, nachmittags 3 Uhr: Erinnerungsaufführung zur demnächstigen 30 jährigen Wiederkehr des Tages des Sozialistengesetz- Erlasses: ,, Ausgewiesen. Kölu Frankfurt 1894. Budgetbewilligungsfrage in den Landtagen; Agrarfrage; Trusts, Ringe und Kartelle. 2.- 25 Breslau 1895. Agrarprogramm; Hausinduftrie. M. 30, geb. M.-, 50 1896. Arbeiterschub; Frauenagitation; ProportionalwahlGotha ſyſtem. .-, 30 Hamburg 1897. Preußische Landtagswahlen; Militarismus. Broschiert M., 35 Stuttgart 66 Soziales Drama aus der Zeit des Sozialistengesetzes Hannover von Karl Böttcher. Mainz Lübeck München 12 Jahre wegen ,, Gefährdung der öffentlichen Ordnung" polizeilich verboten gewesen! Die Leser des„ Vorwärts zahlen gegen nur 60 pr. für 1. Parkett. Vorzeigung dieses Inserats an der Theaterkasse " :: Auf allen übrigen teureren Plätzen 25 Pf. Ermäßigung des Kassenpreises.:: Ausschneiden! Gutschein tür 1-3 Personen! 4247L* Das tägliche Ziel vieler 1000 Schaulustiger bildet die Hagenbeck- Schau Berlin, König, Ecke Neue Friedrichstraße. 213/8 Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend 2 große Vorstellungen, nachm. 4 u. abends 8 Uhr. leden Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 12%, Uhr Besichtigung u. Fütterung der Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12%, Uhr mittags hochinteressante Raubtierdressur- Proben. Besichtig. u. Fütterung d. Raubtiere geg. ein Entree v. 50 Pf. f. Erwachs. u. 25 Pf. f. Kinder. Sterben müssen alle Wanzen u. Schwaben mit der ganzen Brut burch Reichels töb. lich wirkende Spezialmittel. Verstärktes Wanzenfluid L. 50 P., M. 1-, 2-, 3-, Ltrft. 5.Schwabenpulve ,, Poudre Martial" Batet 50 Pi., 1-, 2-, fund 4.-. Erfolg garantiert. Anerkennungen aus aller Welt. Sprühapparate 50 Pf. Man nehme in den Drogerien nur die echten Originalpackung.m. Marte ,, Tod und Teufel". Berlin SO. 43. Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. Fernspr.- Anschl IV, 4751, 4752, 4753. Billigste Bezugsquelle für Mygienische Bedarfs- Artikel Drogerie Zaremba, Berlin N., Weinbergsweg 1. Ein Versuch führt zu dauernder Kundschaft. 1898. Roalitionsrecht; Bergarbeiterschuh; Preußische Landtagswahlen; Boll- und Handelspolitit, Broschiert M.-, 35, geb..-, 60 1899. Die Angriffe auf die Grundanschauungen und die taktische Stellungnahme ber Partei; Buchthaus. vorlage. Start. 75 1900. Weltpolitit; Verkehrs- und Handelspolitik; Zaktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. Broschiert M.-, 50 1901. Bergriffen. 1902. Arbeiterversicherung; Kommunalpolitik; Tonferena. Dresden 1903. Bergriffen. Bremen Jena Mannheim Essen FrauenM., 60 1904. Maifeier; Amfterdamer Rongres; Drganisationsfrage; Fall Schippel; dritte Frauenkonferenz. Broschiert M., 70, geb. 1, 1905. Parteiorganisation; der politische Maffenstreif.. 902.-, 70 1906. Der politische Massenstreit; Sozialdemokratie und Boltserziehung; Strafrecht, Strafvollzug, Strafprozeß. Broschiert M. 1,-, fart, 9. 1,25 1907. Die letzten Reichstagswahlen und die politische Lage; Alkoholfrage. Broschiert M. 1,-, fart. M. 1,25 Expedition des Vorwärts Berlin S. 68, Lindenftr, 69( Laden). Möbelgeschäft Gottschalk& Co. Laden und erste Etage, Alvensleben- Straße 6, dicht an der Potsdamer Straße, gegründet 1898 8857L gibt an solide Leute ganze Wohnungs- Einrichtungen oder einzelne Möbelstücke gegen monatliche Teilzahlung unter sehr kulanten Bedingungen. Große Auswahl in einfach bürgerlichen und eleganteren Wohnungs- Ausstattungen bei langjähriger Garantie für gute Haltbarkeit. Billigste Preise. Ueberteuerung ausgeschlossen, da an jedem Stück der Preis in Zahlen deutlich vermerkt ist. Anzahlung bei besserer Einrichtung von Stube und Küche 40-60 Mark. Monatliche Zahlung 10 Mark. Größere Wohnungs- Einrichtungen nach Uebereinkunft. Sonntags geöffnet. Kein Abzahlungs- Geschäft. ( Brauerei Hilsebein SW.). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 11. d. Mts., mach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des flädtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterkekasse der Schuhmacher Filiale Berlin. E. H. 91. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß fer langjähriges Mitglied Johannes Schnitzer am 9. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, deir 11. September, nachmittags 4%, 11hr, von der Leichen halle der Heiligen Kreuzkirche in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung bittet 15226 Die Ortsverwaltung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Frau Paula Radel am 8. September plöglich verstorben ist. 56/2 Ehre ihrem Audenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 4 Uhr, bon den Leichenhalle des ZentralFriedhofes, Friedrichsfelde, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 8. September starb im Moabiter Krankenhause unser Kollege, der Mechanifer Paul Wolff im Alter von 81 Jahren an der Proletarierkrankheit. Wir Betrauern in ihm einen ehrlichen und aufrechten Charakter, der, wo immer es galt, die Inter effen feiner Stollegen mannhaft zu berteidigen wußte. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 12. September, nachmittags 3%, Uhr, auf dem Thomas- Stirchhof in Rigdorf statt. Die Kollegen der Firma Bosse& Co., 23ienerftraße 43. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Am 5. September starb unser Kollege, der Tischler 90/4 Karl Schöngalla. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Hierdurch allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 9. September, früh em 8 Uhr, nach furzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater und Großbater Hermann Wolff sanft entschlafen ist. Die trauernden Winterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. d. M., non der Leichenhalle des Friedhofes ber Bwolfapostelgemeinde, Schöneberg, Tempelhoferweg, aus statt. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-3, 5-7. Sonntags 10-12, 2-6 6. Wahlkreis. Sonntag, abends 7 Uhr, im Lokal Prachtsäle Nordwest" ( Inh. Brüning), Wiclefftr. 24: Oeffentliche Versammlung Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Die Frau und der Sozialismus. Referent: Genosse Kubig. 2. Diskussion. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Tischler- Verein E. H. No. 89. Sonnabend, den 12. September, abends 82 Uhr, Melchiorftraße 15: Versammlung. Vereinsangelegenheiten. Billettausgabe zu dem am 17. Oftober in " Sanssouci" stattfindenden Stiftungsfest. Sonntag, den 13. September: Herrenpartie nach Saatwinkel. Treffpunkt früh 8 Uhr Bahnhof Jungfern[ 199/5] Der Vorstand. heide. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: 229/ 10* Der Einberufer. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes Solidarität“. Touren 3um Sonntag, den 13. September: 1. Abt. 7 Uhr: Werljee. 1 1hr: Hessenwinkel. Start: Bülowftr. 58. 2. Abt. 1 Uhr: Schöneiche( Waldschloß). Start: Fontane- Promenade 15. 3. und 10. Abt. 7 Uhr: Saltberge ( Grewe). 1 Uhr: Schöneiche( Waldschloß). Start: 3. Abt. Mariannenplat; 10. Abt. Start: Weberstr. 17. 4. Abt. 7 Uhr: Königswusterhausen ( Wedhorn). 1 Uhr: Adlershof( Wöllstein). Start: Küftriner Blaz. 5. Abt. 8 Uhr: Streifzüge nach dem Liepnissee. 2 Uhr: Wilmersdorf Sitzung der Ortsverwaltung.( Dale). Start: Elyftum. Einsetzer! Sonntag, den 13., vormittags 9 Uhr, finden die Bezirks- Versammlungen In den bekannten Lokalen statt. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Die Kommission. Zur Beachtung! 6. Abt. 6 Uhr: Teupit( Tornows Jdyl). 1 Uhr: Eichwalde( Witte). Start: Dderberger Str. 28. 7. Abt. 1 Uhr: Hakenfelde( Boltsgarten). Start: Grenzstr. 21. 8. Abt. 2 Uhr: Pichelswerder ( Freund). Start: Huttenstraße 10. 9. Abt. 1 Uhr: Friedrichshagen ( Konrad). Start: Schillingstr. 15/16. 11. Abt. Donnerstag, den 17. Seps tember, früh 6 Uhr: Freienwalde. Start: Gr. Hamburger Straße 18/19. 1908er Gänse, Enten Die Zahlstelle 55 ist von Staliterftr. 102 zum Kollegen Franz Hühner, Enten, Tauben, weiße, ganz ausgewachſ. Gänse 33 M., Lowack, Skalitzerstr. 99, verlegt worden. 90/3 Die Ortsverwaltung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken, Wollatlas und Simili Seide 3.25, 3.85, 4.35, 5.00, 5.75. Portieren, Violettatuch, 2 Shawls, 1 Lambrequin in allen Farben 3.25, 3.85, 4.75, 5.50, 6.75. Große Frankfurterstraße 125. Plüsch und Tuchtischdecken mit fleinen Stickfehlern. Riefenausivahl. 11678* ig. Gänse empfiehlt reell und billigst Wegner, Berlin SO., Mariannenft.34. liefert frto. garant. Ieb. Ankunft, 10 13 ganz ausgewachsene Enten 19 M. 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Tüchtige Handweber 290/ 13* auf breite Ware suchen bei hohen Für die„ Volksstimme" in Chemnitz wird zum möglichst baldigen erster politischer Redakteur D Affordlöhnen Neumann& Lehmann, Droffen bei Frankfurt a. d. Oder. Lehrlinge Br. 213. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. fing, 11. September 1908 Partei- Angelegenheiten. Schifferagitation. Die diesmonatliche Fackel"-Verbreitung findet am Sonntag, den 13. d. Mts., vormittags, statt. Wir ersuchen die Genossen, welche diese Arbeit übernommen haben, sich an den bekannten Stellen rechtzeitig einzufinden. Die Agitationskommission. " sein würde." Freitag, schluß mit Ausnahme der Sonnabende bereits seit neun Jahren ventioniert. Wie nun, so meinte ich weiter, wenn die Stadt Berlin eingeführt. Daß die Sozialdemokratie irgendwelchen Zwang auf einmal die alte Nachrede, daß sie keinen Pfennig fürs Theater aus. die abstimmenden Ladenbesitzer ausüben konnten, sei ausgeschlossen. gibt, gründlich zu schanden machte? Für die große Masse der Ber Die Abstimmung sei ja keine öffentliche gewesen, sondern habe in liner Kunstfreunde gibt es feine Wagner- Vorstellungen, da das den Polizeirebierbureaus durch eigenhändige Unterschrift der Ab- tönigliche Opernhaus ihnen nicht offen steht. Dies Institut wird zwar von den Steuergrofchen der Bevölkerung mit unterhalten, doch stimmenden stattgefunden. hat hier ein Lichterfelder Kadett leichter umsonst Zutritt, als ein Stadtverordneter Goldschmidt bezweifelt, daß die Sozial- nichtuniformierter Mensch für sein sauer verdientes Geld. Ganz demokratie die Abstimmung der Ladenbefizer beeinflußt habe. Alle abgesehen davon, daß das königliche Opernhaus der ernst zu nehmenden Handlungsgehilfenorganisationen hätten übrigens den Achtuhr- Stunst heutzutage nur im Nebenberufe dient. Es dauert keine Ladenschluß auch gefordert, und von diesen Drganisationen sei gerade fünf Jahre mehr, bis Richard Wagner frei" wird. Bis dahin Sechster Kreis. Am Sonntag, den 13. September, abends 7 Uhr der sozialdemokratische Verband an Mitgliederzahl der schwächste. tönnte die Stadt Berlin ein Theater errichtet haben, das der Be findet eine öffentliche Versammlung für Frauen und Die Arbeiter würden mit dem früheren Ladenschluß einverstanden völkerung zugänglich ist und das, da in seine Leitung nur der Männer im Lokal Prachtsäle Nordwest", Wiclefstraße 24 statt. sein. Eine Reihe von Arbeiterorganisationen hätte schon wiederholt Kunſtverſtand hineinreden dürfte, im Hauptberufe Kunstinstitut Tagesordnung: Die Frau und der Sozialismus." ihre Mitglieder aufgefordert, nach 8 Uhr feine Einkäufe mehr zu machen. Er sei der Meinung, daß sich der Achtuhr- Radenschluß Ueber die Fleischvergiftungen im Rudolf- Virchow- Krankenhause auch ohne Ausnahmebestimmungen für einzelne Branchen würde verbreitet sich die gestern ausgegebene, Deutsche Medizinische WochenSechster Wahlkreis. Von den mit der Direktion der Sternwarte durchführen lassen. schrift". Auch dort wird zugegeben, daß es sich dabei anscheinend in Treptow vereinbarten Lichtbildervorträgen findet der erste für die Nachdem noch mehrere Redner für die Zulassung von Aus- um Vergiftung durch Paratyphusbazillen gehandelt hat, die selbst in 9. und 10. Abteilung am Sonntag, den 13. September, nachmittags nahmebestimmungen plädiert, wurde zur Abstimmung geschritten. völlig einwandfreien Nahrungs- und Genußmitteln sich finden. Es 5 Uhr, im Restaurant Zenner Nachf., Treptower Chaussee 21, könne daher aus diesem zurzeit auch bei guter Absicht leider immer Dieselbe ergab Annahme des Achtuhr- Ladenschlusses mit Aus- noch unvermeidbaren Vorkommnis der Verwaltung kein Vorbis- a- vis der Sternwarte, statt. Den Teilnehmern steht die BeAuch die vom Referenten beantragten wurf gemacht werden. Aber dieses Vorkommnis sei Anlaß gefichtigung des Aſtronomischen Museums und des Riesenfernrohres nahme der Sonnabende. vor und nach dem Vortrage frei. Nachzügler können auch an dem Ausnahmebestimmungen fanden die Zustimmung der Mehrheit der worden, daß Mißstände im Küchenwesen des Gewerbedeputation. Die Zulassung der Ausnahmebestimmungen auf aufgedeckt worden Vortrage um 7 Uhr teilnehmen. Der Vorstand. Waidmannsluft. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins die Konfitürengeschäfte wurde mit nur einer Stimme Mehrheit befindet Sonnabend, den 12. d. Wits., abends 8 1hr, in Borsigwalde schlossen; 9 Stimmen wurden dafür, 8 dagegen abgegeben. bei Woitschach statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dittmer Nunmehr wird sich der Magistrat mit der Frage des Achtuhrüber Darwinismus und Arbeiterschaft". Vereinsangelegenheiten, Ladenschlusses zu beschäftigen haben. Verschiedenes. Die Abholung der Handzettel seitens des Bezirksführers hat bei Richter, Wiclefstraße 24 Freitagabend zu erfolgen. " Friedrichshagen. Sonntag, den 13., morgens 8 Uhr, findet eine Ingberbreitung von folgenden Lokalen aus statt: 1. Bezirk: R. Schmidt, Wilhelmstr. 53; 2. Bezirk: R. Zachow, Seeftr. 11; 3. Bezirk: W. Miething, Kastanienallee 16; 4. Bezirk: A. Singuhr, Seeftr. 36. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß das bisherige System der Verteiler in Fortfall gekommen ist. Material ausgabe für die Bezirksführer Sonnabend abend 8 Uhr bei Schmidt, Wilhelmstr. 53. Wilhelmsruh- Nieder- Schönhausen( West). Wir machen auf das am Sonnabend, den 12. September, bei Kollmann stattfindende Herbstvergnügen des Wahlvereins aufmerksam. Das Komitee hat fich bemüht, das Fest würdig zu gestalten nnd erwartet regen Besuch. Diejenigen Billetts, welche bis Sonnabend abend nicht zurückgegeben sind, gelten als verkauft. Der Vorstand. Schildow- Blankenfelde( Bezirk Nieder- Schönhausen). Am Sonntag, den 13. September 1908, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokal des Herrn Knappe, Zur Mönchsmühle", die Wahlvereinsversamm Tung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Karl BöttcherBerlin: Zum Nürnberger Parteitag". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Treffpunkt der Schönhauser Genossen Punti 1/22 Uhr bei Der Vorstand. Bratbogel, Nordend. Senzig. Die Wahlvereinsversammlung findet am Sonntag nachmittag 3 Uhr im Lokal von A. Schimte statt. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Mit dem Achtuhr- Ladenschluß an den Wochentagen mit Ausnahme der Sonnabende beschäftigte sich, wie bereits kurz mitgeteilt, die Gewerbedeputation des Magistrats in ihrer Sigung am Mittwochabend. Es handelte sich darum, fest zustellen, ob und eventuell mit welchen Ausnahmen die Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses an den ersten fünf Werktagen jeder Woche von der Gewerbebeputation befürwortet wird. Bekanntlich kann nach§ 139 f der Gewerbeordnung durch die höhere Berwaltungsbehörde nach Anhörung der Gemeindebehörden für eine Gemeinde oder mehrere örtlich unmittelbar zusammenhängende Gemeinden auf Antrag von mindestens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber der Achtuhr- Ladenschluß eingeführt werden. Zu diesem Zwecke fand vor einigen Monaten eine Abstimmung unter den in Frage kommenden Geschäftsinhabern statt. Berechtigt zur Abstimmung waren über 44 000 Personen, von denen fich 24 673 an der Abstimmung beteiligten. Laut Schreibens des Polizeipräsidenten vom 22. Juli dieses Jahres hatten 17 951 Abstimmende für den Achtuhr- Ladenschluß gestimmt, während 6722 dagegen waren. Die gefeßlich vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit für ben Achtuhr- Ladenschluß ist also vorhanden. Im föniglichen Opernhause. Krankenhauses jeien. Den in der Stadtverordnetenversammlung vom 3. d. Mis. vorgebrachten, sowie in der Tagespresse vielfach mitgeteilten Tatsachen fügt das Blatt Angaben hinzu, die ihm von bestunterrichteter Seite zugegangen sind und berechtigtes Aufsehen erregen dürften:„ Die jetzige Epidemie ist bereits die dritte, die bei den Krankenschwestern vorgekommen ist. Es ist jedoch nicht nur deren Essen quantitativ und qualitativ häufig ungenügend, sondern auch die Kost der Patienten ist manchmal ungenieß Ein Leser unseres Blattes schreibt uns: bar gewesen, und ebenso haben sich die Assistenten bei der Direktion Borige Woche hatte ich den Entschluß gefaßt, ins Opernhaus beschwert, daß sie infolge des schlechten Essens Magen- Darmkatarrhe 311 gehen. Zwischen den Abenden, an denen das Publikum dieses bekommen hätten. Schon lange vor den letzten Krankheitsfällen kunstinstituts mit dem sardanapalischen Spektakel gequält werden der Schwesternschaft haben Aerzte und Pflegepersonal sich bisweilen muß, var eine Pause gelassen, die man mit den„ Meistersingern privatim Nahrungsmittel beschafft, um nicht genötigt zu sein, das einmal die Oper aller Opern, und da ich sie jahrelang nicht ge- noch weitere Mitteilungen machen, wollen jedoch angesichts der wohl von Nürnberg" ausgefüllt hatte. Die Meistersinger sind mir nun schlechte, von der Anstalt gelieferte Essen zu nehmen. Wir könnten sehen hatte, beschloß ich, einen Taler für den vierten Nang daran nun einsetzenden besseren Ueberwachung der Verpflegung es damit zu riskieren. Ich wußte vom Hörensagen, daß es für jemanden, genug sein lassen." der nichts ist als Kunstfreund, keine Kleinigkeit bedeutet, Wir möchten nur bemerken, daß wir vor Jahresfrist in unserem für Geld und gute Worte ins königliche Opernhaus zu kommen, Blatte lebhafte Klagen von Patienten über die Art der Beköstigung und demgemäß traf ich meine Vorbereitungen, Donnerstag veröffentlicht haben. Diese fanden leider nicht die Beachtung, als war die Vorstellung, und Mittwoch vormittag bald nach neun Uhr jetzt, wo es sich um die Kost von Schwestern und Aerzten handelt. pflanzte ich mich als einer der ersten an der Theaterkasse auf. Da wenn man an eine Reform auf diesem Gebiete gehen sollte, so sollte ich Ferien hatte, konnte ich mirs eben leisten. Nach einer Stunde an Pfleger und Patienten in erster Linie gedacht werden. Hier tut angenehmsten Wartens, in der zwei Schußleute so freundlich als es eine Besserung am dringendsten nötig. war es so weit, daß ich dem Kassierer mein Begehren vortragen Tut mir leid, vierter Rang Sigplatz ist nicht mehr zu haben." Was haben Sie denn noch?" fonnte. " " Ersten Sang und vierten Kang Stehplatz." Dann geben Sie mir bitte Stehplatz. " Eine Rücksichtslosigkeit sondergleichen konnte man gestern morgen in der Jerufalemer Straße beobachten. Von der Lindenstraße her tam ein Bataillon Franzer" und bog in die Jerusalemer Straße ein. Ein junger Mensch, der es eilig zu haben schien, wollte nicht so lange warten, bis der ganze Zug vorbei war und er benutzte die Gelegenheit, als ein größerer Zwischenraum wurde, um schnell hindurchzuschlüpfen. Da aber packten ihn schon rauhe Fäuste, Ich war froh. Um so enttäuschter zeigten sich eine Anzahl es hagelten Stöße und Büffe und der Hut wurde ihm vom Kopfe Damen und Herren hinter mir beim Bernehmen dieser Worte. geschlagen. Das Publikum, das diese Szene mit ansah, gab seinen Sie hatten ebenfalls bald eine Stunde gewartet und mußten Unwillen über diese Handlungsweise in nicht mißzuverstehenden nun mit leeren Händen von dannen ziehen. Ich aber hatte meinen Worten Ausdruck. Stehplatz für den nächsten Tag in der Tasche. " Sie haben Glück; es ist das legte Billett!" sagte der Staffierer, als ich ihm eine Mark fünfzig hinlegte. Es ist unerhört, daß in den Straßen Berlins die Steuerzahler Die Vorstellung begann Uhr sieben. Kurz nach sechs war ich von den Stellvertretern Gottes in dieser Weise behandelt werden. Zehn Pfennig für Garderobe zahlt man fchon; daß in Los im Theater und letterte die vier engen Treppen hinaufgebak in das ges des Gisenbahners. Bon einer Maſsine erfaßt und einer Zeit, wo der ganze Faust für zwanzig Pfennig zu haben ist, unter die Städer geworfen wurde gestern etwa 50 Meter von Karls an der Galerie eines föniglichen Instituts gleichfalls zwanzig Pfennig horst ein Eisenbahnarbeiter. Er wurde gräßlich verstümmelt. Der für den Theater zettel verlangt werden, ist ein Standal. Vor Tod trat auf der Stelle ein. allem, wenn man bedenkt, daß von den zwölf Seiten dieses Zettels das eigentliche Theaterprogramm nur eine halbe Seite ausfüllt, während der übrige Inhalt aus zwei Schnurren, einer Fahrradreklame und einer Menge Annoncen besteht, deren Insertionsbeträge ohne Zweifel allein schon die unentgeltliche Abgabe des Bettels an das Publikum ermöglichten. Aber was wollte ich denn? Ich hatte dadurch, daß mir das letzte Billett zum Stehplaz überantwortet worden war, bare eine Mark fünfzig ergattert, und mochte nicht einmal die zwanzig Pfennig draufgehen lassen? Pfui? Ein folgenschwerer Automobilunfall hat sich am Mittwoch auf der Tegeler Chaussee zugetragen. Vier Chauffeure aus Berlin hatten in einem Kraftwagen eine Ausfahrt unternommen. Das Automobil wurde von dem Chauffeur August van der Werth geleitet. Sturz hinter Tegel schleuderte das Gefährt, das sich in rasendem Tempo vorwärts bewegte, hin und her und bei einer Biegung karambolierte es mit einem Baume. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß der Die Jusasien Kraftwagen fast vollständig zertrümmert wurde. wurden auf die Chaussee geschleudert. Sie kamen jedoch bis auf 2. glücklicherweise mit Hautabschürfungen davon. Dagegen schlug 2. mit dem Kopf gegen den Baumstamm und erlitt einen schweren Schädelbruch. Die Begleiter schafften den Verunglückten, der das Bewußtsein verloren hatte, sofort nach dem Krankenhause, wo der Schwerverletzte gestern abend verstarb. Als vierzehnter war ich drinnen und konnte daher an der Rampe noch einen Platz in Beschlag nehmen, von dem aus man einen guten Ausblick auf die Bühne hatte und nicht allzusehr von dem Kronleuchter belästigt wurde. Wer später mehr nach der Mitte hin zu stehen tam, fonnte Betrachtungen darüber anstellen, daß im Zeitalter des elektrischen Lichts ein Kronleuchter für das Todessprung in die Spree. Der Selbstmord eines unbekannten bevorzugte Publikum im Parterre und den unteren Rängen höchst Mannes rief vorgestern nachmittag an der Friedrichbrücke großes AufNachdem der Referent der Gewerbebeputation, Stadtrat überflüssig, für das Volk auf dem vierten Range aber eine Straf- fehen hervor. Der Lebensmüde, der etwa 35 Jahre alt gewesen Dr. Weigert, das Resultat der Abstimmung bekannt ge- verschärfung ist, da er gerade die wichtigste Partie der Bühne den fein mochte, schwang sich vor den Augen zahlreicher Passanten über geben, erklärte er, daß er persönlich zwar Gegner des Achtuhr- Blicken versperrt. Wenn das Untier wenigstens noch unseren Blaß das Geländer der Brücke hinweg in die Spree. Es wurden auf der Ladenschlusses sei, er auch die erfolgte Abstimmung nicht für erhellte! Aber hier herrschte bor Beginn der Vorstellung gräuliches Duster, Stelle Rettungsversuche unternommen, die jedoch keinen Erfolg einwandfrei halte, da wohl eine Zweidrittelmehrheit der Ab- solange die Beleuchtung nur auf halbe Straft gestellt war. Alles Bemühen, hatten. Die Leiche des Selbstmörders konnte noch nicht gelandet stimmenden nicht aber der stimmberechtigten Geschäftsinhaber vor- den Theaterzettel zu entziffern, war vergeblich. Später aber, als werden. die Glühlampen voll ihre Pracht entfalteten, schmerzten die Augen liege. Die Inhaber der großen Geschäfte, die ja größtenteils schon beim Versuch zu lesen, da das grelle, unverhüllte Licht der großen Omnibus der Linie 17( Dönhoffplatz- Großgörschenstraße). Auf Schiffbruch erlitt am Donnerstag um 4 11hr nachmittags ein jezt ihre Geschäfte um 8 Uhr schließen, hätten wohl in ihrer Mehr- Laterne nicht wie im normalen Leben von oben her aufs Papier der Fahrt durch die Lindenstraße verlor er ein Vorderrad und legte heit für den Achtuhrschluß gestimmt. Viele Kleine Geschäftsleute aber fiel, sondern von unten heraufstieg. Aber was ist der Menschengeist, sich auf die Seite. Die Fahrgäste wurden durcheinandergerüttelt, wären wohl von der Sozialdemokratie beeinflußt worden, um sich wenn er im Stampf mit widrigen Elementen nicht erfinderisch wird? tamen aber mit dem bloßen Schrecken davon. Die Besichtigung des für den Achtuhr- Ladenschluß zu erklären. Obwohl er glaube, daß am besten gelang es mir, der Situation Herr zu werden, wenn ich Nades ergab, daß mehrere Speichen glatt durchgebrochen waren. die Kleinen Geschäftsinhaber durch den früheren Ladenschluß gefchädigt der Bühne den Rüden zulehrte, den Zettel oder das mitgebrachte Tert- Nades ergab, daß mehrere Speichen glatt durchgebrochen waren. Text- Was für ein Wagenmaterial muß das sein, das die„ Allgemeine werden, wolle er sich doch nicht gegen die Verkürzung der Geschäfts- buch mit hocherhobenen Händen gegen die Wand hielt und so an der Berliner Omnibus- Gesellschaft" benutzt! Fahrgäste und Angestellte Bereicherung meines Wissens arbeitete. Diese Versuche waren aber zeit aussprechen, nachdem jetzt das Ergebnis der Abstimmung vor- nur für turze Zeit fortzujeßen, denn hinter mir wollten auch noch werden durch solche Vorkommnisse der Gefahr einer Schädigung an liege. Er beantrage jedoch, den Achtuhr- Ladenschluß auf die Gesundheit und Leben ausgesetzt. Leute wohnen. Bigarren und Tabak, die Blumeu- und Konfitürengeschäfte Das Publikum in der kleinen Zigarrentiste, die im königlichen In den Tod geradelt. Ein seltsamer Leichenfund ist gestern im nicht auszudehnen, es für diese Geschäfte vielmehr bei den jezigen Opernhause als vierter Rang Stehplatz bezeichnet wird, ist gefittet Dder- Spree- Kanal gemacht worden. Von Ausflüglern wurde der Bestimmungen( Neunuhrladenschluß an allen Werktagen) zu belaffen. und fügt sich mit echt preußischer Untertanengeduld in die ihm für Leichnam des 42 Jahre alten taubstummen Mechanikers Rudolf Stadtverordneter Berger als Korreferent sprach sich im Sinne eine Mart fünfzig auferlegten Martern. Wer einmal einen Steh- Trehmel im Wasser entdeckt und ans Ufer gezogen. Die Beine des des Referenten aus. Er halte zwar den Achtuhr- Ladenschluß für plaz besserer Qualität inne hat, kann sicher sein, daß er ihn behält; Toten waren in die Speichen eines Fahrrades verwickelt. T. ist einen Eingriff in die persönliche Freiheit der Ladenbefizer, wolle es gilt als gutes Herkommen auf der Galerie, daß ein jeder das das Opfer eines verhängnisvollen Unglücksfalls geworden. Er war aber nach der erfolgten Abstimmung durch die Beteiligten selbst Eigentumsrecht seines Leidensgefährten respektiert. Mir wäre es noch nicht ganz sicher auf dem Stade und hatte spät abends am gegen dessen Einführung keinen Widerspruch erheben. Für die vom alles in allem relativ erträglich ergangen, wenn ich nur nicht den Ufer des Kanals Probefahrten angestellt. Er kam dabei wohl jedenReferenten beantragten Ausnahmen ersuchte er zu stimmen. Für leidigen Bäcker zum Hintermann gehabt hätte. Ein Mann von gut falls zu dicht an die Böschung heran und stürzte mitsaint dem Nade Referenten beantragten Ausnahmen ersuchte er zu stimmen. Für zwei Zentner Gewicht, der sich drei Stunden hindurch auf mich wie in den Kanal hinab. Da er infolge seines Bustandes keine Hilfedie Blumengeschäfte halte er die Ausnahme nötig, um denjenigen, auf einem Mehlsack lehnte und dann vor Beginn des dritten Aftes rufe ausstoßen konnte, so mußte er elend ertrinken. welche an Geburtstags- oder sonstigen Familienfesten teilnehmen enttäuscht von dannen zog. Er hatte sich schon lange vorgenommen, Zu dem Selbstmordversuch des Neuenburger Straße 1 bediensteten wollen, Gelegenheit zu geben, ihre Einfäufe in den Blumen- die Meistersinger" zu sehen, weil ein Bäckermeister darin geschäften auch noch nach acht Uhr abends machen zu auf die Bühne kommt. Nun war er unwillig, weil Friz Mädchens Gertrud C. ersucht uns Herr Kaufmann Mentel mitzuteilen, tönnen. Mancher, der sich abends nach 8 Uhr noch ein Paar Hand- Rothner feine weiße Müge trug und das ihm überdies von Kindes- daß er die C. am Ersten entlassen wollte, weil er mit ihr nicht zufrieden schuhe kaufen wolle, könne dieses Vorhaben nach Einführung des beinen an wohlbekannte Nachtwächterlied der einzige Lichtblick in gewesen war, sie aber auf ihr Bitten weiter behalten hätte. Die C. Achtuhr- Ladenschlusses nicht mehr ausführen, was wieder eine wie ein Bär. Doch ich will gegen meine Nachbarn nicht mehr fagen geteilten von seiner Frau gemachten Abzügen fei er und seine Frau dem sonst herzlich langweiligen Singfang war. Ich aber schwitzte hätte bor Antritt des Dienstes bei anderen Herrschaften laut Dienstbuch immer nur kurze Zeit ausgehalten. Zu den von uns mitSchädigung der Handschuhgeschäfte bedeute. Auch viele Arbeiter- als ich verantworten kann. Die Vorstellung war Punkt zwölf zu voll berechtigt gewesen. Die C. hätte ihm durch Zerschlagen einen frauen würden den früheren Ladenschluß lästig empfinden. Ende. Auch wer ohne eine Last auf dem Rücken in heißer stidiger Bürgerdeputierter Tuyauer empfahl, sich mit der Luft sechs Stunden lang stehen muß, wird schließlich die Engel im Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses, mit Ausnahme der Sonn- Himmel singen hören. Ich bewunderte die Kunstbegeisterung der abende, einverstanden zu erklären und zwar ohne irgendwelche Aus Damen auf dem Stehplay; von neuem zeigte es sich, daß das Wort nahmebeſtimmungen für einzelne Branchen. Wer einen Strauß oder vom schwachen Geschlecht eine beleidigende Phrase ist. Unterwegs erinnerte ich mich, daß vor zwanzig Jahren in meiner Blumentopf als Geburtsgeschenk brauche, fönne sich denselben auch Heimatstadt derselbe Sitzplatz, der im königl. Opernhause zu Berlin Abzug berechtigt sein, besonders nobel ist es aber nicht. bis 8 Uhr besorgen bezw. besorgen lassen. Die Arbeiterfrauen für drei Mart nicht zu haben war, allerdings unnummeriert, abzug berechtigt sein, besonders nobel ist es aber nicht. würden sich sehr bald an den früheren Ladenschluß gewöhnen. Sei bei einer Wagner- Vorstellung fünfundsiebzig Pfennig loftete. Beide Beine gebrochen hat sich der 19jährige Arbeiter May Zech, doch in den beiden hiesigen von Arbeitern begründeten Konsum- Um diesen Preis tonnte ich Jofeph und Rosa Sucher, Gura und der in einer Zelle des 44. Polizeirebiers interniert war und nach bereinen, welche jest 37 Berlaufsstellen haben, der Achtuhr Laden- Alvary genießen. Freilich wurde das Theater von der Stadt fub- dem er die eiserne Zellentür aus der Umfassungstür gedrückt hatte, a weit höheren Schaden zugefügt als die 4 M., die abgezogen worden wären; es hätte übrigens die Absicht bestanden, die 4 W. später der wären; es hätte übrigens die Absicht bestanden, die 4 M. später der Mutter wieder zurückzugeben, wenn die C. eingefchlagen hätte. Wir möchten hierzu bemerken, daß eine Herrschaft, die für einen Lohn von 12,50 M. ein 15jähriges Mädchen mietet, damit rechnen muß, daß auch einmal etwas zerschlägen wird. Formell mag der cmS dem ersten Stockwerk auf den Hof htnadfprang. �ech vermochte sich noch auf die Straße zu schleppen, von wo er mittels Droschke die elterliche Wohnung in der Skalitzer Straße aufsuchte. Hier liegt er schwer krank danieder. Aus dem Straßenverkehr. Vor dem Hause Schwedter Straße 264 wurde Mittwoch nachmittag die vierjährige Tochter Agnes des Arbeiters Fulge von einem mit Sägespähnen beladenen Arbeits- wagen überfahren. Die Mutter trug das bewußtlose Sind nach der Unfallstation in der Schönhauser Allee, wo es nach wenigen Minuten infolge innerer Verletzungen unter den Händen des Arztes starb. Nach Angaben von Augenzeugen trifft den Kutscher keine Schuld. In der Nacht um 3 Uhr wurde der S5 Jahre alte Kaufmann Werner Polack beim Ueberschreiten des Fahrdammes vor dem Hause Friedrichstraße 59/60 von einer Kraftdroschke angefahren. Sein Bruder schaffte ihn in einer Droschke nach der Unfallstation in der Kronenstraßc. wo man eine schwere Quetschung des Hinter- kopfeS feststellte und dem Verletzten einen Notverband anlegte. Dann wurde er im bewußtlosen Zustande nach der königlichen Klinik in der Ziegelstratze transportiert.— Ein Zusammenstoß erfolgte vor dem Hause Friedrichstr. 223 zwischen einer Kraftdroschke und einem mit Obst beladenen Handwagen des Händlers Otto Börner, wobei B. samt seinem Wagen umgeworfen und das Obst auf die Slraße geschleudert wurde. Börner klagte zwar über Schmerzen in Beinen und Armen, konnte aber seinen Weg, nachdem er den Wagen beladen hatte, ohne fremde Hilfe fortsetzen. Auf der Treptow-Sternwarte kommt am Sonntag, den 13. Sep- kember, nachmittags um 5 und um 7 Uhr, die Archenholdsche Bearbeitung des Themas:„Die Bewohnbarkeit der Welten" zum Vortrag. Am Montag, abends um 9 Uhr, spricht Herr Dozent JenS Lützen über:„Altes und Neues über Gletscher". Die Vorträge sind gemeinverständlich und mit vielen Licht- und Drehbildern auS- gestattet.— Mit dem großen Fernrohr wird am Tage die Sonne mit ihren zahlreichen Flecken, nach Sonnenuntergang Wega, später Saturn mit seinem Ringshstem und der Mond gezeigt. Der„Bund der Laubeukolonisten Berlin» und Umgegend" ber- anstaltct am Sonntag, den 13 und Montag, den 14. September, im Etablissement„Zur LebenLquelle"(frühere Arminhallen), Kommandantenstraße 26, seine VI. Allgemeine Ausstellung. Aus- gestellt werden: gärtnerische Erzeugnisse, Hühner, Tauben und Kaninchen. Zu dieser Ausstellung ffind dem Bunde verschiedene Ehrenpreise gestiftet worden. Der Eintrittspreis bettägt inklusive Konzert 30 Pf. Die Untcrwassrrstraßr von der Holzgattenstraße bis zur Werder- straße wird behufs Ausführung von Pflasterungsarbeiten in der Werderstraße vom 10. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Im Wartezimmer unserer juristischen Sprechstunde ist am Montag ein Regenschirm stehen geblieben. Der Eigentümer kann den Schirm dort in Empfang nehmen._ In der Partelsprditioa RIxdorf, Neckarstr. 2, find 17 Verbands- marken a 45 Pf., gelben Aufdruck, mit dem Zeichen V. d. S. u. S. u. v. B. Deutschlands abgegeben worden. Der rechtmäßige Verlierer kann dieselben dort abholen. Unter den im Berliner Aquarium letzthin eingetroffenen Gästen befindet sich eine elfköpfige Gesellschaft eines Bewohner» Floridas� der zum ersten Male hier eingekehrt ist, so daß den neuen An- kömmlingen eine besondere Herberge beim Vogelhaus« hergerichtet werden mußte. Sie gehören zur Klasse der Insekten, die den Erd- boden mit seiner Pflanzendecke tmd das Luftmeer beleben, die durch Vorführung ihrer Gattungen und Arten Gelegenheit zu höchst anziehenden, vielseitigen und neuen Beobachtungen und Feststellungen bieten wurden. Die Verwirklichung der Absicht, in dem neu geplanten Aquarium auch eine Stätte zu schaffen, würde also sehr bedeutsam und mit Freude zu begrüßen sein. Zur Bewohnerschaft desselben würden auch die großen Pflanzenschädiger auS der Gruppe der Heuschrecken zählen. Eine der größten SpezieS der Heuschrecken bildet die oben erwähnte Amerikanerin, die den wissenschaftilchen Namen Rbomsli» centurio führt. Die Tiere sind etwa acht Zentimeter lang und in Gelb, Brau« und Grau hübsch gelleidet._ Vorort- JVadmcbteih Charlottenburg. Die Charlotteuburger Stadtverordnetenversammlung hielt am Mittwoch ihre erste Sitzung nach den Ferien ab. Die Tagesordnung war außergewöhnlich umfangreich, sie wies nicht weniger al« 41 Nummern auf. von denen allerdings die größte Zahl keine Debatte hervorrief. Am bedeutendsten bürste die Vorlage des Magistrats betreffend Fuhrleistungen für die Straßen« reinigung und Feuerwehr fein. Nachdem die Verfamm« lung im vorigen Jahre beschlossen hatte, in eine Prüfung der Frage einzutreten, ob dw Fuhrleistungen für die Straßenreinigung nebst Belprengung, die Parkverwaltung und die Feuerwehr vom 1. April 1910 ab in eigene Regie zu übernehmen sein werden, beantragt der Magistrat jetzt plötzlich, von der Uebernahme in eigene Regie Ab- stand zu nehmen und die Fuhrleistungen auf weitere drei Jahre einem Unternehmer mit der Maßgabe zu übertragen, daß dieser nur die Pferde und Kutscher zu stellen und die Kehrichtabladeplätze zu beschaffen hat, währeno die Stadtgemeinde die erforderlichen Stallungen, Neinisen. Werkstätten und Wagen vorhalten soll. Dle eigenartige Stellung deS Magistrats wurde von Vertretern aller Parteien abfällig kritisiert. Besonderes Befremden erregte eS. daß ber Magistrat sich mit seinem Antrage in Widerspruch zu den loiederholten Beschlüssen der Deputation für daS Feuerlösch- und StraßenreinigungSwesen gesetzt hat. Seitens der sozialdemokratischen Fraktlon griff Genosse Gebert in die Debatte ein, einmal, um die grundsätzliche Stellung der Partei zur Regieftage darzulegen, und zweitens, um der Versammlung die schwere Schädigung vor Augen zu führen, die der Stadt durch die bisherige Bevorzugung von privaten Fuhrunternehmern erwachsen ist. Die Vorlage wurde schließlich einem Ausschuß von 18 Mitgliedern überwiesen, in den die Frattion die Genossen Gebert, Will und Z r e t s ch ent- sandte. Wie in den meisten anderen Gemeinben, so wurde auch in Eharlottenburg seitens des Magistrat» ein Beitrag zu der Nationalspende für de» Grafen Zeppelin, und zwar iu Höhe von 10000 M. beantragt. Während namenS der Sozialdemokraten Genosse g t e t s ch bei aller Anerkennung der Bedeutung de» genialen Erfinder» der Vorlage widersprach, und besonders darauf aufmerksam machte, daß es sich schließlich im Grunde ge- N0MM«N um Lu«aab»n zur stiSrderuug de« MiUtariSinu» handle, und während er fern« auf die großen, ihrer Lösung noch harrende» Ausgaben der Bemrinde, namentlich aus dem Gebiete de« Armenwesrn« ausmerlsam macht«, konnten sich die Ber- treter der übrigen Fraktionen nicht genug in Hurra- PatriotiSmu» ergehen. Allerdings widersprachen sich die Herren dabei nur allzu sehr. Der Redner ber Freisinnigen, Dr. g r e n tz e l, bemühte fich, e» so darzustellen, al« ob der Mili- tariSmuS dabei gar nicht in Frage komme, und im Gegensatz zu ihm betonte Staotverordneter Becker, ein ehemaliger General. auf» nachdrücklichste die mtlitär-technische Seite der Frage. Den Vogel schoß Stadtv. Zander ab, der die Bewilligung der Beihilfe deshalb befürwortete, weil durch den Bau neuer Luftschiffe weiten Kreisen von Arbeitern Arbeitsgelegenheit verschafft würde. ES was dem sozialdemokratischen Redner Z i e t s ch ein leichte», in seinem Schlußwort diese Scheingründe der Gegner zu entkräfte». Daß die Lorlage angenommen wurde, bedarf keiner Erwähnung. Gleich bewilligungSlussig zeigte sich die Mehrheit gegenüber einer Magistratsvorlage betreffeno Bewilligung einer Beihilfe von 10 000 M. an dieBodclschwingh schenKo lo nienbet Bernau. Für diesen Zweck sind bereit» im Jahre Ivos 8000 und im vorigen Zietsch die gnmdsätzliche Stellung der Sozialdemokraten dar; er ließ der Person Bodelschwinghs volle Würdigung widerfahren, übte aber an feinen Bestrebungen abfällige Kritik und verlangte, daß die Stadt, anstatt derartige Unternehmuiigen zu unterstützen, über die sie gar keine Kontrolle habe, sich endlich selbst auf ihre sozialen Pflichten besinne. Die Freie Vereinigung schlug einen Mittelweg vor, sie beantragte, die Summe von 10 000 auf 5000 M. herab- zusetzen, aber die liberale Fraktion, die bekanntlich die Mehrheit in der Versammlung hat, wollte davon nichts wissen, sie bewilligte die vollen 10 000 M. Nicht ganz so spendabel war man gegenüber den Ab- gebrannten in Donaueschingen, die mit 3000 M. ab- gespeist wurden. Zu lebhaften Debatten kam es anläßlich eines Antrages Dr. Meyer(liberal) und Genossen, der den Magistrat ersucht, gegen die geplante Einführung einer Gas- und ElektrizitätS- st euer Stellung zu nehmen. Namens der Sozialdemokraten er- klärte sich Dr. B o r ch a r d t mit dem Antrag einverstanden, gleich- zeitig aber ließ er keinen Zweifel darüber, daß die Antragsteller besser daran täten, auf ihre politischen Freunde, die anscheinend entgegen ihren früheren Grundsätzen für diese monströse Slenor zu haben seien, einzuwirken, um ihnen das Rückgrat zu stärken. Eine Anspielung des Antragstellers auf die„inneren Verhältnisse" der Sozialdemokratie rief den Genossen Hirsch auf den Plan, der den Blockbrüdern den guten Rat erteilte, bevor sie sich um die Angelegenheilen anderer Parteien kümmerten, erst vor ihrer eigenen Tür zu kehren. Der Antrag selbst wurde angenommen. Zwei Interpellationen der Sozialdemokraten, von denen sich die eine auf den Einsturz des Neubaues am Königsweg, die andere auf die in Aussicht gestellten Aenderungen der Grundsätze betreffend das Wilwen- und Waisengeld an die Hinterbliebenen von städtischen Arbeitem bezieht, sollen in der nächsten Sitzung beantwortet werden. Schöneberg. Der Franenzahlabcnd deS sozialdemokratischen Wahlvcrcln» für Schöneberg findet heute Freitag, den 11. September, in folgenden Lokalen statt: Folg er, Kyffhäuserstr. 26, Wie loch, Grunewald- straße 110, Wandle, Bahnstr. 25, Rethfel dt, Königsweg 42, Knoblauch, Sedanstr. 53, Lcich, Albert- und Ebersstraßen- Ecke, Gröbke, Ebersstr. 37. ES wird ersucht, die Mitgliedsbücher sowie die Bibliotheksbücher von dem früheren Frauen- und Mädchen- Bildungsverein in den Zahlabeuden abzugeben. An, Donnerstag, den 17. September, findet im Lokal Linden- park, Hauptstr. 12, eine allgemeine Versammlung für alle Bezirlc der � Frauenabteilung des sozialdemokratischen WahlvercinS für Schöneberg statt, in welcher Dr. C h a j e s einen Vortrag über Frauenleiden halten wird. Zahlreichen Besuch der Genossen und Genossinnen zu dieser Versammlung erwartet Der Vorstand. Mit einer erfreulichen Schnelligkeit geht der Magistrat von Schöneberg an die Verwirklichung des neuen soeben von der Stadt- verordnetcnversammlung beschlossenen VerkehrSprojcktes. Am Dienstag wurde bereits der e r st e S p a t c n st i ch zum Bau der Untergrundbahn Schöneberg— Berlin getan und zwar unter Beisein der städtischen und der Polizeibehörden unter Teilnahme vieler Gäste. Hoffen wir, daß die schnelle Entschließung und Jnangriff- nähme des neuen Verkehrsweges durch»schöneberg auch fördernd auf die Vcrkehrspolitik des VerkchrL-Zwcckvcrbandes einwirke. Das Statistische Amt gibt jetzt statt der früheren Monatsberichte einen ausführlicheren VierteljahrcSbericht heraus. AuS diesem ist zu enMchmcn, daß die B e v ö l k e r u n g im ersten Vierteljahr 1908 von 160 673 auf 159 953 gesunken ist. Es ist dies der erste Fall in diesem Jahrhundert, daß die Bevölkerung der Stadt im Laufe eine» Vierteljahre» zurückgegangen. Dabei ist der Geburtenüberschuß höher gewesen denn im Vorjahre. Der gegenwärtige Rückgang ist eine Folge der wirtschaftlichen Konjunktur und hat' seinen Nieder- schlag in einer empfindlichen Abnahme der Bevölkerung gefunden. Eheschließungen fanden 266 statt. In vier Fällen war die Frau bis 20 Jahre jünger als der Mann, der älter denn 50 Jahre war. Die Zahl der L e b e n d g e b o r e n e n betrug 897, darunter waren 9 Zwillingsgeburten und einmal Drillinge. U n- ehelich Geborene betrug die Zahl 69, hierunter sind 24 in einer Anstalt resp. bei der Hebamme entbunden worden. Ge- starben find 497. Der Hauptgrund der Todesfälle ist in der verheerenden Wirkung der Lungenschloiiidfucht, Lungenentzündung und Influenza zu suchen. Das Städtische Krankenhaus nahm insgesamt 783 Personen auf; darunter waren 372 männlich und 411 weiblich. Unter den Kindern waren die Knaben besonders stark vertreten. Eine«mpfchlenswerte Nachahmung hat der Vorstand der Orts- krankenkasse geschaffen. Im Statut steht: Familienangehörige von Mitgliedern, sofern letztere der Kasse länger als sechs Monate angehören und sofern erstere nicht selbst in einem gesetzlichen Ber- stcherungSverhältnis stehen, erhalten auf ihren Antrag, sobald die Notwendigkeit durch einen bei der Kasse angestellten Arzt begutachtet wird, in der für Kassenmitglteder üblichen BerpflegungS- klaffe freie Kur und Verpflegung in einem von der Kasse zu wählenden Krankenhause. Damit übernimmt die Kasse die Krankenhauskosten für Familienangehörige seiner Mitglieder. Die Nahrung» m ittelpreise waren auf den Mär k t e n wie in den L ä d e n höher als im Konsumverein. Die Zahl der Neubauten war eine sehr geringe. Lediglich der Bezirk III hatte elf Bauten mehr aufzuweisen denn im Vorjahre. Der Besitzwechsel in bebauten Grundstücken umfaßte 48 und in unbebauten 14 Grundstücke. Der bei de», Grundbesitz- Wechsel erzielte Gesamtumsatz betrug 16,4 Millionen Mark. Bei dem Städtischen Arbeitsnachweis gingen von Arbeit- gebern insgesamt nur 3194 Arbeitsangebote ein gegenüber 41e>3 in, Vorjahre. Von Arbeitnehmern gingen ein 3919 Neumeldungen gegenüber 3735 im Vorjahr. Die Steigerung der Nachfrage war hier auf die männlichen Arbeitskräfte beschrankt. Es gnigen„0i3 Gesuche von Männern und 1346 von Frauen ein. Der Ruckgang in den Neumeldungen von Arbeitnehmerinnen ist in erster Linie auf die Verminderung deS Angebots von Dienstboten zuruckznsuhrcn, da» sich nur auf 237 gegen 521 beltef. Die Feuerwehr wurde zu 8g Bränden alarmiert, davon entsielei, auf Feuer innerhalb der Stadt 36. Aus anderer Veranlassung wurde die Feuerwehr in 44 Fällen alanniert. Aus der Volksbücherei wurden 34 931 Bände entliehen gegen- über 10 728 im Vorjahre. Die Städtische Sparkasse halte im Umlaufe 63 334 Sparkassenbücher, deren Zahl am Schlüsse de« Vierteljahres stieg auf 65 386. Gleichzeitig venninderte sich der Be- trag der Spargelder von 39 410 481 M. auf 39 217 505 M. oder um 192 97« M. Damit hat sich die rückläufige Bewegung, die gegen Ende de« Vorjahre««insetzt«, in noch verstärkterem Maße fühlbar ge- macht. Auf allen Bebieten macht fich der wirtschajtliche Niickgang bemerkbar. Wilmersdorf. Die Stadtverordnetenversammlung von WilmerSborf hielt am 9. September ihre erste Sitzung nach den Ferien ab. Nachdem der stellvertretende Borsitzende Dr. Beckmann mitgeteilt hatte, daß eine im Februar d. I. beschlossene Anleihe von 9,1 Millionen Marl von der Regierung sanktioniert worden ist. kam ein Antrag Beck- mann zur Erörterung, wonach dem Zeppelinfonds 5000 M. und den Abgebrannten von Donaueschingen 1000 M. aus städtischen Mitteln überwiesen werden sollen. Es geschah da» Merkwürdige, daß sich gegen diesen Antrag in der völlig sozialisten- reinen Körperschaft«ine Opposition erhob. Der Stadtverordnete Dr. Rosenberg machte geltend, daß Zeppelin sozusagen nicht wisse, wohin mit dem Gelde, da» ihm in den letzten Wochen über» wiesen worden sei. Im Gegensatz zum Zcppelinfond sehe es aber um den Fonds zur Unterstützung der Abgebrannten äußerst traurig auS. Persönliche Erkundigungen, die er, Dr. Rosenberg, bei der städtischen Behörde in Donaucschingcn eingezogen habe, hätten dar- getan, daß zugunsten der unglücklichen Bewohner dieser Stadt noch sehr wenig in deutschen Landen geschehen sei; und daher beantrage er, den Abgebrannten 5000 M. und dem Zeppelinfonds die ursbrüng- lich für Donaueschingen bestimmten 1000 M. zu überweisen. Diesen wohlgemeinten Vorschlag beantwortete die Stadtverordnetenvcr- sammlung damit, baß sie schwieg und den ursprünglichen Antrag unverändert annahm. Jetzt, nachdem dem Grafen Zeppelin die Stange gehalten wird, handelt man unpatriotisch, wenn man sein Unglück geringer bewertet als das der Notleidenden in der der- wüsteten Tonaustadt. Ein Antrag des Magistrats, den Entwurf zu einem Feuer- wachtgebäuche betreffend, rief den Stadtocrordnetcn Klette als Berichterstatter auf den Plan. Der Herr ließ an der vom Hochbauamt vorgelegten Bauzeichnung kein gutes Haar und be- mängelts u. a. unseres ErachtenS sehr mit Recht, daß in dem neuen Gebäude mit Burcauräumcn eine heillose Verschwendung getrieben werden soll, wohingegen man den Feuerwehrleuten und deren Familien gütigst je zwei kleine Löcher als Wohnung zu- weisen will. Die Vorlage ging an einen Ausschuß. Für Neueinrichtungen in den städtischen Volksbüchereien bewilligte die Stadtverordnetenversammlung einer Magistratsvorlage gemäß 1661 M. 80 Pf. Die Versammlung gab serner noch ihre Einwilligung dazu, daß zu der im Oktober stattfindenden großen Ballonwcttfahrt in Schmargendorf, die ein großes Publikum an- locken wird, verschiedene Ausbesserungen des StraßenpslasterS vor- genommen werden. Weiffensee. Schluß im Krankcnkassenkonflikt. Dr. Pape hatte im Juni 190« sämtlichen Vorstandsmitgliedern sowie zwei dem Vorstande nicht nichr angehörenden Mitgliedern 5 M. Strafe auferlegt und sofort bei einzelnen Pfändungen vornehmen lassen, weil die betteffenden einer' Verfügung nicht gleich nachkamen, 50 M. DelegationSkosten der Kasse wieder zuzuführen. Nunmehr ist das Urteil gesprochen und lautet: Im Namen des Königs l In der Verwaltungsstreitsache � der ehemaligen Vorstands« Mitglieder der Ortskrankenkasse Weißensee: 1. W. NcSke, 2. Rich. Drcschner, 3. Gustav Pcukert, 4. Kurt Fuhrmann, 5. Otw Scheer, 6. Fritz Ebcrt, 7. Herniann Kittler, 8. Franz Content aus Wcißensce, Kläger und RcvisionSkläger, wider den Gemeinde- vorstand in Wcißensee, Beklagten und Revisionsbeklagten, hat das Königliche Preußische Obcrverwaltungsgericht, dritter Senat, in seiner Sitzung vom 15. Juni 1908 für Recht erkannt. Auf die Revision der Kläger wird die Entscheidung d«s Bezirksausschusses zu Potsdam vom 11. Juni 1907, soweit sie angefochten ist. auf. gehoben und die mit der Klage angegriffene Verfügung deS Be» klagten vom 22. Juni 1906 ihrem ganzen Umfange nach außer Kraft gefetzt. Die Kosten beider Instanzen werden, unter Fest- setzung deS Wertes des Streitgegenstände» auf 560 M. dem Beklagten zur Last gelegt. Die Paufchquantcn bleiben autze, Ansatz. Der letzten Niederlage Dr. Pape» kann nur der Wunsch bei- gefügt werden, daß da? Oberverwaltungßgericht in Bälde die ganz- lichc"Beseitigung dieses Gewaltmenschen au» dem Verwaltung»« dienst der Gemeinde folgen läßt. NowaweS. In der am Mittwoch stattgrfundenen Gemcindevertretersitzung wurde beschlossen, die Erhebung des Marktstandgeldes, die bisher für 1350 M. jährlich vervachtet war, in eigene Regie zu über- nehmen.— Für„mehr Licht" soll in der Großbeerenstraße dadurch gesorgt werden, daß in, östlichen Teile derselben 11 Laternen neu aufgestellt werden. Da diese Straße zum Teil auf Drewitzer Ge- biet liegt, hat diese Gemeinde die Hälfte der Kosten zu tragen.— Einem Bedürfnis nach Erweiterung des Männer-AlterSheims in der Mittelstraße soll dadurch Rechnung gettagen werden, daß zu den bisherigen Räumen«in weiteres Zimmer hinzugemtetet wird, in welchem zwei Betten aufgestellt werden sollen. Neber daö RcichSvereinSgesetz referierte Genosse Stückten in der letzten, zahlreich besuchten WahlvereinSversammlung, wofür ihm die Versammlung durch reichen Beifall dankte.— Den Bericht von der KreiS-Gencralversammlung gab Genosse P l a t h, den Bericht von der BerbandS-Generalversammlung Groß- Berlins Genosse Schönebeck. In der Diskussion üble Genosse G r u h l scharfe Kritik an dem Beschluß von Groß-Berlin, der den Bei» trag für Frauen auf 10 Pfennige pro Monat fest« setzte, während sich die Provinzialkonserenz für 20 Pf. entschieden hatte. Genosse Reumann hält den Beschluß von Groß-Berlin für einen Protest der Mitglieder gegen die eigenmächtige Handlung de» ZentralvorstandcS. welcher, ohne die Mitglieder zu fragen, den Bei. trag auf 20 Pf. festgesetzt habe; im übrigen ist er und Grahl der Meinung, daß sich der Beschluv von Groß-Berlin nicht lange auf. recht erhalten lassen wird. Die weitere Debatte beschäftigte sich mit der Budgetsrage, in welcher sich alle Redner gegen die Budget« bewilligung aussprechen. Potsdam. In ber letzten WahlvereinSversammlung erstatteten die Genossen Waak und Rosenberg Bericht über die Generalversammlung de» Wahlkreises. Die Versammlung war mit oen gefaßten Beschlüssen. insbesondere der Stellungnahme gegen die Budgetbewilligung der süddeutschen Genossen und die Wahl de» Genossen Kautsky als Delegierten zum Parteitage einverstanden. Im Laufe diese» Monats soll in eine besondere Agitation für den Wahlverein und für die Partciprcsse eingetreten werden. Zu letzterem Zweck wollen sich alle Genossen am kommenden Sonntag, vcn 13. d. M.. ihren Dezirksleitern zur Verfügung stellen.— Der Ilcbertritt des Frauen» bildungsvereins zum Wahlvcrcin soll durch Besprechung beider Vorstände erledigt werden. Slufgenommen wurden 12 neue G» nosscn.____ rSitterunnstibersicht vom 10. September 1908, morgen» 8 Uhr. Statt«.,«, Srnmemo«. Hamburg seilin Frankl.a M München W'tn 1757 S» 755«®® 759 SSW 761 SW 1762 3 1762» Wetter 5 heiter S balb bd. »heiter 2 halb bd. 2 wolkig 1 welken! »97 d' «II iS* H 13 1t 13 14 17 15 17 Station«, L E s 2� s- Ii Haparanda 755 SO Petersburg 75SOZO SciUh 761 NW tlberbeen Part» 749 NW 762 SSW Wetter C-» 6» 2? wS> 2woM> 3 wolkig 2 Regen 1 wolkenl' g 10 13 10 0 Wetterprognose für Freitag, den 11. September 1908. etwas kühler bei frischen westlichen Winden und veränderlicher Be- wSllung! keine erheblichen Niederschläge. «erltuer wette» tt But ean. aSSalkerktanfcÖ.SHncBtt(fiten Oer SandesauitnU für(ttercäfftvfunbe, mltgeUUt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e l. Tllstt Brezel, Jnsterburg Weichsel, Thor» Oder. Nattbor , Krassen . Frankiurt Warthe, schrimm , LandSberg Netze, Dordamm Elbe, Leittneritz » Dresden , Bar bi> » Magdeburg Hur oiefen �ivra fino oereno un �ayrr rovu uwu uuu an vorigen i ah» 10000 M. bewilligt. Auch hier legte unser Frattion»r«dn»r 1\____________ Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für deu Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& 60« Berlin SW. ft 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—«) Unterpegel.