Nr. 53. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn a Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste. für 1893 unter Nr. 6700 Vorwärts 10. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Kann Europa abrüffen? III. Freitag, den 3. März 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. viel Magnete zur Anziehung der Fünfmillimeter- Bolzen! systematisch und gründlich beigebracht werde, so lange die die die Ulanen mit breiten rothen Brustläßen und Glieder noch elastisch und gelent sind, statt daß man wie die Kürassiere zwar ohne Küraßendlich! aber jetzt die zwanzigjährigen Burschen im Schweiß ihres im weißen Rock ins Gewehrfeuer schicken, und sich nur und seines eigenen Angesichts vergebens abrackert, um die schwer, wie schwer, entschlossen haben, die zwar entsetzlich ge- steifgearbeiteten Knochen, Muskeln und Bänder wieder locker Es ist ein sonderbarer Kontrast: unsere höheren schmacklofen, aber dafür um so heiliger gehaltenen Epauletten und gefügig zu machen? Jeder Arzt wird Euch sagen, daß Militärs find gerade in ihrem Fach meist so entseßlich lieber auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern als den die Theilung der Arbeit jeden ihr unterworfenen Menschen konservativ, und doch giebt es heute kaum ein anderes Epaulettenträger selbst. verkrüppelt, ganze Muskelreihen auf Kosten von anderen Gebiet, das so revolutionär ist wie das militärische. Es will mir scheinen, als läge es weder im Interesse entwickelt, und daß dies in jedem einzelnen ArbeitsZwischen dem glatten Sechspfünder und der siebenpfündigen des deutschen Volks, noch selbst der deutschen Armee, daß zweige verschieden wirkt, jede Arbeit ihre eigene Haubige, womit ich dazumal am Kupfergraben hantirte, dieser konservative Aberglaube die Herrschaft im Heer be- Verkrüppelung erzeugt. Ist es da nicht Wahnsinn, und den heutigen gezogenen Hinterladungs- Geschützen, hält, inmitten der ihn umwogenden technischen Revolution. die Leute erst verkrüppeln zu lassen und sie dann im zwischen dem damaligen grobkalibrigen glatten Gewehr und Wir brauchen frischere, kühnere Köpfe, und ich müßte mich sehr Militär nachträglich wieder gerad und beweglich zu machen? dem heutigen Fünfmillimeter- Magazinhinterlader scheinen täuschen, wenn es deren nicht genug gäbe unter unsern Gehört denn ein für den amtlichen Horizont unerreichbarer Jahrhunderte zu liegen; und noch ist kein Abschluß da, fähigsten Offizieren, nicht genug, die sich nicht sehnten nach Grad von Einsicht dazu, daß man dreimal bessere Soldaten noch jeden Tag wirft die Technik alles, eben erst neu Ein- Befreiung aus der Routine und Kamaschenwirthschaft, die erhält, wenn man dieser Verkrüppelung in Voltsschule und geführte rücksichtslos über den Haufen. Jetzt be in den zwanzig Friedensjahren wieder üppig emporgewuchert. Fortbildungsschule rechtzeitig vorbeugt? seitigt sie sogar den romantischen Pulverdampf Aber bis diese den Muth und die Gelegenheit finden, ihre Ueber- Das ist aber nur der Anfang. Den Jungen kann auf und giebt bamit dem Gefecht einen total verzeugung gelten zu machen, so lange müssen wir andern von der Schule die Bildung und Bewegung militärisch geänderten, im Voraus absolut unberechenbaren Charakter draußen her in den Riß treten und unser Möglichstes thun, schlossener Trupps mit Leichtigkeit gelehrt werden. Der und Verlauf. Mit solchen Unberechenbarkeiten aber haben zu beweisen, daß wir beim Militär auch etwas gelernt Schuljunge steht und geht von Natur gerade, namentlich wenn er wir inmitten dieser ununterbrochenen Revolutionirung der haben. Turnunterricht hat; wie unsere Refruten stehen, und wie schwer technischen Grundlage der Kriegführung immer mehr uns Ich habe im vorigen Artikel nachzuweisen versucht, es ist, manchem das Geradestehen und Geradegehen beizubringen, abzufinden. daß die zweijährige Dienstzeit schon jetzt für alle Waffen- das hat jeder von uns während seiner Dienstzeit gesehen. Noch vor vierzig Jahren ging der wirksame Feuer- gattungen durchführbar ist, wenn man den Leuten das bei- Die Bewegungen im Zug und in der Kompagnie lassen sich bereich der Infanterie bis 300 Schritt, auf welcher Ent bringt, was sie im Krieg brauchen können, und sie mit zeit- in jeder Schule einüben, und mit einer in der Armee unfernung ein Einzelner eine ganze Bataillonssalve gefahrlos raubenden traditionellen Antiquitäten verschont. Ich habe bekannten Leichtigkeit. Was dem Rekruten eine verhaßte, aushalten konnte, vorausgesetzt nur, die Leute zielten wirk- aber gleich von vornherein gesagt, daß es nicht bei den oft fast unausführbare Schwierigkeit, das ist für den Schullich alle auf ihn. Der Feuerbereich der Feldartillerie war zwei Jahren bleiben fell C3 handelt sich vielmehr darum, jungen ein Spiel und eine Erheiterung. Die Fühlung und schon bei 15-1800 Schritte praktisch unwirksam. Im daß der Antrag auf internationale zweijährige Dienstzeit Richtung im Frontmarsch und Schwenken, die bei er deutsch- französischen Krieg war die wirksame Schußweite des nur der erste Schritt sein soll zu einer allmäligen weiteren wachsenen Rekruten so schwer zu erreichen sind, werden von Gewehrs 600-1000 Schritt, die des Geschützes höchstens Herabsetzung der Dienstzeit sage zunächst auf achtzehn Schuljungen spielend erlernt, sobald das Exerziren syste 3-4000 Schritt. Die neuen, noch nicht kriegserprobten Monate, zwei Sommer und ein Winter, dann ein matisch mit ihnen betrieben wird. Wird ein guter Theil Kleinkalibrigen Gewehre aber haben eine Tragweite, die sich Jahr dann....? hier fängt der Zukunftsstaat an, des Sommers zu Märschen und Uebungen im Terrain verder des Geschüßes nähert, ihre Geschoßbolzen befizen eine das unverfälschte Milizsystem, und davon wollen wir wandt, so wird Körper und Geist der Jungen nicht weniger auf's Vier- bis Sechsfache gesteigerte Durchschlagskraft; das weiter reden, wenn die Sache erst wirklich in Gang ge- da bei gewinnen als der Militärfistus, der ganze Monate DienstMagazingewehr giebt einer Sektion heute die Feuerwirksamkeit, bracht ist. ze it damit erspart. Daß solche militärische Spaziergänge die früher einer Kompagnie zukam; die Artillerie kann sich zwar Und dies, daß die Sache in Gang gebracht werde, ist sich ganz besonders dazu eignen, Aufgaben des Felddienstes feiner gleichen Verlängerung der Schußweite rühmen, hat va- die Hauptsache. Sieht man erst einmal der Thatsache ins von den Schülern lösen zu lassen, und daß dies in hohem gegen ihre Sprenggeschosse mit ganz neuen Explosivstoffen von Auge, daß die Herabsehung der Dienstzeit eine Nothwendig Grade geeignet ist, die Intelligenz der Schüler zu entwickeln früher ungeahnter Wirkung geladen; freilich ist noch nicht feit ist für die ökonomische Existenz aller Länder und für und sie zu befähigen, eine speziell mititärische Ausbildung ganz sicher, wer die Wirkung wird aushalten müssen, der die Erhaltung des europäischen Friedens, dann ist der nächste in relativ kurzer Zeit sich anzueignen, dafür hat mein alter Echießende oder der Angeschossene. Gewinn die Einsicht, daß das Schwergewicht der Freund Beust, selbst ehemaliger preußischer Offizier, in seiner Und mitten in dieser unaufhörlichen, immer rascher vor militärischen Ausbildung in die Jugend- Schule in Zürich den praktischen Beweis geliefert. Bei dem sich gehenden Umwälzung des ganzen Kriegswesens, haben erziehung zu legen ist. heutigen komplizirten Stand des Kriegswesens ist ohne miliwir militärische Autoritäten uns gegenüber, die noch vor Als ich nach zehnjährigem Exil wieder an den Rhein tärische Vorbildung der Jugend an einen Uebergang zum fünf Jahren ihre Truppen in alle die konventionellen fam, war ich angenehm überrascht, auf den Höfen der Milizsystem nicht zu denken, und gerade auf diesem Gebiete Feierlichkeiten und künstlichen Eiertänze der auf dem Dorfschulen überall Barren und Reck aufgestellt zu sehen. sind die erfolgreichen Versuche von Beust von der höchsten Schlachtfelde längst verstorbenen Linea taktik des alten Friz So weit sehr schön, leider ging's nicht sehr weit. Auf Bedeutung. einpauften und Reglements heilig hielten, wonach man noch gut preußisch wurden die Geräthe vorschriftsmäßig an- Und nun erlaube man mir eine ganz spezifisch preußische immer geschlagen werden konnte, blos weil man rechts geschafft, aber mit der Benutzung hat es immer ge- Saite anzuschlagen. Die Lebensfrage des preußischen Staates ohmarschirt war und kein Raum da war, links auf- hapert. Die stand auf einem andern oder vielmehr ist: Was soll aus dem ausgedienten Unteroffizier werden? zumarschiren! Autoritäten, die bis auf den heutigen Tag meist ouf gar keinem Blatt. Ist es zu viel verlangt, Bisher hat man ihn verwandt zum Gendarmen, zum nicht einmal wagen, die blanken Knöpfe und Metall- daß damit endlich einmal Ernst gemacht werde? Daß der Grenzwächter, zum Portier, zum Schreiber, zum Zivilbeschläge der Ausrüstung des Soldaten anzutasten, ebenso- Schuljugend aller Klassen das Frei- und Gerüstturnen beamten jeder nur möglichen Art; es giebt kein noch so Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 29 Die Laufbahn eines Nihilisten. Bon S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Sie hatten kaum zehn Schritte gemacht, als die Thür gewaltsam gesprengt wurde und die vier zerzausten, übel zugerichteten Gendarmen, von denen einer die blutende Nase mit einem Tuch bedeckte, herausstürzten. Sie blickten verblüfft umher und da sie außer dem gut gekleideten Herrn und der Dame niemanden sahen, eilten sie ihnen entgegen. Euer Gnaden," schrie eilig der Erste von ihnen, haben Sie nicht einen Mann laufen sehen?" " " Aus dieser Thüre?" fragte Andrej, auf Rochalskij's Haus zeigend. Ja, ja!" " Mit rothem Barte und grauem Hute?" " Ja, nein- thut nichts! Welchen Weg hat er eingeschlagen?" " Jenen Weg." Andrej bezeichnete die hinter ihnen Liegende Gaffe. Er ist soeben vorbeigelaufen und muß sich bei der ersten Ecke nach rechts gewandt haben. Ihr werdet ihn noch greifen... eilt aber schnell " Sie eilten davon und waren bald außer Sicht. Sina und Andrej gingen ruhig und ehrbar Arm in Arm weiter. Sie bogen in die erste Straße ein, Sina nahm eine vorüberfahrende Droschke und gab dem Kutscher, von dem natürlichen Wunsche beseelt, sich so schnell als möglich neben David's Wirthshaus. Erkennen Sie den Platz von dem gefährlichen Orte zu entfernen, die erste beste wieder?" Adresse an. Die Gefahr war vorüber. Sie waren in Sicherheit. Eine unerwartete Strafe," sagte Andrej, indem er den populären Ausdruck einer wohlbekannten Komödie entlehnte. Er wollte hier in der Droschke nicht deutlicher sprechen. " Ja," antwortete Sina, das ist die Strafe dafür, daß Sie sich weigerten, die Nacht bei uns zu bleiben." Strafe! Wo denken Sie hin, Sina?" fonnte sich Andrej nicht enthalten, auszurufen. Es ist die Belohnung für mein gutes Betragen. Bedenken Sie nur, was sich morgen um zehn Uhr an dem selben Orte zugetragen hätte, wenn ich nicht dorthin gegangen wäre." " Sie haben Recht!" rief Sina aus. Das hatte ich ganz vergessen. Mein Kopf gleicht in letzter Zeit schon mehr einem Kürbiß." Andrej meinte, daß die Polizei sicherlich in Rochalskij's Wohnung einen Hinterhalt gelegt hätte und so der größte Theil ihrer Freunde in die Falle gegangen wäre. Sina erhob fich und gab mit lauter Stimme, um das Wagengeraffel zu übertönen, dem Kutscher eine neue Adresse an. Sie famen bald an eine Straßenecke, und Sina schickte den Wagen fort.„ Erzählen Sie mir jetzt, bitte, alles darüber," sagte sie, wiederum Andrej's Arm ergreifend. Andrej, erzählte mit wenigen Worten sein Abenteuer, seinen Verdacht, seine Entdeckung und seine Flucht. " ,, Nicht im geringsten." " Wir nähern uns ihm von einer andern Seite." Sie ließ seinen Arm los und trat in einen dunklen Thors reg. Hier nahm sie ihren Hut ab und band ihn in ein weißes Taschentuch. Sie gab Andrej ihren Schirm, nahm ihre Handschuhe ab und bedeckte den Kopf mit ihrem Shawl, indem sie ihn unter dem Kinn nach Art der russia schen Bänerinnen zusammenknüpfte. So kostümirt, mit dem weißen Bündel in der Hand, konnte sie sehr gut für eine junge, hübsche Näherin gea halten werden, die einem Kunden ein Packet in die Wohnung trug. " Warten Sie hier auf mich", sagte fie, in einer Biertelstunde bin ich zurück. Zeigen Sie mir Ihre Uhr!" Sina verglich sie mit der ihrigen.„ Also drei Minuten vor acht; weder früher, noch später; an demselben Orte." Sie haben Ihre Petersburger Gewohnheiten beibehalten," sagte Andrej beifällig. " Ja. Nichts ist unangenehmer als in's Ungewisse hinein zu warten." Sie verschwand in der Dunkelheit. Andrej verfolgte eine Weile das weiße Bündel in ihrer Hand, dann verschwand auch dies. Er beobachtete sorgfältig das Haus, und nachdem er den geradesten Weg, den er finden konnte, gewählt hatte, „ Es ist wahrhaft ein Glücksfall, daß wir dorthin ging er, hin und wieder nach der Uhr blickend, auf und ab. gingen, sagte die junge Frau gedankenvoll. Wenn man Die Hälfte der Zeit war noch nicht ganz verstrichen, als er bedenkt, von welchen Kleinigkeiten unser Geschick abhängt! umkehrte, um in demselben regelmäßigen Schritte zurück Jezt müssen wir David oder sonst jemand die Runde bei zu gehen. Er kam eine Minute vor der festgesetzten den Unsrigen machen lassen, um sie zu warnen. Wir sind Zeit an. QtmfelipeS Loch in der preußischen Bureaukratie, wohinein man nicht zivilversorgungsberechtigte Unteroffiziere gesteckt Nun gut: ihr habt euch abgearbeitet bis aufs Blut, Unter- kommen zu finden für die Unteroffiziere; ihr habt darauf bestanden, sie dahin zu stecken, wohin sie nicht taugten, sie zu Dingen zu verwenden, wovon sie nichts verstanden; sollte es nicht an der Zeit sein, sie endlich einmal in dem Fach unterzubringe», wovon sie etwas verstehen und wo sie etwas leisten können? Schulmeister sollen sie werden, aber nicht Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern Turnen und Exerziren sollen sie lehren, das wird ihnen und den Jungen gut thun. Und wenn die Unteroffiziere erst aus der Heim- lichkeit der Kaserne und Militärgerichtsbarkeit ans sTages- licht des Schulhoses und des bürgerlichen Strafprozesses ver- setzt sind, dann, wette ich, bringt unsere rebellische Schul- "...... c auch dem ärgsten ehemaligen Soldatenschinder bei. Fr. Engels. Reichsfinanzen und Militär- vorläge. Die M il i t S r k o m m i s s i o n hat eine Uebersicht über die Finanzlage des Reichs fertig gestellt, deren Ergebniß für die Militärvorlage geradezu vernichtend ist. Der von der Kominission angenommene Antrag lautet wie folgt: Die finanziellen Erörterungen der Kommission haben im Wesentlichen folgende Momente ergeben, welch« zur Beurtheilung der Finanzlage des Reiches in der nächsten Zeit in Betracht kommen: I. Fortdauernde Mehrausgabe«. ») die Heeresverstärkung nach der Militärvvrlage würde außer den dafür in Ansatz gebrachten 64 Millionen Mark eine Steigerung derPensionslast ergeben, welche nach Erreichung des Beharrungszustandes in etwa 20 Jahren eine Summe bis zu fünf Millionen Mark erfordert, abgesehen von 2 400 000 M. Schnld- zinsen im Falle der Bewilligung der einmaligen Aus- gaben der Heeresverstärkung; b) Mehrkosten können entstehm durch Schaffung von Feld-Wasfendepots zur Entlastung der Kontrolle des Kriegsministeriums über das zunehmende Waffen- Material; c) das Aufhören der Manquements an Offizieren von der gegenwärtigen etalsmäßigen Zahl beziehungs- weise die Verminderung des Manquenrents an Assistenz- ärzten um ein Fünftel der gegenwärtigen Manquements bedingt Mehrausgaben zum Betrag« von SSO 000 M.; S) eine Erhöhung des Bedarfs an Unteroffiziers- Prämien ist zu erwarten nach zehn Jahren in Höhe von ca. 586 000 M.; e) eine Erhöhung des PensionssondS ist auch abge- sehen von der beabsichtigten Heeresverstärkung und ab- gesehen von den Betriebsverwaltungen für die nächsten füns Jahre zu erwarten im Betrage von jährlich 2 Millionen Mark- f) eine Erhöhung der Reichszuschüsse zur I n v a l i d i t ä t s- und Altersversicherung wird voraussichtlich im Etatsjahr 18S4/9S eintreten im Betrage von S 000 000 Mark und im Laufe der fünf Jahre 1SS4— 99 im ganzen zum Betrage von 17 200 000 M.; g) die planmäßig eingeleitete Vermehrung des Personals der Marin« läßt für 1894/95 und 1895/96«ine Erhöhung der Marine-Ausgaben von zusammen 1 870 000 M. er- warten. Nicht einbegriffen hierin sind die Kosten der Personalvermehrung ans Anlaß der im Etat für 1892/93 und nachher bewilligten Schiffsvermehrung. Ebenso wenig find einbegriffen Mehr- kosten in den nächsten Jahren für erweiterte Indienststellungen und für Instandhaltungen aus Anlaß von Schiffsvermehrungen; b) die S ch u l d z i n s e n, welche in den Jahren 1833/39 bis 1893/94 um ZO'/s Millionen Mark gewachsen sind, werden auf grund bestehender Kreditgesetze oder mit Zu- stimmung des Reichstages eingeleiteter Aufwendungen im Etatsjahr 1894/95 eine weitere Erhöhung um 4 800 000 Mark und demnächst noch um 4 200 000 M. erfahren; i) die Ausführung der dem Reichstag« vorliegende» R o- o e l l e zum Militär-Pensionsgesetz würde, ab- gesehe» von den Belastungen des Reichs-Jnvalidenfonds, die Ausgaben für Pensionen erhöhen im ersten Jahre um 497 090 M. und in den folgenden Jahren steigend bis zur Erreichung des Höhepunktes nach 20 Jahren im Betrage von 3 Millionen Mark. Der weiße Fleck erschien wieder, wie eS Andrej in der Entfernung dünkte, an demselben Orte und von der- selben Größe, wennschon es jetzt nicht das gleicht Packet war. Sina trug wieder ihren Hut auf dem Kopfe und hielt ihr Taschentuch in der Hand. Eine dunkle Gestalt ging iyr zur Seite. Es war David, welcher ihm gratuliren wollte, daß er so glücklich entkommen war. „Diese kleinen Städte sind zuweilen verflucht heiße Posten", sagte er lachend,„nur gut, daß Sie sich gleich an- fangs dje Finger versengt haben." Sina wiederholte David einige endgiltige Berhaltungs- maßregeln, worauf er sie verließ und sich sofort an die Aus- führung seines Auftrages machte. „Ich bin ganz aufgeregt", sagte sie, als sie allein waren. David berichtete mir noch von einer anderen ganz unerwarteten Verhaftung eines Mannes, der eine angesehene gesellschaftliche Stellung einnimmt. Ich will Ihre Sicher- heit nicht länger solchen Personen anvertrauen. Sie wer- den bei uns absteigen." „Einverstanden!- Gehen wir nach Hause." „Ja, doch thäten wir besser, erst nach zehn Uhr heim- zukehren. Die Straßen sind alsdann ganz ausgestorben und wir werden von niemand bemerkt werden." Sie hatten zwei Stunden vor sich, welche sie irgendwo zubringen mußten. Andrej schlug einen Spaziergang nach dem Flusse vor, sie konnten dann plaudern und die herrliche Nacht genießen. „Nein," sagte Sina, wir können den Abend nützlicher zubringen. Wir wollen am Gefängniß vorbeigehen; dies wird Sie der Nothwendigkeit entheben, mit Wassilij hinzu- gehen. Es ist gut, wenn Sie den Ort bei Nacht beobachten, da die Flucht doch Nachts stattfinden wird." Sie schlugen die Richtung zum Gefängniß ein. Dieses war ein großes, viereckiges, zweistöckiges Gebäude, das eine aufsteigende hohe Mauer von der übrigen Welt abschloß. Es war von einer breiten, düsteren Fläche, die keine Spur von Vegetation zeigte und von der anderen Seite ans freie Feld stieß, umschlossen (Fortsetzung sofgt.) II. Einmalige Ausgaben: a) Die Heeresverstärkung nach der Vorlage würde neben den in Ansatz gebrachten einmaligen Ausgaben zum Betrage von 07 800 000 M. zur dauernden Unter bringung derjenigen Truppen, für welche eine Unter- bringung in Baracken nicht vorgesehen ist, in Kaserne« m e n t s noch 104 000 000 M. erfordern, deren Ver- wendung im wesentlichen nach zwei Jahren beginnen und etwa in zwanzig Jahren vollendet werden dürste; d) die K a s e r n t r u n g derjenigen Mannschaften und Pferde, welche aus der gegenwärtigen Heeres stärke noch nicht kasernirt sind, würde einen Kostenaufwand von S7 Millionen M. erfordern; o) die für die M i l i t ä r- V e r w a l t u n g noch aus« stehenden späteren Raten an einmaligen Aus- gaben hinter schon bewilligten oder im Etat 1893/94 an- geforderten Raten belausen sich von 1894/95 ab auf im Ganzen 156 744 600 M. Hiervon würden 04 101 710 Mark aus Anleihekredtt und 01 662 781 M. aus laufenden Mitteln zu decken sein; S) die für die M a r i n e v e r w a l t u n g in derselben Weise bereits etatisirten einmaligen ordentlichen Aus- gaben erfordern für 1334/95 und später 8Z 581 650 M Die auf Anleihekredite schon etatisirten einmaligen außer- ordentlichen Ausgaben betragen von 1894/95 ab 18 787 000 Mark. Der weiter erforderliche Zuschuß des außerordent- lichen Etats ist, nach Angabe der Regierung. für die nächsten fünf Jahre auf 70 Millionen Mark zu schätzen; e) die für 1894/95 und später schon etatisirten einmaligen Ausgaben für das Auswärtige Amt, das Reichsamt des Innern, das Reichs-Justizamt lind das Reichs-Schatzamt betragen auf den ordentlichen Etat 20 870 060 M. und auf Anleihekredite IS 600 000 M. Dazu kommen aus Anleihekredite für die Eisenbahuverwaltung schon etatifirt 14 500 260 M. f) Die unter c, cl und e angeführten einmaligen Ausgaben werden voraussichtlich innerhalb der füns Etatsjahre 1894/95—1398/99 zu leisten sein. g) Bei den unter c, d und e genannten Verwaltungen und bei dem Reichs-Eisenbahnamt würden zu einmaligen Aus- gaben des ordentlichen Etats, bei Zugrundelegung der im Elatsentwurf für 1833/94 hierfür vorgesehenen Mittel, für die 5 Jahre 1894/95— 1693/99:359396820 M. zur Verfügung bereit stehen, wovon 166013481 M. bereits als Forlsetzungs- raten zc. festgelegt sind, während der Rest von 193333339 M. unter Voraussetzung der Beibehaltung der gegenwärtigen Deckungsmethode zur Befriedigung von entstehenden ein- maligen Ausgaben verfügbar bliebe. III. Minderanögaben: Solche sind zu erwarten bei den Unterstützungen aus Anlaß von Friedensübungen und zwar für die nächsten drei Jahre rund 500 000 M. und für den Schluß der fünfjährigen Periode in Höhe von rund 160 000 M. jährlich. IV. Mehreinnahmen bei den eigenen Reichseinuahmen aus grund bestehender Ge- setze sind zu erwarten durch Verminderung der Zucker- ausfuhrprämien und zwar pro 1895/96 in Höhe von 300 000 M., pro 1896/97 im Betrage von weiteren 1 450000 M.. pro 1897/98 erhöht sich diese Mehreinnahm« um 1450 000 M. und pro 1398/99 noch um 7 200 000 M. V. Das zweitfolgende Etatsjahr 1804/05 gestaltet sich gegen den vorliegenden Etat pro 1393/94 ungünstiger dadurch, daß das Jahr 1892/93 nicht wie das Jahr 1391/92 mit einem Ueberschuß von 4 147 232 M., sondern voraussichtlich mit einem Defizit von 6 000 000 M. abschließt. Dazu wird das Etatsjahr 1394/95, abgesehen von Mehrausgaben für die Marine (vgl. sub I g) und aus Anlaß verminderter Manquements im Heere(vgl. sud I c), in jedem Fall mehr zu decken haben an Ausgaben der JuvalivitälsversicherungP 900 000 M., an Aus- gaben des Penstonsfonds 2 000 000 M. und an Schuldzinsen 4 390 000 M. VI. Im Allgemeine» wird noch folgendes bemerkt: In den vorstehenden Berechnungen sind solche Mehrausgaben nicht erwähnt, welche sich in der Folgezeit aus der Gewährung von Besoldungsver- bessern ngen, aus der Zunahme der Bevölkerung, aus wechselnden Preisverhältnissen und aus etwa neu hervortretenden Bedürfnissen für die einzelnen Verwaltnngszweige ergeben könnten. Steigende Erträge bei den dem Reiche verbleiben- den Einnahmen lasten sich nach Angabe des Reichsschatzamts, abgesehen von den unter lV erwähnten, aus der Zuckersteuer nach gesetzlicher Bestimmung folgenden Mehreinnahmen mit Sicher- heit nur berechnen nach dem Durchschnitt der Vorjahre bei den Ueberschüssen der Betriebsverwaltungen im Betrage von jährlich 767 703 M. und bei der Salzsteuer im Betrage von jährlich 664 929 M. Etwaige Mehrergebnisse der den Einzelstaaten gesetzlich über« wiesenen Einnahmen aus Zöllen, Verbrauchs- abgaben und Stempelsteuern können für den Zweck dieser Erörterungen um so weniger in Betracht ge- zogen werden, als dieselben in Einnahmen und Ausgaben nur durchlaufende Posten sind und deren Nutzbarmachung für die Reichskassen nur mittelbar und zwar durch Erhöhung der Matrikularbeiträge der Einzelstaaten erfolgen könnte. Sämmtliche m dem Antrag angeführten Zahlen sind von der Regierung als zutreffend anerkannt. Deutscher Michel, läßt Du Dir diesen Mühl- stein an den Hals hängen? Voltkisrhe UeberNcktk. Berlin, den 2. März. Aus dem Reichstage. Die Wahlprüfungs- Kommission(Berichterstatter B r u h n s) beantragt, die Beschlußfassung über die Wahl des kon- servativen Oberpräsidenten Grafen zu Stollberg- Wernigerode(Neuwahl am 18. November 1891, 10. Wahlkreis des Negieniugsbezirks Königsberg) aus- zusetzen und den Reichskanzler um Erhebung einer Reihe von Beweisen zu ersuchen.— Die Berjumpfung der Militärvorlage. Daß die Regierung die Verhandlungen möglichst hinausziehen will, wird von niemandem mehr bezweifelt. Und die Richtigkeit unserer Ansicht, daß die Regierung um jeden Preis eine Auflösung zu vermeiden sucht, wird jetzt sogar von fort- schrittlicher Seite zugestanden. Herr Eugen Richter, dem jeder höhere Gesichtspunkt und darum der Ueberblick fehlt, bat sich wieder einmal als recht schlechter Taktiker erwiesen. Durch' seinen täglichen Ruf: Es wird aufgelöst! hat er der Regierung, welche mit gutem Grund die Wähler mehr fürchtet, als die Abgeordneten, das Spiel erleichtert und die Wähler»ach Möglichkeit abgehalten, dahin zu blicken, wo die wirkliche Gefahr ist, nämlich auf ihre Herren Reichsboten. „Wie es gemacht werden soll"— das zeigt sich in immer deutlicheren Umrissen. Fraktionen können nicht leicht„umfallen", aber„Einzelne"; es soll„Einzelnen die Ueberzeugung beigebracht werden, daß die Militärvor- läge von Nöthen ist." Natürlich handelt es sich zunächst um die„Einzelnen" des Zentrums. Allein auch auf andere„Einzelne" ist's abgesehen; z. B. auf Fort- s ch r i t t l i ch e. Wollen sie nicht f ü r die Vorlage stimmen, so können sie sich ja„abkommandlren" lassen— womit der Regierung gleichfalls gedient ist. Auf's„Abkommandireu" versteht man sich ja in diesen Kreisen. Genug— es wird mehr als je kompromisselt, ge- schachert und gemogelt. Und mehr als je haben die Wähler Ursache, auf der Hut zu sein, und namentlich ihren Abgeordneten auf die Finger zu sehen!— Im preußischen Abgeordnetenhause tadelte der nationalliberale Abg. H a m m a ch e r bei der Berathung des Eisenbahn-Etats, daß die Verwaltung die Löhne der Ar- beiter zu hoch halte. Der Staat müsse als Arbeitgeber ebenso wie der Privatkapitalist den Lohndrücker machen, sonst schädige er die Privatindustrie. Auch der freisinnige Abg. Brömel stimmte dem Abg. Hammacher bei. Man sieht, welch herrliche Harmonie in den Reihen der Bourgeoisie, ob sie rechts oder links steht, herrscht, wenn es gilt Front zu machen gegen Jeden, auch den Staat, der ihnen bei der Ausbeutung der Arbeite? hinderlich ist.— Schutz— den Standesherren! Man sage nicht, daß jerr Miquel keine Sozialpolitik treibe. Aber die urwüchsige rast seiner staatsmännischen Gaben bewährt sich an Gegen- ständen, die fernab liegen von dem Getriebe des elenden frohnenden Pöbelvolks. Seine Einkommensteuer-Gesetzgebung gipfelte in der rühmlichen Fürsorge zu Gunsten der ent- erbten Reichsunmittelbaren, und mit verständnißfrohem Eifer billigten Landtag und Regierung den nothleidenden Millionären des Uradels große„Entschädigungen" zu, dafür, daß sie end- lich nach ach! wie langem Mißbrauch ungesetzlicher Vor- rechte steuerpflichtig wurden, wie die große Masse der Bürger. Doch was ist des Finanzministers Herz für ein fröhlich und verzagtes Ding! So sorgt er unablässig für die Bedrängten, und die Steuer„reform" schwitzt aus allen Poren den S t a n d e s h e r r e n s ch u tz". In eine Vorlage nach der anderen schlüpft so eine„Klausel" durch, unbemerkt von der großen Oeffentlichkeit und leider ungerügt von der Presse; die Kommission und die Snbkommission des Abgeordneten- Hauses drechselt und glättet die Bestimmung, und so geschieht es, daß auch in das neueste Machwerk Miquel'scher Steuer- kunst ein köstliches Privileg der Standes- Herren mit eingeschmuggelt worden ist, daß dieses Privileg auch fortan dem„gleichen Recht für Alle" zum Trotz verewigt werden soll. Urtheilet selbst! Der von der Regierung dem Landtage vorgebrachte Entwurf des Kommunalabgaben-Gesetzes enthält in dem die Steuerfreiheit behandelnden H 33 folgende Schlußbestimmung: „Unberührt bleiben die gesetzlichen Bestimmungen über die Beitrngspflicht der vormals kurhesstschen Standes- Herren zu den Gemeindelasten." In den Motiven(S. 57) heißt es:„Die Beitragspflicht der vormals kurhessischen Standesberren zu den Gemeinde- lasten ist durch ß 30 des kurhessischen Edikts über die be- 'anderen Rechtsverhältnisse der kurhessischen Standesherren vom 29. Mai 1833(Kurhessische Gesetzsammlung S. 113) geregelt." Was that die S u b k o m m l s s i o n?„In der Furcht des Herrn" beschloß dieser landtägliche Fridolin, dem Schlußsatz des Z 33 folgende Fassung zu geben S. 27): „Die bestehenden gesetzlichen Bestim- mungen, gemäß welcher Standesherren und deren Familien von Beiträgen zu den Ge- meindelasten befreit sind, bleiben— unbeschadet der Vorschriften der§§ 17, 17a des gegenwärtigen Gesetzes— unberührt." Die Landboten haben dieses Privileg noch weiter ge- aßt, doch wohl für den Fall, daß außer den kurhessischen Reichsunmittelbaren noch irgendwo andere„Edelste" sitzen, die dieser Steuerfreiheit theilhaftig werden können! Während die große Masse bluten muß bis a u f's Weiße, werden die Reichsten der Reichen durch die Kammer und die Regierung mit einem Steuerprivileg beschenkt, das ein Hohn auf die Ver- 'assung und natürlich aufs beste geeignet ist, die„Zu- riedenheit" der kleinen Leute zu festigen und zu erhalten. Wenn der Kaiser jüngst in einer Tischrede gesagt hat, er „hoffe es dahin zu bringen", daß es ihm gelinge,„einen Zustand zu schaffen, mit dem alle die zufrieden sein rönnen, die zufrieden sein wollen", so w o l l e n die Arbeiter zufrieden sein, wenn ihr Programm verwirk- licht ist. Wenn aber die Minister Wilhelms II. den Standesherren derartige unerhörte Vorrechte erhalten und verewigen, so wird es selbst denen, die mit dem be- 'chränkten Unterthanenverstand begabt sind, unmöglich, zu- rieben sein zu können, selbst wenn sie wollen!— Zum„Unfittlichkeitsgesetz". Prüde ist die„Kölnische Volks- Zeitung", die für die geheime Berathung der lo» Heinze im Plenum des Reichstags eintritt. Das Kölner Blatt schreibt:„In der That sind in den langen Verhand- Lungen der Kommisston die schwärzesten Nachtseiten unserer modernen Kultur" in einer solchen Weise zu Tage getreten, daß schon der Gedanke angeregt wurde, die Verhandlungen über die Kommissionsbeschlüsse im Hause unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden zu lassen. Gewiß haben die- enigen Schichten unserer Gesellschaft, welche durch die Oeffentlichkeit bloßgestellt werden würden, nicht den min- besten Anspruch auf Schonung und Rücksicht. Indessen giebt es glücklicherweise auch noch weite Schichten, welche von olchen Dingen reine Ahnung haben und an einer öffent- lichen Verhandlung aller hier einschlagenden Dinge mit Recht Anstoß nehmen könnten." Es versteht sich, daß die Be- prechung des reaktionären Machwerks, das sich Is» Heinze nennt, in vo ll e r Oe ffent lich keit stattfinden muß.— Das Volk hat ein lebhaftes Interesse daran, die Mucker und Moralhelden an der Arbeit zu sehen.— Reiche und arme Dissidentenkinder. Zweierlei cheint in Sachen des bekannten Zedlitzischen Erlasses, betreffend den Religionsunterricht der Dissi- denten-Kinder, Anwendung finden zu sollen. In einer an die Provinzial-Schulkollegien gerichteten Ver- 'ügung erklärt Herr Bosse, daß die Bestimmungen dieses Erlasses, da derselbe den allgemeinen gesetzlichen Schulzwang zur Voraussetzung nehme, auf die Schüler höherer Lehran st alten nicht ohne weiteres An- " 1 wendung finden könne. Falls Dissidenten für ihre höhere Schulen besuchenden Kinder Dispensation vom Religionsunterrichte nachsuchen, soll jedes einzelne Gesuch dem Minister unterbreitet und dessen Entscheidung darüber eingeholt werden, in wie weit demselben mit Rücksicht auf die erziehliche und unterrichtliche Aufgabe der Schule Folge zu geben ist. Die Germania" bemerkt zu diesem Rundschreiben: So wenig wenig wie mit dem Erlaß vom 6. Januar 1892, ebenso wenig tönnen wir uns mit der neuerlichen Verfügung des Kultusministers einverstanden erklären, und zwar aus bem prinzipiellen Grunde, weil das, was den Elementarschulen in bezug auf Religionsunterricht recht" ist, den höheren Lehranstalten billig" sein muß. Es macht einen peinlichen Eindruck, daß den dissidentischen Vätern, welche das Geld dazu haben, ihre Söhne auf höhere Lehranstalten zu schicken, eine Dispen sation derselben vom Religionsunterricht seitens des Kultusministers gewährt werden kann, während für die Volksschule allgemein der Zwang bestehen bleiben soll." Das Urtheil der Germania" trifft in's Schwarze. Es versteht sich am Rande, daß jener Bedlißische Erlaß, den Herr Bosse unbefehen übernommen hat, fallen muß, weil er die Bekenntnißfreiheit illusorisch macht. Jedenfalls tennzeichnet jene Bosse'sche Verfügung die zarte Rücksichtnahme auf die kapitalistischen Kreise, denen auch in dieser Frage eine Extrawurst gebraten wird. " Die Vorstände der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten sind seitens des ReichsVersicherungsamtes für Ende dieses Monats zu einer Konferenz hierher eingeladen worden, in welcher einige auf die weitere Durchführung des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesezes bezügliche Fragen gemeinsam erörtert werden sollen. Nationalliberales Wolkenkukuksheim. Aus dem Umftande, daß der Kaiser eine Tischrede mit den Worten schloß: Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt", schließt die National- Zeitung", daß die Stimmung des Kaisers sich in bezug auf den Urheber jenes Worts" gebessert habe. Aber der Ex- Kanzler war ja gar nicht der Urheber, sondern nur der Plagiator dieses uralten Worts, das überdies in die Reihe der rednerischen Allgemeinheiten gehört. So treiben die„ realpolitischen" Mannesseelen Politik, und zwar staatsmännische Politit". Den Papstjubiläums- Schwärmern ins Stammbuch. Einer unserer Leser, den die überschwänglichen Berichte über den jüngsten Mummenschanz in Rom geärgert haben, schickt uns nachstehendes Bitat aus Viktor Hehn's Italien", 3. Aufl. Berlin 1887, G. 126 f.: " " Recht fie paden fönnen, um die noch in ihren Händen befind-| Wir tennen teinen Hirsch, Herausgeber lichen Gewaltmittel der Uebermacht auf sie loszulaffen. der täglichen Pariser Korrespondenz"; und Wir begreifen daher insbesondere den Wider jeder, der Panama- und sonstige Trinkgelder stand, den die deutsche sozialdemokratische annimmt, ist in unseren Augen ein Schuft, mit dem ein Parteileitung der vollen Maifeier entgegen fett. Wir wollen den betreffenden Genossen es dabei nicht Sozialdemokrat nichts zu thun haben tann. Vermag nicht zum Vorwurfe machen- im Interesse der allgemeinen Die Germania" von sich und ihrer Partei großen Sache nicht, daß sie ihr Verhalten auch durch dasselbe zu sagen? Und da von Schwindel die theoretische Scheingründe zu rechtfertigen versuchen, Rede ist, kennt die Germania" nicht einen gewissen wie den: es sei das Wirken bei Wahlen mit dem Stimmzettel Bontourschwindel, der ebenso schmutzig war, wie ungleich wirksamer für die Partei als eine Demonstration. der Panamaschwindel, und der von lauter Parteis und Als ob nicht gerade für das politische Wirken Tage der Religionsgenossen der Germania" in Sammlung aller Kräfte aus weitesten Kreiſen zu gemein- Szene gesezt ward? samer öffentlicher Rundgebung ihres Strebens und gegenfeitiger Anfeuerung und Begeisterung für gemeinsame Bielpuntte, von höchfter Wichtigkeit wären! " Soziale tebersicht. Achtung, Mäntelnäherinnen! Bei uns im Schweizerlande hat das Volk die volle politische Freiheit, seinen Willen in öffentlicher Versammlung und Demonstration jeder Zeit fund zu geben und die Achtung vor dieser unserer Voltsfreiheit ist in der öffentlichen Meinung so eingewurzelt, und sie ist so sehr ein integrirenber Am Montag, den 6. März, Abends 81/2 Uhr, findet in Bestandtheil unseres Boltslebens geworden, daß von wenigen Hoffmann's Festfälen, Dranienstr. 180, eine öffentliche VersammAusnahmen niedrig denkender Bürger abgefehen, auch die lung ftatt, zu welcher die, Mäntelnäherinnen, aus beren ökonomische Abhängigkeit sich an solchen Tagen nicht in er- Kreifen schon oft der Wunsch zur Erörterung ihrer elenden Lage heblichem Maße geltend zu machen vermag. laut geworden ist, ganz besonders eingeladen sind. In dieser Versammlung wird die Kollegin Frau Reimann über die Zustände in der Berliner Mänteltonfektion ein genaues Bild entrollen und den Weg angeben, der beschritten werden muß, um zu menschenwürdigen Zuständen zu gelangen. Es ist daher Pflicht aller in dieser Branche beschäftigten Arbeiterinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auf darum, ihr schweizer Arbeiter! Laßt uns auch dieses Jahr zur schönen Frühlingszeit, wo die ganze Natur den winterlichen Bann bricht, der auf ihr gelastet hat, wenigftens an einem Tage zeigen, daß wir freie Männer fein wollen, trotz aller ökonomischen Knechtschaft, der wir sonst heute uns noch fügen müffen. Das wird uns die beste Gewähr dafür sein, daß mit der Zeit und durch unsere ausdauernde, muthige Bugleich geben wir hiermit bekannt, daß es fortan auch den Arbeit auch die letzten Fesseln noch springen werden, die uns Berufskolleginnen leicht gemacht ist, sich der Organisation anzugebunden halten. schließen, indem der letzte Verbandstag beschlossen hat, das EinWahrhaftig, es stünde schlecht um unser Land, und kein trittsgeld für weibliche Mitglieder auf 15 Pf. und den wöchent freier Schweizer sollte jemals mehr das Gewehr zu deffen Ver- lichen Beitrag auf 5 Pf. herabzusetzen. Für diesen Betrag wird theidigung ergreifen, wenn wir es ein Wagniß nennen die wöchentlich erscheinende Fachzeitung gratis geliefert. Neue müßten, bei uns uns an einem frei gewählten Tage des Mitglieder werden, außer in der Versammlung, täglich im ArbeitsJahres ein so bedeutungsvolles Fest in der Weise nachweis, Schützenstr. 18-19, aufgenommen, ferner Montags zu feiern, wie es seine Bedeutung und unsere heilige Abends von 8-10 in Moabit bei Hermerschmidt, PerlebergerUeberzeugung von seinem hohen Werthe für das Wohl unseres straße 28 a, sowie bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, desgleichen des ganzen Volkes verlangen. Mittwochs Abends von 8-10 Uhr bei Prot, Annenstraße, und Sonnabends Abends von 8-10 Uhr bei Freygang, SchüßenStraße 18-19. Die Sotalverwaltung des Verbandes deutscher Schneider und Schneiderinnen. 37 000 Bürger in 44 schweizerischen Ortschaften haben leztes Jahr gleichzeitig und übereinstimmend den Tag der Arbeit ernst und festlich begangen und ihre Wünsche und Hoffnungen den berufenen Vertretern des Voltes, den eidgenössischen Räthen, in bestimmter Form übermittelt. Im Auftrage: H. Möbius. Aber es ist ein harter Boden, der die erstrebten Früchte bringen soll und wenn auch einiges schon durch die Kraft der organisirten Arbeiterschaft ihm abgerungen werden konnte und Achtung! Mitglieder der Allgemeinen Orts- Krankenkaffe insbesondere die Verkürzung der Arbeitszeit im Laufe des ver- der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen. flossenen Jahres da und dort erfreuliche Fortschritte gemacht Da bei den ftattgebabten Delegirtenwahlen fast unsere sämmthat, so müssen wir doch immer von neuem wieder anklopfen lichen Kandidaten als gewählt hervorgegangen sind, ist unterund dürfen wir feine Gelegenheit außer Acht lassen, unsere zeichnete Rommission der Ansicht, daß sich die Delegirten mit der Reihen politisch zu stärken, um vermöge unserer Volksrechte Mitgliedschaft noch näher in Verbindung zu setzen haben, um uns wirksam selber helfen zu können, wo die Behörden unseren bei der nächsten Generalversammlung betreffs der zu untergerechten Forderungen gegenüber taube Ohren zeigen. nehmenden Schritte den Wünschen der Mitglieder Rechnung Möge daher auch dieses Jahr wieder die schweizerische tragen zu können. Es findet zu dieſent Zweck am Sonntag, den Arbeiterschaft am 1. Mai in Masse sich erheben und ihren 5. März, Vormittags 10% Uhr, im Feen- Palast", Burgfir. 22, Willen fund thun vor allem Volte! Eingang Wolfgangstraße, eine öffentliche Versammlung von weiblichen und männlichen Mitgliedern statt. Jedes Mitglied ist vers pflichtet zu erscheinen, um seine Interessen vertreten und den Delegirten etwaige Wünsche mit auf den Weg geben zu können. Sämmliche Delegicte und Vorstandsmitglieder, sowie der Krankentontrolleur Herr Holzmann werden um ihr bestimmtes Erscheinen ersucht. Alles Nähere siehe Inserat in der SonnabendNummer des Vorwärts". Die Krankentassen- Kommission gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen. " Dazu rufen wir Euch, werthe Genossen, heute schon auf. Macht Euch bereit für den 1. Mai, auf daß diefer Tag wieder zu unserer Ehre, zur fräftigen Förderung unserer Ziele 2c. zum Frommen des ganzen Schweizervoltes gefeiert werde!" Die in dem Aufruf erwähnten angeblichen theoretischen Scheingründe der deutschen Sozialdemokratie waren, soweit sie auf dem Berliner Parteitag den Ausschlag gaben, sehr realer Natur. Und wir halten uns, geflüßt auf die Erfahrungen von 1890 und 1891 1892 war der 1. Mai bekanntlich ein Sonntag überzeugt, daß die Maifeier der schweizerischen Arbeiter 1893 troß des begeisterten und begeisternden Aufrufes des Berner Zentralfomitees in der Hauptsache nicht anders verlaufen wird als die der früheren Jahre und nichts anders als in Deutschland unter dem Einflusse der Parteitagsbeschlüsse. Die Arbeiter, die in der Schweiz am 1. Mai d. J., als an einem Wochentage, feiern, werden leider! weit hinter den 37 000 Demon ftranten von 1892 zurückbleiben, da eben die wirthschaftlichen Gründe, die in Deutschland von der Arbeitsruhe absehen ließen, in der Schweiz ebenfalls bestehen. " J. A.: Otto Bleich, Sorauerstraße 5, Il. Man bedente, wie dies wahrhaft adelige Volt Roms seit mehr als drei Jahrhunderten behandelt worden ist. Der christliche Staat bezog alles auf den Himmel, und die Bettelei war ihm nicht anstößig. Wer hatte, gab Almosen; wer nichts hatte, empfing an den Thüren der Klöster den Abhub der Zafel feister Mönche; emporkommen, sich forthelfen konnte niemand, als durch schändliche Dienste. Der offene Zutritt war überall bewacht und versperrt, wer vordringen wollte, suchte schleichend den Einlaß durch die Hinterthür. Arbeit und Redlichkeit führten nicht zum Ziel, wer hätte diesen vergeb lichen Weg einschlagen follen? Der Krüppel, der an der Schwelle der Kirche lag und mit erbärmlichem Jammer die Schöße der Heraustretenden faßte, bezog aus seiner Würde oft ein reicheres Einkommen, als der sich An alle Stellmacher Berlins und Umgegend. mühende Handwerker. Anschluß an einen Mächtigen war erster Kollegen! Die in unserem Gewerbe Herrschenden Verhält Grundsatz der Lebensflugheit, alles Trachten darauf gerichtet, niffe drängen uns, Euch an Eure Pflicht, der Organisation beidie Gunst eines Kardinals, die Gönnerschaft eines Prälaten zutreten, zu erinnern. Fast ein Drittel unserer Kollegen ist zu erwerben: der Schühling eines Bornehmen oder auch nur feines Geheimschreibers oder Haushofmeisters war der Noth arbeitslos und die übrigen können, wie jedem bekannt ist, trotz angestrengtester Arbeit faum soviel verdienen, als zum Fristen der und Sorge überhoben, er gewann feinen Prozeß und blieb Gristenz erforderlich ist. Diesen traurigen Zuständen einigerftraflos, wenn er ein Verbrechen begangen. Wer eine schöne maßen abzuhelfen, setzt sich die Gewerkschaft zum Ziel. Bessere Frau oder Tochter oder Schwefter besaß, die die Aufmerksam Arbeitsbedingungen sind aber nur zu erreichen, wenn sich alle feit der Späher eines Monsignore oder gar einer Eminenz er Berufskollegen der Organisation anschließen, und gemeinsam regte, der faufte fich bald ein Haus oder eine Billa und ver( Die deutsche Sozialdemokratie ist ebenso gut wie die gegen die Uebergriffe des Unternehmerthums Front machen. Um achtete die armen Teufel feiner früheren Bekanntschaft, die zu Verfasser des Berner Aufrufs für die volle Maifeier, sie die Kollegen nun mit den Bestrebungen der Organisation verFuß gingen. Zweifelte er nur nicht an den Lehren der ist aber dem Schein und Scheingründen" abhold und traut zu machen, findet am Sonntag, den 5. März, in der Rosens heiligen Stirche und war er vor aller Augen eifrig in den erläßt deshalb keinen Aufruf zur allgemeinen Arbeitsruhe thalerstraße 88 eine öffentliche Versammlung, in welcher u. a. Uebungen, die sie vorschrieb, so erhielt er im übrigen für seine am 1. Mai; denn sie weiß, daß unter den obwaltenden Um- auch der Arbeitsnachweis, der bekanntlich von der Mulackstraße Fehltritte leicht im Beichtftuhl den Ablaß. Da die Greise, die ständen nur ein winziger Bruchtheil der Arbeiter, ohne sich verlegt ist, zur Sprache gebracht wird. Es ist daher auch in den päpstlichen Thron bestiegen, nur kurze Zeit zu regieren pflegten, mit jedem neu Erhobenen aber eine neue Szene mit und die Partei schwer zu schädigen, dem Rufe folgen Rücksicht auf diese Angelegenheit erforderlich, daß die Stellmacher neuen Aussichten sich öffnete, so hofft jeder, dem es heute nicht tann. Der 1. Mai davon dürfen unsere schweizer Berlins Mann für Mann am Blake find. Die Beauftragten. gelungen, auf morgen; rascher Gewinn war die Losung und Genoffen überzeugt sein wird von der deutschen Sozialbas Leben ein Glüdsspiel, bei dem es nur dem Eblen, dem demokratie einmüthig, voll und imposant gefeiert werden, Im Prozeß gegen die Führer der Berglente wegen Züchtigen nicht wohlging. Der theokratische, auf das Jenseits und die deutsche Feier wird hinter der feines Landes Bergehens gegen§ 110 bes Strafgesetzbuchs, wobei auch ber gerichtete Staat schloß überhaupt bürgerliche Tugenden, sittliche zurückstehen. Red. d. V.) Drucker und das Seherpersonal der Bergarbeiter- Zeitung" an Triebfedern von selbst aus: nachdem er seit der Gegen geflagt find, hat die Staatsanwaltschaft zu Effen einen Steckreformation, also mehr als drei Jahrhunderte lang, über dieser Aus der Schweiz. Der 25 Mitglieder zählende Vor- brief gegen den Drucker, Herrn Werdelmann, erlassen. Der Verfolgte Stadt und dem umliegenden Lande gewaltet, mußte er in der stand des schweizerischen Arbeiterbundes hat am Sonntag hat nun an die königl. Staatsanwaltschaft zu Essen ein Schreiben unglücklichen Bevölkerung, die er wie eine riesige Schlange mit schaft zu Effen! Wie ich aus einer Notiz der Wattenscheider feinen Knoten umwunden hielt, alles ausrotten, was ein Bolt in Zürich seine Jahressigung abgehalten, in welcher unter folgenden Inhalts gesandt:" An die Königliche Staatsanwalt. groß macht, den Stolz und die Selbstachtung, Gemeinsinn und anderem beschlossen wurde, den alle zwei Jahre stattfinden- Beitung" vom 18. d. m. Nr. 42 ersehen, ist gegen mich ein HaftFreude an Thätigkeit, Muth der Unternehmung, den weiteren den schweizerischen Arbeitertag dieses Jahr befehl erlaffen. Sehe mich aus diesem Grunde veranlaßt, einer Blick, das Vertrauen auf die eigene Kraft und auch das für den Dster montag nach Biel einzuberufen. Auf fönigl. Staatsanwaltschaft durch Gegenwärtiges mitzutheilen, daß Gold, das aus allen Ländern, von jenseits der Berge und des die Tagesordnung wurden folgende Punkte gesezt: Kranken- ich mich den bestehenden Gefeßen gern füge, aber nicht gesonnen Meeres, den Truhen der päpstlichen Schahmeister zufloß, fonnte und Unfallversicherung, obligatorische Berufsgenossenschaften bin, durch eine längere Untersuchungshaft meinen Körper zu wohl einzelne, große Denkmäler hervorzaubern, hinterließ aber( Referenten Nationalrath Favon in Genf und Reimann in ruiniren, welches ich im Jahre 1891 durchgemacht, wo ich neun die Menge hilflos und gebrochen und häufte nur den Schmuß Biel, letzterer Redakteur des Uhrenarbeiter"), inter- Tage in Saft gezogen, ohne daß später gegen mich Anklage er und die Lumpen." nationaler Arbeiterschutz( Neferent Nationalrath Decurtius) frank barnieder lag. Ueber die Uebertretung, welcher man mich Apropos Herr Bachem, da haben Sie Ihren Zukunfts. und Organisation der Gesetzgebung betreffend Eisenbahn- 3. 3. beschuldigt, werde im Termin Rechenschaft geben und staat"! angestellte. Das Arbeitersekretariat soll erweitert werden, pünktlich erscheinen; ersuche eine tönigliche Staatsanwaltschaft jedoch nicht nach Sprech und Handwerksgruppen, sondern ben Tag der Verhandlung baldigst bestimmen zu wollen. Wattenscheid, ben 19. Februar 1898. Achtungsvoll Theodor Werdel nach großen nationalen Industrien.VV # hoben werden konnte und ich nachher drei Monate am Typhus mann." Zur Maifeier in der Schweiz schreibt man uns: Wie im Vorjahre die Berner Genoffen im Auftrage der fozialdemokratischen Partei, des schweizerischen Grütlivereins und des Gewerkschaftsbundes innerhalb eines bestimmten Die Fortsehung des Panama Ranals, welche in Wie jammervoll es um die Voltsschule in jenen Rahmens die Maifeier für das ganze Land einheitlich Frankreich von einigen Schwindlern geplant und von einigen Gegenden bestellt sein mag, in denen die Junker das Regiment arrangirten, so ist das gleiche auch für die bevorstehende Mai- Schwärmern für möglich gehalten ward, erklärten wir so führen, das läßt sich aus folgender Mittheilung der„ Preußischen feier 1893 geschehen. Das von den Berner Genossen mit der fort, als der Plan auftauchte, für einfach unmöglich. Genau Lehrerzeitung" ahnen: Freiherr v. Minnigerode, ein Durchführung dieser Aufgabe betraute Bentralfomitee erläßt in Uebereinstimmung mit unseren damaligen Ausführungen Führer der Konservativen, befigt in Hinterpommern das Gut in der Parteipreffe einen Aufruf an alle Arbeitervereine der schreibt jetzt ein französischer Ingenieur, der sich an Ort Biartlum. In diesem Dorfe befindet sich eine eintlaffige Schweiz. Es heißt darin: " Am 1. Mai jeden Jahres soll die Arbeiterschaft und Stelle begeben, dem" Figaro", der eine Zeit lang für Schule mit etwa 80 Kindern! Der Lehrer wohnt jetzt mit zu Stadt und Land öffentlich zusammentreten, um ihren ernsten die Fortsetzung eintrat: die vorhandenen Maschinen, fertigen dem Schäfer unter einem Strohdache. Die Wohnstuben beider Willen, sich Befferung ihrer Lage zu erringen, zu bekunden Arbeiten u. s. 1. hätten allerhöchstens noch einen Werth von find nur durch eine dünne Lehmwand getrennt, sodaß der Schäfer und sich für dieses Streben gegenseitig zu stärken und zu er- 300 Millionen Franks, wahrscheinlich noch viel weniger, und umgekehrt. Die Lehrerwohnung besteht aus zwei kleinen Unterbei einiger Aufmerksamkeit hört, was beim Lehrer passirt und zur Herstellung selbst nur eines Schleusentanals seien noch stuben( eigentlich ist die eine nur eine Kammer zu nennen), die mindestens 1050- tausend und fünfzig von einem Ofen geheizt werden. Der Raum ist so beschränkt, Millionen nöthig. daß ein Lehrer mit Familie dort taum existiren kann. Auch sonst sind die Verhältnisse in Viartlum für einen Lehrer nichts weniger als verlockend. Wenn im Machtbereiche sogar eines Führers der Konfervativen noch nicht einmal für eine ordentliche Lehrerwohnung muntern. Nicht überall tann das frei geschehen. Wo Gefeße und Behörden freien Rundgebungen des Bolles feindlich gefinnt find und infolge dessen die volle und ganze Feier des 1. Mai zu ernsten Konflikten mit den öffentlichen Gewalten führen müßte, da begreift es sich, daß die Leiter der Arbeiterbewegung lieber der entgegenstehenden Gewalt sich fügen, um nicht den fährden. Wer Geld überflüssig hat, wirft es also besser zum Fenster hinaus, als nach Panama. ganzen ungestörten Fortgang und Erfolg der Bewegung zu ge Auf eine freche Frage eine kurze Antwort. Die gesorgt ist, wie mag es erst dort um die Schulverhältnisse Denn das wollen wir auch am 1. Mai nicht vergessen, Germania" will in ihrer christlichen Liebe dem Vorwärts" stehen, wo die Konservativen gewöhnlichen Schlages schalten und daß die Arbeiterbewegung ba am stärksten und ihren Gegnern einen Panamiſten an die Stockschöße hängen: ben Juden walten! am furchtbarsten ist, wo sie auf gefeglichem Boden ruhig, Hirsch", Herausgeber der täglichen Pariser Korrespondenz, aber energisch und unaufhaltsam vorschreitet und feine Blößen angeblich persönlicher Freund Liebknecht's, und angeblich bietet, an denen ihre Feinde auch nur mit einem Schein von mit einem Banamatrintgeld von 9400 Franks bedacht. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 3. März. Opernhaus. Bajazzi.( Pagliacci.) Borher: Djamileh. Schauspielhaus. Basantasena. Leffing- Theater. Heimath. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Die Danischeffs. Rendenz- Theater. Familie Bont Biquet. Vorher: Gläubiger. Wallner- Theater. menceau. Der Fall Clés Kroll's Theater. Geschlossen. Viktoria- Theater. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 3. März 1893, Abends 74 Uhr: Auf allseitiges Verlangen 6. Wiederholung der Gala- Fest- Vorstellung vom 27. Jannar. Gr. Fest- Aufzug 1. Festreigen der Edeldamen u. Ritter, 2. Militärisches Divertissement( Gegenwart). Zum Schluß: Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister Šiems. Auf das Glänzendste in Szene gesezt v. Direktor Fr. Renz. Neue Einlage mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Ballet v. 100 Damen. Grosser BlumenDie Reise um Corso. Brillant- Feuerwerk. die Welt in achtzig Tagen. Ferner: Mr. James Fillis Neues Theater. Tošta. mit dem Schulpferde Markir. B Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Equilibriften Marietta und Belloni Don Cafar. m. ihren wundervoll dress. Kakadus 2c. Adolph Ernst- Theater. Modernes Sonntag: 2 große Vorstellungen. Um 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Babylon. Thomas Theater. Eulenspiegel, Die Touristen". Eulenspiegel,„ Die Touristen". Abends 7/2 Uhr: oder: Schabernad über Schaber: ,, Ein Künstlerfest". nac. Billet- Vorverkauf an der Zirkustasse National- Theater. Rönig Ottokar's u. beim Invalidendant", MarkgrafenGlück und Ende. Alexanderplatz- Theater. Romtesse Jule. Apollo- Theater. Borstellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. " ftraße 51a. Fr. Renz, Direktor, Feen- Palast Jeden Tag: Kanfmann's Variété. Spezialitäten- Gr. Spezialitäten-Vorstellung. Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 69. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise Don G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassageGratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u Kouplet- Sänger sowie Auftreten des mufifal Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Frühtücks- u. Mittagstisch. Zwei Säle B Gr. zu Versammlungen und Vergnügungen. fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, Morit F. Sodtke. Etablissement Moritz Blats. Buggenhagen. Play. Verlag des„, Vorwärts" ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Wie im verflossenen, so wird auch in diesem Jahre in unserem Verlage Mitte April ein zur Maifeier bestimmtes Mai- Festblatt= erscheinen. Dasselbe wird auch diesmal einen Umfang von haben. 8 Seiten in Groß- Quartformat Sowohl auf den textlichen Inhalt, als auch nach illustrativer Richtung wird auch bei dem Festblatt für die bevorstehende Maifeier die größte Sorgfalt verwandt werden. Die Titelvignette und das Vollbild, welches die 4. und 5. Seite ausfüllen wird, sind beides neue Originale, von bewährter Künstlerhand entworfen, den Triumph und die Huldigung der Arbeit darstellend; das Mai- Festblatt wird somit für jeden Arbeiter ein Erinnerungsblatt von dauerndem Werthe sein. Um rechtzeitig die voraussichtlich hohe Auflage des Festblattes festellen su können, bitten wir die Genossen, uns so schnell als möglich ihren Bedarf anzugeben. Bestellungen, die bis zum 4. April cr. in unseren Händen sind, werden rechtzeitig und in der Höhe der gewünschten Anzahl erledigt. Für später einlaufende Bestellungen können wir keinerlei Garantie für pünktliche Lieferung übernehmen. Der Preis stellt sich für das Einzel- Exemplar auf 10 Pfennig im Verkauf. In Partien in jedem Quantum pro Exemplar 5 Pfennig netto. 400/ 19* Porto zu Laften des Empfängers. Wir ersuchen unsere Parteigenossen, für die Verbreitung des Festblattes" recht thätig sein zu wollen und sehen zahlreichen Aufträgen entgegen. " Verband der Bauarbeiter und Berufsg. Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 5. März 1893, Vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Säger, Grüner Weg Nr. 29. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl des Schriftführers. 3. Verbandsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Täglich Inftrumental- Konzert. 404/7 Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Vaken- Verein der ost- u. westhofer Lagerbier, hell und dunkel. Un Sonn- und Fetagen preussischen Sozialisten. findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Sonntag, den 5. März 1893, Vormittags 10% Uhr: Säle für Versammlungen, Rommerse, Versammlung Festlichkeiten 2c. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die ergebene Anzeige, daß am 1. März früh 71/4 Uhr meine liebe Frau Agnes Liebich geb. Köhler verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 312 Uhr auf dem St. MarkusKirchhof zu Wilhelmsberg statt. 1605b Die Hinterbliebenen. bei Nebelin, Langestraße 108. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen P. Riesop. 2. Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. 254/9 Der Vorstand. ZimmergesellenPanopticum. Siebich u. Sohn. Max Liebich. Invaliden- Kaffe. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Am 28. Februar wurde uns unser einziges Kind Heinrich nach langem Sontag, den 5. März, Vormittags 10 Uhr, schweren Krantenlager durch den Tod im Lokale Weberstr. 17 bei Nieft: entrissen. Um stilles Beileid bitten G. Kuispel und Frau. Die Beedigung findet Freitag, den 3. März, Nachm. 3 Uhr, von der Wilsnackerstr. 42 nach dem St. JohannisKirchhof in Blößensee statt. 1608b Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 28. Februar cr., Abends 6 Uhr, verschied nach langem, schweren Leiden meine liebe Frau, gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Versammlung der Interessenten der Invaliden- Kaffe. Tages Ordnung: Die fernere Organisation dieser Kasse. Zutritt haben diejenigen Zimmergefellen, welche Beitrag bis ultimo 1892 bezahlt haben. Quittungsbuch dient als Legitimation, und ist dasselbe am Eingang des Lokals den Kontrolleuren vorzuzeigen. 1604b Der Vorstand. Letzte Woche! Marie Matz geb. Rogge Arbeitsmarkt. im noch nicht vollendeten 37. LebensHagenbeck's gr. zoolog. Wunder: jahre. Dieses zeigt allen Freunden und Lili, fleinst. lebend. Elefant d. Welt, Tai- za- Wunder- IllusionenTheater. Grosses Konzert. Sämmtlich ohne Extra Gutree. 0 Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme an. 1609b Der schwergeprüfte Gatte. C. Man, Georgenkirchstr. 1. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. März, Mittags 1 Uhr, von der Seichenhalle auf dem St. Georgen- Kirchhof, Landsberger Allee 21-23 ftatt. Bu kaufen gesucht wird ein Exemplar von: Für Klavier- Tischler. 1 Bodenmacher für KreuzfaitenPianinos, 2 Umbanmacher, 3 Abputer, die auch umleimen und abpoliren, von einer süddeutschen Pianoforte- Fabrik gesucht. Nur ganz tüchtige, erprobte Leute wollen fich melden unter Chiffre 400/ 20* H. A. bei der Expedition d. Blattes. Glasschleifer Kaufmann's Variété Ferdinand Lassalle, Franz von Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Große Spezialitäten- Borstellung. Vollständig nenes Programm. Tom. Belling, Original- August. Truppe Hugoston, Afrobaten. Kolling Müller, Wasserkünstler. The Matinos, Erentrics. Geschw. Tacianu, Duettistinnen. Heinr. Bender, Humorist. Martha Ventura, Kostümsoubretten, sowie sämmtl. engag. Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Nur 1. Auflage. Sidingen. Berlin 1859. Gefl. Offerten an die Partei- Budhandlung des ,, Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2, Hof rechts, erbeten. Gastwirthe ( Zentrum event. innere Louisenstadt), welche am 1. April oder später den Arbeitsnachweis und die Herberge mehrerer Gewerkschaften aufnehmen tönnen, werden ersucht, ihre Adresse unter Z. H. in der Expedition dieses Blattes abzugeben. 1602b für Buchstaben werden sofort für 138 dauernde Arbeit gesucht. Ottensen- Hamburg. E. M. Petersson u. Co. Bügler, der auch Steppt v.Paffole, Gr. Frankfurterstr. 80. 1610b Schirmnäherinnen auf garnirte Sonnenschirme und bessere Entoutcas finden dauernde Beschäftigung bei guten Preisen. Leo Wolff, Juh. D. Bergmann, 139M Wallstraße 7, Unser Petroleum- Groß- Versandt- Geschäft ( bisher Straßburgerstraße 20) ist von Herrn E. Vogtherr, hier, täuflich übernommen worden und wird von demselben unter der bisherigen Firma in den neuen Geschäftsräumen NW., Stephan- Straße Nr. 27a fortgeführt. Der Versandt von Prima Krystall- Petroleum und Prima Salon- Petroleum erfolgt in Original- Fäfern und in Kannen von 31/8, 64, 12% und 25 Kilo Inhalt,( Kannen ohne Pfand) und stehen frantirte Bestellkarten sowie Fernsprech- Anschluß Amt Moabit Nr. 51 zur Verfügung. Inhaber 3748L Klingbeil& Co.( E. Vogtherr) Petroleum- Gross Versandt- Geschäft Berlin NW., Stephanstraße 27a. ,, Zum Prophet" Welthaus für Herren- und Knaben- Garderoben. I. 1. Stage. Am Dönhoffplatz. Etage Ecke Leipziger- und Kommandanten- Straße. Um zu räumen, kommen zum Ausverkauf ohne Rücksicht auf deren bisherige Preise: Ein Posten Bauch- Paletots f. starke Herren von 12 M. an. Ein Bosten Pellerinen- Mäntel Ein Posten Hohenzollern- Mäntel Ein Posten hochfeine Paletots in Frisé, Montagnac, Düffel, Velour mit Cloth, Stepp- und Seidenfutter. 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Nr. 53. Freitag, de» 3. März 1893. 10. Jahrg. Pavlmucnlr.lfevidjfc. Deutscher Reichstag. K6. Sitzung vom 2. März 1S93. 1 Uhr. Am Bundesrathstisch: Graf v. Caprivi, v. Bö tticher, v. Maltzahn, v. Marschall, v. Stephan, Kayser, H o l l m a n n. Die Berathung des Etats des Auswärtigen Amts wird fortgesetzt. Rückständig ist noch die Forderung von 2i/2 Millionen an extraordinären Ausgaben für Maßregeln zur Unterdrückung des Sklavenhandels und zum Schutze der deutschen Interessen in O st a f r i k a. außerdem die Einnahmen. Ueber die Entwickelung der Verhältnisse in Deutsch-Ostafrika ist dem Etatsenlwurs eine ausführliche Denkschrift beigegeben. Der Referent der Budgetkommission Abg. Prinz v. Arenberg empfiehlt die Bewilligung der Position. Abg. Oechelhäuser(ntl.) geht auf die Verhältnisse in Ost- asrika an der Hand der Denkschrift und unter Verwerthung seiner Erfahrungen, die er in der Verwaltung der Deutsch° Ostafrika- nischen Gesellschaft seit Jahren gewonnen, näher ein. Er dankt zunächst dem Dirigenten der Kolonialabtheilung für die Vor- legung dieser Denkschrift und verweilt dann längere Zeit bei der Betrachtung der Ergebnisse der Thätigkeit der Gesellschaft. Diese habe zwöls Stationen im Innern angelegt, und gebe die Hoff- nung, daß alle diese Stationen sich gewinnbringend entwickeln würden, noch nicht auf. Zwei Kaffee-Plantagen seien bereits angelegt, auch eine Baumwollenanpflanzung. Der Anbau weiterer tropischer Gewächse werde beabsichtigt. Die projektirte Eisenbahn nach Usambara werde ohne Reichszuschuß ge- baut werden. Die Arbeiterverhältnisse daselbst lägen sehr gut, besser als Bamberger gestern dargestellt habe. Die Eingeborenen gewannen allmälig selbst die Ueberzeugung, daß mit Faulenzen nicht weiter zu kommen sei und arbeiteten willig. Beschwerde muß aber geführt werden darüber, daß die Ausscheidung des Landes, welches als Staatsbesitz von dem der Gesellschaft zur Verfügung bleibenden gesondert werden sollte, nicht genügend beschleunigt wurde. Erhöhter Schutz müsse ge- fordert werden für die Verbindung mit Tabora, dem Haupt- Handelsplatze zwischen der Küste und den großen Seen. Noch Herr von Soden habe eine Verstärkung der Garnison auf 280 Mann angeordnet. Die Ausführung dieser Anordnung£sei dringend wünschenswerth. Sicherheit der gewonnenen Stationen fei die erste Vorbedingung für die weitere Ausbreitung des Handels und für die Fortführung der ethischen und kulturellen Aufgabe, die das Deutsche Reich sich in jenem Gebiete gesetzt habe. Das Aufgeben von Sansibar sei unzweifelhaft sehr zu bedauern, um so mehr müßten alle Anstrengungen dahin gerichtet sein, an der Küste ein wenigstens einigermaßen gleichwcrthiges Emporium zu schaffen. Diese Aufgabe, so schwer sie erscheine, müsse gelöst werden. Herr von Soden habe gegen den Rath von Wißmann und anderen Afrikakenuern Dar- es- Salam zum Haupthandelshafen gemacht, obwohl dieses viel unbedeutender sei als Bagamoyo, welches schon heute dreißig- bis vierzigtausend Einwohner zählt. Die wichtigste Frage für die Entwickelung des Landes, ja eine Lebensfrage für dasselbe sei die An- legung einer Eisenbahn. zunächst von der Küste nach Tabora. Die bezüglichen vorbereitenden Schritte der Gesellschaft seien von hervorragenden Autoritäten und auch in der letzten Sitzung des ltolonialraths ausdrücklich gebilligt und ihre energische Förderung befürwortet worden. Die Eisenbahn sei nicht blas zur Ver- billigung der jetzigen theuren Karawaneufracht, sondern auch zur Ermöglichung des Befahrens der großen Seen durchaus noth- wendig. Die Kosten der Beförderung Wißmann's und seiner Ausrüstung nach den Seen seien eine wahre Kapitalvergeudung. Der Karawanenhandel sei schädlich und seine Ausrottung eine der ersten Forderungen; sie seien mehr Raub- als Handelsziige. Aber nicht die wirthschaftlichen Interessen in erster Linie, sondern die hohen sittlichen und ethischen Kulturinteressen, die Unter- drückung des Sklavenhandels und der Sklavcnjagden bedingten die Herstellung einer Eisenbahn. Ei» anderes Moment, welches zeige, daß periov�m in mors, vorhanden sei, bestehe in der Konkurrenz Englkmds. Dieses Land habe Uganda aufgeben wollen, aber unter dem Druck der öffentlichen Meinung davon wieder Abstand genommen. Durch die Vorgänge im Sudan sei die Bedeutung der englischen Anwesenheit in diesem Gebiete so gesteigert, daß zweifellos auch eine Zinsgarantie für eine englische Eisenbahn nach Uganda bewilligt werden dürfte. Damit aber würden dee Interessen von Deutsch- Ostafrika chwer geschädigt. Die Tracirung der deutschen Bahn linien müsse also ernstlich in Angriff genommen werden. Solle das neu zu schaffende Emporium Sansibar ebenbürtig sein, dann dürfe die Einfuhr aus Bagamoyo nicht höhere Eintritts- zölle in Deutschland tragen, als die aus Sansibar; die Folge des jetzigen Zustandes sei, daß die Maaren aus unserer Kolonie erst aus dem Umivcge über den Freihafen von Sansibar nach Deutsch- laud kommen. Es sei eine Anomalie, daß den Schutzgebieten nicht einmal die Meistbegünstigung eingeräumt werde. Eine große Anzahl von Gegenständen sei ganz unnütz überhaupt mit Ausfuhrzöllen belastet. Zur Zeit des Herrn von Soden sei auch die Cabotage besteuert worden, obwohl gar kein vernünftiger Grund dafür einzusehe» sei; diese Steuer müsse ebenfalls weg- fallen. Redner wendet sich dann gegen die gestrigen Be- inerkungen des Abg. Bamberger über das Verfehlte der bis- herigen Kolonialpolitik; der Pessimismus Bamberger's sei un- berechtigt schon aus der Erwägung, daß wir alle Mittel, auch das der Beschaffung von Kolonien, anwenden müßten, um unsere Ausfuhr zu vermehren. Die Geschichte der Kolonialbestrebungen der anderen Staaten, namentlich Englands, beweisen das. Die Kolonien Deutschlands könnten in Zukunft noch das Rückgrat der Finanzen des Mutterlandes werden. Reichskanzler Graf von Caprivi: Wenn der Vorredner mit der Entwickelung von Ostasrika in den letzten Jahren zu- frieden ist, so kann mich das nur mit Freude erfüllen, denn auch ich meine, wir können mit Befriediguug auf das in diesen Jahren Erreichte zurücksehen. Der Vorredner meinte, die Leute, welche das Aufgeben von Sansibar für unschädlich gehalten hätten, hätten sich einer Illusion hingegeben. Von Aufgeben kann aber nur die Rede sein, wenn man etwas hat. Oftafrika ist jeden- falls ohne Sansibar angenehmer und leichter zu verwalten, als mit Sansibar. Wir haben nicht die Hand nach etwas ausgestreckt, was noch heute unerreichbar ist. Tabora hat gewiß große Vor- züge, aber eine stärkere Besetzung hängt zusammen mit einer Ver» mehrung unserer Schutztruppe. Ich bin aber prinzipaliter dafür, diese in möglichst geringen Grenzen zu halten, nicht blos der Kosten wegen, fondern auch um die Versuchung zu kriegerischen Unternehmungen zu vermindern.(Zustimmung.) England ist auch mit dem Anknüpfen von freundschaftlichen Verbindungen mit den Landesfürsten weiter gekommen als mit Kriegführen. Wir sind schon zufrieden, wenn wir die gegenwärtige Schutztruppe wieder auf die volle Kopsstärke bringen. Das ist nicht leicht, weil wir die Schwarzen weither holen müssen zum Militärdienst. Ich hoffe, daß wir bald die Schutztruppe kompletirt haben wer- den. Zu diesem Zweck werden wir die Hilfe des Reichstages nicht entbehren können. Die Artillerie ist erneuerungs- bedürftig. Wir haben dort ein paar Dutzend Kanonen, tbeils Liebesgaben, theils ans irgend einer Rümpel- kammer stammend. Es sind elf Geschützsysteme dort. Bei den Expeditionen ist kein allzu großer Werth auf die Artillerie zu legen. Bei den Expeditionen Zelewski und Gravenreuth war sie hinderlich und schädlich. Aber für die Sicherheit unserer Stationen, namentlich Tabora, ist sie unentbehrlich. Der Vor- redner hat der Kolonialabtheilung warme Anerkennung gezollt, aber den Gouverneur v. Soden scharf kritisirt. Freiherr v. Soden ist heute noch der Gouverneur von Ostafrika. Er hat nur Urlaub, um seine Gesundheit wieder herzustellen. Wie sich die Verhält- nisse in Ostafrika weiter gestallen werden und welche weitere Verwendung Herr v. Soden finden wird, darüber werde ich mir erst ein Urtheil bilden, wenn Herr v. Soden hier ist. Jedenfalls empfinde ich es auch hier als angenehme Pflicht, diesem an- gegriffenen Beamten zur Seite zu stehen. Er verbindet große Klarheit des Verstandes mit Energie. Deutschland hat alle Ursache diesem Herrn dankbar zu sein. Die Verwaltung einer solchen Kolonie ist nicht leicht. Sie bezieht sich auf den Verkehr mit Deutschland, mit uns und mit den dortigen Beamten und nicht zum wenigsten auf die europäische Presse. Oft werden ihm von hier aus Rathschläge ertheilt, die er sich schon an den Schuh- sohlen abgelaufen hat. In den Zeitungen erheben von Afrika zurückgekehrte Reisende ihre Stimme, die eine viel geringere sach- liche Erfahrung haben als der Gouverneur. Angriffe gegen rhu sind um so leichter, als drei Monate vergehen, bevor der Gouverneur einen Strafantrag stellen oder sich in anderer Weise gegen Preßangriffe wehren kann. Man sollte in der Beurtheilung eines solchen Mannes doch etwas vorsichtiger sein. Der Vorredner hat Herrn von Soden besonders vorgeworfen, daß er Dar-es-Salam und nicht Bagamoyo zur Hauptstadt gemacht hätte; die Verantwortung dafür trifft nicht ihn, sondern mich. Mit Genehmigung Sr. Majestät und nach reiflicher Ueberlegung habe ich diesen Schritt gethan. Gewiß ist Bagamoyo der erste Handelsplatz, aber es hat keinen Hafen und die Verfrachtung in Dhaur ist sehr schwierig. Dar-es-Salam dagegen hat einen geschützten Hafen. Daß sich der Verkehr nicht sofort nach Dar-es-Salam lenken würde, war klar. Eine Eisen- bahn nach dem Tanganyika-See würde gewiß den Verkehr leichter und billiger bewerkstelligen, als dies durch Karawanen geschieht. Erfahrene Afrikaner haben gewisse Zweifel daran. Wir werden gut thun, die Erfahrungen mit der Eisenbahn nach dem Kilimandscharo abzuwarten. Ein schnelles Vorgehen mit dem Bau der Eisenbahn halte ich nicht für erforderlich. Die Bahn würde jedenfalls im Innern zerlegt werden müssen, um den Karawanenverkehr entbehrlich zu machen. Ich stimme mit dem Vorredner überein, daß dieser Karawanenverkehr eine der schwersten Schädigungen Ostafrikas, das schlimmste Hinderniß für das Fortschreiten der Kultur ist. Diese Schäden sind ungleich gröber als die Schäden, ivelche die Sklaveujagden anrichten. Er hindert jede Ausbreitung der Kultur und Gesittung, er verwüstet das Land. Ganz würde der Eiscnbahnbau den Karawanen- verkehr kaum unterdrücken. Unsere Schutztruppe können wir des» halb auch nicht verringern, sie würde diese Eisenbahn zu über- wachen haben. Diese projektirte Eisenbahn würde eine Länge haben wie eine Bahn von der Ostsee bei Danzig bis zum Boden- see. Das ganze Terrain ist von manneshohem Gras be- wachsen, welches immer wieder wächst. Ich würde den Tag mit Freuden begrüßen, an dem eine solche Eisenbahn eröffnet würde, möchte aber vor Illusionen warnen. Bevor das Kapital gesammelt und die Vorarbeiten beendigt sind, werden die Karawanen ihre Reisen fortsetzen müssen. Diese Karawanen bestehen aus 1000—2000 Mann; sie berühren Ortschaften von 100—200 Einwohnern und nehmen diesen, was sie haben, und das ist nicht viel, denn die Afrikaner pflegen keine Vorräthe zu sammeln. Die zweite Karawane macht es ebenso, bis es die Einwohner vorziehen, den Ort ganz zu verlassen. So werden ganze Orte und Straßen vollständig ausgesogen. Die Europäer sind auch genöthiat ein Auge zuzudrücke», denn leben muß die Karawane. Das Land wird verödet. Nur ein Mittel giebt es um Abhilfe zu schaffen, aber es ist kostspielig und lang- ivierig und nur unter Mitwirkung des Gouvernements und der Schutztruppe durchzuführen. Es müßten die Karawanen getheilt und auf Etappenplätzen, gewissermaßen Karawansereien, ver- proviantirt werden. Das ist aber schwer durchzuführen. So etwas läßt sich nicht durch den„Reichs-Anzeiger" und durch Amtsblätter einführen. Die Karawanensührer werden so lange an ihrem alten System festhalten, bis sie zu ihrem Schaden be- lehrt werden, daß es nicht so weiter geht. Es könnten Jahre vergehen, bis die Sache durchgeführt ist. Der Vorredner hat ge- tadelt, daß wir unsere Kolonien differenziell behandeln. Ich kann zu meiner Freude mittheilen, daß im Zollausschuß des Bundesrathes bereits ein Antrag gestellt ist, den Kolonien die Stellung der meistbegünstigsten Staaten in bezug auf die Zölle zuzuweisen.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Ich gebe auch zu, daß Oftafrika sich schnell entwickeln würde, wenn wir nicht die Ausfuhrzölle erhöhen müßten. Vor der Hand aber sind wir gezwungen, einen Theil unserer Vermal- tungskosten aus diesen Ausfuhrzollen zu decken, wenn nicht der Reichstag den Entschluß faßt, eine höhere Summe zu den Ver- waltungskosten von Ostafrika beizutragen.(Widerspruch links.) Wir möchten einen solchen Antrag nicht stellen, sondern es einem Mitgliede des Hauses, vielleicht dem Vorredner überlassen. Abg. Bamberger(dsr.): Ich bin im großen und ganzen mit dem Reichskanzler einverstanden. Im einzelnen will ich seiner Auseinandersetzung nicht widersprechen, weil man das wieder als Lust am Neinsagen auslegen würde, noch auch ihm zustimmen, da ihm das von freisinniger Seite bekanntlich un- angenehm ist(Heiterkeit links). Auch ich muß durchaus für Herrn v. Soden eintreten. Gegen meinen Freund Oechelhäuser muß ich dabei verharren, daß die Bewegung für die Kolonial- Politik in Deutschland lange keine so tiefgehende war. als er es noch heute dargestellt hat. In Wahrheit war die Jnaugurirung der Kolonialpolitik nur die Revanche für die Ablehnung der Samoa-Vorlage im Jahre 1SS0, welche Fürst Bismarck nicht verschmerzen konnte. Zuerst bescheerte uns diese Revanche die Dampfersubventions-Vorlage im Jahre 1881, jene berühmte Vor- läge, zu deren Vertheidigung der Reichskanzler nach langen Jahren wieder zum ersten Male in einer Kommisston und zwar nur gestiefelt und gespornt erschien. Und wenn wirklich von einer Begeisterung, von einem wirklichen Enthusiasmus die Rede sein konnte, ivas ich bestreite, so braucht man doch nur einen Blick auf die heutige(äußerst spärliche) Besetzung des Hauses zu werfen, um sich zu überzeugen, welche hochgradige Ernüchierung eingetreten ist. Jene Begeisterung hing auf's engste mit der Vorstellung zusammen, daß es mit den Erfolgen der Kolonial- politik recht schnell gehen würde. Heute ist alles darüber klar, daß es recht langsam gehl, und niemand kann einen Weg weisen, der die Dinge schneller zu fördern vermag. Allerdings können wir damit sehr zufrieden sein, daß im letzten Jahre kein neues Unglück in Ostafrika geschehen ist. Das ist aber auch das Einzige, womit wir zufrieden sein können. Auch heute hat man uns wieder die Kaffeeplantagen, die Versuche mit Baum- wolle und Tabak vorgeführt. Diese Anführungen werden all- mälig stereotyp; es wird aber nicht hinzugesetzt, daß nicht die Gesellschaft, sondern das Reich für diese Versuche auskommt und daß es andere deutsche Interesse» als die der deutschen Oitafrika- Gesellschaft in Ostasrika nicht giebt. Die Gesellschaft ist der ein- zige Benefiziant alles dessen, was das Reich für Ostafrika thut. Unter diesen Umständen ist es sehr billig, von Fortschritten der Thätigkeit der Gesellschaft zu sprechen. Einen wirklichen Vortheil hat die Kompagnie bei ihren Transaktionen nur aus der Ver- ausgabung unterwerthiger Münzen gezogen. Wenn die Gesell- fchast die Aufhebung der Ausfuhrzölle wünscht, so hat sie auch Vorschläge für die Deckung zu machen. Dieses ist aber nicht ge- schehen; sie beschränkt sich darauf, ihren Wunschzettel dem Reichs- kanzler einzureichen, unbekümmert darum, daß das Reich für seine Schutzgebiete noch mehr Opfer bringen müßte, eine Zumuthung, die der Reichskanzler in richtiger Würdigung der Stimmung des Reichstages zurückgewiesen hat. Sie verlangt ferner die Ver- stärkung der Garnisonen, das heißt die Verstärkung der Schutz- truppe. Auch diese würde nur der Gesellschaft zu gute kommen, aber dem Reiche nur neue Opfer auferlegen. Daß die Idee, für Wißmann einen Dampfer zu stiften, mit dem er die großen Seen befahren könne', eine Illusion gewesen ist, müssen jetzt auch Herr Oechelhäuser und seine Freunde zugeben. Ebenso wird es mit der Idee der Eisenbahn gehen, und auch der Hinweis auf die bösen Engländer wird nicht mehr ziehen. nachdem man gesehen hat, daß es mit dem gesürchteten Lewis, der mit seinen Millionen nur darauf zu warten schien, Lüderitz- land in die Tasche zu stecken, auch nichts war. Die Furcht vor der englischen Uganda- Kompagnie hat eine eigenthümliche Aehnlichkeit mit der vor diesen famosen Lewis und Carrey (Beifall links). Abg. Graf HoenSbroech(Z.): Ernüchterung muß uns in der Kolonialpolitik durchaus erwünscht sein; ein Reinigungs- prozeß mußte vor sich gehen und ist auch erfolgt. Die Er- nüchterung hat uns befreit von unpraktischen und phantastischen Ideen, ist aber keineswegs mit einer Verstimmung und einem Zurückgehen der kolonialfreundlichen Neigungen identisch. Uns kommt es vor allem auf das Interesse der Erhaltung und Aus- breitung des Christenthums an, dieses aktuelle Interesse muß bei der ganzen Betrachtung um so mehr im Vordergrunde stehen, als die Missionen auch der wirthschaftlichen Erschließung der Kolonien erfolgreich vorarbeiten und auch eine hervorragende Bedeutung für unsere Schutztruppe und deren Offiziere haben. In ihrem Einfluß und ihrer Bedeutung ist den Missionen Ab- bruch dadurch gethan worden, daß sie zur Schlichtung von Streitigkeiten unter den Eingeborenen im Gebiete von Deutsch- Ostasrika nicht mehr zuständig sind, die betreffenden Parteien vielmehr an die Verwaltung nach der Küste geschickt werden. Für Tabora muß auch im Interesse der Missions- thätigkeit eine Verstärkung der Garnison gefordert werden. Die Mittel zur Sicherstellung der Missionsstationen sollte Deutsch- land nach dem Muster anderer Nationen ebenfalls übernehmen. Abg. Graf Arnim(Rp.): Der Reichskanzler hat Herrn v. Soden in Schutz genommen. Ich will ihn auch nicht zum Gegenstande von Angriffen machen, um so weniger, als ich nicht Gelegenheit hatte, wie Herr Geheimrath Kayser mich an Ort und Stelle umzusehen. Aber es sind mir doch Klagen darüber zu- gegangen, daß er den„morbus docrsticus" hatte, daß er die alten Afrikaner falsch behandelte und dergleichen. Auch steht fest, daß er Peters auf der Reise ins Innere nicht genug Be- deckung mitgab. Die Verstärkung der Besatzungen der Stationen, die Erneuerung des Geschützmaterials ist nothwendig. Die Stationen müssen erweitert werden, aber nicht zu Zwing-Uris, sondern zu Kulturstationen. Es müssen bei jeder Station Plan- teure angestellt werde», welche Sämereien zu Versuchszwecken ver- wenden und eventuell die Eingeborenen zu der Verwendung anleiten. Im weiteren bespricht der Redner die Aussichten für eine umfassende Kaffecproduktion in Ostafrika und deren Nutzen für das Mutterland. Deutschland beziehe jährlich für l'/s Milliarden Mark Kaffee und könne diese Summe später eventuell gegen seine Produkte in deutschem Kolonialkaffee anlegen. Im Reichstage ist allgemein, mit Ausnahme der Linken, Neigung vorhanden, die Aufwendung des Reichsetats für Ostasrika zu verstärken, wie es auch der Kolonialrath einstimmig gewünscht hat. In welcher Form diese Wünsche erfüllt werden sollen, steht noch nicht fest. Vielleicht kommt der Gouverneur, wenn er nicht zu strikte Ordre hat, mit seinem Etat auszukommen, selbst zu der Ueberzeugung, daß höhere Mittel nothwendig sind; dann wird die Sache am besten auf dem Wege des Nachtragsetats zu erlangen sein. Abg. Oechelhäuser(ntl.) erklärt, daß er nicht die Auf- Hebung der Ausfuhrzölle, sondern eine Revision des Tarifs an- geregt habe. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Tamhammer, der dem Reichskanzler gegenüber darauf verweist, daß das System der Requisitionen nicht blos beim Karawanenhandel unumgänglich sei, sondern auch von zivilisirten Völkern in Nothsällen ergriffen werden müsse, wird die Forderung bewilligt. Ohne Debatte iverden die Einnahmen des auswärtigen Amtes genehmigt. Um 4'/i Uhr wird die Sitzung vertagt. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr.(Post- und Telegraphenverwaltung.) pelrlÄimvnkkrriH�es. Die Novelle zum Gesetz über den UnterstützungS- Wohnsitz. Dem Reichstage ist der vielbesprochene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Aenderung des Gesetzes über den Unter st ützungswohnsitz und die Ergänzung des Straf- gesetzbuches, nebst Begründung, wie solcher vom Bundesrath be- schloffen worden, endlich zugegangen. Wir theilen daraus vor- läufig folgendes mit: Nach dem Entwurf soll die in dem Gesetz über den Unterstützungswohnsitz(§§ 10, 22) festgelegte Altersgrenze für die Fähigkeit zum selbständigen Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes, das zurückgelegte einundzwanzigste Lebensjahr, Herabgesetz t werden auf das zurückgelegte achtzehnte Lebensjahr. Ferner soll der Anspruch auf Er- st a t t u n g der Kosten für vorläufig geleistete Unterstützung in zwei Jahren vom Ablauf desjenigen Jahres ab, in welchem die Leistung gewährt worden ist, erlösche n. Im§ 29 Absatz 1 soll in Zeile 2 hinter dem Worte:„Lehr- linge" eingeschaltet werden;„land- und f o r st w i r t h- s ch a f t l i ch e Arbeite r".§ 29 schreibt vor, daß, wenn Per- sonen, welche im Gcsindedienst stehe», Gesellen, Gewerbegehilfen, Lehrlinge erkranken, der Ortsarmenverband des Dienstortes die Verpflichtung hat, dem Erlrankten die erforderliche Kur und Verpflegung zu gewähren. Während für die Fabrikarbeiter und ähnliche Kategorien von Lohnarbeitern das Kraukenversicherungs-Gesetz bestimmte Normen geschaffen hat, besteht die K r a n k e n v e r s i ch e r u n g s- P s I i ch t für die Landarbeiter nicht allgemein. Deshalb diese Einschaltung in den K 29, die aber eitel Stückwerk und ein klägliches P a l l i a- l i v ist: denn es ist nothwendig, daß auch auf die Land» arbeiter der Kranken versicherungs-Zw an g reichsgesetzlich eingeführt werde, so gut wie für das Ge- finde. Ein Anspruch auf Erstattung der entstehenden Kur- und Verpflegungskosten, beziehungsweise auf Uebernahme des Hilfs- bedürftigen gegen einen anderen Armenverband soll jetzt nur er- wachsen, wenn die Krankenpflege länger als dreizehn(bisher 6) Wochen fortgesetzt würde, und nur für den über diese Frist hinaus» gehenden Zeitraum. Nach s 30 b des Gesetzes hat für einen Hilfs- h bedürftigen, welcher keinen Unterstützungswohnsitz hat, derjenige Landarmenverband einzutreten, in dessen Bezirk sich derselbe bei Eintritt der Hilssbedürstigkeit befand.„Hiernach muß", heißt es in der Begründung,„der Ortsverband der vorläufigen Unter- stützung demjenigen Landarmenverband, von welchem er die Er- stattung der aufgeivendeten Kosten fordert, den Beweis erbringen, daß der von ihm Unterstützte einen Unterstützungs-Wohnsitz nicht besitzt. Dieser Beweis der Negative ist nicht selten schwierig, ins- besondere dann, wenn die Vernehmung des Unterstützten unmög- lich ist, beispielsweise bei Kindern, bei schwerkranken, alsbald ver- sterbenden Personen, bei abgeschobenen Idioten, Irren oder Taub- stummen, sowie dann, wenn es sich um die Kosten der Beerdigung aufgefundener unbekannter Leichen handelt." Es wird deshalb im Entwurf vorgeschlagen, statt der Worte: „wenn der Unterstützte keinen Unterstützungswohnsitz hat", zu setzen:„wenn ein Unterstützungswohnsitz des Unter- stützten nicht zu ermitteln ist." Zwischen die Absätze 1 und 2 des tz 30 soll folgender neue Absatz eingeschoben werden:„Der Beweis, daß ein Unter- stützungswohnsitz des Unterstützten nicht zu ermitteln gewesen ist, Silt schon dann als erbracht, wenn der die Erstattung fordernde Irmerwerband dargelegt hat, daß er alle diejenigen Erhebungen vorgenommen hat, welche noch Lage der Verhältnisse als geeignet zur Ermittelung eines Unterstützungswohnsitzes anzusehen waren. Wird nach der Erstattung ein Unterstützungswohnsitz des Unter- stützten nachträglich ermittelt, so ist der Armenverband, welcher die Erstattung vorgenommen hat. berechtigt, innerhalb zweier Jahre, vom Ablauf desjenigen Jahres ab, in welchem die Er- stattnng erfolgt ist, von dem Armenverbande des UnterstützungS- Wohnsitzes für die gewährte Unterstützung und für die diwch nach- trägliche Ermittelungen entstandenen Kosteil Ersatz zu be- anspruchen." Zum Schluß wird vorgeschlagen eine Verschärfung des ß 361 des Strafgesetzbuchs. Es soll mit Haft be- straft werden,„wer, obschon er in der Lage ist, diejenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist, zu unterhalten, sich der Unter- Haltpflicht trotz der Aufforderung der zuständigen Behörde derart entzieht, daß durch Vermittelung der Behörde fremde Hilfe in Anspruch genommen werden muß."— Daß die Altersgrenze für die Fähigkeit zum Erwerb und Verlust des Unterstutzungswohnsitzes herabgerückt wird, ist ein nothwendiges Ergebniß unserer wirthschaftlichen Eutwickelung; es geschieht hauptsächlich„um dessentwillen", wie die Begründung es ausdrückt,„weil es(das 13. Lebensjahr) als durchschnitt- lich späte st er Zeitpunkt für die Erlangung w irt h s ch aftlich er Selbständigkeit erachtet wurde". Es heißt ferner:„Diese Zeitbestimmung(die alte: 24. Lebensjahr)... hat in Verbindung mit der weiteren Vor- schrift. daß der Unterstützungswohnsitz durch eine zweijährige Ab- Wesenheit verloren wird, zur Folge, daß die Armenlast hinsichtlich der vielfach schon im Alter von IL Jahren aus der Heimath verziehenden Leute bis zu deren vollendetem sechsundzwanzigsten Lebensjahre dem Heimathsort verbleibt. Schon bald nach Jnkrafltreten des Gesetzes, insbesondere nachdem insolge des großartigen Aufschwungs der Industrie ein Massenwegzug der ländlichen Arbeiter in die Jndustriebezirke stattfand, sind hierüber lebhaste Klagen von der Bevölkerung des platten Landes laut geworden." Die Herabsetzung der Altersgrenze entlastet die Land- bezirke auf Kosten der städtischen Gemeinwesen, vor allem der Großstädte und großgewerblichen Bezirke. Die ländlichen Arbeiter flüchten aus dem ostelbischen Großgrundbesitzer- Paradies nach Westen. Daß der Entwurf, um drese agrarierfreundliche Bestimmung zu decken, den frühen Beginn der wirthschaftlichen Selbständigkeit des Proletariers so offen zugiebt, ist wohl zu beachten. Da liest man:„Ein Festhalten an der bisherigen Altersgrenze für den selbständigen Erwerb und Verlust des Unterstutzungswohnsitzes würde nur dann begründet sein, wenn die Annahme zuträfe, daß die wirlhschaftliche Selb- ständigkeit des Individuums erst mit dem vierundzwanzigsten Lebensjahre einträte. Für manche Gesellschaftsklassen mag dies der Fall sein, nicht aber für die bei der Armenpflege hauptsächlich in Betracht kommende Arbeiterbevölkerung. Im Gegentheil, die Erfahrung des täglichen Lebens zeigt, daß der Arbeiter von dem ihm nach dem Freizügigkeitsgcsetz zustehenden Recht, sich den Ort seines Aufenthalls und seineu Erwerb»nein- geschränkt zu wählen, oft schon sehr zeitig, in manchen Landes- .theilen bald nach der Einsegnung, Gebrauch macht. T h a t- sächlich beginnt die wirlhschaftliche Selbständigkeit, welche gr-undsätzlich für den Erwerb und den Verlust des Unterstützungs- Wohnsitzes maßgebend sein soll, in dem Arbeiterstande mit dem Eintritt in eine selbständige Arbeitsthätig- keit(als landwirthschastlicher oder Fabrikarbeiter, Dienst- magd u. f. w.); zu der Großjährigkeit oder gar zu dem vierund- zwanzigsten Lebensjahre steht dieselbe in keiner Beziehung." Wenn wir aber die Wahlfähigkeit mit Beginn der öffentlich- rechtlichen Mündigkeit, also drei Jahre nach Beginn der wirthschaftlichen Mündigkeit heischen, ist die Reaktion stocktaub. Die Kommisston zur Vorberathuna der lo» Heinze begann heute ihre zweite Lesung.§ 180 bestraft wegen Kuppelei den, der gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz der Unzucht durch Gewährung oder Verfchaff'wg von Gelegenheit(also auch durch Bermiethen) Vorschub leistet. Der Vorschlag der Regierungs- vorläge, eine Lokalisirung der Prostitution in bordellähnlicher Weise festzusetzen, wurde vom Abg. P a y e r wieder aufgenommen, fieis aber gegen die Stimmen des Antragstellers, der National- liberalen und eines Theils der Konservativen. Der Abgeordnete Dr. Stephan machte den Versuch, die„gewerbs- mäßige Unzucht" unter Strafe zu stellen. Seine ideologischen Anschauungen wurden insbesondere von Bebel, Paper, Munckel und Stadthagen bekämpft. Wenn man überhaupt Unzucht be- strafen wolle, so solle man doch konsequent das Kriterium der Gewerbsmäßigkeit streichen und jede Unzucht bestrasen, nicht aber einseitig das schwache Geschlecht dafür strafbar machen. Weit näher käme man wohl dem Volksbewußtsein, wenn man den außer- ehelichen Beischlaf als Unzucht überhaupt nicht austass«. Es sei allein richtig, die Prostitutionsursachen zu bekämpfen, d. h. durch soziale Besserstellung der Mädchen, durch Erhöhung der Lohne, durch Freigabe des Koalitionsrechtes es thun- lichst zu verhindern, daß weibliche Wesen gezwungen sind, aus der Hingabe ihres Körpers-itt Gewerbe zu machen. Aller- dingS sei ja in der heuttgen Gesellschaftsordnung die Prostitution auch durch solche Mittel nicht zu beseitigen, wohl aber einzuschränken. Solle man Mädchen, dre 60, 60 Pf. täglich verdienen, dafür bestrafen, daß sie nicht mehr ver- dienen können? Der Antrag Stephan fiel durch. Schließlich gelangte ein Antrag Dr. Pieschel's durch die Stimmen unserer Genossen(nämlich mit 11 gegen 10 Stimmen) zur Annahme, welcher der Ausbeutung Prost. tuirter durch Wirthe in etwas einen Riegel vor- schiebt und ein Wohnungsrecht den Prostituirten giebt. Bekanntlich kouzesstonirt das Gesetz gewisserniassen die Prostitution(§ 361 Sir. 6 St.-G.-B 1, bestraft aber nach konstanter Praxis diejenigen, die Prostituirte bei sich ausnehmen. Naturgemäß wird der Mieths- preis, den Prostituirte zu zahlen haben, durch das Risiko der Wirthe, angeklagt zu werde», erhöht, und gleichzeitig der unHalt- bare Zustaud geschaffen, daß Prostituirte eigentlich nirgends wohnen können. Mit Recht meinte ein bekannter Polizeilieutenant in Berlin der Vorhaltung seines Chefs gegenüber, daß in seinem Revier so viele Prostituirte wohnen: na, irgendwo müssen doch diese Wesen wohnen. Das Reichsgericht steht schon in dem Ver- miethen einer Wohnung an Dirnen, in der st» ihr polizeilich reglementirtes Gewerbe ausüben, ein Borschubleisten der Unzucht, eine Kuppelei. Der Antrag Pieschel stellt das bloße Vermiethen der Wohnung an Prostituirte nur dann unter Strafe, wenn eine Ausbeutung der Mädchen(durch hohe Miethe, hohe Preise für Kost«.) stattfindet. Die nächste Sitzung findet am 3. März, Vor- mittags 10 Uhr, statt. k>artetnarl«».'ilhken. Parteigenossen! In den letzten Jahren ist bekanntlich jeweikcn zum 18. März von der„Berliner Volkstribüne" eine auf rothcm Papier ge- druckte Märznummer herausgegeben worden. Da mit Neujahr die„Volkstribüne" ihr Erscheinen eingestellt hat, so wird zum diesjährigen 13. März auf Anregung das Teltower„Volks- blatt" als Ersatz eine rothe Märznummer erscheinen lassen. Das Teltower„V o l k s b l a t t" ist bekanntlich Partei- Nnternehmen und fließt mithin der ans dieser Märznummer eventuell erzielte Ueberschuß nicht in Privathände, sondern kommt der Partei zu gute. Da nun. wie durch Prospekte und Plakate angekündigt, auch von anderer Seite auf den 13. März eine sog.„Märznummer" herausgegeben wird, so erklären wir, daß mit Ausnahme der Teltowcr ,Volksblatt"-Ausgabe alle von Berlin oder Umgebung aus sonst angekündigten Zeitungen für de» 18. März als Privat- Unternehmungen zu betrachten sind. Parteigenosse», zersplittern wir daher unsere Kräfte nicht, sondern treten wir vereint für die Verbreitung der rothe» Nummer deS Teltower„Volköblatt" ein. I. A.: H. W e r n e r, Vertrauensperson des zweiten Berliner Neichstngs-Wahlkreises. ITC). Die Parteipresse wird um Nachdruck gebeten. ** Protestverfammlungen gegen die Militärvorlage wurden weiter abgehallen in Leumnitz(Ref. Leven- Gera), Win- dischenbernsdorf(Ref. ReichstagLabgeordneter Wurm), Loßnitz(Referent R o s e n o w- Chemnitz), Eving(Ref. Nüchtern- Dortmund), Gernsheim(Referent Reichstags- Abgeordneter I ö st- Mainz), Gablenberg(Referent B e h r- Stuttgart), Ho r st(Dieser. Theiß- Hamburg), Burgfarrnbach(Ref. S e g i tz- Nürnberg). Zur ReichötagSwahl in' Lieguitz veröffentlicht der in Langenbielau erscheinende„Proletarier" folgende Erklärung: „Wir empfehlen den sosialdemokratischen Wählern bei der am 4. März stattfindenden Stichwahl zum Reichstage S t i m m e n- Enthaltung. In keinem Falle darf ein sozialdemokratischer Wähler seine Stimme dem Antisemiten(Hertwig) gebe». Das sozialdemokratische Wahlkomilee des Wahlkreise- Liegnitz- Gold- berg-Haynan." Gemeindewahlen, 28 e v e r n(Braunfchweig) haben die Stichwahlen uns zwei weitere Mandate emgebracht; die Zahl der sozialdemokralischen Vertreter im Gemeinderath beträgt nunmehr drei. Der Sieg war ein glänzender. Der sozialdemokratischen' Fraktion sprach für ihr Ver- halten bei der Z ukun s ts st aa ts-D e bat t e eine große Volksversammlung in Halle volle Zustimmung aus und forderte sie auf, auch ferner mit aller Energie für die Arbeiter- interesseu einzutreten. Aehnliche Erklärungen liegen aus allen Orten vor. wo bisher über die Angelegenheit referirt wurde. So aus Barmstedt, wo nach einem Referate des Hamburger Genossen Theiß die Versammlung in einer einstimmig an- genommenen Resolution u. a. erklärte:„Insbesondere ist sie der lleberzeuguiia, daß in der sünstägigen Zukunststaat-Debatte des Deutschen Reichsiages seitens der Gegner nur Blech ge- schmiedet worden ist und daß die sozialdemokratischen Ab- geordneten den Standpunkt der Sozialdemokratie würdevoll vertreten haben. In der Verwirklichung des sozialdemokra- tischen Programms erblickt die Versammlung das Ziel, nach welchem wir mit allen Mitteln streben müssen." Partei- Organisation.'Ter Sozialdemokratische Verein Alt-Leipzig(innere Stadt) zählt gegenwärtig rund 350 Mitglieder. Parteifinanze«. Kreis Homburg v. d. H., Jahres- Einnahme des Verlraueusmannes 464,36 M., Ausgaben 336,40 M. Erster westprensiischcr Parteitag. Elbing. Nach der Wiedereröffnung wird in die Verhandlung über den dritten Punkt der Tagesordnung: Landagitation und Presse, eingelreten. Ge- noffe Fichtemann führt aus. daß es ein berechtigter Wunsch der Genossen sei, eine Zeitung zu schaffen, welche den Gegnern Stand zu halten vermöge. Einer Partei der Armen, wie es die unselige ist, halte es aber schwer, die Mittel dasür auszubringen. Es sei einleuchtend, daß nicht von vornherein berechnet werden dürfe, ob das Unternehmen sich auch rentire, vielmehr sei in erster Linie das Bedürsniß des Volkes maßgebend. Und das Bedürsniß nach einein Organ sei in weiten Schichten vorhanden. Vom Parteilage in Berlin wäre ja auch der Antrag, eine Zeitung für Ost- und Westpreußen zu gründen, angenommen worden; eigenthümlich sei nun aber die Stellung, welche die Königsverger Genossen in dieser Frage einnehmen. Deren Bestreben, ein tag- lich erscheinendes Blatt zu gründen, laffe sich nicht mit den Bedürfnissen der Provinz vereinigen. In Betracht zu ziehen sei serner, daß bei der Entscheidung über den Ort, wo ein solches gemeinschaftliches Blatt erscheinen solle, die Wahl doch auf Königsberg fallen wurde. Werse man die Frage aus, warum die Königsberger Genossen ihr früheres Blatt nicht zu halten vermochten, so habe dies einerseits an der Ucbereilung dieser Genossen gelegen, andererseits aber daran, daß die Partei» leilung, durch den Beschluß des Parteitages in Halle gebunden, keine genügende Unterstützung gewähren konnte. Auch bei Grün- oung emes neuen Blattes in Königsberg würden Zuschüsse er« forderlich fem, vielleicht wieder in solchem Maße, daß der Partei die Last zu groß würde. Der Redner kommt zu dem Schlüsse, daß die Frage noch nicht spruchreif ist. Es sei daher das Ver- nünftigste, daß man für bessere Verbreitung der bestehenden Partei- blätter sorge. I o ch e m- Danzig ist nicht der Meinung, daß die Zeitungs- frage für Ost- und Westpreußen noch nicht spruchreif sei. Das Bedürsniß bestehe schon lange, wie die Gründungen von Blättern in den Provinzen bewiesen. Aus welchen Gründen dies« Blätter zu Grunde gegangen sind, läßt, sich nicht genau feststellen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die Unternehmen nicht mit der nöthigen Sorgfalt geleitet worden. Der Parteivorstand empfiehlt, daß ein Blatt, verbunden mit dem„Teliow-Beeskower Bolksblatt" unter Auf- nähme der für die Provinzen wichtigen Mittheilungen und Nach- richten, wöchentlich dreimal erscheine. Dieses Unternehmen wird jedenfalls nicht genügen, da die Zahl der Abonnenten nur klein bleiben wird. Trotzdem ist es wohl das Beste, wenn man dem Borschlage des Parteivorstandes zuflimint, und namentlich, da in Aussicht gestellt ist, bei genügender Abonnentenzahl das Blatt sechsmal wöchentlich erscheinen zu lassen. Guri-Danzig spricht gleichfalls dafür, daß dem Vorschlage des Partei- Vorstandes zugestimmt wird, ebenso Herrmann-Elbing. Bugs-Bromberg schildert die Erfahrungen, die er mit der Verbreitung von wöchentlich einmal erscheinenden Zeitungen gemacht hat und empfiehlt die Annahme des Vorschlages des Parteivorstandes, nur hätte er gewünscht, daß der Parteivorstand schon auf dem Parteitage in Berlin die heu« gegebene Aus- kunst ertheilt hätte. Es sprechm noch verschiedene Redner für und gegen den Vorschlag des Parteivorstandes und wird be- schloffen, den Parteivorstand zu ersuchen, eine Zeitung für West- preußen, in Verbindung mit dem„Teltow-Beeskower Volksblatt" dreimal wöchentlich erscheinend in Danzig herauszugeben. Ge- nosse Fichtemann schildert sodann die Schwierigkeiten der Landagitation und empfiehlt, daß die Genossen, die in den Städten wohnen, aber auf dem platten Lande aufgewachsen sind, mit ihren Angehörigen oder Bekannten auf dem Lande Fühlung suchen und dort fortgesetzt durch schriftlichen oder mündlichen Verkehr für die sozialistische Bewegung agitiren. Von Werth für die Agitation ist, daß die Flugblätter, welche in der Provinz verbreitet werden sollen, von den Genossen des be- treffenden Wahlkreises selbst geschrieben werden. Die Agitation ist zu schwierig und müssen manche Kleinigkeiten be- rücksichtigt werden, welche dem außerhalb des Kreises wohnenden Genossen vollständig entgehen. Bei der Laudngilation ist alles zu vermeiden, was unter der Landbevölkerung böses Blut erregen imd sie anscheinend beleidigen könnte. Werden alle diese Punkte berücksichtigt, dann wird der Erfolg nicht aüsbleiben. Die bis jetzt erzielten Fortschritte beweisen dies. Wenn die Leute, welche vollständig von dem Gutsbesitzer abhängig sind und eventuell mit Weib und Kind auf die Straße geworfen werden, schon heute sich für die Bewegung durch Abgabe des Stimmzettels er- klären, wie viel mehr wird dies geschehen, wenn die Arbeiter etwas unabhängig gestellt werden und besonder? eine kürzere Arbeitszeit erhallen. Mündlich und schriftlich muß agilirt werden, dann müssen und werden wir vorwärts kommen. G e r w a l d- Danzig schildert in einer Reihe einzelner Darstellungen die Schwierigkeiten der Landagilation, aus welchen hervorgeht, daß trotz aller MißHelligkeiten der Boden für die Bewegung durchaus günstig ist und nur geschickler und fleißiger Beackerung bedarf. In ähnlichem Sinne spricht Gurni- Danzig. I o ch e m- Danzig wünscht, daß der Parteitag ent- scheiden möge, ob die Bestimmiing weiter bestehen soll, daß das Agitationskomitee in Königsberg seinen Sitz hat. Die Ver- Haltnisse werden es nothwendig niachen, daß ein besonderes Komitee zur Agitation in Westpreußen eingesetzt wird. Zum mindesten müßte das Königsberger Komitee dahin reorganisirt werden, daß in demselben einige Genossen aus West- preußen Platz finden. Das Konntee muß sich fester organisiren und außerdem mit größeren Mitteln unter- stützt� werden.— Nachdem noch verschiedene Redner zur Sache gesprochen, wird beschlossen, ein besonderes Agitatious- komitee für den Wahlkreis einzusetzen. Das Komilee soll aus drei Personen bestehen und seinen Sitz in Danzig haben. Die Wahl der Komitcemitglieder wird den Danziger Genossen überlassen. Ter letzte Punkt der Tagesordnung wird abgesetzt, da bei der geringen Vertretung auf dem Parteitage sich nicht genügend Per- soiieii für die Kandidaturen finden. Damit ist die Tagesordnung erledigt und schließt der Vorsitzende den ersten westpreußischen Parteilag mit einem Hoch aus die Sozialdemokratie, in das die Telegirten und anwesenden Gäste begeistert einstimmen und dann stehend die Arbeiter-Marseillaise singen. Todtcnliste der Partei.'Gestorben ist in Weimar der Parteiaeuosse Krumpholz. »» Polizeiliche?, Gerichtliches er. — Genosse G. Ad. G la d ew itz in Zwickau hat die Aufforderung erhalten, am 6. März die wegen Beleidigung der Bergwerksverwaltung gegen ihn erkannte Strafe von einem Jahre Gefängiiiß anzutreten. Er hatte die Wiederaufnahme des Ver- fahrens beantragt, ein Gesuch, das hoffentlich noch nicht er- ledigt ist. — Der Venirtheilung des Redakteurs Dr. Diederich in Dortmund lagen zwei Anklagen, und zwar eine wegen Be- leidigung der Gelsenkirchener Polizei, die andere wegen Be- leidigung des Oder- Bürgermeisters Schmieding zu Grunde. Der Slaatsaiiwalt beautragle eine Gesammtstrafe von 1 Jahr 3 Monaleu Gesängniß, das Gericht erkannte, wie schon erwähnt, auf 8 Monate, und gab dem Antrage des Verlheidigers auf Entlassung Diederichs aus der Untersuchungshast statt für den Fall, daß 10 000 M. Kaution gestellt würden. Bemerkt sei noch, daß der Redakteur Dr. Diederich geschlossen im Wagen zum Gericht gebracht wurde. Als der Vertheidiger beantragte, das Fesseln bei der Rückfahrt zu unterlassen, genehmigte der Vorsitzende solches als ein.e Ausnahme, für die er persönlich die Verantwortung tragen müsse. Ctcmnmmnles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, den 2. März, Nachmittags 6 Uhr. Die Einführung und Verpflichtung des neugewählten Etadtv. L e m ck e erfolgt in üblicher Weise. Der Stadtälteste, frühere Stadtrath S a r r e ist gestorben; die Versammlung ehrt sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Stadtv. Singer zeigt Mtägigen Urlaub an. Die Ausivahl der im Etatsjahre 1893/94 neu- bezw. umzupslasternden Straßen und Plätze ist von dem dafür niedergesetzten Ausschuß feagesetzt worden. Das Verzeichniß der 15 neu zupflasternden Straßenstrecken beantragt Stadtv. H e i l m a n n im Etatsansschusie nochmals prüfen zu lassen. Dl« hier in Frage kommenden Straßen seien zum Theil noch gar nicht bebaut(Lachen), wenigstens zum größeren TheU noch nicht benannt. Bei der heutigen Finanzlage müsse man überall zu sparen versuchen; Störungen des Bertehrs würden dadurch nicht entstehen. Stadtv. D i n s e: Auf die Finanzlage lasse sich doch ein so ungewöhnlicher Antrag nicht begründen. Seit undenklicher Zeit sei so jvie diesmal verfahren worden. Bei der Elatberathung sei es ja der Versammlung unbenommen, einen Abstrich an der Ausgabeposition für Pflasterungen zu machen; dann würde es Sache der Verwaltung sein, unter den Straßenstrecken eine Aus- wähl zu treffen und die weniger dringlichen Pflasterungen aus» zuscheiden. Stadtv. Deter beantragt, auch den noch nicht aSphaltirten Theil der Spandauerstraße in die Vorlage einzubeziehen. Stadtv. Borgmann: Ich weiß nicht, ob Herr Heilmann bei seinem Antrage die Arbeitslosigkeit des letzten Winters vorgeschwebt hat(Widerspruch und Sehr richtig!). Eine ganze Reihe von Straßen befindet sich in einem der Stadt Berlin nicht würdigen Zustande. Ich habe selbst Gelegenheit gehabt zu sehen, daß dies sogar im bevorzugten Westen der Stadt der Fall ist; dort herrschen theilweise Zustünde, die uns deschämen müssen. Wir haben vor kurzem Anträge vom Magistrat bekommen, welch« viel größere Summen in Aussicht nehmen, und da hat man aus die Finanzlage keine Rücksicht genommen. Ich muß mich wundern, daß hier in der Versammlung Jemand gegen gutes Pflaster austreten kann. Lehnen Sie den Antrag ab! Stadt. Gerth tritt für den Antrag Heilinann ein. Der Etatsausschuß müsse bei der jetzigen Finanzlage prüfen, ob die Siadt auch diesmal wieder Millionen für Neupflasterungen aus- geben könne. Man habe Jahrzehnte lang Millionen, m einem Jahre mehr als 3 Millionen für solche Pflasterungen be- willigt; ob das so weiter gehe, müsse jetzt prinzipiell untersucht werben. Stadtbaurath Hobrecht bittet, ans praktischen Gründen den Antrag abzulehnen. Der„Pflasterausschuß" sei die kompetente Stelle zur Beurtheilung des Bedürfnisses; im Falle der Nothwendigkeit einer Reduktlon aus finanziellen Gründen werde der vom Stadtv. Dinse gezeigte Weg zu beschreiten Stadtv. Heilmann fann nicht erkennen, wie sein Antrag mit der Arbeitslosigkeit zusammenhängen foll. Der Etat fordere 64 Millionen mehr an Ausgaben; für Pflasterungen feien gulegt B- 4 Millionen ausgegeben worden. Da müsse doch ein langfameres Tempo eintreten. Stadto. Bortmann: Die Ausgaben für Straßenpflafterung sind sehr produktiv angelegt. Durch die Pflasterung den Etat balanziren, wie es Herr Gerth wünscht, davor möchte ich doch dringend warnen. Der Antrag Heilmann wird zurückgezogen, die Vorlage nach den Ausschußanträgen angenommen, der Antrag Deter wegen Asphaltirung der Spandauerstraße vom Rathhause bis zum Moltenmarkt abgelehnt. Cr Gtabt fein. Uebrigens folle man wegen der Finanzlage doch nicht zu wir nichts einzuwenden. Bedenklicher ist uns die Erhöhung des ben Riefelfeldern Prachtbauten ohne Genehmigung ber Ber schwarz sehen, sondern sich an das alte Berliner Wort halten Armen- Etats; wenn wir bedenken, daß trotz der Kranten, Unfall-, sammlung errichtet worden seien, schließt die erste Berathung. Bange machen gilt nicht!"( Heiterkeit und lebhafte 3u- Invaliditäts- und Altersversicherung eine solche Erhöhung ein- Stadtv. Kalisch zieht die eben erwähnte Bemerkung als stimmung.) trat, so muß hier im Syftem etwas liegen, was geändert werden einen lapsus linguae zurück. Stabto. E3 mann: Herr Heilmann wie Herr Gerth über- muß. Die vorjährige Erhöhung der Armengelder ist faft durch- Stadtrath Marggraff: Es ist auf den Rieselgütern fein sehen, daß die Pflasterung der Straßen vor ihrer Bebauung gefeß- weg beibehalten worden, und ich habe persönlich feststellen tönnen, Bau ausgeführt, der nicht die Genehmigung der städtischen Belich vorgeschrieben ist. daß eine ganze Menge junger Männer und Frauen mit laufenden hörden erhalten hätte, noch sind dort Luxusbauten errichtet worden. und Extra- Unterstützungen durch die Armenkommissions- Vorsteher Der Etat und fämmtliche Spezialetats werden einem beversehen werden. Wenn die Gasanstalten, ein Unternehmen ohne son deren Ausschusse von 15 Mitgliedern überwiesen. eigentliche Ronkurrenz, nicht profperiren, so muß es an der Ueber den Stand der Arbeiten im Vittoria Part giebt Leitung liegen, diese muß rein kaufmännisch betrieben werden, es der Magistrat dahin Auskunft, daß noch ein kleiner Theil des müßte endlich daran gegangen werden, die Gaspreise zu er- Bettes für das untere Ende des Wassersturzes, sowie eine leichte mäßigen.( Bustimmung.) Der Ueberschuß aus dem Vorjahre Ueberbrückung über den seitlich nach Westen abfallenden kleinen wird im nächsten Jahre entschieden noch geringer werden. Um Sturzbach herzustellen ist. Außerdem sind noch einige Wege und so mehr sollten wir auf Streichungen und Ersparnisse bedacht Anpflanzungen um das voraussichtlich Ende Junt im Rohban sein. Die allgemeine Lage halte ich auch nicht für bedenklich. Er hergestellte Maschinenhaus zu reguliren bezw. herzustellen. Ende freulich bleibt es, daß wir immer noch 60 pet. aller Ausgaben August wird die Wassertunft, über welche, entsprechend dem Befür die ärmere, am wenigften steuerfräftige Bevölkerung aufwenden. fchluffe der Versammlung vom 9. Juni v. J., eine Fahrbrücke Vorschläge zur Vermehrung der Einnahmen zu machen, ist sehr nicht hergestellt werden soll, in Betrieb gesetzt werden können. schwer. Unter anderem könnten vielleicht die Feuer- Versicherungs- Die Vorlage wird ohne Debatte zur Kenntniß genommen. Gesellschaften Beiträge zahten, wie es die städtische Sozietät thut. Die Anstellung eines städtischen Glettrotechniker3 Auch auf den Rieselfeldern fönnte gespart werden. Dort stehen wird entsprechend dem Magistratsantrage beschlossen. Prachtbauten, wegen deren Errichtung man uns gar nicht ge- Das Preisgericht hat über die 76 für den Neubau eines fragt hat. Märkischen Provinzialmuseums eingegangenen Pläne beschlossen. Die 3 Preise von 4000, 2500 und 1500 M. find den Architekten Möller- Berlin, Eggert- Wiesbaden und Zaar u. BahlBerlin zuerkannt. Sämmtliche Arbeiten sind bis zum 15. März im Rathhause ausgestellt. Zur ersten Berathung steht sodann der Stadthaushalt für 1893/94. Der Entwurf balanzirt in Einnahme und Ausgabe mit 84 535 014 M., etwa 4, Millionen mehr gegen das laufende Jahr. Zur Deckung der Mehrausgaben hat der Magistrat eine Erhöhung des Sakes für die Kommunalsteuer von 70 auf 90 pet. Der Staatseinkommensteuer in Aussicht genommen. Schluß 8 Uhr. Tokales. spiels auf dem Feste der Arbeiter- Bildungsschule ist vom OberDie Beschwerde über das polizeiliche Verbot des Fest präsidenten durch nachstehenden Bescheid an den Vorsitzenden derselben, Genossen Mattutat, zurückgewiesen: derfelben, Genossen Mattutat, zurückgewiefen: Die Beschwerde, welche Sie Namens des Vorstandes der Arbeiter- Bildungsschule am 25. v. M. bei dem hiesigen Herrn Regierungspräsidenten darüber erhoben haben, daß die für den 21. v. M. im Feenpalast in Aussicht genommene Aufführung des Festspiels: „ Die französische Revolution. Episch- dramatische Dichtung in 12 lebenden Bildern von G. M. Scavola" polizeilich verboten worden, ist mir zur zuständigen Vere sfügung zugegangen. Demzufolge erwidere ich Ihnen nach Prüfung der Sache, daß ich aus den Ausführungen Ihrer Beschwerde feinen Anlaß zu entnehmen vermag, die angefochtene Verfügung des Herrn Polizeipräsidenten zu Berlin vom 20. v. M. aufzuheben. Das im ordnungs- und sittenpolizeilichen Interesse erlassene Verbot erscheint vielmehr begründet. Der Oberpräsident, Staatsminister Achenbach. Stadto. Spinola: Auf die Ausdehnung des Gastonsums muß Bedacht genommen werden. Die Unterscheidung zwischen Stadtv. Spinola beantragt, die Berathung über den Etat Heizungs- und Leuchtgas sollte aufgehoben und der Preis herabmit derjenigen über die gleichzeitig vorgelegten Etats des Vieh- gesetzt werden.( Zustimmung.) Die neuen Wasserwerke follten marktes und Schlachthofes, der Fleischschau, der Kanalisations- mit größter Beschleunigung aufgebaut und dem Verkehr überverwaltung und der Rieselfelder, der Wasserwerke, Gasanstalten, geben werden. Eine Garantie, daß Berlin von der Cholera Markthallen, der Haupttaffe der städtischen Werke und der verschont bleibt, können wir doch nicht übernehmen, und zu Sublevationstaffe und der Vorspannverwaltung zu verbinden ihrer Bekämpfung ist vorzüglich reines, gut filtrirtes Trinkwasser und sämmtliche Vorlagen einem besonderen Etatsausschusse zu geeignet. Ferner ersuche ich um thunlichste Beschleunigung des überweisen. Baues des XII. Radialsystems der Kanalisation, zu dem der Rämmerer Maaß: Jm vorigen Etat waren wir in der Bichhof gehört. Von den Markthallen erfordert eine nicht glüdlichen Lage, den Etat mit 70 pet. Zuschlag zur Staats weniger als 56 000 m. Zuschuß. Wir sind vielleicht mit dem Einkommensteuer festzusehen. Bekanntlich haben wir früher lange Bau zu schnell vorgegangen. Fraglich ist auch, ob die gleiche Jahre 100 pet, erhoben. In dieser glücklichen Position haben Bemessung des Marktstandgeldes in allen Hallen ohne Rücksicht wir uns nicht allzu lange befunden. Die 70 p& t. des vorigen auf ihre Lage das Richtige ist.( Bustimmung.) Diese Frage Etats beruhten auf anormalen Verhältnissen. Wir hatten einen müßte die Verwaltung einer genauen Untersuchung unterziehen. außerordentlich hohen Ueberschuß von 3 600 000 M. in den Etat einzustellen und wußten außerdem, daß ein neues Einkommens Stadtv. Vogt herr: Für die Freunde der Miethssteuer steuer- Gesez mit erheblicher Erhöhung des Steuerauskommens ist das abgelaufene Etatsjahr insofern insofern ein ruhmvolles eingeführt werden würde. Ferner hatten wir das neue Polizei gewesen, als es ein Jahr war, welches ohne einen bestimmten Toften- Gesez noch nicht, welches wir jebt haben. Diese anormalen Antrag geblieben ift, der die Aufhebung oder Ermäßigung der Zustände machten die Herabsetzung möglich; jetzt ist das nicht Miethssteuer verlangte. Wenn auch wir damit nicht gefommen mehr thunlich. Der neue Etat erfordert 21 Millionen Einkommen find, so hat das nicht unsere Neigung für diese Steuer aus steuer oder ein Plus von 64 Millionen gegen das Vorjahr. gedrückt, sondern wir halten nach wie vor die Miethssteuer für so schlecht Prozentual wird das 20 pet. ausmachen, und wir kommen somit wie viele von Ihnen, wir halten sie aber nicht für reformbedürftig, auf 90 pet. Zuschlag. Der Etat balancirt mit 84, die städtischen sondern nur für abschaffungsfähig, die Kommunalsteuer haben wir Werke mit 50 Millionen Mart. Wir brauchen zunächst für das fchon im vorigen Jahre nicht ermäßigen, sondern auf dem alten Sabe neue Polizeifoften- Gesez 2 Millionen, da wir 2,50 M. pro Kopf belaffen wollen, den Mehrertrag hätte man von der Miethssteuer nach dem Gesetze beizusteuern haben. Der große Ueberschuß von absehen sollen. Ein Beginnen, wie es heute Herr Gerth vor3 600 000 M. im Borjahre wird diesmal nicht zur Hälfte erreicht, gefchlagen hat, halten wir für ganz unrichtig. Wenn es sich um wir lönnen aus 1891/92 nur 1 700 000 m. einstellen. Ferner ver- Mehreinnahmen handelt, sollte man vielmehr zu dem Saße von langt der Armen- Etat 1 Million im neuen Jahre mehr; er wirft dies 100 pet. zurückkehren, ja diefen Sah noch weiter erhöhen, wenn mal für Almofen 3 500 000 M. oder mehr 400000 Mt. gegen das Vor- dadurch die Abschaffung der Miethsteuer ermöglicht wird. Die hat selbst in ihrer jetzigen reformirten jahr aus, ebenso 100 000 M. mehr für Pflegegelder. Hier zeigt sich also Miethssteuer hat ein ganz rapides Anwachsen. Die Kanalisationsverwaltung er Form die alten Vorwürfe der ungerechten und unpraktischen Ueber eine Blutthat in der Veteranenstraße, woselbst in fordert gleichfalls einen erheblich größeren Zuschuß. Für die Wirkung gegen fich. Abgesehen von dem Generalfehler der Verbreiterung der Gertraudtenstraße find im Extraordinarium gleichen Besteuerung von Miethsräumen und Geschäftsräumen der Nacht zum Mittwoch der Hutmacher Bebhard dem Konditor3 Millionen eingestellt. Die Erwerbung der betreffenden Grund wird der bisherige Erlaß dadurch illusorisch gemacht, daß die gehilfen Peters mit einem Rafirmeffer einen Stich ins Auge verstüde tonnte nicht, wie mehrfach privatim uns entgegen getragen Miethung zweier verschiedener Räume in verschiedenen Häusern fegte, wird uns folgendes Nähere berichtet: B. hatte seine Braut, worden ist, auf mehrere Jahre vertheilt werden; die Erwerbungen immer für die Steuerberechnung zusammengeworfen wird, die die in dem Hause Veteranenstr. 19 wohnt, nach Hause begleitet find vielmehr vollzogen. Trotz der bedeutenden Mehreinnahmen Steuerfreiheit des einen diefer Räume also dadurch in Wegfall und durchschritt mit derselben gegen 2 Uhr Morgens den Hof( u. a. ein Plus von 900 000 m. aus der lex Huene, bei der tommt. Hat jemand z. B. eine Wohnung von 200 m. und eine raum, als Peters an das Paar herantrat und das junge Mädchen Mieths- und Haussteuer je 300 000 m., Hundesteuer 100 000 m.) Geschäftsteller von 400 m., so würde er also eigentlich für die belästigte. Wie nun Bebhard gelegentlich der polizeilichen Vermuß in dem angegebenen größeren Umfange auf die fubfidiäre Wohnung keine und für den Keller 8 M. Miethssteuer zu be- nehmung schilderte, sei er, als er dem Peters Vorwürfe über das Leiftung der Eintommensteuer zurückgegriffen werden, zumal bie zahlen haben. Er zahlt aber in Wirklichkett für 600 M. 18 m. Benehmen, das er einer Dame gegenüber an den Tag gelegt, städtischen Werke in Ueberschüssen fäumiger geworden sind. Die Miethssteuer. Dieses Verfahren scheint mir nicht dem Mieths gemacht habe, von demselben ohne weiteres gefchlagen worden. Gasmeffermiethen find reduzirt und betragen nur noch ein wenig steuer- Regulativ zu entsprechen. Es wird dadurch nur die Um- Daraufhin wäre er so wüthend geworden, daß er ein Messer über die Selbstkoften( Hört! hört!). Bei den Wasserwerfen treten gebung nahe gelegt, daß das eine Lokal von dem Mann, das gezogen und blindlings auf den Gegner losgestochen habe. Die erhöhte Ausgaben für die fertig werdenden Neu- Anlagen ein. andere von der Frau gemiethet wird. Die Mindereinnahmen Verwundung des Konditorgehilfen soll übrigens eine wenig geDie Markthallen erfordern zum ersten Male einen Zuschuß von aus der Herabsehung der Gasmessermiethen muß ich beanstanden. fährliche sein und dürfte derselbe das Augenlicht nicht einbüßen. über 100 000 m. Die Einnahmen aus den peripherischen Die Maßregel scheint mir nicht gut, noch gerecht. Die GasmesserBeim Geldzählen überfallen wurde Mittwoch Vormittag Markthallen IX- XIII find ganz unverhältnißmäßig zurück- miethe ist eine Abgabe, über die sich streiten läßt; sie hat aller im Flur des Hauses Metzerstr. 40 ein Laufbursche, der auf dem gegangen. Die Anleihefchulden der Stadt werden zum dings etwas Widersinniges an sich. Halten Sie aber die Fensterbrett des Treppenabsages seine Baarschaft, die er eben 1. April im Ganzen 282 Millionen betragen. In fieben Einrichtung für berechtigt und wollen Sie andererseits eine Wohl- einer Geldtasche entnommen hatte, zählen wollte. Plötzlich wurde. Jahren sind die Anleiheschulden vermehrt worden um 108 that auf diesem Gebiete erweisen, dann muß man dem Vorschlage er von hinten durch einen Mann angefaßt, der ihm die Augen Millionen, davon entfallen 65 Millionen auf die städtischen des Herrn Kalisch folgen und die Gaspreise ermäßigen und zwar zuhielt, während ihm ein Zweiter die Geldtasche aus der Hand Werke, der Rest auf die eigentliche Rämmerei. Die Uebernahme unter Beibehaltung der Differenzirung zwischen Gas zu Leucht- riß und das aufgezählte Geld an sich nahm. Beide eilten darauf von Bausummen auf Anleihen ist dem Wunsche der Versamin- und zu Seizzwecken. Auch in dem Verkaufe der Koats sollte bie Treppe hinunter. Ein Hausbewohner, der den Hilferuf des Lung gemäß thunlichst eingeschränkt. Im allgemeinen ist der eine Aenderung eintreten, und das Schwanken des Preiſes be Burschen gehört hatte und zwei Männer die Treppe herabBetrag der Anleihen kein Grund, unsere Finanzlage als nicht feitigt werden. Wenn Berlin neue Einnahmequellen braucht, tommen fah, schloß die Hausthür und stellte sich vor den Eindurch und durch folide zu bezeichnen. Im laufenden Jahre ist bann haben wir doch keine Veranlassung, für die Wohlthaten gang, um die Bliehenden festzuhalten. Er mußte aber, da die die veranschlagte Einkommensteuer voll eingegangen, Mieths- und Konzessionen, die wir den Verkehrsgesellschaften u. f. w. ge- Räuber mit Messern auf ihn eindrangen, die Thür freigeben. und Haussteuer sind zwar noch um 600 000 M. zurück; auch währen, uns so billig wie bisher abfinden zu lassen. Die neuen, auf der Straße wurden die Thäter aber ergriffen und als der dieser Rest wird aber eingehen. Mehr als 300 000 m. Plus für jetzt in der Luft schwebenden Konzessionen dürfen unter feinen jede ließ sich aber nicht einsehen, wenn man die 29 000 leer Umständen so leicht wie bisher vergeben werden; es müssen er- Rutscher Nikeleit und der Arbeiter" Kolterjahn festgestellt. stehenden Gelaffe bedenkt. Die Dienstaltersstufen lassen sich nicht giebigere Abgaben an die Stadt gezahlt werden. Verschiedene Ueber die Untersuchung wegen der Ermordung des so leicht einführen. Wir müssen auf diesem Gebiete langsam und Borredner wiesen auf die Thatsache hin, daß 662/3 pet. aller försters Bast in Döringsbrück theilt der„ Anz. f. 5. H." ficher vorgehen, eine plögliche Einführung stellt uns den ganzen Ausgaben für die ärmere Bevölkerung geleistet werden. Diese mit: Weitere Nachforschungen haben zu der Berhastung des Normaletat für die Lehrer auf den Kopf. Außerdem muß dieses Behauptung ist nicht richtig. Wenn es Herr Meyer I be wildschüßeu Adolf Ibloff in Nordend bei Rosenthal geführt. System dann für alle Beamten und nicht blos für die Lehrer absichtigt, fo find wir gewiß damit einverstanden.( Heiterkeit). Es hloff nennt sich Handelsmann, nährt sich aber fast ausschließlich eingeführt werden. Für die städtischen Beamten besteht nach handelt sich bei dieser Berechnung um fämmtliche Gemeindeschulen, vom Wildbiebstahl. Er ist schon häufig deshalb bestraft und war meiner Meinung übrigens mehr Aussicht zu avanciren beim Kranken- und Irrenhäuser, die doch neben der ärmeren Bevölke- auch in den Wilddiebsprozeß verwickelt, der am 18. Oftober 1889 Stellenetat als bei den Alterszulagen. Ich empfehle den Etat rung auch der mittleren und beffer fituirten zu gute fommen. vor dem Landgericht II zu Berlin verhandelt wurde. Damals Ihrer wohlwollenden und eingehenden Prüfung. Die Entrüftung des Kollegen Kalisch über die gestiegenen Armen- wurde Ihloff zu 3 Jahren Gefängniß verurtheilt. Ihloff hat Stadtv. Meyer I.: Wir haben diesmal den Etat sehr laften und über die Verwendung von Geldern an unrechter Stelle feine Strafe verbüßt, aber nach seiner Haftentlassung sofort wiefpåt bekommen; wir müssen in dieser Beziehung durchaus um fann ich nicht theilen. Mißgriffe werden sich nie vermeiden laffen, ber Wilddieberei getrieben. Er zog nach Nordend bei Roseneifrigere Thätigkeit der Verwaltungsdeputationen ersuchen. Da sie werden aber mehr als aufgewogen durch die zahllosen Fälle, that, wo er schon im schönsten Jagdgefilde wohnte, aber seine für ist aber der Etat um so vortrefflicher aufgestellt. Einnahmen wo Arme nicht genügend unterstüßt werden( Unterbrechung), nicht Streifereien durch die ganzen ausgedehnten Forsten des Kreises und Ausgaben sind mit aller möglichen Vorsicht abgewogen, aus bösem Willen, sondern aus Kurzsichtigkeit und anderen zu Niederbarnim und selbst in die benachbarten Kreise ausdehnte. Wenn auch etwas wird abgehandelt werden können, auf 75 oder fälligen Ursachen. Wir sind der Meinung, daß die Stadt ber Gegen ihn und mehrere Spießgefellen schwebt bereits ein angar 70 pet, werden wir nicht zurückgelangen. Die finanziellen arbeitenden Bevölkerung soviel Arbeitsgelegenheit wie nur deres Verfahren wegen Jagdvergehens. Neuerdings haben sich Ergebnisse der letzten Jahre sind fehr belehrend; was würden irgend möglich verschaffen muß. Es tommt nicht blos nun schwerwiegende Verdächtigungsgründe dafür gefunden, daß wir jett ohne die Miethssteuer anfangen? Was wollen Sie an auf das richtige Waß, fandern auch fandern auch auf die richtige, es Ihloff ist, der den Förster Bast erschossen hat. Er ist verdie Stelle feßen, was weniger drückt als diese Steuer? Wie die Beit an. Eines übertriebenen Uebereifers hat sich ber Magistrat haftet und dem Amtsgericht in Kremmen zugeführt worden. Verhältnisse jett liegen, wird wohl der Antrag auf Abschaffung bisher nach unserer Beobachtung nicht schuldig gemacht. der Miethssteuer von feiner Seite geftellt werden. Unsere Finanz( Bwischenrufe.) Bei 21 Grad Kälte hat noch niemand die Fort Eine eigenthümliche Wendung hat die Angelegenheit belage ist gleichwohl eine gute. In betreff neuer Anleihen werden fegung der Bauthätigkeit verlangt, aber wir hatten schon längst züglich des am vorigen Freitag aus Groß- Lichterfelde verwir allerdings vorsichtig sein und möglichst viel aus den laufen- mildere Witterung, wo eine stärkere Jnangriffnahme städtischer Schwundenen Bahnhofsinspektors S. genommen. Als am Dienstag ben Einnahmen zu decken suchen müssen. Von großen Neuerungen Arbeiten wohl möglich gewesen wäre. Heute, wo wir schon spät Abends ein auf dem dortigen Bahnhofe angestellter Arbeiter ist in diefem Etat nirgend die Nebe; wir haben auch gar feinen wochenlang hauwetter haben, find an dem großen Bau der nach Schluß des Lokalverkehrs an dem Hauptgebäude vorbeiGrund, und danach zu fehnen. Der geringere Ueberschuß der dreifachen Schule in der Stephanstraße ganze 8 Maurer be- ging, bemerkte er auf der Steintreppe an der Eingangsthür einen städtischen Werke wirft auch nicht deprimirend. Die schäftigt, wo 80-100 befchäftigt fein tönnten! Wir haben es Mann fizzen. Er trat an ihn heran und versuchte ihn aufAbnahme der Frequenz der höheren Schulen Au doch an Anregungen in bezug auf diesen Punkt nicht fehlen zurütteln. Da er keine Antwort erhielt, leuchtete er ihm ins gunsten der Bürgerschulen halte ich für einen Vortheil; laffen. Wir bitten Sie, sich in Ihren Entschließungen nicht Gesicht und erkannte den kürzlich verschwundenen Inspektor Dagegen halte ich die Ansehung von 100 neuen Klaffen bei den beirren zu lassen durch den schönen Wahn, daß schon so wie so Sachler, deffen Hände völlig talt waren, und der kein Wort Gemeindeschulen für zu hoch. Die höhere Zahl der leerstehenden zwei Drittel aller Ausgaben der ärmeren Bevölkerung zu gute herauszubringen vermochte. Man trug ihn in die Diensträume Gelaffe führe ich darauf zurück, daß ein Theil unserer Bevölkerung fommen; gerade in der jetzigen Zeit haben die großen Kommunen und dann in seine Wohnung, wo er noch jetzt darniederliegt. in die Bororte zieht, um dort vielleicht billiger fortzukommen. alle Ursache, ihr Augenmerk auf das Wohl und Wehe ihrer Was mit ihm geschehen ist, und wo er sich aufgehalten hat, ist Auch dieser Etat zeigt uns, daß 66 pet. der gesammten Aus ärmeren Mittbürger zu richten.( Beifall bei den Sozialdemo- noch nicht klar. gaben der ärmeren Bevölkerung zu gute kommen( Widerspruch). fraten.) Aus dem Etat geht weiter hervor, daß man von den Aermeren Gin Schlußantrag wird abgelehnt. Kosten für Benugung der Desinfektionsanstalt nicht mehr einzuziehen beabsichtigt. In den Dispositionsfonds des Magistrats find diesmal im ganzen 600 000 m. eingesetzt worden. Sollte nicht die Möglichkeit einer ernstlichen Invasion der Cholera besondere Mittel verlangen, da doch Berlin die Pflicht hat, dem Feinde frühzeitig entgegenzutreten? zu " Todt aufgefunden wurde vorgestern Morgen der Bauwächter Stadto. Baillen( Bürgerpartei) wendet sich gegen die Aus- Stralauer Thore, wo er beschäftigt war. Arbeiter hatten ihn August Neukirchner in einer Baubude der Pumpstation am führungen des Vorredners betreffend die Miethsteuer. Die furz vorher, 7 Uhr, noch gesprochen. Aeußere Verlegungen find Heranziehung zum Gesammtmiethewerthe beruhe auf ausdrücklichem Gemeindebefchluß. Die Miethiteuer sei allerdings beffer nicht wahrzunehmen. aufzuheben und die Einkommersteuer entsprechend zu erhöhen. Doch werde diese Frage erft praktisch werden, wenn das neue Stadtv. Kalisch: Für meine Freunde bietet der Etat Kommunalsteuer- Gesetz in Strait getreten fei. Die Schwierig nicht das erfreuliche Bild, welches der Kämmerer und der Vor- feiten bei der Einführung des Systems der Dienst- Alterszulagen rebner danon haben. Die Kämmererschuld ist von 11 Millionen tämen nur für eine Uebergangszeit in Betracht. G3 handle fich im Jahre 1880 auf 70 Millionen zu Ende biefes Etatsjahres um die Beseitigung der bisherigen Willtür im Avancement; das gewachsen. Diese ungeheure Zunahme nöthigt uns, noch vorsichtiger fei boch wohl etwas mehr, als der Kämmerer in dem neuen als bisher mit dem Schuldenmachen vorzugehen. Gegen den ersten System erblicke. Druckfehler. In dem vorgeftrigen Lokalartikel:„ Unter der Ueberschrift; Gine eigenthümliche Praxis" heißt es zu Nr. 2: Für etwaige Kur foften fann hiebei nichts angesetzt werden". Es soll heißen statt Kur fosten" Fuhr kosten." Polizeibericht. Am 1. b. M. Morgens wurde auf dem Flur des Hauses Melchiorstr. 5 die Leiche eines etwa 2 Monate alten Rinbes aufgefunden. Auf der Kurfürstenbrücke gerieth Posten der Mehrausgaben, den für die Kanalisation, haben Nachdem noch Stadtv. Salge dagegen protestirt, daß auf Vormittags ein einen Handwagen führender Hausdiener unter die Räder eines Kohlenwagens und erlitt eine so bedeutende an dem betreffenden Abende feine Wohnung gar nicht verlassen. Der Ultramontanismus innerhalb der katholischen Quetschung des Oberschenkels, daß seine Ueberführung nach der Die Zeugen erkannten ihn aber mit Bestimmtheit wieder, zumal Bevölkerung Deutschlands. Wahlstatistische Studie von Charitee erforderlich wurde. Auf der Treppe des Hauses wenn der Angeklagte auf Anordnung des Vorsitzenden seine Kopf- J. Stolle. 3ionstirchplatz 15 fiel Nachmittags ein an Krücken gehender Ar- bedeckung auffeßen mußte. Ist denn dies derfelbe Hut, den Sie beiter infolge eines Fehltritts zu Boden und brach den Unter- an jenem Abende aufhatten?" fragte der Staatsanwalt. Ja schenkel. Gegenüber dem Hause Friedrichsgracht 52 sprang ein wohl", erwiderte prompt der Angeklagte. Die Berufung wurde obdachloser Kürschner in den Spreefanal, wurde jedoch noch verworfen. lebend aus dem Waffer gezogen und nach der Charitee gebracht. -Vor dem Hause Dragonerstraße 33 fiel Abends ein elfjähriger Knabe beim Besteigen eines in der Fahrt befindlichen Rollwagens zur Erde, wurde überfahren und an der Brust so schwer verlegt, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Im Laufe des Tages und in der darauf folgenden Nacht fanden vier Brände statt. Gerichts- Beitung. Eisleben, 2. März.( Privattelegramm des Vorwärts".) Der Staatsanwalt beantragt gegen Franke 2 Jahre Gefängniß und sofortige Verhaftung, gegen Wolf 6 Monate, gegen Ritter 4 Wochen, gegen Krüger 6 Wochen Gefängniß.( Die vier Genannten standen auf feiten der Sozialdemokratie.) Sodann beantragt er gegen Libau und Wunderlich je 1 Monat, gegen Glah 2 Monate, gegen Breithaupt 4 Wochen, gegen Neupert und Krüger je 6 Wochen, gegen Zich und Günther je 14 Tage, gegen Doettmeyer 3 Monate, gegen den Polizeisergeanten Köhler 4 Monate, gegen Frieß 6 Wochen Gefängniß, gegen Beinroth Einstellung des Verfahrens und gegen Hoffmann Freisprechung. Die Verhaftung Franke's wurde vom Gerichtshofe abgelehnt. Das Urtheil soll am 9. März verkündet werden. nächsten Nummer. Berlin. Verlag des Bibliographischen Bureaus, Alexanderstr. 2. Suum cuique. Eine Wahlbetrachtung von J. Stolle, Zeitschrift für Hypnotismus. 1. Jahrgang. Heft V. Redigirt von Dr. J. Großmann, Berlin, Verlag von Leipzig, 28. Februar. Die bekannten Beschuldigungen des Hermann Brieger. Landgerichtsdirektors Schmidt zu Breslau wegen des Meineides Ein Kommiffionsgeschäft des Bankdirektors Colin. der Sozialdemokraten hatte den Anlaß zu einer Voltsversamm- Von Freiherr Oskar v. Münch. Nürnberg, Verlag v. Wörlung dafelbst gegeben, in welcher der Redakteur der Schlesischen lein u. Co. Volkswacht", Thiel, die Aeußerungen des Schmidt einer scharfen Aerztliche Versuche an lebende n Menschen. Von D Kritit unterzog. Auf den Strafantrag des letzteren wurde Thiel med. Koch. Leipzig, M. Voigt's Verlag. Preis 50 Pf. von der Strafkammer zu Breslau zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Hiergegen hatte der Angeklagte Revision beim Reichsgericht erhoben, die fich begründete auf Verletzung der§§ 193 und 199 des R.-Str.-G.-B., sowie auf Beschränkung der Vertheidigung durch Ablehnung der Beweisanträge, durch welche die Grundlosigkeit der Beschuldigungen des Landgerichts- Direktors Schmidt erwiesen werden sollte. Das Reichsgericht verwarf die Revision, da der erste Richter mit Recht aus der Form der Beschuldigung die Absicht der Verleumdung festgestellt habe, der $ 199 des Strafgesetzbuchs nur fakultativ sei, d. h. dem Richter freiftelle, die Erwiderung einer Beleidigung straflos zu lassen, und die Beleidigung nicht zu einer Zeit erwidert sei, wo die seelische Regung noch fortgewirkt, und die Begründung der Ablehnung der Beweisanträge keinen Anhalt zur Beschwerde böten. Vermischkes: Briefkaffen der Redaktion. anderswo auch nicht anders und schon oft besprochen worden. St. Georgen( Schwarzwald). Die Verhältnisse sind Daher nicht verwendbar. C. Klose. Ein solcher Artikel ist nicht eingegangen. Ihres Vaters( bezüglich Vormundschaftsgerichts und Ihrer D. 20. Geburtsattest der Brautleute und Einwilligung Mutter) hat das Standesamt zu begehren. Sprechen Sie auf dem Standesamt baldmöglichst vor. M. B, Aa. Schimpfworte wie Aachener Gaffenjunge" und Fragen: Sie sind wohl in der Felsgaffe geboren?" find gemeine Beleidigungen, auch wenn der Beleidigende ein töniglich preußischer Unteroffizier ist. Senden Sie die Briefe vielleicht uns oder einem Abgeordneten direkt zur Verwendung bei Der Bericht über den letzten Verhandlungstag folgt in der Polizei und Bürger. Im Martt Szoboszlo bei der lex Heinze oder bei der Forderung auf mehr solcher UnterDebreczin tam es, wie dem„ Berliner Tageblatt" gemeldet wird, offiziere ein. Wegen eines dreiften Straßenraubes hatte sich gestern wegen der Einführung einer neuen Marktordnung zu einem Carl M. Wenn Ihnen ein Handwagen gestohlen und von der Strumpfwirker Albert Töpfer vor dem Schwur- blutigen Zusammenstoß zwischen der Bevölkerung, hauptsächlich dem Dieb an einen dritten verkauft ist, so muß dieser gegen gericht des hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Am den Markttreibern, die die Bezahlung einer Tage verweigerten, Bahlung des Kaufgeldes Ihren Wagen Ihnen wiedergeben: Sie 3. November v. J., Abends gegen 11 Uhr, ging der Photograph und der Gendarmerie. Ein förmlicher Kampf entstand, wobei fönnen ihn deshalb verklagen. Ergiebt sich aus dem geringen Max Höwig mit einem Freunde die Marfusstraße entlang. die Gendarmen Gebrauch von ihren Feuerwaffen machten. Bier Kaufpreis oder sonstigen Umständen, daß der Käufer wußte, oder Bei der Langenstraße trat plötzlich der Angeklagte auf Höwig Frauen wurden sofort getödtet, acht blieben schwerverwundet auf wissen mußte, daß der Wagen gestohlen, so muß er ihn zu, gab ihm einen wuchtigen einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht dem Kampfplatz liegen. Schließlich mußten die Gendarmen in ohne Ersatz herausgeben und ist wegen Hehlerei strafbar. Die und mit einem träftigen Rud riß er ihm die Uhrkette das Stadthaus flüchten, worauf dies von der Menge bombardirt Strafanzeige können Sie schriftlich bei der Staatsanwaltschaft entzwei und eignete sich den einen Theil mit der Uhr an wurde. Zur Wiederherstellung der Ruhe ist Militär aus Debreczin einreichen. Der Ueberfallene verlor infolge des heftigen Fauftschlages einen requirirt worden. G. Trebbin. 1. Die Annonce tann als Beweis gelten, Augenblick die Besinnung und stürzte zu Boden, der Angeklagte Wasserfluthen in Ungarn. Die Donau überschwemmte falls angenommen wird, der Wirth habe sie gelesen. 2. Der aus aber bearbeitete ihn dann mit seinen Stiefelabsägen und entfloh wieder mehrere Gemeinden; in Bogyiszlo stürzten über 200 Häuser der Landeskirche Ausgeschiedene muß zwei Jahre lang Kirchenmit seinem Raube. Er kam jedoch nicht weit; er wurde von ein, 40 000 Joch Acker stehen infolge von Dammbrüchen unter steuern zahlen. dem Begleiter des Ueberfallenen und einigen Straßen- Wasser. Sünder. Wenn Sie Ihr uneheliches Kind vom 4. Lebenspassanten, welche den letzten Theil des Vorganges mit angejahre ab in eigene Erziehung nehmen wollen, so müssen Sie Ihre fehen hatten, verfolgt und schließlich festgenommen, nachdem Absicht und das Verlangen, das Kind herauszubekommen, der er turz vorher die geraubte Uhr weggeworfen hatte. Mutter mittheilen. Die Mittheilung fann schon vor dem GeburtsEr wollte die Geschworenen davon überzeugen, daß tag Ihres Kindes erfolgen. Sie müssen dann persönlich das Kind er finnlos betrunken gewesen sein müsse. Dieser Nachweis gelang am Geburtstage oder später abholen. Die Mutter hat jedoch ihm aber nicht. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß eine der das Recht, die Herausgabe zu verweigern. Verweigert sie die artige Gefährdung der öffentlichen Sicherheit eine nachdrückliche Herausgabe, so steht ihr ein fernerer Anspruch auf Alimente Strafe erheische und verurtheilte deshalb den Angeklagten zu nicht zu, es sei denn, daß das Vormundschaftsgericht der Mutter 6 Jahren Zuchthaus und den Nebenstrafen. die Erziehung des Kindes auch nach dem 4. Lebensjahre überträgt, weil das Kind mütterlicher Pflege bedürftig oder Sie zur Erziehung ungeeignet sind. Aus einem Irrenhause. Der Gastwirth Nagy, welcher der Frren- Anstalt in Pest übergeben worden ist, sollte am Mitt woch Abend ein warmes Bad erhalten. Die Wärter warfen aber den Unglücklichen in heißes Wasser, in welchem sie den selben troß seines fürchterlichen Schreiens so lange festhielten, bis er gänzlich verbrüht war und kurze Zeit darauf seinen Geist aufgab. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung eingeleitet und zwei Wärter verhaften lassen. Literarisches. Verschnappt. Vor der Berufungs- Straffammer stand gestern ein Angeklagter, der vom Schöffengericht zu Gefängniß verurtheilt worden war, weil er einen Anderen hinterlistig überfallen und demselben einen Messerstich beigebracht hatte. Er behauptete, das Opfer einer Personenverwechselung geworden zu sein, er habe von Ernst Siedhoff. Krach in Sicht. Von Adolf Jäger. Bielefeld, Verlag Verein der Einsetzer( Tischler) Verband der Sattler und Tapezirer. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. März 1893, Vormittags 10/2 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Nene Friedrichstr. 44: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Sonnabend, den 4. März, Abends präzise 9 Uhr: Versammlung mit Frauen. Zagesordnung: " 1. Vortrag des Augenarztes Herrn Dr. Wurm über: Wie erhält 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Bortrag über Gesundheitspflege. 2. Innere Vereinsangelegenheiten. man die Augen gesund?" 3. Fragekasten. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 145/7 Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Sonnabend, den 4. März, Abends is the, in Lokale des Herrn Branchen- Versammlung der Schlosser und Maschinenbauer. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Roland: Was wird aus der Sozialdemokratie werden? 2. Diskussion. 3. Vorschläge zur Wahl von 2 Beisißern zur Fachfommission. 14. Verbandsangelegenheiten, Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Sonntag, den 5. März, Vorm. 10% Uhr, in Bolt' Fettsälen( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße 75: Branchen- Versammlung der Rohrleger u. Gehilfen. Tagesordnung: 313/1 sonntag, den 5. März 1893, Mittags 1 Uhr, in Jacobs Salon, Achtung! Schöneberg. Achtung! Grunewaldstraße Nr. 110: Wir gratuliren unserem Freund Auguft Rogge zu feinem 42. Geburtstage. Die durftigen Brüder aus der Pückler- Grafschaft. August laff' gießen. Gardinen- Fabrik. Großes Lager gestickter und engl. Tüllgardinen, Stores, weiß und crême. Große Auswahl in Sopha-, Tisch- und Bettdecken, auch im Einz. zu den billigsten Fabrikpreisen. E. Knape aus Eutzsch in Sachsen. Berlin N., Gr. öffentl. Versammlung der Bau- und gewerbl. Hilfsarbeiter Brunnenrake 26, 1 Treppe. für Schöneberg und Umgegend. Tagesordnung; 121/6 1. Vortrag über die gewerkschaftlichen Organisationen.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Wie stellen sich die Bauarbeiter Schönebergs und Umgegend zu dem Aufruf von Bauer in Halle? 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um regen Besuch bittet Der Einberufer. Achtung! Maurer! Achtung! Sonntag, den 5. März, Vormittags 10 Uhr E 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Nationalität und Inter- in Noack's Gesellschafts- Sälen, Brunnenstrasse 18-19: nationalität". 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Fachkommissions Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu er des scheinen. Nichtmitglieder sind als Gäste willkommen. Achtung Werkstatt- Vertrauenslente! Die nächste Konferenz findet morgen, Sonnabend, 4. März, Abends 81/2 Uhr, bei Bahr, Gerichtstr. 19, statt. Sonntag, den 5. März, Vormittags 10% thr: Branchen- Versammlung der Mechaniker und verw. Berufsg. 228/18 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Bentral- Verband der Maurer Deutschlands Zahlstelle I Berlin( Buzzer). Sonntag, den 5. März, Vormittags 11 Uhr, Dresdenerstr. 96: Versammlung. I Zages Ordnung: 244/11 1. Aufhebung der Zahlstellen. 2. Abrechnung der UnterstüßungsKommission vom vergangenen Jahre. 3. Verschiedenes und Fragebeantwortung. Achtung! Steinmetzen. Achtung! Mitglieder- Versammlung Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend Fernrohre per Stück 3.20 Mark mit 4 Linsen und 3 Auszügen. Vergrössern 12mal unter Garantie. Jedes Stücke, welches nicht gefällt, nehmen retour. PreisKatalog sämmtlicher Fernrohre, Feldstecher, Operngläser, Luppen, Compasse, Mikroscope u. Musikwerke vers. gratis Kirberg& Comp. Gräfrath- Central b. Solingen. Sophastoff Reste brechen." Referent: Herr Türk. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Tages Ordnung: 1. Vortrag:" Der Kampf gegen das VerJeder Maurer hat Zutritt. 380/13 Oranien- Bad Oranienstrasse 44. Der Vorstand. Abonnements I. RI. 60 Pf., II. Kl. 3 Bäder 1 M. Dampfkasten- Bäder. Einpackung und Massage. DF Leitungswaffer. 3719L* Jamaica- Rum, [ 181M echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. füßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1.20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Play 6 a. 81. 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