Nr. 258. Abonnements- Bedingungen: . Abonnements Prete pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1.10 m wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Ebonnement: 1,10 Marf pro Monat Eingetragen in die Boit geitungs. Breislifte Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart bro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemarl Holland, Italien Curemburg. Bortugal, Rumänien. Schweben und die Schweiz Crideint täglich außer Montags Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahre Die Infertions- Gebühr Betrügt für die fechsgespaltene stolonel geile oder beren Raum 60 Pfg., fitt bolitische und gewerffchaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg Kleine Anzeigen", das erste( jett gebrudte) Bort 20 Bfg., jebes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf Rellen- Anzeigen das erste Bort 10 Big., fedes meitere Bort 5 Big. Worte über 16 Buchstaben fühlen für zwei Borte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den 28. Oftober 1908. Aus dem Dreiklaffenparlament. be, worin er die Richtbeachtung Willfür Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Das den tam endlich als letter Redner aus dem Hause unser für Fabriten galten, für alle Betriebe mit Genosse Ströbel zu Wort. Schon der Anfang seiner durchschnittlich mehr als zehn Arbeitern. Rede. der Wünsche stellt die Berner Konvention als Mindest forderung für die rückeiner großen Anzahl von Unterbeamtenfategorien sowie das ständigsten Staaten auf. Der Entwurf lehnt sich zaghaft an diese Der Antrag auf Haftentlassung Liebknechts tam gestern gänzliche Fehlen einer Fürsorge für Arbeiter zur Sprache Mindest forderung an. Er schlägt vor, daß die Vorschriften, die vor dem Dreiflassenparlament zur Berhandlung. Die Junter- brachte, rief am Regierungstische sowohl als auch bei den bisher nur für die Fabrikarbeiter galten, nunmehr auf alle Be und Geldjadtammer fonnte, wollte sie sich nicht völlig dis- Herren auf der Rechten lebhafte Unruhe herbor, eine Unruhe, triebe übertragen werden, in denen in der Regel mindestens kreditieren und auch vor dem Ausland als preußische Ober- die sich noch steigerte, als der sozialdemokratische Redner an zehn Arbeiter beschäftigt werden. Unsere Genossen in der duma verächtlich machen, nicht umhin, den Antrag wenigstens dem bureaukratischen Mandarinentum" Stritit übte, das die Kommission( Molkenbuhr, Schmidt- Berlin, Stadthagen) beantragten, zur Besprechung zu bringen. Man mußte wenigstens so Regierung mit ihrer Vorlage züchten wolle, und als er den statt der Worte in denen zu setzen für die" und statt der tun, als ob man die sozialdemokratische Partei, die stärkste schlüssigen Beweis dafür erbrachte, daß man nicht von Bahl 10: 5 au fegen. Sie führten an, daß das Aufgeben des sehr Partei Preußens und des Reiches, auch noch mundtot machen einem Aft werftätiger und weitgehender Fürsorge sprechen umstrittenen Begriffs Fabrit ein Fortschritt sei. Aber es gebe heute wolle. wie der Finanzminister Deshalb ließ man den Vertreter unserer Fraftion fönne, es getan, sondern Betriebe mit weniger als 10 Personen. Die Arbeiter in diesen zum Wort tommen. Was dann freilich fam, war nur daß die Regierung lediglich eine Anstandspflicht erfüllt, würden, auch wenn man die Hereinbeziehung der Motorwerkstätten cine Farce. Man geberdete sich so, als ob man die Sozial- wenn sie die Gehälter wenigstens so weit erhöhe, wie es die durch§ 154 der Gewerbeordnung in Betracht ziehe, fortan schlechter demokratie feineswegs an der parlamentarischen Betätigung Steigerung der Lebenshaltung erfordere. Als Genosse gestellt werden. Außerdem dürfe aber Deutschland doch nicht hinten hindern wolle, sondern als ob der Widerstand gegen die Haft Ströbel bollends die agrarische Wirtschaftspolitik geißelte, an maridhieren. Eine Reihe ausländischer Gefeße, so die der Schweiz entlassung Liebknechts zum Zwecke der Ausübung seines da war es mit dem äußeren Anstand, den der Chor der Land- und Australiens, haben als Mindestzahl 5, 4 oder 3 festgefeßt. So Mandates nur aus gewissenhaftesten, strupulösesten, iuristi- räte bis dahin bewahrt hatte, vorbei, die Herren suchten nach hatte Victoria im ersten Fabrifgesetz von 1873 die Fabrit als einen schen und staatsrechtlichen Bedenten resultiere. befannter Manier durch allerhand unartikulierte Laute und Raum definiert, in dem bei der Erzeugung von Gütern nicht weniger Es war ein wahrhaft grotestes Schauspiel, wie einer der mehr oder weniger geistreiche Zwischenrufe den unbequemen als 10 Berfonen beschäftigt werden. Im Jahre 1885 wurde die wildesten reaktionären Draufgänger und zügellofesten Volks. Gegner aus dem Konzept zu bringen. Gelungen ist ihnen zum Begriff Fabrit notwendige Arbeiteranzahl auf 6, im Jahre 1893 feinde, Herr Streth, sich hinter die peinlichsten verfassungs- dies Manöver freilich nicht. auf 4 reduziert und überdies ohne Rüdsicht auf die Personenzahl mäßigen und juristischen Bedenten vertroch und sich sogar auf Wie wenig Recht Preußen hat, sich zu rühmen, daß es in bestimmte Betriebe den Fabriken gleichgestellt. Richtig wäre es, eine unanfechtbare staatsrechtliche Autoriät Deutschland vorangeht, das bewies Ströbel durch einen Ver- für alle Betriebe, zum mindesten alle Werkstätten die Schutzberief, auf- Wilhelm Liebknecht! Die Autorität selbst gleich zwischen den Gehältern ein und derselben Beamtenfategorie vorschriften einzuführen. Zum mindesten sollte man der bes eines Sozialdemokraten ist für einen ostelbischen Junker in Preußen und Bayern. Mit Recht konnte er an der Hand der scheidenen Herabfezung der Bahl 10 auf 5 Personen zustimmen. vertreter unantastbar, wenn die Auffassung des Sozialdemo. Vorlage, die besonders die Beamten des Außendienstes berück- Für die" statt„ in denen" müsse es heißen, um fraten ausnahmsweise einmal den Juntern in den Kram sichtigt, die Behauptung aufstellen, daß es die Absicht der Streitigkeiten ein Ende zu bereiten, wer im Betriebe beschäftigt paßt. Unser Alter war natürlich weit davon entfernt, sich in Regierung fei, sich eine Prätorianergarde für den Klassenstaat fei. Insbesondere würde die Regierungsfaffung die Heimarbeiter formal- juristischen Fragen für eine Autorität zu halten, er zu züchten. Die Junker, die das nicht wahr haben wollten, vermehren, das lebhafte, berechtigte Bestreben der organisierten Armachte seinerzeit offensichtlich auch nur den Vertretern der quittierten hierauf mit ironischem Beifall. Dem Einwand, daß beiter, Betriebswerkstätten in der Konfettion ufw. zu erlangen, fleinlichen juristischen Haarspalterei eine Konzession, um die die Sozialdemokratie wohl Forderungen aufstelle, aber der hindern. Beschäftigte ein Konfektionär z. B. neun Arbeiter, so Sache aus der Niederung der juristischen Wortflaubereien Regierung feine Mittel bewillige, begegnete Ströbel von würden die für die Frauen beftininiten Schutzvorschriften nicht zu auf das Niveau der ernsthaften politischen Er vornherein mit dem Vorschlage, einfach die Aufwendungen für gelten haben. Der Konfektionär werde also geradezu veranlaßt, örterung zu heben. die hohe Geistlichkeit aus dem Etat zu streichen, um sich so außerhalb statt innerhalb der Werkstätte zu befchäftigen. Was der Aber den bürgerlichen Parteien paßte es gerade, sich ohne irgend eine weitere Belastung des Volfes die erforder- fozialdemokratische Abg. b. Schweißer fchon 1877 berlangte, hinter Formalitäten zu verschanzen, allerhand juristische lichen Mittel zu beschaffen. Energisch bekämpfte er das lönne doch endlich jetzt, wo man im Begriff steht, mit dem Be Fineffen auszutifteln, statt auf ernste politische Erörterungen System der Stellenzulagen, durch durch das die Beamten griff der Fabrit zu brechen, Gefeß werden. Die Mitglieder einzugehen. So zeigte sich auch der Zentrumsvertreter Herr der ihrer Vorgesetzten preisgegeben werden, der verschiedenen Parteien und die RegierungsRoeren lediglich in seiner Eigenschaft als Jurist im übeln und mit gutem Humor malte er im Himblick auf die Breß vertreter erwiderten, der Antrag würde dem Handwerk Lasten Sinne, als Mann engherzig- formaler Interpretation, um nur äußerung von Staatsanwälten, die mit der ihnen zugedachten auflegen, er gehe zu weit. Monteure, Installateure, Elektroja die reaktionäre Physiognomie des waderen Zentrums zu Loherhöhung nicht zufrieden sind, das Gespenst eines Streits technifer ufw., die auswärts arbeiten, rechnen doch zu den Personen, verhüllen. Einzig Herr Albert Traeger, der Redner des der Staatsanwälte an die Wand. In schroffem Gegensatz zu die im Betrieb beschäftigt werden, Heimarbeiter in der Regel nicht. Freisinns, gab ehrlich zu, daß die Frage keine formal- den Konservativen, die von den Beamten verlangen, daß fie Abg. Schmidt Altenburg( freilons.) sprach sich dafür aus, daß bei juristische, sondern eine eminent politische sei! Früher, dem Landtage dankbar sind und das Petitionieren einstellen, richtiger Auslegung alle für den Betrieb beschäftigten als im Bes als er noch jung und streitbar gewesen, habe er deshalb vertrat er den Standpunkt, daß es sich hier lediglich um trieb befchäftigt zu gelten hätten. Die Stommiffion lehnte die die juristischen Auslegungskünfte der Herren Reaktionäre in Leistung und Gegenleistung handele und daß niemand es fozialdemokratischen Anträge mit allen gegen dieser Frage lebhaft befämpft. Jekt gebe er es refigniert wagen dürfe, den Beamten das ihnen gefeßlich gewährleistete die Stimmen der sozialdemokratischen Ber auf, den alten Streit aufzufrischen. Herr Traeger ist ein Mann Petitionsrecht zu schmälern. Die Vorlage verdiene höchstens treter ab. von 78 Jahren. Ihm fann man die Resignation nachfühlen den fühlen Dank eines höflichen Mannes. Weiter iegt das Berner Uebereinkommen die und verzeihen; aber daß die freifinnigen Parteien Ströbel hatte in seiner Rede, die die Sozialdemokraten Magimalarbeit für Arbeiterinnen auf selbst den Kampf aufgeben und nicht mehr den Mut haben, mit lebhaftem Beifall begleiteten, auch der Eisenbahner Erzehn Stunden für die Rechte des Volkes und des Parlaments rückhaltlos ein- wähnung getan und die Forderung erhoben, daß die unteren pro Tag fest. Abg. Size( 3.) beantragte, diese Bestimmung nicht zutreten, das ist ungemein bezeichnend für den greifen und mittleren Beamten im Eisenbahndienst endlich ausfömm- wie es die Regierungsvorlage vorschlägt, erst im Jahre 1910, haften Berfall dieser Freisinnigen, unter denen lich besoldet würden. Diese Aeußerung rief den Minister der fondern sogleich mit Infrafttreten der Gewerbeordnungsnovelle in ihr Senior Traeger bei weitem noch der jugendlichste und öffentlichen Arbeiten Breitenbach auf den Plan, der, da wirksamkeit zu fezen. Er schlug weiter vor, die Arbeitszeit an den streitbarste ist. er positives. nicht zu erwidern wußte, die bekannte Phrase vorabenden der Festtage auf neun Stunden zu beschränken. Genosse Hirsch vertrat den sozialdemokratischen Antrag berstammelte, daß die Sozialdemokraten ja doch alles herunter- bg. Dr. Streiemann( natt.) beantragte an Stelle der täglich zehnmit scharfer juristischer und politischer Pointierung. Er wies reißen, daß man es dieser Partei niemals recht machen könne, stündigen eine twöchentlich 60 stündige Arbeitszeit zu setzen und nach, daß die angesehensten Organe des Freisinns, das Ber- und was derartig schöne Weisheiten mehr sind. Reden Mutes hinzuzufügen, daß die Arbeitsgeit am einzelnen Tage 11 Stunden liner Tageblatt" und die Frankfurter Beitung" durchaus die Herr Breitenbach wußte, daß er im Dreiflassen nicht überschreiten dürfe. Er begründete den Antrag damit, daß ursprüngliche, sozialdemokratische Formulierung des Antrages parlament sprach- behauptete er, die Löhne der Arbeiter feien man den Arbeitgebern eine freiere Disposition über die tägliche vertreten, den der Freifinn durch Unterschrift zu unter- dauernd erhöht worden, ja der Beifall der Scharfmacher be- Arbeitszeit laffen müſte, weil Die Ansprüche ant die ftüßen abgeleht hat. Er wies ferner durch hochinter- getsterte ihn sogar zu dem Ausspruch, daß die all- Arbeitsleistung in den einzelnen Industriezweigen und an essantes Tatsachenmaterial nach, daß auch in dieser wichtigen gemeinen Teuerungsverhältnisse eigentlich nur die Folge den einzelnen Arbeitstagen verschieden seien. Genosse Wolkenbuhr politischen Frage, die einen Maßstab für die Rechte des der Lohnerhöhungen der Arbeiter seien. So setzte sich der wandte sich scharf gegen den Antrag, der der allzu deutlich Parlamentes und die Würde und Bedeutung der Volks. Minister dreist und gottesfürchtig über die von Ströbel in die das Streben der nationalliberalen Partei verrät, mit der geldbertretung liefert, fast alle ausländischen Staaten auf dem Diskussion gezogene Frage der agrarischen Wirtschaftspolitik gebenden Großindustrie in guten Beziehungen zu bleiben. Wit Standpunkt stehen, daß es das Ansehen und die Bedeutung und ihrer Folgen hinweg. Herr Breitenbach ist der Typus feiner Annahme würde jede Stontrolle über die Arbeitszeit aufhören der Boltsvertretung ganz selbstverständlich ber eines Vertreters einseitiger Unternehmerinteressen. Ließ er und die Ueberwachung der Bestimmungen den größten Schwieriglangen, daß auch im Vollstrechungsstadium befindliche doch keinen Zweifel darüber, daß seiner Meinung nach schon feiten begegnen. Im Gegenfaz zu diesem arbeiterfeindlichen VorStrafverfahren ausgesetzt werden! Die durch Form wie mit Rücksicht auf die Lage der Privatindustrie die Arbeiter schlag befürwortete Genoffe Mollenbuhr die Einführung des Acht Inhalt fesselnden Ausführungen des sozialdemokratischen löhne nicht erhöht werden dürften! Redners fanden bei dem Hause denn auch allgemeine Nachdem der Minister seine sozialpolitische Weisheit ver- Spinnereien den neunstündigen Arbeitstag eingeführt haben, so Aufmerksamkeit, was jedoch die Parteien nicht hinderte, zapft hatte, machte ein Schlußantrag der Diskussion ein Ende. tönne es der deutschen Industrie, die durch den Schutzzoll in einer nachher der Reaktion juristische handlanger. Am Mittwoch soll das Lehrerbesoldungsgeset befonders günstigen Lage sei, nicht schwer werden, mit dem Acht beraten werden. Als Redner der sozialdemokratischen Fraktion stundentage auszukommen. Der Zentrumsgewerffchaftler Giesberts ist Genosse Borgmann in Aussicht genommen. tam über ein gwar Aber nicht hinaus. Er fei zwar im Prinzip fehr für eine niedrige Arbeitszeit, aber der Achtstundentag fei gegen wärtig noch nicht durchführbar. Mit dem Zehnstundentage lönne die Bestreben, nur den Kapitalisten nicht wehe zu tun. Zur Vertretung feines Standpunttes nahm auch noch der Abg. Erzberger das Wort. Ein Regierungsvertreter wandte sich gegen den Während der Reichstag noch feinen Sommerschlaf hält und das Antrag Strefemann, erfärte aber auch den Antrag Hiße auf Herabdie politische Seite der Frage streifte und sich mit vollem Danaergefchent der Reichsfinanzreform erst am tommenden Mittwoch fegung der Arbeitszeit an den Vorabenden der Festtage für unanNachdruck dagegen wehrte, daß gerade diejenigen Beamten entgegennehmen will, trat die Reichstagskommisston zur Beratung nehmbar. Gleich den Vertretern aller bürgerlichen Barteien lehnte eine Zulage erhalten sollten, die hauptsächlich die polnischen der sogenannten großen Gewerbeordnungsnovelle schon gestern vor er unseren Achtstundenantrag entschieden ab. Der Antrag Stresemann Staatsbürger schifanieren; der polnische Redner erflärte namens mittag wieder zusammen. wurde hierauf zurildgezogen, doch wurde schon für die zweite seiner Freunde rund heraus, daß sie gegen eine solche Be- Die Mehrheit beschloß, zunächst die Artikel 8, 5 und 6 der Lefung ein neuer Antrag angekündigt, der wenigstens für einzelne lohnung" stimmen würden. Die Antwort des Finanzministers Novelle zu beraten und die von der Regierung und den Mitgliedern Industrien die twöchentliche statt der täglichen Marimalarbeitszeit war eine Antipolenrede im Reserveleutnantston, eine Rede, der Kommiffion gestellten Anträge bis zur Erledigung dieser Materie vorschlagen wird. In der Abstimmung wurde die Newie man sie von diesem Herrn nachgerade zu hunderten ge- auszufeßen, weil diefe Artikel lediglich Folge der Berner Konvention gierungsvorlage mit dem Antrag Size anlefen hat. find, deren Erfüllung noch in diesem Jahre erfolgen soll. genommen, also: 3ehnstundentag, und an den Abenden Nachdem noch Abg. Peltasohn von der freisinnigen Die Berner Konvention fordert die Ausdehnung bon bor den Festen Neunstundentag. Alle anderen Anträge Vereinigung die Stellung seiner Freunde dargelegt hatte, Arbeiterfchuzbestimmungen, welche bisher nur wurden abgelehnt Ein weiterer Antrag Size, an Stelle dienste zu leisten. " " Erwähnenswert ist, daß Herr Kreth sich in der Rolle des wigelnden Sozialistentöters berfuchte. Genosse Hoffmann, der ihm mit beißender Schlagfertigkeit antwortete, behielt fedoch das letzte Wort. Der Rest der Sigung wurde mit der Beratung des Beamtenbesoldungsgesetzes ausgefüllt. Interessant wurde die Debatte erst, als der Pole Dr. v. Jazdzewski " ft und entages für Arbeiterinnen. Wenn die englischen Der Arbeiterschutz in der Gewerbe- Induftrie fehr gut auskommen. Auch das Zentrum hat also bas ordnungsnovelle. der gesetzlichen Minde st Mittagspause von einer Stunde eine l'/sstündige Mittagspause einzuführen, fand lebhaften Widerspruch Und wurde schließlich zurückgezogen. Für einen Ausbau des Wüchnerinnenschutzes iraten unsere Genossen in der Konimission mit aller Entschiedenheit ein. Sie stellten einen Antrag, nach dem die Wöchnerin sechs Wochen vor und nach der Niederkunft nicht beschäftigt werden dürfe, daß ihr während der Ruhezeit nicht gekündigt werden dürfe und daß ihr die Arbeitsstelle nach dieser Zeit wieder offen stehen müsse. Ein Zentrumsantrag verlangte, daß Wöchnerinnen vor und nach ihrer Niederkunft im ganzen acht Wochen nicht be- fchäftigt werden dürfen. Wieder eingestellt sollen sie erst werden, wenn seit der Niederkunft wenigstens sechs Wochen verflossen sind. Zur Begründung unseres Antrages berief sich Genosse Stadthagen auf eine rücksichtlich deS Offenhaltens der Stelle gleichlautende Be- stimmung der spanischen Gewerbeordnung. Die Kindersterblichkeit sei in Deutschland noch erschreckend hoch und habe vor allem in der ungünstigen wirtschaftlichen Stellung der Mutter ihre Ursache. Ab- geordneter Dr. M u g d a n(frs. Bp.) sprach sich für den Antrag Hitze aus und empfahl eine Aenderung des KrankenversicherungS- gefetzeS dahin, daß die Niederkunft als Krankheit gelten und damit daS Anrecht auf Krankenunlerstützung geben sollte. Bisher ist die Wöchnerinncnunterstützung bekanntlich nur fakultativ in das Be- lieben der Krankenkassen gestellt Abg. G i e S b e r t S fZ.) wandte gegen unfern Antrag ein. daß eS sehr schwierig sein würde, die Bestimmung durchzuiühren, daß der Wöchnerin ihre Arbeitsstelle freigehalten werden muß. Molkenbuhr(Soz.) erwiderte, daß eZ nach unserem Antrage der Arbeiterin freistehen soll, wenn sie sich während der Periode der Schwangerschaft krank fühlt, von der Arbeit fernzubleiben, ohne daß sie sofort entlassen werden kann. Dem Dr. Mugdan wies er nach, daß er wieder mal einen sozialdemokratischen Antrag abzuschreiben im Begriff steht: schon beim KrankenversicherungSgesetz hat unsere Fraktion die obligatorische Einführung der Wöchnerinnenunterstützung und der Gleichstellung von Schwangerschaftsbeschwerden mit Krankheiten beantragt. Abg. Behrens(Wirtschaftl. Bg.) regt eine Vorschrift an, nach der den Arbeiterinnen in der Fabrik ein Raum zur Verfügung gestellt werden solle, um dort das Kind zu stillen. Abg. ManS(ftf. Vp.j trat dem Antrage unserer Genossen mit allerlei patriarchalischen Argumenten entgegen. Ein humaner Arbeitgeber werde der Wöchnerin die Arbeitsstelle schon offen hallen. Gegen eine gesetz- liche Verpflichtung aber wehrte er sich mit aller Entschiedenheit.— In der Abstimmung wurde der Zentrumsantrag angenommen. Unser Antrag fand wiederum nur die Stimmen der drei sozial- demokratischen KommifsionSmitglieder. Die Kommission setzt ihre Beratungen am Mittwoch fort, sie will alltäglich von 10 bis um 3 Uhr tagen. Sie odenchleiiiche Polizei und da$ Keichz-Vereinsgeietz. Wir konnten bereits wiederholt berichten, daß der größte Teil der oberschlesischen PoliAeiverwaltungen sich mit den Be- stimmungen des- Reichsvereinsgesetzes nur schwer abfinden kann. Inzwischen haben die meisten Polizeiverwaltungen sich vergewissert, daß Oberschlesicn auch ein Bestandteil Deutschlands ist und daß das Reichsvereinsgesetz auch hier seine Geltung hat. Zu den Verwaltungen, die dieses nicht begreifen, gehört neben einigen anderen die Polizei in G l e i w i tz. Die Gleiwitzer Polizei kann sich rühmen, es fertig ge- bracht zu haben, daß das Gewerkschaftslokal aufgegeben werden mußte. Offenbar glaubte sie, daß mit der Aufgabe des LokalS auch die Gewerkschaftler und die Sozialdemo- kraten von Gleiwitz ausgezogen sind. Doch das war eine Täuschung I Nach langem Suchen hatte die Polizei entdeckt, daß die Gewerkschaften, das Kartell, ja sogar der Sozialdemo- kratische Verein im Gasthof zur»Stadt Troppau" � tagen. Von nun an sollte der Wirt dieses Lokals was erleben! Polizeibeamte gingen in seinen» Lokal ein und aus. Man glaubte allgemein, die Polizeiwache sei nach»Stadt Troppau" verlegt worden! Doch was die Herren in Zivil und Uniform dort wollten, sollte man bald erfahren. Dem Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells und des Sozialdemokratischen Vereins, Genossen A. Stefanski, ging folgender Brief des Gast- Hofbesitzers zu: „Behördlicherseits wurde ich darauf aufmerksam ge- macht, daß ich Ihre Versammlungen nicht mehr in meinem Lokal dulden darf. Es tut mir leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, doch muß ich auf Geschäft Rücksicht nehmen, um nicht Unannehmlichkeiten zu haben. Mit Gruß Hochachtungsvoll gez. Rudolf Müller „Gasthaus zur Stadt Troppau." Mit dieser Nachricht gab Genosse Stefanski sich nicht zufrieden, sondern er begab sich zum Wirt Müller und stellte diesen im Beisein eines weiteren Genossen zur Rede. Herr Müller und dessen Ehefrau schilderten nun das Vorgehen der Polizei wie folgt: Im Lokal seien der Kriminalbeamte Ordon und der Polizeisergeant Tuda erschienen. Zwischen den beiden Beamten und den Müllersche:» Eheleuten habe sich nun eine Verhandlung wie folgt abgewickelt: Ordon: Herr Müller, bei Ihnen haben sozialdemo- kratische Versammlungen stattgefunden? Müller: Ob es sozialdemokratische waren, weiß ich nicht, aber eS waren Vereinsversammlungen, die nicht melde- pflichtig sind: wenn Sie glauben, daß in den Versaminlungen etwas vorgeht, was nicht gesetzlich ist, dann kommen Sie doch und sehen Sie nach. Dia Leute sind anständig, und in ihren Reden, die ich mir angehört habe, ist nichts Ungesetzliches. Ordon: Wenn die Versammlungen weiter stattfinden, dann kommt über Ihr Lokal der Militär- b o y k o t t und die Konzession wird Ihnen gekürzt. Müller: Aber ich kann mir doch nicht die Gäste fort- jagen: wovon soll ich dann die hohe Pacht zahlen und nzit der Familie leben? Ordon: Und wenn die Versammlungen dann immer weiter stattfinden, dann wird Ihnen die Konzession entzogen und das Lokal geschlossen. Die beiden Beamten haben sich dann entfernt. Doch hat man sich mit diesen Drohungen nicht begnügt, denn inan glaubte, der Sache noch nicht sicher zu sein. Wenige Tage später wurde der Cafstier Müller, ein Bruder des Wirts der '»Stadt Troppau", von der Polizei antelepho- n i e r t und ersucht, auf seinen Bruder ein zu- wirken, daß er unter keinen Umständen sein Lokal hergibt, iln anderen Falle das Lokal am nächste» Morgen polizeilich geschlossen wird. Dieser Wink wurde dann auch prompt befolgt, worauf Müller den Brief an Stefanski verfaßte und absandte. In bewegten Worten klagte Herr Müller, wie die Polizei ihn durch dieses ihr Vor- gehen geschädigt hat. Auf die Frage unserer Genossen, ob alle Angaben den Tatsachen entsprechen, da die Sache der Oeffentlichkeit übergeben werde, erklärte Herr Müller sowie seine Ehefrau:„Jedes Wort, was wir gesagt, werden wir, falls erforderlich, vor Gericht unter Eid bekrästigen. Denn nicht nur wir, sondern auch verschiedene andere Wirte sind der Polizeiwirtschaft überdrüssig geworden." Diese Angaben erscheinen um so glaubhafter, als auch der Wirt Jäckel in der Zabrzer Straße, bei dem längere Zeit die Versammlungen der Transport- und Metallarbeiter tagten, sein Lokal jetzt verweigert. Ter Chef der Gleiwitzer Polizei ist der Herr Bürger- ineister Miethe. An ihm ist es, zu erklären, ob die beiden Beamten ihre ungesetzlichen Drohungen in seinem Auftrage oder mit seinen» Wissen ausgestoßen haben. Was sagen der Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg, der Minister des Innern Herr v. M o l t k e und der Regierungs- Präsident Herr v. Schwerin dazu, daß die beiden Glei- ivitzer Beamten entgegen den Erklärungen der Minister und dem klaren Wortlaut der Gesetze Handlungen vornehmen,»nit denen sich wohl noch die Gleiwitzer Staatsanwaltschaft be- schäftigen wird? Kennen die Beamten nicht die Erklärungen des Staatssekretärs des Innern bei der Beratung des Reichs- Vereinsgesetzes, nicht die Antwort des Ministers v. Moltke in dem ähnlichen Falle Dr. G u r a d z e- Oswitz? Wir fragen weiter:„Können Beamte, die ihr Amt der- artig mißbrauchen, ganze Bevölkerungsschichten beunruhigen, den Wirt wirtschaftlich schädigen, auch nur noch eine Minute im Amte verbleiben?" Wird die Re- gierung der Gleiwitzer Polizei ihr ungesetzliches Vor- gehen vorhalten und dem Gesetz Achtung ver- schaffe n?� Vorläufig wagen wir noch zu hoffen, daß es ge- schehen wird._ Die ßalkanßrife. Der Rückzug der englischen Diplomatie hat die A»lssichten für das Zustandekommen einer Verständigung wesentlich gebessert. Daß in London behauptet wird, daß England den direkten Verhandlungen zwischen der Türkei und Oesterreich nie hinderlich gewesen sei, wird wohl die Meinung, daß die englische Diplomatie für den Abbruch der Ver- Handlungen verantwortlich war, nirgends erschüttern. In Paris bezeichnet man den Umschwung als ein V e r d i e n st Frankreichs, das von Anfang an in den Balkanwirren eine vermittelnde Stellung eingenommen hat. Die Verhandlungen Oesterreichs mit der Türkei dürften also sehr bald aufgenommen werden, und es ist jetzt wahrscheinlich, daß sie zu einer Verständigung führen. Die Konferenz, die man, nachdem sich die Diplomaten um ihr Zustandekommen so heftig bemüht haben, nun einmal wird abhalten müssen, ob- wohl ihr Zweck sehr gering ist, wird dann diese Verein- barungen anzuerkennen haben. So werden vielleicht auch bald die„Schwierigkeiten" beseitigt sein, von der in der gestrigen amtlichen Note der deutschen Regierung gesprochen wurde. Ein Hindernis für die Verständigung bilden nur die Forderungen Serbiens und Montenegros. die von Rußland unterstützt werden. Da weder die Türkei noch Oesterreich aus diese Forderungen eingehen werden, sind die Aussichten für ihre Erfüllung sehr gering. Trotz der Hetze seiner nationalistischen Blätter wird Rußland den„slawischen Brüdern" nicht viel helfen können. Damit wäre dann die diplomatische Niederlage Jswolskis besiegelt und sein Schicksal dürfte sich bald erfüllen. Wird er doch unausgesetzt von der russischen reaktionären Presse angegriffen, und es ist ein offenes Geheimnis, daß diese Angriffe von Herrn Tscharykov, Jswolskis nächstem Untergebenen, ausgehen, der schon lange seinen Chef zu beerben wünscht. Es handelt sich wieder einmal irtn einen jener Machtkämpfe innerhalb der Bureaukratie, die auf die Desorganisation des russischen Auswärtigen Amtes ein bezeichnendes Licht werfen. Unterdessen verschlimmern sich die Dinge in der T ü r k e i selbst. In Konstantinopel befürchtet inan bei dem heutigen Beiramfest, das den Fastenmonat abschließt, Anschläge der reaktionären Partei und Zusammenstöße zwischen Türken und Christen, da namentlich die Griechen, wie es scheint in- folge behördlicher Wahlbeeinflussungen sehr erregt sind. Bis jetzt ist allerdings die Ruhe nicht gestört worden. Furcht vor Unruhe». Konstantinopel, Lg. Oktober. Aus Anlaß deZ morgen beginnenden Beiramfest es sind umfaffende polizeiliche und militärische Maßregeln getroffen worden. Infolge von Gerüchten über morgen bevorstehende Ereignisse find insbesondere die in den Quartieren nahe dem Dildiz wohnenden Christen be- unruhigt. Die Schulen wurden geschlossen und zahlreiche Familien flüchteten in andere Stadtteile. London, 27. Oltober.„Daily News' meldet aus Konstantinopel, daß neue Truppen aus Saloniki eingetroffen seien. um jeden Versuch der Reaktionäre, Unruhen zu stiften, zu verhindern. Zwei Kriegsschiffe sind gegenüber dem Palast von Dolmar Bagdsche vor Anker gegangen. Unter den Jungtürken herrschen MeinungS- Verschiedenheiten über die Konferenz; auch im Kabinett besteht kein vollständiges Einvernehmen. Die Beschwerden der Grieche«. London, 27. Oktober. Stach einer Meldung de?„Daily Telegraph' aus Konstantinopel sind zwischen Griechen und Türken wegen der Wahlen ernste Differenzen entstanden. Dank ihrer guten Organisation erhalten die Griechen überall die Mehrheit. Infolge dessen haben die Behörden verschiedener Provinzen die Griechen verhindert, ihre Stimme abzugeben oder gezwungen, für die türkischen Kandidaten zu stimmen. Beim Patriarchen find zahlreiche Klagen darüber eingelaufen und der Patriarch erklärte, daß die Griechen sich ihrer Stimme enthalten würden, falls in der Haltung der Behörden keine Aenderung eintreten sollte. Ei» Todesurteil. Konstantinopel, 27. Oktober. Keor Hamid, welcher bor einiger Zeit an der Spitze von Reaktionären in das Palais des Sultans eindrang und diesen zur Zurücknahme der Verfassung aufforderte, wurde gestern zum Tode verurteilt.— Eine neue Allianz? Konstantinopel, 26. Oktober. In türkischen Kreisen verlautet, die Hierherlunst des ehemaligen serbischen Ministers Nova- k o w i t s ch S bezwecke den Abschluß einer türkisch-serbisch- montenegrinischen Militärallianz. Neue Verhandlungen. Konstantinopel, 27. Oktober. Die Unterhandlungen zwischen Oesterreich und der Türkei werden nach dem Beiramfest wieder aufgenommen werden. Oesterreich-Ungarn hat auf die Forde- ning verzichtet, von der Türkei die schriftliche Anerkennung der Annexion Bosniens und der Herzegowina zu fordern und wird sich mit der mündlichen Versicherung begnügen, daß die Türlei die Annexion anerkenne und auf der Konferenz keine Diskussion übe? diesen Punkt veranlassen wird. politische(leberlicdt. Berlin, den 27. Oktober 1903. Die heiligsten Güter der Edelsten und Besten. Die„Kreuzzeitung" hält in schroffer Form ihren Ein- spruch gegen die Ausdehnung der Erbschastssteiier auf Ehegatten und Kinder aufrecht. In keinem Fall werde sie und ihre Gefolgschaft einer solchen Steuer zustimmen, selbst dann nicht, wenn dadurch die Reichsfinanzrefo rin scheitere. Als Ersatz für die Erbschafts- bezw. Nachlaß- steucr empfiehlt das Blatt der Hammer-, Kalck- und anderen Steine neben dem Spiritushandelsmonopol das Petroleum- Handels- sowie das Reichselektrizitätsmonopol und, fallo die Regierung hierfür nicht zu haben sei, die Vermehning der Matrikularbeiträge der Einzelstaaten. Wörtlich sagt da»- Blatt: Angesichts der Erhöhung der direkten Steuern in Preußen ist es ja begreiflich. daß sich die preußische Finanzverwaltung gegen jede irgend wie geartete Einkommensabgabe an das Reich mit aller Kraft wehrt. auch wenn sich da? Reich mit de: Forderung eines solchen durch Steuern aufzubringenden Beitrags an die Bundesstaaten und nicht an die Steuer- zahler wendet. Aber um diesen Notwcg, dessen große Bedenken wir keinen Augenblick übersehen noch der- schwiegen haben, zu vermeiden, gibt eS nur ein Mittel: man muß dem Reiche Monopols verleihen, wie sie die Einzelstaaten in ihren Eisenbahnen besitzen. Nun soll ja für das Reich das Spiritus- Handelsmonopol vorgeschlagen werden; aber eS kann nur den fünften Teil der halben Milliarde abwerfen. Das Petroleun, Handelsmonopol ist, wie es scheint, gar nicht in Erwägung gezogen; ebensowenig das Zigarettenmonopol. DaS Reichs-Elektrizitätsmonopol. dessen Ein- führung jetzt oder nie möglich ist, scheitert an dem Widerspruch der Emzelstaaten. Alle diese Monopole hat die„Kreuz- Zeitung" angeregt, und wir glauben bestimmt, daß die konservativ: Partei dafür eintreten würde. Statt dessen bietet man uns die höchst ominöse Steuer auf jeden Nachlaß über 20 000 M. und versichert uns, wir müßten die Verantwortung für das Scheitern der Reichsfinanzreform tragen, wenn wir diese, allem konservativen Denken widersprechende Steuer abschlügen. Wir lassen uns so nicht kaptivieren I Wie sich die konservative ReichStagSfraktion schließlich zu der conditio sine qua non der verbündeten Regierungen stellen wird, können wir heute noch nicht übersehen. Wir selbst halten unseren Widerspruch unter allen Uniständen aufrecht. Für uns gibt es nur eine Alter- native: entweder dem Reiche durch Monopole fortlaufende und ausreichende Einnahmen schaffen, oder ihm durch die Bundesstaaten e i n e n Z u s ch u ß g e b e n, der den Wohlhabenden aufzuerlegen ist und also die allgemeine Belastung mit indirekten Abgaben in den Augen der Aermeren gerechter erscheinen läßt. Man wende uns nicht ein, daß die Errichtung von Reichsmonopolen weitere Milliarden von ReichSfchuldcn nötig machen werde. Solch: Schulden sind VermögenSverbesserungen. Hält man den Kredit des Reiches etwa für erschöpft, so fundiere man die Monopol- schulden auf die Monopole selber und ihre Einnahme», dann würden diese Anleihen selbst ohne Reichsgarantie einen guten Markt haben. Die Acußeruna deS feudalen Blattes, das bekanntlich den patriotischen Wahlspruch„Vorwärts mit Gott für König und Vaterland!' führt, ist recht charakteristisch dafür, was das Junkertum unter der von ihm ständig betouten„Vaterlandsliebe" und„Opfer- Willigkeit" versteht. Eher mag das ganze große„natio- nale Werk" der Reichsfinanzreform zusammenkrachen, als daß die Kämpfer für„König und Vaterland" sich dazu verstehen, einen auch nur halbwegs in Betracht kommenden Teil der durch ihre liederliche Finanzwirtschast nötig gewordenen neue»» Steuerlasten auf sich zu nehmen. Neu ist ja allerdings diese eigenartige„vaterländische Gesinnung" der Junker nicht. Als im Juni 1896 das neue Bürgerliche Gesetzbuch im Reichstage zur Beratung stand und die Linke verlangte, daß die Hasen der»Edelsten und Besten" sich nicht mehr unentgeltlich auf Kosten der kleinen Bauern, Kätner und Tagelöhner sollten sattfressen dürfen, da rückten ebenfalls die Kämpfer für Ordnung, Sitte und Recht in heiligem Zorn gegen ein solches Ansinnen vor und er- klärten, daß, wenn ihren Hasen nicht das Recht ge- währt würde, in den Feldern der Bauen» und Tage- löhner aus deren Kosten zu fressen, sie schnöde Obstruktion treiben und den Reichstag durch Herbeiführung der Beschlußunsähigkeit mattsetzen würden. Höher als das neue bürgerliche Recht stand ihnen die Nichtbcschränkung ihrer Hasen- jagd. Und damals handelte es sich doch nur um die gutS- herrschaftlichen Hasen, heute aber um das Berappen einiger- maßen beträchtlicher Steuersummen.— Gegen die Gas- und Elektrizitätssteuer. Im Berliner Rathause hat gestern der Vorstand deS Deutschen StädietageS zu der geplanten ElektrizitätS- und GaSsteuer Stellung genommen. Anwesend waren für die Stadt Berlin Oberbürgcr- meister Kirschner, der den Vorsitz führte, ferner folgende Oberbürgermeister: v. Borscht-Münckien, v. Gauß-Stuttgart. Dr. v. Schuh- Nürnberg, Beutler- Dresden, Adickes- Fraiikiurt a. M., Bender- Breslau. Wollraf- Köln, Körte- Königsberg, Fuß- Kiel, EHIerS-Danzig, Marx-Düsseldorf und noch einige ander: Bürgermeister größerer Slädte. AIS Sachverständige für die Beratung der ElektrizitätS- und GaSsteuer waren der Direktor der Berliner Gaswerke, der Leiter der Kölner Gaswerke und der Berliner Sladtelektriker hinzugezogen. Das Referat über den kürzlich vom„Vorwärts' veröffentlichten ElektrizitätS- und GaSstcuerenlwurf hielten die Oberbürgermeister von München und Frankfurt a. M. Nach längerer Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: «Der Vorstand des Deutschen StädietageS ist einmütig der Ucberzeugnng, daß 1. der Gesetzentwurf über die ElektrizitätS- und GaSsteuer die schwersten Bedenken erregt, 2. eS wird deshalb ein: Kommission eingesetzt zur alsbaldigen Ausarbeitung einer Eingab: an den Bundesrat und Reichstag, welche diesen Bedenken er- schöpfend Ausdruck geben soll." Die Kommission wurde hierauf gewählt, sie besteht aus Ober- bürgermeister Kirschncr als Vorsitzenden, den beiden Referentcu v. Borscht und AdickeS sowie den Oberbürgermeistern Marx-Düffcl dorf und Beutler-DreSden.—_ Das„liberale" Reichsvercinsgesetz in der Praxis. In Oldenburg, wo sich bisher die Behörden nie um Ver kammlungen, auch um die politischen, sonderlich aekümmert babcn ersSienen jüngst zwei Gendarmen in einer Mitglieder« Versammlung, um diese als angeblich öffentliche politische Versammlung zu überwachen.— In Norden- OstfrieSland hol der Kartellvorsitzende ein Strafmandat in Höhe von 15 Mark erhalten, weil er eine gewcrlschaftliche Versammlung, die übrigens auch ein streng wissenschaftliches Thema hatte, nicht angemeldet und den zur Ueberwachung erschienenen Beamten keinen.angemessenen Platz" angewiesen hatte. Selbstredend ist Beschwerde resp. Berufung eingelegt worden. Holle. Die Nachricht, daß Herr Dr. Holle fortgeschickt werden soll. wird heute natürlich dementiert. Nun ist nichts gleichgültiger als der Nanie desjenigen, der die kulturfeindlichen Akte der Geheimräte des preußischen Kultusministeriums verant- wortlich zeichnet. Interessanter ist eine Anspielung im .Berliner Tageblatt", wonach Herr Holle sich die Ungnade feines kaiserlichen Herrn aus Anlaß der„Sardanapal"- Aufführung zugezogen hätte. Besteht die Krankheit Halles vielleicht darin, daß auch er während der Aufführung von un- bezwinglicher Schlafsucht übermannt wurde? Es wäre der erste ' Fall, daß der Schlafkrankheit ein Minister zum Opfer gefallen wäre. Die Getvissenhafte«. Die bürgerliche Mehrheit deS Gothaer Landtages hat das Mandat des Genossen Bock beanstandet. Die Äe- hanptungen eines von bürgerlicher Seite erhobenen Protestes mußten freilich als unerheblich beiseite gelegt werden. Aber ein bürgerlicher Abgeordneter erklärte in der Debatte, man habe ihm erzählt, in einem Wahllokal habe der Jsolierraum offen gestanden, so daß jeder habe hineinsehen können. Auf diese ganz vage Behauptung hin. die Macher des Protestes hatten diesen wichtigen Borfall ganz übersehen, wurde die Beanstandung ausgesprochen. Die Behandlung der Sache ruft in der Arbeiterschaft Gotha? hellste Entrüstung hervor. Man fühlt allenthalben das Gesuchte all dieser Beanstandungs- und AusschließungSgründe. Eine große Ber- fammlung in Gotha hat bereits protestiert.— Eine„authentische" Interpretation. Nach einer Meldung der«Rhein.-Wests. Ztg." ist der Gesetz- enttvurs über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten jetzt soweit gediehen, daß die Einbringung der Vorlage an den Bundesrat demnächst erfolgen wird. Der Hauptinhalt besteht in der sogenannten«authentischen Interpretation" des Artikels 54 der ReichSverfassung zugunsten der Zulässigkeit von Schiffahrtsabgaben.—_ Zur �iuanzreform. In der heutigen Plenarsitzung hat der Bundesrat den Ausschußanträgen zu den Finanzreform-Gesetzen zu- gestimmt.—_ Reform der Arbeiterversicherung. Die Konferenz von Vertretern der Berussgenossenschasten, der LandeSverficherungsanstaltcn und der Arbeitnehmer über die Reform der gesamten Arbeit e'r Versicherung wurde heute von den« Staatssekretär des Innern v. Bethmann Hollweg im Beisein zahlreicher Vertreter des Reiches und der Bundesstaaten eröffnet. Vertreter der gewerkschaftlich und polittsch organisierten Lrbetter sind zur Konferenz nicht beigezogen.—- Bei der Landtags- Ersatzwahl im Wahlkreise Breslau VI wurde am Dienstag Generalleutnant z. D. v. Reihen stein zu Nieder-Weistritz(t.) mit sämtlichen 402 abgegebenen Stimmen gewühlt._ Oeftemich. Die LaudtagSwahlen. DaS von den Christlichsozialen für-«hre Parteizwecke zurecht- gemochte Wahlrecht hat seine Schuldigkeit getan. Konnte es auch nicht verhindern, daß statt des einen jetzt sechs Sozialdemo- kraten in den Landtag einziehen, so hat es doch den Christlichsozialen die übrigen Mandate gebracht und die Freisinnigen ganz mandaislos gelassen. In Wien wurden 43 Cristlichsoziole, in der Provinz S gewählt, darunter auch Lueger und Geßmann. Die Präger Krawalle. Prag, 27. Oktober. Heute mittag kam eS auf dem Graben abermals zu einem Zusammenstoß zwischen etwa zweihundert deutschen und tschechischen Studierenden, die durch tschechische Bevölkerung verstärkt wurden. Es entwickelte sich ein förmlicheSHandgemenge. in dessen Verlauf mehrere deutsche Studierende verletzt wurden, einer darunter schwer. Der Graben und der Wenzelsplatz mußten von der Polizei geräumt werden. Die Ruhe ist wiederhergeitellt. Von deutscher Seite wird lebhaft Klage darüber gesührt, daß die P o l i z e i o r g a n e, welche die deutschen Studenten ins Deutsche HauS drängten, sich an den Mißhandlungen beteiligten und sich mehr gegen die Studenten als gegen die Tschechen wandten. Nach der Hineindrängung der Studenten in das Deutsche HauS erschienen 70 Gendarmen, welche die Menge auseinandertrieben. Prag» 27. Oktober. Heute find hier 700 Mann Gen- darmerie vom Lande kon signiert worden; die strengsten Weisungen sind erteilt, damit weitere Ruhestörungen verhindert werden. Bei Gelegenheit deS heutigen Zusammenstoßes wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. I» mehreren deutschen Städten haben Gegendemonstrationen stattgefunden. Prag, 27. Oktober. Kurz nachdem die Gendarmerieabteilungen infolge eingetretener Ruhe vom Graben eingezogen waren, kam eS dort abermals zu Ansammlungen. Militär wurde requiriert. welches de» Graben räumte. Der Graben blieb sodann ab- gesperrt. Scbwcfz. Die Natioualratswahlen. Zürich, 26. Oktober.(Eig. Ber.) Die gestrigen Wahlen haben bei teilweise außerordentlich starfer Beteiligung der Wähler stattgefunden, die besonders in dem erheblich größeren absoluten Mehr zum Ausdruck gelangt. das z. B. im Züricher Wahlkreis 16973 gegen 14 394 im Jahre 1995 beträgt. Leider gelang es trotzdem nicht, unsere Neunerliste durchzubringen. Es wurden acht der bürgerlichen Mischmaschkandidaten gewählt, während von unsercrListe niemand durchzudringen vermochte. Die gewählten acht Bürgerlichen er- hielten 17 101 bis 17 856, unsere Kandidaten 18 441 bis 16000 Stimmen. Vor drei Jahren betrug unsere höchste Stimmenzahl 13540. Diesmal also um 2560 mehr. In der Stadt Zürich steht Greulich mit 13 398 Stimmen an dritter Stelle, zwei Bürgerliche erhielten 13 611 bis 13 614. Vorzüglich gehalten hat sich der Stadtkreis Außersihl, in dem Greulich 3075 gegen 6698 vor drei Jahren erhielt. Im Bezirk Zürich haben drei unserer Kandidaten mehr Stimmen als drei von den gewählten Bürgerlichen, aber den Ausschlag zu unseren Ungunsten hat wieder der bäuerliche Bezirk Affoltern gegeben, in dem auf die Bürgerlichen bis über 2000, auf unsere Liste aber nnr bis zu 313 Stimmen fielen. So hat die Raubpolitik der schamlosen Wahlkreisgeometrie und des Mehrheitssystems ihren Zweck der Vergewaltigung der Arbeiterschaft wieder erreicht. Um den neunten Sitz muß nun ein zweites Mal ge- .ampft werden. Der demokratische Dr. Wettstein erhielt nur 13 380 Stimmen, denen die 16000 unseres Genossen Greulich gegenüberstehen. Der Kandidat der reaktionärsten Bürger- verbändler erhielt 4963, der der Christlichsozialen(eigentlich Katholiken) 2047. Ob Wettstein zurücktritt und die Bürgerlichen den neunten Sitz der sozialdemokratischen Partei überlassen oder ob er auch für den zweiten Wahlgang kandidiert und ob die Bürgerverbändler und die Christlichsozialen ihre Stimmen dem Dr. Wettstein zuwenden, bleibt abzuwarten. §m Winterthurer Wahlkreise wurde Genosse t u d c r, der auf allen Listen stand, mit 14469 Stimmen gewählt, während unser Kampfkandidat Walter 6475 Stimmen erhielt, um 730 mehr als 1905. Im Seekreis fielen auf unsere zwei Kandidaten 3633 bis 3838 gegen 3054, ebenfalls ein Zuwachs an Stimmen von rund 600. In Bern stieg unsere Stimmenzahl von 3780 auf 5744, in Langenthal(Kanton Bern) von �284 auf 4026, in Solothurn von 2576 auf 4690, in Basel von 3925 auf 5017 Stimmen usw. Diese Fortschritte sind sehr erfreulich, sie beweisen, daß unsere Sache trotzalledem gut marschiert. Aus verschiedenen Wahlkreisen, so aus dem Genfer, liegen die Wahlresultate noch nicht vor. Von unseren Kandidaten sind, wie bereits telegraphisch berichtet, die Genossen Dr. S t u d e r in Wintcrthur. Scherrer in Rorschach, Pfarrer Eugster, der Präsident des Textilarbeiterverbandes, und endlich Advokat Ferri im Kanton Tessin gewählt. Engster muß. da Geist- liche für den Nationalrat nicht wählbar sind, von seinem Pfarramt zurücktreten.— Von den Stichwahlen wird uns die in Basel sicher die Wahl des Genossen Dr. Vrüstlcin, vielleicht auch die des Genossen Frei, in Zürich womöglich die des Genossen Greulich bringen. Es kann also auf ein halbes Dutzend sozialdemokratischer Nationalräte gerechnet werden. Diese Vertretung bleibt aber weit zurück hinter derjenigen, die unserer Partei gebührte und darum muß das gewalttätige Raubwahlsystem nach wie vor ent- schieden bekämpft und an der weiteren Erstarkung unserer Partei gearbeitet werden. Im Bezirk Winterthur ist bei einer Ersatzwahl in das Bezirksgericht, wobei es sich um die Aufrecht- erhaltung unseres Besitzstandes handelte, unser Genosse Erb ohne Gegenkandidaten gewählt worden.— ftomhrdcb. Die Einkommensteuer. Paris, 27. Oktober. Die Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung die drei ersten Paragraphen der neuen Fassung deS Artikels 87 des Einkommen st euergesetzeS an. wonach vom landwirtschaftlichen Einkommen bis zum Betrage von 5000 Franks die Hälfte und darüber hinaus Zweidrittel deS Pacht- wertes der Ländereien zu versteuern sind. Belgien. Die Arbeitslosigkeit. Antwerpen, 26. Oktober. Der Stadtrat bewilligte für die Arbeitslosen einen Kredit von hundert- tausend Franks, die unter strenger Kontrolle zur Ver tcilung kommen sollen.— Gngland, Die Arbeitslosigkeit. London, 27. Oktober. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses wurde der von uns bereits mitgeteilte Plan des Ministeriums betreffend die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nach längerer Debatte mit 196 gegen 35 Stimmen angenommen, nachdem ein A m e n d e- ment der Arbcitspartei, das diesen Plan für völlig unzureichend erklärte, mit 236 gegen 68 Stimmen abgelehnt worden war.— perllen. Die russische Intervention. Konstantinopel, 27. Okiober. Im Namen des persischen Volkes hier und in Persien veranstalteten etwa 3000 Perser vor der deutschen, der englischen und der französischen Botschaft eine fri ed- liche Demonstration und protestierten gegen die bevorstehende Okkupation persischer Gebietsteile durch Rußland. fcmacfo. Die Wahle». Ottawa, 27. Oktober. Die Resultate der gestrigen all- gemeinen Wahlen stehen noch nicht völlig fest. Aber eS geht aus ihnen bereits hervor. daß sie eine Mehrheit von 50 Stimmen für Laurierö Verwaltung ergeben haben gegen- über einer Majorität von 60 Stimmen im letzten Parlament. Premierminister L a u r i e r wurde wiedergewählt. Soziales. Fabrikschlus? am Sonnabenbmittag. AuS Rheinland und Westfalen wird berichtet: Die Zahl der Fabrikbetriebe, in denen die Arbeit Sonnabend mittag beendet wird, nimmt ständig zu. Im Jahre 1906 war in 77 Betrieben mit 7700 Arbeitern der Frühschluß der Arbeit am Sonnabend eingeführt. Im Jahre 1907 hatten diesen 256 Betriebe mit 13 125 Arbeitern und jetzt haben ihn 521 Betriebe mit 22 935 Arbeitern.— In diesen Zahlen sind die Kontorangestellten» die Angestellten der Banken usw. nicht mit enthalten._ Rechte des Ortsarmenverbandes gegen die Krankenkasse. Die Bereinigte Ortskrankenkasse der Hand- werker in Köln a. Rh. gewährt statutengemäß eine Familien- Unterstützung in Form freier ärztlicher Behandlung der im Haus- halt des Versicherten lebenden Familienangehörigen, soweit diese nicht selbst dem VerstcherungsKvange unterliegen. Der maß- gebende Z 21 sagt dann weiter:„Aerztliche Behandlung in einem Krankenhause wird den Angehörigen der Mitglieder-nicht gewährt." Der Ortsarmenvcrband Köln hat nun in einer größeren Anzahl von Fällen Angehörige der Mitglieder durch Krankenhausbehand- lung unterstützt. Unter Berufung auf die Ueberweisungsvorschriften "des§ 57 des Krankenversicherungsgesetzes beanspruchte der Armenverband pro Tag und Person der so Unterstützten von der Kasse 21 Pfennig als Ersatzleistung. Dieser Betrag hält sich inner- halb der Hälfte des Krankengeldes, das den ordentlichen Mit- gliedern zusteht. Es wurde also lediglich eine Ersatzleistung für die im Krankenhause gewährte ärztliche Behandlung(§ 57 Abs. 5 des Gesetzes) verlangt. Die Kasse hielt sich nicht dazu verpflichtet und ließ es auf eine Klage des Armenverbandes ankommen. Sic berief sich auf die Bestimmung des Statuts, wonach ärztliche Be- Handlung in einem Krankenhanse den Angehörigen nicht gewährt werde. Wenn sie darauf keinen Anspruch hätten, dann könne der Armenverband Ersatz gemäß§ 57 des Gesetzes auch nicht insoweit fordern, als die ärztliche Behandlung im Krankenhanse den An- gehörigen zugute gekommen sei. Der Bezirksausschns« verurteilte die Kasse, in den auf einer Liste unter 98 Nummern ausgeführten Fällen den vom Orts- armenverband geforderten Ersatz zu leisten, und das Ober- Berwaltungsgrricht bestätigte das Urteil mit folgender Begründung: Der Armenverband fordere nicht die Kosten der KrankcnhauSpflege ersetzt, sondern lediglich Ersatz für ärztliche Behandlung. Statuten. Handlung seitens der Kasse zugestanden. Die Mitglieder hatten also einen Anspruch daraus gehabt. Demzufolge sei, da der Armen- verband eingriff, ein entsprechender Ersatzanspruch gemäß§ 57 des Gesetzes entstanden. Die Kasse müsse im Rahmen dieses Para- graphen Ersatz leisten. Nun berufe sich die Kasse darauf, daß hier die ärztliche Behandlung im Nrankenhause erfolgt sei und sie nach dem Statut freie ärztliche Behandlung in einem Krankenhause nicht gewähre. Dieser Einwand sei verfehlt. Ein Uebergang- anspruch aus 8 57 Abs. 2 des KrankenversicherungS-Gesetzcz sei nicht davon abhängig, daß der Armenverband seine Unterstützung nach den Bestimmungen des KassenstatutS gewährt habe. Das gleiche gelte auch, wenn es sich um den Uebergang eines Anspruchs auf Unterstützung erkrankter Familienangehöriger handele. Trotz jener Bestimmung im Kassenstatut, daß die Kasse freie ärztliche Behandlung in einem Krankenhause nicht gewähre, sondern nur außerhalb eines solchen, könne der Armenverband in der forderten Höhe Ersatz verlangen. ge- Huq Induftm und Kandel. Enorme Bierpreiserhöhuug. Die„TageSzig. für Brauerei" veröffentlicht einen Artikel „Symptome und Diagnose", in dem der Verfasser Vorschläge macht, um trotz eventueller Slenererhöhung eine bessere Rentabilität der Brauereien zu erzielen. Einem Hinweis auf die EntWickelung zum Großbetrieb folgt diese Auslassung: Mancher Großbraucr sah vielleicht diesen Gang der Dinge als unabändeilsck an und wartete hvffend, bis die kleineren Existenzen vollends vernichtet sein würden. Dann würde ein Syndikat die Preise neu, den Bedürfnissen entsprechend regeln können. Aber auch diese Rechnung ist„ohne de» Wirt" gemacht. DaS zeigen die Wirtebrauereien. Und wir dürfen nicht bczwcneln, baß am Ende— wie im Jahre 1906 das Konsumeutenpubliknni sich vielfach auf feiten der Wirte stellte— dieses Publikum den Wirten auch wieder beistehen würde, wenn ein Drauershndikat die Macht gegenüber den Outsiders im Gewerbe gewonnen hätte. Wir haben jetzt mindestens 40 bis 50 Wirtebrauereien in Deutschland, und die Bewegung gewinnt möglicherweise noch mehr an Boden. Angesichts dieser Verhältnisse wäre vielleicht eine Preis- regelung inS Große am wünschenswertesten. In diesem Sinne müßte einer etwaigen Höberbesteuerung eine beträchtliche Preis- erhöhung des BiereS folgen, die für den Brauer und den Wirt furchtbar wäre, und die so kräftig ausfiele, daß auch ein eventueller starker Absatzrückgaiig dadurch ausgeglichen wäre. Wenden sich, weitere BolkSkreise dem Schnapsgcnuß zu: eS wird nicht des Brauers Schuld sein. Auf diese Perspektive hat er oft genug hingewiesen. Zudem soll ja auch der Schnaps erheblich höher besteuert werden. Und der Wein spielt in Norddeutschland, das ja hier in erster Linie in Frage kommt, keine Rolle. Wenn der Brauer am Hektoliter wieder 10 M. verdient, so kann er sich die Verringerung des Konsums um ein Drittel gefallen lassen. Denn er spart dann auch noch an Rohmaterialien, kann seine Bilanz von den unfruchtbaren Leihkapitalien entlasten, kann da und dort seine volle Unabhängigkeil von Lieferanten er- ringen. Und wenn der Wirt hinaussieht, daß er wieder etwas verdient, denkt er nicht an GenossenschaftSbrauereien. Bisher hängt er zwischen zwei Mühlsteinen: dem Brauer, von dem er abhängig ist, und dem Publikum, von dem er noch abhängiger ist. Die Ge- noffenschaflsbrauereien könnten ihn nicht mehr locken, wenn er beim Bezug von den Brauereien sein Auskommen findet. Das genannte Blatt bemerkt in einer Fußnote zu den Aus- führungen: Der obige Artikel wird voraussichtlich bei manchem Leser auf Widerspruch stoßen; wir halten die Ausführungen des Ver- fasscrs aber für so beachtenswert, daß wir sie unverkürzt zur Diskussion stellen. Die Abstinenten werden die NuSfühamgen jedenfalls auch beachtenswert finden und gegebenenfalls wohl dafür sorgen, daß der in Aussicht gestellte Minderkonsum von 33 Prozent nicht durch er- höhten Branniweingsnuß ausgeglichen wird. Die Viertrinker werden die Perspektiven weniger angenehm finden. FiSkuS. Jnleressanie Beiträge zu der fiskalischen Preispolitik, auS Anlaß der geplanten Gassieuer, liefert die«Franks. Ztg." Anknüpfend an die zu erwartende Stellungnahme der Gaswerke gegen die erwähnte Steuer heißt eS da: «Da ist zunächst die Klage gegen die LieferungSbedinguitgen, sie sind einseitig von der Saarbrückener Bergwerksdirenion auf- gestellt.... Die Abnehmer haben kein Recht auf eine bestimmte Mindestqualität, auch keines auf ein bestimmtes Mindest- gewicht, das ihnen durch Stein-, Wasser-, Asche- und Griesgehalt oft um 10 bis 20 Prozent gekürzt ivird; sie haben kein Einspruchs- und noch weniger ein PrüfungSrccht bei willkürlichen Verkürzungen der Lieferungen, die in der Zeit der Hochkonjunktur ganz ungleichmäßig vorgenommen und einfach mit Arbcitermangel begründet tvurden. Dazu kommt die Klage über die Abhängigkeit vom Händler. Die BergwcrkSdirektion Saarbrücken verhält sich, entgegen den Wersprechuiigen des Hände lsministerS, nach wie vor ablehnend gegen direkte Abschlüsse mit den Gas- werken, obwohl diese doch ebenso sichere wie gleichmäßige Abnehmer sind. Dabei fehlt eS an jeder erkennbaren Regel, ganz kleine Ab- schlüffe werden direkt gemacht, große verweigert. Wer aber ein« mal vom Händler bezogen hat, kommt nie wieder zu direkten Kohlen. Und die Folge ist, daß er regelmäßig fünf Mark mehr für den Waggon zu zahlen hat, als die direkten Abnehmer: als Provision für den Händler, die nicht der Lieferant, sondernder Konsument zu tragen hat! Am schwersten aber wird über die Preise geklagt. Genau wie beim Kohlensyndikat richtet sich die Preispolitik des Saarfislus nach der Umstrittenheit deS Absatzgebietes; wer der Saar am nächsten liegt oder mehr oder minder vollständig auf st« angewiesen ist. wie z. B. die Pfalz, der muß die höchsten Preise zahlen. An der Saar- und Ruhrgrenze aber verständigen sich FiSkuS und Syndikat brüderlich: die Folge ist, daß z. B. die Abnehmer im Bezirk Fulda für dieses Jahr plötzlich 30 Mark mehr für den Waggon Saarkohls zahlen mußten als bisher. Am besten fahren bei dieser Preispolitik natürlich die ausländischen Käufer. Im Jahre 1006 und selbst noch 1907 sind an österreichische Werke Saarköhlen zu 114, 117 Mark geliefert worden, während deutsche Werke 160, 170 Mark und mehr zahlen mußten.... Die Vermutung der Gaswerke ist wohl berechtigt, daß das Ausland längst wieder sehr billige Saarkohle bekommt. Im Jnlande aber scheint der Fiskus die Preiie ungestört auf dem hohen Niveau halten zu wollen.... In Frankfurt stellt sich gcgenwattig der Preis für Saarkohle Marke Heinitz-Dechen auf 215, der von gleich- wertiger englischer Kohle auf 160 M.. also um 55 M. niedriger; in LudwigShafcn lostet die.Saarkohle 201,50 M., die englische Kohle 166,20, beim Bezüge der fremden Kohle würde also das Gaswerk auf seinen Bedarf von 1100 Waggons 33830 M. ersparen. Bleibt der SaarstSkus bei seiner Preispolitik, so werden wir also wohl demnächst das Schauspiel erleben, daß die deutschen Verbraucher in großen Quantitäten atisländische Kohle kaufen, während die deutsche Kohle zu Schleuderpreisen im Ausland abgesetzt wird I" Berliner Elektrizitätswerke. Da" Ergebnis des verflossenen Geschäftsjahres ermöglicht die Verteilung einer Dividende von 11 Proz. auf 31,5 Millionen Mark Stammaktien, wie im Vorjahrs. und von 4l/2 Proz. auf 10 Millionen Vorzugsaktien. Die Zahl der Abnehmer ist um 2543(im Vorjahre 2363), die der Anschlüsse in Kilowatt um 17 538(14 007) gestiegen. Nutzbar abgegeben ivurdcn in Berlin und Vororten 165 115 135 Kilowattstunden(gegen das Vorjahr 13 176 266 Kilowattstunden mehr. Die Zahlungen an die Stadt Berlin beziffern sich auf 4 973 054,56 M.(gegen das Vorjahr 333 746.75 M. mehr). Im laufenden Geschäftsjahr sind bis jetzt 5395 Kilowattstunden neu angeschlossen und 4896 Kilowattstunden gemäß habe den Angehörigen der Mitglieder freie ärztliche Be-> angemeldet, und in den ersten drei Monaten 38178 540 Kilowatt, stunden. d. h. ein Plus don 1 403 392 gegen das Borjahr nutzbar abgegeben worden. Deutsche Ga-Zglühlicht-A.-G. in Berlin. DaZ letzte GekchäftSjohr erbrachte, nach Abschreibungen in Höhe von 233 716 M. � im Vorjahre 169 130 M.— einen Reingewinn von 3 494 620 M., gegen 1 056 167 M. im Vorjahre. Die Dividende, die für 1906,07 22 Proz. betrug, soll jetzt mit 35 Proz. ausgeschüttet werden. Die Auerlicht-Ältionäre verspüren noch nichts von schlechten Zeiten. Presse und Handelskammer. In dem soeben erscbienenen letzten Jahresbericht der Handels- rammer zu Wesel wird bedauert, dah der Kammer die Bericbter- stallung über den Gang des Geschäftes durch den Umstand sehr er- schwert werde, dag die Webereien mit wenigen Ausnahmen die zu diesem Zwecke an sie ergehenden Anfragen entweder gar nicht oder doch nur mit allgemein gehaltenen Aussührunge» beantworten Mit Bezug hierauf werden die alle vier Wochen in einer gröberen Zeitung deS Jndustriebezirk- erscheinenden langen Berichte über die Lage der Bocholier Textil-Jndustrie als M u t rn a tz u n g e n charak terisiert, denen die nötige Grundlage fehle. Wir finden es sonder bar, das; die Handelslammer erklären muß, selbst keine Kenntnis der Verhältnisse zu haben, trotzdem aber glaubt, sich ein kompetentes Urteil über die Berichterstatlung der Presse erlauben zu dürfen. Ueber das A u S s u h r g e i ch ä f t liest man in den, Bericht: „Von den wenigen Firmen, die das Ausfuhrgeschäft überhaupt noch pflegen, wird uns übereinstimmend berichtet, dah dasselbe während deS ganzen Jahres sehr daniedergelegen habe. Eine Firma teilte uns mit, daß das Geschäft im zweiten Halbjahr so schlecht gewesen sei, wie man eS noch nicht gekannt habe. Mehr wie je macht stch die holländische und italienische Konturrenz bemerkbar, und besonders von der letzteren wird uns gesagt, daß sie vermöge ihrer auberordentlich billigen Arbeits- löhne die deutschen Milbewerber aus dem Wellmarktc mit der Zeit vollständig verdrängen werde." Völlig verfehlt ist es, die„hohen Arbeitslöhne' als Beweis dafür anzuführen, daß die deutsche Textilindustrie mit der Zeit vom Weltmarkte verdrängt würde. Nicht die„höhen Arbeitslöhne', sondern die unselige Zollpolitik, welche nicht nur die Zoll- mauern erhöht, sondern auch die Lebenshaltung der deulichen Arbeiter geradezu unheimlich verteuert, ist die Ursache der deutschen Jndustrie-Exporterschtverung. Jedenfalls kann die obige Auslassung als Beweis für die bekannte Tatsache registriert werden, daß die noch jetzt von gewissen Politikern überschwenglich gepriesene Zoll- Politik den deutschen Arbeitern Steine statt Brot bietet. Sewerklekaftlickey. „Victoria." Schon am 11. Oktober hatten wir Gelegenheit, über eine Versammlung der Angestellten der ,,V i c t o r i a" z u Berlin zu berichten, in der die Gehälter und die für die Angestellten geschaffenen sogenannten«Wohlfahrtseinrich- tungen" einer scharfen Kritik unterzogen wurden. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen und-gehilfinnen Deutschlands wurde von dieser Versammlung beaustragt, durch Verhandlungen mit der Direktion der„Victoria" aus die Beseitigung der schwersten im Betriebe bestehenden Miß- stände hinzuwirken. Zwischen dem Zentralverband der Handlungsgehilfen und-gehilfinnen Deutschlands und der Direktion der '..Victoria" hat nun folgender Briefwechsel stattgesunden: Berlin, den 1ö. Oktober 1903. An die Generaldirektion der„Victoria" zu Berlin z. Hd. Herrn Generaldirektor Gerstenbcrg, hier. Wir erlauben uns. Ihnen die Mitteilung zu machen, daß im Auftrage einer am 7. Oktober abgehaltenen Betriebsversammlung der Angestellten Ihrer werten Firma, zwei Vertreter unseres Ver- dandes beabsichtigen, bei Ihnen vorzusprechen, um über die in der Versammlung besprochenen Angelegenheiten zu verhandeln. Es wäre uns deshalb sehr angenehm, wenn Sie uns recht bald mitteilen würden, wann Ihnen der Besuch unserer Vertreter ge- nehm ist. Hochachtungsvoll Zentralverband der Handlungsgehilfen und-gehilfinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Berlin, den 16. Oktober 1908. An den Zentralverband der Handlungsgehilfen und-gehilfinnen Deutschlands. Berlin dIO. 43. Im Besitze Ihres gefälligen Schreibens vom 15. d. M. erwidern ivir ergebenst. daß es jedem unserer Beamten jederzeit freisteht, unmittelbar an uns mit Anträgen heranzutreten, die wir einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen stets bereit sind. Eine Einmischung fremder Elemente in unsere An- gestelltenverhältnisse weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Hochachtungsvoll „Victoria' zu Berlin. Berlin, den 20. Oktober 1908. An die Generaldirektion der„Victoria" zu Berlin z. Hd. Herrn Generaldirektor Gerstenberg, hier. Wir bestätigen den Empfang Ihres gefl. Schreibens vom /st. er. und entnehmen daraus, daß Sie es ablehnen, mit uns als Vertreter eines erheblichen Teiles Ihrer Angestellten zu ver- handeln. Es wäre uns angenehm, zu erfahren, welchem Umstände diese veränderte Stellung Ihrerseits zuzuschreiben ist, da wir uns keiner Schuld an dieser Versthlechterung der beiderseitigen Be- Ziehungen bewußt sind. Bisher standen Sie auf dem Standpunkt. daß Sie jederzeit bereit sind, mit den Vertretern unseres Ver- bandeS über Beschwerden aus dem Arbeitsverhältnis zu verhandeln. Derartige Verhandlungen haben wiederholt stattgefunden. Ein Ersatz für diese Verhandlungen kann durch Borstellungen völlig vereinzelter Beamten nicht geschaffen werden. Innerhalb der ge- werkschaftlichen Organisation und durch diese findet die Klärung der naturgemäß sehr verschiedenen Wünsche der Angestellten des Betriebes statt; demgemäß ist die Leitung dieser Verbände, die gegenüber den sie persönlich gar nicht betrefsenoen Fragen völlig obzektiv ist, die geeignete Vermittlerin zwischen Angestellten und Betriebsleitung. Gerade bei Ihrer w. Firma, die irgendein frei- gewähltes Organ zur Borbringung von Kollektivbeschwerden der Beamtenschaft nicht besitzt, anscheinend überhaupt Kollektiv- beschwerden von Teilen der Beamten selbst als unfreundliche Handlungen auffaßt, waren die gelegentlichen Aussprachen zwischen Ihnen und uns eine notwendige Bedingung für das Bestehen er- träglicher Beziehungen zwischen der Beamtenschaft und Ihnen. Aber auch ein großer Teil der bei Ihrer w. Firma Versicherten wurde aus der Sympathie heraus, der diesen Teil als Arbeitnehmer in anderen Betrieben mit den Angestellten Ihres werten HauseS verbindet, eine völlig unnötige Verschärfung deS Gegensatzes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der„Victoria" nicht verstehen. Wir bitten, unsere Gründe für dw„Einmischung fremder Elemente' noch einmal zu prüfen, und hoffen zuversichtlich, daß eine andere Stellungnahme Ihrerseits das bisher bestandene Ver. hältnis zwischen Ihnen und unserem Verbände wieder her- stellen wird. Ihrer gefl. Antwort sehen wir gern entgegen. Hochachtungsvoll Kenttalverband der Handlungsgehilfe» und-gehllfimre» Deutschlands. Berlin, den 21. Oktober 1908. Än den Zentralverband der Handlungsgehilfen und-gehilfinnen Deutschlands. Berlin IlO. 43. Gegenüber Ihrem gefälligen Schreiben vom 20. d. M. legen Sir nur noch Wert darauf, zu konstatieren, daß innerhalb unserer Beamtenschaft eine lebhafte Entrüstung darüber herrscht, daß man es gewagt hat. eine Versammlung von der..Victoria" fernstehenden Herren, in der nach dem uns von einem Teilnehmer gewordenen glaubhaften Berichte vielleicht vier bis fünf von unseren Beamten aus Neugierde erschienen waren, als eine Versammlung der ,.Victori<'"-Beamten auszugeben und einen bei völliger Unkenntnis des Sachverhalts gefaßten Beschluß als ein Mandat der„Victoria"- Beamtcn zu bezeichnen. Auf den wetteren Inhalt deS erwähnten Schreibens einzugehen. lehnen wir ab. Hochachtungsvoll „Victoria" zu Berlin. Festgestellt muß nun werden, daß die Behauvtung. es wären in der Versammlung nur 4— 5 Angestellte der „Victoria" anwesend gewesen, unrichtig ist. Tatsache ist. daß die Versammlung von zirka löst Personen besucht war, und zwar waren mit Ausnahme einiger Vertreter des Verbandes nur Angestellte der„Victvria" anwesend. Das ist eine ganz stattliche Zahl, wenn inan berücksichtigt, daß ein großer Teil der Angestellten aus Furcht, von der„Victoria" aufs Straßenpflaster geworfen zu werden, derartigen Betriebs- Versammlungen fernbleibt. Ein Kommentar des herausfordernden Tones der „Victoria" könnte den Eindruck derselben nur abschwächen. Der echte, rechte Scharfmacherton spricht aus diesen Briefen, was um so verwunderlicher ist. als die«Victoria" ganz be- sonders Wert auf die Versicherung der arbeitenden Klasse legt. Unter solchen Umständen bleibt den Angestellten der „Victoria" bezw. der Organisation nur die Möglichkeit, sich mit ihren Klagen an die Oeffentlichkeit zu wenden. LerUn unck OmgegencU Die Verschmelzung der Arbeiterorganisationen in der Lederindustrie wurde am Montag in zwei Mitgliederversammlungen des Schuh- macherverbandes diskutiert. Es handelt sich um die Frage einer Verschmelzung der Verbände der Schuhmacher, der Sattler, der Portefeuillcr, der Handschuhmacher und der Gerber. Die Frage wird schon seit längerer Zeit in den Reihen der beteiligten Arbeiter erörtert. Die letzte Generalversammlung des Schuhmacher- vcrbandeS hat beschlossen, diese Frage den Mitgliedern zur Ur- obstimmung vorzulegen. Dieselbe wird am nächsten Sonnabend vorgenommen und deshalb erschien es angebracht, die Angelegen. beit vorher in Mitgliederversammlungen zu diskutieren. Die Dis- kusswn war eine rege und beleuchtete das Für und Wider einer Verschmelzung nach allen Seiten. Es wurde hervorzchoben, daß der Zusammenschluß der berufsverwandten Organisationen die Stoß- kraft der beteiligten Arbeiter stärkt und deshalb für die Wirtschaft- lichen Interessen derselben mehr tun kann als die einzelne Organi- sation. Auch hinsichtlich der Agitation und der Verwaltung biete der Zusammenschluß manche Vorteile. Andererseits wurde be- merkt, daß die Verschmelzung auch gewisse Nachteile mit sich bringen könne insofern, als die Bewegungsfreiheit des einen Berufes mit- unter mit Rücksicht auf einen anderen eingeschränkt werden müsse. Ferner sei zu bedenken, daß der Zusammenschluß nur dann die erwarteten Vorteile bringen werde, wenn sich alle beteiligten Ver- bände für die Verschmelzung. erklären. Das sei aber zurzeit noch nicht der Fall. Eine Verschmelzung mit nur einem Teil der in Frage kommenden Verbände erscheine den Schuhmachern so wenig zweckmäßig, daß sie einem solchen tcilwcisen Zusammenschluß nicht zustimmen könnten.— Ein Teil der Redner meinte, wenn man das Für und Wider reiflich erwäge, müsse man sich für die Ver- schrnelzung erklären.— Andere Redner waren dagegen der Ansicht, daß die Verhältnisse keineswegs zur Verschmelzung drängen. Auch wenn die Urabstimmung für die Verschmelzung ausfallen sollte, so sei es immer noch fraglich, ob der Lederindustrieverband zustande komme. Es wurde auch darauf verwiesen, daß ja durch die ort- lichen Kartelle und die Generalkommission schon eine gewisse Ver- bindung zwischen den einzelnen Verbänden bestehe und auch der Uebertritt aus einem Verband in den anderen bereits geregelt sei. Es würde demnach keine Schädigung der Interessen der einzelnen Berufe bedeuten, wenn die Verschmelzung jetzt noch nicht zustande käme. Wenn man auch im Prinzip für die Verschmelzung sei, so handle es sich doch zurzeit nur um die Frage, ob die Verschmelzung zweckmäßig sei. Ueber die Zweckmäßigkeit der Verschmelzung waren die Meinungen aber geteilt, so daß sich nicht beurteilen läßt, wie die Urabstimmung ausfallen wird. Achtung, Buchbinder? Wie uns aus Stockholm gemeldet wird, betätigt sich die in Berlin ansässige Buchbinderei-Materialienhand- lung Armin Krah, Alexandrinenstr. 95— 97, als Streikbrecher- lieferantin. Die Kollegen wollen daher auf diesen..neuen Zweig' der Tätigkeit genannter Firma acht geben und nicht darauf hinein- fallen, da in Schweden unsere Kollegen und Kolleginnen in Stock- Holm und Eskilstuna ausgesperrt sind. Wir empfehlen die Firma Armin Krah auch sonst der gebührenden Beachtung. Deutscher Buchbinderverband. veutkcbe» Reich. Schiedsspruch im Baugewerbe Stettins. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters tagte im Rathause ein Schiedsgericht zur Schlichtung eine? Lohnstreitcs zwischen dem Zentralverbande der Bauhilfsarbeiter und dem Arbcitgebervcrbande für das Baugewerbe zu Stettin. Beide Parteien hatten je zwei unparteiische Beisitzer und je eine Fünferkommission von Vertretern gewählt. Zwischen den Parteien ist ein Tarifvertrag bis zum 1. April 1910 vereinbart worden, wobei jedoch strittig geblieben, ob der für das Jahr 1908/09 von bisher 32 auf 37 Pf. erhöhte Min- deststundenlohn für das Jahr 1909/10 auf diese r Höhe bleiben solle— wie die Arbeitgeber verlangten— oder aus 40 Pf. erhöht werden solle— wie die Arbeitnehmer forderten. Da ein Vergleich nicht zustande kam, die Parteien sich jedoch einem Schiedsspruch zu unterwerfen verpflichteten, fällte das Schiedsgericht folgenden Schiedsspruch:„Das Schiedsgericht ist darüber einig geworden, daß den Arbeiinehmern eine gewisse Erhöhung des Lohnsatzes für das Jahr 1909/10 zuzugestehen sei, daß aber mit Rücksicht auf die schlechte Lage des Baugewerbes und auf daS von den Arbeitgebern durch Erhöhung des Satzes von 32 aus 37 Ps. bereits bewiesene Entgegenkommen die volle Forderung der Arbeitnehmer nicht er- füllt werden könne. Die Mehrheit des Schiedsgerichts habe sich für 33 Pf. entschieden, weil es ungewiß sei, ob sich die Lage des Geld- markteS und des Baugewerbes sich nach dem 1. April 1909 gc- bessert haben würde.... Bei günstigerer Gestaltung erwarte das Schiedsgericht von den Arbeitgebern und habe zu ihnen das Ver- trauen, daß sie freiwillig diesem Umstände Rechnung trogen und eventuell eine weitere Erhöhung eintreten lassen würden." Ein Sieg der freien Gewerkschaften. Am Sonntag fand in Dortmund die Wahl der Vertreter und Ersatzmänner zur Kranken- lasse der freien Maurer». Stukkateur-, Steinmetz- und Zimmerer. innung statt. Trotz der schlechten Konjunktur war die Bereiligung ziemlich gut. Es wurden 574 Stimmen abgegeben, von denen 318 auf die Liste der freien Gewerkschaften und 242 auf die Liste der „Christlichen" entfielen; 14 Stimmen waren ungültig. Die freien Gewerkschaften haben also wieder einen schönen Sieg errungen. Die .Christlichen" hatten große Anstrengungen gemach« und wieder mit den bekannten verächtlichen Mittclchcn gearbeitet, was aber alles nichts genützt Hat. Als sie ihren Reinsall einsahen, war es ihnen nicht mehr möglich. Ruhe und Anstand zu bewahren, durch aller- Hand Austritte dokumentierten sie ihre wahre Christennatur. HusUnd. Ein Streik amerikanischer Schuhmacher ist in Lhnn im Staate Massachusetts, der Zentrale amerikanischer Schuhfadrikation. auS- gebrochen. 1300 Männer haben die Arbeit niedergelegt; alle sind organisiert und arbeiten unter Verträgen, die zwischen ihrem Ver» bände und den Unternehmern abgeschlossen worden sind. Eine neue Maschine ist eingeführt worden und die Unternehmer ver- suckln nun, billige und nicht organisierte weibliche Arbeiter einzustellen und die Arbeiter zu verdrängen, die bisher in diesem Teil der Fabrikation tätig waren. Die Streikenden erklären aus» drücklich, daß sie nicht Gegner der Frauenarbeit sind und nicht daran denken, die Frauen aus ihrem Broterwerb zu verdrängen, aber sie bekämpfen die Lohndrückerei durch die Arveiterinnen und verlangen, daß diese der Organisation beitreten, denn die ab- geschlossenen Verträge verlieren ihre Wirkung durch die maßen» hafte Einstellung der unorganisierten Arbeiterinnen. Huq der frauenbewegunö� „Tie Gleichheit". Mit dem 1. Oktober d. I. hat em neuer Jahrgang unserer sozialdcinokluc.swen Fcauenzettuiig, der.Gieicbheil". begonnen. Wir benutzen deSbatb die Geleg>uivell. alle Leier und Freunde unseres Blattes, alle Genossen und Genossinnen aufzufordern, die„Gleich» h e i t' zu abonnieren und Abonnenten zu werben! Seit 13 Jahren hat die.Gleichheit' schulend unter den proletarischer� Frauen gewirkt, hat nnierrichtet über die Zusammenhänge des Wirt» ichastlickieii und politischen Lebens, über die EulivickelungSgesetze und treibenden Kräfte unseres Wirtschafrslebens, Die.Gteichhal' hat den Frauen die ErkeniittriS gebracht von ihrer Stellung und Be» deillnng im Wirrichafts- und politischen Leben, sie war Lehrerin der Pflichten, die aus jenen Verhällnissen erwachsen. Die„Gleich- heit' hat der theoretischen Schulung d-r prole» tarischen Frauen, ihrer grundsätzlichen Festigung gedient. Und wenn heute unsere prolerariiche Frauenbewegung vollständig frei ist von srancnrechilerlscher Ideologie, so ist dies vor allem das Verdienst der„Gleichheit". Daneben bat die„Gleichheit' unschätzbare praktische Arbeit geleistet durch die Fülle des Maleriols, welches sie lieferte über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitelinnen der verschiedensten Branchen, und durch die Besprechung aller politischen Togeösragen, durch die Erörterung unserer programmatischen Forderungen, die jeweilig besonders aktuell waren. Immer anss neue ruft die .Gleichkeit' das weibliche Proletariat aus zur Mitarbeit innerhalb der politischen, der gewerkschaftlichen und der genossenschaftlichen Seite der Arbciteibewegnng, Doch nicht nur als Klassenlämpferinnen sucht die..Gleichheit' die Frauen zu schule» und mit geistigem Rüstzeug auszustatten, sondern sie will auch einführen in Winenogebiete. die— ohne direkt dem Klassenkampfe zu dienen— doch zur intellektuellen Hebung des weiblichen Proletariats beitragen und es befähigen, leichter auS eigener Kraft geistig emporzusteigen. Desgleiche» ist die„Gleichheit' den Hausfrauen und Müttern ein freundlicher Ratgeber und Lehrer. ErziehnngSfragen. Fragen der Körperpflege, der Wohmnigshygiene usw. finden wir dort behandelt. Setzt die Behandluitg des ErziehungsprobleinS die Mütter in den Stand, besser ihrer historischen Aufgabe gerecht! zu werden, die Kinder im Sinne der sozialistischen Weltanschauung zu erziehen, so leistet ihnen bei dieser Arbeit die vortrefflich redigierte Kinder» Beilage unschätzbare Dienste. Die„Gleichheit' erfreut sich auch— und das mit Recht— einer zunehmenden Beliebtheit in den Kreisen der männlichen Genossen. Vor allem unsere Agitatoren finden stets wichtiges und reichhaltiges Material in ihren Spalten. Der„Gleichheit" gebührt daher vollauf der Ruf, ein sozialistisches Familienblatt zu sein. Zurzeit wird die„Gleichheit" in 85 000 Exemplaren im ganzen Reich verbreitet. Sie sollte jedoch in keiner Arbeitcrwohiinng sehlcn, sofern deren Bewohner den Ebrcnlitel Sozialdemokrat für sich in Anspruch nehmen. Um diesem Ziele näher zu kommen, rufen wir unsere» Lesern und Leserinnen zu: Agitiert für die Verbreitung der.Gleichheit!" Gleichzeitig erinnern wir unsere Agitatoren und Agitatoriunen an den Essener Parteitagöbeschluß. daß sie bei ihrer Agitation in den Versammlungen genau so für die Verbreitung der„Gleich- heit' wie für die Verbreitung der örtlichen Patteipresse zu wirke» haben. Die Schulung unserer Frauen, sowie ihre Einreihung in unsere Parteiorganisaiionen ist eine Lebensfrage für unsere Bewegung. Pflicht jedes überzeugten Genossen ist es, deshalb in diesem Sinne zu wirken._ Leseabende. Zweiter Kreis. DonnerSstag, den 29. Oktober 8'/, Uhr, bei Hemp, Urbansir. 170. Steglitz. Donnerstag wegen der am Mittwoch(28. Oktober) statt» findenden öffentlichen Versammlung kein Leseabend. Letzte I�admchten und Depefeben .„Nur 77". LudwigShafe«, 27. Oktober.(B. H.) Die von der „Pfälzischen Post' behauptete Arbeiterentlassung bei den pfälzischen Eisenbahnen wird heute in dem genannten Blatte durch eine preßgesetzliche Notiz der Pfalzbahndirektion dahin berichtigt, daß nicht 400. sondern nur 77 Arbeitern gekündigt wurde und diese nur vorübergehend beschäftigt waren. Die englische» Garnarbeiter. London, 27. Oktober.(B. H.j Die Rohgarnarbeiter haben neuerdwgS in einer Versammlung einstimmig beschloffen, die Arbeit nicht aufzunehmen, entgegen ihren früheren ve- schlüsselt. Hierdurch wird. die Beilegung de» Streiks wieder in Frage gestellt und der Ausstand der gesamten Garnorbeiter unvermeidlich. ES wird augenblicklich von verschiedenen Seiten der Versuch gemacht, die Rohgarnarbeiter zu bewegen, ihren Entschluß rückgängig zu machen, jedoch find bisher alle diesbezüglichen Ver» suche der Trade Union gescheitert. Explofioa. Stuttgart, 27. Oktober. Die Strafkammer verbandelte Zwei Tage lang gegen den der Uinrcue angeklagten Direktor der verkrachten Nassauischen Dank in Wiesbaden. Paul Pflüg«. der vor einiger Zeit zu zwei Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Da« Reichsgericht hatte auf seine Re» Viston hin das Urteil ausgehoben und die Sache an die Straf» kainrner hierher zurückgewiesen. Auch dieses Mal wurde der Ange» klagte verurteilt und zwar zu 1 Jahr 1 Woche Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. Frankfurt a. M.. 27. Oktober.(B. H.) Die gestern gebrachte Nachricht von der Berhaflimg deS Apothekers Degen trifft, wie man der„Franks. Zig.' mitteilt, m dieser Form nicht zu. Er ist nicht de» bettügeriichen Bankrotts beschuldigt; seme Frettoffung erfolgte sofort. ßerä-ttw. Redakt.: 9t»ta Davidsob». Berlin. Inseratenteil»erantw.: Zh. Glucke. Berlin. Druck«.v«laa: vorwärts Buchdr. u. LerlaaSanstaU Paul Sina«& Co. Berlin SW. vter»u2Ltila-ea«.lluterbaUunoSbl. Nr. 253. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. littwoch, 28. Oktober 1908. Abgeordnetenbaus. 3. Sizung: Dienstag den 27. Ottober, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: niemand. Zunächst erfolgt die Vereidigung der bisher noch nicht bereidigten Mitglieder des Hauses, darunter der sozialdemokratischen Abgeordneten. Ga folgt die Beratung des Antrages Borgmann( Soz.) auf Haftentlassung des Abg. Liebknecht( Soz.) für die Dauer der Gession. fönnen. Abg. Hirsch( Soz.): Die Vorgänge, die zu unserem Antrag geführt haben, werden Ihnen bekannt sein. Unser Kollege Liebknecht hat im vorigen Jahre eine Broschüre über den Militarismus geschrieben, auf Grund deren der Staatsanwalt Anklage gegen ihn crhoben hat. Er wurde dann zu einer Festungshaft von 1½ Jahren verurteilt. Das Gericht erkannte an, daß eine ehrlofe Gesinnung bei ihm nicht vorliege. Am 24. Oktober v. J. hat Liebknecht seine Strafe angetreten. Er würde also, falls er sie ununterbrochen zu verbüßen hat, an den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses in dieser Session voraussichtlich gar nicht teilnehmen Es entsteht nun die Frage, was wichtiger ist: ob ein Abgeordneter die Möglichkeit hat, sein Mandat auszuüben, oder ob die Staatsgewalt ihren Strafanspruch geltend machen kann. Hält man das erstere für wichtiger, so muß man unbedingt dazu fommen, unserem Antrage zuzustimmen. Die Justizbehörde ſteht freilich auf einem anderen Standpunkt. Zum Beginn der vorigen Seffion hat Liebknecht an den Oberreichsanwalt den Antrag gestellt, ihm Urlaub für die Dauer der Session zu gewähren. Dies Gesuch wurde abgelehnt. In dem Ablehnungsschreiben hieß es: Das Gesuch wird abgelehnt, da ausreichende Gründe für eine Unterbrechung der Strafhaft nicht vorliegen. Ich bitte, dies bem" Liebknecht nur hatte. griff des Strafverfahrens nicht; man kann daher sehr wohl unter langen tein Privileg für den Genossen Liebknecht, sondern nur ein diesem Ausdruck beide Arten des Verfahrens verstehen. Ein Recht. Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, wenn ich sage, daß Jurist ist in einem Artikel des Berl. Tageblatis" zu dem dieses hohe Haus in den weitesten Kreisen des preußischen Volkes felben Schluß gekommen. Er ist der Ansicht, daß, wenn auch keine sich keiner besonderen Beliebtheit erfreut.( Lebhafter Widerspruch positiven Bestimmungen darüber vorliegen, doch zweifellos eine rechts.) Wir geben Ihnen mit unserem Antrag die Gelegenheit, Rechtspflicht des Abgeordneten zur Teilnahme an den Verhand- Ihre Popularität zu verbessern und hoffen, daß Sie sie benutzen lungen der Kammer bestehe. Die Kammer hat ein Recht auf werden.( Heiterkeit und Beifall bei den Sozialdemokraten.) Anwesenheit jedes Mitgliedes, aber auch jedes Mitglied hat ein Abg. Kreth( f.): Die Behauptung, das preußische Volt habe den Abg. Liebknecht mit Ehren überhäuft, ist eine mcrfwürdige VerRecht auf Anwesenheit in der Kammer, kennung der Tasachen, die man nur mit Bedauern anhören kann. gleichbiel, ob die Kammer seine Anwesenheit begehrt oder nicht. Mir ist es nicht bekannt, daß das preußische Volk über Karl LiebBei der Schaffung der Reichsverfassung wurde ein Antrag gestellt, fnecht ein Plebiszit veranstaltet hätte, und wenn cinzelne Kreise der ausdrücklich verlangte, daß der Reichstag das Recht erhalte, den Abg. Liebknecht wählen, so ist das keine Ehre für ihn, sondern auch die Aufhebung der Strafhaft zu fordern. Dieser Antrag überaus bezeichnend für solche Wähler.( Abg. wurde abgelehnt, aber nur, weil die Reichsverfassung ohnedies so Adolf Hoffmann( Soz.) ruft: Das ist viel bezeichnender für auszulegen sei. Die Reichsverfassung ist in diesem Punkte der Ihre Wähler!) Herr Hoffmann erfreut also jetzt uns mit den preußischen Verfassung nachgebildet, also wird man auch in drastischen Bemerkungen, die er früher in den Reidstag eingeführt Preußen dem Parlamente das Recht zusprechen müssen, die AufDie Kernfrage der Sache selbst ist einfach die, ob die Verhebung der Strafhaft zu verlangen. Als im Jahre 1879 fassung auch auf Sozialdemokraten anwendbar sein soll oder ob Wilhelm Liebknecht rechtskräftig verurteilt war, ließ ihn die Sozialdemokratie legibus soluta ist, ob sie über dem Gefeße die Staatsanwaltschaft gleichwohl während der ganzen Dauer der steht. Artikel 84 der Verfassung besagt ganz klar, daß nur ZivilSession unbehelligt in Berlin. Die Behörden haben also und Untersuchungshaft, aber nicht Strafhaft unterbrochen werden früher hierin auch einen toleranteren Standpunkt eingenommen. soll. Von diesem verfassungsmäßigen Standpunkt, den auch der Der Reichstag hat sich allerdings stets auf den reaktionären Stand- Reichstag einnimmt, werden wir uns aus keinerlei gemütlichen punkt gestellt, daß eine Strafhaft nicht unterbrochen werden könne. Gründen entfernen. Der Abg. Liebknecht sen. hat am 21. NoAber einflußreiche Parteien, auch das Zentrum unter Windthorsts vember 1874 im Reichstage gesagt, daß er die Ueberzeugung der Führung, haben stets den Standpunkt geteilt, auf dem wir heute Majorität teile, daß nur das Strafverfahren und die Unterstehen. Im Abgeordnetenhause liegt ein Präzedenzfall bisher suchungshaft, aber nicht die Strafhaft unterbrochen werden müßten. meines Wissens nicht vor; es ist also frei in seiner Entscheidung. Diese juristisch ganz einwandfreie und schlüssige Deduktion des Wenn es nach den Buchstaben der Verfassung verfährt, kann es Abg. Liebknecht sen. wird der Abg. Liebknecht jun. gegen sich gelten unseren Antrag ablehnen; es muß ihn aber annehmen, wenn es lassen müssen.( Heiterkeit und Beifall rechts.) sich vom Geiste der Verfassung leiten läßt verzeihen Sie, daß ich vom Geiste der preußischen Verfassung fpreche.( Seiterkeit.) Gegenüber der Phrase: Preußen in Deutschland voran und Deutschland in der Welt voran! müssen wir auch hier feststellen, daß in bezug auf die Rechte der Abgeordneten Unser Votum zu der Sache steht also fest. Wenn nicht noch wichtige Gründe von einer anderen Partei für eine Kommissionsberatung vorgebracht werden, fönnen wir auch für cine solche nicht eintreten; andernfalls werden wir dafür stimmen.( Bravo! rechts.) eine Abg. Roeren( 3.): Wir haben gewiß alle den Wunsch, daß zu etöffnen. Oberreichsantvalt Zweigert." Der Liebknecht Breußen weit hinter den Kulturländern feiner von uns verhindert ist, an den Verhandlungen dieses Hauses wandte sich hierauf an den Reichskanzler und erhielt vom Staats- zurüdsteht. Das österreichische Abgeordnetenhaus hat wiederholt teilzunehmen. Aber nach dem gegenwärtigen Stande der Gefeßsekretär Nieberding ein Echreiben, daß zu einer Aenderung des die Unterbrechung der Strafhaft während der Session verfügt, gebung können wir nicht anders, als den uns vorliegenden Antrag vom Oberreichsanwalt erteilten Bescheides kein Anlaß vorliege. ebenso die belgische Kammer. Und selbst, wenn die Regierung sich abweisen. Nach der Begründung des Antrages halten auch wir Eine solche Unterbrechung fönne nur aus Billigkeitsgründen bei geweigert hat, dem nachzukommen, wie in Dänemark, haben die eine Sommissionsberatung für überflüssig. Herr Hirsch hat selbst schweren, außerhalb des Strafzwecks liegenden Nachteilen für den Barlamente an ihrer Forderung festgehalten. Vom preußischen die Haftentlassung des Abg. Liebknecht nicht als einen RechtsVerurteilten oder seine Familie gestattet werden, und diefer Grund Abgeordnetenhaus muß ich allerdings eine Ablehnung unseres An- anspruch auf Grund des Artikels 84 hingestellt, sondern er hat als liege hier nicht vor. Der Herr Staatssetretär schätzt also trages befürchten. Hat es sich doch in der vorigen furzen Session Absicht des Antrages bezeichnet, daß das Abgeordnetenhaus über offenbar das Interesse, das die Wähler des Abgeordneten geweigert, ihn überhaupt auf die Tagesordnung zu sehen. Ja, im den§ 84 der Verfassung hinaus eine Bitte auf Haftentlassung des daran haben, ihre Interessen durch ihn vertreten zu Vorjahre, als wir zu unserem Bedauern hier noch nicht vertreten Abg. Liebknecht an die Staatsbehörde zu richten hätte. sehen, sehr gering ein. Diese Antwort der Justizbehörde ist um waren, erwähnte ein Abgeordneter der Rechten den Namen Karl Danach fönnen wir auch ohne Kommissionsberatung zur so bedauerlicher, als Präzedenzfälle vorliegen, in denen aus Liebknechts und fügte hinzu: Leider auf Festung". Er be- sofortigen Ablehnung des Antrages kommen, falls nicht dauerte aber nicht etwa, daß jemand wegen feiner politischen Ge- etwa andere größere ganz nichtigen Gründen Festungsgefangenen Urlaub erteilt Partei cine Kommissionsfvorden ist. So hat z. B. ein Hofschauspieler Urlaub er- sinnung bestraft worden war, sondern erläuterte diese Bemerkung beratung für notwendig hält. Was den Fall Majunte anhalten für eine Vorstellung( Hört hört! bei den Sozialdemokraten), dahin: Ja, er könnte doch auch wo anders sein." Jemanden ins langt, so hat die Mehrheit des Reichstags sich damals ausdrücklichy cin anderer Festungsgefangener zur Teilnahme an einem Fest- Buchthaus zu wünschen, weil er seinen politischen Anschauungen dahin ausgesprochen, daß der Schutz des§ 31 der Verfassung effen( hört! hört!), Graf Pudler wurde beurlaubt, um in Ausdruck gegeben hat, das ist eine Verrohung, für die ich einfach hier der§ 84- sich auf eine Verhaftung zum Zwecke der StrafBerlin Boltsberjammlungen abhalten zu können. Danach Karl Liebknecht wird leicht darüber hinwegkommen, denn das Ur- Abgeordnete Liebknecht tam übrigens gerade auf Grund der Enttein Verständnis habe.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) vollstreckung nicht erstrecke.( Hört! hört! rechts.) Der verstorbene würde zweifellos Liebknecht auch Urlaub erhalten haben, wenn er teil des Reichsgerichts und die Urteile der Ehrengerichtshöfe sind stehungsgeschichte des§ 31 der Verfassung zu der Ansicht, daß unter nicht gerade sozialdemokratischer Abgeordneter wäre.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Wahrnehmung der Geschäfte als für ihn eine glänzende Anerkennung. Die Berliner Anwalts- dem Ausdrud Strafverfahren" in diesem Paragraphen die StrafBoltsvertreter dürfte doch ameifellos wichtiger sein, als die Teil- fammer hat unter dem Vorsiz des verehrten Bizepräsidenten Strauſe vollstreďung nicht zu verstehen sei.( Sört! hört! rechts.) Ein nahme an einem Feſteffen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) ausdrücklich festgestellt, daß Karl Liebknecht seine Schrift lediglich Rechtsanspruch auf die Haftentlassung des Abg. Liebknecht was die rechtliche Seite der grage betrifft, so hatten meine aus politischen Motiven verfaßt und nichts anderes bezweckt hat, besteht also nicht. Wenn wir trotzdem diesem Antrage guFreunde ursprünglich die Absicht, unseren Antrag mit dem in- als nach seiner besten Ueberzeugung dem Boltewohl zu dienen. Sie stimmen würden, so würden wir damit eine Bitte an die weis auf§ 84 der Verfassung zu begründen. 3 war uns hat hinzugefügt, daß seine berufliche Tätigkeit und sein persönliches Regierung richten, dem Abg. Liebknecht eine besondere Vernich möglich, einen so formulierten Antrag einzureichen, Leben durchaus malelfrei seien. Die Anklagebehörde hat sich dabei günstigung zu gewähren. Das halte ich im Hinblick auf die Kloste weil wir hierfür nicht die nötige Anzahl von Unter- nicht beruhigt, sondern ist an die zweite Instanz gegangen, weil sie fequenzen für äußerst bedenklich. Wir könnten einer solchen Bitte ftübungen betamen. Wir mußten deshalb diesen Hinweis durchaus gar keinen Nachdruck verleihen, und es wäre so stets dem disaus dem Wortlaut des Antrages herauslassen, erklären aber aus fretionären Ermessen der Regierung überlassen, ob sie einen Abdrücklich, daß wir nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, daß geordneten aus der Haft entlassen will oder nicht. Ein solches der Strafaufschub durch Artikel 84 der Verfassung begründet ist. Vorgehen entspricht nicht dem Ansehen des Hauses.( Bravo! im Dieser Artitel sagt in seinem entscheidenden Absah, daß jedes Zentrum und rechts.) Strafverfahren gegen ein Mitglied der Kammer, daß jede Untersuchung der Zivilhaft für die Dauer der Sizungsperiode aufgehoben wird, wenn die betreffende Kammer das verlangt. Es fragt sich dabei nur, was ist unter Strafverfahren" zu verstehen. Man behauptet, daß nicht das Strafvollstreckungsverfahren, sondern lediglich das Strafverfolgungsverfahren unter den Begriff des Strafverfahrens falle. Unser Strafrecht kennt aber den BeKleines feuilleton. auch Liebknechts wirtschaftliche Existenz vernichten wollte. Auch der Ehrengerichtshof in Leipzig hat erklärt, daß Liebknecht nicht ehrlos gehandelt hat. Der höchste Richter aber, das preußische Volt, hat Karl Liebknecht geradezu mit Ehren überhäuft. ( Lachen rechts.) Es hat den Hochberräter", den der Oberreichs- Abg. Friedberg( natl.): Auch wir halten eine Erledigung des anwalt ins Zuchthaus schicken wollte, dem er beantragte, die bürger- Antrags im Plenum für durchaus möglich, da unser Strafrecht lichen Ehrenrechte auf fünf Jahre abzuerkennen, wenige Wochen keine Handhabe bietet, um eine Haftentlassung des Abgeordneten danach mit überwältigender Mehrheit in die Stadtverordnetenver- Liebknecht zu verlangen. Darüber hinaus eine Bitte an die sammlung und in das Abgeordnetenhaus gewählt. Die Wähler Regierung zu richten, dazu haben auch wir keine Veranlassung. Die von Berlin 11 erheben jetzt den Anspruch, daß ihr abgeordneter die Fälle, die Herr Hirsch angeführt hat, können für uns nicht maßMöglichkeit erhält, sie hier auch wirklich zu vertreten. Wir ver- gebend sein; die Verantwortung für diese Fälle trifft lediglich die von dem Amhurst- Kollege im Staat Massachusetts ausgeschickt worden Kunstchronit. Die Berliner Sezession wird im und ist, wie die" Nature" erfährt, jezt eben von einer erfolgreichen Dezember eine Winterausstellung in ihren eigenen Räumen am Durchforschung der Ebenen von Whoming und Nebraska zurüd. Kurfürstendamm veranstalten. Sie ist in erster Hinsicht den gelehrt. Die Sammlungen scheinen höchst ansehnlich ausgefallen zu zeichnenden Künsten vorbehalten, wird aber auch eine besondere fein. Sie bestehen aus nicht weniger als 3-4000 Indianer- Reliquien, Abteilung für Jaustrationen und Buchschmuck enthalten. und fast noch wichtiger erscheinen die paläontologischen Funde. Unter diesen werden genannt: ein vollständiges Stelett einer aus gestorbenen Sameelart, Teile eines Steletts eines riesigen Rhinozeros, Schiller- Theaters im Berlinischen Rathause werden ant die Kiefer eines Hundes aus vorgeschichtlicher Zeit und andere Sonntag, den 1. Nov., abds. 8 Uhr, mit einem Karl Loewe- Abend erKnochen von ausgestorbenen Vorfahren des Pferdes, Hundes, öffnet. Die Einrichtung dieser Abende ist die alte geblieben: auf Samels, Renntiers, Bibers, der Katze uſtv. einen einleitenden Vortrag folgen Gesangsvorträge. Eintrittskartent zu 40 Pf.( einschließlich Garderobe) sind schon jetzt zu haben in ( dem Rathause gegenüber). Die Dichter und Tondichter- bende des - Der Verein für Frauen und Mädchen der rbeitertlaffe veranstaltet am Montag, den 2. November, int großen Saal des Gewerkschaftshauses einen Kunstabend, an dem Dr. Leopold Hirschberg über Das deutsche Volkslied" sprechen und dazu musikalische Erläuterungen geben wird. Die Art Dr. Hirschbergs, einer sogenannten„ unmusikalischen". Zuhörerschaft musikalische Probleme zu veranschaulichen, hat sich schon wiederholt bewährt. Die Musit, die die unmittelbarste aller Künste ist und doch trop aller Popularität für viele ein unentdecktes Land bleibt, wird bei solcher Art der Popularisierung bertieftes Verständnis und gesteigerte Genußbereitschaft finden. Freunde des Vereins, besonders Jugendliche und deren Eltern, sind zu dieser Veranstaltung eingeladen. Eintritt frei. Ueber die lehten Fortschritte der Erdbebenforschung veröffent licht Professor Dr. J. B. Messerschmitt im neuesten Heft der Umschau"( Frankfurt a. M.) einen Auffaz, der angesichts der Nachrichten über die Erdstöße im Vogtlande ein besonderes Intercife erhält. Die Erdbebenforschung steht zwar erst in ihren Anfängen, aber durch die Konstruktion geeigneter Erdbebenmesser ( Seismometer) ist sie in ein neues Stadium getreten und hat bereits wichtige Resultate gezeitigt; die Erdbebenwellen selbst fönnen nun studiert werden, und ihr Weg und ihre Erscheinungs- Wie soll man gurgeln? Das Gurgeln, eine so weitverbreitete beiden Schiller- Theatern und in der J. M. Späthschen Buchhandlung form liefern Aufschlüsse über das Erdinnere selbst. Dabei wird Heilmethode es auch ist, wird doch meistens verkehrt vorgenommen die Erforschung der Grdbeben, wie es nicht anders möglich ist, und erreicht deswegen seinen Zweck, die gesamten Rachenorgane zu von den Gelehrten der verschiedenen Kulturvölker gemeinsam be- bespülen, nur höchst unvollkommen. Wie es gemacht werden muß, trieben, deren seit 1901 bestehende loje Bereinigung feit 1905 gu lehrt Dr. G. Richter. Der Patient figt mit rüdwärts gebeugtem einer festen internationalen seismologischen Afsoziation" geworden Körper auf einem Stuhl, nimmt einen Schlud Wasser in den Mund ist, die bereits für die Jahre 1903 und 1904 Erdbebentataloge her- und neigt den Stopf so weit als möglich nach hinten. Dadurch gestellt hat. Dabei ergab sich, daß jährlich 4000-5000 Erdbeben wird der Kehlkopf auf die Wirbelsäule gebrüdt und die direkt gefühlt werden, und eine nähere Untersuchung der Be- Speiseröhre verschlossen. Mit einem Taschentuch wird nun obachtungen von 1903 erwies, daß in diesem Jahre fast alle be- mehr die Zunge nach vorn gezogen und der Patient aufgefordert, fannten Erdbebenherde tätig gewesen sind. Für das Erdbeben von Wasser zu schlucken. Sieht man dabei in den Mund, so hat man Valparaiso vom 16. August 1906 ergab sich das merkwürdige Re- den Eindruck, als ob das Wasser völlig verschwinde, und der Patient fultat, daß ihm etwa eine halbe Stunde früher ein ebenso glaubt es geschluckt zu haben. Jetzt beginnt das Gurgeln, d. H. starkes Beben voranging, dessen Herd im nördlichen Stillen ein langsames Ausaimen. Nach einer Beile schließt der Patient Ozean lag, von dem aber keine direkte Nachricht zu erhalten den Mund und beugt Körper und Stopf rasch nach vorn. So fließt war. Das Beben von Valparaiso begann gerade zu der die Flüssigkeit durch die Nase aus und diese sowie der NafenrachenBeit, als die ersten Wellen jenes pazifischen Bebens in Chile an- raum werden ebenfalls gespült. Sogar fleine Kinder können diese langten, so daß also diese erst die vorhandenen Spannungen in Methode leicht erlernen. der Erdeinde auslösten und zur Katastrophe führten. Gerade solche auslösenden Wirkungen fann man öfter wahrnehmen, und die Erdbebenwellen können so für ein Schüttergebiet eine ganze Reihe von Beben verursachen. In siebzehn Minuten durchlaufen die Es ist Materie für ein Kolleg, Wellen den Erddurchmesser; tehren sie dann nach 34 Minuten zu Gin Anlaß zu Professuren, dem Ausgangspunkt zurück, so fönnen sie hier ein neues Beben Es ist ein Ballast der Bibliothek, hervorrufen. Die Reflere kehren aber nicht nur vom Gegenpunkt, Ein Füllsel der Registraturen; sondern auch von anderen Teilen der Grde zurück, und sie sind es ist ein Schatten am grünen gerade nach Ansicht Professor Messerschmitts für das sächsischHumor und Satire. Das Bölkerrecht. Tisch, Es ist eine Blase in einem Gehirn, Ein Trug für menschliche Sinne, Es ist eine Barriere von Zwirn, Ein Panzer, gewebtvon der Spinne; Es ist ein Gebilde des Seifen Schaums, Refler von Luftparagraphen, Es ist der Text eines lieblichen Traums, Geträumt von juristischen Schafen; Es ist eine Flostel im Nedegeflecht, Motiv zu großen Geberden, Es ist ein fodifiziertes Recht, Das gar nicht vorhanden auf Erden! fündet, vogtländische Bebengebiet von Bedeutung. Damit ist Der Krieg oder Frieden vers auch ein Weg für die Vorhersage der sogenannten Nachbeben gegeben. Da die Erdbebenwellen auch das Erdinnere durcheilen und hierbei von einer gewissen Tiefe an eine plöbliche Aenderung in Es ist ein paragraphierter Wisch, der Wellenfortpflanzung eintritt, so ergeben sich aus diesen Be- An den sich keiner bindet; obachtungen auch wichtige Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Erdinnern. E. Wichert wurde durch das nähere Studium der Erdbebenaufzeichnungen zu der Anschauung geführt, daß die Erde aus einem festen eisernen Kern bestehe, der von einem Gesteinsmantel bedeckt sei. Diese Annahme wird zwar durch andere Untersuchungen, besonders astronomische, geftüßt, ist aber eine Hypothese unter anderen Hypothesen. D Notizen. ( Lustige Blätter".) Eine große Indianer Expedition hat unter der Leitung von- Theaterchronit. Das Berliner Theater führt Professor Loomis ihre Aufgabe vollendet; sie war als die vierte am Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, Grillparzers Märchendrama: ihrer Art unter dem merkwürdigen Namen einer Foffiljagd- Expedition, Der Traum ein Leben auf. Tschudi geht endgültig. Den für ein Kulturland und ein Land mit halbwegs entwickelten politischen Freiheiten un glaublichen, aber für Preußen mehr als wahrscheinlichen Meldungen von Werners bevorstehender Berufung wagt die„ Nordd. Allgem. Zeitung" nur ein sehr lahmes Dementi entgegenzustellen. Anstatt wirklich zu dementieren, gibt das offiziöse Blatt sogar zu, daß das neue Amt des Herrn von Tschudi noch nicht bestimmt sei". Er foll also feine Schöpfung für immer verlassen, und irgend ein kommandierter Byzantiner wird sein Werk verhunzen! -Naturwissenschaft und Wunder. Ein Geldpreis wird von London für die Behandlung des Themas ausgeschrieben:„ Die Stellung der Naturwissenschaft zu den Wundern". Der Preis, der sogenannte Gunning- Preis, beträgt allerdings nur 800 M. Die Abhandlungen, die sich um den Preis bewerben wollen, müssen bis zum 21. März 1909 an den Sekretär des Vittoria- Instituts in London, von deni auch weitere Einzelheiten zu erfahren sind, gerichtet werden. Eine vollständige Faksimileausgabe der Briefe Baruch Spinozas, des von unserem Genossen J. Stern verdeutschten Philosophen, wird zurzeit im Haag geplant. Neuerdings haben sich nämlich mehrere Verehrer der spinozistischen Lehre zusammengetan, um fämtliche Briefe seiner Hand, soweit fie fich noch erhalten haben, durch Lichtdruck zu vervielfältigen. Die neue Vereinigung von Spinoza- Freunden hofft durch ihre Unternehmung auch noch unbekannte Briefe aus den Wappen der Sammler oder der Archive und Bibliotheken hervorzuleden redner an Abg. Hirsch( Soz.): agrarische Wirtschaftspolitik " Schußleute und werben, wenn die 12- Millionen- Forderung für die Geiftlichen abgelehnt wird.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten, Gelächter rechts.) Wenn Sie so verfahren würden, würden Sie nicht nur gerechter, sondern auch viel christlicher bandeln.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Selbst die Germania" hat angeregt, das Mindestgehalt auf 1200. beraufzufezen. Der Zentrums redner Herr Schmedding hat diesen Standpunkt schon nicht So entschieden bertreten. Er sprach nur von einer Erhöhung auf 1100 oder 1200 Mart". Herr Schmedding berband auch mit BY Regierung. Trotzdem find wir dafür, daß der Antrag an die Intereffant war die folgende Bemerkung dieses Blattes: Bir Sozialdemokraten.) Das gesamte Gehalt mancher Beamtenflaffen, Geschäftsordnungskommission verwiesen wird. Die Frage kommt haben niemals berhehlt, daß uns die Art, in der sich die z. B. der Bahnwärter, steht mit dem ganzen Wohnungsgeldzum ersten Male an uns und hat doch erhebliche rechtliche und Regierung zufchuß zusammen noch mehrere hundert Mark hinter dem Gehalt politische Konsequenzen. Es ist klar, daß wir in der Zukunft öfter zur Zusage der Gehaltserhöhungen hat drängen in Bayern zurüd. Dabei bleibt es trotz aller schönen Prozent in die Lage fommen werden, uns mit solchen Anträgen au belaffen, sehr wenig gefallen hat. Das ist sehr bezeichnend file die rechnungen. Einige Kategorien mittlerer Beamten hat man aller fchäftigen( Heiterfeit rechts), und es ist daher angebracht, daß die Beamtenfreundlichkeit der Herren Konservativen.( Sehr gut! bei den dings in wohlwollender Weise herausgegriffen, z. B. die RevierGefchäftsordnungsfommiffion Grundlagen für eine fonftante Bragis Soa) Für gewisse befonders notleibende Beamten förster. Das Höchstgehalt dieser Beamten ist um 33% Broz. auf in diefer Frage festlegt.( Bravo! bei den Rationalliberalen.) Abg. Biered( fct) schließt sich den Ausführungen der Vor- fategorien ist aber die Streuz- 8tg. doch eingetreten, 3. B. für die gebeffert.( Bravo! rechts.) Sch hoffe, daß sie diefes Bravo audi Regierungsräte.( Seiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Wenn von bei anderer Gelegenheit zur Hand haben. fonservativer Seite noch weitere Abstufungen in den Höchstgehältern Gendarmen sind im Höchstgebalt um 31 Broz, aufgebeffert. Bei den Abg. Traeger( freif. Wv.): Da ich ein Gegner der Doppel- verlangt werden, so ist das ein bureaukratisches Mandarinentum, für zur selben Beamtenflaffe gehörenden Zugführern sind aber besteuerung des Hauses durch Neden bin, verzichte ich auf längere das ich kein Verständnis habe.( Sehr gut! bei den Sozialdemo- nur Aufbefferungen von 16 Proz. vorgenommen! Man braucht den Ausführungen.( Heiterfeit.) Meine Freunde werden für den Antrag fraten.) Die Kreuz- 3tg." sprach von, verwerflicher Gleich bevorzugten Beamtenklassen ihre Gehaltserhöhungen keineswegs zu des Abg. Friedberg auf Kommissionsberatung ftimmen, macherei." Dem konservativen deal möglichster Ungleichheit mißgönnen, kann aber verlangen, daß alle Beamten damit in der Kommission über den vorliegenden Antrag hinaus die mag es ja entsprechen, daß viele Taufende von Unterbeamten mit gleichem Maße gemessen Tragweite des Artikel 84 der Verfassung eingehend geprüft werden auch nach diesem Gefeß gänzlich unzulänglich aufgebeffert werden werden. Es ist ungerecht, einzelne Kategorien herauszugreifen. Oder tann. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß es fich hier um eine follen. Die Summe für die Beamtenaufbefferungen muß in Vergleich will man etwa nur mit den Militäranwärtern eine Prätorianergarde für juristische Frage handelt es handelt sich vielmehr nur um eine gesetzt werden mit der Bahl der in Betracht kommenden Beamten, unsere Junker schaffen? Für Herrn Kreth und feine Genossen?( Unruhe Frage von weitgehender politischer Bedeutung. Ich habe in früheren wenn man ein richtiges Bild gewinnen will. Nach dem Geles rechts.) Ich will nicht behaupten, daß dies die Absicht ist, aber viele Jahren, als ich noch reizbarer war, mich auch mit den Herren über werden für 272 000 Beamte einschließlich Wohnungsgeldzuichuß Betitionen deuten auf einen solchen Eindrud hin. In einer Beamten die Auslegung der Verfoffung herumgeftritten; aber schließlich habe 83 Millionen mehr gefordert. Das bedeutet pro Stopf eine Er petition ist in Fettdruck darauf hingewiesen worden, daß der betreffende ich mich gefügt.( Heiterleit und Beifall links.) höhung von 300 Mart. Diese Summe erscheint um so geringer. Beruf allezeit staats- und tönigstreu gewefen fei.( Un Damit fchließt die Debatte. wenn man bedenkt, daß ruhe rechts.) Ein ähnliches Gelöbnis verlangen wir für unsere Das Schlußwort erhält 1000 Mark pro Kopf Arbeit nicht. Uns ist es ganz egal, welche politische Gesinnung die mehr für die rund 12 000 Griftlichen gefordert werden. Der Aft Beamten haben. Wir treten für die Erhöhung der Gehälter ein, Ich habe deswegen in meiner Begründung auf längere juristische weitgehender und werktätiger Fürsorge schrumpft weiter zufammen, einerlei, ob die Beamten tonserbatib, freifinnig ober Erörterungen verzichtet, weil ich von vornherein annahm, daß der wenn man fich vergegenwärtigt, daß nach den eigenen Worten des fozialdemokratisch find. Ihnen ist es nicht einerlei. Das Antrag an eine Stommiffion gehen würde. Die Rechtsauffaffung des Finanzministers die ganze Reform eine Gehaltserhöhungent wollte ich festgestellt haben.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo verstorbenen Abg. Liebknecht ist mir sehr wohl bekannt, ich billige prechend den gesteigerten Kosten der Lebens- traten.) Num fagt man uns immer, tvir Sozialdemokraten fragten gar fie aber nicht. Wir haben in unserer Partei durchaus nicht die führung" bedeutet. Gehaltsaufbefferungen sind doch nur dann Pflicht, auf das zu schwören, was hervorragende Parteigenoffen ein rühmenswert, wenn fie eine erhöhte Befriedigung materieller nicht banach, ob es auch möglich fei, unferen Wünschen gerecht zu mal gefagt haben.( Lachen redits.) Herr Streth meinte, es fei feine und geistiger Bedürfnisse ermöglichen. Sier werden aber die Bes werden. Nun, wir wollen hier einen praftischen Vorschlag machen. Chre für Liebknecht, daß die Wähler des 11. Berliner Landtagswahl. amten mit wenig Ausnahmen nur so gestellt, daß sie zur Not die Sämtlichen 105 000 Beamten der vier untersten Stlassen kann das freifes Piebfnecht gewählt hätten, sondern das fennzeichne die Wähler. Aleiche Lebenshaltung führen fönnen, wie vor 10 oder 15 Jahren. Gehalt über die in der Vorlage vorgefehene Summe hinaus um weitere 120 m. aufgebessert Darauf, was Ehre ist, mit Herrn Kreth zu streiten, verzichte ich.( Große Die Besoldungsaufbefferung war daher eine unabweisliche Pflicht des Unruhe vechts.) Die Wähler des 11. Berliner Landtagswahlkreises Staates, aber feine rühmenswerte Tat. Die Regierung wußte ja, werden Herrn Streth hoffentlich die gebührende Antwort erteilen. wie die unzufriedenheit in den Beamtenfreifen geWarum hat Herr Streth nicht den Berfuch gemacht, neben 2ieb- ftiegen war und fam deshalb mit ihren Versprechungen tnecht in Berlin zu tandidieren? Ich bin allerdings jedesmal unmittelbar vor den Wahlen. überzeugt, in ganz Berlin gibt es feinen einzigen vernünftigen( Lachen rechts.) Auch die freifinnige Breslauer Beitung" Menschen, der Herrn Kreth wählen würde.( Große Heiterfeit bei den hat die Auffassung vertreten, daß die Vorlage nur geeignet fei, die Sozialdemokraten.)- Wir verlangen mit unserem Antrag nicht etwa dringende Not au lindern, in welche gewisse Beamtenfategorien eine Gnade von der Regierung, sondern unfer Recht, denn wir stehen durch die auf dem Standpunkt, daß jedes Mitglied des Hauses das Recht hat, feine Haftentlassung zu verlangen und daß auch das Haus dieses Recht hat. Ich habe ausdrücklich erklärt, daß, wenn bineingefommen find. Sehr intereffant ist, daß dies freifinnige feiner Rebe eine andere Thefe, bie ich nicht unividersprochen laffen wir die genügende Anzahl Unterschriften erhalten hätten, wir Organ schreibt:" ätte doch Eugen Richter diefen@tat fann. Er erklärte, die Lebenshaltung fei allgemein eine höhere in dem Antrag auf Artikel 84 der Verfassung Bezug genommen noch erlebt, wie fehlt uns diefer Mann jest an geworden. Wohl sind die Einkommen gestiegen, aber die Lebenshätten. Ich bitte Sie, in der Kommission unseren Antrag vor allen Eden und Enden." Wir hatten geglaubt, dafür babe baltung ist darum noch lange nicht höher geworden. Die Erurteilsfrei zu prüfen, warne aber davor, etwa von vorn man jegt die Fischbed, Kopich und wiemer.( Seiterfeit höhungen haben vielfach nicht einmal ausgereicht, nur den herein eine Guillotine au errichten, um in zufünftigen bei den Sozialdemokraten.) Die Verteuerung der Lebensmittel ist berteuerten Lebensverhältnissen Rechnung au tragen. Fällen gegen fozialdemokratische Mitglieder vorzugehen. Wird unjer fogar von der rechts stehenden Rational- Beitung" noch am legten Dazu kommt die Sie ergibt sich auch aus einer Krisis, die Hunderttausende brotlos gemacht Antrag in der Rommiffion abgelehnt, fo follte die Kommission Sonnabend zugegeben worden. Auf dem Verbands hat. Herr Schmedding hätte auch auf das unverhältnismäßige prüfen, ob es fich nicht empfiehlt, den Artikel 84 der Verfassung in Enquete des Breslauer Beamtenvereins. ber mittleren Reichs Boft- und Telegraphenbeamten Wachstum der Einkommen von mehr als 80 000 m. hinweisen sollen, der Weise zu ändern, daß die Rechte der Mitglieder des Hauses und tage die Rechte des Hauses selbst besser gewahrt werden.( Bravo! bei wurden eine Seihe von Beamtenetats abgegeben, ein Dberpoft darauf, daß 17 000 Berfonen jährlich 720 Millionen M. zum Ber affiftent mit einem Einkommen von 2860 m. hatte Ausgaben mögen aufspeichern.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten). Der den Sozialdemokraten.) Der Antrag Borgmann wird hierauf einstimmig an die Gebon 2710 M. Dabei waren noch gar teine Auslagen eingeftelt für Nebner des Sentrums nannte das System ber Stellenzulagen Der Antrag Borgmann wird hierauf einstimmig an die Ge- Reifen, Zeitungen, Bücher, Vergnügungen usw. und feine Familie mißlich". Es ist nicht nur mißlich, sondern direkt verwerflich, Es folgt die Fortiegung der ersten Beratung der Be2882 M. Gehalt, der außer vier Kindern noch eine Schwiegermutter Die Borgelegten brauchen nicht einmal Bösewichter zu sein, fie nur aus brei Köpfen. Ein anderer Oberpoftaffiftent mit benn die Beamten werden dadurch den Borgefeßten preisgegeben. foldungsvorlage Abg. Dr. Rewoldt( freil.) bedauert, daß 8500 höhere Beamte bei au ernähren hat, tam ohne Defizit aus. Die Beamtengzeitung" be haben aber Schwächen, denen man feinen Spielraum geben Es werde die merkt dazu:" Wax weiß hier nicht, ob man mehr erstaunt follte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Borgefeßten Der Aufbefferung nicht berücksichtigt worden sind. fchtvere Aufgabe der Kommission sein, die nötigen Alenderungen an fein foll über das geradezu verblüffende Anpaffungsvermögen des glauben vielleicht, noch einen guten Dienst zu leisten, wenn sie die Beamten ober über die Entfagungen und Ent politische Anficht ihrer Untergebenen forrigirren. Sie fehen nicht ein, der Vorlage vorzunehmen. Die Mittel müſſen unter möglichster behrungen, die aus dieser Rechnung sprechen. Die Säge für baß, dadurch der freie Wann zum Sklaven degrabiert wird und daß Schonung des Mittelstandes aufgebracht werden. Die Erhöhung der Repräsentationsgelder sei auch seinen Freunden nicht leider, Schuhzeug und namentlich für Ernährung find fo gering, fie selbst damit eine nichtswürdige Handlung begehen. Wir fordern gerade sympathisch. Die Remunerationen für Rebenbeschäftigungen daß wir gern glauben, wenn der Stollege fagt, das Fleisch fei für baber vollständige Beseitigung der Zuschußfonds, die zu follten völlig in Wegfall tommen. Redner beantragt ichließlich, das ihn ein Zugusartikel."( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Wie leicht au Lehrer- unt Pfarrerbefoldungsgefeh einer befonderen Kommiffion, mag es da erst bei den Beamten stehen, die faum halb so viel Ge= halt haben? Ich tonstatiere nur die nadte Tatiache, baß werben. In der, Boffischen Zeitung und den noch viel die übrigen Vorlagen der verstärkten Budgetkommission zu über 80 250 Beamte auch nach der neuen Vorlage ein Anfangsgehalt von stubenreineren Berliner Neuesten Nachrichten haben ein Staats weifen.( Beifall.) weniger als 1200 m. anwalt und ein Richter bor turzem ihr herz ausgeschüttet. Abg. Gykling( frf. p.): Wir begrüßen die Borlage mit be fonderer Freude und Genugtuung, weil wir in ihr ein Entgegen erhalten follen, weitere 25 000 Beamte 1200-1700 9. Namentlich Obwohl das Gehalt der Staatsanwälte und der Richter erst fürzlich tommen gegen alte Wünsche der bürgerlichen Linfen erbliden. Die die Aufbefferung der Gifenbahnbeamten ist eine gana aufgebeffert ist, erklären beide, daß fie mit den Gehältern von 8000 Beamtenbefoldungen im Reiche und in Preußen müffen aber gleich unzulängliche. Der Mehrbedarf beträgt hier pro Stopf 170 2. bis 7200 M2. nicht auslommen tönnen. Der Richter droht sogar in mäßig gestaltet werden. Das Anfangsgehalt der Beamten muß Bei Wagenmeistern, Weichenstellern I. Stlaffe ufw. beträgt der der Boffifchen Zeitung", daß die Nichter gezwungen wären, ihre mindestens so hoch gestellt werden wie das Mindestgehalt der Mehrbedarf pro Kopf nur 50 Mart. Dagegen sollen die Ober Stellung zur Regierung zu ändern. Der Staatsanwalt fordert auf: Bayerischen Beamten. Auch eine Erhöhung der Anfangsgehälter der förster pro Stopf 500 Mart mehr erhalten.( hört! hört! bei den Staatsanwälte, bereinigt Euch! Man denkt da unwillkürlich an Höheren Beamten wird in einzelnen Fällen geboten fein. Mit Sozialdemokraten.) Und der Geheime Kabinettsrat des Bibilkabinetts einen anderen Aufruf.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) der geplanten Dezentralisation find wir im Prinzip einverstanden, erhält 5000 Mart mehr.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial. Da kann man ja noch Schredliches erleben bei einem Streif ber aber die Macht der Landräte, die schon jetzt die reinen demokraten.) Die Außenbeamten bei der Eisenbahn haben eine an Staatsanwälte.( Heiterfeit.) Wir werden darauf drängen, daß Könige in ihrem Bezirk find( Sehr gut! und Heiterfeit links), noch spannende und aufreibende Arbeitszeit von zwölf bis vierzehn die Gehälter der höheren Beamten erst weiter erhöht werden, wenn zu vermehren, dazu können wir uns nicht verstehen.( Bravo! Stunden und eine große Verantwortung für die Betriebssicherheit, die Gehälter der unteren Beamten höhere geworden sind. Wir links.) In der Kommission wird zu prüfen sein, ob nicht auch für fo daß ein höheres Gehalt als vorgesehen für fie am Blage ist. werden nicht berabfäumen, zu zeigen, wie oben gefpart werden kann, Das Gehalt des Kammerdie Arbeiter in den staatlichen Betrieben, die ja in bezug auf die Der Finanzminister hat möglichste Sparfamteit empfohlen. damit unten zugelegt werden könne. Entlohnung an der Spige der industriellen Arbeiter stehen, etwas Jch warne, diese vorzunehmen auf Kosten der Gefundheit gerichtspräsidenten ist erst fürzlich von 14 000. auf 18 000 m. er geschehen muß. Der Vorschlag des Finanzministers, das Kommunal der Beamten und der Betriebssicherheit. Die Sterblichteit bes böht und soll jegt auf 20 000 m. gebracht werden. Ist dies nötig? Steuerprivileg nur für die neuen Beamten aufzuheben, der nur zu Lokomotivperfonals ist eine sehr große; das Durchschnittsdienstalter Wozu find die Legationssekretäre in München und Dresden da? neuen Ungerechtigkeiten führen würde, ist für uns nicht annehmbar. beträgt nur 19 Jahre. Bei der Aufbefferung der Eisenbahnbeamten Früher fagte man, fie. müßten auf dem Starnberger Gee fifchen. Wir hoffen, daß durch die Kommiffionsberatungen die diesmalige muß die gesteigerte Intensität des Betriebes in Rücksicht gezogen( Heiterkeit) Nach dem Eulenburg- Prozeß fönnte auch diese Tätigkeit Beamtenbesoldungsvorlage zu einem Markstein in der Geschichte werden. Die Leistungen der Bahnen haben sich berdoppelt, während wohl aufhören.( Heiterkeit.) des preußischen Beamtentums wird.( Bravo! bei den Freifinnigen.) das Berfonal nur um 5 Prozent vermehrt worden ist. Nach alledem Einen fehr eigentümlichen Standpunkt nahm der Redner der Abg. v. Jazbzewski( Pole): Wenn wir auch fortgelegt barüber geht unser Urteil dahin, daß die Gehaltsaufbefferung für sehr tonferbatiben Bartei ein, wenn er forderte, daß das Reich au flagen haben, daß uns vielfach die Beamten in den Dftmarlen große Schichten des Beamtenheeres eine bei den Besoldungen der Beamten nicht weiter gehen dürfe als cbenso wie die Regierung nicht nach Recht und Gerechtigkeit beabsolut unzulängliche Preußen. Mögen doch die Herren dafür forgen, daß das Reich dazu handeln, werden wir doch angesichts dieser Vorlage unfere volle ift. Das Wort des preußischen Ministerpräsidenten, Preußen in nicht genötigt ist. Reiten Sie eine recht energische Attace unter der Pflicht und Schuldigkeit tun. Ich erinnere nur an das Verhalten Deutschland voran, trifft durchaus nicht zu. Barole: Breußen in Deutschland voran!( Sehr gut! bei den Der Streisschulinspettoren in dem Schulstreit. Wir werden die Einzel- erheblich hinter Bayern brein. Der Besoldungsentwurf in Bayern die Beamten, dem Landtag bantbar zu fein. Wir meinen in Breußen binkt gana Sozialdemokraten.) Derfelbe Redner tonftruierte die Pflicht für heiten der Vorlage in der Kommission eingehend prüfen. Der Herr Borrebner hat geht für die mittleren und unteren Beaten weit über den Gegenteil, wir müſſen den Beamten dankbar sein für ihre Finanzminister v. Rheinbaben: preußischen Entwurf hinaus. es glücklich verstanden, auch in diefe Materie bie Bolenfrage 1100 W., biefes Mindestgehalt ist aber vom bayerischen Landtag Er fordert als mindestgebalt gewissenhafte Pflichterfüllung. Wenn ihre berechtigten Ansprüche hineinzutragen, die doch mit der ganzen Bolenfrage absolut nichts zu auf 1200 m. erhöht worden.( Buruf bei den Sozialdemokraten: nicht bewilligt werden, lo haben sie geradezu tim hat.( Widerspruch bei den Bolen.) Gewiß haben die Beamten das Recht, mehr zu fordern. die Pflicht, Bolen und Deutsche mit gleichem Maße au meffen. Sier gar nicht zu erwarten 1) Der Regierungsentwurf in Bayern hat Wenn das Verhältnis zwischen den Beamten und der polnischen Be- eine eingebende Umgestaltung vom dortigen Landtage erfahren. Bor 3ch erinnere Sie daran, daß die Staatsanwälte erklärt haben, mit völkerung nicht immer so ist, wie wir es wünschten, fo liegt das allem find die Gehälter der unteren und mittleren Beamten vom ihrem Höchstgehalt von 7200 Mart nicht auskommen zu können. VerSchwergewicht der Schuld auf der polnischen Seite.( Lebhafter Landtage außerordentlich aufgebeffert worden, obwohl schon der fuchen Sie doch einmal, wenn es Ihnen auch schwer fällt, fich angesichts dieser Tatsache in die Lebensverhältnisse der Unterbeamten Widerspruch bei den Bolen. Bravo! rechts.) An dem Schulstreit Entwurf in dieser Hinsicht beffer geftellt war, als der preußische. haben nicht die Streisschulinspektoren schuld, sondern dieser ist ein lommen von 1200 bis 1600 Mart. In Bayern haben die Bahn- und Schleusenwärter ein Mindest hineinzubersetzen, die mit 1200, 1800 oder auch 2400 Mark auskomunen In Preußen ist jetzt müssen. Dann werden Sie zu der Ueberzeugung tommen, daß Sie freventlich von der polnischen Bevölkerung heraufbeschworen worden. erst in dem neuen Entwurf, der uns von dem Regierungsvertreter die Pflicht haben, gerade bie Gehälter der unteren und mittleren ( Lebhafte Zustimmung rechts; Unruhe bei den Polen. Abg. Beltasohn( frs. Bg.)' Sespricht die Einzelheiten der Vorlage als Aft weitgehender Fürsorge gepriesen wird, ein Mindestgehalt von Beamten erheblich aufzubeffern. Beweifen Sie, daß Sie ernste 1000 bis 1200 Mart vorgesehen. Auch bei Anrechnung des Arbeit leisten wollen, an unferer Unterstügung dabei soll es Ihuen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß in der Kommission noch Were Wohnungsgeldzuschusses, der in Bayern fortgefallen ist, find die Gehälter nicht fehlen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts.) befferungen zu erzielen sein werden. in Bayern beträchtlich beiser. Auch der Finanzminister glaubte Abg. Ströbel( S08.): gestern mit einem Hinweis auf den Wohnungsgeldzuschuß die geringen in erster Linie den Teilen der Beamten zugute kommen, welche Eisenbahnminifter Breitenbach: Die Besoldungsaufbesserung foll Ich möchte eingangs mein Bedauern darüber aussprechen, Gehälter begründen zu fönnen. Er fagte, feit 1906 fei der fich in wirtschaftlich bedrängter Lage befinden. Der Gesamtmehrdaß in der ganzen Borlage und den dazu gehörigen Druckfachen mit Wohnungsgeldzuschuß für die unteren Beamten um 50 Broz. er aufwand für die Gehälter der preußischen Eisenbahnbeamten verfeinem Worte darauf hingewiesen worden ist, daß die höht. Mit der jetzt vorgesehenen Erhöhung des Wohnungsgeld teilt fich zu 565/10 Broz. auf die Unterbeamten, 42,6 Proz. auf die Erhöhung der Beamtengehälter mit notwendiger Konfequenz zu einer aufchuffes betrage die Gesamterhöhung 100 Prozent. Das ist eine mittleren Beamten, 0,9 Bro3. auf die höheren Beamten. Das angemessenen Erhöhung der Löhne der Staatsarbeiter wunderschöne Prozentberechnung. Wenn einem Staatsanwalt führen müßte.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Auch von Mehreinkommen für den Staatsanwalt gleich 450 M. Das ist eine der mittleren Beamten um 14,3 Proz, der höheren Beamten um der Wohnungsgeldzuschuß um 50 Proz. erhöht wird, beträgt das Durchschnittsgehalt ber unteren Beamten steigt um 7% Proz., den Vertretern der verschiedenen Parteien ist es berabsäumt worden, diefe Tatsache festzustellen und nachdrüd- ganz refpeftable Summe. Dann beträgt das Mindesteinkommen sofort 5,6 Proz. Das gibt keinen Anlaß zu so scharfer Stritit, wie der Lichst zu fordern, daß das Verabsäumte wenigstens nachgeholt 8550 M. Bei ben mittleren Beamten ist der Effeft bereits nicht anders erwartet. Wenn wir eine Vorlage unterbreitet hätten, 3000+ 900+ 4504450 M. und das entsprechende höchsteinkommen bg. Ströbel sie joeben vorgetragen hat. Ich habe es allerdings werde. Der Herr Finanzminister hat mit Stolz darauf hingewiesen, viel geringer. Was macht diese Erhöhung aber bei den die die Gehälter der Unterbeamten um 100 Broz. erhöht, hätten daß 186 Millionen für die Erhöhung der Beamtenbefolbung gefordert unterbeamten aus? Der ganze Wohnungsgeldzuschuß ist bei wir genau diefelbe Rede von ihm gehört.( Sehr wahr rechts. würden, er bezeichnete das als eine weitgehende und werktätige Fürsorge". Ich bedaure, etwas Wasser in den Wein dieses Enthusi den Unterbeamten in Berlin auf 360 M. gebracht worden. Der Abg. Hoffmann ruft: Versuchen Sie es doch einmal!) Es gehört asmus hineingießen zu müssen, der leider auch von den verschiedenen 270 M., derjenige in der britten Klasse nur 162 m., derjenige Buderbrot hinzustellen.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Sie Wohnungsgeldzuschuß in der ersten Servisklasse beträgt nur zur parteipolitischen Tendenz der Sozialdemokratie, alle Leistungen von Staat und Gesetzgebung als minderwertig, als ein bloßes Parteien hier zum Ausdruck gebracht worden ist. Schon ein Blick in der letten Klasse sogar in die zahlreichen Betitionen beweist, daß man empfinden felbst am besten, wie wahr das ist! Große Unruhe in Beamtenfreifen ganz anders über diese Vorlage denkt, nur 108 Mart. rechts. Laute Pfuirufe.) Die Kritik des Abg. Ströbel war dabei auch in ber Preffe haben bereits Beamte ihrer Von 1878 bis 1906 hat man warten müssen, bis man den uns sehr einseitig. Die Bahnwärter in den großen Städten, z. B. in abweichenden Meinung Ausdrud gegeben. Sogar die tonservative geheuer geringen Zuschuß erhöhte. In der untersten Klaffe hat Berlin, erhalten ungefähr ebensoviel wie in Bayern. Die Löhne der Kreuz- Zeitung" hat an dem Beamtenbesoldungsgesetz Stritit geübt. man es jeßt auf ganze 108 Mart gebracht,( hört! hört! bei den Staatsarbeiter find dauernd in außergewöhnlichem Maße gestiegen: und Rorruptionsfonds Me SehaltserkoHung der Unterbeamten war nur die notwendige Folge der Erhöhung der Arbeiterlöhne. Deren weitere Erhöhung kann erst wieder in Frage kommen, wenn die Verhältnisse am Lohnmarki es erfordern. Die preußischen Beamten haben volles Vertrauen zur Regierung und wissen, daß sie ihnen gewährt, was mit Rücksicht auf das allgemeine Slaatsinleresse gewährt werden kann. sLedhafter Beifall rechts und in der Mitte.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr sLehrerbesoldungsgesetz. Pfarrerbesoldungsgesetz.) Schluß S Uhr. Hua der Partei. Liberaler Terrorismus. In Sonneberg sSachsen-Meiningen) gründeten im vorigen Herbst unsere Genossen ein Parteiorgan, dem die dortigen sogenannten Liberalen und Freisinnigen, die nun in ihrer Ruhe ausgestört wurden, bald griniine Rache schworen. Da die Liberalen auf politischem Gebiete dem„V o l ks fr e u n d* nicht beikommen konnten, suchte man ihn geschäftlich zu ruinieren. Im liberalen Ortsverein wurde beschlossen, alle Geschäftsleute auf- zusordern, nicht mehr im.Voltsfreund' zu inserieren, keine Druckaufträge zu geben und keine Anteilscheine zu nehmen. Bekannte Freisinnige sprachen persönlich bei den Geschäftsleuten vor. um diese scharf zu machen Auch jetzt hat man dieses Treibe» wieder erneuert. Wenn aber die Liberalen durch«in so trauriges Verhalten glauben Erfolge gegen unser Organ erzielen zu können, werden sie sich getäuscht sehen. Unsere Genossen drehen den Spieß �etz! um. Sie werden nur in solchen Geschäften.einkaufen, die im„Volks- freund' inserieren. Die Geschäftsleute werden sich dann überlegen müssen, ob sie den Anordnungen des liberalen OclSvereineS folgen oder ihre Kundschaft einbüßen wollen. Für die Jugend gibt unser Dortmunder Parteiblatt, die .Arbeiterzeitung', fortan ein Beiblatt»Der junge Kamerad' heraus. ES erscheint alle ls Tage. Einen Sparvcrein„Bolkszcitung" haben die Genossen in Görlitz gegründet. Sein Zweck ist die Beschaffung der Mittel für eine Druckerei, in der das Parteiorgan, die.Volkszeitung" ge- druckt werden soll. Jetzt ist sie Kopsblatt der.Dresdener Volks- zeitung". 12 090 M. sind bereits in kurzer Zeit ziiiaiumengebracht, darunter befinden sich namhafte Beiträge der im Veibreitungsbezirk der„Volkszeitting" befindlichen Gewerkschaftszahlstellen. Bis zum Ablauj des JahreS hoffen unsere Genossen an 85 000 M. aus- zubringen. Ei» neuer Mitstreiter. Von einem nach Montreal ausgewanderten Brandenburger Parteigenossen erhielt die.Brandenburger Zeitung" die erste Nummer vom 9. Oktober 1908 eines neuen in englischer Sprach- geschriebenen sozialistischen Organs für Kanada„Tfis Oana. ckian Socialist". In dem einführenden Artikel wird die Notwendig- leii eines Organs, durch das die Arbeiter des östlichen Kanada ihre Meinung ausdrücken können, betont. Sie Streiks and flaslperrungen Im fahre 1907. U. Di« SngriffftrcikS. Im vorigen Abschnitt dieses Berichts wurde bereits auf die Tatsache aufmerkfam gemacht, daß das Ergebnis der Kämpfe für die Arbeiter ungünstiger ist als im Jahre 1900. An diesem un- günstigeren Ergebnis haben die Angriffstreiks einen erheblichen Anteil. Von 1635 geführten Angriffstreiks endeten 630 51,7 Proz. mit vollem Erfolg(1906: 55 7 Proz.), 472 Kämpfe— 29,4 Proz. hatten einen teilweisen Erfolg(1906: 26.7 Proz.) und 257 Kämpfe=- 16 Proz. waren erfolglos(1906: 15,9 Proz.). Am Schlüsse des Jahres waren nicht beendet 30 Streiks und von 46 Streiks blieb das Resultat unbekannt. An den Angriffstreiks waren beteiligt 131 427 männliche, 11 517 weibliche, zusammen 142 944 Personen. Von den Beteiligten hatten vollen Erfolg 51 344— 85,0 Proz. und teilweisen Erfolg 53 006— 37,1 Proz. Von den Streiks um Lohnerhöhung endeten 53,4 Proz. mit vollem Erfolg und hatten daran 35,3 Proz. Personen Anteil. Bei den Streiks um Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung ist das prozentuale Verhältnis der mit vollem Erfolg beendeten Streiks zwar geringer— 49,4 Proz.—, dagegen der Prozentsatz der an dem vollen Erfolg Beteiligten höher— 36,8 Proz.— als bei den Streiks um Lohnerhöhungen. Am un- günstigsten ist das prozentuale Verhältnis bei den Streiks um Verkürzung der Arbeitszeit. Von diesen Streiks endeten nur 42,9 Proz. mit vollem Erfolge und hatten daran 13,6 Proz. der Beteiligten Anteil. Steht das Ergebnis der Angriffstreiks von 1907 auch hinter dem des JahreS 1906 zurück, so überragt es immerhin noch das Jahr 1905. nur das Verhältnis der mit vollem Erfolg beendeten Streiks ist ungünstiger, dagegen ist der Prozentsatz der am vollen Erfolg beteiligten Personen ein höherer. Die Gesamtausgabe für die Angriffstreiks beträgt 5 082 221 M. Für 158 030 an den Angriffstreiks beteiligten Personen konnte der Verlust an Arbeitszeit und der Ausfall de? Verdienstes festgestellt werden. ES beträgt der Verlust an Arbeitszeit, insgesamt für männliche und weibliche Streikende. 2 277 432 Tage; der Verlust des Arbeitsverdienstes 8 447 284 M. Vom Jayre 1900—1907 wurden insgesamt 7424 Angriffstreiks mit 037 334 Beteiligten geführt, darunter waren: 176 Streiks mit 14 141 Beteiligten um Vcr- kurzung der Arbeitszeit; um Lohnerhöhung fanden 3627 Streiks mit 859 034 Beteiligten, und bei 2936 Streiks mit 566 511 Betet- ligten wurd« um Verkürzung der Arbeitszeit uno Lohnerhöhung gestritten. Die Abwehrstreiks. Die mehr oder weniger günstigen Resultate bei?lbwehrstreiks können nicht, wie bei den Angriffstreiks, von dem Standpunkt der positiven Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse be- urteilt werden. Handelt es sich doch bei den Abwehrstreiks um das äußerste Mitte! der Arbeiter, von den Unternehmern ihnen zuge- mutete Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse ab- znwehren. Es können deshalb bei den Abwehrstreiks die günstigsten Resultate für die Arbeiter nur im bedingten Sinne als Erfolge angesprochen werden. In 534 Fällen mußte die Arbeiterschaft im Jahre 1997 zu dem Kampf als äußerstes Mittel der Abwehr greifen. An diesen Kämpfen waren 33 348 Personen beteiligt. Von diesen Kämpfen endeten 412— 51,6 Proz. mit vollem Erfolg, woran 18 455 Personen— 49,3 Proz. beteiligt waren. Für diese Zahl Beteiligter konnten also die zugemuteten Verschlechterungen durch das Mittel der Arbeitsniederlegung vollständig zurückgewiesen werden. 196 Kämpfe— 13,3 Proz. mit 5166— 16,4 Proz. Beteiligter endeten dagegen nur mit einem teilweisen Erfolg, trotz des äußersten Mittels der Gegenwehr war es bei diesen Kämpfen nicht gelungen, die Verschlechterungen vollständig abzuwehren. Völlig er- folglos endeten 266 Kämpfe— 88,3 Proz. Von 15 Streiks blieb das Resultat unbekannt und 35 Streik» waren am Schluß des Be- richtsjahreS noch nicht beendet. Am häufigsten mutzte gegen Lohnreduzierungen ge- kämpft werden, und zwar in 253 Fällen, an denen l l 329 Personen beteiligt waren. Mit vollem Erfolg endeten davon 139 Kämpfe— 53,7 Proz. und 7116 Beteiligten= 62,8 Proz. In 220 Fällen muhte die Arbeiterschaft gegen versuchte Maßregelungen kämpfen. Von diesen Streiks endeten 99— 45,8 Proz. mit vollem und 25— 11,6 Proz. mit teilweisem Erfolg. Wegen Nichtinnehaltung der allgemein üblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen cnt- brannten 170 Kämpfe, an denen 5095 Personen beteiligt waren. 193 Kämpfe— 66 Proz. wurden mit vollem und 19 Kämpfe— 12,2 Proz. mit teilweisem Erfolge beendet. Von den Beteiligten hatten 2367= 46,5 Proz. vollen und 1731— 34 Proz. teilweifen Erfolg. In 25 Fällen war die Ursache der Streik» schlechte Be- Handlung der Arbeiter. Von diesen Streiks endeten 13— 62 Proz. mit vollem und 5 Streiks— 20 Proz. mit teilweisem Erfolg. Diese Streiks weisen die geringste Beteiligungsziffer auf. In 2l Fällen bildete der von Unternehmern verlangte Austritt aus der Organisation die Ursache von Kämpfen. An diesen waren 726 Personen beteiligt. Von diesen Streiks endeten 7— 33,3 Proz., woran 298 Personen beteiligt waren, mit vollem Erfolg und 3 Streiks— 14,4 Proz., mit 167 Beteiligten,— 23 Proz. mit einem teilweisen Erfolg. Die geringste Zahl der Streiks— 14— wurde geführt wegen Einführung einer Fabrikordnung. Von diesen Streiks endeten 8— 65,5 Proz. mit einem vollen und 3 Streiks— 23,1 Proz. mit einem teilweifen Erfolg. Aus anderen Ur- fachen enistanden 198 Streiks mit 4203 daran beteiligten Per- sonen. Von diesen Streiks endeten 40— 38,1 Proz. mit vollem und 16 Streiks— 15,2 Proz. mit teilweisem Erfolg. Von den be- teiligten Personen hatten l877— 44,7 Proz. vollen und 777=- 18,5 Proz. teilweisen Erfolg. Das Resultat des Jahres 1907 steht in der Anzahl der mit vollem Erfolg beendeten Kämpfe hinter den Vorjahren zurück, da- gegen ist der Prozentsatz der am vollen Erfolg partizipiereniden Personen höher als 1906. Das gleiche Verhältnis trifft auch zu für die Beteiligten, welche durch die Kämpfe einen teilweifen Erfolg zu verzeichnen hatten. Die Gesamtausgabe für die Abwehrstreiks beträgt 1 134 782 M. Für 32 426 Beteiligte konnte der Verlust an Arbeitszeit und Ver- dienstauSfall festgestellt werden. Der Verlust an ArveitSzeit betrug 470 263 Tage, der Verdienstausfall t 907 692 M. Vom Jahre 1990 bis 1907 wurden insgesamt 5090 Abwehrstreiks geführt und waren daran 196 011 Personen beteiligt. Von diesen gesamten Streiks endeten 2575— 52,2 Proz. mit vollem und 672— 13,6 Proz. mit teilweisem Erfolg. Von den an diesen Kämpfen beteiligten Per- sonen hatten 92 243— 47,1 Proz. vollen und 32 797— 16,7 Proz. teilweisen Erfolg. 6cncbta- Zeitung Entführung. Eine große Portion Frivolität brachte den Kaufmann Georg Hannes gestern unter der Anklage der Entführung einer Minder- jährigen vor die 4. Strafkammer des Landgerichts l. Der 26 Jahre alte Angeklagte ist schon weit in der Welt umhergekommen und hat ri'.ancherlei Erfahrungen gesammelt. Er besitzt ein hervorragendes musikalisches Talent und durch die Ausübung desselben fand er den Weg zum Herzen der ldVbjährigen Tochter des Privatiers S. Dieser wohnte in einem Restaurant und Fremdenlogis, dessen In- Haber der Onkel der kleinen Charlotte S. ist, während ihr Vater, der ein Haus in Lichtenberg besitzt, an dem Geschäft beteiligt ist. In dem Restaurant ließ der Angeklagte sein musikalisches Talent leuchten. Fast täglich übte er mit dem Mädchen Musik und bei dem gemeinschaftlichen Musizieren verliebte sich das Mädchen in den talentvollen jungen Mann mit der großen Künstlertolle, der so nett zu plaudern wußte und auch allerlei geheimnisvolle, roman- tische Andeutungen über seine Persönlichkeit machte. Er erzählte dem andächtig lauschenden Mädchen, daß er in Wahrheit ein Gras von KönigSmark sei und den Namen Hannes nur angenommen habe, weil er sich etwas habe zuschulden kommen lassen und von seinem Vater nicht entdeckt werden dürfe. EineS TageS erklärte er dem Mädchen, daß ihr Liebesverhältnis doch kaum noch verheimlicht werden könne, und da er die Einwilligung ihrer Eltern zu einer Fortsetzung des Verhältnisses doch schwerlich erhalte» würde, es das beste wäre, wenn er den Berliner Staub von den Füßen schüttelte. Dann verriet er dem Mädchen seine Absicht, nach London zu gehen, weil er die englische Sprache beherrsche. Charlotte wollte ihren Liebestraum nicht aufgeben und drang in ihn» sie mitzunehmen. Er erklärte, daß er nur l20 M. im Besitz habe und diese Summe zu einer Reise nach London für zwei Personen nicht ausreiche. Das Mädchen aber wußte Rat: sie entwendete dem Vater während der Mittagsruhe desselben einen ledernen Beutel mit 275 M., führte einen ihr gewordenen Auftrag zum Inkasso einiger Mieten aus dem Lichtenberger Hause schleunigst aus und als sie auf diese Weise über 400 M. zusammen halte, entfloh der Angeklagte mit ihr nach London. Dort kamen sie abends an und mieteten in einem Hotel ein gemeinsanieS Zimmer. Von London aus teilte das Mädchen ihrer Mutter tclegraphisch ihren Aufenthaltsort mit. Die Mutter fuhr nach London und nach sechs Tagen schon war das Liebesidyll gestört. Der junge Mann wanderte in Untersuchungs- Haft und das abenteuerlustige Töchterlein muhte der Frau Mutter nach Berlin folgen.— Vor Gericht behauptete der Angeklagte, nicht gewußt zu haben, daß das Mädchen noch nicht 16 Jahr alt war. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten wrgen Entführung und Begünstigung zu 4 Monate» und 1 Woche Gefängnis unter Anrech- nung von 1 Monat Untersuchungshaft. Der bestochene Anitssekretär. Unter der Anklage, als Beamter für in sein Amt einschlagende, an sich nicht pslichtloidrige Handlungen Geldgeschenke angenommen zu haben, mußte sich gestern vor der 2. Strafkammer der Amts- sekretär Richard Golz aus Schmöckwitz veraiilwortcn.— Der Angeklagte wurde am 1. Februar 1896 als Amtssekrelär für den Ge- meindebczirk Zeuthen in dem Amt Etchwalde angestellt und später durch den Landrat des Kreises Teltow als Beamter bestätigt und als solcher vereidigt. In seiner Stellung konnte der Angeklagte diejenigen Geschäfte, die nach den gesetzlichen Bestimmungen dem Amtsvorsteher selbst obliegen, nicht erledigen, wohl aber mußte er bei verschiedenen amtlichen Handlungen als Gehilfe des AmtS- vorstehers fungieren. Als im Jahre lV04 der damalige Amts- Vorsteher von der Decke» verstarb, wurde der jetzige ÜmtSvorsteher Beschorner. der inzwischen auch wegen emeS schwebenden Disziplinarverfahrens vom Amte suspendiert ist, zum Amtsvvrstcher er- nannt. Da dieser bisher derartige Geschäfte noch nicht erledigt halte, verliest er sich vollständig auf den Angeklagte» und ging auf dessen Vorschläge regelmäßig ein. Diese Tatsache, die in dem Amtsbezirk bald allgemein bekannt wurde, soll der Augeklagte, wie die Anklage behauptet, dazu benutzt laben, um sich seine Taschen mit BcstechungSgeldern zu füllen. Der Gastwirt Alois Schwartzex hatte sich bei dem Krcisausschuß um Erteilung der Tchankkonzrsston für eine Baukantine beworben, war aber abschlägig beschirden worden. Der Vorbcsitzcr gab dem SÄ. den Rat. er solle sich an Golz wenden, denn..der bekäme alles fertig", wenn man»hm etwas zuwende. Der Angeklagte ließ sich von Sch. fllnf Mark zahlen und setzte ihm eine Klage auf. die dann auch Erfolg halte. Auch für die Verlängerung der Konzession zahlte Sch. fünf Mark an den Angeklagten. AIS Sch. die Konzession sür ein anderes Grundstück erlangen wollte, zahlte er dem Angeklagten unter einem viel« sagenden Augenzwinkern zehn Mark, die G,. ohne ein Wort zu sagen, einsteckte. Die Konzession wurde dem Sch bald darauf er» teilt. Ein Schneidermeister St. zahlte ebenfalls an G. 19 M.. um die Genclimiguiig sllr die Anlage eine» Abort» zu erlangen. Die 10 M. wirkten auch m diesem Falle sehr prompt, denn bald darauf erhielt Dt. die Genehmigung.— Wegen ahnlicher Bestechungen wurde der Angeklagte am t. Mai d. I. von der Strafkammer des Landgerichts ll zu drei Monaten Gefängnis ver>«rteilt Gegen dieses Urteil hat Golz Revision eingelegt, die noch nicht erledigt ist. Nachträglich stellten sich dann noch die letzt zur Anklage stehenden Fälle heraus.— Der Staatsanwalt beantragt« eine Zujatzstrafc von 5 Monaten Gefängnis. DaS Gericht erkannte auf eine Zu- satzstrafe von 2 Monaten Gefängnis und Verlust der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren. Zweimal zum Tode verurteilt. Der 64 Jahre alte Korbmacher Friedrich Koch auS Oberndorf bei Apolda war beschuldigt, seine(orilte) Ehefrau und eine in seinem Hause wohnende Gesindebcrmieterin Zeiß in bestialischer Weise ermordet zu haben. Das Schivurgertcht Rudolstadt beiahte gestern, wie uns ein Telegramm mitteilt, beide Fragen Dnrapf wurde Koch zweimal zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Der Verurteilte verzichtete auf Einlegung der Revision. ZKrs Kinder sind größer geworden und Sie müssen für geeignete SchlafstStten sorgen. Nur JaekePs Bettlänge. Schlafe natenf 88ben'hnan("e 1)68(6 6e'e9eilhe>t> dies ohne Vergrößerung der Wohnung auszuführen, � Fordern Sie den soeben ersebsenen neuen ICatalog 170 gratis n. franko. R. JAEKEL's Patent-IVIgbel" Fabrik, Berlin, Markgirafenslr. 20, Ecke Kochstr. H. Joseph& Co. Berliner Straße 54-55 RIXDORF Berliner Straße 54-55 Von Mittwoch, den 28. Oktober bis Montag, den 2. November Ein Waggon Emaille das Pfund Fast jeder Gegenstand dieses Postens Emaille kostet durch den enorm billigen Gewichtspreis von 38 Pf. das Pfund, die Hälfte, teilweise noch weniger des sonstigen Wertes. _ 1 Rabatt- und Prämien« Marken 1 I_ I s:»» Doppelte Vorteile!:::s:s I_ Unserem lieben Freund und Genossen 48242 Karl Nutzeblume nebst Frau zu seiner heutigen Silberhochzeit die herzlichste Gratulation. Die Ordner der 11. SpielerAbteilung d. Fr.Volksbühne. Sozialdemokratsener Wahnerein für den 3. Bertiner Reichstags- Wahlkreis. ( Beair? 259.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der( Braveur Artur Abeling wohnhaft Budower Straße 4 infolge Unfalles plöglich ver storben ist. 213/14 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Ditober, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung der Genoffen ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Frankfurter Viertel. Bezirk Nr. 312. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Stuffateur Paul Beerbaum, Richthofenstraße 21, geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, 29. Oftober, nachm. 32 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungsfirchhofes in Weißenfee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Stukkateure. Am Sonntag, den 25 d. Mts., verstarb unser langjähriges Mitglied, der Kollege Paul Beerbaum Richthofenstraße 21 im 35. Lebensjahre. 174/3 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 29. Oktober, um 3, Uhr, auf dem Friedhofe der Auferstehungs Gemeinde in Weißensee, Lichtenberger Straße 110,123, Don der Halle aus. 1 Bahlreiche Teilnahme erwartet Die Ortsverwaltung d. Zentr.- Verb. der Stukkateure, Filiale Berlin. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Arbeiter Oskar Rietzel ( 4. Bezirk) verstorben ist. 237/3 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Oskar Rietzel am 25. Oftober an Leberleiden gestorben ist. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. Oftober, nachmittags 4 116r, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Max Küster am 26. Dftober an Herzleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. d. M., nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause Rathenowerstraße 14 aus nach dem Johannis Kirchhofe in Plögenfee statt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Willi Lehmann am 26. d. M. an Lungensch vindsucht gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Oftober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen PaulsKirchhofes in Blötensce aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 124/3 Nach längerem Leiden verschied Montag früh unser lieber Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der frühere Schriftseter Gustav Marquardt im 73. Lebensjahre. 2476b Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bon der Reichenhalle des neuen LuisenKirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Typographia. Den Mitgliedern die betrübende Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Kollege Gustav Marquardt am Montag früh verstorben ist. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. Beerdigung siehe vorstehend. Die Sänger werden gebeten, möglichst vollzählig unserem braven Kameraden das letzte Geleit zu geben. Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschinenpader Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 28. Oktober, abends 8 Uhr: General- Versammlung bei Freyer, Koppenstraße 29. Zages Drdnung: 1. Stellungnahme zur zukünftigen Zusammensehung unserer Generalversammlung( Vertretung durch Delegierte). 2. Wahl eines Schriftführers. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Wichtigkeit der Tagesordnung muß die Mitglieder veranlaffen, zahlreich zu erscheinen. Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8, Uhr, bei Schmidt, Gartenstr. 6: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: Bortrag des Gestoffen Link über: Die Unfallversicherung und thre Bedeutung für die Arbeiter". 2. Branchenangelegenheiten. William Müller Perlmutter-, Horn-, Steinnuß- Knopfarbeiter. am 26. d. Mts. im Alter von 36 Jahren an Nervenschwäche gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Versöhnungs- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 57/2 Die Verwaltung 2. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Schuhmacher Deutschlands. E. H. 91. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Vorstands: mitglied, der Schriftführer Wilhelm Mergelkuhl nach furzem schweren Leiden am 25. Oftober verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Bartholomäus: Friedhofes in weißensee, Faltenberger Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 2483b Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. In der Nacht vom 24. zum 25. d. M. fanden die Eheleute Urban Mitgl. d. Arb.- Radfahrerb., Straß. mannstraße 34 in Berlin wohnhaft, in der Sommerwohnung bei Strausberg durch Koblengasvergiftung ihren jähen Tod. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme an Max Ertel, Schankwirt, Bellestraße 11. Die Beerdigung wird noch befanntgegeben. 48256 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau 48262 Donnerstag, 29. Oktober, abends 6 1hr( gleich nach Feierabend), im Gewerkschaftshause( Saal 8), Engelufer 15: Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: Jalousiearbeiter. 92/11 Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Verfammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Fr. König. 2. Bericht des Obmannes und der Vertrauensleute. 3. Branchenangelegenheiten. Stellmacher Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung im Rosenthaler Hof", Rofenthalerstr. 11-12. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Fritz Tarnow über: Die geplante Steuerpolitik der Reichsregierung, eine neue bedeutungsvolle 1. Bortrag über: Gewerbliche Arbeitsverträge und Gerichtsbarkeiten. Schädigung der Arbeiterklasse! 2. Diskussion. 3. Branchenangelegen 2. Bericht vom 3. Quartal. 3. Branchenangelegenheiten. heiten und Berschiedenes. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Fritz Leidig 24825 fagen allen Freunden und Bekannten, insbesondere seinen Chefs Gebrüder Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Zones, ſowie ſeinen Meiſtern und Freitag, den 30. Oktober, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelfer 18 Kollegen unseren herzlichsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. + Westmanns+ Trauermagazin General- Versammlung. Tages Drdnung: ( großer Saal): 1. Vorstands. und Rassenbericht vom III. Quartal 2. Der Stand der Fensterfrage. 8. Berschiedenes. Bahlreichen Befuch erwartet Der Vorstand. Sauptgeſchäft Berlin W., Mohren: Bezirk Wedding. Dobet 3. Rabolustt. Bettgfftrae 80: Bezirksversammlung. straße 37a, Edhaus, und Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. 115, tein Edhaus, erreicht feine Leiftungsfähigkeit und feine billigen Preise durch Raumersparnis u. geringeSpesen Geschmackvolle Auswahl in fertiger Trauer- Garderobe für Damen und Mädchen. J. Kabowski. Gerichtstraße Zages Ordnung: Bezirksangelegenheiten. Alle Sollegen müssen erscheinen. Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, Der Bezirksleiter. Deutscher Metallarbeiter- Verband. nur Mariannen- Straße 2. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hoi I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hoj III mt 3, 1987. Donnerstag, den 29. Oktober 1908, abends 81%, Uhr: Fliesenleger! Mitglieder- Versammlung Am Donnerstag, den 29. Oktober findet nach Arbeitsschluß um 140/1 6 Uhr im Gewerkschaftshause, Saal 8 unsere statt. Versammlung Zages- Ordnung: Vortrag. Berufsangelegenheiten. Verschiedened. Die Kollegen werden ersucht, für pünktliche und rege Betellt. gung einzutreten. Der Vorstand der Sektion der Fliesenleger Berlins. J. A.: H. Baldheim. für die Branche der Klempner im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4.= Tages Drdnung: 1. Bericht des Branchenvertreters. 2. Distuffton. 3. Neuwahl der Stommiffion. 4. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt! Donnerstag, den 29. Oktober 1908, abends 8% Uhr, im Lokale von Meier, Sebastianstr. 39: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branchen- Versammlung Zahlstelle Charlottenburg. Marie Bennemann Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8%, Uhr, im Volkshauſe, geb. Karg am Sonntagabend 6 Uhr gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Luisenstr. 18, in Friedrichsfelde aus statt. Um stilles Beileid bittet Gustav Bennemann. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung sowie die vielen Blumenspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Baters und Schwiegervaters, sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere der Firma und dem Gesamtpersonal der Pianofortefabrik Bechstein und dem Wahlverein Rig dorf herzlichen Dank. 24745 Witwe Elis. Kudoke. Georg Goelfert. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und zahlreichen KranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes, unseres guten Bruders Karl Raabe fagen wir allen Freunden und Befannten sowie der Firma Gerndt nebst Personal unseren herzlichsten Dant. 24755 Franz Fründt und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Paul Henze sage ich allen daran Beteiligten, ins besondere dem Gejangberent, Gesundbrunner Harmonie" meinen verbindlichsten Dant. 48272 Bitwe Marie Henze. Rosinenstr. 3: General- Versammlung. Zages- Ordnung: der Elektromonteure und Helfer. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Stollegen A. Wuschick über:" Rapitales tonzentration und Arbeiterbewegung". 2. Distusfion. 3. Verbands, angelegenheiten. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Beteiligten, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 1. Vortrag über: Freie Fortbildungskurse für Arbeiter". 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1908. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. 124/2 Auf der Höhe 468 der Mode bleibt jede Dame für wenig Geld, die ohne jeden Kaufzwang regelmäßig die im eintreffenden Neuheiten Spezial- Konfektionshause Westmann Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 87a{ kein Eckhaus, 2. Haus von der Jerusalemer Straße, and Berlin NO., Gr. Frankfurter Straße 115 2 Haus von der Andreasstraße, kein Eckhaus, besichtigt und das Zusagende sogleich auswählt. Für 3 des Originalwertes 13 gebe ich ab: und billiger in passenden Größen für Originalmodelle, Reisemuster und Kopien jede Figur vorrätig! Abend und Theatermäntel, Frauenmäntel, Uebergangsmäntel, Jacketts, Kimonos, Astrachan- und Plüsch- Konfektion. Pelz- Konfektion nur feinste Stoffe! □ Eigene Fabrikation! ☐ nur neueste Fasson! von Mk. 5.-, 6.-, 10.-, 15.-, 18.-, 20.-, 30.-, 50-, 80.-, 100,- bis Mk. 300.-. Gratis bei Einkauf Voll nur Mk. 15.- an: ein eleg. Kostümrock! 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Berliner Nachrichten. Der Achtuhr- Ladenschluß und der Lolal- Anzeiger". Ein Handlungsgehilfe schreibt uns: für Boltsund Bahneinnahme gedeckt werden sollen. An eine Amortisation Ses aufgewandten Kapitals dürfte allerdings kaum vor Eröffnung. des Großschiffahrtsweges zu denken sein. Für die Schiffahrt ist der Hafen dadurch von ganz besonderer Bedeutung, als durch die Anlage eine wesentliche Abkürzung für den Güterverkehr nach den nördlichen Teilen Groß- Berlins herbeigeführt wird. Mittwoch, Vorort- Nachrichten. Polizeiliche Maßnahmen gegen ein Arbeiterfokal. Der Polizeipräsident von Nixdorf hat im Februar d. J. die Die diesjährige Ausstellung empfehlenswerter Jugend- vom Genossen Hoppe für sein Lokal in der Hermannstraße nach fchriften findet in der Zeit vom 6.- 13. Dezember im Saale III gesuchte Erlaubnis zur Abhaltung öffentlicher Tanzlustbarkeiten verweigert. Als Grund für die Verweigerung wurde angeführt, am des Gewerkschaftshauses statt. 27 Januar, am Abend der Kaisergeburtstagsfeier, habe vor dem dem Besucher Eine Ausstellung für Bureaubedarf war in Berlin zum ersten Hoppeschen Lofal eine Schlägerei stattgefunden, und die an der Male im vorigen Jahre veranstaltet worden, und schon in diesem felben beteiligten Personen seien Gäste des Hoppeschen Lokals Stralau. Zu den am Freitag, den 6. November, beginnenden Jahre ist eine zweite gefolgt. Die diesjährige Ausstellung ist am gewesen. In einer Eingabe ersuchte Hoppe den Polizeis Zyklusvorträgen über„ Geschichte der französischen Revolution" find 24 Oktober in der Ausstellungshalle am Zoologischen präsidenten, die genannte Verfügung zurückzunehmen und beEinlaẞlarten zu haben beim Genossen Wessel, Markgrafendamm 7. Garten eröffnet worden und wird bis zum 3. Robember präsidenten, die genannte Berfügung zurückzunehmen und be bor dabei, wenn sich Perionen seinem Lokal gedauern. Sie bietet dem„ Fachmann"- und das ist hier jeder, merkte Der Vorstand. der in einem Bureau oder Kontor tätig ist eine Fülle von schlagen hätten, so könne er mit Bestimmtheit sagen, daß dies Anregendem und Interessantem. Die Zeit, wo mit Papier, nicht seine Gäste gewesen sind. Die Eingabe hatte aber feinen ErTinte und Feder so ziemlich der ganze„ Bureaubedarf" gefolg, dem Genossen Hoppe wurde vielmehr seitens des Polizeis deckt war, liegt noch nicht sehr weit hinter uns. Erst in präsidenten bedeutet, er brauche sich wegen Tanzerlaubnis nicht weiter den letzten Jahrzehnten hat die Industrie im Bunde mit an die Polizei wenden, da ihm in absehbarer Zeit eine solche Erder Technik zahlreiche Silfsmittel geschaffen, die dazu laubnis nicht erteilt werden würde. Ferner ist für das Hoppesche Der angeblich unparteiische Berliner Lokal- Anzeiger" hat in der dienen, die Schreibarbeit in kontor und Bureau Lokal die Polizeistunde, welche früher bis 12 Uhr lief, auf 11 Uhr Betrachtung des mit dem 1. November in Kraft tretenden Achtuhr- 8u erleichtern, zu vereinfachen, zu beschleunigen Ladenschlusses wieder einmal feinen reaktionären Charakter enthüllt. und hiermit auch zu verbilligen. Die Maichine, die berabgelegt worden, weil Hoppe dreimal wegen Uebertretung der Der Lotal- Kannegießer dieses edlen Organs Arbeit spart und Arbeiter überflüffig" macht, hat begonnen auch Bolizeistunde bestraft war. Es handelte sich hier um Fälle, wo verdummung nimmt in der Rubrik Rubrik Berliner Beobachter", auf dieses Gebiet ihre Herrschaft auszudehnen. Wo früher die Kiel Polizeibeamte festgestellt hatten, daß Hoppes Lofal wenige Minuten too er allfonntäglich seinen Eiertanz aufführt, zu dieser feder schwerfällig das Papier befrigelte, da flappert jetzt die flinte nach Feierabend noch nicht geschlossen war. Weiter ging die Polizei Frage nach dem Muster„ einerfeits- andererseite Stellung. Schreibmaschine. Speziell sie ist charakteristisch für die Gestaltung gegen Hoppe vor, indem sie die in seinem Lokal abgehaltenen des modernen Bureaubetriebes und für die Fortschritte moderner Vereinsvergnügungen zu öffentlichen Tanzluftbarkeiten stempelte. Nachdem er zuerst das Entzücken der Handlungsgehilfen Bureautechnik. Auf der Ausstellung ist fie bertreten in beschrieben, die der Zukunft jetzt angeblich in rosigster Laune ent Wegen fünf derartiger Fälle ist Anzeige gegen Hoppe erstattet gegeniehen, behauptet er frisch und fr- ei, daß das taufende Publi- Hunderten bon Exemplaren aller möglichen Systeme, und worden. Der Beweis der Uebertretung sollte dadurch geführt kum der Neuerung im allgemeinen mit sehr gemischten Empfindungen das unaufhörliche Geflapper der vielen, die gegenüber stehe. Vor der Einführung hätte man alle Parteien ge- im Betrieb" gezeigt werden, erfüllt den weiten Ausstellungsraum. werden, daß es einigen Kriminalbeamten gelungen war, sich auf hört, nur eine nicht und zwar die größte: das laufende Bublifum! Reben ihnen sieht man Maschinen, die uns die Geduldprobe des die bekannte Weise Eintrittskarten zu den Vereinsvergnügungen zu Der Lofal- Anzeiger" wagt hier feinen Lesern die Tatsache zu unter- 8ufammenzählens ersparen, Maschinen, die die Mühe des Rechnens verfchaffen. Vor Gericht wurde Hoppe jedoch in allen fünf Fällen schlagen, daß gerade die breite Masse der Bevölkerung, die organi- mit unfehlbarer Sicherheit bewältigen, Maschinen sogar, die die freigesprochen. fierte Arbeiterschaft, die die ungeheure Mehrheit des kaufenden Publi- Drud auf ein paar hebel die Lohnbeträge nach Mart und Pfennig der Zanzerlaubnis und der Herabsetzung der Polizeistunde hat Hoppe Auszahlung von Löhnen dahin vereinfachen, daß bei bloßem Gegen die polizeiliche Verfügung wegen der Verweigerung fums bildet, sich wiederholt in unzweideutigster Weise zugunsten uhrladenschluß erklärt hat. Und nicht nur das. Der hier in Berlin zur raschen und leichten, Zeit und Geld sparenden Erledigung der ein Termin in der Sache statt. In die Verhandlung der Sache selbst ihrer im Handelsgewerbe ausgebeuteten Klaſſengenoffen für den Acht- richtig abgezählt in die untergehaltenen Lohntüten fallen. Aber Stlage erhoben beim Bezirksausschuß. Hier fand am Dienstag bestehende Käuferbund", dessen Mitglieder zum größten Teil den Kontor- und Bureauarbeiten gehören noch mancherlei andere befizenden Klassen angehören, also doch gewiß dem Lotal- Anzeiger" Requisiten. Wir erinnern hier nur an die Hilfsmittel, die die konnte der Bezirksausschuß nicht eintreten, weil sich herausstellte, daß recht nahe stehen, hat stets und überall für den Achtuhrladenschluß Ginregistrierung von Schriftstücken und ihre Wiederauffindung er durch ein Versehen auf feiten des Klägers die Klagefrist nicht innes leichtern sollen. agitiert. Und da wagt der Lokal- Anzeiger seinen Lesern vorzu. B. auch in der Herstellung praktischer und bequemer Bureaumöbel. fondern die Verhandlung vertagt. Es foll inzwischen festgestellt Bedeutendes leistet die Bureaubedaris- Industrie gehalten worden ist. Die Klage wurde jedoch noch nicht abgewiesen, schwindeln, das faufende Publilum sei nicht gehört worden! Dann richtet er an die Beteiligten die„ fleine Bitte", an dem Bon der, wenn man so jagen darf, Raffiniertheit der werden, ob nicht durch eine später in der Sache erfolgte AmtshandSchluß der Einkaufszeit um 8 Uhr nun wirklich festzuhalten und modernen Bureau und Kontoreinrichtungen gibt lung des Polizeipräsidenten sich die Klagefrist verlängert hat und so diese Ausstellung für Bureaubedarf" ein sehr anschauliches Bild. Die nicht schon, was den Eifer und die Bereitwilligkeit der Bedienung Ausstellung ist täglich bis 10 Uhr abends geöffnet, so daß es bor doch noch die Möglichkeit einer verwaltungsgerichtlichen Entscheidung aniangt, fchon um 128 Uhr Schluß zu machen. Der edle Angestelltenfreund erhebt hier gegen die Handlungsgehülfen den verstedten allem auch dem Berfonal faufmännischer Betriebe ermöglicht wird, fie gegeben ist. Vorwurf, daß sie ihre Pflicht vernachlässigen, bereits emfig mit dem au besuchen. Aufräumen beschäftigt seien und die Kunden nicht gerade mit freund- Schlechte Behandlung durch die Dienstherrschaft hat das bei der licher Miene ansehen, wenn man gegen 9 Uhr ein Geschäft Familie Spichalsti, Schreinerstr. 33 in Stellung gewesene achtzehnbetritt". Die Angestellten sollten nach Wunsch des Lotal- Anzeigers" jährige Dienstmädchen Franziska Feldt veranlaßt, sich an der Herr ,, im stolzen Bewußtsein ihres Sieges großmütig handeln und auch schaft dadurch zu rächen, daß es gudersäure in das für das Ehepaar noch fünf Minuten vor acht nicht ohne normale Freundlichkeit Sp. bestimmte Selterwaffer goß. Herr Sp. und dessen Sohn, die ihres Amtes walten". Also die Angestellten sollen es noch freudig von diesem Wasser tranten, belamen Erbrechen. Der Kriminalpolizei begrüßen, wenn sich gerade in der letzten Minute recht viele dent wurde Anzeige erstattet, die das Mädchen einem Berhör unterzog, faule Kunden von der Art des Artikelschreibers im Lokal- und in die Enge getrieben gab es auch zu, das Verbrechen verübt Anzeiger" einfinden, die ihnen die eine Stunde Arbeitszeit zu haben. Die erflärte auch bei ihrer Bernehmung, fie sei berkürzung von der zwölf bis dreizehnstündigen Arbeitszeit noch schlecht von ihrer Herrschaft behandelt worden und sie habe sich an illusorisch machen! ihr rächen wollen. Das Sp.sche Ehepaar bestreitet dagegen, das junge Mädchen schlecht behandelt zu haben. " " Rixdorf. Auf dem am 26. Oftober stattgehabten Vortragsabend ist im Lokal von Hoppe eine Bürste und ein Notizbuch gefunden worden. Beides ist in der Spedition, Neckarstr. 2, abzuholen. Schöneberg. Er Stadtverordnetenversammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm der Baurat Gerlach das Wort, um den in den beiden vorhergehenden Sizungen gemachten Aeußerungen über die Arbeiten beim Bau der Untergrundbahn entgegenzutreten. erklärt die in diesen beiden Sitzungen aufgestellten Behauptungen für falsch. Beim Bau der Untergrundbahn und bei Abschachtung Daß der Lokal- Anzeiger" dann noch warm für den angeblichen des Mühlberges fei nie eine so geringe Zahl von 18 Arbeitern beWunsch der fleinen Geschäftsinhaber eintritt, ihre Verlaufsräume bis Christliche Gemeinschaft St. Michael. Zu der Zuschrift des schäftigt gewesen. Redner bringt die ihm von den Unternehmern ge9 Uhr offen halten zu dürfen, während die großen Geschäfte, die fich es leisten fönnen, schon um 8 Uhr schließen, ist nicht weiter Grafen Eduard Bückler wegen der sonderbaren Vorgänge in der gebenen Zahlen zur Verlesung, aus denen sich aber ergibt, daß die berwunderlich. Der Lotal- Anzeiger"" bergißt" hier wieder, daß oben genannten Gemeinschaft äußert sich das„ Berliner Tageblatt" Bahl der beschäftigten Arbeiter von 111 auf 45 herabgegangen ist. Aus der Rohnliste ergibt sich ferner, daß 90 Proz. der Arbeiter es gerade die kleinen Geschäftsinhaber waren, die durch ihr wie folgt: Die beiden Berfonen, von denen in der Zuschrift die Nede ist, deutsche Namen haben, also ist auch der Bortourf unberechtigt, daß nach vielen Tausenden zählendes Votum die Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses bewirkt haben! Und wenn haben bei ihrer polizeilichen Vernehmung angegeben, daß fie noch ausländische Arbeiter eingestellt feien. Unwahr ist ferner, daß der er da bon spricht, daß diese Leute durch den Achtuhr- Ladenschluß Mitglieder der Jugendabteilung, oder wie man es nennen will, seien. Sohn von 40 auf 38 Bf. pro Stunde rebuziert worden ist. Redner „ trotz der bitteren Notwendigkeit zu verdienen, zum Müßiggang Der Weltere bezeichnete sich sogar als Leiter dieser Jugendabteilung. erwartet, daß die gemachten Aeußerungen in den beiden letzten berurteilt werden", so spottet das allem sozialen Verständnis und Im übrigen scheint Graf Eduard Büchler über die Vorgänge im Heim Sibungen zurückgenommen werden, denn dadurch komme die die übrigens außer Schöneberger Stadtverordnetenversammlung in den Ruf eines polaller Vernunft. Wenn eine 12- bis 18stündige Arbeitszeit um eine der Christlichen Gemeinschaft St. Michael" halb der evangelischen Landeskirche steht Stunde verkürzt wird, so kann nur ein Idiot oder der Artikel- fein; nischen Landtages. Es ist auch ein schlechter Vogel, der fein eigenes wenig orientiert zu schreiber des„ Lokal- Anzeigers" von einer Verurteilung zum Müßig fein; sonst müßte er wissen, daß das Hospiz" und die Herberge" Nest beschmutzt. der Gemeinschaft oft von doppelten Schußmannsposten wegen der Stadtv. Kunikky( lib. Fr.) legt gegen die beleidigenden gang sprechen. Die Handlungsgehilfen, von denen ein großer barin verkehrenden Elemente zweifelhaften Charakters bewacht worden. Aeußerungen des Baurais Verwahrung ein. Derfelbe habe den Brozentiaz den„ Lokal- Anzeiger" lieft, mögen erkennen, wie dies Das Ermittelungsverfahren in Sachen der Vorgänge innerhalb der Bau der Untergrundbahn und die Abschachtung des Mühlberges rückständige Kapitalistenblatt ihre Interessen mit Füßen tritt. Jugendabteilung dauert natürlich an und dürfte, wie wir von unter- aufammen behandelt. Würde er die Zahlen für die beiden Unternehmungen getrennt gegeben haben, so würde sich zeigen, daß seine richteter Seite hören, noch weitere reise ziehen." damaligen Ausführungen richtig waren. Die Tatsache, daß die Gesamtzahl der Arbeiter von 111 auf 45 zurüdgegangen ist, legt ja schon felbft von der Richtigkeit seiner Ausführungen Zeugnis ab. Wo sind denn die übrigen Arbeiter geblieben Neues Postbuch mit neuem Juhalt. Das Postbuch für Berlin and Umgegend wird bekanntlich jährlich von der taiserl. Dberpost- Unter den Rädern eines Automobils hat der wohnungslose bireftion herausgegeben. Das Buch ist jetzt soweit hergestellt, daß 67 Jahre alte Arbeiter Fritz Dohur den Tod gefunden. D. hatte es binnen furzem in der diesjährigen Neuausgabe erscheinen wird. den Fahrdamm der Fröbelstraße überschreiten wollen. Er fonnte sich Das nüßliche Werk fann bei allen Bostanstalten des Bezirks und nur langsamen Schrittes vorwärts bewegen, und als das Automobil durch die Briefträger zu dem bisherigen billigen Preise von 50 Pf. Nr. 10295 herangesaust fan, bernahm er wohl die Warnungssignale, für das Stück bezogen werden. Zum erstenmal aufgenommen in das Postbuch ist in diesem Jahre ein Verzeichnis der im Berliner bie der Chauffeur abgab, doch vermochte er sich nicht mehr nach dem Bezirk bei Privatpersonen bestehenden amtlichen Verkaufsstellen für schützenden Bürgersteig zu schleppen. Er wurde infolgedessen anBostwertzeichen, so daß jedermann ersehen fann, wo die nächste Ge- gefahren und unter den Kraftwagen gerissen. Die Räder gingen legenheit, Briefmarken zu taufen, besteht. Neu find ferner die wich- dem Bedauernswerten über die Brust hinweg. D. wurde auf der tigsten Vorschriften über Funten und Seetelegramme und über die Stelle getötet. Die Leiche ist dem Schauhaus zugeführt worden. Aufnahme des Wechselprotestes durch das Postperfonal. Wie in Stadtb. Küter( Soz.) widerlegt ebenfalls die Ausführungen des Baurats. Redner hat sich selbst davon überzeugt, daß nicht die vom Baurat angegebene Zahl von Arbeitern beschäftigt worden ist. Höchstwahrscheinlich ist ein Teil von den Arbeitern von dem Unternehmer ganz wo anders beschäftigt worden, und jetzt werden die Bahlen zusammengeworfen. Was die Bezugnahme auf die deutschen Namen der Lohnliste betrifft, um zu beweisen, daß leine ausländischen Arbeiter beschäftigt wurden, so wäre es besser gewesen, jedem Jahre ist das Buch außerdem durch die Aenderungen ergänzt, Zwischen zwei Straßenbahnwagen geklemmt wurde gestern abend die Namen mit der Steuerliste au vergleichen. Das hätte jedenfalls ein anderes Bild gegeben. die durch neue Torvorschriften, Versendungsbedingungen usw. ein- um 8 Uhr der Hausdiener Paul Beglow, Linienstraße 102 wohnStadto. Obst( Soz.) hat sich ebenfalls von dem Stand der getreten sind. Aufgenommen find auch alle im Reichspostgebiet ein- haft, der auf einem Dreirade der Firma Julius Feher, Dorotheen Angelegenheit überzeugt. Er habe nur 22 Arbeiter gezählt. Redner In der Nähe der hält auch die Behauptung aufrecht, daß bei den Abschachtungsgerichteten Postanstalten. Aus Berlin und den Vororten der näheren straße 22, die Potsdamer Straße entlang fuhr. Umgebung sind sämtliche neu entstandenen Straßen in den Ver- Potsdamer Brücke wollte er unmittelbar bor einem Straßenbahn- arbeiten des Mühlberges nur 38 Pf. Stundenlohn gezahlt wird. zeichnissen des Buches ergänzt worden. Ebenso baben auch alle im auge das Gleis kreuzen und geriet dabei zwischen diesen und einen Man soll nicht immer ohne weiteres den Versicherungen der UnterBezirle vorgekommenen Henderungen in den Betriebseinrichtungen entgegenkommenden Straßenbahnwagen der Linie 81. B. erlitt eine nehmer Glauben schenten, ohne die Arbeiter gehört zu haben. Berücksichtigung gefunden. Die Beschaffung des Postbuches tannhause gebracht werden. Das Fahrrad wurde vollständig zertrümmert. verordneten schon unbequem zu sein. Am leßten Freitag ist ihm schwere Beckenquetschung und mußte nach dem Elisabeth- Kranten Uebrigens scheint den Unternehmern die Kontrolle durch die Stadtbaher angelegentlich empfohlen werden. Der Tegeler Großschiffahrtshafen, welcher im Anschluß an den Kinder bei einem Brande, der in der Wohnung der Eheleute Abler, ergangen ist, jeden Unbefugten vom Bauplab fortzuweisen, und In der größten Lebensgefahr schwebten am Dienstag zwei( Rebner) vom Bauführer mitgeteilt worden, daß strenge Anweisung Großichiffahrtsweg Berlin- Stettin gebaut worden ist, wird am Usedomstraße 16 austam. Hausbewohner bemerften die Gefahr, in venn es der Oberbürgermeister wäre. Die Stadtverordnetenber 1. November abgenommen und sofort für die Klein- Schiffahrt er der die Kinder schwebten und benachrichtigten die Feuerwehr. Als sammlung müsse gegen ein derartiges Vorgehen ganz entschieden öffnet werden. Der neue Hafen ist bestimmt, den Güterverkehr von diefe eintraf, hatten mehrere beherzte Männer bereits die beiden Protest erheben. und nach den nördlichen und östlichen Berliner Vororten zu verNachdem auch noch der Stadtv. 3 obe!( lib. Fr.) gegen die mitteln und dürfte für die Industrie diefer Ortschaften sowie für die herausgeholt. Da fie besinnungslos waren, brachte man sie Ausführungen des Baurats Verwahrung eingelegt hat, wird die Kinder Anna und Reinhold Adler aus der brennenden Wohnung nördlichen Stadtteile Berlins von weitgehender Bedeutung sein. Der geräumige Hafen hat eine länge von 500 und eine Breite von 8u einem Arzt, der sie wieder ins Leben zurüdrief. Die Kleinen Debatte darüber geschlossen. Der Baurat war nicht in der Lage, 100 Metern mit gementierten Bollwertufern und schließt sich an das wurden von dem Arzt verbunden; sie batten Brandwunden ersten den gemachten Ausführungen entgegenzutreten. und zweiten Grades erlitten. Der Brand konnte von der Feuer- Für die Beschäftigung ausländischer Behrerinnen nordöstliche Ende des Tegeler Sees an dem Zufluß des Mühlenfließes wehr bald gelöscht werden, er soll durch die Kinder verursacht an der höheren Tochterschule wurden sodann 2640 M. bewilligt. an. An den beiden Längsfeiten des Hafenbedens gelangen worden sein. Bugestimmt wurde ferner der Beseitigung der Vorgärten in fahrbare elektrische Kräne zur Aufstellung. An dem Nordufer bes der Mohstraße. findet sich das ausgedehnte Schienennez der am 31. d. M. zur Er. In der Versammlung am 20. Oftober in der Bodbrauerei ist ein Die Versammlung wandte sich dann dem sozialdemokra öffnung kommenden Tegel- Friedrichsfelder Industriebahn, während Damengürtel verloren worden. Abzugeben beim Raffierer Gustav tischen Antrage zu, in welchem verlangt wurde, die für Verlegung an dem Südufer die Zufahrtsstraße für den Güterwagenverkehr be- Schmidt, Kirchbachstr. 14. Der Stadtgärtnerei, des Straßenreinigungsparks, der DesinfektionsLegen ist. Für die Anfahrt zu dem Hafen sind zwei neue Straßen- Feuerwehrnachrichten. Der Brand eines Kohlenfchuppens ver anstalt, sowie Herstellung des Stadtparts notwendigen Ar züge vorgesehen. Der eine, welcher von der Schloßstraße nach dem urfachte am Montagabend das Ausrücken der Feuerwehr nach der beiten in eigener Regie ausführen zu lassen und schleunigst damit Hafen führt, ist bereits fertiggestellt und dem Verkehr übergeben. Thomafiusstraße 14. Bretter usw. brannten dort. In der Friedrichs zu beginnen. Den dabei beschäftigten Arbeitern sind die zwischen Der zweite Straßenzug bildet eine Verlängerung der Schöneberger gracht 24 mußte heute früh ein Fußboden und Schaldeckenbrand den Unternehmern und Gewerkschaften vereinbarten Löhne zu straße, deren Durchbruch bereits in Angriff genommen worden ist gelöscht werden. In der Schulstraße 34 brannte gleichzeitig Brennzahlen. Ueber das Westende des Hafens führt eine eiserne Fußgängerbrücke, hola uim unter einer Treppe. Drei fleine Wohnungsbrände wurden Die von der Schöneberger Arbeitslosenversammlung einnach deren Eröffnung am 1. November der Fährbetrieb über das aus der Görliger Straße 72, Unflamer Straße 40 und Turm gegangene Resolution wird von der sozialdemokratischen Fraktion Mühlenfließ aufgehoben wird. Für den Uebergang über die Brücke ftraße 15 gemeldet. Gin Stellerbrand beschäftigte den 12. 8ug in der als Antrag aufgenommen und bei diesem Punft mit zur Berhandwird eine Gebühr von 6 Pfennigen erhoben; die Einnahmen gesturfürstenstraße 21/22. Jn der Holzmarktstraße 48 war ein Teer- lung gestellt. hören zur Hälfte der Gemeinde Tegel und zur Hälfte der Schloß- dach in Brand geraten und in der Waßmannstraße 25/26 Späne usw. gemeinde. Durch den Bau des Tegeler Hafens und den Kosten vor einer Feuerung. Ferner hatte die Wehr in der Alvensleben anteil Tegels an der Industriebahn ist die Gemeinde mit straße 23 zu tun, wo Möbel usw. in Flammen standen. Außerdem 6 Millionen Mark belastet worden, deren Zinsen aus der Hafen- liefen noch Alarme aus der Usedomstraße und anderen Straßen ein. A Stadtv. Nuter( Soz.) führt in seiner Begründung der beiden Anträge aus, daß die Arbeitslosigkeit in diesem Jahre früher eingesetzt hat und auch größere Dimensionen annehmen wird. Bild von dem steten Anwachsen der Arbeitslosigkeit gibt auch eine Ein IkFerftdjf üBet die gezahlte ArSeitKlosenimterstützung der schaften. Während im Jahre 1906 2Va Millionen Mark gezahlt wurden, beläuft sich die Summe im Jahre 1907 auf 6Va Millionen Mark. Das Jahr 1903 wird natürlich noch eine ganz bedeutend höhere Zahl ergeben. Die Kommunen müssen beizeiten Rat schaffen, um dieser Arbeitslosigkeit entgegentreten zu können. In Schöneberg sind eine Reihe von Aufgaben auszuführen, bei denen eine ganze Anzahl von Arbeitslosen beschäftigt werden können. Redner geht dann auf die einzelnen Punkte der beiden Anträge näher ein. wobei er die Zustimmung zu denselben unbedingt für notwendig hält. Stadtv. Zobel(lib. Frakt.) erklärt, den Anträgen in allen Punkte zustimmen zu wollen. Redner weist sodann darauf hin, daß durch die„Deutsche Feldarbciterzentrale" 400 000 ausländische Arbeiter herangeschafst worden seien, die jetzt zur Verschlechterung des Arbeitsmarktes auftreten. Die Tiefbauuntcrnehmer haben jetzt den Schutz der..Feldarbeiterzentrale" auch für sich erbeten, um ebenfalls mit ausländischen Arbeitern größeren Vorteil für sich herausschlagen zu können. Redner beantragt daher noch eine Er- Weiterung der vorliegenden Anträge dahingehend, daß die Sub- misfionsbedingungen ergänzt werden. Die Unternehmer sind zu verpflichten, von den sich meldenden Arbeitern die Einheimischen vorzuziehen. In Zeiten größerer Arbeitslosigkeit soll den aus- ländischen Arbeitern in dem Maße gekündigt werden, wie dies zur Einstellung der hiesigen Arbeiter notwendig ist. Stadtbaurat Egeling weist darauf hin, daß in den jetzigen Verträgen keine Bestimmung enthalten sei. wonach die tarifmäßigen Löhne zu zahlen sind. Stadtv. Bend mann(lib. Vereinig.) beantragt die Ueber- Weisung der ganzen Angelegenheit an einen Ausschuß. Stadtvv. K u tz n» tz k y und S e l i n g e r slib. Frakt.) treten ebenfalls für die Annahme der Anträge ein. Letzterer erklärt, daß er die Arbeitslosenversammlung besucht habe, die musterhaft verlaufen sei. Er könne dem dort gehaltenen Referat und der Resolution nur voll und ganz zustimmen. Stadw. Val. Fröhlich(hb. Bereinig.) kann sich damit nicht einverstanden erklären, daß den Unternehmern vorgeschrieben werden soll, die tarifmäßigen Löhne zu zahlen. Das müsse sich nach Angebot und Nachfrage richten. Stadw. Molkenbuhr(Soz.) weist darauf hin. daß unsere Regierungen dazu beigetragen haben, ein Uebermaß von aus- ländischen Arbeitern heranzuziehen. Den Eisenbahnverwaltungen war es z. B. untersagt, deutsche Arbeiter einzustellen, um sie nicht der Landwirtschaft zu entziehen. Wenn die Arbeit stockt, so find die Arbeitskräfte im Ueberfluß vorhanden und die ausländischen Arbeiter treten als Lohndrücker auf. Es sei recht bezeichnend, daß die Tiefbau-Unternehmer in bezug auf Einstellung von Arbeitern jetzt agrarische Wünsche äußern. Durch den Paßzwang und die Legitimation muß sich der ausländische Arbeiter auch jede Drang- sauerung gefallen lassen. Redner hält eS nicht für richtig, die ausländischen Arbeiter ohne weiteres zu entlassen. Man versorge lieber einen jeden Arbeiter mit Arbeit. Die Städte müsien in dieser Beziehung Vorsorge treffen, eS wird dadurch auch einer Be- lostung des Armen-Etats vorgebeugt. Es kann auch keiner Kom- mune übelgenommen werden, wenn sie in ihren Verträgen die Be- Zahlung tarifmäßiger Löhne verlangt. Man soll nicht immer daraus drängen, die Arbeiten so billig wie möglich herstellen zu lassen. Wird darauf gehalten, daß die Unternehmer die tarif- mäßigen Löhne zahlen, so hat jeder Unternehmer bei Abgabe seiner Offerte damit zu rechnen. Was die Arbeitslosenversicherung anbetrifft, so wird sich für den kommenden Winter in dieser Be- ziehung kaum etwas machen lassen. Im Reiche sei ja an und� für sich für diese Aufgaben keine Zeit, da man alle Hände voll zu tun hat mit der Aushcckung neuer Steuerpläne. In der Hauptsache handelt es sich jetzt darum, Arbeit zu verschaffen, und zwar möglichst schnell. Stadw. Lesjig(unabh. Vereinig.) hält nach seinem Wissen die Behauptung, daß die Eisenbahnverwaltungen angewiesen waren, keine deutschen Arbeiter zu beschäftigen, nicht für richtig. Stadw. Luley(lib. Vereinig.) nimmt die Agrarier in Schutz, denen während der Erntezeit nichts weiter übrig bleibt, als aus- ländische Arbeiter einzustellen. Stadw. F r i e d m a n n(lib. Frakt.) wünscht, daß die Frage der Arbeitslosenversicherung in Groß-Berlin gemeinsam behandelt wird. Vielleicht lasse sich in dieser Angelegenheit ein Zweck- verband bilden. Nachdem noch Stadtv. Küter(Soz.) einige der gemachten Einwendungen zurückgewiesen hat, werden die Anträge einem Ausschuh überwiesen, dessen Wahl sofort vorgenommen wurde. Von sozialdemokratischer Seite sind darin vertreten die Stadtvv. Fritzsch und Küter. Für den Abbruch deS Frankenbergfchen Hauses in der Akazien st raße, daS 2 Meter auf den Bürgersteig vorspringt und auf dem sich ein Kuhstall befindet, werden den jetzigen Be- sitzern 10 000 M. bewilligt. Dieselben haben sich zu verpflichten, auf dem genannten Grundstück ein Wohngebäude zu errichten. In die Deputation für den Bau der Untergrundbahn werden von sozialdemokratischer Seite die Stadtvv. Fritzsch und Wollermann gewählt. In nichtöffentlicher Sitzung stimmte die Versammlung einem dringlichen Antrage mit einer sehr knappen Majorität zu, in welchem der Magistrat ersucht wird, die nötigen Schritte zur Vcr anstaltung einer Feier des lOVsäHrigen Bestehens der Städte� ordnung einzuleiten,___ Treptow. Abgeschobea. Die ganze Härte preußischer Gesetze mußte bor wenigen Tagen eine junge uneheliche Mutter, ein aus Glatz gebürtiges Dienst- mädchen, in unserem Orte über sich ergehen lassen. DaS Mädchen war seit längerer Zeit bei einem hiesigen Restaurateur in Stellung. Die Dienstherrschaft, die mit der Arbeitsleistung des Mädchens sehr zufrieden war, gestattete der Mutter gern, ihr Kind. einen Säugling, den sie selbst nährte, zu sich zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde dem Mädchen ein vom Lokal vollständig getrennt liegendes Zimmer für sich und ihr Kind ein- geräumt. Des TagS über befand sich das Kind deS Stillens wegen in der Nähe der in der Küche arbeitenden Mutter. Eine Waisen- Pflegerin, vielleicht falsch informiert über die tatsächlichen Verhält nisse, glaubte eine Forlnahme des Säuglings von der Mutter recht fertigen zu können. Das Kind wurde nach einiger Zeit der Mutter abgenommen und anderweitig in Pflege gegeben. Natürlich sollte da? Dienstmädchen nun Pflegegeld für das ihr wider ihren Willen genommene Kind zahlen. DaS konnte das Mädchen nicht. ES konnte auch die Fortnahme deS Kindes nicht begreifen, weil man doch sonst so großen Wert aui daS Stillen der Säuglinge legt und reichlich Nahrung hatte das Mädchen für ihm» Lieblinz. Bald sollte die Mutter jedoch merken. daß preußische Bebörden in Geldangelegenheiten nicht mit sich spaßen lassen. Eines Morgens wurde das Mädchen, als es die Wohnung verließ, um im Restaurant seiner- Beschäftigung nachzugehen, von zwei Beamten verhastet. Vom Polizeiainte anS wurde die Mutter mit ihrem Kinde nach ihrer schlesischen Heimat ahgeschoben, wo sie nachts 1 Uhr bei ihren ahnungslosen Eltern eintraf. Man hatte eS dabei so eilig, daß man der Mutter nicht cinnial genügend Zeit ließ, sich niit entsprechender Wäsche und Kleidung für sich und daS unschuldige Kind zu versehen. Wir wollen nicht mit den in Frage kommenden Behörden rechten, auf Grund welcher Gesetzesparagraphen ein derartiges Borgehen gegen die so plötzlich Abgeschobene gerechtfertigt ist. Es ist zum mindesten zweifelhaft, ob man daS Mädchen, dem seitens einer menschlich denkenden und handelnden Dienstherrschaft die Möglichkeit einer geregelten Pflege des Kindes gegeben war, überhaupt wie einen Zuchthäusler abschieben konnte. Unendlich hart trifft Mutter und Kind eine Maßregel, die der Mutter die Existenz nimmt, eine Maßregel, die geeignet ist. beide dem Elend ugd vielleicht noch schlimmerem auszusetzen. Welchem Schicksal geht das Mädchen entgegen, wenn die in kleinstädtischen Auffassungen und Vorurteilen befangenen Eltern der„Gefallenen" und ihrem Kinde ein Aiyl verweigern? Die Polizeiberichte melden dann vielleicht wieder einmal, daß»eine unmenschliche Mutter ihr Kind" usw._ Ober-Schöneweide. Arbeitslosrnzählunz. Der nächsten Gemeindevertreterfltzung liegt ein Antrag unserer Vertreter vor: Die Vertretung wolle beschließen, sich der von der Stadt Berlin am 17. November d. I. zu veranstaltenden Arbeitslosenzählung an- zuschließen unter Anwendung deS dortseits zur Anwendung konunenden MeldewesenZ, welches Bureaus vorsieht, in welchen sich an diesem Tage die Arbeitslosen zu melden haben. In Ablehnung dieses Antrages beschließt die Vertretung einen Kostenbeitrag zu einer am genannten Tage vom hiesigen Gewerk- schaftskartell geleiteten Zählimg mittels Hauslisten. Alt-Glienicke. Mit de» Verhandlungen deS Nürnberger Parteitages beschäftigte sich der Wahlverein in seiner am Sonntag statlgefundenen General- Versammlung� Genosse Groger-Rixdorf erstattete eingehenden Bericht über die Verhandlungen in Nürnberg. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die Generalversammlung des Wahlvereins erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitages in Nürnberg in vollem Umfange einverstanden. Sie verurteilt entschieden daS Verhalten der süddeutschen Budgetbewilliger. Die Versammlueg er- wartet, daß der Parleivorstand den Nürnberger Beschlüssen in vollem Maße Geltung verschaft. Der vom Kassierer erstalrete Kassenbericht zeig: eine Einnahme von 159,32 M. und eine Ausgabe von 147,44 M. Zur Aufnahme gelangten 13 neue Mitglieder, 9 Genossen und neun Genossinileu. Zur Vorbereitung eines' WintervergnügenS wurde ein Komitee von 5 Mitgliedern gewählt. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Grundftücksfrage für das zu erbauende Gasweck. Die in dieser Sache ernannte Kommission berichtete, daß die in Betracbt kommenden Privalgrundstücke besonders ihrer ungünstigen Lage wegen nicht berücksichtigt werden konnten. Es sei deshalb am besten. das Gelände vom Forstfiskus zu erwerben. Nach eingehender De- hatte wurde folgendes vereinbart: Die Gemeinde nimmt das An- gebot des Forstfislus, das Grundstück unter Vorbehalt des fiskalischen Eigentums emstweilen uneiilgelllich zu überlassen, unter solgenden Bedlngullgen an: Wenn in dein wegen Heranziehung deS Forstfiskus zu den Gemeindesteuern schwebenden Verwaltungsstreitver- fahren festgestellt wird, daß die durch den Eingemeindungs- vertrag vereinbarte Steuerbefreiung rechtsgültig ist, so daß die von der Gemeinde erhobenen Steuern zurückgezahlt werden müßten, dann wird die Hergabe dieser Fläche auf die dem ForstsiSkuS auf Grund des EingemeindungSverfahrenS obliegenden Leistungen angerechnet. Wenn sich aber in dem schwebenden VerwaltungSstreitverfahren herausstellt, daß die Frage- bestimmmig deS Eingemeindungsversahrens ungültig ist, so wird die Hergabe dieser Fläche auf die Leistungen angerechnet, die dem Forst- fiskuS gemäß§ 17 des AnsiedelungSgesetzes vom 10. August 1904 obliegen. Für die Zeppelin-Sammelmarke sollte eine offizielle Aus- gabestelle errichtet werden. Von bürgerlicher Seite wurde der An- trag gestellt, von den bewilligten 100 M. für die Abgebrannten von Donaueschingen 50 M. zu streichen und dafür Sammelmarken zu nehmen. Untere Genossen erhoben entschieden Einspruch dagegen und betonten, daß eS einer Vertretung unwürdig wäre, von den einmal bewilligten 100 M. etwas zu nehmen und dafür Sammelmarke» zu kaufen. Wenn die Herren die Marken loswerden wollen, so mögen sie in ihre» Kreisen dafür agitieren. Der Antrag wurde denn auch abgelehnt. Als Wiegemeister der neuerbauten FuhrwerkSwage wurde Gastwirt Fröhlich ernannt. Weiheufee. Die Delegiertenwahlcu der hiesigen Ortskrankenkasse finden am heutigen Mittwoch für Arbeitnehmer in der Zeit von 6 bis 8 Uhr abends, für Arbeitgeber von 9 bis 10 Uhr abends im.Prälaten". Lehderstr. 122, statt. Als Wahllegitimation gilt für Arbeitnehmer das Mitgliedsbuch oder Mitgliedskarte, welche zum Zweck der Wahl vom Arbeitgeber auszuhändigen sind. Für Arbeitgeber dient als Legitimation die Anmeldebescheinigung resp. die letzte Quittung über gezahlte Krankenkassenbeiträge. Wähler ist jede? männliche und weibliche Mitglied, sobald eS am Tage der Wahl daS 21. Lebensjahr überschritten hat. ES ist Aufgabe jedeS Mitgliedes, möglichst frühzeitig zur Wahl zu erscheinen, damit der Liste des GewerkschaftSkartellS zum Siege verholfen wird. Das Gewerkschastskartell. Zehlendorf. AuS der Gemeiudevertretung. MS erster Punkt stand zur Be- ratung die Erhebung eines FremdenschulgeldeS für die Gemeinde- schulen. In einer früheren Sitzung war beschlossen worden, den sehr hohen Satz von 100 M. pro Jahr zu erheben. Die Regierung genehmigte jedoch diesen Satz nicht und hatte berechnet, daß der Durchschnittssatz der SchuIuiiterhaltniigSkosten pro Kind nur 91 M. beträgt. Gleichzeitig forderte die Behörde eine erheblich niedrigere Festsetzung des FremdenschulgeldeS. Nach einigem Hin- und Herreden einigte man sich aus 90 M. Sodann kam wieder einmal Ht berühmte Haushaltungsschule zur Beratung. Wie wir seinerzeit berichteten, sollte mit dem Schulbau in der Wilhelmsttaße eine derarttge Schule verbunden werden. Der Beschluß ist jetzt 2'/« Jahre all und noch immer sind keine Anstalten gemacht, um die so dringend notwendige Schule im südlichen OrtSteil erstehen zu lassen; man hat angeblich kein Geld, und so müsien auch in dieiem Winter wieder die Kinder derjenigen Eltern, welche im südlichen Ortsteil wohnen, den zirka dreiviertelstündigen Weg nach der Gemeindeschule I mehrere Male de» TagS zurücklegen. Um nun aber endlich wieder einmal den Nachweis zu führen, daß man immer noch ein warmes Herz" für die ärmere Bevölkerung hat, soll nun ganz bestimmt diese HaushaltungSschule eingerichtet werden. Damit aber der Gemeindesäckel nicht allzustark belastet wird, beschloß man, die Schule in einer Baracke, welche für 17 000 M. neu beschafft werden soll, unterzubringen. Hatte man bei der Fremdenschulgeld- Vorlage bewiesen, daß man auswärts wohnenden Familien, deren Kinder die hiesigen Gemeindeschulen besuchen, mit kühler Ruhe Ivo M. hierfür abnehmen will, und hatte man weiter aus- gesprochen, daß zum Bau eines neuen Gemeindeschulhauses im südlichen Ortsteil kein Geld vorhanden sei, so war man bei der nun folgenden Lorlage betreffend die Ausgestaltung und den Ausbau der höheren Töchterschule umsomehr bestrebt, um die Eltern der„höheren Töchter" zufriedenzustellen. Man will ans der jetzt neunklassigen eine zehnklassige Schule machen. Dazu ist notwendig, daß die Wohnung des Direktors für Schulzwecke be- nutzt wird. Der Direktor soll eine neue Mietswohnung erhalten. Wieder ein Zeichen dafür, mit welcher Voraussicht man Gemeinde- bauten ausführt; kaum ist die Schule 4 oder 5 Jahre im Betrieb, und schon zeigt eS sich, daß ein umfangreicher Anbau notwendig wird. Nachdem dann noch einige kleineren Borlagen erledigt waren, erfolgte Schluß der Sitzung. Wanusee. Eine hauptsächlich von Frauen gutbesuchte Volksversammlung hörte am Sonnabend im Fürstenhof ein Referat der Genossin Selinger über: Die Frauen und der Sozialismus. Der Vortrag klang aus in einen Appell an die Frauen, sich der politischen Organi- 'ation anzuschließen. Der Vorsitzende ersuchte die versammelten Genossen noch, mit aller Zkrast für den„Vorwärts", wie auch für den Wahlverein zu agitieren. Potsdam. Opfer der Krise. Die 1853 hier gegründete und in der Schiff- baner Gasse 4 etablierte Pappenfabrik(eine Aktiengesellschaft, die in Fordon, Charlottenburg und Breslau Filialen unterhält) hat wögen mangelnder Beschäftigung den Betrieb eingestellt und das Personal, 40 Arbeiter und Arbeiterinnen, die zumeist schon Jahrzehnte bei der Firma beschäftigt waren, entlassen. Zossen. Den Bericht vom Nürnberger Parteitag erstattete in der gut besuchten Mitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Küter- Säwneberg. Nach der Dlrkussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrag gelangte eine Resolution zur Annahme, in weldver sich die Versaminellen mit den Beschlüssen de? Parteitag? einverstailden erklären. Jnsbesoildere wendet sich die Resolutton gegen die revisionistlschsn Bestrebungen und gegen daS Vorgehen der süddeutschen Genossen in der Budgetfrage. Vermischtes. Die Zeppelinfahrt. AuS FricdrichShafeu wird gemeldet: Um 10 Uhr 36 Minuten stieg daS Luftschiff in die Höhe und nahm sein« Richtung nach Konstanz. ES ist eine mehrstündige Fahrt geplant.— Eine spätere Meldung besagt: Das Lustschiff flog zuilächst nach MeerS« bürg und dann landeinwärts. Um 11 Uhr 35 Min. passierte eS Mark- dorf in 200 Meter Höbe in der Richtung nach Heiligenberg. FricdrichShafen, 27. Oktober. Stach den bis 2 Uhr nachmittags über den Zeppelin I eingelaufenen Meldungen geht die Fahrt bei herrlichstem Wetter rheinabwärtS Basel zu. Die Rückkehr erfolgt wahrscheinlich gegen 4 Ubr. Spätere Meldungen besagen: Friedrichshafen, L7. Oktober. DaS Luftschiff„Zeppelin I" wurde gesichlet um 12 Uhr-30 Minuten über Singen am Hohentwiel, um 1 Uhr 18 Min. über Schaffhausen, um 1 Uhr 46 Min. über Ermatingcn am Untersee. um 2 Uhr 15 Min. über Konstanz. Da§ Luftschiff fuhr dann in ruhiger und sicherer Fahrt daS Schweizer Ufer entlang und hielt den Kurs nach Lindau. Lindau, 27. Oktober. Der Ballon„Zeppelin I" fuhr, von Bregenz kommend, um 3 Uhr 40 Min. über die Stadt hin. vom Jubel der Bevölkerung begrüßt. Von hier nahm der Ballon die Richtung nach Friedrichshafen. Friedrichshafcn, 27. Oktober. Zu der glänzend verlaufenen Fahrt des Ballons„Zeppelin I" wird aus Konstanz noch gemeldet: Die Fahrt ging von Heiligenberg nach Ueberlingen, von hier über Ludwigshafen durch Singen. Gottnadingen nach Schaffhausen, über den Rheinfall hinweg, über dem Graf Zeppelin einen kurzen Bogen beschrieb. Dann trat der Ballon den Rückweg an über Stein a. Rhein, Diessenhofen nach Konstanz, wo da» Luftschiff um 2 Uhr 5 Min. wieder gesichtet wurde. Den Weg von Schaff- Hausen bis Konstanz, der in der Luftlinie 50 Kilometer beträgt, hat das Luftschiff bei Seitenwind in etwa einer Stunde zurückgelegt. Von Konstanz aus wandte sich das Luftschiff über die Stadt dem offenen See zu, hierauf das Schweizer Ufer entlang nach Rorschach und weiter nach Bregrenz. Die Fahrt gestaltete sich somit bis jetzt zu einer Bodensee-Rtilidfahrt. Ueberall, und besonders in der Schweiz, wurde der Ballon von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Friedrichshofen, 27. Oktober, 4 Uhr 35 Min. nachmittags. Die Landung des„Zeppelin I" ist um Uhr in der schwimmenden Halle von Manzell unter den jubelnden Zurufen der Menge glatt erfolgt._ Ein Güterzug entgleist. Nach einer Meldung aus Pfaffenhofen entgleiste dort in der vergangenen Nacht infolge eines AchsenbruchS ein Güterzug mit fünf Wagen, ivodurch die Strecke München— Treuchtlingen— Würzburg längere Zeit gesperrt war. Infolge deffen mutzte der abends 10 Uhr 10 Minuten von München abgegangene O-Zug München— Berlin unterivcgS umkehren und über Augsburg geleitet werden. Menschen sind niast verunglückt, der Materialschaden ist laut amtlicher Meldung nicht unbeträchtlich. Unfall in der Grube. Nach einer Meldung auS Dortmund Margarete" vier Bergleute in einen tot. die anderen drei erlitten schwere Schacht„ Einer ist stürzten auf dem Aufbruchsschacht. Verletzungen. Beim Wildern erschossen. Die„Ostdeutsche Presse" meldet aus Kolmar in Posen: Der achtzehnjährige Besitzerssohn Schleußner wurde beim Wildern von dem Forstaufseher Gräber erschossen. Der mysteriöse Kriminalbeamte. AuS Hilden wird vom gestrigen Tage gemeldet: Gesten, nach- mittag gegen 4 Uhr fuhr in Unterbach ein Mann im Antomobil vor dem Pastorat vor. Er begab sich in Abwesenheit des Pastors in das HauS, stellte sich den dort anwesenden Frauen als Kriminal- bcamter vor und hielt eine Durchsuchung der Räume ab. Bei dieser Gelegenheit fiel ihm eine Kassette mit 6500 M. Inhalt in die Hände, welche er beschlagnahmte, angeblich weil der Pastor im Verdacht stehe, falsches Geld verausgabt zu haben. Der angebliche Kriminal- beamte entfernte sich mit dem Automobil ill der Richtung auf Düsseldorf, von wo er auch gekommen war. Akademische UnterrichtSkurse für Arb Oesfentltche Versainmlung Im groh-n Saale Arbeiter. Heute abend>/,S Uhr: des ZenIralarbeitSnachweiscS, Gormannstr IS. Vortrag über":»Die akademischen Arbeiter- Unterrichts- tursc in Berlin".(Mittwoch, nachmittags von 5—7 Uhr, finden auch Kutte für Nachtarbeiter statt.) Lew- und Distutierklub„Südost». Sitzung jeden Mittwoch mit Ausnahme des Zahlabends bei TollSdorj(Nachfolger Karl Schulz), Gör« litze, Straße 53. Gäste willkommen. LSttterungsüberstcki» vom 27. Oktober 1908, morgens 8 Uhr. «iatlonen §1 «2 s?— II ZS Swmemd»|770O Hamburg 1768 0 Sellin|7680 rirantU M 767 Still München 1768 Still Wien'770 DSD Setter 2 wolkig 2 wollig 8 bedeckt Dicklst heiter 3 bedeckt tssi d* «.II i-«S. Stationen e« II « i £■2 Z« 81 ü Hoparanda 768 W Bet-rSburg 777 WSW Scillh 1 759 AO Setter d* «II ¥<* .'Iberdeen BartS 770 D 762 SO 2 halb bd. t bedeck» 3 wollig 4bedcckl 3 halb bd. Wetterprognose für Ltittwoch, den 28. Oktober 1908. Trocken und vorwiegend heiter, zeitweise nebelig, am Tage mild bei mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WaiierstauSS-Nachrichten der LandeSanitatt für Gewässerkunde, mitgeteW vom _ Berliner Wettcrbureau. Sasserskaitd M e m e l, Tilsit V r e g e l, Jnfterbnrg Weichsel, Thon» Oder. Nattbor , Krosscn , Frantiuct Warthe, Schttmm , LandSbcrg Netze, Verdamm Elbe, Leitmcritz , Dresden , Barb» , Magdeburg Wasferstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeSkow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub , Köln Neckar, Heiibroml Main, Wertheim Mosel. Trier am 26.10. om 68 32 27 74 67 -98 —36. 324 115 92 39 feit 25.10. ern1) +3 +4 +t 0 442 —3 +1 —4 —7 4-14 0 4- bedeutet WuchS,— Fall,—*) Unterpegel. Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 28. Dttobet. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Tannhäuser. Königl. Schauspielhaus. G'wissenswurin. Deutsches. König Lear. Der Sammerspiele. J. G. Bort man.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues königl. Opern- Theater. ' s Dorfgehoamnis. Neues. Der deutsche Graf. Neues Schauspielhaus. 1. Zeil.( Anfang 7, Uhr.) Der Clown. Berliner. Weften. Der fidele Bauer. Leffing. Gespenster, Kleines. 2 × 2= 5. Romische Oper. Tiefland. Fauft. Residenz. Kümmere dich um Amelle. Hebbel. Ninon de L'Enclos. Schiller 0. Wadner Theater.) Ein Teufelskerl. Der Sch le Charlottenburg. Graf von Charolais. Friedrich Wilhelmstädt. Schan spielhaus. Wilhelm Tell. Thalia. Bruder Straubinger. Luisen. Eine tolle Nacht. Bernhard Roie. Philippine Welfer. Bürgerl.Schauspielhaus. Deborah. Trianon. Die Liebe wacht. Quinielbaus. Die Tür ins Freie. Neues Overetten. Die Dollar. prinzeffin. Berliner Operetten Theater SW. Havana. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Borher: Intern. Künstler- Teil Apollo. Eine luftige Spreewaldfahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter Ios. Wintergarten. Spezialitäten. Bañage. Spezialitäten tabel Kafino. Familie Auguft Knoche. Spezialitäten. Reichsballen. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Ein Teufelskerl. 0 Schiller Theater Charlottenburg. Mittwod, abenbs 8 U br: Der Graf von Charolais. Kairo und die Pyramiden. Siftorische Stombie in 3 aften von Trauerfpiel in 5 Atten von Richard 8 Uhr: Wissenschaftl. Verein: Prof. Dr. Ziehen: Die Tätigkeit des Gehirns. Komödie Bernard Shaw. Donnerstag, abends8 Uhr: Bum erftenmal: Die Zwillingschwester. Freitag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Beer- Hofmann. Donnerstag, abends8Uhr: Julius Cäsar. Freitag, abends 8 Uhr: Julius Cäsar. Luisen- Theater. Zirkus Schumann. Abends 8 Eine tolle Nacht. Donnerstag: Eine tolle Nacht. Freitag Premiere: Stolz der Stadt. Komödie in 5 Aften von Gustav Wied. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Die fieben Raben. Abends: Eine tolle Nacht. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends: Stolz der Stadt. Montag: Eine tolle Nacht. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 28. Oftober 1908: Egmont. Trauerspiel in 5 Aften von Goethe. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Stetter Singer Letzte Vorstellungen. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Stairo und die Pyramiden. 8 Uhr: Bissenschaftlicher Verein: Anne Danerey Prof. Dr. Zichen: Die Tätigkeit Schwestern Merkel, Kontorsionist. des Gehirns. Tortola Valencia, spanische Tänzerin. De Onzo Brothers, FlaschenSternwarte, Invalidenftr. 67/62. Neues Theater.springer. Die zwölf Tiller Girls, Abends 8 Uhr: Der deutsche Graf. fahrer. Agoust Familie, Jongleure. Schauspiel in 5 Aften v. Bollmoeller. Morgen und folgende Tage: Der deutsche Graf. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Donnerstag: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonntag nachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Mittwoch, 28. Oftober, Anf. 8 Uhr: Wilhelm Tell. Donnerstag: Die zärtl. Berwandten. Freitag: Die zärtlichen Verwandten. Sonnabend 4 Uhr: Dornröschen. Berliner Theater. Heute und morgen 8 Uhr: Der Clown. Lustspielhaus. Die Tür ins Freie. Residenz- Theater. Abends 8 Uhr: Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: ,, Kammere Dich um Amelie," Schwant in brei Aften( bier Bildern) bon Georges Feydeau. Morgen u. folg. Zage: Kümmere Dich um Amelie. Hebbel- Theater Königgräßer Str. 57/58. Anj. 8 Uhr: Ninon de L'Enclos. Neues Operetten- Theater. Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Affen von Leo Fall. Gesangs- und Tanzgruppe. 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No. vember er., findet im Gewerkschafts hause, Engelufer 15( Saal 7), die Wahl von 56 Vertretern der Arbeitnehmer und 27 Vertretern der Arbeits geber statt; und zwar wählen die Arbeit. nehmer abends von 6-8, Uhr, die Arbeitgeber von 8-10 Uhr. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen Staffenmitglieder und Arbeitgeber, welche großjährig und im Befige der bürgerlichen Ehren24815 nisches Dromedar in der hohen Schule dress. und geritten von Mr. Florio. 36 Original- Marokkaner. Dir. Alb. Schumann mit seinen 16 Rekruten. Nene Spezialitäten. brecher wird dargestellt von Herrn Bonel II). Muffa, afrika- Sensationelles Spezialprogr. rete find. Grand- Hotel- Festsäle B. Jehmlich. Am Alexanderplatz. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. 2161b+ Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. A vorführen. Ferner: Die Uessems. Gebr. Saxon. Zum erstenmal: FrL Martha Mohnke, Schulreiter. auf Reapolitano- Soja. 10 Uhr ca.: Berlin, ben 27. Oftober 1908. Der Vorstand. Barbarossa Walhalla Borher das gr. Galaprogramm. Boranzeige! Sonntag, 1. November, nadm. 4 Uhr und abends 7, Uhr: Barbarossa! Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 1. November, in der ,, Nenen Welt", Hasenheide 108/114: 25jähriges Stiftungsfest. :: Großes Vokal- und Instrumental- Konzert:: Neues Tonkünstler- Orchester unter Leitung des Herrn Franz Hollfelder. Rezitation: Herr Eduard v. Winterstein vom Deutschen Theater. Gesang: Fräulein Pankenin- Aderhold und Fräulein Martha Münch, Konzertsängerinnen. Männerchor ( 90 Sänger) unter Leitung von Herrn Stitz. Festrede: Kollege A. Dietrich- Stuttgart. x Lebende Bilder. Nach dem Konzert: Großer Ball. Herren, welche daran teilKasseneröffnung 4 Uhr. nehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang des Konzerts 5 Uhr. Eintrittskarten: Vorverkauf 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Die Saaltüren bleiben während der Vorträge geschlossen.- Rauchen während des Konzerts nicht gestattet. Kinder unter 6 Jahren haben kein Zutritt. Programm mit Liedertexten am Saaleingang gratis. Eintrittskarten sind zu haben: Bureau, Engelufer 15 II, Zimmer 39/40, in den Zahl stellen und bei den Vertrauenspersonen. 24/16 Achtung! Mitglieder. Das Bureau ist an diesem Nachmittag sowie auch alle Jch Schein die Büro Eine lustige Spreewaldfahrt. Ariellung Burleste von Alfred Schmasow. Mufit von Paul Lincke. Borher ab Das Attraktions- Progr. 8 Uhr: Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Lene Land Ausstellungs- Hallen Paul Schneider- Duncker und das großartige Oktober Programm 14 neue VariétéSpezialitäten. Passage- Panoptikum. Der Mann mit dem eisernen Schlund! am Zoo. 24. Oktober bis 3. November. Geöffnet 10-10 Uhr. 4-10 Uhr Konzert. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. 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November Bremiere: Die Dianabäder. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Nach der Vorftellung: Ball. Komödie in 2 Aften mit Anton Herrnfeld als Berwand. lungsfünstler ,, Monsieur Ganivet" und Donat Herrnfeld als Bondi Bindelband". Borher: Künstlerteil. U. a. D'Ormays Balletteusen- Sextett. Reisers Original- Bauern- Ensemble Saratoff, Russentrio. Lona Nansen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Unter anderem: Das versiegelte Brautpaar. Urtomische Burleste. Anf. wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant: Großes Militär- Konzert. Zahlstellen geschlossen. Die Ortsverwaltung. DVD Sanssouci, Strate 6. Kottbuser Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanz Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Franz Sobanski, Gr. Elite- Soiree Kränzch. Emmy Lyon, Mr. Ferry, Les Forrès, 800 Hoffmanns Norddeutsch. Sänger Mr. Boston it. Stella, Nante Pohlmann, Eva Wagner, Anita u. Stefan Komaromy. Der arme Cafimir. Schwant mit Gelang von Schmidt Hawkins. Nach der Borstellung: Gr. Erfolg aller Nummern mitto., Sonnab., Sonntag: Tanz. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. I Variele- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: Daß nene gr. Oktober- Progr. Im Tunnel: Regimentskapelle 2c. Theaterbesucher hab. freien Eintritt. Parodie- Theater Dresdener Strake 97. Beute: Cavalleria Rustikana und die urfomische Burleste ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, wochent. 8%, Uhr. Bürgerliches Schauspielhaus Raftanien- lee 7-9. Reu einstudiert! Deborah. Schauspiel tn 5 Atten v. S. Mosenthal Unfang 8 Uhr. Morgen: Der Militärftaat. Abis 14. Nov. Oper: Der Troubadour. alast- Theater Palast Burgstr. 24, 2 in. s. Bhf. Börse Größtes Spezialitäten- Theater Berlins 8000 Berfonen faffend! 8000! Direftion:. Milan u. C. Ritter. Antonie Gates. Ycotha& Kapt. Grade Ling Ling Comp. umb 12 Attraktionen. Angenehinfter unb amüsanter Aufent Salt für Familienpublifun. Entree 9, 1,50, 1 R., 75, 50 93%. 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