Nr. 215. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1.10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pig. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband jur Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solone geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen Pfg. Kleine Anzeigen", das erst( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes tiere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Shlaf. stellen- Anzeigen das erite Wort 10 fg., Jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte ber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 13. September 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Gernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Zum Nürnberger Parteitag. In Nürnberg, der größten Handels- und Industrie- Man mag bedauern, daß seit Jahren auf den Partei- als eine schwere Belastungsprobe empfunden wird. Doch darf ftadt Frankens, auf altem historischen Boden, treten heute die tagen der Streit um innere Meinungsverschiedenheiten einen das Für und Wider nicht nur aus der gegenwärtigen WirtAbgesandten der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterschaft großen Teil der Tagungszeit in Anspruch nimmt und schaftslage heraus beurteilt werden. Die Frage ist, ob nicht zu wichtigen Beratungen und Entscheidungen zusammen. Al die verschiedenen Auffassungen oft in schärfster Gegensäglichkeit das Aufgeben der Position, die seit dem die kleinen Fragen des Alltags, wie sie die flüchtige Stunde aufeinanderprallen. Uns selbst wäre es jedenfalls lieber, der ersten internationalen sozialistischen Sonbringt und nimmt, verschwinden vor dem Ernst dieser heute Nürnberger Parteitag könnte sich, statt die Budgetfrage dis- greß in Paris die deutsche Arbeiterklasse er. beginnenden Tagung; denn es sind schwere, verantwortungs- tutieren zu müssen, eingehend mit dem Stand der sozialen rungen hat, noch größere Nachteile bringt volle Fragen, vor die sich der diesjährige Parteitag gestellt Gesetzgebung oder der Organisation der Landarbeiter be- als die Fortführung des Kampfes in bisheriger Richtung, ob fieht, und die Antwort, die er auf sie findet, vor allem auf schäftigen. Doch so weit es sich tatsächlich um ernste fachliche es nicht von den Unternehmern als ein Zurückweichen der die von neuem aufgetauchte, schon 1894 in Frankfurt und Meinungsdifferenzen handelt, wäre die Unterbindung der freien Arbeiterschaft vor der Macht ihrer Verbände aufgefaßt, ob 1901 in Lübeck behandelte Frage der Budgetbewilligung, wird Diskussion das schlechteste Mittel, den inneren Hader zu be- nicht ihr Uebermut gesteigert, das Vertrauen der Arbeiter in im wesentlichen dafür entscheidend sein, in welcher Rich- schwichtigen. Die rücksichtslose Aussprache ist noch jedesmal das ihre gemeinschaftliche Straft geschwächt wird. Diese Wirkung tung in den nächsten Jahren die deutsche Sozialdemokratie beste Mittel des Ausgleichs gewesen; während gerade durch das muß in Betracht gezogen werden. Jedoch schlimmer noch als marschiert und wie sie im Reichstag und den einzelnen Land- Ignorieren vorhandener Gegensäge oder die Ausflucht, der das offene Aufgeben einer Kampfesposition ist vielleicht die tagen der verschiedenen deutschen Vaterländer" ihre Stellung Streitfall hätte keine politische Bedeutung und beruhe ledig- Unentschlossenheit, der stetige Zwiespalt zwischen Willen und zu den bürgerlichen Parteien auffaßt. Mögen immerhin die lich auf nebensächlichen Mißverständnissen, Erbitterung hervor- Tat, und deshalb ist eine präzise Entscheidung der Maifeierauf dem Boden der heutigen Wirtschaftsordnung stehenden gerufen wurde. Nichts ist einer so großen und einzigartigen frage, mag sie so oder so ausfallen, durchaus nötig. Parteien über die unsere Reihen beschäftigenden Streitfragen Partei wie der Sozialdemokratie, die nicht nur für den Neben der Maifeier wird die Frage der Jugend. spotten und mit suffisanter Weisheit von Utopistereien sprechen; Tag lebt, sondern deren wesentlichste Aufgabe heute noch organisation den Nürnberger Parteitag beschäftigen. ihnen ist längst das Prinzip nichts mehr, die Taktit, der augen- darin besteht, die Kaders für spätere Kämpfe zu formieren, Es gilt, die Arbeiterjugend nicht den Einflüssen des Großblickliche parlamentarische Vorteil alles. In ihrer Eintags- notwendiger als die innere Geschlossenheit und die Einhaltung stadtlebens und den zahlreichen religiösen Vereinen aller Art politik zählt nur, was sich in kleine Gesetzesänderungen um- bestimmter, ihr durch ihre Theorie und Grundsätze vor- zu überlassen, die den edlen Zweck verfolgen, sie unter fegt und augenblicklich in Erscheinung tritt. geschriebenen Marschlinien. Bürgerliche Parteien, die aus- religiösem Deckmantel zu Hilfstruppen der Reaktion zu drillen, schließlich für den Augenblick und seinen Erfolg leben, vermögen sondern ihnen die Gedankenwelt des Sozialismus zu er vielleicht auf Grund fauler Kompromisse ohne Schaden fortzu schließen und sie vorzubereiten für ihren einstigen weltvegetieren; eine Partei dagegen, die ein weit über den Tag geschichtlichen Beruf. Hierzu ist aber unseres Erachtens und die Gegenwart hinausreichendes Ziel verfolgt, muß zer- nötig, daß die Arbeiterjugend ihre selbständige Organibröckeln und in ihrer Aktionsfähigkeit gelähmt werden, wenn die fation erhält selbst auf die Gefahr hin, daß der zwischen ihren Mitgliedern entstehenden Gegensätze der Auf- junge schäumende Most einmal überbrodelt. Nur eine selbfassung nicht zum Austrag gebracht und den einzelnen gestattet wird, auf den Pfaden die Durchführung ihrer Forde rungen zu versuchen, die ihnen jeweilig ohne Rücksicht auf den Gesamtvormarsch als die bequemsten erscheinen. Erfolgspolitik ist ihre Losung, und so begreifen sie nicht, wie die sozialdemokratische Partei die Kleinen Augenblicksinteressen der Geschlossenheit ihrer Bewegung und den großen im Schoße der Zeit reifenden Ereignissen opfert und nichts von einer parlamentarischen Kompromißpolitik wissen will, die, wie die Erfahrung lehrt, die Aktionsfähigkeit für die großen Aufgaben der Zukunft hemmt und wertvolle Kräfte auf Seitenpfaden verzettelt. er. ständige Organisation vermag die Massen der jugendlichen Arbeiter heranzuziehen, nur selbständiges Wirken den für Und darum handelt es sich. Man könnte über die Beunsere Zeit erforderlichen Lebensernst und das Gefühl der willigung des badischen und bayerischen Budgets durch unsere Verantwortung für das eigene Tun zu wecken. Nur das AnDie Wiederherstellung einer einheitlichen Kampfformation gewiesensein auf sich selbst unter Beratung badischen und bayerischen Landtagsfraktionen hinwegsehen, handelte es sich um zufällige Entgleisungen und hätte nicht ist um so wichtiger, als der Streit um die Budgetbewilligung fahrener Genossen vermag Charaktere zu bilden. der Lübecker Parteitag eine feste Norm aufgestellt, die für tatsächlich dazu geführt hat, die ganze Disziplin der Gegen die Parteischule, die rote Akademie", sind alle Parteimitglieder in gleichem Maße zu Recht besteht, ob Partei in Frage zu stellen. Die Münchener Post" in letzter Zeit mehrfache Angriffe erfolgt; aber selbst ihre sie Beauftragte der sozialdemokratischen Arbeiter sind oder wie die„ Fränkische Tagespost" haben offen erklärt, daß sie ärgsten Gegner vermochten nicht zu bestreiten, daß sie ernſte nicht. Aber die Zustimmung der bayerischen und badischen sich, falls sie mit ihren Anschauungen auf dem Parteitage in Arbeit geleistet hat und daß sie von niemand höher geschätzt sozialdemokratischen Landtagsfraktionen zu ihren Landes- der Minorität blieben, seinem Beschluß nicht fügen könnten. wird als von denen, die ihren Unterricht genossen haben. budgets ist kein solcher Zufall; sie ist aus Wir möchten diese Drohung, besonders die unseres Nürn- Was bon ihren Gegnern getadelt wurde, war nicht ganz bestimmten Gründen geboren; sie ist, wie berger Parteiblattes, nicht besonders ernst nehmen. Es handelt ihre Einrichtung, ihr Lehrstoff und ihre Lehrmethode, wir in den letzten Wochen wiederholt nachgewiesen haben, eine An- sich allem Anschein nach nur um einen Schreckschuß sondern die nicht genügende vorherige Sichtung der passung an die bürgerliche Parlamentspolitik mit ihren ledig- zur Einschüchterung der norddeutschen Parteitagsdelegierten; Bewerber auf ihre Befähigung hin und die Nelich durch Rücksichten auf den Augenblickserfolg bestimmten und selbst wenn die leitenden Redakteure der betreffenden gelung des Unterstützungswesens. Trotz der für die Er Zweckmäßigkeits- und Taktikerwägungen: eine Anpassung, die Blätter zu Disziplinbruch geneigt sein sollten, so ist noch sehr haltung der Parteischule erforderlichen beträchtlichen Mittel ist mit innerer Notwendigkeit immer tiefer in die bürgerliche fraglich, ob die sozialdemokratische Arbeiter denn auch unseres Wissens noch von keiner Seite die AufOpportunitätspolitik hineinführt. Wer daran noch zweifelt, fchaft Süddeutschlands ihnen auf diesem hebung der Institution selbst verlangt worden, sondern nur der mag die Gründe nachlesen, mit denen die Theoretiker des Wege folgen wird. In unserer Partei entscheidet nicht eine andere Regelung der Zulassung zu den Kursen und der Revisionismus in ihren Blättern, vornehmlich in den„ Sozia- der Wille einiger Redaktionspolitiker, sondern die Masse der Familienunterstüßung. Die Zeit, wo selbst mancher einsichtige listischen Monatsheften", das Verhalten der bayrischen und organisierten Genossen, und wir glauben nicht, daß die im Genosse von der grauen Theorie" nichts wissen wollte und badischen Landtagsfraktionen verteidigen. Womit sie die harten Kampf aufgewachsene und durch diesen Kampf zur das Heil allein in der agitatorischen Kleinarbeit fand, ist Budget bewilligung begründen, daß ist die Rücksichtnahme auf Erkenntnis der Notwendigkeit strenger Disziplin gelangte längst vorüber. Der fortwährende Streit um die einfachsten die Vorurteile der fleinbürgerlichen Elemente und auf die füddeutsche Arbeiterschaft das kameradschaftliche Band, das sie Grundgedanken der sozialistischen Weltanschauung, das Stimmung der liberalen Parteien, die man in Baden nicht seit dem Beginn der sozialdemokratischen Bewegung mit Wiederauftauchen längst wissenschaftlich abgetaner liberaler verletzen darf, damit sie sich zu neuen Wahlkompro- ihren norddeutschen, unter derselben kapitalistischen Geißel Auffassungen in unserem eigenen Lager demonstrieren einmissen bereit finden lassen. Und neben solchen zarten ächzenden Brüder verbindet, so so leichtherzig zerreißen dringlich die Notwendigkeit größerer theoretischer Schulung. Rücksichtnahmen auf die Empfindsamkeit außerhalb unserer wird. Aber handelt es sich es sich auch kaum um mehr Im Gegensatze zu der Periode nach Aufhebung des Bartei stehender Kreise zum Zweck des bloßen Stimmenfanges als eine Drohung, so muß doch den Drohenden klar Sozialistengesetzes erschallt heute aus den eigenen Reihen des finden wir reine, von der Sucht nach Erfolgen um jeden Preis gemacht werden, daß die Partei solche eigenherrliche Proletariats heraus der Ruf:" Mehr Theoriel" Diese diftierte Nüglichkeitsspekulationen, in denen ausgeführt wird, Disziplinbruchsspielerei nicht duldet, und daß jeder, der Forderung zu erfüllen, ist keine andere Institution in gleichem daß wir durch eine weniger scharfe Betonung unserer Feind- unseren Reihen angehört, sich den Beschlüssen des Partei- Maße geeignet, als die„ rote Akademie"; denn nicht nur ihre schaft gegen den kapitalistischen Staat die Regierungskollegien tages, der höchsten Instanz unserer Partei, zu fügen hat, mag Schüler selbst nehmen eine größere Portion theoretischen und bürgerlichen Barteien in manchen Fällen vielleicht zu er in ihr eine Stellung einnehmen, welche er will. Wissens mit hinaus in ihren Beruf, sondern vielfach halten günstigerer Berücksichtigung unserer Forderungen und kleinen Die Debatte über die Budgetbewilligung wird voraus- sie selbst wieder in den verschiedenen deutschen Gauen LehrZugeständnissen zu bewegen vermöchten, als heute. sichtlich den größten Teil der Tagungszeit in Anspruch furse ab. Es handelt sich also lezten Endes darum, an die Stelle nehmen; doch hoffen wir, daß auch die Frage der Mai- Es sind demnach ernste Parteifragen, die in Nürnberg der Politik des proletarischen Klassenkampfes die Politik feier, die nun schon seit mehreren Jahren unsere Partei zur Beratung stehen und es ist sicher, daß die Meinungsder Kompromisselei zu sehen- und gerade tage beschäftigt, ihre Erledigung findet und in einem verschiedenheiten öfters scharf aufeinanderstoßen werden; doch deshalb, weil hinter der Zustimmung zum Budget mehr Sinne, der den alten Kampftraditionen der Sturm und wir sind der festen Zuversicht, daß auch diesmal wieder steckt, als nur eine aus nicht genügender theoretischer Er- Drangperiode des deutschen Proletariats entspricht. Gewiß, die Disziplin, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und der fenntnis des Klassencharakters des heutigen Staates ent- die Arbeitsruhe am 1. Mai fordert Opfer, Opfer an Lebens- Verantwortung gegenüber der eigenen Klasse alle Versprungene Entgleisung, weil sie vielmehr ein Ab- glück und Geld. Mancher Arbeiter wird dadurch aus seinem ftimmungen besiegen wird, und die Vertreter der Arbeiterirren auf die Pfade der bürgerlichen Bar- alten, sicheren Arbeitsverhältnis gerissen, und die Unter- schaft, nachdem sie sich ausgesprochen haben, ganz gleich, ob Iaments politit bedeutet, deshalb muß in Nürnberg stüßung der Ausgesperrten lastet schwer auf den aus Nord oder Süd, sich wieder zusammenfinden zum Kampf diese Frage gründlich und in voller Deffentlichkeit erörtert und Kassen der Gewerkschaften. Es ist deshalb, besonders zur gegen den gemeinsamen Feind. Das Prinzip des proletarischen ein Beschluß gefaßt werden, der solches Einlenken in die Bahn jetzigen Zeit, wo wieder das deutsche Wirtschaftsleben unter Klassenkampfes überdauert doch alle Irrungen der einzelnen parlamentarischer Opportunitätspolitik durch eine sichere, gegen dem Druck einer Wirtschaftskrise steht, durchaus begreiflich, und der sich aus den verschiedenen örtlichen Gefechtsstellungen rabulistische Auslegungsfünfte standhaltende Barriere versperrt. daß in manchen Gewerkschaften die Arbeitsruhe des ersten Mail ergebenden Verwidelungen. Oer nürnberger Vereinstag. -» In der„Neuen Z e i t" schreibt unter diesem Titel Genosse F. Mehring zur'Begrüßung des Parteitages: In der Mitte des September tritt für� dieses Jahr der sozial- demokratische Parteitag in demselben Nürnberg zusammen, wo bor vierzig Jahren, und zwar in den ersten Tagen desselben Monats, der fünfte Vereinstag der deutschen Arbeitervereine tagte, um der deutschen Arbeiterbewegung einen entscheidenden Nnstotz zu geben. Der Verband der deutschen Arbeitervereine war seiner ur- sprünglichen Absicht nach eine bürgerliche Gründung, gestiftet zu dem Zwecke, die selbständige EntWickelung des Proletariats zu hindern. Die Idee, ihn zu schaffen, tauchte erst auf, als die Arbeiter in Berlin und Leipzig, nach vergeblichen Versuchen, die Fortschrittspartei zur Anerkennung des allgemeinen Wahlrechts zu veranlassen, sich mit dem Plane trugen, einen deutschen Arbeiterkongrctz zu be- rufen, auf dem die Arbeiter sich über ihre Klasscninteresscn klar werden sollten. Ilm diesen Arbeiterkongretz zu vereiteln, entschlossen sich die fortschrittlichen Führer, versteht sich unter ihrer höheren Patronage, die Arbeiterbildungsvereine, in denen sie noch immer das große Wort führten, enger zusammenzufassen. Ganz wohl mag ihnen dabei doch nicht zumute gewesen sein, denn erst als sich das Leipziger Zentralkomitee zur Einberufung eines allgemeinen ArbeiterlongresseS an Ferdinand Lassalle ge- wandt, dieser sein„Offenes Antwortschreiben" erlassen und in Frankfurt einen entscheidenden Sieg erfochten hatte, ihnen also das Feuer schon auf den Nägeln brannte, machten sie praktischen Ernst mit seiner Ausführung. An demselben 19. Mai 1363, wo sich vierhundert Frankfurter Arbeiter für Lassalle erklärten, erschien der Aufruf„An die Arbeitervereine Teutschlands", der sie auf- forderte, sich zusammenzuschließen, um im„eigensten Interesse der Arbeiter ein gebieterisches Halt auf der irrigen Bahn zu rufen, in welche man ohne klare» Verständnis der gemeinsamen Aufgaben dies« ganze Bewegung zu leiten gesucht hat". Das Ende eines durch das Verschulden einzelner verfehlten Versuchs dürfe nicht für die ganze Bewegung der Anfang einer unheilvollen Spaltung und Zersplitterung werden. Am 7. Juni desselben Jahres traten dann Delegierte von Arbeitervereinen aus allen Teilen Deutschlands zum ersten Ver- einStag in Frankfurt a. M. zusammen. Es waren ihrer 110, darunter Bebel und Noßmäßler(für Leipzig). Louis Büchner, der ...kkraft- und Stoff"-Mann(für Tarmstadt), Eugen Nichter(für Düsseldorf), Sonncinann und die beiden Wirth, damals viel ge- nannte, wenn auch heute längst vergessene„Freihandelshausier- burschen"(für Frankfurt a. M.). Dittmann(für Berlin), Eichels« dörfer(für?Nannheim). Von Bebel und anderen Arbeitern ganz zu schweigen, so läßt sich auch manchen dieser bürgerlichen Männer, wie Büchner und namentlich Noßmäßler, ein aufrichtiges und leb- Haftes Interesse für die Arbeitersache nicht abstreiten, aber die eigentlichen Macher waren doch Sonnemann und die beiden Wirths, denen nur darum zu tun war, die Arbeiterbewegung im Schlepptau des Kapitalismus zu erhalten. In der Tat wurden sie auch in den Ständigen Ausschuß gewählt, der seinerseits Sonnemann zu seinem Vorsitzenden erkor, was insofern ganz logisch war, als dieser Frank» furter Bankier und IeitungSbesitzer das ganze Unternehmen am geriebensten betrieben hatte. Immerhin bekam er schon auf diesem ersten VereinStage eine leise Mahnung, daß es gefährlich ist, mit dem Feuer zu spielen; sein Antrag, in den Statuten zu bestimmen, daß sich die Arbeitervereine weder mit Politik noch mit Religion zu befassen hätten, wurde mit höflicher Entschiedenheit abgelehnt. Bedeutend lebhafter ging es auf dem zweiten VereinStage her. der am 2?. und 24. Oktober in Leipzig tagte. In seiner Be- grüßungSrede gab der Bürgermeister Koch als den Zweck des Ver- bandeS an, eine„neue Aristokratie" der Arbeiterklasse zu schaffen, die daS Proletariat in holdem Einvernehmen mit der Kapitalisten- klaffe zu halten habe; er traf damit den Nagel der Sonnemannschen Sozialpolitik auf den Kopf, erhielt aber von F. A. Lange, der damals Handelskammersekretär in Duisburg war, die erschöpfende Antwort:„DieL ist genau das, was unter allen Umständen ver- mieden werden muß." Ebenso stieß Lange mit Eugen Richter zu- fllt-JUirnbergcr Klaffenkämpfe. Nur wenige deutsche Städte haben eine revolutionäre Ver- gangenheit, die so weit zurückreicht, loie die von Nürnberg. Schon vor der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, gerade ein halbes Jahrtaufend vor der Revolution von 1L48, fand in der freien Reichsstadt an der Pegnitz eine Volkserhebung gegen die herrschende Klasse der Patrizier statt. Die Nürnberger Revolution von 1348 gehört in die Reiheder Zunftkämpfe, wovon die deutsche Städtegeschichte des 14. Jahrhunderts. voll ist. DieBewegung von 1348 wird gewöhnlich nach Analogie der anderen städtischen Revolutionen dieser Zeit als bloße Zunftbewegung aufgefaßt, und richtig ist auch, daß die Hand- lverkcr die führende Rolle gespielt haben. Indes haben auch noch andere Schichten mitgewirkt. Soviel läßt sich als geschicht- licher Kern au? den Berichten der Nürnberger Chronisten des 13. Jahrhunderts herausschälen. DaS gewerbliche Leben der Stadt war schon Mitte deS 14. Jahrhunderts stark kapitalistisch durchsetzt. Die zahlreichen„Knechte", später Gesellen ge- nannt, stellten bereits zum Teil eine proletarische Schicht dar mit selb- ständigen Bestrebungen und waren schon als unruhiges Element sehr gefürchtet. Ferner gab eS eine beträchtliche Menge von„tag- werlern" oder— auf Neuhochdeutsch— Tagelöhnern. Und schließ- lich war auch kein Mangel an verschuldeten, auSgewucherten, ver- armten Bürgern, die den Keim zu einem Lumpenproletariat bildeten. Die Bevölkerung Nürnbergs, die nach einer offiziellen Aufnahme des Jahres 1430 etwas über 20 000 betrug, muß sich ein Jahrhundert früher wenigstens auf 12 000 belaufen haben. Davon waren damals nach der Ratsstatistik 1200 Handwerksmeister, so daß sich ohne weiteres das Vorhandensein proletarischer Elemente von erheblicher Stärke ergibt, zumal, wenn man berücksichtigt, daß die Zahl der lebenden Kinder eine viel geringere war, als heutzutage. Unter den Nürnberger Besitzlosen nun hat eS sich schon frühzeitig geregt. Die erste Beurkundung deS Vorhandenseins von Unzufriedenheit mit der bestehenden Ordnung der Dinge betrifft faktisch nicht die zünftlerischen Bestrebungen der Kleinbürger, sondem kommunistische Regungen von Besitzlosen. Schon in den dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts war in Nürnberg die kommunistische Sekte der Begharden stark verbreitet. Wir haben eine Urkunde aus dem Jahre 1332, die von dem da- maligen Nürnberger Ketzenneister Hermann v. Stein herrührt: sie enthält eine Liste von 90 Personen, die als Ketzer auf ewig aus der Stadt ausgewiesen werden; wenn sie sich wieder blicken lassen, so sollen sie lebendig in einem Sack ertränkt werden. Die revolutionäre Ketzerei der Begharden wurde dazumal überall mit Feuer und Schwert verfolgt. Etwa» bessere Zeiten kamen für sie in den letzten RegierungSjahren de» Kaisers Ludwig des Bayern(1314—47), dem in seinem verzweifelten Kampf mit dem Papsttum schließlich alle Bundesgenossen gegen die Klerisei recht waren. Er unterstützte auch, in der Absicht, die unzufriedenen satn'men, nach dessen Ansicht„die höheren Stände und die Konsum- vereine die Oberhand haben sollten", während Lange den Haupt- Vorzug der Konsumvereine darin erblickte, daß die Arbeiter selbst die Verwaltung in dje Hand bekämen, ohne von Angehörigen der besitzenden Klassen bevormundet zu werden. Außer Lauge erschienen in Leipzig an neuen Männern Max Hirsch und V. A. Huber. Max Hirsch entwarf ein„BildungS- Programm" der Arbeiter, wonach in ihren Vereinen nicht nur Unterricht in den Elementarfächern, fanden auch im Singen und Zeichnen, in gewerblicher Buchführung, in englischer und sran- zösischer Spvache, in Volkswirtschaft, Gcsetzeskunde, Geschichte, Naturwissenschaft usw. erteilt werden sollte. Dieser Humbug cnt- lockte dem konservativen, aber sachkundigen Huber den„Schmerzen?- schrei",„wo denn die freie Zeit für alle diese Gegenstände den Arbeitern herkommen solle". Am heftigsten ließ dann das Auftreten des Lassallcackers F. W. Fritzsche die Geister aufeinanderstoßen, so daß eS in erster Reihe nur dem Ansehen und dem Takte Langes zu verdanken war, daß schließlich eine notdürftige Harmonie her- gestellt wurde. Um nicht in den Verdacht der Zweideutigkeit zu kommen, schrieb Lange ein Büchlein über die Arbeiterfrage, den wertvollsten Beitrag, der je von bürgerlicher Seite zu dieser Frage geleistet worden ist, aber der eben deshalb weit näher an Lassalle heranrückte, als an dessen kapitalistische Gegner. In den Ständigen Ausschuß waren in Leipzig zwar wieder Sonnemann und Max Wirth, dazu noch Max Hirsch, aber neben ihnen doch schon Bebel und Lange gewählt worden. Sonnemann wurde wieder zum Vorsitzenden des Ausschusses erkoren und nahm auch an, aber ein Jahr darauf hatte er die Sache satt und lehnte die leitende Stellung ab. In der Tat drängte das Entlein immer kräftiger aufs Wasser. Auf dem dritten VereinStage, der am 3. September 1865 in Stuttgart zusammentrat, war es schon im wesentlichen vorbei mit den harmlosen Debatten über Freizügig- keit, Gewinnbeteiligung, gewerbliche Buchführung usw.; vielmehr standen so robuste Forderungen de» Proletariats wie Koalitions- frciheit und allgemeine» Wahlrecht auf der Tagesordnung. Freilich machten die kapitalistischen Drahtzieher möglichst gute Mienen zum bösen Spiel; ihrer schiefen Stellung zum allgemeinen Wahl- recht gab Mar Hirsch die schiefe Form,„es sei ein Glaubenssatz, der in unseren Herzen glühe", und sie überließen die ausdrückliche Bekämpfung dieses Rechtes einem gelahrten Professor, dem be- rühmten Psychologen Wundt. Allein die gewitzteren Köpfe unter ihnen mochten einsehen, daß dies Spiel die Kerze nicht mehr lohne. War doch auch der Einfluß bei Verbandes auf die Arbeitermassen viel zu gering, als daß er der rührigen Agitation der Lassallcaner ein Paroli bieten konnte. Zwar hatten nach dem Jahresbericht, den Sonnemann in Stuttgart erstattete, 106 Arbeitervereine sich dem Verband angeschlossen mit insgesamt 23 000 Mitgliedern, jedoch diesem an sich immerhin— für die damaligen Verhältnisse— ganz stattlichen Heere fehlte der eigentliche Nerv der Kriegführung. Die JahreSeinnahme de» Ausschusses belief sich nur auf 1230 Gulden, wovon der Nationalvercin 874 Gulden aufgebracht hatte, und auch von dem Reste kam ein wesentlicher Teil nicht aus der Kasse der Vereine, sondern aus der Tasche„wohlgesinnter" Kapi- talisten. Dazu warf nun der Krieg des Jahre» 1866 einen Zankapfel zwischen die bürgerlichen Führer.„Entgegengesetzte Pole derselben .Borniertheit", geriete» sich norddeutscher Nationallibcralismus und süddeutsche VolkSpartci heftig in die Haare; in diesem Jahre kam eS überhaupt zu keinem Vereinstag. Im nächsten Jahre fand dann der vierte in Gera statt. Er war nur noch von vierzig Vereinen beschickt, aber das proletarische Element hatte endlich die Ober- Hand und griff die Sache mit praktischem Geschick an. Statt des vielköpfigen, über ganz Deutschland zerstreuten Ausschusses, der seinen Vorsitzenden selbst wählte, wurde die Leitung des Vereins einem von dem Vcreinstag nmittclbar erwählten Präsidenten unterstellt, dessen Wohnort der Vorort des Vereinstages sein sollte, während der Verein, dem er angehörte, die übrigen Mitglieder des Vorstandes zu wählen hatte. Bei der Wahl des Vorsitzenden unterlag Max Hirsch mit dreizehn gegen Bebel mit neunzehn Stimmen. kleinbürgerlichen Massen für sich zu gewinnen, die zünftlerischen Be« strebungcn der Handwerker gegen das Patriziat. So begreift es sich ohne weiteres, daß die Nürnberger Geschlechter dem Bayern nichts weniger als hold waren. Erklärlich ist e» daher, daß die regierende Clique von Nürnberg, als der Papst«s dahin brachte, daß Karl von Luxemburg als Gcgenkönig aufgestellt wurde, auf feiten des„PfaffenkönigS" trat. Dagegen erblickte natürlich die mißvergnügte Einwohnerschaft Nürn« bergS aus ihrem Gegensatz zu den Geschlechtern heraus in der bayerischen Partei den durch die Umstände gegebenen Bundes- genossen. Diese Verknüpfung der städtischen Gegensätze mit dem Thronstreit im Reiche sollte für den Verlaus der Nürnberger Um- wälzung von 1848 bedeutungsvoll werden. Ein gleichzeitiger Chronist nennt den»großen Aufstand" eine Erhebung gegen die Reichen. So einfach lagen nun, wie sich nach dem Gesagten leicht begreift, die Verhältnisse in Nürnberg nicht. Wohl spielte der Gegensatz zwischen Arm und Reich eine beträchtliche Rolle, eine viel größere aber der Gegensatz zwischen den regierenden Geschlechtern und den kleinbürgerlichen Hand- Iverkern, die sich in Zünften organisieren und das Rathaus erobern wollten, um der finanziellen Mißwirtschaft ein Ende zu machen und das Gewerbsleben nach ihren Interessen zu regeln. Außerdem aber war nicht die ganze reiche Klasse von Nürnberg auf feiten deS LiatS, sondern ein Teil der Besitzenden war selber mißvergnügt. Bei dem raschen Aufblühen von Handel und Gewerbe waren zahlreiche Familien reich geworden und wurden unter die Klasse der„Ehr- baren" gezählt, ohne doch„ratsfähig" zu sein. Diese Leute wollten nicht länger vom Stadtregiment ausgeschlossen bleiben und fanden sich deshalb mit den anderen aufsässigen Schichten zusammen. Meisterlin hat die Koalition von verschiedenen Klassen, welche die Revolution zuwege brachte, ganz deutlich dargestellt. Da waren erstens die»hoffärtigen" Leute,»die gut uarung hatten vonvattcr und mutier", aber Neuerung»- süchtig waren. Weiter das.Hantwerkvolk", darauf bedacht,„daß zünft wurden oder besonder bruedcrschaft oder der hantwerker ver» puntnuS, daß sie dan under Iren partheien gar leicht auf wolten komm und die- erbarkeit deS senats nieder drucken." Die volle Schale seines Zornes aber ergießt der Chronist über das»puben- volk, daS nit gern arbeit sonder stetigS in tabernen(Kneipen) lag, die auß geitigkeit(Begehrlichkeit) Höften, in soll zu tail werden der reichen Hab, doran sie selb» nicht hatten zu verlieren". Ihnen ver- spricht— immer unserem wohlgesinnten Chronisten zufolge— der „hauptman" der revolutionären Bewegung„daS golt, die Heuser, die kleider, die Hab aller reichm, aller juden pfant, Icdigung aller schuld on schaden, ablassung aller fteur, losung(direkte Steuer), ungelt(indirekte Steuern) und fteiheit, wo sie manlich bestunden, wann vorhanden weren die, die einen ncwen rat mochten besitzen und zu in ncmen, als vil der gemain man auß der gemain hinzu ordnet." Der„Hauptn, an", d. h. der Hauptführer der Bewegung, hat es den patrizische» Chronisten besonders angetan. E» war ein Plattner oder Harnischmacher namenS Rudel Haubenschmidt, wegen seines langen Spitzbartes„der Geißbart" genannt. Er war zuvörderst der Führer seiner Berufskollegen im weiteren Sinne, der Schmiede aller Bebel, der seine rege Tätigkeit innerhalb der Arbeiterklasse mehr und mehr den sozialdemokratischen Anschauungen genähert hatte, ging nun mit unermüdlichem Eifer daran, aus dem Verband der deutschen Arbeitervereine eine proletarische Organisation von wirklicher Einsicht und wirklicher Schlagkraft zu machen. Vor allem galt eS ein klares Programm zu schaffen, das allen bürgerlichen Hintergedanken die Tür sperrte; Bebel schätzte dies Ziel hoch genug, um dafür auch eine Spaltung des Verbandes in den Kauf zu nehmen. Auf die Tagesordnung des fünften Vcreinstagcs, de: am 5., 6. und 7. September in Nürnberg tagte, sehte er in erste: Reihe die Programmfrage, und von Dresden wie von Leipzig ging gleichermaßen der Antrag aus, als dies Programm die grund- legenden Sätze des Programms zu nehmen, das Marx sür die Internationale Arbeiterassoziation entworfen hatte. Die Zahl der Vereine hatte sich, dank Bebels unermüdlicher Agitation, wieder gehoben; der Verband zählte 09 Vereine mit 13 000 Mitgliedern. 89 davon waren in Nürnberg vertreten. Der Vereinstag beriet unter dem Vorsitz Bebels und Löwcnsteins; beide sowie die Genossen Greulich in Zürich und Vahlteich in New Dort sind wohl die letzten Uebcrlebenden; den Referenten Schweichs, der in einem schönen Bericht die Annahme des Programms empfahl, haben wir im vorigen Jahre begraben. Führer der Opposition war der alte Jakob Vcnedey, der schon vor einem Mcnschenalter von dem Bunde der Geächteten wegen seiner konfusen Ansichten über die Arbeiterbewegung beiseite geschoben worden war und nun seinen letzten Versuch machte, sie im„Unrat der Konfusion" zu erhalten, nicht aus bösem Willen, sondern weil er so recht der klassische Typus de» deutschen Spießbürgers war, der es immer„wohl meint", aber niemals weiß, was er will. Daneben warnte ein Bankier Thorqde vor dem„dämonischen Zauber der Phrase", machte aber natürlich noch geringeren Eindruck als Vencdcy. Das neue Pro- gramm wurde mit 69 gegen 46 Stimmen angenommen; nach Vereinen gerechnet hatten 61 mit Ja, 32 mit Nein gestimmt. Die unterlegene Minderheit verließ sofort da» BcratungSlokal, den alten berühmten Rathaussaal, den die städtischen Behörden dem Vereins- tag eingeräumt hatten. 26 Vereine erließen noch einen schrifi- lichcn Protest, der dem neuen Programm vorwarf,„an die Stelle rüstiger Arbeit ein Spiel mit leeren Worten und unklaren Phan- tasten zu setzen"; sie stifteten einen„Deutschen Arbeiterbund", der einen Aufruf an die deutschen Arbeiter erließ, aber mit diesem ersten Lebenszeichen auch sein letztes von sich gab. Er war ein totgeborenes Kind. Die Mehrheit aber schritt auf dem Wege fort, den sie mit der Nürnberger Abstimmung entschieden und klar betreten hatte, und sie bildete den Kern der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die sich ein Jahr später in Eisenach auftat, um nach sechsjährigem Ringen mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, den Lassalle gestiftet hatte, zu der deutschen Sozialdemokratie zu werden, die mit ihrem diesjährigen Parteitag zugleich die Erinnerung an einen ihrer ehrenvollsten Tage verbindet. Staatsmann»nä ßehlamechef. Es war vorauszusehen, daß der Staatssekretär Dcrn- bürg, Exzellenz, sobald er seine Informationsreise in Deutsch- Südwestafrika beendet haben würde, sofort wieder schöne Reden halten und sich interviewen lassen werde; denn eigent- lich ist er doch nur aus Versehen in die Kolonialpolitik ge- raten. Sein Beruf, zu dvm ihn Neigung und Veranlagung ziehen, ist der des Reklainechefs eines großen Warenhauses. So hat er sich denn auch, ehe er von Windhuk Abschied nahm. vor einer kleinen Korona eine Auseinandersetzung geleistet, in der er mit dem ihm eigenen staatsmännischen Geiste die Nachteile des direkten und allgemeinen Wahlrechts erörterte. Anknüpfend an das Wahlrecht zum südwestafrikanischeii Gouvernements- bezw. Landesrat meinte er, wie die„Wind- huker Nachrichten" berichten,„er sei entschieden gegen ein direktes Wahlrecht, auch wenn es kein allgemeines sein sollte. Er wies auf die Zustände hin, welche das Reichstags- Wahlrecht gezeitigt hat, namentlich auf den Umstand, daß Art, die nach ihm Geißbärte benannt wurden, dann aber ist es von einzelnen Menschen ihm offenbar in erster Linie zuzuschreiben gewesen, daß nicht nur fast all- übrigen Gewerbe, sondern auch die nichtratSfähigen Ehrbaren und die Besitzlosen zum Sturz der Geschlechter zusammengingen. Der revolutionären Regierung hat er nicht angehört, trotzdem ist später noch urkundlich von den Zeiten der Umwälzung als„Geiß- partzgezeitcn" die Rede. Daß er ein hervorragender Agitator und Organisator gewesen sein muß. geht auch ohne weiteres aus dem giftigen Haß hervor, womit die reaktionären Chronisten sein Andenken verfolgen. Die Vorbereitung der Erhebung war keine Kleinig- keit; denn in den guten Alt-Nürnberger Zeiten mußte alles ins- geheim vor sich gehen, und so nahm die Bewegung zunächst die Form einer Verschwörung an. Die über die Stadt herrschende Clique, inmitten der fieberhaft erregten Bevölkerung isoliert, fühlte sich zu schwach, um Widerstand zu leisten, und suchte bei Nacht und Nebel das Weite: in allerlei Vcrmummungen, einige in Frauenlleideru, andere auf Düngerwagen unter dem Mist versteckt. Als anderen Tags— am 4. Juni 1348— das Revolutionsheer unter seinem Banner, daS der Miglsnmogkel trug, gegen daS Rathaus marschierte, fand man die Vögel ausgeflogen. ES war ein unblutiger Sieg, der nur noch dadurch gekrönt zu werden brauchte, daß eine neue Regie- rung eingesetzt wurde. Die wurde nun keineswegs auf dcmokrattsche Weise von der ganzen Gemeinde gewählt, sondern die Handwerks- meister teilten sich mit den bisher nicht ratsfähigen Ehrbaren in die politische Gewalt. Die Handwerker gaben sich eine Zunftverfassmig und besetzten aus ihrer Mitte den Rat, in den auch eine Anzahl der mit der Bewegung gegangenen Ehrbaren Aufnahme fand. Für die Besitzlosen sprang die Abschaffung der Zölle und indirekten Steuern heraus, sowie anscheinend Unterstützungen aus dem be- schlagnahmten Besitz der geflüchteten Geschlechter. Wir wissen leider' wenig Sicheres von der Tätigkeit der revolutionären Re- gierung, die fünfviertel Jahre, bis zum September 1349, am Ruder blieb. Die neue Verfassung wäre wahrscheinlich, wie anderswo, von Dauer gewesen, die Geschlechter hätten ihren Frieden mit der Revolutton machen müssen, wenn nicht die Lcrflechttmg der Nürnberger Angelegenheiten mit den Reichs- angelegenheiten gewesen wäre. Der gestürzte Rat hatte, wie gesagt, zu Karl IV. gehalten, während die Revolutionäre mit der bayerischen Partei im Bunde waren. Am 4. Juni hatten bayerische Streitkräfte mitgewirkt, die den Aufständischen zu Hilfe gezogen waren. Die ge- flohenen Patrizier hielten sich an Karl IV., der in ihrer Sache seine eigene erblickte. Er behielt nun im Laufe des Jahres 1319 über die schlecht geführte bayerische Partei im Reich— Ludwig der Bayer war sckwn 1347 gestorben— die Oberhand und konnte sich gegen die anfstäudischen Nürnberger wenden, in denen er seine letzten Gegner sah. Schon ehe er mit Hceresmacht gegen Nürnberg zog. tat er ihnen nach Kräften Abbruch, indem er sie fiir Reichsseinde erklärte und jedermann aufforderte, sie auf alle Art und Weise zu schädigen. Diese königliche Ermächtigung zum Straßenraub ließen sich die fränlischen Ritter nicht zweimal sagen. Der Handel Man sieht, Herr Dernburg befißt eine seltene Anpassungs. fähigkeit. Wie er sich schnell seiner neuen Staatswürde angepaßt hat, so hat er sich auch in Afrika schnell afklimatisiert und parliert schon ganz nett hottentottisch. Wenn ihm beschieden ist, noch einige Quartale Staatssekretär zu bleiben, lernt er trotz alles Rassengegensatzes auch noch den Jargon cines echten ostpreußischen Junkers. Aber Dernburg leistet nicht nur auf dem Gebiete der Staatsphilosophie Bedeutendes, auch auf dem Gebiet der Reklame stellt er seinen Mann. So hat er sich sofort, als er mit dem Dampfer in Antwerpen anfam, von einem Korrespondenten der Franff. 3tg." interviewen wahrschein lich auch photographieren lassen und diesem folgendes Reformprogramm für Südwestafrika enthüllt: die Ganz nett; nur kommt bei solchen Dingen alles auf Ausführung an. Die schönsten Programme sind nutzlos wenn sie nicht zur Ausführung gelangen. Albertis Schwindeleien. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 12. September 1908. Prof. Dr. Adolf Wagner und die Reichserbschaftsftener. Städte wie Berlin, Hamburg mit ihrer hohen Bedeutung für foo fie sich niederlassen können; einmal wird auf diese Art den sie diese Obligationen frei und unverpfändet in Empfang genom. das Reich sowohl als auch für die ganze Kulturwelt dur ch Weißen Arbeitskraft zugewiesen, dann aber werden dergestalt men habe, unterschrieben von Alberti felbst mit den Namen der Sozialdemokraten vertreten seien. Wenn den Eingeborenen tatsächlich Reservate zuerteilt." beiden Bankdirektoren, und zwar mit Albertis Handschrift. für die Gegenwart auch nicht zu befürchten sei, daß aus einem Der Fälscher hatte sich nicht einmal Mühe gegeben, die Schriftzüge Direkten Wahlrecht ähnliche Zustände sich in Südwestafrika der Bankdirektoren nachzuahmen. Auf der Generalversammlung bilden würden, so könnten solche aber in Zukunft entstehen. der Bauernspartasse am 30, Mai wurden die Revisoren noch besonSo fei es 3. Bim Kapland, wo das Wahlrecht zwar ders befragt, ob diese 9 Millionen korrekt und sicher angelegt seien. für alle, auch für Eingeborene, bestehe, der EinDa erklärte der Revisor Stage, daß er den Beweis dafür, eben fluß der letteren aber durch einschränkende Bestimmungen jenen Empfangsschein der Privatbank selbst, gesehen habe und daß in bezug auf Einkommen, Besitz und Bildung angeblich einsomit alles in bester Ordnung sei. Uebrigens werde die gedämmt worden sei. In Wirklichkeit seien die Eingeborenen Privatbank jederzeit Auskunft darüber geben. Diese Erklärung Kopenhagen, 10. September.( Eig. Ber.) bei den Wahlen ein großer Machtfaktor, und in fünf Wahlging durch alle Zeitungen. In der Privatbank wußte man, daß sie distrikten hänge der Ausfall der Wahlen nur von ihnen ab. Ueber Albertis Vermögen ist nunmehr der Konkurs ver- der Wahrheit nicht entsprach und die Bankdirektion wandte sich an 3war sollen in Südwest nur die Weißen hängt worden. Das bedeutet, daß der Exjustizminister nicht mehr Alberti um Aufklärung. Der antwortete in einem Brief und Wahlrecht erhalten, aber wenn, was man doch er- Reichstagsabgeordneter sein kann und daß in seinem Wahlkreis Neu- stellte die Sache so dar, als ob jener Revisor ein so unbeholfener hoffe, sich eine große Industrie( Bergbau) entwickeln sollte wahl stattfinden muß. Seine getreuen liberalen" Wähler in Röge Redner und Mensch sei, daß er die technischen Ausdrücke und die mit Tausenden von Arbeitern, so fönnte man auf Seeland hatten noch am 29. März d. J. ein Begrüßungs- Bahlen verwechselt habe, so daß, was er hätte sagen wollen, ganz hierzulande ähnliche Erfahrungen machen wie im Deutschen telegramm gesandt, das mit den Worten schloß:„ Wir sprechen verkehrt herausgekommen sei. Das Einzige, was die Bankdirektion Reiche, wo der Schwerpunkt des politischen Einflusses in die unseren Abscheu aus gegenüber den grundlosen darauf unternahm, war, daß sie der Bauernsparkasse den Kredit befitlofen, begehrlichen Klassen geschoben worden ist. Ab- Angriffen, die namentlich in dieser Zeit aus politischem fündigte, und zwar mit der Kündigungsfrist von einem ganzen hängigmachung des Wahlrechtes von Besitztum und dergleichen ab gegen Sie gerichtet werden, und wir äußern den Wunsch, daß Jahre. Die Kündigung selbst war aber doch ein Beweis dafür, berfehle leicht den Zweck, das habe man jetzt bei den preußi. Sie uns noch viele Jahre lang die Ehre erweisen daß man wußte, daß es mit Albertis Nassenführung faul stand. schen Landtagswahlen gesehen, wo die Sozial- werden, uns im dänischen Reichstage zu repräsentieren." Das war um so klarer, als von dieser von Alberti im Namen der demokratie die bestehenden Bestimmungen Nun find die guten„ Linkenmänner" von Köge gezivungen, auf Sparkasse bei der Privatbank aufge.ommenen Millionenanleihe mit Geschick umgangen hätte und damit erfolg. die Ehre" dieser Vertretung zu verzichten. Aber nicht nur sie nichts in dem Rechenschaftsbericht der Staffe stand, der in der Presse die zinten- Reformpartei des gangen Landes und ihre Regierung veröffentlicht war. Obwohl es nun ganz offenbar war, daß hier reich gewesen sei." haben reichlich an der Schmach und Schande der Albertischen Schwin- fowie bei jener weit größeren Summe von 9 Millionen ein Schwin deleien mitzutragen. Sie waren gerade dabei, alle Sträfte anzu del vorliegen mußte, hielt es die Bankdirektion nicht für angebracht, ſpannen, um ihre Reform" des Landesverteidigungs öffentlich zu erklären, daß sie jene Obligationen nicht empfangen wesens durchzuführen. Ihrem alten, gut demokratischem Bar- habe! Ja, als der Revisor Stage, dessen Erklärung Alberti es teiprogramm nach, sollten die Militärlasten bedeutend herabgefekt zu verdanken hatte, daß er nochmals als Sparkassenvorsitzender gewerden. Bei den einstigen Kämpfen der Rinkenpartei gegen die wählt worden war, endlich Mißtrauen faßte und sich bei der PrivatKonservativen und ihren Kriegsminister Bahnson, der übrigens bank selbst Aufklärung verschaffen wollte, berief sich die Direktion auch ein großer Schwindler gewesen und große Summen Geldes auf ihre Berschwiegenheitspflicht und verwies ihn zunächst bermöbelt hatte, die den armen Invaliden aus dem deutsch- däni- an den Justisminister Alberti, ben Macher des ſchen Striege gehörten, trat eine start antimilitaristische Agitation ganzen ungeheuren Schwindels. in den Vordergrund. Nun aber haben die liberalen Antimilitaristen Kein Wunder, daß das dänische Wolf von Zorn und Wut erfaßt von ehemals in den sechs langen Jahren, in denen die Landes- ist und stürmisch den Rüdtritt des Ministeriums forverteidigungskommission tagte, einen Plan ausgeheckt, der die mili- bert. Es ist auch kaum anzunehmen, daß diesem Verlangen allzutärischen Lasten des dänischen Volkes um Millionen und Aber- lange Widerstand wird geleistet werden können, millionen steigert. Das neue Randesverteidigungswesen soll sich Unsere Eingeborenenpolitik, die wir in Südwestafrika be- namentlich auf Seebefestigung, Marine- und Flottenstationen treiben werden, stellt den Uebergang von einer Wirtschaftsform stützen, womit man, wie es heißt, den Wünschen der deutschen in die andere dar. Der Krieg hat die wirtschaftliche Selbständig. Diplomatie entgegenkommt. Christensens Regierung und seine teit der Eingeborenen zerschlagen, hat ihnen allen Besitz ge- Partei werden nun wohl schwerlich in die Lage lommen, diese nommen, und der Herero, welcher ohne Vieh und Land ist, fand schönen Pläne durchzusehen. Ihre Autorität ist allzu sehr erschüt feinen Unterhalt im Dienste der Weißen. Die Verfügungen, tert. Alberti, der der einflußreichste Reaktionär im Ministerium welche die Verhältnisse der Eingeborenen regelten, mußten natur- und im Lande war, sißt ihnen mun wie ein böser Alp im Naden. gedrungen dem Zustande des Landes entsprechen, welches teines- Sat doch die plumpe Art seiner Fälschungen bei vielen ben Glauben wegs als beruhigt gelten fonnte. Diese Verfügungen fanden in erweckt, daß er Mitschuldige haben muß. Kommt man nun Deutschland lebhafte Kritit, ebenso aber auch in der Kolonie, und den braven Landleuten, die bisher mit ihrer Partei durch dick und man glaubte auch dort, daß die Zeit gekommen sei, diejenigen dünn gegangen find, mit den neuen Militärforderungen, so werden Bestimmungen auszumerzen, welche diesen Kriegsharatter sie sich wohl fragen, ob nicht die vielen Millionen, die da ausgetrugen. So soll in Zukunft der Weiße nicht mehr das Recht geben werden sollen, vielmehr irgend welchen geriffenen Geschäftshaben, jeden Schwarzen anzuhalten und ihn nach seinem Platz Teuten, als dem Lande zugute kommen werden. zu fragen; in Zukunft soll der Weiße nur für die Schwarzen Alberti soll übrigens nun an einer weit vorgeschrittenen feines eigenen Grund und Bodens verantwortlich sein. Zweitens Nierenkrankheit leiden. Der robuste Mann, der so groß und start war bis jetzt den Eingeborenen das Halten eigenen Biebs er- ist, daß das Bett im Untersuchungsgefängnis nicht für ihn ausschwert, wirtschaftlich ergab sich jetzt schon das Unziveckmäßige reichte, ist, wie verschiedene Leute, die ihn gestern sahen, sagen,„ Gerade die„ oberen" Klassen, ihre politischen Parteien, ihre dieser Maßregel. Der Eingeborene wird sich in Zukunft Vich gänzlich gebrochen. Man glaubt, daß er die Urteilsverkündigung Vertreter in den Parlamenten, im Reichstag, follten es als eine frei erwerben dürfen. Ginige weitere Grundsähe von Bedeutung taum erleben dürfte. Ehrensache, die Konservativen als die Konsequenz des noblesse sollen das Reformwert ergänzen. Vor allem wird daran gearbeitet oblige ansehen, für die Einführung einer solchen ReichserbschaftsEine Hauptfrage, die die Oeffentlichkeit ganz besonders start werden müssen, daß nicht nur der Weiße, sondern auch der Ein- beschäftigt, ist die: Wie war es möglich, daß Alberti 14 Jahre lang steuer, die sie selbst mitzutragen haben, in der Debatte über die Reichsfinanzreform miteinzutreten, ihr ein solches Banner voran geborene Vertrauen zur Regierung hat; sollen übereinstimmend viele in Geldgeschäften doch auch bewanderte Leute hinters Licht tragen, um ihre Pflichten gegen Neich und Fürst und Bolt zu er mit der Farmerbevölkerung Eingeborenentommissare führen konnte, sogar Bankdirektoren und Finanzminister? War füllen." ernannt werden. Diese Kommissare haben die Aufgabe, gesetzliche doch namentlich sein letzter großer Betrug so plump ausgeführt, Es ist überflüssig, an die Noblesse der Großagrarier zu appellieren. und sonst berechtigte Forderungen der Schwarzen wahrzunehmen. daß ihn jeder einigermaßen geübte Fälscher für einen elenden Soweit eine solche Noblesse überhaupt jemals vorhanden war, ist sie Heute noch gibt es Banden, welche das Land durchziehen und Be- Stümper erklärt hätte? Es handelt sich da um jenes falsche Doku- längst flöten gegangen. Der heutige Junker verlangt nicht nur, unruhigung hervorrufen. Die Eingeborenenkommissare sollen ment, datiert vom 31. März 1908, womit er seine Betrügerei von daß das Boll ihm auf dem Wege über die agrarische Wirtschaftsdiese Leute ohne Stellung sammeln und ihnen entweder Stellen 9 Millionen Kronen ausführte. Es war ein Verzeichnis über politik die Taschen füllt, sondern daß es auch die Mittel für die anweisen, wo sie Arbeit finden können oder Reservate angeben, Kreditvereinsobligationen mit der Erklärung der Privatbank, daß Seeres-, Flotten-, Stolonial und sonstigen vaterländischen Ausgaben und damit auch das Gewerbe von Nürnberg waren bald völlig städtische Regierung ging gegen die Bewegung, die ja dem all- zug gestellt zum Bundesheer gegen die Bauern, aber auch dem unterbunden, und die Bevölkerung geriet in die größte Not. Heftige gemeinen Aufstande der deutschen Bauern vorausging, mit großer Bauernheer Waffen und Munition verkauft und den eigenen revolutionäre Zuckungen scheinen eingetreten zu sein. Der Rat griff Härte vor, besonders auch gegen die Anzeichen eines Zusammen- Bauern Erleichterungen zugestanden, wie Abschaffung des kleinen in seinen Schwierigkeiten u. a. zu einer Zwangsanleihe bei den gehens der Massen in der Stadt mit der Landbevölkerung. Ein und des toten Zehnten. Den Massen in der Stadt wurde cine reichen Juden. Das Kleinbürgertum schlug in dieser Zeit der Wirt in Wöhrd und ein Nürnberger Tuchinappe wurden am Herabsetzung des Ungeldes zuteil. Nach der Niederlage der Bauern schweren Not zum Teil auf die reaktionäre Seite über. Die Ehrbaren im 5. Juli 1524 öffentlich enthauptet,„ umb ir peß, straflich, aufrurig zog der Rat natürlich andere Saiten auf und machte die erfolgten Rat waren dabei, mit der Neaktion ihren Frieden zu machen. So konnte gethan reden", Bürger und Bauern müßten zusammenhalten, damit Bugeständnisse größtenteils rückgängig. Die Landbevölkerung regte der Ausgang feinem gweifel unterliegen, als König Karl im Sep- das Ungeld die indiretten Steuern ablämen. fich auch nach dem großen Aderlaß von 1525 nicht mehr. Dagegen tember 1349 mit großer Macht vor Nürnberg erschien. Die Stadt mußte Durch diese drakonische Strenge gedachten die Ehrbaren im dauerte die kommunistische Agitation unter dem städtischen Prolesich unterwerfen, und die patrizischen Geschlechter zogen wieder ins Nat- Nürnberger Gebiet die Kirchhofsruhe herzustellen. Es gelang ihnen tariat zunächst noch fort. Die Wiedertäufer hatten in Nürnberg haus ein, nahmen aber einige von den Ehrbaren, die der Bewegung aber nicht damit. Vielmehr fand sich in den Mauern der Reichs- großen Anhang. Einer ihrer bekanntesten Prediger, Wolfgang rechtzeitig den Rüden gekehrt hatten, in ihre Mitte auf. Die Hand- stadt während des Jahres 1524 fogar der gefürchtetste Revolutionär Vogel, wurde im Jahre 1527 enthauptet. Aber noch 1530 befürchteten werter wurden dagegen vom Rate wieder ausgeschlossen, die Bünfte jener Zeit ein: Thomas Münzer erschien in eigener Person, der die Nürnberger Ehrbaren, wie aus einem Brief eines ihrer bcaufgelöst. Einige Bürger wurden hingerichtet. Im übrigen be- Teufelsapostel". Der kommunistische Agitator war nicht ge- rühmtesten Männer, des bekannten Willibald Birkheimer, herbor gnügte die Reaktion sich damit, die Hauptanstifter, ungefähr 150 an fommen, um in Nürnberg Propaganda zu machen, sondern um geht, daß der gemeine Mann sich erheben werde, um eine gemeine der Zahl, darunter Rudel Geißbart mit seinen Anverwandten, auf eine revolutionäre Streitschrift gegen Martin Luther drucken zu Zeilung herbeizuführen. ewig aus Nürnberg zu verbannen: wenn sie sich wieder blicken ließen, lassen. Er schreibt selber darüber:" Ich wollte wohl ein feines Spiel Wie die Dinge dazumal in Deutschland lagen, konnten diese sollten sie hingerichtet werden. Viit den Revolutionären zugleich mit denen von Nürnberg angerichtet haben, wenn ich Lust hatte, bürgerlichen Schredgespenster natürlich auf feine Art Wirklichkeit wurden alle ihre Knechte aus Nürnberg ausgewiesen ein Beweis, Aufruhr zu machen.... ein Beweis, Aufruhr zu machen.... Viele vom Nürnberger Bolte rieten mir, werden. Die allgemeine Gestaltung der geschichtlichen Entwickelung daß die Handwerksgesellen lebhaften Anteil an der Bewegung ge- au predigen, da antiwortete ich, ich wäre um um beswillen sorgte dafür, daß die Nürnberger Ehrbarkeit die Oberhand behielt nicht gekommen, sondern sondern um mich durch den Druck zu über die revolutionäre Bewegung. Aber der Nat hat dann doch nommen hatten. In der Woche" spricht sich Prof. Dr. Adolf Wagner für eine weitere Ausdehnung der Erbschaftssteuer aus, indem er die von der tonservativen Bresse dagegen erhobenen Einwendungen, eine Bersteuerung des an die nächsten Deszendenten und an die Geschwister fallenden Nachlaffes verstoße gegen das deutsche Familiengefühl und beeinträchtige die Heiligkeit der Familie, als ganz hinfällige phrafenhafte Argumente bezeichnet. Nur die direkten Reichssteuern seien, imstande, die mittleren und besonders die höheren Schichten ihrer individuellen Leistungsfähigkeit entsprechend zu treffen. Er schließt seinen Artikel: Demnächst hielten die Regierenden es für geraten, den Hand- verantworten. Da das die Herren erfuhren, flangen ihnen die einmal im Laufe des 16. Jahrhunderts seinen Meister gefunden, twertern ein fleines bißchen von politischen Nechten zu gönnen, Ohren. Denn gute Tage tun ihnen wohl, der Handwerks- an den Handwerkergesellen nämlich, deren Bestrebungen der Ehr indem ihnen acht Ratssitze zugestanden wurden. Diese acht waren Leute Schweiß schmedt ihnen füß, gedeiht aber zur Ausdruck zu gebrauchen gewerkschaftliche Bestrebungen der Ehraber in hoffnungsloser Minderheit gegenüber 34 Patriziern. Die bitteren Galle. Es wird da kein Bedenken oder Spiegelfechten barkeit wie den Meistern schwer im Magen lagen. In der Mitte Bünfte blieben verboten, alle Handwerksangelegenheiten wurden durch helfen, die Wahrheit muß herfür, es hilft sie nichts das Gedichte an des 16. Jahrhunderts und nochmals seit 1567 persuchte man, im einen Natsausschuß erledigt. Die Meister lödten auch nicht mehr zunehmen des Evangelii; die Leute sind hungrig, sie Einklang mit Reichstagsbeschlüssen, die Gesellenberbände, welche die gegen den Stachel; dagegen waren die Gesellen nicht so ruhig, wollen essen." Münger wurde im Oktober 1524 ausgewiesen, die Interessen der Arbeitnehmer auf jede Art tatkräftig vertraten, unterdrücken. Das Unternehmen scheiterte aber an sondern machten den Herrschenden schon im 15. Jahrhundert durch Schrift verfiel der Konfistation. Mit der Durchführung dieses Rats au ihr fortgesettes Streben, Meistern und Nat in Verbänden als orga- befehls haperte es aber sehr. Zahlreiche Eremplare wurden ge- dem einmütigen Widerstande der Gesellen von Nürnberg und nisierte Macht gegenüberzutreten, viel zu schaffen. Unter den Besiglosen rettet. Wegen des Verbrechens, das aufrührerische" Pamphlet in von ganz Deutschland, die den Zuzug nach Nürnberg sperrten und waren die revolutionären Bestrebungen während des ganzen Umlauf gefegt und dann überhaupt für demokratische und kommunistische dadurch die Unternehmer so in Bedrängnis brachten, daß sie den Nat 15. Jahrhunderts nicht erloschen. Nürnberg blieb auch nach der Nieder- Biele agitiert zu haben, wurde einer der bekanntesten Nürnberger Maler himmelhoch anflehten, ihre Gewerbe durch erneute Zulassung der werfung der Erhebung von 1848-49 ein Hauptmittelpunkt der Hans Sebald Beham Ende 1524 angeflagt und in Untersuchungshaft ge. Berbände vor dem Ruin zu retten. Zweimal hat sich der Nat enttommunistischen Keßerei. Und im ersten Viertel des sechzehnten Jahr- nommen. Das gleiche geschah mit seinem Bruder, Kollegen und schließen müssen, vor den Gesellen zu Kreuze zu kriechen. Auf hunderts griff das Verlangen nach einer besseren Ordnung der Dinge, Gesinnnungsgenossen Barthel Beham und mit Georg Benz, einem diesen interessanten Gegenstand fann hier leider nicht des näheren nach dem tausendjährigen Reich immer mehr in die Massen des Schüler Dürers. Demnächst, in den Anfängen des Jahres 1525, eingegangen werden. Bruno Schönlants bortreffliche altnürnNürnberger Proletariats hinein, dessen Zahl und Armut bei wurde auch noch der bekannte Wiedertäufer Johann Dent wegen bergische Studien:" Soziale Stämpfe vor breihundert Jahren" fortschreitender Entwickelung des Wirtschaftslebens ebenso fommunistischer Agitation ausgewiesen. bringen dazu ein reiches Material. gestiegen war, wie der Reichtum der Ehrbarkeit. Auch im Nürn Mit allen Unterdrückungsmaßregeln schaffte die Nürnberger berger Kleinbürgertum regte sich wieder das Mißvergnügen über Ehrbarkeit aber feine Ruhe in Stadt und Land. Als im Frühjahr die Oligarchie der Reichen, ihre eigennüßige Eliquenwirtschaft und 1525 die große Bauernerhebung erfolgte, waren im Nürnberger Geden schieren Drud der indirekten Steuern, als mit Anbruch der biet die Massen in stürmischer Bewegung. Es wird von keiner Reformationszeit alle Klassen des deutschen Volkes in Bewegung Seite bezweifelt, daß das fränkische Bauernheer, wenn es beizeiten gerieten. Auch die Bauernfrage tam für Nürnberg in Betracht, gegen Nürnberg gezogen wäre, dort von der Bevölkerung mit offeweil die freie Reichsstadt ein ausgedehntes Landgebiet besaß, dessen nen Armen aufgenommen worden wäre. Florian Geher und andere Bevölkerung zwar nicht ganz so schlecht gestellt war, wie die Bauern Führer drangen auch auf den Marsch nach Nürnberg. Die Masse der in anderen Territorien, aber doch über schweren Drud zu flagen hatte. Bauern aber biß sich vor dem Würzburger Marienberg fest, und Die Bauern machten dem Nürnberger Rat zuerst zu schaffen. Im die Entscheidungsschlacht bei Königshofen befreite die Nürnberger Mai 1524 schon rotteten sie sich zusammen und erklärten, daß sie Ehrbarkeit von der Angst vor dem Bauernheer. Der Rat hatte sodie Behnten und den Erbzins nicht mehr zahlen wollten. Die lange abgewechselt zwischen Zuderbrot und Peitsche. Er hatte BuDer 30jährige Krieg versetzte der Blüte der Nürnberger Jn dustrie und auch der daraus hervorgegangenen Arbeiterbewegung einen tödlichen Stoß. Seitdem ging es mit Nürnberg immer weiter bergab, und auch die proletarischen Bestrebungen der Gesellen erstarben völlig. Erst im 19. Jahrhundert lebte das Gewerbsleben von Nürnberg wieder auf, dem Einzug der großen Industrie folgte die Wiedergeburt der Arbeiterbewegung, und das neue Nürnberg wurde zu einem Zentrum des proletarischen Klassenkampfes, das ganz andere Bedeutung besitzen sollte, als das alte Nürnberg mit seinen kleinen Verhältnissen. Das hindert aber nicht, daß auch für bie moderne Bewegung Nutzen zu ziehen ist aus den Alt- Nürnberger Klaffenfämpfen. aufbringt, die er patriotisch bewilligt. Er nimmt in feiner Großaut für sich nur das Bewilligen in Anspruch. Das Bahlen über .äßt er, edel wie er ist, gern der„ stupiden Maffe". " Die Deutsche Tageszeitung" ist denn auch sehr erbost über die Ausführungen Professor Wagners, den sie früher so oft als hohe Autorität gepiesen hat. Sie schreibt: Wir möchten gegen den Vorivurf des Vorurteils, der Einseitigkeit und der Anwendung hinfälliger, rein phrasenhafter Argumente aufs entschiedenste Verwahrung einlegen. Vor einer derartigen Kampfesweise sollten sich ernsthafte Politiker überhaupt hüten, zumal solche, welche auf eine besondere Autorität Anspruch zu machen glauben. Der Vorwurf der Einseitigkeit und des Vorurteils ist ungeheuer leicht zu erheben und fann fast immer zurückgegeben werden.... Daß ein deutscher Professor, dem wir immer volle Hochachtung gezollt haben, den Hinweis auf die Verlegung des deutschen Familiengefühls ein„ rein phrasenhaftes Argument" nennt, ist nicht nur sehr bedauerlich, sondern auch recht bedenklich." Bekanntlich wird bereits in verschiedenen Ländern seit langem auch der an einen Deszendenten fallende Nachlaß besteuert, z. B. in England und Frankreich, ohne daß dort die Familie erschüttert worden ist. Es muß demnach das Familiengefühl in Deutschland biel schwächer sein, vor allem aber viel mehr auf materiellen Grundlagen ruhen, als in jenen Ländern. Möglich, daß die Deutsche Tagesztg.", obgleich sie so häufig über die Kraft des deutschen Wesens und die Gesundheit der deutschen Familie faselt, fich plöglich eines anderen belehrt hat- vielleicht infolge so mancher Standalprozesse der letzten Zeit, in denen die Blüte des deutschen Adels in schönstem Lichte strahlten. Zigarrenbanderolesteuer. Unter den verschiedenen Steuerplänen, welche der Reichsschatzfekretär und feine Räte zur sogenannten„ Sanierung" der Reichsfinanzen ausgetiftelt haben, wurde noch vor kurzem die Zigarrenbanderolesteuer genannt. Wie die„ Berl. Volksztg." von„ gut unterrichteter Seite" erfährt, soll sich jedoch diese Steuer nicht im Sydow schen Steuerbukett befinden. Der Reichsschatziekretär hat früher mit den maßgebenden Kreisen der Branche fonferiert, und man hat sich auf eine Erhöhung des Tabakzolles bon 85 Mart pro 100 Silogramm auf 150 Mart geeinigt.( Das wäre also von 4212 Pf. pro Pfund auf 75 Pf.) Die Unmöglichkeit einer Zigarrenbanderolesteuer hat die Regierung selbst eingesehen; denn in der Zigarrenindustrie sind zirka 40 000 Hausarbeiter beschäftigt, die für Lohn arbeiten, und über 10 000 selbständige Arbeiter, die Arbeiter und Unternehmer in einer Person sind. Diese würden in ihren oft mehr als beschränkten Räumen durch die Kontrollbestimmungen der Banderole glatt hinweggefegt, und dadurch würde ein unabsehbares Elend geschaffen werden. Dies ist eines der ersten Momente, die flar und einleuchtend gegen die Banderole sprechen. Daß auch mittlere und größere Betriebe einen enormen Schaden erleiden würden, ist ebenso selbstverständlich. Wenn nun trotzdem Nachrichten über eine kommende Banderole auftauchen, so ist das weiter nichts als ein Schachzug nach dem bekannten Bismarckschen Rezept, das da sagt:„ Wenn man nach Rummelsburg fahren will, muß man ein Billett bis Eydtkuhnen nehmen." Man will den Reichstag zwingen, das anscheinend kleinere Uebel, die gollerhöhung, williger hinzunehmen, indem man die Industrie vor der Banderole bewahrt. Fahrkartensteuer. Der„ Berl. Lokal- Anzeiger" berichtete jüngst, daß in das Shdowsche Steuerragout auch die Inseratensteuer aufgenommen sei, und dafür die Fahrkartensteuer wieder aufgehoben werden solle. Wir bezweifelten das fofort, denn so leicht läßt der Fiskus ein Steuerrecht nicht fallen; und tatsächlich hängt denn auch die Sache, wie die Deutsche Tagesztg." erfährt, etwas anders zusammen. Erst für spätere Zeit ist die Aufhebung der Fahrkartensteuer in Aussicht genommen und nur unter der Bedingung, daß durch die Reichsfinanzreform genügender Ersaz für die Erträgnisse der Steuer geschaffen wird. " Also nur, wenn der Reichstag so viele neue Steuern bewilligt, daß die Regierung die Fahrkartensteuer nicht mehr braucht, will sie darauf verzichten und auch dann erst später. Reichstagsnachwahl in Wolfenbüttel- Helmstedt. Nach dem nunmehr festgestellten Ergebnis der Reichstagsersatzwahl im 2. braunschweigischen Wahlkreise erhielt Kleye( Vereinigte nationale Parteien) 11 423, Dedekind( Welfe 5926 und Rieke( Soz.) 7196 Stimmen. Es ist mithin Stichwahl zwischen Kleye und Nieke erforderlich. fie der dem Wortlaute der Verfassung nach begründeten Meinung sind, daß es verfassungswidrig ist, das Wahlrecht von der Entrichtung eines Bürgerrechtsgeldes abhängig zu machen. Zünftlertum. Perfien. Die Kämpfe in Zäbris. Tabris, 11. September.( Meldung der Petersburger Telegr.. Agentur.) Heute morgen entspann sich ein heftiger Kampf zwischen den Revolutionären und den vor kurzem hier eingetroffenen Matureitern, die mit sechs Geschüßen die Befestigungen Die Zahl der in den Innungen organisierten Handwerker ein Sattar hans angriffen. Unter dem Schuße des Geschütz- und schließlich der Gesellen und Lehrlinge beträgt gegenwärtig, wie die Gewehrfeners gelang es ihnen anfangs auch, die Revolutio Konserv. Korresp." mitteilt, über anderthalb Millionen. Es bestanden näre zurückzuwerfen und in die Stadt einzubringen. Als Ende Oktober 1907 fast 12 000 Jnnungen, genau 11 995, gegen Sattar Khan jedoch Verstärkungen erhielt, mußten die Maku11311 im Jahre 1904. Die Zahl der Innungsmeister war reiter sich in der Richtung auf Marand zurückziehen, Die Vers 512 713, gegen 488 700 im Jahre 1904, der bei den Innungs- lufte waren auf beiden Seiten erheblich. Ain ed Dauleh hat die mitgliedern beschäftigten Gesellen 691 569, der Lehrlinge Makureiter in keiner Weise unterstützt. 624 361. Die Jnnungen zerfielen 1904( für 1907 ist die Bahl noch nicht bekannt) in 6356 Fachinnungen, 3607 Jnnungen verwandter Gewerbe und 1348 gemischte Innungen. In den Großstädten befanden sich 678, in den Mittelstädten 2006, in den Kleinstädten 3674, in den Landstädten 3387 und in Orten unter 2000 Ginam 1. Januar 1905: 11 772 700 M. Die Ausgaben beliefen sich wohnern 1566 Jnnungen. Das gesamte Jnnungsvermögen betrug auf 3 668 500 M.zichten". Preußisches Eisenbahndefizit. Zentrumspolitiker unter sich. Marokko. Die französische Note. Aus Paris wird telegraphiert: Nach dem„ Petit Parifien" enthält die franzöfifch. spanische Note, die am Montagabend den Mächten überreicht werden soll, die schon bekannten Forderungen, nämlich die Anerkennung des Algecirasvertrages und der vor und nach Abschluß dieses Vertrages getroffenen europäischmarottanischen Vereinbarungen, feruer die Verpflichtung zur Tilgung aller Schulden und Vorsorge für den Unterhalt des Sultans Abdul Asis und seiner Familie. Wie das Berliner Tageblatt" erfährt, sollen die Einnahmen der preußisch- hessischen Staatsbahnen einen Einnahmeausfall von 70 millionen Mart gegenüber dem Voranschlag haben. Vor allem die Tarif, reform" und die Fahrkartensteuer regend und berühren in feinem Punkte ein Interesse des Man sieht, diese Forderungen sind durchaus nicht auf. haben, durch die Abwanderung der Reisenden in die niederen Wagen- deutschen Volkes. Und wenn die französische Regierung aus flassen, diese Mindereinnahmen bewirkt. Die Kritik der Sozial- Mulay Hafid auch die Kosten ihrer militärischen Expedition demokratie gerade an diesen Gesetzesvorlagen traf also doch wieder gerne herausschlagen möchte, so haben unsere französischen Regierung deshalb so gern wieder auf die Fahrkartensteuer ver- allem Nachdruck protestiert. den Nagel auf den Kopf. Bei der neuen Finanzreform will ja die Genossen gegen das Unbillige dieser Forderungen mit Aber es tann nicht Aufgabe der deutschen Politik sein, sich zum Schüßer der erfolgreichen marokkanischen Rebellen aufzuwerfen und dadurch das Verhältnis Deutschlands zu den Westmächten aufs neue zu verschlechtern. Wir halten wie die deutsche so im Zentrum, den„ M.- Gladbachern" und den Trier- Berliner Fach- der proletarischen Interessen und eine Ge Der Kampf zwischen den beiden Arbeiterorganisationsrichtungen auch die französische Kolonialpolitik für eine Schädigung abteilungsanhängern, zeitigt fortwährend neue Blüten. Die christ- fährdung des Friedens. Aber das heuchlerische Geschrei lichen Gewerkschaftler geben sich die größte Mühe, den Verband unserer Chauvinisten am lautesten brüllt die Vossische deutscher Eisenbahnhandwerker und Arbeiter, der seinen Sitz in Trier 8eitung"- über die französische Kolonialpolitik entspringt hat, zum Anschluß an die Zentrumsgewerkschaftler zu bewegen. Der nur dem Aerger, daß Marokko nicht das Opfer deutscher Vorsitzende dieses Verbandes aber, Herr Peter Molz in Trier, ist Kolonialexpansion geworden ist. Den Kampf gegen die ein entschiedener Gegner der konfessionellen„ neutralen" christlichen französische Regierungspolitik führen unsere Genossen Gewerkschaften; er ist für katholische Sonderverbände oder Fach- mit aller Entschiedenheit; wir müssen mit gleicher Energie abteilungen in den katholischen Arbeitervereinen. Bekanntlich steht gegen alle Versuche der deutschen Regierung Stellung eine Reihe deutscher Bischöfe, besonders Bischof Korum, auf dem nehmen, das deutsche Volk in das marokkanische Abenteuer zu nämlichen Standpunkt. Herr Molz ist übrigens bei der vorletzten verwickeln. Reichstagswahl Kandidat des Zentrums in Duisburg- Oberhausen Es scheint übrigens, daß Mulay Hafid nach alt gewesen. Er schreibt in dem Organ seines Verbandes, um die Mit- türkischem Muster die Uneinigkeit zwischen Frankreich und glieder vor den M.- Gladbachern zu erschrecken: Deutschland ausnutzen will, um bessere Bedingungen für sich " Kollegen!... Beseht euch die fragwürdigen Ge- herauszuschlagen. Dem Matin" zufolge sind in Tanger fellen. Sie spekulieren nur auf eure so über- Briefe von Mulay Hafid eingetroffen, durch die Miaus mühsam verdienten Groschen und Er- nister Menebbi bevollmächtigt wird, mit den Vertretern der sparnisse, um auf eure Kosten als Arbeiter Mächte zu unterhandeln. Hafid erkenne grundsäglich sekretäre" ein behagliches, sorglofes Leben die Afte von Algeciras an, rechne aber darauf, durch das führen zu können. Beseht euch solche Lose Ge- Entgegenkommen der Mächte einige Aenderungen, inssellen, und ihr seid überzeugt, daß dieselben noch nichts besondere hinsichtlich der Organisation der Polizei, für euch getan haben und auch absolut nichts für euch leisten zu erlangen. Er suche ferner über besondere Entschädigungsforderungen Frankreichs, namentlich mit bezug Herr Mola müßte eigentlich in der Lage sein, über seine auf die Striegskosten, eine Verständigung herbeizuführen. Es eigenen Partei- und Glaubensgenossen ein zutreffendes Urteil ab- ist nur zu befürchten, daß auf diese Weise der Abschluß der maroffanischen Angelegenheit noch in weite Ferne gerückt ist. fönnen." zugeben. Judaslohn. Organisation der Waldenburger Grubenmagnaten hat, wie jest бeDer Verein für die bergbaulichen Interessen Niederschlesiens, die fannt wird, in einer geheimen Sigung vom 28. August d. J. dem Bunde vaterländischer Arbeitervereine" wie im Vorjahre 3000 M. unter der Bedingung bewilligt, daß den Werken die nötige Anzahl von Exemplaren des gelben Bundesorgans" Deutsche Treue" zur Gratisverteilung an die Arbeiter zur Verfügung gestellt werden. " morgen Oefterreich. Zweierlei Recht in Ungarn. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen- Veranstaltungen. Achtung! Genofsinnen des ersten Kreises! Montag, den 14. Sep. tember, abends 8 Uhr: Leseabend bei Engel, Seidelstraße 30. Die Vertrauensperson. Letzte Nachrichten und Depefcben. Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera- Einschleppung. Berlin, 12. September.( W. Z. B.) Wenn auch die Auss T. Budapest, 12. September. Die Polizei hat den für anberaumten Demonstrationszug Sozialdemokraten für das allgemeine Wah!- bisher noch keinen direkten Anlaß zu Besorgnissen geben, so werden der breitung der Cholera in Rußland und ihr Auftreten in Petersburg Die Wahlbeteiligung war also beträchtlich schwächer, als 1907; falen anläßlich des Priesterjubiläums des Papstes ge- Berlins und der anderen Sädte im Landespolizeibezirke Berlin recht verboten, dagegen den Umzug der Kleri- doch von den staatlichen und städtischen Gesundheitsbehörden denn damals erhielt der nationalliberale Standidat 14 122, der Welfestattet. Da die Sozialdemokraten aber morgen gleich bereits Vorkehrungen getroffen, um bei etwaigen Ueberraschungen 4876 und unser Genosse 7998 Stimmen. Nur der Welfe hat einen zeitig auf der Straße erscheinen wollen, befürchtet man 3u- gerüstet zu sein. Wesentlich ist es jedoch, daß die Polizeibehörden Zuwachs von 1050 Stinumen zu verzeichnen. ſammenſtöße. In der Stichwahl dürfte ein Teil der Welfen sich der Abstimmung enthalten; der größte Teil wird aber wahrscheinlich für den Mischmaschkandidaten Kleye stimmen. frankreich. Gregory freigesprochen. . " der einzelnen Städte, also in Berlin die Sanitätskommission, sofort Mitteilung von verdächtigen Erkrankungen. folcher Personen erhalten, die aus Rußland zugereist sind. Ueber die Epidemie in Rußland berichten wir unter„ Ver. mischtes" in dieser Nummer. Ueber Alberti gestürzt. 0 Gregory, der bei der Zola- Feier das lächerliche Attentat auf Beamtengehaltserhöhungen in Württemberg. Dreyfus unternommen hat, ist von den Geschworenen freigesprochen worden. Die Nationalisten sind also um die Hoffnung, Jin Staatsanzeiger" fündigt heute die württembergische Re- einen Märtyrer zu erlangen, betrogen worden. Mit Gregory war gierung eine allgemeine Beamtenaufbesserung an. Es heißt dort, überhaupt nicht viel Staat zu machen. Der alte, geistesschwache die Besoldungsaufbesserungen, die in unseren Nachbarstaaten Bayern mann benahm sich vor Gericht nichts weniger als heldenhaft. Er Minister des Aeußeren, Graf Raben Rebebau, heute Kopenhagen, 12. September.( W. T. B.) Nachdem der und Baden sowie anderen Bundesstaaten jüngst erfolgt und im stellte jede Abficht, Dreyfus ein Leid antun zu wollen, in Abrede. dem König seine Demission eingereicht hatte, berief der König Reich und in Preußen in Aussicht genommen sind, haben der Es habe sich ihm nur um eine Demonstration" gehandelt. den Ministerpräsidenten Christensen zu sich und hatte Staatsregierung die erneute Prüfung der Besoldungsverhältnisse der Auch die Versuche des aus der Dreyfus- Affäre berüchtigten Obersten mit ihm eine Besprechung der gegenwärtigen Lage. Das Er öffentlichen Diener nahegelegt. Die Staatsregierung ist zu der Path du Clam, die Affäre wieder aufs Tapet zu bringen, scheiterten gebnis der Besprechung war, daß der Ministerpräsident die Ueberzeugung gekommen, daß auch in Württemberg ein Bedürfnis an dem Widerstand des Vorsitzenden. Die Geschworenen hatten Demission des gesamten Kabinetts einreichte und versprach, in dieser Richtung vorliegt und hat daher die Durchsicht schließlich Mitleid mit dem halbverrückten Angeklagten und ließen die Geschäfte bis zu dem nahe bevorstehenden Zusammentritt der bestehenden Gehaltsverhältnisse in Aussicht genommen; diese den alten Narren laufen. bereits mit dem nächsten Etatsentwurfe für das Etatsjahr 1909 und 1910 zu verbinden, ist nicht möglich, da dieser Etat ohnedies mit einem Fehlbetrag abschließt und es besonderer Vorkehrungen be dürfen wird, um ihn ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gehaltsrevision soll aber, sobald als irgend möglich zur Durchführung gebracht werden. Mit Rücksicht auf die hiernach bevorstehende durchgreifende Gehaltsneuordnung muß davon abgesehen werden, in dem nächsten Etatsentwurfe die Gehaltsaufbesserung für einzelne Beamten fategorien einzustellen. Die Vorarbeit für die Gehaltsrevision wird demnächst eingeleitet werden. Landtagswahlen in Waldeck- Pyrmont. Rußland. Ueberfall auf Polizisten. des Reichstags weiterzuführen. Der gekränkte Diplomat. Konstantinopel, 12. Geptember.( Meldung des Wiener R. R. Sicherheitsdienstes, die von einer Haussuchung zurüdfehrten, von dem heutigen diplomatischen Diner beim Minister des Aeußern Baku, 12. September. Gestern abend wurden Beamte des Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Da der bulgarische Agent Gefchow zu Unbekannten überfallen. Die Verbrecher feuerten etwa zwanzig feine Einladung und auf seine Anfrage beim Minister keine beSchüsse ab, durch die ein Beamter getötet und zwei Beamte friedigende Auskunft erhalten hat, wurde er von der bulgarischen verlegt wurden. Regierung beauftragt abzureisen, wenn nicht die Einladung bis heute abend erfolgt. Türkei. Eine Frauenkundgebung. Konstantinopel, 12. September. Das Komitee türkischer Frauen veranstaltete in der Moschee Jonidschami eine TrauerDie Urwahlen für den Landtag gingen unter äußerst schwacher feier für die Märtyrer der Freiheit. Dieser Feier wohnten Beteiligung vonstatten. Beispielsweise wählten in Bad Wildungen auch die Frauen und Töchter des gewesenen Sultans Murat bei. nur 14 bon 318, in Arolsen, der Hauptstadt des Fürstentums, nur 40 von 136 Wahlberechtigten. Die Parteistellung der meisten Wahlmänner ist unbekannt, doch ist sicher, daß der Landtag feine alte wahlreformfeindliche Majorität behält. Eine armenische Kuudgebung. Da wird er schlecht autommen.; Konstantinopel, 12. September.( B. H.) Der Sultan beab sichtigt, eine besondere goldene Freiheitsmünze prägen und mittels Spezialgesandten allen Monarchen Europas überreichen zu lassen. 200 000 Mart unterschlagen. Konstantinopel, 12. September. Das armenische Komitee New York, 12. September.( B. H.) Der Buchhalter Loats Im Kreise Pyrmont, wo drei Abgeordnete zu wählen sind, im Van hat das hiesige jungtürkische Komitee telegraphisch ver- Lippmann von der Bantfirma Knauth, Nachod u. Kühne wurden auch einige sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Die ständigt, daß seine Anhänger die Waffen niederlegen und wurde hier wegen Betrügereien in Höhe von 200 000 Mart verGenossen dieses Kreises werden die Wahlen anfechten, weil von nun ab bereitwillig ihr Leben dem Vaterlande opfern. haftet. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 7 Beilagen Nr. 215. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soziale Frage, Schule und Lehrerschaft. Aus 8ürich wird uns geschrieben: Die Lehrerschaft des Kantons Zürich befizt eine gefeßliche Berufsorganisation. Sonnabend, den 5. September, fand die amtliche Quartalsversammlung aller Lehrer und Lehrerinnen der Stadt und des Bezirkes Zürich statt. Unser Genosse Robert Seidel, Privatdozent für Pädagogik an beiden Hochschulen( Polytechnikum und Universität), war zu einem Vortrag über Lehrerschaft und soziale Frage berufen worden. Er sprach anderthalb Stunden lang über dieses wichtige und für die Lehrerschaft durchaus neue Thema und erntete am Schlusse un geteilten, stürmischen Beifall. In Lehrerkreisen ist die Ueberzeugung allgemein, daß dieser Vortrag einen Markstein in der sozialpädagogischen Erkenntnis und Entwickelung der Lehrerschaft bedeute. Genosse Seidel erklärte im Eingang, daß er feine Tages- und Parteipolitik treiben, sondern nur die sozialen Tatsachen, Gründe und Schlüsse sprechen lassen werde. Es gelte, die Wahrheiten der sozialen Entwidelung und Logit zu finden. Diese werden die Lehrerschaft frei machen. 1836: Die Lehrerschaft tommt mit der Behandlung dieser Frage nicht zu früh, denn andere Gebildete und sogar die katholische und protestantische Geistlichkeit sind ihr schon lange vorangegangen. Auch hat die Lehrerschaft in den großen Pädagogen leuchtende Vorbilder sozialpädagogischer Denkweise und Tätigkeit. Pestalozzi war durch und durch Sozialpädagoge und Diesterweg schrieb schon Die sozialen Fragen sind die Hauptfragen dieser und der tommenden Zeit." Die Lehrerschaft marschiert in der Behandlung der sozialen Frage aber nicht nur hinter den Gebildeten, sondern auch weit hinter den Arbeitern einher. Es ist eine Schande für die Gebildeten, wenn sie kein Verständnis für die sozialen Fragen haben. Allerdings, die Lehrerschaft ist nicht schuld an ihrer sozialpolitischen Unwissenheit, sondern diese ist ihnen vom öffentlichen Unterrichtswesen und von der öffentlichen Meinung anerzogen. Der Redner belegt dies mit Tatsachen aus der engeren züricherischen Schulgeschichte. Auch die Unwissenheit der Gebildeten in sozialen Dingen muß der falschen, öffentlichen Erziehung zur Raft gelegt werden. Große Heiterkeit brach aus, als Seidel aus dem Organ der schweizerischen Studentenschaft, der" Academia" den Ausspruch cines schweizerischen Staatsmannes zitierte:" Der ungebildetste Staatsbürger ist eigentlich der Student." Genosse Seidel 30g daraus den Schluß, daß auch die Gebildeten als Gesamtheit keine sozialpolitischen Leuchten sein könnten. Wissen ist Macht." Will die Lehrerschaft eine soziale Macht werden, so muß sie auch soziales Wissen erringen. Nun führt der Redner in großen Zügen aus, was die soziale Frage nicht ist und was sie ist. Er zeigt schlagend, daß sie kein fremder Einfuhrartikel, sondern schweizerischer Herkunft ist. Er belweist ferner, daß sie nicht von den sogenannten Hezern und Bühlern herrühre, daß sie nicht ein Produkt der bloßen Unzufriedenheit, nicht das Ergebnis der moralischen Verderbtheit und nicht die Schuld der Kapitalisten, sondern ein Produkt der sozialen Entwickelung ist. Die soziale Frage ist auch nicht nur eine Frage, sondern ein ganzer Kreis von Fragen. Die soziale Frage ist die Frage, wie die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft, wie das Recht aller Menschen auf die Erde und ihrer Güter hergestellt, und wie das Reich der sozialen und politischen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit eingerichtet werden kann. Nun erörtert der Redner das Alter und die Entstehungsursachen der sozialen Frage. Sie ist ein Kind der bürgerlichen Gesellschaftsund Staatsumwälzung und ihre Ursachen liegen in den großartigen technischen Erfindungen, wissenschaftlichen Entdeckungen und riesigen Fortschritten der Schöpferkraft der Arbeit. Mit großen Strichen zeichnet Genosse Seidel diese Erfindungen, Entdeckungen und Fortschritte auf der ganzen Erde, wie in der Schweiz. Neu war vielen Kleines feuilleton. Sonntag, 13. September 1908. der Nachweis, daß die Schweiz, dieses klassische Land der Hirten, Parteitag im gleichen Sinne wie der Gewerkschaftskongreß be eines der ersten Handels- und Industrieländer der Welt ist. Der schließen, dann müssen wir uns fügen. Man hätte also seitens der Reichtum und das Proletariat haben riesig zugenommen. Man Generalfommission wirklich gut getan, wenn man einen Vertreter muß diese sozialen Tatsachen kennen, um die soziale Frage zu ver- entfandt hätte und sei es auch nur, um die Wünsche der Jugendlichen stehen. Die sozialen Tatsachen und Zustände haben zu allen Zeiten zu hören. das Unterrichts- und Erziehungswesen tief beeinflußt. Dafür werden eine ganze Reihe Tatsachen angeführt. Es gibt keine Schulreform ohne Sozialreform. Wer den Schulfortschritt will, der muß auch für den sozialen Fortschritt kämpfen. Wie steht es nun mit dem Beitritt von Personen über achtzehn Jahren zur Jugendorganisation. Es ist doch ganz selbstverständlich und liegt auch nur im Interesse der Organisation, wenn sie im gegebenen Falle von der Regel abweicht und auch einem Erwachsenen den Eintritt in die Drganisation gestattet. Eind wir alle doch der Meinung und auch wohl der Genosse Legien, daß die Jugendlichen des Rates des Erwachsenen bedürfen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, der die Geschäftsleitung mit der Ausarbeitung eines Musterstatuts für die Ortsvereine beauftragt, unter besonderer Berücksichtigung des Beitritts von Personen beiderlei Geschlechts mit der Altersgrenze von 18 Jahren. Somit find die Befürchtungen des Genossen Legien hinfällig, um so mehr, da ja den Genossen, welche ihren been feinen Eingang in der Parteiorganisation ver schaffen können, die Möglichkeit, in der Jugendorganisation für ihre Ideen zu wirken, schon durch das Gesez ge nommen ist! Die Volksschule sowie die Lehrerschaft sind ebenfalls Erzeugnisse der sozialen Entwickelung, und der Lehrerstand hat die Pflicht und das Intereffe, für die soziale Reform einzutreten. Die Bildung des Volkes hängt ab von seiner sozialen Lage, von seiner Arbeitszeit, seinem Arbeitslohn, seiner Nahrung, Wohnung und Kleidung. Die sozialen Mißstände beeinträchtigen und erschweren die Schularbeit. Von den Fabrik- und Heimarbeiterinnen werden schwächliche Kinder geboren, die unter mangelhafter Pflege und Nahrung heranwachsen und die, körperlich und geistig zurüdgeblieben, in die Schule eintreten und die Unterrichtsarbeit unergiebig machen. Infolge der Arbeit der Eltern in den Fabriken sind sich die Kinder selbst überlassen; sie verwahrlosen und bereiten der Bildung und Erziehung große Schwierigkeiten. Die Kinderarbeit selbst raubt den Kindern die körperliche und geistige Zum Schluß noch eine Richtigstellung. Der Bericht von der Kraft zur Bernarbeit, und die elenden Wohnungszustände des freien Jugendorganisation läßt mich sagen:" Die Leitung der Dr arbeitenden Voltes üben ebenfalls einen schädlichen Einfluß auf ganisation muß nach den Erfahrungen, die man in Berlin gemacht die Bildungs- und Erziehungsarbeit in Haus und Schule aus. hat, in andere Hände gelegt werden. Auch dürfe man der Berliner Aus allen diesen Tatsachen und Gründen geht für die Lehrerschaft Organisation die Leitung nicht überlassen." Das läßt die Folgerung die Pflicht hervor, sich soziale Kenntnisse, soziales Fühlen und au, als habe ich einer Verlegung des Sizes der Geschäftsleitung das Denken zu erwerben, um an der sozialen Reformarbeit teilnehmen Wort reden wollen. Dies trifft jedoch nicht zu. Ich habe nur die zu können. Bestalozzi leuchtet in dieser Pflichterfüllung der Wahl der Geschäftsleitung in andere Hände legen wollen und habe Lehrerschaft voran, denn er war nichts für sich, sondern alles für dabei die Vertretung der erwachsenen Arbeiterschaft in der Leitung das Volk und seine Not. Der Führung dieses großen und guten im Auge gehabt. Notabene ich mit der Anstellung des Peters ohne Menschen müssen die Lehrer folgen. Zustimmung der maßgebenden Instanzen durchaus nicht einver standen bin. Zur Frage der Jugendorganisation 6 schreibt uns Genosse Wilhelm Koch Magdeburg: " In der Nr. 212 des Vorwärts" ist ein Artikel des Genossen Regien veröffentlicht, der die Gründung eines Verbandes der arbeitenden Jugend" fritisiert. Ganz besonders geht es ihm wider den Strich, daß auf dieser Konferenz, die nach seiner Meinung die Gründung beschloß, auch einige erwachsene Personen vertreten waren. Er schreibt: Aus der Partei. Die Budgetbewilligung und die sozialdemokratische BürgerschaftsFrattion in Hamburg. In der Weser- Beitung" und anderen bürgerlichen Drganen ist behauptet worden, bei der Budgetberatung im vorigen Jahre habe der Führer der hamburgischen Sozialdemokratie, Stolten, einen Standpunkt eingenommen, der sich dem süddeutschen Standpunkt mehr nähert, als man es jetzt zugeben möchte." Soweit mir die Namen, die in dem Bericht genannt werden, Diese Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Wie wir bekannt sind, handelt es sich um Parteigenossen, die nicht in die feinerzeit mitteilten, hat Genosse Stolten in nicht mißzuverstehender Jugendorganisation, sondern in die Parteiorganisation hinein- Weise die Gründe dargelegt, weshalb die sozialdemokratische Fraktion gehören und hier mitzuarbeiten und zu beschließen haben." dem Staatsbudget nicht zustimmen tönne: Einer Regie " Die Parteigenoffen, deren Namen ihm bekannt sind, hatten aber rung, zu der die Sozialdemokratie tein Bergar nicht über eine Gründung" zu beschließen, sondern sie waren trauen habe, die die Arbeiterschaft für minderen lediglich als Gäfte auf der Konferenz anwesend. Daß aber dem Rechts ertläre( Wahlrechtsraub in Hamburg), Genossen Legien die im Bericht genannten Namen der Dele- tönne sie das Gesamtbudget nicht bewilligen." In gierten befannt sein sollten, fann man wohl bei dem bisher diesem Jahre stimmte die sozialdemokratische Fraktion( 21 Stöpfe) Bescheidenen Auftreten der betreffenden Genoffen wirklich nicht an- gefchloffen gegen das laufende Budget, und so wird es bleiben. nehmen. Der Kreisverein Gumbinnen- Justerburg beschäftigte sich in seiner " Der zu Zum Delegierten wurde Parteisekretär Genosse Linde gewählt. An den Parteitag wurde folgender Antrag gestellt: Wenn also der Genoffe Legien ein objektives Bild von am 6. September in Gumbinnen abgehaltenen Mitgliederversammlung der Konferenz haben wollte, wäre es angebracht gewesen, daß nach einem Referat des Genossen Linde über den Nürnberger auch die Generalfommission sich dort hätte vertreten laffen. Dann Parteitag auch eingehend mit der Budgetbewilligungsangelegenheit wäre es ihm auch nicht entgangen, daß ein Verband der der Einzelstaaten. Nachdem zwei als Gäste anwesende Gewerkschaftsarbeitenden Jugend" schon bestand und nicht erst gegründet beamte in revisionistischem Sinne das Verhalten der süddeutschen zu werden brauchte. Die jungen Leute haben ihre schon bestehende Genossen in dieser Frage gebilligt und Ablehnung der nach Organisation nur ausgebaut; daß sie dieselbe auflösen würden, hat stehenden, vom Referenten befürworteten Resolution beantragt wohl niemand erwartet. Es hätte aber auch den Vertretern der hatten, wurde diese mit großer Majorität angenommen. Sie lautet: Die Versammlung berurteilt ganz entschieben die Haltung der Generalfommission weiter nicht entgehen können, daß die wenigen füddeutschen Genossen in der Budgetbewilligungsfrage. älteren Genoffen, welche dort anwesend waren, jedesmal dann, wenn wählende Delegierte wird beauftragt, für Streichung des letzten Abdie jungen Leute gar zu leidenschaftlich gegen den Beschluß des Ge- fatzes der Lübecker Resolution einzutreten." werkschaftskongresses polemisierten, in die Debatte eingriffen und zum Frieden rieten. Wiederholt ist gesagt worden: Sollte der geringes Aufsehen erregte und dem Rassenhochmut des weißen des Herrn Bernstein unterhalten? Beide Stücke haben in der konstruierten Mannes einen gehörigen Stoß versetzte. Er konstatierte nämlich, Erfindung der Handlung eine gewisse äußere Aehnlichkeit. Aber das daß der Japaner zunächst an dem Europäer einen ihm ganz un zweite wirkt nach dem ersten als eine plumpe Parodie, die aus einem erträglichen scharfen und ranzigen Geruch wahrnehme und daß er Einfall ein Maler vertritt seinen Freund Rechtsanwalt in der Wie die europäische Industrie Afrika mit Göttern und Geld ver- sich erst nach einigen Wochen langsam daran gewöhne. Adadi unter Sprechstunde und fommt mit seinem gänzlich unjuristischen forgt. Eines der größten Fabrikatszentren Englands, Birmingham, fchied sogar ganz genau berfchiedene Gerüche in ber Laienverstande zu den schönsten Resultaten: einer Frau und dessen allumfassende Industrietätigkeit in dem Worte gekennzeichnet fchiedenen Gegenden Europas und analysierte den Geruch einer Erbschaft in der unwahrscheinlichsten und ausgedehntesten ist, daß es alles vom Knopf bis zur Dampfmaschine" herstellt, des Braunschweigers als sehr verschieden von dem des Bayern, Weise Kapital schlägt. Für Jordans lustige Nedereien und feine liefert auch eine ungeheure Menge von Nutz- und Lurusgegen den des Savoyarden anders als den des Normannen. Eine Definition Zärtlichkeiten wurde von den Herren Höbling und Kaiser- Tig ständen, die speziell für den Eingeborenenmarkt in Afrifa be- dieses merkwürdigen Geruches, den der Europäer haben soll, gab wie von ihren Partnerinnen Fräul. Goeride und Maren der stimmt sind. Von dem Umfange dieser Erzeugung, die das ein anderer ausländischer Beobachter des Phänomens als ein Ge- rechte Ton getroffen. Auch war vom Regisseur E. Belisch ein Ringgeld ebensowohl einbegreift wie Feuersteine für Gewehre und misch von Kuhmist und Vanille". Ueber das delikate Thema der sehr stimmungsvoller Rahmen dazu geschaffen. In dem blauen Gößenbilder, gibt der„ English Mechanic" eine anschauliche Darstellung. von dem Menschen ausgehenden Gerüche, das der Japaner so über- Stüde amüsierte uns Herr Arndt in der Episodenrolle des ErbAllerdings hat sich in letzter Beit der höchste Beamte des Protetto- raschend formuliert, bringt mun ein Aufsatz der Débats" ein weit- onfels. Protektoraschend rats über Süd- Nigeria, das eine Hauptabsagstelle des Ringgeldes schichtiges Material bei. Wie der Weiße den Geruch des Negers bildet, gegen den Import derartiger Bahlungsmittel ausgesprochen außerordentlich stark und unangenehm empfindet, so ist auch dem und hat die Konfistation der Waren, sowie hohe Strafen bestimmt. Neger die Anwesenheit eines Weißen Weißen für sein Riechorgan Das Ringgeld die sogenannten Manillas find in eigentümlicher fehr unsympathisch. Haben doch Schwarze über diese Form aus einer Kupferlegierung hergestellt. Der Ringtörper gleicht Geruchsempfindung geäußert, daß sie mit ihrer faden, Sem oberen Teil eines ziemlich dicken und etwa vier Zentimeter leichenhaften Süßlichkeit ihnen direkt das Herz umdrehe". langen Ringes, während die Enden scharf nach innen eingebogen find, Aber nicht nur die Rassen unterscheiden fich durch eine und in schildförmigen Plättchen von unregelmäßiger Oberfläche auslaufen. sehr deutliche Verschiedenheit des Geruchs von einander, sondern Das Stück davon ist in Nigeria 1-3 Pence wert. Die Farbe gleicht auch innerhalb eines Voltes ist ein jedes Individuum durch eine der einer lange im Umlauf gewefenen Kupfermünze. Es ist jedoch besondere Nuance des Geruchs charakterisiert, die von dem weniger notwendig, bei der Herstellung alle Sorgfalt zu beobachten, da die entwickelten Geruchssinn des Menschen häufig nicht bemerkt, von den Eingeborenen mit Faltenblicken auch die geringsten Fehler be- scharfen Nasen des Hundes, der Kaze oder des Pferdes sogleich merken. Dieses sonderbare Geld wird von Birmingham aus an die erkannt wird. Der alte Tallemant des Réaug erzählt von einem großen Handelshäuser der westafrikanischen Küste geliefert, wo es Hündchen, das noch nach zehn Jahren aus alten Kleidern, die sich Die Eingeborenen gegen Palmöl und Nüsse eintauschen und auf in einem Koffer befanden, den Geruch seiner einstigen Herrin erkannte ihren Booten ins Innere führen. Vor einigen Jahres ist dieses und sie zärtlich beleďte. Auch das Wild wittert den Jäger Birmingham- Geld start diskreditiert worden, da ein strupel- auf sehr weite Entfernungen, doch hat man bemerkt, daß es bei ber Tofer Fabrikant auf den Gedanken Gedanken verfiel, die Ringe fchiedenen Menschen in seiner Witterung ganz verschieben reagiert. aus Schmiedeeisen herzustellen und oberflächlich galvanisch zu ver- Es teilt die Jäger in zwei Klassen, in solche, von denen ein saurer, fupfern. Da nun die Eingebornen der Sitte huldigen, ihren Toten und in die, von denen ein süßer Geruch ausgeht. Der faure Geruch nebst anderen Dingen auch Barmittel in das Grab mitzugeben, fam ist viel stärker und wird von den Tieren biel rascher empfunden. der Betrug zutage. Das Ringgeld zeigte sich nach einiger Zeit aber auch Menschen soll diese scharfe Unterscheidung zwischen bere start zersetzt, und man konnte die Wertlosigkeit ohne weiteres schiedenen Gerüchen ihrer Mitmenschen eigen gewesen sein. Mancherlei erkennen. Diese peinliche Enthedung hatte die Folge, daß die sprichwörtliche Wendungen in unserer Sprache weisen ja auch auf -Künste und Wissenschaften blühen! Die Londoner Manillas durch einige Jahre so diskreditiert blieben, daß diese Zusammenhänge hin. Schauspielerin Alice Aloyd wurde für zwei Jahre nach den Ver sie nicht mehr in Zahlung genommen wurden. Manche der westeinigten Staaten engagiert mit einem wöchentlichen Honorar von afrikanischen Stämme wünschen Jm Neuen Schauspielhause sollen von jetzt ab Vor- 10 000. Dies ist das höchste Honorar, welches bisher einer während andere Kaurimuscheln oder gefärbte Glasmarken verwenden. Dies alles hat die Fabrikanten in Birmingham nicht abzuschrecken stellungen zu ermäßigten Preisen in größerem Umfange eingeführt Variétékünstlerin gezahlt worden ist. Die Mammuthjagd in Alaska. Alaska ist ein vermocht, und in letzter Zeit werden wieder zwei Sorten von Metall- werden, ein Beginnen, das bei den hohen Berliner Theaterpreisen geld fabriziert, deren Bestimmung nicht bekannt ist, obgleich die sicher zu begrüßen ist. Am Freitag wurden diese Vorstellungen er- Klassischer Boden für das Studium einer ausgestorbenen Lebewelt. chinesischen Lettern, die sie tragen, Anhaltspunkte geben. In ähn öffnet mit Wilhelm Jordans löstlichem Lustspiel, Durch Ohr" Seit den Funden Kozebues im Jahre 1815 find immer nene wertlicher Weise werden Särge nach dem speziellen Geschmack des Landes und... des Münchener Rechtsanwalts Mar Bernstein sehr ge- bolle Entdeckungen gemacht worden, und vor drei Jahren entfür Westafrifa geliefert, und auch die religiösen Bedürfnisse finden machtem Schwank( Lustspiel kann man das nicht nennen) Bla u" fandte das Smithsonian Institut eine Expedition, in einem blühenden Export der verschiedensten Götterbilder Berüd- Das graziöse, an Gedanken und Einfällen reiche und nedisch belebte, Washingtoner Museum mit offilien jener Gegenden auszustatten. wenn auch in seinen Voraussetzungen uns fremd gewordene Vers- Im vergangenen Jahre wurde nun wieder von demselben Institut jichtigung. Iustspiel des alten Jordan( das hier bei seiner Aufführung durch die eine Forschungsreise dahin unternommer. Auch diesmal wurden Freie Volfsbühne ausführlicher gewürdigt wurde) fieht man gern Mammuthzähne von sehr bedeutenden Dimensionen gefunden, die dem erneuert und einem weiteren Kreise erschlossen. Aber wie foll über vier Meter hohen Practitelett im Museum zu Chicago an die uns hinterdrein noch die dürftige und ganz verstaubte Schartete| Seite gestellt werden konnten. an Tierfelle Geldesstatt, Der Geruch des Menschen. Vor vier Jahren veröffentlichte ein japanischer Arzt Burtaro Adadi, der Europa bereift hatte, einen Huffaz über den Geruch der weißen Völker, der bei uns nicht Theater. Humor und Satire. Minister Alberti Leuchtend im Ministerprunte Wandelte ein Erzhalunke. Ohne je sein Volt zu schonen, Stahl derselbe acht Millionen. Elf Millionen. Zwölf Millionen. Nicht in Mart, sogar in Kronen. Dies beträgt im Dänenländchen Eine Mark nebst dreizehn Pfennchen. Belchen Abgrund des Gemüts, Wo er und zugleich Justiz! Schwärmte für die Prügelstraf' Schade, daß sie ihm nicht traf! Man ergriff ihm gegenwärtig, In dem Haftloch sitt Albertich. Aber weil er nicht vom Mob, Heißt es nächstens: Krank im Kopp.... ( Gottlieb im„ Tag".) Notizen. das Der§ 11 Abs. 1 Ziffer I be5 OrganisationZstatutS soll lauten: Die Delegierten der Partei werden gewählt auS den einzelnen Reichstagswahlkreisen mit der Maßgabe, daß diejenigen Kreise, die iiber 300 bis 1000 politisch organisierte Genossen haben, einen Delegierten, über 1000 bis 2S00 zwei Delegierte, über 2500 bis 5000 drei Delegierte, über S000 bis 10000 vier Delegierte und über 10000 fünf Delegierte entsenden dürfen. Die Kosten dieser Delegationen trägt die Zentralkasse. GewerkfcbaftUcbe**. . Die Gelben wollen nicht— gelb sein! f Der„Bund vaterländischer Arbeitervereine" sendet der Jöresl. Morg.-Zeitung" folgende kostbare„Berichtigung": „Mit Bezug auf eine Notiz der„Bresl. Morg.-Ztg., daß an der Tagung des„Bundes vaterländischer Arbeitervereine". abgehalten am 4., S. und 6. September zu Waldenburg i. Schl., der Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter Waldenburg nicht teilgenommen hat, und daß es nicht der Wahrheit e n t f jp r i ch t, den Bund und seine einzelnen Ver° eine als„gelbe Gewerkschaften" zu bezeichnen." Zunächst bleibt es doch recht bezeichnend, daß der Ge- werkverein nicht selbst, wenn ihm Unrecht geschehen, sich seiner Haut wehrt, sondern ausgerechnet den Bund der Vaterländischen seinen Sachwalter spielen läßt. Aber außer- dem muß die Sache denn doch einen ganz bedenklichen Haken haben, denn sonst würde doch nicht gerade die„Bresl. Morg.- Zeitung", die den Hirsch-Dunckerschen sehr nahe steht und gewiß nicht aus Gehässigkeit etwas sich aus den Fingern ge- sogen hat, die Nachricht zuerst gebracht haben. Uebrigens deutet das Blatt in seiner jetzigen Erwiderung an, daß die Waldenburger Fabrikhirsche,„dem Drängen der Bruder- vereine nachgebend, in letzter Stunde" sich erst entschlossen haben, dem Feste fernzubleiben. Also die Absicht bestand— und das genügt uns schon. Geradezu herrlich ist aber die Abwehr der Bezeichnung „gelbe Gewerkschaften". Vielleicht sind die Herren Vater- ländler farbenblind, und dann wollen wir mit ihnen über Farben nicht streiten. Aber die Tatsache können sie nicht aus der Welt schaffen, daß sie sich ihren Verbandstag zum größten Teile von den Unternehmern haben bezahlen lassen, wie sie auch sonst von diesen sich alimentieren lassen. Wenn die Herren aber bloß dagegen protestieren wollten, daß man ihre Vereine als„Gewerkschaften" bezeichnet, so war das durchaus überflüssig, denn heute ist es der ganzen Welt be- kannt, daß eben gelbe Gewerkschaften nun und nimmer Aeverkschaften sein können. Berlin uncl Qmzeg-end. Die streikenden Rohrleger und Helfer waren am Sonnabendnachmittag wieder im Gewerkschaftshause der- sammelt. Wie durch die Kontrolle, festgestellt wurde, betrug die Zahl der Anwesenden 870. Mehr als 400 stehen bereits zu den neuen Bedingungen in Arbeit. 77 Verträge deS MetallarbeiterverbandeS sind durch Unterschrift von Firmeninhabern anerkannt. Der Referent Handle teilte unter anderem mit, daß eine Vertretung der drei Verbände(Deutscher Metallarbeiter-, Schmiede-, Kupferschmiedeverband) am Donnerstag eine Rücksprache hatten mit oem Obmann der Unternehmer, Herrn Better. Derselbe konnte jedoch eine Aussicht auf Verhandlungen machen. Am Freitag hat dann Herr Letter der Streikleitung die Mitteilung gemacht, daß eine Verhandlung mit den Unternehmern stattfinden solle und daß vielleicht äne Einigung mit der Streikleitung erzielt werden könne. Darauf hat am Sonnabendvormittag eine Besprechung mit der Vertretung »er Arbeitgeber stattgefunden, die jedoch zu keinem Ergebnis führte. Ks ist jedoch vereinbart worden, daß am Dienstag in einer Kom- nission, bestehend ans Vertretern der Unternehmer und der Streikenden Verhandlungen gepflogen werden sollen. Die Ver- zrmmlung erklärte sich damit einverstanden und wählte ihre Ver- .reter in diese Kommission._ Die Kohlenarbeiter Berlin» aabcn in ihrer Abwehrbewcgung bereits Erfolge zu verzeichnen. Wie bereits gemeldet, hatten diese Arbeiter vor einigen Tagen Stellung zu den Lohnabzügen genommen, welche die Unternehmer auf einigen Plätzen willkürlich vorgenommen hatten. Der Trans- Portarbeiterverband, welchem diese Arbeiter in der Mehrheit an- gehören, hatte daraufhin durch Fragebogen festgestellt, daß von 54 der maßgebensten Firmen 23 den versprochenen Lohn von 43 Pf. nach wie vor zahlen, 7 Firmen zahlen 4b Pf. pro Stunde, dagegen wurde bei 0 Firmen ein Lohnabzug von 3 Pf. pro Stunde gemacht. Von den noch verbleibenden Firmen sind die Fragebogen noch nicht eingelaufen. In der Hauptsache trat der Lohnabzug bei den Firmen ein, welche ihre Plätze auf dem sogenannten Kohlenbahnhof des Wedding in der Fennstraße haben. Die Arbeiter ver hiervon in Frage kommenden Firmen A. R. Simon, Lichtenstein und Jakoby wurden im Laufe dieser Woche durch gewählte Kommissionen zwecks Zurücknahme der gemachten Lohnabzüge vorstellig, wurden aber überall abschlägig beschieden und zwar mit der Motivierung, daß, wenn die anderen Firmen des Kohlenbahnhofs Wedding den Lohnabzug rückgängig machen würden, dasselbe auch bei ihnen, d. h. den genannten Firmen geschehen solle. Eine Verhandlung mit Vertretern deS Verbandes bei Herrn Simon blieb ebenfalls er- gebnisloS und berief sich dieser Herr wiederum auf die reiche Firma LouiS Schulze, welche ihren Arbeitern zuerst Abzüge gemacht habe. Daraufhin legten am Donnerstag früh die Arbeiter der Firma Simon zunächst einmütig die Arbeit nieder. Die Bc- mühungen des Unternehmers, anstelle der Streikenden Ersatzkräfte heranzuziehen, mißlangen, da die übrigen Arbeiter der dortigen Plätze, welche zunächst noch nicht mit in den Ausstand getreten waren, Solidarität übten, und die sich meldenden Arbeitswilligen durch Belehrung fernhielten. Als nach anderhalbtägigem Streik auch die Arbeiter der Firmen Lichten st ein und Jakoby Miene machten, mit in den Ausstand zu treten, bewilligten diese beiden Firmen sofort wieder den alten Lohn von 43 Pf. Nunmehr ließ sich auch Herr Simon herbei, mit seinen Arbeitern Frieden zu schließen und bewilligte ebenfalls wieder den alten Lohn. Daraufhin wurde am Sonnabend früh die Arbeit wieder auf- .. genommen. Dies einmütige Vorgehen dieser Arbeiter zeigt, daß selbst zur Zeit der wirtschaftlichen Krise die Arbeiter imstande sind, den Unternehmern gegenüber ihre Rechte zu behaupten, wenn sie nur ihre Organisation hochhalten und ausbauen. Brauereiarbriter i Den Neigen im Einstellen auf„Prozentsatz" hat bei den dies- jährigen Herbsteinstellungen die Brauerei Oswald Berliner, Vrunnenstr. 1� S. Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands. Nürnberg, 12. September 1908. Zweiter Berhnndlnngstag. Aus der gestrigen Debatte über die Organisationsfrage ist ßloch folgendes nachzutragen: Genossin Wackwitz-DreSden: In dem Entwurf sollte im Ab- sah 2 statt„unabhängig von" gesetzt werden„neben dem". Das klingt in der Form etwas schwieriger. Weiter möchte ich in Ab- satz 4 ausgesprochen haben, daß weibliche Mitglieder, die dem Vor- stand angegliedert werden sollen, auf ihre Fähigkeit zu prüfen sind. (Lebhafter Beifall.) Die Frauenkonferenzen müssen bc- stehen bleiben, sie leisten eine ungeheure Vorarbeit für den Parteitag. Genossin Tunckcr: Ich bin im grohcn und ganzen mit dem Entwurf einverstanden und vor allem auch mit den niedrigen Bei- trägen der Frauen. Dieser Beitrag wird zumal dann, wenn die Frau nicht mitverdient, vielfach als Doppclbesteuerung der Familie aufgefaßt. Aber Frauenversammlungen sind dringend notwendig, nicht nur, weil es Themata gibt, die die Frauen als solche inter- essieren, sondern auch, weil die Fragen, die beide Geschlechter inter- essieren, von den Frauen doch in ganz anderer Weise aufgefaßt werden. Die Frauen gehen meist von der praktischen Seite des Lebens aus, an diese müssen wir anknüpfen, wenn wir sie packen wollen, und wir können von da aus auch sehr gut eine Brücke schlagen zu der Theorie. Sehr gewundert habe ich mich, daß gerade die Leipziger sich gegen die FrauendiskussionSabende erklärt haben. Genosse Geyer bestreitet das zwar, aber ich habe in der„Leipziger Volkszeitung" die Berichte darüber gelesen. Ich habe auch zahlreiche Jammerbriefe von Leipziger Genossinnen bekommen. Für das Fortbestehen der Fraucnbildungsvereinc bin ich nur in dem Falle, daß sie schon lange existieren und das Herz der Genossinnen an ihnen hängt. Einen Befähigungsbeweis für die Genossinnen, die in die Verwaltung kommen sollen, brauchen wir ebensowenig zu verlangen, wie ein solcher von den Genossen verlangt wird.(Leb- hafte Zustimmung.) Es würde sehr schwierig sein, dann noch Frauen zu finden, die nach der Ansicht der Genossinnen die nötige Befähigung haben.(Heiterkeit und Sehr richtig!) Aeltcrc Ge- nossinnen, die durch die Unannehmlichkeiten, die die ersten Anfänge der Frauenbewegung mit sich brachten, verbittert sind, sollten wir allerdings nicht in die Verwaltung entsenden; denn wenn diese Genossinnen auch sehr tüchtig sind, so liegt doch die Gefahr vor, daß sie mehr verderben als gutmachen, indem sie in jeder kleinen Anspielung eine Spitze sehen.(Sehr wahr!) Die Delegation zum Parteitag sollte ein für allemal geregelt sein, am besten so, daß. wenn die Zahl der organisierten Frauen eine bestimmte Höhe er- reicht hat, jedesmal eine Genossin delegiert werden mutz.(Bravo!) Genossin Baader: Die neuen Aufgaben der Zentralstelle der Frauen werden so vielseitig sein, daß eine Person die Agitation nicht mehr zu leiten vermag. Mindestens zwei Genossinnen müssen dem Parteivorstande angehören.(Beifall.) Wenn sich unsere Bewegung ausdehnt, würden wir natürlich auch mehr Mitglieder im Parteivorstand beanspruchen.(Lebhafte Zu- stimmung.) Genossin Zetkin: Unser Verlangen nach zwei vollwertigen Kräften im Parteivorstand ist sachlich durchaus gerechtfertigt durch den Umfang, den unsere Frauenbewegung genommen hat, und durch den Anteil, den sie an allen Parteiaktioncn nimmt, noch mehr aber durch das, was die Frauenbewegung in Zukunft auf Grund der neuen Organisationsform leisten wird.(Sehr richtig!) Eine Hilfskraft kann das nicht leisten, dazu gehört eine Genossin, die mit unserer Frauenbewegung von Anfang an verwachsen ist.(Leb- hafter Beifall.) Heute nimmt in der fortgesetzten Diskussion zunächst das Wort Genossin Schlösser» Braunschwcig und bcda«ert, daß manche Genossinnen, und leider auch solche in leitender Stellung, für die Frauenagitation so wenig Verständnis zeigen.(Sehr rich- tig!) So wurde in Braunschweig, als die Frauen ihren Bildungs- verein auflösen mußten, ihnen die Abhaltung von Frauenversamm- lungen zugesagt, die Zusage aber nicht gehalten. Und doch sind diese Versammlungen absolut notwendig für die Agitation.(Leb- hafte Zustimmung.) Genossin Popp-Wien: In Oesterreich steht die große Masse der Frauen leider noch immer im Bann des Klerikalismus. Aber trotzdem geht es vorwärts, wir erobern eine schwarze Burg nach der anderen. Die Frage der Frauenkonfercnz ist auch für uns brennend. So sehr wir auch für die Gleichheit zwischen Mann und Frau sind, kommen wir doch darüber nicht hinweg, daß die Verhältnisse für die Frau doch anders liegen und andere Mittel zu ihrer Ausklärung erforderlich sind als für den Mann. Wir werden jedenfalls unsere Frauenkonfcrcnzen. die wir alle zwei Jahre vor dem Parteitag abhalten wollen, nicht aufgeben. Unserem Kampf für das Frauenwahlrecht setzen sich dieselben Widerstande entgegen wie in Deutschland. Die ganze reaktionäre Horde heult: unsere Frauen brauchen das Wahlrecht nicht, sie wollen es nicht, sie verzichten! Nun, wenn die besitzenden Klassen es nicht brauchen, die arbeitenden Klassen sagen: wir tragen die Last der Arbeit, wir tragen die Last der Teuerung, wir tragen die Last der Steigerung der direkten und indirekten Steuern mit unseren Männern gc- meinsam, wir wollen auch politische Rechte, das Wahlrecht mit unseren Männern teilen.(Lebhafter Beifall.) Genossin Pollender-Leipzig: Die Leipziger Genossen sind der Frauenbewegung im weitesten Maße entgegengekommen. So be- kommen wir die„Gleichheit" unentgeltlich geliefert. Widerspruch bei den Genossen findet nur die Bestimmung der neuen Organi, sationsform, daß die weiblichen Mitglieder im Verhältnis zu ihrer Zahl im Vorstand vertreten sein müssen. Die Genossen wenden ein, daß es in den ländlichen Kreisen besonders an geeigneten Kräften unter den Frauen für ein Vorstandsamt fehlen wiro. Wenn das der Fall sein sollte, liegt die Schuld einzig an den Gc- Nossen, die es versäumen, ihre Frauen heranzubilden.(Sehr richtig!) Genossin Grcifenberg-AugSburg empfiehlt gleichfalls die neue Organisationsform. In Augsburg ist uns von den Genossen Sitz und Stimme im Ausschutz eingeräumt worden, ja in einer Sektion ist von den Männern eine Frau qls SektionSleiter gewählt worden. Das ist manchen Leuten nicht recht. Ein leitender Genosse in Augsburg erklärte nach dieser Wahl: Seid Ihr denn schon soweit gekommen, daß Ihr Frauenzimmer dazu nehmen müßt?(Hört. hört! und Unruhe.) Wir verlangen von den Genossen unser Recht. Das besteht darin, daß man Genossinnen, die befähigt sind in den Vorstand beruft. Hoffentlich findet unser Organisationsp'lan auf dem Parteitag Annahme. Wir müssen auf zwei Plätze im Parteivorstand Anspruch erheben und unsere Frauenkonsercuz weiter beibehalten.(Lebhafte Zustimmung.) Genossin Kaßnar-Magdeburg: In Magdeburg sind fast alle Mitglieder des Frauenbildungsvereins in die politische Partei übergetreten. So sollte es überall gehalten werden, um eine ein- heitliche Organisation durchzuführen.(Bravo l) Genossin Schlumer-Lübeck: Der niedrige Beitrag für Frauen ist durch die Verhältnisse begründet. Auch Frauen, die selbständig erwerbstätig sind, verdienen bekanntlich sehr viel weniger als die Männer. Durch Einrichtung besonderer Frauenvcrsammlungen haben wir in Lübeck die Zahl der organisierten Frauen in drei Jahren von 20 auf 230 vermehrt. In Orten, wo die Frauenbewegung schon einigermaßen bor- schritten ist, sollte auf jeden Fall eine Frau in den Vorstand« gewählt werden, um die besonderen Aufgaben der Agitation für die Frauen zu übernehmen. Gerade wo noch wenige Frauen or- ganisiert sind, müssen wir eine Frau im Vorstand haben, die das nachholt, was bisher auf dem Gebiete der Frauenorganisation ver- säumt worden ist.(Lebhafte Zustimmung.) Da wo noch fast gar keine Frauen organisiert sind, sollte einem männlichen Mitglied des Vorstandes, das sich besonders der Frauenorganisation widmet, wenigstens eine F r a u e n k o m m i s s i o n zur Seite gestellt werden. Bei der Ausbreitung unserer Bewegung müssen wir unter allen Umständen zwei Frauen im Parteivorstand verlangen. Ich empfehle Ihnen, mit aller Kraft und Begeisterung dafür ein- zutreten, daß eine Frau, wie die Genossin Z i c tz, in den Partei- vorstand gewählt wird, die unser Vertrauen besitzt und die befähigt ist, in großzügiger Weise die Agitation unter den Frauen zu leiten.(Bravo!) Genossin Baumann-Altona hält die Zustimmung zu den Vor- schlagen der Genossin Zietz für durchaus notwendig. Die Frauen haben bei ihrer Agitation ihre besonderen Erfahrungen gemacht und die Gegner der besonderen Frauenorganisation kennen offen- bar die Verhältnisse nicht.(Sehr richtig!) Auch der Vorschlag der Genossin Baader, zwei Frauen in den Vorstand zu schicken, ist ab- solut notwendig. Es Iverden immer mehr Anregungen von den Frauen kommen und die Arbeit der Zentralstelle wird weit aus- giebiger werden müssen. Genossin Haberlond-Barmen: Wenn die Genossen der Agitation der Frauen vielfach zweifelnd gegenüberstehen, so ist das nicht böser Wille, sondern sie sagen sich, daß, wo es schwer fällt, die Männer zu organisieren, es bei den Frauen noch schwerer sein wird. In den großen Kreisen sind die Genossen nicht gegen die Frauen- bewcgung. Wir wollen keine schematische Gleichberechtigung, sondern wir wollen ganz allgemein, daß die Frau so viel als möglich an den Veranstaltungen der Männer teilzunehmen hat. Was den Mangel an Fähigkeiten der Genossinnen anlangt, so ist auch hier das Problem noch nicht gelöst, nur absolut fähige Gc- nassen in den Vorstand zu wählen.(Heiterkeit und Zustimmung.) Wir glauben, daß diese Organisationsverschläge im großen und ganzen angenommen werden können. Aber gegen die Anträge auf weiteren Fortbeitand der Fraucnbildungsvereinc habe ich ein Bedenken: Es besteht die Gefahr von Neugrün- düngen, und diese müssen auf jeden Fall aus- geschlossen werden, sonst kommen wir zur Kräftezersplitte- rung, zu separatistischen Bestrebungen. Wir müssen unL so schnell wie möglich organisieren, denn die herrschenden Klassen gehen dazu über, die Frauen als Sturmbock gegen die moderne Arbeiter- bewegung mobil zu machen. Je stärker die Genossinnen zu uns stehen, u)n so mehr Force und Schneid wird in die politische Ar- beiterbcwegung kommen, um so mehr Enthusiasmus und Jdealis- mus, den die Genossen heute hie und da noch vermissen lassen. Genossin Zetkin begrüßt hierauf den im Auftrage des Parteivorstandes erschienenen Genossen Singer. Genosse Singer(mit Beifall empfangen) überbringt namens des P a r t e i v o r st a n d e s der Frauenkonferenz herzlichste Grüße. Wir sind stolz auf unsere Frauenbewegung, die bisher politisch rechtlos, aus reinem Enthusiasmus für unsere große Sache arbeits- freudig und erfolgreich tätig war.(Lebhafter Beifall.) Die Gc- nossinnen können an Arbeitseifer getrost mit den Genossen kon- kurrieren, ja an manchen Orten übertreffen sie die Ge- nossen. Ter volksfeindliche Charakter des neuen Reichsvereinsgesetzes kann uns nicht davon abhalten, die wenigen Vorteile, die es bringt, für uns auszunützen. Daß Sie dazu entschlossen find, dafür bürgt die Arbeit, die Sie unter den bis- herigen Schwierigkeiten geleistet haben. Was wir im Vorstände an der Frauenbewegung als besonders erfreulich ansehen, ist die pr i n z i p i e l l e F e st i g k e i t, mit der Sie arbeiten: ist die Tat- fache, daß Sie über den Errungenschaften des Tages Ihr End zi-l, die Befreiung des Proletariats, nicht miS dem Auge verlieren. (Lebhafter Beifall.) Genossin Zetkin: Wir danken dem Parteivorstande und der gesamten Partei für die Anteilnahme und die Sympathie an un- serer Arbeit. Ich kann versichern, daß wir nach wie vor mit der Sozialdemokratie eins sein werden im Wollen und Handeln, um diese verfaulende und vermorschende Gesellschaft möglichst bald dem Orkus zu Überliefern.(Lebhafter Beifall.) Genosse Müller-Berlin: Die gemeinsamen Vorschläge des Vor- standes und der Vertreterinnen der Genossinnen Deutschlands haben im großen und ganzen Zustimmung gefunden. Daß auch in Zu- kunft Frauenkonferenzen stattfinden werden, halte ich— ich spreche allerdings nur für meine Person, weil der Parteivorstand noch keine Stellung dazu genommen hat— für ganz s e l b st- v e r st ä n d l i ch. Die Tagesordnung des Vorstandes ist ohnehin so überlastet, daß man ihm nicht noch die spezielle Frauenorgani- fation übertragen könnte. Natürlich können diese Frauenkonfe- renzen dann keine bindenden Beschlüsse fassen, sondern es kann sich nur darum handeln, auf ihnen zu debattieren und dem Parteitag Vorschläge zu machen. Es ist hier der Wunsch ausgesprochen worden, zwei Frauen in den Parteivorstand zu delc- gieren. Ich weiß nicht, wie der Parteitag über diese Frage denkt. Manche Gründe lassen sich gewiß dafür anführen. Wer seihst unter den Frauen ist eine Strömung vorhanden, die diese Gründe nicht gelten lassen will. Wahrscheinlich wird sich die Mehrheit des Parteitages auf den Standpunkt der getroffenen Vereinbarungen stellen und den Parteivorstand nur um e i n weibliches Mitglied vermehren. Es war nach meiner Ansicht nicht gut, diese sachliche Frage mit der Personcnfrage zu verquicken. Nachdem es aber geschehen ist. kann ich nur sagen, daß uns sowohl die Genossin Baader als auch die Genossin Zieh ans Herz gewachsen sind. Es wird nur wenige Männer geben, die wie diese beiden Genossinnen mit den Parteivcrhältnissen vertraut sind. Wir werden sowohl die Genossin Baader wie die Genossin Zietz im Parteivorstand sicher mit offenen Armen empfangen.(Lebhafter-Beifall.) Genossin Heuer-Hamburg: Wir stehen zwar auf dem Stand- punkt, daß wir uns gemeinsam mit den Männern zu organisieren haben, aber wir halten es� nicht für notwendig, daß wir innerhalb der Partei noch für die Frauen besondere Bil- dungsbestrebungen veranstalten müssen. Genosse v. Elm: Der neue Organisationsentwurf geht von dem Grundgedanken aus: Die Mehrheit der Männer seien Esel! Das ist ein nach der Erfahrung aber durchaus nicht berechtigtes Miß- trauen. Sie wollen die Entsckieidung üb-r das. Fortbestehen der FrauenbildungSvereine den Genossen und Genossinnen an den ein- zclnen Orten überlassen. Wozu wollen wir das noch besonders bestimmen? Wo die Genossen und Genossinnen nicht eins sind, haben die Genossinnen doch die Mehrheit. Jetzt, wo die Möglichkeit besteht, die Frauen der Partei anzugliedern, sollte man das konsc- quent durchführen, und nicht Hintertüren auftun. wie Ge- nosse Haberland es mit der Empfehlung der Angliederung der Frauen als besondere Sektionen getan hat. Das würde einen heillos cnWirrwarr geben. Die Frauenkonferenzen werden gewiß auch in Zukunft noch notwendig sein, aber man überlasse doch die Entscheidung darüber dem Vorstande. ES muß der Eindruck vermieden werden, als ob die Frauenbewegung eigentlich über der Gcsamtbewegung stände. Ich beantrage die Streichung der Beschluß st immung in dem Organisationsvocschlag über die Delegation zum Parteitag. Sie wurde damit moti- Viert, daß die Frauen dort etwas lernen könnten. Nun. gerade in der letzten Zeit hat man doch immer betont, daß aus die Partei- tage nur urteilsfähige Leute geschickt werden dürfen, um einen tzluödruck des Willens der Gesamtpartei zu ermöglichen. Auch wenn es nicht festgelegt wird, können Sic dahin wirken, daß in oen Wahlkreisen, die mehrere Delegierte zum Parteitage schicken. eine Frau delegiert wird. Lassen Sie also alle Vorschriften beiseite und erkennen Sie an, daß wir Männer bereit sind, mit Ihnen zu arbeiten und.Ihren.Gründen Gehör zu schenken. Genossin Wengels-Berlin: Wenn Genosse v. Elm sich gegen den Zwang für die Bildung besonderer Frauenkonferenzen ausgc- sprachen hat, so kann die Fassung dieses.Passus dabin geändert werden, daß man statt„sind zu bilden" sagt„können gebildet werden". Ucber die Wahl von Frauen in den Parteivorstand werden sich schon die weiblichen und männlichen Genossen an den einzelnen Orten verständigen. Ueber ein scharfes Wort gegen die Frauenbewegung sollte sich die Genossin Greifcnberg nicht ärgern. Wenn wir alles erzählen wollten, was man in Berlin über uns sagt,.würden Sie staunen. Natürlich dürfen wir in die Partei« vcrstände nur die tüchtigsten und besten Frauen schicken.(Sehr richtig!) Den Vorschlag des Genossen Haberland, die Frauen» bildungSbereine als Sektionen den Wahlvereincn anzuschließen, halte ich für ganz unmöglich. Genossin Reitzc-Brcmerhaven: Hoffentlich werden nunmehr die allgemeinen Parteiveranstaltungen von den Frauen besser besucht werden als bisher, das ist die Hauptsache. Genossin Grünberg-Nürnbcrg: Wir in München und Nürnberg arbeiten mit den Parteigenossen ganz harmonisch zusammen. Ich möchte nicht, daß draußen durch die Ausführungen der Genossin Grcifenberg der Eindruck erweckt wird, Waliern sei gegen die Frauenorganisanonen. WaS die Frauenbildungsvereine anlangt, so bin ich der Ansicht, daß große derartige Vereine, die seit längeren Jahren bestehen, nicht ohne weiteres aufgelöst werden können. Na- türlich enthebt die Mitgliedschaft an FrauenbildungSvereinen keine Genossin der Pflicht, Mtglied des Wahlvereins zu sein.(Sehr richtig!) Genossin Kähler-Düsseldorf: Der Organisationsentwurf erfüllt mich mit großer Freude. Er enthält nur das, was wir am Nieder- rhein schon längst durchgeführt haben. In der Theorie ist der Standpunkt des Genossen v. Elm ganz wunderschön: wäre er ver- heiratet(Große Heiterkeit) und hätte er ein Haus voll Kinder, fo würde er anders denken. Was die Frauenbildungsvereine an- langt, so sollte man einen Mittelweg finden: die gut geleiteten großen Vereine sollten es sich bis zur nächsten Konferenz überlegen, ob sie bestehen wollen oder nicht. Darauf wird die Diskussion geschlossert Das Schlußwort erhält die Genossin Zietz: Der Genosse v. Elm hat Widerspruch gegen den Organi- sationsvörschlag erhoben. Ich weiß nicht, wie er zu der Anschauung kommt, der Grundgedanke des Entwurfes sei der, daß alle Männer Esel seien. Wir wollen Arbeitsteilung schaffen, weiter nichts. Daß es die Pflicht jedes Parteigenossen ist, seine Angehöri- gen der Partei zuzuführen, ist selbstverständlich, aber zwingen können wir niemand. Die Genossin Reitze hat gut sagen, die Ge- nossinnen sollten in die allgemeinen Abende gehen. Sie ist nicht er- wcrbstätig und hat keine Kinder. Aber deswegen dürfen Sie doch nicht den anderen, die in anderen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, diese Möglichkeit nehmen. Ueber die Frage, ob man in die Parteivorstände zwei vollwertige Genossinnen entsenden solle, will ich mich nicht äußern, da ich meinen Namen nennen hörte. Wir müssen alle Quellen aufschließen, die der Aufklärung der Frauen dienen können. Dann werden auch diese Beschlüsse zum Wohle der Frauenbewegung und der gesamten Arbeiterschaft führen.(Leb- hafter Beifall.) Darauf wird der Antrag v. Elm mit großer Mehr- heit abgelehnt. Der Antrag Baader,„falls der Parteitag es sanktioniert, in den Parteivorstand zwei Genossin- nen mit gleichen Rechten zu delegieren, mit allen gegen 6 Stimmen angenommen. Der Organisationsentwurf selbst wird mit allen gegen 3 Stimmen angenommen, ebenso die Resolution Berlin auf das Fortbestehen der Frauenbildungsvereine. In der Nachmittagssitzung wird das Referat über den dritten Gegenstand der Tagesordnung: die sozialistische Erziehung der Jugend begonnen. Rcferentin ist Genossin Tunker- Stuttgart: Durch das ausführliche Referat des Genossen Schultz und der Genossin Zetkin auf dem Mannheimer Parteitage sind mir für das heutige Referat gewisse Grenzen ge- zogen. Ich will mit Rücksicht auf jene ausführlichen Vorträge die Frage ausscheiden, ob die Familie bei der Umformung, die sie durch die Wandlung der wirtschaftlichen Verhältnisse bekommen hat, noch als wichtiger Erziehungsfaktor betrachtet werden kann, ebenso die Frage, inwieweit die Familie unter den obwaltenden sozialen Ver- Hältnissen den Anforderungen, die wir an die Kindcrerziehung stellen müssen, gerecht werden kann. Auch will ich auf die Frage der geschlechtlichen Aufklärung der Kinder und ihrer Lektüre heute nicht eingehen, um nicht Gesagtes zu wiederholen. Wenn Erziehung im allgemeinen eine planmäßige Einwirkung erwachsener Menschen auf die unerwachsenen ist, so entsteht die Frage, ob die Eltern nicht schon von Geburt an gewisse erzieherische Einflüsse ausüben können. Die Wissenschaft hat festgestellt, daß geschlechtliche Ausschweifungen und Alkoholis- muS der Eltern eine geistige und körperliche Entartung der Kinder zur Folge haben können, und daß auch die körperliche und geistige Verfassung der Eltern im Augenblick der Zeugung und die Ver- fassung der Mutter in der Zeit der Schwangerschaft von sehr verhängnisvollen Folgen für die Kinder sein kann. Die Erkenntnis dieser Tatsachen legt uns Pflichten auf, die um so zwingender werden, je mehr wir uns die sozialistische Weltanschauung und Ethik zu eigen gemacht haben und die Eltern nach unserer Auf- fassung der Gesellschaft verantwortlich sind für die Qualität der Kinder. Die erste Erziehung an dem lebenden Kinde muß zur Grundlage eine genaue Kenntnis des KindeS haben. Auch Kinder derselben Eltern können bekanntlich außerordentlich verschieden sein. Weiter muß die Erziehung ein bestimmtes Ziel haben, das wir der Sittenlehre entnehmen müssen. Diese ist jedoch nicht etwas ab- solut Feststehendes, sie wandelt sich mit den wirtschaftlichen Ver» Hältnissen. Das aufstrebende Proletariat hat andere sittliche Ideale als das Bürgertum. Während für das Bürgertum die Ausbildung des einzelnen Individuums das höchste Ideal ist, steht dem Sozialismus die Gesamtheit über dem Individuum. Natürlich wollen auch wir die möglichste Entwickclung aller Kräfte und Fähigkeiten des In- dividuruns, aber nicht um des Individuums willen, sondern um der Gesamtheit willen. Wir fragen, wie wir die Menschen brauchbar machen können im Kampfe um die Gesellschaftsordnung, die wir erstreben, und die Antwort darauf ist, wir brauchen Menschen mit klarem, folgerichtigem, klassenbewußtem Denken, mit einem starken Gerechtigkeitsgefühl, mit sozialem Empfinden, mit bestem Wollen und Solidaritätsgcfühl. Sehr� wichtig für die Fragen der Er- ziehung ist die Tatsache, daß ein außerordentlich großer Teil der Vorstellungen im vorschulpflichtigen Silier gebildet wird. Dazu kommt, daß die heutige Schule nicht entfernt das leistet, was mir von ihr verlangen. Besonders im Religionsunrerricht fälscht man auf Schritt und Tritt die natürlichen Zusammenhänge zwischen Grund und Folge. Ueberall, wo es möglich sst. sollten wir daher die Kinder diesem Religionsunterricht entziehen.(Sehe richtig I> Ich habe in dieser Hinsicht lange geschwankt, aber jetzt habe ich mich zu d'csi.r Ansckiauung durchgerungen und stehe a:.s dem Standpunkt, daß, wenn die Schule die Autorität der Eltern nicht achtet, wir auch keine Verpflichtung haben, die Autorität d e r S ch u l? zu achten.(Zustimmung.) Als einmal mein Kleiner nach Hause kam und mich fragte, ob eS einen lieben Gott gebe, habe ich gesagt: Gewiß, eS gibt Taufende, die daran glauben. Aber blicke einmal nach Rußland, dort verhungern Hunderte und Tausende von Menschen. Wäre das mög- lich, wenn ein allgütigcr und allmächtiger Gott, der alles kann und sieht, das Unheil verhindern könnte? Gegen den Religionsunterricht sollen wir uns also enden. Denn auch die übrigen Unterrichtsgegenstände sind reichlich mit religiösem Stoff getränkt. Was können wir nun den Kindern als Erfaß bieten? Nun, einige Genossen antworten, man fönne die Kinder doch auch nicht das sozialdemokratische Parteiprogramm auswendig lernen laffen. Wer das sagt, vergißt, daß der Sozialismus nicht nur ein politisches Programm, sondern eine Weltanschauung ist. ( Sehr richtig!) Natürlich können die Kinder in den Familien nur dann zu sozialem Denken erzogen werden, wenn die Eltern selbst wissen, was der Sozialismus ist, wenn sie den Wert der menschlichen Arbeit erkannt haben. Und da sieht es in vielen Familien noch sehr schlimm aus. Wie oft hört man von Arbeitereltern in Gegenwart ihrer Kinder die Worte: Mein Kind soll einmal etwas Besseres werden, als ein Arbeiter." Und dann werden die Kinder hineingestürzt in die Beamtenkarriere, wo ihnen nicht nur der Zusammenhang mit der Arbeiterklasse vollkommen verloren geht, sondern wo sie sich direkt ihrer Herkunft schämen müssen. Sassenbewußtsein heißt nicht Haß gegen die Angehörigen der anderen Klassen, sondern heißt Stolz auf die eigene Klasse.( Lebhafter Beifall.) Diesen Stolz wollen wir unseren Kindern beibringen, damit sie den Wert der menschlichen Arbeit als die Quelle aller Kultur erkennen lernen.( Lebhafter Beifall.) Hinweg deshalb mit den dynastischen und patriotischen Liedern, und hinein in die Arbeiterfamilien mit den Arbeiterliedern, wenn sie auch manchmal dem Terte nach zu wünschen übrig lassen. Die Familie, als fleinste soziale Einheit, muß in den Kindern den Solidaritätsgedanken hegen und pflegen. Und sie fann das, vorausgesetzt, daß Einigkeit und Harmonie in ihr herrschen. Auch in Proletarierfamilien hört man leider vielfach sagen: Mit dem darfst Du nicht spielen, der ist schmutzig oder unartig!" Das schafft Selbstüberhebung und vernichtet das Solidaritätsgefühl. Freilich dürfen die Eltern auch nicht durch Klatsch und höhnische Erzählungen über die Nachbarn schlechte Beispiele geben. Familien gefühl ist aber noch nicht Solidaritätsgefühl, fie fönnen sogar in schroffem Gegensatz zueinander treten. Für den Kleinbürgerlichen Handwerker, den Bauer und auch noch für den bodensässigen Arbeiter gelten vielfach nur die Bande der Blutsverwandtschaft oder der Nachbarschaft. Für das moderne Fabritproletariat sind diese Bande längst zerrissen. Die gemeinschaftliche Slaffenlage bindet. Da ist die Blüte der neuen fittlichen Forderung erwachsen, die Forderung der Solidarität, wie sie sich auch in der Weihnachtsbescherung der Kinder der Crimmitschauer Weber usw. bewährt hat. Wer heute der Gebende ist, ist morgen der Nehmende, und das hebt diese Solidarität der Arbeiter über die bürgerliche Nächstenliebe, der doch etwas von der Bettelfuppe anklebt.( Starfer Beifall.) Charaktere wollen wir erziehen. In der Behandlung des Gigensinns der Kinder wird leider nach beiden Seiten gefehlt. Sich zum Sklaven kleiner launenhafter Tyrannen machen, heißt die Kinder zur Willkür erziehen. Auch die Mütter haben ein gewiffes Anrecht auf Freiheit. Aber es ist auch falsch, den Eigensinn der Kinder unter allen Umständen unterdrücken zu wollen durch barbarische Strenge, durch ewiges Reglementieren. Besonders bon Uebel ist die Bielfommandiererei der Mütter. Nur dann soll etwas befohlen oder verboten werden, wenn es gilt, das Kind von etwas zurückzuhalten, was es entweder selbst gefährden oder die Freiheit anderer verlegen könnte. Wer dann muß man auch konsequent sein und nicht heute so und morgen so. Den Gehorsam fönnen wir nicht ganz entbehren, aber er darf nicht 8 weck der Erziehung sein, sondern nur Mittel zum 3wed. Wir wollen auch blinden Gehorsam, nicht den sondern Ge= freien horsam, Der sich unterwirft durch die Einsicht in die Richtigkeit der Gründe des Befohlenen. Vor allem vermeide man mit Drohungen, mit erdachten bösen Folgen bei der Begründung des Befohlenen zu wirken. Man sage den Kindern nicht: Tue das nicht, der Schutzmann kommt! oder, was im Grunde dasselbe ist: Der liebe Gott sieht es und straft dich! Dauerhafter als diese Schußmanns- Moral ist eine sozialverankerte Moral, die auf dem alten Worte fußt: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu! Bur Erzwingung des Gehorsams find Strafen unter Umständen uns entbehrlich. Die Strafe muß aber im Verhältnis zu dem Bergehen stehen. Ungewollte Vergehen der Kinder müssen milde beurteilt iorrden. Man lasse die Kinder die Folgen ihrer fleinen Vergehen selbst tragen, lasse sie die Löcher, die sie einreißen, selbst flicken und die Flecken selbst reinigen.( Sehr gut!) Es ist überhaupt ein gutes Mittel, Kinder mit den Folgen ihrer Handlungen zu er= ziehen. Ueberaus wichtig ist für die Willenserziehung eine richtige Beschäftigung der Kinder. Durch Tun allein gelangt der Mensch zum wahrhaft Sein!" wie Commenius sagt. Wenn wir auch die Ausbeutung der Kinder durch kapitalistische Lohnarbeit verwerfen, so müssen wir doch unsere Kinder lehren, die Arbeit als Pflicht und Ehre des Menschen zu empfinden. Die Gesellschaftsordnung, die wir erstreben, setzt Menschen mit Arbeitsfreudigkeit, Pflichtgefühl und Ehrgefühl voraus. Daher müssen wir diese Eigenschaften unseren Kindern anerziehen. Ich fonnte natürlich in meinem Vortrage nur die Hauptlinien einer sozialen Erziehung Ihnen vorführen. Wenn wirklich sozialer Geist in einer Familie herrscht, brauchen wir uns nicht um die soziale Erziehung zu bangen. Aber es gibt leider Genossen genug, die den Sozialdemokraten ausziehen, sobald sie ihr Haus betreten, und innerhalb ihrer vier Wände die Schlafmüße des Philifters und Kleinbürgers über die Ohren ziehen.( Sehr richtig!) Wenn es uns Ernst ist mit dieser sozialen Erziehung, so müssen wir bei der Selbft erziehung den Anfang machen. Der soziale Geist muß das tägliche Leben durchdringen, dann werden wir im Proletariat eine Pflegestätte geschaffen haben, in der begeisterte Rekruten für unser Freiheitsheer emporwachsen, junge Kämpfer, die den Kampf, den wir begonnen haben, noch energisch weiter führen werden, dem Sieg entgegen.( Lebhafter, lang andauernder Beifall.) Nach kurzer Debatte wird einstimmig beschlossen, das Referat der Genoffin Dunder in Broschürenform herauss zugeben. Ueber Punkt b): Die Jugendorganisationen, referiert Genoffin Bettin- Stuttgart. Sie unterbreitet der Kon ferenz folgende Leitsätze und folgende Resolution: I. Die sozialistische Jugendbewegung entsteht notwendig in allen Ländern mit fapitalistischer Wirtschaft. Sie ist das Ergebnis einerseits der durch die tapitalistische Produktionsweise erzeugten wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen in ihrer Rückwirkung auf die materielle und geistige Lage, sowie auf das Familienleben des Proletariats, damit auf seine Fähigkeit zum Unterhalt und zur Erziehung des Nachwuchses, wie auch andererseits der Rückwirkung dieser Umstände zusammen auf die Rebolutionierung der Stellung und des Bewußtseins der proletarischen Jugend selbst. II. Begünstigt durch die Not des Proletariats und die technischen Fortschritte der Produktion verwandelt das Ausbeutungsbedürfnis des Kapitals die jugendlichen Proletarier aus schuß- und erziehungsbedürftigen Angehörigen der Familie in selbständig erwerbende Lohnarbeiter in der Gesellschaft. Damit wird die Basis ihrer wirtschaftlichen Existenz aus der Familie in die Ge sellschaft verlegt und das alte Verhältnis zwischen Eltern und Kindern von Grund aus umgewälzt, das auf dem absoluten Befehlsrecht der ersteren als wirtschaftlich Erhaltender und der ebenso absoluten Gehorsamspflicht der letzteren als wirtschaftlich Erhaltener beruhte. Die frühe wirtschaftliche Selbständigkeit der jugendlichen Proletarier hat ihre frühe geistige, moralische und joziale Selbständigkeit zur Folge. Die Pflicht, ja der Zwang zur Selbsterhaltung zieht das Recht der Selbstbestimmung nach sich, das seinerseits die Möglichkeit zu freier, gesunder Entfaltung aller förperlichen und geistigen Kräfte des einzelnen in sich begreifen sollte. III. Im Triebwerk der kapitalistischen Produktion, der kapitalistischen Ausbeutung unterworfen, losgelöst von der alten fozialen Gemeinschaft der Familie, lernen sich die jungen Proletarier als eigenverpflichtete und eigenberechtigte Personen fennen. Im Triebwerk der Produktion, der kapitalistischen Ausbeutung unterworfen, werden sie aber auch gleichzeitig der neuen fozialen Gemeinschaft ihrer Klasse fest eingegliedert und be= greifen sich als Gleiche unter Gleichen, als Lohnarbeiter unter der Masse der Lohnarbeiter, den gleichen sozialen Gesehen der Lebensentwickelung und Lebensbetätigung unterworfen wie diese. Das Bedürfnis der jugendlichen Persönlichkeiten nach Schuh und Erziehung als Vorausseßungen für die Entwickelung der sich regenden leiblichen und seelischen Kräfte stößt an die sozialen Schranken der proletarischen Stlassenlage und kann von dem bürgerlichen lassenstaat, als dem politischen Herrschaftsorgan der kapitalistischen Ausbeutungswirtschaft, nicht befriedigt werden. Es enthüllt sich den jugendlichen Proletariern als das Recht ihrer Klaffe auf jene vollmenschliche Entwickelungs- und Wirkungsmöglichkeit, welche dem Stande der heutigen Kultur entspricht. Dieses Recht wurzelt in der ökonomischen und sozialen Bedeutung des Proletariats, muß sich gegen die ausbeutende Minderheit und thren Staat im bewußt geführten proletarischen Klassenkampf langsam durchsetzen und findet erst mit der leberwindung der fapitalistischen Ordnung und der Aufrichtung der sozialistischen Gesellschaft freier, gleichberechtigter Arbeiter seine volle Anerfennung und Verwirklichungsmöglichkeit. Für die jugendlichen Proletarier fällt daher das Lebersinteresse ihrer Jugend mit dem Lebensinteresse ihrer Klasse zusammen und führt sie mit zwingender Logik zum Sozialismus. IV. Die Erziehung der jugendlichen Proletarier massen im Geiste des Sozialismus und für die Biele des Sozialismus ist daher die Aufgabe der fozialistischen Jugendbewegung. Diese Aufgabe sucht fie auf dem Wege der proletarischen Selbsthilfe zu lösen, und zwar dadurch, daß sie erstens planmäßig der Verfümmerung und Bernichtung förperlichen und geistig- sittlichen Lebens entgegen wirkt, welche der proletarischen Jugend als Folge der tapitalistischen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft, der Mängel ihrer Erziehung in der Kindheit burch Haus und Schule und bestimmter verwahr lofender Einflüsse der kapitalistischen Gesellschaft droht; zweitens ebenso planmäßig die normale Entwickelung dieses Lebens durch die Vermittelung materieller und ideeller Bildungselemente fördert. Die Durchtränkung der proletarischen Jugendmassen mit der sozialistischen Erkenntnis, als der Vorstufe zum Wollen und Handeln, welche die sozialistische Jugendbewegung erstrebt, muß das Schlußergebnis eines normalen geistig- sittlichen Entwickelungsprozeffes fein. Bu diesem Zwede muß sich die sozialistische Jugendbewegung vor allem die wiffenschaftliche Erkenntnis der eigengeseßlichen Entwickelung von Natur und Gesellschaft nutzbar machen, wie auch der persönlich hebenden Bildungselemente des Natur- und Kunstgenusses. Zu diesem Swede muß fie aber auch bei Vermittelung des Bildungsstoffes wie der Prägung ihres gesamten inneren und äußeren Lebens berücksichtigen, was die moderne Pädagogit betreffs der gefunden Entwidelung der leiblichen und geistigen Kräfte feftgeftelt hat. V. Die sozialistische Jugendbewegung kann die ihr gestellte aufgabe nur erfüllen als spezifisches Organ beziehungsweife Glied des allgemeinen proletarischen Emanzipationstampfes, von dem fie Biel und Inhalt empfängt. Sie muß daher im engsten geistigen und soweit es möglich ist auch organisatorischen Zusammenhang mit den reifen Trägern diefes stampfes bleiben, auf deren Unterstützung durch Rat und Tat fie als eine Ve wegung reifender Sträfte angewiefen ist. Gleichzeitig be darffie aber zur erfolgreichen Erfüllung ihrer spezifischen Aufgabe der eigenen Organi fation. Diese muß entsprechend dem Ziel der Erziehung der proletarischen Jugend zum bewußten und organisierten Handeln als Masse im modernen Klassenlampf- bolles Selbst bestimmungsrecht befigen. Die Schranke ihres Selbstbestimmungsrechts bildet nicht die Auto rität der Organisationen Erwachsener, welche das alte Familienverhältnis zwischen Eltern und Kindern fozial reproduzieren würde, sondern lediglich das Intereffe der Gesamtbewegung. VI. Sie begrüßt aufs freudigste die internationale sozialistische Jugendbewegung als ein wichtiges, ja unentbehrliches Glied der proletarischen Emanzipationsbestrebungen. Dem Ziel und dem Wesen der sozialistischen Jugendbewegung entsprechend können ihre Aufgaben am erfolgreichsten in be sonderen Jugendorganisationen erfüllt werden, welche die schulentlassenen jugendlichen Proletarier beiber Geschlechter aufnehmen und volles Recht der Selbstverwaltung und Selbst bestimmung besigent, deren Leitungen jedoch Vertreter des gewerkschaftlich und politisch organisierten Proles tariats mit beratender Stimme zur Seite stehen. Wo die Gründung solcher Organisationen nicht möglich ist, find zweckentsprechende Jugendbildungskommissionen zu konstituieren. Die Vereine und Kommissionen haben in engster innerer Fühlung und, wo es das Gefeß erlaubt, auch in organisatorischer Verbindung mit den übrigen Organisationen des Proletariats zu stehen. Ihre Hauptaufgabe ist, im Geiste der Resolution über die Bildung der arbeitenden Jugend, welche die internationale sozialistische Jugendkonferenz zu Stuttgart angenommen hat, die körperliche und geistig fittliche Entwidelung der jungen Proletarier zu fordern. Sie sind daher organisch besonders mit den Bildungsinstitutionen zu berbinden, welche das klassenbewußte Proletariat in immer größerer Zahl und Vollkommenheit zu schaffen beginnt. Inwieweit sie sich neben dem hervorgehobenen Hauptziel im Interesse der proletarischen Jugend oder des gefamten Proletariats ber Erfüllung bon Sonderaufgaben zuwenden( Schußz der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter, Agitation für den gefeglichen Arbeiterschutz, Verbreitung von Aufklärung über das Wesen des Militarismus ust.), fönnen sie nicht allein entscheiden, sondern nur gemeinsam mit den in Betracht tommenden Organisationen des Proletariats. Wo es die Verhältnisse irgendwie gestatten, sind die Institutionen zur Jugendbildung in zwei Sektionen zu gliedern, von denen die eine für die jungen Proletarier bis zum Alter von 16 Jahren, die andere für die über 16 Jahre bestimmt ist. Die Bestrebungen zur sozialistischen Erziehung der Jugend erhalten einen festen geistigen Mittelpunkt durch ein eigenes periodisches Organ, das methodisch in die Theorien des wissenschaftlichen Sozialismus einführt und neben der allgemeinen geistigen Entwickelung die Charakterbildung fördert.. Die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats find verpflichtet, die sozialistische Jugendbewegung moralisch und materiell in weitgehender Weise zu unterſtügen. Neben der direkten Förderung, die sie ihr zuteil laffen müssen, fönnen sie ihren Bestrebungen im besonderen noch förderlich sein durch die Errichtung von Bibliotheken und Lesezimmern, durch die Beschaffung von Lokalitäten ohne Trinkzwang, von Gärten und Spielpläzen, durch eine zwedentsprechende Gestaltung ihrer Feste und Ausflüge und auf andere geeignete Weije. Es ist des weiteren ihre Pflicht. ihre Mitglieder unablässig daran zu erinnern, was sie als Eltern, Arbeitskameraden und Freunde den jugendlichen Proletariern schuldig find: Das Beipiel eines Lebens, welches die geistig und sittlich hebende Macht der sozialistischen Ideen verkörpert; ein Verhalten, das von jener Achtung und Sympathie durchbrungen ist, auf welches die Leidensgenoffen von heute, die heranreifenden, gleichverpflichteten und gleichberechtigten Kampfgenoffen von morgen ein Recht haben; das ernstliche Bemühen, der sozialistischen Jugendbewegung neue Mitglieder zu werben und ihr Wirken zu unterſtügen. Die Konferenz fozialistischer Frauen zu Nürnberg beauftragt ihr Bureau, ihre Beschlüsse wie die vorliegenden Leitfäße dem sozialdemokratischen Parteitage zu überweisen und vor ihm vertreten zu lassen. Sie verpflichtet alle Genossinnen, mit regftem Eifer für die praktische Durchführung der gefaßten Be fchlüsse zu wirken. Genoffin Bettin führte dazu aus: Die Frage der sozialistischen Jugendorganisation steht im notwendigen Zusammenhang mit der eben behandelten Frage der Jugenderziehung zu Hause und ist für die Mütter eine ernste Pflicht. Aber in dem heißen Streite, der jett ent brannt, faffen sowohl die Gegner wie die Freunde die Frage viel zu enge auf. Den Eedürfnissen des Tages auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiet wird schon von selbst Rechnung getragen, aber nur, wenn man die Frage in weiterem Einne auffaßt, wenn man die treibende Kraft erfaßt, die hinter der Jugendbewegung steht und sich danach richtet, wird man die Jugend vorbereiten zu wirklichen sozialistischen, politischen und gewerkschaftlichen Kämp fern. Ein Blid auf die Entwickelung des gesellschaftlichen Lebens Die sozialistische Jugendbewegung bedeutet eine der wichtig um uns zeigt, daß die lepte treibende Kraft der sozialen Jugendsten geschichtlichen Lebensäußerungen, deren Tendenz darauf bewegung die kapitalistische Produktionsweise ist, die eine neue hinausgeht, den von der kapitalistischen Produktionsweise er Form der Erziehungsbedürftigkeit der proletarischen schulentlass zeugten, von der bürgerlichen Ordnung entwickelten Individualis fenen Jugend schafft. Die jugendlichen Proletarier werden ver mtus als Prinzip der persönlichen Entwickelung und ge- tapitalistischen Ausbeutung überantwortet, ehe ihre törperliche und sellschaftlicher Betätigung des Menschen bereits im Rahmen geistige sowie ihre fittliche Kraft genügend herangereift ist, um tatder bestehenden Ordnung bewußt zu übertvinden und fächlich in den Kämpfen um die Existenz bestehen zu können. Das damit gefchichtlich der fozialistischen Gesellschaft vorzu- mit gehen auch Umwälzungen in der Stellungnahme und im Bearbeiten, die nicht bloß in öfonomischer und politischer, mußtsein des jugendlichen Proletariats vor sich in derselben Art, sondern auch in geistig- fittlicher Beziehung eine neue einheitliche wie sich eine Umbildung bei den Frauen mit ihrer zunehmenden Weltanschauung verwirklichen wird. Braktisch stellt sich die fozia industriellen Tätigkeit vollzogen hat. Indem die jungen Proleta listische Jugendbewegung dar als einen Teil des allgemeinen pro- rier anfangen, ihr eigenes Brot zu effen, vollzieht sich eine allIetarischen Emanzipationskampfes, und zwar als einen solchen mähliche Umwälzung des alten Verhältnisses zwischen Eltern und Teil, der mit dem Fortschritt der tapitalistischen Produktion, der Kindern. Das rohe, brutale Machtverhältnis von früher, das sich Verschärfung der Klassengegenfäße und der Zuspigung der Klaffen- aufbaute auf dem abfoluten Befehlsrecht der Eltern, als der wirttämpfe an Bedeutung gewinnt. Die reife, fämpfende fchaftlich Erhaltenden, wird erfekt durch das Verhältnis der Generation des tassenbewußten Proletariats darf nicht tateulos Sameradschaft und Freundschaft zwischen Eltern und zusehen, daß dessen jugendliche Glieder in dem tapitalistischen Kindern. Mit der Pflicht, sich ihre Existenz felbst zu suchen, berWirtschaftsbetrieb zu Lohndrückern und Streitbrechern, in der langen die jungen Proletarier auch ihr Selbst bestimmungsKaferne zu Werkzeugen der brutalen Gewalt herabgewürdigt recht. werden, welche die kapitalistische Klassenherrschaft schüßen und Aber der junge Proletarier erwacht nicht nur zur Erkenntnis verewigen sollen; daß bürgerliche Bewegungen Geist und Herz der der eigenberechtigten Persönlichkeit. Er fühlt auch vom ersten proletarischen Jugend ihrer eigenen Klasse und deren historischen Tage, wo er in die Tretmühle des Eriverbslebens eingespannt wird, Aufgaben entfremden und mit bürgerlicher Jdeologie vergiften. daß er in dem wirtschaftlichen und sozialen Leben als Ginzelner Sie muß, je mehr ihr zielflarer Stampf das Gebiet ihrer Be- nichts bedeutet, daß er ein Schwacher, ein Besiegter ist im Kampfe tätigung erweitert und die vorliegenden Aufgaben spezialisiert, mit dem Leben und daß er die Kraft zum Siege nur durch die um fo eifriger darauf bedacht sein, Träger der proletarischen Solidarität, durch Gemeinsamkeit, finden kann. Emanzipationsbestrebungen zu erziehen, die eine gründliche und dies nicht bloß als Persönlichkeit, sondern als Glied seiner Stlasse feste theoretische Erkenntnis mit praftischer Wirkungsfähigkeit und Tennen. Und der junge Proletarier erkennt weiter, daß die tatkräftigem, zukunftsfrohem Jdealismus verbinden. Sie bedarf Schranken der Entwidelung seiner Persönlichkeit nicht in feiner der vorwärtstreibenden, geistigen und fittlichen Vorzüge der Jugend Jugend, in feiner Begabung liegen, sondern einzig in der Klaffen als eines wesentlichen Faktors, der ihre eigene Bewegung jugend- lage des Proletariats. Er erkennt, daß die bürgerliche Gesellschaft frisch und jugendfräftig erhält. Sie ist im Hinblick auf das End- nichts tut, um die erzieherischen Pflichten, die sie der Familie un ziel des Proletariats verpflichtet, für das Heranwachsen eines möglich machte, selbst auszuüben. Wie er die Armeleute- Schule Geschlechtes zu sorgen, das ihr eigenes Werk im besten geschichts als ein Institut zur geistigen Snebelung des Proletariats erkennt, lichen Sinne weiterführt, das heißt überflügelt. Das gesamte fo muß er auch sehen, daß alle sonstigen Bildungsgelegenheiten für tämpfende Proletariat muß daher Mitträger der sozialistischen ihn in der bürgerlichen Gesellschaft nur die Aufgabe haben, den Jugendbewegung sein. Geist des Proletariers zu umnebeln und zu Inechten. Das tun alle Schuleinrichtungen unseres Klassenstaates. Deshalb ist die sozialiftische Jugendbewegung ein Stüd jener proletarischen der das Proletariat im prattijden Selbsthilfe, au laffenkampfe gedrängt wird. Wie die Frauen den sie angehenden Teil der politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Bevegung selber erledigen, so müssen wie auch den Jugendlichen überlassen, ihre Bewegung selbst au leiten. Das entspricht nur unserem Prinzipe der Selbsttätigkeit. Die Jugendbewegung soll nicht albernen, frühreifen Persönlichkeiten die geben, zu erforschen, wie der Sozialismus sich räuspert und spuckt, fondern sie will die jugendlichen Kräfte, wenn sie herangereift au zukunftsfrohem und begeistertem Handeln, erziehen. Das fann aber nur geschehen in Berbindung mit einer Hebung des Persön lichkeitsbetoußtseine und dieser Hebung wiederum muß vorangehen eine Abschaffung der Ausbeutung der jugendlichen Arbeitertlaffe. Damit nicht genug: die sozialistische Jugendbewegung mus einer ganzen Reihe von verwahrlosenden und verderblichen Ein. flüffen der kapitalistischen Gesellschaft entgegenwirken: dem Altoholismus, der Schundliteratur, der Afterkunft VII. Um in diesem Sinne seinen Berpflichtungen gerecht zu werden, muß es der sozialistischen Jugendbewegung die Bewegungs, freiheit fichern, deren fie für die Erfüllung ihrer Aufgaben bedarf. Es muß ihr gleichzeitig moralisch und materiell alle Beihilfe gewähren, die zur Erringung ihrer Ziele erforderlich ist und den großen grundsäglichen Richtlinien des sozialdemokratischen Bildungsprogramms entspricht.( Siehe Refolution zum Mann heimer Parteitag.) Als Aufgabe des gesamten kämpfenden Broletariats erfaßt und vom gesamten kämpfenden Proletariat getragen, wird die sozialistische Jugendbewegung zum gewaltigsten Stüd fozialpädagogischer Broris, das die Geschichte kennt. B. Resolution. Die Konferenz sozialdemokratischer Frauen zu Nürnberg stimmt den ihr vorliegenden Leitsägen zur Frage der sozialistischen Jugendorganisation und den sich aus ihren ergebenden praktischen Konsequenzen zu. Möglichkeit " Aus Induftrie und Handel. Lebensmittelpreise. Sie fann sich aber nicht damit begnügen, nut abzuwehren, Bei der Abstimmung wird die Resolution und die fic muß auch aufbauen, wie das die Genossin Roland Leitsäße mit großer Mehrheit angenommen. Genosse v. Elm: Bei einem solchen Abstimmungsmodus wird Solst auf der Stuttgarter Internationalen Konferenz der Jugendlichen so vorzüglich ausführte. Die Erziehung soll den jugendlichen jeder vernünftige Mensch der Abstimmung sich enthalten. Schließlich Proletarier bekanntmachen mit den Gesezen der Hygiene, einer wird noch eine Resolution angenommen, die ausspricht, daß es gefunden und zwedkentsprechenden Lebensführung durch vernünftige, Bflicht der Genoffinnen sei, ihre weiblichen Angehörigen den zartfühlende und rein objektive wissenschaftliche Aufklärungen Organisationen zuzuführen. über die Nach einem Schlußwort der Genoffin Bettin erreicht die feguellen Fragen, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern auf eine gesunde sittliche Basis stellen, Konferenz um 8 Uhr abends ihr Ende. Die Delegierten und Delegiertinnen stimmen beim Berlaffen den jungen Proletarier darüber aufklären, daß auch der mächtigste Naturtrieb neben dem Hunger, der Geschlechtstrieb. des Saales die Arbeiter Marseillaise an. nicht als roher, blinder Naturtrieb wüten darf, sondern mit geistigem und fittlichem Inhalt durchdrungen werden muß. Die fozialistische Jugendbewegung soll natürlich ohne verwirrende äußerliche Bielwisserei durch Einführung in das Natur- und Gesellschaftsleben die Entwidelungsgefeße zeigen, ohne jedoch, wie so oft die religiöse Erziehung, zu Der Kostenaufwand für den wöchentlichen Familienbedarf an cinem religiösen Myitizismus zu führen. Es fann nicht Aufgabe Nahrungsmitteln betrug im Durchschnitt von sieben Städten der Jugendbewegung sein, in einer Schnellbleiche oder Presse in Mart: cinzelnen frühreifen Persönlichkeiten die Möglichkeit zu geben, fich Januar Februar März April Mai Juni Juli Auguft auszuleben, sondern die breitesten Streise der proletarischen Jugend 1907 22,77 22,72 22,36 22,07 22,44 22,24 22,69 23,07 zur sozialistischen Erkenntnis zu bringen. Dann werden nicht 1908 22,42 22,44 22,47 22,68 22,97 23,02 28,20 22,78 mehr im Leben und Tun der einzelnen sich klaffende Gegenfäße acigen, werden nicht mehr die besten Genossen und Gewerkschaftler An dieser Berbilligung gegenüber dem Vorjahre haben nun freilich rem Bribatleben sich nach einer ganz bürgerlichen Welt- feineswegs schon alle Gegenden Deutschlands Anteil; vielmehr ist anschauung betätigen. Dann erhalten wir in ihm einen fest- in einigen Städten der Kostenaufwand auch im August noch höher bewurzelten Sozialismus, der sich durch kein Gesez, durch keine geblieben als im vorigen Jahre. Zu diesen Städten gehören in drohenden Bajonette etwas abhandeln läßt. Zu dieser Aufgabe erster Linie Berlin, weiter Stuttgart und München. Obwohl nun die Preise abgeschwächt haben, standen sie im bedarf aber die sozialistische Jugendbewegung einer eigenen Organisation, eines eigenen Organs. Die ge- August dieses Jahres immer noch bedeutend über dem Niveau der wertschaftlichen und politischen Organisationen Vorjahre. Das ergibt fich auch aus der Warenpreisstatistik der tönnen diese Aufgabe nicht erfüllen. Ich sage das Boffischen Zeitung". Hierbei werden nach den jeweiligen Durch vativem geuer und liberalem Dred. Die Gewerkschaften und auch zehnts 1889 bis 1898 ift gleich 100 eingestellt. Danach gewinnt die im Hinblick auf das Vereinsgesetz, diese Spottgeburt aus fonser- schnittspreisen Inderzahlen eingefeßt. Der Durchschnitt des Jahr die politischen Organisationen sind durch die Augenblidsaufgaben tabellarische Uebersicht dieses Bild: zu sehr belastet, daher hat sich auch die Notwendigkeit der Gründung von Bildungsausschüssen und Bildungsorganisationen herausgestellt. Mit diesen wird die sozialistische Jugendorgani fation innerlich zu verbinden sein. Aber diese Organisation der Jugendbewegung muß auch selbständig sein, Selbstein. schäzung und Selbstbestimmungsrecht haben. Das ist ein toichtiger Faktor der modernen wissen. schaftlichen Bädagogik. Nur dann wird bei der Jugend der größte Gifer und Ehrgeiz ausgelöst, wenn wir ihren Organisfationen das Recht der Selbstbestimmung lassen. Das haben auch die Leiter der katholischen Jugendbereine anerkannt, und selbst der preußische andelsminister hat fürzlich in einem Erlaß den Grundsatz vertreten, daß die Vereine der Fort bildungsschüler möglichst selbständig arbeiten sollen. Die Sozialdemokratie hat keine Veranlassung, sich in bezug auf die Verwirt lichung dieser wichtigen Prinzipien von den Beitern der latho lischen Jugendorganisation übertreffen zu laffen. Natürlich müssen die jüngeren Genossen auf den Rat der älteren hören, und ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn man den älteren Genossen in irgendeiner Form eine Mitwirkung an den Jugendorganisationen gewährte. Gegenüber manchen Bedenken in sozialdemokratischen Kreisen gegen die Erziehung der Jugend beiderlei Geschlechts zum Massenbewußtsein in gemeinschaftlichen Organisationen sehe ich in dieser gemeinsamen Ersiehung einen großen Vorteil. Schon in den Jugendorganisationen muß die Grundlage gelegt werden, daß der Jüngling in der Jungfrau die Kampfesgenossin ehrt und achtet.( Sehr richtig!) Dagegen wäre ich dafür, daß zwei Sektionen für die verschie denen Altersstufen unter 16 und über 16 Jahre geschaffen werden. Natürlich sollen die Proletarier über 16 Jahre nicht gezwungenerweise in den unteren Seftionen festgehalten werden, wenn sie der Grad ihrer persönlichen Entwidelung dazu drängt, in die höhere Sektion überzutreten. In der ersten Abteilung soll der Appell an das Gemütsleben und das Gera der Jugend in den Vordergrund treten, während später die rein theoretische Schulung fortgeführt werden kann. Es könnte unvorsichtig crscheinen, daß ich öffentlich die sozialistische Erziehung als 3wed der Jugendorganisationen hinſtelle. Getreide Sonstige inländ. Tandw. Produkte Ausländische landw. Produkte Tierische Produkte . . Jahresdurchschnitt Juli 1906 1907 1908 105,05 119,98 118,42 93,13 107,47 117,77 110,97 117,46 124,43 139,50 130,82 117,94 Außer bei tierischen Produkten ist das Mehr im Juli dieses Jahres so start, daß auch die Ermäßigung im August noch feine Gleichstellung mit dem Durchschnitt des Jahres 1906 herbei führen fann. . Die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten von Amerika, die bis Mai dieses Jahres außerordentlich hoch gewesen war, zeigte im Juni eine ziemlich fräftige Abnahme. Trotzdem ist sie im Ber gleich zum Vorjahr noch recht hoch. Nach der monatlichen Bericht erstattung der American Federation of Labor war in den einzelnen Monaten dieses und des vorigen Jahres die Prozentziffer der Arsbeitslosen folgende: •. 1907 1908 Januar 2,3 8,8 Februar. 3,2 8,2 März. 1,3 8,7 Angeklagten Hildebrandt fret, weil es in der Verbreitung des Flug blattes keinen groben Unfug erblicken konnte. Die Staatsanwalts schaft aber wollte den Angeklagten durchaus bestraft wissen und legte deshalb Berufung ein. Am Sonnabend kam die Sache vor der dritten Straffammer des Landgerichts II zur Verhandlung. Aus der Verlesung des Flugblattes ergab sich, daß es von Hilde brandt im Namen der Kommission der Stodarbeiter unterzeichnet ist. Das Flugblatt wendet sich an die werftätige Bevölkerung Nigdorfs mit der Mitteilung, daß Thürmer, der Inhaber eines Schirmgeschäfts in der Hermannstraße vom Stodfabrikanten Pfohl zusammen mit dessen übrigen Arbeitern ausgesperrt worden sei, daß aber diese Aussperrung, soweit sie sich auf Thürmer bezog, nur ein Scheinmanöver gewesen sei, denn, wie bie Rommission festgestellt habe, arbeite Thürmer nunmehr als Heimarbeiter für Pfohl und schädige dadurch die Interessen der übrigen Kollegen. Die werttätige Bevölkerung Rigdorfs werde deshalb ersucht, diese Tatsachen bei ihren Einläufen zu berücksichtigen. Wie sich weiter aus der Verhandlung ergab, sollen in der Gastwirtschaft von Dahlte eine größere Anzahl dieser Flugblätter, etwa 30 bis 50, öffentlich ausgelegen haben. Wenigstens befundete ein Schußmann, daß er ungefähr so viele Blätter in der betreffenden Wirtschaft gesehen und eins babon mitgenommen habe. Der Gastwirt Dahlte wußte von den Flugblättern nichts, konnte aber auch nicht bestimmt sagen, daß sie nicht dort gelegen haben, wo sie der Schuhmann ge= funden haben will. Hildebrandt bemerkte hierzu, nach der Art der Verbreitung, die das Flugblatt erfahren, sei es böllig aus geschlossen, daß eine größere Zahl desselben im Dahlteschen Lokal ausgelegen habe. Wenn solche Bettel wirklich dort gefunden sein follten, fo fönne fie nur jemand dorthin gelegt haben, der ihn, den Angeklagten, mit der Polizei und Staatsanwaltschaft in Konflikt bringen wollte. Das Flugblatt sei nur in die Wohnungen der tragten Beweis darüber, daß im Dahlkeschen Lokal eine größere politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiter getragen worden. Den vom Verteidiger Dr. Kurt Rosenfeld bean= Zahl von Flugblättern nicht gelegen habe, lehnte das Gericht als unerheblich ab. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten mit 30 M. zu bestrafen, denn der Inhalt des Flugblattes sei geeignet, das Publikum zu beunruhigen. Rechtsanwalt Rosenfeld plädierte auf Freisprechung und Uebernahme der Verteidigungskosten auf die Staatskasse. Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts liege grober Unfug nur dann vor, wenn der äußere Bestand der öffentlichen Ordnung gefährdet worden ist. Davon fönne im vorliegenden Falle aber feine Rede sein. Da das Flugblatt nur zur Berbreitung an organisierte Arbeiter bestimmt war und diese sich durch den Inhalt gewiß nicht beunruhigt fühlen, so liege auch feine Beunruhigung des Bublifums in feiner unbegrenzten Allgemeinheit vor. Es fehle also in jeder Hinsicht die Boraussetzung für den Tatbestand des groben Unfugs. Der Gerichtshof schloß sich im wesentlichen den Ausführungen der Verteidigung an und berwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft mit der Begründung, die Veröffentlichung und Verbreitung des Flugblattes stelle keinen groben Unfug dar. Das Reichsgericht habe wiederholt entschieden, daß die Parteien im wirtschaftlichen Kampf berechtigt sind, sich mit der Darstellung de& Sachverhalts an die Bevölkerung zu wenden. Das Flugblatt sei veröffentlicht in Wahrnehmung berechtigter Interessen, der Angeklagte habe sich dadurch nicht strafbar gemacht. Die Kosten der Verteidigung der Staatstaffe aufzuerlegen, hielt das Gericht nicht für angezeigt. 1907 1908 April... 0,5 6,6 Mai 1,7 7,1 Juni.. 0,2 4,1 Besonders ungünstig lauten noch die Berichte über bie Arbeits Tofigkeit im Baugewerbe. Nicht halb soviel wie 1907 wird in den Städten New York, Cleveland, Pittsburg, Detroit, Birmingham, Worcester usw. gebaut, da Geschäftshäuser und Fabriken in nur geBolizeiaktion gegen ein Silvesterbergnügen. ringer Zahl errichtet werden. In weniger wichtigen Städten, wie Ein Arbeiterrauchklub in Teltow veranstaltete am SilvesterSaint- Louis, Buffalo, Saint- Paul, Cincinnati, Philadelphia usw. hat die Abschwächung der Bautätigkeit gleichfalls eine ungewöhnliche abend beim Gastwirt Preuß eine gesellige Zusammenkunft mit Arbeitslosigkeit unter den Bauarbeitern hervorgerufen. Nur in Tanz. Der Vorsitzende des Raudklubs hatte der Polizei die Abwenigen Städten, zu denen Indianapolis, Portland, Baltimore, haltung dieses Bergnügens angezeigt und glaubte damit alles New Orleans, Kansas- City gehören, fonnte fich die Bautätigkeit getan zu haben, was die Polizei verlangen darf, wenn sich preußische Wie fehr die Staatsbürger am Silvesterabend harmloser Fröhlichkeit hingeben auf dem nämlichen Stande wie 1907 halten. Arbeitslosigkeit in einzelnen Städten über den Durchschnitt des wollen. Aber noch ehe das Fest beendet war, sollten die Teilnehmer ganzen Wirtschaftsgebietes hinausgeht, das zeigt vor allem New York. eines anderen belehrt werden. Morgens zwischen 3 und 4 Uhr, Hier waren am 31. März dieses Jahres von 387 450 organisierten Ar- als sich die Festgenossen noch luftig im Tange brehten, erschien im beitern nicht weniger als 188 131, das find 35,7 Proz. arbeitslos. Saale der Polizeiwachtmeister Sydow in Begleitung eines Polizei. Scherer, der Vorzu bemerken ist dabei, daß im März die Arbeitslosigkeit stets recht fergeanten und gebot Feierabend. hoch zu fein pflegt; 1907 waren es 17,5 Proz. Immerhin ist es sisende des Nauchklubs, machte die Beamten darauf aufmerksam, auch für amerikanische Verhältnisse außerordentlich hoch, wenn ein baß hier fein öffentlicher Tanz, sondern, wie der Polizei bekannt sei, ein Vereinsbergnügen abgehalten werde. Der Wachtmeister aber Drittel aller Arbeiter keine Beschäftigung finden tann. sagte, er habe eben in einem anderen Lokal Feierabend geboten, er werde es auch hier schaffen. Er schaffte es jedoch nicht. Scherer fagte laut zu den Anwesenden, die Polizei habe kein Recht, Feierabend zu bieten, denn hier amüsiere sich eine geschlossene Gesellschaft. Wer Lust habe, weiter su tangen, der folle hier bleiben, es werbe bis morgens um 8 Uhr getanzt. Die Gesellschaft blieb denn auch beisammen. Gerichts- Zeitung. Gin tödliches Automobilunglüd, Ich tue das aber mit vollem Bewußtsein. Die Entwickelung der Frauenbewegung ist ein Beispiel dafür, daß man auch bei aller Beobachtung der Gefeßesparagraphen, die man innerlich als Ausdruck der herrschenden Klassen verachtet, doch blühen und gedeihen und damit fertig werden kann und schließlich eine Stärke erreicht, daß die Gegner angesichts des blühenden Lebens, das sie nicht er= drosseln können, die Waffen strecken müssen.( Sehr gut!) Das Proletariat hat alle Ursache, die proletarische Jugendbewegung zu flüßen angesichts der Tatsache, daß die Jugend im wirtschaftlichen welches wieder einmal durch das unvorsichtige Fahren einer Kraftwie politischen Leben ein immer bedeutenderer Faktor wird. Je mehr die Klassenkämpfe entbrennen, um so mehr muß man mit der broschke entstanden war, beschäftigte gestern die dritte FerienstrafMöglichkeit rechnen, daß die Jugend als Stüße der brutalen rohen fammer des Landgerichte III. Wegen fahrlässiger Tötung Gewalt gebraucht werden soll, welche das letzte Bollwerk der bürger- war der Kraftdroschtenführer Wilhelm Hoffmann angeklagt. Gewalt gebraucht werden soll, welche das lebte Bollwerk der bürger- Am 8. April b. I. fuhr der Angeklagte mit seiner Strafibroschte in lichen Gesellschaft bildet. Die Aufklärung des Proletariats über den Militarismus muß bereits im Elternhause beginnen. einem sehr schnellen Tempo durch die Bismarckstraße in Charlotten Die Jugend ist auch das beste Element, um unsere Partei selbst in be burg. Auf der rechten Straßenseite schob der Klempnergeselle ständiger geistiger Mauferung zu halten, um uns nicht Biller einen mit Röhren und Blechen beladenen Handwagen vor rasten zu lassen. Die Klassenbewegung des Proletariats bedarf sich her. Obwohl der Fahrdamm sonst vollkommen frei war, fuhr sowohl der alten Leute, die wägen, aber auch der jungen Elemente, der Angeklagte ganz dicht an die rechte Seite heran. In dem die wagen. Ich weiß wohl, daß wir uns durch Annahme der Re- Augenblid, als er an dem Handwagen vorbeifahren wollte, wurde solution in einen gewissen Gegensatz zu den Beschlüssen des Partei. dieser von der Droschke erfaßt und umgeschleudert. Während sich vorstandes und des Hamburger Gewerkschaftsfongreffes feben. Die Begleiter des Biller noch rechtzeitig in Sicherheit bringen Niemand bebauert das lebhafter als ich, aber dieser Gegensatz ist konnten, wurde B. unter die Mäder der Automobildroschke geEine sofortige Ueberführung des das fleinere Uebel, das wir im Interesse der Sache felbft wählen schleudert und überfahren. müssen.( Sehr richtig!) Indem wir uns der proletarischen Jugend- Schwerverletzten nach dem Krankenhause Westend war zwedlos, bewegung annehmen und diese Jugend erfüllen mit den Idealen, denn als man hier mit Biller, der Frau und Kinder hinterläßt, an welche die Befreiung der ganzen Menschheit verfolgen, wirten wir langte, fonnte nur noch der Tod konstatiert werden. Vor Gericht dahin, baß innerhalb der proletarischen Massen jener Geist zur Ver- bestritt der Angeklagte, nach irgendeiner Richtung hin fahrlässig wirklichung gelangt, der den Willen aur Tat bedeutet, und den gehandelt zu haben und behauptete, daß der Getötete eine vielleicht unser großer Marg mit den Worten ausdrückt: Die Philosophen unwillkürliche Bewegung nach links gemacht habe und er hierdurch haben bis jetzt die Welt verschieden interpretiert. Worauf es vor bon der Droschte erfaßt worden sei. Der Staatsanwalt beantragte allem anfommt, ist, fie zu ändern. Sorgen wir dafür, daß die Angeklagten ebenfalls der fahrlässigen Tötung für schuldig und er eine Gefängnisstrafe von einem Jahre. Das Gericht hielt den Jugend diese Aufgabe erfüllt!( Stürmischer Beifall.) Auf Antrag des Genossen b. I m beschließt die Konferens, die fannte auf sechs Monate Gefängnis. Leitsätze und die Resolution 3ettin dem Parteitage lediglich als Material zu überweisen, da die Konferenz bindende Beschlüffe nicht faffen fönne. Genosse Hente: So gut der Gewerkschaftskongres dazu Beschlüsse gefaßt hat, so gut fönnen wir es auch tun. Ich beantrage deshalb, daß mit der Ueberweisung der Zeitfäße und der Resolution en den Parteitag die Konferenz eine Willenskundgebung dahin abgibt, daß sie mit den Ausführungen der Genossin Zetkin cinverstanden ist. Genoffin Grünberg: Wenn wir hier ein Urteil abgeben sollen, müssen wir vorher diskutieren. Genoffin Bies: Ich lasse dann darüber abstimmen, ob die Konferenz mit den Ausführungen der Genoffin Bettin' einverstanden ist. Genosse v. Elm: Ich protestiere dagegen, daß jetzt die Abstimmung in dieser Weise geschehen wird.( Unruhe.) Die große Mehreit der Konferenz hat sich bereits dahin entschieden, die Leit säte und die Resolution lediglich als Material zu überweisen. Ich protestiere gegen dieses Abstimmungsverfahren. Genosse Henke: Wir sind berechtigt, hier unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen. Ich habe mich durch die Ausführungen der Genoffin Bettin überzeugen lassen und wenn dies bei dem Genoffen b. Elm nicht der Fall ist, braucht er für die Resolution nicht zu stimmen.( Zustimmung.) Genofun Grünberg: Wir lassen uns durch solche Art der Abstimmung nicht majorisieren. Wenn Genosse Henke seinen Stopf durchsetzen will, dann mag er in eine Diskussion eintreten. Genoffin Zeitin: Wir sind vollständig berechtigt, in dieser Frage ein bestimmte Saltung einzunehmen. Selbstverständlich fönnen wir keine bindenden Beschlüsse, sondern nur eine vor bereitende Tätigkeit für den Parteitag beschließen. Sittlichkeitsverbrechen. Später erfolgte eine große Aftion gegen die Festteilnehmer. Die Beamten brachten sie alle und auch den Gastwirt Preuß wegen Hebertretung der Polizeistunde zur Anzeige. Nach der Behauptung der Polizei soll nämlich das Bereinsfest dadurch zu einem öffentlichen Tanzvergnügen geworden sein, daß etwa 50 Personen baran teilnahmen, während der Verein nur 18 Mitglieder sählte und auch Bersonen ohne besondere Einladung eingelassen worden seien. 46 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an dem Silvestervergnügen sind aus diesem Anlaß unter Anklage gestellt, vom Schöffengericht Groß- Bichterfelbe aber freigesprochen worden. Infolge der von der Staatsanwaltschaft eingelegten Berufung kam die Sache am Sonnabend vor die dritte Straftammer des Landgerichts II. Die Zahl der Angeklagten hatte sich inzwischen auf 28 vermindert, da die Staatsanwaltschaft in bezug auf einen Teil her Angeklagten die Berufung zurückgezogen und einer durch den Tob dem strafenden Arme der Gerechtigkeit entrissen war. Bor der Straftammer hatte die Staatsanwaltschaft Erfolg. Gastwirt Preuß und der Klubvorsitzende Scherer wurden mit je 5 M., die übrigen Angeklagten mit je 1 M. bestraft. Das Gericht hielt da nach der Art der Einladung ein nach Zahl, Art und Individuali eine öffentliche Tanzlustbarteit für vorliegend. tät unbestimmter Bersonenkreis an dem Vergnügen teilnehmen fonnte. Ja ja, so geht es dem preußischen Staatsbürger, wenn er seiner Silvesterfreude in einem größeren Kreise Ausbruck gibt, als e die Polizei für angemessen hält. Allgemeine Familien- Sterbekaffe. Heute Sahltag: Aderftr. 123 Briefhaften der Redaktion. Zwei dem Greifenalter nahestehende, bisher völlig unbescholtene Beute hatten, einem unnatürlichen Triebe folgend, fich zu Bandlungen verleiten lassen, die sie auf ihre alten Tage noch in das Gefängnis bringen sollten. Mit den Straftaten hatte sich gestern das Landgericht III zu beschäftigen. Der 76jährige Rentenempfänger Johann Schulz, ein durch die Last seiner Jahre schon bei Wiesenthal von 3-6 Uhr. tiefgebeugter Mann, dessen Brust mehrere Orden und Ehrenzeichen schmückten, stand unter der Anflage, fich an mehreren zehnbis awolfjährigen Schulmädchen in fittlicher Be E. K. 50. Eine Verpflichtung besteht wohl nicht, aber ein Gebot des ziehung vergangen zu haben. Zum Teil sollen sich die der Anklage Anstandes." Vorwärts 100. Ihre Anfrage ist unflar. Bollen Sie augrunde liegenden Borfälle auf einem Friedhofe ereignet haben. fich nicht einmal an das Gewerkschaftssekretariat, Engelufer 15, wenden? Die Berhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt... 4. Benben Sie sich gefälligft an den Vorfihenden Ihres WahlDas Urteil lautete wegen Sittlichkeitsverbrechens in 3 Fällen vereins. Dort erhalten Sie Austurft Emil Seit. Stiftungsauf sieben Monate Gefängnis. Im zweiten Fall deputation, Poftstraße 16. Dort erfahren Sie auch das Nähere.- A.. 21. hatte sich der Böttchermeister Franz Beyss aus tei- Sie tönnen erneut Antrag stellen. Die Rückzahlung des Honorars für das nidendorf unter der Anklage des Verbrechens gegen den Arztattest wird leider abgelehnt; wir raten Ihnen aber, noch einmal § 176,3 St.-G.-B. zu verantworten. Der ebenfalls völlig un- persönlich bei der Landesversicherung vorstellig zu werden. Grünthalerstr. 16. bescholtene 67 Jahre alte Mann, der sich des besten Rufes 1000 000 Quadratmeter sind ein Quadratkilometer. erfreut, sollte fich an 9-12jährigen Schulmädchen vergangen Sprechen Sie mit den fraglichen Papieren in der juristischen Sprechstunde, Lindenstraße 3, vor. haben. Das Gericht hielt den Angeklagten, der jede strafbare skaffenvorstand und beantragen Sie durch diesen die Aufnahme in Bankowo 08. 1. Benden Sie sich an den 2. In der Blumenstraße 78. W. S. 100. Nein. Handlung in Abrede stellte, durch die Beweisaufnahme für über eine Heilstätte. führt und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von.. 14. 1. und 2. Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage an den Stadtverordneten Schulz, Kottbuser Tor, Ede Admiralstraße. 3. Bir können 1% Jahren. nicht entnehmen, was für eine Zeitung Sie meinen. 5. 8. 5. Die Steuer wird erhoben in Brozenten von dem Steuerfaty, zn dem Sie zur Staatssteuer veranlagt find. Reklamieren Sie bei dem Kirchenvorstande. Telephonistin. Auf eine an bie laiserliche Oberpoftdirektion gerichtete Anfrage dürfte Ihnen erschöpfende Auskunft werden. A. D. 22. Wir würden Ihnen empfehlen, tros geringeren Binsjages bei einer städtischen Sparkasse zu verbleiben. Im übrigen fönnen wir Banten nicht empfehlen Groben Unfug durch Berbreitung eines Boykottfingblattes sollte der Stockarbeiter Hildebrandt verübt haben. Das war die Ansicht eines Rigdorfer Amtsrichters, der gegen Hildebrandt einen auf 30 m. lautenden Strafbefehl erließ. Anderer Meinung war dagegen das Schöffengericht Rigdorf. s sprach den . 109. WEISSE JANDORF WOCHE WEISSE WOCHE Damen- Konfektion Bluse Martha aus Wollbatist ganz auf Futter mit Tüllpasse und reich garniertem Vorderteil Bluse Preciosa aus Wollbatist ganz und Passe modern garniert 2.95 auf Futter, Vorderteil 4.25 Rock Preciosa passend in der Auslosem Futterrock... führung zu Bluse Preciosa mit reich garniertem Volant und 6.75 aus Wollbatist ganz Bluse Sardanapal auf Futter, Spitzenpasse, Vorderteil mit sehr schönem Einsatz und Seidenband garniert, moderner Aermel Rock Sardanapal in gleicher Ausführung zu Bluse 6.00 Sardanapal passend mit gezogenem Volant, breiten Einsätzen und Seidenband garniert, 9.75 losem Futterrock... 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Schock 9, 22 Pf. Kaffee- Service für 6 Personen, 9 Teile..... 95 Pf. Gasplätten mit Erhitzer...... Garnitur 4.75 Küchenstühle... 1.45 Tafel- Service ..4.35 20. Pf. Kaiser Auszugmehl.... 95| Zucker. ff.. Küchenstühle mit Traillen.............. 2.25 Küchentische mit Schublade.... Pfund Berantwortlicher Bebatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 215. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. September 1908. Die industrielle Ausnutzung der Waffer- Pferdestärken geholt werden können. kräfte. Die technische Möglichkeit, die an Stauweihern, Wasserfällen ind Wasserdruckanlagen erzeugte elektrische Kraft dorthin zu leiten, wo sie gebraucht wird, hat die örtliche Gebundenheit der Verwendung gewonnener Energie aufgehoben. Seit der ersten größeren Kraftübertragung, die im Jahre 1891 verwirklicht worden ist, indem der internationalen elektrischen Ausstellung zu Frankfurt a. M. von dem 175 Kilometer entfernten Straftwerk Lauffen am Neckar elektrische Energie zugeführt wurde, sind, namentlich in der Schweiz, mehrere Wasserwerke errichtet worden. Die bedeutendsten Anlagen dieser Art an größeren Flüssen sind das im Jahre 1898 in Betrieb genommene Kraftwerk Rheinfelden am Oberrhein zwischen der Schweiz und Baden, sowie die großen Kraftwerke an der Aare bei Beznau und Wangen. Die Einrichtung weiterer noch größerer Werke steht unmittelbar bevor, so das Kraftwerk bei Wyhlen Augst am Oberrhein mit einer Kraftleistung von 30000, und das gleichfalls am badisch- schweizerischen Rhein gelegene Werk Laufenburg mit 50 000 Pferdestärfen. Neuerdings ist man eifrig bemüht, auch die Wasserkräfte der kleineren Gebirgsflüsse in großem Maßstabe zu vertverten. Der Mangel an Wasserfülle wird hier durch größere Fallhöhe ausgeglichen. Wichtig ist, daß der wechselnde Wasserreichtum durch Anlage großer Staubecken aus: geglichen werden kann. Eine solche in den Jahren 1900 bis 1904 erstellte Anlage ist das Staubecken an der Urft bei Gmünd in der Eifel. Das Tal der Urft wurde durch eine 58 Meter hohe, im Fundament 50 Meter starte Staumauer zu einem Becken geformt, das eine Länge von 10 Kilometern hat, 216 Heftar Oberfläche enthält und 45,5 Millionen Kubikmeter Wasser faßt. Das Kraftwerk erzeugt im Jahre 4800 Pferdestärken in 7200 Betriebsstunden. Die Anlagefosten betrugen 81 Millionen Mark. Die Zuleitung zu dem Kraftwert erfolgt durch einen 2800 Meter langen Druckstollen. Von großer Bedeutung für die Verwendung der Wafferkräfte find die Schritte, die die bayerische Regierung nach dieser Richtung unternommen hat. Es handelt sich um die Ausnutzung der bedeutenden Wasserkräfte der dortigen Alpenseen. In erster Linie kommt das Walchenseeprojekt in Betracht, das bei einem Kostenaufwande von 172 Millionen Mart eine Kraftausbeute von 56 000 Pferdestärken verspricht. Die Badische Soda und Anilinfabrik beabsichtigt, am Chiemsee eine große Straftanlage zur Erzeugung von Kaltstidstoff auf chemischem Wege zu errichten. Ju der Dentichrift: Die Wasserträfte Bayerns" heißt es hierüber: " Weiter können 200 286, Schweiz 158 274, Elsaß 67 760 Pferdeftärken ent- Aber auch von einem anderen volkswirtschaftlichen Gesichtsfallen; vom Neckar würden bei bier Kraftanlagen 26 680 punkt aus betrachtet ist die Ausnutzung der Wasserkraft von großer nach Bedeutung. Der Verbrauch an Kohle ist so außerordentlich geftiegen, den angestellten Ermittelungen und Schäzungen noch Wasser-| daß mit der teilweisen Erschöpfung der in der Erde aufgespeicherten fräfte zur Erzeugung elektrischer Kraft gewonnen werden, am abbaufähigen Lager in absehbarer Zeit gerechnet werden muß, wenn Südabhang des Schwarzwaldes von der Wutach his zur Wehra es nicht gelingt, einen Ersatz zu schaffen. In welcher Weise die 113 889, im Flußgebiete der Wiese 13 849, der Draisam 11 838, der Ausbeutung der Bodenschäße fortschreitet, lehren folgende Zahlen, Glz 16 131, der Stinzig 45 800, der Murg 15 800, der Donau auf die wir der bayerischen Dentschrift entnehmen. Die Kohlenproduktion badischem Gebiete 4310, zusammen 221 617 Pferdestärken. Alles in betrug 1850: England 45, Vereinigte Staaten 6, Deutschland 5, allem gerechnet würde Baden 507 550 Pferdestärken Wasserkräfte zu Frankreich 4, Desterreich- Ungarn 1, Belgien 6, zusammen 67 Millionen liefern in der Lage sein. Wie weit diese Wasserkräfte des Rheins, Tonnen, im Jahre 1900 hingegen stellte sich die Gesamtkohlendes Neckars und namentlich der Schwarzwaldflüsse in wirtschaftlich produktion der genannten Länder auf 722 Millionen Tonnen, woran sich lohnender Weise gewonnen werden fönnen, müßte im wesent- die einzelnen Staaten in folgender Weise beteiligt waren: England lichen doch erst der Versuch lehren. Nach den Erfahrungen, die man 229, Vereinigte Staaten 249, Deutschland 149, Frankreich 33, Destere bei dem schon längere Zeit im Betriebe befindlichen Werke the in- reich- Ungarn 39, Belgien 23 Millionen Tonnen. Die Auss felden gemacht hat, ist die wirtschaftliche Rentabilität innerhalb dehnung unserer Großindustrie muß naturgemäß noch eine weitere der badisch- schweizerischen Stromstrecke gegeben. Db aber weiter Steigerung des Kohlenverbrauchs zur notwendigen Folge haben, so stromabwärts, wo das Gefälle geringer ist, die Ausbeutung sich daß schon mit Rücksicht hierauf jeder Versuch, einen Ersatz zu schaffen, lohnen würde, steht noch dahin. aus allgemein volkswirtschaftlichen Gründen allseitig die lebhafteste Alle diese erschwerenden Umstände berücksichtigend, kommt die Unterstüßung erfahren müßte. Ausgenommen die Kohlengruben badische Denkschrift zu dem Schluß, daß von den 164 740 durch befizer, weil diese ein persönliches Interesse an der ständigen Stei Wasserkräfte zu gewinnenden Pferdestärken im Schwarzwald nur gerung der Kohlenpreise haben und deren Preispolitik durch die etwa ein Drittel regulär ausgenutzt werden könne. Eine andere Konkurrenz der Wasserfräfte unmöglich gemacht werden dürfte. Frage ist die, ob die ausbaufähigen Wasserkräfte ausreichen, um den Bedarf zu decken. Die badische Eisenbahnverwaltung hat den Bedarf an Kräften festgestellt, der für den elektrischen Betrieb der Bahnen nötig wäre. Es würden die Odenwaldbahn ausgeschlossen unter Berück fichtigung der Erweiterung des jetzigen Bedarfs um 35 Prozent insgesamt 32 000 Pferdestärken ausreichen. Die Schwarzwaldflüsse würden demnach genügen, um für den Eisenbahnbetrieb ausreichende Kräfte zu liefern. Aber selbst wenn trotz aller Vorsicht die Berechnung nicht ganz stimmen sollte, so hätte die Bahnverwaltung immer noch die Möglichkeit, Wasserkräfte des Rheines zu verwenden. Auch für den elektrischen Betrieb der Odenwaldbahn würden die vom Neckar zu gewinnenden Kräfte wenigstens annähernd ausreichen. Welche wirtschaftliche Bedeutung die Verwendung der Wasserfräfte zum Betrieb der Eisenbahnen hat, wird klar, wenn man sich bergegenwärtigt, daß die badische Eisenbahnverwaltung bisher un gefähr acht Millionen Mark für die Beschaffung von Heizkohle jährlich verausgabte. Nach der Badischen Denkschrift sind Gründe zur Besorgnis, daß der Ausbau der Wasserkräfte hinter der wirtschaftlichen Entwickelung des Landes und der Zeit zurückbleiben werde, nicht vorhanden. Um auch eine intensive Ausmuzung der nichtöffentlichen Gewässer, über welche dem Staate ein Verfügungsrecht bisher nicht zustand, zu ermöglichen, hat die Regierung dem Landtage eine Vorlage gemacht, welche die Rechte der Regierung nach dieser Richtung hin sehr erheblich erweitert. Wenn die Vorlage vom Landtage wegen Mangel an Zeit auch nicht mehr verabschiedet werden konnte, so wurde, um zu verhüten, daß sich die kapitalistische Spekulation mittlerweile der Sache bemächtigte, ein Notgesetz erlassen, welches eine Schädigung der Gesamtinteressen verhindern soll. Jedenfalls tonimt daher die Regierung den Wünschen der Kohlenmagnaten entgegen, indem sie die neite Betriebskraft sofort als ein geeignetes Steuerobjekt ausersehen hat, während anderers seits die Bergwerksregale nicht mehr erhoben werden. Daß die geplante Steuer auf elektrische Energie die Entwickelung Süddeutschlands wenn auch ungewollt ganz wesentlich hemmen müßte, darüber besteht wohl kaum ein Zweifel. Es ist daher erklärlich, wenn in Süddeutschland die geplante Elektrizitätssteuer vielfach als eine illoyale Aktion Preußens gegen den Süden aufgefaßt und die ohnehin bestehende Abneigung gegen Preußen verschärft wird. Selbst wenn man ruhig und leidenschaftslos das Für und Wider bei der Frage der Ausnutzung der Wasserträfte abwägt, wenn man sich freihält von übertriebenen Jllusionen, so wird man doch zu der Ueberzeugung kommen, daß wir durch die billige Erzeugung der Elektrizität mittels Wasserkraft, die niemals aufgezehrt werden kann, an einem Wendepunkt der wirtschaftlichen Entwickelung stehen. Der tapitalistische Staat aber hemmt diesen Fortschritt, er fällt dem Zeitenrad in die Speichen, indem er die neue Betriebskraft mit einer Steuer belegt, um für sich die Mittel zu seiner eigenen Weiteregistenz zu beschaffen. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg 7 eichel, Thorn Dder, Ratibor Beeskow am feit am feit 11. 9. 10. 9. Wafferstand 11. 9. 10. 9. cm cm³) cm cm) 220 -11 Saale, Grochlit 102<-6 +5 166 Havel, Spandau) Rathenow) 45 28 111 Spree, Spremberg³) 68+2 Krossen Frankfurt 108 70 119 Beser, Münden -60 36 +2 Minden 12 -11 Landsberg 11 Rhein, Marimiliansau 484 -7 Kaub 275 -45 Köln 304 -151-3 Nedar, Heilbronn 75 83-2 Main, Wertheim 147 Mosel, Trier 67 " Das größte Hindernis, die Fabrikation des Kaltstidstoffs fo auszubilden und zu vereinfachen, daß die marktfähige Ware auch im Preise mit Chilifalpeter in Wettbewerb treten kann, bildet der starke Berbrauch an elektrischer Energie. Kaltstickstoff wird daher im Massen nur dort fabriziert werden können, wo elektrische Straft billig zu haben ist." Mit der Ausnutzung der Wasserkräfte würde auch die Industrie Die Denkschrift fchäßt die aus Flußfäufen zu gewinnende Kraft in den Gebirgsländern mit einem Schlage erheblich günstiger ge- Barthe, Schrimm auf 300 000 Pferdestärken und rechnet man die aus den Seen zu stellt, ihre Konkurrenzfähigkeit erhöht und ihre schnelle Ausdehnung erzielenden Kräfte hinzu, so dürfte es sich in Bayern allein um ermöglicht. Die viel Betriebskraft erfordernde Industrie. die jetzt Nege, Bordamm eine Million Pferdestärken handeln, die lediglich durch die Kraft des naturgemäß in unmittelbarer Nähe der Kohlenlager sich befindet, Elbe, Leitmeriz Wassers, ohne Kohlenverbrauch, erzeugt werden können. würde auch im fohlenarmen Süden sich ansiedeln können. Wie die Transportkosten der Kohle ins Gewicht fallen, erhellt daraus, daß beispielsweise für Nürnberg die Fracht den Preis der Kohle verdoppelt. Nach einer vom Badischen Zentralbureau für Meteorologie und Hydrographie herausgegebenen Denkschrift würden von der bei 19 Kraftanlagen am Rhein zu gewinnenden Energie auf Baden Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, 97+1 Fall, 5) Unterpegel. 445 Wollen Sie etwas Feines rauchen? ,, Salem Aleikum" Wort und Bild sind gesetzlich geschützt Zu haben in den Cigarren- Geschäften 19 Dann empfehlen wir Ihnen Salem Aleikum " Garantiert naturell- aromatische, rein türkische Cigarette. Diese Cigarette wird in No. 3 nur lose, in den Nummern 4 bis 10 auch in einfachen Kartons à 20 Stück Inhalt, ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. Preis: No. 3 8 4 5 6 8 10 4 5 6 8 10 Pfg. das Stück Nur echt, wenn auf jeder Cigarette die volle Firma steht: Orientalische Tabak- u. Cigarettenfabrik ,, YENIDZE" Inhaber: Hugo Zietz. Deutschlands größte Fabrik für Handarbeit- Cigaretten. 138,9* Einsegnungs- Anzüge Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden u. 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MitFastende: May Schütte( Festrede), Frau Nina Mardon- Holzamer ( Rezitation), Fräulein Gertrud Bischoff( Gesang), Leo Kestenberg ( Klavier), Gesangverein„ Typographia". Ball. Billett 30 Pf. an den bekannten Stellen, siehe Annonce. 9 Nieder Schöneweide. Die Mitgliederversammlung des Wahlbereins findet am Dienstag, den 15. September, abends 82 Uhr, im Lokal von Paul Fichtner, Hasselwerder und Fennstraßen- Ede statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem Vortrag der Ge noffin Frau M. Thiel, Tempelhof:„ Warum müssen sich die Frauen organisteren?" Gäste haben Zutritt. Morgen, Montag, treffen sich die Genossen abends Punkt 8 Uhr in den bekannten Lokalen zur Handzettelverbreitung. Der Vorstand. Mahlsdorf a. Ostbahn. Der Gastwirt Gustav Schliefe, Hönower Straße 6, veranstaltet am heutigen Sonntag ein Winzerfest. Da dieses Lokal für die Arbeiterschaft gesperrt ist, so ersuchen wir die organisierten Arbeiter, das Lokal zu meiden und machen auf die Folgen eines eventuellen Boykottbruchs aufmerksam. Der Vorstand des Wahlvereins. Briz- Budow. Dienstag, den 15. September, abends 8% Uhr, findet bei Schöneberg, Rudower Straße 66, die Vereinsversamm Lung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen M. Schütte über:" Die Anfänge der Berliner Arbeiterbewegung". 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Heute früh 8 Uhr findet eine Handzettelverbreitung von den bekannten Stellen aus statt, woran sich alle Genossen zu beteiligen Der Vorstand. haben. Tempelhof. Am Dienstag, den 15. September, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Martin Müller, Berliner Straße 40/41, statt. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Frauen sich zahlreich daran beteiligen wollen. Tagesordnung: Bortrag, Diskussion, Aufnahme neuer Mitglieder, Verschiedenes. Mariendorf- Südende. Dienstag, den 15. September, abends 8 Uhr, findet bei Bierod, Kurfürsten Straße 44, die Mitglieder bersammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Unger: Was hat das Christentum den Armen gebracht." 2. Diskussion. 3. Berichte: a) von der Provinzialfonferenz; b) Verbandsgeneralversammlung Groß- Berlin. 4. Neubefeßung der Zeitungsspedition resp. Vorschläge. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Lankwis. Am Freitag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, findet im Lotal Ebel, Marienfelder Straße 9, eine öffentliche Versamm Lung statt, in der Landtagsabgeordneter Genosse Ad. Hoffmann über: Staat, Schule und Kirche" spricht. Wir bitten die Genofsinnen und Genossen, für den Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Groß- Lichterfelde. Die Ersatzwahl für die im März für ungültig erflärte Gemeindewahl im westlichen Bezirk findet am Freitag, den 25. September, von 11 bis 8 Uhr statt. Behufs Stellungnahme zur Wahl findet eine außer ordentliche Mitgliederversammlung am Montag, den 14. September, abends 8 Uhr, im Birken wäldchen", Chausseestraße, statt. Der Vorstand. " Trebbin. Am Dienstag, den 15. ds., findet im Schüßenhaus eine öffentliche Wählerversammlung, statt. Tagesordnung: 1. Kom munale Praxis. 2. Aufstellung unseres Kandidaten. 3. Diskussion. Berliner Nachrichten. Zum Achtuhr- Ladenschluß haben fich auf Aufforderung des Polizeipräsidenten die einzelnen Gemeindebehörden Groß- Berlins geäußert. Bis auf Berlin selbst haben die genannten Behörden sich gemäß der von den Ladeninhabern vorgenommenen Abstimmung zustimmend geäußert, und zwar bedingungslos. Anders unser hochwohllöblicher Magistrat. Er hat nach Anhörung der Gemerbedeputation fich zwar auch für Einführung des Achtuhrladenschlusses ausgesprochen, aber mit der Einschränkung, daß Ausnahmen für Bigarren und Zigarettengeschäfte sowie für Blumenhandlungen gemacht werden sollen. Nun ist die Abstimmung nicht nach Branchen vorgenommen worden; die Abstimmung ist ganz allgemein erfolgt und die Abstimmenden haben vorausgesetzt, daß ohne Ausnahmen ganz allgemein der Achtuhrschluß einzuführen sei. Nur so ist das Abstimmungsergebnis zu bewerten. Da steht es der Gewerbedeputation und dem Berliner Magistrat sehr schlecht an, von fich aus Ausnahmen in Vorschlag zu bringen. Dieser Vorschlag des Berliner Magistrats weicht in recht unerfreulicher Weise von den Aeußerungen der übrigen Städte des Landespolizeibezirks Berlin ab. Der Berliner Magistrat will sich partout seinen Ruf in puncto sozialer Rückständigkeit auf alle Fälle bewahren. Die Handelsangestellten sind über diesen Magistratsbeschluß empört. Um nun die Stadtverordneten, die sich jetzt noch zu äußern haben, an ihre Pflicht zu erinnern, hat der 3entralverband der Handlungsgehilfen und -Gehilfinnen Deutschlands für Montag abend 9 Uhr nach den Arminhallen", Kommandanten straße 58/59, eine öffentliche Versammlung einberufen. Referent ist Herr Georg Udo. Sämtliche Berliner Stadtberordneten sind zu dieser Kundgebung eingeladen. " Unentgentlicher Rurfus der Säuglingspflege. In der städtischen Säuglingsfürsorgestelle Nr. 4 der Schmidt- Gallischstiftung, Naunyn ftraße 63, beginnt am Dienstag, den 6. Oktober, 6 Uhr abends, wieder ein unentgeltlicher Kursus der Säuglingspflege für Frauen und Mädchen. Die Dauer des Kursus beträgt bei wöchentlich 2 Stunden drei Wochen. Vorherige mündliche oder schriftliche Anmeldung von 1-4 Uhr in der Fürsorgestelle erbeten. funktionierten, stieg vom Tegeler Schießplate unter Führung des auch vor der standesamtlich beglaubigten Verbindung hingibt, in Majors Sperling auf. In der Gondel nahmen Oberingenieur fittlicher Beziehung turmhoch über denjenigen, die aus der Ehe ein Basenach, Major Groß, Hauptmann George und Chauffeur Mewes elendes Schachergeschäft machen. Platz. Das Schiff fuhr zunächst gegen den aus Westen wehenden Die Mordaffäre in der Genthiner Straße. Heute wird in boro Wind, bog dann nach Steuerbord ab und schlug die Richtung nach stehender Sache berichtet, daß eine vollständige Klarheit über den Norden ein. Tod des am 20. Juni in seiner Wohnung aufgefundenen Kaufmanns Morgens 64 Uhr passierte der Ballon Tangermünde und fuhr Engel nicht erfolgt ist. Während die Sachverständigen seinerzeit dann in der Richtung nach Magdeburg weiter. Selbstmord angenommen hätten, neigte die Kriminalpolizei der Ueber Magdeburg tauchte das Luftschiff gestern morgen gegen Ansicht zu, daß ein Verbrechen vorliege. Der in Budapest verhaftete 8 Uhr, von Osten kommend, auf. Unter Zurufen des Publikums Student Kragujevics hat mit Engel tatsächlich in Verbindung ges führte das Luftschiff eine Reihe von präzisen, wohlgelungenen standen und zwar in homosexueller Beziehung. Er bestreitet aber Wendungsmanövern in einer Höhe von etwa 150 Metern aus. Sr. hat sich noch wegen anderer schwerer Straftaten zu verim Gegensatz zur gestrigen Meldung, den Engel getötet zu haben. Gegen 18 Uhr verschwand der Ballon in der Richtung nach Berlin. Gegen 11 Uhr vormittags traf das Militärluftschiff nach glücklicher Fahrt wieder wohlbehalten auf dem Tegeler Schießplatz ein, um zunächst noch längere Zeit in der Luft zu manövrieren. In der Umgebung des Uebungsplages hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, die die Rückkehr des Militärluftschiffes freudig begrüßten. antworten. Ein Renommierpatient des R. V. K." = " Aerzte haben andere Beköstigung, und die Pflegeschwestern würden sich auch niemals zu beklagen gehabt haben, wenn nicht zufällig in dem Schabefleisch, das für sie bestimmt war und sonst einwandfrei gewesen sein soll, jener Bazillus fich befunden hätte, der die bielerörterten Vergiftungserscheinungen hervorrief. Im Rudolf Virchow Krantenhaus, mit dem jetzt auch die bürgerliche Presse sich eingehend beschäftigt, weil über die dort gewährte Betö stigung ausnahmsweise mal nicht nur vom Wartepersonal samt den Patienten, sondern auch von den PflegeDie Fahrt dehnte sich, wie berichtet wird, bis in die Nähe von schwestern geflagt werden mußte, ist schon seit längerer Zeit das Hamburg aus. Dort drehte der Ballon bei und fuhr nach Magde- Wißwort im Umlauf, daß die Abkürzung„ R. V. K."(= Rudolfburg, von wo er über Stendal und Rathenow nach dem Tegeler Virchow- Krankenhaus) eigentlich ein verhungern kannst e" Uebungsplaße zurückkehrte. Gegen 11 Uhr vormittags langte der bedeuten solle.„ Rein verhungern kannste" im" N. V. K.", weil Ballon in Tegel an, manöverierte noch längere Zeit in 500 Meter das Essen, das dort gereicht wird, entweder so karg Höhe und stieg darauf gegen 12 Uhr mittags, von zahlreichen Bu- ist, daß Du Dich nicht daran satt essen kannst, oder schauern freudig begrüßt, zur Erde hinab. Die Fahrt verlief ohne fo ungenießbar, daß Du Dich nicht daran satt essen jede Störung, und der Lenkballon hielt sich ohne Zwischenlandung mag st. Das gilt aber, wie gesagt, nur von dem Essen des ununterbrochen 13 Stunden in der Luft. Er hat somit den von Wartepersonals und der Patienten; die Pflegeschwestern und die Beppelin aufgestellten Weltrekord von 12 Stunden geschlagen. Der Ballon hat etwa 800 Kilometer zurüdgelegt, Höhen bis 1000 Meter erreicht bei Windstärken von sieben bis zwölf Metern. Die Probefahrt eines elektrischen Fernbahnzuges fand am gestrigen Sonnabendnachmittag auf der zu derartigen Versuchsfahrten bestimmten Vorortstrecke Tempelhof- Rangierbahnhof Boffen Das„ Rein verhungern kannste" scheint nun aber im Kreise derstatt. Es handelte sich um die Abnahmeprüfung des aus zwei jenigen, die das Verhungern nicht nötig haben, sondern ihre bessere Wagen bestehenden Fernzuges, wie solche zunächst auf den Vorort- Kost mit Behagen genießen dürfen, ein bißchen berschnupft strecken der Kgl. Eisenbahndirektion Königsberg zur Einstellung ge- zu haben. Es hat sie geschmerzt, daß das Wigwort sogar in der langen sollen. Die von der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft Stadtverordnetenversammlung zitiert worden ist, und sie haben Auseine Wagen ist durch die braune Abtönung des unteren Teiles als beweis aufmarschieren lassen könnten. Einer der Aerzte hat denn Berlin hergerichteten Wagen haben elfenbeinfarbenen Anstrich, der schau gebalten nach Patienten, die sie als lebendigen Gegens dritte Klaffe, der andere durch graue Färbung als vierte Klaffe gekennzeichnet. In jedem dieser Wagen sind 84 Sammlerzellen mit auch richtig einen Patienten entdeckt, der hierzu zu gebrauchen war. 75 Pferdekräften eingebaut, deren Ladung für eine Wegeftrede von Es handelt sich um einen Unglüdsmenschen, der bei seiner Aufnahme 100 Kilometern ausreicht; hinter dem die Affumulatoren ent- in das St. V. K." bereits 210 Pfd. wog und nach zehnhaltenden Kasten erhebt sich der Führerraum. Die Abteile dritter wöchigem Aufenthalt in diesem Schlaraffenlande Klasse sind durch ganz- und halbhohe Lehnen der Bänke getrennt ein Gewicht von- 227 fund hatte. In den Tagen der und entsprechen in ihrer Ausstattung allen neuzeitlichen Anforde- allgemeinen Entrüstung über das Rudolf- Virchow- Krankenhaus hat rungen. Sämtliche Abteile haben Heizvorrichtung und elektrische der oben erwähnte Arzt dem Zweihundertfiebenundzwanzigpfündigen Beleuchtung, auch die Luftdruckbremse wird elektrisch angetrieben. Ein bequemer Durchgang ermöglicht es den Fahrgästen, über die gesagt, er solle doch mal etwas über das St. V. K." in die Plattformen von einem Wagen zum anderen zu gelangen. Der 3eitungen bringen. ganze Bug faßt 116 Personen und kann bis 50 Kilometer in der Stunde zurüdlegen; er eignet sich also für den Nahverkehr bei An diesem Renommierpatienten des R. V. K.", der schwankender Frequenz besser als der Lokomotivzug, dessen Soften sich so ziemlich gleichbleiben, auch wenn er nur aus zwei Wagen ursprünglich wegen eines Beinleidens aufgenommen worden war, ist bestehen würde. Wie hoch sich die Betriebs- und Unterhaltungs- das merkwürdigste das, daß man ihn, nachdem seine Leibesfülle auch tosten solcher elektrischen Lokal- Pendelzüge stellen werden, sollen von den dortigen Aerzten sehr bald als frankhaft erkannt worden erst die Versuche im Bezirk Königsberg lehren. Die Strecke BerlinBossen ist 32 Stilometer lang und wird mit Dampfzügen in war, auf eine Diät gefekt hat, die einem weiteren Fettansatz vor57 Minuten durchfahren. Die Länge der Versuchsstrecke Tempelhof- beugen sollte. Der Erfolg der ärztlichen Bemühungen war der, daß 3offen mag daher etwa 28 Kilometer betragen, die Versuchszüge der Mann in zehn Wochen, wie gesagt, noch um siebzehn Pfund haben nach dem Sonderfahrplan 41 Minuten Fahrzeit, also rund zunahm. Im R. V. K." ist man, so scheint es, stolz auf diesen 40 Kilometer pro Stunde Fahrgeschwindigkeit. Da eine Ladung, Erfolg. Das wäre begreiflich; denn hier hat mal das R. V. K." wie erwähnt, nur für 100 Kilometer ausreicht, so würden die einen Patienten did gekriegt, während sonst immer nur Batterien nach dreimaligem Abfahren dieser Strecke wieder neu die Patienten das R. V. K." bid gefriegt" hatten. geladen werden müssen. Neben diesem elektrischen Fernzug, der demnächst seiner Bestimmung entgegengeführt werden soll, bertehren auf der Versuchsstrecke auch ein Benzol- Triebwagen und ein Dampf- Motor, die im Betriebe den Vorteil haben, daß sie von einer stationären Ladevorrichtung, wie sie der elektrische Sammlerwagen braucht, unabhängig sind. Einen niederträchtigen Anwurf leistet sich das Deutsche Blatt", das jetzt den Titel„ Berliner Allgemeine Zeitung" trägt, gegen die Birkusbesucher, deren Geldbeutel es ihnen nicht erlaubt, mehrere Mart für einen besseren Platz ausgeben zu können und die sich deshalb mit einem Galerieplak begnügen müssen. In einer Besprechung der Eröffnungsvorstellung im Zirkus Busch lesen wir folgende Säße über den Fesselkünstler Houdini: " „ Es wirkt geradezu verblüffend, den edlen Ungarn aus der 8wangsjade entweichen zu sehen, so verblüffend, daß sogar die zehn beherzten Männer aus dem Publikum, die gewissermaßen die Prüfungskommission bildeten, nicht umhin tonnten, dem Zaubermenschen die biedere Rechte zu schütteln. Die Zwangsjade fchien übrigens auf der Galerie wenig Sympathien zu finden. Was man kennt, das haßt man." Hiernach werden ganz allgemein die Besucher der Galerie als Verbrecher schlimmster Sorte beschimpft. In den Worten: Was man kennt, das haßt man," ist das so deutlich ausgedrückt, daß ein Mißverständnis gänzlich ausgeschlossen ist. So werden Leute begeifert, die mit ihren Groschen haushalten müssen und sich Logenpläge für 5 Mt. nicht leisten können. Und leider ist dieses Blatt gerade in den Kreisen start verbreitet, die das Haupttontingent zu den Galeriebesuchern stellen. " Die Sigung der Stadtverordnetenversammlung am nächsten Donnerstag fällt aus. Ein Wechsel beim Küchenpersonal im Birchowkrankenhause ist eingetreten. Bekanntlich wurde anläßlich der jüngsten Erörterungen über die Beköstigung im Virchowkrankenhause festgestellt, daß die Leitung in der Küche sich den Teufel um Anordnungen der Vorgesetzten scherte. Hoffentlich ist mit diesem Wechsel vor auem eine Reform der Beköstigung der Kranken verbunden. Eine nette Illustration zu dem Thema von der Heiligkeit der Che" liefert der Inseratenteil der Wochenschrift Sport im Bild" vom 12. September. In den Spalten dieser Wochenschrift, die hauptsächlich in feudalen Streifen gelesen wird, befindet sich das folgende Inferat: " Prinz gesucht oder Gentleman von sehr altem Adel und hohem Wuchs zweds baldiger Heirat von amerikanischer Dame, Mitte Zwanziger, Doppelwaise, völlig alleinstehend, jähr= liche Apanage girta 100 000 Mart, große anmutige Erscheinung, sportliebend, musikalisch. Zuſchriften usw. Sobald wir von diesem Wunsch des Arztes Kenntnis erhielten, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, ihn zu erfüllen, wir tun das hiermit. Der Einzug eines neuen Brautpaares wird wieder angekündigt. Der Bring August Wilhelm von Preußen der dritte oder vierte Sohn des Kaisers, genau wissen wir das nicht, weil wir in höfischen Familienangelegenheiten schlecht be. schlagen sind wird am 21. Oktober mit feiner Braut, der Prinzessin Adelheid Luise von Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glüdsburg, in Berlin einziehen. Für die nötige Spalierbildung werden Innungen und Soldaten sorgen. Hoffentlich läßt man diesmal die Gemeindeschulkinder ungeschoren. Das Geheimnis der Kredit and Diskontobant". Mit einem recht geheimnisvollen Bankunternehmen hatte sich gestern die 1. Kammer des Kaufmannsgerichts zu be schäftigen. Eine Buchhalterin 2. erhob Klage gegen cin Bank institut", das sich vor mehreren Monaten unter dem recht solide flingenden Titel„ Kredit. und Diskontobant" in der Ritterstraße, etabliert hatte. Die Räumlichkeiten der" Bant" bestanden aus drei Zimmern, in der gestrigen Verhandlung stellte sich aber heraus, daß die Klage dortselbst gar nicht zuzustellen war, weil die Räume geschlossen sind und der Portier die Annahme staunen darüber aus, weil ihr der Portier selbst gesagt habe, daß der Zustellung verweigert hatte. Die Klägerin drückte ihr Erer auf Veranlassung des ersten Direktors", Herrn Deter, alle für die Bant einlaufenden Schriftstücke in Empfang nehme. Die Bauk beschäftigte sich, wie die Buchhalterin meiter erklärte, mit der Dis. fontierung von Wechseln. Der erste Direktor habe ihr gesagt, die Bank würde wieder weiterarbeiten, sie solle sich nur geSulden. bis er ein Zimmer gemietet hätte. Auf Veranlaffung des Vorsißenden des Kaufmannsgerichts soll nunmehr der Versuch gemacht werden, die Klage sowohl dem ersten Direktor Deter iwie auch dem in Tempelhof wohnenden zweiten Direktor Fri Freisleben zuzustellen, da ohne erfolgte Zustellung die Kläge rin nicht einmal ein Versäumnisurteil erlangen kann. Gefundene Kindesleiche. Das Bolizeipräsidium teilt mit: Am 3. September 1908 wurde in der Spree vor dem Hause Burgstr. 14 in braunem Packpapier eingeschnürt die Leiche eines neugeborenen Knaben gelandet. Nach dem ärztlichen Befund hat das Kind nach der Geburt gelebt. Am Schädel befanden sich zahlreiche Verlegungen, die den Verdacht einer gewaltsamen Tötung nahelegen. Mitteilungen, die zur Ermittelung der Mutter führen tönnten, werden in jedem Polizeirevier sowie im Zimmer 324 des tönigl. Polizeipräsidiums zu 4694 IV 59. 08 entgegengenommen. Feuerwehrbericht. Wegen eines Wohnungsbrandes wurde der 7. Zug heute früh um 3 Uhr nach der Großen Frankfurter lage über einer Kellerwohnung. Eine Dreizehnstundenfahrt des Militärluftschiffes. Eine glänzende Probe seiner Leistungsfähigkeit hat das lenkbare Militärluftschiff geliefert. Es hat Freitag abend um 10 Uhr auf Die 100 000 Mark jährliche Apanage werden auf so manchen Straße 141 alarmiert. Das Feuer war in einer Badestube ausdem Tegeler Schießplatz eine Nacht- und Dauerfahrt angetreten der Edelsten und Besten" ihre anziehende Wirkung ausüben und gekommen. Gleichzeitig brannte in der Kaiserstraße 23 die Dach und ist nach dreizehnstündiger Dauer der Fahrt gestern vormittag sicherlich viele veranlassen, der titelwütigen pardon, heirats- berschalung, ein Klosett u. a. und in der Stromftr. 30 die Balkens nach 11 Uhr auf dem Tegeler Schießplage glücklich wieder gelandet. Lustigen Dollarprinzessin ihre Hand anzubieten durch Verkauf ihres Das Militärluftschiff stieg Freitag abend um 10%, Uhr auf, nach- Titels, um ihre zerrütteten Finanzen wieder aufzubessern. Es kann dem der Wind bis auf etwa 5 Meter abgeflaut hatte und keine nichts Unfittlicheres geben als eine solche lediglich aus Gründen des naften Gelderiverbes geschlossene Che; allein diese Gründe sind heute Gewitterbildungen zu befürchten waren. Seit mehreren Tagen in besseren Streisen in erster Reihe maßgebend. Dieselben Streife standen Offiziere und Mannschaften zu dieser Fahrt bereit, die durch aber bekommen es fertig, in echter Pharifäermanier über die Sitten ben plötzlichen Wechsel der Windstärke im letzten Augenblid immer losigkeit der unteren Volksschichten zu zetern. Dabei steht ein wieder bereitelt wurde. Das Luftschiff, dessen Motoren vorzüglich larmes Mädchen, das sich dem Manne aus Liebe und Neigung Böswilligerweise wurde die Feuerwehr nachts um 2 Uhr nach der Oberbaumbrüde alarmiert. Der Täter ist entkommen. In einem Fabrikgebäude der Liebenwalder Straße 29 brannten Werktische. Vor dem Hause Dirksenstraße 26 ging ein Geschäftsmotorwagen in Flammen auf und in der Frankfurter Allee 16 wurden Betten, Möbel usw. ein Raub der Flammen. Ferner hatte die Wehr in der Wilsnacker Straße 61, Rungestraße 9 und anderen Stellen zu tun. Vorort- JVadmcbtem Rixdorf. Ueber die Unfallstation XII, die in Rixdorf im Hause Steinmetz st ratzeö(an der Ecke der Waßmannsdorfer Straße) untergebracht ist, hatten wir in Nr. 211(3. September) die Mit- tcilung gebracht, daß dort ein Gürtler D., der für seine sich in Lebensgefahr befindende Frau schleunigste Hilfe brauchte, in einer und derselben Nacht zu zwei verschiedenen Zeitpunkten vergeblich geklingelt und geklopft habe. Beide Male habe in der Unfallstation sich niemand geregt, und D. habe beide Male schließ- lich ohne Hilfe davongehen müssen, obwohl er lange gewartet und immer wieder geklopft hatte. Mit Bezug auf diese Mitteilung schrieb uns das Kuratorium der Unfallstationen am 3. September:„Wir haben den betreffenden Fall sofort genau untersuchen lassen und festgestellt, daß in einer der letzten Nächte, wahrscheinlich von böswilliger Hand, eine Be- schädigung an der Türe der Unfall st ation vor- genommen worden ist, durch welche die Glocke der Station außer Funktion gesetzt wurde. Es liegt die Möglichkeit vor, daß auf diesen Schaden der Vorfall, welchen wir auf das leb- hafteste bedauern, zurückzuführen ist." Dem Kuratorium antworte- im wir, der von uns geschilderte Fall habe sich in der Nacht vom 23. zum 21. August abgespielt, und wir fügten die Anfrage hinzu, ob in jener Stacht auch die Beschädigung der Tür und der Glocken- leitung vorgekommen sei. Das Kuratorium schrieb uns dann am 11. September:„Auf das gefl. Schreiben vom 13. d. M. erwidern luir höflichst, daß wir auf Nachfrage bei der Unfallstation XII, Rixdorf, nicht mit Sicherheit feststellen konnten, ob sich der Vorfall in der Nacht vom 23. zum 21. August ereignet hat, jedoch ist dies mit gewisser Wahrscheinlichkeit nach den Angaben der Station an- zunehmen." Wir geben unseren Lesern Kenntnis von dieser Erwiderung des Kuratoriums der Unfallstationen, doch müssen wir darauf auf- merksam machen, daß der Artikel in Nr. 211 des„Vorwärts" an mehreren Stellen hervorhob, D. habe nicht nur geklingelt. sondern auch„geklopft" und„gegen das Fenster gehämmert",„geklopft", und„darauflos gehäm- m e r t". ,;i ni m e r wieder gcklopf t". Das Kuratorium hält es nur für wahrscheinlich, daß die Beschädigung der Glocke sich in jener Nacht ereignet habe. Aber selbst wenn das zutreffen sollte. so bleibt immer noch unverständlich, warum auch das wieder- holte und sehr eindringliche Klopfen nicht ge- hört worden ist. Auch das ist drinnen nicht gehört worden, daß draußen vor dem Fenster Herr D. einem Manne, der gegen die Jalousie hämmern geholfen hatte, laut und in dem Tone der Verzweiflung klagte, daheim liege hilflos seine Frau und hier bekomme er keinen Arzt. Wir haben die Zeugen dieser rätselhaften Affäre nach Empfang der Briefe des Kuratoriums noch einmal befragt, und die Angaben sind in vollem Umfange aufrecht erhalten worden.. Inzwischen ist bereits ein Vertreter des Kuratoriums der Unfallstationen dem Herrn D. ins Haus gekommen. Der Artikel in Nr. 211 des„Vor- wärts" hatte weder den Namen noch die Wohnung mitgeteilt, der Unfallstation in Rixdorf war Herr D. unbekannt geblieben, das Kuratorium mutz also durch amtliche Vermittelung die Adresse er- halten haben. Ter Vertreter des Kuratoriums hat gegenüber Herrn D. gleichfalls von der Beschädigung der Glocke gesprochen und hat auch ihn zu überzeugen gesucht, daß das Personal der Un- fallstation frei von aller Schuld sei. Gelungen ist es ihm nicht. Wilmersdorf. Nehmt Einsicht in die Wählerlisten! Die Parteigenossen werden nochmals auf das Ausliegen der Wählerlisten hin- gewiesen. Die Liste der stimmfähigen Bürger liegt in der Zeit vom 1. September bis einschließlich 15. September im Wahlbureau, Lanenburger Straße 19 aus. Sie kann an Wochentagen von 8 Uhr vor- mittags bis 2 Uhr nachmittags und an den Sonntagen von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags eingesehen werden. Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind roährend der Dauer der Auslegung der letzteren bei dem Magistrat zu erheben. Genossen! Es ist äußerst wichtig, daß ein jeder sich in- formiert, ob sein Name in die Liste, aufgenommen und richtig eingetragen ist. Ost war dies nicht der Fall und bei einer eventuellen Nachwahl ist der Betreffende um sein Wahlrecht gekommen. Wer nicht selbst Einsicht nehmen kann, beauftrage einen anderen, der bereit ist dies zu tun, mit dieser Arbeit. Pankow., In der Gemeindevertretung wurden einige von der Regierung beantragte Aenderungen des Sparkassenstatuts angenommen. Die Gcmeindesparkasse soll am 1. Oktober 133S eröffnet werden. Für das Realgymnasium sollen pro 1. April 1333 neu eingestellt werden 1 Oberlehrer, 1 Elemcntarlehrer, 1 Hilfslehrer. Die Oberlehrer, welche mit einem Anfangsgehalt von 3833 M. inkl. Wohnungsgeld eingestellt werden, dürfen, laut Vorschrift der Regierung, nur 22 bis 24 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Das macht, die Ferienzeit mitgerechnet, rund 3 Stunden direkter Lehrtätigkeit pro Tag. Die Sozialdemokratie hat gewiß nichts gegen ein derartig vernunftgemäßes Vorbeugen vor Ueberlastung der Lehrkräfte ein- zuwenden. Zu bemerken ist hierbei nur, daß die Erkenntnis, daß nur ein frischer dem Lehrer innewohnender Geist anregend auf die Schüler wirken kann, auch auf die Praxis bei den Volksschulen ausgedehnt werden sollte. In diesen ist, ganz abgesehen von der Klassenfrequenz, von einem ähnlichen Arbeitspensum oder einer auch nur verhältnismäßig gleichen Besoldung der Lehrkräfte nichts zu spüren. An der Oberrealschule wird per 1. April 1333 die Errichtung einer Oderprima sowie die Teilung der Obersekunda vorgenommen. Der durch fünf Todesfälle beim Baden berüchtigt gewordene Binz- See wird durch Anlegen eines Kanals resp. durch Senkung des Wasserspiegels um zirka zwei Meter seine Aus- dehnung verlieren und so das Zuschütten desselben möglich ge- macht werden, unter der Voraussicht, daß sich die Interessenten durch namhafte Bereitstellung von Geldern beteiligen. Des ferneren werden 7433 M. Etatsüberschreitungen bewilligt. Hierunter be- finden sich 3533 M. zu zahlende, in den Etat nicht aufgenommene Zinsen. Für die so notwendige Bekämpfung der Jugend-Schmutz- litcratur wurden zur Herstellung von Flugschristen 73 M. bewilligt. Die Buchhändler sollen von den Lehrern kontrolliert werden. Nach der neuesten chcmisch-bakteriologischen Untersuchung ist unser Leitungswasser vom hygienischen Standpunkte als ein- wandsfrei zu betrachten. Gelegentlich deS Beschlusses, dem evange- lischen Jünglingsverein alte Turngeräte leihweise zu überlassen. wurde der Gemeindevorstand von unseren Genossen ersucht, dem am Orte bestehenden Arbeiter-Turnvereifl die Benutzung eines der Turnsäle zu ermöglichen. Treptow. Den Tob in den Flammen suchte die Frau des Eigentümers Zack in der Kiefholzstr. 186 zu Treptow. Am vorgestrigen Spät- nachmittag wurde die Ortsfeuerwehr nach dem Grundstück gerufen, da in der in der ersten Etage belegenen Wohnung Zacks Feuer entstanden war. Hausbewohncr teilten mit, daß die Frau des Be- sitzcrs krank sei und sich in der Wohnung befinden müsse. Als die Löschmannschaften die Türen eingeschlagen hatten, drang ihnen ein so starker Oualm entgegen, daß es den Feuerwehrleuten nur kriechend möglich war, in den Korridor zu gelängen. Dort wurde Frau Zack leblos am Boden aufgefunden. Um den Halö hatte sie eine Schnur, die durchsengt war. Nach den Ablöschungs- 1 arbeiten konnte festgestellt werden, daß Brandstiftung vorlag. ES brannte in allen Räumen, und überall wurden mit Petroleum ge- tränkte Gegenstände gefunden. Die nervenkranke Frau hat zweifel- los die Sachen in Brand gesetzt und sich dann im Korridor erhängt. Bei den Ablöschungsarbeitcn sind sechs Feuerwehrleute zu Schaden gekommen. Drei von ihnen erkrankten an Rauchvergiftung, drei andere wurden durch Glassplitter verletzt. Adlershof. Die Gemeindcvertreter beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung mit der Genehmigung des Vertrages bezüglich der im neuen Feuer- Wehrdienstgebäude zu vermietenden Wohnung. In dem Vertrage war für die Wohnung ein jährlicher Mietspreis von 333 M. und eine Entschädigung von 253 M. für die Reinigung vorgesehen. Durch Besichtigung der Räume wurde festgestellt, daß der Preis nicht zu hoch ist. Die Entschädigung für die Reinigung des ganzen Gebäudes außer der Gerätehalle wurde aber durch Beschluß auf 333 M. pro Jahr festgesetzt. Zur Uebergabe und Einweihung des Feuerwehr- dicnstgebäudes, welches sehr praktisch eingerichtet ist— auch mit Brausebädern— und doch künstlerisch eine sehr gute Wirkung er- zielt, wurden 433 M. bewilligt. Auch wurde die Anbringung eines Blitzableiters für 213,23 M. beschlossen. Für die Verbesserung des Feucrmeldc- und Alarmdienstes im Orte war die Beschaffung einer Sirene beschlossen gewesen. Der eingeforderte Kostenanschlag be- ziferte sich aber auf 2733 M.. während die Vertretung auf höchstens 1333 M. gerechnet hatte. Beschlossen wurde, den Kostenanschlag durch einen Sachverständigen daraufhin nachprüfen zu lassen, ob die Beschaffung und Inbetriebsetzung der Sirene nicht auf eine einfachere Art erfolgen kann, wodurch eine bedeutende Vcrbilligung entstehen könnte.— Da der obere Teil der Bismarckstraße ver- breitert und neu gepflastert werden soll, außerdem aber auch die projektierte elektrische Bahn hindurchgehen soll, wurde beschlossen, die Zahl der Gaslaternen von 23 auf 73 zu vermehren und die Zahl der Nachtlaternen von 11 auf zirka 13«— 20. Dadurch entsteht eine jährliche Mehrausgabe von 1364 M.— Für die Abnahme der Ortskanalisation wurde für einen Sachverständigen eine Summe bis 1533 M. bewilligt.— Seitens der Regierung wurde einzelnen Fabriken, welche ihre Abwässer in den Vollkropfgraben abführten, verboten, diese Abwässer wegen Verschmutzung des Vollkropfgrabens ferner in denselben abzulassen. Am schwersten wird die Dampf Wäscherei von Hoppe in der Moltkestratze von diesem Verbot be troffen. Die Wäscherei, welche zirka 43 333 Kubikmeter abführen mutz, ist an die Vertretung mit dem Antrage herangetreten, ihre Abwässer nunmehr in die Ortskanalisation abführen zu dürfen. Da die Mengen zirka den fünften Teil des vom Ort nach den Riesel- feldern geführten Quantums darstellen, würde der Firma eine jährliche Ausgabe von 5333 M. entstehen. Um nun sämtlichen Fabriken die Möglichkeit der Abwässerung zu bieten, soll mit der Teltower Kanalverwaltung in Verbindung getreten werden, ob diese gestattet, daß die Abwässer durch dw Rcgcnentwässernngs- leitung des Ortes dem Kanal zugeführt werden. Um Unterlagen für dieses Projekt zu gewinnen, müssen die Abwässer aber durch einen Sachverständigen auf ihre Zusammensetzung und Wirkung untersucht werden und wurden hierfür bis zu 633 M. bewilligt, welche bei Erfolg von den Inhabern der Fabriken der Gemeinde zurückerstattet werden müssen.— Der Gemeindevorsteher machte Mitteilung von dem Ausgange des Prozesses der Gemeinde gegen die Anlieger der Kaiser-Wilhclm-Straße, welche für die chaussiert« Straße 15 333 M. Anliegerbeitrag leisten sollten. Die Klage ist zurückgewiesen, da die Chaussierung nicht als erste Herstellung der Straße betrachtet wurde. Da die Straße aber in nächster Zeit Reihenpflaster erhalten wird, werden die Anlieger zu den Kosten des NeupflasterS herangezogen werden, welche sich bedeutend höher stellen. Im Anschluß daran wurde die Verlegung der Regenwasser- entwässerungsleitung beschlossen. Für den Schulhausanbau der 2. Ge- meindeschule, welcher in Vorbereitung ist und in nächster Zeit be- gönnen wird, soll von der Regierung ein Zuschuß gefordert werden. Zu diesem Zwecke wurden die vorgelegten Pläne und die Fassaden- anficht genehmigt.— DaS früher beschlossene Ortsstatut für die Benutzung der Regenwasserkanäle durch die Anlieger wurde durch die Regierung nicht genehmigt und mußte der ß 1, welcher den ZwangSanschlutz der Anlieger vorsieht, gänzlich gestrichen werden und im§ 3 ein Absatz eingefügt werden, nach welchem die Gebühr, die für das Quadratmeter Niederschlagsfläche 1 Pf. pro Jahr be- tragen soll, jährlich durch die Gemeindevertretung beschlossen wird, während die alte Fassung deS Ortsstatuts die dauernde Festsetzung enthielt.— Für die Kostenanschläge und Zeichnungen des Marktplatzes mußte der geforderte Betrag von 433 M. bewilligt werden. Desgleichen 1233 M. für die Einfriedigung deS Gemeindegrund. stücks am Glienicker Weg und die Mittel zur Herstellung eines Platzes zur Lagerung von Baumaterialien usw. auf dem Ge- meindegrundstück hinter der 2. Gemeindeschule in der Radickestraße. An Stelle des Herrn Lindenberg, welcher sein Amt als Schieds- mann niedergelegt hat, wurde der Lehrer Suppas, Hackenberg- sttaßc 11, gewählt. Zur Erleichterung der Wahrnehmung dieses Amtes wurde beschlossen, den Ort in zwei Bezirke einzuteilen und soll die Bismarlstraße die Grenze bilden. Der Beschluß der Gemeindevertretung vom 7. Mai d. F. be- treffend die Vergebung von Gemeindearbeiten an Mitglieder der Gemeindevertretung hat nicht die Genehmigung der Regierung ge- funden. Die Ablehnung wurde damit motiviert, daß durch dwsen Beschluß Fachleute, welche sich sonst dem Wohle der Gemeinde widmen würden, aus persönlichem Interesse daran gehindert seien und der Gemeinde durch die Entbehrung dieser fachmännischen Rat- schlage nicht zu berechnender Scbaden entstehen könnte. Mit der Nichtgenchmigung dieses Beschlusses fällt auch die Aufnahme der Verpflichtung in die Submissionsbedingungen, daß der Unternehmer verpflichtet ist, vereinbarte Tarifverträge zwischen Unternehmern und Arbeitern einzuhalten. Da derselbe Beschluß schon einer Kom- Mission überwiesen wurde, werden unsere Genossen dafür Sorge tragen, daß dieser nun endlich innerhalb der Kommission zur Be- ratung kommt und der Regierung Gelegenheit gegeben wird, auch diesen Antrag aus Interesse für daS Unternehmertum abzulehnen. Im preußischen Staate, dem größten Bundesstaate des Deutschen Reiches, in welchem bekanntlich die Arbeiierschaft vor gefüllten Kompottschüsseln sitzt, darf der Arbeiter keinen Schutz durch die Regierung oder deren Organe erwarten. Im Gegensatze zur Nicht- genehmigung des vorstehenden Beschlusses wurde die erhöhte Be- soldungsordnung der Gemeindeschullehrer und-Beamten genehmigt. Höchstwahrscheinlich in Anerkennung der seitens dieser Kreise der Regierung bei der letzten LaudtagLwahl geleisteten Hilfe. Wir sind jederzeit für die Erhöhung der Lehrer- und Beamtengehälter gern eingetreten und gönnen ihnen gewiß die Genehmigung. Aus dem Verhalten der Regierung gegenüber beiden Beschlüssen ersieht man aber, daß der Vater Staat nur seine guten Kinder belohnt. Die Arbeiterschaft wird aber daraus keine Veranlassung nehmen, sich nunmehr auch als braves Kind aufzuspielen, sondern wird auch ferner seine Rechte kräftig fordern und erzwingen. Trebbin(Kreis Teltow). Die letzte Stadtverordnetenversammlung wählte zunächst Herrn E. Hagen als Beigeordneten wieder. Zur Stadtverordneten-Erfntz- wähl am 17. September ivurden die Herren Schönsee und Wichqrt zu Beisitzern bestimmt, als Stellvertreter die Herren Hiebsch und Morgenroth. Genosse Schönsee rügte, daß die Wahlzeit von 13 bis 12 Uhr festgesetzt sei. worauf der Bürgermeister antwortete, dnß der Magistrat geglaubt habe, mit dieser Zeitbestimmung das Rechte zu treffen. Die Besitzer der Grundstücke in Sicbbusch machen Ent- schädigungSansprüche geltend. Der Magistrat hat den Petenten seinerzeit geantwortet, daß ein ausführliches Projekt zur Eni. Wässerung des SiebbuscheS vorläge und demnächst zur AuSführurig kommen werde. Damit erklärten sich die beschwerdcführendon Parteien nicht zufrieden und reichten nun Ersatzansprüche ein. Dc:s Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen Herrn C. Hägen lautete sehr ungünstig für die Petenten; auf Grund desselben lcbn'.c der Magistrat sowie die Versammlung mit 13 Stimmen die Asi:- sprüche ab. Die A. E.-L.-G. hatte der Stadt am 28. März 19Q7 gegen die Verlängerung deS Ausschließlichkeitsbertrages bis 1317 folgende Gegenleistungen geboten: Die Straßenlampcn in der Mitte der Straßen anzubringen, und zwar von 16 auf 53 Kerzen- stärke, ohne den Preisaufschlag zu erhöhen. Den Konsumenten sollte der Strompreis um 5 Pf. erlassen und dann sollen noch ganz beträchtliche Vergünstigungen in Lieferung von Birnen usw. ge- währt' werden."Ende März d. I. wurde durch eine össentlichc Jntcressentenversammlung die Sache, welche schon eingeschlafen loar, dem Magistrat wieder überwiesen. Die hierüber schivebcndcii Verhandlungen wurden in geheimer Sitzung erledigt. Heute zieht die A. E.-L.-G. aus mangelndem Entgegenkommen ihre der Stadt seinerzeit gewährten Vorteile in Lieferung von Licht usw. zurück und hat Anweisung gegeben, daß die schon montierten Lampen wieder mit 16 kerzigen Birnen verschen werden, Nieder-Schönhausen. Die letzte Gemeindevertretersitzung hatte sich zunächst mit der geplanten Aufstellung einer Bedürfnisanstalt auf dem Herthaplatz zu beschäftigen. Zu diesem Zweck waren in dem Etat bereits 2733 M. eingestellt, eS handelte sich nur noch um die Nach- bewilligung von 333 M. ftir die Installation. Hierzu wurde angeregt, die Aufstellung aufzuschieben, bis die Umgebung des Platze? mehr bebaut ist, um dann gleich eine Anstalt für Männer und Frauen zu errichten. Es wurde nun in Vorschlag gebracht, im Interesse der Kirchhofsbesucher auf dem Kirchhofe selbst schon jetzt eine provisorische Anstalt zu errichten. Die Vertretung konnte sich in dieser Frage nicht einigen, eS wurde deshalb die ganze An- gelegenheit der Baukommission zur weiteren Prüfung überwiesen. Eine längere Debatte entstand über die Vergebung von Arbeiten seitens der Baukommisston. Nach einem früher gefaßten Beschluß wurde der Baukommission die Erlaubnis erteilt, Arbeiten bis zu 13 333 M. allein zu vergeben, innerhalb deS Nahmens der Bewilligungen. Gegen diesen Beschluß wurden von einem Gemeindevertreter Be- denken erhoben, indem er zum Ausdruck brachte, daß die Macht- Vollkommenheit der Baukommission bei Vergebung von Arbeiten zu weit gehe. Nach langem Für und Wider wurde beschlossen, daß sich die erteilte Erlaubnis nur auf dringende Fälle erstrecke, ferner müssen an den mit Vergebung von Arbeiten verknüpften Sitzungen der Baukommission mindestens fünf von den acht Kommissions« Mitgliedern teilnehmen. Eine nochmalige Anfrage, wann denn die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft den Verpflichtungen entsprechen werde, welche sie bei der Zustimmung der Gemeinde zur 93jährigen Konzessionsverlängerung eingegangen sei, beantwortete Bürgermeister Abraham dahin, daß die statt- gehabten Verzögerungen der Bahnarbeiten durch Gasrohrverleguugen hervorgerufen waren, die aber bald behoben sein werden. Die Her- stellung der Oberleitungen nehme nur kurze Zeit in Anspruch, so daß der Betrieb wohl im November erfolgen werde. Abwarten l Alt-Glienicke. „Die Frau und die Politik" lautete das Thema, das Genosst-, I e e tz e- Rixdorf in einer am 3. September im Bohnschen Lokale abgehaltenen öffentlichen Versammlung behandelte. Die Rednerin gab in ihren Ausführungen ein Bild von der Stellung der Frau im heutigen Staatswesen, wie sie durch die wirtschaftlichen Verhält- nisse in die Industrie hineingezogen wird, wie sie auch sonst nach jeder Richtung hin ein erhebliches Jntereffe an der Gestaltung der Gesetzgebung habe, daß sie aber heute vollkommen rechtlos sei. Da gelte eS, aufklärend zu wirken und die Frauen zur politischen Organisation heranzuziehen. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Versammlung war gut besucht. Potsdam. Die letzte Stadtverordnetensitzung, die erste nach den FcrieN. wurde vom stellvertretenden Vorsteher Stadtv. Pauli geleitet und gestaltete sich ziemlich lebhaft. Ein langes Debattieren brachte der Bericht des Ausschusses betr. die tägliche Verzinsung der Spar- einlagcn in der stadtischen Sparkasse. Einige Stadtverordnete er- blickten hierin eine Konkurrenz gegenüber den Bankinstituten, da nunmehr diejenigen, welche bisher ihr Geld für einige Tage oder Wochen zur Bank schafften, da es dort Zinsen gab, die Sparkasse in Anspruch nehmen usw. Oberbürgermeister Vorberg und Bürger- meister Rodig zerstreuten jedoch alle Bedenken, indem letzterer darauf hinwies, daß durch die hierdurch vcranlaßtcn Mehreinlagen der Stadt ein Vorteil insofern erwachse, als sie größere Anleihen aus der Sparkasse erhalten könne. Der Oberbürgermeister hob den Vorteil hervor, welcher durch die tägliche Verzinsung dem kleinen Manne und auch dem Arbeiter erwachse, worauf Stadtv. Ziemsen mit Recht erwiderte, daß der Arbeiter gar nicht in Betracht komme. Schließlich wurde der Einführung der täglichen Verzinsung mit großer Mehrheit zugestimmt. Ein weiterer Punkt betraf die Be- willigung einer Summe zur Zeppelinspende. Oberbürgermeister Vorberg bedauerte, daß der sofort nach dem Unfall erlassene Auf- ruf seitens des Magistrats so wenig Beachtung gefunden habe, wußte sich aber damit zu trösten, daß eine große Anzahl ihre Spende nach außerhalb abgeführt hätten.(?!) Er ersuchte die Stadtverordneten, die Sammlung, welche den Betrag von 3433 M. erreicht habe, auf 4233 M. zu erhöhen. Dies geschah. Für Donau- eschingen bewilligte man 533 M.— Weiter soll ein Pförtner für das Rathaus angestellt werden, welcher pro Tag 3 M. erhält und dafür vormittags von 7— 12 und nachmittags von 3— 7 Uhr darüber zu wachen hat, daß man nichts mopst, denn dies war der einzige Grund, den man als Grund der Anstellung angab. Erst vor kurzem war einem Stadtverordneten sein Rad aus dem Rathause gestohlen worden.— Die Kreuzstratze und die Maryaretenstraße sollen mit Bäumen bepflanzt werden und wurden hierzu die erforderlichen Mittel bewilligt.— Zu den Regulierungen der Bürgersteige sollen die Grundstückseigentümer zu% der Kosten herangezogen werden. Weiter sollen die Junkerstraße von der Nauener- bis zur Moltkc- stratze, die Berliner Straße, die Scharnstraße, die Brauerstratze usw. anstatt neuen Steinpflasters Asphalt erhalten, doch sollen die An- lieger zu den Asphaltierungskostcn herangezogen werden, und zwar schwanken die von diesen zu zahlenden Beträge je nach der Breite der Straße zwischen 13,13 bis 18,83 Mk. pro laufenden Meter. (Gegen diese Heranziehung ist dem Magistrat ein Protest einiger. Bürger zugegangen.) Auch die Eisenhardtstraße wird unter den gleichen Bedingungen asphaltiert und außerdem auch verbreitert. Das Schmerzenskind unserer Stadtväter, die BePflanzung der Charlottensttaße mit Bäumen, wurde von der Tagesordnung ab» gesetzt und dem Magistrat zur nockmaligen Durchberatung über» wiesen.— Eine Kommission wird sich damit zu befassen haben, wie man durch Bcpflanzung dem Jägertor ein besseres Aussehen geben kann, nachdem vom Regierungspräsidenten die Genehmigung zur Beseitigung bezw. zur Versetzung des Jägertors versagt worden ,st.— Die Sparkassennebenstclle Nr. 2(Charlottenstraße) will man vom I. Oktober d. I. eingehen lassen. Spandau. Am Donnerstag, den 13. d. M.. abends 8)4 Uhr. fand auch hier in Spandau eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung statt. Ncfe. rent war Genosse Bahn-Berlin. welcher über die gegenwärtige Situation im Rohrlegergewerbe sprach. Die Versammlung, welche sehr zahlreich besucht war, war mit den Ausführungen des Rese. renten voll einverstanden. Zum Schluß wurde auch die bekannte Berliner Resolution angenommen, welche das Verhalten der Wiesen» thaler» der Hirsche und der Gelben entschieden verurteilt, Amtlicher Marktbericht der städtischen MarkthallewDIreMon über den Grohhandel in den Zentral-Marktballen. Marktlage: Fleisch: Zusubr schwach, Gcschäst still, Preise uckverändert. Wild: Zusuhr mäßig, Geschäft rege, Preise gut, G e s l ü g e l: Zusubr reichlich, Geschäft Icbhajt, Preise sest. Fische: Zufuhr reichlich, Geschäft ansangS schleppend, später lebhafter, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Gcschüjt ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Ob st und Südsrüchte: Zufuhr genügend, in Birnen nachlassend, Geschäft etwas lebhafter, Preise wenig verändert. Lerantwortiichcr Redakteur: HanS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. Druck u.Verlag:Vorwä>tsBuchdruckerei u. Verlagsaristalt Paul Singer Le Co., Berlin LW.~ Nr. 215. 25. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soaning, 13. September 1908, Der Juristentag beschäftigte fich gestern noch einmal im Plenum mit den von den einzelnen Abteilungen angenommenen Thesen. Ueber die Frage: Welche zivilrechtlichen Folgen knüpfen sich an die im modernen Lohntampfe üblichen Verrufserklärungen, " Legalitätsprinzip. Landgerichtsrat Kade- Berlin: Wir haben viel zu viel Sie lautete: Bedarf das Legalitätsprinzip im Strafverfahren einer Strafverfolgungen, das ist die Folge des allzu scharfen Einschränkung, bejahendenfalls in welcher Richtung?" Die Ab- Legalitätsprinzips. Ein Bater, der einen Menschen dabei betraf, teilung hatte diesbezüglich folgenden Beschluß gefaßt: als er seine Tochter vergewaltigen wollte, und diesen Menschen 1. Das Legalitätsprinzip eine der wichtigsten Garantien durchprügelte, mußte vom Staatsanwalt ex officio vereiner gleichmäßigen, unabhängigen Rechtsanwendung und des folgt werden. Das versteht das Volk nicht. Vertrauen des Volkes in bie Strafrechtspflege hat das Ber- Professor Köhler- München: Ich bin ein unbedingter Anfahren wegen friminell strafbarer Handlungen auf dem ganzen hänger des Legalitätsprinzips. Auch die Uebertretungen müssen Gebiete der öffentlichen Anklage zu beherrschen. 2. Es ist aus vom Staatsanwalt ohne jede Zwedmäßigkeitserwägung verfolgt insbesondere an das Verbot des Einkaufs und Verkaufs, des Arbeit- drücklich festzustellen, daß auch alle den Strafverfolgungsorganen werden. Soweit die Verfolgung unnüß ist, soll man ihr durch Begebens und Arbeitnehmens? referierte Prof. Dr. Rosin- Freiburg borgesetzten Behörden, einschließlich der obersten Justizverwal- ftimmungen im St.-G.-B. borbeugen, daß die Uebertretungen nur und legte den Unterschied zwischen Verruf einerseits und Streik tung, an den Legalitätsgrundsah gebunden sind. 3. Soweit der bei dolosem Handeln oder nach wiederholter Verwarnung strafbar und Aussperrung andererseits dar. Die häufigsten Formen des Rechtsgüterschutz als solcher durch das Strafgesetz unmittelbar sind. Wir wollen kein Willkürregiment des Staatsanwalts, aber Verrufes sind die schwarzen Listen und der Boykott. Die nur im Interesse des einzelnen Verletzten von Staate gewährt auch keine Nadelstichpolitik des Amtsanwalts. wird, ist die Strafverfolgung der Privattlage zu überlassen. Justizrat Friz Mayer- Frankfurt a. M.: Ich halte es für Verrufserklärungen nehmen immer mehr zu und zwar auch die, die mit Lohnkämpfen nichts zu tun haben. Zur Beratung stehe 4. Ungerechten und unzweckmäßigen Strafungen vorzubeugen ist verfehlt und verfrüht, schon jetzt zu der neuen St.-P.-O. Stellung Aufgabe der Reform des materiellen Strafrechts. 5. Ueber- zu nehmen. Wir kennen die neue St.-P.-O. noch gar nicht, und die Frage, unter welchen Voraussetzungen der Boykott erlaubt sei. tretungen von Polizeivorschriften sind aus dem Gebiete des krimi- die wenigsten von uns haben sie überhaupt schon gelesen. Unter Wir haben zu entscheiden, ob auf den Boykott§ 823 oder§ 826 des Bürgerlichen Gesetzbuches anwendbar sei, d. h. ob jede rechtliche nellen Strafrechtes auszuscheiden und sowohl materiell als auch denen aber, die sie gelesen haben, sind viele, die die Begeisterung Schädigung eines fremden Wirtschaftsbetriebes erfazpflichtig macht bezüglich des Verfahrens besonderen Grundsäßen zu unterstellen." des Professors Kahl nicht teilen und schwer enttäuscht sind. Das oder nur eine, die gegen die guten Sitten verstößt. Die Der Berichterstatter Prof. Graf Gleispach Prag führte wollte ich gegenüber den jetzigen Lobreden nur feststellen. Ich beAbteilung hat entschieden, daß der Gewerbebetrieb und die Arbeits- aus, daß zurzeit in Deutschland und Oesterreich das Legalitäts- antrage Beschlußfassung zu bertagen. fraft, in die durch den Boykott eingegriffen wird, tein prinzip herrschend sei, das Opportunitätsprinzip hingegen nur bei absolutes Recht im Sinne des§ 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist. Beleidigungen, die von dem Staatsanwalt bloß verfolgt werden, Jufolgedessen ist§ 826 anzuwenden. Der Begriff der guten Sitten wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. Für Beseitigung des gibt dem Richter die Freiheit der Entscheidung, ohne ihn an Legalitätsprinzips habe sich teine Stimme erhoben. Die Ein- Privatdozent Dr. Kantorowicz- Freiburg: Wir können zwingende Normen zu binden. Infolgedessen hat der Juristentag schränkungen seien beschlossen worden, um einer Verfolgung vor- der Staatsanwaltschaft keine Entscheidung überlassen, solange dieje Ebenso schlägt die eine politische Behörde ist. Die Staatsanwaltschaft als politische feine Notwendigkeit zu einer Aenderung des Gesetzes zu erblicken zubeugen, die zum mindesten nicht nötig sei. vermocht. Einstimmig hat sich die Abteilung für die Bulässigkeit neue Strafprozeßordnung für das Deutsche Reich das Legalitäts- Behörde ist ein Fremdkörper in unserem Rechtsleben. Die Reform des Boykotts als Kampfmittel im geschäftlichen Leben prinzip für Beleidigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Be- muß dabei einsehen, daß die Staatsanwaltschaft unab= flärt. Der Begriff der guten Sitten ist nicht nur ein drohung, Mundraub, Futterdiebstahl und unlauteren Wettbewerb, hängig gemacht wird, dann wollen wir über die Frage weiter moralischer, sondern ein verkehrssittlicher und bedeutet die ferner für Jugendliche und sämtliche Uebertretungen vor. Die diskutieren. Damit schließt die Debatte. Nach einer überaus lebhaften Gepflogenheit, die ein anständiger Mensch im wirtschaftlichen scheiden. Die Uebertretungen sind reine Verwaltungswidrigkeiten, Geschäftsordnungsdebatte, an der u. a. der bekannte Verteidiger Jugendlichen und die Uebertretungen müssen aus der Debatte ausKampfe nicht überschreitet. Es gibt ein Striegsrecht nicht die besonderen Grundsäßen unterstellt werden müssen. Vor allem im Münchener Petersprozeß, Dr. Rosenthal, die Geheimräle bloß für den staatlichen, sondern auch für den wirtschaftlichen Kampf. sei der Sab töricht, daß Unkenntnis des Gesezes nicht schüße. Gierke- Berlin and Brunner- Berlin teilnahmen, wird ein Der Beschluß, zu dem die Abteilung gelangt ist, lautet daher Für Jugendliche sei ebenfalls ein besonderes Strafrecht nötig. Im Antrag am m- Bonn abgelehnt, die Beschlußfassung auszusehen folgendermaßen: übrigen hätten sich beide Referenten mit Entschiedenheit gegen und im laufenden Jahre einen außerordentlichen Juristentag zur „ Die zivilrechtlichen Voraussetzungen und Folgen unerlaubter jede weitere Einschränkung des Legalitätsprinzips gewehrt. Refe- Beratung der neuen St.- P... einzuberufen. Verrufserklärungen bestimmen sich im allgemeinen nach§ 826 rent bittet, die Schlußthesen 6 und 7 zu streichen und dadurch die Versammlung mit knapper Zweidrittelmehrheit, die Thesen B. G.-B. Der Juristentag hat das Vertrauen zur Rechtsprechung, feinen ursprünglichen Antrag wiederherzustellen. Gleispach zur Abstimmung zu bringen und nimmt sie mit derdaß sie wie bisher so auch ferner es verstehen wird, auf der selben Mehrheit an. Somit hat das Plenum die bereits erGrundlage dieser Bestimmungen die Interessen der Erwerbs- und wähnten Beschlüsse der Kommission vollinhaltlich gebilligt. Arbeitsbetätigung mit denen der gesellschaftlichen Selbsthilfe zu Von den Thefen des Senatspräsidenten am Reichsgericht Olseiner freien und fittlichen Ordnung zu vereinigen. In diesem hausen findet nur eine einzige Annahme, die mit den übrigen Sinne hält der Juristentag eine Aenderung des Gesetzes zurzeit Thesen der Referenten nicht in Widerspruch steht. Sie lautet: nicht für geboten." er Der Juristentag stimmte diesem Beschlusse debattelos zu. Als strittiges Thema tam zur Behandlung die Frage: Empfiehlt sich die gesetzliche Regelung des gewerblichen Arbeitsvertrages ( insbesondere des Tarifvertrages zwischen Arbeitgebern oder Arbeitsrecht und dann den Strafprozeß ordnen müssen. Nun gelte vorgeberverbänden einerseits und Arbeiterverbänden andererseits?)( Berichterstatter über dieses Thema war Justizrat Dr. Jund Leipzig.) Die Abteilung ist zu folgendem Beschluß gelangt: Oberlandesgerichtsrat Kloß- Hamm ersucht, keine These anzunehmen, die eine rasche Reform des Jugendlichenstrafrechis hindern könnte. Es erscheint wünschenswert, daß bei einer Reform des materiellen Strafrechts die Frage, in welchen Fällen die Strafverfolgung nur auf Antrag einer Privatperson einzutreten habe, in grundfäßliche Uebereinstimmung mit der Frage der Zulässig feit der Privatflage gelöst werde, sei es durch Vermehrung der Fälle der Zulässigkeit der Privattlage, sei es durch Einschränkung oder Vermehrung der Antragsfälle." Damit sind die Beratungsgegenstände des diesjährigen Juristen. tages erschöpft. Gerichts- Zeitung. Hierauf begründet Senatspräsident Reichsgerichtsrat Is hausen umfangreiche Anträge, in denen er im wesentlichen an dem Legalitätsprinzip, als ciner der wichtigsten Garantien einer gleichmäßigen, unabhängigen Rechtsanwendung festhält, aber die Beschränkungen dieses Prinzips, wie sie der Entwurf der neuen Strafprozeßordnung bringt, für statthaft und geboten erklärt. In der Begründung führt Redner aus, daß, wenn man gemeinsam Strafrecht und Strafprozeß reformiert hätte, diese Schwierigkeit wahrscheinlich nie entstanden wäre. Leiber aber habe man eine einheitliche Reform nicht angebahnt. Auch die stückweise Reform habe man am falschen Ende angefaßt. Man hätte erst das Strafläufig das alte Strafrecht, und wann wir das neue bekommen, wissen wir nicht. Da müsse sich die neue Strafprozeßordnung dem alten Strafgeses anpassen, und danach sei es unmöglich, an dem Der Deutsche Juristentag empfiehlt: 1. wiederholt eine Reform schroffen Legalitätsprinzip festzuhalten. Das uneingeschränkte des gewerblichen Koalitionsrechtes im Sinne feines früheren Be Legalitätsprinzip sei auch niemals Wahrheit geworden. Wenn schlusses, 2. die Beseitigung der Hindernisse, die nach dem bürger- die Staatsanwaltschaft alle Vergehen verfolgen lichen Rechte im Erwerbe der Rechtsfähigkeit durch gewerbliche Berufs- würde, die zu ihrer Kenntnis fämen, wie es das vereine entgegenstehen, 3. eine gesetzliche Regelung des Rechtes der Gesetz vorschreibt, dann brauchten wir die Arbeitstarifverträge, in der a) jeder öffentlich rechtliche Zwang doppelte Anzahl Strafrichter.( Hört! hört!) An der vermieden, b) bolle Freiheit der Abschließung und Durchführung übermäßigen Zahl von Strafverfolgungen und Strafverurteilungen, ver Kaufmann G. in Dortmund hatte am 2. Juni 1905 durch der Verträge gewahrt, c) die Möglichkeit eröffnet wird, Arbeits- fei also nicht die Staatsanwaltschaft, sondern das Legalitätsprinzip die in Dortmund betriebene elektrische Straßenbahn der Allge tarifverträge bei den Gewerbegerichten öffentlich zu registrieren, schuld. Redner tritt dann für erweiterte Anwendung des meinen Lokal- und Straßenbahngesellschaft, d) eine Frist bestimmt wird, innerhalb welcher Mitglieder be- ribattlage durch den Verletzten ein und schließt mit dem Aktiengesellschaft in Berlin, einen Unfall erlitten. teiligter Berufsvereine durch Erklärung bei der Regiſterſtelle die Wunsche, daß man der Reichsjustizverwaltung, die eine schwierige| Und zwar dadurch, daß der den damals 72jährigen G. tragende Tarifvertragsgemeinschaft ablehnen können; e) festgesetzt wird, daß Arbeit in kurzer Zeit glücklich vollendet habe, durch Annahme seiner Straßenbahnwagen wegen Straßenarbeiten auf das linke Gleis Arbeitstarifverträge unmittelbare Rechtswirkung auf die in ihrem Anträge den schuldigen Dant abstatten möge. überfahren mußte, so daß die zum Aussteigen bestimmte rechte Geltungsbereich abgeschlossenen Arbeitsverträge haben. Rechtsanwalt am Reichsgericht Dr. Scherer- Leipzig bekennt Wagenfeite dem anderen Gleise zugefehrt war. Als Kläger dann sich als Anhänger des schroffsten Legalitätsprinzips. Vom Oppor- in Begriff stand, an einer Haltestelle auszusteigen, fuhr auf dem tunitätsprinzip würden nur reiche Leute und die Politiker, die der anderen Gleise mit großer Geschwindigkeit ein Wagen der StraßenRegierungsmajorität angehören, Vorteile haben. Er protestiere um bahn in entgegengefekter Fahrtrichtung vorüber. G., der sich auf so energischer gegen jede Einschränkung des Legalitätsprinzips, als dem Wagen zwar noch zu halten vermochte, war aber in einen auch heute, wo es besteht, es gar nicht ernst gehandhabt werde. Wer solchen Schreden versezt worden, daß er in eine schwere würde unter dem Opportunitätsprinzip noch einen Duellmörder Nervenkrankheit verfiel. Wegen des ihm entstandenen anklagen? Wenn immer von der Entlastung der Gerichte gesprochen Schadens machte er die Allgemeine Lokal- und Straßenbahn nach sei, so müsse man erst die Zuwachsziffer des deutschen Volkes Maßgabe des Reichshaftpflichtgefeßes wie nach§ 823 2. G. B. verschließen.( Beifall und lautes Lachen.) Der Referent führte aus, daß in dieser schwierigen Frage der Beschluß der Abteilung mit allen gegen zwei Stimmen gefaßt worden sei. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß der Siegeszug der Tarifverträge weiter fortschreiten und auch die Großindustrie crfassen soll. Der Beschluß der Abteilung sei außerordentlich maß voll und zurückhaltend und lehne jeden Zwang ab. Er erklärt die Tarifverträge für ein Friedensinstrument des sozialen Lebens, das der Staat schüßen müsse.. Von unschätzbarem Wert sei schon die Tatsache, daß Parteien, die sich sonst bekämpfen, hier gemeinsam vcerhandeln und schwierige Fragen auf dem Wege des Friedens schlusses lösen. Das binde die Menschen so wie gemeinsame Arbeit ( Lebhafter Beifall), gemeinsame Arbeit besonders, wenn fie getragen ist von einem warmen Herzen voll sozialem Empfinden, dem auch der Juristentag in dieser Frage Ausdruck geben werde.( Langanhaltender, lebhafter Beifall.) Gewerberichter Geßler- München begründet einen Antrag, cine anderweitige Entscheidung des Juristentages hinsichtlich der Tarifverträge herbeizuführen. Dieser Antrag geht dahin, den Absatz d) des Kommissionsbeschlusses zu streichen, in dem eine Frist bestimmt wird, innerhalb welcher die Mitglieder der beteiligten Berufsvereine durch Erklärung bei der Registerstelle die Tarifgemeinschaft ablehnen können. Die Verfassung sei nur mit Stimmengleichheit angenommen worden, es sei aber praktisch undurchführbar. Wenn die Vertreter der Berufsvereine sich geeinigt und die Vollversammlung die Abmachungen ihrer Vertreter angenommen hätte, fönne nicht nachträglich jeder einzelne kommen und für sich die Gemeinschaft ablehnen. Dies mache sie wertlos und den Abschluß fünftiger Tarifverträge gänzlich unmöglich. Der Beschluß sei überhaupt nur aus einem Mißverständnis zu erklären. Diese Widerspruchsfrist sollte gegeben werden, falls die Tarifverträge über den Kreis der Berufsvereine hinaus für alle Arbeiter und Arbeitgeber Geltung haben. Das hat aber die Abteilung abe gelehnt und damit ist Bunft d) ganz sinnlos geworden. Der Referent erklärt im eigenen und im Namen des Korreferenten, daß sie selbst die Frage für zweifelhaft halten und nicht auf diesem Punkt bestehen. Der Vorsitzende der Abteilung, Geheimrat Gierte, gibt zu, daß der Beschluß in diesem Punkte nicht flar gewesen sei und bittet, ihn fallen zu lassen und dafür das Gewicht des Plenums des Juristentages für den übrigen Beschluß, die eigentliche Siche rung der Tarifverträge, einzuseßen.( Banganhaltender Beifall.) Dementsprechend wurde Bunkt d) gestrichen und im übrigen der Beschluß der Abteilung mit allen gegen zwei Stimmen sanktioDie zweite strittige Frage betraf das niert. 60600000000000000000000 Entschädigungspflicht infolge eines bei einer Straßenbahnfahrt durch Schreck zugezogenen Nervenleidens. antwortlich. Staatsanwalt Feisenhauer Magdeburg verzichtet unter Landgericht Dortmund und Oberlandesgericht am m Protest aufs Wort, weil Herr Olshausen als Anhänger des verurteilten die Beklagte zur Zahlung von RentenOpportunitätsprinzips eine übermäßige Redezeit beansprucht habe. beträgen bis zum bollendeten 78. Lebensjahre des Klägers nebst Oberstaatsanwalt Högel- Wien: Ich halte mich für ver- einer Rente wegen Vermehrung der Bedürfnisse. pflichtet, den Standpunkt cines unbedingten Gegners des Opportu- Dahingegen wurde der Anspruch des Klägers auf ein Schmerzensnitätsprinzip zu betonen, auch wenn ich den Rahmen der geld von 1500 m. abgewiesen. Verschiedene bereits durch einstRedezeit weit überschreite. Ich danke für die verschiedenen Kompli- weilige Verfügungen beigetriebene Unterstützungen wurden für die mente, die im Laufe der Beratungen der Staatsanwaltschaft ge- Rentenzahlung in Anrechnung gebracht. macht wurden, und für das Vertrauen, das man ihr entgegen- Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hatten beide bringen will. Aber dieses Vertrauen ist ein Danaergeschent, das Teile Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der Kläger griff die wir Staatsanwälte dankend ablehnen müssen. Kein Mensch Abweisung des Schmerzensgeldes an, während die Beklagte nach weiß, was eigentlich öffentliches Interesse" ist. dem inzwischen erfolgten Tode des Klägers die Revision darauf Wir in Oesterreich haben das öffentliche Intereffe" bei dem objek- beschränkte, daß zivei Zahlungen aus einstweiligen Verfügungen tiven Preßverfahren. Daß dieses Verfahren aber objektiv ist, mit 4000. und 2000 Mt. nicht auf die zuerkannte Jahresrente glaubt in Defterreich kein Mensch, und aus dem öffentlichen berrechnet worden seien, und daß die Rente von 2000 m. wegen Interesse machen wir Staatsanwälte, was wir Bermehrung der Bedürfnisse im jährlichen, und nicht in viertelwollen. Wir danken für das Vertrauen, weil, wenn wir es jährlichen Vorauszahlungen zugesprochen worden war. annehmen, in ganz Deutschland es uns sofort im umfangreichsten Der 6. Ziviljenat des Reichsgerichts erkannte bezüglich der Maße verloren gehen würde. Bei jeder Strafverfolgung Revision der jet igen Kläger auf 3urüdweisung der Re. müßten wir uns fragen, ob der Beschuldigte auch bision. Bezüglich der Revision der Beklagten wurde das Urteil nicht einer politischen Partei angehört. Jeder, der in einer insoweit aufgehoben, als dieselbe zur Zahlung von mehr als politischen Partei eine Rolle spielt, würde von 3689,50 M. und zur Zahlung der 2000 M. anfänglich des Jahres uns verfolgt werden, damit wir uns nicht der Gefahr verurteilt worden war. In diesem letzteren Umfange wurde die politischer Begünstigung aussehen. Und ist denn ein Sache zur nochmaligen Entscheidung an das Berufungsgericht zupolitischer Einfluß auf die Staatsanwaltschaft ausgeschloffen? rückverwiesen, weil die Entscheidung hierüber die tatsächliche FestSchon heute rennen uns ja die verschiedensten stellung der erfolgten Beitreibung erfordere und das Reichsgericht Leute die Türen ein, um Einfluß auf die Strafverfolgung nicht endgültig ertennen konnte, da über die Richtigkeit der Beis zu gewinnen.( Sört, hört!) Wenn wir ohne andere Begründung treibung eine übereinstimmende Erklärung der Parteibertreter als die des öffentlichen Interesses das Verfahren einstellen können, nicht abgegeben worden ist. Bezüglich der Abweisung des Schmerwürden täglich tausend Rechtsstörer zu uns kommen. Retten Sie zensgeldes billigt das Reichsgericht die Begründung des Oberlandes das Legalitätsprinzip, diese Säule des Strafprozeffes, und geben gerichts, welches erklärt, daß die im übrigen dem Kläger zuerkann Sie nicht Ihre Hand dazu, eine erste Bresche in das Prinzip der ten Erstattungsbeträge einen derart umfassenden Ausgleich für den Gerechtigkeit zu schießen.( Stürm. demonftr. Beifall.) eingetretenen Vermögensschaden darstellten, daß ein noch zurüc Professor Galand Jena schließt sich diesen Ausbleibender immaterieller Schaden nach§ 253 B. G. B. nicht an führungen voll und ganz an. erkannt werden könnte. Müllerstraße Kaufhaus Wedding 182/183. Die Restbestände aus der Jacques Cohnschen Konkursmasse haben wir nochmals im Preise bedeutend herabgesetzt und kommen dieselben in dieser Woche zu = staunend billigen Preisen= zum Verkauf. Trotz der billigen Preise auf alle Artikel 5 Proz. 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Sa. 540 Wahlfächer: Englisch, Franz., Grammatik, Korrespondenz, Konversation, je nach der Vorbildung. Die Oberstufe bietet Vorgeschrittenen und Kaufleuten, die schon praktisch tätig waren, Gelegenheit zur Erweiterung und Vertiefung ihrer kaufmännischen Kenntnisse. C. Höhere Handelskurse für Herren, die entweder aus einer oberen Klasse einer höheren Schule abgegangen sind oder bereits praktisch tätig waren und über eine gute Vorbildung verfügen. Die Teilnehmer werden zu tüchtigen Buchhaltern, Kontoristen und Korrespondenten ausgebildet. Der Besuch ist besonders solchen Herren zu empfehlen, die im Besitze des Einjährigen- Zeugnisses sind und sich dem kaufmännischen Beruf widmen wollen. 2. Handelskurse für Damen Dreimonats-, Halbjahrs- u. Jahreskurse zur gründlichen theoretischen u. praktischen Ausbildung als: Buchhalterin, Geschäfts- Stenographin, Bureau- Beamtin, Handelslehrerin, Korrespondentin, Kassiererin, vormittags 9-1 oder 2 Uhr. 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Vorortbahn: Bahnhof Friedrichstraße Lehrter Bahnhof Stettiner Bahnhof Eröffnung zweite Hälfte September Nr. 215. 25. Jahrgang. 6. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 13. September 1908. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Sardanapal.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Die Walfüre.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Mignon. Mittwoch: Sardanapal.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Carmen. Freitag: Sardanapal.( infang 8 Uhr.) Sonnabend: La Traviata. Sonntag: Sardazapal.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Madame Butterfly. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Clavigo. Die Torgauer Heide. Dienstag: Wie die Alten ſungen. Mittwoch: Klein Dorrit. Donnerstag: Maria Stuart.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: Clavigo. Die Torgauer Heide. Sonntag: Agnes Bernauer. Montag: Viel Lärm um nichts. Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends sowie täglich: 2 × 2= 5. Sonntag, 20. September, nachmittags 3 Uhr: Mandrogola. Komische Oper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag und Mittwoch: Tiesland. Donnerstag: Tosca. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Tiefland. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Tosca. Abends: Tiefland. Montag: Tosca. Residenz- Theater. Bis Freitag täglich: Der Floh im Dhr. Sonnabend, Sonntag und Montag: Das Glück der andern. Nenes Operetten- Theater. Täglich: Die Dollarprinzessin.( Anfang 8 Uhr.) Hebbel: Theater. Täglich: Der Liebhaber. Neues tönigl. Opern- Theater. Sonntag: Fra Diavolo. Mon- Sustspielhaus. Täglich: Die blaue Maus. Sonntag, 13., und Sonn3 bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Der Barbier von Sevilla. tag, 20. September, nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. Anfang 7 Uhr.) Trianon- Theater. Täglich: Frl. Josette- meine Frau. Sonntag, Deutsches Theater. Sonntag: Medea. Montag: Kettenglieder. 13., und Sonntag, 20. September, nachmittags 3 Uhr: Seine erste Frau. Dienstag: Medea. Mittwoch: König Lear.( Anjang 7 Uhr.) Donnerstag: Kettenglieder. Freitag: König Lear. Sonnabend: Medea. Sonntag: Rönig Lear. Montag: Was Ihr wollt. Deutsches Theater( Sammerspiele). Sonntag: Sozialaristofraten. Montag: Teratoya. Kimito.( Anfang 7, Uhr.) Dienstag: Sozialaristofraten. Mittwoch: Teratoga. Stimiko. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Terafoya. Kimiko. Sonnabend: Gespenster. Sonntag: Zerafoya. Kimito. Montag: Ghges und sein Ring. Leffing- Theater. Sonntag: Die Macht der Finsternis. Montag: John Gabriel Bortman. Dienstag: Die Macht der Finsternis. Mittwoch: Der Raub der Sabinerinnen. Donnerstag: Die Macht der Finsternis. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend: Die Macht der Finsternis. Sonntag: Der Naub der Sabinerinnen. Montag: Rosenmontag. Berliner Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Geschlossen. Mittwoch: Die Journalisten. Donnerstag und Freitag: Der Traum ein Leben. Sonnabend: Mercadet. Sonntag: Der Traum ein Leben. Mon tag: Mercadet. Neues Theater. Täglich: Außerhalb der Gesellschaft. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Fauft. I. Teil.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Judith. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Fauft. I. Teil. ( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Blau. Durchs Dhr. Sonnabend und Sonntag: Der Kolonialstandal. Montag: Fauft. I. Teil.( Anfang 7 Uhr.) Ein kräftiger Junge geboren! Dies zeigen hocherfreut an Danksagung. Für die vielen Beweise innigster W. u. Emma Altendorf Teilnahme sowie für die zahlreichen Berlin W., Katzlerstr. 3. Sozialdemokrat. Wahlverein für den Kranzspenden beim Begräbnis meiner lieben guten Frau und Mutter Pauline Radel geb. Handke sagen wir allen Freunden und Befannten, insbesondere dem Genossen 4. Berliner Reichstagswahlkreis Schütte für ble troftreichen Borte Etralauer Viertel. Bezirk Nr. 327, Teil II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schnittmacher Paul Lange gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 14. September, nach mittags 5 Uhr, von der Zeichen balle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Donnerstag, den 10. September 1908 verstarb nach langer Strankheit unser Mitglied, der Goldschnittmacher Paul Lange im 28. Lebensjahre. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 14. September, nach mittags 5 Uhr von der Halle des Bentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 24/11 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Steinarbeiter. Filiale Berlin I. Am 11. September starb unser Kollege 172/14 Albert Techen im Alter von 51 Jahren an der Berufskrankheit. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses, Birkenstraße aus nach dem Friedhof in Blößensee statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Kranken- und Begräbniskaffe der Seifenfieder u. Berufsgenossen.( E.§. 17.) Am Donnerstag, den 10. Sep. tember, verstarb unser Mitglied August Schön. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, der 14. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Fried hofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Der Vorstand. 290/15 B J. A.: Karl Geisler. Herzlichen Dank für die innige Anteilnahme beim Hinscheiden und ber Beerdigung unseres Siegfried. 15765 Familie Gerhardt. Allen Freunden und Bekannten jowie dem Transportarbeiterverband, ber Spedition Borwärts Rigdorf für bie zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau Luise Richter terzlichen Dant Hans Richter. und dem Gesangverein„ Liedesfreiheit I" unseren herzlichen Dank. Franz Radel und Kind, Berlin O. 17. 15785 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter 15425 Julie Fründt geb. Goerlich fagen wir unseren innigsten Dant. Berlin, 12. September 1908. Franz Fründt und Kinder. Danksagung. Fur die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Parkettbodenlegers Adolf Lundehn sage ich hiermit allen Bekannten sowie den Parkettbodenlegern und dem Gesangverein Streuzberger Harmonie meinen herzlichen Dank. 15435 Witwe Lundehn. Von der Reise zurück: Dr. med. Schaper homöop. Arzt, Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten, Königgrätzer Straße 27, I. Zurückgekehrt + 1437b* Zahnarzt Theodor Lewin, Skalitzer Straße 46. Von der Reise zurück Dr.Silberstein Rixdorf, Berliner Str. 93. Dr. Schünemann 36462* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten. Lorging- Theater. Allabendlich: Baza. Sonntag, 13., nachmittags 3 Uhr: Am Altar. Sonntag, 20., nachmittags 3 Uhr: Madame Bonivard. Thalia Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Meincidbauer. Abends sowie täglich: Das Mitternachtsmädchen. Sonntag, 20. September, nachmittags 3 Uhr: Gine lustige Doppelehe. Zuisen Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends: Helga. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Flachsmann als Erzieher. Freitag: Theater. Sonnabend: Flachsmann als Erzieher. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends: Helga. Montag: Flachsmann als Erzieher. Kopp". Bernhard Rose Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Gee heimnis von New York. Abends: Das bemooste Haupt. Montag: Kabale und Liebe. Dienstag: Das bemooste Haupt. Mittwoch: Kabale und Liebe. Donnerstag: Das bemoofte Haupt. Freitag: Stabale und Liebe. Sonnabend: Der Theaterteufel. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das bemooste Haupt. Abends: Der Theaterteufel.( Anfang 8 Uhr.) Casino Theater. Allabendlich: Familie August Knoche. Sonntag Theater des Westens. Täglich: Ein Walzertraum. Sonntag, 13., nachmittags 4 Uhr: Der Brandstifter. und Sonntag, 20. September, nachmittags 3, Uhr: Die lustige Witwe. Parodie- Theater. Täglich: Cavalleria rusticana und„ Berlin steht Schiller- Theater O. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Stein unter Steinen. Abends: Das Opferlamm. Montag: Der Richter von Zalamea. Gebr. Herrnfeld Theater. Täglich: Das kommt davon! Es lebe Dienstag: Philister. Die Lore. Mittwoch: Das Stiftungsfest. Donnerstag: das Nachtleben.( Anfang 8 Uhr.) Das Stiftungsfest. Freitag: Der Richter von Zalamea. Sonnabend: Metropol Theater. Allabendlich: Donnerwetter tadellos.( Anfang Das Opferlamm. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Stein unter Steinen. 8 Uhr.) Abends: Das Stiftungsfest. Montag: Der Richter von Zalamea. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Apollo- Theater. Allabendlich: Bera Violetta. Spezialitäten.( Anfang Göz von Berlichingen. Abends: Die Macht der Finsternis. Montag: 8 Uhr.) Das Stiftungsfest. Dienstag: Der Herr Ministerialdirektor. Mittwoch: Der Herr Ministerialdirektor. Donnerstag: Das Opferlamm. Freitag und und lacht, Sonnabend: Ein Teufelskerl. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Göz von Berlichingen. Abends: Das Opferlamm. Montag: Ein Teufelstert. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag nach mittag 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends: Als ich wiederfam. Montag: Jm weißen Rößl. Dienstag: Als ich wieder fam. Mittwoch: Im weißen Rößl. Donnerstag: Als ich wiederkam. Freitag: Egmont. Sonnabend: Großmama. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends: Im weißen Rößl. Montag: Egmont. Folies Caprice. Täglich: Die Brautschau. Die lästige Witwe. = Zur Einsegnung Schwarze, weisse u. farbige Kleider aus wollenen Stoffen mit 15, 20, 25 M Spachtel- u. Bortengarnierg. Jackette u. Paletots 8, 10, 12 M. verarbeitet. Kostüm- Röcke Ste Elegant Neueste Schnitte. aus prima Satintuch aus englischen Stoffen 9, 12, 15, 18 M. 3, 6, 10, 15 M. Ein groß. Posten gefütterte wollene Blusen 3.50 M. Tüll-, Spitzen- und seidene Blusen. 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Sept. 1908, abends 8 Uhr, im Kaffenlofal, Barnimstr. 19: Wahlversammlung der Herren Arbeitgeber, welche Beiträge aus eigenen Mitteln zur Kasse zahlen. 276/13 Tagesordnung: Nachwahl von acht Delegierten auj atvei Jahre. Der Wahlakt beginnt um 8, Uhr und wird um 88% Uhr geschlossen. Der Vorstand. C. Frize, Vorsitzender. Heinrich Franck Berlin, Brunnenstr. 185 Billiger St. Felix hochfein, 125 Pf. vers. leicht Geschäftsschluß 7 Uhr. Billige Rohtabake. Max Jacoby, Strelitzerstr. 52 W. Hermann Müller, Berlin, Magazinstr. 14. Sumatra Decke Nr. 6198 a 1,70 M. berzollt. Java- Sumatra Nr. 6195 a 2,50 M. verzollt. 35272* Bollblätter mit guten Farben und ffeinem Brande. Kassenbäder feber Art Angusta, Bad, Stopeniderstr. 60 Preise beliebige Teil. zahlung, Zahn- Klinik. Olga Jacobson, straße 145. InvalidenHelteftes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. Niederlage von Donnerwetter tadellos! 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Bezirks- Versammlungen mit nachfolgenden Tagesordnungen: für sämtliche Bezirke und Branchen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 8, 1239. Charitéstraße 3. of III. Amt 3, 1987. Mittwoch, den 16. September 1908, Montag, den 14. September 1908: abends Bureau: Telephon: Amt 7, Nr. 6920. Montag, den 14. September, abends S, Uhr: Oeffentliche Ballschuhmacher- Versammlung bei Anton Boeker, Weberstraße 17. Tages- Ordnung: 169/16 1. Vortrag des Genossen Sloth. 2. Diskussion. 3 Berschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. NB. Sonntag, den 11. Oftober, mittags 1 1hr, findet ein Urania- Besuch statt. Vortrag: Durch Dänemark und Südschweben. Deutscher Kürschner- Verband = Filiale Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Barnim Straße 21, b. pt. Tel.: Amt VII 6789 Mittwoch, den 16. September, abends S Uhr: Für Spandau bei Stunte, Gähönwalderſtr. 80. Bezirks- Verfammlungen uitglieder Versammlung 1. Diskussion über den Bericht vom Verbandstage. 2. Bericht vom Kartell. 3. Wahl eines Bezirksletters. 4. Wahl eines Delegierten zur Generalversammlung. Donnerstag, den 17. September 1908, abends 8% hr. Für Norden bei Kramer, Hussitenstr. 40. 1. Bortrag des Stollegen Bruns: Die Maifeler und die diesbezüg fiche Regelung zwischen Parteivorstand und Generalfommission". 2. Dis fuffion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Berschiebencs. Für Nord- Cleft bei Kirschkowski, Beusselstr. 9. 1. Vortrag des Genoffen Udo:„ Die deutsche Revolution 1848/49". schiedenes. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Ver Für Süd- Oft bei Laaser, Lausitzerstr. 35. 1. Vortrag des Kollegen Bentin:„ Die Arbeiter in den chemischen Fabriken und unser Verbandstag". 2. Distuffton. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Für Often bei Ziez, Warschauerstr. 61. 1. Vortrag: Die Pflichten der Mitglieder in den Beiten der Strifen". 4. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Berfchiedenes. Für Charlottenburg im Volkshause, Rosinenstr. 3. 1. Bortrag der Stollegin ungwit:„ Die praktische Mitarbeit ber Frauen im wirtschaftlichen und politischen Kampfe". 2. Diskussion. 3. Wahl Der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Für Rixdorf bei Hennig, Ziethenstr. 69. 1. Borttag des Kollegen Weiße: Die Pflichten der Mitglieber unter der wirtschaftlichen Depression". 2. Disfufficn. 3. Wahl eines Bezirks leiters. 4. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 5. Verschiebenes. Für Weißenfee bei Content, Lehderstr. 5. für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: = im Alten Schützenhause", Linienstr. 5. " Zages Ordnung: 1. Bortrag über: Prostitution, eine sosiale Gefahr." Neferentin: Genossin Frau Jeeke. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Ber schiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 1. Norden: Frankes feftfäle, Badstr. 19, abends 102/0 8 Uhr. Die Ortsverwaltung. 2. Norden: Bockbrauerei, Chausseeste. 64, Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. abends 8 Uhr. 3. Moabit: Brlinings Prachtfäle, Wiclefstr. 24, abends 8 Uhr. 4. Weften- Schöneberg: Zühlke, Dennewigstr. 13, abends 8 Uhr. 5. Sliden: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 ( großer Saal), abends 8 Uhr. Often- Lichtenberg: Litfins feftfäle, 6. 7. Memelerstr. 67, abends 8 Uhr. Stralau- Rummelsburg: Cempel, Alt- Boxhagen, Ecke Bahnhofstraße, abends 8 Uhr. Dienstag, 15. September, abbs. 8, 1hr, Im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 5): Versammlung. Zages Drdnung: Abrechnung bom stoeiten Duartal und Kaffenangelegenheiten. 163/18 Die Ortsverwaltung. 0000000000 ge....... „ Prachtsäle des Ostens" Inhaber Oscar Cranz, Frankfurter Allees 151-152. Den geehrten Gewerkschaften, Vereinen und Klubs des 4. Wahlkreises sowie der betr. Vororte empfehle meine neu erbauten Fest- Sale, 50-1500 Personen fassend, mit allem Komfort der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zur den koulantesten Bedingungen. 8. Weißenfee: Im Prälaten, 8. Weißenfee: Im Prälaten, Lehderstr. 122, Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jedor Art zu abends 8 Uhr. 9. Oberfchöne weide: Jm Lokal Haffelwerder, abends 5% Uhr. 10. Rixdorf: Hoppe, Hermannstr. 49, abends 8 Uhr. 11. Spandau: Gottwald, Schönwalderstr. So, abends 8 Uhr. 4208L* Sonnahende im September, Oktober, November und Dezember sind noch frei! Um recht regen Zuspruch bittet Oscar Cranz, Gastwirt. Hofjäger- Palast- Festsäle. Hasenheide 52/53. Fr. Gustavus. Fernspr. Amt IV, 1980. 1. Bortrag des Stollegen Rider: Die praktischen Aufgaben der 12. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstr. 3/ mpfehle meine Säle, 150-1500 Berfonen fassend, zu Bereinsfestlichkeiten Gewerkschaftsbewegung". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Für Cegel bei Glückselig, Berliner Straße. 1. Bortrag des Kollegen trebite: Der Münchener Berbandstag" 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Berschiedenes. Für Schöneberg bei Gebhard, Gothenstr. 28. 1. Bortrag des Kollegen ratscher: Strife und Arbeiterorgani abends 8 Uhr. 13. Tegel: Crapp, Bahnhofstraße, abends 6 Uhr. 14. Friedrichshagen: Lerches Bürgerfäle, Friedrichstr. 112, am Rundteil, abends 8 Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: fation". 2. Distuffion. 8. Wahl ber Delegierten zur Generalversammlung. Bericht von der am 31. August fattgefundenen General4. Verschiedenes. Für Ober- Schöneweide bei Schulte, Wilhelminenhofstraße. 1. Bortrag des Kollegen Rehbein: Gttvas aus der Arbeiters befvegung". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversamm lung. 4. Verschiedenes. versammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 121/20 Protokolle über die Verhandlungen des GewerkschaftsSonntag, den 20. September 1908, fongreffes in Hamburg sind zum Preise von 25 Pf. vormittags 9% lihe: Gruppe der Kunststein- Arbeiter im Rosenthaler Vereinshaus", Nosenthaler Straße 57. 1. Branchenangelegenheiten. 2. Wahl der Delegierten zur General bersammlung. Für Rummelsburg bei Tempel, Alt- Borhagen 56, nachmittags 4 Uhr. 1. Bortrag des Stollegen e tetow: Strife und Arbeiterorgant fation". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Berschiedenes. Nach der Versammlung in Rummelsburg: Gemütliches Betsammenfeln mit Tanz. pro Stück für die Mitglieder im Bureau und bei dem Kassierer zu haben. Futterale für Mitgliedsbücher, pro Stück 10 Pf., find ebenfalls im Bureau und bei dem Kassierer zu haben. Die Ortsverwaltung. Konsum- Genossenschaft von Königs- Wusterhausen und Umgegend ( eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht). Sonntag, den 20. September, nachmittags pünktlich 2½ Uhr: General- Versammlung Die Versammlung für Weißensee wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. im Lokale des Herrn Webhorn( Altes, Schüßenhaus"). Bweds Ausübung einer Kontrolle über die Teilnahme an den Bezirks bersammlungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Mitglieder ihre Bücher mitbringen sollen, um den Besuch der Bersammlung durch Stempel im Mitgliedsbuch eintragen zu können. Da in allen Versammlungen die Wahl der Delegierten gur nächsten Generalversammlung vor sich geht, erwarten wir bestimmt, daß die Sritglieder zahlreich und pünktlich erscheinen. 64/4 Die Bezirksleitungen. Montag, den 14. Sept., abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain( Lipps): und Vortrag des Herrn Defftl. Versammlung P. Schirrmeister über: Krankenhauskost und Volksernährung. Wichtig für Alle, denen das Krankenhaus eine Wohltat sein soll. Jeder Mann und jede Frau komme und schaffe fich Klarheit. Nachher: Diskussion. Eintritt frei. Gruppe Berlin E. V. 3. A.: W. Goethel, Schriftf., Thaerftr. 45 Tages Drobnung: 1. Geschäftsbericht des Borstandes für das Geschäftsjahr 1907-1908. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Revisionsbericht des Verbandsrevisors. 4. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 5. Verteilung des Reingewinns. 6. Neu- und Ergänzungswahlen des Aufsichtsrates und Borstandes. 7. Anträge der Verwaltung: a) Kapitalbeschaffung event. Beschlußfassung über Aufnahme von Darlehn bis zu 3000 Mart. b) Unsere Agitation bezt. Bezirkseinteilung. c) Auswärtiges Lieferantengeschäft betreffs Brot. 8. Sonstige Anträge. 127/4 Laut§ 13 des Statuts müssen Anträge der Mitglieder bis zum 11. September d. Js. in Händen des Vorstandes sein. Nach dem Turnus scheiden vom Aufsichtsrate aus: Otto Klein, StönigsBusterhaufen, Max Ott, Stönigs- Busterhausen, Karl Hinz, Wildau. Freiwillig scheiden vom Aufsichtsrate aus: Wilhelm Conrad, Königs: Busterhausen, Wilhelm Lehniger, Deutsch Wusterhausen, Franz Kaiser, Königs Wusterhausen. Bom Borstande scheidet aus: August Hermanowski, Rigdorf. Die Genossen find wieder wählbar. Mitgliedsbuch oder Legitimationskarte legitimiert. Der Vorstand. Wilhelm Pleikies. Otto Friedland. Max Ott. Waisenbrücke. Towarzystwo Socyalistów Polskich w Berlinie A Reederei Kahnt& Hertzer, weke Zebranie czlonków w poniedzialek dnia 14 wrzesnia w lokalu mit Sonntag, den 13. Sep- Dampfer- Extrafahrt ne tember 1908: clawniej Feuerstein, Alte Jakobstr. 75 w tunelu. Poczatek na Sporthaus Ziegenhals 1554b o godz. 8 wiecjorem. Goscio mile widziani und Pilzesuchen. Abfahrt 9 Uhr vormittags. Hin und zurüd 0,75, Stinder 0,40. 1535b 37652 und Versammlungen usw. Für die Wintersaison sind noch Sonnabende und Sonntage zu vergeben. Gegründet 1889. 4160L* Möbel Fabrik Robert Balau BERLIN, Brunnen- Straße 22. Komplette Wohnungs- Einrichtungen. Moderne Musterzimmer von den einfachsten bis zu den elegantesten stehen zur Ansicht vorn| Treppe und im 6 Etagen- Fabrikgebäude. Teilzahlung gestattet. Billige Preise. 5 Minuten vom Stettiner Bahnhof. Telephon Amt III, 5256. 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Geffentliche politische Versammlungen. 6. Wahlkreis. Sonntag, abends 7 Uhr, im Lokal Prachtsäle Nordwest" ( Inh. Brüning), Wiclefstr. 24: Oeffentliche Versammlung Männer und Frauen. Sozialdemokratischer Wahlverein des vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 15. September, abends 3½ Uhr: Fünf Versammlungen. 1. im„ Elysium", Landsberger Mee 40/41. Zages Ordnung: 1. Dentschlands Schutz und Wehr. 2. Distuffton. 4. in der Drachenburg", v. d. Schles. Tor. 5. bei Graumann, Naunynstraße 27. Tages- Drdnung: 1. Die Frau und der Sozialismus. Referent: Genosse Kubig. 2. bei Boeter, Weberstraße 17. 229/10 8. bei Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 2. Diskussion. Der Einberufer. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin II. Mitglieder aller Branchen! Mittwoch, den 16. September 1908, abends 81% thr, in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 18m: 71/4 itfin, Memeler Straße 67. Zages Ordnung in den von 2 bis 5 angeführten Bersammlungen: ,, Die wirtschaftliche Krisis." Referenten sind die Genossen: Julian Borchardt, Fendel, Hildebrandt, Kloth u. Kubig. 220/ 10* Der Vorstand. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Ordentl. General- Versammlung. Achtung! Putzer. Zages Drdnung: 1. Mitteilung. 2. Kaffenbericht. 3. Anträge und Geschäftliches. Kollegen und Kolleginnen! Wir erwarten, daß 3hr fleißig für guten Befuch der Versammlung agitiert und alle vollzählig erscheint. Butritt ist nur gegen Borzeigung des Verbandsbuches gestattet. Bir ersuchen daher die Betriebskaffierer, falls fie Mitgliedsbücher in Verwahrung haben, dieselben zwecks Befuches der General Versammlung an die betreffenden Kollegen rechtzeitig auszuhändigen. Wer mit seinen Beiträgen über 10 Wochen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. Die Verwaltung II. J. A.: Albert Utheß. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. 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Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 215. 25. Jahrgang. 7. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 13. September 1908. Vermischtes. 4040 Die Cholera in Rußland. Jeder Tag bringt Nachrichten über ein weiteres Umfichgreifen der asiatischen Cholera in den verschiedensten Gouvernements des großen russischen Reiches. Einen epidemischen Umfang hat die Seuche in den letzten Tagen in Petersburg ange= nommen. Nach den heute vorliegenden Nachrichten wurden gestern 58 Choleraerkrankte in die Krankenhäuser neu eingeliefert, von den 8 bereits verstorben sind. Die Gesamtzahl der zurzeit Erkrankten beträgt 107 Personen. In der Petersburger Presse werden die mangelhaften Vorkehrungen und die Desorganisation der städtischen Sani. tätsverwaltung, deren Chef auf Urlaub im Auslande weilt, während sein Stellvertreter erkrankt ist, gerügt. Diese Schlamperei wird bestätigt durch ein Gutachten des Direktors des Petersburger Instituts für Choleraimpfung, Professors Krajoutschin, der sich im„ Berl. Tagebl." wie folgt äußert: des Asowschen Meeres nach einem deutschen Hafen kommenden Schiffe und ihre Insassen sind bis auf weiteres vor der Zulassung zum freien Verkehr ärztlich zu untersuchen." Bu gleicher Zeit veröffentlichte die Nordd. Allgem. 8tg." eine offiziöse Note des Inhalts: Die Cholera drang zunächst im Gebiet der Wolga stromaufwärts vor und zog die Gouvernements Astrachan, Saratot, Samara, Simbirst, Kasan, Nizegorod, Kostroma und Twer, dann im Osten die Kirgisensteppe und die Gouvernements Ufa und Perm in Mitleidenschaft, griff dann nach Westen in das Stromgebiet des Don, das Gebiet der Donschen Kosaken und das Gouvernement Charkow über; dann trat sie nördlich und südlich des Kaukasus im Aubangebiet und in Transkaukasien auf. In den lezten Wochen ist sie nach Westen im Stromgebiet des Dnjepr bis Kiew vorgedrungen und auch in Moskau und in Petersburg aufgetreten, während sie gleichzeitig von Baku aus nach Transkaspien verschleppt worden und in Sibirien im Stromgebiet des Jenisset aufgetreten ist. Trotz der enormen räumlichen Verbreitung ist die Zahl der Erkrankungen in Rußland bis jetzt in mäßigen Grenzen geblieben. Seitens der deutschen und preußischen Behörden wurde die Cholera in Rußland mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. Am 5. September hat im Kultusministerium unter Beteiligung von Kommissaren der ressortmäßig beteiligten Reichsämter der preußischen Ministerien eine Beratung stattgefunden, in der Uebereinstimmung darüber bestand, daß alle erforder= lichen Vorkehrungen getroffen sind, um einem eventuellen Einbruch der Cholera in die östlichen Provinzen mit Nachdruck entgegentreten zu können." Wieder ein neuer Flugrekord. orte Modrzejow. Auf der Brücke lief das Rad auf einen im Wege liegenden Ragel und der Pneumatic plagte. Aus ihm aber ergoß fich ein Strahl heller Flüssigkeit, die von den Grenzbeamten fofort als 90 prozentiger Spiritus festgestellt wurde. Acht Liter davon hatte der Schmuggler in seinem Radreifen hinüber paschen wollen. Wie viele Tausende von Litern mögen auf diesem Wege schon ihren Eingang in Väterchens Meich gefunden haben? Unangenehmer Mahner. Während der geftrigen Vorstellung im Ambique- Theater zu Paris wurde der Direttor dieses Schauspielhauses in der Kanzlei von einem hartnädigen Gläubiger angeschossen und schwer verlegt ins Krankenhaus gebracht. Unwetter in Tirol. Seit 36 Stunden ununterbrochen anhaltende Regengüffe richteten in Nordtirol sehr großen Schaden an. Auf der Südbahn erfolgte zwischen Patsch und Matrei ein bedeutender Erdrutsch, durch den der Zugverkehr gestört wurde. Die Flüsse sind hoch angeschwollen und teilweise über die Ufer ge= treten. In Tulfes und besonders im Zillertal konnte nur mit Aufgebot aller Kräfte eine Katastrophe verhindert werden. Die neu errichteten Dammbauten find zum Teil schwer beschädigt. Im Kampf mit Gefangenen. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, versuchten in Sivos gestern 300 gemeine Verbrecher aus dem Gefängnis auszubrechen. Bei dem hierbei entstandenen Kampfe wurden 11 Verbrecher von dem einschreitenden Militär erschossen. Briefkaften der Redaktion. Sof, dritter Eingang, wochentäglich abends von 7 bis 9½ Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter vier Treppen, De Fahrstuhl W. Sch., Athen. Besten Dank. Aber verwendbar ist Ihr Gedicht „ Die Epidemie hat die Stadt vollständig übera rascht, obgleich die volle Möglichkeit vorlag, der Cholera gut gerüstet zu begegnen. Die gegenwärtige Epidemie ist die achte ihrer Zahl nach, so daß wir hinlänglich Erfah= rungen besigen, um die richtigen Maßregeln zu treffen. Trotzdem ist nichts geschehen, um sich gegen die Gefahr zu schüßen. Als im Frühjahr die ersten Nachrichten über die Choleraerkrankungen in Rußland auftauchten, hätte die Stadt sich rüsten müssen. Alles, was jest geschieht, Mögen die Vorkehrungen auch wirklich derart umfassende sein, trägt rein aufälligen Charakter und besitzt keine daß eine Verschleppung nach Deutschland gehindert wird. Eines ernste Bedeutung. Ganz ohne Zweifel ist die Cholera in Peters- der besten Schutzmittel sind gesunde Wohnungen und umburg nicht in letter Zeit, sondern weit früher einge- fassende sanitäre und hygienische Maßnahmen im schleppt, da sie nie als plögliche Epidemie auftritt, sondern Interesse der breiten Schichten der Bevölkerung, freilich Dinge, vorauszugehen pflegen. Der verflossene Sommer war an diesen gegen deren Durchführung die besitzenden Klassen bisher bei jeder Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Erkrankungen besonders reich. Wenn man diesen Erkrankungen passenden und unpassenden Gelegenheit Sturm gelaufen find. Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte, wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage so wäre es ohne Zweifel gelungen, das Vibrion der asiatischen Cholera schon in jenem Vorstadium festzustellen, das dann noch Orville Wright, der erfolgreiche amerikanische Aviatiker, über vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. nicht gefährlich ist. Erst beim Uebergang eines Vibrions von deffen legten Dauerflug wir gestern ausführlicher berichteten, hat leider nicht. Es würde lediglich Del ins Feuer gießen. R. St. 47. einem Kranken zum andern tritt jene Form der asiatischen heute bereits wieder einen neuen Flugversuch unternommen. Wie Sie müssen weiter zahlen. R. 5. 171. Nein, es sei denn, daß die Cholera ein, die so viele Opfer fordert. Da die Cholera nach ein Telegramm aus Fort Myers( V. St. v. A.) meldet, ist es ihm Wirtin schuld ist. K. F. 45. Es kommt darauf an, welcher Art dic Petersburg schon vor längerer Zeit verschleppt ist, hat sie Beit dabei geglückt, seinen gestern aufgestellten Flugrekord wieder um Schuld ist. Warnung ist zwecklos. B. W. 50. Sie sind verpflichtet, gehabt, sich unter der einfachen, armen Bevölkerung stark zu mehrere Minuten zu verbessern. right stieg am nachmittag auf 1500 m. jährlich beträgt. 2. Nein. C. S. 16. 1. Soweit er mehr als Einquartierung aufzunehmen. Köthenerstr. 333. Falls Sie nicht verbreiten und in Massenerkrankungen überzugehen. Unter Chr. N., Koppenstr. solchen Umständen kann von einer Lokalisierung der Choleraherde und durchkreuzte 70 Minuten 26 Sekunden die Lüfte. Die Durchzahlen, kann Freiheitsstrafe vollstrect werden. Nein. P. P. 17 und H. D. 100. Nichts zu machen. G. K. 21. natürlich nicht mehr die Rede sein. Zu diesem Zweck müssen schnittsgeschwindigkeit betrug etwa 36 Meilen in der Stunde. Ihr Mann muß zahlen, wenn er der Vater des Kindes ist. Er kann das andere Mittel angewandt werden, als sie die Kind nicht zu sich nehmen. Selten. Nein. R. S. 73. 1. Frage Stadt ergreift. Vor allem leisten die antisanitären unverständlich. 2. Nein. O. P. 11. Polizeiliche Erlaubnis nicht er= Zustände in den Arbeiterwohnungen dem Fort- Die Verhaftung des katholischen Pfarrers Neumann von der forderlich. R. T. 23. 1. Das hängt von der Höhe der geforderten schreiten der Epidemie den größten Vorschub. Aber auch die St. Andreaskirche in Zabrze- Nord wegen dringenden Verdachtes von Alimente ab. 2. Das hängt davon ab, ob Sie verheiratet sind und Kinder haben. 3. Nein. E. B. 11. 1. Gütertrennung fann auch noch nachher allgemeinen sanitären Zustände in Peters- Gittlichkeitsverbrechen, begangen an seinen Kommunion durch Ghevertrag( vor Gericht oder Notar) vereinbart werden. 2. Ja. burg fpotten im allgemeinen jeder Be- tindern, erfolgte, wie gemeldet wird, furz vor dem fünf- 3. Unverständlich. D. S. 1. Wenn Kinder vorhanden sind: nein. 2. Ja. schreibung, da sich in jedem Hinterhause durch das enge W. D. Wenn Sie glauben, den Ehebruch nachweisen zu können, fönnen Zusammenwohnen vieler armen Leute Ansteckungsherde befinden, undzwanzigjährigen Amtsjubiläum Neumanns, das Sie auf Scheidung Klagen. 2. S. 35. Stellen Sie den Antrag beim die sich nicht so ohne weiteres ausrotten lassen. Alle Maßregeln, am 5. und 6. Oktober d. J. durch einen großen Fadelzug, Kriegsministerium.— D., Boddinitr. Das Wahlrecht fann entzogen werden. die die Stadt bisher getroffen hat, sind mehr zum Schub Festessen und Kommers gefeiert werden sollte. Für die K. W. 62. Sofort nach Erhalt Ihrer Steuerberanlagung müssen Sie der besitzenden Klassen eingerichtet, während hierbei zu haltenden Ansprachen waren bereits die Redner normiert. auf dem vorgeschriebenen Wege reklamieren. Es wird dann der von Ihnen die armen Klassen der Epidemie völlig frei Seit Mittwoch mittag wurde das Pfarrhaus unter polizeilicher Be- zu viel gezahlte Betrag nachträglich verrechnet. 2. Seßen Sie sich mit dem Arzt persönlich in Verbindung, versuchen Sie gegeben sind." wachung gehalten, und als Pfarrer Neumann am Donnerstag früh Ermäßigung oder Teilzahlung zu erlangen. Schule 59. Sprechen Eine scharfe Anklage gegen das berlotterte reaktionäre Stadt- verreisen wollte, wurde er hieran durch Polizeibeamte gehindert. Sie mit dem Direktor der Handwerkerschule, die Sie zurzeit besuchen. Bon regiment, das sich damit würdig in den Gesamtrahmen der Am Abend erschien Polizeiinspektor Dr. Weitz in seiner Wohnung dort werden Sie sicherlich richtig beraten. 9. 5. Sie sagen uns nicht, welcher Staatsangehörigkeit. Wir würden nicht abmelden. Steuer. zaristischen Herrschaft einpaßt. und fündigte ihm seine Verhaftung an; ruhig und gelassen ließ sich Entscheidungen und Urteile des Oberverwaltungsgerichts. In den größeren der Pfarrer in einen geschlossenen Wagen führen, der ihn nach dem Bibliotheken einzusehen. R. K. Nr. 125. Sie sind im Recht. Leider Amtsgerichtsgefängnis brachte. Vorher verabschiedete er sich von wird auf das Alter keine Rüdsicht genommen. Hebamme. Die Ans seinen Kaplänen, die sich der Tränen nicht ent- meldungen find an die königl. Charité zu richten. Das Alter darf nicht höher als 30 Jahre sein, doch ist bei den vielen Vormerkungen, die vor halten fonnten. Vor der Pfarrei hatten gruppenweise handen sind, auf Erfüllung des Wunsches bei einem höheren Alter als Frauen Anfstellung genommen, die bei der Abführung ihres 27 Jahre kaum zu rechnen. F. 2. 89. Ihre Annahme ist zutreffend.. Seelenhirten in Tränen ausbrachen. Neumann ist mehr ein; es wäre aber nicht fonfequent, wenn aus der Stirche ausgetretene Noter König, Lortzingstr. 4. 1. Leider ja. 2. Das würde möglich facher Millionär und wurde bei der Einweihung der Eltern ihre Kinder lassen würden. Liebsch Der dekorierte Sittlichkeitsverbrecher. Bei dem lebhaften Personen- und Warenverkehr Deutschlands mit Rußland liegt die Gefahr einer Verschleppung der Seuche nach Deutschland sehr nahe. Um dieser Gefahr nach Möglichkeit zu begegnen, veröffentlichte der Reichskanzler gestern folgende Betanntmachung: „ Nachdem nach amtlichen Nachrichten die Cholera in dem russischen Küstengebiet des Schwarzen und des Asowschen Meeres nunmehr in Petersburg ist, ich gesundheitliche Behandlung der Seeschiffe in den deutschen vierter Klasse ausgezeichnet. Häfen auf Grund des§ 25 des Gesetzes betreffend die Befämpfung gemeingefährlicher Krankheiten, vom 30. Juni 1900: unter pinweis auf die Vorschriften des Bundesrate über die St. Annakirche in Babrze mit dem Roten Adlerorden Bon einem originellen Schmugglertrid, A. B. 100. 1. Nein. liegt eine Sandy taufen rollen tohet i Bibich 22. 1. Dem Stüd Verfasser ist Karl Böttcher. In Buchform nicht zu haben. 2. Ihnen darüber Auskunft zu geben, geht über die Kompetenz unserer Redaktion. Wenden Sie fich an einen Spezialarzt für Hautkrankheiten. M. S. 22. Wollen Sie sich mit Ihren auf den Unfall bezüglichen Die aus den Häfen von Petersburg und Kronstadt der allerdings verunglückte, erzählt man sich in Myslowig. Von dort Bescheiden an das Sekretariat der Berliner Gewerkschaftskommission, Engelsowie die aus den russischen Häfen des Schwarzen und fuhr ein Radfahrer über die Grenzbrücke nach dem russischen Nachbar- ufer 15 wenden. 田 Kaufhaus für Gelegenheitskäufe Pfingst& Co. 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