Nr. 238. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 M, monatl. 1,10 wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Mumänien, Schweden und die Schweis Erideint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Vig. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf. stellen Anzeigen das erste Bort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. 5,-, Sonnabend, den 10. Oftober 1908. Teiles Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Verlegungen sind oft leichter heilbar als das Siechtum, das Stimmungen in der Arbeiterschaft, selbst den besten Willen durch eine scheinbar so unbedeutende Verlegung verursacht hierzu vorausgesetzt, nicht auf das Gebiet der Politik beJm Monat September gingen bei dem Unterzeichneten folgende wurde. Dit sagen die Aerzte, daß man dem Verletzten die schränken. Dann wird sich über kurz oder lang diese GeistesParteibeiträge ein: Heilung hätte bringen können, wenn man sofort die Ursache richtung auch in die Gewerkschaften Eingang verschaffen. Die Aschaffenburg, Beitrag des Wahlkreises 62,44. Groß- Berlin seiner verminderten Arbeitsfähigkeit erkannt hätte, wenn man Frage, ob in Ingolstadt die Tischler eine Arbeitszeitverkürzung a lonto seiner acht Wahlkreise 15 000,-( darunter von den Argus- sie nicht für bedeutungslos gehalten oder wenn man den verlangen dürfen, erscheint diesen nur zu häufig als eine rein Motoren 9,-, Ueberschuß von der Landpartie Kaffee- Rösterei Tengel- Seranten nicht für einen Hypochonder oder Simulanten an- lokale Angelegenheit. Viele tönnen es gar nicht begreifen, mann 6,80, von den Schlossern der Firma Bolzani 4,25, Kranz gesehen hätte. Wir hoffen, daß das unbefriedigte Gefühl, daß bei der Entscheidung, ob in Ingolstadt von 27 Tischlerüberschuß des 531. Bezirks 7,65, Amerit. Auktion durch Bogel 1,-, das weite Streise der Parteigenossen wegen der Haltung eines gehilfen gestreift werden darf, das entscheidende Wort vom Monatsbeitrag Raschte 10,-, Bezirk Nr. 535 2,90, A. B. Mister 1- großen Laaß, Bezirk Nr. 658a 10,- Kranzüberschuß der Firma Arnotti erfüllt, nicht mit der süddeutschen Parteitagsdelegierten Bentralvorstand in der Neuen Friedrichstraße in Berlin gemit den beschriebenen Unfallsfolgen zu sprochen werden soll. Wie leicht kann es dazu kommen, daß lleberschuß der Kranzspende des Genossen Schüler, 735. Bezirk 5,50, Waldfest„ Süden" 123,40( darunter Franz 10,-), Ginsegnungsfeier vergleichen sein wird, ja wir möchten gerne über- sich die Tischlergehilfen in Ingolstadt ebenso wenig Liege, Moabit, durch P. Fröhlich 1,50, Karl Gahl, Markgrafendanim zeugt sein, daß die gesunde Kraft im süddeutschen um die Generalversammlungsbeschlüsse des Holzarbeiter5,-, Ueberschuß vom Familienausflug des 295. Bezirks d. Dietrich Proletariats all das Peinliche überwinden wird, was von verbandes bekümmern, wie die Abgeordneten im Land. 5,92, Muß 10,-, von Mitgliedern der Union- Druckerei 7,-, Arbeiter Pessimisten als Gefahr für die Einheit und Geschlossenheit der tage um die Beschlüsse von Lübeck, Dresden und der Firma J. Pintsch auf Sammellisten zum Parteitage 62,90, Partei gedeutet werden kann. Nürnberg. Zu derartigen bösen Beispielen könnte es leicht A. Freher, Koppenstr. 29 3,-, Marken durch Häußer, 7. Abteilung, Der Schreiber dieser Ausführungen rechnet sich nicht zu kommen. Sie könnten auf den so tunstvollen und in jahre. 2. Kr. 20, Möbelfabrik E. Barth, Urbanstr. 64 10, Lißmann, den Schwarzsehern. So peinlich ihm auch manche Reden und langen Mühen errichteten Bau unserer Zentralorganisationen Loebel, Ariz, zum Auer- Denkmal 1, Maigabe der Arbeiter Preßäußerungen der letzten Wochen waren, so schätzt er doch außerordentlich ungünstig wirken. Nichts könnte unferen der Firma J. Pintsch auf 20 Sammellisten vom 4. Streis 572,05). viel höher die wirklichen Interessen aller deutschen Arbeiter, Unternehmern erwünschter sein, nichts ihren Jubel ebensosehr Berlin, diverse Beiträge: Dr. Siegfrieda 5,- Dr. R. 9. 25, Knabe, Aug.- Sept. 10,-. Bierprozente der Tischlerei Rößler 30,- die kräftiger zum Ausdruck gelangen müssen, als die an sich auslösen, wie die Befriedigung der bürgerlichen Presse über Junggesellen" 10,-. Uebersch. einer Stranzsp. v. Sparverein Gute ja durchaus ehrentverten Gefühle der Kameradschaft und des unsere süddeutschen Landesorganisationen, als wenn die Einlage" 3,10. Sammelliste der Metallarb. d. Fa. Spengler, Linden- Storpsgeistes, die für die Solidarität vieler süddeutschen Partei- Autonomie der Gewerkschaften für die einzelnen Bundesstraße 44, für den Nürnberger Parteitag 7,50. Von den Arbeitern förperschaften mit ihren Abgeordneten entscheidend waren. staaten proklamiert würde. Die Zerklüftung und Zersetzung der Gießerei- Abt. Gg. Grauert, Stralau, für den Nürnberger Partei- Niemand wird so naib sein, eine besondere Begeisterung irgend der Arbeiterbewegung in allen ihren Formen ist eine der ag 15,15. M. 23. 2. Dr. 2. A. 100,-. Durch Defterle 15,- einer größeren Anzahl süddeutscher Parteigenossen für die höchsten und bedeutungsvollsten bürgerlichen Interessen. Familienfeier C. Richter 1,50.„ Abt." 5,-. Die Beamten der Budgetbewilligung anzunehmen. Wichtiger und bedeutungs- Wer die Gewerkschaftsbelvegung fennt, der weiß, daß es Allgem. Kranken- u. Sterbelasse d. Metallarb. zu Hamburg, Filiale voller und dem Gefühle vieler süddeutschen Parteigenossen mehr auch Landtage der bayerischen Tertilarbeiter, der württem Berlin 25,-. Bautischt. Ernst Mittag, für Parteitagsunkosten 5,-. Von den Kollegen der Firma Pardemann u. Co., Neue Königstr. 10 35,10. entsprechend ist das, was unter andern, sicherlich nicht allein, bergischen Maurer, der elsaß Tothringischen Buchdrucker, daß Geburtstagsfeier Butlizerstr. 10, für Unkosten des Parteitages 5,- hinter dem Kampfe um das Recht der Budgetbewilligung es eigene Beamte für größere Landesteile, daß es ProvinzialDie Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-. A. 2., 5. Wahlkr., frei- steckt, nämlich die Autonomie der der einzelnen Agitationskommissionen, daß es Gauvorstände und ähnlich williger Beitrag für 1908 3,- 2. M. 5 20,-. Ueberschuß vom Landtagsfraktionen unter der Kontrolle benannte Körperschaften gibt, die auch plößlich die Einheit in Erntefest Gerichtstr. 2 6,25. Jule, Ritterstr. 85, 3. Quart. 08 19,40. Der Landesorganisationen, der Landes Reichsangelegenheiten und die Selbständigkeit in Landes- und W. K., Pappelallee 3, P. S. 50,-. A. B. 50. Sechferlasse von parteitage. Das ist etwas, was vielen Süddeutschen Ganangelegenheiten proklamieren könnten. Stimmungen dieser Maurer u. Dimmick 10,- Julamünt 15,-.. 1908 30, so ungeheuer verständlich erscheint, was ihnen die Einheit der Art sind nie völlig zum Schweigen gebracht worden. Deshalb Mitglieder des Verbandes Deutscher Buchdrucker im Vorwärts" 150, Baden- Baden, Wahlkreisbeitrag 40,15. Bautzen, 3. sächsischer Wahl- Partei, die in Reichsangelegenheiten geschlossen bleiben soll, soll man der Gefahr ins Auge sehen und den Brand löschen, Ireis 340,- Buxtehude, von dem Alten durch Weber 2, durchaus nicht zu gefährden scheint. bevor er die ganze Arbeiterbewegung erfaßt und die Arbeit Bern 50,-. Beelig, Lungenheilstätte, Pav. B. I und B. II 33,93. Vom gewerkschaftlichen Standpunkte aus ist die Budget- von Jahrzehnten in Frage stellt. Chemniz, Brutus 1,-. Dresden- Land, 6. fächs. Wahlkreis 2000,- bewilligung sicherlich nichts Gleichgültiges, die Autonomie der Wir glauben somit gezeigt zu haben, daß die Einheit, Dresden aus Understand und Bosheit" 1,50. Faltenberg( Ober- einzelnen Landesorganisationen aber etwas sehr Gefährliches. Geschlossenheit und Disziplin der sozialdemokratischen Partei fchlesien) 3,-. Friedenau, Sechserkasse v. C. Otto Nachf. 5. Die verfluchte Bedürfnislosigkeit ist etwas, was der Gewerk- und die Durchsetzung ihrer Parteitagsbeschlüsse ein gewerkschaftGörliger Agitationsbezirk. Wahlkreise: Grünberg 20,80; Sagan schaftler nicht minder bekämpfen muß, als die Sozialdemo- liches Interesse ersten Ranges ist. Die Gewerkschaftsbewegung 40,- Glogau 16,-; Bunzlau 171,60; Löwenberg 36,- Görlig fratie in der politischen Bewegung. Die Zustimmung zum wird im wesentlichen von denselben Menschen getragen und 157,80; Rothenburg 75,-; Summa 517,20. Heidelberg, Restbetrag für den 12.- 14. badischen Wahlkreis für 1. Halbjahr 1908 65,91. Budget ist somit etwas, wofür sich der Gewerkschaftler, der deswegen von keinem anderen Geifte erfüllt als die politische Hannover a Konto der Beiträge des 8. hannov. Wahlfr. 1000,-für die Politik Vergleichspunkte in der Gewerkschaft selbst Arbeiterbewegung. Die Geschlossenheit, der Zentralismus Hamburg, 1. Wahlkreis 5000,-. Hamburg, 2. Wahlfreis 5000,- sucht, nicht zu begeistern vermag, jedenfalls nicht auf die die Einheit, die Disziplin und die Solidarität der Hamburg, 3. Wahlfreis 12 000,-. Hamburg, Uebersch. v. Baustelle Dauer. Viele Führer und Mitglieder der Gewerkschaften Gewerkschaftsbewegung wird bedroht, wenn in der Moldauhafen durch Eddelbüttel 50,-. Halberstadt- Dschersleben mögen im Gegensatz zum Schreiber dieser Zeilen in der Parteibewegung mit dem Gedanken der Autonomie der ein Wernigerode, Wahlkreisbeitrag 200,- Hamburg, eingegangen in Budgetbewilligung etwas rein Politisches, für die gewerk zelnen Länder weiter gespielt werden sollte. Wie schwer die der Expedition des Hamburger Echo" 319,60. Köln a. Rh., Reg.. schaftliche Beurteilung Nebensächliches sehen. Aber in der Streikreglements durchzusehen sind, wie schwierig es oft war, 20,- Königsberg i. P., sozialdemokr. Ver. vom 1. 9. 07 bis Autonomie der einzelnen süddeutschen Landtagsfraktionen und ihnen besonders in Süddeutschland Nachachtung zu schaffen, 30. 6. 08 678,60. Rönigsberg- Land- Fischhausen, sozialdemokr. Verein in der Stimmung, die hierfür gemacht wird, in der Haltung weiß jeder, der in oder mit der Leitung eines Zentral. 45,50. Leipzig- Land, sozialdemokratischer Verein für den 18. fächs. Wahlkreis, 1. Rate 6000,-. Limbach i. Sa., mancher süddeutscher Parteiorgane bei Besprechung dieses verbandes gearbeitet hat. Wer die Verhandlungen der interfozialdemokr. Verein für den 15. sächsischen Wahlkreis, 3. Quart. Streitpunktes dürften weitsichtige Gewerkschaftler mit der Zeit nationalen Gewerkschaftskonferenzen, so insbesondere der von 08 450,-. Magdeburg, sozialdemokr: Verein, 3. Quart. 08 800,- doch ein bösartiges Haar erkennen, das die ganze Suppe ver- Amsterdam in Erinnerung hat, der weiß wie schwer die öfterNürnberg, Wahlkreise des Gaues Nordbayern: Regensburg 29,64; derben könnte. Die älteren Gewerkschaftler wissen sehr wohl, reichische Gewerkschaftsbewegung unter der Autonomie der Amberg 8,67 Neumarkt 2,13; Neunburg 2,55; Neustadt a. W. daß bis vor wenigen Jahren in Süddeutschland eine- man tschecho- slawischen Gewerkschaftskommission leidet. 14,04; of 121,68; Bayreuth 122,46; Forchheim- Kulmbach 27,69; entschuldige das- partitularistische Strömung in den Ge- Die Proflamation der Autonomie mindert auch die Kronach Lichtenfels 53,25; Bamberg 32,67; Nürnberg 1116,87; Erlangen- Fürth 431,73; Ansbach- Schwabach 103,95; Eichstätt 12,99; werkschaften bestand, daß Reste hiervon, wenn Kraft derjenigen Körperschaften, die aus dieser Autonomie Dinkelsbühl 17,52; Rothenburg 8,52; Stigingen 10,82; Schweinfurt auch in verkümmerter Gestalt, auch heute noch dem gesteigerte Selbständigkeit und erhöhtes Ansehen zu ziehen Beobachter erkennbar 57,63; Würzburg 60,27; Summa 2234,58. Nürnberg, M. S. 3,-. genauen sind. Die Agitation glauben. Neben den Landtagen bestehen Gemeindeverwaltungen Rheydt( Bez. Düsseld.), von drei roten Brüdern 3,-. Rudow, für die gewerkschaftlichen Zentralverbände stieß in mit sozialdemokratischen Fraktionen, zwischen den GemeindeSchäfer 7,- Stuttgart, G. 11. 10,-. Wahrer Jakob", Neue Zeit" Bayern vor allem auf schwere Hindernisse, weil die ein- verwaltungen und den Landtagen gibt es andere selbständige und Gleichheit" 20 000,-.. y. 8. 20 000. heimischen Arbeiter von den Preußen" nichts wissen wollten Störperschaften, in die die Sozialdemokratie ihre Vertreter und " Die in der Nr. 211 des„ Vorwärts" bom 9. September d. I. und weil sie ihr Geld nicht nach Berlin" schicken wollten. hineinzubringen sucht. Werden sie alle von der Proklamation unter Stöpenid quittierten 4,- find Ueberfch. v. d. Herrenpartie d. Zum Teil ging das so weit, daß, abgesehen von manchen der Sechsundsechzig ihren Nutzen ziehen wollen, dann werden koll. d. Fa. Hoffmann u. Gaebler. In der gleichen Quittung muß Lokalvereinen, auch auf Süddeutschland beschränkte Organi- sie die Landesorganisation schwächen, sie werden an Stelle es unter den Einzelbeiträgen der Berliner Wahlkreise nicht heißenfationen bestanden, wie der süddeutsche Zimmerer der Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Gesamtpartei und Buchdruckerei Gebr. Hermann, sondern Gebr. Ernst 8,80. Berlin, den 9. Oktober 1908. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Die Einheitlichkeit der politischen Arbeiterbewegung, abent bet den ſozialdemokratischen Arbeitern fast Die Balkankrife. bund. Eine starke Disziplinlosigkeit füddeutscher Zahlstellen damit auch der Landesparteien ununterbrochen sich widerder Zentralverbände und eine wohlüberlegte, aber stets be sprechende autonome Körperschaften schaffen. Welche Gefahr das dauerte Nachgiebigkeit der Zentralvorstände gegen die füd- für die politische Arbeiterbewegung haben kann, haben muß, deutschen Zahlstellen, besonders in Streitangelegenheiten, ge- mögen andere überlegen; jeder Vertreter der Gewerkschaften hören noch nicht lange der Geschichte an. Mancher Streit wird in diesen Konsequenzen der Theorie der Budgetbewilliim Baugewerbe Münchens könnte da als Beispiel angeführt gung die größte Gefahr für die gesamte Arbeiterbewegung und werden. Wenn wir von Resten dieser Stimmung in der süd- vielleicht im allerhöchsten Maße für die Gewerkschaftsbewegung deutschen Arbeiterschaft sprachen, so sind diese im letzten erkennen. Jahrzehnt gar nicht mehr anzutreffen anzutreffen gewesen; gewesen; seit einigen eine gewerkschaftliche Forderung. Jahren hörte hörte man in unseren Organisationen nichts Ist die deutsche Arbeiterbewegung auch erfüllt von der mehr bon einer Animofität gegen die Preußen", " leberzeugung, daß die wirtschaftliche Entwickelung, die womit früher die Zentralvorstände gemeint waren, noch auch Die Lage auf dem Balkan hat in den letten 24 Stunden Konzentration des Kapitalbesitzes und die Vereinigung der von einem Widerstand dagegen, daß das Geld nach Berlin teine wesentliche Aenderung erfahren. Und dies Unternehmerinteressen gegen die Arbeiter, immer wieder geschickt werde.( Uebrigens strömte aus den gewerkschaft- bedeutet immerhin schon, daß die Aussichten auf Erhaltung neuem die Arbeitermassen zu einem einheitlichen lichen Zentralfassen mehr Geld nach Süddeutschland, als von des Friedens etwas größer geworden sind. Die türkische Kampfestörper zusammenschweißen müssen, so sind wir doch dort her kam.) Die christlichen Gewerkschaften haben aber, Regierung vor allen bleibt bei ihrer besonnenen Haltung in diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise und des heftigen obgleich für sie auch das Prinzip der Zentralisation gilt, viel und scheint alles daran setzen zu wollen, den Krieg zu verKlassenkampfes für den Augenblick unsicher geworden durch mit partitularistischen Bestrebungen zu kämpfen. Da bestehen meiden. Gleichzeitig werden aber alle Vorbereitungen forteine gewisse Unklarheit, die die Verhandlungen des Nürn- noch eigene württembergische, eigene bayerische und badische gesezt, um für einen Krieg gerüstet zu sein. Die Demonberger Parteitages, nicht seine Beschlüffe, in die Kampfesreihen Verbände, weiter noch viele lokale Organisationen. Endlich strationen scheinen nachgelassen zu haben. Dagegen führt des Proletariats gebracht haben. ist es auch kein Zufall, daß die gelben Lokalorganisationen die Presse andauernd eine scharfe Sprache, die sich nicht Jeder Genosse, der mit den Fragen der Unfallversicherung viel kräftiger in Süddeutschland gedeihen als in Norddeutsch- nur gegen Bulgarien und Desterreich, sondern mit zunehmender zu tun hatte, fennt Fälle, wo ein scheinbar völlig gesunder land. Erbitterung auch gegen Deutschland richtet. und in seinem Aussehen durchaus normaler Arbeiter in seiner Wenn nun in der politischen Parteipreffe und in politischen Von der besonnenen Haltung der Türkei sticht um so mehr Leistungsfähigkeit, Erwerbsmöglichkeit, förperlichen Kraft und Versammlungen unserer Partei in Süddeutschland das Recht der das wahnwißige Gehaben in Serbien ab. Doch darf man geistigen Frische aufs schwerste behindert ist durch eine fleine Autonomie in Landesangelegenheiten immer wieder von neuem dieses Geschrei nicht allzu tragisch nehmen, solange den Spaltung irgend eines Knochen, die nur durch die feinste und mit einer sich nicht mindernden Energie betont werden überhizten Reden keine Zaten folgen. Auch üben verschiedene Roentgen- Untersuchung festgestellt werden kann. Schwere sollte, so kann man diese Aufstachelung partikularistischer Mächte nach dem Beispiel Englands einen Druck auf die von serbische Regierung aus, das gefährliche Spiel nicht allzuweit zu treiben. Aus einer Aeußerung des österreichischen Bot- schafterS in Parts, des Grafen Khevenbühler, geht hervor, daß Oesterreich- Ungarn eine Erklärung der serbischen M o b i l in a ch u n g gefordert hat mit dein Hinzufügen, es hoffe nicht mehr gereizt zu werden. Zum Glück stellt es sich auch heraus, daß die Nachrichten über eine Unabhängigkeitserklärung Albaniens übertrieben waren. Es hat sich nur um unbedeutende Zusammenstöße zweier Bergstämme gehandelt. Auch die Frage der Einberufung deS Kon- g r e s s e s ist nicht weiter von der Stelle gerückt. Je eifriger Rußland sich für den Kongreß einsetzt, desto weniger scheint England Lust zu haben, Siußland Gelegenheit zn geben, sich Kompensationen auf Kosten der Türkei zu verschaffen. Die Frage wird erst entschieden werden, wenn der russische Minister deS Auswärtigen, I s w o l s k i> in London eintrifft. Aber es ist jetzt schon sicher, daß das Konferenzprogramm sehr stark eingeschränkt wird, um dadurch der Gefahr einer Ausrollung der ganzen orientalischen Frage zu entgehen. Aus der Rede A e h r e n t h a l s in der österreichischen Delegation geht hervor, daß sowohl Rußland als Italien von den Absichten Bulgariens und Oesterreichs unterrichtet waren. Es ist aber zu befürchten, daß das Einverständnis der beiden mit Oesterreich auf dem Balkan rivalisierenden Mächte nicht umsonst gewesen fein wird. Dies macht eben die Einberufung des Kongresses so verdächtig; denn die bisher unbekannten Ansprüche dieser Mächte könnten dort in einem Ausmaß angemeldet werden, das für die Türkei viel bedenklicher werden kann, als die doch nur staatsrechtlichen Acndcrungen, die Oesterreich und Bul- garien vollzogen haben. Als nächste Wirkung der Balkanereignisse ist jedenfalls eine Vermehrung d e r R ü st u n g e n zn erwarten. In dieser Beziehung ist eine Rede des englischen Handelsministers Winston Churchill außerordentlich bezeichnend, der bisher als der entschiedenste Verfechter einer Einschränkung der Rüstungen im englischen Kabinett galt. Die augenblickliche Krise lehre, erklärte Churchill, wie unentbehrlich es sei, daß die britischen Inseln durch eine Flotte geschützt würden, die machtvoll genug sei, England gegen jede Möglichkeit eines Angriffs zu feien. So kapitulieren auch die letzten bürgerlichen Verfechter der Friedens- und Abrüstungspolitik angesichts der Interessen- gegensätze, die der Kapitalismus immer aufs neue zwischen den Nationen schafft.� Die türkische Mobilmachung. Konstant'moptl, 8. Oktober. Der Minister deS Aeußeren erklärte heute nachmittag einigen Diplomaten, daß eine partielle Mobilmachung beabsichtigt, aber noch nicht fest be- schlössen sei. Kreta. Athen, 9. Oktober. Die Zeitungen veröffentlichen Telegramme auS C a n e a, durch die bestätigt wird, das; die kretischen Zoll- ämter beginnen, die griechischen Tarife in Anwendung zu bringen. Ferner werden auf der Insel bereits auch die Be- stimmungen der griechischen Verfassung und der griechischen Gesetze angewendet. DaS Exekutivkomitee hat dem augenblicklich die Regentschaft führenden Kronprinzen Konstantin von dem Anschluß Kretas an Griechenland Mitteilung gemacht. ebenso dem König Georg, der zurzeit in Kopenhagen weilt und von dem Komitee gebeten wurde, seine Souveränität auf die Insel aus- zudehnen. Die kretische Regierung hat vor dem Metropoliten Kretas den Treueid für Kömg-Georg abgelegt. DaS Verhalten Griechenlands. Konstantinopel, 9. Oktober. Der griechische Gesandte ist von seiner Regierung benachrichtigt worden, das; die Kretenser aus eigenem Antriebe ihre Anschließung an Griechenland proklamiert haben. Der Gesandte inforniierte die Pforte hierüber und versicherte der türkischen Regierung, daß Griechenland für die Haltung der Kretenser keineswegs verantwortlich sei. Der Gesandte drückte gleichfalls die Hoffnung auS, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei nicht g e st ö r t werden würden. Man glaubt hier jedoch, daß dieser Zwischenfall einen schlechten Einfluß auf die bis- herigen Beziehungen ausüben wird.- Montenegro protestiert. Cetinje, 8. Oktober. Gestern fand hier eine große P r o t e st- Versammlung gegen die Angliederung Bosniens und der Herzegowina statt. ES wurde eine Resolution angenommen, in der die Regierung aufgefordert wird. Beleidigungen zu vergessen und sich mit Serbien zur Verteidigung der Interessen des Serbentnms zu verbinden. Nach der Versammlung veranstaltete die Menge vor dem Palais und vor der russischen Gesandtschaft Sympathie- knndgebiingen. Bulgarische Beschuldignnge». Sofia, 3. Oktober. Bei vier gestern verhafteten Individuen, die einen Anschlag gegen das Pulverdepot bei Sochlar ver- sucht hatten, wurde Dynamit gefunden. Drei der Verhafteten gestanden, daß sie das Depot in die Luft zu sprengen beabsichtigten und daß sie noch andere Attentate geplant hätten. Ferner gaben sie zu, daß sie mit serbischen offiziellen Persönlich- leiten Beziehungen unterhalten hätten. Eine Zurückweisung Serbiens. Wie», 9. Oktober. Der hiesige serbische Gesandte er- hielt von seiner Regierung den Auftrag, im Ministerium dcSAeußern gegen die Angliederung Bosniens und der Herzegowina an die österreichisch-ungarische Monarchie Verwahrung einzulegen. Diese Verwahrung wurde nicht entgegengenommen, da man der serbischen Regienmg nicht das Recht zuerkennt, auf diplomatischem Wege zu dieser Frage Stellimg zu nehmen. Beruhigende Versicherungen. Wie», 9. Oktober. Die„Neue Freie Presse' meldet aus Budapest: Die gestern abgegangene Donauflottille ist nach Peter» wardein bestimmt. Telegraphische und telephonische Meldungen an Budapester Firmen aus Serbien besagen, der Kriegslärm sei nicht ernst zu nehmen. Auch Frhr. v. Aehrenthal gab auf Anstagen der österreichischen Delegierten über Alarmgerüchte aus Serbien be- mhigende Erklärungen. Die Mächte und der Berliner Vertrag. Paris, v. Oktober. Die Botschafter Frankreichs, Englands und Rußlands haben den Befehl erhalten, jeder einzeln an demselben Tage der Pforte die Mitteilung zu machen, daß ihre Mächte der Meinung seien, jede Veränderung des Berliner Ver« träges erfordere die Zustimmung aller Signatar» mächte. Auch Italien dürfte denselben Schritt tun. Englische Kriegsschiffe. London, 9. Oktober. Dem Reuterschen Bureau ist vom AuS- wärtige» Amt die Mitteilung zugegangen, baß die vier Kriegs- schiffe, die Befehl erhalten haben, von Malta in See zu gehen, sich nach dem Aegäischen Meere begeben sollen, um die E r e i g n i s s o daselbst zu überwachen. Die schlecht informierte deutsche Diplomatie. Köln, 9. Oktober. Der„Köln. Ztg." wird aus Berlin tele- graphiert: Angesichts der Erregung in Serbien hat die Rcichsrcgierung Schritte getan, um in Belgrad zur Mäßigung und zu ruhiger Haltung zu mahnen. Der Staatssekretär v. Schorn hatte im Laufe des gestrigen und des heutigen TagcS mehrfache Besprechungen mit dem t ür k i s ch e n Botschafter, die sich aus die gegenwärtige Lage bezogen. Der Staatssekretär hat die bestimm- testen Versicherungen dahin gegeben, daß der Entschluß der öfter- reichisch-ungarischen Regierung zur Einverleibung Bosniens und der Herzegowina ohne jede Anregung von deutscher Seite gefaßt worden ist, und daß die deutsche Regierung von diesem Entschluß nicht früher Kenntnis erhalten hat als andere Mächte. Hinsichtlich des bulgarischen Vorgehens hat der Staatssekretär betont, daß man in Berlin den Schritten der dortigen Regierung nicht nur fremd gewesen, sondern in peinlichster Weise durch sie überrascht worden ist. Die deutsche Regierung hat in Sofia auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß man hier in eine Erörterung über die Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgariens keinesfalls eintreten würde, bevor nicht die bulgarische Regierung eine befriedigende Lösung der Frage der orienta- lischen Bahnen gefunden habe. Diese Lösung kann zunächst nur auf dem Wege der Verhandlungen mit dcrTürkei erfolgen. Eine Erklärung PichonS. Pari?, 9. Oktober. Minister P i ch o n äußerte gegenüber einem Redakteur des„Petit Parisien" über die orientalischen Vorgänge folgendes: Die Idee einer internationalen Konferenz ist keineswegs aufgegeben, im Gegenteil, wir befinden uns auf dem Wege zu dieser Konferenz. Aber wir müssen vorher ihr Programm prüfen und genau umgrenzen, und eS ist nur natürlich, daß in dieser Hinsicht nichts Endgültiges geschieht, bevor Jswolski nach London gegangen ist, wie er nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frankreich und Italien gegangen ist- Ich sehe keine anderen kriegerischen Ver- Wickelungen voraus, als die, die sich aus anti-österreichischen Kundgebungen Serbiens und dem ehrgeizigen Streben Bulgariens ergeben könnten. Von diesen Seiten drohen schwere Gefahren, die hintan- gehalten werden müssen. Die Großmächte bemühen sich, diese zu befürchtenden Prätentionen zu verhindern. Wir wirken in diesem Sinne in Sofia und Belgrad. Rußland und England sowie die anderen Mächte handeln gleich uns. Wir haben nur ein Ziel, den Frieden: und zwar einen Frieden, der auf dem Rechte beruht, da die junge Türkei auch alle Sympathien Europas besitzt. Wir sind und werden die Freunde und Beschützer der iungen Türlei bleiben. Die Debatte in den Delegationen. Budapest, 9. Oktober. Der Ausschuß für auswärtige Angelegen- Heiten in der Oesterreichischen Delegation begann heute mit der Generaldebatte des Budgets des Auswärtigen. Axmann erklärte im Namen der C h r i st l i ch- S o z i a l e n seine v o l l st e Zu- st i m m u n g zur Annexion der okkupierten Provinzen. Die Christlich- Sozialen begrüßten die Annexion auch als Betonung der Notwendigkeit des großen Gedankens der ReichScinheit. B a e r n- reither erklärte, die Annexion Bosniens lasse sich auS dem Geist und Sinne des Oesterreich- Ungarn durch den Berliner Vertrag erteilten Mandats rechtfertigen. Redlich billigte die Annexion, weil sie zu dem früheren Kleinmut der. österreichisch- ungarischen Politik im Gegensatz stehe. Den Ausgleich durch das Aufgeben der Rechte im Sandschak hätte man für die späteren diplomatischen Verhandlungen aufsparen könneiu Der Redner bezweifelte die wirtschaftlichen und die militärischen Vorteile der Sandschakbahn und trat für eine kraftvolle und selbstbewußte äußere Politik ein. poUtifebe Qeberficbt. Berlin, den 9. Oktober 1908. Agrarzölle und Güterpreise. Bei den letzten Kämpfen um die Getrcidezölle wurde ver- schiedentlich von den Zollgegnern vorausgesagt, daß die Erhöhung der Landwirtschaftszölle wohl vielen der heutigen Grundbesitzer ein Geschenk auf Bolkskosten bescheren würde, daß sie aber dauernd die sogenannte Rentabilität der Landwirtschaft nicht zu steigern vermöge; denn die Zölle würden die Erträge der Güter steigern, und diese Steigerung deS Ertrages werde alsbald eine Steigerung der Eüterpreise zur Folge haben. Diese Steigerung aber werde wieder viele der Junker verleiten, neue Hhpothekenschulden zu machen; und soweit nicht hierdurch die Schuldenlast wachse, würde bei der Vererbung oder beim Verkauf der Güter der durch den höheren Ertrag gesteigerte Preis in Anrechnung kommen. So würde bald wieder von den alten und neuen Besitzern der Güter herausgefunden werden, daß der Ertrag nicht mehr zur Ver- zinsung der angewachsenen Schuldenlast und zur Abwerfung eine? den erhöhten Güterpreisen entsprechenden Gewinns ausreiche. Sie würden im wesentlichen wieder dort stehen, wo sie vor der Zoll- erhöhung standen— und die Agsitation für neue Agrarzölle zur Er- höhung der landwirtschaftlichen Werte würde von neuem beginnen. Mehrfach haben wir bereits an einzelnen Beispielen auS ver- schicdenen Landesteilen nachgewiesen, wie in den letzten Jahren die Agrarzölle die Einkünfte. Pachten, Grundrenten und damit auch die Preise der ländlichen Grundstücke in die Höhe getrieben haben. Einige neue Fälle werden uns aus Mecklenburg gemeldet. So wurde dieser Tage das bei Feldberg in Mecklenburg- S t r e l i tz liegende Gut Georgcnhof, das nur 184 Hektar groß und mit erheblichen Leistungen an Erbzins belastet ist� für 155 000 M. verkauft. Das Gut war von dem jetzigen Verkäufer vor zwanzig Jahren-»-im Jahre 1883 für 48000 M. gekauft. Wenn auch zugegeben werden soll, daß der bisherige Besitzer manche Verbcsserungen eingeführt hat, so zeigt doch dieses Beispiel deutlich, wie wenig durch Agrarzollerhöhungen die„Rentabilität der Landwirtschaft" gesteigert wird. Sicherlich, der bisherige Be- sitzer hat infolge der Zollerhöhungen ein feines privates Geschäft gemacht; aber der Landwirtschaft ist dadurch nicht im ge» ring st en geholfen. Der neue Besitzer steht wieder auf demselben Fleck, wo der alte vor der Zollarhöhung stand— vielleicht sogar noch schlechter. Der Ertrag seines Gutes steht in demselben„Mißverhältnis" zum Wert und zur Belastung des Gutes wie früher. Wer Vorteil von den Zöllen gehabt hat. das ist nicht die Landwirtschaft, sondern der frühere Besitzer. Er hat sich die Taschen gefüllt. Die ganze Wirkung des segenS» reichen Zolles ist in diesem Fall, daß jemand auf Volkskosten ein profitables Geschäft geniacht hat. Der Wahlkampf im Kreise Prenzlau-Angermünde ist nun in ein etwas lebhafteres Fahrwasser geraten. Für die konservative Partei arbeiten nicht nur die bekannten Reichsverbandsagitatore» Döring, MauneS usw., sondern auch ihr Kandidat, v. Winterfeld-Menküi. hat sich trotz seiner oderpräsidialen Würde zn.Programmerklärungen' in einigen Wählerbersanimlungen herabgelassen, was dl« Wahler hoffentlich zu würdigen wissen werden. Zu seinem„Programm' gehört auch„der Schutz der Schwachen und die Sluferlegui-g neuer Lasten auf tragfähige Scbultern". Genau wie beim liberalen Kandidaten, Pastor Schmidt-Massow, der todkrank gesagt wurde, als man die Kandidatur Schücking plante und gesund war, als Schücking erkrankte. Er verfügt also körperlich scheinbar über eine ziemliche Elastizität, die allerdings auch in den in seinen Flugblättern zutage geförderten Anschauungen hervor- tritt. Da droht er„in freiheitlichen Dingen immer Rückgrat zu zeigen und nicht mit sich spaßen zu lassen". Betreffs der neuen Steuern meint er,„daß die unteren VolkSklasien schon genug bezahlen". Aber—„in allen vaterländischen Fragen, die den König, das Heer, die Flotte, überhaupt die Ehre und den Stolz des deutschen Vaterlandes angehen", so versichert er, „wird er als echter deutscher Mann seine Schuldigkeit t u n", das heißt, er wird das bewilligen, was die Blockführer dem Fürsten Bülow bereit s versprochen haben— notabene, wenn er gewählt wird, woran trotz der Entsendung deS Pastors Naumann in den KreiS und all seiner kollegialen Bemühungen mehr wie zU zweifeln ist. Ob Herr Naumann damit auch ganz einverstanden ist, daß Herr Schmidt sich als Kandidat aller liberalen Gruppen, von den National- liberalen bis zu den Sozialliberalen, empfiehlt, weiß man nicht. In einer Wählerpersammlung in Strasburg in der Uckermark, in der ihm Genosse Redakteur Düwell gehörig zu Leibe ging, be- schränkte er sich lediglich auf Ausfälle gegen die Sozialdemokratie, ohne seinen Amtsbruder, dessen aktive Predigertätigkeit in seinen Flugblättern noch als besondere Empfehlung bezeichnet wird, wegen der Soziallibcralen in die gehörigen Schranken zu verweisen. Tie „Deutsche Tageszeitung", das Bündlcrorgan, hat eS wegen des Anspruchs auf die Nationalliberalen bereits mit allem Nachdruck getan, ohne Widerspruch bei der nationalliberalen Parteileitung zu finden. Die Sozialdemokratie hat in den Städten, in welchen ihr Säle zur Verfügung stehen oder Versammlungen unter freiem Himmel genehmigt wurden, Wahlversammlungen abgehalten. Sie wurden stets auch von Gegnern stark besucht, ohne jedoch zu Diskussionen mit ihnen zu führen. Um diese zu erreichen, suchten unsere Genossen zahlreiche gegnerische Versammlungen auf, um in dameist auf nur 10 und 15 Minuten beschränkten Redezeit den Herr- schaften den gebührenden Text zu lesen. Bisher haben für die Partei Versammlungen im Kreise abgehalten die Genossen Reichstags- abgeordnete Ledebonr, Stücklen, Eickhorn, Molkenbuhr und Zubcil, ferner außer dem Kandidaten Genossen Wels die Genossen Pagets, Hildebrandt. Exner, Düwell, Paul John und Fendel. Auch am kommenden Sonntag finden in Oderberg, Liepe. Schwedt, Britz bei Ebcrswalde, und am Vorabend der Wahl in Prenzlau noch Wählerversamm- lungen statt, welche die durch über 100000 im Kreise verteilte Wahlflugblätter betriebene Agitation weiter unterstützen solle».— Immer langsam voran. Iii der Mittwochnummer meldeten wir, daß nach der halboffiziösen Korrespondenz„Woth" der Freisinn, um die guten Beziehungen zur Regierung nicht zu trüben, die Ver- pflichtung übernommen habe, die Reichsfinanzreform unter Dach bringen zu Helsen, ohne dafür als Entgelt Zugestcuidmsje auf wahlrechtspolitischem Gebiet zu verlangen. Dafür über- nehme zwar Fürst Bülow die Verpflichtung, sein Wort ein- zulösen und eine Novelle zum preußischen Dreiklassenwahlrecht im preußischen Landtage vorzulegen: wann er aber diese Novelle einbringen will und w a s e r darin aufnehmen will, bleibe seinem besseren Ermessen überlassen. Wie sich jetzt herausstellt, hat es nach diesem besseren Ermessen der Reichskanzler mit der preußischen Wahlrechte- reform keineswegs sehr eilig; denn die preußische Regierung hat vorerst lediglich als Vorarbeit für die Reform eine statistische Bearbeitung der Ergebnisse der letzten Landtags- wählen angeordnet— aber mit dem Hinweis, daß die staii- schen Arbeiten nicht vor Ende des Jahres 1999 fertig zu sein brauchen. Da die Arbeiten in ein paar Wochen ohne jegliche besondere Anstrengung gemacht werden könnten, geht aus diesem Hinweis deutlich hervor, daß die Reform möglichst hinausgeschoben werden soll. Gehen die Vorarbeiten in gleichem Tempo weiter, wird man viel- leicht glücklich im Jahre 1912 dazu gelangt sein, so ein kleines Reförmchen fertig zu haben— vorausgesetzt, daß Bülow dann wirklich noch Reichskanzler ist und nicht in- zwischen sein Nachfolger zu der festen Ueberzeugung ge- kommen ist, am besten bleibe alles beim alten.— Tie Freisinnigen werden in ihrer Bescheidenheit kaum sehr drängeln.._ Sparpolitik nach»nten. Vor einigen Tagen ging eine Notiz durch die Presse, nach welcher die preußische Eisenbahnverwaltung beabsichtige, eine Reorganisation ihrer Betriebe nach der Richtung vorzunehmen, daß die Funktionen gewisser Beamtenkategorien nach oben verschoben werden sollen. Die unteren Angestellten und Beamten sollen in höhere Dienststellen auftücken, daS heißt die jetzt von besser be- zahlten Beamten verrichteten Funktionen sollen von schlechter bezahlten Leuten verrichtet werden. Dadurch hofft die Eiienbahnverwaltung, wie kürzlich die„Freisinnige Ztg." schrieb, Millionen zu sparen. Der Gedanke ist so gescheit, daß man versucht sein könnte, ihn herzlich dumm zu nennen. Wir haben bereit» An- zeichen dafür, daß diese Sparpolitil in die Wirklichkeit umgesetzt werden soll. Aus Eisenbahnerkreisen wird lebhaft darüber Klage geführt, daß bei der in letzter Zeit erfolgten Ueberanstreitgung des unteren Zugpersonals die Betriebssicherheit leiden muß und die Allgemeinheit ein Interesse daran habe, zu erfahren, wie man aus Sparsamkeitsgründen die Gesundheit der Reisenden auf- Spiel setzt. Die Eisenbahndirektion Guben hat z. B. im vorigen Monat 25 Mann aus dem Betriebe entlassen, darunter Leute, die schon lange ihren Dienst bei der Bahn versahen. Jetzt ist sie dazu über- gegangen, die Wagenwärter, die die Personenzüge zur Betriebs- kontrolle begleiten mußten, z u S ch a f f n e r d i e n ft e n zu verwenden. Diese Wageuwärter müssen die Luftdruckbremse bedienen, die Wagen auf Betriebssicherheit kontrollieren, und die Fahrkarten der Reisenden nachsehen. Die Schaffner der Personenzüge, die durch die Verwendung der Wageuwärter überflüssig werden, kommen zu den Güterzügen oder werden an die Betriebsdirektiou zu»anderer Verwendung" verwiesen. Wie rigoros man nach dieser Richtung mit den für Wagen- wärtergehal: zu Schaffnern avancierten Wageitwärtern vorgeht, beweist ein Fall, der sich dieser Tage bei der BetriebSdirektion Posen zugetragen hat. Ein Regierungsrat frug einen Wagen- Wärter, der zu Schaffnerdiensten gezwungen wurde, ob ihm der doppelte Dienst gefalle. Der Mann antwortete ganz richtig:„Herr Regierungsrat, es ist schade, daß man inmier unten zu sparen anfängt, man sollte doch mal„oben" anfangen." Der Herr Rat zog die Stirne kraus, und das Ende dieser Unterhaltung war, daß dem Wageuwärter eine Geldstrafe von b Mark ans- gebrummt wurde. Wie kann sich ein untergeordneter Eiseubabn- bcamter auch solche Respcltwidrigkeitcn erlauben? Herrlich erstrahlt die Arbeitersiirsorge der preußischen Eisenbahn- Verwaltung auch aus einem Erlaß der Direktion in Schneide- mllhl an die Streckenarbeiter, in welchem gesagt wird, wer von jetzt ab nicht täglich um zwanzig Pfennig billigen arbeite, tönne feine Ent- 1 Taffung nehmen In den Zeiten der Teuerung und er Zur Landtagswahl in Heffen. des wurde mit allen gegen eine Stimme abgelehnt Die gestern abend in Mainz abgehaltene Generalversammlung angenommen wurde mit großer Mehrheit eine Resolu schwerter Arbeitsgelegenheit geniert sich die Verwaltung nicht, den des dortigen freisinnigen Vereins hat, wie die„ Frankf. 8tg." meldet, tion, worin die Versammlung sich mit den Beschlüssen Wermsten der Eisenbahnangestellten den Lohn zu drücken.- Weiter be3 Parteitages einverstanden erklärt und ihre hat die Eisenbahndirettion Stattowig bei dem Minister anfragen entgegen dem Beschluß des Ausschusses, bei der Landtagswahl Befolgung durch alle Genossen erhofft. In der Potsdamer Laffen, was mit 221 Mann, die im unteren Bahndienst beschäftigt neutral zu bleiben, beschlossen, für die sozialdemokratischen Kandidaten Parteiversammlung referierte an Stelle des verhinderten Delegierten worden sind, werden folle, da sie überflüffig feien. Wie wir hören, Dr. David und Abelung einzutreten. find derartige Reorganisationsbestrebungen" auch in anderen Direktionsbezirken im Gange und die Eisenbahnangestellten haben Gelegenheit, über den Staat als Arbeitgeber nachzudenken, der für wenige Greichen nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ihre politische Gesinnung zu laufen pflegt. Zur sächsischen Wahlrechtsfrage. Der Ionservative Verein von Dresden hat beschlossen, sich der Betition der beiden städtischen Körperschaften in Dresden, die Zu teilung von zehn Wahlkreisen in Dresden betreffend, anzuschließen. Aus der konservative Landesverein beschloß, wie gemeldet wird, fich ber Betition der Stadt Dresden um Einteilung der Stadt in gehn Landtagswahlkreise anzuschließen. Bekanntlich will die konser Pative Landtagsfraktion der Stadt Dresden nur sieben Mandate zu tommen e Hibios Fafelanten. Ein neuer Beitrag zur Kennzeichnung der Reichsverbandsmethode. Der famose Reichsverband gegen die Sozialdemokratie rüstet zur Winterkampagne. An die Reichsberbandsfilialen im Reiche wird die neueste Flugblattliteratur versendet, mit der die Sozialdemokratie draußen auf dem Lande vernichtet werden soll. Eines dieser Machwerke trägt die Ueberschrift: Ist die Sozialdemokratie eine Kulturpartei?" Das Flugblatt ist in einer Auflage von vorläufig nur 50 000 Exemplaren hergestellt, ein Zeichen, daß es nicht überall, namentlich nicht in den Großstädten, sondern nur auf dem Lande verbreitet werden soll, wo Junkerfrechheit und Dorfschulelend Hand in Hand arbeiten zur Züchtung eines Menschenmaterials, von dem die LieberGardisten annehmen, fie tönnten ihm die albernsten Märchen als Tautere Wahrheit auftischen. In dem Flugblatt, das sich ein Urteil darüber anmaßt, ob die Sozialdemokratie eine Kulturpartei ist, werden zunächst Früchte der sittlichen Erziehung durch die SozialDemokratic" serviert. drt überall.. Reichsverbandsfrucht Nr. 1: Reichsverbandsfrucht Nr. 3. Genossen Kautsky der Genosse Em. Wurm. Sein scharf pointierter Bericht, der die Budgetbewilligung als logische Konsequenz der Geistige Waffen des Zentrums. feit Aufhebung des Sozialistengefeßes in der Partei bestehenden Die Malmedy St. Vither Volkszeitung", ein in der Eifel er- Neigung, sich der herrschenden Gesellschaft anzupassen, bezeichnete scheinendes Zentrumsblatt, veröffentlicht folgende Notiz aus St. Vith: und die entschiedene Bekämpfung dieser Neigung als unbedingte Unter die Türe gefchoben haben die hiesigen Sozialdemokraten Notwendigkeit hervorhob, gipfelte in der Prophezeiung, daß die in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag vergilbte Flugblätter, politische und wirtschaftliche Entwickelung der nächsten Jahre den die zweifelsohne von früher her übrig geblieben sind. Der nächt- lebten Rest eines Zwiespalts in der Partei austilgen werde. Die liche Agitator darf sich nicht wundern, wenn ihm gelegentlich eines Beschlüsse des Parteitages wurden ohne Disfeiner nächtlichen Besuche ein Empfang nach den Rezepten des tussion cinstimmig gutgeheißen. Arizona- Stickers bereitet wird, selbst auf die Gefahr hin, daß er Haftpflichtansprüche erheben sollte." " Für die Reichsverbandsliste. Unter der Ueberschrift Ein politischer Defraudant" sehen sich die" Post" und die National- Beitung" gezwungen, folgende Nach richt aus Rübed zu bringen: Der Sekretär des Wahlvereins der Liberalen, Kuhn, ist mit der Vereinstaffe flüchtig geworden." Wie schwer muß es diesen nationalen" Organen sein, bon den staatserhaltenden Elementen so unangenehme Sachen zu berichten. Der durchgebrannte Kassierer gehörte, wie uns berichtet wird, dem Hirsch- Dunckerschen Metallarbeiterverband an. Er hatte zum Oftober größere Bahlungen zu leisten, und da er das Geld hierzu nicht besaß, machte er sich am Sonntag auf und davon. Der Papst und die katholischen Arbeitervereine. Wir berichteten gestern nach einer Meldung katholischer Blätter, daß der Papst in einer Ansprache an eine Abordnung deutscher katholischer Arbeitervereine( Siz Berlin) gejagt hat: Ich danke Euch nochmals und wünsche, daß Ihr mit dem bisherigen Mut auch fernerhin dem Vaterlande und den Familien dient. Jeder Arbeiter, der zufrieden ist mit seinem Lohne, findet die Ruhe und den Frieden des Gewissens. Sagt allen Mitgliedern, wenn Ihr nach Hause kommt, daß der Papst Euch wohl will." " Wie die Germania" berichtigt, ist dieser Wortlaut nicht ganz richtig. Statt ohne" ist" os" zu lesen. Oefterreich- Ungarn. Verhaftungen der Wahlrechtskämpfer. In Essen befaßten fich zwei Parteibersammlungen mit dem Parteitag. Die übergroße Mehrzahl der Redner sprach scharf gegen die Budgetbewilligung, darunter auch die beiden Redakteure der Arbeiterzeitung", die Genossen Limberts und Ostwald, sowie der Delegierte Genosse Bühler. Eine längere Rede hielt der Genoffe Hué. Straftstellen daraus haben schon vor einigen Tagen ihren Weg in die bürgerliche Presse gefunden. Nach dem jetzt vorliegenden Bericht der Arbeiterzeitung" hat Genosse Hue unter anderem gesagt: Ich bitte Sie, eine Resolution anzunehmen, daß Ste durchaus unzufrieden sind mit dem Parteitag, denn Nürnberg war schlimmer als Dresden. Dresden nannte man den Jungbrunnen. Jawohl, es war ein Jungbrunnen, von dem man die Dünste heute noch riecht. Der Haufen Schreier, der in Nürnberg den Spektakel machte, das waren teine Arbeiter, sondern die Leute, die zu uns gekommen sind, um uns zu bilden. Diese proletarischen Dilettanten wagen es, anderen proletarisches Gefühl abzusprechen. ... Der Nürnberger Parteitag war ein Barteitag der Zerstörung. Die Vereinbarung über die Maifeier hat man zerstört, und was man nicht zerstörte, das deklarierte man, wie in der Frage der Jugendorganisationen, daß kein Schwein mehr daraus flug wurde. Ich bin ein Gegner der Maifeier, weil sie undurchführbar ist. Wenn man die Arbeitsruhe fordert, so muß man die Unterstützung regein, anderenfalls ist es eine Frivolität, die Arbeiter zur Arbeitsruhe aufzufordern. In Nürnberg mußten wir sehen, wie der Parteivorstand von seinen sonst treuesten Anhängern berlassen wurde. Er hat keine Autorität mehr gegenüber den Leuten, die in der Presse Politik machen. Zerrissen hat man ihm die MaifeierVereinbarung bor die Füße geworfen. ** 40 Aus der Partei. Ju guter Gesellschaft. Wir haben besonders im Ruhrgebiet eine Entwidelung, die die Da ist ein junger Mann in Arbeit getreten; er kommt aus glänzendste Bestätigung der Lehren von Marg und Engels sind. einem stillen Winkel des Reiches, wo die Verhegung der unteren Wir haben infolge dieser kapitalistischen Entwickelung, die schon weit Schichten noch nicht soweit gediehen ist. Er erweist sich als fleißig mehr im Sozialismus stedt, als man gewöhnlich annimmt, viel Budapest, 9. Dttober. Mehrere Mitglieder der mehr erreicht, als wir hoffen durften. Wir konnten der Welt und geschickt, ist munteren Gemüts und vertrauensvoll, ist darum gern gelitten und wird gut bezahlt und gut behandelt. Nach sozialistischen Parteileitung, welche ein Demon zeigen, daß Marg und Engels recht hatten, daß der Mittelstand wenigen Monaten schon änderte sich das, ohne daß der Arbeitstrationskomitee gebildet und die Teilnehmer an den Straßen zugrunde geht. Und doch ist auf dem Parteitag kein Wort geredet geber eine Ursache wußte; der Mann wird mürrisch, ist nachlässig tundgebungen mit Revolvern und Eisenstöcken versehen haben, worden über diese Entwickelung. Das wunderbare Thema der Karin feiner Arbeit, unhöflich in seinem Betragen. Freundlich erfind verhaftet worden. Ein Teil der Schriften der Partei- telle ist nicht besprochen worden; hier hätte man den Arbeitern und mahnende Worte und Fragen nach dem Grunde der Kenderung leitung wurde mit Beschlag belegt. Die Polizei hat das wider dem Mittelstand zeigen können, wie der Kapitalismus wütet. Auch bleiben erfolglos. Ein Zufall deckt den Zusammenhang auf: um ein halbes neues Buchthausgeseh, um eine halbe Umsturzvor. Er hat in einer Kneipe bie Bekanntschaft der rechtliche Tragen von Schußwaffen verboten. Die Verhaftung die Strafprozeßreform ist nicht besprochen worden, obwohl es sich hier Roten" gemacht und hat sich den Kopf verteilen der Parteileitung erregt in Arbeitertreifen große Aufregung. lage handelt. Die Arbeitslosigkeit wird immer größer, aber nichts Es ist natürlich eine elende, durch nichts bewiesene er ist barüber geredet worden. Ich habe in Nürnberg mich noch beLasjen. Dort sigt er nun jeden Abend bis spät in die Nacht.... Er trägt offene mißatung leumdung der Polizei, daß die Verhafteten irgend etwas fonders bei den Metallarbeitern usiv. nach den Verhältnissen erzur Schau, wird anmaßend und anspruchsvoll.... mit den Revolverschüssen zu tun haben. Das energische", fundigt, sie sind einfach troftlos. Auch die wichtige NationalitätenReichsverbandsfrucht Nr. 2: wenn auch gänzlich ungefeßliche Vorgehen der betyarischen frage wurde nicht besprochen. Wir stehen vor der Finanzreform, Man möchte die kapitalistische Privatwirtschaft unmöglich Polizei beweist nur, welche Angst das tapfere Vorgehen der und doch gab man in Nürnberg der Fraktion keine Direktive, obwohl machen und dazu scheinen alle Mittel recht. Hierher gehört ungarischen Arbeiter den infamen Pluralitätsschwindlern be- sich die Fraktion in Steuerfragen nicht einmal einig ist. Und doch läßt man uns freie Hand! Wir sind nicht weit mehr vom Jrrenvor allen Dingen das gegenseitige breden von reits eingejagt hat. hause! Die Vorstandsresolution hat großen Wirrwarr geftiftet, der Arbeit.(!!!) Zu einigen Arbeitern, die mit einer Aufbenn fie stempelt eine unwichtige& rage zu einer Frage des Prin stellung beschäftigt waren, sagte ein vorübergehender anderer Blutige Wahlrechtsdemonstration. sips. Statt sich um das Budget zu zanten, sollten wir lieber Arbeiter, der die langsamen Fortschritte dieser Tätigkeit schon seit Budapest, 8. Oftober. Trop des Berbotes des Ober- gegen die Ministergehälter stimmen, damit verfehen wir den Herren einigen Tagen beobachtet hatte: Na, Jhr laßt Euch aber Zeit". Darauf ertiang die Antwort:„ Weißt Du, eine Arbeit, die orei ſtadthauptmannes hatten die Sosialbemotraten für Schlage! Urteilen wir doch selbst, wir brandjen doch nicht Ecite Tage dauert, in drei Tagen machen, das ist keine Kunst, aber heute abend an 21 Stellen Versammlungen einberufen, hammeln nachzulaufen! Die von etwa 400 Genossen besuchte Versammlung nahm 10 Tage dazu brauchen, das ist kunst". Ueber diese um für das allgemeine geheime Wahlrecht zu schließlich gegen 7 Stimmen eine Resolution an, die Schlauheit brachen alle in ein pfiffiges Lachen aus und der fremde demonstrieren. Nachdem es bis dahin der Polizei gelungen fich( mit Ausnahme des Maifeierbeschlusses) mit den Beschlüssen Arbeiter ging um eine Lebensweisheit reicher davon. Diese war, fleinere Ansammlungen auf den Straßen zu zerstreuen, bes Bartcitages einverstanden erklärte. Tendenz herrscht in Arbeitertreifen heute fast tam es furz nach 9 Uhr in der Andrassystraße bei dem Bemühen der Polizei, einen aus mehreren hundert Personen beEin Arbeitgeber hatte im Laufe der Jahre nach und nach stehenden Demonstrantenzug aufzuhalten, zu einem 8ueinen Bosten mit fünf jungen Männern besezt, von denen aber sammenstoß, bei dem Revolverschüsse auf die feiner den Ansprüchen auch nur halbswegs genügen konnte. Gs Polizei abgegeben und von dieser erwidert wurden. bewarb sich schließlich um den Bosten ein alter ehemaliger Baus Hierbei gab es auf beiden Seiten mehrere Verwundete. arbeiter, der ein förperliches Gebrechen hatte und laum Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. noch als eine halbe Arbeitstraft gelten fonnte. Gegenwärtig( 9 Uhr) herrscht Ruhe. Man versuchte es mit ihm und siehe da, der alte Krüppel leistete das, was die jungen Burschen nicht Teisten fonnten. Er hielt feine Sachen in bester Ordnung Die Regierung hat dem böhmischen Landtag eine Wahl- pioniers und das des jungen Mädchens, das den besonderen und verrichtete die Arbeiten ohne eigentliche Fachkenntnis besser als die gelernten Arbeiter. Das ist ein Beichen reformvorlage vorgelegt. Die Zahl der Abgeordneten wird Geschmack hat, sich einen Menschen zum Gatten zu wählen, unserer Beit: Der Invalide von früher leistet oft mehr, als der von 242 auf 330 vermehrt. Es wird eine neue Kurie der ein Weib, das nichts Strafbares begangen hatte, immer junge Bursche von heute. Vorläufig ist also nichts gebildet, die 43 Mandate zu besetzen hat. In dieser Kurie erneut peitschen ließ, bis sich endlich der mit der zu spüren von einem fittlich erzieherischen sind nur jene wahlberechtigt, welche nach dem bisherigen Grekution beauftragte Unteroffizier weigerte, den zerfleischten Körper der Unglücklichen weiter mit der Nilpferdpeitsche zu Einfluß der Sozialdemokratie. Bensuswahlsystem bom Randtagswahlrecht ausge= Noch mehe solcher Räubergeschichten werden in dem Reichs- chlossen waren. Von diesen 43 Mandaten entfallen 18 bearbeiten. Der Afrika- Peters ist seit Jahren ein berbandspapier erzählt und als Früchte der sozialdemo- auf deutsche, 25 auf tschechische Bezirke. Es wird also eine ziemlich fleißiger Mitarbeiter des" Tag". Für Calwer war kratischen Wirksamkeit" an die Masse derer gebracht, die Purie der Besitlosen geschaffen, in der wohl die bas tein Hindernis, in diesem Blatt über eine innere Er hat gegen die nicht alle werden. Man beachte den famosen Trid des reichs- meisten Mandate der Sozialdemokratie a ufallen Frage der Sozialdemokratie zu schreiben. verbändlerischen Märchendichters: Da ist ein junger Mann"; müßten. Im übrigen bleibt aber das Aurienwahl- Gesellschaft des Stulturpioniers vom Kilimandfcharo nichts " zu einigen Arbeitern"; ein Arbeitgeber"; cine größere recht bestehen. Der Landtag wird demnach außer acht einzuwenden. Ein eigenartiges Reinlichkeitsgefühl. Fabrik"! Virilstimmen 70 Bertreter des Großgrundbesitzes zählen, Mehr Vorsicht bei Ausnügung bon Angriffen Um welche Fabrit, um welchen Fabrikanten, 94 der Städte, 15 der Handelskammern, 84 der Land- bürgerlicher Blätter auf Genoffen ist einigen Barteium welche Arbeiter es sich handelt, verschweigt gemeinden, wozu noch gleichfalls eine Neuerung blättern anzuraten. Auf Grund eines sehr verkürzten und daher der Reichsverband natürlich nur, weil er aus 16 Vertreter des Landeskulturrats, einer rein agrarischen nicht ganz genauen Parteitagsberichtes hat die bürgerliche Bresse purer Nächstenliebe die Namen der faulenzenden" Körperschaft kommen werden. Im ganzen würde der Land- triumphierend festgestellt", daß Genosse Bod in Nürnberg gefagt Sozialdemokraten und den Ort ihrer Missetaten tag 124 Deutsche und 206 tschechische Mitglieder baben. Die habe: die Gothaer sozialdemokratische Landtagsfraktion habe das nicht nennen will. tschechischen und die deutschen Abgeordneten werden ge- Budget einmal betvilligt, während durch das Beugnis des Gothaer Selbstverständlich begnügen sich die ehrlichen" Reichsverbändler trennt gewählt, so daß bei den Wahlen nationale Kämpfe Regierungsblattes erwiesen sei, daß sie dem Budget mehrmals nicht mit der Wiedergabe obiger und anderer Märchen. Eingebent ausgeschlossen fein sollen. Ob der obstruierte Landtag über- ugestimmt habe. Das haben einige Parteiblätter, vornehmlich einige deffen, daß sie ihren großindustriellen Geldgebern zu Dank ver- haupt dazu kommen wird, sich mit dieser Wohlreform zu be- üddeutsche, fofort brühwarm übernommen, ohne erst den Versuch zu machen, festzustellen, ob Genosse Bock wirklich nur von einem pflichtet sind, häufen sie Schmähung um Schmähung auf die Arbeiter, schäftigen, ist fraglich. Unsere Genossen werden sich natürlich Fall der Budgetbewilligung in Gotha gefprochen hat. Tatsächlich die sich gegenseitig von der Arbeit abreden", um die kapitalistische mit dieser geplanten Abschlagszahlung nicht zufrieden hat er, wie der Bericht des„ Vorwärts" und das Protokoll ergibt, Privatwirtschaft unmöglich zu machen". Den Gipfel erklimmt diese geben, sondern die Einführung des unverfälschten gleichen mehrere Fälle der Bewilligung angeführt und ist eingehend bei Mischung von Blödsinn und Unverschämtheit in folgenden Säßen: Nechts energisch fordern. den Einzelheiten dieser Fälle verweilt. Bei einiger Vorsicht hätte das mit Leichtigkeit festgestellt werden können. „ Wenn nicht der erfinderische Sinn der Fabrikleiter und Techniker immer neue Erleichterungen und Verbesserungen schüfe, so wären schon heute viele Fabritbetriebe nicht mehr rentabel. Vor allem die durch die sozialdemokratische Agitation unzufrieden und auf fässig gemachten Arbeiter leisten bei weitem Die böhmische Wahlreform. Der Türnberger Parteitag in den Organisationen. nicht mehr das, was sie bezahlt erhalten. Eine Parteiversammlung in forsheim( Baden), in der Leider ist auch das moralische Gefühl bei vielen 15 Genoffen für, einer gegen die Budgetbewilligung Sprachen, fo abgeſtumpft, daß sie die Unfitttich feit ihres erklärte gegen eine Stimme, daß sie mit ihrem Delegierten Berhaltens nicht mehr empfinden. Sie machen sich und mit seiner Zustimmung zur Erklärung der 66 " Im Scherlschen Tag", dem neuen Wirkungsfel Calwers, erschien zu passender Stunde, wenige Tage nach dem Erscheinen des Calwerschen Artikels, eine Schreiberei des Afrika- Peters! Sturz vorher brachte das Schert Drgan das wohlgelungene Konterfei des großen KulturUnzufrieden mit der Haltung des Genossen Keil- Stuttgart, der auf der württembergischen Landestonferenz. in dankenswerter Weise feine Pflicht tat, indem er es als selbstverständlich erklärte, daß bie Parteitagsbeschlüffe von Nürnberg für die Gesamtpartei gefaßt sind und Geltung haben, ist die Mannheimer Bolts stimme". Sie glaubt einen 23 i'derfpruch zwischen diefer Erklärung und der Unterzeichnung der 66er Erklärung durch Keil feststellen zu können und hängt daran folgende geschmackvolle Bemerkung:„ Wir vermögen das Rätsel des Widerspruchs zwischen diefer Erklärung und der leztsonntäglichen Haltung des Genossen Steil mit dem besten Willen nicht zu lösen. Unser geschätzter Stollege scheint sich da zwischen Nürnberg und In Wirklichkeit besteht der Widerspruch nicht, wenn man die Erklärung ber 66er als eine Rechtsverwahrung betrachtet. Und Stuttgart recht bebentlich feftge, teilt an haben." mehr darf sie für keinen Genossen sein, der die Einheit der Ueberempfindlich. Die badischen Parteiorgane zu Mannden Reichstagskandidaten des Kreises, Genossen Peus, zu einem heim und Karlsruhe haben es sich seit langen und besonders Referat über parteitaktische Fragen einzuladen. Dieser Antrag nach dem Nürnberger Parteitag zur Aufgabe gemacht, den Gea In nicht klar, daß sie ihren Arbeitgeber bestehlen, einverstanden si. tvenn fie einen Lohn erhalten, für den die entsprechende Gegenleistung fehlt. Die allgemeine Verteuerung Mit dem Parteitag beschäftigten sich die letzten Wahlvereins. versammlungen in Brandenburg und Potsdam. hängt ebenfalls hiermit aufammen.( 11) mehr der typische Ausdruck jener perfiden reichsverbändlerischen Sibow, eine lebhafte Diskussion, in welcher Einwendungen gegen Diese Gemeinheit ist nicht etwa eine Entgleisung, fe ist viel- Brandenburg knüpfte sich an den Bericht des Delegierten, Genossen die Haltung des Delegierten, der für die Vorstandsresolution Reichsverband fei„ bas niederträchtigste, arm- erhoben wurden. Von diesem Redner, der auch die Schreibweise Barte will. Methode, die den Grafen Bothner zu dem Bekenntnis zwang, der in der Busgetfrage gestimmt hat, nur von einem Rebner feligste, erbärmlichste Gebilde, das in Deutsch der Brandenb. 8tg." zum Fall Calmer tadelte, murde beantragt, Yand bestehe". Bertrieben. oifleridge an dem Die nossen Adolf Ged als einen Mann hinzustellen, der auf nichts deshalb an Magistrat und Stadtverordnetenversammlung mit halten unter anderm die Arbeiter nach dehähriger Tätigkeit drei anderes finnt, als die badische Sozialdemokratie im Vorwärts" dem dringenden Ersuchen, ungefäumt eine besondere Kommission Tage, nach fünfjähriger Tätigkeit vierge Urlaub unter Fort und in der„ Leipziger Volkszeitung" schlecht zu machen. Lediglich einzusetzen, die aus Vertretern des Magistrats, der Stadtverordneten zahlung des Lohnes. deshalb, weil Genoffe Ged in seinen Korrespondenzen von dem ganz Berjammlung und der organisierten Arbeiterschaft bestehen möge. selbstverständlichen Recht der Kritik an revisionistischen Auswüchsen Bur Unterstügung der gleichviel ob und wie organiſierten des badischen Parteilebens Gebrauch macht. Dieser Tage hat die Durch Lohnabzüge usw. zwang das Bayerische Granitwerk" Mannheimer Volksstimme" ein neues Verbrechen Geds Arbeiter, für die geeignete Arbeit nicht sogleich beschafft werden in Metten( Niederbayern) vor einigen Monaten seine Arbeiter den badischen Genossen denunziert. Sie teilte entrüstet mit, daß fann, sollten die städtischen Behörden die städtischen Behörden bare Mittel in ge- zum Ausstand. Friedensunterhandlungen heiterten er in einer Buschrift an die Leipziger Volkszeitung", die von einer nügendem Umfange bereitstellen, deren Verwendung der Kontrolle fapitalistischen Standpunkt des Unternehmers Nun berichtet die Anklage gegen den Karlsruher" Boltsfreund" berichtet, geschrieben der besonderen Kommission zu unterstellen wäre. Selbst bürgerliche Presse, daß fast sämtliche Arbeiter des Wertes, einige habe, daß der„ Volksfreund", als er noch in Offenbach war, öfter rebend dürfte eine bare Unterstügung nicht als Armenunterstützung hundert, ausgewandert und anderswo in Arbeit getreten seien. bon der Staatsanwaltschaft verfolgt worden sei, während er in behandelt werden. Das Kartell empfiehlt den städtischen Behörden, Die ganze Gegend sei entbölfert, das gee Karlsruhe jetzt die erste öffentliche Anklage erhalte. Die Tatsache die vorgeschlagene Kommission zu einer ständigen Einrichtung zu Tiege danieder, samte Geschäftsleben stimmt, aber die Mannheimer Volksstimme" sieht in dieser Mitteilung einen boshaften Versuch, die jetzige Redaktion des Volks- machen. Nach einer weiteren Erörterung der Arbeitslosenfrage& otalbahn sei in ihrem Fortbestand bedroht. freund" als feige hinzustellen. Während seines Offenbacher Domi- nahm das Gewerkschaftskartell die Resolution, die den städtischen ails war nämlich der" Volksfreund" radikal und in Karlsruhe ist Behörden unterbreitet werden soll, einstimmig an. er revisionistisch geworden. Es ist also für die Mannheimer Boltsstimme" offenbar, daß Geck dem Revisionismus eins versehen wollte, weshalb sie ihn lurzerhand einen Stänter" nannte wegen des in Baden sehr beliebten guten Tons. ſpenſter ſieht, vermag aus der Geckschen Mitteilung natürlich nichts dergleichen herauszulesen. Auch uns ging eine ähnliche Notiz zu. Wir haben sie nicht gebracht, aber nicht, weil uns auch nur entfernt der Gedanke gekommen wäre, daß sich irgend jemand durch fie beleidigt fühlen könne, sondern lediglich deshalb, weil wir die Auflage vorläufig nicht als sehr erheblich ansahen und vermeinten, daß es genüge, später von der Verhandlung zu berichten. Die Leipz. Boltszeitung" hat der Voltsstimme" ihren Angriff zurüdgegeben, worauf sie in der neuesten Nummer des Mannheimer Organs folgende liebliche Entgegnung erhält: bon Wer nicht Ge= " Dies Kind, tein Engel ist so rein..." Die„ Leipz. Volkszeitung" spielt, um ihren badischen Gewährsmann gegen unsere Festnagelung seiner neuesten Bosheiten in Schuh zu nehmen, die Harmlose. Sie stellt die Sache so dar, als ob ihre jüngste badische A. G.- Notiz, in welcher der vom Genossen A. G. geleitete Wortsfreund" von früher als unerschrockener, allezeit in heißem Kampf mit der Justiz liegender Kämpe gegen den ängstlichen, angeblich jedem Konflitt mit den Gerichten feige aus dem Wege gehenden„ Bollsfreund" von heute ausgespielt wird, sachlich und formell so unverfänglich" gewesen sei, daß selbst zwei preußische Barteiorgane sie übernommen hätten.- Die Leipzigerin und Genoffe A. G. als unschuldig getränkte Leberwürste, das ist ein Bild von solch zwerchfellerschütternder Komit, daß wir seine Birs kung durch kein Wort der Polemik stören möchten. Wenn es dem Wahren Jakob" an Stoff gebrechen sollte: dieser neueste Klub der Harmilosen" würde ihn in Hülle und Fülle bieten." Hus Induftrie und Handel. Annullierung von Aufträgen. Meldungen aus Oberschlesien besagen, daß bei dortigen industriellen Werken Annullierungserklärungen für aus verschiedenen Ballanstaaten vorliegende Aufträge eingegangen find. Damit beginnen die wirtschaftlichen Folgen der Wirren sich auch schon in Deutschland bemerkbar zu machen. Juternationales Verbandswesen in der Eisen- und Stahlindustrie. Berlin und Umgegend. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Rohnerhöhung haben die Damenschneider bei dem zwischen Wegen Nicht bewilligung einer geforderten meister Grünbaum, im Hause H. Gerson, Oberwallstr. 14-16, die Arbeit niedergelegt. Wir verhängen infolgedessen über genannte Firma die Sperre. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin I. Die Ortsverwaltung. Deutfches Reich. Die Straßburger Schloffer sind in eine Lohnbewegung einges treten. Sie fordern für Gesellen, die ein Jahr ausgelernt haben, 32 Pf. Stundenlohn, von da bis zum Alter von 20 Jahren 36 Bf. von 20 bis 24 Jahren 40 Pf., von 24 bis 28 Jahren 45 Pf. für ältere Gehilfen 50 Pf. Stundenlohn. Für Ueberstunden werden 25 Proz. Zuschlag, für Nacht- und Sonntagsarbeit 50 Bros. Busching bezahlt, die Arbeitszeit soll auf 10 Stunden festgesetzt werden. verlangt. Bei Arbeiten außerhalb Straßburgs sollen Zuschläge Die Dauer des Tarifs soll auf ein Jahr bestimmt werden. Am Montag, den 28. September, wurden die Forderungen eingereicht Bis zum 7. Oktober erwarteten die Gehilfen die Antwort der Meister. Aber sie warteten vergebens. Die Meister hielten es nicht für notwendig, zu antworten. Um nun keinen friedlichen Weg unbeschritten zu lassen, beschloß eine Versammlung der Ge hilfen, noch die Generalversammlung der Innung abzuwarten ,. die in den nächsten Tagen stattfinden soll. Zuzug nach Straßburg ist streng fernzuhalten. Husland. Zur Kündigung des Töpfertarifs. fierten Töpfer tagte in Belten, um den Bericht über den Stand Gine stark besuchte Versammlung der im Verband organider Tariffrage entgegenzunehmen. Wie Hille ausführte, war auf das Schreiben, welches den Unternehmern am 23. September zugegangen, in welchem die Ansicht der Versammlung dargelegt, eine Antwort bis zum 1. Oktober dem Ablauf des Tarifvertrages nicht erfolgt. Daher wandte sich die Kommission an den Vorsitzenden der Unternehmer mit dem Ersuchen, die Bestimmungen des alten Tarifs vorläufig weiter bestehen zu lassen, um zwischen fälle zu vermeiden. Der Vorsitzende erklärte darauf, er werde ein Rundschreiben in diesem Sinne an die Fabrikanten richten. Jetzt sei eine Antwort eingegangen, dahingehend, daß laut Vorstandsbeschluß alle Anträge der Töpfer, die eine Gegenleistung auf die Abzüge der Unternehmer forderten, abgelehnt worden seien. Auch der Vorschlag, die Bestimmungen des alten Tarifs vorläufig weiter gelten zu lassen, seien von den Fabrikanten a b= gelehnt worden. Mithin bestehe für die Töpfer eine tariflose Zeit. Anscheinend wollten die Unternehmer Diftatur üben. Bei Kündigung des Tarifs sei von dieser Seite erklärt worden, Abzüge würden nicht gemacht, es solle nur eine Regelung ftatt: Letzte Nachrichten und Depefchen. finden. Jeßt, nach 2½ Monaten sehe die Vorlage der Unternehmer bei mehreren Positionen erhebliche Abzüge vor, ohne dafür Wachsende Kriegslust am Balkan. nehmer" Regulierung des Tarifs"! Weiter wurde ausgeführt, irgendeine Gegenleistung zuzugestehen. Das nennen die UnterKonstantinopel, 9. Oktober.( Meldung des Wiener t. t. das ganze Vorgehen sehe aus, als ob die Unternehmer en österreichische Waren hat einen ernsteren Charakter an Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Die Boykottbewegung zveites 1900" herbeiführen wollten. Wenn sie durchaus der Weltener Industrie den Todesstoß versehen wollten, den Arbeitern sollte es zwar nicht recht sein, aber sie würden auch nicht aus weichen. In der Diskussion wurde von allen Rednern das Auf: treten der Unternehmer scharf verurteilt und ein" Unannehmbar" entgegengesezt. Innerhalb der nächsten acht Tage nachdem die Unternehmer ihre Versammlung abgehalten sollen die Töpfer endgültigen Bescheid erhalten. Die Aussperrung in der Textilindustrie. London, 6. Oktober.( Eig. Ber.) In seinem Viertel. jahresbericht an die Kardensaalarbeiter gibt der Sekretär W. Mullin folgende Erklärung über die Aussperrung in Lancashire ab:" Die Unternehmer schlugen eine Rohnherabsehung von 5 Proz. vor, die im Januar in Kraft treten soll. Dieser Vorschlag ist absolut neu und stimmt nicht mit unseren Ber.one trägen überein. Die Annahme dieses Vorschlages würde einenfere gefährlichen Präzedenzfall geschaffen haben, uns auf mehr als ein ber Jahr zu binden. Die Annahme dieses Vorschlages von einem Teile der Arbeiter ist demütigend. Es ist nicht das erste Mal, daß sich die Spinner als schwach und schwankend erwiesen haben. Der Handelsminister Mr. Winston Churchill macht gegenwärtig den Versuch, eine Einigung zwischen den Unternehmern und Arbeitern zu erzielen. " gegen genommen. Einzelne Leute sowohl als auch größere Gruppen verhindern den Zutritt in einzelne österreichische Geschäfte. Die Kaufleute haben die Hilfe des Konsuls angerufen. Dies fowie verschiedene sensationelle Gerüchte beunruhigen die Bebölferung. Die Polizei geht jetzt scharf gegen die Veranstalter reaktionärer Rundgebungen vor. Der Patrouillendienst ist in einigen Stadtteilen durch Militär verstärkt worden. Die Pforte verlangt von Griechenland bisher vergebens, daß es den Anschluß Kretas desavoniere. Belgrad, 9. Oktober.( Meldung des Wiener t. t. Telegr dauern fort. Den hier eintreffenden Stupschtinaabgeordneten werden stürmische Ovationen bereitet. Die Mehrzahl der Blätter greift die Regierung wegen des unbefriedigenden Inhalts der Protestnote heftig an. In der Eifenindustrie, der umfassendsten Weltmarktindustrie, befichen schon seit langem internationale Zusammenschlußtendenzen; doch haben nur einige zu einem greifbaren Resultat geführt, trotzdem hier auf Basis schon bestehender nationaler Startelle und Syndikate die Voraussetzungen für internationale Verbände günstig zu sein schienen. Es gibt in der Eiſenindustrie eine Vereinbarung, den interDie Lokalisten und der Parteitag. nationalen Handel in Formeisen betreffend, der Frankreich, Deutschland und Belgien angehören. Aus Hamburg wird berichtet: Mit dem Parteitag in Außerdem besteht ein inter- Nürnberg und seinen Beschlüssen gegen die Lokalisten be= nationaler Schienenverband, dem außer den drei beim schäftigte sich eine Mitgliederversammlung der lokalen Bereini Formeisenverbande genannten Ländern noch England und gung der Bau, Erd-, 8immerer und Abbruchs. Roresp.- Bureaus.) Die Straßendemonstrationen der Jugend Amerika angehören, lesteres allerdings infolge der amerikanischen arbeiter von Hamburg, Altona, Wandsbed und Gefeßgebung, die solche internationale Vereinbarungen, wenn Umgegend". Der Referent Schoer führte aus, daß die Führer fte ftrift bertragsmäßig sind, berbietet, in Gestalt eines Agrements. der Zentralverbände es endlich fertig gebracht hätten, was sie schon Bestrebungen dagegen, einen internationalen Halbzeugverband zu vor 15 Jahren auf dem Kölner Parteitag erreichen wollten, nämerrichten, sind gescheitert. Man wollte Frankreich und Deutschland, lich, jede freie Meinungsäußerung zu unterdrücken, und diejenigen, die Hauptproduzenten in Halbzeug, gegen die Haupthalbzeug- on- die sich nicht fügen, nach bekannter Manier fliegen" zu lassen. fumenten, Großbritannien und Belgien, zusammenschließen. Weiter Gerade die Verbandsführer stellten sich in Gegensatz zur Partei, wurde eine internationale Verständigung im Schienenegport an- wenn es sich um Parteitagsbeschlüsse handele, die ihnen nicht Neapel, 9. Oktober.( Privatdepesche des Vorwärts".) gestrebt, und zwar zwischen Deutschland, Rußland, Desterreich- Ungarn fonbenieren, z. B. der politische Massenstreit, die Maifeier usw.; Der Metallarbeiterstreit am hiesigen Orte hat heute auf und Spanien. Hier ist man teilweise zu einem Abkommen gelangt. solche Beschlüsse würden nicht beachtet. Aber an die Resolution- andere Arbeiterkategorien übergegriffen. Es streifen die HolzAuch die Verhandlungen in der internationalen Röhrenindustrie Austritt aus den Lokalvereinen und lebertritt zu den Zentral- arbeiter, die Arbeiter der Stonservenfabriken, die Stearinhaben zu einer Verständigung geführt. Außer Deutschland, Ruß- verbänden würden sie sich strikte halten und den Parteivorstand arbeiter, die Bäcker und Arbeiter anderer Berufe: insgesamt land, Desterreich- Ungarn und Spanten trat der Vereinigung noch überwachen, ob er sie auch zur Ausführung bringe.... Steine 24 000! Das Weiterzirkulieren der Italien bei. Straßenbahnent Dittatur, sondern Bewegungsfreiheit werde die Parole auch in führte zu ernsten Unruhen, in deren Verlauf eine große AnBufunft lauten müssen." Redner forderte die Mitglieder auf, jebt, zahl Trains beschädigt wurden. An verschiedenen Stellen der nach dem Beschluß des Parteitages, die Konsequenzen zu ziehen, denn ein Berbleiben in der Partei sei nicht mehr möglich; ein Stadt ergaben sich leichte Konflikte, und die Truppen verjeder, der noch Mitglied sei, müsse, bevor man ihn aus hafteten 300 Personen. Von auswärts sind mehrere Regischließe, feinen Austritt erklären. menter herbeigezogen, und die Bewegung droht auf die Fabriforte der Umgebung von Neapel überzuspringen. Terrainspekulation. in welchem letzterer erklärte, daß ein Beschluß sich erübrige, da Nach lebhafter Debatte folgte ein Schlußwort von Schoer, ja der Nürnberger Parteitag beschlossen habe, die Lokalisten nicht mehr in der Partei zu dulden, und das müsse von sämtlichen örtlichen Parteivereinen durchgeführt werden. Die Versammelten gaben dem ihre Zustimmung. In letzter Zeit sind ungewöhnlich viel Kleine Terraingesellschaften neu entstanden, und zwar handelt es sich meist um Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die mit sehr niedrigem Kapital fundiert find. Allein im September sind 48 solcher Terraingesellschaften in das Handelsregister mit einem Grundkapital von zu fammen 2,24 Millionen Mark eingetragen worden. Auf die einzelne Gesellschaft tommt also im Durchschnitt ein Kapital von rund 47 000 Mart. Bei den meisten, nämlich bei 26, beträgt das Grundkapital noch nicht einmal 30 000 Mart, und nur 5 Gesellschaften unter den 48 haben ein Grundkapital von 100 000 Mart und darüber. Die Gründungen von Gesellschaften mit beschränkter Haftung im Baus Ein Berleumber der Arbeiterbewegung. getverbe hat im ganzen laufenden Jahre stark zugenommen: in den Der Arbeiter Emil Tietsch in Nürnberg war längere Zeit ersten drei Quartalen sind 343 solcher Gesellschaften entstanden mit Mitglied des Bauhilfsarbeiterverbandes und bemühte sich, eine eineinem Stammkapital von 41,74 Millionen Mark gegen 211 Gefell- flußreiche Stelle im Verbande zu erlangen. Als ihm das nicht geschaften mit 25,06 Millionen im vorigen Jahre. Die Gründung lang, stänkerte er gegen die Verwaltung, und als er auch dadurch der gering fundierten Gesellschaften hat erst in feinen Zweck nicht erreichte, ging er hin und machte" Enthüllungen" den lezten Monaten start zugenommen. Die meisten der neuen über die Wirtschaft" in der Sozialdemokratie. Er schrieb für die Gesellschaften wurden für Berlin und Umgebung gebildet, aber auch bürgerliche Presse Artikel aus Arbeiterkreisen" und schilderte den München und andere mittel- und süddeutsche Städte finden sich als Spießbürgern, wie mit den Arbeitergroschen" umgegangen wird. Domizil bezeichnet. Die Hirsch- Dunckerschen, die es in Nürnberg trotz aller Bemühungen Die Baumwollindustrie der Welt. zu feiner Bedeutung bringen können, nahmen sich des Enthüllers Der internationale Verband der Baumwollwarenfabrikanten ver- in der freundlichsten Weise an, glaubten sie doch, mit seiner Hilfe Der internationale Verband der Baumwollwarenfabrikanten ver- die große Organisation der Bauhilfsarbeiter in Nürnberg sprengen öffentlichte seine Jahresstatistik. Berichte wurden aus 22 Ländern und im trüben fischen zu können. Einen Hauptschlag glaubte man gegeben, die insgesamt über mehr als 111 Millionen Spindeln ver- durch ein Flugblatt ausführen zu können, das von Zietsch verfaßt, fügen. Großbritannien verfügt über 52 Millionen Spindeln, die Vereinigten Staaten von Amerika 27 Millionen, Deutschland 10 Millionen. Rußland nimmt den vierten Platz ein, Frankreich den fünften, Indien den sechsten. Von China und Kleinasien sind feine Berichte eingelaufen. Gewerkschaftliches. war. " Der Streit von Neapel. Die Krisis. Griesheim, 9. Oktober.( B. H.) Wegen Arbeitsmangels hat die Fabrik„ Elektron" 400 und Maintal" 170 Arbeiter bereits ent lassen müssen. Schiffszusammenstoß. Zu der Katastrophe, über die wir in der Rubrik Vermischtes" berichten, meldet ein bei der Hamburg- Amerika- Linie eingelaufenes drahtloses Telegramm noch folgendes: Batermord! Hamburg, 9. Oftober. Der Postdampfer Pretoria" hatte in der vergangenen Nacht auf der Höhe von Tegel im Kurs nach der Elbe im Nebel eine Kollision mit dem Dampfer Nipponia" der Stettiner Reederei Kunstmann. Die Nipponia" ist gesunken. Von Der Besatzung sind durch die Mannschaft der" Pretoria" folgende zehn Personen gerettet worden: Maschinist Gotthilf BugdahnSleinstebenig, Zimmermann Grnst Teusch- Groß- Biegenort, bis Matrofen Heinrich Maaß- Osternothafen, Willy Stnaad- Frauendorf. Albert Reichow- Zabelsdorf, Ernst Krolow- Wollin, die Heizer Otto Krämer- Zülchow, Richard Gielow- Stettin, der Trimmer Mar Stanger- Stettin und Steward Kuber- Basel. Von dem auf 52 Grad aber jedenfalls mit Hirsch- Dunderschen Arbeitergroschen" bezahlt 46 Minuten 5 Sefunden nördlicher Breite und 3 Grad 59 Minuten Darin wurde die Zeitung des Bauhilfsarbeiterverbandes östlicher Länge liegenden Wrack ragt der Mast aus dem Waffer. der ungeheuerlichsten Dinge, wie der Unterschlagung usw., be- Die" Pretoria" ist anscheinend unbeschädigt. schuldigt. Die Reichsverbandspresse verbreitete diese Beschuldigungen freudestrahlend weiter, so daß sich die Verbandsleitung ge= nötigt sah, den Verleumder Tietsch vor Gericht zu zitieren. Am Königshütte, 9. Oftober.( B. S.) Der arbeitsscheue Mittwoch fand die Verhandlung statt, in der Tietsch jämmerlich 20jährige Bergmann Harenslot erstach seinen 70jährigen Vater, der unter die Räder kam. Die Beweisaufnahme ergab die völlige ihm Vorhaltungen machte, mit einem Küchenmesser. Der Vater, Maßregeln zur Milderung der Arbeitslosigkeit. Grundlosigkeit seiner Behauptungen, selbst seine Entlastungs- der furchtbar zugerichtet ist, war sofort tot. Der Täter wurde ver Das Gewerkschaftskartell in Frankfurt a. M. beschäftigte fich zeugen mußten gegen ihn aussagen. Er wurde wegen verleumdehaftet. am Donnerstag mit der Frage: Welche Aufgaben erwachsen den rischer Beleidigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, den städtischen Behörden angesichts der mit dem herannahenden Winter Klägern würde die Befugnis zugesprochen, das Urteil auf Kosten immer schärfer einsetzenden Arbeitslosigkeit und deren traurigen Be- des Beklagten in drei Nürnberger Zeitungen, einem Augsburger Blatte und im Fachorgan der Bauhilfsarbeiter bekannt zu machen. gleiterscheinungen? Der Referent Genosse Werner führte einen Als erschwerend wurde ihm angerechnet, daß keine einzige seiner zahlenmäßigen Nachweis der Arbeitslosigkeit in Frankfurt a. M. Nach Behauptungen nur im geringsten begründet war; als mildernd den Feststellungen des städtischen Arbeitsnachweises und der Gewerk- tam in Betracht, daß Lietsch bei seinen Verleumdungen durch schaften sei die Zahl der Arbeitslosen in Frankfurt a. M. in diesem Jahre Hintermänner moralisch und materiell unterstützt wurde. um girta 2000 stärker als im Vorjahre und würde 5-6000 betragen. Redner begründet eine Resolution, in der u. a. gesagt wird, daß Die Bewegung der Kohlenarbeiter in Nürnberg, die gefchäft von Zimmermann in Saarlouis beging der Expedient ht eine weitere bedeutende Steigerung der Arbeitslosigkeit unausbleiblich ohne Streit verlief, ist für beendet erklärt worden, obwohl noch jahrelang Unterschlagungen im Gesamtbetrage von 30 000 2. sei, und daß die Not in den Kreisen der Arbeitslosen im kommenden eine Anzahl kleiner Firmen den Tarif noch nicht unterzeichnet wurde verhaftet. Winter einen geradezu erschreckenden Umfang annehmen wird. Bewilligt haben sämtliche größeren Geschäfte mit etwa 100 Arhaben. Gegen sie wird auf andere Weise vorgegangen werden. Dieser Rot ausreichend zu begegnen, erklären sich die Ge- beitern. Der Tarif bestimmt den Anfangslohn der Lagerarbeiter wertschaften angesichts schon start in Anspruch Beiersburg, 9. Oktober.( W. T. B.) In den letzten 24 Stunden, ge auf 22 M.( bisher 20 M.), der Kutscher auf 26 M.( bisher 24 M.). bis heute mittag, wurden 109 Neuerkrankungen und 47 Todesfälle nommenen lokalen Kassenbestände außerstande. Sie appellieren Nach zwei Jahren treten Erhöhungen von je 2 M. ein. Ferner er an Cholera verzeichnet. Die Zahl der Kranten beträgt 1404. Verantw. Rebatt.: Geora Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantwo. Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlaa: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Unterschlagungs- Epidemie. Lübed, 9. Ottober.( B. H.) Inspektor Gosau, Oberbeamter der Armenanstalt, wurde nach Entdeckung von Unterschlagung von mehreren tausend Wiart ihm amtlich anvertrauter Gelder verhaftet. Frankfurt a. M., 9. Oktober.( B. H.) Der Profurist der Firma E. Kahle, Gutleutstr. 1, Friz Bien, ist nach Unterschlagung von zirka 30 000 M. flüchtig geworden. Trier, 9. Oktober.( B. H.) In dem Lebensmittel- und Produkten Die Cholera. Nr. 238. 2Z. Jahrgang. l. KeilM des.Amölls" Kttlim WlisdlR ZsnNbknd, 10. Oktober IM. Die Balkanstaaten. Unsere Karte zeigt den Schau- platz, auf dem sich in den jüngsten Tagen so folgenschwere Ereignisse abgespielt haben. Die Leser er- sehen aus ihr zugleich die Ver- teilung der Streitkräfte, über die die einzelnen Staaten verfügen, wenn es wirklich zum Kriegs kommen sollte. Quittung. Für den preußischen LandtagSwahlfondS gingen ein: Berlin, diverse Beiträge: Munition zum Wahlkampf \3. 4. Kr. Abt. 6a. 16,—. Buchdruckerei Ullstein u. Co., Abt. Zeitung, 2. Rate 31,—. Desgleichen Galvanoplastik u. Stereotypie, 2. Rate 16,—. Desgleichen Korrektoren 9,—. Von der Maschinenfabrik Silaff, 2. Rate 6,40. Buchdruckerei Gutenberg A.-G., Verbands Mitglieder und Mitglieder des Verbandes der Hilfsarbeiter und Ar beiterinnen, 3. Rate 40.—. Desgleichen, letzte Rate 30,—. Von den Schneidern der Firma I. W. Skala, Unter den Linden 10 6,—, Sonst ige Eingänge: Köln a. Rh.. Rückzahlung des oberrh. Wahlkomitees 253,90. Nieder-Schöneweide, Arbeitnehmer der Schültheihbrauerei Abt. 4 34,45. Hamburg, eingegangen in der Expedition des.Hamburger Echo* 359,66. Charlottenburg, Böttcher der Struthofschcn Werkstatt 5,—. Blomberg, Rückzahlung des Wahl> lomitees 298,95. Summa 1099,36. Bereits quittiert 25 074,26. Insgesamt 26 173,62. Die Ausgaben betrugen 15 430,90. Der Uebcrschuß wurde mit 10 742,72 der Landeskommission für Preußen über- wiesen. Die Sammlung ist geschlossen. Berlin, den 9. Oktober 1908. Für das Zenttalwahlkomitee: A. Gerisch, Lindenstr. 69. » Zur Förderung sozialdemokratischer Dumawahlen ia Rußland gingen bei dem Unterzeichneten noch ein: Schöneberg bei Berlin, Geburtstag Bleicher 1,70. Dresden, 4. sächs. Reichstagswahlkreis 500,—. Berlin als JVIufikrtadt. Wohl in keiner Stadt Deutschlands, ja man darf wohl sagen, der Welt wird den Winter über soviel musiziert wie in Berlin. Abend für Abend finden in Berlin von Ende September bis Mitte April durchschnittlich etwa 8— 10 Konzerte statt; fast in jedem Jahr tun sich neue Konzertsäle auf, im ver- gangencn Jahre waren es gleich drei auf einmal. Die Mehrzahl der berühmtesten Musikgrögen haben entweder in Berlin ihren Wohnsitz oder geben doch alljährlich ihre Konzerte in Berlin, und fast an jedem Tage kann man einen dc�. internationalen Stars in Berlin hören und an den Säulen in riesengroßen Lettern ihre Rainen prangen sehen. Es dürfte wohl keine übertriebene Schätzung sein, wenn man die Zahl der in den Musiksälen Philharmonie, Becthovensaal, Mozartsanl, Blüthnersaal, Sing- Akademie, Klindworth-Scharwenka-Saal, Bechsteinsaal, Archi- tektenhaus, Choralionsaal, Hochschule, Hotel de Rome usiv. usw. alljährlich stattfindenden Konzerte auf 1500— 1800 schätzt; rechnet man hierzu noch die Konzerte, die in anderen Sälen(größeren Bier- lokalen, Aulen der Schulen usw.) stattfinden und die ebenfalls oft künstlerisch wertvolles bieten, so wird die Zahl von 2000 Konzerten erheblich zu niedrig gegriffen sein. Angesichts solcher Zahlen liegt allerdings der Schluß nahe, Berlin als die musikalischste, oder wenigstens mujiklicbendste Stadt der Welt zu bezeichnen. Jeder Eingeweihte aber weiß, und von der allergrößte» Mehrzahl der Künstler wird man dasselbe Urteil qoren, daß Berlin eine relativ sehr lvcnig musiralischc Stadt ist und an Musikinteresse von den meisten größeren deutschen Städten iibcrtrofsen wird. Wie reimt sich das zusammen? Für einen oberflächlich Urteilenden recht schlecht; denn geht man in eins der Konzerte der gefeiertsten Künstler, so wird man, wenn einem nicht schon an der Kasse das Schild: Ausverkauft! entgegenblinkt, fast stets volle Säle, enthusiastischen Beifall, ja oft Lorbeerkränze und Aehnliches finden; eine Reihe der ständigen Konzertveranstaltungen sind stets im Abonnement ausverkauft, so die Symphonicabende und Matineen der Kgl. Kapelle, die Philharmonischen Konzerte unter Arthur Nikisch, früher auch die Quartettabende des Joachim- Quartetts und nur durch besondere Glücksumstäudc gelangt der Außenstehende einmal zu einem Billett. Auch die Konzerte einiger Solisten pflegen ständig ausverkauft zu sein und ab und zu liest man auch wohl an den glänzenden pekuniären Erfolgen einiger Größen(von den künstlerischen Erfolgen ist ja tagaus tagein oie Tagespresse voll) und Konzerteinnahmcn von 3000— 5000 M. bei Solistcnkonzerten kommen schon des Oeftercn vor. ja bei den aller- jtcn, z. B. Caruso, betragen sie sogar das Doppelte dieser dies sind die wenigen Ausnahmen, die man fast an fccn icm herzählen kann. Ihnen gegenüber steht die schier un- Schar von Künstlern, die Weist nur zmtex großen Sllmma 501,70. Bereits quittiert 21 434,31. Insgesamt 21 936,01. Die Sammlung wird hiermit geschlossen. Berlin, den 9. Oktober 1908. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch, Lindenstr. 69, Für die Opfer des russischen Befreiungskampfes gingen bei dem Unterzeichneten noch ein: Groß-Berlin, Wahlkreis sammlungen: 6. KreiS, Listensammlung 1. Rate 52,35. Desgleichen 2. Rate 61,50. Am Liste 7246 gesammelt 15,10. Bon Hönisch auf Listen gesammelt 11,15. Wahlkreis Teltow-Beeskow-Charlotten- bürg. Restbetrag 200,—. Berlin, Einzel sammlungen: Uebersch. einer Kranz- spende der A. E.-G., Abt. Hechler, Brunnenstr. 10,70. Hochzeit Trinke 2,25. In der Expedition des„Vorwärts* eingegangen 3,—.(Sc sammelt von den Parteischülern 16,40. Sonstige Eingänge: Saalfeld a. S., von Saalfclder Arbeitern� d. A. H. 3,04. Butzbach i. H.. C. K.. 10 Raten 22.—. Butzbach i. H., Alexander 0,50. Hamburg, in der Expedition des „Hamburger Echo" eingegangen(Schlußrate) 300,09. Staßfurt, Res! betrag der Sammlung des Wahlkreises Ouedlinburg-Kalbe-AscherS: leben 5,25. Bremen, durch den sozialdemokrat. Verein 239,63. Volkstedt, gesammelt von, Arbciterbildungsverein 33,89. Somborn, Arl'-rgesangvcrein(durch Runge, Bochum) 9,62. Schleswig, vom 3., w.-holst. Wahlkreis 8.80. Spende von einem Rumänen 200,—. 657,95. Summa 1903,13. Bereits quittiert 839 612,93. Insgesamt 341 516,06. Den Gebern Dank sagend, schließen wir auch diese Sammlung. Berlin, den 9. Oktober 1908. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch. Lindenstraße 69 pekuniären Opfern sich den Luxus eines Konzertes leisten können. Von zehn Konzerten, die hier in Berlin stattfinoen, kosten sicher neun den veranstaltenden Künstlern eme schöne Stange Gold Rehmen wir an, ein junger Pianist, der bei den ersten Klavier küiistlcrn der Jetztzeit unter großen Opfern seine Studien beendet hat. will in der Sing-Akademie ein Konzert veranstalten und eins oder mehrere der Klavierlonzerte unserer großen Meister zum Vortrag bringen. Er wird sich dann an eme ocr hiesigen söge» nannten Konzertdircktionen wenden und sie mit dem ArrangemeiU des Konzertes betrauen. Er braucht sich dann nicht um die Bc sorgung des Saales, des Orchesters, der Reklame, des Billetb Vertriebs usw. zu kümmern, sondern nur zur Probe und zu», Konzert zu kouiiiien und zu— zahlen! Mit dem letzteren fangt es stets als Vorschuß resp. Anzahlung an und hört es auch meist wieder auf; denn ein solches Konzert mit Orchester kostet dem Künstler ctiva 1500 M., und eine Einnahme von 300— 400 M. gilt schon als sehr respektabel und wird von den meisten längeren Künstlern, die noch leinen Namen oder keine großen Bekannten- kreise und Gönner haben, nicht erzielt. Bleibt also ein Defizit von zirka 1200 M. und mehr, das der Konzertgeber aus eigener Tasche decken muß. Jetzt wird man den Rat verstehen, der einer Künstlerin gegeben wurde, als ihr auf der Reise ihre gesamren Toiletten gestohlen waren, nämlich: ihre nächsten Konzerte— aus> fallen zu lassen und dadurch den Schaden zu decken! So werden alljährlich Millionen von den Künstlern für ihre Konzerte bezahlt! Aber warum, wird der Leser fragen, warum geben die Künstler Konzerte, wenn sie von vornherein wissen, daß sie noch tüchtig Geld zubczahlen müssen? Hierauf gibt es mehrere Antworten. Um berühmt zu werden, lautet die gewöhnliche; selten wird jedoch dieses Ziel erreicht; entweder reichen die künstlerischen Fähigkeiten nicht hin, oder aber die pekuniären nicht. Letzteres ist das gewöhnliche. Denn um einen»Namen* zu bekommen, der einem volle Säle und Ueberschüsse brmgt, gehören neben den sich ständig steigernden künstlerischen Fähigkeiten auch so erhebliche Geldmittel, daß beides vereinigt eben nur ausnahmsweise vor- kommt. Um gute Kritiken zu bekommen und diese zu Reklamezwecken zu benutzen, lautet eine andere Antwort. Auch dieses Ziel wird sehr häufig nicht erreicht. Entweder glänzen die eingeladenen Kritiker iin Berlin zirka 40—50 an Zahl» durch Abwesenheit, denn bei der Fülle der Konzerte in Berlin ist es den Zeitnngen unmöglich, in jedes Konzert einen Kritiker zu schicke!,, selbst wenn dieser �>-3 Konzerte an einem Abend flüchtig besucht; oder aber die Kritiken fallen nicht nach Wunsch aus. Es würde hier zu weit führen, auf die Kritik kritisch einzugchen; genug, daß fast alle Künstler auf sie schimpfen oder sich lustig drüber machen, also keine guten Kritiken ernte». Eine dritte Antwort lautet: Um Schüler zu bekomme». Meist wird auch diese Hoffnung enitäuscht oder ihre Verwirklichung doch viel zu teuer ertauft und kann auch nur dort in Frage kommen, wo der Künstler seinen ständigen Wohnsitz hat» Isigureiibmher und das Budget. In der soeben erschienenen Rr. 2 der„Nc u e n Z e i t" schreiöt Genosse K. Kautskh: � In Partcivcrsammlungen in Sarau und Forst erklärte kürzlich der Genosse Maurenbrechec nach dem Bericht der„Märkischen Volksstimme": „Uns ist der Geduldfaden jetzt gerissen, und es ist die höchste Zeit, die Stellung jener Theoretiker zu erschüttern, die eine ganz abstrakte und aller Wirklichkeit abholde Theorie lehren." Diesen Theoretikern gegenüber, den„Epigonen von Marx und Engels", „die der Masse nur die Köpfe verkleistern", gilt es, die«alte, sieg- gewohnte Taktik" zur Geltung bringen." Bisher hat also Maurenbrecher mit uns abstrakten Theore» tikcrn Geduld gehabt. Er, der vor fünf Jahren noch die Sozial- dcmokratie bekämpfte, der sein sozialdemokratisches Herz erst an dem Tage cntdccktc, au dem der Nationalsozialismus bankrott zusammen- brach; der erst zur Sozialdemokratie ging, als ihm bloß die Wahl blieb zwischen den cbenfalls bankrotten Freisinnigen und der sieg- reichen Sozialdemokratie, er d u l d e t e es bisher langmütig, daß wir auch weiterhin den Parteigenossen die Köpfe verkleisterten, wie wir es seit mehr als einem Menschenaltcr getan, ohne je zu wanken nicht bloß in guten, sondern auch in bösen Tagen der Partei. Aber nun ist seine Geduld zu Ende, nun muß er„die Theoretiker erschüttern", um die«alte, sieggewohnte" Taktik zur Geltung zu bringen! In seinem Bestreben, das zu tun, hat er eine Reihe von Fragen behandelt, die jetzt allgemein diskutiert werden und über die nicht allgemeine Klarheit herrscht. Da lohnt es sich, Maurenbrcchers Ausführungen näher zu betrachten, auch wenn man sich durch sie gar nicht„erschüttert" fühlt. „Die„alte, sieggewohnte Taktik", für die sich Maurenbrecher ins Zeug legt, soll darin bestehen, daß das Parlament als der einzige Weg bezeichnet wird, auf dem das Proletariat poli- tische Macht erringen kann: „Im Parlament wollen wir praktische Arbeit leisten, Geld für soziale Bestrebungen herauszuholen suchen, um in einzelnen Schritten den Weg zur Uniwandlung des Klasscnstaatcs zu gehen." Daß unsere„praktische Arbeit" bloß im Herausholen von Geld bestehen soll, ist vielleicht nur ein Fehler der Berichterstattung. Prak- tische Arbeit im Parlament jedoch wollen wir„abstrakten",„aller Wirklichkeit abholden" Theoretiker auch. Aber im Unterschied zu Maurenbrecher bleiben wir dabei nicht stehen, sondern denken etwas weiter. Maurenbrecher erklärt, das vorstehend gezeichnete Wirken sei das Um und Auf unserer politischen Tätigkeit. Darauf mühten wir uns unter allen Umständen beschränten, niemals darüber hinausgehen. Das wäre ganz schön, wenn wir allein in der Welt wären, uns unser 5>ampffeld und unsere Taktik nach unserem Belieben einrichten könnten. Aber wir haben mit Gegnern zu tun» die alles aufbieten, um das Proletariat am Siege zu verhindern. Das wird ja Maurenbrccher wohl zugeben, Laß der Sieg des Prole- tariats das Ende jeder kapitalistischen Ausbeutung bedeutet. Er- wartet er, daß die Ausbeuter gutwillig zusehen, wie wir eine Position nach der anderen erobern und ihre Expropriierung vor- bereiten? Dann lebt er in einer gewaltigen Illusion. Wenn der Parlamentarismus Formen annehmen sollte, die die Herrschaft der Bourgeoisie bedrohen, wird sie lieber diesen Formen deS Parla- mentarismus, vor allem dem allgemeinen, gleichen, direkten Wahl- recht ein Ende zu machen suchen, als daß sie ruhig vor dem Prole- tariat kapitulierte. Es steht also nicht bei uns allein, ob wir uns auf den rein parlamentarischen Kampf beschränken wollen oder nicht. Das Proletariat kann nur dann den Parlamentarismus mit voller Kraft für seinen Klassenkampf ausnutzen und durch ihn das Maximum dessen erringen, was es im Parlament überhaupt er- ringen kann, wenn es steis entschlossen ist, die Macht des Parla- ments gegenüber der Regierung und den Zugang zum Parlament durch das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht mit allen Machtmitteln, die ihm zu Gebote stehen, zu verteidigen und auch bor außerparlamentarischen Mitteln dabei nicht zu- rückzuschrecken. Wo eine proletarische Partei nicht dazu entschlossen ist, wo sie der Ilcbcrzeugung lebt, die Regierungen und die herrschenden Klassen seien unüberwindlich, da hängt die Möglichkeit ihrer Aus- Nutzung des Parlamentes ganz vom Gutdünken der herrschenden Man kann noch mehr hoffnungsfrohe Antworten auf die obige Frage geben; das endgültige Resultat der meisten Künstlerkonzeue ist doch gewöhnlich eine große Enttäuschung und viele lassen es bei einem einmaligen Versuch in der Oeffentlichkeit bewenden und suchen sich auf andere Weise weiter zu helfen, die Künstlcrmiscre hat ihren Anfang genommen. Von allen diesen Konzerten hat die Arbeiterschaft Berlins nichts, denn die Eintrittspreise zu denselben sind in der Regel so Hobe(zwilchen 1—5 M.), daß sie für eine Arbeiterbörse uner- fchwingl'.ch sind. Auch würde der Arbeiter, der in eins dieser Konzerre gehen und ohne musikalische Kenntnisse und Vorbe- reitungen die Werke Hörem würde, meist nur geringen oder gar leinen Genuß davon haben und die Opfer an Geld und Zeit bald bereuen. So erfährt er höchstens durch die Säulenanschläge etwas von den musikalischen Genüssen, von denen er, wie von so vielen anderen Kulturgenüsscn, ausgeschlossen ist, denn der„Vorwärts" ist za, gottlob, cins der vereinzelten Blätter, die die Musikhatz nicht mitmachen, deren Kritiker nicht von Saal zu Saal zu eilen braucht, um dann am nächsten Morgen einige nichtssagende Zeilen über das Konzert des Herrn X oder des Fräulein?) zu bringen. Er darf sich darauf beschränken, nur von den wichtigsten musi- kalischcn Ereignissen Notiz zu nehmen, soweit sie in engem Zu- lammenhang mit der allgemeinen Kultur stehen, also allgemeines Interesse beanspruchen; darüber hmaus darf er sich auf dieienigen musikalischen Ereignisse beschränken, die der Arbeiterschaft leicht zugänglich sind, entweder von Arbeitervereinigungen oder doch speziell für die Arbeltcrjchaft veranstaltet werden. Auch deren sind nicht wenige in Berlm, doch von diesen ein ander Mali r. Humor und Satire. — Standpunkt deS Wieners.„Was tagen Sie zur Annexion von Bosnien?"—„I?*—„Ja. Sind Sie sür die Annexion oder dagegen?'—„Mir is's Wurscht.*—„Abc- sind Sie für eine Abenteurrpolitlk auf dem Balkan oder nichi?'— Hm..'—„Wie meinen Sie?*—.I mein, wann's scho Bosnien annektieren.*—„Nun. setzen Sie nur fort l"— Dann sollen s' auch die guten bosnischen Zigaretten einführen.' _(.Wiener Arbeiterzeitung*.) Notizen. — DaS fizi l i an i sche G a st s p t e l brachte am Donnerstag endlich ein sizilianisches Stück:„ la Zoltai a1'(„Die Schwefelmine"). das bei aller Schaucrlichkeit der Handlung wenigstens echtes Lokalkolorit hat. Eine Ueberraschimg bot eine dem EifersuchtS- und Rachedrama direkt aus dem Fuße folgende Parodie, in der Herr M u S c o den Helden G r a i s o aufs gelungenste karitierte. — E in Heilmittel gegen die Cholera. Professor Kalle, Direktor des Berner Jnstituls zur Erforschung von Jnsektions- krankheiten, hat Serumversuche an Tieren zur Heilung der Cholera gemacht, die gute Resultate ergeben haben sollen. Das neue Wer- jähren wird in Petersburg an Choleralranken angewendet werden. Klassen und' der Regierungen ab; da darf diese Partei nicht Macht für den rücksichtslosen Kampf und durch den rücksichtslosen Kampf gegen die Gegner de? Proletariats zu gewinnen suchen, sondern sie mutz sich darauf beschränken, Konzcssionen durch eine entgegen- kommende.Haltung zu erkaufen; sie muh trachten, die Fähigkeit zu Bündnissen mit bürgerlichen Parteien und das Wohlwollen der Regierungen zu erlangen. Die ökonomische Entwickclung und der Klassenkampf kümmern sich aber nicht um die politischen Bedürfnisse solcher Parlamen- tarier; diese mögen sich noch so versöhnlich gebärden, die Klassen- gegensätze verschärfen sich von Tag zu Tag und erzeugen immer wieder zeitweise große Konflikte, die alle Berechnungen der Nur- Parlamentarier über den Haufen werfen. Nirgends kann man auf dem Wege des Entgegenkommens Erhebliches für das Prole- tariat erlangen, überall, wo man diese Politik versuchte, so in Frankreich, mußte sie wieder aufgegeben werden, weil sie an den harten Tatsachen scheiterte. Aber nirgends hat sie gewirkt, ohne das Proletariat schwer zu schädigen. Denn nirgends kann eine derartige Politik des Entgegenkommens die Politik der gesamten Arbeiterklasse sein. Deren ökonomischer Gegensatz zur bestehenden Gesellschaft ist unüberwindlich. Es können stets nur einzelne Schichte» der Arbeiterschaft, die sich durch lokale oder berufliche Verhältnisse gelegentlich begünstigt glauben, den Illusionen jener sozialistischen Nurparlamentarier zugänglich werden, die Masse inuß in schroffer Opposition verharren. So führt die Politik des Entgegenkommens, die in der Budget- ibewilligung ihren demonstrativen Ausdruck findet, stets zu einer Spaltung des Proletariats und damit zu seiner Schwächung, wie die Parteigeschichte außerhalb Deutschlands deutlich genug beweist. Nur unter dem Banner des Klassenkampfes und nicht unter dem des parlamentarischen Kuhhandels kann das gesanrte Proletariat vereinigt werden, kann dieses dahin gelingen, seine volle Kraft zu entfalten. Aber auch daS Ansehen der Sozialdemokratie in der Volks- masse muß leiden, wenn sie die nurparlamentarische Methode an- nimmt. Dieses Ansehen beruht auf der kühnen und rücksichtslosen Opposition, die sie von Ansang an übte. Sie ist bisher der Fels gewesen, an dem alle Gewalttat der Gegner zerschellte, aber auch alle Verführungskünste abprallten. Das bezeugte ihre Kraft und ihr Siegesbewußtsein, dadurch imponierte sie aller Welt, dadurch gewann sie das feste Zutrauen aller Unterdrückten und Aus- gebeuteten. Dieser Eindruck geht verloren, wenn sie eine Partei wird wie alle anderen, wenn sie sich ihre unbeugsame Oppositionsstellung ebenso abhandeln läßt wie Zentrumsleute und Freisinnige. Der Respekt vor der Regierung, die solches zuwege bringt, muß wachsen, der vor der Sozialdemokratie abnehmen. Unsere Partei hat daher auch noch vor kurzem diese Methode entschieden verworfen. Es geschah auf dem Parteitag zu Dresden, gerade in dem Jahre, in dem Maurenbrechcrs Nationalsozialismus bankerott wurde. In der Dresdener Resolution heißt es: „Der Parteitag verurteilt auf das entschiedenste die revisio- nistischen Bestrebungen, unsere bisherige bewährte und sieg» gekrönte, auf dem Klassenkampf beruhende Taktik in dem Sinne zu ändern, daß an Stelle der Eroberung der politischen Macht durch Ueberwindung unserer Gegner eine Politik des Entgegen- kommens an die bestehende Ordnung der Dinge tritt. Die Folge einer derartigen revisionistischen Taktik wäre, daß auS einer Partei, die auf die möglichst rasche Umwandlung der bestehenden bürgerlichen in die sozialistische Gesellschaftsordnung hinarbeitet, also im besten Sinne des Wortes revolutionär ist, eine Partei tritt, die sich mit der Reformierung der bürgerlichen Gesellschaft begnügt." Diese Resolution wurde mit 288 gegen I! Stimmen an- genommen. Man sieht, das, was Maurcnbrecher als die Stellung einiger„abstrakten Theoretiker" erscheint, ist in Wirklichkeit die Stellung der großen Masse der Partei. Die„alte, sieggewohnte Taktik" dagegen, die er selbst uns beibringen möchte, steht in vollem Gegensatz dazu, sie ist die alte, aber keineswegs sieggewohnte Taktik der Nationalsozialen, die das Proletariat vom Klassenkampf weg in die Regionen des Kuhhandels verlocken wollten. Es ist jene Taktik, an der der Nationalsozialismus zugrunde gegangen ist und jetzt der Blockfreisinn zugrunde geht. Trotzdem mochte sie Mauren- brecher in unsere Partei einschmuggeln, und sein„Geduldsfaden" ist deshalb gerissen, weil er schon etliche Jahre Mitglied der deut- schen Sozialdemokratie ist und diese noch immer eine sozialdemo- kratische Taktik befolgt und nicht eine nationalsoziale. II. Seine allgemeine taktische Auffassung illustrierte Mauren- brecher durch einige Ausführungen über die bayerische Budget- bewrlligung, die er natürlich vollkommen gerechtfertigt findet. Er führte aus: „Was ist ein Budget? Ein Budget ist der finanzielle Bor- anschlag von Staat und Gemeinde für diejenige Periode, in der ihre Finanzgebarung läuft. Es ist sehr umfangreich und wird in Einzelberatung positionsweise zur Verhandlung und auch zur Abstimmung gebracht. Danach folgt erst die Gesamt- abstimmung. Theoretisch ist also die Gesamtab- stimmung über das Budget weiter nichts als die Summe aller vielvcrschlnngencn Einzelab- st i m m u n g e n. Jede Partei wird dabei die Summe ziehen, welche Posten angenommen, welche abgelehnt worden sind, und danach die Gesamtabstimmung vornehmen. Grundsätzlich lehnen wir die Ausgaben für Heer, Marine und Kolonien ab, ebenso die Einnahiilen, die aus indirekten Steuern gezogen werden sollen. Beim Reichsbudget überwiegt das bei der Einzelberatung Abgelehnte, deshalb wird auch das Budget bei der Gesamtab- stimmung abgelehnt. In Bayern verhielt es sich nun diesmal aber anders, da hat selbst der„Vorwärts" unter den 600 Millionen nur 16 Millionen herausgerechnet, die für die Sozial- dcmokraten unannehmbar seien. Für jeden Menschen, der so die Sache nüchtern überdenkt und überlegt, daß die Genossen mehr als fünf Sechstel im einzelnen angenommen haben, ergibt sich ohne weiteres, daß dann das Budget auch bei der Gesamt- abstimmung angenommen werden muß. Es ist wie bei einem Gesetz; wenn da die entscheidenden Paragraphen angenommen werden und schließlich auch einige mangelhafte darunter sind, wird es doch in seiner Gesamtheit angenommen." Diese Auffassung eines Budgets ist die eines kalkulierenden Kaufmannes, nicht die eines kämpfenden Politikers. Sie läßt voll- kommen eine Frage außer Betracht, die Grundfrage, die jeder Politiker sich zuerst stellen mutz: Wem bewillige ich das Budget? Das Budget bewilligen, das hcitzt, der Regierung das Recht geben, die im Finanzgesetz vorgesehenen Steuern einzuheben, cs heißt, der Regierung die Verfügung über Hundertc von Millionen freigeben, sowie die Verfügung über Taufende von Menschen. Ar- bcitern und Beamten, dw aus diesen Millionen bezahlt werden. Manche Leute glauben, das Budget bewilligen hciße� den Ar- beitern und Beamten deö Staats ihr Einkommen bewilligen, das Budget ablehnen, heiße diese Kategorien dem Hungertod aus- liefern. Nichts irriger als das. Die StaatSarbcitcr find unent- bchrlich für den Fortgang der Staatsmaschinerie. Sehr entbehrlich ist dagegen eine volksfeindliche Regierung. Nicht die Staatsarbciter werden durch die Budgetbewilligung brotlos gemacht, wenn diese ihr Ziel erreicht, sondern die augenblickliche Regierung. Diese muß dann gehen, die Staatsarbeitcr bleiben. Nicht gegen jene richtet sich die Budgetverweigerung, sondern gegen die Regierung, die sie ausbeutet und unterdrückt, und alle ihre unbequemen Ele- mente ausmerzt. Die Vudgetverweigerung ist eines der Mittel im Kampfe um ein Regierungssystem, unter dem die Staats- arbeiter, soweit sie nützliche Arbeit verrichten, in jeder Beziehung weit besser gestellt sind als heute. Die Ablehnung des Budgets als einen gegen die Staats- arbeiter gerichteten Schritt hinzustellen, hat ungefähr ebenso viel Berechtigung, wie die Klagen unserer Gegner und der von ihnen aufgehetzten Kleinbürger über die vielen Streiks, als ob diese nicht gegen die Unternehmer gerichtet wären, sondern gegen die Konsu- mctttcn, als ob streikende Bäcker das Brot verteuerten und streikende Maurer die Wohnungen. DaS konnten auch viele unserer bisherigen Wähler nicht ber- stehen, und es trieb sie bei der letzten Neichstagswahl in das Lager unserer Gegner. Aber das ist kein Grund für die Ar- beiter, nun auf jede Arbeitsverweigerung zu verzichten, sondern nur ein Grund, solche Wähler über den wirklichen Stand der Dinge aufzuklären. Und wie mit der Arbeitsverweigerung stchts mit der Bugdetverweigerung. Also auf die Art der Regierung und nicht auf die Art des Budgets kommt es bei der Gesamtabstimmung darüber in erster Linie an. Selbst wenn das Budget sonst annehmbar wäre� dürfte man cS einer dem Proletariat feindlichen Regierung nicht be- willigen, denn das hieße, ihr Hundertc von Millionen, also eine kolossale Macht in die Hand geben/) Auch die besten und wirk- samsten Kulturmittel können in den Händen einer skrupellosen Regierung zur Unterdrückung des Volkes ausgenützt werden. WaS kann zum Beispiel nötiger und nützlicher sein als Volksschulen? Aber einem verpfafften Ministerium, das nur klerikale Lehrer anstellt, alle freiheitlich denkenden Lehrer maßregelt, die Schule zur systcuiatischen Verduiiimung der Kinder benützt, dürste man keinen Pfennig für Schulzwecke bewilligen. Also nicht bloß auf die einzelnen Posten im Budget kommt es an. sondern auch, und in erster Linie, auf die Regierung. Diese und nicht die Einzel- Posten wird sich ein Politiker zuerst ansehen, ehe er das Budget bewilligt. Die Gesamtabstimmung über dieses ist ein Vertrauensvohim für die Regierung. Bewilligt man ihr das Budget und erklärt man gleichzeitig, man habe kein Vertrauen zu ihr, so bezeugt man damit nur ein erhebliches Matz politischer Naivität. Man erklärt dann: Ich traue dir nicht über den Weg, aber ich vertraue dir die Verfügung über ein paar hundert Millionen im Jahre an. Ganz anderer Art ist die Abstimmung über die Einzelpositionen des Budgets. Maurenbrecher freilich bezweifelt das. Er ruft uns zu: „Wer sagt, datz die Gesamtabstimmung beim Budget etivas anderes sei als die Einzelabstimmung, der mutz beweisen, wie und warum das anders ist." Es ist fast dreißig Jahre her, datz ich mich zum ersten Mal dieser Aufgabe zu unterziehen hatte, bei einer Diskussion mit Mostianern, die ebenso wie heute Maurcnbrecher nicht einsehen wollten, datz die Gesamtabstimmung über das Budget etwas ganz anderes sei als die über die einzelnen Posten. Sie behaupteten das damals freilich nicht als Nurparlamentarier, sondern als Anti- Parlamentarier; sie meinten, weil es unsere Pflicht sei. das ganze Budget abzulehnen, dürfe unsere Partei auch nicht an der Be- ratung der Einzelpostcn teilnehmen. Das richtete sich gegen die Praxis, die unsere Partei seit jeher im Parlament geübt. Was damals ein paar Anhänger Mösts nicht begriffen, mutz heute einigen auserwählten Lehrern des Proletariats klar ge- macht werden. Auch ein Fortschritt. Bei der Gesamtabstimmung über das Budget handelt es sich in erster Linie darum, wem man cs bewilligt, wem man die kolossalen Machtmittel, die cs umfaßt, in die Haud legt. Bei der Abstimmung über die einzelnen Positionen des Budgets handelt cs sich dagegen in erster Linie darum, was man bewilligt. Ich sage in erster Linie, denn bollständig läßt sich das persönliche und das sachliche Moment nicht trennen. ES gibt zum Beispiel auch Einzelpositionen, die Vertraucnspositionen sind. Bei der Gesamtabstimmung stimmen alle Anhänger der Rc- gierung geschlossen für diese, weil cS sich dabei eben darum handelt, diese zu stützen und aktionsfähig zu machen. Das gilt aber nicht für Einzelpositioncn. Es gibt eine Reihe unter diesen, bei denen die Geschlossenheit der Parteien austört, wo reine Zweckmäßigkeitsgründe entscheiden und nicht die Rücksicht auf die Regierung, wo cs auch Sozialdemokraten möglich ist, unter Umständen mit Mitgliedern anderer Parteien zusammen eine Mehrheit zu bilden, um eine Forderung der Regierung zu Fall zu bringen ober der Regierung eine Partciforderung aufzuzwingen. Es kann sich dabei freilich stets nur um relativ untergeordnete Dinge handeln, denn in allen großen Fragen wird die Mehrheit gegen uns stets zusammenstehen, das geht aus der Natur der Klassengegensätze hervor. Aber auch Errungenschaften geringerer Natur sind nicht unwichtig und wert, daß man sich um sie bemüht. Dabei kann es sogar vorkommen, datz eine Oppositionspartei der Regierung neue Einnahmequellen eröffnet, nicht um der Regierung vermehrte Einnahmen zuzuführen und sie dadurch zu stärken, sondern um sie �u hindern, sich andere, schädliche Einnahmequellen zu eröffnen. Die Opposition tut das, nicht um der Regierung zu nützen, sondern um sie zu hindern, dem Volke zu schaden. ES wird der Sozialdemokratie nie einfallen, einer gegnerischen Regierung aus freien Stücken eine Einkommensteuer anzubieten. In der Gesamtabstimmung über das Budget verweigern wir alle Steuern. Aber wir wissen, datz der Regierung das Budget doch von der Mehrheit bewilligt wird, und so dürfen wir uns auf die Ablehnung de» Gesamtbudgets nicht beschränken, sondern müssen trachten, ihm soviel als möglich alle Giftzähne auszureißen. Da kann cS gelegentlich vorkommen, datz wir, um neue indirekte S t en e r n vom Volke abzuhalten, an deren Stelle eine progressive Einkommensteuer zu setzen suchen. Die Beratung und Abstimmung über die einzelnen Positionen des Budgets findet also unter ganz anderen Verhältnissen statt und erfordert eine ganz andere Taktik als die über das Gesamt- budget. Bei der ersteren handelt cs sich in erster Linie darum, welche Form das Budget erhalten soll; es liegt da bei einzelnen Posten die Möglichkeit vor, datz eine Minorität durch geschicktes Auf- treten die Mehrheit gewinnt, oft selbst im Gegensatz zur Re- gierung. Aber so viel auch eine Oppositionspartei auf diese Weise erreichen mag, namentlich wenn sie energisch und sachkundig ist und einer indolenten und unwissenden Mehrheit und Regierung gegenübersteht, es ist nicht zu erwarten, datz der Gcsamtcharakter des Budgets dadurch geändert wird und ebenso wenig der Gesamt- charakter der Regierung. Solange das aber nicht der Fall ist, solange die Regierung eine gegnerische bleibt, mutz ihr bei der Gesamtabstimmung doch das Budget verweigert werden. Die Abstimmungen über die einzelnen Positionen des Budget? und die Gesamtabstimmung darüber sind im Wesen ebenso der» S sieden voneinander, wie cs etwas ganz anderes ist, ob ich einen auplan in seinen Einzelheiten prüfe oder ob ich den Baumeister, der mir ihn überreicht, für geeignet halte, den Bau richtig auszu- führen, und ich ihm das dazu nötige Geld anweise. Selbst wenn ich fände, datz an dem Plane die guten Seiten die schlechten über- wiegen, brauchte ich noch lange nicht Vertrauen zur Gewissen- haftigkeit und Ehrlichkeit des Baumeisters zu fassen. Mein Urteil über den Baumeister oder über die Regierung mutz auf anderem Wege gewonnen werden als durch eine Addition der einzelnen Positionen des BaujKanS oder des Budgets. Wer seine Gesamt- abstimmung zum Budget bloh vom Ergebnis dieser Addition ab- hängig macht, wie Maurenbrecher, mag ein passabler Kalkulator sein, aber«r ist ein spottschlechter Politiker. Her französische GewerMchaftekongreß. 8. Berhandlungöt a g. Marseille. 7. Oktober.(Eig. Ber.) Die internationalen Beziehungen. Der Bericht des Komitees über die bekannten MißhePgkeiten mit dem internationalen Sekretariat gibt Anlaß zu einer langen Diskussion. G u ö r a r d(Eisenbahner) erklärt es für unbedingt not- wendig, daß Frankreich an den Konferenzen teilnehme: Wir müssen *) Damit sei nicht zugegeben, daß sich etwa daS bayerisdie Budget bei der Addierung der Einzelpostcn als annehmbar erweist, nur lS Millionen von 600 unannehmbar seien. Das bayerische Budget ist spottschlecht, noch schlechter als das preußische. Sollte das geleugnet werden, ist der Beweis leicht zu liefern. nicht immer recht behalten, seien wir doch nicht so chauvinistisch. Das Konnte möge an den künftigen Konferenzen teilnehmen, aber dort die Abhaltung von internationalen Gewerkschaftskongressen beantragen. Robert(Maler) wiederholt die bekannten, von den Syndi» kalisten immer wieder aufgetischten Anekdoten. Auf den Konferenzen vertreibe man Broschüren und Statistiken, die niemand lese, wohne Automobilrennen bei usw. Die politische Partei schreibe dort die Entslbeidungen vor. Die Gewerkschaften aber dürften weder royalistisch, noch radikal, noch sozialistisch sein. Niv(Buchdrucker) hebt hervor, daß der Beschluß von AmicnZ, an den internationalen Konferenzen nicht teilzunehmen, nicht ein- gehalten worden sei. Man habe sich mit Recht vor der Lächerlichkeit gefürchtet, die die Folge des Abbruchs der internationalen Be- ziehungen wäre. Aber das Band, wie es heute besteht, ist nutzlos oder lächerlich. Wir müssen der Internationale entweder bedingungs- los angehören oder gar nicht. Es ist geradezu peinlich, daß wir abseits stehen sollen, weil die Berichte des Sekretariats nicht nach unserer syndikalistischen Orthodoxie abgefaßt sind. Was würden»vir sagen, wenn bei uns die Gewerkschaften, deren Anschauungen in der Konföderation nicht durchdringen, sich zurückzögen. Die Konferenz von Christiania hat ihre Befugnisse überschritten. Aber dürfen wir unS darüber beklagen, da wir nicht dort waren? Im Auftrag der Arbeits- börse von Montpellier fordere ich, daß daS Komitee die inter- nationalen Konferenzen wieder beschicke, um die zurückgewiesenen Forderungen zu wiederholen und die Umwandlung der Konferenz rn einen Kongreß zu verlangen. Latapie findet, daß die Franzosen beim internationalen Sekretariat nicht die gebührende Rücksicht gefunden hätten. Der Bericht für Christiania sei erst durch die Berliner freien GeWerl- schoflen ins Deutsche übersetzt worden. Die französische Auffassung der Gewerkschaftsaktiv» fei von der englischen und deutschen ver- schieden. In Deutschland und England seien eS die Gelverk« schaftsleiter, die befehlen, und die Massen, die gehorchen, in Frankreich umgekehrt. Den Arbeitern sei mit den Kaffeekränzchen (parlottos) der GrandseigneurS der Gewerkschaften nicht gediens. Wie wenig gerechtfertigt die Abweisung der französischen Forderung gewesen sei, gehe ans der neulich von den englischen Gewerlschaftlern rn Berlin veranstalteten F riebe nSmanifestation hervor. Und ist man in Wirklichkeit im Ausland so unbedingt gegen den Generalstreik? In Skandinavien und Belgien war man bereit, ihn zur Erringnng des allgemeinen Wahlrechts zu wagen. Warum will man ihn nicht für gewerkschaftliche Zwecke unternehmen und warum nicht auf den intenrationalen Konferenzen behandeln? Haben nicht schon internationale Fachkongresse für den Völkerfrieden demonstriert? Die Konferenzen sind kein genaner Ausdruck der Anschauungen der Arbeiterschaft, weil in allen Ländern Minoritäten bestehen, die über die Aufgaben der Gewerkschaften anderer Meinung sind. In Deutschland wird der Ansschluß der Lokalisten aus der sozialdemokratischen Partei diesen Tendenzen noch einen Aufschwung verleihen.(?) Der Redner legt einen Antrag der Metallarbeiter vor, der die Abhaltung von internationalen korporativen Kongressen zum Gegenstand hat. Für Spazierfahrten, wie sie die Konferenzen darstellen, sei das Geld des französischen Proletariats zu schade. L a q u e t verteidigt das Recht deS KonföderationSkomiteeS, den Konferenzen Bedingungen und Forderungen zu stellen. Wir wollen auf die Kameraden des Auslandes einen Druck ausüben, damit sie niit uns die vitalen Fragen des Proletariats verhandeln. Wir haben die Engländer mit den Deutschen für den Frieden demonstrieren gc- sehen. Wie sollen wir uns nun den Widerstand deS internationalen Sekretariats erklären? Wenn wir unsere Meinung energisch kund- geben, dienen wir auch den Kameraden, die uns jetzt Lektionen geben wollen, die wir nicht brauchen. Der Redner spricht im Namen deö Komitees für die Umwandlung der internationalen Konferenzen in Kongreffe. Die von ihm befürwortete Resolutton ist im wesent- lichen cm Auszug der von Latapie vorgelegten. Die verschiedenen zu diesem Punkte eingebrachten Anträge— darunter einer von Coupot(Mechaniker) vorgelegter, der die bedingungslose Teilnahme an den Konferenzen verlangt— werden einer Kommission überwiesen, die aus den Antragstellern zusammengesetzt wird. Der Bericht des Komitee? über sein Verhalten in der Frage der internationalen Beziehungen wird mit LöS gegen 284 Stimmen bei L2 Enthaltungen ge- n e h m i g t. Die Verhandlung über die Berichte wird fortgesetzt. Broutchoux(junge Bergarbeiterföderation) kritisiert die Zulassung der alte»(BaSlhichen) Föderation, die aus politischen Motiven. nach den Ereignissen von Draveil erfolgt sei. Merrheim pro- testiert: Wir haben die Bergarbeiter aufgenommen, weil sie die ihnen gestellten Bedingungen erfüllt haben, aus keinem anderen Grunde.— Broutchoux setzt seine Polemik gegen die„Politiker" der alten Föderation fort und erklärt, einen etwaigen neuen Kurs der Konföderation nicht mitmachen zu wollen. Nach längerer Debatte, in der Merrheiin u. a. erklärt, man könne die Autonomie der Geiverkschasten nicht so weit beschneiden, daß man ihnen ver- biete, Deputierte zu ihren Leitern zu bestimmen, wird die Aufnahme der Bergarbeiterföderation mit allen gegen die Stimme Broutchoux gebilligt. In der NachmittagSsitzung wird die Diskussion über den Vorstandsbericht zu Ende geführt. Trotzdem die eigentlichen Streitpunkte, die die beiden Hauplrichtungen der Konföderation trennen, kaum gestreift werden, ist die Stimmung gereizt, und einmal kommt es aus einem geringfügigen Anlaß in einem Winkel des Saales zu einem solchen Tumult, datz der Vorsitzende die Ver- sammlung suspendieren mutz. Der Bericht über die„Volx du Peuple" wird nach Erhebung einiger Beschiverden von feiten beider Parteien einstimmig gut- geheißen, doch soll das Blatt in Zukunft in persönlichen Angelegenheiten nur kurze Richtigstellungen und Artikel bloß über Gegenstände von allgemeiner Bedeutung bringen. Der Antrag der Bauarbeiter, der die Maler zum Eintritt in ihren Verband verpflichtet, wird mit 873 gegen 8g Stimmen ange- nommen. Die allgemeine Frage der Jndustrieverbände wird morgen zur Verhandlung kommen. Auch die Frage der Proportional- Vertretung und die des Antimilitarismus werden gleich im Plenum verhandelt werden. Die anderen Anträge auf Statutenänderung werden einer Kommission überwiesen. Soziales. Grundzüge zur Regelung der Beziehungen zwischen Acrzten und Krankentaffen. Die.Sozialpolitische Rundschau" teilt über die Pläne der Reichsregierung zur Sozialreform folgende« mit: ES sollen durch ein neues Reichsversicherungsgesetz die bisher bestehenden Einzel- gefetze über Kranken«. Unfall- und Invalidenversicherung zu einem Ganzen vereinigt werden. In diesem Gesetz sollen speziell die Be- ziehungen zwischen den Aerzten und Kranken- lassen eine von den bisherigen Bestimmungen abweichende Neu- regelung erfahren. Auf der Konferenz, die am 11. uud 12. Juni diese» Jahres im ReichSamte des Jimern stattgefunden hat und zu welcher Vertreter der freien Arztwahl. des Kassenarztsystems ebenso wie Krankenkassen und Städtevertreter eingeladen waren, habe sich die Unmög«' lichkeit herausgestellt, irgend ein Arztsystem gesetzlich einzuführen. Die Reichsregierung gehe von dem Prinzip auS, daß die ärztliche Versorgung der Kassenpatienten nicht durcki starre Gesetzes- bestimnmngen, sondern nur durch freie Vereinbarung zwischen den beteiligten Kreisen endgültig dauernd festgelegt werden kann. Sie plane deshalb fogenannie„Arziordnungen", welche bei jeder Krankenkasse die Beziehungen zwischen Kassenärzten und Kassen- vorstand fixieren sollen. Diese Arztordnungen sollen einmal die Voraussetzungen enthalten, unter welchen die Aerzte überhaupt zur Staffenpragis zugelassen werden, alsdann die Höhe und Werefund allein die sozialdemokratischen Stadtverordneten traten für die Gerade die arbeitende Negerin wird am rücksichtslosesten behandeh teilung der zu vereinbarenden Bauschbeträge, sowie Bestimmungen Betition ein. Die Herren von der 1. und 2. Klasse meinten, da- und am schlechtesten bezahlt. Auch die Bekämpfung der Schwindsuch darüber, wie eventuell Streitigkeiten ihren Ausgleich finden durch würden nur Spitzel und Denunzianten großgezogen und der war Gegenstand der Verhandlung. Die bürgerlichen Frauen weißer follen. Damit wird die Regelung des Verhältnisses zwischen Arzt Staat die Richtorganisierten und da lönne man doch nicht entgegen Negerinnen. Mit Aufmerksamkeit und Interesse aber verfolgen dis unfriede zwischen den Arbeitern geschürt. Außerdem schüße der Hautfarbe blicken mit Geringschäßung auf die Bestrebungen der und Krankenkasse der freien Bereinbarung überlassen. Für Streitig arbeiten. Es wurde ein Antrag angenommen, nach dem die Ein- sozialistischen Frauen die wachsende Empörung der Schwarzen gegen keiten, die ja insbesondere bei der schroffen Haltung, die der Leipziger gabe auf sich beruhen folle. Nur die Sozialdemokraten und ein die herrschende Unterdrückung. Berband gegenüber allen, auch ärztlichen Gegnern der freien bürgerlicher Stadtverordneter stimmten zugunsten der nationalen Arztwahl stets eingenommen hat, nicht ausbleiben können, plant die Arbeiter. Das beweist wieder einmal, daß Arbeiterinteressen nur Regierung die Einsetzung von Einigungsinstanzen, die wie folgt von den Sozialdemokraten vertreten werden. zusammengesetzt werden sollen: Gerichts- Zeitung. Bersammlungen Veranstaltungen. Tegel. Dienstag, den 18. Oktober, 8% Uhr, bei Halfes, Brunot straße 23. Beginn der Unterrichtsabende für die weiblicher. Mitglieder. Thema:„ Die Frau und der Sozialismus". Des erste Abend umfaßt einen einleitenden Vortrag. Die Genossen werden ersucht, ihre weiblichen Angehörigen hierauf hinzuweisen. Verfammlungen. Erstens ein Einigungsausschuß, der bei jeder Kaffe errichtet werden kann und aus einer gleichen Anzahl von Aerzte- wie Krankenkassenvertretern zusammengesetzt ist. Der Dumann dieses Fallen Würfelbuden unter die Vorschriften über die SonnAusschusses, dem ja bei der Einigung natürlich die Hauptrolle zu- tagsruhe oder als Luftbarkeiten unter die Ausnahmebestimmung fällt, soll von den beiden Parteien auf Grund einer Einigung bebes 8 105i der Gewerbeordnung? Diese für die Interessenten stellt werden, kommt eine Einigung nicht zustande, so übertragen die wichtige Frage hat das Kammergericht am Freitag zugunsten der In der Generalversammlung des Berliner Sonfumvereins et. Parteien dem neuen Versicherungsamtmann, welcher bei Leute entschieden. Die Bestimmungen der Gewerbeordnung über der Neuregelung der Krankenversicherung das Versicherungs- die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Verbindung mit der Ver- stattete der Vorfißende den Geschäftsbericht des verflossenen Jahres. amt leitet, die Ernennung des Obmanns; auch fann bestimmt ordnung vom 20. Juni 1892, betreffend die Sonntagsruhe, sollten Danach war die Tätigkeit im letzten Jahre ganz besonders durch die Angeklagten Freund und Wagenfeil dadurch übertreten haben, die am 1. Oktober d. J. bevorstehende Verschmelzung des Berliner werden, daß abwechselnd ein Arzt und ein Vertreter der Kasse daß sie am Commog nachpuittag thre Würfelbunden in Schweizer. Konsumvereins mit der Konsumgenossenschaft von Berlin und Um den Vorsitz führen. Sollten sich die Parteien bei dem Beschluß des garten am Friedrichshain und in der Brauerei Friedrichshain gegend beeinflußt. Zur Vergrößerung des Lagers wurden neue Einigungsausschusses nicht beruhigen, so steht ihnen die Berufung außerhalb der Stunden in Betrieb hatten, welche für offene Ber Sellerräume gemietet und zur Erweiterung der Verwaltungsräume an die zweite Instanz, nämlich an einen Schiedsausschus faufsstellen freigegeben sind. Am Freundschen Stande wurden mußten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Der An fret, welcher im Bezirk eines jeden Versicherungsamtes neu errichtet noch um 9% Uhr abends am Sonntag, den 23. Juni 1907, Meffer schluß des Vereins an den internationalen Genossenschaftsbund hat twerden soll. Gegen die Beschlüsse des Schiedsausschusses steht den ausgewürfelt, am Stande von Wagenfeil um dieselbe Zeit Blumen- stattgefunden. Gegen die unverhältnismäßig hohe Veranlagung Parteien die Berufung an Schiedskammern zu, deren Entscheidungen töpfe. Das Schöffengericht und Landgericht I erkannten auf Frei zur Einkommensteuer ist reklamiert worden mit dem Erfolge, daß die Wirkungen eines rechtskräftigen gerichtlichen Urteils haben. Diese sprechung. Die Würfelbuden feien wie Schießbuden, Karussels die Steuer etwas herabgesetzt wurde. Doch auch hiergegen mußte usw. in erster Linie als Rustbarkeiten anzusehen, auf welche die nochmals Berufung eingelegt werden. Der Entscheid steht noch Schiedsinstanzen können auch zur Fällung von Schiedssprüchen folgende Bestimmung des§ 105 i der Gewerbeordnung zutreffe: aus. Mit dem Verein der Lagerhalter Berlins find Abmachungen herangezogen werden. Insbesondere ist geplant, daß wenn ein" Der§ 105 a Abs. 1 und die§§ 105 b bis 105 g finden auf das getroffen, denen zufolge das Anfangsgehalt 1800 m. betragen soll. Aerztestreit die Versorgung der Kaffenmitglieder gefährdet, die Gast- und Schantwirtschaftsgewerbe, Mujikaufführungen, Schau. Außerdem find fährliche Steigerungen vorgesehen, und nach einLandeszentralbehörde die Schiedskammer um einen Schiedsspruch er- stellungen, theatralische Vorstellungen oder sonstige Luftbarkeiten jähriger Tätigkeit eine Woche, nach fünfjähriger Tätigkeit zwei Wochen Ferien. Der Umfaß im Geschäftsjahr betrug 976 788,11 m. fuchen kann. Die Entscheidung der Kammer hat dann wieder die keine Anwendung". Wirkung eines rechtskräftigen Urteils. In der Vorlage sei als Kon- Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und machte im gegen 773 665,55 M. im Vorjahre. Die Zunahme war mithin zession an die Aerzte ein Paragraph enthalten, nach welchem die ärzte Sinne einer Ministerialerklärung von 1907 geltend, daß die Be 26,2 Proz. Der Lieferantenumfaß ist von 82 046 9. auf 97 917 r. liche Behandlung nur durch appobierte Aerzte und Bahnärzte müßten auf diese Art stehender Gewerbebetriebe, weil ihr Haupt- burchweg ein gutes Resultat; nur eine Berkaufsstelle hatte gegen ftimmungen über die Sonntagsruhe doch Anwendung finden gestiegen. Die Abrechnung mit den 16 Verkaufsstellen ergab fast erfolgen darf, und die Hilfeleistungen von anderen Personen nur zwed die Veräußerung von Gegenständen bilde. das Vorjahr einen Minderumfaß zu verzeichnen. Der Verein berdann von der Kaffe anerkannt werden dürfen, wenn sie vom Arzt Der erste Straffenat des Kammergerichts, vor dem Rechts- teilt eine fünfprozentige Spareinlage resp. Rüdvergütung an seine angeordnet werden. Hierdurch werden neben den Stranken auch Heil anwalt Mendel die Angeklagten vertrat, verwarf jedoch die Revision Mitglieder. Nach reichlichen Abschreibungen stehen der General gehilfen, Zahntechniker, die schon in größerem Umfange für Kaffen der Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Die in Be- bersammlung noch 2210 M. zur Verfügung, von welchen 610 M. tätig sind, geschädigt. Trotzdem ist diesen Streifen bezw. ihren Vertracht kommende Frage sei äußerst umstritten. Von den Kommen dem Referbefonds, 1000 M. dem Spezialreferbefonds gutgeschrieben tretern Gelegenheit zur Aussprache noch nicht gewährt. taren feien manche der Ansicht, daß solche Ausspielungen beweg- und 600 M. der Verwaltung als Entschädigung überwiesen werden. Der Kampf zwischen Aerzten und Krankenkassen um die freie licher Gegenstände, die vorgenommen würden, um diese abzu- Der Verein beschäftigt zurzeit: 1 Geschäftsführer, 1 Kassierer, feßen, dem Verkauf beweglicher Gegenstände gleichständen. Auch Buchhalter, 1 Buchhalterin, 5 Lagerarbeiter und Arbeiterinnen, moment überwiege, wenn jemand durch Ausspielen, durch die käufer; zusammen 49 Personen im Zentrallager und den 16 Beröffentliche Vergnügung der Ausspielenden, seinen Griver suche, faufsstellen. Die Versammlung beschloß einstimmig die Auflösung dergestalt, daß schon einzelne Tage( Sonn- und Festtage) den ent- des Vereins und die Uebergabe der Geschäfte mit allen Attiven scheidenden Ausschlag gäben. Der Senat fei nach eingehender und Baffiven an die Konsumgenossenschaft von Berlin Prüfung zu der Ansicht gekommen, daß§ 105 i der Gewerbeordnung und Umgegend. Der bisherige Vorstand wird als LiquidaEine solche Regelung der Arztfrage, zumal ohne gleichzeitige auch mit Veranstaltungen am Sonntag rechne, die für den Ver- tionskommission gewählt und diese foll in Gemeinschaft mit der Berpflichtung aller Aerzte zur Uebernahme der Behandlung anstalter Lukrativ seien, die sein einziges Erwerbsgeschäft dar- Berwaltung der St.-G. B. u. U. den Zeitpunkt der Uebergabe be stellten. Das sei besonders zu entnehmen aus der Bezugnahme des stimmen. Die Revisionskommission soll bis zur gänzlichen Aufgegen ein gesetzlich festgesetztes Honorar, ist eine durch nichts gerecht- 105 auf§ 105 b, also auf einen Baragraphen, der in seinem lösung des Vereins in Tätigkeit bleiben. Von den einzelnen Rebfertigte Stonzession an die Bestrebungen, die Kaffen vollends zu Abfak 2 das Handelsgewerbe im Auge habe. Man lönne deshalb nern wird noch die Hoffnung ausgesprochen, daß nun mit der VerBersicherungsanstalten von Aerzten zu machen. Der Ausschluß nicht sagen, die Veranstalter könnten unter§ 105 i nicht fallen, schmelzung der beiden größten Stonsumentenorganisationen Großnicht approbierter Personen ist eine Beschränkung der Kassenpatienten weil sie mit ihren Sachen ein Handelsgewerbe betrieben. Darum Berlins der lezte endgültige Schritt zur Aufhebung der bisherigen n der Möglichkeit, Heilung zu erhalten. Mag es den vom fomme es nur noch darauf an, ob die Betriebe der Angeklagten Leipziger Verband geführten Aerzten mehr um Honorar als um als Luftbarkeiten aufgefaßt werden könnten. Das sei der Fall. Heilung der ihnen Anvertrauten liegen, den Arbeitern und der Wenn die Leute auch verdienen wollten, so fomme es doch dem Besamtheit kann nur mit der bestmöglichen Behandlung und Heilung Publikum darauf nicht an. Das wolle sich belustigen. Es komme aber darauf an, ob es für das Publikum eine Beluftigung sei. gedient sein. Solche Würfeleien wie hier, wo es sich um geringwertige Gegenstände handle, wo Verlust und Gewinn sich so hielten, daß es sich für die Spielenden nicht eigentlich um den Erwerb, sondern um das Bergnügen handle, feien als Luftbarkeiten anzusprechen. Die angeklagten feien mit Recht freigesprochen worden. Arzttahl, meint die„ Sozialpolitische Rundschau", dürfte auch nach gingen die Ansichten darüber auseinander, ob nicht das Verkaufs. 1 Lagerhalterin, 15 Lagerhalter, 23 Verkäuferinnen und 1 Verkrafttreten diefer gesetzlichen Bestimmung an Schärfe nichts verlieren, denn die Aerzte werden, unterstützt von dem kapitalfräftigen Leipziger Verband, alles daran sezen, um in die einzelnen Arzt ordnungen die freie Arztwahl als gültiges Arztsystem durch freie Vereinbarungen hineinzubringen. Die soziale Fürsorge für die Arbeiter in richtiger Beleuchtung. Bei der Firma Münsterberg in Danzig verunglückte in den ersten Tagen des Februar d. J. ein Arbeiter Glosa mit Namen, Der arme Mann tam zwifchen zwei Lowrys und erliit hierbei eine U.-Nr. 1057/08. Versuchte Notzucht. Bersplitterung im Berliner Genossenschaftsleben getan fei. Die Konsumenten Berlins werden jezt geschlossen für die Bewegung eintreten, und der Gedanke, in nicht allzuferner Zeit das in eigener Bäderei hergestellte Brot essen zu können, wird der stärkste Ansporn sein zur Entfaltung aller Sträfte für die Genossenschaft Berlins und Umgegend. Verband der Sattler. In der Versammlung, welche am Don nerstag in den Arminhallen abgehalten wurde, hielt Genosse wuli einen Vortrag über Arbeiterkammern. Er besprach den Arbeitskammer- Gefeßentwurf und unterzog den Inhalt desselben einer Kritik vom Standpunkt der Arbeiterinteressen. Der Redner Quetschung des Bedenknochens. Lange mußte er doktorn". Er tam zu dem Schluß, daß der Entwurf für die Arbeiter unannehm wurde zunächst zu Hause behandelt, dann kam er nach der Anstalt Ein gefährlicher Mensch mußte sich gestern in der Berfon des bar ist, weil er ihre Rechte und Interessen nicht wahrnimmt. Die für Unfalltranke( Diakonissenhaus). Aus der Anstalt halb geheilt ente früheren Maschinenbauers Paul Ghies unter der Anklage Arbeiter fordern mit Recht eine Interessenvertretung, die nur aus Lassen, wurde er tveiter als erwerbsunfähig behandelt, mußte jedoch ber verfuchten Notzucht vor dem Schwurgericht des Landgerichts III Arbeitern zusammengesehi ist, also nicht Arbeitskammern, sondern bald darauf zum zweitenmal nach dem Strankenhause geschafft werden. verantworten. Der Angeklagte ist von Geburt Deutscher, hat aber Arbeiterkammern. Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit Am 2. d. M. wurde er wieder entlassen, natürlich ohne vollständig längere Zeit in Amerika gelebt und dort das Bürgerrecht erworben, dem Streit bei der Firma David Scheier, besonders mit dem Ver hergestellt zu fein. Als er am 3. d. M. zum Arzt kam, wurde ihm ebenso hat er sich auch in Amerika verheiratet. Im Frühjahr d. J. halten eines bisherigen Kollegen Rosenthal, der dert nach Feiereröffnet, daß er nicht weiter behandelt werden könne. tam er mit feiner jungen Frau nach Deutschland zurück, um seinen abend Streitarbeit verrichtet hat und auch durch seine Frau Heim. Als Glofa etwas ungläubig ob solcher Botschaft breinschaute, legte bie räumlichen Verhältnisse nicht ausreichten, um den Angeklagten und Rosenthals wird um so schärfer verurteilt, weil er feit 18 Jahren in Spandau wohnhaften Bruder zu besuchen. Da in deffen Wohnung arbeit für die genannte Firma berrichten ließ. Das Verhalten ihm sein Arzt Herr Dr. Hohnfeldt folgenden Brief vor: deffen Ehefrau zu beherbergen, beschloß der angeschuldigte auf einige Tage der Organisation angehört und Bertrauensämter in derselben beNorddeutsche Holz- Berufsgenossenschaft eine Schlafftelle zu mieten, in der er mit feiner Frau nächtigen fleidet hat. Die Versammlung beschloß, den Ausschluß Rosenthals Seltion I. wollte. Auf der Suche nach einem paffenden Logis fam Chfes auch aus dem Verband beim Hauptvorstand zu beantragen. Danzig, den 1./10. 08. an die Wohnung des Arbeiters Julius Sch. in Spandau. Als der Der Verband der Bäder und Konditoren hielt seine dritte Angeklagte hier nachfragen wollte, war nur die 14jährige Quartalsgeneralversammlung im Gewerkschaftshause ab. Tochter des Sch. anwesend, die ihm erklärte, daß sie ihn nicht in verflossenen Quartal fanden insgesamt 89 Sigungen und Versamm die Wohnung hineinlassen könne, da sie allein anwesend sei. lungen statt. Als sehr wirksam erwiesen sich die Nachtragslisten Schließlich verstand es ber Angefchuldigte, das Mädchen zu über- der Wäckereien, in denen die Forderungen der Arbeiter bewilligt reden, daß fie ihm die Tür öffnete. In dem Zimmer bat Sch. find, was ja hauptsächlich den Parteigenoffen von Berlin und Ums plöglich die E. um ein Glas Waffer. Kaum hatte sich, das Raum hatte fich das gegend zu verdanken sei. Auch am paritätischen Arbeitsnachweis Mädchen umgebreht, als der Angeflagte von hinten auf fie ist dies zu merken, der so floriere wie noch nie bisher, und so gut stürzte und ihr das Taschentuch vor den Mund preßte. Das wie vollständig den Kommissionären ihr elendes Handwerk lege. Mädchen hatte die Geistesgegenwart, um Hilfe zu rufen und Nach dem Bericht des Staffierers betrug die Einnahme 18 658,54., fich, soweit es ihre Kräfte erlaubten, zu wehren. Dem Unhold die Ausgabe 18 588,08 W. An Unterstützungen wurden 5526,40 M. gelang es deshalb nicht, das beabsichtigte Verbrechen gegen ausgezahlt. Der Mitgliederbestand betrug für Berlin 2718. Gine ben§ 176,1 St.-G.-B. zu vollenden. Er ließ von seinem Opfer ab lebhafte Debatte entspann sich über den paritätischen Arbeits. und ergriff die Flucht. Das Mädchen hatte noch die Kraft, das nachweis. Derselbe hat insofern eine Aenderung erfahren, als Fenster zu öffnen und die im Hofe arbeitenden Tischler zu alarmieren, die Freie Vereinigung der Bäckermeister. Die schon früher mit an dann fant es bewußtlos zu Boden. Der Täter wurde auf der dem Kuratorium beteiligt war, jetzt wieder ein Mitglied im KuraStraße festgenommen. Die Geschworenen bejahten die torium hat. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten Schuldfrage im Sinne der Anklage. Das Gericht erkannte auf ein erfolgte Schluß der Versammlung. Jahr und drei Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. Langfuhr. Heiligegeistgasse Nr. 6. Herrn Dr. Hohnfeldt Sierdurch bitten wir Sie ergebenst, den Arbeiter August Glofa gefl. nicht mehr weiter behandeln zu wollen, da derfelbe übertreibt und Schmerzen äußert, die gar nicht vorhanden find. Es besteht bei ihm, wie das Diakoniffenhaus festgestellt hat, nur noch eine Einbuße an Erwerbsfähigkeit von 25 Proz. Es ist auch es hat eine Röntgendurchleuchtung statt gefunden weitere Behandlung nicht erforderlich. ( Stempel) Norddeutsche Holz- Berufsgenossenschaft Der Vorstand der Sektion I. ( Unterschrift) Apreck. Vorsitzender. Tatsächlich ist der Arbeiter Gosa durch den Unfall ein Krüppel geworden. Er lann ohne Stock sich auf der Straße nicht weiter bewegen, und daß er noch erwerbsunfähig ist, muß auch die Genoffen schaft anerkennen. Trotzdem befiehlt die Berufsgenossenschaft dem Arzt, den im Betriebe Berunglückten nicht weiter zu behandeln! Eine Beseitigung, zum mindesten eine Reform des so gemeingefährlich wirkenden Systems der Berufsgenossenschaft tut dringend not Aus der Frauenbewegung. www Im Verein ehemaliger Gütergoter und Bucher. Seute abend 9 Uhr bei Liehr, Grenadierstr. 35. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 11. Oktober, bormittags 9 Uhr, in der Halle der Gemeinde, Pappelallee 15-17: Freireligiöse Bor lefung. Bormittags 11 Uhr in der Schulaula, Kleine Frankfurter Str. 6: Bortrag von Herrn Dr. Bruno Wille über:" Glück und Bollkommenheit". Damen und Herren sind als Gäste sehr willkommen. Briefkaften der Redaktion. soi, britter Eingang, vier Treppen, abritub! Weöffnet 7 Whe wochentäglich abende von 7 bis 9 hr statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine gabi ale wiertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Evrechstunde vor. 2. 3. 59. Die Eltern wären( mit Einwilligung der Anstalt) zur Aufnahme des seintes berechtigt. R. 5. 82. Die Aufnahme in die Ist jebe Drohung ein Entlassungsgrund? In den Vereinigten Staaten sind in den letzten zwei Jahren Eine Buchdruck- Anlegerin sollte nach erfolgter Kündigung gesagt über 100 clubs farbiger Frauen( Negerinnen) gegründet worden. haben, sie würde nächste Woche alles schief anlegen. Darauf follte Die Nationale Vereinigung" dieser Klubs hielt jüngst in Brooklyn fie Bogen fangen. Das tonnte sie nicht nach ihrer Erklärung. eine" Stonferenz ab, an der zirka 200 Delegiertinnen fämtlich Die juriftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3. stuetier Parauf wurde sie ohne Kündigungsfrist entlassen. Sie tlagte Negerinnen teilnahmen. teilnahmen. Sie tamen aus 26 Staaten der Union, auf Bahlung einer Lohnentschädigung für die ein Beweis, daß die Bewegung unter den Negerinnen eine ziemliche Kündigungsfrist. Ein Zeuge befundete, daß jene leichtfertige Ausdehnung erfahren hat. Ein Hauptgegenstand der Beratung war Aeußerung gefallen sei. Die Kammer 8 des Berliner die affenfrage. Die bürgerliche Frau mit weißer Hautfarbe Gewerbegerichts berurteilte den Beklagten zur Zahlung dünft sich hoch erhaben über eine Negerin, die von vornherein als der Entschädigung. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt: Wefen niederer Gattung angesehen wird, sei die Schwarze auch noch Der Grund der Entlassung seien die Worte der Klägerin geweien, so gebildet und wohl erzogen. Streng fondert sich die weiße Dienstbotenorganisation erfolgt nach Meldung bei Genoffin Ida Baar, daß sie schief anlegen würde. Selbstredend könne eine Drohung ein von der Schwarzen; bieje aber kämpft mit immer größerer Bilmersdorf, Stafferplats 17, Gartenhaus. Sch. 24. Zur Zahlung sind Grund zur Entlassung sein. Dann nämlich, wenn ein Schaden an Hartnädigkeit un ihre Anerkemung als gleichberechtigter Sie verpflichtet. Zur Rückzahlung der zuviel gezahlten Hälfte fönnen Sie gedroht werde, der nicht abgewendet werden könne, zum Beispiel Mensch. Selbst der Besitz von Reichtümern hebt die Unterschiede auffordern, indes haben Sie einen Rechtsanspruch auf die Rückzahlung das Berschlagen von Maschinen. Der Fall liege hier nicht vor. nur in einem sehr geringen Maße auf. In teinem Theater oder nicht, weil Sie die Reklamationsfrist baben verftreichen taffen, ohne zu Hier sei ein Schaden angedroht, dem bald Einhalt hätte getan Konzertlokal ist eine Regerin und ebensowenig ein Neger auf retiamieren. D. B. 401. Das Amtsgericht Eberswalde ist zuständig. werden können. Man hätte erst abwarten müssen, ob sie die ben befferen Blägen geduldet; in keinem„ feinen" Restaurant dürfen 111. Ein Testament ist auch dann gültig, wenn es weoer vom Gericht Drohung wahrmache und schief anlege. Ihre Drohung an sich habe Schwarze fich sehen lassen. Tiefer verachtet aber ist die arme oder Notar oder vor Zeugen beglaubigt wird. jedoch muß das Testament Negerin und fei sie die tüchtigste Lehrerin oder Künstlerin. Die eigenhändig ge- und unterschrieben sowie datiert sein. Beispiele für solche eigenhändige Testamente und Anleitung zu denselben finden Sie auf den schwarze Hautfarbe ist ihr Fluch. Daß dieses Vorurteil schwer zu lehten Seiten des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt Die hohen Gönner der ,, nationalen Arbeiter". A. B. 25. 1. und 2. Nein, befiegen ist, darüber war man sich auf der Konferenz flar und in den öffentlichen Lesehallen aus. Die Harmonie der Interessen von Unternehmern und Arbeitern ebenso darüber, daß man in der Wahl der Mittel sehr beschränkt m. 5. 27. Leider liegt in dem von Ihnen Vorgetragenen kein Grund zeigte sich wieder einmal glänzend im Leipziger Stadtparlament. fei. In der Hauptsache feien es moralische Faktoren, wie der Appell zur einseitigen Aufhebung des Vertrages. Nur mit Einwilligung des Birtes Dort hatten die sogenannten nationalen Arbeiter eine an die bessere Einsicht und den Gerechtigkeitssinn. Auf beffere würden Sie von dem Vertrage entbunden werden können. Petition eingereicht, nach der städtische Arbeiten nur an solche Unter- Schulbildung für die Negerbevölkerung will man achten und solche ein. Wenn der Betreffende nicht freiwillig Mitglied der Krankenkasse genehmer vergeben werden sollten, die das Koalitionsrecht voll ge fordern. Die Konferenz beschäftigte sich ferner mit der Frage der blieben ist, so steht ihm ein Anspruch nicht zu. fich an die Stiftungsdeputation des Magistrats, Poftstr. 16. Das Ganze follte natürlich nur eine Nellame der Kinderarbeit, die gerade in den Südstaaten, wo die Kinder am Die Berpflichtung zur Leistung des Offenbarungseides ist nicht verjährt. Nationalen im Stadtverordnetenwahlkampf werden. Aber, o Schmach! schlimmsten ausgebeutet werden, größte Bedeutung hat. Sodann. B. 25. Auf Antrag an die Steuerdeputation werden Sie porauss Die bürgerlichen Gönner der Herren nationalen Arbeiter bersagten beschäftigte man sich mit der Frage des Schutzes der Frauenarbeit. fichtlich für die Dauer von 2-3 Monaten von der Steuer befreit werden. nicht zur Entlassung berechtigt. währen. M. 100. R. S. 10. Wenden Sie 2. M. 1874. Achtung! Deutscher Metallarheiter- Verband.( Achtung! Bauarbeiter, Maurer, Zimmerer hung Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Sof III. Amt 3, 1987. die achtstündige Arbeitszeit in Kraft. Sonntag, den 11. Oktober 1908, vormittags 10 Uhr: Versammlung aller im Deutschen Metallarbeiter- Verband, Verband der Kupferschmiede und Zentralverband der Schmiede, organisierten Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend. in Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Straße 96. Zages Drdnung: 1. Die gegenwärtige Situation im Rohrlegergewerbe nach dem Streit. Referent: Kollege Handfe. 2. Diskussion. Kollegen! Die Arbeitgeber haben an uns folgendes Schreiben gesandt: Da die außertarifliche Beschäftigung der Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes für die Dauer nicht angängig ist, ersuchen wir um definitive Erklärung bis zum 15. cr., ob Sie gewillt sind, sich dem am 3. September d. J. geschlossenen Lohntarif für das Rohrlegergewerbe anzuschließen?" Da nun die Antwort auf dieses Schreiben einen Beschluk der organisierten Kollegen erfordert, so erwarten wir, daß unsere Mitglieder zur Stelle find. 123/6 Diejenigen Rohrleger und Helfer, welche an dem Streit bes teiligt waren, machen wir auf diese Versammlung ganz besonders aufmerksam, da die betreffenden Kollegen eine Legitimation als Beweis, daß sie gestreift haben, in dieser Versammlung erhalten. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Verband der Kupferschmiede, Filiale Berlin. Verband der Schmiede, Zahlstelle Berlin. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 11. Oktober, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Bautischler für Berlin und Vororte. im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal 4. Tages- Ordnung: 1, Die bevorstehenden Aufgaben unserer Organisation. Referent: Sollege Reiche. 2. Diskussion. 2. Bericht der Tariftommission. 4. Berbandsangelegenheiten. Die Adresse des Obmannes für den 3. Bezirk ift Paul Meerettig, Stolpischestr. 50. Die Branchenleitung. Donnerwetter, tadellos!!! sind die nur wenig getragenen Herren- Garderoben, Winter- Paletots, Anzüge, Frackanzüge, Smokings, einzelne Hosen in riesiger Auswahl zu billigsten Preisen! Von den feinsten Herrschaften stammend, sind diese Sachen in nur erstklassigen Schneider- Ateliers gearbeitet und bieten daher Garantie für besten Sitz. Monats- Garderoben= Haus Prinzenstr. 6 Paul Lowicki Laden, kein Keller. Prinzenstr. 6 Laden, kein Keller. Gemäß§ 2 des Tarifvertrages tritt am Sonnabend, den 10. Oktober 1908, Beginn der Arbeitszeit morgens 7, Uhr, Frühstück von 9-9 Uhr, Mittag von 12-1 Uhr, Feierabend abends 5 Uhr. An den Sonnabenden ist um 4%, Uhr Feierabend. Wir ersuchen unsere Mitglieder, dafür zu sorgen, daß diese Arbeitszeit strikte innegehalten wird. Alle Abweichungen sind uns sofort mitzuteilen. Frauen- Begräbniskaffe der in Schriftgießereien be schäftigten Arbeiter Berlins. Am Dienstag, den 13. Oktober, findet im Lokale des Kollegen V. Zimmermann, Wilhelmstr. 2, die General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kaffen. bericht und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedenes. Anfang 6 Uhr abends. Um zahlreiches und pünktliches Er. Der Vorstand. Die Verbandsleitungen der Bauarbeiter, Maurer, Zimmerer( cheinen ersucht Berlins und Umgegend. Keine Engros- Arbeit, sondern jedes Stück sauber und gut genäht. Wilhelm Noack. Otto Hanke. Die bei mir bestellten Maßsachen werden nicht im EngrosGeschäft, sondern von erstklassigen Maßarbeitern gefertigt. Herren! welche Wert darauf legen, einen gut sitzenden Anzug oder Paletot fertig und nach Maß zu tragen, sollen ihren Bedarf nur bei mir decken. HerrenWinterJoppen Ton 6-18 Mk. J. Lehrer, Geschäftsprinzip: Stets das Neueste! Haltbare Stoffe! Gute Zutaten! Beste Verarbeitung Streng feste Preise! 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Oktober, abends 6 Uhr, findet in der„ Lebensquelle", Kommandantenstraße 20, eine Verfammlung mit Frauen statt. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Dr. Ostar Cohn über" Jugenderziehung". Nachdem: Geselliges Beiſammensein und Tanz. Eintritt mit Garderobe und Tanz 20 Pf. Der Vorstand. Charlottenburg. Am Sonntag, den 11. Oftober, vormittags 8 Uhr, findet im 5. und 8. Bezirk eine Flugblattber. breitung statt. Treffpunkt für die 5. Gruppe bei Linde, Sesenheimer Straße 11, für die 8. Gruppe bei Weißheit, Nettelbeckstr. 11. Die Genossen von allen Gruppen haben die Pflicht, sich an dieser Verbreitung zu beteiligen. Der Vorstand. Tegel. Morgen Sonntag, den 11. Oktober, vormittags 9 Uhr, beginnt im Lokale Halfes, Brunowstr. 23, der Kursus über:" Soziale Gesetzgebung". Der Vorstand. Stralau. Sonntag, den 11. Dftober, nachmittags 2%, Uhr, findet im Restaurant Perle" die Mitgliederversammlung des Wahl vereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitage. Referent: Genoffe Denger. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Grünau. Am Sonntag, den 11. Oktober, nachmittags 3 Uhr findet im Lokal Gravelotte, Köpenider Straße 79 eine öffentliche Versammlung statt, in der der Stadtverordnete Groger über Der Vorstand. Und der Spektakel, den sie vollführten, war meilenweit hörbar, womit vir fie aber nicht nachträglich der hochwohllöblichen Obrigkeit wegen ruheftörenden Lärms denunzieren wollen. grabungen auf dem Rauener Gräberfelde vornehmen lassen, die Das Märkische Museum hat in den lebten Tagen Nachein recht interessantes Ergebnis hatten, obwohl es nicht gelungen ist, unbeschädigte Urnen zutage zu fördern. Auf einem zu dem Gute Hasenfelde gehörigen Acker wurden in einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern ein Steinlager aufgedeckt, welches zweifellos als Untergrund heidnischer Grabstätten gedient hat. Auf diesen Steinen Lagerten Urnenscherben. Die Gefäße sind jedenfalls bei früheren Landarbeiten zertrümmert worden. In der Nähe dieses Steinfeldes wurde eine Grabstätte freigelegt, die wahrscheinlich als eine Familienbegräbnisstelle angesehen werden kann. Es fand sich hier ein zusammenhängendes Lager von nicht weniger als dreizehn Urnen, die aber leider ebenfalls zertrümmert waren. Die Gefäße waren fein gearbeitet und aus den Scherben ist ersichtlich, daß die damaligen germanischen Bewohner der Mark in der Herstellung von Tongefäßen bereits eine bedeutende Fertigkeit besaßen. Von dem Urnennest sind photographische Aufnahmen, hergestellt worden, welche in dem Märkischen Museum zur Ausstellung gelangen. Bemerkenswert ist es, daß irgendwelche Beigaben an Schmucksachen, Waffen usw. bei den Ausgrabungen nicht gefunden wurden. Es erscheint allerdings nicht ausgeschlossen, daß derartige Gegenstände beim Pflügen des Geländes zutage gefördert und achilos beiseite geworfen sind. Butreffend ist dies jedenfalls bei Urnenteilen, denn aus den gefundenen Scherben war es nicht möglich, auch nur eine einzige Urne zusammenzustellen. Ton eine Roheit genannt. Während sie nun die ungaftliche Stätte sofort wieder verlassen wollten, sei Hohmann an der Tür gleichfalls im Genic gepackt und von den drei Angeklagten mit Fäusten bes arbeitet worden, so daß er Beulen am Kopfe davongetragen habe. solche Auftritte seien in der Wärmehalle schon öfter vorgekommen. Nachher habe ein Schußmann, dem er sein Leid flagte, ihm gesagt, Hohmanns Angaben wurden unterstützt durch die Zeugen Tischler Klapproth und Tischler Prokop, die mit ihm die Wärmehalle betreten hatten. Beide waren beim Anblick der Hinausbeförderung des Betrunkenen schleunigst wieder gegangen, sie hatten aber, nach Hohmann sich umwendend, noch bemerkt, daß man mit Fäusten auf ihn einschlug. Besonders von Wiwjoda hätten sie das, so bekundeten sie, genau gesehen. Der Vorsitzende stellte durch Befragen fest, daß sie deutlich die über Hohmanns Kopf erhobenen Fäuste wahr genommen hatten. Diesen Aussagen widersprach der Zeuge Klischke, der in der Wärmehalle als Inspektor fungiert hat. Klischte erklärte zunächst, er habe nichts gesehen, und als ihn der Vorsitzende erstaunt fragte, ob er denn nicht von der Polizei vernommen worden sei, verneinte er das. Hier machte der Verteidiger darauf aufmerksam, daß der Zeuge im vorigen Jahre einen Schlaganfall erlitten habe und seitdem an Gedächtnisschwäche leiden solle. Als dann der Vorsitzende dem Zeugen die Unterschrift des Bernehmungsprotokolls zeigte, tehrte diesem die Erinnerung zurück und er begann, ganz flott zu erzählen. Hohmann sei troß Aufforderung nicht gegangen, mit Gewalt habe man ihn hinausbringen müssen, Klischte habe aber nicht gesehen, daß man ihn geschlagen habe. Der Berteidiger bat, diesen Beugen zu fragen, ob in der Wärmehalle tatsächlich schon geprügelt worden sei. Wahrscheinlich werde man, klagte der Verteidiger, morgen im Vorwärts" bekundet habe. Daraufhin lesen, was Hohmann hierüber .Der wirtschaftliche Niedergang und seine Ursachen" sprechen wird. Anfang nehmen soll, handelt es sich um Wettkämpfe zwischen Kugel. fragte der Vorsitzende:" Na, Herr Klischke, wie ist es denn, kommt Der Vorstand. mittags 4 Uhr, findet im Lokal von Albert Nagel, Bruchmühle, Neuenhagen und Umgegend. Am Sonntag, den 11. d. M., nach eine öffentliche Volksversammlung statt. Tagesordnung: Was wird die kommende Reichstagssession den Arbeitern bringen? Referent: Genosse Spielermann Lichtenberg. 9 Bernau. Heute abend 884 Uhr, Bolfsversammlung im Schüßenhause. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag in Nürnberg und die Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses in Hamburg. Referent: Genosse Redakteur Wilhelm Düwell. Bei dem internationalen Ballonwettfliegen, das heute seinen Mahlsdorf( Ostbahn). Heute Abend 8½ Uhr findet im Lokal diesen Ballonfahrten kommt es auf besondere glückliche Umstände geht?" Aber Herr Klischke beteuerte:„ Ach nein, Herr, nur ballons ohne Motor und nicht etwa um lenkbare Luftschiffe. Bei das nicht manchmal vor, daß das Personal ein bißchen schroff vorvon Linke, Grunowstraße, die Generalversammlung des Wahl- und allerdings auch auf die Geschicklichkeit, Tüchtigkeit und Er- forrekt, immer torrett! Geschlagen wird überhaupt vereins statt. Auf der Tagesordnung steht: Einführung von Zahl- fahrung des Lenkers an. Von diesen Gesichtspunkten geleitet, hat abenden, Aufstellung eines Kandidaten zur Gemeindevertretung, die im Jahre 1906 Mr. Gordon Bennett, der bekannte Sportmäcen, ienen angetrunkenen hinausgebracht hatte, versicherte, er habe ihn Sperre über das Lokal von Schliefe u. a. einen Gordon Bennettpreis der Lüfte für Freiballons gestiftet, find. Gordon Bennett stiftete 50 000 Frank und eine wertvolle dessen Propofitionen seinem bekannten Automobilpreis sehr ähnlich Coupe, die dem Sieger in dem dreijährigen Wanderpreis zufallen solle. Die erste Austragung des Kampfes fand in Frankreich statt, die nachfolgenden sollen jeweils in dem Lande vor sich gehen, entsprechend fand die zweite Wettfahrt im Jahre 1907 in Amerika dessen Vertreter im Vorjahre den Sieg davongetragen hat. Dem statt, da 1906 der amerikanische Leutnant Lahm den Preis errungen hatte. In Amerika vermochte der Führer des deutschen Ballons, Oskar Erbslöh, als Sieger aus dem Wettkampfe hervor. zugehen, so daß in diesem Jahre Deutschland an der Reihe ist, Schauplatz des Wettstreites zu sein. Nach den Bestimmungen des Coupes sind die Länder berechtigt, mit je 3 Ballons sich zu beteiligen, deren Höchstinhalt 2200 Stubifmeter betragen darf. Von diesen Rechten machen denn auch 7 Nationen Gebrauch, nämlich Amerika, Belgien, Deutschland, England, Italien, Frankreich, während die Schweiz nur zwei entsendet. Es werden also 23 LuftSpanien, die mit je drei Ballons am Start erscheinen werden, ballons, die sämtlich den höchsten zulässigen Inhalt von 2200 Stubikmeter besigen, an dem Rennen teilnehmen, so daß alle Bewerber mit gleichen Chancen in den Kampf treten. Sieger bleibt derjenige, der am weitesten( in der Luftlinie bemessen) vom Stortplab landet. Ihm fallen außer dem Wanderpreis des Mr. Gordon Bennett 12 500 Frank, von demselben Herrn gestiftet, die Hälfte der Nenn- und Reugelder und ein Kunstwerk in Bronze Der Sieger" von der Sektion Düsseldorf des Niederrheinischen Bereins für Luftschiffahrt gespendet, zu, während der zweite ein Drittel und der dritte ein Sechstel der Menn- und Reugelder erhält. Der Start erfolgt Sonntag 3 Uhr nachmittags auf dem Gelände neben der Schmargendorfer Gasanstalt, das sich für die Veranstaltung im besonderen Maße eignet. Berliner Nachrichten. Hinein in die Arbeiter- Bildungsschule! Am Montag, den 12. Oktober, beginnt in der Arbeiter- Bildungsschule, Grenadierstr. 27, wieder der Unterricht in den verschiedenen Lehrfächern. Es ist unbedingt nötig, daß dieses vortreffliche Bildungsinstitut noch immer weiteren Zuspruch aus der Mitte der organisierten Arbeiterschaft erhalten muß, soll das dort gebotene reichhaltige Wissen in tausend Kanälen in die Massen des Volkes eindringen. Gerade die kommenden Zeiten, wo es im politischen Leben gärt und brodelt, wo wirtschaftliche und soziale Fragen an den Lebensnerv des arbeitenden Boltes greifen, wo tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten den Parteikörper durchzittern, ist es un umgänglich notwendig, daß sich die Arbeiterschaft durch methodische und systematische Vertiefung in die verschiedensten Zweige der Wissen schaft, unter Anleitung wissenschaftlich und pädagogisch geschulter Lehrer, einen Grundstoď von Wissen aneignet, der es ihr ermöglicht, in allen politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen ein flares und sicheres Urteil abzugeben. 4 nicht geschlagen, auch habe er nicht gesehen, daß Hohmann ge Rüder und Dickhoff je 10 M. Geldstrafe, gegen Wiwjoda 20 M. schlagen worden sei; übrigens habe er sich um diesen Vorgang nicht weiter gekümmert. Hiernach beantragte der Staatsanwalt gegen Geldstrafe. Der Verteidiger beantragte Freisprechung, weil nichts Rüder und Didhoff je 10 M. Geldstrafe, gegen Wiwjoda 20 M. erwiesen sei. Nur durch Zufall seien die drei an Stelle Hohmanns müssen, weil der Inspektor nicht zur Stellung des Strafantrages auf die Anklagebank gekommen, ein gegen Hohmann eingeleitetes Berfahren wegen Hausfriedensbruchs habe eingestellt werden berechtigt war und der dazu berechtigte Vorstand des Komitees für Wärmehallen die Frist versäumt hatte. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Hohmann sei derb hinausbefördert worden, aber daß man ihn geschlagen habe, sei nicht als festgestellt an zusehen. Klapproth und Prokop hätten nur die erhobenen & äuste über seinem Kopfe schweben sehen, und Hohmann selber glaube nur, geschlagen worden zu fein. Die Verlegungen habe er sich selber zuzuschreiben, weil verständlich kann eine Fauft, die nur über dem Kopf schwebt, dem sein konnten, darüber sagte die Urteilsbegründung nichts. Selbſt= er nicht freiwillig gegangen sei. Wie diese Verlegungen entstanden Stopf keine Beulen beibringen. Man muß annehmen, daß den opf keine Beulen beibringen. Man muß annehmen, daß den Angeklagten geglaubt worden ist, die Tür sei schuld. Inspektors, der an Gedächtnisschwäche leidet, und eines HausSo hat also ein Gericht gestützt auf die Aussagen eines Dieners, der sich um den Vorgang nicht weiter gekümmert hat der Wärmehalle attestiert, daß dort die Faust nur über dem Kopf gefchwebt habe. Hoffentlich wird fortan tein Besucher dieser Stätte, an der es„ nur forrett, immer forrett zugeht, gleich dem Tischler Hohmann glauben wollen, daß er geschlagen worden sei. Mit einer gefundenen und gefälschten Straßenbahnzeitkarte war am 21. Mai der Kellner Moh auf einem Straßenbahnwagen ant getroffen worden und hatte sich deswegen vor der ersten Straflammer des Landgerichts II wegen Urkundenfälschung und versuchten Befizer am 7. Mai verlorene Karte gefunden, die Photographie Betruges zu verantworten. M. hatte die von dem rechtmäßigen durch seine eigene ersetzt und den auf der Karte stehenden Namen durch Radierung geändert. Moh, der geständig war, wurde zu zehn Lagen Gefängnis verurteilt. Aus einem katholischen Wahlverein plaudert der letzte Vereinsbericht in der„ Germania" allerlei aus der Schule. So heißt es da:" Die Mitglieder der Preßkommission müssen über das Halten unserer Zentrumspresse in den Berliner katholischen FaRings von Feinden umgeben, bleibt uns weiter nichts übrig, milien Zahlen erwähnen, die man selbst in diesen eingeweihten als uns selbst unser Rüstzeug zu schmieden, um im heißen Tages- Kreisen nicht für möglich gehalten hat". Das heißt also mit anderen fampfe den Gegnern trogen und ihnen Schritt um Schritt von ihrem fatholischen Bresse nichts wissen, weil sie in ihrem flerifalen Worten: Die katholischen Berliner Familien wollen von der Ende eines Bankiers. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße hat Boden abringen zu können. Züchtet die Volksschule servile, nechtische Fanatismus und in ihrer politischen Rückständigkeit immer unver- fich Donnerstagabend der 66 Jahre alte Bankier Adolf Meher aus Untertanen heran, so wollen wir aus ihnen kraftvolle, nadenstarte baulicher wird. Ferner lesen wir:„ Hierauf Erstattung des Stendal erhängt. Er war um 7 Uhr mit dem Zuge an Charaktere schmieden. Dazu bedarf es aber fähiger, durchgebildeter, politischen Referates, es folgt dann ein Vortrag über Frauenfrage gekommen und ließ fich einen Abortschlüssel geben. Als er nach in Wort und Schrift gewandter Genossen und Genoffinnen, opfer- und Frauenstimmrecht. Die Redner werden nicht benannt, um einer Viertelstunde nicht wieder zum Vorschein kam, legte der mutiger, unermüdlicher und vom Geist des wissenschaftlichen mit dem in Berlin herrschenden Personenkult nach und nach auf- Wärter eine Leiter an und sah den Reisenden am Türhaken hängen. Sozialismus durchdrungener Männer und Frauen. zuräumen." Das ist doch mal Selbsterkenntnis. Nichts ist wider- Der Bahnhofsvorsteher brachte den Bewußtlosen nach der Polizeiwache, Besonders die letzteren sind durch die neuentstandenen Berhältlicher als die Verhätschelung der katholischen Vereinsredner, die wo ohne Erfolg Wiederbelebungsversuche angestellt wurden. Meher nisse im Vereins- und Versammlungswesen doppelt interessiert. meist in der Person hochwürdiger Herren auftreten. Auch der trug die Kriegsdenkmünzen von 1864 und 70/71 und die Zentenargrößte Blödsinn, den diese Herren schwazen, wird in der Versamm- medaille. In seinen Taschen fand man nur 1 Mark 40 Pfennige. Sind sie es doch, die die schwere und mühevolle Aufgabe haben, lung wie in der katholischen Presse als herrliche Gottesleistung be- Bankier Adolf Meher war Juhaber des Bankggeschäftes S. Adler, ihre noch unaufgeklärten Leidensgefährtinnen in die Arena des weibräuchert. Viel wird freilich die freimütige Auslassung des das früher einen guten Ruf genoß, in legter Zeit aber sehr daniederKampfes einzuführen. Ihnen vor allem, die durch die bestehenden vorliegend in Frage kommenden Wahlvereins nicht helfen. lag. Da Meher die Auszahlung von Depots mur langsam bewirkte Verhältnisse in ihrer geistigen Fortentwickelung gehemmt sind, wird bepot hatte, mit der Auszahlung ihres Guthabens auf den 14. Of und u. a. eine Dame aus Stendal, die bei ihm ein größeres Banktober bertröstete, so turfierten bald die ungünstigsten Gerüchte über die Firma S. Adler in Stendal. Es scheint, daß dem Bankier jetzt die Schwierigkeiten über den Kopf gewachsen sind. Vorgestern fuhr er nach Berlin. Unmittelbar darauf erschien die geschädigte Damie mit ihrem Rechtsanwalt im Bureau Mehers. Auf ihren Antrag ließ die Staatsanwaltschaft, wie das Altmärkische Jutelligenz- Blatt" nehmen, als die Nachricht von seinem Selbstmord eintraf. meldet, gestern morgen im Hause Meyers eine Haussuchung vorIn die preußisch- deutsche Freiheit zurückgekehrt ist gestern unser die Schule eine neue Welt eröffnen, ungeahnte Schäße über- Sollege Wermuth, der wegen Beleidigung eines Amtsrichters in mitteln. Insbesondere den jüngeren Genoffinnen, denen es ihre Zeit er laubt, kann die Teilnahme an den Kursen in der Arbeiterbildungsschule nicht dringend genug empfohlen werden. Sie sollten vor allem von der gebotenen Möglichkeit Gebrauch machen, ihr Wissen zu bertiefen, ihren geistigen Horizont zu erweitern, ihrem Leben einen neuen, edleren Gehalt zu verleihen. Gerade zu diesem Rwede ist dieses gemeinnützige Institut geschaffen, es ist der Quell, aus dem jeder, der Wissensdurst verspürt und sich in den Dienst der großen Sache stellen will, zu einem lächerlich geringen Entgelt nach Herzenslust fchöpfen tann. Biele hundert Genoffen, die heute als wadere Agitatoren und Borkämpfer in der Bewegung tätig sind, haben daselbst ihr geistiges Rüstzeug gesammelt und geschmiedet. Und in diesem Quartal behandelt ein tüchtiges, auserlesenes Lehrerpersonal die einzelnen Wissensgebiete und schafft in leicht- und gemeinverständlicher Weise die Grundlage, auf der jeder hernach selbständig weiterbauen tann. Leben heißt kämpfen und unter den Wehen einer kampfbewegten Beit wird die neue Zukunft geboren! Fremde Gäfte. Ein seltener Anblid bot sich am Donnerstagabend den spärlichen Spaziergängern am Müggelfee. Der feurige Sonnenball war weit hinten am Horizont in der rosig schimmernden Flut verschwunden und das letzte Rot verblich im grauen Abendnebel. Die Dämmerung wob schon ihre Schatten und durch die dunklen Kiefern blickte der goldene Vollmond, als man aus der Ferne ein seltsames Rauschen vernahm und vietausendstimmiges Geschrei den nächtlichen Wald durchhalte. Bald tauchten denn auch die ersten Störenfriede, bon Norden tommend, hoch über unserem Haupte auf. Wildgänse waren es, die bon ungehemmtem Wandertrieb beseelt in stolzem Flug durch die Lüfte fegelten. In spigem Winkel zogen sie vorüber, eine, die den Zug lenfte, an der Spige, schräg nach rechts eine kleine Reihe und dann schräg nach links eine fast endlose Kette bildend. Soweit das Auge schaute, waren solche Dreieds zu sehen und immer und immer wieder neue gefiederte Legionen rückten heran. Ihre Zahl war unermeßlich Mittenwalde drei Monate im Strafgefängnis Tegel zubringen mußte. unser Genosse ist wohl und munter und gedenkt nach kurzer Pause sich wieder in Reih und Glied zu stellen. Die Faust in der Wärmehalle. daß Angestellte gegen Besucher bei der geringsten Ungehörigkeit Aus der Wärmehalle ist wiederholt die Stage an uns gelangt, mit roher Gewalt vorgegangen seien. Am Freitag wurde vor Gericht der Versuch gemacht, öffentlich festzustellen, daß es in der Wärmehalle so etwas nicht gebe. . Aus dem Straßenverkehr. Beim Abspringen von einem Straßenbahnwagen der Linie 94, Den Anlaß zu diesem Feststellungsversuch bildete eine Ander in voller Fahrt die Reichenberger Straße entlangfuhr, tam Iage wegen Mißhandlung, die gegen drei An- abends der 15 Jahre alte Metallschleifer Adolf Thiele vor dem ber 131. Schöffenabteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte standen man ihn befreit hatte, brachte man ihn mittels Droschke nach der gestellte der Wärmehalle erhoben worden war. Vor Hause Nr. 15 zu Fall und geriet unter den Vorderplay. Nachdem der Hausdiener Rüder, der Aufseher Dickhoff. Unfallstation in der Adalbertstraße, wo der Arzt innere Verlegungen der Inspektor Wiwjoda. Alle drei wurden beschuldigt, fonstatierte und seine Ueberführung nach dem Krankenhause m gemeinschaftlich einen Tischler Hohmann bei seiner Ausweisung Urban veranlaßte. Nachmittags wurde ein bisher unbekanntes, aus der Wärmehalle vorjäßlich körperlich mißhandelt zu haben: etwa 8-9 Jahre altes Mädchen beim Ueberschreiten des Fahrdammes Rücker sollte ihn im Genid gepackt und dann zusammen mit Dickhoff vor dem Grundstück Landsberger Allee 100 von einem Straßenbahnund Wiwjoda ihn mehrere Male auf den Kopf geschlagen haben. wagen der Linie Alexanderplatz- Hohen- Schönhausen überfahren und Hohmann und zwei Kollegen von ihm hatten am 16. Januar, vom am Kopfe schwer verletzt. Ein Schußmann schaffte das be Arbeitsnachweis( Gormannstraße) kommend, der Wissenschaft wußtlose Kind in einem Privatautomobil nach dem Krankenhalber sich einmal die Wärmehalle ansehen wollen. Als sie ein- hause Am Friedrichshain, wo der Arzt nur noch den bereits traten, wurde gerade ein angetrunkener Mann mit derjenigen eingetretenen Tod feststellen konnte. Die Zeiche ist nach dem SchauSchneidigkeit hinausbefördert, die nach der Versicherung des hause gebracht worden. Beim Spielen auf dem Fahrdamm vor Personals in der Wärmehalle nötig ist. Hohmann war der dem Hause Graudenzer Straße 7 geriet vormittags das sechsjährige Meinung, fie sei nicht nötig, und sagte zu seinen Begleitern, das Töchterchen Marie des Arbeiters Paczkowski unter die Näder eines sei eine Roheit. Darauf wurde auch er in dem dort als nötig leeren Geschäftswagens. Der Arbeiter Rückert trug das Kind geltenden Ton aufgefordert, die Wärmehalle zu verlassen, und als zunächst nach der Unfallstation in der Warschauer Straße, wo man er das nicht sofort tat, wurde er gepackt und hinausgestoßen. Die eine Quetschung des linken Fußes feststellte, und dann nach der Angeklagten bestritten, daß er hierbei geschlagen worden fei. elterlichen Wohnung. Gestern nachmittag wurde die vierjährige Rücker sagte, er habe ihn nur hinausgebracht, Wimjoda versicherte, Tochter Lucie des Händlers Schick vor dem Hause Exerzierstr. 11 er habe dabei nur die Tür gehalten, weil Hohmann sich an ihr den von einem Straßenbahnwagen der Linie 42 angefahren und Kopf gestoßen habe, und Dichoff fügte hinzu, er habe ihm nur den zu Boden geschleudert. Der Schaffner trug das Kind nach Hut nachgetragen. Der Vorsitzende stimmte ihnen im voraus darin dem nahen Kinderkrankenhaufe in der Reinidendorfer Straße, bei, daß in der Wärmehalle mit eiserner Faust" zugegriffen wo man Verlegungen am linken Ohr sowie Quetschungen des Kopfes werden müsse. Anders als die Angeklagten schilderte den Vorgang und des rechten Ellenbogens konstatierte. Von einem Wagen der Hohmann selber, der als Zeuge vernommen wurde. Man habe Brauerei Groterjan totgefahren wurde gestern nachmittag gegen jenen angetrunkenen Mann im Genid gepackt und ihm die Faust 3 Uhr der Portier des Hauses Weinstr. 12. An der Ecke der gegen den Kopf geschlagen, de habe Hohmann das in nicht lautem Büsching- und Barnimstraße geriet der schwerhörige Mann unter den schweren Brauerwagen und ehe der Kutscher das Gespann zum Halten bringen konnte, gingen die Räder dem Unglücklichen über den Hals. Der herbeigerufene Arzt vermochte nur noch den Tod fest« zustellen._ Luisen-Theater:„Freiheit*. Politisches Schauspiel von Karl Böttcher. Es deucht gar nicht übel, eine russische Attentäterin, die einen politischen Mord auf dein Gewissen hat, zur Freundin eines neugebackenen PotcNtate» gemacht zu sehen. Zwar spielt die Hofintrige ganz gewaltig: aber das Verhältnis zwischen den beiden Leuten bleibt bestehen, knüpft sich fester, trotzdem besagte Generalsmörderin alS solche dem Regenten kenntlich gemacht wird und trotzdem sie selbst die Nichtigkeit jener Tatsache bekräftigt. Der junge Herzog in Dingsda ist nämlich während einer zivenährigen Ajeltreise vom Geiste deS modernen Fortschritts überwältigt worden. Als er nach der Rückkehr das Staawmder ergreift, beginnt er sein Reformwerk alsbald so gründlich, datz das ganze Ministerium nur so wackelt, als hätte es den Drehwurm bekommen. Unerkannt mischt er sich im Wirtsgartcn„Zum lustigen Seehund' unter„fem" Voll:— das sind lauter verhungerte Heimarbeiter, schmeißt mit Tausendmarkscheinen und Zigarren, welche allerdings der generöse Autor gestiftet haben dürfte, um sich, kriegt beinah Keile, macht aber doch zwei Liebende glücklich. Rolf Xll.— so heißt der Herzog— ist wirklich ein Unikum von Thrönchenbesitzer. Seine erste Regierunaö« tat ist eine allgemeine Amnestie für MajeftätSbeleidiger, Redakteure usw. Polizeiliche Willkürherrschaft, Zeitungs-- und Theaterzensur werden, mitsamt dem Polizeiminister zum alten Eisen geworfen usw. usw. Schließlich wird aber dieser so seltene Landesvatcr ein Opfer der Vererbungstheorie. Wie das so Brauch ist unter fürstlichen Familien, heiratet man aus GeschäftSrücksichten niemals auS dem engen Kreise heraus. Unser Herzog betrachtet sich mit Recht— und berühmte Aerzte, auch sein Leibarzt haben ihm das nachgewiesen— als Produkt jener Jnteressenwirlschaft. Ihm schwant, daß er rasch an Gehirnschwund dahinsiechen werde. Daö trifft natürlich auch ein. Und so ist das Schauspiel zu Ende. Schadet Der Verfasser tischt recht artig den ganzen Mischmasch- Freisinn deS Rentiers Mudicke auS der„Morgenpoft" auf; versteht es sogar, auf gewisse Potentaten und hofische Verhältnisse, die nicht allzu weit von der Spree liegen, anzuspielen. ohne doch anstößig zu werden, und dialogisiert solche freisinnig- demokratisch angehauchten Leitartikel gar nicht übel. Aber er denkt und dichtet eben doch zu auffällig im Reporterjargon der Firma Scherl-Ullstein u. Co. Er dramatisiert ein Konglomerat jüngster politischer Zeitvorgänae, z. B. aus der letzten Revolutionsbewegung in Rußland. Und diese Schilderung, welche den dritten Akt aus- füllt, macht sogar einen Anlauf von dramatischer Geschlossenheit. Nur ist der Zweck solcher politischen Theaterleitartikel nicht einzu- sehen. Wie sehr auch der Verfasser fich räuspert und spuckt— seine ganze Denkweise liegt jenseits der Weltanschauung unserer sozialdemokratisch geschulten Arbeiter- s ch a f t I Herr Böttcher„macht" lediglich in Talmi-Sozia« l i s m u S und T a l m i- K u n st. Zum Rattenfänger von Hameln fehlt ihm die Kraft der Ueberzeugung und die Musik. AlleS Schellen- gerasiel bewirkt nur, daß man lachend Reißaus nimmt. Daß die Darsteller aus gegebenen Karikaturen sozusagen Ueberkarikaturen schufen, beweist nichts für ihre künstlerische Qualifikation. Feuerwehrbericht. In der vorletzten Nacht hatte die Charlotten- burgcr Feuerwehr einen umfangreichen Dachstuhlbrand in der Kanlstr. 41 zu löschen und gestern früh um 4Vj Uhr wurde die Berliner Feuerwehr wegen eines großen DachstuhlbrandcS nach der Mattcrnstr. 2 an der Petersburger Straße gerufen. Als der 7. Löschzug unter Leitung deK Brandmeisters Runge an der Brandstelle in der Matternstr. 2 ankam, hatten die Flammen bereits das Dachgebälk ergriffen. Genährt von dem Inhalt der Boden- verschlage schlugen sie mächtig lodernd an verschiedenen Stellen empor. Die Feuerwehr mußte mit mehreren Schlauchleitungen Wasser geben, bevor es gelang, die Gefahr zu beseitigen. Der Schaden ist bedeutend und trifft auch Btieter, die nicht versichert sind. Der IS. Zug hatte in der Gerichtstr. S zu tun, wo in einer Wohnung früh um 7 Uhr Wäsche, Kleider, Möbel u. a. brannten. Der 7. Zug hatte dann noch in der Friedrichsfelder Straße 17 in einer Bäckerei zu tun. Bäswilligerweise wurde die Wehr nach der Oranienstr. bl alarmiert. Weitere Alarme liefen auch an anderen Stellen ein._ Vorort- J�admebten» Gharlottenburg. An den Ersatzwahlen zur Stadtberordnetenbersammlung im 5. und 8. Bezirk sind in der dritten Wählerabteilung die Bewohner folgender Straßen und Häuser beteiligt: Zum 5. Bezirk gehören: AbstimmunaSbezirk A; BiS- marckstr. 74—80, Bismarckstr. 81—90, Goethepark sWilmersdorfcr Straße), Kaiser-Friedrich-Str. 61b— 03», Kaiscr-Friedrich-Str. CO bis 75, Krummestr. 83—29, Pestakozzistr. 83—43, Rückertstraße. Schillerstr. 35— 44, Schillcrstr' 45— 52a, Schillerstr. 73—84, Sescn- veimer Straße 7—14, Sesenheimer Straße 31—33, WilmerSdorfcr Str. 88a— 45, WilmerSdorferjStr. 46—56 undßWilmcrSdorfer Str. 128 bis 136. Daö Wahllokal befindet fich in der Turnhalle dfer Gemeindesch ulc Xm in der P c st a l o z z i st r. 40, nahe der Kaiser-Frtedrich-Straße. Abstimmnngsbezirk SU: Bismarckstr. Sl— 104, Goethestraße 13—80, Goethestr. 21—50, Krummestr. 80—37, Krumme- straße 88—40, Krummestr. 69—72, Leikmizstr. 82—97, Schillerstraße 20— 34a, Schillerstr. 85-94 und 94a. Schillerstr. 04b-107, Sesenheimer Str. 1—6, Sesenheimer Str. 89—43, Weimarer Str. 1 BIS 8, Weimarer Str. 9—15, Weimarer Str. 84—50 und Wilmersdorfer Str. 118—127. Das Wahllokal befindet sich i» der Turnhalle des Realgymnasiums. Schillerstr. 27/32. Zum 8.'Bezirk gehören: Abstimmungsbezirk 8A: Ahornstraße, Ansbacher Straße 12—23, Ansbacher Straße 32—43, Augsburger Straße 1—13, Augsburger Straße t4— 20. AugSburger Straße 57—60, AugSburger Straße 61—74. Bayreuther Straße 9— 2l, Bayrcuther Straße 22—36, Buyreuther Straße 37—45, Courbiörc- straße 1— 9a, Courbiörestr. 9b— 18, Eisenächer Straße 1—8, Eisenacher Straße 114—122, Geisbergstr. 1—9, Gcisbergstr. 10— 14, Kalkreuthstraße. Kielganstraße, Kleisistr. 1—6, Kleiststr. 7—22, Kleiststr. 23—25. Kleiststr. 86—43, Kurfürstenstr. 109—123, Äurfürstenstr. 124—137, Lutherstr. 1—11, Lmherslr. 12—43, Lutherstr. 44—53, Maaßcn- straße 6-9, Maaßenstr. 26—80, Motzstr. 1—12, Motzstr. 18—21, Nettelbeckstraße. Nollendorfplatz 1—4, Pasiauer Str. 88— 43. Tauentzien- straße 21—24, Wittenbergplatz 1—3» und Wormser Straße.— Daö Wahllokal befindet sich imRestaurant Fischer. Luther- straße 11. Ecke Kleiststraße. Abstimmungsbezirk 8lZi AnSbacher Straße 1—10 und 1 1, Ansbacher Straße 24 und 25—81, AnSbacher Straße 49—58, Augsburger Straße 21—25, AugSburger Straße 26—31, AugSburger Straße 82—40, AugSburger Straße 41—49, AugSburger Straße 64—66, Auguste-Viltoria-Platz. Bayreuther Straße 1—3, Eislebener Straße 1—10, Geisbergstr. 19—24, Hardenberg- straße 27—29. Joachimsthaler Straße 26—44. Kantstraße 1—4, Kantstrahe 162—169, Kurfürstendamm 10—17, Kur» fürsteudamm 227— 237, Kursürstendamm 238— 245, Kurfürsten- straße 07—104, Kurfürstenstr. 105— 108a, Marburgerstraße, Nürnberger Str. 1— 11, Nürnberger Str. 12— 28, Nürnberger Str. 49—69, Nürnberger Str. 60— 69», Passauer Str. 1—11», Passauer Str. 22—82, Rankestr. 1—16, Rankestr. 28—36, Tauentzienstr. t— 20 und Wittenbcrgplatz 4—0. Das Wahllokal befindet sich im Restaurant G e r d e s. AnssSburger Str. 28, Ecke der Marbur�er Straße. Die Wahl für die dritte Wählerabteilung findet am Mon- tag, den 19. Oktober, statt. Die Wahlzeit dauert ununter- krochen von morgens 9 bis abends 3 Uhr. Wilmersdorf. Der Termin für die Stadtverordneten- Ergänzungslvahlc« ist auf Mittwoch, den 4. N o v c n, b e r. festgescht worden. Um der arbeitenden Bevölkerung die Gewinnung von Mandaten möglichst zu erschiveren, ist alleil Protesten zum Hohn wieder das L i st e n>v a h l s y st e m beibehalten worden. Trotz der reaktionären Gestaltung des Wahlmodus ist eS Pflicht der Parteigenossen, mit aller Kraft die Agitation zu betreiben, damit es unS gelingt, in das jetzt sozialistenreine Stadt- Parlament einzudringen. Rixdorf. Die Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes beschloß die erweiterte Deplitation für das Beleuchtungswesen in ihrer letzten Sitzung. Ob dieser Beschluß der Deputation im Plenum zur An- nähme gelangen wird, steht noch dahin. Sicher aber ist, daß die Gegner innerhalb und außerhalb der städtischen Körperschaften nicht miitzig sein werden, den Beschluß wieder zu Fall zu bringen. Freilich ist die Methode, nach der diese Herren arbeiten, nicht neu. Wenn nur der Zweck erreicht wird: die Verhinderung de? städtischen Regie- betriebes.„Prinzipiell" sind auch diese Herren nicht dagegen, bloß augenblicklich sind sie noch nicht dafür zu haben, daß jetzt schon der Vertrag mit den Berliner Elektrizitätswerken gekündigt wird. Viel- mehr soll die Klindigiing noch drei Jahre aufgeschoben werden. Dabei muß man sich folgendes vergegenwärtigen, um den Vorschlag zu verstehen: Gegenwärtig muß die Gesellschaft 56000 M. pro 1908 Abgaben an die Stadtgemeiiide zahlen. Nach drei Jahren dürste sich diese Summe auf in i n d e st e n ö 75 000 M. belaufen. Diesen Betrag steckt die Gemeiilde mühelos ein, ohne auch nur einen Finger rühren zu brauchen, zudem fehlt jedes Risilo und dergleichen schöne Dinge mehr, die einem kapitalistischen Herzen so wohl tun. Diese mühelosen Einnahmen versöhne» die Vertreter des Bürgertums mit den oft der kommunalen Entwickelung so hinderlichen Erwerbs- gefellschaften immer wieder, trotz mannigfacher BrÜskicrung, die auch diese guten Leute leider des öfteren erfahren müssen. Korn- munalpolitische Grundsätze über die Notwendigkeit und Zweckmäßig- keit des städtischen Regiebetriebes beschweren ein echtes Kapitalisten- gemüt nicht so leicht. Hoffentlich gelingt es trotz alledem, die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung von der Zweckmäßigkeit zu überzeugen, daß die Errichtung eines derartigen Unternehmens nur der Gemeinde zum Vorteil gereichen kann. Die städtischen Arbeiter waren am Mittwoch, den 7. Oktober, bei Thiel versammelt, um ihre Anträge zum Etat 1909 aufzustellen. Einaang« der Versammlung referierte P o l e n S k e unter großem Beifall über:„Die Pflichten der Gemeinde gegenüber ihren Ar- beitern". Referent IvieS nach, daß gerade in den Hauptpunkten die ArbeitSverhältnisie noch sehr verbesserungsbedürftig seien. Die äugen- blicklichcn Löhne entsprechen nicht den heutigen Verhältnissen und auch bezüglich der Arbeitszeit hinke Rixdorf bedeutend hinter der Privatindustrie her. Während in dieser fast überall die neunstündige Arbeitszeit durchgeführt sei, betrage in den städtischen Betrieben die Arbeieszeit noch 10 biS 12 Stunden. Die Forderungen bezwecken: Verkürzung der Arbeitszeit: in allen kontinuierlichen Betrieben auf 3 Stunden(Dreischichtsystem), in sämtlichen anderen Betrieben auf 9 Stunden. Regelung der Löhne aus der Basis de» Wochenlohnes unter Zugrundelegung einer wöchentlichen Arbeitszeit von sechs Tagen zu 9 bezw. 8 Stimden. Für Ueberstundenarbeit 50 Prozent, für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit 100 Prozent Zuschlag. Im Drcischichtsystem der kon- tinuicrlichcn Betriebe zählt, wenn sieben Schichten in eine Woche fallen, die siebente Schicht als SomitagSarbeit mit entsprechendem Zuschlag; für die Nachtschichten kommt hingegen der Zuschlag nicht in Betracht. Eine im Sinne der Forderungen gehaltene Resolutton fand ein- stimmige Annahme. Das Bureau und die Arbeiterausschüsse werden die Forderunge» den Gemeindekollegien in geeigneter Weis« übermitteln. Steglitz. Auf eine schreckliche Weis» hat gestern der im Betrieb« der hiesigen Vororte-Elektrizitätswerke beschäftigte Arbeiter Hermann Blech sein Leben eingebüßt. Er verlor im Maschinenraum das Gleichgewicht und stürzte auf das Schwungrad einer im vollen Gange befindlichen Dynamomaschine. Im großen Bogen wurde er von dem Rad dann auf den Erdboden geschleudert. Besinnungslos blieb der Verunglückte liegen. Er wurde nach dem KreislrankenhauS gebracht, wo er bald nach der Einlieserung den schweren Besetzungen Zehlendorf. Ja der letzten, leider imr schwach besuchten Versammlung des hiesigen WahlvereinS referierte Genosse Kronberg über den Nürnberger Parteitag. Nach der Diskussion, an welcher sich die Ge- nossen Scheie r, Weber und Ulm beteiligten, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung de« sozialdemokratischen WählvereinS erklärt sich mit den Beichlüsieii deS Nürnberger Parteitages voll einverstanden; insbesondere in der Frage der Budgeibewilligung. Sie nimmt mit besonderer Be- sriedigung davon Kenntnis, daß auch dieser Vorstoß der Revisionisten zurückgewiesen wurde." Sodann wurde über die Wahl einer Frau in den örtlichen Vorstand verhandelt. Nach kurzer Debatte wurde diese Angelegenheit solange vertagt, bis die Frauen einen diesbezüg- lichen Vorschlag machen. Ein Antrag, die Wahlvereinsverianimlunzen künftig umschichtig m zwei Lokalen abzuhalten, wurde den Zahl- abcnden überwiesen. Nach einigen Mitteilungen deS Vorstandes erfolgte Schluß der Versammlung. Weifiensce. Durch unvorsichtige Spielerei mit dem Teichinz hat gestern der 12 Jahre alte Sohn deS Bahnhofsvorstehers S> 1 1 ichwereS Unheil angerichtet. Als sein Freund, der llzährige Schüler Friy Adler aus der Bahnhofstraße, der soeben konfirmiert worden war, hinzu- kam, wollte S. einen Scherz machen. El legte die Waste au» A im um diesem einen Schrecken einzustoßen. Im nächsten Augenbltck entlud sich daö Tcsching und die Kugel drang dem bedauernswerten Knaben in die Brust. Die Lunge ivurde durchbohrt De: Schwerverwundcte wurde der königl. Klmi! zugefühlt. Sein Zustand ist recht bedenklich. Boxhagen- Rummelsburg. Die Mitgliederversammlung deS WahlvereinS ehrt« Vor Eintritt in die Tagesordnung das A» denken deS Genosien T u y a u e r m üblicher Weise. Sodann erstattete Gcnosie KurtRoUnield den Bericht vom Parteitag. Der Redner behandelte in auSsübrltcher Weise die einzelnen Punkte der Tagesordnung des Parteitages, mit dcsien Beschlüsien er sich einverstanden erklärte. Beionder» ein- gehend beschäftigte er sich mit der Frage der Budget- bewilligung und betonte, vaß die zweieindalbtägtge Debatte über diese Frage sich auf einem hohen geistigen Niveau be- wegte. Die Gründe, loelche die Süddeutschen� für die Budgetbewilligung anführten, seien nicht stichhaltig gewesen, um ein Durch- brechen der Lübecker Resolution zu rechtfertigen. Die Resolution Frohme bält Redner für unannehmbar, da durch Annahme derselben der alte Zustand beibehalten wäre. Die Erklärung der 66 ist nicht richtig, denn der Parteitag bildet die höchste Instanz, und die Beschlüsse desselben müsien für sämtliche_ deutsche Landes» organisattonen bindend sein. In der DiSlussion bedauert Ge« nosie Dahlenburg die Ablehnung der Vereinbarung zwischen Parteivorstaud und Generalkoiumission betreffs der Mai- feicr. Gcnosie John führt aus, es wäre besser gewesen, wenn die Resolutton Frohme angenommen wäre. Dieselbe bedeute eine Ver« schärftmg der Lübecker Resolution. ES herrschen in Süddeutschland andere Verhältnisse wie im Norden. Die Süddeutschen haben im guten Glauben gehandelt, daö richtige für die Partei zu tun. Die Hauptschuld au der erregten Debatte vor und ivährend des Parteitages trage der„Vorwärts". Dieser müßte sich mehr objektiv verhalten, denn er wäre nickt Berliner, sondern Zentralorgan. Genosse Berg er wünscht, daß der erste Mai besser gefeiert werde. Dieses wäre jedoch nur durch ausreichende linier- stätzung zu erzielen. Redner glaubt, daß die Erklärung der Süd- deutschen nur ein Schreckschuß sei und hofft, daß sich die Süddeutschen den, Beschlüsse dcö Parteitages fügen werden. Genosse Hermann Müller ist mit der Regelung der Maifeier nicht einverstanden. Die Gewerkschaften können die Kosten für die Beschlüsse der Partei nicht tragen. Für die Partei wäre die An- nahine der Resolution Frohme dienlicher gewesen. Er be- dauert, daß die Norddeutschen mit gebundenen Mandaten nach Nürnberg gekommen sind. In seinem Schlußwort widerspricht Gcnosie R o s e n f e l d der Ausiasiung, daß die Nord- deiitschcii m der Budgetfrage gebundene Mandate gehabt hätten. Das Gegenteil ist auch dadurch bewiesen, daß nicht ein einziges Mandat vom Parteitag beanstandet ist. Vor Schluß der Versammlung macht der Vorsitzende noch auf den Kursus der Arveiterbildung»schule aufmerksam. Derselbe beginnt am Donnerstag, den 15. Oktober, und wird ab- gehalten im Lokal der Witwe W c i g e l. Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Der Boykott gegen das Lokal des Gastwirts Gustav Schliefe, Hönower Straße,' übt andauernd seine Wirkung auS. Um der gähnenden Leere des Lokals abzuhelfen, verstieg sich der Wirt am Sonntag dazu, jedem 50. Besucher ein Geichenk zu versprechen. Aber selbst diese Großmütigkeit zog nicht, und die Präsente blieben dem Wirt auf dem Halse. Eine Anzahl unserer Genossen informierten die Passanten durch Handzettel, daß das Lolal gesperrt sei. Sonderbarerweise erregte das bei dem Wirt, der nach seinen Aussprüchen mit„Sozialdemokraten" und„Faulenzern" nichts zu tun haben will, großes Mißfallen. Und so fanden sich denn einige Freunde, die Gendarmen zur Hilfe riefen. Auch der Tischler W i t k o w s k i, der sich früher einmal als Parteigenosse geliert hat, brachte einen Gendarmen herbei und ersuchte ihn um die Fest- stellung der Personalien von Zettelvertcilern. Da gerade die AufsichtSbeamten zugegen waren, nahmen unsere Genosien die Ge- legenheit wahr und ließen ebenfalls einen Herrn feststellen, der sich fälschlicherweise alS Polizeibeamter ausgegeben hatte und einen Zettelverteiler von der Straße verweisen wollte. Herr Schliefe hat auch sein möglichstes getan, um durch seine Aufgeregtheit halb Mohlsdorf zusammenzurufen. Wir bitten, auch in der Zukunft zu beachten, daß das Lolal von G u s > st a d S ch l i e s e zu meiden ist. Vermischtes. SchiffSzufammcnstoß. Der Dampfer„Nipponia" der Kunstmannschen Reederei ist in letzter Nacht um 12'/« Uhr auf der Höhe von Scheveningen(Holland) von dem Dampfer„Pretoria" der Hamburg-Amerika-Linie angerannt worden und gesunlen. Von der aus 25 Mann bestehenden Beiatzung sind zehn von dem Dampfer„Pretoria" aufgenommen. Ucber den Verbleib der übrigen ist nichts bekannt. Man vermutet, daß sie in Booten gerettet sind. Die„Nipponia" befand sich auf der Fahrt von Lulea nach Rotterdam mit einer Erzladung. Mord und Selbstmord. In Bennecken st ein im Südharz hat der Former Läufer seine Braut, die 20jShrige Gastwirtstochter Berg durch zwei Schüsie getötet. Nach der Tat hat sich Läufer vor einen Zug ge» warfen. Er wurde vollständig zermalmt. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallcn-Dlrektion über den Großbandel m den Zentrai-Martthallen. Marktlage: Fletsch: Zufuhr reichlich. Geichäst ruhig. Preise unverändert. Wild: Zufuhr genügend, GeschasI ledhast. Preise gut Geslüaeli Zusubr reichlich, Gcichäjl nicht lebhast genug, Preise besriedigend F l s ch«. Zusuhr reichlich, Gcichäs! Icbhnst. Preise mchrsach anzicheud Butler und Käse: Ge« ilbäs! ruhig � Preise unverändert Gtmflle, O b st und Südfrüchte: Zusuhr ausreichend, Geschäjl schleppend. Preise behauptet. WttterungsnberNch» vom S. Lttoder 1908, morgen» 8 Uhr. Ctattonen sÜ s| S5— «§ c= S M Ktvwemb». 767W Hamburg l7b7OSO «erlw 1768 Still iJtanfi.a.Sl. 768 Still München;770 Still Wien 77033 Detter 1 Nebel 1 Nebel wollenl Nebe, heiter 1 bedeckt »II ßut Kkc 6 C 8 i 6 Stationen ftavaranda, 762 3) Petersburg 758n® Sctlly tlderdee» Parti 762 WNV 758 SSW 765 SSO I Setter B* MS, 2 wollen! 2 wollenl I bedeckt 1 bedeckt, 2 wollenl l VZettervrognose kür Sonnabend den 10. Qttoder 1908. Ziemlich warm bei mätzigen lüdlichen Winden und langsam nehmender Bewcllunz. leine erheblichen Niederschläge Berliner W e t t» r b tl»« a U. I » 12 13 9 V> Böasierltands-Nackrtchten de» Lanbeianitvl, M« Gewässerlunde. mitgeteilt vom Berlinei Vetlerdureau vagerltanb M« m« l, Tilsit P t« 9» I, Lnilcrbnrg SS e i ch I e l Schorn Oder Ratibor , Krosien „ Fränkiurt Warth». Schnmm , LandSberg Netz,. Vordamm S t b«. Lemnerttz , Treidcn . Bardo . Magdeburg ') bedeutet SSuchS.— Fall.—') Unlerveael Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 10. Dttobet. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Die Bohème, Königl. Schauspielhaus. Der lette Funte. Deutsches. Gin Sommernachts. traum. Rammerspiele. Nju.( Anfang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Fräulein in Schwarz. Das Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Madame Sans Gêne. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Abends 8 Uhr: Montblanc. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Berndt: Der Begriff Leben". Luisen- Theater. Nachmittag 4 Uhr: Kindervorstellung: Max und Moritz. Abends 8 Uhr: Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Flachsmann als Erzieher. Gretel. Anfang 8 Uhr. Nenes tgl. Operu- Theater. In der Sommerfrisch'n. Reffing. Gespenster. Sonntag nachm. 3 Uhr: gewiesen. Abends: Freiheit. Montag: Freiheit. Aus Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8Uhr: 8um erstenmal: Der Familientag. Lustspiel in 3 Aften v.Guftab Stadelburg, Sonntag, nach m. 3 Ubt: Der rote Leutnant. Sonntag, a bettbs 8 Uhr: Der Familientag. Montag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uht: Julins Casar. Trauerspiel in 5 Aufzügen bon William Shakespeare. Sonntag, nadm. 3 Ubr: Cütz von Berlichingen. Sonntag, abends 8 Uge: Julius Cäsar. Montag, abends 8 Uhr: Julius Casar. Zirkus Schumann. Heute Sonnabend, den 10. Ottober cr., abends präzise 7%, lihe: IV. Grande Soirée High Life. Gala- Programm. Nur kurzes Gastspiel. Ameritas größte Sensation! ? Butterflies? Dir. A. Schumann mit seinen 16 Refruten. 36 Original Marokkaner. Noch nie gezeigt. Pyramiden bis zu 26 Mann und phänomenale Sprungleistungen. Rowland Truppe, 8 Personen. 9 Luft Voltigeure Einzig dastchend: Das borende Känguruh. Sonntag: 2 Galavorst. Berliner. Grotte Borger: Gin DERNHARD ROSE THEATED Roebers Reinats. Auftreten der Schulreiterin Fri. Dora Schumann. Erinnerungsfest. Neues. Wahrheit. Kleines. Lady Frederid. Komische Oper. Der Mastenball. Residenz. Das Glüd der andern. Der felige Dctabe. Hebbel. Der Liebhaber. Westen. Ein Walzeitraum. Schiller 0. . Wallner Theater.) Der Familientag. Schiller Charlottenburg. Julius Gäsar. Thalia. Das Mitternachtsmädchen. Puitspielhaus. Die blaue Maus. Neucs Operetten. Die Dollar prinzeffin. Trianon. Die Liebe wacht. Lorning. Zaza. Bernhard Noje. Das Rätchen bon Heilbrom. Nachmittags 4 Uhr: Wchenbrödel. Zuisen. Flachsmann als Erzieher. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Moritz. Apollo. Ein Sonntagmorgen in Rußland. Vera Violetta. Spe. zialitäten. Metropol. Donnerwetter Los. tabel Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Walage. Spezialitäten. Kajino. Gr. Frankfurter Str. 132. Das Käthchen von Heilbronn. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Abonnements ut. Borzugskarten unAschenbrödel. Sonnt. Herr Paragraph. gültig. Nachm. 4 Uhr feine Preise: Brauerei Ausstellung der Verfuchs und Lehranftalt für Brauerel in Berlin 10. bis 18. Oktober Inftitut für Gärungsgewerbe. N., Seeftr. Brauerei Mafchinen- Ausftellung Metropol- Theater Internationale Gerften- u. Hopfen- Ausftellung Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Wissenfchaftliche Ausftellung Ausftellung und Verkauf von Arbeitspferden Vorführung der Pferde täglich 1. Uhr Geöffnet 9-5 Uhr Eintritt 3.Mark Strassenbahnlinien: Ne 22.24.25.26.28.29.31.39.42.68. Kochkunst- Ausstellung WINSTARTEN Kochkunst- Ausstellung Neues Programm Familie Auguft Snode. Anne Dancerey Spezialitäten. Gustav Behrens. Feine Sachje! Ausgezeichnet! Spezialitäten. Folies- Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witwe. Wintergarten. Spezialitäten. Carl Haberland. Spezialitäten. Weichsballen. Stettiner Sånger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Gine Rilfahrt bis zum zweiten Sataraft. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Berndt: Der Begriff Leben". Sternwarte, Snvalidenstr. 67/62. 8 15 Neues Theater& ur Heute und folgende Tage: a Wahrheit. Schwestern Merkel, Kontorsionist. rin. De Onzo Brothers, FlaschenTortola Valencia, spanische Tänzespringer. Die zwölf Tiller Girls, engl. Gesangs- und Tanzgruppe. Die drei Merrills, komische RadPhilliparts, Diabolospieler. fahrer. Agoust Familie, Jongleure. Cliffe Berzac, komischer Dressurakt. Emma Francis, ExzentrikTänzerin mit ihren zwei Araberjungen. Fuller's Serpentintänzerin. Biograph. Opollo Cheater Boranzeige! Gastspiel der flailia 9,20: Das vollständig nene nischen Tragödin Mimi Aguglia. Spezialitäten- Programm. Donnerstag, 15. bis Sonntag, den 18. Dtt.: Malia( Die Häßliche). Montag, 19. Ottober: Peccatrice ( Die Sünderin). Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Dienstag: 2 mal 2 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr, zu halben Preisen: Die lustige Witive. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonnabend, 10. Dft., nachm. 4 Uhr: Kinder Vorstellung: Hänsel und Gretel. Abends 8 Uhr: Madame Sans Gêne. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der ge Unter anderem: Ein Sonntag- Morgen in Rußland. Russisches Ballett. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Lene Land Paul Schneider- Duncker und das großartige Oktober- Programm 14 neue VariétéSpezialitäten. alast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bhf. Börse. Größtes hörnte Siegfried. Siegfrieds Tob. Spezialitäten- Theater Berlins Berliner Theater. Abends 8 Uhr: 3000 Personen fassend! 3000! Das wunderbare Erotik. Vorh.: Ein Erinnerungsfest. Oktober- Programm! Morgen 3 Uhr: Emilia Galotti. 8 Uhr: Erotit. Ein Erinnerungsfeft. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Hebbel- Theater. Königgräßer Str. 57/58. inf. 8 Uhr. Heute und folgende Tage: Der Liebhaber. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 8 Alfen von Leo Fall. Residenz- Theater. 12 Attraktionen 12 Unter anderem: Antonie Gates. Billettverkauf von 11 Uhr vorm. ab. Preise ber Plätze 2, 1,50, 1, 75, 50 f. Borzugskarten, halbe Preise, überall gratis zu haben. Neue Welt, Hasenheide 108/114. Heute Sonnabend: Internationale Meisterkonkurrenz für Köche 2000 Mark Barpreise. Täglich: Militärkonzert. Geöffnet von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Eintrittspreis 1 Mark. Berliner Eis Palast Lutherstraße 22/24. Ständige Eisbahn. Täglich bis 1. Mai 1909 von morgens 10 Uhr bis nachts 12 Uhr geöffnet. Täglich von 12 Uhr ab: Großes Konzert. Abends 9 Uhr u. 10 Uhr: Steigen, Duabrillen. 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Mathilde Renz, Schulreiterin. Genn Ernst Schumanns Neubreff. Um 9%, ca.: Barbarossa!! Gr. Driginal- Ausstattungs- Pant. des Zirkus Busch in 6 Bildern. Sonntag, 11. Dft.: 2 große Vorst. Git b. Nachm.- Vorst. h. f.Erwachsene a. allen Sigplägen ein Kind unter 10 Sabren el. Rixdorfer Theater Berg Sonntag, den 11. Oftober 1908: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Alten von Leo Fall. Anfang 7, Uhr. Montag, den 12. Oftober: 1. Bolts. borstellung zu halben Preifen: Hof gunft. Anfang 8 Uhr. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 3 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57 Die beiden Bindelbands!!! Komödie in 2 Atten W.Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Große Extra- Vorstellung. Kranke Herzen. Schauspiel in 5 Aften. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Nach der Vorstellung: Tanz. Gonntag: Krante Herzen. Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria Rustikana und die urkomische Burleste ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, wodjent. 8%, Uhr. Folies- Caprice Durchschlagender Erfolg! Die lästige Witwe. Die Brautschau.- Bunter Teil. Vorverkauf von 11-2 Uhr a. d. Theaterkasse. Anf. 8 Uhr. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanztränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81 Morgen: Gr. Elite Soiree. Tanz. Jeden Dienstag: Theater Abend. Der große Theaterfaal in noch für einige Mittwoche fret bon Anton und Donat Herrnfeld. Reichshallen- Theater Vorher: Künstlerteil. u. a.: Madame D'Ormays BalletteusenSextett. Reisers Original- Bauern. Ensemble. Saratoff, Russen- Trio. Lona Nansen, Vortrage- Meisterin. ValhallaWa Varieté-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr. Das neue gr. Oftober Progr. Bm Tunnel: Regimentskapelle 2c. Theaterbefucher hab. freien Eintritt. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theater. faal Moabits. 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Um 8 Uhr: Novität: Mausi sei süß, Schwant v. Dito Nichter. Franz Sobanski, Cilly Illing, Nante Pohlmann, Eva Wagner, Anita und Stefan Komaromy, Opernbuettisten, Casino- Theater D'Alettas, Songleur- ft. Um 10 Uhr: Liebesleib und Freud, Voltsstüc Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. mit Gefang in 2 Bildern. Das Ottober Programm. Glänzender Erfolg! Jubelnder Beifall! 100 Familie August Knoche. 100.00 LOO 1.50 Operoglases d 6.50 Reisepläser Barometer, antlerut 6.00 Werte Den 9.00 A. Grün, Optiker, Brunnenstraße 4. ie Entfernung der Tätowierung. Obige Broschüre verfenbet gegen Ginsendung v. 20 Bf. in Briefmarken Max Eder, München- A. 26, Blumenstraße 58. Auguft Senoche: Dir. Hans Berg. Sonntag 4 Uhr: Reezengasse 8a. Passage- Panoptikum. Heute vorletzter Volkstag! Jedermann ein Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Der Riese Pisjako und das kolossale Raritäten- Programm. Alles ohne Extra- Entree, Luisen- Theater. Sonntag, den 11. Oktober: Abends 8 Uhr: Nachmittag 3 Uhr: Unwiderruflich letzte Sonntags- Aufführung! Zur Erinnerung - Direktion: Richard Alexander. an die 30 jährige Wiederkehr des Tages des Sozialistengesetz- Erlasses. Abends 8 Uhr: ,, Freiheit." Ober- Schöneweide. Wilhelminenhof. Sonnabend, 10. Oktober: Kluge- Zimmermann altrenommierte 6/16 Leipziger- Sänger! Hochinteressantes Sensations- Programm 98 98 Greift zu! ben besten b. 9,50m Abonnementsanzüge.. 13,00 Monatsanzüge. Pfandleihanzüge Partieanzüge. Gebrockanzüge Winterpaletots Sofelt. 12 Das Glück der andern. Ausgewiesen". Soziales Drama aus der Zeit des Sozialistengesetzes von Karl Böttcher. 11,00 12,00 14,50 Politisches Schauspiel in 4 Aufzügen von Karl Böttcher. inauge, Grfan f.Diak 20.50 Erster Teil der Trilogie sozialer Dramen: 9,50 2.00 George Cartier: Richard Alexander. 19 Jahre wegen„ Gefährdung der öffentlichen Ord- ,, Freiheit" ,,, Gleichheit" ,,, Brüderlichkeit. Warme interioppen. 6,00 Hierauf: Der felige Ottabe." Morgen und folgende Tage: Das Glück des andern. Hierauf: Der felige Oftabe. Sonntag 3 Uhr zu über die Hälfte ermäßigten Breifen: Haben Sie nichts zu versollen? nung" polizeilich verboten gewesen! Die Leser des ,, Vorwärts" zahlen gegen Vorzeigung dieses Inserats Dur 60 pr. für L. Parkett. an der Theaterkasse Auf allen übrigen teueren Plätzen 25 Pf. Ermäßigung des Kassenpreises. Ausschneiden! Gutschein für 1-3 Personen. Die Leser des Vorwärts" haben zu dieser Aufführung gegen Vergütung, auf Plätzen von 2,00 M. aufwärts: 50 Pf. Vergütung. Ausschneiden! Gültig für 1-3 Personen! Vorzeigung dieses Inserats auf allen Plätzen von 1,50 M.: 25 P. Moldauer 98 Gr. Frankfurter Str. 98 im Laden( am Strausberger Blat). -Straßenbahn- Bergütung. C OKTUDER MESSE BEI JANDORF beginnt Montag den 12.Oktober und endet Sonnabend den 18. Oktober Gänse! Waren zu ausserordentlich billigen Preisen! Beachten Sie unsere Schaufensterdekorationen. 7/1 Gänse! Gänsefleisch ohne Keulen a Pfund 40 Pt. 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Das Strafgefeg tenne bei Meineid Lohn erzielt zu haben, behauptet Bathscheider, er habe dadurch absolut feine mildernden Umstände, nur in einem Falle sei eine Milderung feine Vergünstigung gehabt, sondern er habe vielfach schlechter ver- der Strafe möglich, wenn der Beschuldigte bei Begehen des dient als andere, die nichts gaben, und dazu auch noch Meineids, falls er die Wahrheit sagte, sich selbst einer Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Saarhärter gearbeitet. Das schien durchaus glaublich, da es sich um strafbaren Handlung bezichtigt hätte und das traf in diesen brüden spielte sich am 8. und 9. Oftober ein weiterer att ab in einen äußerst beschränkten Menschen handelt, den die rücksichtslosen Fällen au. Er bat die Geschworenen, beide Fragen zu bejahen. dem bekannten traurigen Drama der Bestechung fistalischer Steiger gehörig betrogen. Beide Angeklagten gaben unter Tränen Der Verteidiger wies auf das furchtbare System hin, das Grubenbeamten. Es hatten sich drei Bergleute wegen an, aus Furcht und in Sorge um ihre zahlreiche Familie den die Steiger feit bielen Jahren aufgebaut und wissentlichen Meineids zu verantworten. Meineid geleistet zu haben: hätten sie die Wahrheit gefagt, so unter dem die Bergleute fo unendlich ich wer au Berhandelt wurde am ersten Tage gegen die königlichen" Berg- mußten fie befürchten, entweder abgelegt oder doch von den Beamten leiden hätten! Beteiligten sie sich nicht an den Bestechungen, Ieute Johann Schirra und Johann Bathscheiber, am zweiten schifaniert zu werden, daß sie schließlich von selbst gegangen wären. tönnten sie nichts verdienen, beteiligten sie sich daran, machten ste Tage gegen Philipp Weiß, jämtlich aus Merchweiler, denen Ueberbies hätten sie sich ja der Teilnahme an einer strafbaren sich it rafbar. So sei es zwar nicht zu entschuldigen, wohl aber zu zur Last gelegt wurde, am 19. Dezember 1907 auf der fiskalischen Handlung beschuldigen müssen. verstehen, wenn, als plötzlich die Katastrophe hereinbrach, die Leute Grube Göttelborn bei der Untersuchung der Beamten- Der Staatsanwalt Michals! e erörtert die Frage: Wie niemand verraten wollten und so den Meineid leisteten. Er bat die Gedurchstechereien vor bem Untersuchungsrichter wiffent tommt es und wie ist es möglich, daß so viele Bergleute fich der schworenen ebenfalls um Bejahung beider Fragen. Die Geschworenen lich die unwahrheit beschworen zu haben. Die ersten furchtbaren Gefahr ausgesetzt und einen Meineid geschworen bejahten in beiden Fällen beide Fragen; das Gericht verurteilte beiden Angeklagten find im bollsten Umfang geständig, hätten? Es müsse doch eine schwere Wolle über der Sirra zu einem Jahr Gefängnis, Bathscheiber zu so daß auch die Vernehmung der zahlreichen Zeugen, unter denen Grube Göttelborn gelegen haben und gerade weil es sich neun Monaten Gefängnis. Je ein Monat Untersuchungshaft wurde fich auf der Obersteiger Michuely in der Zuchthaushier um die höchsten Beamten gehandelt habe, denen das angerechnet. kleidung befand, verzichtet wurde. Schirra wie auch Bathscheider gesammelte Geld zugesteckt wurde, sei es wohl erklärlich, warum die Gestern wurde, wie uns telegraphisch mitgeteilt wird, abermals gestchen ein, mehrere Jahre in ihrer Kameradschaft Bergleute beschworen, nichts von Bestechereien zu wissen und sich so ein Bergarbeiter, weiß, wegen eines in der Bestechungsaffäre gean jedem Lohntage Geld für ihren Steiger, Fahr der Gefahr ausiegten, ins Buchthaus zu wandern. In dem reu- leisteten Meineides zu einem Jahre Gefängnis berurteilt. steiger und Obersteiger gesammelt zu haben! Nach mütigen Geständnis erblickt er den guten Charakter, die Religiöfität, Wann wird das im Saarrevier herrschende System ausgefehr! Angaben Schirras wurden Beträge von 1, 2, auch 3 Mart von jedem die patriotische Gesinnung und die Moralität unserer" braven werden, dessen Opfer die Verurteilten geworden sind? einzelnen Kameraden an jedem Lohntage abgeliefert, während Bath Bergleute. Das offene Geständnis könne sie bor Strafe nicht Grosse Gelegenheitskäufe an allen Abteilungen! Um schnell zu räumen, Preise auffallend billig ca. 300 Herren- Strapazier- Hosen 2.80 Stück. Mk. ca. 400 Herren- Phantasie- Westen 1.95 in den neuesten Dessins, Stück... Mk. Herren- Konfektion ca. 250 Herren- Loden- Joppen 6.85 mit schwerem Fanci- Futter, Stück ME. ca. 250 Winter- Paletots u. Ulster In den schönst, engl, Dessins pa. Qualit, u. Verarbtg., pro Stok, Mk. 36.-, 82.50, 27.-, 21.- und ca. 250 Herren- Jackett- Anzüge Schuhwaren ca. 200 Paar Kinder- Stiefel Gemsleder, Gr. 18-22, Wert M, 2.50 Paar 1.45 1.95 ca. 100 Paar Kinder- Stiefel weiss 1.95 Glacé, Gr. 18-22. Wert 3.75... Paar ca. 200 Paar Kinder- Stiefel Boxcalf, 4.95 br. 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H Centrale: W8 Friedrichstr. 182 C Königstr. 47 SW Friedrichstr. 221 W C BUD Potsdamerstr. 5 Rosenthalerstr. 1 W Tauentzienstr. 15 1. Ziehung 4. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterle. Ziehung vom 9. Oktober 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 192 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 73 486 672 757 63 1078 106 73 253 883 50 672 867 68 69 2048 174 301 29 415 789 985 3117 276 321 602 90 4043 276 99 503 800 5083 135 318 52 640 70 779 947 6699 7444 874 92 8066 204 67 80 442 639[ 400] 75 777 883 916 31 9066 835 422 882 940 10120 97 307 491 500 602 964 11116 349 68 414 583 12229 355 929 13370 72 522 47 56 612[ 400] 60 976 14070 518 62 615 15084 111, 17, 78 501[ 500] 707 39 99 864 16191 361 454 78 636 832 57 17000 196 285 377 550 654 94 18119 293 859 958 19128 61 953 20105 264 92 93 428 753 980 21371 85 831 22138 50 212 450 679 714[ 400] 886 23010 117 226 388 457 96 600 62 822 988 24316 95 481 718 947 25081 457 728 979 96 26052 100 41 245 77 889 592 658 77 749 74 837 27365 664 77 728 28809 58 91 519 676 750 64 29085 62 243 370 629 81 863 912 30093 95 130 89 802 10 531 62 648 851 981 31082 105 46 327 47 451 598 711 78 32134 278 90 303 474 517 25 786 68 33041 127 67 92 361 474 562 674 78 801 48 967 34238 340 410 11 97 507[ 1000] 39 649 796 969 35043 213 16 75 324 26 47 73 534 754 62 88 846 79[ 400] 902 36 65 36222 82 430 712 822[ 500] 37104 216 310 73 542 51 616 93 707 887 917 70 38225 762 609 928 39099 113 81 417 49[ 400] 729[ 400] 841 49 972 40113 384 761[ 400] 41431 878 86[ 400] 942 42005 50 94[ 1000] 194 229 84 82 379 495 757 68 69 993 43103 296 307 69 538 637 44038 336 836 55 968 45296 811 81 499 763 949 46079 225 385 473 81 587 679[ 400] 96 774 887 47168 71 229 72 428 55 626 909 48072 106 436 506 49107 21 332 33 539[ 400] 658 744 844 907 30 38[ 400] 50186 717 59 998 51058 820 440 47 543 92 917 67 52084 196 303 83 486 525 622 60 703 861 65 943 94 53059 90 111 396 506 9 605 11 15 50 774 803 89 933 54032[ 400] 90 259 518 982 55263 687 95 797 56017 35 111 31 245 56 98 358 91 769 86 57050 57 225 66 71 807 481 514 620 827 34 58315 511 733 84 59105 227 519 45 672[ 400] 744[ 500] 60069 93 148[ 500] 296 304 488 702 16 56 83 864 61139[ 400] 523 45 659 717 830 62056 191[ 400] 217 878 557 827 63117 301 16 575 848 64081 149[ 400] 419 37 46 571 603[ 400] 724 34 887 967 65165 445 77 86 601 74 94 895 936 66021 302 649 71 700 864 905 84 67145 288 439 947 903 8 62 68062 78 275 80 91 542 612 834 69059 804 444 516 758 864 900 77 85 70177 298 579 602 3 72 71068[ 400] 184 282 602 677 72054 163 67 205 390 526 935[ 400] 73149 455 839 62 84 941 56 74286 393 75176 259 832 407 67 630 76038 144 970 77248[ 400] 599 720 874 78038 158 281 362 501 68 95 802 23 929 79028 534 72 670[ 400] 976 80 80101 19 45 67 266 421 862 917 81055 137 61 352 535 655 719 976[ 400] 77 82248 500 73[ 1000] 602 704 81 942[ 500] 83017 111 24 81 862 506 62 690 784 818 900 21 28 84025 73 485 815 73 940 85019 21 82 448[ 3000] 67 568 629 775 898[ 400] 914 86042 56 139 231 558 78 87 665 91 751 87047 267 321 551 88018[ 500] 20 312 919 47 89045 64 214 89 490 98 536 668 804 90047 114 500 24 49 644 87 749 813[ 1000] 908 91257 65 451 628 787 816 92433 755 86 878 93380 934 88 94224 49 364 434 600 49 94 721 30 918 50 95054 225 335 49 621 80 96024 270 705 983 97008 42 67 378 473 881 934 97 98191 402 22 532 99 623 38 99260 881 421 580 601 802 68 100034 281 443 64 75 625[ 400] 42 101536 102145 [ 400] 383[ 400] 98 545 56[ 400] 943 103012 205 319 87 439 658 104193 683 716 55 105461 534 607 780 106278 440 67 524 82 96 668,727 979 107013 28[ 400] 92 150 87 218 485 89 108810 45 61 509 995 109070 109 3864 618 42 714 897 933 110001 88 181 416 807 56 111087 314 409 63 91 534 671 112266[ 400] 397 498 113079 250 498 503 52 114027 428[ 1000] 547 691 115112 244 69 478 644 737 887 937 116008 292 539 778 835 957 117270 364 81 623 863 118007 15 67 150 202 32 312 457 71 620 25 747 119097 205 8 431 627 45 66 91 749 823 49 905 120363 474 88 871 947[ 1000] 121213 516 122080 665 719 123176 200 341 43 620 858 124014 487 624 757 125017 46 383[ 400] 548[ 400] 51 730[ 500] 33 71 823 126308 428 515 48 88 97 774 855 127004 273 301 38 417 508 826 81[ 400] 953 77 86 128077 526 638 805 51 129024[ 400] 118 52 317 681 868 130060 75 150 64 482 520 90 752 811 50[ 1000] 905 131119 59 360 531 63 87 601 990 132244 805 81 56 549 133069 308 654 812 134556 988 135106 637 974 136003 11 85 623 784 825 980 43 64 137288 340 78[ 400] 795 815 991 138050 346 410 519 29 72 700[ 400] 18 27 844 97 139167 358 615 756 882 945 140134 210[ 400] 91 345 633 50 54 67 798 863 141048 224 56 415 770 142017[ 400] 307 454 007 704 26 982 143108 51 269 427 99 625 706 85 829 92 144390 408 630[ 400] 843 58 954 145038 173 437 625[ 400] 745 146526 966 93 94 147105[ 400] 31 222 87 304 60 443 Jeder Arbeiter, jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules fragen. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.