Nr. 231. Abonnements- Bedingungen: bonnements- Preis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit Wustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost. bonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stolonel geile oder deren Raum 60 Pig., für bolitische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramin Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der zahlenmäßige Aufmarich preußischen Landtag. mann. Freitag, den 2. Oftober 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. männer zu wählen, erhalten die erste und dritte Abteilung je einen, gegen die Kundgebung des bayerischen Landesvorstandes schärfsten die zweite Abteilung zwei Wahlmänner; sind fünf Wahlmänner zu Protest erheben, so ergibt sich von selbst, daß der Bogen überspannt wählen, kommen auf die erste und dritte Abteilung je zwei Wahl worden ist. Soweit der Nürnberger Beschluß unzweckmäßig ist, männer, auf die zweite Abteilung aber nur ein Wahl- hätte sich bei ruhigem flugen Vorgehen im nächsten Jahre eine Korrektur erreichen lassen. Wer dies bezweckt, muß allerdings vers Da es aber jedem Wähler freisteht, ob er, falls meiden, diejenigen zu reizen und zu brüsfieren, die er für seine der Parteien bei den Urwahlen zum in feiner Stlassenabteilung zwei Wahlmänner zu wählen find, nur Anschauungen gewinnen will. Der Zweck der Erklärung der 66 Südeinem seine Stimme geben will, so entsteht eine Reihe schwer fest- deutschen wäre am sichersten erreicht worden, wenn nach dem Parteizustellender Verschiebungen, die das Gesamtbild verwischen. Ferner tage so wenig als irgend möglich darüber gesprochen worden ist diesmal die Zahl der Wähler, deren Parteistellung als" unbekannt" wäre. Wer sich aber einredet, mit einer gefünftelten AusIn Nr. 206 des„ Vorwärts" veröffentlichten wir eine furze, bezeichnet wird, auf 6 Prozent aller Stimmen gestiegen, ein Um- legung dieser Erklärung und mit der Genehmigung derselben durch borläufige Uebersicht über die amtliche Zusammenstellung des stand, der weniger im Verschulden einzelner Parteien liegt, als viel Parteiversammlungen den Parteibeschluß aus der Welt geschafft zu Ergebnisses der letzten Urwahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus mehr in der politischen Unkenntnis vieler Wahlvorsteher, die den haben, der kennt die auf jahrzehntelanger Schulung beruhenden nach der Stadteinteilung. Eine genaue Feststellung ist auch heute Befähigungsnachweis für ihr Amt schlecht erbracht haben; denn bei Es ist ein Unding, 22 Tage an einer großen Diskussion teilzuStimmungen der organisierten Parteigenossen Deutschlands nicht. noch nicht möglich, da in den einzelnen Urwahlbezirken und-Ab- einiger Gewissenhaftigkeit und Umsicht hätte sich die Parteistellung nehmen, den Parteitag zu beschwören, er möge so und nicht anders teilungen nicht immer die gleiche Zahl von Wahlmännern zu wählen der Wahlmänner meist recht wohl feststellen lassen. Trog aller beschließen, zum Schluß aber zu erklären, alles was da geschehen, war. Im ganzen waren 1425 Urwahlbezirke vorhanden, und zwar Mängel ist jedoch die Zusammenstellung der Resultate der Urwahlen, gehe einen nichts an. Welche Stimmungen eine solche Taltit aus 455 Drei-, Vier- und Fünfmänner- Bezirke, während 970 je 6 Wahl- nach den einzelnen Kreisen geordnet, von größtem Interesse, wie die löst, davon zeugt der vom Stettiner Parteiblatt bereits gemachte männer zu wählen hatten. Bei der Wahl von drei Wahlmännern nachfolgende Uebersicht über die Beteiligung der einzelnen Urwahlen Vorschlag, außerordentlichen Parteitag einzuberufen, entfällt auf jede Abteilung( Klasse) ein Wahlmann; sind vier Wahl- zum Abgeordnetenhause zeigt: um dem schädigenden Treiben" der füddeutschen Genossen ein Ende zu machen. Ein wirklicher Realpolitiker, der mit den gegebenen Un Summ. Verhältnissen rechnet, wird den Nespekt, den die Parteigenossen Abteilung II auch in Süddeutschland! den Parteitagsbeschlüssen entgegengültige abge Stim bringen, nicht einfach ignorieren. Wer aber die Bedeutung dieses gebenen Faktors fennt und trotzdem in der Weise, wie es geschehen, gegen foz. konf. unbet. Wähler haben Tib. foz. tons. unb. men Stimm. den Parteitag und die Einheit der Partei demonstriert, der erweckt 100 18595 den Anschein, als ob es ihm mehr um die Lostrennung einer selb 112 20179 ständigen Gruppe von der großen Parteiorganisation zu tun ist 54 26094 wie um eine glückliche Lösung der Streitfrage der Budgetbewilligung. 28. K. Aus Stuttgart wird uns dazu geschrieben: Wahlbez: Ein ge Getragene stimmt Wähler haben lib. Abteilung III 1 25452 2 25963 3 26326 12588 4 24643 12257 5 26802 16391 6 40663 20787 7 37199 29149 8 45271 19564 fonf. unbet. Wähler foz. 8923 5544 6447 9622 50998659 3642 15947 2799 17818 973 28098] 3762 33848 2734 31903 3944 27972 Ein getragene Ge stimmt Abteilung I 89 19 der ge Eins Getragene ftimmt haben lib. 36 2 1141 23 70 1396 2432 2801 1248 1532 2426 1230 2513 1234 1290 2988 2965 1661 1690 1861 4131 2004 2447 5493 1279 3543 8180 4176 2925 4459 24 146 260 438 314 954 872 4220 221 608 96 548 164 572 8 343 524 322 538 11 410 664 24 60 25 68 10 21 341 648 409 745 7 5 587 811 546 590 311 9 84 50 26934 56 37296 2132 8900 4681 2457 4823 4065 6970 3302 3310 1905 36 9 34014 20117 10 46560 21828 11 26576 16024 1330 34657 35 8029 32092 1277 27123 102 2831 3542 7841 4310 973 9065 5419 1574 6669 59 4711 206 8646 3437 5037 4840 1109 917 7537 6747 477 natl. 1257 3561 1443 26 51 1133 1009 1176 730 1082 915 1496 32 1285 1000 1309 422 natl. 1383 1451 657 968 159 679 982 160 687 1167 46 893 736 566 795 1127 292 826 704 629 12 63 27 12 35088 17240 2777 23849 3238 221182 || 2233 137 natl. 764 43172 867 388 414 423 268 13955571195490 41910 288415, 696122034 75048| 41129 24307 39831| 2167 6051 12119 7434| 9133 2627 619 96921791445922 1) Einschließlich 477 nationalliberale Stimmen. 2) Einschließlich 422 nationalliberale Stimmen. ³) Einschließlich 137 nationalliberale Stimmen. Insgesamt sind in den drei Abteilungen für die einzelnen Barteien Stimmen abgegeben worden: > Wahl Iteis. Frei- demo- ferva befannt Sozial Nonjinn fratie tiv Es haben in Prozenten erhalten Un Sa Frei finn II III IV 7600 6601 1716 2678 6927 9108 2808 1336 5996 16925 5991 18697 39 3173 2207 VIII IX X XI 3090 34499 XII 2842 32629 13 1812 7655 38466 47 133 46301 16 83 6173 36886 29 3204 46292 13 80 8421 29923 140 4822 43306 19 70 3640 41892 117 2045 47694 8 88 12593 37421 141 248 50403 24 74 2067 39656 8 87 4422 27824 4697 5193 42136 10 66 75850 330871 9747| 28918* 445922 17 74 2 6 infl. 1036 Nationalliberale. 18595 41 36 20179 34 45 26094 23 65 26934 22 70 37296 8 88 9 14 6 11 482841714252 " Für die Parteidisziplin. Verwahrung einen 146 46301 Der Artikel des Landtagsabgeordneten Genossen W. K. 223 46292 Tegt Zeugnis davon ab, daß auch in den Kreisen der süd162 43306 deutschen Parlamentarier die Erkenntnis aufdämmert, daß alle 23 157 233 47694 Versuche, Parteitagsbeschlüsse einseitig außer Kraft zu sehen, 13 10 155 50403 124 39656 ein verfehltes Unternehmen" sind. Das eiserne Band, das 150 die Sozialdemokratie Deutschlands umschlingt, das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Unterdrückten und Enterbten, gechevet im Feuer des Sozialistengejezes, täglich neu gestählt durch gemeinsame Not und gemeinsamen Stampf gegen einen fest geschlossenen Feind, ist denn doch zu stark, als daß etwaige Sprengungsversuche Erfolg haben könnten. Den norddeutschen Genossen kann nur geraten werden, die Sachlage nicht nach den Preßorganen in München und Nürnberg zu Der gestern von uns auf Grund telephonischer Meldung beurteilen. Auch vor unbedachter Heftigkeit sich zu hüten. Die auszugsweise wiedergegebene Artikel des Genossen W. K. in der Gesundung muß von innen heraus kommen. Und die südSchwäbischen Zagwacht", der den Titel„ Ein deutschen Parteigenossen sind Mauns genug, alle Verder Partei zu Soz. Kons. Unbet. verfehltes Beginnen" führt, lautet wörtlich: suche, die Einheit sprengen, zurüdzuweisen. Man lasse sich doch nicht täuschen durch Der Beschluß des Nürnberger Parteitags zur Budgetfrage hat die: ,, 95 Prozent der Genossen die Partei in einen wenig befriedigenden Zustand versetzt. Eine Behauptungen wie starke Gruppe von Parteitagsmitgliedern hat sich veranlagt gesehen, stehen in der Budgetfrage hinter uns Parlamentariern!" As gegen diesen Beschluß sofort feierlich ein- ungeheuerliche Uebertreibung" bezeichnete ein Redner in zulegen. Bedauerlich bleibt, daß sich die Parteileitung den Fürth, der Residenz des Genossen Segiz, diese Behauptung Verständigungsbemühungen einer Anzahl mittel- und norddeutscher des Führers der bayerischen Parlamentarier auf dem NürnParteigenossen und namhafter Gewerkschaftsführer, die troß aus- berger Parteitage. Die Württemberger Genossen denken erst drücklicher Ablehnung der von den süddeutschen Landtagsfraktionen recht nicht daran, eine besondere Gruppe außerhalb der Geberteidigten Budgetzustimmung den Frieden in der Partei herstellen samtparteiorganisation zu bilden. Was will es besagen, wenn wollten, nicht angeschlossen hat. Hätte sie es getan, so würde ein z. B. eine Parteiversammlung in Vaihingen( WürttemBeschluß zustande gekommen sein, der in seiner praktischen Wirkung berg) sich voll und ganz" auf den Boden der Erklärung zu demselben Ergebnis geführt hätte, wie es der Zweck des nun zu stande gekommenen ist und mit dem die ganze Partei bei allseitigem der" 66" stellt, ein„ welterschütterndes Ereignis", das guten Willen auf geraume Zeit hätte auskommen fönnen. Der nun von der bürgerlichen Presse vom Bodensee bis zum Nordseemehrige Beschluß dagegen ist im Moment seiner Geburt angefochten strande schmunzelnd registriert wird. Und dabei haben ganze worden und wird sich eines langen Lebens nicht erfreuen. wohlgezählte 13 Genossen diese kräftige Resolution gefaßt. Diese Zahlen bedeuten einen völligen gu So wenig ich diesen Stand der Dinge begrüße, ebensowenig Schlauer haben es die Genossen in Nedarwaihingen fammenbruch des Freisinns" in Berlin. Nur in möchte ich dazu beitragen, aufs neue die heftigsten Kämpfe in der angefangen. Sie erklären sich mit den Beschlüssen des ParteiDiese Gefahr rüdt näher infolge der tages durchaus einverstanden und verpflichten jeden Genossen, einem einzigen reise ist ihre Stimmenzahl Bartei heraufzubeschwören. größer als die ber Sozialdemokraten, und auch hier auslegung, die von einigen füddeutschen Parteiblättern der Erklärung für die Einheit der Partei zu wirken. Um aber ihrem Landwürde höchstwahrscheinlich die Stimmenzahl unserer Partei jene der Seffen gegeben worden ist. der 66 Parteitagsdelegierten aus Bayern, Württemberg, Baden und Es ist rund herausgesagt worden, der tagskandidaten und auch dem Nürnberger Delegierten, der Freifinnigen überragen, wenn die Parteistellung der gewählten Parteitagsbeschluß habe für die Unterzeichner jener Erklärung ihnen den schönen Bericht erstattete, nicht wehe zu tun, erWahlmänner mit mehr Gewissenhaftigkeit festgestellt worden wäre. feine bindende. Kraft", das heißt, er bestehe für sie nicht zu flärten sie sich auch mit der Erklärung der 66" einEs ist ganz ohne Zweifel, der größte Teil der 29 000,, Unbekannten" Recht. Der bayerische Landesvorstand hat sich nachträglich mit verstanden. So haben beide Teile ihr Recht und der entfällt auf unsere Partei. Daß eine genaue Feststellung sehr wohl einer offiziellen Kundgebung der Erklärung angeschloffen und Friede im Verein ist gesichert. Ernstlich aber vor die möglich ist, zeigt das Wahlergebnis des sechsten Streises, in dem bei ihr die gleiche Auslegung gegeben. Man ist aber noch weiter Entscheidung gestellt, würden auch diese Genossen die Einheit 46 296 Stimmen nur 133 Stimmen unbekannt" geblieben sind, gegangen und hat deduziert, der Parteitag habe durch stillschweigende der Partei mit aller Kraft schüßen. während im ersten Kreise bei 18 595 Stimmen nicht weniger als Entgegennahme der Erklärung der 66 anerkannt, daß sein Beschluß Die Schlußsäße des in alle Einzelheiten eingeweihten für die 66 Süddeutschen nicht bestehe. Als ein Mitglied dieser füd2678 unbekannt" gewesen sein sollen. Eine wesentliche Schuld deutschen Gruppe muß ich diese Auffassung entschieden ablehnen und Genossen W. S. zeigen, wie ernst die Dinge sind. Leider! dürfte, wie schon erwähnt, die einseitige Zusammensetzung des Wahl- ich weiß, daß das gleich mir noch zahlreiche andere Unterzeichner So bitter diese Erkenntnis ist, ein Gutes wird sie vorstandes haben, denn wo unsere Parteigenossen im Wahlvorstande der Erklärung tun. Es war die taftvollste und politisch flügfte Tat doch zeitigen: Sie wird den Genossen allerorts zum faßen, tamen solche mangelhaften Angaben nicht vor. Zum Schluß dieses Parteitages, daß er die Erklärung der 66 süddeutschen Dele- Bewußtsein bringen, daß mehr für die theoretische und geben wir noch eine Uebersicht über das Verhältnis der Wahl von gierten stillschweigend entgegennahm. Die Erklärung hat auch in der praktische Schulung der Parteigenossen getan werden muß. ganzen Partei ihren Eindruck nicht verfehlt. Selbst die Parteiblätter, die Wichtiger noch als die Erringung von Mandaten ist die Auf1908 zur Wahl von 1903: sich beim Ausbruch der Budgetdebatte Mitte August am rabiatesten flärungs- und Erziehungsarbeit. Wir verkennen die Notbenahmen, besprachen nach Schluß des Parteitages den GesamtAbteil. Wähler 1908 " gestimmt rund Wähler III 395 557 195 490 50 II I Sa. 75043 12119 482 719 41 129 56 62 392 506 47 883 7327 502 447 716 7434 244 053 6589 1903 154 282 19 724 41 4774 65 178 780 40 " " eindruck mit Würde und Sachlichkeit. Das war ein erheblicher Er- wendigkeit und Nüßlichkeit der parlamentarischen Tätigkeit str. der Eingetr. davon haben Bros. Eingetr. babon haben Bros folg der für eine liberalere Behandlung der Budgetfrage ein- teineswegs. Die Arbeit unserer Genossen in den süddeutschen gestimmt rund tretenden füddeutschen Gruppe, und dieser Erfolg wäre wohl Parlamenten ist ja auch von allen Seiten bereitwilligst annoch größer gewesen, wenn in Nürnberg der Ton und die erkannt worden. Die Parteiorganisation ist aber denn doch 891 Stampfesart besonders der bayerischen Parteigenossen der auf dem noch mehr als eine Bruthenne für möglichst viele Parlaments. Parteitag herrschenden Stimmung Rechnung getragen hätte, statt tüfen. auf die Uebertöne, die vorher in der Presse laut geworden Die Erkenntnis brach sich Bahn, waren, abgestimmt zu werden. daß die schroffe Zurückweisung der von den süddeutschen LandtagsDie dritte Abteilung, vor allem aber die zweite, weist diesmal fraktionen vertretenen Anschauung dem Parteiinteresse nicht dienlich eine erheblich stärkere Beteiligung auf, als bei der Wahl im Jahre sei. Selbst im Parteivorstand war eine Ansicht vorherrschend, mit 1903, während in der ersten ein Rüdgang zu verzeichnen ist. Gegen der sich die 66 Unterzeichner jener Erklärung sehr wohl abfinden über 1903 hat unsere Partei einen Zuwachs von 102 000 fonnten und der Aufruf des Parteivorstandes war höchst tattboll Der dienstbare Zufall hat uns wieder einmal ein bedrucktes Stimmen zu verzeichnen, und das unter der öffentlichen gefaßt. Nun aber, nach den demonstrativen Kundgebungen einiger Stüd Papier zugeführt, das uns von der Tätigkeit des„ Reichs. Stimmenabgabe. Entschließt sich die Regierung nicht, das badischer und bayerischeer Parteiblätter und des bayerischen Landesvorstandes hat es den Anschein, als ob die ob die Er verbandes gegen die Sozialdemokratie"- gemeingeheime Wahlrecht einzuführen, so werden wir noch deutlicher zeigen, oberungen, die von den 66 Süddeutschen in nord- hin erhält er einen fürzeren, aber nicht sehr wohlflingenden daß man auch die öffentliche Wahl als Waffe gebrauchen kann. deutschen Parteifreifen gemacht worden waren, wieder gestört Titel allerlei Erbauliches erzählt. Das besagte Papier enthäl werden sollten. Benn schon Parteiblätter. wie das in Magdeburg einen Stundenplan und trägt als Titelaufbrud die Worte: -Staatlich reichsverbändlerifcher Lehrerdrill. 1:01 1 Nationalökottomisch- politischer AnsbildlltigZkilrsus für Lehrer veranstaltet vom Reichsvcröand gegen die Sozialdemokratie, Berlin SW. 11, Dessauerstr. 30. Leiter: Dr. Bovcnschcn. 28. September bis 10. Oktober 1908. Der Nnterrichtsplan ist wie solgt gestaltet: Montag, 28. September. 10 Uhr: ReichstagZabgeordneter Generalleutnant z. D. v. Licbert: 1. Begrühung. 2. Nationale Pflichten and Forderungen. 3 Uhr: Generalsekretär Ludwig Schaper: Das Erfurter Programm.— Diens- tag, 29. September. 9 Uhr: Landtagsabgeordneter Freiherr ».Zedlitz und Neukirch: Schulfragen.— Mittwoch. 30. September. 9 Uhr: Dr. I. B e ck e r: Sozialpolitische Fragen(Arbeiterversicherung: Reformvorschläge und weiterer Aus- bau dieser Gesetzgebung: Privatbeamtenversicheruug). 3 Uhr: Seminar- oberlehrer Dr. Clausnitz er: Praktische Nationalökonomie.— Donnerstag, 1. Oktober, 9 Uhr. Dr. I. Becker: Sozial- demokratische Konsumvereine, ihre wirtschaftliche und politische Bedeutung. 3 Uhr. Seminarobcrlchrcr Dr. Claus- nitzer: Praktische Nationalökonomie.— Freitag, 2. Oktober. Dr. I. Becker: Religion ist Privatsache.— Sonnabend, 3. Oktober, 9 Uhr. Dr. I. Becker: Die Arbeit des Rcichsverbandes gegen die Sozial- Demokratie. 3 Uhr. Generalsekretär Schaper: Die Arbeiterbewegung.— Montag, 5. Oktober, 9 Uhr. ReichStagsabgcordneter Generalleutnant z. D. v. Lieb er t: Die Ä-utsche Flotte. 3 Uhr: Seminaroberlchrer Dr. Claus- nitz er: Praktische Nationalökonomie.>— Dien s- t a g, 6, Oktober, 9 Uhr. Dr. Fr. Ludwig: Ausgewählte Kapitel aus der Finanzwissenschaft: Direkte Steuern. 3 Uhr. Generalsekretär Schaper: Sozialdemokratische Schlagworte.— Mittwoch, 7. Oktober, 9 Uhr. Dr. Fr. Ludwig: Indirekte Steuern.— Donnerstag, 8. Oktober, 9 Uhr. Dr. Fr. Ludwig: Die Reichsfinanzrcform. 3 Uhr. Seminaroberlehrer Dr. Clausniher: Praktische Nationalökonomie.— Freitag, 9. Oktober, 9 Uhr. Reichs- und Landtagsabgeordncter Dr. Otto Arendt: K o- lonialpolitik. 3 Uhr. ReichstagSabgeordnctcr Dr. Böhme: Sozialdemokratie und Landwirtschaft.— Sonnabend, 10 Oktober, 9 Uhr. Dr. Fricdr. Wcgcncr: Schule und Sozialdemokratie. 3 Uhr. Abschiedsfcier! Nach den Vorträgen findet regelmäßig Diskussion statt— Die Kurse werden nicht auf der Hauptstelle, sondern im Restaurant „Zum alten Askanier", Anhaltstr. 14 I, abgehalten. Der Reichsvcrband drillt also in 12 Tagen deutsche Bolksschul- kehrer zu politischen und nationalökonomischcn Sachverständigen, oder richtiger gesagt: zu Sozialistenvernichtern. Die Lehrer scheinen ihm zu dieser Arbeit offenbar ganz besonders berufen, denn er veranstaltet besondere Kurse für Lehrer. Ist Sas Angebot aus Lehrerkreisen für die Reichsverbandsarbeit so groß? Oder wird für die Hörerschaft der Liebert, v. Zedlitz, Schaper, Becker, Clausnitzer, Arendt, Böhme, und wie die Edlen noch heißen, auf andere Weise gesorgt? i Die Frage interessiert uns natürlich und wir möchten ge- naueres erfahren. Und wir hörten auf unsere Erkundigung, daß etwa 40 Lehrer aus allen Teilen Deutschlands an diesem Kursus teilnehmen, und daß ihm in Kürze ein zweiter für einen neuen Schub folgen wird. Urlaub erhalten die Lernbegierigen von ihren vorgesetzten Behörden ohne weiteres zu diesem edlen staatserhaltcn- den Zwecke— die Anregung aber zur Teilnahme an den Kursen geben die staatlichen Berwaltungsbehörden! Regie rungsorgane rekrutieren die� Teilnehmer aus der Lehrerschaft an den Kursen der Liebert urtd K o n f o r t e n l sMsnieren die, Lehrer, sich zur Ausbildung im Sozialistenvernichten zu melden. Die Vcrhfndung der�stiegicrungey chit dqnt Rcichsverhand ist seit dem Silbesterbries Vülows an Liebert etwas Gewohntes. Dessenungeachtet ist diese Vermittelung von Lehrern für die Drill- anstalt des Reichsverbandes ein schändlicher Skandal. Ein Ver- gehen an der Lehrerschaft wie am Volke. Ohne Schaden an seinem Charakter zu nehmen, kann kein Mensch durch die Drillanstalt des Reichsverbandes gehen, kann kein Mensch die skrupellose Miß- Handlung der Wahrheit, wie sie in allen Reichsverbandserzeug- nissen zutage tritt, demonstrieren sehen. Die Wirkung dieses Drills muß die Schule verderben, muß das Verhältnis von Schule und Proletarierhaus zu einem Kriegs- zustand machen. Das Ansehen der Lehrerschaft wird schweren Schaden leiden, wenn die Oeffentlichkeit erfährt, daß ein größerer Prozentsatz Reichsverbändler unter ihr ist und daß sich Lehrer be- sonders berufen fühlen, in Reich sverbandsweise gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen! Denn diese Kampfweise er- freut sich der Verurteilung aller anständigen Menschen ohne Unterschied der Parteil Die preußische und die sonstigen beteiligten deutschen Re- gierungen haben alle Veranlassung, die Oeffentlichkeit über ihre Stellung zu der Lehrerdrillanstalt des Reichsperbandes zu unter- richten.—- Die Regierung des Wördes. Man schreibt uns aus Warschau: Die Ruhe, die jetzt in Rußland herrscht, ist die Ruhe der Oberfläche des Meeres, in dessen Tiefe es unermüdlich wogt und braust. Mit den scheußlichsten Mitteln versucht die Re- gicrung. jede öffentliche Meinungsäußerung zu unterdrücken. Die Presse ist vollständig geknebelt. Von Versammlungen und Vereinen kann angesichts der Willkür der Polizei und dem verruchten Spionagesystem nicht die Rede sein. Selbst heimliche Zusammenkünfte sind außerordentlich erschwert und keinen Augenblick hören die Verhaftungen, die Folterungen, die Hinrichtungen auf. DerlegaleMordistinPerma- uenz erklärt. Je mehr nach der Unterdrückung des ersten Revoluttonsausbruchs sich die Uebermacht der Regierung befestigt, um so deutlicher tritt hervor, was das tiefste Wesen dieser Regierung ausmacht: das H e n k e r t u m. In dem Zentrum der Hölle der russischen Reaktton liegt Russisch-Polen. Hier an der Grenze von Westeuropa herrscht unumschränkt die Niedertracht des Verrats und die scheußlichste Grausamkeit eines entmenschten Gendarnieupöbels. In letzter Zeit überschreitet dieses System aber bereits die Grenzen dessen, was man selbst in Rußland noch für möglich gehalten hätte. Ueber dem in Fesseln geschlagenen Proletariat, über der verswmpften Bourgeoisie schwingt unaufhörlich der Henker sein blutiges Beil. Die Tättgkeit der zarischen Schergen durchläuft in der Regel drei Stadien. Sie beginnt mit der Provokation der Spitzel, setzt sich fort in der mit Folterungen verbundenen Untersuchungshaft und endet mit dem Kriegsgericht. Wenn die Franzosen von ihren Gendarmen meinen, sie kämen stets zu spät, so mag man von der russischen Polizei sagen, daß diese immer zu spät und nie an der richtigen Stelle erscheint. Ohne Bildung und Gewissen, ohne Kenntnis der Gesellschaft sind diese Polizisten niemals im stände, irgend etwas auf- zudecken. Infolgedessen � werden alle gerichtlichen VerHand- lungen auf Grund der Aussagen von provocateur s und Verrätern geführt. Die Verrätereien werden von den Gendarmen einerseits durch Gcldvcrsprechungen und Versicherung des Straferlasses erpreßt, andererseits durch Folterungen und Androhungen des Todes. Diese Mittel werden selbst dann wiederholt, wenn man alles, was der Verräter weiß, bereits erfahren hat. Gewöhnlich weiß er nicht allzuviel. Aber der Verräter muß weitere Aus- sagen machen, um dem Tode zu entgehen. So lügt er, um sein Leben zu retten. Nur unter dieser Bedingung erlassen ihm die Gendarmen die Fortsetzung der Folter oder den Tod; freilich entgeht er damit nicht immer der Besttafung der von ihm verratenen Genossen. Der mürbe gemachte Verräter wird dann von den Gendarmen durch die Straßen geführt. Er weist auf den einen oder den anderen Passanten hin. und ein neues unschuldiges Opfer ist in den Händen der Schergen. Denn das Wort eines solchen Provokateurs genügt dem russischen Kriegsgericht, um ein Todes- urteil zu fällen. In letzter Zeit erhielten die Provokatorcn ihr Honorar pro Köpf der Verratenen. Kein Wunder, wenn die Zahl der Verhaftungen und der unschuldigen Opfer ins Unermeßliche steigt. Viele verhaftete Revoluttonärc, denen der Verrat zu- gemutet wurde, weigerten sich lange, bis sie schließlich den fort- gesetzten Qualen der Folterungen, der künstlich verlängerten Angst vor der bevorstehenden Todesstrafe erlagen. Noch mehr aber ertrugen mutig und schweigend all' diese Grausamkeiten. Viele von ihnen starben den Heldentod. Die meisten Fälle von Folterungen sind verheimlicht" worden. In anderen gelang es, die Torturen gerichtlich nachzuweisen. Nicht nur in Warschau und Lodz, sondern auch in kleineren Städten, wie Kielce und Radom ist vor Gericht nachgewiesen worden, daß die polittschen Untersuchungsgefangcnen mit Peitschenhieben blutig geschlagen, daß auf den Fersen die Muskel durch Hiebe bloßgelegt, den Rippen entlang das Fleisch mit Rasiermessern heraus- geschnitten wurde. In die blutenden Wunden hat man Spiritus und ätzende Flüssigkeiten gegossen. So führt man die Untersuchung, um Material für die Verhandlungen vor dem Kriegsgericht zu schaffen. Die militärischen Richter führen das, was man von ihnen erwartet, ohne Kritik aus: von einer wirklichen Erforschung der Wahrheit, von einer ernstlichen gerichtlichen Untersuchung ist keine Rede. Auf diese Weise wurde eine ganze Reihe von Todesurteilen an Menschen vollstreckt, die mit der Revolution nicht das geringste zu tun hatten. Vergeblich machten die Parteien feierlich bekannt, daß die Angeklagten niemals mit ihnen in Be- rührung gestanden haben: die Regierung hatte be- schlössen, zu hängen, die Gendarmerie hatte das Material geliefert und die Kriegsgerichte dachten nicht daran, die Wahrheit festzustellen. Auf diese Weise wurden in Warschau iin letzten Monat mehr als fünfzig Todesurteile vollstreckt, wurden in Czenstochow zehn völlig Unschuldige erschossen, wurden in Radom zehn Bauern durch einen Provokateur Roman Wojcik angeklagt und erschossen. Für ein Todesurteil genügt eben die Aussage eines Denunzianten, diesen oder jenen Angeklagten gekannt zu haben. Als Beweis für die Teilnahme an einem Bahnüberfall reichte in einem Falle die Aussage eines zehnjährigen Kindes aus. um drei Leute wegen angeblicher Teilnahme zum Tode zu ver- urteilen und zu hängen! So versucht Warschaus Gencralgouverneur Skalon seinen Namen zu verewigen. Die Frage ist nur, ob dieses Uebcrmaß an Greueln nicht endlich sein Ende finden muß, ob nicht ein neuer Kampf entbrennen wird. Die Revo- lution ist nicht tot, irnd wenn die Regierung des Zaren einen neuen Ausbruch nnt voller Absicht heraufbeschwören wollte, sie könnte fürwahr keine besseren Mittel anwenden. Herr Stolypin ttägt sich wieder mit dem Plan einer neuen Anleihe. In wenigen Wochen wird er sich von neuem an das europäische Kapital wenden. Die kapitalistische Bourgeoisie Europas ist heute so entartet, daß die Dualen der Gefolterten, das Stöhnen der Gemarterten, das Todesröcheln der zum Galgen Geschleppten ungehört ver- hallt. Wenn es gilt, zu wählen zwischen der Menschlichkeit und der Verzinsung des Kapitals, so überlegt der Kapitalist keinen Moment, er wählt die Verzinsung. Aber vielleicht werden die europäischen Kapitalisten doch nachdenklich, wenn sie über- legen, wie unsich er eigentlich die lockende Verzinsung ist. Wollen sie wirklich einer Regierung ihr Geld leihen, die nur durch den fortgesetzten Mord, durch unerhörteste Grausamkeit und Infamie einen Zustand zu verlängern sucht, der unmöglich von Dauer sein kann? Wollen sie ihr Geld für die Fort- führung einer Politik hinauswerfen, die nur in eitler neuen fürchterlichen Katastrophe enden kann, die mit dem politischen auch den finanziellen Zusammenbruch dieses Systems bringen muß? politische debersicbt. Berlin, den 1. Oktober 1903. Die Grundprinzipien konservativer Steuerpolitik. Die Epigonen Hamntersteins in der Redaktion der„Kreuz- zeitung" sind sehr erbost über die von der Regierung vor- geschlagene Nachlaßsteuer, noch mehr aber über die von einem Teil der nationalliberalen Presse, vornehmlich der„Köln. Ztg.", empfohlene Einführung einer Reichsvermögenssteuer, und in diesem Zustand ärgerlicher Erregung plaudern sie un- vorsichtigerweise aus, von welchen edlen vaterländischen Ideen sich die Konservativen bei ihrer Stellungnahme zu den Steuer- Plänen des Reichsschatzamtes leiten lassen. Das Blatt der Hammer- und Kalcksteine schreibt nämlich wörtlich: „Die Popularitätsfrage verneinen wir sowohl bei der Nachlaß- steuer als auch bei der Reichsvermögenssteuer. Ja, wir find der Meinung, daß, so unwillig die Nachlahsteuer aufgenommen werden und so starke Erbitterung sie besonders auf dem Lande hervorrufen würde, die Vermögenssteuer wohl noch über, und zwar jahraus jahrein und auf die Dauer, wirken müßte. ES ist eine Berkennung der Volksstimmung, wenn man annimmt, in weiten Kreisen lege man den größten Wert darauf, daß die neuen Reichs st euern dem sozialen Gedanken Rechnung trügen. Daß die bemittelten Schichten so viel wie nur irgend möglich geschont werden, versteht sich von selbst. Bei den Abgaben auf Mafien- konsumariikel, die den Luxusverbrauch der breiten Mafien dar- stellen, hat es zudem jeder in Hand, sich mit der Steuerhöhe ein- zurichten. Die direkten Steuern aber drücken im wesentlichen auf die mittleren Stände; denn eine .wirksame" Progression vornehmen, hieße die Vermögensloufis- kation einleiten." Ein prächtiges Eingeständnis, das treffend illustriert, was die konservative Presse unter den von ihr mit Vorliebe ver- wendeten Ausdrücken„Volkswohl" und„Gemeinwohl" ver- steht. Offen gesteht in den obigen Zeilen das Blatt der preußischen Junker und Junkerburcaukratie ein: 1. daß es eine Verkennung der„Volksstimmung", d. h. der Sttmmung in den Reihen der Konservativen, sei, wenn man glaube, daß diese Kreise irgendwelchen Wert darauf legten, die Reichs st euer» hätten dem sozialen Gedanken Rechnung zu tragen; 2. daß es den Konservativen vor allem darauf ankommt, „so viel wie nur irgend möglich" die bemittelte»! Schichten zu schonen; 3. daß, da die Steuern auf Maffenkonsumarttkel, d. h. Branntwein, Bier, Tabak usw., weit mehr die unteren Volksschichten belasten, als die„mittleren Stände", sie vor den direkten Steuern entschieden den Vorzug verdienten. Das sind, wie die„Krcuzztg." in der Uebereilung offen zugesteht, die hehren Grundsätze, von denen aus die Konscr- vativen die Steucrvorschläge der Regierung beurteilen und von denen sie sich in ihrer eigenen Steuerpolitik leiten lassen. Alles Gerede von„nattonaler Wohlfahrt", von„Gemeinwohl",„vaterländischen Interessen" und„Er Haltung deutschen Familiensinnes" ist also nichts als Mumpitz zur Täuschung jener, die nicht alle werden. Nicht nur für den einstigen Chefredakteur der„Kreuzztg.", auch für seine Epigonen gilt das Wort der vielgeliebten Flora Gaß: „Komödianten seid Ihr doch alle!" Preußische Landräte als Abounentensammler. Die heiligsten Traditionen der preußischen Bureaukratie ver- körpern sich in den preußischen Landräten. So ein preußischer Land- rat kann,, nacht und leistet alles. Er ist das vielseitigste Geschöpf des großen Animalreiches, das der Welt durch die Arche Noah er- halten geblieben ist. Preußens Stolz und Zierde, dem leine Nation der Welt Gleichwertiges an die Seite zu stellen hat. Von seiner Vielseitigkeit zeugt folgendes Inserat, das in der „Kamminer Kreiszeitung" enthalten ist: „Ich brache auf die Wochenschrift.PommerscheS VolkSblait für Stadt und Land" aufmerksam. Das Blatt ist reich illustriert, bietet größere und kleinere Aufsätze über das politische und össent- liche Leben, sowie Romane und Erzählungen zur Belehrung und Unterhaltung und verdient als Familienblatt die weiteste Ver- breitung auf dem Lande. Den Herren Grundbesitzern insbesondere empfehle ich, ans das Blatt, das vierteljährlich nur 60 Pfennig kostet und durch die Post oder dirett vom Verlage Berlin SW., Großbeerenstr. 93, bezogen werden kann, für ihre Beamten und Arbeiter zu abonnieren. Probeexemplare können in meinem Bureau eingesehen werden. Kammin. den 23. September 1903. Der Landrat. v. Masiow. Der preußische Landrat sammelt in Pommern Abonnenten für eine in Berlin erscheinende dort aber völlig unbekannte Wochen- schriftl_ Die„Mistgabel" der berittenen Truppe. Von einem Leser des„Vorwärts" erhalten wir folgende Zuschrift: Wie ich aus der Nr. 226 des„Vorwärts" ersehe, sind Sie er« staunt, daß beim preußischen Militär die Finger als Mistgabel benutzt werden. Nun jeder Soldat einer berittenen Truppe wird Ihnen bestätigen können, daß solche Verwendung der Finger beim preußischen Kommiß etwas ganz Selbstverständliches ist. Während meiner Dienstzeit beim dritten Trainbataillon habe ich überhaupt keine Mstgabel zu sehen bekommen. Ich denke noch oft an Weih- nachten 1899. Früh morgens nach dem Stalldienst mußten särnt- liche Mannschaften antreten. Hinaus gingS zum Misthof unter Führung des Herrn Futtermeisters. Hier wurde uns erst klar, was eigentlich los war. Da nämlich der Misthaufen schon ziemlich hoch war. hatte die Stallwache schon längere Zeit den Mist nebenan auf- geschüttet. Das war nicht nach dem Geschmack des Hern: Futter- meisters. Gerade an. Weihnachtsfest fiel es dem Edlen ein, uns eine eigenarttge Ueberraschung zu bereiten. Wir mußten nämlich den ganzen Mist zu einem babylonischen Turm aufhäufen— alle? unter Verwendung der Hände als Mistgabel. Die Arbeit in der strengen Kälte dauerte mindestens eine halbe Stunde. Ein andereSmal war ein Pferd verdächtig, an der Brustseuche erkrankt zu sein. Sämtliche Pferde wurden ausquartiert, Mistwagcn wurden hineingeschoben und nun wurde der ganze Stallmist auf- geladen— an zirka 20 Fuhren, wobei die Hände wieder die Mist- gabel ersetzen mußten. Wenn ich diese Begebenheiten manchmal zu Freunden und Bekannten erzähle, so ernte ich gewöhnlich ein ungläubiges Lächeln; aber wahr sind sie doch. Ich bin ein Preuße, kennt Ihr meine Farben? Eine Freifinns-Kapazität. In einer vorgestern abend in Schönebcrg abgehaltenen libc- ralcn Versammlung charakterisierte Herr Barth den Führer der freisinnigen Volkspartei, den Abgeordneten Kopsch, folgendermaßen: „Ter Reichstags- und Landtagsabgeordnete Kopsch stellt einen Typus dar, für den man in Amerika die Bezeickmung Maschinenpolitiker hat.(Bravo l) Er sei der Typus des halbgebildeten Agitat.ors, der Geist und Kennt- nisse durch Rührigkeit zu ersetzen destrebt ist, der sich nicht mit Nachdenken über schwere politische Probleme aufhält, sondern mir den alten bewährten Parteifragen die geistigen Unkosten des politischen Geschäfts bestreitet. Solche Männer sind die Ver- breiter politischer Gedankenlosigkeit, sie repräsentieren in der Politik das rückständige Spießbürgertum, das seine Engherzigkeit mit freiheitlichen Phrasen zu drapieren liebt. Mit dem hohlen Pathos und den übertriebenen Gesten eines schlechten Provinzmimen suchen sie ihr immer bescheidener gewordenes Partcipublikum über die gemeinsame geistige Oede hinwegzutäuschen. Es ist begreiflich, daß diese Männer die Festhaltung ihrer Mandate für ihr Hauptziel an- sehen, denn diese Mandate sind die einzigen Beklei. dungs stücke ihrer geistigen Blöße."(Stürmischer Beifall.)_ Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. die— wie bereits kürzlich(gelegentlich der Zcppelinspende) gc- meldet— in Frankfurt a. M. in diesem Jahre einen Umfang angenommen hat, wie vielleicht seit 20 Jahren nicht, beantragte Genosse Dittmann namens der sozialdemokratischen Fraktion im Frankfurter Stadtparlament, den Magistrat zu«r- suchen: 1. zur Milderung der für den kommenden Winter zu erwartenden großen Arbeitslosigkeit und deren Folgen: a) alle städtischen Arbeiten beschleunigt in Angriff zu nehmen, und Vorbereitungen für außerordentliche Not. standsgrbcitcn zu treffen, sowie sich mit den übrigen Städtischen und ländlichen Gemeindeverwaltungen des Frank furter Wirtschaftsgebietes zur Jnangriffnahme ähnlicher Maßnahmen zu verständigen; b) rechtzeitig Vorsorge zu treffen, daß für Schuß und Unterfunft der hiesigen Obdachlosen in ausreichender Weise geeignete Maßnahmen getroffen werden, und zu diesem 3wvede zu gegebener Zeit städtische Mittel und Räume zur Verfügung zu stellen; c) dem Frankfurter Verein zur Speisung armer Schulkinder" eine einmalige außerordentliche Unterstübung von 10 000 Mart zu überweisen; d), den Frankfurter Gewerkschaftsorganisationen als Aequivalent für die Entlastung des städtischen Armenetate Zuschüsse zu ren Arbeitslosenuntertüßungs- Einrichtungen zu zahlen; 2. zur dauernden Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Wirkungen 3) in hen Etat fünftig und zwar erstmalig in den nächst jährigen Etat eine angemessene Summe für Notstandsarbeiten während der Wintermonate einzu sehen, und in Jahren guter Konjunktur, in denen keine Notstandsarbeiten erforderlich sein sollten, diese Summe zur Bildung eines Fonds für otstandsarbeiten zu verwenden; b) der Schaffung einer kommunalen Arbeitslosenversicherung näherzutreten, und zur Prüfung dieser Frage, sowie des ganzen Problems der Bekämpfung der Arbeitslosig keit der Einsehung einer gemischten Deputation laut § 66 des Gemeindeverfassungsgesetes 6uzuzustimmen; Türkei. Das jungtürkische Wahlprogramm. Aus Konstantinopel wird der" Times" folgendes Wahl. Programm der Jungtürken mitgeteilt: Ein niedliches Täuschungskunststück! Das Blatt verheimlicht man nur wünschen kann, die Bahnfrage, die durch das hißige Vor| vollständig die Aussaugung der unteren Volksschichten durch die gehen der bulgarischen Regierung entstanden ist, möge lokalisiert indirekten Steuern und Zölle, besonders durch die unter Mits bleiben. Mit einiger Nachgiebigkeit von seiten Bulgariens und der wirkung des Zentrums zustande gekommenen Lebensmittelsteuern. Türkei fönnte der Konflikt sehr rasch beigelegt sein. Ferner ist es nichts als ein berlogener Trid, wenn das Zentrumsblatt ohne nähere Ausführung schlechthin von einer Belastung der höheren Einkommen bis zu 12 Proz. spricht. Selbstverständlich wird kein Einkommen durch die staatliche Einkommensteuer mit 12 Broz. belastet; wenn irgendwo eine Belastung der höheren Eintommen und Vermögen bis zu 10-12 Broz. eintritt, dann find darin einbegriffen: sämtliche direkte Abgaben an Staat; Gemeinde und Kirche. Die hohen Kommunalumlagen und Kirchensteuern sind aber dort, wo die„ Köln. Volksztg." von den niedrigen Einkommen und ihrer Belastung mit nur 2 Broz. spricht, nicht einbegriffen, so daß auch hier die Argumentation des Zentrumsblattes wieder auf ein plumpes Täuschungsmanöver hinausläuft. Die Selbstbeschäftigung der Redakteure im Gefängnis. Der Genosse Ostar Hoffmann von der Elberfelder Freien Bresse" verbüßt seit dem 15. September im Elberfelder Gefängnis eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten, die ihm wegen Beleidigung der Elberfelder Polizeiverwaltung zudiftiert wurden. Er hatte sofort nach seinem Strafantritt die Gewährung von Selbstbeschäftigung und Selbst beköstigung beantragt, und der Gefängnisdirektor erklärte, den Antrag beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf zur Berücksichtigung empfehlen zu wollen. Daß das geschehen ist und der Direktor selbst auf die Zustimmung des Regierungspräsidenten gerechnet hat, ergibt sich daraus, daß dem Genossen Hoffmann beides vom ersten Tage ab gewährt wurde. Nun ist ihm wohl die Selbstbeföstigung geblieben, aber die Gewährung von Selbst beschäftigung hat der Regierungspräsident abgelehnt, und zwar unter der Begründung, daß Hoffmann zu oft vorbestraft sei. Diese Anordnung steht Nach langer Debatte, in der die Genossen Hüttmann, Ditt im Widerspruch zu dem, was bisher über die diesbezüglichen Vormann, Quard, Gräf und Zielowski den Antrag ausführlicher beschriften des Ministers bekanntgeworden ist. Hoffmann wird jetzt gründeten, wurde fast einstimmig beschlossen, die Vorschläge dem mit der Herstellung von Kleider haten beschäftigt! Im fozialpolitischen Ausschuß zur beschleunigten Beratung zu über- übrigen mag bemerkt sein, daß die vielen Vorstrafen", die Genosse weisen. Hoffmann sich als Redakteur zugezogen hat, in einem Monat Gefängnis und einigen Geldstrafen bestehen. c), gemeinsam mit dem Stadtverordnetenkollegium an Reich 3regierung und Reichstag eine Eingabe zu richter, bei der bevorstehenden Reform der Arbeiterversicherung gesetzgebung die reichsgesetzliche Arbeitslosenversicherung zur Einführung zu bringen. Volksschule und Religionsunterricht in Hamburg. Vor kurzem teilten wir mit, daß in Hamburg die Orthodoxen einen Aufruf erlassen hätten zur Gründung eines Seminars für Religionslehrer, die den mangelhaften" Religionsunterricht in den Volksschulen durch Privatkurse ergänzen sollen. Einer der Hauptrufer nach einer„ besseren" religiösen Dressur war bezeichnenderweise ein Oberlehrer Professor Dr. Hoppe, der behauptete, daß das Heiligste mit Füßen getreten und ein verlogener Religionsunterricht in den Volksschulen erteilt werde" Diese Agitation der Schwarzflaggen" hat die Oberschulbehörde auf den Plan gerufen. Es wurde ihr in der Sizung der Bürger schaft vom Mittwochabend Gelegenheit geboten, ihre Ansicht darüber tund zu tun. " Dr. Braband fragte an: Welche Stellung nimmt die Oberschulbehörde ein zu dem in jüngster Zeit von privater Seite geförderten Plan, ein christliches Seminar zu errichten?" Abgeordneter Hauptpastor Dr. Rode, Mitglied der Oberschulbehörde, ein sogenannter liberaler Geistlicher, weist die Angriffe, die in dem„ Aufruf zur Beschaffung christlicher Lehrkräfte für den öffentlichen Schulunterricht in Hamburg" und von Mitgliedern des„ Kirchlichen Vereins" erhoben worden sind, mit Entfchiedenheit zurüd. Die Oberschulbehörde dieser Beschluß ist von der Behörde einstimmig gefaßt ist in der Lage, mit den aus den staatlichen Seminaren hervorgehenden Lehrkräften den Religionsunterricht in den hamburgischen Staatsschulen erteilen zu lassen und wird auch in Zukunft an dem bisher von ihr befolgten Grundfake festhalten, den Religionslehrern unter Wahrung des Rechts ihrer persönlichen Ueberzeugung die Schonung der be rechtigten Empfindungen Andersdenkender zur Pflicht zu machen." Die Behörde werde nach wie vor ihre Lehrkräfte den staatlichen Seminaren entnehmen, und schon aus diesem Grunde kämen private Vorbereitungsanstalten für die Beschaffung staatlicher Lehrfräfte faum in Betracht. Was die vom Kirchlichen Verein geplanten„ Katechismusturse" betreffe, so werde die Oberschulbehörde gegen die Beteiligung staatlicher Lehrkräfte an ihnen einschreiten, sobald sich aus diesem Unterrichte Unzuträglichkeiten für die Schule ergäben. Eine Gesellschaft von Verleumdern hatte sich dieser Tage vor dem Schöffengericht in Straßburg zu verantworten. Vor einiger Zeit wurde der frühere Geschäftsführer der Zahlstelle des Bauhilfsarbeiterverbandes, Eugen Soh, feiner Stellung enthoben. Es hatten sich grobe Unregelmäßigkeiten herausgestellt. Die bürgerliche Presse nahm den ungetreuen Beamten gegen den„ Terrorismus" des Verbandes in Schub, um so mehr als Boh mit einigen Anhängern eine Sonderorganisation gründete, die allerdings bald wieder verschwand. Hoh aber versuchte die Aufmerksamkeit von seiner Person dadurch abzulenten, daß er den Gauleiter Fischer aus Mannheim beschuldigte, er habe, anstatt beim vorjährigen Streif im Bureau zu arbeiten, mit einer Prostituierten Streitgelder berpraßt, er habe mehr Dred am Steden wie er( oh), wegen Unregelmäßigkeiten sei Fischer aus Colmar und St. Johann weggejagt worden usw. Die Anhänger Hohs, Schwarz, Staub und Hohs Ehefrau, verbreiteten die Verleumdungen weiter. In der Verhandlung brach der angebotene Wahrheitsbeweis der Angeklagten elend zusammen. Sie wurden sämtlich verurteilt, Schwarz und Staub zu je 15 M., Gugen Hoh zu 25 M. und Frau Hoh zu 5 M. Geldstrafe. Die Strafen wurden nicht höher bemessen mit Rüdsicht auf die geringen Vermögensverhältnisse der Angeklagten.Oefterreich- Ungarn. Wieder eine Militärfalve. Zara, 1. Oktober. Nachdem es hier in letzter Zeit wiederholt zu fleineren Zusammenstößen zwischen 3ivit und Militär gekommen war, fand gestern eine größere Ausschreitung statt. Als abends eine Gruppe von Ausflüglern zur Stadt zurückkehrte, entstand ein Streit mit einer Patrouille bon Landwehrsoldaten, die zur Verhütung von Ausschreitungen ausgerückt waren. Aus der Menge fiel ein Rebol verschuß, worauf von der Patrouille einzelne Alarmschüsse abgegeben wurden. In den Nebengassen fielen weitere Revolverschüsse gegen eine von einem Stadettoffiziersstellvertreter befehligte Patrouille. Diese Patrouille Dr. Braband möchte am liebsten den Religionsunterricht gab hierauf eine Salve ab und verwundete zwei aus den Schulen entfernt wissen, wird darin aber von einem Mit- Bersonen. In der Stadt herrschte große Bewegung. Gegen glied seiner eigenen Frattion, einem Volksschulrektor, bekämpft. 11 Uhr nachts trat Ruhe ein. Um unvermeidlichen Gewissens- und anderen Konflikten aus dem Wege zu gehen, forderte Genosse Krause mit guten Gründen die gänzliche Beseitigung des Religionsunterrichts. Ein Dunkelmann machte noch einige Ausfälle gegen die „ radikalen Lehrer, die den Religionsunterricht beseitigen wollten", womit die Interpellation erledigt war. Flottenbau. Das Reichs- Marineamt hat der Werft Blohm u. Voß den Bau des großen Panzerfreuzers G übertragen, der ebenso wie der im vorigen Jahre an die gleiche Firma vergebene große Panzertreuzer E mit auf der Werft herzustellenden Turbinen ausgerüstet wird. Unermüdlich. 1. Das Kabinett soll dem Parlamente berantwort. ich sein; wenn die Minister keine Mehrheit im Parlamente erhalten, müssen sie zurücktreten. 2. Die Zahl der Senatoren soll höchstens ein Drittel der Bahl der Abgeordneten betragen. Artikel 62 der Verfassung, nach dem der Sultan die Senatoren ernennt, soll dahin abgeändert werden, daß zwei Drittel der Senatoren aus Volkswahlen hervorgehen sollen. 3. Jeder ottomanische Bürger im Alter von 20 Jahren sollohne Rüdsicht auf seine Vermögensverhältnisse das Stimm. recht erhalten. 4. Recht auf Gründung politischer Vereine, borauss gesetzt, daß sie tonstitutionelle Zwede berfolgen. 5. Seibstverwaltung für die Provinzen. 6. Die bisherigen Grenzen der Provinzen sind aufrechts zuerhalten, außer wenn das Parlament anders entscheidet, 7. Die Amtssprache ist türkisch. 8. Die Parlamentsabgeordneten sollen das Recht haben, Initiativanträge zu stellen. 9. Alle Bürger sind gleichberechtigt und haben auch die Pflicht, in der Armee zu dienen( allgemeine Wehrpflicht). 10. Religionsfreiheit wird anerkannt. 11. Neueinteilung der Armee und Flotte nach politischen und geographischen Gesichtspunkten. Die militärische Dienst. 3eit soll verkürzt werden. 12. Größere Garantien für die persönliche Freiheit. 13. Gesetzgebung über die Beziehungen zwischen Ar beitgebern und Arbeitnehmern, um industriellen Konflikten borzubeugen. 14. Den armen Bauern soll die Möglichkeit gegeben werden, Grund und Boden zu erwerben,- jedoch nicht auf Kosten der gegenwärtigen Landbefizer. 15. Reform der Steuerverwaltung. 16. Alle Schulen sollen unter Aufsicht des Staates gestellt werden. Paritätische Schulen sollen überall eröffnet werden, um allen ottomanischen Bürgern eine gleichmäßige Erziehung zu geben. Türkisch soll die Unterrichtssprache der Elementarschulen sein. Die Gründung von Lehrerseminaren, Handels-, Aderbauund Gewerbeschulen ist absolut notwendig. Ausschließlich religiöse Inftitutionen fallen nicht unter diese Forderung. 17. Maßregeln zu Förderung des Handels und des Ader. baues. Ein neuer Bahnstreik. Konstantinopel, 30. September. Die Streitenben der englischen Smyrna Aidinbahn sekten das Direktorium ab und bemächtigten sich gestern des gesamten Bahnbetriebes. Heute schritten ruppen gegen die Streikenden ein und berjagten sie. Der gesamte Bahnbetrieb ist bis zur Wiederherstellung normaler Verhältnisse von Truppen über nommen worden. London, 1. Oktober. Einer Reutermeldung aus Smyrna gufolge, haben die feitende hngestellten der Smyrnas idin- Gisenbahn die Truppen, die den Bugang zur Endstation bewachten, angegriffen und einen Soldaten bere wundet. Das Militär feuerte, tötete cinen Streifenden italienischer Nationalität und verwundete einen anderen. Eine neue Bandenorganisation? Frankfurt a. M., 30. September. Wie die Frankfurter Seitung" aus Sofia meldet, verschickt ein bisher unbekanntes bulgarisches Landeskomitee, an dessen Spitze zwei inaktive Generale, darunter Zontschew, stehen, einen Aufruf zur Bildung von lokalen Ausschüssen in allen Städten und Dörfern zum Zweck der Propaganda für die Unabhängigkeit Mazedoniens. Perfien. Die Ausschreibung der Wahlen. Budapest, 1. Oktober. Mehrere hundert Arbeiter beranstalteten auf den Straßen und gebungen zugunsten des allgemeinen Wahlrechts. Einige versuchten, den zum Zeheran, 1. Oktober. Der Schah hob den jüngsten WahlEmpfang des spanischen Stönigspaares errichteten Triumph- ferman auf und befahl dem Großwesir, die Wahlen auf bogen zu zerstören. Die Polizei mußte einschreiten, zahlreiche den 17. Ottober festzusehen, damit das Medschläs Verhaftungen wurden vorgenommen; mehrere Personen und der neugeschaffene Senat, wie anfänglich bestimmt, auf haben Verlegungen erlitten. den 14. November einberufen werden können. Das Geständnis. Amerika. Verstummt. Organisierte Beeinflussung der Gesetzgebung. Budapest, 1. Oktober. Der Minister des Innern Graf Arbeiterausbeutung in preußischen Staatsbetrieben. Andrassy sprach heute in der Klubfizung der Kossuthianer New York, 80. September. Präsident Roosevelt lehnt es Auf dem Staatsbahnhof in Rathenow ist ein Arbeitergesuch über die Wahlreform. Der Minister bestätigte dabei ab, auf Bryans lezten Brief zu antworten, da die Ausangeschlagen. Refletiert wird darin auf träftige, gesunde vollständig die bereits mitgeteilten Angaben unseres Partei- einanderschung dazu hinneige, persönlich zu werden. Arbeiter für den unterhaltungsdienst. Die organs über die geplante Infamie des Pluralitätswahlrechts. Bewerber müssen ihrer Militacpiicht genügt haben und dürfen Er gestand auch, daß es der Zweck der Pluralität sei, das nicht über 30 Jahre alt sein. Der Anfangslohn beträgt 2 Mart numerische Uebergewicht der Massen politisch unwirksam New York, 1. Oktober. Vertreter von Gesellschaften für Her 30 Pfennige pro Tag! Bei guter Führung und Leistung kann zu machen, um zu verhüten, daß die bisherigen Nutznießer stellung von Eisenbahnmaterial mit einem Kapital von insgesamt später Ueberführung in eine Beamtenstellung erfolgen. Wie sich bes Privilegs ihren politischen Einfluß verlieren. Damit hat hundert Millionen Dollars gründeten gestern eine Organisation, um ein Arbeiter mit 2,30 Mart Tagelohn gesund und kräftig erhalten der Minister selbst zugestanden, daß die Pluralität seinen den Eisenbahnen eine angemessene Behandlung seitens der Gesezfoll- zumal in einer Stadt wie Rathenow, wo enorme Wohnungsgebung der einzelnen Bundesstaaten zu sichern. und Lebensmittelteuerung herrscht, das ist das Geheimnis der Entwurf zu einer elenden Scheinreform stempelt. töniglichen preußischen Staatsbahnverwaltung, die mit diesem Arbeitergesuch zeigt, daß nicht nur politische, sondern auch sehr materielle Gründe sie veranlassen, den Eisenbahnarbeitern das Roalitionsrecht zu verweigern. Zentrum und direkte Steuern. Eine Enthüllung. Aus der Partei. Die Parteischule bat am Donnerstag, den dritten Kursus, ber vom 1. Oftober 1908 bis zum 31. März 1909 dauert, eröffnet. Nach einigen begrüßenden Worten. die der Obmann des Lehrerkollegiums, Genoffe Heinrich Schulz, an die Schüler richtete, wurde sofort mit der Budapest, 1. Oktober. Das Blatt Az Ujsag" veröffentlicht heute den authentischen Wortlaut des zwischen der Krone und der Koalitionsregierung zustande gekommenen Battes. In Angelegenheit des erhöhten Refrutentontingents Auf dem Delegiertentage der katholischen Arbeitervereine der wird betont, daß dieses der Legislative erst vorgelegt werden soll, Erzdiözese Köln, die den größten Teil der Rheinproving mit dem wenn die unbedingte Notwendigkeit eintritt. Das Blatt will nun Ruhrgebiet umfaßt, wurde wie die„ Kölnische Volkszeitung" in wissen, daß in der Thronrede oder während der Beratung der ihrer Nummer 841 mitteilt eine Resolution angenommen, die fich Delegationen eine Erklärung erfolgen werde, daß die Hindernille Lehr- und Lerntätigkeit begonnen. Der Lehrkörper der Schule und für die Annettierung Bosniens und der Herzego gegen eine weitere Belastung der unteren Einkommen mit win a beseitigt sind, unter Hinweis auf die möglichen Verwidedirekten Steuern wendet und die Erwartung ausspricht, daß die lungen bei der Annektierung. Dadurch würde nun der Fall der Steigerung der Steuern im wesentlichen die vermögenden Kreise unbedingten Notwendigkeit gegeben sein und die Erhöhung des treffe; zum mindesten müßten die Einkommen bis zu 3000 Mart Refrutenkontingents ausgesprochen werden. verschont bleiben. Die Zentrumsfraktion des Dreiklassenhauses wird ersucht, im Sinne dieser Beschlußfaffung zu wirken. Bulgarien. Der Konflikt mit der Türkei. die Unterrichtsfächer sind in der Hauptsache die gleichen wie im vorigen Rursus. Den nationalökonomischen Lehrstoff behandelt Ge noffin Rosa Luxemburg in 280 Stunden; die Geschichte der gesellschaftlichen Entwickelung hat wiederum Genosse Heinrich Cunow( mit 112 Stunden) übernommen; über die deutsche Geschichte seit dem Mittelalter trägt Genosse Franz Mehring in 96 Stunden vor; in den juristischen Lehrst off teilen sich die Genossen Artur Stadthagen( Arbeiterrecht, soziale Gesetzgebung, Gesetzgebung, Gesindeordnung und Verfassung mit 84 Stunden), Hugo Heinemann( Strafrecht, Strafprozeß Strafvollzug mit 40 Stunden) und Kurt Rosenfeld( bürgerliches Recht mit 40 Stunden), über Naturerkenntnis Die nämliche Kölnische Volkszeitung" das Organ der Trimborn, Bachem usw. brachte wenige Tage vorher an leitender Konstantinopel, 30. September. Die Pforte erklärt die Nachricht, Stelle einen Artikel, der dieser Forderung der katholischen Arbeiter daß der bulgarische diplomatische Agent Gefcho tv zurüdlehre, für direkt ins Gesicht schlägt. Die„ Ai Inische Volkszeitung" legte in unrichtig, da der Zwischenfall noch nicht geregelt sei.. dem Artikel dar, daß bei der geplanten preußischen Steuererhöhung Das Bautenminifterium teilt mit, daß wegen der Drient die unteren Stufen unmöglich verschont bleiben bahn mit der bulgarischen Regierung verhandelt wurde. tönnten. Es sei nicht angängig, die gesamte Erhöhung den Ein- Wie aus Paris gemeldet wird, hat Rußland den Vorschlag trägt in 40 Stunden Genosse Emanuel Wurm vor, der fommen von mehr als 10 000 Mart aufzuhalfen; die oberen gemacht, die Frage der Orientbahn den Signatarmächten auch das wesentlichste aus der Kommunalpolitik( zehn des Berliner Vertrages zur Entscheidung bor Steuerstufen würden ohnehin schon ungemein zulegen. Frankreich hat sich diesem Vorschlage angeschlossen. Stunden) behandeln wird; in den praktischen Lehrfächern des mündstart zur Steuerleistung herangezogen. Die unterste würde der russische Borschlag angenommen, so würde die Frage der lichen und schriftlichen Gedankenausdrucks und der Zeitungstechnik Stufe zahlt im ganzen 2 Prozent ihres Einkommens, die oberste Orientbahn zu einer europäischen Angelegenheit. Man hat aber unterrichtet in 144 Stunden Genosse Heinrich Schulz. Steuerstufe 12 Prozent. mit dem europäischen Konzert so schlechte Erfahrungen gemacht, daß Schülerzahl ist bei diesem Kursus auf 26 bemessen worden, bon Die den Schülern sind zwei von den Gewerkschaften( Bergarbeitern, und Maurern) auf die Parteischule entsandt worden. Mehring. Wendel, Bildungsarbeit. " bestimmter Absicht vorgenommen; man hält die Arbeiter für Faul pelze. Ein Familienvater, der zu Hause Frau und vier Kinder zu ernähren hatte, bemühte sich dringend um die Wiedereinstellung; seine Frau fam und bat, daß man ihren Mann doch wieder annehmen möchte. Aber es nüßte nichts; die Entlassung wurde nicht zurüdgenommen. Die Arbeitskollegen erbarmten sich der Notlage anderen Falle, als ein Mann, der in dem Betriebe alt geworden der Familie und sammelten 30 M. zur Unterstützung. In einem war, um seine Wiederbeschäftigung bat und auf die Not seiner Familie, besonders auf seine franke Frau, hinwies, antwortete der Direktor Kaiser faltblütig: Ach, was geht uns dies alles an!" Ginem Arbeiter, der an Magenbluten litt, wurde von der Betriebskaffe zuerst die verschriebene Medizin verweigert, weil sie zu teuer" fei, fie fonte angeblich 3 M. fosten. Der Arbeiter kaufte sich die Medizin selbst für 80 f., die ihm dann später von der Fabrit eintreten, denn er wird vorher ärztlich untersucht. Hat er Stasse bewilligt wurden. Als gesund muß jeder Arbeiter in die sich aber dann in der Fabrik eine Krankheit zugezogen, dann wird er zuerst rüdsichtslos behandelt und später entlassen. Aber nicht nur die Kranken, auch die Gesunden werden entlassen, wenn sie alt werden. Ein Mann von 57 Jahren, der 29 Jahre lang in Diensten der Firma stand, erhielt aus nichtiger Ursache, angeblich, weil seine Stolonne aufgelöst wurde, die Entlassung. Der noch rüstige Mann wurde bei der Direktion vorstellig und erbot sich, in Akkord zu arbeiten, um nur pro Stück seiner Leistung den Lohn zu verdienen. Es war vergeblich; man gab ihm den schlechten Rat, sich um eine Portierstelle" zu bemühen, man wollte ihn aber selbst auch als Wächter nicht im Dienst stellen. Dieser Mann gehörte dem Verbande nicht an, er hat sich nie um die Organisation gefümmert, jetzt steht er verlassen da. In der Schmiererei wurden mehrere alte Arbeiter entlassen und jüngere, ungeübte Leute eingestellt; die Folge war, daß drei Arbeiter in der Schmiererei schwer berunglückten. Unter den Arbeitern herrscht viel Erbitterung über diese Zustände in der nach außen so angesehenen Deutschen Waffenund Munitionsfabrik. Der Bildungsausschus hat mit der Publikation einer Sammlung von Einführungen in Dramen und Opern begonnen. Sie sollen bei Volfsvorstellungen, die von Arbeiterorganisationen veranstaltet werden, den Zuhörern als Hilfs mittel zum Verstehen und rechten Genießen des Gebotenen dienen. Der Preis ist deshalb für der Massenbezug sehr gering bemessen. Einzelhefte kosten im Buchhandel 10 Pf. Erschienen sind zunächſt: Schillers„ Kabale und Liebe", bearbeitet von Franz Jbsens„ Nora", bearbeitet von Konrad Schmidt, Rosenowskater Lampe", bearbeitet von Hermann Wagners, Tannhäuser", bearbeitet von Wilhelm Mante. Zu Maurenbrechers letter Rede haben sich zwei Parteiblätter fritisch geäußert. Das in Forst verbreitete Barteiorgan, die in Kottbus erscheinende Märkische Boltsstimme", schrieb: „ Diese von Maurenbrecher entwickelten Anschauungen müssen den Widerspruch jedes wirklichen Sozialdemokraten hervorrufen... Wir haben auf Grund der stark pointierten, eine der Parteitagsmajorität gewidmeten Kriegserklärung gleichenden Rede Maurenbrechers die feste Ueberzeugung gewonnen, daß in Süddeutschland von einigen einflußreichen" Genossen eine ganz neue„ Barteitaltit", mit neuer Arbeitsmethode in der Partei sowohl als auch den Gegnern gegenüber Blaz greifen soll. Und die Einleitung zu dieser funkelnagelneuen Taktik bildete die Budgetbewilligung. Und weiterhin gewannen wir die Ueberzeugung, daß die Arbeiterschaft, speziell in Bayern, auf diese neue, von der bisherigen Kampfmethode abweichende Parteitaktik zielbewußt vorbereitet werden soll. Zum Streit der Fensterputer. Die Herren Krahnert ,, RigEine Arbeiterschaft, die nach den Grundsägen der Parteischule und der norddeutschen Bildungsausschüsse herangebildet worden ist, könnte die füd- dorf, Donaustr. 112, und Töpfer, Rüdersdorfer Straße, ersuchen deutsche, von Maurenbrecher verkündete neue Parteitaktik nicht verstehen, uns um die Mitteilung, daß sie keine Streitarbeit für die Firma darum muß man in Bayern eine Bildungsschule einrichten, deren Lehr- Arnheim verrichten. methode auf die revisionistische Parteibetätigung zugeschnitten ist. Ueber die Tarifverhandlungen in der Gipfer- und ZementMan kann jetzt schon deutlich sehen, wohin die Reise geht. Wir branche erstattete a ese Bericht in einer am Mittwoch abgewerden auf die Angelegenheit zurückommen, uns fachlich mit den haltenen Versammlung der genannten Branche. Nachdem sich die Maurenbrecherschen Ausführungen auseinanderseßen und zugleich verige Versammlung mit dem Eintritt in Verhandlungen über etwaige Preßstimmen abdrucken. So lange die sozialdemokratische Bartei auf ihren Parteitagen noch nicht beschlossen hat, ins nationalfoziale Lager überzutreten, müssen die parteipolitischen Anschauungen der süddeutschen Revisionisten, deren Sprachorgan Maurenbrecher ist, auf das nachdrücklichste zurückgewiesen werden." Die, Bolts stimme" zu Frankfurt a. M. bemerkt: Das bedarf feines Kommentars, denn selbst ein Blinder greift mit Händen, daß hier fein Sozialdemokrat, sondern ein Rationalsozialer geredet hat. einen neuen Tarif einverstanden erklärt hat, verhandelte die Kommission in drei Sihungen mit den Unternehmern. Die Verhandlungen find noch nicht zum Abschluß gelangt. Ueber einzelne Punkte haben sich die Vertreter der Parteien bereits geeinigt, hinsichtlich anderer Punkte bestehen noch Differenzen. Diese erstrecken sich besonders auf die Lohnfäße der Hilfsarbeiter, sowie auf die Art der Arbeiten, welche unter den Bertrag fallen sollen. Nach den Vorschlägen der Unternehmer soll sich der Vertrag nur auf Hochbauten erstrecken, für Tiefbauten aber keine Geltung haben. Aber merkwürdiger noch als die persönlichen theoretischen An- Die Arbeiter fordern dagegen, daß Bahn-, Brücken-, Kanal-, fichten Maurenbrechers erscheint uns der Sag: Uns ist Strom- und Rammarbeiten ebenfalls unter den Vertrag fallen der Geduldsfaden jegt gerissen und es ist höchste Zeit, die Stellung sollen, wenigstens, soweit 3ementierer und Einschaler in Frage jener Theoretiker zu erschüttern. Nach dem Bericht der fommen. Da der alte Vertrag am 1. Oktober abgelaufen wäre, Leipziger Volkszeitung" lautet der Satz sogar:" Wir haben in den die Verhandlungen über den neuen Vertrag aber noch nicht abgeKreisen, in denen ich verkehre, beschlossen, der Welt zu zeigen, schlossen sind, so haben sich die Parteien dahin geeinigt, daß der daß die Tätigkeit der Theoretifer ein Ende haben muß." Wenn alte Vertrag noch bis zum 16. Oktober in Kraft bleibt. Die bis Mar Maurenbrecher hier nicht ganz ganz persönliche un iebt gepflogenen Verhandlungen sind mit dem Verband der Betonverantwortliche Rodomontaden vom Stapel gelassen, sondern und Eisenbeton- Baugeschäfte geführt worden, fie gelten also nur die Wahrheit gesagt hat, das ein unverhohlenes für die Betonbranche. Neuerdings haben sich auch die Unternehmer Eingeständnis, daß die Budgetbewilliger die Budgetbewilligung der Gipsbranche bereit erklärt, in Vertragsverhandlungen einzu nicht als als treten und ist deshalb der bisherige Vertrag auch für diese Branche eine zufällige taftische Frage, sondern einen prinzipiellen Vorstoß gegen die bis zum 16. Oktober verlängert worden. Parteigenoffen betrachtet haben, die sich mit einer Reformtaktik nicht. Der Referent machte darauf aufmerksam, daß sich nach dem befreunden können, Aber wir glauben daran nicht, sondern werfen 1. Oftober niemand eine Verschlechterung der Löhne gefallen lassen die Frage auf: Wer sind die„ uns“ und„ wir", in deren Namen solle. Eine Firma habe den Arbeitern bereits einen Revers borMaurenbrecher spricht? Jit er überhaupt von jemandem " fo autorisiert worden, so zu reden? wäre Wir hoffen, daß diefe Kundgebung Maurenbrechers ihre gründliche Desavonierung durch die süddeutschen Parlamentarier er fahren wird." Christlicher Terrorismus. Aehnlich den Kriegervereinen entwideln sich auch die katholis schen Arbeitervereine in Bayern, die meistens unterstüßungs- und geselligen Zwecken dienen sollen, zu Kampforganisationen gegen die moderne Arbeiterbewegung. Sie unterstüßen den Terrorismus der christlichen Gewerkschaften gegen die freien Arbeiterorgani Monaten viel genannten großen Eisenwerkes Marhütte bei Burgfationen. Besonders krag wird dies im Gebiet des in den letten Tengenfeld betrieben, wo die ungeheuerlichsten Zustände herrschen, müht hat. Er fand deshalb bei den gedrückten Arbeitern dieses um deren Abstellung sich der deutsche Metallarbeiterverband be Betriebes großen Anklang, sehr zum Kummer der Christlichen, die ihn mit allen Mitteln bekämpfen. Nun wurde auch der tatholische Arbeiterverein in Burglengenfeld gegen den Metallarbeiterverband mobil gemacht und eine Aktion eingeleitet, um zu diesem Zwecke wurde eine Alenderung der Statuten durch die Mitglieder des Vereins aus dem Verband herauszubringen. gesetzt, wonach den Mitgliedern die Zugehörigkeit zu einer freien Gewerkschaft versagt ist. Die betreffenden Mitglieder wurden aufgefordert, aus dem Verbande auszutreten oder Ausschluß aus dem katholischen Arbeiterverein zu gewärtigen. Es sind Leute dabei, die für den Verein jahrzehntelang ihre Beiträge bezahlt und Anspruch auf die Unterstüßungseinrichtungen haben. Keine Generalaussperrung der Glasarbeiter. Die allgemeine Aussperrung der Glasarbeiter, die gestern, am 1. Oktober perfekt werden sollte, wodurch mehr als 3000 Ar. beiter brotlos geworden wären, ist noch im lebten Augenblick vermieden worden. Es ist ein Tarifvertrag zwischen der Genossenschaft bayrischer Polierwerksbesizer" und dem Vertand der Glasarbeiter" abgeschlossen worden, der bis zum Jahre 1910 Geltung hat. Husland. Der Streik der Schwefelsieder von Catania und Giolitti droht dank der strupellosen Art und Weise, mit der das fizilianische Schwefelfonsortium Streitbrecher zusammentrommelt, au blutigen Zusammenstößen zu führen. Uebrigens ist ein Teil der toalierten Unternehmer zu Verhandlungen bereit; aber die scharf macherischen Schwefelgrubenbejizer der Proving Girgenti haben bisher jedes Entgegenkommen abgelehnt. De Felice, der unab hängige sozialistische Deputierte von Catania, hat über den Streit eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Giolitti gehabt. Giolitti hat an den Präfekten von Catania die gemessene Weisung depeschiert, nicht durch parteiische Begünstigung der Streifbrecher die Gefahr eines blutigen Konflittes herauf zubeschwören. Das ihm angebotene Schiedsrichteramt hat Giolitti abgeschlagen, weil das Angebot nur von der einen Seite, von den Arbeitern, ausgehe. Er hat sich aber bereit erklärt, eine Schiedskommission unter Vosiz des Landwirtschafts- und Handelsministers Cocco Ortu einzusehen, der zu diesem Zweck telegraphisch von Sardinien nach Rom gerufen wurde. Aus der Frauenbewegung. Klerikale Kindererziehung. Die Wiener Arbeiterinnen hielten fürzlich eine große Ver fammlung ab, in der Stellung genommen wurde zur Kindererziehung in den klerikalen Anstalten. Die Anflagen gegen die unter flöſterlicher Leitung stehenden Kindergärten und Spielschulen nehmen in letzter Zeit auffällig zu. Es ereignen sich ganz barbarische Mißhandlungen an den Kindern, und es hat sich der Frauen eine begreifliche Aufregung bemächtigt. Die Kinder werden geschlagen, in finstere Räume gesperrt, stundenlang müssen fie fnien, mit vorgestreckten Aermchen; Ohrfeigen gibt es, daß die Kinder bluten, und selbst Lysol wurde einem kleinen Mädchen in das Gesicht geschüttet, wovon die Narbe noch jetzt nach Monaten sichtbar ift. Ein Kind fonnte eine Mahlzeit nicht essen und da es dazu gezwungen wurde, erbrach es sich. Eine Nonne, eine„ barmherzige Schwester" mit dem Stock in der Hand, zwang das Kind, das Erbrochene bak der Arzt bestätigte, daß das sechsjährige Kind Striemen an verwieder zu sich zu nehmen. Kürzlich wurde ein Kind so geschlagen, schiedenen Körperteilen hat. Das Kind war in der Kirche gefallen und dafür die Züchtigung in der dunklen Kammer. Die Tabakarbeiterinnen, welche ihre Kinder meist in den Kindergärten bei den Nonnen haben, entschlossen sich spontan zu einem Protest und hielten an demselben Abend, als diese Mißhandlung eines Tabatarbeiterinnenfindes bekannt wurde, eine Versammlung ab, in der haarsträubende Dinge erzählt wurden. gelegt, durch deſſen Unterschrift sich die Arbeiter mit einer Lohnherabsetzung einverstanden erklären sollten. Diese Firma sei allerdings durch den Unternehmerverband darauf aufmerksam gemacht worden, daß ihr Verhalten nicht zulässig ist. Die Firma hat jedoch nur erklärt, daß sie keinen Arbeiter zur Unterschrift zwingen und fich überlegen werde, ob sie einem neuen Vertrage zustimmen wolle. Der Redner sagte ferner, es sei nicht ausgeschlossen, daß Genoffe Maurenbrecher hat die Tugend der Offenheit betwiesen. andere Firmen ebenfalls versuchen würden, die bestehenden Löhne Er hat unumwunden ausgesprochen, was andere lieber möglichst herabzusehen. Jedem derartigen Versuch müßten die Arbeiter unauffällig tun möchten. Insofern haben die Ausführungen Mauren- ganz entschieden entgegentreten, auch folle von jedem derartigen brechers ihre Bedeutung, Neues sagen sie indes nicht. Neugierig alle dem Sektionsvorstand sofort Mitteilung gemacht werden. Es müsse überall darauf gehalten werden, daß der alte Tarif, sind wir aber, wie Maurenbrecher und seine Leute der Welt zeigen welcher noch bis 16. Oftober gilt, nicht verletzt wird. Das Ver alles abzieht, was auf Konto der begreiflichen Aufregung werden, daß die Tätigkeit der Theoretiker ein Ende haben muß" halten der Kollegen, welche bei der Firma Müller, Marg u. Co. und wie sie den Arbeitern beweisen werden, daß die Epigonen von den Revers unterzeichneten, sei scharf zu verurteilen. Marg und Engels mit ihren theoretischen Anschauungen die Köpfe Gine Resolution wurde angenommen, welche im Sinne dieser verkleistern". Soll das etwa das neue Nürnberger Institut für Ausführungen gehalten ist und der Kommission das Bertrauen der Massenbildung den Arbeitern und der Welt beibringen? Die Nürn- Versammlung ausspricht. Ferner wurde die Kommission erberger Genossen, die das über sich ergehen lassen müssen, sind wirk- mächtigt, auch mit den Unternehmern der Gipsbranche über den lich zu bedauern. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Abschluß eines neuen Tarifs zu verhandeln. Mißstände, bei Schultheiß. Wenn man Brotest herauszufordern. Zudem kommt, daß die Generaldirektion fommt, fo bleibt noch immer genug übrig, um den schärften der Tabakregie diese klerikalen Kindererziehungsanstalten subventioniert, un den Arbeiterinnen eine Wohltat" zu erweisen. Die Arbeiterinnen wendeten sich dagegen und verlangten die Errichtung eigenerKindergärten und Kinderbewahranstalten unter weltlicher Zeitung. Nun haben sich den Tabalarbeiterinnen auch die anderen Arbeiter frauen angeschlossen und in einer großen Frauenversammlung wurde gegen die klerikalen Anstalten Stellung genommen und verlangt, daß Straffonto der Presse. Einer doppelten Beleidigung, In der vorigen Woche fand bei Habel eine vom Zentralvorstand die Stadt Wien, welche ebenfalls die klerikalen Kindergärten subfo berichtet man uns aus Halle a. S., sollten sich die Genossen, deutscher Brauereiarbeiter einberufene, von etwa 400 Arbeit- ventioniert, zugleich städtische Kindergärten in genügender Anzahl er Redakteure Thiele und Leopold vom„ Volksblatt" schuldig ge- nehmern der Schultheiß- Brauerei( Abteilung II) besuchte Betriebs- richten soll. Die sozialdemokratischen Vertreter im Wiener Gemeindemacht haben, die am Mittwoch vor dem Schöffengericht angeklagt versammlung statt. Dieselbe beschäftigte sich unter anderem auch rat wurden ersucht, diese Forderung zu vertreten. Freilich mit dem Wiener Gemeinderat ist es eine eigene Sache. waren. In Teuchern hatte im Oftober v. J. eine Versammlung mit dem letzten schweren Unfall, der sich in dem oben angeführten stattgefunden, in der Genosse Thiele das Verhalten eines Polizisten Betriebe ereignete. Dort mußte ein als Vize, d. h. zur Aushilfe Diese Frage wurde dort schon wiederholt erwähnt und einmal da in einem Meineidsprozeß scharf fritisierte. Auf Grund der Angaben auf 14 Tage, eingestellter Arbeiter während des Betriebes Wasser- mit abgetan, daß Kindergärten eine Unterstügung für faule Mütter" des Polizisten war ein Arbeiter Voigt, den man für unschuldig hielt, röhren anstreichen. Mahdorf, so heißt der Verunglückte, hatte feien und ein andermal sagte der durch seine„ klassischen" Aussprüche Bielohlawed: Kindergärten feien eine zu zivei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Von Thieles Rede kaum die Leiter ersteigen, als er von einer rotierenden Welle erfaßt weltberühmte" famen auch einige fritische Wendungen in das„ Voltsblatt". Obwohl und völlig entkleidet, tot herabgeschleudert wurde. Daß M. von der Unterstüßung der Kinderfabrik in Favoriten". Sozialdemokraten stellen Kinder in die Welt und die Gemeinde soll sie das Gericht nur formelle Beleidigung als vorliegend annahmi, bet, laß der Raum zwischen Welle und Röhren ungefähr achtzig erhalten. Das nur eine Probe für den grandiosen Geist, von dem Welle erfaßt werden konnte, ist nicht zu verwundern, wenn man wurden doch Strafen von 150 und 50 m. verhängt. bedenkt, Bentimeter beträgt. Kaum war der Tote entfernt, als der Befehl die Machthaber in der Wiener Kommune beherrscht sind. erteilt wurde, die Kleider des Entseelten von der Welle zu entfernen Der Kampf der Arbeiterfrauen um das, was für ihre Kinder und weiterzuarbeiten. Erst auf Eingreifen des Arbeiter notwendig und nüglich ist, fann dadurch freilich nicht aufgehalten ausschusses, der darauf hinwies, daß die Aufsichtsbehörde den Tat- werden. bestand aufnehmen müßte, wurde die Arbeit so lange eingestellt, bis die Polizei erſchien fache des Unglüds liegt und die weitere Arbeit gestattete. Die letzte Nachrichten und Depeschen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung! Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse der Konditoren, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen in Antreiberei. den fiel die Aeußerung: M. müßte geschlafen haben. Die anwesenden Zum Rendsburger Fabrikbrand. heute abend 8 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58-59. Kellerarbeiter fönnen aber bezeugen, daß M. taum die Leiter be= Rendsburg, 1. Oftober.( W. T. B.) Der Brand in der hiesigen Ta Hirsche, Hallische und Gelbe gemeinschaftlich unter hoher Pro- treten hatte, als das Unglüd geschah. Außerdem wurde in der Ver- chemischen Düngerfabrik ist dadurch entstanden, daß heute mittag tektion der Brinzipalität alles aufbieten, um die Kasse in ihre sammlung noch folgende Frage erörtert: Ist der Direktion die in der Entfettungsanlage ein Rohr platte, wodurch Benzoldämpfe Hände zu bekommen, so ist es Ehrenpflicht aller der Kasse ange- Behandlung der Arbeiter durch die Vorgesezten bekannt? Giniges nach außen traten und Feuer fingen. Die Flammen schlugen in zur Jllustration dieser Frage. Daß Herr Braumeister Fischel, die Anlage zurück, worauf eine Explosion erfolgte. Das Gebäude hörigen, großjährigen Berufsangehörigen, die auf freiheitlichem wenn er einem Arbeitnehmer einen Auftrag erteilen will, diesen und die Apparate wurden zum größten Teil zerstört. Nach kurzem Boden stehen, nur auch ihrerseits pünktlich zur Wahl zu erscheinen, zu sich heranpfeift, sei nur so nebenbei bemerkt. Daß aber der Herr Brande erfolgte eine nochmalige Explosion, da verschiedene Behälter um die Pläne der verbündeten Reaktion zu schanden zu machen und Inspektor Schubert sich erlaubt, zu sagen:„ Die Arbeiter müßten noch mit Benzol gefüllt waren. Sämtliche in der Anlage selbst bezu verhindern, daß die mühsam errungenen Verbesserungen unserer mit Reitpeitsche und Kandare zusammengeritten werden!", ist ein schäftigten Arbeiter tonnten glücklich ins Freie gelangen, jedoch Kasse wieder illusorisch gemacht werden können. Also tue jeder Beweis von der Unfähigkeit des Herrn Sch., mit Arbeitern zu ver- wurden mehrere in der Nähe des Gebäudes anwesende Personen seine Pflicht. Hoch die Solidarität! Ohne Krankenkassen- fchren. Für die Arbeiter ist es eine Aufforderung, unablässig be- durch Brandwunden teils mehr, teils weniger schwer verletzt. Ins buch fein Wahlrecht! Die Liste des Zentralver- müht zu sein, ihre Organisation, den Zentralverband deutscher gesamt haben 15 Verlegungen davongetragen, von denen 4 in bandes beginnt mit Ambos und endigt mit Brauereiarbeiter, auszubauen. In dem Augenblick, wo der lezte Lebensgefahr schweben. Der Betrieb wird mit Ausnahme der Ent Brauereiarbeiter, organisiert ist, wird nicht mehr gepfiffen und mit fettungsanlage weitergeführt werden. Die Verbandsleitung des Zentralverbandes. Reitpeitsche und Kandare geritten. Deutfches Reich. Blomte. Der verliebte Bater. Pfarrer und Kirchenkaffe. Aus der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik. Zweibrüden, 1. Oktober.( B. H.) Eeit Montag voriger Woche Wir brachten dieser Tage einen Bericht über zwei Betriebs- Die Küfer und Küfereihilfsarbeiter in Frankfurt a. M. und ist der protestantische Pfarrer Herzog in Schönau verschwunden. In bersammlungen der Arbeiter der Deutschen Waffen- und Hanau stehen in einer Lohnbewegung. Der vor zwei Jahren mit der Kirchenkasse sollen Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein. Munitionsfabrik. Mit den darin wiedergegebenen Klagen ist aber Weinfirmen abgeschlossene Vertrag wurde von den Arbeitern gekündigt leider nicht alles erschöpft, was die Arbeiter über Mißstände in dem und stellten diese Forderungen auf, die eine kleine Verbesserung begenannten Wert vorzubringen haben. Die Verwaltung der Be- deuten. Bei neunstündiger Arbeitszeit wird ein wöchentlicher Klausenburg, 1. Oftober.( B. H.) In einem hiesigen Hotel triebskrankenkasse wird von den Arbeitern heftig angegriffen; dem Minimallohn gefordert: für Küfer von 27 M., für Hilfsarbeiter von wurden der Piaristengeistliche Nicodem Szalay und die 20jährige Kassenführer Rindfleisch werden besonders viele Vorwürfe 24 M., steigend von Jahr zu Jahr um 1 M., bei ersteren bis zum Staffeehausfassiererin Ruszat mit schweren Kopfwunden aufgefunden. gemacht. Dieser Mann scheute sich nicht, zu erklären, daß franke Höchstlohn von 30 M., bei letzteren bis 27 M. Ueberstunden der Die polizeiliche Untersuchung hat ergeben, daß Szalay zuerst die Arbeiter nur aus Faulheit und um sich zu„ mästen" nach einer Rüfer sollen an Werktagen mit 70 Pf., an Sonn- und Feiertagen Kassiererin erschossen und dann sich zu töten versuchte. Das Mädchen Heilstätte sich senden ließen. Wer aus der Heilstätte zurüdfehrte, mit 80 Bf., die der Hilfsarbeiter mit 50 best. 70 Pf. pro Stunde ist tödlich verwundet. Der Geistliche starb auf dem Transport wurde bisher stets entlassen. Diese Entlassungen werden mit bezahlt werden. Inach dem Krankenhaus. Berantw. Redakt.: Georg Davidjohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 231. 25. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Türnberger Parteitag in der Parteipreffe. IX. „ Hessischer Boltsfreund"( Darmstadt): " der mit Freitag, 2. Oktober 1908. Gegenwarts politit größeres Gewicht beigelegt haben wollte. deutig zum Ausdruck bringt, daß die süddeutschen LandesAus allen diesen Debatten sind die Vertreter des Radikalismus als organisationen in erster Linie die Instanz für die Landespolitik Sieger hervorgegangen. In Dresden erzielte der auf die sind und daß die Entscheidung über die Budgetbewilligung auch theoretische Intransigenz sich stüßende Radikalismus seinen letzten nach dem Nürnberger Parteitag dem pflichtgemäßen Ermessen der großen Erfolg. Anscheinend ein Triumph, ein„ Jungbrunnen", aus verantwortlichen Landtagsfraktionen überlassen bleiben muß. dem die Partei neue verstärkte Kräfte schöpft, war dieser Triumph Es hat keinen praktischen Zweck, jetzt schon wie es der„ Vorwärts" Radikalismus. Die andeutet Beginn der Ueberwindung des über die Konsequenzen einer etwa fünftig zu erGeneralstreitsdebatte in Jena war nur die folgenden Zustimmung zum Budget sich zu äußern. Zunächst haben logische Folge der Debatten von Dresden. Der Generals die Parteigenossen das Wort, die darüber zu entscheiden haben Und in der Tat ist die Erklärung der 66 süddeutschen streik. die taktische Konsequenz aus der Zusammenbruchs- werden, ob sie mit der Haltung ihrer Delegierten einverstanden sind. Delegierten eher alles andere, als ein Pronunziamento( Aufstands- und Katastrophentheorie war das Rhodus, auf dem der Radikalis- Das weitere fann ruhig der Zukunft überlassen bleiben..." erklärung) gegen die Parteieinheit, als was die bürgerliche Presse sie mus tanzen mußte. Der Versuch ist mißlungen. Schon in MannFreie Presse"( Straßburg): hinzustellen sich bemüht. Wenn die Erklärung sagt, daß die Ent- heim wurde das praktische Ergebnis des Sieges von Dresden sangNoch immer hat es Meinungsverschiedenheiten über taktische scheidung über die Budgetabstimmung dem pflichtgemäßen Ermessen und klanglos zu Grabe getragen. Noch einmal hat der Radikalisder den Landesorganisationen verantwortlichen Landtagsfraktionen mus eine Kraftprobe gewagt. Die für jeden Boliter an sich Fragen in der Partei gegeben. Schon oft hat man die Taktik durch vorbehalten bleiben muß", so soll damit nicht gesagt werden, daß sehr bedeutungslose Budgetbewilligungsfrage wurde Beschlüsse festgelegt und oft hat man die Beschlüsse wieder auf nun die süddeutschen Delegierten den Beschluß des Parteitages in zum Anlaß einer erneuten Auseinandersetzung zwischen den gehoben, weil die Veränderung der politischen Verhältnisse eine Wir glauben, daß Trotz ihres Wider- beiden Richtungen genommen und der Budgetfrage einfach ignorieren wollen. sie wurde einer Aenderung der Taktik notwendig machte. spruches gegen den Parteitagsbeschluß werden die süddeutschen Heftigkeit geführt, die den schlimmsten Befürchtungen Raum es ähnlich gehen wird in der Frage der Budgetabstimmung. Aber Landtagsabgeordneten selbstverständlich bemüht sein, nach Mög- gab. In Nürnberg sollte der„ parlamentarische Stretinismus" bis zu einer weiteren Entscheidung darüber meinen auch wir, daß lichkeit jeden Konflikt in dieser Frage zu dieser Frage zu vermeiden. endgültig abgetan und mit„ glühenden Eisen ausgebrannt" werden. das erste Erfordernis der Schlagfertigkeit und imposanten, achtung Nichts lag den füddeutschen Delegierten auch ferner, als mit jener Es kam anders! Zwar hat der widerspruchsvolle Radikalismus ge- gebietenden Macht einer Partei die Einigkeit, die GeschlossenErklärung etwa fagen zu wollen, daß sie auf jenen Beschlußpfeifen" siegt, aber es war nur noch ein Pyrrhussieg, ein Sieg der heit, die Disziplin der Parteigenossen in Nord und Süd, Dst und tun wollen, was ihnen beliebt. Ueberlegenheit der größeren Zahl. und West ist. Nicht deshalb wurde in der Partei so oft gegen taktische Es war vorauszusehen, daß die Budgetbewilliger" und die Vorderhand ist die Bahn flar vorgezeichnet. Die VerschiedenVorschriften der Parteitage verstoßen, weil man sie nicht beachten hinter ihnen stehenden Delegierten in Nürnberg in der artigkeit der Auffassung über die strittige Frage ist dadurch wollte, sondern deshalb, weil man sie nicht beachten konnte. Minderheit sein werden. Allein, daß die Zahl die Zahl der aus nicht beseitigt. Sachlichen Erwägungen ist dadurch der Boden nicht Go drückt auch die Erklärung der 66 süddeutschen De- dem Norden entsandten Delegierten, die mit den Budget- entzogen. Gibt die politische Entwickelung den Befürwortern der fiaranten nicht die Absicht aus, daß sie den Beschluß des bewilligern" stimmen, eine so große sein werde und" daß die bedingten Budgetbewilligung recht, dann wird kein Parteitages nicht anerkennen wollen, sondern lediglich die Erkenntnis, Gewerkschaftsführer aus allen Gauen des Reiches fast geschlossen Parteigenosse es ihnen verargen, wenn sie mit dem Wunsche auf daß das politische Leben Situationen schaffen wird, in welchem man mit der Mehrheit der süddeutschen Delegierten stimmten, das war eine Aenderung oder Aufhebung des Beschlusses vor einen zujene taftische Borschrift; in jedem Falle das Budget abzulehnen, es, was man nicht voraussehen konnte und was dem Resultat der fünftigen Parteitag treten. Aber bis dahin heißt es Disziplin nicht wird anerkennen tönnen. Die Abgabe jener Erklärung von Abstimmung über die Resolution des Parteivorstandes und der halten. seiten der süddeutschen Delegierten war also lediglich ein aus der Kontrollkommission den Stempel aufdrückte. Das Märchen, als ob praktischen Erfahrung des parlamentarischen Kampfes geflossener es sich bei dem ganzen Streite der über die Budgetbewilligung Aft parteigenössischer Ehrlichkeit und fein Pronunziamento gegen die war nur ein Symptom lediglich um eine Aktion einer HandEinheit der Partei." voll revisionistischer Wirrköpfe" handelte, ist endgültig widerlegt. An dieser Tatsache ändern alle Feststellungen" nichts mehr. Der Kampf um eine fonsequente, von der Theorie des Zusammenbruchs unbeeinflußten Taktik muß durchgefochten werden, törichter als die Meinung, in sich berechtigte Strömungen innerdarüber helfen alle Reden und Resolutionen nicht hinweg. Nichts halb flärt. Bolkszeitung"( Mainz): Der Türnberger Parteitag in den Organisationen. führte Genosse Dr. Duard u. a. aus: In einer gutbesuchten Parteiverfammlung zu Frankfurt a. M. Es wurde von den meisten Befürwortern der Budgetubstimmung ganz richtig darauf hingewiesen, daß es sich um eine reine Bwvedmaßigkeitsfrage handele, in der man von Fall zu Fall entscheiden müsse. einer Partei ließen sich durch Mehrheitsbeschlüsse aus Alles was die Bayern und Badenser zur Begründung ihrer Was hat man in der Partei nicht schon alles für Prinzip erFrüher lehnte es die Partei prinzipiell ab, sich an der Welt schaffen. Der Beschluß des Nürnberger Barteitages Bustimmung zum Budget auf dem Parteitag vorgebracht haben, hat Kommunal- oder Landtagswahlen zu beteiligen, die unter einem durfte nicht gefaßt werden. Nicht deshalb, weil er die füddeutschen mich nicht davon überzeugt, daß diese Zustimmung notwendig war. indirekten Wahlsystem ausgefochten werden mußten, weil hierdurch Genossen einfach majorisiert und das Gewicht ihrer Gründe Bebels Referat stand im schroffen Gegensatz zu der Art, in der nicht der Vollswille rein zum Ausdruck gebracht werde. Nach und ignoriert. Das wäre nicht das schlimmste, obwohl es bedauerlich die Budgetfrage vom Vorwärts" und Leipziger Volkszeitung" benach ist man doch zur Beteiligung an solchen Wahlen gekommen genug ist, wenn eine demokratische Partei einer so großen Minder- handelt worden ist. Es wirft sich die Frage auf, ob die Partei und hat in vielen Staaten das dirette Wahlrecht zu erzwingen heit, die ganze Landsmannschaften umfaßt, nicht genügend Rechnung eine solche Belastungsprobe, daß vorher mit Kanonen geschossen und vermocht. Die preußischen Genossen waren es, die sich am längsten trägt. Viel schlimmer ist es, daß dieser Beschluß, so wie er von nachher ruhig und sachlich verhandelt wird, vertragen tann. aus„ prinziptellen" Gründen einer Beteiligung an der Landtagswahl der Mehrheit interpretiert wurde, schlechterdings nicht aufrecht zu Frohmes Resolution erschien mir handbarer als die des Parteiift, wenn die Partei nicht schweren Schaden vorstandes, weil sie den Weg angab, wie man sich aus Schwierigwidersetzt haben und erst dem Drängen insbesondere der süd- erhalten Darüber hat die Mehrheit der süddeutschen keiten dieser Art heraushelfen kann. Mir ist es unratsam erdeutschen Genoffen ist es zu verdanken, daß die Preußen ihr falsches erleiden soll. im frischen Zorn ein neues Gesetz für das VerBrinzip aufgoben und sich ebenfalls Eingang in ihr Dreiflassenparlament Delegation zu Nürnberg feinen Zweifel aufkommen lassen. Die schienen, erfämpften. Wenn man die unbedingte Budgetablehnung jetzt auch übergroße Mehrheit der jüddeutschen Parteigenossen teilt diese halten der Abgeordneten zu schaffen. Die Festlegung für die polizum Prinzip erhebt, so bedeutet das nach unserer Meinung ge- Auffassung. Auch darüber wurde die Mehrheit des Parteitages fische Zukunft ist ein politischer Nonsens. gebenenfalls nur eine bedeutende Erschwerung der Agitation, nicht im Untlaren gelassen. Wenn sie troßdem anstatt die Rejo Segiz und Nimmerfall hat die Resolution Frohme zu Fall gebracht, ohne der Partei irgend etwas zu nügen, noch dem Klassenstaat zu lution& rohme zu akzetieren, die eine Verſtändigung von Fall zu nachdem aber nun die Resolution des Parteivorstandes angenommen Fall ermöglichte, die Resolution des Parteivorstandes akzeptierte, so wurde, ist die Resolution der 66 nicht zu billigen. Dem in einigen ichaden. hat fie damit zugleich auch die Verantwortung für die Gewerkschaftsblättern zum Ausdruck gebrachten Gedanken, daß die Diese Erklärung( der 66) wurde von einem großen Teil des Folgen dieses Beschlusses auf sich genommen. Der Beschluß des Parlamentarier völlig freie Hand in der Entscheidung von taktischen Barteitages mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Damit haben die Nürnberger Parteitages über die Frage der Budgetbewilligung be- Fragen haben müßten, tönne er nicht zustimmen. In der Diskussion meinte Genosse Cohen, die Budgetsüddeutschen Parlamentarier ausgedrückt, daß sie gegebenenbeutet teine Entscheidung, die Frage ist nicht endgültig falls durch die Verhältnisse gezwungen sein erledigt, sie konnte, so wie die Dinge liegen, überhaupt nicht ent- bewilliger feien auf dem Parteitage zu gut weggekommen. tönnen, nach gewissenhafter Prüfung doch einem schieben" werden. Die Erklärung der 66 füddeutschen Delegierten, fritisierte, daß Genosse Quard gegen die Resolution des ParteiBudget im ganzen ihre Zustimmung zu geben. die vom Parteitage stillschweigend entgegen genommen wurde, läßt vorstandes gestimmt hat, denn es habe sich ja gar nicht mehr um die Es ist ganz selbstverständlich, daß diese Frage eingehend von Fall über die Sachlage selbst keinen Zweifel aufkommen. So selbstverständlich Frage der Budgetbewilligung gehandelt, sondern um das höchste, zu Fall peinlich zu erwägen sein wird. Unsere Abgeordneten haben ist es, daß die Vertreter der Partei in den süddeutschen Barlamenten was wir haben, um die Parteidisziplin. Wer gegen die damit eben ausgedrückt, daß sie stets bereit sind, den Willen des den Anschauungen und Wünschen der Mehrheit des Parteitages Vorstandsresolution gestimmt habe, habe ein Verbrechen an der Parteitages zu respektieren, gleichzeitig aber offen darauf hin- nach Möglichkeit Rechnung tragen, ebenso selbstverständlich ist, daß Parteidisziplin begangen. Genosse Brühne, Mitglied der Kontrollkommission, bemerkte: gewiesen, daß es Möglichkeiten geben kann, in denen pflichtgemäß auch fünftig wie bisher ihre Entscheidungen über die Zustimmung ein Abweichen sich nicht umgehen läßt." Das Verhalten von oder Ablehnung des Etats dem pflichtgemäßen Ermessen" Frank und Hildenbrand hätten Neigung gezeigt, dem Parteivorstand der einzelnen Fraktionen überlassen bleiben muß. Eine Bindung entgegenzukommen, aber Segiz habe erklärt, daß sich die Bayern ,, Volksfreund"( Karlsruhe): mußten die süddeutschen Abgeordneten schon im Hinblick auf die nicht fügen werden. Wenn man Beschlüsse fassen wolle event. den Seine große Bedeutung gewinnt der Nürnberger Parteitag verfassungsrechtlichen Bestimmungen ablehnen, ganz ab- Parteitag zu verlassen was die Süddeutschen vorgehabt hätten Jom parteigeschichtlichen Standpunkt aus, man muß ihn gesehen von anderen Gründen, vor allem denen ihrer Ueber- so stelle man sich außerhalb der Partei. im Zusammenhang mit den anderen Parteitagen, auf welchen partei- eugung. Es ist schlechterdings ein Ding der Unmöglichkeit, die Genosse Parteisekretär Dittmann polemisierte gegen taktische Auseinandersetzungen stattfanden, beurteilen. Stuttgart, speziellen Angelegenheiten der Landespolitit von außen Quards Anschauung, daß die Nürnberger Resolution die Lübecker 2übed, Hannover, Dresden, Jena, Mannheim. her dirigieren und bestimmen zu wollen.... verschärfe, diese Auffassung sei ganz falsch. Auch sei es nicht richtig, Auf allen diesen Parteitagen fämpfte die theoretische Intransigenz Demgegenüber blieb der Mehrheit der süddeutschen Dele- daß nur der Vorfall Segiz- Nimmerfall die Frohmesche Resolution zu gegen den Geist der„ Rebellion", das heißt gegen jene Richtung in gation nichts anderes übrig, als jene Erklärung abzugeben, die in Fall gebracht habe, die Mehrheit hätte trotzdem der Vorstandsresolution unserer Partei, die der praktischen auf positive Erfolge gerichteten der Form verbindlich, in der Sache aber klar und unzwei- zugestimmt, denn sie wolle Klarheit schaffen. Der Verfuch der GeKleines feuilleton. Herren Professoren, die Künstler mit Medaillen und Großkreuzen wenn der Motor in Gang gebracht werden konnte. Dies zeigte sich scheinen ihm die besten zu sein und allein der Teilnahme wert. Er ließ auch auf der Fahrt nach Mainz. Wir hatten morgens die Sonne dem Großherzog von Baden sagen, daß er die Vertreter der akademischen Kunst in sein Komitee aufnehmen möge. Der Großherzog legte sein Amt nieder, und die Künstler, die er zusammen gebracht hatte, gingen auseinander... So ging dieser Einfall von Säbel und Stiefel in das Gebiet der Kunst aus. im Rücken, um Mittag kam eine Schwenkung nach Norden und die Sonne bestrahlte wiederum das hintere Ende des Fahrzeuges. Nun Kaiserliche Kunst. Daß Wilhelm II. in Kunstsachen seine eigene zeigte die Spitze des Fahrzeuges nach unten, da das hintere Ende Anschauung, man fann auch sagen, seinen eigenen imperialistischen durch den steigenden Gasverlust zu leicht und nach oben getrieben Stil hat, ist zur Genüge bekannt. Seine Zeichnungen( mit und ohne wurde. Es wollte mit den Motoren nicht gelingen, die hintere. Inadfußsche Zutaten) gegen allerlei dräuende Gewalten, als welche Jetzt jammert die bürgerliche Presse, die in Kunstfachen leider Spitze nach abwärts zu drücken. Als wir dann den Rhein entlang bald die sogen. Mächte des Umsturzes, bald die Völker des fernen immer noch nicht ganz kaiserlich ist, über solchen Kabinettseingriff fuhren, war nur noch ein Motor im Gang, beim anderen Motor Asiens angesprochen wurden, find in Land und Stadt verbreitet in private Angelegenheiten, über den Schaden, der damit anges war ein Rädchen gebrochen. Wir mußten auf den Rhein herunter worden. Und sind zur dauernden Erinnerung im Hohenzollernmuseum richtet wird. Und versteigt sich gar zu der Aufforderung an die gehen. Die Landung gelang vorzüglich. ( bei 25 Pf. Entree) ausgestellt. Bauten, Denkmäler, Uniformen Künstler, sie sollten Großherzöge und ähnliche Leute ungeschoren Um die Fahrt fortseßen zu können, mußte soviel wie möglich zeigen die Spuren faiserlicher Stunstbetätigung. Wie viele Entwürfe lassen und frei zu sein wagen. Ein anderes Blatt meint, infolge Ballast abgeladen und die Nachtkühle abgewartet werden. Dann der privilegierten Künstler sind von Wilhelm II. abgeändert und des kaiserlichen Boykotts sei eine würdige Vertretung deutscher Kunst wurde die Fahrt fortgesetzt und ging auch vollständig glatt von seinen Intentionen gemäß umgestaltet worden. Die Stadt, die nicht mehr möglich gewesen. usw. statten, über Mainz hin und zurück bis über Mannheim: da ver cinen Hohenzollern zu Fuß darzustellen wagen sollte, tann, wie Die kaiserliche Kunst ist also auf der ganzen Linie siegreich. fagte der vordere Motor vollständig. Sein Lager war aus Swinemünde, ihre Huldigung für sich behalten; kein Kaiser nimmt Was zu erwarten war. geschmolzen und wir konnten nur noch mit einem Motor weiter fie entgegen. Und so sind denn immerhin verschiedene Orte ohne fahren. Wir hatten jedoch genug Benzin, und so konnten wir Wilhelm den Großen, weil ihre Bewohner die Unvorsichtigkeit be- Zeppelin über seine große Fahrt. Auf der diesjährigen Aus- ruhig in langsamer Fahrt abwarten, was geschehen würde. Die gingen, ohne faiserliche Genehmigung Denkmäler zu bestellen, die schußsihung des Deutschen Museums von Meisterwerken Nacht war sehr dunkel, aber es gelang uns doch, in seemännischer ie nachher nicht aufzustellen wagten. Ein Patriotismus, der im für Naturwissenschaft und Technik, die am 1. Oktober in München Weise uns zu orientieren. Aber wir wurden wiederum in sehr stillen blühen muß. tagte, ergriff das neue Vorstandsmitglied, Graf Zeppelin, das große Höhe getrieben, und mußten wir Gas entlassen, um nicht Man erinnert sich an die energischen kaiserlichen Reden gegen Wort. Er dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und ging noch höher zu steigen. So ging die Fahrt über Stuttgart in die Gossenkunst( oder so ähnlich) der Sezession und was dergleichen dann zu einer Darlegung der Lehren über, die sich aus seiner ziemlich beträchtlicher Höhe hin. Dann machte sich eine bedeutend mehr ist. Man weiß nachgerade, was kaiserliche Kunst ist und was Fahrt am 4. und 5. August herleiten. Die Ausfahrt vollzog sich stärkere Luftströmung bemerkbar und wir erkannten, daß wir mit Da das Bürgertum so schwach ist, macht die vom führte er aus unter günstigen Bedingungen. Alle Organe des dem einen Motor nicht mehr vorwärts kommen könnten. Ja, wir staiser protegierte Stunft sich auf allen Ausstellungen, in allen Fahrzeuges funktionierten nach Wunsch. Die Witterungsverhältnisse tamen sogar rückwärts. Das wollten wir nicht und deshalb beKonkurrenzen breit und feiert ihre Triumphe überall dort, waren für die Jahreszeit günstig. Es sollte in 24stündiger Fahrt schlossen wir die Landung. Wir mußten also landen und neue wohin kaiserliche Macht reicht. Es war unter Ludwig XIV. Mainz erreicht und mindestens 700 Kilometer Wegs zurückgelegt Mittel versuchen, um die Fahrt fortseßen zu können. Auch diese laum anders. Das Inland hatte sich damit abgefunden, daß es fich werden. Es war stets angezweifelt, daß man mit einem solchen Landung vollzog sich vollständig glatt, ohne auch nur der geringsten zu ohnmächtig glaubte, etwas daran zu ändern. Warum sollte starren und großen Fahrzeug vollkommen sicher und ruhig auf Schädigung an irgend einem Teile. Dann trat das Unglück ein, diese Kunst nicht auch im Auslande ihre Macht nußen, um ihre festes Land heruntergehen könne. Der Rhein ist ja kein festes daß eine blößlich sich erhebende Sturmwelle herankam und das Sache zu fördern? So geschah denn, was ein Pariser Blatt unwider- Rand, aber immerhin ist auch dieses Landen ganz ruhig vollzogen Fahrzeug fortriß. Dann ging das Fahrzeug noch eine Weile sprochen meldet: worden und noch viel ruhiger das Landen bei Echterdingen. Alle weiter, bis es sich schon brennend in einer Baumgruppe festfuhr. Der( Pariser) Herbstfalon steht vor der Eröffnung. Wir werden Berechnungen, die wir im voraus aufgestellt hatten, haben sich be- Es handelt sich nun darum, zu wissen, ob dieses unglückliche Vordie Abteilung deutscher Kunst, die angekündigt worden war, nicht in stätigt. Wenn das Programm durch zweimaliges unbeabsichtigtes fommnis zu vermeiden war oder nicht. Nach meiner Ansicht war ihm finden. Die Schuld daran trägt Wilhelm II. Die besten Landen gestört wurde, so muß man sich die Gründe vergegen- es zu vermeiden. Wenn wir genug Erfahrung gehabt hätten, so deutschen Künstler hatten schon ihre Beteiligung versprochen und wärtigen. Man muß vor allen Dingen damit rechnen, daß die hätten wir gewußt, daß wir mit dem einen Motor gut hätten der Großherzog von Baden hatte das Protektorat über diese fünft Tageswärme einen bedeutend größeren Auftrieb erzielt, während weiterfahren können. Ferner handelt es sich nun darum, tie man Terische Manifestation übernommen. Aber, wie sich von selbst ver- gleichzeitig durch den ständigen Betriebsmaterialverbrauch der diesen ungleichen Auftrieb durch reichliche Verlegung von Lasten steht, besteht die Gruppe, die sich rüstete, der Einladung unseres Ballast vermindert wird. Wollte man sich diesem Auftrieb ganz ausgleichen kann. Bisher hatten wir nur das hin- und herlaufende revolutionären Herbstsalons nachzukommen, besonders aus Malern preisgeben, so würde man soviel Gas verlieren, daß man später, Laufgewicht. Ich glaube, daß man dadurch, daß man die bisher der neuen Richtung. Die Klassiker jenseits des Rheins( ge- wenn man wieder in tiefere Schichten kommt, zu wenig Gas hätte. festgelegten Lasten, wie die Benzinbehälter, leicht transportabel meint sind wohl die preußischen Stiefelmaler. D. Red.) meinten Diesen Auftriebsunterschied muß man durch dynamische Kraft über- macht, einen Ausgleich schaffen kann. Ein anderes Mittel, das aber, daß sie auch in Paris vertreten sein müßten, und winden. Es handelt sich dabei um cine bedeutende Kraft, die man anwendet, um einen Uebergang von der Luftkühle in die als das Komitee, das sich schon gebildet hatte, sehr wenig überwunden werden muß. Das gelang auf der Schweizer Fahrt Tageswärme und einen Ausgleich zu schaffen, ist, daß man Laften aufgeneigt schien, sie aufzunehmen, brachten sie ihre Sache bis vor den ganz gut, solange die Motoren in Gang waren. Sobald ein Motor nimmt, womöglich Wasserballast. Die ganze Sache mit dem Ballast. Raiser. Der gab ihnen recht. Er ist in der Kunst wie in allem gestoppt werden mußte, wirkte der Auftrieb. Das Fahrzeug ging aufnehmen ist gar nicht so schwierig, es läßt sich das alles mit anderen für Rangordnung und Disziplin. Die offiziellen Maler, die in die Höhe und erreichte seine natürliche Schwebehöhe erst wieder, dynamischen Mitteln machen. So wäre die Landung auf dem nicht. tverkschastsfuhrer. den Süddeutschen zu sekundieren, sei auberordeut- lich bedauerlich. Dittmann unterbreitete folgende Resolution: „Die Partciversammlung erklärt sich nnt den Beschlüssen des Nürnberger Parteitages einverstanden. In dem Beschlüsse zur Budgctfrage erblickt die Versamnilung eine notwendige erneute Feststellung des Standpunktes, den die Gesamtpartei zum bürger- lichen Klassenstaat und zur sozialdemokratischen Beteiligung am Parlamentarismus auf Grund der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lage der Arbeiterklasse einnimmt und einnehmen muh." Da noch 14 Redner eingezeichnet waren, vertagte sich die Vcr- sammlung auf nächsten Dienstag. « In München erstatteten die Parteitagsdelegierten am Dienstag vor zirka 500 Genossen Bericht. Uebcr die Budgetfrage referierte Genosse Adolf Müller. Das Endergebnis des Partei- tages, meinte er, ließe viel zu wünschen übrig. Charakteristisch sei gewesen, daß der Parteivorstand schon mit einem fertigen Urteil in der Tasche nach Nürnberg gekommen sei, ohne erst die Diskussion abzuwarten. Eigentlich dürften die Genossen im bayerischen Landtag das Budget überhaupt nicht ablehnen, denn gerade die Ablehnung würde bei den bestehenden budgetrechtlichen Per- Hältnissen in Bayern ein Vertrauensvotum für die Re- gierung bedeuten. Die Regierung sei gezwungen, das an- genommene Finanzgcsctz auch auszuführen. Bei einer Ablehnung hingegen könnten die Minister mit den Mitteln, die das alte Finanzgesetz ihnen zur Verfügung stellte, nach eigenem Ermessen, in unkontrollierbarer Weise weiterwirtschaften. Man dürfe eben Bayern, einen fcheinkonstitutionellen Staat nicht mit dem demo- kratischen Ländern bei der Budgetbewilligungsfrage verwechseln. Die auf dem Parteitage abgegebene Erklärung der 60 Süddeutschen sowie auch die Veröffentlichung des bayerischen Landesvorstandes sei aus politisch-Laktischen Gründen notwendig gewesen. In der Diskusston vertrat ein Budgetbewilliger die Auffassung, daß es erforderlich gewesen wäre, bevor man für das Budget stimmte, auf dem bayerischen Parteitage die Frage zu regeln. Auch hätte es sich gehört, den Parteivorstand zur Stuttgarter 5konferenz einzuladen. An Gegnern der Budgetbewilligung hatten sich diesmal, im Gegensatz zur letzten Pacteiversammlung, die bor Nürnberg stattfand, mehrere zum Wort gemeldet, von denen aber nur einige zum Reden kamen, denn nach 12 Uhr wurde die Diskussion geschlossen. Eine Resolution, die sich mit den -Parteitagsbeschlüssen einverstanden erklärte und erwartet, daß die Beschlüsse respektiert werden, wurde gegen eine ansehnliche Minorität abgelehnt. Gegen zirka 20 Stimmen wurde dann eine Resolution angenommen, die sich mit der Haltung der Delegierten auf dem Parteitage, mit der Erklärung der 66 De- legierten und der des Landesvorstandes einverstanden erklärte. » In Bochum erklärte am Mittwoch in gut besuchter Ver- sammlung der Parteitagsdelegierte Genosse Bendler aus Herne, er werde niemals für ein« Budaetbcwilligung zu haben fein und habe daher auch für die Vorstandsresolution gestimmt. Er habe anfangs des lieben Friedens willen beabsichtigt, für die Resolution Frohme zu stimmen, sei aber dazu nicht in der Lage gewesen, nachdem die Süddeutschen die Deklaration Frohme nicht anerkannt hätten. Da die Meinung über die Budgctfrage im Kreise Bochum eine geteilte sei, verzichtete Redner auf Vorlegung einer Resolution und bat die Diskussionsredner, gleichfalls von der Ein- bringnng einer Resolution abzusehen. In der Diskussion traten die Genossen Abgeordneter Sachse und Redakteur Wetzker den Ausführungen Bendlers entgegen, während Genosse Kreitz sich auf den Standpunkt Bendlsrö stellte. Darauf wurde die Debatte auf Sonnabend vertagt......... In der zweiten Versammlung zu Dortmund, die am Mitt- .voch tagte und in der die Diskussion über die Budgetfrage fort- gesetzt wurde, billigten alle Redner den Beschluß des Parteitages und betonten die Notwendigkeit der Einigkeit der Partei. Gegen die Süddeutschen bezw. die Nevisionisten, die sich an den Beschluß nicht binden wollen, fielen scharfe Worte. Zum Schluß wurde folgende Resolution mit allen gegen vier Summen an- genomnien: „Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Partei- tages einverstanden und billigt vor allem auch die Entscheidung in der Butgctfrage. Die Versammlung spricht im Interesse der Ein- heit und Schlagkraft der Partei die bestimmte Erwartung aus,, daß alle sozialdemokratischen Landtags- fraktionell sich nach dieser Entscheidung richten loerden; deshalb bedauert die Versammlung auch die Aus- lcaung. die einzelne süddeutsche Politiker dem Beschlüsse gegeben haben, und die Erklärung des bayerischen Landes- Vorstandes auf das lebhafteste." Rhein zu vermeiden gewesen, toenn auch nicht die Landung bei Echterdingen. Weshalb der Motor defekt wurde, ist nicht auf- geklärt. Die Gründe dafür, daß das Fahrzeug sich bei Echterdingen loSriß, findet Zeppelin nicht in der mangelhaften Verankerung, sondern in dem plötzlichen starken Aufdruck. Dieser soll dadurch entstanden sein, daß die vielen Tansende von Zuschauern rings um das Luftschiff durch die Truppen in einer gcivissen Entfernung ge- halten wurden und so ringö um das Fahrzeug ein Wall sich bildete, aus dem der Sturnlwind nicht herauskonnte. Zeppelin fuhr fort: Man kann sagen, es war leichtsinnig, mit so wenig Erfahrung über- Haupt eine solche Fahrt zu unternehmen. Ich muß das vollständig zugeben. Es gibt noch eine ganze Reihe von Fragen, die wir praktisch noch nicht geprüft hatten. Aber ich wurde gedrängt durch meine Lage. Meine Mittel waren erschöpft, ich konnte nicht weiter- arbeiten, ich mußte es dahin bringen, daß mir möglichst bald das Fahrzeug abgenommen wurde. Ich brauchte Raum, um weiterbauen zu könneu. Den Raum habe ich ja nun. Auf der anderen Seite aber habe ich jetzt auch die Mittel. Mit der Versicherung, daß das deutsche Volk sich durch die Beschaffung weiterer Mittel um die Luft- fchiffahrt ein großes Verdienst erworben habe, schloß Zeppelin. Notize». — Theaterchronik. Im Neuen Schau spielhause werden am Freitag zu ermäßigten Preisen„Die Kinder der Exzellenz" aufgeführt. — Ein neues Stadttheater mit 000 Sitzplatzen wurde in K o t t b u 3 eingeweiht. Es ist bei einem Kostcnaufmande von 800 000 M. nach dem Entwurf des unvermeidlichen Charlottenburger Architekten Schring erbaut worden. — K u n st s ch a u. Im Gebäude der Sezession am Kur- fürstendamm wurde am Donnerstag die von zwei belgischen Gesell- schaften veranstaltete Ausstellung belgischer Kunst er- öffnet. Sie umfaßt an 260 Gemälde, graphische Sachen und Bild- werke. Wenn auch kein pollständiger Ueberblick über die belgische Malerei der letzten fünfzig Jahre geboten wird und auch manche Namen von gutem Klang nicht nach Gebühr vertreten sind, so ist doch aus Museen und Privatbesitz manches herangezogen, was man sonst nicht leicht beisammen sieht. — Befruchtung durch Elektrizität. In der Pariser Akademie der Wissenschaften erstattete Professor Delage Bericht über seine neuen Experimente künstlicher Befruchtung. Bereits vor einem Jahre war es ihm gelungen, Seeigcleier künstlich zu befruchten; sie haben sich vollkommen normal fortentwickelt; die ausgeschlüpften Tiere sind noch heute am Leben. Statt der chemischen Flüssigkeiten, die damals zur Anwendung kamen, lonrden jetzt mit der Elektrizität Versuche angestellt, und eS glückte, damit Keime zum Wachstum zu bringen. In einer stark besuchten Parteibersammlung zu W a n d'S b e ck (8. schleswig-holsteinischer Wahlkreis) wurde eine längere Resolution angenommen, deren wesentliche Sätze lauten: „... Sie(die Versammlung) erkennt den von den schleSlvig- holsteinischen Delegierten unterzeichneten Antrag Frohme zur Budget- bcwilligungsfrage an als wohlgemeinten und wohlerwogenen Ver- such, diese Frage zu einer befriedigenden Entscheidung zu bringen, erklärt sich aber im übrigen einverstanden mit dem Beschluß, den der Parteitag in dieser Frage gefaßt hat. Wir erachten, daß dieser Beschluß für die Taktik der Partei so lange unverbrüchliches Gesetz sein mutz, als er nicht durch den Beschluß eines späieren Parteitages beseitigt oder geändert wird. Die Versammlung erwartet bestimmt, daß alle Parteigenossen den Parteitagsbeschlüssen im Interesse der Disziplin und der Einheitlichkeit der Partei Rechnung tragen." Weiter verlangt die Resolution, daß Mcinungsdifferenzen, die in der Partei über prinzipielle oder taktische Fragen entstehen, in einer würdigen und objektiven, daS Ansehen der Partei nicht ge- fährdcnden Weise zum Austrag gebracht werden. Line Msifeierklsge gegen den Ijolzarbeiterverband. Vor eiw a zwei Jahren berichteten wir über einen vom Arbeit- geber schutzverband der Holzin du st rie Hamburg gegen den Holzarbeiterverband, die Ver- waltungs stelle Hamburg und gegen den da- maligen Vorsitzenden, Neu mann, eingeleitete Entschädigungsklage, hergeleitet aus der Be- teilig ung der Arbeiter an der Maifeier 1006. Jetzt ist dieser schon halb in Vergessenheit geratene Prozeß glücklich vor die zweite Instanz, das hanseatische Oberlandes- g e r i ch t, gebracht. Im Jahre 1003 kam zwischen beiden Faktoren ein Tarif- v e r l r a g zustande mit einer Geltungsdauer bis 1. April 1908. Der Vertrag sah eine Schlichtungskommission für Streitfälle vor, verbot die Arbeitseinstellung vor Entscheidung dieser Kommission und bestimmte ferner, daß während der Dauer des Vertrages von keiner Seite Forderungen irgendwelcher Art erhoben werden dürften. Als den Arbeitgebern bekannt wurde, daß die Arbeiter durch Ruhen- lassen der Arbeit den 1. Mai 1006 feiern wollten, drohten sie mit einer dreitägigen Aussperrung und diese Drohung wurde namentlich von den größeren Betrieben in die Tat umgesetzt. Um den Lohnausfall zu decken, verlangten die Arbeiter von dreizehn großen Betrieben eine Lohnerhöhung von 5 Pf. pro Stunde. Als Zessionar der dreizehn Firmen reichte der„Schutz- verband" gegen die Genannten die Klage ein. Er behauptete, sowohl der Gesamtverband wie die weiteren Beklagten hätten den Vertrag verletzt und seien für den entstandenen Schaden verant- wortlich und zwar ans den Zß 823 und 326 des B. G.-B. Die Be- klagten hätten die Arbeitseinstellung zur Feier des 1. Mai 1006 ohne vorherige Anrufung� der Schlichtungskommission, die Mehr- forderung von 5 Pf. pro Stunde, die Aussperrung der 13 Betriebe, die Ueberwachung des Arbeitsnachweises, die vorgekommenen Ge- walttätigkeiton und die Fernhaltung deS Zuzuges fremder Arbeiter in jeder Beziehung unterstützt»nd den Widerstand der Ar- bester, deren Lohnerhöhnngsanspruch dem Tarifvertrage wider- sprachen habe, namentlich dadurch gekräftigt, daß diesen auS- ständigen Arbeitern abseiten des Holzarbeiter-VerbandeS Geldunter- stützungen gezahlt seien. Für die klägerischen Ansprüche hafte Neu- mann, weil er den Vertrag im Namen des Holzarbeiterverbandes geschlossen habe. Der Klageanspruch wurde aus 6500 Mark be- messen und dabei betont, daß der wirkliche Schaden bedeutend höher sei, denn e i n Unternehmer habe allein eine Konventionalstrafe von 7000 M. zahlen müssen. Die Beklagten ließen durch ihren RechtSbeistand Dr. Türk- heim einwenden, die Zahlstelle Hambnrg-Altona sei nur ein Organ des an erster Stelle verklagten Verbandes und als solches rechts- unfähig. Der Gesamtverband habe den Vertrag weder gesckilossen noch genehmigt, hafte daher auch nicht wegen Verletzung desselben. Neumann habe nur für die hiesige Verwaltungsstelle gehandelt. Eine Vertragsverletzung durch Auszahlung der Arbeitslosennnter- stützung liege nicht vor, denn diese werde ohne Rücksicht aus den Grund der Arbeitslosigkeit bezahlt. Die Vertragsverletzung sei vielmehr>von den klägerischen Zedenten begangen, die ihre Arbeiter wegen der Maifeier gemaßregelt hätten. Beklagte hätten während der Differenzen strenge Neutralität geübt. Die Zivilkammer Vlll de 8 Landgerichts Hamburg wies die Klage gegen die Verwaltungsstelle Hamburg ab. weil diese als Organ des Holzarbeiterverbandes nicht parteisähig sei, dagegen wurde der Anspruch gegen die beiden anderen Beklagten dem Grunde nach für berechtigt erklärt. Aus dem Umstände. daß der Vertrag die Unterschrist trägt: „Für den Deutschen Holzarbeitcrverband, Verwaltungs- stelle Hamburg- Altona: Adam Nenmann, Vorsitzender", wie aus der Einleitung:„Zwischen den Vertretern der nachstehend benannten Organisationen wurde unter dem heutigen Datum fol- gender Vertrag vereinbart", folgert das Gericht, daß damit nicht die Verwaltungsstelle, sondern der Holzarbeiterverband ge- meint sei. Bei der Bedeutung eines solchen Vertrage« habe die Zentralverwaltung genau Bescheid gewußt. Nicht die Betet- ligung an der Maifeier, sondern die Forderung e.ines höheren Lohnes während der Vertragszeit bilde den Kontraktbruch. Die Beklagten legten gegen dies auffällig fehlsame Urteil Be- r u f u n g ein. Sie erbrachten den Nachweis, daß weder der Gesamt- verband noch Neumann wider den Tarifvertrag gehandelt hätten, wie die Arbeitgeber auch nur mit der nicht rechtsfähigen Verwaltungsstelle kontrahiert hätten. Die als Zeugen vernommenen Obermeister der Innungen mußten dies zugeben. Auch in diesem Jahre haben sie den neuen Tarifvertrag nicht mit der Zentralverwaltung, sondern mit der Verwaltungsstelle Hambnrg-Altona abgeschlossen. Allerdings meinte der eine Obermeister, er nähme an, daß bei solchen Abschlüssen der hamburgische Vertreter den Gesamtverband vertrete. Die Zeugen aus den Reihen der Arbeitnehmer stellten in Abrede, daß Neumann sie aufgefordert habe zur Stellung neuer Forderungen; diese seien vielmehr in den Wcrkstattversannnlungen erhoben worden. Der klägerische Anwalt beantragte in der vorigen Verhandlung, dem Hauptvorstande des Holzarbeiterverbandes einen Eid zuzu- schieben, ob er beim Tarifabschluß die Hand im Spiele gehabt habe. Das OberlandcSgericht sollte gestern daS Urreil ver- künden, wegen Erkrankung des Vorsitzenden mußte die Publikation aber auf drei Wochen vertagt werden. Hus Induftnc und Handel Der Kampf zwischen reine»«ud gemischten Werke». Die Abschwächung am Wirtschaftsmarkt hat die Jnteressengegen- sätze zwischen den reinen Walzwerken und den Kombinationsbetrieben verschärft aufeinander platzen lassen. Die reinen Werke beklagen sich darüber, daß die gemischten Wcrle ihre durch den Schutzzoll auf Halbzeug gegründete Monopolstellung in Deutschland dazu benutzt, dem heimischen Halbzeugverbraucher unerhört hohe Preise ab- zunehmen und die ihnen dadurch garantierten günstigen sinanziellen Ergebnisse und die hohen Selbstkosten der reinen Werke dazu be- nutzen, diesen die Absatzmärkte streitig zu machen. Ja, die Halb- zeugverbrauchcr behaupteten, die gemischten Werke arbeiteten plan- mäßig an dem Ruin der reinen Werke, indem sie die Syndizierung der von diesen hauptsächlich hergestellten Produkte verhinderten. AuS diesem Grunde forderten die reinen Werke eine Aufhebung der Halbzeugzölle, um zu Welt- marltpreiien AuSlandSmaterial hereinholen zu können. Der Stahlverband antwortete auf die Anklagen und Forderungen mit einer Denkschrift. In dieser wird behauptet, teilweise beruhe die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der reinen Werke auf rückständiger Betriebsforin. Der Stahlvcrband komme den reinen Werken so weit als mir möglich entgegen, er gewähre ihnen Vorteile, die die Schutz» zollivirkung mehr als ausgleiche. Eine Aufhebung der Halbzeugzölle sei gleichbedeutend mit Zerstörung des Verbandes und für die heimischen Werke mit ruinöser Konkurrenz durch das Ausland. Aus diese Denkschrift antwortet der„Verein der Roheisen- und Halbzeug- Verbraucher" in einer ausführlichen Erwiderung. Darin wird die Behauptung von der objektiven Schutzzollwirkung, aber auch die der mala Uckss in bezug auf die Syndikatstaktik wiederholt. Der Stahlverband wird aufgefordert, die folgenden Feststellungen zu widerlegen oder anzuerkennen, nämlich, daß a) die gemischten Werke ein zollfreies Einsatzmaterial und damit eine zollfreie Produktion hoben, d) dieselben Werke aber für die Fabrikate, in denen die ob- hängigen Werke nicht konkurrieren, den Schutzzoll ausnutzen, während einige von ihnen o) durch ihre Weigerung, speziell Stabeisen und Bleche zu syndizieren, den abhängigen Werken, trotzdem deren Einsatz- Material schon um den Schutzzollbetrag verteuert ist, die Aus- Nutzung des Schutzzolles für ihr Fabrikat unmöglich machen. Es wird dann durch Gegenüberstellung der Inlands- und Auslandspreise für Stabcisen und Bleche nachgewiesen, daß tatsächlich für diese Erzeugnisse eine Ausnutzung des Schutzzolles zur Preis- erhöhung nicht stattfindet. Als Weg zur Aenderung des jetzt bestehenden unhaltbaren Zu- standeS bezeichnet der Verein die Beschränkung der Zollausnutzung auf seine prohibitive Wirkung und den Verzicht ans eine Ausnutzung des Schutzzolles zur Preiserhöhung. Auf diesem Wege würden die Rohmaterialien nicht verteuert und die ftir das Allgemeinwohl nütz- lichste aller Fabrikationen, die Fabrikation von Fertigprodukten, werde dabei gehoben und gefördert werden. Um das zu erreichen, müsse der einseitigen Ausnutzung des Schutzzolles auf Roh- und Halb- Produkte, wodurch diese Zölle den Charakter von VedrückungSzöllen erhielten, durcki deren Aufhebung ein Riegel vorgeschoben werden. Die Erwiderung tritt auch der Behauptung deS Stahlwerks- Verbandes entgegen, daß die deutschen RoheisenherstellungSkosten höher seien als die englischen. Sie weist ferner mit Bezug ans die englischen Schntzzollbestrebungen darauf hin, daß diese Bestrebungen gerade in den Schleuderverkäufen der deutschen gemischten Werke auf dem englischen Markt mit ihre Hauptstütze fänden. Gegen die Aus- führung des Stahlwerksverbandes, daß der Halbzeugzoll angesichts der englischen Schutzzollbestrebungen vorläufig wenigstens als KompcnsationSobjekt bestehen bleiben müsse, wendet die Er- wiederung der reinen Werke ein, daß, wie der Stahl- Werksverband selbst angebe, England längst nicht genug Halbzeug für den eigenen Bedarf herstelle. Von einem möglichen Export nach Deutschland lönne also keine Rede sein, und somis sei auch bei Halbzeugzoll kein brauchbares Kompensationsobjekt. Es liege abe�- ein großer Widerspruch darin, daß der Stahlwerlsverband den Halbzeugzoll auf der einen Seite als für seine Mitglieder unentbehr- lich bezeichne, während er ihn auf der anderen Seite als Kom- pensationsobjekt geradezu anbietet— ES wird dann ferner dar- gelegt, die Mitglieder deS Stahlwerksverbandes hätten die Stab- eifenprodultion der reinen Werke systematisch zurückgedrängt, indem sie Stabcisen nur wenig über und zeitweise sogar zum Preise des Halbzeuges verkauft hätten. Ebenso werden die angeblichen „Gefälligkeiten" des Stahlwerksverbandes den reinen Werken gegen- über durch die Erinnerung daran beleuchtet, daß die reinen Werke erst unlängst vom Stahlwerksverbande gezwungen worden sind, Halbzeug für das ganze dritte Jahresviertel einzukaufen, indem man ihnen drohte, im anderen Falle für den Rest des Quartals einen höheren Preis zu fordern. Obwohl der Kampf der reinen Werke gegen die Schutzzölle von den Eigeninteressen der zufällig von den Liebesgaben AuS- geschlossenen diktiert ist, können wir den Etunnlauf gegen die Schutz- zölle im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse nur unterstützen. Der Kampf der reinen Werle ist durchaus berechtigt, soweit er sich gegen die Begünstigung der gemischten Werke durch die Schutzzoll- Politik richtet. Macht die technische Ueberlegenheit der gemischten Betriebe die reinen Werke konkurrenzunfähig, dann sehen wir darin sogar einen Fortschritt, nicht aber kann gutgeheißen werden, daß die reinen Werke durch die Schutzzölle auf Halbzeug erdrosselt werden. Gescheitert sind die Verhandlungen zur Gründung einer Preis- Vereinigung der rheinisch-westfälischen Roheisenhersteller. Jedes Werk kann nun Aufträge für Lieferung ab Januar IS0S nach freiem' Ermessen hereinholen._ Großkapital und Kleinnnternehmer in der Elektroindustrie. Die Elektroindustrie ist in den letzten Jahren den Weg der Betriebskonzentration gegangen. Ammer schwerer wurde-es den kleineren Firmen, den Jnstallationsunternehmern und Spezial- fabriken, sich der Herrschaft ihrer stärkeren Konturrenten zu erwehren. Die Großunternehmungen, ivie sie in den Firmen Siemens u. Halske- Schlickert, Allgemeine Elektrizitäts-Gcsellschaft- Loewe u. Co.«Union, Felten- Guillaume- Lahmcycr znsammengeschlossen wurden, sind kapitalkräftig und leistungsfähig genug, um mit Gemeinden und Privatgesellschaften größere Geschäfte abzuschließen und den Bau kompletter Elektrizitälszentralen oder die Ausführung vollständiger Stratzenbahnanlagen zu übernehmen. Neben diesen Kapital- Magnaten konnte sich noch eine Zahl von JnstallationSfirmcn erhalten, deren Arbeitsgebiet aber darauf beschränkt blieb, den Haus- anschluß zwischen den Elcktrizitätszentralcn und den Stromverbrauchs- stellen zu übernehmen. Sie dürfe» dann noch diejenigen Einzel- apparate und Ersatzteile fabrizieren, die der Konsument in seiner Anlage braucht wie Schalter, Sicherungen. Fassungen usw. In letzter Zeit versuchen auch hier die Großen die Kleinen tot- zuschlagen. Wenn die Großfirmen wegen der Errichtung von elek- irischen Zentralen ihre Verträge mit Behörden abschließen, stellen sie die Bedingung, daß die Ausführung von HauSanschlußleitungen nur ihnen oder einer derjenigen Firmen übertragen werden darf, die sie dafür bestimmen. Dadurch wird nicht nur der Wettbewerb mit den betreffenden Justallationsfirmen am Orte ausgeschaltet, sondern die Großfirmcn sind nun in der Lage, den Stromabnehmern ihre Preise für die Ausführung der Haus- anschlüsse zu diktieren und die Sozje für die Stromlieferung fest- zulegen. Der konstruktive Fortschritt in der Verwendung von Installationsmaterialien ist natürlich jetzt iehr in Frage gestellt, da die Fabrikate der Großfirmcn nicht immer den Erzeugnissen der kleineren Werke überlegen zu sein brauchen. Kürzlich hat der Bezirksbcrein Sachsen des Verbandes elektrotechnischer Installationsfirmen Deutschlands an das sächsische Ministerium des Innern eine Bittschrift gerichtet, in welcher über diese Dinge Beschwerde erhoben und um Abhilfe nachgesucht wird. Vom Ministerium wurde diese Eingabe den zuständigen Handelskammern zur Kenntnisnahme unterbreitet und um eine gutachtliche Aeußernng ersucht. Von der Leipziger Handelskammer liegt nun ein Gutachten vor, welches die Beschwerden in allen Punkten als gerechtfertigt bezeichnet. Mit anerkennen«- werter Deutlichkeit wird dort bestätigt, daß die Gemeinden und Privatbestellcr durch diese Politik der großen ElektrizitäiSsirmen einer Monopolherrschaft bcdiiignngsloS ausgeliefert werden. Ans jeden Fall kommen die Veröffentlichungen über die Machinationen unserer elektrotechnischen Großfirmen gerade zur rechten Zeit,»m zu zeigen, wie wichtig das Problem deS Starkstrom- monopols trat» aller Schwierigkeiten ist, welche sich der Lösung dieser Arbeiter den Wert 825,82 M. an Mehrwert erarbeitet. Soziales. In innern. Frage entgegenstellen. Es wird höchste Zeit, auch hier die Herr- unreifen Frucht gleich der eines lebenden Wesens. Auch ser zur Anzeige brachte, den Erfolg gehabt, daß die Uebertretungs fchaft des Großkapitals über wichtige Produktionszweige des Wirt- suchte Abtreibung sei strafbar; ja, schon der untaugliche Verfuch fälle von 28 in etwa 50 Ateliers auf zunächst 17 und schließlich schaftslebens zu brechen. am untauglichen Objekt werde bestraft. Dagegen lehne sich unser auf 3 zusammenschmolzen. Die Bedenken der Prinzipale, fie modernes Empfinden auf. Es verlange, daß die Abtreibung straftos fönnten Schaden erleiden, widerlegte Redner u. a. mit Hinweisen Entbehrungsdividenden. Das Eisenwerk„ Note Erde", Aktien zu bleiben habe, wenn sie mit dem Einverständnis der Mutter vor- auf die Erfahrungen in anderen Gewerben, wo das Publikum sich gesellschaft in Dortmund, hat in seiner soeben abgehaltenen General- genommen werde und nur dann zu erfolgen sei, wenn sie ohne deren der Sonntagsruhe und dem früheren Ladenschluß angepaßt habe. versammlung beschlossen, 10 Proz. Dividende( 12 im Vorjahre) aus- Wissen und Willen vorgenommen werde. Die Beseitigung des Scine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. zuschütten. Das Werk beschäftigte im Vorjahre 417 Arbeiter und§ 218 bei der Reform des Strafgesetzbuchs sei eine Sache des Ehkorn, Borjizender des Verbandes der Friseure, ers Beamte. Mithin kommt von dem Steingewinn auf jeden Arbeiter Kulturfortschritts. munterte die Versammelten, auf dem beschrittenen Wege fort648,34 M. Rechnet man noch die Abschreibungen hinzu, so hat jeder fonders Dr. Hanns Dorn interessante Ergänzungen zu Dr. Stöckers Berufs. Was erit angeblich nicht ging", sei nachher ganz gut In der sich an die Referate anschließenden Diskussion gab be- zuschreiten, und schilderte die Geschichte der Sonntagsruhe seines Ausführungen. Er wies u. a. darauf hin, daß der heutige Rechts- gegangen. Nachdem die Meister durch Gehilfenkontrolle an die zustand die Abtreibung der Leibesfrucht straffrei lasse, wenn ein Innehaltung der gesetzlichen Vorschriften gewöhnt worden seien, sogenannter Not stand vorliege; dieser müsse aber 1. un ver- hätten sie durch Beschlußfassung auf Grund des§ 41b der Gewerbeschuldeter Art fein und 2. eine gegenwärtige Gefahr ordnung selbst den Geschäftsschluß zu bestimmter Zeit( 2 Uhr) durchin sich bergen. Diese Auslegung führe beispielsweise zu folgenden geführt. Ein Aktionär über den gelben Terror in Augsburg. Widersinnigkeiten: Wenn eine Frau beim geschlechtlichen Umgang Ida Baar vom Verein der Hausangestellten erklärte es In der Maschinenfabrik Augsburg, wo der gelbe Terror seit weiß, daß seine Folgen sie in Lebensgefahr bringen können, dann für selbstverständlich, daß die Photographen in ihrem Bestreben einiger Zeit Triumphe feiert, herrscht gegenwärtig starter Arbeits- ist eine Schwangerschaft nicht mehr unverschuldet und eine Unter- bei der ganzen organisierten Arbeiterschaft Unterstüßung finden. mangel. Das veranlaßte einen Aktionär, den um die Dividende brechung derselben würde bestraft werden. Wenn sie ferner bei Was von der Organisation der Dienstboten getan werden könne, bangt, nach der„ Schwäbischen Volkszeitung" zu folgender Aeußerung: Nichtunterbrechung der Schwangerschaft zugrunde gehen muß, aber geschehe schon, indem das Organ bereits davon abrate, sich SonnWo sollten diese Leute die Zeit hernehmen, um Auf- nicht sofort, sondern erst bei der Geburt, so läge nach Auffassung tagsnachmittag photographieren zu lassen. Die Hauptsache sei aber träge für die Firma hereinzubekommen, wenn sie doch Tag für des Gesetzes teine unmittelbare Gefahr vor und die Abtreibung doch die Stärkung der eigenen Organisation der Photographen und Tag( zur Strafgerichtlichen Berfolgung unangenehmer Kritifer des wäre strafbar. In logischer Konsequenz müßte dann das Gesez ein geeignetes Operieren derselben. Sie möchte auch an die wirk. gelben Terrors) Stöße von Beitungen zu studieren haben, den auch, wie es heute geschieht, nicht nur den Versuch zur Abtreibung, same Arbeit der Kontrollkommission der Handlungsgehilfen erBorstandsmitgliedern des( gelben) Werkvereins telephonieren und sondern auch den untauglichen Versuch am untauglichen Objekt Bork von der Abteilung Berlin des PhotographengehilfenKonferenzen abhalten müssen, um die tüchtigen und Leistungs- strafen. Redner erinnert an das bekannte Beispiel von der Frau, fähigen Arbeiter aus dem Betriebe zu drängen?" die schwanger zu sein glaubt, und Kamillentee als Abtreibungs- verbandes und Hänlein vom Hauptvorstand ergänzten die Ausmittel trinkt, während in Wirklichkeit gar keine Schwangerschaft führungen der Vorredner. Betont wurde, daß es mit den Gründen vorliegt, und Kamillentee das harmloseste Getränk von der Welt, der Prinzipale schlecht bestellt sein müsse, da sie hinter verschlossenen Nach einer Bekanntmachung für den Regierungsbezirk Brom- aber im Leben kein Abortivmittel ist, trotzdem verfällt die Frau Türen tagten. Diese Chefversammlung sei übrigens auf Veranlassung der Handwerkskammer zustande gekommen, welche da= berg betreffend die Sonntagsruhe im Gewerbebetriebe, sind in der vollen Härte des§ 218. Wenn der Staat vom populationistischen Gesichtspunkte, d. h. gegen die Gehilfen ganz ignoriere. Die Schaffung der KontrollGasanstalten, Elektrizitätswerfen, Wasserversorgungsanstalten längere als 18stündige Wechselschichten unzulässig. Die Inne vom Standpunkte einer gefunden starken Volksvermehrung, aus den kommission der Gehilfen werde nur eine Frage der Zeit sein. Sehr haltung der 18stündigen Wechselschichten soll nun, wie der Magi- 8218 auch in Zukunft aufrechterhalten wolle, dann müsse er folge- biel verspreche man sich aus der kurz bevorstehenden Verschmelzung strat einer größeren Stadt( leider fonnten wir deren Namen nicht richtig auch zur Bestrafung des Präventivverkehrs kommen, dann mit dem Senefelder Bund( Verband der Lithographen und SteinEin Vertreter dieses Verbandes nahm ebenfalls das erfahren) gefunden zu haben glaubt, mit einer starken Mehraus- müsse er auch den Arbeitgeber bestrafen, der unter Umgehung des drucker). Gesetzes die Arbeitskraft von Kindern ausnüße, und sie so in ihrer Wort. Alle Redner waren der Ueberzeugung, daß die Untergabe von Arbeitslöhnen verbunden und oft nicht genügende Grfaz törperlichen Entwickelung schädige usw. Die Zuchthauspolitik des stügung der Arbeiterschaft sicher sei, es aber vor allem notwendig mannschaften zu beschaffen sein. Dies hat nun den obigen Magistrat, der Betriebsleiter einer Gasanstalt ist veranlaßt, im vorigen heutigen Staates sei nicht geeignet, eine Verminderung der Ab- sei, daß die Photographengehilfen sich vor allem selbst aufrafsten Jahre, wie Regierungs- und Gewerberat Bedmann- Bromberg in treibungen herbeizuführen. Wirksamer und billiger wäre da eine und ein würdiges Glied in der Kette der organisierten Arbeiterfeinem vorjährigen Bericht hervorhebt, dahin vorstellig zu werden, wirkliche Sozialpolitit, eine im weitesten Umfange durchgeführte schaft abgäben. Nach einem anfeuernden Schlußwort des Referenten wurde gegen eine Stimme folgende Resolution angenommen: daß 24stündige Wechselschichten zugelassen würden. Der Rai Mutter- und Säuglingsfürsorge. Nach einem kurzen Schlußwort von Dr. Stöcker, schloß die Vor- Die Versammlung erklärt die weitere Einschränkung der SonnBeckmann, der ein eifriger Agitator des evangelischen Arbeitertagsarbeit für eine dringende Notwendigkeit. Das mindeste Zuvereins" ist, hat zu diesem unerhörten Verlangen eines Magistrats izende, Frau Cauer, die Versammlung. Alle die in dieser Versammlung erörterten Fragen stehen im geständnis, das den Forderungen der Gehilfenschaft entspreche, ift weiter nichts zu sagen, als:" Die Entscheidung ist noch in der Schwebe". Es scheint so, als wenn der Rat das Verlangen des engsten Zusammenhange mit unseren wirtschaftlichen und sozialen der obligatorische Zwölfuhr- Sonntagsschluß. Die Versammlung Magistrats billigt und„ oben" auch gar nicht auf die Notwen- Buständen. Wenn wir nun auch alle Bestrebungen, die darauf ab- verkennt nicht, daß eine Verkürzung der Sonntagsarbeit, wie jede digkeit eines genügenden Arbeiterschuhes hin- aielen, unfere verrotteten Rechtsverhältnisse mit einem Hauche andere Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, nur durch gewiesen hat. Es konnte doch sonst gar nicht vorkommen, daß der modernen Geistes zu erfüllen, anerkennen und aus allen Sträften eine starte Organisation erfolgen kann, und verpflichtet sich, soweit Regierungspräsident dem petitionierenden Magistrat entgegen- fördern möchten, so wissen wir doch, daß eine befriedigende noch nicht geschehen, dem Verband beizutreten. Der Deutsche tommt und die Bekanntmachung betreffend die Sonntagsruhe wie Lösung dieser ebenso schwierigen wie brennenden Problemte in der Photographengehilfenverband wird beauftragt, alle Schritte au folgt abändert:„ Der zweite Absatz unter" Bedingung. Längere heutigen kapitalistischen Gesellschaft kaum möglich ist. Das ist eine unternehmen, die den obligatorischen Zwölfuhrschluß herbeizuführen als 18ftündige Wechselschichten sind unzulässig", wird auf- aufgabe, die in ihrem wesentlichen Teile des Sozialismus harrt, geeignet sind." denn dieser schafft das Fundament einer neuen Kultur und damit gehoben." einer neuen Sittlichkeit. 24stündige Arbeitszeit. Also jest tann in Gasanstalten, Elektrizitätswerken und Wasserversorgungsanstalten im Regierungsbezirk Bromberg des Sonntags die Arbeitszeit auf 24 Stunden ausgedehnt werden. Daß die Gesundheit der Arbeiter und das Familienleben hierbei auf das schwerste gefährdet ist, darüber scheint man sich weiter keine Gedanken zu machen. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 5. Oftober, 8% Uhr, im Deutschen Hof, Luckauerstr. 15: Bortrag Frau Weyl: Kinderschutz". Verfammlungen. Erklärung. Frei erfunden ist die Behauptung Heines, daß mich irgend jemand in irgendeiner Weise zu einem Angriff auf ihn animiert hätte. In sachlicher Beziehung ist an dem Heineschen Artikel nichts zu deuteln. Jeder Leser kann sich von der Berechtigung meiner Stritit überzeugen. Berlin, den 1. Ottober 1908. Sturt Rofenfeld. Verband der Maler, Lackierer usw. In der am Donnerstag abgehaltenen Versammlung hielt Genosse Eichhorn einen mit Betfall aufgenommenen Vortrag über die Reichsfinanzreform. In Finanzwirtschaft des Reiches, das Anwachsen der Schuldenlaft, die anschaulicher Weise gab der Redner eine Uebersicht über die besonders durch die ungcheuren Kosten für Heer und Flotte verursacht ist. Schließlich besprach der Redner die Finanzreformprojekte der Regierung, welche gegenwärtig im Vordergrund des öffentlichen Interesses stehen und vertrat den Standpunkt des energischen Widerstandes gegen die neuen Steuerpläne. Hierauf nahm die Bersammlung die Abrechnung für das zweite Quartal entgegen. Dieselbe zeigt eine Einnahme von 96 764,41 M., eine Ausgabe von 28 923 M. und einen Bestand von Als Schriftführer wurde Stein, als Beisitzer 67 841,91 0. Elsner gewählt. Io erstattete Bericht über die Tätigkeit der Gewerkschaftskommission im abgelaufenen Geschäftsjahre. In der Diskussion kam ein Redner auf den Rohrlegerstreik zu sprechen und wünschte, die Gewerkschaftskommission solle dafür sorgen, daß solche Streits, die von vornherein aussichtslos feien, Von anderer Seite wurde gerügt, nicht wieder geführt würden. daß die Treptower Sternwarte, zu deren Bau die Gewerkschaften beigetragen haben, von Affordmaurern aufgeführt worden sei. Obgleich dies von zuständiger Seite bestritten worden sei, werde die Behauptung doch aufrecht erhalten. Durch einen jähen Tod wurde uns unser treuer und ehrenhafter Mitarbeiter, der Werkzeugmacher Otto Kiehntopf bei der Hochbahnkatastrophe entrissen. Ein treues Andenken wird ihm stets bewahrt bleiben. Das Personal der Firma Zwietusch& Co., Charlottenburg, Salzufer 7. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis ( Bezirk 229). Am 26. September 1908 berstarb beim Hochbahnunglück unser Mitglied, der Werkzeuginacher 1993b Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unsere am 27. September geborene Tochter Käthe Morgenstern am 30. b. M. verstorben ist. Die Frauen und die Strafrechtsreform. Nach dem Bericht des Vorwärts" hat Genosse eine in Ueber dieses Thema wurde vor wenigen Tagen in einer vom der Versammlung des 3. Wahlkreises erklärt, er hätte mich auf Verein Frauenwohl" einberufenen Versammlung referiert dem Parteitage beim Hinausgehen aus dem Saal getroffen und und debattiert. Es handelte sich um die Erörterung und ich hätte ihm nicht gesagt, daß ich ihn angreifen wollte. Stellungnahme bezüglich der von den Kommissionen des Ich habe Heine schon in Nürnberg den Sachverhalt ausein" Bundes deutscher Frauenvereine" und des" Verbandes fort- andergesetzt, und ich fann deshalb nur bedauern, daß er trotzdem schrittlicher Frauenbereine" ausgearbeiteten Vorschläge zu einer auch jetzt noch Verdächtigungen weiter verbreitet und den Argwohn Abänderung derjenigen, die geschlechtliche Sittlichkeit betreffenden erweden will, als ob ich bewußt seine Abwesenheit benußt hätte, Paragraphen des Reichsstrafgesebbuchs, welche die Frauen für ihre um seinen Artikel über die Jugend und das neue Vereinsgefez zu eigene Person sowohl wie auch in ihrer Eigenschaft als Mütter und kritisieren. Schüßerinnen des heranwachsenden Geschlechts besonders nahe an gehen. In das Referat hatten sich Fräulein Adelheid v. Welczeck und Dr. Helene Stöcker in der Weise geteilt, daß die erstere die §§ 172, 174, 176 und 178 des Strafgesetzbuchs behandelte, die Letztere dagegen die§§ 217 und 218 erörterte. Der§ 172 des Reichsstrafgesetzbuchs bedroht den Ehebruch des schuldigen Gatten sowie dessen Mitschuldigen mit Gefängnisstrafe bis zu 6 Monaten, wenn die Ghe wegen Ehebruch geschieden und besonderer Strafantrag geftellt wurde. Sier fordern die Rechtskommissionen der beiden Frauenorganisationen nach den Ausführungen des Fräulein Die Beschränkung der Sonntagsarbeit im Photographiegewerbe, b. Welczed, daß dieser Paragraph keine Aufnahme in dem neuen für die der Deutsche Photographen- Gehilfenverband mit Energic Strafgesetzbuch finden möge, da er nur von rachsüchtigen Eheleuten eintritt, beschäftigte eine öffentliche Versammlung in ausgenügt wird und die Strafe an fich finnlos ist. In England Wendts Festsälen, die gut besucht war. Die Abteilung Berlin des und den Kolonien sei der Ehebruch straffrei. Die§§, 174, 176 und Verbandes als Ginberuferin hatte unter anderem zu der Ver178 enthalten die Strafbestimmungen bezüglich derjenigen Unzuchts- sammlung auch Vertreter der Handwertstammer und des schon vor bergehen, die von Vormündern an ihren Pflegebefohlenen, bon einigen Wochen gekennzeichneten Komitees zur Bekämpfung Adoptiv- und Pflegeeltern mit ihren Kindern, von Geistlichen, der Sonntagsruhe" eingeladen. Gekommen waren sie nicht. Von Lehrern und Erziehern gegen ihre Zöglinge, von Beamten und dem Komitee war abgesagt worden, weil am selben Abend eine Aerzten in Gefängnissen oder anderen öffentlichen Anstalten an Versammlung des Chefverbandes sich mit der Frage der SonnKranten, Armen oder Hilflosen begangen werden, sowie der Schän- tagsruhe beschäftigte und man sich durch den Leiter der vorigen dungs- und Notzuchtsakte, die mit Gewalt oder an Bersonen unter Versammlung verlegt fühlte. Das Komitee, gez. Will, erklärt aber, 14 Jahren vorgenommen werden. Die Kommission fordert nicht in der Prinzipalsvereinigung dafür eintreten zu wollen, daß den nur eine Ausdehnung der Strafandrohung auf die eigenen Eltern, Gehilfen der ganze Sonntag freigegeben werde. Das flingt Großeltern und Stiefeltern der zu schützenden Kinder, sondern verführerisch. Dahinter aber stedt der Pferdefuß der faft unauch die Einbeziehung aller der zahlreichen Straftaten, die unter beschräntten Geschäftszeit am Sonntag, die das Mißbrauch des Autoritätsverhältnisse 3, 3. B. von Komitee will. Die Herren tun so, als wollten die Prinzipale ledigBorgesetzten und Arbeitgebern gegen ihre Unter- lich selber am Sonntag Aufnahmen machen, und das in Berlin, wo gebenen begangen werden. Auch die großjährigen Frauen manchher mehrere Filialen hat. Die Gehilfen bekämpfen gerade die follen in ihrer geschlechtlichen Ehre geschützt werden. Unerläßlich jet bestehende Möglichkeit, die Ateliers an Sonnfei ferner eine Herauffehung des Schuzalters, das in manchen tagen offenhalten zu dürfen, im Sommer über Ländern schon auf 16 Jahre, in Finnland jogar auf 17 Jahre 4 Uhr, im Winter über 8 Uhr hinaus, das heißt, nach Be normiert sei. endigung der für die Gehilfenbeschäftigung zulässigen Beit. Das zweite Referat des Abends, von Fräulein Dr. Stöcker er- Gerade jene Möglichkeit fördert die Gesebesüberstattet, behandelte zunächst kurz den Kindesmorbparagraphen 217, tretungen durch zu lange Beschäftigung der Gehilfen am ber ungerecht und hart die verziveifelte Mutter, die ihr uneheliches Sonntag. Darum fordert der Verband zunächst eine Beschränkung Kind bei der Geburt töte, allein zur Rechenschaft ziehe. Die der Sonntagsarbeit durch allgemeine Einführung des obliga= Kindesmorde würden erst dann aufhören, wenn die Mutterschaft torischen 3wölfuhr- Geschäftsschlusses. Nur ein als solche allgemein geachtet und geschäßt würde. Ausführlich be- früher Geschäftsschluß garantiert den Gehilfen eine an handelte die Referentin dann den vielumstrittenen§ 218, der die gemessene Sonntagsruhe. Demgegenüber erscheint die Erklärung Abtreibung der Leibesfrucht mit Zuchthausstrafe bis zu 5 Jahren des Komitees, das sich mit Recht als ein solches zur Bekämpfung bedroht. Es handle sich bei der Abtreibung um eine Maßregel, die der Sonntagsruhe" bezeichnet, als reiner Hohn. Reinhardt zwar aus verschiedenen Gründen möglichst einzuschränken, die aber aus Dresden, der das Referat übernommen hatte, fennzeichnete nicht als zuchthauswürdiges Verbrechen zu werten sei. Der§ 218 gebührend das Berhalten der Gegner der Sonntagsruhe, das um fei zu streichen, denn es tönne einer Frau nach modernem so unbegreiflicher sei, als nicht etwa absoluter Sonntagsschluß, Empfinden nicht zugemutet werden, daß sie ein Kind zur Welt sondern nur der Zwölfuhrschluß gefordert werde. Man feße sich bringe, das die Frucht einer an ihr verübten Gewalttat sei. Die einfach über die Forderungen der Hygiene, der Menschlichkeit und Abtreibung sei außerdem berechtigt in allen den Fällen, wo die des sonst so berherrlichten Christentums hinweg. Das liege im dringende Gefahr naheliegt, daß das Kind, von franken Eltern ge- Wesen der kapitalistischen Weltordnung. Der Redner wies die UnSie müsse auch gestattet haltbarkeit des jezigen Zustandes nach und zeigte an dem Beispiel zeugt, erblich belastet werden würde. werden, wenn in finderreichen, armen. Familien neuer Familien- anderer Städte, daß die geforderte weitergehende Beschränkung der zuwachs die Aufzucht der schon vorhandenen Kinder gefährde, über- Sonntagsarbeit in Photographiegetverbe sehr wohl möglich sei. haupt in allen den Fällen, wo eine Geburt die Existenz anderer be- Während in Berlin immer noch an der gefeßlich höchstzulässigen drohe. Der Schuß des unentwickelten Embryos dürfe nicht Ausdehnung der Sonntagsarbeit festgehalten werde, sei in einer auf Kosten des Unglüds reifer Menschen erfolgen. In jedem Falle größeren Anzahl von Städten bereits der Zwölfuhrschluß zum sei das Leben der Mutter wertvoller als das des ungeborenen Teil sogar das absolute Verbot der Gehilfenarbeit durchgeführt. Teilnahme und die reichen StranzMenschen. Auf diesem Standpunkt stehe das Voltsempfinden seit Scharf rügte er die Gesezesübertretungen. Es fomme vor, daß spenden beim Begräbnis meines lieben langem, wie die allgemein übliche Praris der willkürlichen Unter- Gehilfen Sonntags bis um 5, 6 und 7 Uhr im Geschäft festgehalten Mannes und unferes Baters, des für Haut- und Harnleiden. Maurers Gustav Zoch fage ich brechung der Schwangerschaft beweise. Es sei ja bekannt, daß die würden. Und selbst Kopierer und Retoucheure müßten Sonntags allen Verwandten, Freunden un Prinzenstr. 41, dicht am große Mehrzahl der Fehlgeburten künstlich herbeigeführt werde. arbeiten, obwohl deren Sonntagsarbeit gefeßlich überhaupt nicht Bekannten sowie den Kollegen des In schroffem Gegensatz zur Voltsauffassung stehe die Auffassung zulässig sei. Ein Teil der Schuld sei den Kollegen zuzumeffen, die Zentralverbandes der Maurer und 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4. des Strafgesetzbuchs, ja, sie stellt sich sogar in Widerspruch zu der immer noch nicht zur Organisation fänden. Bei einer straffen den Genossen des Nirdorfer Wahldes Bürgerlichen Gesetzbuchs, dessen erster Paragraph lautet: Die Organisation würden die Prinzipale nicht mit dem bißchen Sonn- vereins meinen herzlichsten Dank. Hühner, Enten, Tauben, Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der tagsruhe Schindluder spielen können. In Dresden habe eine KonDie trauernde Witwe nebst Kindern. Geburt." Das Strafgesetzbuch dagegen wertet die Bernichtung der trollkommission der Gehilfen, die alle festgestellten Webertretungen " Otto Kiehntopf. am Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 3. Dftober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle bes neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 211/18 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die überaus zahle reiche Beteiligung und die prächtigen seranzspenden anläßlich des Hinscheidens unseres lieben Sohnes Franz Schultze sprechen wir hiermit unseren tiefgefühlten Daut aus. Familie E. Schultze. 1984b 1985b Danksagung. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Oftober, nachmittags 2 11hr, von der Zeichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 19895 K. Morgenstern und Frau. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Nachruf. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unser treues Mitglied Frau Hillert, Beuffelstraße 51, am 22. September verstorben und am 25. September zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre ihrem Andenken! 56/4 Der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Dr. Simmel Spezial- Arzt Moritzplatz, ig. Gänse empfiehlt reell und billigst Wegner, Berlin SO., Mariannenft.34. Zentralverband der Maurer Deutschlands Achtung! Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Putzer. Achtung! Sonntag, den 4. Oftober 1908, vorm. 10 Uhr, Kommandantenstr. 58/59( gr. Saal): Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegierten vom 10. Verbandstage. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. J. A.: E. Schulze. 134/18 ..Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes Solidarität". Touren zum Sonntag, den 4. Oktober: 1. Abt. 8 Uhr: Rüdersdorf. 1 1hr: Raulsdorf. Start: Bülowftr. 58. 2. Abt. 7 Uhr: Nauen. 1 1hr: Hafenfelde.. Start: Fontane- Promenade 15. 3. Abt. 7 Uhr: Potsdam. 1, Uhr: Schmargendorf( Hundekehlenstr. 20). Start: Mariannenplag. 4. Abt. 1, Uhr: Kaulsdorf( Mees). Start: Küstriner Play. 5. Abt. 2 11hr: Friedrichshagen ( Eisfeller). Start: Elysium. 6. Abt. 8 Uhr: Ziegenhals. 1 Uhr: Rübezahl. Start: Oderberger Str. 28. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Montag, den 5. Oktober, abends 6 Uhr, ( gleich nach Feierabend): Branchen- Versammlung der Bantischler für Wedding und Moabit 7. 26t. 12%, Uhr: Röntgental 91/5 ( Braun). Start: Grenzstr. 21. 8. Abt. 2 Uhr: Schmargendorf. Start: Rostoder Straße 17. 9. Abt. 12%, Uhr: Schnißeljagd nach Hirschgarten( Wilhelmshof). Start: Schillingstr. 15/16. 10. Abt. 7 Uhr: Velten. 1 Uhr: Glienice. Start: Weberstr. 17. bei Mülbrod, Müllerstraße 7. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl der Kommission. Die Branchenkommission. Zentral- Verband der Zimmerer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Zahlstelle Königs- Wusterhausen und Umgegend. Feier des zehnjährigen Stiftungsfestes am 3. Oktober, abends 8 Uhr, in Neumühle bei Hermanns( Bellevue). Gäste, Freunde und Gönner des Verbandes ladet freundlichst ein Der Vorstand. 255/ 4* Herbst- Neuheiten! Paletots- Ulster in anerkannt guten Qualitäten und modernsten Fassons. Paletots aus Cheviot M. 14.- 19.- 25.Paletots aus Eskimo M. 32.- 37.50 45, Paletots dunkel gemustert M. 17.- 27.50 42.Ulster Neuheiten M. 21.- 30.- 39.Ulster modern gemustert M. 25.- 34.- 42.Ulster Original englisch M. 47.- 56.- 65.Spezial- Abteilung Anfertigung nach Maß unter Leitung erstklassiger Zuschneider. Ausnahme- Angebot! Zwischen Himmel und Erde. Bon Otto Ludwig. Illustriert von Anton von Bawarowski. Diese Erzählung ist eine der besten des Verfassers. 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Meine Räume mit und ohne Bühne für Versammlungen, Fest lichkeiten, Sommerse bestens empfohlen. Hochachtungsvoll A. Muxfeldt. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw: Th.Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärt Buchdruderei u. Berlagsanstalt Raul Singer& Co., Berlin SW Nr. 231. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. " " Freitag, 2. Oktober 1908. Feststellung, daß die Wohnungszustände verbesserungsbedürftig sind, ander zu kämpfen und mit lautem Hurrageschrei den Feind" soll nach ihrem Wunsch verhindert und unterdrückt werden. So in die Flucht" zu schlagen. Wir sind gewiß Freunde eines recht liegen die Hausagrarier Berlins seit Jahren im Kampfe mit der ungezwungenen Spiels unserer Schulkinder, was aber hier fast Zur Lokallifte. Folgende Vereine feiern ihr Stiftungsfest hiesigen Ortstrantentasse der Kaufleute, die regel- tagtäglich vor sich geht, erscheint uns nicht unbedenklich. Die in dem der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehenden Lokal von mäßig die Wohnungsverhältnisse ihrer erfrankten Waffen" bestehen aus starken Knüppeln, es ist uns sogar mitgeteilt worden, daß manche Jungens mit Eisenstangen bewaffnet Liedemit in Niederschönhausen: am 3. d. Mts. der Gesangverein Mitglieder ermittelt und alljährlich das Ergebnis erscheinen, die aus Treppenläufern herausgezogen wurden. Mit Harmonie" und am 10. d. Mts. die Turnerschaft Niederschön in einem gedruckten Berichte veröffentlicht. diesen Waffen werden Hiebe auf die Stöpfe ausgeteilt, die schweren hausen". Es ist selbstverständlich, daß alle etwa angebotenen Billetts Diese sehr lesensierten Berichte zeigen alljährlich aufs neue, Schaden anrichten können. Erwachsene, die die Jungens verfeitens der organisierten Arbeiterschaft entschieden zurüdgewiesen wie sehr uns eine staatliche bezw. kommunale Regelung und Be- warnten, wurden verspottet. Wir müssen deshalb an die Eltern Die Adresse des Lokalfommissionsmitgliedes für den zweiten Wahlkreises ist jegt: Heinrich Schröder, SW 29, Für bringerstraße 26; die Adresse des Obmannes der Lokalfommission ist St. Senichel, N 58, ledermünder straße 17, II. werden. Die Lokalfommission. Charlottenburg. Die Parteigenossen treffen sich zu einer Flugblattverbreitung zur Stadtverordnetentvahl ant Sonntag, den 4. Oftober 1908, vormittags 8 Uhr in folgenden Lokalen: D. Linde, Sefenheimerstr. 11; W. Gandke, SchillerStraße 38/39;. Herter, Kaiser Friedrichstr. 71, für die Gruppe V, und bei A. Weisheit, Nettelbeckstr. 11, für die Gruppe VIII. Schöneberg. Am Sonntag, den 4. Oktober, mittags 12 Uhr, findet in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, die Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung: Die Fortsetzung der Diskussion über den Nürnberger Parteitag. Bereinsangelegenheiten. Der Vorstand. treiben. der Kinder in der dortigen Gegend die Mahnung richten, ihre Kinder dringend von der Teilnahme an diesem, gelinde gesagt, groben Unfug zurückzuhalten. Das ist schon deshalb nötig, weil Bengels beteiligen, die sich nicht scheuen, selbst Erwachsene zu besich in den späten Abendstunden auch eine Anzahl halbwüchsiger drohen. aufsichtigung des Wohnungswesens not tut. Das war natürlich den Hausagrariern sehr unbequem, und so versuchten sie, die Veröffentlichung der Ergebnisse und vielleicht überhaupt die Prüfung der Wohnungsverhältnisse der Kaffenmitglieder zu hinter Eine Handhabe hierzu bot ihnen der Umstand, daß die Ausgaben für Herstellung der Berichte aus Mitteln der Kasse gedeckt des Waldes und die Bernichtung der größten Lunge Berlins macht Die Erschließung des Grunewaldes", d. h. die Zerstüdelung werden müssen. Daraus läßt sich, so sagten sie sich, ein Verstoß reißende Fortschritte. An der Berlin- Hamburger Gisenbahn in der gegen§ 29 des Krankenkassengesetzes konstruieren, nach welchem zu Nähe von Westend und dem Spandauer Bod im Grunewald werden anderen Zwecken als den statutenmäßigen Unterstützungen, der jcht Bahnhöfe errichtet, um das Terrain aufzuschließen". statutenmäßigen Ansammlung des Reservefonds und der Deckung Der Hundekehlensee ist mit einer Straße umgeben, die nun be= der Verwaltungskosten weder Beiträge von Mitgliedern erhoben baut werden soll. Die Bauparzellen sind zum Teil schon in andere noch Vermögen der Kasse verwendet werden darf. Der Preußische Hände übergegangen. Die Umgebung der Krummen Lante soll Landesverband der Haus- und Grundbesitzervereine machte die Sache nunmehr auch aufgeteilt werden. An dieser Aufteilung ist eine bekannte Bodengesellschaft und eine Großbant sehr interessiert. der Berliner Hausagrarier zu einer Verbandsangelegenheit denn schon fand das dankenswerte Beispiel der Berliner Kaufmanns- Hoffentlich sorgt man wenigstens dafür, daß einige Bilder vom Grunewald ins Märkische Museum kommen. Brig- Budow. Dienstag, den 6. Oftober, 81%, Uhr, bei Weniger: frankenkasse Nachahmung bei Krankenkassen anderer Städte und Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und so wurde vorerst mal die hiesige Gewerbedeputation als die der der Gemeindevertreter; Bericht des Genossen Groger über den Stasse zunächst vorgesezte Behörde aufgefordert, die Verwen Nürnberger Parteitag; Diskussion und Verschiedenes. Mitglieds- bung von Kassenmitteln für solche 8wede zu unter buch legitimiert. Der Vorstand. fagen. Berliner Nachrichten. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. " Das neue Kaufhaus. Mit der erfolgten Ausdehnung des Vorortsverkehrs auf der Kremmener Bahn von Tegel bis Velten ist das Vorortsgebiet im Norden Berlins bis auf 27,1 Kilometer ausgedehnt und vier neue Vorortsstationen geschaffen worden. Es sind dem Vorortsverkehr erschlossen die Dörfer Schulzendorf. Heiligensee, Hennigsdorf und Ueber diese Aktion der Hausagrarier sowie über ihren bis- Belten. Die neue Vorortsstrecke durchschneidet landschaftlich herherigen Verlauf und Mißerfolg ist im Vorwärts" mehrfach be- vorragend schöne Gebiete der Mark und dürfte dem Ausflugsrichtet worden, wir wollen daher nur kurz die Hauptpunkte rekapitu- verkehr nach neuen, bisher unbeachtet gebliebenen Gegenden lieren. Die Gewerbedeputation des Berliner Magistrats lenten. Hauptsächlich das Gebiet der mittleren und oberen Havel, Die Zukunft des Aquariums wäre also nun glaubte nicht an das warme Herz für die Kassenmitglieder, das die welches den meisten Berlinern noch unbekannt ist, dürfte ein bes sichergestellt, soweit die Gemeindebehörden etwas dazu tun Hausagrarier plötzlich in sich entdeckt hatten. Sie war verständig städter werden. Vorläufig tommt allerdings der Vorortsverfehr fönnen. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern dem genug, die Zumutung der Bittsteller rundweg abzulehnen. Diese für Berlin überhaupt nicht in Betracht. Denn wer den einzigen Beschluß zugestimmt, den der Ausschuß ihr empfahl. Aller- wandten sich nunmehr mit einer Beschwerde an den Ober- innerhalb 24 Stunden vom Stettiner Vorortsbahnhof abgelassenen dings handelte es sich hierbei nur um die finanzielle Sicher- präsidenten der Provinz Brandenburg. Aber auch der ließ Vorortszug nach Velten benutzt, kann nicht an demselben Tage stellung, nicht um die Erhaltung des gemeinnützigen Charakters sich nicht erweichen, sondern trat dem Bescheide des Berliner wieder mit einem solchen zurückfahren, sondern müßte bis zum dieses Instituts. Daß dieser zweite Punkt nicht geDaß dieser zweite Punkt nicht ge- Magistrats durchweg bei und hob noch besonders hervor, daß im folgenden Morgen warten. Nur ein einziger Vorortszug vermittelt nügend beachtet worden ist, wurde dargelegt von unserem Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Krankheit und Wohnung den Verkehr von Velten nach der Reichshauptstadt und dieser trifft nügend beachtet worden ist, wurde dargelegt von unserem die Wohnungsenqueten der Kaufmannskrankenkasse als den Kaffen- morgens 7,41 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof ein. Daß aber mit Genossen Stadthagen, der aus diesem Grunde eine Doch die Hausagrarier Bedürfnis entsprochen worden ist, zeigt die starke Besetzung des Doch die Hausagrarier der Einrichtung des Vorortsverkehrs tatsächlich einem dringenden Zurücverweisung an den Ausschuß zu nochmaliger Beratung zwecken entsprechend anzusehen seien. beantragte. Auch gegen das eigenartige Abhängigkeits- gaben den Kampf noch nicht auf. Sie versuchten ihr Heil ersten gestern früh in Berlin eingelaufenen Vorortszuges und verhältnis zum Zoologischen Garten, in das das Aquarium noch beim Handelsminister und haben nun endlich jedenfalls dürfte eine Vermehrung der Trains mit billigeren Fahrverhältnis zum Zoologischen Garten, in das das Aquarium Erfolg gehabt. Der Handelsminister hat unterm 26. August 1908 preisen mit dem nächstjährigen Sommerfahrplan stattfinden. Der geraten soll, brachte Stadthagen Bedenken vor. Aber der Fahrpreis von Berlin nach Velten, der im Fernverkehr für die dem Dberpräsidenten die folgende Verfügung zugehen lassen: Magistratsvertreter antwortete, um all diese Dinge „ Nach§ 29 Absatz 2 des Krankenversicherungsgesetzes dürfen dritte Wagenklasse 90 Pf. beträgt, ist im Vorortsbetrieb auf 55 Pf. habe der Magistrat sich nicht fümmern zu sollen gezu anderen Zweden als den ſtatutenmäßigen Unterstüßugen, der herabgesetzt. glaubt, er habe nur auf Leistung und Gegenstatutenmäßigen Ansammlung und Ergänzung des Reservefonds leistung gesehen. Die bisherige ,, Gegenleistung" des Aquariums und der Deckung der Verwaltungskosten Verwendungen aus dem ist, nebenbei bemerkt, so winzig gewesen, daß die Stadt Vermögen der Kasse nicht erfolgen. Da die Aufnahme von Am Montag wurde in Berlin ein neues Geschäftshaus eröffnet, Es ist durch die von ihr gewährte Beihilfe die Gratisbesuche" ihrer Wohnungsenqueten, wie auch in den Entscheidungen des Ober- das in seiner Art bis jetzt in Deutschland einzig dasteht. Schulkinder tatsächlich noch über den Kassenpreis hinaus be- verwaltungsgerichts vom 13. April 1905( H. M. Bl. S. 155) und dem Wunsch entsprungen, dem Detailgeschäftsstand neue Wege zu zahlt hat. Die Versammlungsmehrheit ging einer noch des Kammergerichts vom 12. Dezember 1907( Arb. Verf. 1908, S. 93) bahnen und fie gegen die größere Macht der wirtschaftsgewaltigen zum Ausdruck gebracht ist, nicht zu den Aufgaben der Kranken- Barenhäuser riedrichstadt, in nächster Nähe des Oranienburger startend maligen Beratung aus dem Wege und bewilligte darauflos. versicherung gehört, so können Aufwendungen für diese Zwecke als Für die Speisung bedürftiger Schulkinder Verwaltungskosten nicht angesehen werden. Hierdurch ersuche ich Tores erhebt sich der neu errichtete Passage- Kaufhaus benannte wurden gestern die 70 000 m. bewilligt, die der Magistrat für Eure Exzellenz, den Magistrat in Berlin anzuweisen, dem Vor- Kolossalbau, an derselben Stelle, an der ehemals die Tonhalle stand, den Winter als ausreichend ansieht. Ob sie wirklich stande der Drtskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, in der sich ein Stück Arbeiterbewegung Berlins abgespielt hat. reichen werden, wird sich ja zeigen. Wenn allerHandelsleute und Apotheker zu Berlin die Verwendung von Weithin leuchtet die gewaltige, grünschimmernde Kuppel und verdings die Armenkommissionen, die die Bedürftigkeit Sassenmitteln für die Zwecke der Wohnungstündet den Triumpf der menschlichen Schaffenstraft. Läßt man sich der von den Schulen vorgeschlagenen Kinder prüfen sollen, enquete bei Vermeidung von Ordnungsstrafe für die Zukunft mit dem Strom von Seh" leuten, der die breite Halle durchflutet, mitreißen, so man so hat zu untersagen. gez. Delbrück." Mühe, ihres Amtes mit all der Strenge und Härte walten, die bemit flüchtigem Blick auch kanntlich dem Stadtrat Münsterberg nötig scheint, dann Die Anweisung an den Magistrat ist inzwischen erfolgt, und der nur die hervorstechendsten Züge dieses Monumentalbildes zu Und steht man erst in der Mitte des um fönnen wir's sogar erleben, daß am Schluß des Winter- Magistratskommissar für die Krankenkassen hat nunmehr den Vor- erhaschen. halbjahres noch ein ansehnlicher Betrag als erspart" in den stand der Kaufmannskrankenkasse aufgefordert,„ die Verwendung von fangreichen Zentralhofes und blickt hinauf zu der pompösen Kuppel aus Glas und Eisenrippen in ihren erdrückenden Stadtfädel zurückfließen darf. Genosse Borgmann sprach die Stassenmitteln für die Zwecke der Wohnungsenquete in Zukunft zu Dimensionen, so kommt man sich flein, unendlich klein und winzig Befürchtung aus, daß die Ausführung des durchaus ver- unterlassen bei Vermeidung einer Ordnungsstrafe von M. 10 ebent. bor. lleber die verbindende Doppelbrüde drängen sich zwei Stetten werflichen Gedankens, hier die Armenkommissionen zur Mit- 2 Tagen Haft für den le bertretungsfall". Sie haben's also staunender Menschen, die wiederum verwundert auf den unten vorbeiwirtung heranzuziehen, vielleicht den Vätern der gespeisten erreicht, die um ihren Profit bangenden Hausagrarier! quirlenden Strudel herabblicken. Die Organisation des Geschäftsbetriebes im Warenverkauf, baut Kinder schließlich doch noch den Verlust des Wahlrechts In ihrem erbitterten Kampf gegen die verhaßte Krankenkasse, die bringen werde. Borgmann tadelte es auch, daß nach dem fich auf einem ganz neuen System auf. In dem Warenhaus haben Plan des Magistrats in den Ferien und an den schulfreien fich etwa 60 selbständige Firmen eingemietet, die volllommen unab hängig von einander ihre Waren ein- und verkaufen. Nur der VorTagen die Speisung ausgesetzt werden soll, so daß die Kinder teil der Gesamteinrichtung, der einheitlichen Warenexpedition und hungrig bleiben. Wahrscheinlich huldigt der Magistrat dem Man sieht, daß auf die Obrigkeit doch immer noch Verlaß ist anderer Erleichterungen und Ersparnisse kommen dem einzelnen Grundsatz:„ Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen". Wir hoffen indes, daß sich Mittel und Wege finden werden, die von zugute. Eine Geschäftsverwaltung regelt das ganze. Eine neuzeit den Hausagrariern so gefürchteten Enthüllungen der Kaufmanns- liche Einrichtung im Warenhaus bilden auch das Rohrpostkassensystem sowie die Gleitanlage, durch die die gekauften Waren bis Krankenkasse über das Berliner Wohnungselend fortzusetzen. zum Ausgang gelangen. Das Gesamtbild in dem Innern trägt den sehr typischen Charakter der modernen Großkaufhäuser. Der Uneingeweihte würde icherlich durch die bloße Besichtigung den aus fo vielen Spezialfirmen zusammengesezten Geschäftsbetrieb ergründen. durch jene Wohnungsenqueten zur Befferung der Wohnungszustände und hiermit zur Förderung der Volksgesundheit beitragen konnte, find fie vorab die Sieger geblieben. Zulegt kam die Erörterung der Frage einer Ueber nahme der Polizei heran; die Polizei ist ja auch sonst oft die lette" und„ kommt erst, wenn alles vorbei ist". Gegen die Aufforderung des Magistrats ist das VeripaltungsDem Antrag Stadthagen, dessen Beratung mehrfach vertagt ftreitverfahren zulässig. In diesem hat das Oberverwaltungsgericht worden war, hatte sich inzwischen noch ein Antrag Cassel, als letzte Instanz zu entscheiden und wird nicht zum ersten Male ein an den Magistrat gerichtetes Ersuchen um Auskunft über gegen den Entscheid des Handelsministers votieren. Oder sollte den augenblicklichen Stand der Uebernahmefrage, hinzu- in der Tat der Gesetzgeber den Blödsinn gewollt haben, daß einem gesellt. Genosse Stadthagen hielt der Berliner Polizei Kassenvorstand unter Strafe vorbeugende Maßnahmen gegen Krantihr reichlich langes Sündenregister vor. Im besonderen heiten untersagt werden? wies er hin auf die AII macht des Schuhmanns, der jeden Bürger von der Straße wegweisen darf, wenn er ihn D Entlassungsfeier in den Pflichtfortbildungsschulen. Eine sehr gute und durchaus zu billigende Neuerung scheint bei " Ob bei diesem neuen System das kaufende Publikum besser fährt, läßt sich jetzt noch nicht vorherbestimmen, da das ganze Unternehmen noch im Zeichen des Versuches steht. Bei der Besprechung dieses Prachtbaues haben die bürgerlichen Blätter wahre Hymnen über die genialen Gründer und Erbauer geschüttet, wie dies bei all' diesen Fällen zu beobachten ist. Man kann für einen für einen Streitposten hält, ferner auf die Polizeitaten der Entlassung der Pflichtfortbildungsschüler in Anwendung zu dabei sehr wohl auf den Umstand hinweisen, daß in allen Kulturbom 12. und 21. Januar, die eine schwere Gefährdung kommen. Die Abgangsschüler wurden in der Aula versammelt. Ein werken auch die Geschicklichkeit, die Intelligenz und die Straft all' der der öffentlichen Ordnung durch die Polizei selber bedeutete. Herr Arzt hielt einen Vortrag über das Geschlechtsleben des Menschen, in vielen Arbeiter, Techniker, Ingenieure zum Ausdruck gelangt, die Cassel erinnerte an den bereits früher von der Versammlung dem er die Gefahren schilderte, welche durch geschlechtliche Aus- ungenannt und ungekannt ihr beſtes und schönstes der geſellſchaftgefaßten Beschluß und wünschte zu wissen, was denn seitdem schweifungen und sittliche Verfehlungen der Entwicklung des menschlichen Wohlfahrt und Kultur zur Verfügung stellen in dieser Angelegenheit getan worden sei. In dem Ausschuß, lichen Körpers und Geistes drohen. Der Vortragende in der PflichtBettellohn. an den beide Anträge überwiesen werden sollen, will Eine Revolverschießerei, bei der ein Mann getötet wurde, rief man dem Magistrat die Antwort abnötigen. Sie wird ver- fortbildungsschule in der Prinzen- Allee 8 machte durch seinen zu mutlich dahin lauten, daß vom Magistrat bisher nichts Herzen gehenden Vortrag großen Eindruck, denn die Schüler gestern vormittag in der Rochowstraße, im äußersten Dsten der Stadt, getan worden ist. Die Pflege der guten Belaschten am Schlusse lebhaften Beifall. Das scheint aber dem Di- große Aufregung hervor. In dem Hause Nummer 13 wohnen unter ziehungen nach oben" hin, die dem Rathaus- rektor nicht gefallen zu haben, denn als sich der Arzt anderen ein Inspektor Walter Voigt und ein Arbeiter Die Frau des Voigt rückte" vor einiger Zeit. freifinn die Hauptsache ist, verträgt sich nun einmal nicht mit entfernt hatte, belehrte er die Schüler, daß es ein Verstoß Tettmacher. einer energischen Betonung des Selbstverwaltungsrechtes, das gegen den Anstand ſei, bei einem Herrn, der im Auftrag Hierbei half ihr Tettmacher, der schon wiederholt in Irrenanstalten einer höheren Behörde einen Vortrag hält, den Beifall in solcher gewesen war, mit seiner Frau. Seitdem standen er und Voigt den Gemeinden auch im Polizeiwesen zukommt. Weise zu äußern. Die Jungen wußten nicht, wie ihnen geschah, auf gespanntem Fuße. Heute wollte Tettmacher ausziehen. Als er denn sie hatten es alle nur gut gemeint. Allerdings war der Herr seinen Hausrat heruntertrug, stieß er mit einem Kleiderständer bei Die Hausagrarier im Kampfe gegen die Volksgesundheit. Wo die besiglose Klasse versucht, soziale Mißstände ans wohl etwas verstimmt, denn als er die Aula betrat, mußte er Boigt gegen die Tür. Boigt kam heraus und stellte ihn zur Rede. Wo die befitzlose Klasse versucht, soziale Mißstände ans Licht zu ziehen und auf ihre Befferung hinzuwirken, ba stößt sie wahrnehmen, daß die Schlingel, die in ihrem Sonntags. Es tam zu Streitigkeiten, in deren Verlaufe Voigt zum da staat erschienen waren, immer wieder auf den Widerstand der Besitzenden, die nelle im Knopfloch hatten. zum größten Teil eine rote Rebolber griff. Er gab einen Schuß ab und tötete seinen Das fab fast wie eine Gegner. Voigt wurde zur Vernehmung nach der Wache des 111. Reihren Profit bedroht sehen. Schleunigst wird dann die Demonstration ausflugs mußten die Nelken verschwinden. viers gebracht. Er behauptet, in der Notwehr gehandelt zu haben. hese Obrigkeit, die ja der besigenden Klasse als ihr berufsmäßiger Jedoch nur auf kurze Zeit, denn als die Zeugnisse ausgeteilt waren, Schüßer gilt, gegen die Störenfriede und Profitschädiger mobil ge- bolte jeder seine Nelle wieder hervor und nun zog die rote macht. Und in der Regel wird es auch erreicht, daß die Obrigkeit fich für verpflichtet hält, die erbetene Hilfe zu gewähren und mit iunge Garde von dannen. ihrem Machtwort dazwischen zu fahren. Uns will der Vorgang ganz natürlich erscheinen und wir haben volles Verständnis dafür, daß der roten Proletenjugend die rote Farbe viel lieber ist als dem Schulrektor. mehrere Jahre bestehendes Hausnummernfuriofum viele Ungelegen Den Bewohnern der östlichen Gleimstraße bereitet ein schon heiten. Die Nummer 9 ist hier nämlich nicht weniger als zehnmal hertreten und zwar mit der Nebenbezeichnung a bis k. Insbe fondere die ähnlich klingenden Baute a, h und k führen täglich zu zahlreichen Verwechselungen, unter denen namentlich auch die pünktliche Briefbestelling empfindlich leidet. Da die Gleimstraße, die Diesen Rummel verstehen auch die lieben Hausagrarier, die stets notleidenden. Gegen alles, was auf eine Besserung der Wohnungszustände abzielt, wehren sie sich mit der Straft der Schülerschlachten finden seit einiger Zeit auf dem Brunnen- den Gesundbrunnen direkt mit der Schönhauser Allee verbindet, Berzweiflung, weil ja eine Besserung der Wohnungszustände ihnen plaz vor dem dortigen Amtsgericht statt. Zahlreiche Jungens jest bis auf einen kleinen Teil vollständig bebaut ist, sollte möglichst den Ertrag ihrer Mietstafernen schmälern könnte. Selbst die bloße finden sich täglich ein, um in zwei Seerlager" geteilt, gegeneine bald die dringend notwendige anderweite Numerierung mit fort Taufenden Zahlen ohne Buchstaben vollzogen werden. Das darf| Wilmersdorf. natürlich nicht, wie gewöhnlich in solchen Fällen, plötzlich geschehen, fendern es muß vorher rechtzeitig angekündigt werden. " " Katschmann aus Groß Lichterfelde aufgefunden. Der Keine Teuerungszulage für die Gemeindebeamten. Eine Ent. Unglüdliche hatte sich aus seinem Dienfirevolver eine Stugel in die täuschung bereitete die Stadtverordnetenversammlung am 30. Sep rechte Schläfe gejagt und so schtver verlegt, daß er bald darauf im Unter choleraverdächtigen Erscheinungen wurde, wie magistrats| tember den im Dienste der Stadt stehenden Beamten. Am Krankenhause am Urban, wohin er gebracht worden war, den Tod offiziös mitgeteilt wird, vorgestern abend ein junges Mädchen in das 27. Juni d. J. hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, fand. K. war schon seit langer Zeit herzleidend, und der Zustand Rudolf- Virchow- Krankenhaus eingeliefert. Das Mädchen ist im allen Kommunalbeamten, foiveit sie bis zu 5000 Mark Jahresgehalt des Beamten hatte sich in letzter Zeit derart verschlechtert, daß Laufe der Nacht gestorben. Die Sektion der Leiche hat beziehen, eine einmalige Teuerungszulage von 7 Pro Katschmann seinen Dienst nicht mehr ausüben fonnte und den Zeitbisher den Verdacht auf Choleraerkrankung nicht bestätigt, jedoch ent ihres Gehalts zu gewährnn, doch war der Magistrat diesem punkt seiner Pensionierung voraussah. Diese Umstände haben dem wird die bakteriologische Untersuchung fortgesetzt. Beschluß nicht beigetreten. Eine zur abermaligen Beratung dieser Bedauernswerten die Waffe in die Hand gedrückt. Angelegenheit eingefeßte Kommission fam mittlerweile zu der Er Lichtenberg. Beim Einsteigen in einen Stadtbahnzug ist der 82 Jahre alte fenntnis, daß es den Wilmersdorfer Beamten im Vergleich mit ihren Hospitalit Friedrich Lehmann aus Rummelsburg schwer zu Schaden Leidensgefährten in den Nachbarorten durchweg erträglich gehe, und der sechsjährige Schulfnabe Adolf Settner, Stronprinzenstr. 3, Unter den Rädern eines Mörtelwagens hat gestern nachmittag gekommen. 2. nahm beim Besteigen des Zuges die linke Hand nicht empfahl daher der Versammlung, die den Reichs- und Staats- den Tod gefunden. Der Kleine hatte mit anderen Kindern schnell genug von der Tür fort und im nächsten Augenblick wurde beamten in Aussicht gestellte Gehaltserhöhung abzuwarten. Dann auf der Promenade der Frankfurter Allee Bed" gespielt. die Tür von einem Beamten zugeworfen. Dem Greis wurde die könnten auch in Wilmersdorf die erhöhten Säge mit rückwirkender auf der Promenade der Frankfurter Allee Beck" gespielt. Beim Hand eingeqeutscht und teilweise zerschmettert. Auf der Unfall- Kraft vom 1. April 1908 ab zugestanden werden. Mit der Be- Davonlaufen rannte er auf den Fahrdamm und geriet so unglücklic station in der Warschauer Straße erhielt 2. die ersten Notverbände. gründung, daß die unteren und mittleren Beamten in den gegen Mäder stürzte und überfahren wurde. gegen einen vorüberkommenden Mörtelwagen, daß er unter di Das schwere Fuhrwerk giny In der Wuhlheide erhängt hat sich ein unbekannter etwa dreißig wärtigen Zeiten der Teuerung nicht so viel verdienen, als ihrem Stande dem bedauernswerten Kinde über die Brust hinweg, so daß der Tor Jahre alter Selbstmörder. Im Jagen 353 wurde der Lebensmüde angemessen ist, nahm der Stadtverordnete Pulver zwar den von Spaziergängern aufgefunden. Es handelt sich anscheinend um Antrag vom 27. Juni wieder auf, doch stimmte die Stadtverordneten auf der Stelle eintrat. einen hiesigen Kaufmann. Das Taschentuch des unbekannten Toten versammlung mit großer Mehrheit dem Ausschußantrage zu. Nun Borsigwalde. war mit 9. R. gezeichnet. mögen die Kommunalbeamten den Riemen enger schnüren bis zu In der Bolksversammlung, welche am Montag, den 28. September, Bei einem verhängnisvollen Unglücksfall ist vorgestern nachmittag dem ungewissen Tage, wo den Staats- und Reichsbeamten das Heil um 8 Uhr in den Borsigwalder Festsälen tagte und von zirka der 17 Jahre alte Formerlehrling Bruno Borg lebensgefährlich ver- zuteil werden soll. 600 Personen besucht war, hielt Genosse Adolf Stern einen legt worden. B. war auf seinem Zweirad durch die Alexandrinen- Selbstmordversuch eines Schülers. Blutüberströmt wurde gestern äußerst lehrreichen und interessanten Vortrag über: Der Kampf straße gefahren. Beim Einbiegen in die Wassertorstraße mußte er der 15 Jahre alte Schüler Hans C., Berliner Straße 8, von seinen um die Wahrheit". Mit einem träftigen Appell an die Anwesenden, einem Lastfuhrwerk ausbiegen und dadurch geriet er gegen die Seiten Eltern im Bett aufgefunden. Die Annahme, daß ein Verbrechen vor- stets ihre Plicht zu tun und für die Wahrheit zu streben, schloß der wand eines entgegenkommenden Straßenbahnwagens der Siemens liege, wurde bald durch den Umstand widerlegt, daß man im Bett Referent unter reichem Beifall seinen zweistündigen Vortrag. u. Halste- Bahn. Er wurde mit folcher Gewalt auf den Fahrdamm ein Taschentesching und einen Abschiedsbrief des C. vorfand. In Zu der Diskussion sprachen einige Religionsvertreter, unter geschleudert, daß er einen fomplizierten Schädelbruch erlitt und in dem Briefe nimmt der Schüler von seinen Angehörigen Abschied. ihnen der Ortsprediger Herr Weise. Er bedankte sich für die Einrecht bedentlichem Zustand in das Krankenhaus am Urban eingeliefert verschiedene Gründe", so schreibt der Lebensmüde, haben ladung und den schönen Vortrag, mit dem er im ersten Teil vollwerden mußte. mich dazu bewogen, freiwillig aus dem Leben zu scheiden!" ständig einverstanden ist, nur im zweiten Teil fämen einige WiderEine Protestversammlung, in der Genosse Adolf Hoffmann Mit dem Tesching hatte sich C. einen Schuß in die rechte Schläfe bei- sprüche in Betracht. Es entspann sich eine lebhafte Debatte, an über das Thema:" Los von der Kirche und der keine Kirchensteuern gebracht. In recht bedenklichem Zustande wurde der Schüler nach welcher sich noch viele Redner beteiligten; einige forderten zum bezahlenden Geistlichkeit" sprechen wird, findet am kommenden dem Krankenhaus gebracht. Austritt aus der Landeskirche auf, worauf sich 20. Anwesende in die Sonntag mittag 12 Uhr im Feenpalast in der Burgstraße statt. Ein neues Feuerwachgebäude will die Stadt Wilmersdorf neben Austrittslisten eingetragen haben. Nach einem fräftigen Schlußwort Banit bei einem Brande. Große Aufregung herrschte gestern der höheren Töchterschule in der Gasteiner Straße errichten. Andes Referenten wurde die Versammlung um 1 Uhr geschlossen. abend bei einem Brande in der Fichte straße 30. Dort hat der diesem Gebäude, das 400 000 m. kosten wird, sollen alle technischen Hennigsdorf. Malermeister Müller im Durchgange unter dem Quergebäude Errungenschaften der Neuzeit Verwendung finden. eine Werkstelle verbunden mit einem Lagerraum für Dele und Farben inne. Als er gegen 8 Uhr in diesem Raum eine noch Groß- Lichterfelde. brennende Lampe mit Petroleum füllen wollte, explodierte sie. Ju der Wahlvereinsversammlung erstattete Genosse Strohnin demselben Augenblic einen Gendarmen herankommen. Schnell Die sich hierbei entwickelnden Flammen sprangen auf die Delberg- Nowates Bericht vom Nürnberger Parteitag. Sowohl er behälter über, und im Nu brannte die ganze Werkstatt; Müller als auch die folgenden Diskussionsredner bedauerten die Art und konnte sich nur mit knapper Not in Sicherheit bringen. Ehe die Weise, wie die Meinungsverschiedenheiten in der Partei ausgekämpft alarmierte Feuerwehr zur Stelle war, hatten Stichflammen auch würden und wie dies auch bei den Differenzen über die Frage der schon einen Weg nach dem einzigen Treppenaufgange Budgetbewilligung vor und auf dem Parteitage leider der Fall des vierstödigen Quergebäudes gefunden. Die Bewohner des Quergebäudes waren aber besonnen genug, die Korridortüren ver- gepesen. Diese oft rein persönlich und gehässig geführten Debatten schlossen zu halten und feine übereiligen Schritte zu tun. Alles nügten der Sache gar nichts und hätten in weiten Streisen der Falkenhagen- Seegefeld. Genossen Unbehagen und Mißstimmung erzeugt. In der letzten Wahlvereinsversammlung, die gemeinsam mit den atmete auf als die Feuerwehr die Löschaktion eröffnete. Brand= In der Diskussion sprach zunächst Genosse Statisti; er wies Staatener Genossen in Staaten stattfand in unserem Orte direktor Raichel ließ sofort Hakenleitergänge errichten und schickte Eappeure in die einzelnen Wohnungen vor, um die Mieter auf den Irrtum hin, als ständen die Süddeutschen auf dem generellen steht uns zurzeit von den neun Lokalen kein einziges zur VerStandpunkt der Budgetbewilligung. Davon tönne gar feine Nede fügung, gab Genosse Leidner den Bericht von der Generalzu beruhigen. Gleichzeitig brangen Rohrführer gegen den Brand- sein. Die Verhältnisse in Süddeutschland seien eben anders als im versammlung des Kreises Ofthavelland und von der Provinzial herd vor. Schon nach halbstündiger Löschtätigkeit war das Feuer Norden. Politisch sei der Süden viel demokratischer als Preußen. tonferenz. In der Diskussion wurde u. a. bemängelt, daß das erstickt. Jetzt zeigte sich erst, wie gefährlich die Situation gewesen Da z. B. der bayerische Etat fast ausschließlich Ausgaben für Kultur- Provinzialsekretariat auf der Kreisgeneralversammlung unvertreten ivar. Bis zum dritten Stock waren die Fensterkreuze, Türen und Treppen schon start angefohlt. Was für forderungen enthalte, konnte die sozialdemokratische Landtagsfraktion war und daß z. B. für den Kreis Ostprignig mehr für Agitation mit Recht annehmen, eine enorme Site entwickelt wurde, geht daraus hervor, daß der Putz Uebereinstimmung mit dem Lübecker Parteitagsbeschluß zu befinden. Wahlverein wurde der Gastwirt P. Schöneberg Falkenhagen bei der Zustimmung zum Budget sich in verausgabt werde als für unseren Streis. Einstimmig aus dem an den Wänden herabfiel. Wäre die Feuerwehr wenige Minuten später eingetroffen, so wäre eine Brandkatastrophe unausbleiblich Schon der Umstand, daß in Bayern die Gleichberechtigung ausgeschlossen. In einer gemeinsamen Versammlung, die am gewesen. In den Wohnungen der unteren Etagen machte sich schon der Sozialdemokratie mit allen übrigen Parteien von allen 18. Oftober stattfindet, wird Genosse Kautsky über den Parteitag beim Anrüden des ersten Löschzuges eine starte Rauchentwidelung Staatsorganen ausdrücklich anerkannt werde, zeige den Gegensatz Bericht erstatten. bemerkbar, so daß die Leute sich teilweise platt auf den Fußboden und die tiefgehenden Unterschiede zwischen Süd und Nord. Die legten. Es ist unbegreiflich, daß neben einem Treppenaufgange Frage der Budgetbewilligung sei feine prinzipielle, sondern nur eine eine Werkstelle mit feuergefährlichen Stoffen eingerichtet werden Darf. auton anu ju dua si solor snis prindsp 2andtagsfraktionen überlassen, wie sie sich zur Annahme taktische. Aus diesem Grunde müsse man auch den einzelnen oder Ablehnung des Budgets stellten unter Verantwortlichkeit gegenüber der Landesorganisation. Jedenfalls hätte man sich auf dem Parteitag verständigen und die Resolution Frohme annehmen tönnen. ( Beifall und vereinzelter Widerspruch.) Die Furcht vor dem Gendarm hat gestern zu einem schweren Unglücksfall in unserem Drte Veranlassung gegeben. Der 11jährigeSchüler Hermann Rauter war auf einen Kastanienbaum geklettert und fah wollte er an dem Stamm hinabgleiten, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte so unglücklich hinab, daß er schwere innere erlegungen und Bruch beider Arme erlitt. Der Verunglückte wurde auf Veranlassung eines Arates nach einem Berliner Krankenhause übergeführt. Der Schöneberger Frauenmord vor dem Schwurgericht. nachts begann, währte bis Mittwoch um 1 Uhr. Die Beratung der Geschworenen, die am Dienstag um 12 Uhr Der Wahrspruch der Geschworenen laute te auf Schuldig des Totschlags, der zuhälterei und der interschlagung. Die Frage nach Mord wurde verneint. Staatsanwaltsrat Dr. Kühne beantragte mit Rücksicht auf die Feuerwehrbericht. Gestern, nachts um 2 Uhr, fam in der Müllerstr. 40 ein fehr gefährlicher Brand zum Ausbruch. Dort stand die Haarschmud- und Gelluloidfabrik Alt in Flammen. Außer dem feuergefährlichen Celluloid brannten dort Regale, Tische, Genosse 3iege ist nicht mit allen Ansichten des Vorrebners Türen, Fenster, der Fußboden u. a. Die Flammen schlugen aus einverstanden. Bayern sei ebenso gut ein Klassenstaat wie jeder allen Fenstern und alarmierten die ganze Nachbarschaft. Auf andere auch. Trotzdem teile er die Auffassung, daß es sich nicht dreimaligen Alarm von verschiedenen Seiten rückte die Wehr in lohnte, wegen der Budgetbewilligung in diesem besonderen Falle großer Stärke aus. Es gelang ihr mit mehreren Schlauchleitungen soviel Aufhebens zu machen und andere wichtige Punkte der Tages- bestialische Roheit, mit welcher der Angeklagte die Tat verübt habe, unter Benutzung einer großen mechanischen Leiter den Brand auf ordnung so überaus stiefmütterlich zu behandeln. Auch er hätte es wegen des Totschlags eine 3uchthausstrafe von zehnt die Fabrikräume zu beschränken.. Am Mittwoch abend wurde die für richtig befunden, sich auf die Resolution Frohme zu einigen. Jahren, wegen der beiden anderen Vergehen eine GefängnisWehr zehnmal alarmiert. A. a. nach der Wassergasse 5, wo Holz Bezüglich der Maifeier steht Redner auf dem Standpunkt, daß strafe von 1½ Jahren. Beide Strafen wären zu einer Geu. a. in einer Küche brannten, nach der Prenzlauer Allee 88, wo die Gewerkschaften schon Opfer genug für die wirtschaftlichen Kämpfe famtstrafe von 10 Jahren 8uchthaus zusammenzuziehen. Stroh in einem Schuppen in Flammen stand. In der Müllerstr. 3 bringen müßten und nicht noch die Kosten für die Maifeier aufmußte ein fleiner Wohnungsbrand gelöscht werden. Auf dem bringen könnten. Zu begrüßen sei, daß endlich mit den Lokalisten verkündet wurde, lautete wegen Totschlag, zuhälterei Das Urteil des Gerichts, welches furz vor 12 hr Exerzierplatz an der Schwedter Straße hatten Unbefannte Stroh reiner Tisch gemacht worden ist. in Brand gesteckt. Teerbrände mußten auf den Dächern der Häuser Oldenburger Straße 4 und Reinickendorfer Straße 93 gelöscht werden. In der Alexanderstr. 16 brannte Papier u. a. in einem Keller und Usedomstr. 4 ein Schornstein. Ferner wurde die Wehr nach der Potsdamer Straße 26a, der Ede der Brunnen- und Invalidenstraße, Basewalter Straße 11 u. a. Stellen gerufen. Die Schöneberger Feuerwehr hatte in der letzten Nacht einen größeren Laubenbrand am neuen Sachsendamm 68 zu löschen, der um Mitternacht ausgekommen war. Die Entstehung des weithin sichtbaren Feuers war nicht aufzuklären. Gleichzeitig mußten die Schöneberger einen Kellerbrand in der Tempelhofer Straße 4 löschen, der anscheinend durch die Selbstentzündung von Breßfohlen ausgekommen war. Auch in der Luitpoldstr. 16 brannten Prestohlen gestern früh um 6 Uhr. Dieser Brand konnte schnell gelöscht werden. Vorort- Nachrichten. Eine Gedenkfeier. Der vergangene Sonntag wird vielen Besuchern des Gemeinde friedhofes zu Hohen- Neuendorf für lange Zeit unvergeßlich sein. Aim Grabe des durch den Gendarmen Jude erschossenen Genossen Herrmann bersammelten sich in der dritten Nachmittagsstunde die Freunde, Genoffen und Angehörigen des vom Schicksal zu früh Dahingerafften. Ein schlichter Kranz aus Wach holder, dem Wahrzeichen unserer märkischen Heide, wirkungsvoll gefchmidt mit einigen roten Dahlien, bewies die noch immer nicht erloschene Erregung über die vor nunmehr zwei Jahren begangene Battat und das heiße Mitgefühl für die unschuldigen Opfer. Gerichts- Zeitung. zustimmung im vorliegenden Falle geteilter Meinung sein könne. 10 Jahre Ehrverlust. Genosse Wenzel gibt zu, daß man bezüglich der Budget- und Unterschlagung auf 10% Jahre Zuchthaus und gasse man eine solche Zustimmung unter allen Umständen als ein Vertrauensvotum für die Regierung auf, dann dürfe man allerdings Mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, unsere Zeitung den Lesern nie für ein Budget stimmen und auch die Ausnahmebestimmung möglichst vor ihrem Aufbruch zur Arbeitsstätte, also früher als des Lübecker Beschlusses wäre dann eigentlich sinnlos. Schon diefe andere Zeitungen, zuzustellen, fonnten wir bei der vorgerückten Zeit ausnahmen heben das" Prinzip" auf. Wenn schon gestattet sei, für das Urteil nicht mehr in der gesamten Auflage der Mittwochsein Budget zu stimmen, falls ein schlechteres dadurch verhindert nummer mitteilen. politik- also dasselbe, was man den Süddeutschen vorwerfe. werden fönne, so sei das doch die reine 8 weckmäßigkeitsEr stehe auf dem Standpunkt, daß es sich hier um eine rein taktische Frage handle, die von Fall zu Fall zu entscheiden sei. Gewiß sei es richtig, wenn behauptet werde, daß die Anerkennung der Gleichberechtigung, der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen, Mit einem ungewöhnlichen Zwischenfall wurde die gestern vor des Koalitionsrechts usw., durch die bayerische Regierung von unserem dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorjizz des LandStandpunkt aus nur an sich Selbstverständlichkeiten seien. Aber das gerichtsrats Methner stattgehabte Verhandlung gegen den Malerzeige bloß, wie tief Preußen stehe, wo um den kleinsten Teil gehilfen Jakob Leermeester eingeleitet, der unter der Anflage des dieser Selbstverständlichkeiten das Proletariat lange und erbitterte versuchten Totschlags stand. Vor Eintritt in die Verhandlung bean= Kämpfe werde führen müssen. Die Verhältnisse seien also in tragte der als Offizialverteidiger bestellte Rechtsanwalt Nosbach Preußen wesentlich anders. Die Maifeier sei von Anfang an Gerichtsbeschluß darüber, ob er verpflichtet sei, die Verteidigung verfahren; wäre dieselbe gleich von vornherein auch bezüglich der weiterzuführen. Er begründete dies wie folgt: Er sei als Offizial Arbeitsruhe am 1. Mai energischer durchgeführt worden, so wären verteidiger dem Angeklagten beigegeben worden. Am 27. Würz zwar anfangs die Opfer zweifellos bedeutend, aber der Erfolg später wahrscheinlich größer und dauernd gewesen. In seinem Schlußwort wandte sich Genosse Krohnberg in einigen Punkten gegen Kaliski und Ziege. Einen Beschluß faßte die Versammlung nicht. Beim Bericht über die Gemeindewahlen im Westen übte der Vorsitzende scharfe Kritik wegen der schlechten Beteiligung der Wahlvereinsmitglieder an den Wahlarbeiten. Er hoffe, daß fünftig jeder Genosse und Arbeiter seine Schuldigkeit tue. Aufgehoben wurde der Beschluß, daß Parteigenossen, die sich im Wahlverein aufnehmen lassen wollen, in der betreffenden Versammlung anwesend sein müssen. Totschlagsversuch. habe in der Sache Hauptverhandlungstermin angestanden, der damit endete, daß auf ärztlichen Antrag beschlossen wurde, den Angeklagten zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Charité zu überweisen. Nun habe der Angeflagte an ihn ein Schreiben gerichtet, in welchem er neben allerlei Ausfällen gegen das Gericht sich dahin äußerte: Jch verzichte auf Ihre Verteidigung! Vertreten Sie doch die Leute, die Sie bezahlen!" Infolgedessen habe er, der Verteidiger, das Gericht schriftlich ersucht, ihn von der Pflicht, die Verteidigung zu führen, zu entbinden. Das Gericht habe diesem Ersuchen nicht entsprochen. Nach den allgentein herrschenden Grundsäßen dürfe Ungeachtet des zuweilen heftigen Regens hielten die Anwesenden doch ein Verteidiger, der das Vertrauen seines Schußbefohlenen nicht mehr besite, für diesen nicht mehr wirken. Wenn er Wahlbort eine stumme Totenwache. Mit ihnen, wenn auch vielleicht mit anderen Gefühlen, wachten in blizender Rüstung mit strengen Die Wahl einer Genossin in den Vorstand mußte verteidiger wäre, würde er zweifellos nach dem Briefe des AnMienen und im Bewußtsein ihrer gefährlichen" Mission bier bertagt werden, weil von den Frauen erst entsprechende Vorschläge geklagten das Mandat sofort niedergelegt haben, aber als Offizialgemacht werden. berteidiger müsse er so lange das Mandat behalten, bis das Gericht uniformierte Hüter der Drbnung, in diesem Milieu eine ungewohnte Genoffe Wenzel gab im Namen des Gesamtvorstandes die ihn von der Pflicht der Verteidigung entbinde. Er halte es für Drapierung des Kirchhofsfriedens, angesichts zahlreicher Totenhügel, Erklärung ab, daß er einstimmig gegen eine proportionale ein Unding, daß das Gericht von einem Verteidiger verlange, der stummen Zeugen irdischer und polizeilicher Bergänglichkeit. Vertretung der weiblichen Mitglieder im Vorstande sei. Es gebe im einen Angeklagten zu verteidigen, der dies selbst nicht wünsche. Bald sollte die Aufmerksamkeit unserer unfreiwilligen Kirchhofs- Verein nur Mitglieder mit gleichen Pflichten und Der Vorfigende wies darauf hin, daß der Angeklagte doch wohl schutztruppe in noch größerem Maße in Anspruch genommen werden. R e chten, ob dieselben männlich oder weiblich, sei gleichgültig. nicht ganz normalen Geistes sei und auch Beschwerdeschriften über Auf In langfamem, feierlichem Zuge, ebenfalls einen Kranz vorantragend, Die Forderung der proportionalen Vertretung der weiblichen Mit- das Gericht und die Staatsanwaltschaft losgelassen habe. nahten sich, von Berlin und anderen Drten tommend, eine stattliche glieder im Vorstand sei also widerfinnig und hebe die seitens der Befragen erklärte der Angeklagte, daß er kein Mißtrauen gegen den Zahl, wohl an 200 Arbeiterradfahrer. Langfam und feierlich. Kein Frauen mit Recht stürmisch verlangte Gleichberechtigung durch Vor- Verteidiger habe, sich vielmehr nur darüber, ärgere, daß sich die Sportfest war's, zu dem sie erschienen. Ein Grüßen war's, ein Ge- rechte wieder auf. Ebensogut könnte man die proportionale Be- Sache solange hinschleppe. Trotz dieser Erklärung ersuchte der Löbnis, das die lebenden Proletarier dem Toten darbrachten. Ein Der Gesamtvorstand steht aber ebenso einstimmig auf dem Stand- lehnung des Antrages des Berteidigers. teiligung im Vorstand nach Altersklassen und Berufen verlangen. Verteidiger um einen Gerichtsbeschluß. Dieser lautete auf AbAnsporn zur Organisation und Agitation! punkt, daß die Wahl einer Genossin in den Vorstand durchaus zweck mäßig und wünschenswert sei. Nach Aufnahme einer Anzahl neuer Mitglieder wurde die Versammlung geschlossen. Für die Gendarmen gab's nichts zu tun. Unbehelligt zogen fie ab wie sie gekommen, Gedanken und finstere Blicke können weder erschießen noch sonstwie töten. Aber noch ist diesem Toten nicht Genugtuung geschehen. Wann wird die Gerechtigkeit endlich ihren Lauf nehmen? Selbstmord eines Polizeifergeanten. Mit einer Schußwunde im Rovfe wurde gestern im Treptower Park der Polizeifergeant Otto die unbegreifliche Revolverschießerei im Kontor des Malermeisters Der Angeklagte ist der merkwürdige Mann, der am 20. Januar Bodenstein in der Taubenstraße aufgeführt hat. Er war früher einmal bei Herrn Bodenstein beschäftigt und verlor damals feine Stelle, nachdem er als Nichtorganisierter mit seinen organisierten Kollegen in Zwiftigkeiten geraten war. Er hat damals die Firma beim Gewerbegericht verklagt, ist aber abgewiesen worden. Er Explosions- Katastrophen. Die Blüte der Nation. Das arbeitete Sann immer nur furze Zeit auf verschiedenen Stellen Der Reichsbote" vor Gericht. Schachwelt in solcher Spannung erhalten wie dieser Match Lasker und tau im November in das Virchow- Krankenhaus. Als er Ein Artikel des Reichsboten" vom 24. April d. J. überhäufte, Tarrasch, in dem zwei geniale Schachspieler auf Tod und Leben Anfang Januar von dort entlassen wurde, geriet er in Rot und fah wie das bei diesem Blatte nichts Seltenes ist, die Sozialdemokratie miteinander rangen. sich vergeblich nach Arbeit um. Am 14. Januar fragte er bei der mit einer Flut von Schmähungen und Verdächtigungen. Besonders Firma Bodenstein um Arbeit nach, erhielt aber die Auskunft, daß ging das fromme Blatt gegen den Arbeiterjekretär Gealles besetzt sei. Nun sekte sich bei ihm die fire Idee fest, daß an noffen Taumann in Wunsiedel mit unwahren Be- In der Chemischen Düngerfabrik Rendsburg erfolgte gestern all seinem. Unglüd seine Entlassung im Sommer v. J. schuld sei, hauptungen vor, die in dem Vorwurf gipfeln, Taumann habe sich eine Erplosion. 14 Arbeiter wurden schwer verlegt, da faßte er den Entschluß, bei nochmaliger vergeblicher Anfrage Unredlichkeiten in der von ihm geführten Staffe zufchulden tommen davon zwei lebensgefährlich. Eine große Zahl Arbeiter nach Arbeit Herrn Bodenstein und dann sich selbst zu erschießen. lassen. Laumann hat deshalb den verantwortlichen Redakteur erlitten leichtere Verlegungen. Der Brand ist bereits gelöscht. Am 20. Januar traf er den Prokuristen Senft auf dem Hofe des Engel vom Reichsboten" wegen Beleidigung aus§ 186 Geschäftslotals. Er hielt ihn für Herrn Bodenstein und fragte nach des Strafgesetzbuches vertlagt. Ant Donnerstag sollte die klage Jm Keller des Hauses Eisenbahndamm 12 in Stiel erfolgte Arbeit, worauf Herr S. ihm erwiderte, das ginge ihn nichts an. vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verhandelt gestern eine Gaserplosion. 3w ei vorübergehende Personen wurden Der Angeklagte wollte dann seinen Plan des Erschießens aus- werden. Der Angeklagte Engel erklärte, er sei in der Lage, den schwer, ein im Hause beschäftigter Arbeiter leicht verletzt. führen, wurde aber durch örtliche Hindernisse davon zurückgehalten. Wahrheitsbeweis zu führen. Zu diesem Zweck berief er sich auf den Haus ist ziemlich start beschädigt. Er wollte dann noch einmal im Kontor sein Glück versuchen. Als Verfasser des Artikels, einen Herrn Kretschmar, der als einziger er dort eintrat und sein Anliegen vorgetragen hatte, teilte that Beuge zur Stelle war. Kretschmar konnte aber nur angeben, der Buchhalter Jaeschte mit, daß alle Stellen besetzt seien, und machte ihn darauf aufmerksam, daß man gewöhnlich den Hut abnehme, wenn man in ein fremdes Kontor eintrete. Hierüber erregte sich der Angeklagte dermaßen, daß er seinen Revolver aus der Tasche zog und einen Schuß auf Jaeschke abfeuerte. Die Kugel drang dicht neben Jaeschke in die Wand. Die anwesenden Buchhalter strebten einem angrenzenden Zimmer zu; der Angeklagte schoß noch einmal, ohne zu treffen, und als der Buchhalter Büchler cinen Schemel nach ihm geworfen, schoß er abermals hinter diesem Revolver und feuerte nun seinerseits auf den Angeklagten. Er her. Büchler holte schnell aus seinem Schreibtisch seinen eigenen traf ihn nicht, hielt ihn aber mit dem Revolver so lange in Schach, Der Angeklagte war ganz geständig, behauptete aber, daß er die Schüsse abgefeuert habe, ohne zu wissen, was er tat. Er leide mitunter an Hallucinationen. Da er diese Behauptung auch schon im ersten Termin aufgestellt hatte und der Angeklagte zweifellos ein nervöser Mensch ist, so wurde seinerzeit auf Grund des§ 81 Medizinalrats Dr. Hoffmann und des Prof. Dr. Koeppen gehen der Antrag auf Beobachtung gestellt. Nach den Gutachten des Sie Ergebnisse der Beobachtung dahin, daß bei dem Angeklagten wohl eine Mänderwertigkeit vorliegt, aber feine frankhafte Störung der Geistestätigkeit und eine Bewußtlosigkeit, die die freie Willens bestimmung ausschließt. bis er festgenommen werden konnte. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage auf versuchten Totschlag in zwei Fällen unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Gericht berurteilte den Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und rechnete 6 Monate auf die Untersuchungshaft an. Als Nächer der Ehre seiner Frau daß er selber nichts von den Dingen, wisse, die er dem„ ReichsAus München fam in den letzten Tagen eine traurige Nachricht. boten" mitgeteilt hatte. Er berief sich wieder auf einen Gewährsund förperlicher Zerrüttung als Opfer dreier junger mann, einen ehemaligen Sozialdemokraten, der in Hof in Bayern in Im Irrenhause zu Eglfing ist ein 17 jähriges Mädchen in geistiger Akademiter gestorben. Die waderen Jünglinge hatten der internen Parteibewegung gestanden und ihm diese Dinge mitgeteilt habe. Nachdem Engel angeklagt worden war, hatte er das junge Ding total betrunken gemacht und es nachts mit nach Kretschmar als Verfasser genannt. Dann hat Taumann dem„ Englischen Garten" geschleppt, wo sie es wahrscheinlich Die Klage gegen Kretschmar der Anciennität nach, um den Somment" nicht zu verlegen! auch diesen berklagt. richtsbezirt, in dem Kretschmar wohnt. Das Schöffengericht zu sich fam, wollte es aus Berzweiflung über die Schmach ins schwebt beim Schöffengericht Berlin- Tempelhof, dem Ge- der Reihe nach vergewaltigen. Als das arme Mädel wieder Berlin- Mitte jeste das Berfahren gegen Engel waffer gehen. Schließlich wurde es trübfinnig und mußte später richtsbezirk, in dem Kretschmar wohnt. bis zur Erledigung der Klage gegen Kretschmar in die Eglfinger Frrenanstalt übergeführt werden. Dort ist die Aermste aus. Dieser versicherte, ihm stehe ein großer Zeugenapparat zur num im Alter von 17 Jahren gestorben. Führung des Wahrheitsbeweises zur Verfügung, doch müsse er erst nach Bayern reisen, um diesen Apparat in Bewegung zu setzen. . Ein Hofrat als Betrüger. 0 " Zentralverlland der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Charlottenburg. Heute abend 9 Uhr in den„ Charl. Festsälen", Staiser- Friedrich- Str. 24. Vortrag des Schriftft. Dr. Schütte über: Die Niederwald- Verschwörung". Eingegangene Druckfchriften. Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Baul Singer) ist foeben das 1. Seft des 27. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Einige Feststellungen über Marg und Engels. Bon S. Kautsky. Bur Reform der Strafprozeßordnung. Bon Hugo Heinemann. Englische Wandlungen. Bon Th. Rothstein( London). Die französische Gemeinde als politischer Faktor. Von Ch.( Paris). Die zionistisch- fozialistische Utopic. altor Rappoport( as) at one poi Die Landtagswahlen in Oldenburg. Adolf von B. Rofin( Gent). Schulz( Bant). Die Landtagswahlen in Finnland. Von M. Martna. Literarische Rundschau: Statistisches Jahrbuch für den preußischen Staat. Zeitschriftenschau. Bon ad. br.Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann diefelbe bei der Poft mur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft fostet 25 Pf. Es wäre interessant, zu erforschen, ob nicht einer oder der andere der verdienstvollen jungen Herren, die das Wort von der Blüte Erst Verdächtigungen aufstellen, dann aber, vor Gericht gestellt, der Nation auf so bewundernswerte Art zu Ehren gebracht wie es der Pastor Engel vom„ Reichsboten" tat, auch nicht ein Jota haben, etwa dem Studium der Jurisprudenz obliegt. In diesem betreffende Herr bei einiger Strebsamfeit mit der Zeit zum weisen, ist eine bodenlose Leichtfertigkeit, deren frivoler Charakter Staatsanwalt avancierte, in welcher Position er dann die der beweislos in die Welt geschleuderten Verdächtigungen zu be- alle wäre nämlich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Staatsanwalt abancierte, in welcher Position er dann die dadurch nicht geändert wird, daß der Pastor den Verfasser des beste Gelegenheit hätte, über die Verfehlungen seiner MitArtikels nannte, den er ohne jegliche Prüfung des I menschen mit unerbittlicher Strenge und einem durch keine Der Kläger hätte mit Fug und Recht halts aufnahm. darauf dringen können, daß der Reichsboten" Redakteur Gefühlsschwachheit zu beirrenden Vergeltungsfanatismus den Stab schon jetzt, wegen verleumderischer Beleidigung bestraft werde. zu brechen. Ein anderer der Herren wird vielleicht Past o'r oder Oberlehrer und flößt dereinst den seiner geistigen oder Er hat, trotzdem der dringende Verdacht einer Verschleppung seelischen Obhut anvertrauten Schäflein die Grundbegriffe der der Sache durch den Verfasser des Artikels besteht, mit Religion und Kultur in homöopathischen Dosen ein. Und schließlich Recht das unterlassen, da ihm allein an der Klarstellung der Angelegenheit liegt. Bedauerlich ist, daß der Verfasser des Artikels ist vielleicht auch einer unter ihnen, der später als Beamter und und der für ihn verantwortliche Pastor an zwei verschiedenen Reserveoffizier den Umsturz" mit gewohnter Schneidigkeit bekämpft Gerichten verklagt find, wie wohl das Amtsgericht, in dessen Bezirt und gegen jede freie Regung mit geiferndem Maul die Mächte der„ Reichsbote" erschien, für beide Klagen zuständig ist. Der deutscher Sitte und Art" ins Treffen ruft! Kläger hat aber das Recht, baldige Verhandlung zu verlangen hat sich der Arbeiter Eduard Nit ein Strafverfahren zugezogen, und etwaigen Winkelzügen des Beklagten nicht nachzugeben. Die welches ihn gestern vor die Geschworenen führte. Das Schwur- Behauptung des Kretschmar, er müsse erst nach Bayern reisen, um gericht des Landgerichts III unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors ben Wahrheitsbeweis für den Inhalt des dem Reichsboten" geDr. Maßmann verhandelte gegen Niz wegen Körperverlegung mit lieferten Artikels, spricht sehr gegen ihn: der solche Artikel in die überdies Am 1. Juni d. J. zog der Kutscher Johann Welt setzt, muß gerade Beweismittel besigen, hat tödlichem Ausgange. Buchholz zu dem Angeklagten, der seinerzeit in Charlottenburg, Kretschmar reichliche und überreichliche Zeit gehabt, das angebliche Sophie- Charlotten- Straße 48 wohnte, in Schlafstelle. Ende Juni Beweismaterial für seine Verdächtigungen präsent zu halten. Warum hatte Niß eine ihm wegen Diebstahls zuerkannte fiebentägige Ge- hat er es nicht getan? fängnisstrafe zu verbüßen. Während N. im Gefängnis saß, verfuchte Buchholz mit der Frau des Angeklagten zärtliche Beziehungen angulnüpfen. Die wiederholten nächtlichen Budringlichkeiten, die Das Schwurgericht in Gießen verurteilte am Mittwoch den fich Buchholz erlaubte, wurden jedoch von der Frau N. ganz energisch antier Hofrat Rotschild- Buedingen wegen betrügezurückgewiesen. Als Nih am 27. Juni aus dem Gefängnis entlassen wurde, teilte ihm Buchholz, um sich für die Ablehnung zu rächen, rischen Bankerotts und Depotunterschlagung zu fünf Jahren fälschlich mit, daß er während feiner Abwesenheit mit der Frau Buchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, den Prokuristen in intime: Beziehungen getreten wäre. Er gab dem N. den guten der wegen Beihilfe zur Depotunterschlagung zu sechs Rat, seine Frau tüchtig zu verprügeln und dann hinauszuwerfen. Monaten Gefängnis. Die Verurteilung derselben AnDiese niederträchtige Handlungsweise des B. hatte jedoch nicht den geklagten durch die Straftammer wegen Betruges( Rothschild erhofften Erfolg. Der Angeklagte stellte seine Ehefrau zur Rede, zu fünf Jahren Gefängnis, Acker zu einem Jahre drei Monaten) die ihm nun den wahren Sachverhalt mitteilte und ihm erzählte, hatten wir am 25. vorigen Monats mitgeteilt. welche Veranlassung B. zu seinen gemeinen Verdächtigungen hatte. Nik ließ sich am nächsten Tage, als er mit Buchholz zusammentraf, nicht das geringste merken. Er suchte mehrere Lotale mit ihm auf und erfuhr von B. selbst, daß dieser wissentlich falsch jene Be Hauptung aufgestellt hatte, damit, wie er sich ausdrückte, Frau Rig ihre Keile" bekommen sollte. Der Angeklagte geriet über Eine schwere Katastrophe hat sich gestern im Hafen von Smyrna dieses mehr als schändliche Benchmen des B. in eine derartige Er- abgespielt. Dort stieß der Dampfer Turc" der Haireh Kompagnie regung, daß er den Plan faßte, dem Berleumder einen tüchtigen mit der Dampffähre„ Stambul" zusammen. Die Fähre ist gesunken. des Parteitages zu gerleumber Denkzettel zu geben. Auf dem Wege durch die Knobelsdorfstraße 140 Personen sind umgetommen. hob er unbemerkt einen Stein auf, mit dem er auf B. einschlug. Dieser Hetterte über einen Zaun auf einen Steinplab, wohin ihm der Angeklagte sofort folgte. Verschiedene Passanten, die zufällig vorbeitamen, hörten nur das Geräusch klatschender Schläge und Silferufe, dem ein klägliches Wimmern folgte. Nach etwa zehn Minuten tam der Angeklagte wieder auf die Straße und erzählte, daß er es dem Buchholz tüchtig eingetränkt habe, daß man eine anständige Ehefrau nicht ungestraft so schändlich verleumden dürfe. Mig Hetterte dann nochmal über den Zaun und bald darauf er tönten von neuem Hilferufe. Als nun Leute dem Geschlagenen zu Für unsere Kinder: Hab Sonne im Herzen. Von Cafar Silfe eilen wollten, ergriff N. die Flucht. Den hinzugekommenen Flaischlen.( Gedicht.) Das Dörfchen. Von Emile Zola. Deutsch pon Personen bot sich ein entsehlicher Anblick. Buchholz lag inmitten Der Wettkampf um die Schach- Weltmeisterschaft, den die beiden Henriette Dévidé. Eine Seeräubergeschichte. Von Emanuel Geibel. ciner großen Blutlache mit eingeschlagenem Schädel auf dem ErdGegenseitige Hilfe in der Zierwelt. II. Saschtanka. Eine boden. Er wurde sofort nach dem Krankenhaus Westend geschafft, berühmten Champions Dr. Emanuel Laster und Dr. Tarrasch( Gedicht.) Hundegeschichte von A. Tschechow. Aus dem Russischen von A. Lampert. wo er turz nach seiner Einlieferung verstarb. Gegen Nik wurde während der letzten. Wochen zuerst in Düsseldorf, dann in München Schluß.) Waldlied. Bon Gottfried Keller.( Gedicht.) Der Schatz. wie vorauszusehen war mit Dänisches Bollsmärchen. Der tapfere Hans. Von Johannes Trojan. Anklage, wegen Körperverlegung mit tödlichem Ausgange erhoben. ausgefochten haben, hat gesternVor Gericht behauptete N., daß es ihm ferngelegen habe, den B. dem Siege Lasters geendet. Die Bedingung lautete, daß derjenige( Gedicht.) so schiper zu mißhandeln, er habe in großer Erregung gehandelt als Sieger gelten solle, der zuerst 8 Partien gewonnen habe. und sei außerdem angetrunken gewesen. Die Geschworenen gaben( Remis", das heißt unentschiedene Partien zählten nicht mit.). Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen., Marktlage: Fleisch: den Schuldigspruch im Sinne der Anklage ab. Staatsanwalt In diesem hochinteressanten Wettstreit um die Palme der Bufuhr start, Geschäft schleppend, Preise unverändert. Wild: Zufuhr Mehner beantragte eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren. Das Geflügel: Zufuhr Gericht ging jedoch noch über diesen Antrag hinaus, da der Ange- Weltmeisterschaft im genialſten aller Spiele hat Dr. Tarrasch genügend, Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. dreimal gefiegt, Dr. Laster achtmal, und fünf Partien über Bedarf, Geschäft schleppend, Preise gedrückt. Fische: Zufuhr ges flagte dadurch, daß er nochmals über den Zaun geklettert sei und Seit Butter und dem Siege Dr. Laskers über nügend, Geschäft sehr matt, Preise wenig verändert. auf den vielleicht schon tödlich Verlegten eingeschlagen habe, eine blieben unentschieden. sease: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Dbst und ganz ergebliche Roheit und Brutalität bekundet habe. Das Urteil den verstorbenen Schachmeister Steinis, also seit etwa 12 Jahren, Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft zunächst leblos, später etwas lautete deshalb auf 2 Jahre und 6 Monate Gefängnis. hat kein Massenturnier, fein Einzelwettkampf die internationale reger, Breise fast unverändert. man to Vermischtes. 140 Personen ertrunken. Die Cholera. In den letzten 24 Stunden, bis gestern mittag, wurden in Petersburg 225 neue Erkrankungen und 98 Todesfälle an der Cholera verzeichnet. Die Zahl der Kranken beträgt 1834. Einer Blättermeldung zufolge wurden in Stuftschuk zwei Cholerafälle festgestellt, von denen einer tödlich ber lief. Beide Fälle sollen durch ein ruffisches Donauschiff eingeschleppt worden sein. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns foeben Nr. 20 des 18. Jahrganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Zur Beachtung! Der Barteitag in Nürnberg. Schulspeisung. VIII. Von Luise Kautsky. Die Gewerbeaufsichtsbeamten über die Frauenarbeit in Preußen. Von gh. Das Privatrecht Bertragsfreiheit. Bon Simon Statenstein. Die sozialistische Frauenkonferenz zu Nürnberg. Stefolutionen und Beschlüsse Beschlüsse der Frauenkonferen zu Nürn berg. Aus der Bewegung: Beteiligung der Genossinnen an der Frauenfonferenz und dem Parteitage. Befundungen internationaler Solidarität zur Frauenkonferenz... Agitation im fünften Schleswig- Holsteinischen Wahlfreise. Bericht der Vertrauensperson der Genossinnen des Wahlkreises Der sozialdemokratische Parteitag Bochum- Gelsenkirchen- Hattingen- Bitten, Politische für die Provinz Schleswig- Holstein und das Fürstentum Lübed. Gewerkschaftliche Rundschau. Rundschau. Von H. B. Genossenschaftliche Rundschau. Von H. Fl. Notizenteil: Dienstbotenfrage. Frauens arbeit auf dem Gebiete der Industrie, des Handels- und Berkehrswesens. Bon Bercy Bysshe Shelley.( Gedicht.) zu Ende. Bon A. N.- Schwur. Sellnerinnenelend. Feuilleton: Aus: Der entfesselte Prometheus. Bon Horace Tranbel. Gegründet 1894. Feste Preise Wegen baulicher Änderung auf Verfügung der Feuerpolizei. Grosser Ausverkauf. Deutsche u. Perser Teppiche, Portieren, Tüllbettdecken, Gardinen, Steppdecken, Stores, Diwandecken, Läuferstoffe, Tischdecken, Felle, Kissen, Vorlagen, chinesische Paravents u. Matten Sämtliche Waren sind fast bis zur Hälfte des Preises herabgesetzt. Die Ausverkaufs- Preise sind neben den früheren deutlich vermerkt. Teppich- Haus B. Hurwitz Rotes Schloss Parterre und 1. Etage. vis- à- vis dem National Denkmal. Gegründet 1894 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Freitag, 2. Dttober. Anfang 72 Uhr. Rönigl. Opernhaus. Sinfonie Konzert. Königl. Schauspielhaus. Rabensteinerin. Die Nenes kgl. Opern- Theater. Paras graphen- Schuster. Anfang 8 Uhr. Deutsches. König Lear. Kammerspiele. Zeraloya. Kimito. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Die Kinder der Erzellenz. Lessing. Der Raub der Sabi nerinnen. Berliner. Der Traum ein Leben. Neues. Wahrheit. Kleines. 2 × 2= 5. Komische Oper. Die Fledermaus. Residenz. Das Glüd der andern. Der jelige Dctave. Hebbel. Der Liebhaber. Westen. Ein Walzertraum. Schiller 0.( Wallner Theater.) Julius Casar. • Schiller Charlottenburg. Das Stiftungsfest. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Großmama. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Lustspielhaus. Die blaue Maus. Neues Operetten. Die Dollar prinzessin. Trianon. Die Liebe wacht. Lorking. Baza. Bernhard dose. Das Räthchen von Heilbronn. Quisen. Alennchen von Tharau. Apollo. Trilby und Svengali. Spes zialitäten. Metropol. Donnerwetter 10s. 1 tadel Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Der Montblane. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Das Glück der andern. George Cartier: Richard Merander. Hierauf:" Der felige Oktave." Dftave: Richard Merander. Sonntag, 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver: zollen? Luisen- Theater. Heute abend 8 Uhr Premiere: Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Julins Cäsar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Sonntag, nach m. 3 Uhr, Stein unter Steinen. Sonntag, abends 8 Uhr: Julius Cäsar. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Atten von Gustav von Moser. Sonnabend, abends8Uhr: Der Herr Ministerialdirektor. Sonntag, naam. 3 115r: Götz von Berlichingen. Sonntag, abends 8 Uhr: Ein Teufelskerl. Berliner Eis Palast Lutherstraße 22/24. Ständige Eisbahn. Täglich bis 1. Mai 1909 von morgens 10 Uhr bis nachts 12 Uhr geöffnet. Täglich von 10 Uhr ab: Großes Konzert. Allabendlich 9 Uhr und 10 Uhr: Reigen, Quadrillen. Allabendlich 9%, Uhr: Kunstlaufen von Zum erstenmal in Berlin: Fr. Nadja Franck preisgekrönte Meisterläuferin d. elt Broor Meyer. und dem schwedischen Meisterlänfer Aennchen von Tharau. Kochkunst- Ausstellung Sonnabend nachm. 4 Uhr borstellung: Rübezahl. Abends: Anna- Liese. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends: Aennchen v. Tharau. Montag: Alennchen von Tharau. pollo Theater Heute, ab 9,20 Vollständig neues Spezialitäten- Programm. Unter anderem: Ein Sonntagmorgen in Rußland ausgeführt von der AlexandroffTroupe. Solotänzer Solotänzerinnen. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Vorher 8 Uhr: Vera Violetta. Bindelbands. Vañage. Spezialitäten. Kasino. Familie August Knoche. Spezialitäten. Gustav Behrens. Feine Sache! Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Folies- Caprice. Die Brautschau Donnerwetter- tadellos! Die lästige Witte.. Wintergarten. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Sonntag, 4. Oktober, nachm. 3 Uhr: Neue Welt, Hasenheide 108/114. Heute Freitag: Internationale Meisterkonkurrenz für Köche 2000 Mark Barpreise. Täglich: Militärkonzert. Geöffnet von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Eintrittspreis 1 Mark. Zirkus Schumann. Heute Freitag, 2. Oktober, abends präzise 7, Uhr: Große außerordentliche Vorstellung und zum 7. Male: Eine absolute Novität ? Butterflies? U 9 Röders Reinats, Luft: 36 Original- Marokkaner 36. Das borende Känguruh. Rowlands Truppe, Boltigeure. Nackte Schönheiten, Sensations bilder in Bronze. Sonntag: 2 Galavorstellungen. Nachm.: Ein Kind frei. In beiden Vorstellungen:? Butterflies? Urania. Taubenstraße 48/49. Donnerwetter- tadellos! 8 Personen, Damen und Herren. Abends 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Sternwarte, Invalidenstr. 67/62. Neues Theater. Anjang 8 Uhr. Wahrheit. WINET BARTEN XIV. Saison! Zirkus Busch. Freitag, den 2. Oftober 1908, abends präzise 712 Uhr: Gala- Abend. Um 9 Uhr ca.: Luffpiel in 4 Atten von Clyde Silo. Neues Programm Mr. Houdini Fitch. Morgen und folgende Sage: Wahrheit. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Anne Dancrey Schwestern Merkel, Kontorsionist. Tortola Valencia, spanische Tänzerin. De Onzo Brothers, Flaschenspringer. Die zwölf Tiller Girls, engl. Gesangs- und Tanzgruppe. Philliparts, Diabolospieler. Die drei Merrills, komische Radfahrer. Agoust Familie, Jongleure. Cliffe Berzac, komischer DressurTheater des Westens. akt. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum.. Sonntag nachm. 3 Uhr, zu halben Preisen: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, den 2. Oftober, Anf. 8 Uhr: Großmama. Sonnabend 4 Uhr Kindervorstellung: Hänsel und Gretel. Abends 8 Uhr: Großmama. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Lortzing- Theater Belle- Alliancestraße 7/8. Letzte Woche: 0 Bastspiel Hedwig Lange. Jeden Abend 8 Uhr: 4/ 2* Zaza. Sonntag 32 Uhr: Die Haubenlerche. Hebbel- Theater. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Heute und folgende Tage: Der Liebhaber. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Morgen: Mercadet. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Emma Francis, Exzentrikmit seinem( gef. gesch.) Stannentric. Gebr. Saxon! Die Aerial Smiths. Herr Karl Reinsch, Schulreiter. Mathilde Renz, Schulreiterin. Herrn Ernst Schumanns Reudress. Um 98 ca.: Barbarossa!! Gr. Original- Ausstattungs- Pant. des Zirkus Busch in 6 Bildern. In der Sonntag- Nachmittags: Borstellung hat jeder Erwachsene a. allen Sigplägen Tänzerin mit ihren zwei Araber ein Kind unter to abren frei. jungen. Fuller's Serpentintänzerin. Biograph. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Lene Land Paul Schneider- Duncker und das großartige Oktober Programm 14 neue VariétéSpezialitäten. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree. Der Riese aller Riesen Pisjakoff Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Die blane Mans. Brunnen- Theater Nenes Operetten- Theater, Schiffbatterdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Affen von Leo Fall. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Feine Sache! Ausgezeichnet! Große Ausstattungsoperette. Neu! La belle Rose, Prima Ballerina. Neu! Georg Thierry gen. Silvester- Schäffer II. 10 Spezialitäten 10. Anfang 8 Uhr. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Die beiden Paul Singer, Verlagsanftaltu. Buchdruckerei in Stuttgart. Die neue Zeit Wochenschrift der Deutschen Sozialdemokratie Redigiert von Karl Kautsky. Die Neue Zeit erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen und Kolporteure zum Preise von Mt. 3.25 pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft toftet 25 Pfennig. Durch die Post bezogen beträgt der vierteljährliche Abonnementspreis Mt. 3.25( ohne Bestellgeld). Bei direktem Bezug unter Kreuzband innerhalb Deutschlands und Desterreich- Ungarns vierteljährlich Mt. 3.90, innerhalb des Weltpostvereins vierteljährlich Mt. 4.55. Die Neue Zeit darf als unentbehrliche Zeitschrift für alle diejenigen bezeichnet werden, welche ein mehr als flüchtiges Intereffe für die große Tagesfrage der sozialen Entividelung haben. Die Gleichheit Zeitschrift für die Jutereffen der Arbeiterinnen Redigiert von Klara Zetkin. Mit den Bellagen: Für unsere Mütteru. Hausfrauen. Für unsere Kinder Erscheint alle vierzehn Tage in Nummern à 10 Pfennig oder bei Postbezug vierteljährlich 65 Pfennig( inkl. Bestellgeld). * Der ecccccccccccc 999 eeeeeee Wahre Jacob □ Illustrierte humoristisch- satirische Zeitschrift mit einer Unterhaltungsbeilage. Redigiert von B. Hehmann. Erscheint alle vierzehn Tage in Nummern à 10 Pfennig oder bei Bostbezug vierteljährlich 65 Pfennig( ohne Bestellgeld). Probenummern auf Verlangen gratis DERNHARD ROSE THEATED Stadt- Theater Moabit. Gr. 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Reichshallen Garten und Restaurant: Militär- Konzert. Anf. 8 Uhr. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanz. Auserwähltes Programm Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Jeden Dienstag: Gastsp. d. Berl. SchauspielEnsembles. Theater Abend. Die Leser des„ Vorwärts" zahlen gegen nur 60 pf. für I. Parkett. Vorzeigung dieses Inserats an der Theaterkasse Auf allen übrigen teureren Plätzen 25 Pf. Ermäßigung des Kassenpreises. Ausschneiden! [*] Gutschein für 1-3 Personen! Die größte Sensation und größte Anziehungskraft Hagenbeck- Schau. von Berlin bildet noch immer die F Wiederauftreten Herrn welcher von einem Eisbär des Direktors Willi Hagenbeck, sehr schwer verletzt wurde ? Java? und die übrigen Schlager des Programms. Tägl. abends 8 Uhr: Gr. Vorstellung. Jeden Sonntag, Mittwoch u. Sonnabend: 2 gr. Vorstellungen, nachm. 4 Uhr u. abends 8 Uhr. Jeden Sonnntag von 11 Uhr vorm. bis 12, Uhr: Besichtigung u. Fütterung d. 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Gegen diese Anregung habe ich nichts. Aber bei der präjudiziellen Gefährlichkeit des gestellten Geschäftsordnungsantrages muß ich ihm widersprechen. Der Gegenstand ist damit für heute abgetan. Zur Verhandlung gelangt nunmehr der wiederholt zurüdgestellte Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ( Stadtv. Stadthagen und Genossen): ,, den Magistrat zu ersuchen, mit der Staatsregierung in Verhandlung zwecks Uebernahme der Sicherheitspolizei zu treten". Zu derselben Materie haben die anderen Fraktionen inzwischen folgenden Antrag Cassel und Genossen eingebracht: Den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, ob und welche Maßnahmen von ihm in den letzten Jahren er= griffen sind, um die Uebertragung aller Zweige der Polizeiverwaltung, die nach Lage der Gesetzgebung den Gemeinden übertragen werden können, auf die Stadtgemeinde Berlin au crlangen". dann wäre allerdings vielleicht das Wohl des Deutschen Reiches und Preußens in Gefahr, weil niemand im Ausland glaubt, daß eine solche Brutalität der Polizei in Preußen- Deutschland möglich ist.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtv. Cassel betont noch einmal, daß wieder einmal in dieser Frage ein Anstoß gegeben werden müsse, weil es ganz unverständlich sei, daß die Angelegenheit troß aller früher gemachten ErKlärungen seitens des Magistrats nicht weiter gekommen sei. Stadtv. Rosenow( N. 2.) erklärt namens seiner Freunde, daß diese durchaus der Meinung seien, die Sache müsse nachdrücklich in Angriff genommen werden. Stadtv. Preuß( soz.- fortschr.): Ich habe meiner vor 2 Jahren darüber gehaltenen Rede nichts mehr hinzuzufügen; wer sich dafür interessiert, lese sie nach.( Heiterkeit.) Ich mache aber doch darauf aufmerksam, daß kein Zweig der Polizei der Stadtver= waltung als solcher übertragen wird, sondern höchstens dem Oberbürgermeister in seiner Eigenschaft als Staatsbeamten. Die Vorteile werden also durch die Nachteile der dadurch entstehenden Zwiespältigkeit ausgeglichen. Die Städte müssen aber immer und immer wieder in diese Kerbe hauen, weil es eine ständig offene Wunde in allen städtischen Verwaltungen ist, daß ihnen die Polizei nicht ausschließlich gehört. Stadtv. Stadthagen: Herrn Mommsen gegenüber bemerke ich zur Aufklärung, daß unser Antrag seinerzeit als Unterantrag gestellt war in der Frage wegen Abwehr der Brandstiftungen. Es ist deshalb naturgemäß nur die Sicherheitspolizei genannt, wir sind aber selbstverständlich mit der Uebernahme der gesamten Polizei durch die Stadt einverstanden. Daß die bestehende Gesetzbekannt. gebung eine solche leider nicht zuläßt, ist uns natürlich sehr wohl Damit schließt die Beratung. Beide Anträge gehen an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Schluß nach 8 Uhr. Subon 500 This Stadtv. Caffel( A. L.): Auch ich halte es für sehr wohl möglich, daß eine Stadtgemeinde wie Berlin die gesamte Polizei Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sißung nach 5% Uhr mit zu verwalten sehr gut in der Lage wäre. Ich täusche mich aber dem Ausdruck der tiefen Trauer und der innigsten Teilnahme der Für die Fortsetzung der Speisung bedürftiger Schulkinder vom darüber nicht, daß weder jetzt noch für absehbare Zukunft cs Bürgerschaft über das entschliche Hochbahnunglück vom 26. Sep- 8. Oftober cr. ab während des Winterhalbjahres fordert der möglich sein wird, die ganze oder die Sicherheitspolizei übertragen tember und für die Opfer desselben und spricht die Hoffnung aus, Magistrat weitere 70 000 M. Die Speisung soll einstweilen noch zu erhalten. Abgesehen davon aber wäre es nach der Meinung daß es der Gesellschaft baldigit gelingen möge, Vorkehrungen zu durch den Verein für Kindervolksküchen erfolgen( Vergütung für der Versammlung von größter Bedeutung, wenn die Wohl. treffen, die die Wiederkehr solcher Katastrophen für alle Zeiten un- jede Mahlzeit 10 Pf.), aber nur solche Kinder sollen ihm zur fahrtspolizei auf die Stadt, übertragen würde. Die Uebermöglich machen. Die Versammlung hat sich bei den Worten des Speisung überwiesen werden, die von den Lehrerkollegien der be- tragung dieser Zweige auf die Städte ist wiederholt vom AbgeVorstehers erhoben. treffenden Schulen vorgeschlagen sind und deren Bedürftigkeit ordnetenhause gefordert und in den 50er Jahren sogar vom HerrenDer Magistrat hat mitgeteilt, daß er bezüglich der Anregungen von den zuständigen Armenkommissionen festgestellt ist. Vorläufig hause befürwortet worden. Die Minister Herrfurth und Miquel der Bersammlung zur Verhütung der in letzter Zeit überhand- werden die vorgeschlagenen Kinder sogleich zur Speisung zugelassen haben früher in dieser Richtung Zusagen gemacht, die sich aber nehmenden Dachstuhlbrände den Beschluß wegen schärferer Ueber- werden; ihre endgültige Zuweisung durch die Magistratskommission nicht verwirklicht haben; und nach dem neuesten Polizeikoſtengeſetz wachung dem Polizeipräsidium als dem Inhaber der Feuerpolizei wird aber erst nach Erledigung der erwähnten Prüfungen er ist der Weg dazu ziemlich verschlossen. Wir wünschen jetzt vom zur weiteren Veranlassung überwiesen hat, und daß im Etat der folgen. Magistrat zu erfahren, welche Schritte er in dem Sinne des vor Feuersozietät pro 1. Oktober 1908/09 die Mittel zur Belohnung für Ermittelung von Brandstiftern von 1000 auf 5000 m. erhöht Gumme habe ich nichts einzuwenden. Sollte damit nicht auszu- unseren Antrag demselben Ausschusse zu überweisen, dem der Stadtv. Borgmann( Soz.): Gegen die Höhe der geforderten zwei Jahren hier beschlossenen Antrages getan hat und empfehlen, kommen sein, so wird der Magistrat gewiß rechtzeitig mit einer Antrag Stadthagen überwiesen werden muß. Ohne Debatte wird diese Mitteilung zur Kenntnis genommen. Nachforderung kommen. Ich sehe aber zunächst keinen Grund, Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Ich stehe dem Resultat der Stadtv. Nelke( A. 2.) berichtet über die Vorlage befr. die Zu- warum die Speisung der bedürftigen Kinder nicht auch in den Ausschußberatungen recht pessimistisch gegenüber, denn was wir sicherung einer städtischen Beihilfe von jährlich 25 000 m. für eine rien erfolgen soll; wenigstens müssen wir Gründe dafür hier tun wollen und können, haben wir bereits vor 2 Jahren einhören. Die Erholung der Kinder in den Ferien kann doch nicht gehend erörtert. Ich habe überhaupt den besonderen Anlaß nicht dadurch gefördert werden, daß sie kein Essen erhalten! Schwierig- verstanden, warum Herr Stadthagen die Sicherheitspolizei für die zu Berlin bis auf 40 Jahre. Ueber die Einzelheiten der Vorlage teiten technischer Natur stehen auch nicht im Wege. Nun soll Uebernahme durch die Stadt herausgriff, denn gerade für diese ist und über die Ausschußbeschlüsse haben wir bereits ausführliche ferner die Bedürftigkeit der Kinder festgestellt werden durch doch nach Lage der Dinge in Preußen am wenigsten eine solche Mitteilung gemacht. die Armenkommissionen. In dem Bericht des Schulrats Fischer zu erwarten. An der Uebernahme der Gesundheits- und BauStadtv. Stadthagen( Soz.): Den Wunsch, das Aquarium der habe ich keinerlei Unterlage für die Notwendigkeit einer solchen polizei haben wir allerdings ein außerordentliches Interesse, aber Stadt zu erhalten, haben auch wir. Die Angelegenheit ist aber Maßnahme gefunden. Bei der Krankenhausverpflegung hat der die Uebernahme der Sicherheitspolizei würde den Herrn Oberimmer noch in der Schwebe, weil die Verwaltung des Zoologischen Magistrat sich fachlich mit uns auf den Standpunkt gestellt, daß bürgermeister in eine gewiß für ihn und für uns nicht immer anGartens noch gar keine Aeußerung darüber von sich gegeben hat, es sich da um keine Armenunterstützung handle. Man vereinbarte genehme Lage bringen. Da wir aber hoffen, daß immerhin etwas ob sie auf den ihr gemachten Vorschlag eingehen will oder nicht. der Form wegen, um die Sache zum Austrag zu bringen, daß die erreicht werden kann, so haben wir den Antrag Cassel mit unterWenn man sich die Bertragsbestimmungen genauer ansieht, kommt Bersammlung den Magistrat verklagte, und das. Oberverwaltungs- schrieben und werden auch dem Antrage auf Ausschußberatung man doch zu der Ansicht, daß es geratener ist, die Sache dem Aus- gericht hat dann schließlich entschieden, daß es sich doch um eine zustimmen. schuß zurückzugeben. Ich stelle hiermit diesen Antrag. Armenunterstüßung handle. Aehnliches könnte doch auch bei dieser Es wird eine Summe von einer Million von uns verlangt; eine Schulspeisung sich ereignen; daher sollten andere Organe als die Garantie darüber aber, daß das Aquarium als gemeinnüßiges In Armenverwaltung herangezogen werden. Unseren früheren Anstitut aufrecht erhalten bleibt, haben wir bis jetzt nicht. Früher trägen und Anregungen entspricht die heutige Vorlage auch nicht. haben wir bereitwillig bis 23 000 m. jährlich Zuschuß gegeben; Mit der Uebernahme einer derartigen Maßregel in die eigene Regie jetzt hat eine Terraingesellschaft den Grund und Boden durch den ist es ja nicht so schnell gegangen, wie die himmelstürmerische HoffErwerb der Mehrheit der Aktien an sich gebracht und bringt das nung des Herrn Rosenow seinerzeit meinte. Der damals von uns Institut an dieser Stelle zum scheitern, indem der Grund und eingesetzte Ausschuß, der untersuchen sollte, wie weit das durchBoden anderweit höher verwertet werden soll. Formell muß ja führbar sei, besteht ja noch und wird hoffentlich seine Tätigkeit immerhin auch für das neue Aquarium eine Gesellschaft eintreten; fortsetzen. Ich verweise hier nur noch auf die glänzenden Einrichaber es könnte doch so gemacht werden wie mit der" Urania", deren tungen, welche die Stadt München in dieser Beziehung nach Charakter als lediglich gemeinnüßiges Institut anerkannt ist. dem Bericht des Schulrats getroffen hat. Für eine Stadt wie Berlin Leider aber kommt das in dem uns vorgelegten Vertragsentwurf ist es eine zwingende Notwendigkeit, sich bei solchen Schulfragen nicht zum Ausdruck, und wir müssen doppelt vorsichtig sein, da nicht auf einen privaten Verein zu stützen. uns der Zoologische Garten als Kontrahent gegenübersteht. UnDie Vorlage wird angenommen. möglich können wir eine Million aus städtischen Mitteln hergeben, nachdem wir die Erfahrung gemacht haben, daß in den letzten Jahren unsere 23 000 m. beinahe restlos als Dividende gezahlt worden sind. Es muß dem vorgebeugt werden, daß das von uns Hergegebene Geld verwendet wird als Zinsen für eine Gesellschaft, die als Erwerbsgesellschaft auftritt. Es dürften auch genügend Persönlichkeiten vorhanden und bereit sein, eine Gründung zu unterstüßen, deren Verwaltung in den Händen der Stadt liegt. Auf dem vorgeschlagenen Wege über den Zoologischen Garten dic Aufrechterhaltung des Aquariums zu erstreben, geht nicht an, denn der Zoologische Garten will ja nur gegen hohe Miete cin Stüd ihm nicht gehöri Land hergeben, worauf das Institut errichtet werden foll, er soll dafür ein anderes Stück vom Fiskus überwiesen erhalten und nach 40 Jahren soll obendrein das Institut selbst ihm Stadtv. Stadthagen: Mein Antrag ist nur ein Teil des alten zufallen. Das geht uns doch gar zu weit. Warum übernimmt es früher von uns gestellten Antrages, mit der Regierung wegen der Zoologische Garten denn nicht gleich? Warum soll die Uebertragung der gesamten Polizeiverwaltung auf Stadt erst eine Million zahlen, warum will der Garten, erst nachdem die Stadt zu verhandeln. Die Beschränkung des Antrages auf die er diese lange Zeit Miete für ein ihm nicht gehöriges Terrain ge- Sicherheitspolizei ergab sich daraus, daß er an die so stark zunommen hat, so gnädig sein, das Institut jich anzueignen? snehmende Zahl der Dachstuhlbrände anknüpfte, wie sie in den ist uns auch mitgeteilt worden, daß die höchste Zahl der städtischen Monaten Februar- Mai d. I. festgestellt wurde. Es ist jedenfalls Schüler, welche jährlich das Aquarium besucht haben könnten, 59 000 ist; es dürfte aber das Maximum des Besuches schon mit eine durch nichts gerechtfertigte außerordentliche Anomalie, daß die Polizeilichen Einrichtungen für die Stadt Berlin nicht in den Die Konsumgenossenschaft Verlin hielt am Sonntag im großen 25 000 erreicht sein, einer sehr geringen Zahl. Vor allem darf das änden der Stadtverwaltung liegen. In dieser Beziehung Wandel Saale des Gewerkschaftshauses ihre diesjährige ordentliche General Institut nicht zu Erwerbszwecken ausgenutzt werden. In diesem Bunfte trifft der Entwurf nicht das Richtige. Was unter Mit au schaffen, hat man auch von anderer Seite wiederholt An- versammlung ab. Der gebrudt vorliegende Geschäftsbericht fonstatiert wirkung Försters bei der Urania" gelungen ist, wird auch hier trengungen gemacht, aber ohne Erfolg. Wir haben u. a. eine ein erfreuliches Wachstum der Genossenschaft. Der Warenumsatz ist gelingen. Der Hilfe des höchst eigennüßigen Zoologischen Gartens sehr gute Denkschrift vom Magistrat erhalten, sind aber nicht von 696 590,02 M. auf 1 100 854,90 m. gestiegen. Die Mitgliederweitergekommen; dagegen sind die Lasten der Stadt durch das zahl stieg von 5790 auf 10 221. Das Bilanzkonto weist einen Reinbedürfen wir nicht.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtrat Ramslan: Das Institut bleibt auch gemeinnützig, Polizeikoſtengesetz und dessen jüngste Novelle immer mehr ge- gewinn von 62 437,96 M. auf, der es ermöglicht, den Mitgliedern wenn es so konstruiert wird, wie es hier vorgeschlagen ist. Es steigert worden. Nun ist doch der bureaukratisch- fiskalische Charakter Proz. Rückvergütung zu gewähren und werden 200 000 M. fo gut wie à fonds perdu zur Verfügung gestellt einer staatlichen Polizeiverwaltung unmöglich geeignet, die Sicher- 795,21 M., dem Dispositionsfonds 1000 m. und dem Spezialund nur eine bescheidene Verzinsung unter gewissen Voraussetzungen heit der Bürger zu garantieren. Andererseits kann ich den strikten refervefonds 1000 m. zuzuführen. Der Rest von 59 642,75 M. ist in Aussicht genommen. Wir haben zwar keine Statistit, aber Unterschied, den man zwischen Sicherheits- und Wohlfahrtspolizei kommt unter die Mitglieder nach Maßgabe ihres Umfazes zur Berteilung. Der Geschäftsführer Junger erläuterte den Bericht von dem Necht der Schüler, das Aquarium zu besuchen, ist ergibig macht, nicht gelten lassen; erreicht worden ist zugunsten der Stadt Gebrauch gemacht worden. Der Einwurf, daß der Zoologische auch mit dieser Unterscheidung nicht das mindeste. Lassen sich aber in seinen wesentlichsten Abschnitten. Garten von Terrain, welches ihm nicht gehört, Miete nehmen will, beide Begriffe nicht genau gegeneinander abgrenzen, so ist gar beteiligten sich Haneisen, Grashold und Barbknecht. trifft nicht zu. Das beste ist, daß wir uns mit allen diesen Fragen nicht abzusehen, warum wir für die Sicherheitspolizei wohl zu Nach Genehmigung des Verteilungsplanes referierte Müde über nicht befassen, sondern für den unentgeltlichen Eintritt der Schüler zahlen, aber nicht mitzureden haben sollen. Der Zweck der die Aufnahme des Berliner Konsumvereins in die Genossenschaft. als Gegenleistung ein Entgelt zahlen. Der Ausschuß hat darüber Sicherheitspolizei ist doch auch wohl der, der Wohlfahrt zu dienen. Nach jahrelanger gegenseitiger Befehdung und nachdem schon 1902 hinaus noch eine Rüdeinnahme vorbehalten, wenn das Institut Die Uebernahme der Sicherheitspolizei in die Hände der Stadt ein Zusammenschluß mehrerer kleiner Genossenschaften stattgefunden, floriert. Neue Ausschußberatung hat feinen Wert mehr; paßt Berlin muß gerade vom Standpunkt der Arbeiter aus dringend sei nunmehr durch Zusammenschluß der beiden noch bestehenden verlangt werden. Ich bin nicht so utopisch, anzunehmen, daß nun Vereine die Einheitlichkeit der Berliner Genossenschaftsbewegung geIhnen die Vorlage nicht, lehnen Sie sie lieber ab. Stadtv. Stadthagen: Nach der Vorlage wären wir nicht ver- sofort die preußische Regierung darauf eingeht, aber darauf, ob wahrt. Die Genossenschaft verfüge jetzt über 15 000 Mitglieder. Der Umsatz in den beiden ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres traglich auf 40 Jahre gebunden; das soll aber jetzt geschehen. Es es ihr angenehm ist, können wir keine Rücksicht nehmen. ist doch auch ein eigenartiges Vorgehen, einer noch gar nicht vor- eigensten Interessen der Einwohner selbst begründen diese For- Juli und August betrage bereits 314 644,33 M. Die Genossenschaft handenen Gesellschaft schon jetzt solche Zuwendungen zu machen, derung mehr noch als der Kostenpunkt und andere Rücksichten. werde mit ihren 38 Verkaufsstellen als ein Unternehmen der Berliner ohne für die Stadt einen Einfluß zu gewinnen. Ferner war in der Der Stadt gehören die Straßen, für den Verkehr und die Sicherheit Arbeiterschaft mehr als bisher sich die Anerkennung als wirtschaftliche Magistratsvorlage die unentgeltliche Ueberlassung des Ter- der Bürger hat sie sie zu unterhalten. Jebt muß sie Gewehr bei Fuß Organisation verschaffen. In der Abstimmung wird der Verschmelzung rains für das Institut vorgesehen; jest soll dafür Miete dastehen und zusehen, wie die Polizei Arbeiter, die von dem Recht einhellig zugestimmt. Als drittes befoldetes Vorstandsmitglied wird der gezahlt werden; es wird also die Position der Stadt er des Streifpoſtenstehens Gebrauch machen, von den ihr gehörigen bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats Mücke und als unbefoldetes heblich verschlechtert. Bei der alten Gesellschaft waren auch bloß Straßen weist! Das Kammergericht nimmt allerdings an, daß Vorstandsmitglied der bisherige Vorsitzende des Berliner Konsum4 Proz. zu zahlen. Jetzt sollen es 5 Proz. sein. Leider ist nicht ein solches Vorgehen der Polizei den Gesezen nicht entspreche; ich vereins la de gewählt. Der gesamte Aufsichtsrat hatte, um der einmal der Versuch gemacht worden, ähnlich vorzugehen, wie bei bleibe dabei, daß die Stadt über die Straßen, die ihr gehören, Verschmelzung die Wege zu ebnen, fein Amt niedergelegt. Die der„ Urania", mo sofort von allen den Herren, die der Sache geneigt selbst zu bestimmen hat und das nicht der Majestät des Schutz- beiderseitigen Verwaltungen hatten mit Zustimmung der Agitationswaren, auf die Verzinsung verzichtet wurde. Der Standpunkt von mannes überlassen darf. Wurde doch auch ein bürgerlicher fommissionen vereinbart, daß den ehemaligen Mitgliedern des Leistung und Gegenleistung würde nach meiner Meinung zur so- Redakteur, der die Tatsächlichkeit solcher Zustände bezweifelte und Berliner Konsumvereins sechs Size in dem neuen Aufsichtsrat einfortigen Ablehnung der Vorlage führen müssen. Wir würden ja sich persönlich davon überzeugen wollte, unter Anklage gestellt und geräumt werden. Dem stimmte die Versammlung zu. dann eventuell mehr pro Kind zahlen als das höchste Eintrittsgeld verurteilt und mußte die Erfahrung machen, daß die Majestät des geräumt werden. Dem ſtimumte die Versammlung zu. Wahl gingen hervor die Genossen May Buchholz, Tischler, beträgt. Man fann ja den Besuch heute nur schäßen; mir ist Schußmannes höher stand als das Gesetz! Ich verweise ferner auf Start Friz, Kupferschmied, Alb. Häse, Tischler, Franz Hanel, Tischler, Gustav Regel, Buchbinder, Hermann Reich, gesagt worden, daß nach Schäßungen von gut Unterrichteten schwer- die Vorgänge auf den Straßen Berlins bei den Wahldemonstrationen fich mehr als 20 000 Kinder jährlich dahin gehen. Eventuell sollten im Januar. Da wurden Arbeiter von den Straßen gewiesen, auf Maler, Alwin Rottmann, Maschinenarbeiter, Wilh. Schmidt, Tischler, Wenzel 3örner, wir selbst als Stadt die Sache übernehmen oder mit über die sie ein unbedingtes Recht hatten; da waren die Arbeiterzüge Mechaniker, nehmen. Bei der Urania" ist das gegangen, und das Institut untermischt mit Kriminalschußleuten in Zivil, wie z. B. dem Herrn Drechsler, Fr. Liese, Arbeiter, J. Mirus, Gewerkschaftsbec: ter, ist heute durchaus beliebt. Kassub e. Als den Demonstranten der Prozeß gemacht wurde, Fr. Schulze, Staffenbeamter, Heinr. Stühmer, GewerkschaftsStadtrat Ramslau: Von jedem Pfennig, der über 100 000 m. haben diese Herren, die man als Zeugen vorschlug, nicht bernommen beamter und die Genoffin Gertrud 2odahl. Dem neuen vorBruttoeinnahme an Eintrittsgeldern eingeht, fließt uns unweiger- werden dürfen, weil sonst die Sicherheit des Staates in Gefahr liegenden Statut wird en bloc die Zustimmung erteilt. lich ein Drittel zu, und um den Verbleib der übrigen zwei Drittel geriete. Das kann doch nur heißen, daß man zu gibt, sie haben schlossen wird ferner, jedem Mitgliede ein Warenpreisverzeichnis Zu leiden fümmern wir uns gar nicht. Die Schäßung von 20 000 Schülern provoziert, sie haben Unruhen hervorrufen sollen. ist viel zu gering; das Aquarium hat ausgerechnet, daß in einem unter so anormalen Zuständen haben nur die Bürger der Stadt. zugänglich zu machen und etwaige Preisveränderungen in den VerJahre 60 000. da waren. In Zukunft werden die Frequenzen noch Ich erinnere endlich an die Tatsache, daß auch in die Arbeits- kaufsstellen bekannt zu machen. Der Verwaltung wird des weiteren ganz andere sein. lofenzüge die Polizei in Lumpen gesteckte Kriminalschußleute ein- Bollmacht erteilt, die Eröffnung neuer Verkaufsstellen vorzunehmen, Stadtv. Stadthagen bleibt dabei, daß die Gemeinde gar keine gereiht hatte, die ebenfalls die Aufgabe hatten, Unruhe zu stiften! sofern, wie bisher üblich, 300 neue Mitglieder im Bezirk der neu Gewalt hat, zu verhindern, daß eine Dividende von 5 Proz. gezahlt Da kann man uns nicht sagen, wir sollen uns mit dem begnügen, zu errichtenden Verkaufsstellen vorhanden sind. Zum Zweck der Erwird. was der Antrag Caffel will. Im Interesse der Sicherheit und des verbung eines Grundstücks zur Errichtung einer Bäckerei heschloß die Generalversammlung die Aufnahme einer Anleihe im Gesamtbetrage Stadtv. Galland( N. 2.) erklärt die Bedenken Stadthagens Rechts unserer Einwohner, der Arbeiterklasse wie des Mittel- von 500 000 M. gegen Ausgabe von Anteilscheinen zu 100 Mr. und für hinfällig. standes, deren Eigentum, Gesundheit und Leben durch das System Die Zurüdverteifung an den Ausschuß wird abgelehnt, der der heutigen Sicherheitspolizei unmittelbar bedroht erscheint, muß 20 M. Das hierzu vorliegende Regulativ fand einstimmige AnAusschußvorschlag gelangt mit großer Mehrheit zur Annahme. diesem Zustande ein Ende gemacht werden. Erheben wir diese Berichtigung. In dem Versammlungsbericht aus dem 4. BerHierauf bringt der Vorsteher einen dringlichen Antrag Forderung, dann haben wir nur getan, was unsere Pflicht ist; Barth zur Kenntnis, wonach die vorhin bereits erledigte Ange- wir dürfen nicht länger zusehen, daß der einzelne schutzlos von liner Wahlkreise wird ein Render einmal Kreuz, einmal Krenz legenheit wegen der Dachstuhl brände an einen Ausschuß von Schutzmannssäbeln, Knütteln und-Gummischläuchen niederge- genannt. Wir werden ersucht mitzuteilen, daß es sich um den 10 Mitgliedern verwiesen werden foll schlagen werden kann. Wären jene Beugen vernommen worden, Genossen Kranz handelt, " Die nahme. Verfammlungen. dem Neferbefonds An der Diskussion Aus der Karl Bartel, Be Geffentliche politische Versammlungen. Sonntag, den 4. Oftober 1908, mittags 12 Uhr: Geffentliche Protestversammlung im Feenpalast( Balast- Theater), Ecke Burgstr. u. St.- Wolfgang- Straße. Zages Ordnung: Los von der Kirche und der nicht Kirchensteuer bezahlenden Geistlichkeit! Referent: Landtags- Abgeordneter und Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Freie Distuffion. 0 Die Geistlichleit und die Synodalvertreter der Kirchen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Gesinnungsfreunde! Sorgt für Massenbesuch auch unserer Frauen und Mädchen! Zur Dedung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. pro Person erhoben. Der Einberufer: Adolf Harndt, Berlin O., Rüdersdorfer Straße 48. 62/5 Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN neuerdings auch mit Mundstück hergestellt JOSETTI VERA m.Mundstück CIGARETTEN enthalten dieselbe Köstliche Mischung wie Vera ohne Mundstück, die stets bei allen urteilsfähigen Rauchera in bestem Ruf gestanden. Josetti- Vera m/ M. 10 St. 30 Pfg. BERSER 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 5. Oktober, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung im Konzertsaal der Brauerei Happoldt, Hasenheide, Ecke Gräfestraße. Tages- Ordnung: Die politische Lage. 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