Nr. 251. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pranumerands, Bierteljäbt! 8,30 m, monatl. 1.10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg Sonntags. nummer mit Wuftrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Bost Abonnement: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boit Bettungs Breisliste. Unter Areusband füx Deutschland und Cefterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart bro Monat Bostabonnements nebmen an: Belgien, Danemar Holland Italien. Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Befragt für die fechsgeipaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gemerfichaftliche Bereins und Berlammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erfte Wort 10 Big., jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Erbedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adrese: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Ami IV. r. 1983. Die Nationalratswahlen in der Schweiz. 3ürich, 20. Oftober.( Eig. Ber.) Sonntag, den 25. Oftober 1908. einer ganzen Anzahl anderer Wahlkreise, wie im Winterthurer, Bieler usw. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Der Arbeitsplan des DreiklaffenParlaments. Das preußische Abgeordnetenhaus zählt zurzeit Konservative. Zentrum Freis. Volkspartei, Freis. Vereinigung Rationalliberale Freitonservative und Dänen • Bolen Sozialdemokraten Wilde 152 104 65 88 15 7 2 443 Infolge dieses Stärkeverhältnisses find die einzelnen Fraktionen Konservative Zentrum Nationalliberale Freifonservative Freifinnige und Dänen 5 2 2 1 13 So gelang 1905 wohl der bürgerliche Mandatsraub gegenüber der sozialdemokratischen Partei, wer aber so naiv war und wirklich glaubte, daß nun ohne die Sozialdemokratie im Nationalrat eine neue era fruchtbarster Sozialpolitik anheben werde, erlebte eine arge Enttäuschung. Es wurden wohl zahlreiche Geseze aller Art, kleinere und größere, erAm 25. Oktober finden die Nationalratswahlen statt. ledigt, aber alle nur für die bürgerlichen Klassen und den Die Wahl vor drei Jahren stand im Zeichen einer perfiden fapitalistischen Klassenstaat, so das neue Zivilrecht und die Sozialistenhezze, die wenige Wochen vorher durch die drei neue Militärorganisation. Auf sozialpolitischem Gebiete Millionäre Sulzer Ziegler in Winterthur, Bally in herrschte völlige Dede, ein Beweis dafür, daß ohne SozialSchauenwerd und Speiser in Basel mit demagogischen Wahl- demokratie feine Sozialpolitik gedeiht. Die reden in einer der letzten Sizungen des Nationalrates ein- gänzliche sozialpolitische Unfruchtbarkeit des Nationalrates geleitet worden war. Sie predigten dem Bürgertum in Stadt während seiner dreijährigen Amtsperiode war auch die Verund Land den heiligen Kreuzzug gegen die Sozialdemokratie anlassung zur jüngsten Herbstsession, um in dieser noch die und fanden dafür einen um so günstigeren Resonanzboden, Unfallversicherung erledigen zu laffen und nicht mit im Bureau vertreten: als die vielen Lohn- und Streitbewegungen der Arbeiter auch völlig leeren Händen auf die Neuwahlen hin vor die Arbeiterden legten Spießbürger gegen die Sozialdemokratie aufwähler treten zu müssen. Die Unfallversicherung gebracht hatten. Für die Kämpfe auf wirtschaftlichem Ge- ist in einer die Arbeiterschaft ziemlich befriedigenden Form biete wurde die Sozialdemokratie auf politischem Gebiete ver- vorläufig erledigt worden. Nun geht sie an den Ständerat, antwortlich gemacht und so der dem Bürgertum sehr flar be- der sie erheblich verschlechtern fann; sie fehrt dann wieder an wußte Zusammenhang der wirtschaftlichen und politischen den Nationalrat zurück, und was dieser dann nach den Interessen auch gegenüber der gehaßten sozialdemokratischen Wahlen daraus macht, bleibt abzuivarten. Polen und Sozialdemokraten fallen aus. Partei praftisch betätigt. So mußte auch die parteipolitische Aber während der Nationalrat die Unfallversicherung Jm Seniorentonvent des Abgeordnetenbauses ist auch Neutralität der freien Gewerkschaften als eine unhaltbare beriet, beschloß der Ständerat nahezu einstimmig eine Ber- die Frage der Behandlung des freisinnigen Wahlrechtsantrages fura Fiftion erscheinen und aufgegeben werden. In den Augen schärfung des Militärstrafgefeßes, die sich an- gestreift worden, dabei ist zum Ausdruck gekommen, daß man der Unternehmer und man möchte sagen des gesamten Bürger- geblich gegen die Antimilitaristen richtet, in Wahrheit aber möglicherweise noch vor Weihnachten denselben zur Verhandlung tums überhaupt ist jeder unzufriedene organisierte und for- eine Beschränkung der Freiheit der Kritik an den Auswüchsen bringen tönne. Von dem sozialdemokratischen Vertreter wurde dernde Arbeiter ein Sozialdemokrat, mag er es nun wirklich und Mißständen des Militarismus bedeutet, in dessen Augen empfohlen, das Haus nach der Generaldiskussion nicht zu vers sein oder nicht. Die Unternehmer bestimmen in den Reihen einfach jeder unbequeme Kritifer Antimilitarist ist. Die Ver- tagen, sondern ioährend der Kommissionsberatung in Beratung der bürgerlichen Barteien immer mehr in zielbewußter Weise schlechterung des Gesetzes besteht in der Abschaffung der Alter- dieses dringenden Antrages einzutreten. Hiergegen wandten sich die Taftif und Politik. native von Geld- oder Gefängnisstrafe, indem erstere allein vor allem die Zentrumsvertreter, die behaupteten, daß während der ausgeschaltet, dagegen noch nebst der Gefängnisstrafe zugelassen Kommissionsfigungen an eine Verhandlung im Plenum nicht zu wird. Die gleiche Verschlechterung ist schon 1905 versucht, aber denten sei. Es zeigt sich auch hier wieder, wie wenig ernst cs das in der Volfsabstimmung vom 25. Oftober 1905 mit 264 085 Sentrum mit der Werbesserung des Wahlredits nimmt. gegen 117 394, also mit einer Mehrheit von 146 394 Stimmen verworfen worden. Es ist eine wahre Dreistigkeit, troß dieser wuchtigen Zurückweisung der Reaktion den Versuch zu wiederholen. Dazu tamen damals ferner die von Syndikalisten in der Schweiz sehr starf fultivierten Schlagworte von der direkten Aftion, der Sabotage, dem Generalstreif, dem Antimilitarismus, die die Sozialdemokratie ablehnte, die ihr aber trotzdem aufs Konto geschrieben und mit denen sie befämpft wurde. สน ber An ständigen Kommiffionen find zehn vorh ben, davon ist die Rechnungstommiffion 7gliedrig, die Geschäftsordnungs-, Agrars, Die sechs Sozialdemokraten im Nationalrat hatten fich Juftiz, Gemeinde- und Wahlprüfungsfonimiffion enthält je 14, die den bürgerlichen Abgeordneten, die das Parlament zu einem Handels- und Gewerbe-, Unterrichts und Budgetlommissionen je 21, gemütlichen Familienkränzchen degradiert hatten, durch ihre Die heutige Wahlsituation ist im großen ganzen die die Petitionsfommission 28 Mitglieder. Der sozialdemo offene und rückhaltlose Kritik an den vielen Mißständen aller gleiche wie vor drei Jahren. Der einzige Unterschied besteht tratischen Frattion fällt in diefen ständigen Art äußerst unbequem gemacht. Darum mußten Himmel und nur in der Agitation insofern, als diesmal von bürgerlicher stommiffionen je ein Sig zu in der Justiz und Hölle in Bewegung gesetzt werden, um ihre Wiederwahl zu Seite nicht wieder mit Generalstreif, direkter Aftion usw. unterrichtsfommission. vereiteln. Zu diesem Zwecke murde von der bürgerlichen gegen die Sozialdemokratie gehetzt wird, wie vor drei Jahren. In den besonders eingefeyten 7er- Kommissionen fällt erst in der Demagogie noch der weitere Trick benutzt, die Sozialdemo- Im übrigen befolgen die fast auf der ganzen Linie verbünde fünften den Sozialdemokraten ein Sig zu, in den 14ers fratie der unwissenden, kritiklofen Wählerschaft als das ten Freisin nigen, Radifalen, Liberalen und Demokraten die Kommissionen in der 7. und 11., in den 21er- Stommiffionen in der 5., Hindernis einer tatfräftigen Sozialpolitik zu denunzieren, gewohnte Politik der Ausschließlichkeit gegen unsere Partei. 8., 11. und 14., in den 28er- Kommissionen in der 2., 4., 6. und 8. da sie durch ihre Neden zum Fenster hinaus" die Zeit des Einzig in Winterthur, Genf, Basel und im Stanton Tessin Da nun der Seniorenkonvent beschlossen hat, dem Plenum vorBarlaments geraubt haben, die dieses sonst zu positiver Ar- wollen fie der Sozialdemokratie je einen Sitz überlassen, in zuschlagen, der Budgetkommiffion die Beanitenbesoldungs beit, zu sozialpolitischen Taten, zu deren Bollbringung es den anderen Wahlkreisen, in denen unsere Partei eine Ver- vorlage, die Dedungsfrage sowie die Steuergesetzvorlagen zu heftig entschlossen war, benuẞt haben würde. tretung beansprucht, tobt der Kampf so heiß wie jemals, ins- überweisen und diefelbe auf 28 Mitglieder Und der so schlau angelegte Plan gelang; von den sechs besondere im Züricher Wahlkreis, wo sich 9 Bürgerliche und stärken, fo wird auch die fozialdemokratische Fraktion Sozialdemokraten fehrten nur zwei wieder nach Bern zurüd, 9 Sozialdemokraten gegenüberstehen und jedes Lager mit der einen Sitz in dieser Kommission erhalten, denn die erste 28 gliedrige und gerade die, die weniger als Kritiker gefürchtet waren. Parole fämpft: Alles oder nichts! Kommission ist eine ständige; in der zweiten aber haben die Der besonders gefürchtete Greulich war nicht wiederUnsere Partei hat in 23 Wahlkreisen 38 Kandidaten auf- Sozialdemokraten einen Anspruch. Zivar haben die Kon gewählt, er war mit drei anderen Genossen der wilden gestellt gegen 25 bezt. 45 im Jahre 1905, also diesmal fervativen dagegen Einspruch erhoben und auch die Herren Sozialistenheze zum Opfer gefallen. weniger. In verschiedenen Wahlkreisen, so in den Kantonen Vertreter des Zentrums waren sich nicht ganz in flaren, ob Die Niederhaltung und Vergewaltigung der Sozial- uzern, Schaffhausen und Waadt sind diesmal leider keine diese Regelung richtig fei, obwohl von den freifonservativen, demokratie hat sich das in der Schweiz herrschende Bürgertum tit, für die wir uns nicht erwärmen fönnen. In anderen es immer so Gepflogenheit gewesen sei. Die Konservativen glauben sozialdemokratischen Kandidaten aufgestellt worden, eine Tak- nationalliberalen und freisinnigen Vertretern behauptet wurde, daß durch Verfassung und Gesez direkt garantiert. Es ist das politische Raubsystem der Listenwahl mit dem Majoritäts- Kantonen, wie Genf und Teffin, sind diesmal weniger sozial- fich gefchädigt, fehr mit Unrecht! In den 21 er Kommissionen haben politische Raubsystem der Listenwahl mit dem Majoritäts- demokratische Kandidaten ernannt als vor drei Jahren. Unter fie in 15 Fällen elfinal 7 und viermal 8 Mitglieder zu beanspruchen, system in Verbindung mit einer entsprechenden raffinierten diesen Umständen ist von vornherein klar, daß die am Sonn- also reichlich den dritten Teil; in der zweiten 28 er Kommission und schamlosen Wahlkreisgeometrie, die das Wahlrecht der Arbeiter entwerten und nicht zur Geltung fonimen laffen. tag abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen fein vollhaben sie 9 Mitglieder, also ebenfalls reichlich den dritten Teil; Für die Wahl des Nationalrates ist die Schweiz unter Be- tändiges Bild von der Stärke der sozialdemokratischen von einer Schädigung tann also wahrhaftig keine Rede sein, wenn rücksichtigung der Kantonsgrenzen in 49 Wahlkreise mit sehr Partei im ganzen Lande geben können, und doch wäre diese man sonst keine Sintergedanken hegt. Die Lehrer- und Pfarrer ungleicher Bertretung eingeteilt. So gibt es einen Kreis& eststellung auch aus rein praktischen Gründen von Wert ge befoldungs- Vorlage foll einer 21 er Kommission überwiesen mit 9, zwei mit je 7, vier mit je 6, fünf mit je 5, sechs mit meien. Andererseits rückt die Arbeiterschaft des Kantons werden, ein Sozialdemokrat wird derselben also nicht angehören, do je 4, fünfzehn mit je 3, sehn mit je 2 und sechs Streise mit je Thurgau zum erstenmal mit einem sozialdemokratischen erst in der fünften 21er Kommission ein Anspruch besteht. Freikandidaten in den Kampf. einem Bertreter; die Gesamtzahl der Mitglieder des Nationalwillig einen Siz, etwa von den Konservativen, die sieben Size, oder rates beträgt 167. Innerhalb der größeren Kantone mit Ueber die Wahlaussichten unserer Partei ist schtver dem Zentrum, das fünf Size inne hat, eingeräumt zu erhalten, mehreren Wahlfreifen geschieht die Einteilung mit plan- 311 prophezeien. Gesichert ist einzig die Wahl der Ge- dürfte nach dem Geschilderten wohl ausgeschlossen fein, obwohl mäßiger und zielbewußter Parteiwillfür. Dafür nur ein noffen Scherrer in St. Gallen und Dr. Studer in gerade dadurch die von allen Seiten gewünschte schleunige Erledi Beispiel. Die Voltezählung von 1900 ergab gegenüber der. Winterthur. Sehr wahrscheinlich ist die Wiederwahl von gung erreicht werden könnte. Es besteht die Absicht, die sämtlichen jenigen von 1888 eine erhebliche Vermehrung der Bevölke- Dr. Brüst lein in Basel, möglich die Wahl von Schäfer Vorlagen vor Weihnachten zur Verabschiedung zu bringen. Denn rung, die eine Veränderung der Wahlkreise bezw. der Ver. in Genf und Ferri in Tessin. In Zürich ist nicht aus- tönnen die sozialdemokratischen Abgeordneten ihre abweichende tretung notwendig machte und die dann auf verschiedene geschleifen, daß einige von unseren 9 Kandidaten gewählt Meinung im Ausschuß nicht zum klusdruck bringen, so werden sie Arten, aber immer zum ausschließlichen Vorteil der herrschen- werden. Das gleiche gilt von Reimann in Biel und von dies nun erst recht im Plenum versuchen müſſen. den radikalen Partei vorgenommen wurde. Vom ersten den beiden Kandidaten in Bern. Die Wahl von einem Der Seniorenkonvent hat sich bezüglich der Behandlung der vorWahlkreis nun, der den Stadt- und Industriebezirk Zürich halben Dugend sozialdemokratischer Abgeliegenden Regierungsvorlagen dahin geeinigt, daß a) für die Ve und den reaktionär- agrarischen Bezirk Affoltern umfaßt, wur- ordneter ist also möglich. Es gibt Bürgerliche, die foldungsvorlage, b) die Lehrerbefoldungsvorlage, c) die Pfarrer den sechs Gemeinden mit zum Teil starf induſtrieller Be- den Sieg der sozialdemokratischen Neunerlifte in Zürich be- besoldung und d) die Tedungsfrage eine gesonderte Generalbölferung und 1300 Stimmen losgetrennt und dem fast rein fürchten. Wir würden uns darüber sehr freuen, aber es ist bistuffion stattfinden soll, wobei aber nur im lepteren Falle bäuerlichen Wahlkreis Bülach usw. angegliedert. Ein großer nicht zu vergessen, daß die Krise die Zahl der Arbeiter und eine Abschweifung auf das politische Gebiet und zwar auch nur Teil der 1300 Stimmen sind die von Arbeitern, von Sozial- damit auch die der sozialdemokratischen Stimmen vermindert möglichst begrenzt gestattet werden foll. Von der sozialdemokratischen demokraten, um die unsere Partei im Kreise Zürich geschwächt hat. Große Reserven, die wohl noch nie vollständig auf die Fraktion gehört dem Seniorenkonvent der Abg. Borgmann an. wurde, während sie andererseits im Wahlkreise Bilach gegen. Veine und zur Urne gebracht werden fonnten, befigt immer Der im Mantelgefeß aufgeführte Gesezentwurf betreffend den über der großen bäuerlichen Majorität einflußlos verloren Außersibl, und mit ihnen könnte der Sieg errungen werden. Wohnungsgeldzuichuß ist bis jetzt dem Abgeordnetenhause noch geben. Dafür bildet aber der Bezirk Affoltern mit seinen Gleichzeitig findet die Volts abstimmung über gar nicht zugegangen, dürfte auch während der ersten Lesung rückständigen Bonern und den in elenden Arbeits- und Lohn einen neuen Artikel der Bundesverfassung be- nicht einlaufen, so daß sich hierfür eine gesonderte Beratung nötig verhältnissen versumpften Textilarbeitern das Bleigewicht des treffend die bundesgefeßliche Regelung des Wasserrechts machen wird. Daß dadurch die Verhandlungen in den Kommissionen Bezirkes Zürich, und er hat es bisher bestimmungsgemäß statt. Da alle Parteien, auch die sozialdemokratische, für seine nicht erleichtert werden, ist felbstverständlich, denn ohne Kenntnis verhindert, daß im ersten Wahlkreis die sozialdemokratische Annahme einstehen, so wird er auch mit großer Mehrheit an- des Wohnungsgeldzufchuffes läßt sich die Gehaltsfrage nicht endgültig Partei die Mehrheit erlangte, die vielmehr dem bürgerlich genommen werden. radikal- freisinnig- demokratisch- konservativen Ordnungsbrei gefichert blieb. Und so oder ähnlich liegen die Verhältnisse in beurteilen. Die Regierung hat also nichts unterlassen, um die Verhand Lungen nach Möglichkeit zu erschweren. Inwieweit durch die vom Semorentondent izorgeschlageua Art der Dsratung eine allgemeine, zusammenhängende Behandlung der zusammengehörigen Wtatericn beabsichtigt ist, wird sich ja zeigen. Zunkerllche Aahlrechttrebellen. Während der Blockfreisinn die Frage des Preußenwahl- rechts höchst gleichgültig behandelt und sich mit der Ein- b r i n g u n g seines Wahlrechtsantrages begnügen zu wollen scheint— als ob nicht die schleunigste Erörterung dieses An- trageS und bindende und best im inte Zusichc- r u n g e n der Zregierung notwendig wären!— eröffnet das Junkertum einen einmütigen Sturmlauf gegen die R e- g i e r» n g und die in der Thronrede bekundete Absicht, auch nur die g e c i n g f ü g i g st e Verbesserung des Drei- tlassenwahlsysiems ins Auge zu fassen. Die„Kouscrv. Ä o r r." veröffentlicht eine parteiofsiziöse Kriegserklärung gegen alle Wahlrcformpläne, die von der„K r c u z° Z e i- t u n g" in auffallendem Druck wiedergegeben wird. Diese Kriegserklärung schließt mit folgender K raststelle: „Das eine �allerdings wird als ein— wadl nicht getrolltes, aber, wie die Erfahrung lehrt, leicht mögliches, vielleicht sogar wahrscheinliches Ergebnis solcher modernen Entwickelungs- Phasen zn befürchten stehen, daß zugleich die M achtstcllung d e r K r on e, die mit der Geschichte und den Geschicken Preußens unauflöslich verbunden erschien, eine Schwächung und Trübung erfahren tonnte, die nicht zum Heil des Landes dient:" Tie Junker drohen also wieder einmal— denn nur das kann ja der Sinn dieser Drohung sein— mit einer Rcvi- dierung ihrer monarchischen Gesinnung! Dreister gebärdet sich natürlich noch das Oertel- Blatt. Es wendet sich nicht nur mit aller Schärfe gegen jede Reform des Dreiklassenwahlrechts, sondern es droht auch damit, daß die Junker aus Revanche gegen das Reichstags- Wahlrecht Sturm lausen würden. DaS Organ der Strohdach- flickenden stellt den Satz auf, daß jedes Wahlrecht die„S i ch e- r u n g d e s S t a a t e s" zum Zweck haben müsse. Unter dem Staat versteht das Krautjunkertum aber nicht das Volk, sondern die Junkerkastc! Mit Ludwig XIV. dekretiert es: Der Staat bin ich! Wenn also eine Wahlreform die skanda- lösen Privilegien und Vorrechte der Junkerkaste anzutasten droht, so drohen die Junker, die Fahne der Rebellion auf- zupflanzen! Und das muß ja den Junkern auch der er- bittertste Feind lassen, daß sie nicht nur drohen, sondern als unerschrockene Rebellen auch ihre Drohungen in die Tat um- zusetzen pflegen! Was wird der Freisinn, was wird das angeblich gleichfalls für eine demokratische Wahlreform eintretende Zentrum den frechen Kriegserklärungen der Wahlrechts- rebellen gegenüber unternehmen? Werden sie den unverschämten Emschüchterungsversuchen der Regierung durch ebensocn ergische Demonstrationen für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht entgegentreten? Werden sie ihre Stellung zur Regierung abhängig machen von deren Tateifer in Sachen der Wahl- reform?! Freisinn und Zentrum können sich nicht eben damit herausreden, daß ja die Wahlreform bei der Regierung, die sich durch agrarische Drohungen nicht einschüchtern lassen werde, in guten Händen sei. Erklärt doch heute das o f f i- »iöfe Organ, die„Nordd. Allgem. Ztg.": „Auch der gelegentliche Hinweis darauf, daß das jetzig- Abgeordnetenhaus neu gewählt ist, also Voraussicht- lich für eine Reihe von Jahren zu wirken haben wird, erscheint denjenigen Preßäußerungen gegenüber am Platze. die vor allein auf intensive Beschleunigung der Bor- arbeiten zur Reform drängen. Sie ist ohnedies ausdrücklich zugesagt, aber im allgemeinen liegen die Zeiten, in denen jedermanan seinen B er fa ssu n gs entw u r f fertig in der Tasche trug, erfreulicheriveise hinter u n S." Hier erklärt also das Sprachrohr der Regierung aus- ?>rücklich, daß man nicht darauf rechnen dürfe, vor ein paar Jahren von der Regierung ein neues Wahlgesetz präsentiert zu erhalten. In etlichen Jahren könne man die Sache ja immer noch erörtern! Wollen Freisinn und Z e n t r u in sich zu Hand- l a n g e r n dieser offenkundigen VerschleppungSabsichten machen?! Die Probe auf das Exempel wird den Parteien im preußischen Abgeordnetenhause nicht erspart werdenj itonferen? über die Reform des Rranhenverficherungsgeletzes. Unter dem Vorsitz des Staatsministers v. Bethmann- Hollweg fand am L3. Oktober 1908 die bereits erwähnte Konferenz der Krankenkassenvertreter über die„Reform des Krankenversicherungsgesetzes" im Saale der Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt in Charlottcnburg statt. Als Vertreter des Reichsamts des Innern nahmen an den Beratungen teil der Unter st aatssekretär Werinuth. Direktor Caspar. Dr. Wermeling. Spielhagen, Beck- mann, Beigeordneter W i c d f e l d t. Das Marineamt hatte die Räte Harms, Dr. B r a u n. das Reichspostamt Ober- Postrat Aschenborn, das Reichsversicherungsamt Direktor Sarrazin. Besserer, das Handelsministerium Dr. H o f f m a n n delegiert. Als Vertreter der bayerischen Re- gierung war Regierungsrat Metz, der sächsischen Regierung Tr. Krisch a, der württembergischen Dr. Köhler,'der badischen D.. N i e ß e r erschienen. Als Vertreter der Kranken- kasscn waren zahlreiche Arbeitgeber und Arbeit- n e h m e r erschienen. Sehr stark waren besonders die B e- triebskrankenkassen vertreten. Die Orts kranken- kasscn hatten u. a. die bekannten Genossen Fräßdorf, Graf, W i t t i und Pollen der delegiert. Zu lebhaften Auseinandersetzungen führte schon Frage I: »Wie ist bei einer Reform die äußere Organisation zu gestalten?" Fast einstimmig wurde die B e s c i ti- gung der Gemeindekrankenvcrsicherung ge- fordert. Die Vertreter der Ortskrankenkassen forderten ferner die Zentralisation aller Kassen, um leistungsfähigere Institute zu schaffen. Dem traten sofort die Herren der Be- triebskrankenkassen scharf entgegen. Ich Hauptvertreter, der bekannte Scharfmacher Kommerzienrat M e n k- Altona, ritt sofort eine scharfe Attacke gegen die Sozialisten in den OrtSkrankenkassen, erklärte sich als Gegner der„Reichskranken- kassen", als„Föderalist". In Schimpfereien erging sich be- sonders der Vertreter der Firma Krupp, der bei jeder Frage von dem„Terror der Sozi" schwatzte. Nachdem noch die Jnnungsmänner, die Vertreter der Hilfskassen sich gegen eine Verschmelzung aller Kassenarten ausgesprochen hatten, wurde diese Frage verlassen, deren Diskussion zeigte. daß man an der K a s i e n z e r s p l i t t e r u n g festhalten, nur die Ortskrankenkassen zentralisieren will. Sehr interessant war es auch, daß bei Frage I die Ver- treter der Betriebs- und Jnnungskassen sich für die Hal- bierung der Kassenbciträge ausgesprochen hatten. um dem Unternehmer größeren Einfluß aus die Verwaltung der Kasse zu sichern. Mit erfreulicher Offenheit traten da- gegen die A r b e i t g e b c r v c r t r e t e r der Ortskranken- kassen diesem Plane entgegen und erklärten zum immer größer werdenden Erstaunen der Regierungsvertrcter. daß in den Ortskrankenkassen keine Parteipolitik g e- trieben würde, daß sie sich a u ch nicht m a j o r i s i e r t fühlen, friedlich und einträchtig mit den Arbeitern zusammen verwalten. Damit trat eine Wendung in der ganzen Debatte ein. Fast einstimmig wurde die Frage:„Einsetzung eines unparteiischen Vorsitzenden" verneint! Ja, sogar Scharfmacher Menk, als wütender Sozialistenfreffer, frxute sich über die „seltene Einmütigkeit in dieser Frage" und ersuchte die Vertreter, an dem„ko st baren Gute der Selbst- Verwaltung fe st zu halten"! Sehr verlegen erklärte deshalb zum Schluß der Vorsitzende, daß sich„wider alles Erwarten Arbeitgeber und Versicherte gegen eine derartige Aenderung ausgesprochen hätten". Ja. das hatte man bei der Einladung nicht erwartet. Trotzdem man die Kassen sorgfältig ausgesucht hatte, dieses Resultat! Die Scharfmacher sind geichlagen, durch diese Reichskonserenz bis auf die Knochen blamiert. Ob sie aber von ihren Plänen lassen, ist eine andere Frage! Nach den Ergebnissen dieser Verhandlungen kann also die Regierung keine Verschlechterung in der S e l b st- Verwaltung der Krankenkassen eintreten laffen, wenn sie den Rat selbstgeladener Sachverständiger befolgen will. Von dem ganzen Radau gegen die Selbstverwaltung blieb nichts übrig. Einstimmig sprach sich die Konferenz für die Ein- führung der Verhältniswahl bei den Vertreterwahlen aus, die gesetzlich obligatorisch festzulegen sei. Weiter hatte man wohl„erwartet", daß bei der Frage: „wie sind die Verhältnisse der Kassenbeamten zu regeln?" die Scharfmacher„Material" über die Mißbräuche im Anstellungsrechte usw. beibringen würden. Ja man hatte extra den Vertreter der„liberalen Kässcnbeamten" Sachsens geladen, der aber eine sehr klägliche Rolle spielte, gar in der Lage war„Mißstände" aufzudecken. Die Mehrzahl der Redner sprach sich dagegen aus, daß gesetzlich die Ver- Hältnisse der Kassenbeamten zu regeln seien, dies müsse viel- mehr den freien Vereinbarungen zwischen Kassenvorständen und Beamten überlassen werden, zumal Tarifverhältnisse schon bestehen. Zum Schlüsse der Verhandlungen wurde noch das Ver- fahren und der Jnstanzenzug in Streitsachen der Krankenversicherung besprochen. Einstimmig sprachen sich die Sachverständigen dafür aus, daß der heutige Zustand unhaltbar sei. Die Entscheidungen der Aufsichtsbehörde müßten im Berufimgsverfahren durch besondere Schiedsgerichte geprüft werden können. Als Rekursin stanz soll das Reichsversicherungsamt gelten, um eine einheitliche Rechtsprechung zu sichern. Die Krankenkassen können mit dem Ergebnis dieser Ver- Handlungen insofern sehr zufrieden sein, als die bekannten reaktio- nären Pläne gegen die Selbstverwaltung der Krankeltkassen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern einhellig zurückgewiesen wurden. Damit sind die schamlosen Verdächtigungen gegen die Verwaltung der Kassen wieder einmal und diesmal von der Seite zurückgewiesen, die als halbanitliche Folie für die widerlichen, von Wahrheitsliebe freien Hetzereien gegen die Krankenkassenvorstände dienen sollten. welche ihre schwer� soziale Pflicht unbeirrt um das Gekläffe der geldhungrigen Kassenhyäncn und deren Wortführer erfüllen. Wann wird die soziale Ausgestaltung des Kraiikenkassenwesens nun endlich vor sich gehen?_ Das iSchiiiche Pluralwahlrechts-Froieltt. Ueber die Wirkungen des neuen Wahlunrcchts, das die sächsische Regierung und die Konservativen planen, gibt die „Leipziger Volkszeitung" einige instruktive Berechnungen. Sie führt aus: „Nach dem sächsischen statistischen Jahrbuch gab es 1905 72991-1 Landtagswähler in Sachsen. Die Regierung rechnet nun der Sozialdemokratie 45 Proz. der Wähler �zu. DaS würde ergeben, daß die Sozialdemokratie 328555 und die bürgerlichen Parteien 401 394 einfache Wählerstimmen er- hielten. Tic Wähler sollen aber ein Mehr von drei Stimmen erhalten,>venn eine der fünf Voraussetzungen für das Plural- Wahlrecht erfüllt ist. An der Hand des statistischen Jahrbuchs für das Königreich Sachsen lassen sich aber diese Voraus- setzungen ziemlich genau nachrechnen und die Personenzahlen feststellen: Personen mit über 2200 M. Jahreseinkommen wurden 1906 eingeschätzt............. 159151 Grundbesitzer mit mindestens 75 Steuereinheiten dürfte es in Sachsen einschließlich der Gärtnereien mit einem Hektar Land geben.......... 50000 Dabei sind aber die Besitzer mit städtischem Grundbesitz, also die Besitzer von Wohnhäusern außer Betracht geblieben. Wahlberechtigt zu den Gewerbekammerwahlen sind 32136 Jnnungsinitglieder, zu denen noch zirka 8000 andere Gewerbetreibende und Kauslente zu rechnen sind, die unter 3900 M Einkommen haben, ergibt.... 40436 Personen, die das Einjährigcn-ZeugiiiS haben und Be- amte, die über 1800 M. Einkommen haben, dürften, soweit sie nicht unter die anderen Gruppen fallen. zirka................. 20000 vorhanden sein. DaS ergebe insgesamt.... 269 587 oder rund 270000 Wähler, die ein gehobenes Wahlrecht haben sollen. Legt man nun wieder für das Verhältnis der Sozial- dcmokratie zu den bürgerlichen Parteien die Berechnung der Regierung zugrunde, so ergibt sich folgendes Bild. Von den gehobenen Wählern soll der elfte Teil auf die Sozialdemokratie entfallen. Das ergebe zirka 24 500 gehobene sozialdemokratische Wähler. Demnach würden erhalten: Die Sozialdemokratie einfache Stimmen 323 555 gehobene Stimmen 24 500 X 3=-_ 73 500 insgesamt 402 055 Die Gegner einfache Stimmen 401 391 gehobene Stimmen 245 500 X 3= 730 500 insgesamt 1 137 894 Das Verhältnis stände also 1 zu 3. und da dasselbe Verhältnis aus die meisten sächsischen Wahlkreise zutreffen lmrd, so würde die Sozialdemokratie reinen einzigen Abgeordneten erhalten. Nun kommt Hohenthal zu dem Widersinn, für die Groß- städte neben dem Pluralwahlrecht die Verhältniswahl vor- zuschlagen. Diese Wahlart hat nur Berechtigung bei dein allgemeinen gleichen Wahlrecht, das den Wähler als eine Einheit auffaßt, und sie soll erreichen, daß die Minderheit entsprechend ihrer Stimmenzahl eine Vertretung erhält. Die Verhältniswahl sichert der Minderheit eine entsprechende Ver- tretnng. Geradezu lächerlich ist es aber, erst der herrschenden Klasse durch das Pluralwahlrecht das dreifache Nebergewicht zu geben und dann zum „Schutze" der Minderheit die Verhältniswahl dor- zuschlagen. Für die Beraubung ihres Rechtes wird die Sozialdemokratie mit diesem Vorschlag auch noch ver- höhnt. Der Erfolg wäre, daß in den Städten Dresden, Chemnitz und Leipzig vielleicht zusammen fünf Sozialdemokraten gewählt werden könnten, während in allen übrigen Wahlkreisen die Sozial- dcmokratie durch das Pluralwahlsystem erdrückt würde. Die Zahl der Abgeordneten soll von 82 auf 96 erhöht werden, die Sozialdemokratie, die 45 Proz. der Wähler ausmacht, würde fünf Abgeordnete erhalten. Gegen diese Verhöhnung des Rechtsanspruches der arbeitenden Klaffe muß Stunn gelaufen werden, daß alle Wahlrechts- Mißgeburten in den Orkus versinken und dem Volke das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht in Ver- bindung mit der Verhältniswahl ersteht." Russische Intervention in Perlien. Als wir vor einigen Tagen die amtliche englische Meldung über den Erfolg der Verhandlungen Jswolskis wieder gaben, knüpften wir an den Passus, der das beiderseitige Einvernehmen in bezug ans Zentralasien hervorhob, die Bemerkung, daß dieses Einvernehmen sich bald den persischen Revolutionären werde fühlbar machen. Heute meldet die„Frankfurter Zeitung" aus Täbris, daß sechs Bataillone russischer Infanterie mit entsprechender Artillerie und Kavallerie vor- gestern die persische Grenze überschritten haben. Die Truppen sollen Täbris besetzen und werden heute dort erwartet. In der Stadt herrscht große Panik. Das also sind die Ergcbniffe der russisch-englischen Entente! Die liberale englische Regierung, diese �riedensschwärmer und Freiheitskämpfer, die heute für die türkischen Revolutionäre so begeistert sind wie vor den Tagen von Ncval für die persischen, lassen dem russischen Despotismus zu seinem Ver- nichtungswerk in Persien freie Hand. Die englischen Liberalen begnügen sich nicht damit, den Zarismus in Rußland selbst durch eine neue Anleihe zu stärken, sie verhelfen dem schmach- voll Besiegten noch zu neuen auswärtigen Erfolgen. Wirklich ein lehrreiches Schauspiel. In demselben Moment, in demdie englischen Minister nicht genug über den Bruch des Völkerrechts zetern können— einen Bruch, der in Wirklichkeit der bulgarischen Nation die Unabhängigkeit und zweien längst Oesterreich au- gegliederten Provinzen eine Verfassung gibt— in demselben Moment geben sie ibr Einverständnis zu einer schamlosen Vergewaltigung nicht eines imaginären„Völkerrechts", sondern des ersten und wichtigsten Volksrechts, der nationalen Selbstbestimmung. Um sich die Unterstützung Rußlands in dem imperialistischen Kampf um die Vorherrschaft zu sichern,- ver- schachert die englische Bourgeoisie kaltrechnend die persische Freiheit, wie sie die türkische verschachern würde, wenn es ihr ins Rechenexempel paßte. Die innere Natur des Bourgeois kommt eben immer und immer wieder zum Durchbruch, und die englische Bourgeoisie wählt, wenn sie zwischen Profit und Freiheit zu entscheiden hat, ebenso den Profit, wie die kon- tinentale auch. Es ist nur die Unverfrorenheit, init der die englische Diplomatie die ideologischen Strömungen ihres Landes zur Täuschung ihrer Gegner auszunützen weiß, die das eng- lisch? Verfahren von dein kontinentalen unterscheidet. Wie aber das Wesen kapitalistischer Expansion jedem entwickelten Staate gemeinsam ist, so sind auch die Mittel, das Ziel zu erreichen, ihnen allen gemeinsam. Und die Methoden der englischen Diplomatie sind nicht iveniger verwerflich, weil ihre Geschicklichkeit eine größere ist. Sic sind deshalb nur um so gefährlicher. Rußlands Vorgehen ist übrigens sorgfältig vor- bereitet. Man weiß, daß die Truppen des Schahs von Anfang an von russischen, noch im Dienste befindlichen Offizieren geführt worden sind. Auch eine neue Strafexpcditivn, die in den letzten Tagen nach Täbris geschickt werden sollte, sollte zwei russische Offiziere zu Führern erhalten. Tie Nachricht von ihrer Ernennung hat zu einer Volkserhebung in S i n d s ch a n gc- führt, dem Kreise, der Teheran von Täbris trennt. Dieser Aufstand drohte die geplante Strafexpedition zu vereiteln. Da aber die Truppen des Schahs ohnmächtig sind, kommen die des Zaren zu Hilfe, um die persische Revolution nicdcrzu werfen. Daß Rußland dabei nicht daran denkt, das einmal besetzte Gebiet so rasch wieder zu verlassen, ist sicher. Wandelt sich aber die„nördliche Einflußsphäre", die Rußland sich im Vertrage mit England in Persien gesichert hatte, in eine Okkupation um, so wird wohl England sich„gezwungen" sehen, den südlichen Teil Persiens sich an- zugliedern. Unterdessen rufen die englischen und russischen Diplomaten in Europa alle Staaten auf, zur Herstellung des durch Bulgarien und Oesterreich verletzten Völkerrechts. poUrtfcbe debcrficbt. Berlin, den 24. Oktober 1908. Das konservative Recht auf Staatsbemogeluug. Den konservativen„Vaterlandsfreundcn" ist es unbequem, daß wir verschiedentlich dargelegt haben, wie sie sich mit allen Kräften der lästigen Steuerpflicht zu entziehen trachten und das Aufbringen der zur Rcichsfinanzreform nötigen neuen Steuerbeträge am liebsten ausschließlich dem mobilen Kapital und de» ärmere» BolkSschichten überließen. Mit der ihr eigenen Wahrheitsliebe bezeichnet deshalb die«Konscrv. Korresp." unseren Nachweis, die Herren Agrar- konscrvaliven suchten die Steuerpflicht von sich abzuwälzen, als .Dreistigkeit" und.Unwahrheit" und stellt die Behaupiung auf, gerade die Arbeiter suchten sich der Steuerpflicht zu entziehen. „Soll denn aber die gut bezahlte Arbeiterschaft grundsätzlich von der Stcuerpflicht fernbleiben? Können das überhaupt gerade die Arbeiter, die in der gleichen Lage wie andere Staatsbürger sind, verlangen? Die Sozialdemokratie beansprucht ein solches AuSnahnirrecht. Sie hat einen furchtbaren Lärm gemacht, als in das preußische Eiiikommensteuergeietz die Bestimmung cingefügl wurde, daß die Arbeitgeber verpflichtet sein sollen, über die Höhe der Löhne ihrer Arbeiter der Steuerbehörde AuSkiinst zu geben. Warum war diese Bestimmung erforderlich? Weil der Verdacht bestand, daß eine sehr große Zahl von besser Bezahlten Arbeitern weit unter ihrem Einkommen besteuert waren. Dieser Verdacht ist, nachdem der Steuerbehörde die Mittel an die Hand gegeben waren, die Lohnangaben zu kontrollieren, in über raschender Weise bestätigt worden. Die Zahl der Steuerhinterzieher in den Kreisen gutbezahlter Arbeiter war weit höher, als angenommen worden war und viel höher als in anderen Volksschichten. Da niemand gern Steuern zahlt, wird es wohl manche Arbeiter geben, die früher ihr Einkommen geringer angegeben haben, als es in Wirklichkeit war. Aber genau dieselbe Praris wird von anderen Bevölkerungsschichten befolgt, und zwar ganz besonders von den„ Notleidenden" mit und ohne Reitpferden. Während aber die Arbeiter jetzt im Kulturstaat Preußen gezwungen find, genau ihren Arbeitsverdienst anzugeben, da die Unternehmer. verpflichtet worden sind, den Steuerbehörden die Löhne der von ihnen beschäftigten Arbeiter zu nennen, ist den Wohlhabenden das Privilegium eingeräumt worden, weiter mogeln zu dürfen. Es ist deshalb auch eine Behauptung wider besseres Wissen, wenn die offizielle Korrespondenz der konservativen Parteileitung behauptet, die Zahl der Steuerhinterzieher in den Kreisen der gutbezahlten Arbeiter hätte sich als viel höher herausgestellt, wie bei den anderen Volksschichten, denn diese Volksschichten werden gar nicht in der Weise tontrolliert, wie die Arbeiter. Würden Kommiffionen eingefeßt, die die Steuereinschägungen der konservativen Grundbefizer nachzuprüfen hätten und denen alle Rechnungsbelege vorgelegt werden müßten, so würden sich bald in den Reihen der Edelsten und Besten so viele Steuerdefraudationen ergeben, daß Freiherr von Rheinbaben wohlgemut darauf verzichten könnte, nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Proklamieren die konservativen Wortführer doch geradezu für ihre Gefolgschaft das Recht auf Bemogelung des Staates. In der Argumentation der konservativen Presse gegen die Reichserbschaftssteuer ist ja fast täglich zu lesen, daß der Grundbesitz durch diese Steuer beeinträchtigt wird, da der Wert des in Grundbesitz und Vieh bestehenden Nachlasses sich viel leichter feststellen ließe, als der in Wertpapieren und Geschäften bestehende Nachlaß, die Grundbesizer also bei der Feststellung des Nachlaßtvertes nicht in gleichem Maße mogeln könnten. Das Tabaksteuer zur Sprache. Bei dieser Gelegenheit las er einen Brief des Reichstagsabgeordneten Dr. Müller- Meiningen vor, der folgenden Wortlaut hat: Gehr geehrter Herr! Ich beeile mich, unmittelbar nach meiner Rückkehr von Berlin und München, Ihnen auf Ihre Anfrage vom 27. v. M. meine Meinung dahin auszusprechen, daß ich vor allem auch mit Rücksicht auf die Zigarrenindustrie Thüringens und ihre Arbeiter gesonnen bin, gegen jede Erhöhung der Tabaksteuer und des Tabakzolles, welche die Bigarrenindustrie auf das empfindlichste zu schädigen droben, zu stimmen. Ich bin im allgemeinen der Ueberzeugung, daß wenn das Reich infolge der brohenden, schwarzen Wolken am Himmel eine Verstärkung seiner Rüstung notwendig hat nicht die notwendigsten Rahrungsmittel und die einzigen, billigen Genußmittel der breiten Schichten des Volkes Bier und Tabak, die neuen Lasten zu tragen haben, sondern in erster Linie die reichen Leute, die zunächst mühelos durch Erbschaften in den Besit großer Vermögen gelangen, für diese Mehr fosten aufzukommen die Pflicht haben. -- Da ich in zwei Parlamenten zurzeit mit Arbeiten überhäuft bin, vielleicht erst im Frühjahr in der Lage bin, in meinem Wahlfreise über diese wichtigen Fragen zu referieren, so wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie zur vorläufigen Orientierung des Wahlkreises, den zu vertreten ich die Ehre habe, diese Antwort auf Ihre Anfrage veröffentlichen wollten. Hochachtungsvoll Dr. Müller- Meiningen. Der Brief trägt das Datum des 1. Dezember 1905. Heute schreiben wir 1908, und diese drei Jahre haben genügt, den Abgeordneten Müller- Meiningen vollständig umzuwandeln. Jetzt ist er bereit, für diese Steuer zu stimmen, von der er ganz genau weiß, daß sie die Bigarrenindustrie seines Wahlkreises auf das empfindlichste schädigen wird. gleiche Recht auf Steuerbetrug wird also hier gewissermaßen als ab, Heiliges Menschenrecht der Agrarier proflamiert. tage Die„ Poft" und das Petroleummonopol. Die vorgeschlagene Steuer auf Gas und Elektrizität hat in den Kreisen der Industriellen stürmischen Widerspruch hervorgerufen. Das Organ der Scharfmacher, die" Post", fchwingt sich deshalb zu einem ganz niederträchtigen Vorschlag auf. Das Blatt führt aus: „ Gine Gassteuer führt zweifellos zu einem erhöhten Petroleumfonfum. Das Gold aber für das Petroleum wandert sum größten Teile in die Tasche amerikanischer Milliardäre, während das Gas in jeder Beziehung nationales Erzeugnis ist. Es ist töricht. zu behaupten, weil das Petroleum besteuert werde, müßte das Gas ebenso behandelt werden. Diese Logit paẞt wohl den Herren vom Standard Oil Trust. Gin nationales Produkt, aus deutscher Kohle, durch deutsche Arbeiter in deutschen Fabriken geschaffen, verdient schon aus national- wirtschaftlichen Rüdsichten eine ganz andere steuerliche Behandlung, als ein fremdländisches Produkt, auf dessen bekannt wiüfürliche Preisbildung wir nicht den geringsten Einfluß haben. Wahrhaftig, ein Petroleummonopol wäre weit mehr am Blaze gewesen, als diese Steuer." Keine Vergeltungstaktik, sondern bedingungslose Brutalisierung! Kirche und Jugendlichenfang. Die Bommerfche Generalfynode beschäftigte sich am 22. Dftober auch mit der Frage der Gewinnung der Jugendlichen. Sie forderte in einer Resolution den Evangelischen Oberkirchenrat auf ,, in seinen bisherigen Bestrebungen fortzufahren, auch aufs neue zu erwägen, ob nicht als höchstes Ziel die allgemeine Fortbildungsschule mit religiöser Unterweisung an Wochentagen durch Landesgesetz zu erreichen ist." Bis dieses Ziel der zwangsweisen Bermuderung der Arbeiterjugend erreicht ist, beschloß die Synode:. Bis zur Erreichung diefes Bieles folgende Maßnahmen zu empfehlen: a) die Geistlichen werden ersucht, wo es sich irgend tun läßt, die Jugend der Gemeinde zu freien Versammlungen um sich zu sammeln; b) es ist auf einen Zusammenschluß solcher Bereinigungen verschiedener Gemeinden hinzuwirken, um gemeinsame Jugendfeste zu veranstalten und den verziehenden Mitgliedern den Anschluß zu erleichtern; c) der Vorstand des Provinzialvereins für innere Mission, ist zu bitten, Bibliotheken von Schriften zusammenzustellen und bereit zu halten, welche die Unterweisung der jungen Leute in der Steligion, Geschichte, Stirchengeschichte und so weiter erleichtern; d) zur Gewinnung von Mitteln zur Beschaffung solcher Bibliotheken wird den Geistlichen empfohlen, die Hilfe der Kreisverwaltungen in Anspruch zu nehmen, und der Provinzialfynodalvorstand ersucht, an den Herin Kultusminister unter Hinweis auf seine Bereit willigkeit, Mittel für turnerische und sportlie Ausbildung zu gewahren, die Bitte au richten, auch für diesen wichtigen Zived Beihilfen zu gewähren." Auch die Schlesische Provinzialfynode beschäftigte fich eingebend mit der Frage der Gewinnung und Bermuckerung der proletarischen Jugend. So heißt es in dem Bericht über die Berhandlung vom 22. Oftober: ,, Man macht die Wahrnehmung, daß man behördlicher feits, zumal angesichts der nunmehr auch auf dem Lande fräftig einfegenden Organisation der Sozialdemokratie alle Kräfte mobil machen möchte." Die flaffenbewußte Arbeiterschaft wird alles aufzubieten haben, Die ,, Kreuz- Zeitung" fanzelt den Freifinn sehr unglimpflich weil er sich der Sozialdemokratie im preußischen Land- um der Alliance von Staats- und Kirchenbehörden den kräftigſten hilfreich annehme"! Diesen Rüffel hat sich der Freisinn Widerstand entgegenzuſegen! nicht nur deshalb zugezogen, weil er den Antrag auf HaftOffizielle Polenpolitik. entlassung Liebknechts unterstützte, sondern auch deshalb, weil Ueber die Früchte des preußischen Ansiedelungsgesetzes läßt fich einige freifinnige Blätter der Sozialdemokratie Belehrungen ein polnischer Arbeiter im„ Postep" aus. Er schildert, wie er beim überfluge" parlamentarische Taftik zuteil werden ließen. Ansiedelungskommissar vergebens um die Erteilung eines BauZum Beispiel darüber, daß die Sozialdemokratie dem Junter tonienfes eingekommen sei und wie er sich sogar zweimal an den der Präsidentenwahl fein preußischen König gewandt habe, ohne Grfotg zu erzielen. Wörtlich Jordan von Kröcher bei Mißtrauensvotum ausstellen dürfe, wenn sie nicht als Wieder- fagt er dann: Ein Bole erhält also teine Erlaubnis zum Bau vergeltung rücksichtslose Brutalisierung bei der Landtags- eines Wohnhauses, einen Stall dagegen für meine Landtags- Schweine, Hühner und Kaninchen zu bauen, hat man mehrheit gewärtigen wolle. mir nicht untersagt. Mein Inventar also findet mehr Berücksich Die Kreuz- Zeitung" macht der freifinnigen Presse klar, tigung, als ich, der ich dem König von Preußen 3 Jahre daß die Mehrheit des Landtages keineswegs nur eine Verdienen mußte. Damals erhielt ich eine Mark Reisegeld und es geltungstaftit übe: hieß: Marich, nach Hause; forge jest, wie du fortkommen magst. Und als ich zu arbeiten und zu sparen begann, habe ich mir einige Groschen gesammelt, faufte ein Stückchen Land und wollte mir darauf eine Hütte bauen, um im Alter ein eigenes Dach zu besigen, und da erteilten mir die Behörden den Bescheid:" Wird bersagt, ich lehne ab." Aber als ich zum Militärdienst tauglich war, da fagte man nicht: Ich lehne ab. So forgen die preußischen Behörden für die polnischen Arbeiter. „ Wir glauben vielmehr, daß es den Mehrheitsparteien darauf anfam, der Sozialdemokratie gleich von vornherein und prinzipiell ihren Standpunkt klar zu machen und ihren parlamentarischen Vertretern zu zeigen, daß sie sich im Abgeordnetenhause eines besseren Tones und Benehmens zu befleißigen haben als im Reichstage." Die winzige Vertretung der stärksten preußischen Partei tnebelt und vergewaltigt werden! Wean will es mit allen In einer Versammlung in Trier hatte vor kurzem der Ab. soll also von vornherein von der Mehrheit bedingungslos geGiesberts Unterwerfung. Es entspricht völlig dem Charakter des von den Groß- Witteln verhindern, daß fie die Forderungen der hinter ihr geordnete Giesberts ausgeplaudert, daß im Saargebiet ein industriellen ausgehaltenen Blattes, wenn es im Sydowschen stehenden schamlos entrechteten und ausgebeuteten Wähler katholischer Geistlicher einem Arbeiter vegen feiner Zugehörigkeit Steuerbukett die Elektrizitäts- und Gassteuer gerne durch ein massen ebenso nachdrücklich vertreten kann, wie die Sozial zu den christlichen Gewerkschaften die Absolution verweigert habe. Herr Giesberts ist darob von mehreren Zentrumsblättern hart anPetroleum- Monopol erfett fähe. Die Besteuerung von Gas, demofratie im Reichstag! Db der Freifinn diese Mastodontentaktik des Nieder- gefahren worden; ihm sei es, so meinte eines diefer Blätter, vorelektrischer Kraft und Beleuchtungsmitteln trifft nicht nur Das Kleingewerbe und den kleinbürgerlichen Haushalt, sondern trampelns mitmachen oder auch nur ohne schärfsten Protest behalten geblieben, bie traurige Praris der Gegner der fatholischen Kirche nachzuahmen, unbewiesene und un auch in starkem Maße die Großindustrie; die Erhöhung der mitansehen wird?! denen der beweisbare Beichtstuhlgeschichten, in Im übrigen fönnen die reaktionären Parteien unserer katholische Klerus geschmäht werde, an die Oeffentlich. Petroleumpreise würde dagegen die Großindustrie und überhaupt die Wohlhabenden fast gar nicht treffen, um so mehr preußischen Landtagsfraktion feinen bessern Dienst erweisen, beit zu bringen; ein Arbeiterjekretär der Berliner Richtung warf aber die ärmsten Schichten des Voltes, die als durch eine solche Brutalisierungspolitik! Jeder Ver- Herrn Giesberts gar vor, das Beichtfatrament à la Grafwird den Massen das mann herabgewürdigt und in den Kot gezogen zu Petroleumlampen brennen und auf Petroleumöfen fochen. gewaltigungsakt Das ist nach der Moral des Scharfmacherblattes ein schlechte Gewissen und die Hilflosigkeit der haben. großer Vorzug; denn nach seiner Ansicht hat nicht nur die Bergewaltiger um so eindringlicher offenArbeiterbevölkerung die Verpflichtung, Mehrwert für die Großindustriellen zu produzieren, sondern auch die Lasten zu tragen, die dem deutschen Volk durch die im Interesse der oberen Schichten betriebene Heeres-, Flotten- und Solonialpolitik entstanden sind. baren! Geldinn oder Familienfiun. Ve Das Hauptargument der Agrarfonfervativen gegen die Ausdehnung der Erbschafts- beziv. der Nachlaßsteuer auf Ghegatten und Kinder bildet bekanntlich die lächerliche Behauptung, die Nachlaß Dieser Haß gegen die Arbeiter reicht bei der Bost" so steuer gefährde den„ deutschen Familiensinn". Nachdem fchon jüngst weit, daß sie jogar in ihren Ausführungen der einfachsten der guttonservative Profeffor Adolf Wagner diefes Argument Logik ins Gesicht schlägt; denn so jämmerlich es auch um das als alberne Phrase bezeichnet hat, fommen nun auch die konserWissen ihres Redaktionsstabes bestellt sein mag, soviel dürften vativen Grenzboten" und spotten über die vorgebliche Bedie edlen Herren doch wissen, daß bei einem Petroleum- forgtheit der Großbefizer um den schönen deutschen„ Familienfinn". Monopol das Deutsche Reich darauf angewiesen wäre, den amerikanischen, russischen oder rumänischen Petroleumprodu- Fronisch schreiben fie: zenten das Petroleum abzukaufen, denn Deutschland hat so gut wie gar keine eigenen Petroleumquellen; das PetroleumMonopol würde also gar nicht die Petroleumkönige oder, wie das Blatt sich ausdrückt, die amerikanischen Milliardäre schädigen, sondern ausschließlich die deutsche Bevölkerung. Zentrumsschaumschlägerei. Das Zentrum hat im Abgeordnetenhause unter anderem auch eine Interpellation eingebracht, die sich mit der Frage der herrschenden Arbeitslosigkeit beschäftigt und folgenden Wortlaut hat: Durch welche Maßnahmen gedenkt die Königliche Staatsregierung zur Linderung der Arbeitslosigkeit mitzuwirken, welche an zahlreichen Orten der Monarchie auf gewerblichem Gebiete in erheblichem Umfange in die Erscheinung tritt und sich weiter auszudehnen droht? Das flingt sehr fürsorglich, ist aber doch nichts anderes als eitel Schaumschlägerei; denn wenn die Parteien die Regierung veranlassen wollen, der im Winter im verschärften Maße auftretenden Arbeitslosigkeit entgegenzutreten, so müßte diese Interpellation doch jetzt zur Besprechung gebracht werden. Was tut aber das Zentrum? Es hat bisher alles getan, ja nichts anderes zur Verhandlung kommen zu lassen, als die Regierungsvorlagen! Nach der Generaldiskussion der Gehalts- und Steuervorlagen soll sich das Haus vertagen, bis die Kommissionen ihre Arbeit beendet haben. Es ist ganz klar, daß man sich später damit herausreden wird, daß in der Zeit der zweiten und dritten Lesung keine Zeit sei, diese Interpellation zu erledigen, so daß diefelbe günstigenfalls Ende Januar zur Verhandlung kommen würde! Will das Zentrum unferen Vorwurf entkräften, so muß es dafür sorgen, daß die Interpellation sofort zur Verhandlung kommt! Nur dann bietet sich Gelegenheit, der Regierung zu sagen, was sie in dieser Frage tun muß, da sie den Dingen anscheinend tatlos gegenübersteht! Ein freisinniger Mauserungspolitiker. Der sozialdemokratische Abgeordnete Edardt brachte im Landtage des Herzogtums. Meiningen die geplante Grhöhung der Das scheint nun Herrn Giesberts arg zu Herzen gegangen zu fein; es ist auch möglich, daß ihm von firchlicher oder partcigenössischer Seite nahegelegt worden ist, sich zu rechtfertigen furz, er erläßt in der Trierischen Landeszeitung" eine Erklärung, worin es heißt, daß es ihm durchaus ferngelegen habe, das Beichtinstitut der katholischen Stirche als solches anzugreifen oder vor den Zuhörern herabzusetzen; er habe nur ein etlatantes Beispiel geben wollen, wohin die unberechtigte Sineinzerrung religiöser Gesichtspuntie in den Stampf um wirtschaftliche Organifationsformen führe. Dann heißt es: " Muß ich somit die Loyalität meiner Aeußerung voll aufrechterhalten, so gebe ich gern meinem Védauern darüber Ausdruck, daß ich im Eifer der Polemit unangebrachterweise in einer öffentlichen Ver. sammlung deren Dinge erörterte, völlige Slärung mangels Zeugen und Nichter unmög Iich ist, statt, was jest geschehen ist, das meiner Beschwerde zugrundeliegende Material der berufenen Behörde vorzulegen. Es lag mir fern, die katholische Geistlichkeit, die den Standpunkt der Berliner Fachabteilungsbewegung vertritt, schlechthin und allgemein anzugreifen. Sollte meine Aeußerung eine derartige von mir nicht beabsichtigte Deutung zulassen, so bedaure ich das aufrichtig." Was damit gemeint ist, ist uns immer sehr dunkel erschienen. Soll es heißen, daß ein Familienvater durch die Steuer veranLaßt werden könnte, weniger für die Zukunft seiner Familie zu tun? Das wäre doch die sonderbarste Logit von der Welt. An die Geschichte von dem forgfamen" Familienvater, der a ba sichtlich wenig oder nichts hinterläßt, damit seine Kinder keine Nachlaßsteuer zu zahlen haben, glauben wir vorläufig noch nicht. Ebensowenig glauben wir daran, daß Kinder ihrem Bater fluchen werden, weil sie Nachlaßsteuer zahlen müssen. Der arme Mann fann Der Terrorismus des Beicht stuhls wird also in ja gar nichts dafür! Worin also die Zerstörung des Familien Bukunft von Herrn Giesberts feine öffentliche Mizbilligung mehr finns bestehen soll, ist uns völlig unklar. Daß die pietätvolle Trauerstimmung durch die Steuerzahlung unterbrochen wird, fönnen Beichtfindern die Zugehörigkeit zu den christlichen Gewerkschaften erfahren. Die katholischen Geistlichen mögen fortfahren, ihren wir auch nicht gelten lassen, denn es gibt bei Todesfällen und Nachlaßregulierungen so viele irdische Geschäfte zu besorgen, die au untersagen und den Unfolgsamen die Gnadenmittel ihrer Kirche auf Geldzahlungen hinauslaufen, daß es auf eins mehr oder Er wird den dadurch freiwerdenden Teil seiner Energie dazu ver zu au bersagen Herr Giesberts hat nichts dagegen einzuwenden. weniger nicht ankommen kann. Alle die fentimentalen Schildes wenden, mrt desto größerem Eifer wider den Terrorismus“ der rungen von den ihres Ernährers beraubten Familien, die, während Sozialdemokratie loszuziehen. Wie so oft schon, hat auch diesmal fie in Sorgen dafigen, von dem Steuerboten überfallen werden wieder der Klerifale den Arbeiterführer Giesberts erschlagen. und von dem schmalen, bringend benötigten Erbteil einen großen Teil hergeben müssen, weiter find doch Nationalliberalismus und Frauenstimmrecht. nichts als agitatorische Phrasen, denn die Familien, auf die solche forgenvollen Verhältniffe zutreffen, follen ja daß Frauen, die der nationalliberalen Partei beitreten wollen, wenigstens nach dem Plan und Willen des Gesetzgebers von der Steuer gar nicht betroffen werden. Wenn man aber prinzipiell behaupten will, daß der Staat bei Ausübung feines Besteuerungsrechts aus Rücksicht für die Familie vor den Erbfällen im engsten Familienkreise Halt machen müsse, dann muß man auch einen Schritt weiter gehen und die gleiche Rücksicht in der völligen Unantastbarkeit des Privateigentums für Zwede der Allgemeinheit walten lassen." " In Königsberg hat der Nationalliberale Wahlberein beschlossen, Mitglieder des nationalliberalen Wahlvereins tverden und an dessen Versammlungen teilnehmen fönnen. Den Damen wird also ugemutet, Beiträge an die Wahlvereinskaffe abzuliefern, sowie dessen langweilige und vor Leere gähnende Versammlungen zu be= leben, aber politische Gleichberechtigung, wie das Stimmrecht usw., tvollen die Nationalliberalen den Frauen nicht gewähren. Go erklärte noch in diesem Jahre der auf dem Linten Flügel der Partei stehende Landtagsabgeordnete Dr. Kraufe auf eine ne frage, daß er ein Gegner des Frauenstimmrechtes fei. Daher werden wohl selbst die Damen der Kapitalisten die ihnen gnädigst zugestandene Statist enrolle ablehnen. Lebensmittelpreise und Lebenshaltung der Arbeiter. Die Grenzboten" haben sicherlich recht; aber was folien die Wortführer der Junker machen? Sie können doch nicht in der heutigen Zeit der konventionellen Lügen erklären:„ Wir wollen feine Nachlaßsteuer, weil wir das Aufbringen der Steuern allein den Befizern des mobilen Kapitals und den unteren werktätigen Bollsschichten überlaffen möchten." Solche Aufrichtigkeit fönnte sich politisch rächen. Wenn die Löhne der meisten Arbeitergruppen im letzten JahrAndere plausible Gründe aber haben sie nicht. So find fie auf den zehnt dank der nachhaltigen Tätigkeit der Arbeiterorganisationen furiofen Einfall gekommen, die Gefährdung des deutschen Familien- eine gewiffe Steigerung aufzuweisen haben, so beweist die gleich finns vorzuschieben, obgleich sie damit den deutschen Familienfinn zeitige Steigerung der Lebensmittelpreise, daß von einer wirklichen tief unter den Familienfinn der Engländer und Franzofen stellen; Berbesserung der Lebenshaltung, wie sie so häufig behauptet wird, denn dort müssen seit langem auch Ehegatten und Kinder Nachlaß bei der Mehrzahl der Arbeiter nicht die Rede ist. Die Preise der steuern bezahlen, ohne daß bisher der Familienfinn gelittenhätte.wichtigsten Nahrungsmittel find fast durchweg in noch schnellerem Tempo als die Löhne geftiegen. Die Lohnsteigerung liegt ver. schieden nach den einzelnen Gewerben etwa zwischen 10 urb 20 Broz., vereinzelt vielleicht bis 25 Prog. Demgegenüber weist Brotgetreide eine durchschnittliche Steigerung von 17 Bros. auf, Roggen allein 32 Broz., Rindvich stieg um 20 Bros., Kälber und Hammel um 37 Proz. im Preise, während bei Schweinen eine erhebliche Steigerung nicht zu verzeichnen ist. Seringe gingen um 38 Proz., Schmalz gar um 62 Proz. in die Höhe. Es ist also fest zustellen, daß die Arbeitslöhne nur der Steigerung der Preise der wichtigsten Lebensmittel nachgefolgt sind, daß aber ein vollständiger Ausgleich nicht einmal erzielt wurde, sondern zum mindesten bei einem nicht unerheblichen Prozentsatz der Arbeiterschaft sogar eine Verschlechterung der Lebenshaltung stattgefunden haben muß. Charakteristisch ist jedenfalls, daß der Salzverbrauch von 17,2 auf 21,8 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung gestiegen ist, ein Argument dafür, daß stärkere Würze die mindere Qualität der Speisen ersehen mußte. Eine Besserung dieser Verhältnisse wird nur durch eine gesündere Handelspolitik, die nicht die wichtigsten Lebensmittel mit immer wachsenden Zöllen belastet, au erreichen sein. Soldatenquälereien! Hegypten. Die Stellung Englands. Der Wahlkampf. Washington, 23. Ditober. In der heutigen Kabinettsfizung Bur Degradation und zu einem Jahre sechs wurde beschlossen, daß im Laufe der nächsten Woche sämtliche Monaten Gefängnis wegen Soldatenmißhand:#abinettsmitglieder in New York, Ohio und anderen Jungen in 135 Fällen und vorschriftswidriger Be Staaten Reden zu Gunsten der Kandidatur Tafts handlung in 45 Fällen hatte das Breslauer Kriegsgericht der halten sollen. 11. Division den Unteroffizier Joseph Mawert bom Trainbataillon Nr. 6 in Breslau verurteilt, weil der Unteroffizier das Ansehen der Vorgesetzten geschädigt und sich vollständig unfähig erwiesen hatte, Borgesetzter zu bleiben. Der Unteroffizier legie wegen zu harter Strafe beim Ober. triegsgericht des VI. Armeekorps Berufung ein. Hier stand der Unteroffizier am Freitag angeklagt, im Dienst den Refruten Kirchhof in der Zeit vom 10. November 1907 bis 17. Juli 1908 mindestens wöchentlich viermal, im ganzen also in 135 Fällen, im Stall geohrfeigt au haben. Die Antlage legt ihm ferner zur Last, vom 10. November bis Ende Februar wöchentlich viermal, im ganzen in 45 Fällen, vorschriftswidrig behandelt zu haben, indem er ihn nicht babe essen lassen, was der Verhandlungsführer des Oberkriegsgerichts, Tre fat, höchst unpassend findet. Der Unteroffizier verteidigt sich damit, er habe im Diensteifer gehandelt.( Kirchhof ist nämlich ein förperlich und geistig schwacher Soldat.) Er habe wegen des Mannes von Vorgesezten Vorwürfe Rechtsanwalt Bid beantragt Erlaß der Degradation und mildere Strafe. Oberkriegsrat 2a u b betont als Anflagevertreter, der Unteroffizier habe den Mann in graglider, fa um glaublicher Weise gemißhandelt. Er meint, die Richter müßten ein Jahr Gefängnis feftieben, und da der Unteroffizier sich als Borgefeßter unfähig gezeigt, müsse auf Degrabekommen. dation erkannt werden. Das Oberfriegsgericht erkannte auf Verwerfung der Be rufung, regnete aber zwei Monate Untersuchungshaft an. -FUGAO Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Arbeitsnachweis der Holzarbeiter, D. Jeder anfangende Kollege soll sich durch die Arbeit& nachweistarte beim Werkstattvertrauensmann legitimieren 6. Die Radyweise anderer Vereine sind gesperrt." She die Versammlung geschlossen wurde, erläuterte Maas noch die Bestimmungen über die Gewerbegerichtswahlen und machte auf die Notwendigteit einer starten Beteiligung durch die Arbeit. nehmer aufmerksam. Der Fensterstreik der Töpfer. Kairo, 23. Oftober.. Der diplomatische Agent Englands, Generalafonsul Gorst, ftelite in einer Unterredung in brede, daß England in Kürze das Protektorat über Aegypten erflären werde oder zurzeit die Frage einer Annegion erwäge. So lange die britijdje Ottubation dauere, erklärte Sir Eldon Görst, habe die Entscheidung darüber, welches Maß von Selbstregierung zuzuerkennen sei, in den Händen der englischen Regierung ge Der Zentralverband der Töpfer hatte für Freitagabend eine legen. Er stehe auf dem Standpunkte, daß die Aegypter durch Ent Baubertrauensmännerversammlung dem Gewerkschaftswidelung und Verbesserung der bestehenden Einrichtungen grad bause einberufen. Der Vorsisende Segawe gab einen furzen weife ur Selbstregierung fortschreiten müssen. Ueberblid über den Stand des Streife. Von einer großen Anzahl Die ägyptische Regierung habe bereits eine Maßnahme vorbereitet, Bauten, wo weitergearbeitet wird, fehlten die Berichte. Es ist durch die den Aegyptern die Möglichkeit gegeben werde, an den wünschenswert, daß alle Pauvertrauensmänner ihre Meldungen inneren Angelegenheiten viel größeren Anteil zu nehmen. Wenn erstatten. Die Beteiligung am Streif wegen der Forderung, daß der Versuch von Erfolg begleitet sei, tonne die Frage der Ber- die Bauten verglast sein müssen, wenn die Töpfer zu arbeiten bes befferung der Organisation und Erweiterung der Machtbefugnisse ginnen, ist im allgemeinen nicht größer als vor zwei Jahren. Frei der bestehenden Wahltörverschaften mit Nußen in Erwägung ge- lich ist auch gegenwärtig die Zahl der Berufsgenossen in Berlin zogen werden. nicht so groß, als vor zwei Jahren. Bis zum Freitag, den 23. Ot Amerika. tober, wurden als genügend berglast 19 Bauten gemeldet, wo 213 Töpfer arbeiten; von diesen sind 197 zentral, 16 lofal organisiert. Als ungenügend verglast wurden 11 Bauten gemeldet, wo 121 Töpfer arbeiteten; von diesen waren 95 zentral-, 26 lokalorganisiert. Als gar nicht verglast wurden 8 Bauten gemeidet, wo 77 Töpfer arbeiteten; von diesen waren 64 zentral-, 13 lokalorganisiert. Es wird somit gestreift auf 19 Bauten, wo 198 Leute tätig waren; davon waren 159 zentral- und 39 Total. organisiert. Dazu kommen die Arbeitslosen, so daß es sich um 548 Unterstützungsbedürftige handelt. Für den Zentralverband Tommen 509 in Frage, da 39 der Lotalorganisation argehören. Die Vertrauensleute erledigten eine Reihe von Unterstübungs fragen und besprachen die Verhältnisse bei verschiedenen Firmen. 3ager u. Laudon haben an den Zentralverband ein Schreiben deffen Regelung schon seit längerer Zeit Gegenstand eifriger Be- gerichtet, in welchem sie mitteilen, daß sie den Tarif wieder anterkennen und bitten, die Sperrz aufzuheben. Der Vorsitzende er ratungen in Verbandstreisen ist, stand am Donnerstagabend inflärte, daß man mit diesem Brief wohl zufrieden sein könne, aber einer Vertrauensmännerversammlung für sämtliche Branchen und Bezirke, die bei Freher in der Stoppenstraße stattfand, wieder auf daß es sehr notwendig sei, erst die Lage bei jener Firma näher zu der Tagesordnung. Die Resolution, die jüngst in achi Mitglieder untersuchen, ehe die Sperre aufgehoben werden könne. Dringenb versammlungen von Berlin zur Diskussion vorlag, wurde nun den gewarnt wird vor dem Meister Runge. Bertrauensmannern zur Beschlußfassung unterbreitet. R. Leopold Die Sektion der Gips- und Zementarbeiter des Maurer begründete und erläuterte diese Resolution noch einmal eingehend. verbandes nahm in ihrer am Freitag abgehaltenen Generalvers Er schilderte zunächst die Gründe, die zu einer Stellungnahme des sammlung den Bericht über die nunmehr abgeschlossenen TarifVerbandes zur Arbeitsvermittelung geführt haben. Als im vera berhandlungen entgegen. Aus dem Bericht des Referenten a ese flossenen Winter die Krise in der Holzindustrie eintrat und die ist zu entnehmen, daß sich der neue Vertrag in der Form und den Arbeitslosigkeit einen noch niemals dageweſenen Umfang annahm, allgemeinen Bestimmungen dem Vertrage der Maurer und Bau bildete sich eine große Mißstimmung unter den arbeitslosen Holz- arbeiter anschließt. Als vertragschließende Parteien stehen auf der arbeitern. Viele glaubten, daß die Organisation durch irgendwelche einen Seite der Verband der Berliner Beton- und Eisenbeton. Maßnahmen die Arbeitslosigkeit mildern könne und stellten die ver Taugeschäfte, auf der anderen Seite der Zentralverband der schiedensten Anträge an die Verwaltung. Unter anderem wurde Maurer( Sektion der Gipss und Zementbranche) und der Verband auch ein Verbot des Umschauens nach Arbeit angeregt. Obgleich der baugewerblichen Hilfsarbeiter. Der Vertrag gilt für Betonnun das Umschauperbot und die Arbeitsnachweisbenutzung alte arbeiten in Bauwerken, die ein Dach besiben, einschließlich deren Grundsäße der Gewerkschaften sind, durfte die Verwaltung in der damaligen Zeit ein bestimmtes Verbot des Umschauens nicht be- Fundamente, falls nicht fünstliche Fundamentierungen in Frage tommen. Die Ausdehnung des Vertrages auf Bahn-, Brüden. schließen. Dagegen war es notwendig geworden, bestimmte Grund- und Kanalbauten, welche die Arbeitervertreter verlangten, fonnte fäße aufzustellen, nach denen eine bessere Vermittelung des Nach nicht erreicht werden. Der Vertrag bleibt also auf die Hochbauten weises herbeigeführt werden könnte. Solche Grundsätze hat die beschränkt. Der örtliche Geltungsbereich deckt sich mit dem des tombinierte Versammlung der Kontrollkommission aufgestellt und Maurervertrags. Die Arbeitszeit bleibt wie bisher 9 Stunden. in einer Reſolution formuliert, zu der eine Vertrauensmänner- Lohnerhöhungen fonnten ebenfalls nicht durchgesetzt werden. Der versammlung Stellung nahm und beschloß, daß die Frage in Mit- Stundenlohn beträgt für Bementierer und Flechter 72% Pf., für gliederversammlungen geklärt werden soll. Diese Bersamm Einschaler 62% Pf., für gewöhnliche Bauarbeiter 50 Pf., für solche lungen fanden am 12 Oktober statt; sie würden nach Feststellungen bei bestimmten Spezialarbeiten 55 Pf. Ueberstunden werden für an der Kontrolle von 3750 Mitgliedern besucht. 62 Redner nahmen an den Diskussionen teil, von denen sich 16 gegen und 46 für die Ausführungen der Referenten, die die vorliegende Resolution begründeten, aussprachen. Alle Gegengründe tamen dabei ausreichend zur Geltung. Unter den 16 Gegnern waren zum Teil Baris, 22. Oftober.( Eig. Ber.) Clemenceau, belanntlich solche, die ihrer Mißstimmung über die schlechte Lage der Holz Berehrer des englischen politischen Wefens, treibt seine Vorliebe doch arbeiter Ausdruck gaben, ohne sich direkt gegen die Vorlage zu Berehrer des englischen politischen Wesens, treibt seine Vorliebe doch wenden. Andere hielten die Resolution nicht für durchführbar, nicht so weit, daß er das englische Prinzip der Ministersolidarität und einigen waren die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht weitbefolgen wollte. Ein Mann ist über Bord, er aber sucht feine Fahrt gehend genug. Die Notwendigkeit einer Regelung der Arbeitsfortzufegen Und er hat bei der Wahl des Nachfolgers des von der vermittelungsfrage erkannten auch fast alle Gegner an. AbRammer mit etwas wohlfeiler moralisch- patriotischer Entrüstung änderungsanträge sind nirgends gestellt worden. Eine Abstimmung weggeblafenen Thomson eine gewisse Originalität gezeigt. Herr über die Resolution sollte in der acht Mitgliederversammlungen Alfred Picard gehört weder dem parlamentarischen Klüngel, noch nicht stattfinden, aber in den meisten Bersammlungen verlangten dem Marinebonzentum an Grund genug für Mißvergnügen hier die Mitglieder einen Beschluß, um eine Uebersicht über die vor und dort. Er ist zweifellos eine der merkwürdigsten Gestalten im ber Anwesenden, beteiligten sich an der Abstimmung; davon herrschende Meinung zu erhaiten. 2600, das sind zwei Drittel Korps der französischen Techniker: eine phänomenale Arbeitskraft, ftimmten 2460 für und 140 gegen die Vorlage. Die in den Bera ein Mann von enzyklopädischem Wissen, ein genialer und energischer fammlungen erhobenen Einwendungen widerlegte Leopold in seinem Drganisator. Er hat diese Vorzüge als Sekretär der Weltausstellung Vortrage vor den Vertrauensmännern. Er erinnert an die bisbon 1900, als Verfasser eines klassischen Werkes über die franzöfifchen herigen Kämpfe der Berliner Holzarbeiter um den Arbeitsnachweis. Eisenbahnen, als literarischer Direktor des großen Wertes Der Kampf gegen den Zwangsnachweis der Innung habe allein über die Ausstellung bewiesen. Man sagt ihm eine eiserne 326 962, M. gekostet und nach dreijähriger Dauer mit der ErFauft nach und es gibt Leute, die sie schon auf die ver- feßigen Strife haben die Holzarbeiter die Notwendigkeit eines guten richtung des paritätischen Arbeitsnachweises geendet. In der haßten Organisationen der Marinearbeiter niederfausen sehen. Nachweises erkannt, und es muß jetzt mit der Durchführung der Aus foldjen Wünschen fann man schon erkennen, was in der Resolution vorgeschlagenen Maßnahmen begonnen werden. der ganze Rummel, dem Thomson zum Opfer fiel, wert war. Ein Zögern nüßt den Unorganisierten, die durch Umschauen die Das Problem, das einem Marineminister in der französischen Bläge besetzen, nügt den Andersorganisierten, die ihre Mitglieder Demokratie gestellt ist, ist weit schwerer und fomplizierter als ein in alle Betriebe hineinzubringen versuchen, nüßt den Gelben und brutales Niederschlagen von Arbeitergewerkschaften. Es gilt, den den Unternehmern, die die Arbeitsvermittelung allein beherrschen Stampf mit den fapitalistiichen Cliquen aufzunehmen, die den Staat nicht nur ausplündern, sondern ihn auch durch Lieferungen vereinzelt wurden Bedenken geltend gemacht, ob wirklich eine An der Diskussion beteiligten sich zahlreiche Redner, aber nur der bedenklichsten Art betrügen und die Landesverteidigung felbft ge bessere Regelung der Arbeitsvermittelung durch die neuen Bor- Görres zu Aachen, der durch Entlassung eines Arbeiters herbeiInfolge eines Ausstandes in der Eisengießerei von Eduard fährden. Diese Cliquen aber find mit dem parlamentarischen schläge erzielt werden könne. Vielfach wurde bemerkt, daß hier Polititertum eng verschwistert. Thomson hat sich mit ihnen gut bernur Mindestforderungen vorliegen, daß die Solidarität unter den geführt wurde, haben die dem Arbeitgeberverbande der linkerbeini tragen und er findet darum in der großfapitalistischen Preffe Nach Holzarbeitern zur Phrase wird, wenn man den Vorschlägen nicht fchen Metallindustrie angehörenden Eisengießereien von Aachen und rufe, deren Strenge reichlich mit Wehmut versezt ist. Der demagogische zustimmen wollte und sich nicht verpflichtet hielte, für die Durch- Umgebung beschlossen, ihre Betriebe still zu legen, wenn nicht die Arbeiter bis zum 7. November ihre Kündigung zurückziehen und die Sturm, der ab und zu durch die Kammer braust, trodnet den führung alle träfte einzusetzen. tapitalistischen Sumpf nicht aus. Es ist aber noch sehr fraglich, ob über die Fabrik verhängte Arbeiteriperre aufheben. Nötigenfalls tril der ganze Arbeitgeberverband der lintsrheinischen Metallindustrie sich dem Vorgehen der Aachener Gießereien durch eine weitergreifende Aussperrung anschließen. Ungarn. Latkoczy. Budapest, 24. Oktober. Der ehemalige Staatsfekretär und Bize präsident des Verwaltungsgerichts, 2 attoczy, welcher wegen Beste chung seines Amtes enthoben worden war, hat in einer Nervenheilanstalt bei Graz Selbstmord verübt. frankreich. Ein Beamtenminister. der dem Parlamentlertum fremde Beamte gründlichere Arbeit wird leisten können. In diesem Moor ist schon so mancher unter gegangen, der als rüstiger Wegbahner zuversichtlich mit seiner Art zusgezogen war. Schweden. Eineinviertel Jahr Strafarbeit. Der jungsozialistische Redakteur Schröder ist am Freitag bom Rathausgericht zu Landstrona zu einem Jahr und drei Mionaten Strafarbeit verurteilt worden, und zwar wegen emes Arfikels über das Bombenattentat in Malmö, in dem das Gericht Verherrlichung von Verbrechen und Aufforderung zur Begehung von Berbrechen erblidt. Das Urteil gründet sich auf die unter dem liberalen Ministerium Staaff in das Strafgesetzbuch eingefügten Verschärfungen. Rußland. 58 Jahre Zwangsarbeit. In Nishni Novgorod wurde dieser Tage abermals ein anerhörtes Urteil gefällt. Wegen Zugehörigkeit zur foziale revolutionären Partei wurden zwölf Personen zu insgeiamt 58 Jahren sibirischer 8wangsarbeit ( Statorga) verurteilt. Unter den Betroffenen befindet sich auch das Mitglied der zweiten Reichsduma Archangelsty, dem eine sechsjährige 8wangsarbeitsstrafe zuteil geworden ist. Japan. Der Konflikt mit China. wollen. Der Vorsitzende Glode brachte die Resolution absazweise zur Abstimmung, wobei er noch eine Spezialdiskussion zuließ, nach Resolution wurde in folgender Fassung angenommen: London, 24. Oktober. Nach Meldung eines Morgenblattes aus Zolio soll der Santaoftreit zwischen China und Japan auf der Grundlage beigelegt sein, daß Chinas Souveränität boll anerkannt wird, aber den Koreanern das Niederlassungsrecht und besondere Konsulargerichtsbarkeit zugestanden werden. Berantw. Rebatt.: Geora Tavibfohn, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. " Die heutige Versammlung erkennt an, daß durch das Anfragen um Arbeit, sogenanntes Umschauen, die Löhne herab gebrüdt und Maßregelungen der Verbandskollegen herbeigeführt werden, daß ferner dadurch viele Stollegen materiell start geschädigt werden und eine lange Arbeitslosigkeit durchmachen müffen. Deshalb muß es Aufgabe der Organisation sein, das Umschauen abzuschaffen und eine geregelte Arbeitsvermittelung durch den Arbeitsnachweis anguftreben. Da jedoch eine jofortige Durchführung solcher Maßnahmen zurzeit noch nicht möglich ist, so macht es die Versammlung den Mitgliedern zur Pflicht, daß sie nach jeder Richtung bemüht find, eine bessere Benutzung des Arbeitsnachweises durch die Arbeiter wie Unternehmer herbeizuführen. Spezialarbeiter mit 15 Pf., für Bauarbeiter mit 10 Pf. und für Arbeiter, die im Wasser arbeiten, mit 15 Pf. Zuschlag vergütet. Der Vertrag gilt vom 17. Oftober 1908 bis 31. März 1910 und läuft immer ein Jahr weiter, falls er nicht drei Monate vor dem Ablauf gekündigt wird.- Ueber die Verhandlungen im allgemeinen führte der Referent aus: Der Entwurf, den die Unternehmer ur. prünglich vorgelegt hatten, enthielt wesentliche Verschlechterungen des Arbeitsverhältnisses. Diese fonnten aber abgewehrt werden. Wenn auch der aus den Beratungen nunmehr hervorgegangene Vertrag den Wünschen der Arbeiter nicht in allen Bunten ent. spricht, so war unter den gegenwärtigen Verhältnissen, besonders mit Rücksicht auf die schlechte Konjunktur im Baugewerbe, nicht mehr zu erreichen. Die Vertrauensmänner haben sich in mehreren Gibungen mit dem vorliegenden Vertrage beschäftigt und empfehlen die Annahme desselben. heblicher Mehrheit dem Vertrage zu. Nach kurzer Diskussion stimmte die Versammlung mit era Ferner berichtete a ese über die Tarifverhandlungen mit den Unternehmern der Gipsbaubranche. Es sind in dieser Angelegenheit bereits 5 Sibungen abgehalten, ohne daß eine Einis gung erzielt werden konnte. Differenzen zwischen den Unter nehmern und den Arbeitern bestehen hinsichtlich der Arbeitszeit, des Stundenlohnes, der Zulaffung von Affordarbeit, der Entschädis gungsamt angerufen, um die Differenzen über diese vier Bunkte gung von Fahrgeld und Laufzeit. Die Kommission hat das Ginis zu entscheiden. Das Einigungsamt wird jedenfalls in den nächten Tagen zusammertreten. Der Redner empfahl, bis zur Entschei dung des Einigungsamtes eine abwartende Haltung einzunehmen und deshalb auch jetzt nicht über die Angelegenheit zu diskutieren, Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. Deutfches Reich. Angedrohte Aussperrung. Husland. Ein Boltshaus in Helsingfors. Die Arbeiterschaft der finnischen Sauptstadt hat sich ein nette3 Heim für ihre gewerkschaftlichen und politischen Organisationen geschaffen. Dieses Volkshaus, das vor adt Tagen eingeweiht wurde, ist ein imposantes fünfflödiges Gebäude, dessen Herstellung rund 800 000 finnische Mart tostele. Der Baugrund wurde der Arbeiterschaft von der Stadt unentgeltlich überlassen. Der Volks hausverein, der das Gebäude aufführen ließ, ist im Jahre 1883 gegründet worden; es sind also 25 Jahre verflossen, ehe er dies ziel erreichte. Das neue Boltshaus hat neben einer Anzahl größerer und fleinerer Versammlungsjäle und Bureauräume einen 27,8 Meter langen, 19,2 meter breiten Festsaal. Es ist der größte Ist in den einzelnen Branchen die Organisation genügend erstartt, so sollen die Kollegen der Branche gehalten sein, unter Saal von Helsingfors. Zustimmung der Ortsverwaltung das Umschauen zu berbieten und die regelmäßige Einstellung durch den Arbeits- Letzte Nachrichten und Depefchen. nachveis zu beschließen. Wo es noch nicht möglich ist, die regelmäßige Einstellung durch den Nachweis durchzusetzen, dort gelten bis auf weiteres folgende Regeln: 1. Beim Bedarf von Arbeitsfräften ist der Arbeitgeber darauf aufmerksam zu machen, daß er die Arbeiter von unserem Nachweise bezieht. 2. Weigert sich der Arbeitgeber, den Nachweis zu benutzen, so sollen die Kollegen die zu befehenden Stellen selbst melden. 3. Ungulässig ist es, daß von kollegen selbst Arbeitskräfte unter Umgebung des Nachweises nach den Betrieben bestellt werden. In der Weltstadt erfroren! Paris, 24. Oftober.( B. H.) Die Kälte hat in der vergangenen Nacht hier mehrere Opfer gefordert. Explosion mit tödlichem Ausgang. Bia Reggio, 24. Oftober.( W. 2. B.) Auf dem hiesigen Schießplay explodierte eine Granate. Zwei Marineoffiziere und ein Arbeiter wurden getötet, ein anderer Arbeiter wurde schwer verlegt. Außer den Berunglückten befand sich niemand auf dem Plazze. Die Ursache zu diesem Unfall ist unbekannt. 4. In Branchen, in denen das Umschauen durch Beschluß ber. Rom, 24. Oktober.( W. T. B.) Blättermeldungen zufolge foll boten ist, dürfen auch die Angehörigen anderer Branchen der bei dem Unglüd von Via Reggio schwer verletzte Arbeiter ein nicht durch Umschauen in Arbeit treten. Deutscher namens Liemann sein. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Bierzu 5 Beilagen, Dr. 23!. 23. IahrMg. t. Keilte des.Amiirls" Serlim WlisbIM Zonntag. 23. Oktober 1908. DU BalkanHrlU. Die Nachrichten lauten heute durchaus widersprechend. Das Organ des Großwesirs,„Jeni Gazeta" erklärt die Meldungen, daß die Antwort der Pforte auf das Konferenzprogramm bereits dem Londoner Kabinett mitgeteilt worden, daß die bulgarischen Delegierten unzufrieden abgereist seien und daß der englische Botschafter sich gegen die Verhandlungen mit Bulgarien wende, für u n r i ch t i g. Das Blatt berichtet, daß die Pforte ein freundschaftliches Arrangement mit Bulgarien wünsche, wenn dies ihren Jnteo essen entspreche, sonst aber keine Vorschläge annehme. Diniitrow, welcher das Terrain sondiert habe, sei nach Bub garien zurückgekehrt, um die Entente vorzubereiten Wenn dies geschehen sei, würde wahrscheinlich eine bulgarische Mission nach Konstantinopel kommen, um zu verhandeln. Ein Arrangement mit Bulgarien mache aber die Konferenz nicht unnötig, da dies die europäische Garantie erhalten müsse.— Ja. eine Depesche des„Jkdam" will sogar wissen, daß der bulgarische Ministerpräsident in einem Interview erklärt habe, daß er Delegierte zu der Verhandlung senden werde. Ganz im Gegensatz zu dieser türkischen Darstellung lauten die Nach- richten auS Sofia viel pessimistischer. Die Rückkehr der bulgarischen Delegierten aus Konstantinopel wird dort als Scheitern der Verständigung aufgefaßt. Auch in Wien hält man die Verhandlungen für gescheitert, wenn auch offiziös erklärt wird, daß kein direkter Abbruch erfolgt sei, sondern sich nur auf türkischer Seite einige Schwierigkeiten ergeben hätten. Zugleich macht man in Wien in scharfer Weise die englische Diplomatie für das Scheitern der Ver- Handlungen verantwortlich. England hätte der in Finanz- not befindlichen Türkei eine Anleihe von 20 Millionen Pfund zugesagt, wenn diese die direkten Unterhandlungen aufgäbe und die Erledigung der Streitstagen einer europäischen Konferenz überlasse. Sowohl in Konstanttnopel als namentlich auch in London wird diese Beschuldigung entrüstet zurückgewiesen. Doch muß man zugeben, daß sie innere Wahrscheinlichkeit besitzt. Es ist absolut nicht einzu- sehen, weshalb die Türkei diesen direkten Verhandlungen. die viel rascher zum Ziele hätten führen können, aus eigenem Antriebe hätte Widerstand entgegensetzen sollen. Dagegen hat England an der Konferenz einmal das Interesse, Herrn Jswolski zu einem diplomatischen Erfolg zu verhelfen und sodann den Beweis zu führen, daß ohne Englands Zu- stimmung keine Entscheidung in den orientalischen Angelegen- heiten fallen darf. Daß die englische Diplomatie ihr Ein- greifen ableugnet, ist nicht verwunderlich. Ist ja der Lösung der Balkanwirren durch die Vereitelung der direkten VerHand- lungen ein sehr schlechter Dienst erwiesen worden. Ob freilich der Konferenzplan dadurch sehr gefördert worden ist, bleibt zweifelhast. Denn Oesterreich hat wiederholt erklärt, daß eS nur dann eine Konferenz beschicken würde, »venu über die Annexion Bosniens nicht verhandelt, sondiym diese als vollzogene Tatsache anerkannt würde. Dazu bedarf es aber einer vorhergehenden Verständigung zwischen Oesterreich und der Türkei und gerade diese ist jetzt vereitelt. Beschickt aber Oesterreich die Konferenz nicht, dann ist eben ihr Zustandekommen unmöglich. Er- hebend ist aber das Schauspiel, das die europäische Diplo- matte gewährt, auf keinen Fall. Nach all den geschäftigen Verhandlungen der letzten Wochen ist die Lage noch so ver- worren, wie zu Beginn. kleines feiiUletou. Theater. Berliner Theater:„Der Clown". Schauspiel von Henry Bataille. Bis gegen Schluß des 1. Aktes sieht sich Batailles Stück wie ein Pariser Schwank an. Eine auf ihrer Automobilpartie eingeregnete Gesellschaft von Lebemännern und Damen bricht lärmend in ein schon geschlossenes Sommerrestaurant ein. Herr Meircuil, der durch seine Späße bei der Dame seines Herzens und deren Bekannten den Ehren- und Kosenamen eines Clown erworben hat, bemüht sich durch Clownspäße die eingefrorene Stimmung aufzutauen. Die übliche Konversation, ein Wettlonf nach verfänglichen Pikanterien, kommt bald in Gang. Und als Meireuil, das selbstgebackene Omelett aus den Fingerspitzen balan- zierend, in den Saal zurückkehrt, überrascht er seine Angebetete in zärtlichem Gekose mit einem anderen Herrn der Gesellschaft. Das Spiel von Arnold K o r f f in dieser Szene, die schwankhaft ein- geleitet hinter der Maske lachender Mienen die Scclenpein, in der sich der Hanswurst verzehrt, blitzartig ausleuchten läßt, war virtuos. Durch die schalen Scherze, die sein Meireuil hervor- stottert, fühlte man wirklich das lähmende Entsetzen hindurch, das den armen Kerl gepackt hat. Auch in den anderen Akten charakterisierte der Darsteller mit außerordentlicher Feinheit, aber im ganzen genommen war der dramatische Gehalt zu dürftig, um eine regere Anteilnahme zu er- ivecke». Meireuil erzählt einem Jugendfreunde, wie seine Ver- Wandlung zum Hanswurst vorsichgegangen ist. Als seine grenzen- lose Liebe zu der schönen Rosine v. Anneau unerwidert blieb, da habe er begonnen, sich auf den allzeit fidelen Lustigmacher heraus- zuspielen, und mit merkwürdigem Erfolg. Man zuckte wohl die Achseln über ihn, indes man lackte, und Rosine wurde aufmeck- sam. Es schien ihr amüsant, sich einen Hausnarren von Re- nommee zu halten. Wenn er mit seiner Schellenkappe nicht mehr klingeln könnte und sich in seiner Eifersucht verriete, dann würde er das bißchen Gunst auch noch verlieren. Im Raritötenkabinett der Lievespatbologic mag eS auch solche Käuze geben- Eine intime Schilderung derartiger Seelenzustände und der völligen Entnervung. zu der sie führen müssen, könnte in einer novellistischen Skizze oder als Episode eines größeren Romans gewiß in hohem Maße psychologisch interessieren. Indem der Autor aber das Problem in die dramatische Form hineinzuzwängen sucht, greift er zu manchen groben Uebertreibungen und Konstruk- tionen. Schon das Herbeizitieren des Freundes, der die Zuschauer -.wer das wahre Wesen Meimiils durch dessen Beichte zu in- formieren hat, verstimmt in seiner allzu durchsichtigen Absichtlich- kcit. Die Aufklärung Rosines durch diesen Freund, ihre Sinnes» änderung und überquellende Zärtlichkeit, vollends MeireuilS Ver- balten, der, in dem Umschlag eine Falle witternd, sich um so ängstlicher an seine Clownrolle klammert, erscheint� als raffiniert erklügelter Theatercoup. Vieb höher steht der Schlußakt literarisch. I» so gclünstelter Weise der Autor die beiden ungleichen Menschen zusammenbringt, so schlicht läßt er sie auseinandergehen. Die Langeweile, die aus dem neuen häuslichen Zusammenleben lastet, die Verlegenheit Meireuils, der immer wieder in den alten Stil verfällt, Rosines erwachende Sehnsucht nach dem anderen, der jäh Das türkische Konferenzprogramm. Ktmstantinopel, 23. Oktober. Der„Tanin" bespricht auf Grund von an hoher Stelle eingeholten Informationen den Stand- Punkt der Pforte bezüglich des 5t o n f e r e n z p r o g r a m m s. Die bulgarische und bosnische Frage seien auf der Konferenz zu erörtern. Die Rückgabe des Sandschak sei zu akzeptieren. Die Pforte sei gegen alle Sonderrechte. Die Borteile, die Serbien und Montenegro zu gewähren seien, dürsten nicht der Pforte zun: Nachteil gereichen. Gegen den Anspruch Serbiens auf den Sandschak erhebe Oesterreich-Uugarn Ein- spruch. Serbien und Montenegro könne nur die Ad riabahn gewährt werden, was auch der Konstantinopeler serbische Gesandte als den Standpunkt Serbiens bezeichne. Die Anteilnahme der Uferstaaten sei ein natürliches Recht. In der Kapitulations- und Post- frage sei durch die Bemühungen der türkischen Delegierten eine gute Löiung zu ermatten. Die kretische Frage werde, bevor es zur Konferenz komme, durch die Schutzmächte und die Türkei ge- ordnet werden. Der Boykott. Konstantinopel, 23. Oktober.(Meldung des Wiener K. K. Tele- graphen- Korrespondenzbureaus.) Der Einkauf in österreichischen Klcidergeschäften nimmt zu. Die heutige Nummer des„Orientals" weist auf den Schaden hin, den der Boykott beiderseits verursacht hat, und wünscht seine baldige endliche Beilegung. In Handels- kreisen herrscht allgemein dieselbe Meinung. Die Griechen, die anderen Christen und die Albanesen haben an dem Boykott über- Haupt fast gar nicht teilgenommen. Auch die Bewegung gegen den Lloyd ist im Abnehmen begriffen. Die österreichischen Postmistaltcn funktionieren hier und in der Levante wie bisher. Erregung in Bnlgarieu. Köln, 23. Oktober. Der„Kölnischen Zeitung' wird aus Saloniki unter dem heutigen Datum telegraphiert: Meldungen aus Serres besagen, daß die bulgarische Bevölkerung fortfährt, sich zu bewaffnen. An mehreren Orten nimmt sie militärische Uebungen vor. Zur Verstärkung der Besatzung des Sandschak Novibazar ist wegen der Haltung der Serben ein Bataillon abgegangen. Serbische Versprechungen. Belgrad, 23. Oktober. Auf den Protest deZ österreichisch- ungarischen Geschäftsträgers wegen der Ausschreitungen gegen die österreichisch- ungarischen Kaufleute hat die serbische Regierung in einer Note erwidert, daß sämtlichen geschädigten Kaufleuren eine Entschädigung in der von der Gesandtschaft angegebenen Höhe voll ausgezahlt werden würde.— lfjeir Steinberg, der Krawattenakadmie-„Direktor". Herr Ll. Stein berg, Inhaber der„Ersten Berliner K r a w a t t e n a k a d e m i e"(L i n d e n ft r. 4o>, ist den Lesern des „Vorwärts" längst nicht mehr unbekannt. Wir haben schon mehrfach Anlaß gehabt, uns mit diesem Manne zu beschäfligen und auf sein Geschäftsgebaren hinzuweisen. Dazu hielten wir uns für verpflichtet im Interesse der Frauen und Mädchen, die ihre letzten Er- iparnisse zu Herrn Sleinberg tragen, um in seiner„Akademie" die Ärawattennäherei zu erlernen, die ihnen dann die von Sleinberg in Aussicht gestellte„lohnende Heimarbeit" verschaffen soll. Durch einen erneuten Artikel vom 25. April dieses Jahres, der einige Erfahrungen aus der „Ersten Berliner Krawättenakademie" wiedergab, hat nun der Herr „Direktor" Steinberg sich beleidigt gefühlt. Am Sonnabend stand vor der 147. Schöffcnabteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte unser Redakteur, Genosse D a v i d s o h n, gegen den Herr Sleinberg Beleidigungsklage angestrengt hatte. aufflammende Streit— dies alles ist im wesentlichen wahr und einfach dargestellt, wie die kurze stimmungsvolle Abschiedsszene am Bahnhof. Auch hier noch drängt sich das Lächerliche in den Schmerz des armen Clown. Die ausgezeichnete Leistung des Herrn 51orfs entschied den Erfolg des Abends. Fräulein Tilly W a l d c g g war eine elegante und pikante Rosine. ckt. Thalia- Theater: Gastspiel G i r a r d i S. Alexander Girardi, der volkstümlichste Darsteller Oesterreichs, ist seit dem letzten Winter in Berlin heimisch geworden. Die Wiener scheinen für ihn keine rechte Verwendung zu wissen und so können sich denn die„kalten Norddeutschen" seiner eckten, warmen Natürlichkeit nnd seiner weicheren, gemütsinnigeren BolkZart erfreuen. Mag Girardi als Künstler und Mensch noch so sehr ein Eigener sein, hier in Berlin wirkr er doch vor allem auch als die sympathischere Verkörperung all dessen, was wir unS als österreichisches Wesen vorstellen mögen. Zweifellos ist Girardi vielen so ans Herz gewachsen, weil er die Charakterzüge einer Natur trägt, die heute ausgestorben scheint, und die man um so lieber— als Ergänzung— genießt, je ferner sie einem steht. ES ist also etwas Sentimentales dabei im Werke, Die prächtige, treuherzige, biedere(aber dabei kluge und manchmal verschmitzte), auch dcrbgesimde und frische Art Girardischer Menschen- gestaltung wird immer eine volle und wahre Freude wecken. Nur scheint niemand mehr Stücke für eine solche Natur zu schreiben. Denn die neueren sog. Volksslücke sind zumeist ein erbärmlicher Schmarren. Diesmal hat Girardi seinen Einzug, der mehr einer Familienseier mit ihren rührenden und auch etwas lächerlichen Seiten glich, als Bruder Straubinger in E Y s l e r ö gleichnamiger Operelte gehalten. Obwohl der lustige Fechtbruder sicher von taus aus auf eine leichtere und jüngere Darstellung zugeschnitten t, wird man des Girardischen tieferen doch erst recht froh. Girardi macht einen Menschen aus der Operettenfigur, indem er sich selber dafür einsetzt.(Das ist das Geheimnis seiner Wirkung.) Der frohe junge Bursche, wie der wacklige 134jährige Invalide, in den er ver- wandelt wird, sie beide sind gleich echt. Der ganze Girardi aber kommt in den Liedern zum Ausdruck, da kann er sich ganz austun, in, Fcchtlied, im Kußlied und vor allem in dem Wanderlied vergißr man alles Banale, was drum und dran ist, und hat den Eindruck: das ist ei» ganzer Kerl. Die lustigen Seiten der Operette, die ja nicht zu den schlechtesten gehört. kamen in dem Schaubudenbesitzerehepaare Schwudler, besonders durch Arnold R i e ck vortrefflich heraus. Als Soubrette führte sich Fräulein Schwarz(Ocnli) gut ein. Auch sonst war die Aufführung— von den Chorstimnien abgesehen musikalisch und szenisch ganz respektabel und unterhalrlich.— r. Musik. Die Berliner Erstaufführung von Leo Falls Operette: Der fidclc Bauer" im Theater des Westens bedeutet für den Berichterstatter einen der wenigen Fälle, in denen er nach Herzenslust seine Anerkennung aussprechen kann. Es ist zwar mehr ein Singspiel als eine Operette, was da der bekannte Libretiist Victor Leon aus dem oberöstcrreichischen Bauernleben geholt � hat. Ein Gebirgsstück, mir unvermeidlichen Rührungen, doch ohne ktttzchlederne SentiinciitalitäH kein Literarurschatz, aber wenigstens ' clwas Gerades ohne Esfeltforce! Der Zipfelhubeubaucr aus dem Dorf Obcrwang hat sich abgeknappt, was er nur konnte, um seinen Sohn studieren zu lassen/ bleibt aber guter Tinge und fidel, auch In dem Artilel war gesagt worden, bei Steinberg seien Schülerinnen reingefallen und ihr Geld los« geworden, ohne zudem gewünschten Ziele zu ge- langen. Dabei sei der Kursus bei ihm keineswegs billig, auch habe das Material noch extra bezahlt werden müssen. Arbeit nach Beendigung des Kursus sei im Prospekt und auch mündlich versprochen ivorden, Steinberg habe sie aber mir gegen ärmlichen Lohn gewährt, auch habe er stets die gelieferte Arbeit bemängelt und den Lohn gekürzt. UebrigenS sei derselbe Herr Steinberg den Behörden bekannt, auf dem Gewerbcgericht sei er Stammgast, die Gerichte hätten sich schon öfter mit ihm zu befassen gehabt, auch sei im„Vorwärts" schon öfter vor dieser Krawatten- akademie gewarnt worden. Vor Gericht wurde von unserem Genossen David söhn, dem als Verteidiger der Rechtsanwalt Loewy zur Seite stand, dieser Artikel voll aufrecht erhalten und Wahrheitsbeweis angeboten. Der Kläger S t e i n b o r g, der persönlich erschienen war, gab durch Rechtsanwalt Goldberg die Erklärung ab, daß er schon durch den ganzen Ton des Artikels sich beleidigt fühle. Dahin rechne er nicht nur die Ausdrücke„reingefallen" und „Lehrgeld losgeworden", sondern z. B. auch die Behauptung, daß der Kursus„nicht billig" sei und das Lehrmaterial„cxrra ver- giitet" iverdcn müsse. ÄlS der Vorsitzende AmtsgerichtSrat Jockisch dazivischeiiivarf, man könne doch nicht auch das noch als beleidigend aniehen, erividerte Steinbergs Anwalt, auch das sei beleidigend, denn dem Kläger werde hiermit vorgeworfen, daß er durch Verkauf von Material sich einen Extraprofit verschaffen wolle, und das müsse doch einen Mann, der ein Lehrinstitut uitterhalte, ver- ächtlich machen! Die Beweiserhebung begann mit der Vernehmung des MagistratSratS v. Schulz, des ersten Vorsitzenden vom Gewerbegericht. Herr v. Schulz hat beim Gewerbegericht schon seit mehreren Jahren nicht mehr die Kammer ll. vor der Herr Steinberg die Streitigkeiten mit seinen. Lehrlingen" auSzufechten hatte; er konnte daher nur Auskunft geben über die Erfahrungen, die früher mit Steinberg gemacht worden sind. Richtig sei, daß zahlreiche Prozesse gegen Steinberg geführt werden mußten, e r wisse von 91 Prozessen! Steinberg habe dann seine„Krawatten- näbstube" in eine„Krawattenakademie" umgewandelt, und von da an habe das Gewerbegcriwt sich für unzuständig erklären müssen, da eS sich nun um ein„Lehrinstirut" handelte. Beisitzern des Ge.oerbe- gerickteZ seien die Dinge in Steinbergs Bettieb so arg erschienen, daß sie beim Ausschuß des Gewerbegerichis anregten, er solle an die gesetzgebende Körperschaft den Antrag richten, durch gesetzliche Regelung solchen Zu ständen ein En de zu machen. Steinberg habe zahlreiche Frauen und Mädchen an- geworben, habe ihnen 10 oder 20 Mark abgenommen. dann aber entweder sich gar nicht um sie gekümmert oder sie sehr mangelhaft unterrichtet, lo daß sie nachher nicht in der Lage waren, mit dem Erlernten ihr Brot zu verdienen. Herr v. Schulz bezeichnete eS als„äußerst wahrscheinlich", daß er selber es gewesen sei, der auf Grund des zu seiner Kenntnis gelangten Aktenmaterials ein Einschreiten des Staats- anwalts gegen Steinberg veranlaßt habe. Zu der Be- merkung des Herrn v. Schulz, daß Steinberg den Schülettnnen auch Arbeit versprochen, aber nicht gegeben habe, erklärte Herr Steinberg, er selber beschäftige nie Arbeiterinnen und habe euch noch nie welche beschäftigt, hinter der Firma„G. u. Ä. Steinberg" und ihrer„Ersten Berliner Krawatten- fabrik" stehe seine Frau und sein Sohn! Gegen die Bc- hauptung des„VorwättS"-AttikelS, daß mit der bei Herrn Stein- berg erlernten Krawattennäherei wenig verdient worden sei, machte Steinbergs Anwalt geltend, man könne hiermit„bis 7 M. pro Tag" verdienen.... Es wurden dann mehrere der f r ü h e r c n S ch ü l e r i n n e n Steinbergs vernommen. Ein Fräulein T. gab auf des Vorsitzenden Frage:„WaS haben Sie denn bei Herrn Steinberg gelernt?" die trockene Antwort:„Eigentlich gar nichts!" Steinberg habe nijp einmal gezeigt, wie die Arbeit auszuführen war; wenn man ein zweites' Mal danach fragt, habe et gesckolten: er könne es nicht alle Augenblicke aufs neue zeigen. Fräulein T. war der Meinung gewesen, im Prospekt stehe, daß das Material geliefert werde. Den Vertrag, in dein wenn die Besuche und Nachrichten von seinem Sohne spärlich werden. Nachdem aber der junge Doktor und dann Profestor eine vornehme Berlinerin geheiratet hat, wird der Alte endlich doch trübselig. Sein Nachbar, der� Taufpate, das schimpfende Gutherz, führt ihn und dessen Tochter nach Wien zum Sohne. Zugleich treffen die vornehmen Eltern ein, und es bedarf bieler Gemütlich- keit, um alles zu versöhnen. Im ersten der beiden, einem Vorspiele folgende» Akte singt eine arme Kühdirn mit ihrem Söhnchen Heinerle ein Ducttchcn, das so voll musikalischer Anmut ist und so gut wiedergegeben wird, daß es allein schon einen Erfolg verbürgen könnte. Die übrige Musik strebt weder nach Dramatik noch auch nach hoher Lyrik und nichr einmal nach sinngemäßer Deklamation» ist aber so schlicht und häufig� lieblich und stets unabhängig von dem gewohnten Appa- rate der»salontirolerei und der Operettenkünste, daß man seine Freude hat, wenn nach den langen Dialogpartien mit sachgemäßer Vcrmittclung die Musik einsetzt. Aus der meist traurigen Vergangenheit des Theaters des Westens wird das gut opernkünstlerische Streben der verunglückten Direktion Prasch nicht so bald vergessen werden und auch durch die jetzige Tätigkeit der Direktion Monti nicht zu ersetzen sein. Allein, sie verdient unsere Sympathie durch das meist gute, nur zum Teil ins Burleske hineinspielende Ensemble. Gustav Matzner gab in der Titelrolle eine durchgearbeitete Leistung, wie sie im OpereUenleben nicht häufig vorkommt, es Notizen. — Thcaterchronik. Die im Hebbel- Theater zu Sonntag mittag angesetzte„Phädra"- Aufführung(mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle) wurde von der Polizei verboten, weil„an einem Tage nicht drei Aufführungen(eS sind noch zwei andere angesetzt) stattfinden diirken." — Eine Genossenschaft deutscher Schriftsteller ist in Berlin begründet worden. Sie will die Werke junger Künstler prüfen und wertvolle Arbeiten an„bekannte Autoritäten" zur Be- gulacktung senden, dann die Arbeiten mit dem Gutachten der Ehren- lektoren veröffentlichen, oder dramatische Werke bei Theatern ver- Mitteln. Ferner sollen jimge Talente unterstützt werden. Die Geschäftsstelle der Gcnossenschäft ist: Berlin IV. 3S, Steglitzer Str. 49. Der Stiefelmaler als Kunstgeneral. Es klingt zwar wie ein verfrühter Aprilscherz, aber in Preußen sind ja alle Dinge möglich: Anton v. Werner soll Direktor der National- g a l e r i e werden. Herr v. Tschudi, der mit Geschmack, Kenntnis und Umsicht die Kunstsammlung bedeutend gehoben und aus einem Antiquitäten- und Hohenzolleniparadckabinett zu einer modernen Galerie gemacht hat, ist bekanntlich in Ungnade gefallen. Er mußte auf Reisen gehen, weil Wilhelm II. die Ricklimg nicht paßt. Anton v. Werner, der sicher für eine historische Kostüm- schneideret Talente hat, aber weder ein Maler noch Kunstkenner ist, soll sein Nachfolger werden— so wird ganz bestimmt versichert. Da eine solche Berufung durchaus in die ganze Richtung unseres Regimes paßt, so ist bei aller Ungeheuerlichkeit der Meldung an ihrer Möglichkeit durchaus nicht zu zweifeln.... Unsere preußischen LandlagSabgeordneten werden die schöne Aufgabe haben, mit allem Nachdrück auch in dieser Frage die Jisimsfe» der Knttnr»md der Freiheit zu vettreten. " Er ist ferner überzeugt, daß die von Desterreich- Ungarn, unter Hintanstellung der Pflichten, die sich aus dem Bündnis mit dem italienischen Staate ergeben, wie unter Nichtachtung der Rechte der Bevölkerung von Bosnien und Herzegowina, über ihr eigenes Gefchick zu entscheiden durchgeführte gewaltsame Verlegung des internationalen öffentlichen Rechts die politisch soziale Erneuerung des türkischen Reichs sowie den europäischen Frieden gefährdet hat, für den diese Erneuerung die beste Gewähr bot. Der Parteivorstand erachtet daher, daß die italienische Regierung die Pflicht gehabt hätte, anstatt dem Vorgehen Desterreich- Ungarns beizustimmen, sofort und energisch dagegen zu protestieren, und daß jetzt der Protest Italiens auf der bevorstehenden internationalen Konferenz nur noch wirkiam zum Ausdruck gebracht werden könne durch Vertreter, die nicht durch vorherige Mitschuld und Verzichtleistung gebunden sind. es anders stehe, habe fie nicht genau gelesen, fie habe sich eben! fammlungen in ganz erheblichem Umfange unter den Bergleuten ,, Der Vorstand der sozialistischen Partei ist der Ueberzeugung, auf den Prospett verlaffen. llebrigens habe man ihr auch gar stattgefunden haben, und zwar find regelmäßige feste Beträge ge- daß die Politik der sozialistischen Partei auf dem Gebiete der feine Zeit gelaffen, den Vertrag zu lesen, man habe fofort die geben worden. Diese regelmäßige Zahlung bestimmter Beiträge internationalen Beziehungen darauf abzielen müffe, Situationen zu Unterschrift gefordert. Auch in ihrer Hoffnung, von Steinberg macht es für mich unmöglich, zu glauben, daß sie zur Deckung von schaffen, die den Frieden sichern und durch die Bildung und UnabArbeit zu bekommen, sei sie getäuscht worden. Er habe etwas Bechschulden, für Gezähe, zur Bezahlung von Strafgeldern Ver- hängigkeit der nationalen nationalen Einheiten bei den verschiedenen Arbeit gegeben, habe aber zu wenig Material dazu wendung finden konnten. Ich bin vielmehr der Ueberzeugung, daß Nationen die Entwickelung der demokratischen Einrichtungen geliefert, ihr viel Lauferei zugemutet, übermäßig bemängelt, und es fid, bei diesen Sammlungen um von Beamten begangene Pflicht begünstigen, deren fich das Proletariat für seine selaffeneroberungen schließlich habe sie gar keine Arbeit mehr bekommen. Der Vor- widrigkeiten handelte. Aus diesen Pflichtwidrigkeiten ergaben fich bedienen kann. figende belehrte fie, im Brospekt stehe doch nirgends, daß es Stein dann weiter Pflichtwidrigkeiten gegen den Fistus. Ein Steiger, berg sei, bei dem man Arbeit bekommen werde. Eine Zeugin der sich bestechen läßt, muß den Arbeitern dafür eine Reihe BerFrau E. belundete, fie habe bei Steinberg fich das ihr gegenüber gütigungen gewähren, die nicht allein in der Höhe des Lohnes zum angewandte Verfahren nicht gefallen lassen, darum habe sie Ausbrud kommen, sondern auch darin, daß man weniger zu mehr gelernt. Auch Frau E. gibt auf die Frage, ob fie arbeiten braucht und andere Bevorzugungen genießt. Der Steiger, den Bertrag burchgelesen habe, bie Antwort: Eigentlich besonders der Fahr steiger, gibt bei der Festsetzung des nein." Der Profpeft", fügt sie hinzu, war ja fo Gedinges ein entscheidendes Urteil ab, und soweit berlodend und Frau Steinberg fagte: Bitte, unter sich Steiger und Bergleute nicht als Parteien, nicht als Kontraschreiben". Frau E. war gleichfalls der Meinung, laut benten gegenübertreten, sondern sich als Kameraden betrachten, ist Broipelt wolle Steinberg felber benen, die ausgelernt haben, Arbeit es ganz selbstverständlich, daß fie bei Abschluß des Gedinges den geben. Wieder belehrte der Vorsitzende:„ Aber doch nicht er!" Auf Bergleuten mehr gewähren wollen, als sie gewähren dürfen. Lassen eine Frage Davidiohns, was Zeugin denn durch Steinberg sich Beamte von den Arbeitern bestechen, so ergibt sich aus dieser felber gelernt habe, antwortete fie:" Bon Herrn Steinberg Kameradschaftlichkeit ohne weiteres, daß der Beamte dem Arbeiter pichts". Der Vorsitzende rief verwundert:„ Er war doch der etwas zugesteht, und zwar zugesteht auf Kosten des Fistus. Steht Lehrherr! Aber Frau G. beharrte dabei:„ Er hat sich nicht darum ein Steiger mit der Kameradschaft einer ganzen Partie unter gefümmert; eine Angestellte zeigte es mir". Eine Frau B. be- einer Dede, so kann das Gedinge im ganzen steigen. Liegen tatfundete als Beugin gleichfalls, bei der Aufnahme habe Frau Stein fächlich Bestechungen vor, was das Gericht zu entscheiden hat, dann berg ihr gar feine Zeit gelaffen, den Vertrag zu lesen. Erst habe sie haben sich die Angeklagten schwerer Pflichtverletzungen schuldig gebezahlen müffen, dann habe sie ihre Unterschrift zu geben gehabt. Gelernt macht. Das durchschnittliche Einkommen eines Obersteigers beträgt habe sie so gut wie nichts, weil sie„ a m Dugend lernen", b. h. von 2000 bis 3800 m., das eines Fahrsteigers 1800 bis 3000 m., das jeder Arbeit immer ein Dupend machen mußte, so daß die ganze der Bergleute durchschnittlich 1600 M. Es gibt sogar Bergleute, Beit draufging. Ihr sei es zu teuer gewefen, am die bis 1700. verdienen.( Laute Oho!-Rufe und lebhafter Bierteldugend zu lernen". denn dabei müfie das Material Widerspruch bei den angeklagten Berglenten und im Zuhörerraum, von der Schülerin bezahlt werden. Im Prospekt stehe, der der zum größten Teil von Bergleuten befest ist.) Wenn ich diese Kurfus zu 20 W. fei für Damen, die eine Arbeitsstube einrichten Zahlen angab, so meinte ich die Vollhauer. Die Schlepper verwollen. Der Vorsitzende wunderte sich, daß jemand das alles für dienen natürlich weniger. Ein Schlepper 1. Klaffe verdient nur 20 92. Ternten wolle. Frau P. antwortete, so stehe es aber im fieben Zehntel des Lohnes eines Vollhauers, ein Schlepper 2. Klasse Prospekt. Ein Fräulein M. hat gleichfalls aus dem Profpeft sechs Behntel. Monatslöhne in Höhe von 105 M. werden schon als herausgelefen, daß man direkt von Steinberg Arbeit bekomme. unzureichend bezeichnet und in der Presse bemängelt. Berteidiger Rechtsanwalt Loewy stellte fest, daß darin, Beschäftigung Kolon: Welches war das Gehalt der Bergleute vor dem ersten aus der Ersten Berliner Krawattenfabrit" ver großen Grubenstreit? Sachverständiger: Damals hatte ein sprochen werde. Herr Steinberg wehrte bescheiden ab: Das bin Steiger ein Anfangsgehalt von 90 M. und davon gingen 6 M. für ich doch nicht!" Fräul. W. hat das freilich angenommen. Ihr die Snappschaftskasse ab. Das war allerdings vor 20 Jahren. wurde von Steinbergs Anwalt noch vorgehalten, daß sie dem Herrn Berteidiger August beantragt, ins Brotokoll aufzunehmen, daß der Steinberg schriftlich bescheinigt habe, fie fei mit dem Vorsitzende die Belehrung über die Eidesleistung bei den Beugen Unterricht zufrieden gewefen Sie antwortete, das habe in der Weise vorgenommen hat, daß er sagte, sie dürfen die Ausfie getan, weil sie zufrieden war, fertig zu sein. fagen nur dann verweigern, wenn sie sich strafbar gemacht hätten. Dem Antrag wird stattgegeben. Bum Schluß erzählt der Beuge Bergmann Kiefer, " " - Hiermit war die Bernehmung der erschienenen Zeugen beendet. Steinbergs Anwalt bot an, erforderlichenfalls noch eine Reihe Schülerinnen vorzuführen, die bei Steinbergs Vorzügliches gelernt und durch Steinbergs Vermittelung sofort lohnende Arbeit gefunden daß der Angeklagte Steiger Beter Steßler gestern abend nach Schluß hätten. Im übrigen sei schon durch die bisherige Beweiserhebung der Sizung erklärt habe, er würde denjenigen totschießen, der ihn erwiesen, daß in der Ersten Berliner Krawatten aus dem Brot bringe. Hierauf wird die Beweisaufnahme geatabemie" alles in bester Ordnung fei. Herr schloffen und es ergreift das Wort zur Begründung der Anklage Steinberg sei ein anständiger Mann, nicht aber ein Mensch, Erster Staatsanwalt Figge: bor dem man warnen müsse wie vor einem Verbrecher. Darum " Der Parteivorstand erachtet für nötig, daß die Vertreter der auswärtigen Bolitik Italiens, um in der internationalen Lage und befonders in den österreichisch- italienischen Beziehungen das freundichaftliche Einvernehmen wieder herzustellen, das durch die Haltung Oesterreich- Ungarns gestört ist, im Sinne der eben dargelegten Erwägungen vorzugehen haben; er erklärt die fofortige Einberufung des Parlaments für notwendig, damit nach Diskussion der betreffenden ministeriellen Berantwortlichkeiten den Vertretern Italiens auf der europäischen Konferenz eine Aktionslinie vorgeschrieben werde, und lenft ichon jett die Aufmerkiamkeit des italienischen Proletariats auf das Breisgeben der Rechte der Volkssouveränität zugunsten unverantwortlicher Stellen, deffen sich die herrschenden Klaffen schuldig machen würden, wenn sie die geforderte Einberufung des Barlaments nicht gewährten. Weiter nahm der Parteivorstand ein Votum gegen den Kornzoll an und machte der Parteifrattion zur Pflicht, wenigstens für eine zeitweilige, durch die jetzige Teuerung bedingte Aufhebung einzutreten. " Schließlich beschloß man, nicht länger Propagandisten anzustellen, fondern Agitationstouren in den einzelnen Provinzen finanziell zu unterstützen, und 80 Proz. der zur Verfügung stehenden Mittel der Agitation in Süditalien zuzuwenden. Mit der Jufpektion der Sektionen, mit Hinblick auf die zugunsten des Avanti" auferlegten Extrasteuern, wurde Genosse Lerda betraut. Schließlich nahm man noch ein Botum für das allgemeine Stimmrecht an und für die Amnestie und wählte die Genossen Cabrini und Biffolati als Vertreter der italienischen Partei in das internationale Bureau von Brüssel. Eine Erinnerung. Am 26. und 27. Oftober werden es zwanzig Jahre her müsse der„ Vorwärts" Redakteur Davidsohn schwer bestraft werden, Die Tatsachen, die durch die Verhandlungen der letzten Tage auch sei ihm eine Buße aufzuerlegen, die er dem gefchädigten Herrn offenbart find, sprechen flar, beutlich und eindringlich. Die Fest sein, daß in München der vor dem Fall des Ausnahmegesebes Steinberg zahlen solle. Die Höhe diefer besonderen Buße wurde stellung solcher Tatsachen ist nicht leicht gewesen. Wir haben einer von der politischen Polizei angezettelte lette Geheimbundsvon Herrn Steinbergs Anwalt mit 300 m. als ausreichend erachtet, geschlossenen Masse gegenübergestanden, die es als in ihrem Inter- prozeß gegen die Genossen Birt sen. und Birk jun., Ignaz während Herr Steinberg auf der Medaktion einer anderen Beitung effe liegend erachtete, Mißstände, die offenbar vorlagen, nicht in uer und neun weitere Angeklagte stattfand. Der in vieler Hinsicht interessante Prozeß erregte seinerzeit weit über die Mauern erklärt hatte, er rechne darauf, daß der„ Vorwärts" ihm 20 000 wt. Erscheinung treten zu lassen. Es war vielfach ein harter Stampf Münchens hinaus berechtigtes Aufsehen. Im Verlauf dieses Prozahlen werde. notwendig, um die Angeklagten und Zeugen zu einigen BefundiHerr Steinberg felber fügte den Ausführungen feines gungen zu bewegen, die ein schwaches Bilb von dem wirklich Ge- effes war es nämlich dem Genossen Auer und den Verteidigern Anwalts die Mitteilung hinzu, bor Erscheinen des zur Auflage fchehenen gegeben haben. Ich sage, ein schwaches Bild, aber ein Dr. Bernstein und Löwenfeld gelungen, das Spielwesen der stehenden„ Borwärts" Artifels sei ein Annoncenacquifiteur Bild, das für die Augen des lebenserfahrenen Betrachters nun- Münchener politischen Polizei schonungslos an den Pranger zu des Vorwärts" gekommen und habe Steinbergse Frau und mehr in feinen Umrissen scharf vor uns entwidelt worden ist. ftellen. Die Seele diefer polizeilichen Sozialistenverfolgungen war Sohn aufgefordert, im Vorwärte" au annoncieren, und es ist aufgedekt worden cine böse Krankheit, die sich seit Jahren der Kommissar Gehret, der eine Horde nach Puttkamerscher Schule als man das abgelehnt habe, sei hinterher der Artikel in der Bergarbeiterschaft und in der Beamtenschaft entwickelt und gebrillter Spigel unterhielt, und der sich vornehmlich auf die Mitim Vorwärts" betöffentlicht worden. Herr Rechts- bie einen großen Umfang angenommen hat. Wir wollen nicht teilungen des Schuhmachers Heinrich Fürst aus Augsburg und anwalt Goldberg hielt es nicht etwa für angemessen, feinem Man übertreiben: es gibt noch viele Bergleute, und ich freue mich dar auf die Aussagen zweier Dienstboten stützte, die im und vor dem danten Steinberg flar zu machen, daß er mit diefer geradezu über, die nur auf ehrliche Art und Weise das verdienen wollen, Jahre 1888 beim Restaurateur Genossen Birk bedienstet waren. blödsinnigen Berdächtigung, die er plöglich in die Ver was fie für ihren notwendigen Lebensunterhalt brauchen. Es gibt Die von Gehret zusammengestoppelten Anzeigen wurden vom handlung hineinwarf, fich felber brandmarkte, sondern er erflärte noch viele Beamte, die sich auf derartige Schmußereien nicht ein Untersuchungsrichter zubereitet und vom Staatsanwalt Raisenberg allen Ernstes, jener Annoncenacquifiteur tönne den Artikel in den laffen, die ihre Beamtenehre und den Beamteneid hochhalten. Aber zu einem kunstvollen Anklagegebäude geformt. Es half aber alles Borwärts" hineingebracht haben!! Der Herr Rechtsanwalt hat die Krankheit hat doch einen recht bedenklichen Umfang ange- nichts. Die Verhandlung, in die besonders unser verstorbener offenbar nur eine sehr unklare Vorstellung vom Beitungs- nommen. Die Bergbehörde zögerte auch keinen Augenblic, ein- Genosse Auer, der sich damals als freier Schriftsteller in München wesen, bon dem Zustandekommen solcher Artikel, von der zugreifen, um dieser Krankheit wirksam zu begegnen. Der heutige aufhielt, mit seinem bekannten faustischen Wib eingriff, entrollte ein Bild so elender Polizeiwirtschaft, wie sie glücklicherweise auf Tätigkeit der Annoncenacquisiteure und im besonderen von den politischem Gebiet in München nicht wieder beobachtet worden ist. Grundsägen, die für eine anständige Beitung gelten. Es ist unserer Expedition nicht gelungen, den Steinberg Der Kronzeuge- Schuhmacher Fürst- wurde in der ZeugenberGoldbergschen Annoncenacquifiteur" zu ermitteln, ber den Zollnehmung als ein Genoffe" entpuppt, der für Geld der Polizei diente und alle Welt anborgte mit dem Vorgeben, sich von der häuslereinfall gehabt haben soll, zum Annoncieren im Vorwärts" einen Mann aufzufordern, von dem just der Vorwärts" Sozialdemokratie abwenden zu wollen. Keine der Anflagen auf teine Annonce aufnehmen würde. Uebrigens wurde dieses Geheimbündelei konnte aufrecht erhalten werden, und als die GeGeschichtchen auch von dem Gerichtsvorsitzenden, der es in der ersten nojen sämtlich freigesprochen wurden, da zog die blamierte Berblüffung für möglich au halten schien, schließlich als leiner politische Polizei Münchens ab und ihr oberstes Genie- der war bald ein toter Mann. tweiteren Erörterung wert abgelehnt. Michel Gehret Brozeß wird für die Bergverwaltung manche guten Lehren zu tage gefördert haben. Hier haben wir es nicht nur mit dem zu tun, was durch die Hauptverhandlung festgestellt wurde. Aber die Richter brauchen nicht an den Worten su fleben, die hier von den Beugen gefagt wurden. Der Staatsanwalt Michalste führte ergänzend aus, daß Be. ftechungen feit langen Jahren bis in die neueste Beit unter den Bergarbeitern der Grube Reeben vorfamen. Er beantragt gegen die Angeklagten Steiger Cbermann, Sed und Albrecht je 4 Monate, gegen die übrigen Steiger je 3 Monate Gefängnis, außerdem die berkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter. Gegen die angeklagten Bergleute beantragte der Staatsanwalt Gefängnisstrafen bis zu drei Wochen. Selbstverständlich wurde dem Herrn Rechtsanwalt Goldberg famt seinem Steinberg bon unserem Genossen Davidsohn und seinem Berteidiger eine scharfe Zurüdweisung auteil. Der Berteibiger Rechtsanwalt Loewy erklärte, er nehme an, Stein. berg habe habe die Geschichte glatt erfunden. Die ganze Nachmittagssigung wurde durch die Plaidoyers der Die Angriffe Angriffe des Borwärts"- Artikels gegen Steinberg acht Berteidiger ausgefüllt und dauerte 7 Stunden. Mit Rück seien durch die Beugenaussagen als berechtigt nachgewiefn mor- ficht auf die borgerückte Zeit es war nach 9 Uhr abends geDen. Durch die Annoncen des Herrn Stein- worden bertagte der Borsigende die Urteilsverkündung auf Sonnberg und durch seine Prospette feien biele abend, ben 81. Oktober, nachmittags 5 1hr. Frauen und Mädchen irregeführt worden, da habe der Vorwärts" die Pflicht gehabt, öffentlich festzustellen, daß die dadurch rege gemachten Erwartungen nicht erfüllt werden. Bezüg lich des Herrn Steinberg selber wurde unter Beweis geftellt, daß er siebenmal borbestraft set, und zwar auch mit Gefängnis, im besonderen zweimal wegen Betrug, und awwar einmal mit awei Monaten Gefängnis. Das 3nstitut des Herrn Steinberg verdiene nicht den Schutz der Gerichte. " Aus der Partei. QQ30 Der Nürnberger Parteitag in den Organisationen. In Weglar, Gleiberg Kroftdorf und Launsba dj erstattete Genoffe Fausch Wetzlar Bericht vom Parteitag. Jir allen Verfammlungen erflärten fich die Genossen einstimmig mit den Beschlüssen und dem Verhalten ihres Delegierten einverstanden. Eine Barteiberfammlung in Benrath( Rheinland) Befchloß: Die heutige Berfammlung stellt sich vollständig auf den Boden der Vorstandsrefolution des Nürnberger Parteitages. Die Verfammlung ersucht den Parteivorstand, darüber zu wachen, daß die Erklärung des Genoffen Segiß nicht zur Tat wird. Die Versammlung erwartet vom Barteivorstand, daß er jedem Verfuche einzelner Perionen, sich über die Beschlüsse des Parteitages hinwegzusetzen, unnachfichtlich entgegentritt. Erste Zusammenkunft des neuen italienischen Bartelvorstandes. Rom, 20. Oftober.( Eig. Ver.) Bom 16. bis 19. Oftober hat der aus dem Parteitag von Florenz hervorgegangene Parteivorstand feine erste Blenarsizung Genoffe David fohn selber führte zu seiner Berteidigung u. a. abgehalten. In Kehl( Baden) erstattete Genofie Kießling Bericht vom aus, die Redaktion bes Verwärts" sei zeitweise geradezu beftürmt Zunächst hat der Vorstand einen Bericht über die 2age in Parteitag. Es entspann sich hierauf eine recht interessante Dis worden von Frauen und Mädchen, die weinend um Schub gegen Apulien entgegengenommen, den der Abg. Todeschini gab. fuffion. 8wei Genoffen stellten sich auf Seite der füddeutschen GeSteinberg baten. Da habe er diese Dinge öffentlich zur Der Referent legte dar, daß die Lage diefer Provinzen durch die an- noffen. Einer war der Meinung, daß die Matfeier ein Hemmnis Sprache bringen müssen. Wenn etwa angenommen werde, daß die haltende Trockenheit und Mißernte unendlich ernst sei, so für die Gewerkschaften sei! Die weitere Disfuffton sowie das Schülerinnen tatsächlich nicht geschädigt worden seien, so hätten sie daß man in diesem Winter Boltsaufstände zu erwarten hätte. Schlußwort des Genossen Kießling richtete fich gegen diese sich doch zum mindesten geschädigt gefühlt, da sie an Nach längerer Disfuifion stellte der Vorstand in einer einstimmig Redner. Zum Schluß wurde eine Refolution gegen eine bas Institut, verleitet durch den Prospett, mit größeren Erwar zur Annahme gelangten Refolution die folgenden Forderungen Stimme angenommen, in der sich die Versammlung mit tungen herangetreten seien. auf: fofortige Berteilung von Geldunterftigungen aus der Staats- den Beschlüssen des Nürnberger Parteitags boll= Das Gericht tam nach ganz furger Beratung zu dem Beschluß, faffe, wie dies bei großen Unglücksfällen zu gefcheben pflege; ständig einverstanden erklärt. der Angeklagte sei der Beleidigung, Steinbergs schuldig. Das schleunige Jnangriffnahme der schon autorisierten öffentlichen Urteil lautete auf 150 Mart Geldstrafe( eventuell 10 Tage Arbeiten; Erleichterung des Fredits für die Lokalverwaltungen, die Aus den Organisationen. Der Landesvorstand für die drei Saft) fowie 300 Mart Buße für den geschädigten Steinberg. nicht imstande find, die öffentlichen Arbeiten ihrer Kompetenz in oldenburgischen und den 1. und 2. hannoverschen Jener Borwärts"-Artitel habe einzelne Aeußerungen angeblich Angriff zu nehmen. Es wurde dann eine Kommission von Vor Reichstagswahlkreis beschloß, den Organisationen, die unzufriedener Schülerinnen verallgemeinert. Ob Steinberg im ftandsmitgliedern gewählt, die diese Resolution Giolitti unter- bisher über cine Bibliothek noch nicht verfügten, eine solche Brojpeft mehr verspreche, als er gewähre, sei unwesent- breiten sollte. auf Kosten der Landestasie zu liefern. Zunächst soll ein lich; wesentlich fei nur, was man unterschreibe, und das Nach einer längeren Diskussion über die Auswanderungs- Ortsverein aus jedem Wahlkreise eine der vom Diekschen Verlag Mit diesem Urteil( gegen das von unserem Genoffen Davidsohn Politit einigte man fich dahin, daß Genoffe Cabrini auf dem in Stuttgart zusammengestellten Vereinsbibliotheken erhalten. am 18. d. M. zufammengetretenen Kolonialfongreß die Gewerk selbstverständlich Berufung eingelegt wird) schien Herr Steinberg fchaftsforderungen vertreten solle, bie bereits in feiner unserem Polizeiliches, Gerichtliches ufw. sehr zufrieden zu sein. Wir finden aber, nach dem ganzen Berlauf legten Parteitag vorgelegten Heiolution enthalten waren. Straffonto der Bresse. Wegen Beleidigung eines christlichen der Verhandlung, daß sein einziger Erfolg" die 300 Mart Weiter beschloß der Vorstand, dem gleichzeitig tagenden fran- Gewerkschaftsbeamten Tremmel, der bei einem Streit der Hafensind, die er für erlittenen Schaden einfachen darf. falls ihm nicht öfifchen Parteitag ein Begrüßungstelegramm arbeiter in Mannheim Streifbrecher zu vermitteln fuchte, wurde die Berufungsinstanz einen Strich durch seine Rechnung macht. zu senden. Da der Kongreß der französischen Konföderation der Genosse Kadel vom Volksfreund" zu Karlsruhe zu Arbeit, der vor furzem in Marseille tagte, auf syndikalistische 100 Mart Geldstrafe verurteilt. Wegen Beleidigung eines Kriegervereins durch den angenommen hatte und diefes Votum, das auf ganz falschen Ausdruck Kriecher" wurde der Genosse Apel von der NordVorausiegungen beruhte, von der Sumanité" nicht zurüid- haufer Boltszeitung" zu einem Monat Gefängnis gewiefen worden war, wurde gleichzeitig in dem Telegramm der verurteilt. Der Staatsanwalt hatte drei Monate beantragt und In der heutigen Vormittagsjigung erstattete nach einigen un- Bunsch ausgesprochen, daß das Zentralorgan der franzöfifchen Batei in seinem Plaidoyer u. a. gefagt: wefentlichen Zeugenvernehmungen fünftighin die italienischen Verhältnisse genauer verfolge, um auf Königstrene, Vaterlandsliebe und Frauentugend feien hie höchften Grund wirklicher Kenntnis der Verhältnisse urteilen zu können. Ideale der Kriegervereine und wer diese verspotte, der entdeutsche Ueber die Frage der äußeren Politik wurde nach kurzer und entebre sich selber. Die Männer( Kriegervereinler) feien in den Diskussion eine Tagesordnung Bissolati angenommen, die Krieg gezogen, unter denen auch Genoffen des Angeklagten gefolaenden Wortlaut hat: i wefen, die ihre Frauen und Kinder zurücklassen mußten. Diese zu müffe eben jede Schülerin vorher durchlesen. Das Bestechungssystem im Saarrevier. Saarbrüden, 94. Oftober 1908. ( Telegraphischer Bericht.) Sachverständiger Berginspektor Herwig folgendes Gutachten: Die Beweisaufnahme hat trop der vielen negativen Beugenaussagen für mich überzeugend ergeben, daß Geld nung ein Votum gegen die italieniſche Konföderation der Arbeit 22 " Das sind Uebelstände, die die Sozialdemokraten bei der Beratung des Kinderschußgefeges vorausgesagt haben, die man aber damals nicht wahr haben wollte. M.- Gladbach. beschimpfen, sei eine der größten Beleidigungen. Von friechen[ mals für Platinen üblichen Zuschlag von 4 M. pro Tonne auf den Lönne teine Rede sein, denn der deutsche Soldat stehe aufrecht und Knippelpreis hinzu, so ergibt sich bei einem Höchstpreise für Grobstramm. Die Kriegervereine feien ein Bollwerk gegen die Sozial bleche von 200 9. ein Platinenpreis von 139 W. Die Tifferenz der demokratie und daher würde vom Angeklagten und seiner Partei Preise, die von den reinen Werken bei ihrer Fabrikation damals der Kampf gegen jene mit allen Mitteln geführt. Die Artifel der ausgenutzt werden konnte, stellte sich bei der Herstellung von StabEingegangene Druckfchriften. " Volkszeitung" hätten nicht nur die Wertherschen Kriegervereinler, eifen auf 55 M. und bei der von Grobblechen jogar auf 61 M. Dasondern alle Vereine, die ganze Bevölkerung verlegt. Der Gerichts gegen hatte in der Hochkonjunktur des Jahres 1907 der höchste Sosiale Kultur. Neue Folge der Zeitschrift Arbeiterwohl". Rebigfert hof sei verpflichtet, dem Angeklagten durch ein strenges Strafmaß Preis für Snippel 110 m. und für Platinen 122,50 M. betragen. bon Prof. Dr. Fr. Hiße und Dr. W. Hahn. Voltsvereinsverlag in fühlen zu lassen, wie die Richter die Kriegervereine bewerten. Die Die Walzwerte hatten aber nach der gleichen Aufstellung des " Das Weltall." Bustrierte Zeitschrift für Astronomie. 1. Seft. Handlung sei, soweit seine Ansicht in Betracht komme, ehrlos und Vereins Deutscher Eisenhüttenleute für ihr Stabeisen nur 147,50.perantsg.: Dr F. S. Archenhold. Cricheint am 1. und 15. eines jeden deshalb müsse auf ein hohes Strafmaß erkannt werden. pro Tonne und für Bleche nur 152,50 2. erlösen fömen. Die Monats. Einzelnummer 60 Pf. Verlag: Treptower Sternwarte in Breisdifferenz stellte sich also im Jahre 1907 auf 37,50 M. für Stab- Treptow- Berlin. eifen und auf 40 M. für Grobbleche gegen 55 M. beztv. 61 M. im Schauspieler Kunst. Eine Hochschulfrage von S. Bogt. 50 Pl. Jabre 1900. Die reinen Werke bürfen mit folcher Art des Kampfes Literarische Wandlungen. Herausg.: R. Vogt. Verlag: zufrieden sein. Eine bessere Unterstreichung ihrer Forderung, als Briber u. Lammers, Berlin W. 8. es durch den Stahlverband ungewollt geschieht, hätten sie sich kaum bestellen können. Aus Induftrie und Handel. Feierschichten das kleinere Uebel. Vom rheinisch- westfälischen Koblenmarkt meldet die Rheinisch Westfälische Zeitung" zunehmende Abflauung, die das Einlegen von Feierschichten nötig machen werde. Wörtlich heißt es da: Uebel werden." d Zu Lohnfürzungen noch Feierschichten, das sind bei den enorm hohen Lebenshaltungskosten trübe Aussichten. Solche Weihnachts bonifikationen find das rechte Mittel, Begeisterung für Uebernahme neuer indirekter Steuern auf Lebensmittel auszulösen. Rheinisch- Westfälisches Kohlensyndikat. In der am Sonnabend abgehaltenen Sigung des Beirats tourden die Beteiligungsanteile für November und Dezember dieses Jabres für Koblen auf 80 Proz., für Stots auf 60 Bro3. und für Briketts auf 82% Bros. feitgefeßt. Aus dem der Rechenbefizerberiammlung des Kohleniynditats erstatteten Bericht ist folgendes zu entnehmen: Der rechnungsmäßige Absatz betrug in September bei 26 Arbeitstagen( im gleichen Monat des Vorjahres 25) 5710 977 Tonnen( Vorjahr 5 679 888 Tonnen) oder arbeitstäglich 219 658 ( Borjahr 227 183 Tonnen). Die Förderung stellte sich insgesamt aut 7 071 746( Vorjahr 6 557 682) Tonnen oder arbeitstäglich auf 271 990 ( Borjahr 262 307) Tonnen und im August 1908 auf 7058 908 refp. 271 496 Tonnen. bemerkbar. Die Bocholter Textilindustrie Soziales. Aus dem Gewerbegericht. 1. Lohnabzug. Nr. 2. Aus der Frauenbewegung. „ Es fonnte nicht ausbleiben, daß durch die Stockung des Stofs, hat immer noch sehr empfindlich unter der wirtschaftlichen Krisis zu Ueber die Weltanschauung Tolstois" absages und durch die daraus sich ergebenden Konsequenzen für leiden. Obgleich die meiſten Betriebe wöchentlich eine, manche fo- sprach am Montag, den 19. Oftober, Friedrich Stampfer im Lagerung und Aufbereitung nach und nach alle Kohlensorten in Wit- gar zwei Feierschichten eingelegt haben, will es nicht gelingen, die " Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse". Der Releidenschaft gezogen wurden. Erschwert werden den Zechen die Nachfrage der Produktion anzupassen. Allenthalben wird über große ferent zeichnete zunächst in furzen Zügen den Lebenslauf Tolstois. Berhältnisse noch dadurch, daß nicht nur die Industrie ihre Bezige waren infolge des ununterbrochen sieben Wochen lang anhaltenden, Lugus und Genuß verrauscht war, seinen poetischen Arbeiten Lagervorräte Klage geführt. Auch war der Abruf der bestellten Er schilderte, wie sich der Dichter nach einer Jugend, die ihm in einschränkt, daß die großen Schiffahrtsgesellschaften, wie Norddeutscher Lloyd und Hamburg Amerika Linie aufbestellen, außerordentlich schönen Herbstwetters fehr schleppend. Obendrein widmete, die ihm bald einen bedeutenden dichlerischen Ruf gesondern daß auch die Lieferungen für den Eisenbahnfistus, der macht sich auch die Preisdrückerei der Engros- Abnehmer unangenehm wannen, sich aber bald ausschließlich philosophischen Studien und bislang noch immer flott abnahm, jest stark eingeschränkt werden Am falimmsten ist die gegenwärtige Strifis für Gedanken hingab. Tolstois deal eines schlichten, jeder fulturellen müssen. Dadurch sind erhebliche Stockungen im Absatz eingetreten, die Inhaber der kleineren Betriebe, insbesondere für die Lohnwebereien, Berfeinerung abgewandten Daseins, feine astetischen, dem Sinnendie zu Feierſchichten Veranlassung geben. Allerdings gestatten die auf schwachen wirtschaftlich- finanziellen Grundlagen ruben. leben feindlichen Träumereien sind bekannt. Betannt ist auch, wie auch die bedeutend gewachsenen Läger nicht mehr, flott darauf Während die Arbeiterschaft seit einem halben Jahre mit einem be- der Dichterphilosoph auf seinem Stammgut Jasnaja Poljana tatlos zu fördern, sondern zwingen zur Einschränkung der Förderung deutenden Lohnausfall zu rechnen hat, find auf der anderen Seite sächlich seinen dealen nachlebt und wie die Bauern seiner Umund im weiteren Verfolg zur Einlegung von Feierschichten. die Lebensmittel, Wohnungsmieten, Kohlenpreise usw. noch fort gebung einfachste physische Arbeit verrichtet. Tolstoi war, als er Die Verluste des Lagers großer Mengen machen sich nach drei während im Steigen begriffen. So werden in Bocholt z. B. die sich von dem Leben seiner Klaffengenossen abwandte, auch in seiner Richtungen geltend. Einmal belaften fie direkt die Zechen mit Startoffeln mit 4 W. pro Zentner bezahlt, während man in früheren ueberzeugung Christ geworden, Christ im Sinne der russischen großen Ziusverlusten, sodann bebrücken sie den Markt für später Jahren den Zentner höchstens für 3 D. verfaufte. Durch die Staatskirche. Als aber nach dem Attentat auf Alexander II. bie und schließlich leidet das Produkt nicht unerheblich durch das Notlage der Arbeiterschaft werden natürlich auch zahlreiche Bollstrecker dieses politischen Urteils von dem christlichen Staat Lagern. Die Feierichicht dürfte also allmählich zum fieineren man unter anderem aus den zahlreichen Zwangsversteigerungen, fich dem Dichter der schneidende Gegensatz zwischen der Lehre der andere Erwerbszweige in Mitleidenschaft gezogen. Das ersicht zum Tode verurteilt und erbarmungslos hingerichtet wurden, tat bielt, was bordem noch nie zu verzeichnen war. Da in der Bocholter ein Feind dieser Staatskirche. Tolstois philosophischer Ausgangsvon denen eine Nummer eines Lokalblartes fürglich sechs Stück ent- Menschenliebe und dem Staatschriftentum auf und er wurde fortan Textilindustrie etwa 4000 Arbeiter und 2000 Arbeiterinnen beschäftigt punkt ist das Neue Testament. Er geht aus von den Worten im werden, so bedeutet eine Feierichicht für die Gefamitarbeiterschaft. Evangelium Johannis:" Im Anfang war das Wort", oder nach dem wenn man als Durchschnittstagelohn auch nur 2 M. rechnet, einen griechischen Urtert beffer: 3m Anfang war die Vernunft". Da Lobnausfall von 12 000 W., was in einem halben Jahre die an- mit nähert sich ber Dichter der Anschauung des Philosophen Des fehnliche Summe von 812 000 w. ausmacht bei wöchentlich einer cartes, dessen berühmte Worte:" Ich denke, also bin ich", ebenfalls Feierfchicht. Bum großen Teil ist die augenblickliche Notlage der die menschliche Vernunft als das einzig Unumstößliche, den Urquell Arbeiterschaft auf die unfelige Sollgefeßgebung zurückzuführen. All unseres Weltbildes feßen. Für uns erscheint diese Lehre nicht mählich merken die katholischen Arbeiter, welche Last ihnen das mehr richtig; sie steht im Widerspruch zu der Kantischen Philosophie, Bentrum mit dem Wucherzolltarif aufgehalft hat. die in der Erfahrung die Quelle unseres Dentens sieht. Tolstoi dagegen hält, seinen philosophischen Ideen entsprechend, die Vernunft für das eigentliche Wesen der Welt. Seine Religion ist deshalb eine Art Pantheismus, sein Gott ist ein Gott der Liebe und der höchsten Sittlichkeit. Man dient diefem Gotte, wenn man der Wohlfahrt der Menschen dient! Daher sein lebenslanges aufopferndes Wirken im Dienste der Menschheit. Die Ehe, deren Grundlage die Sinnenliebe ist, will der Dichter nicht als christliche Institution anerkennen. Sie fann höchstens für uns, bie wir das Ideal der Astese niemals erreichen werden, als das kleinste llebel erscheinen. Aber der ganze Sinn des menschlichen Lebens bleibt dennoch hier wie überall für Tolstoi ein immerwährendes Sinstreben zu jenem Ideal. Nach unserer Meinung, betont Stampfer, ist die Tolstoische Auffassung des Idealbegriffs hier schon an sich nicht stichhaltig. Ein Ideal darf nicht außerhalb des Bereiche der Möglichkeit oder sogar der eigenen Wünsche liegen. Die Verwirklichung des Tolstoischen Ideals bedeutete aber die Vernichtung des Menschengeschlechte, die er selbst feineswegs erstrebt. Tolstoi, der feiner Weltanschauung nach stets ein Feind der Soweit die Abweisung der Klage erfolgt ist, liegt ein Rechts- Gewalt und des Zwanges ist, ist natürlich auch ein Feind der be= irrtum des Gerichts vor: 894 des Bürgerlichen Gefeßbuches berstehenden Staatsordnung, wie jeder Staatsordnung überhaupt. bietet bie Aufrechnung. Diese Bestimmung ist zwingenden Rechts. Ein christlicher Staat ist für ihn ein sinnloser und unmögEine Willenserklärung, die gegen dies Verbot verstößt, wie hier die licher Begriff. Er ist Gegner jebes Strafrechts, das ja ebenfalls vermeintliche Zustimmung des Klägers, ist nach§ 184 des Bürger- eine 3wangsgewalt voraussest, er berwirft jebe Form des Barlalichen Gesetzbuches nichtig. mentarismus. Für ihn fann fich die soziale Befreiung des Proletariats nur auf einem Wege vollziehen: Der Arbeiter muß sich den Wiederbesiz freien Landes und Befreiung von der Zwangsgewalt des Staates erkämpfen. Als Mittel zu diesem Stampfe Widerstand, der sich ausdrüdt in Militär- und Landarbeiterstreit. empfiehlt Tolstoi, der Gegner der Gewalt, nur eines: den passiven Der Streif, der uns Sozialdemokraten ein Mittel zur Eroberung ber Macht ist, ist also für Tolstoi nur eine Form der Abwehr des Unrechts. Darin liegt schon der Ausdruck der ungeheuren luft, die die sozialpolitische Weltanschauung von der des großen russischen Dichters scheidet. Der Margismus geht von Kant aus. Wie diefer die Erfahrung als Grundlage unferes Dentens betrachtet, so sucht jener in den geschichtlich gewordenen Machtverhältnissen die Grlärung unserer sozialen Zustände und findet den Weg der Befreiung nur im bewußten Kampf gegen diese Machtverhältnisse. Tolstoi dagegen glaubt die Welt zu ändern, wenn er die Vernunft der Menschen, die ihm die Basis alles Seins ist, umgestaltet, das heißt, wenn er für eine Besserung und Veredelung des Menschen selber fämpft. Wir werden in ihm stets den großen Dichter, den mutvollen und eblen Menschenfreund verehren, auf den Wegen aber, auf denen er geht, werden wir ihm niemals folgen. Die Versammlung folgte den interessanten Ausführungen mit lebhaftem Interesse. Es fand nur eine furge Diskussion statt. Halbzeugzoll. Eine Anzahl reiner Walzwerke baben die Forderung auf Siftierung ber Zölle für Roheifen, Halbzeug und Schrott erhoben. Darauf ant wortet der Stahlverband mit einer Dentichrift an das Reichsamt des Innern, die nach dem„ B. T." eher alles andere als eine fachliche Darlegung der Verhältniffe enthält. Die Mitteilungen, die das Blatt aus der Eingabe veröffentlicht, bieten in ihrem materiellen Inhalt gar nichts, was zur Beurteilung der Verhältnisse dienen fönnte. Die Denkschrift reigt vielmehr zu dem. Verdacht, des Stahlberbandes Schriftgewaltiger habe die Jrreführung der Regierung und der öffent lichen Meinung fich als zweckgewolltes Biel gefeßt. Und was fonst noch geboten wird, find Phraien und Schlagworte mit einem starten Stich ins Fischweiberische. Das B. 2." bemerkt: Die außer ordentliche Gefährdung der deutschen Eisen- und Stahlindustrie" muß dem deutschen Stahlwerksverband als das Bodium dienen, von dem herab er auf seine Widersacher einhauen kann, und er tut dies nicht " Einem Fensterputzer, der bei Quiehl gearbeitet hatte, waren 5 M. für zwei Scheiben, die beim Pußen entzwei gingen, vom Lohn in zwei Raten von 3 M. und 2 M. abgezogen. Die Kammer VIII des Berliner Gewerbegerichts, bei dem der Pußer auf Bahlung ber 5 M. flagte, berurteilte am Sonnabend Quiebl, bem Kläger die zulegt einbehaltenen 2 M. zu zahlen. Der§ 394 des Bürgerlichen Geseybuchs greife Plaz. Die Aufrechnung des Lohnes gegen den Schaden wäre danach nicht statthaft. Auf die Herausgabe der zuerst einbehaltenen 3 M. habe aber läger feinen Anipruch, weil er sich nach Annahme des Gerichts diesen Abzug habe gefallen lanen, ohne Widerspruch zu erheben. 2. Der Hauswirt und der Angestellte des Mieters. Der Hausdiener St., der bei der Firma„ Einkaufthaus der immer mit ritterlichen Waffen; denn Ausdrücke wie„ tendenziöie Berliner Blumenbranche" in Arbeit stand, war mit dem Hauswirt Uebertreibung". Tatsachen„ völlig unterschlagen",„ baltlose Vers dächtigung finden sich in der Denkschrift den Ausführungen des hauptete, er fei von dem angeheiterten Manne angerempelt und bes dächtigung" finden sich in der Denkschrift den Ausführungen des eines Arbeitgebers in Konflikt geraten. Der Hauswirt, der beGegners angehängt. Sodann wird zunächst auf einen Widerspruch hingewiesen. Der ichimpft worden, untersagte ihm das wiederbetreten des Hauses und Stahlverband erklärt allgemein die reinen Werte nicht mehr für beranlagte bie Arbeitgeber, ihn zu entlaffen. S. flagte beim Berliner Gewerbegericht gegen das Eintaufshaus Lebensfähig und gibt dann Zahlen an, die beweisen, daß die angeb- uit." auf Bahlung einer Lohnentfchädigung wegen lich nicht mehr entwicklungsfähigen Werke während der Hochkonjunktur unberechtigter Entlaffung. Er behauptete übrigens, nicht eine überraschende Produktionsvermehrung aufbringen konnten. Dann heißt es weiter:. Die in den Ausführungen des Stahlwerfsver- er habe den Hauswirt angerempelt, sondern der Wirt ihn. Bandes dem Staatssekretär des Junern gebotene Statistit fchließt Die belagte Firma wurde von dem Gerichtshof zur Zahlung der Klagesumme verurteilt. Grinde: mit dem 31. Dezember 1906 ab Was alfo in den nach Der Kläger möge sich ja nicht schön betragen haben. Die Sache folgenden, für die Beurteilung der gegenwärtigen Streits frage äußerst wichtigen achtzehn liege aber nach dem Gesez so, daß nur Tätlichkeiten gegen den Monaten geschehen ist, darüber schweigt die Statistit. Was nun die Preisfrage, das Arbeitgeber und feinen Vertreter einen Grund zur fofortigen Ents Punktum saliens der ganzen Streitfrage des Verbandes mit den lassung bildeten. Ein solcher Grund liege nicht vor. Der Hauswirt Ge hätte dem Manne, der reinen Werfen betrifft, io fucht hier der Stahlwerksverband an der gehe von falschen Voraussetzungen aus. Hand einer vor einigen Monaten in der Kölnischen Zeitung" veröffent bei feinem Mieter tätig gewefen fei, das Betreten der Räume des lichten Aufstellung der Halbzeugpreise in der Hochkonjunktur des Jahres 1900 und des Jahres 1906 zu beweisen, daß im Jahre 1900 die Halbzeugpreise um 25 bis 27,50 20. höher waren als im Jahre 1906, daß also die reinen Werke, die aus den Knüppeln das Stabeisen und aus den Platinen die Bleche auswalzen, in der legten Hochkonjunktur besser daran gewesen find als im Jahre 1900. Auch diese statistische Aufstellung ist aber unvollständig; denn den reinen Werfen tommt es weniger darauf an, wie hoch ber abfolute Preis für das Halbzeug ist, sondern für sie ist die Spannung zwischen den Breifen für Knüppel und Platinen und den von ihnen erzielten Erlösen für Stabeifen und Bleche ausschlaggebend. Und da ergibt sich nun aus der bom Verein Deutscher Eisenhüttenleute in Düsseldorf" veröffentlichten Preistafel, daß im Jahre 1900 für Thomasfuüppel ein Höchstpreis von 135 m. für die Tonne erzielt worden ist, daß dagegen der Höchsterlös für Flußstabeisen sich auf 190 m. pro Tonne stellte. Rechnet man den da Mieters nicht verbieten tönnen. Umgehung des Kinderschutzgesetzes. Wie notwendig im Hinblick auf die Kinderausmußig ein wirk fames Gefeß zum Schuße der Heimarbeit ist, zeigt die folgende Mitteilung der Aufsichtsbeamtin für Chemniz: " Bezüglich der Beschäftigung fremder Kinder war vielfach zu beobachten, daß die Arbeitgeber die Kinderarbeit in der eigenen Werkstätte tumlichst einschränken und in Hausarbeit umwandeln, die an Kinder ausgegeben wird, eine Erscheinung, die durchaus nicht zu begrüßen ist. Denn wenn die Kinder in der Wohnung ihrer Eltern arbeiten, fo dürfen sie nicht nur bedeutend länger befchäftigt werden, als beim Arbeitgeber, sondern es findet dadurch eine nicht erwünschte Vermehrung der Kinderarbeit statt, daß in der Regel die jüngeren Geschwister zur Beihilfe herangezogen werden." Leseabende. Montag, den 26. Ditober, 81%, Uhr, bei Franke, Badftraße 19. Tegel. Dienstag, den 27. Oktober, 8% Uhr, bet Halfes, Brunots Straße 23. Tempelhof. Montag, den 26. Oftober, bei Martin Müller, Tempelhof, Berliner Straße 41/42. Versammlungen Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse( Jugendabteilung). Sonntag, den 25. Oftober, abends 5½ Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engelufer 15. Vortrag son Dr. Conrady: Aus der Geschichte Griechenlands." Nachdem: Geselliges Beifammensein Viele würden sich weniger über ihre Nerven beklagen, wenn sie regelmäßig Kathreiners Malzkaffee tränken. Das beste Küchenhilfsmittel Man verlange ausdrücklich MAGGIS Würze und achte auf die Schuhmarke! ift und bleibt MAGGI Würze E Sowohl in Feinheit des Geschmads, als auch in Aus. giebigkeit und Billigkeit steht sie unerreicht da. Borteilhaftester Bezug in großen plombierten Flaschen. MAGGIs gute, sparsame Küche". A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Preiswertes Angebot! 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Leistung pro Kopf. 21 Attien- und Augenbesitzer nicht an Dividenden erhält, das hat er sicher in der Hand in dem gestiegenen Verkaufswert seines Bapieres. Gr fann den nicht ausgezahlten Gewinn jeden Tag realisieren. Selbstverständlich wird der Käufer eines Papieres, dessen Kurs über dem Nominalwert sich hält, die Verzinsung seines Anlagetapitals nach dem Preis des Papieres und nicht nach dem Nominalwert berechnen. Aber diese Berechnung kann nicht der Volkswirt fich zu eigen machen, der die Rentabilität des Unternehmens feststellen will. Der Kursgewinn floß ja nicht dem Unternehmen zu, 1878 104,3 sondern den zufälligen Aftienverfäufern, und der Ermittelung der Rentabilität tann lediglich das wirklich eingezahlte Kapital gu- 1880 168,4 grunde gelegt werden. Die Belege des genannten Blattes beweisen gerade, daß es ein Unding ist, Rentabilitäsberechnungen mechanisch 1882 nach den Börsenwerten der Papiere aufstellen zu wollen. 1879 139,3 1883 Summe der Bölle und Lebensmittel fteuern in millionen Mark 0,8 41,0 35,4 38,4 15,4 235 0,9 45,9 35,9 37,8 15,3 275 1,3 28,0 36,6 36,3 15,9 286 1881 187,5 6,6 70,7 36,7 36,2 16,0 354 191,5 195,0 11,3 46,1 37,8 38,5 16,6 342 7,6 87,8 37,9 36,5 17,7 332 8,4 10,1 32,4 38,7 40,7 18,6 852 18,0 38,7 37,6 18,3 843 -9,6 15,0 39,5 36,2 19,8 358 10,5 15,3 39,7 43,7 20,8 888 10,8 10,1 99,6 9,4 41,3 52,1 40,6 109,5 22,0 471 24,5 587 11,0 58,5 42,0 120,4 249 625 11,5 64,9 42,9 118,8 24,8 641 11,3 65,5 42,6 115,6 25,0 620 10,9 71,0 43,7 119,3 25,8 607 11,3 80,4 44,5 117,6 25,5 642 383,2 10,9 80,5 45,5 118,3 27,4 661 11,3 93,2 46,9 117,1 28,0 780 12,1 84,3 47.8 118,7 29,7 788 12,4 12,0 12,0 96,7 104,7 48,8 126,8 47,2 119,3 80,1 781 80,9 785 123,5 49,6 125,0 81,5 807 12,3 106,2 49,1 126,8 31,0 820 12,0 11,2 101,9 52,3 112,2 29,8 10,9 128,3 51,5 119,6 30,0 12,2 112,9 52,6 112,4 81,4 98,2 49,4 123,2 29,1 810 816 830 947 9,9 138,4 55,8 116,1 46,1 6,7 11,1 138,6 55,3 116,9 51,7 11,5 930 441,0 489,9 625,8 557,0 600,3 Der Reichssteuersucher ist nich solo geblieben; Preußens Finanzminister wetteifert mit ihm in der Sucht, dem Bolte die Tajchen zu erleichtern. Das Duett der Herren Sydow und Rheinbaben ist leider ausgesprochen agrarisch gestimmt, agrarisch im Tegt und agrarisch in der Vertanung. Beider Spiel laßt deutlich das Streben erkennen: nichts den Bündlern zuleide, ihnen alles aur Das Gesellschaftssteuergeses hat aber auch einen voltsfeind- 1884 213,1 Freude! Ob das Dekorationsstüd des geplanten Rachlaßsteuer lichen Hafen. Es sollen nämlich auch die Konsumvereine ge- 1885 220,7 Diese sind aber gar keine Erwerbsgesell- 1886 238,0 gesetzes überhaupt feinen Blag im Steuerbutett behaupten wird, troffen werden. fann füglich noch bezweifelt werben. Wenn doch, dann jedenfalls schaften. Die von Konsumvereinen gezahlten Rabatte ftellen 1887 257,7 in einer Form, daß es die Agrarier nicht schmerzt. Das Ende vom feinen gewerblichen Gewinn dar, es ist vielmehr lediglich 1888 288,0 Liede wird sein: erhebliche Bermehrung der indirekten Steuern, eine Ersparung des Händlerprofits. Die Konsumbereine be 1889 349,9 der Abgaben auf Lebensmittel und dazu Placereien für Industrie zahlen natürlich die zum Betriebe erforderlichen Personen; 1890 368,3 sie bringen die Waren aber doch nicht teurer, im Gegen 1891 378,5 und Handel. natürlich ohne Buftimmung der teil durchschnittlich billiger zum Verkauf als die Händler. 1892 860,0 Der zuerst im Vorwärts" Regierung beröffentlichte Gefeßentwurf einer Reichs- Licht- Wenn dabei am Jahresschluß ein über die zur Deckung der Ge 1893 336,6 und Kraftsteuer mutet an wie ein beabsichtigtes Attentat gegen schäftsuntosten erforderlichen Mittel hinausgehender Ueberschuß 1894 362,7 gewerbliche Entwidelung. Waß solche Steuerprojette in dieser Zeit verbleibt, der an die Mitglieder zurückgezahlt wird, dann ist der 1895 der wirtschaftlichen Depression nicht belebend wirten fönnen, liegt Rabatt eben nichts anderes als die Rüdzahlung eines zur Vor- 1896 433,7 auf der Hand. Dazu fommt nun noch die geplante preußische Geficht erhobenen Aufgeldes. Wenn man dem Händler solches Auf- 1897 sellschaftsteuer. Durch diese soll das Reineinkommen der Aktien geld besteuert, so hat das einen Sinn, denn bei ihm ist es Ge- 1898 475,8 gesellschaften, Gewerkschaften und Konsumbereine getroffen werden. winn, der über das zur Fristung der Existenz erforderliche Ein 1899 461,8 Mit dieser Steuer, soweit fie das arbeitslose Einkommen kommen hinausgeht. Natürlich darf man da nicht den individuellen 1900 465,8 treffen soll und wirklich trifft, sind wir grundsäßlich einverstanden. Maßstab anlegen. Unbestreitbar gibt es tausende fleine Eriftengen, 1901 494.4 Auch mit der Progression der Steuer, nach der Summe des die sich kaum von einem Tage zum anderen Tage durchschlagen 1902 497,6 Reingewinnes und des tatsächlich eingezahlten Kapitals, tann man tönnen. Aber ihr Kampf ums Dasein hat Ursachen, die abseits der 1903 508,3 grundsäßlich fich einverstanden erklären. Das Organ der In- allgemeinen volkswirtschaftlichen Interessen stehen. Kapitalmangel, 1904 dustriellen in Rheinland- Westfalen, die Rhein.- Westf. Zeitung", beschränkter Umsatz, hohe Ladenmiete usw. fressen einen Löwen- 1905 glaubt den in Aussicht genommenen Modus der Staffelung der anteil des Aufgeldes. Die Konsumbereine beweisen, daß durch die 1906 Steuer darum anfechten zu tönnen, weil in vielen Fällen das ein- Bersplitterung des Handels und unwirtschaftliche Betriebsweise viel gezahlte Sapital und der Verkaufswert des respektiven Unter. Arbeitskraft nublos verschwendet wird. Hier sehen die Konsumenten- 1908 667,0 nehmens sehr start differieren. Zum Beweise für seine Ansicht gibt organisationen mit der einzig vernünftigen Sparmethode ein, nämdas Blati folgende Belege: lich der, Arbeitskraft und Unkosten zu ersparen. Und dafür sollen fie nun bestraft werden. Der bedrängte Händler betrachtet natür lich alle Verhältnisse durch seine individuelle Interessenbrille und fordert von der Regierung nach agrarischem Muster Schutzmaßnahmen. Dem Drängen der Mittelständler entsprechend, sucht die Jn 30 Jahren hat fich die Steuerfumme mehr als verdreifacht. Regierung den Konsumvereinen das Leben schwer zu machen. Die Mitglieder der Konsumvereine sollen nun zweifach indirekte Steuer Und nun sollen die Abgaben noch weiter erhöht werden. So wollen es auf Lebensmittel zahlen: einmal durch den Zoll und die allgemeine die edlen Volte freunde im Staate der Gottesfurcht und frommen Steuer auf verschiedene Produkte, dann noch extra bei der Ent- Sitte. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die Steuerscheuen nahme der Waren aus der Verkaufsstelle. Die absolute Höhe des nicht nur die Lasten auf andere Schultern wälzen, diese müssen Rabatts richtet sich nach der für Lebensmittel ausgegebenen Summe; an jene auch himderte Millionen mehr für Lebensmittel zahlen, da ie mehr Ware jemand entnimmt, desto höher ist die Steuersumme, infolge der Zölle die Preise im Inlande künstlich verteuert werden. die auf seinen Anteil entfällt. Der arme Teufel, der fast sein Daß Nachlässe bis 20 000 m. steuerfrei bleiben sollen, erklären die ganzes Einkommen für Lebensmittel aufwenden muß, ist wiederum Verteidiger und Schüßer idealer Güter als wertlos, denn das sei nichts. bas am meisten belastete Steuerobjekt. Und diese Steuerpolitik Der christlichen Familie Grundlage wird nach der Behauptung der Säulen der Religion erschüttert, wenn die trauernden wird als gerecht, christlich und idealistisch firmiert. Hinterbliebenen mehr als 20 000 Mark Nachlaßwert ein paar Pfennige Steuern zahlen sollen. Um die christliche Religion zu erhalten, um die Heiligkeit der Familie nicht zu ge fährden, um die heiligen Güter der Nation nicht in Gefahr au bringen, sollen die Enterbten mit einigen hundert Millionen neuer indirefter Steuern bepact, die Erben großer Vermögen aber veridont bleiben. So stellen Brot und Fleischwucherer und die Brüder in Chrifto beim Zentrum sich die göttliche Weltordnung vor. Als Grundkapital gilt, sagt der Entwurf, die Summe der. jenigen Gemertenbeiträge, die für den Erwerb, die Anlage, Ein. richtung und Erweiterung des im Betrieb befindlichen Bergmerts entrichtet sind. Diese Summen find im einzelnen bei einem Bergwerksbetrieb außerordentlich schwer zu figieren. Als Grundfapital im Sinne des Gefeßentivurfes würde z. B. wohl für das Bergwert Graf Bismard die Summe von 3 250 000 m. gelten, die von den Gewerken insgesamt als Bubuße eingefordert wurden, während die börsenmäßige Wertbemessung des Bergwerks heute 75 bis 78 Millionen Marf ausmacht. Die Gewerten des Kalibergwertes Hercynia brachten 2,6 Millionen Mart ins. gesamt auf, bezahlt wurden später vom Staat für das Bergwert 36 Millionen Mart!" Sind hier die Beispiele auch traß gewählt, sehr große Differenzen zwischen eingezahltem Rapital und Börsenwert ergeben sich tatsächlich bei einer großen Reihe Unternehmen. Der höhere innere Wert, der seine Ursache hat in Erweiterungsbauten usw., die aus Betriebseinnahmen gedeckt wurden, ist nichts anderes als aufgespeicherter Gewinn, der nicht zur Auszahlung gelangte, sondern werbend im Unternehmen Anlage fand. Daß solcher Gewinn nicht besteuert werden soll, ist eine durch nichts gerechtfertigte Forde rung. Die innere Wertsteigerung eines Unternehmens spricht doch befonders ausdrucksvoll für deffen gute Rentabilität. Was der In Und diese Projekte finden die Zustimmung der Agrarier und des Zentrums. Schon haben diese Bolksfreunde dem arbeitenden Wolfe gewaltige Lasten aufgebürdet, und wollen nun neue Beschwerniffe zu den alten wälzen. Das Anschwellen der indirekten Steuern illustriert nachfolgende Tabelle. Sie enthält die Reichs einnahmen aus Zöllen und Steuern auf Lebensmittel, bis zum Jahre 1907 nach den Abrechnungsergebnissen, für 1907 und 1908 nach den Etatsansäßen: Muster an jedermann franko! 1907 985 11,3 141,4 57,2 116,8| 55,3 14,3| 1063 In welcher Weise diese indirekten Steuern gestiegen sind, zeigt folgende Zusammenstellung. Pro Kopf der Bevölkerung mußte bow den obigen Lasten aufgebracht werden: Jahr 1878 1888 1893 1898 1903 1908 Mart 5,3 9,8 11,9 14,3 18,7 16,9 bon To Samt und Seide geben Ulster and Paletots kann jede Dame ohne erhebliche Ausgaben, wenn sie die großen Vorteile wahrnimmt, welche das bekannte Engroshaus Selden- Herzog, Leipziger Str. 79, 1 Treppe, durch seinen großen Räumungs- Verkauf bietet. Es werden viele tausend Meter kostbarster Samt- und Beiden- Qualitäten für Roben, Blusen, Jupons etc. zu beispiellos billigen Preisen zum Verkauf gestellt, worauf wir im Interesse der Damen empfehlend hinweisen. 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Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Fahr- Verbindungen: Auto- Omnibusse: 4, 4a und A Omnibusse: 2, 8, 10, 14, 18, 20, 44 und 45 Stadtbahn und Vorortbahn: Bahnhof Friedrich- Strasse, Lehrter u. Stettiner Bahnhof Soweit Vorrat Passage Kaufhaus Friedrich- Strasse 110-111-112 BERLIN Oranienburgerstr. 54-55-56-56a Vereinigung erstklassiger Spezialgeschäfte Gruppe 36 Damen- Konfektion zwischenstock Außergewöhnliches Angebot FahrVerbindungen: Strassenbahnen: 1, 4, 12, 16, 18, 19, 25, 26, 28, 29, 32, 34, 43, 52 und 56 Städtische Strassenbahn: Pankow Mittel Strasse Soweit Vorrat Sehr günstige Kaufgelegenheit, da sämtl. Artikel durchaus modern, hervorragend gearbeitet u. überraschend billig sind. aus imit. englischem Stoff mit farbig. Tud Paletot der Sammelkragen.. aus gutem Chevron- Stoff, Directoire- Fasson Paletot m. Krag. aus Sammet od. m. Tresse eingefasst Paletot zwelreihig mit Sammetkrag., in versch. Farb. aus gemustertem Stoff im engl. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 25. Oktober 1908. Die Tabakarbeiter gegen die drohende Erhöhung der Cabakiteuer. Am Donnerstag tagte eine stark besuchte Versammlung der in der Zabatindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Dräsels Saal. Aus einem bestimmten Grunde fand die Versammlung gerade im ersten Reichstagswahlkreise statt. Daß die fünf sozialdemokratischen Abgeordneten Berlins gegen die Mehrbelastung des Tabaks und aller das Volk bebrüdenden Steuern sind, ist selbstverständlich. Sehr zweifelhaft ist es aber, wie sich der freisinnige Abgeordnete des ersten Streises, Herr Kämpf, zu den Steuerplanen der Regierung und besonders zu einer weiteren Belastung des Tabats stellen wird. Um das zu erfahren und ihm die Forde rungen der Interessenten vor Augen zu führen, hatte der Einberufer der Versammlung Herrn Kämpf eingeladen. Er war jedoch nicht erschienen, hatte auch das Einladungsschreiben nicht einmal beantwortet. Die Referentin, Frau Berta Qungwiz, berwies darauf, daß die Existenz der Tabalarbeiter seit 50 Jahren bedroht ist durch fortgefehte Erhöhung der Versteuerung des Tabaks und der Tabalfabrikate. Immer wenn die Regierung Geld brauchte, waren auch die in der Tabakindustrie. Beschäftigten dazu ausersehen, mit neuen Lasten bedrückt zu werden. Die auf den Tabak im Jahre 1879 und in den achtziger Jahren gelegten neuen Steuern und Zölle haben die Tabakindustrie, besonders die Tabatarbeiter, auf das schwerste geschädigt. Jede neue Belastung des Tabots hatte zur Folge, daß Tausende von Tabalarbeitern brotlos wurden. In welcher Form der Tabat jest wieder belastet werden foll, das ist ja noch nicht bekannt, da die Regierung mit der Betanntgabe ihrer Pläne zurüdhält. Sicher aber ist, daß wieder eine bedeutende Erhöhung der Tabatsteuer geplant ist. Die Heimlichkeit, mit der die Regierung ihre Pläne vorbereitet, läßt nichts Gutes vermuten. Wieder sollen den Arbeitern neue schwere Lasten auferlegt werden und die Arbeiter und Arbeiterinnen der Tabata industrie sollen noch besonders getroffen werden, einmal, indem sie als Konsumenten unter den Lebensmittelzöllen schwer zu leiden haben, und ein andermal, indem man ihnen durch neue Belastungen der Tabatindustrie die ohnehin beschränkte Arbeitsmöglichkeit noch weiter beschränkt. Wieder werden, wenn die Steuerpläne der Regierung berwirklicht werden, viele Tausende von Tabafarbeitern der Eristenz beraubt und zum Hungertode verurteilt, denn für die meist schwachen, fränflichen Tabatarbeiter besteht keine Möglichkeit, in einem anderen Erwerbszweige Unterkunft zu finden, wenn ihnen die Existenz in ihrem Berufe genommen ist. Grenzenlofes Elend wird über Tausende von Arbeiterfamilien heraufbeschworen. Die Zabatarbeiter und Arbeiterinnen erbeben deshalb ihre Stimme, um gegen jede weitere Belastung der Tabakindustrie zu protestieren. Ihr Lebensinteresse erfordert es, daß die Steuerpläne, welche die Regierung in bezug auf den Labat hegt, auf das entschiedenste bekämpft werden. Nieder mit jeder Form der Steuer- und Zollerhöhung auf Tabal und Tabaffabrikate. Nach der Referentin sprach Börner in demselben Sinne. Er betonte, daß auch die Fabrikanten mit einer früher nie dagewesenen Einmütigkeit gegen die zu erwartende Zabalsteuererhöhung sind. Selbst in bürgerlichen Kreisen sehe man ein, daß die Tabalindustrie eine weitere Belastung nicht vertragen tönne. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die Versammlung protestiert auf das entschiedenste gegen jede Erhöhung der Zabalsteuer, des Tabatzolles, der Einführung der Banderolesteuer auf Bigarren, sowie der Erhöhung der Zigarettenbanderolesteuer und gegen jede Art der weiteren Ve steuerung der Tabatfabrikate und verurteilt aufs schärfste, daß die Reichsregierung trog der im Frühjahr 1906 seitens des Reichsiages abgelehnten Belastung der Bigarrenindustrie es wieder wagt, an den Reichstag aufs neue heranzutreten trob der zur selben Beit angenomineren Zigarettenbanderolesteuer, berbunden mit der Zollerhöhung auf Bigaretien und Zigarettentabat, trop der hierdurch hervorgerufenen tolossalen Arbeitslosigkeit der Arbeiter dieser Branche, trotz der im Frühjahr 1908 angefündigten Vorlage, welche wegen ihrer Aussichtslosigkeit bei den Reichstagsabgeordneten nicht das Tageslicht erblidte, das hingegen selbst den Sturz des damaligen Reichsschabfefretärs bon Stengel herbeiführte, trop der enormen Steigerung aller Lebensmittelbedürfnisse, als Brot, Fleisch, Kohlen, Wohnungsmieten ust. welche den Ruin derfelben zur Folge haben muß, pros testiert, fordert fie bon dem Reichtagsabgeordneten dieses Kreises, daß derselbe flipp und flar gegen jede weitere Mehr belastung der Tabalindustrie, gleichpiel, in welcher form es auch sei, im Reichstage zu stimmen habe. Gerichts- Zeitung. Beleidigung der großherzoglichen Regierung in Eufin. Zu dem gestrigen Bericht über den Prozeß gegen den Haupt mann a. D. b. Levezow und den Redakteur nie ist leider infolge einer Verwechselung seitens unferes Berichterstatters-das Urteil fali angegeben worden. Tatsächlich hob das Reichsgericht auf die Revision der Angeflagten das Urteil auf und vers wies die Sache an das Landgericht zurück. Zur Begründung wurde angeführt: Es fann dahingestellt bleiben, ob Form und Inhalt verwechselt worden sind. Da aber aus den begleitenden Uniständen Die Regierung, behauptet fortgesetzt, daß der Tabat ein die Absicht der Beleidigung bervorgehen soll, so muß es fraglich entheheliches Genußmittel fei. Für die in der Tabalindustrie erscheinen, ob die Verurteilung aus der Form auch erfolgt wäre, beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ist er der unentbehrliche wenn diese Umstände nicht berücksichtigt worden wären. Rohstoff des Gewerbes. Steuererhöhungen, die eine Verteuerung dieses Genußmittels ungweifelhaft herbeiführen, haben eine Herabdrückung des Konsums zur Folge und bringen daher für die in der Tabakindustrie und den Nebengewerben Beschäftigten Arbeitslosigkeit und unberechenbare Lohnabzüge. Die Tabat arbeiter glauben um so mehr berechtigt au sein zu einem Protest gegen jede weitere Mehrbelastung der Tabakindustrie, 1. weil in der Tabafindustrie eine große Bahl schwächlicher und verkrüppelter Arbeiter Unterkunft gefunden haben, die in keiner anderen Industrie sich zu ernähren imftande sind und bei der durch die Steuererhöhung bewirften Arbeitslosigkeit nur den Gemeinden zur Last fallen würden, 2. weil durch den am 1. März 1906 in Kraft getretenen Bolltarif eine meitere Scrabdrückung der elenden Lebenshaltung der Tabatarbeiter bewirkt würde, 3. weil die jeßige Steuergescßgebung für die Tabakindustrie zur Folge hatte, daß die Tabatarbeiter, die vor dem Jahre 1879 mit zu den besser entlohnten Arbeitern gehörten, nach der Lohnstatistik der Tabat- Berufsgenossenschaft von 1907 einen Jahres durchschnittsverdienst für vollbeschäftigte Arbeiter in 300 Arbeitstagen bon 603 M. erzielen. Die alljährlichen enormen Einnahmen, welche das Reich durch die im Jahre 1879 erfolgte Erhöhung des Tabakzolles, der Tabaksteuer und der im Juli 1906 eingeführten Mehrbelestung der Zigarettenindustrie durch Zoll und Banderole steuer hat, werden Hauptsächlich getragen durch die in der Tabatindustrie und deren Nebengewerben beschäftigten Arbeiter in Form der damals in großem Umfange vorgenommenen Lohnreduktionen, die sie über sich ergehen lassen mußten, auf Grund der durch das Sozialistengeset herbeigeführten Wehrlosmachung der Arbeiter und durch die in erheblichem Maße betriebene Verlegung der Fabritation aufs flache Land sowie durch Ueberhandnahme sowohl wie Neueinführung. der Maschinenarbeit an Orten, wo mit wenigen Ausnahmen durchgängig nur Hand. arbeit herrschte. Eine neue Steuererhöhung würde eine weitere Verschlechterung der Lage der Tabalarbeiter herbeiführen, sie würden durch vermehrte Arbeitslosigkeit und Lohnverschlechterungen zum Hungern verurteilt sein. Wegen 45 Pf. 1 Jahr Gefängnis. Vor dem Landgericht München I stand eine arme Tagelöhner frau unter der Anschuldigung des Verbrechens des ichweren Diebstabls. Die Frau batte mit einem ihr ges hörigen Schlüssel die Kellerabteilung einer Nachbarin geöffnet und daraus einen Arm voll Holz( fogenannte Schwartlinge) im Werte von 45 Pf. entwendet. Vor Gericht war die bedaueruswerte Frau, die wegen unerheblicher Diebstähle vorbestraft ist, unter Tränen ges ständig, wobei sie sich auf ihre bittere Notlage berief. Die Straf lammer verurteilte die Frau zu 1 Jahr Gefängnis. Das ist für diese Tat das Strafmininuum. Der Borsigende bedauerte, daß dem Gericht die Möglichkeit genommen sei, eine mildere Strafe auszusprechen. Ein Pfarrer zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Straffammer Mülhausen i. E. verhandelte, wie die Franff. 8tg." mitteilt, gestern gegen den Pfarrer Nomolin von Liebsdorf wegen Beleidigug des Amtsgerichts. rats Stürmer und wegen Vergehens gegen die§§ 110 und 111 des Reichsstrafgefeßbuchs( öffentliche Aufforderung zum Un gehoriam gegen die Gesetze und Widerstand gegen die Staatsgewalt). Die Straffammer erfannte wegen Beleidigung auf 2 Monate und wegen öffentlicher Aufreizung zum Ungehoriam gegen die Gefeße und Widerstand gegen die Staatsgewalt auf 5 Monate Gefängnis, welche in eine Gesamtstrafe von sechs Monaten zusammens gezogen wurden. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. Das Gericht hielt jedoch eine sechsmonatige Gefängnisstrafe wegen der hohen Stellung des Angeflagten für an gebracht. Eingegangene Druckfchriften. Aus Natur und Geisteswelt. Bd. 20. Das Eisenhüttenwefen. Bb. 217. Winstik in Bon Geh. Bergrat Prof. Dr. H. Bedding. Heidentum und Christentum. Von Dr. Edv. Lebmann. Uebersezung von Anna Grundtvig. Bd. 223. 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Oftober, abends 8 Uhr, in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Borstandsbericht. 2. Kaffen, und Revisionsbericht. 3. Forffegung der Debatte Der Vorstand. über den Parteitag. 4. Bereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Um die Versammlung pünftlich eröffnen zu lönnen, wollen die Genoffinnen und Genoffen zeitig und ( 16/3) zahlreich erscheinen. D. 0. Schöneberg. Montag, 26. Oktober, mittags 1 hr, in den neuen Rathausfälen, Meiningerfir. 8: Oeffentliche I Arbeitslosen- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Tie herrschende Arbeitslosigkeit und welche Schritte gedenken wir zu unternehmen? Referent: Stadtverordneter Genoffe Reinhold Küter. 2. Diskussion. NB. Die Gerren Stadtverordneten sämtlicher Parteien fowle Ber treter des Magiftrats find hierdurch zu der Versammlung eingeladen. Die Gewerkschaftskommission für Schöneberg. 3. A.: Kari Henkel, poftel- Baulus- Straße 2. Achtung! Rixdorf! Achtung! Dienstag, den 27. Oftober, 8%, Uhr abends: 300/6 Drei öffentliche Versammlungen Felsch, Knesebeckstr. 48/49. in den Lokalen: Hoppes Festsäle, Hermannstraße 49. Zages Drdnung: Thiel, Bergstraße 151-52. 1. Die Forderungen der Sozialdemokratie in der Kommune. 2. Discussion. Referenten: Die Stadtverordneten Genoffen Pagels, Dr. Silberstein und Wutzky. Erscheint in Massen und agitiert für die Versammlungen! 237/1 Freireligiöse Gemeinde zu Berlin E. V. Montag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr, Sebastianstraße 39: beschließende Gemeinde- Versammlung vollberechtigter Mitglieder. 2408b Tages- Ordnung: 1. Statutenänderung. 2 Verschiedenes, Der Vorstand. Sophien- Sale Sophienstraße 17/18 Die Einberufer. Orts- Krankenkasse der Schneider und Schneiderinne und verwandter Gewerbe zu Berlin. Die für das Jahr 1908 gewählten Bertreter der Drts Strantentasse der Schneider, Schneiderinnen und ver wandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, b. 3. November 1908, abends 9 Uhr, im Lammers Festsälen, früher Neues Klubhaus, Kommandantenstr. 72, stattfindenden außerordentlichen 277/15 General- Versammlung hierdurch eingeladen. Tagesordnung: Beschlußfaffung über die Be amten Pensionsvorlage. Berlin, den 24. Dltober 1908. ( Querstr. d. Rosenthaler Str.) empfiehlt feine 50-2000 Säle zu Bersammlungen und Bereinsfestlich. Gustav Nahtow, feiten unter den fulantesten Bedingungen. Borfigender Berjonen faffenden Paul Dorita Schriftführe 99 Arbeit.- Amateur- Photographenverein„ Iris Verband der Schneider und Schneiderinnen. Verband der Sattler. Achtung! Herrenkonfektion. Achtung! Amateur- Photographen! Montag, den 26. Ottober 1908, abends 8% Uhr: Achtung! Achtung! Dienstag, den 27. Oktober, abends 8% Uhr: Oeffentliche Oeffentliche Amateur- Versammlung Konfektionsschneider- Versammlung in der Lebensquelle", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Rudolf Diesing über: Warum müssen fich die Amateure zusammenschließen? 2. Diskussion und Aussprache. Jeder Amateur ist freundlich willkommen. Der Vorstand. Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, den 29. Oftober, abends 8, Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59: General- Versammlung. Eages Drdnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom dritten Quartal 1908. in Wendts Prachtsälen( Inhaber Schulz), Münzstraße 17 3. Bortrag des Stadtverordneten Gen. Adolf Ritter über: Die Bedeutung des Gewerbegerichts und die bevorstehen Beisigerwahlen. ( Eingang am Königsgraben). 4. Diskussion. 5. Wahl eines Mitgliedes zum Berbandsausschuß. 6. VerOhne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Kollegen! Wir erwarten in Anbetracht der überaus wichtigen TagesOrdnung, daß alle Kollegen und Kolleginnen recht pünktlich erscheinen werden. 158/3 Die Ortsverwaltung. Vortrag des Kollegen Fr. Käming über: Die augenblickliche fchiedenes. wirtschaftliche Lage der Konfektionsschneider und wie ist dies felbe zu beffern? 164/3 Erscheint alle in der Versammlung. Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 28. Oktober, abends 8% Uhr: General- Verfammlung bei Freyer, Koppenstraße 29. ages Drdnung: Sonnabend, den 31. Oktober 1908, in Louis Kellers Festfälen Inhaber Freher), Stoppenstraße 29: Feier des 19. Stiftungsfestes. 000 Kunft- Abend. 000 Mitwirkende: Margherita Simonetti, Koloratur- Sängerin. Fri. Rossi, Biolin- Virtuosin aus Rom. Margarethe Walkotte. Serr Otto Wiemer, Dialektdichtungsrezitator. Männergesangverein ,, Borax"( 9. d. A.-S.-B.). Am Flügel: Bernhard Nitsche. Rauchen nicht gestattet. Während der Aufführungen werden Getränke nicht serviert. 92/8 bes Programms: zahlen 50 Bf. nach. Eintritt 50 Pf. Programm fret. Anfang 8%, Uhr. Nach Beendigung TANZ. Seren, welche baran teilnehmen 1. Stellungnahme zur zukünftigen Zusammenſekung unserer Generalversammlung. 2. Wahl 2. Wahl eines Betts find im Bureau und bei den Werkstatt- Bertrauensleuten erhältlich. Schriftführers. Mitgliedsbuch legitimiert. Maschinenarbeiter Die Ortsverwaltung. Branche der Musikinstrumentenarbeiter. Montag, den 26. Oktober, abends 5% Uhr( gleich nach Feierabend): Montag, den 26. Oftober, abends 9, Uhr, im Gewerkschaftshanse, Bezirks- Versammlungen bei Pirnan, Osten u. Nordosten Brantfurter nee 106. Südosten im Reichenberger Hof( oberer Saal), Reichenberger Strake 147. Bei Obiglo, Norden webter Straße 24. bei Golzow, Moabit Rostocter Straße 17. bei Nevi, Südwesten ontane Promenade 15( Ede Blücherstrake). bei Kuschke, Schöneberg eininger Straße 8. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Brauchenleitung. Bodenleger Montag, den 26. Oftober, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung im,.Gewerkschaftshause", Engelufer 15( Saal 8). Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. Die Branchenleitung. Korbmacher Montag, den 26. Oftober, abends 8%, Uhr, Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 10). Tages Drbnung: Engelufer 15( Saal I): Branchen- Versammlung. Tages Ordnang: Bahlreiches Erscheinen erwartet Das Komitee. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Montag, den 26. Oktober, abends 8%, Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung in den ., Residenzfälen", Landsbergerstraße 31 D Lebensquelle", Kommandantenstraße 20. Tagesordnung in beiden Bersammlungen: 1. Vortrag des Genoffen Stampfer über das Thema: Entwide. lung und Aufgabe der Arbeiterpreffe". 2. Vereinsangelegenheiten. 1. Die Verschmelzung der ledergewerblichen Berufe zu einem Mitgliedsbuch legitimiert. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Branchenfommiffion. NB. Die Vertrauensleute werben ersucht, die Kollegen auf die Ver fammlungstontrollzettel im Mitgliedsbuch hinzuweisen. Kammacher Dienstag, den 27. Oftober, abends präzise 8%, 1hr, im Gewerk: fchaftshaufe( Saal 5), Engelufer 15: Branchen- Verfammlung der Kammacher und aller in der ZelluloidHaarschmuck- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Dahlke über: Das Krankenversicherungss gefeß. 2. Diskussion. 3. Berfitattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der fehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Bersammlung au erfcheinen. Die Kommission. Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler Schmidt, Industrie- Verband. 2. Diskussion und Verschiedenes. Die Urabstimmung fiber die Verschmelzung findet am Sonnabend, den 31. Oktober, nach mittags 5-11 Uhr statt. Die Angabe der Lofale erfolgt in der Mittwoch 169/19 Nummer des Vorwärts". Die Ortsverwaltung. " Fliesenleger! Am Donnerstag, den 29. Oktober findet nach Arbeitsschluß um 6 1hr im Gewerkschaftshause, Saal 8 unsere statt. E Versammlung Zages- Ordnung: 140/1 Vortrag. Verufsangelegenheiten. Berichtebenes. Die Stollegen werden ersucht, für pünktliche und rege Betei gung einzutreten. Der Vorstand der Sektion der Fliesenleger Berlins. J. A.: H. Baldheim. Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8%, 1hr, bet mit Allgemeine Ortskrankenkasse für Rixdorf. 6: 1. Bericht der Kommiffion vom 3. Duartal 2. Branchenangelegenhelten Branchen- Versammlung. 3. Verschiedenes. Tages- Drdnung: Bekanntmachung. des Link über: Die Unfallversicherung und ihre glieder und Arbeitgeber zu den an Bürsten- und Pinselmacher.beng für die Arbeiter. 2. Branchenangelegen ette Montag, den 26. Oftober, abends 8 Uhr: Perlmutter-, Horn-, Steinnuß- Knopfarbeiter. Gemäß§§ 50 und 51 des Statuts laben wir hierdurch die Kaffenmitnachfolgenden Terminen stattfindenden Wahlen fämtlicher Delegierten zur General: Versammlung er gebenst ein. und für die Arbeitgeber am Montag, den 2. November d. J., abends von 6%, bis 9% Uhr. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigenkaffenmitglieder, welche großjährig und im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte sind und dies jenigen Arbeitgeber, welche für zablen sowie großjäbrig und im Befie der bürgerlichen Ehrenrechte find. ranchen- eriammlung Donnerstag, 29. Oftober, abends 6 Uhr( gleich nach Felerbend), nehmer: 181 und die Arbeit erftere Beiträge aus eigenen Mitteln bei Prenß, Solzmarktstr. 65. Zages Ordnung:" 1. Bortrag des Kollegen B. Kelditsch- Stuttgart. 2. Bettcht vom 3. Duartal. 3. Branchen- und Verbandsangelegenheiten. Bflicht der Kollegen ist es, diese Bersammlung zahlreich und pünktlich zu besuchen. Die Branchen- Kommiffion. Kistenmacher Montag, 26. Ottober, abends 8%, Uhr, in den Andreasfestfälen, Andreasstr. 21: im Gewerkschaftshause( Saal 8), Engelufer 15: Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Gewerbliche Arbeitsverträge und Gerichtsbarkeiten. 2. Bericht vom 3. Quartal 3. Branchenangelegenheiten. Jalousiearbeiter. Donnerstag, den 29. Oftober, abends 8%, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Verfammlung Branchen- Verfammlung. Zages.Drdnung: Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Robert Fendel über: Steuerpolitik und 1. Bortrag des Rollegen Fr. König. 2. Bericht des Obmannes Moral. 2. Die legten Werkstattstreits in unserer Branche. 3. Branchen- und der Vertrauensleute. 3. Branchenangelegenheiten. angelegenseiten Gifte und Frauen haben Zutritt. Die Branchenleitung. Rahmenmacher. Montag, den 26. Ollober, abends& 11hr, im Gewerkschaftsbauſe. 6 ( Saal 7), Engelufer 15: Branchen- Versammlung 4. Berfchiedenes. Tages Drdnung: Stellmacher Donnerstag, den 29. Ottober, abends 8, Uhr: Branchen- Versammlung im Rosenthaler Soi", Rofenthalerstr. 11-12. Zages Drbnung: Es haben zu tähten die Arbeit. geber: 90 Delegierte. Die Wahlen finden statt im Kaffenlokal, Jdeal- Passage 121, und zwar für die Kaffenmitglieder am Sonntag, den 1. November d. 3., vormittags von 10 bis 1 Uhr, Rigdorf, den 17. Dftober 1908. Als Legitimation gilt für die Mitglieder bas von ber Staffe begto. bom Arbeitgeber abgestempelte Mitgliedsbuch und für die Arbeits geber die letzte quittierte Beitragsrechnung. 277/10 Der Vorstand: K. Wagner, Borfitender. Liepnersche Sterbe- u. Kranken- Orts Krankenkasse Unterstützungs- Kasse Nr. 23. Montag, ben 2. November 1908 abends 8 Uhr Im Staffenlofal, Linienstraße 8: Außerordentliche General- Versammlung Zages Drdnung: 1. Bericht über das versicherungs technische Gutachten. 2. Auf Beranlassung der Aufsichtsthe der 10. 24165 Der Vorstand. Die Harnleiden fbre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. stes Tausend Verlag Max Richter Frankfurt( Oder) 1. Bortrag des Stonegen Fritz Tarnow über: Die geplante bebeutungsvolle Stenerpolitik der Reichsregierung, eine neue Schädigung der Arbeiterfloffe: 2. Diskussion. 3. Branchenangelegen beiten und Berschiedenes. 1. Bortrag der Genoffin Wartha Jeene: Der Kampf um eine fultur Birbige Menscheneriſtenz. 2. Distuffton. 8. Branchenangelegenheiten. Der Vortrag ist auch für Frauen sehr interessant und bitten wir Die Wichtigkeit des Vortrages macht das Erscheinen aller Kollegen zur dringenden Notbie Kolleger, ihre Frauen mitzubringen. wendigkeit. Die Kommission. Gleichzeitig machen toir bekannt, daß am Sonntag, den 8. No. bember, abends 5 Uhr, Genoffin Martha Jeetze im gleichen Saale in einer öffentlichen Stellmacher- Versammlung mit Frauen spricht. Anschließend Tanz. Die Kommiffion. Vergolder. Montag, den 26. Oktober, abends präzise 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Am 15. und 22. November finben Urania- Vorstellungen ftatt. Am 15. November, Eröffnung vormittags 10 Uhr, Vorstellung 11 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und Die Eiszeit unserer Branchen- Versammlung. Heimat. m 22. November, Eröffnung nachmittags 4 Uhr. Bor Zagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Julius Hildebrand: Die wirtschaftliche Strife and ihre Ursachen". 2. Distuffion. 3. Berschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Die Branchenleitung. stellung 5 Uhr: An den Seen Oberitaliens. 92/7 Billetts sind auf allen Zahlstellen und auf dem Bureau zu haben. Die Ortsverwaltung." Buschmühl- Chaussae F. Bergmann& Sohn Andreasstr. 53. Bettstell f Kinder u Erw Kinder- u. Sportwagen. Grössere Raten Kassapreis. bes Korbmacher- Gewerbes zu Berlin, Montag, ben 2. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts haufe, Engelufer 15: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bahl von drei Bovstandsmit gliedern( 2 Arbeitnehmer, 1 Arbeit. geber.) 277/16 2. Wahl einer Kommiffion zur Prü fung der Jahresrechnung. 3. Berschiedenes. Die Wahlen finden in getrennte Wahlversammlung statt. Die Herren Arbeitgeber wählen bon 8-8% Uhr. Bahlreiches und pünktliches Ev scheinen erwartet Der Borstand. 3. A.: Karl Schwedler, Borfitender, Rigdorf, Reuterstr. 3. Atelier für Kindle Zahnersatz künstlichen Zahnziehen, Plombieren. Alfred Faustmann, Waldemarstraße 49. Kassenbäder febert Augusta. Bad, Röpenideritz.60 Gegründet 1894 Unsere Konfektion bietet durch Verarbeitung erstklassiger Stoffe und Zutaten vollständige Garantie höchster Reellität. 1500 Paletots, neueste Fassons, ans modernen englischen Diagonal- und Cheviou Stoffen, 2 Häuser vom Donhoffplatz. 12 Schaufenster. Beim Vorzeigen dieses Inserats 4% Rabatt. 12-20 M grüne a. braune blaue a. schaarse Samt- Litboys Englische Paletots 6-10 M. DiagonalChevron- Paletots, Kimonos 10-80 M. Jede Dame spart Geld! Rad beendeter Cngroß Salfon Einzelverkaul' 20-50 M 10-30 M. Elegante TuchFranenmäntel in allen Farben. Gelegenheits auf! Hochelegante Diagonal, ChevronTuchKostüme auf Seidenfutter 12-45 M. Modelie in Tuch und BeidenSpezialität: plüsch Extraweiten 1. starke Damen Paietots.Jaoket eu Capes Tuch Anschließende Peto 12-30 M. Paletots Backtisch und 3-10 M. Kinder- Paletots Max Mosczytz, Kein Laden. Landsberger Str.59, Engroe Lager am Alexanderplats, 1 Treppe Achten Sie im eigenen interesse auf die Hausnummer. 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Vollständig verknöchert und behaftet mit einem unaus Genosse KrohnbergMitglieder. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. und Arbeiter kommt, ist dem Herrn ein ganz falsches TätigkeitsGäste haben Zutritt. gebiet überwiesen, was auch der Oberbürgermeister einsehen sollte. Reinickendorf- Oft. Am Dienstagabend 8 Uhr findet bei Schaller Wie kann der Herr ein solches Dezernat behalten, der es fertig Die Parteigenossen Groß- Berlins bitten wir, um Ge-( Borussia- Park), Provinzstraße 69, die Mitgliederversammlung des bringt, einen Teil der Berliner Bürgerschaft in solch grober Weise winnung neuer Leser für den Vorwärts" recht tätig zu fein ahlvereins statt. Genosse Kunert spricht über:" Der Milita- zu beleidigen, wie es in der letzten Stadtverordnetensißung geund das Einsammeln der Abonnementstarten schah. Herr Weigert äußerte sich: daß die hausierende Zählung forte der Aufnahmescheine zum Wahlverein heute und Nieder- Schönhausen. Am Dienstag, den 27. Oftober, abends der Arbeitslosen, wobei durch Vertreter der Arbeiter Zettel in die bor Schluß dieses Monats vorzunehmen. 8½ Uhr, findet in Neu- Karlshof" die Mitgliederversammlung des Wohnung geworfen und nach einigen Tagen abgeholt werden, Von dem Eifer und Pflichtgefühl unserer Mitglieder hängt Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitage. Re- abfolut keine Gewähr dafür biete, daß bei dieser Zählung das Richferent Genosse Düwell. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. tige getroffen wird." Und auf die Verwahrung Wurms:„ Er der Erfolg der letzten Agitation ab; wir hoffen daher auch Diesmal auf ein günstiges Ergebnis. Ober- Schöneweide. Montagabend 7% Uhr findet Sand- habe nicht von den Vertretern der Arbeiterorganisationen, sons Die Karten sind ungefäumt an die au- ettelverbreitung von den Bezirkslokalen aus statt. dern von den Gezählten sprechen wollen." ständigen Parteispeditionen abzuliefern, Wilhelminenhof eine öffentliche Volksversammlung statt. Dienstag, den 27. Oktober, abends 8½ Uhr, findet im damit die neugewonnenen Abonnenten den sollen die aus Anlaß der Kircheneinweihung aus dem GemeindeEa ,, Vorwärts" schleunigst erhalten. fäckel hierfür bewilligten Gelder einer Kritik unterzogen werden. 8 Uhr zur Agitation für den Karlshorst. Die Parteigenossen treffen sich heute vormittag " Vorwärts": Nordseite bei Sabromsti, Treskow- Allee; Südseite bei Fr. Bartels, Restaurant zum Fürstenbad. Die beiden Vortrags- Zyklen über die Geschichte der französischen Revolution( Vortragender Genosse Dr. Conrady) finden statt: Germania- Brachtfäle, Chauffeestraße 110: Montag, 2. November 1908 Montag, 9. November 1908 Montag, 23. November 1908 Kellers Festfäle( Inhaber Freitag, 6. November 1908 Freitag, 13. November 1908 Freitag, 27. November 1908 Montag, 30. November 1908 Montag, 7. Dezember 1908 Montag, 14. Dezember 1908 Freyer), Stoppenstraße 29: Freitag, 4. Dezember 1908. Freitag, 11. Dezember 1908 Freitag, 18. Dezember 1908 Preis 60 Pf. Anfang 8 Uhr abends. Das Programm lautet: 1. Die Vorgeschichte der französischen Revolution. 2. Die Zeit der Konftituante. Eichwalde. Die Mitgliederversammlung des sozialdemokrati schen Wahlvereins findet am Dienstag, den 27. Oftober, abends 8% Uhr, bei Witte, Eichwalde, statt. Friedrichsfelde. Dienstag, den 27. Oktober, findet die Mitgliederversammlung bei Bausdorf, Berliner Straße 18, statt. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Gleichzeitig weisen wir nochmals auf unser heutiges Stiftungsfest hin und bitten um recht regen Zuspruch, zumal wir alles getan haben, was zur Verschönerung des Festes dienen könnte. Der Vorstand. Adlershof. Am Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung für Männer und 3. Der Konflikt mit dem Ausland und die Entstehung der Frauen im Lokale des Herrn Kähne, Bismardstraße 60, statt. Nepublik. Tagesordnung: Religion, Kirche, Arbeiter". Referent: P. Göhrc. Biesdorf. Dienstag: Zahlabend. 4. Die Konventszeit bis zum 9. Thermidor. 5. Bom Tode Robespierres bis zur Babeufschen Verschwörung. 6. Die letzten Jahre des Direktoriums, der Staatsstreich und das Konsulat. Die örerkarten sind foeben den Kreisto ahlvereinen zugegangen und werden bon diefen ausgegeben. Da nur eine beschränkte Zahl von Karten zur Verfügung steht, sind die Gesuche um solche schleunigst an die Kreise zu richten. Oranienburg. Die Genoffen werden ersucht, sich heute morgen 8 Uhr in den Bezirkslokalen behufs Ausführung von Parteiarbeiten einzufinden. Berliner Nachrichten. Später! Also die Arbeitslosen hält er für fähig, falsche Angaben zu Gewerbebeputation beschuldigt er die Handlungsgehilfen, Terroris machen. Das ist Herr Weigert, wie er leibt und lebt. In der mus getrieben zu haben, hier hält er die Arbeitslosen der Fälschung für fähig. Dabei weiß er als Vorsitzender der Deputation für Statistit, daß man bei der Volkszählung, bei der Berufszählung, bei der Aufnahme der Steuerlisten usw. auf die Gewissenhaftigkeit derselben Bevölkerungsschichten angewiesen ist, die er hier als un zuverlässig bezeichnet. Auch bei diesen Zählungen werden die Fragebogen den Betrefffenden ins Haus geworfen, wie fich Herr Weigert ausdrückt, und die Resultate gelten doch als Unter lage für die amtliche Statistik. Es ist gar kein Zweifel: ein ausgeprägter Manchestermann wie Herr Weigert ist die denkbar ungeeignetste Persönlichkeit als Magistratsdezernent für sozialpolitische Angelegenheiten. Eine Situng der Berliner Stadtverordnetenversammlung findet am nächsten Donnerstag nicht statt. Wegen der Entlassung zahlreicher städtischer Barkarbeiter hat fich Genosse Zubeil seinem in einer Versammlung städtischer Arbeiter gegebenen Versprechen gemäß an den Vorsitzenden der Park. deputation, Herrn Bürgermeister Dr. Reide, gewandt. Auf seine Vorstellung ist ihm unterm 23. Oktober folgende Antwort geworden: Es ist richtig, daß bis heut zirka 120 Arbeiter entlassen wurden und zwar im Revier 1 35 Arbeiter, Revier 2 50 Arbeiter, Revier 5 17 Arbeiter. Diese Entlassungen erfolgten vor der Rückkehr des Vorsitzenden der Deputation vom Urlaub. Es ist jetzt Vorsorge getroffen, daß schon in den nächsten Tagen 50 Arbeiter wieder zur Einstellung gelangen und in ganz kurzer Zeit der Nest bis auf einige alte schwache Arbeiter. Ferner werden die schon erfolgten Kündigungen zurüdgezogen und Maßnahmen getroffen, daß alle in den städtischen Parts bisher beschäftigten Arbeiter auch ferner. Gelegentlich der Debatte über die Arbeitslosenzählung hat der hin beschäftigt werden und Arbeiter, solange es irgendwie die Außerdem ersuchen wir unsere Genossen, welche Arbeit. Magiftratsvertreter Stadtrat Weigert in Aussicht gestellt, später" Witterung erlaubt, nicht mehr aur Entlassung tommen. auch mit den Vororten wegen gemeinsamer Zählung zu verhandeln. Es ist erfreulich, daß so schnell als möglich der begangene geber sind und noch feine Legitimationstarte zur Dieses später" ist geradezu charakteristisch für die Art, wie im Fehler wieder gut gemacht wird, aber es brauchte nicht erst dazu Gewerbegerichtswahl vom Magistrat erhalten haben, für ihre Berliner Magistrat sozialpolitische Dinge behandelt werden. Nur und in der wirtschaftlichen Depression aufs Pflaster warf. Ohne zu kommen, daß man über 100 Arbeiter angesichts des Winters Eintragung in die Wählerliste zu sorgen. Die Liste liegt noch heute Sonntag, den 25., bon bas ja auch noch machen. Nun wäre es ganz falsch, den Magistrat und sonstigen Anlagen viel Arbeit, es fehlt aber an Mitteln in den feine Initiative, nur nicht gleich zu weit gehen, fpäter" fann man die beginnenden Arbeiten im Schillerpart gibt es in unseren Paris 9-1 Uhr mittags und morgen Montag, den 26., von in seiner Gesamtheit dafür verantwortlich zu machen, denn wer einzelnen Revieren. Geht man jetzt durch den Tiergarten, der 9-3 Uhr nachmittags in Wahlbureau: Poststr. 16 II aus. die Verhältnisse im Magistrat tennt, weiß, daß der Einfluß der bekanntlich fiskalisch ist, dann kann man beobachten, wie ein Teil Wir bitten die Genossen, in gewohnter Weise ihre Dezernenten namentlich in solchen Fragen so groß ist, daß felten von Arbeitern beschäftigt ist, den Boden unter den Sträuchern und Pflicht zu tun. Der Zentralvorstand. widersprochen wird. Wäre dem nicht so, wie fönnte man es sonst Bäumen zu lockern. In dieser Hinsicht geschieht in unseren verstehen, daß der Magistrat sich in der Frage des Acht- Uhr- Laden- finden, daß sehr vieles beffer fein fönnte, wodurch der größte Teil Der Dezernent der Arbeiter auch im Winter Beschäftigung haben würde. Hoffent finoan. steies ist der Stadtrat Weigert, der anscheinend das Wort Später" zum lich tragen diese Zeilen dazu bei, daß hier gründlicher Wandel ge Leitmotiv seines Wickens gemacht hat. Nicht nur in der städtischen schaffen, mehr Mittel in den Etat eingestellt werden, um die ein Verwaltung, sondern auch anderwärts. Wir erinnern nur an die zelnen Reviere besser dotieren zu können. Vorgänge im Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft. Die Leitung, der Herr Weigert angehört, hat sich mit Händen und November wöchentlich einmal unentgeltlicher Unterricht in SäuglingsIn der Säuglingsfürsorgestelle I, Blumenstr. 78, findet im Füßen, pochend auf ihre Rechte, gegen jede Neuerung gefträubt; pflege mit praktischen lebungen statt. Meldungen schriftlich oder ipäter hieß es den Drängern gegenüber, bis es- zu spät mündlich vorher im Bureau, Blumenstr. 78, born lints parterre, war und über den Kopf der Aeltesten hinweg die Handelskammer täglich von 2-4 Uhr vom 26. bis zum 31. d. M. errichtet wurde, so daß heute zwei Repräsentanten der Berliner Das Gänseblümchen als Zimmerschmuck. Wer an den Gänses Handelswelt bestehen. So geht es auch in der städtischen Verwal- blümchen längere Zeit im Zimmer Freude empfinden will, der hebe tung, soweit Herr Weigert dabei in Frage kommt. In der Ge- an frostfreien Tagen ein paar Pflanzen mit dem Wurzelballen werbedeputation hat sich Herr Weigert gegen den Achtuhr- Laden- aus dem Erdboden heraus und setze fie in Töpfe. Diese werden schluß gesträubt und sich dabei soweit verstiegen, den Befürwortern Terrorismus vorzuwerfen, mit Hilfe dessen die Majorität zustande getommen sei. Ganz gegen ihre Gewohnheit hat sich die Gewerbedeputation durch Herrn Weigert breitschlagen lassen und beim Magistrat die bekannten Ausnahmebestimmungen beantragt, durch welche die offenen Verkaufsstellen der Tabak, Konfituren- und Blumengeschäfte von der Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses ausgeschlossen sein sollen. Also gegen den Willen der Beteiligten denn auch in diesen Branchen hatte sich die Mehrheit für den Achtuhrschluß ausgesprochen. sollten diese Bestimmungen erlassen werden. Partei- Angelegenbeiten. Zur Lokalliste. Am Sonnabend, den 14. November cr., findet im Lofal von Hamused, Tegel, Hauptstraße, ein von Arbeitern der Städtischen Gasanstalt Tegel arrangiertes Vergnügen statt, und ist man eifrig bemüht, eine möglichst große Be teiligung seitens der in genannter Anstalt beschäftigten Arbeiter zu erzielen. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß uns das Lotal von amused zu unseren Versammlungen seit Jahren beharrlich verweigert wird; es sind daher alle dortigen Veranstaltungen seitens der organisierten Arbeiter streng zu meiden. Die Lokalfommission. Zweiter Wahlkreis. Seute, Sonntag, den 25. Oftober, nachmittags 5 Uhr, bei Rabe. Fichtestraße 29: Gemütliches Beisammensein und Zanz. Um 6 Uhr: Vortrag des Genossen Wurm über„ Die Entstehung der Arbeitert lasse". Eintritt frei. Tanz 20 Bf. Dienstag, den 27. Oftober, abends 8% Uhr, bei Bühlte, Dennewißstraße 13: Oeffentliche politische Versammlung. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Richard Fischer über Die Steuervorlagen der Regierung und die politische Lage". Dienstag, den 27. Ottober, abends 8% Uhr, bei Sabel, Bergmannstraße 5/7: Oeffentliche politische Versammlung. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Fri 3ubeil über„ Das Barteiprogramm". Um guten Besuch aller Veranstaltungen ersucht Der Vorstand. Schöneberg. Am Dienstag, den 27. Ottober, abends 8 Uhr, findet in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: Vorstandsbericht. Kassen- und Revisionsbericht. Fortseßung der Debatte über den Parteitag. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. fchlusses eine solche böse Schlappe holen fonnte" cht- Uhr- Laden-/ ädtischen Anlagen faft nichts und aufmerksame Beobachter werden sodann vor das Fenster einer möglichst fühlen Stube gestellt, und die Pflanzen lassen nun unermüdlich Blume um Blume herbor prießen. Von Zeit zu Zeit müssen die Pflanzen etwas begossen werden, damit sie nicht vertrodnen; weiteres verlangt das be scheidene Gänseblümchen nicht. Dieses Einpflanzen fann den ganzen Winter hindurch geschehen, wobei man tunlichst folche Pflanzen bevorzugt, die noch recht viele Stnospen tragen. Die Speifung bedürftiger Kinder wird in den vom Verein für lichenfalls vermehrt werden. in folgender Weise durchgeführt: Kinder- Volksküchen eingerichteten 16 Anstalten, welche erforder 1. Es erhalten schulpflichtige Kinder gegen Aushändigung der ihnen in der Schule übergebenen Marte ein Mittagessen, wofür dem Verein pro Kind 10 Pf. vergütet wird. 2. Denjenigen Kindern, welche im elterlichen Hause tein Mittagessen erhalten können, weil die Mutter auf Arbeit geht, wird eine Mittagsmahlzeit für 10 Pf. verabreicht. 5. Der Verein verabreicht an nichtschulpflichtige Kinder, welche demselben von den städtischen Säuglings- Fürsorgeſtellen und ana deren Wohlfahrtsorganisationen als bedürftig überwiesen werden, unentgeltlich Mittagessen. Die Aufsicht über die ordnungsmäßige Handhabung der Küchen wird von den Vorsteherinnen und Ehrendamen des Vereins ausgeführt. Der Polizeipräsident hat sich um dieses Votum nicht gefümmert und damit Herrn Weigert verdientermaßen eine schallende Ohrfeige verfekt, die um so wohlverdienter ist, als es der Herr fertiggebracht hat, den Magistrat zu veranlassen, die Stadtverordnetenversammlung von der Mitwirkung an diesen Dingen aus welche von der Auskunfts- und Fürsorgestelle für Lungenkranke als 3. Sowohl schulpflichtige, als auch nichtschulpflichtige Kinder, zuschalten; obwohl der Magistrat bei früheren Gelegenheiten zu bedürftig überwiesen werden, erhalten unentgeltlich Mittags gesagt hat, die Versammlung vorher in Kenntnis zu sehen. Ganz speisung. Gefunde, Kinder tönnen die Mahlzeiten in den Anstalten genau so verhält sich Herr Weigert in der Frage der Sonntags- einnehmen, für die übrigen wird das Essen nach Hause gegeben. ruhe. Im Herbst 1907 beschloß die Gewerbebeputation auf An- 4. Für die nichtschulpflichtigen Kinder vom ersten Lebensjahr Am Montag, den 26. Oftober, mittags 1 Uhr, findet in dem regung des Herrn Weigert, die Beschlußfassung über Anträge der an werden angemessene Speisen zubereitet und pro Portion für selben Lokal eine Arbeitslosen Versammlung. statt. Organisationen der Handelsangestellten bezüglich Einführung er- 5 Pf. in den Anstalten verabreicht; auch kann das Essen nach Hause Rigdorf. Dienstag, den 27. Oktober, 8% Uhr abends, finden weiterter oder völliger Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zu ver- genommen werden. drei öffentliche Versammlungen statt, und zwar in folgenden tagen, bis daß das in Vorbereitung befindliche Reichsgeseh erlassen Lotalen: elsch, Sinejebedstraße 48/49, Hoppe, Hermann ist; also später"! Diese sogenannten Vorbereitungen bestanden straße 49. hiel, Bergstraße 151/152. Die Tagesordnung lautet in einer Umfrage der Reichsregierung bei den Regierungen der in allen Versammlungen:" Die Forderungen der Sozialdemokratie einzelnen Bundesstaaten über die Ordnung der Sonntagsruhe und in der Kommune". Diskussion. Referenten sind die Stadt über eventuelle Vorschläge zu einer gemeinsamen Regelung der berordneten Genossen Bagels, Dr. Silberstein und felben. Wie aus Presseäußerungen bekannt, sind die Antworten Wuzky. aber so verschieden ausgefallen, daß sie schwerlich zu einer baldigen Die Küchen befinden sich: Nr. 1: Freiligrathstr. 7, Nr. 2: Erledigung auf dem Wege der Gesetzgebung führen werden. Wer Bredowstr. 22, Nr. 3: Antonstr. 35, Nr. 4: Grünthaler Straße 17, aber nun glaubt, Herr Weigert würde jekt selbst die Sache wieder nr. 5: Swinemünder Straße 26, Nr. 6: Senefelder Straße 3, Nr. 7: aufnehmen, der ist auf dem Holzwege, denn so wenig die Sache Straße 13, Nr. 10: Forster Straße 51, Nr. 11: Waßmannstr. 11, Muladstr. 35, Nr. 8: Wilhelm- Stolze- Straße 10, Nr 9.: Gubener neu ist, so wenig ist die Haltung des Sozialpolitikers" Weigert Nr. 12: Gleimstr. 13, Nr. 13: Turiner Straße 3, Nr. 14: Hübnerneu. 1905 oder 1906 hat die Frage auch die städtischen Lehörden straße 5, Nr. 15: Stralauer Blaß 6/7, Nr. 16: Großgörschenstraße beschäftigt. Damals war es dem Herrn Weigert gelungen, die Nr. 23. Grledigung dadurch mit aufzuhalten, daß eine Umfrage bei den Den bekannten Pfleger- Mißständen an den städtischen Jrrens einzelnen Kirchengemeinden veranstaltet wurde, dahingehend, ob anstalten ist, wie schon im Gerichtsbericht der Nr. 249 mitgeteiit sie mit der Verlegung des Hauptgottesdienstes auf 11 Uhr ein- wurde, der 18jährige frühere Straffenpfleger Emil Torner zum verstanden seien. Die Antworten fielen zum größten Teil ab- Opfer gefallen. Er wurde wegen vorsätzlicher Gefangenen. lehnend ans; nur drei Gemeinden hatten zugesagt, ein Resultat, befreiung unter weitester Annahme mildernder Umstände zu einer das jeder Kenner der Verhältnisse voraussah, und zwar schon um Woche Gefängnis verurteilt. Hier hat sich mal wieder das Sparsystem unserer städtischen deswillen, weil es nicht der erste Versuch auf diesem Gebiete war. Erreicht war für Herrn Weigert damals wie auch jetzt, die Lösung rrenpflege- Verwaltung bitter gerächt. Soviel uns befannt ist, der Frage auf später zu verschieben. Es wird jetzt an den Hand- fleger eingestellt werden. Die Anftalisleitungen lehren sich jedoch sollen männliche Personen unter 19 Jahren überhaupt nicht als lungsgehilfenorganisationen liegen, diese längst reife Frage zur nicht an diese Vorschrift. Da infolge der schlechten Essens- und der Marienfelde. Am Dienstag, den 27. Oftober, abends 8 Uhr, Entscheidung zu bringen. Auf den sozialpolitischen Dezernenten sonstigen Beschäftigungsverhältnisse ein ewiger Wechsel im findet im Lokale von Oberschmidt die Mitgliederversammlung des tm Berliner Magistrat, Herrn Weigert, zu warten, wäre ganz Pflegepersonal und fortgesetter Mangel an folchem herrscht. Tempelhof. Am Dienstag, den 27. Oftober, abends 8% Uhr, findet im„ Wilhelmsgarter", Berliner Straße 9, eine General versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Sonstige Berichte. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Schmargendorf. Am Dienstag, den 27. Oktober, abends 8% Uhr, findet im Lindenbaum", Spandauer Straße, die Generalbersammlung des Wahlvereins statt, zu der alle Genossen und Ges nofsinnen zu erscheinen haben. Gäste willkommen. Der Vorstand. Steglis. Heute früh 8% Uhr: Flugblattverbreitung( Borwärts" Agitation) von den bekannten Stellen aus. Zehlendorf. Am Dienstag, den 27. Oftober, abends 8% Uhr, findet im Lokal von B. Mickley, Potsdamer Straße 25, die Mit gliederversammlung des Wahlvereins statt. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. " ftellen die Anstalten ein, was fie friegen fönnen. Man fann nun zugeben, daß fräftige und zuverlässige Leute felbft im Alter von 18 Jahren mal ausnahmsweise und ohne Vorbildung geeignet sein können, auf leichten Stationen öffentlicher Jrren anstalten Dienst zu tun. Ganz unverantwortlich ist es aber, solche jungen Menschen auf den schweren Stationen zu beschäftigen, wo eine längere praktische Erfahrung im Irrenhausdienst und gewisse Bertrautheit mit den Finessen der sogenannten geistestranten Bere brecher unerläßlich ist. Das Gericht rügte denn auch gehörig dieses willkürliche Verfahren und hielt dem Angeklagten die an ihn so leicht herangetretene Versuchung entsprechend zugute. Solange die internen Verhältnisse der städtischen Irrenhauspflege nicht von Grund aus gebessert werden, wird der Pflegedienst nicht auf die gegriffen, so daß die Feuerwehr mit einer Campfsprize tüchtig nahme zugegangen ist. Beschlossen wird, den Schriftsaz der Presse Zeugengefuch. Am Montag, den 12. Dftober, abends gegen Magistrat zu dieser Angelegenheit stellen wird. Es ist hier in Aus 10 Uhr, lag der Telegraphenarbeiter Weimann besinnungslos auf ficht genommen, daß auch Beamte bei dieser Zählung mitwirken dem Straßenpflaster vor dem Hause Invalidenstr. 130. Vorher hatte follen, aber auch die Genossen werden fich zum großen Teil zu er das in dem betreffenden Hause befindliche Schanklokal besucht. dieser Arbeit zur Verfügung stellen müssen. Später wurde W. von einem Schußmann nach der Wache des Bei der Sizung fehlten die Vertreter der Gärtner, städtischen Bolizeireviers gebracht, wo er verstorben ist. Beugen, die genaueres Arbeiter, Fabrikarbeiter und der Straßenbahnangestellten. über den Vorfall befunden tönnen, werden um Abgabe ihrer Adressen an Gustav Weimann, Usedomstr. 7, gebeten. Rigdorf. bringend nötige soziale und technische Höhe gelangen. Gegen die Kurpfuschere vorlagen hat dieser Tage eine öffentliche Versammlung folgende Resolution beschlossen:" Die 23. Oftober 1908 im Saale des Neuen Klubhauses, KommanDantenstr. 72, tagende, von Mitgliedern aller Stände und Gefell: schaftsklassen besuchte öffentliche Versammlung verurteilt aufs fchärfte den Versuch, mit Hilfe der sogenannten Kurpfuschereiborlage die staatsbürgerliche Freiheit einzuschränken, so daß fünftig niemand mehr wie bisher in Krankheitsfällen die seiner Ueber zeugung entsprechende Heilmethode und den Arzt seines Vertrauens wählen darf. Dagegen ist sie durchaus damit einverstanden, daß durch gesetzliche Bestimmungen der Geheimmittelunfug beseitigt sowie schwindelhafte Anpreisungen und Versprechungen, die auf Täuschung der Hilfesuchenden hinauslaufen, streng bestraft werden können. Die Versammlung hofft und erwartet von der hohen Reichsregierung bestimmt, daß sie aufmerksam gemacht auf den im Gefeßentwurf liegenden Gewissenszwang für Millionen von Staatsbürgern und die drohende Gefährdung allgemeiner Intereffen- dem Entwurfe in der vorliegenden Form feinen Gingang verschafft." Gemüse- Konserven mit Mäuse- Bergißmeinnicht. In neuerer Zeit haben sich in den Haushalt der minderbemittelten Kreise neben den nicht immer billigen schwimmenden" Konserven auch die weniger teuren getrockneten Gemüse starken Eingang verschafft. Sie find an sich durchaus empfehlenswert, täuschen zipar bloß den Geschmack von frischem Gemüse im Winter vor, haben aber den Vorteil, den Magen zu füllen und bei föpfereicher Familie fich gut ein teilen zu lassen. Wer nun diese getrockneten Gemüse einer genaueren Besichtigung unterzieht, wird sehr häufig in ihnen eine Kleine törnige Masse finden, die feineswegs vegetabilische, sondern tierische Bestandteile sind. Bei einfarbigem Gemüse, wie Mohr. rüben, fallen diese zahlreichen Bartikelchen sofort auf; dagegen werden sie beispielsweise bei dem sehr starkgehenden Suppengrün" als vermeintliche Bestandteile desselben einfach übersehen. In Wirklichkeit sind es die ekelhaften Abgänge von Mäusen! Wie mir mehrere Materialisten fo schreibt uns eine Berliner Hausfrau offenherzig erklärt haben, findet sich diese unappetitliche Zugabei mehr oder weniger in den meisten Säden oder Kästen mit getrocknetem Gemüse. Der Uebelftand ließe sich aber beseitigen, wenn die Behälter von vornherein unter genügendem Verschluß gehalten würden, was um so notwendiger ist, als die unbequemen Nager gerade nach diesen trockenen Konserven ganz arg sind. Selbst verständlich wird troßdem die Ware ungereinigt bertauft. Feste Kunden macht man darauf aufmerksam, Lauftunden und Kindern wird dieser Dreck in die Hände gesteckt. Wo es üblich ist, daß die Dienstboten mit solcher Ertrafost gefüttert werden, sollen sie recht zeitig die Augen aufmachen. Bon der Hilfsbereitschaft der Unfallstationen. Die Klagen über die Unfallstationen hören nicht auf. Wieder wird uns mitgeteilt, daß eine Unfallstation die notwendige Silfsbereitschaft hat bermijsen laffen. Die neueste Befchiverde richtet sich wieder mal gegen die Unfallstation XII, die in Rigdorf, im Hause Steinmebit r. 6( Ede der Waßmannsdorfer Straße) untergebracht ist. Es ist das dieselbe Unfall station, mit der wir uns in lezter Beit mehrfach haben beschäftigen müffen. Feuerwehrnachrichten. Die Schöneberger Feuerwehr hatte gestern einen Dachstuhlbrand in der Magstraße 8 zu löschen. Das Feuer war in einem Steffelhause ausgekommen und hatte schnell um sich entstand in der Wielandstraße 48 ein Brand, der von der Schöne berger Wehr auf seinen Herd beschränkt wurde. Stadtverordnetenversammlung. Eingangs der Gizung gibt der Vorsteher bekannt, daß der Versammlung seitens des Magistrats eine Abschrift der Antwort desselben auf das von der Großen Ber liner Straßenbahn beantragte Ergänzungsverfahren zur Kenntnis, auf Verlangen zur Verfügung zu stellen; in den Lokalblättern soll er wörtlich zum Abdruck kommen. Ser Haushaltsplan der städtischen Fortbildungsschule für die Beit vom 1. Oftober 1908 bis 31. März 1909 wird bebattelos ge nehmigt. Die besondere Aufstellung desselben für die zweite Hälfte des Etatjahres ist mit Rücksicht auf die Umgestaltung der Schule in eine obligatorische nötig geworden. Feuerwehrbericht. Zweimal wurde in den legten 24 Stunden böswilligerweise alarmiert. Einmal nachts um 2 Uhr nach dem Brunnenplay und vorher nach der Görligerstraße 54. In dem einen all gelang es, den Täter in der Perion eines Schulknaben aus der Der Magistrat beantragt, die zur Regelung der kommunalen 177. Gemeindeschule zu ermitteln. Gestern früh um 4 Uhr tam auf dem Hofe Rottbufer Ufer 33 Feuer aus. Stiften usw. brannten dort Berhältnisse des zweiten Rieselgutes mit der Gemeinde Brusenund mußte die Feuerwehr fräftig Waffer geben; um eine weitere Dorf getroffenen Vereinbarungen abzuändern, und zwar ent Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Ferner hatte die Wehr in sprechend dem Genehmigungsbeschlusse des Teltower Kreisaus. der Pallasstraße zu tun, wo in einer Küche Feuer ausgebrochen war. schusses vom 8. September. Lepterer beanstandet die durch Bes In der Kommandantenstraße 53 brannte die Schaldecke in einem fchluß beider städtischen Körperschaften aufgestellte Bedingung, daß Posamentengeschäft und in der Stralauer Straße 48 Hausrat usw. Patronatspflichen gegen die Brufendorfer Kirchengemeinde ausdrücklich ausgeschlossen sind; rechtliche Bedenken sollen dagegen Arbeiter- Samariterfolonne. Montag abend 9 Uhr: Fortsegung des Kurfus in der 2. Abteilung bei Dase, Brunnenstr. 154, und in sprechen. Stadtv. Bagels( Soz.) erklärt, daß die sozialdemokras tische Fraktion den die Regelung der Kirchenverhältnisse betreffen Vortrag der 5. Abteilung in Rigdorf bei Thiel, Bergstr. 151/152. über Phyfiologie( Lebenstätigkeit des menschlicben Körpers). Neue den Teil des Vertrages ablehnt, sowohl wegen der 6000 M., Mitglieder können noch in allen Abteilungen eintreten. Auch ist die für den Brufendorfer Kirchenneubau verlangt werden, als auch wegen der zu befürchtenden dauernden Patronatsverpflichtungen. zahlreiche Teilnahme von Frauen und Mädchen erwünscht. Donners- Die Behauptung in der Begründung der Magistratsvorlage, die tag: Sigung der diensttuenden Abteilung. Gemeinde Rigdorf könne diese Pflichten eintretendenfalls auf den Besizer des Restritterguts abwälzen, entbehrt der Sicherheit. Der Gesinnungswechsel des Magiftrais im vorliegenden Punkte muß wundernehmen. Redner lehnt grundsäßlich alle Kosten für kirchliche Zwecke ab und will, daß diese von den Kirchengemeinden aufgebracht werden. Stadtrat Dr. Glüdsmann empfahl die Vorlage und bezeichnete die Befürchtungen des Vorredners wegen der Batronatspflichten als unbegründet. Er erreichte denn auch den Umfall der Stadtverordnetenmehrheit, die widerspruchslos ihren früheren Standpunkt im Stiche ließ. Erwähnt sei noch, daß der Kreisausschuß den geplanten Namen des Rieselgutes" Richardshof" in Boddinsfelde" umgewandelt hat; ein Bersehen" soll schuld daran sein sagt die Vorlage. Ohne Debatte wird dem Erlaß eines Ortsstatuts zugestimmt, dessen Hauptartikel befagt: Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Die fozialdemokratische Fraktion hat im Stadtparlament den Antrag eingebracht: Der Magistrat wird ersucht, die für Verlegung der Stadt gärtnerei, des Straßenreinigungsparks. der Desinfektionsanstalt fowie Herstellung des Stadtparts notwendigen Arbeiten in eigener Regie ausführen zu lassen und schleunigst damit zu beginnen. Den dabei beschäftigten Arbeitern find die zwischen den Unternehmern und Gewerkschaften bereinbarten Löhne zu zahlen." Dieser Antrag wird am Montag, den 26. d. M., verhandelt. Der Zuschauerraum befindet sich im oberen Stockwerk und wird um 16 Uhr geöffnet. -In Fabrik, Engros-, Bank-, Versicherungs-, Agentur- und Speditionsgeschäften, soweit der Betrieb nicht in offenen Vertaufsstellen stattfindet, dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Ar beiter an Sonn- und Festtagen nicht länger als zwei Stunden, und zwar von 8-10 Uhr vormittags beschäftigt werden." Auf den Handel mit Nahrungs- und Genußmitteln, sowie mit Eis soll das Statut teine Anwendung finden. Es tritt fofort nach feiner Bekanntmachung in Straft. Ende November finden Ersatz, Ergänzungs- und Neuwahlen in der ersten Abteilung, in den vier Bezirken der zweiten Abteilung und im 2., 4., 5., 6., 7., 8., 11., 12., 14. und 17. Bezirk der fiber- Stellvertreter vollzieht die Versammlung im Sinne der Vor dritten Abteilung statt. Die Wahl der Beisißer und Beis schläge des Wahlausschusses. Die Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse für die Arbeit geber finden am Montag, den 26. Oftober 1908, nach mittags bon 4 bis 6 llbr, im Kaffenlokal, Grunewaldstr. 42, Sof 1 Treppe, statt. Zu wählen find 7 Arbeitgeber zur Vervollständigung der jegt amtierenden Generalversammlung, 52 Arbeitgeber für die wahlbauer 1909-1910, und 26 Stellvertreter. Die Arbeit nehmer wählen am Mittwoch, den 28. Oftober, nach mittags von 4 bis 9 Uhr in Mietbes Festfälen, Haupt- Um eine Entlastung der Tiefbau- Deputation herbeizuführen, straße 5. Die Arbeitnehmer haben 5 Mitglieder als Erfay- beantragt der Magistrat, eine Gartendeputation mit drei Mamänner für die jetzt amtierende Generalversammlung zu gistratsmitgliedern und sechs Stadtverordneten, eine Deputation wählen; ferner 110 Arbeitnehmer für die Wahlzeit 1909-1910 für die Bewirtschaftung der Rieselgüter mit zwei bezw. vier Mite 55 Stellvertreter. Die und und gliedern beider städtischer Körperschaften einzurichten und die Wahlen sind geheim müffen Stimmzettel borgenommen werden. Grundeigentums- Deputation unter Uebertragung der BebauungsBablplanfachen auf fünf Magistratsmitglieder und zehn Stadtvers berechtigt find alle weiblichen und männlichen Mit ordnete zu verstärken. Stadtv. Rahm ig spricht gegen die Vorglieder, die das 21. Lebensjahr erreicht und im Besiz der bürger- lage, indem er in längerer Rede die Arbeitsfreudigkeit der Ticflichen Ehrenrechte sind. bau- Deputation rühmt. Stadtb. Groger( Soz.) verlangt eine Die Liste der Gewerkschatskommission beginnt mit dem Namen Festsetzung der Stadtverordnetenzahl in der Rieselgüter und lamme und endet mit dem Namen Bäumler. Als Legitis Grundeigentums- Deputation, damit gedrittelt werden kann und mation gilt der Abschnitt der Anmeldung oder eine Bescheinigung der dritten Abteilung gerechterweise ein Drittel der Size zufallen. des Arbeitgebers. Freiwillige Mitglieder legitimieren sich unter Vorzeigung ihrer grünen Mitgliedskarte. durch Die vorgeschlagene Zahl von 4 beziv. 10 Mitgliedern läuft nach den bisherigen Gepflogenheiten der Mehrheit auf eine Schwächung des Einflusses der Arbeitervertreter hinaus. Nachdem Bürgermeister Kaiser noch für unveränderte Annahme der Magistratsvorlage plädiert hatte, beschloß der Block unter Ablehnung der sozialdemo kratischen Vorschläge dementsprechend. Den letzten Bunkt der Tagesordnung bildete nachstehender Antrag der sozialdemokratischen Frattion: " Die Versammlung wolle befchließen: 1. Eine gemischte Deputation au wählen, welche die Gr. füllung der sozialen Aufgaben der Gemeinde vor zubereiten hat. 2. Diese Deputation au beauftragen, der Stadtberord netenversammlung schleunigst Vorschläge zu machen, die ge eignet sind, die im kommenden Winter mit Sicherheit zu er wartende große Arbeitslosigkeit einzuschränten, sowie deren Folgen zu mildern." Stadtb. Wuty wies in seiner Begründung an der Hand vorhandenen Materials den schon jetzt gewaltigen Umfang der In der Nacht vom 15. zum 16. Oftober( Donnerstag zu Frei tag) wurde dieser Unfallstation ein Arbeiter Franz Göbel zugeführt. Göbel, ein Mann von 58 Jahren, hatte in den Mörtelwerten der Gebr. Tabbert zu Rigdorf, wo er als Wächter beschäftigt war, von einem Pferde einen so heftigen Hufschlag erhalten, daß ihm eine Rippe gebrochen wurde. In einer Droschte wurde er nach der Unfallstation in der Steinmeßstraße geschafft, aber hier hatte Für die Wahlen der Arbeitnehmer findet am 28. d. Mts., dem der von Schmerzen geplagte Mann lange zu warten, ehe Tage der Wahl, eine Handzettelverbreitung statt. Die Handzettel er Ginlaß und Hilfe fand. Der Kutscher und andere Bere tönnen vom Montag ab von den bekannten Stellen abgeholt werden. sonen, die herbeitamen, mußten immer wieder flingeln und gegen die Jalousie schlagen, bis endlich ein Wärter, nur notdürftig be= Aus der Gewerkschaftskommission. An der Sizing nahmen tleidet, sich sehen ließ und Eintritt gewährte. Wie lange es fämtliche Verbandsfunktionäre und die Vorstände der Gewerkschaften dauerte, bis die Tür sich auftat, das hat diesmal ein Beuge mit teil. Auf der Tagesordnung stand: Die Arbeitslosigkeit in Schöne der Uhr wenigstens annähernd festgestellt. Er versichert, er habe berg und die bevorstehende Arbeitslofenzählung. Der Vorsigende bei dem Verlegten und dem Kutscher 20 Minuten vor der Unfall- berichtet, daß die Arbeitslosigkeit in Schöneberg in diesem station verweilt. Der ganze Vorgang habe aber noch länger ge- Jahre einen weit größeren Umfang angenommen dauert. Schon wollte man den Berlebten wieder in die Droschte hat, als im Borjabre, und daß zu befürchten ist, daß dieser paden, um anderswo Silfe für ihn au fuchen, da wurde endlich ge- Rotstand mit Ginießen des Winters noch ganz bedeutend zu öffnet. Aber auch jest soll es wieder noch eine Weile gedauert nimmt. Ueberall in den Straßen, in der Nähe der Baupläße, an den haben, bis der Arzt erschien und sich des Verletzten annahm. Man Stellen, wo die Arbeitsnachweise der Tageszeitungen verteilt werden. fagt aus, zunächst habe er sich von der groben Seite gezeigt. Erst fieht man den Andrang der Arbeitslofen. Hier hatte man gehofft, hinterher sei er höflicher geworden, und er habe sogar gebeten, fich daß die Arbeitslosigkeit in Schöneberg durch den Bau der Untr zu überzeugen, daß die Glocke manchmal anschlage und manchmal grundbahn etwas gemildert werden würde. Leider ist dies aber Arbeitslosigkeit nach und erklärte, daß alle Kenner der Verhält nicht anschlage, je nachdem man so oder anders daran ziehe. Das nicht eingetroffen, da bei dem Unternehmen außer einigen nicht ortsniffe eine weitere Steigerung dieser schlimmsten aller Begleitfcheint ja eine merkwürdige Glocke zu sein. Wir hatten bisher anfäifigen Arbeitern besonders viele Ausländer beschäftigt erscheinungen unserer fapitalistischen Wirtschaftsweise voraussagen. gemeint, die Glocke einer Unfallstation müsse so eingerichtet sein, werden. Es wird dies selbst von den Bürgerlichen bedauert. Für Eine Unsumme von Not und Glend in diesem Winter wird die daß sie jederzeit sicher funktioniert. Sonderbar ist auch das, daß die bei dem Unternehmertum bestehende Auffassung der Staats- Folge sein. Es ist Pflicht aller sozial Dentenden, hier unverzüglich nicht einmal das Bochen vom Personal der Unfallstation bürgerpflichten und den Wert des fo gern zur Schau getragenen mildernd einzugreifen. In erster Linie wäre das Sache des sofort gehört worden ist, während andere Bewohner desselben Batriotismus ist es bezeichnend, daß die geringe Ersparnis an Lohn, Reiche 3 durch Schaffung einer Reichs- Arbeitslosenversicherung; Hauses dadurch alarmiert wurden. welcher durch die Beschäftigung ausländischer Arbeiter er doch ist in der glorreichen" Blocära da nichts zu erwarten. So Der Herr Dottor soll noch eine Aeußerung getan haben, die zielt wird, wird, genügt, um die Bürger und Steuerzahler müssen eben die Kommunen diesen Zeil sozialer Arbeit über. darauf schließen läßt, daß er eine Veröffentlichung auch dieses Vor- des eigenen Wohnfiges bei der Vergebung bon Arbeiten. nehmen. Leider lassen die Gemeinden Gro- Berlins in dem tommnisses durch den Vorwärts" fürchtete. Da hat er uns troß der allgemeinen Rotlage, auszuschalten. Die Kommission Punkte der Arbeitslosenfürsorge wieder mal jede Einheitlichkeit gang richtig tagiert. Wir halten es für unsere Pflicht, alle iprach sich allgemein dahin aus, dag unbedingt etwas geichehen bermissen, obwohl das ein Ganzes bildende Wirtschaftsgebiet GroßSerartigen Vorkommnisse öffentlich zu be. müsse, um dem Magistrat, den Stadtverordneten und der Deffentlich- Berlins dies unbedingt heische, sollen die zu treffenden Maßnahmen sprechen. Es gibt keine andere Möglichkeit, diefen standa feit die Notlage der eigenen steuerzahlenden Arbeiter vor Augen nicht als mangelhaft ausschlagen. Um dauernd auf dem Laufenden Ibsen Zuständen ein Ende zu bereiten. Uebrigens werden wir durch jede neue Beschwerde, die den Unfallstationen zu führen. Zu diesem Zwecke wird es notwendig werden, eine zu bleiben, sowohl bezüglich der Lage des Arbeitsmarktes wie überArbeitslofenveriammlung einzuberufen und von dem Haupt zur Bearbeitung der gesamten kommunalen Sozialpolitik, ist Mangel an Hilfsbereitschaft nachweist, immer wieder bestärtt in Magistrat die sofortige Inangriffnahme von Rotstandsarbeiten zu die beantragte Deputation als ständige Einrichtung gedacht. Eine unserer Ueberzeugung, daß solche Einrichtungen überfordern. Außerdem soll der Magistrat erfucht werden, die städtischen ganze Reihe von Städten sind darin bereits vorangegangen, und haupt nicht privater Tätigkeit überlassen werden sollten. Das„ Kuratorium der Unfallstationen", das Arbeiten, wie das Verlegen der Stadtgärtnerei usw. fofort in Angriff Rigdorf braucht eine solche soziale Deputation mehr als alle anderen; man verantwortlich machen möchte, ist keinem verantwortlich außzer zu nehmen und diese Arbeiten in eigener Regie ausführen zu lassen. denn Arbeit ist genug vorhanden, wie z. B. Ausdehnung der sich selber. Wäre bas Rettungswesen eine Einrichtung der Ge. Des weiteren muß verlangt werden, daß den hierbei beschäftigten Strantenversicherungsgesetzgebung auf die Hausindustrie und vieles meinden, so wäre in der Gemeindeverwaltung eine Stelle ge- Arbeitern die mit ihren Gewerkschaften vereinbarten Lohnfäße ge- mehr. Redner ersucht um Einsehung der beantragten Deputation geben, an der man auf Abhilfe bringen könnte. In Berlin wird es zahlt werden. Den Getverlichaften wiederum muß es zur Pflicht und schleunige Inangriffnahme der dringenden Arbeiten, wünschend, la wohl mal dahin kommen, daß die Gemeinde sich auf' hre Pflicht gemacht werden, ihre Arbeitslofen aufzufordern, sich bei dem daß ein Handinhandgehen mit Berlin und den anderen Vororten hiesigen Arbeitsnachweise eintragen, au laffen, im Punkte der Arbeitslosenmaßnahmen noch möglich ist, damit Wirks besinnt und durch eigene Einrichtungen für erste Hilfe das leistungs: damit festgestellt werden kann, wie viele Arbeitslofe da sind und fames erreicht werden kann. Der Erste Bürgermeister Kaiser unfähige Brivatunternehmen der Unfallstationen überflüssig macht bezw. auf die Wahrnehmung ihrer privaten Interessen beschränkt. wie lange sie warten müffen, bis sie eingestellt werden. Die Ge sowohl als Vorsteher Sander und Stadtv. So he wenden sich Man muß wünschen, daß auch die Stadt Rigdorf zum Wohle ihrer wertschaftskommiffion befchließt, für Montag, den 26. Oftober, gegen eine ständige Deputation für soziale Angelegenheiten, da fik Bevölkerung die Beschaffung erster Hilfe nicht länger der Privat mittags 1 Uhr, eine Arbeitslosenversammlung dieses Arbeitsfeld die Gewerbe- Deputation zuständig sei. Für die Vorberatung der Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit + ätigkeit überläßt, sondern sie als Pflicht der Gemeinde anerkennt. einzuberufen. Ueber die bevorstehende Arbeitslofenzählung am 17. November d. J. schlagen sie vor, die im vorigen Jahre zum gleichen Swede gewählte in Berlin findet hiernach eine längere Aussprache statt. Da die Zäb Stommission zu bestimmen, deren schnellste Einberufung der Erste Das Säuglings- und Mätterheim, bisher Schöneberg, Alazienung nur in Berlin vorgenommen werden soll, wird sie ein völlig Bürgermeister zusagt. Der Referent stellt fest, daß nach der bisher straße 7, eröffnet Mitte November in Charlottenburg- Westend. falsches Bild geben und für die Arbeitslosen zwedlos fein. Der üblichen Auffassung die Gewerbe- Deputation nicht ohne weiteres Rüftern- Allee sein eigenes Heim, und wird unglücklichen, hilfesuchenden größte Teil der Arbeiter wohnt in den Vororten und arbeitet in zur Behandlung aller sozialen Dinge berufen war. Da dies aber Müttern Unterfunft gewähren. Berlin. Unfere Vertreter haben deshalb ben Antrag gestellt, die jetzt widerspruchslos so ausgesprochen wurde, werden seine Freunde Anmeldungen zu den akademischen Unterrichtsfurfen für Arbeiter Bählung über Groß- Berlin auszudehnen, nach den Erflärungen später daraus die Nußanwendung ziehen und sind deshalb auch mit werden noch am Dienstag und Donnerstag, den 27. des Berliner Magistrats wird aber eine solche Bählung am der Abänderung des ersten Teiles ihres Antrages im vorgeschlagenen und 29. Oftober, abenos 8-12 10 br, im Gebäude des 17. November nur für die Stadt Berlin vorgenommen werden. Im Sinne einverstanden. Die Versammlung beschließt demgemäß. Der Bentralarbeitsnachweises, üderstraße 9, lints Zentralvorstand ist man zu der Ueberzeugung gelangt, daß die angezogenen Kommission gehören neben dem Antragsteller auch die hocparterre, sowie am Sonnabend, den 31. Ottober, Arbeitslofenzählung auf alle Fälle vorgenommen werden muß und Genossen Groger und Bagels an. in der allgemeinen Hörerversammlung, abends 8-10 Uhr, im hat daher beschlossen, die Zählung eventuell selbständig auszuführen. In der folgenden geheimen Sizung fam u. a. auch ein Vors Gebäude des 8entralarbeitsnachweises, Gormann In Schöneberg hat die Stadtverordnetenversammlung dieser Zählung schlag des Magiftrats zur Verhandlung, der die sämtlichen An straße 13, im großen Saale entgegengenommen. bereits zugestimmt, es bleibt nur noch abzuwarten, wie sich der sprüche der Gemeinde Brit aus§ 53 des Kommunalabgaben- Ge " febes auf Beitrag zu den Schullasten durch eine einmalige Abs| deutschen kann nur als undemokratisch bezeichnet werden, und Jarbeiter und Arbeiterinnen haben sich anderen Erwerbssiveigen findungssumme beseitigen will. Die Versammlung gab ihre Ein. würde bei Ausführung dieser Erklärung eine Parteizugehörigkeit zugewandt. Manche Betriebe beschäftigen nur halb so viel Arbeitswilligung dazu. nicht mehr vorhanden sein." fräfte als früher. Der paritätische Arbeitsnachweis hat so gut Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 1039,10 m. und wie gar nicht funktioniert. Im Arbeitsnachweis der Zuschneider Die Mitglieder des Wahlvereins und des Gewerkschaftskartells machen wir auf die vom Bildungsausschus arrangierte Theater- eine Ausgabe von 548,66 W., es bleibt ein Bestand von 490,44. Iteßen sich im Laufe des Jahres 80 Arbeitslose eintragen; es liefen vorstellung aufmerksam. Zur Aufführung gelangt im Rigdorfer auf Antrag der Revisionskommission wurde dem Kassierer Decharge 10 Stellenangebote ein, die sämtlich befekt wurden. Am Schluß Theater, Bergstr. 147, am Sonntag, den 25. Oftober 1908, erteilt. Als Bezirtsführer für Tegelort wurde der Genosse des Berichtsjahres wurden 22 Arbeitslose übertragen. In der Krawattenbranche war es auch sehr traurig mit der Arbeitsgelegennachmittags 2 Uhr, unter Leitung des Direktors Türt, Stater udwig bestätigt. heit bestellt. Die Mitgliederzahl der Filiale hat sich trotz der Lampe", Komödie in vier Aften von Emil Rosenow. Oranienburg. Krise etwas erhöht; der Uebertritt zum Schneiderberband erfolgte Pünktliches Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Billets find in mit 238 männlichen und 2035 weiblichen Mitgliedern; die Zahl den durch Plakate ersichtlichen Zahlstellen und in der Parteispedition, Neckarstr. 2, zum Preise von 60 Pf. pro Person infl. Garderobe und der männlichen Mitglieder ist die gleiche geblieben, die der weibTheaterzettel, die Einführungshefte zu dem Theaterſtüd selbst für lichen ist auf 2188 gestiegen. Das System der Vertrauenspersonen 5 Bf. pro Heft zu erhalten. Stindern unter zehn Jahren ist der sowie die Haustassierung hat sich gut bewährt. Bersammlungen Zutritt nicht gestattet. Wegen starker Nachfrage der Theatersind im Laufe des Jahres viele abgehalten worden, und sie waren billetts findet am 8. November eine Wiederholung des Theaterstücks meistens recht gut besucht. Die Bibliothek der Filiale ist im Laufe Sie wurde 615 mal benutt, Kater Lampe" statt und sind Billetts jetzt schon in den Zahlstellen des Jahres vergrößert worden. 550 mal von weiblichen und 65 mal von männlichen Mitgliedern. und in der Parteifpedition Neckarstraße 2 zu erhalten. Die Dem Bericht folgte eine furze Diskussion. Hierauf gab Gue Ordner bitten wir pünftlich um 1 Uhr zur Stelle zu sein. den Vierteljahres- und den Jahresbericht des Kassierers Montag, den 26. Oftober, abends 84 Uhr, findet bei oppe, Hermannstr. 49, der erste Vortrag des Genossen Mag Grun der Uraniavorstellung. Die Einnahmen der Lofalfasse samt ihrem wald über irtichaftliche Grundlagen" statt. Der alten Bestande waren im Berichtsjahre 12 966,25 M., die Ausgaben Bortrag ist unentgeltlich. Eintrittstarten werden nur noch in be8202,52 m., so daß am Jahresschluß der Bestand sich auf 4763,73 schränkter Anzahl am Eingang ausgegeben. Mark belief. Die Abrechnung mit der Haupttasse schließt mit der Bilanzsumme von 15 660,75 m. ab. Für Kranken- samt WöchneTreptow- Baumschulenweg. rinnenunterstüßung wurden 5826,69 M. ausgegeben, und an die Hauptkasse wurden 6726,90 m. abgeliefert. " Die Arbeitslosenzählung, die von Berlin für den 17. November d. J. beabsichtigt ist, wird sich auch auf Treptow erstrecken. Die Gemeindevertretung, welche sich mit einem diesbezüglichen Antrage unferer Genossen beschäftigte, stimmte dem zu. Jedoch soll der Gemeindevorstand anordnen, in welcher Weise die Zählung vollführt wird. Weißenfee. Die Genossen werden hierdurch nochmals auf die heute Sonntag, nachmittags 5 Uhr, im Waldhaus Sandhausen statt findende Versammlung aufmerkiam gemacht. Es gilt den lautesten Brotest gegen Maßnahmen der Behörden zu erheben, welche es den einheimischen Arbeitern zur Unmöglichkeit machen, troßdem Arbeit vorhanden ist, Arbeit zu erhalten. Vor allem bringt Gure Frauen mit, damit sie die Ursachen kennen lernen, warum ihre Männer am Ort feine Arbeit erhalten. Köpenick. Die Stadtverordnetenwahlen für die dritte Abteilung sind auf und verlas auch die Abrechnungen vom Sommerbergnügen und von den 9., 10. und 11. November anberaumt. Ueber Die Frau und der Sozialismus" referierte in der legten Wahlvereinsversammlung Genoffin Jeeze Rigdorf. Rednerin bedauerte in der Einleitung ihres Vortrages, daß die Frauen von dem winzigen Recht, welches ihnen jezt eingeräumt worden ist, so wenig Gebrauch machen und forderte die Anwesenden auf, dafür zu forgen, daß die Agitation unter den Frauen intensiver durchgeführt wird. Von einer Diskussion des mit Beifall aufgenommenen Vortrages wurde abgesehen. Zehn Neuaufnahmen wurden einstimmig vollzogen. Der vierteljährliche Sassenbericht ergab: Einnahme 999,62 M., Ausgabe 888,55 W. Nowawes. " Sodann berichtete Gue über die letzte Siung mit den Wäschefabrikanten, in der die Tarife endgültig festgelegt wurden. Er verwies dabei auf den am Donnerstag erschienenen Bericht im Vorwärts", der das wichtigste über diese Angelegenheit enthält. Er erwähnte auch eine Erklärung der Fabritanienbertreter, wonach ihre Vereinigung für unorganisierte Fabrikanten nicht eintreten wird, wenn die Organisation der Wäschearbeiter Eine Arbeitslosenzählung am 17. November vorzunehmen, ist bon Die Stubenrauch- Stiftung, die aus den Beiträgen der Gebei ihnen die Durchführung der Tarifverträge anstrebt. Schließ der Gemeindevertretung gegen 10 Stimmen abgelehnt worden, meinden des Kreises Teltow anläßlich des Scheidens des früheren lich machte der Redner noch darauf aufmerksam, daß die strikte dagegen wurde einstimmig beschlossen, im& e 6.ru ar nähsten Jahres Landrats aus dem Kreise errichtet worden ist, beträgt, wie aus Durchführung und der weitere Ausbau der Tarifgemeinschaft vor mit Groß- Berlin eine solche zu veranstalten. In anderthalbstündiger einem Denkschreiben v. Stubenrauchs, welches in der lebten Ge- allem davon abhängig find, daß die Wäschearbeiterinnen und Debatte traten unsere Genossen für die Veranstaltung ein, jedoch meindevertreterfibung in Nowawes verlesen wurde, hervorgeht, Arbeiter treu zu ihrer Organisation halten und alle etwa vor. Arbeiter treu zu ihrer Organisation halten und alle etwa bordie nichtslagenden Gründe, die schon in der Kommission zur Geltung 31 370 M.; das Geld soll zu wohltätigen Zwecken verwendet werden. kommenden Verstöße gegen die Tarifverträge ihren Vertretern tamen, behielten bei den bürgerlichen Parteien die Oberhand. Es Vom Hausbefizerverein des Neuendorfer Ortsteils lag der Ber- kommenden Verstöße gegen die Tarifverträge ihren Vertretern bleibt dabei, daß nunmehr das Gewerkschaftskartell die Zählung in tretung ein Schreiben vor, in welchem derselbe mitteilt, daß er be- melden. Die Tarife müssen bekanntlich in allen Fabriken ausgehängt fein an einer Stelle, wo sie allen Arbeitern und Arbeite die Hand nehmen muß. Vor Eintritt in die Tagesordnung fam abfichtige, an die Eisenbahnbehörde sweds Schaffung befferer Bug rinnen sichtbar und zugänglich sind. Die Debatte über diefen es noch zu einem Streit mit der hiesigen„ Bürgerpost". Schöffe verbindungen zwischen Nowawes und Berlin zu petitionieren, und Bunft wurde, ebenso wie die übrigen Punkte der Tagesordnung, Severin stellte den Antrag, den Berichterstatter der Birgerpost" aus die Vertretung ersucht, ihm ihre Wünsche in dieser Hinsicht zu dem Saale zu weisen, da dieser Herr in feinem Blatte mit abficht die unterbreiten, damit diese in der Betition Aufnahme finden können. auf eine Dienstag über 8 Tage stattfindende Versammlung vertagt. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags: getroffenen Einrichtungen des Ortes herabzerrt. Genosse Fuhr- Genoffe Gruhl fennzeichnete in scharfen Worten die überhebende mann sprach dagegen. Man folle dergleichen Artikeln nicht so große Form dieses Schreibens und betonte, daß für die Bertretung gar wahlkreis Arnswalde- Friedeberg( Ortsverein Berlin). Heute Beachtung zollen, dann würden diefe schon von selbst verschwinden, keine Veranlassung vorläge, diesem Berlangen zu entsprechen. Der nachmittag 15 Uhr bei Thimm, Tilfiter Straße 79, Deutscher Arbeiter Abstinenten- Wund. Ortsgruppe Berlin: aber den Breffevertretern müsse der Zutritt gewährt werden. Jbm Bürgermeister schloß sich diesen Ausführungen an und erklärte, daß heute abend 6%, Uhr in Beders Festsälen, Stommandantenstraße 62: schloß sich Herr Raspe an. Nur Herr Konis fprach im Sinne der Berein wohl nur zeigen wolle, daß er noch am Leben sei, woolstoi Abend. Gäfte willkommen. des Antragstellers. Der Antrag felbst wurde abgelehnt. Die rauf die Versammlung zur Tagesordnung überging. übrigen Buntte betrafen einige Nachbewilligungen zu einzelnen Etatsansägen und die Bewilligung von Pflasterkosten für Gemeindegrundstücke. Durch den Bau der Gemeindeturnhalle haben nunmehr die Arbeiter Turner ein angenehmes Heim erhalten. Bisher mußte der Arbeiterturnverein, da ihm aus den befannten Gründen die Schulturnhallen vorenthalten wurden, feine Turnabende in Restaurationsfälen abhalten. Am tommenden Montag wird der Arbeiterturnverein zum ersten Male in der neuerbauten Halle turnen. Es ist zu hoffen, daß die dem Verein bisher fernstehenden Arbeiterturner nunmehr sich ihren Klaffengenossen anschließen. Nieder- Schönhausen. In der letzten Gemeindevertreterfitung wurde die Wahl des Gärtnereibejizers Mainer für gültig erklärt, worauf feine Einführung erfolgte. Der Schulkinderaustausch mit der Gemeinde Rosenthal foll vorläufig verfuchsweise auf ein Jahr in Straft treten und zwar follen die Kinder in Nordend nach Nieder- Schönhausen und die aus dem Wilhelmsruher Ortsteil nach Wilhelmsrub in die Schule gehen. Der mit dem Gemeindevorsteher neu abzuschließende Dienstvertrag wurde einstimmig angenommen. Danach beträgt das Gehalt bei der Auſtellung 7000 9. und steigt von drei zu brei Jahren um 500 2. bis zum Höchstbetrage bon 8500 M. Zum Schluß teilte Bürgermeister Abraham mit, daß die Grundsteinlegung zum Rathausbau am 31. Oftober, nachmittags 3 Uhr stattfindet. Hierauf fand eine nichtöffentliche Sigung statt. Verein für die Intereffen der Hausangestellten. Sonntag, abends 6 Uhr: Unterhaltungsabend, Stegliger Straße 35, of I: Bortrag des Herrn Heinrich Schulz: Wie und was loll ich lesen? Anfang des Vortrages 8 Uhr. trife". Gine Petition gegen die geplante Einführung einer Gas- und Elettrizitätssteuer, in welcher in eingehender Weise die schweren Schäden dargelegt werden, welche die kleinen Leie- und Diskutierklub Moabit". Morgen Montag, abends Gemeinden durch diese Steuer in ihrer Entwickelung erleiben würden, hatte die Stadt Me we in Westpreußen eingesandt, mit 9 Uhr, bei Bachstein, Salzwedelerstr. 16, Vortrag über:.Die BallanZentral- Kranken- und Begräbniskaffe für Frauen und Mädchen der Bitte an die Vertretung, sich dieser Petition, welche an die gefebgebenden Körperschaften gesandt werden soll, anzuschließen. Ohne Deutschlands( E.. 26) Morgen Montag, abends 8%, Uhr, im Gewerf Debatte wurde einstimmig beschlossen, die Petition zu unterstüßen. fchaftshause( Saal 3), Engelufer 15: Hauptverfommlung. Tagesordnung: Einem Antrage, das Fritschesche Haus in der Kreuzstraße zum Staffenbericht vom 2. und 3. Quartal 1908. 2. Bortrag des Augenarztes Preise von 15 200 M. anzukaufen, gab die Vertretung ihre Zus Serrn Dr. Burm: Wie erhält man die Augen gesund?"( Mit Demone ftimmung, da das betreffende Saus ein Verkehrshindernis bildet ftrationen und Abbildungen.) 8. Fragebeantwortungen. 4. Verschiedene und vor Neupflasterung der Straße beseitigt werden muß. Das Stasjenangelegenheiten. Grundstück soll nach Abriß des alten Gebäudes für Gemeindezwecke Verwendung finden. Ferner wurde die Aufpflasterung des Fußsteiges bor den Arbeiterwohnhäusern in der Großbeerenstraße, welche 610 M. Kosten erfordert, beschlossen. Mit dem Anschluß der Depotanlage vom Roten Kreuz" an die Sanalisation erklärte fich die Vertretung einverstanden; die Kosten für die Straßenleitungen trägt das Depot. " Sozialbemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstage. wahlkreis Züllichan Schwiebus Krossen Sommerfeld( Ortsverein Berlin). Dienstag, den 27. Dftober, abends 8%, Uhr, bei Hoffmann stoppenstr. 47: Mitgliederversammlung. Briefkaften der Redaktion. Die furiftifche Ebrechstunde Andes Lindenstraße Nr. 3, veltet britter Eingang. bier Treppen, Fabrituhl Geöffnet 7 libe Die Charlottenburger Wafferwerte haben den Eigentümern an einseitig bebauten Straßen die Anschlußtoften an die Waffer- wochentäglich abends von 7% bis 9%, the tett. leitung stets als von der Mitte des Straßengeländes geschehen besonnabends beginnt die vrechstunde um 6 lbr. Jeder eintrage ift ein rechnet, wozu fie nach dem geltenden Vertrag das Recht hatten, ob: Buchftabe und eine Zabi ale Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Aurwort wohl das Rohr dicht vor den Häusern liegt; die Vertretung be- wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieftaften können 14 Tage schließt daher im Einverständnis mit den Wasserwerken, den Werberachen. Gilige engen trage man in der Evrechstunde vor. trag dahin abzuändern, daß in diesen Fällen nur die wirkliche 120 000. 3. Wer Hebamme werden will, muß fich an das Polizeipräsidium Länge der Zuleitung in Rechnung gestellt wird. Der Kursus bauert sechs Monate und loftet 300 M. S. 20. M. B. 1. und 2. Die Auflage ist rund 130 000, Groß- Berlin etwa menden. Zunächst ist ein Examen bei bem Stadtphysikus( hören, Sehen, Der lebte Bunkt der Tagesordnung betraf die Bewilligung Schreiben, Rechnen u. dergl.) zu bestehen. Dann wird man in die Liste ,, Arbeiter und Kirche" lautete das Thema, das Genoffe Goehre am Dienstag im Lokal Schwarzer Adler" in einer bon 245 M. für die Ausschmückung der Straßen anläßlich der Er- der Anwärter eingetragen und wird nach der Reihe zum Kursus in der glänzend besuchten Versammlung behandelte. Schon lange vor öffnung der elektrischen Straßenbahn. Bekanntlich stand diefer Charité einberufen. Beginn der Versammlung war der Saal gefüllt, so daß die Punkt ursprünglich auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen dann folgt das Hebammen- Examen. Da Personen als Hebammen nicht Späterkommenden mit Stehpläßen vorlieb nehmen mußten. Mit Sißung, doch erklärte der Bürgermeister, daß dies nur auf einem eingestellt werden dürfen, die älter als 30 Jahre sind und die Zahl der Bormerkungen eine sehr große tft, so hat eine Weldung nur für diejenigen 4. Ja. S.. 50. den eingeladenen und erschienenen Pfarrern hatte sich auch eine Irrtum beruhte.( Vielleicht ist der Bürgermeister auf diesen Frr- einen 8wed, die höchstens 27 Jahre find. fieine Anzahl Kirchenväter, Jünglingsvereinler und Lehrer usw. wurde vom Bürgermeister erklärt, daß er erst am Donnerstagnach fich an Frau Swienty, Schöneberg, Sebanftr. 57... 100. Wenden Sie tum" erst durch unsere Kritit aufmertfam geworden?!) Einleitend Sie find leiber an bem Bertrag gebunden... Klumpatsch 100. eingefunden. Bernsdorf. Wenden Sie sich an den Magistrat, Die Ausführungen des Genossen Goehre befaßten sich zunächst mittag voriger Woche Nachricht erhalten habe, daß am Sonnabend 20 m. M. m. 1. und 2. Nein. mit der toleranten Stellung der Sozialdemokratie zur Religion, mittag die Abnahme der Bahn erfolgen folle; durch eine Ver- Deputation für Taubftummenpflege. ständigung mit dem Oberbürgermeister von Potsdam sei festgelegt Gutenberg. 1. Die Offenbacher Strankenkasse für Frauen und Mädchen, gipfelnd in der Erklärung der Religion zur Privatsache. worden, daß 19 Bersonen von der Potsdamer Berwaltung, sowie Brinzenjtr. 66 bei Hinz, ift empfehlenswert. 2. Rein, Gle können nur auf Alsdann gab er ein flares und umfangreiches Bild des der Gemeindeborstand und zwei Mitglieder der Elektrizitäts- Chefcheibungsflage aus ben von Ihnen angegebenen Gründen hätte Aussicht Schadenersatz flagen. 3. Zwischen 10 und 30 M. Christentums von einst und jetzt. Die trefflichen Ausführungen gipfelten in den Schlußfäßen: Je religiöser und fommission von Nowawes an der Eröffnung teilnehmen sollten, auf Erfolg. Der Enefcheidungsklage, die durch einen Anwalt beim Land unwissender der Arbeiter, um so lieber ist er gesehen, ein da zu weiteren Einladungen die Zeit zu kurz und der Nowa gericht anzustellen ist, muß ein Subnetermin beim Amtsgericht voraus. weser Rathaussaal, in welchem die Nachfeier stattfinden sollte, für geben. Nach fruchtlolem Ausfall des Sühnetermins erwirten Sie dann das umso willfährigeres Ausbeutungsobjekt ist er. Das Erbe jenes . 11. 100. Es heißt die Bade", also auch die dicke veinen Christentums hat die Sozialdemokratie angetreten, drum eine größere Bersonenzahl zu klein sei; nun haben sich allerdings armenrecht. auch die Potsdamer Stadtverordneten an der Probefahrt beteiligt; Bade. G. W. 42. Die Klage hätte wenig Aussicht für Sie, weil die vollziehe jeder, der innerlich mit der Kirche gebrochen hat, auch hätte der Bürgermeister das geahnt, wären auch sämtliche Ge- Aufbebung des Vertrages nicht ausdrücklich und nicht schriftlich erfolgt ist. den formellen Austritt aus ihr! Tosender Beifall folgte den M. B. 1000. Schreiben Sie zurüd, daß Sie auf Rüdforderung bes meindevertreter eingeladen worden. In der Debatte hierüber stehen, da Sie bereits im Jahre 1907 aus der Stirche ausgeireten Ausführungen des Referenten. Als erster Diskussionsredner be ftritt Herr Pfarrer Fangauf, daß die Kirche die Verbündete drückte Genosse Gruhl seine Mißbilligung darüber aus, daß man die finb und nur die Steuer bis zum Schlußße des Jahres zu zahlen Nowaweser Gemeindevertretung hierbei völlig ausgeschaltet habe; die haben. 5. J. 50. Die schriftliche Form genügt.*. Nein. des Kapitals sei. Die Arbeiter mögen sich doch dann an den Stürze der Zeit tönne nicht als stichhaltiger Grund dafür angesehen C. R. 100. Sa: dann sind Sie aber nicht mehr Eigentümer, sondern Stirchenwahlen beteiligen, um sich Einfluß zu sichern. Die An- werden, da ja die Bertreter öfter zu eiligen Sigungen geladen lediglich Ihre Frau. Die älteren Gläubiger fönnten die Uebertragung wesenden schienen aber wenig Intereffe für diesen Vorschlag zu werden; da dieses Verhalten des Gemeindevorstandes eine Burück- Shnen gegenüber als ungültig anfechten.- 5. G. 16. Benden Sie sich an haben, denn sie nahmen ihn mit großer Heiterkeit entgegen! Daß jebung und Beleidigung der Bertretung sei, würden die Sozial- ben Vorsitzenden der ürbeiter- Samariterkolonne, Charlottenburg, Staiferdie Kirche mit einem brüdenden Dogma behaftet sei, wäre nicht bemokraten gegen die Bewilligung der Summe für die Aus- Friedrich- Straße 40. G. 6. 73. Der Vertrag ist noch in seinem vollen der Fall, im Gegenteil, fie fei fogar mit der Forschung mitgeschmüdung der Straßen stimmen. Nachdem noch verschiedene schrieben hat und die Aufnahme in das Strantenhaus vom Staffenvorstand Umfange gültig.$. 400. Wenn der Stassenarzt die Operation ver gangen!! Der Feind sei nicht die Kirche, sondern Alkohol und bürgerliche Vertreter ihr Bedauern über die Nichteinladung zur angeordnet ist, so würde bie Staffe voll zu zahlen haben. Eine Vereininzucht! Weiter sprach der zweite geistliche Vertreter des Orts. Bahneröffnung ausgedrückt, aber für die Bewilligung der geforder. barung über die Stofsten der im Hause vorzunehmenden Operation wäre gültig Er verfiel, als seine Tiraden durchaus teinen Resonanzboden bei ten Summe plädiert hatten, und der Bürgermeister um Ent- K. 2. Minden. 1. und 2. Der Kauf ist ungültig, weil Grundstüdsfäufe den Zuhörern finden wollten, in die Reichsverbandstaktit, fchuldigung gebeten hatte, wenn er hierbei einen Fehler gemacht der notariellen oder gerichtlichen Form bedürfen. 3. Der Eigentümer fönnte schimpfte über die furchtbaren Steuern, die Partei und Gewerk- habe, wurde der Antrag des Gemeindevorstandes gegen die Stimmen nur wegen ungerechtfertigter Bereicherung unter Anrechnung der gezahlten schaft ihren Mitgliedern, er nannte eine Summe von 70-80 m. der Sozialdemokraten genehmigt. 900 M. flagen. R. Sch. 31. 1. Sa. 2. Sie und Ihre Frau müssen einen Antrag an das Vormundschaftsgericht richten. pro Jahr, auferlegen, und daß die Kirchensteuern hiergegen nur P. S. 30. Ja. G. N. 100 und O. F. 81. Die Kirchensteuer wird für die Zeit vom cine Bagatelle feien! April bis April erhoben. Da Sie 1907 ausgetreten sind, haben Sie nur die auf die Zeit bis zum 31. Dezember 1908 entfallenden Quoten zu ent richten und das zu biel Bezahlte zurück zu verlangen. 2. G. 87. 1. Nein. 2. und 3. Ja. 4. Nein. 2. L. 99. 1. Ja, aber auf Interventionstlage der Frau würden die Sachen, deren Eigentümerin fie nachweislich ist, freizugeben sein. 2. Es muß Ihnen so viel gelaffen werden, Schnd.- Kaffe. als zum Unterhalt Ihrer Familie erforderlich ist. der Hand, die Verträge zu annullieren Hierauf nahm Genosse Goehre wieder das Wort. Es war ihm bei der Inhaltlosigkeit dieser beiden Diskussionsreden ein leichtes, den Anwesenden die inneren Widersprüche in denselben in kurzen Worten zu zeigen. In längeren Ausführungen gab er dann noch ein anschauliches Bild von der modernen Weltanschauung und bewies an Hand von Beispielen, wie die sogenannten liberalen Theologen zum Tempel hinausgejagt werden, wenn sie auch nur in ganz geringem Umfange jich zu modernen Anschauungen bekennen. Zwei weitere bürgerliche Redner sprachen noch furze Zeit unter anhaltenden Heiterfeitsausbrüchen der Anwesenden. Nach einem furzen Schlußwort des Referenten wurde die Versammlung geschlossen. Tegel. Verfammlungen. Bitterungsübersicht vom 21. Oftober 1908. morgens 8 Dr. Stattonen Barometer Stand mm Windrichtung Windstärke Better Die Filiale Berlin 3 des Verbandes der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter, die die Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsches und Krawattenbranche umfaßt, hielt am Freitag bei Boeter in der Weberstraße eine Generalversammlung ab, in der Das Gesetz hat es als erster Punkt der Jahresbericht des Borstandes. des Arbeitsvermittlers und des Bibliothekars auf der Tagesordnung stand. Der Bericht, den der Vorsitzende Gue gab, erstreckt sich vom Tage des Anschlusses an den Schneider berband, dem 1. November 1907, bis zum 30. September 1908, aljo auf 11 Monate. Die neue, nach der Verschmelzung gewählte Vera waltung trat ihr Amt in einer Zeit der schwersten WirtschaftsIn der letten Mitgliederversammlung des Wahlvereins gab trise an. Dazu tam im Laufe des Berichtsjahres die Kündigung Genosse Denger den Bericht vom Nürnberger Parteitage. Nach des Tarifvertrages durch die Fabrikanten, so daß man mit einem Swmembe 771 SD stehende Resolution gelangte gegen drei Stimmen zur- Annahme: Abwehrstreif rechnen mußte, ber ja allerdings vermieden worden pamburg 771 DGD 3 bedeckt Berlin 770 DSD 2 bedeckt Die Versammelten erklären sich mit den Beschlüssen des Partei- ist. Der Redner bemerkte zu diesem Punkt ferner, daß das AbFranti.a M. 768 N tages einverstanden. Insbesondere findet die Versammlung den fommen, das getroffen worden ist, allerdings durchaus nicht den Rünchen 1768 D Beschluß über die Budgetbewilligung als unbedingt notwendig im Forderungen entspricht, die die Organisation an ein Tarifverhältnis Bien Interesse des proletarischen Klassentampfes. Da die Versamm- stellt und stellen muß, daß man es aber unter den gegebenen Um Tung jede Bewilligung des Budgets eines Klassenstaates als ein ständen für geboten erachtet habe, dem Abkommen zuzustimmen. Bertrauensvotum der betreffenden Regierung ansieht, berwirft sie Die schwere Krise hat zu einer Massenflucht, nicht aus der Organi die Budgetbewilligung unbedingt. Die Erklärung der 66 Süd- fation, wohl aber aus der Branche geführt. Tüchtige Wäsche. Zemb. n. E. 6° C. 4° R Stationen Barometer ftand mm Wind richtung Windstärke Better 1 Haparanda 768 WSW 6 wolfig 2 bedeckt 0 Tetersburg 782 S 1 Scilly -3 berbeen -7 Baris Temp. n. E. 5°. 4°. 4 1 molleul- 1 769 NO 3 wollig 10 774 WNW 1 bedeckt 1 wolfenl 2 wolkig 769 GD 8 bebedt Wetterprognofe für Sonntag, den 25. Oftober 1908. Ein wenig wärmer, ziemlich trübe und nebelig mit geringen Nieders fchlägen und mäßigen füdöstlichen Binden. Berliner Betterbureau. Tragen Sie Stiefel mit schiefen Hacken? Sicher nicht! Aber Sie genieren sich nicht, ein Augenglas zu tragen, wenn es schiet sitzt, verbogen und verrostet ist oder gar verkratzte Gläser hat, obgleich jeder, der Sie ansieht, dies sogleieb bemerkt. Schön ist das nicht; außerdem noch schädlich für Ihre Sehkraft, Sehen Sie Ihr Augenglas daraut hin an Sind die Gläser nicht mehr tadellos, oder ist es verbogen oder wackelig, so gehen Sie sofort in das nächste Geschäft von mir und lassen Sie den Schaden beseitigen. Bei jedem meiner Geschäfte finden Sie eine gut eingerichtete, elektrisch betriebene Werkstatt, in der iede Reparatur sofort gemacht werden kann, während Sie warten. Augenuntersuchung kostenlos. Garantie tür passende Glaser. Verlangen Sie meine Broschüre( Zusendung gratis), Aesthetische Betrachtungen eines Künstlers über Brillen und Kneiter". Optiker Ruhnke, Berlin, Oranienstr. 47, Friedrichstr. 190, Brunnenstr. 12, a. d. Luckauer Str.&. d. Kronenstraße. 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J. finden die Ergänzungswahlen der Arbeits geberbeisiger des Berliner Gewerbegerichts statt. Die Wahlen er folgen zum erstenmal nach den Grundfäßen der Verhältniswahl; darum ist es dringend erforderlich, daß jeder bürgerliche Arbeitgeber am Wahltage feine Stimme abgibt, damit nicht Sozialdemokraten auch noch als Arbeitgeberbeisiber in das Gewerbegericht tommen und die Parität des Gewerbegerichts er halten bleibt, jeder Arbeitgeber hat daran das dringendste Intereffe. Lehrling Wahlberechtigt ist, wer das 25. Lebensjahr vollendet und im Bezirke seiner Wahlstelle Wohnung oder Gewerbebetrieb hat, sowie mindestens einen Arbeiter Gefellen, Fabritarbeiter, Hausdiener, regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigt. Wahlberechtigt sind auch die mit der Leitung eines Betriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauten Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden, fofern ihr Jahresverdienst an Lohn oder Gehalt 2000 m. übersteigt. Sein Wahlrecht darf nur derjenige ausüben, dessen Name in den amtlichen Wählerlisten ent. halten ist. Die amtlichen Wählerlisten find recht unvollständig; wir finden Ihren Namen in denselben nicht, vermuten aber, daß Sie wahlberechtigt sind und bitten Sie demzufolge dringend, um gehend den beiliegenden Antrag betr. Ihre Aufnahme in die Wählerlisten auszustellen und an das Wahlbureau Post str. 16, II, 8immer 57 zu senden. Dies muß geschehen sein bis einschließlich Montag, den 26. Oktober d. J. Wir bitten Sie dringend, sich der fleinen Mühe der Ausstellung des Antrages zu unterziehen, damit Sie am Wahltage Ihr Wahlrecht ausüben können. Hochachtungsvoll der Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten.( E. V.)" Wie aus dem Zirkular hervorgeht, wollen die Herren die Wahl sozialdemokratischer Arbeitgeber durchaus hintertreiben. Das find dieselben Leute, die sonst immer davon reden, daß bei den Gewerbegerichten die politische Anschauung keine Rolle spiele. Für die freidenkenden. Arbeitgeber muß dieser Aufruf erst recht Anlaß sein, dafür zu sorgen, daß kein Wahlberechtigter in der Liste fehle, zumal diese Listen sehr unvollständig sind. Bei der Verhältniswahl zum Gewerbegericht zählt jede Stimme, da sie bei dem neuen Syftem zur Geltung fommt. Mädchenhandel. Sonntag, 25. Oktober 1908. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernbane. Sonntag: Rienzi.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Carmen. Dienstag: Sardanapal.( Anfang 8 Uhr.) Mittwoch: Tannhäuser. Tristan und 3folde.( nfang 7 Uhr.) Sonntag: Margarete. Montag: Donnerstag: Die Bohème. Freitag: Madame Butterfly. Sonnabend: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) chen nach Afrika zu verschleppen. Einmal sei in Hamburg ein Gericht erkannte wegen Erpressung auf Freisprechung. Dagegen Polizeibeamter auf das Schiff gekommen und habe ihn und ein wurde der übereifrige Detektiv mit Rücksicht auf die Schwere der Mädchen examiniert. Er habe das Mädchen unter Vorweisung Beleidigung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der StaatsMal sei er in Genua von einem Agenten des Vereins zur Be fängnis beantragt. eines Trauscheins als seine Ehefrau ausgegeben. Ein anderes anwalt hattet wegen Grpressung und Beleidigung 4 Monate Gefämpfung des internationalen Mädchenhandels angehalten worden. Das Mädchen fei dann nach Deutschland zurüdgeschickt worden. Er sei dann nur bis Port Said weitergefahren und dann nach Deutschland zurückgekehrt, so daß seine Fahrkarte nach Afrika verfallen, wäre. Er habe bald darauf in Berlin die W. kennen gelernt und sei dann mit dieser ausgewandert. Der Angeklagte versuchte diese Tatsachen damit zu erklären, daß es allgemein üblich fei, fich nach Afrifa ein„ Berhältnis" mitzunehmen, wie dies ja schon wiederholt bei einem anderen Anlasse in der Oeffentlichkeit befannt geworden sei. In der Beweisaufnahme traten verschiedene Mädchen auf, denen der Angeklagte goldene Berge versprochen hatte, wenn sie ihm nach Transvaal folgen würden. Diese Mädchen waren jedoch rechtzeitig gewarnt worden. Staatsanwalt Dr. Lehmann vertrat den Standpunkt, daß die Ansicht der Verteidigung, es liege eine res judicata bor, d. h. der Angeklagte sei wegen des ihm jetzt zur Last gelegten Verbrechens schon in Afrika mit abgeurteilt, eine irrige sei. Diese Verurteilung stehe einer strafrechtlichen Verfolgung des Angeschuldigten auf Grund des Deutschen Auswanderungsgefeßes nicht entgegen. Gemäß§ 7 des Strafgesetzbuches sei die im Auslande erkannte Strafe bei der im Inlande erfolgien Berurteilung lediglich in Anrechnung zu bringen. Die Verhandlung selbst habe ergeben, daß auch in Deutschland eine lich in Abrede gestellt worden sei. Zu dieser Bande gehöre auch ganze Bande von Mädchenhändlern existiere, obwohl dies erst fürzder Angeklagte, der als ehemaliger simpler Klempnermeister jetzt ein großes Bermögen besiße und angeblich mit Diamanten handeln will. Für diese Behauptung habe er nicht den geringsten Beweis angetreten, so daß die Annahme berechtigt sei, daß er aus dem Mädchenhandel in der schmählichsten Weise Kapital geschlagen habe. chenhandels beantrage er eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren, 1000 Mit Rücksicht auf die ganz enorme Gemeingefährlichkeit des MädMark Geldstrafe und zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Auf diese Strafe feien die in Afrika erkannten Jahre Zuchthaus anzu rechnen, Rechtsanwalt Bahn suchte den Nachweis zu führen, daß die ganze Anklage aus juristischen Gründen unhaltbar sei. Der Angetlagte sei wegen desselben Bergebens schon in Afrika bestraft, so daß eine res judicata borliege und der Angeklagte deshalb frei gesprochen werden müsse. folgendes Urteil, in welchem sich das Gericht auf einen durchaus Nach längerer Beratung verkündete Landgerichtsrat Levinsohn zutreffenden anderen Standpunkt wie Staatsanwalt und Vervorliege, noch daß der§ 7 des Strafgesetzbuches in Anwendung teidiger stellte. Das Gericht nahm an, daß weder eine res judicata lomme. Die rechtliche Beurteilung der Sache liege vielmehr so, daß das dem Angeklagten zur Last gelegte Verbrechen in dem Moment vollendet sei, in dem er mit dem Mädchen Deutschland verlasse, um es unter vorheriger argliftiger Täuschung dann später geklagte zum Beispiel erst hier verurteilt worden wäre, so stände im Ausland der Gewerbsunzucht zuzuführen. Wenn der Antrotzdem seiner Verurteilung wegen der in Afrika ergangenen Straftaten nichts im Wege. Bei Abmessung des Strafmaßes fomme in Betracht, daß der Angeklagte ein gewerbsmäßiger Mädchenhändler sei. Er habe in Transvaal ein Bordell betrieben und dort nur mit notorischen Kupplern, Buhältern und Bordellwirten vertehrt. Mit Rüdsicht auf das gemeingefährliche und höchst verwerfliche Treiben des Angeklagten habe das Gericht auf 1 Jahr Zuchthaus, 600 m. Geldstrafe eventuell noch 40 Tage Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Boltzetaufsicht erfannt. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde der Angeklagte außerdem im Gerichtssaal wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Gerichts- Zeitung. Erziehung zum Achtgrofchenjungen. Der Diamantenhändler und Rentier Mar Maligri hatte sich am Donnerstag wegen Berbrechens gegen den§ 48, 1 des Reichsgefeßes über das Auswanderungswesen vom 9. Juni 1897 vor der 5 Straffammer des Landgerichts I unter Vorfiz des Landgerichtsrats Levinsohn zu verantworten. Der Angeklagte ist vielfach vorbestraft, darunter auch mit Zuchthaus, unter anderem auch schon wegen Suppelei nicht weniger wie fünfmal.-Im Frühjahr 1905 tam Malikti angeblich aus Afrika zurück und nahm hier in Berlin Wohnung. Er berkehrte häufig in dem Café Bavaria in der Kochstraße, wo die unverehelichte Anna W. als Büffetfräulein angestellt tvar. Zwischen Malizki und dem damals erst 21jährigen Mädchen Vor der zweiten Straftammer des Landgerichts III fwurde tam es zu einer näheren Bekanntschaft. Eines Tages erklärte der achtern aus dem Charlottenburger Gerichtsgefängnis der 19jährige Angeklagte dem Mädchen, daß er sie heiraten wolle, fie müsse ihn Handlungsgehilfe und Privatdetektiv Walter Mesich vorgeführt, dann aber vorher auf einer Geschäftsreise" nach Afrika begleiten. um sich wegen Beleidigung und versuchter Erpressung zu verant. Die W. sprach über diesen Vorschlag mit verschiedenen Bekannten, werten. Der Angeklagte war in dem Geschäft seines Vaters als die sie sämtlich vor dem Angeklagten warnten, da sie ihn doch nur Buchhalter beschäftigt. Durch die Lettüre gewisser Detektivflüchtig fenne. Auch der Chef der W. warnte sie, dem M. zu geschichten und Hintertreppenromane tam der unreife junge Mensch folgen und sprach schon damals den Berdacht aus, daß sie vielleicht auf den Gedanken, sich durch einen erfolgreichen Stampf gegen in ein öffentliches Haus in Afrika verschleppt werden solle. Die W. das Verbrechertum zu einem zweiten" Sherlock Holmes" empor. kündigte damals ihre Stellung und zog erst einige Tage in ein auschwingen. Er beschäftigte sich viel mit allen möglichen StrimiHotel in der Mittelstraße. Hier wurde sie von dem Angeklagten ralfällen und fah sich schon in seiner erhitzten Phantasie als den abgeholt. Das Pärchen fuhr erst nach München, wo es sich längere König aller Detektive". Da ihm bekannt geworden war, daß die Zeit aufhielt, von dort ging es nach Marseille, wo dann per Schiff Berliner Kriminalpolizei Polizeiagenten anstelle, beschloß er, auf die Fahrt nach Südafrika angetreten wurde. Auch auf dem Schiff diesem Wege den Aufstieg an der Ruhmesleiter zu unternehmen. glaubte die Betörte immer noch, daß der Angeklagte ernste Heirate. Er meldete sich eines schönen Tages bei dem diensthabenden absichten habe und will niemals auf den Gedanken gekommen sein, Stommiffar im Bolizeipräsidium und wurde an dessen Stellverdaß sie von ihm verfuppelt werden solle. Die Zeugin und der An- treter, einen Kriminalwachtmeister, gewiesen. Nach Behauptung getlagte begaben sich nach Johannisburg und wohnten dort au- des Angeklagten soll ihm dieser Beamte den Rat gegeben haben, nächst in einem Hotel, dann zogen sie zu einem gewissen Salinger, erst einmal auf eigene Fauft ein ordentliches Dings zu drehen" der ein intimer Bekannter des Angeklagten war. Vom April 1906 und der Behörde dadurch den Beweis zu liefern, daß er in der ab wohnten sie in der Farm eines gewissen Nickelmann, der das Lage sei, Berbrechen aufzudecken. Er solle 3. B. verschiedene große schmutzige Gewerbe eines zuhälters betrieb. Hier ließ der An- Cafés aufsuchen, in denen sich Brillantenschieber" aufhalten, das geklagte endlich die Maske fallen, erklärte, daß seine Geldmittel heißt, Leute aushorchen, die gewerbsmäßig mit gestohlenen erschöpft seien und sie für ihn Geld verdienen müsse. Das Mäd. Brillanten handeln. Auf diese Weise würde er schon eine Spur chen war außer sich, weigerte sich entschieden, diesem Anfinnen erwischen. Der Detektivamateur gerbrach sich nun den Kopf, wie Folge zu geben, der Angeklagte erklärte aber, daß er sie dazu er den gegebenen guten Rat zur Ausführung bringen fönne. zwingen werde. Das Mädchen blieb bei seiner Weigerung und Ginige Tage später erhielt der in Charlottenburg wohnhafte pratwurde nun von dem Angeklagten in der brutalsten Weise mistische Arzt Dr. F. ein anonymes Schreiben zugesandt, in welchem handelt. Er meinte: er müsse sie durch Prügel furieren!" Durch der Anonymus die Mitteilung macht, daß er im Café Westminster diese Brutalitäten machte er schließlich das in Angst und Schrecken erfahren habe, daß Dr. F. sich gegen hohe Bezahlung zu Vergejagte Mädchen seinem Willen gefügig. Auf seine Anordnung brechen, die gegen den§ 218 St. G. B. berstoßen, hergebe. Gr, mußte fie mi. einer gewissen Lilly Grey zusammenziehen, die der Schreiber, fordere ihn auf, als Sühne für diese Verbrechen bei gewerbsmäßigen Unzucht nachging und die W. mit Männern zu dem Bostamt 53 die Summe von 6000 M. zu hinterlegen. Der fammenbrachte. Unter dem zwange des Angeklagten verblieb die Arzt übergab ihn sofort der Kriminalpolizei, die durch zwei berW. in dieser Lasterhöhle. Das Schandgeld, welches sie dort ber- tleidete Beamte das Bostamt überwachen ließ. Diese Observation diente, mußte fie täglich dem Angeschuldigten abliefern, der sich hatte einen eigenartigen Erfolg. Eines Tages Mitte August erdas Geld selbst holte. Erst nachdem sich die W. einigermaßen mit schien der Angeklagte Meßsch und verlangte Aushändigung des den örtlichen Verhältnissen vertraut gemacht hatte, faßte sie eines Briefes. Er wurde fofort verhaftet und dem UntersuchungsgeTages der Mut und entfloh ihrem Beiniger. Sie begab sich unter fängnis zugeführt. Er geftand offen ein, den Brief an den Dr. F. den Schutz des deutschen Konsuls in Johannisburg. Dieser leitete bei geschrieben zu haben, behauptete aber sofort, daß er einen be den englischen Behörden ein Strafverfahren in die Wege. Malinti sonderen Zweck mit dem scheinbaren Erpresserbrief berfolgt habe, wurde verhaftet und unter Auflage der Verleitung au Unzucht über den er sich später äußern werde. In der geftrigen Verund Halten eines Bordells gestellt. Der„ Obere Gerichtshof in handlung erklärte der Angeklagte, es sei ihm nie eingefallen, sich Witwatersrand verurteilte ihn wegen dieser Delikte zu 2 Jahren etwa in den Besitz des Geldes zu sehen. Die ganze Sache sei nur Zuchthaus, die er in Pretoria und Johannisburg berbüßt hat. Der ein Trid gewesen, um ein Verbrechen aufzubeden. Er habe dem Angeklagte kehrte nach Verbüßung nach Berlin zurück und nahm Rate des Kriminalwachtmeisters gemäß, fich wiederholt im Café hier in der Gerhardstraße Wohnung. Nunmehr wurde gegen M. Westminster aufgehalten, um hier nach Brillantenschiebern zu ein Strafverfahren wegen Verbrechens gegen den§ 48, 1 des Ge- fahnden. Hierbei habe er zufällig ein Gespräch am Nebentische fetes über das Auswanderungswesen eingeleitet, da er eine Frauens. belauscht und erfahren, daß jener Dr. F. sich gewerbsmäßig des person zu dem Zwede, fie der Gewerbsunzucht zuzuführen, mittelst Berbrechens gegen das keimende Leben schuldig machen solle. Er argliftiger Täuschung und Verschweigung dieses gweds zur Aus- felbft habe nun beabsichtigt, das Geld, wenn es der Arzt absenden wanderung berleitet hatte. Bei seiner Bernehmung erklärte der würde, sofort der Kriminalpolizei auszuhändigen und so den Be Angeklagte, daß er früher Klempnermeister gewesen sei. Er sei weis zu liefern, daß Dr. F. sich tatsächlich jener Verbrechen dann Diamantenhändler geworden und aus diesem Anlaß mehr- fchuldig gemacht habe. Der Kriminalawachtmeister W. bestätigte mals nach Transvaal gefahren. Er sei böllig unschuldig und auch als Beuge, daß gegen eine Bezahlung von 3,50 bis 4 M. täglich von dem englischen Gericht in Südafrika lediglich aus Deutschen Bolizeiagenten eingestellt werden und ferner auch, daß er dem Anhaß berurteilt worden. Seine Vorstrafen rührten daher, daß seine geklagten seinerzeit den Rat gegeben habe, sich im Café WestEhefrau in Halle a. G. cin polizeilich tongeffioniertes" öffentliches minster aufzuhalten. Verschiedene andere von der Berteidigung Haus untrhalten habe. Landgerichtsrat Levinsohn hielt dem geladene Beugen bestätigten, daß der Angeflagte schon vorher geAngeklagten vor, daß er schon wiederholt bemüht gewesen sei, Mäd äußert habe, er wolle auf diese Weise den Arzt überführen. Das Königl. Schauspielhaus. Sonntag ,: Götz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Die Journalisten. Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Der G'wissenswurm. Donnerstag: Die Jungfrau von Drleans. Freitag: Wie die Alten fungen. Sonnabend: Hamlet. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Faust.( Anfang 7 Uhr.) Neues königl. Opern Theater. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: ' s Lieserl vom Schliersee. Abends: Paragraphen Schuster. Montag: Bara graphen- Schufter Dienstag, Mittwoch und Donnerstag:' s Dorfgehoamnis. Freitag: Der Herrgottfaniker von Ammergau. Sonnabend: Almenrausch und Edelweiß. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Baragraphen- Schuster. Abends: 3 Dorfgehoamnis. Montag: Der Dorfpfarter. Dienstag: Biesto. Mittwoch: König Lear. Donnerstag: Ein Sommer nachtstraum. Freitag: Fiesto. Sonnabend: König Lear. König Lear. Montag: Fiesto. Deutsches Theater. Sonntag: Fiesto. Montag: König Lear. binet innen. IM Sonntag: Deutsches Theater( Sammerspiele). Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag: Eine Heiratsgeschichte. Sonnaben> Sonntag: Clavigo. Montag: Sozialaristokraten. Dienstag: Clabigo. Mittwoch: J. G. Bortmar Clavigo. Sonntag: Eine Heiratsgeschichte. Montag: Claviyo. Lessing Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rofenmon Abends: Water. Montag: John Gabriel Bortman. Dienstag: Bater. Mittwoch: Gespenster. Donnerstag: Nora. Freitag: Der Raub der Sa Die verfunfene Glode. Abends: Gespenster. Montag: Hedda Gabler. Sonnabend: Gespenster. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Abends: Der Clown. Berliner Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr:" Emilia Galotti. Donnerstag: Der Clown. Freitag: Der Traum ein Leben. Montag: Mercadet. Dienstag, Mittwoch und Sonnabend: Der Clown. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Emilia Galotti. Abends Neues Theater. Täglich: Der deutsche Graf.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Fauft. I. Teil.( Anfang 7%, Uhr.) Dienstag: Das Fräulein in Neues Schauspielhaus. Sonntag: Das Fräulein in Schwarz. Schwarz. Mittwoch und Donnerstag: Faust. I. Teil.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Das Fräulein in Schwarz. Sonnabend, Sonntag und Montag: Julius Cäsar.( Anfang 7, Uhr.) Der Clown. Montag: Unbestimmt. Lady Frederic. Montag: 2 × 2= 5. Dienstag: Lady Frederic. Mittwoch: 2 × 2= 5. Donnerstag und Freitag: Lady Frederic. Sonnabend: Musit. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2 × 2= 5. Abends: Musit. Montag: Lady Kleines Theater. Conntag, nachmittags 3 Uhr: 2X2= 5. Abends: Frederick. Komische Oper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Manon Lescaut. Montag: Tiefland. Dienstag: Hoffmanns Er zählungen. Mittwoch: Tiefland. Donnerstag: Manon Lescaut. Freitag: Tiefland. Sonnabend: Manon Lescaut. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Gr. kontroleur. Abends und Montag bis Sonnabend: Kümmere dich um zählungen. Amelie. Sonntag, nachmittags 3 ühr, abends und Montag: Kümmere dich um Amelie. Residenz- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der SchlafwagenTrianon Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Frl. Sofettemeine Frau. Abends fowie täglich: Die Liebe wacht. Sonntag, den 1. November, nachmittags 3 Uhr: Fr. Josette meine Frau. Albends und Montag: Die Liebe wacht. Neues Operetten- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends sowie täglich: Die Dollarprinzessin.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag, den 1. November, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends und Montag: Die Dollarprinzessin. Hebbel Theater. Sonntag: Dam. a. Camélias. Montag: Ninon de l'Enclos. Dienstag: Der Liebhaber. Mittwoch: Ninon de l'Enclos. Donnerstag: Der Liebhaber. Freitag: Ninon de l'Enclos. Sonnabend und Sonntag: Der Liebhaber.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Luftspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. Abends und Montag bis Sonnabend: Die Tür ins Freie.. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. Abends und Montag: Die Tür ins Freie. Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 3%, Uhr: Die lustige Witwe. Abends und Montag bis Sonnabend: Der fidele Bauer. Sonntag, den 1. November, nochmittags 3, Uhr: Die lustige Witwe. Abends und Montag: Der fidele Bauer.( Unjang 8 Uhr.) Schiller- Theater O. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Der rote Leutnant. Abends: Der Familientag. Montag: Das Stiftungsfeft. Dienstag: Der Freitag: Der Familientag. Sonnabend: Die Zwillingsschwester. Sonntag, Familientag. Mittwoch: Ein Teufelsterl. Donnerstag: 8willingsschwester. nachmittags 3 Uhr: Der rote Leutnant. Abends und Montag: Die Swillingsschwester. B Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Gös von Berlichingen. Abends: Julius Casar. Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Graf von Charolais. Donnerstag und Freitag: Julius Cafar. Sonnabend: Der Graf von Charolais. Sonntag, nachmittags Uhr: Göz von Berlichingen. Abends sowie Montag: Der Graf von Charolais. 0 Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, nach. mittags 3 Uhr: Seriemhilds Rache. Abends und Montag: Bilheim Tell. Dienstag: Die zäitlichen Verwandten. Mittwoch: Wilhelm Tell. Donnerstag und Freitag: Die zärtlichen Berwandten. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Abends: Wilhelm Tell. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Kriemhilds Rache. Abends und Montag: Die zärtlichen Berwandten. Abends bis Sonnabend: Bruder Straubinger. Sonntag, den 1. November, nachmittags 3 Uhr: Der Meineibsbauer. Abends und Montag: Bruder Straubinger. Thalia Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Smmer oben auf. Luiicu- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiheit. Abends und Montag bis Donnerstag: Eine tolle Nacht. Freitag: Stolz ber Stadt. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Die sieben Raben. Abends: Eine tolle Nacht. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ausgewiefen. Abends: Stolz der Stadt. Montag: Eine tolle Nacht. Bernhard Nose Theater. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Der Theaterteufel. Abends: Herr Paragraph. Montag: Das Käthchen von Heilbronn. Dienstag: Herr Paragraph. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr: Das Stäthchen von Heilbronn. Abends: Philippine Welser. Donnerstag: Herr Paragraph. Freitag: Philippine Welser. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Abends: yerr Paragraph. Sonntag, den 1. Nov., nachmittags 3 Uhr: Herr Paragraph. Abends: Philippine Weljer. Folies Caprice. Täglich: Die Brautschau. Die läftige Bitme. Abends sowie täglich: Familie August Stnoche. Sonntag, den 1. November, Casino Theater. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Reezengasse 8a. nachmittags 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Abends und Montag: Familie senoche. Gebr. Serrnfeld Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. ( Anfang 8 Uhr.) Wietropol Theater. Allabendlich: Donnerwetter tadellos.( Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Rußland. Bera Violetta. Ab Dienstag: Eine luftige Spreewaldfahrt. Apollo Theater. Sonnabend bis Montag: Ein Sonntagmorgen in Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Parodie- Theater. Täglich: Raub der Sabinerinnen. Die Zauber flöte. Berlin steht Stopp. Paffage- Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spesialitäten. Sonntag, nach mittags 3 Uhr: Spezialitäten. Palast Theater. Allabendlich: Der Seekadett. Spezialitäten.( Anfang Uhr.) Walhalla Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Carl Haverland Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Gustav Behrens Theater. Spezialitäten. 74 B Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag abends. Der Montblanc. Dienstag: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Abends 8 Uhr: Donnerstag: lleber oen Brenner nach Benedig. Freitag: Der Montblanc Wissenschaftlicher Berein: Professor Dr. Richen: Die Tätigkeit des Gehirns. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Bon der Sugfpige zum Wagmann. Elbends und Sonntag: Der Montblanc. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Vermischtes. Ein verunglückter Schnellzug. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ist auf der in der Nähe Augsburgs gelegenen Station Hochzoll der München Kölner Schnellzug mit einem Güterzuge zusammen gefahren. Von dem Schnellzuge wurde die Lokomotive schwer beschädigt und auf den Bahndamm geworfen. Der Backwagen und der Schlafwagen des Kölner Buges fuhren ineinander. Von den im Schlafwagen befindlichen Passagieren wurde der Oberingenieur Probst aus München und ein Kaufmann Böttger aus Frank furt a. M. fofort getötet. Eine Anzahl Reisende und mehrere Eisenbahnbeamte wurden teilweise lebensgefährlich verlegt. Auch die Materialbeschädigungen sind sehr erhebliche, so wurden von dem Güterzuge 10 Wagen zertrümmert. Der Verkehr kann auf der Unglücksstelle borläufig nur eingleifig aufrecht erhalten werden. Straßenbahnzufammenfto. Gestern abend stießen in Jory( Frankreich) zwei Straßenbahnwagen zusammen, wobei 15 Personen Verlegungen erlitten. Die Rattenplage auf den Londoner Docks. Von der ungeheuren Menge von Ratten auf den Londoner Docks Zann man sich schwer eine Vorstellung machen. Der Londoner Stadtrat $ 66669996666; Dem Jubelpaare August Preuß und Frau zum Silberhochzeitsfeste die herzlichsten Glückwünsche vom Freundschaftsklub Klette. Nach langem Leiden verschied plößlich bei einem Spaziergange in Grimau am Mittwoch mein lieber Mann und guter Bater, der Tischler 24446 August Kudoke im 42. Lebensjahre. Um ftille Teilnahme bitten Witwe Elife Kudoke Georg Goelfert. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Grünauer Gemeindefriedhof aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bigarrenhändler August Kudoke ( 1b Bezirk) verstorben ist. 23712 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Friedhojes in Grünau aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Artur Piepenburg geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 25. Ottober, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege, Beteiligung erivartet Die Ortsverwaltung. 123/19 Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Stollege, der Möbelpolierer. Wilhelm Aschfort am 22. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 25. Dttober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Stirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/9 Die Ortsverwaltung. Nach langem, schwerem Leiden entschlief am Mittwoch, den 21. Dt tober, abends 1/27 Uhr, mein lieber Mann, unser guter Vater und Bruder, der Kassierer der Orts. trantentaffe für das Tapezierer= gewerbe, Hermann Retzlaff in feinem 66. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Oftober 1908, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes, NiederSchönhausen- Nordend, aus statt. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41. dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Unseren, sowie den Mitgliedern des Gesangvereins zur Nachricht, daß unser Mitglied Adolf Kröbel im Alter von 64 Jahren am 24. Oftober an Lungenentzündung verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt Um rege Beteiligung ersucht 135/3 Der Vorstand.. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Mittwoch, den 21. Oftober, verstarb nach langen Leiden unser Mitglied, der Buchbinder Fritz Richter im 28. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Immanuel Kirchhofes in Weißen fee, Faltenberger Straße, aus statt Zahlreiche Beteiligung erwartet 24/15 Die Ortsverwaltung. Gesangverein Gesundbrunner Harmonie( M. d. A.-S.-B.) Todes- Anzeige. Allen Sangesbrüdern die traurige Nachricht, daß unser Sangesbruder Paul Henze nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken!' Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle in Reinickendorf, Humboldtstraße aus statt. 24065 Der Vorstand. Treffpunkt der Sangesbrüder um 3 Uhr bei Senebel, Hauptstraße. Quartett- Gesang zu Beerdigungen empfiehlt zu jeder Zeit Gustav Voigt, Chordirig.. SO. 33, Görlitzer Str. 56, part. Auf der Höhe aga der Mode Des starken Andrangs wegen in den Nachmittagsstunden Besuch möglichst Vormittags erbeten! hat feit Monaten riefige Summen für die Rattenbertilgung ausgegeben, und kann jetzt endlich durch systematische Arbeit nemmens werte Erfolge verzeichnen. Dies scheint um so erfreulicher, als trob aller angewandten Mittel Monate vergingen, ohne daß man diesen Tausenden sich vermehrenden Tieren etwas anhaben konnte. In dem letzten halben Jahre wurden über 600 000 Ratten vertilgt und jezt fallen mindestens 20.000 Ratten in der Woche im Kriege mit dem Kammerjäger. Der Extrazug. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Marktballen. Marktlage: Fleisch, nügend, in Hasen knapp, Geschäft lebhaft, Breise gut. Geflügel: Zufuhr Zufuhr schwach, Geschäft ruhig, Preise unverändert. Bild: Zufuhr ge genügend, Geschäft lebhaft, Preise befriedigend. Fifche: Zufuhr genügend, Geschäft febr schleppend, Preise gedrüdt. Butter und Käse: Geschäft rubig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Süd. früchte: Zufuhr mäßig, Geschäft sehr still, Preise behauptet. Wafferftands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Basserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg eifel, Thorn Ober, Ratibor am feit 23.10. 22.10. 70+2 0 1005 am feit 23.10. 22. 10. Wasserstand cm cm ¹) cm cm³) 120 -1 Saale, Grochlit 25 -2 Havel, Spandau) 32 50 -2 Rathenow) 22 91 +1 Spree, Spremberg) 74 69 Beeston 68 80 Beser, Münden -104+5 16 Minden -37 Landsberg 3 Rhein, Maximiliansau 336 -10 -10 +1 Kaub 128 -72 Köln 106 -186 Nedar, Heilbronn 24 81-1 50 Main, Wertheim 100 Mosel, Trier 18 Krossen Frankfurt Winterswijker( Holland) Arbeiterzug, der am 19. Oktober nur einen Ein hübsches Zollfuriofum wird aus Bocholt gemeldet: Der Bassagier mitbrachte, weil in den hiesigen Fabriken aus Anlaß der Stirmes gefeiert wurde, traf mit Verspätung ein. Da die Winterswijter Passagiere erst die Zollschranke passieren, müssen, ehe die Passagiere zu dem 6,58 Uhr morgens von hier abfahrenden Zuge nach Borken zum Bahnsteig zugelassen werden, ereignete es sich, daß dieser Zug ohne die hiesigen Reisenden es sollen über 50 gewesen sein bon dannen fuhr. Die Reisenden, die über Borken hinausfahren wollten, beschwerten sich schleunigst beim Barthe, Schrimm Bahnvorstand. Es wurde daraufhin ein Extrazug zusammengestellt, der die hiesigen Passagiere dem Borkener Zuge nachiandte. Hier war mithin der gewiß feltene Fall zu verzeichnen, daß wegen eines einzigen Passagiers, der sich der Zollbehörde gegenüber erst von dem furchtbaren Verdacht reinigen mußte, daß er sich möglicherweise gegen die Bollgeseze vergehen würde, ein Extrazug gestellt werden mußte. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kutscher Danksagung. Nee, Bordamm Elbe, Leitmeriz Dresden Barby Magdeburg + bedeutet Buchs, Fall, 5) Unterbegel. Alter Theaterverein, Orts- Krankenkasse Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines der Theateraufführungen zu billigen lieben Mannes, unseres treusorgenden Preisen für die minderbemittelte BeVaters völkerung erstrebt, sucht Herren und 24045 Offerten unter" Theater" an die fagen wir allen Beteiligten, den Spedition des Vorwärts", Stettiner Karl Schneider Damen als Mitglieder. Franz Korkow Stollegen ber Abt. Meifter. Scheer, bem Straße 10 erbeten. am 22. d. Mts. fm Alter von 29 Jahren an Unfall gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. d. Mis., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Charlottenburger Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg aus statt. 71/20 Die Verwaltung 2. Allen Bekannten und Freunden die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser lieber Bater, Schwiegervater und Großvater Adolf Homuth verstorben ist. 24036 Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 4 Uhr auf dem Zentral- Friedhof in Friedrichs felde statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Hedwig Teich geb. Sach am 28. Ditober nach langem schweren Leiden fanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme ersucht Der tiejbetrübte Gatte Ferdinand Teich, Steinmetzstraße 35. Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 3 Uhr auf dem Friedhof der Ruthergemeinde 24026 in Lantwit statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, in 29jähriger Che in Freude und Leid treue Lebensgefährtin, unsere gute Mutter und 2398b Schwiegermutter Pauline Pazdzierzynski geb. Sievert nach langem schweren Leiden ant Freitag verstorben ist. Der tiefbetübte Batte Paul Pazdzierzynski, Frankfurter Allee 10a. Ernst Mechsner, Sohn. Die Beerdigung findet am Dienstag, 27. Dttober, nachmittags 2, Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde von der Halle aus statt. will jede nur bei Deutschen Transportarbeiterverband Berlin II, Klub Kolumbus I" und insbesondere den Kollegen der A. E.-G. für die in reicher Weise geleistete Unterstützung unseren verbindlichsten Dant. 57/1 Wwe. Anna Schneider nebst Kindern. + Westmanns t Trauermagazin Hauptgeschäft Berlin W., Mohrenstraße 37a, fein Edhaus, und Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. 115, tein Edhaus, erreicht seine Leistungsfähigkeit und seine billigen Preise durch Raumersparnis u. geringeSpesen Geschmackvolle Auswahl in fertiger Traner- Garderobe für Damen und Mädchen. Reste! Pelzwaren nach beendeter Reisesaison zu billigsten Engrospreisen in der Pelzwarenfabrik Münzstr. 18 I. 45032 Dr. Schünemann Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. 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