Nr. 224. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., möchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iss bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Unfere nächste Pflicht. Donnerstag, den 24. September 1908. Die Gewerkschaften und die Wahlen. New York, Anfang September.( Eig. Ber.) In keinem früheren Wahlkampfe boten die amerikanischen Gewerkschaften ein solches Bild der Zerfahrenheit und ZerDie politischen Ferien find vorüber und kaum ein Monat trennt splitterung, als jetzt vor der Präsidentschaftswahl. Und noch uns von der Eröffnung der Parlamente. Schwere Kämpfe stehen dem deutschen Proletariat bevor. Dem deutschen Volle wird die Kostenrechnung für den Ausfall der Januarwahlen vorgelegt werden, und eine skrupellose Majorität, die allerdings in Wirk lichkeit nur eine Minderheit des Volles repräsentiert, ist entschlossen, fast die ganze Last auf die schwachen Schultern abzuladen. Mehr als eife halbe Milliarde Tabak, Bier und Branntwein werden schwer herhalten müssen, wenn nicht die Arbeiterklasse sich mit aller Macht zur Wehre fegt. Und wie es im Reichstag den Abwehrkampf gegen die Pläne des Steuerwuchers gilt, so wird es sich im preußischen Landtag um die Fortsetzung jenes Angriffstampfes handeln, den die preußischen Arbeiter mit ihren großen Demonstra tionen und ihren Wahlfiegen im Juni eingeleitet haben. Das beste Mittel in diesen Kämpfen ist August Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. anderen nüßlichen öffentlichen Arbeiten, Einführung des AchtStundentages bei allen derartigen Arbeiten und Zahlung der von den Gewerkschaften festgesetzten Löhne. Unverzinsliche Darlehen seitens der Bundesregierung an die Einzelstaaten und die Gemeinden zur Jnangriffnahme öffentlicher Arbeiten. Regierungsbeistenern an die Gewerkschaften zur Unterstützung ihrer Arbeitslosen und sofortige Inangriffnahme solcher Maßregeln, durch die dem durch die fapitalistische Mißwirtschaft weitverbreiteten Elend unter den Arbeitern gesteuert wird. Abfolute Preß-, Rede- und Versammlungsfreiheit. Abschaffung der von dem Oberbundesgericht der Vereinigten Staaten ufurpierten Macht, über die Konstitutionalität der vom Kongreß angenommenen Geseze zu entscheiden. Abkürzung der Arbeitszeit in Einklang mit der erhöhten Leistungsfähigkeit der Maschinen. Eine Ruhepause von anderthalb Tagen per Woche. Strengere Fabriks und Gewerbeinspektion. Verbot der Fabrikarbeit für Kinder unter 16 Jahren. Verbot der zwischenstaatlichen Beförderung von Produkten, welche von Kindern oder in Gefängnissen oder in nicht unter der Gewerbeinspektion stehenden Fabriken hergestellt werden. Abschaffung der Wohltätigkeitseinrichtungen und Ersegung der selben durch Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfälle, Invalidität, hohes Alter und in Todesfällen. Lostrennung des derzeitigen Arbeitsbureaus vom Departe ment für Handel und Arbeit und Etablierung eines eigenen Departements für Arbeit. Wahl sämtlicher Richter durch das Volk auf furze Amtstermine. Sofortige Aufhebung der den Gerichten zu stehenden Befugnis, Einhaltsbefehle zu erlaffen. Unentgeltlichkeit der Rechtspflege. nie trat die vollständige Bedeutungslosigkeit der in der Federation of Labor( Arbeiterbund) vereinten Gewerkschaftstage. Daß dem so ist, haben die Gompers, Mitchell, berbände im politischen Leben unseres Landes offenkundiger zuDuncan usw., die seit Jahren an der Spike der Federation of Labor stehen, durch ihren neuesten Geniestreich, die Arbeiterstimmen der demokratischen Partei zuzuführen, zuwege gebracht. Arbeiterführer im eigentlichen Sinne waren ja allerdings die Gompers und Konsorten nie gewesen. Dazu mangelte es ihnen am flaren Blick und an tieferen Kenntnissen und obendrein an jeglichen Idealen. fordert die Regierung an neuen Steuern, und diese halbe Milliarde Ihre Handlungen und Entschlüsse waren stets nur Halbsollen die arbeitenden Massen aufbringen; denn die heiten, diktiert von zarter Rücksichtnahme auf kapitaReichen weigern sich, neue Steuern auf sich zu nehmen. Ihr listische Interessen, die zu gefährden sie sich sehr Patriotismus ist am Ende seiner Kraft, wenn sie die Ausgaben hüteten. Am wohlsten war ihnen im Bankettfür Heer, Marine und Kolonien bewilligt haben, jene Ausgaben, schlimmsten Arbeiterfeinde, wie des bekannten Andrew faal an der reichbesetzten Tafel in Gesellschaft der welche zugleich so schöne Profite für die Kanonen- und Panzer Carnegie und des Straßenbahnmagnaten plattenfabrikanten, für die Reeder und Schiffbauer bedeuten. Wenn Belmont, mit denen sie die„ Civic Federation", eine Verder Zollwucher den deutschen Arbeitern ihre Lebensmittel so einigung zur Förderung der Harmonie der Interessen, ins Unerschwingliche verteuert hat, vor einer weiteren Belastung gründeten und bei welcher Mitchell, der frühere Präsident selbst der Fiskus zurückschreden muß, so bleiben ja noch die des Kohlengräberverbandes, kürzlich eine Anstellung mit In einem vom Parteitage erlassenen Manifest an die ,, Genußmittel" der Armen. einem Jahresgehalt von 6000 Dollar( nahezu 25 000 M.) ge- Arbeiter werden diese Forderungen noch näher erläutert, die Der Arbeiter ist den Herrschenden nichts weiter als ein Arbeits- funden hat. Und ganz im Einklang damit suchten sie jede Bestrebungen der Verwaltungsbehörden und der Gerichte, das instrument, wie die Maschine oder das Zugtier. Daß ihm so viel selbständige politische Regung der Gewerkschaften zu unter- Stoalitionsrecht der Arbeiter zu beschränken, scharf verurteilt instrument, wie die Maschine oder das Zugtier. Daß ihm so viel brücken. Wer anderen Sinnes war, wer, wie beispielsweise und die amerikanischen Arbeiter aufgefordert, sich unter dem Nahrungsmittel zugesetzt werden als er zum Leben braucht, ist für die Sozialdemokraten, den Klassenfampf predigte und die Banner der sozialistischen Partei zu vereinen. bas Rapital eine Notwendigkeit. Was darüber hinausgeht, ist amerikanische Gewerkschaftsbewegung auf die Bahnen zu leiten Lugus, ist unnötiger Genuß. Die Vertreter jener Neichen, die jede suchte, welche die englischen Arbeiter eingeschlagen, ward zum gramm und das Manifest der sozialistischen An Deutlichkeit lassen weder das Pro. Steuer, die das Vermögen und die hohen Einkommen trifft, ver- Verräter gestempelt. Stübelweise wurden die persönlichen Ver- Partei zu wünschen übrig; sie hätten desweigern, weil sie dem prafsenden Lurus der herrschenden Klaffen unglimpfungen über ihn ausgegossen, und Gompers, den sonst halb auch die freudige Zustimmung der nicht Abbruch tun wollen, sie sind entschlossen, den Arbeitern auch selbst die vitalsten Interessen der Arbeiter nicht in seiner Gewertschaftsführer finden müssen. Aber weit das Letzte ins Unerschwingliche zu berteuern. Ruhe stören konnten, spie Gift und Galle. Zweifellos da von entfernt! Im Rate dieser Weisen, bei war und ist ist der lächerliche Haß des der Federation of Labor gegen die sozialistische Betreten hinter dem Hasse gegen die Sozialisten, Präsidenten denen die Interessen der Arbeiter zurück. wegung und deren Träger das echteste, wenn nicht das hatte man bereits anders befchloffen. einzig Echte an Gompers. Und nur aus diesem Haß heraus So kam der sonderbare Bittgang der Gompers, Mitchell läßt sich seine neueste Leistung erklären, wie wir durch einen usw. zu dem Konvent der republikanischen Partei in Chikago kurzen Rückblick auf Vorgänge der letzten Zeit nachzuweisen und dem der demokratischen Partei in Denver zustande. versuchen wollen. Beiden Tagungen unterbreiteten die Leiter der Föderation Gesetzgebung ungeachtet der mit bedeutenden Geldmitteln Diese Forderungen, mit denen man die angeführten ProgrammWährend der lehtjährigen Kongreßfeffionen ist die soziale ihre Forderungen für die Aufnahme in die Wahlprogramme. unterhaltenen Lobby( Rommission zur Ueberwachung der fäße der Sozialisten vergleichen möge, lauten: Soalitionsrecht Gesetzgebung und zur Förderung arbeiterfreundlicher Geseze) für Lohnarbeiter und Farmer, ohne daß solche Organisationen vollständig zum Stillstand gekommen. Nicht einmal dem drin- als ungefeßliche Vereinigungen zur Hinderung des Handels gend geäußerten Verlangen der Federation und ihrer Führer, betrachtet werden. Gesetzliches Berbot des Erlassens von das Verbot des Streifens Einhaltsbefehlen bei Arbeiterstreitigkeiten. Das Erlassen solcher durch Einhaltsbefehle, die Schadenersatzpflicht der Gewerk- Einhaltsbefehle ift erst nach einem gehörigen Verfahren vor schaften bei Boykotts durch Gesez unmöglich zu machen, kam einer Jury zulässig. Tefen, jeder Abonnent des Vorwärts" sein. Aus den Arbeiter der Songreß nach. Schreibt doch deshalb Gompers selbst in Achtstundentag für alle Regierungsarbeiter und bei allen wohnungen muß nicht nur die Presse der offenen Gegner der der Juli- Nummer des" Federationist"( offizielles Organ der Arbeiten, die für die Regierung ausgeführt werden. HaftArbeiterklasse verschwinden, sondern auch jene fast noch schlimmere wiederum vertagt; für die Hilferufe der Arbeit um Schaffung eines Arbeitsdepartements; Bergbaukontrolle durch Federation of Labor): So hat sich denn der Kongreß pflicht der Arbeitgeber. Stimmrecht für die Frauen.Klatsch preffe, die das Gehirn des Arbeiters mit leeren und Befreiung aus gleichgültigen, aber fenfationell aufgebauschten Berichten verwirrt Situation, in der sie sich seit einem Jahrhundert befunden, Feststellung der Ursachen der Grubenunfälle. der tyrannischsten und unerträglichsten die Bundesbehörden und Bewilligung hinreichender Mittel zur und ihn dadurch von seinen ernsteren Aufgaben abzieht. Der hatte er nur ein taubes Dhr. Der beim Auf diese Forderungen antwortete die republikanische Stongreß eingereichte Protest der großen Konferenz der Partei im Juni mit der Annahme des folgenden Programmist nicht nur das Blatt der raftlosen politischen Bekämpfung organisationen wurde ignoriert und zwar derart frech ignoriert, Beamten und anderen Vertreter der Arbeiter- und Farmer- fates: aller Gegner der Arbeiterklasse, er ist auch ein Mittel zur Auf daß selbst jene, welche für diesen Kurs die Verantwortung Wir glauben, daß die Regeln über das Verfahren in den Bundesgerichten hinsichtlich der Ausstellung von Einhaltsbefehlen klärung und Weiterbildung. Die Vorgänge des sozialen tragen, über ihre eigene Kühnheit erstaunt waren." durch das Gesetz genauer festgestellt werden sollten, und Lebens, die wichtigsten Erscheinungen auf wirtschaftlichem Gebiete, Diesem Bekenntnis Gompers' über das vollständige Vertein Einhaltsbefehl oder temporärer Sistierungsbefehl ohne vor der unmittelbare Klassenkampf, wie ihn die Arbeiter in ihren fagen seiner bisherigen Politik, die bekanntlich auf das einherige Mitteilung erlassen werde, ausgenommen in folchen gewerkschaftlichen Organisationen führen, werden fältige Schlagwort eine Politik in den Gewerkschaften" Fällen, wo durch Verzug unerfezlicher Schaden angerichtet würde, fritisch besprochen und zeigen dem Arbeiter die Natur einer Gesell- die formelle Bankrotterklärung der legis. hinauslief, folgte in der August Nummer des Federationist" in welchem Falle nachher ein schleuniger Termin anberaumt werden sollte." schaft, deren Umwandlung die historische Aufgabe seiner Klasse ist. Iativen Sommission der American Obwohl von vornherein eine andere Stellungnahme der Federation republikanischen Partei gar nicht zu erwarten war, stellte sich of Labor, der Lobby. In einem mehrere Seiten Gompers ob des Resultats sehr entrüstet, drohte mit fürchterKommission zu, daß ihr Wirken während der verflossenen wo Anfang Juli der Konvent der Demokraten zusammen. langen Bericht über ihre Tätigkeit" gibt die legislative licher Rache und begab sich mit seinem Stabe nach Denver, Stongreßsession gleich Null war und kommt zu dem Schluß, trat. Diesem unterbreiteten die Leiter der Federation of daß sich die Arbeiter endlich der Situation gewachsen zeigen Labor die gleichen Forderungen. und sich zu diesem Zwecke ihrer politischen Bürgerrechte auf den die Forderungen der Federation in Chikago bei den Den gleichen Widerstand, anders als bisher bedienen müssen. Republikanern gestoßen, begegnete man in Denver. Nur dem Einfluß William J. Bryans, des demokratischen Präsidentschaftskandidaten, gelang es, den Parteitag zur Annahme einer Reihe scheinbar arbeiterfreundlichen Programmfäße zu bewegen, die im wesentlichen besagen: unsere Presse. Wir fönnen mur fiegen, wenn jeder einzelne weiß, worum es Gerichtsentscheidungen fich handelt. Darum muß jeder Arbeiter das Arbeiterblatt " „ Vorwärtz“ Unser Feuilleton bringt fortlaufend Berichte über den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, und unser Unterhaltungsblatt sucht die hervor ragendsten und interessantesten Erscheinungen auf dem Gebiete der Kunst und Literatur zu vermitteln. Im neuen Quartal werden wir außer einer Erzählung von Tolstoi Wer aber aus dem Eingeständnis Gompers' und seiner legislativen Kommission die einzig logische Folgerung ziehen die bedeutendste Schöpfung von Ludwig Thoma bringen, den sollte, daß die immer wieder Gefoppten nun endlich das bayerischen Bauernroman Tischtuch mit den kapitalistischen Parteien zerschneiden werden, fennt weder Gompers und seine Leute, noch deren Methoden. Dieses Wortgeklingel war nur die Mastierung für ihre neueste Verräteret. ,, Andreas Vöst". So sucht der„ Borwärts" allen Ansprüchen, die der deutsche Arbeiter an sein Blatt au stellen berechtigt ist, nach Kräften zu genügen; und die Arbeiter haben das anerkannt und ihren bereits erwähnten Bericht abfaßte( 3. Juni), war der Zurzeit als die legislative Kommission der Föderation ihrem Blatte die weite Verbreitung verfchafft. Doch noch immer Parteitag der Socialist Party( Sozialistische Partei) bereits fehlen viele, die zum Proletariat gehören. Diese Indifferenten, vorüber. Das von dem Parteitag angenommene Programm Lauen und Nachlässigen zu gewinnen, das muß in den nächsten enthält unter anderen die folgenden für die Gewerkschaften Tagen die vornehmste Pflicht unserer Genossen und Leser sein. besonders wichtigen Forderungen: Jeder werbe nene Mitstreiter und neue Abonnenten rür den Vorwärts"! Sofortiges Eingreifen der Regierung zugunsten der Arbeitslofen durch den Bau von Schulen, die Aufforstung, Kultivierung und Bewässerung von Dedland. den Bau von Kanälen und Fragen der Gerichtspraxis, namentlich in Verbindung mit industriellen Streitigkeiten, find aufgetaucht. Unseres Erachtens sollten die Parteien bei allen gerichtlichen Verfahren mit strenger Unparteilichkeit behandelt und keine Einhaltsbefehle in Fällen gewährt werden, bei denen, falls keine Arbeiterstreitigkeiten in Frage fämen, die Gerichte folche, nicht erlassen würden. Die steigende Organisation der Industrie macht es zur Bedingung, daß das Recht der Arbeiter und Produzenten, sich zum Schuße ihrer Lohnverhältnisse und zur Besserung der Arbeitsbedingungen zu organisieren, nicht beeinträchtigt wird, und daß folche Organi fationen und deren Mitglieder nicht als ungefeßliche Vereinigungen zur Inhibierung des Handels betrachtet werden. Wir begünstigen ( beaünstigen, nicht fordern. D. B.) den Achtstundentag Bet Regierungsbauten. Wir verpflichten die demokratische Partei zur Annahme eines Bundesgesetzes für die allgemeine Haftpflicht der Arbeitgeber, soweit die Bundes- Jurisdiktion reicht. Wir verpflichten die demokratische Partei zur Schaffung eines ArbeitsDepartements, dem auch der Bergbau unterstellt wird." Vertrauen, daß beide Mächte dabei auf die finanzielle oder Ablehnung verständigen fann. Die Limitstellung muß in Lage Marottos Rücksicht nehmen werden, au deren einer Form erfolgt sein, daß durch eine eventuelle Annahme, zu Gesundung alle Mächte ein gemeinsames Interesse der die ausdrücklichste Genehmigung des Stammhauses vorliegen haben. い Damit endlich, daß dem Sultan nahegelegt werde, die veriön muß, der Auftrag perfekt ist. Von diesem Programm, das beispielsweise in bezug auf liche Lage von Abdul Asis und seinen bisherigen Beamten Bei normalem Schutz ist die geschützte Firma berechtigt, den für die Gewerkschaften wichtigsten Passus über die Ein- angemessen zu gestalten, ist die deutsche Regierung einverstanden. eventuelle Nachlässe einzuräumen, von denen sie den schützenden haltsbefehle nichtssagend ist, betreffs der Haftpflicht der ArbeitWährend alle anderen Mächte, auch das mit Deutschland Firmen nicht Mitteilung zu machen braucht. Werden jedoch einer geber im Widerspruch steht mit den Traditionen der demokra- verbündete talien- Oesterreich hat sich noch nicht schützenden Firma gleichfalls Nachlässe nahegelegt, so find der tischen Partei und kein Wort enthält über die Arbeitslosenfrage, geäußert einfach ihre Zustimmung zu der französisch betreffenden Firma auf Anfrage die von der geschützten Firma erklärte sich Gompers hoch befriedigt. Hoch befriedigt von ein spanischen Note ausgesprochen haben, hat Deutschland diese eingeräumten Nachlässe bekanntzugeben und ist dann die schützende paar zu nichts verpflichtenden Programmsägen einer Partei, beste Lösung des unleidlichen und schädlichen Marokkostreites Firma berechtigt, gleichfalls im Preise nachzugeben, jedoch nur die, 30 immer sie an der Macht ist, sich weit reaktionärer ge- verfchmäht. Die deutsche Antwort ist nur die Einleitung zu soweit, daß der vereinbarte Schutzprozentsaz bestehen bleibt. Bei vorliegenden niedrigen Duitsider- Offerten soll der geschützten bärdete als es die republikanische Partei je getan hat.") neuen diplomatischen Verhandlungen und Streitereien, von Hochbefriedigt von den Beschlüssen eines Parteitages, der denen man nur sagen kann, daß ihr Lärm und ihre Dauer Firma der Kampf gegen dieselben nach Möglichkeit dadurch erleichtert neben dem Präsidentschaftskandidaten Bryan, einem Manne, im umgekehrten Verhältnis zur Geringfügigkeit und Be- werden, daß die schüßenden Firmen, wenn an sie wegen Preisnachschlägen herangetreten wird, nicht in dem gleichen Maße nachder seine Ansicht von heute mit jedem Tage wechselt, den deutungslosigkeit des Streitobjekts steht. ausgesprochenen Gegner der Arbeiter, Kern, zum Vize- Die deutsche Regierung treibt natürlich wieder einmal geben, wie die geschüßte Firma und dadurch also den Abstand zwischen präsidentschaftskandidaten aufstellte. Prestigepolitit und bemüht sich daher, möglichst oft zu der geschützten und schützenden Offerte vergrößern. Indessen mögen sich die Gewerkschaftsführer aus persön betonen, daß die marokkanische Frage alle Mächte in gleicher Unter Preisniveauschutz ist derjenige Schutz zu verstehen, bei lichen Rücksichten und in der Hoffnung auf fette Aemter den Weife angeht. Da sie schließlich es aber Frankreich und welchem nur geringe Preisdifferenzen von zirka 2-3 Proz. vereinbart Derartige Vereinbarungen werden getroffen, wenn bei ausgesprochenen Feinden der Arbeiterbewegung mit Leib Spanien überläßt, die Frage der Kostenerstattung für die werden. und Seele verschreiben, die Arbeiter folgen ihnen militärischen Maßnahmen mit Maroffo zu regeln, ist ein einem Projekt gleiche Chancen und gleiche Anrechte auf Bahlung nicht mehr blindlings wie in früheren Jahren. Schon für die französische Regierung sehr wichtiger Punkt dem Streit des Objekts bei mehreren Firmen vorliegen, so daß eine Enthaben Verbandstage einzelner mächtigen Gewerkschaftsverbände, entzogen. scheidung zugunsten der einen oder anderen Firma nicht getroffen Dutzende von Gewerkschaftskartellen und Zahlstellen den Verrat Es ist auch nicht von allzu großer Bedeutung, wenn die werden kann. In diesem Falle wird, wenn nicht abwechselnd Gompers gebrandmarkt und ihm die Gefolgschaft versagt. deutsche Regierung von Frankreich eine Milderung seiner For- normal geschützt werden kann, die Abgabe annähernd gleicher um nicht jenen gleiche Offerten abAber was fehrt sich ein Gompers daran! Was gilt ihm derung, Mulay Hafid müsse feierlich den„ heiligen Krieg" Preise vereinbart und, die Zerrissenheit der Gewerkschaftsbewegung, was der dadurch widerrufen, durchzusehen versucht. Wichtiger dagegen sind die zugeben, durch Verabredung oder Los entschieden, welche Firma gelieferte Nachweis der Bedeutungslosigkeit der Federation im Vorbehalte, die die deutsche Diplomatie an die Einhaltung am billigsten und welche 2 bezt. 3 Proz. höher offeriert, fo= politischen Leben: Sein Haß gegen die Sozialisten der maroffanischen Verpflichtungen gegenüber fremden Mächten wie auch, welche Firma die Preisbasis bestimmt. Liegen bei wenigstens ist befriedigt, ihrer Bewegung glaubt er durch seinen und Privatpersonen fnüpft. Denn wenn zur Anerkennung einem Objekt mit Preisniveauschutz niedrige Outsider- Offerten vor, Schachzug nippel zwischen die Beine geworfen zu haben. der Rechtsgültigkeit der Nachweis verlangt wird, daß die Be- so darf die billigste Firma ihre Preise entsprechend ermäßigen, Und in der neuesten Nummer des Federationist" frönt er sein ftimmungen der Algecirasatte über die Berdingungen und die jedoch sind in diesem Falle die anderen Firmen sofort von dem beWert, indem er gegen den sozialistischen Präsident- Geldbeschaffung eingehalten worden sind, so ist dies gerade treffenden Preisnachlaß zu verständigen. Preisnachlässe sind bei schafts- Kandidaten Eugene Debs einen„ Ein Apostel stets ein Streitpunkt zwischen den französischen und Preisniveauschutz nach Tunlichkeit zu vermeiden, um Preisdrückereien des Fehlschlags" betitelten Schimpfartitel losläßt und die deutschen Marokkointeressenten gewesen. Sind doch die nach Möglichkeit vorzubeugen. Den Firmen ist eine Handhabe freche Verleumdung ausspricht, daß die Debssche Franzosen in der offiziösen deutschen Presse wiederholt zur Vermeidung von Preisdrückereien durch die Berechtigung Agitationstour durch die Vereinigten Staaten und die beschuldigt worden, diese Bestimmungen verlegt zu haben, zur Limitannahme gegeben. Offerten für Objekte, bei welchen Propaganda der sozialistischen Partei mit republikanischem während umgekehrt die französische Presse gegen diese Be- Preisniveauschutz verabredet wurde, dürfen erst nach gegenGelde und dem Gelde des Fabrikantenbundes geführt werden. schuldigungen auf das energischste protestiert hat. Wir denken feitiger Einverständniserklärung abgegeben werden. Auch über die Und als ihn Debs auffordert, in öffentlicher Debatte Rede aber, daß auch dieser Punkt nicht bedeutungsvoll genug ist, technische Ausarbeitung der Projekte ist möglichst von vornherein und Antwort zu stehen, kneift der feige Bursche. um die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland noch eine Verständigung herbeizuführen. Der Preisniveauschutz soll im Hoffentlich zeigen die Wahlen, daß auch die amerikanischen länger in Spannung zu halten. Weder das deutsche, noch übrigen nur in wirklich unabweisbaren Fällen in Betracht kommen Arbeiter einer solchen Führung entwachsen sind. das französische Volk hat an diesen Fragen, die nur das und dementsprechend also die Ausnahme bilden, während der Interesse weniger Sapitalisten berühren, so viel Inter- normale Schutz auch im Interesse eines vereinfachten Geschäftsesse, als daß darüber die weitaus wichtigere und bedeutungs- ganges und zur Bermeidung von Differenzen als Regel zu gelten vollere Frage vergessen werden dürfte, wie die Diplomatie hat. Bei Preisniveauschutz darf jedes Bureau ein ihm gestelltes beider Länder der Forderung der arbeitenden Massen hüben Limit ohne Rückfrage beim Stammhause zu den Preisen der SchutzDas Wolfffche Depeschenbureau teilt einen Auszug aus und drüben nach einer dauernden und umfassenden firma akzeptieren, welche in dem betreffenden Falle die niedrigsten der deutschen Antwort auf die französische Marokko- Verständigung endlich genügen will. Wir denken, daß Preise abgegeben hat. Voraussetzung ist, daß durch die Annahme der Marokkostreit nun schon allzu lange die Beziehungen des Limits der Auftrag sofort perfeft ist. Zu niedrigeren Preisen, Danach sieht zunächst die ebereinstimmung der Deutschlands zu Westeuropa verdorben hat und möchten als sie eine der Vertragsfirmen offeriert hat, darf bei Preisdeutschen Regierung mit der französischen und der spanischen Re- dringend wünschen, daß nicht durch neue Verhandlungen eine niveauschutz jede der Schutzfirmen ohne weiteres nur dann ein ihr gierung darüber fest, daß für die Anerkennung Mulay Hafids nur Politit in die Länge gezogen wird, die dem deutschen Volke gestelltes Limit akzeptieren, wenn tatsächlich eine niedrigere Dutsiderbie allen Mächten gemeinsamen Interessen ausschlaggebend sein nicht den geringsten Nuken bringen kann. offerte vorliegt und zu befürchten ist, daß der Auftrag an einen dürfen. Hiervon ausgehend hat die deutsche Regierung nichts Outsider fällt. Auch hier gilt wieder, wie überhaupt bei jedem dagegen zu erinnern, daß von Mulay Hafid gewisse, durch Limit, daß durch die Annahme des Limits der Auftrag sofort erfolgt jene Interessen bedingte Garantien gefordert werden. Die fein muß. Voraussetzung ist hierbei immer, daß die akzeptierte Stellung dieser Forderung an den Sultan ist nach der Ansicht der deutschen Note Sache des gesamten diplomatischen Bureaus selbständig heruntergehen dürfen, andernfalls ist vorherige Preisstellung nicht unter derjenigen liegt, bis zu welcher unsere Rorps in Tanger, welches dabei durch seinen Doyen ver- fapitalistischen Produktionsweise darstellt, darin sind sich Nachfrage beim Stammhaus erforderlich. note mit. treten wird. Der Marokkoftreit. Organisierte Plünderei. Bei Preisniveauschuß darf dem Interessenten ein Limit nahegelegt werden. Von der Annahme des Limits sind die anderen Schuhfirmen in jedem Falle durch Vermittelung des Stammhauses sofort zu verständigen. Ausübung des Schuhe 3. Daß die industrielle Konzentration eine höhere Form der Freunde und Feinde der Feinde der bestehenden Ordnung der Die deutsche Regierung begrüßt es als einen glücklichen Umstand, daß inzwischen Mulay Hafid bereits an das diplomatische Dinge und Verhältnisse einig. Aber diese Einmütigkeit ist nur Korps in Langer ein amtliches Schreiben gerichtet hat, in dem er bedingt! Wir erkennen in den Ringen, Trusts, Syndikaten feine Thronbesteigung den Mächten förmlich notifiziert, seine in- und sonstigen ähnlichen Vereinbarungen nur eine technisch erkennung nachsucht und zugleich bestimmte Zusicherungen abgibt höhere Form der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Die Konüber die Art, wie er seine Regierung führen werde und namentlich zentration gibt die Möglichkeit gesteigerter Produktivität. Die Der Schutz ist im Interesse der Geheimhaltung des Schußdarüber, daß er in allen Punkten die Konferenzakte von Algeciras Verteidiger der bestehenden Gesellschaftsordnung glauben aber abkommens nach Möglichkeit zu verschleiern. Es darf also nicht etwa nebst sämtlichen dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen in der technisch höheren Produktionsform auch den Faktor jede Position mit dem gleichen Prozentsatz geschützt werden, sondern befolgen werde. In diesem Schreiben erblickt die deutsche Regierung eine wirtschaftliche Gütererzeugung auf sozialem Gebiete im Gefolge empfiehlt sich sogar, in Pofitionen von untergeordneter Bedeutung In diesem Schreiben erblickt die deutsche Regierung eine finden zu können, der die offenbaren Schäden, die die privat- es sind prozentual verschiedene Aufschläge zu machen; ja es neue Tatsache von erheblicher Bedeutung, und sie spricht die Hoffnung aus, daß daraufhin die franzöfifche und die hat, aufhebt und damit zu einer Harmonie der Interessen führt. ab und zu einmal zu unterbrechen. Die Endsumme des elektrischen spanische Regierung eine Reihe der in ihrer Note aufgestellten Be- In Wirklichkeit wird die Wirksamkeit der antisozialen und Teiles muß aber stets den verabredeten Mindesischutz enthalten. dingungen als bereits erfüllt anerkennen werden. antifulturellen tapitalistischen Profitmacherei die Surch Preisabgabe von geschügten Objekten. Mit der letzteren Maßgabe nimmt die deutsche Regierung zu industrielle Konzentration gefördert. Diese ist nicht allein eine Die technischen Bureaus sind verpflichtet, mit allen ihnen zu den einzelnen in der identischen Note vorgebrachten Garantie- technisch höhere Form der Warenerzeugung und Verteilung, Gebote stehenden Mitteln dafür zu sorgen, daß die in ihrem Bezirk forderungen folgendermaßen Stellung: Sie hat nichts gegen sondern auch eine höhere Form der Ausbeutung; sie steigert zur Vergebung gelangenden Aufträge an teine Outsiderfirma fallen. die Forderung einzuwenden, daß Mulah Hafid die Akte die Plünderung der Gesamtheit zugunsten des Kapitals. Und in erster Linie hat das Bureau der geschützten Firma für die Hereinbon Algeciras nebst allen dazu ergangenen Ausführungs- der erfolgsicherere Raubzug ist nicht nur Resultat, sondern Abholung des ihm geschütten Objektes zu sorgen. Für Objekte, welche bestimmungen anzuerkennen hat. Sie macht dazu mur den Vorbehalt, das die betreffenden Bestimmungen nach dem sicht. Besonders ist das zu erkennen bei den Zusammen- trotz Schutzvereinbarungen an Dutsider fallen, werden dem verStaatsrecht rechtsgültig sein schlüssen ohne Betriebskonzentration. Bei den Preiskonven- lierenden Bureau 20 Proz. des betreffenden Objektes von dem tionen usw. will man nicht durch höhere Produktionstechnik, müssen. Deutschland hat ferner auch nichts gegen die Bestätigung sondern durch monopolistisch festgesetzte Preise die Profitrate Jahresumsatz in Abzug gebracht. der Frankreich und Spanien zum Zwecke der Verhinderung des erhöhen. Die Wege zu diesem Ziel sind verschieden. Oft Wie aus den Bestimmungen und Vorschriften ersichtlich, Waffenschmuggels nach Marotto zeitweilig gewährten Be- werden sie geebnet durch mechanische Produktionseinschränkung. handelt es sich hier um ein System zur Schröpfung der fugnisse. Markant tritt das z. B. in die Erscheinung beim Rheinisch Konsumenten. Und es sind Millionen, die durch Vorspiegelung Den von seinen Regierungsvorgängern rechtsgültig ein- westfälischen Kohlensyndikat. Man wählt aber auch Mittel, falscher Tatsachen in die Taschen der Geschütten" geleitet gegangenen Verpflichtungen gegenüber fremben Moralbegriffen des Volkes werden. Unter dem Gesichtswinkel des beabsichtigten BeuteMächten sowie Privatpersonen darf sich auch nach An- die nach den herrschenden Moralbegriffen des sicht der deutschen Regierung Mulah Safid nicht entziehen. als organisierter Betrug zu charakterisieren sind. Und sie zuges ist auch der Kampf gegen die Dutsiders( Außensteher) Die deutsche Regierung macht indes darauf aufmerksam, daß der- wären nach unserer Meinung auch juristisch als solche zu zu bewerten. In diesem Falle kann man von der Pflicht der gleichen Verträge mit Privatpersonen sowie eingegangene Schuld- fassen, wenn nicht das Interesse des Klaffenstaates bei der Solidarität nicht sprechen, denn die erstrebte Einheit soll nicht verpflichtungen nur dann auf Anerkennung Anspruch haben, Interpretation der Geseze das objektive Urteil beeinflußte. dem Gesamtwohle dienen, sondern sie soll nur fördern die wenn bei deren Begründung die Bestimmungen der Afte Wiederholt/ konnten wir unsere Leser unterrichten Ausbeuterpläne eines Grüppchens von Kapitalisten. Zum von Algeciras über Berdingungen und öffentliche Arbeiten über systematisch organisierte fapitalistische Plünderei. Nach Schutze der Plünderer haben diese zu den obigen Bestimmungen fowie über die Geldbeschaffung für die marokkanische Re- folgend bereichern wir dieses Kapitel durch Wiedergabe des auch noch eine Reihe von Strafen festgesetzt. gierung beobachtet worden sind. Die deutsche Regierung ist damit einverstanden, daß die Be- sogenannten Schuhabkommens der elektrotechnischen Großfirmen. fugnisse der in Casablanca errichteten Kommission zur Fest- Es lautet also: stellung der der aus aus der Beschießung dieser Stadt und den Das geheime Schutzabkommen der elektrotechnischen Großfirmen anschließenden Ereignissen erwachsenen Schadenersas( allgem. Elektr.- Gesellsch. Berlin, Siemens- Schuckert- Nürnberg, Felten ansprüche bestätigt werden. Sie ist ferner bereit, sich an gemeinsamen Schritten u. Guilleaume- Lahmeyerwerke- Frankfurt). marottanischen zu beteiligen, um von Mulay Hafid zu verlangen, daß er öffentlich und amtlich seine feste Absicht befundet, sein Ber= halten den fremben Mächten und deren Vorschriften für die Behandlung der Schutzgeschäfte. Meldepflicht. Arten des Schutzes. von Staatsangehörigen nach den Vorschriften des Völkerrechtes Jedes Ihnen bekannt werdende Projekt im Betrage zu gestalten und daß er ohne Verzug die geeigneten Maßregeln 10 000 M. oder mehr ist uns am Tage des Bekanntwerdens zu trifft, um die Sicherheit und Freiheit des Verkehrs im scherifischen melden. Reiche zu gewährleisten. Nur wünscht die deutsche Regierung, daß ihm hinsichtlich der einzelnen dazu zu treffenden Maßnahmen eine Bet den Schutzverabredungen wird unterschieden zwischen) gewisse e wegungsfreiheit gelassen werde, damit nicht normalem Schutz und Preisniveauschutz. Der normale Schutz ist nene Aufregung unter der muselmanischen Bevölkerung gleichbedeutend mit dem Verzicht auf das betreffende Geschäft für entstehe und dadurch das alleu Mächten gemeinsame Intereffe die schüßenden Firmen. an der Bewahrung von Ruhe und Ordnung gefährdet werde. " Je weiter der Kapitalismus fich entwickelt, um so schärfer, brutaler, rücksichtsloser tritt er auch in seinen volksfeindlichen Tendenzen auf. Diese können nicht innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft aufgehoben werden. Aber der Grad ihrer Wirksamkeit wird beeinflußt von der Energie des flassenbewußten Proletariats. Nicht durch Konzessionen an dic herrschende Gesellschaft, nicht durch Abschwächung und Verschleierung des sozialistischen Zieles, sondern nur durch rücksichtslosen Stampf, durch revolutionäre Energie zwingen wir Staat und Gesellschaft, selbst Bedacht zu nehmen auf eine Begrenzung der sozialen Schäden als Folgen eines schrankenlos wütenden Kapitalismus. Politifche Uebersicht. Berlin, den 23. September 1908. Reichstags- und Landtagsbeginn. Die„ Nordd. Allgem. 8tg." bringt an der Spike thret letzten Nummer folgende Notiz: Die deutsche Regierung bestreitet Frankreich und Spanien Der Schuh ist in jedem Falle so eindeutig auszuüben, daß der nicht das Recht, die Fragen der Erstattung der Kosten betreffende Interessent, sei es nun Laie oder Sachverständiger, den für die von ihnen getroffenen militärischen Maßnahmen Eindruck gewinnt, daß das Projekt der geschütten Firma für ihn das sowie der Sühnung für die Tötung ihrer Staats- vorteilhafteste ist. angehörigen mit Marotto zu regeln. Sie hegt aber das Die Verfolgung geschützter Geschäfte durch die schützenden Firmen hat bei normalem Schuß nur insoweit zu erfolgen, als dies Wie wir hören, hat sich der Reichskanzler auf Vorschlag *) Der von den Republikanern beherrschte Staat Massachusetts zur Verschleierung des Schußes notwendig ist. Technische Afquisition, des Präsidenten des Reichstags nach Benehmen mit dem gat die besten Arbeiterschutzgesetze und das einzige zuverlässige statistische Amt in den Vereinigten Staaten. Dagegen herrscht in Afquisition zur Hereinholung der Aufträge zu Schuppreisen ist Bundesrat damit einverstanden erklärt, daß der Reichstag nach den Südstaaten, in denen die Demokraten am Ruder find, die unstatthaft. Wird einer schützenden Firma bei normalem Schutz der seiner Bertagung am 4. November wieder zusammentritt. schrankenloseste Kinderausbeutung, wird die Entrechtung der Wähler- Preis einer Dutsiderfirma limitiert, so hat diese Firma ihrem Der preußische Landtag soll dem Vernehmen nach zum nassen systematisch betrieben und ebenso systematisch die Streifer Stammhause sofort von der Stellung der Limite Mitteilung zu 20. Dttober berufen werden. urch Militär zu Paaren getrieben, machen, damit dieses sich mit der geschützten Firma wegen Annahme An der Das Ende der Fahrkartenftener. hält die Ausführung der" Post" eine Aufforderung zur Rechts-| Bedrohte die Weiterstreifenden mit dauerndem Arbeits Wie aus den Ausführungen des Reichsschatzsekretärs Sydow in beugung gegenüber Sozialdemokraten. Rechtsbeugung ist nach verbot auf den ottomanischen Bahnen, Ausländer auch der„ Deutschen Rundschau" hervorgeht, beabsichtigt die Regierung, dem Strafgesetz ein Verbrechen, das mit Zuchthaus bestraft wird. mit der Ausweisung aus dem türkischen Reiche. die Fahrkartensteuer fallen zu lassen. Die Gründe, die gegen diese Spitze der Bewegung standen nämlich die besser geschulten und Der Zank im Flottenverein. Steuer sprechen, hat der Frankfurter Verkehrsverein nochmals wie leichter sich organisierenden Arbeiter aus verschiedenen europäischen folgt zusammengestellt: Die Streitigkeiten zwischen den„ Reimlingen" und„ Rösterianern" Ländern, die feinerzeit von den Unternehmern nach der Türkei geI. Der finanzielle Migerfolg der Steuer: im Flottenverein nehmen ihren Fortgang. Die Ortsgruppe des bracht wurden. Urip inglich auf 40-45 Millionen Mark geschäßt, im Reichs- Flottenvereins in Kaiserslautern faßte einen Beschluß, wonach sie haushaltsplan 1907/1908( 1. April 1907 bis 31. März 1908) auf die Haltung des bayerischen Präsidiums nicht billigt, weil dadurch bewirkte Frieden dauernd sein wird, läßt sich vorläufig nicht vorausOb der durch das energische Vorgehen" des Polizeiministers der Friede im Flottenverein ernstlich gefährdet wird. Sie wird, 30 Millionen veranschlagt, hat sie nur 17 Millionen erbracht. wie verlautet, mit anderen gleichgesinnten Ortsgruppen aus dem fagen. Eins aber steht fest: die neue türkische Regierung ist entFür das Finanzjahr 1908/1909 ist sie mit 24 Millionen in den Etat eingestellt, wird aber nach den Ergebnissen des bisher ver- bayerischen Landesverband austreten und in einen anderen Verband schlossen, ihre Sozialpolitik mit der Unterdrückung der Lohnarbeiter anzufangen und dem Parlament sofort nach seinem Zusammentritt flossenen Vierteljahres( 4 Millionen gegen 4 800 000 M. im Vorein Streitgesetz vorzulegen. jahre) zu urteilen, faum 14 Millionen erbringen. eintreten. Tabakstener oder Banderolensteuer? II. Die Schädigung der Eisenbahneinnahmen Wie wenig Einzelheiten über die Streitbetvegung auf den der Bundesstaaten: Während der Güterverkehr im Jahre 1907 in Die„ Süddeutsche Tabakzeitung" erhält von ihrem Korrespondenten türkischen Eisenbahnen auch bekannt sind, so ist es doch nicht zweifelAnbetracht des wirtschaftlichen Niederganges ein ziemlich be- aus Berlin folgendes Telegramm: haft, daß sie nicht nur durch niedrige Löhne, sondern auch durch die friedigendes Ergebnis hatte, war die Zunahme der Erträgnisse des„ Ich erfahre mit aller Bestimmtheit von durchaus zuverlässiger Willtür der Eisenbahnverwaltungen hervorgerufen ist. Neben der Personenverkehrs gegen das Vorjahr nur sehr unbedeutend, Seite, daß für die dem Reichstage zugehende Tabatbelastungs- Lohnerhöhung verlangten die Arbeiter überall die Absetzung bes woraus zur Evidenz ersichtlich ist, daß nicht die Verschlechterung vorlage nur die Banderolesteuer auf Bigarren, Rauchtabat, stimmter Direktoren und sonstiger höherer Beamten. Ju verschiedenen der wirtschaftlichen Verhältnisse, als vielmehr die Einführung der Stautabat usw. in Frage kommt; ebenso wird die bereits bestehende Orten wurde auch die Forderung aufgestellt, überhaupt die ArbeitsFahrkartensteuer die Abwanderung in die niedrigeren Klassen, befonders in die von der Steuer nicht betroffene vierte Wagenklaffe, Bigaretten- Banderoleſteuer bedeutend erhöht werden. Eine andere verhältnisse zu regulieren. Eine Regulierung ist in der Tat im zur Folge hatte und somit die unmittelbare Ursache des Rück- Art der Tabakbesteuerung soll absolut nicht in Frage kommen und gehören alle Zeitungsnachrichten in dieser Hinsicht in das Reich der Fabel. Erwähnt sei noch, daß die Banderolsteuersäge von ganz exorbitanter Höhe gefordert werden sollen." ganges ist. Der Herr Mitarbeiter. " höchsten Grade notwendig, da bisher in der Türkei keine einheitliche Gesetzgebung über die Arbeitsverhältnisse existiert. Die Lage der Arbeiter auf den verschiedenen Eisenbahnen hängt ausschließlich von den Bestimmungen der Konzessionen ab, die den Eisenbahnbaugesellschaften erteilt wurden. Daher ist nicht nur auf verschiedenen EisenbahnZur Verschmelzung der polnischen Berufsvereinigungen linien, sondern auch auf den einzelnen Teilstreden einer und dermacht die neueste Nummer der Bergarbeiter- Beitung" einige selben Linie die Lage der Arbeiter ganz verschieden, da diese Teilinteressante Witteilungen über die Zahl der Mitglieder und das strecken verschiedenen Unternehmergruppen angehören. In den letzten Stassengebaren der in Frage kommenden Verbände. Die( auch durch Jahrzehnten, seitdem es Deutschland gelungen war die Gunst des die Parteipreffe gegangene) Angabe, daß die polnische Berufs- Sultans zu gewinnen, find es hauptsächlich, deutsche und vereinigung( Siz Bochum) an 50 000 und die Beuthener Vereinigung 10 000 Mitglieder zähle, sei weit übertrieben. Erstgenannter französische Kapitalistengruppen, denen die weitesten Nechte Verband habe ausweislich seiner Einnahmen an Beiträgen gegenüber den Eisenbahnarbeitern eingeräumt worden sind, aber auch höchsten falls halb soviel Mitglieder als behauptet werde. Die englischen Unternehmergesellschaften sind fast unbeschränkte Ueber die Wirtschaft im Beuthener Verbande kam es auf der Herrscher auf denjenigen Eisenbahnstrecken geblieben, welche sich letzten Generalversammlung zu stürmischen Szenen. Nach dem dort noch in ihren Händen befinden. Die örtliche Polizei borgelegten Geschäftsberichte hatte der Verein in der Zeit vom stand natürlich stets den Unternehmern zur Verfügung. In welcher 1. Juli 1906 bis 31. Dezember 1907, also in 1½ Jahren, eine Ein- Weise die letzteren ihre Konzeffionen und Privilegien ausnutten, ist 20 202,40 m.( 6 Beamte und 2 Hilfskräfte). An Unterstützungen mittelbar nach der politischen Revolution ausbrach und, trotz aller noe bon 39 076,06 Mt. Dem ſteht eine Ausgabe gegenüber von schon daraus klar, daß die Streitbewegung auf den Eisenbahnen unerhielten die Mitglieder ganze 108,66 m. Für Gerichtskosten Für Gerichtskosten wurde die horrende Summe von 27,35 M. und an Streitunter- Bemühungen der neuen Regierung und der jungtürkischen Komitees, fügung 142 M. gewährt. Der Rest ging für Verwaltung, Reisen usw. sie auf friedlichem Wege zu beseitigen, beharrlich bis zu den letzten darauf. Tagen fortdauerte. Sehr zweifelhaft scheint es daher, daß man So sieht die Vertretung der Arbeiterinteressen in den national- durch schneidiges Polizeivorgehen oder durch parlamentarische Streitpolnischen Gewerkschaften aus. geseze diese Bewegung lahmlegen wird, bevor nicht der Selbstherrschaft und Willtür der Unternehmer gesetzliche Grenzen gesetzt werden, Wir haben bereits einmal auf die merkwürdigen Vorgänge aufmerksam machen müſſen, mit denen die neue Steuerreform eingeleitet wird. Wir haben darauf hingewiesen, wie sich die Regierung erlaubt hat, ihre Pläne, auf die die gesamte Oeffentlichkeit schon längst ein Anrecht hat, einem Teil der Parlamentarier mitzuteilen, während sie es anderen vorenthält. Der Einwand, den wir in einem bürgerlichen Blatte finden, daß die Sozialdemokraten sich ja selbst von der Mitarbeit an der Steuerreform ausschließen, ist ganz haltlos, da unsere Vertreter wiederholt erklärt haben, daß sie an einer gründlichen Reform, die vor allem natürlich auch direkte Reichssteuern bringen müßte, mit wirken würden. Aber Herr v. Sydow, der auf seinem eigentlichen Gebiete offenbar nur über wenig Originalität verfügt, scheint seinen Ehrgeiz dadurch befriedigen zu wollen, daß er wenigstens auf dem Gebiete der Bekanntmachung seiner Pläne Originelles zu leisten sucht. Es ist wirklich ein einzig dastehendes Borgehen, daß eines der wichtigsten politischen Ereignisse der Oeffentlichkeit nicht auf amtlichem Wege bekannt gegeben wird, sondern daß der Minister seine amtliche Kenntnis dazu benutzt, um bei einer privaten Zeitschrift Mitarbeiter zu werden. Wir wollen Herrn v. Sydow gewiß nicht beschuldigen, daß er sein amtliches Wissen dazu benutzt hat, Honorar zu schinden oder einem Privatunternehmer Reklame zu machen. Wir müssen auch annehmen, daß der Herr Staatssekretär sich der Erlaubnis Zu dem großen Grubenunglück auf der Zeche, 2 aura" bei seines Vorgesetzten, des Fürsten Bülow, vergewissert hat Heerlen wird gemeldet, daß die Katastrophe auf ein Verbrechen da ihm ja sonst eine Anflage wegen Bruchs des Amts- zurüdzuführen ist, und daß die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung geheimnisses sicher wäre. Aber charakteristisch für den preu- in dieser Richtung eingeleitet hat. Wie weiter aus Sittard gemeldet zischen Bureaukraten ist diese saloppe und wegwerfende Art, mit wird, sind dort drei Bergleute, die im Verdacht stehen, das der er die Oeffentlichkeit behandelt. Die Herren betrachten die unglück absichtlich herbeigeführt zu haben, verhaftet worden. Staatsangelegenheiten so sehr als ihre eigenen, daß sie sie ohne Die Direktion der Zeche erklärt hierzu, daß ihr hiervon nichts bekannt sei." weiteres als Material für ihre Artikel benutzen. Hätte Herr v. Sydow nicht gerade den Ehrgeiz, sich einmal in der Deutschen Rundschau" gedrudt zu sehen, würde diese Monatsschrift nicht bereits in dieser Woche erscheinen, die deutsche Oeffentlichkeit befäße heute noch nicht jene spärlichen Kenntnisse, die ihr der Mitarbeiter der Deutschen Rundschau" zu übermitteln geruht. Allerdings die Bureaukraten verfahren so, weil es sich die braven Untertanen eben bieten lassen. Genießen sie doch dabei die Unterstützung der führenden Parlamentarier aller bürgerlichen Parteien, die, obwohl über die Steuerpläne unterichtet, sich den Mund von einer Hohen Regierung gehorsamst haben verbieten lassen. Verbrechen oder Unglück. Folgende aufsehenerregende Meldung bringt der Berliner LokalAnzeiger": Oefterreich. Chauvinistische Kundgebungen und ihre Folgen. Ein Nachspiel. Der Eisenbahnerstreit hat noch ein eigentümliches Nachspiel ges zeitigt. Die bulgarische Regierung hat die Verkehrsstörung benutzt, um den Betrieb der bulgarischen Strecke der Drientalischen Eisenbahn in eigene Regie zu übernehmen, und sie weigert sich auch ießt nach Beendigung des Streits die Linie der Gesellschaft zurückzugeben. Nun ist diese ja formell eine türkische Gesellschaft, doch ist an ihr zumeist deutsches und österreichisches Sapital interessiert. Daher hat außer der Türkei auch der deutsche und der österreichische Vertreter gegen das Vorgehen der bulgarischen Negierung Protest erhoben. Vorläufig aber hat Bulgarien diesem Verlangen noch nicht genügt, sondern auch eine Reihe Forderungen aufgestellt, darunter auch die nach einem Anteil vom Reingewinn der Bahn. Amerika. Die politische Korruption. Nachdem es bereits in den letzten Wochen in Böhmen zu verschiedenen nationalistischen Exzessen zwischen Deutschen und Tschechen gekommen war, fam es letzten Sonntag in Laibach aus nichtigem Anlaß zu heftigen Demonstrationen der Slowenen gegen die deutsche Minorität. Dabei wurden gegen deutsche Häuser zahlreiche Steine geschleudert, Firmeninschriften heruntergerissen und was dergleichen Betätigungen nationalistischen Hoch hat jetzt das Wort ergriffen in dem Streite zwischen Hearst New York, 23. September. Auch Präsident Roosevelt gefühls mehr ist. Da die Polizei nicht ausreichte, rückte schließlich und dem republikanischen Senator Forater, welchen jener die Kavallerie aus und stellte die Ruhe wieder her. Am beschuldigte, Geld angenommen zu haben, um seinen Einfluß Vom Arbeitskammer- Gefehentwurf. nächsten Abend erneuerten sich jedoch die Kundgebungen. zur Verhinderung einer truftfeindlichen Gesetzgebung zu ver Bekanntlich ist die Arbeitstammervorlage am 4. Februar d. I. Die erregten Demonstranten bewarfen schließlich eine Truppen wenden. dem Bundesrat zugegangen und von ihm einem besonderen Ausschuß abteilung mit Steinen und diese antwortete mit einer Salbe. Demokratischen Gouverneur von Oklahoma Haskell beRoosevelt veröffentlicht einen Brief, welcher den zur weiteren Beratung, Ausarbeitung und Ergänzung überwiesen Hierdurch wurden zwei Personen getötet und vier schuldigt, ein Werkzeug des Deltrusts zu sein. Bryan hat Wie nun gemeldet wird, soll die Vorlage vom Ausschuß verwundet. Außerdem wurden zwei Demonstranten durch Roosevelt nun aufgefordert, seine Anschuldigungen zu beweisen, einer durchgreifenden Aenderung unterworfen worden sein. Die Säbelhiebe verlegt. Seitdem haben sich noch wiederholt De da er nicht zulassen könne, daß der demokratische Feldzug in Anlehnung an Berufsgenossenschaften dürfte in monstrationen ereignet, ohne daß es dabei zu ernsteren Zusammen- ein schiefes Licht gebracht werde. Wegfall fommen, der Wahl modus für Arbeiter Verstößen gekommen wäre. Es ist aber noch immer nicht gelungen, treter geändert werden. Dagegen bleiben die paritätisch in Laibach vollständige Beruhigung herzustellen. Für die Reangeordneten Arbeitstammern und das Berufsprinzip für die gierung Bed, die ein Versöhnungsministerium sein will, ist Bildung der Kammern bestehen. Da die Vorarbeiten zur Um diese Unfähigkeit, rechtzeitig den Ausbrüchen des Chauvinismus änderung der Vorlage sehr umfangreich sind, dürfte die Erledigung vorzubeugen, nicht gerade ehrenvoll. durch den Bundesrat und die Einbringung in den Reichstag erst gegen Weihnachten erfolgen. 2. braunReichstagsstichwahl im Kreise Wolfenbüttel- Helmstedt. Vei der gestrigen Reichstagsstichwahl im schweigischen Wahlkreise Wolfenbüttel- Helmstedt wurden, wie wir bereits telegraphisch meldeten, abgegeben für Selehe( ver. nat. Parteien) 15 427 und für Riefe( Soz.) 8894 Stimmen. Die Welfen haben demnach größtenteils für den MischmaschKandidaten Kleye geftimmt. Das war vorauszusehen, denn das Agrarprogramm der Welfen hat mit dem landbündlerischen Kleyes viele gemeinsame Forderungen. Die„ Poft" predigt Rechtsbeugung. Die Breslauer Polizei ist mit ihrem Kampf gegen die Arbeiter betvegung so ganz nach dem Geschmack der scharfmacherischen Bost". Das Organ des Reichsverbändlers v. Liebert ist deshalb in hohem Grade darüber erbittert, daß die Breslauer Richter nicht auch die Wege der dortigen Bolizei wandeln wollen, sondern streng das Gesetz beachtend, die mit polizeilichen Strafbefehlen bedachten jugendlichen Arbeiter von einer Uebertretung des Vereinsgesetzes freigesprochen haben. Wutschnaubend schimpft die„ Post": Verein Politik treiben wolle. Norwegen. " Derfien. Ein Ultimatum des Schahs. London, 23. September. Wie ein hiesiges Blatt aus Tabris berichtet, haben die Nationalisten wiederum ein Schreiben an die fremden Gesandtschaften in Teheran gerichtet, in welchem sie darauf hinweisen, die einzige Lösung der gegenwärtigen Lage liege Einstellung des Zeugniszwangsverfahrens. für den Schah darin, neue, unbeeinflußte Wahlen borDer Umstand, daß der Schah der britischDas Zeugniszwangsverfahren gegen Socialdemokratens" nehmen zu lassen. Redakteur ist nun auf Veranlassung des Kriegsrussischen Note nicht willfahrt habe, ist hier vielfach erörtert worden, ministeriums eingestellt worden, so daß Genosse Jappesen hauptsächlich auf Stosten der jüngsten englischen Politik. Gestern bemun nicht mehr in die Lage fommt, nach Bezahlung der 1000 nachrichtigte Ain ed Dauleh die Nationalisten, die Antwort des nachrichtigte Alin ed Dauleh die Nationalisten, die Antwort des zu werden. Gleichzeitig wird gemeldet, daß das Justizministerium 48 Stunden Zeit, um die Forderung des Schahs nach Abrüstung Stronen Geldstrafe auch noch zu drei Monaten Gefängnis verurteilt Schahs auf ihr Telegramm wäre der Befehl an Sipahdar, die Stadt zu unterwerfen. Daher gebe er den Endschumen eine Abänderung des Strafgesetparagraphen über das Zeugniszwangsverfahren in Aussicht genommen hat, die und Auslieferung der vier Mädelsführer anzunehmen. mit der neuen Zivilprozeßordnung zur Beratung kommen soll. Die norwegische Presse verlangt, mit wenigen unrühmlichen Ausnahmen, ebenfalls, daß eine Gefeßesbestimmung beseitigt werde, durch die Redakteure zu der unehrenhaften Handlung der Verletzung ihrer Schweigepflicht gezwungen werden sollen, die Strafen zuläßt, welche einer Gelderpressung gleichkommen, und die es möglich macht, einen Redakteur, gerade weil er gewissenhaft und pflichttreu ist, fogar ins Gefängnis zu bringen. " " Gewerkschaftliches. Die Kampfesweise eines Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinsführers. Eine niederträchtige Verleumdung des Vorsitzenden des eine Zeitlang zu den beliebtesten Stampfmitteln, welche man Deutschen Metallarbeiterverbandes, Genossen Schlicke, gehörte im Lager der Hirsche gegen den Metallarbeiterverband an zuwenden pflegt. Dem Genossen Schlicke wurde nämlich von den Gewerkvereinlern nachgesagt, er habe bei einer Verhandlung mit der Leitung der Werft von Blohm u. Voß in Hamburg vom Werftbefizer 100 m. nebst einem Frühstück erhalten und dafür die Interessen der Arbeiter verraten. Besonders war es der Regulator", das Drgan des Gewerkvereins der Metallarbeiter, welcher diese Behauptung mit Behagen verbreitete. Als Gleich auf, der Redakteur des Regulator", vom Genossen Schlicke verklagt wurde, konnte der Angeflagte auch nicht die Spur eines Beweises für seine BeHauptungen erbringen, er mußte vielmehr vor Gericht ausdrücklich zugeben, daß an der ganzen Geschichte nicht ein wahres Wort ist. Das muß Gleich auf übrigens schon vor der Veröffentlichung des beleidigenden Artikels gewußt haben, denn er hatte demselben eine keineswegs unbedingt einverstanden. Das Verfahren wurde vom Socialdemokraten" ist mit der Einstellung des Verfahrens Untersuchungsgericht damit begründet, daß es ohne Kenntnis des Gewährsmannes oder der Quelle, der Socialdemokratens" Berichte über Rittmeister Michelets Soldatenplagereien entstammten, nicht „ Es ist deshalb eigentlich unverständlich, wie das Ge- möglich wäre, die Sache genügend aufzuklären, während Jeppesen, richt, welches über die Rechtmäßigkeit der politischen Strafmandate und offenbar mit vollem Recht, das Gegenteil behauptet. Hierzu entscheiden mußte, zu einem Freispruch fommen fonnte. Es wurde schreibt Socialdemokraten": nämlich erkannt, daß, wenn auch einmal ein Redner das politische" Wir sind überzeugt, daß, wenn es klar geworden ist, welche Gebiet gestreift habe, daraus doch noch nicht hervorgehe, daß der von beiden Parteien in dieser Frage recht hat, die StrafSolche Erwägungen find wohl bestimmungen über den Beugniszwang der Redakteure den Todesangebracht bei wirklich harmlosen Bildungsvereinen, bei stoß erhalten werden, und damit dieser Stoß so kräftig wie möglich Jugendorganisationen, deren Vorstandsmitglieder notorische werden sollte, war es unser Wunsch, daß es der militärischen Sozialdemokraten sind, und über deren politische Tendenzen Anklagebehörde vergönnt gewesen wäre. das Gesek in seinem und Schliche die Polizei sich durchaus im flaren ist, find folche ganzen Umfang anzuwenden." Erwägungen denn doch ganz und gar nicht angebracht. Denn die freigesprochenen Genossen werden sich ins Fäustchen lachen und weiter durch die Maschen des Vereinsgefeges schlüpfen. Die Polizei aber, die in diesem Falle pflichtgemäß gehandelt hat, wird schließlich, wenn sie ihre Bemühungen so erfolglos verlaufen sieht, die Lust verlieren, überall da einzugreifen, lichen Zeitungen, die mit Genugtuung diese Nachricht bringen, Form gegeben, die ihn seiner Meinung nach vor Strafe wo ihrer Ueberzeugung nach eine Verlegung des Vereinsgesetzes preisen besonders das energische Vorgehen des neuen türkischen schützen sollte, obgleich der dem Genossen Schlicke gemachte borliegt." Polizeiministers im Kampfe gegen die Streifenden. Der Minister Vorwurf mit zweifelloser Deutlichkeit aus dem Artikel zu er„ Macht geht vor Necht", hat der Patron der" Post", v. Liebert, der socben konstitutionell gewordenen Türkei griff im Kampfe gegen fennen war. Dieser Meinung war auch das Schöffengericht auf der vorjährigen Generalversammlung des Dftmarkenvereins die Arbeiter zu denselben Mitteln, die feine Kollegen in den längst Berlin- Mitte. Es verurteilte Gleichauf am 17. März zu 150 erklärt, und diesen brutalen Grundsatz predigt die" Post" auch den konstitutionellen europäischen Staaten von jeher mit Erfolg bei Mark Geldstrafe. Breslauer Richtern. Türkei. Der Eisenbahnerstreik. Der Ausstand auf der Drientbahn ist beigelegt. Die BürgerDer Richter soll aber entscheiden ohne An- Streitbewegungen anwenden: er forderte alle Arbeitswilligen" In der Berufungsinstanz schloß Gleichauf einen Verfehen der Person, und unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, ent- zur Arbeit unter militärischem Schuß auf unter militärischem Schuß auf und gleich mit dem Kläger und erklärte ausdrücklich, er babe Buzug ist strengstens fernzuhalten. Peine Veranlassung, dem Kläger den Vorwurf der Bestechung| Straße 5, Darlow, Dresdenerstraße. Arbeiter wurden weiter zu machen, und werde diesen Vorwurf auch nicht wieder er vermittelt durch die Arbeitsnachweise Rückerstraße sowie den des heben. Arbeitgeberverbandes für Transport- und ähnliche Gewerbe. Auch Jeder rechtlich denkende Mensch wird der Ansicht sein, Klingel- Bolle hat sich als Arbeitswilligenvermittler entpuppt. Trotz daß hiermit die Frühstücks- und Bestechungsangelegenheit für Arnheim aus der Batsche zu reißen. aller Hilfskräfte des Herrn Arnheim ist es nicht gelungen, Herrn Gleich auf ein für allemal erledigt sein müsse Streifenden äußerst günstig. Die Situation ist für die und daß diese unwahrheit in feinem Blatt nicht wieder auftauchen würde. Aber es tam anders. Am 26. Juni brachte der Regulator" die„ HamZu dem Tarifvertrag der Wäschebrauche burger Frühstücksverhandlungen" wieder zur Sprache und nahm am Montag eine öffentliche Versammlung der in den machte in versteckter Form dem Genossen Schlicke die Wäschefabriken, Wasch- und Plättanstalten tätigen Arbeiter und felben Vorwürfe, die Gleich auf selbst vor Gericht als Arbeiterinnen Stellung. Sie tagte in den Musikersälen" und unbegründet erklärt hatte.- Die Klage Schlickes hatte war besonders von den Arbeiterinnen zahlreich besucht. Zunächst diesmal das Ergebnis, daß Gleichauf vom Schöffengericht zu im allgemeinen, mit besonderer Berüdsichti wurde ein Vortrag über:" Der Wert der Tarifverträge einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Das Gericht hielt gung der Vereinbarungen in der Wäschebranche" die Wiederholung des als grundlos erwiesenen Vorwurfs gehalten. Der Referent Wuschid wies an vielen Beispielen gegen Schlice für ein Zeichen niedriger Gesinnung des Be- nach, daß es vor allem von der Einheitlichkeit und Stärke der Or flagten Gleich auf. ganisation eines Berufes abhängt, ob die Tarifvereinbarungen, In der von Gleich auf angerufenen Berufungsinstanz, die erzielt werden, den Arbeitern und Arbeiterinnen mehr oder die sich am Dienstag mit der Angelegenheit beschäftigte, fuchte minder große Vorteile bieten, und daß auch ihre mehr oder minder Gleich auf sich mit der Angabe zu entschuldigen, der be- gewissenhafte Durchführung von denselben Bedingungen abhängig leidigende Artikel sei ohne sein Wissen und Willen in den man müsse es mit Rücksicht auf die Wirtschaftskrise als einen Vorist. Zum Tarifvertrag der Wäschebranche bemerkte der Redner, „ Regulator" gekommen. Er wollte auch den Beweis dafür teil ansehen, daß die Wäschearbeiter und-arbeiterinnen sich wenigstens führen. Die Vergleichsversuche, welche der Vorsitzende der das gesichert haben, was sie in früheren Jahren schon erreicht Straffammer anstellte, hatten das Ergebnis, daß Gleich auf hatten, und daß sie dazu noch einige kleine Verbesserungen erdie Erklärung wiederholte, die er schon im ersten Klagefalle abgegeben hat und die dahin geht: der Angeklagte erklärt, Sodann gab Eue, als Vertreter der Tariffommission, einen daß es ihm stets ferngelegen habe und liege ihm auch jetzt furzen Ueberblick über den Verlauf der Verhandlungen mit den fern, gegen den Privatkläger den Vorwurf zu erheben, daß kanntlich die Tarife verschlechtern und die neuen Vereinbarungen Unternehmern und ihr Ergebnis. Die Fabrikanten wollten be dieser durch irgendwelche materiellen Interessen, insonderheit auf nicht weniger als fünf Jahre festlegen. Beides haben sie nicht durch das mehrfach erwähnte Frühstückt sich habe beeinflussen lassen, erreicht. Der neue Vertrag, der am 1. Oktober in Straft treten die Interessen des von ihm geleiteten Metallarbeiterverbandes wird, soll bekanntlich auf drei Jahre gelten, und wenn die in den zu vernachlässigen. Gleich auf erklärt ferner, daß er verschiedenen Betrieben hervorgetretenen Wünsche auf Erhöhung auch in Zukunft aus der erwähnten Frühstücksangelegenheit gegen den Privatkläger keine Vorwürfe mehr erheben wird. Weiter verpflichtet sich Gleich auf, diese Erklärung im Regulator" ohne jeden Zusatz zu veröffentlichen und die gesamten Kosten des Verfahrens zu tragen. Dem Kläger Schlicke, der im Termin nicht anwesend, sondern durch Rechtsanwalt Dr. Heinemann vertreten war, wurde anheimgestellt, bis zum 6. Oftober zu erklären, ob er auf Grund der vorstehenden Erklärung Gleich aufs die Klage zurücknehmen will. Ein Sprichwort sagt:" Lügen haben furze Beine." In diesem Falle sehen wir jedoch, daß eine haltlose Verleumdung ein recht zähes Leben gehabt hat. Hoffentlich ist sie nun endgültig totgeschlagen. Berlin und Umgegend. Kein Tarifvertrag im Glasergewerbe. zielten. nommen: der Tarife auch nicht erfüllt werden konnten, so bieten doch die neuen Vereinbarungen die Verbesserung, daß die während der Dauer des alten Vertrages neu eingeführten Lohnfäße ebenfalls Grundformen die Lohnfäße zwischen Arbeitgebern und Arbeit tariflich festgelegt werden, daß ferner bei neu einzuführenden nehmern, und dann den Organisationen beider Parteien wie auch dem Gewerbegericht eingereicht werden müssen, und daß, wenn eine Einigung über die Lohnjähe nicht erzielt wird, die Schlichtungsfommision, und schließlich das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu entscheiden hat. Nachdem noch mehrere Diskussionsredner auf die Notwendigkeit starker, einheitlicher Organisationen aufmerksam gemacht hatten, wurde folgende Resolution ange= " Die öffentliche Versammulng der Wäschearbeiter -arbeiterinnen, auch der in der Heimarbeit tätigen, erklärt sich einverstanden mit dem Beschluß der Mitgliederversammlung der Filiale III des Verbandes der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter, wonach die Einigungsvorschläge in der Tariffrage Annahme fanden. Auch sie ist der Ansicht, daß bei der gegenwärtigen ungünstigen Konjunktur nicht mehr erreicht werden konnte, beauftragt aber den Verband, dafür zu sorgen, daß die Vereinbarungen mit den Wäschefabrikanten stritte innegehalten und jede Lohnkürzung verhindert wird. Die Versammlung ist sich dessen bewußt, daß dies nur erreicht werden fann, wenn alle im Beruf tätigen Kollegen und Kolleginnen sich der Filiale Berlin III des Verbandes anschließen. Sie erwartet, daß alle Arbeiter und Arbeiterinnen eine rege Agitation für den Verband entfalten, um für spätere Zeit gerüstet zu sein." Franzöfifcheftr. 22-23, ist aufgehoben. Tapezierer! Die Sperre über die Firmu P. Rebelsheimer, Die Verbandsleitung. Französischestr. 22-23, ist aufgehoben. Deutfches Reich. Die Tarifverhandlungen im Glasergetverbe, Berlins find mun endgültig gescheitert. Gestern vormittag fand nochmals eine Sitzung bor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts statt; fie erwies sich jedoch als zwecklos, da die Unternehmer halsstarrig auf ihren Forde rungen zur Verschlechterung des Tarifvertrags und besonders des Arbeitsnachweises bestanden. Es handelte sich in dieser Sigung hauptsächlich darum, daß die Unternehmer die Berechtigung verlangten, sich auf dem„ paritätischen" Arbeitsnachweis die gewünschten Arbeitskräfte aus allen eingeschriebenen Arbeitslosen herauszusuchen. Nach der alten Geschäftsordnung des Arbeitsnachweises stand ihnen die Auswahl aus den ersten 10 Arbeitslosen frei und die Arbeitnehmervertreter waren geneigt, ihren Wünschen soweit entgegenzukommen, daß diese Zahl auf 15 erhöht werde. Aber selbst das war den Unternehmern nicht genug von der Bewegungsfreiheit", die sie bei ihrer Verzichtleistung auf die Wiedereinführung des Achtung, Manrer! Der Unternehmer Hermann Shadow in Innungsnachweises an Stelle des paritätischen gefordert hatten. Mittenwalde sucht im Teltower Kreisblatt" Maurer für einen Sie begründeten das damit, daß es allzu schwer sei, die brauchbaren daß die dortigen Maurer feit Freitag, den 18. September, wegen Stundenlohn von 0,55 M. Es sei nochmals darauf hingewiesen, Zu Beginn der gestrigen Sizung erklärte der Arbeitervertreter 2ohnreduzierung in den Streit getreten sind. Jahn, daß die Arbeiter, nachdem sie nun bereits hinsichtlich der Zulassung der Affordarbeit sowie der Verlegung des Ablaufstermins auf das Frühjahr den Forderungen der Arbeitgeber entgegengekommen feien ihnen schließlich auch noch auf dem vertrauliche Rundschreiben zeigt wieder einmal die Bestrebungen Folgendes in Juhalt und Ton geradezu empörende streng Nachweis die Auswahl aus 15 Arbeitslosen zugestanden hätten, un- einer Gruppe von Industriellen in puncto Arbeiterwohlfahrt in möglich in dieser Hinsicht noch weiter gehen fönnten. Auf dem Nachweis liege die Sache jetzt tatsächlich so, daß selbst bei der besten hellstem Lichte. Wir geben das Zirkular nebst seinen stilistischen und Geschäftszeit des Jahres unter den zehn ersten Eingeschriebenen orthographischen Schnigern im Wortlaut wieder: faum einer sei, den die Arbeitgeber nicht gebrauchen könnten. Der Arbeitgeberbertreter Röhlich erklärt darauf, daß die Arbeitgeber nun auch ihr äußerstes Entgegenkommen gezeigt hätten. Sie könnten auch kein Jota von dem abgehen, was noch von ihren Forderungen übrig sei. Auf dem Nachweis müßten sie sich allgemein die Leute aussuchen fönnen, die ihnen paßten. Wenn das nicht zugestanden werde, könnten sie sich auf weitere Verhandlungen nicht einlassen. Arbeitskräfte auf dem Nachweis zu erhalten. Es folgten hierauf noch gesonderte Beratungen der Parteien mit ihren Beisitzern und dem Einigungsamtsvorsitzenden. Sie währten ungefähr eine Stunde. Schließlich verkündete der Vorsitzende Magistratsrat v. Schulz, daß zu seinem Bedauern eine Einigung der Parteien nicht möglich sei. Auch die Vertrauensmänner der Parteien im Einigungsamt ständen sich derartig diametral gegenüber, daß sie sich über einen Schiedsspruch nicht einig werden fönnten, und er als Vorsitzender darauf verzichten müsse, den Ausschlag zu geben. " Es ist somit für das Glasergewerbe Berlins eine tariflose Zeit angebrochen. Wer die langwierigen Tarifverhandlungen verfolgt hat, wird erkannt haben, daß es den Unternehmern darum zu tun war, den Arbeitern einen in fchr wichtigen Bunften arg berschlechterten Tarifvertrag aufzuzwingen. Die Wirtschaftskrise, die zeitweilig augerordentlich große Arbeitslosigkeit im Beruf hatte sie den Arbeitern gegenüber übermütig gemacht. Nun wollten sie wieder un eingeschränkt die Herren im Hause" fein, wie sie auch wiederholt m Laufe der Verhandlungen zum Ausdruck brachten. Da fam es ihnen offenbar darauf an, durch sorgfältige Auswahl der Arbeitskräfte die ,, unliebsamen" Leute zu dauernder Arbeitslosigkeit zu verdammen, und darum wollten sie zunächst den paritätischen Nachweis überhaupt beseitigen und, als das nicht durchging, ihn wenigstens so gestalten, daß er für sie den Zweck erfüllte, für die Arbeitnehmer aber feinen Wert mehr hatte. Außerdem wollten die Unternehmer noch eine ganze Reihe anderer Verschlechterungen durchsetzen, wie die Erhöhung der Leistungsflaufel, die Wiedereinführung der Affordarbeit, die Berlegung des Ablaufstermins auf die für die Arbeiter ungünstigste Jahreszeit usw. Statt all' diese Verschlechterungen in Kauf zu nehmen, haben die Arbeitnehmervertreter sich gesagt, daß es besser fei, gar keinen Tarifvertrag zu haben als solchen. Ob die tarifloſe Zeit den Unternehmern zum Vorteil gereicht, wird sich bald zeigen. Die Glasergehilfen werden selbstverständlich nicht nachlassen, auch unter diesen Umständen und unter Ausnutzung der größeren Vewegungsfreiheit, die ihnen der Mangel eines Vertrages bietet, durch die Macht ihrer Drganisation ihre Interessen in jeder Hinsicht wahrzunehmen. Der Streit der Fensterputer bei der Firma Arnheim dauert unverändert fort. Gestern abend hat eine Sigung des Unternehmerberbandes stattgefunden, in welcher sich die Unternehmer verpflichteten, die Kundschaft Arnheims teilweise selbst zu bedienen und teilweise durch ihre Arbeiter bedienen zu lassen. Folgende Unternehmer haben diesen Beschluß zur Ausführung gebracht: ArIt, Wilsnader straße, Cosmehl, Staligerstr. 127, Ieischer, Ritterstraße, Jesche, Fichtestraße, Batenge, Wilmersdorfer Straße, Schle finger( Blig-Blank), Brunnenstraße 86, Senß. Wenz, fer, Quiet, Lüßowstraße 106, Schmidt, Insterburger Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inferatenteil verantw.: Vertrauliche Ueberhebung. Streng vertraulich! Nur für Mitglieder. Arbeitgeber- Schuhverband deutscher Glasfabriken. Siz Dresden. Rundschreiben Nr. 25 vom 12. Sept. 1908. Beendigung des Streiks in Brodwig. Dies bezüglich konnten wir noch furz post festum in unserem Rund schreiben Nr. 24 berichten und einen Sieg verkünden mit den Worten Kaiser Wilhelms I. auf dem Schlachtfelde von Sedan 1870; Streits als gesperrt gelten und daß sie, zumal fie feinen Berbandsschein besigen, nicht eingestellt werden dürfen. Wir vers folgen die Neubesetzung der Werkstellen in Brodwitz und nachdem dort alle Vakanzen besetzt sein werden, werden wir die Ueberzähligen auf unseren Verbandsnachweis übernehmen bezügl. dens felben den fehlenden Verbandsschein ersetzen. Es ist hier die beste Gelegenheit, genannte Arbeiter zur Benutzung unseres Arbeitsnachweises zu zwingen; darum lehnen wir jede direkte Korrespondenz mit denselben ab und verweisen sie an unseren Arbeitsnachweis, dem wir gleichzeitig auch Ihren Arbeiterbedarf aufzugeben bitten. tbir Arbeitsnachweis. Der erste Anfang ist gemacht haben die ersten zwei Werkstellen plaziert die Arbeitsuchenden meldeten sich auf unsere Inserate in der„ Glashütte" und im Sprechsaal", in welchem wir zunächst noch weiter inserieren werden; um aber größere Angebote zu bekommen, ersuchen wir die p. p. Mitglieder, alle brieflichen und persönlichen Arbeitsangebote abzulehnen und an uns zu weisen, damit die Arbeits suchenden an unseren Arbeitsnachweis gewöhnt werden und damit wir Personalakten anlegen und dieselben nach und nach koms plettieren können. So handhabt es der schon jahrelang gedeihlich wirkende Arbeitsnachweis der Flaschenfabriken in Hamburg, und ebenso müssen wir es handhaben, wenn unser Arbeitsnachweis gleich gute Dienste leisten soll. Ferner bitten, alle jene Arbeiter an uns zu veriveisen, die in den einzelnen Betrieben überzählig sein oder werden sollen! Arbeit suchen durch uns: Ernst Valter in Weurlinglwoen als Glasbeschauer oder dergleichen, Gottl. Blau in Kranichfeld als Pacer usw., Rich. Kaulfuß in Niederau als Eicher, Sandblaser, Guillocheur. Wer von unseren Mitgliedern Einwendungen gegen die bisherige Aufführung dieser Leute machen oder diefelben beschäftigen fann, wolle uns dies mitteilen. Unsere Mitglieder bitten wir höflichst, uns möglichst regel mäßig Zeitungsausschnitte aus allen Lokal- oder Fachzeitungen zu übersenden und zwar über alle unseren Verband und dessen Geschäftsbereich berührenden sozialpolitischen Fragen usw., damit durch regelmäßige Mitarbeit an unserer Verbandszeitung„ Die Glashütte", diese immer aktueller und lesenswerter gestaltet werden kann. Damit diese nicht nur von den Herren Fabrikanten und Beamten, sondern auch von den Arbeitern gelesen wird, welche daraus hauptsächlich lernen und über die traurige Führung(?), der sich dieselben meist anvertraut haben, informiert werden können, empfiehlt es sich, die„ Glashütte" nach Gebrauch im Betriebe auszulegen ev. auch eine größere Anzahl Exemplare von der Redaktion ertra zu beziehen. Es wäre doch geradezu wunderbar, wenn solche Vorfälle, wie der Verlauf des Brockwizer Streits und dessen Schilderung durch uns(?), nicht manchem Arbeiter, wenigstens den Aelteren und den Wernünftigeren, die Augen öffnen würden. Anbei 1 Sperrliste über die in den letzten 10 Tagen ein gegangenen Meldungen; auch hier ist ein Fortschritt augenscheinlich und wir dürfen hoffen, daß Kontrattbrüche feitens der Arbeiter, Ausreißen unter Hinterlassung von Schulden bald ganz verschwinden werden, wenn unsere Mitglieder sich immer streng daran halten, feinen Arbeiter einzustellen, der beim Antritt feinen Verbandsschein vorlegen kann. Man bedinge dessen Vorhandensein schon bei Anknüpfung der ersten Engagementsverhandlungen, dann fany man den Betreffenden ohne jede Lohnzahlung auch sofort vor die Türe fezen(?), wenn beim späteren Arbeitsantritt genannter Schein nicht beigebracht wird. Nach Bestehen des Arbeitsnachweises werden diese Verhandlungen ja ohnedies ausschließlich von uns zu führen sein. Schließlich können wir noch einen weiteren Erfolg bei unserem Mitgliede der Firma Beckmann u. Weiß in Mügeln bei Birna melden; infolge des jetzt unter den Herren Genossen herrschenden Dampfes"(?) und Respettes war es denselben möglich, die vorliegenden Differenzen glatt und nach Gefallen zu erledigen, sodaß wir antragsgemäß die über genannte Arbeiter unsererseits ver hängte Sperre hiermit aufheben. Die in Mügeln durch Aendes rung der Fabrikation etwa überzählig gewordenen Arbeiter fönnen danach eingestellt werden, soweit sie einen Entlassungs schein befizen. Mit Aufhebung dieser Sperre herrscht lauter Friede in unseren Reihen, der Hoffentlich von recht langer Dauer fein wird. Wir wollen diese Muße aber nicht verschlafen und dadurch lässig werden in unseren Arbeiten und in der Erfüllung aller statutarischen Pflichten, sondern sie benutzen zur weiteren Ausgestaltung unserer Einrichtungen, zur Pflege unseres Solidaritsgefühls und zur Werbung neuer Mitglieder.- Um unsere letzten Erfolge gehörig auszunuzen, haben wir vor einigen Tagen eine große Anzahl Propagantaschreiben an die noch außenstehenden Glasfabriken abgesandt; wir haben davon noch eine Anzahl übrig und stellen dieselben gern zur Verfügung, da unsere Mitglieder sicher gern ihre Freunde und Nachbarn damit belegen wollen, soweit diese noch nicht Mitglieder sein sollten! Die Geschäftsstelle. Die irregeleiteten", traurig geführten und vor die Türe ge fetten" armen Arbeiter Luder" mögen an diesem Zirtular ersehen, was sie von den sich als Arbeiterfreunden gebärdenden tapitalistischen Scharfmachern zu gewärtigen haben. Hoffentlich ers weisen sich ihre Maßnahmen als ebenso schwach wie ihr Stil und ihre Orthographie. die damit gegebene Mitteilung beſtätigt sich zu unserer Freube Letzte Nachrichten und Depefchen. und drucken wir hier die diesbezügliche Meldung der Direktion der Glasfabrik A.-G. in Brodiit b. Meißen am Tage nach unserer Generalversammlung furzer Hand ab: Brodivit, den 27. August 08. Die Cholera eingeschleppt! München, 23. September.( B. H.) Wie der Bayerische Kurier" Mit unseren heutigen Zeilen können wir Ihnen die erfreu- erfährt, ist ein Mitglied einer in München wohnenden russischen liche Mitteilung machen, daß der Streit als beendet zu betrachten Familie an Cholera erkrankt. Der Choleraverdächtige wurde soist. Diejenigen zwölf Leute und div. Anhefter usw., welche wir am Ofen II und III sofort plazieren fönnen, haben heute fort in einem hiesigen Krankenhaus unter Beobachtung aller Sicherbereits mit der Arbeit begonnen, die übrigen, die erst nach Wiederheitsmaßregeln isoliert. Die Angehörigen des Erkrankten haben inbetriebnahme des Ofens I beschäftigt werden können, sind München sofort verlassen. bereit, auf Aufforderung seinerzeit gleichfalls die Arbeit wieder aufzunehmen. blieren. * * Durchstechereien beim Militär. Darmstadt, 23. September.( B.. H.) In der vergangenen Nacht wurden durch Kriegsgerichtsrat Koch in der Kaserne des Dragoner. regiments Nr. 23 die beiden Dragoner Jonas und Kredel von der 5. Estadron verhaftet, weil sie überführt sind, Briefe des in Untersuchungshaft befindlichen Sergeanten Reineweber, der die Patronendiebstähle in Worms beging, an seine Braut in Worms befördert Das mit den Arbeitern aufgenommene schriftliche Protokoll das Ansuchen der Stadt Petersburg, Kasernen zu Hoſpitälern zu Petersburg, 23. September.( B. S.) Der Kriegsminister hat haben wir inzwischen bereits in Nr. 36 unserer Verbandszeitung überlassen, abgewiesen, dagegen hat er das Hospital im Lager von " Die Glashütte" veröffentlicht. Wenn auf der Leipziger Messe bon uns scheint nicht unbekannter Seite versucht worden Krasnoje Selo angewiesen. Die Stadt hat das Internat des Polyist, den den Mitgliedern die Freude an diesem Erfolg durch technikums gemietet und wird daselbst ein Cholerahospital eta das Verbreiten unwahrer Nachrichten, zum Beispiel die Arbeiter hätten einen Teilerfolg und eine Lohnaufbesserung von 2 Prozent erzielt und dergleichen mehr, zu stören, so können wir einfach auf dieses Protokoll verweisen, aus dem flar und deutlich hervorgeht, daß unser Erfolg ein ganzer ist und daß die Arbeiter bedingungslos um Wiederaufnahme gebeten haben. So mußte es fommen und so wird es stets wieder fommen, wenn die Beteiligten immer Energie und Ausdauer genug besitzen bezw. den Gegner darin übertreffen. Die Organisation der Arbeiter ist gewiß eine Macht, aber eine viel größere, hin zu haben. reißendere Kraft bildet der Zusammenschluß der Arbeitgeber; das hat schon Bismard ausgesprochen und das wird immer zutreffen, so oft die Arbeitgeber eine so gerechte Sache wie die Brodwißer Differenz verteidigen. Der Verband der Glasarbeiter München, 23. September.( B. H.) Der Bankier Wagner, der wird sich hoffentlich diese Lehre dienen lassen und allenthalben wegen Unterschlagungen, Urkundenfälschungen und Wechselbeffer Frieden halten, denn seine Niederlage ist wahrlich groß fälschungen sowie wegen Depotfälschungen zu einer hohen Ruchtund blamabel; aber fast scheint es, daß die Herren Girbig und hausstrafe verurteilt worden war, wurde begnadigt. Genossen absolut nichts lernen wollen, denn im letzten Fachgenossen" vom 5. September cr. sperren sie noch immer die Brockwißer Fabrik, trop des Friedensschlusses. Das hat zur Folge, daß auch wir die noch in Brockwitz liegenden, dort überzähligen Arbeiter sperren müssen, so daß diese armen Luder(?) München eingetroffenen Viehhändler wurden auf dem Münchener noch weiter ohne Brot und Arbeit sein werden; sie mögen fich Hauptbahnhof 27 000 Kronen im Gedränge aus der Tasche gestohlen. dafür bei den Leitern des Verbandes bedanken. Hierbei seien unsere Mitglieder darauf hingewiesen, daß sämtliche streifenden Leute aus Brockwitz nach§ 13 des Statuts noch 4 Wochen nach Beendigung des Ein begnadigter Zuchthäusler. Ein guter Griff. München, 23. September.( B. H.) Einem aus Tirol in Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Ilf.224. 23. IchMg. 1 KtilW i>cs„ pmitttüliig, 24. Stpftiiibt 1908. Der Parteitag von Florenz. Florenz, den 20. September. Zweiter Verhandlungstag. Heute, als an einem Sonntag, der außerdem ein patriotischer Gedenktag ist— der Tag des Einzuges der italienischen Truppen in das päpstliche Rom— ist der Andrang zu den Tribünen des Kongresses noch stärker als sonst. Das Theater ist ganz und gar übersüllt. Der Kongreß tritt in den Bericht über die Finanzlage deS,.Abantf ein. Genosse Bidolli legt die Situation dar, die den Lesern des „Vorwärts" aus unserem Vorbericht schon bekannt ist. Damit das Zentralorgan nicht seine Zahlungen einstellen müsse, sind sofort innerhalb dieses Jahres 40 000 Lire zu schaffen und 80 000 Lire im Laufe der ersten drei Monate des nächsten Jahres, dann für weitere Jahre bis 1014 80 000 Lire jährlich. Der Referent schlägt vor, «>0 000 Lire im Jahre durch Erhöhung der Mitgliedstcuer der Zentral- lasse und durch Extraauflagen auszubringen. Es nehmen dann nacheinander Genossen daS Wort, die dem „Auanti" Geld liehen und auf ihre Forderungen verzichten. Zuerst sagt Genosse Aergamosco, er wolle das gute Beispiel geben und seine dieser Tage fällige Forderung von 10 000 Lire auslöschen. Gleichzeitig erkläre er aber seinen Austritt aus der Partei, weil der Kongreß gestern kein Votum annehmen wollte, das die Sozialisten verpflichtete, den Zaren auszupfeifen! Auch Genosse Mongini verzichtet auf eine Forderung von 10 000 Lire. Genosse A n g e o° l i n i. Mitglied des ParteivorstandoS, auf sein Guthaben in der Hohe von 2000 Lire. Es beginnen dann die Kritiken der Verwaltungsmodalitäten. Ein Genosse meint, es sei falsch gewesen, daß man den Setzern, die bei Einschränkung des Personals wegen Ein- sührung der_ Maschinen entlassen werden mußten, einige zehntausend Lire Entschädigung gegeben habe. Da dies die bürgerlichen Unternehmungen nicht tun, sei auch der„Avanti" nicht verpflichtet. Auch wird von anderer Seite vor- geschlagen, die Entschädigungen, die nach dem Gewohnheitsrecht der italienischen Presse im Falle der Entlassung eines Redakteurs oder ständigen Mitarbeiters gewährt werden— sechs Monate Gehalt und soviel weitere Monate, als der Redakteur Jahre hindurch bei der Zeitung war— nur dem Chefredakteur und dem ersten politischen Redakteur zu gewähren. Die anderen Redakteure fänden leicht anderweirig Anstellung. Einige Genossen, wie Frau A l t o b e l l i, wollen die Genossen zur Mitarbeit auch gegen geringe Eritschädigung veranlassen, andere, wie Mazzoni und Frizzi, meinen, nur wenn der»Avanti" besser bezahle, könne die Zeitung besser werden. Genosse Giacomi Ferri schlägt vor, die erforderlichen summen einzutreiben, indem man zunächst die Arbeiterorganisationen und die besitzenden Genossen zu entsprechenden Zahlungen heran- zieht. Redner greift heftig Enrico Ferri an. ohne ihn jedoch zu nennen. Man hätte der Partei nie reinen Wein über die Lage dcS„Avanti" eingeschenkt. L a z z a r i kritisiert in langer Rede die Verwaltungsneuordnung; der„Avanti" würde im Stile Liberty verwaltet. Man müsse ihn in eine Aktiengesellschaft verwandeln, und die Aktien eventuell auch an bürgerliche Kapitalisten abgeben.(Widerspruch.) Es sei auf dem Kongreß gesagt worden, alle Zeitungen arbeiteten mit Defizit. Das sei richtig für die bürgerliche Presse, die mit der Konkurrenz zu rechnen habe, aber nicht für die sozialistische, die die Konkurrenz ausschalten könne. Früher hätte der Parteivorstand sein Veto gegen die Herausgabe anderer Tagesblätter eingelegt, heute nicht mehr. Diese TageSblätter müßten eventuell aufgefordert werden, ihr Erscheinen einzustellen.(Zustimmung.) M o r g a r i(Chefredakteur deS.Avanti") erklärt: Die Lage dcS„Avanti" sei durchaus nicht so verzweifelt, wie man� sie darstellen wolle. Es ständen noch viele Wege offen, so die Gehälter zu vermindern, als ultima ratio; auch den Verkauf der eigenen Druckerei kann man ins Auge fassen. Ueber die politische und technische Leitung deS„Avanti" wolle er sich nicht auslassen. Die technische Leitung hinge in letzter Hin» ficht von der Finauzkraft des Blattes ab. Was die politische Haltung betrifft, so müsse der Kongreß entscheiden. Gefällt ihnen das Blatt nicht, so kann es den Chefredakteur wechseln. Er, Morgan, würde froh sein, der Last der Redaltion enthoben zu werden. Liemes feiaUetora. Die„Feruschreibwafchine". Die Erfindung der drahtlosen Tele- graphie hat jetzt eine interessante Anwendung auf die Schreibmaschine erfahren. In London hat der dänische Elektrotechniker Hans Knudsen soeben einen ueucrfundenen Apparat vorgeführt, der e-Z ermöglicht, auf größere Entfernungen aus elektrischem Wege eine Schreibmaschine in Aktion zu setzen. Ein kleiner Apparat dient dabei als„Sender"; beim Anschlagen der Buchstnbenklaviatur springt bei jeder Letter eine kleine Metallnadel in die Höhe; sie berührt ein Mctallband, das darüber hingleitet und das bei jeder Berührung einen elektrischen Strom entwickelt, dessen Wellen von einem beliebig weit entfernten Aufnahmeapparat aufgenommen werden. Die Empfangmaschine trägt ein ähnliches langes Metallband, das mit dem des Senders genau abgestimmt ist und alle Wellen aufnimmt. Durch einen Elektro- magnel wird dann der betreffende Buchstabe mechanisch in Tätigkeit gesetzt. Die Versuche, denen eine Reihe Sachverständiger beiwohnte, gelangen vollkommen: die durch bie drahtlose Schreibmaschine ge- gebeneu Mitteilungen lvurden durch die Empfangmaschine im Reben- räum sofort automatisch niedergeschrieben. Eine neue Art von Sonnenstrahlen. Die eigentümlichen und schonen Erscheinungen, die sich als zweite Dämmerung in großen Erhebungen auf der Erde zeigen und nach ihrem häufigen Auftreten und ihrer augenfälligen Wirkung in den Alpen gewöhnlich als Alpenglühen bezeichne: werden, haben noch immer keine Erklärung gefunden, die eine Zustimmung seitens aller Forscher gefunden hätte. Der durch seine Untersuchungen über den Zustand der höheren Schichten des Luftmeeres rühmlich bekannte französische Gelehrte Teißereno de Bort hatte die Entdeckung gemacht, daß eine Spiegelung des Lichtes von höheren Lagen der Atmosphäre. in denen eine Umkehr der Temperatur stattfindet, erfolge, und diese Erscheinung hat Durand Greville in einem Vorwage in der Pariser Akademie der Wissenschaften als Erklärung des Alpenglühens in An- spruch genommen. In einer späteren Sitzung aber hat der Astronom DeSlandres Gründe dafür angeführt, daß eS eine noch uncntdeckte Art von Sonnenstrahlen im ultravioletten Teil des Spektrums geben könne, die an Bergflächen eine Phosphoreszenz erzeuge. Versuche zum Nachweis der neuen Strahlen sind eingeleitet worden. Das Rettungsschwimmen der Schüler. Schularzt Dr. Marcus in Frankfurt a. M., dessen Bortrag über„Samariteruntcrricht in den Schulen" auf dem letzten internationalen Kongreß für Rettungs« wesen viel Beachtung gefunden hat, hat als Ergänzung dieses Unterrichtes in der ersten Hilfeleistung zum erstenmal auch bei Schülern einer Franlfurter Mittelschule einen regelrechten Unterricht im Rettungsschwimmen eingeführt. In vier Stunden wurden die kleinen Samariter, 13—14 jährige Jungen, soweit ausgebildet. daß sie imstande waren, alle Hebungen vorzunehmen, wie sie zur Rettung von Ertrunkenen in sachgemäßer Weise notwendig sind. Aus ein Kommando stürzen fünf Jungen ins Wasser. sie sind des SchwimmenS unkundig und in Gefahr unter- zusiiilcu.. Sofort., stürzen, sic�fünf andere Knaben in voller Die Diskussion spinnt sich resultatlos weiter fort, bis Genossin Altobelli einen Suspensivantrag einbringt, der eine Kommission zum Studium der Sache fordert, die dem Kongreß referieren soll. Obwohl der Antrag offenbar den Parteitag in die Lage bringt, die ganze Diskussion noch einnial aufzlmehmen, wird er angenommen. Der Kongreß vertagt dann seine Arbeiten. Dritter VerhandlungStag. Prampolini eröffnet die Verhandlung mit Verlesung eines Begrüßungsschreibens des deutschen Parteivorst an des, das mit großer Begeisterung aufgenommen wird. Dann erteilt er Genossen Modigliani das Wort, um über die Borschläge der Kommission für den„Avanti" zu referieren. Modigliani gibt eine Schilderung der Situation, die sich im wesentlichen mit dem deckt, was die gestrige Diskussion gezeigt hat: die Lage des Blattes ist ernst, aber nicht verzweifelt. Die Redaktion müsse neu geordnet, das typographische Material intensiver ausgenutzt werden. ES sei ein Unding, so viele Setzmaschinen zu haben und sie nur 5 von 24 Stunden zu benutzen. Referent teilt dann mit, daß sich die Genossen gefunden hätten, um die sofort nötigen 40 000 Lire zu beschaffen. Zu den gestrigen Verzichtleistungcn auf Rückzahlung sei noch die der Parteiorganisation der Provinz R a v e n n a gekommen, die auf 3000 Lire verzichtet, die der„Avanti" ihr schuldet. Die Schuldenlast vermindert sich sonnt im ganzen um 2ö000 Lire. Um das JahrcSdefizit zn decken, daS demnächst zu erwarten ist, und um die Schulden bezahlen zu können, schlägt die Kommission vor: 1. Erhöhung der Mitglieds- quote für die'Zentralpartei von 00 Zentesimi aus 1,50 Lire, wovon 1 Lire an den„Avanti" abgeführt wird— macht 40000 Lire jähr- lich. 2. Verpflichtung der besitzenden Genossen, den„Avanti" zu abonnieren(anstatt ihn im Handverkauf zu beziehen)— nach dem Voranschlag zirka 15 000 Lire. 3. Verpflichtung der Arbeiterorgani- sationen, den„Avanti" zu abonnieren— 5000 Lire. 4. Extrasteuer für alle besitzenden Genoffen in der Gesamthöhe von 15 000 Lire. Diese Summe wird auf die einzelnen Provinzen verteilt, die sie dann unter ihren Organisationen aufbringen müssen, bei Strafe des Ausschlusses aus der Partei. Die Vorschläge der Kommission werden ohne Diskussion durch Akklamation angenommen. Den Bericht der Parlamentsfraltion sollte Genosse Montemartini geben. Er verweist aber auf sein im Druck vorliegendes Referat, den, wir die hauptsächlichste» Angaben ent- nehmen. Die italienische Fraktion besteht seit dem Tode des Genossen C a l v i und der Neuwahl von T o d e s ch i n i und P e s s e t t i aus 25 Abgeordneten. Diese haben in der laufenden Session, besonders bei dem Gesetze über den Reisarbeiterschutz und über die Nachtruhe der Bäcker wesentliche Verbesserungen durch- gesetzt. 39 mal haben sie bei den Budgetberatungen das Wort ge- nommen. Montemartini schlägt schließlich vor, der Parteivorstand wolle zugunsten der Fraktion eine Summe auswerfen, damit diese einen Sekretär anstellt und Diäten geben kann, wenn auch in be- schränktem Maße. Weiter beantragt er. daß man die Abgeordneten während der Dauer der parlamentarischen Arbeiten nicht von Rom fortrufen solle, eS sei denn zu Streiks, bei denen die Konföderation der Arbeit ihre Mitwirkung für nötig hält, oder für eine Tätigkeit, die die Fraktion selbst veranlaßt. Schließlich proklamiert Monte- martini die Autonomie der Parteifraktion, die sich zwar mit dem Parteivorstand und der Konföderation beraten solle, aber nur dem Parteitage Rechenschaft schuldig sei. Wider Erwarten und vielleicht teilweise durch Uebcrraschung deS Kongresses gehen die Vorschläge MontenrartiniS wie sein Referat ohne Diskussion durch. Die Parteigenossen haben offenbar Eile, zu den wichtigsten Punkten der Tagesordnung, Stellung zur gewerkschaftlichen Bewegung und Wahltaktik, zu kommen. Auf Vorschlag des Genossen Modigliani beschließt man, die Diskussion über diese beiden Punkte zu vereinigen. R i g o l a referiert über die Stellung der Partei zur Gewerk- schaftsbewegung. Er stelle sich ganz auf den Boden der Resolution des Stuttgarter Kongresses. Es sei ein ungereckilfertigter Argwohn, wenn man meine, die Konföderation wolle die Partei auflösen und ersetzen. Die politische Partei habe eine andere geschäftliche Ausgabe als die Gewerkschaftsbewegung. Diese wurzele in den Klassen- interessen und böte die Gewähr dafür, daß sich diese nicht in aller- Hand Charlatanerie verlöre. Warum solle man gerade von den Ge> werkschaften fürchten, daß sie in Nurgewerkschaftiertum ausarteten? Könne nicht auch die Partei entarten in Cliquenwesen und Geschäfte' Kleidung ins Wasser, ergreifen die gefährdeten Kameraden mit kunst gemäßen Griffen, auf dem Rücken schwimmend, von hinten unter den Armen, transportieren sie in dieser Lage 10—15 Meter weit und tragen sie glücklich ans Ufer, wo sie von anderen Knaben, die in- dessen den Ertrinkenden Stricke zuwerfen, sachgemäß herausgezogen werden. Jetzt werden an den Ertrunkenen nach allen Regeln der Kunst von den jugendlichen Samaritern Wiederbelebungsversuche an- gestellt. Besondere Schwierigkeit bereitet das Rettungswerl bei denen, die sich gegen ihre Rettung wehren, aber auch hier gelingt die Rettung. Diese nützlichen llebungen verdienten es, daß sie überall beim Schwimmunterricht eingeführt werden. Theater. Friedrich- Wilhelm st ädtisch es Theater: Groß- mama, Jimggesellenschwank von Max Dreye r. Schade, daß die Direktion, wenn sie nach der Aufführung von Drehers schwer- müsig-stimmungsvollem„Winterschlaf" in der vorigen Saison etwas Lustiges von dem Autor bringen wollte, nicht die reizende, schon halb vergessene Komödie„In Behandlung" wählte oder aus äußeren Gründen von ihrer Darstellung Abstand nehmen mußte. Eine so rund herausgearbeitete, so humorvolle und farbige Figur wie die des männlich-burschikosen Fräuleins in ihrem 5kampfe mit dem heimatlich kleinstädtischen Philistertum gelang Dreyer späterhin nie mehr. Es ist das beste, auch in der Auffassung nach sympathischste von allen Lustspielen, die über das Thema von der Frauenemanzi- pasion in neuerer Zeit geschrieben worden sind. Der„Jung- gesellenschwank" erscheint, an diesem Maßstab gemessen, noch dürftiger als ohnehin. Ein Mecklenburger Herr Baron, der einst- mals einen Korb erhalten, revanchiert sich durch allgemeinen Weiberhaß, stiehlt, auf seinem Gutshofe begraben, mit Schlafen, Trinken, raffinierter Schlemmerei und polterndem Räsonnieren auf die Dienerschaft dem Herrgott die Tage ab, uni dann, bei einer unwillkommenen Einquartierung weiblicher Verwandtschaft, durch seine inzwischen Großmama und Witwe gewordene alte Liebe aus seiner Faulheit aufgerüttelt und kuriert zu werden. Von irgend einer humoristisch durchgeführten psychologischen EntWickelung ist dabei nicht die Rede. Die„Handlung" bietet nur den Vorivand, eine Reihe�grober, skrupellos zusammengeraffter und wenig origineller Posseneinfälle anzubringen.— Herr Werner, den man bisher nur als Heldendarsteller schätzen gelernt, überraschte in der Gestalt deS junkerlichen Weiberfeindes durch eine flotten Schwankstil charakterisierende Komik. Vorzüglich kam daS Kindisch-Launenhafte als Unterton heraus und wurde in amüsanten Variationen bis zum Schlüsse festgehalten. Die Drolerie in seinem Spiele erwuchs auf einem Hintergrunde anschaulicher Echtheit. Daß der Schwank trotz aller Schwächen beim Publikum einen entschiedenen Lacherfolg errang, verdankte er in erster Reihe diesen: Darsteller. ät. Humor und Satire. Der internationale Kongreß. Erster Tag.— Eröffnungssitzung des Kongresses. Der Minister- Präsident des Landes, in welchem der Kongreß stattfindet, hält eine große Begrüßungsrede und spricht von dein vielen Gute». daS man vom Kongreß erwartet. Nach dieser Rede vertagt sich der Kongreß machern? Redner geht dann auf die üblichen Vorwürfe gegen den Parteivorstand über: sein Verhalten nach dem Blutbad in der Piazza del Jesu, die Eröffnung der Samm- lungen für den Parmenser Streik usw. Er hoffe, daß auch mit dem neuen Parteivorstand ein Einvernehmen möglich sein werde. Sollte es aber nicht möglich sein, so werde er sich damit zu trösten suchen, daß eben nicht aller Sozialismus in der Partei sei, sondern auch tvelcher in den Gewcrkschaslen lebe. Rigola polemisiert dann gegen seinen 5korreferenten Longo» bardi, der in seiner Resolution vorschlägt, die Partei solle sich nicht feindlich gegen die Organisation stellen, die feindlich zur Kon- föderation der Arbeit stehe. Das könne er absolut nicht annehmen. Die Konföderation stehe Arbeitern jeder Richtung offen, kein politisches oder soziales Bekenntnis brauche einen Arbeiter von ihr fernzuhalten. Nur die gelben Gewerkschaften ständen feindlich zur Konföderation, und diese gelben Gewerkschaften müsse die Partei aufs schärfste be- känlpfen. Im Gegensatz zu Longobardi halte er, Rigola, den General- streik nicht für eine Waffe zur Eroberung. Trotzdem gebe er zu, daß sich Situationen bieten können, in denen der Generalstreik eine Notwendigkeit sei. Wenn z. B. die herrschenden Klassen in einem Momente geistiger Umnachtung oder um eine Ableitung zu suchen für die Klassenlonflikte im Innern einen Krieg erklären sollten, dann wäre es für die Proletarier an der Zeit, die Arme zu kreuzen und das gesamte wirtschaftliche Leben des Landes still zu fetzen. Aber ein solcher Generalstreik bedürfe keiner Vorbereitung und keines Referendums. Das Recht dazu wollten die Reformisten dem Pro« letariat nicht benehmen. Dagegen halte er einen Generalstreik zur Unterstützung einer ParlamcittSaktion für das Wahlrecht für aus- sichtSlos. Ueber die Frage der obligatorischen Schiedsgerichte brauche er sich nicht auszulassen. Hierüber seien alle einig. Nicht obligatorische Schiedsgerichte, wohl aber obligatorische Einigungsämter Ivürde seine Fraktion befürworten. Der Referent schließt mit der Bemerkung, daß er nicht auf Grund grauer Theorie, sondern auf Grund lang- jähriger Praxis zu sejncn Schlüssen gekommen sei.(Beifall.) Der nürnberger Parteitag in üer Partelprefk. IUI, „Hamburger Echo": „Formell hielten die süddeutschen Genossen auch nachdem Beschluß des Parteitages an ihrer Stellung fest, indem sie durch Segitz im Namen von 60 Delegierten die Verwahrung verlesen ließen. Aber die ihnen verbleibende Zeit der Ueberlcgung wird sicher auch bei ihnen der Erkenntnis Raum verschaffen, daß auch sie sich als gute Demokraten den Parteitagsbeschlüssen fügen müffen und die Einheitlichkeit der Taktik der Partei in Nord und Süd gewahrt werden muß. Die Gegner, die vom Nürnberger Parteitage eine Spalwng der Partei erhofft haben, werden sich abermals in ihrer Hoffnung getäuscht sehen. Alles- in allem darf man mit dem Resultat des diesjährigen Parteitages zufrieden sein. DaS brachte auch Genosse Singer in seineni Schlußwort zum lebhasten Ausdruck. Wir stimmen mit ihm vor allem in der Mahnung überein, daß nunmehr, nachdem der Kampf vorüber ist, die Debatten über die Hauptstreitfrage im Ton der Brüderlichkeit weitergeführt werden mögen. In Nürnberg haben sich die Vertreter der gegenteiligen Meinungen offen und ehrlich ausgesprochen. Nun heißt es für alle, die Partei in alter Geschlossenheit den Gegnern gegen- überzustellen zum Kampf um das Wohl der Arbeiterklasse. Das allein kann Aufgabe der Sozialdemokratie in der Gegenwart sein, unter stetem Hinblick auf das große Ziel der Zukunft, das der Arbeiterklasse die Erlösung aus der Knechtschaft des Kapitals bringen soll. Dessen mögen alle Partcikrcise eingedenk sein." „Leipziger BolkSzeitnug": .... Wir haben schon am Sonnabend auf den Gegensatz der beiden Erklärungen Timm und Segitz hingewiesen, von denen die eine vor, die andere nach der Abstimmung abgegeben war und so sehr auch die Erklärung Segitz im Augenblick ihrer Abgabe den Ein- auf den nächsten Tag. Besichtigung der Stadt. Am Abend Fest« mahl für die Mitglieder des Kongresses. Galavorstellung im Opernhause. Zweiter Tag.— Der Kongreß tvählt sein Bureau. Große Rede deS Präsidenten, der dem Kongreß für die ihm— dem Gewählten — zu teil gewordene hohe Ehre dankt und das Arbeitsprogramm feststellt. Plan vertagt sich auf den nächsten Tag. Besichtigung des Schlosses. Am Abend Festmahl für die Mitglied« des Kongresses. Galavorstellung im Nationalthcater. Dritter Tag.— Der Kongreß wählt vier Kommissionen, die sich mit den verschiedenen Teilen des Arbeitsprogramms befassen sollen. Die Kommissionen treten sofort zusammen und wählen ihre Bureaus. Dann vertagen sich die Kommissionen auf den nächsten Tag. Aus- flug in die Umgebung der Stadt. Am Abend Festmahl. Nachher— gruppenweise— Abwanderung in Spezialitätcnthcater und Ballsäle. Vierter Tag.— Die in besonderen Räumen tagenden Kommissionen teilen sich in Subkommissioncn, die sich sofort in noch abgesonderteren Räumen versammeln, um ihre Bureaus zu wählen. Man vertagt sich aus den nächsten Tag. Ausnutzung des Tages nach Belieben. Am Abend Festmahl für die Mitglieder des dlon- gresses. Nachher— grüppchenweise— Besuch getuisser Lokale... Fünfter Tag.— Die Sublommissionen treten zusammen, um für jede Frage einen Berichterstatter zu wählen. Ein Mitglied: „Liebe Kollegen, ich erlaube mir darauf hinzuweisen, daß in einer Stunde die Frist abläuft, während tvelcher uns und unseren Familien die Eisenbahnsahrt zu halben Preisen gewährleistet ist. Wenn wir noch länger bleiben wollen, werden wir wohl nachzahlen müssen...." Der Saal ist plötzlich ganz leer geworden. Am Abend, im Eisenbahnwagen, nach den letzten Ovationen: Ein Mitglied des Kongresses:„Wir haben aber auch lvaS geleistet I Es geht doch nichts über internationale Zusammenkünfte dieser Art, wenn es gilt, die Sache des Fortschritts und des Weltfriedens zu fördern."_(Fancy im»Gil Blas".) Notizen. — Theater chronik. Max Halbes jüngstes Werk, die vieraktige Komödie„Blaue Berge" wurde für das Neue Schauspielhaus zur Uraufführung erworben und wird bereits als eine der nächsten Novitäten in Szene gehen. — DaS große Unternehmen der Pananrerika- nischen Eisenbahn, die New Sfork auf dem Schienenwege mit Buenos Aires verbinden tvird, schreitet rüstig fort. Die argentinische Strecke ist bis zur Grenze von Bolivia vollendet und die Fortsetzung bis nach Tupiza wird gegenwärtig in Anariff genommen. Die Bahn wird dann bei Uyuni an die bereits bestehende bolivianische Bahn anknüpfen, sodaß nur noch eine kurze Strecke fehlt, um von Buenos Aires per Bahn bis zum Titikakasec zu gelangen. In Peru nähern sich die Arbeiten dem Abschluß und in Ecuador ist der Bahnbau von Guayaquil bis in die Nähe von Quito vollcirdet. Auch die große Bahnlinie, die Buenos Aires mit Valparaiso verbindet, wird jetzt auf den Höhen der Kordilleren ausgebaut, sodaß die kurze Fahrt- Unterbrechung— vier Stunden muß man reiten— durch einen großen spiralcnförmigen Tunnel, der bereits im Bau ist. künftig aufgehoben wird. druck der Verlegenheit machte, so sehr öffnete sie für die Zukunft jeder Möglichkeit Tür und Tor. Das wollen wir abwarten. Es genügt»n-Z fürs erste, das; unsere süddeutschen Genossen in der Partei geblieben sind, dasi sie die Hoffnungen der bürgerlichen Presse wieder einmal nicht erfüllt haben. Sollten sich irgendwelche praktischen Konsequenzen aus der Erklärung Segitz ergeben, so wird die Partei wissen, was sie zu tun hat. Bis dahin aber glauben wir, den uns von den Süddeutschen aufgedrungenen und jetzt von dem Parteitag entschiedenen Streit be- graben sein zu lassen und uns der Tatsache freuen zu sollen, daß die Einheit der Partei gewahrt geblieben ist unter Äufrechterhaltung unserer bisherigen Grundsätze.� „Bremer Bürgerzeitung": „... Deutlicher ist noch nicht ausgesprochen worden, waS der Revisionismus will, und niemals wurde offenkundiger, wie innerlich hohl und wie oberflächlich seine Argumentation ist. Die Mehrheit des Parteitage? gab in aller Ruhe die deutlichste Antwort daraus. Die Resolution Frohme, die den Kern der Sache nicht treffen, sondern eine goldene Brücke bauen sollte, wurde abgelehnt und mit Zweidrittelmehrheit die Resolution des Parteivorstandes ohne jede Äbschwächung angenommen. Revisionisten, die eS fertig gebracht, für die Dresdener Taktikresolution zu stimmen, stimmten jetzt gegen die Resolution von Parteivorstand und Kontrollkommilsion. Dann folgte die famose Erklärung der 6?ern und wohl auch in Württemberg die organisierten Parteigenossen sich mit dem Fazit des Parteitages von Nürnberg beschäftigen. Wir zweifeln nicht, dast die Budgetbewilliger ihr Möglichstes tun werden, um ihre Position zu befestigen. Wie das geschehen wird, davon bietet die„Fränkische Tagespost" bereits ein echt revisionistisches Beispiel. Aber auf die Dauer wird auch den organisierten Parteigenossen in Süddeutschland die Klarheit iiiS Bewußtsein dringen, die der dies- jährige Parteitag geschaffen hat. Er bedeutet, selbst wenn die Budgetdebatte eine unerfreuliche Fortsetzung finden sollte, einen tüchtigen Fortschritt in unserer Partcientwickelung." „Norddeutsche Bolksstimme" sBremerhaVen): „.., Wem eS vorher noch nicht klar war. dem wird es durch Verfolg der tagelangen, bis zur Ermüdung erschöpfenden Debatte klar geworden sein, daß hier nicht mehr um eine Frage des Prinzips oder der Taktik an sich gestritten wurde, sondern daß wieder einmal der alte Streit zwischen Revisionismus und Radikalismus, um die beiden nun einmal eingebürgerten Bezeichnungen zu gebrauchen, auSgefochten wurde und aus- gefochten werden mußte. Handelte es sich doch schließlich um nicht geringeres als darum: Soll die deutsche Sozia ldemo- kratie ihren Klasse ukampfcharakter erhalten oder soll sie eine radikale Reform Partei to erden? Soll sie ihre revolutionäre Grundlage aufgeben und durch An- erkenntnis der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung sich mit dieser aussöhnen? Nun, der Parteitag hat diese Frage entschieden und wie er sie entschieden hat, hat die ungeteilte Billigung der großen Masse im Lande draußen gefunden.... Der Parteitag hat gesprochen, er hat gegen die Süddeutschen entschieden, die ihre Sache zwar mit großer Leidenschaft und Hingabe vertraten, aber auch Mittel an- wendeten, die weder parteigenössisch, noch demokratisch waren. Da? gibt selbst der größte Teil der süddeutschen Parteipresse jetzt un- umwunden zu. Und in dieser Erkenntnis liegt miS die beste Ge- währ, daß trotz der mehr als eigenartigen Schlußerklärung der„67" der Friede dauernd geschlossen ist...." „Norddeutsches BolkSvlatt"(Bant): „... wer der Ansicht ist, daß die Sozialdemokratie ganz un- vermittelt oder, wie man sagt,„ohne das geringste Entgegen- kommen an den bürgerlichen Staat" die politische Macht erobern wird, für den ist die Budgetabstimmung eine rein prinzipielle Frage; wer aber der Ansicht ist, daß die Sozialdemokratie in der praktischen Politik, gezwungen durch die EntWickelung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, dem bürger- lichen Staate entgegenkommen muß und auch schon entgegen- gekommen ist, ohne das Endziel auS dem Auge zu lassen, für den ist die Frage eine taktische Frage. Die Vertreter der Vorstands- ccsolution, besonders das Vorstandsmitglied Ebert, haben ja auch anerkennen müssen, daß die Frage der Budgetbewilligung auch eine taktische Frage sei. Dieser Anerkennung entsprechend wäre die Annahme der Resolution Frohmes und Genossen richtiger gewesen. ...„Daß diese Resolution nicht angenommen worden ist, daran ist nun nichts zu ändern und eS mutz der Parteitagsbeschlutz respektiert werden. Auch die süddeutschen Parteigenossen, welche eigentlich eine dem Beschluß widersprechende Erklärung abgegeben haben, werden den Beschluh respektieren, so schwer es ihnen auch fällt. Der Riß, welcher durch die Frage der Budgetbewilligung zwischen den süd- deutschen und einen großen Teil der norddeutschen Parteigenossen- schaft entstanden ist, zeigt uns, daß man keine Beschlüsse auf Partei- tagen fassen soll, die nicht zu halten sind und eine verschiedenartige Auslegung gestatte».... Auffallend erscheint die Unterstützung der süddeutschen Dele- gierten durch eine nicht unbedeutende Anzahl norddeutscher Partei- genossen auf dem Parteitag. ES war weniger die Anerkennung der Richtigkeit und Notwendigkeit der Zustimmung der süddeutschen Abgeordneten zit den Budget? in den vorliegenden Fällen� als vielmehr ein Protest gegen die Art und Weise, wie die süddeutschen Abgeordneten nnd die Frage überhaupt von den radikalen Partei- blättern und radikalen Parteirednern behandelt worden ist. Diese Delegierten wollten.... ihre Abneigung zum Ausdruck bringen gegen die Ketzerriecherei und Ketzerrichterei, welche besonders feit dem Parteitage zu Dresden in der radikalen Parteipresse gepflegt und getrieben wird...." „Bolkswille"(Hannover): „Der einzige Lichtpunkt in diesem, hoffentlich auf eine Reihe von Jahren entschiedenen Streit ist, daß es sich bei ihm nicht ledig- lich um die Frage der Bndgctbewilligung handelt. Es spielt, wenn auch nur ganz wenig, die Frage der praktischen Gegenwartsarbeit mit hinein, die von den beiden Richtungeu innerhalb der Partei nicht gleichmäßig gewertet wird. Und nach dieser Richtung hin hat die Abstimmung eine Enttäuschung auch für die Mehrheit gebracht. Mehr- fach ist es ausgesprochen worden, daß es sich in dem Budgetstreit lediglich um die Auflehnung einiger süddeutscher parteigenössischer Abgeordneter gegen einen Parteibeschluß handle. Abgeordneter, denen die Massen, sobald sich die künstlich erzeugte Erregung gelegt, den Rücken kehren würden. Die starke Minderheit zeigt, daß jene Annahme eine irrige ist. Die Anzahl der Partecgenossen, die in der Budgetbewilligung eine rein taktische Frage erblicken und daher Gegner jeder weiteren Einengung sind, ist eine ganz stattliche und erstreckt sich über ganz Deutschland. Und eS fehlt ihnen auch nicht an Rückhalt unter der Arbeiterschaft. ... Als gute Demokraten werden die süddeutschen Genoffen, deren geschickte und erfolgreiche Vertretung der Interessen des arbei- tenden Bolls im Parlament allseitig anerkannt wird, werden die Genoffen, die in der heißumstrittenen Frage zu ihnen standen, dem Parteitagsbeschluß sich fügen, sin Interesse der Arbeiterbewegung. So weit in taktischen Fragen die Ansichten auseinandergehen mögen—: in der Grundanffaffung gibt es keine MeinnngS- unterschiede. Wir alle sind Sozialdemokraten, deren unablässiges Bestreben darauf gerichtet ist, die gegenwärtige Staats- und Gesellschaftsordnung' von Grund aus umzugestalten, den KapilaliZ- muS durch den Sozialismus zu ersetzen, zum Wohle der Gesamt- heit.. „Lübecker VolkSbotc": ,,... Dafür.... daß die im letzten Absatz der Lübecker Re- solution erwähnten besonderen Umstände für die Zustimmung zum Budget vorgelegen haben, konnte u. E. ein schlüssiger Nachweis nicht erbracht werden. Trotzdem sind wir der Meinung, daß eS für die Partei am besten gewesen wäre, wenn der Parteitag sich auf den Vcrmitteluilgsaiitrag Frohine, der ausdrücklich den Lübecker Beschluß bestätigt, isdoch bezüglich der AuSuahinen ein Eiiiverstälidnis zwischen dem Parteivorstand und den in Betracht komnleitdcn Landesorgaiiisationen herbeigeführt wissen wollte, ver- einigt hätte. Durch die Debatte war der Wille der Mehrheit der Partei so deutlich und entschieden zum Ausdruck gelonimen, daß es einer ausdrücklichen Kundgebung darüber, daß die Almahme der Fiiiaiizgesetze in Süddeutschland durch unsere Genosseil nicht mit dem Lübecker Beschluß zu vereinbaren sei, in der Nesolutiou nicht mehr bedurfte. Die Ablehnung der Resolution Frohme dürfte jedoch auch zum großen Teil mit auf das Konto des Verhaltens der Süddeutscheii zu schreiben sein, die in ihren Ausführungen immer wieder erklärten, sich den» Beschllisse des Parteitages, wenn er nicht ihre» Ansichten entspreche, nicht fügen zu lvollen. Das durften sie als disziplinierte Parteigenossen nicht sagen. Nachdem die Vertreter der Partei in ihrer großen Mehrheit der bekannten Resolution des Borstandes zugestimmt haben, sind wir der festen Zuversicht, daß unsere süddeutschen Genossen ihre An- sichten über die Notwendigkeit der Budgetbewilligung revidieren werden, revidieren auf Grund einer genauen Nachprüfung aller in Betracht kommenden Umstände. Dem steht auch die vom Genossen Segitz im Auftrage einer Anzahl süddeutscher Delegierte» abgegebene Erklärung nicht entgegen." „Schleswig-Holsteiilische Bolkszeitung"(Kiel): „Die Frohm esch e Resolutian, so sehr wir die guten Absichten der Unterzeichner würdigen, war nicht dazu geeignet, die Unklarheit und Zweideutigkeit der Lübecker Resolution zu beseitigen, sie ver- mehrte und unterstrich sie im Gegenteil. Hatte die Lübecker Erklärung von zulässigen Ausnahmen gesprochen. so hatte sie doch immerhin diese Ausnahme bloß von besonderen zwingenden Situationen abhängig gemacht, wenn sie auch diese zivingenden Situationen nicht näher definierte. Die Frohmesche Resolntion aber wollte die Ausnahme vom Prinzip in daS Belieben bestimmter Personcnkreise stellen und sie unterließ eS ganz und gar. diesen Personen Direktiven für ihre Entscheidung mit auf den Weg zu geben. Eine kleine Verschiebung i» der Ztlsammensetzung des Partei- vorstandeS, und die Politik der Partei hätte in einer Frage, deren prinzipielle Wucht die Lübecker und insoweit auch die Frohmesche Resolution in ihren Eingangssätzen ins hellste Licht rückte, selbst eine total andere Wendung genommen, ohne daß die oberste Jnstanz der Partei, der Parteitag, ein Wort mitzureden gehabt hätte. ES kommt hinzu, daß die Frohmesche Resolution in ihrer ursprünglichen Fassung die eigen- mächtige Sonderstellung der„Fraltionen", den Parte, partikulariSinuS, geradezu sanktionierte und verewigte, denn sie enthielt— und allein dieser ursprünglichen Fassung wollten die Süddeutschen zustimmen — kein Wort über den Fall, daß nun die verschiedenen Personen- kreise, von denen die Entscheidung abhing, sich nicht geeinigt hätten, Die Süddeutschen konnten im verwegensten Sinne auch mit Frohme Politik auf eigene Faust treiben und wäre es. etwa auf einem deutschen Parteitag, zu einer Diskussion über diese Politik gekommen, so hätte der Parteitag schließlich immer, wie jetzt der Nürnberger, bor einem kait acoompli, einer vollendeten Dummheit gestanden, und er hätte schließlich bloß das letzte Wort darüber gehabt, wer für diesen erledigten und nicht wieder gutzumachenden Fall verantwortlich sei, der Parteivorstand oder die Süddeutschen oder beide zusammen. Also die Frohmesche Resolution beseitigte nicht nur nicht die Fehler der Lübecker Fassung, sie ließ sie— die llnbestimmtheit der Ausnahmen— noch bestehen und vermehrte sie um einen neuen, der der Ausgangspunkt neuer, voraussichtlich noch nicht einmal prinzipieller und taktischer, sondern persönlicher Reibereien geworden wäre. Die Süddeutschen hatten klipp und klar erklärt, daß sie sich dem Spruche des Parteitags, wenn er gegen sie ausfallen werde. nicht fügen würde». Nichts weniger als die Einheit der Partei, die in der Autorität deS Parteitags ihr oberstes Symbol hat, stand in Frage, und diese Seite der Diskussion wiegt wo- möglich noch schwerer als der materielle Streitfall. von dem die Diskusston ihren Ausgang nahm. Kein Beschluß eines deutschen Parteitags, und es wäre von der größten Tragweile für die Entwickeluug des deutschen Proletariats, wäre fürderhin sicher davor gewesen, von irgendeiner Gruppe von Parteigenossen mißachtet zu werde», hätte der Nürnberger Parteitag, nachdem die Süddeutschen dieses Pronunziamento entrollt, anders Stellung genommen, als er in der Annahme der Vorstandsresolution getan. Hier durste in der Tat nicht der Mund gespitzt, hier mußte gepfiffen werden. Hätte der Parteitag den Süddeuischen eine Hinter- tür offen gelassen, durch die sie mitsamt ihrer aufgerollten Empörer- sahne die Wahlstatt verlassen hätten, über dem deutscheu Proletariat wehte nicht mehr daS eine rote Banner der einen Sozialdemo- kratie, sondern so viele bunte Sappen als gerade sich Sektionen finden, die sie zu schwingen belieben. Der Schein der Spaltung wäre vielleicht vertuscht worden, die Tatsache der Spaltung wäre perfekt gewesen. Der Parteitag, die einheitliche deutsche Sozial- demokratie, hätte kapituliert vor einer frondierenden Gruppe. Der Wille, der in den Reden der süddeutschen Landtagspolitiker zu Wort kam, wäre Tat. die Drohung Wirklichkeit geworden. Indem der Parteitag mit überwältigender Mehrheit die Vor- standsresolution annahm, hat er die süddeutschen Genoffen auf den Ernst der Situation aufmerksam gemacht. Ein Fortwursteln ist lünstig nicht mehr möglich. Die Einheit der Partei, die Disziplin unter die Beschlüsse der obersten Parteiinstanz, ist für kommende Tage so un- verbrüchlich wie für die große Vergangenheit der deutschen Sozial- demokratie als Richtschnur unserer prinzipiellen Haltung sowohl wie unserer Taktik aufs neue feierlich proklainiert worden, nur wer zu dieser Einheit sich bekennt, gehört zu uns. Die iüddeutschen Paria- mentarier werden von diesem Grundgesetz, ohne das die Partei nicht denkbar ist, unter dem daS deutsche Proletariat seine beispiellosen Erfolge erkämpft hat, durch das die deutsche Sozialdemokratie ihre achtunggebietende Stellung im internationalen Sozialismus errungen hat... die süddeutschen Parlamentarier, sagen wir, werden sich unter dieses Grundgesetz der Partei beugen müssen. Daß der Nürnberger Parteitag durch die Annahme der VorstandSresolution diese Notwendigkeit proklamiert hat, ist seine erlösende Tat. Wieder einmal ist ausgesprochen, was ist. Dem vorwärtsmarschierenden deutschen Proletariat, die süd- deutschen Genossen mit eingeschlossen, kann diese Klarheit nur zum Heile dienen. DeS sind wir gewiß." „Mecklenburgische Bollszeitung"(Rostock): Mit dem Resultat des Nürnberger Parteitages sind wir zufrieden. Im Miitelpimkt der Verhandlungen standen die Beratungen über die süddeutschen Budgetbeimlligungen. Ganz in unseren: Sinne war es die Ueberzeugung des Parteitages, daß die von der Lübecker Resolution vorausgesetzten„zwingenden Gründe", für das Budget stimmen zu müssen, nicht vorgelegen haben. Eine Rücksicht auf die in der sozialdemokratischen Anschauung noch nicht gefestigten Wähler kann nun einmal für uns nicht in Betrachr kommen. Solche Gründe würden für die Partei des klassenbewußten Proletariats schließlich zum bürgerlichen Parlamenteln verführen.... Leider hat der Mehrheit des Parteitagrs die Re» sowtion Frohme nicht genügt. Wir bedauern das. Zugeben muß der Leser des ParteitagsberichtS freilich, daß die Verteidiger der Budgetbewilligung nichts weniger wie geschickt ihre Sache vertreten haben. Sie haben zu viel bewiesen, und erst� das brachte jene Mehrheit auf dem Parteitage zu stände. Sonst hätte die Resolution Frohme wohl alle gesammelt, die sich bisher noch nicht persönlich gegen den„Revisionismus" engagiert haben.... Was die nach der entscheidenden Abstimmung... von Segitz abgegebene Protesterklärung praktisch im Gefotfge haben wird, das überlassen wir getrost der Zeit. Wir hoffen nacht�nur, daß die süddeutschen Genossen sich dem nun einmal gefaßten Beschlutz des Nürnberger Parteitages in freiwilliger Weise unterordnen werden, das ist vielmehr auch unsere Ueberzeugung. Bleibt nur noch auszusprechen, daß für künftig der Partei- vorstand den P a r t e i d i s k u s s i o n e n in der Presse ganze Aufmerksamkeit schenkt und bei Ungehöcigkeiten(die leider allzu oft vorkommen I) seinen Einfluß znrAbstellung dieser geltend macht. Wie die Diskussionen auf dem Parteitage irur� dazu da sein sollten, um zu beraten, so sollen und müssen die Partei- diskussioneu in der Presse erst recht in diesem Bewußtsein geführt werde». ES ist daZ leider nicht allemal der Fall I Dabei haben wir alle Ursache zu rüsten für den Kampf mit dem Gegner. Hus der Partei* Eine Ente. Die„Münchener Post" schreibt: DaS Herold- Bureau, dessen Unzuverlässigkeit nicht erst von heute ist, hat die falsche Nachricht hinansgegeben, die sozialdemo- kratischen LandeSbcreine Bayerns und Badens hätten für kommenden Sonntag große Massenversammlungen der sozialdemo- kratischen Wähler einberufen behufs geschlossener Zustimmung zu dem Verhalten der süddemschen Abgeordneten auf dem Nürnberger Parteitage. Einige Parteiorgane haben an diesen Unsinn mehr oder minder tiefsinnige Bemerkungen geknüpft. Weder in Bayern noch in Baden ist e-Z einem sozialdemokratischen„Landesverein" eingefallen. Massen- Versammlungen„von Wählern" einznberufen zu dem genannten Zwecke. Denn es ist Sache der Parteigenossen, über die Haltung der Delegierten auf dem Nürnberger Parteitage zu befinden. Und es ist weiter Sache der Ortsvereine, die zuständigen Partei- Versammlungen auszuschreiben. Daß„Massenversammlungen" daraus werden, ist auch kaum anzunehmen, denn bis jetzt hat nur ein geringer Teil der Parteigenossen sich für den müßigen Streit interessiert. So ergibt es sich, daß das Herold-Bureau, jedenfalls auS dem Zustande eines chronischen Nachrichtcnmangels heraus, seine x. t. Abnehmer wieder einmal angeschwindelt hat. Der Parteitag in den Organisationen. Die Mainzer Delegierten vom Nürnberger Parteitag er- statteten Dienstag abend in einer Parteiversammlung Bericht über den Verlauf des Parteitage?. Es lag folgende Re- solution zur Beschlußfasiung vor: „Die heute in Mainz tagende Parteiversammlung erklärt sich im allgemeinen mit den Beschlüsien des Nürnberger Parteitages einverstanden, erwartet von ihnen eine Stärkung der Partei und eine Kräftigung unseres politischen Einflusses. Dagegen kann die Ver- fammlung die Annahme der Resolution zur Budgetbewilligung nicht als eine geeignete Grundlage zur Lösung der Frage betrachten. Die taktische Haltung unserer Vertreter im Landtage und den Gemeindekörperschaften unterliegt der Kritik und den Beschlüssen der Landesoraaiilsation, und es muß ihnen freie Hand in der Wahl der geeigneten Wege zur Durchführung unserer Fordeningen gelassen werden. Die Versammlung billigt daher die von Segitz abgegebene und von 66 Delegierten unterschriebene Erklärung." Nach lebhafter Debatte wurde diese Resolution mit über- wältigender Mehrheit angenommen.— Stuttgart, 28. September. (Privatdcpesche des„Vorwärts".) Eine gestern abend tagende, von etwa 660 bis 700 Genoffen besuchte Parteiversammlung beschäftigte sich mit dem Nürnberger Parteitag. Der Referent Genosse West meyer führte zum Be- schluß über die Budgetfrage unter anderem aus. gegen die Er- klärnng der 67 süddeutschen Delegierten habe der Parteitag Wider- sprach nicht erhoben, weil die Erklärung ans der Situation heraus zu beurteilen sei. Er schlug zum Schluß seiner Ausführungen folgende Resolution vor: „Die Parteiversammlung spricht ihre Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Parteitages auS und erwartet von jedem Parteigenossen, daß er im Sinne dieses Beschlusses für die Einheit der Partei wirkt." In der Diskussion trat Landtagsabgeordneter Feuerstein dafür ein, daß in der Resolution auch die Erklärung der 67 Dele- gierten gebilligt werde. Genosse Vorhölzer beantragte sodann folgendes Amendement zur Resolution Westmeyer: „Die heute, den 22. September' tagende Stuttgarter Partei- Versammlung in Stuttgart stellt sich in der Budgetfrage auf den Boden der von 67 süddeutschen Delegierten dem Nürnberger Partei- tage abgegebenen Erklärung und anerkennt, daß durch sie das Recht der LandeSorgauisation in den Fragen der LandeSpolitil in zweckentsprechender Weise gewahrt worden ist." Diesem Amendement trat Genossin Zetkin entgegen. Genosse Landtagsabgeordneter H ildenbrand führte u. a. auS: während die Bayern und Badciffer sich auf die große Mehrheit ihrer Genossen stützen konnten, habe er in Nürnberg diese Erklärung bedauerlicherweise nicht abgeben können wegen des großen Mißtrauens, das gerade in Württemberg gegen die Abgeordneten geschürt worden sei. Er wundere sich nur, warum denn die Parteigenossen die Parlamen- tarier so lange im Parlament gelassen haben. Sie hätten die Konsequenzen ziehen und sie von ihrer Stellung abberufen müssen- Die Fraktion habe nur verlangt, daß sie sich das Recht der freien Entscheidung auch in dieser Frage vorbehalten-dürfe. Einer Fraktion müsse es vorbehalten bleiben, nach freiem Ermessen z u h a n d e l n. ES sei daS eine Vertrauensfrage. In seinem Schlußwort führte We st meyer dagegen auS, der Parteitag habe einen bindenden Beschluß für die Ge- s a m t p a r t e i gefaßt. Die Erklärung der 67 Delegierten stehe dem entgegen, wenn man sie wörtlich nehme; als„Rechts- Verwahrung", wie Genosse Feuerstein gesagt habe, sei sie aus verschiedenen Gründen verständlich. Leider wäre von süd- deutschen Blättern, so von der„Mllnchener Post" und der„Fränk. Tagespost" behauptet worden, nunmehr habe der Parteitags- beschluß für die Unterzeichner der Erklärung keine bindende Kraft mehr. Wir aber wollen die Einheit der Partei nicht zerreißen lassen. Jeden Versuch, die Partei- tagöbeschlüsse durch Erklärungen und Jnter- pretationen zu einem wertlosen Stück Papier zu machen, müssen wir aufs entschiedenste zurückweisen. Wir kämpfen nicht mehr um die Budgetzustimmung, sondern um die Einheit und Geschlossenheit der Partei, die nur möglich ist auf der Grundlage der rückhaltlosen Auer- kennung der Beschlüsse der Gcsanrtpartei." Hierauf wurde das A m e n d e m e n t V o r h ö l z e r mit sehr starker Majorität abgeleh n t und die Resolution West meyer gegen etwa 13 Stimmen bei einigen Stimm- enthaltungen unter stürmischem Beifall augcuomuie». Gemcindewahlsieg. Die Stadtverordnetenwahl in Pforzheim krachte am Montag in der dritten Wählerilafse unseren Partei- genossen einen vollen Sieg. Durch die Erhöhung der Umlagen- grenze auf 71 M. trat ein groher Teil der Bourgeoisie in die dritte Wählerllasse über. AlleS, was nur bürgerlichen und reaktionären Oden, hat. vereinigte sich unter dem Aufgebot der National- liberalen. Die untaugliche, der praktischen Arbeit abholde Sozialdemokratie sollte vom Rathause heruntergeholt werden. Die Wählerzahl der 3. blasse stieg auf 7650, ein Tausend mehr als vor drei Iahren; die Wahlbeteiligung von 46 auf 60 Proz. Die sozialdemokratische Liste errang in allen sechs Bezirken die Mehrheit und erreichte 2741 Stimmen gegen 1780 gegnerischen. Unsere Pforzheimer Genossen werden diesem vereinigten Ansturm der Gegner auch bei der nächstjährigen Landtagswahl ausgesetzt sein. Sic werden harte Arbeit haben, auch das zweite Landtagsmandat Pforzheims der Sozialdemokratie zu erobern. Geschichte der Kölner Arbeiterbewegung. Der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins Äoln-Stadt und Köln- Land und das Gewerkschaftskartell Köln haben im Verein mit dem Verlage der „Rheinischen Zeitung" beschlossen, eine Geschichte der Kölner Arbeiter- bewegung herauszugeben, mit deren Abfassung Genosse Dr. Erd- mann beauftragt worden ist. Soziales. Vom Kampf gegen die Selbstverwaltung der Krankenkassen. j(Unberechtigte� Versagung der Genehmigung zu Statutenänderunge n.) Die Ortskrankenkasse I zu Köln-Ehrenfeld hatte verschiedenen Beamten durch Dienstvertrag Ruhegehalt(Pension) zugesichert, auch soll der Betrag der Pension im Falle des Todes für drei Monate Witwen und Waisen weiter bezahlt werden. Der Ober- bürgermeister als Aufsichtsbehörde drohte mit Mahnahmen da- gegen, weil davon nichts im Statut stehe. Die Generalversamm- luug der Kasse beschloh demnächst eine entsprechende Statuten- önderung. Zu den Aufgaben des Kasscnvorstandcs und der Generalversammlung wurde nämlich eingefügt die Festsehung der den Angestellten zu gewährenden Pension und der Hinterbliebenen- Versorgung. Der Vezirksausschuh versagte dieser Aenderung die Genehmigung Er hatte ein Gutachten über die Finanzlage der Kasse eingeholt, erklärte aber ausdrücklich, dah ihm mehr auf eine „grundsäyliche Entscheidung" ankomme. Und seine„grundsätz- liche" Stellungnahme richtete sich ausdrücklich gegen die Selbst- Verwaltung der Kraukentaflcn. Es könne nicht die Absicht des Gesetzgebers gewesen sein, die Selbstverwaltung der Krankenkassen so zu gestalten, dah sie selbständig Schritte tun könnten, die über die Fürsorgezwccke der Kassen hinausgingen und augenscheinlich den Zweck verfolgten, möglichst viel Kasseiiangestellte mit möglichst guter Versorgung unterzubringen. Allerdings mühten Angestellte in ausreichender Zahl vorhanden sein und sie mühten auch so gestellt werden, dah eine Verführung zur Untreue ausgeschlossen wäre. Die Einführung einer Pension und einer Rcliktenversorgung sei dazu aber nicht erforderlich. Es liege hier ein Berstoh gegen die Bestimmung des§ 23 des KrankenvcrsicherungLgesetzes vor, wonach das Statut der Kassen keine Bestimmung enthalten darf, welche mit dem Zweck der Kasse nicht in Verbindung steht oder gesetzlichen Vorschriften zuwiderläuft. Nack mündlicher Verhandlung blieb der Vezirksausschuh bei seinem Standpunkt. Die Kasse legte Revision ein. In der Verhandlung vor dem OberverwaltungSgericht am 21. September vertrat sie Justizrat Siepmann in ausführlichen Rechtsdarlegungen, die namentlich darin gipfelten, dah es sich hier um eine Frage der Regelung der Dienstverhältnisse der Angestellten handele, die lediglich Sache der Kasse selbst sei. Der 3. Senat des preaßifchcn OberverwaltungSgerichtS hob nach langer Verhandlung und Beratung die Vorentscheidung auf und entschied, dah die Genehmigung zu der strittigen Statuten- önderung zu erteilen sei. Begründend wurde ausgeführt: Wie die Kosten der Besoldung der Kassenbeamten, so gehörten auch die Kosten einer PensionS- und Hinterbliebenenversorguna für die Beamten zu den Vcrwaltungskosten der Kasse. Somit ständen sie auch mit dem Zweck der Kasse in Verbindung. In Fällen wie dem vorliegenden könnte aber§ 30 des Gesetzes in Frage kommen, welcher lautet:„Entstehen Zweifel darüber, ob die im Kassen- statut vorgenommene Bemessung der Beiträge der Anforderung des Z 22 entspricht, so hat die höhere Verwaltungsbehörde vor der Erteilung der Genehmigung eine sachverständige Prüfung herbei- zuführen, und falls diese die Unzulänglichkeit der Beiträge ergibt, die Erteilung der Genehmigung von einer Erhöhung der Beiträge oder einer Minderung der Unterstützungen bis auf den gesetzlichen Mindestbetrag abhängig zu machen." Alle entsprechenden Statuten. änderungen fielen unter diesen Paragraphen. Im vorliegenden Falle aber sei kein Grund gegeben, davon Gebrauch zu machen. Deshalb stehe der Ausnahme jener an sich dem Gesetz nicht zu- widerlaufenden Leistungen in das Statut nichts entgegen. Die Etatutenänderung sei zu genehmigen und es müsse der EntWicke- lung und den Feststellungen bei den Jahresabschlüssen überlassen bleiben, ob es notwendig werde, die Beiträge zu erhöhen oder die Kassenleistungen herabzusetzen(§ 33 des Gesetzes). Ein zweiter Bcrwaltungsstreit wegen Genehmigung einer Ltatutenänderuiig, der ebenfalls am 21. September erledigt wurde, betraf die sskölner OrtSkrantenkasse für die in stehenden®c- werben nsw. beschäftigten Personen. Tie Kasse hatte die Kassen- und Rechnungsführung getrennt und in einein Rechnungsführer und einem Kassenführer zwei selbständige Oberbeamte geschaffen, die der Kassenleitung(abgesehen von ihrer sonstigen Verantwort- Iichkcit) verantwortlich sind. Diesem schon mehrere Jahre bc- stehenden tatsächlichen Zustand wurde durch eine Statuten- önderung Rechnung getragen.— Der Bezirksausschuß versagte die Genehmigung, weil diese Teilung unwirtschaftlich und un- zweckmäßig sei.— DaS DbcrvcrwaltungSgericht erkannte am 2!. September unter Aufhebung der Entscheidung des Bezirks- ausschusses auf Genehmigung der Statutenänderung. Der Bc- zirköausschutz verwechsele die Begriffe der Zweckmäßigkeit und dessen, was„mit dem Zweck der Kasse in Verbindung stehe". Die beiden Aemter ständen zweifellos mit dem Zweck der Kasse in Verbindung und es gebe keine gesetzliche Bestimmung, die die Kasse hindern könne, neben einem Kassenführer einen Rechnungs- führer anzustellen. Die Zweckmäßigkeit aber sei nicht nach- znpriifen._ Wichtig für Former. Bezahlung von Gußersatz stücken Durch Klage beim Berliner Gewerbegericht verlangte der Fornier L. von der Berliner Werkzeugmaschinenfabrik 8 M. für zwei Gußstücke, die ihm nicht bezahlt worden waren, weil der Meister sie als Ersatz für F e h l g u ß betrachtete. Der Kläger bestritt, daß er de» Fehl- guß verschuldet habe. Bezüglich des einen Stückes wurde festgestellt, daß e» nach erfolgter Abnahme bereits abgeliefert worden war und dann erst als unbrauch- var(fehlerhaft) zur Firma zurückkam.— Die Kammer V sprach sich dabin aus, daß dem Kläger die acht Mark� zu zahlen seien. Bezüglich des SlückeS, das zurückgekommen ist, käme in Ve- tracht, daß der Vertreter der Firma das Slück abgenommen hatte. Wenn die Arbeit abgenommen worden sei, wäre der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeiter auch den Lohn � zu zahlen. Glaubte die Firma, nachdem der Besteller das Slück zurückgegeben hatte. Schadenersatz geltend machen zu können, so müsse sie gegen L. auf Schadenersatz klagen. Sie müsse dann aber auch nachweisen, daß gerade derArbeiter an dem Schaden schuld sei.— Was das andere Stück betreffe, so behaupte der Vertreter der Firma nicht einmal mit Bestimnitheit, daß es durch Verschulden des Klägers zugrunde gegangen sei. Das Gericht müsse darum den Behauptungen des Klägers Glauben schenken. Aber auch in dem Falle hätte Be- klagte nachzuweisen, daß Kläger den Schaden verschuldet habe. DaS habe sie nicht getan.— Nachdem das Gericht so seine Auffassung verkündet hatte, verpflichtete sich der Vertreter der Beklagten zur Zahlung deS Streitbetrages. Em Inäultrie und Handel Die Krise. Wie aus dem in der letzte» Aufsichtsratssitzung des„Nvrd- deutschen Lloyd" erstatteten Halbjahrsbericht für die Zeil vom Januar bis Juli 1908 ersichtlich, sind die Betriebsüberschüffe, abzüglich! der Unkosten, gegen die gleiche Zeit des Vorjahres um rund 11 Mill. Mark zurückgegangen. In der Hauptsache soll der Ausfall eine Folge des verminderten Verkehrs mit Nordamerika sein. Das Miwus er- hält erhöhte Bedeutung durch eine erzielte Einnahmesteigerung von iVü Mill. Mark, die der rege Verkehr auf anderen Linien erbrachte. Auch für daS zweite Halbjahr 1903 wild mit einem erheblichen Minderertrag gerechnet._ Baumaterialienmarkt in Berlin. Die erhoffte Erholung ist nicht mir ausgeblieben, eS ist sogar noch eine weitere Verschlc.htrrung der ohnehin schon ungünstigen Lage eingetreten. Jetzt bemsiiht man sich durch Einführung einer Konvention die Ziegelpreise zu halten. Die Produllion ist, besonder« durch massenhaft neu eingerichtete landwirtschaftliche Betriebe und durch vielfache» Uebergang vom Klein- zum Großbetrieb, weit über die Aufnahmejählgkeit des Marktes hinausgewachsen. Die Preife sind gegenüber dein Höchst- stände vor zwei Jahren um zirka 40 Proz. gesunken. Die Aktiengesellschaften im Jahre 1907. Seit dem Jahre 1906 befaßt sich die deutsche Reichsstatistik auch mit der privaten Unternehmungsform der Aktiengesellschaften, nach- dem sie bis dahin bloß die Banken(Noten-, Hypotheken- usw.), die Assekuranz- und Kolonialgesellschaften sowie die Eisenbahnen berück sichtigt hatte. Nunmehr liegen die Ergebnisse der Erhebung vom Jahre 1907 vor. Danach gab es in diesem Jahre 5147 aktive(also ohne die in Liquidation oder Konkurs befindlichen) Aktiengesell schastcn(gegen 5050 im Jahre 1906). Ihr Nominalkapitak betrug 14 218 329 000 Di.(gegen 13 707 671 000 Di. des Vorjahres). Bei 391 Gesellschaften haben Kapitalsänderungen stattgefunden und zwar zum weitaus größten Teile(302) Kapitalserhöhungen. Die Höhe der neu investierten Kapitalien belief sich nach dem Nominalwert auf rund 483 Millionen, nach dem Ausgabekurs auf 564 Millionen Mark. 76 Millionen sackten also die Gründer, Makler und anderen Zwischenglieder ein. Da KapitalSvermiuderungen im Ausmaße von 128 Millionen(nach dem Nommalwerte) stattgefunden haben, ergibt sich als effektiver Mehrbetrag die Summe von 359 721000 M. Die weichende Konjunktur kommt in dem Abfall der Ncugründungen und den verringerten Kapitalserhöhungen während der zweiten Jahreshälfte deutlich zum Ausdruck. Was die Verteilung der Gesellschaften anbelangt, so steht Preußen an erster Stelle, und zwar hat daS Rheinland die größte Tätigkeit mit 31 Neugriindungen entfaltet; doch behauptet in bezug auf die KapitalShöhc Berlin mit 61 Millionen gegenüber dem Rhein- land, welches nur 35 Millionen investierte, die Spitze. Unter den Gewerbegruppen weist die Industrie der Nahrung? und Genußmittel die höchste Zahl von Gründungen ans(37). Doch hat der Bestand infolge der großen Zahl von Liquidationen(4) und Konkursen(10) nicht so zugenommen, als man erwarten sollte. Denn der Ueberschuß der Neugründungen beträgt nur 19 mit einem Kapital von 23,4 Millionen Mark. Dann folgt die Jndilstriegruppe der Maschinen, Apparate und Instrumente, weiter daS Handelsgewerbe. Diese« hat auch die stärksten Neuinvestitionen zu der- zeichnen(116,7 Millionen). Sehr bedeutend waren ferner die Er- höhungen im Geld- und Kreditwesen, in der Maschinenindustrie, im Bergbau und Hütteubetrieb soloie im Verkehrsgewerbe. Erschöpfend ist die amtliche Darstellung der kapitalistischen GründungSlätigkeit natürlich nicht. Wollte sie von der letzteren ein vollständiges Bild geben, dann müßte sie auch die Expansion des individuellen KapilalismuS sowie den Kqpitatsexport ins Ausland berücksichtigen. Insbesondere der letztere hat bekanntermaßen in den letzten Jahren große Dimensionen angenommen. Türkische Anleihe. Die„Kölnische Zeitung" erfährt aus Konstantinopel, daß die neue türkische Anleihe im Betrage von 3 800 000 türkischen Pfund mit einer französischen Gruppe und der Ottomanbank abgeschlossen sei. Die Ausgabe erfolgt in Konstantinopel, Paris und London. Als Sicherheit für die Anleihe dienen die Ueber- schüsie aus Zolleinnahmen in Smyrna und Saloniki, falls diese nicht genügend sind, auch noch die Gencraleinkünfte des Reiches. Zahl- reiche Pariser und auch deutsche Banken habe» sich bereit erklärt, sich an weiteren Anleihen des Staates zu beteiligen. Die Regierung ist mit der Aufstellung eine« vorläufigen HauShaltungSPlane's für'daS nächste Rechnungsjahr beschäftigt. Em der frauenbe�egung. FraueuSewegmig und bürgerliche Parteien. In einer jüngst abgehaltenen Versammlung der Demokratischen Vereinigung sprach Frau Minna Cauer über„die Frauenbewegung in Deutschland". Nach einem Bericht in der„VolkS-Zeitung" äußerte sie sich über die Stellung der politischen Parteien zur Frauenbewegung dahin: Die Konservativen hätten in ihren Gattinnen und Töchtern Frauen, die unbedingt aus dem Standpunkt der konservativen Männer stehen. Die Tätigkeit dieser Frauen sei für die Frauen- bewegung sehr bedenklich und lönne für die ganze politische Eiitwickelung schädlich wirke». Im Zentrum seien die Frauen in vollständig geistiger Abhängigkeit von der Geistlichkeit. Die Furcht, daß die Frauen dieser Abhängigkeit entschlüpfen könnten, habe die gentrumSführer veranlaßt, der Frauenbewegung Konzessionen zu machen, und es sei nicht ausgeschlossen, daß gerade daS Zentrum daS Frauciistliiimrecht herbeisührc. Die Sozialdemokratie habe sich rückhaltlos für die Gleichberechtigung der Frauen und für das Frauenstimmrecht erklärt. Die nationallibcrale Partei komme als Drehscheibe bei dieser Frage nicht in �Betracht�unddiefreifinni�eVolkspar� Beweis erbracht, daß sie ehrlich gewillt ist. die Frauen w ihrem Kampf umS Recht zu unterstützen. Das Auftreten der vollSparteilichen Führer lasse eher das Gegenteil vermuten. Bei der Landtagswahlbewegung habe der Blockfreisinn gezeigt, wie wenig er in der Lage sei, um VolkSrechte zu tärnpfen. Die Freisinnige Volkspartei verhalte sich der Frauenbewegung gegenüber gerade so unverständig wie der Arbeiterbewegung gegenüber. Im allgemeinen kann man dem Urteil zustimmen. Durchaus einer Meinung sind wir mit der Referentin im Urteil über daS Zentruni. Daß diese„Volkspartei" ans reaktionären Motiven, vielleicht früher als man es in politischen Kreisen erwartet, energisch fift ein Frauenstimmrecht eintritt, ist auch unsere Meinung. Konsequenterwcise müßte Frau Cauer den Anschluß der Frauen an die Sozialdemokratie empfehlen, denn wie sie selbst eingesteht, ist außer der Sozialdemokratie im Parlament keine Partei vertreten, die grundsätzlich für die Gleichberechtigimg der Franc» eintritt. Aber ihre Liebe neigt zur Demokratischen Vereinigung. Neben anderen weltstürzenden Taten erwartet sie von dieser auch die Eroberung der politischen Rechte für die Frauen. Wir wollen den Leuten um Barth den guten Willen nicht absprechen; aber die ganze Bewegung reicht nicht zu einem politischen Machtfaktor hinauf und die Frauen haben lange genug gewartet, um nun noch erst wieder dem VerzwcifluiigSkampf einiger liberaler Leute tatenlos zu- zuschauen._ Die Frauenarieit in der Schweiz. Durch die eidgenössische Be- triebszählung wurde festgestellt, daß die ganze Schweiz 722 993 er- werbstätige Frauen zählt, die 41,1 Proz. aller Erwerbstätigen aus- machen. Der größte Teil der erwerbstätigen Frauen entfällt auf die Landwirtschaft mit 332 487 Personen, dann folgt Industrie und Gewerbe mit 251550, Handel mit 115 883, Verkehr mit 10 849 und liberale Berufe mit 12 289 Personen. Die Textilindustrie weist unter den in der Industrie Beschäftigten die größte Zahl von weiblichen Arbeitern auf: 120 635, dann folgt das Kleidungs- und Putzgewerbe mit 72 103, die Nahrung«- und Genußmittelindustrie mit 22 675 und die Metallindustrie(Uhr- macher) mit 22369 Personen. In den übrigen Berufsarlen ist die Frauenarbeit kaum nennenswert. In' den Handelszweigen weisen das Hotel- und Wirtschaftsgewerbe und der Nahrungs- und Genußmittelliandel die höchsten Zahlen auf. aber auch in den übrigen Zweigen ist die Frauenarbeit stark vertreten, Mit der Aufsaugung der Kleinbetriebe und der Ausdehnung der Fremdenindustrie wird die Frauenarbeit auch im Handels- gewerbe ei» immer größer werdendes Feld vor sich haben. Im Verkehrswesen spielt die Fran nur im Post- und Telcgraphenwescn eine Rolle. Prozentual ist die Frauenarbeit in Appenzell am stärksten mit 97 Proz., am schwächsten in Basel nnt 43 Proz. Die Frauen- arbeit hat noch keineswegs ihren Höhepunkt erreicht. Hat sie in der Industrie mit der Zunahme der männlichen Arbeitskräfte auch nicht Schritt gehalten, so hat sie sich doch ganz bedeutend vermehrt, namentlich in den Fabriken hat sich ihr Anteil um ein Viertel vermehrt._ Bersammlungeu— Veranstaltungen. Vierter Wahlkreis(Landsberger Viertel). Heute DoimcrStag im „Elysium"(kleiner Saal), Landsberger Allee, Vortrag. Genosse Wurm:„Die Entstehung der Arbeiterklasse und des Kapitals." Sechster Wahlkreis. 11. Abt. Donnerstag, deu 24. September, 8>/z Uhr, bei Zimmer, Lortzingstraße 32. 10. und 11. Abt.: Leseabend Donnerstag, den 24. September, 8'/2 Uhr, bei Arnhold, Soldiner Straße 76. Versammlungen. Ter Verband der Handels- und Transportarbeiter, Orts- Verwaltung Berlin 2, hielt am Mittwoch in den Musikcrsälen seine ordentliche Gencralversanimluug ab. Der Vorfitzende U t h e ß wies unter anderem in seinem Geschäftsbericht darauf hin, wie nötig cö sei, daß die zum Militär ausgchobenen Mitglieder sich rechtzeitig und ordnungsgemäß abmelden, um sich vor späterem Schaden zu bewahren und ihrer Rechte nicht verlustig zu gehen. Sodann qab er ein Bild von der Agitation, die in der letzten Zeit vom Verband unter den in Betracht kommenden Arbeitergruppen cnt- faltet wurde, so unter den Angestellten der Wach- und Schließ- gescllschaft, die sich aber noch zum großen Teil zu erhaben fühlten, um der Organisation beizutreten. Obgleich ihre Arbeits- und Lohn- bedingungen nichts weniger als günstig seien, ständen doch noch viele von ihnen der modernen Arbeiterbewegung fremd gegenüber, da sie sich nicht als Arbeiter, sondern als„Beamte" fühlen. Auch unter den Zeitungsfrauen der bürgerlichen Presse ist tüchtig agitiert worden, wenn auch der Erfolg noch nicht befriedigend genannt werden könne. Redner verbreitet sich über die verflossene Lohn- bewegung der Berliner Rollkutscher. Der Tarif wurde auf zwei Jahre festgelegt. Bei der Krise, die alle Betriebe stocken lasse, war nicht viel zu erwarten. Auch im Fensterputzerbcruf sei die Situation nicht sehr günstig. Die Unternehmer bereiten sich zu einem Schlag vor. Obgleich der Lohn nur 22,50 bis 23 Mk. pro Woche betrage, bestehe doch die Absicht, eine Lohnreduktion vorzunehmen. Der Mitgliederbestand betrug am 1. Juli d. I. 17 033. Davon waren mann- liche 15 420, weibliche 1089 und jugendliche 472. In der Diskussion erhebt Sprenger von den Rollkutschern gegen den Vorstand den Vorwurf, er habe bei der Lohnbelvcgung der Rollkutscher gebremst, sonst wäre mehr herauszuholen gewesen als das Erreichte. Die Roll- kutscher lägen von 4 Uhr morgens bis 11 Uhr nachts bei Wind und Wetter auf der Gtraße für 26 Mck. Wochenloh». Schumann tritt dem Vorredner entgegen und verteidigt die Haltung des Vor- standcS. Ueber den eventuellen Ausgang eines Streiks könne und wolle er nichts sagen. Im Anschluß gibt Redner zum zweiten Punkt der Tagesordnung einige Aufklärungen über die bisherige Geschäfts» führung. Der Ueberschuß, den die Kasse auswies, sei festgestellt als Einnahmen von Beiträgen und Festüberschüssen und soll unter diversen Einnahmen verbucht werden. Die Versammlung stimmt dem einstimmig zu, desgleichen dem Antrag, L u ck als Kassierer und Schulze als besoldeten Agitator anzustellen. Die bisherigen unbesoldeten Kassierer in den Bezirken sollen von Oktober ab durch besoldete ersetzt werden. Ein Mitglied protestiert dagegen, daß organisierte Arbeiter ihre Versammlungen in einem Lokal abhalten, wo unorganisierte Kellner bedienen.(Musikersäle.) Sowas sollte nicht vorkommen. Jeder Kellner habe sich zu organisieren so gut wie andere Arbeiter. Tarauf folgen interne Angelegenheiten. Die Bilanz betrug: Einnahme inkl. Kasscnbcstand 102 724,05 M., Aus- gäbe 80 864,10 M., Kassenbestand am 1. Juli 1908 21859,65 M. Verband der Friseurgehtlfen Deutschlands.(Zweigverein Berlin und Vororte.) Heute abend 9'/, Uhr, Rosenthaler SUcche 11/12: Außerordentliche Versammlung:„Die Gründung einer StllSkrankcnkasse durch die„Freie-. Deutscher Arbeitcr-Zlbstinenten-Biind. Ortsgruppe Berlin Heute abend pünltlich 81/, Uhr im Restaurant„Zur Lebensquelle". Kommaiidantenslr. 20: Lichtbildervortrag des Genossen Pnill-Werntqerode über..Das Werden der Welten". Eintritt 20 Bs. Gäste willkommen Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierkliib„Mehr Licht". Heute abend 8'/. Uhr bei Knapp, Grünthalcr Straße 5- Vortrag des Genossen Dr. Schütte über„lttcsormiSmus mid Radikalismus". Gäste willkommen. KattireinepMalMifflistdas Elgene Werkstätten! 鳳 Möbelfabrik Julius Apelt, Tischler- Meister 41492* Hochbahnhof jetzt: Adalbertstraße No. 6 Kottbuser Tor Komplette Wohnungs- Einrichtungen : Für bestes u. trockenes Material garantiert! Moderne Musterzimmer von den einfachsten:: stehen zur Ansicht Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel.Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 bis zu den elegantesten zu soliden Preisen in meinen modern eingerichteten zirka 1000- Meter umfassenden Geschäftsräumen. Von der Neise zurüc Dr. med. S. Levy Petersburger Str. 81. 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Expedition Lindenstraße 69, Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw, Th, Glode, Berlin, Drud u, Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Zaden. 16376* Deutscher Holzarbeiterverband Ortsverwaltung Berlin. Nr. 224. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonuerstag, 24. September 1908. Partei- Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 27. September, abends 6 Uhr findet im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, eine Versammlung für Männer und Frauen statt. Genosse Störmer spricht über:„ Arbeiterschaft und Kirche". Nach der Versammlung gemütliches Beisammensein. Entree infl. Garderobe 20 Pfennig. Lanz frei. Lichtenberg. Heute abend 8%, Uhr findet im„ Schwarzen Adler" ( Jnh. Gebr. Arnhold), Frankfurter Chauffee 5, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag in Nürnberg. Referent: Genosse W. Düwe II. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Bernan. Morgen Freitag findet von 7 Uhr abends ab eine Sandzettelverbreitung vom Restaurant Kunze aus statt. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Herbstbild. auf die räumliche Beschaffenheit der Backhäuser Rechnung getragen Die Garderobeaufbewahrung im Freibad Wannsee ist im werden soll. Diese Aenderungen hätte natürlich der Hausbesizer Vorwärts" wiederholt besprochen worden. Wir gaben Beschwerden vorzunehmen. Da aber in den allermeisten Fällen die Bäcker- wieder, die uns von Besuchern dieses Freibades zugegangen waren. meister selbst Besizer der Häuser sind, in denen Betriebe liegen, Manche Besucher hatten es als lästig empfunden, daß von den so erklärt es sich, daß die Bäckermeister nicht nur in dieser ihrer Garderobenfrauen allzudeutlich der Wunsch bekundet wurde, für Eigenschaft, sondern auch als Hausbesiker gegen die neue Vere Aufbewahrung der Kleider usw. ein Trinkgeld entgegennehmen zu ordnung Sturm laufen. Ja, es ist ihnen auch gelungen, die Haus. dürfen. Anderè flagten bitter darüber, daß ihnen Kleidungsstüde befizer, welche nicht Bäckermeister sind, wohl aber Bäckereien ver- und sogar Wertsachen abhanden gekommen seien, die sie den Garmieten, zum Widerstande gegen die Verordnung zu bewegen und derobenfrauen in Verwahrung gegeben hatten. Inzwischen haben in weiterer Folge dieses Vorgehens sind zahlreiche Gesuche von wir Gelegenheit gesucht, die dort herrschenden Zustände auch mal Hausbesitzern an den Polizeipräsidenten gelangt, welche fordern, vom Standpunkt der Garderobenfrauen aus zu daß bei Anwendung der Verordnung Ausnahmen zugunsten der betrachten. Da haben wir nun den Eindruck gewonnen, daß sie petitionierenden Hausbefizer bezw. Bäckermeister zugelassen werden. noch sehr viel mehr Anlaß haben, sich zu beklagen. Die Hausbesiker klagen, daß ihre Interessen durch die neue Vera Im Freibad Wannsee gibt es sechs Garderobenzelte, vier für ordnung geschädigt werden und die Bädermeister jammern, das Herren und zwei für Damen. Beim Eintritt in das Freibad sind Bädergewerbe werde ruiniert, wenn die Verordnung durchgeführt 10 Pf. zu zahlen, wofür man zugleich den Anspruch auf unents werden solle. Gegen solche Klagen wird die Behörde wohl schwer- geltliche Aufbewahrung der Gardebrobe erwirbt. Wo bleiben die 10 Pf.? In wessen Tasche fließen sie? Die Besucher müssen an= Es ist das alte Lied. Jedesmal, wenn in irgend einem Ge- nehmen, daß sie zur Entlohnung der Garderobenfrauen verwendet terbebetriebe auch nur die kleinste zeitgemäße Reform eingeführt werden. Das ist aber ein Irrtum. Tatsächlich wird den Gars werden soll, versichern die Inhaber und Nutznießer solcher Betriebe, derobenfraucn für die keineswegs leichte Ar. sie müßten daran zugrunde gehen. Hinterher zeigt sich dann in beit, die sie zu leisten haben, nicht ein Pfennig der Regel, daß solche Lamentationen unbegründet waren und daß Lohn gezahlt. Nicht ein Pfennig! Kann mans ihnen da sie nur entsprungen sind aus dem Verlangen, an alten Gewohn- verdenken, daß sie auf Trinkgeld warten"? Darf mans heiten, mögen sie auch noch so schädlich für die Allgemeinheit sein, ihnen übelnehmen, daß sie das„ merten lassen"? Sie stellen aus rein persönlichem Interesse festzuhalten. sich doch nicht zum Vergnügen da draußen hin. Und ein Verlich taub bleiben. Bom Bahnhof in Spandau führt uns eine Straßenbahn in einer Viertelstunde nach Hakenfelde. Vom Endpunkte der Bahn aus verfolgen wir geradeaus den Waldweg nach Nieder- Neuendorf. Rechts und links begleiten uns die schon Kürzlich hat der Germaniaverband der Bäderinnungen seinen gnügen ists wirklich nicht, sich mit den Besuchern herumzuärgern, nahezu entlaubten Stämme einer in Nordamerika heimischen Verbandstag in Hannover abgehalten. Eine solche Gelegenheit die manchmal sehr schwer zu behandeln sind. Daß die GarderobenBaumart, des eschenblätterigen Ahorns, aus dessen niedrigen fonnte natürlich nicht vorübergehen, ohne daß die Bäckermeister in frauen auf Trinkgelder angewiesen werden, ist geradezu eine Kronen hier und da in Trauben die mit breiten Windfahnen der schärfsten Tonart gegen die von den Behörden geforderten Schmach. Aber da sie es werden, so wird kein gerecht denkender versehenen Früchte herabhängen. Nach etwa zehn Minuten winzigen Reformen protestierten und den Untergang des Bäder- Besucher sich der Einsicht verschließen wollen, daß sie ein Recht wenden wir uns nach rechts, um am Rande eines Erlen- gewerbes voraussagten für den Fall, daß man die kleinmeister nicht haben, auch merken zu lassen", wie sehr sie auf Trinkgeld ungestört im alten Schlendrian fortwursteln lasse. Eine Torheit warten". Man verweigert ja auch keinem Kellner das Trinkgeld, bruches nicht lange darauf die grünen Ufer der Havel zu ge- ist es, vom Untergang des Bäckereigewerbes überhaupt zu reden. wenn man weiß, daß seine Einnahme nur in Trinkgeldern besteht. winnen. Scharen von Möwen und aufflatternde Wildenten Das Gewerbe, welches Getreidemehl in schmackhafte Backwaren um Auch die Verluste an Kleidungsstücken usw., die im begrüßen uns. Wir wandern am Ufer gen Norden, bis eine wandelt, wird und muß bestehen, solange das tägliche Brot ein Freibad Wannsee vorgekommen sind, erscheinen in einem etwas Wiese den Wald zurückweichen läßt; die Grafenau heißt die notwendiger Bestandteil der menschlichen Nahrung ist. Damit ist anderen Licht, wenn man sie vom Standpunkte der GarderobenLichtung nach einem Schildchen hoch an einem Baume. Noch jedoch nicht gesagt, daß auch alle Rüdständigkeit, alle Unsauber- frauen aus betrachtet. Es soll keine Seltenheit sein, daß Beeinen Blick auf den schimmernden, breiten Fluß, seine Dampfer feiten und alle gesundheitsschädlichen Einrichtungen, welche heute fu cher einzelne Kleidungsstüde verlieren, noch und das gegenüberliegende Konradshöhe, dann verlassen wir das noch in vielen Bäckereien bestehen, erhalten bleiben müssen. Daß che fie an das Garderobengelt herangelangen. Ufer und die Wiese unmittelbar neben dem Baume, der das Schild- das Bädergewerbe in besseren Formen und in durchaus einwand- Herren ziehen im Gehen Rod und Weste aus, lösen Strawatte und chen trägt. Der Weg, den wir geradeaus einhalten, führt uns freier Weise betrieben werden kann, das ist den Bäckermeistern in Kragen, verlieren nichtsahnend vielleicht die Krawatte und fordern Hannover durch Tatsachen bewiesen worden. Während sie im Ver- sie hinterher von der Garderobenfrau zurück. Damen entkleiden wieder zum Nieder Neuendorfer Landwege, den wir über- handlungssaale gegen alle zeitgemäßen Verbesserungen eiferten und sich auf Bänken oder im Sande fißend, verstreuen Stiefel, schreiten, um in gleicher Richtung weiter zu wandern. Ver dieselben als undurchführbar bezeichneten, wurde neben dem Ver- Strümpfe usw. hierhin und dahin, lassen achtlos das eine oder spätete Zitronenfalter und andere Schmetterlinge gaufeln au handlungssaal in einer Ausstellung von Musterbädereien gezeigt, das andere liegen und schlagen hinterher Lärm, wenn die Garden Wegen, während große Libellen in scharfen Zickzackflügen wie man Brot und Backwaren aller Art in einer allen Anforde- derobenfrau nicht zurückgeben kann, was ihr nicht eingehändigt hin und her jagen. Ueber den Sand huschen schwarze rungen der Hygiene und Sauberkeit entsprechenden Weise her- wurde. Bei starkem Andrang ist es für die Garderobenfrauen Grillen nach ihren Erdlöchern, um vor unseren Fußtritten zu stellen kann. In der Ausstellung konnte man sehen, was die unmöglich, zu kontrollieren, ob ihnen alles übergeben worden ist. flüchten. Bald erreichen wir das Teufelsmoor mitten im Bäckerei, wenn sie sich die technischen Errungenschaften der Neuzeit Zuweilen fragen sie wohl, ob nichts vergessen worden sei, aber Hochwalde, das wir auf einem aufgeschütteten, grünen Damm zunube macht, leisten kann. Diese Vorführungen widerlegten tat- manchmal müssen sie dafür noch Grobheiten einstecken. Jede sächlich die Roden der Innungsmeister. Garderobenfrau muß eine Raution yon 75 Mart hinterüberschreiten. Staunend, aber mit innerem Unbehagen betrachteten die rüd- legen, aus der der Schadenersatz für etwaige Verluste geleistet Wie eine einzige, rotbraune Fläche erstrect es sich nach ständigen Kleinmeister die ausgestellten Musterbäckereien. Die ge- wird. Da hat jede schon selber ein Interesse daran, beiden Seiten. Mächtige Rasen einer hohen Seggenart find mischten Gefühle, die den Innungsmeister angesichts der Muster- nach Kräften dafür zu sorgen, daß möglichst nichts verloren geht die Träger der herbstlichen Farbe. In gleicher Höhe schließen bädereien beschleichen, gibt einer aus ihren Reihen in einer oder gestohlen wird. fie zusammen; in leise Wellen legt sie der Wind, der unaus- feuilletonistischen Plauderei im offiziellen Organ des Germaniaso nennt gesezt über uns in den Wipfeln rauscht. Auf dem Damme Innungsverbandes beredten Ausdrud.„ Der Alte" empfindet den Widerstehen Weiden und die langen, breiten Blätter der Wasser- sich der Mitarbeiter des Innungsorgans schwertlilie ragen zu uns herauf. Wir dürfen es nicht wagen, der Ausstellung besteht. Er kleidet diese Empfindungen in die herbeiführen, sind Sanitätsmaßnahmen, durch welche jede Möglichverhindert werden soll. Die Desinfektionsbestimmungen sind erWirrnis zu lüften suchen, da zeigt es sich, daß das braunrote Und so wills die Ironie, daß im Ausstellungspark Tausenden weitert auf Bürsten und Kämme und außerdem ist vorgeschrieben, Moor wie eine trügerische Decke über zahllose Wasserlachen die Musterbäckereien gezeigt und jubelnd vorgeführt werden, während daß in jedem Barbiergeschäft sich ein verschlossenes Gefäß mit ausgebreitet ist, aus denen es vor allerhand Pflanzenwuchs im Verhandlungssaale in lagenden Tönen gerufen wird: azt wundwatte befinden muß. Die Bennigung eines Pinsels ist für grünlich und verdächtig heraufschillert. uns unsere alten Backhäuser, die schon der Urgroßvater hatte." Ja, Wir gehen den Damm zu Ende und wenden uns dann es ist traurig, daß sie fallen und die Inhaber eristenglos werden die Zukunft nur ſtatthaft, wenn für jeden Kunden ein besonderer Pinsel vorhanden ist. sogleich auf einem grafigen schmalen Fußwege nach links. Er sollen! Aber wer ist wohl am meisten schuld, daß sie dem Staate Pinsel vorhanden ist. Die großen Ausstellungen von Muster Die städtische Straßenbahn führt am Moor entlang, von diesem durch eine Zone von nicht mehr gefallen? bäckereien, die unsere Söhne und Töchter und wir selbst vorErlen getrennt, die bisweilen noch einmal einen Blick auf die führen mit der Devise:„ Geht, was wir können!" Na, und was sein erfreut sich fortgesetzt einer steigenden Frequenz, wie die nachstehende, braune Moorfläche frei geben. Schließlich mündet der sich kann, denkt Vater Staat, kann dann auch sein müssen! Das ist der Verkehrsdeputation vorgelegte Zusammenstellung für den Monat schlängelnde Weg in einen breiteren geraden Fußweg, den wir zwar eine bittere Pille, die der Alte da zu schlucken gibt, aber sie ist August erweist. wieder nach links einschlagen. Er leitet uns abermals zur aus Wahrheit zusammengedreht." Der Betriebsbericht lautet: Neuendorfer Waldstraße und auf dieser nach Hakenfelde, wo wir uns von neuem der Straßenbahn anvertrauen. Lange noch klingt die Erinnerung nach an die schönen Landschaftsbilder im herbstlichen Wald. Worte: " Nene Bestimmungen für die Barbier- und Friseurgeschäfte treten Die neuen Vorschriften, welche cine am 1. Oktober in Kraft. wesentliche Verschärfung der bereits bestehenden Bestimmungen A. Einnahmen: Also das ist die Weisheit des„ Alten": Man veranstalte keine Ausstellungen, man zeige dem Publikum nicht, daß es auch im 1. aus Lädergetverbe vorzügliche technische Einrichtungen gibt, denn sonst 2. fönnte ja verlangt werden, daß die Backware überhaupt in der 3. einwandfreien Weise hergestellt wird. Sollten lauter solche 4. Musterbäckereien entstehen, wäre ja der Kleinbetrieb auf radikale 5. Weise beseitigt. Das geht doch nicht." So jammert der Alte". 6. Dann führt er aus, in der Ausstellung zeige sich das Bäckergewerbe im Festkleide, aber so ein Kleidungsstüd tauge nicht als Arbeitskittel für alle Tage. Der Alltagsrock size viel gemütlicher b. i. 1640,00 m. Tageseinnahme( gegen 1448,00 m. im Juli 1908). und gehe noch lange mit, wenn er auch fadenscheinig sei. " Mancher bäckergewerbliche Kleinbetrieb mag noch so alt erscheinen er nährt seinen Mann, und das ist der Hauptzweck, der nie vergessen werde." " Fahrscheinen Monatskarten Schülerfarten 50 111,80 WR. • 556,10 15,00 " " " " Arbeiterwochenfarten( zweimalige Fahrt täglich) ( einmalige Fahrt täglich) diversen Einnahmen. Summa 50 823,40 M. ( gegen 44 884,55 M. im Juli 1908, 92,00 " 35,50 13,00 " " 2. B. Beförderte Personen. 1. auf Fahrscheine Zeitkarten. = . 501 118 Personen 17 232 Summa 518 350 Personen ( gegen 453 082 Personen im Juli 1908). " C. Gefahrene Wagentilometer. 89 270 Motor- Wagentilometer ( gegen 85 149 Motor- Wagenkilometer im Juli 1908). Bemerkung. Die Betriebseinnahme( A, 1-5) betrug im August 56,9 Pf. pro Wagentilometer( gegen 52,7 Pf. pro Wagentilometer im Juli 1908). Auch für den September läßt sich schon jetzt von einer weiteren Steigerung berichten. Arbeiterpolitik der städtischen Parkverwaltung. Alljährlich, im Herbst, wenn die Blätter fallen, finden in der städtischen Parkverwaltung Entlassungen im größeren Umfange statt. Die Entlassenen sind meistens ältere Leute, die fich bei den notorisch niedrigen Löhnen der Parkverwaltung feine Ersparnisse machen können, um in der arbeitslosen Zeit davon leben zu können; andere Arbeit zu finden bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Depression ist aber so gut wie Co schreibt ein berufener Vertreter der Germania- Innungsausgeschlossen. Das Ende vom Liede ist, daß diese Entlassenen bäckermeister und er spricht damit aus, was seine Kollegen denken: der Armenpflege zur Last fallen müssen. Nun wird uns aber Der Hauptzweck einer Bäderei ist der, daß sie ihren Inhaber nährt, berichtet, daß diese Entlassungen feineswegs aus Mangel an möge es auch in der Badstube so aussehen, daß jeder, der einen Arbeit erfolgen, sondern nur deshalb, weil die der Verwaltung Blid in dieselbe wirft, sich schaudernd abwendet und den Appetit zur Verfügung stehenden etatsmäßigen Mittel aufgebraucht auf die in solchen Betrieben hergestellte Badware verliert. Die sind. Arbeit wäre in der Parkverwaltung auch im Winter Anschauung, daß eine Bäckerei den Hauptzwed, ja eigentlich keinen vorhanden, wenn man nur die nötigen Maßnahmen treffen anderen Zweck habe, als ihren Inhaber so gut zu nähren, daß er wollte. Es steht in einem sonderbaren Mißverhältnis, daß bald einen umfangreichen Bauch ansetzt, entspricht ja der spießin einem einzigen Revier dieser Verwaltung bereits zwölf Ar- bürgerlichen Dentweise. Wer dagegen auch nur einen Schimmer sozialen Empfindens hat, der wird mit uns der Meis beiter die übliche Herbstentlassung erhalten haben in dem Augen- nung sein, daß eine Bäckerei den Hauptzweck haben sollte, blick, da der Magistrat die städtischen Verwaltungen auf ihre Stunden mit gutem, appetitlich und fauber hergestelltem Borschußlorbeeren für Mugban. fordert, alle in Aussicht genommenen Arbeiten in Angriff zu Brot zu versorgen. Das berechtigte Interesse, welches Hundert- Unter vorstehender Ueberschrift lesen wir in der Deutschen nehmen, um der Arbeitslosigkeit etwas zu steuern. Vielleicht tausende von Familien an einer einwandfreien Herstellung ihres Medizinischen Presse": teilt das Magistratsmitglied Bürgermeister Reide dem Vor- täglichen Brotes haben, fällt denn doch wohl schwerer ins Gewicht, " In der Berliner Aerzte- Korrespondenz" empfiehlt Herr sitzenden der Parkverwaltung Reicke diese Verfügung zur Nach- als das Erwerbsinteresse einer Handvoll Bäckermeister, die, um sich J. Schwalbe den Kollegen, für die Wahl Mugdans zum Stadt. gut nähren zu können, alle Fortschritte der Neuzeit von sich weisen verordneten einzutreten; nur so sei eine Förderung der aching mit. und in ihren urgroßbäterlichen Badstuben, wo Ratten, Mäuse und Stadthygiene zu erwarten. Nach den bisherigen Leistungen des Schwaben das Hausrecht haben, behaglich fortwursteln möchten. geschäßten Stollegen Mugdan fönnen wir uns gerade so etwas von ist eine bekannte Tatsache, daß es in manchen Badstuben Aber die wirtschaftliche Entwickelung sorgt schon dafür, daß klein- feiner Kandidatur nicht versprechen. Da Mugdan in erster Linie nicht zugeht, wie es hinsichtlich einer hygienisch einwandfreien meisterlicher Unverstand nicht für alle Zeiten zum Schaden der Sozialistentöter ist, so würde er natürlich alle von jener Seite und den Anforderungen der Sauberkeit entsprechenden Herstellung Allgemeinheit das Feld behaupten kann. Auch im Bäckereigewerbe tommenden Vorschläge befämpfen; ebenso dürfen wir nicht er. der Bad varen verlangt werden muß. Gibt es doch immer noch bricht sich der Großbetrieb mit den technischen Neuerungen Bahn, warten, daß er für Berbesserung der Lage der städtischen Arbeiter. eine große Anzahl von Backstuben, in dumpfen Stellerwinkeln ge- welche besonders in den Großbäckereien verschiedener Konsum- für Speisung armer Schultinder usw. eintreten wird. Die geplante Wertzuwachssteuer würde er sicherlich nicht unterstützen. Dagegen legen, die so beschaffen sind, daß in ihnen die Bedingungen für genossenschaften in vollkommenster Weise angewandt werden. dürften wir uns auf bahnbrechende Vorschläge über freie Arztwahl größte Sauberkeit gar nicht erfüllt werden können und die außer dem noch eine Gefahr für die Gesundheit der in solchen Keller- Die fönigl. Museen im Winter. Das Mte, Neue, Kaiser- Friedrich auf den Rieselfeldern, Engagement städtischer Aerzte durch den Löchern beschäftigten Arbeiter in sich bergen. Unzählige Mißstände und Kunstgewerbe- Museum, die Nationalgalerie, das Museum für Leipziger Verband, Kündigung sozialdemokratischer Nachtwächter Für das allin Bäckereien sind im Laufe der letzten Jahre durch den Bäckerver- Völkerkunde sowie die Sammlung für deutsche Volkskunde werden an und ähnliche Kulturfortschritte gefaßt machen. band ans Licht gezogen und öffentlich kritisiert worden. Schließlich den Sonntagen und am zweiten Weihnachtsfeiertage von 12 Uhr ab, gemeine gleiche Wahlrecht hat Mugdan natürlich ebensowenig mußten auch die Behörden dem Drängen der öffentlichen Meinung im Oftober und März bis 5, November und Februar bis 4, Dezember Interesse wie für gleiches Recht der Aerzte vor dem Ehrengerichte. wenigstens einigermaßen gerecht zu werden versuchen. Eine und Januar bis 3 Uhr offengehalten werden. An den Wochentagen Wie die Dinge heut liegen, ist es ja weit eher möglich, daß ein Bädereiverordnung für Berlin und die Proving Brandenburg wird außer Montags find die Museen von 10 bis 8 Uhr offen; türkischer Kuli gegen einen Pascha Recht bekommt, als daß sich am 1. Oftober in Kraft treten. Sie ist bestimmt, dem alten flein Ausnahmen bestehen hier beim Kaiser- Friedrich- Museum und bei der unser Standesehrengericht eines simplen Medicus gegen einen meisterlichen Schlendrian wenigstens soweit ein Ende zu machen, Rationalgalerie, die beide zu denselben Zeiten wie Sonntags ge- denkmalsreifen Medizinalheros annimmt." Wie wir über Herrn Mugdans Tätigkeit denken. baben wir daß die dringendsten Forderungen der Hygiene und Sauberteit schloffen werden, sowie bei der Nationalgalerie noch infofern, als fie erfüllt werden. Begreiflicherweise ist die Durchführung der Ver- auch Montags, Donnerstags aber erst von 1 Uhr an geöffnet ist. des öfteren schon dargelegt. ordnung für einen Teil der Bädereien- das sind natürlich die Am ersten Weihnachtsfeiertage und am Neujahrstage bleiben die Für den ausnahmslosen Achtuhrlabenschluß am schlechtesten eingerichteten mit mehr oder weniger Kosten Museen geschlossen. Der Besuch der Museen ist im allgemeinen unberknüpft. Es handelt sich in solchen Fällen meist darum, daß entgeltlich, nur im Kaiser- Friedrich- Museum wird Dienstags und erklärte sich eine zahlreich besuchte Versammlung von Angestellten bauliche Veränderungen in fleinerem Umfange vorgenommen werden Mitwochs 50 Pf., in der Nationalgalerie Donnerstags 1 M., Frei- in Blumengeschäften, die am Dienstag in Dräsels Saal müssen, wenn den Anforderungen der Polizeiverordnung in bezug tags und Sonnabends 50 Bf. Eintrittsgeld erhoben. tagte. Bekanntlich vertritt der Magistrat von Berlin den Standa Aleinmeisterliche Rückständigkeit. Punlt, d'ah neben den Zigärrengeschäften auch die Blumengeschäfte vom Achtuhrladenschluß ausgenommen werden sollen.— K w a s- nick, der in der Versammlung referierte, wandte sich gegen das Verlangen einer solchen Ausnahmebestimmung. Die Gründe, welche im Magistrat zugunsten der Ausnahme geltend gemacht wurden, seien hinfällig. Die Angestellten in Blumengeschäften haben ebenso wie die Angestellten anderer Branchen Anspruch auf den Achtuhrladenschluß, um so mehr, als sie nach Schluß des Geschäfts noch manche Arbeiten zu erledigen haben, die notwendig sind, um die Blumen und Pflanzen vor dem Verwelken zu schützen. Daß eine Ausnahme für die Blumengeschäfte nicht not- wendig ist, dafür geben einige große Geschäfte in den besten und verkehrsreichsten Stadtgegcnden selber einen Beweis, da sie schon jetzt regelmäßig um acht Uhr schließen.— In demselben Sinne sprachen sich auch die Diskussionsredner aus. Unter anderem wurde erwähnt, daß in München alle Geschäftsinhaber der ' Blumenbranche ohne gesetzlichen Zwang, durch freiwillige Verein- barung, um L Uhr schließen. Andere Großstädte, wie' Frankfurt am Main und Hamburg haben den gesetzlichen Achtuhrladenschluß. Was in anderen Großstädten ohne Geschäftsschädigung durchgeführt werde, das müsse auch in Berlin durchgeführt werden können.— Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die zahlreich versammelten Angestellten der Blumen- geschäfte im Polizeibezirk Berlin protestieren enregisch gegen jede Ausnahmebestimmung zum Achtuhrladenschluß. Sie erklären viel- mehr, daß gerade für die Blumengeschäftsangestellten die Arbeits- zeit noch über die Verkaufszeit um Vi bis% Stunde hinausgeht. Im übrigen treffen auch für die Blumengeschäfte alle Gründe zu, die den Achtuhrladenschluß auch für die übrigen Branchen not- wendig machen. Die Versammelten erwarten darum von der Stadtverordnetenversammlung, daß diese dem Beschluß des Magistrats und der Gewerbcdeputation, die Blumengeschäfte vom Achtuhrladcnschluß auszunehmen, nicht beitreten wird.">- Unter Cholcraverdacht. Wie aus dem Rudolf-Virchow-Krankenhause berichtet wird, hat die bakteriologische Untersuchung in dem Falle der Gattin des russischen Staatsrates Grigolewskh aus Peterhof in Rußland, die dort am Montag unter dem Verdacht der Choleraerkrankung ein- gebracht worden ist, heute mit Sicherheit ergeben, daß es sich hier nicht um Cholera asiatica, sondern um einen TyphuSfall mitt besonderen Erscheinungen handelt. Frau Grigolewskh wurde daraufhin gestern vormittag sofort auS der Cholerabaracke herausgeschafft und fand in einer anderen Baracke Aufnahme. DaS Allgemeinbefinden der Patientin ist vorläufig zufriedenstellend. Professor Dr. Klemperer, der Frau Grigolewskh vor der Ueber- führung nach dem Rudolf Virchow-Krankenhaufe in Behandlung hatte, begab sich, als ihm das Resultat der bakteriologischen Unter- suchung mitgeteilt wurde, heute selbst an das Krankenlager seiner Patientin. Die übrigen gleichzeitig mit Frau Grigolewskh im Rudolf- Virchow-Krankenhaufe eingelieferte Personen sind sämtlich gesund, so daß voraussichtlich ihre Entlassung bald erfolgen kann. Am Dienstag wurden der Arbeiter Koscopliada auS der Straße Am Schlesischen Bahnhof 5, seine zwei Töchter und zwei Schlaf- burschen nach der Infektionsabteilung des Rudolf-Virchow-Kranken- Hauses gebracht, weil die Frau des K. unter verdächtigen Umständen verstorben sein sollte. Die Untersuchung ergab, daß diese Personen oollkommen gesund sind. Eine amtliche Meldung besagt: „Bei der vorgestern unter choleraverdächtigen KrankheitS- erscheinungen in daS Rudolf-Virchow-KrankenhauS eingelieferten Frau Staatsrat Grigolewskh hat die Untersuchung mit Sicherheit ergeben, daß Typhus vorliegt. Im Falle der gestern gestorbenen Frau des Kohlenarbeiters KoScopliada ist vermutlich Brechdurchfall die Ursache. Die Familie und die beiden Schlafburschen, die alle ganz gesund sind, sind nur der Vorsicht wegen zur zeitweiligen Beobachtung als ansteckuugsverdächtig im Rudolf-Virchow-Krankenhaus untergebracht und isoliert, solange die Todesursache der Frau noch nicht bestimmt festgestellt ist."_ Großstadtelend. UnS wird geschrieben:„Gestern nach 10 Uhr abends ging ich von der Friedrichstraße nach dem Brandenburger Tor zu, als eine große Menschenansammlung meine Aufmerksamkeit rege machte. Ich drängte mich durch die Masse und sah auf der Schwelle einer Haustür eine Frau in mittleren Jahren mit verbundenem Gesicht, welche ein eiwa zwei Jahre alles Kind im Arme hielt; neben ihr hockten ein Knabe im Alter von etwa fünf Jahren und ein Mädchen, daS zirka acht Jahre alt sein mochte. Alle befanden sich, ihrer Verfassung nach zu urteilen, in sehr großer Not. Angeblich wurde die Frau— deren Mann derzeit von Berlin abwesend ist, von ihrem Hauswirt exmittiert, da sie die Miete nicht bezahlen konnte. Sie wandte sich an den Armenvorsteher, der die Aermste unter der Angabe:„Er könne nichts für sie tun, wenn ihr Mann nicht persönlich zu ihm komme", abgewiesen haben soll. Schließlich fanden sich unter der. Menge Retter. Ein Herr gab einen größeren Geldbetrag und eine.Dame notierte sich die Adresse der armen Frau und versprach für den nächsten Tag Hilfe. Ein Schutzmann brachte hierauf die arme Familie nach der Wache." Erwünscht wäre, wenn der Name des Armenvorstehers fest- gestellt werden könnte, der so seine Pflicht verletzte. Unter dem dringenden Verdacht de-Z Raubmordes rist Dienstag der 43 Jahre alte Maler Albert S e n g e r aus der AndreaSstr. 58 verhaftet worden. Das Verbrechen, das ihm zur Last gelegt wird, erinnert in seinem ganzen Plan und in allen Einzelheiten an die Ermordung deS Kellners Giernoth durch den später hin-. gerichteten Lederarbeiter Rudolf Hennig. Senger wird be- schuldigt, den 25 Jahre alten Hausdiener August Franke ans der Fehrbelliner Straße 11 durch eine Vorspiegelung nach der Provinz verschleppt und im Walde ermordet und beraubt zu haben. Die Leiche wurde am 27. August in den gräflich Brühlschen Waldungen bei Forst in der Niederlausitz eine Meile vom Wege entfernt von einem Reistgsucher aufgefunden. Die Obduktion ergab als Todesursache einen Schuß, der von hinten nach vorn durch den Kopf ging. Man nahm zuerst Selbstmord an, bis sich der Verdacht auf Senger lenkte. Erwiesen ist, daß Senger an demselben Tage in Begleitung eines solchen gutgekleideten Mannes, der einen Ueberzieher trug, nach Forst gefahren ist, Ivo er sich aber am 25. und 23. weiter mit ihm aufgehalten hat, ist noch nicht bekaimt. Ei» verhängnisvoller Znsanlmenstoß ztvischen einem Straßenbahn- wage» und einem Automobil fand gestern nachmittag am Oranien- burger Tor statt. Der Chauffeur eines DroschkenautomobilS, in dem sich zwei Frauen und ein Mann befanden, kam die Chausseestraße herunter gefahren. Am Oranienburger Tor stieß er mit dem Kraftivagen gegen den aus entgegen- gesetzter Richtung kommenden Motorwagen Nr. 2756 der Linie 26. Durch die Gewalt des Anpralls wurde das Automobil Kr Seite geschleudert und zwei der Insassen, der Arbeiter Paul Ripprecht. Nügener Straße 22. und dessen Braut. Marie Megereit, wurden auf die Straße geschleudert. Sie erlitten beide am Kopfe schwere Verletzungen und wurden auf der Unfallstation mit Not- verbänden versehen. Zcugengesuch. Am Freitag, den 4. d. M.. nachmittags gegen g Uhr, wurde ein Mann am Küstriner Platz von einem Straßen- bahnwagen der Linie 78 überfahren. Diejenigen, die den Vorfall gesehen haben, werden gebeten, sich brieflich oder mündlich bei A. Dittmann, Zorndorfer Str. 13, vorn ll, zu melden. Im Gebrüder Herrnfeld-Theatcr gelaugt am 1. Oktober eine Novität:„Die beiden Bindebandcls" betitelt zur Erstausführung. Fcucrwchrnachrichtcn. Der Berliner Automobillöschzug wurde gestern abend nach der GreifSwaldcr Straße 62 alarmirt, wo ein Strohhaufen auf freiem Felde angezündet worden war. Mit einer Schlauchleitung wurde der Brand gelöscht. Der 12. Zug hatte in der Schlveriuftr. 12 zu tun, wo das Zwischengebälk in einer Küche brannte, und in der Bülowstr. 56, wo in einer Tischlerei Feuer aus- gekommen war. Der 19. Zug rückte abends nach der Charlotten- flraße 72 aus, dort war ein Gasmesser geplatzt und Gas ausgeströmt. Die Wehr beseitigte die Gefahr. Betten, Gardinen usw. wurden in der Sieboldstr. 3 ein Raub der Flamme». Der 1. Zug hatte in der Prenzlauer Straße 6 einen kleinen Wohnungsbrand zu löschen. Heute früh lief ein Alarm aus der Paul-Heyse-Straße ein. Grober Unfug ivar die Ursache. Der Täter wurde ergriffen und der Polizei übergeben.___ Vorort- J�acbncbtern Charlotteubnrg. Die Ersatzwahlen an Stelle miserer Genossen Flemming und Schar nberg, deren Wahl der Bezirksausschuß infolge der durch den Wahlvorsteher und liberalen Stadtverordneten I o l e n- b c r g veraulaßten groben Verstöße gegen die gesetzlichen Vor- schrisien für ungültig' erklärt hat, finden am Montag, den 19, Ok- tober, statt. Obwohl weder Scharnberg noch Flemming als HauS- bescher gewählt worden waren, muß jetzt einer der beiden zu Wählenden plötzlich Hausbesitzer sein. DaS kommt daher, daß gleich- zeitig in einem anderen Bezirk ein bürgerlicher Stadtverordneter, der Hausbesitzer ist, sein Amt niedergelegt hat. Das Los hat nun entschieden, daß nicht im 8. Bezirk, der bisher durch einen Hausbesitzer vertreten war, sondern im 5. Bezirk, wo Scharnberg und Flemming gewählt waren, ein Hausbesitzer zu wählen ist. Also nicht genug damit, daß zwei Sozialdemokraten aus der Stadtverordneten-Ver- sammlung einfach entfernt werden, weil der Wahlvorsteher zur Er- füllung seines Amtes unfähig ist, ist den Wählern auch die Möglich- keit geuommeu, die Männer ihres Vertrauens von neuem zu wählen; einer der beiden bisherigen Vertreter muß auf die Wiederwahl ver- zichten, da keiner von ihnen Besitzer eines Hauses ist. Der Blöd- sinn des Dreiklassenwahlsystems für die Gemeindewahlen wird nur noch durch das preußische Landtagswahlrecht übertroffen. Daß die Sozialdeinokraten alles aufbieten werden, um zu verhindern, daß das Mandat der FreisinnSclique zufällt, braucht nicht noch besonders betont zu werden. Wenn jeder Genosse seine Pflicht tut. dann wird der Sieg allen gesetzlichen Schwierigkeiten und allen Machinationen zum Trotz der Sozialdemokratie zufallen. Eine Vereinbarung mit dem Verein Säuglingsheim unterbreitet der Magistrat den Stadtverordneten zur Genehmigung. Dieser Verein betreibt vom 1. Oktober 1993 ab in der Platanenallce auf Westend ein auf seine Kosten errichtetes Säuglings- und Mütterheim. Das Säuglingsheim gewährt mit seinen zurzeit bestehenden Einrichtungen 49 Säuglingen mit ihren unverehelichten oder eheverlassenen Müttern für je drei Monate nach der Entbindung, also jährlich 169 Säuglingen und Müttern unentgeltlich Unterkunft und Pflege, Nach Ablauf der drei Monate können ferner in dem mit dem Säuglingsheim verbundenen Mütterheim 40 Mütter mit ihren Kindern gegen einen Pflegesatz von monatlich 29 M. für das Kind und 5 M. Schlafstellengebühr für die Mutter ohne zeitliche Beschränkung Aufnahme finden. ES sollen vor- zugsweise Charlottenburgerinnen berücksichtigt werden. Die Stadt gewährt dem Verein einen Zuschuß von jährlich 6909 Mark, sie er- hält als Gegenleistung für die dem Verein von der städtischen Armenverwaltung überwiesenen Säuglinge und Mütter 6209 freie Verpflegungstage in jedem Jahre, und zwar 5999 Verpflegungstage oder 14 Betten für Kinder mit Müttern, 1299 Verpflegungstage oder 4 Betten für Kinder ohne Mütter. Es ist mit Sicherhett zu erwarten, daß die Stadtverordnetenversammlung dem Bertrage zu- stimmt. Schöneberg. Der neue städtische Friedhof an der„Blanken Hölle" ist der Be- Nutzung übergeben worden. Leider ist bisher verabsäumt worden, eine Fahrverbindung nach dem Friedhofe zu schaffen, und gehört ein etwa einstündiger Marsch im Sonnenbrand wie auch bei schlechtem Wetter gerade nicht zu den Annehmlichkeiten. Dringendes Bedürfnis ist die Anlage einer Fahrgelegenheit. Von dem aus dem Kirchhof zu errichtenden Krematorium ist bisher nichts zu bemerken. Wilmersdorf. Ein gewaltiger Dachstuhlbrand, bei dem zwei Feuerwehr- leute verunglückten, kam am Dienstagabend in dem Eckhause Holsteinische Straße 53» Gasteiner Straße 6 zum Ausbruch. Das Feuer muß schon lange Zeit aus dem Boden ungemerkt geschwelt haben, denn als man aus die Gefahr aufmerksam wurde, schlugen schon aus mehreren Stellen des Dachgeschosses Flammen hervor. In wenigen Minuten brannte dann der Dachstuhl an beiden Straßenfronten. Die alsbald herbeigerufene Feuerwehr aus Wilmersdorf griff angesichts dieser gefährlichen Situation mit sechs Schlauchleitungen ein. Erst nach fast zweistündiger Lösch- tätigkeit war die Gewalt des Feuers gebrochen. Mit der vollständigen Ablvschung und Aufräumung hatte die WilnierSdorfer Wehr biS gegen Mitternacht am Brandplatze zu tun. Der Dachstuhl deS Vorderhauses ist an beiden Fronten vollständig vernichtet. Bei den Ablöschungs- arbeiten verunglückten leider auch 2 Feuerwehrleute. Der Feucrmann Wangrin wurde von Stichflammen erfaßt und erlitt schwere Brand- wunden im Gesicht und an den Händen, der Feuerwehrmann Busse trug Brandverletzungen an den Armen davon. Infolge mehrfacher Alarmierungen waren auch die Feuerwehren von Charlottenburg und Schmargendorf nackt der Brandstelle geeilt. Beide Wehren traten aber nicht in Tätigkeit. Ueber die EntstehungSursache läßt sich be- stimmkeS noch nicht sagen, doch geht unter den Hausbewohnern das Gerücht, daß das Feuer unbedingt angelegt worden ist. Die Ermittelungen nach dieser Richtung hin sind noch im Gange. Ein zweiter gewaltiger Dachstuhlbrand brach gestern vormittag nicht weit von der ersten Brandstelle entfernt, in dein Hause Uhlandstraße 116/117 auS. Auck hier scheint Brand- st i f t u n g vorzuliegen, denn es brannte gleich an mehreren Stellen. Die Flammen griffen mit unheimlicher Schnelligkeit um sich und sprangen vom Dagstuhl des V o r d e r h a u s c s auf die Dach- stühle der angrenzenden Seitenflügel über. Infolge starker Rauchentwickelung batte die Wilmersdorfer Wehr einen schweren Stand. Von dem Dackistuhl des Vorderhauses konnte� nichts mehr gerettet werden, die Dachstühle der beiden Seitenflügel find teilweise zerstört. Treptow. Ueber postalische Mißstände wurde im Treptower Grundbesitzer- verein Klage geführt. Insbesondere der Berlin nächstliegende Orts- teil zwischen der Görlitzer Bahn und der Rixdorfer Weichbildgrenze ist in postalischer Beziehung arg vernachlässigt, er besitzt nicht nur kein Postamt, sondern nicht einmal eine M a r k e n v e r k a u f S st e I l e. Aucki im übrigen Treptower Gebiet. namentlich im Bezirk deS Postamts 36, soll die Bestellimg usw. viel zu wünschen übrig lassen. Beschlossen wurde, an die kaiserliche Ober« postdirektion das Ansuchen zu richten, den Mißständen, in erster Linie durch Errichtung eines Zweigpostamtes im Berliner OrtSterl. abzuhelfen. Ckncbts- Zeitung. Konflikt zugunsten eines BolkSschullchrerS. Im September 1906 hatte der damalige Volks schullehrer Rett- schlag in der 262. Gemeindeschule in der Seestraße zu Berlin den 13jährigen Schüler Günter stark gezüchtigt. Nach einem ärztlichen Gutachten soll das Gefäß des Knaben ausgesehen haben, als ob es blau und rot angestrichen war. Frau Günter begab sich zum Rektor, um sich zu beschweren. Sie war aus jenem Anlaß ziveimal dort. Der Lehrer Nettschlag kam hinzu und äußerte sich sehr abfällig über den Jungen. Der Vater ver- klagte den Lehrer beim Schöffengericht wegen Beleidigung. Er hatte auch Strafantrag wegen Körperverletzung gestellt, das Verfahren in dieser Sache stellte aber später die Staatsanwaltschaft wieder ein. Die Beleidigungsklage kam seinerzeit vor dem Schöffengericht zur Verhandlung. Nettschlag ver- teidigte sich damit, daß der Knabe durch sehr schlechtes Verhalte» Anlaß zu der Züchtigung und auch dazu gegeben habe, daß An- geschuldigter sich über ihn bei passender Gelegenheit scharf äußerte und auch dabei das Verhalten der Eltern berücksichtigte. Er habe bessernd wirken wollen, DaS Schöffengericht sprach den Angeklagten frei, ES ver» neinte die Absicht der Beleidigung. Das Provinzial-Schulkollcgium erhob, nachdem Günter Berufung eingelegt hatte, zugunsten des Lehrers Nettschlag den Konflikt, aber nur insoweit, als es sich um Aeußerungen vom 29. und 25. September handelte, die im Rektorzimmer fielen. Insoweit verlangte das Provinzial- Schulkollcgium die endgültige Einstellung des Strafverfahrens gegen den Lehrer, indeni eS ausführte: Der Angeschuldigte habe zu der Ehefrau deS Klägers gesagt, der„Lümmel" habe sich ungebührlich betragen, er bedauere nicht, daß er den„flapsigen Lümmel" geschlagen habe. Am 25. September habe R. in Gegen- wart des Rektors die Bezeichnungen wiederholt. Nicht die Absickt, zu beleidigen, sondern die, erzieherisch einwirken zu wollen, habe R. geleitet. Die allerdings drastischen Aeußerungen(FlapS, Lümmel, Flegel) stellten deshalb keine Amtsüberschreitung dar. Das Ober-BerwaltungSgericht erklärte den Konflikt am 22. September in der vom Probinzial-Schiilkollegium gewünschten Beschränkung für begründet, es entschied also, daß der Be- leidigungsprozeß gegen Rctischlag(der übrigens inzwischen sein Amt selber aufgegeben hat) insoweit endgültig einzustellen sei. als die Bezeichnungen Flaps(flapsig). Lümmel und Flegel am 20. und 25. September 1906 gefallen seien. Er führte auS: Ob es taktvoll war. in Gegenwart der Mutter so von ihrem Sohn zu sprechen, möge dahingestellt bleiben. Jedenfalls habe der Lehrer die Worte nur gebraucht in der Absicht, mittelbar auf ein besseres Vcr- halten des Knaben einzuwirken. Die Ausdrücke seien kräftig, es sei aber nicht anzunehmen, daß R. damit seine LlmtSbesugnisse über- schritten habe. S o w e i t sich der Privatkläger, seine Frau und sein Sohn noch durch andere Aeußerungen beleidigt fühlten, nimmt das Privat- klageverfahren in der Berufungsinstanz natürlich seinen Fortgang. Aus diese anderen Aeußerungen wurde in dem KonfliktZverfahren nicht eingegangen._ Falschspieler. Da? Treiben in einer Spielhölle in der Elsasserstraße, die fast ausschließlich von Falschspielern und Bauernfängern besucht werden, kam in einer Verhandlung zur Sprache, mit der sich gestern die fünfte Strafkammer des Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels war der Schuhmacher Otto Mann angeklagt.— Anfang Juni dieses Jahres kam der Oberschweizer B u ch h o l z aus seinem kleinen märlischen Dörfchen Hönow das erste Mal nach Berlin, um sich hier eine besser bezahlte Stellung zu suchen. In einem Lokal in der Nähe des Stettiner Bahnhofes machte B. die Bekanntschaft eines Mannes, mit dem er nach einiger Zeit ein Lokal in der Elsasser Straße 69 besuchte. Hier gesellte sich, ebenfalls wie zufällig, ein dritter Mann zu ihnen, der, nachdem man einige Zeit gekneipt hatte, den Vorschlag machte, sich durch ein kleines Spielchen die Zeit zu vertreiben I Bei dem harmlosen„Sechsundsechzig" gewann Buchholz mehrere Mark. Er tvar deshalb damit einverstanden, als der hinzugekommene Dritte ein anderes Spiel vorschlug. Als Buchholz nach einiger Zeit aufftand, hatte er seine ganze Barschaft in Höhe von 70 Wl. verloren. Jetzt erst kam ihn» der Verdacht, daß er Falschspielern in die Hände gefallen war. Als er sich nach seinen Mitspielen: umsah, waren diese längst durch einen Hinterausgang verschwunden. An demselben Abend wurde in diesem Lokal der Lokomotivführer Liebenthal beim Spiel um 59 M. betrogen. Der unbekannte Dritte wurde in der Person des jetzigen Angeklagten Mann ermittelt. Das Gericht nahm nicht getverbs- mäßiges Glücksspiel, sondern Betrug au und erkannte mit Rüsicht auf vaS überaus gemeingefährliche Treiben deS Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten und zwei Wochen Haft.__ Vermischtes. Eine schwere Explosionskatastrophe hat sich gestern an Bord deS in der Nähe von T o u I o n übender» ftanzösischcn Kreuzers„Latouche-Treville" ereignet. Wahrscheinlich durch Entzündung einer Kartusche kam es bei einer Schießübung zu einer Geschützexplosion, die eine verheerende Wirkung ausübte. Elf M a n n, die daS Geschütz bedienten, wurden buch st üblich zermalmt. ES gelang bisher nur eine der Leichen zu rekog- noSzicren, Die anderen Opfer der Katastrophe sind bis zur U n» kenntlichkeit entstellt. Zwei Matrosen wurden schwer verletzt. Eine große Menge wartet am Strande und verlangt von der Marinepräfeltur Auskunft. Da diese eS verweigerte, die Einzelheiten des Vorfalls und die Namen der Verunglückten bekanntzngcbeir, er- eigneten sich mehrere Zwischenfälle und es werden Anschuldigungen erhoben wegen des Schweigens der Präfektur. Die Cholera. Ans Petersburg schreibt man uns vom 15. September: Alle eingeweihten und kompetenten Leute Petersburgs wissen es genau, und manckie sprechen eS auch mit einer ihre Position ge- fährdenden Offenheit unverhohlen auS, daß der Ausbruch der immer unheimlicher grassierenden Epidemie hier hätte vermieden werden können oder richtiger hätte vermieden werden m ü s s e n. Denn eS ist eine jener unverschämten Lügen, wie sie daS hiesige Regierungssystem züchtet, wenn die regrerenden Kreise eS hinaus- posaunen, die Cholera sei„überraschend" gekommen und hätte darum die städtische Verwaltung völlig unvorbereitet gefunden. Speziell Petersburg hätte rechtzeitig alle erforder» l i ch e n Vi a ß n a h m e n t r e f f e n können, ivenn dessen reaktiv- näre Gebieter von ernstlicher Sorge um daS Wohl und Wehe der Residenzbevölkerung erfüllt gewesen wären.... Den ganzen Sommer hindurch mehrten sich die unheilküudenden Symptome»n Form von massenhaften Diarrhöecrkranlungen, die darauf hindeuteten, daß die Keime der Pest bereits vorhanden feien und sich rmmer ausbreiteten. Was aber unternahm die Petersburger Stadtverwaltung? Abgesehen von verhältnismäßig unbedeutenden Summen, die sie für diese Zwecke aussetzte, und von der Bereit» stellung einiger Baracken in den entlegensten Teilen der Stadt zur Aufnahme von höchstens 399 Kranken, kümmerte sie sich unr nichts, ließ den alten Schlendrian gewähren und sah mit fatalistischein Gleichmut zu, wie die Epidemie- Herde genährt und erzeugt wurden. Nicht einmal für die erforderliche il Kranken wage nwarhiervorge sorgt, so daß jetzt einfache Droschken den Transport von Cholerakranken besorgen und so trotz offizieller Vorsichtsmaßregeln die Ansteckungs- gefahren noch verstärken. _ Niemand glaube indes, daß hier einzig und allein Mangel an Initiative geherrscht hat. Weit gefehlt! Hier sind tiefere, in den ganzen Verhältnissen liegende Ursachen verborgen. Zur regel» reichten Bekämpfung der �drohenden Epidemie wäre ein Apparat voir nöten gewesen, der nur bei vollständiger Umgestaltung der Stadtbewirt- schastuug möglich wäre. Um diese Behauptung mcht als Uebertreibung anzusehen, muß man Petersburg und seine Ber« Jugendlicher Totschläger. Witterungsübersicht vom 23. September 1908, morgens 8 Uhr. waltung fennen, muß man sich von den unerhörten sanitären Zuständen des Fensters Europas" durch eigenen Anblick überzeugen. Es genügt, Wie aus Landsberg a. W. gemeldet wird, hat der Lehrling nur einmal in einen Petersburger Hof die Nase hineinzutun oder die Guntach eingestanden, den 17jährigen Maurerlehrling Otto Haase Fäulnisse eines hiesigen Marktes wie z. B. des„ Bauches" dieser mittels Schlagrings nach einem Streit getötet und in Gemeinschaft Stationen gelegentlich einzuatmen, geschweige denn mit einem anderen Lehrling in die Warte geworfen au Residenz, der Sennaja die Kloaken Petersburgs gesehen und gerochen zu haben, um die haben. Myriaden Bazillen zu spüren und nur darüber zu staunen, daß die nordische Millionenstadt nicht von einer allumfassenden Epidemie verzehrt wird. Die von ungezügeltem Egoismus ge= Aus Belfort wird gemeldet: Der Unterpräfett von Semur, leitete Hausbefizerkaste, die hier wie nirgends in Europa Grosjean, stürzte mit seinem Chauffeur bei einer Autoschaltet und waltet, hat es jahrzehntelang verstanden, das Schicksal Petersburgs in jammervoller Manier zu entscheiden und jeden Fort- mobilfahrt in den Rhein- Rhone- Kanal. Beide ertranten. schritt zur Hebung der Stadt nach europäischer Art bewußt zu hintertreiben. Die beiden häufigen Gäfte Rußlands, Hunger und Cholera, fuchen nunmehr ganze Territorien Rußlands heim und bringen mit fich Schrecken und Depression, aber von beiden Schrecken wirkt die Ausbreitung der Cholera in der Residenz auf die Bevölkerung im ganzen Lande besonders deprimierend.... Petersburg, 23. September. Die Choleraftatistik weist heute 392 Nenerkrankungen und 155 Todesfälle auf. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt 1672. Budapest, 23. September. Nach Blättermeldungen ist hier ein in einem Eisenbahnlager angestellt gewesener 73jähriger Nachtwächter unter choleraberdächtigen Symptomen gestorben. Der Dbduktionsbefund ist noch nicht bekannt. Unter Felsenmassen begraben. In dem Steinbruch zu Brünninghausen am Neffelberge sollte gestern ein großer Felsblock abgesprengt werden. Er stürzte aber unversehens herab und begrnb zwei Arbeiter unter sich. Die Leichen der Verunglückten sind noch nicht geborgen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 24. September. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Figaros Hochzeit. Königl. Schauspielhaus. Agnes Bernauer. Deutsches. König Lear. Sammerspiele. Stimiko. Anfang 8 Uhr. Teratoga Lessing. Die Macht der Finsternis. Berliner. Der Traum ein Leben. Neues. Wahrheit. Neues Schauspielhaus. Kolonialskandal. Kleines. 2 × 2= 5. Komische Oper. Tiefland. Der Residenz. Das Glüd der andern. Hebbel. Der Liebhaber. Westen. Ein Walzertraum. Schiller 0. Julius Cäsar. ( Wallner Theater.) Schiller Charlottenburg. Teufelskerl. Ein Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Egmont. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. uitipielhaus. Die blaue Maus. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Nenes Operetten. Die Dollar prinzessin. Lorking. Zaza. Luisen. Helga. Bernhard Noie. Kabale und Liebe. Apollo. Trilbh und Svengali. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter los. tabelGebrüder Herrufeld. Das tommt Unglückliche Autofahrt. Nuwetter in Spanien. Gewitterstürme, welche in den legten Tagen über Cafariche niedergegangen sind, haben, wie aus Sevilla gemeldet wird, ernste Verheerungen angerichtet; 24 Wohnhäuser, zwei Fabriken, zivei Brüden und zahlreiche Scheunen wurden zerstört. Die Obsternte ist völlig vernichtet. Zahlreiche Familien sind o bdachlos und in großer Not. Viel Vieh ist umgekommen. Eingegangene Druckfchriften. Die Ehe des Proletariers. Bon Dr. med. B. Chajes. Separat abbrud der Zeitschrift Mutterschutz". 9. Heft. " Rechtshort". Nr. 17. Herausgeber Lehmann- Hohenberg. 30 ẞi. Berlag in Weimar. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Barometerstand mm Wind richtung Bindstärke Better Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärte Better Temp. n. C. 5°. 4°.| Swinembe. 766 DSD 2 heiter Damburg 765 DSD berlin 765 SD Franti.a.. 763 NO 4 molten! 3 to olfen! 10 Haparanda 765 10 Betersburg 766 23 2beiter 5 1Nebel 10 1 bebedt 10 9 Scilly berbeen 6 Baris 8 758 763DGD 760 S 5 toolfig 18 1 bedeckt 19 1 bebedt 15 München 764D Bien 2 Nebel 765 Still wolfent Wetterprognose für Donnerstag, den 24. September 1908. Troden und vielfach heiter, teilweise nebelig, am Zage mild bei fhwachen östlichen Winden. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Basserstand Meme I, Zilfit Bregel, Insterburg eich fel, Thorn Oder, Ratibor Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordamm Bujube ichmach, Geſchäft jaleppend, Breiſe unverändert. As 118: Zufuhi 130, Zeithrin ziemlich genügend, Geschäft rege, Breise feft. Geflügel: Bujuhr reichlich, Geschäft flau, Preise nicht befriedigend. Fische: Bufuhr reichlicher, Geschäft sehr matt, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Dbst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft sehr still, Preise gedrückt. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends8uhr: Julius Cäsar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Freitag, abends 8 Uhr: Julius Cäsar. Sonnabend, abends 8Uhr: Julins Cäsar. Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8 Uhr: Ein Teufelskerl. Historische Komödie in 3 Atten von Bernard Shaw. Freitag, abends 8 Uhr: Ein Teufelskerl. Sonnabend, abends8Uhr: Ein Teufelskerl. Berliner Eis- Palast Lutherstr. 22/24 Permanente Eisbahn. ( Täglich bis 1. Mai 1909) von morgens 10 Uhr bis nachts 12 Uhr geöffnet. Täglich von 12 Uhr ab Großes Konzert. Allabendlich 9 u. 10 Uhr: Reigen, Quadrillen, Kunstlauf. v.erst.Sunstläufern u.Läuferinnen. Brauerei Friedrichshain früher Lipps, am Königstor. Oekonom: Ernst Liebing. Heute: Bayerisches Keller- Fest Fronten- Feuerwerk. Anfang 6 Uhr. Entree 25 Pt. Urania. Zirkus Schumann. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: davon. Borher: Es lebe das Ueber den Brenner nach Venedig. Nachtleben. Basiage. Spezialitäten. 23intergarten. Spezialitäten. Rafino. Familie August Knoche. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witwe. Carl Haverland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Feine Sache! Ausgezeichnet! Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Neues Theater. Zum erstenmal: Wahrheit. Hebbel- Theater. Königgräßer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Heute und folgende Tage: Der Liebhaber. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Lortzing- Theater Belle- Alliancestraße 7/8. Heute 8 Uhr: Baftspiel Hedwig Lange. Zaza. Sonntag nachm. 3%, Uhr: Madame Bonivard. Luftspiel in 4 Sitten von Clyde Fit Residenz- Theater. Anfang 8 Uhr. Fitch. Freitag u. folgende Tage: Wahrheit. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Theater des Westens. Das Glück der andern. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3 Uhr, zu halben Breisen: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Lustspiel in 4 Alten von Francis de Georg Cartier: Richard Alerander. Croiffet. Deutsch v. Franz Schreiber. Morgen und folgende Tage: Das Glück der andern. Sonntag, 27. September, nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver: zollen? Donnerstag, 24. Septbr., Anf. 8 Uhr: Neues Operetten- Theater, Egmont. Freitag: Großmama. Sonnabend: Im weißen Nößl. Sonntag nachin. 3 Uhr: Der ge hörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: 1. Abonn.- Borstellung Der Traum ein Leben. Freitag: Mercadet. DERNHARD ROSE THEATED Br. Frankfurter Str. 132. Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauer spiel von Fr. v. Schiller. Anfang 8 Ubr. Wochentagspreise. Freitag und folgende Tage: Der Theaterteufel. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Aschen brödel. Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Atten von Leo Fall. alast- Theater Burgftr. 24, 2 Win. v. Bhf. Böle. Täglich 8 Uhr. Der Galerie 30 Pf. glänzende September- Spielplan!! 12 Attraktionen 12. U. a.: The 5 Rahnes Les Myosotis Alcide u. Alberti Der Seekadett. Singspiel in 2 Aften. Familienfarten, wochentags 3. halbem Staffenpreis gültig, überall gratis! Heute Donnerstag, 24. Septbr., abends präzise 7 Uhr: Gr. Sportvorstellung. Sportprogr. 16 noch nie dageweſene Spezialitäten. 1. a.: 36 Original- Marokkaner. Nackte Schönheiten. Das borende Känguruh. Clown Armando mit seinem dress. Affen. Rowland Truppe, 8 Berf. bom Sirtus Ringling Brothers aus Amerika. 9 Luft: Voltigeure. Leopardengruppe d. Miß Vallecithas. Sämtliche Spezialitäten. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Helga. Freitag: Helga. Dresden Barby Magdeburg + bedeutet Wuchs, Rathenow³) 28 am 22. 9. 21. 9. cm cm³) 192 feit am Wafferstand 22. 9. 21. 9. cm cm) -2 166+4 137-7 152-11 161+2 Saale, Grochlik Havel, Spandau) Spree, Spremberg) Beeskow 88 41 67 -86 78+3 -13 29 Rhein, Marimiliansau 492 -1 276 -37 Röln 283 -154 Nedar, Heilbronn 58. 88-5 100 Main, Wertheim 131 Mosel, Trier 38 Beser, Münden Minden Kaub Fall,-) Unterbegel. Santa Lucia FI. 1.50 u. 2.00 Kraft- Rotwein Käuflich in Apotheken, DrogenKolonial- Geschäften. 17777777777 In Apotheken, Drogen- u. Delikatessen- Geschäften, steht unt. ständiger Kontrolle d. chem. Laborator. Dr. C. Bischo Die größte Sensation and größte Anziehungskraft Hagenbeck- Schau. von Berlin bildet noch immer die Wiederauftreten des Direktors Willi Hagenbeck, welcher von einem Eisbär sehr schwer verletzt wurde ? Java? und die übrigen Schlager des Programms. Tägl. abends 8 Uhr: Gr. Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend: 2 gr. Vorstellungen, nachm. 4 Uhr u. abends 8 Uhr. Jeden Sonnntag von 11 Uhr vorm. bis 12 Uhr: Besichtigung u. Fütterung d. Raubtiere. Jeden Wochentag ab 10 Uhr vorm. bis 12, Uhr mittags: Hochinteressante Raubtier- Dressur- Proben. Besichtigung und Fütterung der Raubtiere gegen ein Entree von 50 Pf. für Erwachsene und 25 Pf. für Kinder. XIV. Saison! Zirkus Busch. Donnerstag, den 24. September, abends präzise 7%, Uhr: Große Vorstellung! Mr. Houdini mit seinem( ges. gesch.) Kannentrid. Gebr. Saxon! Mile. Mariska Recsey. Aerial Smiths, Herrn Karl Reinsch, Schulreiter. Ernst Schumann, Neudreſsuren. Um 10 Uhr ca.: Barbarossa!! Gr. Driginal- Ausstattungs- Pant. des Zirkus Busch in 6 Bildern. Vorher: Das gr. Programm. WINGI SARTEN EröffnungsProgramm. Von Sonnabend nachm. 4 Uhr Rinder Publikum u. Presse borstellung: Nübezahl. Abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Sonntag nachm. 3 Uhr: nna glänzend beurteilt. Liefe. Abends: Ausgewiesen. Montag: Flachsmann als Erzicher. pollo Theater 26 8 Uhr: Das bedeutende AttraktionsProgramm. 8: Trilby und Svengali? Kunst und Mysterium. Vera Violetta. 10%: Paul Spadoni der König der Kraftjongleure. Metropol- Theater Zum 24. Male: Donnerwetter tadellos! Große Jahresrevue in einem Vorspiel u. 9 Bildern v. Jul. Freund. W. Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die Räuber. Trauerspiel in 5 Alten von Schiller. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Ehren- und Vorzugskarten gültig! Sonnabend Premiere: Die alte Geschichte, der Roman einer Choristin. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Na endlich! Pariser Extravaganz mit Paulette van Roy und das kolossale Walhalla Variele Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Ter. Anfang 8 Uhr. Das neue große September Programm. 12 glänzende Spezialitäten. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Nur noch bis Mittwoch den 30. September: Eröffnungsprogramm Das kommt davon! 14 erstklassige Spezialitäten. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria Rustikana und die urkomische Burleske ,, Berlin steht Kopp". Resetzt von Dir. Richard Schultz. Anfang Sonnt. 8, wochent. 8%, ihr. Die Tänze einstudiert v. Ballettmeister Louis Gundlach. Massary Holden Perry Bender Casino- Theater Lothringer Str. 37. Familie mit dem Vorspiel: Es lebe das Nachtleben! bon A. und D. Herrnfeld. Donnerstag, 1: Oktober Premiere der Herrnfeld- Novität Die beiden Bindelbands. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Feine Sache! Ausgezeichnet! Große Ausstattungsoperette. Reu! La belle Rose, Brima Ballerina. Neu! Georg Thierry gen. Silvester- Schäffer II. 10 Spezialitäten 10. Täglich 8 Uhr Anfang 8 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Giampietro- Kettner August Knoche. Kottbuser Pfann Thielscher Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Erstklassige Nummern. TanzGr. Elite- Soiree Kränzch. bon Hoffmanns Nordd. Sänger Beg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Jeden Dienstag: Theater Abend. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 27. September, Berliner Gesangsposse in 3 Atten. ugust Knoche: Die. Hans Berg. Vorher d. glänzende Gröffnungsprogr. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. präz. 8 Uhr nachm. Folies- Caprice zu Gunsten der beim Brande von Donaueschingen geschädigten Einwohner. In der Originalbesetzung: Donnerwetter- tadellos! Durchschlagender Erfolg! Die lästige Witwe. Die Brautschau. Bunter Teil. Vorverkauf von 11-2 Uhr a. d. Theaterkasse. Anf. 8 Uhr. Reichshallen- Theater Täglich: Stettiner Sänger Meysel, Britton, Seidel, Horst, Schröter, Ebersberger, Bühligen, Otto Schrader u. R. Schrader. Anf. wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Rixdorfer Theater 1000 Bergstraße 147. Sonntag, den 27. September 1908: Zum 8. Male: Alt- Heidelberg. Schauspiel in 5 Alten v. Meyer- Förster. Anfang 72 Uhr. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47-49.. Dir. Adolf Behle u. Hans Reiz- Enf. Donnerstag, den 24. September: Eröffnung der Winter- Saison! Was ihr wollt." Lustspiel in 6 Aften v. W. Shakespeare. Zur Zeit Repertoirstück des Deutschen Theaters in Berlin. 17565 Kaffenöffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Tanz- Unterricht Albert Fricke nenerbaute Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59 ( neben d.Gebr. Herrnfeld- Theater). Anfang Oktober beginnen die neuen Sonntags- und Wochentagskurse für Anfänger sowie auch Borgeschrittene. Näheres besagen die Prospekte. 44132* Baustellen und Landparzellen ☐ R..... 4 Mark nahe an Balinh. Fredersdorf Auskunft täglich im Pavillon am Bahnhof und bei 34912* Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. Freie Volksbühne Aufführungen im Gerhart Lessing- Theater: Hauptmann: Die versunkene Glocke. Thalia- Theater: Te Deum Komödie von Ernst Rosmer. Neues Schauspielhaus: v. Wolzogen: Die Kinder der Exzellenz. Hebbel: Judith. Shakespeare: Julius Cäsar. Sardou: Rabagas. Goethe: Faust.( I. Teil.) Einige neue Mitglieder können sich noch melden in den Zahlstellen von Börner, Ritterstr. 15, Gottfried Schulz, Kottbuser Tor, Horsch, Engelufer 15. 241/16 Möbel Schulz Fahrräder- Reichenberger Str. 5. Motorräder- Lager ReparaturWerkstatt. Sämtliche Zubehörteile. Billigste Preise. III, 3603. Arthur Berger, Danziger Str. 15. Lank- Berliner witzLotterie. Ziehung 6. Oktbr. 1908. 485 Gewinne i. W. v. zus. Mark 10 000 1 Hauptgewinn L. W. v. Mark 5.000 and 484 Gew. i. W. v. Z 5 000 Kleinster Gewinn I. W. v. 5 Mk. Lose à 50 Pl., 11 Lose nur 5 Mk. ( Porto u. Gewinnliste 20 Pf. extra) sind in allen Lotteriegeschäften u. den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben sowie beim General- Debit Paul Steinberg& Co. G. m. b. H., Bankgeschäft Berlin C. 54, Rosenthalerstr. 11-12. teppdecken Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 halte Unter- nirgends Filialen Gelegenheitskauf! Ersatz für 200 Bunt Cretonne Deckbett& 1525 7 50 Similiseide Wollatlas 1675 850 in den Farben rot, blau, oliv Bunte NormalSchlafdecken 175 250 350 ganz dick Wolldecken 300 400 Reisedecken eng getigert 6, 8, 10 M. Pracht- Katalog ca. 600 Illustrationen, künstlerisch ausgestattet, gratis und franko. Gediegene Arbeit. Aeußerst billige Preise. Auch 39042* Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Männerchor Köpenick ( Mitgl. d. Arbeiter- Sängerbundes). Die Uebungsstunden finden vom 25. d. Wits. ab jeden Freitag, abends 9 Uhr, im„ Kaiserhof", Grünstraße, statt. Montag, den 5. Oktober cr., abends 8, Uhr: 66/12 bei Ritter, Bahnhofstr. 44. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, 27. September 1908, im großen Saale des Gewerkschafts: 6/ 15* hanses, Engelufer 15: Vortrag des Herrn Otto Roth- Berlin über: ,, Im Reiche der schwarzen Diamanten" ( mit zahlreichen Lichtbildern). 1. Die Entstehung der Steinkohle| 3. Uebungen der Rettungs( mit 14 Lichtbildern); mannschaften( mit 4 LichtBildern); 2. Das Leben und Treiben im Steinkohlenbergivert( mit 31 4. Die Arbeiterkolonien( mit 15 Lichtbildern); Eröffnung 6 Uhr. Lichtbildern); 5. In den Kohlenhäfen von Nuhrort( mit 9 Lichtbildern). Beginn 7 Uhr. Eintritt 30 Pf. Garderobe( gegen Vorzeigen des Billetts) frei. Nach dem Vortrag: Unserem lieben Freunde Richard Schneider zu seinem heutigen Wiegen feste cin donnerndes Hoch. 1795b Einige Kollegen. Unserem Meester a. D. Fritze Fröhlich zu seinem vierzigjährigen Geburtstage ein dreifaches Hoch, daß 10A in der Beusselstraße wadelt. 44162 Aber Fribe, Deine Büro- Ruhe! J. P. A. R. E. H. Deutscher Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Transportarbeiter- Verband. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Achtung! Bananschläger. Achtung! Sonntag, den 27. September 1908, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27e. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Ablauf des Tarifs. 2. Berbands- und Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Kollegen! Da Punkt 1 der Tagesordnung von großer Wichtigkeit für uns ist, so erwarten wir auf das bestimmteste, daß Shr Mann für Mann 122/9 erscheint und an den Beratungen teilnimmt. Verwaltung I ( Verein Berliner Hausdiener). Todes- Anzeige. Hierdurch diene den Mitglie dern zur Nachricht, daß der Kollege Paul Specht am 18. d. Mts. freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Luisenstadtkirchhofes, Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 71/6 Die Verwaltung I. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Berthold Grützmacher Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wegen des Duartalschlusses findet die Auszahlung der General- Versammlung Arbeitslosenunterstützung in folgender veränderter Weise statt: Die Kollegen, deren Woche vom 24.- 30. rechnet, geben Buch und Karte am Dienstag, den 29. September ab und bekommen Mittwoch, den 30. September Unterstützung. Die Kollegen, Reichenhalle des Emmaus- Stirchderen Woche vom 25.- 1. rechnet, geben Bnch und Karte Mittwoch, den 30. September ab und bekommen Freitag, den 2. Oktober Unterstützung. Donnerstag, den 1. Oktober findet feine Auszahlung von Arbeitslosenunterstützung statt. heide. Rastaurant Waldkater Charlottenburg, am Bahnh. Jungfern Jnh.: Hermann Bock. Jeden Donnerstag und Sonnabend Ratenzahlung. Unterhaltungsmusik. Gemüt liches Beisammensein. Sonntags: Gr. Ball.- Kaffeeküche. Barzahlung! Möbel Anerkannt reeliste • Bezugsquelle!• Billige Preise! Grosse Auswahl! Dresdener Str. 16 I vis- à- vis Tamaschke. Sem Misch Teilzahlung mit 6% Zinsvergütung. Problem Teilzahlung! Cigarren- Händlern bequemften Einkauf zu billigsten Preisen bietet das größte und reichhaltigst ausgestattete Cigaretten- Engroslager Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 112( Fernspr. VII, 3861). Offeriere folg. Marken 8. Driginal- Fabrikpreis von 100 St. an einer Sorte: Berliner Marken: Garbáth, Josetti, Manoli, Problem, Phänomen, Kapitän, Herbstoli, Carmen Sylva. Dresdener Marken: Salem Aleifum, Sulima,( Matrapas 2c.), Tuma, Bolero- Zenith, Reunion, Laferme. Die Ortsverwaltung. Beutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Möbelpolierer. Donnerstag, 24. September, abends 8 Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21: Branchen- Verfammlung der Möbel- u. Stuhlpolierer sowie Magazinarbeiter und Beizer. Tagesordnung: 1. Sozialpolitische Gesetzgebung: Unfallversicherung. Referent: Genosse Eugen Brückner. 2. Diskussion. 3. Die Vorlage für die Zusammensetzung der Generalversammlung aus Delegierten. 90/20 Mitgliedsbuch legitimiert! Bahlreiches Erscheinen erwartet Die Branchenleitung. Konsum- Verein Charlottenburg u. Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) am 21. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24, September, nachmittags 42 Uhr, von der hofs, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 130/5 Die Ortsverwaltung. Am 22. September verschied nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Dreher Gustav Hartlieb im 66. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Pauline Hartlieb. Heinrich Hartlieb( Sohn). Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in der Gerichtstraße aus statt. 17976 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters Paul Feller sagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten sowie dem Vers bande der freien Gast: und Schant wirte Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin, und dem Fachverein der Tisch. Donnerstag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, im ler hiermit unseren innigsten Dant. ,, Volkshaus", Rosinenstr. 3( fleiner Saal): 44172 Berta Feller u. Tochter. Ordentliche Generalversammlung. Dr. Simmel Tages Ordnung: Spezial- Arzt 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Aufsichtsrats. 3. Beschluß für Haut- und Harnleiden. faffung über die Bilanz. Berteilung des Ueberschusses. Entlastung des 4. Wahl des Aufsichtsrats.( Ersatz für ausgeschiedene Aufsichts- Prinzenstr. 41, Micha ratsmitglieder.) 5. Anträge der Berwaltung. 6. Anträge der Mitglieder. am Laut Statut müssen lektere drei Tage vor der Versammlung in Händen 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. der Verwaltung sein. Die Frauen werden besonders eingeladen. Eintritt nur gegen Legitimationsfarte. Bahlreichem Erscheinen der Mitglieder sicht entgegen die Verwaltung. Der Vorstand. A. Winter. A. Sellin. Die Verkaufsstellen des Vereins Wallstraße 23. Tauroggener Straße 10. Potsdamer Straße 12. Der Aufsichtsrat. R. Bade. B. Winkler. befinden sich: Chriftstraße 18, Canerstraße 27. Bleibtreustraße 2. Weimarer Straße 29. in Wilmersdorf: Wilhelmsaue 27. In sämtlichen Verkaufsstellen werden Mitgliederanmeldungen entgegengenommen. 127/ 7* Arbeiter! Konsumenten! Tretet der wirtschaftlichen Organisation bei! Der organisierte Konsum regelt die Produktion! Ferner: Storiast Freres, Caption Comp., österreichische und ungarische Tanz- Lehrinstitut Richard Heinrich Regie- Cigaretten Tabate Generalvertrieb für Deutschland der dänischen Kapitän- Rautabake, Rauch- und Schnupftabate; Hauptniederlage der Rautabat- Fabriten G. A. Sanewacker und Grimm& Triepel in Nordhausen; Brödr Braun in Kopenhagen, sowie J. Goldfarbs Schnupf tabafe, Pr. Stargard. Bei Neueinrichtungen bon Cigarren- Geschäften bitte mein bestsortiertes Cigarren- Engroslager au befichtigen. Ich führe nur gutgelagerte, feinste Qualitäten in allen Preislagen. im Festsaale 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr, beginnt der Hauptkursus in dieser Saison. Anmeldungen werden in meiner Wohnung sowie vor 4412L* Beginn des Unterrichts entgegengenommen. Hochachtungsvoll Richard Heinrich, Tanzlehrer, Wrangelstr. 107, Amt 4, 10381. von 6 Uhr ab: wozu ergebenst einladet C. Röcker, Berlin 0., Grüner Weg 112. Jeden Sonntag Große Gesellschaftsstunde, Amt VII, 3861. 66 Fruchtstraße 36a Freischütz" 99 an der Großen Frankfurter Straße empfiehlt seine Säle zu Vereinsfestlichkeiten und Versammlungen in jeder Größe zu kulanten Bedingungen. 4298L* Fürstenhof D. O. Köpenicker Straße 137, ( nahe Köpenider Brüde) Snhaber: A. Zöís. Säle für Versammlungen und Kränzchen. Elegante Hochzeitssäle empfiehlt bei solidester und gediegenster Ausführung.- Stüche allgemein anerkannt und belobt. 5 vorzügliche Kegelbahnen. Arbeiter= Notiz- Kalender == 1909== Geb. 60 Pf. Porto 10 Pf. Ein nüglicher Ratgeber, ein unt entbehrliches Nachschlagebuch für alle in Partei und Gewert fchaften organisierten Arbeiter. Der diesjährige Kalender ent hält u. a.: Die Reichstags. wahlen 1907 und die Nachwahlen. -Biogr. Notizen unserer Reichs. tagsabgeordneten. Reichs. vereinsgefeg.- Die Bedeutung der Laudtage. Sozialdemo Pratische u. Gewerkschaftspreise. Die Gewerkschaften Deutschlands. Internationale Streit und Gewerkschaftsbewegung im Jahre 1908. Adressen der Arbeiter Sekretariate und der Bor stände der Zentralverbände. Die deutschen Gewerbe- Inspek. toren. Kalendarium und Ge Münz- und Gewichtstabelle.- Portotage.Vielseitiges Adressenmaterial. Außerdem enthält der Kalen der ein künstlerisch ausgeführtes Marr Porträt. schichtskalender. Zu beziehen durch jede Partet buchhandlung und bei den Rol porteuren. Der Berlag: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.