Nr. 245. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis pranumerando Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Somtags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost bonnement: 1,10 art pro Monat. Eingetragen in die Boft- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Numänien, Schweden und die Schweiz • Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Boct 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Mort 10 Bfg. edes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition cbgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm.breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Das Sozialistengesetz Sonntag, den 18. Oftober 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. und der Liberalismus. ere bazkriſe geraten; ſie ſchrie nach Schutzöllen, um jährigem Aftenschreiben als beglückende Auszeichung winken. 0 widelungen und Umwälzungen. Sie aber traten in der glücklich sind, wenn sie für ihre, der junkerlichen Reaktion geMitte der siebziger Jahre ein. Die große Industrie war leisteten Dienste am preußischen Drdensfeste mit den Bändchen durch die sinnlose Ueberproduktion der Schwindeljahre in eine dekoriert werden, die fleißigen Kanzlisten nach fünfzigsich auf dem inneren Markt hohe Preise zu sichern und so So scheiterten die Verhandlungen Bismarks mit Bennigsen, Als sich vor fünf Jahren ein Vierteljahrhundert vollendete auf dem Weltmarkt durch Schleuderpreise um so sicherer die und um so mehr lag es nunmehr im Interesse der liberalen seit dem Erlaß des Sozialistengesetzes, gab der Vorwärts" ausländische Konkurrenz zu unterbieten. Die eigenen Volts- Bourgeoisie, die Arbeiterklasse wenigstens nicht gewaltsam vor cine Festnummer heraus, in der eine Reihe von Partei- genoffen sollten weißgeblutet werden, damit die überschüssigen den Kopf zu stoßen. Aber da ihre Opposition gegen Bismarc veteranen ihre Erinnerungen an glorreiche Kämpfe und Siege Produkte um so wohlfeiler an fremde Nationen abgesetzt werden sie bei alledem in ihren feigen Herzen erzittern ließ, so veröffentlichten. Heute, wo ein Menschenalter verflossen ist, tönnten. In gleichem Maße aber begannen die Großgrund- glaubten sie sich stärken zu sollen durch um so wütenderes feitdem der deutsche Reichstag sich durch die Annahme des besitzer, die bis dahin enragierte Freihändler gewesen waren, Herfallen über die Sozialdemokratie: eine Politit, die unter Ausnahmegesetzes entwürdigte, müssen wir dem Erfolge gerecht nach Schutzöllen zu schreien, denn die Grundrente begann zu den erlesensten Dummheiten des neunzehnten Jahrhunderts werden, den es allerdings erzielt hat und den sein Urheber sinken durch die Ueberschwemmung des deutschen Markts mit immer einen hervorragenden Platz behaupten wird. Und man nicht minder, ja vielleicht noch mehr anstrebte, als die amerikanischem Fleisch und Getreide, die ihrerseits eine Folge muß anerkennen, daß die Fortschrittler daran einen noch Zerschmetterung der Sozialdemokratie: der moralischen Herab- der durch den Kapitalismus treibhausartig geförderten Ent- größeren Anteil hatten als die damaligen Liberalen. Bennigsen, würdigung und der politischen Vernichtung des Liberalismus. wickelung der Verkehrsmittel war. Bismarck war sowohl der immerhin ein gebildeter Mann war, hat es nie so arg geZur Zeit, wo die Fischbed, Kopsch, Müller Sagan, Mugdan, Großgrundbefizer wie Großindustrieller und hatte deshalb trieben wie Eugen Richter, der obgleich er ganz genau wußte, Wiemer und wie diese Gernegroße sonst heißen, bereit sind, einiges Mitgefühl mit den beiden so herzbrechende Not um was es sich für Bismarck handelte dennoch den Kampf eine neue Steuerlast von 500 Millionen auf die Schultern leidenden Klassen. Aber als großer Staatsmann hatte er gegen dessen reaktionäre Wirtschaftspolitik als eine Neben-, der Massen zu wälzen, ist es wohl zeitgemäß, daran zu er- noch seine besonderen Sorgen. Die fünf Milliarden Kriegs- dagegen den Kampf gegen die Sozialdemokratie für die Hauptinnern, daß vor einem Menschenalter noch eine Art anti- entschädigung, die Frankreich hatte zahlen müssen, waren in sache erklärte, der die Wahlparole ausgab:„ Lieber Lucius revolutionären Umsturzes nötig war, um der Arbeiterschaft leichtfertiger Weise verpulvert worden, und die Finanznot als Stapell", lieber der gehorsamste Bismarcker, als ein Sozialeine neue Steuerlast von 200 Millionen aufzuhalsen und mit pochte drohend an die Tore der neuen Reichsherrlichkeit. demokrat, der die Sozialdemokratie mit denselben edlen Waffen dieser Erinnerung zugleich die Weisheit jener Ratschläge zu Bismarck mußte neue Steuerquellen erschließen, Steuerquellen, angriff, die heute etwa vom Reichslügenverband geschwungen beleuchten, die der Arbeiterklasse zumuten, sich mit einem die massenhaft strömten und, wie es sich für ihn von selbst werden. Leichnam zu verbinden, der nun schon seit dreißig Jahren verstand, durch den Reichstag nicht nach dessen Belieben verDer Pfiff dieser selbstmörderischen Politik bestand darin, stopft werden konnten. Die Wege dazu waren indirekte daß sich die liberale Bourgeoisie der Bekämpfung der reaktioSie waren gewiß auch keine Helden, die Liberalen vor Steuern auf den Massenverbrauch, Finanzzölle, Fiskalisierung nären Wirtschaftspolitit durch die Arbeeitrklasse mit Recht dreißig Jahren. Sie hatten durch ihre Politik feit 1866 in großer Erwerbs- und Verkehrszweige. für sicher hielt, aber sehr mit Unrecht anuahm, durch heftiges vollem Maße bestätigt, was Lassalle bereits 1863 in seiner So kam Bismarck in eine reaktionäre Finanz-, Steuer- Toben gegen die Unstürzler" nach oben hin zu imponieren. Frankfurter Rede vorausgesagt hatte: Befriedigen die und Zollpolitik hinein. Jedoch sein Mißgeschick wollte, daß er Dieser Pfiffigkeit war Vismards Pfiffigkeit reichlich gewachsen; deutschen Regierungen die materiellen Interessen der Bour- diese Politik zunächst nicht mit den reaktionären Parteien er sagte sich, daß er nunmehr die liberale Bourgeoisie mogeoisie, so schreibt sie ihre politischen Ideale in den durchführen konnte. Zwar mit den Junkern, die wegen seiner ralisch und politisch nicht bequemer lahmlegen könne, als Rauchfang. Die liberale Bourgeoisie liebt freilich die tapitalistischen Wirtschaftspolitik eben einen hartnäckigen Ver- durch heftige Gewaltschläge gegen die Arbeiterklasse, eine Freiheit, aber nur wie man ein Ornament im Zimmer, wie leumdungsfrieg gegen ihn geführt hatten man denke an Rechnung, die nur insoweit nicht stimmte. als der Geniale der man einen schönen Schmuck liebt; tann man ihn haben, ist die Aeraartikel der Streuzzeitung"! bertrug er sich schnell komischen Einbildung verfiel, durch diese Gewaltschläge die es gewiß besser; kann man ihn nicht haben, ist es auch gut! genug, nach dem bekannten Sage, den wir aus Ehrfurcht vor Sozialdemokratie wirklich zerschmettern zu können. Man geht dafür weder ins Wasser noch ins Feuer." Durch so erlauchten Politikern lieber nicht wörtlich zitieren wollen. die wirtschaftliche Gesetzgebung von 1867 bis in die ersten Aber mit dem Zentrum, das sonst zu haben gewesen wäre, fiebziger Jahre hinein waren die materiellen Interessen der konnte er nicht anbinden, von wegen des famosen KulturBourgeoisie in hohem Maße befriedigt worden. Diese Gesetz- tampfes; weder konnte das Zentrum den diokletianischen berwest. Ein Tubiläum gebung hatte die Schranken niedergeriffen, die sie an der Christenverfolger" so ohne weiteres pardonieren, noch fonnte der Berliner Berliner Sozialdemokratie. tapitalistischen Ausbeutung des Proletariats zur Zeit des Bismarck so ohne weiteres nach Canossa marschieren", deutschen Bundes hinderten. Der deutsch- französische Krieg wogegen er sich prahlerisch verwahrt hatte. Die Zeit sollte hatte ihr in heftigen Gewaltschlägen die Tore des Welt- fommen, wo sich auch diese schönen Seelen fanden, allein vor marktes gesprengt, und in dem wilden Taumel der Gründer- läufig hatte Bismard allen Anlaß, zu versuchen, ob nicht die jahre feierte sie den Triumph, eine ebenbürtige Konkurrentin Liberalen, die ihm ihre politischen Ideale geopfert hatten, der englischen und französischen Bourgeoisie geworden zu nun auch die materiellen Bourgeoisinteressen opfern würden. sein. Dafür zahlte sie gern den Preis, ihre politischen Der Liberalismus stand damit am Scheidewege, insoweit Ideale eins nach dem anderen auf den Kehrichthaufen als sich ihm eine legte Möglichkeit bot, emporzukommen, trok zu werfen; dieselben liberalen Vorfämpfer, die Gneist, aller moralischen Blamagen und politischen Niederlagen, die die Simson, die Sybel, die ehedem den Junker Bismard als er schon erlitten hatte. Was er vertrat, wenn er nunmehr ,, Seiltänzer" und Don Quichote" verhöhnt hatten, sie priesen rücksichtslos die Kapitalfreiheit" verfocht, war immer noch der ihn jetzt überschwenglich als Herkules des Jahrhunderts", als den unvergleichlichsten Helden der Weltgeschichte. Bor wenigen Wochen hatten sich die offiziellen Vertreter der preußischen Städte in Königsberg versammelt, um das hundertjährige Jubiläum der Steinschen Städteordnung festlich zu begehen und in edlem Wetteifer mit den Vertretern Der Regierung der großen Errungenschaft des Jahres 1808 nicht längst seine Vergangenheit vergessen, würde es sich nicht zu gedenken. Hätte das ehemals liberal gesinnte Bürgertum seiner Vorfahren schämen, dann hätte dieser preußische Städtetag sich zu einem flammenden Protest gestalten müssen gegen die Regierung, die es verstanden hat, im Laufe der 100 Jahre die Städteordnungen rückwärts zu revidieren, der Selbsthistorische Fortschritt gegenüber einem reaktionären Rückschritt. verwaltung Schranken und Fesseln umzulegen, den Einfluß Und wenn ihn die kleinbürgerlichen Schichten mehr und mehr der Arbeiter auf die Geschicke der Gemeinden einzudämmen Aber leider ist diese unvollkommene Welt immer noch so verließen, so durfte er auf eine ungleich stärkere Unterstützung füllung ihrer sozialen Aufgaben zu hindern. Aber es gehört und die Kommunen durch einengende Geseze an der Ereingerichtet, daß die kapitalistischen Bäume nicht in den durch die erwachende Arbeiterbewegung rechnen. Die deutsche füllung ihrer sozialen Aufgaben zu hindern. Aber es gehört nun einmal zur Gepflogenheit der Bourgeoisie, unter Himmel wachsen. Es tam nun die letzte Probe, die Lassalle Sozialdemokratie besaß noch lange nicht die Macht, Fälschung der historischen Tatsachen sich an inhaltslosen in seiner Frankfurter Rede der Bourgeoisie noch offen gelassen über die sie heute berfügt, aber sie hatte sich unter der tapi Bhrasen zu berauschen und entzückt darüber, daß ein Minister hatte, indem er sagte: Würde es sich um die Stapitalfreiheit talistischen Wirtschaft schnell entwickelt und hatte genügenden sich herbeiläßt, sie auf ihren Festen mit seiner Anwesenheit und alle jene materiellen Interessen handeln, die mit ihr ver- Einfluß auf die Massen, um diese zu einem fräftigen Wider- zu beglücken, plötzlich all der Schikanen zu vergessen, die bunden sind, nun, unsere Bourgeoisie würde vielleicht stande gegen die Massenplünderungspläne Bismards auf- preußische Minister gewohnheitsmäßig den Städte dieselbe Energie finden, wie ehemals die französische." zupeitschen. Die liberale Bourgeoisie, brauchte den sozia- verwaltungen zu bereiten pflegen. Der preußische Städtetag In der Mitte der siebziger Jahre kam die Zeit, wo liftischen Utopien" gar keine Zugeständnisse zu machen; sie gehört zu den Saturnalien der Bourgeoisie", über die es fich wieder um diese Interessen handelte. Der brauchte gar nicht einmal ein tattisches Bündnis mit der Ferdinand Lassalle fo fein spottet:" Was feierten Rausch der Gründerjahre endete mit einem fürchterlichen Arbeiterklasse zu schließen, die sich um ihrer selbst und ganz daß man in Sack und Asche gehen sollte, feiern fie Feste! diese Merkwürdigen? Während die Lage des Landes so ist, Stazenjammer; das tausendjährige Reich des Freihandels lag gewiß nicht um der schönen Augen der Bourgeoisie willen Feste, wie sie etwa die Franzosen zu feiern pflegen nach ihren am Boden, in tausend Scherben zerschmettert. Vergebens gegen die reaktionäre Wirtschaftspolitik auflehnte; es genügte fiegreichen Revolutionen, fie feiern fie nach ihren Niedersuchte die liberale Bourgeoisie durch eine greuliche Komödie vollständig, daß die liberale Bourgeoisie nicht in finnloser la gen! Um sich den reellen Kampf zu ersparen, feiern fie die geplünderten Massen zu täuschen; Lasker hüllte sich in Wut die einzige Stüße zu zertrümmern versuchte, auf die sie Feste, stimmen die Geschlagenen hinter Wein und den Mantel des Tugendboldes und donnerte gegen den ziem- sich in ihrem Kampfe für ihre materiellen Interessen verlassen Braten Siegeshymnen an." lich harmlosen Gründerdilettanten Wagener, den bekannten fonnte. fonservativen Polititer, der einen, bisher stets von einem Es schien mun anfangs auch so, als ob sie wirklich Vertrauensmann der tapitalistisch- liberalen Diskontogesellschaft einige Energie entwickeln wolle. Bismard bot ihr einen bekleideten Vortragsposten beim Kaiser erhalten sollte. Lasters Ministerposten an, wenn sie seine neue Wirtschaftspolitik unter Humbug führte nun zur Aufdeckung der Tatsache, daß die stüßen wollte, Bennigsen sollte ins Ministerium treten, aber liberalen Parlamentsfraktionen von Gründern wimmelten, die natürlich nur als Statist; mehr zu bieten lag außerhalb zehnmal ärgere Dinge auf dem Kerbholz hatten, als Wagener, Bismards Macht, da weder der König noch die Junker ihm das empörte die kleinbürgerlichen Schichten, mit ihren zwei gestattet hätten, ein liberales Ministerium zu berufen, selbst Seelen in der Brust, deren realtionäre Seele sich um so wenn er geneigt gewesen wäre, wie er es natürlich nicht war, fräftiger regte, je mehr ihre liberale Seele enttäuscht wurde; sich durch ein solches Ministerium die Hände zu binden. Eben cs reizte das Junkertum, das längst zu der Einsicht ge- dies aber verlangte Bennigsen; mit ihm sollten seine Freunde fommen war, daß seine materiellen Intereffen denn doch bei Fordenbed und Stauffenberg ins Ministerium treten und so der Befriedigung der kapitalistischen Interessen gar zu kurz die liberale Bourgeoisie einen wirklichen Anteil an der Macht gekommen seien. erhalten. Man muß anerkennen, daß diese Leute noch als Indessen moralische Entrüstung entscheidet nicht in der wahre Mammuts von politischen Charakteren erscheinen, verPolitik; was in dieser entscheidet, sind ökonomische Ent- glichen mit den heutigen Größen des Freisinns, die schon Ganz anders das Proletariat! Es benutzt seine Feste, um Heerschau zu halten über das, was es erreicht hat, um zu prüfen, ob seine Waffen noch scharf genug sind, um neue Waffen zu schmieden für seinen Befreiungskampf. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet auch die Berliner Sozialdemokratie das Jubiläum, das sie heute begehen kann, das Jubiläum der 25. Wiederkehr des Tages, an dem es gelungen ist, Bresche zu legen in den Wall des bis dahin vom Kommunalliberalismus beherrschten Noten Hauses und Ver. treter der Arbeiterklasse in die Berliner Stadtverordneten Versammlung zu entsenden. 18. Oftober 1883 ergriffen. Mitten unter dem AusnahmeVon blassem Schrecken ward die Bourgeoisie am gesetz hatte die Berliner Sozialdemokratie ungeahnte Proben ihres ungeschwächten Kampfesmutets abgelegt. Auf den ersten Anhieb hatte sie der Bourgeoisie zwei Stadtverordneten. Wahlbezirke entrissen, die Stichwahlen vom 13. November brachten zwei weitere Siege; am 29. Dezember wurde der fi'mfts Sozialdeinokrak gewählt. Etwa 8000 Wähler der dritten Abteilung hatten sich, der Gefahr der Ausweisung trotzend, offen zur Sozialdemokratie bekannt. Von den fünf ersten sozialdemokratischen Stadt- verordneten A�erlins— Franz Tutzauer, Paul Singer, Ferdinand Ewald, Goercki und August Herold— gehören heute noch zwei, Singer und Ewald, der Versammlung an, ersterer ununterbrochen die ganzen 25 Jcchre hindurch, letzterer, nachdem er von 1880 bis 1899 pausiert hatte, wieder seit dem Fahre 1900. Ein .Tritter, der jürlgst verstorbene.Genosse Tutzauer, übte fö.in Stadtveror dneten-Mandat zwar nur bis zum Sommer ISstA aus, aber er hat auch später noch bis zu seinem Tode anderwärts inr Tienste der Kommune eine lebhafte Tätigkeit entsaftet. Ein neuelt Element war mit den fünf Sozialdemokraten in die Derlimw Stadtvcrordneten-Versammlung eingezogen, ein Elenient, daZ befruchtend wirkte und dem Imikser faire, laisser aller des öden Manchestertums bald ein Ende be- reitete. Tie sojsialdemokratischen Stadtverordneten Berlins haben den unan fcchtbaren Beweis dafür erbracht, wie un- sinnig die Beha uptung unserer Gegner ist, daß die Sozial- demokratie unfähig zu praktischer Mitarbeit sei. Ohne jemals ihren prinzipiellen Standpunkt zu verlassen, haben sie so manche twwtvolle Anregung gegeben, haben sie es ver- standen, soweit es sich nur immer mit ihrem Programm ver- einbaren läßt, mich schon innerhalb der kapitalistischen Wirt- schastsordnnng den Gegnern ein Zugeständnis nach dem anderen ahzurürgen. Niemals hat sich die Fraktion von lokalen Sonder inteeessen leiten lassen, niemals Kirchturms- Politik nach Art gewisser bürgerlicher Stadtväter getrieben oder gar der Bildung eines verderblichen Cliquenwesens Borschub geleistet, sondern auf einer höheren Warte stehend hat sie sich praktisch in der Gemeindeverwaltung betätigt. Ehrliche, nicht nn Parteileidenschaft verblendete oder von wütendem Hast gegen die Sozialdemokratie beseelte Gegner geben das unumwunden zu. Das Lob, das der Frankfurter Oberbürgermajstsc Dr. A d i ck e s aus dem ersten Deutschen Städtetage im Jahre 1903 der Sozialdemokratie gezollt hat, dast gesund und bedeutungsvolle Entwich e l u ir g e w aus dem sozialistischen Ideen- kreise herausgewachsen sind, dies Lob kann die kommunale Vertretung der reichshauptstädtischen Arbeiter- klasse mit Fug n.nd Recht fiir sich in Anspruch nehmen. Die Berliner Arbeiter haben denn auch bald eingesehen, daß sie ihre Vertretung einzig und allein in der Sozial- demokratie finden können. Während 1883 in allen Bezirken der dritten Wähler abteilung zusammen nur etwa 3000 sozial- demokratische Stinimen gezählt wurden, belief sich die Zahl der sozialdemokratischen Wähler 1907, obwohl in diesem Jahre nur ein Drittel der Bezirke zu wählen hatte, auf mehr als 40 000, und m sämtlichen 48 Bezirken der dritten Wähler- abteilung zusammen haben bei den letzten drei Ergänznngs- wählen annähernd 100000 Wähler sozial- demokratisch, dagegen nur etwas über 30000 fiir die Kandidaten der Bourgeoisie ge- stimmt. Von den 48 Mandaten der dritten Wählcrabteilung sind heute 35 im Besitz der Sozialdemokratie. Und das trotz der öffentlichen Stimmabgabe, trotz des Hansbesitzcrprivilegs, trotz der Bindung dies Wahlrechts an einer einjährigen Auf- enthaltsdauer in dar Gemeinde und trotz aller übrigen das Wahlrecht erschwereiaden gesetzlichen Bestimmungen! Verfügen die Sozialdemokraten, dank dem plntokratischen Dreiklassenwahlsystenr und der ungerechten Einteilung der Wahlbezirke nur etwa über ein Viertel der Mandate im Stadtparlament, so geht doch ihr Einfluß weit über ihre zahlenmäßige Stärke hinaus. Gewiß sind die Leistungen Berlins auf dem Gebiete kommunaler Sozialpolitik recht gering, aber man kann ohne Uebertreibung behaupten. daß selbst das Wenige, was erreicht ist, nun und nimmer geschaffen wäre, wenn nicht die sozialdemo- kratische Fraktion unablässig die Vertreter der Bourgeoisie an ihre Pflichten erinnert hätte und fort und fort mit Anträgen hervorgetreten wäre. Keine Gelegenheit hat die Sozialdemo- kratte vorübergehen lassen, stets stand sie da gerüstet zum Kampfe gegen dm RathauSfreisinn, dem selbst die minimalsten Zugeständnisse nur mit Aufbietung aller Kräfte abgerungen werden konnten. Den Schutz der Schwachen hat die sozialdemokratische Fraktion auf ihre Fahne geschrieben, und dieser Parole ist sie von Anfang an bis auf den heutigen Tag gefolgt. Mochte es sich um die geistige oder um die körperliche Hebung der prole- tarlscheu Jugend. mochte es sich um die Besserstellung der mittelbar oder unmittelbar im Dienste der Stadt sich quälenden Arbeiter handeln, mochten Fragen der öffent- lichen Gesundheitspflege, der Armen- und Waisenpflege. Fragen des Verkehrs oder was für Fragen auch immer zur Beratung stehen, stets war die Sozialdemokratie auf dem Posten, um sich der von der Bourgeoisie mit Füßen getretenen Interessen des Proletariats, der Interessen der Gesamtheit anzunehmen. Zu dem Kamps um die soziale Ausgestaltung und die Demokratisierung des Gemeinwesens kam der Kampf gegen die Staatsbehörden, die mit den kleinlichen Mitteln des Polizeistaates die kommunalen Körperschaften schikanierten und ihnen Schwierigkeiten über Schwierigkeiten in den Weg legten. In diesem Kampfe hatte die sozialdemokrattsche Fraktton sehr bald die Führung inne, sie hat der Bourgeoisie gezeigt, daß man nicht durch Katzbuckeln vor der Regierung, nicht durch Nach- giebigkeit, sondern nur durch unentwegtes Verharren auf seinem Rechtsstandpunkt, nur dadurch, daß man den Trägern der Staatsgewalt gegenüber Rückgrat bewahrt, sein Ziel er- reichen kann. Die Selbstverwaltung war für sie keine inhalts- lose Redensart, sondern ein kostbares Gut, von dem sie nienmls auch nur das Tipfelchen über dem i preisgegeben hat. Was die sozialdemokrattsche Stadtvcrordnetensraktton Berlins geleistet hat, das ist mit ehernen Griffeln eingegraben nicht mir in der Geschichte der Reichshauptstadt, sondern daran wird auch der zukünftige Darsteller der Geschichte des Munizipalsozialismus in Deutschland nicht achtlos vorüber- gehen dürfen. Ueberall stoßen wir auf die Spuren ihrer Tätigkeit, ihres planmäßigen Arbeitens auf ein bestimmtes Ziel hin. Mit Stolz kann die Berliner, kann die deutsche, kann die internationale Sozialdemokratie zurückblicken auf diese 25 Jahre der Arbeit, die zugleich 23 Jahre des Kanipfes waren. Aber nicht Siegcshnmnen stimmt sie an, obwohl sie dazu weit mehr Grund hatte, als jemals die Bourgeoisie. Stein, zu neuen Kämpfen rüstet sie. Für eine Partei. die ringS von Feinden umdroht ist, gibt es kein Rasten, kein Ausruhen auf ihren Lorbeeren, für sie heißt es auf der Vor- Hut sein, um jeden Augenblick dem Feinde gewappnet gegen- übertreten zu können. Freudigen Herzens gedenken heute die Berliner Parteigenossen all' der Männer, die innerhalb, des letzten Viertel- jahrhunderts das Banner der Sozialdemokratie auf dem Berliner Rathanse entfaltet haben, voller Siegeszuversicht schauen sie i» die Zukunft, erfüllt von dem heiligen Gedanken des Sozialismus vertrauen sie fest und unerschütterlich darauf. daß auf dem Grunde, den die ersten sozialdemokratischen Stadtverordneten gelegt haben, ihre Nachfolger weiter bauen und nicht ruhen werden, bis aus den verfallenen Ruinen des Komniunalliberalismus das neue Leben des Munizipal- sozialiSmuS cmporgeblüht ist. Die Balkanhrife. Tie Veröffentlichung des Konferenzprogramms hat die Situation zunächst nur verschlechtert. In Kon- stantinopel hat ein außerordentlicher Ministerrat über das Programm beraten und die Abneigung gegen die Kon- ferenz, die bereits vorhanden war, ist außerordentlich ver- mehrt worden. Das Organ des jungtürkischen Konntees „Schurai Ummet" erblickt in dem Programm eine Bestäti- gung seiner Befürchtungen über die Politik der Mächte und erklärt klipp und klar, ein derartiges Programm sei ein- fach u n a n n e h m b a r. Die Türkei müsse jetzt mit einem eigenen Programm antworten. Ebenso übte der türkische Botschafter in Paris an dem Programmentwurf scharfe Kritik. Die Türkei könne den vielleicht auf ihre Kosten Serbien zu gewährenden Vorteilen n i ch t z u st i m m e n. Die Dardanellensrage sei eine europäische Frage: er könne sich nicht vorstellen, wie dieselbe direkt zwischen Ruß- land und der Türkei verhandelt werden solle. Tie Klagen der Türkei sind nur allzusehr berechtigt. Denn die englische Diplomatie, vor die Wahl zwischen der türkischen und der russischen Freundschaft gestellt, ist den Vorschlägen JswolSkis viel weiter entgegengekommen, als es die Interessen der Türkei erlauben. Denn das Zugeständnis der freien Durchfahrt durch die Dardanellen, da? Rußland verlangt, bedeutet für die Türkei, die zunächst weder über starke Seebefestigungen, noch über eine nennenswerte Kriegs- flotte verfügt, eine sehr fühlbare Einbuße an wirklicher Sicherheit. Dazu kommen noch die Befürchtungen, daß Ruß- land in seiner Rolle als Beschützer der Balkanvölker nicht doch noch auf der Konferenz der Türkei weitere Schädl- gungen zufügen werde. O e st e r r e i ch, das durch die Annerion ja befriedigt ist und an der Stärkung Serbiens und Montenegros unter keinen Umständen mitwirken will, u n d D e u t s ch l a n d. das seine fast verloren gegangene Stellung in der Türkei wiederzugewinnen krachen muß, haben natürlich an einer Konferenz, der die Türkei ablehnend gegenübersteht, kein besonderes Interesse und verhalten sich sehr reserviert. Aber auch in Frankreich und Italien hat das englisch-russische Programm nur sehr kühle Aufnahme ge- funden, ja, die französische Presse ist über die Veröffent- lichung des Programms sehr ungehalten und beschuldigt den Minister Jswolski der Indiskretion, was Jswolski, der unterdessen in Paris eingetroffen ist, allerdings energisch in Abrede stellt. So ist es vorläufig noch immer ungewiß, ob die Konferenz zustande kommt. Aber selbst im günstigsten Falle werden noch lange Verhandlungen notwendig, für die kostbare Zeit vertrödelt wird, während die Situation auf dem Balkan unmittelbares und rasches Handeln erfordern würde. Auf dem Balkan gewinnen die Dinge ein immer bedrohlicheres Aussehen. Die Türkei und Bulgarien beschuldigen sich gegenseitig, ihre Rüstungen immer mehr zu verstärken. In einer türkischen Zirkularnote an die Großmächte weist die Pforte auf die außer- ordentliche militärische Bewegung hin, die in Bulgarien unter dem Vorwande von Vorsichtsmaßregeln stattfindet. Dann heißt es in der Note weiter: „Die Türkei werde sich schließlich zu ähnlichen Maß- nahmen veranlaßt sehen, wodurch ein Zusammenstoß zwischen den beiden Armeen und ein unnützes Blutvergießen herbeigeführt werden könnte. Glcichioohl werde sie in der Erwartung der gerechten Entscheidung der Konserenz sich ent- halten, ihre Armeen auf den Kriegsfuß zu bringen, um der Menschlichkeit zuwiderlaufende Ereignisse hintanzuhalten. Die Pforte ersucht die Mächte, bei der bulgarischen Negierung zu intervenieren, damit dieselbe sich auch ihrerseits verpflichte, die gleiche Haltung zu beobachten." Bulgarische Meldungen aber berichten wieder von t ü r k i s ch e n R ü st u n g e n. Der Türkei handele es sich nur darum, Zeit zu gewinnen, uni die bisherigen Versäumnisse nachzuholen. Wenn die Rüstungen beendet sein, die euro- päische Konferenz aber keine Genugwung gegeben haben werde, so würde die Türkei dann losschlagen. Mögen diese Befürchtungen auch übertrieben sein. weil absolut nicht zu erkennen ist, was ein Krieg beiden Parteien nützen sollte, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß jetzt der ganze Balkan von Waffen starrt, daß überall Kriegsvorbercitungen gettoffen werden und daß die nationalistische Erregung allerorts beständig zunimmt. Es ist eine Situation, in der ein kriegerischer Ausbruch durch die kleinste Veranlassung ausgelöst werden ka»m. Unter- dessen berät die Diplomatie über die Abänderungen, die das Konferenzprogramm erfahren soll. Die Lage in der Türkei. Konstantinopel, 15. Oktober.(Eig. Ber.) In der Presse tritt heute ein merkliches Sinken der in der letzten Zeit, nachdem man alle Kriegsgedanken aufgegeben hatte, sehr hochgehenden Konferenz- begeisterung hervor. Ein Artikel in dem gestrigen»Schura i Uemmel". dem Organ der jungtürlischen Partei, ließ schon vermuten, daß in junktürkischen Kreisen die Besorgnis sich regt, Rußland könnte auf der geplanten Konferenz die Meerengenfrage aufrollen. Die türkische Regierung verspricht sich nicht mehr viel von einer europäischen Konferenz und fürchtet, daß sie nur einen neuen Schritt zur Aufteilung der Türkei bedeuten könne. Da sie in Oesterreich einen Feind sieht, an Deutschlands uneigennützige Freundschaft nicht so recht glauben will, nachdem ein Teil der italienischen Presse den Absichten Italiens auf Tripolis allzu offenen Ausdruck verliehen und Ruß» land, gegen welche Macht begreiflicherweise das Mißtrauen nie geschwunden ist, gezeigt hat, daß cS die Konferenz als eine Ge- legenheit betrachtet, um sich Zugeständnisse in bezug auf die Meer- engenfrage machen zu lassen, und da man auch auf Frankreichs bedingungslose Hilfe nicht rechnen kann, bleibt von allen Mächten, von denen man ein offenes uninteressiertes Eintreten für die tür- tischen Interessen erwarten durfte, nur England übrig, das, wie der vorgestrige Besuch seines hiesigen Botschafters Sir Gcrard Lowther bei dem Führer der Jungiürken. Ahmed Risa Bey, zeigt, allerdings in engen freundschaftlichen Beziehungen zu jungtürkischen Kreisen steht. Ob aber England sich dazu herbei- lassen wird, die vollendeten Tatsachen der bulgarischen Unabhängig- keit und der Einverleibung Bosniens wieder rückgängig zu machen, wird von nüchtern denkenden türkischen Staatsmännern, selbst von dem ausgesprochen anglophilen Großwesir bezweifelt. Darum taucht jetzt bei der Pforte die Neigung auf, die gefährliche Kon- ferenz zu vermeiden und sich mit Bulgarien friedlich auseinander- zusetzen. Eine heute hier eingetroffene Meldung aus Sofia bc- weist, daß diese Tendenz von beiden Seiten geteilt wird. Es heißt darin, Bulgarien ziehe es vor, sich mit der Türkei direkt zu per- tragen und keine Opfer zu scheuen, um einer Erörterung gewisser Fragen durch den hohen Rat Europas aus dem Wege zu gehen. Die Erregung gegen Oesterreich ist viel tiefergehend als die gegen Bulgarien. Sie macht sich in Kundgebungen uno großen Voltsversauimlungen Luft, wie gestern eine solche in Stambul abgehalten worden ist, und vor allem in bcm Boykott gegen österreichische Waren und die österreichische See- schiffahrt, dem die Regierung etwas schadenfroh zusieht. Durch diesen Boykott können dem österreichischen Handel schwere» nie wieder zu ersetzende Verl u sie erwachsen. Die Ereignisse der letzten Tage haben außer der Verstärkung der türkisch-nationalistischen Bewegung auch das tiefbedauerlich- Resultat gezeitigt, daß der Prozeß der administrativen und sozialen Verjüngung des Landes, der kaum ein- geleitet war, eine merkliche Verzögerung erfahren Hai. Tie P a r l a m c n t s w a h l e n, die in den Provinzen kaum be- endet sind, sind in der Hauptstadt über das Stadium der Vor- bereitung kaum hinausgekommen. Trotz des reaktionären Wahlsystems haben dort überall die liberalen Griechen die Oberhand über das durch die Schuld dcS Absolutismus rückständig- türkische Element davongetragen, das an einer starken Wahl- Verdrossenheit leidet und an einzelnen Orten, wie in S m y r n a. den Griechen gegenüber eine drohende Haltung cm- nahm. Eine Folge der durch die auswärtige Politik herbei- geführten Aufregung war auch das Auftauchen reaktionärer Erscheinungen in der Hauptstadt, die von den über dl- Freiheitsbewegung äußerst erbitterten HodschaL, dem niederen Klerus, ausgingen. Die bis jetzt bekannten Wahlprogramme tragen zumeist ein entschieden liberales Gepräge, berühren aber soziale Fragen so gut wie gar nicht. Eine Ausnahme macht das in sozialer Hin- ficht sehr wettgehende Programm der armenischen revolutionären Partei„Daschnaksutiun", welches ein richtiges Verständnis für die Wichtigkeit der Agrarfrage bekundet und eine Ausstattung der Bauern mit Grundbesitz auS den aufzuteilenden Kronländereicn befürwortet. Auch das Programm der mazedonisch-bulgarischcn revolutionären Partei tritt für eine Aufteilung der mazedonischen Latifundien ein. San- dansky, der gestern tot gesagt wurde, hat die Frage schon prak- tisch zu lösen versucht, wurde aber von dem jungtürkischen Komitee daran gehindert. Ter erste Schritt der Regierung in der Sozial- gesetzgebung war der Erlaß eines drakonischen Streik- gesctzes, das die Teilnehmer an einem Streik mit Strafen bedroht und besonders in dem Schutz der Streikbrecher äußerst scharfe Bestimmungen trifft. Die türkischen Liberalen sehen den Streik überhaupt nur von dem Gesichtspunkte des groben Unfugs an. Eine Parteibildung für das kommende Par- lamcnt zeigt sich erst in Umrissen. Neben der Partei des jung- türkischen Komitees, die vor allem das allgemeine Wahl- recht eingeführt wissen will, wird die mit ihr durch ein Kartell verbundene Partei der Dezentralisierung stehen, deren Haupt der Prinz Sabaheddin ist. Ihr werden sich voraus- sichtlich die Griechen und Bulgaren anschließen, denen hie autono- mistischen Jdeyn deö Prinzen zusagen. Eine Arbeiterpartei wird es, solange das allgemeine Wahlrecht nicht eingeführt ist, wohl nicht im türkischen Parlament geben. Es existiert jetzt in Smhrna ein Arbeiterblatt.Jrgat'(Arbeiter). In der Haupt st adt wurde das Erscheinen eines an- deren sozialistischen Blatt eS.Kardasch"(Genosse) a n- gekündigt. KricgSbefnrchtungen. Sofia, 17. Ottober. Aus der Provinz treffen unerfreu- liche Nachrichten ein. Der gesamte Geschäftsverkehr st o ck t. Alle Welt bereitet sich zum Kriege vor. Tatsächlich ist nach den gestrigen hier eingetroffenen Meldungen, die Lage ziem- lich kritisch geworden, auf Grund der Sieldungen, daß die Türkei ihre Reservisten zu dt» bekannten dreiwöchigen Uebungcn einberuft. Da? jtriegsministerium soll die Einberufung aller Reservisten planen. Bulgarien könne nicht zulassen, daß die Türkei durch allmähliche Mobilisierung den Vorsprung erhalte. Sollte die Pforte ihre Kriegs- rllstungen nicht einstellen, so fei der Krieg unvermeidlich, Frankfurt a. M., 17. Oktober. Die.Franks. Ztg." meldet: Aus Gnmd der aus verschiedenen Hauptstaaten vorliegenden Berichte wächst bei den Kabinetten die Befürchtung, daß Bul- garten eine auf den Krieg mit der Türkei hin- zielende Politik betreibe. Es werden natürlich von den Großmächten Schritte getan, um Bulgarien von diesem Wege ab- zubringen. Auch von Berlin auS dürfte schon zum zweiten Male in dieser Hinsicht eine Einwirkung versucht sein. Der Erfolg bleibt ab- zuwarten. Offiziöse Beschwichtigniige». Sofia» 17. Oktober. Die Minister sind gestern abend aus Sitniakowo, wo Beratungen mit dem Fürsten stattfanden, zurückgekehrt, obgleich über das Ergebnis der Beratungen bisher nichts verlautet, hat noch gest-rn die in den leitenden Militärkreisen vor- herrschende kriegslustige Stimmung sichtlich ab- genommen. Man nimmt daher an, daß eS dem Fürsten gelungen ist, die Minister zu einer nachgiebigen Haltung zu bewege». In Regierungslreisen hält man eS sogar nicht für ausgeschloffen, daß die Regierung mit Konstantinopel in direkte Verhandlungen über alle schwebenden Fragen und eine eventuelle Annäherung treten werde. Der Boykott in der Türkei. Konstantinopel, 16. Oktober. Die Boykottbewegung gegen die österreichischen und bulgarischen Waren wird hier und in der Provinz e i f r i g st fortgesetzt, nur wird infolge der Befehle seitens der Pforte und des Komitees die Anwendung von Gewalt vermieden. Derzeit verweigern beinahe in allen europäisch- und asiatisch-türkischen Häfen die türkischen Arbeiter und Bootsleute die Ausladung der Llohddampfer. Die geschädigten Kauf- leute, welche große Verluste erleiden, erheben bei den Behörden und dem Komitee Protest und verlangen vergebens die Ausladung der Dampfer. Serbische KriegSvorbereitunge». Belgrad» 17. Oktober. Die Situation bleibt andauernd eine kritische. Morgen Sonntag wird ein großes Landes- Meeting abgehalten, in welchem der Boykott öfter- reichischer Kaufleute und österreichischer Erzeugnisse bc- schlössen werden soll. Die Regierung bestellte in Deutschland 600 Maschinengewehre, in Frankreich 50 000 Soldatenmäntel. D-r Rote-Kreuz-Percin stellte der Regierung 300 000 Frank zur An- schaffung von Vcrwimdeten-TranSportwagen zur Berfügnng. Die Kavallerie-Regimenter erhielten den Befehl, ihre Säbel zu schleifen. Die.Politica" fordert alle GeschästSleute, welche österreichisch- ungarische Untertanen sind. auf. ihre Geschäfte zu schließen, fca weder die Behörden noH die Oeffentlichleit für ihre weitere Sicherheit� garantieren könne. Ab heute ist in Serbien der Pah- zwang eingeführt.__ ChrlftlkHozialer Parteitag in(Herford. Herford» den 17. Ottober. Am nächsten Montag, Dienstag und Mittwoch finden hier in Herford die Verhandlungen des 13. christlichsozialen Parleitages statt, Die hiesige christlichsoziale Parteileitung hat recht umfassende Vorbereitungen getroffen, die in der Hauptsache der Agitation dienen sollen. Neben einer grohen öffentlichen Versammlung am Sonntag nachmittag, in der laut Ankündigung die Herrn Wallbaum, Nüffer, Dr. Burckhardt, Liz. Mumm, Behrens, Nippel und andere sprechen werden, finden 21 Versammlungen in Herford und der nächsten Umgebung statt. Die Versammlung am Sonntag tagt in dem gröhten Saale der Stadt, im„Schützenhofe". Nicht ohne Absicht ist Herford zur Abhaltung des Parteitages bestimmt worden, die christlichsoziale Parteiströmung soll damit ini Minden-Navensberger Lande gestärkt werden. Aber ebenso, wie es der christlichsozialen Partei mit ihrem Plan, die Arbeiter von der Sozialdemokratie abzuwenden und um ihre Fahne zu sam- mein, im ganzer- Reiche e-zehc, ergeht es ihr auch hier. Sie tut der sozialdemokratischen Partei nicht den geringsten Abbruch. Die Absicht, Minden-Ravensberg zu einer Domäne der christlichsozialen Bewegung zu machen, besteht schon länger und ward wohl un- zweifelhaft die Aufstellung des Liz. Mumm als Landtagskandi- daten im hiesigen Wahlkreise von diesem Gedanken getragen. An- gebracht erscheint es uns deshalb, die Kandidatur des Herrn Liz. Mumm bei dieser Gelcgeuheit kurz zu kennzeichnen. Die Kreise Bielefeld und Herford-Halle bilden einen gemein- samen Wahlkreis mit drei Abgeordneten zum Landtage. Um jeden Preis sollte nun Herrn Liz. Mumm ein Mandat verschafft werden und so verbündeten sich die Christlichsozialen mit den Konserva- tiven. Der konservativen Partei wurden zwei Mandate und den Chcistlichsozialen ein Mandat zugestanden. Genau wie die kon- servativen Kandidaten gewählt wurden, genau so wäre auch der Herr Liz. Mumm gewählt worden, wenn es nicht die Sozialdemo- kraten in ihrer Eigenschaft als ausschlaggebende Partei verhindert hätten. Die sozialdemokratischen Wahlmänner gaben nämlich dem freisinnigen Kandidaten Lorenz, welchem Mumm gegenüberstand, ihre Stimme, und so ging Lorenz mit großer Majorität auS der Wahl und zwar schon im ersten Wahlgange hervor. Herr Liz. Mumm hat nach seinem Durchfall, wie auch schon andere Herren vor ihm, erklärt, daß man ihn deshalb heraus- gewählt habe, weil man ihn fürchtel Wir brauchen wohl nicht erst zu sagen, daß sich die Stellungnahme der Sozialdemokratie nicht aus der Furcht vor Herrn Liz. Mumm, sondern nur miS Reinlich- keitsbestrebungen ergeben hat. Wer Gelegenheit hatte, die christlich- sozialen„Wahlarbciten" im hiesigen Wahlkreise mit anzusehen, den konnte nur der Wunsch beseelen, daß Herr Mumm denn doch lieber einem anderen Wahlkreise erhalten bleiben möge. Aber auch in den Kreisen der christlichsozialcn Arbeiter erregte dag Wahlbündnis mit den Konservativen Bedenken und Miß. stimmung. Die Annahme, daß es schließlich die christlichen Führer doch nicht mit den Armen, sondern mit den Reichen halten, fand man bestätigt und gar mancher arme Tabakardeiter aus dem Heim- arbeitgebiet wandte sich von der christlichsozialen Richtung ab— nach links! Der Parteitag und die habet inszenierten Veranstaltungen sollen nun dazu beitragen, das Ansehen der christlichsozialcn Partei in Mindcn-Ravensberg wieder zu heben. politische(leberllcbt. Berlin, den 17. Oktober 1908. Agrarkonservative„Opfcrwilligkeit". Ein Teil der Konservativen, vornehmlich der Großgrund- besitzexj: ist verschnupft darüber, daß die„Kreuzztg." für die Beschränkung der geplanten Sydowschen Nachlaßsteuer aus entferntere Verwandte des Erblassers und für die Auf- briugung des dadurch entstehenden Steuerausfalls— zirka 45—20 Millionen Mark— durch eine Art Reichsvermögens- steuer plädiert hat. Mit der Beschränkung der Nachlaß- stcuer sind natürlich die Junker ganz einverstanden, nicht aber mit dem Vorschlag der Deckung des Einnahmeansfalls durch eine Reichsvermögenssteuer. Soll auch nach dem Plan der ..5kreuzztg." diese Vermögenssteuer nicht direkt durch das Reich, sondern von den Einzelstaaten in der Form eines Zu- schlages zu den cinzelstaatlichen Vermögenssteuern oder, wo solche nicht bestehen, durch Einführung einer besonderen Vcr- nwgensabgabe erhoben werden, so würden an solcher Stcuer doch auch die konservativen Großgrundbesitzer initzutragen haben: und solche Mitwirkung bei der Steueraufbringung widerspricht ihren hohen Begriffen von„Opfermut",„Vater- landsliebe" und„Aufopferung für das Gemeinwohl", von denen die konservativen Blätter täglich in ihrer Verlogenheit faseln. /Die Deckung des durch die Einschränkung der Nach- laßsteuer entstehenden voraussichtlichen Steuerausfalles soll durch Besteuerung des„mühelosen Gewinnes" ge- schehen, falls das aber nicht möglich ist. durch erhöhte Ver- brauchsabgaben, d. h. durch weitere Steuerbelastungen der Genußmittel der breiten Volksmassc. So schreibt denn, ärgerlich auf ihre feudale Kollegin, die „Deutsche Tageszeitung":. „Die von uns erwähnten und besprochenen Ausführungen »er„Kreuzzeitung" über die Nachlaß- und die Vermögenssteuer hat im manchen Kreisen den Irrtum hervorgerufen, a l s o b d i e konservative Partei ihren grundsätzlichen Widerspruch gegen den Gedanken einer Reichs- Vermögenssteuer aufgegeben habe. Das ist nicht der Fall, und wie wir gleich hervorheben wollen, die„Kreuz- zeitung" ist an diesem Jrrtume unschuldig: sie hat mehrfach her- vorgehoben, daß sie nicht im Auftrage der konservativen Partei spreche, sondern lediglich ihre eigene Auffassung vertrete. An- gesichts dieses Sachverhaltes halten wir es weder für notwendig noch für zweckmäßig, jetzt unsererseits zu dem Gedanken einer Reichsvermögcnssteuer von neuem Stellung zu nehmen oder in eine abwägende Erörterung darüber einzutreten, ob die Nachlaß- steuer oder die Reichsvermögcnssteuer das kleinere Uebel sei. Wir begnügen uns damit, kurz und knapp zu crtlären, daß wir allerdings die Vermögenssteuer für das kleinere Uebel halten,— freilich aber für ein Uebel, da« immer noch reichlich groß ist und deswegen vermieden werden muß. Wir glauben uns auch in der Annahme nicht zu irren, daß die überwiegende Mehrheit der Konservativen diese unsere Auffassung teilt. Trotzdem können wir es nicht für t a k- tisch richtig und zweckmäßig erachten, daß die Frage dcr RcichsvermögenSstcuer von konservativer Seite wieder der öffentlichen Erörterung unterbreitet worden ist. Diese Erörtc- rung hqt nicht zur Klärung, sondern vielmehr zu stärkerer Ber- wirrung beigetragen. Dazu kommt, daß der Bundesrat seinen entschiedenen Widerspruch gegen die Reichsvermögenssteuer nicht aufgeben wird." Die„unsittliche" Steuer. Der westfälische Bauernverein, der vorwiegend aus Zentrumsleuten besteht, hielt am Donnerstag in Münster feine Generalversammlung ab. Außer der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten galten die Verhandlungen der Stellung- nähme des Vereins zu der Erbschaftssteuer. Der Redner, Gutsbesitzer Wentrup, wandte sich gegen die Ausdehnung der ReichSerbschaftSsleuer auf Kinder und Ehegatten, dieses Projekt sei unannchnlbar, zunächst auS sittlichen Gründen. Man müsse eS als eine Härte bezeichnen, wenn innerhalb der gegebenen Frist von drei Monaten nach dem Erbfall der Steuerfiskus an die Witwe des Erblassers, die sich kaum von dem harten Schicksalsschlage erholt habe, wenn er an die Kinder herantrete mit der Forderung: Gebt Rechenschast von Eurer Haushaltung, wenn er an sie das Ver- langen stelle, unter dem Gewissenszwange der eidesstattlichen Vcr- sicherung den erbschastSsteuerpflichtigen Nachlaß anzugeben. Man sollte meinen, wenn die Hinterbliebenen in ihrer Trauer es nicht für unsittlich fanden, den Nachlaß anzutreten, wobei sie gewiß bei allem Schmerz sorglich darauf geachtet haben, daß sie dabei nicht zu kurz kamen; dann kann es sie auch nicht in ihrem Sittlich- keitsgesühl verletzen, wenn drei Monate nachher der Fiskus an sie herantritt mit dem Ersuchen, die Höhe ihres Erbes anzugeben und davon die gesetzlich vorgeschriebene Steuer zu zahlen. Nachdem der Redner noch einige Gründe recktlicher und Wirt- schaftlicher Art gegen die Ausdehnung der Erbschastssteuer angegeben hatte, nahm die Versammlung solgenden Beschluß an: Die Generalversammlung des westfälische« Bauernvereins erblickt in der Ausdehnung der Reichserbschastssteuer auf Ehegatten und Kinder eine schwere Bedrückung und Gefährdung der gesamten Landwirt- schaft, insbesondere des ländlichen Mittelstande« und eine verderbliche Lockerung der Familienbande. Diese Steuer hat ihre schweren sittlichen und rechtlichen Bedenken und steht in auffallendem Widerspruch mit verschiedenen vom Staat« in letzter Zeit getroffenen Maßnahmen, wie Anerbenrecht. Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes und der geplanten Witlven- und Waisen- Versicherung. Während hier allgemein das Bestreben obwaltet, die unvermeidlichen Härten, welche jeder Erbgang mit sich bringt, zu erleichtern, ist es nicht angängig, denselben Erbgang gleichzeitig zu besteuern. Die Generalversammlung spricht sich daher einmütig und aus da« allerentschieden st e gegen die geplante Ausdehnung der Reichserbschaftssteuer auf Ehegatten und Kinder aus. mag dieselbe nun als Nachlaßsteuer oder als Erbschaftssteuer gedacht sein, in Renten oder in irgend einer anderen Forin be- ansprucht werden._ Hehlerdienste des Blockfreisinns! Eine„liberale" Aera verhieß bekanntlich dcr Blockfreksinn, als er sich der Reaktion in die Arme warf. Mindestens anf dem Ge- biete der Kulturpolitik sollte dem liberalen Geiste eine Gasse ge- krochen werden, weshalb man den Hottentottenblock in einen „Kulturblock" umtaufte. Namentlich das System Studt sollte fallen. Studt ging denn auch, aber es kam Holle, der das System Studt mit allem Eifer und brutalster Rücksichtslosigkeit fortsetzte. Der Fall des Professors S ch ü ck i n g ist dafür zwar bei weitem nicht der einzige oder auch nur der schlimmste, aber dennoch ein klassischer Beweis. Daß Holle BoltSschullchrer kuranzte und maßregelte, mochte dem Freisinn noch als alte preußische Tradition gelten; aber daß Holle auch Universitätsprofessoren gleich Unterosfizieren behandelt, das wurde zweifellos in der ge- samten FmsinnSpresse einen einmütigen E n t r ü st n n g S- schrei ausgelöst haben, wenn der Freisinn eben nicht RegierungS- Partei und ihm daraus die Verpflichtung erwachsen wäre, daS Maul zu halten, auch wenn der Kultusminister den»Kultur« block" dem Hohngelächter der Welt preisgibt! Bei dem Fall Walter Schücking handelt es sich, wie das„Verl. Tagebl." betont, nicht um einen sozialdemokratischen Privatdozentcn, sondern um einen liberalen Professor! Und dieser gemäß- regelte, unter Kontrolle gestellte Professor ist. wie das»Berk. Tage- blatt" weiter hervorhebt.„Mitglied der Blockparteien": „Er gehört der freisinnigen Bereinigung an. steht, soweit wir wiffen, noch nicht einmal aus dem linken Flügel dieser Partei und hat im Juni für die vereinigten Freisinnigen in Marburg zum Landtag kandidiert." Und über die diesem liberalen Professor und frelsinnigen Land- tagskandidaten zuteil gewordene Behandlung bemerkt die»Bolls- Zeitung": „Was ergibt sich aus dieser Behandlung eine? preußischen Professors für die Gesamtheit und Allgemeinheit? Will der Normalprofessor, wie ihn sich die Regierung wünscht, vor Denunziationen durch die herrschende Reaktion und vor Matz- regelungen durch deren ausübendes Organ, die Regierung, sicher sein, so muß er jegliches RechtSgefllhl in sich er- töten; er muß schweigend zusehen. wenn jemandem unrecht geschieht. Seiner politischen Meinung darf er nur dann Ausdruck geben, wenn sie mit der der herrschenden j u n k e r l i ch- p f ä f f i s ch e n Reaktion im Einklang steht. Er darf nur das lehren, was dieser Reaktion in den Kram paßt; er mutz also auf jeden wissenschaftlichen Fortschritt vcr- zichten. Das ganze aber nennt man»akademische Lehr« sreiheit" in Preußen." WaS aber tut der Blockfreisinn? Die. Freisinnige Zeitung", das führende Organ der größten freisinnigen Partei hat es bis heute nicht einmal gewagt, von dem Artikel des Professors Schiicking auch nur mit einer Zeile Notiz zu nrhiuen! Der Blockfreisinn muß alle reaktionären Backpfeifen«insttcken, ohne zu mucksen, denn sonst könnte ja der Block gefährdet werden, der»»»Kulturblock"!— Bürgermeister Schücking will sich opfern. Die„Berliner Universal-Korrespondenz" will zuverlässig er- fahren haben, daß sich der Bürgermeister Schücking definitiv e n t s ch l o s s e n hat. von seinem Amte zurückzutreten. Der Husumer Bürgermeister hat in den letzten Tagen wiederholt Freunden gegenüber Aeußerungen getan, nach denen Schücking selbst seinen Gesundheitszustand für derartig schlecht hält, daß er sich auf die Dauer der Last seines Amtes nicht gewachsen fühle. Die Gesuche um Verlegung des Verhandlungstermins und um Suspendierung vom Amte während der Dauer der Verhandlungen sind daher nur als Vorläufer seines endgültigen Rücktrittes anzu- sehen. Wenn Schücking freiwillig geht, wäre ja der dem Freisinn so unangenehme Stein de« Anstoßes in der für die. Blockbrüderschaft bequemsten Weise hinweggeräumt. Wenn Minister urplötzlich von Bedenken für ihre Gesundheit befallen werden, warum sollte nicht auch ein liberaler Bürgermeister sich dem Gcgangenlverden durch»freiwillige" Abdankung entziehen? Die geiichtete rote Presse. Man meldet: „Der preußische Landtag hatte bekanntlich eine Resolution über Neureaeluiig de« Bahnhofsbuchhandels angenommen. Am 10. d. MtS. ist dem StaatSmiuisterium die Acußerung de« Eisenbahn mini st erS über diese Resolution zugegangen. Dem Vernehmen nach besteht die Absicht, den BahnholSbuch« Händlern-- entsprechend den Wünschen des Landtages— die Verpflichtung aufzuerlegen, von- jede r polittschen Partei das führende Blatt, nicht nur in den Bertanfs- sländcn vorrätig zu halten, sondern auch in den Körben der die Züge bedienenden Zeitungsausträger feilzubieten. A u s g e- schlössen sind sozialdemokratische Blätter." Dieser geplante Ukas spiegelt wieder einmal den urreaktiouären Junkergeist, den alle preußischen RegierungSakte atmen. Und so reaktionär der Plan ist. so lächerlich ist er zugleich! Denn so skandalös es ist, die sozialdemokratische Presse vom BuchhandluitgS- betriebe a» den preußischen Eisenbahnen auszuschließen, obwohl doch die sozialdemokratische Partei persassungsmäßig genau die gleichen Rechte besitzt wie jede andere Partei, so kleinlich und albern wäre die Borstellung, durch solche Nadelstiche der Sozialdemokratie irgend- welchen Abbruch tun zu können I— Die Volksschule in Württemberg. Die Volksschulkommission der Zweiten Kammer hat de» Antrag der Voltspartei, die Schulpflicht allgemein und obligatorisch von 7 aus ä Jahre zu erhöhen, abgelehnt und den NegierungSentlvurf, der diese Erhöhung nur fakultativ macht, angenommen. Die Zlntwort der Pole» ans das Sprachenverbot im Reichsvereinsgesetz. In der polnischen Presse wird gegenwärtig angeregt,»stumme Versaminlungen" zu veranstalten. ES sollen Volksversammlungen einberufen und polizeilich angemeldet werden, in denen kein Wort gesprochen wird. Auf den Tischen aber sollen gedruckte Reden und Broschüren, Lieder usw. ausliegen. Ebenso sollen auf den Tischen Plakate ausgestellt werden etwa des Inhalts:„Hier kann man sich als Mitglied des Polenbundes eintragen lassen" oder„Hier werden Anmeldungen zm» polnischen GewerischästZverband eniaegen- geuommen". Selbstredend wird der Polizei ein»angemessener" Platz angewiesen. Zwei solcher stummer Versammlungen hat der polnische geWerk- schaftliche Verband in Essen und in Bruckhausen abgehalten. Im Hinblick darauf, daß daS ueue VereiuSgcsetz den Gebrauch dcr polnischen Sprache nicht gestattet, hatte man die Hauptrede z>ivor natürlich drucken lassen und zwar in polnischer Sprache. Diese wurde an die zahlreich erschienenen Polen— in Essen waren etwa lö(3(), in Bruckhause» etwa 1000 Personen zugegen— im Versammlungslokal verteilt, und jeder einzelne las sie, still freilich. Alsdann wurden die zur Annahme bestimmten Resolutionen an eine Tafel geschrieben und dann angenoinmen.— Christliche Arbeitervertreter. Wie wir schon meldeten, hat sich dieser Tage(Donners- tag) das Stadtverordnetenkollegium in Köln mit der Arbeitslosenfrage befaßt. Im Mittelpunkte der Ver- Handlung stand der Antrag der Kartellkommission der freien Gewerkschaften. Merkwürdigerweise! Denn früher als der Antrag der freien Gewerkschaften, nämlich schon am 3. September, war ein Antrag des ch r i st l i ch e n Gewcrk- schaftskartells eingegangen. Es geschah daS Unglaubliche, daß keiner der vier Zentrnmsreduer, darunter der Hauptvorsitzende des christlichen HolzardeitervcrbandcS, Burtscheid, des Antrages der christlichen Gewerkschaften Erwähnung tat! Man darf ge- spannt sein, was die Mitglieder dcS christlichen Verbände zu dieser Art Vertretung ihrer Interessen sagen werden! Daß der Antrag des christlichen Kartells den Stadt- verordneten der Zentrumspartei außerordentlich unangenehm war. stand von vornherein fest, denn er forderte unter anderem, daß bei der Beschäftigung der Arbeitslosen als Arbeits- bedingungen die für die betreffenden Berufe geltenden Lohn- tarife Geltung haben sollten. Daß man den Antrag aber schnurstracks totschwieg, wird vermutlich auf einen Be- schluß dcr Fraktion der ZentrumSstadtverarduetm zurückzuführen sein; denn Zentrumsleuto durften doch nicht gegen einen Antrag der Zentrumsgetvdrkschasten reden und stimmen!---■ i Aus Furcht vor der Expropriation. Der Fürst v. Pleß, neben Wilhelm II. der größte Grundbesitzer in Preußen, Besitzer mehrerer Gruben in Nieder-Schlesien. ferner auch Besitzer des bekannten Bad Salzbrunn und Eigentümer von Schlössern und Burgen, hat dem Reichsverbande zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in diesem Jahre 10 000 M. überlvicsen. Aller- diugs, wer durch seinen Riesenbesitz so sehr der„Begehrlichkeit dcr Massen" Nahrung liefert und durch möglichst knapp gehaltene Löhne ständig so sehr die Unzufriedenheit von Tausenden von Arbeitern steigert, hat es schon nötig, zur Bekämpfung der Sozialdemokratie etwas auszugeben. Rußland. Aus der Praxis eines GeneralgoudettieurS. Ueber den Generalgouverneur von Turkestan, General Mischtschenko. der kürzlich während der Manöver in der Nähe von Ashabad die Bekanntschast mit scharfen Patronen mache» mußte. wird ans Taschkent folgendes geschrieben: Vor einiger Zeit wurde der Sohn eines JngciticnrS. Sergej OsoSkow, ein Jüngling von 20 Jahren, der angeklagt war, am Ueberfall auf die StaatSrentei von TichardschuiSk teilgenommen zu haben, vom Kriegs- gericht zum Tode verurteilt. Der Verurteilte reichte belm Generalgouverneur Mischtschenko ein Gesuch ein, in welchem er seine völlige Unschuld beteuerte und die Einleitung einer neuen Untersuchung forderte. General Mischtschenko bestätigte daS Todesurteil, versprach aber dem An- geklagten. die Urteilsvollstreckung hinauszuziehen und eine neue Untersuchung anzuordnen, wenn der Angeklagte— seine Mitschuldigen angeben würde I OsoSkow wurde bald darauf hingerichtet und erst nach seiner Hinrichtung gelangte eS zur Kenntnis des Kriegsgerichts. daß er in der Tat vollkommen unschuldig war und daß diese Tatsache bereit» vor der UrteilSfällung der poli- tischen Schutzabteilung in Taschkent bekannt war. DaS Kriegsgericht strengte hierauf eine Klage gegen die Schutzabtetlung an. die einen Unschuldigen bewußt dem Galgen ausgeliefert hatte. General Mischtschenko schlug aber diese Klage nieder, um einen»Skandal" zu vermeiden.— Cürhd. Eine Freilassung. Konstantinopcl, 17. Oltober. Murad, der Herausgeber des reaktionären provisorisch sistierten Blattei„ M i s a n wurd- gcacn Stellung der gesetzmäßigen Kaution auf freien Futz gesetzt.- perften. In Täbriö. TitbriS, 16. Oktober.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Nachdem Ain ed Dauleh mit seinem Detachement unerwartet geflohen ist, demolierten die Revolutionäre daö dem Schah gehörige Gebäude, in dem Ain ed Danleh bis zu seiner Flucht gewohnt hatte. lyforöhho. An der algerischen Grenze. Cokomd Böchar, 16. Oktober. Die französischen Truppen, welche zur Verfolgting der Marokkaner entsandt tvorde» waren, die vor kurzem bei Ain Sefra 600 Kamele geraubt hatten, holten die Marokkaner Sei Ogla verida westNch von FgN ein. Der Feind wurde zerstreut und liest 25 Tote auf dem Platze. Ein französischer Leulnant und fünf eingeborene Soldaten wurden verwundet, darunter zwei tödlich. Bus der partei. poltzclHches, ßerkhtllchcs ufw. . Strafkonto der Presse. Genosse Hanke wurde wegen Beleidigung «Niger Protektoren der gelben Gewerkschaften in Neu-Strelitz zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Ter inkriminierte Artikel halte die Gelben und ihre Gönner ins rechte Licht gesetzt. Wegen eines einzigen Wortes erfolgte die Verurteilung. Boykottprozcsse und kein Ende. Der Kampf um Versammlungs- lokale im Erzgebirge, der seit Jahren mit aller Erbitterung und Fähigkeit von unseren Genosten geführt wird, führte am Freitag sechs Genosten vor das Amtsgericht in Z w ö n i tz, weil sie ein Lokal in Thalheim boykottiert haben sollen. Die Amts- hauptmannschast hatte ihnen Strafmandate von je 100 Mark zugesandt, worüber nun das Gericht in Zwönitz entscheiden sollte. Die Gewerkschaftsbeamten Genossen N e i ch e l t und P o k o r n y bekamen ihre Strafen aus 75 und 60 Mark herabgesetzt. Ein anderer Genosse hat nur 2S Mark zu zahlen, zwei andere, darunter der Vorsitzende deS Wahlvereins im 19. Reichstagswahlkreis, wurden freigesprochen. Soziales* Eine gutdotierte Filialleiterin. � Vor der I. Kammer deS Kaufmannsgerichts zu Berlin wurde ein Rechtsstreit verhandelt, der eingehender Erörterung bedarf. Frau M. war von dem Bäckermeister Boche in Schöneberg, der in Berlin mehrere Filialen unterhält, als Filialleitcrin bei einem monatlichen Gehalt von 50 Mark engagiert. Bei diesem geringen Gehalt mußte die Filialleiterin aber noch volle Ver- antwortung für eventuelle Maukos tragen. Wie leicht im Laufe eines Monats in einer Bäckereifilialc, in der nur eine Person tätig ist, das eine oder andere Stückchen Ware fortkommen kann, darüber braucht wohl kaum noch ein Wort verloren werden. Im Monat August hatte nun die Frau M. ein Manko von 82 Mark. Dieser ganze Betrag wurde ihr von dem Gehalt ab- gezogen, so daß die Filialleiterin ans diesen Monat bare 23 Mark ausgezahlt erhielt(das Gehalt war inzwischen aus 55 Mark erhöht worden). Allerdings hat sich die Filialleitcrin diesen Abzug ge- fallen lassen, denn sie wußte in dem Augenblick nicht, wie sie sich zu verhalten hat. Als nun die Frau M. am 18. September diese „hochdotierte" Stellung aufgab, stellte sich wieder ein Manko, und zwar diesmal von 15 Mark heraus. Auch dieser Betrag wurde von dem Gehalt abgezogen. Alsdann mußte Frau M. dein Prinzipal «in Schriftstück unterschreiben, wonach sie keinerlei Ansprüche an ihn hat. Nunmehr klagte die frühere Filialleiterin bei dem Kaufmanns- g'richt zu Berlin gegen den Bäckermeister auf Auszahlung der ein- behaltenen 47 Mark. Die Klägerin behauptet, daß ihr an dem Manko keine Schuld beizumessen sei. Es sei nach Lage der Sache sehr leicht möglich, daß öfter zu wenig Ware in die Filiale ge- liefert worden ist. Sie selbst habe noch keine Filiale geleitet, wußte deshalb auch nicht so Bescheid, um die eingelieferten Waren so zu kontrollieren, wie es vielleicht erforderlich war. Die Klägerin führte unter Tränen ferne: an, daß sie durch die wiederholten Ab- züge in den kümmerlichsten Verhältnissen gelebt hat. Sie hat die nur cinigeruiasien überflüssigen Sachen versehen müssen, um durch- zukomme». Endlich betoute auch die Klägerin, daß der beklagte Bäckermeister mit anderen Filialleiterinnen aus seinem Geschäft in ähnlicher Weise verfahren sei. Stach der Beratung des Gerichts erklärte der Vorsitzende. Magistratsrat Techow, daß der Klageanspruch nicht anerkannt werden kann. Dadurch, daß die Klägerin bei ihrem Austritt dem Prinzipal ein Schriftstück unterzeichnete, wonach sie keinerlei An- sprüche an ihn mehr hat. hat sie sich, jedes Rechtsanspruchs begeben. — Der beklagte Bäckermeister zahlte hierauf infolge vielen Zu- redens seitens des einen Beisitzers der klagenden Frau M. 10 Mark aus freien Stücken. Unseres Erachtens war seitens des Vorsitzenden eingehend zu prüfen, ob in dem von der Klägerin unterzeichneten Schriftstück etwa ein Vcrstosi gegen die guten Sitten liegt. Der Z 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt nämlich: Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig. Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch daS jemand unter Ausbeutung der Notlage, des Leichtsinns oder der Un- erfahrenheit eincS anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, welche den Wert der Leistung dergestalt übersteigen, daß den Umständen nach die Vermögensvorteile in auffälligem Miß- Verhältnis zu der Leistung stehen. Die Klägerin hat sich zweifellos in sehr bedrängten Verhält- »issen, in der Notlage, befunden. Dies geht schon daraus hervor, daß sie Sachen versetzen mußte, um ihren Lebensunterhalt zu fristen. Es hat ihr offcnsichtig an den paar Mark Nestgehalt sehr gelegen, und in dieser Notlage hat sie die Unterschrift geleistet. Ungültig war demnack) die Unterschrift, ungültig aber auch der Passus, der die Klägerin für jedes Manko, unbeschadet, ob ein Per- schulden auf ihrer Seite vorlag, haften ließ. Man ging nicht zu weit, wenn man ferner auch die Zlbrede über die geringe Entgeltshöhe von 50 Mark, namentlich als gleichfalls den guten Sitte» wider- sprechend, erachtete und eine billigere Höhe an deren Stelle setzte. Das Gewerbegericht in Stuttgart traf den Sinn des Gesetzes besser, als es am 26. April 1900 eine Vertragsbestimmung als un- gültig erachtete, welche nur 25— 30 Marl Monatslohn einer Näherin verhieß und an die Stelle des so niedrigen Lohnes einen angemesseneren setzte._ versuch mit untauglichem Mittel bei Streikvergehen. Anfang März hatten die Hilfsarbeiter der Eisengießerei von Härtung in Berlin die Arbeit niedergelegt, weil ihnen der Lohn verkürzt worden war. Die Lücke wurde durch Angehörige der gelben Gewerkschaft ausgefüllt. Die übrigen Arbeiter erklärten sich dann mit den Streikenden solidarisch, indem sie es ablehnten, mit dem von den neuen Arbeitern herangeschafften Material zu arbeiten. Sie wurden daraus ausgesperrt. An mehreren Tagen fanden nun Ansammlungen vor der Fabrik statt. Eines Abends hielt sich auch Menz dort auf. Als die Arbeitswilligen von Schutz- leuten hinausgeleitet wurden, hörte der anwesende Polizeileutnant hinter sich das Wort Gesindel, und als er sich umdrehte, hörte er, wie M. das Wort Gesindel nochmal ausstieß.— Das Landgericht als Berufungsinstanz verurteilte demnächst M. wegen groben Un- fugs und wegen Uebcrtrctung des§ 153 der Gewerbeordnung zu einer Woche Gefängnis. Beide Vergehen sollten zugleich in den Ausrufen liegen. Den§ 153 G�O. sollte Angeklagter dadurch verletzt haben, daß er durch Ehrvcrletzung versucht habe, die Ar- beitswilligen zu bestimmen, an ciyer Verabredung behuss Er- langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen teilzunehmen.— Dem Landgericht genügte es festzustellen, daß nach der Stärke des Tones anzunehmen wäre, daß die Arbeitswilligen die Worte hören sollten, nicht daß sie sie wirtlich gehört hatten. Aus diesem Grunde hob der erste Strafsenat des Kammrrgrrichts am 15. d. M. aus die Revision des Angeklagten die Vorentscheidung aus und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung a» das Land- aericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Das Landgericht scheine anzunehmen, daß es zur Verurteilung des Angeklagten schon genüge, wenn er bei jenen Ausrufen nur den Willen hatte, die Arbeitswilligen zum Anschluß an eine Verabredung oder Vcr- einigung im Sinne des§ 152 zu bestimmen, und daß es nicht darauf ankäme, ob die Leute es hörten. Diese Auffassung wäre verantw. Redakt.: Georq Davidsoha, Berlin. Inseratenteil verantw.: aber falsch. Der§ 153 der Gewerbeordnung sei älter wie die Be- stimmungcn des Strafgesetzbuches über den Versuch zu einer Straf- tat. Ob der Gesetzgeber.bei der Gewerbeordnung durch das Wort „Versuch" dasselbe gemeint habe, sei höchst zweifelhaft. Am meisten zweifelhaft sei aber, ob die Gewerbeordnung, wie das Reichsgericht hineininterpretiert habe, zum Ausdruck bringen wollte, daß auch ein Versuch mit untauglichem Mittel oder am untauglichen Objekt in Betracht käme. Das Kammergericht sei der Meinung, das Wort Versuch gemäß Z 153 der Gewerbeordnung sei so aufzufassen, daß die Bestimmung zur Teilnahme an einer Verabredung im Sinne des Z 152 nicht geglückt sein brauche, um zur Verurteilung zu kommen. Es sei weiter der Meinung, daß die Art und Weise, wie jemand bestimmt werden sollte, an solcher Verabredung teil- zunehmen, zu seiner Kenntnis gekommen sein müsse. Darum müsse nachgeprüft werden, ob die chrverletzenden Worte auch von den Ar- beitswilligen gehört worden seien. GewerksckaMickes. � Nntkruehmerterrorismus. Der Gesamtverband Deutscher Metalliudustriellcr, Berlin, versandte an seine Mitglieder folgendes Geheim- zirkulär: „Rundschreiben Nr. 191 pro 1908, Oktober. Hierdurch teilen wir Ihnen mit, daß bei der Firma Allu- miniumwerk Gößnitz, T. W. Müller u. Co., Gößnitz(S.-A.), nacb- stehend aufgeführte Arbeiter in den Ausstand getreten sind, weil genannte Firma sich weigerte, einen Tarifvertrag abzuschließen. (Folgen die Namen von 18 Arbeitern.) Wir bitten, diese alle von obiger Firma kommenden Arbeiter bis auf weiteres nicht einzustellen." Wenn Arbeiter zum Boykott auffordern oder sich be- mühen, von bestreikten Orten und Plätzen den Zuzug fremder Arbeiter fernzuhalten, dann ist es keine Seltenheit, daß sich Staatsanwälte finden, die gegen die Frevler einschreiten. Oder wenn gar Arbeiter an ihre Kameraden Listen versenden wollten mit den Zlamen von Arbeitswilligen und der Auf- forderung, mit diesen nicht zusammenzuarbeiten, dann würden unsere„Gutgesinnten" über den Terror zetern, den die Arbeiter ausüben. Wenn aber der Gesamtverband Deutscher Metall- industrieller seine schwarzen Listen mit der Verfemung und Aechtung ehrlicher Arbeiter in alle Orte sendet, dann ist solches ganz in der Ordnung! Und das nennt man gleiches Recht für alle Hl Berlin und Qm gegen d. Achtung, Töpfer! Die Firma Gustav Brunner in Königs- Wusterhausen hat den zurzeit bestehenden Lohntarif für Königs- Wusterhausen und Umgegend gekündigt und verlangt, wir sollen mit ihr einen niedrigeren Tarif eingeben. Dem lönnen wir nicht stattgeben und verhängen somit über die Firma die Sperre. _ Die Vcrbandsleitung. Ein internationaler Musikerkongresi tagte gestern in Berlin. Ter der Gencralkoiilinisston angeschlossene Zentralverband der Musiker war an der Veranstaltung nicht be- tciligt. Dafür tagten die sogenannten„blauen" Musiker in hol- bester Eintracht mit den„Syndilalisten", deren Temperament sie vergeblich zu dämmen vermochten. Ten wichtigsten Gegenstand der Beratungen bildete die Bekämpfung der Konkurrenz der Militärmusiker. Ter Vizepräsident des Deutschen MusikerverbandeS, S t e m p e l» Berlin, führte aus, daß die neuen kricgSmnusteriellen Bestimmungen über das Spielen der Militär- muscker ihnen das gewerbliche spielen nur mit Genehmigung des Ncgimeutskommandantcn gestattetem Dessen Erlaubnis solle von Fall zu Fall erteilt werden, aber nur dann, wenn keine dienstlichen Interessen verletzt würden, die Art der Veranstaltung für Militär- Personen angemessen sei, und keine berechtigten Klagen der Zivil- mustkcr über die ihnen erwachsende Konkurrenz zu befürchten seien. Trotz dieser entgegenkommenden Bestimmungen habe sich die Lage der Zivilmusiker keineswegs gebessert und die Konkurrenz der Militärkapellen keineswegs abgenommen. In Dortmund seien durch die Konzerte der Militärkapellen in den letzten 10 Monaten den Zivilmusikern 70 000 M. verloren gegangen. In Königsberg sei eine Regimentskapelle auf nicht weniger als drei Monate bcur- laubt worden. Die Zivilmusiler müßten also nach wir vor mit aller Kraft darauf dringen, daß der Reichstag ein absolutes Verbot des gewerblichen Musizieren» der Militärmusiker herberführe. P r e v o st(Frankreich) spricht seine höchste Verwunderung darüber aus, daß in Deutschlaird Militärkapellen in Uniform gegen Entree Streichorchester spielen. In Frankreich litten die Zivilmusitcr ja auch unter der illoyalen Äonlurrenz der Militärmusiker. Wenn das aber soweit ginge, wie in Deutschland, würden die Zivilmusiker einfach bei der ersten besten Gelegenheit das Militär mit Stöcken von der Bühne herunterhauen. Die ewigen Besuche bei den Ministern hätten gar keinen Zweck. Man bekomme nur leere Wer- sprechungeu. Kein anderer Bürger, der seine Dienstpflicht im stehenden Heer erfülle, könne daneben seinem bürgerlichen Geschäft nachgehen. ES sei eine lächerliche Zumutung an die Steuern zahlenden Musiker, die Kosten mit aufzubringen für die Unter- Haltung ihrer Konkurrenten. Gegen eine solche schreiende Un- gerechligkeit sei die antimilitaristische Methode der oirettcn Aktion immer wirksam.— Demgegenüber wurde von den Engländern und den Oesterreichern erklärt, daß sie nur auf legalem Wege vorgehen könnten. Die Mißstände bei ihnen seien allerdings auch ungeheuer groß. In England habe ein iHegiment, das zum Manöver ausrückte, sich von der Kapelle des Waisenhauses aus Dover herausgeleiten lassen müssen, weil die Regimentskapelle gerade in einem Badeort Konzert« gab.— Ferrari»» erwidert, daß die syndikalistische Methode der Fron- zoscn in Italien einen vollen Erfolg erzielt. Seine syndikalistische Ueberzeugung verbiete ihm, bei den Ministern herumzubetteln oder zu warten, bis es den Herren Parlamentariern gefällt, eine schöne Rede für die Galerie auch einmal über die Militärmusiker zu halten. Der Regimentskommandeur, der etwa in Italien Militär- musilern zu spielen erlaubte, wo die Zivilmusiler«in Lokal ge- sperrt hätten, würde zum mindesten öffentlich ausgepfiffen werden. Dank diesem Vorgehen gäbe es in Italien die Konkurrenz der Militärmusiker nicht mehr. Wenn dieses Vorgehen auch anfangs einige Jahre Gefängnis kosten würde, so werde doch der öffentlickj« Skandal den Kricgsminister zwingen, das gewerbliche Konzertieren der Militärkapellen zu verbieten. Der Kongreßvorsitzend« Vogel (Deutschland) entgegnete, daß diese Methode für Teutschland schon deswegen unannehmbar sei, weil Deutschland ein Militärstaat wäre. in dem die Militärmusik beim Publikum viel Sympathien genieße. Jede illegale oder gewaltsame Handlung der Zivilmusiker würde also von der öffentlichen Meinung aufs schärfste verurteilt werden. Eine Einigung über die Methode des Vorgehens in den verschie» denen Ländern kam also nicht zustande. Hingegen nahm der Kongreß einstimmig einen Protest gegen das gewerbliche Konzertieren der Militärmusiker an. Es sei Pflicht des Staates, seine steuerzahlenden Bürger in der Ausübung ihres Gewerbes zu schützen. Im wirtschaftlichen Interesse der vielen Tausende von Musikern und ihrer Familien sei das absolute Verbot der gewerblichen Mlitärmusit zu fordern. Weiler beschäftigte sich der Kongreß mit der Frage des Münchener Keim- Orchesters. Borsitzender Vogel teilte mit, daß. der wirtschaftliche und künstlerische Kampf der Mitglieder des ehemaligen Keim-Orchesters noch nicht beendet sei. Wenn auch Hofrat Ke i m von der Bildfläche verschwunden sei, so sei doch an seine Stelle der Konzertverein München getreten, der mit Hilfe seiner sehr reichen Gönner das Tonkünstlerorchester, das sich aus den Mitgliedern b-S früheren Keim-Orchesters gebildet habe zu ruinieren suche. Das Tonkünstlerorchester werde in diesem Winter ch.Gl-ck», Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtSBuchdr. u. Verlagsanstalt i acht große Symphoniekonzerie. mit Ddngartner und Wdahkcr als Dirigenten, und berühmten Solisten, wie Panzncr, als Mitwirken« den, veranstalten. Die Organisationen der Musiker hätten es schon bisher finanziell unterstützt, und würden darin solange fortfahren, bis der Kampf, in dem die Ehre des Verbandes und des ganzen Standes engagiert sei, siegreich beendet wäre.(Lebhafter Beifall.)! — Auf Vorschlag des Leiters des internationalen Sekretariats, Seitz-Paris, beschloß der Kongreß, den Mitgliedern des Münchener Tonkünstlerorchesters, die mit Mut und Ausdauer für ihre gerechte Sache kämpften, ein Sympathictelcgramm zu senden, der Genug- tuung darüber Ausdruck zu geben, daß der Boykott der Müiichcncr Presse unwirksam geblieben sei und aufgehoben werden mutzte, und ihnen aus der Kasse des internationalen Sekretariats eine größere Summe zur Unterstützung zu senden.— Bon allgemeinem Interesse ist dann noch die Stellungnahme des Kongresses zur Alkohol« frage. Der Kongreß beschloß, die Mitglieder der Internationalen Organisation in Wort und Schrift über die Schäden des Alkoholis- mus aufzuklären, und mit aller Kraft dahin zu wirken, daß Alkohol nie als ein Teil des Lohnes angesehen werden dürfe. Im übrigen beschäftigte sich der Kongreß eingehend mit dem Ausbau der nationalen und internationalen Organisation des Musilcrstandes. Der nächste internationale Musikcrkongreß findet 1910 in Brüssel statt. Die Gold- und Silberarbcitrr habe» am Freitag, gemäß dem Beschluß der Versammlung vom Donners» tagabcnd, in den einzelnen Betrieben eine Erklärung der Arbeitgeber zur Tariffrage verlangt. In einer VertrauenSinünnerversanunlung. die am Sonnabend im Gewerkschaftshause statt fand, gab Otto H a u d k e bekannt, daß das Resultat de» ersten Tages ein recht befriedigendes genannt werden kann. 19 Firnren, die insgeiam 168 Arbeiter be- fchäftigen, haben die verlangte Unterschrift geleistet, durch welcbe der bisherige Tarif auf ein weiteres Jahr anerkannt wird. Bei der Firma Petersseld haben die Arbeiter in einer Werkstaltbcsprcchung mit 29 gegen 8 Stimmen beschlossen, am Montag mittag die Arbeit niederzulegen, falls der Tarifs nicht untcrschriftlich anerkannt wird. Bei der Firma Freund und in verschiedenen anderen Betrieben sind die Arbeiter ebenfalls entschlossen, vor der Arbeitsniederlegung nicht zurückzuschrecken, falls ihrem ge- rechten Verlangen nicht entsprochen wird. In den nächsten Tagen werden noch viele wichtigen Werkstattsprechungen stattfinden, und es wird von dem Entgegeniommen der Arbeitgeber abhängen, ob die Differenzen friedlich geschlichtet werden können. Der Deutsche M e ta l larb ei ter- V e rband hat Berlin für Gold- und S il b e r ar b eit er gesperrt. Arbeiterfteundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Deutfebea Reich. Masscnkündigung. Am 15. d. M. wurde auf der Zeche.Viktor', Schacht Hk. im Dortmunder Revier über 90 Bergleuten ganz unver« mittelt die Arbeit gekündigt. Diese Leute, welche zur Belegschaft der Zeche gehörten und auch von der Zeche entlohnt wurden, standet» in Diensten der Firma Deilmann, welche für die Zeche„Viltor" die Gesteinsarbeiten ausführte. Nun hätte die Zeche ja wohl, wenn die Gesteinsarbeiten beendet oder gestundet werden sollten, die Leute zur Kohlengewinnung benutzen oder sonstwie be- schniligen können. Das hat die Verwaltung der Zeche aber strikte ab- gelehnt, die Leute werden entlassen. Hätte die Zechenverwaltung den Leuten von ihren Absichten zu Anfang des Monats Kenntnis gegeben, dann wäre die Sache weniger schlimm gewesen, weil sie sich anderweitig um Arbeit hätten bemühen können. Da ihnen aber erst am 15. des Monats die Kündigung mitgeteilt wird, kommt das einer Maß» rcgelung gleich, weil ja ein Abkommen der Zechenherren be- steht, daß Leute nur angelegt werden, die vor dem 15. jeden Mvnats um Arbeit nachfragen. Die Kündigung wird für die meisten Betroffenen einen HinanSwurf auf die Straße bedeuten. Die Sache wird erst in die richtige Beleuchtung gerückt durch die Tatsache, daß noch im vorigen Monat auf derselben Zeche eine große Zahl fremder Arbeiter ein« gestellt wurden, die jetzt Gekündigten aber meist erfahrene einheimische Arbeiter sind. So wird gegenwärtig wieder mit den Bergleuten umgesprungen, bis... Man kennt ja das alte Lied. Ausland. Die Aussperrung der Buchbinder in Stockholm und ESkilstona dauert jetzt dreizehn Wockien. Tie Arbeitgeber hatten offenbar er- wartet, daß der Mictebctrag beim Ouartalswechsel die Ans- gesperrten mürbe machen würde, haben sich aber bärin getäuscht. Tie Arbeiter und Arbeiterinnen zeigen keinerlei Neigung, sich den Wünschen der Arbeitgeber zu unterwerfen. Der Staatsbeamte zur Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten im Stockholmer Bezirk hat dieser Tage von neuem versucht, zu vermitteln. Seine Bemühungen waren jedoch erfolglos, da die Arbeitgeber nun jede Lohnerhöhung ablehnen. Utzte JVacbricbten und Depefcben* Mobilmachung. Konstantinopcl, 17. Oktober.(Meldung der»Agence Havas".) Die ottomanische Regierung hat die Mobil!» sierung des anatolifchen Armeekorps an, geordnet._ Die türkischen Programmpunkte. Konstantinopel, 17. Oktober.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Bureaus.) Der Minister des Aeußern, Tewsik Pascha, erklärte einem Redakteur des„Tanin", daß die Pforte das bekanntgewordene Konfcrenzprogramm nicht an, nehme; die türkischen Programmpunkte seien: I. Proklamierung Bulgariens zum Königreich. 2. Annexion Bosniens und der Herzegowina. 3. Die Verbindlichkeit der Anteilnahme an der türkischen Staatsschuld und anderer finanzieller und politischer Verbindlichkeiten. 4. Festsetzung der Integrität der Türkei. Der Minister des Aeußeren gab zu, daß die Pforte in Cr- wägung gezogen habe, die Konflikte mit Oesterreich-Ungarn und Bulgarien direkt zu regeln, sie habe aber noch keinen Beschluß gefaßt. Die Nachricht über die ablehnende bul- garische Note bezüglich der Orientbahn sowie die Meldung, daß Serbien Deputationen zu den Signatarmächten sendet- haben die Türkei sehr erregt. Die Cholera. Petersburg, 17. Okiober.(W. T. B.) In den letzten vierund» zwanzig Stunden, bis heute mittag, wurden 52 Neuerkrankunaen und 2l Todesfälle an Cholera gemeldet. Die Gesamtzahl der Kranken beträgt 852. Seit Beginn der Seuche erkrankten in Peters- bürg 7126 Personen, eS starben 8009, wäbrend 3565 gesund wurden. Petersburg, 17. Oktober.(W. T. B.) Das Gouvernement Tobolsk ist für cholerabedroht, der Kreis Archangelsk für choleragefährlich erklärt worden. Chinesischer Wirbelsturm. Amoy, 17. Oktober.(W. T. B.) In Tschang-tschou(Kwang» tung) sind 300 Menschen während eines Taifuns um» Leben gekommen._____ äülSinger& Co., Berlin SW. Hierzu 5«rilagea. 5i.245. 25. ZahrMg. L ßfildjc des Jttmitts" ßtrlintt KMMM s-..,.»•»..« fln die Partelgenoflen Groß-Berlins! Am Dienstag, den ÄO. Oktober, von 7 Uhr abends an, wird von den bekannten Lokalen aus eine Agit«tloi!SNllmmcr ks Jülirätg" verbreitet, worin zum Abonnement auf unser Parteiblatt und Beitritt in den Wahlverein aufgefordert wird. Wohl sind unsere politischen Organisationen in Berlin in letzter Zeit stark gewachsen. das Abonnement auf den „Vorwärts" hat aber leider hiermit nicht gleichen Schritt ge- halten. Es gilt also die Schäden, welche durch die wirtschaftliche Not dem Abonnentenstande unseres Parteiorgans zu- gefügt sind, wieder weit zu machen und durch gewohnte selbstlose Agitation neue Leser für den„Vorwärts", neue Mitglieder für die politische Organisation zu gewinnen. Am gleichen Abend 8'/z Uhr finden in den Lokalen: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 84, Germania-Säle, Chausseestr. llO, BallschmiederS Salon, Badstr. 16, Brauerei Friedrichshaiu(Lipps), Am KöuigStor, Gewerkschaftshaus, Engelufer 13, Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, öffentliche Bersammlunge» statt, in welchen die Landtags- abgeordneten Borgmau«, Heimann, Hirsch, Hoffmau«, Leinert und Ströbel referieren. Treten alle Genossen Groß- Berlins möglich st frühzeitig zur Verbreitung der Agitationsnunimer an. schließt sich niemand von dieser freiwilligen Ehrenpflicht aus, so wird die Arbeit in sehr kurzer Fri st erledigt sein und es bleibt für jeden hinreichende Zeit, auch die Versammlungen zu besuchen. Im Laufe der Woche, speziell am Sonntag, den 25.. sollen dann die Empfänger der Agitattonsnummer durch die Ge- nossen aufgesucht und bewogen werden, unseren Leserstand zu vermehren, in unsere Reihen einzurücken. Wir appellieren an die Tatkraft und den Eifer unserer Anhänger und erwarten, daß sie sich allesamt zu der nöttgen Werbearbeit gern und fteudig einfinden und hernach in die Versammlungen eilen. Der AkttonSanSschnß. Sozlallllllcher Parteitag. Toulouse, 15. Oktober.(Eig. Set.) Der Kongreß der gecinigten sozialistischen Partei ist heute eröffnet worden. Er tagt in der Salle des Jacobinö, einem alten Klosterrefektorium, das der Stadt gehört und als Festsaal benutzt wird. Der hohe Backstcinbau mit seinen gothischen Spitzbogen, dessen Charakter durch eine den Hintergrund abschließende Wald- dekoration einigermaßen gestört wird, ist mit Girlanden und roten Schleifen dekoriert. Die rotausgeschlagene Tribüne ist von Blatt, pflanzen eingerahmt. An ihrer Ballustrade sind zwei Organi« sationsfahnen aufgesteckt. Genosse D e s b a l s, der Föderationssekretär, heißt die Dele- gierten willkommen: Wenngleich die Hoffnung der Genossen von Toulouse, den Parteitag auf dem Kapital— dem Stadthaus— begrüßen zu können, durch den Ausfall der letzten Gemeindewahlen vereitelt worden ist, so können die Delegierten dessen versichert fein, daß eine starke sozialistische Bewegung fortlebt und mit un. gebrochenem Mut künftige Siege vorbereitet. Genosse Parteisekretär D u b r e u i l h eröffnet den Kongreß. ES die Bureauwahl. kleines Feuilleton. Theater. Kammerfpiele:„Clavigo" von Goethe. Mr der- stehen eS wohl, wenn die Freunde des jungen Goethe mit seinem Trauerspiel„Clavigo", das er- mit 25 Jahren in acht Tagen vollendete, nicht zufrieden waren. Sie erwarteten von dem genialischen Dichter des„Werther" und„Götz" mehr denn ein„gutes Theaterstück", als welches der„Clavigo" im allgemeinen gilt. Aber wir verstehen es auch, wenn der alte Goethe es beklagte, daß ihm damals niemand Aufinuntenmg zukommen ließ, sonst hätte er denn wohl noch eine Reihe solcher Stücke geschrieben, von denen das eine oder ander? geblieben wäre. Und gute Theaterstücke haben wir doch keineswegs zuviel. So ist uns denn der„Clavigo" immer noch willkommen als das Werk und die Beichte deS jungen Goethe, in der er seiner Reue um die verlassene Friederike von Sesenheim die tragische Weihe gab. Die Künste der Inszenierung, denen im Reinhardthause vielleicht im-anzen eine zu große Bedeutung beigemessen wird, können im „Crnvigo"— außer etwa in der Nnchtszene im letzten Akt, der hier sehr stiinmungsvoll herauskam— nicht mitspielen.(Es war freilich alles an charakteristischem Beiloerk aufgeboten, wemr man auch über manches Detail mit dem Dekorateur streiten müßte.) Alles kam also auf die Darstellung und die Regie an. die den Ton anzugeben hat. Die Tempi waren gut getroffen, wirksam kontrastierte die schnelle Rhetorik mit der größeren Bedachtsamkeit psychischer EntWickelung. Aber doch war durch Pausen und sonstiges der Rahmen noch ent- schieden zu weit gespannt. Die Darstellung selbst lvar überall— für einzelne Besetzungen mag man andere Vorschläge haben— eine wohldurchdachte, gut abgestimmte, die überall dem realistischen Ton die Herrschaft sicherte und wenn keine Bravourtaten, so doch eine um so höhere Ge- iamtleistung bot. Harry W a l d e n war der liebenswürdige, be- Zaubernde Schwächling, den Regungen jeder Stunde offen, impulsiv und in jedem Moment ehrlich. Aus dem weltklugen Carlos keinen landesüblichen Intriganten werden zu lassen, gelang Alired Abel aufs beste. Aber muß der überlegene Willcnsmcnsch bei aller Misanlhropie nicht mehr innere Leidenschaft haben? Ganz auf die Fertigkeit, Unbcugsamkcit und mühsam gezähmte Wildheit hatte Oskar B e r e g i den Beaumarchais gestimmt, dessen historische? Vorbild manche andere Eigenschaften aufwies. Die vernichtende Anklage gegen Clavigo im zweiten Akte war vortrefflich. Daß Gertrud E y s o l d t(Marie Beaumarchais) das bleiche, abgezehrte Mädchen liegen würde, war ohne Zweifel. Aber daß sie auch das liebenswürdige, sanfte Wesen war, merkte man nicht.—i. Die Nachmittagssitzung, die vom Deputierten Groussier geleitet wird, wird mit dem Bericht der Mandatsprüfungskom- Mission eröffnet. 324 Mandate sind als gültig anerkannt. Depu- tierter Breton fordert, daß der gegen ihn gestellte Ausschlietzungs- antrag sofort verhandelt werde. Der Kongreß beschließt, alle Aus- schlußanträge und Konfliktsfälle einer Kommission zuzuweisen. Den verhafteten Gewerkschaftlern wird die Sympathie aus- gesprochen.« Parteisekretär Dubreuilh erläutert den Parteibericht des Nationalrats. Der Bericht führt an, daß die Zahl der Partei- Mitglieder um 1111 gewachsen ist. Die Mehrzahl der Föderationen hat allerdings an Mitgliederzahl abgenommen, namentlich die schwachen. Der Bericht sagt, daß, wenn diese Resultate nicht alle Hofsnungen verwirklicht hätten, sie doch die Partei mit gerechtem Stolz erfüllen dürften. Eine— allerdings unvollkommene— Statistik der Gcmcindewahlen gibt die Zahl der sozialistischen Ver- treter mit etwa 380(1 an, die sich auf über 50(1 Gemeinden ver- teilen. Das Wahlergebnis steht in einem deutlichen Verhältnis zur Stärke der Organisationen. Zum Bericht ergreift das Wort: Rappoport: Ich will nicht der Debatte über die allgemeine Parteiaktion vorgreifen. Aber der Bericht behandelt doch die ver- gangene Aktion, und diese haben wir zu beurteilen. Der Bericht zeigt einen offiziellen Optimismus, den ich nicht akzeptieren kann. Wir stehen vor einer brutalen Tatsache: Wohl ist die Partei um 1111 Mitglieder gewachsen, aber diese sind nur den zwei Organi- sationen der Departements Seine und Nord zuzurechnen, die um 3000 Mitglieder zugenommen haben. Der Rest ist zurückgegangen. Wir verlieren also an Boden. Der Bericht verweist auf die Schwierigkeiten, unter denen die Partei kämpfe, auf die Gewaltpolitik der Regierung. Aber das ist keine Erklärung für unsere Niederlagen bei den Gemeindewahlen. In Deutschland ist di�Partei unter dem Ausnahmegesetz groß geworden. Gerade die Reaktion Clemenceaus und der Verrat der Radikalen sollte der Partei nützen. Wenn die Partei davon nicht profittert hat, ist sie selbst schuld daran. Was uns geschadet hat, ist die Gefälligkeit gegen den Anarcho-Syndikalismus.(Lebhafter Beifall bei einem Teile der Versammlung.) Dubreuilh erwidert: Mein Optimismus ist nicht „offiziell", von einem Rückgang kann man nicht sprechen. Sicher ist, daß wir Mittel suchen müssen, die Organisationen zu stärken. Aber welche andere Partei hätte Verfolgungen, wie wir sie zu er- dulden hatten, widerstanden? Der von Rappoport erwähnte Rückgang zieht die Organisa- tionen aller Richtungen in Mitleidenschaft.(Bracke ruft: Wir haben das Gegenteil nicht behauptet.) Mistrul' Unser Rückgang ist durch unsere inneren Zwisttg- keiten verursacht.(Sehr gut!) Manche Genossen gehen in ihrer Kritik zu weit und verbreiten Verdacht gegen andere Kameraden. Der Bericht der Verwaltungskommission wird angenommen, ebenso der der Fraktion. Ueber die„H u m a n i t e" berichtet Bracke. Die Resultate dieses Jahres sind günstig. Im Juli wurde ein Gewinn von 40S1 Fr.» erzielt. Dieses Ergebnis ist teils der Tarifreform, teils der Steigerung des Verkaufs in Paris und Umgebung zuzuschreiben. R e n a u b e l kündigt an, daß mau nun auch die Provinz bearbeiten werde. Vor allem rechne er auf die Kameraden des Nordens. Delory erwidert sofort: Wir werden sicher alles mögliche tun, aber ich sage offen: Wollen Sie Erfolge im Norden haben, müssen die anarchistischen Artikel aus der gewerk- schaftlichen Chronik verschwinden. Renaudel repliziert: Wir werden nichts unversucht lassen, um die Genossen des Nordens, vor allem die Bergarbeiter, für die„Humanite" zu interessieren. Der Bericht über die„Humanite" wird genehmigt, und der Kongreß beschließt weiter, daß die zu den zu zeichnenden 75 000 Fr. noch fehlenden 3000 Fr. von der Partei subskribiert werden sollen, damit die Reorganisation der Aktiengesellschaft unternommen und der Partei die Mehrheit in der Generalversammlung gesichert werden könne. Roland spricht über den Rückgang deS„S o c i a l i st e", dessen Verkauf von 3000 auf 2400, dessen Abonnementsziffer von 1800 auf 1600 gefallen ist. Er sieht die Ursache in der Gleich gültigkeit der Organisationen, P o i s s o n dagegen in der Grün- dung der eine spezielle Tendenz vertretenden Blätter, wie„Guerre Sociale",„Socialisme" und„Action Directe". Im„Socialiste" kann jeder Parteigenosse schreiben. Machen Sie nur Propaganda für unser Zentralorgan, damit dienen Sie der moralischen Einheit der Partei. Albert Thomas meint, die Gründe des Rückganges liegen im Blatte selbst, dessen Mitarbeiter nur die Abfälle ihrer Gedankenarbeit hergäben. Er hält eS für das beste, den„Socialiste� zu einem einfachen Korrespondenzblatt umzugestalten und für die LustspielhauS:„Die Tür ins Freie". Schwank von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Das jüngste Kind aus der Ehe Blumenthal und Kadelburg war lustiger, als man nach manchen seiner älteren Geschwister erwarten durfte. Im ersten Akte fah es eine Zeitlang sogar danach aus, als steure das Stückchen auf eine übermütige Satire mit scharfen SimplizissimuSpointen los, ein Schein, der freilich bald verflog. Indes so harmlos und gemütlich die Sache denn auch ablief, der Einfall, der dem Ganzen zugrunde lag. war originell genug, um auch bei dieser Wendung den Reiz des Amüsant-Bergnüglichen nicht zu verlieren. Eir� junger Assessor, der in einem kleinen Städtchen Buchenau die Amtsführung des verstorbenen Bürgermeisters, eines passio- nierten Jägers und Durchgängers, nachträglich aus den Akten kon- trollicren soll, macht die Entdeckung, daß der Selige, der auch Standesbeamter war, sich in dieser Funktion zur Zeit der Hühner- jagd regelmäßig von einem gänzlich Unbefugten hat vertreten lassen, und daß deshalb alle von dem Stellvertreter getrauten Paare in einer nicht rechtskräftigen Ehe leben. Sein Freund, ein Schriftsteller, der die, guten Auchcnauer in und außer der Familie zur Genüge kennt und die Fülle seiner Beobachtungen in einem Büchlein mit dem provozierenden Titel„Die Komödianten der Liebe" verarbeitet hat, schleudert schadenfroh die Bombe unter die versammelten Honoratioren. Man drängt sich um ihn, man staunt, man sucht die Würde zu bewahren und kann sich doch de? Ausbruchs der inneren Begeisterung nicht erwehren. All diese glück- lichen Gatten geraten bei dem Gedanken, daß sie vielleicht auch zu den falsch Kopulierten gehören mögen und so am Ende ungebundene Junggesellen sind, in einen süßen Taumel der Erregung. Die radikalen Temperamente träumen von einer Flucht ins Land der Freiheit, die opportunistischen hoffen wenigstens, durch kluge Aus Nutzung der Konjunktur weitgehende Vergünstigungen in Haus schlüsselangelegenheiten und Verwandtem zu erlangen. Auch der Damen bemächtigt sich ein oppositioneller Geist, die ganze Stadt gerät in Aufruhr, dem genialen Entdecker werden stürmische Ovationen von der Menge dargebracht. Der Telegraph verbreitet die Kunde im Lande und ein Photograph der„Woche" eilt herbei, die dreißig Glücklichen, die falsch getraut sind, auf einem Gruppen- bilde zu verewigen. Die Männer beschließen eine Auswanderung in das Hotel von Buchenau, um dort die neue Aera bei einer Bowle festlich einzuleiten, werden aber von ihren besseren Hälften aus dem Feld geschlagen. ES sind die Damen, die sich ausquar- tieren und das Gasthaus besetzen. Den Herren der Schöpfung bleibt das öde Heim. Im dritten Akt, der die Wiederannäherung und schließliche Versöhnung der beiden feindlichen Heerlager fchil- dert, läßt die Erfindung streckenweise bedenklich nach� manches fällt ganz ins Banale, aber ein paar drollige Situationen am Ausgang genügten, um die gute Laune wieder herzustellen. Der Bon- vivant, der erst am kecksten renommierte, muß vor feinem klugen Frauchen bedingungslos kapitulieren, während der Dichtersmann als Sieger aus dem Kamps hervorgeht und die Buchenauer Ebe» Berichte der Föderationen einen Platz in der„Humanite" zu schaffen. Alle zu diesem Gegenstand gemachten Vorschläge werden der Kommissionsberatnng zugewiesen. V a i l I a n t berichtet über die Tätigkeit des inter- nationalen Bureaus, namentlich über die letzte Sitzung. Im Proletariat gebe sich eine mächtig ansteigende Bewegung für den Weltfrieden kund. L o n g u e t bedauert das Mißtrauen, das man in Brüssel der englischen Arbeiterpartei' entgegen- gebracht habe, die der Internationale eine Million organisierter Arbeiter zuführen wolle. Er wendet sich gegen ihre Nichtaufnahme. Denn wenn sie auch noch nicht bis zu den theoretischen Auffassungen des Sozialismus gelangt sei, so sei sie doch eine proletarische Klasscnpartei. Auch Lafargue bringt der Arbeiter- Partei seine Sympathien entgegen: Die alte Internationale, die gewerkschaftlich und politisch war, hat alles getan, um die Gewerk- fchaften heranzuziehen. Wir wollen alle die gewerkschaftlichen wie die politischen Organisationen zum Kamps gegen die Klassengesell- schaft vereinigen. Ein Antrag auf eine Sympathiekundgebung für die Labour Party wird der Kommission überwiesen. Gerichts-Geltung. Interessante Einblicke in das Treiben höherer Gesellschaftskreise gestattete ein umfangreicher Wucherprozeß, der am Freitag vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kam. Es sind am 18. Dezember v. I. vom Landgerichte Trier verurteilt: der Kaufmann Nathan Kaufmann wegen Wuchers und Betruges zu 2 Jahren Ge- fängnis und 2150 M. Geldstrafe, der Direktor der Trierer Bank, Wallenborn, wegen Wuchers zu 2 Jahren 4 Monaten Ge- fängnis und 9200 M. Geldstrafe, beide außerdem zu 5 Jahren Ehrenrechtsverlust, ferner der Kaufmann Kempe wegen Betruges in einem Falle zu einem Monat Gefängnis und 900 M. Geldstrafe, endlich der bei Kaufmann angestellte Buchhalter Löwen st ein wegen Begünstigung zu 200 M. Geldstrafe. Wallenborn ist Direktor der Trierer Bank und der Bruder des ultramontanen Landtags- und Reichstagsabgeordneten Wallenborn. Er lernte Ende 1902 oder Anfang 1903 den Kaufmann Nathan Kaufmann kennen, der damals als Makler bei der Finanzierung von Geschäften tätig war. Kauf- mann vermittelte für Wallenborn Geschäfte und erhielt dafür die Hälfte der erzielten Gewinne. Kempe beteiligte sich mit Kaufmann an Grundstücksspekulationen. Löwenstein lvar bei Kaufmann als Buchhalter angestellt und genoß dessen höchstes Vertrauen. Im ersten Falle, der>zur Verhandlung kam. hat das Land- gericht eine BeWucherung des Dr. v. I a u n e z festgestellt. Dieser ist der Sohn eines der größten Industriellen, des„Königs von Lothringen", wie er im Volksmund heißt. Der Vater besitzt ein Vermögen von 25 Millionen Mark; der Sohn, der bei ihm Prokurist ist, 2— 3 Millionen. Jaunez jun. hatte nun verschiedene miß- liche Geschäfte gemacht und war, da er sein in Grundstücken an» gelegtes Kapital nicht angreifen konnte, in Schulden geraten. Da er seinem Vater die Sache nicht vorlegen wollte,»ahm er bei Wallenborn eine Anleihe von 100 000 Mj. auf, gegen die er Wechselgab, mit der Bedingung, daß sie nicht in das Reichs land kommen dürften. In der Folge wurde nun I. durch eine Reihe anderer Geschäfte(Kauf von Aktien der Trierer-Bank weit über den Wert, Kauf einer Windmühle, die er später loieder an Wallenborn mit 30 000 M. Verlust zurückgeben mußte) in hohem Maße geschädigt. Das Gericht meint nun, in dieser Handlungsweise sei der Wucher zu erblicken, durch den die Notlage des I. ausgebeutet wurde. I., der ein sehr gewiegter Geschäftsmann sei und der sonst sehr ruhig eine Entschließung fasse, sei bei diesen Geschäften leichtsinnig vorgegangen. In einem zweiten Falle handelte eS sich um die Bcwuche. rung eines 20jährigcn Fähnrichs v. Tümpling, der damals die Kriegsschule zu Metz besuchte. Auch er mutzte, um ein Darlehen von 15 000 M. zu erhalten, 15 Aktien der Trierer Bank zum Kurse von 140 Proz. übernehmen, während sie nur einen Wert von höchstens 120 Proz. gehabt haben sollen. T. hat sich niemals um den Stand der Papiere gekümmert und auch sonst die Sache auf die leichte Schulter genommen. Es folgt der dritte Fall. Im Jahre 1904 erhielt der lluter» nehmer Jakob Christ umfangreiche Erdarbeiten bei einem Eisenbahnbau zugewiesen, die sich über 5 Jahre erstrecken sollten und einen Wert von 2 Millionen Mark darstellten. Christ hatte aber nicht die nötigen Mittel, um die Werkzeuge anzuschaffen. Den Borschlag eines anderen Unternehmers, ihm gegen eine Gewinn» garantie von 50 000—100 000 M. die Ausführung des Auftrages zu überlassen, lehnte Christ ab. Er borgte vielmehr bei Wallenborn durch Vermittelung Kaufmanns 40000 M. Kaufmann bedang sich eme Provision von 5000 M. aus. Außerdem mußte sich Christ ver- liebste endlich dem philiströsen Schwiegerelternhaus entführt. Das Spiel war frisch und temperamentvoll. Der Applaus klang echt. ckt. Musik. Die Komische Oper an der Wcidendammer Brücke hat ihre von nnS mehrmals markierten Bestrebungen fortgesetzt durch die Einstudierung von G. Puccinis„Manon Lescaut". Die Leitung des Theaters bemüht sich, dem überlieferten Stilisieren des Opernspieles nach Kräften Natürlichkeit und Charakteristik gegenüberzustellen. Dazu dienen ihr besonders zwei Mittel: die Ersetzung großer Chormasien durch kleinere, Person für Person individuell durchgearbeitete Gruppen, und die Erstrebung eines optisch effektvollen Bühnenbildes. Namentlich das„Verbauen" der Bühne bis zu recht engen BewegungSräulnen wird hier in ge- schickter Weise vorgenommen. Schließlich aber ist das Ende all dieser Natürlichkeiten doch eine Unnatürlichkeit und Künstelei. Der Inhalt der Oper ist einem einst vielbeliebten Romane des Franzosen A. F. Prevost entnommen und versetzt uns in die Spätzeit des Rokkoko. Das gibt nun unserer Oper wieder so viel Gelegenheit zu Künsten der Dekoration und des Kostümes, daß hier der Berichterstatter über bildende Kunst fast mehr sagen könnte als der über Tonkunst. Manon Lescaut, die typische mädchenhafte Unschuld von damals, der bald die Unnatur des wohllebigeu Reich- tums in den zum Widerstände kaum fähigen Kopf steigt, soll ins Kloster, wird aber zwischen ihrem intriganten Bruder, ihrem immer wieder innig empfangenen Geliebten und einem alten Lebemann herumgeworfen und verschmachtet endlich in einer amerikanischen Felswüste. Der italienische Komponist Puccini ist uns durch seine „Boheme" und seine„Frau Schmetterling" in sehr angenehmer. durch seine„Tosca" in weniger angenehmer Erinnerung. Er führt uns durch„Manon Lescaut", die zuerst vor 15 Jahren in Hamburg aufgeführt wurde, wieder zu seinen starken Seiten zurück. Eine anmutig flatternde Musik vertont das Rokkokogetändel und beschwichtigt die fragende Spannung, mit der wir z. B. im zweiten Akte die Ausstattung des Salons prüfen, ob sie nicht um einiges zu weit in der stilgeschichtlichen Entwickclung vorgerückt ist. Den echteren Hcrzensmomcntcn, die das sonst ziemlich triviale Drama bringt, und seinen stürmischen Sendungen loird die Musik weniger, hauptsächlich nur durch viel Unruhe gerecht, bis sie sich in der Todcöszene zu einem gut künstlerisch durchgeführten StimmungS- gemäldc erhebt. Desider Ja dar verdient unter den Sängern unsere An- erkennung in erster Linie; da er im letzten Augenblick mit Geschick einen verhinderten Kollegen vertrat. Einige neue und alte Kräfte würden wohl noch besser zur Geltung kommen, wenn Regie und Orchcstcrlcitung auf die Hauptsache alles Opernspicles. auf das gesungene Wort, ebensoviel Aufmerksamkeit verwendeten, wie auf die anschaulichen Bilder fürs Auge,»», bflichten, 10 Proz. des Reingewinns bei den Grdarbeiten, mindestens| Ausbeutung der Notlage in den verschiedenen Fällen nachzuweisen. I nicht immer genau genommen zu werden. Der Konfektionär aber 30 000 W., an Wallenborn bis zum Juli 1907 zu zahlen. Das Dann sei aber das Urteil schon deshalb nicht zu halten, weil Ge- schreibt dazu: Unternehmen soll jetzt schon über 300 000 m. Gewinn abgeworfen werbsmäßigkeit angenommen sei und doch Einzelfälle dem Strafe Mit der Ausdehnung des Geschäftsschlusses geht der Charakter haben. Auch bei diesem Geschäfte übernahmen Wallenborn und maß zugrunde gelegt seien. Sines schließe hier das andere aus. der englischen Geschäftszeit völlig verloren, und Chefs wie AnKaufmann Gewinn und Verlust zu gleichen Teilen. Auch er beantragte die Aufhebung des Urteils. Die gestellte kommen bei diefer Einrichtung vom Regen in die Traufe. etwa 40 prozessualen Rügen wurden, da die materiellen bereits was über diese festgesetzte Beit gearbeitet wird, gefchicht das Schicksal des Urteils entschieden, gar nicht vorgetragen. Das wie es leicht erklärlich meist mit Unluft und InteresselofigReichsgericht hob das Urteil im vollen Umfange auf und feit und hat daher wenig Nuzen für das Geschäft. verwies die Sache an die Vorinstanz zurüd. In der Begründung liegt in den meisten Fällen aber nur an einer Kleinigkeit wurde gesagt, das Urteil leide hauptsächlich an dem Fehler, daß im Gesamtbetriebe, und es bedarf nur einer minimal bereine Mehrheit gewerbsmäßiger Delikte angenommen änderten Dispositionsweise, um bei einigermaßen gutem Willen worden sei. Auch bedürfe es einer flareren Darlegung, daß eine einen Geschäftsschluß mit militärischer Bünktlichkeit herbeizuführen, Ausbeutung vorliege. Bezüglich der Weittäterschaft Rauf der zur Erhaltung der Gesundheit und im Interesse einer frischen manns lägen keine durchgreifenden Bedenten vor, das sei Tatfrage Arbeitsfreudigkeit als geboten erscheint. Eine richtige Einteilung, und vom ersten Gericht zu entscheiden, dagegen scheine im Falle ein rechtzeitiges Beginnen mit dem Anfagen und Aufarbeiten der Firnhaber nur Vermittlertätigkeit borzuliegen. Das Urteil habe Storrefpondenz, der Fakturen und Batete, den Frachtsendungen, dem auch aufgehoben werden müssen, soweit es Löwenstein betrifft. Abfertigen der Arbeiter usw. Kann mit Leichtigkeit den Anlaß geben, Denn, wenn auch die Begünstigung ein selbständiges Vergehen fei, daß die so beliebte englische Geschäftszeit nicht mit dem gefürchteten so müsse diesem doch ein anderes vorausgehen. Fällt aber dieses, deutschen Schluß in Verbindung gebracht wird." so fann nicht von Begünstigung gesprochen werden. Auch in dem Die Verhältnisse würden bedeutend günstiger liegen, wenn die Betrugsfalle fam das Reichsgericht zur Aufhebung, weil der rechts- Angestellten nicht allzu indifferent der Organisation gegenüber widrige Vorteil nicht nachgewiesen sei. Im vierten Falle handelte es sich um den Leutnant& irnhaber vom Infanterieregiment Nr. 61. Dieser hatte Verpflich tungen in Höhe von 15 000 h, die er los werden wollte, da von einer Seite schon mit Anzeige beim Oberst gedroht worden war. Er erhielt dann auch von Wallenborn gegen zwei Hypothekenbriefe 1000 m. Er mußte aber ein Grundstück von 82 000 Mt. übernehmen, was er auch nach langem Bögern tat. Kempe erhielt hierbei für Vermittelung des Hausfaufes 5 Proz. Provision. Das Haus war nach der Annahme des Landgerichts nicht soviel wert; es war auch unbewohnt und kostete viel an Reparaturen usw. Schließlich flagte dann Firnhaber wegen wucherischer Ueberborteilung auf Aufhebung des Vertrages; es tam aber zu einem Vergleich, bei dem er sich gegen Rüdgabe des Grundstüdes zur Zahlung einer Entschädigung Das sind die Fälle, in denen das Gericht den Tatbestand des Wuchers angenommen hat. bon 1200 m. verstand. Aus Induftrie und Handel. Höherer Reingewinu, geringere Dividende. Dem Angeklagten Kaufmann wird nun noch ein Betrug zur Laft gelegt. Er hatte dem Gastwirt Mombach versprochen, ihm ohne Entschädigung eine Hypothek zu verschaffen. Nach Abschluß des Geschäftes legte er dem M. ein Schriftstück zur Unterschrift vor mit der Bemerkung, es habe nichts zu bedeuten. M. las es aber doch durch und fand, daß er sich zu einer Provision Die Harpener Bergbaugesellschaft, deren durchschnittliche Arbeitervon Prozent verpflichten solle. Als er sich darauf einzugehen weigerte, drohte Kaufmann, er werde sonst die Gläubiger beran- zahl auf 28 542 für das legte Jahr angegeben wird, schüttet, wie Tassen, das Geld nicht zu zahlen. bereits berichtet, diesmal" nur" 11 Broz. Dividende aus. Für das Vorjahr find 12 Broz. verteilt worden. Es wäre aber falich, anzunehmen, die Gesellschaft hätte für das letzte Jahr ein absolut oder relativ schlechteres finanzielles Ergebnis erzielt als im Jahre 1906/07. Der Meingewinn ist vielmehr von 21% Millionen Mart auf 24%, Millionen Mark gestiegen und der pro Arbeiter erzielte Reingewinn hob sich von 850 M. auf 865 m. Als der Buchhalter Löwenstein die Nachricht von der Verhaftung Kaufmanns erhielt, nahm er sofort eine Anzahl wichtiger Bücher, die als Belastungsmaterial dienen konnten, mit in feine Wohnung, wo ein Teil derselben später vorgefunden wurde. Dadurch soll er sich der Begünstigung schuldig gemacht haben. Bei Festfehung des Strafmaßes hat das Gericht angenommen, daß Kaufmann und Wallenborn übereingefommen waren, gewerbsmäßig Buchergeschäfte zu machen; es hat mehrere Einzelfälle und nicht ein fortgesettes Delitt angenommen. Arbeitsmangel in Waggonfabriken. Ständen. Briefkaften der Redaktion. Geöffnet 7 libe Die furinifme Evrechftnude findet Lindenstraße Nr. 3, gweiter Sof, britter Eingang. vier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abende von 7 bis 9% 11hr statt. Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine 3abl als Wiertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beautwortung im Briefkasten können 14 Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Svrechstunde bor. A. B. 100. 8wedmäßiger ist es, Sie schiden das Kind zunächst in die Fortbildungsfchule und nehmen später Rücksprache mit dem Lehrer, ob der ebertritt in eine andere und in welche zwedmäßig ist. 2. 2. 28. 1. bis 3. Ihre Fragen find ohne Einsicht in das Vereinsstatut nicht zu be antworten. Wiederholen Sie dieselben eventuell unter Uebermittelung des Statuts. 4. Nein. 5. S. 31. 1. Allgemeine Aufklärung. Der Beitritt ist nicht empfehlenswert. 2. Ja. 3. Ein vor wenigen Jahren entdecktes Element. 3. G. 10. Der Meister würde straffällig sein. 2. S. 16. Nach einer Information der Köln. Volksztg." ist die Lage der 4. Die Stlagefoften wärden etwa 15 bts 20 Mart in erster Instanz, die An1. Berjährung liegt nicht bor. 2. Ja. 3. Das lägt sich nicht voraussagen. Die Revision der Angeklagten wurde von den Rechts- Waggonfabriken viel weniger günstig als bisher angenommen wurde. walts foften eingerechnet, ausmachen. 5. Eine vorherige Aufforderung ist anwälten Dr. Frank und Dr. Meyer aus Trier vertreten. Sie Manche entließen schon im April 1908 einen größeren Teil von zwedmäßig. G. 1. 1. Der Sonfirmationsschein wird in der Regel als rügten eine Reihe von Verstößen gegen das materielle Recht: In Arbeitern und beschränkten die Arbeitszeit von zehn auf acht Stunden. genügend erachtet. 2. Amtsgericht Berlin- Schöneberg ist zuständig. 07. feinem der fraglichen Fälle liege Wucher vor. Nirgends fei flar Weitere beträchtliche Arbeiterentlaffungen ständen bevor. Manche. 151. 3 uns leider nicht möglich. St. G. 81. Jedes Annoucen festgestellt, daß sich die Geschädigten in einer Notlage befanden, Fabrifen hatten im Jahre 1907 monatlich 100 Güterwagen zu bauen, Bureau weist Ihnen einen Statalog ber bestehenden Zeitungen auf. Kamerun. namentlich nicht bei Chrift und Jaunez, bei dem auch der Leicht feit April 1908 jedoch nur 50, vom April 1909 ab feien nur 20 bis Direkt abraten fönnen wir von der Stellung nicht. Ge finn nicht erwiesen sei. Für den Wert der Aktien habe man eine 25 in Auftrag gegeben, die wenigen, im freien Verkehr erzielbaren nauere Auskünfte würden Sie am besten durch die amtliche Auskunftsstelle R. 2. 50. 1. Ja: rüd falsche Berechnung zugrunde gelegt. Vor allem fei Kaufmann fichtlich der feit nicht länger als drei Monaten fälligen Steuern. 2. Rein. überall nur der Vermittler gewesen und er fönne deshalb gar nicht aufträge deckten nicht einmal die Selbstkosten. A. S. 15. Die Eltern sind zur Annahme des eingeschriebenen Briefes wegen Buchers bestraft werden. In dem Betrugsfalle hätten fich nicht verpflichtet. Warten Sie die Klage ab und bestellen Sie dann einen die Verhältnisse so geändert, daß Kaufmann trotz seines früheren Versprechens berechtigt war, Brovision zu fordern. Es wurde be- Infolge des nunmehr angeordneten Achtuhr- Ladenschlusses macht Anivalt, der in dem Bezirk des Gerichts zugelaffen ist, wo Sie verklagt R. S. 15. Die Kündigung entspricht dem Gesez, ohne antragt, das Urteil aufzuheben und die Sache an ein anderes sich unter den Kontor- und Lagerangestellten, sowie den Angestellten daß ein Schadenersazanspruch geltend gemacht werden tann. Gericht zu verweisen, da die Stimmung in der Trierer Bevölte in den Engrosgeschäften eine stärkere Bewegung zur Einführung der C. m. 44. Der Wirt ist keineswegs zur Streichung Ihres Namens Der Reichsan to a It englischen Geschäftszeit bemerkbar. In einer Reihe von Geschäften in dem Vertrage verpflichtet. Sie haften vielmehr nach Maßgabe des rung auch auf die Richter einwirfe. erkannte an, daß nirgends im Urteile der Versuch gemacht sei, die ist sie bereits eingeführt, aber es scheint mit dem Geschäftsschluß Bertrages, falls nicht eine gütliche Einigung mit dem Birt erfolgt. Englische Geschäftszeit. -für Auswanderer, Schellingstraße 4, erhalten. werden. Wer an die Zukunft seiner Kinder denkt, gibt ihnen keinen Alkohol und keinen Kaffee, sondern Milch und Kathreiners Malzkaffee. 17 LEAK BONERE ATHER Cave an ATHEM BISERTA CES HOLER BISCHA LEYLE RENARD JUSTA BROCIONALS ROCH BRUCKP BROCKHA BROCKMALLS BROCKMA OVER OVERS LEXIN LEXIK 10 11 19 741 16 M MOR PERUGIA MOR Pes Socru SOCIAL TURNEST TURKE elegante mehrfarbige Ganzleinen- Bände a 12.- Mark. Niemand 221 Neue Ausgabe 1908 von Brockhaus Konversations- Lexikon 18 500 Seiten Text 150 000 Stichworten mit über und 12 000 Abbildungen Um die Anschaffung dieses monumentalen Werkes jedermann ohne fühlbare Ausgabe zu ermöglichen, liefere ich sämtliche 17 Bände sofort franko zum Originalpreise gegen monatliche Zahlungen von der mit der Zeit fortschreiten will und bestrebt ist, seine Bildung zu vervollständigen, kann das Lexikon entbehren! 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Wählerlisten werden nur für Arbeit geber aufgestellt und vorher zur Einsichtnahme ausgelegt. Die Auslegung erfolgt am Dienstag, den 20. Oktober, bis einschließlich Montag, den 26. Oktober d. I., an den Wochentagen während der Dienststunden von morgens 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, am Sonntage bon vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im Wahlbureau, Poststr. 16 II, Zimmer 57. Die Arbeitgeber, die in die Listen eingetragen sind, erhalten vom Magistrat besondere Nachricht. Wer eine solche nicht erhält, kann annehmen, daß er nicht eingetragen ist, und muß einen Antrag auf Nachtragung in die Liste stellen. Von unseren Gegnern wird bereits Vorsorge getroffen, um nach Möglichkeit die Wahl sozialdemokratischer Arbeitgeber zu verhindern. In einigen bürgerlichen Blättern lesen wir: Die aufgestellten Kandidaten griffen energisch als Redner in den Berliner Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Emilia Galotti. Ein Erinnerungsfest. Montag: Mercadet. Dienstag: Wahlkampf ein, voran Frizz Gördki, der eine ganz außerordentlich Abends: Erotit. rührige Tätigkeit entfaltete und sich als überaus wirksamer Redner Der Traum ein Leben. Mittwoch: Erotik. Ein Erinnerungsfest. Donnerstag: Der Traum ein Leben. Freitag und Sonnabend: Der Clown.( Anerwies, bis schließlich unter den außergewöhnlichen Anstrengungen fang 7% Uhr.) Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Emilia Galotti. Abends: feine Sprachorgane versagten. Auch nicht aufgestellte Parteimitglieder, Der Clown. Montag: Grotit. Ein Erinnerungsfeft. wie Ferlau, Herzfeld, St. Flatow, W. Liefländer beteiligten sich start Neues Theater. Sonntag: Malia. Montag: Beccatrice. Dienstag: an der Versammlungsagitation, und groß war die Zahl der Genoffen, Cavalleria rusticana. I Carbunara. Mittwoch, Donnerstag, Freitag: die nun furchtlos sich der Organisationsarbeit, dem Austragen von Wahrheit. Sonnabend, Sonntag, Montag: Der deutsche Graf. Flugblättern usw. widmeten. Das Kommunalprogramm des„ Arbeiter- Neues Schauspielhaus. Sonntag: Das Fräulein in Schwarz. wahlkomitees zur Erzielung volkstümlicher Kommunalwahlen", wie Montag: Judith. Dienstag: Das Fräulein in Schwarz. Mittwoch: Fauft. der offizielle Titel lautete, bestand nach dem ersten Wahlflugblatt tag: Die Kinder der Erzellenz. Sonnabend: Faust. I. Teil.( Anfang 7, Ühr.) I. Teil.( Anfang 7, Uhr.) Donnerstag: Das Fräulein in Schwarz. Freiaus folgenden sieben Bunkten: Sonntag: Das Fräulein in Sch: vars. Montag: Faust. I. Teil.( Anfang 7 Uhr.) 1. Gründliche Reform der Mietssteuer. 2. Verweigerung jeder Steuererhöhung, bis die Mietssteuer in der von der Arbeiterpartei angegebenen Weise reformiert ist. 3. Steuerfreiheit der drei untersten Stufen ohne Verfümmerung ihrer politischen Rechte. 4. Ablehnung jeder Anleihe, unter welchen Motiven sie auch gefordert wird. 5. Ersatz der durch diese Reformen entstehenden Ausfälle durch eine progressive Einkommensteuer. 6. Uebernahme aller lukrativen Unternehmungen, wie PferdeBahnen, Gasanstalten usw. in eigene Berwaltung der Gemeinde, und daher Verweigerung jeder neuen Konzession auf diesem Gebiete. Kleines Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Gin idealer Batte. Abends: Lady Frederick. Montag: 2 × 2= 5. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Lady Frederid. Freitag: 2X2= 5. Sonnabend: Lady Frederick. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2X2 5. Abends: Lady Frederick. Montag: 2 × 2= 5. Komische Oper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Tiefland. Abends: Manon Lescaut. Montag: Tiefland. Dienstag: Manon Lescaut. Mitt woch: Tiesland. Donnerstag: Manon Lescaut. Freitag: Hoffmanns Er zählungen. Sonnabend: Tiefland. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Manon Lescaut. Montag: Tiefland. Residenz Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Haben Sie nichts Amelie. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Schlafwagenkontroleur. Abends verzollen? Abends und Montag bis Sonnabend: Kümmere dich um und Montag: Kümmere bich um Amelie. Trianon: Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Frl. Jofette meine Frau. Abends sowie täglich: Die Liebe wacht. Sonntag, den Abends 25. Oftober, nachmittags 3 Uhr: Fr. Josette meine Frau. und Montag: Die Liebe wacht. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends sowie täglich: Die Dollarprinzessin.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag, ben 25. Oftober, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends und Montag: Die Dollarprinzessin. Neues Operetten- Theater. Hebbel Theater. Sonntag: Ninon de l'Enclos.( Anfang 8 Uhr.) Montag und Dienstag: Der Liebhaber. Mittwoch: La Sorcière. Donners tag: Dam. a. Camélias. Freitag: Le Passé. Sonnabend: Adr. Lecouvreur. Sonntag: Dam. a. Camélias. Montag: Ninon de l'Enclos. Lustspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. abends und Montag bis Sonnabend: Die Tür ins Freie.. Abends und Montag: Die Tür nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. ins Freie. Sonntag, Die Wahlvorbereitungen müssen deshalb mit ganz besonderer 7. Energische Forderung des allgemeinen, gleichen und direkten Sorgfalt getroffen werden, weil andernfalls eine ganze Reihe von Wahlrechts für die Gemeinde. bürgerlichen Arbeitgebern durch sozialdemokratische erfezt werden. Das Programm wurde zuerst von F. Zuzauer in feiner in der Daß einzelne sozialdemokratische Arbeitgeber gewählt werden, unter- Linde" gehaltenen Kandidatenrede wie die„ Bolts- Zeitung" liegt angesichts des von jeher auf Gastwirte, Friseure, Barbiere, fchrieb mit der Trockenheit eines gewiegten Juristen, aber auch Bigarrenhändler usw. ausgeübten sozialdemokratischen Drudes schon mit großer Sachkenntnis, Präzision und Uebersichtlichkeit" entwickelt. heute nicht dem mindesten Zweifel. Dies ist keineswegs erwünscht, Je näher der Termin der Wahl heranrückte, um so lebhafter geeinmal, weil schon die Arbeiterbeisiger sämtlich Sozialdemokraten staltete sich der Kampf. Den Versammlungen des Arbeiterwahlkomitees find und dann, weil im Gegensatz zu den Arbeitern gerade die wurden von der Polizei diesmal feine Schwierigkeiten in den Weg fozialdemokratischen Arbeitgeber die schärfere Tonart repräsentieren gelegt, nur hier und da lonnten übereifrige Bolizisten es sich nicht und sich bei Rechtsprechungen von ihrem politischen Standpunkt berfagen, auf Grund irgendwelchen Vorkommnisses Auflösung zu leiten ließen. Will man also bermeiden, daß das Berliner verfügen. Gewerbegericht eine Domäne der Sozialdemokratie wird, daß das Die Wahl fand am 18. Oftober statt, unter größerer Beteiligung, jezige erträgliche Verhältnis gut fann man es nicht nennen als Berlin sie vordem gesehen. In den Hauptbezirken war die bestehen bleibt, dann muß die Wahlvorbereitung beizeiten Partei vorzüglich organistert; Listenführer wiefen jeden Wähler an, Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 3, Uhr: Die luftige mit der größten Sorgfalt getroffen werden. Der Verein der unter welcher Nummer er in der Wahlliste stehe. Nur zwei Kandidaten Witwe. Abends und Montag bis Donnerstag: Ein Walzertraum. Freitag Arbeitgeberbeisiger des Berliner Gewerbegerichts hat gestern der Partet wurden gleich im ersten Wahlgang gewählt. und Sonnabend: Der fidele Bauer. Sonntag, den 25. Dftober, nochmittags beschlossen, für die bevorstehenden Neuwahlen in Gemeinschaft Es waren dies: Paul Singer im 12. Wahlbezirk und Franz 3% Uhr: Die luftige Witwe. Abends und Montag: Der fidele Bauer. mit dem Verein Berliner Großtaufleute und Industrieller einen Tuzauer in in dem benachbarten 18. Wahlbezirk. In fünf( Anfang 7, Uhr.) Zentralausschuß zu bilden. Es ist aber erforderlich, daß sich alle weiteren Wahlbezirken hatte die Partei entweder die höchste beteiligten Verbände und Vereine an den Arbeiten des Zentrale oder zweithöchste Stimmenzahl. Die Bürgerparteiler ihrer ausschusses beteiligen. Eine Zersplitterung würde nur den Sozial- feits hatten, trotz der mit ungeheueren Mitteln und einem großen bemotraten nüßen." Agitationsapparat in Szene gefeßten Wahlaktion, bloß fünf Kandidaten durchgebracht und standen in vier Bezirken zur Stichwahl. Soweit ber Wahlkampf dem Sturz ber fortschrittlich- liberalen Herrschaft im Roten Hause zugunsten einer bismard frommen Koterie galt, war der Feldzug verunglückt. Selbst in der britten Wählerklasse trugen die Liberalen den Löwenanteil davon. Die in vorstehender Notiz aufgestellte Behauptung, sozialdemokratische Arbeitgeberbeisitzer ließen sich bei Rechtsprechungen von ihrem politischen Standpunkt leiten, ist eine unerhörte Unverschämtheit. Wiederholt haben sich die Leiter der Gewerbegerichte, und nicht zuletzt der des Berliner GeWas die Stimmenzahl anbetrifft, so hatte die Arbeiterpartei in werbegerichts, über die Unparteilichkeit gerade sozialdemo- der allein für sie in Betracht kommenden britten Wählerklaffe neben fratischer Gewerbegerichtsbeisiger in der anerkennenswertesten 794 für ungültig erklärten Stimmen zufammen 7659 Stimmen erWeise ausgelassen. Angesichts der bevorstehenden Wahlen ist halten. Das war noch fein überwältigender Sieg, man darf aber es durchaus notwendig, auch für die Wahl von sozialdemo- nicht vergessen, daß die Wahl an einem Wochentage stattfand, daß tratischen Arbeitgebern als Gewerbegerichtsbetfiger zu wirken. der Wahlaft schon um 5 Uhr nachmittags geschlossen wurde und daß die Eine Vorarbeit hierzu ist die Einsichtnahme in die acht Tage Stimmabgabe eine öffentliche war, was unter dem fleinen Belagerungszustand selbstverständlich mit vielfachem Druck auf die abhängigen ausliegenden Wählerlisten. Wähler wirfte. Außerdem hatte die Arbeiterpartei auch in vers Für Arbeitnehmer werden, wie schon bemerkt, Mählerschiedenen Bezirken von einer Kandidatur deshalb absehen müffen, weil listen nicht aufgestellt. nach der durch die Reaktion verballhornten preußischen Städteordnung in der Hälfte der Bezirke nur Grunde bezw. Hauseigentümer wählbar waren und die Arbeiterpartei nicht über Kandidaten verfügte, die diese Stadtverordnetenwahlen Schiller- Theater O. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der rote Leutnant. Abends und Montag: Der Familientag. Dienstag: Ein Teufelskerl. Mittwoch: Der Familientag. Donnerstag: Ein Teufelstert. Freitag: Der Familientag. Sonnabend: Stein unter Steinen. Sonntag, nachmittags Uhr: Der rote Leutnant. Abends: Der Familientag. Montag: Das Stiftungsfest. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Gös von Berlichingen. Abends fonte Montag, Dienstag und Mittwoch: Julius Cäsar. Donnerstag: Der Graf von Charolais. Freitag: Julius Cafar. Sonnabend: Der Graf von Charolais. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Göt bon Berlichingen. Abends: Julius Casar. Montag: Der Graf bon Charolais. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried Siegfrieds Tod. Abends: Die zärtlichen Verwandten. Montag, Dienstag und Mittwoch: Wilhelm Donnerstag und Freitag: Die zärtlichen Berwandten. Sonnabend, Sell. nachmittags 4 Uhr: Rotkäppchen. Abends: Wilhelm Tell. Sonntag, nach. mittags 8 Uhr: Striembilds Rache. Abends und Montag: Wilhelm Tell. Thalia- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Er und seine Schwester. Abends, Montag bis Donnerstag: Das Mitternachtsmädchen. Freitag und Sonnabend: Bruder Straubinger. Sonntag, den 25. Oftober, nachmittags 3 Uhr: Immer oben auf. Abends: Bruder Straubinger. Montag: Unbestimmt. Luifen Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Flachsmann als Eramt. Donnerstag und Freitag: Freiheit. vor 25 Jahren.genschaft aufwiesen. Berüdfchtigt man alles bies, so dürfte bas à gr: Die fleben staben, abends: Flachsmann als Erzieher. Sonntag, Bieber. Abends Montag und Dienstag: Freiheit. Mittwoch: Eine tolle Sonnabend, nachmittags nachmittags 3 Uhr: Freiheit. Abends und Montag: Eine tolle Nacht. Bernhard Rose Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Abends, Montag, Mittwoch und Freitag: Herr Dienstag: Das Käthchen von Heilbronn. Donnerstag: Stabale und Liebe. Wittwoch, nachmittags 4 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Rothkäppchen. Abends: Herr Paragraph. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Theaterteufel. Abends: Herr Baragraph. Folies Caprice. Täglich: Die Brautschau. Die läftige Bitwe. Casino Theater. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Neezengaffe 8a. Sonntag, den 25. Dktober, bends fowie täglich: Familie auguft Snoche. nachmittags 4 Uhr: Reezengasse 8a. Abends und Montag: Familie Knoche Gebr. Herrufeld Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. ( Anfang 8 Uhr.) " Aus den Stichwahlen, die am 11. Dezember stattfanden, gingen bie Genossen Ewald, Gördi und Herold hervor und fünf Mann Hoch zogen die Sozialdemokraten zum erstenmal ins Rathaus ein. Welche Tätigkeit die sozialdemokratische Fraktion bier entwickelt hat im Interesse der erwerbstätigen Bevölkerung, welche positive Arbeit fie geleistet hat, darüber berichten wir an anderer Stelle. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Metropol Theater. Allabendlich: Donnerwetter- tabellos.( Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Apollo Theater. Sonnabend bis Montag: Ein Sonntagmorgen in Spezialitäten.( infang 8 Uhr.) Rußland. Bera Bioletta. Ab Dienstag: Eine luftige Spreewaldfahrt. Heut am 18. Oftober find es 25 Jahre, daß die Berliner Resultat doch als ein großer Erfolg betrachtet und gefeiert werden. Arbeiterschaft zum ersten Male Sozialdemokraten in die Stadt. Was die Partei vor Erlaß des Sozialistengefeges nicht fertigverordneten- Versammlung wählte. Der Wahlkampf, der damals bekommen hatte, war nun erreicht: in die bisherige Feste des Besizgeführt wurde, vollzog sich unter äußerst schwierigen Umständen. bürgertums war Bresche gelegt, zwei Vertreter der Arbeiterklasse Paragraph. waren Das Sozialistengefeh berbot jebe sozialistische Agitation, der waren gewählt und in mindestens zwei Bezirken kam die Partei in Belagerungszustand bedrohte bie offen für die Sozialdemokratie auf günstige Stichwahl." tretenden Genoffen mit der Ausweisung. Eingehend berieten die leitenden Barteigenossen, ob es nach Lage der Sache im Hinblid auf die öffentliche Stimmabgabe zwedmäßig fei, fich an den Sommunalwahlen zu beteiligen. Das Ergebnis der Beratungen war der Beschluß, den Versuch der Beteiligung zu machen und zu sehen, ob fich die nötige Bahl der Kandidaten auftreiben ließe. Am Sonntag den 5. August fand in der„ Linde" eine von Liefländer geleitete öffentliche Kommunalwählerversammlung statt, in der Friz Gördi über die Bedeutung der Kommunalwahlen referierte. In dieser Versamm Tung wurde eine Resolution angenommen, die es für Pflicht eines jeden Stommunalwählers" erklärte, nur solchen Männern ihre Stimme au flöte. Dienstag: Das war ich. Bajazzt. Mittwoch: Die Hugenotten.( n Königl. Opernhaus. Sonntag: Sinfoniekonzert. Montag: Die Zauber. geben, welche gewillt sind, auch für die arbeitenden Bürger Berlins fang 8 Uhr.) Donnerstag: da. Freitag: Sardanapal.( enfang 8 Uhr.) Sie Erleichterungen herbeizuführen, welche unter den heutigen Ver- Sonnabend: Die Bohème. Sonntag: Nienai.( Anfang 7 Uhr.) Montag: hältnissen möglich find." Eine zweite Resolution sprach sich gegen Carmen. das Zusammengehen mit anderen Parteien aus. Am 13. August Rönigl. Schauspielhaus. Sonntag: Gefchloffen. Sonntag: Geschlossen. Montag: Der wurde in einer neuen Wählerversammlung in der Linde" ein G'wiffenswurm. Dienstag: Die Jäger. Mittwoch: Bring Friedrich von Zentralwahlfomitee gewählt. Als Bureau des Komitees diente Homburg. Donnerstag: Biel Lärm um nichts. Freitag: Die Raben die Wohnung Gördis, Naunhnstraße 57. Im weiteren Ver- fteinerin. Sonnabend: Der G'wiffenswurm. Sonntag ,: Göz von Berlichingen. ( Anfang 7 Uhr.) Montag: Die Journalisten. Laufe ber Wahlbewegung entbrannte nun ein heftiger Neues tönigl. Opern- Theater. Sonntag: Gefchloffen. Montag: Kampf zwischen Fortschrittlern und den Mitgliedern ber In der Sommerfrisch'n. Dienstag: Baragraphen- Schufter Mittwoch: Arbeiterpartei, unter welcher Bezeichnung die Sozialdemokraten den Jägerblut. Donnerstag: Paragraphen Schuster. Freitag: Der Herrgott. Wahlkampf führten. Am meisten verschnupfte die Gegner die Kandi- fchnißer von Ammergau. Sonnabeno: 8' Dorfgehoamnis. Sonntag, nach datur des Genoffen Singer. Dieser fand Gelegenheit, in einer mittags 3 Uhr: Baragraphen Schuster. Abends:' s Dorfgehoamnis. am 11. September 1888 in der Linde" einberufenen großen Kom Montag:' s Dorfgehoamnis. munalwählerversammlung sein Brogramm unter stürmischen Beifalls. bezeugungen zu entwickeln. Die Partei stellte 12 Kandidaten auf. Nach der Geschichte der„ Berliner Arbeiterbewegung", die Genosse Bernstein im Auftrage der Berliner Genossen bearbeitet hat und die in der Vorwärtsbuchhandlung zu haben ist, nahm die Bewegung folgenden Verlauf: Jm 32. und 88. Wahlbezirk war ursprünglich der Uhrmacher Kartowsty aufgestellt worden, aber mitten im Wahlkampf war er auf Grund des Sozialistengeseges aus Berlin ausgewiefen, wie die Polizei angab, weil man bei ihm wiederholt bei Haussuchungen erhebliche Mengen des Büricher Sozialdemokrat" gefunden habe. An feiner Stelle wurde Tischler Baul Schulz mit aufgestellt. Allen Freunden, Gästen und Gee noffen sagen wir für die vielen Bes weife ber Freundschaft bei unserer filbernen Hochzeit auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Albert Grundmann und Frau. Lombardhaus H. Graff, Beuthstraße 5. Brillanten, Uhren, Goldwaren. 25-50 Proz. unter Ladenpreis. Stare, Steglite, Beifige, Blut hänflinge, Buchfinfen, Notteblchen, Bogelbauer billigst Schnelle, Inva lidenstraße 7. 280/19 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher lieben Mannes, unseres Baters, sagen Teilnahme bei der Beerdigung meines wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem vierten Wahlkreis unseren herzlichsten Dant. Elise Siedschlag nebft Kindern. 47462 Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage allen, insbesondere dem Herrn Jakobi, in Firma Jenz, Berlin, meinen herzlichen Dant. Witwe Schellner, Köpenick. Deutsches Theater. Sonntag: König Lear. Montag: König Lear. Dienstag: Ein Sommernachtstraum. Mittwoch: Die Verschwörung des Fiesto zu Genua. Donnerstag: König Lear. Freitag: Fiesto. Sonn abend: König Lear. Sonntag: Fiesco. Montag: König Lear. Deutsches Theater( ammerspiele). Sonntag: Frühlings Erwachen. Montag: Sozialaristo- fraten. Dienstag: Clavigo. Mittwoch: Clavigo. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Clavigo. Sonn Sonntag: Clavigo. Montag: Sozial abend: Frühlings Erwachen. ariftofraten. Leffing Theater. bends: Bater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Weber. Montag: Die versunkene Glode. Dienstag: Bater. Mittwoch: Gespenster. Donnerstag: Bater. Freitag: Der Raub der Sabiner innen. Sonnabend: Gespenster. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Vater. Montag: John Gabriel Borkman. S Dr. Schünemann seilnahme und reichen Kranzspenden Für die vielen Beweise herzlicher Spezial- Arzt für 45032 bei der Beerdigung meines lieben Haut- und Harnleiden, Mannes sage ich hiermit allen, die Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. meinen herzlichen Dank. ihm die lette Ehre erwiesen haben, 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ubr. Ww. Graszynski. Lenkester Cigaretten in aller Munde NEW YORK BERLIN Generalvertr F Deutschland: S. Rund, Berlin 0. Marsiliusstr 23. Barodie Theater. Täglich: Raub der Sabinerinnen. Die Bauber flöte. Berlin steht Stopp. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Täglich abends: Der Mont blanc. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Abends 8 Uhr: Die Dreifarbenphotographie und ihre wissenschaftliche Be deutung. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. 7%, Uhr.) Passage Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. Sonntag, nach. mittags 8 ühr: Spezialitäten. Balaft- Theater. Allabendlich: Der Seetadett. Spezialitäten.( Anfang Walhalla Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Carl Haberland Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Gustav Behrens Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. 0 Seute Mebensche Kranken- und Sterbetaffe, gegründet 1795. Bahltag und Aufnahme neuer Mitglieder bei Nower, Elisabethkirchstraße 14. Lese- und Diskutierklub Moabit". Jeden 1., 3. und 4. Montag im Monat Sigung bei Bachstein, Salzwedelerstr. 16.( Abends 9 lhr.) Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld( Ortsverein Berlin). Den Parteigenoffen zur Kenntnis, daß die Versammlung wegen der allgemeinen Flugblattverbreitung in Berlin erst am 27. Ottober bei Hoffmann. Koppenstr. 47, stattfindet. Danksagung. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die reichen Kranz Für die vielen Beweise liebeboller spenden bei der Beerdigung meines Teilnahme, fowie für die überaus lieben Mannes 22516 zahlreiche Beteiligung und pracht bollen Kranzipenden bei dem HeimFerdinand Preschel fagen wir allen Berwandten und gange unseres lieben Baters, des 281/1 Freunden, insbesondere dem Be Bahnkünstlers erdigungsverein der Bimmerer, der Fritz Rau Plazlasse der Firma Held u. Franke fowie dem Verein der Bigarrenhändler fagen wir hierdurch allen Freunden der Rosenthaler Vorstadt unseren und Bekannten herzlichsten Dant. herzlichsten Dan. Die trauernden Hinterbliebenen. Die trauernden Hinterbliebenen. Dr. Simmel Wohnungseinrichtung Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41. dicht am Moritzplatz, 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 billig fofort Brunnenstr.112 II, Kaschuk ettfedern, Betten, Inlette kauf. Sie am besten Hornstr.2 b. Neumann Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. ( Siehe Wochen- Spielplan.) Sonntag, den 18. Ditober. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr: 8. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Die Kinder der Exzellenz. Montag, den 19. Ditober. 14.( III.) bendabteilung: abends 8 Uhr im Neuen Schauspielhause: Judith. Neue Freie Volksbühne. NachUrania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Montblane. Montag 8Uhr: Der Montblanc. Hörsaal 8 Uhr Prof. Rathgen: Der Wasserstoff und das Wasser. OOLOCISCHER ZCARTEN Heute Sonntag: 50 Pf. Eintritt: Kinder unt. 10 Jahren d. Hälfte. Ab nachmittags 4 Uhr: mittags 2½ Uhr im Deutschen Militär- Dopp.- Konzert Theater: Kettenglieder; in den Kammerspielen: Frühlings Erwachen; nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Jahrmarkt in Pulsnik; im Neuen OperettenTheater: Der Opernball; im Schiller- Theater O.: Der rote Leutnant; im Schiller Theater Charlottenburg: Göz von Berli chingen; im Friedrich- Wilhelmstädtischen Schauspielhause: Die D Morgen sowie täglich: Gr. Militär- Konzert. Schiller- Theater. O.( Wallner Theater.) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in 3 Aften v. Ed. Goldbed und H. Kienzl. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Luftspiel in 3 Atten v.Gustav Kadelburg. Montag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Teufelskerl. 2 Schiller Theater Charlottenburg Sonntag, nadm. 3 Ubr: Götz von Berlichingen. Schauspiel in 5 Aufzügen v. Johann Wolfgang b. Goethe. Sonntag, abends 8 Uhr: Julius Cäsar. Trauerspiel in 5 Aufzügen bon William Shakespeare. Montag, abends 8 Uhr: Julius Cäsar. Dienstag, abends 8 Uhr: Jullas Casar. Zirkus Schumann. Heute Sonntag, 18. d. Mts., nachm. 8, und abends 7, Uhr: Große außerordentliche Gala- Vorstellungen 2 nachmittags auf allen Sitzplätzen ein Kind frel. In beiden Vorstellungen nachmittags und abends: Zum erstenmal der Oeffentlichkeit vorgefürt! der mehrfach prämiierte Polizeihund Metropol- Theater John der mehrfach Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Direktor Schultz. Nibelungen; im Hebbel- Theater: Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Cyprienne. Die Stärtere; im Musik von Paul Lincke. Regie Berliner Theater: Emilia Galotti. 8 Uhr Neues Theater& ur Baftiplel d. fizilianischen Tragödin Mimi Aguglia. Malia( Die Behexte). Montag: La Peccatrice( Die Sün derin). Dienstag: Oavalleria rusticana ( Bauernehre) und Carbunara( Der Köhler). Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2: 5. Dienstag: 2 mal 2= 5. Mittwoch 2 mal 2: 5. WINE BARTEN Neues Programm Anne Dancrey Schwestern Merkel, Kontorsionist. Tortola Valencia, spanische Tänzerin. De Onze Brothers, Flaschenspringer. Die zwölf Tiller Girls, engl. Gesangs- und Tanzgruppe. Philliparts, Diabolospieler. Die drei Merrills, komische Radfahrer. Agoust Familie, Jongleure. Cliffe Berzac, komischer DressurTheater des Westens. akt Emma Francis, ExzentrikAllabendlich 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3 Uhr zu balben Preisen: Die lustige Witwe.. Tänzerin mit ihren zwei Araberjungen. Fuller's Serpentintänzerin. Biograph. Friedrich- Wilhelmstädtisches Passage- Theater. Schauspielhaus. Sonntag, 18. Ditober, nachm. 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Sieg frieds Tod. Abends 8 Uhr: Heate zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7 Uhr( kleine Preise). Abends 8-11 Uhr. Die ärtlichen Verwandten. Lene Land Montag: Wilhelm Tell. Berliner Theater. 3 Uhr: Emilia Galotti. Abends EROTIK. 8 Uhr: Hebbel- Theater Königgråter Str. 57/58. Anf. 8 Uhr: Ninon de L'Enclos. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Die blaue Maus. Abends 8 Uhr: Die Tür ins Freie. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: Der Opernball. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Paul Schneider- Duncker andas großartige Oktober Programm 14 neue Variété- Spezialitäten. Passage- Panoptikum. Der Mann mit dem eisernen Schlund! Lahovary, der Fürst der Fesselsprenger. Ohne Extra- Entree. Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. „ Kümmere Dich um Amelie." W. Noacks Theater Schwank in drei Aften( vier Bildern) bon Georges Feydeau. Sonntag 3 Uhr: Haben Ste nichts zu verzollen? Morgen u. folg. Tage: Kümmere Dich um Amelie. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Abends 8 Uhr: Freiheit. Montag: Freiheit. Dienstag: Freiheit. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Absolute Novität: dressiert und vorgeführt von dem Polizisten Bonel I. arabisches Dromedar in der hohen Muffa Schule dress. und ger. von Mr. Florio. 36 Original- Marokkaner. 9 fliegende Menschen. 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Dftober 1908: Klaffiker- Vorstellung. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Akt. v. Fr. v. Schiller. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Sonntag, den 18. Ditober 1908: Lorbeerbaum und Bettelstab. Boltsftüd in 5 Aften. Anf. d. Borst. 7, Kaffenöffnung 6 Uhr. Konzert 6, Uhr. Borverkauf v. 10-1 Uhr t. Theater. Restaurant. Nach der Vorstellung: Ball. Montag, 19. Oktober: Soiree der Lustigen Sänger. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Sonntag, den 18. Dftober: Konzert, Theater und Spezialitäten. Montag, 19. Oftober: Familien: Biertabarett bei freiem Entree. Walhalla Variete Tigaler Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute 2 ante. 3½, llhr: Seleine Breiſe. Jeder Erwachsene 1 Kind frei. Abends& Uhr: In beid. Vorst, das volist. gr. Progr. 3m Tunnel: Regimentskapelle 2c. Theaterbejucher hab. freien Eintritt. alast- Theater Pal Burgstr. 24, 2 Min. v. Bhj. 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Oktober, abends 8, Uhr, in Lammers Feft. falen", Stommandantenstr. 72: Steferent: 56/6 Vortrag aber: ,, Die Weltanschauung Leo Tolstois". Friedrich Stampfer. Bäfte willkommen. Diskussion. Der Vorstand. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter ( Filiale Groß- Berlin). Sonnabend, 24. Oktober, abds. 8% Uhr: 4. Stiftungs- Fest zum Besten des Unterstützungsfonds in Freyers Festsälen( früh. Keller), Koppenstr. 29 Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester( Dirigent: Herr Maximilian Fischer), Konzertarrangement von Herrn Willi Frank, Opernsänger, Frl. Ella Woythaler, Vortragskünstlerin, Fräulein Florentine Beyer, Konzertsängerin, Herr Bernhard Wilhelmy, Charakterhumorist, am Klavier: Herr Artur Spengler. 29/17 Nach dem Konzert: Freier Festball. Herren- Karte 50 Pf. Damen- Karte 80 Pf. Es wird dringend gebeten, während des Konzertes nicht zu rauchen. Straßenbahnverkehr durch die Gr. Frankfurter Str., Andreasstraße, Grüner Weg und bis Schles. Bahnhof: Nr. 1, 2, 3, 4, 6, 9, 16, 22, 81, 66, 67, 69, 70, 71, 78, 79 und 80; außerdem Stadtbahn: Schlesischer Bahnhof. Dr. med. Fackelmann's Spezial- Institut für Beinleiden und Fußleiden ( Krampfadern, Geschwüre, Flechten, Salzfluß, Kniegelenks- und Fußgelenksleiden, Plattfuß, Schweiß fuß, Nagelerkrankungen). Behandlungsmethoden: Kompressions- Gehverbände, Heißluftbehandlung, Stauungsund Saugverfahren, Massage, Lichtbehandlung. 9-12, 8-6. Mittwochs und Sonntage 9-12 8immerstraße 78. Vorteilhaftester Bezug für Wiederverkäufer! Cigarren Billigste Engros- Preise! KI. Mexiko 100 St. 2.85 M. St. Felix Brasil 3.50 • 19 99. 17 Cabinet 3.60 " " " La Suprema 4.50 " " Excell. Kraetke I 5.00 99 27 " Alteza. 5.50 " 3" " 6. " 92 Perla de Cuba 400 Stück franko Nachnahme. Czollek& Geballe Zigarren- Engros. Berlin C., Neue Promenade 7, 1. Etage. Preisliste franko!( Kein Laden.) Achtung! Sumatra, dritte Länge Follblatt, sehr deckfähig und sicher brennend per Pfund 2,20 M. 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Berliner Reichstagswahlkreifes ( Abteilung 7 und 8 Moabit). Sonnabend, den 24. Oktober 1908, im großen Saale der Kronen- Brauerei", Alt- Moabit 47-48: J Kunst- Abend Wagner- Konzert 230/4 unter Mitwirkung des Neuen Conkünftler- Orchefters, Dir.: f. Bollfelder. Rezitation: Eduard v. Winterftein( Deutfches Cheater). Gefang: Konzertfänger Emil Severin( Bariton). Nachdem in beiden Sälen Canz. Berren zahlen 50 pf. nach. Anfang präzile 9 Uhr. Einlaßkarte 50 pt. Das Komitee. 口 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis 9. und 10. Abteilung( Wedding) Sonntag, den 25. Oktober 1908 230/5 Großes Konzert in den Pharussälen, Müllerstr. 142 ausgeführt vom Sinfonie- Orchester( Dirigent: Maximilian Fischer) unter Mitwirkung des Cellisten Herrn Fr. Grosse des Konzertsängers Herrn O. Kowalski des Konzertmeisters Herrn B. Schulz- der Opernsängerin Frau Klara Urbandes Rezitators Herrn Paul Stieler. Billett 50 Pfennig. Dieselben sind an den bekannten Stellen zu haben. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, Anfang 6 Uhr. zahlen 50 Pf. nach. Garderobe 10 Pf. Programm u. Liedertexte am Eingang gratis. Яleber 100 Morgen neu aufgeichloffenes welände, 5 Minuten vom Bahnhof Kaulsdorf 20 Pfennig- Tour Güterbbf. 8jäbr.Anftedelung, bidige Wohnungen, befter lehmig. Gartenbod., Gas- u. Bafferiett., günft. Zahlungs. bebing, langjähr. Sypothet. Jezt noch R.von 15 M. an. Austunft auf unser. Terrain an d. Honowerstraße u. im Bahnhof Rest. Bobey, Bes. Mieschalke& Nitsche Berlin, Reue Königstr. 16 F. Bergmann& Sohn Andreasstr. 53. Bettstellf Kinder a Erw. Kinder- u. Sportwagen. Grössere Raten Kassaprels. Stolas, Kolliers, Krawatten, Muffen, Herren- u. Kinder Garnituren, Pelzjacken, Pelze, garnierte Pelzhüte, Baretts, Pelzdecken, nur eigenes Fabrikat, in größt. Auswahl, aus bestem Material. Kein Zwischenhändler, daher Faםםם Sie heizen zu teuer! Bestellen Sie mit Postkarte Prof Detsinyi's Radial- Gasofen, Fabrikat der A. E. 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Oktober er., abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen", Stommandantenstr. 58/59. Tagesordnung: 1. Sassenbericht. 2. Wahl von drei Kassenrevisoren: ein Arbeitgeber, zwet Arbeitnehmer. 3. Wahl von drei Vorstandsmit gliedern: ein Arbeitgeber, zwei Arbeit. nehmer. 4. Berschiedenes. Einladungskarte legitimiert. Der Vorstand. 22245 Allgemeine Ortskrankenkasse für Rixdorf. Bekanntmachung. Gemäß§§ 50 und 51 des Statuts laben wir hierdurch die Kassenmit glieder und Arbeitgeber zu den an nachfolgenden Terminen stattfindenden Wahlen sämtlicher Delegierten zur General: Versammlung er gebenst ein. Es haben zu wählen die Arbeits nehmer: 181 und die Arbeits geber: 90 Delegierte. Die Wahlen finden statt im Kaffenlokal, Ideal- Baffage 121, und zwar für die Kaffenmitglieder am Sonntag, den 1. November d. J., bormittags von 10 bis 1 Uhr, und für die Arbeitgeber am Montag, den 2. November d. J., abends von 6 bis 9 Uhr. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigenKaffenmitglieder, welche grozjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind und die jenigen Arbeitgeber, welche für erstere Beiträge aus eigenen Mitteln zablen fowie großjährig und im Befige der bürgerlichen Ehrenrechte find. Als Legitimation gilt für die Mitglieder das von der Kasse bezw. bom Arbeitgeber abgestempelte Mitgliedsbuch und für die Arbeits geber die lente quittierte Beitragsrechnung. 277/ 10* Rigdorf, den 17. Dftober 1908. Der Vorstand: K. Wagner, Borfizender. Orts- Krankenkasse Weißensee. Durch die am 1. Dftober cr. ab. gelaufene Wahlzeit ist eine Neuwahl fämtlicher Vertreter erforderlich. Es sind zu wählen: 145 Arbeitnehmervertreter und 67 Arbeitgebervertreter. Die Wahlen finden am Mittwoch, den 28. Oktober cr., abends von 6-10 Uhr, im Restaurant ,, Prälaten", hier, Lehderstraße 122 Buckow bei Britz ftatt und star wählen Land- Parzellen R. 24 M. Nah. bei Reykowski, Britz, Chausseestraße 7, Enditat. d. Straßenbahnl. 29, oder bei Heiert, Berlin, Luisenufer 41. die Arbeitnehmer von 6-8 Uhr und die Arbeitgeber von 9-10 Uhr. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen Kassenmitglieder und Arbeitgeber, welche großjährig und Beste Bezugsquelle!!! im Bei der bürgerlichen EhrenTeilzahlung Wöchentlich nur 1 Mark! Große Auswahl Uhren, Goldwaren jeder Art. Zithern, Phonographen, Grammophone, Musifwerke usw. Verkauf von prima Platten und Walzen. Warschauer Juhre& König, Straße 68, 1. Etage, u. Reinickendorfer Str. 101 | Etage. Die Harnleiden tbre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN Preis 1 Mark. Stes Causend Verlag Has Richter Frankfurt( Oder) -UP Buschmühl- Chausse teppdecken größte Auswahl, sehr preiswert, direkt in d. Fabrit Bernhard Strohmandel, rechte find. 277/ 6* Die Arbeitnehmer haben das Quittungsbuch bei der Wahl vors zulegen. Die Arbeitgeber wollen fich zum 8wede ihrer Legitimation eben falls mit einem Ausweise versehen. Weißenfee, den 8. Oftober 1908. Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Gemeindebezirk Weißensee. Fuhrmann, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Sattler und verw. Gewerbe zu Berlin. Gemäß§ 48 unferes Statuts findet die Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung für die nächsten zwei Jahre statt. 8ur Bor nahme der Wahl laden wir die Arbeitgeber sowie die Mitglieder hier. mit ein. Die Wahlen finden statt: a) für die Arbeitgeber am Montag, den 26. Oftober 1908, im Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15, Saal 9. Bu wählen find 191 Bertreter. Der Bablaft beginnt um 7 Uhr und wird pünftlich um 8 Uhr geschlossen. Berlin S. 14, 72 Wallstraße 72 Beitragsquittung legitimiert. W. 15, Joachimsthaler Straße 25/26 Alte Steppbeden werden aufgearbeitet. Druckerei„ Süd- Ost" Fernspr. IV 7691 tariftreu F. Müller 86, Wrangelstraße 86 liefert alle Vereins- and Privatdrucksachen schnell, sauber, billigst. Reichenberger Str. 5. Atelier für & Gediegene Arbeit. Masilliten Zahnersatz brikpreise. Aeußerst billige Preise. 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Nr. 245. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Braut in den Tod getrieben? München, den 17. Oktober. neuerdings die Ehe zugesichert Sonntag, 18. Oktober 1908. zunächst, als sie ihm jedoch nachmittags auf sein Bureau tele- sein. Richtig war, daß sich sie sowohl wie das Kind erbrochen phonierte, und mit Anzeige bei der Schuhmannschaft drohte, be- hatten. Allein nach der Ansicht des Arztes dürfte dieses Erbrechen stellte er sie in die Wohnung und warf ihr dann den Geldbeutel auf den Genuß von Käse, den die Zoller zugestandenermaßen schon mit dem Betrag die Treppe hinunter. Troß dieses Vorfalles ver- mehrere Tage zu Hause liegen hatte, zurüdzuführen sein. Bei der Mit einer Affäre, die spezien in psychologischer Hinsicht wesent- söhnten sich die beiden wieder, und die Zoller hob auch die Pfän- törperlichen Untersuchung der Zoller fanden sich ausgeprägte Merklich an den Fall der ehemaligen Stiftsvorsteherin Elise v. Heusler dung auf, nachdem ihr der Bräutigam male der Hysterie vor. Nach dem Gutachten der Sachverstänerinnert, hatte sich heute das Kriegsgericht der I. Division zu bedigen ist wohl anzunehmen, daß die sämtlichen Angaben der Zoller schäftigen. Zwei Vorkommnisse im heurigen Jahre riefen ein weitgehendes Interesse hervor. Im April ließ die in der Schellingstraße hatte. Da Held jedoch das bereits erwähnte Verhältnis fortsette, erfunden sind. Durch die Sektion der Leiche der Zoller wurde wohnende Köchin Marie Boller der Schuhmannschaft mit- wurde der Bruch zwischen den beiden immer tiefer, und wie schon ferner festgestellt, daß diese an einer Entzündung der harten und teilen, daß in der Nacht ein Mordanschlag auf sie und ihr vier erwähnt, beging die Bouler dann Selbstmord. Vor ihrem Tode weichen Gehirnhaut gelitten hatte, welche eines Zustand Jahre altes Kind ausgeübt worden sei. Sie erzählte, als sie nach schrieb sie noch zwei Briefe an ihre Stiefmutter und an das Kriegs- geistiger Erkrankung im Gefolge hatte, die zum SelbstMitternacht erwacht sei, wäre ihr der Hals mit einem Handtuch gericht, in denen sie erklärte, das Verhältnis mit Held habe sie in mord führte. Der Vertreter der Anklage, wie auch der Verteidiger zugeschnürt gewesen, und die Hände auf den Rüden gebunden. Sie den Tod getrieben, und worin sie auch ihre Angaben bezüglich der des Angeklagten, Rechtsanwalt Anton Gänßler, beantragten und ihr Kind bätten sich erbrechen müssen; ihr Hausherr sei ihr dißhandlungen aufrecht erhielt, wie fie auch nochmals diesen des infolgedessen dann zu Huse gekommen, und habe sie von den Fesseln befreit. angeblichen Mordversuches zieh. Diese Schilderung des Sachver= Die Roller sprach die Vermutung aus, daß man sie und ihr Kind haltes, den die Zoller gelegentlich einer Vernehmung zu Protokoll mit Chloe form betäubt und beiden dann Gift beigebracht habe. gab, erklärt Held, der sich nunmehr wegen Am 17. August d. J. erschoß sich dann die Zoller in Fürstenfeldbruc Nötigung, Körperverlegung, Bedrohung, Diebstahl usw. Freisprechung. Das Kriegsgericht erkannte auch demgemäß beztv. es beschloß, bezüglich der Körperberlegung Einstellung des Verfahrens. Das Gericht kam zur Ueberzeugung, daß den Angaben der Zoller kein Glauben zu schenken sei, und nur das als erwiesen betrachtet werden auf einer Bank vor den Augen ihres Kindes. Mit diesen beiden zu verantworten hatte, von A bis 3 als erlogen. Die ganzen könne, was von dritter Seite aus eigener Anschauung bestätigt Vorkommnissen wurde der frühere Korbmacher, jezige Vizefeld- Behauptungen der Zoller seien ein Rache att, weil er ihr bereits wurde. Daß Held die Zoller mishandelte, wurde als erwiefen erwebel Lorenz Held in Verbindung gebracht, der gegenwärtig im Jahre 1906 erklärt habe, daß er sie unter keinen Umständen achtet; jedoch nicht nachgewiesen erschien, daß er sie mit dem als Schreiber zur Inspektion der Unteroffizersschule kommandiert herraten werde, weil sie ihn wiederholt, insbesondere auch über Säbel geschlagen habe. Es käme somit nur eine ist. Held hatte seit dem Herbst 1898 mit der Zoller ein Verhältnis, ihre Vermögensverhältnisse belogen und auch verschiedentlich des das sich nach den Angaben der letteren folgendermaßen ent- nunziert habe. Insbesondere bestreitet er, die 100 Mark wickelte: In diesem Jahre lernte die Zoller den Held in Fürsten- weggenommen zu haben, das hätte er gar nicht nötig ge- in Betracht. Um diese zu ahnden, ermangele es jedoch an dem feldbruck kennen, und aus dem Verhältnis, das zunächst bis zum habt, da ihm die Zoller wiederholt größere Geldbeträge zur Auf- erforderlichen Strafantrag, weshalb in diesem Falle auf Einstellung Jahre 1906 fortgeführt wurde, entsprossen zwei Kinder, ein nun- bewahrung übergeben habe. leichte Körperverlegung des Verfahrens zu erkennen sei. Witterungsübersicht vom 17. Oftober 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Hamburg 767 DRD 766 SD 766 S Windstärke Better bebedt 3 bedeckt 2 bedeckt 1Nebel Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind11 Haparanda 779 D 9 Petersburg 777 ND 10 Scilly 10 Aberdeen 6 Baris 9 Bunjpja Windstärke Better 2 mollig 1 mollig 2 bedeckt Zemp. n. 6. 00993 5° C. 4°. 14 2 bebedt 12 1 bedeďt 13 759 SSD 765 SD 2 wollent 763 SD 765 Still-toolfig Wetterprognose für Sonntag, den 18. Oftober 1908. Ein wenig tübler, zeitweise aufllarend, vorwiegend trübe und nebelig be mäßigen östlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau mehr 7 Jahre altes Mädchen und ein bierjähriger Knabz. Held, Aus den Zeugenaussagen sei folgendes hervorgehoben: Dem der dem Mädchen stets die Heirat versprochen hatte, wurde zur Schuhmann gegenüber, der die Recherchen in der Diebstahls= Alimentenzahlung auch verurteilt; er bezahlte jedoch in der ganzen affäre pflog, gab Held zu, die 100 Mark mitgenommen zu haben, Zeit höchstens 150 bis 180 M. Davei mußte die Zoller für das jedoch habe er dies nur getan, um das Geld aufzubewahren. Der eine Kind, das sich bei fremden Leuten befand, monatlich 15 M. gleiche Schutzmann führte auch die Recherchen bezüglich des angeb= bezahlen, das andere Kind befindet sich bei ihrer Stiefmutter, die lichen Mordanschlags. Ihm machte die Zoller den Eindrud, als fie ebenfalls finanziell unterstüßen mußte, außerdem mußte sie die ob die ganze Geschichte erfunden sei. Durch den früheren gesamten Kosten für Kleider usw. bestreiten. Im Jahre 1906 ging ausherrn der 3oller wird bestätigt, daß er den Held eines Held ein neues Verhältnis mit einer getrennt lebenden Kaufmanns- Nachts auf Veranlassung seiner Mieterin aus dem Hause wies. Swmembe. 766 Sti frau in Fürstenfeldbruck ein. ein. Da er dieſes Berhältnis trok der Von einer vorhergegangenen Mizhandlung hatte er aber nichts Berlin Bitten der Zoller nicht löste, machte diese ihre Ansprüche aus den wahrgenommen. Durch eine Reihe von Zeugen wird bestätigt, Franti.a.m. 765 NO rückständigen Alimenten geltend, und ließ die Dienstprämie mit daß man an der Zoller wiederholt blaue, blutunterlaufene Flecken München 1000 M., die Held zu erwarten hatte, pfänden. Dieses Vorgehen usw. wahrnehmen konnte. Mißhandlungen hatte jedoch niemand Bien gab nun die Veranlassung zu der dem Feldwebel zur Last gelegten Direkt wahrgenommen. Die als Zeugin bernommene Mißhandlungen seiner Braut. Stiefmutter der Verstorbenen war mit dem Kinde des Held Anfangs November vorigen Jahres verlangte er von seiner Braut einige Tage vor Weihnachten vorigen Jahres in München, und die Zurüdnahme der Pfändung. Da diese sich hierzu nicht gleich macht diesem, da sie selbst noch die blauen Flecen an ihrer Tochter bereit erklärte, fpudte ihr Seld in einem Café an der wahrnahm, Theresienstraße zunächst ins Gesicht. Aus Scham Borhalt über die Mißhandlungen vor den Gästen verließ die Zoller eiligst das Café, Held ging ihr ihrer Tochter. Held erwiderte, es werde nicht so gefährlich nach, gab ihr ein paar Fauftschläge, und erklärte: heute fommit sein. Auch der Mutter gegenüber soll Held nach deren Behauptung Du mir nicht mehr aus." Die Zoller rief Bassanten um Hilfe an, zugegeben haben, daß er die 100 Mart weggenommen und flüchtete dann in eine neben ihrer Wohnung gelegene Wirt- habe, jedoch nur deshalb, weil die Boller das Geld so leichtsinnig schaft. Der Feldwebel stieg nun es war inzwischen Mitternacht herumliegen lasse, und um dieses aufzuheben. Von ausschlaggeben- Memel, Tilfit geworden in die nebenan im Barterre gelegene Wohnung der der Bedeutung in dieser Sache war das Gutachten des früheren Bregel, Insterburg Boller, und wartete auf fie. Als sie tam. fette fich der Streit Bolizeiarztes Dr. Stelzl. Er begab sich, als die Anzeige fort, und Held foll ihr zunächst das Licht aus der Hand geschlagen wegen des angeblichen Mordanschlages erstattet worden war, in die haben. Dann pacte er sie an den Haaren, warf sie auf das Safa, Wohnung der Zoller, und kam zur Ueberzeugung, daß die ganze Frankfurt drosselte fie, und verfekte ihr mit seinem in der Scheide steckenden Sache von dieser fingiert sei. Der Hausherr, auf den sie sich Barthe, Schrimm Säbel mehrere Schläge in die Seite. Die Zoller flüchtete, rief berief, hatte die Zoller allerdings mit auf dem Rücken verschränkten ihren Hausherrn zu Hilfe, der den Feldwebel aus dem Hauſe wies. Armen vorgefunden, doch hatte er Fesseln usw. nicht wahrgenommen. Nese, Bordamm Am andern Morgen hatte die Zoller zwar blaue Flecken am Hals, Am Halse fanden sich auch feine Strangulationsmert Elbe, Reitmerik an den Armen und den Hüften, male vor, die zweifelsohne hätten vorhanden sein müssen. Allerdings fanden sich Strawunden am Halse, die den Anschein ermeden konnten, als wäre die Zoller gewürgt worden. Allein diese Verletzungen konnten geradesogut selbst beigebracht worden dafür vermiste sie aber ihre Geldbörse, in der sich ein Hundertmarkschein befand. Sie begab sich in die Wohnung des Held, und verlangte ihr Geld zurück. Der leugnete Heine's Spezialpreise Boxcalf- Damenschnürstiefel, 8,50, 9,50, 10,50 M. 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Montag, den 19. Oktober 1908 abends& Uhr: Große öffentliche Versammlung 22238 000000000000 im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- llfer 15. Tages Ordnung: Das Christentum und der Krieg. Referent: Ewald Vogtherr aus Wiesbaden. Freie Diskussion. Die Herren Geistlichen sind brieflich eingeladen! Gesinnungsfreunde! Sorgt für Massenbesuch. Frauen und Mädchen sind besonders eingeladen! Zur Dedung der Untoften wird ein Entree von 10 Pi. pro Person erhoben. Der Einberufer. Adolf Hoffmann, Berlin O-, Blumenstr. 14. H.ESDERS& DYCKHOFF Leipziger Str. 50 a. Oranienstr. 48. :: SPEZIALHAUS:: für Herren Knaben- Kleidung Winter- Paletots SdxA und :: Ulster:: in bekannter solider und elegantester Ausführung nur ausprobiert. Qualitäten 14, 18, 23, 28, 32, 36, 39, 42, 45, 52, 58-70 Mark. Jünglings- Paletots and Ulster sowie Kinder- Paletots and Pyjacks = enorme Auswahl in allen Preislagen. 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Nach der Versammlung: Gemütliches Belsammensein mit Tanz. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 233/0 Der Einberufer: E. Ernst, Böhlertstr. 9. Sozialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Mittwoch, den 21. Oftober, abends 8 1hr: geladen. Die Wahlhandlungen finden statt: a) für die Arbeitgeber am Montag, 26. Oktober 1908, nahm. von 4 bis 6 Uhr, im Kaffenlokal, Grunewaldftraße 42, of 1 Treppe. b) für die Arbeitnehmer am Mittwody, 28. Oktbr. 1908, nahm. von 4 bis 9 Uhr, in Miethes Festfälen( früh. Klubhaus), Sauptstr. 5. C8 find zu wählen: feitens der Arbeitgeber 7 Arbeitgeber zur Bervollständigung der jett amtierenden Generalver fammlung, 52 Arbeitgeber für die Bahldauer 1909 bis 1910 und 26 Stellvertreter; General- Versammlung feitens der Arbeitnehmer in Hoppes Festsälen, Sermannstraße 49. Tages Drdnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Disfuffion. 8. Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl 4. Bereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet 236/19 Der Borstand. Verband der Capezierer. Filiale Berlin. 5 Mitglieder als für die jest amtierende Generalversamm lung; 110 Arbeitnehmer für die Wahlzeit 1909 bis 1910 und 55 Stellvertreter. Die Zahl der Kaffenmitglieder befrug am 1. Oftober 1908 22003, toorunter fich 1110 freiwillige Mitglieder befanden. Die Wahlen find geheim und müssen durch Stimmzettel vors genommen werden. Wahlberechtigt und wählbar ift jebes Staffenmitglied ( männlich und weiblich), welches über 21 Sabre alt ist und sich im Befize der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Freitag, den 23. Oktober, abends 8, Uhr, bei Wendt, Jeber Arbeitgeber, welcher Beiträge 21: Quartals- Versammlung. aus eigenen Mitteln leiftet, führt bei der Bahl eine Stimme, ebenso hat Erfah fowie Neuwahl ist je ein Quartals- Versammlung. ebes Mitglieb eine Stimme. Für die Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes und Kassierers. 2. Dis. tuffion. 3. Stellungnahme zur Frage der Hauslaffierung. 3. Verbands. Stimmzettel erforderlich. Diefer muß angelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Keine Engros- Arbeit, sondern jedes Stück sauber und gut genäht. 118/2 Die Ortsverwaltung. Die bei mir bestellten Maßsachen werden nicht im Engros Geschäft, sondern von erstklassigen Maßarbeitern gefertigt. Herren! welche Wert darauf legen, einen gut sitzenden Anzug oder Paletot fertig und nach Maß zu tragen, sollen ihren Bedarf nur bei mir decken. HerrenWinterJoppen von 6-18 Mk. J. Lehrer, Geschäftsprinzip: Stets das Neueste! Haltbare Stoffe! Gute Zutaten! Beste Verarbeitung! Streng feste Preise! Durch große ble Namen der zu wählenden ent halten. Der Stimmzettel darf nicht mehr Namen enthalten, wie Delegierte e Legitimation für die Mitund Stellvertreter zu wählen find. glieder gilt a) der Abschnitt 2 der Anmeldung ( blau) oder b) bie grüne ober gelbe Mitglieds: farte ober c) eine Bescheinigung ber Arbeit. geber oder 277/9 d) eine Mitgliedsbescheinigung der Kaffe. Diese lann wochentäglich von 8-1 Uhr im Stassenlofal Grunewaldstr. 42 in Empfang genommen werden. Fach- Schöneberg, den 15. Oftober 1909. Flamme, Geist, Borsigender. Schriftführer. kenntnisse und geringe Unkosten ist es Sterbe- u. Krankenmir möglich, dem ver- Unterstützungskasse ehrlichen Publikum Nr. 55 zu Berlin. nur gute und reelle Dienstag, 27. Oktober, abends Waren zu staunend 8% Uhr, im Staffenlokal, Linien bill. Preisen zu liefern. Außerordentliche ftraße 8: Berlin- Rixdorf, Mitglieder- Versammlung nahe Hermannplatz. 11, Spezialhaus vornehmer Herren- a. Knabenbekleidung fertig und nach Maß. Bericht über das versicherungstechnische Gutachten. Auf Veranlassung der Aufsichtsbehörde erforderliche Albänderung der Sabung hinsichtlich bes Sterbegelbes,§§ 30 und 10. 22525 Der Vorstand, Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Ortsverwaltung Berlin. Zweigverein Berlin.= Drechsler-, Treppengeländer- und Luxusmöbel- Branche. Sektion der Putzer. Montag, den 19. Oktober, abends 8, Uhr: Verfammlung aller drei Branchen für Berlin und Bororte bei Boeker, Weberstraße Nr. 17. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Brückner über: Das Krankenversicherungs gelek". 2. Disfuffion. 8. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 92/1 Die Branchenkommission. Donnerstag, den 22. Oftober, abends 8%, 1hr, bei Freyer, Koppenstraße 20: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Branchen und Bezirke. Lages Drdnung: 1. Der Arbeitsnachweis und die Arbeits: dermittelung. 2. Verbandsangelegenheiten. Bertrauensmännerfarte und Mitgliedsbuch legitimieren. Die Ortsverwaltung. Küchenmöbelbranche. Mittwoch, ben 21. Oftober, abends 8%, Uhr, im ,, Englischen Garten", Alleganderstraße 27c: Branchen- Verfammlung. Die Kollegen von Weißenfee und Nigdorf sind hierzu besonders Mitgliedsbuch legitimiert. eingeladen. Die Ortsverwaltung. Maschinenarbeiter. Am Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8 Uhr, finden in den bekannten Lokalen für Berlin und Um gegend die Bezirks- Versammlungen ftatt. 125/2 Für Bezirk Gesundbrunnen finden von jetzt ab die Sitzungen statt bei Restaurateur Rich. Stripp, Prinzen- Allee 17. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersuchen Die Obleute. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Bureau: Anienftr. 215. Geöffnet von 9-1 u. 4-8. Telephon: III, 938. Bezirks- Versammlungen mit nachfolgenden Tagesordnungen: Gruppe der Kunststeinarbeiter im Rosenthaler Vereinshaus, Rofenthaler Straße 57. Sonntag, ben 18. Oktober, vormittags 9 Uhr. 1. Bortrag. 2. Distuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8 Uhr. Die in diefer Woche fällige Branchen Berfamminns sur Ober- Schöneweide bei Schulte, Wilhelminenhofftrake. fällt aus. Dafür finden am Montag, ben 26. Oftober, Bezirksversammlungen statt. Die Branchenleitung. 1. Bortrag des Genoffen Störmer: Die Revolutionierung ber Gehirne. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Sür Südost bei Sahn, Lausitzer Play 8, abends 8%, Uhr. 1. Bortrag des Genoffen Buhl: Das Privateigentum. 2. Disa Am 15. und 22. November Urania- Vorstellungen tuffton. 3. Berfiedenes. finden B ftatt. Billetts find bei den Beitragsfammlern und im Bureau zu haben. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: of I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. of III. Amt 3, 1987. Donnerstag, den 22. Oftober, abends 8%, Uhr. Sur Charlottenburg im Volkshause, Rofluenstr. 3. 1. Bortrag des Herrn Loewen: Die Zweckmäßigkeit der freien Fortbildungskurse für Arbeiter. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Für Osten bei Zietz, Warschauer Straße 61. 1. Bortrag des Kollegen Rehbein: Etwas aus der Arbeiter. Bar Weißensee bei Content, Sebberite. 5. Mittwoch, den 21. Oftober 1908, abends 8 thr: bewegung. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Allgemeine Versammlung 1. Bortrag des Rollegen Bentin: Tarifverträge und Arbeiter, organisation. 2. Diskussion. 3. Verschiebenes. der Drahtarbeiter Berlins und Umgegends Tegel bei Glückselig, Berlinerstvakte. im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 10, Tages Ordnung: 123/14 1.„ Klaffenkämpfe. Relevent Stollege Adolf Wuschick. 2. Disfufion. 8. Verbandsangelegenheiten und Berfchiebenes. Mit Rüdficht auf die Bichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Beteiligten, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen. htung: Kostüm- u. Mufterbranche! Achtung! Montag, den 19. Oktober 1908, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 58-59. Zages Drdnung: 1. Welche Vorteile haben unfere internationalen Bestehungen für die ausländischen Kollegen und Kolleginnen?" 2. Die Stellung der Ausländer nach Einführung des Reichsvereinsgefezes!" Referent Verbandsvorsigender Stollege Stühmer. 3. Die gegenwärtige Situation in der Berliner Stostümbranche!" Referent Sollege Knoop. Kollegen und Kolleginnen! Sorgt für zahlreichen Beluch, niemand darf fehlen. ( 164/2) Der Einberufer. Verein Berliner Buchdruckmaschinenmeister V. d. D. B. 1. Bortrag des Kollegen Mitz: Kvife und Arbeiterorganisation. 2. Distusfion. 3. Berschiedenes. Unferm Tausend- Wilhelm zu feinem heutigen Biegenfefte ein breimel donnerndes Hoch! Die früheren Stammgäste vom Heinrichsplay. H. W. F. F. F. Sch. H. L. K. H. E. Sch. O. K. A. H. 9999996666ceee Ein donnerndes Hoch dem Bezirks. führer Alfred Oehlrich zu seinem 39. Geburtstag von Genossen des 373a Bezirks. 222206 Todes- Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und unser herzensguter Bater, ber Gold arbeiter Rudolf Krause nach schwerem Leiden am Donners. tag, den 15. Ottober, vormittags fanft entfchlafen ist. Um ftilles Belleid bitten Emma Kranse geb. Felstel. Elli Krause, Die Beerdigung findet am Montag, ben 19. Oktober, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Emmaus- Friedhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Köpenider Viertel.) Beşirt Nr. 185, Teil II. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unier Genosse, der Gold arbeiter Rudolf Krause Baldemarftr. 17 geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerbigung findet am Montag, ben 19. Oftober, nach mittags 5 1hr, von der Zeichen balle des Emmaus Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung erfuht 222/2 Der Vorstand. Spar- u. Kreditverein ,, Solidaria". Am 15. Oftober verftarb mach ( chwerem Leiben unser Mitglied St Rixdorf bei Hennig, Ziethenstroke 69. bewegung. 2. Distusfion. 8. Berjajiebenes. bewegtag bis Rollegen Bruns: Schit der Gewerkschafts. 1. Bortrag bes Stollegen Brans: Sthit des Gewerkschafts Rudolf Krause. Bar Schöneberg bei Gebhard, Gothenftr. 28. 1. Bortrag des Kollegen Weiße: Praktische Mitarbeit ber Kollegen und Kolleginnen an dem Ausbau unferes Verbandes, 2. Distuffion. 3. Berschiedenes. Die Bersammlung für Weißensee wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. Bweds Ausübung einer Kontrolle über die Teilnahme an den Beziers. Ehre feinem Andenken! Allen Berwandten und Bea tannten hierdurch zur Nachricht, daß mein Mann, der Buzer verlammlungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Mitglieber ihre Ernst Paritschke Bücher mitbringen sollen, um den Besuch der Versammlung durch Stempel im Mitgliedsbuch eintragen zu können. 64/16 Bahlreichen und pünktlichen Besuch möglichst mit Frauen erwarten Die Bezirkslettungen. Verband der Bureauangeftellten u. der Verwaltungsbeamten d. Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Ortsgruppe Groß- Berlin. Montag, den 19. Oktober 1908, abends 8% Uhr: Versammlung Infolge eingetretener Umstände findet die für den in den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelm- Straße 18m. 20. Oktober anberaumte Versammlung crft am Zages Drdnung: 1. Bortrag des Herrn A. Stürmer über: Der Wert der Ge. Jundheit und Bildung". 2. Disfuffion, 8. Abrechnung vom 3. Duartal 291/16 Dienstag, den 27. Oktober 1908, Die Kollegen werden ersucht, sahlreich und pünktlich zu erscheinen. abends 81%, Uhr, in den Industrie- Festsälen, Beuthstr. 20, statt. Es ist en st Für den Vorstand: Th. Görner. brb 22615 NB. Bor der Bersammlung um 8 Uhr findet die Wahl der Beisitzer zum Berwaltungsausschuß der Pensionskaffe statt. Dit Mit glieder der Benfionstasse wollen fich recht pfuftlich zu biefer Wahl einfinden. Die Beitragsbücher für die Pensionstaffe find fertiggestellt und können vom Verbandsbureau abgeholt oder in der Berfammlung in Empfang gee nommen werden. Die Ortsverwaltung. die richtige Bezugsquelle für elegante, gediegene, schicke and billige schicke and billige Damen- Konfektion und Kostüme Westmann!!! su finden. Das ist 37a { Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstr. and Berlin NO., Gr. 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Dltober, früh 5 Uhr, nach furgem, foterem Leiben entschlafen ist. Dies zeigt tielbetrübt an Frau Anguste Paritschke Berlin, Kottbuser Str. 25. Beerdigung: Montag, 19. Oftober, nachmittags 4 Uhr, ber Halle des ZentralFriedhofes in Friebrichsfelbe. 0011 ben Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Inferen fomie den Mitgliederni des Gesangvereins zur Nachricht, daß unser Mitglied Ernst Paritschke im ter pon 62 Jahren an Herzlähmung verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr, bon ber Reichenhalle bes ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus ſtatt. 135/1 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentral- Verband der Steinsetzer ( Pilasterer) und Berufsgenossen Deutschlands. Sektion Berlin III. Steinhauer. Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege Hermann Dühring am 15. Ottober nach langem, schwerem Leiden gestorben ist. Ehre seinem Anbenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 19. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf dem Charité Stirchhof( Städt. Friedhof) in der Müllerstraße ftatt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 175/20 Der Borstand. Blumen- und Kranzbinderei von Aug. Krause Wienerstraße 7. Bereinstränge, Palmen Arrangements, Ghlanden ufro. liefere guben billigsten Breisen. 16462 Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Nachruf. Sim 14. Ofteber verstarb unfer Mitglied, der Tischler Rudolf Huse, Rottumfte. 2. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. 230/6 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliebern zur Nachricht. baß unser Kollege, der Tischler Rudolf Huse am 14. Oftober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, ben 20. Oftober, ttachmittags 4%, Uhr, von der Leichen halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus( tatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglieb, der Dreher Emil Unverferth am 15. Oftober an Lungenleiden geftorben ist. Ehre feinem Anbenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. Oktober, bormittags 11%, Uhr, von der Reichenhalle bes Gemeinde- Friedhofes in Sieber Schöneweide aus ftatt. B Stege Beteiligung erwartet 123/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Mm 15. Oftober verstarb unser Mitglied Wilhelm Reinsch ( Barenhaus für Armee u. Marine). Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, ben 19. Oktober, nach mittags 2%, Uhr, von der Leichenballe des Gethsemane- Stirchhofes in Nordenb aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 158/1 Die Ortsverwaltung. Todes Anzeige. Am 13. Dtober verschieb infolge Betriebsunfalles meine Tochter Else Seyer. Um ftille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Karl Seyer nebft Frau und Kindern. Die Beerbigung findet am Montag,& Uhr, auf dem Fried hof der Bethlemanes Gemeinde, Nordend, statt. 22886 Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere Mutter, Schwefter und Shwägerin Anna Stumpe geb. Rode plößlich aus dem Leben geschieden ist. Der tiefbetrübte Gatte nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Dienstag, 20. Oftober, 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofs in Friedrichsfelde aus ( tatt. 47472 + Westmanns& Trauermagazin Sauptgeschäft Berlin W., Mohrenstraße 37a, fein Edhaus, und Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. 115, tein Edhaus, erreicht feine Reistungsfähigkeit und feine billigen Breise durch Naumersparnis u. geringeSpefen Geschmackvolle Auswahl in fertiger Trauer- Garderobe für Damen und Mädchen. Verleih- Institut: Friedrichst.1151, a. Drabg. Tor. Eleg. Frack, Gehrod 10ple 1,00, Beste 50 Pj. Empfehlen ben Genossen unser Sargmagazin Beerdigungsinstitut Solidif H. Fischer& Kreutzberger, Rixdorf, Hägerstraße 70, Ede Friedelftr. 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Der Verteidiger des Angeschuldigten stellte den Antrag, diesen Am 1. Februar d. J. wurde in Ketschendorf eine Schiffer- Aber Krüger wollte einen Frrtum nicht gelten lassen, er habe es Herrn als Zeugen zu vernehmen. Das Gericht kam schließlich zu bersammlung abgehalten. Genoffe Düwell referierte. Bei Beginn sofort niedergeschrieben. Am Schlusse der Vernehmung dieses einer Bertagung der Sache, da von beiden Parteien noch Beweisanträge gestellt wurden. der Versammlung stand der Gendarm Krüger mit seinem Kollegen Beugen konnte der Angeklagte feststellen, daß das Wort„ beziehungsMasch an der Saaltür. Dort blieben die beiden ruhig stehen und weise" zum viel gebrauchten Sprachschatz des Krüger gehört. Der Fuhrwerke und Bahnübergänge. musterten mit kritischem Gendarmenauge die Versammelten. zweite Gendarm, der später bernommen wurde, gab zu, das Wort Ein fürzlich vom Reichsgericht ergangenes Urteil spricht sich Zwei ragende Säulen der bedrohten Staatsordnung. Nachdem könne lediglich eine Notiz des Krüger sein. Was die Belastungs- über die Sorgfaltspflicht des Kutschers beim Kreuzen von Eisendie längere Zeit in Anspruch nehmenden Formalitäten erledigt zeugen nicht schon von dem Anklagebau selbst niedergerissen hatten, bahnübergängen durch Fuhrwerke aus in Verbindung mit der Grwaren, und der Referent schon einige Minuten gesprochen hatte, das warfen zwei andere Zeugen durch ihre bestimmten, flaren und höhung der Betriebsgefahr der Eisenbahn beim Fehlen von Sichersetzten plötzlich die beiden Hüter der Ordnung und Repräsentanten in die ganze Situation logisch hineinpassenden Aussagen, die sich heitsschranken. Am 31. Januar 1905, abends nach 9 Uhr, wurde auf der von des Rechtsstaates sich in Bewegung. Mit dröhnendem Gestampfe mit denen des Angeklagten deckten, vollends über den Haufen. Das Chemnik nach Rochlik führenden Landstraße ein mit einer Plane und Sporrengeklirr marschierten sie zur Bühne, erkletterten diese verhinderte aber nicht eine inhaltsreiche Rede des Herrn Staats- überspannter Frachtwagen des Fabrikanten D. beim Kreuzen der und forderten in nicht zu leiſem Tone Vorzeigung der Anmelde- anwalts, der also sprach:„ Ich beantrage Verwerfung der Be- Nebeneisenbahn Chemnik- Wechselburg von einem von Chemnit bescheinigung. Durch der Gendarmen Auftreten geriet die Ver- rufung!" herankommenden Zuge erfaßt. Dabei wurde der Kutscher P. gesammlung erklärlicherweise in Aufregung. Die Ruhe war gestört. Scharfe Beleuchtung erfuhr das Auftreten der Beamten im tötet, der Wagen zertrümmert, eins der Pferde getötet und das Der Referent gezwungen, die Rede zu unterbrechen. Ruhig, aber Plaidoyer des Verteidigers. Er wies an Hand der Widersprüche andere verlegt. Die lagende Papiermacher- Berufsgenossenschaft, bestimmt sagte dieser zu Krüger: Das hätten Sie früher besorgen die völlige Haltlosigkeit der objektiven Bekundungen der Be- bei der P. versichert war, fordert nach§ 140 des Gewerbe- Unfallfollen! Im Bewußtsein seiner Gendarmenherrlichkeit donnerte im lastungszeugen nach und hing deren subjektive Urteile an den versicherungsgesetzes vom beklagten Staatsfiskus Erfaß für SterbeVerlauf des sich entspinnenden Diskurses der Behelmte aber los: Haten psychologischer unwahrscheinlichkeit auf. Unter Berufung geld und Renten, zu welchen Zahlungen sie den Hinterbliebenen des P. gegenüber verpflichtet war, sowie die Feststellung, daß der Sie haben mir nichts zu sagen, auch der Vorsitzende nicht!... auf§ 193 des Strafgesez- Buches, da der Angeklagte die Störung Beklagte verpflichtet sei, ihr die Beiträge zu erstatten, die sic Darauf informierte Genosse Düwell den Gendarmen darüber, daß der Rede lediglich abgewehrt habe, beantragte er Freisprechung. fernerhin der Witwe und einem minderjährigen Kinde des P. iner kein Recht habe, die Versammlung zu stören; nicht er sei als Nach fast einstündiger Beratung verkündete das Gericht folge des Unfalles zu erstatten habe. Außerdem beanspruchte ber Herr hier, und wenn er seine Instruktion nicht fenne, solle er bei folgendes: Das Urteil des Schöffengerichts wird aufgehoben, der Inhaber D. noch Erfaz des Schadens für die Beschädigung seines der Behörde sich Belehrung holen. Angeklagte freigesprochen. In der Begründung hieß es: Die Eigentums in Höhe von 1935 M. Das war für die Ketschendorfer ein unerhörter Vorgang. Man Verhandlung habe ergeben, der Angeklagte sei in Wahrung beDas Landgericht Ghemnis wies beide Kläger ab, indem es hatte das Gefühl, es müsse etwas Dramatisches folgen. Der rechtigter Interessen bei der Zurechtweisung der Beamten nicht zu annahm, daß der Unglüdsfall durch schuldhaftes Verhalten des Kutschers P. herbeigeführt worden sei. Hiergegen hatten die Gendarm zog aber nicht die Plempe, ließ auch sein Knalleisen weit gegangen;§ 193 des Strafgeseh- Buches treffe also ju. Kläger Berufung eingelegt und erkannte daraufhin das Oberfteden; ja er berhielt sich für den Rest der Versammlung ganz landesgericht Dresden dahin, daß die Ansprüche der Kläger dem ruhig. Aber er machte eine furchtbare Anzeige gegen den ,, Sie Gabelsberg, hie Stolze- Schrey" Grunde nach für gerechtfertigt anzusehen seien, der Anspruch für Referenten wegen Beleidigung eines föniglich preußischen Gendarmen! Vor dem Schöffengericht in Fürstenwalde am 7. Mai hieß es gestern in einer Schöffengerichtsverhandlung vor der die Beschädigung des Planwagens und der Pferde jedoch nur zur dieses Jahres waren die beiden Gendarmen und ein Schiffs. 147. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte. Wegen Beleidigung Hälfte des Betrages. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision beim Reichsdes gesamten Vorstandes des Stolze- Schreh- Stenographenverbandes, eigner als Belastungszeugen geladen. Die Ladung der vom An- der aus 23 Mitgliedern besteht, war der Seminaroberlehrer Pro- gericht eingelegt. Der IV. Bibilfenat erkannte jedoch auf Zurüdgeklagten verlangten Zeugen lehnte das Gericht mit dem eigen- feffor Dr. phil. Eduard Pfaff in Darmstadt angeklagt, dem Justiz- weisung der Revision. In den Entscheidungsgründen wird ausartigen Bemerken ab: Die Zeugen haben nicht darüber zu be- rat Müller zur Seite stand, während die 23 Kläger von Rechts- geführt, daß allerdings ein Verschulden des P. anzunehmen sei, stimmen, ob eine Beleidigung vorliegt! Schrumm! Die Be- anwalt Marponinsky vertreten wurden. Es handelte sich um da er anstatt den Wagen bei der Haltetafel anzuhalten, den Sitz amten beschworen, Düwell habe also sich geäußert:„ Stören Sie interne Streitigkeiten, welche zwischen den beiden deutschen Steno- in der Schoßkelle zu verlassen und sich durch Vorgehen zu überhier nicht, hier darf niemand stören! Wenn Sie das nicht wissen, graphenverbänden anläßlich des Versuchs der Schaffung eines ein- zeugen, ob das Gleis frei sei, in dem alten Eib verharrt habe, von Im welchem Plage aus ein genügendes Urteil über das Herannahen werde ich Sie belehren oder lassen Sie sich belehren." Und da die heitlichen Nationalstenographiesystems entstanden waren. angeblich Getränkten und der Schiffseigner auch noch das Gefühl März d. J. erhielt der jezige Privatbeklagte Profeffor Pfaff, der des Bugs durch das Auge nicht zu gewinnen gewesen sei. Dieses gehabt haben wollen, der Angeklagte habe absichtlich in verlegendem Vorsitzender des Gabelsberger Stenographenbundes ist, anonym Verschulden sei aber nicht als ein besonders grobes anzusehen. Ihm Zone gesprochen, hielt das Gericht den Angeklagten der beschul- ein geheimes Rundschreiben zugesandt, welches angeblich von dem stehe nicht nur die allgemeine Gefahr gegenüber, die mit jedem Zone gesprochen, hielt das Gericht den Angeklagten der beschul- Vorstande des Stolze- Schrey- Verbandes an die tätigen Mitglieder Eisenbahnbetriebe verbunden sei, sondern eine erhebliche Erhöhung digten Missetat überführt. Es erkannte auf" nur" 50 Mark Geld- gerichtet sein sollte. In diesem Schreiben wurde aufgefordert, dieser Gefahr dadurch, daß der Bahnübergang schwer übersichtlich strafe wegen Beleidigung des Krüger. Der Verurteilte legte Be- unter den„ Gabelsbergianern" besonders eifrige Propaganda für und trotzdem keine Maßnahmen zur Sicherung des Straßenverkehrs rufung ein. Es wurde dann am letzten Freitag vor der Straf- das allein seligmachende Stolze Schreysystem zu machen. Ver- getroffen waren. Wenn trotzdem ein teilweises Verschulden des P. kammer in Frankfurt in der Sache berhandelt. Die Gendarmen schiedenen Mitgliedern wurde der gute Rat gegeben, sich in die in Anrechnung zu bringen sei, so könne das hier nicht in Betracht und zwei Schiffseigner beschworen auch hier, daß der Ton und die Gabelsberger- Bereine aufnehmen zu lassen, um so beffer für die tommen, weil dadurch die feitens der Berufsgenossenschaft su Gesten des Angeklagten für die Beamten verlegend gewesen seien. Stolze- Schrey- Sache tätig sein zu fönnen. Als Antwort auf diesen zahlenden Beträge( Sterbegeld und die Rente) nicht berührt würden, Die Fragestellungen des Verteidigers und des Angeklagten ergaben: Feldzugsplan in dem Kurzschriftenkriege erschien am 26. März in denn diese Bahlungen seien tein vollständiger Ausgleich für den Der eine Belastungszeuge fonnte nicht eine einzige Auslassung titel unter der Spißmarte Das Nonplusultra des Stolze- Schreydem Gabelsberger Organ Deutsche Stenographenzeitung" ein Ar. eingetretenen Schaben. des Angeklagten auch nur finngemäß wiedergeben. Die brei Systemfanatismus". In diesem Artikel wurde dem Vorstande des anderen widersprachen sich in den wesentlichsten Punkten. Selbst Stolze- Schren- Verbandes vorgeworfen, daß er mit Zug und Trug die beiden Gendarmen waren nicht ganz einig. Und sie hatten für seine Sache fechte. Der Inhalt dieses Artikels bildete den den Wortlaut ihrer Anflage am Tage der Versammlung in Gegenstand des jezigen Beleidigungsprozesses. 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Tie Flugblattverbreitung zur Agitation für den„Vorwärts" erstreckt sich, wie MÜS der Bekanntmachung des Aktionsausschuffes zu ersehen ist, auch über die zu Groß-Berlin gehörigen Vororte. Um eine schnelle und präzise Er- ledigung der Verbreitung zu ermöglichen, ist es notwendig, daß die Parteigenossen vosizählig zu dieser Parteiarbeit erscheinen. Die früh- zeitig eintretende Dunkelheit erfordert, daß die Parteigenosse» mög- liehst zeitig antreten. Nachstehend veröffentlichen wir die auS den Vororten vorliegenden Bekanntmachungen über die Verbreitung. Die Verbreitung findet am Dienstag statt in Nieder-Schönewride, abends 8 Uhr. Treffpirnkt an den bekannten Stellen. Wcißensee, abends 7 Uhr, Treffpunkt in den Be�irkSlokalen. Friedenau, Treffpunkt in den Bezirkslokalen. Maricndorf-Südrnde, abends 7 Uhr, Treffpunkt in den Bezirks- lokalen. Tegel, abends 7 Uhr, Treffpmrkt in den BezirvZlokalen. Fricdrichhagrn, abends 7 Uhr, Treffpunkt in taen Bezirkslokalen. Franz.-Buchhvlz, abends 7'/, Uhr, Treffpunkt bei Kähne, Berlinerstr. 39. Friedrichsfelde, abends 7Vs Uhr. Treffpunkt\n den Bezirkslokalen. Am Mittwoch in Karlshorst, von den bekannten Stellen aus. Adlcrshof, von den bekannten Stellen aus. Pankow. Die MaterialmiSgabe zu der„VorwärtS'-Agitation km Dienstag abend findet am Montag abend pünktlich 7 Uhr bei Abendroth an die Bczirkssührrr statt. Der Vorstand. Nicder-SchSiihausen. Am Dienstag, den 20. d. MtS., abends S'/z Uhr, findet im Lokal„Schwarzer Adler", Inhaber Ulitz. Blanken» burger Straße, eine Volksversammlung statt. Genosse Paul G ö h r e spricht über das Thema„Kirche und Arbeiter". Tegel. Dienstag, den 20, Oktober, abends N/, Uhr, findet bei Klippenstein. Spandauer Straße 4. die Mitgliederversammlung statt. Berichterstattung vom Nürnberger Parteitag. Die Unterrichts st unde über scPiale Gesetzgebung findet heute Sonntag, vormittags 9 Uhr, bei Helfer statt. Friedenau. Mittwoch, den 21. Oktober, findet im.Rheinschloß', Rheinstr. 60, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genoffe Landtagsabgeordneter Adolf Hoffmann über„Staat, Kirche, Schule" spricht. Marirndorf-Südende. Am Dienstag, den 20. Oktober, abends S'/a Uhr. findet im Restaurant Zierock, Krirfürstenstt. 44. eine Ver- sammlung des Wahlvereins statt. Tqgesordmmg: Vortrag der Genossin AgneS Fahrenwaldt:„Die Frauen und der Sozia- liSmus". Diskussion, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Baumschul rnwrg. DienStag, den 20, d. M., abends 8'/, Uhr, findet im Lokale von Krause, Kiefhalzsttatze. eine Versammlung statt. Tagesordnung: Vorttag, Disluffion, Aufnahme neuer Mit' glieder. Verschiedenes. Adlershof. Arn Dienstag, den 20. Oktober, abends S1/» Uhr, .kniet bei Kaul, Bismarckstr. 10, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Mahlsdorf(Ostbahn). Heute morgen S Uhr findet eine Flug blattverteil ung statt. Teltow. Am Dienstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, findet unsere regelmäßige Mitgliederversammlung deS Wahlvereins beim Genossen W. B o n o w, Zehlendorfer Str. 4, statt. Auf der TageS- ordnung steht der Tätigkeitsbericht unserer Stadtverodncten. Auch Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Potsdam. Am Mittwoch, abends 8'/, Uhr, findet in allen Bezirken in den bekannten Lokalen Zahlabend statt. LerUner j�ackrickten. vom beleidigten Armeupfleger.,_ Ert Kaufmann Ernst Sch m e i ß e r(Huttenst?. 7) hatte eine Frau H. auf die Anklagebank gebracht, weil sie ihn in seiner Eigenschaft als Mitglied einer Armcnkommission beleidigt habe. Uever die Gerichtsverhandlung, die für Frau H. mit einer Verurteilung zu 10 Mark Geldstrafe endete, haben wir berichtet (in Nr. 230). Wir sehen umS aber heute genötigt, auf die An gelegenheit noch einmal zurückzukommen. Die näheren Umstände, unter denen die Beleidigung erfolgt sein sollte, waren nach Herrn Schmeißers eigener Zeugenaussage deraKtig, daß wir die Hauptschuld ihm selber zuweise«»mißten. Herr Schmeißer hatte be» dem Vater der Frau H.«» recherchieren gehabt wegen Bezahlung von Kurkosten, die durch Verpflegung eines Kinde» der Frau H. im Virchow-Krankenhause entstanden sein sollten. Tatsächlich war aber gar kein Kind der Frau H. in einem Krankenhaus verpflegt worden. Das Versehen, �oaS hier vorlag, fiel gewiß nicht Herrn Schm. zur Last. Leider u n t c r l i e ß er es aber, nun wenigstens die FamUie H. über den Irrtum hinreichend auszu- klären. Sowohl der Bater der Frau H. als auch Frau H. selber wurden, als sie Aufklärung forderten, von ihm abgespeist mit der kurzen Bemerkung, sie brauchten nichts zu bezahlen. Herr Schm. selber bekundete das wor Gericht unter seinem Eid, und fügte hinzu, für ihn sei die Sache erledigt geivesen. sowie er die dürftige Lage der Familie beu«rkte. und er habe so an Stadtrat Münster- berg berichtet. Daß e.ine bloße„Niederschlagung" von Kurkosten einien Wahlrechtsverlust bringen kann, scheint dem Herrn Schm. nicht klar gewesen zu sein. Frau H.»oll dann ii« der begreiflichen Erregung, in die sie durch daS abweisc/nde Verhalten des Herrn Schm. versetzt wurde, ihn einen„dummen, gemeinen Hund" geschimpft haben. Gegen unseren Bericht über die Gerichtsverhandlung ist nun von zwei Seiten Einspruch erhoben worden. Zunächst hat Herr Schmeißer eine Richtigstellung verlangt, doch hat er weder in einen« Brief, den er uns übersandte, noch in einer persönlichen llnteqredung. um die er uns ersucht«, uns sagen können, wa» eigcnRich„richtiggestellt" werden soll. Sein Einwand, daß Frau H. sellser nicht berechtigt gewesen sei, Aufklärung von ihm zu fordern, da sie gar nicht in seinem Bezirk wohne, ist sinnlos. Am Ende sollte sie cS schweigend hinnehmen, daß über sie irrtümlich btfkjauptet vlirde, ihr Kind sei in einem Kranken-- haus verpflegt worden, und hierfür schulde sie noch die Kosten! Wer würde nicht in solchem Falle es für sein gutes Recht ansehen, volle Aufklärung zu fordern? Herr Schm. erzählt uns, Frau H. sei„wegen derartiger Sachen" schon früher bestraft worden. Hierüber kann er sich beruhigen, Frau H. hat nicht nötig, sich jener Vorstrafe(die auch vor Gericht erwähnt wurde) zu schämen. Sie hat mal in der Fabrik einein Arbeiter, der sich für „etwas Besseres" hielt, den spottenden Rat gegeben, doch lieber einen Stehkragen umzubinden. Der Streit, der daraus entstand, führte dazu, daß sie selber entlasten wurde. Sie dankte dem „Besseren" für die Entlastung mit einer Tracht Prügel, wurde dann von ihm verklag! und hatte 15 M. Geldstrafe zu zahlen. Wir stellen das öffentlich fest, weil wir Grund haben zu der An- nähme, daß Schin. auch an anderer Stelle die Vorstrafe der Frau H. zu seinen Gunsten auszuspielen versucht haben wird. Einspruch gegen unseren Bericht erhebt auch die Armen- d i r e k t i o n. Herr Stadtrat M ü n st e r b e r g, ihr Vorsitzender, fühlt sich gekränkt durch unsere Bemerkung, er hätte sich mal ein bißchen um die Entstehung der ganzen Affäre kümmern sollen, ehe er es zu einem Strafantrag kommen ließ. Er antwortet uns, er könne nicht alles selber erledigen, nachträglich habe er sich aber die Sache näher angesehem Bezüglich der Kosten für Verpflegung eines Kindes liege tatsächlich ein Irrtum vor, es handle sich um das Kind eines Bruder? des Herrn H. Wir bedauern hier, Herrn Münsterberg sagen zu müssen, daß wir bis auf weiteres auch das wieder für einen Irrtum halten. Der Bruder des Herrn H. hat kein Kind. Angesichts der Oberflächlichkeit, mit der die Armenpflegeorgane ihre Recherchen manchmal ausführen, ge- statten wir uns. zunächst unsere eigenen Recherchen für zuver- lässiger zu halten. Herr Münsterberg erzählt dann noch, auch für eine Entbindung der Frau H. in der Charitee seien noch Kosten zu bezahlen gewesen, Zahlungsverpflichtung habe also doch vorgelegen. Demgegenüber versichert uns Frau H., zwar seien tatsächlich noch Entbiudungskostcn zu zahlen, aber Herr Schmeißer habe nur von den Kosten für angebliche Verpflegung eines er- krankten Kindes gesprochen. Uebrigens hat auch Herr Schm. selber uns nichts darüber gesagt, daß er auch wegen Entbindungskosten recherchiert habe. Alles in allem: sowohl Herr Schweißer als auch Herr Münsterberg hätten besser getan, sich ihre„Richtig- st e l l u n g" zu sparen. Tatsache ist, daß irrtümlich Bezahlung der 5dostcn für Verpflegung eines Kindes gefordert wurde, Tatsache ist auch, daß Aufklärung über den Irrtum nicht ge- währt wurde. Gerade hierauf aber kam es uns a»». Wie der Irrtum in die Akten hineingelangeu konnte und warum der Arinenpflcger ihn einfach durch„Niederschlagung" erledigen zu dürfen glaubte, das haben weder Herr Münsterberg noch Herr Schmeißer uns beantwortet._ Die Umgestaltung des Schöneberger UferS am Hafen, von der Ueberführung der Potsdam-Magdeburger Eisenbahn bis zur Schöne bcrger Brücke, wird die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung beschäftigen. Diese Umgestaltung hängt mit dem Brückenbau über den Landwehrkanal rm Zuge der Köthener Straße zltsammen. Durch den Uferbau wind eine Anhühung der User- bekleidung deS Landwehrkanals vor dam EisenbahndirekttonSgebäude erforderlich. Auch die Gleise der Straßenbahnen müssen dort ver- legt werden. Dekoriert worden find die Stadtverordneten Alt. Hcnnmerstein und Meißner mit dem Roten Adlerorden vierter Klasse anläßlich der Fertigstellung deS neuen großen Siachenhauses in Buch. Die be- treffenden Herren gehören dein Kuratorium des Friedrich-Wilhelm- Hospitals am Unter unseren Rathausfreisinnigen herrscht über die jetzt üblich gewordenen Ordensverleihungen an Freisinnige große Freude. Naive Seelen sehen darin eine„Befferung w dem Ver- hältnis der Stadt Berlin zur Staatsregierung'. Unserer Ansicht nach können mir politische Kinder sich in einen solchen Gedanken� gang hineinversetzen; die Talsachen deweisen laut da» Gegenteil. Wir erinnern nur an das Verhältnis der Stadt zur StaatSregierung in Verkehrs- und Schulfragen. In der städt. Säuglingsfürsorgesteve V, Pankstr. 15(am Wedding), beginnt am 3. November, abends 0'/, Uhr, wieder ein Kursus für Säuglingspflege. Derselbe ist unentaaltlich und findet wöchentlich Dienstag und Freitag von Uhr statt; Dauer drei Wochen. Anmeldungen schriftlich oder mündlich in der Fürsorgestelle erbeten. Mangelnder Bauarbeiterschutz au»f städtischen Baute«. Auf dem Gelände der Gasanstalt. Danziger Sreaße läßt die Stadt Berlin unter anderem ein neues RetortenhauS aufführen. Die Maurerarbeit wird von dem Unternehmer Müller(Tegel), das Aufstellen der Eisenionstruktion von der Firma Steffens u. Nolle ausgeführt. Bei diesem Bau scheint eS mit dem Schutz für die am Bau beschäftigten Arbeiter seqr schlecht bestellt, denn uns wird geschrieben:„Oben cm der Dachkemstruktion find die Monteure mit dem Aufstellen und Zusammennieten der einzelnen Eisenteile beschäftigt; 8—10 Meter tiefer arbeitrn die Maurer beim AuS- fachen der Seitenfronten. Von Schutzuüstungen ist nichts zu be- merken. Arbeiten da eines Tages an einem kleinen, runden Treppenhause 9 Maurer dicht nebeneinondcr. Plötzlich schlägt von oben eine 4 Meter lange, schwere Bohle mitten unter die Arbeiter, die entsetzt auSeinanderstoben, glücklicherweise ohne jemanden ernst- lich zu verletzen. Kurz vorher war an einer anderen Stelle einem Maurer ein Stück Eisen ans den Kopf gefallen und hatte ihm eine stark blutende Wunde beigebracht. Herunterfallende Schrauben- muttern, Nieten, ja glüheirde Eisenstücke sind nichts Seltenes.— Wenn daS Kalb ertrunken ist, deckt der Bauer den Brunnen zu, heißt es gewöhnlich. Ja, Kuchen! Es werden wohl ein paar Bretter hingeworfen, aber ein richtiges Schutzdach ist noch heute nirgens zu finden. Wozu auch, tvem's nicht paßt, kann ja gehen— draußen stehen taufende arbeitSlofe Maurer, die gerne in die etwa entstehenden Lücken eintreten wurden, nur um Brot für ihre hungernde Familie zu schaffen. Auch die Arbeitsmethode ist eine derartige, daß von einer soliden Ausführung keine Rede sein kann, ganz davon zu schweigen, daß bei einer intensiven Ausbeutung der Arbeitskraft der Arbeiter etwa abends noch imstande wäre, etwas zur Hebung seiner Bildung beizutragen." Wir meinen, daß eS höchste Zeit ist, hier Abhilfe zu schaffen. Tut daS der Unternehmer nicht, muß die städtische Verwaltung dafür sorgen. Und schließlich: Wo bleibt die die Bautenkontrolle ausübende Behörde?_ Der ungenügenden Besetzung der Bahnsteigsperre auf de« Bahnhof Beuffelstraßc während einiger Nachmittags- und Abendstunden, wo- durch zahlreichen in Großbetrieben des Stadtteils Moabit be- schäftigtcn Arbeitern viel Zeitverlust entstand und die wir kürzlich in unserem Blatte öffentlich rügten, will die Eisenbahnverwallung ab- helfen. Auf von zahlreichen Arbeitern unterstützte Beschweiche hat die Eisenbahndirektion folgenden Bescheid erteilt: „Auf das gefällige Schreiben vom 20. v. MtS. erwidern wir ergebenst, daß»vir wegen der stärkeren Besetzung der Bahnsteig« sperre auf Babnhof Bcusselstraße das Erforderliche veranlaßt haben. Die Verstärkung der Nord- und Vollringzüge kann nicht er- folgen, weil eine stärkere Belastimg der Maschinen besonders während der Heizperiode unliebsame Störungen im Beklebe nach sich ziehen würde. Die Auswechselung von Wagen II. Klaffe gegen solche III. Klaffe während bestimmter Tagesstunden ist ebenfalls nicht angängig, weil die Wagenzüge wäbrend des ganzen Tages ununterbrochen im Be- triebe sind und die Wagen II. Klaffe zu anderen Tageszeiten dringend gebraucht werden. Wir stellen ergebenst anheim. den Mitnnterzeichnen» Ihres An« kages hiervon Kenntnis zu geben. Behrendt.« Arbeiter- BilduugSschule Berlin, Grenadtersk. 37. Der Fortschrittskursus in Geschichte findet vom nächsten Dienstag ab im Verbandshaus der Ga st Wirts- g e h i l f e n, Gr. Hamburger Str. 18/19, statt. Die Teilnehmer wollen dies beachten.— Die Kurse haben in ver- gangencr Woche ihren Anfang genommen, jedoch ist es auch in dieser Woche noch möglich, daran teilzunehmen; besonders werden die Gewerkschaften auf den Kursus im Gewerk- schaftswesen. welcher Mittwoch abend stattfindet, auf- nrerksam gemacht und um zahlreichen Besuch gebeten. Der Achtuhr-Ladeuschluß tritt, wie wir bereits mitgeteilt haben, am 1. November in Kraft, und zwar für die Städte Verlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf und Nixdorf. Leider ist die Stadt Lichtenberg in die Anordnung des Polizei- Präsidenten nicht mit einbezogen. Lichtenberg gehört erst vom 1. April ab zu dem Landespolizeibezirk und ist deshalb in die seinerzeit vorgenommene Abstimmung noch nicht einbezogen worden. Aber notwendig erscheint es, daß auch Lichtenberg dieses Fortschritts teilhaftig wird, das ist gar nicht zu umgehen, sollen nicht die sonderbarsten Zustände herbeigeführt werden. Auf der rechten Seite der Frankfurter Allee werden die Läden vom 1. November ab um 8 Uhr geschlossen werden, während auf der linken Seite dieser bedellteuden Geschäftsstraße, die in ihrem oberen Teil zu Lichtenberg gehört und wo sich in jedem Hause große und kleine Geschäfte befinden, die Ladenbcsitzer bis um 9 Uhr geöffnet halten dürfen. Einige Lichtenberger Geschäftsleute, welche sich von dem späteren Ladenschluß keine Vorteile versprechen, sind nun, als der Achtuhr-Ladenschluß für Berlin bekannt wurde, bereits bei dem Lichtenbergcr Polizeipräsidenten Geheimrat L e w a l d vorstellig geworden, die Ungleichheit in der Frankfurter Allee durch die Einführung des Achtuhr-SchlusseL für Lichtenberg aufzuheben. Der Polizeipräsident will eine Abstimmung der dortigen Geschäftsleute veranlassen, doch kann vor dem 1. Januar der frühere Geschäftsschluß in Lichtenberg selbst dann nicht eingeführt werden, wenn die Mehrheit der Interessenten dafür sein sollte. Der letzte fehlende Viillon„Hergesell" ist nun auch aufgefunden worden, allerdings ohne die beiden Lust- schiffer. ES liegen hierüber folgende Telegramme vor: Jarmouth, 17. Oktober. Der norwegische Dampfer„Naddod' hat hier heute den noch fehlenden Ballon.Hergesell" eingebracht, den er hundert Seemeilen nordwestlich von Helgoland halb entleert von GaS aufgefischt hat. B-a den Luftschiffcrn selbst hat der Dampfer keine Spuren gefunden. Ein weiteres Telegramm besagt: Jarmouth, 17. Oktober. Der Kapitän des Dampfers„Naddod", der den Ballon„Hergesell" hier einbrachte, berichtete, er fürchte, daß die Luftschiffer, die den Ballon geführt hatten, um? Leben gekommen seien, da die Haltetaue der Gondel durchgeschnitten waren. Der Ballon befand sich, als er auf- gesunden wurde, zum Teil unter Wasser. Die Hülle ist sozusagen unverletzt. Ueber die Rettung des Ballons„Planen" wird mitgeteilt: Hüll, 17. Oktober. Die Geretteten des.Plauen', Baumeister Hackstätter und Fabrikant Scheiterer. erzählten gestern abend ihre Erlebnisse bis zu ihrer Rettung. Der„Plauen" sei am Dienstag früh um 0 Uhr von südwestlichen Winden ans die See hinausgetragen worden. Sie glaubten sich in der Richtung nach Grönland zu be- finden und hielten sich in einer Höhe von etwa 406 Metern. Später waren sie wegen Nebels in der Atmosphäre gezwungen, höher zu gehen und erreichten 2000 Meter, indem sie alle Gegenstände, die irgendwie Gewicht hatten, selbst Kleidungsstücke, über Bord warfen. Sie kletterten in den Ring und beabsichtigten, die Gondel abzu> schneiden, um dem Ballon die Fluglraft zu erhalten. Unglückliche» weise hatten sie jedoch da? einzige Messer, das sie besaßen, verloren und konnten deshalb ihr Vorhaben nicht ausführen. So verging laiig- sam die Dienstag Nacht. Mittwoch ftüh machte sich zum erstenmal Mangel an Nahrungsmitteln bemerkbar, und sie begannen daS Schlimmste zu befürchten. Im Laufe des Mittivoch büßte der Ballon wiederum etwas von seiner Flugkraft ein und stürzte plötzlich um mehr als 300 Meter. Wieder wurden Kleidungsstücke, sogar die Schuhe, über Bord geworfen, in der Hoffnung, noch in den Lüften bleiben zu können. Der Ballon stürzte jedoch in die Setz hinab und die Gondel wurde zwei Stunden lang durch das Waffe. geschleift. Dann erschien der„Nuby" und vollbrachte daS RettungS. werk. Die Luftschiffer drückten nach der Landung der Mannschaft ihv tiefste Dankbarkeit ans._ Ein gekränkter Kranrenkaffe«-„Direktor". Möchtest du bei einer jener vielgenannten Hilfskrankenkaffen, die von Zeit zu Zeit immer wieder von sich reden machen, den Posten eines„Direktors" haben? Ach, diese Herren„Direktoren" — ohne diesen Titel tun sie's nämlich nicht— sind meist sehr viel übler dran, als du eS dir denkst. Zwar schlucken sie für ihre Mühe- waltung ein Einkommen, das nicht zu knapp bemessen ist. Aber dafür müssen sie doch auch manchen Aerger mit herunterschlucken. Man weiß ja, wie ungemütlich so ein Mitglied einer Hilfs- krankenkasse werden kann, wenn es sich in feinen Erwartungen getäuscht sieht. Wenn z. B. einem das K r a n k e.n g e l d auS irgendwelchen Gründen, an denen ja nie Mangel ist, vor- enthalten werden soll, dann läuft er hin und macht Skandal. Nur zu rasch sind solche Kassenmitglieder bereit, die Kasse geradezu für einen„Schwindel" zu erklären. DaS ist, wie sich denken läßt, nicht angenehm für den Herrn„Direktor", wirklich nicht angenehm. Kann man's ihm da übelnehmen, wenn auch er mal ungemütlich wird? Darf man's ihm verdenken, daß er mit Mit- gliedern, die Lust zeigen, bockig zu werden, nicht viel Federlesens macht? Auch beider.DeutschenKranken-UnterstützungS- lasse(E. H.) zu Kassel" scheint die Direktion nicht auf Rosen gebettet zu sein, so daß ihr zuweilen wohl die Galle über» läuft. Vor uns liegt ein Brief der„VetriebSbircktion"; wenigstens müssen wir nach dem Kopf des Briefbogens annehmen, daß das Schreiben von der„Betriebsdirektion herrührt. Als„Inhaber" ist ein„Betriebsdirektor C. Peter" benannt, und an- ch einend ist auch„C. Peter" unterzeichnet. Der Brief gibt sich als ausgehend von dem Berliner„Verwaltungsüureau"(Alexander- traße 14c) und ist gerichtet an ein erkranktes Mitglied, einen Herrn E. in Pichelsdorf, der brieflich dem Herrn C. Peter„weitere Schritte" in Aussicht gestellt hatte für den Fall, daß man ihm sein Krankengeld nicht unverkürzt auszahle. Die„BetricbSdirektion" cheint durch diese Ankündigung schwer gekränkt und in große Erregung versetzt worden zu sein. Folgendermaßen lautet der an Herrn E. gelangte Brief, den wir buchstabengetreu wiedergeben: „Den an unseren Direktor C. Peter gerichteten Brief kenn» zeichnen wir als Erpressung. Sie haben sich cm unsere Direktion zu wenden und nicht an uns, da wir nur im Auftrage solcher, Strafen usw. vornehmen. Sie haben den Anordnungen des Vorstandes Folge zu leisten, Sie mußten sich sofort in ein Krankenhaus begeben und unseren Vertrauensarzt besuchen, dieses haben Sie nicht getane es gibt in Deutschland keine Ans- Schule, nötigenfalls mit Hilfe der Schulschwestern. Eines Kranken scheins bedarf es nicht. Die etwa notwendigen Arzneien usw. fönnen für Rechnung der Armenverwaltung verordnet werden. Falls eine spezialärztliche Behandlung notwendig erscheint, tönnen die Stadtärzte das weitere veranlassen. So dankenswert und anerkennenswert die Neuerung auch ist, so wäre es doch wohl praktischer, die kranken Schulkinder den Schulärzten und nicht den Stadtärzten zu überweisen. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die nächste Vereinsvor nahme, ob der Kerl ist Sozialdemokrat, Minister oder Arbeiter. I der Wildenschaft der Technischen Hochschule verwiesen, die gleichfalls ob die Angehörigen tatsächlich unbemittelt sind, erfolgt durch die Außer der Erpressung wäre es ja sogar noch Betrug, denn Sie Gelegenheit zu einer gründlichen Ausbildung in den Elementarschreiben Sie haben sich in die Finger gebissen, nun hatten fächern bieten. Der Unterricht wird in der Gemeindeschule III, Sie keine Arbeit und beißen sich schnell im Finger, daß die Schloßstr. 2( Charlottenburg), erteilt. Anmeldungen am 28., 29., 30. Sozialdemokraten gemein sind, das wissen wir, diese Salunken und 81. Oftober, abends 8-9 Uhr, in der Gemeindeschule III, sollen auch nächstens als Kanonenfutter auf dem Tempelhofer Schloßstr. 2. Programme find bei Herrn Ingenieur Franz Loewen, Feld gebracht werden und als Aas für die russischen Krähen, SW. 11, Hafenplay 8, zu haben. Hunde und Wölfe dienen. Unser Bureau haben Sie nicht mehr zu betreten und müßten wir Sie sonst auf russischer Art und Weise hinausbefördern. Ferner werden wir falls Sie nicht innerhalb 24 Stunden abrechnen, sofort gegen Sie Verhaftung beantragen, wegen Unterschlagung und Betrug, denn diesen Betrag schulden Sie uns und nicht Staffel, also adieu Herr Pischels. trag schulden Sie uns und nicht Kassel, also adieu Herr Pischelsdorf beim Staatsanwalt. Hochachtungsvoll C. Peter. NB. Die von uns kein Geld bekommen haben, das waren Kassenreißer und Sozialdemokraten, die sich ebenfalls angeblich im Finger gebissen haben, diese Verbrecher müßte das Gehirn ausgenommen werden, wollen Sie auch noch das Fahrgeld zu Auguften und Singer beanspruchen? weh Herr Pischelsdorf. D. D." Dieses Schreiben ist so drollig, daß wir fast annehmen möchten, ein Spaßbogel habe dem Herrn G. der übrigens in Bichelsdorf wohnt, aber in dem Brief zu einem Herrn Pischelsdorf gemacht wird- eine heitere Viertelstunde bereiten wollen. Immerhin ist dem Herrn Betriebsdirektor C. Peter" der fomische Wutausbruch gegen die Sozialdemokraten durchaus zuzutrauen. Der Herr Direktor" liebt die Sozialdemokraten nicht und am allerwenigsten den Vorwärts"; er weiß warum. Bermißt wird seit dem 15. Auguft cr. der Laufbursche Mar Schneider, am 23. März 1893 in Berlin geboren, Basteurstraße 33 bei den Eltern wohnhaft gewesen. Er ist 1,60 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, blaugraue Augen, aufwärts gebogene Rafe, ftellung findet für beide Abteilungen am Freitag, den 23. Oftober, rundes Gesicht, auf dem linken Handrücken, Daumenseite, große abends 8 Uhr, im Schillertheater Charlottenburg statt. Gespielt Schnittwunde. Bekleidet war er mit blauer Radfahrermüze, schwarz- wird Shatespeares Julius Cäsar". Die Marken grau fariertem Jadettanzug, Bugstiefeln. Er hat dir Abficht aus- müssen spätestens am 22. Oftober geflebt sein. gesprochen auf ein Schiff zu gehen. Personen, die über den Ver- chöneberg. bleib des Vermißten irgendwelche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einem Der Verein Freie Bolksbühne Charlottenburg" hat nun auch Bolizeirevier mündlich oder schriftlich zu den Atten 4571 IV 68, 08 hier in Schöneberg eine Zahlstelle eröffnet. Dieselbe befindet ſich bei Sachse, Ebersstraße 11. mitzuteilen. " " Die Personenstandsaufnahme zum Zwecke der Veranlagung zur Staatseinkommensteuer bedingt immer noch gewisse Indiskretionen, wenn auch die Gemeinden, die mit der Ausführung betraut find, den Wünschen des Publikums vielfach entgegenkommend find. CharTottenburg hat zum Beispiel den Steuerpflichtigen anheimgestellt, das ausgefüllte Formular über die Personenstandsaufnahme unmittelbar an die Geschäftsstelle des Magistrats einzusenden. Gleichzeitig wird Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montag abend 9 Uhr: 1. abteilung, Dresdener Str. 45. Fortsetzung des Kursus. Vortrag über Physiologie. Neue Mitglieder können noch in allen Abteilungen eintreten. Donnerstag: Fortsetzung des Kursus in der 3. und 4. AbHeute abend 6 Uhr im großen Saale Dresdener Str. 45: Wissenschaftlicher Vortrag der praktischen Aerztin Frl. Dr. Profé. Nach dem Vortrage gemütliches Beiſammensein. Um rechtzeitiges und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. teilung. Vorort- Nachrichten. Auf zur Wahl! Spediteur Gustav Scharnberg, Zahntechniker Otto Ewald; Kaufmann Georg Udo. Rigdorf. Der heutigen Ausgabe des Vorwärts" liegt für die Rigdorfer Abonnentem das Programm des" Bildungsausschusses für die Arbeiterschrift Rigdorf" bei. Wir ersuchen die Parteigenossen, von den darin bekannt gemachten Veranstaltungen regen Gebrauch zu machen. Das Programm bitten wir aufzubewahren. " Die Verkehrsdeputation beschäftigte sich in ihrer lebten Sizung mit dem Ergänzungsantrage der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft. Der Magistrat legte der Deputation die Antwort zur Kenntnisnahme vor, welche dem Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg erteilt werden soll. Es ist ein recht umfangreicher Schriftsah, in welchem die Zumutungen der Großen" gebührend gekennzeichnet und die rechtliche Seite dieses Antrages gehörig beleuchtet wird. Unter anderem wird darauf hingewiesen, daß die Verwirklichung der Pläne der Großen aber verlangt, daß der Haushaltungsvorstand gewisse Angaben dem Charlottenburg. Berliner" eine beträchtliche Schädigung der Arbeiter. Hauswirt oder dessen Stellvertreter schriftlich oder mündlich zu schaft bedeuten würde. Bekanntlich strebt die„ Große Berliner" geben hat. Zu diesen Angaben gehört nicht nur Name, Vorname, danach, ihre Kanzession um 90 Jahre verlängert zu erhalten und Stand, Geburtstag, Geburtsort, das Religionsbekenntnis und die Wir machen in letzter Stunde nochmals auf die morgen außerdem den 10 Bf.- Tarif auf eine Strede von 4 Kilometer, Staatsangehörigkeit, die der Hauswirt oder der Portier so wie so aus Montag stattfindenden Stadtverordnetenwahlen sowie den 15 Pf. Zarif auf eine solche von 4 bis 8 kilometer zu der polizeilichen Anmeldung erfährt. Es wird auch verlangt, daß man bei im 5. und 8. Bezirk aufmerksam. Unsere Kandidaten sind beschränken. Nach den Verkehrszählungen in Rixdorf werden täglich der Angabe des Standes sich nicht nur mit allgemeinen Bezeichnungen wie im 5. Bezirk: in der 4-8 Kilometer- Grenze 50744 Fahrten, über die Kaufmann, Beamter, Fabrifarbeiter oder Arbeiter begnügt. Vielmehr 8 Kilometer- Grenze hinaus 12686 Fahrten gemacht. Hiernach muß die Art der Beschäftigung, wie Eisenwarenhandlung, Agenturwürden für die 50 744 Fahrten in der 4-8 Kilometer- Grenze täglich geschäft in Getreide usw., sowie Stellung oder Nebenbeschäftigung, 2537,20 m. mehr, und für die 12 686 Fahrten, welche über die wie Prokurist, Buchhalter, Werkmeister, Polier, Maurer, Buzer, im 8. Bezirk: 8 Kilometer hinaus gemacht werden, 1268,60 M. mehr von den Schlosser, Heizer usw. dem Portier mitgeteilt werden. Manchem Rigdorfer Fahrgästen gezahlt werden müssen. Die Einführung wird dies nicht immer angenehm sein. Noch schlimmer ist aber die Parteigenossen, sorgt dafür, daß jeder Mann von uns eines derartigen Tarifes würde bedeuten, daß die Arbeiterschaft Frage in Spalte 8 nach dem Namen des Arbeitgebers und Angabe zur Wahl geht, denkt an die beispiellosen Verdrehungen und von Rirdorf, die die Straßenbahn zur Erreichung ihrer Arbeitsstelle der Arbeitsstätte, die ebenfalls zu den Fragen gehört, die dem Portier Verleumdungen der Liberalen und an ihr Verhalten allen benutzt, und daher längere Strecken fährt, den Taschen der beantwortet werden sollen. Es würde ohne Zweifel genügen, wenn diese näheren Angaben der unmittelbaren Mitteilung an die Be- Forderungen der Arbeiter gegenüber. Die städtischen Aftionäre der Großen Berliner" pro Jahr ein Mehr von zirka 1 460 000 m. zuführt. Angesichts solcher Aussichten stimmte die Arbeiter und unteren Beamten seien daran erinnert, Deputation einmütig der Antwort an den Oberpräsidenten zu. börden vorbehalten bleiben würden. daß es erst wieder einmal in der letten Stadtverordneten In der Angelegenheit des städtischen Omnibusbetriebes Im Zeichen des Verkehrs. sigung eines Anstoßes seitens der sozialdemokratischen wurde beschlossen, fernerhin für die 5 Pf. Tour vom Rigdorfer Sehr empfindliche Verkehrsbeschränkungen werden der Reichs- Frattion bedurfte, um den Magistrat zu veranlassen, sich Ringbahnhof bis zum Hermann- Platz Monats Abonne hauptstadt wiederum durch die Feier der Hochzeit des Prinzen über die Neuregelung der Löhne und Gehälter mentstarten zum Preise von 3 M. auszugeben. August Wilhelm von Preußen auferlegt. Wie das Polizeipräsidium zu äußern. Die Interpellation unserer Genossen will der Johannisthal. bekannt gibt, treten am Tage des Einzuges der Braut, am 21. Dt- Magistrat erst in der nächsten Sigung beantworten, trotzdem In der Generalversammlung des Wahlvereins gab Genoffe tober folgende Verkehrsbeschränkungen ein: die Sache schon am 1. Oftober endgültig geregelt sein sollte. alter Schöneberg den Bericht vom Parteitag in Nürnberg. Eine Etwa von 1 Uhr nachmittags ab werden gesperrt: a) für jeg Freilich, die Mitglieder des Magistrats haben bei ihren hohen Resolution, die sich mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden lichen Verkehr: die Bellevueallee zwischen dem Schlosse Bellevue und dem Kleinen Stern, der Fahrdamm der Charlottenburger Chauffee Gehältern Zeit, fie spüren wenig von teuren Zeiten. erklärt und die die Budgetbewilligung der Süddeutschen scharf ver vom Kleinen Stern bis zum Brandenburger Tor, der Plaz vor dem Handelt es sich dagegen um die Bewilligung von Geldern urteilt, wurde einstimmig angenommen. Hierauf gab Genosse Brandenburger Tor, der Pariser Platz, die Fahrdämme, Mittel- für höfische Zwecke aus der Ferne winken glitzernde Drden- Schmidt den Vorstandsbericht vom Quartal Juli- September. Das promenade und der Reitweg der Straße Unter den Linden", der dann wird erheblich schneller gearbeitet. nach haben stattgefunden fünf Vorstandssigungen, eine Mitglieder Play am Opern- und Zeughause, der Schinkelplag, die Schloßbrücke, Arbeiterwähler! Denkt an den patriotischen Taumel, der bersammlung, eine Generalversammlung und eine öffentliche Vers fammlung. Den Kassenbericht erstattete Genosse Birsich. Die die Schloßfreiheit, der Lustgarten und die Kaiser- Wilhelmbrücke. die bürgerlichen Stadtverordneten anläßlich der Bewilligung b) nach Bedarf für Wagen, Reiter und Fußgänger: die Luther- bon 10 000 Mart für die Zeppelinspende erfaßte. Will aber Einnahme belief sich in der Berichtszeit auf 153,31 M., die Ausgabe brüde, der Spreeweg, das Bellevuenfer von der Stadtbahn bis zum einmal ein armer Mitbürger 10 oder 20 Mart Unterstützung wärts"-Abonnenten sind in der Spedition 175. auf 154,71 m., so daß ein Defigit von 1,40 m. verbleibt. Bor Schloß Bellevue, die Bellevueallee zwischen Kemperplay und Kleinen Stern, die Siegesallee, die Friedensallee zwischen Zeltenallee und haben, dann werden weitläufige Erhebungen angestellt, ob wurde für seine Kassenführung Decharge erteilt. Leider mußte er Platz vor dem Brandenburger Tor, die Sommerstraße von der auch die Bedürftigkeit" vorhanden ist. Und hinterher beraubt Gemeindevertreter gab Genosse Dühring. Dorotheenstraße bis zum Brandenburger Tor, dee Schloßplatz und man ihn seines Wahlrechts und brandmarkt ihn damit als fonstatieren, daß sämtliche Anträge und Anregungen unserer Gedie Kurfürstenbrücke. nossen von den bürgerlichen Gemeindevertretern abgelehnt wurden. Dabei wird in Aussicht gestellt, daß im Sicherheitsinteresse Die früher oftmals notwendigen Stichwahlen mit ihrer mit einem Appell zur Werbung neuer Mitglieder schloß die Ber bielleicht noch weitere Verkehrseinschränkungen eintreten werden. fammlung. erhöhten Stimmenzahl für unsere Kandidaten haben bewiesen, Mit dieser Verfügung sind die beabsichtigten Verkehrs- daß wir den Sieg erringen fönnen, wenn die arbeitende Mahlsdorf a. d. Oftbahn. erfchiverungen feineswegs erschöpft. Eine andere Bekanntmachung Bevölkerung bereits bei der ersten Wahl ihre volle Schuldig Die Gemeindevertreter- Ersatzwahl ist auf Dienstag, ben des Polizeipräsidenten lautet: Mit Rücksicht auf die Vermählungsfeierlichkeiten des Prinzen August Wilhelm wird der Verkehr in der feit tut. In einer Stichwahl stehen die feindlichen" bürger- 20. Ottober, nachmittags von 5-8 Uhr, anberaumt und wird Straße Unter den Linden und durch das Brandenburger Tor borlichen Parteien geschlossen der Arbeiterschaft gegenüber. Alle der Wahlatt im Lokale von Brandt, Bahnhofstraße, bollübergehend für die Zeit vom 18. bis zum 22. Oftober trennenden Momente kommen für sie nicht mehr in Frage, zogen. Für unsere Partei kandidiert der Genosse Oswald dieses Jahres in der Art geregelt werden, daß der nördliche Fahr- es handelt sich dann darum, daß den ihnen verhaßten Ver- Schuhmann. Um der Arbeiterschaft die notwendige Vertretung damm der Straße Unter den Linden und die beiden nördlichen tretern der arbeitenden Bevölkerung die Tür zur Stadt in der Gemeinde zu sichern, ist es notwendig, daß sämtliche Arbeiter Durchfahrten des Brandenburger Tors nur in der Richtung nach verordnetensißung verschlossen bleibt. sich an der Wahl beteiligen. Am Montagabend 81% Uhr wird unser Westen( Tiergarten) und der südliche Fahrdamm und die beiden süd- Arbeiterwähler Charlottenburgs! Rüttelt die Baghaften Kandidat im Lotale von Linke, Grunowstraße, in einer öffentlichen lichen Durchfahrten nur in der Richtung nach Osten( Schloß) be- und Säumigen auf, tretet morgen Mann für Mann an den Bersammlung über„ Gemeindepolitik" reden. fahren werden dürfen. Das sind ja schöne Aussichten für die Berliner erwerbstätige Wahltisch. Dann wird und muß es uns gelingen, unseren Bevölkerung, die durch solche Maßnahmen in ihrem Erwerb auf das Kandidaten zum Siege zu verhelfen! einpfindlichste geschädigt wird.. Bettler. " Dem Raffierer Den Bericht der Die Generalversammlung des Wahlvereins stellte für den ver storbenen Gemeindevertreter Genossen Trappe den Genossen Oswald Schuhmann einstimmig als Kandidaten auf. Ein Vorschlag des Die Stadtverordnetenwahl findet morgen, Montag, Borstandes, vom November ab an Stelle der bisher üblichen Zum Spalierbilden am Tage des Einzuges der zutünftigen Schwiegertochter des Kaisers haben sich zahlreiche in der Zeit von morgens 9 Uhr bis abends 8 Uhr Monatsversammlungen Zahlabende stattfinden zu lassen, wurde akzeptiert. Die Zahlabende finden statt bei Linke, Grunowstraße, Die Fleischerinnung wird diesmal nicht statt. Gewählt wird für den 5. Bezirk, Abstimmungs- bei Müller, Berliner Chaussee, bei Träger, Bahnhofstraße, und Innungen bereit erflärt. wie früher an der Spitze des Buges zu Pferde erscheinen, weil, wie bezirk 5A: in der Turnhalle der Gemeinde bei Werner, Hellersdorfer Weg. Die Bahlabende sollen gleichzeitig es heißt,„ bei der Kürze der Zeit es nicht möglich war, sich auf die schule 13, Pestalozzi str. 40; Abstimmungsbezirk 5B: als Refe- und Distutierabende dienen. Genosse Fuchs gab Ausübung diefes Vorrechts vorzubereiten." in der der Zurnhalle des Realgymnasiums, den Kassenbericht für das letzte letzte Quartal, und ist nach Schmidt Die Die Immungen find doch zu etwas müße, sei es auch nur, daß Schillerstr. 27/32. Für den 8. Bezirk, Abstimmungs- dem Bericht ein Ueberschuß von 114 Mart vorhanden. sich ihre Mitglieder im Zylinder und Bratenrod stundenlang als bezirt 8A: im Restaurant Fischer, Lutherstr. 11, von den Revisoren beantragte Decharge wurde dem Kassierer Staffage gebrauchen laffen. Schmerzlich muß es jeden Patrioten Ecke Kleiststraße; für den Abstimmungsbezirt 8B: im erteilt. Den Bericht über die Tätigkeit der Gemeindenicht zu Ende gekommen sind. Wie es scheint, wird diesmal auf die Restaurant Gerdes, Augsburger Straße 28. Mit Bedauern mußten unsere Genossen fonstatieren, daß in der Ges Verwendung von Schulkindern zum Spalierbilden und Hurra- Ecke Marburger Straße. schreien verzichtet werden. Sollte unsere fortgesetzte Kritik an dieser Nichtverwendang fchuld sein? Das follte uns freuen. Seinen Berlegungen erlegen ist der Monteur Leidig, der, wie wir berichteten, bei dem Deckeneinsturz im Café„ Astoria" in der Potsdamer Straße zu Boden geschleudert wurde und einen Schädel bruch erlitt. In der vergangenen Nacht starb 2. im ElisabethKrankenhaus an den Folgen der schweren Verlegungen. Erkner. meindevertretung für sozialpolitische Forderungen wenig zu erreichen war, da in dem aufgestellten Etat feine Mittel für solche Zwecke einBehandlung erkrankter Schuffinder durch Schulärzte. Eine wichtige Neuerung ist in Charlottenburg getroffen. Un- gefest find. Aus dem Bericht der Lokalfommission, den Genosse Un- eihrauch gab, ist erwähnenswert, daß der Verlauf des Auf dem Polizeirevier vom Tode überrascht wurde die 53 Jahre bemittelte ertranfte Schulkinder können fortan bon der Schul- Boykotts gegen den Gastwirt liefe ein zufriedenstellender ist. alte eheverlassene Arbeiterin Elie Berndt. Frau B. wurde nachts in verwaltung unmittelbar den Stadtärzten zur Behandlung zu Wegen Nichtbeteiligung an den Wahlen zum Landtage und zur Ge fläglichem Zustande auf der Straße aufgefunden und zu ihrer eigenen geführt oder überwiesen werden, ohne daß die Eltern dadurch meindevertretung wurde das Mitglied Maurer Searl Röhler einSicherheit nach dem nächsten Polizeirevier gebracht. Dort starb fte ihres Wahlrechts verlustig gehen. Wie die Armen- ftimmig aus dem Wahlverein ausgeschlossen. Mitteilen möchten wir bald nach ihrer Einlieferung ganz plöglich. Die Todesursache wird direktion mitteilt, hat die Erfahrung gelehrt, daß in sehr vielen noch, daß die Versammlung fehr gut besucht war und auch unsere erst durch die Obduktion, die im Schauhause erfolgen wird, fest- Fällen die von den Schulärzten für notwendig erachtete ärztliche weiblichen Mitglieder zahlreich erschienen waren. gestellt werden. Behandlung nicht erfolgt, weil die Eltern oft nicht die Mittel besigen, einen Arzt zu bezahlen, auch durch ihren Beruf oft so in Anspruch genommen sind, daß ihnen die Zeit fehlt, die Kinder zum Arzt hinzubringen, häufig jedoch auch so gleich gültig sind, daß sie die zur Erlangung ärztlicher Behandlung notwendigen Schritte unterlassen. Die Gleichgültigkeit, von der die Armendirektion in ihrer Verfügung spricht, dürfte wohl in den Akademische Unterrichtsturse für Arbeiter beginnen am 2. November. meisten Fällen die Folge mangelnder Aufklärung der Eltern sein. Es wird Unterricht erteilt in den Elementarfächern, in Deutsch, Um Wandel zu schaffen, soll nun zunächst das bisherige Verfahren Rechnen, Geometrie, Geographie und Schönschreiben unter Leitung der Kontrolle der Ausführung des von den Schulärzten für von Studenten aller Fakultäten. Anmeldungen zu allen Kursen am notwendig Erachteten verbessert werden. Sodann ist versuchsweise 22., 23., 24. Oftober, abends 8-91 Uhr, Rückerstr. 9, lints part. für einige Schulen eine Schulschwester angestellt worden, die Anmeldungen für alte Hörer am 20. und 21. Oftober. die Ausführung der schulärztlichen Anordnungen überwachen und Jeder Kurius findet wöchentlich einmal statt in den Abend- nötigenfalls die Kinder einem Arzt zur Behandlung zuführen soll. ftunden von 8-10 Uhr. Bur Deckung der Unkosten wird für jeden Vor allem erschien es notwendig, bei unbemittelten Kindern das Rurfus ein einmaliger Beitrag von 50 Bf. erhoben; außerdem find Verfahren der Ueberweisung an den Stadtarzt zur ärztlichen Be- Bei der Stichwahl zur Gemeindevertretung ist unser Kandidat, noch 25 bis 30 Pf. für Lehrbücher zu entrichten. Die Bezahlung des handlung möglichst zu bereinfachen. Wird, den bisherigen Vor- Genosse Wilte, mit 85 Stimmen gegen 104 Stimmen, die der Kurgeldes und der Lehrmittel muß bei der Anmeldung erfolgen. Die schriften entsprechend, verlangt, daß die Eltern stets erst den bürgerliche Kandidat auf sich vereinigte, unterlegen. Patriotischer Kurse finden statt: im Gebäude des Zentralarbeitsnachweises, Rüder Armentommissionsvorsteher aufsuchen und von ihm einen Schein Verein, Grundbestyerverein, Ortsverein, zwei Kriegervereine, die straße 9( 5 Minuten vom Bahnhof Börse), in der Friedrich Werder aur freien Behandlung erbitten, so unterbleibt in einer großen Bahl freiwillige Feuerwehr, die Sanitätsfolonne, Bost, Eisenbahn- und schen Oberrealschule, Niederwallstr. 12( am Spittelmarkt) und in der von Fällen die Behandlung überhaupt. Die Armendirektion hat Gemeindebeamte und-arbeiter waren angetreten, um uns niederzuVII. Realschule, Mariannenstr. 47( am Heinrichsplay). fich daher auf Antrag der Schulverwaltung damit einverstanden ringen. Das Ganze wurde noch gekrönt von 23 Papierstimmen. erklärt, daß solche Kinder unmittelbar von der Schule den Schul- Wir dürfen deshalb stolz sein auf die von uns erreichte Stimmen. ärzten zur Behandlung überwiesen werden können. Die Prüfung, zahl. In unserer Niederlage birgt sich der kommende Sieg. Für die in Charlottenburg und Moabit wohnenden Arbeiter und Arbeiterinnen sei auf die Freien Fortbildungskurse für Arbeiter In einer leider nicht sehr stark besuchten Mitgliederversamm lung gab Genosse Düwell- Berlin den Bericht vom Nürnberger Nachstehende Resolution wurde einstimmig an Parteitage. genommen:" Die Versammelten erklären sich mit den Beschlüssen bes Parteitages einverstanden und erwarten, daß die süddeutschen Frattionen den Beschluß betreffend Budgetbewilligung respektieren werden. Die Versammlung spricht aber auch die Verwunderung aus, daß die Parteimitgliedschaft eine Provokation wie die des Genossen Calwer fo ruhig entgegennimmt. Die Versammlung er. wartet, daß der Genosse Calwer sich nun auch wirklich außerhalb der Partei stellen wird." Birkenwerder. Nowawes. buches bildeten den Hauptinhalt der Beratungen in der Bundes. Sogar der Antrag auf Streichung des§ 172, der den Ehebruch In der letzten Wahlvereinsversammlung wurde gegen einige Ge- bersammlung. Im Vordergrunde des Interesses standen natur des schuldigen Gatten mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft noffen das Ausschlußverfahren wegen Nichtbeteiligung an der Land- gemäß diejenigen Delikte, welche entweder nur von Frauen oder wissen will, fand wider Erwarten die Zustimmung der konfessio. tagswahl beantragt, des ferneren mußten 34 Genossen wegen nur an Frauen begangen werden können, dann solche, durch welche nellen Frauenrichtung. Um so leidenschaftlicher aber wurde geBeitragsreste gestrichen werden, während 11 Genossen neu auf- in der Praxis indirekt die Frauen härter als der Mann getroffen tämpft, als es sich um die Stellung des Bundes zu dem vielgenommen wurden.- Der Vorstand gab bekannt, daß am 25. Oftober werben, sowie diejenigen, welche die Frauen als Schüßerinnen umstrittenen§ 218, dem Abtreibungsparagraphen handelte. Schroff eine Flugblattverbreitung stattfindet, und ersuchte um rege Beteili- und Erzieherinnen der heranwachsenden Generation besonders nahe standen sich hier die Ansichten der für Streichung des§ 218 eingung. Nachdem die Versammlung noch beschlossen hatte, am angehen. Dahin gehören die Sittlichkeitsdelikte an Frauen und tretenden" Radikalen" und der Gegnerinnen im konservativen und 5. Dezember eine Abendunterhaltung und am ersten Weihnachts- Kindern, die Prostitutions- und Kuppeleiparagraphen, der Ehe- konfessionellen Lager gegenüber. Die Debatte fand wie ver lautet: aus Furcht vor den Pfaffen- hinter verschlossenen feiertag eine Matinee stattfinden zu lassen, gab Genosse Strohnberg bruchsparagraph u. a. den Bericht vom Parteitag. Wegen der vorgerückten Zeit wurde be Bei der Erörterung der Sittlichkeitsdelikte forderte die General. Türen statt. In dem nahezu siebenstündigen Redekampfe siegte die reaktionäre Uebermacht, die indes unfchloffen, eine außerordentliche Versammlung am nächsten Mittwoch versammlung zum§ 174 einen gesetzlichen Schuh gegen die Vor- wie zu erwarten war stattfinden zu lassen, in welcher die Diskussion über den Bericht nahme unfittlicher Handlungen, begangen von leiblichen Eltern und erwartete Unterstützung durch Fräulein Lischnewsta erhielt. Diese stattfinden soll. Die hierauf gegebene Abrechnung vom Sommer Stiefeltern an ihren Kindern und Stieftindern. Einen solchen Dame nennt sich radikal und fortschrittlich, geht aber spornstreichs fest wies ein Defizit von 47 M. auf. Schub gab es im geltenden Recht nicht. Ferner verlangte man die mit den allerärgsten Rückschrittlern, sobald sie nationale InterEinfügung des sogenannten Arbeitgeberparagraphen", effen" gefährdet glaubt. In der Tat: eine merkwürdige Spielart wie er seinerzeit in der Ler Heinze enthalten war, von der Regie des bürgerlichen Frauenradikalismus! So ging Fräulein Lisch rung aber abgelehnt und vom Zentrum schnell geopfert wurde. Er newska auch hier von dem nationalen Gesichtspunkt" aus, daß die Straflosigkeit der Vernichtung des keimenden Lebens Deutschlands sollte wie folgt lauten: Rampf um die Weltmacht gefährden könne. Zur Durchführung dieses Kampfes brauche der Staat vor allem Menschen, viele Menschen; die Abschaffung des§ 218 aber würde eine Verminde klärte sie sich unter dem Jubel der reaktionären Rechten für das rung der Bevölkerung herbeiführen, und aus diesem Grunde erFesthalten an der prinzipiellen Strafbarkeit. Spandau. 208 von der Kirche, lautete das Thema, über welches am Mittwochabend der Genosse A. Hoffmann- Berlin in einer von der Freien Gemeinde einberufenen öffentlichen Versammlung im Gott woudschen Lokale sprach. Diese Versammlung war sehr start besucht und fanden die Ausführungen des Referenten großen Beifall. Von ben brieflich eingeladenen hiesigen Predigern war niemand erschienen. Einer derselben, dessen Name nicht öffentlich genannt wurde, hatte fein Ausbleiben brieflich damit entschuldigt, daß ja sein Standpunkt, den er 18 Jahre bereits vertrete, bekannt sei. Gegner, obwohl solde anwesend waren, nahmen in der Diskussion auch nicht das Wort, trozdem sie vom Versammlungsleiter Genossen Scholz dazu aufgefordert wurden. Es sprach in der Diskussion nur der Genosse Biefer im Sinne des Referenten. Diese Versammlung in Verbindung mit der Einziehung der Kirchensteuern werden ihren Zweck nicht verfehlen. Gerichts- Zeitung. Das Wannseer Revolverattentat vor den Potsdamer Geschworenen. Unier großem Andrang des Publikums verhandelte gestern das Potsdamer Schwurgericht gegen den 19jährigen Chauffeur Albin Zänker us Leipzig wegen versuchten Mordes in Jdealkonkurrenz mit schwerem Raub und wegen Unterschlagung. Wie erinnerlich, feuerte in der Nacht vom 19. zum 20. Mai d. J. der Angeklagte in der Königstraße zu Wannsee auf den 26jährigen Chauffeur Emil Richter ihrend der Fahrt zwei Schüsse ab und ergriff dann die Flucht. Nach langen Ermittelungen fonnte der Angeklagte als Täter sert, aftet werden. Das Urteil lautete auf 4 Jahre 3 Monate Zucht aus. Arbeitgeber, Vorgesezte, Dienstherren und deren Vertreter, welche unter Mißbrauch des Arbeitsverhältnisses, insbesondere durch Androhung und Verhängung von Arbeitsentlassung, von Lohnverkürzung oder von anderen mit dem Arbeitsverhältnis zu sammenhängenden Nachteilen oder durch Zusage von Gewährung von Arbeit, von Lohnerhöhung oder von anderen aus dem Arbeitsverhältnis sich ergebenden Vorteilen mit ihren Untergebenen unzüchtige Handlungen vornehmen, werden mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft." Mit diesem Paragraphen will man die arbeitende Frauenwelt gegen den schlimmsten Autoritätsmißbrauch in Gestalt geschlechtlicher Ausbeutung wirksam zu schützen suchen. Ebenso sollte das Gesetz den bisher fehlenden Schuh geistesschwacher Frauen gewährleisten. In allen diesen Dingen war man einmütig. Als es sich aber um den Kommissionsantrag handelte, den Schutz des jungen Mädchens gegen Verführung bis zum 18. Lebensjahre auszudehnen, wurde in der Diskussion so viel Widerspruch laut, daß der Antrag zurüdgezogen wurde. Es soll also bei dem bisherigen Schuh bis zum 16. Lebensjahre bleiben, obgleich jeder Kenner des wirklichen Lebens weiß, wie groß die Unerfahrenheit und sittliche Unreife in diesem Alter sind, die fast alltäglich so und so viele junge Mädchen halbe Kinder noch der Verführung anheimfallen lassen. In bezug auf die Prostitutions- und Kuppeleiparagraphen des Reichsstrafgesetzbuches hatten die Frauenrechtlerinnen bereits bei früheren Gelegenheiten Abschaffung der Reglementierung gefordert. So geschah es auch diesmal in Breslau. Man ging von der Uebereugung aus, daß im Kampfe gegen die Prostitution in erster Linic soziale Reformen anzuwenden seien und daß die Bestimmungen der Strafgefeßparagraphen gegen die Kuppelei, gegen die Berlegung des öffentlichen Anstandes und der Verführung Jugendlicher ausreichend sind, um die verbrecherischen Nebenumstände der Prostitution einzudämmen. Lediglich eine strengere Bestrafung dieser Delikte wurde gefordert, und zwar an allen Beteiligten, sowohl am Mann wie an der Frau. Ebenso scharf erklärte man sich gegen die Frauenforderungen zur Strafrechtsreform. Kasernierung der Prostitution. Zur Bekämpfung des MädchenDer Bund deutscher Frauenvereine hat auf seiner bereits er- handels wurde ein Antrag des Inhalts beschlossen, daß auch im wähnten Breslauer Tagung auch Stellung genommen zur Straf- Falle der Einwilligung einer großjährigen weiblichen Berson die rechtsreform. Die Forderungen der Frauen zu der bebor Berleitung zur Auswanderung zum Zwede der Unzucht bestraft stehenden Revision des 1872 in Kraft getretenen Reichsstrafgeseh- werden muß." hoff. Aus der Frauenbewegung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 1212 Zahlabende. Friedrichsfelbe. Montag, den 19. Oftober, bei Bausdorf, Berliner Straße. Versammlungen Veranstaltungen. Schöneberg. Montag, 19. Oftober, im Lokal„ Neue Rathausfäle". Meininger Straße 8, im Tunnel( Jnh. Grosser, früher Obst). allgemeine Versammlung für alle Bezirke der Frauenabteilung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für Schöneberg. Frau Thinius Köpenid erstattet Bericht über die Frauenkonfe renz in Nürnberg. Der Vorstand. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 19. Oktober, Vortrag. Herr Friedrich Stampfer: Die Weltanschauung Tolstois. Montag, den 2. November, Kunstabend. Herr Dr. Leopold- Hirschberg:" Die Ballade." Klaviervortrag, Gefang. Gäfte, besonders jugendliche und deren Eltern will. fommen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Zufuhr ganz knapp, Geschäft lebhaft, Preiſe feft. Geflügel: Bufuhr in Gänsen über Bedarf, sonst genügend, Geschäft nicht lebhaft genug, Preiſe feft, außer in Gänsen. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bufuhr genügend, Geschäft verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. etwas reger, Preise behauptet. Kleine Anzeigen Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und fachgemäße Bewirtschaftung des häuslichen Bier-, Gemüse- und Obst1322st* 109 Tertabbildungen. Preis 2,50 M. Expedition Vorwärts, Lindenstr. 69. Strickmaschinen, Teilzahlung, Er faßteile, Reparaturen, Böttcher, Engel. ufer 20. + 113* 13268* Gardinen, Stores, Reisemuster, für halben Wert. Thomas, Oranien ftraße 160, Dranienplak. 12538* 12375* * ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Schleierfische, Hochflosser, Aquarien, Aufgabe. Herha, Mustauerstraße 18. 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