Nr. 52. Erscheint täglich außer Montags, Brets pränumerando: Bierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. Defterreich Ungarn a Mt., für das übrige Ausland 8 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6709, Vorwärts 10. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächfte Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sornsprech- Anschluß 3mt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Kann Europa abrüffen? II. Donnerstag, den 2. März 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Dann giebts überall eine Menge Soldaten, die unter allerlei Vorwänden möglichst wenig Dienst thun: Kompagnies handwerker, Offiziersburschen u. s. w. Da läßt sich auch manches ändern. daten zu machen. Wie das bei der deutschen Ersatzreserve die einübenden Offiziere in Erstaunen versetzt, hat Bebel im Reichstag erzählt. In der österreichischen Armee giebt es Offiziere die Menge, die da behaupten, die Landwehr, die mit der deutschen Erfahreserve ungefähr Ja- aber wie ist's mit der Reiterei? Die muß doch Die internationale Feststellung der Maximaldienstzeit gleiche Dienstzeit hat, sei besser als die Linie. Kein Wunder. längere Dienstzeit haben? Wünschenswerth ist's gewiß, bei der Fahne würde die Armee aller Mächte gleichmäßig Hier fehlt die Zeit, die bei der Linie mit den herkömm- wenn man mit Rekruten zu thun hat, die weder reiten noch treffen. Es wird allgemein angenommen, daß bei Armeen, lichen und deswegen geheiligten Narrheiten vertrödelt wird, Pferde warten können. Aber da läßt sich auch manches deren Mannschaft noch kein Bulver gerochen, für die und eben deswegen wird sie nicht vertrödelt. thun. Wenn die Pferderationen weniger färglich bemessen erfte Zeit eines Feldzugs die Länge der aktiven Das deutsche Exerzier Reglement für die Infanterie wären- die Pferde müssen ja zum Manöver erst aufgefüttert Dienstzeit innerhalb gewisser Grenzen den von 1888 beschränkt die taktischen Formationen für das werden, um auf das Normalmaß von Kräften zu kommen! besten Maßstab abgiebt für ihre Verwendbarkeit in allen Gefecht auf das Nothwendige. Neues enthält es nicht; die und wenn bei jeder Schwadron eine Anzahl überzähliger Kriegslagen, namentlich für den strategischen wie taktischen Gefechtsfähigkeit in allen Inversionsstellungen hatten schon Pferde vorhanden wären, so daß die Leute mehr und länger Angriff. Unfre Krieger von 1870 haben die furia francese die Desterreicher nach 1859, die Bildung aller Bataillons im Sattel üben könnten, furz wenn man einmal ernstlich des Bajonnetangriffs der langgedienten kaiserlichen In- kolonnen durch einfachen Zusammenschluß der vier Kompagnie daran ginge, die verkürzte Dienstzeit durch intensiveres Bes fanterie und die Wucht der Kavallerie- Attaken von Wörth folonnen hatten die Darmheffen um eben dieselbe Zeit eins treiben der wesentlichen und durch Beseitigung der überund Sedan hinreichend kennen und achten gelernt; sie haben geführt und mußten sich diese rationelle Formation nach flüssigen Dinge aufzuwiegen, dann würde man bald finden, aber auch bei Spichern, gleich im Beginn des Kriegs, be 1866 von den Preußen wieder verbieten lassen. Im daß es auch so geht. Auch für das Remontereiten, auf das wiesen, daß sie selbst in der Minderzahl dieselbe In übrigen beseitigt das neue Reglement einen massenhaften man sich jetzt so sehr stützt, und dessen unbedingte Nothfanterie aus einer starken Stellung werfen konnten. Also Wust altfränkischer, ebenso nugloser wie geheiligter wendigkeit ich gern zugebe, werden sich Mittel und Wege im allgemeinen zugegeben: innerhalb gewisser, je nach dem Zeremonien; gerade ich habe absolut keinen Anlaß, daran finden lassen. Und übrigens steht ja nichts im Wege, für Nationalcharakter verschiedener Grenzen, entscheidet bei nicht zu fritteln. Ich hatte mir nämlich nach dem Krieg von so lange man es nöthig hält, das System drei oder vierfriegsgewohnten Truppen die Länge der Dienstzeit bei der 1870 den Lurus gestattet, ein Schema der, der heutigen jähriger Freiwilliger, oder auch Kapitulanten, für Reiter, Fahne über die allgemeine Kriegsverwendbarkeit und naments Kriegführung angemessenen geschlossenen Formationen und truppen beizubehalten und auszudehnen- gegen entsprechende lich über die Tüchtigkeit zur Offensive. Bewegungen der Kompagnie und des Bataillons zu ents Rompensationen in der Reserve- und Landwehrpflicht, ohne Gelingt es, eine Marimalgrenze dieser Dienstzeit inter- werfen, und war nicht wenig verwundert, dies Stück„ Bu- die man dergleichen nicht bekommt. national festzusetzen, so bleibt das relative Tüchtigkeitsver- funftsstaat" in den betreffenden Abschnitten des neuen Wenn man auf die militärischen Autoritäten hört, da hältniß der verschiedenen Armeen so ziemlich was es heute Reglements fast in allen Zügen verwirklicht zu finden. ist das freilich anders. Da geht das alles absolut nicht, da ist. Was die eine an unmittelbarer Verwendbarkeit eins Aber das Reglement ist eins, und die Ausführung ist darf an nichts gerüttelt werden, ohne daß alles zusammenbüßt, das büßen die anderen auch ein. Soweit heute die ein anderes. Das Kamaschenritterthum, das in allen bricht. Ich habe aber jetzt schon seit fünfzig Jahren so viel Ueberrumpelung eines Staats durch den andern aus Friedensepochen in der preußischen Armee florirt hat, bringt militärische Juftitutionen heute als unantastbar und geheiligt geschlossen ist, soweit bleibt sie es auch dann. Der Unter die in der Vorschrift abgeschaffte Zeitvergendung wieder ausposaunen, und morgen rücksichtslos in die Rumpelkammer schied der aktiven Dienstzeit z. B. in Frankreich und Deutsch- herein durch die Hinterthür der Parade. Da ist auf einmal werfen sehn, und zwar von genau denselben Autoritäten; Land ist bis jetzt nicht der Art gewesen, daß er ins Gewicht der Paradedrill absolut nothwendig als Gegengewicht gegen ich habe ferner so oft gesehen, daß, was in der einen fällt; auch unter der verkürzten Dienstzeit würde, ganz wie die Unbändigkeit der zerstreuten Gefechtsordnung, als ein- Armee über das Bohnenlied verhimmelt, in der andern heute, alles darauf ankommen, wie in jeder der beiden ziges Mittel zur Schaffung wahrer Disziplin u. s. w. u. s. w. unter der Kanone befunden wurde; ich habe so oft erlebt, Armeen die vereinbarte Dienstzeit benutzt wird. Jm Das heißt nichts anderes, als daß Ordnung und Disziplin daß die altbewährtesten und höchftgepriesenen Gewohnheiten übrigen würde die relative Stärke der beiden Armeen ganz nur dadurch herzustellen sind, daß man die Leute gänzlich und Einrichtungen vor dem Feind sich als Thorheit erdem Verhältniß der Bevölkerung beider Länder entsprechen, nußlose Dinge üben läßt. Allein die Abschaffung des Stech- wiesen; ich habe endlich so oft erfahren, daß in jeder und nachdem die allgemeine Wehrpflicht einmal wirklich schritts" würde ganze Wochen für rationelle Uebungen frei- Armee eine besondere konventionelle Tradition besteht, die, durchgeführt ist, wird bei Ländern annähernd gleicher öfono- fetzen, abgesehen davon, daß dann die fremden Offiziere eine für die unteren Chargen, den gemeinen Mann und das mischer Entwicklung( worauf der Prozentsaz der Untauglichen deutsche Revue ansehen könnten, ohne sich das Lachen zu Publikum bestimmt, von den höheren Vorgesetzten gepflegt, beruht) die Bevölkerungszahl immer den Maßstab der perbeißen. von den selbstdenkenden Offizieren aber belächelt und von furz ich habe Eine ähnlich veraltete Institution ist der Wacht jedem Feldzug in Nichts aufgelöst wird Heeresstärke abgeben. Da giebt es teine Kunststücke mehr wie die preußischen von 1813; der Rahm ist abgeschöpft. dienst, der auch nach althergebrachter Vorstellung dazu dient, da so viel geschichtliche Erfahrungen gemacht, daß ich jedem Aber sehr viel hängt eben davon ab, wie die festgesetzte die Intelligenz und besonders das Selbstdenten der Leute rathe, gegen nichts mißtrauischer zu sein, als gegen miliDienstzeit ausgenutzt wird. Und da giebt es fast in allen zu entwickeln, indem man ihnen die Kunst beibringt falls tärisches Fach urtheil". Friedrich Engels. Armeen Leute, die etwas erzählen tönnten, wenn sie sie sie nicht schon verstehen zwei Stunden lang auf Posten dürften, denn die liebe Geldnoth hat überall dazu ge- an gar nichts zu denken. Bei der heutigen allgemeinen zwungen, einen Theil der Refruten nur nothdürftig", in Sitte, den Vorpostendienst im Terrain zu üben, hat das ein paar Monaten, auszubilden. Da muß man sich auf Postenstehen in der Stadt, wo es doch Sicherheitspolizei das Wesentliche beschränken, ba fliegt ein ganzer Haufen aller Art giebt, allen Sinn verloren. Man schaffe es ab Die Eisenbahnarbeiter in Preußen. traditioneller Firlefanz in die Ecke, und da findet man, zu man wird mindestens zwanzig Prozent freie Dienstzeit für's In den von uns bereits gestern( Preußische Finanzen) be.. feiner eigenen Ueberraschung, wie wenig Zeit dazu gehört, Militär, und Sicherheit auf den Straßen für's Bivil gesprochenen Anlagen der verstärkten Budgetkommission findet sich aus einem paffabel gewachsenen jungen Mann einen Sol- winnen. Feuilleton. Nadbrua verboten.) ( 28 auch etwelches Material zur Erkenntniß der Eisenbahn= Wenn die Polizei die Thüre öffnete, würde er, als ob er sich geirrt hätte, nach den Bewohnern des vierten Stockes fragen. Auf jeden Fall war es gut, die Waffen, die ihn nie verließen, bereit zu halten. hineinzugehen, sondern auf- und abgehend, auf der Straße die Rücklehr eines Gastes abzuwarten. Es war sicherlich das Vernünftigste, was man thun konnte. Menschen können aber nicht immer vorsichtig sein. Ein Trunkenbold, welcher tapfer an der Thür des ersten Er knöpfte seinen Pistolenhalfter auf, und schob den Die Laufbahn eines Nihilisten. Wirthshauses vorübergegangen ist, läuft um fo größere Dolch, der ihm an der Seite hing, vor, so daß er ihn im Bon S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Als Sina im Begriff war einzutreten, nahm Andrej ihre Hand unter seinen Arm und zog sie hinweg. " " Rochalskij ist aller Wahrscheinlichkeit nach sicher," sagte er. Er ist es ohne Zweifel, da Sie es sagen. Was schabet es aber, wenn Sie zwei Minuten auf der Straße warten, während ich hinauflaufe, um Erkundigungen einzuziehen?" Eine sonderbare Hartnädigkeit bemächtigte sich seiner. Diese unbedeutenden Zeichen, welche auf seine Empfindungen wirften, aber teine bestimmten Vorstellungen erzeugten, riefen in ihm das hervor, was abergläubische Leute Borahnung nennen würden. Sina theilte sie aber nicht. Sie war an den Ort gewöhnt und hatte erst gestern Rochalskij Jesucht. п Unsinn!" sagte fie, ihre Hand losmachend. " Wenn sie mich nicht allein gehen lassen wollen, werde ich überhaupt nicht gehen," sagte Andrej trozzig. Sina zuckte mit den Achseln und sah ihm ins Antlih. Diese Hartnäckigkeit machte auf sie gegen ihren Willen großen Eindruck. Gefahr in das nächste zu gerathen. So fühlt sich oft ein Mensch, der soeben einen vorsichtigen Schritt gethan, geneigt, den nächsten um so thörichteren nicht zu unterlassen. Sina und Andrej wechselten jetzt ihre Rollen. " Man muß nicht so viel Lärm um einer Kleinigkeit willen machen", sagte Andrej. " Wir können Stunden auf der Straße zubringen, ohne jemand zu sehen. Warten Sie an dieser Ecke, in einer Minute bin ich zurück." Er betrat den Flur. Nichts regte sich. Eine Todtenstille herrschte im ganzen Hause. Als er die erste Treppenflucht bestieg, öffnete sich eine Thür. Ein runzliches bart loses Gesicht Andrej konnte nicht sehen, ob es das eines alten Mannes oder einer alten Frau war- fam zum Vorschein, warf ihm einen scharfen prüfenden Blick zu und verschwand sofort. Er hörte, wie die Thür zuschlug und hastig von innen verriegelt wurde. Nothfalle zur Hand hatte. Als er den Flur erreichte, auf dem Rochalskij's kleines Messingschild sichtbar wurde, hielt er einen Augenblick inne. Er konnte zu feinem Entschluß kommen, ob er höher steigen sollte oder nicht. Im Prinzip war sein Blan gut; es lag nur die Gefahr nahe, daß ihm der Rückzug abgeschnitten werde. Er machte sich innerlich Vorwürfe, Sina, welche es vielleicht wußte, nicht nach dem Namen der oberen Wiether gefragt zu haben. Das Geräusch einer rasch entriegelten Thür und das charakteristische Säbel- und Sporens geraffel überhob ihn jeder Bögerung. Die Polizei war in Rochalstij's Wohnung. Vier Gendarmen waren mit dem Befehl, jeden Ankommenden zu verhaften, im Korridor aufgestellt. Sie hörten Andrej's vorsichtige Schritte und warteten nur, bis er die Glocke berühre, um die Thüre zu öffnen und auf ihn zu stürzen. Da er nicht läutete, fürchteten sie, er Sonderbar!" Andrej bestieg die Treppen mit so vor fönnte ihnen entwischen, weshalb fie's für gerathen hielten, fichtigem Schritte, als es sich mit der Nothwendigkeit, keinen einen Ausfall zu machen. Bevor ihnen aber gelang, die Argwohn zu verrathen, vereinbaren ließ. Er mußte sich Thüre zu öffnen, hatte sich Andrej bereits abwärts gewandt unbedingt vergewissern, wie es um Rochalskij stand, da und flog wie ein Ball die Treppe hinunter. Die Gendarmen am nächsten Tage dort die Versammlung abgehalten wer- fah er nicht, er hörte nur ihr Geschrei, ihr Getrampel und den sollte. das Säbelgeklirr, als sie hinter ihm hereilten. Es war Er entwarf sofort seinen Kriegsplan. Er würde den eine tolle Jagd. Sie sahen sich nicht, sondern nahmen eindritten Stock, in dem Nochalstij wohnte, passiren und zum ander nur durch das Gehör wahr. Aber der Wettlauf Wenn Sie aber glauben, daß die Sache eines Arg- vierten hinaufsteigen. Dort wollte er die Namen der Jn zwischen den plumpen Soldaten, die mit ihren langen wohns werth ist, so thäten wir besser, überhaupt nicht wohner lesen, dann hinabsteigen und bei Rochalskij läuten. Kavallerie- Säbeln beladen waren, und einem gelentigen = fordern. Obwohl eine sozialstatistisch brauchbare Aufnahme über ansschütten muß über die Leistungsfähigkeit des fozialen Rönig- Menschenjagd Urtheile des Herrn Thielen, faum von besonderem Interesse“. Bei den im Bei den für die Betriebe Bahn- Unterstügung beschäftigten Arbeitern ( Streckenarbeitern) Bei den Werk ftättenarbeitern im Direktionsbezirk beschäftigt. Arbeitern 07. an. Altona 978 702 ant. 1101 · Beclin 737 560 1060 Breslau 623 452 986 Bromberg 615 471 912 Röln( linksrb.) 812 631 1007 ( rechtsrh.) 858 702 942 Elberfeld. 825 669 1076 Erfurt 770 617 1163 Frankfurt a. M. 794 618 963 Hannover 758 595 1099 Magdeburg 831 650 In Preußen über haupt.... 782 606 1039 1035 " " 0 " arbeiter Buntänbe. Berr Thielen war von der neugierigen eingerechnet werden, welche in Deutschland in die Präsenz auf die amerikanische homestead so gründlich mißverstand Rommission befragt worden, in welchem Umfange eine abftärte nicht einbegriffen find. So umfaßt die französische und aus der amerikanischen Bestimmung, die dem Landwirth getürzte Dienstzeit und die Sonntagsruhe durch Friedenspräsenzstärke 15 655 Mann Verwaltungstruppen. lediglich eine kleine unpfändbare Summe zum nothwendigsten geführt würde und welches die dadurch entstandenen ungefähren ebenfalls lann, wie die Freifinnige Zeitung" treffend Lebensunterhalt garantirt, das plumpe deutsche HeimstättenMehrkoften feien. Darauf entgeguet der Eisenbahnminister ( a. a. D. S. 15): sagt, aus der Höhe der französischen Friedenspräsenzstärke projekt mit unverpfändbarem Besitz machte. Wir sind auch Angaben darüber, in welchem Umfange im Jahre 1891/92 nicht der mindeste Grund hergeleitet werden zu irgend einer neugierig, wie der Bund der Landwirthe" und die kon bie Dienstzeit abgefürzt und dem Personal mehr Sonntagsruhe ge- Erhöhung der deutschen Friedenspräsenzstärke. fervative Partei diesen Programmpunkt" verwirklichen währt ist, würden ohne eingebende nachträgliche Ers würden er wird wohl beschriebenes Bapier bleiben; und mittelungen nicht gemacht werden können. Da inzwischen Das preußische Abgeordnetenhaus ift gegenwärtig der deutsche Landwirthschaftsrath war eigentlich sehr ehrlich, eine Umarbeitung der bisherigen Vorfchriften erfolgt und die mit dem Etat der Eisenbahnverwaltung beschäftigt. In als er den Hokuspokus von sich wies. allmälige Durchführung der neuen Vorschriften vom Etatsjahre der heutigen Sigung wurde leicht über die Lage der unteren 1893 94 ab in Aussicht genommen ist, so wird eine weitere Beamten( siehe unseren zweiten Leitartikel) hinweggegangen. Erörterung der Angelegenheit bei der Berathung Bei den Kosten der Büge" erinnerte der freisinnige Ab- auch der Ulf- Monat der Junter. Sie haben in Berlin Der Februar, der allgemeine Faschingsmonat, ist des Etats 1893/94 erfolgen müffen. Er mittelungen für geordnete" Bröm el an das neugegründete Kohlensyndikat, getagt als Bund der Landwirthe, Bund der Bauern, als die Vergangenheit, welche viel Zeit in An spruch nehmen würden, dürften daher taum und wünscht, daß die Eisenbahnverwaltung demselben gegen Wirthschafts- und Steuerreformer, als Bimetallisten- Verein. Don befonderem Interesse sein." über eben solche Stellung nehme, wie die Marineverwaltung und als würdigen Schluß fügten die„ Edelsten und Besten" Wir sind nicht optimistisch genug, daß wir wähnten, die gethan. Der Abg. Graf Kanit schien seine früheren An- ihrem munteren Beginnen die Generalversammlung der Klaffenwahl Ertieften des Abgeordnetenhaufes würden tros griffe gegen die Kohlenringe zu bereuen und trat den Aus Deutschen Abelsgenossenschaft hinzu. Proder angeblich so zeitraubenden Arbeit einer Ermittelung führungen Brömel's entgegen. Und hiermit beruhigte sich testantische und katholische Brotvertheurer waren am 25. Fe von Herrn Thielen Aufschluß über Bergangenheit das hohe Haus. bruar zu Berlin im großen Saale der Kriegsakademie einbie Beschäftigungsdauer der Eisenbahn- Angestellten helles Licht Krieg im Frieden. Der Bericht über die letzte trächtiglich zusammen. Graf v. d. Schulenburg- Beegendorf nicht in den Urwäldern von Afrika, hielt eine graufamlich schöne Rede, worin es u. a. hieß, thums, über das Wesen der staatlichen Musterbetriebe, über sondern in den Straßen der Weltstadt Berlin-, wird von" die unheimlich sich erhebende Hydra, die im Stillen Schein und Wirklichkeit, über die Ursache zahlreicher Eisenbahn- der Kreuz- Zeitung" wie folgt eingeleitet: Wiederum hat wachsende Sozialdemokratie, passe schon nicht mehr unfälle, find solche Untersuchungen nach dem gewiß maßgebenden ein Militärposten auf eine Zivilperson scharf schießen in den Rahmen des Deutschen Reiches hinein". Daß doch Für ihn, für die bürgerlichen Parteien trifft diese Auffassung müssen". Müssen! Müssen! Ein Mensch, der des diese böse Sozialdemokratie sogar auf das aristokratische gewißlich zu. Aber die Vertreter der Arbeiterfache, die Arbeiter Namens würdig ist, muß nicht müssen, hat der Philosoph Fest der Schnapsbrenner einen Schatten wirft! Der ultramontane Häuptling von Schorlemer Alst sagte den das schaft selbst haben das lebhaftefte Interesse an der Ermittelung gesagt. Und auf einen Mitmenschen schießen müssen! Bolk auspowernden, durch Zölle und Liebesgabe, durch all dieser Dinge. Darum eben ist sie faum von besonderem Was hat eine Kultur, die dieses müssen" bedingt, vor der Intereffe". Ueber die Arbeiterlöhne im Rechnungs- Kultur der Kannibalen voraus? Druck der Landarbeiter und Jobberei sich bereichernden jabre 1891/92 wird mitgetheilt, daß nach den Angaben der Krautjunkern;„ Das ist aber gemiß, mir fönnen und dürfen föniglichen Eiferbabndirektionen die Ausgaben im Durchschnitt Bürgerliche Steuermoral. Bei der letzten Ein- eines nicht mitmachen, was unsere Zeit beherrscht- das für einen Arbeiter betrugen: tommensteuer- Debatte im Abgeordnetenhause hat befanntlich ist die Genußsucht, die Sucht, immer reicher zu werden, mit der Nationalliberale Dr. Friedberg für das schüchterne, einem Worte, der Tanz um das goldene Kalb. Das deklarationsunluftige Kapital eine Lanze gebrochen. Der ist uns äußerlich und auch innerlich verboten. Wir werden Finanzminister Miquel wies in seiner Erwiderung darauf gerade jezt unsere Ehre und unseren Stolz darin suchen hin, daß unter dem alten Gesez anderthalb mil müssen, baß wir einfach, ich möchte sagen, lieber in Wie einfach", wir liarden Einkommen sich der Besteuerung entzogen haben, relativer Armuth leben." und er zeigte, daß auch jetzt, trotz der Deklarationspflicht möchten sagen, in relativer Armuth" lebten die nothdie fittenstrengen Großbürger zu trügen und lügen wissen. leidenden Landwirthe bei Dressel und Uhl, im Hotel Bristol Es erhellt daraus, daß die Annahme, jede neue Defla- und im Hotel Monopol; wie müssen sie sich die paar ration werde bei scharfer Kontrolle höhere Beträge ermitteln Groschen für Geft und Renuplat, für Ballet und kleine und zur Steuer heranziehen, richtig war. Auf die ethische Mädchen" am Munde ihrer ausgeplünderten Kulis, Kultur" der Befigenden schütten die von Miquel mit einem der ihnen steuerpflichtigen großen Masse abdarben! gewissen Behagen erzählten Einzelfälle ein helles Licht, und Der Berger der Friedberg und seiner Auftraggeber ift fte de aus Berlin neulich in Groß- Wech fungen bei Auf dem Bauerntag, den der eble Herr v. Borgverursacht durch die dem fteuerpflichtigen Geldsack Geldsack zugewendete peinlichere Sorgfalt der Steuers Nordhausen abhielt, bestand der effektvolle Schluß der beamten, die alles Lob verdient. Schamlos ist Verhandlungen in einer großartigen Prügelei, das indianische Wuthgeheul der Reichen im Parlament und morüber wahrscheinlich noch das Amtsgericht seine Meinung Mit solch kläglichen Löhnen speist die preußische Sozial- außerhalb desselben. Ein Klempnermeister deflarirte Nach dem Bericht der deutschfreisinnigen äußern wird. nach reform von oben ihre Arbeiter ab. Es versteht sich am Rande, bestem Wissen und Gewissen" 5100 M. Gintommen." Als Nordhäuser Beitung" negte das Blut, welches die Herren daß dieses Arbeitseinkommen unzureichend it. Man erwäge die Kommission diese Angabe beanstandete, stellte sich heraus, für ihre Herzensmeinungen reichlich fließen ließen, thatnur, welch gefährlicher, aufreibender Thätigkeit fich daß der wackere Meister 26 500 Wt. Einkommen hatte. Ein fächlich das Straßenpflaster und mußte am anderen Morgen die beim Betriebe und für die Bahnunterhaltung gebrauchten Ingenieur gab 48 310 M. an, man entdeckte aber bei ihm von Thüren und Wänden abgewaschen werden". Es ging Arbeitsfräfte zu unterziehen haben. Und diese Lohnftatistit ift 388 900 M. Ginkommen. Ein Lieferant wollte 169 000 m. darauf der Nordhäuser Zeitung" eine Berichtigung zu, in nach berühmten Mustern aufammengeflopft, ohne Unter- 1388 scheidung der in den drei Hauptgruppen beschäftigten Kategorien Einkommen haben und gab, als sein Sozius gegen seine welcher gesagt war, daß die Rauferei zwar stattgefunden nach Alter, Beruf u. f. w. Troßalledem ist das Ergebnis gegen Steuer reflamirte, selbst ein solches von 258 460 M. an, und daß es auch Wunden, Schürfungen", wie der Herr über dem ruhmredigen Gebahren der amtlichen Sozialreformer wobei er auch noch nicht allzu ängstlich gerechnet haben Berichtiger sagt, gesezt habe, daß aber das Blut nur an für diese auf das äußerste beschämend. dürfte. Ein Banfier mit 500 000 Wt. Einkommen schätzte die Thüren gespritzt sei und nicht, wie im Bericht stand, seine Wohnung auf 24 800 W., bequemte sich aber hinterher auch das Straßenpflaster genetzt habe. Die Junterzucht zu einer Schäßung auf 44 200. Eine gewisse Klasse ist von wunderbarer erzieherischer Wirkung auf die„ antibiederer Steuerzahler, welche der Minifter leider nicht näber follettivistischen Bauernschädel". bezeichnete, suchte sich, wie ein Mann, die schlechtesten Jahre der jüngsten Vergangenheit Schmutzkonkurrenz. Die Landräthe der Provinzen rechnete danach ihren Durchschnitt. In Berlinst- und Westpreußen sind, wie die„ Norddeutsche Berlin, den 1. März. find 30 pet. aller Einschätzungen beanstandet worden, und Allgemeine Zeitung" meldet, ermächtigt worden, behufs Aus dem Reichstage. Die Wahlprüfungs- da die Einschätzungskommission so glücklich war, bei drei Abstellung des Arbeitermangels auch im laufenden Jahre Tommission beantragt, die Wahl des nationalliberalen Vierteln das Richtige geahnt zu haben, so wird sie sich wohl die in der Landwirthschaft und in den mit derselben verbundenen die Annahme russischer Arbeiter zur Beschäftigung Abgeordneten Dechelhäuser, des Talmi- Sozialreformers, Lehre daraus nehmen, daß sie noch viel mehr beanstanden für giltig zu erklären und den Beweisbeschluß des Reichs muß. Der Minister ließ ihr ja schon einen deutlichen Wint Nebengewerben während der Sommermonate zu gestatten". tags, diese Wahl betreffend, vom 11. April 1891 für er zukommen, der auch anderswo nicht unbeachtet bleiben Bürden die oft und westpreußischen Großgrundbesizer den ledigt zu erachten. dürfte. Nach seiner Ansicht zielen die Gegner der Detlara heimischen Arbeitern menschenwürdige Bustände verbürgen, tion darauf ab, durch Beschwerden und durch Lärm in der ihnen höhere Löhne zahlen, sie nicht wie Hörige drücken und Bur Militärvorlage. Die Friedenspräsenz- Bresse die Beamten einzuschüchtern, daß sie die alte lage brangsaliren, dann bestünde kein Arbeitermangel. So aber stärke des französischen Heeres ist in der Be- Braris wieder walten lassen. Der Minister muß es also blüht die Sachfengängerei, und die Regierung fördert den gründung der Militärvorlage auf 519000 Mann angegeben als seine Aufgabe betrachten, die Beamten zu möglichst Bettbewerb der wohlfeileren ausländischen Arbeitsworden. Nach dem Bericht der französischen Budget strammer Kontrolle zu ermuntern, Freilich meinte er auch, fräfte, die fügsamer und biegsamer sind wie die eingeborenen kommission über den Staatshaushalt Frankreichs von 1893 die Bensiten schätzten sich meist nicht aus bösem Willen(!!) Bandarbeiter. Sind diese Russen doch, abgesehen schon von beträgt die wirkliche Friedenspräsenzſtärke, abzüglich der falsch ein, und wollte ihnen sogar glauben, daß sie den ihrem tieferen Lebensmaßstabe, der Willfür viel mehr preisKranken, Beurlaubten, Berurtheilten, Fahnenflüchtigen u. f.m., Kommissionen dankbar seien, wenn diese mit ihnen die Ein- gegeben, als die deutschen Proletarier, da diese wenigstens nur 484 665 Mlann. Die deutsche Friedenspräsenzstärke schäzung gründlich durchgingen. Nach den Beispielen, die nicht als" läftig gefallen" auf den Schub und über die beträgt bekanntlich einschließlich der Einjährigen 497 000 er anführte, wird man, wie die Kölnische Bolts- Grenze gebracht werden können, wenn es gerade Mann, und zwar ausschließlich der in der Ausbildung be- Beitung" bemerkt, nur in die Heiterkeit einstimmen paßt. griffenen Erfagreserve. Es kommt noch dazu, daß in die tönnen, mit der das skeptische Haus diese Bemerkung auffranzösische Präsenzstärke Kategorien von Militärpersonen nahm. So bemogelt die Bourgeoisie den Staat an allen demokratischen Wählern nicht den Rath ertheilt haben, in Zur Liegniter Stichwahl. Daß wir den sozialEcken und Enden. Ach! und wie tief ist ihr Schmerz über der Stichwahl für den antisemitischen Kandidaten zu jungen Manne gleich Andrej, dem seine Erfahrungen im die Unfittlichkeit" der niederen Stände"! stimmen, bereitet der Kreuz- Zeitung" bitteren Schmerz, Bergsteigen hier sehr zu statten famen, war ein sehr ungleicher. Als er unter dem Gasbrenner, der im Bereiche Der Fusangel flagt bitterlich über die Erklärung obgleich ihre eigenen Parteigenossen doch genau den näm hält allem Anscheine nach lichen Rath ertheilt haben. Die Kreuz- Zeitung" hat offenfeiner Hand lag, dahin eilte, erleuchtete ihn ein plöglicher der Bentrumsfraktion und Gedante. Er löschte das Gas aus. Beim nächsten Treppen- an seiner Kandidatur feft. Um das weiland Reichens bar ihr Herz noch nicht entdeckt. Und da sie so wenig klar absatz that er desgleichen, und warf durch eine schnelle Beperger'sche Mandat streiten sich nun drei ultramontane ist über sich selbst, fönnen wir von ihr auch nicht erwarten, wegung die lange Holzbant, welche an der Wand stand, Bewerber, der offizielle Kandidat Rentmeister a. D. Böse, daß sie über uns klar sei. Sie hat offenbar keine Ahnung quer in den Gang. Es war jetzt faft ganz dunkel auf der ein Freiherr von Fürstenberg endringen, und davon, was Sozialismus und was Sozialdemokratie ist. Treppe. Seine Berfolger ließen, wie Andrej an der Ver- der Fusangel, dem der Baare'sche Bruderschmaz noch auf Sonst würde sie nicht folgenden Satz verüben können: minderung des Geräusches schloß, in der Eile nach. Dann den Lippen brennt. In Bayern steht das Zentrum nur hatte er das Bergnügen, jemand über die improvisirte mit Giner Rebellengruppe im Streit, den Siglianern, in Barrikade straucheln und mit einem Fluche schwerfällig hin- Westfalen spaltet sich die Partei aber in drei feindliche fallen zu hören. Das Geräusch hörte fast ganz auf; die Fähnlein. Armer fester Thurm"! Gendarmen mußten, da sie mehr Unheil befürchteten, sorgfältig tastend ihren Weg suchen. Andrej löschte auch das Gas im Flur aus und schloß, auf die Straße tretend, die Thür hinter sich, so daß die Finsterniß noch dichter Politische teberlicht. wurde. Gina, welche hundert Schritt von dem Hause entfernt stand, hatte nichts von dem Geräusch auf der Treppe ver nommen. Andrej fehrte, schien es ihr, fast zu schnell zurück. Da er sich ihr indeß ruhigen, obgleich beschleunigten Schrittes näherte, mit blizenden Augen, aber ohne ein äußeres Zeichen der Erregung im Gesichte, trat sie ihm entgegen. Andrej veranlaßte sie durch eine Handbewegung stehen zu bleiben. Die Gendarmen!" flüsterte er, als er ihr nahe war. Dann bot er ihr in der galantesten Weise den Arm und führte sie dem Eingange von Rochalstijs Hause zu. Da die Gendarmen im Moment aus demselben heraus stürzen mußten, war es besser, sie sahen ihr Gesicht und nicht ihren Rücken. Gina erhob feinen Einwand. Sie war in dergleichen Dingen genügend erfahren, um Andrej's Kriegslist sofort zu verstehen und hielt sie für vernünftig. ( Fortsetzung fofgt.) g aug und be " " " -fo Diese Haltung( des" Vorwärts" in Sachen der Liegnizer Stichwahl) entspricht nur der bisher stets von den Sozialdemokraten befolgten Praxis. Sie ist auch für eine Partei, der die politisch- demokratische Sache weit höher steht als alle wirklich sozialen Gesichtspunkte, durchaus folgerecht." Agrarier und Heimstätten. Wir erhalten folgende Zuschrift: Aus diesem Satz die zwei gesperrten Wörter find Berlin, Hotel Bristol, den 24. 2. 98. auch im Original gesperrterhellt, daß die Kreuz- Zeitung" Geehrte Redaktion! In bezug auf Ihren geftrigen Leit von den wirklich sozialen Gesichtspunften" ebensowenig artikel: Praktisches Agrarierthum" ersuche ich Sie um Auf- einen Begriff hat, wie von der politisch demofranahme nachstehender Zeilen. Sie schreiben: Das Heim- tischen Sache". Herr von Hammerstein möge die Debatten stättengefeß, das von den Nationalliberalen angeregt worden unseres legten Kongreffes über Staatssozialismus ist, paste den Agrariern längst nicht in den Kram." That einmal durchlesen. Dann wird er vielleicht lernen, daß die sächlich ist das Gejez nicht von den Nationalliberalen, sondern von mir angeregt und ich freue mich, daß sich unter Angehörigen fast aller Parteien außerordentlich viele Stimmen zu gunnen beifelben erhoben haben, wie auch die Forderung eines Heimftättengesetzes in das Programm der konservativen Partei vom 8. Dezember 1892 und des Bundes der Landwirthe" au genommen ist. Hochachtungsvoll von Riepenhausen Grangen." " Sozialdemokratie einen Gegensatz von demokratisch" und sozial" nicht kennt, und daß der auf Staatssozialismus hinauslaufende Sozialismus" der Reaktionäre nichts anderes ist als Wortfalschmünzerei, und mit dem echten, von der Sozialdemokratie erstrebten Sozialismus gar nichts gemein hat. Da wir den Reaktionären der„ Kreuz- Zeitung" Konservativen, Antisemiten, Agrariern auf poliHerr von Riepenhausen- Crangen soll, da er ja nebenbei tifchem wie auf sozialem Gebiet scharf feindzugiebt, daß auch die Nationalliberalen zu gunsten der lich gegenüberstehen und teine Berührungspunkte Heimstätten sich erhoben haben", unferetwegen das aus mit ihnen haben, so ist es einfach undeukbar, daß ein schließliche Recht auf die Anregung" haben, das er sich sozialdemokratischer Wähler jemals einem fonservativen, mit agrarischer Bescheidenheit ausbittet. Nun wissen wir antisemitischen oder agrarischen Kandidaten die Stimme doch genau, wer der Konfusionarius war, der die schon viel geben fann, während dies gegenüber Kandidaten solcher früher von Rudolf Meyer u. a. gegebenen Hinweise Parteien, mit denen wir, wenigstens vorübergehend, | politische Berührungspunkte haben, mitunter im Intereffe| ber Partei liegen mag. Parlamentarischres. g Parteinachrichten. foll!" Daß die Bemerkung unferes Genoffen, auf welche Lenz mann das ift gelogen!" rief, auf Wahrheit be= = nicht Wieder einmal Dynamit- Spihelarbeit. Da die der Abg. Bebel den Antrag, statt, wie beschlossen, jegt in die finnigen zugegeben, freilich mit der in demselben Augenblick ge In der heutigen Sigung der Militärkommission stellte ruhte, wurde drei Minuten später vor 2 Beugen von einem Freis italienische Bourgeoisie und ihr Zuhälter, das Ministerium, Berathung des§ 2 der Vorlage, durch welches die Forma äußerten Bitte, teinen Gebrauch davon zu machen. Item: Die in heftigem Gedränge find, da die von den Herrschenden tionen festgestellt werden, einzutreten, zuerst die Berathung einstige freisinnige Hochburg Lüdenscheid ist, vom Zahne der Zeit gewerbsmäßig betriebene Bant. Räuberei, der Pades§ 1, Absatz 1 vorzunehmen, durch welchen die Höhe der zerfreffen, zusammengestürzt auf ihren Trümmern lauſchen die namino( fleine Panama) Italiens, zum Himmel stinkt, Friedenspräsenz festgesetzt wird. Werbe, wie vorauszusehen, Massen den Lebren der Sozialdemokratie. Eugen Richter gebührt da ferner ber furchtbare Nothstand der Massen die Gährung dieser abgelehnt, so fallen die weiteren Paragraphen von selbst: durch seine Einwirkung die Ehre, das Leichenbegängniß so plößlich auch in die bisher politisch theilnahmslosen Volksschichten man erspare also eine Menge Arbeit und komme endlich zu herbeigeführt zu haben. trägt, so muß die Lodipigelei ben weißen es ihm nicht einfalle, die geforderte Präfenzziffer zu bewilligen, Sigung, Nachmittags 3 Uhr. Der Borsigende Herrmann giebt einem Resultat. Dr. Lieber( 3.). der nebenbei erklärt, daß Schreden als Sicherheitsventil in Aktion feßen. Aus ist gegen diese Art der Behandlung, ebenso Abg. Richter. bekannt, daß Begrüßungsschreiben eingelaufen find aus Bene Erster westpreußischer Barteltag. Gibing. Bweite Rom wird der Frankfurter Beitung" geschrieben: Frhr. von Hammerstein findet den Vorschlag Bebel's belannt, daß Begrüßungsschreiben eingelaufen find aus WenNach den häufigen Bombenexplosionen des legten richtig, ist aber der Meinung, daß es ganz gleich fei, foten, Königsberg, Hamburg, Berlin und Kalwe( Altmart). Es Monats ist die Polizei zu umfassenden Verhaftungen ge- auf welche Weise die Kommission die Zeit todtschlage". Der wird in den zweiten Punkt der Tagesordnung, Partei- Organi schritten und hat bereits fechsundzwanzig Personen in Antrag Bebel wird mit allen gegen die Stimmen der Sozial- fation und Tuftit", eingetreten. Genoffe Jochem als Referent Sicherheit" gebracht. Es scheint aber, daß fie die demokraten abgelehnt und dann in die Fortsetzung der Be- führt aus, daß die Taktik der Gesammtpartei endgiltig be Meisten von diesen, wenn nicht gar Alle, auf gut fprechung" der vom Abg. v. Bennigfen gestellten und" von stimmt sei und daß es nur Aufgabe des Parteitags wäre, feft. Glück in Untersuchung gezogen hat. Anscheinend hat der Militärverwaltung beantworteten Fragen eingetreten. Um austellen, in welcher Weise die Agitation in der Proving am fie ohne Wahl die Hände nach Denen ausgestreckt, entbehrende Unterhaltung beendet und vertagt sich auf zu vollführen, nämlich eine politische und eine gewerkschaftliche 3/41 Uhr hat die Kommission diefe des öffentlichen Interesses geeignetften betrieben werden fönne. Es gelte zwei Aufgaben au welche in den berüchtigten Anarchistenprozeß von 1891 ver- Freitag, Vormittags 11 Uhr. In der Freitagssigung beginnt Organisation zu schaffen und von diesen Stüßpunkten aus die wickelt waren. Es bleibt jetzt nur abzuwarten, ob die dann die Berathung über§ 2. Organisation zu betreiben. Nachdem der Redner einen Tribunale der Polizei den Gefallen thun werden, die Verlängeren geschichtlichen Rückblick auf die Entwickelung der hafteten ohne einen Anhaltspunkt für deren Theilnahme an Berichtigung. Der auch in den„ Vorwärts"( Nr. 50) über- Arbeiterbewegung gegeben hatte, tam er auf die Form der den Attentaten im Gefängniß zu behalten und auf sehr gegangene Oldenbergsche Parlamentsbericht über die Sigung vom Gewerkschaftsorganisation zu sprechen und legte dar, daß ein Verfahren gegen fie aufmerksam gemacht sind. 27. Februar enthält einen finnentstellenden Fehler, auf den wir die Einwendungen gegen vage Kombinationen der Bolt in flagranti ergriffen Stadthagen ausführen:„ Die Ausweisung der Russen ist ja Jahre habe in Ost- und Westpreußen die Agitation für einzuleiten. Nur ein Einziger Er läßt nämlich den Genossen als ftichhaltig bezeichnet werden könnten. Mitte der siebziger worden; es ist ein gewisser Santangeli, der von den gesetzlich und ich habe nichts dagegen." Stadthagen hat die Gewerkvereine begonnen, und durch diese Agitation feien Agenten verhaftet wurde, als er die Via Cavour mit einer bas Gegentheil inhaltlich des stenographischen Berichtes die Leute dahin gebracht worden, daß sie den unbewußten So in einer Riste verwahrten Bombe passirte. Zwischen diesem ausgeführt. Er legte dar, daß nur in dem Fall zialismus, der in ihnen steckte, verstehen lernten. Auf diesem Menschen und den übrigen Verhafteten besteht aber nach- des§ 362, Absatz 8( Straf Gesetzbuch) ein Ausländer Gebiete ist weiter zu arbeiten. Die weitere Laktif ist so weislich feine Beziehung. Dagegen ist es nicht ohne ausgewiesen werden dürfe, d. h. dann, wenn ein Ausländer einzurichten, daß in erster Linie durch gewerkschaftliche Interesse, daß dieser Santangeli zur Zeit der Maifeier des wegen einer strafbaren Handlung durch das ordentliche Ge- Flugblätter und Broschüren die Arbeiter angeregt und aufJahres 1891 der Famulus und Agent des Polizei gewiesen werde. Daraus folge, daß ein Ausländer sonst nicht einzelnen Personen Fühlung gesucht werden. Nach wie vor muß richt statt zu Arbeitshausstrafe verurtheilt, aus geklärt werden. Ferner muß in den verschiedenen Orten mit delegaten Santoro war, der damals als Vertrauens- ausgewiesen würde. Godann führte Stadthagen eine Anzahl dann die Wahlzeit für die Agitation ausgenugt werden. Nach mann des Quästors galt, dann aber gegen diesen im Falle vor, in denen trotzdem Verwaltungsbehörden nicht be- dieser Richtung bin ist selbstverständlich dafür Sorge zu tragen, daß Brozeß aussagte und deshalb seine Stelle verlor. Bei diesem strafte Ausländer eingesperrt oder aus Einzelstaaten ausgewiesen nicht Leute als Agitatoren hinausgesandt werden, die ihrer ehemaligen Polizeidelegaten wohnte hätten. Aufgabe nicht gewachsen find. Ein nicht genügend ge Santangeli und mit dessen Mantel war er schulter Agitator taun mehr schaden als nügen.& 3 wird bekleidet, als ihn die Agenten verhafteten." nothwendig fein, hier die größte Vorsicht zu üben. Geschieht So nimmt die Polizei das Lumpenthum unter den schüßenden dieses, dann werden wir zum Ziele gelangen, trot all der unMantel ihrer chriftlichen Liebe und stiftet Attentätchen und ehrlichen Mittel, welche unsere Gegner anwenden. GuriExploftönchen an, um die Aufmerksamkeit von den Schänd Danzig führt aus, wie sich die wirthschaftlichen Verhältnisse entwickelt haben, und schilderte seine Erlebnisse bei der Agitation lichkeiten der Regierenden abzulenfen, den Spießbürger zu Protestversammlungen gegen die Militärvorlage wurden zur Wahlzeit. Bogs Bromberg wendete sich gegen die„ Unschrecken und ihre Unentbehrlichkeit zu erweisen. Man sieht, weiter abgehalten in Soffenheim( Wahlkreis Höchft- Ufingen) abhängigen" und erklärte, daß diefe tein festbestimmtes Programm die Santangeli auf deutsch heißt dies, was unsere und Homburg( Ref. Brähne- Frankfurt), Kirchheim und infolgedeffen auch feinen bestimmten Weg für die Taktik Hamburger Freunde vielleicht intereffirt, etwa heiliger bolanden und Schifferstadt in Baden( Ref. ueb- haben. Die bisherige Taftit der Partei sei so erprobt, daß wir Engel-, die Santoro, die Schröder, Haupt, Thring- brand- Stuttgart. Mülhausen), Urbach und Schorndorf( Ref. Bilden nur gut thun tönnten, an ihr festzuhalten. Fichtemann= Mahlow und Genossen find internationale Gestalten der Elbing erklärt gegenüber den Ausführungen von Jochem, daß er internationalen Polizeiwirthschaft. der Meinung fei, die Bewegung des Ostens müßte aus den Der Sieg, den die Sozialdemokratie Frankfurts a. M. Bewohnern selbst hervorgethan. Er fei nicht gegen die Leistung bei den Gewerbegerichts- Wahlen errang, ist ein von Mitteln zur Agitation aus der Parteikasse, nur wünsche er, Andrieux hat wieder einige Panama Ent- wahrhaft glänzender. In der Klasse der Unter- daß auch die Parteigenossen an den größeren Orten selbst mehr hüllungen gemacht, deren Spize fich gegen Clemenceau, nehmer erhielt unsere Lifte 314 Stimmen, während auf die in finanzieller Beziehung thun. Floquet und Freycinet richten. Bum Theil find's aber sogenannte" unparteiische" Lifte nur 136 Stimmen entfielen. Legien Hamburg weist in längeren Ausführungen nach, Selbstschüsse, und der Jäger dürfte wohl bald gejagtes Wild Demnach wurden unsere Kandidaten mit 178 Stimmen Mehrheit daß die Tattit der Unabhängigen eine falsche ift. Ebenso wie fein. gewählt. In der Klaffe der Arbeiter, wo eine Gegenlifte die bürgerliche Gesellschaft mit ihrer tapitalistischen Pronicht aufgestellt war, wurden unsere Kandidaten mit 1776 Stimmen duktionsweise nicht in wenigen Tagen entstanden ist und die Belgien. Das Referendum des vorigen Sonntag gewählt. Bei den Wahlen im vorigen Jahre erhielt die sozial- Borbedingungen für diese erst durch die Entwickelung der ist auch außerhalb Brüssels, überall da wo es vorgenommen 291 und die Liste der Innungen ca. 802 betam. Das Frant- auch der Sozialismus die wirthschaftlichen Vorbedingungen bemokratische Lifte nur 280 Stimmen, während die unparteiifche" wirthschaftlichen Verhältnisse gegeben waren, ebenso erfordert wurde, zu einer großartigen Kundgebung für das allgemeine furter Gewerbegericht besteht nun vom 1. April ab durchweg aus zu feiner Durchführung. Die Vorbedingung für den Sozialismus Wahlrecht geworden. Gestimmt haben in den Orten, Sozialdemokraten und zwar aus 66. Die Innungen haben sich ist die Entwickelung der bürgerlichen Gesellschaft bis zur höchsten wo abgestimmt ward nahezu 60 Prozent der gesammten diesmal gar nicht an der Wahl betheiligt, da sie wußten, daß Stufe, die Vereinigung der Arbeitsmittel und des Grund und Bodens männlichen Bevölkerung über 21 Jahre, und von diesen an einen Sieg für sie nicht mehr zu denken war. Sie sollen in wenigen Händen. Wir fönnen diesen Entwickelungsgang durch die hat die ungeheuere Mehrheit über 80 Prozent für das nun, wie es heißt, willens fein, ein eigenes Schiedsgericht zu er Gesezgebung sowie durch die gewertschaftlichen Kämpfe bes allgemeine Wahlrecht vom 21. Jahr an gestimmt; und von richten, da sie aber die gesammten Kosten selbst zu tragen hätten, schleunigen und dementsprechend muß auch die Tattif eingerichtet den übrigen 20 Prozent eine Dreiviertel majorität für das fo werden sich die Herren Innungsmeister wohl noch eines werden. Es wird nothwendig fein, ebenso an den Parlaments. allgemeine Wahlecht vom 25. Jahr, wie es in Deutschland Befferen befinnen. wahlen und an der Thätigkeit im Reichstage theilzunehmen, wie befieht. Für die Regierungsvorschläge stimmten in Brüssel auf gewerffchaftlichem Gebiet für Besserung der Lohn- und von 60 279 Abstimmenden blos 3935- und ungefähr das am 16. Februar eine vom Freifinnigen Wahlverein einberufene widelung zu sorgen. Für die größeren Orte der Oftprovinzen Aus Lüdenscheid i. W. wird uns geschrieben: Sier fand Arbeitsverhältnisse und dadurch für die Beschleunigung der Entfelbe Zahlenverhältniß haben wir überall. öffentliche Wähler- Bersammlung statt, die einen Protest gegen die wird die Gründung von gewerkschaftlichen Organisationen zu Militärvorlage beschließen sollte. Dr. Fränkel aus Weimar war nächst das empfehlenswerthejte sein. Auf dem Lande muß mit als Referent angekündigt, blieb aber aus. Die Versammlung Flugblättern und Broschüren für die Aufklärung der Arbeiter war zahlreich besucht und ging mit einem braufenden Hoch auf gesorgt werden. Der Parteitag foll erflären, daß er an der bisdie internationale Sozialdemokratie ruhig auseinander, nachdem her von der sozialdemokratischen Partei eingehaltenen Taktik fie durch einen Kommis Kenntniß vom Ausbleiben des Referenten politisch wie gewerkschaftlich festhält. Eugen Richter's Beranlassung einberufen fei. Der Irrthum und die Mittheilung erhalten hatte, daß die Versammlung auf sei vorgekommen, weil man sich im Datum geirrt habe. Eine Woche später, am 23. Februar, fand dann die neue " In Tournay wurde ein von zwei Rorporalen des dor- Versammlung statt. Sie war von 600 Personen besucht. tigen Chaffer- Regiments gegründeter sozialistischer Rlub ent- Ginberufer war der Musterdemokrat Rechtsanwalt Lenzmann, deckt, welchem etwa 60 Soldaten des nämlichen Regiments als der sich nach der Eröffnung selbst zum Vorsitzenden er Mitglieder angehörten. In regelmäßigen, geheimen Berfamm- nannte.( Echt demokratische Handlungsweise!) Es wurde um das lungen hielten die beiden Korporale, ehemalige Schullehrer, Wort zur Geschäftsordnung ersucht. Lenzmann kehrte sich jedoch ihren Untergebenen sozialistische Vorträge und prägten den: nicht daran, sondern ertheilte Dr. Fräntel das Wort, der nun felben insbesondere ein, daß sie niemals und unter feinen Um eine Rede redete, die durch Quantität ersetzte, was ihr an Quaständen, wenn sie zur Unterdrückung eines Aufstandes fom- lität fehlte. Als er gesprochen hatte, lagen mehrere Zuhörer in mandirt würden, auf das Volk schießen dürften. Die vor das Morpheus Armen. Genosse Lehmann- Dortmund entgegnete Militärgericht geftellten Soldaten erklärten denn auch während dem Herrn Fräntel in dreiviertelstündigen Ausführungen, wof r der Parteitag auf eine halbe Stunde vertagt. der Verhandlungen ganz unverhohlen, daß sie einem derartigen er rauschenden Beifall erntete. Dies veranlaßte Fränkel aberBefehle teine Folge leisten würden. Die beiden Korporale mals, die Kleinigkeit von 1 Stunde 40 Minuten zu sprechen und wurden zur Degradation und sämmtliche Klubmitglieder zu die tausend Mal getödteten Sozialdemokraten zu Brei zu reden. mehrmonatlichen Gefängnißstrafen verurtheilt. Aehnliche fozia Gine volle Stunde mühte sich der Herr ab, den steigenden gericht die Genossen art mann nnd Plötz von der Anlistische Vereine wie der in Tournay aufgehobene bestehen zu Wohlstand der Arbeiterklasse zu beweisen und führte flage frei, verbotene Schriften gewerbsmäßig verbreitet zu haben. Dußenden in der Armee, aber nur in seltenen Fällen nimmt dabei soviel Zahlen ins Feld, daß einem vor den Reichthümern Der Amtsanwalt hatte für jeden 20 M. Strafe oder 4 Tage man sich die Mühe, dagegen einzuschreiten. Noch einige Jahre, der Arbeiter schwindelte. Nachdem Herr Fräntel das Vernichtungs- Haft beantragt. und die Armee wird dermaßen vom Sozialismus durchträntt werk vollendet und von seiner Handvoll Freunde die viel Jn Schmalkalden wurde Genosse Hugo vom sein, daß sie feinen Schuß, sondern eine Gefahr für das Land fagenden Blicke tiefgerührter und tiefempfundener Dant Schöffengericht wegen Beamtenbeleidigung zu 20 M. Geldstrafe barfeit entgegengenommen hatte, erhielt fünf Minuten vor verurtheilt. Eine Gefahr nicht für das Land, wohl aber für 1 Uhr Nachts Genosse Iserloh das Wort. Dieser meinte,-Der Parteigenoffe Paul Brustewicz in Straßdas ruchlose System der Ausbeutung des Menschen durch Herr Fränkel und der Freifinn brauchten sich durchaus nicht aufs burg i. G. trat am 27. Februar die zweimonatliche Gefängnißden Menschen. hohe Pferd fezen, um, nachdem der Freifinn bier am Orte drei strafe an, die ihm das dortige Gericht wegen angeblicher volle Jabre gefchlafen hätte, auf Veranlassung Eugen Richter's Majestätsbeleidigung zuerfannt hatte, was selbst den StaatsEngland. Die Bergarbeiter von Lancashire zu einem Proteft zu erwachen, der sich doch nur als Schlappheit haben den übrigen Bergarbeiter- Genossenschaften von Eng- gegen den vor Wochen schon von uns in demselben Saale er land, Schottland und Wales den Vorschlag gemacht, in lungen des Vorsitzenden Lenzmann Kritik übte und dieser mertte, hobenen Protest erweise. Als Jferloh darauf an den Handallen Gruben des Landes auf acht Tage die welcher Spiegel ihm vorgehalten werden würde, vergaß Lenzmann Rohlenförderung einzustellen zum Zweck einer allen Anstand, sprang auf Iserloh zu und brüllte fortwährend: Erhöhung der Rohlenpreise und infolge dessen der Löhne. Das ist eine Lüge, das ist gelogen." Weiter nannte er ferloh Der Vorschlag ist charakteristisch für das kapitalistische einen Sumpen und schrie ihm ins Gesicht:" Arbeiten Sie doch System und die planlose anarchische Produktion von heute. lieber"( 3. ift durch sein öffentliches Auftreten gemaßregelt und Ob der Borschlag angenommen wird, fönnen wir nicht bat mit Hilfe der thätigen Parteigenoffen ein fleines Geschäft wissen; jedenfalls würde für die Arbeiter ebensowenig mal, daß ich Sie vertheidigen foll." Der überwachende Polizei errichtet.) Berner:" Kommen Sie und Ihr Gelichter noch einerreicht werden, wie durch die ähnlichen Versuche im Kommiffar hatte inzwischen infolge des Lenzmann'schen Standals bung ihres Scheidungsbegehrs geltend machen? O. K. 100. Welche Gründe kann eine Frau zur Begrünvorigen Jahre, wo nur die Grubenbesiger den Vortheil die Versammlung aufgelöst und stellte sich dann zwifchen die 1. Ehebruch, 2. bösliche Verlassung, 3. Versagung der ehelichen Folgende: hatten. Streitenden, unfern Genossen bittend, baß doch wenigstens er Pflicht, wenn die Versagung halsstarrig und fortdauernd" statt. Einige verschämte Bimetallisten bestiegen gestern gehen möge. Das Benehmen des gebildeten Herrn findet, 4. Unvermögen zur Leistung der ehelichen Pflicht, 5. Raserei im englischen Unterhaus ihr Steckenpferd, wurden jedoch Rechtsanwalts hatte tieje Srbitterung hervorgerufen, aber und Wahnsinn, 6. Nachstellung nach dem Leben, grobe Thätlichsofort hinuntergeworfen. In England ist man über der bei der nächsten Wahl Genugthuung bekommen zu können. Die gotten zu Zuchthausfirafe oder wissentlich falsche Anschuldigung die ungebildeten Arbeiter bezwangen sich, in der Hoffnung, feiten, grobe Beleidigungen, 7. Berurtheilung des anderen Gheartige Kardinalfragen zu aufgeklärt, als daß solche angeklagten aus dem Elber elder Prozeß werden gewiß mert- wegen folches Verbrechens, 8. Trunkenheit, Verschwendung, unNarretheien in ernster Gesellschaft noch Zuhörer finden würdig berührt werden, wenn fie fich vergegenwärtigen, welche ordentliche Wirthschaft, 9. Versagung des Unterhalts, wenn ber könnten. Herr Rardorff gehe ja nicht nach England!- enorme Summe sich der Lüdenscheider Volksmann und Rechts- Mann durch Verbrechen, Ausschweifungen oder unordentliche Bertheidiger begann. Erst läßt sich diefer Mann von uns fürst nähren, 10. unüberwindliche Abneigung bei tinderlosen Ghen. anwalt Lenzmann auszahlen ließ, bevor er seine Thätigkeit als Wirthschajt fiuy jelbst außer Stand gesezt hat, seine Frau zu erlich bezahlen, nun, da er das Geld im Sack hat und es jemand ie nähere Darlegung übersteigt den Rahmen des Briefkastens. wagt, an feiner Unfehlbarkeit zu zweifeln, ruft er aus:„ Kommen A. Juli. Berufung ist zulässig, würde aber Erfolg taum Sie und Ihr Gelichter noch einmal, daß ich Sie vertheidigen haben. Natürlich hält das Ministerium an seinen reaktionären Vorschlägen fest. Es giebt vernagelte Menschen, die der Logik der Vernunft unzugänglich sind, und blos der Logit der Thatsachen sich fügen.- Die Armee, auf welche bie Regierung ihre legte Hoffnung feht, ist durchaus nicht verLäßlich, wie wir schon wiederholt andeuteten. Nach den Mittheilungen belgischer Blätter wird den Münchener Neuesten Nachrichten" aus Brüssel geschrieben: bildet." Die Regierung der Vereinigten Staaten verzichtet vorläufig auf die Annexion von Hawaii. Cleveland soll die Sache regeln. Er wird sich nicht beeilen. Hawaii läuft ja nicht fort. Jochem Danzig verliest folgende Resolution: fratische Bewegung aur die tieinen Städte und aufs platte Land Von der Nothwendigkeit überzeugt, daß die sozialdemo übertragen werden muß, richtet der Parteitag zu Elbing an den Barteivorstand das Gesuch, die genügenden Mittel für eine derartige Agitation au bewilligen. Der Parteitag bemerkt zur Be gründung dieses Gesuchs, daß die bisher zu diesem Zweck ausgeworfenen Mittel durchaus ungenügend gewesen sind." Der Redner wünscht ferner, daß der Parteitag eine Er flärung darüber abgebe, ob die Genoffen in Westpreußen allein vorgehen sollen, da die Städte Ostpreußens nicht durch Delegirte vertreten sind. Nach kurzer Debatte wird die Erledigung dieser Frage bis zum dritten Punkte der Tagesordnung verschoben und Polizeiliches, Gerichtliches ze. Am 24. d. M. sprach das Spandauer Schöffen anwalt überraschte. Der Gerichtshof glaubte der Aussage eines einzigen Beugen und lehnte es ab, der Aussage von etwa 20 hört hatten, Vertrauen zu schenken. Die beantragte Wiederanderen vereidigten Zeugen, die nichts von der Beleidigung geaufnahme des Verfahrens lehnte das Gericht ab. Briefhaffen der Redaktion. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 2. März. Opernhaus. Die Rangau. Schauspielhaus. Basantasena. Leffing Theater. Heimath. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Die Danischeffs. Rendenz- Theater. Familie Pont Biquet. Vorher: Gläubiger. Wallner- Theater. Der Fall Clémenceau. Kroll's Theater. Der wilde Jäger. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Neues Theater. Tosta. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Don Cafar. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas Theater. Eulenspiegel, oder: Schabernad über Schaber nad. National- Theater. Rönig Ottokar's Glück und Ende. Alexanderplatz- Theater. Romtesse Jule. Apollo Theater. Borftellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten Vorstellung. Circus Renz. ( Karlstraße.) Donnerstag, den 2. März 1893: Abends 7/4 Uhr: Gr. Sport- Vorstellung. Gin Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister Siems. Auf das Glänzendste in Szene gesetzt v. Direktor Fr. Renz. Neue Einlage mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Ballet v. 100 Damen. Grosser BlumenE Corso. Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. 6 Springpferde, vorgeführt v. Direftor Fr. Renz. Die Reitfünftlerin Mlle. Wally. Die Equilibristen Marietta und Belloni 2c. Morgen, Freitag, Abends 74 Uhr: Auf allgemeines Verlangen 6. Wiederholung der Gala- Festvorstellung vom 27. Januar. Sonntag: 2 große Vorftellungen um 4 Uhr( 1 kind frei) und um 71 Uhr. Billet- Vorverkauf an der Zirkustafse n. beim„ Invalidendant", Martgrafen ftraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Jeden Tag: Gr. Spezialitäten Borstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Gratweil's Bierhallen Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Adolph Ernst Theater. Bum 68. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Manustädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachlammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Letzte Woche! Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Lili, Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Todesanzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß Sozialdemokratischer Wahlverein unsere kleine Elly nach dreiwöchent für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. lichem Krankenlager an GehirnhautEntzündung im Alter von 23/4 Jahren in der Nacht zum 28. v. Mts., früh 37592 4 uhr, fanft entfchlafen ift. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. März, Nachm. 3 Uhr, von unferer Wohnung aus statt. Franz Haupt, Hutmacher, nebst Frau, Frankfurterſftr. 145. " Allen denen, welche meinem Mann die legte Ehre erwiesen haben, sage ich besten Dant. 1600b Frau Engelmann nebst Rindern. richt in der Aufregung gegen Herrn Die am 31. Dezember d. J. vor GeEmil Theuring, Mehnerstr. 4, ausgesprochene Beleidi Dienstmann, gung nehme ich zurück und erkläre hiermit, daß ich Herrn Theuring nicht habe beleidigen wollen. Berlin, 1. März 1893. 48/3 Donnerstag, den 2. März 1893, Abends 8½ Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Völkel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. D Der Vorstand. NB. Bei der am Stiftungsfest stattgefundenen Verloosung ist noch ein Gewinn auf Nr. 212 abzuholen; auch ist beim Fest ein Tuch jedenfalls irrthümlich mitgenommen. Es wird gebeten, dasselbe bei Rob. Drescher, Linienstraße 50, abzugeben. 378/7 Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr. ( I. Quartal 1893.) Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von Albrecht, Marienstr. 31. 8 bis 10% Uhr Abends. Sonntags von 10 bis 12 Uhr Außerordentliche Generalversammlung für die Mitglieder der Invalidenkasse der Gürtler zu Berlin am Montag, 6. März, Abends 7 Uhr, bei Wolf& Krüger, Staligerstr. 126, oberer Saal. ftandes über die in Ausſicht genommene Tagesordnung: Bericht des VorAenderung im§ 1( vorletzter Absatz) des Statuts. Berlin, den 1. März 1893. 1598b Der Vorstand. Germania- Konzert- u. Ein grosser Posten schadhafter Kouplet- Sänger fowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Steppdecken mit kleinen Steppfehlern! früh. Montag do. Dienstag do. • Mittwoch 0 do. . Donnerstag Freitag. . • do. Sonnabend . • Montag Dienstag Mittwoch do. Gr. Frühtüs- u. Mittagstisch.& 3, 4, 5. Werth das Doppelte! circa 1000 Stück schwere buntfarbige Donnerstag 3wei Säle zu Berjammlungen und Vergnügungen. 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Geschichte( mittl). Raufm. Rechnen, Wechselrecht, Korrespondenz. * Mathematit und mathe matische Geographie. Physiologie. bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der Doppelfür alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vormittags 10-12 Uhr: National Oekonomie in Schöning's Restaurant, Stallschreiberstraße 29. Unterricht für Nachtarbeiter: Nachmittags von 2%, bis 4 Uhr Sonntag . Ostschule. Markusstr. 81. Buchführung und Rechnen. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder fann an endstehenden Bahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen find auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen find folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43. Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116, Klein, Schönleinſtr. 8. Ehrenberg, Annenstr. 14. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 138. Kehr, Köpnickerstr. 126. * Schulz, Admiralstr. 40 a, Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynſtr. 86. Schayer, Reichenbergerstr. 54. Fafforke, Wrangelstr. 16. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. Goepel, Razbachstr. 1. * Antrick, Steinmetstr. 60. 0. Ostschule, Markusstr. 81. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. 402/ 5* E. Böhl, Frankfurter Allee 74, Radke, Krautstr. 48. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Ungering, Breslauerstr. 27. C. Löwenberg, Alte Schönhauserstr. 18. Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Swinemünderstr. 120. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Raabe, Ruppinerstr. 42. Meinhart, Pappel- Allee 3/4. NO. * Gumpel, Barnimstr. 42. Drescher, Linienſtr. 50. NW. Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Der Vorstand. LagerBerlins Andreaskr. 23. Sv billigſte Breise, auch Theilzahlung Kinderwagen. Krößtesager Berling Kinderwagen, größtes Fabritlager, Oranienstr. 3 im Korbgeschäft. 15996* Bäckerei 15976* Empfehle m. Werkzeuge für Töpfer, zu verkaufen oder zu vermiethen bei Frau Maurer, Stuckateure, Former, Leder- Schlachi, Hochmeisterstr. 30, Hof vart arbeiter und Buchbinder. Schleiferei Jede Uhr 2 unter Garantie für Messer und Scheeren. 15966* foftet bei mir 1,50 Mk. O. Raeder, Oranienstr. 37, zu repariren Anstalt, Neue Jakobstr. 9, Brunnenstr. 123, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36. 8wischen Oranienplay u. Adalbertstraße.( außer Bruch) Potsdamerstr. 57/58, empf. f. 8. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spitzen, Neue Rohstr. 3. Zahnarzt Cohn. 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Eingegangen ist der Gesetzentwurs betreffend die Abänderung deZ Gesetzes über den Unter st ützungs wohnsitz. Auf der Tagesordnung steht die Berathung der Etats- Positionen, welche die deutschen Schutzgebiete betreffen und die Berathung des besonderen Haushaltsetats für die Schutz- gebiete Kamerun, Togo und das Südwe st afrikanische Schutzgebiet für 1893/94. Die Budgetkommission beantragt die unveränderte Bewilligung. Die Besoldungen der Beamten in den Schutzgebieten werden ohne Debatte bewilligt. Im Extraordinarium befinden sich Forderungen von 297 300 M. als Zuschuß zur Bestreitung der Verwaltungsausgaben im Südwestafrikanischen Schutzgebiete und 2 599 999 M. für Maßregeln zur Unterdrückung des Sklaven- Handels und zum Schutze der deutschen Interessen in Ostasrika. Der Etat für das Schutzgebiet Kamerun ist auf S89 999, für Togo aus 143 999, für Südwestasrika auf 273 399 M. in Ein- nahmen und Ausgaben festgesetzt. Zum Etat kür Kamerun nimmt das Wort. Abg. Samhammer(dfr.): Das Urtheil meiner deutschen Ge- schäftsfreunde in den afrikanischen Schutzgebieten über die Per- sonen, welche dort das Deutsche Reich vertreten, ist ein sehr mildes, ihr Urtheil über das dort von uns verfolgte System desto schärfer. Sie geben eine Schilderung der dortigen Zustände, wo- nach sogar der Handel durch dieses System schwer geschädigt ist. Fürst Bismarck hatte 1884 Behandlungen mit den königlichen Kaufleuten angeknüpft, um eine richtige Kolonialpolitik zu in- auguriren. Diese Behandlungen führten aber zu keinem Re- sultat, und man that daraus das Unrichtigste, was man thun konnte, man schickte Leute von hier aus dorthin, die Land und Leute nicht kannten, anstatt den dort ansässigen, mit Jahren langen Ersahrungen ausgerüsteten Kaufleuten ein Souveränitäts- recht einzuräumen oder ihnen doch einen weitgehenden Ein- fluß zu gewähren. Es ist dann zwischen den Beamten und den Kaufleuten ein ganz unerquickliches Berhältniß eingetreten, die letzteren sind mit kleinlichen Maßregeln chikanirt und in ihren Interessen geschädigt worden. Tie von Deutsch- land herübergekommenen Beamten und Unteroffiziere haben durch ihre Unduldsamkeit und Unkenntniß alles verdorben. Andere, ersprießlichere Ergebnisse hätte man gehabt, wenn man die Rotabeln zur Mitwirkung heranzog. Jetzt ist der Unternehmungs- geist dort gelähmt, keine einzige große Firma ist dort thälig, seit ivir die Kolonialpolitik unternommen haben. Was wir mit Aufrechtcrhaltung aller militärischen Macht nicht zu Wege bringen, bringt eine einfache Handelsgesellschaft fertig. In vow ständiger Verkennung des Negers und seines Charakters, in Vev kennung des Charakters des Landes, in der falschen Annahme, daß der Eigenthuinsdegriff bei den Negern nicht vorhanden oder nicht entwickelt sei, hat man die schlimmsten Fehler gemacht welche zu den empfindlichsten Rückschlägen geführt haben. Geht man etwa nach Afrika, um dort wegen einer leichten Bemerkung gegen den Gouverneur eingesperrt zu werden?(Heiterkeit.) Das kann man in Deutschland auch haben. Mit dieser verkehrten Rechtsprechung wird entsetzliches Unheil angerichtet. Es giebt in Afrika zwar kein geschriebenes, aber ein feststehendes traditionelles Recht, dessen Bcrletzung durch unsere mit dem Kodex ausgerüsteten Richter die größte Er- bitterung hervorrufen muß und hervorruft. Meine Freunde unterhalten seit 29 Jahren ihre Faktoreien an der west- afrikanischen Küste; niit den unsäglichsten Mühen halten sie den Karawanenhandel aufrecht. Nun kommt das Deutsche Reich mit seinen bureaukratischen Einrichtungen und verdirbt mit einem Schlage alles bisher Erreichte. Das System der Bureaukralie muß fallen. Es dürften nicht Beamte mit souveränen Voll machten hinkommen, die von den Verhältnissen nicht die geringste Ahnung haben. Die militärische Organisation namentlich nach dem Innern muß endlich beseitigt werden. Notabelnkammern und Schöffengerichte mit Notabein werden bessere Erfolge bringen. Dirigent der Kolonialablheilung Geheimrath Dr. Kayser: Die Verwaltung hat die Kolonien nicht gegründet, sondern theilweise vorgesunden. Die Frage, wie theoretisch eine Kolonie zu begründen sei, erinnert doch einigermaßen an die Frage, wie man Löwen fängt. Verhandlungen mit den„königlichen Kaufleuten" über die Uebernahme der Verwaltung haben gerade in Kamerun stattgefunden und die Kaufleute haben abgelehnt. Die Kolonien werden nicht bureaukratisch regiert. Die Ost- afrikanische Gesellschaft ist gerade sehr befriedigt gewesen, als sie endlich die Verwaltung aufgeben durste. Es wird nichts an- geordnet, beschlossen, was nicht vorher von dem Kolonialrath beschlossen worden ist. In Kamentn und Togo find auch Handels kammern aus den ansässigen Firmen, die aber leider wegen Tbeilnahmslosigkeit der Betheiligten eingeschlafen sind. Klagen sind bei uns wohl von den deutschen Firmen in den Kolonien, niemals aber von fremden Firmen daselbst eingelaufen. Daß unsere Beamten und Offiziere sich nicht auf den Volkscharakler verständen oder nicht auf denselben einzugehen wüßten, ist eine haltlose Behauptung; das Gegenthcil ist der Fall; noch nie hat sich ein solcher Beamter einen Mißgriff gegen einen Ein- geborenen zu schulden kommen lassen. Wenn wir aus die Ansässigen verwiesen werden, so sind das melstens ganz junge Falloristen, die unS nichts nützen können, die jedenfalls nicht so viel Sachkenntniß und Umsicht besitzen, wie uiisere als Richter dort fungirenden Beamten. Die Expeditionen sind stets mit ausdrücklicher Zustimmung der deutschen Firmen ins Innere geschickt worden. Wenn ein nicht gutes Einvernehmen in einer Kolonie zwischen Beamten und Handeltreibenden besteht, so liegt der größere Theil der Schuld ganz sicher auf Seiten der jungen Herren Faktoristen. In dem Falle, auf welchen der Herr Vorredner anspielte, war nicht von einer kleinen Bemerkung die Rede, sondern der Herr hat den Gouverneur direkt der Partei- lichkeit beschuldigt und ist dafür im ordentlichen Rechtsgange zu Gesängnißstrafe verurtheilt worden, die er auch abgesessen hat. Aehiiliche Angriffe gegen den Gouverneur Zimmerer hat ja auch Dr. Zintgraff bei der kaiserlichen Regierung und auch öffentlich in der Presse erhoben; auch er dezeichnet die Verwaltung als eine bureaukratische und wirft dem Gouverneur vor, daß er ihn im Stich gelassen habe, seine Expeditionen unmöglich gemacht habe u. s. w. Herr Zimmerer ist schon sechs Jahre in unfern Kolonien, in die er aus reiner Begeisterung für die Kolonialsache als gereister Mann sich begeben hatte. Herr Zintgraff ist nur ein Jahr länger dort. Die Expedition Zintgraff endete Ausgangs Januar l89l unglücklich; er wurde out seinen befreundeten Negern vom Bali- Stamm geschlagen und mußte sich fluchtartig zurückziehen. Nun verlangte er vom Gouverneur oder von der deutschen Regierung Offiziere. Mannschaften und Gewehre, um seine Bali damit zu bewaffnen. Dieser Vorschlag stieß auf Bedenken. Dr. Zintgraff trat dann eine neue Forschungsreise an, und etwa ein Jahr nach seiner ersten Niederlage überrascht er uns mit der Anklage gegen terra Zimmerer, daß dieser ihn bei der ersten Expedition rm tich gelassen hätte. Diese Anklage ist durch und durch unrichtig, ja frivol, zumal Herr Zintgraff sich aus den Akten des Gouverne- ments selbst von der Unrichtigkeit seiner Behauptungen überzeugt hat. Ein großer Theil seiner Träger ist ihm desertirt, weil er sie so barbarisch bebandelte, daß sie es einfach bei ihm nicht mehr aushielten. Er überwies dem Gouverneur Einige der Berurtheilten zur Bestrafung; diese war aber eine so barbarische— es sollte Einer von ihnen unter anderm hundert Peitschenhiebe erhalten—, daß der Gouverneur sich weigerte, sie zu vollziehen. Ueber diese unglückselige Humanität führt nun Herr Zintgraff seinerseits wieder Klage. Das geht doch nicht, daß Dr. Zintgraff die de- dauerlichen Mißerfolge seiner letzten Expedition auf fremde Schultern abwälzt. Wir hatten gehofft, er würde sich etwas beruhigen, das ist aber nicht eingetreten; im Gegenthcil, die neueren Berichte, die von dem Balilande einlausen, sind derart, daß die Zuverlässigkeit seiner Berichterstattung zu leiden ansängt. Seine Bali sind auch keineswegs zu der Elite der Kamerun- neger zu rechnen; es sind diebische, räuberische, plündernde Neger, die alles andere eher, als eine Schutztruppe für Kamerun vorstellen. Jedenfalls hat Herr Zintgraff auch die Arbeiterfrage mit den Balis nicht gelöst. Bon den anderen Vorwürfen des Dr. Zintgraff in seiner Schmähschrift greife ich nur noch seine Angriffe gegen den im Reichsdienst ge- fallenen Herrn von Gravenreuth heraus, um diesen Mann gegen seine Beschuldigungen in Schutz zu nehmen.(Zustimmung). Wir werden künftig nicht mehr private Amateurs zu Expeditions- führern machen; sollten wir wieder Expeditionen für nöthig halten, werden wir sie dem Gouverneur übertragen, der dann das weitere unter seiner Verantwortlichkeit veranlassen muß. Abg. Bamberger(dfr.): Das alles wäre sehr unterhaltend, wenn es sich nicht um das Geld der deutschen Steuerzahler handelte, mit dem alle diese schönen Experimente bestritten werden müssen. Hoffentlich werden die Steuerzahler und der Reichstag die richtige Nutzanwendung aus diesen Mittheilungen abstrahiren. Wir werden diesmal keine Anträge auf Absetzung stellen; wir wollen überhaupt nicht die Kritik wiederholen, die wir stets geübt haben, und die auch heute wieder am Platze wäre. Bei jeder Kolonie. die neu gegründet wurde, haben sich die alten Erfahrungen wiederholt. Keine der Hoffnungen, mit denen mansoverschwcnderischumging, hat sich erfüllt. In keiner Kolonie, von Neu-Guinea bis nach Kamerun, ist es gelungen, die Arbeiterfrage befriedigend zu beantworten. Mit den einheimischen Bewohnern als Arbeitern hat sich nirgends etwas machen lassen. Wir werden nur für die Bewilligung für Kamerun und Togo stimmen. Eine Beleuchtung verdient aber doch das Bild, welches sich heute vor uns von Kamerun, dieser Perle unserer Kolonien, entrollt hat. Würde sich das Haus nach den beiden Vorträgen� welche es heute gehört hat, wirklich getrauen, ein Urtheil darüber abzugebe», wer von beide» Recht oder Unrecht hat? Ich wenigstens enthalte mi bei meiner gänzlichen Unkenntniß der Dinge jedes Urtheils. Au> was mein Freund Samhommer vorgebracht hat, kann mich nicht sicherer machen, denn die Kanfleute, auf deren Urtheil er sich stützt, haben mit allen Kaufleuten den Fehler, daß sie bei solchen allgemeinen Interessen zu leicht an sich und die Unfehlbarkeit ihres Urtheils glauben. Ebensowenig aber gebe ich aus das Urtheil des Kolonialrathes, der ja aus ganz freundlichen, be- geisterten Herren bestehen mag, die aber doch auf Sachkenntniß selbstkeinen Anspruch erheben. Leidtragend»st bei der ganzen Frage nur das deutsche Boll, welches Jahr aus, Jahr ein eine Anzahl von Millionen für diese kolonialen Unternehmungen hergeben muß. Mit Dr. Zintgraff, der vordem als eine Leuchte der Kolonial fwlitik hingestellt wurde, haben wir vergleichsweise dieselben Er ahrungen machen müffen, wie mit dem Major von Wißmann wir haben die Gelder für das Abenteuerbedürfniß dieser Herren zahlen müssen. In dem Streite beider mit der Regierung gehe ich unter allen Umständen mit der letzteren, wie ich das stets ge than habe, denn die Regierung stellt gegenüber diesem Abenteuer drang das temperirende Element vor. Die Expeditionen müssen eingeschränkt werden. Abg. Graf Arnim(Rp.): Offenbar begrüßt der Abg. Brnn berger die Meinungsverschiedenheiten, welche hier erwähnt worden sind, mit großer Freude, und wenn er sich für die Regierung erklärt, so erscheint mir das als ein großer Vorwurf für die Regierung, weil es danach scheinen könnte, als sei dieselbe mit der Kolonialpolitik selber nur ungern befaßt. Sieht denn Herr Bamberger nicht den Fortschritt, der in Afrika gemacht ist, den ungeheuren Aufschwung des Verkehrs, das Näher rücken von Afrika und Europa? Läßt er ganz außer Augen, was Frankreich, was Italien für ihre Kolonralzwecke gelhan haben? Er wünscht offenbar, daß unsere Kolonien wieder gänz> lich in Wegsall kommen; wir können das vom nationalen Stande punkte aus nie zu zugeben.(Zustimmung rechts.) Welches Pro gramm hat denn Herr Bamberger in bezug auf unsere Kolonien? Will er vielleicht die Kolonien, wie Hanmbal Fischer 1848, ver- auktioniren? Die Entrüstung der Nation würde ihn von seinem Auktionatorstuhl wieder herunterfegen!(Lachen links.) Abg. Bamberger: Ich habe nicht von den Kolonien fremder Nationen, sondern von unseren, mit deutschem Gelde bezahlten Kolonien gesprochen, die ich für die unergiebigsten halte. Ich wiederhole, daß wir nur für Kamerun und Togo das Geforderte bewilligen, alles Uebrige ablehnen werden. Abg. Mehnert(dk.) verlangt nähere Auskunft über die Mög lichkeit der Berufung gegen Strafurtheile in den Schutzgebieten. Der schon erwähnte Angestellte der Firma Jantzen und Thor mählen sei mit dem Ausdruck:„Hier giebt es gar keine Be- rufung", abgewiesen worden. Tluch soll derselbe in völlig gesundheitswidrigen Räumen seine Haft haben abbüßen müffen. Geh. Rath Kayser: Die Gerichtsbarkeit in den Schutz- gebieten ist so organisirt, wie in den Konsular-Gerichtsbezirken. Bon der Aeußerung:„Hier giebt es gar keine Berufung", ist uns nichts bekannt. Der Gouverneur Zimmerer, der selbst sechs Jahre Landgerichtsrath in Minden war, kann doch unmöglich dem Verurtheilten die zweite Instanz haben abschneiden wollen. Der Richter erster Instanz war der Kanzler, dieser mußte aber vom Richteramt ausgeschloffen werden, weil die Beleidigung sich gegen ihn selbst gerichtet hatte. Jedenfalls ist keine Berufung eingelegt worden. Wir haben aber bei dem Gouverneur wegen der Sache angefragt; die Antwort steht noch aus. Das Ge- fängniß ist allerdings ein solches, in welchem es nach dem Aus- druck des Berichts„nicht nach Veilchen riecht"(große Heiterkeit); aber es war nicht schlechter und nicht besser als jedes andere Gefängniß in Deutschland. Damit schließt die Diskussion. Der Etat für Kamerun wird bewilligt, ebenso der für Togo ohne Debatte. Beim Etat für die südwestafrikanischen Schutzgebiete kommt Abg. Gras Arnim(Rp.) auf die abfällige Kritik zurück, welche früher an Lüderitzland ge- knüpft-worden ist. Man habe es ein elendes Sandloch genannt, welches" so schnell wie möglich England überlasse» werden müsse u. s. w. Jetzt stehe fest, daß das Land annedlungssähig sei und eine große Zukunft habe. Zahlreiche Soldaten der Schutztruppe befänden sich dort so wohl, daß sie in der Kolonie zu bleiben entschlossen wären. Hätte man die Vorschläge des ' auplmann Franyois seiner Zeit mehr berücksichtigt, so wäre die .iluation dort noch eine vortheilhaftere. Man hätte wie in Betschuanaland bestimmte Distrikte für die eingeborene Bevölkerung anweisen, die anderen Distrikte als Kronländer erklären müssen. Redner geht ausführlich auf die Konzessionen ein, welche der für die Kolonie ins Leben getretenen englisch- deutschen hofft. dem Gesellschaft für daS Damaraland ertheilt sind. Er daß die gesetzgebenden Faktoren des Reichs sich seiner Zeit l Gedanken einer Zinsgarantie für die von der Gesellschaft zu bauende Eisenbahn nicht ablehnend verhalten werden. Bedauer- lich ist ihm die Konkurrenz des englischen Kapitals, welches nicht dieselben Interessen wie das deutsche in Südwestafrika habe. Um Ruhe und Ordnung zu halten, brauche man aus jeden Fall den extraordinären Zuschuß, der in Höhe von 267 399 M. ausge- morsen sei. Reichskanzler Graf v. Caprivi: Der Vorredner macht de« Reichsregierung den Vorwurf, sie habe bei der Ertheilung der Damaraland- Konzession die deutschen Interessen nicht hin» reichend gewahrt. Diese schwerwiegende Behauptung ist durch Gründe nicht unterstützt worden. Es könnte sein, daß die Jnter- essen der Gesellschaft, welche der Vorredner angehört hat, nicht genügend gewahrt worden sind. Das trifft aber auf die deutschen Interessen nicht zu. Im Zustande des Abwartens sind wir bezüglich Südwestafrikas schon zehn Jahre, und deshalb bin ich geneigt gewesen, auch englisches Kapital dorthin zu lenken, um redlich einen Gegenstand zu finden, der des Schutzes durch die deutsche Schutztruppe würdig ist. Da wir das Land haben, müffen und werden wir es halten(Beifall). Im vorigen Sommer kam Herr von Franyois hierher, und in den Besprechungen mit ihm stellte sich heraus, daß auf die Dauer der jetzige Zustand unhaltbar werden könnte, insofern als Hendrik Witboi geneigt sei, sich mit den Hereros zu verständigen. Bisher hallen wir mit der geringen Truppe auskommen können, wenn wir den Einen gegen den �Andern ausspielen konnten. Ver- ständigten sich beide, dann wurde unsere Lage sehr schwierig. Die Regierung mußte diese Veränderung ins Auge fassen. Bei der ungeheuren Schwierigkeit der Kommunikation muß dem leitenden Offizier ein großer Spielraum gelassen werden, anderer» seits muß man bestrebt sein, kommenden Ereignissen zuvor zu kommen. Wir dürften uns durch eine solche Ver- ständigung nicht überraschen lassen. Auf meine Verant- wortung hin habe ich unter Ueberschreitung der Grenzen des Etats einige Veranstaltungen schon im vorigen Sommer ge- troffen. Ich habe unsere dortige kleine Festung verproviantiren lassen, habe ihr Munition, Waffen und Unterkunftsräume für die Truppe beschaffen laffen. Alles das war ruhig und in der Stille gemacht worden. Die Nothwendigkeit dazu zeigte sich klar schon vor einigen Monaten. Ich entschloß mich beim Kaiser die Verstärkung der Schutzlruppe zu erbitten. Ich wollte sie zu- erst auf 39 Mann bringen. Die Leute wurden ausgewählt und zwar unter dem Gesichtspunkte, daß sie eine Reihe von Ge- werben repräsentirtcn. Fast hatte schon die Einschiffung dieser Verstärkung begonnen, als neue Nachrichten die Nothwendigkeit weiterer Schritte nahe legten. Die Hereros hatten sich schon Dreistigkeiten erlaubt, welchen auch mit 89 Manu nicht hätte entgegengetreten werden können. Der Kaiser hat dann aus meine Verantwortung eine weitere Verstärkung genehmigt, und wenn das Schiff nach Südwestafrika gelangt sein wird, dürsten wir etwa über 250 Soldaten gebieten. Das ist wenig, wird aber hinreichen, um unfern Besitz zu erhalten. und die Polizei für uns und die Engländer, die ihr Geld da unterbringen, vor Insulten der Far- bigen sichern zu können. Wir wollen so unblutig immer mehr Herren des Landes werden. Wir haben es einmal, unter Zustimmung des Volkes ist es deutsche Kolonie geworden; ich lasse mich darüber, wie das gekommen ist, in keine Betrachtung ein. Zu diesen Maßregeln trat noch eine Untersuchung, ob wir nicht anders wo, als gerade in der Walfischbay landen könnten. Dieses fft doch immerhin fremdes Land und außerdem versandet der Hasen immer mehr. Häfen sind bekanntlich an der ganzen Westküste Afrikas nicht vorhanden, man landet überall von der Rhede aus. Es wurde die Mündung des Schwarzen Flusses ausersehen und ein Landungsboot angeschafft. Vor einigen Tagen ist der erste telegraphische Bericht hierüber eingegangen, der günstig lautet. Es sind also alle Vorbereitungen getroffen, die auch, wer auf dem Boden des Grafen Arnim steht, wird billigen müssen. Gras Arnim meint, die Besiedelung wird rasch fortschreiten. Ich will das wünschen. Die bisherigen Versuche sind allerdings nicht ungünstig ausgefallen; aber es ist bisher damit langsam gegangen. Hauptmann v. Franyois bezweifelt, daß die Siedler die schwierigen Wasserverhältnisse überwinden und zum Ackerbau vordringen werden. Es spricht ja manches dafür, einmal einen Versuch mit 49, 59 Familien zu machen. Man hat uns an- geboten, Boeren zu mehreren Tausenden auf einmal in das Land zu lassen. Dem widerspreche ich ganz entschieden. Bei dem Unabhängigkeitsgefühl der Boeren. bei ihrem Anspruch auf eigenes Recht und elgene Verwaltung würden wir mit unserer Polizei- lruppe nicht weit kommen. Wir müssen uns also zunächst auf unsere eigene Kraft beschränken.(Beifall.) Abg. Hammacher(nl.): Mit Genugthuung hören wir, daß daS Reich entschlossen ist, Südwest-Afrika zu erhalten und die« jenigen Maßregeln zu ergreifen, welche das Land sichern sollen. Diese letztere Zusage kommt etwas spät; schon seit Jahren hätten diese Maßregeln ergriffen werden müssen. Ueber die Damaraland- Konzession hat der Reichskanzler nur wenig gesagt. Wäre schon vor Jahren gethan worden, waS der Reichskanzler fetzt gethan hat. so wäre der Zustand der Er- starrung nicht eingetreten, den er beklagt hat. Noch vor wenigen Jahren mußte der deutsche Kommissar selbst sich in Otyimbigue die Thüre weisen lassen; selbst er war nicht genügend geschützt. Der Reichskanzler hat daher kein Recht, sich über die Stagnation in Südwestafrika zu beschweren. Soweit gehe ich nicht zu sagen, daß die Konzesston gegen die Interessen des Reichs ertheilt sei; aber sie ist ohne genügende Rücksicht aus die Reichs-Finanzinter- essen ertheilt. Das Reich hat Steuerfreiheit und zwar auf viele Jahrzehnte ertheilt und alle finanziellen Vortheile aus der Hand gegeben. Wo sollen die Mittel für die Bestreitung der Ausgaben für das Schutzgebiet auf diese Weise herkommen? ist ein Ealtomortale, den die Kolonialverwaltung mit der Ertheilung dieser Konzession gemacht hat. Die South Westafrika-Kompagnie besaß gar kein Kapital in dem Momente, wo sie diese ungeheuren Rechte erhielt. Inzwischen hat ja die Gesellschaft viele Pfund Sterling unterzubringen verstanden, und sich auch mit den Rechtsnachfolgern von Lewis verständigt. Geschädigt sind die deutschen Interessen namentlich durch die Ertheilung einer Eisenbahn-Konzession für alle Eisenbahnen im Schutzgebiete, nördlich vom Wendekreis des Steinbocks. Geh. Rath Kayser: Die Vorwürfe, welche der Vorredner gegen die Ertheilung der Damaralard-Konzession gerichtet hat. muß ich zurückweisen. Weder sind die Interessen der schon im Schutzgebiete wohnenden Deutschen, noch sind die deutschen Reichs- Finanzinteressen verletzt worden. Die Angriffe berücksichtigen nicht den Unterschied zwischen Schutzgebiet und Interessensphäre. Ersteres ist ein staatsrechtlicher, letztere ein internationaler Begriff. In der deutschen Interessensphäre können wir den Verordnungen, welche wir für das Schutzgebiet erlassen, gar keine Geltung verschaffen. „Bestehende Rechte deutscher Reichsangehöriger" sind im wesentlichen nur bei der Kolonialgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika vor- Händen. Aus das Land, welches bei dieser Konzession in Betracht kommt, hatte diese Gesellschaft niemals einen Anspruch. Der Vorwurf, daß man die ganze Kolonie mit der Konzession an England ausgeliefert habe, ist ebenfalls hinfällig. Bei der South- West- African Company sind sehr ansehnliche deutsche " Tokales. als gerecht und billig anerkannt." behörden. 0 Die B der B Gerichts- Beitung. " Häufer betheiligt. Wenn man das Fehlen jeder wirthschaftlichen auszugsweise mit den entsprechenden Erläuterungen des Kämmerer3| 14,50-14,00 M. Roggen per 100 Rg. guter von 13,40-13,10 D., Gegenleistung vermißt, so übersieht man, daß diese Gegenleiftung Ma a ß mitzutheilen, uns die Kritik desselben vorbehaltend. Der mittlerer von 13,00-12,80 m., geringerer von 12,70-12,40. in der wirthschaftlichen Erschließung des Landes besteht. Es ist Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit der Summe von Gerste per 100 kg. gute von 17,50-16,30 M., mittlere von wirthschaftlich falsch, einer jungen Kolonialgesellschaft von allem 84 535 014 M. ab. Der Etat fordert an Gemeinde- Einkommen 16,20-15,10 M., geringe von 15,00-18,80 M. Safer per 100 kg. Anfang an schwere finanzielle Belastungen aufzuerlegen. Die Steuer die Summe von 21 585 598 m., b. h. 6 264 613 M. mehr guter von 15,70-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,50, Gesellschaft muß doch noch für Expeditionen 300 000 m., für als im Vorjahre. Diese Summe wird durch Erhöhung der ein- geringer von 14,40-18,90 m. Stroh, Richt: per 100 kg. von den Bau von Eisenbahnen in den nächsten zehn Jahren zuziehenden Quote auf 90 pet. aufzubringen fein, troßdem bei 4,50-4,15 M. Heu per 100 kilogramm von 7,30,-5,00 M. Erbsen 400 000 m. ausgeben. Wenn erst steuerbare Objekte in der einem großen Theil der Kapitel der Einnahme nicht unerhebliche per 100 kg. von 40,00-25,00. Speisebohnen, weiße per Kolonie entstanden sind, wird auch die Heranziehung der Gefell- Erhöhungen eingetreten sind, und insbesondere die Dotation aus 100 Kg. von 50,00-20,00 M. Linfen per 100 kg. von 80,00 schaft zur Steuer nicht auf sich warten lassen. Was die Bins- den landwirthschaftlichen Zöllen eine bedeutende Steigerung bis 30,00 m. Kartoffeln per 100 kg. von 7,00-4,50 M. Rindgarantie betrifft, so tann nicht heute oder morgen mit dem erfahren hat. Die laufenden Ausgaben, so heißt es in den Erfleisch von der Keule per i Kg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch Bau einer Bahn nach Windhoek oder Otyimbigue begonnen läuterungen, haben nach Maßgabe der Erhöhungen in den per 1 Kg. von 1,30-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von werden. Wenn es so weit sein wird, hat auch der Reichstag ein voraufgegangenen Jahren und der wachsenden Bedürfnisse, ins- 1,60-1,20 M. Kalbfleisch per 1 Rg. von 1,60-0,80 M. HammelWort mitzureben. besondere bei der Armenverwaltung und durch das Inkrafttreten fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 Abg. Hammacher( natl.) sucht auszuführen, daß die des neuen Polizeitonen- Gesetzes, fich erheblich erhöht. Bezüglich bis 1,80 M. Gier per 60 Stück von 6,00-3,50 M. Fische per Damaraland- Konzession bezüglich der Verleihung des Minen- der Mindereinnahmen und der Mehrausgaben bei dem Extra 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 M. Nale von 3,00-1,20 2. rechts null und nichtig sei, weil das in Frage stebende Land Ordinarium, welches sich in Ginnahme auf 6 687 558 M., in 3ander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche nicht mehr in die deutsche Jutereffensphäre falle, vielmehr burch Ausgabe auf 13 041 617 m. ftellt, find es besondere Berhältnisse von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 besonderen, im Kolonialblatt veröffentlichten Erlaß des Raisers gewesen, welche diefelben herbeigeführt haben. Bei den Minder: bis 0,80 m. Krebse per 60 Stück von 10,00-3,00. unter deutschen Schutz gestellt worden ist. einnahmen liegt der Grund darin, daß in dem Etat ein Geb. Rath Kayser erklärt diese Auffassung für irrig. geringerer Ueberschuß aus der Verwaltung des Jahres Polizeibericht. Am 27. v. M. Abends wurde ein Arbeiter Nachdem noch Abg. Graf Arnim darauf hingewiefen hat, 1891/92 übernommen werden konnte, als dies im Vor: an der Ecke der Garten- und Liesenstraße durch einen Schlächterdaß er einer Erwerbsgesellschaft für Südwest- Afrika nicht an- jahre der Fall war. Bei den Mehrausgaben liegen die Ursachen wagen überfahren und an beiden Unterschenkeln bedeutend ver gehöre, wohl aber Mitglied des Präsidiums der deutschen barin, daß zur Pflasterung von Straßen höhere Beträge und zur Hauses Brunnenstr. 45 ein Konditorgehilfe sich mittels eines legt. Am 28. v. M. Nachmittags versuchte auf dem Flur des Rolonialgesellschaft set, schließt die Diskussion. Freilegung der Gertraudtenstraße drei Millionen Mart angesetzt Die Forderungen für Südwest- Afrika werden bewilligt, ebenso worden sind. Wenn auch die erwähnten Wehrausgaben in den Taschenmessers zu erstechen. Er verlegte sich schwer an der das Etatsgesetz für die Schußgebiete. eigenen Ginnahmen und den Steuern Deckung finden, so müssen Brust und wurde nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht. Um 5 Uhr wird die Fortsetzung auf Donnerstag doch die Mittel zur Vollendung der Bauten der Frrenanstalt in Vor dem Hause Oranienftr. 65 wurde der Kutscher Rothe, als 1 Uhr vertagt. Außerdem Etat der Post- und Telegraphen Lichtenberg, und einer Anstalt für Epileptische auf der Feldmart in Rad des von ihm geführten Mörtelwagens über einen vom Wagen auf Berwaltung. Biesdor, zum Ausbau der Damm Mühlen, zur Deckung der Stein hinwegging, infolge des Stoßes und Damm geschleudert erlitt einen Bruch bes Kosten für die Brückenbauten und die Spreeregulirung, sowie en zur Anlegung eines Harens aus Anleihemitteln entnommen Becentnochens. Abends fiel ein Glaser im Hause Invalidenwerden. Bei dieser Steigerung der Schuldenlaft wird dieselbe itraße 149 von der Treppe und brach den Fuß. Er wurde einen erheblichen Druck auf die Steuerpflichtigen nicht nach dem Lazarus Krantenhause gebracht. Vor dem Hause ausüben können. Die Gesammt Anleihefchuld ist bis Ende Sneisenauftr. 98 wurde ein 76 jähriger Arbeiter mit einer beMärz d. J. auf 256 147 058. anzunehmen, sie wird sich bis heutenden, anscheinend von einem Falle herrührenden Verlegung Der Allgemeine deutsche Gewerbe Verein( Vereinsultimo März 1894 auf 281 944 497. erhöhen. Daran sind am Kopfe auf dem Fahrdamm bewußtlos ausgefunden und nach In der Nacht zum 1, b. M. brachte bureaus: Berlin und Köln am Rhein) agitirt gegenwärtig gegen Stadthauptkaffe mit 70 295 405 M. betheiligt: die städtischen Werke mit 211 649 092 m. und die feiner Wohnung gebracht. Die Sonntagsruhe und sucht den Kampf gegen diefelbe gleich Auf den Kopf der Bevölke her Hutmacher Bebhard auf dem Hofe des Hauses Veteranenzeitig zum Mitgliederfang zu benutzen. Hierbei kommt es ihnen rung wird von der zur Verzinsung und Tilgung der Kämmerei- ftraße 19 ohne jede Veranlassung dem Konditor Peters mit den auf eine fleine unwahrheit nicht an. So heißt es in dem in schuld erforderlichen Summe nur 1,75 M. fallen. Es wird dabei Worten: Heute steche ich alles todt" mittels eines abgebrochenen Berlin verbreiteten Zirkular: darauf hingewiesen, daß der Etat für alle Klaffen der Be Rafirmessers einen Stich ins Auge bei und verlegte ihn schwer. Der Thäter wurde verhaftet. Am 28. v. M. Abends fand in Die Presse aller Parteirichtungen bat den Hauptpölkerung namentlich aber für die ärmeren Klassen inhalt der Reichstags- Petition: selben Vorsorge trifft. Unter anderem sollen aufgewende der Steinstraße 5 eu Gardinenbrand statt. Die städtischen Verwaltungsbehörden follen ermächtigt die Taubftummenfchule und die Blindenanstalt 123 210 M., werden: für das Gemeindeschulwesen 9'406 077. für werden, auf Wunsch der Mehrzahl der in Betracht kom für den Bau von Gemeinde- Schulhäusern 1 423 900., für den menden Gewerbetreibenden, die Verkaufszeiten an Sonnund Feiertagen den örtlichen Verkehrsverhältnissen ent- Fortbildungs- Unterricht und die Volts- Bibliotheken 606 329 M., entfür das Armenwesen, Waisen- Verwaltung, hofpitäler, Siechen sprechend einzurichten" Anstalt, Krankenhäuser, Obdach, Jrren- Anstalten, Bade- Anstalten zc. Nun, die Partei, welche in Berlin befonders in Betracht in den Etat gestellten Betrage an Steuern von 41 469 093 m. wegen Meineides, welche heute gegen den Redakteur Richard 17 018 818. Diese Summen stellen nahezu 66 pCt. von dem Ein Nachspiel zum Prozek Ahlwardt bildet die Anklage tommt, die sozialdemokratische, hat sowohl die offenen, wie die dar. versteckten Angriffe gegen die Sonntagsruhe jeder Zeit zurücktreten noch die Etats der städtischen Werke in Höhe von handelt wurde. Den Vorsitz führt Landgerichts- Direktor Baath, Zu der Summe des Stadthaushalts-& tats von 84 535 014 m. Saling vor dem Schwurgericht hiesigen Landgerichts I vergewiefen, und hat vor allem Stellung genommen in der Bresse, 50 011 035 m., so daß sich eine Gesammtsumme von die Anklage vertritt Gerichtsaffessor Dr. Keßler, die Bertheiwie im Reichstag und in der Gemeindevertretung gegen Durchlöcherung der gefeßlichen Bestimmungen durch die Lokal mäßigung der Miethssteuer soll auch für das Statsjahr 1893/94 Beginn des Judeuflinten Brozeffes", am Montag, den 28. 9to134 546 049 M. ergiebt. Die im vorigen Jahre erfolgte Erdigung führt Rechtsanwalt Friedmann. Am Tage vor dem Wir sind der Meinung, daß die Arbeiterorganisationen gut beitehen bleiben; ebenso soll die unterfte Stufe der Gemeindes vember v. J. veröffentlichte das„ Kleine Journal", deffen verantwortlicher Redakteur der Angeflagte bis dahin war, einen thun werden, rechtzeitig den Bestrebungen des allgemeinen Einkommensteuer nicht zur Erhebung gelangen. Dom Angeflagten verfaßten Artifel Gin Interview bei deutschen Gewerbe Vereins entgegen zu treten. Gelingt es den Juhabern der Ladengeschäfte, die Sonntagsruhe hinfällig zu Ein anscheinend geisteskrauter Mann ist am Dienstag hiwardi im Strafgefängniß au 31ößenfee." machen, so wird die Rückwirkung auf die Arbeiter nicht aus: Morgen in der Person des Schuhmachergesellen Josef Bech, Aus dem darin wiedergegebenen Gang der Unterredung des Interbleiben. Alexandrinenstraße 22 wohnhaft, auf Bahnhof Rixdorf ding eft viewers mit AbIwardt glaubte der im Judenflinten- Prozeß gemacht worden, und zwar unter Umständen, die darauf schließen amtirende erste Staatsanwalt Drescher entnehmen zu follen, daß Die Nothleidenden" halten gegenwärtig sehr opulente ließen, daß der Geistesfranke Selbstmord plane. 3. roar fchon es bei Ahlwardt's Vertagungsanträgen auf eine Verschleppung Familientage ab, nicht etwa in irgend einer Penne, sondern in turz vor Eintreffen des ersten Frühzuges auf dem Perron abgesehen war. Ahlwardt hatte die Wahrheit des Artikels beden allerfeinsten Hotels, Kaiserhof"," Monopol- Hotel" u. f. w. erschienen und war auf das Geleise gesprungen, als ein Bahn- ftritten, und auf Antrag des Ersten Staatsanwalts wurde am Solch ein Familientag tostet oft viele Tausende, und den Theil- train beranbrauste. Nur mit Mühe gelang es Bahnarbeitern. 29. November der jezige Angeflagte als Zeuge vernommen. Ber nehmern an denselben würde man teine Noth anmerken, wenn den Mann, der es augenscheinlich darauf abgesehen hatte, von seiner Vernehmung setzte er sich unter seinem Eide mit den Ausman nicht ihre Klagen im Reichstage, Landtage, Provinzial- dem Zuge überfahren zu werden, von den Schienen herunter zu sagen Ahiwardt's und des zeugeneidlich vernommenen ArbeitsLandtagen und Kreistagen, sowie in allen landwirthschaftlichen ziehen. Eine Stunde später erschien 3. wiederum auf dem inspektors Schmidt vom Strafgefängniß in Plößensee in Bereinen vernähme. Er bestritt von den beiden nämlich die Diese agrarischen Junker prassen und Bahnhofe und diesmal gelang es den Beamten, den Selbstmord Widerspruch. übereinstimmend gegebene fchlemmen, und schämen sich nicht, ein Jammergeschrei zu erheben, fandidaten gerade in dem Augenblick zu fassen, als er fich auf Genannten Versicherung, daß Interview ihm ausdrücklich gefagt worden wenn der Staat nicht bereit ist, ihnen zu Liebe das Brot des die Schienen wart. So groß war die Gefahr, daß zwischen der bei jenem Sie Bringen Gruppe von Helfern, dem Körper des Lebensmüden und den sei: in armen Mannes zu vertheuern. die vorläufig Nichts Rädern des einlaufenden Ringbahnzuges faum ein Zoll Ent- Presse". Nach Ansicht der Anflagebehörde hat er hierdurch seine Die Gaft und Schankwirthe Berlins waren am Mon- fernung lag. Nun wurde die Polizei benachrichtigt und diese Beugenpflicht wissentlich verlegt, und so wurde der Angeklagte tag im großen Saal der Stonkordia" versammelt, um gegen die schaffte den 3., aus deffen wirren Reden man deutlich den wegen wissentlichen Weineides am 7. Dezember v. J. in Haft Polizeistunde Stellung zu nehmen und deren ungleichmäßige Geistestranten ertannte, nach dem Amisbureau. Gegenwärtig genommen. Handhabung einer Kritit zu unterziehen. Herr Slechtsanwalt befindet sich der Lebensmüde in ärztlicher Beobachtung. Der Angeklagte ift 82 Jahre alt, bezeichnet sich schon lange Dr. Schoeps hatte das Referat übernommen. Er gab zunächst als tonfessionslos", hat aber erst am 29. November v. J., dem einige Rechtsbelehrungen über das Wesen der Polizeistunde; sie Uebergefahren. Wahrscheinlich infolge der sogenannten Tage, an welchem er vor Gericht vernommen wurde, offiziell habe einen gesetzlichen Salt dadurch, daß die Uebertretung der Plazangst ist am 27. v. M., Vormittags gegen 93/4 Uhr, der seinen Austritt aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft vollzogen. felben im Gesetzbuch mit Strafe bedroht sei. Ihr Zweck sei die dreißig Jahre alte Bureauvorsteher Simon Preuß, Buctowerstr. 4, Er ist in den Siebziger Jabren zweimal wegen Bettelus und Verhinderung der Böllerei. Bei der Art und Weise aber, wie an der Waldemarbrücke vor dem Hause Buckowerstr. 1 von dem groben Unfuges, beziv. Widerstandes zu 3 bezw. 14 Tagen Hait die Polizei bie Durchführung beliebe, sei dieser Zweck verfehlt; Omnibus 411 der Linie Görliger- Stettiner Bahnhof überfahren verurtheilt worden, außerdem im Jahre 1892 wegen Preßder Gelegenheit zum übermäßigen Trinken sei Thür und worden. Preuß wollte den Straßendamm überschreiten, wurde vergehens zu 30 Mart. Er bemerkt zu den Strafen we Thor geöffnet. Die Verordnung, daß in einer Groß- plöglich besinnungs- und bewußtlos und fiel in diesem Zustande gen Bettelns, daß er gelernter Schriftfeger fei und die Strafen stadt wie Berlin, die Lokale um 11 Uhr abends geschlossen wer- in den fahrenden Omnibus hinein, ehe der Kutscher Wodke das erlitten babe, als er sich auf der Wanderschaft befand. den müssen, stamme aus dem Jahre 1850 und fei nicht mehr Gefährt zum stehen bringen konnte. Die Räder gingen dem Der Angeklagte bestreitet, einen falschen Gid geleistet zu zeitgemäß. Die Ausdehnung der Polizeistunde bis 12 Ubr Abends haben. Sein Artikel enthalte nur die Wahrheit und seine befei ein Bedürfniß u. f. f. Er empiahl zum Schluß die Annahme schworene Aussage, daß von teiner Seite an ihn das Aufinnen einer Resolution für Festseßung der Polizeistunde auf 12 Uhr gestellt worden sei, entspreche durchaus den Thatfachen. und für energischen Kampf bis der Polizeistunde die Glocke gefich am 27. November nach Plögensee begab, habe er unterwegs schlagen habe.( Großer Beifall.) Die nächst olgenden Reduer in der Perdebahnwagen den Redakteur J. Fränkel getroffen. fprachen fämmtlich im Sinne des Referenten und beklagten sich Jufolge geistiger Umnachtung," mit diefen Worten Derselbeen so fährt der Angeklagte fort fagte mir, daß zum Theil bitter über den Schaden, den ihnen die Bolzei leitete einer unserer Reporter die gefiern von uns gebrachte ich schwerlich die nachgesuchte Unterredung mit Aylwardt erverursache. Genosse 8ubeil bedauerte, daß nicht alle Nachricht über den Selbstmord der unverehelichten Joa Ne u balten würde. Ich sollte nur zunächst den Oberinspektor Gastwirthe zur Erkenntniß gekommen feien feien und sprach meyer ein. Wie uns von Nachbarinnen derfelben mitgetheil Binding von ihm( Fräntel) grüßen, wenn ich aber gerade die Hoffnung aus, daß der Polizeiwiüfür energischer wird, soll es die bitterste Noth gewesen sein, welche die Un- den Inspektor Schmidt treffen sollte, so würde es mir entgegen getreten werde, als dies leider bisher nicht geschehen. glückliche in den Tod trieb. Sie nährte sich von Hätelarbeiten vielleicht gelingen, die Unterredung bewilligt zu erhalten, den Der Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- und und soll ihr Verdienst in der letzten Zeit sich auf kaum 2 M. in Herrn Schmidt fenne er aus der Beit, wo fein Bruder, der Schantwirthe" dem er angehöre, sei schon vor 2 Jahren in eine der Woche belaufen haben. Außerdem litt sie an Krämpien. Redakteur S. Fränkel in Plögensee gefeifen, sehr gut. Ich kam berartige Agitation eingetreten, was ihm und dem Kollegen Seit Wochen soll sie bereits fein Mittagessen gehabt haben und zunächst zum Gefängniß L, überbrachte dem Oberinspektor Grüße Gründel Antlagen wegen Beleidigung des Polizeipräsidiums ein- boch zu stolz gewesen sein, Mitleids bezeugungen anzunehmen. von räntel, nannte meinen Namen Saling und bat ihn, Ahlgebracht habe. Die Freisprechung sei erfolgt, weil das Gericht zu Der Mieths termin war da, und ihr fehlten die Mittel, den Mieths wardt sprechen zu dürfen. Der Oberiuspettor bedauerte, meinem ber Ueberzeugung gelangte, daß die Beschuldigten in Wahrnehmung ins zu zahlen. Es bedarf da wohl nicht der Annahme geistiger Wunsche nicht entsprechen zu fönnen, da Ahlwardt im sogenannten berechtigter Interessen gehandelt haben. Es sei an der Zeit, daß Umnachtung, um einen Grund für den Selbstmord zu finden. Mastenflügel fas. Ich wurde dorthin zu dem dienstthuenden es auch in den Köpfen der Gastwirthe zu tämmern anfange. Die Juspettor Schmidt geleitet und trug diesem unter Berufung nur wenig fordernde Resolution müsse Berücksichtigung finden, Morgen um 7 Uhr der Post- Silsbote Richard Pröschte, Oranien- Herr Schmidt fragte sich zunächst hinter den Ohren und Mit einer bedeutenden Kopfverlegung wurde vorgeftern auf Fräntel meinen Wunsch, Ahlwardt zu sprechen, vor. die politische Meinung dürfte nicht durch Polizeimaßregeln ge- ftraße Nr. 40/41, auf dem Grundstücke des Postamtes 26 in der fagte: Ablwardt? Das ist eine unangenehme Sache!" Er nahm Nachdem Herr Gastwirth Gensler eine Aenderung dahin mit dem Kopfe gegen einen Eckpfeiler gestürzt und schlug fich den Behandlung Ahlwardt's im Gefängniß, welche vom Rechtsanwalt Abalbertstraße aufgefunden. Er war auf dem Hofe ausgeglitten, besonders Bezug auf eine wahrheitswidrige Darstellung über die empfohlen hatte, daß die Polizeistunde für den ganzen Regierungsopt in einer Länge von 12 Bentimetern bis zur Schädel- Hertwig in eine fächsische Zeitung gebracht war. Schließlich bezirt Potsdam bis 12 Uhr verlängert werde, gelangte die Rejo- decke auf. lution einstimmig zur Annahme. Als weiterer Punkt stand ein fagte er: Na, ich will es auf meine Kappe nehmen!" und führte Rejerat des Herrn Brunzlow über die Bierfrage und den mich zu Ahlardi. Präs.: Entnahmen Sie nicht schon aus Auf der Schloßbrücke fah man gestern Abend ein Mädchen Flaschenbierhandel auf der Tagesordnung. Der Flaschenbier sich auffallend hin- und herbewegen, daun legte es vor aller diesem Berhalten des Inspektors Schmidt, das Sie nichts in die handel zu„ Schleuderpreisen" wie er von feiten einiger Brauereien Augen ihr Tuch, Strümpfe und Schuhe ab, warf fie ins Waffer sonders die Wahrheitswidrigkeit" der Hertwig'schen Schilderung, Breffe bringen follten? Anget: Herr Schmidt betonte be in schmunghafter Weise zum Schaden der Gastwirthe betrieben und wollte ihnen nachspringen. Die Zuschauer und ein hinzu ich habe aber, wie allfeitig anerkannt wird, einen durchaus werbe, mujse durch engen Zusammenschluß aller Geschädigten zu gekommener Polizeibeamter hielten fie aber zurück und brachten beseitigen gesucht werden. Die nächfolgenden Hedner sprachen fie nach der Charitee, da sie aus Wuth über ihren mißglückten wahrhaftigen Bericht veröffentlicht. Bräf.: Wie führten sich im Sinne des Referenten aus, mit Ausnahme des Genossen Verfuch in Krämpie fiel. Auf dem Hofe des Krankenhauses begrüßte ihn und sagte:„ Ich kenne Sie zwar nicht, Sie sich nun bei Ahlwardt ein?- Anget: Ich Bubeil, der nicht den Kampf gegen den Flaschenbierhandel, wollte sie dem Wärter entlaufen, wurde aber schließlich ge= sondern um Verbilligung des Bieres zu führen empfahl. Die bändigt. In ihr wurde die 27 Jahre alte unverehelichte Martha auf einen gemeinsamen Bekannten, von 500--600 Gastwirthen besuchte Beriammlung unter Leitung Gerlach festgestellt. Sie erklärte, daß sie vom Leben nichts habe, verneinte die Frage Ahlwarot's, ob ich bei der„ Staats Herrn Anderssen von ber Staatsbürger Zeitung". Ich des Vorstandes vom Verband der Gaft- und Schankwirthe" cu fie doch keinen Mann bekomme. ( Borsigender Nümann) nahm schließlich eine Resolution an, deren bürger Zeitung" sei und begann die Unterredung mit der Frage, Spize fich gegen diejenigen Brauereien richtete, welche den Die Leiche eines zwei bis drei Monate alten Knaben ob ihm das Resultat der Reichstagswahl im Streife Friedeberg Flaschenbierhandel in oben gekennzeichneter Weise betreiben. wurde heute Morgen gegen 7 Uhr von einem Arbeiter im Flur Aruswalde bekannt sei. Ablwardt bejabte die Frage und bat Zwecks Weiterführung des Kampfes foll eine demnächst zu bee des Hauses Melchiorftr. 5 gefunden. Sie war mit einem we ben mich, Platz zu nehmen. Wir fegten uns so, baß ich ein Regal rufende Bersammlung entgiltig Beschluß fassen. Genosse Zubeil Hemd und einer gemusterten weißen Barchentjade ohne Beichen zwifchen uns befand, der Inspektor Schmidt stand so, daß er persprach die Einbringung einer Resolution, für deren Annahme betleibet, in einen weiß und grau gestreiften Barchentlappen ein- wohl alles zu hören vermochte, aber uns nicht im Auge hatte. jeder Gast- und Schankwirth nach Kräften forgen möge. gewickelt. Die Tödtung scheint durch Erstickung erfolgt zu sein. Ablwardt machte mit dem Finger die Geberbe des Rauchens, ich gab ihm zwei Bigarren, ohne daß der Beamte es bemerken Der Stadthanshalts- Etat der Stadt Berlin für das Jahr Marktpreise in Berlin am 28. Februar, nach Ermitte. fonnte. Dann begann die Unterredung, welche ich 1. April 1893/94 ist der Stadtverordneten- Versammlung zur Belungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von wahrheitsgetreu im Kleinen Journal" wiedergegeben habe. schlußfaffung zugegangen. Wir begnügen uns heute damit, thn 15,60-15,10 m., mittlerer von 15,00-14,60 m., geringer von Am Schlusse des Gesprächs fragte ich: Rönnen Ihre Inebelt werden. " besinnungslos Daliegenden über den linken Oberarm, fodaß diefer völlig zerschmettert wurde. Preuß erhielt durch einen herbei gerujenen Arzt einen Nothverband und wurde dann mittets Krantenwagens nach Bethanien gebracht. beruje mich aber aber Als er beuten. 3 " Freunde hier noch etwas für Sie thun?"- hlwardt er- 1 Ahlwardt behauptet, daß zunächst wohl die Anregungen jeden. 1 nicht betheiligt haben. Db im reichstreuen Bereit, widerte: Nein, ich habe es hier soweit ganz gut, und tann mich falls vom Angeklagten ausgegangen seien, daß er dann aber wohl deffen Ehrenmitglied er ift, die Parole zur Sprengung nicht beklagen. Es sind über meine Behandlung im Gerängniffe in dem weiteren Gespräche auch eigene Gedanken hinzugefügt habe. Er der Versammlung ausgegeben, ist ihm nicht betannt. wahrheitswidrige Artikel in die Presse gelangt und dadurch Un- habe immer unter dem Gedanken gestanden, daß er einen Herrn von der Der in der robeften Weise mißhandelte Zeuge Bischof annehmlichkeiten für mich erwachsen, ich hoffe, daß ich dergleichen Staatsbürger Zeitung" vor sich habe. Von einem in dem Be- befundet, daß er gesehen, wie Glaß mit dem Spaten das Thür nicht von Ihnen zu befürchten habe." Ich versprach, dergleichen richt erwähnten Gnadengefuch" wisse er überhaupt nichts, ebenso fenfter eingeschlagen, und schildert dann, wie er auf die Worte nicht zu thun, und muß immer wieder darauf hinweisen, daß ich nichts davon, daß er gesagt habe, er hoffe, daß er wegen seines Köhler's: Schlagt den Hund todt!" 2c. überfallen, zu Boden auch nicht ein einziges unwahres Wort veröffentlicht habe. guten Glaubens mit drei Monaten Gefängniß davon fommen geworfen und von allen Seiten geschlagen worden sei, und als Präs.: Ahlwardt behauptet mun, seine Bitte auf Geheim- werde. Im Gegentheile habe er geglaubt, freigesprochen zu er sich bieber zu erheben fuchte, hat ihn jemand mit dem Stiefelhaltung babe sich auf das ganze Gespräch bezogen und werden oder aber angesichts seiner schweren Angriffe eine schwere absag ins Gesicht getreten, infolge dessen der Unterkiefer gespalten Dies wird auch vom Inspektor bestätigt. Anget: Strafe zu erhalten. Er bleibe dabei: Es sei absolut unmöglich, wurde. Ob der Angeklagte Hoffmann ihm den Tritt versezt, Das bestreite ich entschieden; mein Versprechen, nichts in daß der Angeklagte hätte annehmen können, die Bitte, nichts in weiß er nicht anzugeben. Laut dem vom Rechtsanwalt Heine die Presse zu bringen, bezog sich nur auf die Behandlung die Zeitung zu bringen, beziehe sich nur auf seine Behandlung übergebenen ärztlichen Attest hat B. außer der Wunde im Gesicht vier Ahlwardt's im Gefängnisse. Daß auch Ahlwardt dieser Ansicht im Gefängnisfe. weitere erhebliche Wunden auf dem Kopf gehabt. Eine ganze Reihe gewesen sein muß, geht daraus hervor, daß er, als er mir nach Die Beweisaufnahme ist damit beendigt. von Zeugen, namentlich Bergleute, wissen Erhebliches zur AufBeendigung unserer Unterredung die Hand zum Abschied reichte, Assessor Dr. Keßler hält die Schulb des Angeklagten für flärung des Sachverhalts nicht beizutragen. Die Bergleute erklärte: So, nun fällt mir weiter nichts ein, ich bin aber über- flar auf der Hand liegend. Der Angeklagte fei absolut nicht stimmen merkwürdigerweise fast sämmtlich darin überein, daß sie zeugt, daß ich das Wichtigste vergessen haben werde, wenn Sie glaubwürdig. Der extrem- antisemitische Standpunkt des Zeugen wohl gefehen, wie aus dem Saal herausgeschlagen und geworfen, fort sind. Bras.: Nun muß ich doch sagen, daß es ein Ber- hlwardt sei ja allgemein bekannt. Der Angeklagte wußte alio aber feiner will gesehen haben, daß ein Bergmann hineintrauensbruch fondergleichen ist, wenn Sie sich unter der Maste fehr genau, daß Ahiwardt, sobald er den Namen Saling hörte, geschlagen oder auch nur den Stock geschwungen hat. Bei eines Mannes, der Beziehungen zu der Staatsbürger- Zeitung" ihm niemals eine Unterredung gewähren würde. Er habe alfo genauerem Fragen stellt sich faft immer heraus, daß die Zeugen habe, bei Ahlwardt einführten und dann etwas veröffent- hlwardt etwas vorgespiegelt, sich unter der Maste eines gar nicht im Anfange mit dabei gewesen sind, und somit nichts lichten, was ihm nachtheilig war. Angefl.: Ob es Freundes in Ahlwardt's Vertrauen eingeschlichen. Jeder Mensch, Bestimmtes auszujagen wissen. für ihn zum Vortheil oder zum Nachtheil war, hatte in welchem nur noch ein Funke deutscher Treue glühe, müsse das Zeuge Redakteur Hoffmann aus Zeih bekundet, daß ich gar nicht in der Hand, ich habe nur die Wahrheit Vorgehen des Angeklagten als ein ganz perfides halten. Ein Menfch, das gegen die Bergleute gerichtete Verbot gegen sein Wissen und berichtet. Präs.: Halten Sie es denn, abgesehen vom trimi- der sich mit Hilfe einer Lüge in das Gefängniß schleiche, verdiene feinen Willen erfolgt sei. Auf der Reise von Halle ist ihm benellen Standpunkte, vom Standpunkte der Moral aus für zu feinen Glauben. Das Motiv zu dem Meineide liege in der That reits von ihn begleitenden Genoffen mitgetheilt worden, daß ein läffig, so zu handeln, wie Sie es gethan?-nget!: Herr darin, daß der Angeklagte eine Judasrolle gespielt habe. Die Ueberfall von den Bergleuten geplant fei. Als die BergPräsident, ich hatte die Absicht, mich ihm zu offenbaren, ich tam persönliche Eitelkeit und die Fergheit, einen Fehler einzugestehen, leute später auf feinen Vorschlag hereingelaffen wurden, hat es aber nicht gleich dazu, und als Aylwardt mir die hauptsächlichsten habe ihn zu einem Meineide geführt. Er habe eine ganz erbärm- nur wenige Sefunden gewährt, bis die Schlägerei im Gange Mittheilungen gemacht, war es zu spät; es hätte wie Sohn liche, nichtswürdige Haltung dem Zeugen Uhlwardt gegenüber war, und zwar haben die Bergleute damit begonnen. Liebau hat ausgesehen, wenn ich mich dann als Vertreter des Kleinen bewahrt, jezt fet es an den Geschworenen, ihm die Maste her mitten im Saal gestanden, mit einem Stock in der Luft herumJournals" zu erkennen gegeben hätte. Bras.: Und so unter zu reißen und ihn dahin zu bringen, wohin er gehöre: ins geruchtelt und gerufen: Wo ist der Bergolder?", wobei er ihn, zogen Sie es vor, das Vertrauen des Mannes weiter auszu- Buchthaus! obne ihn zu tennen, mit dem Arme berührt habe. Wie sich die Während der dann folgenden Bertheidigungsrede des Rechts- Schießerei abgespielt, kann er nicht genau angeben, da Franke Die Beweisaufnahme beginnt mit der Bernehmung des anwalts Friedmann erklärt Zeuge Ahlwardt noch zur Sache, daß und die andern Parteigenossen vor ihm standen. Gleich nachGefängnißinspektors Schmidt. Der Zeuge befundet, daß der An- nach Mittheilung des Anstaltsgeistlichen auch bei diesem ein Mann dem die Schuffe gefallen, sei er mit den andern Parteigenossen geklagte ihm einen Grß von dem Redakteur Fräntel gebracht war, der sich als Amtsoruder oder ein Stück Amtsbruder" vor in die Küche geflüchtet, aus welcher welcher er sich freiwillig und daran die Bitte gefnüpft habe, eine Unterredung mit Ahl- gestellt habe, auf welchen die Personalbeschreibung des Angeflagten entfernt, als er bemerft, welche Folgen die Empfehlung wardt zu geftatten. Ich nahm an so fährt der Zeuge fort passe. Angell Saling bestreitet, bei dem Anstaltsgeistlichen ge- des Polizeifergeanten Köhler:" Das ist auch „ Das ist auch so Giner!" daß ich einen Bruder Frankel's vor mir batte, muß aber be- wefen zu sein. und„ ba ift der Hund" hatte. Er ist dann auch tonen, daß Saling nichts äußerte, woraus ich diese Annahme Hechtsanwalt Friedmaun giebt den Geschworenen an die ziemlich unbehelligt, nur mit Verlust seiner Schirmtrücke nach dem schöpfen konnte. Ich machte zuerst Schwierigkeiten, da furz Hand, daß sie nur nach der Schuld oder Unschuld des Angeklagten Bahnhof entkommen. Beuge äußert die Ansicht, daß das fonderzuvor in der Breffe ein Artikel erschienen war, der unwahre Be zu fragen haben, nicht aber danach, ob derselbe ins Zuchthaus bare Auftreten Köhler's die Bergleute veranlaßt babe, alle aus hauptungen über die Behandlung Ahlwardt's im Gefängnisse oder ins Gejängniß gehöre. Der Staatsanwalt habe von Nichts- dem Lofale tommenden Personen in so scheußlicher Weise zu mißenthielt, wodurch uns Unannehmlichkeiten erwachsen waren. würdigkeit"," Ehrlosigkeit", Waste abreißen" 2c. gesprochen. Er handeln. Schließlich erlaubte ich aber die Unterredung und führte den wolle in der Herbheit des Ausdruckes nicht mit dem Staatsanwalt Rechtsanwalt Reil hält die Glaubwürdigkeit des Zeugen für Angeklagten in Aylwardt's Belle. Der Befucher führte fich wetteifern, sondern erkläre: Was der Angeflagte gethan hat, geht über zweifelhaft und beantragt ein von demselben verfaßtes Extrablatt, mit der Bemerkung ein, daß er Grüße von dem gemeinsamen alles Maß eines journalistischen oder diplomatischen Trits in welchem jene Affäre geschildert wird, zu verlesen. Dieser Antrag Freunde Undernen bringe. Aylwardi fragte den Angeklagten, ob hinaus, er hat zweifellos unanständig gehandelt. Das hat aver wird von dem Staatsanwalt ganz energisch befürwortet, um zu beer bei der Staatsbürger- Beitung" sei, worauf der Gefragte er mit der Sache nichts zu thun, und dazu braucht man gar nicht weisen, welcher Art die von dem Angeklagten betriebene Agitation widerte: Nein, das gerade nicht, aber ich gehöre so gut wie erst an die deutsche Treue" zu erinnern. Der Vertheidiger sei. Diefelbe müsse hier festgenagelt" werden, indem die von dazu." Am Schlusse der Unterredung richtete Ahlwardt an den sucht dann in ausführlicher Ausführung darzulegen, daß unter dein Zeugen in die Welt geschleuderten Behauptungen gänzlich Besucher die Bitte, darüber nichts in die Zeitungen zu bringen, Abwägung der Glaubwürdigkeit des Rektors Ahlwardt und des unerwiesen seien. Rechtsanwalt Heine erklärte, daß er die beworauf ich sagte: Darum möchte ich auch bitten. Präs. Angeklagten, unter Berücksichtigung der Thatsache, daß der letztere treffenden Behauptungen zu beweisen gedente, übrigens Bezog sich diese Bitte auf die Unterredung oder nur auf die ins Gefängniß gegangen war, um ja gerade etwas in die Presse fei es ihm gleichgiltig, ob das Extrablatt verlesen Behandlung Ahlwardt's im Gefängnisfe8eugę: Bweifels zu bringen" und angesichts der ganzen Situation es durchaus verde. Der Gerichtshof beschließt, die Verlesung des los auf die Unterredung. Angeti.: Ich muß dabei bleiben, nicht unwahrscheinlich sei, daß der Angeflagte das Gesuch, nichts Blattes abzulehnen. weil der Inhalt nicht geeignet daß dies eine irrige Auffassung des Inspektors ist. in die Presse zu bringen", thatsächlich nur auf wahrheits- ist, die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu erschüttern. Zeuge Kamins Berth.: Können Sie bekunden, daß von dem Briefe widrige Berichte über seine Behandlung im Gefängniß" bezogen macher Müller will gehört haben, daß der Vorstand des reichsHertwig's und der Behandlung Ahlwardt's im Gefängnis in habe. Es handle sich hier also um den in Zivilstreitigkeiten so treuen Vereins den Beschluß gefaßt habe, die Sozialdemokraten Ihrer Gegenwart überhaupt nicht die Rede war? Beuge: oft zu Tage tretenden Zweifel über den mutuus consensus( die aufzuheben, was von dem Vorstandsmitgliede Schunter beDas kann ich nicht, ich besinne mich nicht darauf. Dr. Fried gegenseitige Willensübereinstimmung). Der Vertheidiger bemängelt stritten wird. Polizeisekretär Müller giebt zu, dem Wundermann: Haben Sie etwas von der Pantomime bemerkt, welche die Glaubwürdigkeit des Zeugen Ahlwardt, der ein tonjessioneller lich auf dessen Anfrage die Antwort gegeben zu haben, in eine Ahlwardt dem Angeklagten gemacht hat, um eine Zigarre zu er- und politischer Geaner des Angeklagten, ferner von ihm dupirt öffentliche Versammlung könne Jeder gehen. Auf Anfrage des langen? 3euge: Nein, das fonnte ich nach der ganzen worden sei und doch nicht ganz glaubhafte Aussagen über die Hechtsanwalts Heine, ob er auch gejagt: mit dem 10 Pf. Entree, Situation nicht. Vertheidiger Dr. Friedmann: Haben Sie Art gemacht habe, in welcher die Fragen und Antworten bei der das werden wir schon verhindern", erklärte er, sich dessen nun, nachdem der Artikel im kleinen Journal" erschienen war, noch Unterredung zu stande gekommen feien. Dazu komme, daß der nicht mehr erinnern zu können, hält es aber für möglich. Beuge vor Ihrer Vernehmung vor Gericht, mit Ahlwardt über die ganze Angeflagte die beabsichtigte Verschleppungsmethode Ahlwardi's Se st ät, welcher befunden soll, daß Kammmacher Müller dem Affäre eine Unterhaltung gehabt?-3euge: Nein. Ich wurde nach an Die große Glocke gebracht und diefer troydem Schunker ernste Vorhaltungen darüber gemacht, daß derselbe seine dem Erscheinen des Artikels polizeilich angefragt, wer der Interviewer von ber Anklagebant aus diese Verschleppung ab- Kameraden zu dem Neberfall kommandirt, weiß sich des Gewar, ich habe dann den Reftor Ahlwurdt danach gefragt, der geleugnet habe. Endlich müsse man doch erwägen, spräches nicht mehr genau zu erinnern. Mehrere vom Rechtsfelbe erklärte aber, daß er den Herrn auch nicht tenne. daß der Angeklagte ja gar teine Veranlaffung hatte, anwalt Keil vorgeschlagene Zeugen, welche befunden sollen, daß Dr. Friedmann: Es liegt doch menschlich sehr nahe, daß ein allgemeines Verbot der Veröffentlichung zu erlassen, da er ja die Schlägerei von den Mitgliedern des Arbeiter- Bildungsvereins Sie bei dieser Gelegenheit Herrn Aylwardt gesagt haben: un angeblich glaubte, einen Herrn der Staatsbürger Beitung" vor begonnen worden ist, machen darüber unbestiminte Angaben, hat dieser Mensch die Sache doch in die Presse gebracht, nun fich zu haben und es der letteren doch nur angenehm sein konnte, fodaß eine Klarstellung der Sachlage dadurch nicht erfolgt. werde ich wohl Nackenschläge haben." Haben Sie Derartiges zu recht viel Worte von ihrem Heiligen Ahlwardt zu veröffentlichen. Auf eine diesbezügliche Bemerkung des Präsidenten erHerrn Ahlwardt gefagt? 8euge: Nein, wenigftens fann Der Vertheidiger tam am Schluß seines mehr als einstündigen flärt der Rechtsanwalt Keil, daß diese Zeugen zum Theil ich mich nicht darauf besinnen. Dr. Friedmann: Sie er- Plaidoyers zu dem Antrag, die Schuldfrage zu verneinen und logar schwarz auf weiß" ganz andere Aussagen abgegeben fennen ja wohl den Inhalt des Artikels als richtig an? eventualissime nur fahrlässigen Weineid anzunehmen. haben. Ebenfalls als mißlungen ist der Versuch Wunderlichs zu Zeuge: Jawohl! Dr. Friedmann: Dann ist es also Nach scharfer Replit und Duplit zwischen Staatsanwalt und erachten, den Beweis zu erbringen, daß er teinen Gummischlauch auch wohl richtig, daß der Steftor Ahlwardt in der Bertheidiger ziehen sich um 12 Uhr die Geschworenen zur Be- bei fich geführt. Beuge Ginide wird vom Rechtsanwalt Heine That gesagt hat, er wolle alles in Bewegung sehen, rathung zurück. befragt, ob er nach der Affäre nicht dem Zeugen Ballas erzählt, um den Prozeß hinzuziehen bis gur Wahl? er sei von dem Bergmann Michel bestellt, nach der Versamm Beuge: Ja, von Aehnlichem ist die Rede gewesen, daß es ihm angenehm wäre, wenn der Prozeß bis nach der Stich zuknöpfen und einen Hut aufansehen, was sich der Zeuge nicht wahl in Friedeberg- Arnswalde verschoben würde.--Vermehr zu erinnern vermag, doch besteht Pallas auf seiner Betheidiger: Das ist doch nicht ganz daffelbe. Wissen Sie, daß tundung. der Neftor Ahlwardt direkt gesagt hat, er wolle fein Mittel unversucht lassen, um die Sache bis nach der Wahl zu ver Schleppen? 3euge: Das tann ich nicht sagen. " Die Geschworenen verneinen beide Schuldfragen, sowohl die auf wiffentlichen wie die auf fahrlässigen Meineid. Der An- lung zu gehen, und habe ihm gerathen, einen rothen Shlips angetlagte wurde demgemäß freigesprochen. Die Eislebener Affäre vor Gericht. Gisleben, 28. Februar. Die weiteren Aussagen sind von geringem Belang, und wird die Verhandlung um 5%, Uhr bis morgen Bormittag 9 Uhr vertagt. Soziale Kleberlicht. Achtung Gewerkschaften Berlins! B 8 weiter Tag der Berhandlung. Bor Eintritt in die Verhandlung stellen der Staatsanwalt Beuge Ahlwardt schließt sich im Allgemeinen der Dar- und der Vertreter der angeklagten Bergleute, Rechtsanwalt Keil, stellung des Vorzeugen an. Ler Angeklagte babe sich unter Be- fest, daß Beuge Baber eine fleine Polizeiftrafe wegen Ueberrufung auf einen Herrn Anderssen eingeführt und auf die Frage, tretung und Angeflagter Ritter eine sechswöchentliche Gefängnißob es der Hamburger Herr dieses Namens fei, habe der Angeklagte strafe wegen Widerstandes erlitten haben. Ferner behauptet der gefagt: Nein, der Anderssen von der Staatsb. Zeitung". Er Rechtsanwalt Keil, daß der Zeuge Erdmenger entgegen feiner habe dann den Angeklagten gefragt: Kommen Sie in direktem eidlichen Bekundung als Bergmann abgelegt" worden sei, woAuftrage der„ Staatsb. Big." worauf der Angeklagte antwortete: für er den Beweis zu erbringen in der Lage sei. Grömenger bei partiellen oder Werkstättenstreifs, an die Streit- KontrollSeit furzer Zeit sind von verschiedenen Gewerben Berlins, Das kann ich wohl nicht sagen, aber es ist so gut, wie in erklärt, daß er seine Entlassung gefordert bevor er abgelegt direktem Auftrage." Der Angeklagte habe sich dann bereit ertlärt, worden sei. Der nunmehr zur Vernehmung gelangende Beuge tommission Aufforderungen zur Abstempelung von Listen gerichtet alle Bestellungen, welche er etwa bezüglich des Prozesses habe, 2ange weiß nichts Bestimmtes über die Entwi telung der gut und pinktlich bestellen zu wollen. Er habe ihm denn auch Schlägerei anzugeben. Der nächste Zeuge, Bergmann Rogge, Um Klarheit in dieser Sache zu schaffen, geben wir bekannt, mehrere Bestellungen mitgegeben, unter anderm an seine Familie, deffen Bereidigung auch ausgesetzt wird, will, obgleich er einer daß der Ausschuß der Berliner Streit Konum ein paar Bücher zu erhalten. Der Angeklagte babe alles der ersten von den Bergleuten war, ebenfalls nicht wissen, wie trollfommission nicht berechtigt ist, ohne freundschaftlichst übernommen, überhaupt auf ihn einen sehr ver- die Schlägerei euthanden. Ueber den Vorgang mit Frante am weiteres die Sammellisten bei Werkstättentrauenswürdigen Eindruck gemacht. Aber während des Gesprächs Buffet macht er widersprechende Angaben und stellt der Rechts- it reits abzustempeln; fondern daß es Sache der habe er doch ein unheimliches Gefühl bekommen und da habe er anwalt Heine fest, daß er in der Boruntersuchung anders ausge- betreffenden Gewerkschaft selbst ist, die Mittel am Schlusse des Gesprächs ausdrücklich gesagt:" Ich muß aber fagt wie heute. Rogge befireitet, entgegen der Befundung anderer für derartige, fleinere Streits aus den Reihen unter allen Umständen bitten, daß von dem, was wir hier ge- Beugen, daß er sich an der Schlägerei betheiligte. Auf Drängen der Gewerksgenoffen aufzubringen. Wenn zwar sprochen haben, tein Wort in die Zeitungen fommt." Er habe des Rechtsanwalts Seine giebt er zu, daß Franke sehr wohl von seiten diefer Gewerkschaften betont wird, daß sie auf Listen, das auch damit motivirt, daß er es ganz leidlich im Gefängnisie glauben fonnte, die Bergleute wollten ihm zu Leibe, dagegen hat die nur den Gewerkschaftsstempel tragen, feine Mittel zusammenhabe und seine Position durch Veröffentlichungen nicht ver- er nicht gefehen, daß Knüttel und Stuhlbeine gegen Franke ge- bringen fönnen, weil der Stempel der Streit- Kontrollkommission fchlechtern möchte. Lann sei auch ber Inipettor Schmidt hinzu- schwungen wurden, auch will er die Drohung Liebau's nicht ge- feble; fo fet nochinals auf die schon oft hervorgehobenen Beschlüsse getreten und habe gesagt:" Ja, darum muß ich allerdings auch hört haben. Zeuge Grdinenger hat genau geſehen, baß Rogge Sammlungen, die sich innerhalb des Rahmens der Streit- Kontrollkommission hingewiesen. Diefelben besagen: bringend bitten." Der Angeflagte habe darauf Beiden geant- auf einen Ulan losgeschlagen hat und bleibt troz Verwarnung wortet:„ Selbstverständlich!" oder„ Natürlich". Er müsse sagen, des Präsidenten dabei. Auch andere, bereits vernommene Zeugen Streits u. 1. w. bedürfen des Stempel3 ber ber Gewertschaft erstrecken, bei kleineren daß aus dem Bericht im Allgemeinen die Tendenz zur bewußten baben den 9. schlagen sehen. Lüge nicht hervorgehe. Er habe auch während der Gerichtsver- Infolge verschiedener Fragen, welche der Rechtsanwalt Heine Streit Kontrolltommission nicht. Wir ersuchen handlung das Gehl gehabt, daß Galung im Allgemeinen an diesen sowie an andere bereits vernommene Beugen richtet, deshalb die Gewerkschaften bei vorkommenden Fällen auf obiges nicht die unwahrheit fagte, aber er fei ganz empört ge äußert sich der Staatsanwalt darüber in mißliebiger Weise, zu achten, wefen, als derfelbe dann eidlich die Aufforderung, nichts in der Ansicht Ausdruck verleihend, es scheine ihm, daß der Herr Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Streit- Kontrollbie Presse zu bringen, ableugnete. Er wußte schon damals, Vertheidiger sich in unbegründete Vermuthungen ergehe. Daß tommission: baß der Zeuge flipp und klar einen Meineid leiftete. Inzwischen die reichstreuen Bergleute die sozialdemokratischen Embleme fei er milder gestimmt geworden und sage sich jetzt, daß der An- heruntergeriffen, fei erklärlich, da ihnen diefelben ein Dorn im geklagte wohl nur aus Scham, vor Gericht in direkter Judas Auge gewesen". Rechtsanwalt Heine verwahrt sich gegen den rolle zu erscheinen, den Meineid geleistet habe. Der Meineid sei Vorwuri, sich in unbegründeten Bermuthungen zu ergehen. Seine aber auch ein bewußter, da der betreffende Wunsch nicht von Fragen seien auf die Aufklärung der Sachlage gerichtet. Der einer, sondern von zwei Seiten ausgesprochen worden sei. Bon den Aussagen des Zeugen Kellners Köhler ist nur Beuge, welcher zugiebt, daß er von dem Angeklagten zwei hervorhebenswerth, daß er bemerkt, wie Liebau nich bei dem Die Firma Fürstenheim u. Co. theilt uns berichtigend Bigarren erhalten habe, behauptet, daß er bei dem Interview Tumult geberdet und sich wie ein Wilder" benommen habe. mit, daß nicht alle Puzer, sondern nur einige derselben die immer nur auf die Fragen des Angeklagten geantwortet habe. Werth. Beuge Steiger Schiering, unbeeidigt vernommen, weiß Arbeit in ihrem Geschäft niedergelegt haben. Der Lohnabzug Dr. Friedmann hält dies für ganz unmöglich und hält dem Zeugen nicht, daß die Bergleute vom Vorgesezten aufgefordert sind, die sei erfolgt, weil die Abiäge, die bisher von den Buzern hereine ganze Reihe von Stellen vor, in welchen von der Geltend Verfammlung zu sprengen, ist, wie die anderen Bergleute, zuert geftelt feien, jetzt mit Maschinen gemacht würden. Die Arbeit machung der Immunität feitens Aylwardi's, der Schritte, welche im Wachsmuth'schen Restaurant gewesen, aber von dort allein erfordere dadurch weit weniger Zeit, fodaß trok des Lohnabzugs bezüglich des Brozefjes zu unternehmen feien ze. die Rede ist nach dem Versammlungslokal gegangen, wo der Tumult schon fortan die Arbeiter mehr als bisher verdienen würden. Der Bertheidiger behauptet, daß alle diese Dinge unmöglich aus recht im Gange war. Daß die Bergleute geschlagen, hat er nicht ganz im Unrecht werden die Arbeiter übrigens nicht gewesen sein, dem Kopfe des Angeflagten entsprungen Jein und Aylwardt gefehen. Im Saal hat er gelesen und nicht gesehen, wie sich die ba bie Firma, wie an anderer Stelle ersichtlich, sich mit denselben barauf nur mit Ja oder Nein geantwortet haben könne. Zeuge Affäre abgespielt hat. Er will sich auch an der Schlägerei bereits wieder geeinigt hat. D J. A. Hermann Faber, S. O., Grünauerstr. 4,§. I. Achtung, Schuhmacher! Die Lohndifferenzen in ber Schuhwaarenfabrit von Fürstenheim u. Co., Neue Friedrichſtr. 37, sind zu Gunsten der Arbeiter beigelegt und wird morgen die Arbeit wieder aufgenommen. J. A.: Die Agitationskommission. 60 Brivat- Theaterverein.tbeler ett", bends 1hr, im Starfisher of, Admiralftr. 18.- Theater- Berein„ Buttanta 2ª 9¼ Uhr, Vorſtädtiſches Kaftno, Ackerstr. 144. Achtung, 9. Gruppe!( Silfsarbeiter Berlins und Um- 1 Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere und gegend.) Hiermit gebe ich den Kollegen und Kandidaten bekannt, Frifenre hatte am 20. Februar eine Versammlung, in der Kollege daß wir am Sonntag, den 12. März, Vormittags 9 Uhr, Helbig einen Vortrag über die Entwickelung der Gewerkschafts- Turnveein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag in meinem Lokal, Röslinerstr. 17, die letzte Abrechnung betreffs bewegung hielt. Nach Annahme einer Resolution, in welcher sich und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Banfftr. 26. der Bons zu den Gewerbegerichts- Wahlen haben. Ich ersuche die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten ein- ftraße 44.- Gefelltger Klub Blau- Weilchen, abends 9 Uhr, Annenfir. 9 bei Geselliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwedter nun sämmtliche Kollegen, die im Besitz von Bons find oder sonst verstanden erklärte, wurde beschlossen, auf dem Grabe der März= G. Broß. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punft in betreff dieser Sache mit mir zu thun haben, pünktlich zu er gefallenen einen Kranz niederzulegen. Hierauf wurde eine Uhr bei Schröder, Stegligerftr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends scheinen, damit ein endgiltiger Abschluß erfolgen kann. Statistik aus dem Barbiergewerbe verlesen, welche flar½ Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5.- Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Abends im Restaurant Göz, Oranienftr. 153. 8ithert lub Gleichheit die traurigen Zustände dieses Berufes darlegte. So- Abend 9 Uhr, bet Hohn, Bionsfirchplatz 11a.- Gefangverein Proletariat dann trat der Kollege Müller, Exerzierstraße Nr. 4b, der( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchftr. 8. Geselliger Verein bei Wertheim jeder, der für 50 Pf. faufe, für 7 Pf. barbiert und moabiter, Stephanstr. 23, bet Littto, jeden Donnerstag um 8½ Uhr und Vereinigung bei. Des weiteren berichtete ein Kollege, daß univerfum, Sigung mit Damen Abends 9½ Uhr b. Hagemann, Lothringerstraße 81. Vorträge, Fidelitas. Geselliger klub der alten frisirt werde; man ersehe daraus, daß der Großbetrieb sich auch jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Geselliger des Barbiergewerbes zu bemächtigen scheine. Nach Erledigung Verein Universum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, Linienstr. 19: : Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichkeit und Klub verschiedener innerer Angelegenheiten fand Schluß der Versamm- sumor, Abends 9 Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Beiſammenſein mit, lung statt. Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Gangesfreunde Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Berein am 23. Februar eine Versammlung ab, in welcher Kollege Th. Stalizerfir. 41. Der deutsche Tischlerverband, Zahlstelle Norden, hielt albesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant Glocke über Umwälzungen in der Produktion und in den A. Gaspar, Reichenbergerſtr. 113a.- Rauchtklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr Eigenthumsverhältnissen referirte. Mit Interesse verfolgte die 8 Uhr, bet A. Bohl, Rüdersdorferftr. 8.- Rauchtlub Arabi Pascha, Restaurant Buder, Gräfeftraße 18. Rauchflub Kernspize, Abends Versammlung die Ausführungen des Redners. Im weitern Ver- Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub hneftrett, lauf der Versammlung wurden zu Werkstattkontrolleuren die Abend 9 Uhr bet Fürstenau, Reichenbergerstraße 39. Theaterverein Mai= Kollegen Witte, Gragert, Giesho it, sowie zu Beitrag- Süd eft, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bei Flid. glöckchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Rauchflub Brüderlich= fett, von 9 bis 11 Uhr bei Lehmann, Kaiser Franz- Grenadier- Plaz 7.fammlern Kozo wreck und Schieke gewählt. Rauchtlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet E. Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg. Rauchflub Eldorado, Rauchklub Su= matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelftr. 84.- StatRuderverein Vorwärts. Sigung Abends 8 Uhr, bet Bodenburg, Gäste willkommen. Schießtlub tell, Rudolph Wendt, Köslinerĭtr. 17, Delegirter der Hilfsarbeiter zur Streif- Kontrollkommission. Die Vorstände von Unterstützungs- Kaffen oder Vereinen werden freundlichst ersucht, ihre Adressen an eine der unten angegebenen Personen recht bald gelangen zu laffen, um in der Aerztefrage zu verhandeln. Friedr. Freudenreich, Reichenbergerstr. 3. Otto Köppen, Gitschinerstr. 109. Bekanntmachung. Da der Streit in Mittweida beendet ist und wir noch eine große Zahl Gemaßregelter zu unterstützen haben, auch sobald wie möglich abgerechnet werden muß, erfuchen wir, fämmtliche ausstehende Sammellisten schleunigst an uns abzuliefern. Gustav Radwig in Mittweida( Sachsen), Heinicherstraße 485. 1 3000 Feldarbeiter streiten, wie der„ Bossischen Zeitung" gemeldet wird, in Molinella bei Bologna und Umgegend wegen Rigdorf. Die Freie Vereinigung der Bau- und gewerb abends 8% Uhr, Restaurant W. Schulze, Ofibahnhof 7. verweigerter Lohnerhöhung. Tante Voß erklärt den Streit, der foll, für eine Folge der Aufreizung der Landarbeiter durch 19. Februar ihre monatliche Mitglieder Versammlung. Genosse tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallifadenstr. 47. natürlich ernste Unruhen" als Begleiterscheinung gehabt haben lichen Hilfsarbeiter für Rixdorf und Umgegend hatte am Regerau hielt einen Vortrag über: A " Sozialisten und Bologneser Studenten, aber sogar Tante Voß Die Entwickelung des fönnte wissen, daß der italienische Landarbeiter zu den ausge- Sozialismus", welcher allgemeinen Beifall fand. Zur Diskussion beutetsten Arbeitern Europas gehört, so daß es wirklich keiner sprach Kollege Demelang. Bei Vereinsangelegenheiten wurde Aufreizung bedarf, um ihn zum Streit zu veranlassen. Die die Aufnahme neun neuer Mitglieder bekannt gemacht. Dem italienischen Grundbesitzer gehen noch über gewisse deutsche verunglückten Kollegen Schneega ß wurden 4 M. als Ertrag Agrarier, was freilich faum glaublich, aber doch wahr ist. einer Zellerfammlung zu theil. Die Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Töpfer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands ift, wie wir auf Wunsch des Bevollmächtigten derselben mittheilen, nicht zu verwechseln mit der Kranken- und Zuschußkaffe der Töpfer Berlins, über welche wir vor kurzem einige Notizen brachten. Erstere Raffe ist ebenfalls Zuschußkasse, hat aber ihren Namen nicht geändert; auch sind deren Zablstellen diefelben geblieben. Beiträge und Beitrittsmeldungen werden nach wie vor entgegegengenommen: Am Montag nach dem 1. und 15. im Monat von 8-9 Uhr Abends Lebuferstraße 5, am Mittwochs nach dem 1. und 15. im Monat von 72-8/ 2 Uhr Abends Ecke der Schwerin- und Ziethenstraße, am Sonnabend nach dem 1. und 15. im Monat von 7-9 Uhr Stalizerstraße 11. Ferner täglich Gipsstraße 3 und Brunnenstraße 40. Ueber die Leistungen der Kaffe geben die in den Zahlstellen erhältlichen Flugblätter Auskunft. Das Reichs- Versicherungsamt hat unterm 5. Dezember vorigen Jahres entschieden, daß die von den Verwaltungsbehörden im Streitverfahren gemäß§ 122 des Invaliden- und Altersversicherungsgesetzes getroffenen Entscheidungen über die Bei tragspflicht auch für diejenigen Behörden, welche die Renten festzusetzen haben( Vorstand der Versicherungsanstalt, Schiedsgericht, Reichs- Versicherungsamt) bindend find. Danach ist die Möglichkeit ausgeschlossen, daß Personen, die von den Verwaltungsbehörden zur Beitragsleistung herangezogen wurden, später von den Spruchbehörden mit ihrem Rentenanspruch ab gewiesen werden. Nur für die vorgesehliche Arbeitszeit, welche gemäß den Uebergangsbestimmungen der§§ 156 ff. des Gesetzes in Betracht kommt, ist den Entscheidungen der Verwaltungsbehörden eine maßgebende Wirkung nicht zuerkannt worden. Kommandantenstr. 10-11. Abends 8 Uhr bet Nifolet, Elifabethfirchftr. 17. 1 Vermiscytes: 1 Rauchflub Rummelsburg. In der letzten Generalversammlung des hiesigen Arbeitervereins erstattete der Kassirer den Kassenbericht. Eine gute Landwurst. Ueber die Herstellung der fo Derselbe ergab einen Ueberschuß von 202 M., wovon 150 M. dem Ver- genannten eigen gemachten Landwurst" durch die biederen trauensmann übergeben und 50 M. für die ausgesperrten Bergarbeiter Bauersleute macht die Deutsche Fleischerzeitung" folgende Mitbewilligt wurden. Am Sonntag, den 12. d. M., fand eine öffent- theilung: Wenn ein Bauersmann, welcher auch zum Verkauf liche Versammlung des Arbeitervereins statt, welche von zirka Wurst fabrizirt, ein oder zwei Schweine geschlachtet hat, so hat 300 Personen besucht war. In derselben referirte Genossen Otto er vorsorglich schon je nach Bedarf ein Quantum gehacktes Klein über Bourgeoisie und Sozialdemokratie. Der Redner Pferdefleisch in der Stadt bestellt, oder in den kleinen Städten, forderte am Schluß seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen wo auf dem Schlachthof eine Freibant ift, geht die ganze Familie Ausführungen zur regen Betheiligung an den bestehenden Dr- hin und jeder kauft vier Pfund von dem feilgehaltenen tuberganisationen auf. In der darauf stattfindenden Diskussion sprachen fulösen Fleisch, da an einen Einzelnen größere Quantitäten nicht sämmtliche Redner im Sinne des Referenten. Unter Verschiedenem verabfolgt werden. Dann geht's fröhlich ans Wurstmachen, wurde lebhaft für die Verbreitung des Vorwärts" und des wobei sorgfältig darauf geachtet wird, daß die eigen gemachte Volksblatt", sowie der gesammten sozialdemokratischen Literatur Wurst für die Stadtkundschaft nicht mit der zum Selbstverbrauch So verdient der brave eingetreten. Ein Antrag, die Familie eines inhaftirten Genossen hergestellten in Berührung kommt. mit 20 M. zu unterstützen, wurde einstimmig angenommen. Von Bauersmann ein gutes Stück Geld und verwerthet seine Schweine seiten der Lokalkommission wurden die hiesigen sowie die Berliner besser als durch den Verkauf an den Fleischer. Genossen auf das Lokal Café Bellevue( Inhaber Adolf Menk) aufmerksam gemacht, da der Wirth seinen Saal zu unseren Bersammlungen verweigert. Hierauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. " " In Wurzen hat, wie das" Sächs. Voltsblatt" mittheilt, ein Spizbube aus der Polizeistube den Stadtstempel gestohlen. Ueberschwemmung. Die Donau hat bei Pats in Ungarn den Ort Gerjen überfluthet. In dem 1600 Einwohner zählenden Orte sind sämmtliche Häuser von der Hochfluth wegIn Charlottenburg fand am 20. Februar eine öffentliche gerissen worden. Viele Leute flüchteten in die Kirche, aber auch Volksversammlung statt, in welcher Herr Stüve aus Hamburg hier drangen die Fluthen ein. Auch die Kirche und die Schule über Hamburg und die Cholera referirte und feine Ausind eingestürzt. Viele Personen sind umgekommen. Noch 600 führungen durch 40 Lichtbilder illustrirte. Der interessante Bor- harren der Errettung. Von Pest find Pioniere mit Pontons nach trag wurde mit großem Interesse von der Versammlung verfolgt Gerjen abgegangen. und am Schluß mit lebhaftem Beifall belohnt. In einem Schlußwort wies Herr Stüve noch darauf bin, daß die sozialdemokra tische Arbeiterschaft in Hamburg es gewesen ist, welche mit Eifer sich zur Durchführung der von der Behörde getroffenen Maßnahmen hergegeben und das Möglichste in der Bekämpfung der Seuche geleistet hat, als der größte Theil der Ordnungsstüßen" eige Hamburg verlassen hatte. Nachdem noch an die Anwesenden die Aufforderung ergangen war, der politischen und gewerkschaftlichen Organisation beizutreten, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Die Kölner Gewerkschaften haben im Severinspiertel verfuchsweise eine Arbeitslosen Statistit aufgenommen, und nachdem deren Resultat vorlag, den Beschluß gefaßt, auch in den übrigen 20 Stadtbezirken die Arbeitslosen zu zählen. Im Severinsviertel betrug die Zahl der Arbeitslosen 598, die Dauer ihrer Arbeitslosigkeit 10 160 Wochen, so daß im Durchschnitt auj jeden 17 Wochen 1 Tag Arbeitslosigkeit fommen. Auf die einzelnen Berufe vertheilten sich die Arbeitslosen wie folgt: 8 Schneider waren zusammen 106 Wochen, je 13 Wochen 1/2 Tag arbeitslos; 39 Schreiner 675 W., je 17 2. 2 T.; 7 Zimmerer 115 W., je 16 W. 21/2 Z.; 45 Stücfateure und Maurer 481 W., je 10 W. 4 T.: 9 Klempner 169 W., je 16 W. 4 T.; 40 Maler 753 28., chule: Sagelsbergeritraße 43: Unterricht in Deutsch( oberes). Südost je 18 W. 5 Z.; 3 Sattler 31 W., je 10 W. 2 T.; 2 Bäcker 30 W., je 15 W.; 9 Steinhauer 157 W., je 17 W. 3 T.; 41 Metallarbeiter 763 W., je 18 W. 3 T.; 15 Schuhmacher 238 28., je 15 W. 5 T.; 70 Frauen 1434 W., je 19 28.; 279 Tagelöhner 4633 2., je 161/2 28.; 25 andere Arbeiter 575 W., je 23. Kosten hat die Statistit insgesammt 389,70 m. verursacht, so daß die Ermittlung jedes Arbeitslosen einen Aufwand von rund 65 Pf. erforderte. Versammlungen. Der Verband der Möbelpolirer hielt am 20. Februar feine Monatsversammlung ab. Vor Eintritt in die Tages: ordnung erhoben sich die Anwesenden zu Ehren des verstorbenen Kollegen Paul Hoffmann von ihren Plägen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Herr Dr. Christeller sodann einen Vortrag über Gewerbefrankheiten, der mit großem Beifall entgegen genommen wurde. An der äußerst regen Debatte betheiligten sich mehrere Kollegen, welche sich alle im Sinne des Referats aussprachen. Der Antrag des Kollegen Reuter, Vergnügungen des Verbandes aus der Versammlung durch drei Personen anzuregen, fand nach lebhafter Diskussion Annahme. Es wurde sodann die Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen gegeben, wobei ein kleiner Ueberschuß erzielt worden war. Nachdem die Versammlung noch beschlossen hatte, auf den Gräbern der März: gefallenen am 18. März einen Kranz niederzulegen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Verband deutscher Barbiere, Friseurs und Verrückenmacher, Zweigverein Berlin Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 2. März, Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen mur ersten gilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 2. März, Abends 8 Uhr, bei Bolz, Alte Jakobfir. 75, Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Süd. Schule, Steichenbergerstr. 133: Geschichte( mittt.), Kaufmännisches Rechnen, Wechselrecht und Korrespondenz; Ost= Schule, Martusftr. 31: Unterricht in physiologie; Nord- Schule, Müllerfir. 179a; Unterricht in Chemie, In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jeßt, im Laufe des Semesters, eintreten. bei Schröder, Wiesenstr. 39. gefe- n. Diskutirklubs. Donnerstag. Dietgen, Abends 8% uhr, Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Gieshoit. Süd Oft, bei Toltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecte. der Freunde" bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. August Geib, Donnerstag bet Bubeil, Naunynstraße 86, Abends Hasenclever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulen weg Treptow. manzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 Tistutirtlub der ausdiener, Abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstr. 21: Sigung. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends 8% Uhr, Manteuffelstr. 60.- Distutirtlub3eitgeist" jeden Donnerjag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langeftr. 65, Abends 8% Uhr. Klub 9 Uhr. bet Kräsche. KreuzBriefkaffen der Redaktion. Marie Schröder. Der von Ihnen mitgetheilte Fall unterscheidet sich faum von den vielen Fällen. Der Soldatenmißhand lung, die wir bereits in die Deffentlichkeit gebracht haben. Daß alles sich so zugetragen, wie Sie es uns mittheilen, glauben wir gern; das genügt aber nicht. Die Thatsachen müssen ganz bestimmt lauten und auch unter vollen Beweis gestellt sein. Dieselben Rücksichten, die Ihrem Schwager es erwünscht sein lassen, daß sein Name nicht genannt wird, walten auch bei den Zeugen vor, die bei gerichtlicher Bernehmung gewöhnlich mit ihren Aussagen zurückhalten oder diefelben einschränken. 5. A. 13. Eugen Richter ist bis heutigen Tages JungStrampel- Annie seine Tochter; er ist nur ihr geistiger Erzeuger. gesell. Die Spar- Agnes ist ebenso wenig seine Frau, wie die wie die Minerva dem Haupte Jupiter's, sind sie dem Haupte des großen Eugen entsprungen. W. J. Ja, ja. A. M. Die Klage muß schriftlich eingereicht werden. Nach Ihrer Darlegung fönnen Sie tlagen auf Entschädigung und auf Ausstellung eines Zeugniffes. Es ist am besten, Sie warten mit der Klage bis nach dem 1. April und wenden sich dann an das Gewerbegericht. Vorher müßten Sie sich an das Amtsgericht wenden. Vielleicht sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr bei uns vor. Sie es unseren Mitgliedern der Heinze- Kommission: Bebel oder Enge. Falls Sie bestimmtes Material haben, übergeben Stadthagen. Nachmittags, Gipsitraße 3 bei Byrted. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr E. K. 250. Wenn kein Testament vorhanden, erbt allerOswald Berliner. " 1000 Bockmühle. Bitte, die Sachlage genauer, vielleicht mündlich, darzulegen. Der Brief ist nicht ganz verständlich. A. B. Verhalten Sie sich im Termin recht ruhig, nicht Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im provozirend. Die Minimalstrafe beträgt 3 M., die MaximalBereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 70 ftrafe 2 Jahre Gefängniß. Zwischen 50 M. und 4 Wochen wird Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. wohl herauskommen. St. Urban, Annenfir. 9, bei Broß. Kornblume, Blumenjir. 54, bei Brezelschluß, S. S., Würzburg. Leider läßt es sich nicht erzwingen, Wuttte.- Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. annenftr. 16, bet Keßner.- Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bei den Denunzianten zu nennen. Böttcher. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. Alter Abounent. Eine Verhandlung ohne Sie kann ftattDorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Augustftr.- Ecke bei Schulz. Einigkeit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- harmonie, finden; um dies auf jeden Fall zu verhindern, müssen Sie Butunft 2, Nieder- Schönhausen, Buch schriftlich beantragen, Sie als Nebentläger zuzulassen. Tempelhof, Dorfur. 10, bet Gerth. holzerftraße bei Hempel. Oft- und Westpreußischer Männer Gesangverein, Solzmarktstr. 3, bei Deter- Edelweiß, Melchior: Boray, Wienerstr. 31 b. Drügemüller.. Mainraße 15, b. Stehmann. glöckchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Pägold. Einigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, b. Hann. Freie Sänger, Krautstr. 6, Zukunft 20. Errichten Sie ein wechselseitiges Testament, bei Rudolf. Butunft 3, Belten, bei W. Grunow. berger armonie, Fichtestraße 29, Nordstern, Daffelbe muß dem Gericht übergeben werden. Müllerstr. 7 bei Reichardt. Steinfeger Sänger chordings die Ehefrau nur die Hälfte. saftonien Allee 28 bei Maiwald. Liedes Echo, Reichenberger- und Forferstraßen Ecke, bei Spindler. Liedertafel Westend Blumenthal- C. R. Nein; nach 5 Jahren können Mädchen, falls sie straße 5 bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlottenburg, Schillerfir. 102 sich verheirathen, die Hälfte ihrer Beiträge auf ihren innerhalb bei Stahl. Der Verband der im Vergoldergewerbe beschäftigten Gesangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bet 3 Monaten nach Eheschluß gestellten Antrag zurückerhalten. Die Gesangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 22. Februar eine Ver- Mölter. Gesangverein der Studate ure Berlins und Umgegend, Seydel: Ansicht, daß Arbeiter oder Arbeiterinnen, sobald sie aus Arbeit sammlung ab, in welcher Otto Münzberg zum zweiten Vor- ftraße 30 bei Preußer. Arbeiter- Gesangv. Spandau Lynarstraße Restaurant treten, ihre Beiträge zurückerhalten, ist durchaus falsch. Sie ist Sieters. Gesangverein Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, bet Kuhl durch den dummen Schwindel der Ordnungsparteien genährt, fizenden, Wilh. Sprenger zum Kassirer und Emil Kleophas mey. Arbeiter- Gejangverein yra 2, Charlottenburg, Caurstr. 23, bet zum Schriftführer gewählt wurde. Ferner wurde zum Beisitzer Lange.- Gejangverein Felsenfest( Gem. Chor), Badjir. 12, Victoriagarten. daß die Beiträge eine Sparkasse bildeten. der Kollege Kühn und zu Revisoren die Kollegen Liste, Gejangverein Gollegia 2( freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker), Neue 2. Wolkenstein. 1. Das sächsische Einkommensteuer- Gesetz Haupts und Ehlene bestimmt. Sodann wurde beschlossen, Gefangverein Proletariat( gem. Chor). den Vertrauensleuten fortan das„ Korrespondenzblatt" für den Böchstr. 8, bei A. Moewes. Gefangverein Arton in Wittenberge, bei und Wertzeugunkosten werden als abzugsfähig nach uns geFall zuzuschicken, daß sie ihre Adressen und die Mitgliederzahl Goring. Gesangv.rein Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. machter Mittheilung in der Praxis nicht erachtet. 2. Nur Steinnelte, Röslinerstr. 17. Sangerrunde, Kottbuserstr. 7, für den Fall der Heirath erhalten nach§ 30 nur weibliche dem Schriftführer genau mittheilen. Von der letzten Matinee Cafee Braun.- Alpenrose, Grenzstr. 16 bei Geidel. Frohsinn 2, wurde berichtet, daß der Kollege Belau noch mit 4 Billets rück- Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfuiter Chauffee bei Müller. Treu und Personen auf ihren Antrag die Hälfte der Rentenbeiträge. ständig ist. Ein angekündigter Vortrag konnte nicht stattfinden, est, Lebuferir. 5 bei Nemiß. Gesangverein Brüderschaft( Haus zurück, und zwar auch erst nach 5 Jahren. Eine weitere Rück da der Referent nicht erschienen war. Gesangverein Freundestreue erstattungspflicht bezüglich der Hälfte der Beiträge findet in den Das Sommerfest wird diener), Fischerstraße 41 bei Seidemann. ( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bet Seehausen. am 22. Juli abgehalten. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Fällen des§ 31 des Gesetzes statt. Daß die Beiträge sonst Alle zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: Bentel, zurückgezahlt würden, sobald jemand selbständig wird, daß das Der Allgemeine Hilfsarbeiter und Arbeiterinnenverein Bergmannstr. 21, Sof 3 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder Geld nur gespartes Geld sei" 2c. ist purer, blanter Schwindel. G. M. 2. 1. Es erben Mann, Bruder und Schwesterkind. hatte am 22. Februar eine Versammlung, in welcher Rollege bund, Andreasstr. 3 bet Noll. Wiusitverein Osiris, Adalbertstr. 21. Geselliger Verein Grüne Arndt zunächst bekannt gab, daß abwechselnd in den ver- Eiche( vor dem palle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. Bimmer: 2. Ob ein Möbelhändler ein Recht auf Rücknahme der Möbel schiedenen Stadtbezirken alle 14 Tage eine Versammlung statt- Schüßenverein Fein Korn, Boeckhitr. 61 bei Klatt. Mujitverein hat, hängt von dem Inhalt des Vertrages ab. Folgt eine Bautenschwengel, Stallschreiberstr. 68 bei Sommer. Regel- Klub finden wird. Die nächste derartige Bersammlung tagt am 6. März uftige 13", Wienerstr. 1 bei Boll. Bergnügungsverein Jugendlust, dahingehende Befugniß nicht aus dem Vertrage, so steht ihm im Nordosten. Hierauf wurde ein Schreiben des Reichstags- Domigasse 2 bet ferebs.- Theaterverein Rhetorit, Naunynftr. 86 bei Zubeil. eine dahin gehende Befugniß nicht zu; aus dem Gesetz folgt sie Abgeordneten W. Schmidt, welcher ein Referat zugejagt hatte, Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer nicht ohne Weiteres. 3. Der Erfahreservist muß in Ihrem verlesen. Schmidt bedauerte, durch Krankheit am Erscheinen ver- Gefangverein Alt: Deffau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Falle warten, bis er eine neue Ordre erhält. hindert zu sein und versprach, den Vortrag in einer nächsten weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; H. B. Hamburg. Die volljährige oder selbständige Tochter Versammlung halten zu wollen. Nachdem der Vorsigende noch bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer- Gesangverein fann nicht gezwungen werden, zu ihrer Mutter zu ziehen. Zyrolienne Abends 9 Uhr bei Fauimann, Reichenbergerstr. 73a. zur regeren Betheiligung an der Organisation aufgefordert hatte, M. Sch., Pirmasens. Die betreffende Broschüre besorgt fand Schluß der Versammlung statt. Ihnen jede Buchhandlung, der Preis ist 50 Pfennig. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. raße 31 bet Seehaufen. Friedrichstr. 44, bei Röllig. Gesangverein der Kürschner, Landsberger: läßt nur die Berechnung des letzten Jahres zu; Geschäftsreisen Rauchtlub Graue Wolte, Krautstr. 48. Gesangverein Gíodenrein, gemischter Chor, jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr bei Knapp, Kastanien- Auee 95/96.