Nr. 57. Erscheint täglich außer Montags.. Brets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg fret in's Haus. Einzelne Nummer, 5 fg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 3 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- 8eitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für ble. fünfgespaltene Betttzelle oder berer, Raum 40 Pfg., für Vereins: un' Versammlungs- Anzeigen 20 f Inferate für die nächste Nummer müffen bts 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Seans unb Fefttagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Sernsprech- Anschlu Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ans England. London, 3. März. -W Mittwoch, den 8. März 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. # Nachdem Uebrigens hat bisher die Regierungsmehrheit viel wenigstens bis zu einem gewissen Grade. strammer zusammengehalten als die Opposition, so daß er in seiner Nede zur Adreßdebatte fozusagen einige liberale Blätter schon begonnen haben, von einem reinen Tisch geschaffen zwischen sich und den Konservativen, Jm Parlament geht es mit jedem Tage lustiger zu. Zusammenbruch der letzteren zu jubeln. Das ist nun etwas die mit ihm für das Tadelsvotum gegen die Regierung Die vereinigten Tories und Unionisten treiben Obstruktion, sehr verfrüht. Aber doch macht sich bereits in der konser gestimmt, sind ihm viele Zustimmungs Resolutionen aus wo immer sie nur fönnen, und die Liberalen und Frländer vativen Presse etwas wie Enttäuschung darüber bemerkbar, sozialistischen Kreisen zugegangen, und als Mitglied der laffen es an Ausbrüchen des Mergers und der Entrüstung daß an die in Aussicht gestellte Auseinandersetzung der bunten Unabhängigen Arbeiterpartei und auch sonst hat er bes tarüber nicht fehlen. Die Entrüstung der letzteren gewinnt Gefolgschaft Gladstone's vorerst gar nicht zu denken ist, ständig Fühlung mit der kämpfenden Sozialdemokratie. dadurch einen etwas komischen Beigeschmack, als sie ja vielmehr die eigne Partei überall da, wo es sich nicht um Burns dagegen isolirt sich mehr und mehr; er ist fast nur gerade ihrerzeit die Politik der Obstruktion mit bisher uns platte Obstruktion handelt, das Bild der Unentschlossenheit, noch eine lofale Größe, ein tüchtiger Abgeordneter seines übertroffener Virtuofität kultivirten, und die Konservativen wo nicht der Zerfahrenheit darbietet. Die letzten Nach- Wahlkreises, der aber für die Bewegung, als Ganzes wenig verfehlen denn auch nicht, ihnen dies bei jeder Gelegenheit wahlen haben wieder ein Wachsthum der liberalen Stimmen übrig hat. Das wird ihm auch von Leuten verübelt, die höhnend entgegenzuhalten, aber-wenn zwei daffelbe thun, offenbart, und daß sich dies fast überall wiederholen wird, ihn troh mancher Fehler für einen der besten Repräsen ist's doch nicht dasselbe. Die Jrländer praktizirten die Ob- wo die Liberalen nicht außer den Konservativen auch die tanten des Sozialismus in England halten; seinen Feinden struktion behufs Bekämpfung gegen fie verübten Unrechts, radikaleren und sozialistisch gesinnten Arbeiter gegen sich und Neidern und er hat deren sehr viele ist es eine die Konservativen dagegen behufs Aufrechterhaltung von haben, untersteht kaum einem Zweifel. Aber die sozialistische erwünschte Gelegenheit, sich an ihm zu rächen. Er scheint das nationalen und Klaffenprivilegien. Das Vorrecht der briti Agitation macht ziemliche Fortschritte, und so ist auch der mit einem gewissen Troh hinzunehmen, aber die Kluft schen Aristokratie und der zu ihnen haltenden Drangiften, Jubel der Liberalen kein ungemischter. zwischen ihm und Keir Hardie wird dadurch nur immer alle einflußreichen Aemter in Irland zu besetzen ist neben Im Parlament zwar spielt die Sozialdemokratie zur größer, und immer mehr neutralisiren beide einander. Wäre, dem Landlordintereffe der einzige reelle Gegenstand, um Beit teine besonders imponirende Rolle. Burns und das nicht der Fall, so würde der Sozialismus schon jetzt den es sich bei der Bekämpfung Homerule's heute noch Reir Hardie, die man allein als ausgesprochene Ver- eine ganz andere Rolle im englischen Parlament spielen als handelt. Alles Uebrige ist theils Vorwand, theils Einbil treter derselben bezeichnen kann, gehen jeder seinen eigenen er es in Wirklichkeit thut. Burns und Keir Hardie Hand dung. Aber je mehr es sich von dem wirklichen Kernpunkt Weg, einer immer unbekümmert um den andern und oft in Hand würden die anderen Arbeiterabgeordneten des Streites entfernt, um so mehr wird es von den Ver- sogar im direkten Gegensatz zu dem andern. Das wäre sammenhalten, da sie einander entgegenwirken, gehen auch fechtern der erwähnten Interessen in den Vordergrund ge- natürlich nicht möglich, wenn nicht zwischen ihnen starte die anderen ihre eigenen Wege, und höchstens bei gewiss en schoben, und darum der große Lärm über die angeblich be- persönliche Verbitte rung herrschte, indeß diese Seite des Ron speziellen Anlässen merkt man, daß es eine ganze Gruppe drohte Religionsfreiheit der proteftantischen Minderheit Eng- litis habe ich hier nicht zu erörtern, sie ist auch thatsächlich von Arbeitervertretern im Parlament giebt. Das wird ich lands und die gefährdete Sicherheit Englands in einem Kriegs weniger Ursache als Wirkung desselben. Der Gegensatz war erst ändern, wenn es entweder gelingt, von außen her bie falle, sobald Frland erst Homerule habe. Die Irländer schon da, als bei Zusammentritt des Parlaments Keir Differenzen zwischen den Genannten auszugleichen, cider haben Barnelliten wie Antiparnelliten sich mit allen Hardie etwas geräuschvoll in dasselbe einzog und sofort eine wenn zu ihnen ein dritter Sozialist ins Parlament tommt, Bunkten der Gladstone'schen Vorlage, welche die militärische feindselige Aktion gegen das neue Rabinet eröffnete. Er der die Vermittlung übernimmt. und diplomatische Einheit des Reiches nach Außen hin geht eben von der Idee aus, daß die Sozialdemokratie im Da ich einmal auf das Thema der internen Streitig fichern sollen, rückhaltlos einverstanden erklärt, und es ist Parlament vor allen Dingen die Opposition zur jedesmaligen feiten eingegangen bin, will ich doch gleich eine andere recht gar nicht abzusehen, warum das auf den Fuß der Gleich- Regierung hervorzukehren habe, gleichviel welcher Fraktion unliebsame Affäre berühren, die ein gewisses internationales berechtigung gestellte Frland im Kriegsfalle eine größere des Bürgerthums dieselbe angehöre, während Burns den Interesse hat. Sie spielt zwar nicht unter englischen Sozialisten, Gefahr für das britische Reich darstellen sollte als das in Liberalen nur fritisirend, den Konservativen aber aus- ist aber auf englischem Boden jüngst zur öffentlichen Disseinen Rechten zurückgesezte. Nie haben die Frländer Eng- gesprochen feindlich gegenübertritt. Wie stets die taftischen tussion gekommen. glands Feinden lauter zugejubelt, als zu den Zeiten der Streitfragen, lassen sich auch hier für beide Standpunkte Vor einigen Wochen wurde in der sozialistischen polstrammsten Reichs- Einheit. Und daß die katholischen Jr in Abstrakto betrachtet sehr einleuchtende Argumente nischen Presse vor einem gewissen Martin Kasprzat länder im 19. Jahrhundert religiöse Verfolgungen an beibringen, in der Wirklichkeit tönnen beide nicht gewarnt, einem Mann, der früher ein eifriges Mitglied der stellen würden, können wirklich nur politische Kinder sich durchgängig inne gehalten werden. Was zum Beispiel Bartei gewesen war, auch für seine Thätigkeit schon vorreden laffen. Aber wer die Deklamationen der kon- Keir Hardie's Taktik anbetrifft, so stößt sich ihre Gefängnißhaft durchzumachen hatte, der aber in neuerer fervativ- unionistischen Redner über die Preisgebung der konsequente Durchführung an der Thatsache, daß man nach Zeit sich große und grobe Unregelmäßigkeiten habe zu Loyalen protestantischen Minderheit lieft, sollte meinen, Lage der Dinge in England die Geschäfte der Tories be Schulden kommen lassen und gegen den außerdem starter daß die Scheiterhaufen in Irland schon gerichtet sorgt, wenn man den Liberalen à tout prix Oppofition Verdacht vorhanden sei, daß er Beziehungen mit der Polizei wären und nur auf die Verwirklichung Homerule's macht und umgekehrt. Bei der Burns'schen Taktik liegt die unterhalten. Da diese Bekanntmachungen in der Gazeta warteten, um in hellen hellen Flammen emporzulodern. Gefahr nahe, unversehens in immer stärkere Abhängigkeit Robotnicza", im Bredswit" und im Organ der Sozialisten So efelhaft wird die Auffrischung der No Popery( teine von den Liberalen zu gerathen. In Ländern mit wirklich Galiziens veröffentlicht wurden, so darf man annehmen, daß Bapstherrschaft)-Agitation betrieben, daß der in den Schooß parlamentarischer Regierung ist eben der Boden im Bar- alle attiven polnischen Sozialisten hinlänglich unterrichtet der konservativen Partei zurückgekehrte Tory- Demokrat" lament viel schlüpfriger als da, wo die Volksvertretung sind und eventuell Kasprzat gegenüber die gebührende Bor Lord Randolph Churchill sich dieser Tage wieder einmal ver- einer von ihr unabhängigen Regierung gegenübersteht. Nur sicht beobachten werden. Nun hat aber Kasprzat, als er anlaßt gesehen hat, gegen das Gros seiner eigenen Partei- wer eine starke Partei hinter sich hat, die ihn zugleich stüßt merkte, daß unter seinen eigenen Landsleuten sein Kredit den Leitern des hier genoffen zu sprechen und zu stimmen, als dieselben bei und kontrollirt, ist vor dem Ausgleiten geschützt. Das ist zu schwinden begann, mit den bei in England etablirten in Kulturkampf in ausreichendem Maße weder bei Burns noch irgend einem untergeordneten Anlaß in Kulturkampf in ausreichendem " Fonds eine für freie Keir Hardie aber der Fall, machten. Letteren Russische Preffe"( Russian Free Press Fund) Ber schen Gefangenen zur Hauptaufgabe ihres Lebens gemacht lich kommt er zu mir, und ich gebe ihm meine Instruktionen und that alles, was in ihrer Macht stand, um die Leiden betreffs der Orte, die er als von mir besucht angeben soll, derselben zu lindern, so als ob sie alle Glieder ihrer eigenen und dann quält er mich nicht mehr mit seiner Gegenwart. Familie gewesen wären. Annie Wulitsch meinte„ daß es sehr kostspielig sein „ Es ist gut, daß ich Euch beide hier getroffen habe", müsse, ein solches Verhältniß mit einem Spion zu unter sagte fie lächelnd zu Andrej und Waffilij, die sie zum ersten halten. Die Laufbahn eines Nihiliften. Wale sah.„ Wenn an Euch die Reihe kommt, werde ich um so lieber für Euch Sorge tragen." Feuilleton. Magbrua verboten.] Von S. Stepniat. 188 Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Der Sänger faß unter einem Baume. Es war ein junger Mann, welcher wegen des üppigen, Rinn und Wange bedeckenden Haares doppelt so alt aussah, als er wirklich war. Er war ein Studiengenoffe von Annie Wulitsch. bei dem Sie dankten ihr für das Versprechen, protestirten aber dagegen, weil sie nicht die Absicht hatten, ihr gerade jetzt Gelegenheit dazu zu bieten. " " D, durchaus nicht," erwiderte Botscharow, ich bin nicht solch ein Narr. Ich verwende keinen Pfennig" darauf. Ich zwang meinen Mann, fich mir auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Eines Tages vor ungefähr zwei Wochen, als Die Schwestern Duborom waren in den Wald gegangen, ich es satt hatte, ihn immer auf meinen Fersen zu haben, um trockenes Holz für das Feuer zu sammeln. Durch den trat ich am Morgen, mit einem Stück Brot und Wurst in Ton neuer Stimmen angezogen, tamen sie herbei. Ihnen der Tasche, heraus und begann von einem Ort zum andern, So ging ich folgte ein junger Mann mit wässerigen Augen, hellblonden ohne einen Moment anzuhalten, zu wandern. Haaren und einer knopfähnlichen Nase, die in einem und ging, bis der Abend herannahte! mein Spion schleppte tomischen Gesichte saß. In den Armen hielt er ein großes müde, wußte aber, daß er noch weit müder fein mußte, da fich mir immer auf den Fersen, nach. Ich war furchtbar Holzbündel, welches er aufs Gras warf. " Ah, Botscharow!" rief Annie Wulitsch aus. Rommen er seit dem frühen Morgen nichts gegessen hatte. Dann und wann schrie ich ich ihm zu: warte Sie her, ich werde Sie meinen Freunden vorstellen." nur, Du Hallunke, Hallunke, Dir foll foll noch die Bunge dämmerung auf dem Trab halten, wage nicht mich zu vers lassen, denn merk Dir, ich bin dabei, einem großen Revos lutionär einen Besuch abzustatten". Mein Mann folgte mir mürrisch, ohne zu antworten, bis er sich nicht mehr halten fonnte und unwillig ausbrach: Eine Dame in dunkelblauem Rleide stand zu hörend neben ihm. Sie war mittelgroß und ziemlich schlant. Die durchsichtige weiße Haut, das schöne Haar, welches in Locken das sanfte, liebliche Gesicht einrahmte und die Augen Botscharow gehörte zu den Parteimitgliedern der vom tiefsten Blau verliehen ihr ein engelhaftes, aber wenig Dubrawnitschen Sektion. Er war ein Legaler, d. h. ein | aus dem Halse hängen! Ich werde Dich bis zur Morgengeistreiches Aussehen. Mann, welcher auf einen echten Paß unter seinem wirklichen Namen lebte. Indeß war er fürzlich mit der Polizei zusammengerathen. " Sie stellte sich selbst als Woinowa vor. Warja? O ich bitte Sie wegen dieser Vertraulichkeit um Berzeihung! Warwara Alexewna?" sagte Andrej fragend. Sie fezten sich auf den Rasen nieder und Andrej drückte seine Verwunderung aus, daß Botscharow sich so der Polizei streng bewacht sei. Ja, Warwara Alexewna, oder Warja, was mir lieber frei bewege. Man hatte ihm nämlich erzählt, daß er von Ich bin auch ein Mensch und kein Hund, mein Herr, Sie sollten sich schämen mich so zu behandeln. Ich muß ist," sagte das junge Weib freundlich. Sie war eine wohlbekannte Frau, diese Warja" Gewiß bin ich das", sagte Botscharom in ernstem Weib und Kinder ernähren, mein Herr." Woinowa, Ihre Freunde nannten fie nicht mit Zone." Ich habe aber mit dem Spion, der zu meiner„ Wer sollte darauf kommen, daß solche Schufte auch Unrecht die Mutter der Betrübten. Frau eines Chirurgen Bewachung angestellt ist, eine Vereinbarung, getroffen und Frauen und Kinder haben? Ich gab alsdann nach und mit liberalen Ansichten, hatte sie die Sorge um die politi- wir befinden uns beide sehr wohl dabei. Einmal wöchent- schlug ihm das Abkommen vor, das er sofort zur gegen Der Umfall des Deutschfreisinns. " Die Bindungen angefnfipft, und deren Vertrauen in so hohem| Petitionen, betreffend das Invaliditäts- und Alters- Ihaltlofe Ropfrechenkunststüde, und die von ihm vorgeführten Maße zu gewinnen gewußt, daß sie seine Dienste afzeptirten versicherungs- Gefeß, soweit sie auf Aufhebung des Ge- Autoritäten sind durchgängig Leute, die als akademische und ihn damit in Dinge einweihten, die man gerade nicht setzes und Erhöhung des Reichsbeitrages fich beziehen, zur Schmod's bald rechts und bald links schreiben" nach dem der Polizei anzuvertrauen pflegt. Anfangs geschah dies, Tagesordnung überzugehen, im übrigen die Kopfnicken der Herrschenden. Man lasse uns doch endlich ohne daß die polnischen Sozialisten darum wußten, aber es Petitionen dem Herrn Reichskanzler zur Erwägung zu über ungeschoren mit den Seiltänzereien einer Statistik, die dem dauerte auch fort, als das erwähnte russische Komitee reifen. reifen. So ficher es ist, daß das Gesez reform deutschen Michel, der unter der Wucht des Steuerwesens das zum Theil aus denselben Personen besteht, wie Free bedürftig, daß die Technit seiner Durchführung sehr zusammenbricht, vorrechnen will, er fei niedriger besteuert Ruffia" bereits von den Polen erfahren, daß allerhand verbesserungsfähig ist, so fest es steht, daß die Leistungen und mit einer leichteren Militärlaft gefegnet, als der schr vere Verdachtsmomente gegen R. vorliegen. Auf diese der Versicherung ausgiebigere merben müssen, wenn sie Franzose oder Brite. Das arbeitende Boll weiß besser, wo We ife ift Kasprzat in die Lage gekommen, mit gutem Vor- genügen sollen, so ist nicht minder an der Einrichtung selbst es der Schuh drückt, als die Schreibstubengelehrsamkeit. Go wand nach dem Festland zurückzukehren, dort allerhand festzuhalten. fällt denn auch Jastrow's gesuchte Beweisführung platt zu Reisen zu unternehmen und sich event. als Vertrauensmann Boden. Nun ist bei einem Manne von der Selbständigkeit der Free Russia".Vertreter zu geriren. Da ich wiederholt um Jastrow's von vornherein die Annahme ausgeschlossen, als in diesem Blatte zur Unterstützung der legtgenannten Ridert sind bereit, sich mit Caprivi zu verständigen" ob er mit seiner Veröffentlichung der Regierung habe einen Bewegung aufgefordert habe, so sehe ich mich um und mit Wadenstrümpfler Begeisterung für die Militär- Liebesdienst erweisen wollen. Wer wie er unter Bismarc so mehr veranlaßt, an dieser Stelle Stelle davor zu vorlage fich gewinnen zu lassen. Der Hinze, welcher die unerschrocken das Sozialisten gesetz bekämpft und die soziale warnen, R., menn et fich unter seinem feinem oder vierten Bataillone" bewilligen will, spielt sich Bolitik verfochten hat, ist sicherlich das Gegentheil eines anderen Namen vorstellen sollte, auf den Kredit der als Strateg und General Feldmarschall der Kompromißler Strebers. Und der zweite Theil seines Drudkhefts sagt denn Sache hin, für die er angeblich wirkt, weiter zu empfehlen auf, und Herr Eugen Richter befindet sich in pein- auch den Herrschenden in zusammengedrängter Fassung eine oder mit Adressen zu versehen. Auch wenn der Verdacht, licher Verlegenheit. Wenn der Deutschfreisinn nicht ge- solche Fülle grimmiger Wahrheiten, daß sie trotz alledem daß er polizeiliche Beziehungen unterhielt, trog aller dafür schlossen in dieser grundsäglichen Frage wie Ein Mann denen um Caprivi, Miquel und Berlepsch wider den Strich vorhandenen Momente, unbegründet sein sollte, so liegen zusammensteht und die furchtbare Mehrbelastung des Volkes gehen muß. Wird doch hier gezeigt, daß der Militarismus doch eine ganze Reihe von Thatsachen vor, die mindestens verwirft, so ist er gerichtet, die große Masse der demokras die öffentlichen Mittel gierig aufsaugt, daß für Kulturseine Vertrauenswürdigkeit arg in Zweifel stellen. Es ist tisch gesinnten deutschfreisinnigen Wähler schwenkt ab in aufgaben, für Unterricht und Rechtspflege, für die Zwecke daher faft unbegreiflich, wie die Leiter des russischen Preß- unser Lager, der Bankrott des bürgerlichen Liberalismus der sozialen Reform, der Gewerbe- Juspektion, der öffentlichen fonds deffenungeachtet an R. festhalten fönuen, zumal doch ist offenkundig. Was thun? Richter bemüht sich, die Gesundheitspflege u. s. w. so gut wie nichts übrig bleibt.gerade was Rußland betrifft, selbst bei den unschuldigsten Weichenden zu halten, aber sein Auftreten ist refignirt, Dingen, Doppelte und breifache Borsicht geboten ist. In seine Sprache, die doch an Schärfe sonst nichts zu Militärdienst und Steindruck. Wozu die Soldaten solchen Fällen das subjektive Urtheil walten, sich von persön- wünschen übrig läßt, tlingt elegisch. In ber jetzt benutzt werden, zeigt wieder einmal im Allgemeinen lichen Eindrücken bestimmen zu laffen, ist ein grober, unter Fraktion müssen die Rompromißler ziemlich stark Anzeiger für Druckereien" folgende Bekanntmachung: Umständen sogar unverzeihlicher Fehler. fein. In einem langen Artikel über die Junehaltung der Beim unterzeichneten Kommando wird zum Herbst d. J. Friedens- Präsenzftärte schreibt Richter's Freisinnige die Stelle des Druckers frei. Junge Leute, welche Beitung": Graf Caprivi spekulirt gegen an der Steindruckpresse erfahren sind und ihre Militärwärtig darauf, daß er die Nationalliberalen auch für weitere pflicht bei einem Bezirkskommando ableisten möchten, wollen Erhöhungen über das Anerbieten Bennigsen's hinaus nach ihre Gesuche baldigt einreichen. Demselben sind Lebenslauf fich ziehen, und daß er alsdann die ihm an der Mehrheit und Meldeschein zum freiwilligen Eintritt, welch' letzterer noch fehlenden 50 Stimmen gewinnen wird durch Spal beim zuständigen Landrathsamt zu beantragen ist, beizutung ber 8entrumspartei und der freifügen. Königliches Bezirkskommando, Dortmund." Aus dem Reichstage. Der Marineetat brachte heute finnigen Partei aus Minoritäten dieser Mädchen für alles, Treiber, Steindrucker, das sind eine tleine Auseinanderseßung über den neu gegründeten beiden Parteien. Es wird der freisinnigen Partei bei der ebenberufe der Wehrpflichtigen während der dreiRohlenring der rheinisch- westfälischen Zechen und die ver- Ungunft der Finanzlage und der wirthschaftlichen Verhält jährigen Dienstzeit. fuchte Preisschneiderei, welche dieses Unternehmer- Kartell niffe schon nicht leicht werden, vor dem Lande Das preußische Abgeordnetenhaus sette heute die unter dem Namen Rohlenausfuhr- Verein seiner Zeit der die Vertretung einer Erhöhung des MilitärMarineverwaltung gegenüber versuchte. Das Kartell reichte etats zu übernehmen, welche unter Innehaltung Etatsberathung fort. Eine lange Debatte entspann sie beim im März vorigen Jahres ein Preisangebot von 12,50 M. der Friedenspräsenzstärke durch die neuen Umgestaltungen Etat der Ansiedlungskommission. Der Abg. v. Czarlinsfi pro Tonne Roblen ein und blieb bei einer zweiten Sub- herbeigeführt wird. Wollte die freifinnige Bartei noch meinte: Die ganze Ansiedlungskommission ist nur eine Ver miffion auf den exorpitant hohen Preisen stehen. Die darüber hinaus sich auf eine Steigerung der persönlichen forgungsanftalt für bankrotte deutsche Gutsbefizer" und beMarineverwaltung afzeptirte darauf das Angebot englischer Militärlasten einlassen derart, daß die zweijährige Dienst- antragte die Ablehnung des Etatpostens. Derselbe murde Firmen, welche bis Riel die die Rohlen 4,26. zeit schließlich statt zu der erwarteten Entlastung, jedoch gegen die Stimmen der Polen, des Zentrums und refp. 3,76 Mart billiger lieferten als mie der zu einer Vermehrung der Belastungen des Landes der Freisinnigen angenommen. Damit ist die zweite Lesung westfälische Ring. Als die Vertreter bes legteren nach jeder Richtung führt, so würde die freisinnige des Etats erledigt. Das Etatsgesetz und das Anleihegeseb Saben, daß ihre Beutelschneiderei in diesem Falle Partei daraus und aus der in Verbindung damit wachsenden wurden genehmigt. icht von Erfolg begleitet war, boten sie dieselbe Steuerlast eine Verantwortung übernehmen, der sie Alohle für 9 M. reip. 8 M. an, nun war es aber zu spät, erliegen müßte." Aber die Kompagnie Hinze- Rickert nichtende Schlappe geholt. Sogar das erzfapitalistische und die Engländer erhielten für 22 000 Tonnen Rohlen den rüstet sich zum Rückzug, im Einverständniß mit dem Geld Buschlag. Die Budgetkommission billigte dieses Verhalten judenthum, daß aus heller Angst vor dem Antisemitismus Der Marineverwaltung als durch finanzielle und wirthschaft vor der Regierung auf den Knien liegt. Die Wadenstrümpfe liche Rücksichten geboten. Jin Reichstage hatte mun heute leiben so wenig, wie 1849 ihr Fraktionsgenosse Ludwig Dr. Hammacher, als direkt Betheiligter an den westfälischen Bamberger im Gefecht von Kirchheimbolanden, an„ Wider Roblenintereffen, die Stirne, die Marineverwaltung wegen stands- Fanatismus". Und so bleibt abzuwarten, ob in der Eschädigung der Interessen der nationalen Arbeit" an auf den 8. d. Wits. festgesezten Reichstags- Fraktionss zugreifen. Diefer widerlichen Heuchelei wurde von Bebel Sigung die Wadenstrümpfe oder die um Richter die in gebührender Weise gedient. Auch der freisinnige Brömel wieß die Ansprüche der Kohlenbarone zurück, während der fonfervative Graf Ranig eine abwartende" Stellung einnehnen will. Politische Iteberndit. Berlin, den 7. März. Bei Feststellung der Tagesordnung wurde per Hammelsprung wieder einmal die Beschlußunfähigkeit des Hauses fonstatirt. Während der erste Präsident zu Gunsten der Etats berathung auf den Schwerinstag verzichten wollte, verlangte der zweite Präsident die Initiativanträge morgen verhandelt zu sehen, damit der Jesuitenantrag noch vor Ostern daran fomme. Bei der Abstimmung votirte die Majorität- Freifinn, Nationalliberale und Konservativemerkwürdiger Weise gegen bas bisher geübte Recht, in jeder Woche einen Tag den Anträgen aus dem Hause zu Oberhand behalten. Mag die Entscheidung fallen wie sie wolle, das Volk wird mit den Volksfeinden, die ihm die Militärvorlage aufhalsen, unerbittlich ins Gericht gehen, mögen sie zu den Juntern, zum Beutrum oder zum Deutschfreisinn gehören. " Johannes Conrad, Professor der Staatswissenschaften an der Universität Halle, erklärt die Nachricht des von ihm seit einiger Beit benüßten Organs, der Schlesischen Beitung", er sei eingeladen worden, über die wirth. chaftliche Seite der Militärvorlage dem Reichsfanzler Bortrag zu halten, für einen Frrthum". Geheimrath Conrad er ist übrigens an demselben Tage wie der berufene Polizeirath Krüger zum Geheimbderath ernannt worden hätte diese Berufung zum Grafen Caprivi Beim Reichstage waren 175 Petitionen ein- gar wohl verdient. Hat er doch in derselben Schlesischen gegangen, die aus verschiedenen Beweggründen und Beitung", die sich zum Mundstück feines Ruhmes macht, in verschiedener Weise Abänderungen des Invaliditäts. ben für einen Kollegen des Alles beweisenden Gneist nicht und Altersversicherungs Gefeßes bezw. Aufhebung des allzuschweren Nachweis geführt, daß das deutsche Volk die Gesezes erbitten. Die Petitions Rommisson neue Last der aus der Vorlage sich ergebenden Kosten gut beantragt, der Reichstag wolle beschließen, über die tragen fönne. Wenn andere Akademiker den Wechsel ihrer widmen. $ seitigen Bufriedenstellung annahm und feitdem bin ich wieder ein freier Mann." wenn Anfichten über soziale und politische Fragen mit zauberhafter Schnelle vollzogen und aus Freihändlern von reinem Wasser zu Hochschußzöllnern, aus Hochschutzöllnern zu Handelsvertrags- Bertheidigern sich sich umhäuteten, Ein neuer Gaft, der sich verspätet hatte, traf in diesem schmiegsame Professoren, die gestern als röthliche RathederMomente ein und entschuldigte sich, daß er durch seine viel sozialisten den Treitschte abführten, heute die schärfste Ausfache Beschäftigung so lange von der angenehmen Gesellschaft nahmegesezgebung vertheidigten, so war dies nicht verwunder fern gehalten war. Es war ein gewiffer Mironom, ein lich. Unseren Universitätslehrern ist zum großen Theile früherer Gemeindefchreiber. Die Geschwister Duborom und unter dem Drucke der politischen Reaktion und des Rapita die Parteileute von Dubrawnik hielten sehr viel von lismus das Rückgrat geschmeidigt worden und die ihm, weil er in enger Beziehung zu den Bauern stand, so Selbständigkeit der Gesinnung abhanden gekommen. daß er in gewiffer Hinsicht der Löve des Tages war, Duborom lachend. Nein durchaus nicht! protestirte Woinowa. Ja, ja! tommen Sie her!" D " -W Herr v. Stephan hat sich in der Postdebatte eine vers Organ der Rechenbarone, die Rheinisch Westfälische Beitung", widmet dem dichtenden Auerhahn- Jäger eine Betrachtung mit der Ueberschrift: Herrn Stephan's Stern im Erbleichen. Darin heißt es: Die Art, in welcher der General Bostmeister v. Stephan bie Maßnahmen der Postverwaltung gegen den Poftafsistenten Verband im Reichstage vertheidigte, hat bis tief in die Reihen der Konservativen hinein st art verstimmt. Aus seinen Worten sprach eine Berbitterung und Gebässigkeit, wie sie einem Staatsmanne unter feinen Umständen ansteht. Sicher hat der Verband dem erfolg reichen und rastlos thätigen Leiter unseres Postwesens vielfachen Anlaß zu berechtigter Beschwerde gegeben. In dem Bewußtsein eines warmen Wohlwollens für seine Untergebenen fühlt sich der Staatssekretär v. Stephan durch manche Aeußerungen aus dem Lager des Verbandes wohl mit Recht verlegt. Aber im großen und ganzen handelt der Verband in Wahrnehmung berechtigter Interessen und steht dabei vollkommen auf gesehmäßigem Boden. Wäre dies nicht der Fall, dann würde er schon längst aufgelöst sein. Gegen einen derartigen Verein mit kleinlichen Mitteln vor zugehen, einzelne Mitglieder durch Strasversehungen, die als folche nicht tenntlich gemacht, sondern nur als im Intereffe des Dienstes liegend bezeichnet werden, ist wahrlich einer großen Verwaltung unwürdig. Damit reizt man einerseits nur den Widerspruch und ruft andererseits eine Unzufrieden heit unter den zahlreichen Postbeamten hervor, die nicht ohne ernste Gefahren ist. Schon jetzt verstärken leider diese Beamtentlassen bei den geheimen Reichstagswahlen die Reihen der Sozialdemokratie. Staatssekretär v. Stephan mag nicht aus persönlicher Gereiztheit gehandelt haben, sondern in dem guten Glauben, damit die nothwendige Manneszucht in seinem großen Beamtenbeere aufrecht zu erhalten, als er ein scharfes Vorgehen gegen den Verband anordnete. Aber er hat nicht genügend bedacht, daß allzu scharf schartig macht und daß übertriebene Strenge oft einen ganz entgegengesetten, als den er warteten Eriolg erzielt." U An der Niederlage fönnen feine zufällig" den Postgewaltigen in die Hände gefallenen Briefe", baran fönnen auch keine Dankschreiben alter Postfelretäre auch nur das Geringste ändern. Nur als heiteres Zwischenspiel in ernster Beit betrachten wir die Bemerkung Fischer's, Wenn die Göttinger Sieben mannhaft und grad- des Unter- Stephan und Chefs der dritten Abtheilung, der im Vorwärts" veröffentlichte Aufruf an die Er war eingeladen worden, um mit Andrej und Waffilij, finnig lieber in die Verbannung gingen, ehe fie Post Unterbeamten sei auf der Redaktion ents mit denen er sich auch gleich in eine Unterhaltung einließ, fich einem Gewaltstreich des Absolutismus beugten, tanden. Er ist gerade so Erzeugniß unserer redaktionellen aufammenzutreffen. Er that dies mit der eigenthümlichen so zeigte es sich, daß auf sie und die ihnen vertraulichen Leichtigkeit eines Manues, der sich bewußt ist, eine Berühmt- Gleichgesinnten jenes befannte Wort des Königs von hätigkeit, wie die Dußende von heit zu sein und jedermann zu intereffiren. Hannover über die Professoren- der Welfe sprach es tenstü den, die der Vorwärts" aus dem Reffort Mironow! Hier ist Woinoma, die por Ungeduld an einer festlichen Tafel seines töniglichen Betters von der Herren Stephan- Fischer veröffentlicht hat, ohne daß ihre on urkundliche Treue jemals angezweifelt worden wäre. Und brennt, ihre Bekanntschaft zu machen!" rief die ältere Preußen in feinem Betracht zutraf. Aber die Beiten urkundliche Treue jemals angezweifelt worden wäre. Und haben sich geändert. Daß just Courad als Fürsprech der mag der Fischer, da das Wasser rauscht, das Wasser Militärvorlage in die Schranken trat, ist allerdings manchem schwoll", figen, sicherlich ist er nicht mehr fühl bis an's überraschend gekommen. Er war einer der wenigen Uni- Herz hinan", und er steht auch nicht ruhevoll" nach den Mironow entschuldigte sich mit einem Lächeln bei versitäts Dekonomen, die in der Hochzoll Aera gegen die Angel". Denn unter den Bost- Unterbeamten regt es sich, Andrej, als ob er sagen wollte, ich kann nicht dafür! Ich Koruzöllnerei wirkten. Wir rathen dem Reichskanzler, da und die Sozialdemokratie ergreift auch Stephan's Reich. wäre noch gerne bei Ihnen geblieben, aber jede Lage hat er den Lehrer hört, auch dies oder das Buch etwelcher Schüler Wie geht es dem Fischer bei Goethe? Sie sprach zu ihm, sie fang zu ihm, ihre Unannehmteiten. Conrad's anzublättern. Graf Caprivi möge z. B. die naturDa war's um ihn gescheh'n: Welch' efelhafter Mensch", flüsterte Annie Wulitsch getreue Schilderung des hausindustriellen Glends studiren, Salb zog sie ihn, halb fant er hin, Andrej zu, als er fort war. Ich wäre nicht gekommen, wie sie mit meisterlicher Schärfe ein Mitglied des von Und ward nicht mehr geseh'n." wenn ich gewußt hätte, daß er hier ift." Conrad geleiteten nationalökonomischen Seminars in Halle, Bessere Agitatoren für die Ausbreitung der Sozialdemo Warum? Was haben Sie gegen ihn?" fragte Andrej. Emanuel Hans Sax, entworfen hat. Da mag er fest fratie unter den Post- Unterbeamten als die schneidigen" Man sagt, daß er ein hervorragender Propagandist unter stellen, ob auf den famosen„ Kopf" der deutschen Bevölke Leiter der Reichspost tönnen wir uns nicht wünschen. Und den Bauern ist." rung noch mehr Steuern gewälzt werden können. In die Herren mögen versichert sein, daß wir fortfahren wer Er sagt es selbst, da müssen wir's wohl glauben. der Gesellschaft der Wortführer des neuen Belastungs- den, Herrn Stephan-unangenehm zu sein. Bielleicht ist er's. Aber nichtsdestoweniger erscheint er mir planes auch den Berliner Dozenten Dr. J. Jastrow haffenswerth." zu fehen, ist allerdings betrübend. Jastrow's fleine Den Ultramontanen ins Stammbuch. Die freie Der Holzhaufen war indeß angezündet worden und der Broschüre: Drückt die Militärlast?( Leipzig, Hirsch Liebe, schreibt unser Bruderblatt, die Münchener schwarze eiserne Reffel über das Feuer gehängt. Waffilij feld. 1898) sucht im ersten Theile zu erweisen, daß Post", scheint nicht von allen Zentrumsleuten gleichübernahm es, das Kochen der Maissuppe und des Specks wir im Stande seien, auch das erhöhte Kriegsbudget zu mäßig verdammt zu werden. Wir wissen einen vor turzem aum Abendbrot zu übernehmen. tragen. So wenig wie allen Andren gelingt ihm dieser in einer Nachwahl gewählten 8entrumsabgeord ( Fortsetzung fofgt.) Nachweis. Seine Gründe stüßen sich auf spisfindige und neten. Derfelbe ist verheirathet und vertheidigt Ehe und " ftamm« mit Eifer gegen die.unsittliche' Sozial. demokratie. Aber der Böse verblendete die Sinne des würdigen ManneS und machte, daß er sein EhegesponS mit einem schönen Mägdelein verwechselte und mit selbigem bei semen Abstechern in die Hauptstadt der süßen Minne pflog. Und also geschah es, daß in jener Stadt ein Kindlein ae- boren ward, für das nun ein Vater gesucht wurde. Aber es entstand um des Mammons willen ein Streit, und die böse Welt hat nun die schönste Aussicht, sich in bälde an einer pikanten Geschichte ergötzen zu können. WaS doch diese— Sozialdemokraten für Ehezerstörer sind!* Vielleicht verwerthcn die Zentrums-Moralisten diesen kleinen Beitrag bei der Debatte über die Ivx Heiuze.— Hader überall. Im Olpe-Mescheder ReichstagS-Wahl- kreise ist bekanntlich Heller Zwist unter den U l t r a m o n. t a n« n entbrannt, drei Zeutruniskandidaten, Böse, Fus- angel, Zeppenfeld, werden um das Mandat ringen. Der von den ZenlrumSsraktionen des Reichstags und Landtags geboykottete Fusangel hat nicht geringe Aussichten auf einen Wahlerfolg: eine Massenversammlung zu Fredeburg hat ihn eininüthig auf den Schild erhoben. Aber auch die Nationalliberalen sind uneinig. Man lese in der „Rheinisch-Westsälischen Zeitung' folgende Notiz:.Wir schon mitgetheilt worden ist, wird am Sonntag, den 5. März, Nachmittags sVe Uhr, in Mülheim a. d. Ruhr in der Restauration.Zum Stockfisch' eine große Wählerversamm- lung der nationalliberalen Partei, soll wohl heißen der vereinigten nationalen Parteien stattfinden, in welcher die Ausstellung eine» Kandidaten an stelle deS verstorbenen Kommerzienraths Vygen erfolgen soll. Die Versammlung wird voraussichtlich sehr interessant werden, da es in Mülheim eine, wie es scheint, nicht kleine Partei giebt, die durchaus in dem Herrn Bürgermeister v. Bock den geeignetsten Kandidaten erblicken will, während von der Parteileitung selbst Herr Landgerichtsrath Schneider in Vorschlag gebracht wird. Angesichts dieser Verhältnisse brauchen wir an die nationalen Wahlmänner wohl kaum die Mahnung zu richten, daß sie zahlreich am Sonntag in Mülheim erscheine», um ihren Wille» kundzugeben.'— Antisemiten und Konservative. Wie in Preußen, so in Sachsen: Die Antisemiten setzen sich den Konservativen tnZ fliest und treiben sie hinaus. Für die LandtagSwahlen, die dieses Jahr im Lande der.Gemüthlichleit' statt- zufinden haben, kommen zwanzig Kreise in Frage, die biS- her von Konservativen besetzt waren. In allen wollen die Antisemiten Kandidaten ausstellen— zur großen Ent- rüstung der regierungstreuen Blümchen-Konservaliven, die früher, so lange Bismarck'scher Wind wehte, zwar auch anti- semitisch milhetzlen, jetzt aber, da der Wind auS einer an- deren Ecke weht, den Mantel gedreht haben und fromm ge« worden sind.— Der badische FabrikiaspektionSbericht für ist der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung' verhängiußvoll geworden. Nachdem wir ihre Notiz über diesen Bericht jungst gebührend beleuchtet hatten, ist sie in sich gegangen und giebt zögernd und soweit dies mit ihrem Wesen vereinbar ist, der Wahrheit die Ehre. So weit dies mit ihrem Wesen vereinbar ist! Denn so unbestritten auch die sozialpolitische Unwiflenhcit der.Norddeutschen" ist, für solch eine Jguorantin halten wir sie nicht, daß sie nicht mehr weiß, was sie früher geschrieben. Wenn sie das heute verleugnet, was sie gestern gefeiert, und den Bismarck kreuzigt, dem einst ihr Hosianna galt, so steht dies auf einem andern Blatt. Jedoch so gedächtnißschwach ist ihre Redaktion nicht, daß sie vergessen haben sollte, wie sie des Oefteren früher den Privatdozenten und Pro» s e ss o r Herkner zitirt und besprochen hat. Im übrigen ist eS bei gesitteten Leuten die beste Empfehlung, wenn das Organ des Herrn Pindler von dem.bekannten Heinrich Herkner' spricht. Und sprechen gesittete Leute von dem.be- kannten E. F. Pindter', so ist dies auch— eine Empfehlung.— Zu de» spanischen Korteswahlen hatten die Sozialisten 31 Kandidaturen aufgestellt. Genosse I g l e f t a S, vom Pariser Kongreß her Dutzenden unserer Leser persönlich be- kannt, war neun Mal aufgestellt. Er ist bekanntlich Schrift- setzer, und er hat lange Zeit das Organ der spanischen Sozialisten ganz allein hergestellt: geschrieben, gesetzt, ge- druckt und obendrein die Expedition besorgt. Dabei ist JglesiaS ein glänzender Redner. Gewählt scheint er aber nicht zu sein.— Der GesammtauSfall der Wahlen ist noch nicht be- kannt. Wir wissen bloS, daß da» Ministerium die Majo- rität hat, und daß die Zahl der Republikaner sich ver- doppett hat. Ans Portugal wird der„Times' gemeldet, daß der Finanzmiuister, der.opportunistische Sozialist' Fu S ch i n i, das Alkohol-Monopol, das durch Dekret vom ö. Juli lL92 einer Gesellschaft übertragen wurde, auf- gehoben hat, weil die Gesellschaft sich nicht in gesetzlicher Weis» gebildet hatte und den Staat um einen großen Theil seiner Gebühren brachte. Dieser Schritt deS Ministers zeugt, wie die.Franksurter Zeitung' bemerkt, von großer Energie. DaS meinen auch wir. FuSchtni scheint nicht ge« willt zu sein, die Dieb« öffentlicher Gelder ungestört wirth- schasten zu lasse».— Die politischen Folgen des PanamiSmuS treten in Frankreich immer deutlicher zu Tag«. DaS Bewußtsein ihrer Korruption und Unwürdigkeit macht die herrschende Bourgeoisie naturgemäß reaktionär. Und so kann eS uns nicht Wunder nehmen, daß die französische Kammer gestern mit großer Mehrheit das— im Mai vorigen JahreS von Ravachol apportirte Knebelgesetz«ndgiltig ange- n o m m e n hat. Dieses Gesetz giebt der Regierung in zahl- reichen Fällen daS Recht der vorläufigen Beschlagnahme von Schriften und Zeitungen, und geht noch weit über die berüchtigten Seplembergesetze des Thier? hinaus, die dem Fälscher der Emser Depesche stets als Ideal für Deutsch- land vorschwebten, und auch heute in Deatschland noch viele Verehrer haben. Jetzt ist ihr Ideal.verbessert'. Dank Panama.— DaS zweite Referendum, welches am letzten Sonntag in Belgien vorgenommen ward, hat denselben Erfolg gehabt, wie daS erste: eine große Majorität für das allge- meine Wahlrecht. Am nächsten Sonntag wird noch ein drittes Referendum gehalten— in solchen Orten, wo eS sich vorher nicht einrichten ließ.-> Varleinackricktkent Der dritte Parteitag für den Wahlkreis Hanau-Geln- hausen-Orb trat dieser Tage in dem am Fube des Bogelberges gelegenen Wächterbach zusammen. Das Bureau bestand aus den Genossen Wieb- Hanau als erstem Borsitzenden, Kumme- Bockenheim als zweitem Vorsitzenden und den Genossen P u t h und W i l d h i r t- Fechenheim als Echriftsührern. Vertreten waren die Orte Hanau, Bergen, Enkheim. Bischofsheim, Bockenheim. Bruchköbel, Dörnigheim, Eschersheim, Fechenheim. Eckenheim, Ginnheim, Groß-Auheim. Hochstadt, Kesselstadt, Langendiebach, Mittelbuchen. Preungesheim. Rückingen. Bieber, Gassen und Büchelbach. Gelnhausen, Hellstein, Hesseldorf, Lieblos, Neuen- schmiedlen, Röhrich, Schlierbach, Udenhein. Später kamen noch mebrere Telegirte anderer Orte hinzu, so daß schließlich im Ganzen 35 Orlschasten vertreten waren. Zunächst heißt W i e ß- Hanau die erschienenen Genossen herz- lichst willkommen. Zum drillen Male seit dem Fall des AuS- nahmegeseyes sei heute der Parteitag des Wahlkreises Hanau- Gelnhausen-Orb versammelt. Daß die bisherige Arbeit von Er- folg gewesen sei, beweise der zahlreiche Besuch, dessen wir unS heute erfreuten. Auch diesmal würden wir im Interesse unserer großen Sache zur Förderung der sozialdemokratischen, völkerbefreienden Bewegung derathen und beschließen, und dann mit neuer Kraft und frischem Muthe hinausziehen bis in die letzte Ortschaft und neue Kämpser für des Volkes Freiheit und Recht gewinnen. Es wird dann«ine Geschäftsordnung angenommen, nach der u. a. be» der Abstimmung leder Ort eine Stimme hat. Ueber den Hefsischen Parteitag in Fulda er- stattet Stein- Hochstadt Bericht. Der in Betracht kommende Bezirk zieht sich 45 Stunden weit hin und soll von einer Agitationskvmmission in Kassel bearbeitet werden. Aus dem schwachen Besuch des Fnldaer Parteitages ergebe sich, daß noch wenig erreicht sei. Große Schwierigkeiten wurden uns bereitet durch Abtreibung der Säle. Trotzdem müßten wir unaufhörlich suchen, an immer mehr Orten Verbindungen anzuknnpfen. Außer- dem solle ein Flugblatt über die Ardeitsiosigkeit auf gemein- s a m e Kosten in dem ganzen Bezirk verbreitet, ferner überall. wo es irgend geht, ein Vertrauensmann gewählt werden, um die Agitation am Orteselbst zu lecken. Auch die Be- theiligung an den Gewerkschaiten sei jedem Genossen zur Pflicht gemacht. Eine längere Debatte habe sich um das Kasseler Parteiorgan gedreht, um es besser zu stellen, da es bedeutend« Zuschüsse ertordere. Es liege jetzt ganz besonders mit an den Genossen des Hanauer Wadlkreises. ihre Brüder, die noch nicht«ine so stark« Bewegung haben, in ihrem Kampfe zu unterstützen. Auch der Vorstand der Gesammtpartei in Berlin solle zur Unterstützung ausgefordert werden. D a ß b a ch: In den zwei Jahren sei von dem Kasieler Komitee nicht genug geschehen. Die eingegangenen Gelder wären nicht zusammengebracht, damit sie in Kussel liegen blieben. Wir dürften uns nicht immer aus Berlin verlassen. Autgab« des heutigen Parteitages sei es, das Kasseler Komitee zu thalkräftiger Arbeit aufzusordern, und auch den Berlrauensmau» des Hanauer Wahl- kreises zu beauftragen, die Arbeit des Kasseler Komitees möglichst zu unterstützen. G r ä b n« r- Hanau entwirft alsdann«in Bild der Organisation und Agitation im Wahlkreise. Heule herrsch« unter den Genosien ein regerer Zug als je. Selbst in den entlegensten Orten unseres Wahl- kreises hätten wir bereits Verbindungen. Fast täglich meldeten sich neue Vorkämpfer für unfere Sache. Versammlungen seien abgehallen und Schriften vertheilt worden an jedem Sonntag. Folgende Anträge sind eingelauien: l. Ter Parieitag möge beschließen, den Kreis Hanau in mehrere Agitattonsbezirke einzulheilen, um so die Agitation besonders in den entsernt liegenden Orten und da. wo noch keuie oder wenige Genossen vorhanden sind, besser als seither betreiben zu können. Tie Agitation im Kreise Gelnhausen und Orb wird den Hanauer Genossen zugewiesen. Jeder Bezirk hat über seine Thäligkei» aus dem nächsten Parteitag Bericht zu erstatten. PH. Stein- Hochstadt. 2. Jede Vertheiluna von Flugschriften, Broschüren u. f. w. ist an den Orten, wo Genossen vorhanden sind, nicht ohne vor- herige Besprechung mit den Genossen zur Ausführung zubringen und zwar aus dem Grunde, weil die Genossen aus der«stadl mit den örtlichen Verhältnissen nicht so vertraut sind und infolge dessen schon unliebsame Vorkommnisse zu verzeichnen waren. Ferner sind bei einer Rcichsiagswahl alle Flugschristen und Stimmzettel an die Vertrauensleute zu senden, und dies« können, soiveit es möglich ist, sie an Orten, an denen keine Vertrauensleute find, zur Verbreitung bringen., Es würde dadurch einer unnöthigen Belastung der Parleikasse vorgebeugt sein. L. Lapp- Dörnigheim. Die Anträge werden nach längerer Debatte einstimmig an- genommen. Auf Anregung Schmidt'?- Hanau werden die zur Durch- sührung dieser Beschlüsse noldwendiaen Maßregeln dem Bor- stände des Wahlvereins überwiesen. Damit ist ein Zusatzantrag von Opistcius-Bockeuheim. welcher die ganze Angelegenheit s o- fort erledigen will, abgelehnt. Schmidt- Preungesheim stellt sc enden Antrag: „Ich beantrage, um Schwierigkeiten, betreffend Vertheilung von Flugschriften u. s. w. vorzubeugen, eine genaue Bestimmung über die Vertheilung von Flugschristen in unserer Arbeiter- zeitung, der„Volksstimme', zu veröffentlichen.' Er begründet den Antrag mit den in letzter Zeit gemachten Erfahrungen. Der Antrag wird angenommen. Bei der Frage Ausstellung einer Kandidatur für die nächst« ReichstagSwahl weilt D a ß b a ch- Hanau darauf hin, daß unter allen Umständen im Wahlkreise Hanau-Gelnhausen- Orb dieses Jahr eine Neuwahl staltfinden müsse. Denn seldst wenn der Reichstag wegen der Miltlärvorlage nicht aufgelöst werden sollte, würde doch die W'hl des gegenwärtigen Adgeord- neten Dr. Echier wegen der bei derselben vorgekommenen lln- reyelmäßigkeiten für ungiltig erklärt werden. Unser bisheriger Kandidat Genoffe Ad. Geck- Offenburg habe flch bereit erktärl, auch diesmal noch die Kandidatur für unseren Wahlkreis anzunehmen. Für die Zukunft aber werde ihm di»S un- möglich sein, da er durch die Agitation in anderen Bezirken zu sehr in Anspruch genommen werde. Wildbirt-Fechenheim begründet folgenden Anlrag der Genoffe» von Fechenheim: Ge- nassen Redakteur Gustav Hoch als Kaudidalen für unseren Wahl- kreis bei einer event. stattfindenden Reichstagswahl aufzustellen, da unser bisheriger Kandidat Ad. Geck trotz wiederholten An- suchen! ntckt in die Agitation«intreten konnte und Genoffe Hoch jederzeit kampseSsrcudig fich um unsere Sache verdient gemacht und dadurch sich die Sympathie des Proletariat? in unserem Kreise im höchsten Maße erworben habe. Craß und Hütter-Hanau sind der Ansicht, daß man den Genoffen Hoch aufstellen solle, da ja doch Genosse Geck sür später nicht mehr zu haben sei. Zudem liege es auch im Interesse der Agitation. daß der Kandidat in der Näh» sei und stets eingreifen könne. Endlich werde Geck noch in einem anderen, ziemlich sicheren Wahlkreise aufgestellt.- O p i f t c t u s» Bockenheim tritt im Namen ver Bockenheimcr Genossen dafür«in, daß Genosse Geck wieder ausgestellt werde. Für uns gebe es allerdings keine Rassenunler- schiede, man müffe aber damit rechnen, daß uiiser Hauptkampf gegen die Antisemiten zu fuhren s«i. Hierbei wäre die Kan- dtdatur Geck vorlheilhaiter sür uns als die bei Genossen Hock. da lebtem doch als Jude geboren sei. Genosse Geck habe sich in jeder Weise bewährt, habe fich tm höchsten Maß« die Liebe der Genossen und die Achtung der Gegner erworben, aui ihn könne man sich jederzeit verlassen, er sei mit jedem Gegner seder. leicht fertig geworden. Auch in der Agilation habe er geleistet, was ihm»rgend möglich gewesen fei. S t e i n- Hochstadt: Im Wahlkreise Hanau sei so oft mit den Kandidaten gewechselt war» den. Dies müsse uns in unserer Agitation hinderlich sein. Des- halb sollt« die Kandidatur des Genossen Geck solange wie mög- lich hochgehalten werden. Genosse Hoch würde in dieser Zett durch meliere Agitation bei uns iminer bekannter werden und dann später mit um so größerem Erfolge als Kandidat auftreten können. In demselben Sinne sprachen L o h m e i« r- Bocken- heim und Mohr- Mitlelbuchen. Letzlerer weift daraus hin, daß Hoch Redakteur der„Volksstimme' ist. Würde er gewählt wer- den. soSnüßte«in weiterer Redakteur angestellt werden und das könne die.Volksstimme' nicht tragen. W i I d h i r t und Schmidt. Hanau treten sür die Kandidatur des Genoffen Hoch ein. Dasbach- Hanau: Der Umstand, daß wir jetzt als wichtigste Gegenpartei uns gegenüber die Antisemiten haben, sei in jeder Beziehung für uns vortheilhast. Er werde aber trotzdem für Geck stimmen und zwar in Konsequenz de? Standpunktes, den die Vertrauensmänner seinerzeit eingenommen haben. Nachdem die Debatte geschlossen ist. wird der Antrag Fechenheim mit 24 gegen 9 Slinimen angenommen. Hoch ist mithin als Kandidat gewählt. Aus die Frage, ob er die Kandidatur annehme. erklärt sich dieser sür seine Person selbstverständlich bereit. Er sei jedoch den Genossen der benachbarten Kreise als Redakteur ver- pflichtet und könne deshalb nicht eher«ine neue Verpflichtung auf sich nehmen, bis er sich mit den betreffenden Genossen hierüber verständigt habe. Beim Punkt Partei-Organ weist« r a ß- Hanau auf die Bedeutung der Presse hin und fordert die Genossen auf. die„Bolls- stimme" noch mehr als bisher zu unterstützen. Hütter-Hanau schließt sich dein an. wünscht aber, daß mehr Lokalnachrichten aus dem Wahlkreise Hanau gebrächt werden. Hoch- Jranksurt: Dan» miißlen auch die Genossen selbst mehr mitarbeite», un? mehr Zuschriften zugehen lassen. Manches könne jedoch auch mit Rücksicht auf die strengen Gesetze nicht aufgenommen werden. Hieraus wird eine Pause gemacht und dann hält Hoch- Frank- sur« a. M. einen längeren Vortrag über die Zukunstsslaats- Debatte im Reichstage. Nachdem der Redner unter großem Beifall seinen Vortrag beendet hatte, wurde der Parteitag mit einein begeisterten Hoch aus die internationale, völkerbesreiende Sozialdemokratie geschlossen. Der wlldllberale Neichs'aaS-Abgeordnet« Wlsser. der für den weimarischen Wahllreis Weida-Auma gewählt ist, hat. wie die„Reuß. Tribüne' mittheilt, in einer Vollsversaminlung zu Weida erklärt, wenn er durch die Wähler gedrängt werden sollt«, gegen die Militärvorlage zu stimmen, so müsse er sein Mandat niederlegen. Eine weitere Äollsoersammlung, in der unser Genosse Leven aus Gera sprach, hat nun in einer Resolution, die ohne jeden Widerspruch einstimmig angenommen wurde,' die Erwartung ausgesprochen, daß der Abgeordnete Wisser strikte gegen die neue Militärvorlage stimmen werde. Was wird Herr Wisser nun thun? In den übrigen Orten seines Wahl- kmses dürfte die Stimmung der Militärvorlage kaum günstiger seln alS in Weida, denn wenn jemals eine Regierungsvorlage das ganze Volt gegen sich gehabt hat, so ist es unzweisel- hast diese. PolizeikicheS, ätertchtllche»»e. — In den Geschäftsräumen des„H a in b u r g e r G ch o' s' wurde am Montag abermals eine Haussuchung vorgenommen. Gesucht wurde— natürlich wieder erfolglos— nach dem Manuskrivl der vor geraumer Zeit gedruckten Broschüre:„Ge- spräche ernes Landmanus mit einem Sozialdemokraten'. Auch dem Herausgeber der Broschüre, dem Genossen Leineweber. stattete man den gleichen fruchtlosen Besuch ab. Die Haus- suchung erfolgte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft zu Göttingen, die in der Broschüre das Vergehen der Verächtlich- machung von Staatseinrichtungen entdeckt haben soll. Weiter wurden von Haussuchungen die Elberfelder Genoffen Ge« wehr, Li Urweiler, Ullenbaum und G r i m p e be« troffen. Sowohl in deren Wohnungen wie in den Geschäfts- räumen der„Freien Presse' fahndete man nach dem Manuskript eines Aufrufs, der in Dünnwald verbreitet worden sein soll, und dann noch nach anderen Druckaufträgen. Auch diese Haussuchungen waren ohne Erfolg. Soziale Lleberliivk: An die Zimmerer Berlin» und Umgegend. Die bei dem Eintritt wärmerer Witterung von manchem Kameraden gehegte Hoffnung, endlich, nach monatelanaem Feiern wieder Arbeit und Verdienst zu bekommen, ist, wie bekannt. iiietftenS elend zu Schanden geworden. Tag für Tag muß der Familienvater verzweiselt wieder nach Hause kehren, überall, wo er um Arbeit anklopft, hat er daS kategorische„Nein' hören müssen und auch für die kommenden Tage bietet sich ihm keine Aussicht, seine elende Lage durch ausreichenden Verdienst auf- bessern zu können. Sollte unter solchen Umständen, wo die Unter- nehmer unbarmherzig jede sich ihnen bietende Gelegenheit zur weiteren Herabsetzung der Löhne, zur abermaligen Verlängerung der Arbeilszeil benutzen, selbst dem Blödesten nicht der Gedanke kommen, daß seine tiestranrige Lage nur gebefferl werden kann, wenn er vereint mit Seinesgleichen die herrschenden Uebelitände bekämpft? Kameraden! Gedenkt des Versprechens, welches Ihr in den Arbeits- losen-Bersammlunge» gegeben badt, löst Euer verpfändetes Wort -in und schließi Euch, soweit dies noch nicht geschehen. Euren vraamsirlen Kampfgefährten an. um Euch bessere Lohn- und At- bettsbedingimae» zu erobern Vorerst richten wir den dringenden Appell an Euch, Käme- raden, Mann für Mann in der am Sonntag, den 12. März, Vormittags bei Joel, AndreaSstr. 2l, stattfindenden Veriamm- lung zu erscheine» und dort die zur Feststellung der Arbeitslosia« kei» in unserem Gewerbe herausgegebenen Fragebogen aus- zusüllen. Alles Nähere wird durch Gäulenanschlag und Anzeige am Freitag bekannt gegeben. Den Kameraden diene noch ferner zur Nachricht, daß zum Bezirksverlrauensmann für den Süden der Kamerad August Wtrth. Möckernstr. IVS. neugewähtt und mit dem Beririeb der Marten zum Generalfonds betraut worden ist. Unsere Verkehrslokale sind bei L i e d i ck». gosjenerstr. lv. und Otto Klein, Schönleinstr.«. Mit kameradschaftlichem Gruß Die Vertrauensleute. I. A.: Ernst Obst, Blumenthalstr. 8. Achtung. Schneider und Schueiderinue«! Am Freitag. den 10. März, Abends 8'/, Uhr. findet tn Gratwell'S Bterhallen, Kommandantenstr. 77/79, wiederum eine große Werlstatt» und Geschäfts- Delegirtenversammlung statt. Hier werden die von den Kollegen ausgearbeiteten Tarife entgegen genommen und ge- druckte Formulare zur weiteren Aussüllung ausgegeben. Wir fordern nochmals diejenigen Kollegen auf, welche formulirt« Tarife ihre» Geschäften zugestellt wissen wünschen, in dieser Versammlung zu erscheinen und an der Ausarbeitung derselben miizuwilkeu. Agitation?- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlin?. Die Karl Scheibler'sche Manufaktur in Lodz hat, wie der„Reichs-Anzeiger' nach einer russischen Quelle meldet, die Arbeitszeit ihrer zirka 8000 Arbeiter von 18 Stunden täglich auf 12 Stunden herabgesetzt, ohne den Lohn zu künen und ohne dt» Produktion einzuschränken. Ferner will die Firma Neberfeier- abend-Arbeit besonders vergüien.— Sie wird wohl eingesehen haben, daß in Igstündiger Arbeitszeit der Arbeiter erschlafft und deshalb die 12stündige seine Leistungssähigkeit erhöhen muß. Für den Inhalt der Inferate über. Circus Renz, ( Karlstraße.) nimmt die Redaktion dem Bublikum Mittwoch, 8. März, Abends 74 Uhr: gegenüber keinerlei Verantwortung Grosse ausserord. Vorstellung. Theater. Mittwoch, den 8. März. Opernhaus. Die Rangau. Schauspielhaus. Vasantasena. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Dora. Leffing- Theater. Die Orientreife. Der zerbrochene Krug. Walluer- Theater. Die GroßstadtIuft. Kroll's Theater. Die Nachtwandlerin. Rendenz- Theater. Familie PontBiquet. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Neues Theater. Tošta. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Don Cafar. Ein Künstlerfeft. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Wasser- und Lichteffecten. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. E Jeu de la rose, ger. v. d. Damen Frl. Clot. Hager u. Edith. Marietta und Belloni mit ihren dress. Kakadus. Das boxende Känguruh, vorgef. v. d. Clown Misko, 2c. Morgen, Donnerstag, Abends 74 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Progr. u. Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Jeden Tag: Unliebsam verspätet! Unserm Pfropfenkontrolleur Ernst M. Sozialdemokratischer Wahlverein Schaarschmidt zu ſeinem am 7. b. für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. stattgefundenen Wiegenſeſte ein brei für den 5. Berliner dreimal donnerndes Hoch! 1684b Pfropfenverein Wedding. Na Ernst, Du weißt, was wir leisten! Johannes Hupka, BlumenthalDonnerstag, den 9. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38: Versammlung. Tagesordnung: traße 12, ein Hoch zum heutigen 1. Vortrag des Genossen Richard Fischer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Wiegenfeste. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Kolonne. rank.-n. Sterbe- Untertühungskaffe der Berliner Hansdiener. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Kollege Bruno Bauer plößlich verstorben ist. Beerdigung Mittwoch, den 8. d. M., Nachm. 2 Uhr, nach dem Elisabeth- Kirchhof, Bergstraße. vom Trauerhause, Ruppinerstr. 40, aus Um rege Betheiligung bittet 1691b Der Vorstand. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Restaurateur Hermann Schwietzke nach kurzem Krantenlager am Sonntag Adolph Gruß- Theater. Modernes Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Abend 74 Uhr fanft entſchlafen iſt. Babylon. Thomas Theater. Der Talisman. National- Theater. Des Meeres und Gratweil's Bierhallen der Liebe Wellen, oder: Hero und Leander. Alexanderplat- Theater. Der Trom peter von Sättingen. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kommandantenstraße 77-79. Zäglich: Germania- Konzert- u Kouplet- Sänger sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Frühstücks- u. Mittagstisdy. Zwei Säle Gr. u Versammlungen und Vergnügungen. fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Adolph Ernst- Theater. moris Etablissement Bum 74. Male: Moritz Die tiefbetrübte M. Schwiekke, geb. Kuhl, nebst Verwandten. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 3/2 Uhr von der LeichenDer Vorstand. Deffentliche Versammlung ber Töpfer Berlins u. Umgegend am Donnerstag, den 9. März, Abends 6 Uhr, im Saale des Herrn Joël, Andreas- Strasse No. 21. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr über: Die wirthschaftlichen Krisen. 2. Die Verlängerung der Arbeitszeit in der Firma Burg( Hennigsdorf- Berlin). 3. Neuwahl eines Vertrauensmannes. 4. Gewerkschaftliches. 1648b Um zahlreichen Besuch der Kollegen zu dieser Versammlung ersucht ( Siehe Säulenanschlag am Mittwoch.) C. Thieme. Große öffentliche Versammlung halle des Jerufalemer Kirchhofs in der für Männer und Frauen aus Schlesien Bergmannstraße statt. Danksagung. 1683b 1695b Allen Freunden u. Bekannten, sowie dem Gesangverein Immergrün" für die lebhafte Theilnahme bei der Be erdigung meiner lieben Frau meinen tiefgefühlten Dank! Der tiefbetrübte Gatte C. Ma nebst Kindern. Allen Genossen empfehle mein Blumengeschäft nebst Kranzbinderei. A. Krause, Wienerstraße Nr. 11. Modernes Babylon. Haugk's Bierhaus. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson Großer Frühstücks- u. Mittags- Neu eröffnet: Grüner Weg 61, nahe und W. Mannstädt. Couplets theilweise tifch. Spezial- Ausschant von Paken- dem Küstriner Play. Ale Freunde von G. Görss. Mufit von G. Steffens. hofer Lagerbier, hell und dunkel. und Bekannte lade ganz ergebenst ein. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Un Sonn- und Festtagen 38032* F An W. Haugk. Anfang 7/2 Uhr. findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. •• ( Klemm- Ede Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Play. Buggenhagen. Play. Täglich auftrumental- Konzert. Hiermit empfehle ich meine in Friedrichshagen, Friedrichstr. 123, neu errichtete 87082 Jeden Mittwoch 1693b frische Grüßwurst C.Laeske, Schlächtermftr., Oranienstr.2a. Für Vereine! 2. Donnerstag, den 9. März, Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Brochnow, Sebastianstr. 39. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Adler über: Sozialistische Bilder aus Schleften. Diskussion. 3. Verschiedenes. 368/9 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tang, Auch Nichtschlesier herzlich willkommen. Der Einberufer. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Donnertag, den 9. März 1893, Abends 81% Uhr: Große Bezirks- Versammlung für den Osten im Restaurant Königsbank, Große Frankfurterstraße 117. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Robert Schmidt über das Thema: Warum sind die Arbeiter mit ihrer Lage unzufrieden?" 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 228/20 Achtung, Wilmersdorf! Großes und feines Vereinszimmer, Große öffentliche Volks- Versammlung Weissbier- Brauerei ertra Gingang, jeden Tag frei; passend nebst Ausschank allen Freunden und Bekannten zur gefälligen Berücksichtigung. Versandt in Gebinden und Flaschen jederzeit. 3807L* August Kapell. für Zahlstellen und Arbeitsnachweis. Auch empfehle Mittag- u. Abendtisch bei soliden Preisen. Gute Weiße 20, gutes Glas Bier 10 Pf. 38022* Hermann Liewald, Manteuffelstr. 46, dicht an Dranienstr. bezw. Stalizerstr. Feen- Palast. Heute, Mittwoch, den 8. März: Die Trockenwohner. Entscheidungs- Ringkampf Castan's zwischen dem Griechen Mr. Antonio Pierri und Sonnabend, den 11. März, im Viktoria- Garten, bei Herrn Fröbel. nutzung von 40 Lichtbildern. Vortrag des Herrn Stüve über: Die Cholera in Hamburg mit Bes 842/1 Entree 10 Pf. Achtung, Sattler!!! Außerordentliche Mitglieder- Bersammlung der Orts- Krankenkaffe der Sattler zu Berlin Sonntag, den 12. März cr., Vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen( oberer Saal), Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Delegirtenwahl. 2. Ver3804L schiedenes. Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Panoptikum. Stn. Richard Nogat. Letzte Woche! NB. Da dieser Entscheidungs Ringkampf ein sehr interessanter zu Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: werden verspricht, und voraussichtlich lange dauern wird, so beginnt derselbe Lili, fleinst. lebend. Elefant d. Welt, Tai- za- Wunder- IllusionenTheater. Grosses Konzert. Sämmtlich ohne Extra Entree. Passage Panopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Große Spezialitäten- Vorstellung. präzise 10 Uhr Abends. Vorher: Spezialitäten'- Vorstellung. Anfang 28 Uhr. Passepartouts und Freibillets haben an diesem Abend keine Giltigkeit. Salt! Man taufe ur Der Vorkand. J. A.: 1689b W. Erdmann, Bors., O. Willers, Schriftf. Mittwoch, den 8. März, Abends 81/2 Uhr: Grosse öffentl.Versammlung fämmtlicher in der Schirmbranche beschäft. Arbeiter bei Ehrenberg( fr. Reßner, Annenstr. 16. und Arbeiterinnen Tagesordnung: 1. Mißstände in der Hausindustrie. Ref.: Fräulein Ottilie M @ Geringer Verdienst! Der Einberufer. Elegante EinsegnungsAnzüge in Jaquet- Façon, blau u. schwarz, in nur guten Stoffen Hay von 15 M. an. Julius Lindenbaum, Berlin 0., Frankfurterstr. 139. T. M. Retzlaff, Brückenftr. 6( Jannowißbrücke). Betten-, Bettfedern- und Daunen- Handlung En gros. En detail. Spezialität: Mikado- Federn und Daunen. 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Franz Köhler. Ian Rudoli Mosse, Berlin SW. * Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 57. Mittwoch, de« 8. März 1893 1«. Jahrg. Varlkttnonkslrsrilhke. Deutscher Reichstag. SV. Sitzung vom 7. März 189». 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Graf v. Caprivi, Hollmann. Köster. Aus der Tagesordnung steht die Berathung des Marine- Etats. Vom Ordinarium de, Ausgaben wird das Kapitel „Marinekabinet und Oberkommando" ohne Debatte bewilligt. Beim Kapitel.Reichsmarine-Amt". Titel 1. .Staatssekretär 24 000 M.", führt Abg. v. Henk(dl.) aus. daß auf der linken Seite das frühere Wohlwollen für die Marine neuerdings bedenklich er- kältet sei. daß das Argument, unsere Marine habe keinen Berus zur Offensive, sie müsse sich auf die Küstenvertheidigung be- schränken, auf dieser Seite immer mehr Boden zu gewinnen scheine. Das sei sür die Marine, die jüngere Schwester der Armee, sehr bedauerlich. Der bloße Küstenschutz genüge nicht, namentlich, wenn man nun auch noch die neu geforderte Marine- Artillerie-Kompagnie ablehne. Unsere Flotte müsse zu Offensiv- stoßen die Kraft haben, dazu brauche sie Schlachtschiffe. Da der Bau von großen Schlachlschiffeu mindestens 4 Jahre dauere, müffe man rechtzeitig bewilligen, ehe es zu spät sei. Auch die Trockendocks, welche die Kommission abgelehnt habe, müßten be- willigt werden, um die Dispositionen der Marineverwaltung nicht zu stören. Der Titel wird bewilligt. Die Bewilligung der Kapitel„Seewarte und Etations- Intendanturen" wird ohne Debatte beschlossen. Beim Kapitel„Rechtspflege" ist im Elatsentwurf ein sechster Auditeur gefordert sür die Manöverflotte. Die Kommission hat die Forderung abgelehnt und den Mehrbettag von 4050 M. gestrichen. Ohne Debatte wird der Kommissionsvorschlag angenommen, im übrigen das Kapitel genehmigt; desgleichen ohne Debatte das Kapitel„Seelsorge und Garnisonschulwesen". Im Kapitel„Geldverpflegung der Marinetheile" sind 2 Maschinen- Oberingenieure i. 6000 M. mehr gefordert. Die Kommission hat nur eine dieser Stellen bewilligt. Das Haus tritt dem Kom- missionsvorschlag ohne Debatte bei. Beim Titel„Werftdivisionen, Maschinenpersonal" ist sür 192 Deckosfiziere(bisher 175) das Gehalt mit ü 1500 M. ausgeworfen. Die im vorigen Jahre vorgelegte Denkschrift nahm nur eine Vermehrung um 5 Stellen. also aus 180 in Aussicht. Die Kommission hat demgemäß die darüber hinaus verlangten 12 Stellen abgelehnt und beantragt deren Stteichung. Auch hier wird dem Antrage durch den Reichstag ohne Diskussion entsprochen. Bei den„Matrosen- Artillerie- Abtheilungen" wird eine Vermehrung von 162 Stellen und eine Erhöhung des Etats um 49 764 M. verlangt und zwar zur Besetzung sür die Befestigungen in Cuxhasen; im einzelnen soll die Vermehrung sich wie folgt zusammensetzen: 1 Ober- Deckosfizier, 1 Deckoffizier, 1 Feldwebel. 1 Vizefeldwebel, 6 Obermaaten. II Maaten, 23 Gemeine mit Ober-Matrosenrang und 113 Gemeine. Die Kommission hat diese Mehrsorderung abgelehnt; ein Antrag Hahn und Genossen empfiehlt die unver- änderte Bewilligung des Elatsansatzes. Die Kommission hat der Vermehrung der Marinelruppen widerstrebt, welche in der Be willigung liegt und hält dasür, daß die Fußartillerie für die Be- setzung das nölhig« Personal liefern könne. Staatssettelär Holtmann: Innerhalb der Kommission waren wohl alle Mitglieder davon durchdrungen, daß es so, wie es ist, in Kuxhaven nicht bleiben kann. Es fehlt durchaus die artille- ristische Besetzung dieser Befestigung, sür welche der Reichstag mit großer Mumfizenz die Mittel bewilligt hat. Die Befestu gungen sind zum großen Theile fertig, die unterseeische Ver theidigung ist vollendet; es fehlt die genügende Besatzungs- Mannschaft. Bis Januar dieses Jahres war überhaupt noch keine Besatzung da. Im Januar wurde durch allerhöchste Ver sügung eine Minenkompagnie von Bremerhaven dorthin verlegt; sie kann aber nur für die unterseeische Verlheidigung Verwendung finden. Wenn man meint, es könne die Besetzung der Armee überlaffen werden, so ist daS gar nicht thunlich; denn die Befestigungen an der Elbe und Weser sind seiner Zeit ausdrücklich der Marine überttagen worden, und zwar unter Mitwirkung und Billigung des Reichstags. Die Marine muß für diese Befestigungen eintteten nnd ist verantwortlich dafür. Wir müssen also besonderen Werth auf diese Bewilligung legen. Die Denkschrift hat sich auf die Vermehrung der Artillerie des Seebataillons überhaupt nicht bezogen, sondern hatte nur die Vermehrung des zur Einschiffung bestimmten Personals im Auge Abg. von Henk empfiehlt nochmals die volle Bewilligung; die Mmtärverwaltung könne für diesen Zweck keine Fußactlllerie entbehren. Abg. Scipio(ntl.) hält Fußarttllerie auch nicht für ge- eignet, dies« Befestigungen zu besetzen und tntt dem Antrage Hahn bei. Abg. Linaen»(Z.) ist der Meinung, daß wie die Dinge liegen, nichts übrig bleibe, als die Forderung im ganzen zu be- willigen. In der Abstimmung wird nach Probe und Gegenprob« bei einem von nur etwa 75 Mitgliedern besetzten Saale die Position ge- mäß dem Antrage der Konservativen unverändert bewilligt. Für die Bewilligung stimmen außer der Rechten, den Polen und Nalionalliberalen nur etwa 4 oder 5 Mitglieder des Zentrums. Die übrigen von der geforderten Vermehrung beeinflußten Titel dieses Kapitels werden den Etatsansätzen entsprechend bewilligt. Beim Kapitel„Bettieb der Flotte" 10 237 175 M. hat die Kom- Mission im ganzen 535 000 M. abgesetzt. Im vorigen Jahre wurde die geforderte Vermehrung der Jndiensthaltung der Kriegsschiffe ge- strichen. Diesmal hat die Kommission mit Rücksicht auf die neu vom Stapel gelaufenen Schiffe einerseits und die allgemeine Finanz- läge andererseits sich darauf beschränkt, etwa die Hälfte der ge- forderten Mehrbewilligung zu streichen und der Verwaltung zu überlassen, die Jndiensthaltung, die im übrigen Kommandosache sei. innerhalb des Rahmens der bewilligten Mittel zu halten. Abgesetzt sind 150 000 M. von dem Titel„Zulagen 2 263 066 Mark". 200 000 M. von dem Titel„Schiffsverpfiegung 3394 100 Mark", 180 000 M. von dem Titel„Kosten der verbrauchten Be- triebsmaterialien 4 397 730 M.", 5000 M. von dem Titel„Ver- schieden« Ausgaben 192 279 M." Nach den Mittheilungen des Referenten Abg. F r i tz e n- Düsseldorf ist bei diesem Kapitel in der Kommission auch die Kohlenfrage zur Erörterung gekommen. Während man im preußischen Abgeordnetenhause über den An- kauf von englischen Kohlen durch das Marineamt großen Lärm geschlagen habe, sei die Budgettommission des Reichstags zu der leberzeugung gekommen, daß die Marineverwallung, welcher ganz unverhältnißmäßig hohe Preise von der westfälischen Zechenkoalition abgesordert worden seien, im nationale» und wirthschaftlichen Interesse Recht daran gelhan hätte, englische Kohle zu beziehen. Die Kommission hat ausdrücklich beschlossen, infolge dieser Erörterungen dem Reichstage folgende Resolution vorzuschlagen: „Der Reichstag wolle beschließen zu erklären, daß die Marine- Verwaltung bei dem in der übergebenen Denkschrift geschilderten Bezug von Kohlen den gebotenen finanziellen und wirthschaft- lichen Rücksichten entsprechend gehandelt hat." Abg. Hammacher(ntl.): Es ist zuzugeben, daß bei der Marineverwaltung die Meinung aufkommen konnte, es hätte das Kohlenausfuhrsyndikat unangemessene Preise gefordert. Den Thatsachen entspricht diese Annahme nicht. Der Preis von 12,50 M. für Schiffskohle, der im vorigen Jahre gefordert wurde, entsprach durchaus der Marktlage. Der Markt nahm inzwischen eine ungünstigere Wendung und so machte das Ausfuhrsyndikat im Juni und dann im August niedrigere Preis». Eine ver- gleichende Zusammenstellung der im August geforderten Preise in Westfalen und England ergiebt, daß die Marineverwaltung etwa 50 000 M. gespart hat. Das war ein zureichender Grund. Bei einer neuen Submission im September hat aber die Verwaltung die westfälischen Gruben überhaupt nicht zugezogen, sondern nur englische, und das ist nach meiner Meinung nicht richtig. Als man in Westfalen davon erfuhr, bot man eiligst noch Kohle zu 9 bezw. 8 M. an; diese Offerte muß aber hier in Berlin zu spät angekommen sein. Hätte man in diesem Falle westfälische Kohle verwendet, so hätte sich die Differenz auf 4—5000 M. verringert. Bei einer so geringen Differenz können die englischen Kohlen doch wohl eine Bevorzugung nicht mehr erfahren. Es kommt mir hier vor allem daraus an, die Loyalität der westfälischen Grubenbesitzer zu betonen. Die Herabminderung der Preisforde- rung durch den Ausfuhrverein hat nicht den harten Tadel verdient, welchen sie erfuhr, und nicht das Mißtrauen, auf welches sie seitdem gestoßen ist. Die inländischen Betriebe werden es sich immer zur Ehre rechnen, die Bedürfnisse der Verwaltung zu be- friedigen. Nur der Schein spricht gegen ihre Loyalität. Die Fracht von England nach 5kiel beträgt ja nur 5 M., der Transport von Westfalen nach Kiel 3.50 M. Von einer Bereicherungsabsicht der Industriellen kann also nicht die Rede sein: der Preis von 9 M. ist kein Preis, an dem noch nennenswerth verdient werden kann. Um die Kohle für die Marine lieserbar zu gewinnen, muß das dreifache Quantum gefördert werden. Staatssekretär Hollmann: An keiner Stelle wird die Marine durch Abstriche so empfindlich gettoffen, wie gerade an dieser. Im laufenden Jahre hatten wir niit derselben Summe für Jndiensthaltung zu rechnen wie im Jahre vorher, weil der schon erwähnte Abstrich erfolgt war. Deshalb erscheinen diesmal die Mehrsorderungen doppelt so hoch als sie sonst erscheinen würden. In der Hauptsache vertheilen sich die Mehrforderungen auf 7 Schiffe sür die drei Ausbildungszweige der Kadetten-, Schul- und Artillerieschiffe. Die Kadetten müssen, wie die Erfahrung lehrt, in Zukunft nicht mehr 6, sondern 12 Monate an Bord bleiben; für die Schiffs- jungen gilt dasselbe. Beide Maßnahnien erfordern vermehrte Indienststellung. Wir brauchen serner nothwendig zur Aus- bildung der Mannschaften ein zweites Artillerieschiff. Es soll endlich im laufenden Sommer noch eine dritte Torpedoboots- Diviston in Dienst gestellt werden. Für die Flottenführung ist es zur Zeit der Manöver von großer Bedeutung, zahlreiche Torpedoboote zur Verfügung zu haben. Das Oberkommando hat drei Divisionen als das allergeringste erklärt. Unsere Forderungen sind sehr bescheiden, sie sorgen nur für das allernothwendigste. In der russischen Marine wird für dies« Zwecke das Viersache aufgewendet.— Die Kohlenfrage hätte ich hier nicht nochmals zur Sprache gebracht, wenn nicht Herr Hammacher daraus zurück- gekommen wäre. Ursache zum Schweigen halte aber nicht die Marine, sondern die Kohlenwerle. Die Verwaltung hat die Genugthuung in der Kommission erhalten, daß man ihre Hal lung nahezu bedingungslos gebilligt hat. Die Marine hatte zwei Offerten erhalten, zu 12,50 M. und 12 M. Bei der letzteren brachen wir die Verhandlungen ab; da kam am 20. Oktober die dritte Offerte von 9 M. Die Zechen hatten sich ttotz unserer Aufforderung nicht herbeigelassen, einzelne Offerten abzugeben sie gaben ihr Angebot ab durch den„Kohlen-Ausfuhrverein", wie er sich uns gegenüber genannt hat. Selbst wenn bei der Seblembersubmission die Offert« früher als am 20. Oktober gemacht wäre, hätte die Marineverwaltung sich nicht mehr daran binden können, da die Sache bereits erledigt war. Ein Preisabschlag von S'/a M.. von 12,50 auf 9 M., erfolgte also innerhalh eines halben Jahres. Die westfälische Kohle wurde loko Zeche in Hamburg mit 9,40—9,90 bezahlt(Hört! Hört! links), später 3,40. also ein Preisrückgang nur um 1,50, nicht um 3,50 M. Eine Zuschlagserlheilung für 12,50 hätte die Reichsfinanzen ganz beträchtlich geschädigt; denn wir brauchen etwa 30000 Tonnen Kohlen, hätten also rund 300 000 M. zw gegeben, welche wir besser anderswo verwenden, um so mehr, als ja der Marine der Brotkord hoch hängt, wie die Verhandlung hier zeigt. Die westfälischen Kohlenwerke sind ja allerdings ge- zwangen, nach Hamburg billiger zu verkaufen, weil sie dort mit England konkurriren. Nicht überall ist übrigens so ruhig und sachlich geurtheilt worden, wie vom Abg. Hammacher; m der Presse und im preußischen Abgeordnetenhause ist die Marine- Verwaltung aufS Heftigste angegriffen worden, man'hat sie der Preisgebung nationaler Interessen beschuldigt. Wenn aber diese nationalen Interessen dahin gehen, der Marine die Kohl« zu ver- theuern, so kann man ihr nicht ohne weiteres diesen Borwurf machen.(Sehr richtig I links). Abg. Bebel(Soz.): Ich weiß nicht, wie die Majorität über diese Sache denkt; was mich betrifft, so erkläre ich: Herr Hammacher hätte ebenso gut den Versuch machen können, einen Mohren weiß zu waschen, als in diesem Falle die Loyalität der westsälischen Kohlenbesitzer zu rechtfertigen. Das Versahren der Marineverwaltung in diesein Falle ist unanfechtbar. Sie hat Alles gethan, was in ihren Kräften stand, um mit den west fälischen Kohlenzechen-Besitzern zu einem beftiedigenden Resultat zu kommen. Schuld sind nur die westfälischen Zechen. Ganz gegen ihre Gewohnheit hat die Verwaltung zweimal die Zechen zum Angebot ausgefordert; erst als sie sah, daß mit diesen fest vereinigten Herren keine Vereinbarung möglich sei, sah sie sich ander- weit um. Herr Hammacher versichert hoch und tbeuer, daß der Koblenausfuhr-Verein nach dem Auslande mit Schaden verkaufen müffe. Ja. dieser Verein hat auch nur den Zweck, nach dem Auslande die überschüssig« Produttion zu Schleuderpreisen zu verkaufen, um im Inland« die Preise möglichst zu treiben. Erst nachdem die Herren in Westfalen merkten, daß die Verwaltung entschlossen war, ihre Bestellungen im Ausland« zu machen, sahen sie sich veranlaßt, einen Preis zu fordern, der unverhältnißmäßig billiger war. Passirt das im Privat leben. so wird einem Kaufmann, der so verführe. das Prädikat reell nicht mehr verliehen.(Sehr richtig links.) Herr Hammacher meint, es sei Ehrensache sür die Zechen, den Anforderungen der Verwaltung zu genügen. Ja wohl, wenn ein gutes Geschäft dabei zu machen ist! Ob die Kohlengruben- Besitzer mit den heutigen Erörterungen sehr zufrieden sein werden, ist mir doch zweifelhaft. Bisher gab es ja nur einen Kohlen- Aussuhr- Verein. Jetzt ist auch das Kodlenverkauss-Syndikat gebildet, welches die Preise in weit höherem Grade als bisher hoch zu halten in der Lage ist. Diese Vev einigung wird doch auch die Staats> und Reichsver- waltungen mit ihren hohen Preisen beglücken wollen. Gerade diese Verwaltungen sind aber berufen, diesen Machinationen entgegenzutreten; der Privatmann ist dagegen hilflos. Wenn es dem Syndikat gelingt, hohe Kohlenpreise aufrecht zu erhalten, dann wird die Industrie dadurch kolossal geschädigt werden und nicht mehr auf dem Weltmarkte konkurriren können. Die Ar- beiter haben dann den Schaden. Es wird immer so dargestellt, als ob die Kohlenzechen-Besitzer bei ihrem Borgehen daS Interesse der Arbeiter im Auge hätten; die Arbeiter schiebt man vor und die Aktionäre meint man.(Sehr richtig! links.) Die Haupt- aufgab« ist dabei immer, möglichst hohe Profite für die Akttonäre herauszuschlagen, die Arbeiter müssen die Kosten bezahlen. Gelingt es den Herren, eine Beschränkung der Produktton herbeizuführen, dann werden Tausende von Arbeitern durch die künstliche Regulirung der Produktion aus die Straße gesetzt; diese drücken dann beständig auf die Höhe der Löhne, und die Unternehmer haben den alleinigen Nutzen. Es wird die Frag« entstehen: wenn, dem Vorgehen des Kohlensyndikats folgend, auch andere Großindustrien den gleichen Weg einschlagen, ob dann Staat, Reich und Gesetzgebung sich ein solches Vorgehen gefallen lassen können. Es stehen hier höhere Interessen als die dieser Kapitalistenvereinigungen auf dem Spiel«. Was bisher diese Unternehmer gethan haben, ist zum Schaden der Allgemeinheit ausgeschlagen. Der preußische Staat ist doch durch seinen großen Besitz an gewerblichen Betrieben auf's stärkste an der Sache interessirt; aber bisher hat er sich nicht abwehrend ver- halten, sondern, wie bei den Kalisalzwerken, sich dem Syndikut angeschlossen, um auch etwas von den höheren Preisen zu pvo- fittren. Der Reichstag muß möglichst einstimmig die Resolution annehmen und aussprechen, daß die Marineverwaltung durchaus korrekt gehandelt hat. Abg. Hammacher: Auch der Vorredner ist doch der Mei- nung, daß, wenn es sich um geringe Preisunterschiede handelt, dann die inländische Produktion den Voraug verdient. Nur dieses habe ich gefordert. Ich billige, daß die Verwaltung die hohen Preise nicht angenommen hat. Tadelnswerth aber bleibt, daß man die deutschen Zechen bei der September- Submission überhaupt nicht heranzog; es waren die Kohlenpreise sehr heftig inzwischen heruntergegangen. Die Kohlenpreise in Hamburg, die der Staatssekretär anführt, betreffen nicht dieselbe Qualität Kohle; doppelt gesiebte Stückkohle brauchen die Hamburger Rhedereien nicht. Noch heute sind 12,50 M. sür solche Kohlen in Westfalen kein überhoher Preis. Wenn Herr Bebel noch immer nicht glauben will, daß die Arbeitgeber neben dem Interesse für ihren Betrieb auch ein Interesse für ihre Arbeiter haben, so kann ich ihm nicht helfen; für ihn ist es einfach unmöglich, sich einen solchen Arbeitgeber zu deuken. Abg. Gras Kanitz(dk.): Jedenfalls muß unsere Verwaltung In- und Ausland gleichmäßig berücksichtigen. Nicht richtig ist aber, daß ein Preissturz der Kohle von 3Va M. im Jahre 1392 binnen wenigen Monaten stattgefunden hat(Widerspruch des Abg. Hammacher); von einem Preise von 12�/2 M. war 1892 auch bei doppeltgesiebter Stückkohle keine Rede. Das Kohlen- syndikat schon jetzt zu verurlheilen, ist verfrüht. Es wird erst abzuwarten sein, ob es dieselbe Praxis verfolgen will, wie die Kohlen- Verkaufsvereine und das Kokessyndikat sie zum Schaden des deutschen Volkes betrieben haben. Mit einem Kohlen- Verkaussverein hätte doch die Verwaltung überhaupt nicht ver» handeln können, wenn es sich um eine Submission handelte. Es muß allerdings sehr befremden, wenn dabei von allen Zechen gleich hohe Preise gefordert werden. Die Zustände auf dem Kohlenmartte sprechen der Theorie von Angebot und Nachfrage geradezu Hohn. Wenn das Kohlen- syndikat hier Wandel schafft, wenn es sich einer soliden Praxis befleißigt, wenn es ausgleichend wirkt, dann soll«S uns willkommen sein.(Beifall rechts.) Staatssekretär Hollmann: Wir hatten ein« allgemeine Submission ausgeschrieben, zu welcher sich einige schlesische, einige westfälische Zechen und auch dieser Ausfuhrverein gemeldet hatten. Bei der zweiten Submission forderten wir die einzelnen Zechen aus, uns direkt Angebote zu machen und nicht durch den Ausfuhr- verein. Das ist uns aber nicht gelungen. Wahrscheinlich sind die Zechen irgendwie verträglich gebunden. Ich bin außerdem ganz fest überzeugt, daß die Packetfahrt-Gesellschast und der Norddeutsche Lloyd keine schlechteren Kohlen nehmen, als düe Marine verbraucht. Die bezüglichen Ausführungen des Abg. Hammacher treffen also nicht zu. Abg. Brömel(dfr.): Herr Graf Kanltz spricht über daS Kohlensyndikat allerlei fromme Wünsche aus. Ich theile sie in vollem Maße; aber viel größere Garantie bietet mir doch das Verfahren der Marineverwaltung. Dies bürgt dafür, daß wir wahrscheinlich vor Preistreiberei bewahrt bleiben werden. Darin liegt die Bedeutung der heutigen Debatte und der vorgeschlagenen Resolution. Ueber kleine Preisdifferenzen soll, so ist die all- gemeine Meinung, hinweggegangen werden. Aber darin hat Gras Kanitz unzweifelhaft Recht, daß von dem ungeheuren Preis» abschlage von 3,50 M. thatsächlich nicht die Rede gewesen ist. Es handelt sich ganz einfach um eine große Uebertheuerung. Dafür, daß die Verwaltung zuletzt nur noch an englische Firmen heranttat, ist fle nicht zu tadeln, sondern nur zu lobm. Sehr erfreulich ist eS, daß die große Mehrheit deS Reichstages keinen Zweifel darüber lassen will, daß sie solche Preistreibereien in keinem Fall« gut heißt. Abg. Gras Kanitz: Dem neuen Kohlensyndikat« stehe ich nicht mtt Berttauen, sondern lediglich abwartend gegenüber. Abg. Bebel: Es war sehr gut, daß Graf Kanitz diese Aeußerung noch einmal gethan hat. Seme vorherigen Aus- sührungen ließen die Deutung zu, daß er ganz gegen seine frühere Haltung den Kohlenverkaufs- Vereinen freundlich gegenübersteht. Ich kann mich in den Jdeengang eines Unternehmers sehr wohl hineindenken, denn ich war sowohl lange Jahre Arbeiter als auch Unternehmer. Wenn ein Kohlengruben-Besitzer für die Ar- beiter sorgen muß, so muß er es, weil er nicht zulassen kann, daß sein Betrieb auch nur einen Tag still steht. Wollten die Zechen wirklich für ihre Arbeiter sorgen, so hätten sie an- gemessene Preise schon bei der ersten Submission stftlen müssen. Damit schließt die Diskussion. Das Kapitel wird nach den Anträgen der Kommisston bewilligt, die Summe von 535 000 M. abgesetzt. Die Resolution wird mit sehr großer Mehrheit an- genommen. Die Kapitel„Natural-Verpflegung, Beklei- dung, G arnis on- V e rw a ltu n gs- und ServiS- wesen, Sanitätswesen, Reise«, Marsch- und Frachtkosten, Bildungswesen", werden ohne Debatte nach den Anträgen der Kommission genehmigt. Beim Kapitel„Instandhaltung der Flotte und der Werstanlagen" konstatirt Abg. Hirsch(dfr.) mit Befriedigung, daß bei künftiger An- nähme von Arbeitern nicht aus das Alter, sondern auf die Leistungsfähigkeit gesehen werden soll, während bisher über 40 Jahre alte Arbeiter überhaupt nicht angenommen wurden. Redner wünscht aber, daß die ganze Vorschrift, Arbeiter über 40 Jahre in der Regel nicht anzunehmen, ausgehoben werde. Es sei doch nicht zu billigen, daß man die Arbeiter bis an ihr Lebens- ende zum Steuerzahlen zwingt und ihnen gleichzeitig die Mög- lichkeit des ehrlichen Erwerves nimmt.(Sehr richtig! links.) Endlich bittet Redner um die Mitwirkung der Marineverwaltung bei der Herstellung der Arbeiterstatistik. Aus den vorhandenen Listen bel der Werftverwaltung ließe sich doch mit Leichtigkeit manches über die Löhne, die Arbeitszeit, die Arbeitslosigkeit!c. zusammenstellen. Ein solcher Beitrag zur Arbeiterstatisttk würde sehr werthvoll sein. Im Widerspruch mit dem Verfahren aus den deutschen Werften stehe ein Fall, den zwar die Petttionskommisston fiir ungeeignet zur Erörterung erklärt habe, der aber dem Reichs- tage vorgeführt werden müffe. Der jett 76 Jahre alte p Die Frühjahrs- Kontrollversammlungen in Berlin finden| Von der Polizeiwache, auf welcher die Szene thren Abschluß Invalide Köhler hat 16 Jahre auf der Werft gedient im Landwehrbezirk Berlin I in den Tagen vom 10. bis 21. April, fand, mußte er sich nach der Sanitätswache in der Zimmeritraße und hat Alterrente bekommen in Höhe von 15,95 M. im Landwehrbezirk Berlin II vom 17. bis 28. April statt. Näheres begeben. Hier ergab sich, daß der Stich mittels eines TaschenMit Rücksicht auf diese Altersrente ist dem Mann die Invaliden- wird durch öffentliche Anschläge in den ersten Aprilwochen bekannt meffers derartig heftig geführt worden war, daß die Klinge fast rente um den gleichen Betrag gefürzt worden, so daß ihm von gemacht werden. in der ganzen Länge abgebrochen und in der Wunde stecken gediefer nur noch 7 M. bleiben. Diese Unbilligkeit werde diesem blieben war. alten Mann gegenüber zur größten Härte. Zu diesem Abzuge Ueber das Kollektiven für Kirchenbanten oder vielmehr im vollen Betrage liege eine Verpflichtung nicht vor, es sei nirgend über die Art, in welcher es vielfach geschieht, hören wir mehrUeber einen Unfall im königlichen Schauspielhause, im Gesetze gesagt, daß der Betreffende seine ganze Invalidenrente fache Klage. Viele Sammler lieben es in den Arbeiterwohnungen der vorgestern Abend während der Borstellung ftattfand, wird be einbüßen müsse, der in diesem Falle besonders schwer getroffen in Abwesenheit des Mannes zu erscheinen und der Frau so lange richtet: Der in den 60er Jahren stehende Arbeiter Karl Eggert werde, da der Invalide ein Auge ganz verloren habe und auch zuzusehen, bis sie sich bewegen läßt, einige Groschen zu spenden, ift auf eine noch nicht ganz aufgeklärte Weise mit dem Fahrauf dem anderen faum noch sehen könne. Es mag ja tein Miß- blos um den Kolleftanten los zu werden. Dieses Verfahren stuhl in Berührung gekommen. Nach der einen Darstellung ist wollen dabei vorliegen, aber ein so bureaukratisches Abwägen der ist um so mehr zu rügen, da denselben meistens bekannt ist, daß er in den Fahrstuhlschacht gefallen und hat dadurch seinen Tod Berhältnisse sollte doch in solchen Ausnahmefällen nicht play der betreffende Arbeiter für alles eher Geld geben würde, als für gefunden, nach der anderen Annahme ift ihm der Fahrstuhl auf greifen. Kirchenbauten. den Kopf gefallen, hat den Schädel eingeschlagen, und so den Tod herbeigeführt. Eggert hinterläßt eine zahlreiche Familie. Staatssekretär Hollmann: Die Werftdirektoren find bereits angewiesen, nach ihrem eigenen Ermessen von der Bestimmung, Leute über 40 Jahre nicht anzunehmen, abzusehen und die Leistungsfähigkeit entscheiden zu lassen. Den zweiten Fall kann ich nicht beurtheilen, da mir das Material fehlt. Liegen aber die Verhältnisse so wie vorgetragen und ist die Verwaltung in der Lage, eine wirklich vorhandene Härte su mildern, so soll das geschehen. Nach den Vorschlägen der Rommiffion foll ein Bau- Inspektor mit 4950 M. und von der Summe zur Instandhaltung und zu Reparaturen 100 000 m. abgefegt werden. Mit diesen Abstrichen wird das Kapitel bewilligt, desgleichen nach dem Etatsanschlage das Kapitel Waffenwesen und Befestigungen". Debatte vertagt. bewilligt. Vor der Berathung des Extra- Ordinariums wird die Der Rest des Ordinariums wird ohne erhebliche Debatte Präsident v. Levehow schlägt vor, morgen mit der Etatsberathung fortzufahren. Abg. Graf Ballestrem bittet, den morgenden Tag feiner Bestimmung als Schwerinstag gemäß für die Berathung von Anträgen zu verwenden. Dem Zentrum liege sehr daran, den Antrag betreffs Aufhebung des Jesuitengefeges noch vor Ostern berathen zu sehen. Das tönne aber nur geschehen, wenn auch morgen Schwerinstag abgehalten werde. Dann würde der Antrag spätestens am 15. März zur Verhandlung tommen. Abg. v. Manteuffel( dt.) bittet, es beim Vorschlage des Präsidenten zu belassen; später tönne man ja dem Antrage des Bentrums die Priorität vor den vorher aur Berathung stehenden Anträgen einräumen. Abg. Graf Ballestrem: Die Priorität für unsern Antrag eingeräumt zu erhalten, habe ich mich bei den Antragstellern der vorhergehenden Antrage vergeblich bemüht. Alog. Schmidt- Elberfeld hält die Berathung des Jesuitenantrags noch vor Ditern für unmöglich, auch wenn noch 2 oder 3 Schwerinstage abgehalten werden, da zu viel Initiativanträge dem Jesuitenantrage voranstehen. Fünfundvierzig Ravaliere". Eine auffällige Angelegen heit, die zum Theil in Berlin, zum Theil in Hannover spielt, Der Verein resto Bühne" veranstaltet am Sonntag, und die augenblicklich auf Ansuchen der Staatsanwaltschaft in Hannover die hiesige Strafbehörde beschäftigt, bildet, wie wir den 12. März, Mittags 12 Uhr, feine zweite Vorstellung im der Bolts- Zeitung" entnehmen, augenblicklich in der hiesigen Bittoria- Theater. Bur Darstellung gelangt: Thomas Becket, Sportwelt das Tagesgefpräch. Es handelt sich nämlich um eine Trauerspiel von Hans Wellberg. Hoffentlich hat dasselbe mehr Waffenantlage gegen 45 fogenannte Ravaliere Erfolg als das Eröffnungsstück Manometer auf 99" von Franz der beiden genannten Städte wegen Falschspiels, Wucher Held, dem Gründer und Leiter des Vereins. und Schlepperei. Ginige der Hauptangeklagten sind bereits Marktpreise in Berlin am 6. März, nach Ermittehinter Schloß und Riegel, während es dem Hauptangeschuldigten fungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von geglückt ist, nach Amerika zu flüchten. Wie lange man ihn da15,60-15,10 m., mittlerer von 15,00-14,60 M., geringer von felbft unbehelligt laffen wird, bleibt abzuwarten. Ans Tageslicht 14,50-14,00 M. Roggen per 100 kg. guter von 13,40-13,10 m., soll das verbrecherische Treiben der bezeichneten Kavaliere durch Serren in einem hocheleganten Hotel in Hannover beim Spiel 16,20-15,10 m., geringe von 15,00-18,80 W. Safer per 100 kg. einen schlesischen Magnaten gekommen sein, dem einige dieser mittlerer von 13,00-12,80 W., geringerer von 12,70-12,40 M. Gerste per 100 Kg. gute von 17,50-16,30 m., mittlere von in betrügerischer Weise 27 000 M. baar und namhafte weitere Beträge auf Wechsel abgenommen batten. Der Gerupfte, der guter von 15,70-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,50 m., Stroh, Richt per 100 Rg. von gemerkt, daß man unehrlich gespielt, erstattete Anzeige beim geringer von 14,40-13,90 M. - M. Heu per 100 Rilogramm von M. Erbsen, gelbe zum Staatsanwalt. Rochen per 100 Rg. von 40,00-23,00 M. Speifebobnen, weiße per 100 Rg. von 50,00-20,00 m. Linsen per 100 g. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 7,00-4,50 M. Rindfleisch von der Reule per 1 Rg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch Ueber einen feltfamen Mikbranch des Telephons, per 1 Kg. von 1,30-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von deffen unschuldige Ursache der Zwerg- Elefant Lilli in Caftan's 1,50-1,20 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 M. HammelPanoptikum ist, wird uns mitgetheilt. Seit einigen Tagen entfleisch per 1 Rg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Rg. von 2,80 wickelt sich bei telephonisch angeschlossenen Bahnärzten folgendes bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 5,60-2,80 M. Fische per 1 Rg.: Rarpfen von 2,40-1,20 M. Aale von 3,00-1,20 m. Gespräch: Wer dort?" Bander von 2,40-1,00 M. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 10,00-8,00 m. Der Berichterstatter der B.- 3tg." nennt als Hauptangeklagte einen Freiherrn von 3.N., einen Stabsoffizier von M., einen Bantier S., einen Assessor É. " Hier die Direktion von Ea ftan's Panoptikum!" Womit tann ich dienen? " " Bitte, wollen Sie fich sofort mit 3ange und Meißel vers fehen; dem Zwerg Elefanten" Billi" muß ein Zahn ab: gebrochen werden. Sie kommen doch bestimmt und bald, das Thier leidet gräßliche Schmerzen." Romme fofort! Schluß!" Der Zahntechniker K. in der Münzstraße, der dem telephonischen Rufe folgte, erfuhr bei feiner Ankunft zu seiner nicht geringen Ueberraschung, daß er bereits der Behnte sei, der auf solche Weise geuzt worden war. Polizeibericht. Am 6. d. M., Vormittags, ftürzte auf dem Grundstücke Wassergaffe 10 ein obdachloser Arbeiter in der Trunkenheit von der nach dem Keller führenden Treppe und erlitt so bedeutende Verlegungen am Kopfe, daß er nach der Bei der Abstimmung über den Antrag des Grafen Ballestrem Sbaritee gebracht werden mußte. Nachmittage fprang ein unstimmen für denselben das Zentrum, die Polen und die Sozialbekannter, etwa 50jähriger Mann an der Ebertsbrücke in die demokraten, dagegen die übrigen Parteien. Da das Hesultat Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Waffer gezogen und nach der Charitee gebracht. Vor dem Haufe Landsbergerstr. 82 zweifelhaft ist, muß gezählt werden, wobei sich die Beschluß gerieth der Arbeiter Krüger unter einen Geschäftswagen und unfäbigkeit des Hauses ergiebt Für die Abbaltung eines Ein schenkliches Verbrechen meldet einer unserer Bericht wurde dabei so schwer verlegt, daß er bereits auf dem Wege Schwerinstages stimmen 61, gegen diefelbe 76. Es verbleibt mit- erstatter. Seute( Dienstag) Nachmittag gegen 8 Uhr nach dem Krankenhauſe verſtarb. Jm Königlichen Schauspielhin bei dem Vorschlage des Präsidenten, wie derselbe unter vernahm ein auf dem Patrouillengang befindlicher Schuhmann hause stürzte Abends der Arbeiter Eggert in einen Fahrstuhlgroßer Heiterkeit jestielt. Im Laufe des Tages und des 18. Polizeireviers aus einem Gebüsch des Friedrichshains in schacht und verstarb auf der Stelle. Schluß 5% Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. Der Nähe der Lips'schen Brauerei( Brauerei Friedrichshain) ein am darauffolgenden Morgen fanden vier Brände statt. ( Marine- Stat.) leifes Stöhnen und näber tretend gewahrte der Beamte einen Mann, der in einer großen Blutlache lag. Der lettere wies entfeßliche hier nicht näher zu beschreibende Verlegungen auf, und wurde nunmehr auf Veranlassung des Beamten durch Arbeiter nach der zuständigen Wache des 18. Polizeireviers in der Neuen Königstr. 94 gebracht. Hier vermochte der Wermste noch folgende Angaben zu machen: Gr fei der 32jäbrige Arbeiter Gustav Die Privatklage, die Herr Paul Kampffmeyer hornom aus Weißenfels in Sachsen und erst seit einigen Tagen tannten Prozeß des ehemaligen Banfiers Hugo own be Prozeß von Arnauld- Löwy. Ein Nachspiel zu dem begegen unsere Besprechung seiner Broschüre v. Vollimar und die in Berlin zugereift; er fei heute Nachmittag turz vor 3 Uhr am Sozialdemokratie" erhoben hatte, verlief insoweit friedlich, als Königsthor von drei Männern angesprochen worden, von denen schäftigte heute die II. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Herr Kampffmeyer den Vergleich vorschlug, der Vorwärts" möge zwei hochelegant, ber dritte weniger fein gefleidet gewefen. Auf der Anklagebant hatten Blag zu nehmen: ben gegen ihn wegen unrichtigen Bitirens Singer'scher Aus- Plauderno hätte er fich den Fremden angefchloffen und alle vier führungen erhobenen Vorwurf der Fälschung und die daran ge fnüpften Erörterungen zurücknehmen, forern sie den Kläger per fönlich beträfen. 63 lag um so weniger Grund vor, dieſen Bergleich abzulehnen, da der Vorwärts" den Vorwurf der Fälschung, also das Wesentliche des Kampffmeyer'schen Ersuchens, bereits fri.her aufgegeben hatte, und so ist von unserem beklagten Medakteur Enders dem Vergleiche in einer der Würde des„ Vor märts" angemessenen Weise zugestimmt worden. Tokales. " Gerichts- Beifung. 1. Der vom Amte suspendirte Kriminalkommissarius Otto 2. Der frühere von Arnauld, 1846 geboren, unbestraft. Bantier Sugo 28wy, nach den Atten beftraft in Frankreich Bantier Sugo 28wy, nach den Aften beftraft in Frankreich wegen Betruges und wegen abus de confiance mit 2 Jahren Gefängniß( in contumaciam). Die Anklage verweift ferner darauf, daß der Angeklagte im Jahre 1888 wegen einer in Frankreich begangenen Unterschlagung hier in Untersuchung gewesen, das Verfahren aber eingestellt worden sei, weil die französische Regierung den Antrag auf Durchführung der Untersuchung nicht geftellt habe. Am 6. Oktober ist 2. wegen Bankrotts, wiederholten Betruges und wiederholter Unterschingung zu 2/2 Jahren Gefängniß und 2000 M. Geldbuße verurtheilt worden. Das Urtheil ist aber noch nicht rechtsfräftig. 8 Der Raufmann Lewin, ein Schwager Löwy's und ehe. zu haben. Perfonen feien dann nach dem Friedrichshain gegangen, woselbst ihm von den Herren unfittliche Anträge gemacht worden feien. Er, Bornow, habe diefen Schimpf mit Entrüftung zurückgewiesen, worauf die Männer Drohungen ausgestoßen, dann feien die letzteren über ihn hergefallen, hätten ihn zu Boden geriffen und um seine Hilferufe zu ersticken, gefnebelt, alsdann hatte ihm einer der Unholde mit einem scharfen Messer die scheußliche Ber: legung beigebracht und schließlich seien die Drei in der Richtung Die Besuchsziffer der städtischen höheren Lehranstalten nach der Landsberger Allee zu gefloben. Die von der Polizei sofort angestellten Nachforschungen nach ( Gymnafien, Realgymnajien, Ober- Realschulen) ergiebt sich aus einer vom Magiftrat veröffentlichten Uebersicht, die manches den hätern find bis jegt erfolglos geblieben. Die Berlegungen Lehrreiche enthält. Die 20 Anstalten( infl. Borschulklassen) waren bes.. ber alsbald nach dem Krankenbaufe Friedrichshain ge im Schuljahr 1892/98 von einer mittleren Bahl von 13 108 fchafft wurde, sind zwar nicht lebensgefährlicher Natur, doch wird maliger Raffirer deffelben, 1865 geboren und unbestraft. Schülern besucht, das macht für jede Anstalt durchschnittlich 655 der Unglückliche dauernd ein Krüppel bleiben. Beschuldigt wird: Eine eingehende Beschreibung der Thäter war von dem Schüler. Die Durschnittsfrequenz der Gemeindeschulen dagegen 1. v. Arnauld: a) am 28. Nov. 1891 Wechsel im Betrage schwankt feit einer Reihe von Jahren zwischen 980 und 950 burch Blutverlust sehr geschwächten Manne leider vorläufig noch von ca. 94 000 m. der Kommanditgesellschaft H. Löwy bezw. ben Rinder pro Schule. Bei den höheren Lehranstalten betrug die nicht zu erlangen. Wie uns von anderer, suverlässiger Seite Konfursgläubigern derselben in der Absicht rechtswidriger Zueignung höchste auf einer einzigen Anstalt vereinigte Schülerzahl 826 Balt- Realgymnasium). Dagegen hält man es bei den Gemeinde mitgetheilt wird, war der Unglückliche bereits um weggenommen zu haben; b) am 25. November 1891 einen Schulen noch nicht für gesundheitswidrig und den Unterrichts- 1/4 Uhr von einem Arbeiter ber städtischen Straßenreinigung Schuldner, welcher feine Bahlungen eingestellt hat und über deffen Mißbrauch des Ansehens, Ueberredung 2c. vorfäßlich bestimmt zu höheren Lehranstalten um ein halbes Tausend noch über- Königstr. 94, und meldete den Vorfall. Auf dem Bolizeirevier haben, ihm selbst als Gläubiger vor den anderen Gläubigern eine erfolg fchädigend, wenn hier die Waximalfrequenz die der aufgefunden. Dieser eilte fofort nach dem Polizeirevier, Neue Bermögen der Konfurs eröffnet worden ist, durch Drohung, fteigt. Siegt doch selbst die Durchschnittsfrequenz der Gemeinde- wurde er aber bedeutet, daß der Fundort nicht zu dem Revier 2. Löwy: In den Jahren 1890/91 den Mitangeflagten schulen noch um mehr als 100 über der Maximal frequenz der gehöre, fondern daß er ihn in der Heinersdorferstr. 6 zu melden ihm nicht zustehende Befriedigung zu gewähren. babe. Hierzu hatte der Arbeiter keine Zeit, und er schickte zwei Höheren Schulen. Die Frequenz der städtischen höheren Lehr- Senaben nach dem genannten Polizeirevier. Mittlerweile mögen D. Arnauld betrogen und ihn bezw seine Mutter an ihrem Veranstalten ist übrigens seit längerer Zeit beständig zurückgegangen, 8. Lewin: Jm November 1891 dem Angeklagten v. A. zur 875 Schüler. Man hat alle möglichen Ursachen zur Erklärung wundeten bereits sich selbst aus dem Hain schleppen sah und der Begebung des Diebstahls durch Rath und That Beihilfe geleistet in den legten 5 Jahren z. B. von 13 983 auf 18 108, also um mohl zehn Minuten vergangen fein, als der Arbeiter den Vermögen um ca. 100 000. gefchädigt zu haben. dieser Erscheinung angeführt. Unter anderem hat man auch gefagt, daß die befizende Klaffe ihre Kinder mehr und mehr der Zwei kurz auf einander folgende Schüsse alarmirten Sugo 26 wy errichtete sein bekanntes Geschäft, welches nach Gemeindeschule zuführe. Vielleicht liegt es aber daran, daß immer am Sonntag früh gegen 8 Uhr die Bewohner des Hauses Schön. Ansicht des öffentlichen Anflägers jeder soliden Basis entbehrte, weniger Leute in der Lage bleiben, ihre Kinder die theueren hauser Allee 186a. Die Veranlassung zu der Schußaffäre gab im Jahre 1889. Es wird ihm vorgeworfen, daß er es verstanden höheren Schulen besuchen zu lassen, weil immer mehr Leute aus ein versuchter Einbruch, dem möglicher Weise auch ein geplanter babe, v. Arnauld in seine Nezze zu ziehen, eine Dußfreundschaft der bejizenden Klasse in die besiglose hinabsinken. Daß Raubmord zu Grunde gelegen haben mag. In dem vorgenannten mit ihm zu entwickeln und ihn schließlich zu bestimmen, ihm nach jemand freiwillig auf die höhere Schulbildung verzichtet, die Hause befindet sich eine Filiale des Bigarrengeschäfts von Julius und nach größere Beträge aus seinem und dem von ihm verim allgemeinen nur der besigenden Klaffe zugängig, und naadt, welches zur Zeit nach dem Hause 186 diefer Straße ver- walteten Vermögen feiner Mutter abzunehmen, bis er ihm über sich mit der niederen begnügt, die man als ausreichend legt wird. Da sich auch der Geldschrank bereits in dem neuen 100 000 art schuldete. Er soll dabei falsche Vorspiegelungen für die befiglofe Klasse erachtet, das glaubt wahrscheinlich selbst Geschäft befindet, behielt der Juhaber der Filiale, Herr nicht gescheut baben. Im Herbst 1891 ift Löwn's Geschäft Herr Stadtschulrath Bertram nicht. Auch die Behauptung, daß Niemann, das Geld, sowie Werthiachen in seinem hinter zusammengebrochen. Es gingen gegen ibn verschiedene die Bourgeoisie wenigstens in den unteren Klaffen die Ge- dem Verkaufslokal belegenen Schlafzimmer, ein die Anzeigen und das Polizei Bräfidium mußte sich meindeschule zu bevorzugen angefangen habe, fodaß diese allmälig Raffe unter seinem Bette aufbewahrte. Obwohl diefer mit seinen Geschäften befaffen. Die Recherchen lagen in der einen Ersatz für die mit den höheren Lehranstalten verbundenen interimistische Aufbewahrungsort erst seit Freitag voriger Woche Hand des Kriminalkommissarius Wolff und die Anflage be Borschulen( eine für den Klassenaat höchst charakterinische Gin vorhanden, müssen fremde Personen doch davon Kenntniß er bauptet, daß aus dem Wunde diefes Beamten dem Angeklagten richtung!) bildeten, trifft nicht im geringsten zu. Die Abnahme halten haben. Gegen 3 Uhr früh am Sonntag erwachte Herr N. v. A der Stand der Dinge und die bereits vorhandene Bahder Frequenz ist auf den Vorschulen thatfächlich eine geringere burch ein ziemlich bestiges Geräusch, welches durch Zurückschlagen lungsunfähigkeit Löwy's im November wohl bekannt gewesen sei. ( 5,7 pt.) gewefen, als auf den höberen Lehranstalten selbst des Thürschlosses verursacht wurde. Kurz und entschloffen sprang Er fuchte fein Geld zu retten, Löwy vertröstete ihn auf den Kauf ( 6,4 pt.), fodaß die Vorschulen jetzt beinahe 22 pet. gegen früher der Verkäufer aus dem Bett und einen an der Wand hängenden der Deutschlands- Grube" bei Waldenburg und reiste dorthin, wenig über 21 pet. aller höheren Schüler umfassen. Wian Revolver ergreifend, riß N. heftig die Thür aut und gab auf Auf Herrn Wolff's Rath bestimmte ihn v. 2. zur Rückkehr nach könnte daraus eher auf eine verhältnißmäßig steigende Be- die Einbrecher zwei Schüffe ab, ohne jedoch die Flüchtenden zu Berlin, hier ist er am 26. November 1891 feſtEhe Löwy hier antam, begab sich liebtheit der Borichulen schließen. Wahrscheinlich ist aber auch treffen. Das übrigens verschlossene Haus, dessen Thür von den genommen worden. Dieser Schluß vorschnell und falsch. Die Sache dürfte vielmehr fo Berbrechern nicht geöffnet worden ist, wurde fofort polizeilich v. 2. in das Löwn'sche Geschäftslokal, um fich eine für liegen, daß von der inmer fleiner werdenden Anzahl von Kin- abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Man nimmt an, daß die Gin Deckung feine Forderungen verschaffen. ศู น dern, deren Eltern für sie die Kosten des Besuches einer höheren brecher die Abficht hatten, die Thür geräuschloß zu öffnen, den geeignetste Objekt hierzu erschienen ihm die bei Löwy niederEchule erschwingen tönnen, oder erschwingen zu fönnen meinen, schlafenden Verkäufer niederzuschlagen oder zu tödten, um als gelegten, gum Theil nicht sicheren Wechsel. Der Kassirer Lewinein immer größer werdender Bruchtheit vor Erreichung des vor- bann den Raub ausführen zu fönnen. Das Kunstschloß des hatte die Wechsel hinter sich und soll den Angeklagten v. A. in gesteckten Bieles aufhören und sich einem Berufe zuwenden muß. Schlafzimmers ist mittels Stemmeisens erbrochen worden. der Auswahl der Wechsel nach ihrer Bonität unterstützt haben. v. Arnauld nahm folche im Gesammtbetrage von ca. 94 000. Der auf schnelle und billige Weise Brot verschafft. Auf der Vorschule hält man's noch aus, zur Noth auch noch in den unteren Das Messer hat wieder in der verwichenen Nacht eine mit fich. Die Auflage behauptet, daß Löwn an jenem Tage Klaffen des Gymnasiums, des Realgymnasiums, der Oberreals Rolle gespielt. Gegen 1 Uhr wurde die Kellnerin Paula( 23. November) bereits zahlungsunfähig war und v. Arnauld die schule. Aber nachher heißt es: heraus aus der Schule und in Maruschta an der Ecke der Leipzigers und Mauerstraße durch den Wechsel sich widerrechtlich angeeignet habe. Tags darauf fehrte Die Lehre, zum Kaufmann, zum Handwerker oder in die Fabrit. Kellner Wilh. Ullmann belästigt unb fuchte sich seiner vergeblich Löwn nach Berlin zurück und suchte v. A. auf. Letterer soll ihn Den rei werdenden Blah in der Schule nimmt das Kind des zu erwehren. Unter den Zeugen des Vorganges befand sich auch nun zu bestimmen gewußt haben, die Aneignung der Wechsel zu Befizenden ein, daß in dem ärmlich gefleideten, fleißigen Jungen der Raufmann Hans Mögeling, der feinem Unwillen über das genehmigen und mit seinem Giro zu verfehen. Nach Ansicht oft genug einen zwar sehr gern zur Aushilfe benutten, aber im Berhalten Ulmann's unverhohlen Ausdruck gab. Blöglich er der Anflage liegt hierin auch ein Bergehen gegen§ 211 der Grunde doch schwer gehaßten Konkurrenten los wird. bielt er durch Ullmann einen Messerstich in die rechte Schulter. Konkursordnung. Bon einer Antlage ist aber abgesehen worden, mo er 22 .. und Das weil die Staatsanwaltschaft den Bersuch machen will, gowy wegen betrügerischen Bankrotts zur Bestrafung zu bringen. Gelingt dies nicht, dann bleibt eine Antlage aus§ 211 der Konkursordnung vorbehalten. Gegen den Anget!. v. Arnauld ist außerdem die Voruntersuchung wegen Meineids eröffnet. Den Vorsiz im Gerichtshofe führt Landgerichts- Direktor Brausewetter, die Anflage vertritt Staatsanwalt Doktor Benedig, die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Fr. Friedmann, Dr. Gotthelf und Wronter. aus den Wechseln Geld zu machen. Er wollte diefelben bei der und ber Schmied Bergelow verurtheilten aufs schärffte das Berliner Kreditbant in der Leipzigerstraße diskontiren und dem Verhalten ihres früheren Herbergswirths. Jezt hat er, wie be Direktor die Auswahl aus den Wechseln überlassen. Er habe richtet wurde, den Meistern durch Karten angezeigt, daß er nach den Herrn v. Arnauld für einen Sozius des Löwy und somit für wie vor einen für die Meister unentgeltlichen Arbeitseinen Vorgesetzten gehalten. nachweis führe. Es dürfe sich ihm selbstredend fein Kollege zur VerNachdem bis hierher verhandelt worden, beschließt der Ge- fügung stellen. Zur Beaufsichtigung und Entgegennahme von richtshof nach kurzer Berathung, die Sache zu vertagen. Der Beschwerden über den neuen Arbeitsnachweis wurde eine RomGerichtshof babe sich, so verkündet der Vorsitzende, überzeugt, daß missiol., bestehend aus den Kollegen Schwarz, Brüst, er nicht verhandeln könne, ehe nicht eine rechtsfräftige Baum, 3ach au und Braun gewählt, welche in öffentlichen Entscheidung in der Löwy'schen Bankrottsache vorliege, Bersammlungen zu berichten hat. Hierauf hielt Genoffe Aud) über die Diebstahlsanflage fönne nicht verhandelt werden, Millarg einen mit regem Intereffe verfolgten Vortrag über weil man nicht wisse, ob die wegnahme der Wechsel nicht im das Thema:„ Die Organisation des Kapitals und der Arbeit". In der Kausalzusammenhange mit dem Banterott stehe und es nicht Diskussion wurde der schwachen Betheiligung der Stellmacher an ihrem angemessen erscheine, daß event. res judicata( eine endgiltig Fachverein verschiedenerseits gerügt. Der gewählten Kommission abgeurtheilte Sache) vorliege. wurde noch aufgetragen, die Errichtung eines Unterstützungsfonds in den Kreis ihrer Berathung zu ziehen und geeignete Vorschläge der nächsten Versammlung zu unterbreiten. Nachdem noch will arg über die Zusammensetzung des Gewerbegerichts gefprochen hatte, ersuchte Kollege Marrk die Augenzeugen bei seinem Rentontre mit dem früheren Herbergswirth, Herrn Milde, sich bei ihm zu melden. Er habe auf seine Klage vom Staatsanwalt einen abschlägigen Bescheid erhalten, dafür aber felbft eine Anflage bekommen. Zum Schluß wurden noch die Mißstände in einigen Fabriken und auch die Verhältnisse bei den Pferdebahn- Gesellschaften kritisirt. #F Soziale Ileberlicht. dortige Generalkommission der Gewerkschaften noch eine Tabelle Neber die Arbeitslosigkeit in Braunschweig hat die angefertigt, aus der zu erfeben ist, in welcher Weise die einzelnen die Tabelle hiermit folgen: Gewerbe von der Arbeitslosigkeit betroffen werden. Wir lassen 1. Baugewerbe 2. Bekleidungs= und Lederindufrie 8. Bergarbeiter ... 4. Gastwirthschaft und Bedienung Zahl der Arbeitslosen Kinder Arbeitslosigkeit in Tagen Verheirathet Ledig 329 452 2963 212 28 164 15 15 Eine Mitgliederversammlung der' Vereinigung der Drechsler Deutschlands tagte am 26. Februar. Nachdem der Bibliothekar über seine Thätigkeit Bericht erstattet hatte, hielt Organisationsfrage, in welchem er sich auf den Boden der Kollege Doft einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Rartellverträge stellte. Nach erfolgter Diskussion wurde ein Antrag auf derzeitigen Anschluß an das tünftige Holzarbeiterkartell mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Sodann wurden Granzius und Schulz in die Rechtsschußtkommission gewählt. Hierauf erstattete der Arbeitsvermittler Bericht über die Zeit vom 1. Juli bis 81. Dezember vorigen Jahres. Danach ließen sich in dieser Zeit 419 Mitglieder und 98 Nichtmitglieder in die Liften eintragen. Verlangt wurden von 216 Unternehmern 234 Gesellen. Arbeit angenommen haben bei diesen 166 Gefellen, unbefeßt blieben 68 Stellen. Es wurde alsdann beschlossen, daß fortan jede Versammlung, ohne Rücksicht auf die Zahl der vor117 bandenen Mitglieder, spätestens Vormittags 11 Uhr beginnen soll. Zum Schluß wies der Vorsitzende noch auf die am 12. März, 18 Morgens 10 Uhr, Beuthstr. 20, stattfindende Versammlung der Ortskrantentaffe hin, in welcher die freie Arztwahl auf der Tagesordnung steht. Begitimation ist zu dieser Bersammlung 21 nicht erforderlich. Ueber das Vorleben Löwy's überreicht der Staatsanwalt eine beute Vormittag durch Vermittelung des auswärtigen Amtes eingegangene amtliche Auskunft unter der Behauptung, daß der Angeklagte in Frankreich außer den zwei Jahren noch Strafen von 6 Monaten und 2 Monaten Gefängniß erlitten habe, was der Angeklagte bestreitet. Ferner überreicht der Staatsanwalt amt liche Auskunft der österreichischen Regierung, wonach der Angeklagte Der Gerichtshof hat ferner befchloffen in dieser Sache die im Jahre 1874 wegen Krida verfolgt und nach seiner Rückkehr von Untersuchungshaft gegen den Angeklagten v. Arnauld aufzuheben, Bosnien gleichfals wegen Betruges unter Verfolgung gesetzt ba derfelbe des Diebstahls nicht mehr so dringend verdächtig er worden sei und in diesem Verfahren noch jest steckbrieflich ver- scheint und wegen der etwaigen Beihilfe zum Vergehen gegen folgt werde. Endlich überreicht der Staatsanwalt eine Depesche§ 211 der Koufursordnung Fluchtverdacht nicht vorliege. des Bürgermeisters von Parody, wonach Löwy unter Hinter Rechtsanwalt Dr. Friedmann erklärt, daß er fofort laffung zahlreicher Schulden aus Bosnien verschwunden sei. einen Saftentlassungs Antrag auch in der Meineidssache stellen Angell. Löwy bestreitet diese Behauptungen und erklärt, daß er werde. ja für die österreichische Regierung nach Bosnien gegangen fei und Militärlieferungen bernommen habe. Die öuerreichische Regierung werde doch solche Geschäfte mit einem Manne nicht machen, ber Steckbrieilich verfolgt verfolgt wird. Er habe schließlich mit der österreichischen Regierung eine Klage über 588 000 Gulden gehabt und diese Klage fei durch einen Vergleich über 180 000 Gulden beendigt worden. Der Staatsanwalt behauptet, daß der Angeklagte die Geschäfte in Bosnien mit seinem Freunde Cohnrath gemacht habe; Löwy be ftreitet dies und erflärt, daß seine Firma Buchwald u. Löwy ge: lautet und Buchwald die Summe gegen die österreichische Regierung eingetlagt habe. Der Vorigende fonstatirt aus dem vorliegenden amtlichen Material, daß der Angeklagte ein Mann sei, welcher überall Konkurs gemacht habe. Er fei 1879 frustra excussus gewesen, denn alles, was man bei einer Pfändung bei ihm vorgefunden, sei ein Anzug und ein Paar Stiefel gewefen. In Frankreich habe er unter verschiedenen Firmen, namentlich auch unter der Firma Hugo u. Co., Geschäfte betrieben und bankrott gemacht. Er sei dann auch aus Frank reich verschwunden und zwar mit einer großen Summe, die er widerrechtlich mit sich genommen. Auch diese Behauptung bestreitet Löwy. Er behauptet, daß er in Paris nur einmal Konkurs angemeldet habe und daß dabei 102 pt. herausgekommen feien. Er habe sich aus Paris entfernt, weil eine Zeitungsuotiz erschienen war, wonach er in Paris nur deshalb auf so großem Fuße leben tönne, weil er ein Spion Bisinard's sei. Staatsanwalt Dr. Benedix behauptet dem gegenüber, daß von letterer Thatsache gar keine Rede sei und daß bei dem Konkurse in Paris 2,90 pet. herausgekommen feien. Der Angeklagte 2ö my verweist noch darauf, daß das Geld, welches er aus Frankreich hierher mitgebracht habe und welches ihm hier abgenommen werden sollte, ihm wieder zurückgegeben 10. Nichtgewerbliche Arwerden mußte und von seinem Vertheidiger Dr. Friedmann abgehoben worden sei. Der Borsigende ist der Anficht, 11. Textilindustrie daß dies nur geschehen sei, weil mit Frankreich eine Reziprozität nicht bestehe. Der Angeklagte werde nicht leugnen tönnen, daß er in Frankreich unter verschiedenen Namen gelebt und mit einer nicht ganz unzweifelhaften Dame in Verbindung Herrn Eugen Richter's Spartheorie in der Pragis. gewesen sei. Aus den vorliegenden Daten gehe doch so viel In Spremberg hat eine Arbeiterin in der Tabak- und Bigarren hervor, daß der Angeklagte feinerlei Veranlaffung babe, sich mit fabrit des Herrn Magifter gearbeitet und wöchentlich 2,40 m. der Rolle eines foliden Geschäftsmanns zu brüsten. Er wisse doch Lohn erhalten, das macht pro Stunde 33/4 Pfennige bei elf gewiß, daß er in Bosnien auch in eine unangenehme Verbindung stündiger Arbeitszeit. Herr Magister ist freisinnig, wie die mit einem Schmuck gekommen sei, welcher einer Dame abhanden meisten Leute, die aus für sie sehr guten Gründen den Ar gekommen war und welchen er für 25 000 Mart versilbert beitern das Sparen predigen. Immerhin darf man darauf habe. Der Angeklagte werde von Bosnien aus verfolgt, gespannt sein, wie selbst das Bahlengenie Eugen Richter es anin Destereich sei ihm der Boden zu heiß geworden, in Frankreich fangen wird nachzuweisen, daß die Bigarrenarbeiterin sehr wohl fönne er sich nicht mehr sehen lassen, hier size er feft, und er habe also taum noch Gelegenheit, irgendwo unterzufommen. Rechtsanwalt Dr. Friedmann erbittet sich jedenfalls bie Gelegenheit, das amtliche Material, welches der Staatsanwalt über das Vorleben Löwy's vorgelegt, zu prüfen. Vorläufig beftreite er die aufgestellten Behauptungen und behalte sich dies bezügliche Beweisanträge vor. Er habe von amtlich beglaubigten Thatsachen noch nichts gehört, sondern nur einseitige Behauptungen, welche der Angeflagte bestreite. Zur Frage der Behandlung der Sache erklärt der Präsident: Der Gerichtshof sei der Ansicht, daß der Punkt der Anklage, welcher sich auf das Vergehen gegen§ 211 der Konkursordnung beziehe, auszuscheiden habe und zwar mit Rücksicht darauf, daß infolge des reichsgerichtlichen Erkenntnisses noch die Frage in der Schwebe sei, ob gegen Löwy die Anflage wegen betrügerischen Banterotts zu erheben fei. 269 30 12 884 9 5. Graphische Gewerbe 6. Keramische Gewerbe 7. Holzindustrie 20 15 247 11 120 161 1513 8. Metallindustrie. 9. Nahrungsmittel Industrie 158 364 1757 65 91 64 71 778 30 647 940 2 6331 14 549 2038 14 146 983 beiter und Gärtner Summa 1403 1 520 9 ein schönes Kapitälchen" hätte sparen können, wenn fie mit ihrem Verdienste ordentlich Haus gehalten hätte". ist, hatte ein Die Krankenfaffen Kommission gewerblicher Arbeiter 55 und Arbeiterinnen hatte für den 5. d. M. eine öffentliche 67 Bersammlung von Mitgliedern der Allge meinen Orts Rrantentasse gewerblicher Ar= 84 beiter und Arbeiterinnen einberufen, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, Vorschläge zu den demnächst zu 198 unternehmenden Schritten betreffs Einführung der freien Arzts 1 wahl zu machen. Da indessen derartige Vorschläge nicht gemacht wurden, auch die Kommission es nicht für angezeigt hielt, ihr Programm vorzeitig zu veröffentlichen, so wurde dieser Gegenstand verlassen und gelangte der zweite Punkt der Tagesordnung: Maßnahmen eines ehemaligen Borstands nitgliedes einem Raffenmitgliede gegenüber zur Berhandlung. Der Betreffende, der jest Krankenbesucher zur Verhandlung. Der Betreffende, der jest Krankenbesucher eine mit ihm in einer Versammlung ausgefochtenen Affäre auf öffentlicher Straße thätlich beleidigt. Die Versammlung beauf öffentlicher Straße thätlich beleidigt. Die Versammlung be auftragte ihr Bureau, beim Kassenvorstand dahin vorstellig zu werden, den betreffenden Krantenbesucher megen feiner Schlagfertigkeit seines Amtes zu entheben. Eine Resolution, die sich weiteren wurde die Agitation des Vorstandes gegen die freie mit diesem Antrage deckt, fand einstimmige Annahme. Des Arztwahl kritisirt und für verwerflich befunden. Zum Schlusse Zur Beachtung! Der französische Staatsangehörige Herr erfolgte die Grörterung interner Raffenangelegenheiten. Pierre Ramoneue hat ein Bermächtniß von 300 000 Fr. dieser Gelegenheit erhob die Versammlung, in Rücksicht auf die für die Kinder aller derjenigen französischen oder au 3. mit dem Vorstand verkehrenden Kranken, Protest gegen die Verländischen Arbeiter oder Aufseher( Vorarbeiter, chefs legung des Rassenlofales in die zweite Etage des diesbezüglichen d'équipe) ausgefeßt, die in der Zeit zwischen dem 3. Februar Hauses in der Adalbertstraße. Die Delegirten wurden deshalb 1887 und dem 3. Februar 1890 an den Folgen eines ihnen in beauftragt, dahin zu wirken, daß wieder ein Parterre zum Rassendem gleichen Zeitraum in franzöfifchen oder lokal genommen werde. algerischen Bergwerten augestoßenen Unfalls Eine Proteftversammlung der Weber und Wirker verstorben find. Einzige Bedingung hierbei ist, daß diese tagte am 2. März bei Joël. In einem fesselnden Vortrage zeigte Kinder, fie mögen männlichen oder weiblichen Geschlechts sein, Herr Klösterlein, daß in diesem Gewerbe ein Nothstand am 3. Februar 1890 das Alter von 15 Jahren noch nicht überherrscht, wie er schlimmer taum ausgedacht werden fann. In der Schritten hatten und in rechtmäßiger Ehe geboren oder, Distuffion, die im übrigen die Ausführungen des Referenten er wenn fie unehelich sind, vom Bater ausdrücklich an gänzte, versuchte ein Herr Beier für das Innungswesen Propas Nach längeren, theilweise energischen Auseinandersetzungen erkannt sein müssen. Alle weiteren Aufschlüsse werden den ganda zu machen. Derfelbe wurde jedoch von den Herren zwischen dem Staatsanwalt und dem Rechtsanwalt Fried in Deutschland lebenden Betheiligten vom Minifterium der öffent Schuster, Rölzer, Wagner, Hübsch, Neumann, wie auch vom Remann über diesen Punkt beantragt der letztere die Vertagung lichen Arbeiten in Paris oder von der Kanzlei der Französischen ferenten eingebend widerlegt. Sämmtliche Redner forderten zum der ganzen Verhandlung, da zur Zeit bereits drei verschiedene Botschaft in Berlin, Pariser Plag, ertheilt werden. Anschluß an die bestehende Organisation auf und traten ferner Stra lammern sich mit Löwy'schen Angelegenheiten zu bes fchäftigen baben und es doch angemessen sei, die ganzen Sachen Der Ansstand der englifchen Flaschenglasmacher, der für die folgende Resolution ein, deren Annahme einstimmig erfolgte: Eine zu einem Ganzen zu verbinden, zumal ja auch gegen v. Arnauld vor acht Wochen begann, dauert noch immer fort. Die Versammlung wendet sich entschieden gegen die Beder dies große Zahl anderer Arbeiterkategorien find in Mitleiden hauptung der Reichstagsmehrheit und der Regierung, daß ein bas Verfahren wegen Meineids schwebe und in bezüglichen Verhandlung sich ja ergeben werde, ob nicht schaft gezogen. Die Noth unter diefen ist groß Einige v. Arnauld überall in gutem Glauben gehandelt habe. Staats- Geistliche verschiedener Religionen fuchten deshalb zwischen eigentlicher Nothstand in der Arbeiterschaft nicht zu verzeichnen, und daß im Gegentheil der Arbeitslohn vielfach, namentanwalt Dr. Benedig empfiehlt gerade im Intereffe des An- Fabritanten und Arbeitern Frieden zu stiften, die Fabrikanten lich in der Textilindustrie, gestiegen sei. Sie stellt vielmehr geklagten v. A., so weit zu verhandeln, als irgend möglich fei. ftellten aber solche Bedingungen, daß die Glasarbeiter es nicht fest, daß wenigitens die Berliner Weber seit Jahren Die Voruntersuchung wegen Meineides sei geschloffen, die Sache der Mühe werth hielten, fie in Erwägung zu ziehen, zu dem grabiger Arbeitslosigkeit und recht Liege jegt der Strastammer vor, und er tönne nicht wissen, was beim Beginn des Streits auf grund früherer, schlechter Erempfindlichem Lohnbrud zu leiden haben, Mißstände, fahrungen beschloffen worden war, daß dritte Personen nicht als welche nur durch die wenige Monate im Jahre andauernde Der Gerichtshof beschließt, in die Verhandlung einzutreten. Vermittler anerkannt werden sollten. In Yorkshire, wo der Aus: Saisonarbeit unterbrochen wurden, wodurch der Lohn aber nieEinen Untrag des Staatsanwalts, während der Bernehmung stand oder richtiger die Aussperrung begann, wurden sonst mals eine Höhe erreicht hat, daß er zur Beſtreitung einer des Angeklagten v. U. den Löwy abtreten zu lassen, wird ab: 3 600 000 Flaschen wöchentlich produzirt; nachdem die Defen acht menschenwürdigen Lebensweise genügte. Gemildert können jene gelehnt. Wochen lang still gestanden haben, macht das einen Ausfall von Mißitände nur werden durch eine tiefeinschneidende Der Angeklagte von Arnauld erzählt auf Befragen des 28 800 000 Flaschen. Nun hat sich der Ausstand auf Dublin und Arbeiterschuh- Gefeßgebung, durch einen gefeßlich Präsidenten, daß er den Angeklagten Löwy im Jahre 1889 zu Lancashire ausgedehnt, und so wird es taum zu hoch geschätzt festgelegten Normal- Arbeitstag, welcher mit jeder fällig im Obstladen von Sög fennen gelernt habe. Gög fei fein, wenn man sagt, daß infolge des durch die Fabrikanten wirklichen Zunahme der Produktion verkürzt werden müßte. Rominanditär des 28oy gewesen und habe ihn schließlich über- hervorgerufenen Ausstandes in England jetzt wöchentlich Hierdurch würde die Nachfrage nach Arbeitskräften und damit die rebet, mit größeren Summen bei Löwy zu spekuliren. Er babe fünf Millionen weniger produzirt werden. ökonomische Macht der Arbeiter nicht wenig erhöht werden. schließlich jirta 100 000 m. hingegeben. Eines Tages im Jahre halten der Glasmacher mufterhaft ist bis jetzt hat sich noch als weiteres wirtfames Mittel zur Sebung der wirthschaftlichen so ist ihnen 1891 fei er gewarnt und es sei ihm gesagt worden, daß das fein einziger Streifbrecher unter ihnen gefunden Macht der Arbeiterschaft betrachtet die Versammlung die moderne Löwy'sche Gefchäft bald zufammentrachen müsse. Er habe sich der Sieg wahrscheinlich, zumal nun auch sämmtliche Medizin. Gewerffchaftsorganisation. Sie hält es daher für mit seiner Frau zu Löwn begeben, um Aufklärung zu verlangen, glasmacher sowie der Rest der Flaschenglasmacher ganz Englands die Pflicht der hiesigen Weberschaft, sich in Gesammtheit ber Löwy habe ihn aber vollständigft beruhigt. Dann seien die die Arbeit nieberlegen wollen, wenn die Fabrikanten auf ihrer Berliner Filiale des Berbandes aller in ber Textil. großen Banffrache gekommen und da ihm dte ganze Geschäits. Lohnreduktion beharren. industrie beschäftigten Arbeiter und Ar verbindung mit Löwy mit Rücksicht auf seine vorgesezte Bebörde beiterinnen anzufchließen." unangenehm geworden sei, babe er aus derselben baldmöglichst Eine öffentliche Versammlung aller in der Kürschners ganz heraustommen wollen. Er habe mit Löwy darüber verhandelt, dieser habe ihm erst Wechsel, dann Hypotheken angeboten branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Montag Abend und beschäftigte sich mit der Frage: Wie stellen und schließlich fei verabredet wurden, daß Löwy nach Walden burg reifen sollte, um ihm das Bergwert zu verpfänden. In wir uns zu einer diesjährigen Lohnbewegung?" Kollege Regge Löwy's Abwesenheit habe er sich mehrfach in das Eine öffentliche Versammlung der Stellmacher tagte führte den Versammelten die Mißstände, welche feit der lezten Geschäftslotal begeben und bei einer Gelegenheit habe er den am 5. März, um zu dem durch die Innung von der Mulack Lohnbewegung im Jahre 1889 wieder plaßgegriffen haben, vor Matler Rohn auf der Straße getroffen, welcher ihm den Rath straße 9, nach der Blumen str. 56, verlegten Arbeitsnachweis Augen. Die Kollegen blieben der Organisation fern, und die ertheilt habe, fich Wechsel geben zu lassen. Er fei dann zu Lewin Stellung zu nehmen. Kollege Brüst legte den Anwesenden Ueberhandnahme der Hausindustrie thue das ihrige, um die gegangen, welcher eine große Anzahl Wechsel in seiner Bruft nochmals die Gründe dar, welche die Gefellen veranlaßt haben, Lebenslage zu einer unerträglichen zu machen. Lohnabzüge bis tafche trug und habe ihn gebeten, ihm eine Anzahl Wechsel zu energisch diese Verlegung zu fordern, diesem Drängen mußte die zu 50 pt. feien zu verzeichnen, die Salbit icfarbeit ermögliche überlassen. Er habe fich babei gedacht: Gr fei doch mit einer Innung, wie bekannt, nachkommen, wollte sie nicht Gefahr laufen, eine intensivere Ausnutzung der weiblichen Arbeitsfräfte bei unfo großen Summe interessirt, und die Wechsel feten in der Bruft daß ihr der Nachweis von den Gefellen aus den Händen ges beschränkter Arbeitszeit. Ohne ein rechtzeitiges, einmüthiges Vortafche des Lewin doch zu unsicher. Er habe also mit Geneh- nommen werde. Die unangemessene Behandlung der Zureifenden gehen wären die Arbeiter bald derartig ausgefogen, daß ste migung des Lewin eine Anzahl Wechsel ausgesucht, diefelben durch den Herbergswirth lag zu augenscheinlich, auch war es gänzlich machtlos wären, überhaupt noch irgendwelche Forderungen genau verzeichnet und mit nach Hause genommen. An demselben wiederholt zu Thätlichkeiten zwischen beiden Theilen gekommen. zu ftellen. Um aber erfolgreich in diesem Frühjahre gegen die bende fei Lewin bei ihm erschienen, und auf Ersuchen desselben Da nun die Herberge und der Arbeitsnachweis verlegt sei, be Fabritanten und Kleinmeister vorzugehen, sei das geringe Opfer, habe er ihm 4000 Mart in Wechseln zurückgegeben, welche bis merkte der Redner, sollten die Kollegen nur dieses Lokal welches der Anschluß an die Organisation erfordere, durchaus bie fontirt werden sollten. Angell, Lewin bestätigt diese An- oder Beitung zur Erlangung von Arbeitsgelegen- nothwendig; auch die Mamfells müßten sich dem Verbande anschließen. benüßen, bis ber Fachverein in der Lage Nach längerer Diskussion, in welcher zwar das Wesen der Hausgaben im Großen und Ganzen. Er habe die Wechsel in ber heit Die arbeit verurtheilt, im übrigen aber größtentheils anerkannt Zasche getragen. weil während der Abwesenheit Löwy's doch kein fein würde, felbst einen Arbeitsnachweis zu errichten. Bela in der Kaffe war und er doch in der Lage sein mußte, fich Rollegen Schuster, Mißmann, Menzel, 8äringl wurde, daß nur durch ein gemeinschaftliches Borgehen mit den aus derselben wird. Da das Ver-> Versammlungen. " Hausarbeitern Erfolge erzielt werden können, wurde folgende| Berein Fridolin, Brunnenftr. 85 bet Wolff. Brivat- Theater- Berein Resolution faft einstimmig angenommen: bet Nebelin. Durch Nacht zum 2icht, Dresdenerstr. 116 bet Gründel. Touristen= tlub Nachtfalter, Frankfurter Allee 66 bei Burmann. Tambourverein Die am 6. März in Böhow's Brauerei tagende öffentliche Borwärts( Rirborf), Sermann- und Wanzlicitraßen- Ede bei Rober. Versammlung der in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter Rauchtlub Eiferne Pfeife, Triftfir. 1 bei Hoffmann. Humoristischer Geselliger Verein Brüderlich fett und Arbeiterinnen erkennt an, daß die Mißstände in derselben Rauchflub, Görligerstr. 42 bei Bicht. Georgenkirchstr. 65 bei Müller. derartig sind, daß sie die Existenz der darin Beschäftigten auf's Gefang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gefangverein äußerste gefährden. Die Anwesenden verpflichten sich, zur Winter- nospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Atanceftraße. faifon in eine Lohnbewegung einzutreten, damit sie in der Lage Musikverein vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, angestraße 108 Männer- Gefangverein Waldtapelle, Abends 9 Uhr, find, ihre Verhältnisse zu menschenwürdigen zu gestalten, nament Refiaurant Kayfer, Staligerir. 22. Mufit- Dilettantenverein Preciofa, lich verpflichten sich die Arbeiterinnen, sich an der Bewegung zu Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und betheiligen. Die Versammelten stellen als Forderungen auf: Tegelerstraßen- Ecke. Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Man1. Abschaffung der Halbstück, sowie der Affordarbeit überhaupt, teuffelstr. 9.- Kraftturnverein Jugendtraft, jeben Mittwoch und Sonndafür Einführung eines durchschnittlichen Wochenlohns bei abend 9-11 Uhr abends bei Lade, Beughoffir. 8.- Turnverein Gesund 91/ aftündiger Arbeitszeit. 2. Abschaffung der Sonntags- und brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, Ueberstundenarbeit." Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Univerfum, Brunnenstr. 119. Die Kollegin Gallinart und die Kollegen Regge, Peters, Wier, Günther, Hopsch, Rubin, Freyer und Stolz wurden hierauf in die Lohnkommission gewählt unb beauftragt, in türzester Zeit die nöthigen Schritte zur Einleitung des Lohnkampfes zu unternehmen. Der Tanzlehrerverein ,, Solidarität" hatte am 24. Februar eine Versammlung, in welcher beschlossen wurde, nur solche Kollegen aufzunehmen, die einem sozialdemokratischen Wahlverein angehören. Die Versammlung beschloß sodann, drei Mitglieder, die ihren Pflichten dem Verein gegenüber nicht nachgekommen waren, auszuschließen. Hierauf wurde Krummhorn zum Revisor und Goldschmidt zum Schriftführer gewählt. Lese- und Diskutirklub„ Bentrum". Heute Abend Uhr bei Sommer, Grünftr. 21, Sigung. Tagesordnung: Die Zukunftsstaats- Debatten im Reichstage. Verein ehemaliger Bad Schmiedeberger und Umgegend. Abends ex Uhr, im Restaurant Karl Voigt, Kaiserstr. 11, Hof 1 Tr. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Den 8. März, große Bersammlung der Landsleute mit Damen in den Armin hallen, Kommandantenstr. 20. Theater- und Vergnügungs- Berein Sumanitas Abends 9 Uhr bet Reed, Bothringerstr. 94.- Theaterverein Bultania 2", Abends 9% Uhr, Bergftr. 12, Restaurant Rehliz. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Reftaurant Lothringerftr. 101. Gefelliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr im Restaurant Sommer, Grünftraße 21. Kreuzfibel, bet Gumlich, Reichenberger: ftraße 149. Fidele Brüder, bei S. Mrose, Lachmannstr. 5.- Touristen verein rei Weg", Abend 9 Uhr bei Siedlutad, Manteuffelstr. 86. Bergnügungsverein Zuftig- Froh, Mittwoch 9 Uhr, Märti scher Hof, Admiralstr. 18c. Sigung. Rauchflub Roo ch loch, Abends 9 Uhr, bet terstein, Admiralftr. 33. Rothe NeIte, bei Steuer, Weinstr. 22. Humoristischer Rauch: " " J. R. in Breslan. Liebknecht hat in feinem Seben nicht gegen Kunst und Dichtung" ein Wort gesprochen oder ge schrieben. Er hat aber gelegentlich einigen Dichterlingen auf die Finger geklopft, weil er ein Freund der Kunft und Dichtung" ist. Vielleicht ist Ihr Freund mit einem solchen Dichterling ver wandt oder bekannt. Erkundigen Sie sich einmal. F. C., Königsberg. Die Verächtlichmachung eines Gefezes vorschlages, z. B. der lex Heinze, fann nicht als Verächtlichmachung einer Staatseinrichtung erachtet und bestraft werden. Broschüren über die lex Heinze in unserem Sinne find, soviel uns bekannt, nicht erschienen; der Gegenstand ist ja im Plenum und in den Kommissionsverhandlungen des Reichstages sehr ausführlich behandelt und über die Verhandlungen von uns eingehend berichtet. Amalie. Der Vormund kann zur Zahlung der Zinsen nicht gezwungen werden; indessen versuchen Sie, es mit einer Eingabe an das Vormundschaftsgericht durchzusehen. W. Sch. in F. 22. Die Anzeige ist an die Staatsanwalt schaft beim Landgericht Berlin I, Alt- Moabit 11/12, au adreffiren. Alter Abonnent. 1. Die Mutter braucht auf dem Standes. amt den Namen des Vaters ihres unehelichen Kindes nicht anzugeben. 2. Wenn jemand zu Unrecht zwecks Legitimation eines unehelichen Kindes die Vaterschaft zu einem von ihm nicht gezeugten Kinde anerkennt, so wird schwerlich eine Anflage gegen ihn erhoben werden. Die Möglichkeit einer Anklage( wegen Urkundenfälschung) ist aber nicht ausgeschlossen. Rauchtlub& affalle, Abends, bet 2od, Friedrichsbergerfir. 11. Rauchtlub flub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerstr. 42.- Rauchflub SansE. S. 1000. 1. Die Verpflichtung des Vaters eines un souci, Boechfiraße 51.- Rauchflub Ohne 3wang, Abends 9 Uhr bei ehelichen Rindes zur Zahlung von Alimenten wird dadurch nicht Späth, Weinstr. 28.Rauchfluh Grüne Quafte, Abends uhr, bei beseitigt, daß die Mutter ihn nicht heirathen will oder später Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchklub Vultan, Abends 9 Uhr bei Gittler, Mariannenstr. 48.- Rauchtlub Goldene Quafte", Abends 9 Uhr infolge einer Schwängerung durch einen Dritten wiederum entbei Muß, Joftystr. 8.- Rauchtlub gutgefinnter Freunde, Abends bunden wird. 2. Lohnbeschlagnahme wegen Alimente un= 8 Uhr bei Neumann, Höchsteftr. 28. Rauchtlub Schmotes- Werte, ehelicher Kinder ist nicht zulässig. Rauchflub Borwärts GD.", Röpenickerstraße 121a bei Schöbel. Waldemarstraße 74 bei George. Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genoffen W. Salzwedel. Sumoristische Pfeifenbrüder Rauchtlub Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarstr. 52. Rauchklub Möbius. Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur erften gustige Brüder jeden Mittwoch Abend 8% Uhr Manteuffelftr. 65 bei aufrecht zu erhalten hat. 2. In anderen Staats- und Gesell Sülfe bei Unglücksfällen. Männliche Abtheilung Mittwoch, den 8. März, Abends 8% Uhr, bei Lenz, Alte Jakobstr. 69. Weibliche Abtheilung Donnerstag, den 9. März, Abends 8% Uhr, bet Bolg, Alte Jakobftr. 75, unter Leitung des Herrn Dr. Guttmann. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Sub= Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Geschichte( alte); Süd- Ost, schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( oberes, Logit), Rechnen ( unter es). Nord- Schule, Müllerstr. 179 a: Unterricht in Deutsch( mittl. und unt.), Mathematit und mathematische Geographie. In allen unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklube. Mittwoch. Bereinte Kraft, Abend 6% Uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Frip Sießte, Schwebterstr. 33. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15 brunnen, Abends 8% Uhr, bei Haferland, Bellermannftr. 87.jed. Monats, Ab. 8% Uhr, im Restaur. Grube, Mariendorferstr. 10. Gesund Gleich Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Vermischtes. " H. M., Greiz. 1. Die Polizei ist die Einrichtung, welche die Ordnung und die Sicherheit des bestehenden Staatswesens schaftsformen ändern sich auch die Aufgaben der Polizei. Wenn Sie in Zukunft vielleicht die Beseitigung des Klassenstaats in einem Voltsfest feiern und etwa hunderttausende auf dem Tempelhofer Felde die Feier begehen, so werden Sie ohne Zweifel Feft ordner ernennen; das wäre auch Polizei. 3. Selbstverständlich arbeiten die Vertreter der Arbeiterfache im Deutschen Reichstage auf die Beseitigung des Klaffenstaates hin. Schiffbruch. Nach einem Telegramm aus Ste- Marie- de- C. Wafferthor. 1. Alle im bürgerlichen Leben üblichen Madagascar hat der Aviso La Bourdonnais" Schiffbruch ge- Legitimationsnachweise genügen. 2. Eine bestimmte Summe ist litten, wobei 23 Personen das Leben einbüßten. bei der Einwanderung in Amerika nicht vorgeschrieben. 3. BeEisenbahn- Unglück. Auf der Linie Sofia- Ronftantinopel, richte über die anarchistischen Versammlungen überlaffen wir den bei Jeni- Mahalle, hat ein zusammenstoß zweier Bourgeoisblättern, insbesondere der" Post", welche dieselben aufheit, Abends 8% Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. Seine, Rirborf Eisenbahnzüge stattgefunden. Der von Konstantinopel kommende bauschen, um den Philister graulen zu machen und der Polizei Abends 8 Uhr, bei Schmidt, früher Albrecht, nesebecftr. 82.-Otto Personenzug war eben in die Station eingefahren, als von ent-| Dienste zu leisten. gegengesetter Seite ein aus dreißig Waggons bestehender ge- R. Sch. 1. Ueber das Vermögen des Mündels in der von mischter Zug aus Philippopel daher kam und den ersteren an- Ihnen gedachten oder ähnlichen Art zu verfügen ist unerlaubt rannte. Die Maschine, der Postfourgon und ein Waggon erster und strafbar. 2. Uns unbekannt. Klasse wurden zertrümmert; sieben Personen, darunter der katholische Erzbischof von Philippopel, Msgr. Menini, wurden erheblich verwundet. Es wird nun behauptet, daß die Station, in welcher der Zusammenstoß erfolgte, gar feinen Signalapparat besize, daß der riesige gemischte Zug anstatt sechs Bremser nur zwei, von denen einer ein Knabe war, mitführte und endlich, daß der Zug mit 30 Kilometer Geschwindigkeit in die Station einfuhr. Reimer jeben Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavnerstraße 23. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Menderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 70. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungs: ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Stedesfreiheit 1, Andreasstr. 26, bei Schiamacher. Freya,( Gem. Ghor), Alte Schönhauser ftraße 22-23, Bögow's Braueret. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet Wilte. Deutsche Eich e, Blumenstr. 46, bei Went.& cho 1 Bantow, Echulzeftr. 27. Gefangv. der Steinmegen, Johannisstr. 20, bei Müller. yra 1, Raupachstr. 6, bei Stachel.- Euphonia, bei Elhaus, Brücken ftraße 2. Hand in hand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Päzoldt. Schneeglöden 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, bei Glaser. Unverbroffen, Abends 8 Uhr, bei Sachs, Lindowerstr. 26. Rütti, Flöter'fcher Gesangverein, Koppenstraße 43c, bei Lorenz. Friedenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Lerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Landsbergerstr. 31, bet See2orbeertrans, Bichtenbergerstr. 21 bet Heise. Südost, 1. hausen. Röpnicerfir. 191, Restaurant. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße 84, bei Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, GolzWein Gefangverein der Kupferschmiede, ftraße 48, bei Siegeler. ftraße 11 bei Feind. Bergißmeinnicht, Schulstraße 29, Concordia". Dieffenbachstraße 53 Webbing Kasino. das tm bet Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Holz." Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bet Warschau, 7. März. In Lodz wurden neuerdings revo: Schneider. Gefangverein 2oto sblume, Alte Jakobstr. 96-97, bet Fialtowsty. Gefangverein Freiheitstiänge, Alte Jakobftraße 68. lutionäre Aufrufe unter den Arbeitern vertheilt; es sind deshalb Männer- Gefangverein ibertee 1, Guornstraße 24, bet Ztelsch, mehrfache Verhaftungen, auch solche von Frauen vorgenommen Unversagt Langeftr. 65 bet Tempel.- Gesangverein 2 orbeertrana 2. Drantenftraße 190 bei Ratsch. Gefangverein& tebeslut in Fürstenwalde worden. bet Soupt, Müncheberger Chauffee. Sängerchor der Maler, Stall( Wolff's Telegraphen- Bureau.) fchreiberstraße 29 zum eichenen Stab. Fretheits: Gruß, Schönhauser Allee 48 bei Buffe. Gefangverein offnung 3", Brandenburg a.. Amberg, 7. März. Bei der Reichstags- Erfahwahl im bet Weidner. Cuvrystraße 48 bei zweiten oberpfälzischen Wahlkreis sind hier bisher 967 Stimmen Gesang Berein Titania" Seidler. Gesangverein Gangesblüthen Blumenstr. 38 bet Hente. Männer für Riß( Bentrum) gezählt. 840 Stimmen sind zersplittert, davon Gefangverein Moabit, Wilhelmshavenerftr. 23 bet Ruba. Gefangverein Liederluft, Fichteftr. 29 bei R. Kröfche. Gefangverein entfielen 215 auf den sozialdemokratischen Kandidaten und 3 auf Gleichheit", Pappel- Allee 3-4 bet A. Meinhardt. Gefangverein Dr. Sigl- München. yra 3", Brig, Werderstraße 15.- Gesangverein Freiheitstlänge 2" Eberswalderstraße 5.- Geeger'scher Gefangverein, Krautftr. 6 bei Rudolf. Arbeitergesangverein von Bris in Bris, Werderstraße, Restaurant Schöneberg. Gefangverein Sängerfreiheit, Naunynftr. 43 bei Friz Fröhlich. Briefkaffen der Redaktion. sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8u schriften find au richten an B. Sentel, Bergmannstraße 21, of 8 r.) Malerzeichnungen( eine Rolle) find am Montag früh auf Mittwoch: Rauchflub Frisch Auf Fürstenwalderstr. 12 bet Schulz. ber Landsberger Allee gefunden worden. Abzuholen in der Exped. Pollack Klub Lustige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Liewald. Theaterverein Proletariat, Naunynftr. 83 bei Kühn. Geselliger des Vorwärts", Beuthstr. 3. " T. W. 41. Die Darlehnsforderung verjährt nicht. J. Preuß. Wir rathen Ihnen, diese Angelegenheit zunächst mit Ihrem Vertrauensmann zu erörtern. P. B. Lassen Sie doch eine Arbeiterin der Fabrik selbst hierherkommen. Nachrichten aus dritter Hand und ohne Beweismittel sind schwer zu verwerthen. H. K. Die Eisenbahnverwaltung ist eine staatliche und fließen deren Einnahmen den Einzelstaaten zu; nur die Elsaß Lothringischen Bahnen gehören dem Reich. Die Militärtoften werden dagegen vom Reich aufgebracht und durch Reichseinnahmen bestritten. Die preußischen Staatsbahnen weisen zwar beträchtliche Ueberschüsse auf, doch sind dieselben nicht viel höher, als die Verzinsung des Anlagekapitals erfordern würde. Bieht man von ihnen aber auch nur die Zinsen des zum Erwerb der Eisenbahnen aufgenommenen Kapitals ab, so tommt der Ueberschuß noch lange nicht dem vierten Theile der Militärkosten gleich. Die Militärkosten werden fast ausschließlich durch die Steuern und Zölle auf die nothwendigsten Lebensmittel gedeckt. Soldat. Ihre Mutter hat keineswegs ihren Anspruch auf Armenunterstützung durch Ihr günstiges Schicksal, von einem Ferienkolonien- Aufenthalt verschont zu sein, verwirkt. Fruchtstraße 22. Ja, der Miether braucht erst bei Ab auf seines Miethsvertrages den Schlüssel herauszugeben. Huwe. Arme Mutter! Lohnarrest wegen der Alimente des außerehelichen Rindes ist unzulässig. " Berichtigung. In gestriger Nummer steht in der Sozialen Uebersicht" der Schlußjaz zur Notiz Die Mannheimer Brauer gehilfen", welcher lautet: Näheres über die Ursachen dieses Ausstandes ist noch nicht bekannt," an falscher Stelle. Er gehört an den Schluß der Notiz über den Streit der Ungarischen Schraubenfabrik. Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Nachahmungen, bie in neuerer Zeit unter den Namen ,, Seifen- Extract" c. angeboten werben. Möbel, 3510L Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin. Ganze Ausstattungen Küchenmöbel in grosser in Mahagoni u. Nussbaum. Auswahl empfiehlt Julius Apelt, Sebastianstr. 20 Reelle Waare. Prompte Bedienung.( früher 27/28).[ 3749L* Gefärbt wird für 2,50 bis 3,00 Mark in allen Farben: Damenkleider, Ueberzieher, Röcke, im Ganzen oder getrennt. Möbelstoffe à M. 1,-. Auch Betten und Tischdecken à Stück 1,25 Mark. Steppdecken à Stück 2 bis 2,50 M. 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