Nr. 217. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. mumuner mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( jett. gedruckte) Wort 20 Big.. jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die hungersnot in Rußland. " Mittwoch, den 16. September 1908. haben wir bei Mißernten den Hungernden meist, wenn auch recht knapp, das Leben gefristet; von nun an wollen wir aber diese Fütterungen gänzlich einstellen, denn damit steigern wir die Leistungsfähigkeit der Bauern ganz beträchtlich( und verhelfen den Gutsbesitzern zu billiger Arbeitskraft!)" " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Türnberger Tagung. Zweiter Tag. 〃 Achtzehn Gouvernements des europäischen Rußlands sind wiederum Nürnberg, 15. September. von Mißernte befallen. Die wirtschaftlich erschöpfte Bevölkerung ist Um auch dem Ministerium Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, ( Privatdepesche des Vorwärts".) von einer neuen Hungersnot bedroht. Düstere, unheilverkündende soll bemerkt werden, daß es mit der Möglichkeit rechnet, den Bauern Der Parteitag führte heute früh die Debatte über den Vor. Nachrichten laufen aus den verschiedensten Gegenden des Landes ein. nötigenfalls unter die Arme greifen zu müssen, was denn auch wahr- stands bericht zu Ende. Eine längere Auseinandersetzung " Im Gouvernement Saratow", berichten die Zeitungen, sieht es scheinlich geschehen wird. Zu diesem Zweck verfügt es über 6 min. entspann sich über die vom Parteivorstande vorgelegte Resolution, schlimm aus: die Bauern sind völlig entfräftet und ganz apathisch Rubel. Indes sind 6 Millionen Rubel eine viel zu geringe Summe, die die Grundsätze der Eingliederung der Frauen in die geworden. Kinder sterben massenweise; das Vieh ist ge- um der folossalen Not abzuhelfen, zweitens darf nicht vergessen Parteiorganisation enthält. Bon verschiedenen Rednern, fallen." Im Gouvernement Tambow will der Hungerzustand kein werden, daß in solchen Fällen der Löwenanteil regelmäßig an den namentlich Genossen b. Elm, wird das Festhalten an gewissen Ende nehmen.... Die Semstwo hat für die Saat untaugliches Händen der Gurko, Lidwal und Konsorten fleben bleibt, die in Ruß- Sondervorrechten der Frauen bemängelt, wogegen namentlich die Korn gespendet, das nicht gedeiht". Jm Gouvernement Smolensk land wie die Wanzen aus allen Löchern und Genossin Zie den Vorschlag des Parteivorstandes warm verteidigt. Rizen ,, bleibt nichts übrig, als der Hungertod Der Land hervorlugen. Auch das erwähnte Rundschreiben des Ministers Die Resolution wird schließlich, nachdem Müller vom Parteivor bevölkerung des Gouvernements Tschernigow„ droht ein noch an die Gouverneure, in dem allseitige Sparsamkeit stande in seinem Schlußworte hervorgehoben, daß es sich nur um schwereres Jahr als das heurige" Aus dem Bezirk bei der Veranschlagung der Vorschüsse" anempfohlen wird, eine vorläufige Regelung handle, angenommen. Kamyschin des Gouvernements Saratow wird berichtet: wird den gewünschten Eindruck nicht berfehlen. Die Die Genossen Ebert und Gerisch konnten sich, da „ Die Lage der Landbevölkerung ist eine berzweifelte: administrative Praris, oder besser gesagt, administrative Willfür in gegen ihre Darlegungen feinerlei Einwendungen erhoben werden, bereits das dritte Jahr folgt eine Mißernte der anderen, in einigen Rußland hat einen Zustand geschaffen, bei dem die Bedürfnisse, der im Schlußwort kurz fassen. Dagegen sah sich Genosse Schulz Kreisen ist es sogar schon die vierte. Sämtliche Vorräte sind bis wille, ja selbst die Existenzmöglichkeit der Bevölkerung nichts, veranlaßt, sich in programmatisch zugespigten Ausführungen gegen auf den letzten Rest aufgezehrt. Die Volksküchen( für Darbende) ministerielle Vorschriften dagegen alles bedeuten; bei solchen Ver- Eisner zu wenden. Eisners Behauptung, die von ihm verteidigte find noch nicht geschlossen( seit dem vorigen Jahre) und die Bevölke- hältnissen wird das faktische Ergebnis der ministeriellen Vorschrift Methode Maurenbrechers decke sich mit der Empfehlung der Genossin rung bittet flehentlich um Verlängerung ihrer Eristenz bis zum ein völliges Ignorieren der Hungersnot sein. Daß nach dem Bor- Luxemburg, an der Parteischule noch mehr Geschichte, namentlich nächsten Jahre... Aehnliche Nachrichten treffen aus einer ganzen bild früherer Jahre auch jetzt die fortschrittlichen Elemente der Ge- Parteigeschichte zu treiben, sei unrichtig. Maurenbrecher habe ein Reihe anderer Gouvernements ein und geben von dem Elend in den sellschaft in ihrem Streben, der schreiendsten Not abzuhelfen, von den unmethodisches Geschichtsallerlei verlangt, zum Beispiel BioHungerrayons ein furchtbares Bild. In den Blättern stößt man Behörden gehemmt werden und daß jede private Initiative( Bolts- graphisches über Napoleon, Friedrich II., Bismarck. Die Parteischule bereits hier und da auf die Namen von Bauern, die buchstäblich füchen, Sammlungen) blindwütigste polizeiliche Verfolgung zu er- erziehe die Schüler nicht zur Anmaßung, sondern durch Respekt Hungers gestorben sind.... Bisher von niemand widerlegte Mit- warten hat, ist ebenso sicher. vor der Wissenschaft zur Bescheidenheit. Durch die Eigens als Parteischüler teilungen fonstatieren, daß die entsetzliche Not im Wolgagebiet einen Die Stellung der Gemeindebehörden und sonstigen Organe der schaft fein Genosse verscherze freilich neuen Erwerbszweig ins Leben gerufen hat den Antauf von Selbstverwaltung läßt auch nicht viel für die Bauern erhoffen. Die das Recht, seiner Meinung mit Entschiedenheit Ausdruck zu geben. jungen Mädchen durch Händler, von denen die„ Ware" dann städtischen Magistrate, deren erdrückende Majorität aus Vertretern Eisner empfehle bürgerliche Allerweltsbildung, für die proletarische für den Bedarf der mittelasiatischen, persischen und türkischen Harems der wohlhabenden Bürgerschaft besteht, haben sich um die Not der Klassenerziehung gelte aber die Devise:" Nicht durch Bildungsweitertransportiert wird. Eine genauere Feststellung der wirklichen Landbevölkerung nie bekümmert. Aber auch von den meisten Semstwo fimpelei zur Freiheit, sondern durch proletarischen Befreiungskampf Ausdehnung der Boltsnot ist wegen Mangels an ausreichendem institutionen, in denen jetzt der reaktionärste Teil des Landadels, die zur Volksbildung."( Lebhafter Beifall.) Eichhorn erstattete hierauf den Bericht der Reichs. fattischem Material noch nicht möglich, doch lassen die vorhandenen Krautjunker die leitende Rolle spielen, kann die Bauernschaft keinen Nachrichten keinen Zweifel daran, daß die Anzahl der Notleidenden Beistand erwarten. Ernstlich bestrebt, gegen die Hungersnot anzu- tagsfrattion. Man habe vielfach die Dauerhaftigkeit der und von Mißernte Bedrohten nach Millionen zählt. fämpfen, ist nur noch die Zentrale Semstwo- Organisation", ein Blodpolitit unterschäßt. Der Liberalismus hat aber einen solchen Ihrer alten Gewohnheit treu, beeilt sich die Regierung Verband der liberalen Semstwo- Elemente. Doch dieser Verband ist Grad der Korruption und liberaler Entsagungsfähigkeit bewiesen, durchaus nicht, die erforderlichen Abwehrmaßregeln in Angriff zu auf gemeinsame Tätigkeit mit dem„ Noten Streuz" angewiesen und daß er auch die reaktionärste Finanzreform schlucken wird. Der nehmen; im Gegenteil hat es den Anschein, als gingen ihre Maß dadurch zu fast gänzlicher Unfruchtbarkeit verurteilt, denn das Note Freifinn hält eben um jeden Preis am Blod fest wegen regeln darauf hinaus, das Uebel noch zu verschlimmern. Auch in Kreuz" ist in Rußland eine durch und durch bureaukratische Institution. des Scheinrechts, als Regierungspartei, als mitbestimmender diesem Jahre, wie in den früheren, ist sie hauptsächlich bestrebt, an seiner Spige stehen hochgestellte Beamten und Hofchargen, deren Faktor Zugeständnisse für den Liberalismus durchsetzen tönnen. Wir alle dabei das Wort„ Hunger" dem Sprachgebrauch zu entziehen. wissen, wie alle Der Philantropie" darin besteht, daß sie die für den Kampf mit der u sehr Gesellschaft soll eine optimistische Auffassung von der Sach- Wolfsnot zufließenden Geldmittel für ihre eigenen Bedürfnisse er Die Blockpolitik sollte allen diplomatisierenden Politikern und liberalen Grundsäge unter die Räder gekommen find. Tage und die Ueberzeugung beigebracht werden, eine Mißernte propriieren. fei überhaupt gar nicht vorhanden; es sehe bei weitem nicht so Die Wurzeln der diesjährigen wie auch aller vorhergegangenen Barlamentariern als abschreckendes Beispiel dienen. Weiter weist schlimm aus auf dem Lande, wie es scheine; die Hungersnot fei Hungersnöte in Rußland stecken tief in dem Boden der allgemeinen der Redner die von Eisner in einer Nürnberger Bersammlung gebloß ein tückisches Hirngespinst der Revolutionäre; unter solchen sozialen und politischen Mißstände des Landes. Mißernten und die übte Kritik an der Fraktionstätigkeit als völlig verfehlt zurück. Umständen meint die Regierung Nach kurzer Debatte konnte auch dieser Punkt der Tagesordnung fönne von einer staatlichen jedesmal durch sie erzeugten unausbleiblichen Hungersnöte, wie sie Unterstützung einer hungernden Bauernschaft gar keine Rede sein. feiner der modernen Kulturstaaten kennt, find in Rußland eine ganz erledigt werden. Am Nachmittag folgt als vorweggenommener Punkt Den Bauernämtern ist einzuschärfen", heißt es in einem Rund gewöhnliche Erscheinung geworden. Im Laufe der vierzig, feit der die Maifeier. Die Budgetdebatte beginnt erst Mittwoch früh. schreiben des Ministers des Innern an die Gouverneure, daß bei Aufhebung der Leibeigenschaft verstrichenen Jahre 1861-1900 haben Beranschlagung der erforderlichen Hilfsmittel, welches auch die mur 10 Gouvernements mehr übernormale" als" unternormale" Die Maifeier. Quellen sein mögen, aus denen diese Mittel fließen, allseitige größte Erntejahre aufzuweisen, in 33 Gouvernements überwiegen die MißNürnberg, 15. September, 7.15 nachm. Sparsamkeit geboten sei; nur in solchen Fällen dürfen solche ernten und in den übrigen 4 Gouvernements halten die Ernten und ( Privatdepesche des Vorwärts".) Zuschüsse genehmigt werden, in denen die eigenen Mittel der Be- Mißernten einander die Wage. Gewiß sind ja auch in manchen Die vier Stunden der heutigen Nachmittagsfizung völkerung absolut nicht ausreichen." Anläßlich dieser Vorschrift westeuropäischen Ländern die Schwankungen recht erheblich. Doch füllte die Maifeierdebatte völlig aus. Ein leidenschaftlicher Kampf äußert sich das ministerielle Organ" Rossia" wie folgt:" Diese in bort kommt es nur äußerst selten zu Mißernten von größerer Aus- war über die Vereinbarung entbrannt, die der Parteivorstand mit einem festen und entschlossenen Tone gehaltene Vorschrift ist von der dehnung und die Ursachen liegen dann lediglich in ungünstigen der Generalfommission getroffen hatte, und die nunmehr durch Bevölkerung so aufzufassen, daß die Regierung von den Volksmitteln meteorologischen Verhältnissen; die russischen Mißernten find Parteitagsbeschluß zu sanktionieren war. Die Verhandlungen des zur Unterstützung der von Mißernte betroffenen Bauern nur äußerst im Gegenteil eine ständige Erscheinung und finden in der Parteitages waren ein lautes Echo jener Auseinandersetzungen, die vorsichtig und sparsam Gebrauch machen will"... Dem in die Ver- sozialen und politischen Struktur der Gesellschaft ihre wesentlichste, die Vereinbarung bereits in der Presse, in Versammlungen und hältnisse des russischen Staatshaushalts Eingeweihten wird diese wenn nicht ausschließliche Erklärung. Mit den mannigfaltigsten Ab- auf Provinzialparteitagen erregt hatte. Den Stein des Anstoßes Tirade, wie auch der zitierte Erlaß des Ministeriums höchstens ein gaben aufs äußerste überbürdet, ist der russische Bauer jeder Möglich bildete die Unterstützungsfrage der Ausgesperrten. Man bekämpfte Lächeln bitterer Fronie abgewinnen. Wenn die Regierung mehrere feit beraubt, das zur Steigerung des Ackerbaues erforderliche diese Abmachung von zwei Gesichtspunkten aus. Einmal aus der hundert Millionen auf abenteuerliche Unternehmungen verschleudert, Kapital anzusammeln; er führt seine Wirtschaft mit veralteten Auffassung heraus, daß das Abhängigmachen der Maifeier von der dann denkt sie an alles mögliche, nur nicht an" allseitige Vorsicht Werkzeugen und ist genötigt, seinen Ader schonungslos auszubeuten, Unterstützungsfrage die Energie der Arbeiter lähmen müsse. Diesen und Sparsamkeit"! Der Fiskus verausgabt alljährlich viele so daß sich der Boden immer mehr erschöpft. Das Resultat ist Standpunkt vertraten heute besonders scharf der Genosse SimonMillionen für den Unterhalt eines ganzen Heeres abliger Schmaroger. äußerster, fast unrettbarer Verfall der Bauernwirtschaft. Aus Nürnberg und Genossin 2uremburg. Zweitens deswegen, weil Der Bau vieler Bahnlinien, die kommerziell mit ständigem Defizit statistischen Daten über das Budget der Bauernbevölkerung ist er- man die Art der Unterstübung im Rahmen der lokalen Organisation arbeiten und strategisch ganz wertlos sind, hat Unsummen versichtlich, daß ihr alljährliches Defizit in Summa etwa 800 Millionen für unpraktisch und unmöglich erklärte, ein Standpunkt, den schlungen. Das einzige positive Resultat dieser grandiosen Bauten Rubel erreicht; somit ist der russische Bauer zu einem Zustand namentlich Stubbe- Hamburg vertrat. Andere Redner bezeich war die Bereicherung eines Häufleins großindustrieller Hyänen. Noch chronischer Unterernährung verurteilt, der jedesmal in Hungersnot neten die Bereinbarung geradezu als einen Versuch, die Maifeier fürzlich hat das Ministerium Stolypin die folgfame dritte Reichs- übergeht, sobald die Ernte unter das mittlere Niveau herabfintt. abzuwürgen. Die Befürworter der Vereinbarung, Referent duma 300 Millionen für den Bau einer Bahn durch das wüste Um die russische Bauernschaft vor Unterernährung und Hunger Fischer und Robert Schmidt, verteidigten die Kontrahenten Amurgebiet bewilligen lassen. Selbst zur Unterstützung der persischen zu schützen, muß eine radikale Umwälzung stattfinden. Die erste Barteivorstand und Generalfommission mit größter Lebhaftigkeit Konterrevolution sparte es die russischen Boltsmittel nicht, für der Aufgabe wäre eine Erweiterung des bäuerischen Landbefizes; da- gegen den Verdacht, als bestehe irgendwelche Absicht, der Maifeier artige unproduktive und die Reaktion fördernde Ausgaben muß der mit müßte eine Reform des Finanzsystems im Sinne einer Ent- eine Schlinge um den Hals zu legen. Genosse Fischer erklärte Staatsichas herhalten, in solchen Fällen ist von" Borsicht und Spar- lastung der Bauernschaft vom größten Teile der bisherigen un- die Regelung der Unterstützungsfrage für dringend notwendig. famkeit" niemals die Rede; sparsam wird die Regierung nur dann, glaublich geschraubten Steuern und Abgaben Hand in Hand gehen. Man könne nicht gerade die tüchtigsten, opferwilligsten Genossen, wenn es sich um Dinge wie Volksbildung handelt oder, wenn es Die Scheidewände zwischen den Ständen find fortzuräumen und die sich der Gefahr der Maßregelung ausseßten, wehrlos dem Untergilt, die hungernde Bauernschaft vor Elend und definitivem Ruin faltische Gleichberechtigung aller Staatsbürger einzuführen. Ent- nehmertum preisgeben. Durch solche Preisgabe gerade der Besten zu bewahren. Ein solches geradezu verbrecherisches Verhalten wird eignung des Großgrundbesitzes und die Einführung einer wahrhaft werde der Idealismus nicht gestärkt. Die Parteikasse könne die dann mit allen möglichen Beweisgründen beschönigt; selbst tonstitutionellen Staatsordnung- das sind, kurz gefaßt, die ein- erforderliche Summen nicht aufbringen und auch den Gewerkschaften aus den Quellen der politisch- ökonomischen Wissenschaft zigen Heilmittel. Das Ministerium Stolypin hat den diametral ent- fönne nicht eine einseitige und von der Partei einseitig beschlossene schöpfen die Machthaber ihre Argumente. So erklärte z. B. gegengesetzten Weg eingeschlagen: in beiden Richtungen fämpft es Unterstüßung zugemutet werden. Nach Eripägung und Durchs lezzthin der Handelsminister Schipow in einer Sitzung des Moskau- aus allen Kräften gegen den Strom der Geschichte, erschwert das beratung aller erdenklichen Möglichkeiten sei man zu dem vorschen Börsenkomitees:" Die Gorge um den kommenden Tag ist durch die ohnehin in abnorme Bahnen geleitete Entwidelung des liegenden Vorschlag der örtlichen Aufbringung der Mittel gelangt. namentlich für die untersten Boltsschichten ein notwendiger Anstoß Landes und öffnet einer gänzlichen Berarmung der zahlreichen acker- Robert Schmidt beteuerte gleichfalls, daß die Vereinbarung zu jeder produktiven Tätigkeit; deshalb bin ich der Meinung, eine bautreibenden Bevölkerung Tür und Tor. feineswegs von der geheimen Hinterabsicht einer Beseitigung der " " Durchsicht des in der Versorgung der darbenden Bevölkerung mit Ist es da noch ein Wunder, daß in dem elenden unglücklichen Arbeitsruhe am 1. Mai diktiert gewesen sei. So schön die BeLebensmitteln bisher eingehaltenen Systems sei, gerade von diesem Lande die Cholera reißende Fortschritte macht und die unzuläng- geisterung sei und so richtig der Sah, daß mit der Anzahl der Standpunkte aus betrachtet, als eine der dringendsten Aufgaben der lichen Maßnahmen der verrotteten Bureaukratie ihrem Siegeslauf Feiernden die Gefahr der Maßregelungen abnehme, so notwendig Gegenwart zu betrachten." Wenn man von den geistreichen theoretisch- tein Sindernis mehr bereiten können? volkswirtschaftlichen Ausführungen des Herrn Schipow absieht, ist feiner Rede furzer Sinu etwa folgendermaßen zu deuten: Bisher sei es, mit den einmal gegebenen Verhältnissen zu rechnen und sowohl für die Aufbringung von Mitteln, für die Opfer der Arbeitss ruhe zu sorgen, als auch durch diese praktische Aufgabe das Vers antwortlichkeitgefühl zu stärken. Gine andere Form der Aufbringung der Mittel zu finden, sei den beiden Körperschaften bei thren eingehenden Beratungen unmöglich gewesen. Die kolonialsüchtige„ Tante Voß" bemerkt dazu mit gebelgischer Infanterist sich seiner fameradschaftlich später 1890 hatte er 71 Genossenschaften mit 26 558 Mitgliedern, annehmen wollte, wurde ihm seine Freundlich- 2 683 444,11 m. Anteilen, 12 523 183,30 M. Depositen und teit durch einen Faustschlag gelohnt. Ein anderer 16 980 741,61 m. jährlichem Umsatz. Wieder zehn Jahre später, im deutscher Soldat verfehlte in der Trunkenheit den Zugang zu Jahre 1900, betrug die Zahl der Genossenschaften 126 mit 53 505 Mitfeinem Schiff, fiel in die Schelde und mußte von Hafenpolizisten gliedern, 7354 505,68 M. Anteilen, 37 787 516,34 M. Depositen und herausgefischt werden. Wie ich höre, sollen in der Nacht auch drei 53 559 698,15 M. jährlichem Umfag. 1906 verfügte der Verband militärische Strafgefangene vom Schiffe ausgebrochen und über 192 Genossenschaften mit 88 279 Mitgliedern, 15 350 237,50 M. desertiert sein. Anteilen, 107 062 052,34 M. Depositen und 143 541 423,25 m. jährlichem Umsatz. Der Geschäftsbericht für 1907 weist 225 Genossenschaften mit 98 230 Mitgliedern, 17 263 220,74 M. Anteilen, Es ist nicht angenehm, so häßliche Dinge über die Schutz- 123 004 212,32 M. Depositen und 164 441 195,76 M. jährlichem truppe sagen zu müssen, die in einem schweren Kriege unter Umsatz auf. schweren Entbehrungen und Anstrengungen Großes geleistet hat. Also trotz der ungünstigen Geschäftslage eine Hebung des UmGegen fie richtet sich die Veröffentlichung auch nicht, sondern diese fates im letzten Jahre um 21 Millionen Mart. Und dieses Ergebnis soll nur bewirken, daß fünftig Aufzüge, wie sie vorstehend von zu einer Beit, in der die königliche Ansiedelungskommission sich halb einwandfreier Seite geschildert werden, vermieden werden. Das bankrott gewirtschaftet hat und die von hakatistischen Gelüsten freie Ansehen der Schutztruppen und der ganzen deutschen Armee im Presse den Bankrott der oftmärkischen Industriepolitik konstatiert. Auslande wird durch solche Vorgänge herabgesetzt. Freilich auch die Polen könnten nie mit diesen imponierenden Zahlen Das Resultat der Auseinandersehungen war bei der Abstimmung die Annahme des ersten, zweiten, britten und fünften Absages der Vereinbarungen. Absatz drei spricht sich für die Unterstützung der Opfer der Maifeier aus. Aber der Abfab bier, der den lokalen Organisationen die Aufbringung der Mittel überweisen wollte, fand nicht die 3u- ziemender altjüngferlicher Verschämtheit: stimmung der Mehrheit des Parteitages. Vielmehr wurde durch Annahme eines Antrages Adler und Genossen dem Vorstande aufgegeben, durch nochmalige Verhandlungen mit der Generalfommission den Versuch anderweitigen Regelung der Unterstützungsfrage zu machen. Weiter wurde eine Reihe von Resolutionen angenommen, die lebhaft eine Propagierung der Arbeitsruhe fordern und die Bremsversuche in Partei- und Gewerkschaftskreisen verurteilen. einer So hat der Parteitag abermals befundet, daß das sozialistische Proletariat die Arbeitsruhe nicht preisgeben will, sondern ernstlicher als bisher fie durchzuführen gewillt ist. Manch treffendes Wort über die kleinliche Art, an eine große soziale und politische Aktion mit dem Rechenstift in der Hand heranzutreten, fand lebhaften Anklang. Gleichwohl bewies der Parteitag realpolitische Einsicht genug, um eine möglichste Lösung der Unterstübungsfrage anzustreben. Denn es fommt zweifellos sehr viel darauf an, daß gemeinsam von Partei und Gewerkschaft Mittel gefunden werden, um nötigenfalls ernsthafteren Maßregelungsversuchen mit der Energie, die ein stattlicher Kriegsfonds gibt, entgegentreten zu fönnen. Es liegt schließlich in der Macht des Proletariats selbst, durch seine Kampf- und Opferbereitschaft der allgemeinen Arbeitsruhe den Weg zu bahnen, und dadurch die gegnerischen Stimmen in manchen Streifen der Partei selbst und den schadenfrohen Jubel feiner einde gründlich zum Schweigen zu bringen Politische Ueberlicht. Berlin, den 15. September 1908. Nationalliberale Arbeiterbildung. Es sollen also fünftig die Verteidiger der deutschen Ehre" aufwarten, wenn nicht die preußische Regierung ungewollt die Arbeit in Afrika nicht mehr losgelassen, sondern hinter Schloß und der polnischen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften besorgte Riegel gehalten werden, damit niemand merkt, wie erzieherisch und ferner das mächtig geschürte nationalpolnische Feuer das ſeine auf ihr Gemüt die militärische Dressur gewirkt hat. Eine dazu täte. schöne Zensur des sittlichen Wertes dieser Dressur! Ueber die Reform der Arbeiterversicherung und den Stand der gesetzgeberischen Arbeiten auf dem Gebiete des sozialen Versicherungswesens erfährt die Hartungsche Zeitung" zuverlässig, daß die Arbeiten für die Vorbereitung der Reform der drei Arbeiterversicherungsgesehe so weit fertiggestellt worden sind, daß die betreffenden Gesezentwürfe in der bevorstehenden Session an den Reichstag gelangen. Die Regierung legt Wert darauf, daß die Beratung im Reichstage so bald wie möglich beginne; sie wird eventuell, wenn sich die erste Beratung der Gefeßentwürfe bis zum Frühjahr hinziehen sollte, darauf bestehen, daß die Kommissionsverhandlungen, wie beim Zolltarif, im Sommer fortgesetzt werden. Die Reform der Arbeiterversicherungsgesete soll gleichzeitig mit der Einführung der Witwen- und Waisenversicherung erfolgen. Es liegt der Reichsregierung daran, daß der für das Inkrafttreten dieser Versicherung im Zolltarif in Aussicht genommene Termin 1. Januar 1910- unter allen Umständen eingehalten wird. Was die Pensionsversicherung der Privatangestellten betrifft, so erwartet die Regierung zunächst noch die Rüdäußerungen aus den Kreisen der Beteiligten. Sie ist aber, so wird versichert, grundfäßlich auch zur Einführung dieser Versicherung bereit und bearbeitet die Angelegenheit fortgesetzt weiter. Der„ Reichsverband gegen die Sozialdemokratie" und das Zentrum. Die Nationalliberalen in Köln sind beflissen, ihren Niedergang dadurch um einige Zeit zu verzögern, daß sie seit vorigem Jahre Rednerkurse abhalten. Diese Rednerkurse dauern sechs Tage und bestehen in einem Vortrag mit anschließender Aussprache. In dem diesjährigen Kursus, der am Sonnabend geschlossen wurde, behandelte man die Organisation der nationalliberalen Partei, ihre Geschichte und ihr Programm, die Landwirtschaft im modernen Die gestern von uns berichtete Aeußerung des Generalfomman Wirtschaftsleben, das deutsche Genossenschaftswesen, die wirtschaft- deurs des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, des Herrn liche und soziale Bedeutung der Industrie, die deutsche Arbeiterver- v. Liebert, daß der Sieg bei Sedan den Sieg des Protestantismus sicherung, die Reichsfinanzreform, die christlichen Gewerkschaften, über den Ultramontanismus bedeute, hat die Zentrumspresse arg den Sozialismus und die Sozialdemokratie, das Zentrum und seine verschnupft. Die Köln. Bolfsztg." schreibt z. B.: Ziele und die Volksvertretung in Preußen. Das ist eine Leistung, an deren Bewältigung in sechs Tagen sich nur eine Partei heranwagen darf, die der Meinung ist, daß mit dem Besitz ein ebenso hohes Maß von Bildung gepaart ist. Die Kölnische gettung" ist denn auch mit dem Verlauf des Unternehmens in hohem Maße zufrieden; es habe sich gezeigt, wie hochbedeutsam diese Kurse für die Bereicherung der Kenntnisse und des Verständnisses der Teilnehmer für alle unsere Zeit bewegenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen sei. Hocherfreulich sei es namentlich, daß die Teilnehmer sich aus allen Kreisen der Gesellschaft zusammenseßten, aus Akademikern und Kaufleuten, aus Handwerkern und Arbeitern. Aus den einleitenden Vorträgen über die Organisation, die Geschichte und das Programm der nationalliberalen Partei flang nach der Kölnischen Zeitung" die entschiedene Forderung einer stärkeren Betonung des liberalen Handelns heraus; es wurde dabei, von den trefflichsten Gründen unterstüßt, der Wunsch ausgesprochen, nicht nur in den Vorständen der Parteibereine bis oben hin, sondern auch in den Parlamenten mehr als bisher Männer aus dem Mittelstande und Arbeiterstande vertreten zu sehen. Deutsche Kolonialtruppen. Herr v. Liebert scheint das Bedürfnis zu haben, sich in jedem Sommer, seitdem er dem Reichstage angehört, eine große Blöße zu geben. Im Vorjahr hat er durch seine Beschimpfung des Botsdamer Disziplinargerichtshofes sich so weit vorgewagt, daß er nur der starken Hand des Reichskanzlers es verdankte, wenn er mit der bloßen Abbitte davon fam. Für die den Katholiken in Potsdam angetane Beleidigung glaubt er wohl straflos zu bleiben; doch wird ihm das Erforderliche sicher im Reichstage gefagt werden. Verteidiger des protestantischen Kaisertums" wie Eulenburg und Liebert sind die enfants terribles, die aus plaudern, was andere denken. Zum Schluß fordert das Kölner Blatt die Katholiken, die dem Reichsverband beigetreten sind, auf, aus diesem Verein wieder auszutreten. Nein! Eine deutsche Antwort muß Herrn v. Liebert gegeben Das Publikum muß geschröpft werden. Die Klage der Bierbrauereien geht dahin, daß die letzte Braus steuererhöhung nicht auf die Konsumenten abgewälzt werden konnte. Die„ Berliner Börsen- Zeitung" tommt darauf zurück und führt dann weiter aus: Wenn dagegen jezt wirklich ein Befieuerungsmodus gefunden und als gangbar erkannt werden sollte, um unter Schonung jener Gewerbe allein und ausschließlich den Konsum zu belasten, so würde das ja allerdings für die betreffenden Gewerbe die Situation verändern. Hierin hat man wohl die Erflärung dafür zu suchen, daß einstweilen sich eine scharfe Opposition von dieser Seite her noch nicht hervorgewagt hat, vielmehr eine endgültige Stellungnahme bis zum Bekanntwerden der Detailvorschläge vertagt zu sein scheint." Die Brauereien dürfen das Vertrauen zu Herrn Sydow haben, daß er die Brausteuer derart in die Höhe schrauben wird, daß sie restlos auf die Konsumenten abgewälzt werden kann. Die Regierung wird die Steuer wieder mit den hohen Gewinnen der Brauereien begründen, die aber wegen der Möglichkeit der Atwälzung der Steuer wenig oder gar nicht getroffen werden. Der„ notleidende" Grundbesitzerstand. In Königsberg soll die Wertzuwachssteuer eingeführt werden. Zu ihrer Begründung hat der Magistrat eine Aufstellung über die Gewinne bei Grundstücksverkäufen gemacht, die beweist, daß die Grundbesitzer, die sich nach berühmten Mustern stets als notleidend" hinstellen, enorme Gewinne einheimsen. So sagt der Magistrat, daß in Königsberg der Wertzuwachs der Grundstüde im Jahre 1906 gegen sechs und im Jahre 1907 gegen fünf Millionen Mark betrug. Ein Grundstück in der Altstadt ist beispielsweise für 135000 Mart verkauft, welches a cht Monate vorher für 115000 Mart erstanden ist. In der Gegend des Nassen Gartens" ist ein Grundstück für 129 000 Mart verkauft, das im Jahre 1897 für 27 000 Mart(!!) erworben ist. Unweit der Borstadt ist ein Grundstück für 40 000 Mark verkauft, welches 1903 für 18 000 Mark erworben ist. In der Gegend des Bahnhofes ist ein Grundstück für 440 000 Mart verkauft, welches 1902 mit 335 000 Mark erworben ist, ein anderes Grundstück für 117000 Mark bei einem Erwerbspreis von 87 000 Mark im Jahre 1904, ein anderes für 185 000 Mart bei einem Erwerbspreis von 150 000 Mark im Jahre 1906. Auf dem Sentheim wurde ein Grundstüc für 200 000 Mart verkauft bei einem Erwerbspreis von 150 000 Mark im Jahre 1905. Blockbrüder unter sich. werden. Er ist Vorsitzender des Reichsverbandes zur Bekämpfung Liebermann v. Sonnenberg, der Teutscheste aller Teutschen, der Sozialdemokratie. Sein Katholik, der auf feine charakterisiert in seinen Deutsch- sozialen Blättern" feine freisinnigen Ehre etwas hält, tann ferner in diesem Ver- Blockbrüder so: bande sein. Katholiken heraus! So muß unsere Antwort lauten auf diese unerhörten Beschimpfungen des Herrn b. Liebert." Ein Unbequemer. Soziales Gefühl, Nationalfinn und Finanzpolitik, das sind die drei Hauptstellen, wo der Freisinn sterblich ist, heute, in den Tagen des Alters, wie in seiner Jugend. Schon sind an dem Lindwurm die Spuren des Alters und des Verfalles zu entdecken, möge dem giftgeschwollenen Ungeheuer bald der Gnadenstoß gegeben werden." Der Einigkeit tun solche Beweise brünstiger Freundschaft natürlich keinen Abbruch. Vom Lebensmittelwucher. Das hört sich sehr liberal" an, dabei weiß man doch, daß, als die evangelischen Arbeitervereine sich bei der leßten preußischen Auf dem Amerikanisten- Kongreß, der zurzeit in Wien tagt, erLandtagswahl an die Nationalliberalen im rheinisch- westfälischen eignete sich gestern ein Zwischenfall, der der deutschen Regierung Industriegebiet wandten um Aufstellung eines Arbeiterkandidaten, und der Direktion des Berliner Museums für Völkerkunde sehr die Herren Nationalliberalen dieses Ersuchen mit nichtssagenden unangenehm sein dürfte. Professor Fritsch erzählte, daß er vor Ausflüchten, die geradezu auf eine Verhöhnung der Ar- mehreren Jahren vom Ethnographischen Museum in Berlin zu Aus dem Nuhrgebiet wird uns geschrieben: Im Jahresbericht beiter hinausliefen, beantworteten. Und was es im übrigen Studienzweden nach Südbrasilien gesandt worden sei und dazu der Dortmunder Handelskammer befindet sich ein Preisverzeichnis mit der nationalliebralen„ Arbeiterfreundlichkeit" auf sich hat und eine Subvention von 35 000 bon 35 000 M. erhalten sollte. sollte. Infolge der hauptsächlichsten Lebensmittel des Stadt- und Landkreises Dortwohin ihre Bildungsbestrebungen zielen, zeigt die Mitteilung der seiner Kenntnis der Indianersprachen wurde er von der mund. Nach diesem kosteten ein Kilogramm Schwarzbrot 18 Pf. in Rölnischen Zeitung", in dem Kölner Rednerkursus bei der Dis- brasilianischen Regierung in die Provinz Santa Katarina bem vor der Stadt liegenden Lünen und 28 Pf. in Dortmund, in kussion über die Sozialdemokratie sei gerade von Arbeitern der entsendet, um dort die Eingeborenenfrage lösen zu helfen. Hörde gar 30 Pf. Aber diese Aufstellung der Handelskammer stimmt dringende Wunsch ausgesprochen worden, die mehr und mehr sich Eingeboreue vom Bugres- Stamm flagten über angeblich unmensch- nicht mit dem Verkauf überein, denn die Ritter vom Backtrog bildenden nationalen Arbeitervereine in ihrem Be- liche Behandlung durch deutsche Kolonisten; diese wieder beschwerten schröpfen hier das Publikum noch ganz anders. Es ist vorgekommen, streben zu unterstützen, sich von einseitigen politischen wie kon- sich über häufige Ueberfälle durch die Indianer. Es sei häufig vor- daß ein Brot im Gewicht von 4% Pfd. für 80 Pf. verkauft worden fessionellen Beeinflussungen zu befreien und die Arbeiter auf gekommen, daß indianische Eltern erschlagen wurden, um deren ist. Dafür ist Wucher noch eine milde Bezeichnung; das grenzt vielnationalem Boden zu vereinigen." Also auf die Kinder rauben zu können, die dann als Sklaven verwendet wurden. mehr schon an Betrug. Agitation für die gelben Gewerkschaften, dieses verächt- In der heutigen Sigung des Amerikanisten- Kongresses erklärte nun Auch die Preisunterschiede der übrigen Waren muß den Leser lichsten Erzeugnisses in der neuzeitlichen Arbeiterbewegung, laufen Professor Fritsch, daß die deutschen Kolonisten, denen seine Tätig- in Erstaunen setzen, wenn man bedenkt, daß die fraglichen die Bildungsbestrebungen der Nationalliberalen hinaus. Da er feit unbequem gewesen, gegen ihn eine Kampagne inszeniert hätten, Orte alle dicht zusammen liegen. Nicht nur das Schwarzbrot muß übrigt sich wohl jedes weitere Wort der Kritik, die dazu führte, daß er auf Grund eines Berichtes des in Dortmund um 10 Bf. teurer bezahlt werden, als in dem dreideutschen Gesandten in Rio de Janeiro bom Ber- viertel Stunde entfernten Lünen, sondern auch beim Weißbrot gibt liner Ethnographischen Museum entlaffen und es große Unterschiede. Es kostet in Westhofen 25 Pf., in DortDie Boss. 8tg." berichtet über das Betragen deutscher seine Subvention gesperrt wurde. Das Berliner mund 28 Pf., in Wellinghofen 44 Pf. Rindfleisch kostet in DortSchußtruppen in Antwerpen: Institut habe große und wertvolle Sammlungen erhalten, ihm aber mund 1,60 m., in dem eine Viertelstunde entfernten Hörde dagegen Gestern traf hier der Dampfer„ Bürgermeister" von der nichts dafür bezahlt, so daß er infolge gleichzeitiger Einstellung der 1,40. Stalbfleisch wird in Wellinghofen für 1,20 M. abgegeben, in Deutschen Ostafrika- Linie ein. Er hatte den deutschen Kolonialstaats- Subvention als Journalist ganz mittellos zwei Jahre lang dem naheliegenden Dortmund zahlt man dafür 1,70 M. In Brakel sekretär Dernburg und einen Transport aus Südwest- timmerlich sein Leben fristen mußte. Professor Fritsch schloß seinen gar 1,90 m., also 70 Bf. mehr als im Nachbarorte. Roggenmeh! afrika zurückkehrender deutscher Soldaten Vortrag mit der Aufforderung, der Kongreß möge eine Petition an tostet in Solingen 22 Pf., in Dortmund 26 Pf. und in dem mit an Bord. Nach der Anzahl zu schließen, die hier betrunken die brasilianische Regierung senden, in welcher um Abschaffung des diesem zusammenhängenden Ewing aber 36 Pf. das Kilo. Weizenauf den Straßen herumtorfelten, müssen es mehrere hundert Stlavenhandels und Bestrafung des Menschenraubes gebeten wird. mehl tostet in Dormund 28 Pf., in Ewing 40 Pf. Für Speck Mann gewesen sein. Seit Ausbruch des Aufstandes in Deutsch Seine Ausführungen riefen scharfe Proteste hervor. Professor fordert man in Hörde 1,40 m., in Dortmund 1,80 M. Schmalz Südwestafrika haben wir Deutschen in Antwerpen uns schon Ehrenreich vom Ethnographischen Museum zu Berlin bestritt, daß lauft man in Brakel für 1,10 M., in Dortmund muß man 1,60 m. manchmal schämen müssen, wenn Angehörige unserer Armee, auf deutsche Kolonisten in Santa Katarina die Bugres schlecht be- dafür geben. Bier tostet in der Bierstadt Dortmund pro Liter die wir so stolz sind, in zerlumpten Uniformen durch handelten, und Professor Seler- Berlin verlangte die Ausschaltung 30 Pf., in dem dicht dabei liegenden Hörde dagegen mur 25 Pf. die Straße wanderten. Der Aufstand ist zu Ende und die aller politischen Fragen von dem Kongreß. Wir meinen, daß dies Geschäftsgebaren geradezu unverschämt Militärverwaltung hat doch sicherlich nunmehr Uniformen genug, Die Teilnehmer am Kongreß nahmen vielfach für Profeffor genannt werden muß. Fleischer und Bäcker plündern das Publikum um die Soldaten so zu fleiden, daß sie sich mit Anstand sehen Fritsch Partei, der darauf Unterschriften für einen Protest sammelte. in rücksichtslosester Weise aus. Es existieren keine festen GewichtsWenn aber feine Uniformen da sind, dann darf das Brot. Wenn Laffen können. bestimmungen für das wichtigste Nahrungsmittel man die Leute im Auslande nicht in der Verfassung in Städte Die polnischen Genossenschaften. das mit 20 Pf. pro Pfund bezahlt werden muß, so ist es gerade gehen lassen, wie wir es leider gestern wieder erleben mußten. Vom Trotz der Krise auf dem Geldmarkt ist es den polnischen noch einmal so teuer als in Mitteldeutschland. Natürlich geschieht frühen Morgen an liefen in allen Straßen und Winkeln deutsche Wirtschafts- und Erwerbsgenossenschaften gelungen, ihren finanziellen diese Ausbeutung auf Kosten der Volksgesundheit. Die Aktionäre Kolonialsoldaten in nicht passenden, alten und vor allem so Besitzstand zu mehren. Die am 21. September b. J. in Posen der großen Eisen-, Kohlen- und Stahlwerke wohnen meist am Rhein. schmuzigen Uniformen herum, daß die Leute kopfschüttelnd stattfindende Generalversammlung der genannten Genossenschaften hat Hier werden also hauptsächlich die Arbeiter ausgebeutet. Wenn man stehen blieben und ihnen nachfahen. Am Mittag sah ich einen schon jetzt ihren Jahresbericht erscheinen lassen und entnehmen wir noch bedenkt, daß nun die kalte Jahreszeit einsetzt, die wiederum völlig betrunkenen Soldaten mit einem Dämchen, das er zärtlich bemfelben folgendes: Der Verband wurde 1871 gegründet. Jm große Summen für Heizungsmaterial erfordert, so wird man er umschlungen hielt, über die Place Verte fahren und am Nach- Jahre 1873 zählte er 43 Genossenschaften mit 7660 Mitgliedern messen können, daß die Not des arbeitenden Volkes ins Ungeheuer. mittag drei deutsche betrunkene Soldaten mit zwei Seeleuten, die und 623 486,79 M. Anteilen, 2 600 869,95 M. Depositen und liche wächst. mit wehender deutscher Fahne durch die Hauptstraßen fuhren. 3 739 302,91 M. jährlichem Umsay. 1880 war die Zahl Gegen Abend stieß ich zweimal auf fo finnlos betrunkene Schutz der Genossenschaften bereits auf 57 mit 13 440 Mitgliedern, truppensoldaten, daß ihnen große Kinderscharen johlend folgten. Einen 1 249 107,25 Mart Anteilen, 5219 266,42 Mart Depofiten und ist ein Erlaß des preußischen Eisenbahnministers Breitenbach geanderen Soldaten sah ich sich auf dem Boden wälzen. Is ein 7818 109,62 Mart jährlichem Umsatz gestiegen. Behn Jahre richtet, der die Eisenbahndirektionen anweist, bei der Vergebung von Gegen die Syndikate Lieferungen auf den derzeitigen Preisrückgang der meisten statt des dänischen Königs Vogeltönig" zu werden, aber nach Materialien Rücksicht zu nehmen. Der Minister erwartet, daß von allem, was seitdem geschehen, fann man wohl glauben, daß dem königl. Eisenbahnzentralamt und den königl. Eisenbahn- seine Gesundheit gebrochen ist. direktionen die Marktlage sorgfältiger Beobachtung unterzogen wird, and daß namentlich bei freihändiger Beschaffung noch vertragsfreier Materialien der derzeitigen Konjunktur entsprechend ermäßigte Breise vereinbart werden. Schweden. beschränkter Baht empfangen. Gleichfalls eingeschränkt ist die Besuchszeit sie beläuft sich jetzt auf fünfzehn Minuten im Monat bei einmaligem Besuch. Charakteristisch sind die Disziplinars strafen, die die Gefängnisadministration jetzt eigenmächtig verhängen darf. Es find folgende: 1. Einzelhaft von zehn bis zwanzig Neue Wahlsiege der Sozialdemokratie. Tagen oder Prügelstrafe bis hundert Hiebe nach ErAm Sonnabend und Sonntag wählten die Stadt Malmö messen des Gefängnisdirektors; 2. Verlängerung der vom Gericht Alexander Hilbæk. sowie 28 fleinstädtische und ländliche Kreise ihre Abgeordneten auferlegten Straffrist um ein bis zwei Jahre; 3. Anlegung von Wie aus Dortmund gemeldet wird, ist dort der frühere zur Zweiten Kammer des Reichstages. Hierbei machte sich Fesseln usw. Bei Verhängung der Einzelhaft müssen die GeReichstags- und Landtagsabgeordnete Alexander Silbek gestorben, wieder der starte Zug nach links bemerkbar. Die Sozial fangenen auf Wasser und Brot gesetzt werden; warmes Eſſen der während der Jahre 1898-1903 den Wahlkreis Dortmund- Hörde demokratie hat nicht nur die sämtlichen vier Mandate von darf ihnen nur jeden vierten Tag verabfolgt werden. im Reichstag vertrat und dort zu den rücksichtslosesten Verfechtern Malmö sowie das Mandat von Drle in Malmöhuslän, In dasselbe Gebiet der„ Gefängnisreformen" schlägt folgende der Interessen des Bergiverks- und Hüttenkapitals gehörte. Er selbst war Bergwerksdirektor. Im Jahre 1903 wurde er in der Stichwahl durch den Genossen Bömelburg geschlagen, auf den 39 384 Stimmen fielen während er es nur auf 39 097 Stimmen brachte Oefterreich. " " Marokko. Die Anerkennungsfrage. Die„ Agence Habas", das offiziöse französische Depeschenbureau, liefert zu der spanisch- französischen Note einen Kommentar, dessen bemerkenswerte Schlußfäge hier wiedergegeben seien: Ueber die Aufnahme der Note berichtet der„ Matin": Die englische Regierung teilte mit, daß sie ihre endgültige Antwort in drei bis vier Tagen geben werde; gleichzeitig Brückte sie ihre aufrichtige Sympathie für das Vorgehen Frankreichs und Spaniens aus. In Rom nahm Tittoni die Note sehr günstig auf und lobte den Mäßigung zeigenden Inhalt. Der Minister des Aeußern der Niederlande erklärte, daß er der Note vollkommen zustimme. In Washington machte der Stellvertreter des Staatssekretärs des Aeußern Vorbehalte in dem Sinne, daß die Bereinigten Staaten in der Maroffofrage nur als freundlich gesinnte Beugen auftreten, wie sie dies bereits gelegent lich der Algecirastonferenz getan hätten. Die deutsche Antwort soll erst in mehreren Tagen nach der Rückkehr des Reichskanzlers erfolgen. Hegypten. Die Verfassungsfrage. Ein Erfolg der Demokraten. die sie bei der vorigen Wahl gewann, mit Glanz be- Verfügung der Hauptgefängnisverwaltung, die dieser Tage allen hauptet, sondern auch noch drei neue Mandate in Petersburger Gefängnisdirektoren übermittelt wurde. Västmanlän, Uppsalalän und Wärmland hinzu erobert. Die Verfügung wird ihnen vorgeschrieben, daß im Falle der Entstehung Liberalen haben sechs Mandate gewonnen und zwei an von Hungerstreits in den Gefängnissen die infolge Hungerns die Konservativen verloren. erkrankten Personen selbst in den äußersten Fällen nicht Das größte Interesse beanspruchen die Wahlen in Malmö, ins Lazarett überzuführen! Um das Landtagswahlrecht. der Hafen- und Arbeiterstadt, wo das bekannte Bombenattentat Mit aller Energie haben die österreichischen Sozialdemo- fanatischer Anarchisten der Reaktion willkommene Veranlassung fraten in jenen Kronländern, wo sie vom Landtage noch aus- zu einer besonders scharfen Hege gegen die Arbeiterschaft bot. geschlossen sind, den Kampf um das Recht der Arbeiter auf- Aber auch hier hatte der Schlachtruf: Front gegen den genommen. So fanden in ganz Böhmen am letzten Sozialismus!" nicht den gewünschten Erfolg. Die vier sozialSonntag Riefentundgebungen in 40 Voltsversammlungen statt. demokratischen Kandidaten siegten mit 4526 bis 3947 gegen „ Die Note ahtet die Rechte aller. Und jede Weigerung, In Prag selbst fand ein großer Manifestations. 3610 bis 3016 Stimmen über die bürgerliche Liste. sie zu prüfen, jede Gesamtabweisung von Vorschlägen, umzug statt, an dem mehr als 15 000 Personen teilHolland. wie es die formulierten sind, würde den Beweis liefern, daß dienahmen. Aus Kladno hatten sich zahlreiche Bergjenige Macht, die so handelte, hintergedanken nährt, die arbeiter, aus Beraun Hunderte von Metallarbeitern an Demonstration für das allgemeine Wahlrecht. mit der Achtung der Algecirasakte wenig zu vereinbaren find." der Kundgebung beteiligt. Dem Umzuge fuhren sozialdemoDen Haag, 13. September 1908. Die Worte klingen zwar ziemlich energisch, aber da keine Macht tratische Radfahrer mit rotgeputzten Rädern voran. Hinter Am heutigen Sonntag hat das holländische Proletariat die Dummheit einer Gesamtabweisung begehen wird, handelt es sich diesen wurde eine große rote Standarte mit der Auf- feine stets nachdrücklicher werdende Forderung des allgemeinen bloß um eine herzlich überflüssige Phrase. Fast scheint es, als ob schrift:„ Wir fordern das allgemeine Wahlrecht für gleichen und direkten Wahlrechts durch seine jährlich am Sonn- auf die französischen Offiziösen das üble Beispiel ihrer deutschen den Landtag, die Bezirks- und die Gemeindevertretungen!" tag vor der Eröffnung der Kammern veranstaltete Demon- Stollegen etwas abgefärbt hätte. borangetragen. In den einzelnen Organisationen wurden ftration am Size der Regierung und der Volksvertretung ebenfalls rote Fahnen mit ähnlichen Aufschriften getragen. selbst, von neuem auf eindrucksvolle Weise bekundet. Auch zahlreiche Frauen nahmen an dem Zuge, der allseits War bisher die Leitung des Wahlrechtskampfes in Händen das größte Aufsehen erregte, teil. Der Zug bewegte sich zur des Komitees für das allgemeine Wahlrecht, so war sie dieses Schüßeninsel, wo ein großes Protestmeeting stattfand. Es Jahr zum ersten Male in die der sozialdemokratischen Arbeitersprachen unter anderen die Abgeordneten Nemec, Johanis partei übergegangen, gemäß dem Beschlusse des letzten Parteisowie in deutscher Sprache Abgeordneter Schäfer, die in tages, während der Verband der Gewerkschaften" Hollands energischen Worten die Einführung des allgemeinen Wahl- ebenfalls auf seinem diesjährigen Kongresse die direkte rechts verlangten. Eine einstimmig angenommene Resolution Unterstützung der Wahlrechtsbewegung beschlossen wird durch eine Deputation der Landesexekutive der sozial- hatte, und deshalb die deshalb die mehr oder weniger unter demokratischen Partei am Dienstag gelegentlich der Eröffnung sozialdemokratischem Einflusse stehende moderne Gedes böhmischen Landtages dem Oberstlandmarschall Prinzen werkschaftsbewegung zum zum ersten ersten Male geschlossen Ferdinand Lobkowig überreicht werden. sich an dem auch in Holland zur rein proletarischen KlassenGleichzeitig fand auch in Salzburg eine große Demonstration bewegung herausgewachsenen Wahlrechtskampfe beteiligte. statt. An der Spike des Zuges marschierte ein Fahnen- Die paar wohlwollenden" bürgerlichen Demokraten haben träger mit roter Fahne, dann die Parteibertretung fich bereits voriges Jahr des sozialdemokratischen Tones halber und ein Genosse mit einer Tafel, welche die Inschrift trug: von der Wahlrechtsbewegung abgewendet und in sich selbst Gent, 15. September. Anläßlich des Jahrestages der Bes „ Heraus mit dem allgemeinen, gleichen und zurückgezogen, um so, wie sie vorgeben, in einer selbständigen fegung, Aegyptens durch die Engländer hielt das ägyptische direkten Landtagswahlrecht!" Seit dem 28. No- bürgerlich- demokratischen Wahlrechtsbewegung besser für das Komitee eine Sigung ab, in der beschlossen wurde, ein Protestbember 1905, mo in Salzburg 10 000 Personen demonstrierten, allgemeine Wahlrecht ,, kämpfen" zu können. Ihr nächstens zu ver- telegramm an den englischen Minister des Aeußeren, Edward Grey, fah Salzburg feinen so gewaltigen Zug mehr. Trotz des anstaltendes Demonstratiönchen dient zur Verschleierung ihres in welcher die baldige Räumung Aegyptens durch die Engströmenden Regens bildeten Tausende von Zuschauern rechts Schein- Demokratentums. Auch die Frauenrechtlerinnen fehlen länder verlangt wird. Ferner wurde ein Telegramm an den Khedive und links der Straße Spalier. Die Polizei begnügte sich nun ganz, jetzt wo es darauf ankommt, die Forderung des gesandt mit dem Ersuchen, Aegypten eine Verfassung zu ge damit, den Verkehr freizuhalten. Nach Ankunft auf wirklich allgemeinen Wahlrechts sowohl für Männer währen. Amerika. dem Residenzplatz begaben sich die Mitglieder der Partei- als auch für die Frauen prinzipiell hochzuhalten und über bertretung Landespräsidenten Stellvertreter Myr- furz oder lang durchzusetzen. Den holländischen Arbeitern bach und trugen demselben die Forderungen der und Arbeiterinnen ist es nunmehr allein überlassen, ihr un- New York, 14. September.( Auf deutsch- atlantischem Arbeiterschaft bor. Hofrat Myrbach versicherte, daß geschmälertes Wahlrecht in heißem Kampfe sich selbst zu Kabel.) In Portland im Staate Maine fand heute die er alles, was in seiner Macht stehe, tun werde, erobern. Die unverkürzte Forderung hat nunmehr ihren Aus- Gouverneurswahl statt. Die bisherigen Wahlergebnisse um den Anforderungen der Arbeiter zu entsprechen. Die druck auch vor den gesetzgebenden Körperschaften dadurch ge- zeigen eine starke Zunahme der demokratischen Wahlreform werde unter allen Umständen durchgeführt. Nach funden, daß die sozialdemokratische Kammerfraktion ihrem Stimmen. Mit Rücksicht auf die bevorstehende PräsidentenRückkehr der Deputation richtete Genosse Preußler an die früheren Entwurfe zur Einführung des allgemeinen Wahlrechts wahl ist dies von großer Bedeutung, da Maine bisher stets Massen vom Mozart- Denkmal aus eine Ansprache, in welcher für Männer auch die für das allgemeine Frauenwahlrecht eine starke republikanische Majorität aufwies. er ein Resümee des Wahlrechtskampfes gab, die Wahlreform hinzugefügt hat. Portland( Maine), 15. September. Die Republikaner des Landesausschusses einer scharfen Stritit unterzog und die Die heutige Demonstration hat der holländischen Borgeoisie haben bei der gestrigen Gouverneurswahl mit einer Arbeiterschaft aufforderte, auszuharren, bis unjere gerechten gezeigt, daß das Klassenbewußtsein des Proletariats auch in Mehrheit von etwa 8000 Stimmen gesiegt. Im Jahre Forderungen erfüllt sind. Stürmischer Beifall und erregte unserem rückständigen Lande gerade durch die Wahlrechts der legten Präsidentschaftswahl betrug die bon den Rufe folgten seiner Rede, dann gingen die Demonstranten bewegung stets heller wird und feine organisierte Macht zur Republikanern bei der Gouverneurswahl erzielte Mehrheit ruhig auseinander. Durchführung feines Willens demgemäß von Jahr zu Jahr 26 816 Stimmen. wächst. Zu Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, Dortrecht, Zaandam usw. waren die Teilnehmer an der Haager Demonstration in Aufzügen von einem beziehungsweise Cardiff, 15. September. In der heutigen Eröffnungs- mehreren Punkten ihrer Stadt aus zu den Bahnhöfen fizung der Herbsttagung der Handelskammer- Vereinigung sagte marschiert und hatten so die Demonstration zum ersten Male der Präsident Lord Brassey über die Beziehungen über das ganze Land verteilt. Im Haag zogen sie in Auf- Es wird abgestimmt. Ein Antrag ,, über die namentlich abzu= zwischen Deutschland und England: Wir müssen zügen wiederum nach dem großen Meeting- Felde. Hier ber- Ginigungsverhandlungen es bedauern, daß der Bau von Kriegsschiffen traten ungefähr 650 Delegationen mit ihren mehr als 700 stimmen. wird nicht genügend unterstübt. Von den Bermit fieberhafter Energie in irgend einem Lande betrieben Bannern und Fahnen ungefähr 950 Organisationen mit zu- einbarungen werden die Säbe 1, 2 und 3 unter Streichung der Worte: Bon Beginn der zweiten Woche" mit 191 gegen 122 wird, mit dem wir in freundschaftlichen Beziehungen zu leben sammen mehr als 77 000 organisierten Arbeitern und Stimmen sowie die Biffer 5 angenommen. 3iffer 4 wird wünschen. Wir dürfen hoffen, daß die Staatsmänner zu Arbeiterinnen, worunter 50 000 Gewerkschaftsmitglieder, in dagegen abgelehnt. einem Einverständnis gelangen werden, das die auf 30 Gewerkschaften organisiert. Von 6 Rednertribünen sprachen Die so geänderte Vereinbarung wird gegen beiden Seiten gewünschte finanzielle Erleichte 12 ausschließlich sozialdemokratische Redner, der Verband einige Stimmen angenommen. Hiermit ist der erste rung ermöglicht. von Arbeiter- Gesangvereinen trug die sozialistischen Kampfes- Teil des Antrages Adler erledigt. Der zweite lieder vor. Auf dem Meeting- Terrain waren 12 000 Teil wird angenommen. Arbeiter und Arbeiterinnen erschienen und nach Ablauf des Meetings zog diefe Voltsmasse in anderthalb Der über Albertis Schwindeleien gestürzte Minister- stündigem Umzuge bei flingendem Spiele und flatternden präsident Christensen sucht sich seinen Wählern gegenüber Fahnen und Bannern, und trotz des Verbotes, unter dem durch eine Art Manifest in Ringkobing Amtsblad" zu Gesange der Kampflieder durch die Straßen der Residenz. rechtfertigen. Er flagt, daß er von Alberti schmählich ge- Durch fleinliche Mittel hatten die bürgerlichen und militäuscht worden sei, daß er keinerlei Ahnung davon hatte, daß tärischen Autoritäten den Versuch gemacht, die Bekundung des es mit dessen Geschäften faul stand, und noch viel weniger proletarischen Willens zu verkleinern. Soldaten und Matrosen davon, daß der Justizminister ein Verbrecher war. durften nicht auf das Meetingfeld und durften sich an dem Umzug Auch bestreitet Christensen entschieden, daß er von nicht beteiligen. Eine größere Gruppe von Arbeitern in Alberti jemals wirtschaftlich abhängig gewesen sei militärischem Kostüm aber ließ es sich nicht nehmen, den oder auch nur ein Dere von ihm erhalten habe. Demonstranten ihre Sympathie und den Herrschenden ihr Daß der Reichstag wegen der Standalaffäre aufgelöst werde, Stlassenbewußtsein zu erkennen zu geben. Auf einem an das halte er nicht für angebracht. Db das Manifest auf die Meetingterrain grenzenden Felde hatten sie sich aufgestellt Wähler der Reformpartei, auf die schwer geschädigten Land- und konnten so, trotz alledem, die sozialdemokratischen Reden Leute die gewünschte Wirkung hat, ist mindestens fraglich. genau verfolgen. Und während des Umzuges hatten sie sich Man wird sich sagen: der Mann mag so ehrlich sein wie geschlossen am Wege aufgestellt und defilierten die Klassenimmer, als Ministerpräsident taugte er doch nicht, und wenn genossen zweimal an ihnen vorbei; nicht endenwollende einer sich für einen so verdächtigen Menschen und Schwindler Ovationen und Hurrarufe bezeugten ihnen die Anerkennung wie Alberti ins Zeug legt, so verdient er trotz aller Ehrlichkeit des holländischen Proletariats. nicht das Vertrauen der Wähler. Der Sturm schwillt an! England. Gegen die Kriegsrüstungen. Dänemark. Christensen und der diebische Justizminister. " Ole Hansen, der, nachdem er im Juli als Landwirtschaftsminister zurücktrat, zum Direktor der Nationalbant gemacht wurde, hat nun unter dem Druck der öffentlichen Meinung auch diesen Posten niedergelegt. Die Stellung brachte ihm 16000 Stronen jährlich neben seiner Minister pension von 6000 Stronen. Er soll übrigens durch Albertis Betrügereien schwer geschädigt, ja ruiniert sein. Rußland. Russische Grenet. Der Parteitag in Mürnberg. ( Schluß aus der 2. Beilage.) Die Anträge 88, 89, 92, 93, 94, 98, 101, 103, 104, bie sämtlich die Unterstüßungsfrage regeln wollen, werden dem Parteivorstand als Material überwiesen. Zu den Anträgen 86, 95, 96, 97, 100 und 102, die sich ausschließlich oder doch überwiegend mit der Frage einer stärkeren Propagierung der Maifeier beschäftigen, erklärt Dorn: Ich glaube wohl sagen zu können, daß durch diese Anträge ausgesprochen werden soll, daß für die Folgezeit eine intensivere Agitation für die Maifeier entfaltet werden soll als bisher.Perteitag ist damit einverstanden. Antrag 90 wird angenommen, Antrag 101 ist damit erledigt. Dorn: Selbstverständlich muß nun auch dafür gesorgt werden, daß der Antrag 90 durchgeführt wird.( Heiterkeit. 3uruf: Wer soll das kontrollieren?) Bömelburg( Zur Geschäftsordnung.): Ich möchte doch festgestellt wissen, was sein soll, bevor andere Vereinbarungen zustande gekommen sind. Deshalb beantrage ich, daß die Vereinbarungen so lange bestehen bleiben, bis andere getroffen sind.( Heiterkeit und Widerspruch.) Fischer: Ein solcher Schluß, wie ihn Genosse Bömelburg zieht, ist unmöglich. Durch Ihre Abstimmung haben Sie der Bereinbarung die 3 ustimmung verweigert, es existiert also jetzt feine Vereinbarung. Hohnrath- Aachen erhebt Einspruch dagegen, daß über den geschäftsordnungsmäßig unzulässigen Antrag Bömelburgs abgestimmt wird. Lipinski- Leipzig: Auch ich bin der Meinung von Fischer, daß feine Vereinbarungen bestehen. Wir müssen es der Entwickelung der Dinge überlassen, ob es möglich ist, vor der nächsten Maifeier andere Vereinbarungen zu treffen.( Sehr richtig!) Dorn Nürnberg: Die Vereinbarungen haben keine An. nahme gefunden, sie bestehen also nicht.( Allseitige Bustimmung.) Während das Justizministerium mit der Ausarbeitung einer Reform der Strafanstalten beschäftigt ist, die den Zwed verfolgt, das Strafmaß mit dem„ Begriff der härtesten Strafe" in Einklang zu bringen, sucht die Hauptgefängnisverwaltung dieses Das Verhör gegen Alberti, das gestern fortgesett leuchtende Biel durch fortwährende Berschärfung des Gefängniswurde, hat nichts Neues ergeben. Es scheint, daß regimes zu erreichen. Sie erließ dieser Tage ein Rundschreiben, Es folgen persönliche Bemerkungen. nichts mehr aus ihm herauszubringen ist. Er tut, das eine wesentliche Verschlechterung der Lage der zur atorga" werkschaften den Vorwurf der Treulosigkeit gemacht. als ob fein Gedächtnis fast gänzlich geschwunden sei. Vielleicht Verurteilten mit sich bringt. Es wird diesen Gefangenen Adler- Kiel: Ich habe nicht gesagt, wie Fischer es darstellte, ist es auch tatsächlich so. Er hat zwar eine robuste Natur und von nun an gestattet, bloß einen Brief im Monat abzusenden die Maifeier in Schleswig- Holstein wäre nur an 3 oder 4 Orten er hat ja auch noch kurz vor der Katastrophe am föniglichen und nur einen während dieses Beitraumes zu empfangen. Bisher möglich gewesen, sondern: unter diesen Vereinbarungen würde die Vogelschießen teilgenommen, wobei er um die Ehre geizte, durften sie einen Brief in der Woche absenden und solche in nn- Maifeier in Zukunft nur an 3 oder 4 Orten möglich sein Lipinski erklärt, er habe nicht, wie Fischer behauptet, den Ge Fischer: Ich will Adler zugeben, daß ich mich geirrt haben verwaltungen zu handeln scheint, tann man auf die Antwort Beschuldigten für eine ganz besonders niedrige und ver fann. Im übrigen habe ich nicht gesagt, daß Lipinski den Ge- des Herrn Tirpitz gespannt sein. Erklärt sich das Reichs- werfliche, weil er das den Arbeitern in Abzug gebrachte sauer werkschaften den Vorwurf der Treulosigkeit machte. Er sprach marineamt mit den Werftleitungen für solidarisch, so be- erworbene Geld, das ihm nicht mehr gehörte, zu seinem von einer Ueberrumpelung oder mangelhaften Unterrichtung des deutete das einen flagranten Bruch mit seiner bisherigen, von Nutzen verwandt, anstatt, wie geſehmäßig vorgeschrieben, rechtParteivorstandes, und dieser Vorwurf der Ueberrumpelung schließt Herrn Tirpitz wiederholt und emphatisch proklamierten Sozialpolitit, zeitig an die zuständige Krankenkasse einzuzahlen. Durch der. den Vorwurf der Treulosigkeit in sich. Lipinski: Ich habe mit keinem Wort von der Treulosigkeit der demzufolge das Koalitionsrecht der Arbeiter in den ihm unterstellten artige betrügerische Machenschaften werde der Gewerkschaften gesprochen, sondern mich nur gewundert, daß der Betrieben nicht angetastet werden soll, wie denn auch in den vom soziale politische Gedanke, der dem Gefeße zu. Parteivorstand die Delegation zum internationalen Rongreß nicht Neichsmarineamt approbierten Arbeitsordnungen der Werften als grunde liege, bollständig unterbunden und die von der Tatsache verständigt hat, daß über die Maifeier berhandelt Entlassungsgrund wegen„ außerdienstlichen Verhaltens" bloß die Arbeiter geschädigt. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängniswerden soll. öffentliche Agitation für die Sozialdemokratie angeführt wird strafe von einem Monat. Der Gerichtshof hielt den AngeHierauf werden die Weiterverhandlungen auf Mittwoch vor- und man sich in der Tat um die nunmehr verpönte Gewerkschafts- flagten des Vergehens zu§ 82b des Krankenversicherungsgesehes mittag 9 Uhr vertagt. Schluß der Verhandlungen 7% Uhr zugehörigkeit des faiserlichen" Arbeiters bisher nicht fümmerte. in vollem Umfange für schuldig und schloß sich dem Antrage des Staatsanwalts an. der " Aus der Partei. Boykottprozesse. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. -Eine Szene aus dem dunkelsten Berlin " um sich an ihrem Diese Auf dem Wege zum Tarifvertrag im Glafergewerbe. lag einer Anklage zugrunde, mit der sich gestern die 6. Ferienftraf Gestern wurde vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts kammer des Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Wegen versuchter abermals über den neu abzuschließenden Tarifvertrag für das Gefangenenbefreiung mußte sich der Gelegenheitsarbeiter Julius Glasergewerbe verhandelt. Die Beratungen dauerten von morgens Edstein vor dem Strafrichter verantworten. In der Nacht zum 23 Im Dezember v. J. erschien in der„ Neußischen Tribüne" 10 bis nachmittags 3 Uhr, tamen aber auch diesmal nicht zum 5. April gegen 1 Uhr befand sich der Schutzmann Kalka auf seinem Im Dezember v. J. erschien in der Neußischen Tribüne" Abschluß. Der Vorsitzende des Verbandes der Glasereien Röhlich Patrouillengang in der Müncheberger Straße. An der Ecke der in Gera ein Artikel aus Liebschwitz, einer sächsischen Enklave bei nahm zuerst das Wort und erklärte, bei der Vorbesprechung der Gera, worin mitgeteilt war, daß ein Lokal der Arbeiterschaft zu Arbeitgeber habe sich herausgestellt, daß sie in ihrer Mehrzahl für Koppenstraße bemerkte er einen größeren Auflauf. Eine Anzah Dirnen und deren Beschützer stand um eine Frauensperson Versammlungen nicht zur Verfügung stehe. ihr 18 Mart follten daraus die Konsequenz ziehen. Die Folge war ein Straf- Hannover Larife mit der Organisation abgeschlossen und hierbei die herum, die ihren Bräutigam" beschuldigte, mandat über 15 M. für den verantwortlichen Redakteur Genossen Borschläge der Arbeitgeber über die Affordarbeit und den End- mittels Einbruchs gestohlen zu haben. Auf das Verlangen Seifarth, der durch die Notiz§ 360,11 des Strafgesetzbuches termin des Tarifes ohne weiteres gutgeheißen worden seien, erder angeblich Bestohlenen nahm der Schuzman den des Diebstahls sowie auch einige Erlasse der Amtshauptmannschaft Zwickau gegen warte man, daß die Arbeitnehmer nun auch hier diesen Vorschlägen Augenblick sah sich stalka auch schon von einer Rotte Zuhälter um Verdächtigen, den Schweizer Friedrich Gawanda fest. In demselben den Boykott verletzt haben sollte. Das Schöffengericht in Gera ver- zustimmen würden, so daß man diese beiden Punkte wohl als erwarf den gegen den Strafbefehl erhobenen Widerspruch und ließ ledigt betrachten könne. Der Redner erhob sodann Beschwerde drängt, die Miene machten, ihren Freund gewaltsam zu entreißen. den Einwand nicht gelten, daß ein Erlaß einer fächsischen Ants- gegen den Bericht im Fachorgan des Glaserverbandes über die Auf dem Wege zur Polizeiwache schlug der Verhaftete plötzlich auf hauptmannschaft doch keine rechtliche Wirkung in Neuß. 2. haben vorige Sigung. Es sollten darin unzutreffende Behauptungen den Schuhmann ein, zugleich drängte sich der jezige Angeklagte tönnte. Die Straftammer als Berufungsinstanz hat über die Aeußerungen der Arbeitgeber enthalten sein. Von Arbeit- Edſtein heran und versuchte den G. zu befreien. Erst als der Schutznun ihr Urteil dahin abgegeben, daß die sächsischen Polizeierlasse nehmerseite wurde dies bestritten. Herr Röh I ich wünschte jedoch, mann den Säbel zog, nahmen die Burschen von weiteren Befreiungszwar nicht angewendet werden könnten, aber der Artikel enthalte daß der betreffende Artikel verlesen werde und ebenso die anderen versuchen Abstand. Auf der Polizeiwache erklärte jene Frauensperſon, eine Verrufserklärung des betreffenden Lofals, sei geeignet Arbeitgebervertreter. Das Einigungsamt kam, nachdem es sich die die Anzeige erstattet hatte, plöglich, daß sie die Beschuldigung gewesen, Beunruhigung hervorzurufen, und sonach nach einigen zurückgezogen hatte, zu dem Entschluß, die weitere Erörterung dieser des Diebstahls nur erhoben hätte, Reichsgerichtserkenntnissen strafbar. Die Berufung sei deshalb Angelegenheit nicht zuzulassen, und der Vorsitzende Magistratsrat Freunde für erlittene Mißhandlungen zu rächen. zu verwerfen gewesen. Mit dieser Rechtsauslegung wird sich v. Schulz gab den Parteien beiderseits anheim, für eine möglichst Als Gawanda am Morgen zu seiner Bernehmung vorgeführt werden nunmehr noch das Oberlandesgericht in Jena zu befassen haben. objektive Berichterstattung in ihren Fachorganen Sorge zu tragen. sollte, eriies sich die Zelle, in der er interniert war, als leer. Vor dem Dresdener Schöffengericht fand am Dienstag ein Nach diesem Zwischenfall erklärte Jahit im Namen der Arbeit- Gawanda hatte in der Nacht die Zellentür erbrochen und ungesehen interessanter Boykottprozeß statt. Der Genosse Groesch von nehmer, daß für sie die Fragen der Akkordarbeit und des End- die Flucht ergriffen. Schon am nächsten Tage wurde der Flüchtling Dresdener Bolkszeitung", der Vorsitzende des termins noch keineswegs erledigt seien. Wenn in den erwähnten von demselben Schutzmann auf der Straße geſehen und nach einen Gewerkschaftskartells Dittmer, die früheren Vorsitzenden der drei beiden Städten jene beiden Forderungen der Unternehmer wirklich heftigen Widerstand überwältigt und festgenommen. gegen die Frauensperson, eine gewisse Röste, Dresdener Wahlkreise, Sindermann, Reimann und Kühn ohne weiteres anerkannt wurden, so seien das eben für die Szene hatte Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung hatten wegen einiger Zeitungsnotizen sowie wegen Verbreitung Arbeiter" Notverträge" im selben Sinne, wie die Berliner Arbeit eine Folge, gegen Gawanda wurde eine Anklage wegen eines Flugblattes, das zum Boytott einer Großmühle aufforderte, geber ihrerseits den 1906 abgeschlossenen Tarif einen„ Notvertrag zur die Staatsgewalt und Beleidigung ers Anklage erhalten. In der ersten Justanz hatte der Genosse nannten. Für Berlin könne das nicht maßgebend sein. Widerstandes gegen Groetsch vier Wochen und drei Tage Haft, die Im übrigen könne er nur die schon in der hoben, während sich Eckstein wegen versuchter Gefangenen borigen übrigen Genossen je fünf Tage haft erhalten, der Gewerk- Sigung abgegebene Erklärung wiederholen, daß ohne Gr- befreiung verantworten mußte. Die Röste und Gawanda zogen es schaftsbeamte des Bäckerverbandes zehn Tage. In der Bes haltung des paritätischen Arbeitsnachweises ein neuer Vers vor, zu dem gestrigen Termin nicht zu erscheinen, so daß gegen Der Staatsanwalt hielt rufungsverhandlung am Mittwoch wurden vier Genoffen frei trag nicht möglich sei. Sollte man aber der Zulassung Eckstein allein verhandelt werden mußte. gesprochen, die Strafe des Genossen Groepsch auf 50 Mark, die der Affordarbeit zustimmen, so müsse mindestens der Minimal- den Angeklagten trotz seines Leugnens für überführt und beantragte Das Gericht war der Ansicht, des Genossen Reimann auf 30 Mart herabgesetzt. Sindermann lohn garantiert, ferner dafür gesorgt werden, daß auch bei Afford eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen. hatte keine gerichtliche Entscheidung beantragt. nicht länger gearbeitet werde, und daß wegen Ablehnung der daß die Schußleute gegen derartige Angriffe von Rowdies und noch Röhlich schlimmerem Gelichter ganz energisch in Schutz genommen werden Affordarbeit keine Entlassungen stattfinden dürfen. erwiderte, daß die tarifliche Arbeitszeit selbstverständlich auch bei müßten und ging deshalb noch über den Antrag des Staatsanwalts Affordarbeit innegehalten werden sollte. Die Akkordarbeiter sollten hinaus. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis. jedoch nur Anspruch auf den verdienten Lohn haben; von Garantie des Minimallohnes könne dabei nicht die Rede sein. Ferner wurde bon Arbeitgeberseite erklärt, daß, wenn der Innungsnachweis nun Die Geheimnisse eines Salons" in Berlin W. Die gelbe Flagge auf den Reichswerften! durchaus nicht angenommen werden sollte, sie auch eventuell den In Gaarden bei Kiel fand am Montag abend eine von zirka paritätischen Nachweis wieder anerkennen wollten, jedoch nur, enthüllte eine Verhandlung, die gestern die dritte Ferienstraffammer 3000 Werftarbeitern besuchte Bersammlung statt, die stürmisch Protest wenn er den Arbeitgebern große Bewegungs- des Landgerichts III beschäftigte. Wegen Kuppelei war die erhob gegen den neuesten sozialpolitischen Kurs der kaiserlichen freiheit biete. Nach weiteren Auseinandersetzungen, bei Sentiere Amalie Hofe angeklagt. Die Angeschuldigte hatte Werft. Es handelt sich um folgende, soeben bekannt gewordene denen von den Arbeitnehmervertretern hervorgehoben wurde, daß in einem Hause der Nürnbergerstraße eine große und sehr vornehm unerhörte Vorkommisse. Hier eristiert seit zirka 10 Jahren ein so- außer den drei Hauptpunkten ja noch verschiedene andere Ver- eingerichtete Wohnung inne, die sich seit längerer Zeit in der genannter nationaler Arbeiterverein, der lange Zeit ein fümmerliches schlechterungen im Tarifentwurf der Arbeitgeber enthalten find, ebewelt eines sehr ausgedehnten Rufes erzogen sich die Parteien zu besonderen Beratungen zurück, die Dasein fristete und erst seit der letzten Reichstagswahl, protegiert durch stundenlang dauerten. Es wurde in dieser Weise zwischen den freute. In jedem der vielen Zimmer wohnte eine Priesterin der den Reichslügenverband, als Schutztruppe des Hottentottenblocks, sowie Barteien hin und her vermittelt. Das Ergebnis, soweit es in der Venus, die schon von den frühen Morgenstunden an HerrenDie Inhaberin dieses Liebestempels drüdte in Verbindung mit den( gelben) Pensionskassen der Privatwerften öffentlichen Sizung mitgeteilt wurde, war ein Beschluß des besuche erhielt. nur dann sichtbar, eine gewisse Bedeutung erlangte. Wie schamlos die Macher des Einigungsamtes, die Verhandlungen abermals zu vertagen. Die gewöhnlich beide Augen zu und wurde Vereins unter der herrschenden schlechten. Konjunktur ihr Handwerk Arbeitgeber protestierten gegen die Vertagung und wünschten, daß wenn es galt, die sehr hohe Miete in Empfang zu nehmen. treiben zu können glauben, geht daraus hervor, daß der wenigstens die bisher durch beratenen Punkte erledigt werden Dieses Treiben gelangte schließlich zur Kenntnis der Polizei, die Verein nach der letzten Landtagswahl in seinem gratis verbreiteten follten. Da jedoch die Arbeitnehmer entschieden darauf beharrten, eines Tages nach vorheriger Beobachtung das Kuppelnest aushob. Blättchen„ der nationalen Arbeiter" den Scharfmacherorganisationen erst mit ihren Mandatgebern Rücksprache zu nehmen, blieb es bei Gegen die zu sehr entgegenkommende Wirtin wurde Anklage wegen und besonders der Leitung der kaiserlichen Werft diejenigen Arbeiter Suppelei erhoben. Das Schöffengericht in Charlottenburg verurteilte und Meister, die sozialdemokratisch gewählt hatten, zum Teil unter Achtung, Töpfer! Die Sperre über die Firma Gustav Artelt die Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche. Die Gegen dieses Urteil legte Frau H. Berufung ein. direkter Namensnennung, denunzierte und der Werftverwaltung, ist hiermit aufgehoben. Die Verbandsleitugg. Straffammer hielt nach erneuter Beweisaufnahme das erste Urteil als sie nicht prompt genug auf die Denunziationen zu reagieren aufrecht und vertvarf die Berufung auf Kosten der Angeklagten. schien, unverblümt mit dem Reichsmarineamt zu drohen wagte. Daß diese Drohung feine Rodomontade gewesen, hat sich jetzt ges zeigt: die Werftverwaltung hat vor dem Verein fapituliert und ist mit ihm in offene Geschäftsverbindung getreten. Während nämlich die Werft ihre Arbeiter bis jetzt allein durch den allgemeinen Arbeitsnachweis in Kiel bezog, läßt sie sich seit einigen Tagen ihre neu Achtung, zweiter Kreis. Donnerstag, den 17. September, abends einzustellenden Arbeiter durch die Geschäftsstelle des nationalen" 82 Uhr, Lefeabend bei Hemp, Urbanstraße 170. Vereins zuweisen. Auf den Kriegsschiffen sind find Stationsbefehle angeschlagen, durch welche die Neservisten welche die Neservisten auf das Bureau des Vereins aufmerksam gemacht werden. Unter allgemeiner Entrüstung der Versammlung wurde die Prozedur dieses Arbeitsnachweises wie folgt beschrieben. Auf dem Bureau des Vereins wird der Arbeitsuchende zunächst einem scharfen Verhör unterzogen, ob er einer fozialdemokratischen" Gewerkschaft angehöre, resp. es wird ihm von vornherein auf den Kopf zugesagt, daß er sozialdemokratisches Verbandsmitglied" sei. Dann wird ihm zur Unterschrift ein gedruckter Nevers vorgelegt, durch welchen er seinen Austritt aus der freien Gewerkschaft erklärt. Die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes hat in den letzten Tagen mehrerer solcher Austrittserklärungen von bisherigen Mitgliedern zugestellt erhalten. Als„ Erfazz" für den sozialdemokratischen Verband wird dem Arbeitssuchenden, da der„ nationale Arbeiterverein" feine wirtschaftlichen Zwecke verfolge, der Hirsch Dundersche Gewerkverein"(!), dem auch Die Krankenkassen wissen ein Lied davon zu singen, in wie der inquirierende Vorsitzende des„ nationalen" Vereins an- erheblichem Maße sie durch betrügerische Maßnahmen von Unter zugehören behauptet, lebhaft empfohlen. Schließlich erhält nehmern in ihren Einnahmen geschmälert werden. Die von der also Bearbeitete seine Empfehlung" für die kaiser- den Arbeitern durch den Unternehmer eingezogenen Krankenkassenliche Werft, gleichfalls ein gedrucktes Formular, und es beiträge werden in vielen Fällen nicht abgeliefert und, falls Strafwird ihm geraten, diesen Schein keinem Arbeitskollegen zu zeigen, antrag gegen die Betrüger erhoben wird, kommen sie meist mit sondern ihn in die Invalidenkarte zu stecken und so dem Beamten auf einer gelinden Geldstrafe, die lange nicht den unterdem Werftbureau, der Bescheid wisse, zu überreichen. schlagenen Beiträgen entspricht, davon. Etwas träftiger wurde Venedig, 15. September.( B. S.) Der deutsche Tourist Rudolf Die Versammlung erhob in einer einstimmig angenommenen ein betrügerischer Bauunternehmer August Patwald Wessel aus Eckerfeld in Preußen, der abends eine Gondelfahrt Resolution empörten Protest gegen diese Praktiken, die ein von angefaßt, der sich vor einigen Tagen vor der Straffammer in unternahm, wurde von den Gondelieris in einen entlegenen Stadt- der Oberwerftverwaltung protegiertes Attentat auf das Koalitions. Schneidemühl wegen Unterschlagung von Krantenlassen- teil gefahren und dort seiner Barschaft in Höhe von 1500 M. beraubt. Die Polizei ist den Tätern auf der Spur. recht und einen direkten Verstoß gegen die Reichsgesetze, den§ 152 geldern zu verantworten hatte. der Gewerbe- Ordnung bedeuteten. Es wurde darauf verzichtet, den Bazwald schuldet der Schneidemühler gemeinsamen Orts. Ueberfall auf eine Geldpost. Arbeiterausschuß zu beauftragen, bei der Oberwerftdirektion vorstellig frankenkasse Eintrittsgelder und Beiträge von insgesamt 737,41 zu werden, denn man sei überzeugt, daß der nationale Arbeiter Mart. Die Einziehung der Beiträge ist, wie festgestellt, von der berein zu seinem Vorgehen die Zustimmung der Oberwerftdirektion Krankenkasse regelmäßig vor den Fälligkeitsterminen versucht habe. Dagegen wurde der bestimmten Erwartung Ausdruck ver- worden, war aber wie das darauf folgende Zwangsbeitreibungsliehen, daß das Reichsmarineamt einschreiten und dem verfahren des städtischen Vollstreckungsamts fruchtlos, indem P. nationalen Arbeiterverein den Arbeitsnachweis für die Werft entziehen einfach seine Zahlungsunfähigkeit zu Protokoll erwerde. In einem weiteren Beschluß wurde der Reichstagsabgeordnete klärte. In der Gerichtsverhandlung gab der Angeschuldigte zu, des Kreises, Genosse Karl Legien, ersuch diese Resolution samt regelmäßig seinem Arbeitspersonal Abzüge für die Krankenkasse dem nötigen Kommentar dem Chef des Regsmarineamts zu über- gemacht zu haben, es sei ihm aber nicht möglich gewesen, das Geld an die zuständige Kasse abzuliefern, weil er mit Zahlungsschwierigs Da ähnliche Vorgänge auch aus Wilhelmshaven gemeldet feiten zu kämpfen gehabt habe. Der Staatsanwalt tam jedoch zu werden, es sich also um ein systematisches Vorgehen der Werft. einer anderen Ueberzeugung. Er hielt die Handlungsweise des Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl mitteln. " der Bertagung. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen- Veranstaltungen. Letzte Nachrichten und Depefchen. Sieg in Speyer- Ludwigshafen. Raiserslautern, 15. September. Bei der Neichstagserfahwahl im Wahlkreise Speyer- Frankenthal- Ludwigshafen erhielten nach den bisherigen Ergebnissen Buhl( liberal) 12 607 und Die Vertrauensperson. Fünfter Kreis. Am Donnerstag, den 17. September, abends 9 Uhr, findet bei Rausch, Winsstr. 12, unser Leseabend statt. Die Genofsinnen, welche bis jetzt ihren Uebertritt in den Wahlverein noch nicht bewirkten, werden ersucht, dasselbe sobald als möglich Die Vertrauensperson. Berlin, sechster Kreis. Lefeabend der Frauen Donnerstag, den Das Mandat war bisher vertreten durch unseren verstorbenen 17. September, 8% Uhr, im fleinen Saal Bharus- Säle". Müllerstraße 142. zu tun. Gerichts- Zeitung. Unterschlagung von Krankenkassengeldern. Binder( Sozialdemokrat) 21 837 Stimmen. Genossen Ehrhart. Bei der Wahl im Jahre 1907 erhielt die Sozialdemokratie 18539 Stimmen, die Nationalliberalen vers einigten auf ihren Kandidaten 13 708 Stimmen. Außerdem brachte das Benrum, das bei der diesmaligen Wahl Stimmenthaltung be. schlossen hatte, 8169 Stimmen auf. Die Cholera in Petersburg. Petersburg, 15. September.( W. T. B.) Die heute abend ber. öffentlichten Meldungen zeigen ein schnelles Wachstum der hiesigen Choleraepidemie. Von gestern mittag bis heute mittag sind an der Cholera 240 Personen erkrankt und 60 gestorben. Die Gesamtzahl der Cholerakranken beträgt 515. Biedere Gondellenker. Ziftis, 14. September. Auf dem Wege Borshom- Achalzich überfiel eine Räuberbande eine von sieben Kosaten und zwei Polizeis foldaten begleitete Geldpost. Durch die geschleuderten Bomben und Gewehrschüsse wurden drei Kosaken getötet, einer verwundet. Doch gelang es, von den Räubern zwei zu erschießen, die übrigen in die Flucht zufchlagen und dadurch die Post zu retten. Zur Verfolgung der Räuber sind eine Kompagnie Infanterie und eine Kosakensotnie aufgeboten. Nr. 217. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 16. September 1908. Der Parteitag in Nürnberg. 2. Verhandlungstag. Nürnberg, 15. September. Bormittagsfitung. Frauenorganisation. b. Elm Schreck Bielefeld: = Recht verloren." Wir haben doch auch in unserem Organisations- mindestens eine Genoffin angehört. Wenn man fürchtet, daß keine statut für die Gesamtpartei ausgesprochen, daß die Grundlage für befähigte Genossin vorhanden ist, so weise ich darauf hin, daß es die politische Organisation die Kreisorganisation ist. Ja, wo in wohl selten einen Vorstand geben wird, der nur aus befähigten einem Kreise teine Genossen sind, können wir auch keine Kreis- Genossen besteht. Ich kann es mir sogar denken, daß wir in organisation schaffen, und doch ist die Bestimmung notwendig, fleineren Orten keinen Genossen haben, der bereit ist, den Vorsitz um eine Grundlage für die Organisierung zu schaffen, und so zu übernehmen, wohl aber eine Genossin. Es steht fest, daß manche werden auch wir die Grundlage geben für das, was angestrebt Genossen glauben, daß die Männer an sich geistig höher ständen, werden soll. Wir hatten eine weibliche Vertrauensperson, die als die Frauen. Diese Anschauung kann ich nicht teilen. die Agitation unter dem weiblichen Proletariat entfaltete. Wir Singer eröffnet die Sigung mit der Mitteilung, daß eine wollen das historisch Gewordene entsprechend den neuen Verhält Der Antrag 24 wird zurüdgezogen. längere Erklärung des Genossen Maurenbrecher ein- nissen umwandeln, an Stelle der weiblichen Vertrauensperson gegangen ist, in der er bedauert, daß er persönlich, da er nicht Mit- soll das Mitglied in den Vorstand treten. Der Name wird ein Was b. Elm gesagt hat, flingt ja bestechend. Er stellte sich glied des Parteitages ist, sich nicht an der gestrigen Debatte be- anderer, aber die Funktionen bleiben dieselben. Der einzige Unter- rein auf den Boden des Prinzips der Gleichberechtigung, er softe feiligen konnte. Er setzt auseinander, daß sein gestern von Grun- schied ist, daß die weibliche Vertrauensperson aus eigener Snitiative aber wissen, daß die Hauptsache ist, eine Absicht möglichst schnell wald besprochener Artikel aus der„ Hilfe" eine rein wissenschaft gearbeitet hat, während das weibliche Vorstandsmitglied in Ueber- durchzuführen, und von diesem Standpunkt aus muß er das Abliche Arbeit sei, die ihrem Inhalt und ihrer Tendenz nach nicht einstimmung mit dem Gesamtvorstand zu handeln hat. Wie kann kommen zwischen dem Parteivorstand und den Frauen beurteilen. zu denen zu rechnen sei, deren Veröffentlichung in den gegnerischen man da von einem Sonderrecht für die Frauen sprechen. Es Der Sinn des Abkommens ist der, daß die Organisationsarbeit Blättern durch die Barteiresolution verboten ist. Er fügt hinzu, kommt nur darauf an, mit Rücksicht auf die Eigenart des weib- unter den Frauen, die angesichts der früheren Gesetzgebung unterdaß zum Verständnis des Artikels sein Schluß hätte verlesen wer- lichen Charakters in der Agitation die Frauen bei ihrem Interesse bleiben mußte, jezt energisch in die Hand genommen werden muß. den müssen, was Grunwald nicht getan habe. Der Parteitag zu packen, in dem man einmal ihr Interesse als Mutter, das Dazu dient die Bestimmung, daß eine Frau im Vorstande sihen nimmt von dieser Erklärung Aft, sie geht zu Protokoll. andere Mal ihr Interesse als Erwerbstätige, als Hausfrau usw. soll. Ein neues Arbeitsgebiet ist für die Partei eröffnet, besonders setzt. Kein Ehrenamt, sondern eine ernste Arbeitspflicht soll dieser in den kleineren Städten. In den Großstädten und auch in den Nunmehr beginnt die Diskussion über den gestern zurüdge- Posten der Frauen im Vorstande sein. Unser Antrag ist gestellt, Industriezentren suchten und mußten sich die Genossen auch schon weil wir wissen, daß die männlichen Mitglieder ohnedies mit unter den für die Frauen maßgebenden alten Ausnahmebestim stellten Abschnitt des Geschäftsberichtes über die Frauen- Arbeit überlastet werden. Wir wünschen eine gedeihliche Arbeits- mungen behelfen. Aber jetzt gilt es, auch in den zurückgebliebenen organisation. teilung, wie sie schon früher durch die Einrichtung der weiblichen Gegenden die Frauen heranzuziehen. Wir kennen ja die Be Vertrauensposten bestand. Die besonderen weiblichen Zusammen- quemlichkeit und das Ruhebedürfnis so mancher Genossen, die vor künfte sollen besonders dem Zweck dienen, das weibliche Prole- dem neuen Element, den Frauen, die einen neuen Geist hineintariat nicht nur zu zahlenden Mitgliedern zu machen, sondern bringen, ihre Ruhe haben wollen. Ganz eng hängt auch die Frage auch zu aufgeflärten, überzeugten, grundsätzlich gefestigten Sozial- der Jugendorganisation mit der Heranziehung der Frau und ihrer demokraten. In die Bezirksabende der Männer können die Frauen besonderen Vertretung im Vorstande zusammen. Ich erwarte in den meisten Fällen nicht kommen, weil sie nicht nur als Haus- davon auch ein rascheres Gewinnen der Jugendlichen. Was nun frauen und Erwerbstätige mit Arbeiten überlastet sind, sondern den Antrag der Frauenkonferenz über die Pflicht der Männer, weil sie daneben auch noch ihre Mutterpflichten zu erfüllen haben, ihre Angehörigen der Partei zuzuführen, anlangt, so hat Frau und zwar gerade in der Zeit, wo die Frau am regsamsten und ziet erklärt, daß man sich nicht auf den Wortlaut versteifen solle. elastischsten ist. Wir wollen verhüten, daß der Mann allein geistig Wenn es heiße, es sei Pflicht der Männer, ihre weiblichen Anemporsteigt und die Frau geistig stehen bleibt und womöglich noch gehörigen über die Notwendigkeit aufzuklären, einer Organisation tiefer sinkt. v. Elm meinte, diese Frauenzusammenkünfte könnten beizutreten, dann würde der Antrag einstimmig angenommen. zu Streitigkeiten führen, die der Parteibewegung eher schaden als Der Beschluß des Gewerkschaftskongresses kann zum Vergleich nicht nuken werden. Nun, das wären eben Kinderkrankheiten, die herangezogen werden. Es ist ein Unterschied, ob man von den schließlich die Frauenbewegung überwinden muß, wie solche auch Männern verlangt, daß sie ihre im Erwerbsleben tätigen weibdie Parteibewegung überwunden hat, leider noch nicht überall. lichen Angehörigen den Organisationen zuführen, die wirtschaftIhr wißt ja aus eigener Erfahrung, daß Ihr Euch oft genug so liche Interessen vertreten, oder ob man fordert, sie in politische bei den Köpfen habt, wie es nicht schlimmer sein kann, daß Ihr Organisationen zu bringen, wo ein politisches Glaubensbekenntnis Euch bei Euren Differenzen aufs schärfste und rücksichtsloseste be- beim Eintritt verlangt wird. Das ganze Abkommen stellt offenbar fämpft; warum sollen wir das nicht auch tun?( Heiterkeit.) ein Provisorium dar. Sobald die Frauen in den politischen b. Elm muß wohl, wenn er solche Anschuldigungen erhebt, sehr Organisationen sind, werden wir über die Form nicht mehr zu böse Erfahrungen gemacht haben.( Große Heiterkeit.) Was nun streiten brauchen. den Passus anlangt, daß es Pflicht der Genossen sei, die Frauen der weiblichen Organisation zuzuführen, so will ich mich auf den Wortlaut nicht versteifen. Aber es wundert mich, daß gerade v. Elm dagegen Einspruch erhoben hat. Auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß ist eine Resolution der Tabatarbeiter, also der Kollegen v. Elms, angenommen worden, die zum Ausdruck bringt, daß es Pflicht aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sei, ihre Wenn irgendeine Parteimaßnahme die Mißstimmung der weiblichen Angehörigen den Gewerkschaften zuzuführen. Darunter Masse hervorgerufen und die Untlarheit gefördert hat, dann ist es ist selbstverständlich nicht zu verstehen, daß der Mann der Frau der von den Frauen mit dem Parteivorstand vereinbarte Vorschlag. fagt:" Du sollst jetzt in einen Verein eintreten!", sondern man Ohne der politischen Organisation auch nur das mindeſte zu sagen, wollte damit nur einen Anstoß geben, weil, wie v. Elm früher so wurden die Vorschläge ausgearbeitet und uns dann als vertraulich schön sagte, die Männer oft zu" maulfaul" find und zu wenig für zugeschickt ohne jede Begründung. Ohne Zweifel will die Vereindie Aufklärung der Frauen fun. Das wollen wir auch zum Aus- barung den bisherigen Zustand in Preußen beseitigen. Den Ausbrud bringen. Wenn aber gegen die Fassung Einspruch erhoben nahmezustand, daß die Frauen sich nicht organisieren durften, wird, und Ihnen meine Interpretation nicht genügt, so mag eine fannten wir in Sachsen nicht. Wir haben daher bereits vor Jahren Vereinbarung über den Wortlaut erfolgen. Dem Sinne nach die Sonderorganisation der Frauen aufgehoben und uns gemeinwollen wir die Pflicht aussprechen, daß die Männer nicht nur fam organisiert mit dem Erfolg, daß statt früher 2-300 in den Agitatoren draußen in der Masse sein sollen, sondern auch in Bildungsvereinen, jest 4000 organisiert sind. Wir wollen weiter ihrem eigenen Heim. Am wenigsten tann man dagegen etwas nichts, als daß die Einheit der Partei nicht beseitigt wird, daß die einwenden, daß, wenn es notwendig ist, auch in Zukunft Frauen- Organisationen nicht nach Geschlechtern getrennt werden. Wir Tagesordnung wird der Parteivorstand zu bestimmen haben. Ich gerade einen besseren Ausbau der Organisation zum Nußen der fonferenzen stattfinden sollen. Ueber ihren Zeitpunkt und die wollen, daß alles durch die Organisation geschieht. Wir wollen bin überzeugt, daß die Frauenkonferenzen sich als unbedingt not- Frauen. Wir haben bei uns die Frauen nach ihren Wünschen die Frauen interessieren, keine gründliche Erörterung auf dem der Parteiversammlung zur Beschlußfaffung unterbreitet. Während wendig erwiesen haben, weil eine ganze Reihe von Fragen, die gefragt, diese Wünsche eingehend geprüft und dann die Anträge ohnedies schon überlasteten Parteitage finden können, z. B. die die Frauen früher von 15-20 Personen zum Parteitag delegiert Frage des Wöchnerinnen- und Schwangerenschutzes, die Frage der wurden, haben sie jetzt einen großen Resonanzboden. Aber wir Betätigung der Frauen in Gemeinden usw. Die Frauenfrage ist wehren uns dagegen, daß Unmögliches gefordert und vom Parteiihr durch den Sieg des Sozialismus gelöst werden.( Lebhafter ein Teil der großen sozialen Frage und kann nur gemeinsam mit tag festgelegt wird. Beifall.) begründet seinen Antrag 127*). Der Antrag des Parteivorstandes ist zu zwingend und trägt den praktischen Bedürfnissen der einzelnen Bezirke im Lande nicht genügend Rechnung. Mein Stand punkt in der Frage der Frauenorganisation ist die Notwendigkeit des Zusammenwirkens der Frauen und Männer. Die Männer haben dasselbe Interesse an der Betätigung der Frauen wie diese selbst. Gewiß sind besondere Veranstaltungen, Einrichtungen von Abenden, um die Frauen praktisch und theoretisch zu schulen, besondere Versammlungen zu ihren ganz besonderen Interessen und unter Umständen auch Frauenkonferenzen notwendig, nur darf solches nicht für alle Orte vorgeschrieben werden, denn unter Umständen ist es nicht durchführbar, und dann entsteht Zant und Streit. Die Frauen sollten den Männern auch etwas Urteil über ihre Bedürfnisse zugestehen. Das ist aber nicht der Fall. Der Antrag auf Streichung der Frauenkonferenzen aus der Resolution ist auf dem Parteitage der Frauen nur mit 33 gegen 26 Stimmen gefallen. Auf den Parteitagen werden unter Umständen Lebensfragen der Partei entschieden. Ob da eine Frau delegiert werden soll, das soll man ganz ruhig den Genossen am Ort überlassen. Wenn man von Gleichberechtigung redet, soll man doch endlich aufhören, Sonderrechte für die Frauen zu verlangen.( Bustim mung.) Die Frauen verlangen: Kommt den Frauen zart entgegen. Aber gegen uns haben sie immer Mißtrauen, und Miß trauen schließt ein gedeihliches Zusammenarbeiten aus. Die Frauen verfallen immer in den Fehler, in ganz zwingender Form zu reden. Der Antrag der Frauenkonferenz ist ganz unmöglich annehmbar. Da heißt es: Pflicht der Genossen ist es, ihre weiblichen Angehörigen der Parteiorganisation zuzuführen, als ob die Männer über die Frauen zu kommandieren haben.( Heiterkeit.) Schon um die Frauen nicht zu beleidigen, müssen wir das ablehnen. Wenn es in meinem Antrage heißt: Jede Genossin ist verpflichtet beizutreten, dann genügt das, denn Nichtgenossinnen können wir auch nicht gebrauchen. Ganz etwas anderes ist die moralische Pflicht für die Männer, die Frauen zu Genoffinnen zu erziehen. Nehmen Sie meinen Antrag an, der ja inhaltlich dasselbe will wie der Antrag 21. Hoffmann- Berlin zieht den Antrag 22 zurüd zugunsten des weitergehenden Antrages 17. Lipinski- Leipzig: Hoffmann Hamburg: Obwohl ich im Prinzip mit Elm übereinstimme, halte ich den Borschlag des Parteivorstandes doch für praktischer. Er will aus dem alten Vereinsrecht in das neue hinüberleiten. Aber der zweite Sah von Punkt 4 muß gestrichen werden, daß eine Genossin im Vorstande eines Vereins sein muß. In ländlichen Wahlkreifen ist das gar nicht durchführbar, weil keine Leute vorhanden sind. Das gibt auch Müller zu. Aber dann darf es auch nicht in dem Beschluß cines Parteitages stehen, denn er soll ausgeführt werden. Der Redner begründet seine Ansicht über die Undurchführbarkeit im einzelnen aus den Verhälnissen des Agitationsbezirkes Leipzig, wo in 300 zerstreuten Ortschaften nur 138 Frauen organisiert sind. In solchen Wahlkreisen ist der Vorstand auch die Organisationskommission. Sie muß in die einzelnen Orte und Sektionen hineingehen, sich die Nächte um die Ohren schlagen. Schon jetzt ist die Troß der begeisterten Ausführungen der Genoffin Bieb bitte Arbeitskraft der Vorstandsmitglieder auf das äußerste angespannt; ich Sie, dem Antrage v. Elm ihre Zustimmung zu geben, und zwar muß ein Mitglied eine Genossin sein, dann werden sie noch mehr einmal aus praktischen Gründen und zweitens, weil ja jebt die überbürdet. Man kann doch nicht eine Frau, bloß weil sie Frau ist, gefeßlichen Schranken gefallen sind, die es den Frauen bisher unin ein Amt hineinwählen, ganz gleich, ob es notwendig ist oder möglich machten, in die eigentlichen Parteiorganisationen einzunicht. Der erste Satz des Punktes 4 genügt vollkommen. Er läßt treten. Nach der Auffassung der Parteigenossen und des größten die Möglichkeit offen, daß Genoffinnen in den Vorstand eintreten Teiles der Parteigenoffinnen in Hamburg müssen die Frauen fönnen. Auch die Delegationsform halte ich nicht für glücklich, sich jetzt in diesen Rahmen einfügen.( Sehr richtig!) Wir in äußere mich aber jetzt darüber nicht, weil ich annehme, daß die Hamburg sind den Frauen sehr weit entgegengekommen, bei uns Delegationsfrage auf dem nächsten Parteitag überhaupt geregelt besteht bereits seit Jahren die statutarische Bestimmung, daß dem wird. In Punkt 2 ersuche ich die Worte: der Männer" zu streichen. aus 6 Personen bestehenden Vorstand eine Genofsin angehören muß. Und tatsächlich haben wir seit Jahren in jedem der drei Vorstände Frau Ziek Hamburg: eine Frau. Aber was für Hamburg möglich ist, mit seinen nahezu Ich muß zunächst meiner Verwunderung darüber Ausdrud 4000 weiblichen Mitgliedern, ist nicht ohne weiteres für andere geben, daß, nachdem die in Frage kommenden Körperschaften zu eine Orte möglich. Wir wissen doch, wie schwer es oft hält, sommengetreten sind, um dem Parteitag einen Organisations- männliche Vorsißende zu bekommen. Noch viel schwerer wird es entwurf vorzulegen, uns nun hier ein ganz neuer Organisations- sein, Frauen für den Vorstand zu gewinnen. Eine solche zwingende entwurf vorgelegt wird, und noch dazu von einem Genossen, der Bestimmung, wonach es Pflicht ist, eine Frau in den Vorstand den Beratungen unserer Frauenkonferenz beigewohnt hat. Sie hineinzuwählen, könnte doch niemals durchgeführt werden. wissen, daß der Organisationsentwurf zustande gekommen ist schon aus diesem Grunde empfiehlt es sich, aus einem Statut für zwischen dem Parteivorstand, den Vertretern der Berliner Organi- die Gesamtpartei das Zwingende zu entfernen, und die Heranfationen und einer Anzahl Genofsinnen. Ich habe es noch verziehung von weiblichen Vorstandsmitgliedern in das Ermessen der standen, daß Genosse v. Elm auf unserer Konferenz Ab- Organisationen zu stellen. Ich bin überzeugt, daß wir agitatorisch änderungsanträge gestellt hat, ich verstehe es aber nicht, daß nun fähige Frauen haben. Das werden die Männer anerkennen und ein ganz neuer Entwurf vorgelegt wird.( Widerspruch.) Gewiß solche Frauen an die Spitze stellen. Wir haben in Hamburg in erkenne ich das formale Recht an, aber ich finde die Pragis mert einigen Bezirken Frauen als Bezirksführerinnen, die ihre Pflicht würdig, daß damit die Grundlage der Diskussion verschoben tun, und wir sehen, daß die Genofsinnen dort durchaus eines wird. Man sagt nun gegen unseren Entwurf, es sei in ihm Herzens sind, wenn auch hier und da mal Frauengegnerschaft vorüberall ein Zwang ausgedrückt. In einem Organisationsstatut handen ist, wie es ja umgekehrt auch Frauen gibt, die Männer aber müssen doch auch genaue Bestimmungen getroffen werden: absolut nicht haben wollen. Den Antrag Hamburg ziehe ich zudas muß so sein. Man wendet ein, es feien nicht überall unter gunsten des Antrages v. Elm zurück. Die Notwendigkeit der den Frauen die geeigneten Sträfte vorhanden, die in den Vorstand Frauenkonferenzen kann ich troh der Ausführungen der Genoffin gewählt werden könnten. Wp nichts ist, da hat der Kaiser sein Zieh durchaus nicht einsehen. Was dort geregelt werden sollte, fann ebensogut auf einem Barteitage geregelt werden, und wenn *) 127. Jede Genoffin ist verpflichtet, der sozialdemokratischen es einmal notwendig ist, eine besondere Frauenkonferenz einzuParteiorganisation ihres Ortes beizutreten. Politische Conder berufen, dann wird der Parteivorstand, dem ja ein weibliches organisationen sind nicht gestattet. Zur theoretischen und praktischen Mitglied angehören soll, in der Lage sein, den besonderen Um Schulung der Genossinnen tönnen jedoch besondere Vereinsabende, ständen Rechnung zu tragen. zur Erörterung der die Frauen hauptsächlich interessierender Fragen Frauenversammlungen veranstaltet werden. Haberland Barmen: Und Die Festrebung der Beiträge für die weiblichen Mitglieder Im Gegensatz zum Vorredner bitte ich Sie, es bei dem Vorbleibt den einzelnen Organisationen überlassen. Empfehlenswert schlage des Parteivorstandes zu belassen. Auf die Frage der Deleist, die Beiträge für die weiblichen Mitglieder niedriger zu be- gation gehe ich nicht ein, diese Frage wird ja wohl bei der meffen als für die männlichen. Zu der Leitung und Verwaltung in den sozialdemokratischen Vereinen und Kreisorganisationen sind, wenn möglich. Genossinnen heranzuziehen, ebenfalls zur Leitung der Gesamtpartei. Den weiblichen Mitgliedern der Verwaltungen liegt es ob, die notwendige Agitation unter dem weiblichen Proletariat im Einvernehmen und unter Mitwirkung der tätigen Genossen und Genoffinnen zu betreiben. A. v. Elm und 23 Genoffen. Singer: Die Resolution des Frauentages hat eine Aenderung muß es die Aufgabe der Genossen erfahren; sie lautet jetzt: sein, ihre weiblichen Angehörigen aufzuklären, damit solche Mitglieder der Partei werden." Unterzeichnet: Frau Ziek. Lipinski- Leipzig: Siebert- Altona: Im Interesse der Frauenagitation ist es notwendig, daß eine Frau im Vorstande ist. Elm sagt, Nichtgenossinnen tönnen wir nicht gebrauchen. Nun, er kennt doch unsere Kleinarbeit. Wir wenden uns doch an das Proletariat und erziehen es in unserem Sinne. Wenn man in Hamburg anerkennt, daß Frauen im Vorftande notwendig sind, so haben die Hamburger keine Veranlassung, das für andere Bezirke nur fakultativ zu machen. Frau Wadwitz- Dresden: Was in Sachsen möglich ist, sollte auch für die anderen Bundesstaaten notwendig werden. Die Resolution Elm ist für uns unannehmbar. Die strittigen Punkte in der Resolution des Vorstandes und der Berliner Genoffinnen können vielleicht geändert werden. Es ist unmöglich, alle Frauenfragen, die Frau Zieß angeführt hat, auf einem allgemeinen Parteitage zu verhandeln. Dazu reicht die Zeit nicht. Wir haben in Dresden ausgiebige Diskussionsabende, mit denen die Vorstandsmitglieder durchaus zufrieden sind. Sie sind ja immer in der Lage, den Frauen die Daumenschrauben anzulegen. von Elm: Genossin Ziek war gütig genug, mir das formale Necht zuzugestehen, gegen die Beschlüsse der Frauenkonferenz einen Antrag einzubringen, ich sei aber eigentlich verpflichtet, meinte sie, für dieselben einzutreten. Wenn die Frauenkonferenzen sich in der Weise entwickeln, daß hier den Delegierten förmlich ein gebundenes Mandat erteilt wird, dann bin ich in Zukunft gegen die Frauenkonferenzen.( Hört! hört!) Frau Bieß ist ja lebhaft erstaunt, daß ich sogar den Mut habe, wider den Stachel löden. Gie sollte wissen, daß ich gar nicht auf dem Gewerkschaftstongreß anwefend war, also auch nicht verantwortlich gemacht werden kann für die dortigen Anträge und Beschlüsse. Aber selbst wenn die Fassung dieselbe wäre, würde es ganz etwas anderes bedeuten. In Hamburg haben wir 4000 weibliche Mitglieder. Dort können wir sagen, es muß eine Frau die Vertreterin dieser 4000 sein. Aber wie steht es denn in ländlichen Wahlkreisen? Mein Antrag will den Frauen inhaltlich ganz dasselbe geben wie Sie. Nur die Form ist gemildert, und damit hatte sich Frau Zieß auf der Frauenfonferenz ausdrücklich einverstanden erklärt. Und nun redet sie um die Sache herum. Ueber die Delegation zum Parteitag hat sie kein Wort gesagt.( Frau Ziek: Weil ich keine Zeit dazu hatte!) Es scheint, als ob man die ganze Partei unter den Pantoffel der Frau bringen will.( Heiterkeit.) Dagegen uns zu wehren, haben wir alle Veranlassung. Die Diskussion wird geschlossen. Frau Ziet( persönlich): Alenderung des Organisationsstatuts überhaupt geregelt werden. Insofern ist mir allerdings ein Teil des Antrages v. Elm shm- Ich habe nicht erklärt, weil v. Elm an der Frauenkonferenz pathisch, als auch ich die Beseitigung der Frauenbildungsvereine teilgenommen hat, hat er zwar das formale Recht, Anträge cingewünscht hätte. Wir können aber wohl von der Loyalität der zubringen, aber eigentlich dürfte er es nicht. Ich habe vielmehr Genofsinnen erwarten, daß Neugründungen solcher Frauen- erklärt: nachdem der Parteivorstand uns, den bisherigen Mitbildungsvereine in Zukunft so viel wie möglich unterbleiben. Ganz gliedern, den Genossinnen, selbst einen Organisationsentwurf vors entschieden möchte ich empfehlen, die Genossinnen so viel wie gelegt hat, der auf der Frauenkonferenz auch bereits zur Diskussion möglich zur inneren Organisation der Partei heranzuziehen. Be- geftanden hat, halte ich es für eigenmächtig, wenn er einen ganz sonders müssen wir stritte verlangen, daß jedem Vorstand neuen Organisationsentwurf einbringt. Ich habe erklärt, ich hätte eS verstandet, tcc'rm er cS so gemacht hätte, tvie auf der Konferenz, daß er Abänderungsanträge einbringt, aber nicht, dah er einen ganz neuen Entwurf einbringt. Ich erkläre das ausdrücklich, weil v. Elm sonst dies weiter gegen die Fraucnkonfcrenz ausspielen wird. Singer: Ehe ich das Schlußwort erteile, mache ich Mitteilung von einer Erklärung des Genossen G r u n w a lü und der Genossin Zetkin, die im Anschluß an die Erklärung Maurenbrechers ein- gegangen ist. Grunwald erklärt, er hätte den Artikel der„Hilfe" sehr gern ganz verlesen, wenn seine Redezeit dazu gereicht hätte. Den einen Satz, den er nicht verlesen habe, habe er auch deshalb nicht zu verlesen brauchen, weil das, was er behauptete, auch aus dem Vorhergehenden hervorgehe. Die„Hilfe" gehöre zweisellos zu den Organen, die in der Dresdener Resolution gemeint sind. Auch diese Erklärung nimmt der Parteitag zur Kenntnis. Parteisekretär Müller(Schlußwort zum Vorstandsbericht): Wesentliche Einwendungen gegen den Vorstandsbericht sind nicht gemacht worden. In der Kalenderfrage ist, wie aus den Ausführungen des Königsberger Genossen hervorgeht, Genosse Leinert doch wohl zu weit gegangen. Der gesamte Inhalt des Kalenders kann nicht in dem Maße durch die Inserate beeinträchtigt werden, daß man von einem Skandal reden kann. Bereits im vorigen Jahre hat der Parteivorstand über diese Inserate mit den ostpreußischen Genossen korrespondiert. Es ist nicht richtig, daß, weil der Parteivorstand einen Zuschuß zu den Kalendern einzelner Bezirke gibt, wir deshalb den gesamten Inhalt der Kalender redigieren können. Wir bezahlen zwei Bogen dieser Kalender. Im allgenieinen muß allerdings stets, soviel als möglich vermieden werden, unsere Kalender mit derartigen Inseraten zu verquicken. Man soll nicht meinen, daß man dem Parteivorstand durch Auf- nähme solcher Inserate Kosten erspart. Bei Kalendern von zwei Bogen können wir auf die Inserate ruhig verzichten. Gegenüber dem Genossen K l ü h s- Magdeburg bemerke ich, es wurde in Essen ausdrücklich festgelegt, daß zunächst davon abgesehen werden soll, den ausländischen Dien st im Pressebureau einzu- führen. Prinzipielle Bedenken haben wir dagegen natürlich nicht, sondern es handelt sich um die Kostenfrage. Es muß bedacht toerden, daß wir die Parteipresse nicht mit zu großen Kosten belasten können. Klühs hat weiter getadelt, daß vom Parteitag nicht an die Presse Berichte gegeben werden. Ich kann nur bestätigen, daß der Partei- vorstand das nicht gewünscht hat. Als das Pressebureau ins Leben gerufen wurde, ist ausdrücklich gesagt worden, daß die bisher be- stehenden Bureaus, die sich mit der Abfassung von Leitartikeln. von Parteitagsverhandlungcn, mit den Kommissionsberichten aus den Parlamenten befassen, nicht durch das neue Pressebureau auf- gehoben werden sollen. Die Sache hat aber auch andere Bedenken. Wir werden z. B. in den nächsten Tagen Debatten über wichtige taktische Fragen haben, und bei der ganzen Zusammensetzung und den Aufgaben des Presseburcaus halte ich es nicht für angängig, daß es über solche taktische Fragen Berichte liefert, da solche Berichte immer in gewissem Sinne subjektiv sind. Ich erkenne aber auch die Notwendigkeit gar nicht an. Die Blätter, die in Betracht kommen, sind doch fast durchweg auf dem Parteitag vertreten da- durch, daß Redakteure anwesend sind, und es ist doch nicht zuviel verlangt, wenn die Redakteure ihrem Blatte über diese Debatte etwas schreiben.(Sehr richtig!) Also zu irgend einer Aenderung in dieser Beziehung liegt kein Anlaß vor. Zur Parteischule ist das Wesentliche in der Debatte bereits gesagt worden. Nicht richtig ist, was Eisner sagt, daß zwischen der jetzigen Auswahl der Schüler und der Auswahl im ersten Kursus eine wesentliche Differenz besteht. Wir haben von vornherein ausdrücklich fe st gelegt, daß Partei- funktionäre in die Kurse aufgenommen werden sollen. Wenn das bei dem ersten Kursus nicht gleich in dem Maße der Fall war wie später, so lag das daran, daß uns ver- hältnismäßig wenig Parteifunktionäre vorgeschlagen worden sind. Gegen den Vorschlag der Genossin Luxemburg, die Geschichte dcS Sozialismus in den Lehrplan aufzunehmen, hat der Partei- vorstand nichts einzuwenden. Das wird jedenfalls bald möglich sein. Davon kann keine Rede sein, daß wir ungeeignetes Schüler- Material bekommen haben. Auch muß ich bestreiten, daß die Vor- träge für das Schülermaterial zu hoch gewesen sind. Ich beziehe mich auf das Protokoll, das wir in jeder Schülerkonfcrenz auf- genommen haben, als die Lehrer nicht dabei waren. Da konnten wir zu unserer Freude feststellen, daß gerade die Vorträge über Nationalökonomie und Theorie des Sozialismus den allergrößten Beifall der gesamten Schüler gefunden haben. Unter diesen Um- ständen kann man nicht davon sprechen, daß die Parteischüler mit einem unbescheidenen Stolz erfüllt wurden, der nicht im Einklang stehe mit dem, was die Parteischule nach den gegebenen Verhält- nissen leisten könne. Es ist immer das Beispiel von den 22 Vor- trägen über die Werttheorie angezogen worden. Ich habe noch keine solche 22 Vorträge gehalten. Aber ich würde es viel bedenk- licher finden, wenn ein Schüler die ganze Werttheorie in einem einzigen Vortrage behandeln würde. Gerade daß er 22 Vorträge gehalten hat, beweist, daß er sich gründlich mit der Sache beschäftigt hat. Den Antrag, der den Parte/vorstand ersucht, eine Er- Weiterung der Parteischule in Erwägung zu ziehen, glaube ich so deklarieren zu können, daß der Parteivorstand nach wie bor an der EntWickelung der Parteischule das allergrößte Interesse nehmen und daß der Lehrplan erweitert werden soll. In diesem Sinne können wir unö mit dem Antrage einverstanden erklären. Genosse S t u b b e hat gewünscht, daß bei wichtigen, die Partei betreffenden Angelegenheiten in Zukunft die Leiter der Agi- tationsbezirke zusammen berufen werden sollen, damit sie besser informiert sind. Ich kann namens des Vorstandes erklären, daß wir gegen diese Anregung durch- aus nichts einzuwenden haben. Wir haben ja bereits anläßlich der letzten Rcichstagswahl eine Konferenz der Bezirks- sekretäre abgehalten. Wenn das in diesem Geschäftsjahr nicht ge- schehen ist, so lag das daran, daß wir in der wichtigsten Frage, der Wahlrechtsfrage, so wie so mit den preußischen Sekretären zu- sammengearbeitct haben. Jedenfalls werden wir alles tun, um eine bessere Fühlung mit den Genossen in den einzelnen Bezirken zu finden. Dadurch, daß wir die Bezirksorganisation durchgeführt haben, ist heute die Verbindung zwischen Parteivorstand und den einzelnen Wahlkreisen ja nicht mehr so eng wie früher, wo jeder einzelne Wahlkreis direkt mit uns berkehrte. Was den Wunsch betrifft, der Parteivorstand möchte mehr als bisher auf den Pro- vinzialparteitagen vertreten sein, so erinnere ich daran, daß wir in dem letzten Jahre kaum einen Provinzial- oder Bezirksparteitag haben vorübergehen lassen, auf dem wir nicht vertreten waren. Einige Worte über die F r a u e n o r g a n i sa t i o n. Es ist kn der Diskussion nicht genügend darauf hingewiesen worden, daß unser Vorschlag nur ein Provisorium für ein Jahr ist, und daß im nächsten Jahre eine Regelung für die Zukunft durchgeführt werden soll. Wenn hier so scharf unterschieden ist zwischen„soll der Vor- stand",„muß der Vorstand" und„kann der Vorstand", so habe ich ja schon in meinem einleitenden Referate erklärt, daß es doch nur darauf ankommen kann, einen Grundsatz festzulegen, daß aber dieser Grundsatz nur dort restlos durchgeführt werden kann, wo die Möglichkeit dazu besteht. Der Satz, daß dem Vorstand mindestens eine weibliche Person angehören muß, hat doch keine so große Bedeutung, solange der erste Satz bestehen bleibt, daß die Ge- nossinnen im Verhältnis zu ihrer Zahl vertreten sein müssen. Gegen die Streichung des Wortes„der Männer" im Absatz 2 ist nichts einzuwenden. Wir haben ja heute keine Zahlabende der Männer mehr, sondern zur Teilnahme an den Zahlabenden sind die Frauen ebenso gut verpflichtet wie die Männer. Auch zu einer Aenderung des Delegationssystems liegt keine Veranlassung vor, da die Vorschläge ja nur provisorisch sind. Ich glaube aber, daß in Zukunft das jetzige System nicht bestehen bleiben kann. Ebenso- wenig werden wir in Zukunft ganz auf die Frauenkonferenzen ver- zichten können. Noch einige Bemerkungen über den Absatz(3, der von der Mitwirkung der Parteigenossinnen im Parteivorstandc kjandest. Zunächst eine Berichtigung. Ich sagte in meinem Referat, daß von den Genossinnen für den Parteivorstand Frau Zieh bor- geschlagen ist. Das ist falsch. Die Frauenkonfercnz hat sich nicht auf eine Person festgelegt, sondern die Genossinnen Z i e tz und Baader genannt. Aber ich wiederhole, daß in bezug auf die Pcrsonenfrage der Parteitag unter allen Umständen souverän ist. Tie Vertreterin der Genossinnen im Vorstand wird durch den Parteitag selbst gewählt. Das Organisationsstatut würde, wenn diese Aenderung vorgenommen ist, in seinem Z 18 etwa lauten: Der Partcivorstand besteht auS 2 Vorsitzenden, 1 Kassierer, den Schriftführern und 3 Beisitzern, unter denen eine Genossin sein muß. Die Vertreterin der Genossinnen im Parteivorstand wählt der Parteitag. Ich glaube, daß nach dieser Deklaration die Bestimmung des Absatzes 6 vollständig klar ist. Der Antrag von der Frauenkonferenz ist ja geändert worden. Ursprünglich hieß es: Pflicht der Männer ist es, ihre weiblichen Angehörigen den Organisationen zuzuführen, während jetzt von einer Verpflichtung der Männer zur Aufklärung der lvciblichcn Angehörigen gesprochen wird. Das ist überflüssig, denn es ist doch ganz selbstverstänidlich, daß jeder Genosse verpflichtet ist, seine weiblichen Angehörigen aufzuklären. Für ebenso selbst- verständlich halte ich es, daß alles getan werden muß im Interesse der Gesamtpartei, damit die Genossen und Genossinnen eine große, starke Einheit in der Partei schaffen.(Beifall.)- Ebert erhält das Schlußwort über den Teil des Vorstandsberichtes, der die L o k a l i st c n f r a g e behandelt: Ich habe nur einige kurze Bemerkungen zu dem Antrag Hamburg zu machen, der eine Erweiterung unserer Resolution bezweckt. Unsere Resolution war auf die„Freie Vereinigung" und den„Allgemeinen deutschen Metallarbeiterverband" gemünzt. Wir wollen es absichtlich ver- meiden, zu generalisieren, und zwar weil es sich in diesem Falle um einen wichtigen Beschluß handelt, der für den einzelnen davon -betroffenen von weitgehender Bedeutung sein kann. Wenn nun aber in Hamburg die der„Freien Vereinigung" nicht angehörenden Lokalisten auf ihrem Standpunkt beharren und dem Beschluß des Essener Parteitages nicht entsprechen wollen, so haben wir keinen Anlaß, dem erweiterten Antrag der Hamburger Genossen zu wider- spreckjcn. Mit aller Bestimmtheit aber muh ich nochmals betonen. daß der so erweiterte Beschluß des Parteitages unter keinen Um- ständen Anwendung finden kann auf den Jndustriearbeiterverband in Solingen. Damit soll diesem Verbände natürlich nicht für alle Zeiten ein Ausnahmerecht eingeräumt werden. Wir wollen damit lediglich verhindern, daß störend in die dort von uns eingeleiteten Einigungsverhandlungen eingewirkt werde. Wie lange diese Aus- nahmebestimmungen gelten sollen, das möchte ich noch nicht fest- gelegt sehen. Die neue Parteileitung wird spätestens dem nächsten Parteitage über den Ausgang der Verhandlungen in Solingen berichten, und dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo auch hierüber endgültig entschieden werden kann. Ich gebe aber Stubbe auch darin recht, wenn er sagt, daß die so erweiterte Resolution auf alle künf- tigen Neubildungen Anwendung finden soll. Ich kann Sie nur bitten, dem Antrag Hamburg in dem Sinne, wie ich es vorgetragen habe. Ihre Zustimmung zu geben.(Beifall.) Da? Schlußwort für den Bildungsausschuß erhält Schulz- Berlin: Genossin Luxemburg hat gesagt, daß der Bildungsausschuß sowohl als die Parteischule das wichtigste Gebiet der Geschichte des Sozialismus, besonders des internationalen Sozialismus mehr bc- rücksichtigen sollen. Daß dieses Gebiet bisher nicht berücksichtigt ist, empfinden wir selbst als schweren Mangel. Aber wir können nicht die Personen immer so schaffen, wie wir es möchten. Wir werden die Frage im Auge behalten, und sobald es möglich ist, dem Wunsche Rechnung tragen. Ich muß es aber gleich zurückweisen, als ob das, was die Genossin Luxemburg gewollt hat. dasselbe sei. wie das, was Maurenbrechcr und Eisner wünschen. Genossin Luxemburg verlangt Geschichte des Sozialismus. Das ist ganz etwas anderes als Geschichte und nochmals Geschichte, etwas ganz anderes wie die von Maurenbrecher verlangten Biographien von Napoleon, Friedrich dem Großen, Bismarck(Lachen) und anderen. Diese Art der Be- Handlung der Geschichte führt sehr leicht zum HeroenkultuS(Sehr richtig!), während die Geschichte des Sozialismus mit dieser falschen Heldenverehrung gründlich aufräumt. Es ist nicht richtig, daß die Parteischule in einer Umwandlung begriffen ist. Sie steht auf demselben Boden wie bei ihrer Gründnng. Nur sind die Um- stände, unter denen sie wirkt, infofern etwas andere geworden. als durch die schwere KrisiS die Partei und die Gewerkschaften mit der Anstellung von Beamten zurückhalten und infolge dessen die Schüler nicht so schnell in Stellungen gelangen. Im übrigen aber soll durch die Schule doch nicht lediglich für eine spätere An» stellung gesorgt werden, sondern für einen guten Nachwuchs. Eigner hat ein großes Wesen gemacht von der Ehrfurcht vor der Wissen- schaft und von der Bescheiidenheit, die die Parteischüler angeblich vermissen lassen.... Singer: Ich mache den Redner darauf aufmerksam, daß der Bericht über die Parteischule nicht mehr zur Diskusston steht, sondern nur der Bericht über den Bildungsausschuß. Schulz(fortfahrend): Ich habe in meinem Referate Ausführungen gemacht, die durch die Diskussion auf diesem Gebiete verlangt wurden. Ich habe außerdem erklärt, daß ich auf die Parteischule nicht eingehen würde, mir dies aber für das Schlußwort vorbehalte. Singer hat darauf nichts eingewendet, so daß ich dachte, er werde mir als Vertreter des Lehrerkollegiums dies gestatten. Ich bitte den Ge- nossen Singer, es zuzulassen. Singer: Ja, bitte sehr, aber nicht im Nahmen langer Aus- führungen. Schulz(fortfahrend): Ich muß auf das entschiedenste Verwahrung dagegen einlegen, als ob die Parteischule die Parteischüler zu arroganten, unbe- scheidenen Menschen mache. Es ist den Parteischülern bei ihrem Eintritt in die Schule sofort mit allem Nachdruck gesagt worden, daß sich keiner einbilden solle, daß er als fertiger Mann der Wissen- schaft die Schule verlassen werde; die Parteischule habe nur die Aufgabe, den Parteischülern eine Grundlage zu vermitteln, auf der sie weiterarbeiten könnten. Die Parteischule hat gerade die nötige Bescheidenheit bei den Parteischülern herbeizuführen vermocht. Allerdings darf nicht vergessen werden, daß nicht alles Wissenschaft ist, was sich so nennt und in Form dicker Wälzer bor das Publikum tritt. So gut Bescheidenheit auf der einen Seite ist, so wenig an- gebracht ist Unterwürfigkeit vor der bürgerlichen Wissenschaft an sich, die sich oft genug zur feilen Dirne kapitalistischer Interessen herabwürdigt. Der Parteischüler lernt leichter und schneller auf der Parteischule, als die älteren Genossen in vielen Jahrzehnten haben lernen können, denn die meisten von ihnen mußten sich die Zeit zum Lernen gelegentlich abstehlen und des Nachts lernen, was den Körper wie den Geist ermüdet; daß sie da in vielen Jahren nicht das lernen konnten, was der Parteischüler, der nichts weiter zu tun hat, als zu studieren, in einem halben Jahre lernt, liegt auf der Hand. Eisner hat auf die älteren Genossen hingewiesen und ihren Bildungsgang sehr gerühmt. Auch ich habe die größte Hoch. achtung vor diesen Genossen, habe allerdings vermieden, lebende Führer oder gar solche, die hier im Saale anwesend sind, mit Namen zu nennen. Dem Genossen Eisner ist ja auch seine Bezug» nähme auf Molkenbuhr nicht gerade gut bekommen. Auch Molken- buhr hat erklärt, daß er Thomas von Aquino nicht gelesen habe, und wir alle sind der Meinung, daß er doch etwas von der Wert- thcorie versteht. Ich verrate keine Geheimnisse, wenn ich sage, daß auch Kautskh dazwischen rief, er habe Thomas von Aquino nicht gelesen, während Kautsky doch sicher etwas von der Werttheorie versteht. Woher kommt überhaupt die plötzliche Vorliebe für Thomas von Aquino? In einem modernen Roman von Hermann Hesse habe ich allerdings viel darüber gelesen, aber auch Hermann Hesse ist gerade nicht bekannt als Einführet in die Werttheorie. (Heiterkeit� Eisner hat dann mit Behagen ein Zitat aus Marx vorgetragen, der von der Wirrköpfigkeit der Arbeiter spricht, die sich mit der Theorie beschäftigen. Wenn Marx das wirklich in der Verärgerung über Most gesagt hat, so steht doch diesem einen Wort die ganze Lebensarbeit von Marx gegenüber und auch die Tatsache, daß Marx selbst vor Arbeitern der„Internationale" nationalökonomischc Vor- träge über die Werttheorie hielt, die Bernstein, wie ich höre, jetzt im Druck herausgibt. Er muß also doch der Meinung gewesen sein, daß auch die Arbeiter von der Thcorie Verständnis haben können. Einen Beweis dafür liefern auch die zahlreichen jüngeren Prole- tarier und Proletaricrinnen, die durch fleißiges Selbststudium überraschend in die Theorien des Sozialismus eingedrungen sind. Wenn gestern gesagt wurde, daß die Partcischülre hier mit großem Aplomb ausgetreten sind, so habe ich davon nichts gemerkt. Ich habe nur bemerkt, daß zwei Parteischüler hier in temperamentvoller Weise für ihre Sache eingetreten sind, in wissenschaftlicher Be- zichung haben sich die Genossen nichi die geringste Arroganz an- merken lassen.(Eisner: Aber in unverschämten Angriffen aus Parteigenossen!) Der Zwischenruf Eifers beweist nur, daß wir uns über gewisse Dinge nur sehr schwer verständigen können. Daß diese Genossen ihrer Meinung ungeschminkten Ausdruck geben, ist, glaube ich. ihr gutes Recht, das sie sich durch den Besuch der Parteischule nicht verscherzt haben. Zum Schluß möchte ich auf eine persönliche Liebenswürdigkeit Eisners eingehen, der andeutete, ich hätte jedenfalls den Artikel Maurenbrechers nicht richtig ver- standen, Maurenbrechcr habe nur verhindern wollen, daß man bei der Massenbildung gleich mit den tiefften Problemen, beginne. Wenn dem so wäre, dann würde es sich bei dem Streit lediglich um eine pädagogische Frage handeln. So traurige Pädagogen sind wir aber in der Parteischule und dem BildungSausschuß auch nicht. daß wir gerade gegen eine elementare pädagogische Regel handeln würden und beim Unterricht mit den schwierigsten Dingen bc- ginnen. Em Blick in das Winterprogramm wird Eisner beweisen, daß dieser pädagogische elementare Grundsatz von uns ebenfalls berücksichtigt wird, und wenn Eisner die Methode unserer Lehrer kennen würde, würden auch die letzten Bedenken in pädagogischer Hinsicht schwinden. Wenn Eisner übrigens das Winterprogramm der Nürnberger Genossen mit unserem vergleicht, wird er einen geringeren Gegensatz finden alS zwischen dem Nürnberger Ppo- gramm und der theoretischen Einleitung dazu, die Maurenbrecher geschrieben hat. Maurenbrechcr hat aber nicht nur pädagogische Erwägungen im Auge. Ich fordere jeden auf, den Artikel zu Ende zu lesen, und beschränke mich hier auf zwei Zitate: „Wir treiben zu viel Theorie. Muß die Masse die Wert- theorie kennen? Muß die Masse wissen, was materialistische Geschichtsauffassung ist? Ich wage die Ketzere: und sage„nein". Der Lehrer muh das wissen, und der theoretische Forscher mag darin weiter graben, aber für die Massenbildung hat das alles direkt keinen Wert, kann höchstens schaden."(Hört, hört!) An einer anderen Stelle heißt es: „Was wir für die Masse der Parteigenossen brauchen, ist nicht die Theorie des Sozialismus oder die Lehren unserer Meister." (EiSner: In Gänsefüßchen!) Um so schlimmer, wenn man die Lehren der Meister nur noch in Gänsefüßchen setzt. „Sondern es sind die Tatsachen, quf Grund deren sie Schlüsse zu fassen gezwungen sind." (Eisner: Selbst denken lernen!)' Wenn Worte noch einen Sinn haben, heißt cS: Fort mit aller sozialistischen Theörie, und dafür Geschichte, Geschichte, Geschichte. Unter Geschichte werden einige Themata genannt: Geschichte der französischen Revolution— gegen die wir ja nichts haben—, das Jahr 1848, Geschichte der preußischen Konfliktszeit, der politischen Parteien, und dann die Biographien von großen Männern. Da heißt es: „Laffalle steht uns da am nächsten, aber warum nicht auch Napoleon, Friedrich der Große, Bismarck, Disraeli u. a." Nichts steht darin von den Grundsätzen, deren Lehre wir im Bildungsausschuß anstreben, deren Uebermittelung als das wichtigste erscheint. Eisner braucht die etwas unklare Wendung von der Elementarbildung als dem not- wendigsten Erfordernis. Aehnlich hat er sich auf dem Würz- burger Gautag ausgesprochen, wo er sagte:„Wenn dem Volke nur die bürgerliche Bildung von uns beigebracht wird, die ihm die staatlichen Schulen nicht geben, so ist schon viel erreicht."(Eisner: Sehr richtig!) Wenn wir das ganz milde auslegen, so heißt das, daß unsere Bildungsarbeit die Fälschungen der Tatsachen, die aus der Volksschule geübt werden, richtig zu stellen hat. Das ist' natür- lich notwendig. Damit aber kommen wir lediglich zu dem Prinzip der einfachen Tatsachenübermittelung. Es fehlt aber alles, was wir in der eigentlichen proletarischen Bildung verlangen: Prole- tarische Weltanschauung, wissenschaftlicher Sozialismus, die richtunggebende Thcorie, die Methode der materialistischen Ge- schichtsaufsassung. Damit geraten wir in Gefahr, zu der alten bürgerlichen Biloungssimpelci, zu Anschauungen zurückzukehren, die auch aus dem Spruche, den ich hier oben sehe, hervorzuleuchten scheinen:«Je gebildeter ein Volk ist, desto freier", auch aus dem Worte von Zschokke:„Volksbildung ist Volksbefreiung", oder wie Schipoller sich ausdrückt:„Die sozialen Gegensätze sind im letzten Ende doch nur Biloungsgcgensätzc".(Eisner: Oder wie Liebknecht sagt: Wissen ist Macht!) Wir können die Befreiung des Prole- tariats nicht durch Bildung schlechthin erreichen, sondern wir können die Befreiung aus ökonomischer oder politischer Entrechtung nur beschleunigen, je konsequenter wir uns auf die besondere Arbeiter- biloung beschränken, auf jene Arbciterbildung, die von der sozial!- siischen Theorie, von der Werttheorie und vom historischen Materialismus getragen und durchleuchtet wird, die sich als ein» zigen Zweck stellt, die Schlagkraft, die Aktionsfähigkeit, besonders aber auch die Zielklarheit des Proletariats im gegenwärtigen Kampfe zu erböhen, um durch den kühn und möglichst energisch geführten Klassenkampf baldmöglichst die Freiheit für das Prole- tariat und damit für die Menschheit zu erringen. Nach der ökono- mischen und politischen Befreiung die Bildung im weiteren Sinne. nicht:„Volksbildung ist Volksbefreiung", sondern:„Durch Volk?- befreiung zur Volksbildung".(Lebhafter Beifall.) Das Schlußwort über Kasse und Presse erhält Gerisch: Der Kassierer kann erfreulicherweise im Schlußwort kurz sein. Der Gerechtigkeit halber stelle ich fest, daß die Nürnberger nicht ganz so schuldig sind. Die Hauptschuld liegt an jener abscheulichen Bestimmung im Statur der bayerischen Landesorganisation, die scbald als möglich aufgehoben werden muß, an der Bestimmung, durch die der Parteibeitrag zerlegt wird in«inen eigentlichen Parteibeitrag und einen lokalen Zuschlag. Lebmann bat in bezug auf den„Wahren Jakob" nur dem Ausdruck gegeben, was in weiten Kreisen der Partei empfunden wird, und auch die Redaktion teilt die Meinung, daß es viel besser sein könne, und wird jeden Beitrag und jede Hilfe äußerst dankbar entgegennehmen. Bei einem Witzblatt ist eS sehr schwer, Beschlüsse zu fassen. Wenn Lehmann mal einen guten Einfall hat, soll er sich vertrauensvoll an die Redaktion wenden. l.Hciterkcit.) Was die Ausführungen Knauers über die hohen Zuschüsse an die Parteiblätter anbelangt, so liegt die Gefahr vor, daß die Genossen in solchen Bezirken sich leicht auf die Bärenhaut legen und sich auf die Zentralstelle verlassen. Deshalb ist eine aufmerksame Kontrolle notwendig. In bezug auf den Königsberger Zuschuß hat er nicht ganz unrecht. Auch ich habe in allen Konferenzen erklärt, eS könne so nicht weiter gehen, habe mich aber immer wieder davon überzeugen müssen, daß eS nicht anders geht. Die Schwierigkeiten in diesen Provinzen sind sehr groß. Der Berichterstatter der Kontrollkommission verzichtet auf das Schlußwort. Gemäß dem Antrag der Kontrollkommission wird dem Partei- vorstand für das verflossene Rechnungsjahr E n t l a st u n g erteilt. Der Antrag Pieck- Bremen wird in folgender Fassung an, genommen» „Der Parteitag mmtnt mit Befriedigung Kenntnis von dem Bericht des Vorstandes über die Tätigkeit der Parteischule und ersucht den Vorstand, sie in der bisl)crigen Richtung weiter auszubauen." Der Antrag ö*) wird mit dem Zusatz von Stubbe-Hamburg angenommen: „Das gilt auch für solche lokale Gewerkschaften, die von den örtlichen Gewerkschaftskartellen und Parteiorganisationen nicht anerkannt sind." Zum Punkt Frv u c no r gan i s a t i o n wird der An- — mit Sicherheit ist das schon jetzt anzunehmen— auch im nächsten Herbst die RcichSfinanzreform, die indirekten Steuern, bewilligen. Sie wird alles tun, um sich das Scheinrecht zu erhalten, mitzutun und die Verantwortung mitzutragen. Der Niedergang des Libcra- lismus ist geradezu ein warnendes Exempel für diejenigen, die glauben, mit der Diplomatie und staatsmännischcn Schachzügen die Regierung auf ihre Bahn bringen zu können. Denn die Liberalen verteidigen ihre Haltung jetzt einfach damit, daß sie sagen, werden wir ausgeschaltet, dann sind wir außerstande, für den Liberalismus zu wirken, irgendwelche Konzessionen der Regierung abzutrotzen und abzupressen. Das sind dieselben Argumente, die man sehr häufig hört von diplomatisch angelegten Naturen, die da meinen, durch halbe? Entgegenkommen und drohendes Auftreten die Regie- rung bewegen zu können, ihnen entgegen zu kommen, die reak- tionären Parteien gewissermaßen überlisten zu können. Das ist dem Blockliüeralismus nicht gelungen, das wird ihm auch in aller Zukunft nicht gelingen. Welche Anstrengungen haben wir beim Reichsvcreinsgesetz gemacht, um Garantie für eine wirkliche Vereins- und Versammlungsfreiheit zu schaffen. Vergeblichl An der Angst der liberalen Blockpolitikcr wurden alle diese Versuche zu schänden, und alle Vorstellungen an den Liberalismus haben nichts gefruchtet; weder durch gute Worte noch durch diplomatische Schachzüge kann man der Reaktion etwas abtrotzen. Auch im parlamentarischen Kampf kann die Richtschnur einer Partei, die sich nicht selbst aufgeben will, nur ihre Grundsätze sein. Nur ihre rücksichtsloseste Vertretuna aibt die Möglichkeit, vorwärts zu kommen. *) Der Parteitag begrüßt den infolge der Einigungsverhand- lungen erfolgten Uebertritt der lolalistischen Vereine in die Zentral- verbände. Die Vereine, die trotz der geführten Verhandlungen bei der Freien Vereinigung der Gewerkschaften geblieben sind, haben durch ihr Verhalten bekundet, daß sie entgegen den Beschlüssen der Partei- tage und des Internationalen Sozialistenkongresses in Stuttgart, die dringend gebotene einheitliche Organisation des wirtschaftlichen Kampfes der Arbeiterklasse nicht wollen. Die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften hat sich auch in offenen Gegensatz zur Partei gestellt, indem sie unter Anlehnung an die anarcho-syndika- listischen Bestrebungen die Sozialdemokratie geflissentlich bekämpft und schmäht. Nachdem weiter die Einigungsverhandlungen mit dem Allge- meinen Deutschen Metallarbeiterverband, dessen im Gegensatz zur Lübecker Resolution erfolgte Gründung schon vom Mannheimer Parteitag als schwere Schädigung der Arbeiterbewegung bezeichnet worden ist, zu keinem Ergebnis geführt haben, erklärt der Parteitag: Jede Mitarbeit von Parteigenossen in den mit der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften verbundenen Vereinen sowie in dem Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverband ist unverein- bar mit den Grundsätzen und Interessen der Sozialdemokratie. ") 1. Jede Genossin ist verpflichtet, der sozialdemokratischen Parteiorganisation ihres Ortes beizutreten. Politische Sonderorganisationen der Frauen sind nicht gestattet. Ueber das Fortleben besonderer Frauen-Bildungsvereine entscheiden die Genossen und Genossinnen der einzelnen Orte. Die Mitglied- schaft in solchen Vereinen enthebt jedoch die Genossinnen nicht der Verpflichtung, den sozialdemokratischen Parteiorganisationen anzu- gehören. 2. Unabhängig von den Vereinsabenden der Männer sind für die weiblichen Mitglieder Zusammenkünfte einzurichten, welche ihrer theoretischen und praktischen Schulung dienen. 3. Die Festsetzung der Beiträge für die weiblichen Mitglieder bleibt den einzelnen Organisationen überlassen. Empfehlenswert ist, die Beiträge für die weiblichen Mitglieder niedriger zu bemessen wie für die männlichen. 4. Die weiblichen Mitglieder sind im Verhältnis zu ihrer Zahl im Vorstand vertreten. Doch muß diesem mindestens eine Ge- Nossin angehören. 5. Den weiblichen Mitgliedern des Vorstandes liegt eS ob. die notwendige Agitation unter dem weiblichen Proletariat im Einver- nehmen mit dem Gesamtvorstand und unter Mitwirkung der tätigen Genossinnen zu betreiben. 6. Solange betreffs der Beschickung der Parteitage durch die Parteiorganisationen noch das gegenwärtige Provisorium gilt, bleiben auch für die Delegierung der Genossinnen die jetzigen Be- stimmungcn des Parteistatuts in Kraft. Das Zentralbureau der Genossinnen bleibt bestehen. Die Ver- treterin der Genossinnen darin wird dem Parteivorstand«ngc. glxdert. Als ich den Bericht über die Nürnberger Versammlung las, in der über die Tätigkeit des Reichstages Bericht erstattet wurde, glaubte ich, in Eisner einen Anhänger dieser meiner Auffassung zu haben. Er übte an der Reichstagsfraltion die Kritik, es sei beim Vereinsgesetz nicht genug geschehen, man müsse Obstruktion treiben, man hätte die Abstimmung hinauszuschieben versuchen sollen. Ich glaube nicht, daß damit mehr positive Erfolge oder Vorteile für die Arbeiterschaft hätten errungen werden können. Die Fraktion hat in vollem Maße ihre Pflicht und Schuldigkeit unter diesen schwierigen Verhältnissen getan, sie hat den ver- schärften Kampf auch unter der Blockpolitik aufgenommen, und alles, was möglich war, darangesetzt, die Interessen der Arbeiter- klasse zu vertreten. Sic hat� keine Gelegenheit versäumt, weder beim Etat noch bei den zahlreichen Gesetzen. Durch Anträge und Interpellationen hat sie eingegriffen überall, wo es notwendig war. Darum ist die Kritik Eisners nicht recht verständlich. Er vermißt eine Interpellation über die Hill- Affäre, bei der man die ganze Frage der auswärtigen Politik nach seiner Meinung hätte aufrollen können. Die Fraktion hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Die Mehrheit hat es abgelehnt, eine Interpellation einzubringen, aber im Plenum ist der Fall erörtert worden. Wenn nun noch gesagt wird, daß die Fühlung der Fraktion mit den Arbeitermassen verloren gegangen sei, wenn ver- langt wird, daß die Deputationen in den Foyers des Reichstages sich herumdrängen müssen, so weiß ich nicht, was das für ein Vor- teil sein soll. Die Fühlung ist hier intensiver, wenn die Ab- geordneten selbst in die Versammlungen hineingehen, als wenn man diese Deputationen aufmarschieren läßt, vielleicht noch gar in feierlichem Aufzuge, im Frack. Wenn irgendeine Kritik an der Fraktion fehlging, so war es diese einzige, die an ihr geübt worden ist. Das behaupte ich nicht, und kein Mitglied des Reichstages bildet es sich ein, daß die Fraktion nicht zu wünschen übrig läßt, daß wir nicht immer und immer wieder Anregungen bedürfen und sie dankbar entgegennehmen. Ich empfehle, die zum parla- mentarischen Bericht gestellten Anträge der Fraktion zu über- weisen. Zur Verhandlung stehen die Anträge 63, 71, 73, Der Antrag 70 wird nicht unterstützt. Witte- Berliit begründet den Antrag 71.-f) Die Materie ist in dem Parlament bereits verhandelt. Die Zivilmusiker müssen die Steuern auf- bringen und haben Anspruch auf Schutz gegen die Konkurrenz der Militärmusiker. Crispin- Elbing begründet den Antrag 73.") Bogel- Rothenburg(Tauber) begründet den Antrag 72.") Molkenbuhr spricht zum Antrag 69.***) Der Antrag faßt eigentlich das zu- sammen, was die Fraktion seit Jahren im Reichstage beantragt hat und bezweckt nur eine Erklärung des Parteitages, daß er mit der Haltung der Fraktion in dieser Frage einverstanden ist. Wir haben jederzeit den Standpunkt eingenommen, daß die Arbeiter- Versicherung erheblich weiter ausgebaut werden muß. Wir erkennen an, daß das Verlangen der Privatangestellten nach einer Pensions- Versicherung voll berechtigt ist, aber wir sagen: Das Recht auf genau dieselbe Forderung müssen auch die Arbeiter haben. Molken- buhr legt dar, weshalb man für den Anschluß dieser Pensions- Versicherung an die Arbeitcrversicheruna eintreten müsse und nicht für eine Sonderversicherung. Dr. Rosenfcld-Niederbarnim: Ganz besonders hat es mir gefallen, daß Eichhorn so scharf betont hat, daß es nicht Sache der sozialdemokratischen Fraktion sein könne, durch Diplomatie irgendwelche Vorteile zu gewinnen, sondern daß sie rücksichtslos nur im Interesse der Arbeiterklasse die Vorlagen prüft und sie ablehnt, wenn sie der Ansicht ist, daß die Arbeiterklasse kein Interesse daran hat. Mit ganz besonderem Eifer hat die Fraktion bei der Beratung des Vercinsgcsetzes diesen Standpunkt vertreten. Um so weniger begreife ich es, wenn ein Mitglied der Fraktion— der Abgeordnete Heine— in einem Artikel der letzten Nummer der„Sozialistischen Monats- hefte" eine Stellung einnimmt, die einfach unverständlich ist gegenüber der Haltung der Fraktion. Heine erklärt allerdings zunächst, daß es eine empörende Ungerechtigkeit sei, die Rechte der Jugendlichen zu beschränken, aber er fährt fort:„Aber allzu tragisch braucht man die Wirkungen dieses Verbotes auch nicht zu nehmen." Und an einer anderen Stelle sagt er,„daß ihm eine parteipolitische Beeinflussung der jungen Leute unter 13 Jahren st) 71. Verlin II: Die'Reichstagsfraktion zu ersuchen, im Reichstage erneut einen Antrag zu stellen gegen die den Zivilmusikern gefährliche Konkurrenz der Militär- kapellen, weil durch das Spielen derselben die Zivilmusiker in ihrem Erwerb beeinträchtigt werden. *) 73. Elbing: Die ReichLtagSfraktion möge einen Gesetz- entwurf einbringen, wodurch die Krankenversicherung der Land- arbeiter herbeigeführt wird. ") 72. Rothenburg a. T.: Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, baldigst einen Antrag einzubringen, nach welchem die entsprechenden Paragraphen des KrankcnvcrsicherungsgesetzeS betreffend den ortsüblichen Tagclohn, dahin abgeändert werden, daß bei Festsetzung desselben nicht nur der Verdienst der gewöhnlichen Tagarbeiter, sondern auch der durchschnittliche Verdienst der ge- werblichen(gelernten) Arbeiter berücksichtigt werden soll. "*) 69. Hamburg III, Distrikt Eilbeck: Der Partei- tag erklärt sich in Uebereinstimmung mit dem Beschlüsse des Partei- tages zu München 1302— für die staatliche Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenvcrsorgung aller Schichten der lohnarbeitenden Bevölkerung. Er unterstützt daher auch die diesbezüglichen Bc- strebungen der Privatangestellten aufs nachdrücklichste. Der Partei- tag betrachtet es als eine unerläßliche Forderung der Gerechtigkeit, daß die staatliche Versicherung in einer Weise organisiert wird, die nicht eine Benachteiligung bestimmter Gruppen der Lohnarbeiter. schaft in sich schließt." Der Parteitag protestiert daher gegen den in der Denkschrift betreffend die Pensions- und Hinterbliebenenversicherung der Privatangestellten. vom Reichsamt des Innern geäußerten Plan, die Arbeiterschaft von einer angemessenen Verbesserung der staat- lichen Versicherung auszuschließen und sie lediglich den Privat- angestellten zugute kommen zu lassen. Die Leistungen des heutigen JnvalidenversicherungLgesetzes sind so unzureichend, daß davon der Arbeiter ebensowenig existieren kann als der Privatangestellte. Eine Sonderversicherung der Privatangestellten— wie sie vom Reichsamt des Innern vorgeschlagen wird—, würde nicht nur die Arbeiter ausschließen, sondern, da der Begriff„Privatangcstellter" keineswegs feststeht, auch weite Kreise der Angestellten in die Ge- fahr bringen, nicht in die Sonderversicherung aufgenommen zu werden. Daher und aus anderen für die Angestellten sehr wichtigen Gründen verwirft auch ein großer Teil der privatangestellten das System der Sonderversicherung. Sie fordern eine ausreichcnve Altres-, Invaliden-, Witwen- und Waisenversicherung im Rahmen des Jnvalidcnversicherungsgesetzes durch höhere Leistungen in den jetzt bestehenden Lohnklassen, und Errichtung höherer Lohn- und Beitragsklasscn. In Uebereinstimmung hiermit richtet der Parteitag-- unbeschadet seines grundsätzlichen Standpunktes, daß zur Aufbringung der erforderlichen Mittel alle Klassen der Bevölkerung durch direkte Steuern heranzuziehen sind— an die Gesetzgebung das dringende Ersuchen, diese Wünsche schleunigst durch den Ausbau des In- validenversicherungsgesetzes, und zwar so zu erfüllen, daß die Berufsart an sich nicht zum Anlaß genommen werden darf. irgendeine Kategorie der Versicherten zu benachteiligen. Hinsicht- lich der Festlegung des JnvaliditätsbegriffeS jedoch ist die bisherige Tätigkeit des Versicherten, ebenso wie seine Ausbildung, Kräfte und Fähigkeiten voll zu berücksichtigen. Den Versicherten ist das Recht der Selbstverwaltung zu gewährey. nicht nur entbehrlich, sondern geradezu gefahrvoll erscheint".(Hört, hört!) Ich bedaure es, daß auf diese Weise ein Mitglied der Fraktion unseren Gegnern Material liefert. Die Gegner haben sich denn auch das Material nicht entgehen lassen. Die„Vossische Zeitung" hat bereits darauf hingewiesen, daß der Artikel von Heine die glänzendste Rechtfertigung der Blockpolitik ist.(Hört, hört!) Ich halte es für notwendig, daß der Parteitag Kenntnis von dieser Stellung eines Fraktionsmitglicdcs nimmt, die der Haltung der Fraktion ins Gesicht schlägt und nichts anderes ist als eine Rechtfertigung der Blockpolitik. Ewald-Berlin: Einige Worte zum Antrage 71, der von den Zivil berüfs- Musikern handelt. Es ist eigentümlich, daß man sich auf seine Parteigenossenschaft erst dann besinnt, wenn man sich die Konkurrenz vom Halse schaffen will, nicht aber, wenn es sich darum handelt, in die Partei einzutreten. Ich kenne Fälle, wo Zivil- berufsmusiker bei Parteifcstlichkciten sich über den Tarif haben be- zahlen lassen, während sie bei konservativen Festlichkeiten unter dem Tarif gespielt haben. Wenn sie verlangen, daß die Partei für sie eintritt, dann sollen sie die Partei auch so behandeln, wie es sich gehört.(Sehr richtig') Stolten-Hamburg: Ich möchte Sie dringend bitten, dem Antrage 63 im Interesse der Privatangestellten selbst zuzustimmen. Unter den Privat- angestellten sind zwei Strömungen vorhanden. Die eine wünscht einen Ausbau der allgemeinen Alters- und Jnvaliditätsversiche- rung, die andere wünscht eine Sondcrorganisation für Privat- angestellte. Für diese Sonderorganisation dürfen wir einmal aus prinzipiellen Gründen nicht sein, sodann aber auch ans dem Grunde nicht, weil damit der Versuch gemacht werden soll, in die Kreise der Arbeiter und Arbeiterinnen einen Keil hinein zu treiben. Man will die besser gestellten Handarbeiter und Kopf- arbeiter von den Arbeitern im allgemeinen trennen und die Jntcr- essen derselben— soweit sie gemeinsame sind— voneinander lösen. Wenn wir den Interessen der Angestellten gerecht werden wollen, dann müssen wir fordern, daß keine Trennung stattfindet, sondern daß die Invalidenversicherung einheitlich bleibt wie bisher, und daß die weiteren Kreise, die hinzukommen, in diese einheitliche Organisation hineinkommen. Nun zum Antrag 72. Der darin zum Ausdruck gebrachte Wunsch ist zweifellos berechtigt. Die orts» üblichen Tagelöhnc werden heute so niedrig festgesetzt, daß sie nicht einmal das Einkommen gewöhnlicher Landarbeiter erreichen, und die Renten werden dadurch oft niedriger als sie sein müßten, wenn man den ortsüblichen Tagelohn den wirklichen Verhält- nissen entsprechend festsetzen würde. Aber in der vorliegenden Form ist der Antrag nicht annehmbar. Der ortsübliche Tagclohn wird doch nnr als Minimallohn betrachtet, der der Berechnung zu- gründe gelegt werden soll, Der Antrag müßte also ander? formuliert werden. Damit schließt die Debatte, Das Schlußwort erhält Eichhorn: In der Frage der Versicherung der Privatangestellten haben Molkenbuhr und Stalten die Haltung dargelegt, die die Fraktion bisher immer eingenommen hat. Wir sind stets Gegner einer Sonderversicherung der Privatangestellten gewesen. Der Partei- tag in München forderte sogar die Vereinheitlichung des ge- samten Versicherungswesens. Der betreffende Antrag stößt also offene Türen ein. Das, was der Antrag 70 verlangt, daß auch bei der Zivilabteilung der Gerichte Laien als Teilnehmer an der Rechtsprechung von uns gefordert werden sollen, ist eine schon durch unser Programm selbstverständlich gebotene Forderung. Wir werden bei der sogenannten Justizreform nicht nur diese, sondern noch eine ganze Reihe Anträge auf Grund unseres Programms zu stellen haben. Die Forderung deS Antrages 71 von Berlin II > ist wohl ein dutzendmal und mehr von uns im Reichstage erhoben worden. Im letzten Jahre hat— soviel ich mich erinnere— der Vertreter der Kriegsministers in der Budgetkommission auch Be- rücksichtigung der gerechten Wünsche in dieser Beziehung zugesagt. Mit Recht aber hat Ewald bemerkt, daß die Zivilmusikcr nun nicht etwa glauben sollen, daß von der Partei ihre Interessen vertreten werden, und daß sie selbst sich nicht zu rühren brauchen. ES bleibt vielmehr ihre Aufgabe, sich zu organisieren, um ihre Interessen gegenüber den Soldaten, die den Musikcrberuf nur nebenbei ausüben und ihnen dadurch unberechtigte Konkurrenz machen, zu ver- treten. Auch die Frage der Berechtigung des ortsüblichen Tage- lohneö im Krankenkasscnversichcrungsgesetz hat die Fraktion häufig genug beschäftigt. Sie hat stets gefordert, daß die Berechnung nach dem wirklich verdienten Lohne erfolge und nicht nach dem von den Verwaltungsbehörden auf Grund von Auskünften, von Landwirtschaftskammern usw. berechneten Durchschnittslöhnen. Die Fraktion ist noch weiter gegangen und hat die Aufhebung der Gemeindckrankenversichcrung, die die ländlichen Arbeiter besonders benachteiligt, verlangt. Vielleicht werden wir schon im nächsten Winter Gelegenheit haben, diese Materie ausführlich zu behandefn. Wir werden es uns angelegen fein lassen, die Wünsche der In- dustrie- und Landarbeiter auf Perbesserung der Krankenversiche- rung und Erhaltung und Ausdehnung der Selbstverwaltung zum Ausdruck zu bringen. Angesichts dieser Anträge will ich nur noch die Bitte aus- sprechen, daß die Genossen, Ivelche künftig Anträge stellen, sich die Tätigkeit der Fraktion etwas eingehender ansehen möchten. Wäre das diesmal geschehen, so wäre mancher der Anträge überflüssig ge- wesen. Welleicht vergessen die Genossen deshalb manchmal, daß Anträge von der Fraktion seit langem gestellt sind, weil im Reichs- tag nur alle Woche einmal Initiativanträge beraten werden. In der letzten halbjährlichen Session sind sogar nur im ganzen 2 oder 3 Tage den Initiativanträgen gewidmet worden. ES liegen jetzt noch an 200 Initiativanträge dem Hause vor, deren Erledigung gar nicht abzusehen ist. Wenn es an uns läge, würden wir in der Woche an drei oder vier Tagen Initiativanträge beraten, bis man sich bequemt, den Wünschen deS Volkes etwas mehr entgegenzukommen. Aber die Fraktion steht hier der geschlossenen Mehrheit der bürger- lichen Parteien gegenüber. Diese haben'das Interesse, zunächst die Regierungsgeschäfte glatt abzuwickeln und dann liegt ihnen nichts mehr am Weitertagen des Reichstages. Die Genossen Singer und Bebel haben bei den verschiedenen Gelegenheiten in der schärfsten Weise gegen die geradezu unwürdige Durchpeitschung und die Galopparbeit im Reichstage gesprochen. ES hat nichts genützt. Im Gegenteil! Es gehört keine, große Prophetengabe dazu, um voraus- zusehen, daß auch in der nächsten Session der Block ein Interesse daran haben wird, so rasch als möglich heimzugehen, damit jede Gelegenheit zu Konflikten vermieden lvird. Gegen diese Hetze haben wir nur die öffentliche Kritik und diese haben wir ausgiebig geübt. Ein Berliner Genosse, dessen Namen mir im Augenblick nicht einfällt, hat Stellen aus einem Artikel Heines über das Vereins- gesctz in den„Sozialistischen Monatsheften" verlesen. Nach dem Zitat hat es den Anschein, als wenn Heine eine airdere Stellung jjum Vereinsgesetz in diesem Artikel eingenommen hätte als im Reichs- tag. Ich kann nicht sagen, wieweit das richtig ist, denn ich lese die„Monatshefte" nicht. Im Reichstage hat Heine jedenfalls in der Vertretung der Fraktion beim Reichsvereinsgesetz eine Haltung eingenommen, die zu keinen Ausstellungen Anlaß aab. Wenn es richtig ist, was aus den„Monatsheften" verlesen wurde, dann würde eS um so bedauerlicher sein, wenn man— nachdem man im Reichstag mit Entschiedenheit und Schärfe für die Rechte der prole- tarischcn Jugend eingetreten ist— nachher an einer Stelle, wo «ine solche Schärfe vielleicht nicht so angenehm empfunden wird. sich anders und entgegenkommender äußert. Ich bedaure, daß Ge. nosse Heine hier nicht geredet hat. Soviel ich tveiß, ist er auf dem Parteitag anwesend. Ich schließe mit der nochmaligen Bitte, alle Anträge, soweit sie unterstützt sind, der Reichstagsfraktion zur Berücksichtigung zu überweisen.(Bravo!) Die Anträge 69, 71, 72 und 73 tverden der Reichstags» fraktion als Materialüberwicsen. Damit ist auch dieser Teil des Vorstandsberichtes erledigt- Soiityatftet Der»? In unserer Tagesordnung mutz eine Verschiebung eintreten. In der Nachmittagssitzung soll zunächst die Mai feier- frage behandelt werde». Der Parteitag ist damit einverstanden. Ich konstatiere das und schlietze die Sitzung. Nachmittagssitzung. Dorn eröffnete die Sitzung nachmittag? 3 Uhr. Die Maifeier. Zur Verhandlung stehen mit die Anträge 86 bis SV und 92 Eis 104.#) Antrag 91 wird nicht unterstützt. Berichterstatter ist 86. Teltow-BeeSkow-Storkow-Charlotten- bürg: Der Parteitag sieht in ider Feier des 1. Mai die kraft- vollste Betätigung des Klassenkampfes und verurteilt auf das ent- schiedenste die Brems- und Abwiegelungsversuche aus Gewerkschafts« und Parteikreiscn. Um diesen unliebsamen, das Ansehen der Mai- feier schädigenden Vorkommnissen vorzubeugen, erwartet der Partei- tag, datz derartiges unterbleibt und mehr der auf jedem Parteitag beschlossenen Propagierung der Arbeitsruhe am 1. Mai Rechnung getragen wird. 87. Hamburg III, Distrikt Hamm, Rothenburgs- ort. Billwerder, Finkenwerder, Cuxhaven: Die Maifeier nach den Beschlüssen des internationalen Kongresses, sowie des letzten Parteitages unter Fortfall der Unterstützungssrage ab- zuhalten. 88. Königsberg i. P r.: Für die Regelung der Unter. stützung der M a i fe i e r- G e ma tz re ge l te n sollen in er- neuten Verhandlungen des Parteivorstandes mit der Generalkom- Mission folgende Richtlinien matzgebend sein: 1. Ueber die Arbeitsruhe wird nach zu vereinbarenden allge- meinen Grundsätzen, für die bei einigen Gewerkschaften bereits bestehende als Vorbild dienen, entschieden. 2. Den Gemahrcgelten wird die Unterstützung vom dritten Werktage ab gezahlt, und zwar») für sechs Tage aus lokalen Mitteln, die durch obligatorische Beiträge der am 1. Mai arbeiten- den Organisierten, Sammlungen usw. aufgebracht werden; reichen die Mittel dieses Maifonds nicht aus, so sind die noch erforderlichen Summen am Orte auf die Parteiorganisation und die Gewerk- schaften, denen die Ausgesperrten angehören, angemessen zu ver- teilen; b) weiterhin aus den zentralen Hauptkassen der Partei und der Gewerkschaften in angemessener Verteilung. Als angemessene Verteilung gilt die Zahlung der Unterstützung für die allein politisch Organisierten aus Parteimitteln, für die allein gewerkschaftlich Organisierten aus Gewerkschaftsmitteln, und für die beiden Orga- nisationen Angehörigen von beiden Seiten zu gleichen Teilen. 3. Die Gewerkschaften werden ersucht, von Erhebung besonderer Maibeitröge für andere Gewerkschaftszwecke in Zukunft Abstand zu nehmen. 89. Königsberg-Land, Fischhausen: Die für die Unterstützung nötigen Mitteln sind für die allein politisch orga- visierten Gematzregclten aus der Zentralkasse der Partei, für die allein gewerkschaftlich Organisierten aus der Zentralkasse der Ge- werkschaften, und für die beiden Organisationen Angehörigen aus beiden genannten Kassen zu gleichen Teilen zu zahlen. 96. Frankfurt a. M.: Die Beamten. Arbeiter und Mit- glieder der Partei, welche am 1. Mai feiern und keinen Lohnausfall erleiden, sind verpflichtet, an die Partei- und Gewerkschaftskasse einen Tagesverdienst abzugeben.* 92. Siebenter schleswig-holsteinischer Reichstags-Wahlkreis: Die Generalversammlung des Sozial- demokratischen Zentralvercins für den siebenten schleswig-holstei- nischcn Reichstagswahlkreis erklärt in Uebereinstimmung mit dem in einer gemeinsamen Sitzung der Gcwcrkschafts- und Partei- funktionäre Kiels uäd der Umgegend gefahten Beschlutz die Arbeits- ruhe nach wie vor als einzig wirksame Demonstration, da jede andere Feier zur Verflachung und Bedeutungslosigkeit der Mai-� feier führen muß. Sie spricht sich gegen die von der Generalkom- Mission und dem Parteivorstande empfohlene örtliche Regelung der Unterstützungsfrage aus, da auf diesem Wege einer Beseitigung der Arbeitsruhe zugesteuert wird. 93. Kiel: Die am 13. August tagende Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins Kiel beschließt, nachstehende Reso- lution dem deutschen Parteitag zu unterbreiten: Die heutige Versammlung betrachtet nach wie bor die Arbeits- ruhe als einzig wirksame Demonstration, da jede andere Feier zur Verflachung und Bedeutungslosigkeit der Maifeier führen mutz. Sie spricht sich gegen die von der Generalkommission und dem Partcivorstand empfohlene örtliche Regelung der Unterstützungs- frage aus, da auf diesem Wege einer Beseitigung der Arbeitsruhe zugesteuert wird. 94. Trebbin: Der Parteitag möge beschließen, den Partcivorstand zu beauftragen, erneut mit der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands in Unterhandlung zu treten; die strikte Arbeitsruhe am 1. Mai ist das Ziel der klassenbewußten Arbeiterschaft; die Mittel zur Erringung dieses Zieles müssen gemeinsam von den Zentralinstanzen der Partei und Gewerk- schaften getragen werden. 95. Weimar III: Die heutige Generalversammlung sieht nach wie vor in der Feier des 1. Mai eine Betätigung auf dem Boden des Klassenkampfes, die, je mehr sie propagiert, an Kraft und Umfang gewinnt. Die Versammlung verurteilt aufs ent- schiedenste die Bremserlasse und Abschwächungsversuche, mögen sie aus Partei, oder Gewerkschaftskreisen kommen. Um aber in Zu- kunft diesen ungerechtfertigten, das Ansehen der Maifeier schädigen- den Vorkommnissen vorzubeugen, erwartet die Versammlung vom deutschen Parteitag in Nürnberg, daß er mit allem Nachdruck dafür eintritt, datz dort, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse es erlauben, der 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert wird. In diesem Sinne hat der Parteivorstand und auch die Generalkommission zu wirken. 96. Neuhaldensleben-Wolmirstedt: Die Partei- genossen des Wahlkreises Wolmirstedt-Neuhaldensleben bedauern, daß die Generalkommission und der Parteivorstand die Maifeier vollständig in den Hintergrund stellen und erwarten, datz der Parteitag die Generalkommission und den Partcivorstand ersucht, im nächsten Jahre ihr möglichstes zu tun, damit der 1. Mai durch völlige Arbeitsruhe gefeiert wird. 97. Nürnberg: Der Parteitag fordert im Sinne der Be- schlüsse der internationalen Kongresse die deutschen Arbeiter auf. die Maifeier durch Arbeitsruhe zu begehen und in gemeinsamer Aktion von Partei und Gewerkschaft put allem Nachdruck für die Erweiterung und Steigerung des internationalen Feiertages des Proletariats zu kämpfen. 98. Hanau-Orb: Der Parteitag möge beschließen, für die Frage der Maifeier eine neue Regelung herbeizuführen, indem die getroffenen Vereinbarungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission eine absolut ungenügende ist und nur Ver- wirrungen unter den Parteigenossen sowohl als auch unter den Gewerkschaftsmitgliedern hervorruft und die ganze Maifeier in der Zukunft unmöglich machen wird. 99. Ellerbeck bei Kiel: Die Beschlüsse zwischen Partei. vorstand und Generalkommission betreffs Maifeier sind aufzuheben und beschließt der Parteitag: Die würdigste Feier des 1. Mai ist die Arbeitsruhe; jedoch bezahlt die Partei keinerlei Unterstützung an Gematzregelte. 166. Berlin IV: Die Feier deS 1. Mai unter allen Um- ständen durch Arbeitsruhe zu begehen und zu diesem Zweck durch die Presse, durch Broschüren und Versammlungen geeignete Agitation dafür zu entfalten. 161. Dortmund: Den Parteivorstand zu beauftragen, sich mit der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands in Verbindung zu setzen, um sich über einen Beitrag zu einem Mai- feiergematzregeltenfonds zu verständigen. Zu dieser gemeinsamen Sitzung sollen auch die Vorstände sämtlicher Gewerkschaften hinzu« gezogen werden. Die Parteigenossen, sowie die Gewerkschaftsmitglieder sollen einen gleich hohen Beitrag zahlen. Ferner soll von dem Maifeier- verantwortlicher Redakteur: Kans Weber, Berlin, Für den Richard Fischer- Berlin? Ich glaube, daß ich mit meinen heutigen Ausführungen Ihren ganz besonderen Beifall finden werde, vielleicht nicht nur durch das, was ich sage, aber jedenfalls durch das, was ich nicht sage. Sie werden wohl alle mit mir darüber einverstanden sein, daß wir uns über die Maifeier als solche, über ihren Charakter und ihre Be- deutung heute nicht eingehend unterhalten werden. Das haben wir auf einer Reihe früherer Parteitage bereits gründlich getan, und ich glaube, daß in Partei- und Gewerkschaftskreisen keine Meinungsverschiedenheiten darüber existieren. Wenn wir uns in diesem Jahre abermals mit der Maifeier zu beschästigen haben, so geschieht es hauptsächlich deshalb, weil der Essener Parteitag dem Parteivorstand den Auftrag erteilt hat. auf Grund des Stuttgarter Beschlusses, der zum ersten Male für die Opfer der Maifeier die Unerstützungspflicht ausgesprochen hat, über die Art und Weise der Unterstützung nähere Vereinbarungen mit der Generalkommission der Gewerkschaften zu treffen, die für Partei und Gewerkschaft bindend sei» sollten. Nun hat der Partcivorstand diesen Auftrag ausgeführt, hat aber dabei wenig Zustimmung in Partei- und Ge- werkschaftskreiscn, zum Teil sehr energischen und weitgehenden Widerspruch gefunden, und in den Anträgen, die Sie unterstützt haben, ist eine ganze Serie, die dieser Unzufriedenheit deutlichen Ausdruck verleiht. Nun ist die Frage für unseren Parteitag doch die: Gibt es ein anderes, zweckmäßigeres und geeigneteres Mittel, den von der Stuttgarter Konferenz und dem Essener Parteitag sanktionierten Grundsatz zur Durchführung zu bringen, als daß von nun an die Opfer des Maikampfcs unterstützt werden? Die Generalkommission hat dazu ja bereits auf der Konferenz in Ham- bürg ihre Erklärung abgaben, und der Parteivorstand tut es durch das Referat, das mir übertragen ist. Beide Körperschaften sind der Meinung, datz eine andere Art der Regelung der Unter- stützungsfrage unter den gegebenen Verhältnissen nicht möglich sein wird. Die Lösung dieser Aufgabe hängt nicht von dem guten Willen des Parteivorstandes und der Generalkommission ab, sondern sie liegt in Verhältnissen, die außerhalb der Willensmcinung dieser beiden Körperschaften ruhen. In erster Linie geht durch alle Mvnita des Beschlusses von Parteivorstand und Generalkommission der Ge- danke, daß die Unterstützungsregelung nicht auf lokalem Wege. sondern durch die Zentralkasse von Partei und Gewerkschaften'er- folgen soll. Die Anträge 87 und 99 sehen den radikalsten Weg der Lösung der Frage vor, indem sie einfach erklären, die Unter- stützungspflicht von Partei und Gewerkschaften für die Opfer des Kampfes soll aufhören. Sie glauben das damit begründen zu können, daß sie sagen, im anderen Falle würde die Bedeutung der Maifeier in ihrem Charakter, die Herstellung einer Arbeitsruhe am 1. Mai wesentlich beeinträchtigt N'erden. Nun ist ja diese Lösung der Frage gewiß sehr einfach. Die ganze. Frage der Form der Unterstützung, die Frage, wer die Verpflichtung zur Unterstützung hat, wird natürlich sofort beiseite geschoben, wenn die Frage der Unterstützungspflicht überhaupt verneint wird. Aber die Beschlüsse des Stuttgarter und Essener Parteitages sind doch beide nicht aus heiterem Himmel gefallen, sondern sie haben ihre Ursache gehabt in dem Bedürfnis der Partei und der Gewerkschaften. Es wurde dort die Mseinung vertreten, daß es unmöglich sei, daß Jahr für Jahr unter Umständen dieselben Kategorien von Arbeitern, die opfermutigsten und kampfbereitesten als Opfer auf dem Kampfplatz bleiben, während die Tausende und Hunderttausende von Arbeitern, die vielleicht nicht in der Lage sind, am 1. Mai zu feiern oder die nicht von derselhen Kampfeslust und Opferwilligkeit beseelt sind, teilnahmlos beiseite stehen und jene Opferwilligsten einfach ihrem Schicksal überlassen. Den Gedanken aber, daß durch die Art der Regelung der Maifeieruntcrstützung der Charakter der Feier ab- geschwächt, die Lust und Liebe zur Demonstration am Maitage be- cinträchtigt werde, kann ich nicht verstehen. Glaubt man, Laß die Bereitschaft, die Kampfeslust eher gestärkt wird, wenn man die Opfer der Maifeier den Gegnern wahllos überläßt, als wenn man ihnen«ine vielleicht nicht genügende Unterstützung zuteil werden läßt? Wenn die örtliche Unterstützung nach Ansicht der Antrag- steller ungenügend und daher geeignet ist, die Kampfeslust abzu- schwächen, so verstehe ich nicht, wie die Kampfeslust gestärkt werden soll, wenn man überhaupt keine Unterstützung gewährt. Ein anderer Teil der Anträge— und ich glaube, in den An- trägen sind all die Einwände, die im Laufe der Zeit gegen den Be- schlutz des Parteivorstandes und der Generalkommission laut wurden, vereinigt— die Anträge 88 und 89, 91, 94, 98, 161, 163 und 164 gehen alle von dem gemeinsamen Gedanken aus, einmal die ganze Frage dem Parteivorstande und der Generalkommission zu einer er- neuten Beratung zu überweisen, und zwar unter der Voraussetzung, daß die Unterstützung nicht am Orte geregelt wird, sondern daß die Zentralkasse der Partei und der Gewerkschaften dafür in An- spruch genommen werden sollen. Gewiß, ein schöner Vor- schlag; es fragt sich aber, ob er durchführbar sein wird in bezug auf die Parteikasse.(Hört! hörtl) Ich glaube, wenn Sie nur einen Blick werfen auf die Einnahmen, welche die Parteikasse in diesem Jahre zu verzeichnen hatte, werden Sie selber zugeben müssen, datz, wenn man nicht eine grundlegende Aenderung der Art der Beitragsleistung und der ganzen Kassenverhältnisse der Partei vornehmen will, man dem Parteivorstande unmöglich diese Aufgabe überweisen kann. Wir haben in diesem Jahre auS allgemeinen Beiträgen eine Einnahme von zirka 442 666 M. zu der- zeichnen, das sind die Gesamteinnahmen aus den Beiträgen der Wahlkreise an die Parteikasse. Glauben Sie etwa, daß eine solche Summe für einen Kampf von einigermaßen großer Ausdehnung ausreichen würde? Und selbst wenn man noch die Ueberschüsse des„Vorwärts", der Parteibuchhandlimg und der übrigen Parteiunternehmungen hinzurechnet, so hätten Sie doch erst 666 666 M. Man braucht nur diejenigen Genossen, die im gewerk- schaftlichen Leben einigermaßen versiert sind, zu fragen, ob man einen Lohnkampf auf großer Grundlage mit solchen Mitteln unter- nehmen kann. Ich glaube, es ist nicht ein einziger unter Ihnen, der der Kasse zumuten kann, die Opfer der Maiseier- sestübcrschuß ein Teil in den zu bildenden Fonds abgeliefert werden. Von diesen Beiträgen sollen diejenigen unterstützt werden, die wegen der Maifeier gemaßregelt, resp. ausgesperrt werden. Der Fonds wird von dem Parteivorstand und der Generalkommission gmeinschaftlich verwaltet. Dieser Zcntralfonds soll deswegen ge- gründet werden, weil die einzelnen Lokalkassen nicht leistungsfähig genug sind, eine derartige Unterstützung durchführen zu können, und die Maifeier auf diese Weise zugrunde gehen würde, was unter allen Umständen vermieden werden muß. Ferner soll der Parteitag der sozialdemokratischen Presse die Verpflichtung auferlegen, für die Maifeier, und wo es die Verhältnisse gestatten, für die Arbeitsruhe die größte Propaganda zu machen. Desgleichen soll dieses die ge- meinsamc Sitzung des Parteivorstandcs, der Generalkommission und Gcwerkschaftsvorstände der Gewerkschaftspresse gegenüber tun. Alle Parteiangestellten haben den Lohn für den 1. Mai an die örtlichen Parteikasse» abzuführen. 162. Berlin I: Der Parteitag sieht in der Feier deS 1. Mai die kraftvollste Betätigung des Klassenkampfes und verurteilt auf das entschiedenste die Brems- und Abwiegelungsversuche aus Ge- Werkschafts- und PaFeikrcisen. Um diesen unliebsamen, das An- sehen der Maifeier schädigenden Vorkommnissen vorzubeugen, er- wartet der Parteitag, daß derartiges unterbleibt und mehr der auf jedem Parteitag beschlossenen Propagierung der Arbeitsruhe am 1. Mai Rechnung getragen wird. 163. Nieder-Barnim: Der Partcivorstand ist zu beauf- tragen, nochmals mit der Generalkommission in Unterhandlung wegen einer anderen Regelung der Maifeierunterstützung zu treten und bei der Regelung dieser Frage auf stärkere Propagierung der Arbeitsruhe bedacht zu sein. 164. Frankfurt a. M.: Auf Grund der in Partei- und Gewerkschaftskreiscn an der Maifeiervcreinbarung gemachten Aus- stellung wird der Parteivorstand beauftragt, in Gemeinschaft mit der Generalkommission sowie Vertretern der Gewerkschaftsvorstände und der Bezirksverbände der Partei eine Revision dieser Verein- barung vorzunehmen, und zwar so zeitig, daß das Resultat möglichst bis zum Jahresschluß den Partei- und Gewcrkschastsorganisationen unterbreitet werden kann. Unterstützung zu tragen. Gibt eS nun eine Möglichkel die Parteikasse so zu fundieren, daß man diese Erfordert nisse an sie stellen kann? Nein I Wir können nicht von heute auf morgen die Grundlagen der Partei ändern. Wir sind eine politische Partei, die Mittel sind nolwendig für den politischen Kampf, für die daraus entstehenden Maßregelungen. Aber sie gleich- zeitig zur Unterstützungskasse für allgemeine Kampfe auszugestalten, das ist eine Aufgabe, die wir auf diesem Parteitag nicht lösen können. Diesen Weg können wir nicht gehen. Wir können auch dem Partei- vorstände und der Generalkommission nicht zumuten, aui der Grundlage eines solchen Vorschlages die Frage zu regeln. Es fragtsich, ob die großen, zentralisierten Gewerkschaften in der Lage sind, die Opfer des Mai- kainpfes zu unterstützen. Die Frage ist gewiß diskuäerbar. Aber die in der Kommission vertretenen Gewerkschaften Häven durch den Mund ihrer Teilnehmer an der Konferenz einhellig erklären lassen, daß sie eine solche Verantwortung nicht übernehmen können. Mnn kann den Zentralverbänden unmöglich zumuten, die finanzielle Ver- antwortung für Beschlüsse zu übernehmen, an deren Fassung sie nicht beteiligt sind, auf die sie keinen Einfluß haben, und die nur erklärt werden können aus den lokalen Verhältnissen heraus. Die Vertreter der Gewerkschaften haben weiter erklärt, wenn wir die finanzielle Verantwortung übernehmen wollen, dann geben wir eigentlich ein Stück Verantwortung ab und übertragen es den Unter- nehmern, in deren Belieben wir es stellen, zu ihnen genehmer Zeit unsere finanziellen Kräfte in Anspruch zu nehmen und unsere Kassen zu leeren, damit wir zu günstigerer Zeit nicht in der Lage sind, den Kampf aufzunehmen. Ferner wurde erklärt: Wir können diese Unterstützungspflicht nicht anerkennen im Rahmen der jetzigen Beiträge. Gestalten wir aber die jetzigen Beiträge anders, so fragt sich, in welcher Art und Weise? Auch wir gingen erst von dem Gedanken aus, einen Fonds zu sammeln, der gemeinsam durch Parteivorstand und Generalkommission verwaltet werden soll. Aber wie ist es möglich, die Mittel für diesen Fonds aufzubringen? Es ist vorgeschlagen worden, frühzeitig Sammellisten zirkulieren zu lassen. Gegen den Vorschlag ist eingewendet worden, daß Gelder auf Sammellisten erfahrungsgemäß nur für ganz aktuelle Zwecke eingehen Dann ist die Möglichkeit erwogen worden, die- jenigen Arbeiter heranzuziehen, die nicht in der Lage find, den 1. Mai durch Ärbeitsruhe zu begehen. Es ist vor- geschlagen worden, daß diese Arbeiter den dritten Teil ihres Verdienstes vom 1. Mai an einen Fonds abführen sollen. Aber die Generalkommission hat erklärt, daß sie ganz außer stände sei, einen solchen Vorschlag den Gewerkschaften als bindenden Be- schlnß AU empfehlen. In Ostpreußen, Schlesien, Bayern, kurz in den industriell abgelegenen Gegenden habe man alle Mübe, die Arbeiter allmählich zu den Organisationen heranzuziehen. Es fei ganz unmöglich, diesen Leuten, die sich kaum die ele- mentarsten Begriffe der Gewerkschaftsbewegung zu eigen ge- macht haben, ein solches Opfer zuzumuten. Man würde dadurch die Leute verlieren und an einem Tage die Arbeit vieler Jahre ver- Nichten. Einem solchen Argumente gegenüber konnten wir uns nicht rundweg ablehnend verhalten. Die Frage ist nach den verschiedensten Seiten hin erwogen worden. Es sind allerhand Vorschläge gemacht und besprochen worden, aber das Endresultat der Diskussion, die sich noch durch eine Reihe von Sitzungen hinzog, war eben doch der Borschlag, den im Herbst dieses Jahres Parteivorstand und Gewerk- schaften vorlegten und der folgenden Wortlaut hatte: „Zur Vorbereitung der Maifeier ist an allen Orten möglichst zu Beginn deS Jahres eine Kommission einzusetzen, für die zu gleichen Teilen das Gewerkschaftskartell und die Parteiorganisation ihre Vertretung bestimmen. Den Vorsitzenden wählt die Kom- Mission selbst. Die Kommission hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung der örtlichen und beruftichen Verhältnisse und der Bestimmungen der gewerkschaftlichen Organisationen sowie der Beschlüsse des Partei- tages für eine würdige Feier Sorge zu tragen. Die in Aussicht genommene Feier darf an keinem anderen Tage als am 1. Mai stattfinden." Generalkommission und Gewerkschaften sind also von dem Ge- danken ausgegangen, daß die Regelung der Unterstützungsftage selbstverständlich erfolgen müsse auf dem Grundgedanken einer würdigen Maifeier, um der Idee des 1. Mai Rechnung zu tragen. Es kann aus dieser Resolution nicht hergeleitet werden, datz von einer würdigen Maifeier Abstand genommen werden soll, denn die Voraussetzung der ganzen Vereinbarungen war ja die, dafür zu sorgen, daß an allen Orten der 1. Mai würdig gefeiert wird. In den Vereinbarungen heißt es dann weiter:> „Bei Aussperrungen infolge der Maifeier kann den davon betroffenen Arbeitern eine Unterstützung vom Beginn der zweiten Woche gewährt werden, und darauf haben die politisch, wie auch die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Anspruch. Die für die Unterstützung nötigen Mittel sind von der Partei- Organisation und der Gewerkschaft am Orte, in welchem die AuS- sperrung erfolgt, aufzubringen. Zur Unterstützung der Aus« sperrten soll an den in Frage kommenden Orten ein Fonds gebildet werden. Die Mittel für diesen Fonds sind durch Samm» langen und fteie Beiträge aufzubringen. Bedarf es eines solchen Fonds am Orte nicht oder reichen die Mittel des Fonds zur Unterstützung der Ausgesperrten nicht aus, so sind die erforderlichen Unkosten am Orte von der Parteiorgans- sation und den Gewerkschaften, denen die Ausgesperrten an- gehören, zu decken. Der Anteil, den jede dieser Organisattonen zur Deckung der Unkosten der Aussperrung aufzubringen hat. wird nach der Mitgliederzahl dieser Organisationen berechnet. Anspruch auf Unterstützung aus den Zentralkassen der Partei und der Gewerkschaften haben die Ausgesperrten nicht. Erheben die Gewerkschaften im Anschluß an die Aussperrung Lohnforderungen, so haben sie die Unterstützung der Ausgesperrten allein zu übernehmen." Hierbei ging man von dem Gedanken aus, daß— wenn wegen der Aussperrung am 1. Mai Lohnforderungen erhoben werden— cS sich nicht mehr um eine allgemeine, politische Aktion handele, sondern um einen Lohnkampf, der dann Sache der Gewerkschaften allein sei. Wenn einzelne Gewerkschaften, zum Beispiel die der Schuhmacher, erklärt haben, sie würden nach wie vor die Unterstützung aus ihrer Zentralkasse decken, so steht dem die Resolution nicht im Wege.'Nicht das Recht der Gewerkschaften, im weiteren Sinne die Unterstützungsfrage zu regeln, ist bestritten worden, sondern es ist nur nicht anerkannt die Verpflichtung derjenigen Gewerkschaften, die nicht imstande sind, aus der Zentralkasse Unterstützungen zu geben. Der Hamburger Gewerkschaftskongreß hat grundsätzlich diese Abmachung anerkannt, aber Generalkommission und Parteivorstand beauftragt, nochmals in eine Beratung der ganzen Materie einzutreten, um zu sehen, ob doch noch den Wünschen der Gewerkschaftler und Parteigenossen irgendwie Rechnung getragen werden könne. Diese Besprechung hat stattgefunden, aber zu keinem anderen Ergebnis geführt, als daß nian den Satz, wonach der Unterstützungsanspruch erst von der zweiten Woche an gelten soll, aufhob, indem man sich sagte, wenn es Sache der Organisationen ist, die Unterstützung aufzubringen, dann muß es auch ihre Sache sein, den Beginn der Unterstützung zu bestimmen. Im übrigen waren Parteivorstand und Generalkommission nach wie vor der Meinung, eine andere Regelung sei nicht möglich, und deshalb ersuche ich Sie, alle Anträge abzulehnen, die den Parteivorstand zu nochmaligen Verhandlungen mit der Generalkommission beauftragen wollen, solange nicht auS der Mitte des Parteitages selbst Vorschläge gemacht werden können, die Parteivorstand und Generalkomniission als geeignet zur Erörterung anerkennen. Der Parteitag kann ja einen sachlichen Be- schluß nicht fassen, weil eS sich um eine Vereinbarung zwischen Parteivorstand und Generalkonimission handelt, von denen die letztere hier nicht vertreten ist. Mögen Sic den Partcivorstand' für noch soviel gescheiter halten, als er ist, eine andere Regelung geht doch über seine Kraft. (Fortsetzung in der 2. Beilage.) Inseratenteil verantwu Tb, Glocke, Lcrlin. Druck U.Verlag-Vorwärts Buchdruckerei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW» Ar. 217. 23. Iahrgavg. Kkilme des.Auels" Atlinet Allislilstt. Mittlvoch. 16. Ztpttmber 1908. Der nürnberger Parteitag. (Fortsetzung aus der I. Beilage.) Richard Fischer- Berlin(fortfahrend): Wir haben in einer ganzen Reihe von Sitzungen uns oamit beschäftigt, die Vorschläge aufs eingehendste geprüft, oer Generalkommission eine ganze Reihe von Vorschlägen gemacht und von ihr gemachte erhalten. Wir sind auf den Zeg der gegenseitigen Verständigung angewiesen und haben eben keine andere Verständigung erzielen können. Ist der Partei vorstand nicht in der Lage, für seine eigene Zentralkasse die Verantwortung zu übernehmen, so können Sie eS der Geuerallommission auch für die ihre nicht zumuten, um so weniger. als wir die Maifeier nur den Gewerkschaften zu- gewiesen haben. Und noch eines: Als der Gedanke der Maifeier auf dem Internationalen Kongreh in Paris auftauchte und in Deutschland zum ersten Male propagiert wurde, stand diese ganze Frage der Unterstützung überhaupt nicht zur Diskussion. Es bat sich um eine Demonstration gehandelt, um eine Bekundung der Arbeitersolidarität, deren weittragende Bedeutung man damals— ganz offen gesagt— nicht voraussah. Und in all den Jahren ist man immer davon ausgegangen, daß nicht wir die Entscheidung über die Maifeier zu treffen haben, sondern daß sie abhängig ist von den seweiligen wirtschaftlichen Kämpfen. Wir haben gesehen, dah der Gedanke der Maifeier immer tiefere Wurzeln schlug, daß die Feier immer imposanter geworden ist, und wenn sie m diesem Jahre den Erwartungen einzelner Genoffcn nicht entsprochen hat, so muffen Sie die Schuld nicht den Borschlägen des Parteivorstandes und der Generalkommission zumessen, sondern sich die ganzen wirtschaftlichen VerhälMiffe und die Geschichte der Maifeier vor Augen führen. In der Zeit der wirtschaftlichen Niedergänge haben wir immer erlebt, datz die Maifeier zurückgegangen ist, und immer— wenn die wirtschaftliche Koniunktur in die Höhe ging— ist auch die Demonstration größer geworden. Die Möglichkeit, den Willen und den Eifer zur Demonstration zu beeinträchtigen, ist nicht vorhanden. Wenn unser Vorschlag auch nicht allen Erwartungen entspricht, so wollen wir doch, falls die Lage besser als früher ist, den Kamps weiter führen, und weil dies der Grundgedanke der Resolution ist, bitte ich Sie,� eS bei den Abmachungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission zu belassen.(Beifall.) Stubbe-Hamburg: Die Abmachungen waren unzweifelhaft unerfreulich. Einmal waren sie den Mitgliedern erst fünf Wochen vor dem ersten Mat zugegangen, so daß die Unterstützungsfrage unmöglich geregelt werden konnte. Sodann ist die lokale Regelung dem größten Teile der Parteigenossen unmöglich. Wenn Hamburg III und die anderen Orte beantragen, von der Unterstützung ganz abzusehen, so geschieht da? aus dem von Fischer erwähnten Gesichtspunkt, daß man ur- sprünglich an eine Unterstützung überhaupt nicht gedacht hat. Nun sehen wir ja ein, daß es einstweilen nicht ohne Unterstützung geht. Aber wenn eS auf zentralem Wege nicht möglich ist, ausreichende Fonds zusammenzubringen, so geht eS auf lokalem Wege erst recht nicht. Wir werden zur Einführung eines obligatorischen Beitrages kommen müssen, der braucht ja nicht sehr hoch zu sein, wenn die Unterstützung von der ersten Woche nach der Maifeier ab gezahlt wird. Bei 60 Pf. Extrabeitrag werden die Gewerkschaften Milli- onen aufbringen. Vielleicht dürfte das nicht in den letzten Monaten vor dem ersten Mai geschehen, sondern etwa im dritten Quartal— Juli bis September. Lokal geht eS nicht. Da würden sich in einzelnen Orten Fonds ansammeln, die der Organisation entzogen werden würden, und in anderen Orten mit größeren AuS> sperrungen würde es zu den Unterstützungen nicht reichen. Die Regelung auf lokaler Grundlage ist unmöglich, ebenso wie eS heute unmöglich ist, die Streikunterstützung auf lokaler Grundlage zu regeln. Wenn man sagt, man könne nicht alle Arbeiter, die in ab- sehbarer Zeit nicht feiern können, zu den Beiträgen heranziehen, so meine ich doch, daß alle organisierten Arbeiter die Pflicht haben, zur Durchführung internationaler Beschlüsse beizutragen. Fischer hat darin recht, daß es heute unmöglich ist, in dieser Beziehung Beschlüsse zu fassen, aber treten Sie deshalb den Anträgen bei, die nochmals Verhandlungen zwischen Parteivorstand und General. kommission wünschen. Und wenn die einzelnen Zentralvorständc und vielleicht auch Parteifunktionäre zugezogen werden, würde eS doch vielleicht möglich sein, zu einer anderen Regelung zu kommen, wenn auch vielleicht einzelne Gewerkschaften Schwierigkeiten machen, weil sie ohne ihre Generalversammlung eine Entscheidung nicht treffen können.(Bravo!) Rosa Luxemburg: Als der Mannheimer Parteitag die Frage der Zusammenarbeit der Partei mit den Gewerkschaften in ihrer ganzen Tragweite auf- rollte und nach Mitteln und Wegen suchte, wie wir das im Interesse der beiden Zweige der Arbeiterbewegung unumgängliche Zu- fammenarbeitcn erzielen könnten, gehörte ich zu denjenigen Ge- nossen, die sich am wenigsten ein ersprießliches Zusammenwirken auf dem Wege versprachen, daß die obersten organisatorischen Spitzen beider Zweige der Arbeiterbewegung in dualistischer Weise miteinander Verkehren und Vereinbarungen treffen, die dann für beide Zweige der Arbeiterbewegung maßgebend sein sollten. Ich glaube, daß bei den ersten beiden wichtigen Proben des Zusammen- Wirkens auf Grundlage eines dualistischen Systems— wie wir jetzt erlebt haben— unsere Befürchtungen von damals vollständig be- stätigt worden sind. Diese zwei Proben sind: die Maiseier und die Jugendorganisation. Die Frage der Maiseier ist auf sämtlichen deutschen Parteitagen verhandelt worden und mit Recht. ES ent- spricht dies vollkommen der kolossalen Tragweite dieser Aeußerung unserer Arbeiterbewegung. Aber erst seit kurzem ist eine ganz neue Seite in diese Bewegung hineingeworfen worden, die von sehr verhängnisvoller Wirkung auf die Fortschritte der Maifeier sejjz kann— das ist die Frage der Unterstützung. Als wir in Stuttgart in der deutschen Delegation die Bestimmung getroffen hatten, daß die Partei gleichfalls bereit ist. an der Unterstützung der Opfer der Maifeier sich zu beteiligen, sollte damit nur ausgesprochen werden nach dem ganzen Sinn und Geist der Verhandlungen, daß auch die Partei alles tun will, was in ihrer Macht steht, um die Maifeier so würdig wie möglich auszubauen. Die Unterstützungsfrage hat sich schon sehr bald als eine schlimme Schlinge erwiesen, in der die Maifeier erdrosselt werden kann, wenn wir nicht rechtzeitig der falschen Richtung in der Lösung dieser Frage vorbeugen. Genosse Fischer hat gesagt, er könne nicht einsehen, wo die Logik liegt, wenn man den Gedanken vertritt, durch die Lösung der UnterstützungS. frage würde die Würde der Maifeier beeinträchtigt. Umgekehrt sagt er:.Didurch. daß wir Maßregeln treffen, um die Opfer der Maiseier zu unterstützen, und nicht auf dem Platze liegen lassen, wirken wir dafür, daß die Maifeier würdig gefeiert wird." Ich finde keine Logik auf der Seite Fischers. Parteivorstand und Gr. neralkommission haben vollständig recht, wenn sie behaupten, sie haben vielleicht eine falsche Lösung der Unterstützungsfrage gc» funden. Nun sagen Sie: Gebt uns eine bessere, dann werden wir sie ergreifen, wir haben bis jetzt keine bessere gefunden. Ich behaupte, eine vollwertige Regelung der Untcrstützungsfrage in dem Sinne, daß einerseits die Maiseier immer mehr ausgedehnt wird, andererseits aber alle Opfer unterstützt werden, kann gar nicht gefunden werden. Darin liegt eben die Schlinge, in der die Maifeier erdrosselt wird, daß wir uns weiter darauf einlassen, alle möglichen Kombinationen ausfindig zu machen, um die Unter- stützung so zu regeln, daß alle Opfer gedeckt werden und doch die Maifeier ausgebaut wird. Die bisherige Praxis der Maifeier nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern hat gezeigt, daß es vur einen einzigen Weg gibt, um den Opfern der Maifeier vor- zubeugen— dag ist nicht die Unterstützung, sondern die möglichste Ausdehnung der Maifeier. Nur da, wo die Zahl der Feiernden eine so gewaltige ist, daß eine Maßregelung unmöglich ist, nur dann, wenn man die wirkliche Macht der klassenbewußten organi- sicrtcn Kämpfer der Arbeiterschaft mit ihrer ganzen Wucht dem Unternehmertum gegenüberstellt, erst dann wagt das Unternehmertum nicht, Maßregelungen gegen uns vorzunehmen.(Widerspruch und Zustimmung.) Wir haben erfahren, daß daS auf Schritt und Tritt sich bestättgt.(Zuruf: Wo denn?) Ich bitte Sie, einen Blick zu werfen nach einem Lande, wo'die Arbeiter genau aus demselben Teig gemacht sind, wie die deutschen Arbeiter, nach Russisch-Polen.(Widerspruch.) Wir haben dort in diesem Jahre, wiederum in Warscktau, eine Maifeier gehabt, die einzig in der Welt dasteht. Sämtliche Fabrikarbeiter haben gefeiert. ES geschah das nicht etwa auf dem Höhepunkte der Revolution, wo alle Geister hochflicgen. Wir haben seit längerer Zeit in Rußland und Russisch- Polen einen Niedergang, einen gewissen Stillstand der Revolution, der revolutionären Bewegung zu verzeichnen. Wir haben eine furchtbare wirtschaftliche Depression, eine kolossale geistige Depression und trotz alledem hat man dort massenhaft den 1, Mai gefeiert. Und gerade deswegen sind in diesem Jahre ebenso wie früher, die Maßregelungen für die Maifeier minimal gewesen. Genau dieselben Erfahrungen hat man in Deutschland gemacht. Ich glaube, es war etne Zahlstelle der Holzarbeiter in Berlin, die in diesem Jahre genau dasselbe festgestellt hat in einer Sitzung nach der Maifeier, daß nämlich nur durch die möglichste Ausdehnung der Zahl der Feiernden ein Riegel dagegen vorgeschoben wird daß die Maßregelungen die Massen der Feiernden treffen. Dcs> halb würden wir einen ganz falschen Weg einschlagen, wenn wir uns tatsächlich mit der aufgeworfenen Frage des langen und breiten beschäftigen wollten, wie die Feiernden unterstützt werden sollen. Fiscltcr hat selbst unwillkürlich gezeigt, wie auSwcgsloS eigentlich dieser Weg ist, indem er sagte: Ihr seid alle unzufrieden mit der bisher getroffenen Regelung, daß die lokalen Organisa- tionen die Gemaßregelten unterstützen sollen. Wer soll sie denn sonst unterstützen? Die Zcntralpartcikasse ist nicht dazu da, sondern für politische Zwecke; wir sind nicht imstande, diese kolossalen Opfer zu tragen. Die Zentralverbände ihrerseits erklären gleichfalls, sie müßten ihre Kassen für andere Kämpfe freihalten. Ja, wer soll sie unterstützen? Also auf diese Weise wird gezeigt, daß weder so noch so eine befriedigende Lösung der UnterstühtingSfrage gefunden werden kann. Die einzige Lösung ist eben die, daß man unabhängig von dieser oder jener Regelung der Unterstützung den Gedanken der Maifeier mit allem Nachdruck proklamiert und nicht im zaghaftem, bremsendem Geiste, wie es im letzten Jahre vom Parteivorstand und der Generalkommission geschehen ist.(Sehr richtig und Widerspruch.) Gerade auf diese Weise wirkt man dghin, daß die Opfer der Maifeier wachsen; denn durch diese Zaghaftigkeit der leitenden Behörden der Arbciterhewegung bekommen die Unter nehmer und ihre Verbände erst Mut, unsere Kämpfer mit Maß regelungen zu treffen. Wir haben um so mehr Ursache, mit aller Schärfe darauf zu bestehen, daß die Joee der Maifeier, ohne durch allerlei Nebenumstände verwirrt zu werden, mit vollem Nachdruck propagiert wird, als wir aller Voraussicht nach schweren Kämpfen entgegengehen. Die Maifeier hat, das muß man nach den bis- herigen Erfahrungen sagen, in Deutschland nicht nur noch nicht gezeigt, was sie eigentlich leisten kann, sondern sie hat erst eine große Zukunft vor sich. Um dieser Zukunft entgegenzugehen, haben vir allen Grund, jetzt mit aller Macht darauf zu bestehen, daß der Gedanke der Maifeier in aller Reinheit und mit aller Schärfe propagiert wird.(Lebhafter Beifall.) Adler. Kiel: Ein deutscher Philosoph hat einmal gesagt:„Alles was ist, ist vernünftig." Nun kann u. a. der eine oder andere sagen, eS wäre besser gewesen, seinerzeit die Maifeier nicht zu beschließen. Da sie aber einmal besteht, werden wir sagen müssen:„Sie ist da, also ist sie vernünftig." Wenn wir sie jetzt aufgeben wollten, so würde uns das weit größere Opfer kosten als die Opfer, die wir haben, wenn wir auf sie bestehen. Ich habe gehofft, daß Genosse Fischer, der sich so oft mit der Maifeier heschäftigt hat, in die Frage recht gründlich eindringen würde, daß er uns heute etwas Neues prä sentieren würde. Was wir aber hören mußtem war eben nicht sehr erfteulich. ES war nur die Erklärung: Wir stehen hier, wir können nicht weiter. Ich behaupte aber, wir können weiter, und ich bedauere sehr, wenn wir von einem so bewährten Genossen wie Fischer, einem Spezialisten in der Maifeier, eine solche Erflärung hören. Dieses Grablied betrübte mich mehr als die Vorgänge der letzten Jahre. Wie niederdrückend hat nicht die Konvention zwischen der Generalkommission und dem Partcivorstande in diesew Jahre auf die Maifeier gewirkt. Sie fuhr in die geplanten Ver- anstaltungen wie ein elettrischer Schlag hinein, und manch einer hat eine kleine Lähmung davongetragen. Dadurch entstand die Ver wirrung, und so haben z. B. in Kiel die Organisationen bei der Maifeier versagt, die bisher bei den Opfern an der Spitze ge- standen haben. ES mag ja auch hier und da die Einwirkung der Krise gewesen sein, aber auf alle Fälle haben diese Vereinbarungen lähmend gewirkt. War das nötig? In Stuttgart war eS ganz gewiß die Absicht der Vertreter der Partei und der Gewerkschaften,«ine glänzende Maifeier zu sichern, als sie die Unterstützungsfrage anführten. Die Vereinbarung, daß Partei und Gewerkschaften zu gleichen Teilen mit den Kosten be- lastet würden, genügt, wenn man die Kassenvcrhältnisse der Partei kennt, die doch gegenüber den Gewerkschaften der arme Mann ist, ganz allein, um die Maiseier unmöglich zu machen. Ich hätte eine Lösung verstanden in dem Sinne, daß die Gewerkschaften einstehen fir die gewerkschaftlich organisierten Kämpfer und die Partei für iejenigen, die sich gewerkschaftlich nicht organisieren können, aber der Partei angehören. Wir wünschten in Stuttgart einen Modus der Verteilung der Kosten, die Vereinbarungen aber enthalten Be» stimmungen über Karenzzeiten, über Sammellisten usw., von denen in Stuttgart mit keinem Wort die Rede war. Wenn man radikal vorgehen will— ich will aber recht sanft sein, um möglichste Ueber» einstimmung zu erzielen könnte man behaupten, die Sache sei mit Absicht so gemacht, um der Maifeier ein Ende zu bereiten. (Sehr richtig!) Für meine Person bin ich nicht dieser Meinung, aber die Väter dieser Vereinbarung sollten sich über die Wirkung dieser Idee klar werden. Wir haben aus den Antworten des Parteivorstandes auf die Vorstellungen gegen dir Vercinharungen den Eindruck gewonnen, daß eS dem Parteivorstand sehr lieb sein müßte, wenn wir protestierten, da er bei den Verhandlungen mit der Generalkommission in der schwächeren Position gewesen ist. Daher�hoffe ich, daß der Parteitag scharf und deutlich seine Mei. nung über die Konzession aussprechen wird. In Kiel hat Genosse Legten erklärt, der Parteitag dürfe' eigentlich jetzt gar nicht mehr gegen die Neuregelung rebellieren, und er dürfe den Beschluß der Gewerkschaften nicht desavouieren. Partei und Gewerkschaften ind doch aber gleichberechtigte Kontrahenten. Legten meinte weiter, die Vereinbarung sei nur eine Festlegung der bestehenden Zustände und ein Mittel zur Förderung der Maifeier. DaS zu begreifen, waren wir in SchleSwig-Holstetn zu schwerfällig. Daher haben wir in einer Resolution einen Kommentar zu der Ver- einbarung gewünscht.(Paeplow: Wir können doch nicht für die Dummheit der Schlcswig-Holsteiner!) Ich möchte den Zwischen- rufer darauf aufmerksam machen, daß an seinem Orte die Genossen auch zum großen Teil diesen Vorschlag als eine Bremse gutgeheißen haben. Der Absatz 4 der Resolution Wird einfach die Wirkung haben, daß in SO Proz. aller Orte die Maifeier in Zukunft un- möglich ist. Wir müssen verlangen, daß die Vereinbarung voll- tändig dem Sinne der Stuttgarter Abmachung entspreche, und können deshalb der Resolution nicht zustimmen. Weil ich aber ein guter Mensch bin. will ich dem Genossen Fischer die Freude machen und nicht empfehlen, die ganze Resolution zu streichen, sondern nur ihr AergerniS zu beseitigen. Ich empfehle daher, daß wir die Ab- sätze 1, 2 und 5 der Resolution stehen lassen und die Absätze 3 und 10 streichen. Dann haben wir eine Resolution, die besagt, daß die Maifeier bereits am Anfang des Jahres in Kommissions-Bc- ratungen, an denen Partei und Gewerkschaften beteiligt sind, vor- bereitet werden, die weiter ausführt, wie die Kommission zu arbeiten hat, und festlegt, daß die Feier am Tage und durch Ar- beitsruhe zu feiern ist. Absatz 6 gilt für den Fall, wo die Gcwerk- schaften mit der Maifeier noch einen weiteren Lohnkampf ver- binden. Gleichzeitig sollten wir beschließen, daß der Partcivorstand beauftragt wird, die Verhandlungen mit der Gcneralkommission wieder aufzunehmen. Dann kann man sich auch mit den Gedanken beschäftigen, den Stubbe vertreten hat, obgleich ich mir nicht viel davon verspreche. Diese Stellungnahme des Parteitages wird dazu führen, daß der Vorstand nicht mehr als der kleine Mann bei den Verhandlungen dasteht. Ich bitte, in diesem Sinne zu beschließen, damit wir eine immer lebhaftere Maifeier bekommen.(Lebhafter Beifall; Ruf: Hurra!) KlühS- Magdeburg: Die große Zahl der vorliegenden Anträge beweist, daß man draußen im Lande mit der Form und Art der Maifeier nicht mehr einverstanden ist. Ich stimme vollkommen mit Adler darin übercin, daß der Vorstand vielleicht schon jetzt durchgreifende Aenderungen treffen muß, wenn die Partei und die Gewerkschaften nicht Gefahr laufen wollen, daß die Maifeier beseitigt ivird. Auf dem Wege dazu sind wir infolge der Wirrnisse, die durch die Vereinbarungen herbei- geführt sind. Dadurch ist die Sache arg verrannt, so daß niemand aus noch ein weiß. Ich habe den Beweis dafür in Händen gehabt, daß bei der ersten Maiseier das Unternehmertum sich mit dem Gedanken abgefunden hatte; eö sagte:„Nun gut. wenn die Arbeiter feiern wollen, dann fügen wir uns." Aber im Augenblick des ersten Bremsversuchs des Vorstandes drohte das Unternehmertum sofort, die Feiernden zu entlassen. ES trat eine allgemeine Verwirrting ein. Nun sind jetzt noch nahezu alle großen Zentralverbände mit Bedenken gegen die Maifeier hinzugekommett. Besonders ist eS der Metallarbeiter-Verband, der ein dickes Buch herausgegeben hat. um zu beweisen, weshalb es unter den bestehenden Verhältnissen keine Maifeier mehr geben kann. Das wird ja nicht direkt gesagt. Aber wer zu lesen versteht, der merkt, was damit genteint ist. Man hat Argumente gefunden, um in einer guten Konjunktur die Maifeier als etwas nicht Wünschenswertes zu bezeichnen. Man hat auch Argumente gefunden, um die Maifeier für die Zeit der Krise als etwas durchaus nichts Schönes hinzustellen. Charakteristisch ist eS. daß gerade aus Landkreisen so viel Anträge eingegangen sind, die ein korrekteres Vorgehen wünschen. Tatsächlich haben wir kleine Orte, die inbezug auf die Maifeier den Jndustrieortcn vorangehen. Wenn nicht fort- während in unsichtbarer Weise gebremst wäre, dann hätten wir auch schon Erfolge hinsichtlich der Verkürzung der Arbeitszeit zu ver- zeichnen. Wenn wir keine klaren Bestimmungen treffen wollen. dann ist eS besser, Schluß mit der ganzen Geschichte zu machen. Aber daS darf nicht sein. Der Parteitag muß sich klar aussprechen, damit die Massen nicht irregeleitet werden, und an der Leitung der Partei und Gewerkschaft nicht verzweifeln.(Bravo I) Sccger-Leipzig: Fischer fordert die Zustimmung zur Abmachung des Partei» Vorstandes und der Gcneralkommission, weil erstens die Partei- lasse zur Unterstützung der Ausgesperrten nicht die Mittel habe und dann, weil die oberschlesischen Arbeiter von der Arbeiterbewegung noch nichts verstehen und man von ihnen deshalb einen solchen Extrabeitrag nicht verlangen könne. Wenn, das die Anschauung der leitenden Parteigenossen tst, dann verstehe ich nicht, wo sie den Mut zu ferneren Kämpfen hernehmen sollen; dann können wir überhaupt einpacken.(Sehr richtig I) Ein weiteres Argument Fischers ist, daß man 1889 bei der ersten Maifeier die Konsequenzen nicht hat über- sehen können. Aber 1904 bat man das gekonnt, und da hat der inter- nationale Kongreß zu Anisterdant' ausdrücklich den Pariser Beschluß von 1889 sanktioniert und noch verstärkt, indem er als die würdigste Feier die ArbeitSruhe in das Programm aufnahm. Weil die Zentralkasse der Partei die Mittel nicht hat, sagt Fischer, könne man eS auch der Gewerkschaftskasse nicht zumuten. Dabei sind die Gewerkschafts- beitrüge sechs bis sieben mal so hoch wie die Beiträge zur Parteikasse. Die Gewerkschaften geben ja so viel Geld auS für Aussperrungen, die sie selbst nicht gewollt haben. Da ist es ein unberechtigtes Verlangen, wo es doch in ihrem Interesse liegt, daß die Parteikasse die Hälfte zahlen soll. Einen Hauptumstand hat Fischer vergessen, der zu den neuesten vorliegenden Anträgen geführt hat. Es ist auch nicht von ungefähr, daß sämtliche 19 Anträge die Maifeier eher noch verschärfen wollen. Freilich die Gegnerschaft gegen die Maifeier ist uns bekannt. Wenn man derartige Demonstrationen lediglich vom Geldstandpunkte aus betrachtet, dann allerdings. Aber das ist bei der Arbeiterbewegung ganz unmöglich. Dann müßte sie auf die ganzen Wirt- schaftlichen Kämpfe verzichten, denn einer zieht den anderen nach sich, und die Gewerkschaftskassen werden geleert werden, ob sie wollen oder nicht. Nun hat man gesagt, auch aus dem Hamburger Kongreß. die Maifeier passe in die Taktik der Gewerkschaften nicht mehr hineiu, man müsse den Kampf aufnehmen, wenn die Situation dafür ge- geben sei. Dieses Argument ist gegen die Maifeier absolut nicht anzuwenden. Im Gegenteil, gerade in Krisenzeiten haben die Aus- sperrungen an Zahl und an Umfang zugenommen. Das konnten die Gewerkichasten also auch nicht verhindern. Dann wäre ja auch das ganze UnterstützungSwescn nicht möglich. Das hat die GeWerk« schaften unendlich mehr gekostet und hat lediglich die Staats- und Armenkosten erleichtert. Also den Vorschlägen des Vorstandes kann unter keinen Umständen zugestimmt werden. Ich bitte, dem Frank» ürter Antrage zuzustimmen. Engler-Freiburg: Wenn etwas die Ratlosigkeit gezeigt hat, so waren eS die AuS» ührungen der meisten Redner von heute. Man kritisiert die Ab- machung deS Parteivorstandes. ohne etwas an die Stelle zu 'eyen.(Sehr gut.) Eine Maifeier ohne Unterstützung ist ab- würgt. Darüber müssen wir uns klar sein.(Sehr richtig!) Die aifeier kann das, was sie nach dem Beschluß des Pariser Kongresses sein soll, nur dann sein, wenn der Einzelne die Ver- antwortung übernimmt. Diesen Zustand werden wir aber nicht mehr erreichen. Da die örtlichen Organisationen es sind, die über die Form und Art der Maifeier zu beschließen haben, muß man ihnen auch die Verantwortung zuschieben. Wir haben in Freiburg dieses Jahr von einer Maifeier abgesehen nicht wegen der Unter- tiitzungsftage, denn wir hatten jedes Jahr gefeiert ohne Unter- 'tützung, aber es bestand eine Lohnbewegung und dazu eine Krise. Die Hamburger können ja feiern ivie alle Jahre. Wenn sie die UnterstützungSfrage nicht regeln wollen, dann mögen sie eS ruhig bleiben lassen. Die Abmachung soll der Maifeier ein Ende be- reiten, meint die Genossin Luxentburg. Nun, freiwillig ist der Partei- vorstand und die Generalkonmtissioii mcht an die Aufgabe herangetreten, andern die Maifeier ist nicht das geworden, waS die, die sie beschlossen haben, erwartet haben, und jetzt sucht man nach Mitteln. daS zu erreichen. Nun sagt Genossin Luxemburg, das beste Mittel, den Aussperrungen zu entgehen, ist die immer weitere Ausdehnung der Maifeier. Ja, darüber bin ich mir auch klar, wenn erst alle Arbeiter oder wenigstens drei Viertel sEh an der Maifeier beteiligen, dann werden die Unternehmer die Aussperrung nicht mehr wagen; wie die Anarchisten sagen: wenn alle Arbeiter beschließen. nicht länger als acht Stunden zu arbeiten, dann haben wir>den. Achtstundentag. Dann sagt die Genossin Luxemburg, durch die zag- haften Schritte der Generalkommission feien die Unternehnier ermutigt worden. Gut, ich glaube, wir haben aus der Gewerkschaftsbewegung doch Beispiele genug, daß man durch allzuschnclles Borgehen sich äußerst schaden kann,«ußerdem find«• doch nicht fei« Zentralborstände, sondern leider die, die zu Hause recht radikal reden, aber auf den Generalversammlungen der Gewerkschaften reden sie anders. Darin hat Seger recht: Ziehen wir in der Partei das Bewußtsein groß, daß bei allen Kämpfen und bei allen Demonstrationen sogar zuerst die Untcrstützungsfrage geregelt werden muß, dann können wir einpacken. Lassen wir eS bei der Vereinbarung zwischen Parteivorstand und Generalkommission. Bleuel-Frankfurt: Eine andere Regelung der Maifeier muß unbedingt und sobald Wie möglich Platz greifen. Ohne die Untcrstützungsfrage können wir die Maifeier nicht regeln, weil der Arbeiter nicht Rücklagen machen kann und jeden Feiertag möglichst vermeiden mutz. Uebcr den Bremsartikel vor zwei Jahren haben die Parteigenossen im ganzen Reiche den Kopf geschüttelt. DieÄbmachungbedeutetnichtsandercs.als daß Partcivorstand und Generalkommission sagen: Ihr sollt die Maifeier begehen, aber tragt selbst die Verantwortung. Es ist mir vas unverständlich, wie man die Regelung zedem einzelnen Orte zuschieben kann, wo es gerade auf eine große einheitliche Kund- gebung ankommt. Ich bitte uni Zustimmung zum Frankfurter An- trag. Man sagt, wir wissen nichts anderes an die Stelle zu setzen. Nun, es ist doch leicht festzustellen, wie die Sache in den einzelnen Gewerkschaften liegt, und wie man das noch ausbauen kann. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß die Generalkommission in Ver- bindung mit dem Parteivorstand derartige Mittel noch finden wird. Sodann nehmen Sie den- Antrag über Abgabe eines Tagcsvcr- dienstes der Beamten und derer, die keinen Lohnausfall erleiden, an. Man hat gesagt, das sei ein Eingriff in das Portemonnaie des einzelnen. Tun wir das aber nicht auch, wenn wir den Arbeiter aur Maifeier veranlassen. Zubeil-Berlin: -Wenn die Maifeier nicht das geworden ist, was sie werden sollte, so liegt das daran, daß vom ersten Augenblick an der Partei- vorstand wie mit einer Bombe zwischen die Begeisterung der Ar- beiter fuhr. Wie soll eine Maifeier werden, was sie werden sollte, wenn man seit achtzehn Jahren fortwährend die Pferdekur an ihr ausübt! Ich stehe deshalb auf dem Standpunkt der Hamburger: man sollte, wenn man sie soweit herabwürdigt, wie es jetzt ge- schehcn ist. auch den Mut haben, die Maifeier für ein verkehrtes Unternehmen zu erklären. So wie jetzt kann es unter keinen Um- ständen weiter gehen. Adler meinte, wir können das der bürger- lichen Gesellschaft gegenüber nicht verantworten. Nun, die bürger- liche Gesellschaft ist in der Maifcierfrage schon den Rückgang von uns gewohnt, und nicht mit Unrecht konnte auf dem Arbeitgebertag der Holzindustriellen ausgerufen werden:„Die Maifeier ist für uns Arbeitgeber ein fast überwundener Standpunkt. Die AuSsper- rungen haben so gewirkt, wie wir es kaum für möglich gehalten haben." Kann es da noch ein weiteres Zurückgehen geben? Von dem Augenblick an. wo die Unterstützungsfrage in den Vordergrund gerückt wurde, mutzte die Maifeier zurückgehen. Die Verein- barungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission sind völlig unannehmbar. Sie können nur getroffen sein, um die Mai. feier zu erwürgen. Was heißt es denn, die Unterstützungen, ja die ganze Frage der Maifeier den einzelnen Orten überlassen?. Das heißt: in den meisten Orten einfach die Parteigenossen gebunden in die Hände der Gewerkschaften geben.(Sehr richtig I) In den meisten Orten ist die gewerkschaftliche Organisation doch doppelt so stark wie die politische, und die Macht der Gewerkschaften wird dazu benutzt werden, daß überhaupt an eine Maifeier nicht mehr gedacht werden kann. Und wie ist es denkbar, daß man die Unter- stützungsfrage den einzelnen Orten überläßt? Nicht nur die kleinsten, sondern auch die Mittelstände werden dazu gar nicht im- stände sein. Durch den Stuttgarter Kongreß schien eine Hoffnung erweckt zu sein. Es schien als ob ein frischer, fröhlicher Zug Ein- gang finden sollte. Und heute haben wir nun das Resultat dieses srisch-fröhlichen Zuges l Heute haben wir die Hoffnung, die auf Stuttgart gesetzt wurde, begraben für jetzt und immerdar. Des- halb wäre es weit besser, den Schritt zu wagen und die Maifeier- frage einfach von der Tagesordnung verschwinden zu lassen. Eine Blamage für die Partei ist heute schon die Art, wie die Arbeitsruhe durchgeführt werden soll. Auch ich bin der Meinung, daß wir keinen der vorliegenden Anträge annehmen können. Aus einer Zurück- Verweisung an den Parteivorstand und Generalkommission kommt auch absolut nicht Vernünftigeres heraus, als was uns jetzt vor- liegt. Der einzige Antrag, der vielleicht die Maifeier galvanisieren könnte, wäre der Antrag Hamburg. Aber auch mit dem darin ver- langten Fonds wird es nicht mehr möglich sein, die Maifeier auf? neue ins Leben zu rufen. Robert Schmidt-Berlint Genossin Luxemburg hat gesagt, daß die Vereinbarungen ein Produkt des dualistischen Verhältnisses seien, das in Mannheim begründet ist und zwar ein trauriges Ergebnis dieses Verhältnisses. Ich weiß ja, daß die Genossin Luxemburg mehr für einen Skandal inkliniert als für eine Verständigung und daß sie es bedauert, daß ein gedeihliches Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften besteht.(Unruhe.) Eine Organisation wie die Generalkommission kann sich mit dem Parteivorstand nur verständigen auf der Grund- läge einer Koordination, nicht aber einer Subordination. Das haben wir in Mannheim ausgesprochen und daran halten wir auch heute noch fest. Wenn man die Maifeier beseitigen wollte, brauchten wir uns nicht lange mit dem Parteivorstand darüber zu unter- halten. Wir brauchten keine langen Auseinandersetzungen zu machen und hier auf dem Parteitag die Diskussion nicht lange hinauszuziehen, wenn wir darin einig wären, daß es keiner Unter- stützung für die Maiausgespcrrtcn bedarf. Aber jeder vernünftige Gewerkschaftsführer weiß, daß wir keine Maifeier begehen können, ohne uns der Opfer anzunehmen. Und deshalb sind wir der Mei- nung, daß die Unterstützung eine der wichtigsten Fragen ist, die von der Frage der Arbeitsruhe nicht losgelöst lverden kann. Ge, nossin Luxemburg meint, wenn alle feiern, dann kann doch niemand mehr ausgesperrt werden. Ja, wenn der Himmel einfällt, sind alle Spatzen tot.(Heiterkeit.) Allerdings, wenn alle feiern, kann keiner ausgesperrt werden. Aber weil wir es in der Arbeiter- bewegung noch mit einer großen Indifferenz zu tun haben, weil wir mit einer sehr beachtenswerten christlichen Bewegung zu rechnen haben, die uns diametral gegenübersteht, und an Umfang zunimmt, und die einheitliche Aktion der Gewerkschaften stört, deshalb kommen wir nicht dazu, daß alle Arbeiter an der Maifeier� teilnehmen und damit die Aussperrung unmöglich machen. �>ch wäre der Genossin Luxemburg sehr dankbar, wenn sie den Berliner Holzarbeitern im nächsten Jahre einmal auseinandersetzen würde, daß sie ohne Unterstützung feiern sollen. Es würde mich freuen, wenn cS ihr gelänge, einen solchen Beschluß herbeizuführen. Vom ersten Jahre ab, seitdem wir in Berlin die Maifeier haben, erhalten die aus- gesperrten Holzarbeiter eine Unterstützung. Sie haben ja auch ein Recht darauf, daß sie unterstützt werden. Wenn man aber sagt. die Maifeier ist nicht nur eine gewerkschaftliche Frage, sondern auch eine politische Frage, eine Kundgebung, an der Partei und Gewerkschaften gleichermaßen interessiert sind und wenn Sie der Ueberzeugung sind, daß diese Kundgebung nicht mehr das bietet, was Sie wünschen, dann haben Sie den einzig richtigen Weg zu gehen und zu sagen: Bitte, nicht Euer Rat kann uns nützen, son- dcrn Ihr müßt auch mit tätig sein und alle Einrichtungen treffen, die notwendig werden würden. Mit bloßen billigen Redensarten darf man sich dieser Verpflichtung nicht entziehen. Es ist früher oft gesagt worden, daß die Gewerkschaften ihre Kassen füllen, und jetzt klopfen wir an die Beutel der Partei, aber da kommt man nicht mit ähnlichen Einwendungen. Ich habe das Gefühl, daß auch in der Partei im allgemeinen die Auffassung vorhanden ist, wir können unS der Unterstützur�sverpflichtung nicht entziehen. Dafür sprechen die zahlreichen Anträge. Die Lösung der Frage ist ja sehr schwer. Wir sind in der Gcneralkommission von vornherein der Ueberzeugung gewesen, daß wir nicht der Partei und den Ge- werkschaften etwa die Hälfte der Lasten auferlegen können, denn die finanzielle Leistungsfähigkeit ist eine viel zu ungleichmäßige. Was wir wollen, ist, daß wir es vermeiden, in Zeiten Wirtschaft- licher Krise in uferlose Kämpfe zu kommen. Die Berliner Holz- Arbeiter hatten in diesem Jahre eine Aussperrung zu verzeichnen. iv!e seit langen Jahren nicht.(Sehr richtig?) Allein die Berliner Zahlstelle hat 70 VM M. für Ausgesperrte gezahlt.(Hört! hört!) Wir hatten über 1000 Ausgesperrte, darunter Leute, die bis zu 20 Wochen ausgesperrt gewesen sind. Wollen Sic von diesen Leuten verlangen, daß sie im nächsten Jahre wiederum 20 Wochen aus- gesperrt sind? Solche Leute müssen doch unterstützt werden. Es wäre eine Brutalität, eine Rücksichtslosigkeit, wenn wir das wollten. (Zustimmung.) Mit unseren Kassen müssen wir dahinterstehen, aber auch mit unserer Verantwortung. So schön die Beispiele sind. die uns Rußland geboten hat, so viel Begeisterung wir für das russische Proletariat haben, für die großen Opfer, die es gebracht hat, so sind doch die historischen Betrachtungen der Genossin Luxemburg über die Gewerkschaftsbewegung in Rußland uns zu wenig sicher, weil sich ergeben hat. daß ihre Auffassung über die russische Gewerkschaftsbewegung völlig unrichtig war. Ich erinnere nur daran, daß sie einmal den Buchdruckern zurief: Wir in Ruß- land haben den achtstündigen Arbeitstag erreicht. Jetzt ist die russische Bewegung vollständig zertrümmert— zu meinem großen Bedauern.(Sehr richtig!) Aber wie können wir diese plötzliche elementare Bewegung vergleichen mit der stetigen und fortschreiten- den und ruhigen Arbeit der deutschen Gewerkschaften. Haben wir in Deutschland andere Verhältnisse, so haben wir auch andere Erfolge. Es ist durchaus nicht unsere Absicht, die Maifeier zu er- drosseln. Wir haben uns stets den Beschlüssen der Parteitage gefügt und gesagt: Eine Aenderung in der Maifeier kann nicht herbeigeführt werden, wenn eine so erhebliche Zahl von Partei- genossen nichts davon wissen will. Zu einer solchen Aktion ist Ein- heitlichkeit notwendig. Da ist es auch notwendig, daß die Minorität sich der Majorität fügt. Aber wie gesagt, mit bloßem Reden ist das nicht getan. So angenehm es mir auch wäre, wenn die Genossin Luxemburg den Arbeitern begeisternd vor Augen führen würde, daß sie feiern müßten, ohne Unterstützung zu bekommen, die Reden allein genügen doch nicht, wir verlangen, daß man auch in Taten seine Pflicht erfüllt.(Lebhafter Beifall.) Pieck-Bremen: Als ich gestern das Treiben von Genossen kennzeichnete, die systematisch die Arbeiter vom richtigen Wege abbringen wollen, hörte ich den AuSruf: Unverschämtheit. Ich habe eben' die Unver- schämtheit eines Genossen gehört, der an erster Stelle der prole- tarischen Bewegung steht(Unruhe), und der einer andere» Genossin den Vorwurf machte, daß� es ihr nur darauf ankomme. Skandal zu provozieren. Einen schwereren Vorwurf kann man emer Genossin, die jederzeit bereit ist, ihr Leben in die Schanze zu schlagen, nicht machen.(Unruhe.) Ich fühle nicht die Verpflichtung in mir, die Genossin Luxemburg zu verteidigen, dazu ist sie selbst in der Lage, ich wollte damit nur den Ton kennzeichnen von Leuten, die...(Große Unruhe, Glocke des Präsidenten). Ich nehme den Ausdruck Leute zurück, aber ich kann versichern, daß ich vor den Genossen, die ich damit kennzeichnen will, nicht die geringste Achtung als Parteigenossen habe.(Große andauernde Unruhe.) Vorsitzender Dorn: Ich bin gezwungen, den Redner zur Ord- nung zu rufen.(Die Unruhe dauert an.) Ich habe den Redner zur Ordnmig gerufen, damit ist die Angelegenheit also wohl er- ledigt. Pieck(fortfahrend): Ich füge hinzu, daß ich meine Art, zu reden, nicht auf der Partei- schule gelernt habe.(Lachen.) Ich habe schon vor dem Besuch der Parteiichule in dieser Weise polemisiert.(Erneutes Lachen.) Nun zur Sache selbst: Die Frage der Maifeier scheint einen toten Punkt erreicht zu haben. ES ist mir begreiflich, wenn einzelne Gruppen unter diesen Umständen sagen, es ist besser, wir beseitigen die Maifeier überhaupt. In der Vereinbarung ist ein starker Fehler der, daß die Unterstützung von den örtlichen Fonds geleistet werden soll. Da» hat einmal zur Folge, daß an den Orten, wo die Organisation schwach ist, die Maifeier überhaupt nicht begangen werden wird, weil Mittel nicht zur Verfügung stehen. Ändererieits reizt gerade die Unterstützung aus örtlichen Fonds die Unter- nehmer in de» großen Industriezentren, zur Aussperrung zu greifen, um die Kassen der Arbeiter zu sprengen. Ich bin der Ueberzeugung, daß die Unterstützung der Gemaßregelten nicht Sache der Partei, sondern Sache der Gewerkschaften sein muß. Ich verstehe nicht, wie man Partei und Gewerkschaften scheiden will. Beide sind doch Organe der gesamten Arbeiterbewegung. die Gewerkschaften Organe für den wirtschaftlichen, die Partei das Organ für den politischen Kampf. Führen unsere politischen Kämpfe nicht immer mehr dazu, daß die Unternehmer zu Aussperrungen greifen? Hätten die preußischen Arbeiter den WahlrechtSkampf durch den Massenstreik geführt, und die Unter- nehmer hätten darauf Aussperrungen, wenn auch nur von kurzer Dauer, verhängt, hätten dann die Gewerkschaften sagen dürfen: „Jetzt muß die Partei für die Mittel sorgen?" Wiederholt wird der Einwand von den Gekberkschasten laut: Die Maifeier bringt keinen Vorteil, sondern eher Schaden. Aber gerade die Aus- sperrung durch die Unternehmer zeigt, welche Vorteile die Maifeter den Arbeitern bringt. Würden denn die Unternehmer zu Aussperrungen greifen, wenn sie nicht gerade das gewaltige AgitationSmittcl der Maifeier so fürchteten? Nicht einverstanden bin ich mit der Art, wie Kommissionen und Deputationen zu den Unternehmern gesandt werden, damit diese die Maifeier gütigst gestatten. Dem Arbeiter muß klar gemacht werden, daß er nicht erst mit Genehmigung der Unternehmer, sondern auch gegen deren Willen den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern hat. Wo die Maifeier nicht den Umfang angenommen hat, den wir wünschen, da ist das zurückzuführen aus Hemmungsversuche und Widerstände der Gewerkschaften. Nehmen Sie den Antrag 104 an, die Genossen haben bisher immer einen Ausweg aus allen Schwierigkeiten gefunden. Die Hauptsache ist, nicht ängstlich vor dem Unternehmertum zurück- zuweichen, auch wenn die Unterstiitzung nicht vom ersten Tage der Aussperrung an Gcmaßregelte gezahlt wird. Die Arbeiter sind gern bereit, dieses Opfer auf sich zu nehmen. Wenn wir die Unter- stützung erst am dritten oder sechsten Tage eintteten lassen, wird auch der Reiz für das Unternehmertum beseitigt, durch Aus- speramgen die Kasse» der Arbeiter zu schwächen. Simon-Nürnberg: Die Abmachung zwischen Parteivorstand und Generalkommission mußte bei jedem Genossen ein sibmerzlicheS Gefühl auslösen, denn sie bedeutet die Einsargung der Maifeier. Man sagt, daß die Ge- fahr großer Kämpfe infolge der Maifeier die Gewerkschaften ab- schrecke. Durch die endlosen Artikel aber, in denen dargelegt wurde, daß die Mittel der Gewerkschaften nicht ausreichen, um die Aus- gesperrten zu unterstützen, sind die Unternehmer geradezu darauf hingewiesen worden, daß sie aussperren müssen. Ziffernmäßig läßt sich der Erfolg der Maifeier nicht berechnen, aber ich wage zu be- haupten, ohne die Arbeitsruhe am 1. Mai hätte die Gewcrkschafts- bewegung nicht den Umfang angenommen, den sie hat. Das wird jeder zugeben, der da weiß, wie aufteizend es auf die Arbeiter wirkt, wenn ein Teil der Betriebe am 1. Mei feiern kann, ein anderer Teil durch die Unternehmer daran gehindert wird. Ich bin der Ueberzeugung, daß, wenn durch diese Abmachung die ArbcitSruhe am 1. Mai mehr und mehr verhindert wird, dann auch die Beteiligung an den Abend- Versammlungen nicht mehr eine so große sein wird, wie heute. Wenn wir nur innner nach den augenblicklichen Erfolgen fragen wollten, müßten wir auch andere Aktionen der Partei ebenso ein- sargen, z. B. die Beteiligung an den Wahlen. Schon an der Tat- fache, daß Fonds für die Maifeier gebildet werden sollen, wird die Feier scheitern. In Offcnbach wird seit 18 Jahren der 1. Mai gefeiert, ohne daß es einem Fabrikanten einfällt, dagegen etwas zu unternehmen. In diesem Jahre drohten die Fabrikanten zum erstenmal mit einer Aussperrung. Die große Masse der Arbeiter feierte aber doch, und infolgedessen kam es nicht zur Aussperrung. An solchen Orten, wo man bisher ungestört die Feier begangen hat. wird man sich an dem Verlangen, einen Fonds zu bilden, sehr stoßen. Es ist sehr verkehrt, daß man sich bei unseren Aktionen immer fragt, ob wir auch stark genug sind, sie durchzuführen. Die Welt ist bei WS eigentlich umgedreht, weil wir stark sind, fühlen wir unS schwach, so lange wir schwach waren, fühlten wir uns stark. (Sehr gut!) Der VerbandStag der Schuhmacher hat sich in sehr scharfer Weise gegen die Abmachung und für die Beibehaltung der Maifeier in der alten Form erklärt,(Richard F i s ch� r: Konnte er ja I) Die infolge der Maifeier Ausgesperrten sollten den anderen Streikenden in bezug auf die Unterstützung gleichgestellt sein. Wir werden dann so handeln, wie bei jeder anderen Lohnbewegung. Sie dürfen den Arbeitern schon zutrauen, daß sie in einer Zeil der Krise keine großen Forderungen stellen werden. Ich ersuche Sie daher, den Resolutionen zuzustimmen, die die Maifeier in der alten Form be- stehen lassen wollen.(Lebhafter Beifall!) Der von Adler-Kiel am Schluß seiner Rede gestellte Antrag geht nunmehr als Antrag 132 ein. LiPinSki-LeiPzig: Der Genosse Fischer erklärt zu meiner großen Ueberraschung, daß unser Parteitag über das Abkommen gar nicht zu beschließen hat. weil es eben eine Vereinbarung darstellt. Das ist Kabinetts- Politik. Auf der Stuttgarter Delegation ist beschlossen worden, daß die Art, wie Partei und Gcioerkschaflen die Mittel aufbringen, einer Verständigung dieser Interessenten vorbehalten bleibe. Ich frage Sie nun: ist der Vorstand die letzte entscheidende Instanz, oder der Parteitag? Der Essener Parteitag hat dem Vorstand gar nicht die Vollmacht gegeben, die Verhandlungen abzuschließen, sondern sie nur weiter zu führen.(Fischer: Es handelt sich doch hier um zwei Kontrahenten.) Was ist der Angel- Punkt der ganzen Frage? Der, daß die Gewerkschaften die Opfer der Aussperrung von sich abivälzen Ivollen. Wie kam dieser Delegationsbeschluß in Stuttgart eigentlich zu- stunde? Ich will zum künftigen Verständnis annehmen, daß man vor eine vollendete Tatsache gestellt worden ist. Es war vereinbart worden, daß Partei und Gewerkschaften je 100 Delegierte in Stuttgart vertreten sein sollten. Die� Delegierten der Gewerk- schaften sind einen Tag vorher nach Stuttgart gekommen und haben eine Vorbesprechung über die Maifeier gehabt und unter sich einen Beschluß über die Maifeier gefaßt. Die Folge war, daß wir auf dieser internationalen Delegation 110 bis 120 Partei- delegierte waren, während die Gewerkschaften voll vertreten waren. Wir befinden u»S mit diesem Beschlutz tatsächlich im Schlepptau der Gewerkschaften, und die heutigen Ausführungen Fischers zeigen, daß wir gar nicht in der Lage sind, das Abkommen zu ändern. Ich bin der letzte, der nicht ein inniges Zusammenarbeiten zwischen Partei und Gewerkschaften wünschte, aber so kann eS nicht gehen, daß die Gewerkschaften uns vor eine vollendete Tatsache stellen und erklären: jetzt hat der Gewerkschaftskongreß beschlossen, jetzt ist von der Angelegenheit überhaupt nicht mehr die Rede. Und jetzt wird die ganze Frage auf den Pfennigstandpunkl gestellt. Die leistnngsfähigen Zentralkassen können die Nnterstütznngcn nicht tragen. Da sollen die Lokalkasscn sie tragen. Die Genossen in den einzelnen Orten können aber auf die Begehung der Maifeier gar keinen Einfluß ausüben. Nach dem Statut des MetallarbeitervcrbandcS wird dieFeierin den einzelnen Betrieben beschlossen, in die wir als Partei und zwar nach dem Statut des Metallarbeitcrverbandes gar nicht hineinkommen. Die Partei hat also nicht den geringsten Einfluß auf die Feier, soll aber die Kosten tragen. In Leipzig haben die Gewerkschaften 58 OOQ Organisierte, die Partei nur 20 000. Schon da? beweist, daß in der Praxis dieser Beschluß nicht eingeführt werden kann, und daß er Ihnen nur mit dem Hintergedanken unterbreitet wurde, die Arbeitsruhe am 1. Mai ganz und gar aus- zuschalten. Honrath- Aachen: Ich begrüße die Vereinbarung zwischen Generalkommission und Parteivorstand als ersten Sebritt, um in der Regelung der Unter« stützungsfrage und der Durchführung der Maifeier zu geordneten Verhältnissen zukommen. Die Bedingungen, unter denen die Arbeits- ruhe beschlossen wird in den einzelnen Gewerkschaften, sind heute so, daß eS wesentlich der Geschicklichkeit einzelner Personen überlassen- bleibt, in diesen oder jenen Bettieben die Arbeitsruhe zur An- nähme zu bringen, wahrend eS in anderen nicht der Fall ist. DaS führt zur Desorganisation. Heute stehen der Durchführung der Arbeitsruhe wesentlich andere Hemmnisse gegenüber als 183S. Heute haben wir die starken Organisattonen der Arbeitgeber. Heute haben «vir die Taufende von Tarifverträgen. Es treten jedes Jahr Er- scheinungen bei der Maifaier zutage, die wir einfach nicht ertragen können. Damals waren es wesentlich jugendliche Kreise, die die Gewerk- schaftsorganisation bildeten, und auch das Gros der Parteigenossen. Heute sind in den meisten industriellen Gegenden die älteren Jahr- gänge der Arbeiter sehr stark an der Partei- und Gewerkschafts- Mitgliedschaft beteiligt. Wir können auf die Dauer unseren alten Partei- und Gewerkschaftsgenossen nicht zumuten, daß sie sich jedes Jahr für die Durchführung der Arbeitsruhe am 1. Mai aussperren lassen. Wir dürfen nicht Leuten, die alt und grau ge- worden sind, häufig auf einer einzigen Arbeitsstelle, deren Arbeitskraft verschlissen ist, zumuten, sich einer Maßregelung auszusetzen. Das ist zuviel von diesen Parteigenossen verlangt. Das gehl auf die Dauer nicht. Wir haben die Pflicht, auch dieser Wahrheit ins Auge zu schauen. Wie geht es denn bei einer mißglückten Demonstration? Ich habe Erfahrung auf diesem Gebiete. Wenn da Einser Organisationsstatut in Anwendung gebracht werden soll, werden wir unter Umständen gezwungen. Genossen, die 20 und 25 Jahre treu und redlich der Partei gedient haben, aus der Partei hinauszuwerfen. Dann ist die Arbeitsruhe nicht mehr von so großer Bedeutung, daß wir sie dem aussetzen müßten. Unsere alten Jahrgänge in der Partei sind uns zu schade, als daß wir sie dieser Gefahr fortwährend aussetzen sollten. Wenn die russischen Parteigenossen, Genossin Luxemburg, die Arbeitsruhe ein, zwei, drei Jahre durchgeführt haben, so sind dort wesentlich andere Bedingungen. Wenn unsere deutschen Arbeiter in den vierziger Jahren mit den Unternehmern demonstriert haben, so waren es damals vielleicht ähnliche Verhältnisse wie heute in Ruß- land. In Rußland hatten noch bis zur Revolution auch die Unter- nehmer nichts im politischen Leben zu bedeuten. So war das bei uns bis 1848. Erst nachher haben sich hier die Geister geschieden. Es kommt das aber auch für die deutsche Arbeiterbewegung nicht so in Frage. Was in spontanen Angriffen liegt, ist nicht von bleibendem Werte. Das haben wir in Deutschland, im Saargebiet und im Rheinland genügend erfahren. Klupsch-Dortmund: Protestresoluttonen sind aus dem GewcrkschaftSkartell an die Zentralvorstände allerdings ergangen. Aber ich bin überzeugt, weniger um die Maifeier zu halten, als weil auf Grund der Ab- machungen die Unterstiitzung nicht aufgebracht werden kann. Gewiß wollen wir dafür eintreten, daß die Arbeitsruhe immer größer wird. Aber Schmidt hat schon darauf hingewiesen, daß, wenn das Wenn nicht wäre, manches anders wäre. Genossin Luxemburg fordert Idealismus. Nun, ich habe mit gut organisiertenLcuten zusammengearbeitet, denendie Arbeitsruhe schwer geworden ist nicht, weil es ihnen an Idealismus gebräche, sondern weil ihnen die Familie am nächsten stand.(Sehr wahr!) Falls Sic den Antrag Adler-Kiel annehmen, so überweisen Sie auch den Dortmunder Antrag dem Parteivorstand und der Generalkommission. Notwendig ist auch, die Parteiangestellten zu verpflichten, am 1. Mai ihren TageSlohn abzuliefern. Leider ge- schieht daS nicht. Hoffentlich schließen sich auch die Gewerlschasien dem an. Die Diskussion wird geschlossen. Richard Fischer(Schlußwort): Aus den Ausführungen der einzelnen Redner ging vor allem der Gedanke hervor, daß durch die Vereinbarungen mit der Generalkommission die Maifeier Schadet, gelitten habe. Ich ftage Sie, ob sie nicht der Meinung find, daß der Gedanke der Mai- feier niemals mehr geschädigt worden ist, als in der heutigen Diskussion durch die Uebeitreibungen, die hier vom Stapel gelassen worden sind. (Zustimmung.) WaS müssen Fernerstehcnde von einer Partei halten, die ihre eigene Leitung der Dinge beschuldigt, wie wir sie heute im Laufe des Nachmittags hier gehört haben? Man sagte, die Bremsversuche von Generalkommission und Parteivorstand könnten| Redner es wollen." Sie müssen zugeben, wenn Sie gerecht sein| demonstrationen. In diesem Jahre haben wir nur an zwei oder nicht das Interesse an der Maifeier und den Gedanken wollen, daß der Parteivorstand den in Essen erhaltenen Auftrag mit drei Orten Demonstrationen gehabt. Aber glauben Sie selbst, daß in der Arbeiterbewegung fördern, die Unterstützungsfrage sei die gutem Gewissen und der Treue und Ehrlichkeit, die er den Partei- folge der Abmachungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission Schlinge, in der die Maifeier erwürgt werden solle, es genossen schuldet, zu erfüllen versucht hat. Es müßte denn sein, auch nur ein Ort verhindert ist, die Maifeier mitzumachen?( Adler: Das scheine, man habe diese Vereinbarung getroffen, um der Mai- daß Sie dem Parteivorstand einen Auftrag überwiesen haben, kann ich beweisen!) Vielleicht ist Adler geneigt, die Frage unter dem feier ein Ende zu bereiten. So fann man nur reden, an dessen Erfolg Sie vielleicht selber gezweifelt haben. Gesichtspunkt zu behandeln, daß die Maifeier von jeher eine De wenn man so ganz ohne jedes Verantwortlichkeitsgefühl ist.( 8u( Hört! hört!) In der Tat haben Sie dem Parteivorstande monstration war. Die Maifeier entspringt nicht einer Begeisterung, stimmung.) Ich habe Zubeil beneidet, daß er heute so mit dem einen Auftrag erteilt, der nach Lage der Dinge beinahe un- die man auf Flaschen ziehen kann, um am 1. Mai loszuknallen ganzen Gifer der Jugend gesprochen hat. Ich hätte nur gewünscht, löslich war, wenn man die Lösung in dem Sinne erzielen will,( Heiterkeit.), und wenn nun Genosse lühs aus Magdeburg fagt, daß daß er sein Alter zu Rate zöge und sagte: Was wird man wohl wie es hier von einzelnen Rednern angegeben worden ist. Genosse im Jahre 1890 sich das Unternehmertum mit der Maifeier abdraußen dazu sagen, wenn ich so daher rede, ich, einer der ältesten Pieck hat es sich freilich leicht gemacht, wenn er fagte, die gefunden hat, da muß man doch ein sehr kurzes Gedächtnis Parteigenossen in Deutschland?( Zustimmung.) Da wird davon Gewerkschaften müssen sich daran getvöhnen, daß fort haben, da muß man das große Hamburg vergessen haben, wo man gesprochen, als ob es ein feststehendes Dogma sei, Arbeitsruhe und während Aussperrungen aus politischem Anlaß erfolgen. Ge- die Arbeiter ein halbes Jahr kampfunfähig gemacht hat. Da muß man Maifeier sei ein feststehender Begriff. Seit zwanzig Jahren ist wiß, aber ist damit auch zugleich die Möglichkeit gegeben, zu vergessen haben, daß man von der Maifeier die Fortdauer der Sozialdie Partei nahezu einstimmig der Meinung, daß die würdigste fagen: Deshalb haben die Gewerkschaften alles zu tun, was wir gefeßgebung abhängig machen wollte.( Sehr wahr!) Ich habe erflärt, Feier die Arbeitsruhe sei, daß sie aber nur durchgeführt von ihnen verlangen? Die Gewerkschaften sind selbständige daß bei unseren Verhandlungen auch die Frage erörtert wurde, ob werden könne, wo es ohne Schädigung der Arbeiterklasse möglich Organisationen, die, wie jeder sagen muß, im Geiste der es nicht möglich sei, durch Abführung der Beiträge derjenigen, sei. Und nun wird hier so operiert, als ob die ganze Abmachung Sozialdemokratie treu und fameradschaftlich und wo es sich um große die nicht feiern fönnen, vielleicht auch nicht den Mut dazu haben, zwischen Parteivorstand und Generalkommission ein Verrat an dem Kämpfe handelt, Hand in Hand mit uns zu arbeiten. Aber es sind einen Fonds zu sammeln, und daß die Generalfommission darauf Grundsatz der Arbeitsruhe wäre. Wenn man den Gedanken der eigene Organisationen, die ihren Mitgliedern für ihre Kaffenverwaltung, erklärt hat, daß sie damit auf große Schwierigkeiten bei den Maifeier, die Propagandafähigkeit dieses Gedankens, hätte schädigen für ihre Aktion verantwortlich sind. Wenn Sie sich das vergegen- Arbeitern stoßen würde. Man spricht von lokalen Schädigungen. Luckenwalde wollen, so hätte man aus Finsterwalde oder solche Klagen es beinahe nicht anders tun können, wärtigen, fönnen Sie nichts Unmögliches vom Parteivorstand verlangen. Wenn dann als durch diese absolut verantwortungslosen Redensarten, wie Man kann vielleicht daran zweifeln, ob der Parteivorstand diplomatisch, kommen, fann ich das verstehen, aber wenn Hamwir sie heute gehört haben. Durch die Unterstützung soll flug und geschickt genug war. Aber an seinem gutem Willen burg, Berlin oder Leipzig sich auf diesen Standpunkt die Maifeier erwürgt werden. Das tann nur jemand zu zweifeln, alles zu erreichen, was möglich war, für die Maifeier stellen, nehmen Sie es mir nicht übel, ich glaube an solche Argusagen, der vom Wesen der Gewerkschaften teine Ahnung hat.( Leb- und für die Mitglieder, kann man nicht. Dann ist auch nicht wahr, mentationen nicht. Das heißt ja geradezu, die Genossen von hafte Zustimmung.) Jahrzehntelang sind die Kämpfe darüber ges was Lipinski über den Hergang der Abmachung in Stuttgart ers Berlin, Hamburg und Leipzig beleidigen, wollte man sagen, sie seien gangen, ob der Kampfcharakter der Gewerkschaften unter dem Unter- zählt hat, daß es sich um eine Ueberrumpelung gehandelt nicht im stande, aus lokalen Mitteln für die Opfer der Maifeier ftügungsballast leide; wir haben aber die Erfahrung für uns: In hat oder eine Situation, über die die Parteigenossen durch Un- einzutreten. Die ganze deutsche Arbeiterbewegung ist geradezu ein dem Augenblick sind die Gewerkschaften aktionsfähig, tampfesbereit achtsamkeit des Parteivorstandes vielleicht nicht genügend unter Beweis dafür, daß, wenn eine lokale Organisation in Kämpfen mit geworden, wo sie des Unterstützungswesen ausgebildet haben. richtet waren. Wie lagen die Dinge in Stuttgart? Wir dem Unternehmertum zu Boden geschlagen wurde, andere Orte für ( Lebhafte Zustimmung.) Als es den Gewerkschaften gelungen war, wissen, daß zwischen einzelnen gewerkschaftlich angestellten Führern sie eintraten. Es heißt geradezu sich an der Partei versündigen, es zu hohen Beiträgen zu bringen, von der Stunde an datiert der und Mitgliedern und einzelnen Parteigenossen über die Form der wenn man mit solchen Argumentationen kommt. Man hat Aufschwung der Gewerkschaften und von da an sind sie der englischen Maifeier seit Jahren gewisse Gegensäße bestehen. Auf das, was von der Genossin Luxemburg in dieser Frage Gewerkschaftsbewegung ebenbürtig geworden.( Sehr richtig) Jch in Gewerkschaftskreisen wiederholt wiederholt davon gesprochen, man gesagt worden ist, hat Robert Schmidt schon das Nötige geantwortet. verstehe wirklich nicht, daß man diese Dinge, die man sich eigentlich wolle die Entscheidung über die Form der Maifeier nicht ich unterschreibe Wort für Wort, was er über die russische Gewertan den Schuhsohlen hätte ablaufen sollen,( Sehr wahr!) heute wieder einem Internationalen Kongreß überlassen, wo Nationen mit schaftsbewegung und über die Erfolge der deutschen Gewerkschaftsso eingehend erörtert hat. Ja, wenn, wenn ich will das be- stimmen, die die radikalsten Beschlüsse fassen, aber in ihrem bewegung gesagt hat. Ich bin der erste, der Hochachtung vor dem fannte Sprichwort nicht zitieren aber wenn man sagt, wenn die Lande nichts für deren Durchführung tun. Daher wollte man russischen Broletariat hat; aber es ist doch ein großer Unterschied Maifeier so gefeiert wird, daß keine Maßregelung stattfinden könne, auch einen Beschluß in Stuttgart vermeiden und suchte die Frage zwischen Rußland und Deutschland. Wir begehen die Maifeier dann denken auch die Unternehmer nicht mehr an Maßregelungen, so ist das in dem Sinne dadurch zu lösen, daß man sich über die Unter- nicht, um Heerschau zu halten, um eine Kraftprobe zu entfalten, ebenso geistreich, als wenn man sagen würde, es gibt keine Armen stützungsfrage verständigte. Die Gewerkschaftler unterbreiteten ihre sondern um die Jdee der Arbeitsruhe und Arbeiterschutzgesetzgebung mehr, wenn jeder ein Millionär ist, oder, wie der alte Bräfig sagt: Vorschläge. Die Parteidelegation erklärte, daß von einer zu propagieren. Wenn die Regierungen versucht haben, mit größter Die verfluchte Armut kommt von der Pauvreté.( Große Heiterkeit Halbierung der Kosten keine Rede sein könne, das sei Rebhaftigkeit die Frage zu einer Machtprobe zu gestalten, so haben und Sehr gut!) Das sind selbstverständlich Zitate, die nur dadurch eine ungerechte Verteilung. Dann gelangte zu der wir das abgelehnt. Machtproben sind unsere Wahlkämpfe, da stehen einen Glanz bekommen, daß sie hier mit schöner Rethorit vorgetragen Meinung, man sei überhaupt nicht kompetent und beschloß, wir unseren Mann, aber wenn der letzte Kampf einmal gefämpft werden. Wenn man sie aber prüft, so bleibt nur eine Wolfe übrig daß Generalfommission und Parteivorstand darüber beraten werden muß, dann wird er auch gekämpft werden. Nein, die Bes und weiter nichts.( Heiterkeit und Sehr gut!) Wie stehen und dem Essener Parteitage einen Vorschlag vorlegen sollten. In geisterung, die uns geleitet hat, und von der wir auch heute durch nun die Dinge in Wirklichkeit? Man sagt, die Demokratie Essen mußte der Parteivorstand erklären, die Materie sei so drungen sind, wird niemals aus unseren Reihen verschwinden. ist in Gefahr. Fischer habe gefagt, daß sind Abmachungen, schwierig, daß sie nicht so schnell zu regeln sei. Und die Sache( Lebhafter Beifall.) an denen nichts zu ändern ist. Ich habe zum Schluß meiner Aus- wurde vom Essener Parteitage auf ein Jahr verschoben. Von einer Genosse Adler wünscht, daß der Parteivorstand zu abermaligen führungen gesagt: Ich bitte Sie, diesen Abmachungen zwischen leberrumpelung kann also gar keine Rede sein. Simon verweist Berhandlungen mit der Generalfommission beauftragt wird. Ich Generalfommiffion und Parteivorstand Ihre Zustimmung zu geben, auf die Vorgänge, in Offenbach. Wer die Vorgänge bei kann die Stellung des Parteivorstandes zu diesem Antrage nicht und habe hinzugefügt, daß alle Anträge auf Ueberweisung an den den letzten Wahlen in Offenbach beobachtet hat, wird doch wohl zu präzisieren, weil ich keine Gelegenheit hatte, mit ihm Rücksprache zu Parteivorstand zur nochmaligen Beratung feinen Sinn haben, wenn man der Ansicht kommen, daß die Dinge nicht mit den Führern zusammen- nehmen. Meine persönliche Meinung geht dahin, daß es zur Fests nicht bestimmte Vorschläge machen kann, deren Durchführung möglich hängen, sondern mit dem Berhalten des Ordnungsklüngels und mit den stellung dessen, was der Antrag Adler will, keiner Vereinbarung ift. In einem halben Dutzend Sizungen und stundenlangen Be- Reichstagswahlen. Was beweist das aber für Simon? Er fagt: Je bedarf. Dann wäre es besser, den Antrag anzunehmen, der die ratungen haben Generalfommission und Parteivorstand über die stärker wir werden, desto mutloser werden wir; weil wir start sind, des- Maifeier in alter Form bestehen lassen will, und auf die Regelung mögliche Form der Unterstützung sich unterhalten und sind zu halb werden wir schwach. Ach ein Blick auf die Partei- der Unterstützung zu verzichten. Die Annahme des Antrages Adler dem Ergebnis gekommen, daß eine andere Vereinbarung nicht und Gewerkschaftsbewegung vor 20 Jahren, und wer hat den Mut wäre ein Beschluß, der der Sache nicht würdig wäre; wenn Sie dem möglich ist. Es handelt sich, wie gesagt, um eine Vereinbarung. zu sagen, daß Partei und Gewerkschaften schwächer geworden sind, Parteivorstand die Sache überweisen wollen, so können Sie das nur Der Parteivorstand hat nicht zu beschließen, sondern mit der seitdem sie erstarkt sind. Das sind Nedensarten, die klingen tun, wenn Sie die Möglichkeit schaffen wollen, eine andere RegeGeneralkommission zu beraten: wieweit tönnt Ihr gehen in der interessant, flingen nach etwas, aber es ist nichts dahinter. Ich lung herbeizuführen. Der Parteivorstand erklärt aber, daß eine Frage der Unterstüßung und wieweit können wir gehen? Und wenn habe bereits gesagt, daß durch unsere Vereinbarung den andere Regelung nicht möglich sei. die Generalfommission erklärt, wir können nicht weiter gehen, Gewerkschaften gar feine Schranken auferlegt sind. so war der Parteivorstand nicht in der Lage, der General fagt man, die lokale Regelung ist nicht möglich. tommission zu sagen: Du mußt das aber tun, weil die und die behauptet, früher hatten wir in Schleswig- Holstein große MaiHERMANN LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ man Nun Adler ( Schluß im Hauptblatt.) TIETZ FRANKFURTER ALLEE 109-111 Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend soweit Vorrat: 4 Waggons Glas und Porzellan Tafelservice echtes Porzellan, mod. decorlert für 6 Personen 45 teillg 23 teilig 30 tellig 1250 2050 für 12 Personen 60 teillg 80 teilig 2250 3850 4250 4850 7250 Kaffeeservice. Porzellan, 9 teilig für 6 Personen 16 teilig für 12 Personen 195 265 325 475 785 850 50 975 1050 Frühstücksservice für 2 Pers., 6teil, m. Tablett, echt. Porzell. dec. hervorragend preiswert Beste Baccarat- Schliff- Imitation Porzellan Seriegeschirr Pressglas- Service ,, Diamant" Salat- od. Kompottschalen rund... 10,18,28, 48, 65 Pf. Salat- od. Kompottschalen viereckig oder rund eingezogen 12, 23, 32, 55, 75 Pf. Kompottieren oval, Schiffchenform.. 38, 55, 85 Pr. Kuchen- und Käseplatten rund, flach Tabletts viereckig...... Dessert- oder Kompotteller 14 cm. 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Bratenschüsseln rund Beilageschalen oval 28 Pf. .18, 28 Pf. für 6 Personen 23 teillg 30 tellig für 12 Personen 45 tellig 60 teilig 80 tellig 1330 1580 2385 2725 3980 Salatschüsseln viereckig Salatschüsseln rund Saucieren...... Speiseteller Dessertteller. 28, 38 Pf. 38 Pf. .. 45 Pf. tief 18 Pf. flach 15 Pt. 8, 12 Pf. Zentral- Verband der Maschinisten und Hetzer sowie Deutscher Holzarbeiter- Verband. Berufsgenossen Deutschlands. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 16. September, abends 8½ Uhr: 17. Ceptember, aben Vertrauensmänner- Verfammlung In den Bezirken finden folgende Bersammlungen statt: Berlin- Gesundbrunnen. Donnerstag, den 17. September, abends 8, Uhr, bei Schalm, Exerzierftr. 3a. Tagesordnung: Regelung der Beiträge, Bortrag des Genoffen Döhling über„ Die Konzessionierung der Arbeiterbewegung früher und jekt", Empfang der neuen Statuten. Berlin- Lichtenberg. Sonnabend, den 19. September, abends 8%, Uhr, bei Bühl, Pfarrstr. 74. Berlin- Moabit. Sonnabend, den 19. September, abends 81, Uhr, bei Bieleke, Waldstraße. Tagesordnung: Wahl zweier Bezirkslassierer. Berlin- Often. Donnerstag, den 17. September, abends 81%, Uhr, bei Keller, Stoppenstr. 29( Tunnel). Berlin- Pankow. Sonnabend, den 19. September, abends 8 bei Herrmann, Brehmestr. 56. Berlin- Nixdorf. Donnerstag, den 17. September, abends 8 bei Thiel, Bergstraße. Uhr, Uhr, Berlin- Schöneberg. Freitag, den 18. September, abends 8 Uhr, Tämtlicher Branchen und Bezirke bei Freyer( früher Keller), Koppen Straße 29. Tages Ordnung: 1. Das neue Reichsvereinsgeset. Referent: Genosse Bauer. 2. Die am 1. Oftober in Kraft tretenden neuen Bestimmungen des Statuts. Referent: Sollege Ja e d. 3. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimiert. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz Spenden bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes und guten Vaters Hermann Morawietz sagen wir allen Berwandten, Kollegen, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Witwe Moraweitz nebst Kindern. Orts- Krankenkaffe der Konditoren, Pfefferküchler und verw. Gewerbe. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Frankfurter Viertel. Bezirk Nr. 290. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Anna Klamann Kl. Markusstr. 5 gestorben ist. am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, 16. September, nachmittags 5, Uhr, von der LeichenWahlversammlung balle des andreas- Markus- Friedfür die Herren Arbeitgeber am dem Stattfinden des Stiftungsfestes von 7 bis 9 Uhr kassiert. Am Sonnabend, den 19. September, wird in den Zahlstellen wegen Dienstag, den 22. September 1908, abends 9 Uhr, im Nordischen Hof, Invalidenstr. 126. Lages Ordnung: Wahl bon 47 Delegierten ( Arbeitgeber) zur Vertretung in der Generalversammlung. Die Zahlstelle 12 wird von Mariannenstr. 48 nach Naunynstr. 14 Die Ortsverwaltung. bei Knoblauch. Sedanstraße. Tagesordnung: Wahl von Gruppenführern. bei Schubert verlegt. Berlin, Schönhauser Vorstadt. Freitag, den 18. September, abends 90/11 8, Uhr, bei Sauer, Schönhauser Allee 134a. Berlin Südost. Donnerstag, den 17. September, abends 8, Uhr, bei Bercht, Ritterstr. 75. Tagesordnung: Regelung der Beiträge, Aufnahme neuer Mitglieder, Wahl von Gruppenführern, Verschiedenes. Bezirk Treptow- Baumschulenweg. Freitag, den 18. September, abends 8, Uhr, bei Ernst Corinth, Baumschulenstraße. Berlin- Wedding. Donnerstag, den 17. September, abends 8%, Uhr, bei Milbrodt, Müllerstr. 7b. Berlin- Weißensee. Freitag, den 18. September, abends 8%, Uhr, bei Klauske, Heinersdorfer Straße 8. In allen Versammlungen steht der Antrag der Verwaltung auf der Tagesordnung betreffs der Vorträge in den Bezirken. 145/19 3. A.: H. Schwittau. Donnerstag, den 17. September 1908, abends 81%, Uhr, im großen Saale der Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 18m: Oeffentl. Tabakarbeiter- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Der unlautere Wettbewerb in der Berliner Zigaretten. industrie." Referent: Arbeiterfefretär Franz Schmidt- Dresden. 2. Diskussion. Die Vertrauensleute der Berliner Tabakarbeiter. 187/8 J. A.: Karl Butry, Stralsunder Str. 41. Bu dieser Versammlung sind die Herren Zigarren- und Zigaretten Händler von Berlin und Umgegend ganz besonders eingeladen. D. O. Haben Sie schon einen Phonographen gratis bekommen? Um unsere unübertroffenen Starkton- PlatinaHartguß- Walzen überall bekannt zu machen, haben wir uns entschlossen, 2000 ff. KonzertPhonographen zu verschenken. Näheres durch Prospekt grat. Postkarte genügt. Viele Dankschreiben. National- Phonograph- Kompagnie Dresden 16/441. City- Hotel 52/53. Dresdener Straße 52/53. Für die bevorstehende Wintersaison find unsere Festfäle für Vereins: festlichkeiten, Hochzeiten usw.unter foulanten Bedingungen zu vergeben. Wir verkaufen jekt noch billigst OR 4 Mark an in Petershagen, Ostbahn, R 10 Mark an Seegefeld, am Bahnhof, OR 10 Mark an Kaulsdorf, am Bahnhof, R 10 Mark * Bahnhof Sadowa, BiesdorfKaulsdorf- Süd, R 30 Mark an Biesdorf, Stadtbahn, a. Bahnhof. Verkaufsstell. a. d. Bahnhöfen. Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. teppdecken größte Auswahl, sehr preiswert, birekt in b. Fabrik Bernhard Strohmandel, Berlin S. 14, 72 Wallstraße 72 1. W. 15, Joachimsthaler Straße 25/26 Alte Steppdeden werden aufgearbeitet. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade8, II.( Stdtb.Börse). Verband der Maler, Lackierer, Anftreicher, de Beiträge zur Staffe Küchenmöbel- Branche. Mittwoch, den 17. September 1908, abends 8%, Uhr: Branchen- Verfammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Stollegen F. Klotz. 2. Branchenangelegenheiten. Bahlreichen Befuch erwartet 130/ 3* Der Obmann. Persil das beste existierende Waschmittel, dessen enorme Wasch- und Bleichkraft das höchste Entzücken der Hausfrauen hervorruft. Weil seine wunderbare Wirkung scheinbar unerklärlich, fürchten manche Hausfrauen, daß Persil der Wäsche schädlich sel, aber viele Tausende von Hausfrauen haben sich durch fortgesetzten Gebrauch von der absoluten Unschädlichkeit dieses einzig dastehenden Waschmittels überzeugt und sind sogar zu der Einsicht gekommen, daß Persil die Wäsche schont. Überzeugen Sie sich gleichfalls! Alleinige Fabrikanten: Henkel& Co., Düsseldorf auch der weltbekannten Henkels Bleich- Soda Fabrik- Niederlage für Berlin und Vororte: Joh. Schmalor, Berlin N., Tieckstraße 11. Wahlberechtigt und wählbar sind Arbeitgeber, welche aus eigenen Mitteln zahlen. 16095 Der Vorstand. Bekanntmachung der Orts- Krankenkaffe Lichtenberg. Den Herren Arbeitgebern, Mitgliedern sowie Interessenten der Orts Krankenkasse Lichtenberg zur gefälligen Kenntnis, daß die Bureauräume vom Freitag, den 25. September 1908 ab fich hofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 220/13 Der Vorstand. Deutscher Kürschner- Verband Filiale Berlin. Am Sonnabend, den 12. September 1908, berfærb unser Mitglied Fräulein Anna Klamann nach längerer Strankheit im Alter von 28 Jahren an Lungenleiden. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch nachmittag 5%, Uhr, von der Leichenhalle des St. Andreas Kirchhofes, Wilhelmsberg, aus statt. 102/10 Die Ortsverwaltung. Magdalenenstr. 41, 1 Tr. Sozialdemokratisch. Wahlverein befinden. 276/15 Donnerstag, den 24. Sep. tember 1908, bleibt die Kasse wegen Umzuges geschlossen. Der Vorstand. M. Henschel, Vorsitzender. + Westmanns+ Trauermagazin Hauptgeschäft Berlin W., Mohrenstraße 37a, lein Edhaus, und Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. 115, tein Edhaus, erreicht seine Leistungsfähigkeit und feine billigen Preise durch Raumersparnis u. geringeSpesen Geschmackvolle Auswahl in fertiger Trauer- Garderobe für Damen und Mädchen. Gormannstraße 14, 16186 Linienstraße 214-216 Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Schankwirt Albert Wedel ( 15. Bezirk) verstorben ist. 236/15 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 16. d., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband Fabriträume, große und fleine, große deutscher Brauerei- Arbeiter. und fleine Wohnungen, Baden mit großer Wohnung, Stallung preiswert. Donnerwetter, tadellos! Zögern Sie nicht länger, meine Damen, Westmann Einsegnungs- u. 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September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der katholischen Gemeinde in Weißensee, Wörth43/20 Straße, aus statt. Die Ortsverwaltung. ArbeiterRadfahrer- Bund „ Solidarität“. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Bundesmitglied Emma Bussäus ( III. Abteilung) verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 6 Uhr von der Leichenhalle des Lichterfelder Stirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 13/7 Der Vorstand. Vereinigte Tischlerund Tapezierermeister Berlin, An der Jannowitzbrücke 3/4, Eingang direkt am Stadtbahnhof Jannowitzbrücke. Spezialität: Wohnungseinrichtungen in allen Preislagen. Lieferung und Aufstellung für Berlin und Vororte kostenlos. Modernes Wohnzimmer mit reicher Bildhauerarbeit, echt Nussbaum. Langjährige Garantie. Weitgehendstes Entgegenkommen. Wir bitten, unser grosses Musterbuch zu verlangen. Dasselbe versenden wir frei und umsonst. Gleichzeitig bitten wir um Besichtigung unserer Möbel. Kaufzwang ausgeschlossen! 4332L GESETZE GESCH GESETZL GESCH Berantwortlicher Hebatteur: Sans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 217. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ttwoch, 16. September 1908. Partei- Angelegenheiten. " Berliner Magistrat in seiner sattsam bekannten sozialen Rück- Umweg, der von den Fahrgästen vielfach unliebsam empfunden ständigkeit hat hier eine Maßnahme befürwortet, die mit den Inter- wurde, wird somit künftighin beseitigt. Die Ost- West- Züge werden essen weiter Kreise im Handelsgewerbe, besonders der Angestellten, sämtlich direkt über das Gleisdreieck in Zugabständen von fünf Zur Beachtung der Lokalliste. Am Sonnabend, den 19. d. m. in schroffem Gegensatz steht. Nach dem Magistrat hat auch die Minuten geführt. Es werden also streng getrennt fünftighin drei beranstaltet der Rauchklub, Gut Rauch" im Lotale, Bellevue" Stadtverordnetenversammlung sich zu der Frage des Achtuhrladen- Bugrichtungen gefahren werden, nämlich außer der Richtung in Grünau sein Stiftungsfest. Da das genannte Lokal der Arbeiter- schlusses zu äußern. Begreiflicherweise sehen die Handelsangestellten Osten- Westen"( Warschauer Brücke- Zoologischer Garten) die schaft nicht zur Verfügung steht, sind alle etwa angebotenen Billetts dem Votum der Stadtverordneten mit lebhaftem Interesse entgegen. Richtungen Westen- Stadt"( Wilhelmplatz Charlottenburg und Um, so weit es möglich ist, einen Einfluß auf die Haltung Spittelmarkt) „ Osten- Stadt"( Warschauer Brücke entschieden zurückzuweisen; außerdem machen wir die Mitglieder der Stadtverordneten in dieser Frage auszuüben, hatte die rührigste Spittelmarkt) und natürlich auch umgekehrt. Die Fahrgäste werobigen Vereins, soweit dieselben einer modernen Arbeiterorganisation Organisation der Handelsangestellten, der Zentralverband der den über die verschiedenen Zugrichtungen durch farbige Schilder, angehören sollten, auf die eventl. Folgen eines Boykottbruchs auf- Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen, am Montag eine öffentliche die in den Haltestellen gezogen werden, orientiert werden. Auf merksam. Die Lokalfommission. Bersammlung nach den Arminhallen einberufen, die sehr start, auch Grund der Erfahrungen, daß die Anzahl der Fahrgäste, welche von Treptow- Baumschulenweg. Am Donnerstag, den 17. d. M., von Angehörigen anderer Handlungsgehilfenorganisationen, besucht Leipziger Platz aus noch über die Haltestelle Kottbuser Tor hinausabends 81% Uhr, findet im Lokale von Krause in Baumschulenweg, war. Sämtliche Stadtverordnete waren zu dieser Versammlung fahren, nur sehr gering ist, wird ähnlich wie jetzt am Zoologischen Kiefholzstraße, eine Frauenversammlung statt. Tagesordnung: persönlich eingeladen. Aber nur die sozialdemokratische Fraktion Garten, die Haltestelle Kottbuser Tor für die aus der Stadt nach 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wichtige Vereinsangelegenheiten. hatte sich durch zwei ihrer Mitglieder, die Genossen inte und dem Osten verkehrenden Züge als Kehrstation eingerichtet werden, Der Vorstand. Reid, vertreten lassen. auf der die vom Leipziger Platz kommenden Fahrgäste in die durchgehenden West- Ost- Züge umsteigen müssen. Die letteren verkehren in Abständen von fünf Minuten bis zur Warschauer Brücke. " Köpenid. Die Parteispedition befindet sich von heute ab Kiezerftraße 6 I. Bestellungen auf den Vorwärts" und andere Parteiliteratur werden im Zigarrengeschäft des Genossen Wißler, Kiezers Straße 6, entgegengenommen. Der Vorstand. Rudow. Am Sonntag, den 20. September, nachmittags 6 Uhr, findet im Lokal von August Palm, Köpenicker Str. 87, die Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Eine recht rege Beteiligung der Frauen ist dringend erwünscht. Spandau. Am Freitag, den 18. d. M., findet im Lokal von Böhle, Habelstr. 20, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht von der Kreis- sowie Provinzialkonferenz. Jugendorganisation. Verschiedenes. Der Borstand. Hermsdorf. Die Barteigenossen werden ersucht, am Donnerstag, ben 17. September, abends 72 Uhr, im Restaurant Forsthaus" zu erscheinen. Es findet eine Handzettelverteilung statt zu einer am Sonnabend im felben Lokal abzuhaltenden öffentlichen Versammlung. Berliner Nachrichten. Der bevorstehende Oktoberumzug Der Referent Georg Udo schilderte die seitherigen Bemühungen zur Herbeiführung des Achtuhrladenschlusses. Er zeigte, daß man vor acht Jahren, als der Neunuhrladenschluß eingeführt wurde, mit den kleinlichsten und bedeutungslosesten Argumenten gegen denselben Stimmung zu machen versuchte. Dieselben haltlesen Argumente, welche damals von liberalen Blättern, besonders der" Vossischen Zeitung", ins Feld geführt wurden, sind wieder aufgelebt und wurden in der Gewerbedeputation sowie im Magistrat gegen den Achtuhrladenschluß und für die Ausnahmen geltend gemacht. Jekt gilt es, den Stadtverordneten zu zeigen, welchen Standpunkt die Handelsangestellten einnehmen und die Stadtverordnetenversammlung zu bewegen, daß sie den Beschluß des Magistrats desabouiere und sich auf einen Standpunkt stelle, welcher den Interessen nicht nur der Angestellten, sondern des ganzen Handelsgewerbes entspricht. Stadtverordneter Hinze bezeichnete es als selbstverständlich, daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten für den Achtuhrladenschluß ohne irgendwelche Ausnahme stimmen werden. Wenn fich die Mehrheit der Stadtverordneten auf denselben Standpunkt stellt, dann würde auch wohl der Magistrat und der Polizeipräsident sich diesem Votum fügen. Die Spittelmarktlinie wird am 1. Oktober eröffnet, es foll aber schon von heute ab auf den bestehenden Strecken der obige Fahrplan in Kraft treten, durch den die Zahl der Züge nahezu unt ein Drittel vermehrt wird. Die Gerichtsferien haben gestern ihr Ende erreicht; mit dem heutigen Tage werden sowohl an den Zivilgerichten, wie an den Strafgerichten die Geschäfte wieder in vollem Umfange aufgenemmen. Die Ferienkammern beendigen ihre Tätigkeit und die Erledigung der Sachen findet nach dem Geschäftsplan in der vorgeschriebenen Zusammensetzung der Kammern statt. In den in letzter Zeit ziemlich verwaisten Riesen- Wandelgängen des neuen Kriminalgerichtsgebäudes wird es nunmehr bald lebendig werden, denn es ist in der Zwischenzeit eine ganze Anzahl größerer Kriminalfälle spruchreif geworden. Am Landgericht I beginnt bereits am nächsten Montag die erste Tagung des Schwurgerichts nach den Ferien unter Vorsitz des Landgerichtsrats Methner. Der Parseval" erfolgreich. " Der Parseval- Ballon hat gestern eine zehnstündige Probefahrt angetreten und soweit die Nachrichten zur Stunde reichen erfolgreich beendet. Ein in einem Blumengeschäft Angestellter verwies darauf, daß einige Geschäfte dieser Branche in einer verkehrsreichen Gegend beranlaßt uns, die Parteigenossen und„ Vorwärts"-Abonnenten des Westens schon jest um 8 Uhr schließen, womit bewiesen sei, darauf hinzuweisen, ihre Ümmeldung nach der neuen Wohnung daß Ausnahmen für die Blumengeschäfte nicht begründet feien. rechtzeitig zu besorgen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Der Ballon stieg um 8½ Uhr in Tegel auf. Nachrichten über " Die Versammlung erklärt sich mit dem Referenten einver- seinen Verbleib gingen jedoch bis zum Abend nur spärlich ein. standen. Sie protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Be- Soviel man aus denselben erkennen kann, mußte das Fahrzeug schlüsse der Gewerbebeputation und des Magistrats von Berlin, aber gegen ziemlich starken Südwest sehr schwer ankämpfen und durch welche die offenen Verkaufsstellen der Zigarren-, Konfitüren- fand für seine Probefahrt recht ungünstige Bedingungen. Um und Blumenbranche von der Einführung des Achtuhrladenschlusses 10 Uhr 10 Minuten passierte das Luftschiff Potsdam, um 11% Uhr ausgeschlossen sein sollen. Es liegt für diese Ausnahmen um so Göß, um 124 Uhr Klein- Kreuz. Um 1 Uhr 25 Minuten wurde weniger Veranlassung vor, als die beteiligten Geschäftsinhaber sich dann der Ballon heftig gegen den Wind ankämpfend über Brandenbei der Abstimmung für die Einführung des Achtuhrladenschlusses burg a. H. gesehen; erst um 4 Uhr nachmittags erreichte er Burg sammelten ersuchen die Stadtverordnetenversammlung, mit allen aller offenen Verkaufsstellen ausgesprochen haben. Die Ver- bei Magdeburg. ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß der Acht uhrladenschluß für alle Pranchen so bald als irgend möglich zur Einführung gelangt." Die Mitglieder der Wahlvereine tun gut, sich bei ihrem Bezirksführer abzumelden unter Angabe der neuen Wohnung, während die Vorwärts"-Abonnenten ihren Spediteur baldigst von dem Wohnungswechsel in Kenntnis sezen wollen. Nur derjenige kann darauf rechnen, auch in der neuen Wohnung von Anfang an seine Zeitung zu erhalten, der die diesbezügliche Mitteilung von seinem Wegzuge nicht bis auf den letzten Zag aufschiebt. Bei dieser Meldung an den Spediteur ist besonders auf genaue Angabe der Lage der neuen Wohnung zu achten, ob Vorder- oder Hinterhaus, Quergebäude oder Seitenflügel, wieviel Treppen, ob rechts oder links. Achtuhrladenschluß ohne Ausnahme. Die Deputation für die städtischen Krankenanstalten und die Endlich ist es nach jahrelanger Agitations- und Aufklärungs- öffentliche Gesundheitspflege beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung arbeit so weit gekommen, daß sich unter den Geschäftsleuten im mit den aus Anlaß der im Rudolf- Virchow- Krankenhaus vorgeLandespolizeibezirk Berlin eine Zweitdrittelmehrheit für den Acht- kommenen Erkrankungen von Fleischvergiftung zu treffenden Veruhrladenschluß gefunden hat. Damit ist dem Polizeipräsidenten waltungsmaßnahmen und beschloß die Einsetzung einer Kommission. die Möglichkeit gegeben, auf Grund der Gewerbeordnung Ben Acht- Im Verlaufe der sehr eingehenden Grörterungen kam auch die durch ubrladenschluß anzuordnen. Anscheinend besteht diese Absicht auch die Tagespresse gegangene Notiz, daß bei vielen Krankenschwestern bei der Polizeibehörde. The sie aber den entscheidenden Schritt die Suggestion mitgespielt haben könne, zur Sprache. Die statttut, fordert sie die Gemeindebehörden auf, sich über diese Frage gehabten ärztlichen Untersuchungen haben, wie uns mitgeteilt wird, zu äußern, und nun hält es die Gewerbedeputation des Berliner zweifellos ergeben, daß diese von unbekannter Seite ausgesprochene Magistrats und dieser selbst für angebracht, ben Achtuhrladenschluß Vermutung nicht der geringste Anhaltspunkt vorhanden ist, vielmehr zwar zu befürworten, aber eine Reihe von Ausnahmen zu fordern. die in ärztlicher Behandlung gewesenen Schwestern tatsächlich alle Während sich bei der Abstimmung die Mehrheit der Geschäftsleute die aus 4 Stadträten, 8 Stadtverordneten, 2 Bürgerdeputierten, an Fleischvergiftung erkrankt waren. Es wurde in der Deputation, ohne Ausnahme und ohne Unterschied der Branche für den Acht- 1 Magistratsassessor, 6 Verwaltungsdirektoren und den leitenden uhrladenschluß erklärt hatte, will die Gewerbedeputation, daß für die Zigarren- und Zigarrettengeschäfte, sowie für die Blumen- und steht, besonders anerkannt, daß die gesundgebliebenen Schwestern ärztlichen Direktoren sämtlicher städtischen Krankenanstalten be= die Konfitürenhandlungen eine Ausnahme gemacht werde. Der Magistrat hat sich darauf beschränkt, dieser Empfehlung zuzu der Anstalt aufopfernd bemüht gewesen sind, die infolge der Erstimmen mit der Maßgabe, daß die Konfitürenhandlungen gleich- tranft gewesenen Schwestern, sobald es ihre Kräfte erlaubten, ihre frankungen fehlenden Pflegekräfte zu ersehen, sowie daß die er= falls um 8 Uhr schließen. Sollte der Polizeipräsident diesem Verlangen stattgeben, so wäre die Einführung des Achtuhrladen- Tätigkeit wieder aufgenommen haben. schlusses mit den verlangten Ausnahmen nur eine halbe Maßregel. Eine große Zahl der im Handelsgewerbe Beschäftigten würde der so notwenidgen Verkürzung ihrer übermäßig langen Arbeitszeit nicht teilhaftig werden und es wäre weiter zu befürchten, daß, wenn erst einmal Ausnahmen für die einzelnen Branchen zu gelassen sind, andere Vranchen mit demselben Recht oder Unrecht Ausnahmen für sich fordern und auch erhalten würden. Der Kleines feuilleton. Der neue Fahrplan der Hoch- und Untergrundbahn. Die Eröffnung der Spittelmarktlinie wird natürlich einen wichtigen Einfluß auf den Betrieb des gesamten Bahnnetzes aus üben. Die entscheidende Aenderung wird darin bestehen, daß die Hochbahnzüge zwischen Ost und West nicht mehr wie früher ganz oder zum Teil über den Leipziger Platz geleitet werden. Dieser Theater. Rammerspiele:" Teratoya"( die Dorfschule), japanisches Drama nach der Tragödie des Takeda Izumo von W. v. Gersdorff; Kimito", Einafter v. W. v. Gersdorff. Der Abend gab eine Fülle des Anregenden: Bilder von großem malerischen Reiz, in denen der japanische Stil bis in die fleinsten Details hinein gewahrt schien, einzelne dem fremden Kolorit mit erstaunlichem Feingefühle angepaßte schauspielerische Leistungen und eine in Form und Inhalt merkwürdige japanische Dichtung. Es wäre nur zu wünschen gewesen, daß der Bearbeiter in der Buchausgabe genauere Angaben über die am Originale vorgenommenen Abänderungen gemacht hätte, insbesondere darüber, ob in der Tragödie des Takeda Jaumo, der vor zweihundert Jahren in dem damals noch rein feudalen Japan lebte, die Reden des tragischen Helden schon dieselbe Mischung ritterlich- feudaler Vasallenideale und finnung zeigen, wie in dem deutschen Text. Nun machte er sich auf die Rückreise, und es ist charakteristisch für die Wetterverhältnisse, daß der Ballon dieselbe Tour, für die er auf dem Hinweg nicht weniger als 8 Stunden gebraucht hatte, zurück vor dem Winde in nicht mehr als 2 Stunden zu bewältigen vermochte. Um 6 Uhr abends erschien der Ballon wieder über Tegel, hatte also die verlangte Lösung einer zehnstündigen ununterbrochenen Fahrt unter recht ungünstigen Witterungsverhältnissen vollbracht. Trotzdem unternahmen die Luftschiffer die Landung noch nicht, sondern warfen einen Zettel hinab, in dem sie mitteilten, daß sie ihre Fahrt noch so lange weiter fortsetzen wollten, bis ihr BenzinVorrat erschöpft sei. Da von vornherein eine Dauerfahrt vorgesehen war, so wurde die ganze Kraft des Daimler- Motors während der Fahrt, die sich im allgemeinen in Höhen zwischen 200 und 300 Metern, auf der Rückkehr einige Zeit bis zu 600 Metern, hielt, etwa zur Erzielung besserer Geschwindigkeiten nicht ausgenußt. Als das Luftschiff nach 11½stündiger Fahrt kurz nach 7 Ühr unter lautem Sturm des zahlreichen Publikums tadellos landete und von Mannschaften in die Halle gebracht wurde, war der Benzinvorrat noch nicht ganz bis zu Ende aufgebraucht. Nach dem Verlauf dieser Fahrt wird die Militärverwaltung das Luftschiff übernehmen. Mit dem Luftschiff des Majors Groß, das am Vormittag über Berlin manövrierte, stieg gestern unter anderen auch der Kriegsminister auf. Das Militärluftschiff vollsührte mehrere Wendungen über den Schießplatz und fuhr dann über Haselhorst nach Nauen zu. Von dort kehrte es nach Berlin zurück, wo es in einer Höhe von 150 bis 200 Metern über den Straßen der ReichsHauptstadt kreuzte. Die gelbe Riefenzigarre, die, von Tausenden von Passanten bewundert, über der Großstadt manövrierte und deren braune Höhen- und Seitensteuerungen und Gondel deutlich zu eingeweiht. Auferzogen in der Bewunderung des Heroischen war er bereit, fein Leben willig hinzugeben. Rührend klingt die Totenllage der Eltern an dem Sarge ihres Lieblings. Dem jungen Prinzen aber, der ins Ausland flüchten und, zum Mann erwachsen, als Befreier heimkehren soll, wird das Gedächtnis dieses Opfertodes überall begleiten, ihn mahnen, daß er sich des Opfers wert erzeige! Eine Begründung dafür, daß dem Kanzler kein anderer Weg der Rettung als dieser eine offen stand, fehlt in dem Drama. Nicht weniger ummotiviert erscheint der blinde Glaube an die Vortrefflichkeit und Unentbehrlichkeit des kleinen Prinzen. Kayßler fand tiefe Töne für das Leid des Waters, wundervoll echt wirkten Tilla Durieux und Gertrud Eysoldt, jene in der Rolle der mitleidigen Lehrersfrau, diese als junge Mutter. Ganz eigenartig berührte es am Schlusse, wie die Eysoldt auch die schwerste seelische Erschütterung in Formen japanisch- anmutiger Bierlichkeit zum Ausdruck brachte. Gleichfalls brillant war Tilla Durieug als Geisha in Kimito", dem japanisch kostümierten Einafter Gersdorffs. Wären die Szenen bodenständiges japanisches Gewächs gewesen, so hätten sie als Gegenstück zur Dumas- Dumaschen Kameliendame" fulturhistorischen Kuriositätswert gehabt. Als euros päisches Produkt vermochten sie in keiner Weise zu interessieren. dt. Notizen. Neue Dramen. Mag Halbe hat eine bigraflige Komödie Blaue Berge" beendet, die zunächst vom Münchener Schauspielhause erworben wurde. " Das Manöver als preußischer Bildungsfaktor. Das muß man den Schülern des Osnabrücker Ratsgymnasiums lassen: sie wissen, wie man es machen muß, um über die Köpfe der Lehrer hinweg einen ganzen Tag schulfrei zu bekommen. Mein Gott, Schulordnung und dergleichen Larifari- das ist für einen flotten und patriotischen Schüler ungefähr dasselbe wie für den preußischen Junter die Verfaffung. Solche Dinge sind dazu da, bei höheren Interessen Schulfreiheit und Junkerangelegenheiten sind immer höhere Interessen in die Ecke gestellt zu werden. Und wenn die Lehrer in ihrer schulmeisterlichen Engherzigkeit dem ungestümen Drange der Jugend nach Schulfreiheit in Verbindung mit Demonstrations- vaterländisch- nationaler, aufs Wohl des Ganzen" gerichteter Gegelegenheit nicht stattgeben, so telegraphiert man an Seine Majestät. Natürlich! Der besorgt's dann den Baukern schon. Also geschah's Der Hofmeister eines vertriebenen japanischen Fürsten hat deffen in Osnabrück, von wo der„ Frankf. 3tg." berichtet wird: Söhnchen vor den Feinden gerettet und unterrichtet es als fein Einige mit besonderer Kühnheit begabte Schüler des hiesigen eigen Fleisch und Blut in der Dorfschule, aus der er seinen LebensRatsgymnasiums hatten den Einfall, direkt an den Kaiser zu tele- unterhalt bezieht. Das Stück beginnt damit, daß eine reiche schöne graphieren und ihn in beweglichen Worten zu bitten, an einem Tage Frau, seltsam bewegt, ihren Knaben der Schule zuführt. Man hört, den Unterricht ausfallen zu lassen, weil Manöver in der Gegend daß das Geheimnis des Lehrers verraten sei. Der rachsüchtige seien, die man sich ansehen wolle. Es dauerte nicht lange und Usurpator befiehlt ihm durch seine Kriegsleute und den Kanzler des alsbald traf ein im Auftrage des Monarchen abgesandtes gestürzten Herrschers, der zum Schein ein unterwürfiger Diener des Telegramm ein, es möge veranlaßt werden, den Schul- neuen wurde, den Prinzen zu töten und das Haupt an den Hof zu unterricht am nächsten Tage ausfallen zu lassen. Dieses senden. Um den Sprößling des angestammten Königshauses zu- Sven Hedin ist nach einem Telegramm aus Ralfutta, in Telegramm war aber nur adressiert: An den Direktor des erhalten, greift der Bedrängte zu einer Lift, die um nichts weniger der Tracht eines tibetischen Lamas in Simla, der Sommers Gymnasiums" und so übergab man es in Unkenntnis der grausam ist, als es in Unkenntnis der grausam ist, als es die richtige Vollstreckung des Befehls residenz des englischen Vizekönigs, an den Abhängen des Himalaja, Dinge dem Direktor des hiesigen föniglichen Realgymnasiums( das wäre. Der neue Schüler schaut so vornehm aus, als ob er eingetroffen. Der fühne Forscher hat also seine gefährliche Reise im Ratsgymnasium ist aur" städtisch). Dieser war natürlich höchlichst tönigliches Blut in seinen Adern hätte. Das bringt den Lehrer Herzen Asiens, durch Gebiete, in die bisher kein Europäer drang, erstaunt, konnte aber nicht umhin, den Befehl auszuführen. So tam auf den Gedanken, ihn für den Prinzen auszugeben. Und der glücklich überstanden. Binnen kurzem gedenkt er die Weiterreise nach es denn, daß am Sonnabend die Schüler dieser Anstalt frei hatten, Kanzler, dem er den abgehauenen Kopf des Knaben in unverhüllter London anzutreten. während diejenigen des Natsgymnasiums hinter den Mauern fißen Schale überreicht, bestätigt mit zitternder Stimme, daß das Haupt Kinematographen Sultur. Eine Pariser Kinemamußten! Mit das schönste an der Sache ist aber, daß die Züge des Prinzen trägt. Die Art, wie hier die Spannung vor- tographengesellschaft brachte eine Reihe von lebenden Bildern heraus, die Manöver nicht hier, sondern in der Gegend von Melle bereitet, künstlich verlängert und gesteigert wird, zeigt ein un- die fich des Liebhabers Nache" betiteln und deren Schlußtableau stattfinden und daß es sich zunächst nur um unbedeutende erwartetes Raffinement der Technik. Aber all das ist nur ein Vor- darin bestand, daß der verschmähte Liebhaber die Erwählte in einem Bruchstücke von Brigademanövern des 7. Korps handelt! Um spiel der inneren Bewegung, auf die das Drama abzielt. Was einspännigen Wagen eine schmale Klippe an einem steilen Abhang dieser willen entstand in Schultreisen nach Eingang des Telegramms Bufall schien, erweist sich nun als das Werk der höchsten Selbst- entlang fährt und dann in die Tiefe stürzen läßt. Die Auf eine begreifliche Aufregung. Kein Mensch wußte, um was es sich aufopferung. Der Kanzler, allein beim Lehrer zurückbleibend, bittet nahmen dazu waren an einem lebenden Objekt gemacht worden. handle, aber die Manöver mußten nun einmal ex officio mitgemacht ihn, die Kindesleiche zur Bestattung zu überlassen, sein Herz erschließt Man hatte ein altes blindes Pferd vor einen Wagen gespannt und dann sich im Bekenntnis. Es war sein eigener Sohn, der an des Prinzen eine schmale Klippe bei Boulogne entlang getrieben, bis es in den Das Einzige, was an dieser hübschen Begebenheit unangenehm Stelle getötet wurde und er selber hat diesen Tod, in seinen Augen Abgrund stürzte und clend umfam. Diese widerliche Sensationsund stilwidrig wirkt, ist die Benachteiligung der telegraphierenden den Tod zum Heil des Vaterlandes, für seinen Sohn gewollt. Und nummer zeigt so recht, wie die kapitalistische Spekulation auf die Jünglinge. Man sollte den Wackeren, die den Geist preußischer Er- fein Weib hat um den Plan gewußt und, ihren Schmerz gelvalisam niederen Instinkte ein müßliches Bildungs- und Unterhaltungsziehung richtig erkannt haben, noch ertra einen Tag freigeben niederkämpfend, das Furchtbare gebilligt. Selbst der Knabe war instrument zu Verrohungszwecken mißbraucht werden." " erkennen waren, flog über den Tiergarten und den Westen Berlins nach dem Süden, drehte über dem Belleallianceplag und flog in der Richtung der Friedrichstraße nach Nordosten zurück. Es schien, als ob das Luftschiff bei der Rückfahrt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da der Wind bei der Wendung des Luftkreuzers um die eigene Achse dessen volle Breitſeite traf, aber der Groß Nr. 1" überwand auch den Südwind und kehrte in gerader Linie nach Tegel zurück, wo er um 12 Uhr landete. Der Militärballon stieg dann um 12 Uhr zu einer zweiten Fahrt auf, an der mehrere Herren aus der Umgebung des Kriegsministers teilnahmen. Nach einstündiger Fahrt erfolgte eine glatte Landung. Die Große Berliner und die Untergrundbahn in Schöneberg. Die Direktion der Großen Berliner schreibt uns:" In der Ausgabe Ihres geschätzten Blattes vom 12. d. Mts. bringen Sie die dem Berliner Tageblatt" entnommene Mitteilung, daß die Große Berliner Straßenbahn gegen die von der Gemeinde Schöneberg beabsichtigte Untergrundbahn den Konkurrenzeinwand erhoben habe. Dies ist unzutreffend. Die Straßenbahn hat vielmehr svegen etwaiger Entschädigungsansprüche aus Verkehrsentziehung durch die neue Linie noch keine Stellung genommen. Sie hat dazu auch keinen Anlaß, denn die ihr zustehenden ver traglichen Rechte bleiben auch ohne besondere Erklärung bestehen. Im übrigen ist schon wiederholt von uns darauf hingewiesen worden, daß die Rechtsansprüche der Straßenbahn nicht gegen die Herstellung neuer Linien selbst, sondern lediglich auf Entschädigung für die Verkehrsentziehung gerichtet sind." Ein Skelettfund, Sem anscheinend ein Verbrechen zugrunde in Königsberg werden ein Magistratsmitglied und zwei Stadtliegt, ist vorgestern auf dem unbebauten Eckgrundstück an der Pauls- verordnete entsandt. Die Wahl der letzteren beiden ergab die Mehrborner und Brandenburgischen Straße gemacht worden. Spielende beit für die Stadtvv. Rheinbacher( Lib. Frakt.) und Dr. Jakoby Kinder, die mit kleinen Spaten in der Erde herumwühlten, stießen( Lib. Bereinig.). plötzlich auf menschliche Gebeine. Bald förderten sie ein ganzes Infolge des steten Wachstums der Verwaltung und der damit Stelett zutage. Reste von Kleidungsstücken hingen noch an dem verbundenen unerwartet schnell zunehmenden räumlichen Ausdehnung Skelett. Es stamnit von einer erwachsenen Berson und hat zweifel- der Dienststellen beantragt der Magistrat, einen weiteren Zweig der los schon viele Jahre an der Fundstelle gelegen. Etwa einen Meter städtischen Verwaltung, und zwar die Armendirektion, in Mietsräume tief war es in der Erde eingegraben. Die sofort benachrichtigte unterzubringen. Die erforderlichen Mittel zur Mietung von Räumen Kriminalpolizei hat die Nachforschungen in der geheimnisvollen im Hause Eisenacher Str. 63 werden bewilligt. Angelegenheit in die Wege geleitet. Es ist jedoch fraglich, ob Zur Unterbringung der Kinder der Arbeiter unserer Rieselgüter jemals eine völlige Aufklärung herbeigeführt werden wird. Man in die Schule von Deutsch- Wusterhausen werden die Kosten bis zu bermutet, daß man hier auf die Spur eines schweren Verbrechens einem Betrage von 2000 m. jährlich bewilligt. Die Schule sol gekommen ist. Auch die königliche Staatsanwaltschaft hat von dem sodann zu einer dreiflassigen ausgebaut werden. Stelettfund Kenntnis erhalten. Bei den Ermittelungen der Angenommen wird sodann noch ein Antrag, worin der Magistral Polizei kommt es vor allen Dingen darauf an, alle diejenigen ersucht wird, sich mit der dafür zuständigen Stelle in Verbindung Personen festzustellen, die um die Zeit, zu der der unbekannte Tote zu setzen und dafür zu sorgen, daß die durch den Schornsteinan der Fundstelle begraben sein kann, verschwunden sind. Teil- qualm des Eispalastes geschaffenen, für die Mozz- und weise hingen an dem Knochenbau noch verweste Fleischteile. Geisberg- Straße unerträglichen Zustände schleunigst beseitigt werden. lichen Vororten Hausen seit einiger Zeit die Taschendiebe in ganz Fabrifgegend; zum Teil werden schon von einzelnen Vorbereitungen Taschendiebstähle engros. Auf den Wochenmärkten in den west- In d.r Debatte wurde hervorgehoben, daß die Bewohner der dortigen Gegend sich jetzt in dem Glauben befinden, sie wohnen in einer unheimlicher Weise. Besonders haben es die Diebesspezialisten auf die Besucherinnen der Wochenmärkte in Steglitz und in Friedenau getroffen, um von der Gegend fortzuziehen. Es wurde darauf hinabgesehen, denn an dem letzten Markttage wurden dort nicht weniger wie bei der städtischen Pumpstation, die sich nicht weit entfernt davon gewiesen, daß die Rauchbelästigung ebenso verhindert werden könne, als zehn Taschendiebstähle ausgeführt. Hin und wieder wird einer wie bei der städtischen Pumpstation, die sich nicht weit entfernt davon der Uebeltäter gefaßt, doch die Diebstähle wollen trotzdem kein Ende befindet. nehmen. Es fommen hier also zweifellos eine ganze Anzahl von es nicht heißen: für den Zeppelinfonds find 50 000 Mart bewilligt, Berichtigung. In dem Bericht der vorigen Sigung muß Mardern in Betracht. sondern: 5000 Mark. Gelandet wurden noch am Montagabend die Zeichen der beiden Auch wenn es sich nur um Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen handeln sollte, wird die Monopolstellung der Großen" trefflich Man beschließt, auf ihrem eigenen Grund und Boden neue Verkehrs. Jungen Damen, die am Sonntag bei einer Segelpartie im Wannjce General- Anzeiger"( sein Vorgänger nannte sich„ Bürgerwege zu schaffen. Flugs kommt diese Gesellschaft und verlangt von dieser Gemeinde Entschädigung, weil sie angeblich durch den Bau einer neuen Bahn weniger Einnahme habe. Der gesunde Menschenverstand wird das nicht begreifen können. ertranfen. Hennigsdorfer Straße 11 wohnhaft, das Leben genommen. Er wurde Wegen Arbeitslosigkeit hat sich der Bauarbeiter Rudolf Schöning, gestern in der ersten Schonung in der Jungfernheide in der Nähe des eilandskirchhofes erhängt aufgefunden. " Sein Erscheinen eingestellt hat nunmehr auch der Schöneberger Zeitung"), diese Mitteilung mußte die legte Stadtverordneten versammlung entgegennehmen. Also troß der so eifrig durchgesezten Subventionierung des Blattes durch städtische Mittel und trotz der Unterstügung durch den Reichslügenverband und die Mittelständler hat sich das Organ nicht halten können. Man kann sich denken, wie traurig es in den Kreisen der Anhänger des Blattes aussehen muß. Der Gründer desselben soll ja, nach anderen Mitteilungen, jeiv Schäfchen ins trockene gebracht haben. Rummelsburg. Ein Zusammenstoß erfolgte gestern mittag vor dem Hause Brunnenstraße 14 zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 11 und einem Omnibus der Linie 44, wobei an dem ersteren die Schutzweste und die Vorderwand stark beschädigt wurden. Der Omnibus Wegen des Frauenmordes in Grünan dauern die Ermittelungen befand sich in einem derartigen Zustande, daß er aus dem Betriebe in der Gegend des Tatortes und in Berlin noch fort. Die Leichen gezogen werden mußte. Durch Ümberfliegen von Glassplittern find öffnung hat, wie verlautet, keinen weiteren Anhalt zur Aufklärung acht Fahrgäste des Omnibuswagens leicht verlegt worden. des Verbrechens geliefert. Daß Woldenberg gewerbsmäßig den Fahrraddiebstahl betrieben habe, wird immer wahrscheinlicher. Das 3n dem Selbstmord des Fräul. Marie Leichert, Plantagenstr. 39, Rad, das er in Faltenberg hinter einen Gartenzaun warf, nachdem den wir vor einiger Zeit meldeten, ersucht uns der Bräutigam des Eine Familientragödie hat sich im Hause Friedrichstraße 42 zu es unbrauchbar geworden war, gehört einem Hausdiener Rajchte. Mädchens, mitzuteilen, daß die Ursache zu dem bedauerlichen Schritt Woldenberg will es von einem Unbekannten getauft haben. Auf in der Angst vor der bevorstehenden Entbindung zu suchen gewesen Rummelsburg abgespielt. Dort vergiftete der 30jährige Gastwirt diesen beruft er sich auch bei anderen Rädern, die in seinem fei und er sie nicht im Stiche gelassen habe. Beyer sein einjähriges Töchterchen Gerda durch Gas Besitz gefunden wurden, so bei einem Rad, das Einbrecher bei einem Intendanturrat in der Regensburger Straße erbeutet hatten, der unfeligen Tat gelten eheliche Zwiftigkeiten. Beyer glaubte in und tötete sich dann selbst durch Erhängen. Als Motiv und einem anderen, das einem Tischler Reimann in der Kleinen letzter Zeit Grund zur Eifersucht zu haben, und deshalb kam es des Markusstraße gestohlen worden war. Raschte hat gestern vormittag öfteren zum Bank mit seiner Frau. Als diese am Montagabend sich in Grünau sein Rad wiedererkannt. Es ist ihm am 10. d. M. in der Friedrichstraße gestohlen worden. Unter dem Gelde, das die au Bett begeben hatte und das Geschäft geschlossen worden war ermordete Frau Buchholz in ihrem Portemonnaie hatte, befand riegelte sich Beyer mit seinem Kinde in der Küche ein. Dann öffnete fich auch ein Jubiläums zweimarkstück von 1901. Ihr Mann hatte er sämtliche Gas hähne und erhängte sich an der Türklinke. Als ihr dieses erst vor einigen Tagen gezeigt und gegeben. Die Nach die Küchentür gestern früh gewaltsam geöffnet wurde, fand man den forschungen nach dem Verbleib dieser Münze hatten gestern Erfolg. Am Sonnabendabend zwischen 84 und 9 Uhr hatte es ein Mann Ein Dachstuhlbrand kam gestern Naßbachstraße 1 zum Aus. Bater und das sind als Zeichen vor. in der Großdestillation von Schubert in der Warschauer bruch. Die Wehr löschte denselben nach furzer Zeit. Der Schaden Königs- Wusterhausen. Straße 33, dicht am Bahnhof, in Zahlung gegeben. Dieser Mann soll bedeutend sein. Ein schweres Brandunglück ereignete sich in der Kohlensäures war, wie der Verkäufer Brieger, den die Photographie des Ver- Eine Straßenbahnbetriebsstörung wurde gestern morgen durch fabrikgesellschaft in Königs- Wusterhausen. Der dort beschäftigte hafteten vorgelegt wurde, bekundet, der Kutscher Woldenberg. Der einen Diebstahl herbeigeführt. In der Germaniastraße in Tempelhof Kesselschlosser Stettner wollte an einem im Betrieb befindlichen Steffet Verkäufer erinnert sich seiner um so mehr, als bald nach dem Weg- war der Oberleitungsdraht zwischen zwei Gestängen auf einer Länge eine geringfügige Reparatur vornehmen und näherte sich der Feuergang des Gastes, der sich nur kurze Zeit aufhielt, über die Münze, von 27 Metern abgeschnitten und gestohlen worden. Der eigenartige öffnung, als plöglich eine Explosion erfolgte und eine gewaltige mit der er feine Beche bezahlt hatte, gesprochen wurde. Dabei ist es Diebstahl wurde bei der Verkehrsaufnahme um 25 Uhr früh ent- Stichflamme aus dem Sessel herausschlug. In wenigen Sefunden bemerkenswert, daß Woldenberg in seinem Alibibeweise gerade diefes deckt und sofort ein Rettungswagen abbeordert, um die Erneuerung brannte die ganze Kleidung des Schlossers, der, einer Feuersäule Lokal gar nicht erwähnt hat. des Drahtes vorzunehmen. Bis zur Fertigstellung der Arbeiten gleichend, nach dem Hofe hinauslief. Dort gelang es Arbeitsum 5 Uhr wurde der Verkehr durch Umlegen der Stange aufrecht- follegen, die Flammen durch Ueberwerfen von Decken zu ersticken, erhalten. doch hatte K. am ganzen Körper bereits so schtvere Verletzungen erlitten, daß er in hoffnungslosem Zustande nach einem Berliner Krankenhause übergeführt werden mußte. Anläßlich der vom Metallarbeiterverband arrangierten UraniaVorstellung am vergangenen Sonntag ist einer Besucherin auf dem Wege von der Bankstr. 60 nach der Urania das Armband verloren gegangen. Der eventuelle Finder wird un Abgabe an Lüpke, Panttraße 60, gebeten. Vorort- Nachrichten. Stadtverordnetenversammlung. Zu Beginn der Sigung teilt der Vorsteher mit, daß der Stadtverordnete Marre( Unabhängige Vereinigung) sein Mandat aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat. Die Versammlung erklärte sich sodann bereit, einen von privater Seite gestifteten monumentalen Brunnen auf dem Barbarofia- Blay errichten zu lassen und die Unterhaltungskosten zu über nehmen. Stadtv. GottTrebbin( Kreis Teltow). Auf zur Stadtverordnetenwahl! Am Donnerstag, den 17. September, findet die Ersatzwahl für den Genossen Trebus statt. Obwohl die Wahlzeit für die Arbeiter eine sehr ungünstige ist, muß alles darangesezt werden, daß unser Kandidat als Sieger aus der Wahl hervorgeht. Dente feiner, auf meine Stimme tommt es nicht an; unter Umständen kann eine einzige Stimme den Ausschlag geben. Nichte sich deshalb jeder Wähler darauf ein, daß er am Donnerstag sein WahlVermischtes. Die Cholera. An der Mordstelle fand gestern( Dienstag) nachmittag eine Ortsbesichtigung statt, die sich mehrere Stunden hinzog. Auch der mutmaßliche Mörder Wollenberg wurde aus dem Amtsgerichtsgefängnis gefesselt von Gendarmen an den Tatort gebracht. Er sah auffallend blaß aus und war sichtlich erregt. Auf Verlangen der Gerichtskommission mußte Wollenberg noch einmal schildern, auf welchen Wegen er mit der Frau Schöneberg. Buchholz am Tage des Mordes spazieren gegangen sein will, ebenso mußte er genau die Stelle bezeichnen, wo er sein Fahrrad ärgerlich über eine Hecke geworfen hatte. Wollenberg beteuerte immer wieder, daß er die Frau Buchholz nicht umgebracht habe. Nach seinen Angaben will er bereits in der siebenten Abendstunde des Sonnabends mit der Bahn nach Berlin zurückgefahren sein. Dies tann aber nach den Ermittelungen der Berliner Kriminalpolizei nicht stimmen. Ein bei Wollenberg vorgefundener Fahrschein der Straßenbahn ist, wie positiv durch Recherchen festgestellt werden Ein Antrag der Unabhängigen Vereinigung will an den Magistrat recht ausüben kann und erinnere jeder die Säumigen an ihre konnte, der Nummer nach erst abends 9 Uhr an der Haltestelle das Ersuchen gerichtet wissen, zur Hebung des Kleingewerbes Pflicht. Die Genossen von Berlin und Umgegend, die mit der Warschauer Brüde in der Richtung nach dem Zentral- Biehhof Glettromotoren zu leichten Bachtbedingungen an ortsansässigen Wählern zusammenarbeiten, werden gebeten, zur Ausgabe gelangt. Hinzu kommt noch, daß sich Zeugen gemeldet hiesige Gewerbetreibende abzugeben und soll für diesen Zweck die Lässigen auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen. haben, die Wollenberg in der Zeit von 7-8 Uhr in der Nähe des ein Betrag von 10 000 Mark zur Verfügung gestellt werden. Bahnhofs Grünau beobachtet haben wollen. Ein weiteres wichtiges Stadtverordneter Sehne( Unabhängige Vereinigung) begründet den Belastungsmoment liegt barin, daß ein der Frau Buchholz ge- Antrag. Es muß dafür gesorgt werden, das Kleingewerbe fonraubtes Jubiläums- 3weimarkstüd in einer Groß- Destillation im turrenzfähig gegen die Großindustrie zu machen. Der KleingewerbeOsten Berlins in der Nacht zum Sonntag in Bahlung gegeben treibende sei vielfach nicht in der Lage, auf eigene Roften sich einen wurde. Der Ausgeber jenes Geldstücks soll nun mit Wollen- Motor anzufchaffen, da er das Kapital, das ihm zur Verfügung berg identisch sein. Um dies genau festzustellen, werden noch steht, nicht aus dem Betriebe herausziehen kann. Auch am gestrigen Tage hat die Ausbreitung der Cholera in eine Reihe von Gegenüberstellungen von Besuchern jenes Lotals ich a It( lib. Fraft.) steht dem Antrage sympathisch gegenüber, nur Petersburg wieder einen größeren Umfang angenommen. Wie ein mit dem Verhafteten vorgenommen. Sollte es gelingen, Wollen wünscht er eine andere Formulierung; auch würde der Betrag von Telegramm meldet, wurden gestern 139 Reuerfrankungen berg zu refognoszieren, so dürfte er endgültig als der Täterschaft 10 000 m. seiner Meinung nach nicht ausreichen. Er beantragt festgestellt, 30 Personen starben. überführt erscheinen. Die Gesamtzahl der Während der gestrigen Ortsbesichtigung hielten sich in der der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft zur Verlesung, in welchem Seitens der russischen Behörden sind die Städte Petersburg, Kiew, deshalb Ausschußberatung. Der Vorsteher bringt ein Schreiben Cholerakranten in Petersburg beziffert sich zurzeit auf 354. Nähe des Gemeindefriedhofes von Grünau große Menschenmassen mitgeteilt wird, daß die Gesellschaft die Annahme des Antrages für Jekaterinoslato und Taschtent für choleragefährlich, die auf. Die Gerichtskommission verhandelte bis zum Abend. Wollen- überflüssig hält, da sie bereits seit Jahren Motoren zu leichten berg wurde schließlich in das Gefängnis von Köpenick zurüdtrans- Bachtbedingungen an Gewerbetreibende abgibt. Stadtrat Kat Gouvernements Petersburg, Moskau, Tschernigow, Tomst, das portiert. wendet sich gegen den Antrag. Seiner Meinung nach liege die transtaspische Gebiet und die Provinzen Shr- Darja, Samarkand, Von dem Wagen des Vaters überfahren und getötet. Ein ent- Sache nicht so einfach. Im Polizeibezirk Schöneberg Im Polizeibezirk Schöneberg find Ferghana sowie die Eisenbahnlinien des Petersburger Knotens für feglicher Unglüdsfall ereignete fich Montag nachmittag gegen 5 Uhr zurzeit 1173 Motoren in Betrieb. dabon find 75 Prozent cholera bedroht erklärt worden. in der Rüdersdorfer Straße. Der Kutscher Knapp, Holzmarktstr. 37 Stleinmotore. Man kann daran ermessen, eine wie große Summe wohnhaft, fuhr mit einem Lastwagen die genannte Straße entlang. zu dem gewünschten Zwed erforderlich sein würde. Mit 10 000 m. Er wurde von seinem 10jährigen Sohn begleitet, der auf dem Bod ist gar nichts anzufangen. Stadtv. 2ulay( liberale Vereinigung) neben dem Vater saß. In der Nähe des Küstriner Plazes beugte fann fich ebenfalls nicht für den Antrag besonders erwärmen; man fich der Knabe zur Seite, verlor das Gleichgewicht und stürzte von wisse auch gar nicht, wo eigentlich das Kleingewerbe anfängt. dem Wagen hinunter. Vergeblich bemühte sich St., das Gespann Stadtb. Hoffmann( Soz.) weist die Antragsteller darauf hin, zum Stehen zu bringen und so fam es, daß das Vorderrad des daß sie von ganz falschen Voraussetzungen ausgehen, wenn fie schweren Gefährtes dem Jungen über den Kopf hinwegging. Der glauben, dadurch dem Mittelstand helfen zu können. Wer sich einen Berunglückte wurde nach der Unfallstation Grüner Weg gebracht, wo Motor für seinen Betrieb zulegen will, fann das heute schon tun, Die Ratastrophe ereignete sich gegen 8 Uhr. In der Zentraljedoch der anwesende Arzt nur den bereits eingetretenen Tod fest- genau ebenso wie es durch Annahme des Antrages möglich gemacht anlage flog der fünfte Refsel mit einem furchtbaren Knall in die stellen fonnte. Dem Kleinen war der Schädel gebrochen und das werden soll. Einem sehr großen Teil der Kleinhandwerker nüßt der Luft. Der nebenstehende Kessel wurde mit samt der Feuerung Gehirn beschädigt worden. Motor allein nicht das geringste, es gehört dazu noch vieles andere. ungefähr 100 Meter weit geschleudert. Bei einem Sturz mit dem Rade schwer verletzt wurde am Montag einem Ausschuß zu überweisen, glaubt aber nicht, daß dabei etwas verletzt. Ein Teil des explodierten Kessels flog bis in den Redner erklärt sich jedoch damit einverstanden, die Angelegenheit Gruppe Menschen, die in der Nähe des Kessels standen, blieben under Schlosser Karge aus der Kopenhagener Straße 12. K. war durch herauskommen wird. Die leberweisung des Antrages an einen 500 meter entfernt liegenden Garten des Direktors die Babstraße gefahren und in der Nähe des Bahnhofs Gesund Ausschuß wird darauf beschlossen. brunnen brach plöglich die Maschine unter ihm zusammen. Er stürzte auf die Straße und schlug unglücklicher Weise mit dem Kopf Magistrat ersucht Einstimmig angenommen wird sodann ein Antrag, worin der der Gesellschaft. In kurzer Zeit stieg das Wasser auf der unteren wird, auf die Bordschwelle des Bürgersteiges auf. In besinnungslosem lettrizitätssteuer bei den Reichsbehörden vorstellig zu sich sofort an Ort und Stelle und nahmen die Rettungsarbeiten gegen die geplante Gas- und Sohle mehrere Meter hoch. Die Rettungsmannschaften begaben Bustande schafften Bassanten den Berunglückten nach der Rettungs- werden; weiter soll auf dem bevorstehenden preußischen Städte bor. Fünf schrecklich verstümmelte Leichen wurden aus den wache, von wo er nach Anlegung von Notverbänden in das Kranten- tage ein einheitlicher Protest gegen diefe Steuer angeregt werden. Trümmern herausgeholt. Ein Toter liegt noch darunter. Von haus gebracht wurde. Eine Petition um Schaffung einer direkten Straßenbahn- diesen fünf Toten sind drei verheiratet. Bei drei Personen wird Aus der Selbstmordchronit. Auf dem llebungsplatz der Kavallerie berbindung von der sogenannten Insel nach dem Alexander- an ihrem Aufkommen gezweifelt. Zwei von der Nachtschicht heimerscholien hat sich gestern nachmittag der 28 Jahre alte Barbiergehilfe play wird dem Magistrat als Material überwiesen. Bei dieser Ge- tehrende Bergleute wurden von den herumfliegenden Trümmern Meyner aus Landsberg a. W. Dicht an der Hafenheide fanden legenheit werden wiederum die schlechten Verkehrsverhältnisse eines schwer verletzt. An der Zeche spielen sich herzzerreißende Szenen ab. Spaziergänger die Leiche des Selbstmörders, der sich aus einem Teiles von Schöneberg gerügt. fleinfalibrigen Revolver zwei Kugeln in die Brust gejagt hatte. In Ebenfalls dem Magistrat überwiesen wird die Petition be- Die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt. Giner Person einem Schreiben, das bei dem Toten vorgefunben wurde, teilte M. treffend Herstellung eines zweiten Einganges nach dem wurde der Kopf vom Rumpfe abgerissen. Der unterirdische Betrieb mit, daß er wegen Familienzwiftigkeiten in den Tod gegangen sei. Bahnhof Bapestraße. muß borläufig ruhen, wodurch über 700 Bergleute vorläufig beschäftigungslos werden. Folgenschwere Kesselexplosion. Grube 2aura sind heute morgen gegen 8 Uhr der HauptAuf der an der holländischen Grenze bei Heerlen gelegenen effet und drei fleinere Steffel explodiert. Durch die Explosion wurden 5 Personen getötet und 16 verlegt, darunter 3 schwer. Bon einem Bettler erschlagen Eine Aus Furcht vor der Nervenheilanstalt hat sich der 32 Jahre alte Abgelehnt wird die Petition, worin verlangt wird, für die Kutscher Otto Teißner aus der Pantstraße 66 das Leben genommen, II. Gastwirts- und Kochkunst ausstellung einen Zuschuß T. jagte sich in feiner Wohnung eine Revolverfugel in die rechte zur Brämiierung zu gewähren. Schläfe. Ein hinzugerufener Arzt konnte mir noch den auf der Zu der in Hannover stattfindenden Jahresversammlung des wurde der Nentier Andree in Wriezen a. D. Am Sonntags Stelle eingetretenen Tod konstatieren. Der Lebensmüde, der start Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit werden Stadt nachmittag betrat ein Handwerksbursche den Vorgarten des Andreenerven und nierenkrant war, sollte demnächst nach einer Heilanstalt rat Walzer und die Stadtvv. Linicus( Unabh. Bereinig.) und schen Grundstückes und sprach die in demselben weilende Frau und gebracht werden. Hoffmann( Soz.) delegiert.- Nach dem preußischen Städtetage Tochter des Besizers um Unterstügung an. Obwohl der Bettler zurüdgewiefen wurde, entfernte er sich nicht, er wurde vielmehr auf-| Elbe den Tod gefunden. Die Taschenuhr des Mannes war um dringlicher und griff, als Andree hinzukam, diesen tätlich an. Er 21, Uhr stehen geblieben. In den Leichen wurden heute die 18 Jahre versetzte dem kränklichen Mann einen derartigen Schlag vor die alte Maschinenschreiberin Aurora Hertelt und der 20 Jahre alte Brust, daß der Rentier besinnungslos zusammenbrach und vor dem Handlungsgehülse Arno Dietrich, beide aus Dresden, festgestellt. Eintreffen eines sofort hinzugerufenen Arztes star b. Der Täter Der lettere, der in einem Dresdener Geschäft angestellt war, hatte sowie zwei andere Handwerksburschen, die vor der Tür stehen ge- fich Unterschlagungen zufchulden kommen lassen, welches wohl der blieben waren, ergriffen die Flucht. Zwei derselben fonnten noch Grund zu dem tragischen Ende des Licbespaares gewesen sein am Sonntagabend festgenommen werden. Ob sich unter den Ver- dürfte. hafteten der Täter befindet, ist noch nicht festgestellt. Vereint in den Tod. Gefunkener Schleppdampfer, Der Dampfer Gascogne" aus Bordeaux Tommend, welcher zwei Am Elbufer unterhalb Blasewitz sind gestern nachmittag um unbeladene Schiffe im Schlepptau führte, ist gestern auf dem 3 Uhr zwei zusammengebundene Leichen, anscheinend Aermelkanal infolge einer Kefielerplosion gesunken. Der Kapitän ein Liebespaar, angeschwemmt. Sie waren anständig gekleidet, doch und drei an Bord befindliche Matrosen wurden getötet. fand man nur 2 Pf. und einige Schlüssel in ihren Taschen. Nach Das Unglück ereignete sich in der Nähe von Fourques. Die genaue ärztlichem Ausspruch haben sie erst in der vergangenen Nacht in der Ursache der Katastrophe ist noch unbekannt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 16. September. Anjang 7 Uhr. Königl. Schauspielhaus. Dorrit. Klein Deutsches. König Lear.( Anfang 7 Uhr.) Sammerspiele. Zeraloha. Stimito.( Anfang 8 Uhr.) Berliner. Die Journalisten. Anfang 8 Uhr. Königl. Opernhaus. Sardanapal. Leffing. Der Raub der Sabinerinnen. Neues. Der Prinz d'Aurec. Stenes Schauspielhaus. Faust. I. Zeil.( Anfang 7 Uhr.) Kleines. 2 × 2= 5. Komische Oper. Tiefland. Residenz. Der Flob im Dhr. Hebbel. Der Liebhaber. Suitspielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Westen. Ein Walzertraum. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Erenner nach Venedig. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Atten von Gustav von Moser. Donnerstag, abends8Uhr: Das Stiftungsfest. Freitag, abends 8 Uhr: Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 11 br: Der Herr Ministerialdirektor. Luftspiel in 3 Atten von Alexandre Bisson und Fabrice Carré. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Freitag, abends 8 br: COOLOGISCHER Der Richter von Zalamea. Bum 1. Male: Ein Teufelskerl. Z CARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: Großes Militär- Konzert Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Neu einstudiert! Anjang 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Atten v. A. M. Willner. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Schiller 0.( aflner Theater.) Der Floh im Ohr. Das Stiftungsfest. Schiller Charlottenburg. Der Herr Ministerialdirektor. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Im weißen Rößl Neues Operetten. = prinzessin. Lorking. Baza. Luisen. Helga. Die Dollar Ohr. Schwant in 3 Alten von G. Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Freitag, 18. September: Keine Vorstellung. Sonnabend, den 19. September, zum erstenmal: Das Glück der andern. Thalia. Das Mitternachtsmädchen DERNHARD ROSE THEATED Bernhard Rose. Kabale und Liebe. Apollo. Bera Violetta. Spe zialitäten. tabelMetropol. Donnerwetter los. Gebrüder Herrnfeld. Das lommt davon. Vorher: Es lebe das Nachtleben. Bassage. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Rafino. Familie August Knoche. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witte. Berliner Prater. Berlin, wie es weint und lacht.( Anf. 7 Uhr.) Carl Haverland. Spezialitäten. Br. Frankfurter Str. 132. Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel von Fr. v. Schiller. Anfang 8 116r. Wochentagspreise. Morgen: Das bemoofte Haupt. In Borbereitung: Der Theater. teufel. Metropol- Theater Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Zum 12. Male: Gustav Behrens. Feine Sache! Donnerwetter Ausgezeichnet! Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Tanbenitraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Neues Theater. Abends 8 Uhr: tadellos! Große Jahresrevue in einem Vorspiel u. 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. In Szene Die Tänze einstudiert v. Ballettgesetzt von Dir. Richard Schultz. meister Louis Gundlach. Massary Perry Holden Bender Der Prinz d'Aurec. Giampietro- Kettner Donnerstag u. Freitag: Der Prins Pfann d'Aurec. Thielscher Sonnabend: Außerhalb der Ge Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. scalschaft. Theater des Westens. Ollo Allabendlich 8 11hr: Ein Walzertraum. Cpollo Theater Sonntag nachm. 3 Uhr, zu halben 215 8 Uhr: Das gr. AttraktionsBreisen: Die lustige Witwe. Programm. 83/4: Friedrich- Wilhelmstädtisches Trilby und Svengali? Schauspielhaus. Kunst und Mysterium. Mittwoch, 16. September, Anf. 8 U: 94: Vera Violetta. Uhr: Im weißen Nößl. Donnerstag: Als ich wiederlam. Freitag: Egmont. Sonnabend zum erstenmal: Großmama. Hebbel- Theater. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. 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